Darmstädter Tagblatt 1915


Ntr. 16., Samstag, den 16. Januar.

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178. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der wöchentlichen Beilage:
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, Anzeigenerpeb. des Zu= und Auslanbes. Bei
Konkurs ob. gerichtl. Beitreib. fällt jeb. Kabatt weg.

Der Krieg.

Von den Kriegsſchauplätzen. Die Kämpfe in Kamerun und Togo. Die belgiſchen Kunſtdenkmäler. Jtalien und der
Krieg. Die politiſche Zenfur in Frankreich. Das Ausfuhrverbot von Kriegsmaterial aus Schweden. Sin Erlaß des Kaiſers.
Ein franzöſiſches Unterſeeboot zum Sinken gebracht.

Von den Kriegsſchauplätzen.

Schwere Niederlage der Franzoſen und
Rückzug über die Hisne.

* Großes Hauptquartier, 15. Jan.
(W. T. B. Amtlich.)

Weſtlicher Kriegsſchauplatz.

Vor Weſtende zeigten ſich geſtern einige
Torpedoboote und kleinere Fahrzeuge, die ſich
der Küſte bis auf etwa 14 Kilometer näherten.

Franzöſiſche Angriffe beiderſeits Notre
Dame de Lorette nordweſtlich Arras wurden
von unſeren Truppen abgewieſen.

Ein vor 8 Tagen bei Eeerie nördlich
Arras dem Feinde entriſſener von Teilen
einer Kompagnie beſetzter Schützengraben ging
uns geſtern verloren. Die Kämpfe an dieſer
Stelle ſind heute wieder im Gange.

Nördlich und nordöſtlich Soiſſons iſt das
nördliche Aisne=Ufer von Franzoſen
endgültig geſäubert worden. Die
Deutſchen eroberten in ununterbrochenem An=
griff
die Orte Cuffiſe, Crony und Buey=
le
=Long, Miſſy und die Gehöfte Vauxrot
und Verrerie. Unſere Beute aus den drei=
tägigen
Kämpfen nördlich Soiſſons beläuft ſich
jetzt auf rund 5200 Gefangene, 14 Ge=
ſchütze, 6 Maſchinengewehre und
mehrere Revolverkanonen.

Die Franzoſen erlitten ſchwere Verluſte.
45000 tote Franzoſen wurden auf dem
Kampffeld gefunden. Der Rückzug ſüdlich
der Aisne lag unter dem Feuer unſerer
ſchweren Batterien.

Wie ſehr ſich die Verhältiſſe gegen frühere
Kriege verſchoben haben, zeigt ein Vergleich
der hier beſprochenen Kämpfe mit Ereigniſſen
von 1870. Wenn auch die Bedeutung der
Gefechte nördlich Soiſſons mit derjenigen der
Schlachten von 1870 nicht zu vergleichen iſt,
ſo entſpricht doch die Breite des Kampffeldes
annähernd der von Gravelotte- St. Privat.
Die franzöſiſchen Verluſte aber vom
12. bis 14. Januar 1915 überſteigen aller
Wahrſcheinlichkeit nach die der Franzoſen am
18. Auguſt 1870 um ein Beträchtliches.

Feindliche Augriffe nördlich Verdun bei
Conſenvoye ſcheiterten. Mehrere Vorſtöße
gegen unſere Stellungen bei Ailly, ſüdöſtlich
St. Mihiel, wurden durch Gegenangriffe, nach=
dem
ſie ſtellenweiſe zwiſchen unſere vorderſten
Gräben geführt hatten, unter ſchweren Ver=
luſten
für den Feind zurückgeſchlagen. Im
letzten Nachſtoß eroberten unſere Truppen die
feindlichen Stellungen, die aber nach Wieder=
aufbau
unſerer eigenen Stellungen freiwillig
und ohne Kampf während der Nacht wieder
aufgegeben wurden.

Ein unbedeutender Angriff bei Mesnil
nördlich St. Mihiel wurde von unſeren
Truppen abgewieſen.

Im übrigen fanden in den Vogeſen nur
Artilleriekämufe ſtatt.

Oeſtlicher Kriegsſchauplatz.

In Oſtpreußen und im nördlichen Polen
keine Veränderung.

Die Angriffe in Polen weſtlich der Weichſel
machten langſam Fortſchritte.

Bei Eroberung eines Stützpunktes nordöſtlich Rawa
blieben 500 Ruſſen als Gefangene in unſerer Hand;
3 Maſchinengewehre wurden erobert. Heftige ruſſiſche
Gegenangriffe wurden unter ſchwerſten Verluſten
für die Ruſſen zurückgeſchlagen.

Oberſte Heeresleitung.

Die franzöſiſchen Berichte vom Donners=
tag
geben die Niederlage zu. Es heißt dort: Im
Zentrum behaupteten wir unſere Stellungen um das Dorf
Erouy herum trotz wiederholten Anſtrengungen des Fein=
des
, im Oſten jedoch, vor Vregny, mußten wir zu=
rückweichen
. Das Anwachſen der Aisne hat bereits
mehrerd Brücken und Stege, die wir geſchlagen hat=
ten
, weggeſchwemmt, wodurch die Verbindungen unſerer
Truppen unſicher gemacht wurden. Unter dieſen Bedin=
gungen
ſetzten wir uns im Süden des Fluſſes
feſt, in dem zwiſchen Crouy und Miſſy gelegenen Teil mit
dem Brückenkopf auf dem Nordufer.

Und weiter: Wie bereits geſagt wurde, hatte das An=
wachſen
der Aisne, indem es mehrere Brücken und
Stege zerſtörte, die Verbindungen unſerer in den erſten
Abhängen des Fluſſes operierenden Truppen ſehr unſicher
gemacht und hinderte uns, ihnen Verſtärkungen zu ſen=
den
. Dieſes war die weſentliche Urſache des Rückzuges
unſerer Truppen, die unter ſchwierigen Bedingun=
gen
kämpften. Genötigt, infolge Einſturzes einer Brücke,
einige Kanonen zurückzulaſſen, haben wir ſie unbrauch=
bar
gemacht. Die Deutſchen machten Gefangene, beſon=
ders
Verwundete, die bei der Rückzugsbewegung nicht
alle mitgenommen werden konnten. Unſererſeits machten
wir eine bedeutende Zahl (2) nichtverwundeter Gefan=
gener
, welche Bataillonen von ſieben verſchiedenen Regi=
mentern
angehören. Zum Troſte wird dann hinzugefügt:
Alles in allem handelt es ſich um einen Teilerfolg unſeres
Gegners, der jedoch keinen Einfluß haben dürfte auf die
Geſamtheit der Operationen. In der Tat befindet ſich den
Feind infolge der durch das Steigen der Aisne auch für
ihn entſtandenen Hinderniſſe und infolge der Maßnah=
men
, die wir getroffen haben, in der Unmöglichkeit, ſüd=
lich
des Fluſſes dieſen Erfolg auszunützen, der nur einen
rein lokalen Charakter (1) hat.

* Genf, 14. Jan. Die Guerre Mondiale beſpricht
den großen franzöſiſchen Mißerfolg in der
Gegend von Soiſſons. General Mounoury griff die
mehrfach erwähnte Höhe 132 an. Dieſe iſt das Plateau
zwiſchen den Tälern, in denen die Dörfer Vaur, Euffies
und Crouy liegen. Jenſeits Crouy liegt das Plateau
Perrière. Die Deutſchen bombardierten in der Nacht vor=
her
aufs heftigſte dieſe beiden Höhen, um den Feind in
Unkenntnis darüber zu ſetzen, auf welches Plateau der
eigentliche Angriff gerichtet werden ſollte. Dann warfen
ſie plötzlich zwei Brigaden gegen Crouy und das Treffen
endigte ſo für die Franzoſen mit einer völligen Niederlage
in einer regelloſen Flucht.

* Zu den deutſchen Erfollgenbei Soiſſons
wird dem Berliner Lokalanzeiger über Kopenhagen aus
Paris gemeldet: Nördlich Soiſſons wogt ſeit Anfang Ja=
nuar
ein heftiger Kampf um den 132=Meterhügel, der ſich
aus dem Joſienne=Tal erhebt. Anfänglich war es den
Franzoſen gelungen, die Deutſchen von dem Hügel zu ver=
brängen
. Am Donnerstag unternahmen die Deutſchen
einen Gegenangriff, vertrieben die Franzoſen und ſetzten
ſich in den Beſitz des ſtrategiſch wichtigen Hügels. Die
Deutſchen ſind ſomit Herren über das Joſienne=Tal mit
ſeinen großen, wichtigen Eiſenbahnlinien und den beiden
wichtigen Chauſſeen zwiſchen Chauny und Laon. In der
Champagne wurden gleichfalls eine Reihe erbitterter
Kämpfe ausgefochten. In der Richtung auf Perthes und
Beauſejour unternahmen die Deutſchen mit Ausſicht auf

* Ueber die Stimmung unter den ruſſiſchen
Truppen in Galizien wird von dem ins Karpa=
thengebiet
entſandten Spezialkorreſpondenten des Berl.
Tagebl., Aage Madelung, gemeldet: Daß die Ruſſen große
Truppenmaſſen hinter den Karpathen zuſammengezogen
haben, iſt jetzt unwiderleglich bewieſen. Die Mitteilung,
daß die Ruſſen wenig Luſt haben, weiter zu kämpfen;
wird beinahe von allen Gefangenentransporten, auch aus
anderen Gegenden, beſtätigt. Wo ſie nicht mehr Gefahr
laufen, von ihren eigenen Kameraden im Rücken unter
Feuer genommen zu werden, falls ſie ſich ergeben, laufen
ſie über. Sie erklären, man hat uns verſprochen, bis Neu=
jahr
zu Hauſe zu ſein. Wir haben nur für das Jahr 1914
Treue geſchworen, für das neue Jahr ſind wir nicht ver=
eidigt
. In der Feuerlinie ſieht man ſelten ruſſiſche Offi=
ziere
; ſie ſtehen hinten mit gezogenem Revolver, um ihren
Mannſchaften den Rückzug abzuſchneiden. Es wird wie=
derholt
behauptet, daß viele japaniſche Offiziere bei der
ruſſiſchen Artillerie als Befehlshaber auftreten, die auch
mit dem Fernglas als ſolche erkannt wurden. Die von
uns aufgegriffenen ruſſiſchen Kundſchafter ſollen das=

guten Erfolg ununterbrochen Vorſtöße. Bei Beauſejour
wurden die Franzoſen unter großen Verluſten Schritt für
Schritt zum Rückzuge gezwungen.

* Der Korreſpondent des Daily Chroniele in Frank=
reich
hat folgenden Bericht über den vollſtändigen
Zuſammenbruch der franzöſiſchen Offen=
ſive und die Hoffnungsloſigkeit auf ein Vorwärtskom=
men
des franzöſiſchen Heeres nach London geſandt: Es
hat keinen Zweck, die Tatſachen zu verſchleiern und zu be=
ſchönigen, die ſchon aus den Bekanntmachungen des fran=
zöſiſchen
Generalſtabes erſichtlich ſind. Es iſt Tatſache,
daß die von Joffre angekündigte Offenſive unvermute=
ten
Schwierigkeiten begegnet iſt und daß im allgemeinen
als Antwort darauf deutſche Angriffe eingeſetzt haben,
die erfolgreich waren. Es hat ſich dadurch gezeigt, daß
der langſame Stellungskrieg keineswegs die Kräfte der
Deutſchen am meiſten vermindert, oder man muß anneh=
men
, daß die deutſchen Heere auf der ganzen Front erheb=
liche
Verſtärkungen erhalten haben. Jedenfalls ſteht feſt,
daß die Deutſchen in den Argennen, wo gerade am erbit=
tertſten
und hartnäckigſten gekämpft und jeder Fußbreit
Boden verzweifelt verteidigt wird, täglich Gelände
gewinnen, zwar nicht viel, aber doch hinreichend genug,
um ihre Front von Ende Dezember um 8 bis 11 Kilome=
ter
vorzuſchieben, was gerade hier von beſonderer Bedeu=
tung
iſt, weil dadurch die Lage Verduns gefährdeter wird,
und eine langſame Einkreiſung zuſtande kommt. Auch bei
Pont=ä=Mouſſon ſind größere und keineswegs erfolgloſe
Anſtrengungen des Feindes feſtzuſtellen, desgleichen bei
Soiſſons, wo zwiſchen Crouy und Eufſies mit deutſchen,
ſoeben neu zuſammengezogenen Streitkräften ein heftiger
Kampf tobt. Der Ruf nach engliſchen Verſtär=
kungen
wird bei unſeren Verbündeten immer lauter
und es iſt zu hoffen, daß ſie nicht lange mehr auf ſich
warten laſſen.

TU. Amſterdam, 15. Jan. Tyd meldet aus
Veurne, dem Hauptquartier des belgiſchen, noch im Felde
ſtehenden Heeres, daß im belgiſchen Heere und
im Heere der Verbündeten ſehr ſtark Typhus
herrſche. Ein Krankenpfleger ſchreibt in einem Briefe, daß
er in Mardyck, in der Nähe von Dünkirchen, 8 Tage lang
als Typhuskrankenpfleger tätig war. Die Schulen und
alle öffentlichen Gebäude, ſowie einige große Privatwoh=
nungen
ſind zu Hoſpitälern umgewandelt worden. In
den Schulen liegen 122 Typhuskranke, davon ſind 47 Fran=
zoſen
, 16 Belgier und 60 Engländer. In dem Hotel de
Lyon liegen 19 Typhuskranke, in einem Privathauſe 79.
Die franzöſiſchen Militärbehörden haben alle möglichen
Vorſichtsmaßnahmen getroffen. Doch breitet ſich der
Typhus namentlich unter denjenigen Truppen, die in den
mit Waſſer gefüllten Laufgräben geweſen ſind, aus.

[ ][  ][ ]

ſelbe beſtätigt haben Das Wetter iſt in den letzten Ta=
gen
langſam beſſer geworden, es friert leicht und die
Wege wurden wieder fahrbar.

Die Kämpfe in Kamerun und in Togo

bilden den Inhalt einer neuen Veröffentlichung des
Reichs=Kolonialamtes, die auf Grund amtlicher,
auf Umwegen eingetroffener Telegramme des Gouper=
neurs
Ebermaier und einer Anzahl Privatberichte
die Tapferkeit des deutſchen Widerſtandes und ſeine gu=
ten
Ausſichten beweiſt. Wohl haben ſich Engländer und
Franzoſen außer Togos auch der Küſtenzone in Kamerun
bemächtigt, wo ſie in einer Stärke von 15000 Mann mit
vielen Geſchützen, Maſchinengewehren und mehr als 30
Fahrzeugen in der Uebermacht auftraten. Aber im
Innern des Landes iſt die deutſche Verwaltung in voller
Tätigkeit und ſtützt ſich dabei auf eine faſt ausnahmslos
treueeingeborene Bevöllkerung. Unſere far=
bigen
Truppen haben ſich den Feinden an Ausbildung,
Schießfertigkeit und Mut weit überlegen gezeigt, und
viele Tauſende der Bulu, Jaunde und Bamumleute mel=
deten
ſich zum Kriegsdienſt. Unruhen ſind nur in Ebo=
lowa
beim Beginn des Krieges vorgekommen, wo der
Häuptling Zampa hingerichtet werden mußte. Selbſt in
Neu=Kamerun ſind bis auf eine unbedeutende Aus=
nahme
Aufſtände ausgeblieben, wenn auch die Unzuver=
läſſigkeit
der Eingeborenen unſeren Streitkräften Nach=
ſchub und Nachrichtendienſt erſchwerte. Die Franzoſen
haben trotz dieſer ihnen vorteilhaften Haltung der Einge=
borenen
Neu=Kameruns bis jetzt nicht mehr in ihre Ge=
walt
bekommen, als was den Sſanga= und Ubangi=Zipfel
umfaßt; über die Alt=Kameruner Grenze ſind ſie nicht vor=
gedrungen
. Faſt überall deutſchfreundlich war die Hal=
tung
der Hauſſa und der Stämme im Norden des Schutz=
gebietes
. Dieſer Zuſammenhalt zwiſchen Verwaltung und
Eingeborenen iſt für den weiteren Verlauf der Ereigniſſe
um ſo wichtiger, als die Erklärung des Helligen
Krieges in Konſtantinopel uns zuſtatten kommen wird.
Einen dunkelen Punkt im Bilde des Verhaltens der Ein=
geborenen
ſtellen eigentlich nur die Duala dar, die ver=
räteriſcher
Weiſe die Engländer mit ihren Kanus in die
Krieks von Duala und Umgebung geführt haben. Hier
iſt auch die barbariſche Kriegführungunſerer
Feinde in beſonders abſtoßender Form zutage getreten.
Hals über Kopf wurden die deutſchen Männer und Frauen
durch ſchwarze Soldaten nach dem Garten des Regie=
rungs
=Krankenhauſes zuſammengejagt, wo ſie in der tro=
piſchen
Sonne faſt einen ganzen Tag ſich aufhalten muß=
ten
, ohne Eſſen und Trinken zu erhalten und ohne von
ihren Habſeligkeiten mehr als das Notwendigſte mitneh=
men
zu dürfen. Daß ſie dann unter ſchwarzer Bedeckung
auf dem Gange durch eine der belebteſten Straßen zur
Landungsbrücke die höhniſchen Beſchimpfungen und Be=
drohungen
der Dualaneger über ſich ergehen laſſen muß=
ten
, beſtätigt die auch ſonſt bei jeder möglichen Gelegen=
hheit
beobachtete Abſicht unſerer Feinde, das Anſehen der
Deutſchen vor den Eingeborenen zu erniedrigen. Haben
ſich Engländer und Franzoſen damit als Angehörige der
weißen Raſſe geſchändet, ſo befleckten ſie den Namen von
Kulturvölkern durch die rohe Art, mit der die Fortfüh=
rung
der bürgerlichen Kriegsgefangenen beiderlei Ge=
ſchlechts erfolgte. Behandlung, Verpflegung und Unter=
bringung
waren ſowohl in Ibadan (Südnigerien) wie
auf dem nach England gehenden Transportſchiff Obuaſi
namentlich für Männer ſo ſchlecht, daß ſchwere Erkrankun=
gen
nicht ausbleiben konnten. Da den Weggeführten bis
auf geringe Beträge die vorhandenen Geldmittel ohne
Quittung weggenommen wurden, kamen ſie in traurig=
ſter Verfaſſung auf engliſchem Boden an. Die Reichs=
regierung
hat ſofort die erforderlichen Schritte getan,

um ihnen Fürſorge zu verſchaffen. Die von den Frau=
zoſen
nach Kotonon (Dahomey) weggeführten Deut=
ſchen hatten es eher ſchlimmer als beſſer; für ſie ſind eben=
falls
die erforderlichen Verhhandlungen eingeleitet wor=
den
. Wo die Franzoſen die Oberhand gewannen, wurde
icht nur deutſches Eigentum wüſt geplündert, ſondern
auch die Fortführung deutſcher Geſchäfte unmöglich ge=
macht
. Dieſe Ausdehnung des Krieges auf Privatver=
hältniſſe
iſt für die franzöſiſche Kultur ebenſo bezeichnend,
wie das Plündern unter den Augen der Porgeſetzten.

Als ein politiſcher Umſtand von Wichtigkeit ſei ſchließ=
lich
hervorgehoben, daß das britiſche Gouverne=
ment
von Nigerien bereits wochenläng vor dem
Kriegsbeginn mit einem baldigen Ausbruch der
Feindſeligkeiten gerechnet haben muß. So
wurde ein nach Köln adreſſierter, am 23. Juli aus Ga=
rua
abgegangener Poſtſack in Yola geöffnet und die
Briefpoſt am 30. Juli loſe an den Vertreter der Niger=
Kompagnie in Garua, nicht an die deutſche Reſidentur,
zurückgeſandt. Aus dem Anhalten deutſcher Boten in Ni=
gerien
, der Feſtſetzung deutſcher Eingeborener in Yola
und aus ähnlichen Vorkommniſſen hat dann der Reſi=
dent
, Hauptmann Freiherr von Crailsheim, geſchloſſen,
daß in Yola zum Kriege gerüſtet würde, und daraufhin
am 13. Auguſt den Kriegszuſtand erklärt. Dieſes eng=
liſche
Vorgehen im Innern Afrikas wirft ein neues Licht
auf die Verlogenheit der Londoner Regierung, die angeb=
liche
Verletzung der Neutralität Belgiens am
4. Auguſt als Kriegsvorwand zu benützen!

Die belgiſchen Kunſtdenkmäler.

* Berlin, 14. Jan. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Ueber die Ausbeſſerung der durch die
Kriegsvorgänge zu Schaden gekommenen hiſtoriſchen Bau=
denkmäler
in Belgien hat der Vorſitzende des Denkmäler=
rates
der Rheinprovinz, Geheimer Regierungsrat Dr. Cle=
men
, folgenden weiteren Bericht erſtattet:

Ich habe bei meiner letzten Anweſenheit in Belgien
zu meiner großen Befriedigung feſtſtellen können, daß
die kirchlichen und kommunalen Verwaltungen ſich mit
Eifer der vorläufigen Sicherung der beſchä=
digten
Baudenkmäler angenommen haben und
daß dabei auch die von Herrn Geheimerat Falke und von
mir gegebenen Anregungen und Anweiſungen durchweg
befolgt werden. In Löwen iſt das ſehr ſolid projek=
tierte
Notdach über der ganzen Kirche bereits vollendet
und man geht an die proviſoriſche Verſchalung der bei der
Feuersbrunſt zerſprungenen Fenſter an der Süd= und
Weſtſeite heran. Das Innere iſt im weſentlichen aufge=
räumt
. Eine Wiederbenutzung der Kirche iſt in kurzer
Zeit möglich. In Mecheln iſt man damit beſchäftigt, in
ganz ſachgemäßer Weiſe im Inneren der Kathedrale durch
Verſchalung eine proviſoriſche Abſperrung zu ſchaffen.
Das Langhaus iſt gegen das ſüdliche Seitenſchiff und das
Querſchiff durch Holzeinbauten bis zur Scheitelhöhe der
Bögen abgetrennt. Die Sicherungsarbeiten am Mauer=
werk
an der Südſeite werden hinter dieſer Abtrennung
ſpäter in aller Ruhe erfolgen können. Auf der Nordſeite
ſind die geſprungenen Fenſter ſchon proviſoriſch durch
neue Glasfenſter erſetzt. Ebenſo iſt man an der Kirche
Notre Dame dabei, die durch die eingedrungenen Grana=
ten
verurſachten Lücken proviſoriſch zu verſchalen und die
Fenſter zu ſchließen. In Lier iſt an der Gommarius=
kirche
das Dach bereits reſtauriert. Bei den durch die Gra=
naten
verurſachten Beſchädigungen am Chor ſind provi=
ſoriſch zur Stütze des Mauerwerks Backſteinſäulchen auf=
gemauert
. Die koſtbaren Glasgemälde im ſüdlichen Sei=
tenſchiff
wie im Hochchor werden ganz ſachgemäß vorläu=
ig
mit Papier verklebt und von außen verſchalt, ſo daß
ihre Wiederherſtellung in einer günſtigeren Zeit möglich
erſcheint. In Dinant iſt ebenſo das Dach über der
Pfarrkirche proviſoriſch wieder hergeſtellt und man trägt
ſich mit der Abſicht, den großen und für das Stadtbild
wie die ganze Erſcheinung des Tales ſo charakteriſtiſchen
barocken Zwiebelturm über der Weſtfront wieder zu kon=
ſtruieren. Alle dieſe Arbeiten ſind techniſch einwandfrei

durchgeführt. Ich habe an einzelnen Stellen noch weitere
Ratſchläge erteilen können. Es iſt zu hoffen, daß die
beſchädigten Gebäude unter dieſen Notdächern
den Winter und die Regenzeit gut über=
tehen
werden und daß dann in einer friedlicheren
Periode der Ausbau und die Wiederherſtellung möglich
ſein wird.

Im Frühjahr wird es ſich empfehlen, dieſe und die
übrigen Bauwerke noch einmal einer Beſichtigung zu
unterziehen, um feſtzuſtellen, ob im Laufe des Winters
irgend welche ſchädlichen Erſcheinungen ſich gezeigt
haben.

Italien und der Krieg.

* Unter dieſer Ueberſchrift ſchreibt die Neue Zürcher
Zeitung:

In Nr. 34 der Neuen Zürcher Zeitung erſchien eine
Schilderung der Leichenfeier von Bruno Garibaldi in
Rom, an einem jener milden römiſchen Winterſonntage,
die mit der Zauberkraft der Muſik die Seele in Heiterkeit
und feſtliche Lebensfreude tauchen. Wenn eine ſolche
Einleitung zur Beſchreibung einer Leichenfeier ein Reflex
der Stimmung iſt, die den Schreibenden und damit den
Zuſchauer erfüllt hat, dann muß dieſe Stimmung eine
gehobene und ſonnige geweſen ſein.=Aus dem Augenblick
heraus begreifen wir ſie auch. Aber als kühlere Zuſchauer
aus der Ferne durchzieht uns beim Leſen von den Rufen
von Tauſenden über einem Grab: Nieder mit Oeſterreich,
nieder mit Deutſchland! Krieg, Krieg! ein ganz anderes
Gefühl. Abgeſehen davon, daß wir meinen, Italiens
Söhne täten beſſer daran, ihr Leben und ihr Blut für die
Verteidigung des eigenen Landes aufzuſparen, anſtatt
noch weiter Haß zu ſäen, wo ſchon zu viel Abneigung be=
ſteht, ſcheint es uns, als paſſe es nicht gut zu dem Ent=
ſchluſſe und zu der Verkündigung eines Landes, ſich neu=
ral
zu verhalten, wenn in ſeiner Hauptſtadt ſolche Kund=
gebungen
ſtattfinden. Wir meinen ferner, daß es auch
beſſer wäre, wenn ein Berichterſtatter, der in die Zeitung
eines anderen neutralen Landes ſchreibt, ſeinen eigenen
Gefühlen, die wir ja gewiß als ſolche anerkennen, etwas
weniger freien Lauf ließe. Der Moment war ja gewiß
ergreifend, als der Vater, der zwei Söhne verloren, an das
Grab des einen trat. Aber ſein Ruf zur Rache! der
mußte einen kalten Schauder auslöſen.

Der einmütige Schrei: Nieder mit Oeſterreich, nieder
mit Deutſchland! Krieg, Krieg! aus dem Munde von Tau=
ſenden wird zwar gewiſſe Zeitungsſchreiber nicht von dem
felſenfeſten Glauben abbringen, daß kein Menſch in Ita=
lien
den Krieg wünſche. Möchten doch die Optimiſten
recht behalten! Zu dieſen Zeitungsſchreibern und Opti=
miſten
gehört auch der Einſender, der ſich zwar für ſich
nicht bewußt iſt, einmal geſagt oder geſchrieben zu haben,
daß kein Menſch in Italien den Krieg wünſche, ſondern
nur, daß die Mehrheit des italieniſchen Volkes und vor
allem der König gegen den Krieg ſeien. Wir wollen beich=
ten
, woher wir unſeren Optimismus haben: Wir ſehen
nicht ein, warum Italien jetzt auch noch in einen Krieg
eintreten ſolle, in dem es nicht um ſeinen eigenen Leib
und ſeine Ehre geht, und der nur noch mehr Gebiete und
auch ſein eigenes Land verwüſten kann, das friedlich und
blühend zur erhalten ihm ſelbſt und ganz Europa ſo wohl
und ſo not tut. Etwa dem Geſchrei erhitzter Köpfe oder
ungewiſſen Hoffnungen zuliebe?

Italien wollte nicht mit Qeſterreich und Deutſchland
gehen und mußte es nach ſeinem Vertrage auch nicht. Es
wird doch kein Staat in einen Krieg treten, wenn ihn nicht
eigene höchſte Lebensintereſſen oder eingegangene Ver=
träge
dazu zwingen. Wenn Italien, das nicht mit Oeſter=
reich
und Deutſchland gehen wollte, doch Krieg wollte
dann müßte es gegen Oeſterreich und Deutſchland gehen.
alſo gegen Verbündete, von denen es ſelbſt Beiſtand
erwarten würde, wenn eine Situation einträte, in welcher
nach dem Dreibundvertrage Oeſterreichund Deutſch=
land
Italien beiſtehen müßten. Daß ein Staat
der mit Recht auf ſeine hohe Kultur ſtolz iſt, ſeinen Ge=
noſſen
, in deren Bunde er ſelbſt mächtig geworden iſt und
die er ſelbſt in der eigenen Not anrufen würde, in den
Rücken fällt, daß ein Volk vor der Weltgeſchichte ſich ein
ſolches Odium aufladen will, aus nackten politiſchen In=
tereſſen
, das können wir ſo wenig glauben, als daß ein
edler König ſein gegebenes Wortbricht, und
darin beſteht unſer Optimismus. Dieſer Optimismus wird
auch noch dadurch beſtärkt, daß nun wiederholt Situatio=
nen
und Ereigniſſe eingetreten ſind, die glauben ließen,

Von den Vogeſen zum
engliſchen Kanal.

Deutſche Kriegsbriefe von Paul Schweder.

Zwiſchen Nacht und Tag pfeift leiſe das Telephon im
Unterſtand. Es hat in dieſem Weltkriege überhaupt aller=
lei
Neuerungen übernommen, von denen wir hoffentlich
im Frieden profitieren werden. Beſonders die Deutlich=
keit
der Verſtändigung und die Höflichkeit der Verbin=
dungsſtellen
iſt geradezu überraſchend. Der Herr Kriegs=
berichterſtatter
wird geſucht! Ob er ſchon aufgeſtanden
iſt? Er iſt aber überhaupt noch nicht im Bett geweſen.
Die helle Mondnacht und der würzige Tannenduft haben
ihn nach Mitternacht aus dem idylliſchen Blockhäuschen
am Felſenhang hinausgelockt und nun pendelt er mit Offi=
zieren
und Mannſchaften in den Schützengräben hin und
her, den Blick nach dem ſchwarzen, ſchweigenden Wald
auf der anderen Seite der Talmulde gerichtet, wo ab und
zu ein Gewehrſchuß ertönt.

Doch nun heißt es ſcheiden. Den Wasgenwald gegen
die belgiſche Küſte, die fröhlichen Bayern gegen die ernſten
blauen Jungen unſerer Marine, das Waldesrauſchen
gegen das Meeresbrauſen eintauſchen, vom Fels zum
Meer zu reiſen. Noch einmal ſchaue ich in die einzelnen
Unterſtände hinein, rufe den Feldgrauen Grüße und
Wünſche fürs neue Jahr und für eine fröhliche Heimkehr
zu und verabſchiedete mich dann von den neugewonnenen
Freunden in dem reizenden Blockhaus, das mir ein
heimeliges Quartier in dieſen erſten Tagen des neuen
Jahres geweſen iſt. Schon hat ſich die Patrouille formiert,
die mich im Dunkel hinab nach dem Dörfchen geleiten ſoll,
in dem mein Kraftwagen wartet. Da tritt ein langer,
ernſter Würzburger an mich heran. Die dritte und die
vierte Kompagnie wünſchen dem Herrn Schriftleut=
nant
glückliche Reiſe und bitten ihn, die Heimat zu
grüßen!‟. Die Heimat! Wir ſehen uns alle an und
keiner ſpricht ein Wort. Wer unter uns hat nicht in die=
ſen Weihnachts= und Neujahrsnächten an die Heimat ge=
dacht
? Und da kam nun einer hineingeſchneit in die Stille
und Einſamkeit dieſes weltverlaſſenen Tales, der doch
etwas von der Heimat wiſſen mußte, der gewiß wieder zu

ihr kam, und da kam es mächtig über ſie: Traute Heimat,
ſei gegrüßt!

