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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 264.
Freitag, den 25. September.
1914.
Der Krieg.
Die Vernichtung der drei engliſchen Kreuzer. — Liebesgaben. — Die Beſchießung von Reims. — Wehe Dir, England! —
Ein Engländer gegen die engliſchen Lügenmeldungen. — Die Großtaten der franzöſiſchen Flotte.
Die Vernichtung der drei
eng=
liſchen Panzerkreuzer.
* Berlin, 24. Sept. In Würdigung der Kühnheit
des Kommandanten des Unterſeebootes „U 94 und
der tapferen Beſatzung bemerkt die Kreuzzeitung: Es gibt
nicht viele Taten der Kriegsgeſchichte der Völker, die ſich
dieſer zur Seite ſtellen können. — Die Meldung von der
unverſehrten Heimkehr des „U 94 veranlaßt die Berliner
Neueſten Nachrichten zu folgender Begrüßung: Nun rufen
wir noch einmal aus dankerfülltem Herzen Hurra.
Da=
durch wird die Tätigkeit der braven Leute erſt gekrönt, daß
ſie und ihr Fahrzeug unbeſchädigt zurückgekommen ſind.
Man kann ſich die Beſchämung denken, die das Gefühl für
die Engländer hat, daß das Boot ſeinen vielen
Verſol=
gern entkommen iſt, nachdem es bereits auf dem
Kampf=
platze dem Gegner nicht gelungen war, auch nur einen
einzigen Schuß abzugeben.
* Wien, 23. Sept. Zu dem Erfolg des
deut=
ſchen Unterſeebootes bei Hoek van Holland ſagt
die Neue Freie Preſſe, das deutſche Volk ſei zu
beglück=
wünſchen, daß es auch zur See ſo ausgezeichnete, tapfere
und hingebungsvolle Männer beſitze. Die
öſterreichiſch=
ungariſche Flotte, deren Schiff „Zenta” bei dem
Zuſam=
menſtoß mit der franzöſiſchen Uebermacht einen
Helden=
mut ohnegleichen zeigte, werde mit großer Freude hören,
was ihre Schweſterflotte vollbringen konnte. — Des
Extrablatt ſchreibt: Vor wenigen Tagen klagte eine
eng=
liſche Marinegröße wehmütig darüber, daß, wenn
Eng=
land das Meer beherrſche Deutſchland den
Meeresgrund beherrſche. Sofort hat
Deutſch=
land den Beweis für die Richtigkeit dieſer Klage geführr.
Die Nachricht wird überall in Deutſchland und Oeſterreich=
Ungarn mit freudigem Jubel begrüßt werden. Sie iſt
ein neuerlicher Beweis für die abſolute Ueberlegenheit
der verbündeten beiden Kaiſerreiche auf allen Gebieten. —
Die Zeit ſagt: In England wird dieſe Niederlage zur See
die Furcht, die man vor der deutſchen Flotte hat, nur noch
mehr ſteiger: Die deutſche Flotte, die zum erſten
n Seekrieg führt, hat gezeigt, daß kluge
Male ei
Führung u. todesmutige Angriffsluſt aller
zahlenmäßi=
gen Ueberlegenheit ſpotten. — Die Reichspoſt bemerkt:
Was nützen England ſeine Herden von „Unbeſiegbaren”
und „Fürchtenichs” wenn dieſe, wenn ſie arglos über die
Waſſerfläche ſchwimmen, von unſichtbaren Feinden aus
den Tiefen angefallen und zum Berſten gebracht werden?
In der Nordſee wurden drei engliſche Kreuzer vernichtet,
im Golf von Bengalen fünf engliſche Dampfer verſenkt.
Albion, wie wird Dir? Nein, Britannien iſt nicht mehr
die Alleinbeherrſcherin des Meeres. Nur auf dem
Viktoria=
ſee und im Innern Afrikas iſt das britiſche Imperium
noch unbeſtritten.
* Rotterdam, 24. Sept. Der Nieuwe
Rotter=
damſche Courant ſchreibt zu dem Erfolge des
deut=
ſchen Unterſeebootes: Das Gelingen jener kühnen
Unternehmung wird den Deutſchen das Vertrauen in ihre
Flotte ſtärken und das Bewußtſein beleben, daß ihre
Flotte den vereinigten engliſchen und franzöſiſchen
Streit=
kräften gegenüber wenn auch nicht überlegen, dennoch
nicht ſo leicht zu vernichten iſt.
* Berlin, 24. Sept. Ueber die Wirkung des
engliſchen Verluſtes in London wird dem Berl.
Lok.=Anz. aus Kopenhagen gemeldet: Die Nachricht von
dem Untergang der drei engliſchen Kreuzer hat in London
furchtbare Aufregung hervorgerufen. Das Gefühl.
vollkommener Sicherheit und Ueberlegenheit, in dem bisher
die Engländer gewiegt wurden, iſt mit einem Schlag
ver=
ſchwunden und hat einem Gefühl banger
Beunruhig=
ung Platz gemacht. Zu der ſtändigen Furcht vor den
Zeppelin=Luftſchiffen iſt nun die Unterſeebootangſt getreten.
Den ganzen Abend über belagerten Tauſende das
Ad=
miralitätsgebäude in Erwartung näherer Nachrichten. Die
Admiralität hüllt ſich aber vorläufig in Schweigen.
Lon=
doner Privattelegramme berichten, die Stimmung in den
Marinekreiſen Englands anläßlich des Unglücks ſei zwar
gedrückt, aber vertrauensvoll. Der Untergang der Schiffe
ſei zwar bedauernswert, weil ſo viele Menſchenleben
ver=
loren gegangen ſeien, das Geſchehnis ſei indeſſen nicht
geeignet, die Operationen in der Nordſee zu beeinfluſſen.
Die zahlenmäßige Ueberlegenheit der engliſchen Flotte ſei
ſo überwältigend, daß derartige Verluſte die Blockade der
deutſchen Küſte nicht beeinträchtigen könnten. Eine
der=
artige Blockade führe natürlich ſtets ein gewiſſes Riſiko
mit ſich. Der Verluſt der Kreuzer aber werde aufgewogen
durch die Tatſache, daß England die zweitgrößte Flotte
der Welt in vollſtändiger Untätigkeit halte. Wenn die
deutſchen Unterſeeboote jetzt einen Erfolg auf ihrer Seite
haben, ſo werde die engliſche, weit überlegene Flotte an
den Unterſeebooten ſicherlich bald Rache zu nehmen wiſſen.
Das große Kopenhagener Blatt Berlingske Tidende
ſchreibt: „In der Geſchichte des Seekrieges wird der Sieg
verzeichnet bleiben als ein Ereignis von
epoche=
machender Bedeutung, denn die Unterſeeboote
haben den erſten entſcheidenden Beweis für ihren Wert
erbracht. Das iſt ein Beitrag zu dem noch vor Monaten
herrſchenden Streit, ob die Hauptaufmerkſamkeit dem Bau
von Großkampfſchiffen oder von Unterſeebooten und
Tor=
pedobooten zuzuwenden ſei. Der bekannte engliſche
Ad=
miral Percy war ein Vorkämpfer der Unterſeeboote.”
* Berlin, 23. Sept. (Ctr. Bln.) Es iſt natürlich nicht
möglich, genau feſtzuſtellen, wie hoch der Wert der
ver=
nichteten dreiengliſchen Panzerkreuzer iſt.
Es dürfte aber keineswegs übertrieben ſein, wenn man
annimmt, daß England durch die Heldentaten des „U. 9"
einen Verluſt von 60 Millionen Mark erlitten
hat. Demgegenüber ſtehen die drei Torpedos, die einen
ungefähren Wert von 30 000 Mark bedeuten.
Frieden im deutſchen Baugewerbe.
* Erfreulicherweiſe ruhen während der äußeren
Kämpfe überall im Reiche die inneren wirtſchaftlichen
Kämpfe. Beim Ausbruch des Krieges ſind auch von den
Gewerkſchaften der Bauarbeiter alle
beſtehen=
den Streiks aufgehoben und neue Lohnbewegungen
unter=
ſagt worden. Gleichzeitig haben der Deutſche
Arbeit=
geberbund für das Baugewerbe und ſeine
Landes= und Bezirksverbände ihre Mitglieder angewieſen,
auch trotz des großen Angebots von Arbeitern die Löhne
nicht herabzuſetzen, ſondern ſie in der durch den
Reichs=
tarifvertrag für das Baugewerbe feſtgeſetzten Höhe un=
bedingt weiterzuzahlen, was auch allgemein geſchieht. Iſt
ſomit die erſte Vorausſetzung zu friedlicher Betätigung
der Bau=Arbeitgeber und=Arbeiter gegeben, ſo iſt die
andere Vorausſetzung — ausreichende Arbeitsgelegenheit
— leider nur in ſehr geringem Maße erfüll. Behörden
und Private ſollten daher im vaterländiſchen Intereſſe
zur Beſeitigung der Arbeitsloſigkeit im Baugewerbe nicht
länger zögern, die bisher noch zurückgehaltenen
Bauauf=
träge zu erteilen.
Die Waffen und Ausrüſtungsgegenſtände
vom Kriegsſchauplatz.
* Berlin, 24. Sept. (W. T. B. Amtlich.) Die auf den
Kriegsſchauplätzen ſich findenden Waffen und
Aus=
rüſtungsgegenſtände der eigenen und der
verbün=
deten, ſowie der feindlichen Armeen werden durch die
Militärbehörden geſammelt und beſtimmten, beſonders
ein=
gerichteten Sammelſtellen zugeführt. Sie werden dort,
ſo weit es nur irgend möglich iſt, für Zwecke der
Landes=
verteidigung nutzbar gemacht. Das Unbrauchbare muß
zugunſten der Reichskaſſe verwertet werden. Durch
Zu=
ſammenfaſſung der einzelnen Beſtandteile werden auch
aus den unbrauchbaren Stücken erhebliche Werte an
Me=
tallen, Leder, Stoffen und dergleichen gewonnen. Das
Aufſuchen und die Aneignung ſolcher Fundſtücke durch
Un=
befugte wird nicht geſtattet. Privater Handel damit kann
nicht in Frage kommen.
Eine däniſche Stimme zur Kriegsanleihe.
* Das Kopenhagener Blatt Politiken ſchreibt unter
dem Titel „Die deutſche Kriegsanleihe
über=
zeichnet” in der Nummer vom Montag: Mit großer
Aufmerkſamkeit hat man in der ganzen Welt dem Ausfall
der Zeichnungen auf die deutſche Milliarden=Anleihe
ent=
gegengeſehen. Deutſchlands finanzielle Stellung war ja
in einer Hinſicht ſehr klar: ganz auf ſich ſelbſt angewieſen,
mußte es innerhalb der eigenen Grenze die ungeheneren
Summen zu beſchaffen ſuchen, die der Krieg täglich
ver=
ſchlingt. Die Frage war, ob das glücken würde. Nun
wird amtlich mitgeteilt, daß die mächtige Anleihe
zwei=
bis dreimal überzeichnet worden iſt. Die großen
indu=
ſtriellen Geſellſchaften, die Verſicherungsanſtalten, die
Banken und Sparkaſſen haben ſich mit bedeutenden
Beträ=
gen an die Spitze geſtellt; aber ſie allein hätten doch kaum
ein ſo ausgezeichnetes Exgebnis herbeigeführt, wenn nicht
die ganze große Bevölkerung, vom Millionär
bis zum beſcheidenen Privatmann, ſich an der Zeichnung
beteiligt hätte . . . Die großen Begebenheiten, die vor ſich
gehen, haben den Privat=Egoismus zurückgedrängt. Alle
Berichte die von Deutſchland hierher gelangen, ſchildern
übereinſtimmend die Opferwillgkeit, die jetzt in dem
gan=
zen großen Lande herrſcht, und die ſichere Ruhe, die aus
der in jedem Deutſchen lebenden tiefen Ueberzeugung
ſtammt, daß Deutſchland ſchließlich ſiegen wird. Und daß
die Stimmung in Deutſchland gegenwärtig wirklich ſo iſt,
und daß ſie tief geht, dafür iſt nun der entſcheidende
Be=
weis durch die Milliardenanleihe geführt worden; jeder
deutſche Bürger, der es irgendwie vermochte, hat dazu
ſeinen Beitrag gewährt und das für ſeine patriotiſche
Pflicht gehalten.
Falſche Gerüchte.
* Straßburg i. E 23. Sept. Der ſtellvertretende
Gouverneur gibt bekannt: Es werden in der letzten
Zeit wieder eine Unmenge unwahrer Gerüchte verbreitet,
u. a. über die Gefangennahme einer Landſturm.=
Arbeiter=
kolonne, über angebliche Erfolge unſerer Feinde — und
dadurch die Bevölkerung beunruhigt. Ich warne vor der
Verbreitung ſolcher erlogener Gerüchte und werde die
Verbreiter und Urheber vor das Kriegsgericht
ſtellen.
Die Beſchießung von Reims und die Heuchelei
unſerer Gegner.
* Berlin, 24. Sept. Auf das Telegramm der
Kunſt=
akademie von di San Lucia, in dem ſie Aufklärung über die
Beſchießung der Kathedrale von Reims erbittet, iſt von der
Akademie der Künſte folgendes
Antworttele=
gramm abgeſandt worden: Wir ſind erſtaunt und tief
betrübt, daß man den Verleumdungen unſerer Feinde
über deutſche Barbareien gegen Kunſtwerke Glauben
ſchenkt. Reims iſt Feſtung und liegt in der
Kampf=
front der Franzoſen. Gegenüber der Behauptung, daß
die Beſchießung von Reims keine militäriſche
Notwendig=
keit geweſen ſei, ſtellt das Hauptquartier folgendes feſt:
(Folgt die bereits wiedergegebene Mitteilung des Großen
Hauptquartiers, in der die Aufſtellung eines franzöſiſchen
Beobachtungspoſtens auf dem Turm feſtgeſtellt wurde.)
Dieſe Bekanntmachung des Hauptquartiers beſtätigt die
Times durch folgende Meldung: Reims, 22. Sept.: Die
Franzoſen haben die Beſchießung der Stadt Reims
und der dortigen Kathedrale ſelbſt verſchuldet. weil
Seite 2.
Nummer 264.
ſie Artillerie in der Stadt aufgeſtellt und von dort die
Deutſchen beſchoſſen haben. Franzöſiſche Soldaten lagern
in den Straßen. In der Hauptſtraße befindet ſich ein
Artilleriepark, dahinter liegt die Infanterie. Von einer
ernſthaften Beſchädigung der Kathedrale, die auch wir
auf das lebhafteſte bedauern, kann keine Rede ſein. In
Löwen ſind laut amtlicher Feſtſtellung alle künſtleriſchen
Bauwerke erhalten. Das Rathaus wurde durch unſere
Soldaten mit eigener Lebensgefahr unter der Beſchießung
der Bevölkerung gerettet. — Wir danken der Academia
di San Lucia, daß ſie bemüht iſt, die Wahrheit zu
er=
fahren. — Akademie der Künſte, Manzel.
* Berlin, 24. Sept. In maßgebenden Kreiſen der
Berliner Akademie iſt, wie das Berliner Tageblatt hört,
bekannt, daß nur einzelne Teile der Kathedrale
von Reims gelitten haben. Eine Renovierung wird
leicht möglich ſein, da vorzügliche Pläne und Abbildungen
über die Einzelheiten vorliegen.
* Großes Hauptquartier, 23. Sept. (W. T. B.
Amtlich.) Der Oberkommandierende der bei Reims
kämp=
fenden Truppen hat der Oberſten Heeresleitung heute
fol=
gendes gemeldet: Wie nachträglich feſtgeſtellt worden iſt
iſt auf die Kathedrale von Reims auch ein
Mör=
ſerſchuß abgegeben worden. Nach einer Meldung des
Sten Armeekorps iſt das notwendig geweſen, weil
es nicht möglich war, mit dem Feuer der Feldartillerie
die deutlich erkannte feindliche Beobachtungsſtelle von der
Kathedrale zu vertreiben.
* Rom, 24. Sept. Mitten hinein in das Geſchrei
gegen die deutſche Barbarei wegen der angeblichen
Zer=
ſtörung der Kathedrale von Reims ertönt die Stimme
des Popolo Romano. Dieſe Zeitung erklärt es für
auffällig, daß im Jahre 1871 in Paris ſich nicht 155
ver=
nünftige Menſchen befanden, die den Mut hatten, die
Zerſtörung der Vendomeſäule und der
Tuilerien zu verhindern. Jetzt habe eine wahre
Sturmflut der Entrüſtung alle Zeitungen ergriffen wegen
der Kathedrale von Reims, als wenn die Deutſchen
ohne Not ein hervorragendes Kunſtwerk beſchöſſen.
Die deutſchen Truppen hätten bereits zweimal die Stadt
paſſiert, ohne jemanden ein Haar zu krümmen.
Kriegsgerichtliches Verfahren gegen ruſſiſche
Offiziere.
* Berlin, 23. Sept. In der deutſchen Preſſe iſt die
Nachricht verbreitet worden, der kriegsgefangene ruſſiſche
General Martos ſei gefeſſelt in Halle eingebracht
worden. Dies trifft nicht zu. General Martos befinder
ſich in Neiſſe. Uebrigens wird ſelbſtverſtändlich das
gerichtliche Ermittelungsverfahren gegen alle jene
kriegs=
gefangenen Offiziere eingeleitet werden, die verdächtig
ſind, Greueltaten oder Vergehen gegen das Völkerrecht
geduldet oder gar gefördert zu haben.
Der Selbſtmord des engliſchen Majors Vate.
* Die Tägliche Rundſchau meldet: Gleichzeitig mit
ber Wolffſchen Meldung, die geſtern die Flucht des in
Torgau gefangenen engliſchen Majors Yate
be=
richtete, ging uns eine private Nachricht zu, wonach dieſer
engliſche Offizier nach einem vergeblichen Verſuch, in der
Zuckerfabrik Brottwitz Arbeit zu erhalten, ſich das
Le=
ben genommen hatte. Auf Wunſch des
Oberkom=
mandos hielten wir die Nachricht zurück. Heute finden
wir ſie aber mit Genehmigung des Oberkommandos in
an=
deren Blättern veröffentlicht. Wir geben ſie daher nun
mit den Einzelheiten unſeres Korreſpondenten hier
wie=
der. Er drahtet uns aus Halle:
Auf der Landſtraße von Torgau nach Martinskirchen
fiel unter der Zahl der Arbeiter, die auf der Zuckerfabrik
Brottwitz ſich zur Rübenkampagne anmelden wollten, ein
hochgewachſener Mann auf, zu deſſen ſchäbiger Kleidung
(Umhang und blaue Arbeiterhoſe) ſein vornehmes Geſicht
nicht zu paſſen ſchien. Zuckerfabrikdirektor Schulze hielt
den Fremden an und horchte ihn aus. Da die Antwort
ſeinen Verdacht beſtärkte, ließ er ihn durch ſeine Arbeiter
unterſuchen. Man nahm dem Fremden dabei eine unter
dem Umhang getragene Handtaſche ab, die eine große
Menge Aufzeichnungen in engliſcher Sprache enthielt.
Während man noch die Papiere prüfte, zog der Fremde
blitzſchnell ein Raſiermeſſer hervor und durchſchnitt ſich
die Kehle. Er verblutete in wenigen Minuten. Bei ihm
fand ſich noch ein von anderer Hand geſchriebener Zettel,
der als Marſchroute die Orte Torgau, Mühlberg,
Mei=
ßen und Dresden verzeichnete. Der Fremde — es war
der Major Yate — hatte außer engliſchen Goldmünzen
einige hundert Mark deutſches Papiergeld bei ſich.
Begeiſterung in Böhmen.
* Prag, 23. Sept. Geſtern rückten wieder
grö=
ere Truppenabteilungen aus Prag ab. Die
abrückenden Soldaten, die in gehobener Stimmung
waren, ſangen patriotiſche Lieder und wurden von dem
Publikum auf den Straßen und aus den Fenſtern
enthuſia=
ſtiſch begrüßt. Die Kundgebungen erreichten ihren
Höhepunkt, als gegen Abend eine Infanterieabteilung des
Hausregiments abmarſchierte. Tauſende bildeten
Spa=
lier und zogen mit. Alle Fenſter und Balkone waren
von einer dichten Menſchenmenge beſetzt. Die
ſchwarz=
gelben und die weiß=roten Fahnen, ſowie das Kaiſerbild,
bas im Zug getragen wurde; erweckten immer wieder
be=
geiſterte Kundgebungen. Unter den Klängen von
Mili=
tärmärſchen zogen die Truppen, unabläſſig begrüßt, zur
Bahn.
Ein norwegiſcher Hiſtoriker über den Krieg.
* Kriſtiania, 23. Sept. In der Zeitſchrift
Sam=
tiden des Univerſitätsprofeſſors Crans veröffentlicht der
Hiſtoriker Hanſen einen Aufſatz von 400 Seiten
Lexikon=
format „Der Weltkrieg und ſeine Urſachen”.
In dieſem Aufſatz kommt er zu dem Schluß, daß der
Bruch der Neutralität Belgiens kaum der Grund für die
Einmiſchung Englands ſei. Die ſtarken Worte von
der Heiligkeit der Abmachungen ſeien unecht bei den
eng=
liſchen Staatsmännern, die ſehr oft vertragliche Gelübde
unter veränderten Verhältniſſen gebrochen hätten.
Zwei=
fellos hätte ein franzöſiſcher Durchmarſch durch Belgien
keine engliſche Kriegserklärung gebracht. England
wolle ſeinen Rivalen zur See, Deutſchland,
vernichten. Der Bund mit Rußland und Japan ſei
un=
tatürlich. Wenn freiſinnige Staatsmänner Englands und
Frankreichs ſagten, es gelte die Rettung der Freiheit
Europas vor dem preußiſchen Militarismus, ſo ſei dies
nichts als Phraſe. Sollte jetzt Deutſchland beſiegt
wer=
den, ſo würde es für Weſteuropa umſo ſchwerer ſein, in
dem nächſten Weltkriege, der ganz zweifellos gegen
Ruß=
land würde geführt werden müſſen, für die Kulturnationen
Weſteuropas, ihre Freiheit und ihr
Selbſtbeſtimmungs=
recht, dasjenige Englands miteingerechnet, zu behaupten.
Wehe dir, England!
* Berlin, 23. Sept. Die Voſſiſche Zeitung bringt
unter der Ueberſchrift „Wehe dir, England” aus der
Feder des Miniſterialdirektors Dr. Friedrich Freund einen
Artikel, in dem ausgeführt wird: England wird und muß
ſein Spiel verlieren, weil es drei verhängnisvolle Fehler
macht: Es betrügt ſeine Freunde, es verletzt ſeine eigenen
Intereſſen, und es offenbart der Welt ſeine Schwäche.
Zum Beweiſe dieſer Behauptung führt der Verfaſſer u. a.
aus: Die unaufrichtige Politik des engliſchen Volkes muß
in dem Augenblicke gefährlich werden, wo ſie zur
Treu=
loſigkeit gegenüber dem Freunde wird. England iſt aber
Frankreich wie Rußland treulos. Seine Hilfe für beide
Reiche iſt völlig unzulänglich. Seine innerſte
Ab=
ſicht iſt, die drei mächtigſten europäiſchen
Reiche zu ſchwächen und auf den Trümmern dieſer
ſeine Alleinherrſchaft in Europa zu begründen.
