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177. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 189.
Sonntag, den 12. Juli.
1914.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Flieger Reinhold Böhm ſtellte mit einem
Dauerflug von 24 Stunden 12 Minuten einen
neuen Weltrekord im Dauerflug auf.
Der ruſſiſche Geſandte Hartwich in Belgrad iſt
vorgeſtern früh plötzlich verſtorben
Die Regierungskommiſſion, die die
Unter=
ſuchung über den Untergang der „Empreß of
Ireland” führte, iſt zu dem Ergebnis gekommen, daß
die Storſtad” infolge ihrer Kursänderung das
Unglück verſchuldet hat.
Der Dampfer „Mondoza” meldete drahtlos, daß er
bei Punta Mogades aufgelaufen ſei. Der Dampfer
hat 257 Perſonen an Vord.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Politiſche Wochenſchau.
es. Daß die Hundstage durch eine Zeit politiſcher
Ruhe die Völker erquicken, iſt längſt zur Mythe
gewor=
den. Vollends in dieſem Jahre, wo zu den chroniſchen
Kriſen in Mexiko und in Albanien die griechiſch=türkiſche
Spannung und der Meuchelmord von Serajewo
hinzu=
traten, ſteht die Welt unter dem Zeichen der Unruhe, um
nicht zu ſagen der Beunruhigung. Die
Nordland=
reiſe des Kaiſers kann deshalb nur bedeuten,
daß keine unmittelbaren Verwickelungen drohen. Man
muß jedock auf ſcharfe Auseinanderſetzungen in der
inter=
nationalen Preſſe gefaßt ſein, ſobald Oeſterreich=
Ungarn wegen des Serajewoer Meuchelmordes
diplo=
matiſche Schritte in Serbien getan hat. Was die
Donaumonarchie in dieſer Beziehung beabſichtigt, ſteht
augenblicklich noch nicht authentiſch feſt. Nach der
Er=
klärung des ungariſchen Miniſterpräſidenten Grafen Tisza
erſcheint es aber zweifellos, daß die Wiener Regierung
in friedfertigem Geiſte die rechtlich und ſittlich
begründe=
ten Forderungen ſtellen wird, die ſie zur Sicherung der
inneren Ruhe des Reiches und zur Wahrung ihres
An=
ſehens ſtellen muß. Kann die öſterreichiſche Regierung
das Hinübergreifen der meuchelmörderiſchen
Verſchwö=
rung auf ſerbiſche Kreiſe nachweiſen, dann iſt es ihre
Pflicht, in Belgrad die Beſtrafung der Schuldigen und
die Verhütung ähnlicher Freveltaten zu fordern. Die
ſerbiſche Regierung kann ſich der Erfüllung ſolcher
For=
derungen nicht entziehen, ohne die einfachſten Gebote der
Ziviliſation zu verletzen, und würde damit auch gegen
die politiſchen Intereſſen Serbiens inſofern handeln, als
ſie die Entrüſtung der ganzen geſitteten Welt auf Serbien
lenkte. Die maßlos=gehäſſige Sprache ſerbiſcher Blätter,
die durch Verteidigung des Meuchelmordes das eigene
Schuldbewußtſein verrieten, hat eine Verwilderung der
Anſchauungen offenbart, der die ſerbiſche Regierung
letz=
ten Endes aus Rückſicht auf ſich ſelbſt ſteuern muß. Das
ſerbiſche Spiel mit dem Bohkott öſterreichiſch=ungariſcher
Waren iſt ein kläglicher Verſuch, die Donaumonarchie von
der Geltendmachung einwandsfreier Forderungen
abzu=
ſchrecken, und fällt wegen der Niedrigkeit der mit ihm
be=
kundeten Geſinnung auf ſeine Urheber zurück.
Im albaniſchen Nachbarſtaate Serbiens dauert
die innere Kriſis fort. Während der Miniſterpräſident
Turkhan Paſcha eine Rundreiſe zu den Kabinetten der
Großmächte macht, haben die Epiroten Koritza
eingenom=
men, und vor Durazzo liegen nach wie vor die
Auftän=
diſchen. Trotzdem wird die Nachricht von
Rücktrittsab=
ſichten des Fürſten Wilhelm widerruſen, und zwar
an=
ſcheinend mit Recht, da die Einſtellung von rumäniſchen
Freiwilligen, die Bemühungen um die Heranziehung
an=
derer ausländiſcher Streitkräfte und Turkhan Paſchas
Reiſe dafür ſprechen, daß der Fürſt einſtweilen die Flinte
nicht ins Korn wirſt. Solange aber die Großmächte, ſer
es durch die Gewährung der urſprünglich geplanten
An=
leihe, ſei es durch die Schaffung der Möglichkeit,
genü=
gende Streitkräfte aufzuſtellen, keine wirkſame Aenderung
ihrer bisherigen Politik eintreten laſſen, bleibt die Lage
in Albanien unſicher wie bisher.
Dasſelbe ſcheint auch für Mexiko zu gelten. Denn
die Wiederwahl Huertas zum Präſidenten einerſeits, die
Ablehnung der Verhandlungen mit ſeinen Vertretern
durch die Konſtintionaliſten andererſeits, drängt die
Ueberzeugung auf, daß der mexikaniſche Bürgerkrieg trotz
des „Protokolls” von Niagara Falls fortgeſetzt wird.
Da am 1. Juli die Zinſen der äußeren Schuld Merikos
zum erſten Male nicht bezahlt wurden, dürften die
euro=
päiſchen Gläubiger der Republik gewiß nichts dagegen
haben, wenn die ſüdamerikaniſchen Abe=Staaten, die ſo
erfolgreich zwiſchen Mexiko und der Union vermittelten,
auch die Herbeiführung des inneren Friedens in Meriko
durch eine energiſche Vermittelung verſuchten.
Ob Irland vor dem Bürgerlriege bewahrt bleibt,
iſt immer noch zweifelhaft. Die Abſchwächung von
Home=
rule, wie die Regierung ſie vorſchlug, iſt vom Oberhauſe
abgelehnt worden, und die ſo geſchaffene längere
Un=
ſicherheit kann für Irland verhängnisvolle Folgen
zei=
tigen. Ob es richtig iſt, daß Asgutth mit der Oppoſition
über einen Ausgleich verhandelt, der im Sinne der
Ulſter=
leute eine dauernde Regelung geſtattet, muß dahingeſtellt
bleiben.
Ein deutſch=italieniſcher Zwiſchenfall
eigener Art iſt in der abgelaufenen Woche auf noch ſeli=
ſamere Weiſe zu deutſchen Gunſten erledigt worden. Es
handelt ſich hierbei um den Hirtenbrief des Biſchofs von
Como, worin die „politiſche‟ Programm=Kundgebung
des Reichsausſchuſſes der Zentrumspartei ſcharf getadelt
war. Das Zentrum empfand dieſen Tadel als eine
unbe=
fugte ausländiſche Einmiſchung in innere deutſche
An=
gelegenheiten, ſah ſich aber gegenüber dem Biſchof von
Como durch die Tatſache eingeengt, daß Papſt Pius X.
den Comoer Biſchof zu ſeinem ſchönen” Hirtenbriefe
be=
glückwünſcht hatte. Der gordiſche Knoten dieſer
Schwie=
rigkeiten wurde von dem Organ des baheriſchen
Zen=
trumsminiſteriums, der Bayeriſchen Staatsztg.,
mit einer Schneidigkeit durchhauen, die bei einem
libe=
ralen oder proteſtantiſchen Kabinett unfehlbar die
Wirkung gehabt hätte, die katholiſche Volksſeele ins
Ko=
chen zu bringen. Warnte doch die Bayeriſche Staatsztg.
den Biſchof von Como unter ironiſchen Seitenhieben auf
perſönliche Beweggründe, die ihn bei Abfaſſung des
Hir=
tenbriefes geleitet hätten, vor der Erörterung
ausländi=
ſcher Angelegenheiten, indem ſie gleichzeitig ausſprach,
daß aus der päpſtlichen Anerkennung für den Biſchof keine
auf Deutſchland bezüglichen Schlüſſe abgeleitet werden
dürften. Da letzteres der vatikaniſch=offiziöſe
Oſſerva=
tore Romano umgehend als richtig anerkannte, hat das
bayeriſche Zentrumsminiſterium nicht nur über den
Vi=
ſchof von Como, ſondern auch über den Biſchof von Rom
einen ſtarken Erfolg davongetragen. Man wird ſich ihn
merken und noch oft genug daran erinnern, daß erſtens
ein deutſches Zentrumsminiſterium ohne Säumen in eine
Kampfſtellung gegen Biſchof und Papſt einrückt, wenn
bedrohte Zentrumsintereſſen dies erheiſchen, und daß
zweitens der Vatikan ohne weiteres vor einem energiſch
auftretenden Zentrumsminiſterium die Segel ſtreicht.
König Peter I. von Serbien.
Zu ſeinem 70. Geburtstage.
*⁎* Von der Parteien Haß und Gunſt verwirrt,
ſchwankt ſein Charakterbild in der Geſchichte. Auf keinen
anderen unſerer Zeitgenoſſen paßt dieſer Satz beſſer als
auf den Serbenkönig, der am 12. Juli 1844 als Sohn
des damaligen Fürſten Alexander von Serbien aus dem
Geſchlechte Karageorgiewitſch das Licht der Welt erblickte.
Nach dem Sturze ſeines Vaters verließ er 1858 Serbien,
wurde in Oeſterreich und Frankreich erzogen und
abſol=
vierte 1867 die franzöſiſche Offiziersſchule in St. Cyr.
Als Kapitän der Fremdenlegion machte er 1870/1871 den
Krieg gegen Deutſchland mit, nahm 1876 am bosniſchen
Aufſtande teil und war einer der Anführer der
Inſurgen=
ten an der kroatiſchen Grenze. Im Jahre 1883
ver=
mählte ſich Peter mit der Prinzeſſin Zorka von
Monte=
negro, welche aber ſchon im Frühjahr 1890 ſtarb.
Seit=
dem lebte er in Genf, von wo aus er im Januar 1903
eine Proklamation an das ſerbiſche Volk erließ mit der
Aufforderung, ſeinem Großvater Karageorg zur 100
jäh=
rigen Gedenkfeier der ſerbiſchen Freiheitskriege ein
Denk=
mal zu errichten. Angeſichts der bald darauf ſich
ab=
ſpielenden Ereigniſſe in Belgrad nimmt man an, daß
Peter ſich mit der Proklamation bei den Serben in
Er=
innerung bringen wollte. Ob und welchen Anteil er an
der Ermordung des Königspaares in der Nacht vom 10.
zum 11. Juni 1903 hatte, wird vielleicht nie bekannt,
je=
denfalls hatte er die Genugtuung, am 15. Juni 1903 von
Skupſchtina und Senat einſtimmig zum König gewählt
zu werden. Nach 45jähriger Verbannung betrat er am
24. Juni das ſerbiſche Gebiet, wurde am 21. September
feierlich gekrönt und hat ſeitdem den Thron inne.
Daß König Peter nicht nur die Würde, ſondern auch
die Bürde ſeines Herrſcherberufes oft empfand, iſt kein
Geheimnis, und mehrmals ſoll er im Laufe der Jahre
Rücktrittsgedanken gehegt haben. Sein Verhältnis zu
den Königsmördern verleidete ihm oft ſeine Stellung
und vielfach ließ die Liebe des Volkes zu ihm manches
zu wünſchen übrig. Erſt der letzte Krieg, die Erfolge
der ſerbiſchen Waffen im Kampfe gegen die Türken und
ſpäter gegen die Bulgaren hoben auch das Anſehen des
Königs, der ſich das Verdienſt zuſchreiben darf,
langge=
hegte Träume ſeines Volkes der Erfüllung
entgegenge=
führt zu haben. In der jüngſten Zeit läßt ſeine
Geſund=
heitz zu wünſchen übrig, und er hat bekanntlich vor kurzem
den Kronprinzen Alexander mit der Regentſchaft
be=
traut. Zur Thronfolge war eigentlich der älteſte Sohn,
Prinz Georg, berufen, doch hat ſich dieſer durch ſeine
tol=
len Streiche unmöglich gemacht. Außer dieſen beiden
Söhnen hat der König noch eine Tochter, die Prinzeſſin
Helene, welche ſich im September 1911 mit dem ruſſiſchen
Prinzen Johann Konſtantinowitſch vermählte. Ueber
den Zuſtand des Königs liefen in den letzten Wochen
ziemlich beunruhigende Gerüchte um, ob dieſe den
Tat=
ſachen entſprechen, läßt ſich vorläufig nicht feſtſtellen.