Wir wandern ſchweigend und geduckt über das
nächtliche Feld. Drüben konnten ſie uns ſolange
nicht ſehen, als der Mond hinter der ſchwarzen Wolken=
wand
blieb, und wir erſparten auf dieſe Weiſe ein hüb=
ſches Stück Weges. Flüſternd erzählte mir der Mädchen=
chuldirektor
in der feldgrauen Uniform, daß die Feldpoſt
hm bis heute noch keinen Weihnachtsgruß von ſeiner
Frau und den Kindern gebracht habe, während ein bär=
tiger
Münchener den Kameraden von der Patrouille klar
zu machen ſuchte, daß die Kriegsberichterſtatter keinerlei
Möglichkeit hätten, in dieſes ſtille, abgelegene Tal etwa
ein Faß Münchener Bier gelangen zu laſſen, denn ſonſt
würde er mir das ſchon geſteckt haben. Plötzlich erhellt
der Mond die Landſchaft und faſt gleichzeitig ſagt es von
drüben her: Pitſch! Pitſch! Pitſch! und noch einmal:
Pitſch! Pitſch! Pitſch!‟ Ich kriege einen Stoß ins Kreuz,
daß ich platt auf dem Bauche liege, und als ich mich etwas
verdutzt umſehe, liegen auch meine Begleiter im betauten
Graſe eingekuſchelt. Einen Augenblick ſpäter hat ſich
der Mond wieder hinter die Wolkenwand zurückgezogen,
nd nun kriechen wir vorſichtig bis zum nächſten Straßen=
graben
weiter, wo wir uns hinabgleiten laſſen. Na,
lachte der Profeſſor, da haben Sie die zweite Beſcherung.
Aber nun ſind Sie in Sicherheit und ein Mann bringt Sie
noch bis an den Wagen. Wir müſſen jetzt zurück. Es kann
das was geben, wenn der Mond heraus iſt. Leben Sie
wohl und wenn Sie wieder einmal in die Vogeſen kom=
men
, ſo denken Sie daran, daß hier oben einige Leute
ſitzen, die ſich Ihnen ein wenig weſensverwandt fühlen.
1.
Sie ſind uns immer von Herzen willkommen!

Ich nahm ſeine Hand in meine beiden Hände und
dachte daran, daß dieſer Held mit ſeinen paar hundert
Mann ſeit Monaten hier oben auch für mein Heim und
meine kleine Welt kämpft. Was kann der armſelige Mund
in ſolchen Minuten wohl ſagen? Alſo zog ich meine
Sturmhaube, ließ den wilden Morgenwind um die Schlä=
fen
wehen und neigte mich tief und ſchweigend. Er ſtand
da wie ein alter römiſcher Feldherr mit ſeiner Kohorte im
Hintergrunde, und auch ſie verſtand mich. Dann zogen ſie
davon. Schattenhaft und lautlos verſchwand einer nach
dem anderen im weitgeöffneten Schlunde der nächtlichen
Dunkelheit. Aber es wird ein Tag ſein, da ziehen ſie

mit Blumen geſchmückt, von Fahnen umflattert und mit
Jubel ohne Maßen begrüßt, in die Stadt am grünen
Pfälzerwald ein. Dann werde ich bei ihnen ſein und ſie
beneiden um den Empfang, der nur dem ſieggekrönten
Krieger blüht.

Der Fahrer meines Kraftwagens ſteht perſchlafen und
verfroren da, als ich endlich im Dorfe lande. Noch ſind
die Straßen menſchenleer, da kein Einwohner vor Son=
nenaufgang
ſie betreten darf. Und es iſt wie im Märchen
von der verwunſchenen Stadt. Die Schornſteine rauchen,
der Dorfbach plätſchert, die Hähne krähen und irgendwo
knarrt ein Fenſterladen. Aber die Menſchen bannt ein
Machtwort in die Finſternis. Ich mache meinen Ab=
ſchiedsbeſuch bei dem liebenswürdigen oberſten Gaſtgeber
dieſer Tage. Er geleitet mich mit ſeinen Offizieren noch
bis an den Ausgang des Dorfes. Aber plötzlich zerreißt
ein ſcharfer, heulender Ton die Morgenſtille und wenige
Schritte von uns entfernt ſchlägt praſſelnd eine Granate
in einen Gartenzaun, daß ſeine Splitter hoch über das
Dach der Weberei geſchleudert werden. Wieder liegt dicht
vor meinen Füßen ein Eiſenſplitter, nur einer von der
Länge eines Fingers, aber mit wohlausgezackten ſcharfen
Rändern. Und ich muß an den armen Teufel im Lazarett
von Rethel denken, dem ein ſolcher kleiner Splitter den
ganzen Oberſchenkel zerriß.

In raſender Fahrt geht es dann nach einem noch=
maligen
kurzen Aufenthalt im ſchönen Belval und am
vereiſten Skigelände der Eote noir vorüber Straßburg zu,
wo mich der wohldurchwärmte D=Zug aufnimmt. Unter=
wegs
gibt’s auf einmal einen heftigen Ruck durch den
ganzen Zug. Ein feindlicher Flieger hat ſechs Bomben
auf die Strecke geworfen und zwei Schienen heraus=
geriſſen
, weshalb wir auf ein Notgleiſe hinübergezogen
werden. So habe ich denn auf vielerlei Weiſe die Weih=
nachts
= und Neujahrsgrüße des Feindes zu ſpüren be=
kommen
, und fröhlich fahre ich ſchließlich in den Frank=
furter
Hauptbahnhof ein, wo das eben Erlebte faſt wie
ein wüſter Traum erſcheint. Wie ein Traum iſt es mir
dann auch, als ein Abgeordneter der Linken in
mein Abteil einſteigt, aber einer, der eben von
einem Liebesgabentransport zurückkommt und ganz
enthuſiasmiert von denen da draußen ſpricht. Es hat
Tage gegeben, da er uns nicht gefiel, ſo daß ich mich dop=
pelt
freue, ihn an einem Tage ſprechen zu hören, wo ſein

[ ][  ][ ]

jetzt werde Italien aus ſeiner Inaktivität heraustreten,
wobei es aber immer durchgehalten hat. Wir ſagen nicht,
daß das immer der Fall ſein wird. Es können Situatio=
nen
eintreten, wo Italien ſelber ſeiner eigenen Handlung
nicht mehr frei iſt.

Wir wollen auch ſagen, was uns bei unſerer Zei=
tungsſchreiberei
wegleitend iſt: die Gemüter diesſeits
und jenſeits der Landesgrenze zu beruhigen und damit
dem Frieden zu dienen! Es iſt das in unſerem Lande be=
ſonders nötig, in das große, interventioniſtiſch geſinnte
italieniſche Blätter in ſchweren Mengen eingeführt und
fleißig, wenn auch oft mit ſehr gemiſchten Gefühlen ge=
leſen
werden. Wir hätten wahrlich mehr Freude, wenn
auch aus Rom ruhigere Stimmen ertönten, die einer
optimiſtiſcheren Anſchauung weitere Nahrung gäben, an=
ſtatt die Köpfe noch mehr zu erhitzen. Man kann ja an
vieles denken und wir tun das in der Schweiz auch; aber
wir ſprechen nicht zu laut davon und hüten uns, den Teu=
fel
an die Wand zu malen, denn dann kommt er.

Der Verkauf der Dacha‟.

* London, 14. Jan. Die Times ſchreibt: Die
beabſichtigte Uebernahme des Dampfers Dacia, der
Hamburg=Amerika=Linie, der unter amerikaniſcher
Flagge fahren ſoll, wird in Schiffahrtskreiſen mit gro=
ßem Intereſſe verfolgt. Man glaubt, daß eine ſolche
Uebertragung als ein Präzedenzfall von größ=
ter
Wichtigkeit ſein würde. Es wird offen geſagt,
daß die Verbündeten die Uebertragung nicht anerkennen
ſollten, da ſie ungeſetzlich ſei. Die Dacia müßte, wenn
ſie zur See ginge, durch ein britiſches Kriegsſchiff be=
ſchlagnahmt werden. Seit die deutſchen Dampfer von den
Meeren verſchwanden, beeilten ſich die japaniſchen Geſell
ſchaften, die Gelegenheit wahrzunehmen. Die Flott=
machung
von deutſchen Schiffen würde daher unangenehm
empfunden werden. Die Schiffsbeſitzer hätten bereits die
Charterung von amerikaniſchen Schiffen, die Baumwolle
nach Bremen bringen ſollen, mit Erſtaunen verfolgt.
Während jedoch anerkannt wird, daß Gründe dafür be=
ſtehen, dieſen Handel zu erlauben, würde der Verkauf eines
deutſchen Dampfers an einen amerikaniſchen Beſitzer als
etwas ganz anderes und eine viel ernſtere Angelegenheit
betrachtet werden.

Kardinal Mercier.

* Amſterdam, 14. Jan. Der Telegraaf ver=
nimmt
aus Brüſſel, der päpſtliche Nuntius habe an
Kardinal Mercier geſchrieben und ihm angeraten,
künftighin die deutſchen Gefühle in ſeinen Hirtenbriefen
nicht wieder zu verletzen.

Präſident Doincaré

hat einen Abſtecher zur Front gemacht. Wenn er bei ſol=
cher
Gelegenheit durch Vorſpiegelung eigener Siegeszu=
verſicht
den Mut der Franzoſen zu beleben ſucht, wird
ihm das auch in Deutſchland niemand verübeln. Aber
er beſchränkte ſich darauf nicht, ſondern fügte noch hinzu:
Frankreichs Sieg werde eine Rache an Barbaren und
ein Triumph der lateiniſchen Raſſe ſein. Durch
dieſe Wendung hat er die deutſche Kritik herausgefordert
Nicht in dem Sinne, daß er flammende Entrüſtung gegen
ſich entfachte, jedoch inſofern, als er die deutſche Spott=
luſt
weckte. Denn was an ſeinen Worten vor allem auf=
fällt
, iſt die Beſcheidenheit, die Beſiegung Deutſchlands
die mit jedem Tage in eine nebelhaftere Ferne ver=
ſchwindet als einen Sieg der lateiniſchen Raſſe zu be=
zeichnen
. Ein Frankreich, das mit dem ſlawiſchen Ruß=
land
, dem germaniſchen Großbritannien, dem zur Hälfte
germaniſchen Belgien im Bunde ſteht, ſowie Turkos, Se=
negalneger
, Indier uſw. als Kriegskameraden ehren muß,
macht ſich ſelbſt vor ſeinen Mitkämpfern lächerlich, indem
es die erſehnte Beſiegung Deutſchlands als Triumph der
lateiniſchen Raſſe bezeichnet. Vermutlich hat Herr Poin=

caré inſtinktiv empfunden, wie ungewohnt in galliſchem
Munde eine Beſcheidenheit wirkt, die Slawen, Germanen,
Neger und Inder der lateiniſchen Raſſe einreiht und des=
halb
den gehaßten Deutſchen als Barbaren eins aus=
gewiſcht
. Der Präſident ahnt gar nicht, daß er damit die
plebejiſche Natur der Machthaber des heutigen
Frankreich ins hellſte Licht ſetzte. Wenn ſchon das Ober=
haupt
der Republik ſo mit grotesken Ehrabſchneide=
reien
arbeitet, was bleibt dann ſeinen miniſteriellen
Handlangern, den Viviani, Delcaſſé uſw. noch übrig?
Armes Frankreich!

Die Mängel des franzöſiſchen Sanitätsweſens.

* Berlin, 13. Jan. Aus dem Bericht, den der be=
kannte
Chirurg Doyen den Mitgliedern des franzö=
ſiſchen Parlaments geſandt hat, in dem die ſchwe=
ren
Mängel des Sanitätsdienſtes nachgewieſen werden,
wird in dem Eelair ein Teil veröffentlicht. Die Guerre
Sociale bezeichnet Doyens Bericht als wichtige Enthül=
lungen
. Dieſes Blatt führt eine Stelle aus der Denkſchrift
en, wonach die große Sterblichkeit unter den franzöſiſchen
Verwundeten in den erſten Kriegsmonaten auf einen Irr=
tum
zurückzuführen ſei, der ſich in einem Rundſchreiben
an die franzöſiſchen Aerzte im Auguſt 1914 befunden habe.
Das Unterlaſſen rechtzeitiger Reinigung der Wunden habe
viele Todesfälle verurſacht.

Die Naturaliſierung in Frankreich.

* Lyon, 14. Jan. Dem Nouvelliſte wird aus Paris
gemeldet, daß das Dekret über die Nichtigkeitser=
klärung
der Naturaliſierungen, das der Kam=
mer
unterbreitet werden wird, beſtimmt, daß die Natu=
raliſation
durch Beſchluß des Staatsrates aberkannt wer=
den
kann, wenn 1. der Naturaliſierte die fremde Staats=
angehörigkeit
beibehielt, während er die neue erwarb, 2.
gegen Frankreich Waffendienſte kat, 3. anläßlich eines
Krieges mit Frankreich dem fremden Lande Dienſte lei=
ſtete, 4. im Kriegsfall Frankreich verließ, um ſich ſeiner
Militärpflicht zu entziehen. Die Nichtigkeitserklärung der
Naturaliſation, die perſönlich iſt, kann gegebenenfalls auch
auf die Frau und Kinder ausgedehnt werden.

Die politiſche Zenfur in Frankreich.

* Lyon, 14. Jan. Dem Progrss wird aus Paris
gedrahtet: Die Kammergruppe der Sozialiſten hat einen
Beſchlußantrag angenommen, in welchem ſie gegen die
adminiſtrative Zenſur politiſcher Nach=
richten
Stellung nimmt und die Regierung auffordert,
der Preſſe möglichſt viele amtliche Nachrichten über Er=
eigniſſe
und Fragen zu übermitteln, die die Preſſe und
das Publikum lebhaft intereſſierten. Die interparlamen=
tariſche
Journaliſtengruppe des Senats und der Kammer
hat einſtimmig eine Erklärung angenommen, durch welche
die Regierung aufgefordert wird, die ungeſetzliche admi=
niſtrative
politiſche Zenſur abzuſchaffen. Die Gruppe er=
nannte
eine Abordnung die mit dem Miniſterpräſidenten
Viviani in Unterhandlungen treten ſoll.

Das Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial in
Schweden.

* Stockholm, 14. Jan. Stockholms Dagbladet
meldet, daß das Ausfuhrverbot für Kriegs=
material
, das ſeit dem Beginn des Krieges beſteht,
jetzt durch die Verordnung der Regierung in Zukunft auch
für diejenigen Waren gelten ſoll, die mit den ſtändigen
Auslandlinien befördert und bei der Durchfuhr zu unmit=
telbarer
Tranſitverſendung nach dem Auslande bezeichnet
worden ſind, oder deren endgültige Beſtimmung nach dem
Auslande aus den beigefügten Papieren oder auf andere
Weiſe hervorgeht. Die Zeitung begrüßt mit großer Be=

friedigung die Maßnahme, die für die ſchwediſche
Politik der Neutralität im Hinblick auf den
Tranſitverkehr nach Rußland via Karungi und Tornea
eine beſondere Bedeutung habe. Auch die übrigen Zeitun=
gen
erklären das Tranſitverbot für Kriegsmaterial als
eine natürliche Folge der Neutralitätspolitik. Svenska
Dagbladet ſagt: Die Maßnahme iſt nicht gegen eine be=
ſtimmte Macht gerichtet. Schweden kann nur nicht geſtat=
ten
, daß ſeine Häfen zum Verkehrsmittel im Dienſte von
kriegführenden Mächten gebraucht werden. Stockholms
Tidningen führt aus: Mit dieſem Verbot iſt die völlig
loyale Neutralität, die Schweden immer zu beachten be=
müht
war, noch ſtärker hervorgehoben und man dürfte an=
nehmen
, daß das früher hie und da hervorgetretene Miß=
trauen
ganz verſchwinden werde.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 16. Januar

* In den Ruheſtand verſetzt wurden der Bahn=
wärter
Balthaſar Spiehl in Sickenhofen, der Weichen=
ſteller Franz Breitwieſer in Ober=Ramſtadt und der
Schaffner Ludwig Euler in Gießen, ſämtlich in
der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, vom
1. Februar 1915.

* Kriegsauszeichnungen. Mit dem Eiſernen Kreuz=
1. Klaſſe wurden im 18. Armeekorps ausgezeichnet: Major
und Batls.=Komm. Soldan (Inf.=Regt. 168), Hptm. Leß=
ner
(Reſ.=Inf.=Regt. 116), Hptm. v. Goetze (Reſ.=Inf. Regt.
116), Hptm. Goevel (Reſ.=Inf.=Regt. 116), Hptm. Moeſer
(Reſ.=Inf.=Regt. 118), Hptm. Vogt (Reſ.=Inf.=Regt. 118),
Hptm. Domiglaff (Inf.=Regt. 168), Lt. Weiß (Inf.=Regt.
168), Off.=Stellv. Pfänder (Reſ.=Inf.=Regt. 118).
Im Dezember erhielt das Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe bet
den Kämpfen im Weſten der Major und Artilleriekomman=
deur
im Rhein. Fußart.=Regt. Nr. 8 (Metz) Weiß
aus Darmſtadt.

Zur 17. Sitzung der Stadtverordneten= Verſamm=
lung
am Donnerstag, den 21. Januar, nachmittags 3½
Uhr, iſt folgende Tagesordnung aufgeſtellt: 1. Mitteilungen.
2. Vortrag des Oberbürgermeiſters über den Stand der
Gemeindeangelegenheiten am Schluſſe des Jahres 1914.
3. Geſuch um Befreiung von der Beſtimmung in § 32 Ab=
ſatz 6 der Baupolizeiordnung für Wingertsgäßchen 5.
4. Geſuch um Erlaubnis zur Belaſſung zweier Fenſter in
der Brandmauer des Hauſes Blumenthalſtraße 37. 5. Ge=
ſuch der Militärverwaltung um Geſtattung einer Aus=
nahme
von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts
für die Errichtung eines Erweiterungsbaues für das
Wagenhaus 6 des Traindepots auf dem Exerzierplatz.
6. Herſtellung eines Backofens in der Hofreite Luiſen=
ſtraße 16. 7. Einführung der Gasbeleuchtung im Städti=
ſchen Armenhaus. 8. Die Unterhaltung des Kranken=
Kraftwagens. 9. Voranſchläge des Realgymnaſiums und
der Ludwigs=Oberrealſchule für 1915. 10. Voranſchläge
der Sparkaſſe und der Pfennigſparkaſſe für 1915. 11. Her=
ſtellung der Eſchollbrücker Straße zwiſchen dem alten
Bahngelände und dem Groß=Gerauer Weg. 12. Erlaf
einer Polizeiverordnung zu der Friedhofsordnung des
Waldfriedhofs.

Großh. Hoftheater. Am Sonntag wird Halévys
große Oper Die Jüdin‟, die vor kurzem neu einſtudiert
und neu inſzeniert mit großem Erfolge wieder in den
Spielplan aufgenommen wurde, auf C 19 wiederholt.
Es gelten die kleinen Preiſe. Für Montag, den 18., iſt
Der Feldprediger, als Vorſtellung für die Garniſon
angeſetzt. Schillerzyklus im Hoftheater. Donnerstag,
den 21. Januar, beginnt mit einer Neueinſtudierung der
Räuber ein Schillerzyklus. Im Verlaufe von ungefähr
ſechs Wochen werden ſämtliche abgeſchloſſenen Dramen
des Dichters in der Reihenfolge der Entſtehung zur
Aufführung gelangen. Auf dieſe im Abonnement ſtatt=
findenden
Vorſtellungen wird noch ein Extraabonnement
eröffnet, und zwar in drei Abteilungen, auf welche
einzeln abonniert werden kann und die ſich folgender=
maßen
zuſammenſtellen. Erſte Abteilung: Die Räuber
(21. Januar), Die Verſchwörung des Fiesco‟ (23. Januar)
Kabale und Liebe‟ (26. Jan.), Don Carlos‟ (29. Jan.).
Zweite Abteilung: Wallenſtein=Trilogie (2 Abende).
Dritte Abteilung: Maria Stuart‟, Die Jungfrau von
Orleans, Die Braut von Meſſina, Wilhelm Tell.

Herz und Mund überfließt von dem Glücksgefühl, ein
Deutſcher zu ſein und ein Vertreter und Lehrer des Vol=
kes
dazu. Er hat keine Sorge wegen unſerer finanziellen
und wirtſchaftlichen Rüſtung und ich keine wegen Unſeren
da draußen. Und ſo klingen unſere gegenſeitigen Mit=
teilungen
wie zwei feingeſchliffene Gläſer aneinander und
es gibt einen guten Klang.

Dann iſt es mir, als wenn die Heimat, die teure, mich
auf einige Stunden ganz in ihren Bann gezogen hätte.
Strich nicht eben noch eine kleine Hand über mein Geſicht
und klang da nicht ein frohes Kinderlachen an mein Ohr?
Aber als ich erwachte, rief ſchon wieder ein Schaffner durch
die Stille der Nacht den Namen einer mitteldeutſchen
Station. Meterhoher Schnee deckte rings die Felder, und
als ich abermals die Augen auftat, brauſte der Zug über
die neue Kölner Rheinbrücke. Der gewaltigſte der deut=
ſchen Dome reckte ſeine Doppeltürme gegen den kalten,
klaren Morgenhimmel, und wenige Stunden ſpäter war
ich abermals in Feindesland auf Belgiens blutgetränk=
tem
Boden. Lüttich, heute kaum noch beachtet, Löwen
eilte an den breiten Coupéfenſtern vorüber und im Abend=
dämmern
nahm mich das ſchöne, alte Brüſſel auf. Am
nächſten Morgen betrete ich bei Gent den Boden von Flan=
dern
und um die Mittagsſtunde empfängt mich das
zwitſchernde und ſchwatzende Geläut des Glockenſpiels auf
dem hohen Belfried von Brügge, der Stadt, wo ich end=
lich
Atem holen darf zu neuem Schauen und zu neuem Tun

Sanitätshunde auf dem Schlachtfelde.

* Die große Aktion, die der Deutſche Verein für Sa=
nitätshunde
zu Beginn dieſes Feldzuges einleitete, hat
gute Erfolge gezeitigt, Erfolge, von denen jeder ein un=
erſetzliches
, bei den vielen Verluſten doppelt wertvolles
Menſchenleben bedeutet. Und während ſchon ſeit längerer
Zeit im Weſten eine große Zahl Sanitätshunde arbeitet,
iſt nun auf Anregung des Generalfeldmarſchalls v. Hin=
denburg
, der dieſer neueſten Errungenſchaft der Kriegs=
ſanität ſofort vollſte Aufmerkſamkeit zuwandte, auch der
Oſten noch weit ausgiebiger mit Hunden verſehen worden.
Im ganzen ſind durch das Kriegsminiſterium nunmehr
gegen 1400 Sanitätshunde mit eigenen Führern
bei unſeren Truppen im Felde eingeſtellt. Jeder neue
Feldpoſtbrief, den ein Sanitätshundführer ſchreibt, bringt

den ſchlagenden Beweis für die Unentbehrlichkeit der ſchö=
nen
, klugen Tiere, die mit ihrem Spürſinn verwundete
Kämpfer vom martervollen Tode retten.

So ſchreiben die Führer R., H., L. und K. einer Sani=
tätskompagnie
:

An dieſem Abend rückten wir um 7 Uhr aus zum
Schlachtfelde, wo wir ſchon ſehnſüchtig von unſeren ſchwer
daniederliegenden verwundeten Kameraden erwartet wur=
den
. Wir erfuhren, daß der Feind 34 Kilometer weit
zurückgeſchlagen worden ſei. Es war eine finſtere, düſtere
Nacht, dichter Nebel, da war Wald und Feld, Bäume lagen
auf den Straßen, in dem Walde lagen die: Bäume kreuz
und quer und Feuer bekamen wir von den Seiten. Jetzt
ging es los, um unſeren armen Kameraden zu helfen
Revierenl ſuch verwundet! war unſer Kom=
mando
, und ſchon ſauſten die Hunde davon und wir ſchnell
dahinter her, damit ſie nicht zu lange bellen, denn wir
waren nicht weit von den feindlichen Stellungen entfernt.

Es dauerte nicht lange, als wir Gebell vernahmen.
Wir ſchnell, ſo ſchnell wie möglich vorwärts in der Rich=
tung
, aus welcher das Gebell kam. Da kamen uns ſchon
die Hunde entgegengelaufen. Wir ſchnell mit ihnen vor.
Da lag einer ſtöhnend und jammernd, ſeine Augen waren
auf den Hund und ſeinen Führer gerichtet, und rief: Hilf
mir, lieber Kamerad! Gib mir doch bitte etwas zu trin=
ken
, denn ich habe furchtbaren Durſt! Wir gaben dem
Armen Kaffee aus der Feldflaſche, den er gierig zu ſich
nahm. Sodann liefen wir davon und holten Träger, da=
mit
die Aufgefundenen ſchneller fortgeſchafft würden.

War der erſte fort, ſo hörte man ſchon wieder
bellen, und ſo ging es weiter, bis wir viele, viele Ver=
wundete
gefunden und das Schlachtfeld abgeſucht hatten.
Am Morgen des 7. November gingen wir dann mit unſeren
vierbeinigen Brüdern nach ſchwerer Arbeit und ſehr müde
zurück zu unſerem Lager, wo wir dann gleich in tiefen
Schlaf verfielen. Ja, Herr Polizeiinſpektor, man ſagte
wir ſollten uns die Verwundeten notieren, die wir gefun=
den
haben, aber das iſt ein Ding der Unmöglichkeit, denn
dazu iſt keine Zeit; hier heißt es arbeiten, und zwar ſo
ſchnell wie möglich. Rufen, ſprechen und Licht anzünden
dürfen wir nicht, auch die Hunde dürfen keine Schelle tra=
gen
, anderenfalls wir unter feindliches Feuer genommen
werden. 14 Verwundete, die von unſeren
Hunden gefunden wurden, wären niemals von den
Sanitätern gefunden worden, und ſie wären beſtimmt
ihrem Schickſal überlaſſen und hilflos liegengeblieben. Es

macht ſich keiner hiervon ein Bild. Wir, ſowie unſere
Hunde, ſind hier bei der Kompagnie gut gelitten. Die Eng=
länder
und Franzoſen liegen da wie geſät. Viele Fran=
zoſen
und Engländer ſind gefangen genommen worden.

Sanitätshundführer B. von der Meldeſtelle Münſter
berichtet: In der Nacht am 12. Dezember hat mein
Stern bei Rz. in Ruſſiſch=Polen ſeine Meiſterleiſtung
vollbracht. Vom Jägerbataillon . .. wurde ein Hund an=
gefordert
, da 3 Leute ſeit 24 Stunden vermißt waren. Wir
hatten alſo das Gefechtsfeld des vorherigen Tages abzu
ſuchen, und da dies vor der Schützenlinie der Ruſſen lag
konnte das nur im Dunkel der Nacht geſchehen. Mit dret
Bahren, 12 Leuten und einem Feldwebel zog ich abends
um ½7 Uhr los, das erſte Mal, daß ich vor unſerer Schü=
tzenlinie
arbeiten ſollte; ich hatte doch ein wenig Dampf
dabei. Sämtliche Leute haben wir mit Stern gefunden;
aber den ſchönſten Erfolg hatten wir, als wir zum zweiten
Male mit unſeren Bahren zurückgingen. Schon vorher
hatten wir 3 Leute vom. .. Infanterie=Regiment gefunden,
die hier ſeit 36 Stunden gelegen hatten. Auf dem Rück=
wege
nun war Stern eine ganze Zeit weg. Hinter Wild
geht er nicht mehr; ich hatte deshalb auch keine Angſt
Plötzlich in der Ferne ein ſcharfes Bellen. Der Feldwebel
und ich hin, und der Hund ſteht bei einem Verwundeten.
Es war der Unteroffizier F. T. vom Infanterie= Regi=
ment
Er hatte mit einem Schuß durch beide Ober=
ſchenkel drei volle Tage hilflos dort gelegen. Die Freude
dieſes Menſchen war ſo groß, daß er den Hund umarmt
und geküßt hat. Der Herr Major des Jägerbataillons
will dies dem Rittmeiſter unſerer Kompagnie perſönlich
melden.

So kann man jeden Tag neue Erfolge unſerer
Hunde verzeichnen, deren Anzahl laut Verfügung des
Kriegsminiſters für jede Sanitätskompagnie nun von vier
auf acht erhöht werden ſoll, während gleichzeitig 250 Tiere
auf einmal nach dem Oſten abgehen. Die für die Hunde
gemachten Aufwendungen werden durch ihre ſegensreiche
Wirkſamkeit vollauf belohnt. Aber auch die pekuniären
Anſprüche an den Verein ſteigen unabläſſig. Da kann, da
muß jeder Beſitzende helfen! Denkt, es ſind vielleicht Sohn
und Bruder, die ſehnſüchtig auf den treuen Hund als
Retter warten! Gebt! Gebt, ſo viel ihr könnt. Die Mili=
tärkanzlei
des Großherzogs von Oldenburg, des Protek=
tors
des Deutſchen Vereins für Sanitätshunde, nimmt
Hans Hyan.
jede Gabe gern entgegen.

[ ][  ][ ]

Die Extraabonnements=Preiſe für die erſte, beziehungs=
weiſe
dritte Abteilung ſind: Sperrſitz 10,40 Mk., Parterre
7,60 Mk. I. Rang 12,40 Mk., II. Rang 6,40 Mk. uſw.
Die Extraabonnements=Preiſe für die zweite Abteilung
betragen die Hälfte der obengenannten Preiſe. Die
Karten für die erſte Abteilung werden am Montag,
den 18. Januar, nachmittags von 3½— 5 Uhr, ſowie an
den darauffolgenden Tagen, vormittags, zu den üb=
lichen
Kaſſenſtunden, bis einſchließlich Mittwoch, den
20. Januar, an der Tageskaſſe des Hoftheaters ab=
gegeben
. An den betreffenden Vorſtellungstagen werder
Karten nur zu Tageskaſſenpreiſen verkauft

Oberlandesgerichtsrat Wagner . Am 13. Januar
I. Js. verſchied nach längerem Leiden Oberlandesgerichts=
rat
Wagner zu Darmſtadt. Nachdem er im Frühjahr
1879 die Staatsprüfung zurückgelegt, war er bis zu ſeiner
Anſtellung beſchäftigt beim Amtsgericht Darmſtadt II.,
uls Vertreter des Amtsanwalts in Groß=Umſtadt, al=
Amtsanwalt in Alzey und Friedberg und als Hilfs=
richter
in Groß=Umſtadt. Am 25. Januar 1888 wurde
er Amtsrichter in Lorſch, am 14. März 1894 Amtsrichter
beim Amtsgericht Darmſtadt I, in welcher Stellung er
mehrmals als Hilfsrichter am Landgericht zu Darmſtadt
verwendet wurde. Seit 7. Mai 1902 war er Land=
gerichtsrat
am Landgericht zu Darmſtadt und wurde
als ſolcher mehrmals beim Oberlandesgericht verwandt
Am 1. April 1905 erfolgte ſeine Ernennung zum Ober=
landesgerichtsrat
. An Auszeichnungen wurden ihm das
Ritterkreuz 1. Klaſſe und das Ehrenkreuz des Philipps=
ordens
verliehen. Ausgerüſtet in reichem Maße mit
den für den Richterberuf erforderlichen Eigenſchaften,
hat er in dieſem Berufe lange Jahre ſegensreich gewirkt.
Treue Erfüllung ſeiner Pflichten war ihm Lebensauf=
gabe
bis zur letzten Stunde ſeines Wirkens; als im
Sommer vorigen Jahres ihn die Krankheit heimſuchte,
der er nun erlegen iſt, harrte er pflichttreu im Dienſte
aus bis ans Ende ſeiner Kraft. Sein lauterer Charakten
und ſeine trefflichen kollegialen Eigenſchaften erwarben
ihm allſeitige Hochſchätzung und Zuneigung. Sein An=
denken
wird in Ehren fortleben.