Eine wirkſame Hilfe könnte England nur mit der Flotte
leiſten, aber fürs Wohl ſeiner Freunde, Frankreich und
Rußland, iſt ihm der Einſatz ſeiner Flotte zu teuer.
Fran=
zoſen und Ruſſen müſſen endlich erkennen, daß ſie einem
Betrüger in die Falle gegangen ſind. Unter dem
Vor=
wand der Hilfe nutzt er ihre Notlage aus und hofft, wie
ein Wucherer die Taſchen zu füllen, wenn ſeine Opfer
zu=
ſammengebrochen ſein werden. England muß unter der
Wucht des weltgerichtlichen Spruches zuſammenbrechen
ſobald ſein Spiel erkannt iſt.
Zweitens: England verletzt ſeine Lebensintereſſen,
indem es ſeinen beſten Kunden, Deutſchland, wirtſchaftlich
niederringen will. Deutſchland war bisher der größte
Abnehmer der engliſchen Tuche und der engliſchen Kohle.
Nach dieſem Kriege wird kein deutſcher Patriot engliſche
Stoffe mehr erwerben, die engliſche Kohle wird von den
deutſchen Grenzen ausgeſchloſſen ſein. Durch
Boykottie=
rung unſerer Ausfuhrprodukte wird es ſelbſt ungleich
ſchwerer als wir leiden. England bietet das Bild des
Toren, der die Henne ſchlachtet, die ihm die goldenen Eier
legte.
Drittens: England offenbart der Welt ſeine Schwäche.
Es zerſchneidet das deutſche Kabel nach Ueberſee, weil
es den Sieg der Wahrheit fürchtet. Es
ver=
traut nicht der Kraft ſeiner Taten, es hofft auf die
Täu=
ſchung der Welt. Die Lüge iſt der Troſt des
Schwachen. Das heutige England greift nach dieſem
Strohhalm. Es ſucht die Welt glauben zu machen, daß
Deutſchland als Friedensſtörer die Gelegenheit vom Zaune
gebrochen habe, ſeinen Nachbar rechts und links zu
über=
fallen und Belgien zu vergewaltigen. Dabei kennt es
die Wahrheit und iſt ſich insbeſondere der eigenen
provo=
katoriſchen Rolle wohl bewußt. Es weiß, daß nach längſt
verabredetem Spiele Rußland nach unſerer Oſtmark und
Frankreich mit England durch die nur nach Deutſchland
zu aufſchlagende Tür des neutralen Belgiens eindringen
würden. Die Täuſchung der öffentlichen Meinung in
Eng=
land iſt eine engliſche Selbſttäuſchung. Die Wahrheit
kommt ans Licht. England iſt zu ſchwach, um eine
öffent=
liche Diskuſſion der wahren Kriegsurſachen zu ertragen,
Ein Engländer gegen die engliſchen
Lügenmeldungen.
C.K. Die engliſchen Zeitungen wurden in der
vergan=
genen Woche mit offiziellen Berichten der belgiſchen
Unter=
ſuchungskommiſſion überſchwemmt, in denen die
grauſig=
ſten Geſchichten von deutſchen Greueltaten in Belgien
ge=
häuft waren. Dafür, daß dieſe die Phantaſie der
ſchlech=
teſten Hintertreppenromane noch übertreffenden
Darſtellun=
gen ſelbſt im engliſchen Publikum auf ſtarke Zweifel
ſtoßen, iſt ein offener Brief bezeichnend, den der engliſche
Schriftſteller H. N. Brailsford an den Herausgeber
der Daily News richtet. „Wollen Sie einem Journaliſten,
der eine lange Erfahrung in „Balkangrauſamkeiten”
ge=
habt hat, geſtatten, gegen die Geſchichten Proteſt zu
er=
heben, die jetzt die engliſche Preſſe überfluten?” So
be=
zinnt das Schreiben, das wir hier im Wortlaut mitteilen;
„Ich habe in Berlin gelebt, und obwohl ich mit einem
ziemlich eingewurzelten Mißfallen gegen den preußiſchen
Geiſt und noch mehr gegen preußiſche Manieren
zurück=
komme, ſo weigere ich mich doch entſchieden, manche
die=
ſer Geſchichten zu glauben, bis nicht ein Gerichtshof
neu=
traler Richter ſie für wahr befunden hat, nachdem er beide
Seiten angehört hat. Eine Verſtümmelungs=Geſchichte wird
von einem ungenannten engliſchen Offizier erzählt, der
ſagt, er habe dieſe unbegreifliche Grauſamkeit mit ſeinen
eigenen Augen in einer Entfernung von 300 Metern
ge=
ſehen und daraufhin den ſchuldigen Deutſchen
niederge=
ſchoſſen. Der Vorgang ereignete ſich in den
Schützengrä=
ben während eines heißen Kampfes, der den ganzen Tag
gedauert hatte. Nun könnte man ja vielleicht glauben, daß=
Deutſche ſo etwas tun in voller Sicherheit nach einem
Sieg, aber wer ſagt, daß ein Offizier dazu die Muße
fin=
den kann, mitten im Feuer, in der Hitze der Schlacht, 300
Meter von der feindlichen Front, der behauptetn
etwas, was einfach unmöglich iſt. Vor zwei Monaten
würde jeder engliſche Redakteur, dem man zugemutet hätte,
eine Geſchichte von Deutſchen zu bringen, die kleine Kin= auf ihre Bajonette aufſpießen, den Erzähler erſt auf
ſeinen Geiſteszuſtand haben unterſuchen
laſſen. Unſer Glauben von vor zwei Monaten, nach dem
die Deutſchen ziviliſierte moderne Menſchen waren,
viel=
leicht mit etwas ſchlechteren Manieren, aber mit einer viel
beſſeren Erziehung als wir ſelbſt, beruhte auf klareren und
nüchterneren Beobachtungen, als die gegenwärtige Anſicht,
daß ſie den Dänen des 9. oder den Kurden des 19.
Jahr=
hunderts ähneln. Der Leſer mag einwenden, daß die
Nie=
derbrennung von Löwen und Aerſchot unzweifelhafte
Tat=
ſachen ſind. Ich bitte aber den Leſer, ſich zu erinnern,
daß wir ſelbſt unter dem Zwange einer ſcheinbaren
mili=
täriſchen Notwendigkeit jedes Bauerngehöft und viele
Städte in Transvaal und im Freiſtaat
nieder=
gebrannt haben. Nach meiner Anſicht beweiſen ſolche
harten Maßnahmen nicht ſo viel für die beſondere und
ungewöhnliche Wildheit der Deutſchen, als für die
Grau=
ſamkeit des Krieges überhaupt. Solche Geſchichten, die
unter dem einfachen Volke nun Tag für Tag die Runde
machen, werden ihre ernſten Folgen haben. Siel
werden in unſerem Heer und den Heeren unſerer
Verbün=
deten den Geiſt nähren, der Wiedervergeltung fordert, und
die Maſſen zu Hauſe werden ſie glauben machen, dieſer
Feldzug ſei ein Rachekrieg. Am Ende des zweiten
Bal=
kankrieges prägten die griechiſchen Zeitungen gerade durch
eine ſolche Methode der Schmähung und Herabſetzung den
Griechen die Lehre ein, daß die Bulgaren „keine Menſchen
wären‟. Der Erfolg war, daß die griechiſchen Soldaten
die bulgariſche Bevölkerung, die nicht kämpfte, wie
ſchäd=
liches Ungeziefer behandelten. Jedes zornige Wort, jede
Lügengeſchichte, jeder parteiiſche Artikel verlängert den
Krieg und läßt aus der Schmähung von geſtern die
Ver=
geltung von morgen erſtehen. Noch mehr. Es trägt dazu
bei, ein Europa zu machen, dem der Idealiſt
vergeb=
lich Brüderlichkeit und Menſchlichkeit predigen wird.”
Die Großtaten der franzöſiſchen Flotte.
* Wien, 24. Sept. Amtlich wird verlautbart: Die
franzöſiſche Flotte, die ſeit der wirkungsloſen
Kanonade von Punta d’Oſtro am 1. September außerhalb
der Adria geblieben war, hat in den letzten Tagen
neuer=
liche Großtaten vollbracht. Sie erſchien am 19. September,
6 Uhr vormittags, abermals vor Bocche di Cattaro und
beſchoß durch eine Stunde erneut die Forts und die
Ein=
fahrt aus ſchwerſten Kalibern. Sie erzielte drei Treffer
und verwundete einen Kanonier. Hierauf ſteuerte ſie,
ins=
geſamt etwa 40 Einheiten ſtark, gegen Liſſa und beſchoß
um 10 Uhr vormittags die Semaphor=Station und den
Der Soldat und ſein Tabak.
** Der Aufruf des Kronprinzen, ſeine wackeren
Krie=
ger und die Soldaten der deutſchen Heere überhaupt mit
dem ſo heiß begehrten Tabak zu verſorgen, hat in ganz
Deutſchland lebendigen Widerhall gefunden; große
Men=
gen des „edlen Krauts” gehen ins Feld hinaus, um
un=
ſeren Helden Freude und Genuß zu ſpenden. Soldar
und Tabak gehören ja ſeit langem auf das engſte
zu=
ſammen, und wie leidenſchaftlich gern der Krieger raucht,
wie hoch er den Tabak ſchätzt, das geht aus den
verächt=
lichen Namen hervor, die er ſchlechten Zigarren gibt; er
nennt ſie „Stinkbolzen” oder gar „Kotzbalken”. Mit Recht
hat man deshalb davor gewarnt, unſeren Heeren wieder,
wie 1870, „Liebeszigarren” von ſo minderwertiger Sorte
zu ſenden, daß ſie ſich nur zum Anzünden der Lagerfeuer
eigneten. Der Soldat von 1870 nannte dieſe
Rauchſpen=
den „Vorpoſtenzigarren” oder „Vorpoſtenknäller” und
führte zur Erklärung dieſes Wortes an, daß die
Zigar=
ren „nur innerlich brannten, alſo auf Vorpoſten vom
Feinde nicht geſehen werden könnten”. Auch „Turkotöter”
hat man dieſe fragwürdigen Geſchenke 1870 genannt, die
hoffentlich jetzt keine Nachfolger gefunden haben werden.
Die kurze Pfeife, die neben der Zigarre unter den
Rauch=
werkzeugen des Soldaten die Hauptrolle ſpielt, wird von
ihm „Naſenwärmer” oder Sanzahn” genannt. In
Ka=
dettenhäuſern hat ſich zur Bezeichnung der Kantine noch
das Wort „Tabagie” erhalten, obwohl es dort nicht nur
Tabak, ſondern in erſter Linie zu eſſen und zu trinken
gibt.
Früher bedeutete eben für das Soldatenwirtshaus der
Tabak die Hauptſache. Soldaten haben zur Verbreitung
des „teufliſchen Krautes” im 17. Jahrhundert mit das
meiſte beigetragen. Durch den hohen Gewinn verführt,
den ihm das Tabakmonopol brachte, führte König
Lud=
wig XIII. von Frankreich den Tabak geradezu
zwangs=
weiſe in ſeinem Heere ein, obwohl ihn ſein vorſichtiger
Leibarzt davor warnte und erklärte, „die Gehirne der
Krieger würden alleſamt ſchwarz wie die Nacht werden”
Von dieſer Verſchwärzung des Schädelinnern durch den
Tabak iſt aber nichts bekannt geworden, vielmehr ſchrieb
man dem Heilmittel des Arztes Nicot eine günſtige
Ein=
wirkung auf die Tapferkeit des Heeres zu; die Soldaten
ſollten dadurch mit einer „ganz ſtupenden Raſerei und
Kraft” erfüllt werden. Ludwig XIV. ſtattete jeden ſeiner
Krieger mit Rauchgerätſchaften aus, und ebenſo erſchienen
in Holland, in dem die Rauchleidenſchaft zuerſt in Europa
feſten Fuß faßte, die Krieger bald nur noch mit dem
ge=
liebten Pfeiſchen. Durch holländiſche und franzöſiſche
Soldaten ſoll bereits während des Dreißigjährigen
Krie=
ges die Sitte des Rauchens in Deutſchland und vor allem
im deutſchen Heere weit verbreitet worden ſein. „Von
dem Augenblick, wo ſie den Tabak kennen lernten” erzählt
der Chroniſt Neiner von den Nachkommen der alten Ger
manen, „da breitete ſich die Gewohnheit des Rauchens
dermaßen aus, daß man bald keine Bauernwohnung mehr
traf, wo nicht die Pfeife zu finden war. Teils rauchen
teils eſſen, teils ſchnupfen ſie den Tabak, und man muf
ſich wundern, daß noch niemand von ihnen auf den
Ge=
danken gekommen iſt, ihn ſich in die Ohren zu ſtopfen.”
Der ſinnfälligſte geſchichtliche Ausdruck für die
Tat=
ſache, daß zum guten Soldaten damals die Pfeife mit
„Rauchtobak” gehörte, iſt der Soldatenkönig Friedrich
Wilhelm I. mit ſeinem berühmten Tabakskollegium
Sein Sohn Friedrich der Große iſt der Vertreter einer
neuen Tabakmode im Heere, des Tabakſchnupfens, das in
der Rokokozeit von den eleganten Leuten bevorzugt wurde.
Behaupteten doch die Aerzte allen Ernſtes, daß der
Schnupftabak „aufklärend” wirke und auf ſeinem Wege
durch die Naſe „das Gehirn reinige”. Zudem konnte man
in der Tabaksdoſe ein elegantes Schmuckſtück zierlich
hand=
haben und mit ſpitzen Fingern den „köſtlichen Staub” in
die Naſenlöcher ſchieben. Wer aber an rauhen
Krieger=
ſitten feſthielt, blieb beim „Pfeifeſchmauchen” und die
Sol=
daten des Alten Fritz griffen ſchon deshalb zu ihrem
„Knaſter” weil ſie für ein Pfund des „Uckermärkiſchen
Blättertobaks” nur 5 Groſchen zahlten. Der kühne
Rel=
tergeneral Seydlitz ritt mit der Pfeife im Munde in
die Schlacht, und nach ihm, der ſo glorreich bei Zorndorf
das Vorbild geliefert, galt es als das beſte Zeichen
ur Attacke, wenn der General ſeine Pfeife hoch in die Luft
varf. Ebenſo iſt der alte Blücher ohne ſein Pfeifchen
nicht denkbar. Er ſchmauchte es in mancher Schlacht im
dichteſten Kugelregen und hat ſich mehr als einmal die
ausgegangene Pfeife gemütlich an der Lunte des nächſten
Kanoniers angezündet. Sagenhafte Geſchichten gehen noch
heute um von ſeinem tapferen Burſchen, der ihm die
Pfei=
fen ins heißeſte Kampfgewühl nachtrug und ihm bei Ligny
die letzte geſtopft triumphierend entgegengehalten haben
ſoll, nachdem alle anderen durch feindliche Kugeln
zer=
ſchmettert worden waren. Die Zigarre ſpielt in den
deut=
ſchen Einigungskriegen eine hiſtoriſche Rolle. Prinz
Friedrich Karl war ein „Kettenraucher”, der den
Glimmſtengel auch in der Schlacht nicht ausgehen ließ;
auch Bismarck und Moltke waren Freunde eines
uten Krautes. Der Reichskanzler hat gern von jenem
denkwürdigen Augenblick in der Schlacht bei Königgrätz
erzählt, da man ſehnſüchtig das Herannahen der Armee
des Kronprinzen erwartete und manche der ausſpähenden
Generale bereits bedenklich unruhig wurden. Nur Moltke
bewahrte die eherne Gleichmütigkeit ſeiner Züge, und um
aus ihm die Wahrheit herauszubekommen, griff Bismarck
zu einem pſychologiſch feinen Mittel: Er bot ihm ſeine
Zigarrentaſche an, in der ſich noch zwei Zigarren
befan=
den, eine gute und eine ſchlechte, und als Moltke nach
ſorgfältiger Prüfung kalt lächelnd die gute nahm, hielt
er dies für ein günſtiges Zeichen. Moltke hatte von
die=
ſer „ſymboliſchen Ausfragung” keine Ahnung; König
Wil=
helm aber ſagte: „Es muß doch gut ſtehen, Moltke raucht
ja‟ Ein typiſches Bildchen von der Sehnſucht unſerer
Soldaten nach ihrer Zigarre im deutſch=franzöſiſchen Kriege
gibt die Erzählung des Prinzen Kraft zu Hohenlohe, der
in Craonne wehmütig den „Letzten der Mohikaner”
rauchte. „Wann werde ich wohl wieder eine eigene Zigarre
haben?” dachte er ſeufzend. Da brachte ihm die Feldpoſt
300 Stück aus Berlin. „So zur Zeit kommt ſelten Hilfe‟
ſchließt der General ſeine Erzählung. Der
Zigarren=
mangel hatte ihm mehr Sorge gemacht als aller
Schlach=
tendonner.
zummer 264.
Darmſtätder Tagblatt, Freitag, den 25. September 1914.
Seite 3.
LLeuchtturm. Sie verwundete zwei Mann, konnte jedoch
lſonſt nur vorübergehenden Schaden anrichten. Bis
unge=
fähr 5 Uhr nachmittags operierte das Gros der Flotte in
den Gewäſſern vor Liſſa. Die Flotte verließ dann, mit
Aſüdweſtlichem Kurſe ſteuernd, den Schauplatz ihrer Tätig=
Kkeit. Gelegentlich dieſes Rückzuges erſchienen Teile dieſer
Flotte noch vor Pelagoſa. Auch hier wurde der
Leucht=
turm beſchoſſen. Nach Zerſtörung der Flaggenſtation und
unflätiger Verunreinigung des Trinkwaſſers durch
gelan=
dete Matroſen und Mitnahme des wenigen Proviants des
larmen Leuchtturmwärters, ſowie einiger Wäſcheſtücke,
ver=
ließ auch dieſes Geſchwader die Adria.
Aufklärung der Ruſſen von oben.
* Berlin, 24. Sept. Ein aus Weſtfalen
ſtammen=
der Fliegeroffizier warf kürzlich nach der Schlacht
bei Hohenſtein aus einem Flugzeug Proklamationen
auf die ruſſiſchen Stellungen in ruſſiſcher Sprache
herab. In dieſen Briefen heißt es, daß, wenn auch
aner=
kannt werde, daß die Mordbrenner meiſt Koſaken ſeien,
ſo müſſe der Einfluß des Generals Rennenkampf doch nicht
ausreichen, derartige Schändlichkeiten zu verhindern. Das
Blut der Ermordeten komme auf ſein Haupt. An die
Sol=
daten hieß es in der Proklamation: Man verheimlicht Euch
die Wahrheit. Eure ruſſiſche Narew=Armee iſt geſchlagen.
Eure Gefangenen werden in Deutſchland gut behandelt,
ſie wollen nicht nach Rußland zurück. Belgien iſt erobert,
vor Paris ſtehen unſere Truppen. Die franzöſiſche Armee
iſt zurückgeſchlagen. — Der Offizier, der dieſe
Proklamatio=
nen herabwarf, bewarf einige Tage ſpäter ein ruſſiſches
Lager bei Inſterburg mit Bomben. Der Erfolg war, wie
die Norddeutſche Allgemeine Zeitung berichtet, hier
über=
raſchend. Die Ruſſen gerieten in eine maßloſe Angſt und
knallten mit ihren Gewehren derartig umher, daß ſie, wie
ein Gefangener erzählt, einen Offizier und fünf Leute ihrer
eigenen Truppen erſchoſſen.
Das engliſch=auſtraliſche Unterſeeboot „Hei‟
* London, 23. Sept. (Ctr. Bln.) Ein Bericht des
Vizeadmirals Patey von der auſtraliſchen Marine
be=
ſtätigt, daß das Unterſeeboot „A E 1‟, eines der
größten und modernſten Unterſeeboote der engliſchen
Ma=
rine, mit 34 Offizieren und Matroſen, geſunken iſt.
Es hatte einen Torpedoſender und zwei Kanonen an
Bord. „A E 1‟ gehörte zu den Unterſeebooten, die in
England für die auſtraliſche Flotte gebaut worden ſind;
es war im vorigen Jahre vom Stapel gelaufen.
Bulgarien bleibt ſtandhaft.
* Wien, 23. Sept. Die Südſlawiſche Korreſpondenz
meldet aus Sofia: Nach Informationen aus unterrichteten
Kreiſen iſt feſtzuſtellen, daß die Sendung des
Präſiden=
ten des Londoner Balkankomitees, Buxton,
vollſtän=
diggeſcheitert iſt, und die Bemühungen Buxtons, die
leitenden Kreiſe in Bulgarien zu einer Aenderung der
bis=
herigen Haltung zu bewegen, erfolglos geblieben ſind.
Sowohl der König als auch das Kabinett Radoslawow
haben Buxton darüber nicht im Zweifel gelaſſen, daß man
in Sofia die eingeſchlagene Richtung der bulgariſchen
Po=
litik für die allein für das Land richtige bält und nicht
daran denkt, von ihr abzugehen.
Die Buren und der Krieg.
* Amſterdam, 24. Sept. In einem Briefe des
Generals Beyer an den General Smuts heißt es, die
ſüdafrikaniſche Regierung wiſſe, daß der
größte Teil der holländiſch ſprechenden Bevölkerung
ener=
giſch gegen jeden Anfall auf Deutſch=
Süd=
weſtafrika ſei. Der Rücktritt dreier Miniſter in
Eng=
land zeige, daß auch dort eine ſtarke Minderheit
vorhan=
den ſei, die nicht von der Rechtlichkeit des Krieges
über=
zeugt iſt. Englands Wunſch, die kleinen Nationen zu
ſchützen, ſei durch die Vernichtung der Unabhängigkeit der
Burenrepubliken widerlegt worden. Angeblich handele
es ſich um den Kampf gegen die Barbarei der Deutſchen,
aber im Burenkrieg hätten die Engländer ſo viele
Löwens geſchaffen, die nicht vergeſſen worden ſeien.
Beyer widerlegt die Ausſtreuungen, daß die Deutſchen
Südafrika annektieren wollten, und daß deutſche Soldaten
die Grenze überſchritten hätten. Smuts könne nicht
Ge=
fahren für Südafrika nachweiſen, das von England
ver=
teidigt werde. (Frkf. Ztg.)
Die neue Weltkarte nach dem Plan der
Ruſſen.
* Berlin, 24. Sept. Die Voſſiſche Zeitung bringt
einen ihr von guter Seite mitgeteilten Bericht aus
ruſſiſcher Quelle über die Verteilung der Beute,
be=
vor der Löwe erlegt iſt. Die Ruſſen könnten gar nicht
glauben, daß Frankreich verlieren könne und hielten ihre
eigenen Siege ſchon für ausſchlaggebend. Rußland erhält
nach dem Plan Galizien, einen Teil der Bukowina, die
Moldau bis zum Sereth und mit Einſchluß der
Donau=
mündung, die ganze europäiſche Türkei, Kleinaſien und
Nordperſien, England erhält Weſtafrika, Arabien und die
überſeeiſchen Beſitzungen Deutſchlands, Frankreich
wird mit Elſaß=Lothringen abgefunden und Belgien erhält
Luxemburg.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. September.