Oeſterreich=Ungarn und
Serbien.
C) „Immer langſam voran!‟ Das war von je die
Parole, die man in Oeſterreich=Ungarn in allen Dinger
befolgte, und von der man nicht abwich, ſo oft man auch
ihre Schattenſeite hatte wahrnehmen müſſen. Angeſichts
der Kataſtrophe, der der Thronfolger und ſeine Gemahlir
in Serajewo zum Opfer gefallen ſind, ſcheint man ſich in
der Donaumonarchie doch endlich einmal ermannen und
mit größerer Energie vorgehen zu wollen. Endlich will
man mit der faſt traditionell gewordenen „Schlamperei”
aufräumen, die ſchon manche Schädlichkeiten im Gefolge
gehabt hat und nunmehr reinen Tiſch machen. Im
letz=
ten Miniſterrat haben ſehr eingehende Beratungen über
die Schritte ſtattgefunden, die erforderlich ſind, um die
bei dem Attentat in die Erſcheinung getretenen
Begleit=
umſtände nach Möglichkeit zu beſeitigen.
Daß ſolche Maßnahmen erforderlich ſind, iſt ein
Be=
weis dafür, daß man bisher nicht die richtigen Wege
ein=
geſchlagen und viele Unterlaſſungsſünden begangen hat.
Jetzt mit einem Male ſollen in Bosnien eine Reihe von
Veränderungen verwaltungsrechtlicher Natur, auf dem
Gebiete der Polizei, des Verſammlungsweſens und der
Schule bevorſtehen, ebenſo ſoll eine ſtraffere Handhabung
der Grenzpolizei eintreten. Man muß ſich da wirklich
die Frage vorlegen, warum das nicht ſchon früher
ge=
ſchehen iſt, denn die Dinge in jenem Wetterwinkel ließen
ſchon ſeit langem zu wünſchen übrig, und die
öſterreichi=
ſche Regierung mußte genau wiſſen, mit wem ſie es zu
tun hatte. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen iſt,
deckt man die Oeffnung zu. Hätte man ſchon früher die
Zügel ſtraffer angezogen, dann wäre vielleicht der Gang
der Dinge ein anderer geweſen. So konnte die
groß=
ſerbiſche Agitation faſt gänzlich unbehindert einen großen
Umfang annehmen und die entſetzliche Tat zeitigen,
de=
ren Folgen ſich für die Donaumonarchie heute noch gar
nicht überſehen laſſen. Andererſeits iſt es zu begrüßen,
wenn die öſterreichiſche Regierung es gleichzeitig auch
ver=
ſteht, ſich Mäßigung aufzuerlegen, wenigſtens vorläufig,
und zwar bei ihren Verhandlungen mit der ſerbiſchen
Regierung. Dieſe an ſich kann niemand für das
bekla=
genswerte Ereignis verantwortlich machen, und die
öſter=
reichiſche Diplomatie kann ſich bei ihren Vorſtellungen
in Belgrad nur in ganz beſtimmten Grenzen halten, wenn
ſie nicht einen folgenſchweren Konflikt heraufbeſchwören
will.
Bei dem geplanten Schritt will die öſterreichiſch=
un=
gariſche Regierung alles vermeiden, was als Eingriff in
die ſtaatlichen Hoheitsrechte Serbiens angenommen
wer=
den könnte. Man werde der ſerbiſchen Regierung nichts
zumuten, was als Affront oder Demütigung angeſehen
werden könnte. Man wird ſich darauf beſchränken, von
der ſerbiſchen Regierung zu verlangen, daß die bei der
Anſtiftung des Attentats beteiligten Perſonen beſtraft und
Vorkehrungen getroffen werden zur Abſchaffung von
Uebelſtänden, deren Weiterbeſtand einen korrekten
Nach=
barverkehr ausſchließen könnte. In dieſem Standpunkt
wird ſich die öſterreichiſch=ungariſche Regierung
hoffent=
lich auch nicht durch die Haltung der ſerbiſchen Preſſe
be=
irren laſſen, deren Sprache immer maßloſer wird und
den grimmigſten Haß gegen Oeſterreich atmet.
Miniſter=
präſident Paſitſch hat zwar zugeſagt, dieſem Treiben ein
Ende zu machen, leider ſcheint er hierzu machtlos zu ſein
denn es iſt kein Grund anzunehmen, daß er die
Bewe=
gung tatkräftig zu fördern ſucht. Serbien iſt in
wirt=
ſchaftlicher Hinſicht ſehr auf den öſterreichiſchen Nachbar
angewieſen und es würde ſich ſelbſt auf das ſchwerſte
ſchädigen, wenn ſchwerwiegende Differenzen ſich häufen
und andauern würden
Deutſches Reich.
— Vorläufiges amtliches Wahlergebnis.
Bei der Reichstagserſatzwahl im Wahlkreiſe Koburg=
Gotha I wurden bis 11 Uhr 15 Min. nachts im ganzen
14495 gültige Stimmen gezählt. Davon erhielten
Stolle=Koburg (natl.) 3372 Stimmen, Fabrikant Arnold=
Neuſtadt bei Koburg (Fortſch. Vpt.) 5472 und
Rechts=
anwalt Hoffmann=Hof (Bayern) (Soz.) 5651 Stimmen.
Das Wahlergebnis von 12 kleinen Wahlbezirken ſteht
noch aus. Es iſt engere Wahl zwiſchen Arnold und
Hoff=
mann erforderlich.
— Ehrenſold ſtattSteuererlaß für
Vete=
ranen. Seit einer Reihe von Jahren wurden den in
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 19144,
Nummer 189.
Bernburg wohnhaften Kriegsveteranen die ſtädtiſchen
Steuern erlaſſen, falls ſie nur ein Einkommen bis zu 1200
Mark hatten. Nach einer neuerdings ergangenen
Ent=
ſcheidung des Herzoglichen Staatsminiſteriums zu Deſſau
würden nun dieſe Veteranen durch den Steuererlaß ihr
Gemeindewahlrecht verlieren. Dies lag jedoch nicht im
Sinne, der Gemeindebehörden. Deshalb ſind nun die
Kriegsveteranen mit einem ſteuerbaren Einkommen bis zu
1200 Mark wieder zur Kommunalſteuer herangezogen
worden, und es wird ihnen dafür ein entſprechender
Ehrenſold pro Jahr gewährt. — Dieſe anerkennenswerte
Maßnahme hat noch den weiteren Vorteil, daß an ihr auch
die wegen Bedürftigkeit überhaupt nicht beſteuerten
Vete=
ranen teilnehmen.
Ausland.
Frankreich.
Kammer. Der Generalbudgetberichterſtatter
Cle=
mentel ſprach den Wunſch aus, daß die kosmopolitiſche
Finanz ihre Angriffe gegen die Finanzen Frankreichs
ein=
ſtellen möge und äußerte ſodann die Hoffnung, daß die
infolge der Steuerreform befürchtete Auswanderung des
Kapitals nicht eintrete, dank der Waffen, welche der
Bud=
getausſchuß dem Fiskus in die Hand gegeben habe. Dieſe
Maßnahme werde die ausländiſchen, namentlich die
Schweizer Banken treffen. Sollten ſich jedoch dieſe Waffen
als unzureichend erweiſen, würde man die Frage vor das
Haager Schiedsgericht bringen. Finanzminiſter Noulens
erklärte unter dem Beifall des Hauſes, daß die Regierung
ſich bemühen werde, das Gleichgewicht des Budgets durch
die laufenden Einnahmen ſicher zu ſtellen. Nach einer
ziemlich langen Entgegnung des Sozialiſten Bedouce, der
ausführte, daß die von dem Miniſter vorgeſchlagenen
finanziellen Mittel zur Deckung der militäriſchen
Aus=
gaben ungenügend ſeien, wurde durch Handaufheben ein
Antrag auf Schluß der Debatte angenommen. Das Haus
ging darauf zur Beſprechung der einzelnen Artikel über.
In der Diskuſſion wandte ſich Clementel gegen den von
einigen ausländiſchen Banken gegen den franzöſiſchen
Finanzmarkt unternommenen Feldzug und ſtellte die
For=
derung, daß dieſe Frage, wenn die Angriffe fortdauerten,
vor das Haager Schiedsgericht gebracht würde. Die
Kam=
mer beſchloß, am Sonntag vormittag und Sonntag abend
zu tagen, worauf die Sitzung geſchloſſen wurde. Es
wird über das Finanzgeſetz weiter verhandelt werden.
Der Senat hat einſtimmig bei 288 anweſenden
Mitgliedern die Geſetzesvorlage, betreffend die
Bewillig=
ung des Kredits für die Reiſen des Präſidenten nach
Rußland, Schweden, Norwegen und Dänemark,
ange=
nommen.
In dem Berichte der Heereskommiſſion
des Senats über den von der Kammer
angenomme=
nen Geſetzentwurf, wodurch der Kriegsminiſter und der
Marineminiſter zu einmaligen Ausgaben zu Zwecken der
Bedürfniſſe der nationalen Verteidigung ermächtigt
wer=
den, wird durch Charles Humbert feſtgeſtellt, daß die
Ausgaben, wie wichtig ſie auch ſeien, wie erheblich auch
die dadurch ermöglichten Verbeſſerungen ſeien, dieſelben
doch kaum genügen werden, um alles das zu verwirklichen,
was die Gegenwart erfordere und um eine
Heeresver=
mehrung zu ſchaffen, die fähig ſei, die gewaltige
Entwicke=
lung auszugleichen, die Deutſchland ſeiner offenſiven
Macht gebe, und es ſei keineswegs ſicher, daß das
Deut=
ſche Reich mit dieſer koloſſalen Anſtrengung Halt machen
werde, der Frankreich folgen müſſe, um nicht eines Tages
vor dem Zuſammenbruch zu ſtehen. Der deutſche
General=
ſtab verfolge ein klares Ziel und ſeine ſukzeſſiven
An=
ſtrengungen bewieſen den feſten Willen, jederzeit über
eine ausgebildete ſtarke Armee zu verfügen, die bereit ſei,
unverzüglich ins Feld zu ziehen, ausgerüſtet mit den
mo=
dernſten Waffen, geſtützt auf beinahe uneinnehmbare
Feſtungen. Unter dieſen Bedingungen drücke die
Senats=
kommiſſion die Meinung aus, daß es ratſam ſei, der
Re=
gierung die Dringlichkeit der geforderten Kredite
zu=
zuſprechen; ſie halte es aber auf der anderen Seite für
angebracht, darauf hinzuweiſen, daß die Vervollſtändigung,
die das Programm nicht vorſehe, ſo ſchnell wie möglich
erfolgen müſſe und daß der Kriegsminiſter in
aller=
nächſter Zeit neue Ermächtigungen fordern müſſe für
außergewöhnliche Ausgaben. Eine neue beträchtliche
An=
ſtrengung werde ſehr bald nötig ſein, wenn Frankreich
wirklich ſich mit der Aufrechterhaltung des Friedens die
Unverletzlichkeit ſeines vaterländiſchen Bodens und die
Bewahrung ſeines Platzes, den es ſich in der Welt
er=
obert hat, ſichern wolle.
England.
