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178. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Der Krieg.
Von den Kriegsſchauplätzen. — Der Balkankrieg. — Die Verluſte der feindlichen Handelsflotten. — Das neue
franzöſiſche Kabinett. — Engliſches Unterhaus. — Die Verluſte Englands.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 1. November.
(W. T. B. Amtlich.)
Weſtlicher Kriegsſchauplatz.
In der Champagne ſchritten die
Fran=
zoſen bei Tahure nachmittags zum Gegenangriff.
Sie wurden abgewieſen. Die von unſeren
Truppen am 30. 10. geſtürmte Butte de Tahure
iſt feſt in unſerer Hand geblieben. Die Zahl
der in den letzten beiden Tagen gemachten
Ge=
fangenen iſt auf 31 Offiziere, 1277
Mann geſtiegen.
Bei Combres kam es zu lebhaften
Kämpfen mit Nahkampfmitteln.
Leutnant Bölke hat am 30. Oktober
ſüd=
lich von Tahure einen franzöſiſchen
Doppel=
decker zum Abſturz gebracht und hat damit
das ſechſte feindliche Flugzeug außer Gefecht
geſetzt. In der Gegend von Belfort fanden
mehrere für die deutſchen Flieger
erfolg=
reiche Luftgefechte ſtatt.
Oeſtlicher Kriegsſchauplatz.
Heeresgruppe des
Generalfeld=
marſchalls von Hindenburg.
Beiderſeits der Eiſenbahn Tukkum=Riga
gewannen unſere Truppen im Angriff die
all=
gemeine Linie Raggaſem-Kemmern (weſtlich
von Schlok)—Jaunſem. Feindliche Gegenſtöße
wurden zurückgeſchlagen.
Weſtlich und ſüdweſtlich von Dünaburg
wurden ſtarke ruſſiſche Angriffe abgewieſen.
Zwiſchen dem Swenten= und Ilſen=See
war der Kampf beſonders heftig; er dauert an
einzelnen Stellen noch an. Vereinzelte
feind=
liche Vorſtöße nördlich vom Dryswjaty=
See ſcheiterten ebenfalls. Der Gegner hatte
große Verluſte.
Bei Olay (ſüdweſtlich von Riga) wurde ein
ruſſiſches Flugzeug zur Landung gezwungen;
der Führer und Beobachter ſind gefangen.
Heeresgruppe des
Generalfeldmar=
ſchalls Prinz Leopold von Bayern.
Oeſtlich von Baranowitſchi wurde ein
ruſſiſcher Nachtangriff nach Nahkampf
abge=
ſchlagen.
Heeresgruppe des Generals
von Linſingen.
Die Lage iſt im allgemeinen unverändert.
Ein feindlicher Gegenſtoß nördlich
Koma=
row hatte keinen Erfolg.
Deutſche Truppen der Armee des Generals
Grafen v. Bothmer wurden bei
Siemi=
kowee (an der Strypa nördlich von Burkanow.)
angegriffen und ſtehen dort noch im Kampf.
Balkan=Kriegsſchauplatz.
In Fortſetzung des Angriffes wurden die
Höhen ſüdlich von Grn. Milanovac in
Beſitz genommen.
In Richtung auf Kragujevac iſt der
Feind über den Petrovackar= und
Lepe=
nyea=Abſchnitt znrückgeworfen.
Kragu=
jevac iſt in deutſcher Hand.
Oeſtlich der Morava iſt gegen zähen
Wider=
ſtand der Serben der Trivunovo=Berg
genommen. Es wurden einige hundert
Ge=
fangene gemacht.
Die Armee des Generals Bojadjeff war
am 30. Oktober unter Nachhutkämpfen dem
Feind bis in die allgemeine Linie Höhen
von Planinica (ſüdweſtlich Zajecar) — Slatin
(nordweſtlich von Knjazevac) — öſtlich von
Sprljig — weſtlich Bela=Palanka — öſtlich von
Vlaſotince gefolgt.
Die Zahl der im Oktober von deutſchen
Truppen im Oſten eingebrachten Gefangenen
und die von ihnen gemachte Beute beträgt:
Bei der Heeresgruppe Hindenburg:
98 Offiziere,
14 482 Mann,
40 Maſchinengewehre.
Bei der Heeresgruppe des Prinzen Leopold:
32 Offiziere,
4134 Mann,
2 Maſchinengewehre.
Bei der Heeresgruppe des Generals von
Lin=
ſingen:
56 Offiziere,
8871 Mann,
21 Maſchinengewehre.
Bei der Armee des Grafen von Bothmer:
3 Offiziere,
1525 Mann,
1 Maſchinengewehr.
Bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarſchalls
von Mackenſen:
55 Offiziere,
11937 Mann,
23 Geſchütze ?),
16 Maſchinengewehre.
Zuſammen 244 Offiziere,
40949 Mann,
23 Geſchütze,
80 Maſchinengewehre
*) Abgeſehen von einer großen Zahl
auf=
gefundener Geſchütze älterer Fertigung.
Oberſte Heeresleitung.
Der Balkankrieg.
Der Feldzug gegen Serbien.
* Sofia, 31. Okt. Amtlicher Bericht über die
Ope=
rationen am 29. Oktober: Die bulgariſchen
Trup=
pen ſetzten die Verfolgung des Feindes auf der ganzen
Front fort. Sie erreichten weſtlich von Knjazevac die
Waſſerſcheide zwiſchen Timok und Morava. Südweſtlich
von Knjazevac eroberten wir nach erbittertem Kampfe
den Kamm des Treſi=Baba, von wo die Straßen nach
Niſch und Bela Palanka führen. Im Tale der Morava
nahmen wir nach heftigem Kampfe die Stadt Grdeljica
(Knotenpunkt der Straße Vranja=Leskovac und der
Straße durch das Vlaſſinatal). In der Gegend von
Katſchanik griffen die Serben eine dort vorrückende
Ko=
lonne an, wurden aber zurückgeworfen. Im Laufe der
Verfolgung des Feindes eroberten wir zwei
Gebirgsge=
ſchütze mit Bedeckung und viel Kriegsmunition. Bisher
fanden wir in Uesküb 19000 Gewehre verſchiedener
Sy=
ſteme, 950 Kiſten mit Pulver, 15000 Kiſten Patronen und
eine große Menge anderen Kriegsmaterials.
Die Schwierigkeiten des Saloniker Hilfskorps.
* Das Pariſer Journal hat einen
Spezialkorreſpon=
denten nach Saloniki geſchickt, um die franzöſiſche
Armee auf ihrer Expedition nach Serbien zu
be=
gleiten. Dieſer Korreſpondent ſchreibt:
„Ich konnte noch bis zu einer kleinen ſerbiſchen Stadt,
Gewgeli, vordringen, doch weiter geſtatteten es
die feindlichen Kanonen nicht. Die
Nachrich=
ten ſind nicht mehr zweifelhaft. Die Verbindung
zwi=
ſchen Niſch und Saloniki iſt unterbunden, und das
War=
dartal verwandelt ſich in dieſer Jahreszeit ſchnell in einen
großen Sumpf. Wann werden wir ans Ziel kommen?
Dieſe Expedition, die mit blitzartiger Kühnheit geführt
werden ſollte, verliert ſich in kleinliche
Verſchie=
bungen. Hat man eine Vorſtellung von der Landung
einer Armee? Ein Dampfer ſchifft ein bis zwei
Ba=
taillone aus; das ſind wenig Soldaten und viel Mühe.
Und erſt die Pferde, die Wagen, die Geſchütze, die
Mu=
nition, dieſe Menge von Gegenſtänden, die kaum
fortzu=
bringen ſind: Es handelt ſich darum, Lokalitäten zu
fin=
den, Schuppen, um ſie unter Obdach zu bringen. Die
Sache iſt nicht leicht. Saloniki iſt eine griechiſche Stadt
und Griechenland iſt ein neutrales Land. Trotz allem
Wohlwollen, dem wir begegnen, finden wir doch nicht
immer die gewünſchten Bequemlichkeiten, und überdies
hat dieſes neutrale Land auch ſeine Armee mobiliſiert,
ſo daß die Militärbehörde des Königreichs allles
re=
qufriert hat, was uns ziemlich unentbehrlich iſt.
Wäh=
rend ſich ſo für uns tagtäglich die einfachſten Dinge zu
den dornenvollſten Problemen vervielfältigen, ſind die
Bulgaren und die Deutſchen, die ſeit Monaten ihre
Offenſive vorbereitet haben, im Begriff, ſich zu
vereini=
gen. Und wir laufen Gefahr, unſeren Feind ſich in ein
ungeheures Tier umwandeln zu ſehen, deſſen Kopf in
Berlin und deſſen Schwanz in Konſtantinopel iſt. Das
edle Serbien kämpft mit großem Mute. Aber der Kampf
würde ohne unſere Hilfe zu ungleich ſein. Haben wir
nicht zu lange gewartet, um das zu begreifen?
Griechenland und der Dreiverband.
* Athen, 31. Okt. (Meldung der Agence Havas.)
Die Beſprechung des franzöſiſchen
Geſand=
ten mit König Konſtantin wird von der Preſſe
verſchieden ausgelegt. Dem Regierungsblatt Caivi
zu=
folge legte Gilemin dem König den Geſichtspunkt der
franzöſiſchen Regierung über die Entwickelung der Lage
im allgemeinen dar. Gilemin habe ferner die Fragen
beſprochen, welche ausſchließlich Griechenland
intereſſier=
ten und dem König Auskünfte über die
Truppenlandun=
gen in Saloniki und über die Entſchlüſſe der
Entente=
mächte für das künftige Vorgehen ihrer Truppen gegeben.
Der König habe Gilemin mit großem Wohlwollen
ange=
hört und die Gelegenheit ergriffen, um ihm die
Sympa=
thie des griechiſchen Volkes für Frankreich auszudrücken.
— Die antivenizeliſtiſche Zeitung Nea Himera erklärt, daß
die Unterredung lediglich den Charakter einer
Forma=
lität hatte. Nach der Herſtellung der Verbindung
zwi=
ſchen Deutſchland und der Türkei auf der Donau ſei der
Mittelpunkt der diplomatiſchen Schritte des
Vierverban=
des Bukareſt, denn nur eine rumäniſche Intervention
könne augenblicklich wirkſam ſein. Das Blatt glaubt
demnach nicht, daß ein Schritt des Vierverbands in Athen
bevorſtehe.
Die Verbindung Deutſchlands mit der Türkei.
* Zu der Meldung aus Sofia, daß zum erſten Male
ſeit Beginn des Weltkrieges der ungariſche
Donau=
dampfer „Berettio” von Orſowa in Widdin
angekommen iſt, ſchreibt die Berliner Morgenpoſt u. a.:
Mit brauſendem Hurrg wird der Augenblick gefeiert
worden ſein, da das Schiff am bulgariſchen Ufer anlegte
und Ungarn und Bulgarien ſich froh begrüßten.
Und=
dieſelbe frohe Stimmung wird ſich in ganz Deutſchland
und Oeſterreich=Ungarn verbreiten; denn es iſt ein
wich=
tiger und bedeutender Sieg, den wir hiermit errungen
haben. Ohne Störung werden jetzt Waren aller
Art aus Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn nach der
Türkei geſchafft werden können, und ebenſo werden
die Erzeugniſſe der Türkei ihren Weg nach
Deutſſch=
land finden. Ein reger Güteraustauſch zwiſchen Orient
und Okzident wird ſich entwickeln, der in erſter Linie die
militäriſche Widerſtandskraft der Tükei ſteigern, dann
aber auch unſerem ganzen wirtſchaftlichen Leben zugute
kommen wird. Die Voſſiſche Zeitung ſagt:
Donauauf=
wärts fuhren die ganze Kriegszeit hindurch ruſſiſche
Schiffe, vollbeladen mit Kriegsbedarf, nach Serbien. Von
jetzt ab fahren Schiffe unſerer Freunde donauabwärts
nach Bulgarien. Die ſerbiſch=ruſſiſche Verbindung iſt tot,
es lebe die ungariſch=bulgariſche.
Die Verluſte Englands.
* London, 31. Okt. (Zenſ. Frkft.) Die engliſche
Verluſtliſte vom 20. Oktober meldet: 42 Offiziere getötet,
55 verwundet, 42 vermißt. Drei Offiziere leiden an
ſchwerer Gasvergiftung. Außerdem werden 2588 Mann
als getötet, verwundet oder vermißt angegeben. 183
da=
von leiden an Gasvergiftung.
Bezüglich der Geſamtzahl der britiſchen
Verluſte wurden folgende Mitteilungen gemeldet: Am
31. Oktober 1914 betrug die Zahl der Verluſte 57000. Am
4. Februar 1915: 101000, am 11. April: 139000. Am 31.
Mai: 258000, am 18. Juli: 321000, am 21. Auguſt:
381000. Seit dieſer Zeit ſind die Verluſte nach den
be=
reits mitgeteilten Angaben in 49 Tagen um 111312
ge=
ſtiegen. Es ſcheint nicht feſtzuſtehen, daß in dieſen
Ver=
luſtliſten auch die der britiſchen Flotte enthallten
ſind. Die letzte Verluſtmeldung am 15. Juni gab für
dieſelbe eine Geſamtzahl von 13547 an. Zählt man dieſe
Zahl zu der Geſamtverluſtziffer, die am 9. Oktober
an=
gegeben worden iſt, hinzu, ſo kommt man auf 506 581
Mann, da die Geſamtziffer am 9. Oktober 493 294
be=
trug. Hiervon entfallen auf den weſtlichen
Kriegs=
ſchauplatz: getötet 4401 Offiziere und 63 059 Mannſchaften,
verwundet 9169 Offiziere und 225716 Mannſchaften,
ver=
mißt 1576 Offiziere und 61134 Mannſchaften. (Frkf. Ztg.)
Das neue franzöſiſche Kabinett.
Der „Generalſekretär” im franzöſiſchen Miniſterium
des Aeußern.
*⁎* In ſeinem ſoeben gebildeten Kabinett hat
Briand neben dem Vorſitz die Leitung der
auswärti=
gen Angelegenheiten übernommen, ſich aber, da ihm dies
Reſſort bisher fremd war, den Rat einer diplomatiſchen
Autorität geſichert, und zwar in der Perſon des früheren
Berliner Botſchafters Jules Cambon, welcher der
neuen Regierung als Generalſekretär des Miniſteriums
des Aeußern angehört und wohl als der eigentliche Leiter
der internationalen Politik Frankreichs angeſehen
wer=
den kann. Eine kurze Betrachtung über ſeine
Perſönlich=
keit erſcheint deshalb gewiß berechtigt.
Jules Cambon gehört, ebenſo wie ſein Bruder Paul,
zu den bekannteſten franzöſiſchen Diplomaten, und
ent=
ſtammt einem beſcheidenen, wenigbegüterten Bürgerhauſe.
Er ſteht jetzt im 70. Lebensjahre, war bis 1897 in der
Verwaltung beſchäftigt, zuletzt als Generalgouverneur
von Algerien, und wurde dann Botſchafter in
Waſhing=
ton. Hier tat er ſich nach dem kubaniſchen Kriege bei der
Friedensvermittelung zwiſchen Spanien und den
Ver=
einigten Stagten hervor und ging 1903 als Botſchafter
nach Madrid, wo er, wie ſein Bruder in London und
Barrére in Rom, jene Politik der entente cordiale
durchführte, die Frankreich zur Baſis ſeiner Weltſtellung
machte. Als im Frühjahr 1907 durch den Rücktritt
Bihourds der Berliner Botſchafterpoſten frei wurde, rückte
Jules Cambon in dieſe Stelle, die er bis zum Welkriege
innehatte. Am 8. April 1907 wurde er vom Kaiſer
emp=
fangen, der ihm im Laufe der Zeit öfter Beweiſe ſeiner
Huld gab. Nach dem Abſchluß des erſten deutſch=
franzöſi=
ſchen Marokko=Abkommens erhielt Cambon das
Groß=
kreuz des Roten Adlerordens, und im Januar 1910
an=
läßlich der Eröffnung der franzöſiſchen Kunſtausſtellung
in Berlin eine Bronzemedaille mit dem kaiſerlichen
Bild=
nis und Inſchrift. Gelegentlich dieſer Ausſtellung war
auch das Klaiſerpaar beim Botſchafter zu Gaſte. Bei den
ſpäteren Marokko=Verwickelungen gab ſich Cambon
augen=
ſcheinlich große Mühe, einen Konflikt zwiſchen
Deutſch=
land und Frankreich zu vermeiden. In welchem Maße
er an dem Anſchlage gegen Deutſchland teil hatte, läßt
ſich ſchwer ſagen; in ſeinen Reden an die franzöſiſche
Kolonie in Berlin beim Nationalfeſte ſprach er immer
für den Frieden und für die Eintracht unter allen Völkern
der Erde.
Anſcheinend verſpricht man ſich in Frankreich von der
diplomatiſchen Fähigkeit Cambons ſehr viel — ob mit
Recht, kann erſt die Erfahrung lehren.
Das Kabinett und die Parteien.
* Mancheſter, 1. Nov. Der Mancheſter
Guar=
dian meldet aus Paris vom 28. Oktober: Das neue
Kabinett iſt in hohem Maße eine perſönliche
Schöp=
fung Poincarés, der, wie man ſagt, gegen die
Ge=
wohnheit des Präſidenten den Senat und die Kammer
nicht um Rat gefragt hat. Dieſer Verſtoß gegen den
Brauch wird im Senat und in der Kammer ſtark kritiſiert.
Clemenceau hat aus dieſem Grunde einen Sitz im
Ka=
binett abgelehnt. Die Aufnahme des neuen
Ka=
binetts im Parlament iſt lau. Man zweiſelt, daß es
lange beſtehen wird. Die radikale Partei trat geſtern
zu=
ſammen und nahm einſtimmig eine Entſchließung an, in
der ſie Viviani aufforderte, zurückzutreten. Aber der
Rücktritt war bereits am Dienstag abend beſchloſſen.
Vivianis Verſuche, das Kabinett unter eigenem Vorſitze
zu bilden, ſind infolge allſeitiger Ablehnungen geſcheitert.
Auf Poincarés Erſuchen willigte Viviani ein, ſeinen
Platz mit Briand zu wechſeln. Die Sozialiſtenpartei
be=
ſchloß geſtern mit 55 gegen 10 Stimmen, während 35
Stimmen fehlten, Sembat, Guesde und Thomas den
Eintritt in das neue Kabinett unter folgenden
Bedingun=
gen zu geſtatten: Das Kabinett muß auf Eroberungen
und Annexionen verzichten; es muß ſofort ein Geſetz zur
Beſchränkung der Kriegsgewinne einbringen und die
Zenſur über politiſche und militäriſche Nachrichten
ein=
ſchränken. Die Kammer ſoll regelmäßig in gewiſſen
Ab=
ſtänden geheime Sitzungen abhalten.
Engliſches Unterhaus.
* London, 31. Okt. Unterhausſitzung vom 30.
Ok=
tober. Auf eine Anfrage erwiderte Grey, da London die
Deklaration nicht ratifiziert hat, iſt es der engliſchen
Regierung freigeſtellt, ob ſie ſolche Beſtimmungen davon
annehmen will, die allgemein anerkannte Grundſätze des
Völkerrechts befriedigend auszudrücken ſcheinen: Lord
Charles Beresford fragte, ob England ſich Deutſchland
gegenüber nach deſſen zahlreichen Verletzungen des Völ=
kerrechts nicht mehr an die Abkommen gebunden erachte,
die England und Deutſchland gemeinſam unterzeichneten,
vohl aber den Neutralen gegenüber daran feſthalte. —
Grey erwiderte, er ſtimme mit dem Redner darin überein,
daß England gegenüber Deutſchland hinſichtlich der
ge=
nannten Erklärungen und Abkommen keine Verpflichtung
mehr hat, hoffe aber, daß wir, gleichviel was Deutſchland
getan hat, Rückſichten der Humanität Rechnung zu tragen
haben, die von dem Abkommen und den Erklärungen
un=
abhängig ſind. Die Rechte der Neutralen müſſen
natür=
lich geachtet werden. (!!) Auf eine weitere Frage ſagte
Grey, es ſei unrichtig, daß der deutſche Reichskanzler im
Juli 1914 der britiſchen Regierung mitgeteilt habe, er ſei
von einem Flottenabkommen zwiſchen England und
Rußland unterrichtet. (Eine amtliche Erklärung hierzu
von deutſcher Seite wird nicht ausbleiben, ſobald der
Wortlaut vorliegt. D. Red.) Kein militäriſches oder
Flottenabkommen beſtand vor dem Abkommen, das
meh=
rere Wochen nach Kriegsausbruch abgeſchloſſen worden iſt.
Grey führte weiter aus: Die Güter, die Deutſchland
er=
reichen oder verlaſſen ſollen, müſſen, gleichviel, ob ſie
einen neutralen Hafen paſſieren oder nicht, als Güter
feindlicher Beſtimmung oder feindlichen Urſprungs gelten
und nach der ſoeben erlaſſenen Verordnung behandelt
verden. Es iſt gleichgültig, ob die Güter von einem
neu=
tralen Hafen nach dem anderen gehen, wenn ihre
End=
beſtimmung Feindesland iſt. — Bonar Law ſagte auf eine
Frage, es ſei möglich, daß beträchtliche deutſche
ſchwarze Schutztruppen in der Nähe des
Kili=
mandſcharo die britiſche Grenze überſchritten hätten,
aber der Feind ſei nicht mit nennenswerter Streitmacht
tiefer in das britiſche Gebiet eingedrungen. Ein engliſches
Schiff habe ein deutſches Schiff in der Maſabai verſenkt,
das vermutlich Waffen und Munition für die deutſchen
Truppen geführt habe.
Balfour ſagte auf eine Frage, daß die
Verteidi=
gung von London durch Geſchütze und
Flug=
zeuge Gegenſtand großer Bemühungen ſei und beſtändig
verbeſſert werde. Auf eine weitere Frage führte Balfour
aus, die Regierung beabſichtige, London ebenſogut gegen
Luftſchiffe zu verteidigen, wie Paris verteidigt werde, er
glaube aber nicht, daß die Luftſchiffe Paris leichter
er=
reichen könnten als London. Healy fragte ob die
Mit=
glieder des Kabinetts dieſelbe Gefahr liefen wie
jeder=
mann und daher ebenſo bedacht ſeien, ſich zu ſchützen.
(Heiterkeit.) Balfour ſagte weiter, Admiral Scott ſei
für die artilleriſtiſche Verteidigung Londons
verantwort=
lich, die Admiralität und das Kriegsamt für den
mari=
timen und militariſtiſchen Flugzeugdienſt. Die
Admirali=
tät ſei für die erſten Nachrichten über das Herannahen
der Zeppeline auf Beobachtungen an der Küſte oder auf
See angewieſen. Balfour berief ſich auf die vor einiger
Zeit von Sir John Simon vorgebrachten Gründe gegen
eine vorherige Warnung des Publikums. Auf eine Frage von
Outhwaite lehnte John Simon es ab, das Publikum
vor=
her zu warnen. Outhwaite fragte, ob es Simon nicht
bekannt ſei, daß ſich geſtern Abgeordnete aus dem
Unter=
haus in wilder Flucht entfernt hätten, weil ſie von einem
Zeppelinangriff hörten. (Zwiſchenrufe.) Der Sprecher
ſagte, Outhwaite dürfe nicht von wilder Flucht ſprechen.
Outhwaite bat wegen des Ausdrucks um Entſchuldigung.
Lloyd George ſagte, Asquith werde eine große Zahl der
an ihn gerichteten Fragen in ſeiner Rede am Dienstag
beantworten; es werde ſich daran eine Debatte anſchließen,
wie das Haus ſie zu wünſchen ſcheine.
Die Verluſte der feindlichen Handelsflotten.
** Die Köln. Ztg. ſtellt die ſiebente Liſte der ſeit
Kriegsbeginn verloren gegangenen engliſchen
Han=
delsſchiffe auf. Sie umfaßt 67 Schiffe mit etwa
194843 Tonnen. Rechnet man dazu 503 Schiffe mit
1050 923 To. von Liſte 1—6, ſo ergibt ſich bis jetzt ein
Geſamtverluſt von 570 Schiffen mit 1 245 766 To. Liſte 5
er franzöſiſchen Handelsſchiffe weiſt 15
Schiffe mit etwa 45817 To. auf; dazu die früheren
Ver=
luſte von 28 Schiffen mit 67 224 To., ergibt bis jetzt einen
Geſamtverluſt von 43 Schiffen mit etwa 183041 To.
Liſte 5 der verlorenen ruſſiſchen Handelsſchiffe
enthält 5 Schiffe mit etwa 4909 To.; dazu die früheren
Verluſte von 21 Schiffen mit 29 741 To., ergibt einen
Geſamtverluſt von 26 Schiffen mit etwa 34650 To. Der
Himmelserſcheinungen
im November.
AKK. Je mehr wir uns dem Winterſolſtitium, das
dies=
mal auf den 22. Dezember fällt, nähern, um ſo mehr
ver=
langſamt ſich die ſcheinbare Südwärtsbewegung der Sonne:
während dieſe im Oktober 11 betrug, vermindert ſie ſich
im November bis auf 7½ und ſchließlich im Dezember
bis auf 1¾‟. Die Deklination der Sonne
be=
trug namlich am 1. November (12 Uhr mittags) — 146
9' 54.‟1 und beträgt am 30. November — 21% 31½ 2,‟8.
Um dieſen Wert vermindert ſich allſo auch die
Mittags=
höhe der Sonne, und zwar ergibt ſich für die
geogra=
phiſche Breite von 54‟ (das nördlichſte Deutſchland) eine
Abnahme von 21% 50' am 1. bis auf 14‟ 29' am 30.
No=
vember, für die geographiſche Breite von 51‟ (das
mitt=
lere Deutſchland) eine ſolche von 24 50' am 1. bis auf
170 29' am 30., endlich für den Parallel von 480 (das
ſüdliche Deutſchland und mittlere Oeſterreich) eine ſolche
von 270 50' am 1. bis auf 20% 29 am 30. November. Durch
die Verkleinerung der Tagbogen der Sonne erfährt die
Tageslänge in dieſem Monat eine Verringerung
von 9½ auf 7¾ Stunden im nördlichen Gebiet, von 9¾
auf 8 Stunden im mittleren Gebiet und von 10 auf 8¾
Stunden im ſüdlichen Gebiet, ähnlich auch in der
Nord=
ſchweiz. Morgen= und Abenddämmerung währen im
Norden je etwa ¾ Stunden, im Süden je etwa 50
Minu=
ten um dieſe Beträge verlängert ſich alſo die
Tageshel=
ligkeit noch.