* Charaktererteilung. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben dem Kreisamtmann bei dem
Kreisamt Heppenheim Ludwig Haberkorn und
dem Feldbereinigungskommiſſär Kreisamtmann Otto
Schnittſpahn in Friedberg den Charakter als „
Re=
gierungsrat” erteilt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Finanz=
amtsbureauvorſteher Johannes Zinſer zu Schotten
auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner
lang=
jährigen treuen Dienſte, vom 15. Oktober d. J. ab; Ihre
Königl. Hoheit die Großherzogin haben ihm aus
dieſem Anlaß den Charakter als „Kanzleirat” verliehen. —
Ferner wurde der Steueraufſeher Klemens
Zimmer=
mann zu Darmſtadt auf ſein Nachſuchen, unter
Aner=
kennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom 1.
Ok=
tober 1914 ab in den Ruheſtand verſetzt; Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin haben ihm aus dieſem
Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen.
* Ernannt haben Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin den Bezirkskaſſier Wilhelm Wamſer zu
Beerfelden zum Buchhalter bei der Hauptſtaatskaſſe.
* Erledigte Stelle. Die Stelle des
Finanzamts=
bureauvorſtehers bei Großh. Finanzamt Schotten.
Meldeſchluß: Dienstag, den 29. September 1914,
vor=
mittags.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert: Hainz, Vizefeldw.
(I Darmſtadt), zum Lt. d. R. d. Pionierbatls. 21; Dohm
(I Darmſtadt), Adam, Freitag, Bornemann,
Petri, Metz, Blaß, Heineck, Menges (Gießen),
Vizefeldwebel, zu Leutnants der Reſ. des Infanterie=
Regiments Nr. 116; Soltau, Fecher (I Darmſtadt),
Vizewachtmeiſter im Reſ.=Feldartillerie=Regt. Nr. 25, zu
Leutnants der Reſerve; Hainz, Vizefeldwebel (II
Darmſtadt) zum Leutnant d. Reſ. des Pionier=Batls.
Nr. 21.
* Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
wurde verliehen Hauptmann der Reſerve F. Maaß im
Großh. Artillerie=Korps 25, Erſatzabteilung. Vom Leib=
Dragoner=Regiment Nr. 24 erhielten ferner das Eiſerne
Kreuz: Oberſtleutnant Zierold, Rittmeiſter Graf
von Königsmarck, Rittmeiſter Rogalla von
Bieberſtein, Rittmeiſter von Pavel=Rammingen,
Leutnant Wilhelm Prinz zu Löwenſtein=
Wert=
heim=Freudenberg, Leutnant von Iſſendorff.
Außerdem wurden 7 Kreuze an Unteroffiziere und
Mann=
ſchaften verteilt, deren Namen wir noch nicht erfahren
konnten.
— Großh. Hoftheater. Heute abend wird mit Kleiſts
neu einſtudiertem Drama „Die Hermannsſchlacht”
die Reihe vaterländiſcher Dramen fortgeführt. Heute
nachmittag von halb 4 bis 5 Uhr werden die Sonder=
Abonnements zu der zykliſchen Aufführung von
Goethes Fauſt, die am Dienstag, den 28. Sept., am
Freitag, den 2. Okt., Mittwoch, den 7. Okt. und
Donners=
tag, den 8. Okt., ſtattfinden wird, ausgegeben. Die Preiſe
für die Sonder=Abonnements ſind außerordentlich
er=
mäßigt und nur wenig höher als die Abonnementspreiſe.
Eine Vorverkaufsgebühr wird nicht erhoben. Außerdem
werden während der üblichen Kaſſenſtunden
Eintrittskar=
ten zu den Aufführungen von Kreutzers „Nachtlager
in Granada” am Samstag abend um 8 Uhr und von
Meyer=Förſters „Alt=Heid elberg” am Montag
abend um halb 8 Uhr, zu Volksvorſtellungspreiſen
ver=
kauft.
* Kunſtverein. Die Ausſtellung iſt vom 27. Sept.
an von 11 bis 4 Uhr wieder geöffnet. Der Erlös
einer größeren Anzahl von Kunſtwerken iſt von den
Künſt=
lern ganz oder teilweiſe für das Rote Kreuz zur
Ver=
fügung geſtellt.
— Heſſiſche Kriegsverſicherung. Die Heſſiſche
Kriegs=
verſicherung findet fortgeſetzt Anklang. Nach den
vorlie=
genden Nachrichten ſind bis jetzt 15000 Anteilſcheine mit
einem Einlegekapital von 150000 Mark gelöſt. Nach einer
dieſer Tage aufgeſtellten Ueberſicht ſind Anteilſcheine gelöſt
worden in der Provinz: a) Rheinheſſen rund 4600,
wofür 46000 Mark eingezahlt wurden; b)
Starken=
burg rund 3800, wofür 38000 Mark eingezahlt wurden;
e) Oberheſſen rund 2900, wofür 29000 Mark eingezahlt
wurden, zuſammen rund 11300 mit einem Betrag von
113000 Mark. Da die Annahmeſtellen demnächſt geſchloſſen
werden dürften, ſo iſt baldige Verſicherung erfor=
derlich, weil dann nur noch bei der Hauptgeſchäftsſtelle in
Darmſtadt — Oberverſicherungsamt — Neckarſtraße 1,
verſichert werden kann. Erfreulich iſt, daß viele
Arbeit=
geber, Städte, Gemeinden und Vereine
Geſamtverſicher=
ungen für die in Betracht kommenden zum Heeresdienſt
Einberufenen abgeſchloſſen haben.
* Krieg und Kunſt. Herr Intendant Dr. Eger
hat ſich in liebenswürdiger Weiſe bereit erklärt,
dem=
nächſt einen Vortrag uber das zeitgemäße und
in=
tereſſante Thema „Krieg und Kunſt” zu halten. Der
Vortrag, der vom Darmſtädter Journaliſten= und
Schriftſtellerverein veranſtaltet wird, ſoll am 12. Oktober
im Kaiſerſaal ſtattfinden. Der geſamte Reinertrag
iſt für Zwecke des Roten Kreuzes und der Kriegsfürſorge
beſtimmt. Der Redner wie das Thema ſowohl als auch
der gute Zweck dürften dem Vortrag einen ſehr
zahl=
reichen Beſuch aus allen Kreiſen unſerer Stadt ſichern.
Näheres wird noch durch Anzeigen bekanntgegeben.
* Der Verband evangeliſch=kirchlicher Frauenvereine
im Großherzogtum Heſſen teilt ſeinen Vereinen mit, daß
die Großherzogin die Bitte ausgeſprochen hat, ihr
zu helfen, Liebesgaben einzuſammeln für den
Trans=
port durch Autokolonne” an unſere heſſiſche Diviſion. Die
Abgabeſtelle für dieſe Liebesgaben iſt die Materialien=
Abteilung fürs Rote Kreuz in Darmſtadt, Altes Palais.
Die Vereine werden daher ebenſo herzlich wie dringend
gebeten, baldmöglichſt Sendungen, enthaltend: warme,
wollene Unterkleidung, Strümpfe, Schokolade, Zigarren,
Tabak und andere nicht verderbliche Dinge (Eßwaren)
nach Darmſtadt zu ſenden. Durch dieſe Autokolonne iſt die
beſte Möglichkeit gegeben, unſeren Truppen im Feld das
Fehlende und Nötige zu ihrer Erleichterung und
Erfriſch=
ung zu ſenden. Wir leiſten damit unſeren Lieben im Feld
ſowie in der Heimat die beſten Dienſte.
Weitere Erleichterungen im Güterverkehr. Vom
24. d. M. ab werden nach der Pfalz (Direktionsbezirk
Ludwigshafen) alle Güterarten unbeſchränkt zur
Beförde=
rung angenommen. Die Güterannahme im Verkehr mit
einigen Strecken der Reichseiſenbahnen in Elſaß=
Loth=
ringen iſt erweitert worden. Nähere Auskunft erteilen
die Eilgut= und Güterabfertigungen.
* Kriegsfürſorge. Der Männergeſangverein
„Lyra” bewilligte 80 Mark aus ſeiner Vereinskaſſe zur
Kriegsunterſtützung von Frauen der im Felde ſtehenden
Mitglieder.
* Liebesgaben für die im Felde ſtehenden Truppen
können vom 28. September ab in größerem Umfange
be=
fördert werden, und zwar durch Vermittelung der immo=,
bilen Etappenkommandanturen 2 in Frankfurt a. M.=Süd
und 3 in Darmſtadt. Eßwaren, die leicht verderben,
dür=
fen nicht verſandt werden.
* Für die Elſaß=Lothringer. Mit Genehmigung des
Kaiſerlichen Statthalters Dr. v. Dallwitz iſt ein
Sam=
melfonds zugunſten der durch die Kriegsereigniſſe
ge=
ſchädigten Elſaß=Lothringer errichtet worden.
Den Grundſtock bildete ein Betrag von 1000 Mark, der
dem Staatsſekretär Graf Rödern von einem befreundeten
höheren Offizier überwieſen wurde. Weitere 1000 Mark
hat ein Mannheimer Großkaufmann geſtiftet.
Auch die Geſchäftsſtelle des Tagblatts nimmt
Bei=
träge entgegen.
— Für unſere braven Matroſen. In Anknüpfung an
unſere geſtrige Mitteilung des Deutſchen Flottenvereins,
betr. Sammelſtellen für die Kaiſerliche
Ma=
rine, bemerken wir noch, daß Gaben ſolcher Art (
Scho=
kolade, Tabak, Zigarren, ſowie Geld zu deren
Beſchaf=
fung) Frau Oberlandesgerichtsrat Fabricius,
Alice=
ſtraße 17, hier dankbar entgegennimmt.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vergl. Nr. 201 dieſes
Blattes vom 24. Juni.) Die Temperatur des verfloſſenen
Auguſts glich im allgemeinen der des Juli. Die
Gegen=
ſätze bilden wieder Mainz und Lauterbach mit
Tempera=
turmitteln von 19,4 bezw. 16,2 Grad Celſius. In
Darm=
ſtadt betrug das Mittel 18,4 Grad (0,3 über normal),
gegenüber 18,1 im Juli. Die höchſten Stände, die
allent=
halben auf den 11. fielen, bewegen ſich zwiſchen 31 Grad
in Mainz und 27,3 in Schotten (Darmſtadt: 30,3),
wäh=
rend der Unterſchied der Tiefſtände (Mainz 11,4 Grad,
Lauterbach 5,4) bedeutend größer war. Der Monat brachte
an den tiefer liegenden Stationen eine beträchtliche Anzahl
Sommertage, hinſichtlich derer Mainz und Offenbach mit
16 an der Spitze ſtehen, während das 519 Meter hoch
ge=
legene Neunkirchen nur vier aufwies. (Darmſtadt: 13.)
Die Bewölkung war im allgemeinen ſchwach, namentlich
dem Juli gegenüber. Die Prozentſätze bewegen ſich
zwi=
ſchen 55 in Michelſtadt und 42 in Alzey (Darmſtadt: 44).
Die Niederſchlagsmengen wieſen ſtarke Gegenſätze auf.
Während Oberheſſen und ein Teil Starkenburgs erheblich
zu trocken waren, litten andere Landesteile unter
Regen=
überfluß. An der Spitze ſteht Beerfelden mit 116,5
Milli=
meter, dem Waldmichelbach mit 98,8 und Worms mit 92,1
folgen; wogegen Lauterbach als trockenſte Station nur
25,3 aufweiſt (Darmſtadt: 53,8). In Worms fielen allein
— Die Kaiſerin und die oſtpreußiſchen Flüchtlinge.
Die Kaiferin bringt den oſtpreußiſchen Flüchtlingen nach
wie vor das größte Intereſſe entgegen. Ein großer Teil
dieſer Opfer des Kriegs iſt bekanntlich in Ortſchaften der
Provinz Brandenburg untergebracht, wo ſie teils freie
Wohngelegenheiten erhielten, teils ganz geringe
Woh=
nungsmieten zu zahlen haben. Auf Veranlaſſung der
Kai=
ſerin hat nun dieſer Tage eine allgemeine Information
tüber das Wohlergehen der oſtpreußiſchen Flüchtlinge
ſtatt=
gefunden. Die Kaiſerin beauftragte damit ihre
Palaſt=
dame, die Gräfin Dönhoff=Friedrichſtein. Die Gräfin
unternahm eine Rundfahrt durch die Brandenburgiſchen
Kreiſe in Begleitung des Barons von Tiele=Winkler und
der Diakoniſſin Schweſter von Wechmar, wobei ſie von
den betreffenden Landräten geführt wurde. Allenthalben
beſtellte die Gräfin die Grüße der Kaiſerin und gab ihnen
die Verſicherung, daß das Vaterland die Leute nicht
ver=
laſſen, daß ihnen der durch die ruſſiſchen Horden
zuge=
fügte Schaden in der Heimat erſetzt wird. Dieſe
Verſiche=
rung ſolle die Gräfin im beſonderen Auftrage der
Kaiſe=
rin abgeben, ſie als Oſtpreußin werde die Kaiſerin als
gute Kennerin des Landes treu beraten. Sie habe ſelbſt
ihre Heimat verlaſſen müſſen und könne ſich in den
Schmerz der Flüchtlinge um ihr verlorenes Gut am beſten
hineindenken. Ueber die Hilfstätiakeit und die Aufnahme,
welche die Flüchtlinge gefunden, äußerte die Gräfin ihre
uneingeſchränkte Bewunderung und Anerkennung.
* Kapitänleutnant Weddigen. Die Hochzeit des
Ka=
pitänleutnants Weddigen, der bereits im Auguſt mit ſei
ner Braut kriegsgetraut wurde, ſollte urſprünglich am 24.
September in der Hamburger Kirche ſtattfinden. Der
Polterabend war auf den 22. September angeſetzt, alſo
genau auf den Tag. an dem Kapitänleutnant Weddigen
die drei engliſchen Dampfer in den Grund bohrte.
CK. Wie Kitchener für ſeine Rekruten ſorgt. Ein
grelles Licht auf die Mißſtände bei der engliſchen
Rekru=
tierung warf eine aufſehenerregende Diskuſſion während
einer der letzten Sitzungen des Unterhauſes. Der
General=
major Sir Jvor Herbert lenkte die Aufmerkſamkeit des
Hauſes auf die unglaubliche Unordnung, die in der
Be=
handlung der Angeworbenen und in der Verpflegung des
neuen Heeres herrſcht. „Das Kriegsminiſterium” ſagte er,
„ruft nach Leuten und immer mehr Leuten und iſt völlig
unfähig, für ſie zu ſorgen. Aus jedem Teile des Landes
kommen Klagen über ungenügende Ernährung, über
ſchlechte hygieniſche Verhältniſſe und über Mangel an allem
Notwendigen.‟ Die gleichen Vorwürfe erhob Arthur
Henderſon und erklärte, daß bei dem Vorrücken der
herbſt=
lichen Jahreszeit die ſchwerſten Gefahren für die
Geſund=
heit der Rekruten beſtänden, und wenn nicht gründliche
Abhilfe geſchaffen würde, man ein Heer von Kranken und
Schwächlingen haben werde. Der Vertreter des
Kriegs=
miniſteriums, Tennant, konnte dieſen Anklagen nichts
ent=
zegenhalten; er ſagte nur, daß die Regierung alles tue,
was in ihrer Kraft ſtehe. Sehr beweglich klangen die
Kla=
gen, die Henderſon aus zahlreichen an ihn geſandten
Brie=
fen der Angeworbenen mitteilte. „Sie ſagen” ſo ſchreibt
z B. ein Rekrut aus dem Lager von Alderſhot, „König
und Vaterland brauchen Dich, und für Dein Weib und
Deine Familie wird geſorgt werden. Aber, ſo viel ich
ſagen kann, geſchieht nichts davon. Es iſt eine Farce, wie
ich aus meinen kurzen Erfahrungen beweiſen kann. Ich
bin zehn Tage in Alderſhot geweſen und trage noch immer
meinen alten Anzug. Am erſten Tage wurden wir in Reih
und Glied aufgeſtellt und ein Offizier ſagte: „Leute, Ihr
dient jetzt Euerm König und Land, und eines Soldaten
erſte Pflicht iſt es, ſich ſauber zu halten.” Nun ſoll man
mir ſagen, wie ein Menſch ſich ſauber halten kann, der
keine Seife und kein Handtuch hat, der ſeine Kleider nicht
wechſeln darf. Wenn das ſo weiter geht, werden wir bald
Ungeziefer und Krankheit in unſeren Zelten haben.” Und
ein anderer klagt: „Als wir nach Taunton kamen, waren
alle Baracken und Zelte überfüllt; ſo mußten wir auf dem
naſſen Gras ſchlafen mit nur einem Tuch, um uns
zuzu=
decken. Und als wir aufwachten, war das Tuch zum
Auswinden naß. Ein guter Anfang, wie? Wir ſind nun
hier zehn Tage und haben kein Handtuch, keine Seife,
keine Meſſer und Gabeln, keine ſauberen Hemden und
Socken, keine Bürſte und Kämme, und dabei ſoll man
ſau=
ber bleiben. Es gibt hier Leute mit Frau und großer
Familie, die nur 5 Schilling für zehn Tage bekommen
und deren Frauen und Kinder trotz aller Verſprechungen
überhaupt nichts kriegen.” Und ſo ſchreiben nicht nur
wenige, ſondern Hunderte und Tauſende.
* Der boshafte Fahrſtuhl. In Inſterburg haben die
Deutſchen einen Bundesgenoſſen gehabt, auf den man im
Kriege gewöhnlich nicht zu rechnen pflegt, nämlich den
Fahrſtuhl eines Hotels. In dieſem Hotel hatten es ſich
ruſſiſche Offiziere bequem gemacht. Nach den
Strapa=
zen, die ihnen das Niederbrennen von Dörfern und das
Drangſalieren der Bewohner verurſacht hatte, waren ihnen
die Weine aus dem Keller des Hotels gerade recht
gekom=
men, und mit ſchweren Köpfen ſielten ſie ſich auf den
Bet=
ten und Sofas umher, als — die Deutſchen kamen. Vom
Pfeifen der Granaten und dem Knattern der
Maſchinen=
gewehre waren die Ruſſen wohl nicht gleich wach
gewor=
den, ſo daß ſie ſich etwas verſpäteten. Hals über Kopf
ſtürzten ſie dann in den Fahrſtuhl, um möglichſt ſchnell
hinunterzuſauſen, aber — der Fahrſtuhl hatte es
an=
ders beſchloſſen. Er war ein deutſcher, in einer Berliner
Fabrik hergeſtellt, und ſomit tat er ſeine Schuldigkeit.
Wenn er ſchon den Ruſſen nicht an die Gurgel konnte, ſo
half er ſich durch „paſſive Reſiſtenz”, hielt mitten zwiſchen
dem zweiten und erſten Stock mit einem hörbaren Ruck
an und war weder durch Fluchen noch durch Gewalt von
der Stelle zu bewegen. Als unſere Feldgrauen
erſchie=
nen, ſahen und hörten ſie mit vergnügtem
Schmunzeln=
den Feind in ſeinem Käfig toben. Aufmerkſam, wie die
Deutſchen immer ſind, holten ſie den Mechaniker des Hotels
und befreiten die Ruſſen, um ſie gefangen zu nehmen. Nun
brüten die Herren Moskowiter Rache, weil ein deutſcher
Fahrſtuhl ſie an Bosheit übertroffen hat.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. September 1914.
Nummer 264.
am 17. nicht weniger als 42,3 Millimeter. Hagel wird
nur von acht Stationen an einem Tage gemeldet, und
auch die Gewitterzahl war im allgemeinen gering. Die
Gegenſätze bilden Vielbrunn mit 7 und Herchenhain mit 1
(Darmſtadt: 4). Die Mittel der Waſſerſtände lagen beim
Rhein durchſchnittlich 1 Meter, beim Main 35 Zentimeter
über dem Auguſtmittel des Jahreszehnts 1901—1910.
§ Unbefugtes Kollektieren. Der ehemalige Pfarrer
Theodor Wangemann, geboren am 17. April 1865 zu
Camin in Pommern, iſt in Frankfurt a. M. wegen
Ver=
dachts des Betruges feſtgenommen worden. Er
kollek=
tierte ſeit Jahren in den verſchiedenſten Städten
deutſchlands und der Schweiz nur bei reichen angeſehenen
Leuten mit großer Zudringlichkeit für ein von ihm
geleite=
es deutſches Waiſenhaus in Ruſtſchuck in Bulgarien.
Der Betrieb der kleinen Waiſenanſtalt iſt eine rein
perſön=
liche Angelegenheit Wangemanns und geht auf ſeine
Rech=
tung und Gefahr. Die rechtmäßige, zweckentſprechende
Verwendung der von ihm geſammelten Gelder unterliegt
keiner Nachprüfung durch irgend eine maßgebende Stelle.
die Gemeinde in Ruſtſchuck unterhält keine Beziehungen
mehr zu ihm. Es beſteht der dringende Verdacht, daß
Wangemann nur einen Teil der von ihm eingenommenen
hohen Summen dem genannten Zweck — vermutlich zur
Verſchleierung des wahren Charakters ſeiner
Sammlun=
gen — zuführt, mindeſtens aber ſeinen Unterhalt und
ſeinen nicht geringen Aufwand von den Spenden beſtreitet.
Dieſe floſſen ſehr reichlich, da Wangemann ſich durch ſein
ſehr ſicheres, gewandtes Auftreten das Vertrauen der
an=
geſehenſten Perſönlichkeiten zu erwerben verſtanden hat.
In Frankfurt a. M. trat er in feldgrauer
Offiziersuni=
form auf und es gelang ihm, innerhalb weniger Tage
über 6000 Mark zuſammen zu bringen. Früher ſoll
er ſich auch den Titel Dr. Wangemann, Rezitator aus
Ruſtſchuck, zugelegt haben. Der Evangeliſche
Oberkirchen=
rat in Berlin hat ſchon vor Jahren die Geiſtlichkeit vor
ihm gewarnt. Die Ermittelung von Geſchädigten und
Feſtſtellung der Angaben, welche Wangemann über ſeine
Perſon und ſeine Sammlung gemacht hat, iſt dringend
erwünſcht. Etwaige Geſchädigten werden deshalb erſucht,
diesbezügliche Mitteilungen der hieſigen Kriminalpolizei
zugehen zu laſſen.
* Die amtlichen Verluſtliſten geben von jetzt ab
die Namen der Gefechte an, ſoweit ſie zuverläſſig
bekannt ſind.
Feldpoſtſendungen.
Die Feldpoſtanſtalten klagen dauernd auf das
lebhafteſte über die mangelhafte Verpackung
der in der Heimat aufgelieferten Feldpoſtbriefe
mit Schokolade, Zigarren, Pulswärmern,
Strümpfen u. dgl. Infolgedeſſen erhalten die
Feld=
poſtanſtalten viele Tauſende ſolcher Sendungen mit
be=
ſchädigtem Inhalt oder aus denen der Inhalt überhaupt
herausgefallen iſt, ſo daß mit dem Briefe nichts mehr
angefangen werden kann. Es muß daher den Abſendern
immer nur wieder dringend angeraten werden, für eine
der langen Beförderungsſtrecke und der Schwierigkeit
der Feldpoſttransporte angemeſſene Verpackung zu
ſorgen. Die Feldpoſtwarenbriefe müſſen unbedingt einen
Umſchlag aus dauerhafter Pappe oder aus feſtem,
ſtarkem Papier erhalten. Außerdem empfiehlt ſich ſehr
eine feſte Verſchnürung mit Bindfaden. Der vielfach
benutzte Klammerverſchluß der Feldpoſtbriefe allein iſt
unzureichend, da er ſich leicht unterwegs löſt.