Im Silberkranz. Am Montag, den 18. Januar,
feiern die Eheleute Adam Sattler, Schuhmacher, und
Frau, geb. Feuerbach, Stiftſtraße 77, das Feſt der Silber=
nen
Hochzeit.

Darmſtadts Induſtrie, Handel und Gewerbe
Das unter dieſem Titel von Oberbürgermeiſter Dr
Gläſſing herausgegebene Heft, das in überſichtlicher
Zuſammenſtellung das Weſen, die Aufgabe und die
Wirkung der kommerziellen Inſtitute Darmſtadts, die
ſozialpolitiſchen Einrichtungen und die Bedeutung des
Induſtrie= und Gewerbeſtandes für die Ausfuhr nach
dem Ausland darſtellt, iſt in A. Bergſtraeßers Hof=
buchhandlung
erſchienen und von allen Buchhandlungen
zu beziehen. Preis 60 Pfennige.

* Der erſte Schmetterling von 1915. Geſtern fand das
Unteroffizier=Korps der 2. Kompagnie des Erſatz=Land=
ſturm=Bataillons II. Darmſtadt im Walde einen eben
entwickelten Zitronenfalter in der Rinde eines Baumes
Das Tierchen, das man uns auf die Redaktion brachte,
iſt trotz der niedrigen Temperatur recht munter.

Verwertung der Küchenabfälle.

Wie uns mitgeteilt wird, ſind die erforderlichen
Schritte von den zuſtändigen Behörden bereits eingeleitet
worden, um eine ſachgemäße Verwertung der
Küchenabfälle aus den ſtädtiſchen Haus=
haltungen
auch in der Stadt Darmſtadt durchzuführen.
Das Kreisamt hat im Dezember durch die Bürgermeiſte=
reien
der Landgemeinden Erkundigungen darüber eingezo=
gen
, welche Landwirte in der Umgegend die Küchenabfälle
zu übernehmen gedenken. Die Stadtverwaltung Darm=
ſtadt hat ihrerſeits bei verſchiedenen Städten in Deutſch=
land
, in denen die Verwertung der Küchenabfälle bereits
durchgeführt iſt, Erkundigungen über die zweckmäßigſte
Art der Sammlung und Verwertung angeſtellt. Am 12
Januar fand unter dem Vorſitze des Herrn Provinzial=
direktors
Fey die Beratung einer Kommiſſion ſtatt, der
u. a. Herr Beigeordneter Ekert als Vertreter des Ober=
bürgermeiſters
, ferner der Vorſitzende des Landwirtſchafts=
kammerausſchuſſes
, Herr Oekonomierat Fritſch, ſowie die
Herren Oekonomierat Haug, Baurat Keller, Medizinalrat
Dr. Gros, Regierungsrat Gennes, Veterinärrat Weins=
heimer
anwohnten.
Die Stadt Darmſtadt, der die Meldungen für
Abnahme von Küchenabfällen mitgeteilt wurden, will nun
in einem Bezirke die Verwertung alsbald durchführen. Es
ſollen zunächſt nur geſammelt werden rohe und gekochte
Kartoffelreſte und Kartoffelſchalen, rohe Gemüſe= und

Salatabfälle und Brotreſte. Von der Sammlung von
Knochen und ſonſtigem Spülicht ſoll vorerſt noch abgeſehen
werden, da dieſe Abfälle leicht verderben und für das Vieh
ſchädlich werden. Doch ſoll auch die Verwertung dieſer
Abfälle in Bälde erfolgen, wenn das Abholen ſo geregelt
iſt, daß es öfters in der Woche und raſch ſtattfinden kann.
Das Abholen der Küchenabfälle durch die Landwirte be=
reitet
inſofern noch Schwierigkeiten, als es in den Orten
vielfach an Pferdefuhrwerk hierfür fehlt. Die aus den Land=
gemeinden
vorliegenden Meldungen zur Abnahme der
Küchenabfälle ſind noch nicht ſehr zahlreich und genügen
nicht, um die Abfälle aus der ganzen Stadt zu verwerten.
Es wird deshalb am Mittwoch, den 20. ds. Mts., eine
Verſammlung des Bezirksausſchuſſes der
Landwirte unter dem Vorſitz des Herrn Oekonomierat
Fritſch ſtattfinden, um die Landwirte auf die Wichtigkeit
dieſer Sache aufmerkſam zu machen und weitere Abneh=
mer
für die Küchenabfälle zu gewinnen.
Bei den Beratungen der Kommiſſion wurde auch die
Frage der Errichtung einer ſtädtiſchen Anſtalt zur Trock=
nung
der geſammelten Küchenabfälle und
deren Verwertung in getrocknetem Zuſtande eingehend er=
örtert. Die Frage iſt noch nicht abgeſchloſſen, man war
aber der Anſicht, daß die Errichtung einer ſolchen An=
ſtalt, die längere Zeit in Anſpruch nehmen würde, die als=
baldige
Sammlung und Verwertung der Abfälle nicht auf=
halten
dürfe. Auch wurde erwähnt, daß die Stadt die
Errichtung einer eigenen Schweinemäſterei zur Verfütte=
rung
der Abfälle in Erwägung gezogen habe, doch be=
ſtänden Zweifel, ob die Stadt nicht bedeutende Zuſchüſſe
zu einem derartigen Unternehmen leiſten müſſe.

Feldpoſtbriefe nach dem Feldheer im Gewicht
über 250 bis 500 Gramm

werden für die Zeit vom 1. bis einſchließlich 7. Februar
von neuem zugelaſſen. Die Gebühr beträgt 20 Pfg.

Die Sendungen müſſen dauerhaft verpackt ſein. Nur
ſehr ſtarke Pappkaſten, feſtes Packpapier oder dauerhafte
Leinwand ſind zu verwenden. Für die Wahl des Ver=
packungsſtoffes
iſt die Natur des Inhalts maßgebend; zer=
brechliche
Gegenſtände ſind nach Umhüllung mit Papier
oder Leinwand ausſchließlich in ſtarke Schachteln oder
Kaſten zu verpacken. Die Päckchen, auch die mit Klam
merverſchluß verſehenen, müſſen allgemein mit dauerhaf=
tem
Bindfaden feſt umſchnürt werden, bei Sendungen von
größerer Ausdehnung in mehrfacher Kreuzung. Die
Aufſchriften ſind auf die Sendungen niederzuſchreiben
oder unbedingt haltbar auf ihnen zu befeſtigen und müſſen
deutlich und richtig ſein.

Außer kleinen Bekleidungs= und Gebrauchsgegenſtän=
den
ſind auch Lebens= und Genußmittel zuläſſig, aber nur
ſo weit, als ſie ſich zur Beförderung mit der Feldpoſt eig=
nen
. Ausgeſchloſſen ſind leicht verderbliche Waren, wie
z. B. friſches Obſt, friſche Wurſt; ferner feuergefährliche
Gegenſtände, wie Patronen, Streichhölzer und Taſchen=
euerzeuge
mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüſſigkeiten
ſind nur zugelaſſen, wenn die Flüſſigkeiten in einem ſtar=
ken
, ſicher verſchloſſenen Behälter enthalten und dieſer in
einen durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus ſtarker
Pappe feſt verpackt iſt, und ſämtliche Zwiſchenräume mit
Baumwolle, Sägeſpänen oder einem ſchwammigen Stoff ſo
angefüllt ſind, daß beim Schadhaftwerden des Behälters
die Flüſſigkeit aufgeſaugt wird.

Sendungen, die den vorſtehenden Beſtimmungen nicht
entſprechen, werden von den Poſtanſtalten unweigerlich
zurückgewieſen.

Kunſtnotizen.

Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Ab
heute kommt das dramatiſche Schauſpiel in 3 Akten
Dunkle Wege mit den bekannten Schauſpielern Julius
Strobl und Richard Waldemar zur Vorführung. Mit
ungeheurer Realiſtik zeigt ſich hier die Lebensgeſchichte
eines Abenteurers. Mit einer fabelhaften Geſtaltungs=
kraft
ſind dramatiſche Momente geſchaffen worden, die
das Publikum fortreißen. Sind es die intereſſanten
Augenblicke oder die ſchweren Schickſalsſchläge des Hel=
den
, die fieberhaft im Banne halten, oder die packenden
Bilder von einer nie geahnten Natürlichkeit? Ein weite=
rer
Schlager In eigener Sache iſt der Roman eines
Detektivs in 2 Akten. Die Dokumente zum Welt=
krieg
ſind dieſes Mal beſonders intereſſant und ſehen
wir unſere braven Bayern beim Vorgehen im Sturm
und Beſetzung eines feindlichen Schützengrabens. Um
Zweifler zu überzeugen, wird darauf aufmerkſam gemacht
daß alle Aufnahmen, welche in den Kriegsdokumenten zur

Vorführung gelangen, unbedingt Originalaufnahmen ſind.
Kleinere Humoresken und Naturaufnahmen vervollſtändi=
gen
den Spielplan. (S. Anz.)

Pfungſtadt, 15. Jan. (Begrüßungswerter
Beſchluß.) In unſerer großen Gemarkung gibt es
noch gar manches Stück Land, das man ſeither unbe=
wirtſchaftet
liegen ließ, oder nur der Aufforſtung mit
Kiefern für wert hielt. Die Gemeindeverwaltung will
hierin Wandel ſchaffen und den Privaten mit gutem
Beiſpiele vorangehen. Sie beſchloß in ihrer bletzten
Sitzung, eine etwa 15 Morgen umfaſſende Fläche, die
ſeither als Waldgelände eingetragen war, umroden
und mit Kartoffeln bebauen zu laſſen.
Für einen Teil des Schilfrohrs auf dem gemein=
heitlichen
Torfgelände wurden bei der Verſteigerung
ungenügende Preiſe trotz guter Ernte geboten.
Deshalb will die Gemeinde die betreffenden Losſtücke
ſelbſt einer ten laſſen.

Mainz, 15. Jan. (Alles Goldmußzur Reichs=
bank
.) Mainzer Kinematographentheater machen be=
kannt
, daß ſie für die Folge an jeden Beſucher, welcher
ein 10=oder 20=Markſtück an die Kaſſe bringt, einen
Kaſſenſchein, ſowie ein Freibillett aushändigen.

Mainz, 15. Jan. (Zu dem Mord am Linſen=
berg
.) Das Netz zieht ſich trotz dem hartnäckigen Leug=
nen
des inhaftierten Lampe immer enger um ihn zuſam=
men
. So wurde durch einen Bretzenheimer Einwohner
feſtgeſtellt, daß nicht, wie irrtümlich berichtet, der Ermor=
dete
nur bis 9,40 Uhr, ſondern bis 10,10 Uhr in der Wirt=
ſchaft von Funk auf dem Aliceplatz ſaß. Der Zeuge be=
kundete
auch, daß Kätzner und Lampe beiſam=
men
ſaßen und ſich ſtritten, ſo daß der Zeuge zur An=
ſicht kam, es würde zwiſchen den beiden zu einer Schlä=
gerei
kommen. Weiter wurde feſtgeſtellt, daß der Ermor=
dete
beim eiligen Verlaſſen der Wirtſchaft ſeinen Regen=
ſchirm ſtehen ließ. Lampe nahm den Schirm an ſich
und verließ ebenfalls kurz nach dem K. das Lokal. Be=
kanntlich
wurde der Schirm neben der Leiche gefunden.
Lampe beſtreitet trotz alledem, in der Wirtſchaft geweſen
zu ſein; er könne deshalb auch nicht den Schirm des K.
mitgenommen haben. Bei allen früheren Anklagen gegen
den Lampe leugnete er ſtets, trotz einwandfreier Ueber=
führungen
. Die ſämtlichen Kleidungsſtücke des Lampe
wurden an den Gerichtschemiker Dr. Popp nach Frank=
furt
zur Unterſuchung geſandt. Trotz der vorhandenen
ſchwerwiegenden Indizien und Beweiſe geht die Unter=
ſuchung auch nach einer anderen Richtung weiter. Der
verdächtige Georg Lampe iſt 1878 in Gau=Bickelheim ge=
boren
und wohnt ſeit Jahren in Bretzenheim. Er hatte
öfters Streit mit Kätzner. (Schwere Verwun=
dung
.) In einem Hauſe der Auguſtinerſtraße ſpielte
geſtern der Lehrling Erwin Fleiſchmann aus Koſt=
heim
mit ſcharfen Patronen. Plötzlich ging eine
der Patronen los, die Kugel drang dem Fl. in den Kopf.
Der Schwerverletzte wurde von der Sanitätswache ins
Krankenhaus gebracht. Jedenfalls iſt das eine Auge ver=
loren
.

Nackenheim, 15. Jan. (Verunglückt.) Beim Ran=
gieren
im Mainzer Hauptbahnhof geriet vorgeſtern abend
der Rangierer Chriſtian Geiberger von hier mit dem
rechten Fuß unter einen Wagen und wurde überfahren
Die Mainzer Sanitätswache brachte den Verunglückten
ins dortige Städtiſche Krankenhaus. Der Fuß muß
amputiert werden.

G. K. Bad Nauheim, 14. Jan. (Vom Kur=
betrieb
.) Frau von Beneckendorff= Hinden=
burg
, eine nahe Verwandte des Generalfeldmarſchalls,
weilt ſeit einiger Zeit hier. Sie iſt ſchon ſeit Jahren
ein ſtändiger Gaſt unſeres Bades und benutzt jetzt die
ruhigere Winterszeit, um ihre Kur vom letzten Sommer
zu wiederholen. Unter den vielen hier anweſenden
Militärs befinden ſich verſchiedene hohe Offiziere. Täglich
kommen neue Gäſte an. Die Bäder des ſtaatlichen Bade=
hauſes
, das den ganzen Winter über offen bleibt, werden
außerordentlich ſtark in Anſpruch genommen, ebenſo das
medico=mechaniſche Zander=Inſtitut. Als beſonders wert=
voll
bei der Behandlung von Kriegsverletzungen und von
Herzſchädiaungen durch die Anſtrengungen des Feldzugs
erweiſt ſich das neu gegründete ſtaatliche mediziniſch=
diagnoſtiſche
Inſtitut (Leiter Profeſſor Dr. Weber), in
dem Röntgendurchleuchtungen, Pulsunterſuchungen und
lektrokardiogramme für Kriegsteilnehmer koſtenlos aus=
geführt
werden. Durch die Röntgenkontrolle vor und
nach der Badekur konnte bereits bei ſehr zahlreichen
Kriegsteilnehmern der günſtige Erfolg der Bad Nau=
heimer
Bäder einwandfrei feſtgeſtellt werden.

La Thilorière oder der Einfall in England. Ben
Akibas Ausſpruch, daß es nichts Neues unter der Sonne
gibt, bewahrheitet ſich auch in dem Plan eines Einfalles
in England mit Hilfe von Luftſchiffen, vor dem heute
Großbritannien zittert. Derartige Gedanken ſind auch
ſchon vor hundert Jahren gegen die meerumgürtete Inſel
geſchmiedet worden, nur daß damals nicht wie heute im
Lenkluftſchiff eine ſehr ernſthafte Grundlage für die Ver=
wirklichung
ſolcher Gedanken gegehen war, ſondern daß
Hirngeſpinſte auftauchten, die aus der Begeiſterung für
den damals mode gewordenen Luftballon geboren wurden.
Immerhin iſt der Gedanke ſo merkwürdig und bietet eine
ſo ſchlagende Parallele zu heutigen Ideen, daß auf ein
intereſſantes Dokument der damaligen engliſchen Inva=
ſionsgefahr hingewieſen ſei. Im Jahre 1804 erregte eine
vielverbreitete Zeichnung großes Aufſehen, die die Unter=
ſchrift La Thilorière oder der Einfall in England führte.
Das Bild, das ſich in Paul Lacroir’ Werk über das Di=
rektorium
, Konſulat und Kaiſerreich abgebildet findet, zeigt
mehrere Luftballons, die im großen und ganzen die Form
der Erfindung Mongolfieres bezeigen. Die Ballons haben
Ellipſengeſtalt und ſind mit gekreuzten und bebänderten
Lorbeerzweigen ſchön dekoriert; der Ballon trägt eine Art
Trichter, an den ſich eine rund herumgehende Plattform
anſchließt, und auf dieſer Plattform ſieht man nun eine
dichtgedrängte wimmelnde Menge von Soldaten, kühne
Reiter hoch zu Roß, ganze Bataillone mit flatternden Fah=
nen
uſw. Die Mongolfieren ſchweben über dem Kanal:
ſie ſind bereits ein beträchtliches Stück von den Ufern der
franzöſiſchen Küſte entfernt, und nicht allzu weit winken die
engliſchen Küſten, die ihr Ziel ſind. Eine nähere Erläu=
terung
der Zeichnung gibt an, daß dieſe Thilorière das
geeignetſte Mittel für Napoleon wäre, um endlich den ver=
haßten
Engländern auf den Leib zu rücken; jeder dieſer
Luftballons ſei für 300000 Franes herzuſtellen und könne
ſage und ſchreibe 3000 Mann befördern. Mit verhältnis=
mäßig
geringen Koſten werde man alſo imſtande ſein, eir
ſtarkes Heer nach dem trotzigen Albion zu bringen. Man
hatte ja damals bereits wirklich den Ballon in der Krieg=
führung
zu verwenden angefangen, und dieſer überkühne
Plan iſt ein neuer Beweis für die unbegrenzten Möglich
keiten, die man vor hundert Jahren an das erſte gelungene
Aufſteigen von Luftballons knüpfte.

* Das Heldenviertel in Berlin=Lankwitz. Generalfeld=
marſchall
v. Hindenburg hat der Gemeinde Berlin=Lankwitz
für die ihm zuteil gewordene Ehrung, eine Straße an der
neuerrichteten Gardetrain=Kaſerne nach ſeinem Namen zu
benennen, ſchriftlich gedankt und dabei zum Ausdruck ge=
bracht
, daß er darin nicht nur eine Ehrung ſeiner Perſon,
ſondern auch der ihm anvertrauten Armeen, in deren
Reihen die braven Märker mit Auszeichnung fechten, er=
blickt
. Er verbindet damit den herzlichen Wunſch, daß der
Gemeinde nach ehrenvollem Frieden ferneres Blühen und
Gedeihen beſchieden ſein möge. Ferner haben, wie bereits
Generaloberſt v. Emmich, ſo auch kürzlich Generaloberſt
v. Kluck und Generalleutnant v. Ludendorff für die ihner
durch die Taufe einiger neuer Straßen im Heldenviertel
nach ihren Namen zuteil gewordenen Ehrungen in glück
wünſchenden Schreiben ihren herzlichen Dank der Ge=
meindeverwaltung
mitgeteilt. Lankwitz war bekanntlich
die erſte Vorortsgemeinde, die neu angelegte Straßen nach
den berühmten Heerführern im gegenwärtigen Kriege be=
eichnete
.

* Der ruſſiſche Kalender. Wie in den meiſten Dingen,
ſind die Ruſſen auch in ihrem Kalender rückſtändig.
Sie haben ſich der vom Papſt Gregor XIII. im Jahre 158
geſchaffenen Kalenderreform nicht angeſchloſſen, ſondern der
von C. J. Caeſar im Jahre 46 v. Chr. eingeführten Ka=
lender
beibehalten, und ſind bekanntlich eine Reihe von
Tagen hinter unſerer Zeit zurück. Denn da der Julianiſche
Kalender die Zeit, welche die Erde mehr als 365 Tage zu
hrer Umdrehung um die Sonne gebraucht (5 Stunden,
48 Minuten und 45 Sekunden) nicht genau berechnet, ein
Fehler, den der Gregorianiſche Kalender dadurch, daß er
den Schalttag (29. Februar) alle hundert Jahre einmal
ausfallen und nur alle vierhundert Jahre wiederkehren
äßt, beſeitigt hat, kommen die Ruſſen immer weiter hinter
uns zurück. Im Jahre 1582 betrug der Unterſchied ſchon
9 Tage, darum ließ man damals 10 Tage ausfallen und
ſchrieb nach dem 4. gleich den 15. Oktober. Der Abſtand
vergrößerte ſich in jedem Jahrhundert um einen Tag, ſc
daß er gegenwärtig 13 Tage beträgt. Die Ruſſen feierten
alſo am 14. Januar Neujahr.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 15. Jan. (Feuer.) In
Brandenburg a. d. Havel brach geſtern nachmittag in einem
Arbeitsſchuppen des Artilleriedepots durch bisher nicht
aufgeklärte Urſache Feuer aus, das auf ſeinen Herk
beſchränkt werden konnte. Infolge einiger während des
Feuers erfolgter Exploſionen trug eine Anzahl von Ar=
beitern
mehr oder weniger ſchwere Verletzungen davon.
Der durch das Feuer verurſachte Materialſchaden iſt un=
bedeutend
.

Troyes, 15. Jan. (Die Seine ſteigt ſchnell)
und iſt bereits an verſchiedenen Stellen über die Ufer ge=
treten
.

Handel und Verkehr.

* Berlin, 15. Jan. Börſenſtimmungsbild.
Dank günſtigen Berichten von den Kriegsſchauplätzen und
dem flüſſigen Geldſtand hielt im freien Privatverkehr die
Hauffeſtimmung an und führte für die bekannten Spezial=
werte
, deren Kreis ſich durch Hinzutritt neuer Papiere
täglich etwas erweitert, zu weiteren Kursſteigerungen.
Am Rentenmarkt war das Ergebnis des Tages, daß die
Kriegsanleihe unter lebhaften Hurra=Rufen den Pariſtank
erreichte und ihn bei regen Umſätzen behaupten konnte.
Kriegsſchatzanweiſungen hielten ſich ½ Prozent darunter.
Auch für andere heimiſche Rentenwerte beſtand Kaufluſt,
ebenſo zu Arbitragezwecken wiederum für Japaner, ſo=
wie
für Ruſſen und ruſſiſche Bankaktien. Tägliches Geld
2½ Prozent, Privatdiskont 4 Prozent; bei beiden auch
darunter anzukommen.

Landwirtſchaftliches.

Frankfurt a. M., 14. Jan. ( Viehhofmarkt=
bericht
.) Auftrieb: 136 Rinder (10 Ochſen, 126 Kühe),
851 Kälber, 316 Schafe, 1256 Schweine. Preiſe per 50 Kilo
Lebendgewicht, Schlachtgewicht, in Mark: Kälber:
a) 5458 (9096), b) 4550 (7583), c) 40-44 (6875);
Schafe: a) 44 (9496), b) 3638 (8590); Schweine:
a) 65-67,50 (8385), h) 6466 (8082), c) und d) 66 bis
67,50 (8385). Marktverlauf: Kälber flau, Schafe rege
(geräumt), Schweine gedrückt, Ueberſtand.

[ ][  ][ ]

Stimmen aus dem Publikum.

ür die Beröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Rebaktlon
Einerlei Berantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in voklem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Wobekommt man K=Brot?

In verſchiedenen Bäckereien habe ich vergebens nach
K=Brot gefragt. Eine Bäckerei, die es vorrätig hält,
konnte ich bis jetzt nicht ermitteln. In den befragten Bäcke=
reien
wurde mir der Beſcheid, das dort zum Verkauf ge=
ſtellte Brot ſei ebenfalls Kriegsbrot‟. Iſt dieſe Antwort
auch inſofern richtig, als die Zuſammenſetzung aller Brot=
ware
durch die Kriegsvorſchriften geregelt iſt, ſo bleibt doch
die Tatſache beſtehen, daß gerade die beſondere Art des
Kriegsbrots, die zu genießen vor allem unſere vaterlän=
diſche
Pflicht iſt, nämlich das mit dem Zeichen K
verſehene K=Brot vom 15. Januar ab auch das
Brot mit dem Doppelzeichen Kk , offenbar nur ſchwer
zu haben iſt. Wer die Schuld hieran trägt, kann ich nicht
beurteilen. Vielleicht das Publikum ſelbſt! Beobachtet
man, wie es vielfach den ungeheuren Ernſt der Brotfrage
für Deutſchlands Schickſal noch nicht erfaßt hat, ſo kann
man wenigſtens vermuten, daß es das K=Brot beim Bäcker
nicht fordert oder es womöglich ablehnt. Keinesfalls ſollte
dieſer Zuſtand aber dahin führen, daß auch derjenige, der
in dieſer beſcheidenen Weiſe dazu beitragen will, daß
Deutſchland ſich in der Ernährungsfrage nicht eines Tages
einem Ende mit Schrecken gegenüber ſieht, nicht in der
Lage iſt, K=Brot zu kaufen, weil er keine Verkäufer findet.
Es wäre daher erwünſcht, wenn alle diejenigen Bäckereien
öffentlich bekannt gemacht würden, in denen Brot mit dem
Zeichen K künftig auch KK zu haben iſt.

Eine Hausfrau.

Notſchrei der heſſiſchen Gaſtwirte.

Schon zu wiederholten Malen haben Sie in Ihrem
geſchätzten Blatte Bericht erſtattet über die Lage in den
einzelnen Gewerben zur Kriegszeit. Eines der am meiſten
Not leidenden Gewerbe iſt unzweifelhaft das Gaſtwirts=
gewerbe
; denn, abgeſehen von Garniſonſtädten und eini=
gen
dieſen benachbarten Plätzen, die auch Einquartierung
haben, gibt es doch eine große Zahl von Städten, Luftkur=
und Badeorten, die während der Kriegszeit weder Ein=
quartierung
noch Lazarette erhalten haben und in denen
infolgedeſſen, da auch Geſchäftsreiſende, Kurfremde und
Touriſten völlig fehlen, ſpeziell im Wirtsgewerbe ein Tief=
tand
erreicht iſt, wie nie zuvor. Wenn nun aber in dieſer
chweren und verdienſtloſen Zeit es gar noch Haus=
herren
gibt, die von den Gaſtwirten, welche für gutes und
zumeiſt teueres Geld Wirtſchaften gemietet haben, unge=
achtet
des bedeutend geringeren Umſatzes doch die volle
Miete verlangen oder nur einen kaum ins Gewicht fallen=
den
Teilbetrag nachzulaſſen geneigt ſind, ſo muß ich mir
im Intereiſſe des notleidenden Gaſtwirts=
gewerbes
die Frage erlauben: Warum wird
für Darmſtadt und das Großherzogtum Heſſen nicht die
gleiche Einrichtung getroffen, wie man ſie z. B. in Mann=
heim
hat: eine Kriegsfürſorgezentrale für
das Wirtsgewerbe, welche alle Differenzen zwiſchen
Hausherrn und Mieter regelt und vor allem die Miete für
die oft recht teueren und jetzt brach liegenden Wirtslokale
auf einen den gegenwärtigen Zeitverhältniſſen und dem
derzeitigen Umſatze entſprechenden Betrag feſtſetzt? Es iſt
dies eine Einrichtung, die nicht allein in den veränderten
Zeitverhältniſſen wohl begründet iſt, ſondern die auch die
Möglichkeit bietet, manche gefährdete Exiſtenz vor dem Un=
tergang
zu bewahren. Mietseinigungsämter genügen
hierfür nicht. Hier müſſen Fachleute Brauereibeſitzer
und Wirte beigezogen werden, die unter Vorſitz einer
ſtädtiſchen oder ſtaatlichen Kommiſſion die Mietsverhält=
niſſe
zwiſchen Wirt und Hausherrn regeln. Es iſt dies
ein dringendes Bedürfnis, und je eher eine der=
artige
Zentrale errichtet wird, deſto ſegensreicher wird ihre
Tätigkeit ſein.
H. J.

Schafft die unnötigen und verderblichen Freſſer
ab, nämlich die Luxushunde, die dem Vieh, das
zu unſerer Erhaltung nötig iſt, das Futter wegfreſſen
und uns die Lebenshaltung mit verteuern! Das
Halten der Luxushunde in jetziger Zeit ſollte möglichſt
erſchwert und ihre Abſchaffung, ſoweit angängig, veran=
laßt
werden.
P.

Vermiſchtes.

Was der Soldat am meiſten braucht.
Ein bei der Oſtarmee ſtehender Wiesbadener Stabsarzt
ſchreibt: Zu den häufigſten Anfragen an uns, die wir im
Felde ſtehen, gehört die: Was können wir Ihnen
mal ſchicken? Zu Nutz und Frommen beider Teile
möchte ich die Dinge nennen, die der Soldat am meiſten
braucht und wünſcht, und die er, namentlich im ausge=
ſogenen Polen, am ſchwierigſten ſich verſchaffen kann:
Kaffee, am beſten als Cefabu, Tee (nicht Tabletten), Kon=
denſierte
Milch in Tuben, Keks, Zucker, gutes Salz, Schoko=
lade
, harte Zervelat, Leber= und Blutwurſt in Büchſen,
Kognak (in Glasflaſchen, nicht Blechbüchſen!), Zigarren,
Zigaretten, Papierſpitzen, dicke Kerzen, elektriſche Taſchen=
lampen
mit Reſervebatterien, Seife, Wollſachen (Hand=
ſchuhe, Pulswärmer, Kopfhauben, Leibbinden, Ohren=
ſchützer, Halstücher uſw.). Keine 5=Kilogramm=Pakete, die
chwer zur Front vorzubringen ſind, beſonders in dem an

Transportmitteln armen Oſten! Am beſten 250=Gramm=
Paketchen, die faſt immer ankommen, und beſonders Aus=
nutzung
der 500=Gramm=Tage.

Das Erdbeben in Stalien.

* Rom, 14. Jan. Das Erdbebenunglück, das
in der Preſſe und in der öffentlichen Meinung die Erör=
terung
über den Krieg faſt vollſtändig zurückgedrängt hat,
hat in der hieſigen deutſchen und öſterreichiſch=ungariſchen
Kolonie aufrichtige Teilnahme geweckt.

* Rom, 14. Jan. Nach einer Zeitungsmeldung hat
der Papſt ſich heute nachmittag aus dem Vatikanspalaſt
durch die St. Peterskirche nach dem Lazarett Santa
Martha beim Vatikan begeben, um die aus dem Erdbeben=
gebiet
angelangten Verwundeten, 100 an der Zahl, zu be=
uchen
. Er verteilte Unterſtützungen an ſie, ließ ſich Einzel=
heiten
ihres Unglücks erzählen und ermahnte ſie zum Ver=
trauen
auf die Barmherzigkeit Gottes. Der Papſt hat
hierbei das Gebiet des Vatikans nicht verlaſſen.

* Rom, 15. Jan. Die Blätter erörtern eingehend
den Beſuch des Papſtes im Hoſpiz Santa
Martha. Die Tribuna ſagt: Der Papſt verließ den Vati=
kan
, aber nur, um ſich über Gebäude, die ſein Beſitz ſind,
wieder in das Beſitztum des Heiligen Stuhles zu bege=
ben
. Giornale d’Italia ſagt, das Ereignis entbehre nicht
einer gewiſſen Bedeutung. Das Blatt erinnert daran,
daß Papſt Pius X. anläßlich des Erdbebens in Calabrien
die im Hoſpiz Santa Martha untergebrachten Verletzten
nicht beſuchte. Sie wurden vielmehr nur von dem Kardi=
nal
=Staatsſekretär beſucht. Das Blatt meint, es könne
ausgeſchloſſen oder ungewiß fein, ob der Papſt den Vati=
kan
verließ, aber es ſtehe feſt, daß er, von Mitleid getrie=
ben
, juriſtiſche und politiſche Auffaſſungen unberückſich=
tigt
ließ.

* Rom, 15. Jan. Nach noch nicht amtlich beſtätig=
ten
Nachrichten iſt der unterirdiſche Kanal, der
die Gewäſſer der Hochebene von Marſico, Provinz Po=
tenza
, entleert, auf eine Strecke von etwa 30 Meter durch
das Erdbeben verſchüttet worden. Zu dem großen
Elend durch das Erdbeben droht eine furchtbare
Ueberſchwemmung.

