Darmstädter Tagblatt 1915


Nr. 246., Montag, den 6. September.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Zeichnet die dritte Kriegsanleihe!

Von den Kriegsſchauplätzen.

* Großes Hauptquartier, 5. Sept. (W. T. B.
Amtlich.)
Weſtlicher Kriegsſchauplatz.
Keine weſentlichen Ereigniſſe.
Oeſtlicher Kriegsſchauplatz.
Heeresgruppe des Generalfeldmarſchalls
v. Hindenburg.
Zwiſchen Friedrichſtadt und Merecz (am
Njemen) iſt die Lage unverändert.
Oeſtlich von Grodno iſt der Feind hinter den Ko=
traabſchnitt
(ſüdlich Jeziory) zurückgetrieben. Die Zahl
der in den Kämpfen um Grodno gemachten Gefangenen
erhöhte ſich auf über 3600.
Von Truppen der Armee des Generals von Gallwitz
bei und ſüdlich Mſcibowo (ſüdweſtlich Wollowyſk) iſt der
Gegner erneut geworfen. 520 Gefangene wurden einge=
bracht
.
Heeresgruppe des Generalfeldmarſchalls
Prinzen Leopold von Bayern.
Der Austritt aus der Sumpfenge bei und ſüdöſtlich
Novydwor (nördlich von Pruzana) iſt erkämpft. Auch
Sweiter nördlich ſind Fortſchritte erzielt. Es wurden über
400 Gefangene gemacht und 3 Maſchinengewehre erbeutet.
Heeresgruppe des Generalfeldmarſchalls
v. Mackenſen.
Der Brückenkopf von Bereza—Kartuſka iſt
vom Feinde unter dem Druck unſeres Angriffs geräumt.
In der Gegend von Drohiczyn leiſtete der Geg=
ner
geſtern nochmals Widerſtand. Er wird weiter an=
gegriffen
.
Südöſtlicher Kriegsſchauplatz.
Die Armee des Generals Grafen Bothmer hat
eine Reihe feindlicher Vorſtellungen auf dem weſtlichen
Serethufer erſtürmt.
Oberſte Heeresleitung.

Der öſterreichiſch=ungariſche
Tagesbericht.

* Wien, 5. Sept. Amtlich wird verlautbart:
Ruſſiſcher Kriegsſchauplatz:
Die Ruſſen ſetzten unſerem Vordringen in Oſtgali=
zien
und Wolhynien heftigen Widerſtand entgegen.
Ein ruſſiſcher Angriff an der beßarabiſchen Grenze
brach vor unſeren Hinderniſſen zuſammen, wobei meh=
rere
feindliche Bataillone zerſpengt wur=
den
.
Oeſtlich der Sereth=Mündung drang der Feind
unter gewohnter Aufopferung ſeiner Menſchenmaſſen in
einen unſerer Schützengräben ein, wurde aber im Kampfe
von Mann gegen Mann zurückgeworfen, wobei er
zahlreiche Tote und Gefangene in unſerer Hand ließ.
Weſtlich von Tarnopol erſtürmten öſterreichiſch=
ungariſche
Truppen ausgedehnte feindliche Verſchan=
zungen
.
Auch bei Zalozce nahmen wir einen ruſſiſchen
Stützpunkt.
Oeſtlich von Brody und in Wolhynien gewinnt
unſer Angriff langſam Raum. Die im Fe=
ſtungsdreieck
kämpfenden k. und k. Streitkräfte haben
in den letzten Gefechtstagen etwa 30 ruſſiſche Offi=
ziere
und über 3000 Mann gefangen ge=
nommen
.
Auf dem Kloſter Budzanow, das ſich inmitten
der ruſſiſchen Front am unteren Sereth befindet, weht
ſeit einigen Tagen die Fahne mit dem Genfer
Kreuz. Wenn ſchon von Haus aus nicht angenommen
werden kann, daß ein Feldſpital mitten in der Hauptſtel=
lung
errichtet wird, ſo iſt im vorliegenden Falle überdies
feſtgeſtellt worden, daß die Ruſſen das Kloſter zu einem
ſtarken, feldmäßigen Stützpunkte ausgeſtaltet haben. Es
wird ſonach niemand erſtaunen, wenn demnächſt ruſſiſche
Berichte erzählen mögen, wir hätten das in Rede ſtehende

Kloſter trotz des Genfer Kreuzes unter Feuer genommen.
Der Feind macht ſich hier eines Mißbrauches völ=
kerrechtlicher
Abmachungen ſchuldig, der unſere
Gefechtsführung keineswegs beeinträchtigen darf.
Italieniſcher Kriegsſchauplatz.
Geſtern entwickelten die Italiener auf der Hochfläche
von Doberdo eine erhöhte, aber gänzlich erfolg=
loſe
Tätigkeit. Nach heftiger Beſchießung einzelner
Räume durch Artillerie jeden Kalibers verſuchten ſie ſchon
vormittags mehrere Vorſtöße entlang der Straße San
Martino. Alle wurden abgewieſen. Unſere Artil=
lerie
wirkte verheerend gegen den zurückflutenden Feind.
Gegen Abend nahm das Geſchützfeuer an Heftigkeit zu.
Sodann folgten wieder vereinzelte Infanteriean=
griffe
, die ſämtlich unter großen Verluſten
der Italiener ſcheiterten.
In Südtirol wurden zwei feindliche Kom=
pagnien
, die unſere Poſten in Marco angriffen, in die
Flucht geſchlagen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabes:
v. Höfer, Feldmarſchalleutnant.

Der Krieg im Orient.