Im Unterhauſe führte Grey u. a. aus:
Es ſei höchſt bemerkenswert, daß das Anwachſen der
Rüſtungsausgaben in Europa im vergangenen Jahre
nicht auf maritimem, ſondern auf militäriſchem Gebiete
gelegen hätte; obwohl die Nationen die beſten
Beziehun=
gen zueinander unterhielten, dehnten ſie doch ihre
Rüſtun=
gen aus. Es ſei ſchwer, dies zu begründen, oder
anzu=
geben, wie dem Einhalt zu tun ſei. Er ſehe für den
Augenblick keine Abhilfe, wenn nicht in dem Glauben,
daß der geſunde Verſtand der öffentlichen Meinung zu
Hilfe kommen werde, wenn die Dinge anfingen,
uner=
träglich zu werden und eine Einſchränkung der
Rüſtungs=
ausgaben veranlaſſen werde. Grey ſchloß: Wir müſſen
darauf bedacht ſein, daß wir nicht bezüglich der Ausgaben
die Treibenden ſind. Wir hatten uns bemüht, die
Aus=
gaben in gewiſſen Grenzen zu halten. Grey mißbilligte
ſodann die Kritik Ponſonbys an Churchill und ſagte,
Churchill habe an die Methode, die er für die Herabſetzung
der Rüſtungen verfochten habe, geglaubt und habe nicht
die geringſte Abſicht gehabt, durch die Art, wie ſie an die
Oeffentlichkeit gebracht worden iſt, irgendein anderes Land
zu beleidigen. Er, Grey, glaube nicht, daß es
darauf abgeſehen ſei, irgend ein anderes Land zu
beleidigen. England ſollte ſein Möglichſtes im Haag
oder anderswo tun, um alles zu ermutigen, was eine
Her=
abſetzung der Rüſtungen herbeizuführen geeignet ſei. Er
jedoch werde ſicherlich nichts unternehmen — vielmehr
werde er ſich dem auf jede mögliche Weiſe widerſetzen —,
anderen Ländern direkte Vorſchläge zu machen, ſolange
die Wahrſcheinlichkeit vorhanden ſei, daß ſie übel
aufge=
nommen würden als Verſuche, einen Druck auszuüben.
Er möchte lieber, obwohl auch das noch keinen großen
Er=
folg hätte, auf die indirekten Folgen der Bemühungen
Englands vertrauen, zwiſchen ſich und den fremden
Län=
dern gute Beziehungen zu fördern in der Hoffnung, daß
dies und der Druck der öffentlichen Meinung ſchließlich
eine Wirkung ausüben werde. Darauf wurde der Etat
angenommen.
Die Verſammlung der proviſoriſchen
Regierung von Ulſter hat eine Reſolution
ange=
nommen, in der ſie ihre Bereitwilligkeit ausſpricht, alle
Vorſchläge, die gemacht werden, um Ulſters Rechte unter
dem Reichsparlament zu wahren, in Erwägung zu ziehen.
Das Mißtrauen gegen die bona ſides der Regierung
zwinge ſie aber, mit ihren Vorbereitungen zum Widerſtand
gegen die Auferlegung eines Homeruleparlaments auf
Ulſter fortzufahren.
Rußland.
Der Reichsrat hat die Geſetzentwürfe betreffend
die Einrichtung eines Seekadettenkorps in Sebaſtopol,
betreffend die Einrichtung einer ruſſiſchen zoologiſchen
Station in Villafranca und betreffend die Bewilligung
von Krediten für die Forſchung nach radioaktiven
Mine=
ralien in Rußland angenommen.
Bulgarien.
Die Anleihe. Die Nachricht von der Unterzeichnung
des Anleihevertrages iſt verfrüht. Der Vertrag wird
binnen kürzeſter Friſt, vermutlich zu Beginn der nächſten
Woche, der Sobranje unterbreitet werden.
* Wien, 11. Juli. Wie das N. W. T. meldet, iſt
der Botſchafter Fürſt zu Hohenlohe geſtern nach
Berlin abgereiſt.
* Serajewo, 11. Juli. Der bosniſche
Land=
tag iſt auf Grund einer kaiſerlichen Verfügung geſchloſſen
worden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. Juli.
Eine Erinnerung.
*⁎* Am morgigen Montag ſind vierzig Jahre
ver=
floſſen ſeit dem gegen den Fürſten Bismarck in
Kiſ=
ſingen verübten Attentate. Der Kanzler war mittags auf
der Fahrt nach der Saline begriffen, als ein unter der
Volksmenge ſtehender Mann, welcher ſpäter als der
Bött=
chergeſelle Kullmann feſtgeſtellt wurde, eine Piſtole auf
ihn abfeuerte. Die Kugel ſtreifte leicht die zum Gruße
erhobene Hand Bismarcks. Dieſer fuhr, nachdem der
Tä=
ter ergriffen worden war, alsbald zum Gefängnis, wo
ihm der Mörder auf die Frage, wer er ſei und was ihn
zur Tat bewogen, ganz ruhig erwiderte, er ſei Mitglied
eines katholiſchen Geſellenvereins und hätte die Abſicht
gehabt, den Kanzler wegen der Maigeſetze zu erſchießen.
In ſeine Wohnung zurückgekehrt, hielt Bismarck vom
Balkon aus eine Anſprache, in welcher er darlegte,
daß=
der Schlag, der gegen ihn geführt, nicht ſeiner Perſon,
ſondern der Sache gegolten, der er ſein Leben gewidmet
habe: der Einheit, Unabhängigkeit und Freiheit des
Va=
terlandes. Und wenn er für die große Sache hätte
ſter=
ben müſſen, ſo wäre das auch nichts weiter geweſen, als
was tauſenden Deutſchen drei Jahre vorher auf dem
Schlachtfelde paſſiert wäre. — Das Attentat machte
un=
geheures Aufſehen, und während die Heilung der Wunde
einen ſchnellen Verlauf nahm, dauerten die Erörterungen
in der Preſſe noch lange fort.
* Empfänge. Der Großherzog empfing am
Samstag den Hauptmann Conzen vom Großh. Artillerie=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25,
den Rechtsanwalt Dr. Bopp, den Hauptmann der
Land=
wehr a. D. Waldecker und den Hauptmann der Reſerve
v. Olberg, Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt, den
Geheimen Baurat Simon von Worms, den Baurat Beck
von Groß=Gerau, den Regierungsbaumeiſter Wickmann
von Mainz, den Bürgermeiſter Schmitt von Hechtsheim,
den Oberlehrer Mühleiſen von Wimpfen, den Profeſſor
Fauſtmann, Religions= und Oberlehrer an der
Oberreal=
ſchule in Mainz, den Förſter Bormuth von Hüttenfeld,
den Architekten Margold, den Profeſſor Illner; zum
Vor=
trag den Staatsminiſter v. Ewald, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand gdes
Kabi=
netts Wirkl. Geheimerat Römheld, den Ordenskanzler
Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Diersburg.
* Ordensverleihung. Der Großherzog hat
dem Direktor der Staatsſchuldenkaſſe Geheimen Finanzrat
Karl Krebs zu Darmſtadt zu ſeinem 50jährigen
Dienſtjubiläum am 12. Juli d. J. das Ehrenkreuz des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Amtsgerichtsperſonalien. Der Großherzog
hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorſch
Amts=
gerichtsrat Adolf Plagge zum Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Offenbach, den Gerichtsaſſeſſor Dr. Otto
Lemſer in Darmſtadt zum Amtsrichter bei dem
Amts=
gericht Ulrichſtein, den Gerichtsaſſeſſor Hans Becker in
Wille.
C) Die ſtärkſte Kraft, die es auf Erden gibt, iſt der
menſchliche Wille. Er hat Berge durbohrt, Ozeane
ver=
knüpft, ſich zu den Wolken erhoben. Er iſt das Gewaltigſte.
Und in einer Zeit, da alles nach Leiſtung, Tat und Energie
bewertet wird, bewundern wir nichts ſo ſehr als die
ſtar=
ken Charaktere, die das Leben meiſtern, die ſich durchſetzen
und ein mächtiges Lebenswerk vor ſich hinſtellen. Darum
iſt vielleicht die tiefſte Sehnſucht des modernen Menſchen
die, ſtark zu werden. Und im verborgenen Winkel des
Herzens erhebt ſich die Frage: wie werde ich es?
Der Wille wird in Bewegung geſetzt durch ein großes
Ideal, das ihn beherrſcht, antreibt und immer wieder neu
erweckt. Die großen Willensmenſchen haben ein
Geheim=
nis gehabt: ſie beſaßen ein Lebensideal, dem ſie ſich ganz
und gar weihten, eine Aufgabe, in der ſie völlig aufgingen,
ein Ziel, dem ſie entgegengingen, ohne rechts und links zu
ſehen. Wer einen ſolchen beherrſchenden Zweck ſein eigen
nennt, der hat auch den Willen dazu. Denn der Wille
wird durch das Gewollte, er entzündet ſich an dem
Gegen=
ſtand ſeines Strebens. Er wächſt mit ſeinen Zwecken.
Nun gibt es viele Menſchen, deren Ideal iſt ein
Traum. Sie bauen ſich Luftſchlöſſer, ſchwelgen in
Phan=
taſien und warten auf ein großes Glück, das ihnen ohne
ihr Zutun in den Schoß fallen ſoll. Ein ſolches aus
phan=
taſtiſchem Schaum geborenes Ideal verdient ſeinen Namen
nicht. Es iſt eine Gefahr, da es über die wirklichen
Ver=
hältniſſe täuſcht und den Willen, ſtatt zu kräftigen,
ver=
weichlicht. Das echte Ideal iſt daran zu erkennen, daß es
zur Tat treibt und ſich in den kleinen alltäglichen
An=
gelegenheiten des Lebens bewährt. Es muß ein ſittliches
Ideal ſein, das ſtets an das tiefſte im Menſchen, an
Pflicht=
gefühl und Gewiſſen appelliert und das etwas fordert, das
durch Treue im Kleinen verwirklicht werden ſoll.
Die einzigen Ideale, die ſich bis jetzt bewährt haben
und durchgedauert haben durch die Jahrhunderte, ſind die
im Boden des Chriſtentums wurzelnden. Wir brauchen
uns bloß der hohen Worte: Liebe, Freiheit, Wahrheit zu
erinnern, um ſofort die höchſten Lebensziele aufgerichtet zu
ſehen, über die die Menſchheit verfügt. Es gibt keine
grö=
ßeren Geſichtspunkte. Dabei ſind dieſe Ideale keine
all=
gemeinen Ideen, ſondern wollen Wirklichkeit gewinnen in
unſerem Leben. Darum, geben wir uns an dieſe ſtolzen
Ziele hin und betätigen wir ſie in der Schule des Lebens.
Verbinden wir Großzügigkeit mit Treue im Kleinſten, dann
wird unſer Wille ſtark werden. Er wird ſtets getragen
wer=
den durch die Gewalt ſeiner großen Aufgabe und feſt
wer=
den in der ſtillen Uebung der Pflicht. Einen anderen Weg
zur echten Willensſtärke gibt es nicht.
Der Frauenfuß in Roman und
Dramg.5
Von Hermann Kienzl, Berlin.
Sein verliebtes Spiel beginnt der Frauenſuß ſo recht
eigentlich erſt im galanten Zeitalter des Rokoko. Unter
Ludwig dem Vierzehnten hüllte das Verſailler Zeremoniell
die Hofdame noch in ſchwere Stoffe; majeſtätiſch gewichtig
war die Gebärde des Barock. Unter der Regentſchaft
Philipps von Orleans jedoch ſchlüpft der reizende Kobold
aus der Verſchalung und zeigt ſeine wahre Figur: den
kleinen, feinen Wuchs, die feinen Hände, die feinen Füße.
Ihr Lachen iſt Muſik, ihr Gang iſt Muſik. Auf den Bildern
Watteaus, Bouchers und auf Fragonards ſehr pikanter
„Schaukel” ſehen wir, wie Geſellſchaft und Kunſt den
zier=
lichen Fuß im Stöckelſchuh und Seidenſtrumpf zu ſchätzen
wußten. Karl Widmer ſagt (in ſeinem Buch über „Die
Frau des Rokoko”): „In dem weitausgeſchnittenen
Stök=
kelſchuh aus Atlas oder feinem Leder von der Farbe des
Kleides erſcheint der Fuß noch kleiner, als er iſt. Die hohen
Abſätze verleihen dem Gang das Tänzelnde, der Haltung
das kokette Balanzieren. Mit dem Fuß der Frau hat die
galante Zeit einen wahren Fetiſchdienſt getrieben. Der
Cordonnier, der für dieſen Fuß das Kunſtwerk ſeiner
ele=
ganten Hülle anfertigt, betreibt ſein Metier mit den
Al=
lüren eines echten Künſtlers. Ein berühmter Schuhkünſtler
wird von der Geſellſchaft verhätſchelt. Prinzeſſinnen und
Damen vom Hof ſchenken ihm ihr Porträt. Er lädt
Ka=
valiere zum Eſſen ein. Die Kunſtwerke, die er ſchafft und
ſich mit märchenhaften Summen bezahlen läßt, haben
Dichter begeiſtert, wie Retif de la Bretonne, der auf den
ſchönen Fuß und die hohen Abſätze der Herzogin von
Choiſeul einen ganzen Roman ſchreibt.”