Ueber geringfügige
Gewichtsüberſchrei=
tungen bei den Feldpoſtbriefen, deren
Meiſt=
gewicht beſtimmungsgemäß 250 g beträgt, werden die
Poſtanſtalten fortan hinwegſehen.
In der letzten Zeit werden bei den Poſtanſtalten
zahlreiche Feldpoſtbriefe mit Wertangabe
aufgeliefert, die nach ihrem Inhalt (Waren uſw.) nicht
als Geldbriefe im Sinne der Feldpoſtdienſtordnung
gelten können. Die Zulaſſung von Geldbriefen hat nur
einer tatſächlichen Geldübermittelung dienen ſollen,
namentlich von höheren Beträgen, die durch
Poſtan=
weiſungen infolge Beſchränkung deren Höchſtbetrages
oder aus anderen Gründen nicht übermittelt werden
können. Die Verwendung dieſer Verſendungsform für
Zigarren, Schokolade u. dgl. bedeutet einen Mißbrauch,
unter dem der Feldpoſtbetrieb ſtark leidet. Die
Poſt=
anſtalten haben deshalb angewieſen werden müſſen,
künftig alle hiernach unzuläſſigen Feldpoſtbriefe mit
Wertangabe unbedingt zurückzuweiſen.
Groß=Gerau, 4. Sept. (Ein Zuſammenſtoß)
zwiſchen einem Liebesgaben=Auto und einem
Bauern=
wagen ereignete ſich Dienstag früh auf der Landſtraße
nach Nauheim. Das Auto kam vom Darmſtädter
Ro=
ten Kreuz und ſollte nach dem weſtlichen Kriegsſchauplatz
gehen. Der Zuſammenſtoß war ſo heftig, daß ſowohl der
Bauernwagen, wie auch das Auto für die Weiterfahrt
unbrauchbar wurden. Beide Fahrzeuge wurden ſpäter
abgeſchleppt. Zum Glück kamen der Fuhrmann wie auch
der Autolenker mit dem Schrecken und einigen kräftigen
Hautabſchürfungen davon. Auch die Pferde blieben ohne
ſchweren Schaden. Der Zuſammenſtoß iſt auf den
ſtar=
ken Nebel zurückzuführen.
Rüſſelsheim, 24. Sept. (Des Großherzogs
Dank an die Rüſſelsheimer.) Der erſte von der
Firma Opel nach dem Standort der heſſiſchen Diviſion
abgeſchickte Wagen mit Liebesgaben der Rüſſelsheimer
Bevölkerung traf auf dem Wege zum Schlachtfelde mit
dem Großherzog von Heſſen zuſammen. Der
Landesherr war über die Sendung außerordentlich
er=
freut und ſorgte dafür, daß der von dem Obermeiſter
Michel von den Opelwerken gelenkte Wagen direkt an die
heſſiſchen Regimenter heranfahren und die Gaben an die
Rüſſelsheimer Krieger verteilen durfte. In einem
beſon=
deren Schreiben an die hieſige Bürgermeiſterei dankte
der Großherzog allen Rüſſelsheimern für die Gaben und
entbot allen Einwohnern ſeine Grüße. Der Fürſt äußerte
dabei den Wunſch, daß man hauptſächlich
Unterklei=
der und auch etwas zum Rauchen ſchicken möge. An
Eßwaren und Getränken beſtehe dagegen bei ſeinen Heſſen
kein Mangel. — Geſtern früh ging der zweite Wagen
mit Liebesgaben von hier ab, wobei man dem Wunſche
des Großherzogs beſondere Rechnung trug.
-h- Auerbach, 23. Sept. (
Verwundetentrans=
port.) Heute ſind etwa 200 Verwundete hier
einge=
troffen. Sie wurden größtenteils im Großh. Fürſtenlager
untergebracht. Die meiſten von ihnen ſind Sachſen.
Hof=
fentlich erholen ſich die Braven in den hieſigen Lazaretten
wieder völlig von ihren Wunden. Im ganzen dürften hier
zurzeit nun über 300 Verwundete liegen.
Viernheim, 24. Sept. (Seine Sprache.) Ein bie
derer Viernheimer, der bei der Beſatzungsarmee in Bel
gien iſt, hat die Eindrücke, die er dort von Menſchen und
Dingen empfing, in folgende an ſeine Bekannten gerich
tete Worte zuſammengefaßt: „Die Hunde und die
Ra=
ben haben ein Geſchrei wie bei uns. Die Leute aber
ver=
ſtehen wir nicht, da muß man alles mit den Händen
machen.”
Aus Rheinheſſen, 24. Sept. (Fürs Rote Kreuz.)
Die Feldjagd zu Wendelsheim iſt ſeit Jahren an den
hol=
ländiſchen Baron L. Boreal aus Vogelanzang bei
Am=
ſterdam verpachtet. Der Pächter hat nun hierher den
Auf=
trag erteilt, daß die Jagd auf Rebhühner auf ſeinem
Jagdpachtgebiet durch hieſige Jäger ausgeübt und die
ge=
ſamte Jagdbeute an die nächſten Lazarette für die
verwun=
deten deutſchen Soldaten abgeliefert werde. Die erſte
Jagdbeute ging geſtern bereits an das Rote Kreuz zu
Worms ab.
Reich und Ausland.
Poſen, 24. Sept. Dem Erzbiſchof von
Po=
ſen und Gneſen, deſſen feierliche Einführung heute
ſtattfindet, iſt vom Reichskanzler aus dem Großen
Hauptquartier folgendes Telegramm zugegangen: Euerer
erzbiſchöflichen Gnaden beehre ich mich, am heutigen Tage
meine aufrichtigſten Glückwünſche auszuſprechen. Sie
be=
ſteigen den Stuhl des heiligen Adalbert in einer ernſten,
entſcheidungsvollen Zeit, in der die geſamte Bevölkerung
der Erzdiözeſe unterſchiedslos dem Rufe unſeres
gelieb=
ten Kaiſers folgend, ihre vaterländiſchen Pflichten in
freudiger Einmütigkeit erfüllt. Gott ſchenke Ihrer Arbeit
ſeinen Segen zum Wohle der Diözeſe und des
Vater=
landes.
Frankfurt, 24. Sept. Im Laufe der letzten Woche hat
unter der geſamten Beamtenſchaft der ſtädtiſchen
Verwal=
tung, und zwar der oberen, mittleren und Unterbeamten,
ſowie der Hilfsbeamten eine Zeichnung von Beiträgen
für die Zwecke der Kriegsfürſorge unter
Mitwir=
kung des Vereins der ſtädtiſchen Beamten und aller
übri=
gen Vereine ſtädtiſcher Beamten ſtattgefunden. Die
Zeich=
nung hat den ſtattlichen Betrag von 37000 Mark
erge=
ben, der als erſtmalige Spende demnächſt an die
Zentral=
ſammlung zur Ablieferung kommt. Es handelt ſich, wie
geſagt, um eine erſtmalige Spende, der im Falle längerer
Dauer des Krieges noch weitere folgen ſollen.
Wien, 24. Sept. Die Hauptverhandlung gegen
die Attentäter Prineip und Genoſſen findet Ende
November in Serajewo vor dem Strafſenat ſtatt. Die
Anklageſchrift iſt 500 Seiten ſtark.
Kriſtiania, 24. Sept. Anatol Aal, Philoſoph
und Profeſſor an der hieſigen Univerſität,
ehe=
mals Dozent in Halle a. S., ſchlägt in einem Vortrag vor,
den diesjährigen Friedenspreis des
Nobel=
inſtitutes zu Kriſtiania keinem einzelnen
zuzuerken=
nen, ſondern die Summe zur Aufklärungsarbeit
für den Frieden zu verwenden, damit eine
Inter=
nationale Bewegung geſchaffen werden könne zu dem
Zwecke, daß künftige Kriege nur nach Volksabſtimmungen
möglich ſind.
Zahlung der Wohnungsmieten während
der Kriegszeit.
* Berlins, 22. Sept. (W. T. B. Amtlich.) In der
Oeffentlichkeit und in der Preſſe ſind Zweifel darüber
auf=
getaucht, ob während des Kriegszuſtandes die
Verpflich=
tung zur Zahlung der Wohnungsmieten
fort=
beſteht. Ueber die Auffaſſung der Zentralinſtanzen
er=
fahren wir dazu folgendes:
Die Kriegszeit befreit den Mieter einer Wohnung
nicht von der Verpflichtung zur pünktlichen Zahlung des
Mietzinſes, und die Nichtzahlung zieht, mit gewiſſen
Ein=
ſchränkungen, die zur Vermeidung von Härten getroffen
ſind, auch während des Krieges rechtlich die gleichen
Fol=
gen nach ſich, wie in Friedenszeiten, nämlich die Klage
auf Zahlung und Räumung und gegebenenfalls die im
Zwangswege durchgeführte. Exmiſſion. Es würde mit
der Aufrechterhaltung des geſamten Wirtſchaftslebens
un=
vereinbar ſein, auf einem praktiſch ſo bedeutſamem
Ge=
biete ohne weiteres und ohne gleichzeitige Regelung aller
Folgen eine Durchbrechung des beſtehenden Rechtes
anzu=
erkennen, und es muß als gewiſſenlos bezeichnet werden,
wenn in der Oeffentlichkeit immer wieder die Behauptung
aufgeſtellt wird, daß die Kriegszeit die Verpflichtung zur
Mietzahlung aufſchöbe. Ganz abgeſehen davon, daß
damit den wirklichen Intereſſen des einzelnen wenig
ge=
dient ſein kann, da es ſich in dieſem Falle naturgemäß
nur um eine Stundung, nicht aber um einen endgültigen
Erlaß der Zahlung handeln würde, iſt es auch ohne
wei=
teres offenſichtlich, daß die Befreiung des Mieters die
Zahlungsunfähigkeit des Vermieters, der Verzug, des
Vermieters in der Zahlung der Hypothekenzinſen
wie=
derum die Leiſtungsunfähigkeit des
Hypothekengläu=
bigers nach ſich ziehen kann, und daß ſo in weitgreifender
Wechſelwirkung das ganze Wirtſchaftsleben beeinflußt
werden muß, letzten Endes wieder zum Schaden des
klei=
nen Mannes, der an der Aufrechterhaltung der
wirtſchaft=
lichen Ordnung ein ſtarkes Intereſſe hat. Deutſchland
fühlt ſich ſtark genug, der ſchwierigen Verhältniſſe, wie
ſie durch den Krieg geſchaffen ſind, auch ohne Moratorium
deſſen andere Staaten nicht entraten können, Herr zu
blei=
ben; ein Moratorium auf einem wichtigen Teilgebiete iſt
nicht denkbar ohne ein Moratorium weiteſten Umfanges.
Es iſt ein wirtſchaftliches Unding, den
Satz proklamieren zu wollen: Jedermann kann
ruhig wohnen bleiben, auch wenn er ſeinen
Verpflichtun=
gen aus dem Mietvertrage nicht nachkommt. Ein ſolcher
Grundſatz würde nicht zuletzt von denen ausgenutzt
wer=
den, welche durchaus zahlungsfähig ſind, würde die
bös=
willigen Zahler geradezu züchten und die Gutwilligen
ſchädigen.
Zum Schutze der Gutwilligen andererſeits, welche beim
beſten Willen nicht oder nicht in vollem Maße ihren
Zah=
lungspflichten nachkommen können, haben die
wirtſchaft=
lichen Kriegsgeſetze des Reiches Vorſchriften getroffen,
die Härten auszuſchließen geeignet ſind. Hierhin gehört
zunächſt das Geſetz, betreffend den Schutz der infolge des
Krieges an Wahrnehmung ihrer Rechte behinderten
Per=
ſonen. Mieter, die ſelbſt am Kriege teilnehmen, können
während des Kriegszuſtandes nicht zur Zahlung oder
Räumung der Wohnung verurteilt werden. Ohne
Verur=
teilung des Mieters kann natürlich auch ſeine Familie
nicht exmittiert werden. Iſt der Mietvertrag ſowohl von
dem jetzt im Felde ſtehenden Familienvater wie auch von
ſeiner Ehefrau unterzeichnet worden, ſo kann auch die
Ehe=
frau — wenn ſie überhaupt zur Räumung der Wohnung
gerichtlich verurteilt werden kann, was zweifelhaft iſt
jedenfalls nicht zwangsweiſe mit ihren Kindern aus der
Wohnung gewieſen werden; eine ſolche
Zwangsvoll=
ſtreckung erachten, wie feſtgeſtellt worden iſt, die
zuſtändi=
gen Richter in Groß=Berlin für unzuläſſig.
Auch die nicht im Kriege befindlichen Mieter werden
gegen Unbilligkeiten durch die Verordnungen über die
ge=
richtliche Bewilligung von Zahlungsfriſten und über die
Folgen der nicht rechtzeitigen Zahlung einer
Geldforde=
rung geſchützt; wenn ihre Lage es rechtfertigt und dem
Vermieter kein unverhältnismäßiger Nachteil daraus
ent=
ſteht, kann ſolchen Mietern, falls ſie auf Zahlung des
Zinſes gerichtlich belangt werden, ein Zahlungsaufſchub
bis zu drei Monaten bewilligt werden. Wenn ſie dieſe
Befriſtung nicht im Prozeß ſelbſt erreichen, bietet ſich ihnen
im Vollſtreckungsverfahren zum zweiten Male die Mögg
lichkeit, durch Ausſpruch des Vollſtreckungsrichters für dien
Dauer von längſtens drei Monaten Aufſchub zu erhal
ten. Auch ohne daß eine Klage des Vermieters erfolgt
kann der Mieter den Richter zur Anerkennung ſeiner
Not=
lage und zur Bewilligung der Friſt anrufen. In gleichen
Weiſe kann der Richter den als Folge der Nichtzahlung
eintretenden Rechtsnachteil: die Räumungspflicht des Mie
ters, bedingt oder unbedingt beſeitigen. Selbſtverſtänd
lich iſt es hierbei, daß der Eintritt der vorſtehend ſkizzien
ten Rechtswohltaten nicht von ſelbſt erfolgt, ſöndern von
der Initiative der Beteiligten abhängig iſt, deren Antrag
die Vorausſetzung für den Eintritt bildet.
Aber ſelbſt wenn alle dieſe weittragenden
Machtbefug=
niſſe der Gerichte nicht zur Beſeitigung aller Härten auss
reichen ſollten, liegt für den nicht zahlungsfähigen Mieten
noch kein Grund vor, zu verzagen. Denn letzten Endes
iſt es Pflicht der Gemeinden, den Bedürftigen Obdach
zu verſchaffen. Daß die Gemeinden dieſer Pflicht
ge=
genüber denjenigen, die ſie rechtzeitig in Anſpruch
neh=
men, in befriedigender und weitherziger Weiſe
nachkom=
men, dafür wird ſeitens der Aufſichtsbehörden mit allen
Machtmitteln Sorge getragen werden,
Stimmen aus dem Publikum.
Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Von dem Beſitzer einer Monats=Zeitkarte
der Darmſtädter Straßen= und
Vorortbah=
nen erhalten wir folgende Zuſchrift: Als ich heute, am
24. September, meine Monatskarte für den folgenden
Monat erneuern und bezahlen wollte, erhielt ich auf dem
Bureau der Heag die Auskunft — es waren 3 Beamte
an=
weſend —, das ſei noch zu früh, erſt vom 26. d. M. an
könne man für den Oktober bezahlen, übrigens ſeien auch
die Marken noch gar nicht da. Der 26. September iſt nun
ein Samstag, an dem das Bureau am Nachmittag
ge=
ſchloſſen iſt, der 27. September iſt ein Sonntag, an dem es
ſelbſtverſtändlich ebenfalls geſchloſſen iſt; mithin beſchränkt
ſich die Möglichkeit, das Abonnement zu erneuern, auf
ganz wenige Tage. Wer nun das Gedränge in dem nur
wenige Quadratmeter großen Bureau an dieſen Tagen
und die unglaublich langſame Abfertigung der einzelnen
Abonnementserneuerer ſchon miterlebt hat und außerdem
einigermaßen mit ſeiner Zeit rechnen muß, fühlt das drins
gende Bedürfnis, eine Wiederholung dieſer
Mißſtändig=
keit zu vermeiden. Es wäre deshalb äußerſt
wünſchens=
wert, daß hier von der Direktion der Heag ausreichend
Abhilfe geſchaffen würde. Man ſollte doch meinen, je
früher die Heag ihr Geld erhält, umſo lieber müßte es
ihr ſein.
Landwirtſchaftliches.
— Abgabe vonausrangierten und
Beute=
pferden. Das Kriegsminiſterium hat angeordnet, daß
nicht mehr brauchbare Militär= und eventuell auch
Beutepferde den Landwirtſchaftskammern zur Abgabel
an Landwirte überwieſen werden ſollen. Die Pferde
werden zu einem von zwei Sachverſtändigen feſtzul
ſetzenden Schätzungswert abgegeben. Die Abgabe den
Pferde erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldung bel
der Landwirtſchaftskammer. Die Bezahlung der Pferde
erfolgt bei den ſtellvertretenden Intendanturen.
— Verkauf von Rindvieh. Das Viehdepot
des Reſerve=Magazins Weſthafen in Frankfurt a. M.
(Landw. Halle) verkauft freihändig gegen bar: 139
Zug=
ochſen, 37 junge Ochſen zur Aufzucht, 261 trächtige Kühe,
Rinder und friſchmelkende Kühe, 65 junge Rinder.
Land=
wirte aus ſeuchenfreien Gegenden haben in der Zeit
vor=
mittags von halb 10 bis halb 12 Uhr und nachmittags
von halb 3 bis halb 5 Uhr Zutritt zu den Ställen.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 23. Sept. Auftrieb: 92 Schweine. Preiſe pro
50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mk.: 1. Qualität 63,
2. Qualität 62, 3. Qualität 61. Marktverlauf ruhig;
Ueberſtand. — Schweinemarkt am 24. Sept. Auftrieb: 73.
Schweine. 1. Qualität 63, 2. Qualität 62, 3. Qualität 61.
Marktverlauf: geräumt. — Kälbermarkt am 24. Sept.
Auftrieb: 128 Kälber, 1 Schaf, 1 Ziege. Preiſe für 50
Kilogramm Lebendgewicht: 1. Qualität 64 M., 2. Qualität
60 M., 3. Qualität 59 M. Marktverlauf: lebhaft.
H. Frankfurt a. M., 24. Sept. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkte herrſchte nach der
Unter=
brechung durch die iſraelitiſchen Feiertage etwas
lebhaf=
teres Geſchäft bei feſter Stimmung. Landweizen und
Landroggen nur mäßig offeriert und wurden die erhöhten
Preiſe ſchlank bewilligt; ebenſo Braugerſte anziehend. Die
noch vorhandenen kleinen Quantitäten ausländiſchen
Ge=
treides ſind nur zu weſentlich erhöhten Preiſen erhältlich.
Für neuen Hafer guter Konſumbegehr, aber ohne
Ver=
änderung gegenüber der Vorwoche.
An der Berliner Produktenbörſe war der
Verkehr ein reger und beſtand Kaufluſt für Lokogetreide,
da wenig Angebot herauskam. Die Mattigkeit der
amerika=
niſchen Börſen blieb unbeachtet. Größere Nachfrage zeigte
ſich auch für Futterartikel.
Hier notieren die Preiſe bei 100 Kilogramm netto loko
wie folgt: Landweizen, hieſiger und Wetterauer 26—26.25,
Norddeutſcher 26.25—26.50, Roggen, hieſiger und Pfälzer
22.50—22.75, ausländiſcher Weizen 30.50—31.50; Gerſte,
hieſige und Wetterauer 22.75—23.25; Hafer, hieſiger
22.75—23.25; Mais 21.50—22, Weizenmehl 40. (Baſis 0 ab=
Mühle), Weizenkleie 13.50—14.
Vermiſchtes.
— Papier dient im Feldlager als
Not=
ſchutz gegen die Kälte! Hierüber ſchreibt die
Deutſche Moden=Zeitung: Wer Angehörige beim Heere
hat, ſoll ihnen ſo oft als möglich die gewohnten Zeitungen
zugängig machen, ſie ſpinnen die trauten
Verbindungs=
fäden zur Heimat und erfreuen dadurch in den ſeltenen
Ruheſtunden das Herz unſerer tapferen Krieger. Aber
auch, wenn die Zeitungen geleſen ſind, hört ihr Nutzen
für den Soldaten nicht auf, ſondern ſie erfüllen noch als
Notſchutz gegen die Kälte einen ungemein wertvollen
Zweck. Geübte Sportsleute haben die folgenden
Rat=
ſchläge oftmals erprobt: Beim Poſtenſtehen wird ſelbſt
heim ſtärkſten Winddruck die Bruſt warm gehalten durch
das Einſchieben mehrerer Zeitungslagen zwiſchen Hemd
und Hoſenträger. Sollen Bruſt und Rücken gleichzjeitig
ge=
ſchützt werden, ſo verfährt man folgendermaßen: Man
ſchneidet in die für Bruſt und Rücken beſtimmten
Zeitungs=
lagen möglichſt tiefe halbe Hals=Ausſchnitte, damit auf der
Schulter die Teile ſich decken, läßt ſich von einem
Kame=
raden das Rückenteil anlegen und verbindet auf der
Schul=
ter das Bruſtteil mit dem Rückenteil, was am beſten durch
einige Fadenſtiche geſchieht. Iſt die Zeitung groß genug,
Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. September 1914.
Seite 5.
ſo kann ein kreisförmiger Ausſchnitt zum Durchſtecken des
Kopfes hineingeſchnitten werden. Beim Biwak dienen
zwiſchen Waffenrock und Mantel geſchobene Zeitungslagen
gegen Durchſchlagen der Erdfeuchtigkeit und ſomit als
Schutz gegen Erkältungen. Bei der Gewohnheit, auf
einem Arm zu ſchlafen, iſt es ratſam, Zeitungen um den
Arm zu wickeln. Haben ſich rheumatiſche Schmerzen ſchon
geltend gemacht, ſo kann man durch örtliche Umwickelungen
auch hier bald Beſſerung erreichen. Wir wollen noch
be=
tonen, daß es nicht unbedingt Zeitungspapier ſein muß,
um dieſe Wirkungen zu erzielen, ein jedes Papier hat als
ſchlechter Wärmeleiter die gleichen guten Eigenſchaften.
Es iſt die Pflicht Aller, welche Angehörige im Felde haben,
dieſe auf den ſegensreichen Wert des Papieres
aufmerk=
ſam zu machen und ſie in regelmäßigen Beſitz von
Zei=
tungen zu bringen, um die Vorteile ausnützen zu können.
Literariſches.
— Kriegskarte für das weſtliche Rußland
mit den angrenzenden Teilen von Deutſchland und
Oeſter=
reich=Ungarn. Maßſtab 1: 2000000. 13.—17. Auflage.
20.—40. Tauſend. Oskar Eulitz Verlag, Liſſa i. P. Preis
80 Pfg., auf Leinwand in Taſchenformat 2.25 Mark. Eine
Karte, die allen Anforderungen voll genügt, wird unſeren
Leſern in der oben angeführten, in 5 Farben
ausgeführ=
ten Kriegskarte geboten. Obwohl ſämtliche Eiſenbahnen,
Stationen, Landſtraßen und ſelbſt die kleinſten Orte auf
der Karte zu finden ſind, iſt die größte Ueberſichtlichkeit
gewahrt, ſo daß ein Vertrautwerden mit der Karte im Nu
möglich iſt. Eulitz’ Kriegskarte vom weſtlichen Rußland
bietet das klarſte Bild aller bisher erſchienenen Karten von
den öſtlichen Kampfesfeldern. Der Abſatz von 40000 Stück
innerhalb zehn Tagen iſt der beſte Beweis für die
Brauch=
barkeit der Karte.