* Konſtantinopel, 4. Sept. Bericht des Haupt=
quartiers
. Auf der Dardanellenfront im Abſchnitt
von Anaforta zerſtörte unſere Artillerie ſüdlich von
Azamkdere ein feindliches Maſchinengewehr. Unſere Auf=
klärungskolonnen
überraſchten an verſchiedenen Stellen
feindliche Gräben und erbeuteten eine Anzahl Kriegs=
gerät
und Telephonmaterial. Bei Ari Burnu nichts
von Bedeutung. Bei Seddul Bahr beſchoß der Feind
am 2. September zu Lande und von der Se aus wäh=
rend
zweier Stunden ergebnislos Atchitepe und Umge=
bung
. Auf dem linken Flügel verurſachte unſer
Feuer eine Exploſion in der Stellung der feindlichen
Minenwerfer. Eine Mine, die wir zur Exploſion brachten,
zerſtörte Stacheldrahtanlagen des Feindes die zum
Schutze gegen unſere Bombenwürfe dienen ſollten. Sonſt
nichts von Bedeutung.
* Konſtantinopel, 5. Sept. Das Haupt=
quartier
teilt mit: Am 4. September brachten wir an
den Dardanellen ein feindliches Unterſee=
boot
zum Sinken; wir nahmen drei Offiziere
und 25 Mann ſeiner Beſatzung gefangen.
Am Abſchnitt von Anaforta führten Erkundungs=
abteilungen
erfolgreich nächtliche Ueberfälle aus
und nahmen dem Feind von neuem zahlreiche Beute ab.
Am 4. September verurſachte unſere Artillerie auf
einem feindlichen Transportſchiff an der
Küſte bei Bujuk Kemikli einen Brand. Bei Ari
Burnu dauern Artilleriekampf und Bombenwerfen an.
Bei Sedd=ul=Bahr feuerte die feindliche Artillerie
ohne Unterbrechung und ohne Erfolg gegen die Ufer=
front
Atſchitepe. Am 4. September bombardierten unſere
anatoliſchen Batterien in der Meerenge wirkſam Barken
des Feindes am Kap Elias Burnu aus gedeckten Stellun=
gen
bei Mortoliman, ſowie ſeine Batterien und Lager
bei Sedd=ul=Bahr Infolge unſeres Bombardements
verſuchte die feindliche Artillerie zu erwidern, wurde je=
doch
zum Schweigen gebracht. Auch wurde der Feind
genötigt, ſeine Lager zu räumen und neue aufzu=
ſchlagen
. Am Abend zwangen unſere Batterien feindliche
Torpedoboote, die ſich dem Eingang der Meerenge
zu nähern verſuchten, zur Rückkehr. Ein feindlicher Damp=
fer
der lange Zeit unter dem Feuer unſerer Artillerie
blieb, wurde in der Dunkelheit auf die hohe See hinaus=
geſchleppt
.
Auf den übrigen Fronten iſt keine Veränderung ein=
getreten
.
* Konſtantinopel, 5. Sept. Wie aus Erze=
rum
gemeldet wird, verſuchte der Feind nördlich Ara=
res
einen nächtlichen Ueberfall auf die türkiſchen Trup=
pen
. In einem kräftigen Gegenangriff wurden die Ruſ=
ſen
zurückgeſchlagen, auf ihrer regelloſen Flucht
mit Bombenwürfen bis zu ihren Verſchanzungen verfolgt,
wobei ſie große Verluſte erlitten 100 Ruſſen, die
kürzlich gefangen genommen wurden, ſind in Siwas ein=
getroffen
.
* London 5. Sept. Aſhmead Bartlett ſchreibt in
einem langen Bericht datiert vom 23. Auguſt, über die
Kämpfe an den Dardanellen: Der urſprüng=
liche
Planſchlug fehl, weil das Korps die ihm ge=
ſtellte
Aufgabe; nicht ausführen konnte. Dieſe Aufgabe be=
ſtand
darin, den Feind völlig zu überraſchen und, da er
alsdann unſeren Diviſionen an dem bedrohten Punkt nur
wenige Diviſionen entgegenſtelln konnte, plötzlich durch=
zubrechen
. Der Generalſtab hatte alles getan, um den Er=
folg
des Sturmes zu ſichern. Der erſte Verſuch, die Höhen
bei Anaforta zu nehmen, brach endgültig am
10. Auguſt zuſammen, und erſt am 21. Auguſt war die Ar=
mee
in der Lage, einen Frontangriff gegen die Türken zu

unternehmen. Die Türken hatten dieſe Pauſe benutzt,
ſich einzugraben, und jede Hoffnung auf Ueber=
raſchung
war damit geſchwunden.

Der italieniſche Krieg.

* Wien, 3. Sept. Aus dem Kriegspreſſe=
quartier
wird gemeldet: Der italieniſche Generalſtabs=
bericht
vom 30. Auguſt meldet wörtlich: In Kärnten
ging der Feind nach längerer Periode der Untätigkeit
wieder zu erbitterten Angriffen gegen unſere Stellungen
am kleinen Pal über wurde aber wie gewöhnlich
zurückgeſchlagen. Im Becken von Flitſch gelang es un=
ſeren
Truppen, ſchon vor einigen Tagen bis jenſeits
dieſer bedeutenden Ortſchaft vorzudringen, doch iſt der
eigene Angriff auf den kleinen Pal glatt erfunden.
Wohl eröffnete die italieniſche Infanterie am 27. Auguſt
nachmittags ein heftiges Feuer auf die eigenen Stellun=
gen
, das jedoch durch unſer Artilleriefeuer alsbald zum
Schweigen gebracht wurde. Der von der Zivilbevölke=
rung
geräumte Ort Flitſch (Plezzo) iſt vor wie nach=
her
ſtets etwa einen Kilometer vor unſeren ſelbſtgewähl=
ten
Stellungen gelegen. Die Beſitznahme dieſes Ortes
bildete daher ſeitens des Gegners überhaupt keine Waf=
fentat
. Flitſch liegt im eigenen Feuerbereich und kann
von den eigenen Stellungen wirkſam beſchoffen werden.
Als Beweis diene daß eine italieniſche Batterie bei
Flitſch bereits zum Schweigen gebracht, ein Teil von
Flitſch in Brand geſchoſſen, in Podkloce ein Munitions=
oder
Benzindepot zur Exploſion gebracht worden iſt und
daß der Feind vor den eigenen Stellungen am Rombon
und ſüdlich davon in den letztvergangenen Tagen allein
gezählte 250 Tote und mindeſtens die dreifache Zahl an
Verwundeten eingebüßt hatte.