Auch das, „Werther”=Koſtüm kleidet den Fuß der
Frau mit liebevoller Sorgfalt. Das Hohelied auf die „
un=
verwüſtliche Anmut” des ſchönen Fußes in Goethes „
Wahl=
verwandtſchaften” iſt bekannt. Heinſes „Ardinghello”
dieſes Hohelied ſchöner Sinnlichkeit, widmet jedem Teil
des Frauenkörpers, auch dem Fuß, glühende Betrachtung.
Bei dem ſeligen Glanze der Füße „Aſpaſias” verweilt
Ha=
merling entzückt, und er ſchildert die anmutigen
Zehen=
künſte tanzender Hetären. Die Willkür körperlichen
Scham=
gefühls in Bezug auf den nackten Frauenfuß ſpricht aus
zwei Beiſpielen. Für Scotts prüde engliſche Leſerſchaft
war es wohl ſelbſtverſtändlich, daß im „Talisman” die
*) Siehe den Aufſatz „Der Frauenfuß in der Lyrik” in
Nr. 184 unſeres Blattes.
Jungfrau tief errötet, weil ſie mit unbekleideten Füßen
vor einem Mann erſcheinen muß; in Lothars Erzählung=
„Die Reiſe ins Blaue” vergnügen ſich junge Damen und
Herren der beſten Kreiſe mit einem Geſellſchaftsſpiel. Die
Geſchlechter ſind durch einen Vorhang getrennt. Die
jun=
gen Damen entblößen die Füßchen von Schuh und
Strumpf und ſtrecken ſie, eine nach der anderen, durch
einen Spalt der Wand. Wer von den Herren aus der
In=
dividualität eines Fußes deſſen Beſitzerin erkennt, erhält
den Preis.
Eine Novelle Theophil Gautiers beherrſcht ein kleiner
Frauenfuß. Freilich; der Fuß der ägyptiſchen Prinzeſſin
Hermonthis, der Tochter des Königs Pharao, die vor
drei=
tauſend Jahren lebte. Für fünf Louisdor erſteht der
Dich=
ter dieſen balſamierten Mumienfuß und ſtellt ihn als
Briefbeſchwerer auf ſeinen Schreibtiſch. Nachts, um die
Geiſterſtunde, fängt das Füßchen zu hüpfen, zu tanzen anz
nun erſcheint die ſchöne Prinzeſſin, der ein Fuß fehlt, und
bittet um ihr ſehr perſönliches Eigentum. Die Prinzeſſin
klagt mit ſanfter Stimme: „Mein lieber, kleiner Fuß, Du
fliehſt mich immer, obwohl. ich ſo ſorgſam mit Dir
um=
gegangen bin! Ich badete Dich in duftendem Waſſer, in
einem Baſſin von Alabaſter, glättete Deine Ferſe mit
einem in Palmöl getauchten Bimsſtein, Deine Nägel
wur=
den mit goldenen Feilen gefeilt und mit dem Zahn des
Nashorns glänzend gerieben, ich trug Sorge, geſtickte und
gemalte Thabebs mit umgebogenen Spitzen für Dich zu
wählen, um die alle jungen Mädchen Aegyptens mich
be=
neideten; Du hatteſt an Deiner großen Zehe Ringe, die den
heiligen Skarabäus darſtellten, und Du trugſt einen der
leichteſten Körper, den ein bequemer Fuß ſich nur wünſchen
kann.”
Auch im Drama ſpielt der Fuß der Frau manchmal
eine Sonderrolle. Wilde läßt das Haupt des Johannes
den geſchmeidigen Füßen Salomes zum Opfer fallen: ihr
Tanz erringt den blutigen Preis. Seht Ihr nicht, wie
ſich Kleiſts Käthchen ſchamhaft die Strümpfe auszieht, den
Bach zu durchwaten und ihren hohen Herrn zu retten?
Ein Höhepunkt in Wagners „Meiſterſingern” iſt der
Augen=
blick, da Hans Sachs Evchens Schuh und Fuß in ſeinen
treuen Händen hält.
Die Märchengeſtalt des Dorfſchneiders in
Haupt=
manns „Hannele” bringt dem armen Kind in ſeinem
Todestraum Brautkleider und gläſerne Pantoffel, und
während der Schneider vor Hannele kniet und ihre Füße
bekleidet, ſpricht er: „Es ſind die kleinſten Schühchen im
Reich. Sie haben alle zu große Füße: die Hedwig, die
Agnes, die Lieſe, die Martha, die Minna, die Anna, die
Käthe, die Grete Sie paſſen, ſie paſſen! Die Braut
iſt gefunden. Jungfer Hannele hat die kleinſten Füße.”
Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 1941.
Seite 3.
Lich zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Dieburg, den
Gerichtsaſſeſſor Karl Theodor Hager in Offenbach zum
Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Starkenburg,
den Gerichtsaſſeſſor Ferdinand Lutz in Büdingen zum
Amtsrichter bei dem Amtsgericht Worms, den
Gerichts=
aſfeſſor Hermann Braun in Wöllſtein zum Amtsrichter
bei dem Amtsgericht Lorſch und den Gerichtsaſſeſſor
Ferdinand Willenbücher in Friedberg zum
Amts=
richter bei dem Amtsgericht Bad Nauheim ernannt.
Notar. Der Großherzog hat den
Rechts=
anwalt Rudolf Altendorf in Wöllſtein zum Notar
mit dem Amtsſitz in Pfeddersheim als Nachfolger des
Notars Dr. Franz Kirſtein mit Wirkung vom 15. Juli
1914 ernannt.
Militärdienſtnachricht. Major v. Teichman
u. Logiſchen vom Leib=Drag.=Regt. Nr. 24 zum
In=
formationskurſus für Stabsoffiziere der Kavallerie zum
Militär=Reitinſtitut kommandiert.
g. Der Verwaltungsgerichtshof beſchäftigte ſich geſtern
vormittag in längerer Verhandlung mit dem Geſuch einer
Witwe um Erlaubnis zum Betrieb einer Mainzer
Schank=
wirtſchaft. Mit Rückſicht auf verſchiedene Fälle aus der
Vergangenheit und aus der neueſten Zeit, die die ſittliche
Qualität der Geſuchſtellerin in wenig günſtigem Licht
er=
ſcheinen laſſen, hatte der Provinzialausſchuß in
Ueberein=
ſtimmung mit den Anträgen des Oberbürgermeiſters,
Polizeiamts und des Kreisamts die Konzeſſion
ver=
ſagt. Der Verwa ltungsgerichtshof beſtätigte
dieſes Urteil, obgleich inzwiſchen nach dem Urteil des
Pro=
vinzialausſchuſſes die abermalige Verheiratung der
Ge=
ſuchſtellerin erfolgte, was von der Verteidigung als eine
Bürgſchaft für die Zukunft angeführt wurde.
g. Strafkammer I. Im November vorigen Jahres
wurde von der Strafkammer der Landwirt Georg
Stumpf von hier wegen gefährlicher
Körperver=
letzung zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Er
hatte dieſe Strafe faſt ganz verbüßt, als das
Oberlandes=
gericht ſeinem Antrag auf Wiederaufnahme des
Verfah=
rens ſtattgab und eine neue Verhandlung verfügte. Der
Angeklagte hatte am 28. Mai 1913 mit ſeinem Schwager
Friedrich Stumpf, mit dem er verfeindet iſt, einen Auftritt.
IIn der Nähe des Hammelstrift war er, vom Felde
kom=
mend, ſeinem Schwager begegnet. Angeblich hat ihn jener
mit dem Rade abſichtlich angefahren und im Verlaufe des
ſich entſpinnenden Streits erhielt Friedrich Stumpf zwei
erhebliche Kopfwunden, die nach dem ärztlichen Befund
durch ein ſcharfes Werkzeug verurſacht worden ſind. Wie
der Verletzte angibt, hat der Angeklagte mit einer Senſe
geſchlagen, während dieſer beſtreitet, eine Senſe gehabt zu
haben. Da niemand den Zuſammenſtoß beobachtete,
er=
kannte das Schöffengericht mangels Beweiſes auf
Frei=
ſprechung. Die Strafkammer konnte ſich in der erneuten
Verhandlung nicht davon überzeugen, daß der Angeklagte
zu Unrecht verurteilt worden ſei und verurteilte den
An=
geklagten zu derſelben Strafe unter Anrechnung der
ver=
büßten Strafzeit. — Der 14jährige Scherenſchleifer
Ja=
kob Jochum aus Wittlingen hat in Hering und
Duden=
hofen in zwei Fällen bei Zuſammenſtößen mit jungen
Leuten von einem Meſſer und einem Revolver Gebrauch
gemacht, wobei der eine Verletzte durch einen Meſſerſtich
ein Auge verlor. In Anbetracht der Roheit des
jugend=
llichen Früchtchens erkannte das Gericht auf 2 Jahre 2
Monate Gefängnis, abzüglich 1 Monat der
Unter=
ſuchungshaft.
D Zur 8. Sitzung der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung am Donnerstag, den 16. Juli, nachmittags
3½ Uhr, iſt folgende Tagesordnung zu erledigen:
1. Mitteilungen. 2. Die Verſicherung der Dienſtboten;
Hier: endgültige Feſtlegung der mit der Ortskrankenkaſſe
getroffenen Vereinbarung. 3. Zuſatz zur
Polizeiverord=
nung, betreffend die Anlage von Lumpenmagazinen ꝛc.
1. Krediterweiterung für die Wiederherſtellung des Rat=
Hauſes im Aeußern.
* Stiftung. Eine alte Darmſtädterin, Frau
Selig=
mann geb. Meſſel hat, wie wir hören, eine hochherzige
Stiftung für drei Darmſtädter
Wohlfahrtseinrichtun=
gen im Geſamtbetrage von 15000 Mark
ge=
macht. Sie ſtiftete 5000 Mark für die Großh. Zentrale
für Mutter= und Säuglingsfürſorge in Heſſen, 5000 Mark
für das Alicehoſpital und dieſelbe Summe für den
Kinder=
hort in Darmſtadt.
* Im Silberkranz! Heute, am 12. Juli, feiert Herr
Auguſt Riehl, Parcusſtraße 17//0, mit ſeiner Ehefrau
Emilie geb. Bill das Feſt der Silbernen Hochzeit.
* Grüße von oben. Geſtern morgen 7 Uhr wurde
auf dem Gelände des Darmſtädter Flugplatzes von vor=
beifliegenden Darmſtädter Fliegeroffizieren
ein Telegramm an den Oberbürgermeiſter und die
Stadtverordneten abgeworfen. Es lautet: Dem Herrn
Oberbürgermeiſter und den Herren Stadtverordneten
Darmſtadts. Aus der Luft ſenden von Mannheim
kommend zwei Flieger ergebenſte Grüße. Führer:
Ober=
leutnant Keller. Beobachter: Leutnant Müller. Das
Telegramm, das mit ſchwarz=weiß=roter Hülle umgeben
war, wurde bereits um 7½ Uhr durch einen
Schutz=
mann des Großh. Polizeiamts dem Herrn
Oberbürger=
meiſter übergeben.
Die Kreisgruppe Darmſtadt des Deutſchen Flotten=
Vereins hielt geſtern im Kaiſerſaal ihre
Jahresver=
ſammlung ab, die zahlreich beſucht und zu der auch
Herr Admiral z. D. Weſtphal erſchienen war. Nach dem
von dem Vorſitzenden Herrn Profeſſor Baur,
er=
ſtatteten Jahresbericht für 1913 iſt die Mitgliederzahl der
Kreis=Organiſation von 1394 auf 1601 geſtiegen. Außer
den 17 Ortsvereinen gehören der Kreisgruppe noch 7
Kör=
perſchaften an und zwar: Akademiſcher Verein Darmſtadt
mit 17, Burſchenſchaft Friſia 20, Kriegerverein Darmſtadt
915, Marineverein 34, Militärverein Germania Ober=
Ram=
ſtadt 150, Kriegerverein Pfundſtadt 56 und Militärverein
Pfungſtadt mit 210 Mitgliedern. Die
Geſamtmitglieder=
zahl der Kreisgruppe Darmſtadt beträgt Ende 1913 3019.