— Zwei vorzügliche neue Karten zur
Infor=
mation über die Ereigniſſe des
euro=
päiſchen Kriegs legt uns die Kartogr. Anſtalt G.
Freytag u. Berndt, Geſ. m. b. H., Wien VII,
Schotten=
feldgaſſe 62. vor in G. Freytags Karte von Europa
1:7500000, 70 :92 Zentimeter groß, Preis 2 Mk., und
G. Freitags Karte von Serbien 1 600000, 70: 100
Zentimeter groß. Preis 1,30 Mark. Während die Karte
von Europa eine große Ueberſicht all der in Betracht
kom=
menden Kriegsſchauplätze in unſerem Erdteil gibt, bietet
die neue Karte von ganz Serbien in dem großen
Maß=
habe 1:600000 eine ſehr gute, außerordentlich detaillierte
Darſtellung des zwiſchen Serajewo-Cattaro-Saloniki
—Sofia-Temesvar liegenden Gebietes. Es iſt dies wohl
die beſte zurzeit vorhandene Karte Serbiens, da ſie durch
die Aufnahme zahlreicher Ortsnamen, durch gute
Terrain=
darſtellung und großen Maßſtab außerordentlich
inſtruk=
tiv iſt.
Ueberſichtskarten des deutſch=
ruſſi=
ſchen und des deutſch=franzöſich=belgiſchen
Kriegsſchauplatzes in handlichem Taſchenformat
ſind ſoeben zum Preiſe von je nur 20 Pfg. im Verlage
von Georg Wagner u. Co. in Nürnberg erſchienen. Die
vierfarbig gedruckten, aufgeſchlagen 20:32 Zentimeter
großen Pläne bringen eine genaue Ueberſicht der
Grenz=
gebiete und geſtatten aufgrund der täglichen
Kriegs=
berichte eine bequeme Verfolgung der Entwickelung der
Kriegslage.
Letzte Nachrichten.
* Großes Hauptquartier, 24. Sept.,
abends. (W. T. B. Amtlich.) Auf dem
weſtlichen Kriegsſchauplatz ſind
heute im allgemeinen keine
weſent=
lichen Ereigniſſe eingetreten.
Ein=
zelne Teilkämpfe waren den
deut=
ſchen Waffen günſtig.
Aus Belgien und dem Oſten iſt
nichts Neues zu berichten.
Deutſchlands Finanzlage.
* Berlin, 24. Sept. In der heutigen Sitzung des
Aufſichtsrats der Deutſchen Bank wurde bei
Beſpre=
chung der Banklage von ſeiten des Vorſtandes
her=
vorgehoben, daß die Bank ſich dank ihrer offenen und
ſtil=
len Reſerven den großen Erforderniſſen des
Kriegszu=
ſtandes vollſtändig gewachſen gezeigt habe. Alle von der
Bank verlangten Auszahlungen ſind prompt und voll
ge=
leiſtet worden, die ſeither gewährten Kredite könnten nicht
nur aufrecht erhalten bleiben, ſondern ſie konnten auch,
ſoweit es erforderlich war, ausgedehnt werden. Ferner
wurde die Befriedigung ausgedrückt, daß Deutſchland
von allen Ländern die vollendetſte Kreditorganiſation
beſitze und daß es gewillt und in der Lage iſt, den Krieg
nach allen Seiten hin bis zu den die politiſche und
wirtſchaftliche Zukunft Deutſchlands
ſichernden Erfolgen durchzukämpfen.
Zur Vernichtung der drei engliſchen
Panzerkreuzer.
* Wien 24. Sept. Sämtliche Blätter
be=
ſprechen die Heldentat des deutſchen
Unter=
ſeebootes „U. 9‟ in Artikeln. Das Fremdenblatt
ſchreibt: Der 22. September wird in der Geſchichte der
deutſchen Flotte immerdar ein Ruhmestag ſein. Drei
vortrefflich armierte, ſtarke Panzerſchiffe vernichtete ein
einziges deutſches Unterſeeboot in dem Zeitraum von
zwei Stunden, eine Tat, die neuerlich beweiſt, daß die
deutſchen Matroſen in Bravour und Tüchtigkeit und in
ihrem heroiſchen Unternehmungsgeiſt ſich würdig der
Landarmee unſeres Verbündeten anreihen. Die Neue
Freie Preſſe führt aus: Zwei Stunden hat ſich das
Unterſeeboot auf dem Kampfplatz aufgehalten, jede Minute
konnte ſeine letzte ſein. Die Tat zeugt von einer bis ins
Detail ganz außerordentlich guten Schulung der geſamten
Bemannung und von ihrer Tapferkeit; und dieſe Tat wird
als erſter Unterſeebootangriff im großen Stil für alle
Zeiten ein Beiſpiel ſein, wie Mannesmut, kühle Erwägung
und vollendete Technik ſchier unglaublich dünkende Erfolge
zu zeitigen vermögen. Die Erziehung, die ſolche
Opfer=
bereitſchaft hervorbringt, muß den Sieg verbürgen. Das
Neue Wiener Journal ſchreibt: Die Führer und
Mannſchaften der öſterreichiſch=ungariſchen Flotte, ſie
ſen=
den jubelnden Gruß den deutſchen Kameraden zur See,
ſie ſenden begeiſterten Glückwunſch zum Seeſieg bei Hoek
van Holland und grüßen voll Bewunderuna das deutſche
Unterſeeboot „U. 9‟.
* Rom 24. Sept. Die Vernichtung dreier
gro=
ßer engliſcher Kreuzer durch ein deutſches
Unter=
ſeeboot machte hier ungemein großen Eindruck. Man
geht kaum fehl, wenn man ſagt, daß dieſer See=Erfolg
für die Bewertung der deutſchen Machtſtellung durch die
italieniſche Bevölkerung höher anzuſchlagen iſt,
als die bisherigen bedeutendſten
Land=
ſiege. Daß die deutſche Armee die Fähigkeit zum Siege
haben würde, wurde hier ernſtlich nie bezweifelt. Daß
aber auch die Flotte in einer derartigen, England offenbar
überlegenen Weiſe Englands Uebermacht zu ſchädigen
im=
ſtande iſt, glaubte man hier nicht. Deshalb wird der See=
Erfolg in ganz beſonderer Weiſe eingeſchätzt und zugunſten
Deutſchlands gebucht. Die geſtrigen Abendblätter, die die
Ereigniſſe noch unter dem Geſichtspunkt der erſten
Aus=
landsmeldungen betrachten, nach welchen fünf
Unterſee=
boote den Angriff ausgeführt haben und dabei zwei
ge=
ſunken ſein ſollen, — das Berliner Telegramm, daß nur
„U. 9‟ gekämpft hat und heil zurückgekehrt iſt, kam zu ſpät
für die Abendkommentare — äußern ſich wie folgt:
Po=
polo Romano ſchreibt: Für unſere Marine hat dieſe
Tat unter Berückſichtigung unſerer maritimen Lage ganz
hervorragende Bedeutung. Die Epiſode iſt der ſpringende
Punkt des Tages, während noch die Schlacht zwiſchen den
Franzoſen und den Deutſchen ohne hervorſtechende
Ver=
änderungen andauert. — Vita ſchreibt: Der Verluſt
die=
ſer drei ſchönen Schiffe iſt auch für die grandioſe Flotte
wie die engliſche fühlbar. Aber größer wie der materielle
Schaden wird für England der moraliſche Effekt
fühlbar ſein. Unterſeeboote haben dieſe drei Kreuzer
an=
gegriffen, weil ſie nichts Beſſeres vor ſich hatten, aber ſie
hätten auf dieſelbe Weiſe die ſtärkſten Linienkreuzer
an=
greifen und in gleicher Weiſe verſenken können. — Die
Tribuna meint: Die Vernichtung der engliſchen
Kreu=
zer ganz nahe an der belgiſchen Küſte beweiſt, daß die
Anwendung von Unterſeebooten im modernen Kriege,
wenn ſie von kühnen und geſchickten Leuten geführt
wer=
den, viel einſchneidender iſt, als bisher die
Flottenſachver=
ſtändigen glaubten. Die Höhe von Hoek van Holland iſt
einige hundert Meilen von der Operationsbaſis der
deut=
ſchen Flotte entfernt. Es iſt deshalb für uns ein
ge=
wiſſes Wunder, daß die Unterſeeboote ſich ſo weit
von der Baſis entfernen und dabei eine ſo große
Offenſiv=
kraft in den Meeresarm der Nordſee tragen konnten, der
die engliſche von der holländiſchen Küſte trennt.
* London, 24. Sept. Die engliſchen
Zei=
tungen beſprechen den Untergang der Kreuzer. Sie
beklagen mehr den Verluſt der Mannſchaften als der
Schiffe, die einem älteren Typ. angehörten. England
müßte ebenfalls mehr Gebrauch von Unterſeebooten und
Minen machen. Mancheſter Guordian ſagt, man dürfe den
Verluſt der Schiffe nicht leicht nehmen. Hätten engliſche
Unterſeeboote in wenigen Minuten drei Kreuzer zerſtört,
hätte man das eine brillante Leiſtung genannt.
* London, 24. Sept. Die Times ſchlägt
anläß=
lich des Unterganges von drei Kreuzern vor, die deutſche
Küſte mit einem Minengürtel zu umgeben,
um den Feind einzuſchließen.
* London, 24. Sept. Daily Mail meldet über den
Untergang der Kreuzer folgende
Einzelhei=
ten: „Aboukir” wurde im Kohlenraum von einem
Torpedo getroffen. Creſſy” wurde durch den erſten
Schuß nicht ernſtlich beſchädigt, obwohl die Exploſion
hef=
tig war. Während die Rettungsboote ausgeſetzt wurden,
ſtand die Mannſchaft bei den Geſchützen und gab einen
Schutz auf das Periſkop eines Unterſeebootes, das wenige
Sekunden ſich zeigte, ab. Nachdem die „Creſſy” von einem
zweiten Schuß tödlich getroffen war, warf die Mannſchaft
Stühle und Tiſche über Bord, um ſich daran feſtzuhalten.
Die Beſatzung der drei Kreuzer zählte insgeſamt 2734
Mann.
* London, 24. Sept. Aus Ymuiden wird
ge=
meldet: Um 9 Uhr 15 Minuten ging ein Zug mit
Ueber=
lebenden von den britiſchen Kreuzern, welche nach einem
Beſchluß der Behörden während des Krieges in
Amſter=
dam bleiben ſollen, nach dorthin ab. 21 Verwundete,
darunter ein Schwerverwundeter, werden in Ymuiden
bleiben. Unter den Ueberlebenden befinden ſich 20
Offi=
ziere, ein Sanitätsoffizier und ein Geiſtlicher.
Die ſtille Arbeit unſerer Marine.
* Berlin, 24. Sept. Die B. Z. meldet aus
Stock=
holm: Die aus Deutſchland zurückgekehrte Beſatzung
des von einem Kriegsſchiff verſenkten
fin=
niſchen Dampfers „Eleaborg” lobt die deutſchen
Offiziere und Behörden außerordentlich wegen der den
Matroſen zuteil gewordenen guten Behandlung.
* Grimsby, 24. Sept. Ein Schlepper iſt heute
auf eine Mine geſtoßen und in die Luft geflogen.
Sechs Mann von der Beſatzung wurden getötet.
Abſendung von Bekleidungs= und
Ausrüſtungs=
ſtücken an im Felde ſtehense Angehörige.
* Berlin, 24. Sept. Zurzeit iſt eine unmittelbare
Verſendung von Privatpaketen auf dem Wege der
Feldpoſt nochnicht möglich. Es wird daher
noch=
mals auf § 23 der Feldpoſt=Dienſtverordnung aufmerkſam
gemacht, nach der alle Pakete, welche für Angehörige im
Felde beſtimmt ſind, durch die Reichspoſt an die
Erſatztruppenteile der betreffenden Formationen
zu ſchicken ſind. Auf dem Abſchnitt iſt die genaue Adreſſe
des Empfängers zu vermerken. Sicherheitshalber kann
auch auf dem Paket ſelbſt angegeben werden, für wen es
beſtimmt iſt. Die Erſatztruppenteile veranlaſſen die
Wei=
terbeförderung dieſer Pakete zur Truppe. Da gerade jetzt
bei der eintretenden kälteren Witterung dienſtliche
Be=
kleidungstransporte von Erſatztruppenteilen zur
fech=
tenden Truppe abgehen werden, läßt ſich die Abſendung
von Privatpaketen mit dieſen Transporten zweckmäßig
vereinigen. Falls der Standort der Erſatztruppenteile
nicht bekannt iſt, kann er bei den ſtellvertretenden
Gene=
ralkommandos ermittelt werden.
Einen Steckbrief gegen Wetterle.
* Colmar, 24. Sept. Das Kriegsgericht
er=
läßt heute einen Steckbrief gegen den katholiſchen
Prieſter und Redakteur Emil Wetterlé aus Colmar,
welcher flüchtig iſt. Gegen Wetterlé wurde die
Unter=
ſuchungshaft wegen Kriegsverrats verhängt. Es
wird erſucht, ihn zu verhaften und ihn in das
Bezirks=
gefängnis Colmar oder an die nächſte Militärbehörde
zu weiterem Transport auszuliefern. Gleichzeitig iſt das
geſamte Vermögen, welches der Genannte beſitzt oder
wel=
ches ihm ſpäter zufällt, mit Beſchlag belegt worden.
Stärke unbekannt iſt, hat am 19. September im Voi=
Di=
ſtrikt einen Poſten 20 Meilen von der Grenze
Der Krieg in den Kolonien.
* London, 24. Sept. Aus Nairobi wird vom
21. September berichtet: Eine deutſche Truppe, deren
angegriffen. Nach einem ſtundenlangen ſcharfen
Gefecht zogen ſich die Deutſchen unter Zurücklaſſung von
Toten zuruck. (Notiz des W. T. B.: Es dürfte ſich dabei
um farbige Soldaten handeln; die Verluſte der Enaländer
ſind nicht angegeben.)
Ruſſiſche Vorwürfe gegen England.
* Berlin, 24. Sept. Die B. Z. meldet aus
Stock=
holm: Die Nowoje Wremja polemiſiert in einem Artikel
gegen die engliſchen Staatsmänner und macht ihnen zum
Vorwurf, daß England nicht ſeine ganze Kraft
bis zur reſtloſen Vernichtung der deutſchen Militärmacht
einſetze. Offenbar ſehe England in der Erhaltung des
Deutſchen Reiches ein nützliches Gegengewicht gegen die
jetzigen Verbündeten, insbeſondere Rußland.
Eine Gegenüberſtellung.
* Wien, 24. Sept. Das Wiener K. u. K.
Korre=
ſpondenz=Bureau überſendet folgende
Gegenüber=
ſtellung von Ereigniſſen: Am gleichen Tage, als
die erfolgreichen Heldentaten des deutſchen Unterſeebootes
„U 9‟ gegen ſtarke engliſche Schiffe bekannt wurden,
er=
fuhren wir, was die franzöſiſche Flotte in
Peligoſa machte. Hier wurde das Trinkwaſſer eines
Leuchtturmwärters durch Matroſen unflätig verunreinigt
und der wenige Proviant ſowie einige Wäſcheſtücke ihm
weggenommen.
Frankreichs verzweifelte Finanzlage.
* Paris 24. Sept. Auf Anordnung der Regierung
hat der Credit Lyonais die Auszahlung der morgen
fäl=
ligen Teilzinſen für ein halbes Jahr auf ſeine Aktien
ſuspendiert.
Aufhebung des engliſchen Moratoriums.
* London, 24. Sept. Die Regierung hat
beſchloſ=
ſen, das Mokratorium am 4. Oktober aufhören zu
laſſen.
Das Werben Englands um Bulgarien.
* Sofia, 24. Sept. Bei Beſprechung des jüngſten
Vortrages des Präſidenten vom Balkanbund, Buſeton,
in welchem dieſer ſagte, er ſei zu ſeiner Herreiſe durch
den Gedanken veranlaßt worden, daß Bulgarien, das alle
Sympathien Englands beſitze, vielleicht auf die Seite
der Gegner Englands treten könnte, bemerkt Politika,
man erinnere ſich noch, welche Rolle England bei der
Ver=
einigung mit Oſtrumelien ſpielte, nachdem es auf dem
Berliner Kongreß zur Abtrennung der bulgariſchen
Län=
der beigetragen hatte. Es wird nicht vergeſſen, daß es
mit Frankreich die Zerreißung Bulgariens auf der
Buka=
reſter Konferenz duldete und den Vorſchlag Oeſterreichs
und Rußlands auf eine Reviſion des Bukareſter
Ver=
trages nicht unterſtützte, ſondern mit gewohnter
Kaltblü=
tigkeit erklärte, wer die Reviſion wolle, müſſe ſie mit den
Waffen erzwingen.
Die militäriſche Lage in Serbien.
* Wien, 24. Sept. Im Neuen Wiener Tageblatt
ſchreibt ein militäriſcher Fachmann über die
militä=
riſche Lage. Während in Galizien, von belangloſen
Artilleriebeſchießungen abgeſehen, eine Art Waffenruhe
eingetreten iſt, zeigen die amtlichen Meldungen von der
Drinagegend ein höchſt erfreuliches Bild der dortigen
Vor=
gänge. Wir erfahren jetzt, daß trotz der im allgemeinen
defenſiven Kriegführung gegen Serbien unſere
pracht=
vollen Truppen bereits weit ins Innere des Königreichs
eindrangen und nach tagelangen, erbitterten Kämpfen den
Widerſtand eines großen Teiles der ſerbiſchen
Haupt=
armee zu brechen wußten. Aus den in den amtlichen
Be=
richten erwähnten Orten iſt feſtzuſtellen, daß unſere
Ar=
mee bei Zwornik die Drina überſchritten hat und oſtwärts
nach Crupanj vorgerückt iſt. Die Serben hatten ſich auf
den Höhen im Nordweſten dieſes Bergſtädtchens
ver=
ſchanzt. Als Mittelpunkt der ganzen ſerbiſchen
Stellun=
gen gilt der 890 Meter hohe Zrnivrh, genau in der Mitte
zwiſchen Zwornik und Crupanj. Immer ſchwieriger
ge=
ſtaltet ſich die Lage der ſerbiſchen Armee, immer weniger
ſind die dortigen Machthaber imſtande, den Kontraſt
zwi=
ſchen Phantaſie und Wirklichkeit zu verdecken. Vor kurzem
wurden 14000 Mann ſerbiſcher Kerntruppen in Syrmien
und im Banat vernichtet, jetzt haben wir im Lande ſelbü
weit ſtärkere Kräfte entſchieden geſchlagen. Die Cholera
fordert Tag für Tag zahlreiche Opfer. Mazedoniſche
Banden ſtören empfindlich die Zufuhren. Der Zar iſt
ſeinen Vaſallen an der Save genau ſo nahe wie den
Fran=
zoſen an der Marne. Heute dürfte die Ernüchterung in
Serbien mit der in Paris gleichen Schritt halten.
Angeſichts der ſoeben gemeldeten Heldentat im
Nor=
den kann füglich auf jede nähere Erörterung derartiger
maritimer Harlekinaden verzichtet werden, mit
denen eine franzöſi’ſiche Flotte mit 40
Einhei=
ten in der Adria mit ihrer Brunnenvergiftung auf
Peli=
goſa gegen den Leuchtturmwächter von Liſſa Krieg führte.
Die amtliche Meldung ſagt darüber ſo bezeichnendes, daß
jeder Laie unſchwer den dazu richtigen Kommentar ſelbſt
zu liefern in der Lage iſt.
Die Ernüchterung in Serbien.
* Wien, 24. Sept. Die Südſlawiſche
Korreſpon=
denz meldet aus Niſch vom 17. September:
Miniſter=
präſident Paſchitſch berief die Führer aller
parlamen=
tariſchen Parteien zu einer Konferenz. Er wies auf
die Notwendigkeit hin, daß in dieſem Moment eine aus
allen Parteien gebildete Regierung an der Spitze des
Lan=
des ſtehe und forderte die Parteichefs auf, die bisher
ver=
geblich angeſtrengte Bildung eines großen
Koali=
tionskabinetts zu ermöglichen. Die Konferenz
ver=
lief ergebnislos, da einzelne Parteiführer erklärten, erſt
mit ihren Parteiausſchüſſen beraten zu müſſen. Die
Ver=
ſuche Paſchitſchs, das Kabinett durch die Aufnahme von
Parlamentariern aller größeren Gruppen zu ſtärken,
dürfte erfolglos bleiben, da auf keiner Seite Neigung
be=
ſteht, dem Kabinett Paſchitſch die Verantwortung für die
jetzige Lage Serbiens abzunehmen. Namentlich die
Fort=
ſchrittspartei ſieht, daß ein vollſtändiges
De=
bacle der öſterreichfeindlichen Politik der
Dynaſtje und Paſchitſchs hereingebrochen iſt. Dieſe
An=
ſicht wird auch im Lager der Sozialdemokraten und von
vielen Jungradikalen geteilt.
Da in Niſch die Cholera immer mehr um ſich greift,
verlaſſen ſehr viele Menſchen die Stadt. Es verlautet,
daß der Hof und die Regierung die Ueberſiedelung nach
Uesküb vorbereiten. Täglich treffen in Niſch große
Sendungen von in ruſſiſcher Sprache erſcheinenden
Sol=
datenzeitungen ein, welche ausſchließlich Nachrichten über
fortgeſetzte ruſſiſche, franzöſiſche und
eng=
liſche Siege enthalten.
* Wien 24. Sept. Die Südſlawiſche Korreſpondenz
meldet aus Sofia: Die Blätter ſtellen feſt, daß das
ſer=
biſche Preßbureau, das bisher von täglichen Siegesmel=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. September 1914.
Nummer 264.
dungen überſprudelte, ſeit einigen Tagen keine
Sie=
gesbulletins mehr ausgebe. Die ſerbiſche
Heeresverwaltung habe allen Grund, endlich mit den
Märchen von ſerbiſchen Siegen aufzuhören. Wenn man
höre, wie es den ſerbiſchen Truppen auf dem Boden
Oeſterreich=Ungarns ergangen ſei, und wie ungeheuer die
Verluſte der Serben in den früheren Kämpfen an der
Drina geweſen ſeien, dann müſſe man ſchaudernd
erken=
nen, wie Rußland ein ganzes Volk ſeinen imperialiſtiſchen
Gefühlen hingeopfert hat.
Die Stimmung in der Türkei.
* Wien, 24. Sept. Die Politiſche Korreſpondenz
ſchreibt aus Konſtantinopel: Die feindſelige
Stim=
mung, die ſeit dem Ausbruch des Krieges bei dem
tür=
kiſchen Volke gegen den Dreiverband herrſcht
und ſich in der letzten Zeit noch verſchärft hat,
findet auch in den jüngſt veröffentlichten Flugſchriften
gegen Rußland und Frankreich ihren Ausdruck. Die
Kriegsnachrichten an den Mauern der Konſulate des
Drei=
verbandes erregen bei den Türken Unwillen. Zu
ge=
räuſchvollen Straßenkundgebungen kommt es jedoch nicht,
da die Polizeiorgane mit Ruhe die Bevölkerung in
Schranken halten.