Der Geſtaltwechſel des Mondes vollzieht ſich im
November zu folgenden Zeiten: Neumond am 7., um
8 Uhr 52 Min. vorm., Erſtes Viertel am 14., um 12 Uhr
3 Min. vorm., Vollmond am 21., um 6 Uhr 36 Min.
nachm., und Letztes Viertel am 29., um 11 Uhr 10 Min.
nachm. Der Mond befindet ſich am 8. November, um
3 Uhr 3 Min. nachm., in ſeiner Erdnähe bei einem
Ab=
ſtande von 56,4 Erdhalbmeſſern von je 6378 Kilometern
und am 24. November, um 12 Uhr 7 Min. vorm., in ſeiner
Erdferne bei einem Abſtande von 63,7 Erdhalbmeſſern. —
Im November finden 6 Sternbedeckungen durch
den Mond ſtatt, die ſämtlich gut zu beobachten ſind. Die
Zeiten der Ein= und Austritte ſind, für den Horizont von
Berlin berechnet, folgende: am 20. November Epſylon
es Widders (Größe 4.6) Eintritt 7 Uhr 51.1 Min. und
Austritt 8 Uhr 31.1 Min. nachm., am 21. November
erſtens Stern 17 des „Stiers” (Gr. 4.0) Eintritt 5 Uhr
18.7 Min. und Austritt 6 Uhr 3.5 Min. nachm., zweitens
Stern 23 des „Stiers” (Gr. 4.2) Eintritt 5 Uhr 45.5 Min.
und Austritt 6 Uhr 39.1 Min nachm., drittens Eta des
„Stiers” (Gr. 3.0) Eintritt 6 Uhr 18.4 Mim. und
Aus=
tritt 7 Uhr 19.4 Min. nachm., viertens Stern 27 des
Stiers” (Gr. 3.8) Eintritt 7 Uhr 15.9 Min. und Austritt
7 Uhr 49.9 Min. nachm., endlich am 25. November
Epfy=
lon der „Zwillinge” (Gr. 3.1) Eintritt 4 Uhr 27.7 Min.
und Austritt 5 Uhr 38.3 Min vorm.
Die ſieben Hauptplaneten ſind, ein recht
ſel=
tener Falll, im November ſämtlch zu beobachten.
Venus und Jupiter, die beiden hellſten, ſowie Uranus
ge=
hören dem Abendhimmel, Merkur und Neptun dem
Mor=
genhimmel an, Mars und Saturn endlich weilen faſt
wäh=
rend der ganzen Nacht über dem Horizonte. Im
einzel=
nen geſtalten ſich die Sichtbarkeitsverhältniſſe
ſolgender=
maßen: Merkur der am 7. November, um 11 Uhr
vorm., ſeine größte weſtliche Ausweichung von der Sonne
erreicht, iſt nahezu während des ganzen Monats
aus=
nahmsweiſe gut am frühen Morgenhimmel im Oſten zu
beobachten; er tritt ſchon am 3. aus den Strahlen der
Dämmerung hervor und bleibt bis zum 26. ſichtbar, in
den Tagen nach dem 11. erſcheint er bereits zwei
Stun=
den vor der Sonne. Sein Erdabſtand vergrößert ſich von
0.83 bis auf 1.40 Erdbahnhalbmeſſer oder Einheiten von je
149,48 Millionen Kilometer, wogegen ſein ſcheinbarer
Durchmeſſer von 8.”0 bis auf den bedeutend kleineren
Wert von 4.‟8 abnimmt. Am 6. November, um 5 Uhr
vorm., hat der Mond mit Merkur Konjunktion; der Mond
ſteht dabei ziemlich weit, 7¼, ſſüdlich von dem Planeten.
— Venus die ſeit Mitte Auguſt verborgen geblieben iſt
erſcheint Mitte November wieder als Abendſtern am
ſüd=
weſtlichen Himmel und geht am Schluſſe des Monats eine
Stunde nach der Sonne unter. Venus nähert ſich der
Erde vorläufig nur von 1.66 bis auf 1.57 Einheiten,
ent=
ſprechend gering iſt auch die Zunahme ihres
Scheiben=
durchmeſſers, von 10.‟1 bis auf 10.‟7. Am 8. November,
um 11 Uhr vorm., kommt der Mond mit Venus in
Kon=
junktion. — Mars tritt am 10. November aus dem
Billde des „Krebſes” in das des „Löwen” über; er gehr
anfänglich um 11, ſchließlich ſchon um 10½ Uhr abends
im Oſten auf und kulminiert zuerſt um 6 Uhr 24 Mim.
zuletzt um 5 Uhr 15 Min. in großer Höhe. Der Planet
nimmt weiter an Glanz zu. Mars nahert ſich der Erde
immer mehr, im November von 1.32 bis auf 1.07
Einhei=
ten, und ſein Scheibendurchmeſſer vergrößert ſich dabei
von 7.‟1 bis auf 8.‟8. In der Nacht vom 28. zum 29.
No=
vember, um 1 Uhr, nähert ſich der Mond dem Mars
ſüdlich bis auf weniger als 4 begleitet ihn daher
wäh=
rend der ganzen Zeit ſeiner Sichtbarkeit. — Jupiter
bewegt ſich im Bilde des „Waſſermannes” in der erſten
Monatshälfte rückläufig, wird am 16, ſtationär und von
da an wieder rechtläufig. Er ſtrahlt ſchon bei Eintritt
der Dunkelheit in ſtarkem Glanze hoch am ſüdöſtlichen
Himmel, kulminiert zuerſt um 8 Uhr 41 Min., zuletzt ſchon
um 6 Uhr 44 Min, nachm. und verſchwindet anfänglich
vor 3, am Monatsſchluſſe ſchon vor 1 Uhr am weſtlichen
Horizonte. Von dieſem Planeten entfernt ſich die Erde,
und zwar vergrößert ſich der Abſtand beider von 4.25 bis
auf 4.68 Einheiten; der ſcheinbare Durchmeſſer Jupiters
verringert ſich aus dieſem Grunde von 42.‟8 bis auf 39.”0,
doch das iſt immer noch ein ſo großer Wert, daß ſelbſt
kleine Fernrohre leicht die Scheibenform und ſtarke
Ab=
plattung des ungeheuren Körpers zeigen. Das ſtets
wechſelnde Spiel der vier hellen Hauptbegleiter der bis
jetzt bekannten neun Monde des Planeten kann man
ebenfallls ſchon mit ſchwachen Inſtrumenten verfolgen. —
Saturn beſitzt eine langſame rückläufige Bewegung im
Bilde der „Zwillinge” geht zu Beginn des Monats gegen
9, am Ende gegen 7 Uhr abends im Nordoſten auf und
erreicht zuerſt um 4 Uhr 34 Min., zuletzt um 2 Uhr 32
Min. vorm. ſeinen höchſten Stand im Süden. Ihm
nä=
hert ſich die Erde von 8.61 bis auf 8.22 Einheiten; der
ſcheinbare Durchmeſſer des Planeten wächſt infolgedeſſen
von 17.‟9 bis auf 18.‟7, die Längen der Ringachſen
be=
tragen Mitte November: große Achſe 44.‟7 und kleine
Achſe 18.‟2, der Wert der letzten entſpricht daher jetzt faſt
genau dem des Planetendurchmeſſers. Am 25. November,
um 6 Uhr nachmittags, gelangt der Mond mit Saturn
in Konjunktion; bei dieſer ſteht der abnehmende Mond
nahezu 2¾ nördlich von dem Planeten, eine Stellung,
die ſich auch nach Aufgang dieſes Geſtirnpaares zunächſt
nur wenig geändert hat. — Uranus der ſich
rechtläu=
ſig im Bilde des „Steinbocks” bewegt, kulminiert
anfäng=
lich um 6 Uhr 18 Min., am Monatsſchluſſe um 4 Uhr 23
Min nachm., iſt alſo abends im Südweſten zu beobachten.
Sein Erdabſtand vergrößert ſich von 19.87 bis auf 20.33
Verluſt der belgiſchen Handelsſchiffe beträgt
bis jetzt 6 mit etwa 8279 Tonnen.
Die Köln. Ztg. bemerkt hierzu: In unſerer Liſte ſind
alle Verluſte der Handelsflotte enthalten, ſoweit ſie bekannt
geworden ſind, nicht nur die unmittelbar durch den Krieg
verurſachten, um den vollen Umfang des Ausfallesyzu
kennzeichnen; zudem iſt häufig ſchwer feſtzuſtellen, in
wel=
chen Fällen der Untergang eines Schiffes durch Sturm,
Riff oder Mine hervorgerufen worden iſt. 1913 beſtand
die enßliſche Handelsflotte aus 11328 Schiffen
über 100 Tonnen; bei dem Verluſt von 570 Schiffen
be=
trägt der Verluſt gegenwärtig mindeſtens 5 Prozent
des Beſtandes. Zwar iſt anzunehmen, daß die
eng=
liſchen Werften inzwiſchen bemüht geweſen ſind, die
Lük=
ken auszufüllen; aber der zugegebene Mangel an
Lade=
raum führt eine ſehr beredte Sprache. Nach der Statiſtik
von 1913 — die wir allein zugrunde legen können —
ver=
fügte England über den geſamten Raumgehalt von
21045049 Tonnen; ein Verluſt von 1245766 To. macht
alſo etwa 5, 9 Prozent des ganzen Raumes aus.
Sehr intereſſant iſt die Prozentberechnung bei der
fran=
zöſiſchen Handelsflotte, die 1911 1377 Schiffe über 100
Tonnen mit 1273593 To. umfaßte. Während der
Ver=
luſt der 43 Schiffe nur 3, 1 Prozent des Beſtandes
ausmachte, iſt der Prozentſatz des vernichteten Raumes
ungleich höher, 8,8 Prozent, weil es ſich meiſtens um
große Transportſchiffe gehandelt hat.
Der Verkauf und die Ausfuhr von
rumäniſchem Getreide.
* Bukareſt, 31. Okt. Independence Roumaine
meldet: Gemäß dem amtlich verlautbarten Reglement der
Zentralkommiſſion für den Verkauf und die
Aus=
fuhr von Getreide hat die Eiſenbahnverwaltung
entſprechende Maßnahmen angeordnet. Von heute än
dürfen die für die Ausfuhr bereits verkauften
Getreide=
mengen alter Ernte, deren Beſitzer für Waggons in den
alten Liſten vorgemerkt ſind, ohne Ermächtigung der
Zen=
tralkommiſſion weder verladen noch befördert werden.
Die Verſender haben daher durch Vermittelung der Chefs
der Verladeſtationen der Kommiſſion eine entſprechende
Erklärung abzugeben. Noch nicht verkauftes Getreide
wird nur durch Vermittelung der Zentralkommiſſion
ver=
kauft, verladen und befördert.
Der Abbruch der engliſch=ſchwediſchen
Verhandlungen.
Kopenhagen, 31. Okt. Politiken meldet aus
Malmö: Der Grund für den Abbruch der
engliſch=
ſchwediſchen Verhandlugen iſt darin zu ſuchen,
daß die engliſchen Unterhändler die unerfüllbare Forderung
ſtellten, die Engländer ſollten berechtigt ſein, die ſchwediſche
Ausfuhr in den verſchiedenen Zollämtern zu kontrollieren.
Da die ſchwediſchen Unterhändler unter keinen Umſtänden
auf dieſe Forderung einwilligten, erwies ſich eine
Fort=
ſetzung der Verhandlungen als nutzlos.
Unruhen in Indien.
* Konſtantinopel, 31. Okt. Die Blätter melden
aus Bagdad: Engliſche Soldaten, die von den
Türken gefangen genommen ſind, erzählen, daß überall
in Indien Unruhen ausgebrochen und daß in den
letzten Tagen an der afghaniſchen Grenze bewaffnete
Konflikte vorgekommen ſeien. Infolge dieſer Zuſtände
halten die Engländer die Truppen in Indien zurück und
ſenden den in Meſopotamien kämpfenden Trupppen keine
Verſtärkungen mehr. Die meſopotamiſchen Stämme
be=
unruhigen fortwährend die engliſchen Truppen, deren
Schwäche ſie erkannt haben; um die Entſendung von Ver=
ſtärkungen vorzutäuſchen, bringen die Engländer
wäh=
rend der Nacht einen Teil der Truppen auf Schiffe und
ſetzen ſie am nächſten Tage an einem anderen Punkte ans
Land. Es verlautet, daß die Engländer im letzten
Kampfe am Tigris über 2000 Mann verloren haben.
Das holländiſche Orangebuch
iſt erſchienen. Es enthält unter anderem den Text der
Neutralitätserklärung, den Bericht über eine angebliche
Ueberſchreitung der Grenze bei Vaals durch deutſche
Truppen, einen Bericht über die Haltung der
kriegführen=
den Seemächte gegenüber dem neutralen Handel und der
neutralen Schiffahrt; ferner Mitteilungen über Schritte
der Regierung, um Schadenerſatz für das unrechtmäßige
Anhalten niederländiſcher Schiffe zu erhalten, eine
Mit=
teilung über das deutſche Minenfeld in der Nordſee in
der Nähe der Doggerbank; eine kurze Mitteilung über
die Torpedierung des Dampfers „Katwijk” und den
Ver=
luſt des Dampfers „Aclor”; einen Bericht über die
Ver=
nichtung angehaltener holländiſcher Schiffe und über einen
Luftangriff auf niederländiſche Schiffe. Andere Kapitel
behandeln die Frage der niederländiſchen Güter auf
er=
beuteten oder auf in neutralen Häfen liegenden Schiffen
der kriegführenden Staaten, die Anhaltung der Beſatzung
des holländiſchen Schoners „Egberdina” und des
Damp=
fers „Flora” in England; eine Mitteilung über die durch
Deutſchland der holländiſchen Fiſcherei in den Weg
ge=
legten Schwierigkeiten, die Verhaftung von Untertanen
kriegführender Staaten auf holländiſchen Schiffen; ferner
enthalten ſie Mitteilungen über die über niederländiſchem
Gebiet erſchienenen Flugzeuge und Luftſchiffe und über
die Beſchlagnahme niederländiſcher Güter durch die
deut=
ſche Regierung in Belgien.
Tageskalender 1914
zur Geſchichte des Weltkrieges.
2. November. Der engliſche Kreuzer „Hermes” im
engliſchen Kanal von einem deutſchen Unterſeeboot
verſenkt. — Der franzöſiſche und engliſche Botſchafter
verlaſſen Konſtantinopel.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 2. November.
Vom Großh. Gendarmeriekorps. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog hat den Charakter als
Leutnant dem ſeitherigen Kreisoberwachtmeiſter Johannes
Roth im Großh. Gendarmeriekorps verliehen.
* Ernannt wurde durch Entſchließung Großh.
Mi=
niſteriums des Innern der Lehramtsreferendar Dr. Hans
Medert zu Darmſtadt zum Lehramtsaſſeſſor.
In den Ruheſtand verſetzt hat Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Vorſtand des
Finanzamts Alzey, Finanzrat Georg Tag zu Alzey
unter Anerkennung ſeiner treuen Dienſte bis zur
Wieder=
herſtellung ſeiner Geſundheit.
Kriegsauszeichnungen. Major Paul Kritzler
im Feldartillerie=Regiment Nr. 22 erhielt das Eiſerne
Kreuz 1. Klaſſe; der Kriegsfreiwillige Gefreiter Heinz
Witt vom Feldartillerie=Regiment Nr. 233 (früher 25)
erhielt das Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe; Hans Reuter wurde
zum Wachtmeiſter befördert und ihm das Eiſerne Kreuz
2. Klaſſe verliehen.
— Poſtdienſtnachrichten der Kaiſerlichen Ober=
Poſtdirektion in Darmſtadt. Verliehen: Das
Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe dem Poſtſekretär Jöckel aus
Mainz, dem Ober=Telegraphenaſſiſtenten Vetter aus
Gießen und dem Poſtgehilfen Völſing aus Darmſtadt;
das Herzoglich Sachſen=Meiningenſche Ehrenkreuz für
Verdienſt im Kriege dem Ober=Poſtaſſiſtenten
Schlen=
vogt aus Mainz; ferner wurde verliehen beim Scheiden
aus dem Amte das Ritterkreuz 2. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen dem Poſtſekretär
Mees in Darmſtadt. Angenommen: zu Poſtgehilfen:
Realgymnaſiaſt Stoll aus Budenheim, die
Oberreal=
ſchüler Fiſcher und Wölfel aus Mainz und Flick aus
Bechtolsheim, die Realſchüler Diefenthäler aus
Arms=
heim und Schäfer aus Michelſtadt; zu
Telegraphen=
gehilfen: die Oberrealſchüler Hechler aus Worms und
Röſſing aus Oppenheim; zu Telegraphengehilfinnen:
Auguſte Alt in Darmſtadt und Katharine Zikeſch in
Mainz; als Poſtagentin: Marie Seeger in Lützel=
Wiebelsbach. Verſetzt: Poſtſekretär Auguſt Schmidt von
Friedberg nach Wittenberg (Bez. Halle) als Ober=
Poſt=
ſekretär, Ober=Poſtaſſiſtent Jockel von Lich nach Gießen,
Poſtaſſtſtent Jacoby von Mainz nach Darmſtadt; die
Telegraphengehilfinnen Benz von Darmſtadt nach Berlin=
Wilmersdorf, Schöttler von Berlin=Wilmersdorf nach
Darmſtadt und Chriſtine Walther von Offenbach nach
Gießen. Vor dem Feinde gefallen:
Telegraphen=
aſſiſtent Schäfer aus Offenbach und Poſtgehilfe Bernet
aus Rüſſelsheim. Geſtorben: Poſtſekretär Borchardt
in Mainz und die Poſtgehilfin a. D. Heil aus
Ober=
mörlen.
* Schwurgericht. Die Sitzungen des
Schwurge=
richts der Provinz Starkenburg für das 4. Quartal 1915
beginnen am Montag, den 6. Dezember ds. Js.,
vormit=
tags 9½ Uhr, im alten Gerichtsgebäude zu Darmſtadt
unter dem Vorſitze des Herrn Landgerichtsrats Dr. Lehr.
n Strafkammer. Recht gründlich hat die in der
geſtri=
gen Verhandlung wegen ſchweren Diebſtahls zu 9
Mo=
naten Gefängnis verurteilte 48 Jahre alte Ehefrau
des Heizers Staab aus Offenbach das ihr
entgegen=
gebrachte Vertrauen getäuſcht. Sie war von der Familie
eines ins Feld gerückten dortigen Rechtsanwalts mit der
Aufſicht über die Wohnung beauftragt, und machte dabei
ſelbſt lange Finger. Die Abweſenheit der Inhaber zog
ſich hinaus, und ſo ſcheint bei der St., die zuerſt ſich wohl auf
Kleinigkeiten beſchränkte, mit der Gelegenheit die diebiſche
Begierde gewachſen zu ſein. Als ihr Treiben endlich
entdeckt wurde, hatte ſie ein vollſtändiges kleines Lager
an Wäſche, Anzügen und Silbergeſchirr u. a. ins
Pfand=
haus geſchafft. So war die beſtohlene Familie
wenig=
ſtens imſtande, mit dem eigenen Geld ihr Eigentum durch
Einlöſung wiederzugewinnen. Der Wert des Geſtohlenen
belief ſich auf viele Hundert Mark. — Unerwartet war
der Ausgang einer Berufungsſache, in der das
Schöffen=
gericht Offenbach einen dortigen Arbeiten wegen
Ver=
nachläſſigung der Unterhaltspflicht gegen ſeine Frau zu
6 Wochen Haft nebſt Ueberweiſung an die
Landespolizei=
verurteilt hatte. Die Annahme der erſten Inſtanz, der
Mann ſei ein Trunkenbold, und die Frau habe deshalb
Armenunterſtützung in Anſpruch nehmen müſſen, erwies
ſich als unzutreffend. Es ergab ſich vielmehr, daß die
Frau einen erheblichen Teil ſeines Lohnes empfing, doch
der Armenpflege unwahre gegenteilige Angaben machte.
Sie ſoll nicht haushälteriſch ſein und ein lockeres Leben
zu führen lieben. Ihr Verhalten hinſichtlich der
er=
ſchwindelten Unterſtützung wird vorausſichtlich eine
Be=
trugsanklage zur Folge haben. In Stattgabe ſeiner
Be=
rufungwurde der Ehemann jetzt freigeſprochen.
gie. Großherzogliche Zentrale für Mutter= und
Säug=
lingsfürſorge. Unſerem Berichte in der
Sonntagsnum=
mer laſſen wir noch einige Ziffern folgen, die ſchlagend
beweiſen, was die Großh. Zentrale auf ihrem eigentlichen
Gebiet, der Säuglingsfürſorge geleiſtet hat.
Gewiß ſind ſtatiſtiſche Zahlen immer mit einer gewiſſen
Vorſicht aufzufaſſen. Aber der Rückgang, den die
Säug=
lingsſterblichkeit in Heſſen ſeit Gründung der Zentralle
erfahren hat, iſt doch wohl mehr als ein Zufall. Heſſen
war zwar in dieſer Beziehung ſchon vorher dem
Durch=
ſchnitt des Deutſchen Reiches um einige Prozente voraus,
aber dieſer Vorſprung hat ſich ſeit der Gründung der
Zen=
trale merklich vergrößert. Damals ſtarben in Heſſen
etwa 15 Prozent bis 16 Prozent der lebendgeborenen
Kinder im erſten Lebensjahr. Von Jahr zu Jahr ging
dann dieſe Ziffer zurück, und auch der heiße Sommer 1911,
der in vielen Gebieten des Deutſchen Reiches unter den
Kindern ſo große Verheerungen anrichtete, brachte uns
in Heſſen nur einen verhältnismäßig geringen und ganz
vorübergehenden Rückſchlag. Die Sterblichkeit ſank ſchon
im folgenden Jahr auf 10 Prozent und dann im Jahr 1913
auf 9,3 Prozent, eine Ziffer, die von keinem anderen
deutſchen Bundesſtaat erreicht wurde, und die ſich der
immer als Ideal hingeſtellten Sterblichkeitsziffer der
ſkandinaviſchen Länder nähert.
Daß das Kriegsjahr 1914 wieder einen geringen
Rück=
ſchlag brachte, war unvermeidlich. Zu viele Umſtände
wirkten auf die Geſundheit von Mutter und Kind ungün=
Einheiten; ſein Scheibendurchmeſſer beſitzt den Wert von
4.‟1, zuletzt nur von 4.‟0. Die genauen Oerter des
Ura=
nus ſind: am 2. November AR (Rektaſzenſion) 20h 57m
49s und D (Deklination) — 17% 54'47” am 30. November
AR 21h0m 8s und D — 170 44' 12‟; die Helligkeit des
Uranus iſt die der Sterne 5. Größe. — Neptun bewegr
ſich im Bilde des „Krebſes” bis zum 6. November ſehr
langſam rechtläufig, nachher bis auf weiteres rückläufig.
Er kulminiert zuerſt um 5 Uhr 42 Min., zuletzt um 3 Uhr
43 Min. vorm., iſt daher von abends 10 reſp. 8 Uhr
wäh=
rend der ganzen Nacht über dem Horizonte. Ihm nähert
ſich die Erde von 29.90 bis auf 29.42 Erdbahnhalbmeſſer;
der Scheibendurchmeſſer dieſes fernſten Planeten hat jetzt
den Wert von 2.‟6. Die Poſitionen des Neptun ſind:
am 2. November AR 8h 19m 31.1s und D — 190 165
.*4, am 30. November AR 8h 18m 50.2s und D — 190
18½ 25./‟7.
Zwei Kometen ſtehen gegenwärtig am Himmel,
der Komet 1915a (Melliſh) und der neue Komet 1915d
(Melliſh), beide aber lichtſchwache, teleſtopiſche Gebilde.
Ihre Bewegungen beſitzen entgegengeſetzte Richtung,
in=
dem ſich der erſte, von der Südhalbkugel zur
Nordhalb=
ugel zurückkehrende Komet in nordweſtlicher Richtung
urch das Bild des „Eridanus” bewegt, um im
Dezem=
ber im Bilde des „Stiers” weiterzuſchreiten, dagegen der
neue, am 19. September entdeckte Komet, der am 12.
Ok=
tober in Sonnennähe geſtanden und am 18. Oktober den
Aequator von Norden nach Süden durchſchritten hat,
zu=
nächſt im Bilde der Wage” dann in dem des „
Skor=
pions” in ſüdöſtlicher Richtung fortzieht, um ſehr bald den
Beobachtern nördlicher Sternwarten zu entſchwinden.
An Meteoren iſt der November außerordentlich
reich, überhaupt der reichſte Monat des Jahres. Von den
in dieſer Zeit der Erde begegnenden neun
bemerkenswer=
teſten Schwärmen tut ſich am meiſten der hauptſächlich in
den Tagen vom 13. bis 15. November tätige Strom der
„Leoniden” hervor, deſſen Sternſchnuppen Teile des
Kometen 1866 I ſind. Ihre größte Häufigkeit zeigen die
Leoniden in den Stunden nach Mitternacht, alſo gegen
Morgen.