Die Geſchäfte der Organiſation wurden in 5
Vorſtands=
ſitzungen erledigt und 6 belehrende Vorträge mit
Lichtbil=
dern über Deutſchlands Kriegsflotte und unſere Kolonien
uſw. in Pfungſtadt, Roßdorf, Ober=Ramſtadt, Eberſtadt,
Arheilgen und Darmſtadt veranſtaltet. Das Ehrenwart=
Diplom nebſt Abzeichen des Deutſchen Flottenvereins
wurde verliehen an die Herren: Admiral z. D.
Weſt=
phal, Prof. Dr. Baur, Jährling=Waſchenbach und
Krämer=Darmſtadt. Unterſtützungen wurden
ge=
währt an die Witwe eines Chinakämpfers im Beträge von
100 Mark. Der Vorſitzende gedachte hierbei noch der guten
Beziehungen zu anderen vaterländiſchen Vereinen,
ins=
beſondere der Handelskammer und der
Kolonialgeſell=
ſchaft, an derem 25jährigen Jubiläum er die Glückwünſche
der Kreisgruppe Darmſtadt übermittelt habe. Nach dem
von Herrn Miniſterialreviſor Fink erſtatteten
Kaſſen=
bericht betrugen die Einnahmen 4161,39 Mark, die
Aus=
gaben 4127,39 Mark; Kaſſenüberſchuß 334 Mark. Dem
Landes=Verband, reſp. Provinzialverbänden, konnten über
3000 Mark zugewieſen werden. Der Voranſchlag für
1914 wurde mit 4000 Mark in Einnahmen und Ausgaben
feſtgeſetzt. Nach dem Bericht des Kaſſenprüfers, Herrn
Stadt=Obergeometer Fleckenſtein, ſind Kaſſe und
Bü=
cher in beſter Ordnung und wurde dem Schatzmeiſter,
Herrn Rechnungsreviſor Fink, mit Dankesworten
Ent=
laſtung erteilt. Bei der Vorſtandswahl wurde an Stelle
des aus dienſtlichen Gründen ausſcheidenden
verdienſt=
vollen 1. Vorſitzenden der Kreisgruppe Darmſtadt, Herrn
Direktor Profeſſor Dr. Baur, Herr Dr. Köſer=
Darm=
ſtadt einſtimmig zum Vorſitzenden gewählt und dem
ſchei=
denden Vorſitzenden von Herrn Admiral Weſtphal warme
Worte der Anerkennung und des Dankes für ſeine
ver=
dienſtvolle und erſprießliche Tätigkeit um die
Flottenver=
einsſache ausgeſprochen. Die ſeitherigen
Vorſtandsmit=
glieder wurden einſtimmig wieder= und Herr Meixner=
Darmſtadt in den Vorſtand neu gewählt. Da weitere
Anträge zur Hauptverſammlung nicht vorlagen, wurde
ſie mit Worten des Dankes von dem Vorſitzenden
ge=
ſchloſſen.
* Das Darmſtädter Kriegerfeſt 1914, das ſeitens der
vereinigter Darmſtädter Kriegervereine vom 18. bis 20.
Juli im Großh. Orangeriegarten vorbereitet wird, dürfte
einen ganz beſonderen Anziehungspunkt unter den
zahl=
reichen Veranſtaltungen durch das von unſerem heimiſchen
Dichter Heinrich Enders eigens zu dieſen Kriegerfeiern
verfaßte Feſtſpiel aus der deutſchen Vergangenheit
„Armin der Befreier” erhalten, das als erſter
Ver=
ſuch auf der Darmſtädter Naturbühne in dem von
herr=
lichem Grün umrankten Beſſunger Herrngarten zur
Auf=
führung kommen wird. Zu dem Feſtſpiel hat, wie ſchon
früher erwähnt, einer der erſten Darmſtädter Tonkünſtler
und Komponiſten eine der Dichtung vorzüglich angepaßte
Muſik geſchrieben, und die Darſtellung der zahlreich
mit=
wirkenden Damen und Herren auf der offenen Bühne
wird durch einen anmutigen Reigentanz junger Damen
und einen vom Darmſtädter Fechtklub einſtudierten
Waf=
fentanz germaniſcher Krieger noch beſonders belebt
wer=
den. Die Aufführung des Feſtſpiels findet nur am 18. und
20. Juli, abends 8 Uhr, ſtatt. Der Zutritt zu dem
Zu=
ſchauerraum iſt für jeden Feſtbeſucher frei, doch wird auch
eine beſchränkte Anzahl Karten für Sitzplätze zum Preiſe
von 1 Mark reſp. 50 Pfg. ausgegeben. Der Text des
Feſt=
ſpiels iſt ſoeben im Druck hergeſtellt worden und kann für
30 Pfg. von den hieſigen Buchhandlungen bezogen werden.
Der große Feſtzug nimmt am Sonntag nachmittag
2 Uhr in dem „Straßenſpitz” an der Techniſchen Hochſchule
Aufſtellung und wird ſich um ½3 Uhr von dort durch die
Magdalenen= und Alexanderſtraße über den Paradeplatz,
die obere Rheinſtraße, Wilhelminenſtraße, Karlſtraße uſw.
nach dem Feſtplatz begeben. — Um möglichſt allen
Ein=
wohnern von Darmſtadt und Umgebung Gelegenheit zu
geben, an den Feſtveranſtaltungen teilzunehmen, iſt der
Eintrittspreis ſehr gering bemeſſen worden; er beträgt
für die Tageskarte 50 Pfg. und die für alle drei Tage
gültige Dauerkarte für eine Perſon 1 Mark, bis zu drei
Perſonen 2 Mark. Die Verkaufsſtellen für die
Kartenab=
gabe und die ſonſtigen näheren Angaben ſind aus der
be=
treffenden Anzeige in der heutigen Nummer zu erſehen.
* Wohltätigkeitsaufführung in Bad Nauheim. Unter
dem Protektorat Ihrer Königl. Hoheit der
Großher=
zogin findet am Mittwoch, den 15. d. M., im
Kur=
haus zu Bad Nauheim eine Aufführung der Elizabeth=
Duncan=Schule=Darmſtadt zum Beſten des Alice=
Frauenvereins Darmſtadt ſtatt. Zu der
Feſtveran=
ſtaltung, die um 5 Uhr ihren Anfang nehmen wird, haben
Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog und die
Großherzogin mit den beiden Prinzenſöhnen ihren
Beſuch zugeſagt.
* Ortskrankenkaſſentag. Zu Ehren der Delegierten
hat der hieſige Feſtausſchuß eine Reihe von Veranſtaltungen
geplant, zu denen die Gäſte durch die
Vorſtandsmit=
glieder der hieſigen Ortskrankenkaſſe frei eingeführt
werden können. Die Art der Veranſtaltungen iſt aus
dem heutigen Anzeigenteil erſichtlich und wende man
ſich um Karten an die Vorſtandsmitglieder. Mit
Rück=
ſicht auf die große Teilnehmerzahl kann natürlich nur
eine beſchränkte Zahl von Gäſten zugelaſſen werden.
): Von der Elektriſchen. Die Arbeiten an der
elek=
triſchen Bahn durch Eberſtadt ſind bis zum Fuße des
Frankenſteins vorgerückt und ſoweit gediehen, daß eben
die letzte Montage der Oberleitung in Angriff genommen
iſt. In einigen Tagen findet die ſtaatliche Abnahme
ſtatt. Die Seeheimer Straße, durch welche die Bahn
geht, wird vollſtändig mit neuem Steinpflaſter aus
Gra=
nit verſehen. Die beiderſeitigen Fußſteige werden mit
gerillten Zementplatten belegt, ſo daß die Straße ein
gediegenes Ausſehen erhält. Die Gleisanlage reicht bis
an den Wald hinter dem Eberſtädter Friedhof, ſo daß
die Verlängerung der Bahn an die Bergſtraße zu jeder
Zeit weitergeführt werden kann.
* Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”.
Wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, findet heute ein
Tanzausflug nach Roßdorf ſtatt. Der
Vergnügungs=
ausſchuß hat, wie ſtets, ſo auch diesmal für gemütliche
Unterhaltung beſtens geſorgt.
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft wird uns
ge=
ſchrieben: Im Monat Juni ergaben die fortlaufenden
Re=
viſionen der Nachtwachbeamten folgende Fälle: 353 offene
Haustüren und Tore wurden vorgefunden; 51 mal brannte
Licht in Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern und
Bodenräumen, bezw. wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen;
5 defekte Schlöſſer und Türen ſowie ſteckengebliebene
Schlüſſel wurden vorgefunden; 9 offenſtehende
Parterre=
fenſter wurden ermittelt; 17 Hausbewohnern, die ihre
Schlüſſel vergeſſen hatten, wurde geöffnet.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu
aus=
geſtellt: Von der Trauerfeier und der Beiſetzung des
Erz=
herzogspaares Franz Ferdinand. — Die neuen
Höchſt=
kommandierenden in Oeſterreich=Ungarn. — Die drei
deut=
ſchen Sieger im franzöſiſchen Automobilrennen um den
Grand Prix. — Joſeph Chamberlain †.
* Konzerte uſw. Auf der Ludwigshöhe
kon=
zertiert heute Sonntag, den 12. Juli, die Kapelle der 61er
unter der Leitung des Obermuſikmeiſters M. Weber.
(Siehe Anzeige.)
Vom Konkurs des Nieder=Modauer Spar= und
Kreditvereins.
Die Abwickelung des Nieder=Modauer
Konkurs=
verfahrens hat in der letzten Zeit weitere
Fort=
ſchritte gemacht. Durch die gerichtliche
Vorſchußbe=
rechnung war bekanntlich jedes der 200
haftpflich=
tigen Mitglieder zu einer Haftſumme von 200000
Aſchenbrödels Märchenfuß in neuer lieblicher Geſtalt!
Das Rautendelein der „Verſunkenen Glocke” entzückt den
kranken Glockengießer Heinrich mit Zauberkünſten ſeines
lieblichen Leibes nicht die geringſte dieſer ſüßen Liſten
iſt es, als das Mädchen das Füßchen hebt, die Haſelnuß
zu knacken: Gieb acht: hier heb’ ich meinen kleinen Fuß.
Den roten Abſatz ſiehſt Du?” Wichtiger iſt die erotiſche
Wallung, die den Doktor Rank in Ibſens „Nora” erfaßt,
als ihm die bang nach einem Ausweg flatternde kleine
Frau ihre neugekauften ſeidenen Strümpfe zeigt. Er
ver=
liert die Faſſung; der Rettungsplan Noras ſcheitert am
Geſtändnis ſeiner Liebe. In Hoffmannsthals Tragödie
Das gerettete Venedig” erleidet der welke Greis Dolfin
unerhörte Schmach von der Courtiſane Aquilina, die er
mit verzehrender Altersbrunſt liebt. Sie ſpeit ihm zu, um
wie viel häßlicher er ſei als ihr toter Hund; er erwidert:
Kann ich nicht ſchnuppern und das Plätzchen finden, wo
Deine ſüßen Füße ſind?” Und er küßt ihren Fuß.
Zum Symbol ſtärkſter ſinnlicher Macht, aber zugleich
auch zum Symbol der geſamten geliebten Perſönlichkeit
wird der Fuß der Frau in Stuckens Artusdrama „
Lan=
val” erhoben. Held Lanval von der Tafelrunde hat an der
ſmmaragdenen Küſte von Avelun den blühenden Schemen
Finngula erblickt, das zauberhafte Weſen mit der Glut
ſeiner Umarmung ins Leben gerufen und der Geliebten,
da ſie ſpäter auf ſeinen Ruf nicht wiederkam, Treue und
Wertrauen gebrochen. Eben feiert er mit Lionors Hochzeit,
ein Mann mit zerriſſenem Herzen, und ſein Wahn ſchmäht
Finngula, während ſein Blut und ſeine Seele doch nach
ihr allein ſchmachten. Plötzlich erlöſchen die Lichter im
Saale. In völliger Finſternis erſcheint an der Saalwand
ein ſelbſtleuchtender, nackter Frauenfuß. Er gemahnt an
verſchüttete, Wonnen; er bedeutet die Gegenwart der
ver=
natenen Liebſten und das Verhängnis.