* Konſtantinopel, 24. Sept. (W.T. B.
Nicht=
amtlich.) Der Tanin ſchreibt über den ungeheuren
Erfolg der deutſchen inneren Anleihe, daß
dieſer eine große Bedeutung beſitze und die Bewunderung
der genzen Welt hervorrufen müſſe. „Dieſe Nation”
ſagt der Tanin, „die ſich im Kriege gegen vier Weltmächte
befindet, und einer ganzen Welt dank ihrer ſtarken Fauſt
trotzt, hat durch die Anleihe ein Beiſpiel der
Selbſtver=
leugung, Vaterlandsliebe und Opferwilligkeit gegeben,
das allen zur Lehre dienen kann. Man hat geglaubt, daß
Deutſchland ſich im Kriegsfalle in einer ſchwierigen Lage
befinden würde. In Wirklichkeit aber ſtellt es eine
furchtbare Macht dar, während Frankreich infolge
der inneren Miſere gezwungen iſt, ſich an das Ausland
zu wenden, um eine Anleihe zur Deckung der Kriegskoſten
aufzunehmen. Alle Ottomanen haben gewußt, daß die
Deutſchen große Fortſchritte machten, ſie konnten ſich aber
niemals denken, daß es zu einer ſolchen Größe gewachſen
ſei, wie ſie ſich im Kriege gezeigt hat. Man erkennt jetzt
die ungeheure Kraft der deutſchen
Erzie=
hung und der deutſchen Wiſſenſchaft, die in jedem
Punkte überlegen ſind.‟ Der Artikel ſchließt mit dem
Wunſche, daß die Ottomanen in allem den Deutſchen
nach=
folgen mögen.
* Berlin, 24. Sept. In der heutigen Sitzung des
Bundesrats wurde die Vorlage, betr. Aenderung der
Ausführungsbeſtimmungen zum Geſetz über Schlachtvieh=
und Fleiſchbeſchau, dem zuſtändigen Ausſchuß überwieſen.
Der Vorlage, betr. Stempelbefreiung von Geſellſchaften
und Anſtalten, die dem Wirtſchafts= und gewerblichen
Le=
ben dienen, der Vorlage, betr. Aenderung der
Zollregula=
tion für die Unterelbe und Weſer, der Zollordnung für
den Kaiſer Wilhelmkanal, dem Entwurf, betr. weiterer
Verlängerung der Freiheit des Wechſel= und
Scheckver=
kehrs, wurde die Zuſtimmung erteilt.
* Berlin, 24. Sept. Der Bundesrat hat die
Wechſelproteſtfriſten für Elſaß=
Lothrin=
gen, Oſtpreußen und gewiſſe Teile Weſtpreußens im
Anſchluß an die Verordnungen vom 28. Auguſt und 8.
September abermals um 30 Tage verlängert. Dies
bezieht ſich wie früher auf alle Wechſel oder Schecks, die in
den genannten Bezirken zahlbar ſind.
* Berlin 24. Sept. (W. T. B. Amtlich.) Den aus
Oſtpreußen geflüchteten Beamten und
Arbei=
tern der Staats= und Komunalverwaltungen, die ſich in
vorübergehender Notlage befinden, kann nunmehr zur
Rückkehr nach allen Orten Oſtpreußens für ſich und ihre
Familien freie Fahrt gewährt werden, wenn ſie
nachgewieſen haben, daß ſie von ihrer vorgeſetzten
Be=
hörde zurückberufen ſind. Die Beſcheinigung über die
vorübergehende Notlage iſt von der Ortspolizei am
Auf=
enthaltsort nachzuſuchen. Der Nachweis für die
Zurück=
berufung kann auch durch in Zeitungen ergangene
Auf=
forderungen geführt werden.
* Berlin, 23. Sept. Ein Kriegsheim für
Krankenpflegerinnen vom Roten Kreuz hat der
Hauptvorſtand des Vaterländiſchen Frauenvereins,
Ber=
lin, Tiergartenſtraße 28 (Fernſprecher Lützow 9492) für
Krankenpflegerinnen eingerichtet, welche als
Begleiterin=
nen von Verwundeten= und Krankentransporten in
Ber=
lin eintreffen und dort keine anderweitige ſichere
Unter=
kunft haben. Das Kriegsheim iſt in einer in einem
gro=
ßen Park gelegenen Villa eingerichtet, gewährt ſeinen
Gäſten für einen oder mehrere Tage vollſtändig
unent=
geltlichen Aufenthalt mit voller Verpflegung und ſoll
den von ihrem Seele und Körper in gleicher Weiſe
angrei=
fenden Beruf geſchwächten Krankenpflegerinnen Erholung
gewähren. Der Hausvorſtand des Vaterländiſchen
Frauen=
vereins ladet alle in Berlin ankommenden oder ſich dort
vorübergehend aufhaltenden Krankenpflegerinnen vom
Roten Kreuz zum Beſuche ſeines Kriegsheims ein. In
ihm ſind ſelbſtverſtändlich auch alle anderen in der
Kriegs=
krankenpflege tätigen Krankenſchweſtern aufs herzlichſte
willkommen. Für ſie gilt die gleiche Einladung wie für
die Krankenpflegerinnen vom Roten Kreuz.
* Wien, 24. Sept. Die aus Rom datierte
Mel=
dung der Daily News, daß die Serben und
Montenegri=
ner Serajewo, das von den Oeſterreichern nach einer
vollſtändigen Niederlage aufgegeben worden ſei, beſetzt
haben, iſt eine dreiſte Erfindung, welche durch die
heutigen Meldungen des Generalſtabs über das ſiegreiche
Vordringen der öſterreichiſchen Truppen auf ſerbiſchem
Gebiete auch die entſchiedenſte Widerlegung findet. Solche
und ähnliche Meldungen beweiſen, wie ſkrupellos ein Teil
der feindlichen Preſſe es wagt, der Welt die ſchamloſeſten
Lügen aufzutiſchen.
* Kriſtiania, 24. Sept. Heute iſt hier die erſte
deutſche Zuckerſendung nach
Kriegsaus=
bruch eingetroffen. Bis morgen dürfte ſich die Einfuhr
auf eine halbe Million Kilogramm belaufen. Man
er=
wartet eine Herabſetzung der Maximalpreiſe für Zucker
* London, 24. Sept. Nach einer Meldung des
Daily Telegraph aus Kalkutta hat der Kreuzer „
Em=
den” der Handelsſchiffahrt im bengaliſchen Meerbuſen
einen Schaden von 18 Millionen zugefügt.
Sendet Liebesgaben nach Metz.
* Die von den Vereinen vom Roten Kreuz und der
Stadt Metz gleich beim Beginn des Krieges gemeinſam
veranſtaltete Liebesgabenſammlung kann den überaus
großen Anforderungen, die an ſie geſtellt werden, nicht
mehr gerecht werden. Die Lage von Metz an ſich und die
Nähe des Kriegsſchauplatzes bringen es mit ſich, daß die
verſchiedenſten Truppenteile und zahlreiche hier
durch=
kommende einzelne Mannſchaften ſich an ſie wenden. Der
Maſſe der Anforderungen iſt ſie allein nicht gewachſen,
und mußte beſonders in der letzten Zeit zahlreiche
Hilfs=
bedürftige verzweifelnd abweiſen. Ganz Deutſchland hat
die Pflicht, für die Truppen an der Weſtgrenze beſonders
jetzt, wo die kältere Jahreszeit beginnt, mit zu ſorgen.
Die Liebesgabenſtelle in Metz iſt am beſten in der Lage,
Liebesgaben an die Truppen heranzubringen und richtig
zu verteilen. Wir bitten alle vaterlandsliebenden Kreiſe
Deutſchlands, uns zu helfen. Außer Geldſpenden, die an
die Adreſſe des Oberforſtmeiſters Dr. Kahl in Metz zu
ſenden ſind, bitten wir in allererſter Linie um wollene
Wäſche, Leibbinden, Strümpfe, Fußlappen; dann aber
auch tunlichſt um gute Zigarren, Tabak, Kautabak, Kaffee,
Tee und Schokolade. Die Naturalabgaben bitten wir auf
ſchnellſtem Wege an das Bezirkspräſidium in Metz zu
ſchicken.
Für den Männerverein vom Roten Kreuz: (gez.)
Ober=
regierungsrat Böhm. Für den Vaterländiſchen Frauen=
Verein: (gez.) Freifrau H. v. Gemmingen.
Poſtverkehr nach England.
* Ein ſehr dankenswerter und uneigennütziger Dienſt
wird allen denen, die mit Verwandten und Angehörigen
in England keine Möglichkeit des Verkehrs haben, von
dem Schweizer Seminarlehrer C. Urech, Miſſionshaus in
Baſel, angeboten. Bei der Rückkehr von einer
Studien=
reiſe in England tat er etwa 20 vereinſamten jungen
Deutſchen, vielfach Lehrern, Studenten, Kaufleuten, die
er in London kennen gelernt hatte, den Gefallen, ihre
deutſch geſchriebenen Briefe mitzunehmen und in Lörrach
(Baden) zur Poſt zu geben. Die teilweiſe erſchütternden
Dankesbriefe, die ihm auf dieſe Dienſtleiſtung zugingen,
legten ihm den Gedanken nahe, auch für ſonſtige beſorgte
Familien die Vermittelung von Briefen und
Telegram=
men mit Privatnachrichten an Angehörige in England
gegen Erſatz der Speſen und Auslagen zu übernehmen.
Auf dieſe Weiſe iſt manchem ſich grämenden Vater.
mancher ſorgenden Mutter eine Möglichkeit geboten, nach
langer banger Zeit des Schweigens mit fernen
Angehöri=
gen in briefliche Verbindung zu treten:
1. Poſtkarten. Kurz gefaßte deutſche Briefe (die
ſelbſtverſtändlich die deutliche engliſche Adreſſe der
Ange=
hörigen enthalten müſſen) werden in Baſel ins Engliſche
überſetzt und ihr Inhalt auf der Poſtkarte nach England
geſandt mit der Bitte um Antwort. Die engliſch erhaltene
Antwort wird ſofort in deutſcher Sprache mit Poſtkarte an
die deutſche Adreſſe weiterbefördert. (Geſamtſpeſen 1 M.)
2. Briefe: Längere Briefe, bis zum dreifachen
Inhalt einer Poſtkarte, werden überſetzt und in gleicher
Weiſe als Briefe weitergeſandt, ebenſo die Rückantwort.
(Geſamtſpeſen 3 Mark.)
3. Telegramme. Depeſchen mit genauer
An=
gabe der engliſchen Adreſſe und Text des Telegramms
werden telegraphiſch nach England und die Antwort
wie=
der deutſch nach Deutſchland weitergegeben. (
Geſamt=
ſpeſen für zwei zuſammenhängende Telegramme: Baſel=
England und Baſel-Deutſchland je nach Umfang 5 bis 10
Mark, die telegraphiſch nach Baſel anzuweiſen ſind.) Nach
den bisherigen Erfahrungen kann die Antwort 3—4 Tage
nach Aufgabe des Telegramms in Deutſchland dort
ein=
treffen. Nicht eilige Telegramme können brieflich nach
Baſel aufgegeben und die Speſen durch Poſtanweiſung
geſandt werden.
4. Geldanweiſungen. Solche können entweder
telegraphiſch oder durch Poſtanweiſung an H. Urech
ge=
ſandt und von ihm erfahrungsgemäß mit Erfolg durch
„Schweizeriſchen Bankverein Baſel und London” jedem
in England lebenden Deutſchen übermittelt werden. (
Spe=
ſen bei telegraphiſcher Anweiſung Baſel-London (24
Stunden Dauer) 5 Mk., ohne weitere private Telegramme.)
Die Quittung des Baſler Bankhauſes wird ſofort nach
Deutſchland geſchickt.
Bekanntmachung.
1. Die Verluſtliſten werden nach Eingang beim
Zentral=
nachweiſebureau des Kriegsminiſteriums baldmöglichſt
veröffentlicht; eine Zurückhaltung derſelben findet nicht
ſtatt. Infolge des überaus raſchen Vorſchreitens der
Armeen ſind die Truppenteile ſelbſtverſtändlich nicht in
der Lage, die Liſten ſogleich nach einem Gefecht
einzu=
reichen, daher öfters ein verhältnismäßig ſpätes Eintreffen
in Berlin. Von mehreren Regimentern uſw. ſind bis jetzt
überhaupt noch keine Verluſtliſten eingegangen.
2. Die Namen der Gefechte werden von jetzt ab, ſoweit
ſie mit Sicherheit bekannt ſind, in den Verluſtliſten
an=
gegeben werden.
3. Die bei den Namen der Verwundeten uſw.
an=
geführten Orts= und Kreisnamen beziehen ſich auf den
Geburtsort des Betreffenden.
Berlin, den 19. September 1914.
Das Kriegsminiſterium. N. B.
Verluſtliſte (aus Nr. 31 und 32).
4. Garde=Regiment (Berlin).
St. Gerard, 23. Auguſt 1914.
Le Sourd, 29. Auguſt 1914.
I. Bataillon.
3. Kompagnie: Ltn. Werner v. Kunowski,
Wies=
baden, ſchw. vw. — Grenadier Karl Beer, Mainz, tot.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 83 (Marburg).
Joncy, 28. Auguſt 1914.
III. Bataillon.
11. Kompagnie: Wehrmann Ludwig Schäfer, Zell,
Kr. Alsfeld, vm.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 87.
Neuf=Chateau (Belgien), 22. Auguſt 1914.
Joncy (Frankreich), 28. Auguſt 1914.
II. Bataillon (Limburg a. d. Lahn).
5. Kompagnie: Ltn. d. Reſ. Krauſe, Gießen, tot.
Infanterie=Regiment Nr. 138 (Dieuze),
Biedesdorf, 20. Auguſt 1914.
Deinvillers, 26. Auguſt 1914.
8. Kompagnie: Reſ. Jakob Pfeffer, Meſſel, Kr.
Darmſtadt, ſchw. vw. 9. Kompagnie: Gefr. d. Reſ. Mathias
Quaß, Gießen, ſchw. vw.
Infanterie=Regiment Nr. 174
(Forbach und Straßburg i. E.)
Dieuze, 20. Auguſt 1914.
Luneville, 22. Auguſt 1914.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Musk. Franz Albrech, Gießen, tot.
2. Kompagnie: Musk. Hans Wißmann, Waldamorbach,
Großherzogtum Heſſen, ſchw. vw. — Musk. Heinrich
Berger, Rüdesheim, Kr. Bingen, ſchw. vw.
Infanterie=Regiment Nr. 166 (Bitſch).
Vergaville=Biedesdorf, 20. Aug., Einville, 22. Aug.,
und Gerberville, 24. Aug.
I. Bataillen.
3. Kompagnie: Vizefeldwebel Ludwig Hofmann,
Darmſtadt, l. vw. — Reſ. Karl Müller IV., Weiſenau,
Kreis Mainz, vm.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Musk. Adolf Burk, Bockenheim,
Kreis Frankfurt a. M., vm.
7. Kompagnie: Musk. Joſef Richard, Niederrad,
Kreis Frankfurt a. M., tot. — Musk. Ludwig Faber,
Praunheim, Kreis Frankfurt a. M., l. vw.
Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24 (Darmſtadt).
Gefechte bei Braudville und Beaufort am 29. u. 31. Aug.
Leib=Eskadron: Lt. d. Reſ. Ewald v. Maſſow, Rohr,
Kreis Rummelsburg, tot. — Lt. d. Reſ. Eugen Schuchard,
Bonn, l. vw. — Tromp.=Sergt. Hermann Buslau,
Eis=
leben, Kreis Halle a. S., ſchw. vw. — Unteroffz. Heinrich
Reifenberg, Worms, ſchw. vw. — Einj.=Frw. Unteroffz.
Eugen Aßmann, Lüdenſcheid, l. vw. — Drag. Philipp=
Schuſter I., Heppenheim, l. vw. — Drag. Friedrich
Schweitzer, Düdelsheim, Kreis Büdingen, ſchw. vw. —
Drag. Joſef Färber, Hundsſchweif, Kreis Aſchaffenburg,
ſchw. vw. — Drag. Georg Wilhelm Heinz, Erzhauſen,
Kreis Darmſtadt, ſchw. vw. — Drag. Philipp Rund,
Eberſtadt, Kreis Darmſtadt, ſchw. vw. — Drag. Franz
Martin Pfleger, Krautergensheim, Kreis Erſtein, l. vw.
— Gefr. d. Reſ. Hugo Max Schneider, Pösneck, Kreis
Saalfeld, l. vw. — Reſ. Peter Joſef Haſenbach, Kriftel,
Kreis Höchſt a. M., ſchw. vw. — Reſ. Friedrich Joſef
Strauß, Groß=Zimmern, Kreis Dieburg, vw. — Gefr.
Valentin Kern, Offenbach, vm. — Drag. Philipp Hardt,
Mörfelden, Kreis Groß=Gerau, tot. — Drag. Johann
Müller I., Erfelden, Kreis Groß=Gerau, tot. — Drag.
Heinrich Beuſel, Maar, Kreis Lauterbach, tot. —
Drag. Heinrich Riedel, Zeilhardt, Kreis Dieburg, tot.
— Drag. Karl Kurtz, Schlettſtadt, Kreis Straßburg i. E.,
vm. — Reſ. Max Karl Vollrath, Fürth, tot.
2. Eskadron: Oberveterinär Dr. Kranich l. vw. —
Drag. Karl Scheu, Klein=Bothar, Kreis Marbach, vm.
— Reſ. Peter Rothenburger, Worfelden, Kreis Groß=
Gerau, l. vw. — Unteroffz. d. Reſ. Peter Geiß, Ober=
Mumbach, Kreis Heppenheim, l. vw. — Gefr. Heinrich
Götz, Biebelsheim, Kreis Alzey, l. vw.
4. Eskadron: Drag. Otto Vonhold, Lüdenſcheid,
Kreis Lügenſcheid, vw. — Drag. Wilh. Herth, Langen,
Kreis Offenbach, vm.
5. Eskadron: Fahnenjunker Alfred Mummy,
Han=
nover, ſchw. vw. — Sergt. Leonhard Eckrich, Klein=
Steinheim, Kreis Offenbach, tot. — Unteroffz. d. Reſ.
Georg Balzer, Homburg, tot. — Gefr. d. Reſ. Adam
Fleck, Raibreitenbach, Kreis Erbach, tot. — Drag. Georg
Weber, Eberſtadt, Kreis Darmſtadt, tot. — Drag. Jakob
Willenbücher, Hetzbach, Kreis Erbach, tot. — Unteroffz.
d. Reſ. Albert Lotz, Homburg, Kreis Homburg v. d. H.,
l. vw. — Drag. Andreas Poth, Monzernheim, Kreis
Worms, l. vw. — Drag. Heinrich Koch, Ober=Beſſingen,
Kreis Gießen, l. vw. — Drag. Johann Sprengling,
Eich, Kreis Worms, l. vw. — Drag. Johann Ebert,
Oppenheim, Kreis Oppenheim, l. vw. — Drag. Friedrich
Wolf I., Eſſenheim Kreis Mainz, l. vw. — Reſ. Adolf
Schmitt, Homburg v. d. H., ſchw. vw.
Pionier=Bataillon Nr. 21 (Mainz).
1. Erſatz=Kompagnie.
Gefechte im Weſten am 3. und 7. Sept.
Gefr. Johann Becker, Mainz, l. vw. — Pionier
Karl Saalig, Wiesbaden, l. vw. — Pionier Julius
Haß, Weisweil, Kreis Freiburg, l. vw.
Pionier=Regiment Nr. 24 (Cöln).
Maubeuge vom 2. bis 5. Sept.
1. Feld=Kompagnie: Pionier Martin Kron, Weiſenau,
Kreis Mainz, ſchw. vw.
Berichtigung früherer Verluſtliſten.
Ulanen=Regiment Nr. 6 (Hanau).
Gefr. Reſ. Heinrich Bloch, Lauterbach, Oberheſſen,
bisher vermißt, iſt verwundet.
Verwundete in Mainzer Lazaretten.
Inf.=Regt. 117: Reſ. Martin Finkel, 5. Komp.; Reſ.
Johann Hartmann, 3. Komp.; Reſ. Joh. Mergenthal,
9. Komp.; Reſ. Philipp Müller, 3. Komp.; Reſ. Karl Seib,
12. Komp. — Inf.=Regt. 118: Wehrm. Karl Fegbeitel, 11.
Komp.; Unteroffizier Joh. Geier, 8. Komp.; Wehrm. Ldw.
Kunz, 6. Komp.; Musk. Ludwig Popp, 1. Komp.; Wehrm.
Joſef Schauer, 11. Komp. — Landwehr=Inf.=Regt. 118:
Wehrm. Johann Adam, 8. Komp.
Herr Obermuſikmeiſter M. Weber liegt, wie
uns geſchrieben wird, verwundet im Reſerve=Lazarett
Neuenahr. Er erhielt einen Schuß durch den linken
Oberſchenkel und befindet ſich auf dem Wege der Heilung.
Briefkaſten.
Anonymos. In derartigen kleinlichen
Aeußerlich=
keiten bekundet ſich die deutſche Geſinnung und das
Deutſch=
tum nicht.
Diese eön
getragene.
Schtzmarke.
garfierk.
Jalem Aleikam
Schenooie
Emad Kaſ. Ne
8 10
PreisN 3/2 A. S
J)a. 4. H 6 8 10 Pfg. d. Sfück.
Onenfal Säbak-u.
Inh. Jüngo-Giefg.
CgareffenSübrik.
Koflieferanf. SMd.
Jenldge Dresden.
Konigsu.Gaden.
M usttrer!
[ ← ][ ][ → ]Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. September 1914.
Seite 7.
Feldpoſt=Beſtellungen
auf das
Darmſtädter Tagblatt
werden in unſerer Geſchäftsſtelle ſowie von
jeder Poſtanſtalt entgegengenommen.
Darmſtädter Tagblatt.
der ganzen deutſchen Armee liegen
Die Verlustlisten ſämtlich von der erſten erſchienenen
Liſte bis zu den neueſten Liſten in unſerer Geſchäftsſtelle
zur Einſichtnahme auf.
Einer Anregung Folge gebend, werden
Extrablätfel, wir die Extrablätter zum Mindeſtpreis
von 5 Pfg. zugunſten der Hinterbliebenen von
Kriegsteilnehmern abgeben.
5. Luittung.
In der Sammelſtelle des „Darmſtädter Tagblatts”
wurden zu Gunſten der Hinterbliebenen von
Kriegs=
reilnehmern und ſonſtigen Hilfsbedürftigen aus der
Stadt Darmſtadt weiter folgende Beträge abgegeben:
Apotheker Gg. Schmidt 15 M., E. Friedrich 20 M.,
F. Fink 20 M., Ergebnis einer Puppenverloſung 23 M.,
Verkauf des Extrablatts Nr. 109 des Darmſtädter
Tag=
blatts 21.26 M., Perſonal der Hofgärtnerei Roſenhöhe
20.50 M., Ungenannt 2 M., Verkauf der Extrablätter
Nr. 110, 111 u. 112 des Darmſtädter Tagblatts 9.55 M.,
Klaſſe 4a der Mädchen=Mittelſchule I 8 M., Verkauf des
Extrablatts Nr. 113 des Darmſtädter Tagblatts 5.25 M.