Den Glanz des Fixſternhimmels beeinträchtigt
das Mondlicht beſonders in den Nächten vom 13. bis
26. November (Vollmond 21. November); in der übrigen
Zeit entfaltet das Firmament jetzt ſeine volle winterliche
Pracht. Halten wir um 10 Uhr abends Umſchau, ſo ſehen
wir den aus Millionen von Sonnen gewobenen ſchim=
mernden Strom der Milchſtraße das unendliche Gewölbe
in zwei gleiche Hälften teilen, denn gerade im Oſten
er=
hebt er ſich ſenkrecht über den Horizont, verläuft genau
über den Zenit und ſenkt ſich gerade im Weſten wieder
zum Horizont herab, um auf der ſüdlichen
Himmelshallb=
kugel den Kreis zu vollenden. Wohl kennen wir heute
im allgemeinen ſchon die Geſtalt, die Struktur und die
Entfernung des Milchſtraßenſyſtems; und ehrfürchtig
ſtaunen wir dieſes größte aller Weltwunder an, aber
be=
greifen können wir es nicht. Milliarden von Sonnen,
jede von ihnen ſo groß etwa wie unſere Sonne, die
wie=
der mehr als millionenmal ſo groß iſt wie unſere ſchon
ſo gewaltige Erdkugel; jede von ihnen ſo weit entlegen
daß ihr blitzſchnelles Licht von dorther bis zu uns mehr
denn tauſend Jahre wandern muß, daß ihr gigantiſcher
Glutkörper dem menſchlichen Auge auch noch als ein
feines glitzerndes Stäubchen erſcheint, wenn ihn das
kräftige Teleſkop vielhundertmal näher gerückt hat, und
jede von ihnen ſo nahe bei der anderen, daß ihre
Geſamt=
heit einer milchweißen Fläche gleicht, obwohl ſie in
Wahr=
heit Räume von Billionen von Kilometern trennen
wer möchte dieſe Größe faſſen? Alle anderen helleren
Geſtirne, die wir ringsum erblicken, ſtehen uns ſehr viel
näher, denn ſie füllen den vom Milchſtraßenringe
um=
ſchloſſenen Raum aus und beſchreiben in dieſem ihre
Bahnen, gleichwie unfere, zu ihnen gehörige Sonne. Nicht
ewig werden darum die gegenſeitigen Stellungen der
Fixſterne, die vom Menſchen zu Bildern und Symbolen
vereinigten Gruppen ihr heutiges Ausſehen bewahren,
ſondern dereinſt Geſtalten darſtellen, die keine Aehnlichkeit
mit den uns geläufigen mehr aufweiſen werden. Wir
aber ſehen allabendlich den „Orion” im Südoſten
herauf=
ziehen, begleitet vom „Großen Hunde” und „Kleinen
Hunde” und ſehen darüber die ſchönen Bilder des
Stiers” des „Fuhrmanns” und der „Zwillinge” im
Zenit der „Caſſiopeja” daneben ſüdlich die „Andromeda”
ſämtlich Zeugen einer fernen Vergangenheit der
Menſch=
heitsgeſchichte. Hoch im Weſten ſtrahlen „Schwan”
„Adler” und „Leier” im Norden der Große Bär”
und=
am Himmelspol der „Kleine Bär” die beiden Bären, von
denen Aratus ſagt: „Der Kopf des einen iſt gegen die
Lenden des andern gerichtet. Vorwärts und mit dem
Rücken gegeneinander gekehrt, drehen ſie ſich im ſteten
Kreislauf. Jupiter ſoll ſie von Kreta an den Himmel
verſetzt haben.”
Der November.
** Der aus dem Lateiniſchen ſtammende Name des
elften Monats des Jahres, November, bedeutet, wie
be=
kannt, ſoviel wie der neunte Monat. Urſprünglich
war dieſer Monat auch bei den alten Römern der neunte,
da das mit dem März beginnende und mit dem Dezember
endigende altrömiſche Jahr nur zehn Monate zählte; die
Kalenderreform Julius Cäſars aber teilte das Jahr in
zwölf Monate und ſtellte an den Anfang des
Kalender=
jahres die beiden neuen Monate Januar und Februar.
Trotzdem der Oktober nun ſo zum zehnten, der
Novem=
ber zum elften und der Dezember zum zwölften Monat
wurden, behielt man die alten Monatsbezeichnungen bei.
Heinrich Seidel entwirft uns in ſeinem Märchen „Die
Monate” vom November folgende hübſche Schilderung:
„Ja, der November. Die Leute wollen nicht viel von ihm
wiſſen und ſchelten ihn einen berdrießlichen Monat, aber
ich kann das nicht finden. Er hat manchmal ſo ſtille,
graue Regentage, wo die Luft eigentlich nur ſehr nah
ſt und es an jeder Knoſpe und jedem welken Blatt wie
eine dicke Träne hängt; das iſt eine herrliche Zeit zum
Träumeſpinnen und Luftſchlöſſerbauen, wie ja auch die
Maler auf dem grauen Grunde der Leinwand ihre
farbi=
gen Kunſtwerke hervorzaubern. Aber die Stille und
Ver=
droſſenheit iſt eigentlich gar nicht ſein Element, er kann
ein ſehr gewaltiger Herr ſein. Ja, ſchön iſt es zu ſehen,
wenn er dann auf ſeinem wilden Roß, dem Nordwind,
unter fliegendem Regen dahinſauſt, das letzte Laub ven
den Bäumen reißt und wirbelnd vor ſich herjagt, das
Waſſer zu ſprühendem Schaum in die Höhe peitſcht und
durch die Wipfel des Waldes dahinſtürmt, daß ſie
don=
nernd brauſen!” Bei unſeren altheidniſchen Vorfahren
herrſchte die Anſchauung, daß in den Novemberſtürmen
die wilde Jagd Wotans durch die Lüfte dahinbrauſe;
in chriſtlicher Zeit hat ſich der wilde Jäger Wotan in den
heiligen Martin verwondelt. Auch St. Martin hält heute
och vielfach ſeinen Umzug, der aber viel mildere Formen
aufweiſt, als ſie in den Vorſtellungen von der wütenden
Jagd und vom wilden Heer enthalten waren. Wenn der
Heilige dabei gewöhnlich auf einem Schimmel reitend
dargeſtellt wird, ſo erinnert das daran, daß ſich um die
Zeit des Martinstages (10. November) bei uns
gewöhn=
lich der erſte Schnee einſtellt. .. In früheren Zeiten trug
der November bei uns verſchiedene deutſche Bezeichnungen,
von denen aber keine in der Weiſe durchdringen konnte,
ſtig ein; zahlreiche Aerzte und Schweſtern wurden ihrer
Arbeit entzogen, die zurückbleibenden Aerzte wurden aus
falſcher Sparſamkeit oft zu ſpät zu Rate gezogen, ſchwere
ſeeliſche Aufregungen ſchadigten die Geſundheit der
Müt=
ter, namentlich der werdenden Mütter, die Teuerung
und die vielfach zu Tage tretende Knappheit wichtiger
Lebensmittel, namentlich der Milch, erſchwerten die
Er=
nährung, der Mangel an männlichen Arbeitskräften
zwang viele Frauen zu ſchwerer körperlicher Arbeit, ohne
Rückſicht auf ihre Geſundheit. Wenn trotzdem im
ver=
gangenen Jahr die Sterblichkeit nur um ein Prozent,
alſo auf 10,3 Prozent geſtiegen iſt, ſo kann man dieſes
Ergebnis als durchaus befriedigend bezeichnen,
nament=
lich wenn man bedenkt, daß die Sterblichkeit im
allge=
meinen dort noch weniger zunähm oder ſogar zurückging,
wo die Mutterberatungsſtellen beſtehen blieben und wo
die Schweſtern ihre Arbeit fortſetzen konnten. Dies
be=
weiſt, mit welchem Erfolg die Organe der Zentralle
ge=
arbeitet haben. Wie ungeheuer wichtig dieſe Arbeit iſt,
darüber dürfte heute kein Zweifel mehr beſtehen, denn
ſicher gibt es kein wirkſameres Mittel, die ſchweren
Ver=
luſte dieſes Krieges wieder einigermaßen auszugleichen,
als eine umfaſſende Fürſorge für unſeren Nachwuchs, für
die Zukunft und Hoffnung unſeres Volkes.
Dienſtjubiläum. Geſtern war es Herrn
Kammer=
muſiker Fritz Brückmann vergönnt, auf 25 Jahre
ſei=
ner Tätigkeit als Mitglied der Hofkapelle zurückzublicken.
Vielſeitig, wie ſein Können, iſt das Arbeitsgebiet des
Künſtlers. In ſeiner Eigenſchaft als Bratſchiſt hat er ſich
ſowohl im Orcheſter als auch in nunmehr zwölfjähriger
Zugehörigkeit zum „Darmſtädter Streichquartett”
vor=
trefflich bewährt. Außerdem hat er ſich als eifriger
För=
derer und geſchickter Dirigent auf dem Gebiete des
Män=
nergeſangs große Verdienſte erworben. Mehr oder
weni=
ger gefürchtet, erſcheint er oft als Preisrichter auf den
Ge=
ſangswettſtreiten des heſſiſchen Landes und fernab
gelege=
nen Plätzen. Eine ſtattliche Anzahl den Volkston aus
das glücklichſte getroffener Lieder Brückmanns für
Männer=
chor haben in Geſangvereinskreiſen weiteſte Verbreitung
gefunden. So iſt die Zahl derer nicht klein, die den
Ju=
bilar als ausgezeichneten Muſiker, aber auch als
liebens=
werten, echten Menſchen kennen und ſchätzen und ihm zu
dem heute vollendeten Lebensabſchnitte die herzlichſten
Wünſche darbringen.
Der Feldpaketdienſt. Bei der Verſendung von
Paketen an mobile Truppen handelt es ſich um eine
militäriſche Einrichtung. Die Beteiligung der
Poſtverwaltung beſchränkt ſich darauf, die Pakete
anzu=
nehmen und den in der Heimat befindlichen Militär=
Paketdepots auszuhändigen. Die bei den heimiſchen
Poſtanſtalten aufgelieferten Pakete dürfen bis 10 kg
ſchwer ſein. Das Porto beträgt 5 Pf. für das kg,
minde=
ſtens jedoch 25 Pf. Größere Güter im Gewicht über
10 kg bis 50 kg ſind bei den Eiſenbahn=Eilgut= und
Güterabfertigungen aufzuliefern; dabei ſind die
Fracht=
koſten (nebſt 25 Pf. Rollgeld) im voraus zu entrichten.
Mit der Weiterleitung der Pakete von den Militär=
Paket=
depots nach dem Felde und der Zuſtellung an die
Trup=
pen hat die Poſt nichts zu tun, dies liegt vielmehr in
den Händen der Heeresverwaltung.
Hier=
nach iſt es unrichtig, für das Ausbleiben der an
Heeres=
angehörige im Felde abgeſandten Pakete bis 10 kg
ſtets die Poſtverwaltung verantwortlich zu machen. Dieſe
hat nur die Beförderung von der Aufgabepoſtanſtalt zum
Militärpaketdepot zu vertreten, wobei Verluſte oder große
Verzögerungen nahezu ausgeſchloſſen ſind. Die
Schwie=
rigkeit liegt in der Beförderung der Pakete in
Feindes=
land, namentlich wenn militäriſche Operationen
ſtattfin=
den. Auch die dem Truppenteil obliegende Zuſtellung
der Pakete an den Empfänger iſt keineswegs ſo leicht
ausführbar, wie das Publikum vielfach annimmt. Viele
Beſchwerden der Abſender von Feldpaketen darüber, daß
dieſe nicht angekommen ſeien, erweiſen ſich als nicht
zu=
treffend, weil ſie zu früh erhoben waren. Außer den
vorſtehend erwähnten Feldpaketen an mobile Truppen
kommen noch Pakete an Heeresangehörige in Garniſonen
des Deutſchen Reiches in Betracht. Dieſe ſind — mit
Ausnahme der Standorte in den elſäſſiſchen Kreiſen
Alt=
kirch, Mülhauſen, Gebweiler, Thann und Colmar
jederzeit zugelaſſen und unterliegen den Vorſchriften und
Taxen des Friedensdienſtes.
* Zur Kupferbeſchlagnahme. Auf die heutige
Be=
kanntmachung, betreffend Beſchlagnahme und
Nachmel=
dung von Kupfer in Fertigfabrikaten, ſei hiermit beſonders
hingewieſen.
Anmeldung des im Inland befindlichen Vermögens
von Angehörigen feindlicher Staaten. Es ſei auf die
Be=
kanntmachung der Großh. Handelskammer Darmſtadt im
heutigen Blatt hingewieſen, aus der hervorgeht, daß die
genannte Handelskammer zur Anmeldeſtelle
er=
nannt worden iſt und daß die Anmeldebogen durch
die genannte Kammer zu beziehen ſind.
G* Gaſtſpiel der Berliner Urania. Geſtern abend
veranſtaltete die Berliner Urania im „Kaiſerſaal” einen
Lichtbilder=Vortrag: „Von den Karpathen bis
Breſt=Litowsk”. Wie bei dem Weltruf der Urania
nicht anders zu erwarten, zeichneten ſich die Lichtbilder
durch geradezu künſtleriſche Vollendung, bei höchſter
Schärfe und Naturwahrheit vor den meiſten ähnlichen,
in letzter Zeit hier gegebenen Veranſtaltungen aus. Die
Bilder rühren ebenſo wie der Text des Vortrages von
dem Kriegsberichterſtatter Dr. Fritz Wertheimer her
Letzterer gewann außerordentlich durch die klare, ſcharf
akzentuierte, und doch temperamentvolle Sprache des
Red=
ners, Herrn Konrad, und wir ſtehen nicht an, die
Er=
wartung auszuſprechen, daß noch öſter derartige
Ver=
anſtaltungen der Urania hier erfolgen mögen. Der
Vor=
trag ſelbſt begann mit Bildern von Munkacs, führte
durch das Nagy=Ag=Tal, Oekörmezö und die Kliva in das
wilde karpathiſche Gebirgsland, zeigte uns die Leiden
des Winterkrieges, die Schützengräben hoch oben in den
ſchneebedeckten Bergen, die Schwierigkeiten des
Wagen=
verkehrs auf den Gebirgsſtraßen, die blutigen Kämpfe
um den Zwinin, und führte uns in die galiziſche Ebene
hinunter. Genrebilder aus den friedlichen Ruhetagen,
die ſelten genug die unerhörten Anſtrengungen jener
ge=
waltigen Zeit des Ringens und Kämpfens unterbrachen,
ſchloſſen den erſten Teil des Vortrages. — Im zweiten
Teile wurden uns die brennenden Oeltanks von
Borys=
law gezeigt, dann folgte der Durchbruch durch die
ruſſi=
ſchen Linie bei Stryj, Wirkung der 30.5=Zentimeter=
Mör=
ſer in den ruſſiſchen Stellungen und Schützengräben, der
Feldherrnhügel mit dem Oberbefehlshaber v. Linſingen,
bis wir in das Dnjeſtr=Gebiet vordrangen, wo uns die
Kämpfe mit den Koſaken gézeigt wurden, denen ſich trübe
Bilder aus der Leidenszeit der jüdiſchen Bevölkerung
an=
ſchloſſen. Den Schluß bildete die Umklammerung von
Breſt=Litowsk mit herrlichen Bildern, die die
wunder=
völle Stimmung unſrer heldenhaften Kämpfer prächtig
zum Ausdruck brachten. Dem Redner wurde für ſeinen
außergewöhnlich feſſelnden, lichtvollen Vortrag
außer=
gewöhnlich lebhafter, aber wohlverdienter Beifall zuteil.
Traub=Vortrag. Die Nachfrage nach
Eintrittskar=
ten zu dem heute (Dienstag) ſtattfindenden Vortrage
von D. Gottfried Traub: „Was lernen wir
aus demerſten Kriegsjahr?” iſt ſo ſtark, daß an der
Abendkaſſe vorausſichtlich nur noch ein beſchränkter
Karten=
verkauf ſtattfinden kann. Es empfiehlt ſich daher (auch
für die Inhaber von Sperrſitzplätzen) frühzeitiges
Er=
ſcheinen, damit der Vortrag pünktlich um 8 Uhr
begin=
nen kann.
Der Evangeliſche Jünglingsbund im
Großherzog=
tum Heſſen („Heſſenbund”) gedenkt am Montag, dem
22. November d. Js., im Gemeindehaus der
Martins=
gemeinde zu Darmſtadt, Mollerſtr. 23, nachm. 2½ Uhr,
ſeine diesjährige Hauptvertreterverſämmlung
abzuhalten. Sie wird durch eine religiöſe Anſprache von
Herrn Pfarrer Ringshauſen=Mainz, eröffnet. Die
wei=
tere Tagesordnung enthält: 1. Jahresbericht des
Vor=
ſitzenden. 2. Rechnungsablage. 3. Haushaltsplan für
1916. 4. Neuwahl des Vorſtandes. 5. Anträge der
Ver=
eine. 6. Verſchiedenes. Die Jugendvereinigung der
Martinsgemeinde hat ſich bereit erklärt, abends 7½ Uhr
am gleichen Ort einen Vereinsabend zu Ehren des
Bun=
des zu veranſtalten, zu dem Freunde der Jugend herzlichſt
eingeladen ſind, ebenſo wie zu der Vertreterverſammlung,
die eine rege Ausſprache über die Gegenwartsfragen der
Jugendarbeit bringen wird.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Reſidenz=Theater am Weißen Turm.
Hanni Weiſe, die beliebte Schauſpielerin, gaſtiert ab heute
in dem Meiſterwerk der Kinokunſt „Das
Warenhaus=
mädel” ein modernes Sittendrama in 4 Akten. Hanni
Weiſes Spiel iſt zur Genüge bekannt, aber in dem
heuti=
gen Schauſpiel übertrifft ſie ſich bei weitem. Außer den
kinematographiſchen Berichten vom Weltkrieg, worin
be=
ſonders die Originalaufnahmen aus der feindlichen Front
hervorzuheben ſind, kommt auf vielſeitigen Wunſch das
Drama in 2 Akten „Abgründe” mit der Kinoduſe Aſta
Nielſen zur Vorführung. Einige Humoresken
vervollſtän=
digen den geſchickt zuſammengeſtellten Spielplan. Das
fünfte Abenteuer Stuart Webbs mit dem beliebten
De=
tektivdarſteller Ernſt Reicher, „Der geſtreifte Domino”,
kommt ab nächſten Samstag auf die weiße Wand. (Siehe
Anzeige.)
Teure Zeit.
Ein Wort zur Klärung und Beruhigung
(* Die unvereinbarſten Gegenſätze wohnen im
Kriege dicht beieinander, Gegenſätze, deren Spuren uns
immer wieder im Alltagsleben entgegentreten und deren
Folgen ſich ſelbſt der Aermſte nicht entziehen kann. Durch
die Ueberbrückung von Zeit und Raum infolge der
glän=
zenden Entwicklung unſerer Technik und durch die E= weltumſpannender Verkehrswege find wir
hinausgetreten in das Zeitalter der Weltwirtſchaft.
Welthandel und Güteraustauſch ſind weitausgreifende
Syſteme geworden, die, an einer Stelle geſtört, ihre
Er=
ſchütterungen nach allen Seiten fortpflanzen und ſich auch
denen fühlbar machen, die bis dahin keinen Anlaß hatten,
ihren Blick über die Grenzen ihres eigenen Umkreiſes
hinauszulenken.
Deutſchland iſt im weſentlichen auf die Erträgniſſe
des eigenen Landes angewieſen, und ſchon die
Er=
fahrungen des erſten Kriegsjahres haben uns bewieſen,
daß wir mit dem, was uns die deutſche Muttererde liefert,
auskommen können, ohne Not zu leiden. Unſere geſamte
Einfuhr an Nahrungsmitteln beläuft ſich in gewöhnlichen
Zeiten auf ein Zehntel des Geſamtbedarfs. Bei einer
Einſchränkung des Verbrauchs auf neun Zehntel iſt ſomit
die Magenfrage für unſer Volk gelöſt. Und dieſe
Ein=
ſchränkung iſt ohne weiteres möglich. Die letzten
Frie=
densjahre haben uns Wohlſtand, ja ſogar Reichtum
ge=
bracht, ſodaß ſich in gewiſſen Kreiſen ein regelrechtes
Schlemmerleben zu entwickeln drohte und die
Lebenshal=
tung unſeres Volkes ſich erheblich über das erhob, was
als Mindeſtmaß zu betrachten iſt.
Ohne wohltätigen Zwang wird dieſe
Ein=
ſchränkung allerdings nicht möglich ſein. Die
Brot=
karte iſt eine geradezu vorbildliche Einrichtung für die
Verbrauchsregelung, aber leider iſt ſie nicht in der
geſam=
ten Lebensmittelfürſorge durchführbar. In der
Kar=
toffelfrage ſteht das Eingreifen der Reichsbehörden
unmittelbar bevor. Auch die Milch= und
Butter=
frage iſt in der Neuordnung begriffen. Man muß ſich
zunächſt darüber klar werden, wie groß der Bedarf an
Milch für Kinder und Kranke iſt. Hier darf es an nichts
fehlen, denn es geht um Leben und Geſundheit. Im
übrigen mögen die Behörden den Milchtopf dreiſt höher
hängen, und zwar rückſichtslos, damit wir für die ſchwer
arbeitende Bevölkerung Butter aufs Brot haben. Wir
haben nur die Wahl zwiſchen mehr Milch und weniger
Butter und mehr Butter und weniger Milch. Da kann
die Wahl nicht ſchwer fallen, zumal die Einfuhr von
Pflanzen= und Tierfetten ſtark unterbunden iſt. An
Fett=
ſtoffen für die Ernährung fehlt es uns um ſo mehr, als
wir allein aus Rußland im letzten Friedensjahre 29922
Tonnen Butter im Werte von über 62 Millionen Mark
und über 100000 Tonnen Schweineſchmalz im Werte von
über 112 Millionen Mark aus den Vereinigten Staaten
bezogen, eine Einfuhr, die uns der Krieg abgeſchnitten
hat. Als Abhilfe kann bei der gewaltigen Preisſteigerung
für Butter nur zweierlei in Betracht kommen:
Beſchlag=
nahme oder Höchſtpreis. Solange ſich aber die Kühe
nicht kontraktlich verpflichten, regelmäßig ein beſtimmtes
Quantum Milch zu liefern, iſt eine Beſchlagnahme der
Milch nicht durchführbar, man wird ſich alſo mit
Höchſt=
preiſen begnügen müſſen, wie ſie in den letzten Tagen
überall zur Einführung kamen.
Die Regelung des Fleiſchverbrauchs iſt
eben=
falls demnächſt zu erwarten. Hier muß aber
nachdrück=
lichſt darauf hingewieſen werden, daß in den Gaſthäuſern
ind Speiſewirtſchaften noch viel zu viel Fleiſchgerichte
gereicht werden und Gemüſe noch immer nur als „
Bei=
lage” zählen. Mehr Hausmannskoſt muß die Forderung
im Intereſſe der Gäſte und Wirte lauten; der Wettbewerb
mit den größeren und größten Fleiſchhappen muß
auf=
hören. Der Fleiſchverbrauch in Deutſchland war vor dem
Kriege am höchſten in ganz Europa, und hier iſt eine
weiſe Beſchränkung im Intereſſe der Volksgeſundheit
durchaus angebracht; Gicht, Arterienverkalkung und auch
krebs würden ſicher abnehmen, wenn wir mehr zur
Pflanzenkoſt zurückkehrten. Das gilt beſonders für die
bemittelten Kreiſe, die ſich doch mal die Frage vorlegen
mögen, ob nicht die Faſttage der Katholiken viel
nehr Entbehrungen, wenn dieſer Ausdruck
über=
haupt geſtattet iſt, bedeuten, als das, was jetzt von ihnen
m Intereſſe der Volksernährung gefordert wird. Unſere
atholiſchen Mitbürger ſehen trotz ihrer ſtrengen Faſttage
daß ſe allgenein Bedeuung erlangt hälle Zu
Nor=
den Deutſchlands hieß er vielfach Wintermonat, im
Süden aber Herbſtmonat; die Bezeichnung „Windmonat”
für den November legt die Beziehungen zwiſchen den
Worten „Wind” und „Winter” klar. In alten
Hand=
ſchriften findet ſich auch der Name „der andere Herbſt”
oder gar „der dritte Herbſt” vor — Herbſt iſt hier ſoviel
wie Herbſtmonat —; je nach den klimatiſchen
Verhält=
niſſen war alſo entweder der September oder aber der
Oktober der erſte Herbſtmonat. Die verbreitetſte deutſche
Benennung war aber der Name Schlachtmonat. In
die=
ſem Monat wurde das Vieh von den Weiden
eingetrie=
ben; da man früher auf dem Lande weit weniger Ställe
beſaß als heutzutage und den Winter hindurch nur
das=
jenige Vieh durchfütterte, das zur Weiterführung des
Viehſtandes im nächſten Jahre notwendig war, hob immer
im November ein allgemeines Schlachten an. Die
Schlachtfeſte, die heute gewöhnlich in dieſem Monat
ab=
gehalten werden, ſowie die Martinsgans als Symbol
des Martinstages halten die Erinnerung daran feſt.
** Die Schützengräben Julius Cäſars. Der Krieg, der
ſo vielartige neue Waffen und Kampfmittel
hervorge=
bracht hat — man denke nur an das Unterſeeboot, das
Kampfflugzeug, den 42=Zentimeter=Mörſer — hat zugleich
zahlreiche alte und veraltet erſcheinende Kampfmethoden
zu Ehren kommen laſſen. So erinnern die Wurf= und
Brandbomben an die Kampfmittel des Mitelalters, und
die Minenwerfer gleichen ſogar äußerlich den längſt
ver=
geſſenen Steinſchleudern, die bei den alten Römern und
Griechen, beſonders im Feſtungskrieg, eine wichtige Rolle
ſpielten. Ganz beſonders aber hat der moderne
Stellungs=
krieg eine Art der Kriegführung hervorgebracht, die
über=
raſchenderweiſe an die Zeit — Julius Cäſars gemahnt.
Bei aller Verſchiedenheit der Waffen von damals und
heute laſſen ſich doch viele Aehnlichkeiten im
Stellungs=
kampfe feſtſtellen. Sehr deutlich iſt dies, wie Dr. E. Pauſe
im nächſten Heft der Deutſchen Mediziniſchen
Wochen=
ſchrift ausführt, in Julius Cäſars Bellum gallieum
nach=
zuleſen, und zwar an der Stelle, die den Kampf um Aleſia
beſchreibt. Die Stadt, die von Vercingetorix mit 80000
Mamt beſeht war, halie eine außerordentlih gluſtge
Verteidigungslage, da ſie ſich auf einem Berge befand,
der von zwei Seiten von Flüſſen umgrenzt wurde und
nur auf einer Seite durch eine Ebene zugänglich war.
Hier nun legte Cäſar ſeine Verſchanzungen an, die
zu=
gleich den Rücken der Armee gegen ein heranziehendes
Erſatzheer decken mußten. Die Verſchanzungen ſind im
Bellum gallieum eingehend beſchrieben: „Bisweilen
verſuchten die Gallier unſere Werke anzugreifen und aus
der Stadt durch mehrere Tore mit aller Gewalt einen
Ausfall zu machen. Deshalb glaubte Cäſar zu dieſen (den
bereits angelegten) Werken noch etwas beifügen zu müſſen,
damit dadurch die Befeſtigungen mit einer kleineren Zahl
von Streitern verteidigt werden könnten. Daher wurden
fortlaufende Gräben von 5 Fuß Tiefe gezogen, nachdem
Bäume mit recht ſtarken Aeſten gefällt und die Enden
die=
ſer (Aeſte)geſchält und zugeſpitzt worden waren. Dahinein
(in die gezogenen Gräben) wurden jene Aſtleiber verſenkt
und unten befeſtigt, daß ſie nicht herausgeriſſen werden
konnten, und da, wo die Aeſte anfingen, ragten ſie heraus.”