Doch ſogar auch in Luſtſpiel und Poſſe treibt der
Frauenfuß ein neckiſch Spiel. Es erboſt ſich überflüſſig der
blöde Herr von Span — in Hermann Bahrs Komödie
Der Star” — über die unſichtbaren Zärtlichkeiten, die
ſeine Braut, die kleine Schauſpielerin Flora, an andere
verſchwendet. Sie macht ihm darauf reſolut den
Stand=
punkt klar: „Alſo wenn ich Dir nicht paß', brauchſt es ja
bloß zu ſagen!” Und er? „Aber Flora, ſchau, red’ nicht ſo:
Du paßt mir ja — Du paßt mir ſehr gut! Wannſt Dir
nur das abgewöhnen könnt’ſt — das Fußeln mit die
frem=
den Leut' — das kann ich net ausſtehen. Es hat doch gar
keinen Zweck.” — In Kotzebues „Bei den Klingsberg”
gehen Vater und Sohn einander in’s Gäu der Liebe. Den
alten Schwerenöter lockt die Beſchreibung von Henriettens
lieblichem Fuß buchſtäblich auf die Spur der Dame. Ganz
anderer Art iſt der Geſchmack des „Pachters Feldkümmel”
des dicken Ungetums vom Lande. Er ſoll die feine
De=
moiſelle in der Stadt heiraten, doch ſie erregt ſeine
Be=
denken: „Da iſt nichts Feſtes, nichts Stämmiges, kein
Ge=
deihen der lieben Nahrungsmittel. Und ein Füßchen —
Du mein Gott, wenn ich zwanzig ſolcher Füße hätte, ſo
müßt’ ich ſtolpern bei jedem Schritt. Da ſollt’ Er die Füße
in Tippelskirchen ſehen; wenn da ein Mädchen nur einmal
durch’s Gras geht, ſo iſt der Fußſteig fertig.”
Feuilleton.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
P. Münchner Theater. Als zweite Aufführung
des Münchner Känſtlertheaters kam am 9. Juli ein
chine=
ſiſches Stück an die Reihe: „Die gelbe Jacke”
bear=
beitet von George Hazelton und Benrimo. Die
chineſiſche Bühne kennt überhaupt keine Dekorationen, das
vom Künſtlertheater vertretene Prinzip der ſzeniſchen
Ver=
einfachung findet ſich alſo in China bis zur äußerſten
Grenze durchgeführt. Es war ein intereſſantes
Experi=
ment, uns einmal chineſiſches Theater zu zeigen. Vor dem
Vorhang ſitzt vor einer Laterne der „Chorus” und erklärt
die Vorgänge auf der Bühne: „Wir kommen jetzt in den
Palaſt Wu Sin Yins”, oder: „Dies iſt die Hütte Lee Sins”
„Wir befinden uns auf einem Blumenboot, in einem
Gar=
ten, auf einem Berg uſw.” Auf der Bühne ſteht ein
gro=
ßer Requiſitenkaſten. Dieſem entnimmt der
Bühnenmei=
ſter für das Publikum ſichtbar die jeweils nötigen
Re=
quiſiten und reicht ſie dem auftretenden Schauſpieler. Ein
paar übereinander geſtellte Schemel ſtellen einen Berg
dar, die Vertauſchung zweier Schemel bedeutet einen
Zim=
merwechſel. Stirbt einer, ſo bedeckt ihn der Theatermeiſter
mit einem Leichentuch. Der Tote erhebt ſich dann wieder
legt ſeinen Bart ab, gibt ihn dem Bühnenmeiſter, geht
über die Szene und ſteigt auf einer Leiter in den Himmel,
der durch ein Fenſterloch veranſchaulicht wird. Das
Dra=
ma, das aus mehreren alten chineſiſchen Stücken
zu=
ſammengeſtellt iſt, behandelt das Leben und die Abenteuer
Wu Hoo Gits, des jugendlichen Helden des Hauſes Wu,
dem vom Schickſal die ſonnenfarbene „gelbe Jacke” be=
timmt iſt, das Symbol ſittlichen Heldentums. Der
Vize=
könig Wu Sin Yin haßt ſeine Hauptgattin und will ſie
und ihr Kind töten laſſen. Der Bauer jedoch, der die Tat
vollbringen ſoll, tötet eine Zofe ſtatt der Hauptgattin und
erzieht mit ſeiner Frau den Prinzen. Als dieſer
heran=
gewachſen iſt, geht er in die Welt, um deren Kämpfe zu
beſtehen. Der Prinz lernt die Gefahren der Liebe kennen,
koſtet die Bitternis der Verachtung, da er keine Vorfahren
hat und kämpft mit dem böſen Yin Suey Gong, dem
Herz=
vermittler. In ſymboliſcher Weiſe ſtellen ſich ihm dann
der Berg, die Gewitterwolken, der reißende Strom und der
Schneeſturm entgegen. Aber alles überwindet er mit Hilfe
eines Talismans, ſeines mit einem Segensſpruch von
ſei=
ner Mutter beſchriebenen Kinderhemdchens und des
Schuhs der angebeteten Pflaumenblüte. Zuletzt vertreibt
er den einfältigen Wuh Fah Din vom Thron, und nimmt
den Platz ein, der ihm von Rechtswegen zukommt. Moy
Fah Loy, die Pflaumenblüte, wird ſein und er erhält die
„gelbe Jacke‟ Es war intereſſant, zu beobachten, wie das
Publikum, das an den Vorgängen zunächſt mehr ein
kar=
nevaliſtiſches Intereſſe nahm, ſich bald an die Komik des
ganzen Theaterapparats gewöhnte und zuletzt vom Inhalt
ſo gepackt wurde, daß ein voller Erfolg zu Stande kam und
der Leiter der Aufführung, Guſtav Lindemann, immer
wieder gerufen wurde.
* Der Siegeszug des Orient in der Mode. Paris iſt
nur noch dem Namen nach die Geburtsſtätte unſerer
Da=
menmode; in Wirklichkeit ſind die meiſten Schmuckformen,
die unſere Damen jetzt entzücken, im nahen und im fernen
Oſten entſtanden Die neueſten Toiletten bedeuten den
Sieg des Orients auf der ganzen Linie. Die Rue de la
Pair bezieht ihre Anregungen aus Iſpahan, vom Pamir
und aus der Mongolei, und man denkt vor den Toiletten
unſerer Damen an die Märchen aus Tauſend und einer
Nacht und an die Farbenorgie eines indiſchen Durbar. In
einem engliſchen Blatte zählt Marie Vantini die einzelnen
ſchönen Dinge auf, die die Mode aus dem Orient bezogen
hat; die arabiſchen Burnuſſe, die türkiſchen „
Räubermän=
tel”, die Kaftane, indiſche und türkiſche Pantoffeln,
Tur=
bane mit Federn, perſiſche Hoſenröcke, japaniſche Bänder
ind Schleifen, Moſchee=Sonnenſchirme. Dieſe Orientmode
ſteht in einem engen Zuſammenhang mit unſerer
bilden=
den und unſerer Bühnenkunſt. Sie begann ſich zu regen,
als das Abe zuerſt
erem Umſange mit den
Wundern der iupaniſchen
i gemacht wurde.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Konntag, den 12. Juli 1914.
Nummer 189.
Mark verurteilt. Mit weitaus der Mehrzahl der
Mit=
glieder ſind gütliche Verſtändigungen wegen
Erfüllung der Haftverbindlichkeit zuſtande gekommen. Es
geſchah zumeiſt in der Weiſe, daß Haus und Grundbeſitz
des haftpflichtigen Mitgliedes von einem
Familienange=
hörigen übernommen und hierfür eine Abfindungsſumme
an die Konkursmaſſe bezahlt wurde. Auf dieſe Weiſe iſt
erreicht worden, daß bis jetzt kein Mitglied
wegen ſeiner Haftverbindlichkeit von Haus und
Hof gekommen iſt. Gegen die haftpflichtigen
Mit=
glieder, die ſich auf gütlichem Wege verſtändigt haben,
wird von der Konkursverwaltung keine weitere
Zwangsvollſtreckung betrieben, ſo daß den
Fa=
milien ihre Exiſtenz erhalten bleibt und ſie mit der Zeit
wieder in geſunde wirtſchaftliche Bahnen kommen. Mit
den reſtlichen Mitgliedern ſind die Unterhandlungen im
Gange. In einzelnen Fällen ſind mit der
Auseinander=
ſetzung mit dem Kreditverein komplizierte
Nachlaßrege=
lungen und die Verwertung von gemeinſchaftlichen
Lie=
genſchaften verbunden, was erhebliche Zeit in Anſpruch
nimmt, wenn die Werte nicht verſchleudert werden ſollen.
Durch die Mitwirkung des Schutzvereins für
Nieder=Modau konnten den Spareinlegern
bereits nach einjähriger Dauer des Konkurſes 50 Prozent
und nach einem weiteren Jahre weitere 20 Prozent ihrer
Forderungen ausbezahlt werden, ſo daß die Spareinleger
bereits 70 Prozent ihrer Einlagen erhalten haben.
Die=
ſes Ergebnis wurde namentlich dadurch ermöglicht, daß
das Konkursverfahren von der Konkursverwaltung ſehr
intenſiv betrieben wird, und daß durch einen günſtig
er=
ledigten Regreßprozeß die Ueberſchuldung der
Konkurs=
bilanz, die ſich auf 1600000 Mark belief, auf rund
1000000 M. gemindert wurde. Weitaus die Mehrzahl
der Spareinleger hat ſich dem Schutzverein angeſchloſſen
und ihre Forderungen auf den Schutzverein übertragen.
Nur einige wenige Spareinleger ſtehen noch abſeits. Es
iſt jedoch anzunehmen, daß auch die wenigen Außenſeiter
die Vorteile, die ihnen der Schutzverein bietet, erkennen
und ſich dem Schutzverein anſchließen werden, da ſie dann
früher in den Beſitz einer Dividende kommen, als wenn
ſie den Schluß des Konkursverfahrens abwarten.
Der frühere Vorſtand der Nieder=Modauer Kaſſe hat
bekanntlich auch vielen ſchwach bemittelten Perſonen
Dar=
lehen ohne Sicherheiten gewährt. Dieſe Schuldner
tragen ihre Schuld in wöchentlichen oder monatlichen
Ra=
ten ab. Auch einige haftpflichtige Mitglieder kommen
ihrer Haftverbindlichkeit durch vereinbarte
Ratenzahlun=
gen nach. Würde die Konkursverwaltung gegen die
klei=
nen Leute mit Schärfe vorgehen, ſo würden die
Schuld=
ner durch die Zwangsvollſtreckung wirtſchaftlich ruiniert
und es würde auch für die Konkursmaſſe kein Ergebnis
erzielt werden. Es iſt daher in der Lage der
Verhält=
niſſe begründet, daß die endgültige Abwickelung des
Ver=
fahrens noch längere Zeit in Anſpruch nehmen wird.
Worms, 11. Juli. (Die
Stadtverordneten=
verſammlung) genehmigte in ihrer geſtrigen Sitzung
einſtimmig die Verwaltungsrechenſchaft und Rechnung von
1912. Das Rechnungsjahr hat über Erwarten gut
abge=
ſchloſſen, es endigt mit einem Betriebsüberſchuß von
110732 Mark. Die Betriebsrechnung war veranſchlagt mit
3 109731 Mark in Einnahme und Ausgabe. Sie ſchließt
ab in Einnahme mit 4412423 Mark, in Ausgabe mit
4301691 Mark, ſo daß genannter Ueberſchuß verbleibt.
Die Vermögensrechnung, welche mit 2814729 Mark in
Einnahme und Ausgabe veranſchlagt war, ſchließt ab mit
4 109519 Mark in Einnahme und 4072990 Mark in
Aus=
gabe. Die Kreditüberſchreitungen werden, wie vorgeſehen,
genehmigt und dem Herrn Oberbürgermeiſter mit dem
Ausdruck des Dankes für erfolgreiche Geſchäftsführung
Entlaſtung erteilt. — Die Beſchaffung einer
Automo=
bilfeuerſpritze, die ſowohl zur Bekämpfung von
Großfeuer, als auch zur Löſchung von kleinen Bränden
dienen ſoll, und gleichzeitig als Gerätewagen zur
Beför=
derung von 12 Feuerwehrleuten Verwendung findet, wurde
einſtimmig beſchloſſen. Der erforderliche Betrag von
30000 Mark ſteht im Voranſchlag bereit. Ueber die
Er=
teilung der Lieferung wurde in nichtöffentlicher Sitzung
beſchloſſen.