Die Beſchießung von Münſter.

* Straßburg i. E., 4. Sept. Franzöſiſche Kampfes=
weiſe
. Ein neues Beiſpiel für die Kampfesweiſe der
Franzoſen iſt die anhaltende Beſchießung der Stadt
Münſter. Trotzdem die Stadt ſchon ſeit einigen Tagen
vollſtändig geräumt iſt, wird ſie nach wie vor von den
Franzoſen in der ſinnloſeſten Weiſe beſchoſſen. In der
letzten Nacht brannten 14 Häuſer nieder. Dabei
wurde auch die Kirche nicht verſchont.

Ruſſiſches.

* Petersburg, 4. Sept. (Meldung der Peters=
burger
Telegraphenagentur.) Heute früh fand unter dem
Vorſitz des Kaiſers die Eröffnung einer Reihe, beſon=
derer
Beſprechungen ſtatt, welche eine Vereinheitlichung
der Maßnahmen zur nationalen Verteidie
gung zum Gegenſtand haben. Die Beratungen ſollen
ſich beziehen 1. auf eine Organiſation der Transportmit=
tel
derjenigen öffentlichen Einrichtungen, die in den Be=
dürfniſſen
der Landesverteidigung liegen; 2. auf Fragen
der Lebensmittelverſorgung; 3. auf Herbeiſchaffung von
Kriegsmaterial und Munition.
Zuerſt ſprach der
Kaiſer, welchem der Kriegsminiſter Polimanow, der
Präſident des Reichsrats Kulowzino und der Dumaprä=
ſident
Rodzianko antworteten. Nach Schluß der Ver=
ſammlung
wurden die Mitglieder von dem Kaiſer, der
Kaiſerin und dem Thronfolger empfangen.
* Kopenhagen, 4. Sept. Berlingske Tidende
meldet aus London: Ein amerikaniſcher Journaliſt, der
in den letzten Wochen eine Reiſe nach Rußland ge=
macht
hatte, meldet, daß überall rege politiſche Bewe=
gung
herrſche, deren Hauptſitz in Moskau zu ſein ſcheine.
Sie bezweckt, die jetzige unverantwortliche Regierung
durch eine neue konſtitutionelle Regierung
zu erſetzen, die das Vertrauen des Volkes genießt, ferner
eine Umbildung der beiden geſetzgebenden Kör=
perſchaften
in liberaler Richtung. In der Duma
unterſtützen alle großen Parteien die Bewegung, deren
Forderungen allmählich ſo an Stärke zugenommen hät=
ten
, daß ſie unabweisbar geworden ſeien. Die Bureau=
kratie
, die unter dieſen Umſtänden ihre Stellung be=
droht
ſehe, biete alles auf um die Führer der Bewe=
gung
einzuſchüchtern. Gerüchte von einer baldigen Auf=
löſung
der Duma wurden in Umlauf geſetzt. Polizei=
ſpione
folgen den Dumaabgeordneten auf Schritt und
Tritt. Angebereien blühten wie in den ſchlimmſten Zei=
ten
des alten Regimes. Die Dumamitglieder ließen ſich
nicht abſchrecken und fänden überall Unterſtützung. In
ganz Rußland ſchlöſſen ſich Induſtrie, Magiſtrate,
Semſtwos und Schuſen der Bewegung an. Die Duma
fühle, daß ſie das Volk hinter ſich habe im Kampf gegen
die unfähige Bureaukratie, und daß ihre Stellung ſo ge=
feſtigt
ſei, daß die Ratgeber des. Zaren kaum wagen
würden, ihre Forderungen abzuweiſen. Auch die For=
derung
einer Aenderung der Stellung der nichtflawiſchen
und nichtorthodoxen Bevölkerung, der Erweiterung der
Preßfreiheit und ähnlicher Reformen wird immer
dringender und unabweisbarer.

Die Balkanſtaaten.

* Budapeſt 5. Sept. (Zenſ. Frkft.) Nach einer
Niſcher Meldung der Bukareſter ruſſophilen Dimineata
hat die ſerbiſche Regierung am Mittwoch den

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Vertreter der Entente den erſten Teil ihrer Ant=
wortnote
überreicht, die in allgemeinen Zügen
die Stellungnahme Serbiens zu den Vorſchlägen der
Entente kennzeichnet. Der zweite Teil ſoll in den näch=
ſten
Tagen überreicht werden. Serbien akzeptiert, nach
Mitteilungen aus diplomatiſchen Kreiſen, die Vorſchläge
der Entente zum größten Teil, bezeichnet jedoch be=
ſtimmte
Bedingungen, die der zweite Teil der Antwort=
note
erörtern wird.
Sofia, 4. Sept. Das ruſſophile Blatt Duma
meldet, daß der ruſſiſche Geſandte Sawinsky
abberufen und wahrſcheinlich durch den Leiter des
Orientdepartements im Miniſterium des Auswärtigen,
Gulkewitſch, erſetzt werden wird. Nach demſelben Blatt
ſollen die Vierverbandsdiplomaten in Sofia mit der
Antwort Serbiens auf die Vorſchläge des Vier=
verbandes
ſehr unzufrieden ſein, ſelbſt die beſten
Freunde Serbiens. Es heiße, daß der Vierverband jetzt
darüber berate, ob man Zwangsmaßregeln gegen Serbien
anwenden ſolle.

Die Arbeiterbewegung in England.

* London, 4. Sept. Das ſchottiſche Munitions
gericht in Glasgow verurteilte 17 Schiffbauer, die
ſeit dem 23. Auguſt ſtreikten, zu je zehn Pfund Ster=
ling
Geldſtrafe oder 30 Tagen Haft. Der Streik erfolgte
wegen der Entlaſſung mehrerer Arbeiter, die bei den im
Bau befindlichen Schiffen auf der Fairfieldwerft rauch=
ten
, Zeitungen laſen und die Arbeit vertrödelten, anſtatt
zu arbeiten. Seitdem ſſtreikten 426 Schiff=
bauer
.
Eine Konferenz von 22 Gewerkſchaften
in Woolwich forderte von Lloyd George für ſämtliche
von der Regierung beſchäftigten Arbeiter des Londoner
Bezirkes eine Kriegszulage von vier Schilling und
zehn Pence für Stückarbeit, die einer Gruppe von Arbei=
tern
bewilligt worden war.