Dieſe Anlage von Aſtwerken erinnert an unſere modernen
Stacheldrahtverhaue. Aber die Parallelen laſſen ſich noch
weiterführen: „Fünf Reihen waren ſo untereinander
ver=
bunden. Wer da hineingedrungen war, geriet und
ver=
letzte ſich ſelber an den ſehr ſcharfen Aeſten. Die
Sol=
daten nannten ſie „Totenſpitzen” Und vor dieſen
wur=
den drei Fuß tiefe Gruben in ſchrägen, übers Kreuz
ge=
ordneten Reihen gegraben mit allmählich nach unten zu
engerem Schlunde (mit trichterförmig verengtem Grunde).
Zugleich wurde der Befeſtigung und Standfeſtigkeit halber
ein Fuß vom Boden an mit Erde feſtgeſtampft.” Auch die
reihenweiſe Anlage der Linie wurde ſchon damals
beob=
achtet: „Derartige Grubenreihen wurden acht angelegt,
und ſie ſtanden untereinader drei Fuß ab.”
— Die deutſche Kriegspille. Unſere Feinde ſind
immer mehr damit beſchäftigt, das Geheimnis der
deut=
ſchen Stärke zu erörtern und den Urſachen der Kraft
unſe=
rer Heere auf den Grund zu kommen. Nun hat die
ruſſi=
ſche Zeitung Kievlani das Geheimnis gefunden: die Pille,
die deutſche Kriegspille iſt es, die unſere Armeen unüber=
windlich nacht „ Schon ſchreibt das Blatz,
„hatten wir davon gehört, daß die deutſchen und
öſter=
reichiſchen Soldaten im Felde mit geheimnisvollen Pillen
verſehen werden. Zuerſt nahm man an, daß dieſe Pillen
die Zauberkraft beſäßen, Hunger und Durſt unmöglich zu
machen. Aber nun wiſſen wir, daß es damit eine ganz
andere Bewandtnis hat: eine einzige Pille genügt, um
in dem Soldaten ein eigenartiges Gefühl von
Kraftbe=
wußtſein und Unternehmungsluſt zu erregen. Der Soldat,
der die Pille verſchluckt hat, verſpürt augenblicklich eine
unerklärliche Belebung ſeines ganzen Organismus und
einen unſtillbaren Drang, irgend etwas Beſonderes zu
vollführen. Wie wir aus guter Quelle erfahren, erhält
jeder deutſche Soldat täglich zwei dieſer Pillen. Vor jedem
Angriff müſſen die Mannſchaften ihre Pillen vor den
Augen der Offiziere verſchlucken.” — Auch ein Beleg für
ruſſiſche Intelligenz!
C.K. „Unter aller Kanone.‟ Dieſem ſo kriegeriſchen
Ausdruck, über deſſen urſprüngliche Bedeutung ſich wohl
ſchon mancher den Kopf zerbrochen hat, haftet, wie
For=
ſchungen von Prof. E. Schwabe in der „Zeitſchrift für den
deutſchen Unterricht” erweiſen, ein ganz,
gemeinbürger=
licher Sinn an. Die Bezeichnung „unter aller Kanone‟
für eine minderwertige Leiſtung ſtammt nämlich aus dem
barocken Schullatein des 18. Jahrhunderts. In
einer ſtädtiſchen Lateinſchule Sachſens hatten ſich die
Schüler recht wenig um die lateiniſche Syntax gekümmert,
was den Stadtvätern zu Ohren gekommen war. Um den
Klagen nachzugehen, ordneten ſie an, daß der Oberpfarrer
der Stadt nach Art des an Fürſtenſchulen üblichen
Rek=
torextemporales ein Extemporale ſchreiben laſſen und
ſelbſt korrigieren ſollte. Dies Unternehmen verlief, wie
man gefürchtet hatte, denn das Ergebnis war
unbefrie=
digend. In dem Berichte an den Stadtrat teilte der Herr
Oberpfarrer mit, daß er für die Beurteilung der Arbeiten
einen Kanon von fünf Prädikaten aufgeſtellt habe, daß
aber ein großer Teil der Arbeiten ſo ſchlecht ſei, daß er
unter jedem Kanon „sub omne canone” ſtände.
Kanon iſt alſo die Zenſurenſtaffel, die zu der
Verwechs=
lung mit der Kanone Veranlaſſung gegeben hat.
recht geſund und wohlgenährt aus! Woraus folgt, daß
eine Herabſetzung der Fleiſchnahrung ſehr wohl möglich
und zweckdienlich iſt.
Im übrigen haben die Behörden überall, vor
allem auch hier in Darmſtadt, das Menſchenmögliche
getan, um der Lebensmittelnot zu ſteuern. Namentlich
Stadtv. Hammann hat Anſpruch auf unbedingte
Anerken=
nung ſeiner gemeinnützigen Arbeit erworben, wie aus den
letzten Rechenſchaftsberichten (vgl. Nr. 298 u. 299 u. Bl.)
hervorgeht. Die Stadtverwaltung hat tatſächlich
Groß=
artiges geleiſtet! Nur ſchade, daß der ſtädtiſche Bericht
nicht ſchon früher veröffentlicht wurde: manche falſche
Auffaſſung und manches abfällige Urteil über die Tätigkeit
der ſtädtiſchen Behörden wäre dann erſpart worden. Wenn
das Erreichte aber manchem noch nicht ausreichend erſcheint,
dann möge er bedenken, daß auch der Tätigkeit der
Kom=
munalverwaltungen Grenzen gezogen ſind, nicht minder
auch dem Verfügungsrecht der Generalkommandos, die
an reichsgeſetzliche Vorſchriften gebunden ſind. Wir ſind
bisher mit der Fürſorge aller unſerer Behörden
recht gut gefahren, und wenn auch hin und wieder
Fehler vorkamen, ſo waren dieſe, bei dem Mangel an jeder
Erfahrung auf ſo ſchwierigem Gebiete, gewiß
entſchuld=
bar. Lehrgeld muß eben überall gezahlt werden. Das
bisher Geleiſtete gibt aber allen Behörden
unbeding=
ten Anſpruch auf volles Vertrauen der
Be=
völkerung.
Ganz verkehrt aber iſt es, mit
Volksver=
ſammlungen und Reden die Frage der
Volksernäh=
rung löſen zu wollen. Der Konſumentenausſchuß, der
mit ſo großen Hoffnungen ins Leben trat, kann nichts
leiſten, ſolange er nicht über Millionen verſügt, um
Le=
bensmittelkäufe im großen vornehmen zu können.
Deut=
ſche Art iſt es, zu handeln. Und handeln kann
man auch, indem man ſtillſchweigend erträgt, was
er=
tragen werden muß.
An uns liegt es, aus der Not eine Tugend zu machen:
wir müſſen einfacher und ſparſamer werden. Das
gilt beſonders für jene Kreiſe, denen der Krieg materiellen
Gewinn bringt. So verkehrt es wäre, das Geld
zurück=
zuhalten für Waren, deren Herſtellung Tauſenden Brot
und Löhn gibt, ſo notwendig iſt es, mit dem, was des
Leibes Notdurft und Nahrung erfordert, Sparſamkeit zu
üben. Wie unſere Helden draußen vor dem Feinde
Schul=
ter an Schulter kämpfen, ſo müſſen auch wir daheim
ge=
meinſam durchhalten, durchhalten in Treue zu unſeren
Volksgenoſſen, zu unſeren Brüdern im Felde, in deutſcher
Treue gegen das Vaterland.
b. Griesheim, 1. Nov. (Stenographentagung.)
Der Gau Darmſtadt Gabelsbergerſcher Stenographen hält
Sonntag, 7. November, ſeine diesjährige Tagung hier
ab; mit dieſer iſt ein Wettſchreiben verbunden, das
nach=
mittags 3 Uhr in der Neuen Schule ſeinen Anfang
nimmt. Hieran reiht ſich die Vertreterverſammlung im
Saale des „Darmſtädter Hofes”.
Schönberg, 31. Okt. (Kriegskreuz am
Toten=
weg.) Wenn man von Bensheim auf dem rot
markier=
ten Höhenweg nach Knoden geht, trifft man dicht hinter
dem Schönberger Wald auf den ſogenannten Totenweg,
der von Schönberg heraufkommt. An dieſer Stelle, einem
der ſchönſten Punkte der ganzen Umgegend, mit einem
wundervollen Ausblick weit ins Land hinein ſteht von
alters ein Wegweiſer aus Sandſtein. Ohne Zweifel iſt es
der Ueberreſt eines Bildſtocks. Noch heute heißt die Stelle
in der Flurbezeichnung der Tote Mann. Dieſer Stein hat
in den letzten Tagen noch einen Aufbau erhallten und iſt
ſo zu einem ſchlichten Kreuz umgewandelt worden. Es
trägt auf der Vorderſeite in der Mitte die Inſchrift: O
Land, Land, Land, höre des Herrn Wort. Jer. 22, 29,
und am Fuß: Während des Weltkriegs errichtet. Auf der
Rückſeite lieſt man die Jahreszahl 1915, von einem
ſtili=
ſierten Dornenkranz umgeben. Dieſes „Kriegskreuz
am Totenweg” iſt in der jetzigen großen
Heim=
ſuchungszeit von der Fürſtin Marie zu Erbach=
Schönberg geſtiftet worden, der Gegenwart ein
Mahn=
ruf, künftigen Geſchlechtern ein Denkmal der gewaltigſten
Zeit, die Deutſchland durchlebte, jedem vorübergehenden
Wanderer ein Anlaß zu andächtiger Betrachtung. Die
Zeichnung hat Profeſſor Metzendorf in Bensheim
entwor=
fen. (Darmſt. Ztg.)
Worms, 1. Nov. (Für die Notleidenden der
Stadt Worms) ſind der Bürgermeiſterei von der
Firma Cornelius Heyl nach Beſtimmung der
kürzlich verſtorbenen Freifrau Sophie Heyl zu Herrnsheim
10000 Mark überwieſen worden.
Gießen, 1. Nov. (Der deutſche
Reichskanz=
ler) ſandte infolge ſeiner Ernennung zum Ehrendoktor
der theologiſchen Fakultät Gießen folgendes Tele=
gramm: Der theologiſchen Fakultät der Univerſität
Gie=
ßen beehre ich mich für die geſtern ausgeſprochene
Ernen=
nung zum Doktor der Theologie meinen herzlichen Dank
zu ſagen. Ich betrachte es als eine mir beſonders
wert=
volle Auszeichnung, nunmehr mit der Univerſität der
Stadt verbunden zu ſein, in deren Mauern meine Ahnen
Generationen als Bürger gelebt haben. D. Dr. von
Bethmann=Hollweg.
Reich und Ausland.
Köln (Rhein), 1. Nov. (Todesfall.) Geſtern
nach=
mittag verſchied an den Folgen eines Unfalles Dr. jur.
Joſeph Neven=Dumont, Verleger der Kölniſchen
Zeitung, der Straßburger Poſt und Vorſitzender der
Han=
delskammer in Köln, im 59. Lebensjahre.
Danzig, 31. Okt. (Mord.) In Hochſtüblau bei
Preußiſch=Stargard ſind die Schwiegermutter, die
Ehe=
frau und ein vierjähriger und ein 15jähriger Sohn des
Müllers Schwedowsky letzte Nacht ermordet worden.
Die Mörder zündeten das Haus an, ſo daß alle
Leichen verbrannten. Ein 17jähriger Sohn des
Müllers wurde von den Mördern ſchwer verletzt, rettete
ſich aber durch einen Sprung aus dem Fenſter und
wurde dann ins Krankenhaus gebracht. Die Mörder
ſind vermutlich drei entwichene Zöginge der
Erziehungs=
anſtalt Konitz.
London, 1. Okt. (Großfeuer.) Das Reuterſche
Bureau meldet aus Seattle: Der Pier der Blue
Funel=Linie iſt durch Feuer zerſtört worden. Der
Scha=
den wird auf 100000 Pfund Sterling geſchätzt. —
Das Reuterſche Bureau meldet aus Baltimore: Zwei
Piers der Baltimore=Ohio=Erie=Bahn mit allen, meiſt
für London und Liverpool beſtimmten, Gütern ſind durch
Feuer zerſtört worden.
Handel und Verkehr.
Das Patentweſen während des Krieyes.
* Wie in der Wochenſchrift „Der Staatsbedarf”
nach=
gewieſen wird, iſt die Zahl der Patentanmeldungen trotz
der großen Zahl von „Kriegserfindungen” nicht
uner=
heblich zurückgegangen, und zwar von 49532 im Jahre
1913 auf 36 772 im Jahre 1914. Zurzeit gehen etwa 450
Anmeldungen wöchentlich ein, gegen 950 im
Wochendurch=
ſchnitt des Jahres 1913. Im Intereſſe der durch den
Kriegszuſtand an der Wahrnehmung ihrer Rechte
be=
hinderten Inhaber gewerblicher Schutzrechte ſind mehrere
Geſetze erlaſſſen worden.
Durch Bundesratsverordnung vom 10. September
1914 und vom 31. März 1915 iſt dem Patentamt die
Be=
fugnis erteilt worden, Jahresgebühren Patentinhabern.
die an der Zahlung durch den Krieg verhindert ſind. zu
ſtunden.
Auch zugunſten feindlicher Ausländer können dieſe
Vorſchriften angewandt werden, wenn in den betreffenden
Staaten deutſchen Reichsangehörigen gleichartige
Erleich=
terungen gewährt werden. Frankreich hat Beſtimmungen
getroffen, die den deutſchen gleichartig ſind. Nach einem
deutſchen Geſetz vom 27. Man 1915 können, wenn das
öffentliche Intereſſe es erfordert, die Schutzrechte dauernd
oder zeitweiſe dem Staat oder dritten Perſonen
über=
eignet werden.
In Großbritannien iſt durch Kriegsgeſetz
Gebühren=
ſtundung oder dergl. weder für In= noch für Ausländer
vorgeſehen; dagegen ſind dort durch Geſetze vom 7. Auguſt
1914 und 28. Auguſt 1914 Beſtimmungen erlaſſen worden,
dahingehend, daß das Board of Trade berechtigt wird.
Schutzrechte feindlicher Staatsangehöriger ganz oder
teil=
weiſe für die Dauer des Krieges oder auch über dieſe
hinaus außer Kraft zu ſetzen, wenn das öffentliche
In=
tereſſe dies gebietet. Tatſächlich ſind aber dort in einer
Anzahll von Fällen Patente enteignet worden, nicht ſowohl
im öffentlichen, als vielmehr ausſchließlich im Intereſſe
von Konkurrenten der deutſchen Schutzrechtsinhaber.
Gegen dieſe Beeinträchtigung der Rechte der
Deut=
ſchen hat der Bundesrat am 1. Juſli 1915 verordnet, daß
die gewerblichen Schutzrechte Angehöriger feindlicher
Staaten durch Anordnung des Reichskanzlers im
öffent=
lichen Intereſſe beſchränkt und aufgehoben werden
kön=
nen; auch können anderen Ausübungs= und
Nutzungs=
rechte erteilt werden.
Gleichzeitig wird beſtimmt, daß die Patente ruſſiſcher
Staatsangehöriger in Deutſchland zurzeit unwirkſam
ſind, die in Vergeltung eines ruſſiſchen Geſetzes vom
21. Februar/ 6. März 1915, nach welchem die Patente
Rußland feindlicher Staatsangehöriger, die für die
Lan=
desverteidigung von Bedeutung ſind, ohne Entgelt in
das Eigentum des ruſſiſſchen Staates übergehen,
während=
die übrigen Patente in ihrer Wirkung aufgehoben werden.
In den anderen Ländern iſt von einer
Beeinträch=
tigung deutſcher Staatsangehöriger in ihren gewerblichen
Schutzrechten nichts bekannt geworden.
Die Beförderung von Poſtkarten mit
Abbildungen nach dem Ausland unterliegt jetzt
auf Grund des § 5 der Poſtordnung vom 20. März 1900
infolge des in der Bekanntmachung des Herrn
Reichs=
kanzlers vom 16. Oktober 1915 erlaſſenen und im
Reichs=
anzeiger Nr. 246 vom 18. Oktober 1915 veröffentlichten
Aus= und Durchfuhrverbotes folgenden einſchränkenden
Beſtimmungen. Verboten ſind: Poſtkarten mit
Ab=
bildungen von Städten, Stadtteilen, geographiſch
ge=
nau beſtimmbaren Ortſchaften und Landſchaften,
be=
ſonders hervorragenden Baulichkeiten und Denkmälern
Deutſchlands, Oeſterreich=Ungarns, der Türkei und der
vonden verbündeten deutſchen und öſterreichiſch=ungariſchen
und türkiſchen Heeren beſetzten feindlichen Gebiete. Nicht
unter das Verbot fallen: Poſtkarten mit
Ab=
bildungen der bezeichneten Art a) nach Oeſterreich=
Ungarn, der Türkei, ſowie den beſetzten Gebieten des
Weſtens und des Oſtens, wenn die Abbildungen
Städte uſw. des Beſtimmungs=Landes oder
Ge=
bietes der Poſtkarte darſtellen; b) im Feldpoſtverkehr
an Truppen uſw. oder Militärbehörden in feindlichen
Gebieten.
* Berlin, 1. Nov. Börfenſtimmungsbild.
Im Börſenverkehr herrſchte durchweg recht feſte
Stim=
mung. Wie ſchon in der vergangenen Woche, bildeten
Schiffahrtsaktien den Mittelpunkt des Geſchäftes.
Sämt=
liche einſchlägigen Werte erfuhren Kursbeſſerungen;
da=
neben trat noch beſonderes Intereſſe für türkiſche
Tabak=
aktien, ferner für ruſſiſche Bankaktien hervor. Von
Hütten=
werten wurden Phönixaktien bevorzugt. Für deutſche
Anleihen zeigte ſich gleichfalls Nachfrage. Ausländiſche
Valuten bei allgemein andauernder Feſtigkeit wenig
um=
geſetzt. Gegen Schluß erfuhr die Börſe eine
Abſchwä=
chung, beſonders Schiffahrtsaktien gaben nach.
Landwirtſchaftliches.
Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 1. November. Auftrieb: 63 Schweine. Preiſe
für 50 Kilo Schlachtgewicht 168—170 Mark.
Marktver=
lauf: Mäßig, Ueberſtand.
Frankfurt a. M., 1. Nov. (Viehhof=
Markt=
bericht) Auftrieb: 2289 Rinder (247 Ochſen, 48
Bul=
len, 1994 Kühe), 326 Kälber, 118 Schafe, 1032 Schweine.
Bezahlt wurden für Ochſen: a) 72—80 (136—142), b) 67—
72 (126—131), c) 65—68 (118—124); für Bullen: a) 69—72
(120—125), b) 63—66 (115—120); für Kühe: a) 64—70
(126—134), b) 63—69 (126—130), c) 1. 57—62, (114—124),
2. 48—55 (96—110), d) 40—47 (80—94), e) 32—39 (73—89);
für Kälber: c) 78—82 (128—137), d) 75—78 (127—133),
e) 70—74 (119—125); für Schafe: a) 60 (130), b) 50 (120);
für Schweine: a) 135—140 (170—172) b) 130—135 (166—
178), c) und d) 135—140 (170—172) Mark. Markverlauf:
Rinder= und Kälbermarkt flott, Schafe ruhig, geräumt,
Schweine gedrückt, bleibt Ueberſtand.
Frucht= und Futtermittelmarkt. Die
Halltung der Käufer am Fruchtmarkt iſt noch
zurückhalten=
der geworden. Futtermittel liegen nach wie vor feſt.
Um=
ſätze beſcheiden; Angebot iſt ſehr,ſpärlich, Nachfrage groß.
Scweit Preiſe bekannt wurden, ſind dieſelben gegen die
Vorwoche unverändert feſt. Getreide vollſtändig
geſchäfts=
los.
Kartoffelmarkt. Man notierte Sorte
In=
duſtrie” 7,80—8,00 Mk. ab oberheſſiſchen und naſſauiſchen
Stationen; Sorte „Haſſia” 6,50—7,75 Mk. ab Stationen
der Wetterau. Alles per 100 Kilo.
Vermiſchtes.
— Die berufstätigen Frauen im Kriege.
Kaum auf einem anderen Gebiete iſt der Wert geſchulter
Frauenarbeit während der Kriegszeit ſo erkannt und als
Notwendigkeit erachtet, als auf dem Gebiete der
Wohl=
fahrtspflege und der ſozialen Tätigkeit. Neben der Menge
der ſich in beſter Abſicht erſter Begeiſterung anbietenden,
aber in der Praxis nur als hemmende Laſt empfundenen
Frauenkräfte hat man in den vergangenen Kriegsmonaten
eine Unſumme von ſozialen Leiſtungen der geſchulten und
organiſierten Frauen geſehen. Der vermehrte Zudrang
zu den ſozialen Frauenſeminaren iſt ein Beweis von der
wachſenden Erkenntnis der Notwendigkeit ſyſtematiſcher
ſozialer Berufsbildung der Frau. Die Nachfrage nach
geſchulten Kräften hat auch im Kriegsjahr — trotz
man=
cher, erſchwerender Umſtände, die vor allem in der
Be=
ſoldungsfrage liegen — nicht nachgelaſſen. Es ſei
dar=
auf hingewieſen, daß die Stellenvermittelung des Deutſch=
Evangeliſchen Frauenbundes für gebildete Mädchen und
Frauen (Adr. Hannover, Ferdinandſtraße 18B)
Stellun=
gen für ſoziale Arbeitsgebiete vermittelt. Durch rege
Verbindung mit dem Seminar des Bundes iſt ſie in den
meiſten Fällen in der Lage, geſchulte Kräfte zur Verfügung
zu ſtellen. Ihre vieljährigen Erfahrungen zeigen
über=
zeugend den Wert geſchulter Frauentätigkeit nicht nur in
der Nachfrage nach geſchulten Kräften, ſondern vor allem
auch in dem leider immer noch traurigen Ueberangebot
an ungelernten Kräften, die, lediglich mit den
Erfahrun=
gen des eigenen Haushalts ausgerüſtet, ſich als „
Haus=
dame‟ Erwerb und Betätigung ſuchen.
Neue Bücher.
Beſondere Beſprechung erfolgt nach unſerem Ermeſſen.
Die im Verlage von W. Vobach u. Co., Leipzig,
erſcheinende Buchausgabe der „Liller
Kriegs=
zeitung” iſt eine „Ausleſe aus Nummer 1—40 mit 50
Bildern” (Preis gebunden 4 Mark), die die Herausgeber
der Liller Kriegszeitung veranſtaltet haben. Dieſe Ausleſe
wird allen denjenigen einen willkommenen Erſatz bieten,
deren Wunſch, eine vollſtändige Ausgabe der bisher
er=
ſchienenen Nummern zu erhalten, unerfüllt bleiben muß.—
Beſtellungen auf die „Ausleſe der Liller Kriegszeitung”
nehmen alle Buchhandlungen entgegen.
Der europäiſche Krieg und der
Welt=
krieg. Hiſtoriſche Darſtellung der Kriegsereigniſſe von
1914/15. Von A. Hemberger. Mit vielen
Illuſtra=
tionen, Porträts Karten und Plänen. Das Werk
er=
ſcheint in zehntägigen Heften, Großoktavformat, zu 50
Hel=
ler — 40 Pfennig. (A. Hartlebens Verlag in Wien und
Leipzig.) Bisher 30 Hefte ausgegeben. (Die Hefte 1 bis
20 bilden den erſten Band des ſchön ausgeſtatteten Werkes,
der in Original=Einband 10 Mk. koſtet.)
„Wiener Mode.‟ Das ſoeben erſchienene neue
Heft iſt wieder überaus reich an ſchönen Wiener
Model=
len, deren unvergleichliche, einfache Eleganz muſtergültig
für die Wiener Note iſt. Man abonniert die „Wiener
Mode” in jeder Buchhandlung oder direkt beim Verlag
der „Wiener Mode” Wien V /2, Gumpendorferſtraße 87,
zum Preiſe von 3 Kronen 50 Hellern (3 Mark) für das
ganze Quartgl.
Konzerte.
W.l. Geſtern fand unter Leitung des Herrn
General=
muſikdirektors v. Weingartner das zweite
Kon=
zert der Großh. Hofmuſik ſtatt. Der erſte Teil
enthielt außer der einleitenden Ouvertüre „Die Hebriden”
von Mendelsſohn nur Kompoſitionen von
Weingart=
ner und zwar ſechs Geſänge mit Orcheſterbegleitung
und Luſtige Ouvertüre, Op. 53. Eine Analyſe der
letzt=
genannten, ſich nicht gleich dem Verſtändnis
erſchließen=
den Kompoſition hier zu geben, iſt nicht möglich. Man
muß ſie öfters hören oder ſtudieren, um dem
Kompo=
niſten auf ſeinen verſchlungenen Wegen folgen zu können
und das Werk nach ſeinem ganzen Wert zu würdigen. Die
Form der Ouvertüre alten Stils iſt hier verlaſſen; ein
raſcher Wechſel von Motiven und Tempi und raſche
Ueber=
gänge vom ½= und ¾= zum ¾=Takt kennzeichnen ſie
äußerlich. Im Verein mit dieſen raſch wechſelnden
For=
men geben die immer ſich erneuernden Einfälle und ſich
ablöſenden Motive der Ouvertüre den Charakter der
Aus=
gelaſſenheit. Die darin ſich kundgebende Beherrſchung
inſtrumentaler Mittel iſt ſtaunenswert. Dem Orcheſter
ſtellt ſie, wie alle auf moderner Inſtrumentation
beruhen=
den Tondichtungen höchſte Aufgaben. Unter der Leitung
des Komponiſten wurde unſere Hofkapelle dieſen in glän
zender Weiſe gerecht. Die Kompoſition fand den
lebhaf=
teſten Beifall der Zuhörerſchaft.