Aus Rheinheſſen, 11. Juli. (Ein im Ausſterben
begriffenes Gewerbe) iſt das früher im ganzen
ſüdweſtlichen Rheinheſſen in hoher Blüte ſtehende
Mül=
lergewerbe. Eine Mühle nach der anderen ſtellt dort
von Jahr zu Jahr den Betrieb ein, ſo daß die Talmühlen
hier bald der Vergangenheit angehören. So hat jetzt auch
die früher ſo angeſehene Katzenſteiger Mühle bei
Siefersheim den Mühlbetrieb eingeſtellt. Die Müller
widmen ſich jetzt faſt ausſchließlich der Landwirtſchaft.
Urſachen des Rückgangs der Kleinmühlen ſind einmal die
ſchwere Konkurrenz der großen Kunſtmühlen und
weiter=
hin der Umſtand, daß der Bauer heute nicht mehr ſein
Brot ſelbſt bäckt, ſondern es vom Bäcker kauft.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 11. Juli 1914.
Butter, ½ kg 1,20—1,30 M
in Part. ½ kg 1,10-1,15 M.
7— 9 Pf
Eier, Stück
Schmierkäſe, ½ Lit. 18-20 Pf
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf
Kartoffeln, alte, Ztr. 5,50-6 M.
neue, Ztr. 5,50-6 M.
alte, Kumpf
(10 Liter)50 —60 Pf
neue, Kumpf,
50— 60 Pf.
alte, ½ kg 7 Pf.
neue, ½ kg 7 Pf.
Obſt u. dergl.:
Birnen, ½ kg 15—20 Pf.
Kirſchen, ½ kg 15—22 Pf.
Johannisbeer. ½kg 16-20 Pf
Zitronen, Stück . 7—8 Pf
Walderdbeeren,
40 Pf.
Schoppen
Apfelſinen, Stück 5—8 Pf
Eierſchwämme, ½ kg 25 P
Aprikoſen, ½ kg 45—50 Pf
Pfirſiſche, ½ kg 45—50 Pf.
Himbeeren, ½ kg . 30 Pf
Stachelbeeren,
Schoppen 12—15 Pf.
½ kg . . . 20 Pf.
Heidelbeeren, Schopp. 18 Pf.
Nüſſe, 100 Stück . 60 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 3—8 Pf.
Kohlrabi, Stück . 3—6 Pf.
Erbſen, ½ kg . 12—15 Pf
Radieschen, Bündel 3 Pf.
Rettiche, Stück . 3—8 Pf
Meerrettich, Stück 25—30 Pf.
Roterüben, Bündel 6 Pf.
Zwiebeln, ½ kg . 28 Pf.
Tomaten ½ kg . 25 Pf
20 Pf.
Spinat, ½ kg
Weißkraut, Stück 25—30 Pf.
Römiſch=Kohl Bünd. 4-5 Pl.
Blumenkohl, Stück 20-50 Pf.
Wirſing, Stück . 5—25 Pf
Rhabarber ½ kg 10 Pf.
Zuckererbſen, ½kg . 25 Pf.
Saubohnen, ½ kg . 20 Pf.
Gelberüben, Bündel 3—6 Pf.
Gurken, Stück . 10—30 Pf.
Bohnen, ½ kg . 25—40 Pf.
Einmachgurken, Stück 6-7 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . . 1,00 M.
Enten, Stück 3,50—4,50 M.
Hahnen, Stück 3,00—3,50 M.
Hühner, „ 2,50—3,00 M.
Tauben, Stück 50—60 Pf.
Lapins
1,00—1,20 M.
2,00—3,00 M.
Zicklein
Fiſche:
Hecht, ½ kg 0,90—1,00 M.
1 M.
Aal, ½ kg.
70 Pf.
Karpfen, ½ kg
Andere Rheinfiſche,
35—60 Pf.
½ kg.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf.
Schollen, ½ kg . . 50 Pf.
Kabeljau, ½ kg . 30 Pf.
Schellfiſche, ½ kg 30—35 Pf.
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 66 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Rindsfett ½ kg 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 76 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
84 Pf.
2 kg
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 76 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg
60 Pf.
Ziegenfleiſch, ½ kg 55-60 Pf.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Juli. Zwei
Mil=
lionen Invaliden= und Altersrenten
ge=
pfändet! In der Beitreibung aufgewendeter Koſten
für die Armenpflege hält ſich die Stadt Berlin auch an
Invaliden= und Altersrenten ſchadlos. Im Jahre 1904
betrug dieſe Summe 103000 Mark, im vorigen Jahre
da=
gegen 302833 Mark. Im letzten Jahrzehnt wurden
ins=
geſamt zwei Millionen Mark Invaliden= und Altersrenten
gepfändet. Die Empfänger von Armenunterſtützungen
hatten trotz wiederholter Aufforderung den Bezug einer
ſtaatlichen Invaliden= oder Altersrente verſchwiegen, was
durch Anfragen bei den Landesverſicherungsanſtalten und
durch andere Recherchen feſtgeſtellt wurde. In vielen
Fällen wurden im Hinblick auf die dadurch ermittelten
Renten weitere Armenunterſtützungen abgelehnt. —
Die 120 amerikaniſchen Aerzte die ſich
gegen=
wärtig auf einer Studienreiſe durch Europa in Berlin
aufhalten, beſichtigten geſtern das Kaiſer=Friedrich=Haus
für das ärztliche Fortbildungsweſen. — Kurz nach
Mitter=
nacht rannte in der Seeſtraße ein Autobus auf die
Schienen für die für den Untergrundbahnbau benutzten
Kipplowris. Dadurch verlor der Chauffeur die Gewalt
über den Wagen und dieſer rollte auf die Bohlenlage,
welche die Baugrube überdeckt. Der Kraftwagen brach
mit allen vier Rädern durch die Balken. Der Chauffeur
und die drei Inſaſſen kamen mit dem bloßen Schrecken
davon. Der Schaffner dagegen erlitt derartige
Verletz=
ungen, daß er nach der Unfallſtation gebracht werden
mußte. Der Wagen wurde durch die zwiſchen den Achſen
liegenden Balken in der Schwebe gehalten. Die
Feuer=
wehr mußte ihn aus ſeiner Lage befreien.
11. Juli. Heute vormittag hat der frühere Beſitzer des
Hotels „Royal” Adolf Roth in ſeiner Wohnung ſeine
Frau erſchoſſen und ſich dann ſelbſt das Leben zu
nehmen verſucht. Die Urſache ſcheint in der ſchwierigen
inanziellen Lage zu ſuchen zu ſein.
Wiesbaden, 11. Juli. (Das Pferdchenſpiel
im Kurhaus), das von Anfang an zu berechtigter
Kritik Veranlaſſung gegeben hat, iſt wieder beſeitigt
worden, und zwar endgültig. Wie verlautet, hat ſich auch
die Staatsanwaltſchaft für das Spiel intereſſiert, in dem
ſie die Tatbeſtandsmerkmale der Paragraphen 284 und
285 des Strafgeſetzbuches (Glücksſpiel) erblickte. Zu der
Beſeitigung des Spiels dürfte aber vor allem die Tatſache
beigetragen haben, daß dieſe Einrichtung eine
unglaub=
liche Anziehungskraft auf galante Damen ausübte,
wo=
durch der gute vornehme Ton im Kurhaus bereits
erheb=
lich gelitten hatte. Gegen zweifelhaſte Elemente ſoll jetzt
mit aller Entſchiedenheit vorgegangen werden.
Wiesbaden, 11. Juli. (Durchgebrannt.) Im
be=
nachbarten Bierſtadt iſt der 24 Jahre alte Kaufmann Kuno
Felſch mit dem Automobil ID 3728 und 15000 Mark,
die er bei einer hieſigen Firma als Geſchäftsanteil
ein=
zahlen ſollte, geflüchtet. In ſeiner Begleitung befindet ſich
der 23 Jahre alte Chauffeur Ludwig Schwarz. Die
Flücht=
linge haben ſich wahrſcheinlich nach Frankreich oder
Bel=
gien gewandt.
München, 11. Juli. (Einen faulen Witz)
leiſtete ſich, den N. N. zufolge, am Freitag früh ein
„Spaßvogel” der anſcheinend mit der Arbeit unſeres
Landtags nicht voll und ganz einverſtanden iſt. An
meh=
reren Telegrammtafeln der Münchener Tageszeitungen
war nämlich folgender gedruckter Anſchlag zu leſen:
„München, 9. Juli. Seine Majeſtät der König haben nach
einer längeren, heute abend im Wittelsbacher Palais
ſtattgefundenen Staatsratsſitzung, die von 8—10 Uhr
währte, geruht, den Landtag in Permanenz zu erklären.
Die Vorlage einer Abänderung des Diätengeſetzes,
betref=
fend die Erhöhung der Diäten uſw., wird dem Landtag
in den nächſten Tagen zugehen.‟ Eine Münchener
Korre=
ſpondenz fiel ſofort auf dieſen mehr als zweifelhaften
Ulk herein und hattte nichts eiligeres zu tun, als dieſe
Nachricht möglichſt raſch in der Provinz bekannt zu
ma=
chen. Die Anſchläge, die bald von einer Schar
Neugieri=
ger umſtanden waren, wurden in kurzer Zeit wieder
ent=
ſernt.
Kreuznach, 11. Juli. (Todesfall.) Heute
vormit=
tag ſtarb infolge eines Schlaganfalls Generalleutnant
von Normann.
Köln a. Rh., 11. Juli. (Der aufgeregte Kläger.)
Bei einer Verhandlung vor einem hieſigen Gericht geriet
ein als Kläger anweſender Gerichtsaſſeſſor infolge einiger
Bemerkungen des Landgerichtsdirektors in derartige
Er=
regung, daß er auf den Richter zuſprang und ihn zu
wür=
gen ſuchte. Das Gerichtsperſonal mußte den Richter von
dem Angreifer losreißen.
Solingen, 11. Juli. (Ausſperrung.) Eine
geſtern abend abgehaltene Verſammlung des
Arbeitgeber=
verbandes, die ſich mit dem Ausſtand in der
Waffen=
induſtrie beſchäftigte, hat beſchloſſen, daß die
Aus=
ſperrung jetzt allgemein werden und ſich über alle dem
Ar=
beitgeberverbande angeſchloſſenen Betriebe erſtrecken ſoll.
In der kommenden Woche will auch der
Fabrikantenver=
band zu der Frage Stellung nehmen. Schließt auch er
ſich an, ſo würden etwa 13000 organiſierte Arbeiter
ausge=
ſperrt werden.
Hamburg, 11. Juli. (Die Polizei
beſchlag=
nahmte) bei einer hieſigen Weinfirma 1300 Hektoliter
Portwein, der über 40 Prozent mit Waſſer vermiſcht war.
Dresden, 11. Juli. (Der Raubmord in der
Holbeinſtraße) an der Witwe Lehmann iſt nicht
von dei Sohne der Ermordeten, ſondern von einer
un=
bekannten Frau begangen worden, die ſtundenlang
in der Wohnung der Witwe auf die Ausführung der Tat
wartete und dann eine goldene Damenuhr und ein
Arm=
band ſtahl. Beides verſetzte ſie, desgleichen einen
Pfand=
ſchein. Bisher iſt es noch nicht gelungen, die Verbrecherin
zu entdecken.
Jena, 11. Juli. (Der Wehrbeitrag.) Die
Geſamt=
ſumme des bisher im Großherzogtum Sachſen=Weimar
und ſeit die Schönheit des Mikadoreiches unſere Künſtler
immer mehr in ihren Bann geſchlagen hat, haben auch die
Schneiderkünſtler den Mut gefunden, die pikante
Unregel=
mäßigkeit, die Farbenpracht und die bunte Ornamentik des
fernen Oſtens in die modernen Damenkoſtüme einzuführen.