* Rom, 15. Jan. Der Meſſaggero ſchreibt: Nach
Berechnungen glaubt man, daß 11000 Menſchen in
Avezzano begraben ſind. In Cappadocia ſind alle
Häuſer unbewohnbar, die Kirche iſt eingeſtürzt, die Bevöl=
kerung
kampiert im Freien auf Schnee. In Caſtello
Fiume ſind faſt alle Häuſer eingeſtürzt; man hat bis
jetzt zwanzig Tote hervorgezogen, befürchtet aber, daß
weitere dreißig ſich unter den Trümmern befinden. Von
Alba Fucenſe iſt nichts übrig geblieben; es ſcheint,
daß niemand gerettet wurde. Die Hälfte von Seur=
ſola Maricana iſt eingeſtürzt, die Kapelle iſt nur noch
eine Ruine. Hunderte von Toten liegen unter den Trüm.. Von mehr als 900 Einwohnern ſind nur 30 dem
Tode entgangen. Halb Magliano de Marſi iſt zer=
ſtört. Die Zahl der Toten dürfte dort 1300 betragen.
Ceſe iſt vollſtändig zerſtört. Von mehr als 500 Ein=
wohern
blieben nur 30 unverletzt. Cappelle del Marſi iſt
vollſtändig eingeſtürzt. 1300 Opfer liegen unter ſeinen
Trümmern. San Benedetto iſt ebenfalls zerſtört.
3000 Menſchen, faſt die ganze Bevölkerung des Ortes,
ſind begraben. Ebenſo ſind Ortuechlo und Gioja del Marſi
zerſtört, in denen 2400 bzw. 3500 Bewohner lebten. Pes=
eina
iſt zu drei Vierteln zerſtört. Die Toten werden auf
4000 geſchätzt, das iſt die Hälfte der Bevölkerung

* Rom, 15. Jan. Die Königin=Witwe und die
Herzogin von Aoſta beſuchten das Hoſpital in San
Giacomo und ſprachen den Verletzten Troſt zu. Ein
Flüchtling aus Magliano del Marſe berichtete dem
Meſſaggero, daß in dieſer Gegend 1500 Menſchenge=
tötet
worden ſind. Die Zahl der Ueberlebenden betrage
dort beinahe zweihundert. Es ſei eine Feuersbrunſt
ausgebrochen, welche das Zerſtörungswerk vollendete.

* Rom, 15. Jan. Durch einen königlichen Erlaß iſt
der Generalinſpektor im Miniſterium des Innern, Doz=
za
zum königlichen Kommiſſar ernannt und be=
vollmächtigt
worden, unter dem direkten Befehl des
Miniſteriums des Innern für alle aus dem Erdbeben
vom 13. Januar ſich ergebenden Notwendigkeiten Sorge zu
tragen. Der Erlaß gibt außerordentliche Verfügungen,
ähnlich denen bei dem Erdbeben von Meſſina, über Zu=
erkennung
von Beſitz und Eigentum, über Feſtſtellungen
von Todesfällen, Mündelſchutz verlaſſener Kinder ſowie
Ausführung von Arbeiten.

* Sora, 15. Jan. Heute ſind aus den Trümmern
von Sora 60 Tote und 100 Verwundete gebor=
gen
worden. Man ſchätzt die Zahl der hier getöteten
Sinwohner auf 300 bis 400.

* Rom, 15. Jan. Giornale d’Italia meldet: Ein
fremdländiſcher Botſchafter äußerte in höflicher Weiſe den
Wunſch, eine Aktion des Auslandes zugunſten der vom
Erdbeben Betroffenen einleiten zu dürfen, etwa wie da=
mals
beim Erdbeben von Meſſina. Giornale d’Italin
fügt hinzu: Wie auf offizielle Anfrage die italieni=
ſche Regierung kurz darauf erklärt, iſt im gegen=
wärtigen
Augenblick keine beſondere Unter=

Sroßherzogliches Hoftheater.

Freitag, 15. Januar.

Der Verſchwender.

Wil. In neuer Einſtudierung ging heute Raimunds
von echter volkstümlicher Poeſie getragenes Zauber=
märchen
Der Verſchwender wieder in Szene und
fand eine ſehr beifällige Aufnahme, trotzdem die mehr als
vierſtündige Dauer der Aufführung das Publikum zum
Schluſſe ermüdete. Die Rolle des Flottwell ſpielte zum
erſten Male Herr Ehrle, der im Gegenſatz zu ſeinen
Vorgängern die Rolle etwas nüchtern=proſaiſch auffaßte,
während ſich eine idealere Auffaſſung mit dem Charakter
der Rolle doch ſehr gut verträgt. Man braucht deshalb
nicht gleich in ein ſo hohes Pathos zu verfallen, wie Herr
Schützendorf als ſein anderes Ich. Herr Harprecht
als Valentin gefiel beſonders im letzten Akte von der
Szene des Wiederſehens mit Flottwell an, die er ſehr
gemütvoll ſpielte. Zu den beſten Szenen gehörte die Fa=
milienſzene
in Valentins Hauſe, in der Frau Gothe
als Roſa, Frl. Hacker als Lieſel und Frl. Hinken als
Michel durch die geſunde Realiſtik ihrer Darſtellung er=
früiſchend
und erheiternd wirkten. Herr Weſtermann
ſpielte die Rolle des Kammerdieners Wolf mit ausge=
prägter
Charakteriſtik und ohne ſtörende Uebertreibungen.
In kleineren Rollen wirkten Frl. Pils als Cheriſtane,
Frau Meißner als Amalie, Herr Heinz als Präſi=
dent
, Herr Jürgas als Dumont, Frau Müller=
Hanno als altes Weib und Herr Baumeiſter als

Gärtner, aus dem er ein Kabinettſtückchen ſchauſpieleri=
ſcher Kunſt machte, erfolgreich mit.

Durch Einlagen hatte man das Intereſſe an der Auf=
führung
zu erhöhen geſucht. Das eingelegte Tanzcouplet
im 3. Aufzuge (von Herrn Harprecht und Frau
Gothe) fiel zwar aus dem Rahmen des Stückes her=
aus
, erzielte aber einen durchſchlagenden Erfolg. Für
ſeine Geſellſchaft hatte Flottwell die erſten Künſtler der
Reſidenz geladen, die das doppelte Zuhörerpublikum
mit ihrer Kunſt unterhielten. Frl. Feiſtle und Frau
Jacobs ſangen zwei Lieder zur Harfe, die von Frau
Baumgeſpielt wurde, Herr Jürgas und Frau Ehrle
tanzten in kleidſamen Rokokokoſtümen eine Gavotte, Herr
Andreae ſpielte Tarantella für Cello mit Orcheſterbe=
gleitung
, während zwei Tänze von 8 Damen des Bal=
letkorps
den Beſchluß machten. Mit beſonderer Befriedi=
gung
ſoll hier bemerkt werden, daß ſich das Ballet auf
unſerer Bühne in neuerer Zeit zu einer wirklichen Kunſt
herausbildet. Auf weitere Einzelheiten des improviſier=
ten
Unterhaltungsabends einzugehen müſſen wir uns ver=
ſagen. Sämtliche Darbietungen der Künſtler ernteten
lebhaften Beifall des zweifachen Publikums.

Die neue Inſzenierung des Stückes zeugte von vie=
lem
Geſchmack und Stilgefühl, beſonders in die Augen
fiel die ſchöne Szene vor Flottwells Schloß mit dem von
der Hofgärtnerei geſtellten herrlichen Blumenſchmuck auf
dem Balkon aus weißem Flieder und roten Poinſettien
und der hohen grünen Heckeneinrahmung.

Die Aufführung war gegen ½12 Uhr beendet, anſtatt,
wie angekündigt, gegen ½11 Uhr.

ſtützung oder Sammlung erwünſcht. Dies
ſei nicht vereinbar mit dem Charakter der
internationalen Lage. Dies richtet ſich ebenſo an
die Neutralen und an die übrigen Mächte. Giornale
dItalia billigt die Entſcheidung der Regierung, welche
der allgemeinen und öffentlichen Meinung entſpreche.

Frühere Erdbeben=Kataſtronhen

Rbohen!
79 n. Chr. Ausbruch des Veſuvs. Zerſtörung von
Herculanum und Pompeji. Angeblich 30000
Tnte.

1631 n. Chr. Ausbruch des Veſuvs. 20000 Tote.
bf

1667 Erdbeben im Kaukaſus. 80000 Tote.

1669 Ausbruch des Aetna. Zwölf Orte zerſtört.
25 000 Tote.

693 Erdbeben auf Sizilien. 100000 Tote.

1703 Erdbeben in Japan. Yeddo zerſtört. 200000
Tote.

1731
Erdbeben in China. 100000 Tote.

1755 1. Nov. Erdbeben in Liſſabon. 50000 Tote.

1783 Erdbeben in Calabrien. 100000 Tote.

1797 Erdbeben in Panama. 40000 Tote.
1

1868 Erdbeben in Peru. 20000 Tote.

1883 Ausbruch des Vulkans auf Krakatau (Java).
40000 Tote.

1895 Erdbeben in Japan. 20000 Tote.
200 Lofe.

1902 8. Mai. Ausbruch des Mont Pels auf Mar=
inique
. 32000 Tote.

1905 8. Sept. Erdbeben in San Franeisco. 500 Tote.

1908 28. Dez. Erdbeben in Calabrien und Sizilien=
80000 Tote.

Der Krieg.
Ein Srlaß des Kaiſers.

* Berlin, 15. Jan. (W. T. B. Amtlich.) Der Reichs=
anzeiger
veröffentlicht nachſtehenden Erlaß des Kat=
ſers an den Reichskanzler:

Im Hinblick auf den Ernſt der Zeit iſt auf meinen
Wunſch bereits angeordnet, daß aus Anlaß meines be=
vorſtehenden
Geburtstages neben den kirch=
lichen
und den Schulfeiern von den ſonſt
üblichen feſtlichen Veranſtaltungen ab=
geſehen
wird. In den langen Jahren
meiner Regierung bin ich daran gewöhnt, daß an
dieſem Tage meiner in Tauſenden von Telegrammen,
Schriftſtücken von Behörden, Vereinen und einzelnen Pa=
trioten
freundlich gedacht wird. Eine ähnliche Fülle teil=
nahmsvoller
Kundgebungen könnte aber diesmal bei
meinem Aufenthalt in Feindesland leicht zu Stö=
rungen
des telegraphiſchen und poſtali=
lchen
Dienſtverkehrs im Feldeführen und die
mir und dem Großen Hauptquartier obliegenden
Arbeiten beeinträchtigen. Ich bin daher zu der
Bitte gezwungen, in dieſem Jahre von einem beſonderen
Ausdruck von Glück= und Segenswünſchen mir gegenüber
abzuſehen. Es bedarf auch eines ſolchen in der über unſer
Vaterland ſo unvermutet hereingebrochenen Zeit der
Heimſuchung nicht. Habe ich doch mit inniger Befriedi=
gung
vielfach erfahren, welches ſtarke Band der Liebe und
des Vertrauens mich und das deutſche Volk in kraftvol=
ler
Einmütigkeit umſchlingt. Ich danke im voraus
jedem Einzelnen, der an meinem Geburtstage ſeine
treue Fürbitte für mich vor den Thron des Höchſten bringt
und meiner freundlichſt gedenkt. Ich weiß mich eins mit
dem geſamten deutſchen Volke und ſeinen Fürſten in dem
unſer aller Herzen bewegenden Gebetswunſche, deſſen
Erhörung Gott der Herr uns in Gnaden gewähren wolle:
Weiterer Siegüber unſere Feinde und nach
ehrenvollem Fuieden eine glückliche Zu=
kunft
unſeres teueren Vaterlandes. Ich
erſuche Sie, dieſen Erlaß zur öffentlichen Kenntnis zu
bringen.

Großes Hauptquartier, 13. Jan. 1915.

Wilhelm I. R.

Der Sieg bei Soiſſons.

* Berlin, 15. Jan. Der Berliner Lokalanz. meldet:
Zu dem Kampfe bei Vregny ſchreibt unſer militäri=
cher
Mitarbeiter: Durch den unter den Augen des Kai=
ſers ausgeführten Sturm auf die Hochfläche von
Vregny gewann der Vorſtoß vom 12. Januar gegen
die Höhen bei Cuffies und Crouy an Bedeutung, indem er
die Spitze des Keiles, der hier in die fran=
zöſiſche
Stellung getrieben wurde, auf
eine Breite von 9 Kilometern erweiterte.
Die Hochfläche von Vregny liegt genau 9 Kilometer öſtlich
der Hochebene von Euffies. Der kleine Ort ſelbſt liegt
3½ Kilometer nördlich der Aisne. Zwiſchen ihm und dem
in oſtſüdöſtlicher Richtung an der Aisne gelegenen Orte
Conde=ſur=Aisne liegen zwei Forts eingezeichnet, die von
den Höhen von Vregny ebenſo beherrſcht werden wie
Soiſſons von den Höhen bei Crouy und Euffies.

Zur Vorgeſchichte des Krieges.

* München, 15. Jan. Gegenüber den Bemühun=
en
des franzöſiſchen Gelbbuches, die Verantwortung für
den Krieg auf Deutſchland abzuwälzen, bringen die
Münchner Neueſten Nachrichten Berichtigungen dieſer
ſchiefen Darſtellungen und Ausfüllungen nicht unab=
ſichtlicher Lücken des Gelbbuches. Danach
war der erſte Schritt der deutſchen Diplomatie zur Mil=
derung
der Kriſis die Darlegung des Botſchafters Frei=
herrn
von Schoen in Paris, warum Deutſchland die
Wiener Forderungen an Serbien als berechtigt anerkenne,
und die Mahnung in freundſchaftlicher Form, den Konflikt
zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Serbien lokaliſiert zu
raſſen. Der franzöſiſche ſtellvertretende Miniſter de
Aeußern, Bienvenn Martin, nahm die Eröffnung zuſtim=
mender
auf, als das Gelbbuch erkennen läßt. Trotz voller
Diskretion deutſcherſeits beſprach die Pariſer Preſſe dieſe
Erklärungen bereits mehrere Tage und behauptete, genau
wie das Gelbbuch, fälſchlich, daß dieſe Mitteilungen nun
in Paris, nicht auch in London gemacht worden ſeien.
Die halbamtliche franzöſiſche Richtigſtellung auf Verlan=
gen
des Botſchafters blieb wirkungslos. Die ſchon wider=
legte
Behauptung, die deutſche Regierung habe den Wort=
laut
des Wiener Ultimatums an Serbien vor der Ueber=

[ ][  ][ ]

reichung gekannt, wird von dem Gelbbuch wiederholt, deſ=
ſen häufige Anzweifelungen der deutſchen
Friedfertigkeit beweiſen, daß die franzöſiſche
Regierung das Mißtrauen ihrer Preſſe
gegen Deutſchland nährte, trotz wiederholter,
eindringlicher Vorſtellungen des Botſchafters.

Aus dem Gelbbuch ſelbſt geht hervor, daß Frankreich
nichts unternahm, um Rußland von einer Einmiſchung in
die Streitfrage zwiſchen Wien und Belgrad abzuhalten.
Bienvenu Martin nahm am 29. Juli zwar von Deutſch=
lands
fortgeſetzten Bemühungen in Wien Notiz, verlangte
aber, Deutſchland ſolle auch das militäriſche Vorgehen
gegen Serbien aufhalten, ohne ſeinerſeits von einer zu=
rückhaltenden
Einwirkung Frankreichs in Petersburg zu
reden. Den Appell des deutſchen Botſchafters zur Fried=
fertigkeit
an Viviani am 29. Juli, durch den ausdrücklich
die Verkündigung des Zuſtandes drohender Kriegsgefahn
vermieden werden ſollte, übergeht das Gelbbuch vollſtän=
dig
und ſchwächt die Frage des Botſchafters vom 31. Juli
ob Deutſchland nach ſeinem Ultimatum an Rußland mit
Frankreichs Neutralität rechnenkönne, zu der bloßen Fräge
nach Frankreichs künftiger Haltung ab. Da Vivianis
Antwort ausweichend wenn nicht abwei=
ſlend=war, mußte man dahinten den Zweck vermuten
Beit und Vorſprung für die Kriegsvorbe=
rejtung
zu gewinnen. Aus der letzten kritiſchen
Phaſe bringe das Gelbbuch nur das Schreiben des Bot=
ſchafters vom 3. Auguſt, in welchem der Kriegszuſtand als
durch die franzöſiſchen Feindſeligkeiten eröffnet erklärt
wird aber nicht ſeine vorausgegangene mündliche Erklä=
rung
, daß die ſchriftliche Mitteilung nicht alle bereits er=
folgten
feindſeligen Handlungen Frankreichs aufzählen
werde, weil ſchon ein bezügliches Telegramm des
Reichskanzlers ſchwer verſtümmelt einge=
gangen
ſei. Dieſelbe Lücke iſt in Vivianis Mitteilun=
gen
an die Mächte und das Parlament, die gerade des=
halb
die deutſche Begründung des Bruches als leichtfer=
tig
zu bezeichnen unternehmen. Der dem Botſchafter in
der gleichen Unterredung zugeſagte Schutz der
Deutſchen blieb, wie der förmliche Belagerungszuſtand
den Pariſer Botſchaft und der dorthin geflüchteten Deut=
ſchen beſpeiſt, ziemlich illuſoriſch.

Die in dem Gelbbuch wiedergegebene Beſchwerde des
franzöſiſchen Botſchafters in Berlin über die ihm abver=
llangte
Bezahlung des Sonderzuges wurde ſofort nach der
Erhebung durch die Rückerſtattung des irrtümlich erhobe=
nen
Betrages gegenſtandslos. Aber auch der deutſche Bot=
ſchafter wurde mit dem Sonderzuge nicht an den ge=
wünſchten
Beſtimmungsort gebracht. Der Zug iſt nicht,
wie behauptet, beſchlagnahmt, ſondern ſchnellmöglichſt
über die Schweiz nach Frankreich zurückgeleitet worden.
Alle dieſe Beiträge zeigen, daß das Gelbbuch ten=
denziös
bezweckt, Deutſchland ſeinen gu=
ten
, friedfertigen Willen abzuſprechen und
das Streben nach Verſchäufung der längſt vorhandenen
Gegenſätze zu unterſchieben. Eine beweiskräftige Be
gründung ſeiner Anſchuldigungen kann das Gelbbuch nicht
bringen, aber auch die Annahme nicht entkräften, daß
Frankreich jeden rechtzeitigen wirkſamen Schritt zur Er=
haltung
des Friedens unterlaſſen und gleich ſeinen
Bundesgenoſſen durch frühzeitige, um=
fangreiche
für Deutſchland bedrohliche
Kriegsvorbereitungen die Kataſtrophe
herbeigeführt habe.

Die deutſchen Unterſeeboote vor Dover.

* London, 15. Jan. Die Preßaſſociation hat von
einem Augenzeugen einen Bericht über den Angriff
dautſcher Unterſeeboote auf Dover erhalten,
in dem es heißt: Kurz nach Mitternacht, nachdem die
Scheinwerfer eine beſonders lebhafte Tätigkeit entwickelt,
wurden mit den Fernrohren Gegenſtände erſpäht, die wie
Periſkope ausſahen. Die Scheinwerfer konzen=
trierten
die Lichtkegel ſofort auf die verdächtige Stelle.
Von dem öſtlichen Wellenbrecher wurden zwei Schüſſe ge=
löſt
. Die Zeugen des Vorfalles glauben, daß die Peri=
ſkope infolge des Feuers verſchwanden. Man weiß jedoch
nicht, ob ſie getroffen wurden, oder ſich durch freiwilli=
ges
Tauchen in Sicherheit gebracht haben. Nach dem
Vorfalle ſchwiegen die Kanonen. Im Laufe der Nacht
wurde an der Küſte ein zweiter Alarmſchuß ab
gegeben. Der Poſten auf dem Admiralitätspier
ſchien ein Licht entdeckt zu haben, das ſich an verbote=
ner
Stelle bewegte. Der Poſten feuerte und die Wache
wurde herausgerufen. Die Küſte wurde abgeſucht, aber
nichts Verächtiges gefunden. Nach einer an=
deren
Meldung war ein Patrouillenboot auf der Rück
fahrt von der Unterſuchung eines vorüberfahrenden Schif=
es
begriffen, als ein feindliches Tauchboot auf der Lee=
ſeite erſpäht wurde. Die Batterie an dem Wellenbrecher
feuerte zwei Schüſſe ab. Nach einem dritten Bericht wurde
ein Unterſeeboot in der Nähe der Landſpitze wahrge=
nommen
.

* London, 15. Jan. In Mareden, fünf Meilen
von South Shields, fiel in der Nähe einer großen Farm
ein mächtiges Geſchoß nieder, das von einem
Fort an der Mündung des Tyne abgefeuert
worden war.

Eine deutſche Taube über der Themſe=
mündung
.

* London, 15. Jan. Daily Telegraph meldet aus
Southend: Am 13. Januar gegen Mitternacht wurde im
Lichte eines Scheinwerfers eine Taube geſehen, die
kurze Zeit über der Themſemündung ſchwebte
und in nördlicher Richtung verſchwand. Es wurden keine
Schüſſe abgegeben und keine Bomben abgeworfen.

Der öſterreichiſche Tagesbericht.

* Wien, 15. Jan. Amtlich wird verlauthart, 15. Ja=
nuar
1915: Während an der Front in Ruſſiſch= Po=
len
nur ſtellenweiſe Geſchütz= und Maſchinengewehr=
feuer
einſetzte, war geſtern am Dunajee ein hefti=
ger
Geſchützkampf im Gange. Beſonders unſere
ſchwere Artillerie wirkte gut. Sie ſchoß ein großes
Magazin des Gegners in Brand und brachte
nach einigen Schüſſen eine ſeit mehreren Tagen gut pla=
zierte
feindliche ſchwere Batterie zum Schweigen.

In den Karpathen herrſchte Ruhe. Zunehmender
Froſt beeinträchtigt die Gefechtstätigkeit.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:

v. Höfer, Feldmarſchalleutnant.

* Wien, 15. Jan. Der Kriegsberichterſtatter der
Neuen Freien Preſſe teilt mit: Der Feind verhält ſich
auf allen Teilen der Front paſſiv. Er ſcheint zu
neuen Unternehmungen das Eintreffen des jüngſten, Re=
krtenjahrganges
abzuwarten. Laut übereinſtimmenden

Ausſagen von vertrauenswürdigen Kriegsgefangenen
kommen die Mannſchaftstransporte jetzt immer ochne
Gewehre an die Front und werden dort mit den
freigewordenen Gewehren bewaffnet.

Unglaublich.

* Berlin, 15. Jan. Das Berliner Tageblatt mel=
det
aus Magdeburg: In das Gefängnis des hie=
ſigen Polizeipräſidiums wurden fünf engliſche
Offiziere eingeliefert zur Verbüßung einer achttägi=
gen
Arreſtſtrafe, die gegen ſie erkannt wurde, weil ſire
mit den ihnen gelieferten Kommißbroten
Fußball ſpielten.

Ein Schandfleck für die franzöſiſche
Nation.

* Paris, 15. Jan. Guſtave Herpé verlangt,
daß nach der Frage des Geſundheitsdienſtes
die dringende Frage der Interniertenlager erle=
digt
werde, welche kein Ruhmesblatt in der
franzöſiſchen Geſchichte ſei. Anfangs Auguſt
ſetzte ſich ein Schwarm der Bevölkerung in den Kopf, das
Land ſei voller Spione. Spione gab es, aber als die
deutſche Lawine in Frankreich einbrach, ſei es allzu einfach
geweſen, die Niederlage durch die ungenügende Vorberei=
tung
, die zahlenmäßige Unterlegenheit und das Fehlen
ſchwerer Artillerie zu erklären. Man mußte einen Sün=
denbock
finden, diesmal ſeien Spione der Sündenbock ge=
weſen
. Die Regierung verlor den Kopf und befähl, alle
Deutſchen zu internieren. Die unglücklichen Opfer wur=
den
unter dem Johlen der Bevölkerung in Eiſenbahnzüge
gebracht und in die Waggons eingepfercht. In
den für ihren Aufenthalt beſtimmten Städten würden ſie
zwiſchen zwei Reihen von Soldaten und Schutzleuten in
Lokale geführt, wonichts zu ihrem Empfange
vorbereitet war und wo Männer, Frauen und Kinder
wochenlang auf Stroh oder nacktem=Boden
in einem widerlichen Durcheinander hauſen mußten und
wie Sträflinge behandelt wurden. Man werde niemals
die Zahl der armen Kinder kennen lernen, welche in die=
ſen Zuchthäuſern infolge des Elends und der
Entbehrungen geſtorben ſeien. Dies ſei eine
ſchöne Reklame für Frankreich im Aus=
lande
. Das Parlament ſolle Maßnahmen für eine
würdige Behandlung der Internierten treffen, um den
guten Ruf Frankreichs und die Ehre der Republik’zu ret=
ten
. (Daß dieſe ſkandalöſen Zuſtände in den franzöſiſchen
Internierungslagern herrſchen, iſt ſchon längſt bekannt.
Wertvoll iſt es aber für uns, daß dies auch von franzöſi
ſcher Seite offen zugeſtanden wird. Wo bei dieſer Sach=
lage
die franzöſiſche Regierung noch den traurigen Mut
hernimmt, von amtlicher Feſtſtellung ſchlechter Behand=
lung
der Gefangenen in Deutſchland zu reden, iſt
eigentlich unverſtändlich, nimmt aber nach den bisherigen
Erfahrungen in dieſem Kriege nicht Wunder. D. Red.)

* Berlin, 15. Jan. (W.T. B. Amtlich.) Die
Preſſe des feindlichen Auslands behauptet, die Kriegs=
gefangeney
in Deutſchland würden ſchlecht
behandelt im Gegenſatz zu der Behandlung, der
Kriegsgefangenen durch unſere Gegner. Eine durch die
Agence Havas verbreitete Note des franzöſiſchen Kriegs=
miniſteriums
äußert ſich in gleichem Sinne. Andererſeits
herrſcht in Deutſchland vielfach die Anſicht, die feindlichen
Kriegsgefangenen würden verwöhnt. Beides iſt falſch
Die Kriegsgefangenen werden in Deutſchland nach dem
Völkerrecht und den Vorſchriften, die dieſem entſprechen,
behandelt, nicht beſſer und nicht ſchlechter. So wird es
auch weiter gehalten werden.

Eine Blockade Englands.

* Köln, 15. Jan. Der Kölniſchen Zeitung gehen
von geſchätzter Seite Ausführungen zu, die empfehlen,
aus Englands Kriegsmethode, uns auszu=
hungern
, die unerbittlichen Folgerungen
zu ziehen. Danach muß auch für uns das ganze engliſche
Volk als Feind angeſehen werden und England, wi
und wie wir es treffen können, als krieg=
führend
behandelt werden. Wenn die deutſche
Zufuhr um jeden Preis vernichtet werden ſoll, iſt es für
uns nicht nur Kriegsrecht, ſondern Kriegspflicht, mit allen
uns zu Gebote ſtehenden Mitteln die engliſche Zu=
fuhr
zu ſchädigen. Kurz, der von dem Großadmi=
ral
v. Tirpitz als möglich hingeſtellte Kampf der
Unterſeeboote gegen die engliſche Handelsfllotte
muß rückſichtslos eingeleitet und durchgeführt werden, und
auch unſere Luftflotte ſollte ſich die Zerſtörung des eng=
liſchen
Handels nach Kräften angelegen ſein laſſen. Wenn
die engliſche Handelsflotte überall, wo ſie in den Bereich
unſerer Unterſeeboote gerät, von dem Untergang bedroht
iſt, würden auch jenſeits des Kanals die Neutralen mehr
Rückſicht begegnen. Heute ſieht man drüben noch nicht
ein, was man dieſen eigentlich zumutet, nämlich nichts
weniger, als die Aufgabe ihrer Neutralität.

England will jetzt Mittel anwenden, um den Krieg
abzukürzen. Wieviel Menſchenleben im Falle des Gelin=
gens
der Aushungerung Deutſchlands zugrunde gehen
würden, iſt ihnen alſo gleichgültig. Demgegenüber haben
wir noch ein größeres Intereſſe daran, den Krieg ab=
zukürzen
. Ob wir wollen oder nicht, wir müſſen den
Lebensnerv Englands, nämlich ſeine Handelsflotte,
zu treffen ſuchen. Im übrigen änderte ſich die Krieg=
führung
zur See aber dadurch, daß Unterſeeboote
und Luftſchifffe hinzugekommen ſind. Auch bei einer
Minenſperre kann man auf Rettungsmaßnahmen keine
Rückſicht nehmen. Es genügt hier, daß die Tatſache den
Beteiligten mitgeteilt wird. Die Folgen haben dann die
Schiffer ſelbſt zu tragen, wenn ſie die Fahrt durch das
Minengebiet wagen. Sinngemäß würde und müßte auch
die Ankündigung genügen, daß Unterſeeboote die eng=
liſche
Küſte blockieren. Es iſt außerdem richtig, daß eng=
liſche
Kriegsſchiffe den offenen Hafen
Daresſalaam aufs neue bombardiert und
die darin befindlichen Handelsſchiffe vernichtet haben. Es
iſt und muß das für uns ein Beweis dafür ſein, wie Eng=
land
im Grunde ſeiner Seele über unſer Vorgehen gegen
eine Handelsflotte denkt. Daß wir auch bei ſchärfſter
Ausnützung der Unterſeeboote gegen die engliſche Han=
delsflotte
alle vermeidbaren Menſchenopfer im Sinne der
Humanität vermieden ſehen möchten, iſt für uns ſelbſtver=
ſtändlich. Aber es gilt den Krieg abzukürzen.

Der Geſundheitszuſtand der kanadiſchen
Truppen.

* London, 15. Jan. Der Daily Telegraph meldet
aus Montreal: Die hartnäckigen Meldungen, daß in
dem kanadiſchen Kontingent Englands die Meningitis
und andere Krankheiten ausgebrochen
ſeien, haben in Kanada große Beunruhigung her=
vorgerufen
. Man iſt vielfach der Anſicht, daß es beſſer

wre, das Keningen uch der Frou iu ſchicen, aid et
während der Ausbildung unter ſchlechten Bedingungen in
England ruhmloſer Krankheit und dem Tode
auszuſetzen.

Die Beläſtigung des neutralen Handels.

* Kriſtiania, 15. Jan. Die norwegiſche Amerikas
Linie erhielt von dem Kapitän des Dampfers Ber=
gensfjord
folgendes Radiotelegramm: Wir wurden,
250 Meilen von Bergen entfernt, auf der genehmigten
Route angehalten. Ein engliſcher Kreuzer
verhaftete zwei verdächtige Offiziere und
ſechs deutſche Verlader, und brachte uns trotz des
Proteſtes nach Kirkwall, wo weder Paſſagiere
noch Fracht gelandet wurden. Ich verſtehe die Abſicht
dahin, alle Schiffe, gleichgültig obmit oder
ohne Grund, aufzubringen

Der Krieg im Orient.

Die Ruſſen ſind durch die türkiſchen Erfolge zu einer
Umgruppierung gezwungen.

* Petersburg, 15. Jan. Mitteilung des Gene=
ralſtabs
der Kaukaſus=Armee. Um einer falſchen Auf=
faſſung
von unſeren Operationen in Aſer=
beidſchan
während der letzten Tage entgegenzutreten,
hält es der Generalſtab der Kaukaſusarmee für notwen=
dig
, zu erklären, daß infolge der Eröffnung einer ent=
ſcheidenden Aktion in der Hauptgegend dieſes Kriegsſchau=
platzes
eine gewiſſe Umgruppierung unſe=
rer
Streikräfte erforderlich machte. Infolgedeſſen
ergab ſich die Notwendigkeit, in Aſerbeidſchan eine Kon=
zentration
unſerer Truppen an beſtimmten Orten vorzu=
nehmen
, was die Räumung= mehrerer beſetz=
ter
Punkte erforderte. Dieſe Umgruppierung
wurde nicht unter dem Druck des Feindes vorgenom=
men
(2), ſondern als Folge eben des bezeichneten Planes.
Während unſere Truppen dieſe Operationen ausführten,
fand kein bedeutendes Unternehmen ſtatt, abgeſehen von
einem Zuſammenſtoß unſerer Vorhut mit dem Feinde bei
Miandul. Auf dieſe Weiſe räumten wir alſo Aſer=
beidſchan
nicht, ſondern wir nahmen nur eine Dislokation
vor, welche der neuen Lage mehr entſprach.