Frau v. Weingartner ſang vor und nach dieſer
Ouvertüre je drei Lieder mit Orcheſterbegleitung von
Weingartner. Das erſte, „Frühlingsgeſpenſter” zeichnet ſich
durch feine und geiſtreiche Stimmungs= und Tonmalerei
aus; auf den ernſt=religiöſen Ton iſt das zweite, „
Gott=
vertrauen” geſtimmt, während das dritte, „Unter
Ster=
nen”, einen lebhaft=dramatiſchen Charakter trägt und
be=
ſonders beifällig aufgenommen wurde. Der
melancholi=
ſchen Stimmung des Lenauſchen Liedes „Vergangenheit”
paßt ſich deſſen Vertonung an; ein heiter geſtimmtes Lied
iſt das „Lied der Ghawaze” mehr ins Dramatiſch=
Pathe=
tiſche geht das Lied „Deine Schönheit” Frau v.
Wein=
gartner ſang dieſe Lieder mit intelligenter Auffaſſung,
feinem künſtleriſchen Empfinden und gereifter Kunſt des
Vortrages. Das Künſtlerpaar v. Weingartner wurde am
Schluß des erſten Teiles durch reiche Ehrungen
ausge=
zeichnet.
Den Beſchluß des Abends machte Beethovens
3. Sinfonie in Es=Dur (Eroica), „komponiert, um
das Andenken an einen großen Mann zu feiern” In ihr
zeigt ſich der Beethovenſche Sinfonieſtil, den die zweite
ſchon angebahnt hatte, zum erſten Male ganz ausgeprägt.
Die Sinfonie, die zu den großartigſten Tonſchöpfungen
gehört, die die Inſtrumentalmuſik aufzuweiſen hat, ſoll
das Leben eines Helden, oder richtiger geſagt, die Idee
des Heldentums in Tönen darſtellen und hat den
Aus=
legern von jeher das größte Kopftzerbrechen gemacht. Sind
die beiden erſten Sätze, das Idealbild der Heldennatur
und Trauermarſch anläßlich ſeines Leichenbegängniſſes
leicht in Beziehung zu dem Hauptgedanken zu bringen, ſo
hat man nicht gewußt, was man mit dem auf den Tod
des Helden folgenden, von prickelndem Leben und
über=
mütiger Laune erfüllten Scherzo anfangen ſoll, und die
verſchiedenſten Deutungen ſind verſucht worden; ebenſo
kommt man bei dem Verſuch der Auslegung des letzten
Satzes, Variationen über ein Thema aus der Ballettmuſik
zu Prometheus, in Verlegenheit. Man muß alſo zu dem
Schluſſe kommen, daß es nicht möglich iſt, der Sinfonie
ein feſtumgrenztes Programm zugrunde zu legen. Die
Freude und der Genuß an der großartigen Tonſchöpfung
würde dadurch auch nicht erhöht werden. Die Muſik
ſpricht durch ſich ſelbſt ohne Nebenabſicht zu den Hörern,
und eine pedante Umdeutung der Töne in Worte
wider=
ſpricht ihrem eigentlichen Weſen und Zweck.
Unter Herrn v. Weingartners ſtraffer, Objektivität
der Auffaſſung mit genialem künſtleriſchen Empfinden
vereinigenden Leitung erfuhr die Sinfonie eine
Wieder=
gabe, die der Hofkapelle zur höchſten Ehre gereicht. Mit
einer Sicherheit und Selbſtverſtändlichkeit wie ein ziel=
und ſiegesbewußter Feldherr ſeine Truppen führte der
Dirigent ſeine Künſtlerſchar in dieſem höchſten Zielen
geltenden Streit der Töne zum Siege. Das Publikum
folgte der Aufführung des grandioſen, reiche Erbauung
ſchaffenden Werkes mit andächtiger Aufmerkſamkeit.
Der Krieg.
Der öſterreichiſch=ungariſche
Tagesbericht.
* Wien, 1. Nov. Amtlich wird verlautbart:
1. November.
Ruſſiſcher Kriegsſchauplatz.
An der Szezara haben kaiſerliche und königliche
Truppen einen Nachtangriff nach heftigem Hand
gemenge abgewieſen.
An der Korminfront haben wir mehrere ſtarle
Nachtangriffe abgeſchlagen. Nördlich Blanlawa an
der Strypa entwickeln ſich nach einem abgewieſenen
An=
griff neuerlich heftige Kämpfe.
Auf dem nordöſtlichen Kriegsſchauplatz
beträgt
die Oktoberbeute
der dem kaiſerlichen und königlichen Oberkommando unter
ſtehenden Armeen
142 Offiziere, 26000 Mann, 44
Maſchinen=
gewehre, 1 Geſchütz, 3 Flugzeuge und ſonſtiges
Kriegsmaterial.
Italieniſcher Kriegsſchauplatz.
Der am 18. Oktober eingeleitete, am 28. mit friſchen
Truppen erneute dritte Anſturm der
Italie=
ner gegen unſere küſtenländiſche Front beginnt zu
erlahmen. Geſtern ſtieß der Feind zwar noch gegen
den Nordrand der Hochfläche von Doberdo mit ſtarken,
an mehreren anderen Stellen mit ſchwächeren Kräften
ver=
geblich vor. Sein Angriff iſt jedoch nicht mehr allgemein,
mag der Kampf auch nochmals aufflammen. Die von der
italieniſchen Heeresleitung mit großen Worten
angekün=
digte, an der Hauptfront mit wenigſtens 25
In=
fanterie=Diviſionen verſuchte Offenſive
iſt an der unerſchütterlichen Mauer unſerer ſiegesſicheren
Truppen zuſammengebrochen, die
zweiwö=
chige Iſonzoſchlacht für unſere Waffen
ge=
wonnen, unſere Kampffront durchweg
un=
verändert.
Ebenſo behielten die Verteidiger von Tirol und
Kärnten ihre ſeit Kriegsbeginn heldenmütig
behaup=
teten Stellungen feſt in Händen. Durch dieſe Erfolge hat
unſere bewaffnete Macht neuerdings bewieſen, wie eitel
und haltlos alle Anſprüche des einſtigen Verbündeten auf
die ſüdweſtlichen Grenzgebiete ſind, die er durch
hinter=
hältigen Rückenangriff leichthin erobern zu können
ver=
meinte. In den Kämpfen der zweiten
Oktober=
hälfte verlor der Feind mindeſtens 150000
Mann.
Südöſtlicher Kriegsſchauplatz.
Im Raume weſtlich der großen Morava haben
die verbündeten Streitkräfte unter ſtellenweiſe heftigen
Nachhutkämpfen die Höhen ſüdlich und ſüdöſtlich Grn.
Milanovac und Kragujewac erreicht. Zwiſchen
7 und 8 Uhr vormittags wurden heute auf dem Arſenal
und der Kaſerne von Kragujevac die öſterreichiſch=
unga=
riſche und kurz nachher die deutſche Fahne gehißt.
Im Flußwinkel zwiſchen der Morava und
Re=
ſava haben deutſche Truppen nach heftigen Kämpfen
die beherrſchende Höhe Trivunovo=Brdo genommen=
Bulgariſche Kräfte haben auf der Straße
nach Parazin die Höhen weſtlich Palanka und im
Niſava=Tal die Höhen weſtlich Bela=Palanka erkämpft.
Die bisherige Geſamtbeute der deutſchen
und öſterreichiſch=ungariſchen Truppen des
Generals von Koeveß beträgt:
20 Offiziere, 6600 Mann, 32 Geſchütze,
9 Maſchinengewehre,
über 30 Munitions=Fuhrwerke, einen Scheinwerfer, viele
Gewehre und Artilleriemunition und ſehr viel
Infan=
teriemunition. Ueberdies wurden 45 alte oder geſprengte
Geſchützrohre erbeutet.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabes:
von Höfer, Feldmarſchalleutnant.
Der Kampf um Tahure.
TU Berlin, 1. Nov. Der Kriegsberichterſtatter Dr.
Max Osborn meldet der B. Z. aus dem Großen
Hauptquartier: Auſch um den Ort Tahure ſelbſt
wird mit Erbitterung gekämpft. Die Tatſache,
daß die deutſchen Gegenangriffe ſolche bedeutſamen
Teil=
erfolge zeitigten, beweiſt deutlich aller Welt, wie
uner=
ſchütterlich die deutſche Front im ganzen
geblieben iſt. Wie ſtark der Feind auf einen
Durch=
bruch rechnete, zeigt die Tatſache, daß bei gefangenen
Franzoſen Quartierbilletts gefunden wurden, die ſogar
für Rethel und Vouziers lauteten. Daß alle Hoffnungen
des Feindes Phantaſie waren, beſtätigen die Ereigniſſe
der letzten Tage.
Zwei Zeppeline über Riga.
TU Stockholm, 1. Nov. Birſchewija Wjedomoſti
berichtet, daß zwei Zeppeline zum erſten Male
Riga am 23. Oktober heimgeſucht haben. Einer warf
40 große Bomben herab, die große Sprengkraft
ent=
wickelten. Der Schaden iſt ſehr groß, doch geſtattet die
Zenſur nicht, Einzelheiten darüber zu veröffentlichen.
Der Seekrieg.
* London, 1. Nov. Lloyds Agentur meldet aus
Halifax in Neu=Schottland: Der holländiſche
Dampfer „Hamborn” (1229 To.), von der
Vul=
kan=Geſellſchaft in Rotterdam, wurde nach Haliſax auf=
gebracht, weil er verdächtig ſchien, einem Deutſchen zu
gehören.
TU Wien, 1. Nov. Nach Erzählungen von aus
Athen eingetroffenen Reiſenden begegneten griechiſche
von Zerſtörern begleitete Dampfer bei Caſandria zwei
plötzlich aufgetauchten deutſchen
Unter=
ſeebooten. Die Mannſchaften derſelben brachen in
Hochrufe auf Griechenland aus, worauf die Tauchboote
wieder in die Tiefe verſchwanden.
Die Einzahlungen-auf die dritte Kriegsanleihe.
* Berlin, 1. Nov. Die Einzahlungen auf
die dritte Kriegsanleihe der Woche vom 23. bis
30. Oktober ſind um 225,5 Millionen auf 9008
Mil=
ionen, das ſind 74,4 Prozent der Geſamtzeichnungen,
geſtiegen. In der gleichen Zeit haben ſich die von den
Dar=
llehenskaſſen für Zwecke der dritten Kriegsanleihe
her=
gegebenen Kredite nur um 24,4 auf 590, 2 Millionen
erhöht.
Neuerlicher Einſpruch Ooſterreich=Ungarns
gegen die amerikaniſchen Munitionslieferungen.
* London, 1. Nov. Die Morning Poſt meldet aus
Waſhington unterm 29. Oktober: Oeſterreich=
Ungarn erhob neuerdings Einſpruch gegen
die Ausfuhr von Munition an die
Alliier=
ten. Das Staatsdepartement wird in der Antwort ſeine
bisherige Haltung nicht ändern.
Goremukln ruſſiſcher Reichskanzler.
TU London, 1. Nov. Wie das Reuterſche Bureau
aus Petersburg meldet, verlautet dort, daß
Goremy=
kin zum Reichskanzler ernannt worden ſei.
TU Amſterdam, 1. Nov. Wie der Telegraaf aus
Petersburg meldet, bringt die Petersburger
Börſenzei=
tung die Nachricht, daß Goremykin die Leitung
der auswärtigen Angelegenheiten
über=
nehmen werde. Zu ſeiner Unterſtützung ſei der frühere
ruſſiſche Botſchafter in Wien, Schebekow, auserſehen.
Ferner verlautet, daß der Zar das
Entlaſſſungs=
geſuch der Miniſter Saſonow, Charitonoff und
Kriwoſchein angenommen habe, während
Goſtoff für den Poſten des Miniſterpräſidenten
auser=
ſehen ſei.
Ausdehnung der Wehrpflicht in Rußland.
T.U. Stockholm, 1. November. Ein Ukas des
Zaren beſtimmt, daß nunmehr auch alle 43 bis 45 Ruſſen die bisher vom Militärdienſt
be=
freit waren, einberufen werden. Die ruſſiſche
Regie=
rung zieht, wie „Rjetſch” meldet, nicht nur Kinder und
Frauen zur Arbeit heran, es werden ſogar die in
Unter=
ſuchungshaft befindlichen Perſonen, die bisher nach dem
Beſſetz frei von jeder Zwangsarbeit waren, gezwungen,
für Kriegslieferungen zu arbeiten.
Ruſſiſche Tendenzlügen.
* Wien, 1. Nov. Aus dem
Kriegspreſſequar=
tier wird gemeldet: In einem „Die Unſtimmigkeiten
zwiſchen Oeſterreich und Deutſchland” betitelten Artikel
unternimmt die „Nowoje Wremja” den wenig
ausſichts=
vollen Verſuch, Mißtrauen und Zwieſpalt zwiſchen
den verbündeten Zentralmächten und weitergehend
zwiſchen dieſen und Bulgarien zu ſäen. In einer
Reihe erdichteter Tatſachen, auf die das
ruſ=
ſiſche Blatt ſeine Ausführungen ſtützt, ſtehen die
Behaup=
tungen voran, daß in der Oberſten Heeresführung die
wirkenden Mitglieder des allerhöchſten Herrſcherhauſes
ihre Kommandos aus Verſtimmung gegen Deutſchland
niedergelegt haben und das Vorgehen der Verbündeten
auf dem Balkan gegen den Willen Oeſterreich=Ungarns
rfolgte. Aus jeder Zeile des Artikels ſpricht die ohnmächtige
Wut des führenden ruſſiſchen Blattes über die in Blut
und Eiſen geſchmiedete, durch nichts zu
erſchüt=
ternde Bundesbrüderſchaft der
Zentral=
mächte. Wenn jemals, war bei dieſen Ausführungen
er Wunſch der Vater des Gedankens. Begreiflich alſo,
aber wohl auch lächerlich müſſen die Verſuche der
No=
woje Wremja zur Giftmiſchung in dem Augenblick
er=
ſcheinen, da unter den politiſchen und militäriſchen
Füh=
ern des durch Italien vergeblich verſtärkten
Drei=
verbandes das Gezänk an der Tagesordnung iſt,
da in den Ländern der Entente ſich bereits ein tiefes
gegenſeitiges Mißtrauen in der Balkanfrage eingeniſtet
hat und da die nicht mehr zu verhüllenden
Unſtimmig=
keiten das Intereſſe der Welt täglich mehr in Anſpruch
nehmen.
Amerikaniſcher Proteſt gegen die Urteile
engliſcher Priſengerichte.
* London, 1. Nov. Halbamtlich verlautet, daß die
amerikaniſche Regierung demnächſt eine Note
nach London ſenden wird, in der ſie gegen die
Verurteilung von vier Schiffen durch das
Priſengericht Einſpruch erhebt, die mutmaßlich
für Deutſchland beſtimmt waren, und um die Freigabe
on 29 anderen Schiffen nachſucht, worüber noch nicht
ent=
ſchieden iſt. Die Regierung teilt die
Auffaſ=
ſung der Fleiſch=Ausfuhrhändler von
Chikago, die ſagen, daß das engliſche Priſengericht das
Völkerrecht außer acht gelaſſen und das engliſche
Seerecht an Stelle des Völkerrechts geſetzt habe, und daß
die britiſchen königlichen Verordnungen für die
Neutra=
len ungültig ſeien. Der Rechtsvertreter der Fleiſch=
Aus=
fuhrhändler ſtellte dem Staatsdepartement dringend vor,
es handle ſich um die grundſätzliche Frage, daß die
Neu=
tralen das Recht haben, ihren Handelsverkehr während
des Krieges fortzuſetzen. Der amerikaniſche Fleiſchhandel
mit Skandinavien werde vernichtet werden und der
völker=
rechtliche Schutz der Neutralen aufhören, wenn England
durch königliche Verordnungen das Völkerrecht außer
Kraft ſetzen könne, ſobald es ihm unbequem ſei. Die
Aus=
fuhrhändler fordern ein Abkommen mit England, daß
Schiffe mit Ladungen für neutrale Länder künftig nicht
behelligt werden.
Aus dem engliſchen Parlament.
TU London, 1. Nov. Am Mittwoch, am Tage nach
der Erklärung Asquiths über die
Kriegs=
lage im Unterhaus, wird Lord Willrughby die
Auf=
merkſamkeit des Oberhauſes auf die
Verantwort=
ichkeit der Miniſter für die Leitung des
Krieges lenken. Am gleichen Tage wird Lord Morley
fragen, ob die Regierung bei der Zenſurbehörde Schritte
unternehmen will, um zu verhindern, daß von amtlicher
Seite die Veröffentlichung von Nachrichten beeinflußt
werde, durch die eine Benachteiligung der militäriſchen
oder Flottenoperationen nicht ſtattfindet.
TU Amſterdam, 1. Nov. Im Unterhauſe hatte,
wie gemeldet, Bryce die Regierung interpelliert über
die Gerüchte wegen bevorſtehender
Frie=
densverhandlungen worauf Lloyd George
ausweichend geantwortet hatte. Jetzt gibt der
Sitzungs=
bericht des Unterhauſes ganz am Schluſſe an, daß Bryee
fragte, ob die engliſche Regierung zum
Be=
ginn der Friedensverhandlungen
ermuti=
gen würde, worauf der Miniſter die Antwort
gänzlich ſchuldig blieb.
* London, 1. Nov. (Reuter.) Man erwartet, daß
die morgige Unterhausſitzung die wichtigſte in den
letzten Jahren ſein wird. Der Premierminiſter wird den
Fragenkomplex, den die Verbündeten zu löſen haben, von
allen Seiten betrachten und zweifellos nicht davor
zurück=
ſchrecken, das Haus genau über alles zu unterrichten. Die
Debatte verſpricht ſehr helangreich zu werden, da es
den Mitgliedern des Hauſes vollſtändig freiſtehen wird,
ihre Meinung ohne Rückſicht auf Parteierwägungen
aus=
zuſprechen. Inzwiſchen enthalten ſich die Blätter
Kom=
mentaren, da ſie ſtillſchweigend übereingekommen ſind, mit
Meinungsäußerungen abzuwarten, bis ſich das Parlament
damit befaßt hat.
Merkwürdig.
* Mancheſter, 1. Nov. Der Mancheſter Guardian
bemerkt, daß, während in England das neueſte
Allheil=
mittel ein kleineres Kabinett iſt, in Frankreich
das Kabinett erweitert wurde, um den gleichen
Schwierigkeiten zu begegnen.
Der Kriegsplan der Entente für 1916.
T.U. Genf, 1. Nov. Die Entſendung Joffres nach
London war ſchon beſchloſſen, bevor Gallienis
Ernen=
nung zum Kriegsminiſter erfolgte. Nachträglich billigte
Gallieni im Miniſterrate, daß Joffre dazu auserſehen war,
den Geſamtplan für 1916 mit Kitchener zu
beraten. Joffre brachte nach Paris eine Anzahl
eng=
liſcher Vorſchläge zurück, die ſich auf die
gegenwär=
tigen und möglichen künftigen Kriegsſchauplätze beziehen.
Glückwunſchdepeſche Radoslawows
an Halil Bey.
* Konſtantinopel, 1. Nov. Der bulgariſche
Miniſterpräſident Radoslawow hat an Halil Bey
anläßlich ſeiner Ernennung zum Miniſter des Aeußern
eine Glückwunſchdepeſche geſandt, in der er ſagte,
daß er in dieſer Ernennung die ſichere Gewähr für die
Zukunft ihrer beiden Länder erblicke. Halil Bey erwiderte
mit der Verſicherung, daß alle ſeine Anſtrengungen
dar=
uf gerichtet ſeien, die herzlichen Beziehungen zwiſchen
den beiden Ländern noch feſter zu knüpfen.
Der Balkankrieg.
Der bulgariſche Tagesbericht.
* Sofia, 1. Nov. Amtlicher Bericht über die
Kämpfe am 30. Oktober: Unſere Truppen ſetzten die
Verfolgung des Feindes fort. In Richtung
Zaje=
car=Bolevae vorückende Abteilungen nahmen nach
hartnäckigem Kampfe die Höhen 482 und 492 weſtlich des
Dorfes Planinitza und eroberten eine Batterie
Feld=
geſchütze mit Beſpannung. Die im Tale der Niſchawa
vorrückenden Truppen bemächtigten ſich der Stadt Bela=
Palanka und erreichten die Linie Dorf Sadovitze-Dorf
Vragudinac-Höhe 499—Borgourh. Im Moravatal,
nördlich von Vranja, rückten unſere Truppenabteilungen
infolge des erbitterten Widerſtandes des Feindes nur
angſam vor. Auf dem mazedoniſchen
Kriegsſchau=
platz iſt die Lage unverändert.
Zu den Kämpfen um Pirot.
T.U. Budapeſt, 1. Nov. Nach den Ausſagen eines
Nitkämpfers um Pirot ſind die dortigen Kämpfe
hart=
näckiger geweſen als die Kämpfe um Adrianopel im
Jahre 1913. Das Ringen um die befeſtigte Höhe Drnova
Glava war das größte aller Kämpfe. Wenn die
Behauptung wahr iſt, daß ſich die ſerbiſchen Soldaten in
vollſter Trunkenheit wie Beſtien wehren, ſo zeugt
dies davon, daß man ſich in Serbien der
Todes=
ſtunde nahe fü hlt.
Die furchtbaren franzöſiſchen Verluſte bei Walandowo.
T.U. Wien, 1. Nov. Die franzöſiſche Regierung hat
durch Vermittelung des Genfer Roten Kreuzes bei der
bulgariſchen Regierung anfragen laſſen, welche Zahl von
Mannſchaften des 174. franzöſiſchen Infanterie=Regiments,
das bei Walandowo gegen die Bulgaren gekämpft hat,
und von dem kein Mann zurückgekehrt iſt,
erwundet oder unverwundet in bulgariſche
Kriegsgefan=
genſchaft geraten iſt.
Neue Truppenlandungen in Kavalla.
T.U. Sofia, 1. Nov. Vor Kavalla ſind
fran=
zöſiſche und engliſche
Truppentransport=
ſchiffe erſchienen. Es heißt, daß die Franzoſen
und Engländer, um die Ausſchiffung eines
Expeditions=
korps zu beſchleunigen, bei Kavalla große
Truppen=
maſſen an Land ſetzen wollen. In Athen ruft das
Vor=
gehen der Verbündeten Beunruhigung hervor. Man
be=
fürchtet ganz ernſtlich, Saloniki und Kavalla dauernd zu
verlieren, und beginnt an ernſte Maßregeln zu denken.
Die Meldung klingt nicht ſehr wahrſcheinlich. Kavalla
iſt ein Hafen gegenüber der Inſel Thaſos. Er iſt erſt
nach den letzten Balkankriegen zu Griechenland gekommen
und beſitzt keinerlei Eiſenbahnverbindung.
Die ſerbiſchen Verluſte an Soldaten und Kriegsmaterial.
T.U. Budapeſt 1. Nov. A Vilag meldet aus
So=
ſig: Seit Beginn des ſerbiſch=bulgariſchen Feldzuges
wur=
den 14500 Gefangene nach Bulgarien
ab=
transportiert. Etwa 2000 davon ſind keine Serben.
T.U. Budapeſt, 1. Nov. A Villag meldet aus
Sa=
loniki: Hier eingetroffenen Nachrichten zufolge
verlo=
ren die Serben bisher außerordentlich
viel Kriegsmaterial. Ein Viertel der ſerbiſchen
Artillerie iſt in Feindeshand geraten oder unbrauchbar
gemacht. Demgegenüber ſind die bulgariſchen Batterien
lle intakt. Der Grund hierfür liegt in dem ungeheuer
ſchnellen Vormarſch der Bulgaren. Den
ge=
genüber von Strumitza kämpfenden franzöſiſchen
Trup=
ben haben die Bulgaren gleichfalls artilleriſtiſche
Vor=
teile, infolge des Geländeſchutzes. Die Bulgaren und
auch die gegen die Franzoſen operierenden Türken
verfü=
gen über Haubitzen großen Kalibers. In der Linie
Gro=
dek-Walandowo-Grahovo entwickeln ſich große Kämpfe.
Die „Göben” und die „Breslau” im Hafen von Warna
T.U. Bükareſt, 1. Nov. Entgegen den Nachrichten
die beſagen, die ruſſiſche Flotte ſei geſtern abermals
vor Warna erſchienen, wird aus Tbaltſchik gemeldet, ſie
habe ſich nicht mehr gezeigt, und ſſei ſchleunigſt nach
Sebaſtopol zurückgekehrt. Vorgeſtern
nachmit=
tag fuhr die „Göben” und die „Breslau”, von
zwei deutſſchen Torpedobooten begleitet, im Hafen von
Wa rna ein. Die Handelsſchiffe, die ſich im Hafen
be=
finden, ebenſo das bulgariſche Dampfſchiff „Nadejek”
wurden durch den künſtlichen Kanal landeinwärts nach
Devno gebracht.
Das Schickſal der bulgariſchen Untertanen in den
Ententeländern.
T.U. Sofia, 1. Nov. Nach hier eingetroffenen, die
größte Entrüſtung hervorrufenden Nachrichten beſchloß
England, die bulgariſchen Untertanen nach
den Kolonien zu deportieren. Frankreich
er=
klärte die Bulgaren als Zivilgefangene. In
Ruß=
land werden die ſchutzloſen Bulgaren den
unerhör=
teſten Grauſſamkeiten des Pöbels ausgeſetzt,
wobei viele bis auf den Tod gemartert werden. Die
Be=
ſitzungen der Bulgaren werden ausgeplündert. Als
Ge=
genmaßregel wird Bulgarien die Untertanen der
feindlichen Staaten nach Nationallität in beſonderen ihnen
angewieſenen Städten konzentrieren. Die Behörden der
Konzentrationslager haben den Auftrag erhalten, für
humane Behandlung der Internierten zu ſorgen.
Die Aufſtandsbewegung in Serbiſch=Mazedonien.
D.U. Konſtantinopel, 1. Nov. Die
Auf=
ſtandsbewegung in Serbiſſch=Mazedonien
hat, nach Sallonikier Privatdepeſchen, einen
gefähr=
liſſchen Umfang angenommen. In vielen Städten
waren die ſerbiſchen Behörden zur Flucht gezwungen und
die mazedoniſchen Banden ſind unbeſtrittene Herren des
Landes.
Ablehnung der neueſten Vierverbandsvorſchläge
von Rumänien.
T.U. Wien, 1. Nov. Das Neue Wiener Journal
erfährt, daß aus Bukareſt hier eingelangte Nachrichten be
ſagen, die rumäniſche Regierung habe die
letz=
ten Angebolte des Vierverbandes
abge=
lehnt. Ueber den Inhalt und Umfang der neueſten
Vor=
ſchläge des Vierverbandes fehlen nähere Einzelheiten.