Zuſammen 144.56 M., hierzu die bereits veröffentlichten
1633.49 M., insgeſamt
1778.05 Mark.
Sechſte Liſte der Gaben für Kriegszwecke an das
Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift in Darmſtadt:
Kind Schad in Hahn 30 Pfg., aus Reichelsheim
2.70 M., von Pfarrer Ohly in Ginsheim 5 M., aus Groß=
Zimmern 130 M., Ungenannt in Roßdorf 6 M., Fräul.
Kullmann in Oppenheim 6 M., Gemeinderechner Stöhr
in Billings 5 M., Kath. Krell in Niedernhauſen 2 M.,
Georg Schmidt in Steinau 20 M., Geſchwiſter Kraft in
Oppenheim 20 M., Kirche Ober=Mockſtadt 50 M., Fräul.
Netz in Darmſtadt 10 M., von N. N. 10 M., von, Schw.
Chr. Sch. aus Langsdorf 105 M., Fr. Held in Groß=
Zimmern 50 Pfg., Frl. v. Stark in Darmſtadt 20 M.,
Fr. Koch in Nieder=Klingen 1 M., vom Frauenchor der
ev. Pfarrei Selzen 100 M., Kirchenkollekte aus Lengfeld
20 M., N. N. in Darmſtadt 2 M., Fr. Fröter in
Darm=
ſtadt 1 M., Hr. Hublitz in Darmſtadt 20 M., von
ver=
ſchiedenen Gebern in Hahn 10 M., von Frl. S. in
Darm=
ſtadt 5 M., von Pfarrer Heuſer in Nieder=Gemünden
10 M., durch Pfarrer Biegler in Alsbach 53 M., von
O. T. in Darmſtadt 3 M. — Wir danken herzlich und
bitten um weitere Unterſtützung.
(Berichtigung.) In Liſte Nr. 5 muß es ſtatt
Dr. Loeb Frau Johanna Loeb heißen.
Familiennachrichten.
Am 22. ds. Mts. ſtarb für ſein
Vater=
land in Luxemburg unſer geſchäftsführender
Direktor
(19032
Herr
Dr. Hermann Fitting
Leutnant der Reſerve im Feld-Artillerie-
Regiment Nr. 25.
Das heſſiſche landw. Genoſſenſchaftsweſen
und insbeſondere der Verband werden durch
dieſen Verluſt auf das Schwerſte betroffen.
Dem Dahingeſchiedenen wird ein dauerndes
Gedenken bewahrt werden.
Verband der heſſiſchen landw.
Genoſſenſchaften.
Darmſtadt, den 24. September 1914.
Am 22. ds. Mts. verſtarb in Luxemburg
der geſchäftsführende Direktor des Verbandes
der heſſ. landw. Genoſſenſchaften (19033
Herr Dr. Fitting
Leutnant der Reſerve im Feld-Artillerie-
Regiment Nr. 25.
Die Beamten und Bedienſteten des
Ver=
bandes verlieren in dem Dahingeſchiedenen
einen verdienſtvollen, gerechten und
liebens=
würdigen Vorgeſetzten. Sein Andenken bleibt
bei uns ſtets in Ehren.
Das Perſonal des Verbandes der
heſſiſchen landw. Genoſſenſchaften.
Darmſtadt, den 24. September 1914.
Nachruf.
Infolge der im Gefechte in Lothringen am
25. 8. 1914 erhaltenen ehrenvollen Verwundung
verſtarb der
(19024
Kal. Oberſtt. u. Stoeſer
Kommandeur der Erſ.=Feld-Artl. Abteil. 25
vom Landwehrbezirk I Darmſtadt.
Durch ſeine ſtrenge Dienſtauffaſſung und
ſeinen an den Tag gelegten perſönlichen Mut,
ſowie ſein offenes kameradſchaftliches Weſen
hat ſich Oberſtleutnant v. Stoeſſer die Achtung
und Wertſchätzung aller Kameraden erworben
und iſt ihm ein ehrendes Andenken geſichert.
Im Namen
der Offiziere der 41. gem. Erſatz-Brigade
v. Grolman,
Generalmajor und Kommandeur.
-Nachruf.
Infolge der im Gefechte in Lothringen am
25. 8. 1914 erhaltenen ehrenvollen Verwundung
verſtarb der
(19025
Kommandeur der Erſ.=Feld-Artl. Abteil. 27,
zuletzt im aktiven Dienſt Abtlgs.=
Komman-
deur im Feld-Artl.-Regt. 44.
Durch ſeine ſtrenge Dienſtauffaſſung und
ſeinen an den Tag gelegten perſönlichen Mut,
ſowie ſein offenes kameradſchaftliches Weſen
hat ſich Oberſtleutnant Pfaff die Achtung und
Wertſchätzung aller Kameraden erworben und
iſt ihm ein ehrendes Andenken geſichert.
Im Namen
der Affiziere der 41. gem. Erſatz=
Brigade=
v. Grolman,
Generalmajor und Kommandeur.
Den Tod fürs Vaterland erlitten unſere
teuren Bundesbrüder
(19040
Heinrich Küssner
Oberlehrer und Rektor in Nidda,
Leutnant der Reſerve im Inf.-Regt. Nr. 117,
Philipp Guntrum
Lehramtsaſſeſſor in Alsfeld,
Offizierſtellvertreter im Inf.=Regt. Nr. 116,
Wilhelm Scheele
Forſtaſſeſſor in Honneberg,
Leutnant der Reſerve im Inf.-Regt. Nr. 118.
Ehre ihrem Andenken!
Der Alte=Herrn=Verband
der Landsmannſchaft Darmſtadtia in Gießen.
Am 28. Auguſt erlitt den Heldentod fürs
Vaterland auf Frankreichs Erde unſer lieber
(19003
Alter Herr
Dipl.-Ing.
Mlar Holtmann
Regierungsbauführer,
Einjährig=Freiwilliger Unteroffizier.
Darmſtadt, den 23. September 1914.
Kath. Studentenverein „Moenania”.
J. A.:
cand. hist. art. Viktor Würth.
Nachruf.
Am 14. September erlitt den Heldentod
für Kaiſer und Reich
(*5788
Herr Ober=Poſtpraktikant
Hauptmann d. Reſ.
Baumgarten.
Das Offizierkorps bedauert tief den Verluſt
dieſes getreuen Kameraden und wird ſein
An=
denken ſtets in Ehren halten.
Das Offizierkorps des Brigade=Erſatz-Bat. 50
J. A.:
Bühl,
Major und Kommandeur.
Darmſtadt, den 24. September 1914.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe
herz=
lichſter Teilnahme bei dem Heimgange meiner
lieben, unvergeßlichen Frau, unſerer treubeſorgten
Mutter
Frau KätchenBenkert
ſagen wir hiermit Allen, insbeſondere Herrn
Pfarrer Kleeberger für die ſo troſtreichen Worte
am Grabe der Verblichenen, ebenſo der Schneider=
Innung Darmſtadt, ſowie allen Verwandten,
Freunden und Bekannten unſeren aufrichtigſten
Dank.
(*5786
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Benkert, Damenſchneider,
nebſt Kindern Kurt und Helenchen.
Darmſtadt, den 24. September 1914.
Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen
Be=
weiſe warmer Teilnahme an dem
ſchweren Verluſte ſagen wir
herz=
lichen Dank.
(*5762
Familie Gunder. Marie Hörr.
Darmſtadt, den 24. September 1914.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 25. Sept.: Vorabendgottesdienſt 6 Uhr
Samstag, den 26. Sept.: Morgengottesdienſt 8 Uhr
30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 26. Sept.: Vorabend 5 Uhr 45 Min.
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr 30 Min.
Sabbatausgang 7 Uhr.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 27. Sept., an:
Morgens 5 Uhr 15 Min. Nachmittags 5 Uhr 45 Min.
Dienstag, den 29. Sept.: Morgens 4 Uhr 30 Min.
Mittags 2 Uhr.
Wetterbericht.
Der hohe Druck über Deutſchland zeigt alle Merkmale
großer Stabilität. Es iſt deshalb mit Fortdauer des
hei=
teren Herbſtwetters noch auf einige Tage hinaus zu
rechnen.
Wetterausſichten für Freitag: Heiter und
trocken, ruhig, nachts kalt, tagsüber ziemlich warm,
ver=
einzelt Morgennebel.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende nach 10
Uhr (Ab. D): „Die Hermannsſchlacht”
Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Ge=
ſchäftsſtelle (Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder
aus=
geſtellt: Franzöſiſche Gefangene bei der Ausgrabung
des von den Franzoſen geſprengten Eiſenbahntunnels
bei Montmedy. — Der Kronprinz im Felde. — Einzug
des deutſchen Landſturms in Brüſſel. — Die franzöſiſche
Stadt Etain im Arrondiſſement Verdun.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 26. September.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Drä=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 24).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Nr. 186.
Freitag, 25. September.
1914.
Bekanntmachung.
Nachſtehende Bekanntmachung des Stellvertretenden Generalkommandos bringen
(19041
wir zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 24. September 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.
Liebesgaben an die im Felde ſtehenden Truppen können vom 28. September
ab in größerem Umfange befördert werden, und zwar durch Vermittelung der
im=
mobilen Etappenkommandanturen 2 in Frankfurt a. M.=Süd und 3 in Darmſtadt.
In der bekanntgegebenen Art und Weiſe der Nachſendung von Paketen an
An=
gehörige des Feldheeres vom XVIII. Armeekorps durch Vermittelung der Erſatztruppen
kritt hierdurch keine Aenderung ein.
Bemerkt wird, daß Eßwaren, die leicht verderben, nicht zur Auflieferung zu
bringen ſind, da es ſehr fraglich iſt, ob ſolche Stücke bei der Ankunft im Felde noch
genießbar ſein werden.
Frankfurt a. M., den 28. September 1914.
Stellvertretendes Generalkommando XVIII. Armeekorps.
Aufruf.
Der Verdacht iſt gerechtfertigt, daß ſich noch immer belgiſche oder franzöſiſche
Brieftauben im Lande befinden Dieſe Tauben werden nicht nur auf Taubenſchlägen,
ſondern in allen erdenklichen Schlupfwinkeln, wie Kellern, Schränken, Kommoden,
Körben, ſowie in Waldungen und Gebüſchen, verſteckt gehalten. Hierdurch iſt die
Möglichkeit eines unerlaubten und für uns nachteiligen Depeſchenverkehrs nach dem
feindlichen Ausland gegeben.
Die Beſeitigung aller belgiſchen und franzöſiſchen Brieftauben wird deshalb
dringende Pflicht. Zur Erreichung dieſes Zieles genügt die Kontrolle der
Aufſichts=
beamten aber nicht, die Zivilbevölkerung mub mithelfen und wird kierdurch
auf=
gefordert, ſich an der im vaterländiſchen Intereſſe liegenden Arbeit der Ueberwachung
(19043
unerlaubten Brieftaubenverkehrs zu beteiligen.
Stellv. Generalkommando XVIII. Armeekorps.
An den Herrn Oberbürgermeiſter zu Darmſtadt und die
Herren Bürgermeiſter der Landgemeinden des Kreiſes.
Wie uns Großh. Miniſterium des Innern mitteilt, hat das Auswärtige Am
in Berlin ſich durch Vermittelung der neutralen Botſchaften in Berlin mit den feinde
lichen Mächten zwecks Aufſtellung und Austauſch von genauen Liſten der in den
einzelnen Staaten zurückbehaltenen Gefangenen und Verwundeten nach demt
Prinzip der Gegenſeitigkeit in Verbindung geſetzt.
Etwaige Anfragen wegen deutſcher Gefangenen oder Verwundeten, von denen
man annimmt, daß ſie in friedlichem Gewahrſam ſind, wollen an uns unter Angabe
von Namen, Geburtsort und=Tag, Militärverhältnis und Truppenteil, Ort der letzten
Nachricht, oder Angabe des Gefechts, in dem die Gefangennahme oder Verwundung
ſtattfand, gerichet werden.
(18999dfs
Sie wollen dies ortsüblich bekannt machen.
Darmſtadt, den 22. September 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Der Albingia, Verſicherungs=Aktien=Geſellſchaft in Hamburg, iſt durch
Ent=
ſcheidung des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für Privatverſicherung vom 20. Mai 1914
auch die Erlaubnis zum Betriebe der Glasverſicherung für den Umfang des Deutſchen
Reiches erteilt worden.
Die Direktion der genannten Geſellſchaft hat in Gemäßheit des § 115 Abſ. 1
des Reichsgeſetzes über die privaten Verſicherungsunternehmungen vom 12. Mai 1901
die dort vorgeſchriebene Anzeige über die Eröffnung des Geſchäftsbetriebs im
Groß=
herzogtum an Großh. Miniſterium des Innern erſtattet.
Die Maul= und Klauenſeuche in Mackenheim (Kreis Heppenheim) iſt erloſchen.
In einem Gehöft in Offenbach=Bürgel iſt die Maul= und Klauenſeuche aus=
(5012
gebrochen.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Dogge, 2 deutſche Schäferhunde, 1 Pinſcher, 1 Rottweiler,
1 Zwergſpaniel (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
(19017
10 Uhr, ſtatt.
Kartoffel=Lieferung.
Die Lieferung des Kartoffelbedarfs für das ſtädtiſche
Pfründner=
baus und das ſtädtiſche Armenhaus ſoll auf dem Verdingungswege
vergeben werden. Es werden benötigt:
A. Für das ſtädtiſche Pfründnerhaus: 100 Doppelzentner
Speiſekartoffeln „Induſtriet?
B. Für das ſtädtiſche Armenhaus: 80 Doppelzentner
Speiſekartoffeln „Induſtrie‟.
Die Lieferung kann ſowohl einem wie mehreren Uebernehmern
übertragen werden und hat alsbald auf Anfordern zu erfolgen.
Verſchloſſene, mit Aufſchrift verſehene Angebote, die mindeſtens
eine Lieferung von 25 Doppelzentner umfaſſen müſſen, ſind mit
Preisangabe am
Samstag, den 3. Oktober d. Js.,
vormittags zwiſchen 10 und 12 Uhr,
bei dem unterzeichneten Amt, Waldſtraße 6, Zimmer 13, einzureichen.
Gleichzeitig ſind Proben von jeder=Sorte bei dem
Ober=
verwalter im Pfründnerhaus, Frankfurter Straße 35, abzugeben.
Die Proben dürfen nicht den Namen des Einlegers enthalten,
müſſen aber mit einem Zeichen verſehen ſein, das auch in das
Preis=
angebot einzutragen iſt.
Es wird auf auserleſene geſunde Kartoffeln gerechnet.
Die Auswahl unter allen Bietern behalten wir uns vor.
Darmſtadt, den 22. September 1914.
(19018fi
Städt. Armen= und Fürſorgeamt.
I. V.: Hopp.
AL
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Das Aufleſen der augenblicklich gefallenen, noch nicht
aus=
gereiften Eicheln im Stadtwald mag zu Verfütterungszwecken
ge=
ſchehen, ſobald aber die ausgereiften, für Waldſaaten nötigen Saat=
Eicheln fallen, müſſen die Sammier Erlaubnisſcheine bei den
betref=
fenden ſtädtiſchen Forſtwarten einholen, andernfalls erfolgt Anzeige
und Beſtrafung.
Darmſtadt, den 22. September 1914.
(19004fi
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Neu eingetroffen!
Eine Anzahl ſchwerer und mittlerer
prima
Arbeitspferde
zum Verkauf!
(*5759
60
Gartenstrasse 22.
Wartensiehen,
Es treffen wieder täglich große
Transporte ſchwere und leichte
Arbeits=Pferde
bei mir ein.
Emil Strauss (noe
2562
Groß=Gerau.
Telephon 2e.
ei e ien gehen ate
port erſtklaſſiger
belg. Pferde
ngetroffen, worunter ſchöne
Zucht=
ſtuten und trächtige Stuten. Papiere vorhanden.
Ferd. Wartensleben
Telephon 1691.
Rheinstrasse 51.
(*5732)
dn unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a teilung A, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Röhm & Haas, Darmſtadt.
Die Prokura des Kaufmanns
Karl Pfundt in Darmſtadt iſt
er=
loſchen.
(19030
Darmſtadt, 18. September 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über den
Nachlaß des Schreinermeiſters und
Bauunternehmers Philipp Bayer
von Neder=Ramſtadt wird nach
erfolgter Abhaltung des
Schluß=
termins hierdurch aufgehoben. (*37
Darmſtadt, 3. September 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Heinrich
Zick=
ler III. von Eberſtadt iſt Termin
zur Anhörung der
Gläubigerver=
ſammlung zwecks Feſtſetzung der
Auslagen und Vergütung der
Mit=
glieder des Gläubigerausſchuſſes
und zur Prüfung der nachträglich
angemeldeten Forderungen auf
Dienstag 29. September 1914,
vormittags 10½ Uhr
vor dem Großh. Amtsgericht
Darm=
ſtadt II, Zimmer Nr. 118, anbe=
(19029
raumt.
Darmſtadt 5. September 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über den
Nachlaß des Ernſt Ludwig
Spa=
mer von Eberſtadt wird nach
er=
folgter Abhaltung des
Schlußter=
mins hierdurch aufgehoben. (19028
Darmſtadt, 3. September 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Preiſe für Fleiſch und Brot
in der Stadt Darmſtadt
am 20. September 1914.
(Mitgeteilt von der Großh.
Zentral=
ſtelle für die Landesſtatiſtik.)
Häufigſter Preis in 3 pro Pfund
Ochſenfleiſch mit Beilage . . 100
Rindfleiſch „ „ . . . 90
Kuhfleiſch „ „ . . . 80‟)
Kalbfleiſch „ „ . . . 90
Hammelfleiſch „ „ . . 100
Schweinefleiſch,
,. . . 84
Leberwurſt gewöhnliche
. 72
Blutwurſt,
72
Geräucherter Speck
. 100
Schweineſchmalz, inländiſches 80
Brot I. Sorte . . . . . . 17
Brot II. Sorte . . . . . 16
4) Durchſchnittspreis.
Die Erhebung erſtreckte ſich auf
45 Mehzgereien, und zwar auf 25,
in denen Ochſen, Kuh= od.
Rind=
fleiſch, auf 19, in denen Kalbfleiſch,
auf 6, in denen Hammelkleiſch und
17, in denen Schweinefleiſch
ver=
kauft wurde; ferner für Brot auf
18 Bäckereien und 4 ſonſtige Läden.
Die von der Bäckerinnung
feſt=
geſetzten Mindeſtpreiſe für Brot=
I. Sorte, Weißbrot 2½ Kilo 84 Pf.
½ „ 42 „
II. Sorte, Schwarzbrot2 „ 64 „
„ 32.
Von heute ab
koſtet
(*5779
Kalbfleiſch
bei ſämtl. Kalbsmetzgern per
Pfund 1 Mark.
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fortwährend
tiert reiner
(18896if
belaiſcher Pferde.
Wer hilft
mir=
u. den Soldaten?
Bin eingerückt und wäre
glück=
lich, meinen Vorrat an guten, noch
ſtener=
freien Zigarren
(50 Kiſten zu Hundert à 7 Mk.),
geteilt oder im ganzen, zum
Unter=
halt meiner Frau u. 3 Kinder in
Geld umſetzen zu können. Adreſſen
unter § 83 an die Geſchäftsſtelle
erbeten.
(*5766
Jaget
Kleine Jagd im heſſiſch.
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Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. September 1914.
Seite 9.
Spulung des Waſſerrohrnetzes.
In der Zeit von Samstag, den 19. September, bis Donnerstag, den 1. Oktober I. Js.
wird das ſtädtiſche Waſſerrohrnetz geſpült.
Dabei läßt ſich eine Trübung des Leitungswaſſers nicht vermeiden, auch muß abteilungsweiſe in den gemäß nachſtehender
Tabelle betroffenen Straßen die Waſſerlieferung von abends 10 Uhr bis morgens 5 Uhr unterbrochen werden. Den Waſſerabnehmern wird
deshalb empfohlen, ſich rechtzeitig vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Bei den Druckrohrſpülungen wird die Waſſerlieferung nur vermindert.
Spülplan.
Hauptdruckrohr I Samstag, den 19. September
Abteilung A.
Montag, den 21. September
Abteilung B
Mittwoch, den 23. September
Abteilung C
von abends 10 Uhr ab
Samstag, den 26. September
Abteilung D
Montag, den 28. September
Abteilung E
Mittwoch, den 30. September
Hauptdruckrohr II Donnerstag, den 1. Oktober von nachmittags 4 Uhr ab
Aus dem nachſtehenden alphabetiſch geordneten Straßenverzeichnis iſt zu erkennen, zu welcher Spülabteilung (A-E) die
einzeine Straßen oder ihre Teile gehören.
Dabei iſt zu bemerken, daß Eckhäuſer öfters zu einer andern Spülabteilung gehören als die Straße, zu der ſie zählen.
Einige Straßen müſſen teilweiſe an zwei Spülabenden ohne Waſſer bleiben, nämlich die Frankfurterſtraße, Heidelbergerſtraße,
Ludwigshöhſtraße und Wilhelminenſtraße, was aus dem Verzeichnis zu erſehen iſt.
Straßen=Verzeichnis.
Abt.
Namen
Adolf=Spießſtraße
Ahaſtraße
Alexanderſtraße Haus Nr. 17½
19, 21, 23 und 25
Alexanderſtraße Haus Nr. 22
(Infanterie=Kaſerne)
Alexanderſtraße (Die andern
Häuſer ſind an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen.) .
Alexandraweg
Aliceſtraße . .
Allee
B
Annaſtraße zwiſchen Karls= und
Wilhelminenſtraße
Annaſtraße zwiſchen
Wilhelmi=
nen= und Artillerieſtraße
Arheilgerſtraße
Artillerieſtraße .
Bachgang . .
Große Bachgaſſe . . .
Kleine Bachgaſſe.
Bahnhofsplatz (Alter
Haupt=
bahnhof) . .
Bahnhofsplatz (Neuer
Haupt=
bahnhof ) . .
Ballonplatz Haus Nr. 1, 3, 9,
10 und 11 . .
Ballonplatz Haus Nr. 4 .
Ballonplatz (Die andern Häuſer
ſind an das Hauptdruckrohr I
angeſchloſſen.)
:0
Beckerſtraße . . . . .
Beckſtraße, ausgenommen Haus
Nr. 89 und 91 .
Beckſtraße Haus Nr. 89 und 91 D
Beſſungerſtraße Haus Nr. 2 bis
60, jedoch ohne Nr. 1 u. 33 D
Beſſungerſtraße Haus Nr. 1 u.
33, ſowie Haus Nr. 61—140 E
Beſſunger=Weg (Artill.=Kaſerne) E
Bismarckſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 59
Bismarckſtraße Haus Nr. 59 . B
. . . . . A
Bleichſtraße .
Blumenthalſtraße . . . . . B
C
* Brandgaſſe . . . . .
Am Breitwieſenberg . . . . D
L
Bruchwieſenſtraße .
. D
Bruſtſtraße . . .
.. . D
Clemensſtraße . .
C
Darmſtraße . .
Dieburgerſtraße Haus Nr. 18
. . D
bis 255
Dieburgerſtraße (Die andern
Häuſer ſind an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen.)
Döngesborngaſſe
E
Donnersbergring
B
Dornheimer=Weg
Dreibrunnenſtraße . .
15
Eckhardſtraße .
.E
Eichbergſtraße .
Eliſabethenſtraße zwiſchen
Lud=
wigsplatz u. Wilhelminenſtr. B
Eliſabethenſtraße zwiſchen
Wil=
helminenſtraße u. Landgraf
Philipps=Anlage .