Eine Unterredung mit Souchon.

* Konſtantinopel, 15. Jan. Der Führer der
türkiſchen Flotte, Admiral Souchon, hat dem Chefredak=
teur
der Defenſe Nationale, Mehmed Zeki, emne Un=
terredung
gewährt, in der er ſeine Befriedigung über die
deutſch=tükiſche Waffenbrüderſchaft aus=
drückte
. Das Bündnis diene der Erhaltung des euro=
päiſchen
Gleichgewichts: Deutſchland habe das
größte Intereſſe an einer ſtarken Türkei.
Der Admiral ſprach’ſehr warm von den ſtaatsmänniſchen
Fähigkeiten und dem Patriotismus der führenden türki=
ſchen Politiker, deren einziges Ziel eine energiſche Förde=
rung
des Staatswohles ſei. Die Kriegsereigniſſe be=
ſprechend, erklärte Souchon, die ruſſiſche Flotte
habe bisher lediglich Fiſcherboote und
neutrale Handelsſchiffe in den Grund ge=
bohrt
, letztere unter Verletzung des Völkerrechts. Schließ=
lich
äußerte er ſeine Befriedigung über die türkiſchen
Offiziere und Mannſchaften, die erſtklaſſiges Material und
vor allem lernbegierig ſeien. Daher ſeien an Bord Schu=
len
gegründet worden. Die Seeleute fingen bereits an,
Deutſch zu ſprechen und zu verſuchen, die Leiſtungen den
Kameraden auf der verbündeten Flotte zu überbieten.
Er zähle die Tage ſeines hieſigen Dienſtes zu den wert=
vollſten
ſeines Lebens. Dieſe erſte öffentliche Aeußerung
des Admirals Souchon erregt in türkiſchen Kreiſen leb=
hafte
Genugtuung.

Sin franzöliſches Unterſeeboot zum Sinken
gebracht.

* Konſtantinopel, 15.Jan. Das Große
Hauptquartier teilt mit: Das franzöſiſche Unter=
ſeeboot Saphir verſuchte, ſich dem Eingang
der Dardanellenſtraße zu inähern, wurde
aber ſofort von unſerer Artillerie zum Sinken ge=
bracht
. Ein Teil der Mannſchaft konnte gerettet werden.

* Berlin, 15. Jan. Das Berl. Tageblatt meldet
aus Rotterdam: In der Gegend von Auxerre iſt der
franzöſiſche Militärflieger Lucien abgeſtürzt.

* Baſel, 14. Jan. Laut Nationalzeitung erhöhte
die Londoner Vereinigung der Mehlhänd=
ler
den Mehlpreis um weitere 2 Schilling pro Sack, ſo
daß nunmehr der Preis auf 45 Schilling pro Sack ſteigt.

* Amſterdam, 14. Jan. Infolge der neulich er=
folgten
Flucht einiger engliſcher Offiziere aus dem
holländiſchen Gefangenenlager wurden 40 engliſche Offi=
ziere
aus Groningen nach Bodegraven gebracht.

* London, 15. Jan. Daily Telegraph meldet:
Das Brixhamer Fiſcherfahrzeug Bonnie Boys bemerkte
in der Nähe von Exmouth am Dienstag nachts ein Schiff,
das Morſelichtſignale abgab. Als das Fiſcher=
fahrzeug
ſich dem Schiffe näherte, wurde es in gebroche=
nem
Engliſch gefragt, wie weit es nach Teignmouth
ſei. Das Schiff hatte das Ausſehen eines Oeltank=
dampfers
.

* London, 15. Jan. Daily Telegraph meldet aus
Neu=York: Die Ankündigung, daß drei Millionen Dollars
Gold aus Shanghai eingeführt werden, bildete an der
Börſe den Gegenſtand lebhafter Erörterungen, da dies ſeit
Beſtehen der amerikaniſchen Banken die erſte Gold=
ſendung aus China iſt. In Bankkreiſen, die mit
Oſtaſien handeln, wird geglaubt, daß der Goldimport
auf Rechnung deutſcher Firmen geſchieht,
deren Agenten infolge des Krieges Geſchäfte liquidieren
müſſen.

* London, 14. Jan. 200 überlebende
Deutſche von den Kreuzern Nürnberg und
Gneiſenau ſind heute in England eingetroffen.

Franzöſiſche Kammer.

* Paris, 15. Jan. Deschanel beſtieg die Prä=
ſidententribüne und führte in ſeiner Anſprache aus
Frankreich ſei ſeit dem Ausbruch des Krieges eines Herzens
und einer Seele. Die=Klugheit der: Deputierten werde
dieſe moraliſche Einigkeit mit der Pflicht der Kontrolle in
Einklang zu bringen verſtehen, die in Zukunft energiſcher

[ ][  ][ ]

als jemals ausgeübt werden müſſe. Hätte das Parlament
mehr gewagt und mehr gewußt, ſo würde Frankreich heute
beſſer daran ſein. Die erſte Aufgabe der Kammer ſei, die
im Felde Stehenden und deren Familien zu unterſtützen,
Maßnahmen zur Wiederherſtellung der
verwüſteten Gebiete zu treffen, gemeinſam mit
der Nation und der Regierung daran zu arbeiten, den
Feind zu vertreiben, Belgien zu befreien, die
Wiedereinverleibung Elſaß=Lothringens
vorzubereiten, gleichzeitig das Friedens= und das
wirtſchaftliche Regime des nationalen Wiederauf=
baues
vorzubereiten und die Grundlagen für ein neues,
brüderlicheres und blühenderes Frankreich zu ſchaffen
Deschanel betonte die Notwendigkeit des Ausharrens und
der Geduld. Die Zeit ſei in dieſer langen Prüfung ein
wertvoller Helfer. Die beiden Kaiſerreiche hätten alle
Kräfte aufgewendet, dem Dreiverband hätten die Stunden
des Sieges noch nicht geſchlagen. Deschanel hob den Mut
der Helden hervor, brachte die Leiden der Gefangenen und
Toten in Erinnerung und verherrlichte das franzöſiſche
Volk, das dank ſeiner großen Tugenden, die höchſten Ge=
fahren
überſtehe. Wir, müſſen, erklärte Deschanel, Voll
ſtrecker ſeines Gedankens, Diener ſeiner Tapferkeit bleiben.
Schwören wir, bis ans Ende ohne Fieber, ohne
Uebermut ſeine getreuen Sendboten zu bleiben und mit
ihm die heilige Pflicht zu erfüllen, welche jemals an eine
menſchliche Familie herangetreten iſt. Er ſtellte ſchließlich
feſt, welche neuen Sympathien jenſeits der Grenze kund
wurden, begrüßte die beiden auf dem Felde der Ehre ge=
fallenen
Garibaldi und drückte ſeine tiefe Dankbar
keit für den General Garibaldi aus. Wieder einmal ſei
italieniſches Blut mit dem franzöſiſchen uuf den Schlacht=
feldern
gefloſſen, damit aus den Kriegsgreueln und To=
desſchatten
die ſiegreichen Helligkeiten einer ewigen Ge=
rechtigkeit
erblühen.

Die Rede Deschanels wurde beifälligſt aufgenommen.
Bei den Worten über Italien und Garibaldi er=
hoben
ſich die Miniſter und klatſchten begeiſtert Beifall.
Die Tagesordnung wurde durch Handerheben einſtimmig
angenommen. Die Sitzung wurde aufgehoben. Die
nächſte findet am Dienstag ſtatt.

* Paris, 15. Jan. Der Miniſterrat beſchloß, dem
Parlament eine Geſetzesvorlage zu unterbreiten, nach
der der Betrag für die Ausgabe von Nationalver=
teidigungs
=Gutſcheinen ſowie gewöhnlichen
Staats=Gutſcheinen auf 3 Milliarden erhöht wird.

* Paris, 15. Jan. Im Senat erklärte geſtern
Duboſt, die Einigkeit und das gegenſeitige Vertrauen
der Senatoren ſei notwendiger als je. Das Jahr
1915 werde ein entſcheidendes Datum für Frankreich bilden.
Deutſchland berauſche ſich an dem drohendſten Kai=
ſertraum, den die Welt jemals gekannt habe, und
ſchwelge jetzt in Brand und Blut im Gegenſatz zu Frank=
reich
. Deutſchland habe die Wiſſenſchaft des Todes orga=
niſiert
. Der augenblickliche Kampf ſei der fürchterlichſte
in der Geſchichte und müſſe mit erbarmungsloſer Vernich=
tung
jenes mittelalterlichen Deſpotismus enden, welcher
in ſo ungeheuerlicher Weiſe auferſtanden ſei. Duboſt
ſchloß mit der Aufforderung, Gambettas zu gedenken.
Hierauf vertagte ſich der Senat auf Dienstag.

Letzte Nachrichten.

* Berlin, 15. Jan. Die Generalverſammlung
des Bundes der Landwirte, welche Mitte Fe
bruar im Zirkus Buſch ſtattfinden ſollte, iſt vom Ober=
kommando
in den Marken verboten worden.

* Sitten, 15. Jan. Das Dorf Obergeſtelenlin
Oberwallis iſt geſtern Morgen durch eine Lawine
teilweiſe zerſtört worden. Viele Stellen ſind
dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Einwohner
konnten noch rechtzeitig aus den Häuſern flüchten.

* Paris, 15. Jan. Der Figaro meldet aus Liſſa=
bon
: Der Finanzminiſter brachte für das Rechnungsjahr
1915/16 den Budgetvoranſchlag ein, welcher ohne
eine Erhöhung der Abgaben und Steuern mit einem
Ueberſchuß von 215 Contos abſchließt. Der Senat
ratifizierte in letzter Leſung den Handelsvertrag
mit England. Der Kongreß beſchloß, ſich auf den
4. März zu vertagen. Die Wahlkollegien werden am
7. März zuſammentreten.

* Paris, 15. Jan. Der Temps meldet aus Monte=
video
: Caillaur und Gemahlin ſind hier am 12. Ja=
nuar
eingetroffen.

* Kopenhagen, 15. Jan. Nach halbamtlicher ruſſi
ſcher Mitteilung haben zahlreiche. Fälle von
Trunkenheit in den Straßen von Petersburg, trotz
des Branntweinverbots, den Verdacht auf das Trinken
von Möbelpolitur geführt. Der Petersburger
Stadtkommandant hat dem Medizinalrat vorgeſchlagen,
zu veranlaſſen, daß Möbelpolitur nur verkauft werden
darf, wenn ſie mit derartigen Beimengungen verſehen iſt,
daß ihre Verwendung als Getränk ausgeſchloſſen iſt.
Der Medizinalrat hielt die Frage für ſehr wichtig, be
dauerte aber, daß die gegenwärtige ruſſiſche Geſetzgebung
keine Handhabe hierfür biete. Er hat die Angelegenheit
dem Handelsminiſter zur weiteren Bearbeitung über=
geben
.

Briefkaſten.

I. L. Die Mechaniſch=Techniſche Materialprüfungs=
unſtalt
an der Techniſchen Hochſchule befaßt ſich mit der
Unterſuchung derartiger Stoffe. Es dürfte ſich empfehlen,
das Leder dort unterſuchen zu laſſen. Es läßt ſich nicht
ohne weiteres beurteilen, worauf der Ausſchlag zurück=
zuführen
iſt.

A. B. A. 1. In der Königlichen Gemäldegalerie zu
Dresden befindet ſich ein Bild von Guido Reni ( Chriſtus=
kopf
mit Dornenkrone). Das auf dem Bild ſichtbare Stück
des Purpurmantels iſt vielleicht das von Ihnen ange=
führte
Tuch. 2. Ein ſolches Soldatenlied iſt uns nicht be=
kannt
.

Verluſtliſte (aus Nr. 124 und 125).

Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115, Darmſtadt.

Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115, Darmſtadt.
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116, Gießen.
Gren. Phil. Butterfaß (5. Komp.), Budenheim,
ſchv.; Gren. Wilhelm Roßwag (5. Komp.), Grötzingen,
lv., bei der Tr.; Reſ. Wilhelm Gaubatz (6. Komp.)
Egelsbach, lv.: Gefr. Tamb. Johann Lotz (7. Komp.)
Erzhauſen, lv.

Gefr. Peter Schaub (4. Komp.), Neunkirchen, lv.
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116, Gießen.

Feldartillerie=Regiment Nr. 61, Darmſtadt, Babenhauſen
Gefr. Peter Schaub (4. Komp.), Neunkirchen, lv.
Kriegsfrw. Auguſt Volb (4. Komp.), Gießen, lv.; Reſ.
Wilh. Müller (6. Komp.), Guntersdorf, lv.
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116, Gießen.

Kan. Heinrich Schuhmann (5. Battr.), Steinbach
Feldartillerie=Regiment Nr. 61, Darmſtadt, Babenhauſen

Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116, Gießen.
Kan. Heinrich Schuhmann (5. Battr.), Steinbach
i. Odw., lv., Parvillers 9. 12. 14.
Feldartillerie=Regiment Nr. 61, Darmſtadt, Babenhauſen

Reſ. Karl Riehm (9. Komp.), Lollar, lv.; U.=O.
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116, Gießen.
i. Odw., lv., Parvillers 9. 12. 14.

Reſ. Karl Riehm (9. Komp.), Lollar, lv.; U.=O.
Melchior Paulus (12. Komp.), Allendorf a. d. Lumda,

(Berichtigung früherer Angaben):
lv.; U.=O. Johann Bauer (12. Komp.), Dresden, ge=
fallen
: Gefr. d. Reſ. Johannes König (12. Komp.),
Griesheim b. Darmſtadt, gefallen.

(Berichtigung früherer Angaben):
Griesheim b. Darmſtadt, gefallen.

Infanterie=Leib=Regiment Nr. 117, Mainz.
Musk. Heinr. Laucht (3. Komp.), Allna, nicht
ſondern vw.; Musk. Phil. Heß (5. Komp.), Doſſenheim
bisher vw., Feſtungslaz. Koblenz 30. 10. 14; Musk. Ad.
Seim (9. Komp.), Ehringshauſen, bisher vw. in Gefg.=
ſchaft, Hoſpital Bordeaux 21. 9. 14: Reſ. Karl Lenz
(10. Komp.), Stockheim, bisher vw., Reſervelaz. Jülich
21. 11. 14; Wehrm. Ph. Mark (10. Komp.), Darmſtadt,
bisher vw., Reſervelaz. Wiesbaden 28. 11. 14; Reſ. Ernſt
Ellrich (11. Komp), Groß=Eichen, bisher vm., vw.;
Reſ. Friedr. Helftenbein (12. Komp.), Hainbach, bis=
her
vm., vw.; U.=O. Louis Keil (ohne Angabe d. Komp.)
Feldkrücken, bisher vw. in Gefgſch., Bar le Due 23. 9.

Musk. Edmund Schütz (5. Komp.), f infolge Krank=
Infanterie=Leib=Regiment Nr. 117, Mainz.
Feldkrücken, bisher vw. in Gefgſch., Bar le Due 23. 9.

Musk. Edmund Schütz (5. Komp.), f infolge Krank=
heit
, Kriegslaz. Nr. 7, St. Quentin; Musk. Andr. Ko=
walski
(7. Komp.), infolge Krankheit, Kriegslaz. 7,
St. Quentin.
Infanterie=Leib=Regiment Nr. 117, Mainz.

(Berichtigung früherer Angaben):
Musk. Wilh. Kempa (8. Komp.), Maſſenau, lv.; Reſ.
Rud. Kraus (8. Komp.), Bietigheim, lv.

(Berichtigung früherer Angaben):
Rud. Kraus (8. Komp.), Bietigheim, lv.

Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.
Musk.= Peter Herle (7. Komp.), Bürſtadt, Bens=
heim
, bisher vw., Laz. Mainz 17. 11. 14; Musk. Ritz
(8. Komp.), nicht f, ſondern vw.

Reſ. Gg. Roß (5. Komp. v. Erſ.=Batl.), f an ſeinen
Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.

Reſ. Gg. Roß (5. Komp. v. Erſ.=Batl.), f an ſeinen
Wunden Kriegslaz. St. Quentin: Vizef. Joh. Konrad
Schmitt (9. Komp. v. Erſ.=Batl.), an ſeinen Wunden
Reſervelaz. Nr. 7 Frankfurt a. M
Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.

Geſtorben infolge Krankheit):
Reſervelaz. Nr. 7 Frankfurt a. M

Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 118, Mainz, Worms.
Erſ.=Reſ. Karl Peter (3. Komp. v. Erſ.=Batl.), f
Reſerve=Feldlaz. Nr. 52 Challerange.

U.=O. Oskar Werner Georg Haupt (1. Komp.),
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 118, Mainz, Worms.

Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 21, Danzig.
U.=O. Oskar Werner Georg Haupt (1. Komp.),
Kaſſel, tödl. vl.; Wehrm. Johannes Gebhardt 2. (4
Komp.), Vielbrunn, vm.; Wehrm. Joh. Martin Schitt=
lohr
(9. Komp.), Neuſtadt, lv.; Wehrm. Auguſt Cordel
(10. Komp.), Udern, lv.: Wehrm. Ludwig Wellein (10.
Komp.), Liesberg, lv.: Wehrm. Joſ. Steigerwald (10.
Komp.), Wieſen in Bay., lv.

Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 21, Danzig.

Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 25, Neuwied, Koblenz,
12, Kompagnie: Füſ. Jak. Lohr, Wies= Oppen=
heim
, vm.

Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 25, Neuwied, Koblenz,
Andernach.

2. Kompagnie: U.=O. Friedrich Kampf, Planig,
Alzey, vw.

Infanterie=Regiment Nr. 68, Koblenz.

Infanterie=Regiment Nr. 69, Trier.
Reſ. Leonhard Vette (3. Komp.), Langen, vm.;
Off.=Stellv. Jakob Boos (5. Komp.), Gau=Bickelheim,
gefallen: Gefr. Karl Zitzmann (9. Komp.), Flonheim,
gefallen; Reſ. Wilhelm Hortt (9. Komp.), Mainz, ge=
fallen
; Musk. Otto Schmidt (9. Komp.), Birklar, vw.

Infanterie=Regiment Nr. 69, Trier.
fallen; Musk. Otto Schmidt (9. Komp.), Birklar, vw.

Erſ.=Reſ. Eduard Thiele, Darmſtadt, gefallen Ta=
hure
10. 12. 14.
Infanterie=Regiment Nr. 69, Trier.

Krgsfrw. Karl Schweitzer (2. Komp.), Unterſchön=
Infanterie=Regiment Nr. 140, Hohenſalza.

Infanterie=Regiment Nr. 146, Allenſtein
Krgsfrw. Karl Schweitzer (2. Komp.), Unterſchön=
mattenwag
, vw.; Musk. Wilhelm Bürger (3. Komp.),
Biebesheim, vm.; Reſ. Franz Gerhardt (3. Komp.),
Dreieichenhain, lv.: Reſ. Johann Rockel (3. Komp.),
Schwarz, lv.; Musk. Franz Helfrich (3. Komp.), Wald=
michelbach
, lv.; Musk. Fritz Schäfer, Bingen, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 140, Hohenſalza.

Infanterie=Regiment Nr. 146, Allenſtein
michelbach, lv.; Musk. Fritz Schäfer, Bingen, lv.

Infanterie=Regiment Nr. 168, I. Bataillon, Butzbach.
8. Kompagnie: Reſ. Eugen Groß, Wimpfen,
Heppenheim, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 146, Allenſtein

Infanterie=Regiment Nr. 168, I. Bataillon, Butzbach.

4. Kompagnie: Gefr. Ludwig Harth. Gau=
2. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Chriſtian Stephan,
Seligenſtadt, vm.; Erſ.=Reſ. Rudolf Lotz, Groß=Umſtadt,
vm.: Musk. Mathias Schneider, Bodenheim, vm.;
Gefr. Wilhelm Gilsdorf, Welgesheim, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 168, I. Bataillon, Butzbach.

9. Kompagnie: Krgsfrw. Martin Zimmer=
4. Kompagnie: Gefr. Ludwig Harth. Gau=
Odernheim, lv.: Erſ.=Reſ. Nikolaus Wohlfarth, Hoch=
heim
, lv.; Musk. Philipp Mößinger, Darmſtadt, lv.;
Erſ.=Reſ. Friedrich Faulſtich, Fechenheim, lv.: Erſ.=
Reſ. Johann Jung, Offenbach a. M., lv.; Musk. Ludw.
Straub 2., Worms, lv.; Musk. Peter Horſt, Biſchofs=
heim
, lv.; Gefr. Philipp Fritz, Babenhauſen, lv.; Erſ.=
Reſ. Peter Gömmer, Büdingen, gefallen; Musk. Leon=
hard
Renner, Viernheim, lv.: Gefr. Fritz Bauer,
Weiſenau, lv.; Reſ. Theodor Pfendt, Bürgel, gefallen.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 205, Frankfurt a. O.
Gefr. Wilhelm Gilsdorf, Welgesheim, lv.

Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 223, Frankfurt a. M
9. Kompagnie: Krgsfrw. Martin Zimmer=
mann
, Schneppenhauſen, ſchv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 205, Frankfurt a. O.

Musk. Joſeph Kullmann (9. Komp.), Mainz, lv.;
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 223, Frankfurt a. M

Musk. Joſeph Kullmann (9. Komp.), Mainz, lv.;
Musk. Hans Bernhard (10. Komp.), Mainz, lv.;
Musk. Peter Schmidt 2. (11. Komp.), Mombach=Mainz
lv.; Musk. Karl Bredhauer (12. Komp.), Hungen, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 223, Frankfurt a. M

Reſerve=Jäger=Bataillon Nr. 24, Marburg.
lv.; Musk. Karl Bredhauer (12. Komp.), Hungen, lv.

Oberſtl. Kurt Frhr. Schenck zu Schweinsberg
(Stab), Schmalkalden, ſchv.; Krgsfrw. Friedrich Streb
(1. Komp.), Griedel, lv.: Jäger Georg Hoffmann
(2. Komp.), Friedberg, gefallen; Jäger Friedrich Grohe
(2. Komp.), Rockenberg, vm.; Jäger Ernſt Geiger (3.
Komp.), Friedberg, lv.; Jäger Johs. Nau (3. Komp.),
Kaſtel=Mainz, vm.; Jäger Hermann Schmidt 4. (3. K.),
Lich, vm.
Reſerve=Jäger=Bataillon Nr. 24, Marburg.

III. Bataillon.
Infanterie=Regiment Nr. 13, Münſter.
Lich, vm.

III. Bataillon.

Infanterie=Regiment Nr. 28, Ehrenbreitſtein, Coblenz.
9. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Rud. Anger
Mainz, ſchv.

Infanterie=Regiment Nr. 28, Ehrenbreitſtein, Coblenz.

8. Kompagnie: Musk. Ludwig Ehly, Lauben=
II. Bataillon.

Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 64, Berlin.
8. Kompagnie: Musk. Ludwig Ehly, Lauben=
heim
, ſchv.

Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 64, Berlin.

III. Bataillon.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 64, Berlin.

Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 80, Oberlahnſtein,
11. Kompagnie: Gren. Lucas Mundſchenk,
Aſtheim, ſchv.

Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 80, Oberlahnſtein,
Wiesbaden, Höchſt
Aſtheim, ſchv.

2. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Wilhelm Perrot, Neu=
1. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Peter Eidenmüller,
Brensbach, lv.

2. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Wilhelm Perrot, Neu=
Iſenburg, ſchv.

3. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Joſef Feller, Groß
Steinheim, lv.

Infanterie=Regiment Nr. 94, Weimar, Eiſenach, Jeng.
Kompagnie: Erſ.=Reſ. Philipp Geyer, Bürgel,
lv.; Wehrm. Lukas Schilling, Groß=Steinheim, lv.
Steinheim, lv.

Infanterie=Regiment Nr. 94, Weimar, Eiſenach, Jeng.
lv.; Wehrm. Lukas Schilling, Groß=Steinheim, lv.

5. Kompagnie: Musk. Methard Gerſtung, Har=
heim
, t.
Infanterie=Regiment Nr. 94, Weimar, Eiſenach, Jeng.

Straßburg i. E., Mutzig.
Infanterie=Regiment Nr. 143,

Straßburg i. E., Mutzig.

2. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Valentin Schaffner,
Griesheim, t.

Maſchinengewehr=Kompagnie: Kriegsfr. Ernſt
Reinhardt, Mörlenbach, ſchv.
Reſerve=Jäger=Bataillon Nr. 6, Oels.
1. Kompagnie: Wehrm. Ernſt Klinkerfuß.
Bad=Nauheim, lv.
Kavallerie=Regiment v. Bettendorff.
Geſtorben infolge Krankheit:
Ltn. d. Reſ. Franz Boerckel, Gonſenheim, f 24. 12. 14.
II. Pionier=Bataillon Nr. 8, Coblenz.
2. Reſerve=Kompagnie: Musk. Ludw. Sproß,
Darmſtadt, v.

(217a
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(Wo kein Wohnort angegeben iſt, iſt Darmſtadt gemeint.)
Zweiunddreißigſte Liſte der Kriegsgaben
für das Rote Kreuz.

(Wo kein Wohnort angegeben iſt, iſt Darmſtadt gemeint.)

Bei der Zentral=Abteilung des Roten Kreuzes:
Es gingen weiter ein:
(Wo kein Wohnort angegeben iſt, iſt Darmſtadt gemeint.)

Bei der Zentral=Abteilung des Roten Kreuzes:
Frau Baronin von Oetinger 300 , Geh. Oberbergrat
Profeſſor Dr. Lepſius 100 , Charles Doerner, Mil=
waukee
, 10 , von dem Vorſtandsmitg ied des Deutſchen
Flottenvereins, Herrn Doſe, Eintrittsgeld für einen in
der Ludwigs=Oberrealſchule gehaltenen Vortrag über die
deutſche Marine, 29 , Wirklicher Geheimerat Römheld
Exzellenz 400 , Frau Amtsrichter Heiſe, Erlös für einen
verkauften Anhänger, 5 , von der Direktion der Eleonoren=
ſchule aus dem Erlös eines Vortrags 8 , durch Miniſter
von Hombergk Exzellenz, von dem landwirtſchaftlichen
Kränzchen, 600 , Profeſſor Dr. Rauch, Gießen, als Er=
trag
der Jahrbücher Heſſen=Kunſt (Kriegsausgabe)
300 , durch Pfarrer Gerhard, Griesheim, 32 , von
Sr. Durchlaucht dem Prinzen Franz Joſef von Batten=
berg
500 , Frau Finanzrat Klingelhöffer, Erlös für ein
verloſt es Oelbild, 130 , Beigeordneter Beſt, Dolgesheim,
Ertrag eines Wohltätigkeitskonzertes, 68.15 , aus dem
Erlös von Arbeiten junger Mädchen 10 , von der
Kreiskaſſe Gießen, Beiträge für Oktober, November und
Dezember von den Bauaſpiranten Martin 6 , Kimpel
6 , Seim 15 , von Rechtsanwalt Rohde als Buße in
einer Privatklageſache 20 . Zuſammen 2539.15 .

Bei der Städtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt: Von
Bei der Bank für Handel und Induſtrie: Ev.
Pfarramt Lengfeld i. Od. (5. Rate) 100 , Ev. Gemeinde
Staden 20 , Ev. Gemeinde Stammheim 60 , Finanz=
miniſter
Braun und Frau (4. Gabe) 100 , Beiträge von
Gemeinden des Kreiſes Alsfeld 980.50 , Lokalkomitee
vom Roten Kreuz Wöllſtein 64.40 , Zweigverein vom
Roten Kreuz Zwingenberg a. d. B. 106.93 , Ev. Pfarr=
amt
Arheilgen 62.50 , Ev. Kirche Nieder=Ingelheim
(Ertrag der I. de Roock’ſchen Stiftung in 1914) 116.05 ,
Großh. Bürgermeiſterei Gräfenhauſen 63 , Ortsgruppe
Maſſenheim 15 , aus Ueberau (für den Monat De=
zember
) 44 , Gemeinde Beuern (2. Rate) 202 , Kreis=
kaſſe
Gießen 1431. 90 , Gemeindekaſſe Dudenhofen 99.80 ,
Frau Major Schörke 100 , Darmſtädter Tagblatt 460 ,
Ev. Pfarramt Burg=Gräfenrode 218 , Schulrat Gunder=
loch
, Dieburg, 45 , Ortsausſchuß des Roten Kreuzes
Weckesheim (Poſt Reichelsheim) 40 , Gemeinde Gedern
200 , Einzelgaben aus Gedern 52.70 , Strafgelder
für Fremdwörter aus Gedern 3 , Gemeinde Brandau
145.40 , Gemeinde Allertshofen 22.30 , Gemeinde
Hoxhohl 30.90 , Gemeinde Kleeſtadt 124.50 , Orts=
ruppe
des Roten Kreuzes Nieder=Wöllſtadt 504 , Ev
Pfarramt Klein=Zimmern 12 , Zweigverein des Roten
Kreuzes Vilbel 33 , Gemeinde Kempten 71 , Frau
Bürgermeiſter Schmidt für Zweigverein vom Roten
einer Privatklageſache 20 . Zuſammen 2539.15 .
Kreuz Oppenheim a. Rh. 263 , Bürgermeiſterei Stamm=
heim
(Heſſen) 78.70 , Sammelſtelle Groß=Umſtadt i. O.
280 , Bürgermeiſterei Rumpenheim 79 , Ev. Pfarr=
amt
Maulbach (Oberh.) 300 , Gemeinde Petterweil
15.35 und Gemeinde Holzhauſen 23.81 (beides zu
verwenden für die Hindenburg=Armee), Grube Meſſel
500 , Darmſtädter Tägl. Anzeiger 76.40 , Gemeinde
Eſchollbrücken 49.41 . Zuſammen 8193.55 .

Bei der Darmſtädter Volksbank: Kath. Pfarramt
Bei der Städtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt: Von
Lehrern und Lehrerinnen der Darmſtädter Volks= und
Mittelſchulen 450 , desgl. 250 , Frau Landgerichts=
rat
Conradi 10 . Zuſammen 710 .
Eſchollbrücken 49.41 . Zuſammen 8193.55 .

Bei Hauptſtaatskaſſedirektor Derheimer: Von
Bei der Darmſtädter Volksbank: Kath. Pfarramt
Klein=Krotzenburg 88 , Schulrat Backes, Kreis Gr.=Gerau,
500 , Karl Berz 0.50 , Phil. Nicoley III., Roßdorf
3 , N. N. 10 , Staudinger 10 , Landgerichtsdirektor
Dr. A. Nagel 10 , Aktuariatsaſſiſtent David Schneider
1 Hilfskomitee des Roten Kreuzes Nieder=Erlenbach
bei Friedberg (Vorſ. Fabrikant Karl Wetzell) 343.25 ,
Zweigverein des Roten Kreuzes Pfungſtadt 700
Kommerzienrat L. Heyn (Gewinn aus verloſtem Anteil=
ſchein) 20 , Gemeinde Münſter b. Dieburg durch Großh
Bürgermeiſter Walter 100 . Zuſammen 178875 .
rat Conradi 10 . Zuſammen 710 .

Allen Gebern herzlichen Dank!
Bei Hauptſtaatskaſſedirektor Derheimer: Von
Heinr. Fornoff, 321 N Elmwood Ave Oak Park, Ill.,
200 , Hofoptiker J. Weingarten 1.40 , Heinr. Meyer
in Joinville (Braſilien), als Mitglied der Deutſchbund=
gemeinde
in Darmſtadt, 50 , Sammelſtelle Laubach
164 , Dr. Bauſch 5 , Armierungs=Munitionskolonne
beim Reſ.=Fußartillerie=Regiment Nr. 3, 6. u. 7. Batterie
in Belgien 40 , Frau v. Marchtal, Cannſtatt=Stuttgart,
100 , Hilfskomitee Nieder=Ingelheim 50 , in der Zeit
vom 21. November bis einſchl. 20. Dezember 1914 ſind
von heſſiſchen Beamten und Lehrern, ſowie von Dozenten
und Beamten der Techniſchen Hochſchule neben den von
den Einzelnen geſpendeten einmaligen Beiträgen durch
fortlaufenden Gehaltsabzug eingegangen 7511.98 .
Zuſammen 8122.38 .