Einſtellung des bulgariſchen Eiſenbahnverkehrs
nach Griechenland.

* Konſtantinopel, 5. Sept. (Zenſ. Frkft.) Zu=
verläſſig
erfahre ich, daß Bulgarien den Eiſen=
bahnverkehr
nach den griechiſchen Sta=
tionen
der Saloniki=Eiſenbahn einſtellte. Gleich=
zeitig
geſtattet Bulgarien nicht mehr den Uebertritt
helleniſcher Untertanen auf bulgariſches Gebiet.

Ein Abkommen Griechenlands mit der Entente.

* Athen, 4. Sept. Meldung der Agence d’Athönes.
Zwiſchen den Ententemächten und Griechen=
land
iſt ein Abkommen über den Handel und die
Schiffahrt Griechenlands unterzeichnet worden.
Griechenland übernimmt die Verpflichtung, durch geſetz=
geberiſche
Maßnahmen den Handel mit Bannware zu
verhindern. Die Ententemächte werden der freien
Ausfuhr von Tabak und Roſinen innerhalb
der Grenzen der bisher nach den verſchiedenen Ländern
ausgeführten Mengen kein Hindernis in den Weg legen
und die Ausfuhr aller ausſchließlich für den inneren
Bedarf Griechſenlands beſtimmten Waren aus
England und ſeinen Kolonien nach Griechenland geſtatten.
Dieſe Vereinbarung wird die Aufhebung der Durch=
ſuchung
griechiſcher Schiffe auf dem Wege von einem
Hafen zum anderen zur Folge haben.

Mobilſſation in Rumänien!

Zürich, 5. Sept. Die Neue Züricher Zeitung
meldet aus Genf: Die in der Schweiz ſich aufhalten=
den
Rumänen, die der Reſerve oder der aktiven Ar=
mee
angehören, haben den Befehl erhalten, zu ihren
Truppenteilen einzurücken.

England und die Vereinigten Staaten.

* London, 5. Sept. Die Blätter melden aus
New=York: New=York World beantwortet die Artikel
der engliſchen Preſſe mit folgenden Ausführungen: Die
amerikaniſche Regierung hat getan, was ſie beabſichtigte,
und hat das Völkerrecht aufrechtekhalten. Wenn Eng=
land
unbefriedigt iſt, ſo ſteht es ihm frei, den Sieg
bis zum letzten Ende zu erringen, was ja der Zweck der
britiſchen Flotte ſein ſoll. Die Auffaſſung der Londoner
Preſſe, daß die amerikaniſche Diplomatie die
britiſche Schiffahrt vor allen Gefahren
deutſcher Angriffe ſchützen ſollte, iſt bezeichnend
für die Ideen der Engländer von heute. Wenn ein Eng=
länder
von einem kriegführenden Ausländer in irgend=
welchem
Weltteile eines auf den Kopf bekommt, ſo erhebt
ſich die britiſche Preſſe in feierlicher Würde und ruft dra=
matiſch
aus: Was beabſichtigen die Vereinigten Staaten
gegen ſolche Infamie zu tun! Wenn die Vereinigten
Staaten, fährt das Blatt fort, in dieſem Kriege als Eng=
lands
Hüter handeln und engliſche Schlachten ausfechten
ſollen, müßten ſie zunächſt fordern, daß die britiſche
Regierung Wilſon übertragen würde.

Der Feldpoſtverkehr nach dem Oſten.

* Berlin, 4. Sept. (W. T. B. Amtlich.) Bis auf
weiteres werden Privatgüter und Paketſen=
dungen
an Heeresangehörige der 12. Armee (General
v. Gallwitz) nicht angenommen. Bei Zweifeln über die
Truppenzugehörigkeit wird vorherige Anfrage bei dem
nächſten Militärpaketdepot mittelſt der bei jeder Poſt=
anſtalt
erhältlichen grünen Doppelkarten empfohlen.

* Paris, 5. Sept. Der japaniſche Botſchafter
Baron Ihſii reiſte geſtern abend nach Marſeille
ab, um ſich dort nach Japan einzuſchiffen. Meldungen
über eine Reiſe nach London entbehren jeglicher Be=
gründung
.
*
Paris, 5. Sept. Das Journal meldet aus
Madrid: Die Regierung hat die Nachricht über die
Mobilmachung von 300000 Mann im Oktober
für falſch erklärt.
Paris, 5. Sept. Eine für den Heeresbedarf
arbeitende Fabrik in Elichy iſt niedergebrannt.
Wie der Matin berichtet, ſoll der Schaden ſehr groß ſein

Darmſtadt, 6. September.
Städtiſcher Lebensmittelverkauf. Wie bereits
mitgeteilt, ſind die von der Stadt zur Zeit zum Verkau
gelangten Erbſen Ware zweiter Qualität. Vorwürfe
ſind um ſo ungerechtfertigter, als die Erbſen gekocht gut
ſchmecken und die Stadt bei dem Preiſe von 30 Pfg. er=
hebliche
Zuſchüſſe aus öffentlichen Mitteln leiſtet.

Freilicht=Aufführung auf der Marienhöhe.