Emilsſtraße zwiſchen Moller= u.
D
Frankfurterſtraße
Emilsſtraße zwiſchen
Frank=
furter und Liebigſtraße
Erbacherſtraße ausgenommen
Haus Nr. 50
Erbacherſtraße Haus Nr. 50
Am Erlenberg . .
Ernſt=Ludwigsplatz . .
Ernſt=Ludwigsſtraße
E
Eſchollbrückerſtraße.
. B
Feldbergſtraße
. . E
Felſingſtraße .
Fiedlerweg . .
E
Forſtmeiſterplatz . . . .
Forſimeiſterſtraße . .
Frankenſteinſtraße .
Frankfurterſtraße zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße 1(
(wird 2 mal geſpült) .
Frankfurterſtraße zwiſchen
Bis=
marckſtraße und Arheilger
B
Grenze . .
Darmſtadt, den 14.
Namen
Abt.
Friedrichsſtraße
Fuchsſtraße zwiſchen Bleich= u.
Bismarckſtraße .
Fuchsſtraße zwiſchen Bismarck=
und Lagerhausſtraße
. B
Fuhrmannsſtraße
. D
Gardiſtenſtraße .
D
Gartenſtraße . . . . .
„A
Im Geißenſee . . . . . . . D
Geiſtberg
..... C
Georgenſtraße . . . . . . . A
Gervinusſtraße . . . . . . C
Goetheſtraße . . . . . . . D
Gräfenhäuſer Weg . . . . . B
Grafenſtraße
.... „A
Griesheimer Weg.
B
Groß=Gerauer Weg
Grüner Weg zwiſchen Kies= u.
Heinrichsſtraße
Grüner Weg zwiſch. Heinrichs=
und Schießhausſtraße .
Gutenbergſtraße .
D
Heidelbergerſtraße Haus Nr. 1
bis 17½ ſowie 19, 21, 23 u. 25
(wird 2 mal geſpült) .
Heidelbergerſtraße Haus Nr. 1
bis Nr. 177
. E
Heidenreichſtraße . . . . . . C
. D
Heinheimerſtraße .
Heinrichsſtraße zwiſchen
Heidel=
berger= u. Wilhelminenſtraße A
Heinrichsſtraße zwiſchen
Wil=
helminen= und Karlsſtraße . B
Heinrichsſtraße zwiſchen Karls=
und Heidenreichſtraße ohne
Haus Nr. 63, 69 und 136 . C
Heinrichsſtraße Hausnummer
63, 69 und 136 . .
. D
Heinrichwingertsweg
.D
Helfmannſtraße
. B
Herderſtraße
D
Herdweg .
.. .5
Hermannsſtraße . . . . . . E
Herrngartenſtraße . . . . . D
Hinkelsgaſſe . . . . . . . C
Hobrechtſtraße . . .
Hochſchulſtraße
Hochſtraße Haus Nr. 2 bis 37 C
desgl. zwiſch. Heinrichsſtraße
und Herdweg ohne Nr. 37 D
Hoffmannſtraße zwiſchen Nied.=
Ramſtädter= u. Heinrichſtraße C
Hoffmannſtraße zwiſchen
Hein=
richs= und Hobrechtſtraße . .
Hofgartenſtraße .
Hofſtallſtraße
Hoftheaterplatz Haus Nr. 1 u. 2 D
desgl. das Haus Nr. 3 (Großh.
Hoftheater) iſt an das
Haupt=
druckrohr I angeſchloſſen).
Hohler=Weg. . .
Hölgesſtraße
Holzhofallee Haus Nr. 11, 13, 25
,
und 30 . .
Holzhofallee Haus Nr. 1, 2, 10
und 32. .
Holzhofallee Haus Nr. 8. . .
. .C
Holzſtraße .
Hügelſtraße zwiſch. Karlsſtraße
und Wilhelminenplatz . . B
Hügelſtraße zw.
Wilhelminen=
platz und Landgraf=Philipps=
Anlage.
Inſelſtraße .
*
Ireneſtraße
Neue Ireneſtraße . . .
Kahlertſtraße . . . .
B
Kapellſtraße. .
Große Kaplaneigaſſe . . .
Kleine Kaplaneigaſſe . . . .
. . . . D Karlsſtraße zwiſchen Schul=und
. . B
Heinrichsſtraße.
. . EKarlsſtraße zwiſchen Heinrichs=
und Hermannsſtraße
Kaſinoſtraße
Kaſtanienallee . .
,,„„
AKaupſtraße .
:
Kiesbergſtraße . . .
Kiesſtraße, ausgenommen Haus
. . Ci
Nr. 2
September 1914.
Abt.
Namen
Kiesſtraße Haus Nr. 2
. B
Kirchſtraße . .
. B
Kirſchenallee
. B
Klappacher=Straße . . . . . D
Kranichſteiner=Straße . . . . D
Lagerhausſtraße . .
Landgraf=Georgs=Straße
Landgraf=Philipps=Anlage .
Landskronſtraße . . . .
,
Landwehrſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 1 und 2
Landwehrſtraße, Haus Nr. 1
und 2
Langegaſſe . .
Lauteſchlägerſtraße .
I
Lichtenbergſtraße.
Liebfrauenſtraße .
. . P.
Obere Liebfrauenſtraße . . . D
Liebigſtraße.
„ B
Lindenhofſtraße.
Löffelgaſſe . . . . .
L
Lucasweg
. . . . . . D
Ludwigshöhſtraße,
ausgenom=
men Haus Nr. 11, 13, 31 u. 55 D
Ludwigshöhſtraße (wird
noch=
mals ganz geſpült) .
Ludwigsplatz
Ludwigsſtraße
Louiſenplatz Haus Nr. 1 bis 5
dgl. Haus Nr. 6 und 7
Louiſenſtraße zwiſch. Bismarck=
und Rheinſtraße .
Louiſenſtraße zwiſchen Rhein=
und Eliſabethenſtraße . . . B
5
Magdalenenſtraße .
Marienplatz (Dragonerkaſerne)A
Marktplatz Haus Nr. 1 bis 7 B
dgl. Haus Nr. 8 bis 12
Marktſtraße. .
Martinspfad .
D
Martinsſtraße. . . .
. . D
Mathildenhöheweg .
. D
Mathildenplatz
Mathildenſtraße . .
P
Mauerſtraße
D
Mollerſtraße
Moosbergſtraße zwiſch. Goethe=
und Ludwigshöhſtraße .
Moosbergſtraße zwiſchen
Lud=
wigshöh= und Heidelberger=
Straße . .
Moſerſtraße. .
Mühlſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 12, 32 und 78.
Mühlſtraße Haus Nr. 12, 32
und 78
Müllerſtraße.
Neckarſtraße
Neugaſſe . .
Niebergallweg .
Nieder=Ramſtädter=Straße
zwi=
ſchen Karls= und Hochſtraße
ſohne Hirſchapotheke) . . .
Nieder=Ramſtädter=Straße
zwi=
ſchen Hochſtraße u.
Heinrichs=
ſtraße (mit Hirſchapotheke) C
Nieder=Ramſtädter=Straße
zwi=
ſchen Heinrichsſtr. u.
Böllen=
falltor
Niederſtraße
Neue Niederſtraße . . . .
Nikolaiweg . . . . .
Obergaſſe
Große Ochſengaſſe . .
Kleine Ochſengaſſe . . .
Ohlyſtraße .
Olbrichweg . . .
Orangerieallee. .
Orangerieſtraße .
Pädagogſtraße
Pallaswieſenſtraße zwiſch.
Mol=
ler= und Frankfurter=Straße D
Pallaswieſenſtraße zwiſchen
Frankfurter=Straße uud
Kir=
ſchenallee
Pankratiusſtraße . .
. D
Paradeplatz. . . . . . . . A.
Parkusſtraße . . . . . . . B
Paulusplatz . . . . . . . 3. . D
Pfründnerhausſtraße . .3. . D
Namen
Abt.
Prinz Chriſtians=Weg,
ausge=
nommen Haus Nr. 2 und 4 D
Prinz Chriſtians=Weg Haus
Nr. 2 und 4
Großh. Reſidenzſchloß. .
Rheinſtraße, ausgenommen
Haus Nr. 2, 4, 6 und 8 . . A.
Rheinſtraße Haus Nr. 2, 4, 6 u.8 B
Rhönring, ausgenomm. Haus
Nr. 1
..D
Rhönring Haus Nr. 1 . . . H
Riedeſelſtraße
Riedlingerſtraße .
Riegerplatz
.. .. .5
Aeußere Ringſtraße . . . . . D
Roquetteweg
. . . . . D
Roßdörferſtraße . . . .
Rößlerſtraße
, ,
Rückertſtraße
. . . D
Rundeturmſtraße .
Ruthsſtraße .
Saalbauſtraße zwiſchen Rhein=
A
und Heinrichsſtraße.
Saalbauſtraße zwiſchen Hein=
6
Sackgaſſe
Sandbergſtraße
Sandſtraße zwiſchen Steinſtr.
und Wilhelminenplatz
Sandſtraße zwiſchen
Wilhelmi=
nenplatz und Haus Nr. 42 A
Schießhausſtraße .
Schillerplatz .
Schloßgarten . . . . . . . D
Schloßgartenplatz
. D
Schloßgartenſtraße .
. D
Schloßgaſſe .
Schloßgraben .
Schuchardſtraße
Schuknechtſtraße.
Schulſtraße
Schulzengaſſe .
Schuſtergaſſe
Schützenſtraße .
Schwanenſtraße
Seekatzſtraße
Seeſtraße
Seitersweg .
Soderſtraße .
Speſſartring
Stadtallee
Steinackerſtraße
Steinſtraße .
Stiftsſtraße .
Stirnweg
Tannenſtraße „
Taunusſtraße .
Teichhausſtraße
Viktoriaplatz
Viktoriaſtraße .
Waldſtraße .
Weinbergſtraße
Weiterſtädter=Weg .
Wenckſtraße:
Wendelſtadtſtraße,
ausgenom=
men Haus Nr. 1 .
Wendelſtadtſtr. Haus N.
Weyprechtſtraße .
Wienersſtraße .
Wieſenſtraße
Wilhelminenplatz Haus Nr. 1,
2, 4 und 7
Wilhelminenplatz Haus Nr. 8
bis 18 ₰
B
Wilhelminenſtr. zwiſchen
Bis=
marck= u. Heinrichsſtraße . . A.
Wilhelminenſtr. zwiſch.
Hein=
richs= u. Karlsſtraße. (Wird
.D u. 1
2mal geſpült.) .
Wilhelmsplatz .
Wilhelmsſtraße
Wingertsbergſtraße
Wingertsgäßchen
Wittmannſtraße .
Woogsplatz .
Woogsſtraße
Zeughausſtraße . . .
Zimmerſtraße . . . . . .
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Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. September 1914.
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44)
Karl öffnete den Schrank, nahm den kleinen Säbel
heraus und zog ihn aus der Scheide. Da kam Berkens
in die Stube. Einen Augenblick trat eine Falte zwiſchen
ſeine Augenbrauen. Dann ſagte er:
Sommerbauer iſt draußen. Er hat eine Botſchaft an
Sie. Soll er hereinkommen?
Ohne erſt eine Antwort abzuwarten, winkte er den
Mann herein. Der trat unſicher über die Schwelle und
wiegte ſeinen breiten Körper von einem Fuß auf den
anderen. Sein Geſicht war bekümmert und verdroſſen.
Was willſt Du, Sommerbauer?
Ein Laut, der wie ein mißbilligendes Grunzen klang.
Der Herr Doktor aus Wien iſt da. Wegen dem Verkauf!
Verkauf? Sophie hatte erſchrockene Augen.
Und Karl geriet in Verlegenheit.
Ja, Sophie! Ich . . . ich kann nicht bleiben. Ich
kann nicht, Sophie!
Berkens hielt die Arme hinter dem Rücken, trat dicht
an Karl heran und ſah ihm ernſt ins Geſicht.
Sommer=
bauer ſchnaufte ſchwer, und ſeine betrübte Miene ſchien
nur aus Reſpekt nicht den Ausdruck des Zornes
anzu=
nehmen.
Und Sophie trat auf das Fenſter zu.
Wenn Sie fort müſſen, dürfen wir Sie nicht halten.
— Und dieſer Herbſt wäre ſo ſchön geweſen!
Karl ſchob den Kinderſäbel, den er noch immer in der
Hand hielt, mit einem raſchen Ruck in die Scheide. Er
zögerte einen Augenblick.
Herr Berkens, ſagte er, ich weiß, daß Sie mir gram
ſind, wenn ich’s tue. Und doch, ich kann nicht anders!
Berkens nahm ihm den Säbel aus der Hand. Er ſchien
etwas erwidern zu wollen. Doch ſchwieg er. Und je
länger er den Kinderſäbel in der Hand hielt, um ſo tiefer
beugte er ſich über das alte, kleine Spielzeug.
Sophie ſtand in der Fenſterniſche und ſah zwei
Sper=
lingen zu, die auf der Straße Körner pickten. So ſehr
nahm dieſer Vorgang ſie in Anſpruch, daß ſie ſich gar nicht
umwenden mochte, als Karl die Stube verließ.
Und ſie blieb noch ſtehen, als ſie ihn mit Sommerbauer
die Straße entlang ſchreiten ſah. Erſt als Berkens die
Tür des Glasſchrankes zuwarf, daß es klirrte, fuhr Sophie
erſchreckt herum.
18.
Stumm waren die drei am Morgen zu Berge
ge=
ſtiegen: Gottwalt, Tobias und Erasmus. Sie hatten keine
Zeit zum Sprechen. Jeder von den dreien war ganz mit
ſich ſelbſt beſchäftigt.
Das Tal war ſchweigſam. Und auch der Hochwald
über dem Naßkamm hatte heute nichts zu ſagen. Er, der
ſonſt ſo viel erzählte, wollte in dieſer Stunde ſelbſt den
Lauſcher ſpielen und aufhorchen auf den Herzſchlag der
drei, die da Schritt um Schritt höher drangen, jeder
ein=
geſperrt in ſich ſelbſt wie in eine Burg, die feſt verſchloſſen
war.
Erasmus wäre am liebſten umgekehrt. Jeder
Ge=
danke zog ihn heim zu Kind und Weib und Vater. Und
der Tag gefiel ihm nicht. Aber das wagte er vor Hellmer
nicht auszuſprechen.
Gottwalt, einmal von Hauſe fortgeriſſen und ſo nah
den Zinnen, denen ſeine Arbeit und das Denken ſeiner
Tage und Nächte galt, wurde mit unwiderſtehlicher
Ge=
walt emporgetrieben. Seine Hoffnung in dieſer Stunde
galt nur der Zukunft. So wenig fand er Zeit, ſich um
das Gegenwärtige zu kümmern, daß er die blaſſe
Verſtört=
heit im Geſichte ſeines Freundes und dieſen wirren Blick
nicht ſah, der immer an der Erde hing. — Und Tobias?
Alles in ihm war Aufruhr. Und dennoch wußte er kaum,
vas war und was kommen ſollte.
In der Gamsecker Hütte wurde eine kurze Raſt
ge=
halten. Ohne ein Wort zu wechſeln, aßen ſie ein paar
Biſſen und ſtiegen weiter. Einmal deutete Erasmus auf
den Horizont und runzelte die Stirn. Gottwalt ſah ihn
fragend an. Erasmus zuckte die Achſeln.
Um die elfte Stunde hatten ſie den Gupfſattel erreicht.
Aus dem jenſeitigen Trichter der Gamsecker Wände blies
ihnen ein wütender Sturm entgegen und ſchleuderte Wol=
kenfetzen über die Felſen wie Rieſenwellen eines raſenden
Meeres. Die drei blieben ſtehen.
Erasmus? fragte Hellmer.
Der Führer ſchüttelte den Kopf. Weiß nöd, Herr!
Da auf der Schneid pfeift’s allweil ſo. Leicht kommt’s
wieder beſſer — a weng weiter droben?
Dann vorwärts!
Zwiſchen Zwergkiefern drängten ſie ſich weiter, und
der Sturm begann wirklich etwas nachzulaſſen. Auch der
Nebel riß manchmal entzwei und machte Fenſter, aus
denen man dort ein Stück des Grates, hier eine Zinne
der Gamsecker Wände hervorlugen ſah. Leis rieſelte es
herab in feinen Flocken. Die Steine trugen einen
gläſer=
nen Mantel.
Gegen Mittag ſtanden ſie vor dem Einſtieg zum
wil=
den Gamseck. Schnell waren die Seile umgebunden, und
dann ging’s in ſteiler Kletterei über die vereiſten Wände
empor, bis Hellmer halt gebot und das Seil von ſeinen
Hüften löſte. Er war bisher in der Mitte gegangen. Doch
er ſah, daß Tobias nicht ſicher genug ging, um jeder Hilfe
entraten zu können. Drum mußte jetzt Tobias in die
Mitte, und Gottwalt ſtieg frei und knapp hinter ihm her,
um beiſtehen zu können, wenn es nötig werden ſollte.
Bei einer Stelle, die nicht allzu ſchwierig war, ſuchte
Tobias lang nach einem Griff.
Sollen wir nicht lieber umkehren, Tobby? fragte
Gott=
walt, Du biſt das harte Klettern nicht gewohnt.
Tobias kehrte ihm ein aſchfahles, verzerrtes Geſicht
zu. Nein! Nicht umkehren! Es geht ſchon. Ich . . . weiß
nicht, was ich heut habe.
Dann kam die erſte ſchwere Stufe. Erasmus zog ſich
mit einem Klimmzug empor, der ihm alle Sehnen und
Muskeln am Körper ſtraffte. Glücklich kam er um die
Kante, blieb droben auf den Knien liegen und ſeilte
Tobias mit feſtem Ruck hinauf. Gottwalt wollte klimmen
wie Erasmus. Herr, knirſchte der Führer zwiſchen den
Zähnen, während er Tobias um die Kante lupfte, warten
St, bis ich Ihnen am Seil hab!
Es geht auch ſo! ſagte Gottwalt ruhig. Und er war
über die Kante drüben, bevor Erasmus das Seil für ihn
löſen konnte.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 25. September 1914.
Nummer 264,
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Wolf, Theodor Streicher Fritz Jürgens und Arnold Mendelssohn.
II. Rezitationen: Gedichte von Schiller, Liliencron und Gerhart
Hauptmann. III. Melodram: Hektors Bestattung, aus
dem 24. Gesang von Homers „Ilias”, mit begleitender Musik von
Botho Sigwart.
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im Verkehrsbüro und abends an der Kasse. (Die städtische
Billetsteuer wird von der Vereinskasse getragen.) —
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vor dem obigen Konzerte erfolgen, berechtigen zu dessen
freiem Besuche. Der Beitrag für den Rest des Jahres 1914
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von Krakau
mit Rudolf Schiläkraut.
Morgen
ein neuer Film vom
östlichen
Kriegs-
schauplatz
und
Die
geheimnis=
vollen Hände
Detektiv-Drama in 3 Akten.
(19020)
Von der Reise zurück
Zahnarzt
Fritz Witt
Neckarstrasse 10. (19005dsg
Damen-Hüte
werden umgearbeitet u. faſſonier
nach den neueſten Formen.
Hroße Auswahl in Hüten
ſowie Zutaten. (18693a
Anna Weiner.
Putzgeſchäft u. Faſſonieranſtalt,
Schulſtraße 10, 1. Stock.
Crädel=Siche
ſowie alle anderen Kleiderſtoffe
müſſen vor dem Verarbeiten
de=
katiert werden.
Dekatieren ſchützt vor Eingehen
und Regenflecken.
(18988a
Ernst Göbel
Grösste Spezlal-Dekatur-Anstalt
Schulstrasse 11.
ebroch. Zwetſchen per Pfund
4. u. 5 Pf. zu verk.
Erbacher=
ſtraße 13, part., Hinterhaus. (*5806
Großherz. Hoftheater.
Freitag, den 25. September 1914.
7. Abonnem.=Vorſtellung. D 3.
Ouvertüre zur „Veſtalin”
von Spontini.
Muſikal. Leiter: P. Ottenheimer,
Neu einſtudiert:
Die Hermannsſchlacht.
Ein Drama in 5 Aufzügen von
Heinrich von Kleiſt.
Spielleiter: Hans Baumeiſter.
Perſonen:
Hermann, Fürſt
der Cherusker . . Hs. Baumeiſter
Thusnelda, ſeine
Gemahlin . . . . Charlotte Pils
Rinold, 1 ſeine Erna Stoffer
Adelhart, Knaben Aenn. Gerhardt
Eginhard, ſein Rat Herm. Knispel
Luitgar,) ſeine Emil Kroczak
Aſtolf Söhne Otto Wolf
Egbert, ein
cherus=
kiſcher Anführer Hs. Bertram
Getrud, 1Frauen d. Käthe Meißner
Bertha, Thusn. Maja Schott
Marbod, Fürſt der
.. . Joh. Heinz
Sueven .
Attarin, ſein Rat Otto Thomſen
Komar, ein
ſuevi=
ſcher Hauptmann Adolf Klotz
Wolf, Fürſt der
. Heinrich Hacker
Katten
Thuiskomar, Fürſt
der Sicambrier Hans Bertram
Dagobert, Fürſt
der Marſen . . . Hans Debus
Selgar, Fürſt der
Brukterer . . . . . Frz. Herrmann
Fuſt, Fürſt der
Cimbern . . . Frz. Schneider
Ariſtan, Fürſt der
Ubier . . . . . . . Paul Peterſen
Quintilius Varus,
römiſch. Feldherr K. Weſtermann
Ventidus, Legat
von Rom . . . . Kurt Ehrle
Scgepio, ſein
Ge=
heimſchreiber . . Br. Waigandt
Septimius, röm.
. Br. Harprecht
Anführer
Teuthold, ein
Waf=
fenſchmied . . . Wolf Dietrich
Hally, ſ. Tochter. Elſa Daniel
Childerich, ein
Zwingerwärter . Adolf Jordan
Eine Alraune . . Minna Müller
Erſter 1 Aelteſter Edm. Göllnitz
Zweiter/d. Cherusk. A. Fleiſchmann.
Erſter 1Hauptm. Adolf Klotz,
Zweiter/d. Cherusk. Otto Thomſen
Erſter Cherus= Fr. Jachtmann
Zweiter) ker Frz. Herrmann
Herta Alſen
Erſte
Zweiteſ Cherus= Minna Müller
Dritte kerin Hertha Hinken
Käthe Gothe
Vierte
Erſter 1Feldherr Rich. Jürgas
Zweiter)d Römer Wolf Dietrich
Erſter Hauptm. Hans Debus
Zweiter/d. Römer Karl Weber
Nach dem 3. Aufz. längere Pauſe.
Krank: Leo Schützendorf.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—12. Reihe
3.70 ℳ, 13.—19. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Anf. 7 Uhr. — Ende nach 10 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 26. Sept. Außer Ab.
I. Sonder=Vorſt. „Das
Nacht=
lager in Granada.” Anfang
8 Uhr. Zu dieſer Vorſtell. findet
kein Kartenverkauf ſtatt.
Sonntag, 27. Sept. 8. Ab.=Vſt.
A 2. „Der fliegende
Hol=
länder.‟ Gew. Pr. Anf. 7 Uhr.
Montag, 28. Sept. Außer Ab.
Erſte Volksvorſtellung zu ermäß.
Preiſen. „Alt=Heidelberg”.
Anfang 7½ Uhr. (Vgl. beſ. Anz.)