Allen Gebern herzlichen Dank!
Zuſammen 8122.38 .

[ ][  ][ ]

Familiennachrichten.

Die Geburt eines gesunden Jungen
zeigen hocherfreut an
Lehramtsassessor Ernst Büttner
z. Zt. im Feld
und Frau Gertrud, geb. Link.
Wimpfen a. N., den 13. Januar 1915.
(1192

Die Geburt eines kräftigen Knaben
(*990
zeigen hocherfreut an
Aug. Schäfer und Frau
Johanna geb. Bauder.
Darmstadt, Ludwigsplatz 6.

Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Abend ½7 Uhr meinen innigstgeliebten,
guten Mann, unseren lieben Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel
Aloys Engel
Fabrikant
nach schwerem Leiden, wohlvorbereitet durch den Empfang der hI. Sterbesakramente, im Alter
von 55 Jahren, zu sich in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer
Darmstadt, 14. Januar 1915.
Anna Engel, geb. Schumacher
Rich. Engel, Kriegsfreiw. im Pionier-Bat. Nr. 25
Helene Engel
Maria Engel
Viktoria Engel
Familie Schumacher.
Die Beerdigung findet Montag, den 18. Januar, um 11 Uhr, vom Portale des Waldfriedhofes
aus statt.
(1265
Kondolenzbesuche dankend verbeten.

Den Heldentod fürs Vaterland ſtarben:
Unſer lieber A. H.
Großh. Kreisgeometer
Heinrich Weber
Offizier=Stellvertreter Inf.=Regt. 136
bei einem Sturmangriff vor Yyern
am 30. Oktober 1914.
Unſer lieber A. M.
Ingenienr
Emil Spickhoff
Offizier=Stellvertreter Infant.=Regt. 53
am 1. Januar 1915 in Nordfrankreich.
Wir werden ihnen ſtets ein treues Andenken
bewahren!
Darmſtadt, den 15. Januar 1915.
Ver Akademiſche Berein.
1249)
J. A.: Rudolf Burk.

Todes=Anzeige.
Den Tod fürs Vaterland ſtarb infolge
ſchwerer Erkrankung heute früh ½7 Uhr im
Garniſonlazarett unſer lieber Sohn und Bruder,
Erſatz=Reſerviſt
Hch. Ernſt Völger
Infanterie=Regt. Nr. 143, 3. Komp.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Peter Völger VI., Schloſſermeiſter.
Arheilgen, den 15. Januar 1915.
Die Beerdigung findet ſtatt: Sonntag, Nach=
mittag
3 Uhr, in Arheilgen.
(1253

Dankſagung.
Für die warme Anteilnahme beim
Verluſt unſeres geliebten Mannes und
Vaters ſagt herzlichen Dank
Im Namen der ganzen Familie:
Frau Emilie Cramolini.
Darmſtadt, Mainz, Cöln=Deutz, Rathenow,
(B1220
den 15. Januar 1915.

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Nach langem bangem Warten geſtern die
traurige Nachricht erhalten, daß unſer heiß=
geliebter
, einziger Sohn und herzensguter
Bruder, Neffe und Vetter, der
Kriegsfreiwillige
Wiuh Dimorich
im Infanterie=Regt. 143, 5. Komp.
am 8. November v. J. bei Velthok=Ypern, in
noch nicht vollendetem 22. Lebensjahre, den
Heldentod fürs Vaterland erlitten hat.
In tiefem Schmerz:
Wilhelm Zimbrich.
Dinchen Zimbrich, geb. König.
Frieda Zimbrich.
Elly Zimbrich.
Darmſtadt, den 13. Januar 1915. (*914
Von Beileidsbeſuchen bitten wir gütigſt
abſehen zu wollen.

Am 16. Dezember ſtarb den Heldentod für
das Vaterland in Rußland unſer innigſt=
geliebter
, unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager
und Onkel
Georg Kroll
Erſatz=Reſerviſt im Reſerve=Infant.-Regt.
Nr. 116.
Familie Ph. Kroll.
Familie Ludwig Wenz.
Familie Auguſt Preiß.
Darmſtadt, 15. Januar 1915.
(*948

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten hier=
mit
die traurige Nachricht, daß geſtern früh 6 Uhr
unſere gute Mutter und Großmutter
Frau Marie Klöſer
geb. Kimpel
nach kurzer Krankheit im 84. Lebensjahre ſanft
entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 15. Januar 1915. (1259
Die Beerdigung findet Samstag, den 16.
Januar, vormittags 11 Uhr, vom Krankenhauſe,
Grafenſtr. 9, auf dem Beſſunger Friedhof ſtatt.

Todes=Anzeige.
Nach langer Ungewißheit erhielten wir die
traurige Nachricht, daß mein herzensguter, un=
vergeßlicher
Mann, der treuſorgende Vater
ſeiner Kinder, unſer lieber, guter Sohn, Bruder,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
Wilhelm Ruths
Wehrmann im Reſ.=Inf.-Regt. 116, 4. Komp.,
am 23. Oktober vor. Jahres, in der Schlacht
von Le Quesne durch eine feindliche Kugel
tötlich getroffen wurde.
Darmſtadt, 15. Januar 1915.
In tiefem Schmerz:
*1000)
Frau Marie Ruths und 4 Kinder,
Familie Wilhelm Ruths,
Familie Ludwig Ruths.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
ſowie die reichen Kranzſpenden bei dem ſchweren
Verluſte unſeres innigſtgeliebten Gatten, Sohnes
und Bruders
Anguſt Mlertſching
ſagen wir Allen herzlichen Dank. Insbeſondere
vielen Dank dem Herrn Pfarrer Velte für ſeine
troſtreiche Grabrede, ſowir Allen denen, die den
Entſchlafenen bei ſeinem ſchweren Krankenlager
tröſteten.
(1225
In tiefer Trauer:
Emma Mertſching, geb. Ebeling.
Eliſe Mertſching, geb. Alleborn.
Villenkolonie Eberſtadt, den 15. Januar 1915.

Die Verlustlisten
ſämtlich von der erſten erſchienenen

der ganzen deutſchen Armee liegen
Liſte bis zu den neueſten Liſten in unſerer Geſchäftsſtelle
zur Einſichtnahme auf.

Wetterbericht.
Eine Aenderung der allgemeinen Wetterlage iſt nicht
eingetreten. Die den ganzen Weſten und Norden bedeckende
Depreſſion hat ſich vertieft und über Mitteleuropa aus=
gedehnt
. Die milde und trübe Witterung dauert an.
Wetterausſichten für Samstag: Bedeckt, zeitweiſe
Niederſchläge, mild, ſüdweſtliche Winde.

Tageskalender.
Samstag, 16. Januar.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende nach
10 Uhr (Volksvorſtellung): Als ich noch im Flügel=
kleide‟
.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton.
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den Anzeigen=
teil
, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche wer=
den
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Groser Saison-Ausverkauf!
In allen Abteilungen bedeurende
Dhierbreis-Posten
50
1223
Extra-Rabatt
auf alle im Preise nicht
ermäßigte Waren,
ausgenommen
Harn debr- Komsennu Narht
Netto-Artikel‟

Smeue

Weiblich

Deſeres Fräuteinſuch änſange=
ſtelle als angehende Verkäuferin
(gleich welcher Branche). Ang. unt.
856 an die Geſchäftsſt.
(*994
Dausbaherm.
Sehr tücht. Frau, mittl. Jahr.,
würde in Haushalt (evtl. Geſchäft)
die Hausfrau erſetzen. Gefl. An=
gebote
mit Gehaltsangabe erbeten
unt. § 77 a. d. Geſchäftsſt. (*941sim
Junge Frau ſucht abends Büro
od. Laden z. putzen oder mittags
2 Stund. Darmſtr. 8, Manſ. (*989
Sa. Frau
ſucht Aushilfe, geht
auch Putzen
Soderſtr. 48. Hechler. (*1005
Perſ., tücht. Schaelderin empf.
ſich in u. auß. d. H., zu ſol. Preiſen.
*241mss) Heidelbergerſtr. 45, II.
Suche bei verehrl. Hausfrauen
noch Kundſchaft im
Weisszeugnähen
Flicken, ſowie ſonſt. Handarbeiten.
Anfr. u. § 78 a. d. G ſchäftsſt. (*945
Aelteres Madchen ſucht noch
Kunden zum Waſchen. Näh. Teich=
hausſtraße
38, Hinterb., p. (*915

Männlich

Gerb. ſteihigerMau, mit ſchriſtl.
Arb. vertr., ſ. Beſchäft. Ang. unt.
§ 57 an die Geſchäftsſt. (*922
Tlcht. zuverläſ. Schweizerm. gut.
Zeugn. ſucht Stell. Eintritt ſof.
A. Graf, Groß=Bieberau. (*968sg
Braver Junge
WVollsſchüler
ſucht Lehr=
ſtelle auf kaufm. Büro oder bei
Rechtsanwalt. Angeb. u. § 89
an die Geſchäftsſtelle.
(*1002sg

Oe Ze

Weiblich

Kontoristin
ſofort geſucht
Herzberger & Weger
*900fs) Karlſtr. 3.
Ein Alteres
Fräulein
das mit Büro= und Regiſtratur=
arbeiten
, ſowie in Stenographie u.
Maſchinenſchreiben Fertigkeit hat,
könnte baldigſt in einem hieſigen
Geſchäfte angenehme Stell. finden.
Angebote mit näheren Angaben u.
Gehaltsanſprüch. unt. 8 10 an die
Geſchäftsſtelle ds. Bl. (1010msi
Cüchtige Handnäherin
auf Mützen ſofort geſucht.
*950)
Mollerſtr. 41, II. Hth.
für mein Delikateſſen=Geſchäft
ſuche per ſofort jüngere
Verkäuferin.
Georg Ludwig Kriegk
Rheinſtraße 17. (1255
Lehrmädch., aus guter Familie,
für die Kurz= u. Wollwarenbranche
geſucht. Landwehrſtr. 15. (595a

Ein Mchen
an Büfett geſucht, weiches Haus=
arbeit
mit übernimmt. Anfangs=
gehalt
25 Mk. pro Monat m. freier
Station. Karl Rieſterer, Oekonom
Offz.=Kaſino, Tr.=Uebgspl. (936ms
Ein brabes, ehrliches Mädchen
geſucht, welches etwas von Kaffee=
und kalter Küche verſteht. Anfangs=
gehalt
30 Mk. pro Monat mit fr.
Station. Karl Riesterer, Oeko=
nom
, Offizier=Kaſino, Truppen=
übungsplatz.
937ms
Tücht., chrl. Häuchen
für den ganzen Tag geſucht. Das=
ſelbe muß bürgerlich kochen können.
Zu erfragen Pankratiusſtraße 2½,
Laden.
(1072mfs
Mädchen
für leichte Näharbeit
ſofort geſucht Karl=
ſtraße 58, 3. St., r.
(*989
Saubere, zuverläſſige Aufwart=
frau
v. 811 Uhr ſofort geſucht.
Hügelſtraße 29 part.
(*961
Junges Mädchen aus guter
Familie nachmittags zu zwei
Kindern geſucht. Angebote unter
§ 79 an die Geſchäftsſt. (*944
Unabhängige Monatsfrau oder
=Mädchen für nachmittags geſucht
Soderſtraße 110, II. (*1008
Aelt. Frau
zur Führung des
Haushalts per
ſofort geſ. Gardiſtenſtr. 12, I. (*1006
En im Nähen, Bügein und
Servieren durchaus bewandertes
Hausmädchen wird zum 1. Febr.
geſucht. Nur ſolche mit langjähr.
Zeugniſſen aus guten Häuſern
wollen ſich vorſtellen zwiſchen 4 u.
5 Uhr nachm. bei Pran lustigrat
Bender, Heinrichſtr. 12. (1258sids
Zuverl.
beſeres Alleinmädchen,
das kochen kann, für guten, ruhigen
Haushalt zum 1. Februar geſucht.
Erfragen in der Geſchäftsſt. (*1013
Suche Köchinnen, perſelte u. gut
bürgerliche, Hausmädchen die
näben, bügeln, ſervieren können,
Alleinmädchen, die kochen u. nicht
kochen können, beſſeres älteres
Kindermädchen zu 1 Kinde, Allein=
mädchen
für gute Geſchäftshäuſer
für ſof., 1. u. 15. Febr. u. 1. März.
Frau Minna Dingeldein
gewerbsmälige Stellenvermiitlerin
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 531. (*1010
Uinabhängiges Laufmädchen
oder Frau ſofort geſucht. Vik=
(*934
toriaſtraße 24, part.
Solides, reinliches Mädchen
für 1. Februar geſucht. Stift=
(*942
ſtraße 7, 2. St.
Einfaches Mädchen
das ſchon gedient hat, zum 1. Febr.
von älterem Ehepaar geſucht
Näheres Geißenſee 10. (*921
Ein Servierfräulein
A
ſofort geſucht
Obergaſſe 3 (Ratskeller).
Saubere Lauffrau vorm. 2 Std.
(*842ds
geſucht. Heinrichſtr. 50.
Tücht. Waſchfrau für Montags
geſ. Sobuchmann, A-tilleriestr. 10. (*101g
Mädchen für morgens, das in
d. Nähe d. Kiesſtr. wohnt geſ. Näh.
Fil.=Geſchäftsſt. Kiesſtr. 34. (VIII1238
Sauberes Laufmädchen geſucht
Niederramſtädterſtr. 36, II (*971

Eine Haufrmn geſucht Wil.
helminenſtraße 35, 2. Stock. (*965
Sitr Ma
oder älteres Mädchen, welches in
all. Hausarb. erfahr. iſt, f. tagsüb.
in ein. kl. Haush. geſucht. Zu erfr.
in der Geſchäftsſtelle.
(*964
Sauberes Laufmädchen für
nachmittags ½25 Uhr geſucht.
Schützenſtraße 7, II.
(*963
Ebrliches, ſolldes und fleißiges
Mädchen zu älterem Ehe=
paar
geſucht. Näheres in der
Geſchäftsſtelle.
(1226so
Saub. Laufmädchen v. 54 Uor
geſucht. Eliſabethenſtr. 52. (*956
Offene Stellen
aller Berufe
enthält ſtets
die Zeitung: Deutſche Vakanzen=
Poſt, Eßlingen 143. (I, 1241

Neueste Erimnaung
(Kaiſ. Pat.=Amt Nr. 620912)
jahrelang ſichere Exiſtenz für Herren
u. Damen, für Deutſchland ſtaaten=
weiſe
zu verkaufen. (Ausgenommen
Baden und Württemberg). Er=
forderlich
zirka 200 Mk. Nach Er=
halt
von Mk. 1.50 Freizuſendung
von Muſter durch Zimmermann &
Co., Heidelberg.
(*810dfs
zum sot. Eintritt gesucht
militärfreier, junger
(993ism
Herr oder Dame
für Stenographie und Schreib=
maſchine
, ferner
tüchtiger Beamter
für Magazinverwaltung geſucht
Angeb. unter § 2 Geſchäftsſtelle.
Zum ſofortigen Eimtrit ſucht eine
Großhandlung einen perfekten
Btenographen
und Maſchinenſchreiber mit den
nötigen kaufmänniſch. Kenntniſſen.
Angebote mit näheren Angaben u.
Gehaltsanſprüch. unt. § 14 an die
Geſchäftsſtelle ds. Bl. (1009msi
Tücht., erfahrener u. euergiſcher
Badranter
der bereits in Baugeſchäften auf
größeren Bauſtellen tätig war,
zum ſofortigen Eintritt
gesucht.
Offerten mit kurzem Lebenslauf,
Bildungsgang und Angabe der
bisherigen Tätigkeit ſind unter
Beifügung von Zeugnisabſchriften
zu richten unter W. 501 F. M.
an Rudolf Mosse, Mann-
heim
.
(I,1217
Bansechlonger gan.
Näheres i. d. Geſchäftsſt. (*977sg
Tüchtigen Bauſchloſſer und
(*816ds
Lehrling ſucht
J. Huhn, Ludwigshöhſtr. 19.
Spengler und Inſtallateur.
auch jüngerer, in dauernde Arbeit,
ſowie kräftiger Lehrling geſucht.
A. Guntrum, Stiftſtr. 52. (852a

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oder ſpäter:
Schloſſer, Anſchläger, Schmiede, Blech=
treiber
, Garnierer, Polſterer, Tapezierer,
Kiſſenmacher und Verdeckmacher, ſowie
Schneider und Portefeuiller,
die mit der Nähmaſchine arbeiten können.
(944ids
Schriftlichen Offerten ſind tunlichſt Zeugnisabſchriften
beizufügen.
Adlerwerke, vorm. Heinrich Kleyer, A.=G.
Frankfurt a. M.

Hoher Veruienst!
Suche für den Vertrieb einer
Wohlfahrtsſache geeigneten Herrn
oder Dame zwecks Uebergabe der
Vertretung für Darmſtadt und
Umgebung. 50/100 Mk. erforder=
lich
.
(*943
P. Löding
Frankfurt a. M.
Kesselschmiede
Nieter, Stemmer
u. Zuschläger
finden lohnende Beſchäftigung An=
meldung
bei Werkführer Ernſt.
Badische Anilin- u. Soda-Fabrik,
Ludwigshafen. (1117dfs
Fabrik Oppau, Gasbehältermontage.
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Schlosser u.
Dreher
ſofort geſucht.
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The Turner Company A.-G.
Oberursel a. T.
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Arbeiter
geſucht Rheinſtraße 26. Vorzu=
ſprechen Montag von ½89 Uhr.
Ein braver junger Mann
für 1 Pferd, der auch Schweine
füttert, geſucht. Lohn 10 Mk. pro
Woche mit freier Station. Nur gut=
empfohlene
Leute woll. ſich melden.
Karl Riesterer, Oekonom, Offz.=
Kaſino, Truppenübungspl. (938ms
Hausbursche
jüngerer, vom Lande, Radfahrer
mit guten Zeugniſſen, zum ſoforti=
(1049a
gen Eintrit geſucht.
Karl Illert, Schweinemetzgerei
Darmſtadt, Wendelſtadtſtr. 20.
Tächt. Hausbursche
ſofort geſ. Frankfurterſtr. 6. (*987

eräe
Hausburſche
mit guten Zeugniſſen zu möglichſt
ſofortigem Eintritt geſucht. (1147fs
Friedrich Schaefer
Ludwigsplatz 7.
Kräft. Hausburſche
geſucht
(1262
Gg. Appfel, Schloßgaſſe 34.
Hausburſche (Radfahrer) ge=
ſucht. Karlſtr. 18, part.
(*973
Zahnarzt
ſucht einen
tüchtigen
Lehrjungen
wenn mögl. bis zu Oſtern. Angeb.
u. § 91 an die Geſchäftsſt. (*999sm
Lehriinssstche
auf Oſtern zu beſetzen.
Berechtigung zum Einjährigen
erforderlich.
(*951sg
Emil Sander
Kleider= und Uniformfabrik
Bismarckſtraße 54.
Kaufmänn. Lehrling
aus guter Familie mit guten Schul=
zeugniſſen
in Weinhandlung für
Oſtern geſucht. Selbſtgeſchr. Ang.
u. S85 a. d. Geſchäftsſt. (1245si
Die Dame,
Pir den Schien m.
grauem Griff ſich in
hieſ. Geſchäft angeeignet, w. erſucht
denſ. umgeh. abzug., andernf. Anz.
erfolgt. Näh. Geſchäftsſtelle. (*926

G

Verloren
eine große, gelbe Haarnadel
mit goldenem Kopf. Dem
Wiederbringer eine gute Beloh=
nung
Riedeſelſtraße 12. (*913sg
Goldene Damſehanr
verloren
auf dem Wege Martinſtraße, Herd=
weg
, Hermannſtraße, Karlſtraße.
Abzugeben gegen Belohnung
Martinſtraße 41.
(*936

[ ][  ][ ]

Unser diesjähriger
Driser-esvennttef
in unserem Spezial- Kinderkonfektions-Geschäft
Wilhelminenstraße 17½
beginnt am Montag, den 18. Januar
Wir machen schon an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß wir
ganz besondere Vorteile bieten werden
Eri berefnn& 29.
1248
Wilhelminenstraße 17½

Kaufmänniſcher Stellennachweis.
Das ſeither in der Handelskammer untergebrachte Büro des
kaufmänniſchen Stellennachweiſes iſt für die Dauer des Krieges in
die Geſchäftsräume des öffentlichen Arbeitsnachweiſes, Waldſtraße 19,
Fernruf Nr. 371, verlegt worden.
Die Herren Geſchäftsinhaber werden erſucht, die Einrichtung
(818ss
rege zu benutzen.
Arbeitsamt.
Zehnklaſſige höhere Mädchenſchule
Teleph. 1605 12 Sandſtraße 12 Gegr. 1870
verbunden mit
privater Frauen=u. Haushaltungsſchule
Unterricht nach den Vorſchriften für die höheren Mädchenſchulen
des Großherzogtums Heſſen. Klaſſiſches Turnen.
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Frau A. Merkelbach, Schulvorſteherin.

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Violinunterricht
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Std. u. § 74 a. d. Geſchäftsſt. (*919

Dücker-Innung Darmstadt.
An unſere werte Kundſchaft!
Indem der hohe Bundesrat beſtimmt hat, daß vom
15. Januar in unſeren Betrieben die Arbeit von
abends 7 bis morgens 7 Uhr verboten iſt, teilen wir
unſeren werten Abnehmern mit, daß wir morgens
Mürbes (Wickelweck), dann die Brötchen backen und
gegen Abend von 5 bis 7 Uhr austragen laſſen. Be=
treffs
Sonntags werden wir noch näheres bekannt geben.
Durch die hohen Mehlpreiſe, welche ſchon ſeit der
Mobilmachung beſtehen, ſind wir gezwungen, einen
Aufſchlag des Brotes eintreten zu laſſen.
(1230
Darmſtadt, den 15. Januar 1915.
Der Vorſtand.
Die Dauerausſtellungdes ſtädt. Gaswerks
Grafenſtraße 30 zeigt Fernſprecher 360
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erfragen in der Geſchäftsſt. (*939

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[ ][  ][ ]

Bekanntmachung
über die Vertretung eines Genoſſen in der Generalverſammlung einer Erwerbs=
und Wirtſchaftsgenoſſenſchaft und über das Ausſcheiden aus der Genoſſenſchaft.
Vom 17. Dezember 1914.
Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Geſetzes über die Ermächtigung des
Bundesrates zu wirtſchaftlichen Maßnahmen uſw. vom 4. Auguſt 1914 (Reichs=Geſetzbl.
S. 327) folgende Verordnung erlaſſen:
§ 1. Gehört ein Genoſſe einer eingetragenen Genoſſenſchaft zu den Perſonen,
die im § 2 des Geſetzes, betreffend den Schutz der infolge des Krieges an Wahrnehmung
ihrer Rechte behinderten Perſonen, vom 4. Auguſt 1914 (Reichs=Geſetzbl. S. 328) be=
zeſchnet
ſind, ſo fann er ſein Stimmrecht in der Generalverſammlung durch einen Be=
pollmnächtigten
ausüben. Für die Vollmacht iſt die ſchriftliche Form erforderlich und
genügend. Ein Bevolimächtigter kann mehr als einen Genoſſen vertreten.
§ 2. Iſt bei dem Gerichte, das die Liſte der Genoſſen führt, infolge des Krieges,
ein, wenngleich nur vorübergehender Stillſtand der Rechtspflege eingetreten, ſo gilt, falls
die Tatſache, die gemäß §§ 65 bis 68 des Geſetzes, betreffend die Erwerbs= und Wirt=
ſchaftsgenoſſenſchaften, das Ausſcheiden eines Genoſſen begründet, nicht bis zum Schluſſe
des Geſchäftsjahres, zu dem das Ausſcheiden erfolgen ſoll, in die Liſte eingetragen
iſt, das Ausſcheiden auch ohne Eintragung mit dem Schluſſe dieſes Geſchäftsjahrs als
erfolgt. Unter der gleichen Vorausſetzung findet, falls der Tod eines Genoſſen nicht
bis zum Schluſſe des Geſchäftsjahrs in die Liſte der Genoſſen eingetragen iſt, die im
§ 125 Abſ. 2 des Geſetzes gegebene Vorſchrift über die Haftung des Erben für die
bis zum Tage der Eintragung von der Genoſſenſchaft eingegangenen Verbindlichkeiten
keine Anwendung.
Die im § 69 des Geſetzes bezeichnete Verpflichtung des Vorſtandes, die Ein=
tragung
in die Liſte zu veranlaſſen, wird durch die Vorſchriften des Abſ. 1 nicht be=
rührt
; konnte der Vorſtand der Verpflichtung nicht bis zu dem im § 69 bezeichneten
Zeitpunkt nachkommen, ſo hat er das Ausſcheiden in dem von ihm geführten Ver=
zeichnis
der Genoſſen zu vermerken und das zur Eintragung in die Liſte Erforderliche
unverzüglich nach Wegfall des Hinderniſſes nachzuholen.
§ 3. Dieſe Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.
Berlin, den 17. Dezember 1914.
(1188
Der Stellvertreter des Reichskanzlers
Delbrück.

Bekanntmachung.
Die nachſtehende Bekanntmachung Großherzoglichen Mintſteriums des Innern
vom 13. des. Mis,. bringen wir hiermit zur dfentlichen Kennnis. Hterbet weiſen wir
darauf hin, daß die von den Fabrikanten und Händiern nach Zifer b der Bekannt=
machung
bei den Ortspolizeibehörden einzureichenden Nachweiſungen Art Menge
und Aufbewahrungsort der ſichergeſtellten Decken und Namen (Firma) der Beſitzer zu
enthalten und daß die Beſtände vorläufig in den Lagerräumen zur alleinigen Ver=
ügung des Kriegsminiſteriums zu verbleiben haben. Uber die Freigabe einzeiner
Stücke oder eines Teils der beſchlagnahmten Menge trifft das Königlich Preußiſche
Kriegsminiſterium ſpäter Beſtimmung.
(1228
Darmſtadt, den 15. Januar 1915.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß von dem Königlich
Preußiſchen Kriegsminiſterium angeordnet worden iſt, daß
*a) ſämtlichen Fabrikanten und Händlern die Veräußerung der bei ihnen lagern=
den
eigenen und fremden Beſtände, ſowie der eigenen bei Spediteuren und
in Lagerhäuſern lagernden Beſtände an wollenen, wollgemiſchten, halb=
wollenen
und baumwollenen Decken, ſowie an Filzdecken ſoweit nicht
die Stücke nachweislich zur Ausführung eines unmittelbaren Auftrages einer
Heeres= oder Marine=Dienſtſtelle beſtimmt ſind bis auf Weiteres verboten
iſt, und
b) daß die Fabrikanten und Händler den Ortspolizeibehörden binnen 3 Tagen
nach Erlaß der Anordnung eine Aufſtellung dieſer Beſtände einzureichen
haben, ſoweit es ſich um mindeſtens 50 Stück insgeſamt handelt, damit die
Heeresverwaltung dieſe Beſtände nötigenſals ankaufen kaun.
Darmſtadt, den 12. Januar 1918.
Großherzogliches Mintſterium des Innern.
v. Hombergk.
Krämer

Bekanntmachung.
Bekanntmachung.
Die Lieferung der Schreibmaterialien für die unterzeichneten Behörden im
Rechnungsjahre 1915 ſoll im Wege des öffentlichen Wettbewerbs vergeben werden.
Angebote ſind bis zum 1. Februar ds. Is. bahier einzureichen.
Die miniſteriellen Vorſchriften finden Anwendung, insbeſondere ſind für die
Eigenſchaften des Papiers die in der Bekanntmachung des Großh. Staatsminiſteriums
vom 17. Januar 1907 (Reg.=Bl. Nr. 7 von 1907) vorgeſchriebenen Beſtimmungen
maßgebend.
(1231
Darmſtadt, den 12. Januar 1915.
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg
und
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.
Am 18., 19., 20., 21., 22. und 23. Januar 1915 wird auf dem Truppen=
Gbungsnlaß mit Infanterie=Munition ſcharf geſchofen. Der Plan wird am 18. und
23. Januar d. Js. von 1 bis 5 Uhr nachmittags, an den übrigen Tagen von 12 Uhr
mittags bis 5 Uhr nachmittags geſperrt.
Die Abſperrung erſtreckt ſich bis zum Landgraben.
1243sid
Darmſtadt, den 14. Januar 1915.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
In einem Gehöfte der Gemarkung Lämmerſpiel (Kreis Offenbachſ iſt die Maul=

Darmſicht, den 4. Januar 1913.
(1232
und Klauenſeuche ausgebrochen.
J. V.: von Starck.
In einem Gehöfte der Gemarkung Lämmerſpiel (Kreis Offenbachſ iſt die Maul=