Erregung in Griechenland gegen Italien.
* Bern, 1. Nov. Das Giornale d’Italia meldet aus
Athen: Der griechiſche Abgeordnete Sokolis
prote=
ſtierte in der Kammer gegen die Operationen
eines italieniſchen Geſchwaders im
Adria=
tiſſchen Meere mit Schimpfworten und ſtellte ſie als
gefährlich für den Handel von Korfu und Epirus hin.
Zaimis tadelte dieſe unziemliche Sprache gegenüber einer
befreundeten Nation.
Der Krieg im Orient.
* Konſtantinopel, 1. Nov. Das Hauptquartier
reilt mit: An der Dardanellenfront nichts von
Bedeutung, abgeſehen von örtlichen, teilweiſe heftigen,
teilweiſe ſchvachen Feuergefechten. Bei Sedd=ul=
Bahr nahmen zwei feindliche Kreuzer an dem Feuer
teil, ohne eine Wirkung zu erzielen. Bei Sedd=ul=Bahr
und bei Ari Burnu zerſtörte unſere Artillerie drei
Minen=
werferſtellungen des Feindes. Unſere Batterien an den
Meerengen zerſtreuten feindliche Truppenanſammlungen
die bei Mortoliman und Elias Oron geſichtet wurden. —
Auf der Kaukaſusfront wieſen unſere Truppen
er=
folgreich zwei Ueberfallsverſuche des Feindes in zwei
Ab=
ſchnitten ab. Sonſt nichts Neues.
* Berlin, 1. Nov. Engliſche Zeitungen verbreiten
lügenhafte Berichte über die von der
„Goeben” und „Breslau” auf Gallipoli
ausge=
ſchiffte Maſchinengewehr=Abteilung. Dieſe
Angaben entſtammen, wie feſtgeſtellt wurde, aus dem
amtlichen Bericht des Generals Sir Hamilton vom
26. Auguſt, nach dem 5 Offiziere gefangen genommen, der
Führer der Abteilung getötet und das Maſchinengewehr
zerſtört wurde. Tatſächlich iſt nur ein ſchwerverwundeter
Offizier in der feindlichen Stellung in Gefangenſchaft
ge=
raten, während die aus zahlreichen Maſchinengewehren
beſtehende Landungsabteilung mit gutem Erfolg Schulter
an Schulter mit den türkiſchen Bundesgenoſſen gefochten
hat. Dieſe Feſtſtellung der unwahren engliſchen
Bericht=
erſtattung läßt deutlich erkennen, wie weit die amtlichen
engliſchen Berichte aus den Dardanellenkämpfen
glaub=
haft ſind.
Aus Perſien.
* Konſtantinopel, 1. Nov. Hier eingetroffene
perſiſche Blätter melden die Ernennung des
Sipehtar Azane zum Kriegsminiſter. Der
Sipehtar, der als Hauptanführer der liberalen Bewegung
in Perſien, die zur Entthronung des Schahs Mehmed Ali
führte, bekannt iſt, mußte ſich auf Betreiben Englands
und Rußlands vom politiſchen Leben zurückziehen.
* London, 1. Nov. (Reuter.) Der neue franzöſiſche
Miniſterpräſident Briand und Sir Edward Grey
haben bei dem Miniſterwechſel die üblichen
Tele=
gramme ausgetauſcht, in welchen ſie verſichern, daß
ihre Regierungen feſt entſchloſſen ſeien, bis zum Ende
energiſch zuſammen zu arbeiten.
* London, 1. Nov. Central News melden aus
Kalkutta vom 29. Oktober: Die indiſche Regierung
hat bekannt gegeben, daß die engliſche Beſetzung des
per=
ſiſchen Hafens von Buſchir am 16. Oktober aufgehoben
worden ſei.
Kopenhagen, 31. Okt. Berlingske Tidende
zufolge wurde in einer in Malmö abgehaltenen
Verſamm=
lung von Vertretern der Exportſchlächtereien beſchloſſen,
den Vorſchlag der amtlichen Lebensmittelkommiſſion
an=
zunehmen, wonach vom 1. November ab die Ausfuhr
von Schweinefeiſch 200000 kg wöchentlich nicht
überſteigen darf, die größte Menge, die der ſchwediſchen
Lebensmittelkommiſſion zur Verfügung geſtellt werde.
* Sofia 29. Okt. Abgeſandte der vom Berliner
Reichsamt des Innern eingerichteten Getreide=
Ein=
kaufs=Geſelllſchaft ſind hier eingetroffen und haben
unter weitgehendem Entgegenkommen der Regierung
ihre Arbeit begonnen, die den Zweck verfolgt,
Deutſch=
land und Oeſterreich=Ungarn eine genügende Zufuhr
von Brotgetreide und Hülſenfrüchten zu
ſächern.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 1. Nov. Die Marineſtiftung
Frauengabe Berlin=Elberfeld, die ſeit 1.
No=
vember 1859 beſteht und ſeit dieſem Tage die Rechte einer
juriſtiſchen Perſon und einer milden Stiftung beſitzt, hat
die Allerhöchſte Genehmigung erhalten, fortan den Namen
„Reichsmarineſtiftung” zu führen. Alle
Zu=
ſchriften und Gaben, die für die Stiftung beſtimmt ſind,
werden künftig an die „Reichsmarineſtiftung, Berlin W 10,
Königin=Auguſta=Straße 38/42” erbeten. Im
Kalender=
jahre 1915 betrug die Summe der bewilligten Beihilfen
für aktive Marineangehörige, für Invaliden, Witwen und
Waiſen bis jetzt bereits mehr als 100000 Mark.
Carranza ermordet?
* London, 1. Nov. Exchange Telegraph Company
meldet aus Neu=York: Nach aus San Antonio
eingelau=
fenen telephoniſchen Meldungen iſt Carranza
er=
mordet worden.
Salz= und Klippfiſch als Fleiſcherſatz.
Die Zentralſtelle für Volksernährung im Kriege
1914/15 hat in der vergangenen Woche zu einem
Probe=
kochen eingeladen, das in der Schulküche der
Hermann=
ſchule ſtattand, und an dem ſich weit über 100
Haus=
frauen beteiligten. Die Veranſtalltung ging aus von der
Zentral=Einkaufsgeſellſchaft (Reichsamt des Innern)
Berlin, in deren Auftrag Herr Dr. Oscar Neve einen
ebenſo anziehenden, wie gemeinverſtändlichen Vortrag
über „Zeitgemäße Fiſchkoſt” hielt. Es handelt ſich dabei
um ſogenannten Salz= und Klippfiſch, d. h. gepökelte
See=
ſiſche, die eine Dauerware darſtellen, ähnlich wie
Pökel=
fleiſch und ſich mit Kartoffeln und Gemüſen genau ſo wie
Fleiſch zuſammen kochen laſſen. Wir hörten, wie dieſe
Fiſche gefangen und verarbeitet werden, wie hoch ihr
Nähr=
wert iſt, namentlich in bezug auf Eiweiß und
Phosphor=
gehalt, und wie ſie zu behandeln ſind, bevor ſie in der
Küche verwendet werden. Es kam dabei auch zutage, wie
töricht doch teilweiſe noch die Vorurteile ſind, die gegen die
Fiſchkoſt immer noch beſtehen.
Der Vortrag und dies Probekochen von Salz= und
Klippfiſchgerichten ſind, wie wir hören, auch bereits
An=
laß dazu geweſen, daß der Detailliſtenausſchuß der
hieſi=
gen Kolonialwaren= und Delikateßwarenhändler ſich
kürz=
lich mit der Beſchaffung des Salz= und Klippfiſches
be=
faßt hat. Es iſt ſonach zu erwarten, daß der ſo billige
Salz= und Klippfiſch demnächſteauch in Darmſtadt, und
zwar in kochfertigem Zuſtande, d. h. alſo ſchon fix und
fertig gewäſſert zu haben ſein wird. Unſeren Hausfrauen
wird die Gelegenheit, einen billigen und vollwertigen
Fleiſcherſatz zu haben, ſicherlich recht willkommen ſein.
Salz= und Klippfiſchrezepte.
Ausſchneiden!
Aufheben!
Alle Gerichte ſind ohne Salz anzuſetzen und faſt ohne
Fett zu kochen.
Kartoffelſuppe vom Fiſch. Eine gewöhnliche
Kartof=
felſuppe ohne Fett mit viel Suppengemüſe (Lauch,
Sel=
lerie, gelbe Rüben, Peterſilie) fertig kochen, durchrühren,
darin dann kleine, rohe Fiſchſtücke 10 Minuten dämpfen.
Beides mit Salz, Pfeffer und feingewiegter Peterſilie
ab=
ſchmecken.
Fiſchkartoffeln oder Labskaus.
Kartoffelbrei (ſtatt Milch Fiſchbrühe verwenden),
ge=
kochten, ganz zerkleinerten oder durch die
Fleiſchhackma=
ſchine gedrehten Fiſch hinzugeben; beides mit reichlich
Peterſilie, Pfeffer, Salz oder ſonſtigen Gewürzen, je nach
dem örtlichen Geſchmack, vermiſchen. Sehr ſchmackhaft iſt
eine ſaure Gurke dazu. (Dies Gericht iſt beſonders dazu
angetan, es ohne Furcht vor Gräten den Kindern zu
reichen.)
Pichelſteiner vom Fiſch.
Verſchiedene Gemüſearten, die uns die Jahreszeit
bietet, alſo Kohl, gelbe Rüben weiße Rüben, Steckrüben
uſw. werden mit reichlich Lauch und Zwiebeln, alles ganz
fein geſchnitten, zum Kochen gebracht. Fängt das Gemüſe
an weich zu werden, gibt man ſtatt Mehl rohe
Kartoffel=
ſcheiben und etwas Majoran, Thymian und Kümmel
hin=
zu. Iſt alles weich gekocht, kommen rohe, kleine
Fiſch=
ſtücke hinein. Das Gericht wird zum Schluß mit Salz
und reichlich Peterſilie abgeſchmeckt.
Pannfiſch von Salz= oder Klippfiſchreſten.
Geſchälte Pellkartoffeln in Scheiben geſchnitten,
wer=
den mit Zwiebeln möglichſt braun gebraten. Der von
Haut und Gräten vorher gekochte Fiſch wird
kleingeblät=
tert über die Kartoffeln gegeben und beides danach mit
einer Senfſauce durchgerührt. Die Senfſauce beſteht nur
aus Senf und Fiſchbrühe.
Salz= und Klippfiſch kocht man ebenfalls ohne Fett
zuſammen mit Sauerkraut, Hülſenfrüchten, Makkaroni uſw.
Gekocht wird dieſer Fiſch genau ſo wie jeder Seefiſch,
d. h. mit kaltem Waſſer, Zwiebeln, ſchwarzen
Pfefferkör=
nern und Lorbeerblättern anſetzen.
Briefkaſten.
Anfragen können nur beantwortet werden, wenn die genaue Adreſſe des
Anfragenden angegeben und die Abonnementsbeſcheinigung beiliegt.
Hühnerfutter. Zu unſerer Briefkaſtennotiz wird uns
aus unſerem Leſerkreis geſchrieben: Zu Futterzwecken
können Roßkaſtanien verwendet werden, wenn die
Ka=
ſtanien gekocht (vorher wird die braune Schale gekerbt,
damit die Auslaugung beim Kochen ſtattfinden kann)
werden bis zum Weichwerden des weißen Inhalts. Das
Waſſer nimmt den Bitterſtoff faſt vollſtändig auf und
wird abgegoſſen. Die gekochten Kaſtanien werden mit
Kartoffeln vermiſcht an die Hühner verfüttert, auch Enten
und Gänſe nehmen dieſes Futter.
Verluſtliſte.
* Die Preußiſche Verluſtliſte Nr. 359
ent=
hält u. a.: Infanterie=Regiment Nr. 118 (ſ. Inf.=Regt.
Nr. 157); Dragoner=Regiment Nr. 23; Feldartillerie=
Re=
giment Nr. 61; Train=Abteilung Nr. 18. Weiter ſind
er=
ſchienen die Bayeriſche Verluſtliſte Nr. 228 und die
Säch=
iſche Verluſtliſte Nr. 209.
(Schluß des redaktionellen Teils.;
Auch als Liebesgabe im Felde begehrt!
(Im Feldpostbrief-portofrel.)
Schwarze Kleider
Schwarze Kostüme
Schwarze Röcke
Schwarze Mäntel
Schwarze Blusen
Schwarze Unterröcke
Auswahlsendungen in Trauerkleldung werden sofort erledigt.
G. m.
D. Kenteid g CJ., b. H. Spezlamhaus
Ludwigstr. 5. (12682a) Telephon 2539.
dur Wiederherſtellung der hiſtoriſchen und
monu=
mentalen St. Lorenzkirche in Nürnberg iſt auch in
dieſem Jahr wieder eine Geld=Lotterie genehmigt,
deren Ziehung unwiderruflich bereits nächſte Woche, am
9. und 10. November, ſtattfindet. Wer alſo dieſes
Bau=
werk fördern will, der kaufe ſich ein Los zu 3 Mk., wobei
er außerdem ſehr günſtige Gewinnausſichten hat, denn
die Hauptgewinne ſind 50000, 20000, 10000 Mk. bares
Geld und ohne Abzug zahlbar. Die Nürnberger Loſe
ſind hier bei den bekannten Loſeverkaufsſtellen zu haben,
oder direkt vom Generalvertrieb Lud. Müller & Co.,
Berlin W, Werderſcher Markt 10, zu beziehen.
Statt beſonderer Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Nachricht, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, unſere
innigſt=
geliebte, einzige Tochter, meine gute Schweſter
Eliſabeth Emich
von ihrem langen, ſchweren Leiden durch einen
ſanften Tod zu erlöſen.
(*7136
In tiefem Schmerz:
Familie Georg Emich.
Darmſtadt, den 1. November 1915.
Grafenſtr. 27.
Die Beerdigung fand in der Stille auf dem
Waldfriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute nacht 12¼ Uhr ſtarb unerwartet
nach kurzem, ſchwerem Leiden meine liebe, gute
Gattin, unſere Mutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
Frau Emma Herle
geb. Kraft.
Um ſtille Teilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen:
P. Herle
Johanna Herle.
Darmſtadt, 1. November 1915. (15288
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Novbr.,
nachmittags 2 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme bei dem ſchweren Verluſte, der uns
betrof=
fen, allen Teilnehmenden herzlichen Dank.
Be=
ſonderen Dank Herrn Pfarrer Rückert für die
herzlichen, warmempfundenen Troſtworte, ſowie
dem Militärverein für die Kranzniederlegung und
den kameradſchaftlichen Nachruf, ſowie für alle
Blumenſpenden.
(15287
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau W. Wieſenecker Wwe.
Roßdörferſtraße 57.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Heimgang meines innigſtgeliebten
Mannes, unſeres treuen, liebevollen Vaters
Wilhelm Hirſch
Grenadier im Königin Eliſabeth=Garde=
Grenadier=Regiment No. 3
(15275
ſage Allen vielen Dank.
Margarethe Hirſch.
Darmſtadt, den 1. November 1915.
Kranichſteinerſtraße 43.
Am 7. Oktober erlitt unser einziger, innigstgeliebter Sohn, Bruder,
Schwager, Onkel und Neffe
Karl Friedrich
Schütze in der Gebirgs-Maschinengewehr-Abt. 223
den Heldentod fürs Vaterland.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Lud. Friedrich.
Darmstadt, 1. November 1915.
Parcusstrasse 3.
Beileidsbesuche dankend abgelehnt.
(*7157
Infolge einer schweren
Ver-
wundung starb am 18. September
den Heldentod fürs Vaterland unser
lieber Bundesbruder
cand. mach.
J. a. B. Lndwig Taatz
Vizewachtmeister im Leib-Drag.-Regt.
Nr. 24.
Wieder stehen wir an dem Grabe
eines treuen Rheno-Guestfalen, eines
lieben, guten Freundes.
Die Burschenschaft wird dem im
Kampfe für des Vaterlandes Ruhm
und Ehre gefallenen Bundesbruder
stets ein ehrenvolles, treues
An-
denken bewahren.
(15289
I. A. d.
Darmst. Burschenschaft „Rheno-Guestfalia‟
Dr. Bohe
V. d. E. R.
An Herzlähmung ſtarb am 3. Oktober der
(15252
Kriegszahlmeiſter
Herr Karl Klein
bis zum Ausbruch des Feldzuges
Oberzahl=
meiſter des II. Bataillons Leibgarde=
Regi=
ments.
Als ſolcher hat er mit Umſicht und Fleiß
jahrelang ſeine Dienſtgeſchäfte hervorragend
ver=
ſehen und iſt mit ſeiner vornehmen Eigenart
ſtets erfolgreich bemüht geweſen, für das Wohl
der Angehörigen des Bataillons zu ſorgen.
Mit ihm iſt ein ausgezeichneter Beamter
heimgegangen, dem ich als ſein mehrjähriger
Kommandeur dauernd ein ehrendes Gedenken
bewahren werde.
Bei Grodno, 27. Oktober 1915.
v. Weſternhagen,
Oberſtleutnant,
Abſchnitts=Kommandenr der Feſtung
Grodno.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Mitteilung, daß meine
liebe Frau, unſere gute Mutter,
Schwieger=
mutter, Großmutter, Schweſter, Schwägerin
(*7107
und Tante
Anna Katharina Schönig
geb. Spatz
infolge des am Donnerstag abend erlittenen
Schlaganfalles am Sonntag mittag ſanft
ver=
ſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Familie:
Joh. Schönig.
Darmſtadt, den 1. November 1915.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3.
No=
vember, vormittags ½ 12 Uhr, von der
Leichen=
halle des Waldfriedhofs aus ſtatt.
e
Wetterausſichten für Dienstag: Trüb, vielfach
Regen, mild.
Tagestalender.
Dienstag, 2. November.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende 10¾ Uhr
(Ab. A): „Mignon”.
Vortrag von D. Gottfried Traub um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Vortragsverband).
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 3. November.
Fundſachen=Verſteigerung um 9 Uhr im
Fund=
bureau zu Frankfurt, Poſtſtraße 6.
Leitung: Dr. Otto Waldaeſtel. Verantwortlich für den leitenden
politiſchen Teil und für Feuilleton: Dr. Otto Waldaeſtel; für
Volkswirtſchaftliches, Parlamentariſches und Kommunalpolitiſches:
Hans H. Hieſecke; für Stadt und Land und den geſamten übrigen
Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigenteil, Anzeigenbeilagen und
Mitteilungen aus dem Geſchäftsleben: Paul Lange.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Sämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorar=
forderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Unverlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Soeben erſchien das Oktober=Eröffnungsheft von Hlexander Koch’s führender „Deutſche Kunſt und Dekoration‟ in verſchwenderiſcher Ausſtattung, zugleich als
Einzel=Heft
50
mit 115großen
Huldigungs=Heſt zu Hans Thoma’s 76ten Geburtstage!
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dn gebtenden beselengen besien de wnnee fende Polhehe des
daran ausruſenzen. vie kandſchaſt wirit oie ein vernleineres Solegelbilb Zien=
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50 Stück Kartenbriefe mit Einlage .
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feindlicher Staaten.
Indem wir auf die im Amtsverkündigungsblatt des Großh
Kreisamts Darmſtadt Nr. 227 vom 30. Oktober d. J. veröffentlichten
Bekanntmachungen in obenſtehender Angelegenheit hinweiſen, geben
wir nochmals ausdrücklich bekannt, daß wir zur Anmeldeſtelle
ernannt worden, und daß die Anmeldebogen durch uns zu
beziehen ſind.
15271
Darmſtadt, den 1. November 1915.
Die Großherzogliche Handelskammer Darmſtadt
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Nr. u1. 5990. 15. u. 1. I.
Bekanntmachung,
betreffend Beſchlagnahme und Nachmeldung von Kupfer in Fertigfabrikaten.
Auf Erſuchen des Kriegsminiſteriums wird nachſtehende Verordnung auf Grund des
Ge=
ſetzes über den Belagerungszuſtand vom 4. Jnni 1851, des Bayeriſchen Geſetzes über den
Kriegs=
zuſtand vom 5. November 1915 in Verbindung mit der Allerhöchſten Verordnung vom 31. Juli 1914,
der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 2. Februar 1915‟) und der Erweiterung
der Bekanntmachung über Vorratserhebungen vom 3. September 1915 und der Bekanntmachung
über die Sicherſtellung von Kriegsbedarf vom 24. Juni 1915**) hiermit zur allgemeinen Kenntnis
gebracht.
§ 1. Inkrafttreten der Verordnung.
Die Verordnung tritt mit ihrer Bekanntmachung am 2. November 1915 in Kraft.
§ 2. Von der Verordnung betroffene Gegenſtände.
Von den auf Grund der Verfügung M. 1/7. 15. K. R. A. meldepflichtigen Gegenſtänden
aus Kupfer werden folgende beſchlagnahmttz):
1. alle verlegten Freileitungen in Starkſtromanlagen einſchließlich Fahrleitungen
elektriſcher Bahnen und freiliegender Schienenverbinder;
2. Kabel und Leitungen in Starkſtromanlagen einſchließlich Sammelſchienen und
Anſchlußleitungen von Schaltanlagen,
z) oberirdiſch verlegt, von mehr als 50 qmm Querſchnitt des einzelnen Leiters,
b) unterirdiſch verlegt, von mehr als 95 qmm Querſchnitt des einzelnen Leiters;
3. alle kupfernen Feuerbuchſen;
4. alle ganz oder teilweiſe aus Kupfer beſtehenden Deſtillations=, Extraktionsapparate
und Kühlvorrichtungen;
5. alle ganz oder teilweiſe aus Kupfer beſtehenden Braukeſſel;
6. kupferne Röhren von und über 10 mm äußeren Durchmeſſer, ſoweit ſie nicht ſchon
nach der Verfügung M. 1/4. 15. K. R. A. beſchlagnahmt ſind;
7. alle Waſch= und Zentrifugentrommeln aus Kupfer.
§ 3. Von der Verordnung betroffene Perſonen uſw.
Von dieſer Verordnung werden betroffen:
a) alle Perſonen, Kommunen, öffentlich=rechtlichen Körperſchaften und Verbände,
welche Gegeſtänden der im § 2 aufgeführten Art in Gewahrſam haben, oder für
welche ſich die Gegenſtände unter Zollaufſicht befinden;
b), alle Empfänger ſolcher Gegenſtände nach Empfang derſelben, falls die
Gegen=
ſtände ſich am Tage der Beſchlagnahme auf dem Verſand befinden und nicht bei
einer der unter a bezeichneten Perſonen uſw. in Gewahrſam oder unter
Zollauf=
ſicht gehalten werden.
§ 4. Beſchlagnahme.
Die von der Verfügung betroffenen Gegenſtände (§ 2) ſind beſchlagnahmt.
Die Beſchlagnahme hat folgende Wirkung:
a) Alle rechtsgeſchäftlichen Verfügungen, alſo auch Verkäufe, ſeibſt wenn ſie der
Aus=
führung von Kriegslieferungen dienen ſollen, ſind verboten und nichtig. Den
rechtsgeſchäftlichen Verfügungen ſtehen Verfügungen gleich, die im Wege
derZwangs=
vollſtreckung oder Arreſtvollziehung erfolgen.
Zuläſſig iſt der Verkauf ausſchließlich an die Metall=Mobilmachungsſtelle.
Es wird anheimgeſtellt, Angebote an deren Adreſſe, Berlin W 9, Potsdamer Straße
10/11, einzureichen. Zuläſſig ſind ferner rechtsgeſchäftliche Verfügungen, die auf
Anordnung oder mit Zuſtimmung der Metall=Mobilmachungsſtelle erfolgen.
b) Zede Verwendung der beſchlagnahmten Gegenſtinde, durch weiche das darin
enthaltene Kupfer der Beſchlagnahme entzogen wird, iſt verboten.
c) Die von dieſer Verordnung betroffenen Perſonen uſw. ſind verpflichtet, der Metall=
Mobilmachungsſtelle und deren Beauftragten über die beſchlagnahmten
Gegen=
ſtände jede gewünſchte Auskunft zu erteilen und ihnen den Zutritt zu den
Betriebs=
räumen zu geſtatten.
Die Vorſchrift des § 5 der Bekanntmachung M. 1/7. 15. K. R. A. vom 20. Juli 1915 wird
bezüglich der in § 2 der vorliegenden Verordnung bezeichneten Gegenſtände aufgehoben.
§ 5. Nachmeldung.
Alle Perſonen uſw., welche die durch die Verfügung M. 1/7. 15. K. R. A., betr. „
Beſtands=
meldung und Verwertung von Kupfer in Fertigfabrikaten” vorgeſchriebene Meldung verſäumt
haben ſollten, in welcher auch die durch § 2 der vorliegenden Verordnung beſchlagnahmten
Gegen=
ſtände zu melden waren, haben bis ſpäteſtens 30. November 1915 nachträglich Meldung an die
Metall=Mobilmachungsſtelle der Kriegs=Rohſtoff=Abteilung des Königlich Preußiſchen
Kriegs=
miniſteriums in Berlin W 9, Potsdamer Straße 10/11, zu erſtatten. Für alle Nachmeldungen iſt
der Beſtand zur Zeit des Inkrafttretens der vorliegenden Verordnung maßgebend. Der Meldeſchein
für Kupfer in Fertigfabrikaten iſt durch die Metall=Mobilmachungsſtelle erhältlich und iſt bis zum
obengenannten Zeitpunkte ordnungsmäßig ausgefüllt an die Metall=Mobilmachungsſtelle, Berlin
W9, Potsdamer Straße 10/11, einzuſenden.
§ 6. Die Metall=Mobilmachungsſtelle des Königlich Preußiſchen Kriegsminiſteriums
hat das Recht, die Beſchlagnahme auch auf ſolche ganz oder teilweiſe aus Kupfer beſtehenden
Fertigfabrikate auszudehnen, die nicht im § 2 aufgeführt ſind.
Frankfurt a. M., den 2. November 1915.
15276
Stellv. Generalkommando 18. Armeekorps.
*) Wer vorſäßlich die Auskunft, zu der er auf Grund dieſer Verordnung verpflichtet iſt,
nicht in der geſetzten Friſt erteilt oder wiſſentlich unrichtige oder unvollſtändige Angaben macht,
wird mit Gefängnis bis zu ſechs Monaten oder mit Geldſtrafe bis zu zehntauſend Mark beſtraft,
auch können Vorräte, die verſchwiegen ſind, im Urteil für dem Staate verfallen erklärt werden.