W-l. Geſtern nachmittag fand auf dem freien Platze
vor dem Geneſungsheim auf der Marienhöhe zum Beſten
des Roten Kreuzes unter dem Protektorat der Großher=
zogin
eine von Mitgliedern der Hofbühne veranſtaltete
Freilicht=Aufführung ſtatt, der der Großher=
zog
und die Großherzogin mit Gefolge und ein
zahlreiches Publikum beiwohnten. Das Wetter, das an=
fangs
bedrohlich ſchien, blieb der Veranſtaltung, die etwa
1½ Stunden dauerte, bis zum Schluſſe günſtig.
Für die numerierten Plätze waren Stühle und für die
unnumerierten Bänke aufgeſtellt. Die ganze rechte Hälfte
des Zuſchauerplatzes war von Verwundeten beſetzt. Die
Szene ſpilelte auf einer von zwei großen Bäumen über=
dachten
Treppe, wodurch der Uebelſtand, daß die hinteren
Plätze nicht anſteigen und die Ausſicht durch die Kopf=
bedeckungen
zum Teil verſperrt wird, etwas behoben
wurde. Theaterzettel waren nicht ausgegeben worden.
Nach zwei einleitenden Vorträgen des durch andere
Inſtrumente verſtärkten Darmſtädter Streichquartetts ge=
langte
als erſtes Stück Goethes dichteriſches Erſtlingswerk,
das graziöſe Schäferſpiel Die Laune des Ver
liebten, zur Aufführung, für das ſich die Naturbühne
ganz beſonders eignet, während bei den in einem ge=
ſchloſſenen
Raum gedachten Hans Sachs=Spielen die Phan=
taſie
etwas nachhelfen muß. Frau Gothe (Egle), Frau
Meißner (Amine), Herr Ehrle (Eridon) und Herr
Schneider (Lamon) gaben ein durch Anmut und Grazie
der Erſcheinungen ſowohl als auch durch Natürlichkeit und
Liebenswürdikeit der Darſtellung und harmoniſches Zu=
ſammenſpiel
ausgezeichnetes Quartett ab
Die Hans Sachs=Spiele Der Roßdieb und
Dertote Mann waren in Koſtüm und Spiel in dem
derb=volkstümlichen Stile ihrer Zeit gehalten, womit man
das Richtige getrofſen hatte, da nur ſo die prächtige Ur=
wüchſigkeit
und der volkstümliche Humor des Meiſters
die aus dem Geiſte ihrer Zeit heraus beurteilt werden
müſſen, in das rechte Licht geſtellt werden können. Die drei
einfältigen Häupter der Gemeinde Fünſingen, Böll, Lin=
delfritz
und Gangeldötſch, die Gericht halten über den
Roßdieb und ihn laufen laſſen, wurden durch die Herren
Kleinert, Peterſen und Jürgas ſehr ſtilvoll
verkörpert und ſie bewahrten auch in den grotesken Szenen
noch echten Humor, während der geriebene Roßdieb, den
Herr Weisker recht gewandt ſpielte, auch einem mo=
dernen
Charakterdarſteller noch eine dankbare Aufgabe
ſtellt. Viele Heiterkeit erweckte das Spiel vor dem klugen
Hans, der ſich tot ſtellt, um die Treue ſeines Weibes zu
erproben, das ſich aber, nachdem es der Probe kläglich
unterliegt, nicht verblüffen läßt, ſondern ſich mit Geiſtes
gegenwart aus der Schlinge zieht, indem es behauptet,
ſeine Liſt von Anfang an durchſchaut zu haben. Das zärt=
liche
Ehepaar wurde durch Herrn Harprecht und Frl.
Niedt meiſterhaft dargeſtellt, während das wahlver=
wandte
zweite Ehepaar durch Herrn Hacker und Frau
Müller=Hanno verkörpert wurde.
In der Zwiſchenpauſe wurden noch zwei weitere im
Stile des 16. Jahrhunderts gehaltene Muſikſtücke geſpielt.
Dem anweſenden Publikum, namentlich aber unſeren
feldgrauen Verwundeten, denen mit dieſer Aufführung
eine Freude bereitet werden ſollte, dürften dieſe der hei=
teren
Muſe gewidmeten Stunden in angenehmer Erinne=
rung
bleiben.

Die Einweihung des Hindenburg=Denkmals
in Berlin.

* Berlin, 4. Sept. Der. Eiſerne Hinden=
burg
von Berlin auf dem Königsplatz vor der
Siegesſäule wurde vormittags 11¼ Uhr feierlich einge=
weiht
. Das Wetter war ſchön. Eine wahre Völker=
wanderung
nach dem Königsplatz hatte ſich vollzogen.
Vor dem verhüllten Bildwerk waren vier ruſſiſche Ge=
ſchütze
aus der Schlacht von Tannenberg aufgefahren.
Die zahlreichen Ehrengäſte wurden von dem Vorſtand
der Nationalſtiftung für die Hinterbliebenen von im
Kriege Gefallenen und von dem Künſtler, Bildhauer
Marſchall, empfangen. Für die Kaiſerin war Prin=
zeſſin
Auguſt Wilhelm erſchienen, welche mit
Frau von Hindenburg auf der Empore Aufſtellung nahm.
Ferner waren der Reichskanzler und die Miniſter
und Staatsſekretäre ꝛc., die Generaloberſten Keſſel und
Moltke, der Oberpräſident von der Schulenburg, Ober=
bürgermeiſter
Wermuth, Mitglieder der Parlamente und
Univerſität, die Spitzen der Behörden, zahlreiche Offi=
ziere
der Armeen Hindenburg, die hier Erholungs=
urlaub
haben, ſowie Offiziere und Mannſchaften des
dritten Garderegiments angekommen. Ein Zeppelin
und ein Militarluftſchiff überfuhren den Feſtplatz.
Die Prinzeſſin Auguſt Wilhelm wurde vom Reichs=
kanzler
und dem Vorſtand der Nationalſtiftung empfangen.
Die kleine Tochter des Bilhauers Marſchall überreichte
einen Roſenſtrauß. Die Liedertafel ſang Beethovens
Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre!‟ Der Reichs=
kanzler
hielt ſodann die bereits gemeldete Feſtanſprache.
An das Kaiſerhoch ſchloß ſich die Nationalhymne, von
allen Anweſenden geſungen. Dann wurde das ſtattlich
trotzige zehn Meter hohe Bildwerk enthüllt, von be=
geiſterten
Hochrufen der Menge begrüßt. Oberbürger=
meiſter
Wermuth übernahm das Standbild in den
Schutz der Stadt.
Die Verſammlung ſang: Deutſchland, Deutſchland
über alles. Die Prinzeſſin Auguſt Wilhelm begleitet
von Frau Hindenburg, begab ſich als erſte zu dem Bild=
werk
, um an dem hölzernen Sockel, wo der Name
Hindenburg ſteht, den erſten Nagel einzuſchlagen. Die
anderen Ehrengäſte folgten. Ihnen ſchloſſen ſich viele
Hunderte an, um durch Einſchlagen der Nägel dieſe
patriotiſche Feier mit der Tat der opferwilligen Vater=
landsliebe
zu ſchließen.