Darmſicht, den 4. Januar 1913.
Betreffend: Das Kriegs=Erſatzgeſchäft für 1915 im Kreiſe Darmſtadt.
Der Zivil=Vorſtzende der Großh. Erſatzkommiſſion Darmſtadt
au die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Unter Bezugnahme auf die wiederholt erfolgte diesſeitige Bekanntmachung des
Muſterungstermins empfehſe ich Ihnen ſich an den in derſelben näher bezeichneien
Tagen mit den Miltäkrpflichtigen Ihrer Gemeinden vormittags 7½ Uhr zum
Muſterungsgeſchäft einzufinden.
Die betr. Militärpflichtigen ſind darauf aufmerkſam zu machen, daß ſie ſich in
den Straßen Darmſtadts und im Muſterungslokal ruhig und anſtändig zu betragen
haben und namentlich nicht im angetrunkenen Zuſtande vor der Erſah=Kommiſton
(1232
und Klauenſeuche ausgebrochen.
erſcheinen dürfen. Zuwiderhandelnde werden alsbald in Gewahrſam gebracht und
unter Umſtänden entſprechend beſtraft.
Militärpflichtige, welche nicht pünktlich erſcheinen, ſind, ſofern ſie dadurch nicht
eine härtere Strafe verwirkt haben, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis
(677dss
zu 3 Tagen zu beſtrafen.
Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.
Betreffend: Geſuche um Befreiung und Zurückſtellung Militärpflichtiger vom Militär=
dienſt
während des Krieges.
Auf Anordnung des ſtellvertretenden Königl. Generalkommandos 18. Armee=
korps
weiſe ich auf das Nachſtehende hin:
1. Alle Geſuche um Befreiung und Zurückſtellung vom Militärdienſt, ſoweit es
ſich um Miltärpſlichtige handelt, die im ſreiſe Darmſtadt wohnen, ( geſelungs=
pflichtig
ſind), ſind bei den Großh. Bürgermeiſtereien des Wohnorts anzu=
bringen
, von welchen ſie mir vorgelegt werden. Die Geſuche ſind eingehend
zu begründen und durch Beiſchluß von Vermögensbeſcheinigungen, ärztlichen
Atteſten und ſonſtigen der Sache dienlichen Beſcheinigungen, gehörig zu belegen.
Mündliche Geſuche ſind nicht zuläſſig.
2. Nach erfolgter Einberufung der Militärpflichtigen können Reklamationen nach
den Beſtimmungen der Wehr=Hrdnung nicht mehr erhoben werden, ſoiche ſind
vielmehr nur noch möglich bei noch nicht eingeſtellten Rekruten und ſolchen
Militärpflichtigen, die bereits früher auf Grund einer eingereichten Reklamation
vorläufig zurückgeſtellt wurden.
In allen übrigen Fällen können nur Zurückſtellungen in Betracht kommen.
Darmſtadt, den 5. Januar 1914.
(783a
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.
Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung zum einjährig=
freiwilligen
Militärdienſt im Frühjahr 1913.
Die jungen Leute, welche beabſichtigen, ſich der im Frühjahr 1915 ſtattfinden=
den
Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre Geſuche um Zu=
laſſung
bei Meidung des Ausſchluſſes von dieſer Prüfung
ſpäteſtens bis zum 1. Februar 1915
bei der unterzeichneten Kömmiſſion einzureichen.
Hinſichtlich der Anbringung der Geſuche wird das Folgende bemerkt:
1. Das Geſuch iſt bei der unterzeichneten Prüfungs=Kommiſſion nur dann
einzureichen, wenn der ſich Meldende im Großherzögtum Heſſen ſeinen
dauernden Aufenthaltsort hat.
Bei Einſendung durch die Poſt iſt die Sendung an die Kommiſſion
nicht an den Vorſitzenden zu richten.
2. Die Zulaſſung zur Prüfung kann in der Regel nicht vor vollendetem
17. Lebensjahr erfolgen.
3. Das Geſuch muß von dem Betreffenden ſelbſt geſchrieben ſein. Auch
erſcheint es zweckdienlich, wenn ſteis die nähere Adreſſe angegeben wirb.
4. Dem Geſuche ſind folgende Papiere beizufügen:
a) Geburtszeugnis (Auszug aus dem Zivilſtands=Regiſter, nicht Taufſchein).
b) Die Einwilligung des geſetzlichen Vertreters nach folgendem Muſter,
Erklärung
des geſetzlichen Vertreters zu dem Dienſteintritt als Einjährig=
Freiwilliger.
Ich erteile meinem Sohne (Mündel)
-geboren am
zu-
meine
Einwilligung zu ſeinem
Dienſteintritt als Einjährig=Freiwilliger und erkläre gleichzeitig-
a
) daß für die Dauer des einjährigen Dienſtes die Koſten des Unter=
halts mit Einſchluß der Koſten der Ausrüſtung, Bekleidung und
Wohnung von dem Bewerber getragen werden ſollen:
b) daß ich mich dem Bewerber gegenüber zur Tragung der Koſten
des Unterhalts mit Einſchluß der Koſten der Ausrüſtung, Be=
keidung
und Wohnung für die Dauer des einläbrigen Bienſte=
verpflichte
, und daß, ſoweit die Koſten von der Militärverwaltung
beſtriten werden, ich mich dieſer gegenüber für die Erfahpſicht
des Bewerbers als Selbſtſchuldner verbürge.
—den
19.
Vorſtehende Unterſchriſt de-
und zugleich, daß der Bewerber d.-
Ausſteller-der obigen Er=
klärung
nach-
den
Vermögensverhältniſſen zur Beſtreitung der
Koſten fähig iſt, wird hiermit obrigkeitlich beſcheinigt.
den=
G. 5
Je nachdem von dem Bewerber ſelbſt oder ſeinem geſetzlichen Vertreter
die Koſten getragen werden, iſt in der Erilärung Satz a oder b und ſind
dementſprechend in der Beurkundungentweder die Worte , der Rewerber oder
nder Ausſtelter der obigen Erlärung‟ anzuwenden, das Nichtzutrefende
dagegen zu ſtreichen.
e) Ein Unbeſcholtenheitszeugnis, welches von der Polizei=Obrigkeit oder
der vorgeſetzten Dienſtbehörde auszuſtellen iſt.
d) Ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf.
5. In dem Geſuche ſt ferner anugeben=
3) Ob, wieoft und wo der ſich Meldende ſich der Prüfung vor einer Prüfungs=
Kommiſſion bereits unterzogen hat, und von denjenigen, welche ſich der
wiſſenſchaftlichen Prüfung unterziehen wollen, noch weiter=
b
) In welchen zwei fremden Sprachen (wahlweiſe von Franzöſiſch, Engliſch,
Lateiniſch und Griechiſch und an Stelle des Engliſchen Ruſſiſch) die Prüfung
erfolgen ſoll.
6. Iſt bereits früher ein Geſuch um Zulaſſung zur Prüfung eingereicht worden,
ſo bleibt dem erneuten Geſuche nur ein Unbeſcholtenheitszengnis bei=
zulegen
.
7. Es iſt nur zweimglige Teilnahme an der Prüfung geſtattet, eine dritte
Zulaſſung kann ausnahmsweiſe von der Erſatzbehörde 3. Inſtanz genehmigt
werden.
Im weiteren weiſen wir darauf hin, daß Geſuche um Zulaſſung zu einer
ſpäteren, als der im Frühjahr des I. Militärpflichtjahres d. i, des Jahres, in
weichem das 20. Lebengjahr vollendet wird- ſtatfindenden Prüſung, der Genehmiaung
der Erſatzbehörde 3. Inſtanz bedürfen und bei den ferſabz=Kommiſtonen des Aufenthalts=
oris
, nicht bei uns, einzureichen ſind, weiche die Geſuche der Erſahbehörde 3. Inſtanz
vorlegen werden.
Da die Erledigung derartiger Geſuche eine längere Zeit beanſprucht, ſo empfiehlt
ſich im Intereſſe der Nachſuchenden, mit Einreichung derſelben nicht bis zum äußerſten
Termin zu warten, ſondern dieſelben alsbald auhängig zu machen, andernfalls unter
Umſtänden eine Zulaſſung zur bevorſtehenden Prüfung nicht mehr möglich iſt.
Ueber die Anforderüngen, weiche an die zu Prüfenden geſtellt werden, gibt die
Prüfungs=Drdnune (Anl. 2 zur Wehr=Ordnung vom 22. November 1898 Reg=Bl.
Nr. 65 von 1900 Auſchluf.
Bezüglich des Prüfungstermins, ſowie des Lokals, in welchem die Prüfung
ſtattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung, oder es ergeht beſondere Ladung zur Prüfung.
Bemerkt wird noch, daß während des Krieges erleichterte Prifungen nicht
abgehalten werden.
Darmſtadt, den 2. Januar 1915.
Großherzogliche Prüfungshommiſſion für Einjährig=Freiwilige.
Der Vorſitzende:
(773sss
von Starck, Regierungsrat.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Handtaſche aus Metallgeflecht mit gleichem
Vortemonnale mit über 5 Mk. Inhalt und 1 Laſchentuch. Mehrere
öſterreichiſche Kronenſcheine und Guldenſtücke. 1 mittelgroß. Schlüſſel.
1brauner Heirenglacchandſchuh. 1 Peitſche mit braunem Stiel.
1 Radierung vom Eimer (eingerahmt). 1 großer Milchkannendeckel.
1 Dolch in Lederſcheide. 1 weißer Kinderpeiztragen. 1 geibe Broſche
(1224
mit rotem Stein.

Sonntagsruhe in den Apotheken. Am Sonntag, den 17. Jan.,
ſind nachmitags in der Zeit von 1 bis 3 Uhr abends folgende
Apotheken geöffnet: Hirſch=Apotheke Nieder=Ramſtädterſtraße, und
Apotbeke am Zuſtiapalaſt, Bismarckſtr. Ale übrigen Apotheken
ſind von 1 Uhr ab geſchloſſen.

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Rheinstraße.)

Bekanntmachung.
Im hieſigen Schlachthof wurde bei einem aus Frankfurt a. M.
eingeführten Stück Vieh Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt. Die
Abſchlachtung des geſamten Viehbeſtands und die Desinfektion wur=
den
ſofort vorgenommen; die Seuche kann als erloſchen betrachtet
werden.
Darmſtadt, den 14. Januar 1915.
(1210
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

—E Re
Kriegs=Muſterung 1915.
Die nachſtehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur Kennt=
nis
der Beteiligten.
Darmſtadt, den 7. Januar 1915.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung,
betreffend: Das Kriegs=Erſatz=Geſchäft im Kreiſe Darmſtadt
für 1915.
Im Kreiſe Darmſtadt wird das Kriegs=Erſatz=Geſchäft für 1915
in der Zeit vom 15. bis 22. Januar ds. Js. im Hauſe der Turn=
gemeinde
dahier, Woogsplatz 5, in nachſtehender Weiſe abgehalten
werden:
I. Freitag, den 15. Januar ds. Js., vormittags 7½ Uhr:
Muſterung ſämtlicher Militärpflichtigen
a. aus der Stadt Darmſtadt, deren Namen mit den
Buchſtaben A—F beginnen,
b. aus den Gemeinden Schneppenhauſen u. Wirhauſen.
II. Samstag, den 16. Januar ds. Js., vormittags 7½
Uhr:
desgleichen a. aus der Stadt Darmſtadt, Buchſtaben G-K:
b. aus der Gemeinde Meſſel.
III. Montag, den 18. Januar ds. Js., vormittags 7½ Uhr:
desgleichen a. aus der Stadt Darmſtadt, Buchſtaben L—R;
b. aus den Gemeinden Erzhauſen und Ober=Ramſtadt.
IV. Dienstag, den 19. Januar ds. Js., vormittags 7½ Uhr:
desgleichen a. aus der Stadt Darmſtadt, Buchſtabe S:
b. aus der Gemeinde Griesheim.
V. Mittwoch den 20. Januar ds. Js., vormittags 7½ Uhr:
desgleichen a. aus der Stadt Darmſtadt Buchſtaben T—3:
b. aus den Gemeinden Arheilgen, Braunshardt,
Eſchollbrücken, Hahn und Roßdorf.
VI. Donnerstag, den 21. Januar ds. Js., vormittags 7½ Uhr:
desgleichen aus den Gemeinden Eberſtadt, Gräfenhaufen, Malchen,
Nieder=Beerbach, Nieder=Ramſtadt und Pfungſtadt.
VII. Freitag, den 22. Januar ds. Js., vormittags 71!
Uhr:
desgleichen a. aus den Gemeinden Traiſa und Weiterſtadt;
b. die von den Truppenteilen zur Dispoſition der
Erſatzbehörden entlaſſenen Leute.
Es haben ſich hierzu einzufinden:
1. Sämtliche im Jahre 1895 geborenen Leute, ſoweit ſie
nicht bereits bei einem Truppenteil freiwillig eingetreten
ſind. Der Beſitz des Berechtigungsſcheins zum einjährig=
freiwilligen
Militärdienſt entbindet nicht von der Geſtellung.
Auch diejenigen, die etwa im Vorjahre an einer Landſturm=
muſterung
teilgenommen haben, ſind zur Geſtellung ver=
pflichtet
.
2. Die in den Jahren 1894, 1893 und früher geborenen Leute,
die beim vorjährigen Kriegs=Erſatz=Geſchäft als zeitig un=
auglich
zurückgeſtellt worden ſind.
Die Militärpflichtigen aus früheren Jahren haben ihre Loſungs=
ſcheine (Muſterungs=Ausweiſe) und Berechtigungsſcheine vorzu=
legen
, die im Jahre 1895 geborenen ihre Berechtigungsſcheine, ſoweit ſie
bereits in deren Beſitz ſind.
Nicht pünktliches Erſcheinen oder Nichtgeſtellung zur Muſterung
zieht die in der Wehr=Ordnung angedrohten Strafen nach ſich und
hat unter Umſtänden die Einſtellung als Unſicherer zur Folge.
Darmſtadt, den 4. Januar 1915.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
(799a

Sammlungen zu Gunſten der Kriegsfürforge
der Stadt Darmſtadt.
Die Sammlungen haben bis jetzt das ſchöne Ergebnis gezeitigt,
daß rund 100 000 Mark bei der Stadtkaſſe und der Sparkaſſe für
die Zwecke der ſtädtiſchen Kriegsfürſorge eingezahlt wurden. Ueber
einen Teil dieſer Summe iſt bereits öffentlich quittiert worden. Eine
zweite Quittungsliſte wird in Kürze die ſeitdem weiter gezeichneten
Beiträge im einzelnen veröffentlichen.
Das Ergebnis iſt ein ſchönes Zeugnis für die Opferwilligkeit
der Bürger unſerer Stadt. Gegenüber den gewaltigen Aufgaben,
die der Stadtverwaltung aus der Fürforge für die Bedürftigen,
für die Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern, für die Erwerbs=
loſen
uſw. erwachſen ſind und noch erwachſen werden, iſt es aber
dringend wünſchenswert, daß die Opferfreudigkeit nicht nachläßt und
auch künftig weitere Zuwendungen erfolgen.
Neben den genannten Aufgaben wird künftig auch die Für=
ſorge für die als Invaliden aus dem Kriege Heimkehrenden be=
deutende
Mittel erfordern.
Eine große Zahl von Stadt= und Staatsbeamten, von Lehrern,
Beamten und Arbeitern in Privatbetrieben hat in anerkennenswerter
Weiſe durch regelmäßige Gehalts= und Lohnüberweiſungen dem Fond
einen ſtändigen Einnahmezuwachs geſichert. Dieſes Beiſpiel verdient
Nachahmung.
Ich richte daher an alle diejenigen, die hierzu in der Lage
ſind, die herzliche Bitte, durch weitere Gaben die Sammeltätig=
keit
der Stadt für die Kriegsfürforge auch fernerhin nach
Kräften zu unterſtützen und damit die ſchweren Aufgaben der
Stadtverwaltung in der gegenwärtigen Kriegszeit erleichtern
zu helfen.
Beiträge werden von der Stadtkaſſe und der Städtiſchen
Sparkaſſe entgegengenommen.
(1194sss
Darmſtadt, den 13. Januar 1915.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.

Mitwoch, den 20. Zamuari
1915, vormittags 11 Uhr, fin=
det
im Geſchäftszimmer der unter=
zeichneten
Verwaltung Riedeſel=
ſtraße 60 die Verdingung der
Lieferung der für 1915 erforder=
lichen
Mandel=, Kern=, Schmier=
ſeife, Soda, Brennſpiritus und
Makulaturpapier ſtatt. Die Be=
dingungen
liegen im Geſchäfts=
zimmer
der Verwaltung aus, kön=
nen
auch gegen Erſtattung der
Schreibgebühren bezogen werden.
7952)
Garniſonverwaltung.

Bekanntmachung.
Die heute in der Turnhalle da=
hier
abgehaltene Holzverſteige=
rung
iſt genehmigt. Die Abfuhr=
ſcheine können vom 21. Januar an
bei den Kaſſen abgeholt werden.
Darmſtadt, 14. Januar 1915.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
Daab.
(1190

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Darmſtadt, den 12. Januar 1915.
(1122a
Die Stadtkaſſe.
J. V.: Schneider.

Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit nachſtehende Aenderung des § 3 der Tarif=
beſtimmungen
für den Bezug von elektriſchem Strom zur Kenntnis:
Bis auf weiteres werden Hausanſchlüſſe bis zu einer
Länge von 10m ab Straßengrenze kostenlos ausgeführt.
(1240sss
Darmſtadt, den 12. Dezember 1914.
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft.

Brennhotz=Verſteigerung Nr. 3.
(Stadtwald.)
Freitag, den 22. Januar I. J., vormittags 9 Uhr,
werden in der Turnhalle, Woogsplatz 5 hier, aus dem Diſtrikt
Holzſchlag (Abt. 24 und 26) der Forſtwartei Heiligkreuz (Forſtwart
Hofmann) verſteigert:
Scheiter: 345 rm Buchen, 64 rm Eichen;
Gew. Reiſig (Wellen): 39,50 Hdt. Buchen, 5 Hdt. Eichen;
Stöcke (fein): 134 rm Buchen, 38 rm Eichen.
Das Holz ſitzt an gut fahrbaren Wegen unter den Nummern
531809. Unterſtrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot.
Darmſtadt, den 12. Januar 1915.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(1197sm

[ ][  ][ ]

Frau Lofte.

Roman aus der Zeit des Weltkrieges von Ewald Zorn.

17)

Nuchdruck verboten

Und nach einer Weile des Schweigens ſtieß er leiden=
ſchaftlich hervor:
ick verboten.)

Und es genügt mir ja, Dich zu lieben und Deine Liebe
zu beſitzen! Sieh, ich möchte nie mehr ſchreiben, ich bin
auch ohne das glücklich, reſtlos glücklich!
r:

Lotte hatte ſich aufgerichtet, und während ſie ihr
Köpfchen an ſeine Schulter lehnte, ſagte ſie eindringlich:

Paul täuſche Dich nicht!

Genügt Dir unſere Liebe nicht? klang es ihr ſtatt
aller Antwort entgegen.

Ja, Dul Du weißt es! Ihre Lippen berührten leiſe
ſeinen Mund. Aber grade weil ich Dich liebe, deshalb
bange ich für Dich und möchte alles meiden, was unſere
Liebe gefährlich werden könnte! Sieh, dieſe Unfruchtbar=
keit
wird an Dir nagen, ſie tut es jetzt ſchon, wenn Du
es auch vor Dir ſelbſt und vor allen Dingen vor mir noch
nicht recht wahrhaben willſt, und dieſe Unfruchtbar=
keit
wird nach und nach für Dich ein immer größerer
Stein des Unbehagens in unſerer Liebe werden!

Du Sorgſame! Beſchäftigſt Du Dich mit dieſen
Gedanken ſchon lange?

Ja, ſagte ſie zögernd. Schon lange wollte ich mit
Dir darüber reden, doch immer wieder hielt mich etwas
davon ab. Ich bin mir ſelbſt nicht recht klar darüber, was
das war. Doch heute abend iſt es mir leicht gefallen, da=
von
zu ſprechen . . . . . . . Es gibt ja ſo vieles, was wir
nicht im hellen Tageslicht, nicht bei flutendem Lampen=
ſchein erzählen mögen. . . . .

Benm igenſich ſchulten wir denen, die wir ſicben.
unſer Herz am leichteſten aus, wenn nur gedämpfte Far=
ben
in unſerer Umgebung herrſchen, wenn wir die Nähe
des Geliebten nur fühlen . . .

Mein gutes, ſorgendes Weibl’ſagte Paul innig und
wartete ſtill, daß ſie ihm noch mehr von ihren quälenden
Gedanken ſagen würde.

Aber Lotte war plötzlich ſchweigſam geworden. An
Pauls Bruſt gelehnt ſaß ſie da und grübelte.

Wie hatte ſie vor einigen Tagen ihrer Freundin Rola
gegenübergeſtanden, wie hatte ſie ihr abwehrend zuge=
rufen
: Glaubſt Du denn nicht, daß Paul dann in ſeiner
Verzweiflung, in ſeiner Sehnſucht erſt recht nicht daran
denken würde, erſt recht nicht dazu kommen würde, ſeine
Arbeit wieder aufzunehmen? Glaubſt du denn nicht, daß
ich ihn vielleicht damit dem Untergange preisgebe? Fühlſt
du nicht, daß das alles eine Spekulation wäre, viel zu
gewagt, um einen ſolch hohen Einſatz leichtſinnig auf’s
Spiel ſetzen zu dürfen?

Und darauf Rola: Wenn ich dieſe Tat für eine Spe=
kulation
hielte, hätte ich ſie Dir niemals geraten!
Ich weiß auch, was Dich dieſe Tat koſten würde, aber
ich halte ſie für nötig —! Und dann noch der
Verigleich mit dem Arzt: der achtet auch nicht
auf die Schmerzen, die eine Operation ſeinem Patienten
verurſachen muß, wenn er die Gewißheit hat, daß er ihm
das Leben damit rettet!

Lotte, was ſinnſt du? Paul ſah ſie prüfend an.

Da lachte ſie laut auf.

Habe ich geträumt, Lieb? Es war nichts
Beſonderes, über ddas ich nachſann

Sie heie ncht verhindem konen, daß ſe üer die
Unwahrheit ihrer Worte errötete.

Obſchon die Dunkelheit im Zimmer dieſes Erröten
verdeckte, ließ ſich Paul nicht eine Sekunde irre machen,
er hatte den unreinen Ton in ihrem gezwungenen La=
chen
gehört. Das hatte die Dunkelheit nicht verdecken
können.

Seit wann verſchweigt mir meine Lotte etwas? ſagte
er mit leiſem Vorwurf in der Stimme.

In Frau Lottes Herz gab es einen kurzen heftigen
Kampf. Doch die Wahrheitsliebe ſiegte.

Verzeih mir, Liebſter!

Und dann erzählte ſie ihm alles. Von ihren ſorgen=
vollen
Gedanken und von ihrem Plan, deſſen Ausführung
ſie zur ſtetigen Erhaltung ſeiner Liebe für nötig gehalten
hatte.

Paul aber konnte das alles nicht verſtehen, denn noch
vermochte er ſich ſelbſt zu täuſchen, noch glaubte er ſich in
ſeiner Liebe allein zufrieden, noch erkannte er nicht die
Gefahr, die in ſeiner Untätigkeit, in der Unterdrückung
ſeines künſtleriſchen Wollens für ihn und ſeine Liebe lag.

Und noch glaubte er zu fühlen, daß Lotte nicht Kraft
genug beſitzen werde, ihn, wenn auch nur auf Wochen, zu
verlaſſen!
Lug.

Mit einem verzeihenden Lächeln nahm er ſein Weib
in ſeine Arme, und an dem wilden Quell
ſeiner Küſſe trank ihr ſorgendes Herz auf einige Stunden
ein ſchnelles Vergeſſen.

Ein wonnevolles Vergeſſen. zum letzten men

Zum letzten mal!
ergeſſen, zum letzren mal!

Denn als Paul Gotland drei Tage ſpäter, mit Ehren
reich beladen in ſein Heim zurückkehrte, da hatte Frau

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[ ][  ][ ]

Den Brief, den ihm Lotte hinterlaſſen hatte und den
Lolie mus Lundgiche volbracht, . . dan war dieſes
Heim der höchſten Liebe leer geweſen.

Den Brief, den ihm Lotte hinterlaſſen hatte und den
Heim der höchſten Liebe leer geweſen.
ihm ſeine erſchütterte Schweſter, ihn zu tröſten, über=
reichte
, übergab er ungeleſen den Flammen.

Und ziellos, die ſtarren Blicke immer ſtarf nach vorn,
Für ſein Leben bangend, achteten Rudolf und Marie
auf jeden ſeiner Schritte, aber eines Nachts war es ihm
doch gelungen unbemerkt das Haus zu verlaſſen.
reichte, übergab er ungeleſen den Flammen.

Und ziellos, die ſtarren Blicke immer ſtarf nach vorn,
in das Dunkel der Nacht gerichtet, ſo war er wie ein
Flüchtling, von der wilden Meute ſeiner in der Irre ſu=
chenden
Gedanken gehetzt im nahen Walde verſchwunden.
doch gelungen unbemerkt das Haus zu verlaſſen.

Das Leben und Treiben der bayeriſchen Landeshaupt=
9. Kapitel.
chenden Gedanken gehetzt im nahen Walde verſchwunden.

Leute, die nichts beſſeres zu tun hatten, wanderten,
Das Leben und Treiben der bayeriſchen Landeshaupt=
ſtadt ging in den erſten Julitagen des Jahres 1914 ſeinen
gewohnten Gang. Die Wolke, die ſich aus dem Pulver=
dampf
ſerbiſcher Bomben über Serajewo gebildet hatte,
und die ihren Schatten einige Zeit auf ganz Europa und
weit darüber hinaus warf, ſchien ſich verzogen zu haben.
9. Kapitel.

An den Börſen wurde nach wie vor hoffnungsfreudig
Leute, die nichts beſſeres zu tun hatten, wanderten,
nach Vergnügungen ſuchend, bis ſpät in die Nacht durch
Münchens Straßen, ſaßen in den Kaffeehäuſern oder
flirteten in den Tanzlokalen.
weit darüber hinaus warf, ſchien ſich verzogen zu haben.

Ueberall ſchien Glück und Frieden zu herrſchen.
An den Börſen wurde nach wie vor hoffnungsfreudig
weiterſpekuliert. Der Lärm der Induſtrie wollte nicht
verſtummen. Der Bauer ſah dankbar zu der heiß her=
niederſengenden
Juliſonne auf, die in dieſem Jahr zu
einer beſonders guten Ernte ihr Beſtes tun wollte. Ueber=
all
taten fleißige Menſchen ihre Pflicht.
flirteten in den Tanzlokalen.

Ueberall ſchien Glück und Frieden zu herrſchen.

Auch Greiel Sichlers Hofmungen auf hr olüdk waren
Fried Gerſting kam jetzt jeden Abend zum Eſſen und
größer geworden.

Gretel, was gibt es Neues hien im Hauſe? hatte er
Fried Gerſting kam jetzt jeden Abend zum Eſſen und
war gleichmäßig lieb und nett zu Gretel.

Neues? Gretel beſann ſich. Ja, geſtern is’ die junge
Gretel, was gibt es Neues hien im Hauſe? hatte er
eines Abends ſein Mädel gefragt.

Neues? Gretel beſann ſich. Ja, geſtern is’ die junge
Frau hier im erſten Stock eingezogen, die am Mittwoch
gemietet hat. Sie hat mich gebeten, jeden Morgen zwoa
Stunden zu ihr zu kommen und in ihren Zimmern a biſſel
nach dem Rechten zu ſehen. I’ tu’s gern, a nett’s Weiberl
eines Abends ſein Mädel gefragt.
is’s!

J glaub’ ſchof. Hab’ noch net ſo direkt fragen mögen.
Iſt’s eine Witwe?
is’s!

Dann war Fried Gerſting gegangen, früher als ſonſt,
J glaub’ ſchof. Hab’ noch net ſo direkt fragen mögen.
n Kummer hat’s auf jeden Fall, das hab’t gemerkt.

Mit einem Satz war er ddie drei Stufen, die nach der
Dann war Fried Gerſting gegangen, früher als ſonſt,
der Kneipe wegen.
n Kummer hat’s auf jeden Fall, das hab’t gemerkt.

In ſeiner Haſt wäre er an der Haustüre beinahe mit
Mit einem Satz war er ddie drei Stufen, die nach der
Straße führten, hinuntergeſprungen.

Nur eine Sekunde hatten ſich die beiden in die Augen
In ſeiner Haſt wäre er an der Haustüre beinahe mit
einer großen, dunkelgekleideten Dame zuſammengerannt.
Galant ſprang er noch im letzten Augenblick zur Seite und
murmelte, während er den Hut zog,, ein Verzeihung.
Straße führten, hinuntergeſprungen.

Unwillkürlich blieb der Student an der Haustüre
Nur eine Sekunde hatten ſich die beiden in die Augen
geſehen, dann war die Dame mit einem leichten Kopf=
nicken
an Fried vorüber die Treppe zum erſten Stock hin=
aufgeſchritten
.

Unwillkürlich blieb der Student an der Haustüre
ſtehen und ſah der ſchlanken, ſchönen Geſtalt mit weit
offenen Augen nach, bis ſie oben verſchwunden war.
aufgeſchritten.

Seht wandte er ſich mit fimender Mene zum Gchen.
Alſo das iſt die junge Frau, die Gretel a’ nett’s

Und einige Tage ſpäter kam Fried wieder wie damals
Alſo das iſt die junge Frau, die Gretel a’ nett’s
Weiberl nannte!

Und einige Tage ſpäter kam Fried wieder wie damals
an dem verhängnisvollen Sonntag mit einer Depeſche in
der Taſche haſtig die Thereſienſtraße entlang und bog in
Gretels Mutterhaus ein.

Guten Tag, Frau Siedler!
Mutter Siedler öffnete ihm ſelbſt.
Gretels Mutterhaus ein.

Guten Tag, Herr Gerſting!
Guten Tag, Frau Siedler!
Mutter Siedler öffnete ihm ſelbſt.

Guten Tag, Herr Gerſting!

Das ſcho’, aber ſie hat Beſuch. Die junge Frau von
Iſt Gretel zuhauſe?
Guten Tag, Herr Gerſting!

In Frieds Kopf gingen die Gedanken einen Augen=
Das ſcho’, aber ſie hat Beſuch. Die junge Frau von
oben is bei ihr. Gretel Gat’ſe gebeten, ſich doch auch mal
in unſerer Wohnung umzuſehen, un da is ſe halt heut‟
Nachmittag runterkommen. A nett’s Weiberl! Gar net
hochnäſig, wie ſonſt ſolchene Damen.

En war ja heute nicht mit der Hoffnung hierherge=
In Frieds Kopf gingen die Gedanken einen Augen=
blick
eilig durcheinander. Sollte er umkehren, grade jetzt,
wo ſich ihm die Gelegenheit ſo leicht bot, die er nun ſchon
tagelang brennend geſucht hatte?
hochnäſig, wie ſonſt ſolchene Damen.

En war ja heute nicht mit der Hoffnung hierherge=
kommen
, die junge ſchöne Frau, die ihm damals an der
Haustüre begegnet war, wiederzuſehen, nein, heute nicht,
er hatte ja nur mit Gretel über eine neue politiſche Nach=
richt
, die ihm ſehr wichtig erſchien, ſprechen wollen, wußte
er doch, daß ſeine kluge Gretel ſich auch lebhaft für derlei
Dinge intereſſiertte und darüber mitzuſprechen verſtand.
tagelang brennend geſucht hatte?

(Fortſetzung folgt.)

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[ ][  ][ ]

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt i.

Geöffnet an Wochentagen von 9 12 Uhr vorm. und
6 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Falle und Sterbefallsanzeigen.

Geborene. Am 7. Januar: dem Schuhmachermeiſter
Hubert Kreutzer, Gervinusſtraße 34, ein S. Wilhelm
Hubert; am 10.; dem Fabrikarbeiter Georg Roehm,
Arheilger Straße 68, ein S. Johann Georg; dem Silberar=
beiter
, zurzeit Gefreiter im Reſ.=Inf.=Regt. Nr. 116, Hein=
rich
Reuter, Soderſtraße 90, ein S. Paul Heinrich. Am
11.; dem Schmied Adam Wittersheim, Pankratiusſtraße
37, ein S. Fritz. Am 8.: dem Prokuriſt Adolf Vogel,
Kranichſteinerſtraße 59, eine T. Anna Katharine Marie=
Louiſe. Am 7.: dem Taglöhner Heinrich Flörsheimer,
Arheilger Straße 35, eine T. Eliſabeth Wilhelmine. Am 10.:
dem Glaſer Georg Erb, Neue Ireneſtraße 19, eine T.
Margarete. Am 7.: dem Fuhrmann Valentin Gallei,
Erbacher Straße 46, eine T. Katharine. Am 9.: dem
Kaufmann Heinrich Biewener, Kaupſtraße 1, ein S.
Otto Harry Werner. Am 8.: dem Bäcker Martin Rüdel,
Mühlſtraße 25, eine T. Klara Ottilie. Dem Taglöhner
Iſidor e Brotek, Kranichſteiner Straße 65, eine T. Vero=
mka
. Am 10., dem Handelsmann Johannes Kappes,
Langgaſſe 21, ein S. Adam. Dem Dachdecker Franz
Krichbaum, Fuhrmannſtraße 1, ein S. Heinrich. Am
12.: dem Badewärter Jakob Fleiſchmann, Obergaſſe 26,
ein S. Friedrich Wilhelm. Am 10.: dem Inſtallateur
Albert Friz, Pallaswieſenſtraße 54, eine T. Elfriede
Lieſelotte Irma. Am 9,: dem Photographmeiſter Auguſt
Schäfer, Ludwigsplatz 6, ein S. Am 13.: dem Fabrik=
arbeiter
Georg Humla, Lichtenbergſtraße 73, ein S.
Georg Friedrich. Dem Fabrikanten Georgo Göbel, Stirn=
weg
12, eine T. Annelieſe. Am 11.; dem Zugführer bei
der Staatsbahn Joſeph Karbaum, Kahlertſtraße 1,
eine T. Am 10.; dem Geflügelhändler Leonhard Schrö=
der
, Karlſtraße 27, ein S. Heinrich.