Wer fahrläſſig die Auskunft, zu der er auf Grund dieſer Verordnung verpflichtet iſt, nicht in der
geſetzten Friſt erteilt oder unrichtige oder unvollſtändige Angaben macht, wird mit Geldſtrafe bis
zu dreitauſend Mark oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu ſechs Monaten beſtraft.
zek) Mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldſtrafe bis zu zehntauſend Mark wird,
ſofern nicht nach allgemeinen Strafgeſetzen höhere Strafen verwirkt ſind, beſtraft:
1. wer unbefugt einen beſchlagnahmten Gegenſtand beiſeite ſchafft, beſchädigt oder
zerſtört, verwendet, verkauft oder kauft oder ein anderes Veräußerungs= oder
Er=
werbsgeſchäft über ihn abſchließt;
2. wer der Verpflichtung, die beſchlagnahmten Gegenſtände zu verwahren und pfleglich
zu behandeln, zuwiderhandelt;
3. wer den erlaſſenen Ausführungsbeſtimmungen zuwiderhandelt.
**) Gegenſtände, die kein Kupfer, ſondern nur Meſſing und andere Kupferlegierungen
enthalten, werden von der Verordnung nicht betroffen.
Bekanntmachung.
Unter Bezug auf meine Bekanntmachung vom 1. Juni d. Js. fordere ich
hier=
durch alle diejenigen jungen Leute, welche ſeit dem 30. Mai d. Js. 17 Jahre
alt geworden, alſo in das wehrpflichtige Alter eingetreten ſind und mithin
dem Aufruf des Landſturms nunmehr unterliegen, auf, ſich alsbald und
ſpäte=
ſtens bis 15. September d. Js. bei der Bürgermeiſterei ihres Wohnortes zur
Landſturmrolle anzumelden.
In gleicher Weiſe haben ſich alle dieienigen, welche in der Folgezeit
17 Jahre alt werden, bis ſpäteſtens zum 15. desjenigen Monats zu melden,
der auf denjenigen Monat folgt, in welchem das 17. Lebensjahr vollendet wird.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1915.
(12319a
Der Zivilvorſitzende
der Erſatzkommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
von Starck.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine vorſtehende Bekanntmachung hinweiſe, empfehle ich
Ihnen, die Anmeldungen der Leute entgegenzunehmen.
Die betreffende Stammrolle wird Ihnen k. H. wieder zugehen.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1915.
Der Zivilvorſitzende
der Erſatzkommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
von Starck.
Bekanntmachung
über die Wiederholung der Anzeige der Beſtände von Verbrauchszucker.
Vom 21. Oktober 1915.
Auf Grund des § 1 Abſ. 4 der Bekanntmachung über Verbrauchszucker vom
27. Mai 1915 (Reichs=Geſetzbl. S. 308) beſtimme ich:
Wer Verbrauchszucker mit Beginn des 1. November 1915 in Gewahrſam hat,
iſt verpflichtet, die vorhandenen Mengen getrennt nach Arten und Eigentümern unter
Nennung der Eigentümer der Zentral=Einkaufsgeſellſchalt m. b. H. in Berlin anzu=
Zu dieſem Zwecke haben
ſam liegt, den Lagerhaltern nach dem 1. November 1915 unverzüglich die ihnen zu
ſtehenden Mengen anzuzeigen. Die Anzeigen an die Zentral=Einkaufsgeſellſchaft m.
b. H. ſind bis zum 10. November 1915 abzuſenden. Anzeigen über Mengen, die ſich
mit Beginn des 1. November 1915 auf dem Transport befinden, ſind unverzüglich
nach dem Empfange von dem Empfänger zu erſtatten.
Die Anzeigepflicht erſtreckt ſich nicht
1. auf Mengen, die im Eigentum des Reiches, eines Bundesſtaates oder Elſaß=
Lothringens, insbeſondere im Eigentum der Heeresverwaltungen oder dek
Marineverwaltung, ſowie auf Mengen, die im Eigentum eines
Kommunal=
verbandes ſtehen:
2. auf Mengen, die insgeſamt weniger als 50 Doppelzentner betragen.
(15264
Berlin, den 21. Oktober 1915.
Der Reichskanzler
— Im Auftrage: Kautz.
Bekanntmachung
über Ausdehnung der Verordnung über den Verkehr mit Oelfrüchten uſw.
Vom 19. Ottober 1915.,
Auf Grund von § 9 Abſ. 1 Satz 2, § 11 Abſ. 2 Satz 2 der Bekanntmachung
über den Verkehr mit Oelfrüchten und daraus gewonnenen Produkten vom 15. Juli
1915 (Reichs=Geſetzbl. S. 438) beſtimme ich:
Artikel I.
Die Vorſchriften der Verordnung werden ausgedehnt auf
1. die aus Raps. Rübſen, Hederich und Raviſon, Dotter, Mohn, Lein und Hanf
gewonnenen Oelfrüchte, die künftig aus dem Ausland, auch abgeſehen von den
beſetzten Gebieten, eingeführt werden:
2. die nachſtehend benannten Oelfrüchte
Oelrettich=, Sonnenblumen=, Seſam=, Baumwoll= und Rizinusſamen,
Erd=
mandeln, Erdnüſſe, Bucheckern, Sojabohnen, Mowraſaat, Illipé=, Schi= und
geraſpelte Kokosnüſſe, Palmkerne und Kopra,
ſoweit ſie künftig aus dem Ausland eingeführt werden.
Artikel II.
Dieſe Beſtimmungen treten am 23. Oktober 1915 in Kraft.
Berlin, den 19. Oktober 1915.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.
Bekanntmachung
über die Verwendung tieriſcher und pflanzlicher Oele und Fette.
Vom 9. Oktober 1915.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Geſetzes über die Ermächtigung des
Bundesrats zu wirtſchaftlichen Maßnahmen uſw. vom 4. Auguſt 1914 (Reichs=Geſetzbl.
S. 327) folgende Verordnung erlaſſen:
§ 1. Tieriſche und pflanzliche Oele und Fekte dürfen zu Schmierzwecken zu
Brenn=
zwecken ſowie zum Einfetten oder ſonſtigen Behandeln von Metallen, Werkzeugen,
Maſchinenteilen und Metallgegenſtänden nicht unvermiſcht verwendet werden.
Ddie Vorſchrift des Abſ. 1 bezieht ſich nicht auf die Verwendung zu Härtungs=
und Kühlungszwecken; der Reichskanzler kann die Vorſchrift auf die Verwendung zu
dieſen Zwecken ausdehnen.
§ 2. Gemiſchte Oele, konſiſtente Fette und andere Schmierfette dürfen mit keinem
höheren Gehalt an tieriſchen und pflanzlichen Oelen und Fetten als 25 vom Hundert
des Gewichts des Enderzeugniſſes hergeſtellt werden.
Der Reichskanzler kann das Miſchungsverhältnis abweichend beſtimmen.
§ 3. Der Reichskanzler kann von den Vorſchriften dieſer Verordnung
Aus=
nahmen zulaſſen.
§ 4. Wer den Vorſchriften der §§ 1, 2 dieſer Verordnung zuwiderhandelt, wird
mit Geldſtrafe bis zu fünzehnhundert Mark oder mit Gefängnis bis zu drei
Mo=
naten beſtraft.
§ 5. Dieſe Verordnung tritt mit dem 10. November 1915 in Kraft. Den
Zeit=
punkt des Außerkrafttretens beſtimmt der Reichskanzler.
(15237
Berlin, den 21. Oktober 1915.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers:
Delbrück.
Bekanntmachung
über die Vornahme einer Erhebung der Vorräte von Brotgetreide, Hafer und
Mehl am 16. November 1915.
Vom 26. Oktober 1915.
Auf Grund des § 6 der Verordnung vom 22. Oktober 1915 über die WVornahme
einer Erhebung der Vorräte von Brotgetreide, Hafer und Mehl am 16. November
wird zu deren Ausführung beſtimmt.
§ 1. Mit der Durchführung der Erhebung wird die Großherzogliche
Zentral=
ſtelle für Landesſtatiſtik betraut.
§ 2. Zuſtändige Behörde nach § 10 der Verordnung iſt in Landgemeinden die
Großherzogliche Bürgermeiſterei, in den Städten der Bürgermeiſter oder Oberbürgermeiſter.
(15253
Darmſtadt, den 26. Oktober 1915.
Großherzogliches Miniſterium des Innern.
J. V.: Schliephake.
Bekanntmachung
über Einſchränkuug der Milchverwendung.
Vom 22. Ottober 1915.
Auf Grund von § 5 der Verordnung des Bundesrats über Beſchränkung der
Milchverwendung vom 2. September 1915 (Reichs=Geſetzbl. S. 545) beſtimmen wir:
§ 1. Es iſt verboten:
1. Sahne in Verkehr zu bringen, außer zur Herſtellung von Butter;
2. Milch jeder Art oder Sahne zur Herſtellung von Schokoladen und anderen
kakaohaltigen Zubereitungen, Bonbons und ähnlichen Erzeugniſſen zu
ver=
wenden;
3. Schlagſahne herzuſtellen, auch im Haushalt;
4. Vollmilch an Kälber und Schweine, die älter als 6 Wochen ſind, zu verfüttern;
5. Milch jeder Art bei der Brotbereitung zu verwenden;
6. Milch jeder Art bei der Zubereitung von Farben zu verwenden;
7. Milch zur Herſtellung von Caſein für techniſche Zwecke zu verwenden;
8. Sahnepulver herzuſtellen.
§ 2. Als Milch im Sinne dieſer Anordnung gilt auch eingedickte Milch und
Trockenmilch; als Sahne gilt jede mit Fettgehalt angereicherte Milch, auch in
einge=
dickter und eingetrockneter Form.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Anordnung werden nach § 6 Ziffer 4 der
obengenannten Bundesratsverordnung mit Geldſtrafe bis zu 1500 Mk. oder mit
Ge=
fängnis bis zu 3 Monaten beſtraft.
§ 4. Unſere Abteilung für Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe kann
Aus=
nahmen von dem Verbote in § 1 Ziffer 1, 2,3, 5, 6, 7 und 8 bewilligen.
§ 5. Dieſe Anordnung tritt am 25. Oktober 1915 in Kraft.
Darmſtadt, den 22. Oktober 1915.
(15255
Großherzogliches Miniſterium des Innern.
J. V.: Schliephake.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Einführung des Achtuhrladenſchluſſes für Eberſtadt.
Auf Grund des § 19f der Reichsgewerbeordnung und des § 249 der
Aus=
führungsverordnung zur Gewerbeordnung vom 20. März 1912 wird hiermit beſtimmt,
daß für die Zeit vom 1. Oktober bis zum 31. März eines jeden Jahres in Eberſtadt
die offenen Verkaufsſtellen, mit Ausnahme der Zigarrenſpezialgeſchäfte, von 8 Uhr
abends an für den geſchäftlichen Verkehr geſchloſſen ſein müſſen.
Für die Samstage, die Tage vor Feiertagen und die Tage vom 11.—23.
De=
zember einſchließlich behält es bei dem bisherigen Ladenſchluſſe um 9 Uhr ſein
Be=
wenden.
Darmſtadt, den 1. November 1915.
(15281
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.:
Roeſener.
Heute und morgen
liegen zu unseren allmonatlichen
Reste-Tagen
im Parterre Reste aller Art aus, die wir zu ganz aussergewöhnlich
billigen Preisen verkaufen.
(15238
Schwarz-weisse Rabattmarken an diesen Tagen auch auf alle Reste.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
befinden ſich: 2 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(15258
Bekanntmachung.
Unter den Pferden der II. Erſatz=Abteilung Feldartillerie=
Regiments Nr. 61 iſt die Bruſtſeuche ausgebrochen.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1915.
(15246
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Städtiſche Weihnachtsſammlung für unſere Truppen im
Felde.
Vom 3.—10. November.
Um unſeren tapferen Truppen im Felde eine Weihnachsfreude
zu bereiten, beabſichtigt die Stadt Darmſtadt in Kürze einen
Liebes=
gabentransport für die im Felde ſtehenden heſſiſchen Verbände
ab=
gehen zu laſſen. Sie richtet an die Bewohner der Stadt die herzliche
Bitte, auch die diesjährige Weihnachtsſammlung für die Truppen
durch Gaben unterſtützen zu wollen. Die Sammlung, die im ganzen
Heſſenlande ſtattfinden ſoll, wird für Darmſtadt im Einverſtändnis
mit dem Roten Kreuz von der Stadt aus vorbereitet und ausgeführt.
Arbeitet an Wollſachen: Strümpfe, Hemden, Hoſen, Wämſe,
Weſten, Handſchuhe.
Spendet an Lebensmitteln: Konſerven, Schokolade, Wein und
andere Getränke, Tee, Zucker, Marmelade, hart
ge=
trocknete Fleiſch= und Wurſtdauerwaren, Maggiwürfel,
Dörrobſt, Lebkuchen uſw.
Schenkt außerdem: Tabak. Zigarren, Zigaretten, Pfeifchen,
Taſchentücher, Hoſenträger, Seife, Kerzen, Taſchenlampen,
Taſchenmeſſer, Briefpapier, Bleiſtifte, Spiele.
Gebt Geld zum Ankauf von Liebesgaben!
Stauchen, Leibbinden, Ohrenſchützer, Kniewärmer ſind nicht
erwünſcht.
Streichhölzer, friſches Obſt, friſche Wurſtwaren, Konſerven in
Gläſern uſw. ſind nicht zuläſſig.
Perſönliche Pakete werden nicht angenommen. Es wird
ge=
beten, die Gaben unverpackt einzuliefern, da die Heeresverwaltung
nur Einheitskiſten annimmt.
Die Einſammlung der Gaben in den Häuſern erfolgt vom 3.
bis 10. Nov., nachmittags, durch die Jugendwehr. Eine Abgabeſtelle
für Gaben und Geld iſt außerdem im Stadthaus, Zimmer 39.
Darmſtadt, den 27. Oktober 1915.
(15050a
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Mueller.
Ius Einhalte der Kauden zur Janſeit.
Ich beſtimme hiermit, daß die Tauben von nun ab bis zum
28. Oktober I. Js. eingeſperrt gehalten werden müſſen.
Zuwiderhandlungen werden nach Art. 39 Ziffer 2 des
Feld=
ſtrafgeſetzes mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu
einer Woche beſtraft.
Mit Rückſicht auf die großen Schäden, die von den Tauben
zur Saatzeit angerichtet zu werden pflegen, muß auch in dieſem
Jahre eine genaue Beobachtung der Vorſchrift im
landwirtſchaft=
lichen Intereſſe im Hinblick auf die dringend notwendige
Scho=
nung und pflegliche Behandlung des Saatgutes verlangt werden.
Dem Polizei= und Feldſchutzperſonal iſt die ſtrengſte
Durch=
führung dieſer Anordnung anempfohlen.
Auf Militärbrieftauben der Mitglieder des hieſigen
Brieftauben=
klubs findet Vorſtehendes nur inſoweit Anwendung, als dies das
Reichsgeſetz vom 28. Mai 1894, den Schutz der Brieftauben betreffend,
zuläßt.
Darmſtadt, den 29. September 1915.
(13981iii
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Schmitt.
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Samstag, den 6. k. Mts., vormittags 11 Uhr, im Stadthaus
einzureichen.
Darmſtadt, den 29. Oktober 1915.
(15211
Der Oberbürgermeiſter.
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(Vierundachtzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Geh. Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung der Konzertſängerin Frau
Emma Bellwidt aus Frankfurt a. M., der
Kammer=
ſängerin Frau lda Kuhl-Dahlmann aus Köln, des
Konzertſängers Herrn Richard Fischer aus
Würz=
burg, des Kammerſängers Herrn Ernst Everts aus
Köln, verſchiedener Mitglieder des Sängerchors des
Lehrervereins und der Grossherzoglichen Hofkapelle
Montag, den S. November 1915
im großen Saal der Turngemeinde am Woogsplatz.
Anfang abends 7½ Uhr. Ende gegen 9½ Uhr.
Requiem von W. A. Mozart
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6. Nov. fallen aus. Vom 3. bis
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im Felde. Dienstag 2. Nov.,
abends 7 Uhr, im Rathausſaal
(Marktplatz) aufgefordert.
Sonn=
tags=Uebung am 7. Nov. fällt aus.
Sanitätskompagnie:
Dienstag, 2. Nov., abends 8½ Uhr
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ℳ 3.30
Plätze auf der Mittelempore 1. Reihe .
ℳ. 2.75
Plätze auf der Mittelempore 2. Reihe
ℳ 2.75
Plätze auf den Seitenemporen 1. Reihe . .
ℳ 1.65
Plätze auf den Seitenemporen 2. Reihe
Plätze auf der Mittelempore 3. Reihe . . .
ℳ 1.65
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Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
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konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
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bis kurz vor Beginn der Vorſtellung.
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kaſſe im Hoftheater am Tage der
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(Nachdruck verboten.)
64)
Ohne ſich von ſeiner Schweſter zu verabſchieden,
ver=
ließ er dann das Haus. Es wäre ihm unmöglich geweſen,
nach dieſem Geſpräch jemand zu hören oder zu ſehen.
Er fuhr nach ſeiner Villa und von da ſofort wieder nach
Schönerlen zurück. Grau in Grau ſtieg es vor ihm auf,
ſein ödes Zukunftsbild: Er ſah ſich alt werden, ein
grämlicher, menſchenſcheuer Greis, heimgeſucht von den
unausbleiblichen Schwächen und Leiden des Alters; ohne
Liebe, einſam und allein — bis der Tod kam, ihn von
einem Leben zu erlöſen, das kein Leben geweſen. Das
Weh dieſer Vorſtellungen überwältigte ihn. Er ſtützte den
hämmernden Kopf in die Hände und ſchloß ſtöhnend die
Augen. Und doch ſah er durch alles Leid einen ſchwachen
Troſt, Linderung der blutenden Wunde ihm winken.
Eines blieb ihm, wenigſtens zeitweiſe zu vergeſſen: das
Heil der Arbeit. Arbeit am Morgen, am Mittag und
am Abend! Aber, erinnerte ihn das Feld ſeiner
Tätig=
keit, Schönerlen, nicht auch doppelt ſchmerzlich an ſie?
Jetzt, wo er wußte, daß ſie dort ihre Kindheit, ihre
Jugend verbracht, daß ſie es wie ihr Leben liebte?
Gleichviel! Ihm gehörten ſeine Kräfte. Er gelobte ſich,
ihres edlen Vertrauens wert zu ſein, ihre Erwartung zu
erfüllen. Das zu erreichen, wollte er ſchaffen und wirken.
Hierin ſah er ſeine fernere Lebensaufgabe und — ſeine
Rettung,
5. Kapitel.
Lulu hatte ſich in ihr Schlafzimmer und, nachdem ſie
Toilette gemacht, von da wieder hinunter ins
Speiſezim=
mer begeben; denn nun ſich die wilde Aufregung bei ihr
gelegt und der Zufriedenheit Platz gemacht hatte, meldete
ſich ein tüchtiger Hunger und erinnerte ſie, daß ſie an
die=
ſem Schreckenstage faſt noch gar nichts gegeſſen hatte.
Sie war mit ihrem verſpäteten Lanch lüngſt ſerig, und
harrte nun geſpannt der Dinge, die noch kommen ſollten.
Halb und halb konnte ſie ſich ſchon denken, wie die
Unter=
edung Waldemars mit der Baroneſſe verlaufen würde,
und jetzt, in dem eigenen Glücks= und Sicherheitsgefühl
der Liebe ihres Gatten, war ſie ſehr geneigt, auch andere
froh und glücklich zu machen. Wenn Waldemar ſeinen
Stolz bezwang und über alles Bedenkliche dieſer Wahl
hinwegſah, ſo hatte ſie dagegen gewiß nichts
einzuwen=
den. Warum auch ſollte die Baroneſſe nicht ſo gut wie
eine andere ihre Schwägerin werden? Dort, in
Schöner=
len, würde Götz ſie nicht allzu viel zu ſehen bekommen.
Schließlich ſagte ſich auch ihre Gerechtigkeit, daß eine
Verbindung ihres Bruders mit Claire ſchon darum
will=
kommen zu heißen war, weil letztere auf dieſe Weiſe
wie=
der zu ihrem angeſtammten Erbe kam. Freilich, ein
ge=
wiſſes kleines Mädchen würde durch Waldemars Heirat
unglücklich werden! Aber, na, was lag”an dem noch
halb kindlichen Kummer, wo ernſtere Intereſſen in Frage
kamen? Die Zeit würde auch hier wieder heilen.
Luiſe hatte ſich ſo feſt in dieſe ihre Vorausſetzung
verſtrickt, daß ſie jeden Augenblick den Eintritt des
glück=
lichen Brautpaares erwartete und bereits überlegte, ob
ſie nicht einige Flaſchen Sekt heraufholen laſſen ſollte, um
den nach einem ſo ſtürmiſchen, unheilverheißenden Tage nun
ſo unerwartet folgenden frohen Feſtakt gebührend zu feiern.
Schade nur, daß Götz erſt ſo ſpät eintreffen würde. Sie
konnte nicht mehr ſtill ſitzen. Unruhe, aber diesmal eine
freudige, erwartungsvolle, kam über ſie und trieb ſie,
nach ihrer Gewohnheit, im Zimmer auf und ab. Am
Fenſter vorüberkommend und einen Blick hinauswerfend,
fiel ſie aus allen Wolken, als ſie Waldemar eilig nach der
Remiſe hinübergehen und gleich darauf in ſeinem
Auto=
mobil davonfahren ſah. Unmittelbar darauf war ſie oben
und klopfte an Claires Zimmer. — Wer iſt da? rief es
von drinnen. — Ich, Fräulein Schild! — Einen
Augen=
blick, bitte.
Zu hörte, wie Waſſer in das WDecken gegoſſn und
haſtig damit hantiert wurde. Darauf wurde der
Schlüſ=
ſel umgedreht, und Claire öffnete die Tür. Sie ſah
merk=
würdig leidend aus, und die Augen, die ſie eben, die
Tränenſpur zu tilgen, raſch gekühlt hatte, waren noch
ſtark verweint.
Was iſt Ihnen, liebes Fräulein Schild? fragte Lu
betroffen. — Meine Kopfſchmerzen haben überhand
ge=
nommen. Es war ihr der Verzicht Schönerlens nicht ſo
leicht geworden, wie ſie Weidner hatte glauben laſſen.
Hier, in der Stille ihres Zimmers, allein mit ſich, war
ihr erſt die ganze Bedeutung deſſen, was ſie aufgegeben,
gekommen, und mit heißen Tränen hatte ſie die letzte
un=
beſtimmte, bisher doch noch immer heimlich genährte
Hoffnung ihrer Rückkehr in die Heimat begraben.
Näher tretend, gewahrte Lu mit erſtaunten Augen die
Veranſtaltungen Claires zu ihrer Abreiſe. Der Koffer
war ſchon vollſtändig mit Garderobe vollgepackt, ſtand
aber noch offen. Toilettenutenſilien waren auf dem Tiſche
ausgebreitet, und inmitten derſelben befand ſich die
Hand=
taſche, auch bereits zur Hälfte gefüllt. Da hatte Lu nun
gleich eine Antwort und eine Erklärung für ihres Bruders
Flucht. Sie zweifelte jetzt keinen Augenblick mehr daran,
daß Claire ihn abgewieſen, ausgeſchlagen hatte, trotz der
verlockenden Ausſicht, Schönerlen wieder ihr eigen zu
nennen, trotz der Vorteile alle, die eine ſo glänzende
Partie, die die Perſönlichkeit und der ſonſtige gediegene
Reichtum des ſtattlichen Freiers ihr bot. Bei jeder
halb=
wegs praktiſchen vernünftigen Frau — reflektierte Lu —
wäre eine ſolche Handlungsweiſe unfaßbar, unmöglich
geweſen. Aber dieſe ideal veranlagte, weltfremde Natur
folgte, unter Mißachtung ihres eigenſten Intereſſes,
blind=
lings ihrer allein maßgebenden Ueberzeugung. — Was
immer es geweſen, was dieſe beiden, in ihrer ſtolzen
Eigenart verwandten Menſchen getrennt, ſie würde es hier
nicht erfahren, das ſah ſie nur zu wohl ein.
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blaſſen Geſichts vor ihr verbot jede indiskrete Frage.
Dieſe Törin, dieſe Törin, Waldemar ſo ohne weiteres
ab=
zuweiſen! dachte ſie immer wieder und empfand trotzdem
Hochachtung und Bewunderung vor ihrem Charakter, der
eigenſüchtige Erwägungen in ſeinem ausgeprägten Ehr=und
Rechtsgefühl nicht kannte. Sie war aus dem Stoffe derer,
die für ihre Ueberzeugung zu entbehren, zu leiden, und,
wenn nötig, auch zu ſterben imſtande und willens ſind.
Wie hoch, wie himmelhoch ragte ſie über jene Frauen
empor, bei denen der Vorteil allein entſcheidet. Und Lu
fühlte ſich auch klein neben ihr.
Ich ſehe, Sie beabſichtigen, uns heute ſchon zu
ver=
laſſen, ſagte ſie dann laut, auf die Reiſevorbereitungen
im Zimmer deutend. — Ja, ich will fort, ſobald ich fertig
bin, Frau von Gröningen. Wenn Sie geſtatten, packe
ich weiter ein! Und ſie fuhr fort, die auf dem Tiſche
lie=
genden kleinen Gegenſtände in die Handtaſche zu ſtecken. —
Ich dachte nicht, das Sie’s gar ſo eilig hätten! bemerkte
Lu dazu ein wenig verletzt. Ich hoffe, es ſtört Sie nicht,
wenn ich noch ein Weilchen hier bei Ihnen bleibe; denn
ich habe Ihnen noch etwas zu ſagen. Sollte ich Sie damit
aufhalten, ſo kann Ihnen ja dann Anna oder Joſepha
helfen. Warum haben Sie ſie denn überhaupt nicht
ge=
rufen? — Ich wollte unnützes Fragen vermeiden. — Ich
werde den Leuten ſagen, daß unvorhergeſehene, dringende
Nachrichten Sie abriefen. Iſt Ihnen das recht? — Mir
iſt alles recht, was Sie in dieſer Hinſicht für gut ſinden.