Friedensjuſtiz.

Nie iſt das Wort Friede mit ſolch ehrfürchtiger
Scheu ausgeſprochen worden als jetzt, wo noch immer
nicht durch das Nachtgewölk des Weltkrieges die hoff=
nungsfrohe
Morgenröte neuer Friedenszeit ſich zeigen
will. Iſt es aber ein ſo Wunderbares nur um den Frie=
den
der Völker, nicht auch um den Frieden des eigenen
Volkes, der Volksgenoſſen? Ungezählte Federn ſchreiben
vom Burgfrieden. Denken aber alle, ſoweit es ſie an=
geht
, an ihn? Sind nicht insbeſondere unſere Gerichts=
ſäle
nach wie vor oft genug noch die Schauplätze eines
häßlichen Streitens, nicht eines Kampfes um das Recht?
Der Ruf nach einer Friedensjuſtiz,
einem Güteverfahren, iſt lauter denn je geworden. Der
Ruf mag viele ſammeln, die einſehen, wie oft das Volks=
wohl
, aber auch perſönlicher Intereſſenſtandpunkt, es ge=
bieten
nicht nur für die Kriegszeit, ſondern auch jede
ſpätere Friedenszeit lieber dem Gegner in angemeſ=
ſenem
Vergleiche die Hand zu reichen, als unter Ver=
ſchwendung
wer weiß welcher Kraft und Geldopfer das

Recht, wie man es ſieht, zu ſehen ſich einredet, zum
fernen ungewiſſen Ende durchzutreiben. Allein weite
Kreiſe ſtehen dieſer beſonnenen Erkenntnis fern, werden
ihr auch fern bleiben, wenn nur die Bemühung der Ju=
riſten
um Förderung der Friedensjuſtiz, ſo durch
geſetzliche Regelung des Güteverfahrens, weiterbringen
ſoll. Bei der Unzahl von Beziehungen, von denen die
Geſtaltung des Rechtslebens abhängig iſt, ſcheint jeder
weittragende Erfolg von der Mitarbeit aller zur Lei=
tung
der Volksſeele berufenen Stände bedingt. An ſie
alle, an alle Organiſationen der Volksberufe, muß der
Appell gehen: Unterſtützet die Funktionäre der Rechts=
pflege
in ihrem Streben, dem Volk die unausſprechlich
große Wohltat einer ſich immer mehr einbürgernden
Friedensjuſtiz zu beſcheren!
Wieviele ſtehen nicht oft genug als Aufwiegler hinter
dem, der noch ſchwankt, ob er ſtatt des Weges friedlicher
Einigung den erbitternden des Rechtsſtreites gehen ſoll!
Wie manches Wort bleibt ungeſprochen, das, von unver=
dächtiger
, einflußreicher Seite kommend, rechtzeitig von=
voreiligem
Entſchluß zurückrufen würde! Faſt jeder, der
eine im beſcheidenen, der andere im großen Kreiſe, kann
zur Mehrbewertung der Friedensjuſtiz beitragen, nicht
zu der Utopie, als ob einmal der Tag allgemeinen Rechts=
friedens
anbräche, der ebenſowenig erſcheinen wird, als
der Tag niegeſtörten Völkerfriedens, wohl aber zu dem
geſunden Gedanken, wie ſehr ſich die Rechtsſtreitfälle bei
gutem Willen zum Vorteile der Gutwilligen beſchränken
laſſen.
Von der Kanzel töne mehr als bisher gerade dieſes
Friedenswort, unſere Lehrerſchaft gebe es der Jugend
als eine ihrer beſten Lehren mit; der Arzt zeige ſeinen
goldenen Schutz gegen drohende Zerſtörung ſo mancher
Nervenkraft im leidigen Prozeßhader!
Das oft angeführte Wort des Freiherrn Atting=
hauſen
: Seid einig einig einig iſt nicht nur die
letzte Weisheit aus dem Armſeſſel eines Sterbenden, iſt
die große Lebensweisheit, die unſere Bewegung zu einer
Friedensjuſtiz ſich zu eigen machen will.
Rechtsanwalt Felix Joſeph Klein (Bonn).

Literariſches.