Aufgebotene. Am 5. Januar: Eiſenbahn=Aſſiſtent
Ludwig Jochim in Wiebelsbach mit Juſtine Rummel
hier, Bleichſtraße 41. Am 6.: Metzger Ludwig Lauten=
ſchläger hier, Mühlſtraße 18, mit Katharina Ripper hier,
Mühlſtraße 18. Am 7.: Akademiſcher Kunſtmaler Walther
Horſt, Annaſtraße 10, mit Charlotte Mitteldorf, Feld=
bergſtraße
32. Am 8.: Fabrikarbeiter Jakob Bergſträßer
in Eberſtadt mit Katharine Roß, Dienſtmädchen hier.

Eheſchließungen. Am 4. Januar: Eiſenbahnſchloſſer,
zurzeit Gefreiter der Reſerve, Hermann Hahn mit Berta
Weismüller, beide in Wiesbaden. Am 5.: Fabrikarbei=
ter
, zurzeit Gardefüſilier, Otto Wolf hier mit Anna
Reinhardt in Mittelſtille; Bahnarbeiter, zurzeit Gardiſt,
Heinrich Bopp hier mit Schneiderin Magdalena Bren=
del
in Appenheim. Am 6.: Bäcker, zurzeit Musketier,
Leonhard Pfannenmüller in Kleinbirkach mit Johanna
Debus hier; Dachdecker, zurzeit Musketier, Heinriche
Becker mit Auguſte Eichel, beide hier; Kaufmann, zurzeit
Musketier, Auguſt Heldmann hier mit Luiſe Himmel
mann in Arheilgen. Am 7.: Taglöhner Ludwig Löſer
mit Katharine Roth, geb. Kahl, beide hier; Zeichner,
zurzeit Gardiſt, Jakob Gerſtenſchläger mit Eliſabetha
Zollner, beide in Reichenbach: Bahnarbeiter, zurzeit
Gardiſt, Adam Müller mit Fabrikarbeiterin Margarete
Raſemann, beide in Lampertheim. Am 8.: Sanitäts=
Vizefeldwebel Hermann Klein in Straßburg=Neudorf
mit Chriſtine Plock in Lorsbach.

Geſtorbene. Am 7. Januar: Eliſe Zimmermann,
geb. Külp, Witwe des Landgerichtsſekretärs, 72. J., ev.,
Nieder=Ramſtädter Straße 33; Philipp Scherer, Speng=
lermeiſter
, 70 J., ev., Langgaſſe 49. Am 5.: Karl Otto Wil=
helm
Vaſterling, Dragoner, Drag.=Regt. 23, 24 J., ev.,
ledig, Marienplatz 1. Am 8.: Anton Wilh. Schneider,
Schüler, Sohn des Glaſers, 6 J., kath., Kaupſtr. 5. Am 9.:
Ferdinand Mann, Rentner, 75 J., ifrael., Hügelſtr. 73.
Am 8.: Gertraude Reichert, Kontoriſtin, 24 J., ev., ledig
Emilſtraße 27: Marie Keßler, geb. Volk, Witwe des
Bäckermeiſters, 92 J., ev., Kiesſtraße 44. Am 9.: Alphonſe
Deblangy, Gießer, Soldat im franz. Inf.=Regt, 51
24 J., kath., ledig, aus Mactieſes la Amiens, Frankreich,
hier Hochſchulſtraße 2. Am 8.: Friedrich Gieg, Sohn
des Schmieds, 2 J., ev., aus Höchſt, hier Erbacher Straße
25; Johanna König, Witwe des Kantors, 74 J., ev., aus
Neukölln, hier Erbacher Straße 25. Am 9.: Emil Ludwig
Schmidt, Sparkaſſebureauaſſiſtent, 39 J., ev., Adolph=
Spießſtraße 23. Anna Schäfer, geb. Gunkel, Witwe des
Dienſtmanns, 50 J., ev., Nieder=Ramſtädter Straße 50.
Am 10.: Karl Jakob Theodor Wilhelm Meyer, Stu=
dent
, Kanonier im Feldart.=Regt. Nr. 61, aus Bierſcheid
23 J., ev., led., hier Hochſchulſtraße 2. Friedrich Gottlieb
Neßling, Großh. Hofkammerrat i. P., 82 J., ev., Die=
burger
Straße 86. Am 9.: Adam Scheuermann, Tag=
löhner
, 65 J., kath., aus Heppenheim a. d. B., hier Grafen=
ſtraße 9. Am 11.: Emilie e Römheld, Privatin, 71 J.,
ev., led., Erbacher Straße 25. Am 10.: Chriſtian Stier,
Weißbinder, 40 J., ev., aus Griesheim, hier Grafen=
ſtraße 9. Ludwig Ganß, Taglöhner, 78 J., ev., Große
Kaplaneigaſſe 11. Chriſtian Kling, Privatier, 68 J.,
ev., led., Grafenſtraße 9. Am 11.: Wilhelmine Curt=
man
, Privatin, led., Heinrichſtraße 80. Emmae Frank,
geb. Schwemmer, Witwe des Feldwebels, 64 J., kath.
Karlſtraße 31. Am 12.: Nikolaus Guthier, Invalide,
59 J., kath., Kiesſtraße 14. Am 23. Okt. 1914: Henri
Spanier, Kaufmann, Reſerviſt im Reſ.=Inf.=Regt.
Nr. 116, 34 J., iſr., hier Saalbauſtraße 28, zu Le Quesne.
Am 12. Jan. 1915: Joſeph Kinsky, Metalldreher, 58 J.,
kath., Liebfrauenſtraße 48. Am 8. Nov. 1914: Friedrich
Knöll, Schreiner, Wehrmann im Inf.=Regt. Nr. 116, ev.,
hier Wendelſtadtſtraße 51, zu Lomme in Frankreich. Am
12. Jan. 1915: Guſtave Karcher, Gärtnerlehrling, 16 J.,
ev., led., aus Eberſtadt, hier Grafenſtraße 9. Am 13.:
Liſette Lochmann, geb. Daum, Witwe des Wacht=
meiſters
i. P., 63 J., ev., Dieburger Straße 212. Am 12.:
Anna Marie e Roßmann, geb. Vogel, Ehefrau des Gen=
darmeriewachtmeiſters
i. P., 73 J., ev., Gardiſtenſtraße 12.
Am 16. Dez. 1914: Karl Mehring, Poſtſchaffner, Wehr=
mann
im 1. Garde=Reſ.=Regt., 34 J., kath., hier Feld=
bergſtraße
71, im Lazarett in Meißen. Am 14. Jan. 1915:
Eduard Löſch, Kaufmann, 50 J., kath., Darmſtraße 21.
Am 28. Oktober 1914: Alfons Arel George Lundareen,
Architekt, Vizefeldwebel der Reſ. im Gren.=Regt. Nr. 3,
24 J., ev., led., hier Mauerſtraße 22, im Gefecht bei Ka=
miercka
. Am 29. Auguſt 1914: Dietrich Hottum, Metzger,
Reſerviſt im Inf.=Regt. Nr. 115, 24 J., ev., led., hier Roß=
dörfer
Straße 11, im Lazarett Chateau Roumont.

Nachrichten des Standesamts Darmſtadt II.

Geöffnet an Wochentagen von 912 Uhr vorm. und
85 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.

Geborene. Am 28. Dez. 1914: dem Tapeziermeiſter
Chriſtoph Johann Friedrich Eigenbrodt, Herdweg 18
ein S. Georg Friedrich Leonhard. Am 1. Jan. 1915: dem
Verſicherungs=Oberinſpektor Chriſtign Michgel Wilhelm

* Johner, Nodbergſtraße 71, ein S. Ghriſten Wiheim
Oswald. Am 4.: dem Oberlehrer am Neuen Gymna=
ſium Profeſſor Philipp Auguſte Keßler, Wittmann=
ſtraße 29, ein S. Paul Friedrich Wilhelm. Dem Kauf=
mann
Jakob Karl Heinrich Guſtav Vierheller zu
Brüſſel ein S. Georg Friedrich, Herdweg 67. Am 10.;
dem Korrektor Karl Adolph Fuchs, Neue Nieder=
ſtraße 5, eine T. Irmgard Karoline Hedwig. Am 7.; dem
Rittmeiſter im Garde=Drag.=Regt. Nr. 23 Maximilian
von Becker, Eichbergſtraße 12, ein S. Bernhard Viktor
Alexander.

Aufgebotene. Am 4. Jan.: Dachdecker Heinrich Lutz=
wig
Brückmann in Frankfurt a. M. und Marig
Röder, Kiesbergſtraße 5. Am 12.: Schreiner Johan=
nes
o Mayer zu Darmſtadt, Ahaſtraße 20, und Aung
Maria Gries, ebenda.

Eheſchließungen. Am 31. Dez. 1914: Bautechniker
Wilhelm Philipp Müller, Mollerſtraße 13, und Auguſte
Eliſabethe Anna Wieſenecker, Heidelberger Straße 88.
Am 2. Jan. 1915: Taglöhner Johann e Thalheimer,
Karlſtraße 79, und Maria o Moos, Schloßgaſſe 15. Am
4.: Gartentechniker, z. Zt. Kanonier im Reſ.=Feldart.=
Regt. 56, Anton Friedrich Grüber und Katharina
Chriſt zu Homburg v. d. Höhe. Am 5.: Kanonier der
3. Erſatz=Battr. Feldart.=Regts. 25 Karl Otto Jäger,
Heidelberger Straße 47, und Klara o Falch zu Offen=
bach
a. M. Gefreiter im Feld=Inf.=Bat. Nr. 70 Johann
Heinriche Hartmann und Katharina Münzenberger zu
Heidesheim, Kr. Bingen. Am 6.: Maurer, z. Zt. Gardiſt
im Feld=Inf.=Bat. Nr. 70, Michgel Brechtel und Katha=
rina
Ringhof zu Viernheim. Am 6.: Kgl. Bergreferen=
dar
, z. Zt. Leutnant der Reſ. im Feld=Bat. Nr. 70, Ernſt
Kolb und Marie Mathilde Lina Charlotte Albertine
SSchneider, Martinſtraße 70. Am 9.: Sergeant in der
Train=Erſatz=Abteilung Nr. 18 Heinrich Dietz und Mar=
garete
Hufer in Steinheim. Am 10.: Hausburſche, z. Zt.
Rekrut im Erſ.=Bat. Inf.=Leibregts. Nr. 117 in Mainz
Karl Heinrich Creter und Antonia Paſoweck, Wein=
bergſtraße
2a.

Geſtorbene. Am 22. Okt. 1914: Erſatz=Reſerviſt Tape=
zier
Johann Valentin Karl Koch, 25 J., ev., Aha=
ſtraße 24, gefallen bei Le Quesne. Am 23.: Bureaugehilfe
Erſatz=Reſerviſt Karl Wolf, 26 J., led., ev., Heidelberger
Straße 102, gefallen bei Le Quesne. Am 22.: Schloſſer
Wehrmann Johanne Sparrenberger, 29 J., ev., Wein=
bergſtraße
33, gefallen bei Le Quesne. Am 1. Jan. 1915
Alwine Haeſeler, geb. Schondell, Ehefrau des Oberleur=
nants
a. D. und Kurdirektors, 42 J., ev., Heidelberger
Straße 124. Frangois Pognod, Landwirt, jetzt Kriegs=
gefangener
, Soldat im franzöſiſchen Inf.=Regt. Nr. 140,
25 J., kath., aus Oungon, Kanton Saint Jouaſſe. Am 5.:
Mathilde Eliſabeth Friederike Freifrau Schenck zu
Schweinsberg, geb. von Eyff, Witwe des Großh. Ober=
konſiſtorialſekretärs
, 75 J., ev., Wittmannſtraße 15. Am
6.: Luiſe Rohrbach, geb. Steinius, Witwe des Stein=
druckers
, 78 J., ev., Ludwigshöhſtraße 16. Am 7.: Hen=
riette
Schloßer, geb. Steup, Witwe des Großh. Stabs=
quartiermeiſters
i. P., Rechnungsrat, 78 J., ev., Moos=
bergſtraße
28. Am 6.: Eliſabethe Schaubach, geb. Roth,
Witwe des Sattlermeiſters, 83 J., ev., Wittmannſtraße 15.
Georg Wilhelm Gebhardt, 14 J., ev., aus Erbach t. O.
Nieder=Ramſtädter Straße 177. Am 8.: Charlotte Klin=
gelhöffer
, geb. Wolf, Ehefrau des Oberlehrers, Profeſſor,
41 J., ev., Am Erlenberg 9. Am 10.: Ludwig Weber,
Sohn des Bürſtenmachers, 2 J., ev., Ludwigshöhſtraße 9.
Am 117: Oberſtleutnant a. D. Ludwig o Cramolini, 67 J.,
ev., Annaſtraße 35. Luiſe o Andreß, geb. Jung, Witwe
des Pfandmeiſters i. P., 86 J., ev., Moſerſtraße 5. Am
29.-Aug. 1914: Leutnant der Reſ. des Königl. Sächſ.
Schützen=Regts. Nr. 108 Forſtaſſeſſor Georg Emanuel
Freiherr von Wedekind, 31 J., ev., Heinrichſtraße 11, ge=
fallen
bei Vieil St. Remy (Frankreich).

Goleodienſtliche Anzeigen
Evangeliſche Gemeinden.

2. Sonntag nach Epiphanias, den 17. Januar 1915

Hofkirche: Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.

Mittwoch den 20. Jan., abends um 6 Uhr: Andacht.

Stadtkirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Velte.
Vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer
Zimmermann. Abends um 6 Uhr: Pfarrer
Mitrlech, den 20. Jan., avenos um o Uhr: Anoachr.
Memmert. Kollekte für die innere Miſſion. Mitt=
woch
, den 20. Jan. abends um 8½ Uhr: Kriegsbet
ſtunde. Pfarrer Velte.

Stadtkapelle: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer Zimmer=
mann
. Vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottes=
dienſt
. Pfarrer Vogel.

Gemeindehaus, Kiesſtraße 17: Sonntag, den
17. Jan., nachm. um 2 Uhr: Taubſtummengottesdienſt.
Vfarrer Kleberger.

Militärgemeinde (Stadtkirche): Vorm. um 8½ Uhr:
Garniſonpfarrer Schäfer. Um 10½ Uhr: Kinder=
gottesdienſt
(Steinſtr. 24, Muſikſaal).
D

Johanneskirche: Kollekte für einen zweiten Lazarett=
Vormittags um 10 Uhr: Pfarrer Dingeldey.
zug.
Mitt=
Vorm. um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt.
woch, den 20. Januar, abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer Marx.
2

Martinskirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrer D. Waitz.
Vorm. um 11 Uhr: Kindergottesdienſt für den Oft
bezirk. Pfarrverwalter Storck. Nachm. um 4 Uhr:
Betſtunde im Martinsſtift. Pfarrer Schneider.
Abends um 6 Uhr: Pfarrverwalter Storck Mitt=
woch
, den 20. Januar, abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrverwalter Storck.

Herberge zur Heimat: Vorm. um 9 Uhr: Pfarrer
Memmert.

Eliſabethenſtiſt: Vorm. um 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Pfarrer Lenz. Vorm. um 11¼ Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Freitag, den 22. Januar, abends um
8¼ Uhr: Kriegsbetſtunde.

Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Vormittags um
10 Uhr: Pfarrer Wagner. Vorm. um 11¼ Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Wagner. Abends um
6 Uhr: Pfarrer Zimmermann. Mittwoch, den
20. Januar, abends um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarr=
aſſiſtent
Sann.

Pauluskirche: Vorm. um 10 Uhr: Pfarrverwalter
Vorm. um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt.
Fuchs.
Pfarraſſiſtent Sann. Mittwoch, den 20. Jan., abends
um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrer Rückert.

Lutheriſcher Gottesdienſt. (Selbſtändige evang.=lutheriſche
Kirche.) Am 2. Sonntag nach Epiphanias, den 17. Jan.,
nachmittags um 5 Uhr, im Feierabend‟, Stiftſtraße 51:
Superintendent Anthes.

Stadtmiſſion (Mühlſtraße 24): Sonntag, den 17. Jan.,
vormittags um 11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Nach=
mittags
um 4 Uhr: Bibelſtunde von Garniſonpfarrer
Schäfer. Abends um 8½ Uhr: Gebetsvereinigung.
Dienstag, den 19. Jan., abends um 8½ Uhr: Blau=
kreuzbibelſtunde
und Gebetsvereinigung. Mittwoch,
den 20. Jan., abends um 7½ Uhr: Kriegsbibelſtunde für
Soldaten. Garniſonpfarrer Schäfer. Donnerstag,

den 21. Jan., abends um 8½ Uhr: Bibelſtunde und
Gebetsvereinigung. Zweig der Stadtmiſſion
(Beſſungerſtr. 88, Hth.). Sonntag, den 17. Jan., vorm.
11¼ Uhr: Kindergottesdienſt. Nachmittags um 3 Uhr:
Jugendbund für Jünglinge. Um 4½ Uhr: Jugend=
bund
für Jungfrauen. Freitag, den 15. Jan., abends
um 8½ Uhr: Bibelſtunde und Gebetsvereinigung,

Evangeliſche Gemeinſchaft (Teichhausſtr. 34): Sonn=
tag
, den 17. Jan., nachm. um 2 Uhr: Sonntagsſchule.
Abends um 8½ Uhr: Gottesdienſt. Prediger A. Berner=
Frankfurt a. M. Dienstag, den 19. Jan. abends um
8½ Uhr: Bibelſtunde.

Gottesdienſt der Neuapoſtoliſchen Gemeinde (Lagerhaus=
ſtraße 4): Sonntag, nachmittags um 4 Uhr.
Mitt=
woch
, abends um 8½ Uhr.

Hemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauer=
ſtraße 17: Sonntag, den 17. Januar, vormittags um
9½ Uhr: Predigt. Prediger Winhold. Um ¾11 Uhr:
Sonntagsſchule.
Nachmittags um 4 Uhr: Predigt.
Prediger Winhold. Abends um 6 Uhr: Jugend=
verein
. Mittwoch, den 20. Jan., abends um 8½ Uhr:
Kriegsgebetſtunde.

Karholiſche Gemeinden

2. Sonntaa nach Epiphanie, den 17. Januar 1915

St. Ludwigskirche: Samstag, den 16. Januar, nachm.
um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil.
Beichte.
Sonntag nach

Sonntag, vorm. von ½6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um 6 Uhr: Erſte heil. Meſſe Um
7 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.
Um 8 Uhr:
Militärgottesdienſt mit Predigt. Um ½10 Uhr: Hoch=
amt
mit Predigt. Um 11 Uhr: Letzte heil. Meſſe.
Nachmittags um 3 Uhr: Sakramentaliſche Bruderſchafts=
andacht
mit Predigt. Freitag, abends um 8 Uhr:
Bittandacht zur Erflehung der göttlichen Hilfe in der
gegenwärtigen Kriegszeit.

Kapelle der Barmherzigen Schweſtern: Sonntag, vormit=
tags
um ½7 Uhr: Heil. Meſſe. Nachm. um 4 Uhr:
Verſammlung des 3. Ordens. Abends um 6 Uhr:
Roſenkranzandacht.

Kapelle in der Waldſtraße: Vorm. um 7 Uhr: Heil.
Meſſe. Nachm. um 4 Uhr: Verſammlung des kathol.
Dienſtmädchenvereins.
ioſrangunbuth

Kapelle zu Ober=Ramſtadt: Sonntag, vormittags um
9 Uhr: Singmeſſe mit Predigt.
00

St. Eliſabethenkirche: Samstag, den 16. Jan., nach=
mittags
um ½5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen=
heit
zur heil. Beichte.
5

Sonntag, vorm. von 6 Uhr an: Gelegenheit zur
heil. Beichte. Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. Um 8 Uhr:
Heil. Meſſe mit Predigt und Generalkommunion der
Jungfrauen. Um ½10 Uhr: Hochamt und Predigt.
Nachm. um 2 Uhr: Sakramentaliſche Andacht. Diens=
tag
und Freitag, abends um 8 Uhr: Kriegsandacht und
Segen. Montag, Mittwoch und Donnerstag, abends
um ½6 Uhr: Roſenkranz für die Krieger.

Kapelle in Arheilgen: Sonntag, vorm. um ½10 Uhr;
Amt und Predigt.
um 70 ahr Resſentrung für oie Krieger.

St. Martinskapelle zu Beſſungen: Samstag, den
16. Jan., nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag, vorm. um 6 Uhr: Gelegenheit zur heil.
Beichte. Um 7 Uhr: Heil. Meſſe. Um 9 Uhr: Amt
mit Predigt. Nachmittags um ½3 Uhr: Herz=Mariä=
Andacht. Mittwoch, abends um 6 Uhr: Kriegsgebet.
Geiegencen zur veu. Beichte.

Kirche zu Eberſtadt: Samstag, den 16. Jan., nachm.
um 3 Uhr und abends um 8 Uhr: Beichtgelegenheit.

Sonntag, vormittags um ½6 Uhr: Beichte. Um
½7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. Um
(10 Uhr: Hochamt, Predigt und Kriegsgebet. Nach=
mittags
um ½2 Uhr: Chriſtenlehre. Um 2 Uhr: An=
dacht
. Werktags, um ¾8 Uhr: Singmeſſe mit Kriegs=
andacht
.
elegenhett.

In der Provinzial=Pflegeanſtalt bei
Eberſtadt: Donnerstag Predigt und Kriegsgebet.

Kapelle zu Pfungſtadt: Sonntag, vorm. um 7 Uhr=
Beichte. Um ½8 Uhr: Amt und Predigt. Nach=
mittags
um ½2 Uhr: Andacht. Montag und Frei=
tag
, nachm. um ½5 Uhr: Kriegsbetſtunde.

Trauungen auswärt. Paare: Pfarrer Kleberger.
Beerdigungen auswärts Verſtorbener: Pfarter
Velte.

Crtaufte, Getraute und Beerdigte.

.
Getaufte bei den evangeliſchen Gemeinden.

Lukasgemeinde: 25. Dez.: Dem Bürobeamten
Heinrich Wilhelm Hartherz S. Helmut Hans Konrad, geb.
11. Nov. 12. Jan.: Dem Uhrmacher Otto Heinrich Wurz
T. Theodore Martha, geb. 12. Mat. 13. Jan.: Dem Kauf=
mann
Heinrich Kircher T. Hildegard, geb. 26. Okt.

Markusgemeinde: 10. Jan.: Dem Schreiner
Caſimir Müller T. Eliſabeth, geb. 18. Dez. 1914. 13. Jan.:
Dem Bautechniker Johann Georg Schönig S. Georg Ernſt
Ludwia, geb. 4. Nov. 1914.

Martinsgemeinde: 31. Dez.: Dem Bierbrauerei=
hilfsarbeiter
Heinrich Bernhard S. Otto Karl, geb. 6. Nov.
3. Jan.: Dem Keſſelſchmied Chriſtian Büttner S. Auguſt
Wilhelm, geb. 14. Nov. Dem Aushilfsſtationsſchaffner
Friedrich Geiß S. Friedrich Karl Jacob, geb. 7. Dez. Dem
Kutſcher Paul Max Rechenberg T. Johanna Eliſabeth,
geb. 13. Dez. 9. Jan.: Dem Eiſenhobler Karl Beimert
T. Toni geb. 16. Nov.
er geb.

Beerdigte bei den evangeliſchen Gemeinden.
ont geb.

Lukasgemeinde: 10. Jan.: Eliſe Zimmermann
eb. Külp, Ww. d. Gr. Landgerichtsſekretärs, 67 J, alt,
ſtarb 7. Jan. 11. Jan.: Marie Keßler geb. Volk, Ww. d.
Bäckermeiſters, 92 J. alt, ſtarb 8. Jan. Anna Schäfer,
Ww. des Dienſtmannes, 50 J. alt, ſtarb 9. Jan. 12. Jan.
Kaiſerl. Telegraphen=Aſſiſtent Otto Dollega, Einj. Freiw.
Gefreiter, 23 J. alt, ſtarb 28. Aug. 1914 bei Raucourt
in Frankreich. 14. Jan,: Minna Kurtmann, Privatin,
T. des Gr. Direktors, 71 J. alt. ſtarb 11. Jan.

Markusgemeinde: 10. Jan: Otto Heleine, 6 J.
alt, ſtarb 8. Jan. 11. Jan.: Sparkaſſebüro=Aſſiſtent Emil
Schmidt. 39 J. alt. ſtarb 9. Jan.
L. des Gr. Vireitors, 71 3. alt, ſtarb 11. Jan.

Kaplaneigemeinde: 8. Jan.: Emil Wilhelm
Werling, S. d. Gärtners Oskar Robert Werling, 5 Mon.
alt, ſtarb 5. Jan. 10. Jan.: Spenglermeiſter Philipp
Scherer, 70 J. alt, ſtarb 7. Jan. 13. Jan.: Handarbeiter
Ludmie Ganſ 78 J. alt. ſtarb 10. Jan.
Schmtbt, 30 3. alt, ſtarb 3. Jan.

Johannesgemeinde: 9. Jan.: Katharine Schaub
geb. Fey, Ehefrau des Gaſtwirts Heinrich Schaub, 61 J.
alt, ſtarb 7. Jan. 10. Jan.: Gertrud Reichert T. des
Eiſenbohnbedienſteten Franz Reichert, 22 J. alt, ſtarb 8. Jan.
Luboig Ganß,

Martinsgemeinde: 31. Dez.: Weißbindermeiſter
Chriſtian Friedrich Karl Juuls, 52 J. alt, ſtarb 28. Dez.
. Jan.: Auguſte Arheilger geb. Heyl, Ww. des Arreſt=
nisaufſehers
Johannes Arheilger, 87 J. alt, ſtarb 7. Jan.
0. Jan.: Städt. Taglöhner Peter Krämer, 81 J. alt,
ſtarb 7. Jan.
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von Albert Kehm u. Martin Frehſee.
Spielleiter: Bruno Harprecht.
Nach dem 2. Aufz. längere Pauſe
Anfang 7½ Uhr. Ende nach 10 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Sonntag, 17. Januar: 75. Ab.=
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Die Jüdin.
Kleine Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Montag, 18. Jan.: Außer Abon=
nement
. Sonder=Vorſtellung für
die Garniſon: Der Feld=
prediger
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Zu dieſer Vorſtellung findet
kein Kartenverkauf ſtatt.
Dienstag, 19. Jan. 76. Ab.=Vſt.
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Mittwoch, 20. Jan.: 77. Ab.=Vſt.
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Reihenfolge zur Auf=
führung
kommen. Auf dieſe im
Abonnement ſtattfindenden Vor=
ſtellungen wird noch ein Extra=
Abonnement eröffnet, und zwar
in 3 Abteilungen, auf welche einzeln
abonniert werden kann und die
ſich folgendermaßen zuſammen=
ſtellen:
Die Räuber
I. Abteilung:
(21. Jan.). Die Verſchwörung
des Fiesko zu Genua (23. Jan.).
Kabale und Liebe (26. Januar).
Don Carlos (29. Januar).
II. Abteilung: Wallenſtein=
Trilogie (2 Abende).
III. Abteilung: Maria Stuart.
Die Jungfrau von Orleans.
Die Braut von Meſſina. Wil=
helm
Tell.
Die Extra=Abonnementspreiſe
für die erſte bezw. dritte Abteilung
ſind:
Sperrſitz 10.40 , Parterre 7 60 .
Proſzeniumsloge 16.40 , Mittel=
loge
16.40 , Balkonloge 14.40 ,
Erſter Rang 12.40 , Zweiter
Rang 6.40 , Erſte Galerie 4.40 ,
Zweite Galerie 2.40 .
Die Extra=Abonnements=Preiſe
für die zweite Abteilung ſind:
Sperrſitz 5.20 , Parterre 3.80 ,
Proſzeniumsloge 8.20 , Mittel=
loge
8.20 , Balkonloge 7.20 ,
Erſter Rang 6.20 , Zweiter
Rang 3.20 , Erſte Galerie 2.20 ,
Zweite Galerie 1.20 .
Die Vorſtellungen beginnen
Donnerstag, den 21. Januar und
werden die Karten für die erſte
Abteilung Montag den 18. Jan.,
nachmittags von 3½—5 Uhr, ſo=
wie
an den darauffolgenden Tagen,
vormittags zu den üblichen Kaſſe=
ſtunden, bis einſchließlich Mitt=
woch
, den 20. Januar, an der
Tageskaſſe abgegebe.

den gügen Juden mme Pechnahtegahnl
Halt, wer dal Scharf ertönt des Poſten Stimme
Durch die klare Sternennacht.
Einſam hielt er, Weihnachten im Sinne,
Vor den ſechs Geſchützen Wacht.
Rieſengroß, hochbeladen, kommt ein Wagen
mit Paketen angefahren.
Kiſten, Kaſten durcheinander bunt verteilt
Sind aus Deutſchland hergeeilt
So ſpricht hoch vom Bock der Mann,
Der Poſten näher tritt heran.
Er meint, daß alle dieſe Sachen
Für die Batterie allein ſoll’n ſein,
Das iſt zuviel, unmöglich, nein!
Ganz ſprachlos aber wird er dann,
Als abzuladen man fängt an.
Der Hauptmann ſelbſt iſt hergekommen
Als er von ſolchem hat vernommen.,
Er freut ſich heute wie noch nie,
Wie man verſorgt hat die Batterie.
Dicht neben dem Rübenacker dort
Setzt ſich die Reihe der Pakete fort,
Paket wird neben Kiſte geſetzt,
Die kleinen erſt, die großen zuletzt.
Als man zu öffnen dann beginnt,
Sich überall gar Schönes find!
Hier Taſchenmeſſer, gute Seife,
Dort woll’ne Hemden mit iner Schleife,
Hier Ohrenſchützer, Lungenlätzchen,
Dort warme Stauchen, ſüße Plätzchen.
Bunt durcheinander ſind zu ſehin
All dieſe Dinge viel und ſchön.
Unmöglich iſt es aufzuzählen
So viele Sachen groß und klein,
Wir müßten ſonſt im Frieden ſein.
Im Kriege bleibt uns keine Zeit dafür.
Aufpaſſen auf den Feind! das iſt Parole hier
Drum machen wir nur wenig Worte,
Um unſeren Dank zu zeigen Euch,
Er iſt nicht von ſo leichter Sorte,
Durch Taten laßt uns ihn beweiſen gleich:
Feſt wie eine Eiſenmauer ſteh'n wir hier in Feindesland,
Sind tagtäglich auf der Lauer, bei dem Angriff ſchnell
zur Hand.
Für die Gaben Eurer Liebe
Beziehen die Franzoſen Hiebe,
Für die Arbeit Eurer Hand
Strafen wir das Engeland.
Im neuen Jahr drum ſollt Ihr ſehen,
Wie wir unſeren Dank verſtehen
Mit den beſten Grüßen der ganzen 1. Batterie des Feld=Art.=
Regiments Nr. 25.
(1252
Lenne, Hauptmann und Batteriechef.
Frauenverein der Schloßgemeinde.
Einladung zur Mitgliederverſammlung
am Donnerstag, 21. Januar, abends 8 Uhr,
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Tagesordnung: Bericht für 1914,
Rechnung für 1914,
Anträge 10.
1246)
Für den Vorſtand:
Zimmermann, Pfarrer.
Darmstädter Streichquartett
(XVI. Jahr)
Fritz Mehmel, Alb. Diedrich, Fritz Brückmann, Emil Andrä.
Mitwirkende: Die Herren Chr. Gerh. Eckel-Frankfurt (Klavier)
und Hofmusiker Aug. Weyns (Violoncello).
H. Kammermusik-Abend
(Romantiker-Abend)
zum Besten der Kriegsfürsorge der Stadt Darmstadt
und der des Allgemeinen Deutschen Musikerverbandes.
Montag, den 18. Januar, abends 8 Uhr
(Ende 9¾ Uhr)
im Hotel Traube‟.
Programm: Schumann, Streichquartett op. 41, 2, F-dur,
Volkmann, Klaviertrio op. 5, B-moll, Schubert, Quintett für
2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli, op. 163. C-dur.
Berdux-Flügel (München) aus dem Hofpianolager von
A. w. Zimmermann hler.
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