— Lu hatte ſich inzwiſchen geſetzt. Aber trotzdem, ſagte ſie
herzlich, brauchte Ihre Abreiſe doch nicht ſofort, heute noch
zu geſchehen! Sie hätten erſt ruhig abwarten ſollen, bis
ſich Ihnen ein neues Aſyl eröffnete. Sie wiſſen doch für
den Augenblick kaum, wohin, und — — Doch! fiel Claire
ſchnel ein. Ich habe vorgeſorgt und mir, bald nachdem
der Entſchluß, zu gehen, in mir reif geworden, für alle
Fälle eine Unterkunft bei meiner früheren Wirtin geſichert
Für mein Gepäck bitte ich allerdings noch um etwas Friſt,
bis morgen oder übermorgen, wo es abgeholt werden
wird. Ich ſelbſt gehe, ſobald ich hier fertig bin; denn
ich möchte noch vor Einbruch der Dunkelheit eintreffen; und
der Weg iſt weit. — Meinen Mann müſſen Sie aber noch
abwarten! meinte Lu beſtimmt. Es iſt doch noch manches
zu beſprechen — zu ordnen — — Aber dieſe Begegnung
mit Gröningen gerade wollte Claire um jeden Preis
ver=
meiden. War er es doch, der ſie ſo eilig von hier trieb.
Nie mochte ſie ihn, den ſie nicht mehr achten konnte,
wieder=
ſehen. Es wird mir wirklich zu ſpät! verſetzte ſie daher
ausweichend. — Wie, Sie wollen in der Tat fort, ohne
ihm Adieu geſagt zu haben? fragte Lu betroffen. Was
ſoll er denken, und was ſoll ich ihm für eine Erklärung
dafür geben? Er wird vielleicht glauben, daß ein
Ver=
ſchulden meinerſeits Sie ſo plötzlich gehen hieß, und ſehr
ungehalten auf mich ſein, daß ich Sie nicht zurückgehalten
habe! ſchloß ſie ängſtlich.
Claire befand ſich in tödlicher Verlegenheit und wußte
nicht, was ſie darauf antworten ſollte. Sie werden Ihrem
Gatten doch von jenem Briefe berichten, nicht wahr?
fragte ſie endlich. — Ich muß doch! — Nun, da wird er
auch meine Handlungsweiſe begreiflich finden. — Alſo
auch ſeinetwegen? erwiderte Lu mit großen Augen. Aus
Rückſicht für ihn? — Aus Rückſicht für mich! entgegnete
Claire, und hütete ſich, der ſie perpler und
verſtändnis=
los anſchauenden jungen Frau deutlichere Aufklärung zu
geben. — Ich werde ihm ſagen, begann Lu von neuem —
Was Sie wollen! unterbrach ſie Claire raſch und fing
wie=
der an, eifrig einzupacken. — Was werden Sie nun an=
ſangent begann Lu nach einem Weſichen wieder, indes
ſie Claire zugeſchaut. Es iſt nicht banale Neugier, die
mich fragen läßt, ſetzte ſie entſchuldigend hinzu. — Das
bedarf keiner Verſicherung, antwortete Claire freundlich,
und zögernd fuhr ſie fort: Ich weiß es für den
Augen=
blick ſelbſt nicht. Wahrſcheinlich werde ich mich nach
einer anderen paſſenden Beſchäftigung umſehen. Am
liebſten wären mir Geſangſtunden, reſpektive
Schüle=
rinnen. — Aus Ihren Erfahrungen und auch nach meiner
eigenen Meinung muß ich ſchließen, daß es für Sie
ge=
rade beſonders ſchwer ſein muß, ſo allein im Leben zu
ſtehen und Erwerb zu ſuchen. — Als Baroneſſe, gewiß!
Aber mit dem bürgerlichen Namen —. Auch noch in
anderer Hinſicht. Ihr Aeußeres — Claire ſeufzte, da ſie
der vielen Prüfungen gedachte, die ſie darum erduldete
und die ihrer ſicher noch harrten. — Wenn ich Ihnen
ir=
gendwie behilflich ſein könnte, Fräulein Schild, ſei es
auch durch Empfehlung oder — ſie ſtockte.
Nein, Geld konnte ſie dieſem ſtolzen Mädchen nicht
bieten. Sie beſchloß daher, ihr den Monat ihres
Hier=
ſeins überreich zu honorieren. Geben Sie mir
jeden=
falls Ihre Adreſſe, ja? Ich möchte Sie jetzt nicht länger
ſtören — Sie ſind ſehr liebenswürdig, Frau von
Grö=
ningen. Gewiß, ich ſchreibe ſie Ihnen auf.
(Fortſetzung folgt.)
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Vermiſchtes.
* Ein Feldpoſtbrief an den Herausgeber der
Deutſchen Kunſt und Dekoration, Hofrat Alexander Koch,
Darmſtadt, zeigt, welches Intereſſe unſere Feldgrauen auch
draußen für Kunſt und Kunſtbeſtrebungen an den Tag
legen:
Vor Soiſſons, 20. Oktober 1915.
Sehr geehrter Herr Hofrat!
Was an Entſetzen und Grauſen die Champagne über
die Blutgefilde dieſes troſtloſen Landſtriches hat
hinweg=
raſen ſehen — es iſt über mich gejagt in all den
Mona=
ten, die wir dort gelegen, und den harten Wochen, in
denen wir unſere Gegner am Durchbruch verhindert. Nun
wir in eine ruhige Gegend verlegt worden ſind, wirkt die
Urkraft der Natur wieder beruhigend auf die Nerven. Da
kommt, wie ein Gruß aus anderer, faſt unbekannter Welt,
Ihre Kunſt und Dekoration und bringt uns, Kindern,
die kaum noch etwas anderes kannten als Kreide, Sand,
Härte und bittere Notwendigkeit, einen Gruß jener
Kul=
tur, um die zu hüten wir hier draußen ſtehen, Wächter
des Vaterlandes!
Zitternd gleichſam, als könnte man es uns rauben,
nur wagen wir die Blätter zu wenden: ſeht, kommt her
und ſchaut, das ſind unſere Güter, die wir mit dem
Schwert, mit dem Blut, mit unſerem Leben decken und
verteidigen! Das iſt unſere Kultur, die in Gefahr iſt,
zu vergehen — wenn wir nicht alles einſetzen, ſie zu
retten!
Ein Gottesdienſt gleichſam iſt die Stunde, in der wir
die Deutſche Kunſt und Dekoration unter dem Krachen der
Minen, dem Donnern der Geſchütze und dem Knattern
der Gewehre anſchauen und auf uns wirken laſſen. Das
Herz wird einem weit!
Wie oft habe ich Ihre Kunſt und Dekoration hier im
Felde erhalten, und doch: noch nie ſtand es ſo klar vor
mir, als gerade jetzt, da kaum die Schrecken der
Cham=
pagne=Schlacht hinter mir lagen, welche Kulturtat
Sie erfüllen! Ihnen, ſehr geehrter Herr Hofrat, dafür zu
danken, das iſt es, was mir die Feder in die Hand zwingt!
Doch noch mehr wird in uns groß, wenn wir dieſes
Dokument deutſcher Kunſt hier im Felde erhalten. Es
zwingt uns — ſollten wir glücklich nach Deutſchland
zurück=
kehren — zu dem ſtillen Schwur, alles einzuſetzen, was
unſere Kultur der Kunſt fortzuentwickeln möglich iſt.
Denn unſere Kunſt ſteht nicht ſtill, ſie hat noch keinen
Höhepunkt erreicht — ſie entwickelt ſich. Kulturträger
wollen wir werden! Und wollen dabei treu bleiben der
Stätte, die Sie genommen, von dort die Kulturaufgaben
zu leiten, treu unſerem Darmſtadt, das mir durch ſeine
Hochſchule eine zweite Heimat wurde.
Darmſtadt — das neudeutſche Weimar!
Gleichzeitig geſtatten Sie mir, dem Darmſtädter
Hilfsfonds den einliegenden kleinen Betrag zur
Ver=
fügung zu ſtellen. Der Wunſch, eine edle Tat zu
unter=
ſtützen, mag über die geringe Höhe des Betrages
hinweg=
ſehen laſſen.
Mit ergebener Hochachtung!
Infanteriſt R. Oppenheim, Vizefeldwebel.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt II.
Geöffnet an Wochentagen von 9—12 Uhr vormittags und
3—5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geſtorbene. Am 27. Mai: Pferdeknecht, Dragoner
der Reſ.=Erſ.=Eskadron des 18. A.=K., Auguſt Groß,
20 J., ev. Am 23.: Bürgermeiſtereiſekretär i. P.
Johan=
nes Düball, 81 J., kath., Schießhausſtraße 33. Am
1. Juni: Frieda Straeter, geb. Spamer, Witwe des
Feuerwerks=Hauptmanns, 43 J., ev., Klappacher Straße 4.
Joſephine Helfert, ohne Beruf, ledig, 27 J., ev.,
Sand=
bergſtraße 49. Am 2.: Anna Maria Frank, Tochter des
Schuhmachers, 13 J., ev., Nieder=Ramſtädter Straße 177.
Am 3.: Juliane Schmidt, geb. Ewald, Witwe des
Gymnaſiallehrers, Dr., 72 J., ev., Mathildenſtraße 52.
Am 23. März: Landbriefträger Chriſtian Schäfer,
Pio=
nier der Reſ.=Pionier=Komp. 48, 34 J., ev., Neue
Nieder=
ſtraße 22. Am 23. Juni: Marie Sybille Blößer, geb.
Hoch, Witwe des Magazin=Verwalters i. P., 76 J., ev.,
Beſſunger Straße 74. Am 5. Mai: Musketier des 1. Erſ.=
Batls. Inf.=Regts. 168, Bureauaſſiſtent Albert Schäfer,
22 J., ev., Moosbergſtraße 67. Am 10. Juni: Eliſabethe
Hotz, geb. Koch, Ehefrau des Philipp Hotz, 51 J., ev.,
Forſtmeiſterſtraße 4. Am 28.: Franz Kuhn, Sohn des
Bäckers, 25 Tge., kath., Beckſtraße 78. Am 29.: Marie
Möſer, geb. Rappolt, Witwe des Zimmermeiſters,
76 J., ev., Heidelberger Straße 113. Am 12. April:
Mus=
ketier des 1. Erſ.=Batls. Inf.=Regts. 168, Bahnarbeiter
Karl Weil, 21 J., ev., Moosbergſtraße 70. Am 24.
März: Musketier des Erſ.=Batls. Inf.=Regts. 118,
Schrift=
ſetzer Johann Georg Franz Krämer, 20 J., ev.,
Aha=
ſtraße 22. Am 7. Juni: Offizier=Stellvertreter der
Fuhr=
park=Kolonne 5 18. A.=K., Dr. phil., Bankbeamter Peter
Philipp Gottſchämmer, 25 J., ev., Moosbergſtraße 94.
Am 2. Juli: Paul Ihrig, Sohn des Kutſchers, 1 Mt.,
kath., Wingertsgäßchen 4. Rudolf Heinrich Zehl, Sohn
des Kaufmanns, 2 Mte., ev., Ludwigshöhſtraße 31. Am
6.: Modiſtin Eliſabeth Lehrmund, 54 J., ev., ledig,
Rückertſtraße 8. Am 7.: Kaufmann Johannes Philipp
Auguſt Offenbächer, 58 J., ev., Herdweg 84.
Poſt=
ſchaffner i. P. Ludwig Schott, 64 J., ev.,
Kiesberg=
ſtraße 52. Am 6. Mai: Franz Bauch, Jäger der Reſ.=
Radfahrer=Komp. 76, 21 J., ev., Sandbergſtraße 16. Am
1.: Unteroffizier bei der Pion.=Komp. 241, Architekt
Fried=
rich Münch, 38 J., ev., Karlſtraße 83. Am 22.:
Kriegs=
freiwilliger im Inf.=Regt. 168, Schreiner Peter
Hart=
mann, 19 J., ev., Weinbergſtraße 34. Am 20. Februar:
Major z. D. im 1. mob. Erſ.=Batl. 2. Maſur. Inf.=Regts.
Nr. 147 Arthur Paul Adolf Auguſt Chytraeus, Bez.=
Offizier beim Hauptmeldeamt I Darmſtadt, 48 J., kath.,
Martinſtraße 74. Am 11. Juli: Landſturmmann der 3.
Erſ.=Batterie Feldart.=Regts. 25, Gärtner Georg Adalbert
Jonas, 42 J., ev., aus Ober=Wöllſtadt. Am 17. Mai:
Musketier des Reſ.=Inf.=Regts. 118, Friſeur Adam
Krenz, 21 J., ev., Sandbergſtraße 43. Am 19. März:
Leutnant im 4. Garde=Regiment zu Fuß Hans Ernſt
Maximilian von Falkenhayn, 20 J., ev., Berlin. Am
2. Februar: Gefreiter des Inf.=Regts. 140, Gürtler Adolf
Malſy, 28 J., ev. Am 22. September: Oberleutnant
der 2. Landſt.=Batterie 18. A.=K., Fabrikant Auguſt
Ja=
cobi, 43 J., ep., Saalbauſtraße 80. Am 16. Juli: Karl
Ludwig Gernand, Sohn des Schuhmachers, 10 Mte., ev.,
Neue Niederſtraße 11. Am 17.: Anna Frank, ohne
Be=
ruf, ledig, 45 J., ev., Forſtmeiſterſtraße 8. Am 16.:
Phi=
lipp Wolf, 2 Mte., Forſtmeiſterſtraße 5. Am 8.
Sep=
tember: Unteroffizier der 6. Batterie Feldart.=Regts. 25
Tiſchler Friedrich Hugo Scharfe, 23 J., ev. Am 7. Juli:
Lehrerin Henriette Pecz, 55 J., ev., Hoffmannſtraße 34.
Am 23.: Heinrich Chriſtoph Brücher, Sohn des
Metz=
gers, 1 Mt., ev., Heidelberger Straße 88. Am 20.
De=
zember 1914: Vizefeldwebel der Reſ. des 4.
Unterelſäſſi=
ſchen Inf.,=Regts. 143, Student des Ingenieurfaches Emil
Friedrich Edmund Bernhard Rudolf Joſeph Alefeld,
22 J., ev., München. Am 22. Jnni: Kriegsfreiwilliger,
Trainfahrer der 1. Komp. Landſt.=Batls. I Saarlouis,
Kaufmann Karl Weber, 20 J., ev., Neue Niederſtraße 11.
Am 27. Juli: Straßenreiniger Jakob Dieter, 48 J.,
ev., Ludwigshöhſtraße 9. Am 3. Juni: Major im
1. Großh. Heſſ. Garde=Drag.=Regt. 23 Friedrich Ludwig
Auguſt Georg Freiherr von Bellersheim, 43 J., ev.,
Eichbergſtraße 28. Am 16. Mai: Erſatz=Reſerviſt des Reſ.=
Inf.=Regts. Nr. 87, Buchdrucker Heinrich Meiſinger,
22 J., ev, Tannenſtraße 24. Am 31. Oktober 1914:
Kriegs=
freiwilliger des Reſ.=Inf.=Regts. 221, Schreibgehilfe
Georg Metzger, 20 J., ev., Martinſtraße 72. Am 3.
Auguſt: Maler Jakob Drach, 38 J., ev.,
Schießhaus=
ſtraße 66. Erſatz=Rekrut der 1. Eskadron der immobilen
Train=Erſatz=Abteilung 18, Gärtner Richard Mar Willi
Pritzkow, 20 J., ev. Am 4.: Margarete Dieter,
Toch=
ter des Straßenreinigers, 7 J., ev., Ludwigshöhſtraße 9.
Heinrich Keil, Sohn des Fabrikarbeiters, 4 J., ev.,
Neue Niederſtraße 17. Am 28. Juli: Erſatz=Rekrut im
Reſ.=Inf.=Regt. 262, Dachdecker Ludwig Wolf, 20 J.
ev., Forſtmeiſterſtraße 5. Am 9. Auguſt: Hedwig Möll.
6 Mte., ev., Kiesbergſtraße 1. Am 10.: Erſatz=Rekrut des
2. immob. Erſ.=Batls. Inf.=Regts. 117 Johann Opper,
Schloſſer, 20 J., ev. Am 6. März: Unteroffizier,
Ober=
jäger im Jäger=Regt. 3, Schneeſchuhbatl. Nr. 2. Emil
Hornung, 24 J., ev. Am 12. Auguſt: Friedrich Karl
Maurer, Sohn des Schreiners, 5 J., ev.,
Orangerie=
ſtraße 32. Am 11.: Friedrich Steuerwald, Sohn des
Taglöhners, 3 J., ev., Beſſunger Straße 72. Adam
Beſt, Sohn des Hausburſchen, 7 Mte., ev.,
Weinberg=
ſtraße 27. Am 13.: Engl. Kriegsgefangener, Soldat der
6. Komp. des engl. Königs=Inf.=Regts. „Yorkſhire‟,
Gärtner Frank Hallam, 36 J., aus Sheffield. Am 17.:
Franz Albert Guſtav Hoppe, Sohn des Malers, 5 J.,
kath., Sandbergſtraße 4. Am 18. Mai: Leutnant,
Füh=
rer der 8. Komp. des Kaiſer=Alexander=Garde=Grenadier=
Regiments Nr. 1, Hans Friedrich von Uthmann, 18 J.,
ev., zu Berlin. Am 23. Dezember 1914: Kriegsfreiwilliger
in der 4. Komp. Reſ.=Inf.=Regts 221, Student Heinrich
Franz Haas, 18 J., ev., Grüner Weg 36. Am 21. Auguſt:
Eliſabeth Hartmann, geb. Diehl, Witwe des
Zimmer=
meiſters, 68 J., Bapt., Schießhausſtraße 45. Am 22.:
Walter Dzaak, Sohn des Kataſteraſſiſtenten, 4 Mte.,
ev., Kaſſel. Am 21.: des Handelsmanns Otto Molter
Sohn, 2 St., Forſtmeiſterſtraße 5. Am 6. Mai:
Unter=
offizier der 11. Komp. 2. Marine=Inf.=Regts. Adam
Spalleck, 29 J., kath., Wilhelmſtr. 17. Am 25. Auguſt:
Monteur Johann Ludwig Rühl II., 63 J., ev.,
Wein=
bergſtraße 41. Am 25. Februar: Feldunterarzt im 2. Batl.
Reſ.=Inf.=Regts. 253 Friedrich Karl Philipp Metzler,
23 J., ev., Schießhaußſtraße 80. Am 27. Auguſt:
Katha=
rina Eliſabeth Limper, Tochter des Dekorateurs, 4 Mte.,
ev., Neue Niederſtraße 3. Am 29.: Anna Raab, geb.
Sünkel, Ehefrau des Backofenbauers, 31 J., kath.,
Roß=
dörfer Straße 67. Luiſe Kaminsky, geb. Dünkelberg,
Ehefrau des Zigarrenfabrikanten, 46 J., ev., Heidelberger
Straße 107. Eleonore Luiſe Suſanne Wilhelmine
Schmid, geb. Werner, Witwe des Profeſſors, Dr., 84 J.,
ev., Kiesſtraße 114. Am 31.: Maria Schlitzberger,
Tochter des Taglöhners, 1 J., ev., Ludwigshöhſtr. 3.
Am 5. September: Landwirt, zurzeit Gefreiter in der
immob. Train=Erſatz=Abteilung 18, 4. Eskadron, Georg
Würthele, 34 J., ev., aus Nieder=Kainsbach. Anna
Marie Schmidt, geb. Sehnert, Witwe des Lehrers,
66 J., ev., Grüner Weg 96. Am 8.: Rentner Moritz
Friedrich Wilhelm Scriba, 63 J., ev., Heidelberger
Straße 65. Am 11: Intendantur=Sekretär, Rechnungsrat
Kaſpar Dietz, 75 J., ev., Moosbergſtraße 42. Am 25.),
Mai: Poſtaſſiſtent, Erſ.=Reſ. der 3. Komp. Reſ.=Inf.=
Regts. 221, Ludwig Kufer, 25 J., ev.,
Frankenſtein=
ſtraße 13. Am 14. September: Kutſcher, Kanonier im
Feldart.=Regt. 25, 4. Erſ.=Batt., 1. Rekr.=Depot, Georg
Bangert, 20 J., ev. Erna Eliſabeth Zeiß, Tochter
des Tapeziers, 11 Mte., römiſch=kath., Sandbergſtraße 18.
Am 24. Juni: Schreiner, Gefreiter im Reſ.=Inf.=Regt. 221
Konrad Schädle, 33 J., kath., Sandbergſtraße 27. Am
28. Auguſt: Student, Musketier der 1. Komp. Reſ.=Inf.=
Regts. 211 Ludwig Hubel, 23 J., ev., Heidelberger
Straße 87. Am 7.: Buchdrucker, Landſt.=Rekrut
Land=
wehr=Inf.=Regts. 349 Guſtav Auguſt Konrad
Wilder=
mann, 32 J., ev., Frankenſteinſtraße 36. Am 17.
Septem=
ber: des Friſeurs Peter Schneider, Herrngartenſtraße 21,
Tochter, 5 St. Am 19.: Minna Kieffer, geb. Hotz,
Witwe des Landwirts, 42 J., ev., Kiesſtraße 131. Am 22.:
Schuhmachermeiſter Franz Karl Enger, 52 J., kath.,
Ludwigshöhſtraße 41. Am 7. Dezember 1914:
Kriegs=
freiwilliger, Gefreiter der 2. Komp. Reſ.=Inf.=Regts.
Nr. 221, Student jur. Wilhelm Scherpe, 19 J., ev.,
Mar=
tinſtraße 70. Am 24. September: Landwirt, zurzeit
Unter=
offizier der immob. 2. Erſatz=Abteilung Feldart.=Regts.
Nr. 25 Chriſtian Roßkamp, 36. J., ev.=luther., aus Höven
(Oldenburg). Am 21. Mai: Erſatz=Reſerviſt der Leibkomp.
Inf.=Regts. Nr. 118, Handlungsgehilfe Joſeph Karl
Volz, 22 J., ev., Ludwigshöhſtraße 74½. Am 28.
Sep=
tember: Privatier Jeremias Wolf IV 57 J., ev.,
Karl=
ſtraße 117. Am 29.: Gaſtwirt Ludwig Friedrich Wolff,
52 J., ev., Ahaſtraße 24. Am 29. Auguſt: Sergeant der
5. Eskadron Leib=Drag.=Regts. 24, Schloſſer Leonhard
Eckrich, 30 J., kath. (aus Offenbach), Weinbergſtraße 27.
Am 2. Oktober: Privatin Wilhelmine Johanna Dieter,
41 J., ev., Martinſtraße 89. Berta Geyer, Tochter des
Güterbodenarbeiters, 1 J., ev., Beſſunger Straße 66. Am
4.: Privatin Ida Alles, 30 J., ev., ledig,
Herder=
ſtraße 11. Am 26. Mai: Garde=Füſilier der 8. Komp. des
Lehr=Inf.=Regts., Tiſchler Georg Schönig, 20 J., ev.,
Klappacher Straße 78. Am 14. September:
Fabrikaufſehe=
rin Margarete Haneberg, ledig, 33 J., ev., aus
Frank=
furt a. M. Am 26. Auguſt: Kriegsfreiwilliger, überzähl.
Vizewachtmeiſter der 2. Eskadron Drag.=Regts. Nr. 23,
Student Berthold Theodor Heinrich Fiſcher, 22 J., ev.,
Heinrichſtraße 1. Am 1. September: Wehrmann der 8.
Komp. Reſ.=Inf.=Regts 83, Architekt Anton Konrad Maria
Waldemar Benda, 38 J., kath., Schießhausſtraße 57.
Am 24. März: Leutnant der Reſ. bei der 4. Batterie Reſ.=
Fußart.=Regts, 3, Dr. jur Otto Auguſt Küchler, 30 J.,
ev., Roquetteweg 10. Am 8. Oktober: Privatin Luiſe
Pietz, 75 J., ev., ledig, Schießhausſtraße 57. Am 11.:
Eliſabeth Nanny Julie Klara Marie Pabſt, ohne Beruf,
ledig, 37 J., ev., Annaſtraße 24. Am 11.: Soldat im
17. franz. Inf.=Regt., 10. Komp., zul. Kriegsgefangener,
Jean Abadic, 23 J, kath., aus Chelles=Shon B. d. Pyr.
Am 12.: Portefeuiller, Wehrmann des immob. Erſatz=
Landft.=Inf.=Batls. I Darmſtadt Kaſpar März, 32 J.,
kath., aus Bieber. Am 6. September: Erſatz=Reſerviſt der
7. Komp. Reſ.=Inf.=Regts. 221 Wilhelm Speyer, 24 J.,
ev., Schießhausſtraße 18. Am 2.: Leutnant der Reſ. der
8. Komp. Landwehr=Inf.=Regts) Nr. 10, Großh. Heſſ.
Reg.=Aſſeſſor Erich Auguſt Ernſt Johannes Kellner,
27 J., ev. Am 15. Oktober: Privatin Ottilie Noack,
75 J., ev., ledig, Martinſtraße 12. Am 25. September:
Leutnant der Reſ. der 10. Komp. Reſ.=Inf.=Regts. Nr. 81,
Ingenieur Hermann Karl Knauth, 30 J., ev.,
Mathil=
denſtraße 23. Am 19. Oktober: Katharine Eliſabethe
Heeb, geb. Momberger, Ehefrau des Hoflakaien, 69 J.,
ev., Klappacher Straße 70. Am 24. Auguſt: Landft.=
Rekrut der 11. Komp. Reſ.=Inf.=Regts. 254,
Gerichtsrefe=
rendar Karl Diller, 28 J., ev., Herdweg 99. Am 22.
September: Unterarzt der 1. Komp. des Reſ.=Jäger=Batls.
Nr. 22, aggr. Arzt Johann Addy Hein, 26 J., ev.,
Grü=
ner Weg 33. Am 20. Oktober: Geheimer Oberbergrat,
Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule Dr. Richard
Lep=
ſius, 64 J., ev., Goetheſtraße 15. Am 11. September:
Oberleutnant der Reſ. der 2. Batterie 2. Thüringiſchen
Feldart.=Regts. 55, Miniſterialſekretär Heinrich
Frei=
herr von Senarclens=Grancy, 35 J., ev., Wilhelmſtraße 26.
Am 9. Juni: Landſt.=Rekrut im Inf.=Regt. Nr. 141, Bäcker
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