Heſſiſche Chronik Monatsſchrift für Fa=
milien
und Ortsgeſchichte in Heſſen und Heſſen=Naſſau.
Begründet von Dr. Herm Bräuning=Oktavio, herausge=
geben
von Prof. D. Dr. Wilhelm Diehl. Das September=
heft
des 4. Jahrgangs hat folgenden Inhalt: Ober=
pfarrer
Hermann Knott: Heſſiſche Familienkunde; Archi=
var
a. D. F. W. E. Roth: Adolf von Breithard, ein Kur=
mainzer
Staatsmann des 15. Jahrhunderts; Regierungs=
rat
Dr. Viktor Würth: Wappen blühender heſſiſcher Bür=
gergeſchlechter
, XIV.; Dr. Karl Eſſelborn: Die Torbauten
am Beſſunger Herrngarten; Prof. D. Dr. Wilhelm Diehl:
Studien zur Gießener Matrikel, X; Bücherſchau; Aus
Zeitſchriften. Der Bezugspreis beträgt vierteljährlich
1,50 Mk., jährlich 6 Mk. Preis des Einzelheftes 60 Pf.
Beſtellungen wolle man richten an den Verlag, den
Herausgeber oder an jede beſſere Buchhandlung, durch die
auch Probehefte erhältlich ſind. Verlag der L. C. Wittich=
ſchen
Hofbuchdruckerei in Darmſtadt.
In Dr. Sally Rabinowitz Verlag Leipzig erſchien:
Gott erhalte Franz den Kaiſer, Roman aus
dem großen Krieg von Kurt Matull. 1.3. Tauſend,
Preis broſchiert 3 Mk., gebunden 4 Mk. Es iſt der erſte
öſterreichiſche Kriegsroman, das Werk Kurt Matulls;
aber er iſt nicht nur darum intereſſant und von bleiben=
dem
Wert. Der Roman iſt nicht nur eine ſpannende Er=
zählung
, er iſt ein erhebendes Erlebnis. Bei der großen
Liebe und Verehrung, mit der die Völker ſeiner Mon=
archie
und ſeine treuen Bundesgenoſſen zu dem greiſen
Fürſten aufblicken, wird das Buch überall freudig Ein=
gang
finden.
* Neu erſchienene Broſchüren: Bismarck
und wir, von Paul Rohrbach (Inhalt: 1. Bismarckgeiſt;
2. Sprengt die engliſche Weltfeſſel; 3: Beſchwörung der
ruſſiſchen Gefahr: 4. Deutſchland als Befreier). München,
F. Bruckmann, A.=G. Preis 1 Mk. Waffenklänge.
Kriegsgedichte 1914/15 von Max Gg. Zimmermann.
Oldenburg i. Gr. Gerhard Stalling. 50 Pf. Die natur=
gemäße
Behandlung der Augenkranken von Profeſſor
Dr. med. E. Klein, Berlin. Preis 40 Pf. 2. Auflage. 1914.
Verlag Lebenskunſt=Heilkunſt, Berlin SW, Halleſche
Straße 20. Rußlands Fremdvölker, ſeine Stärke und
Schwäche (J. F. Lehmanns Verlag, München. 0,50 Mk.)
von Ekkehard Oſtmann. Arterienverkalkung, Weſen und
Bedeutung, Vorbeugung und Behandlung von Profeſſor
Dr. Otfried Müller, Direktor der Mediziniſchen Klinik in
Tübingen. 2. Auflage. Preis 60 Pf. (Porto 5 Pf.)

Letzte Nachrichten.

Stockholm, 5. Sept. Ein kürzlich aus Finnland
angekommener Mann teilte dem Blatte Aftenpoſten mit,
daß die Eiſenbahnbrücke über Pajoviken bei
Ekenaes, die ſeit Kriegsbeginn unterminiert iſt, durch
einen Blitzſchlag, der die Minen zur Exploſion brachte,
zerſtört worden ſei. Die Wirkung der Exploſion ſei
furchtbar geweſen. Der Wachtpoſten ſei ſofort ge=
tötet
und große Steinblöcke ſeien bis in die Stadt
geſchleudert worden. Die Brücke war 300 Meter lang.
* Bari, 5. Sept. Nach ſtändigen Ueberſchwem=
mungen
, die vorgeſtern einſetzten, zählt man bis jetzt
19 Tote in Bari, zwei in Capurſo, zwei in Tri=
giano
, außerdem 50 Verletzte, darunter viele=
Leichtverletzte.

Verluſtliſte.

* Die Preußiſche Verluſtliſte Nr. 314 ent=
hält
u. a.: Infanterie=Regiment Nr. 117; Reſerve= Infan=
terie
=Regiment Nr. 118. Feldartillerie=Regiment Nr. 25.
—Weiter ſind erſchienen die Bayeriſche Verluſtliſte Nr. 216
und die Sächſiſche Verluſtliſte Nr. 187.
* Die Preußiſche Verluſtliſte Nr. 315 ent=
hält
u. a.: Infanterie=Regiment Nr. 117; Reſerve= Infan=
terie
=Regimenter Nr. 118, 221; Landſturm=Infanterie= Ba=
taillone
II und IV Darmſtadt, Erbach; Dragoner= Regi=
ment
Nr. 23; Feldartillerie=Regiment Nr. 25. Weiter ſind
erſchienen die Bayeriſche Verluſtliſte Nr. 216, die Würt=
tembergiſche
Verluſtliſte Nr. 252 und die Marine= Verluſt=
liſte
Nr. 45.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Rheumatiſche
u. Nerven=Schmerzen
wurden mit Togal=Tabletten raſch
und dauernd bekämpft, ſelbſt nach=
dem
andere Mittel verſagt hatten.
potheken erhältlich. Beſt.: Acid. aced. salic.
Chinin. Mg. Li.
(I,12646

[ ][  ][ ]

Statt jeder besonderen Meldung.
Gestern abend verschied sanft im 78. Lebensjahre zu Darmstadt unsere herzens-
gute
, unvergessliche Mutter und Grossmutter
Frau Sophie Rose, geb. Sacki.
Darmstadt (Bismarckstrasse 39), Fürth i. B., Mürnberg, 5. September 1915.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Oberlandesgerichtsrat Dr. Rose,
Anna Reis, geb. Rose,
Berta Rose,
Ella Geiershoefer, geb. Rose,
Maria Rose, geb. Sahlmann,
Justizrat Dr. Reis,
Rechtsanwalt Dr. Geiershoefer.

Die Beerdigung findet in aller Stille in Meiningen statt.
Wir bitten, von Beileidsbezeugungen und Blumenspenden abzusehen.

(12662

Tageskalender:

Monatsverſammlung des Vereins für Vogel=
und Geflügelzucht um 9 Uhr in der Krone.

Verſteigerungskalender.

Dienstag, 7. September.
Obſt=Verſheigerungen: 8 Uhr der Gemſeinde
Hahn bei Pfungſtadt (Zuſammenkunft am Viehweg),
8½ Uhr auf dem Krappendamm bei Stockſtadt, 9 Uhr
der Gemeinde Stockſtadt (Zuſammenkunft an der Rhein=
ſtraße
), 11 Uhr am Plattenhof (Gemarkung Erfelden),
3 Uhr der Gemeinde Pfungſtadt (Zuſammenkunft
an der Neumühle).

Großh. Hofbibkiothet,geöfnet Montag bis Frei=
tag
von 91 Uhr und nachmittags von 35 Uhr,
Samstag von 91 Uhr.
Städtiſches Hallenſchwimmbad, Mühlſtr. 33,
geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8½ Uhr; die
Schwimmhalle iſt offen von 79, 122 und 58½
Uhr für männliche Beſucher, von 912 und 25 Uhr für
weibliche Beſucher.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

Große Sendung
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[ ][  ]

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Städtiſches Leihamt Darmſtadt.
Betreffend: Ernenerung der Verſatzzeit von Pfändern.

Die Pfandſchuldner der in der Zeit vom 1. September bis
31. Dezember 1914 verſetzten Pfänder Nr. 35378 bis ein=
ſchließlich
Nr. 41921 (grünes Pfandſchein=Formular) werden
hiermit zur Erneuerung der Verſatzzeit mit dem Anfügen aufge=
fordert
, daß dieſe bis zu den betreffenden Verfalltagen wie auf
den Pfandſcheinen angegeben unter Zahlung der rückſtändigen
Zinſen und der Erneuerungsgebühr ſtattfinden muß.
Nach Ablauf der betreffenden Friſten (ein Jahr nach den
Verſatztagen) können die verfallenen Pfänder nur noch ausgelöſt
werden.
(12654a
Darmſtadt, den 1. September 1915.
Städtiſches Leihamt.
Paul.

Schulgeld=Nahnung.

Das Ende Auguſt ds. Js. fällig geweſene Schulgeld für das
Großh. Realgymnaſium und deſſen Vorſchule, Großh. Oberreal=
ſchule
, die Vorſchule der Großh. Gymnaſien, die Viktoriaſchule
und das Lehrerinnenſeminar, die Eleonorenſchule und Frauen=
ſchule
und die Mittelſchulen für das III. Kalender=Vierteljahr 1915
iſt bis zum 10. ds. Mts. hierher zu bezahlen. Erfolgt dies nicht,
dann wird das koſtenpflichtige Zwangsvollſtreckungsverfahren ein=
geleitet
und es werden vom 11. September ab Pfandkoſten erhoben.
Dieſe öffentliche Mahnung tritt mit Genehmigung Großh.
Miniſteriums des Innern für die Dauer der Kriegszeit an Stelle der
(12502a
ſeitherigen Zettelmahnung.
Die Stadtkaſſe.
J. V. Schneider.

Alice=Schule.
Das Winterhalbjahr mit den Vorkurſen der beiden Seminare beginnt
Donnerstag, den 14. Oktober 1915.
Die Kochſchule am 1. Oktober.
Gewerbliche Fachkurſe für:
1. Handnähen und Anfangsunterricht im Maſchinennähen.
2. Maſchinennähen, Muſterzeichnen und Wäſchezuſchneiden.
3. Schneidern. 4. Bluſenkurſus. 5. Bügeln, viermonatl. Kurſus
und einmonatl. Kurſus. 6. Flicken. 7. Weißſticken und Fein=
ſtopfen
. 8. Kunſthandarbeit. 9. Freihandzeichnen. 10. Spitzen=
klöppeln
. 11. Spindelgipüre. 12. Holzbrand, Schnitzen und
Tarſo. 13. Kochen und Backkurſus (im Monat Dezember).
14. Stenographie und Maſchinenſchreiben (fünfmonatl. Kurſus).
Anmeldungen werden im Monat September Freitags nach=
mittags
von 46 Uhr im Vorſtandszimmer der Alice=Schule, Friedrich=
ſtraße
4, entgegengenommen.
Handarbeits=Seminar, Haushaltungs=Seminar und Handels=
(12305odo
kurſus beginnen im Frühjahr.
Der Vorſtand.

Fröbel-Seminar zu Darmstadt
Gegründet 1872. Saalbaustr. 8 Gegründet 1872
Mittwoch, 13. Oktober, beginnt ein neuer Kurſus
zur Ausbildung von Kindergärtnerinnen u. Fröbelſchen
Erzieherinnen. Anmeldungen werden Montag und
Donnerstag vormittag 1012 Uhr von der unter=
zeichneten
Vorſteherin entgegengenommen.
Th. Schultz=Gora

12553a)


Bismarckſtr. 18.

Pädagogium Neuenheim-Heidelberg.
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von beiden) an vorgeſchrittene
Schüler im Hauſe derſelben? Ang.
mit Preisang., ev. auch Referenzen
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Der Hessische Hauptverein der
Gustav-Adolf-Stiftung
veranstaltet am Donnerstag, den 9. Sept., abends 8 ¼ Uhr,
im grossen Saale der Turngemeinde (Woogsplatz 5)
eine Offentliche Versammlung
unter Mitwirkung der Kirchenchöre der Martins- und
der Johannesgemeinde
wobei Generalsuperintendent D. Schöttler aus Königsberg in Ostpr. einen
Lichtbilder-Vortrag
über: Kriegsnot und Kriegshilfe in der Evangelischen
Kirche Ostpreussens‟
halten wird.
(12573som
Eintrittskarten für numerierte Plätze zu 1 Mk., für andere zu
20 Pfg. sind im Verkehrsbureau, in der Waitz’schen Hofbuchhand-
lung
, bei Buchbinder Heckmann und abends an der Kasse zu haben

Verem Tul-Verbrortung Vch Volksbllaung

Montag, den 13. September, abends 8 ¼ Uhr
im Kaisersaal
Oeffentlicher Vortrag
von Herrn Pfarrer Vogel:
Eihrahrung tu mohard WaghersFarstiar

Eintrittskarten zu 40 Pfg.; für Mitglieder, Schüler und an-
geschlossene
Vereine zu 25 Pfg. am Verkehrsbureau und bei
J. Mylius, Herdweg 2.
Vorbehaltene numerierte Plätze zu 1 Mk., für Mitglieder zu 80 Pfg.
(12652oo
nur am Verkehrsbureau.

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Körbe aller Art, ſowie Bürſten, Beſen,
Waſchſeile, Türvorlagen, Ausklopfer,
Putz= und Fenſtertücher.
Daſelbſt werden auch Körbe ausgebeſſert und
Rohrſtühle gut geflochten.
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