Der entſcheidende Faktor für den endgültigen Sieg des
Orients in unſerer Mode iſt aber der Enthuſiasmus für
das Ruſſiſche Ballett geworden und das Entzücken über
die Zeichnungen des ruſſiſchen Malers Bakſt, deſſen üppige
Farben= und Formenträume aus dem Märchenreich von
Tauſend und einer Nacht in vielen Frauenköpfen den
Wunſch zur Nacheiferung entzündet haben. Wenn die
Tänzer und Tänzerinnen in ihren Turbanen und weiten
faltigen Röcken ſo anmutig ausſehen, dann glauben auch
die Damen hier neue Möglichkeiten zu finden, um ſich in
ſchönen Linien und reichen Farben auszuleben. So treten
ſie denn allmählich in einem Koſtüm auf die Straße, das
den Unbefangenen zunächſt wie eine Maskerade anmutet.
Der türkiſche Pantoffel, der früher in das Boudoir
ver=
bannt war, leuchtet heute auf der Straße unter dem
bein=
kleidartigen Rock hervor. Dieſe Pantoffeln erſtrahlen in
allen Farben von der roſigen Fleiſchfarbe bis zum lichten
Grün, ſind aus Samt und Seide verfertigt und mit
Stik=
kereien und Juwelen verziert. An der Fußſpitze ſchwebt
ein goldener Halbmond oder ein auffallendes Schmuckſtück.
Aus Perſien kommen die Tuniken in der Form von
Lam=
penſchirmen und die weiten Röcke, die wie Pluderhoſen
ausſehen, aus Rußland die langen kaftanartigen
Tſcher=
keſſenmäntel mit dem tiefliegenden Gürtel. Arabien und
Indien ſteuern den Turban bei mit dem üppigen Feder=
und Edelſteinſchmuck. und ſo fehlt nichts mehr zum Sieg
des Orient in der Mode.
* Spielratten am franzöſiſchen Königshof. Die
Spiel=
leidenſchaft hat an den franzöſiſchen Königshöfen ſtets eine
große Rolle geſpielt; unter Karl VII. ſpielte die
Hofgeſell=
ſchaft mit Inbrunſt Pique, unter Franz I. das
Reverſi=
ſpiel, unter Ludwig XIII. das Hoca, das Mazarin aus
Italien mitgebracht hatte; noch auf ſeinem Totenbette
ſpielte der Kardinal ſeine letzte Partie. Ludwig XIV. war
ein großer Spieler vor dem Herrn, und die Damen ſeiner
Umgebung folgten gern ſeinem Beiſpiel. Mme. de
Montes=
pan war eine geradezu gefürchtete Spiekerin. Die
Günſt=
linge des Königs machten es ebenſo: Grammont, Dangeau,
Langlée und ſpäter der Herzog d’Antin, alle dieſe Herren
lebten ſozuſagen von der Pique=Dame. Nur Dangeau
nahm eine Sonderſtellung ein: er ſpielte und gewann ehr=
lich. Die meiſten Partner beim Spiel im Hofkreiſe aber
würden die Anſprüche, die ein moderner Gentleman an
ſeine Partner ſtellt, kaum befriedigt haben, Chardon, der
in der Revue de Paris das Spielerweſen am Königshofe
behandelt, führt aus, daß mehr oder minder alle nach
Her=
zensluſt mogelten. Die Tricks Grammonts ſind in den
Memoiren ſeines Schwagers geſchildert; d’Antin machte
ſich mit Vorliebe den Einſatz ſeiner Nachbarn zu eigen, ja
eines Tages betrog er ſogar den Dauphin, der ihm ſeinen
mit Dukaten gefüllten Hut anvertraut hatte und den
vor=
nehmen Hofmann dabei erwiſchte, wie er im Begriffe
ſtand, ſich damit die Taſchen zu füllen. In den Tagen der
Montespan ſpielte man im Schloſſe regelmäßig von 3—6
Uhr; man ſpielte an fünf Spieltiſchen, an einem führte
ſtets der König den „Vorſitz” Auch die Kunſt, Verluſte
mit Würde hinzunehmen, ſtand nicht in Gunſt. Im
Ge=
genteil; wenn der König verlor, erging er ſich in derben
Scheltreden; und bei Dangeau und Langlée kam es ſogar
zu einer Stockprügelei. Dabei konnten die Betrüger immer
auf Nachſicht rechnen und ſich auf hohe Beiſpiele berufen.
In ſpäteren Jahren pflegten ſich die Gewinner ſogar einen
gewiſſen Prozentſatz ihrer gegenſeitigen Gewinne wieder
zu geben: gleichſam als Prämie für die
mituntergelaufe=
nen, nicht ganz ehrlichen Gewinne . .
* Giftſchlangenjagd als neuer Sport. Den Neu=
Yor=
kern iſt es vorbehalten geblieben, ein neues
Sommerver=
gnügen, einen neuen Sommerſport zu entdecken; die Jagd
auf Giftſchlangen. Es ſcheint, daß der amerikaniſche
Ge=
ſchäftsmann es allmählich verlernt, auch nur auf kurze
Zeit das aufregende und nervenaufpeitſchende Hetztempo
der Dollarjagd zu entbehren; auch in den Ferientagen
klingt der überhaſtete Rhythmus des amerikaniſchen
Er=
werbslebens im Blute fort und macht dem feiernden
Ge=
ſchäftsmann den Gedanken an ein ruhiges und friedliches
Ausſpannen in der Natur zu einer Folter. Spannung
und Aufregung werden zur unentbehrlichen
Lebensge=
wohnheit, und die friedlichen Sommervergnügen am
Strande oder auf Gold= und Tennisplätzen genügen nicht
mehr. Das hat einen der bekannteſten Magnaten der Neu=
Yorker Reklameinduſtrie Herrn Arthur G. Gillam zum
Erfinder werden laſſen. Bisher ging er mit der Büchſe
in den Ferientagen auf die Jagd. Aber dieſer Sport
ver=
ſagte bald, er brachte der Aufregungen zu wenig, Gillam
fühlte ſich überdies als Tiermörder, es ſchien ihm nicht
„fair play” mit der Wincheſterbüchſe Hirſche und Elentiere
zu erlegen, die gegenüber der Schußwaffe ſo gut wie wehr=
los ſind. Und ſo kam er denn auf den Gedanken,
Gift=
ſchlangen zu jagen, Giftſchlangen lebendig zu fangen.
Ex=
begann ſich mit Weſen und Gewohnheiten der
gefährlich=
ſten Giftſchlangen zu beſchäftigen, konſtruierte ſich einen
Fangapparat, einen langen Stock, der am oberen
Ende=
eine ſcherenartige Klammer aufweiſt, und zog in der
Ferienzeit hinaus in Wald und Buſch, um ſein Glück zu
erproben und das beruhigende Gefühl zu haben, ſein
Le=
ben aufs Spiel ſetzen zu können. Der Gedanke brauchte
nur ausgeſprochen zu ſein, um von anderen Amerikanern
aufgenommen zu werden. Vor kurzem hat Gillam, ſo
be=
richtet das World Magazine, mit einem Anhänger ſeines
eigenartigen Sommervergnügens die Fahrt nach
Florida=
angetreten, um hier mit ſeinem Schlangenſtock durch die
Wälder zu pirſchen. Welche aufregenden Momente dieſe
Jagd auf Giftſchlangen bringt, ſchildert nun Gillams
Jagdgefährte Bell an einigen Beiſpielen. „Halt, um
Gotteswillen!” Und Gillam erſtarrte zur Bildſäule. Noch
einen Schritt und er hätte auf eine große Klapperſchlange
getreten. Das Reptil lag ſo nahe, daß einem Biß nicht
mehr auszuweichen war. Auf dem emporgebäumten
Ober=
körper glitt das Haupt in leiſe ſchwingender drohender
Be=
wegung hin und her. Hinter dem bewegungsloſen Gillam
ſtand Bell mit dem Schlangenſtock. 15, 30, 50 Sekunden
atemloſer furchtbarer Spannung verſtrichen, jeder wußte,
daß die geringſte Bewegung den Tod bedeuten würde.
Von der Anſtrengung, die Erregung zu meiſtern,
began=
nen die Adern im Geſichte des Jägers zu ſchwellen, bis
plötzlich — endlich! — die Schlange ſich umwandte und
im Buſch verſchwand. Dann erſt kam ein Ruf, ein
Sprung, Bells Schlangenſtock ſauſte nieder und packte das
mörderiſche Reptil unmittelbar hinter dem Kopfe. Mit
der Hand ergriff nun Gillam die ſich krampfhaft windende
Schlange, deren Klappern wie raſend zu raſſeln begannen.
Eine Minute ſpäter war das Reptil in einem mitgeführten
Sacke geborgen‟ Das iſt nur ein Beiſpiel für die
Auf=
regungen, die dieſer neueſte amerikaniſche Sommerſport
bietet. Eine halbe Stunde danach fing man eine
Mo=
kaſſinſchlange, und als man am Abend heimkehrte, hatte
man eine ſchöne Strecke — nicht weniger als 6 Schlangen,
von denen eine jede mit einem einzigen Biſſe einen
Men=
ſchen reitungslos getötet haben könnte. Und dieſem
Ver=
gnügen gehen Gillam und ſeine Freunde in den
Sommer=
ferien Tag um Tag nach.
Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Inli 1914.
Seite 5.
veranſchlagten Wehrbeitrags beziffert ſich nach Mitteilung
des Finanzminiſteriums auf 4820000 Mark; darunter
haben Weimar 1 130000 Mark, Jena 940 000 Mark, Eiſenach
767000 und Apolda 289000 Mark an Beitrag geleiſtet.
Hannover, 11. Juli. (Verhafteter Betrüger.)
Der früher hier anſäſſige Bankier Wilhelm Schmitz, deſſen
Flucht aus Hannover nach Unterſchlagung von 700000
Mark zum Schaden der Gewerkſchaft Karlshall, ſowie
verſchiedener anderer Betrügereien im vergangenen Jahre
in Hannover großes Aufſehen erregte, ſoll, wie dem
Han=
noverſchen Anzeiger von glaubwürdiger Seite mitgeteilt
wird, am Freitag in London verhaftet worden ſein, als er
auf einem Poſtamt im Begriff war, poſtlagernde Briefe
in Empfang zu nehmen.
Wien, 11. Juli. (Automobilunfall.) Nach
einer Krakauer Blättermeldung iſt der polniſche Maler
Adalbert v. Koſſak bei einer Automobilfahrt verunglückt.
Das Automobil ſtürzte eine Böſchung herunter und
wurde an einer Baumgruppe zerſplittert. Koſſak blieb mit
ſchweren Verletzungen bewuſtlos liegen und wurde ins
Krankenhaus gebracht. Sein Zuſtand iſt zwar ernſt, doch
dürfte der Maler mit dem Leben davonkommen.
Prag, 11. Juli. (Spionage.) In Dunco, das in
dem ruſſiſchen Gouvernement Wolhynien liegt, wurde ein
junger Tſcheche namens Karl Deymal, der dort bei
einem Landsmann tätig war, unter dem Verdacht der
Spionage zugunſten Oeſterreichs verhaftet. Der
Verhaf=
tete ſtellt jede Schuld in Abrede. Seine Angehörigen
haben die nötigen Schritte zu ſeiner Freilaſſung bei dem
öſterreichiſchen Konſul in Kiew eingeleitet.
Luxemburg, 11. Juli. (Im Wahnſinn.) In dem
luremburgiſchen Kurort Mondorf entriß ſich in einem
An=
fall von Wahnſinn die aus Bochum gebürtige Frau
Kan=
delli auf einem Spaziergang den Armen ihres Bruders
und ſtürzte ſich unter einen heranbrauſenden Güterzug.
Die Leiche wurde furchtbar verſtümmelt.
Paris, 11. Juli. (Die Direktoren der Großen
Oper) Meſſager und Brouſſan haben nunmehr unter dem
Hinweis auf die Beſtimmungen ihres Pflichtenheftes,
wonach ſie im Falle eines Defizits von 300000 Franken
die Leitung des Theaters niederlegen können, endgültig
ihre Entlaſſung eingereicht. In der Tat haben die
Geld=
geber den beiden Direktoren während deren 6½jähriger
Tätigkeit bereits 1600000 Franken geopfert. — Rouchet,
der Nachfolger Brouſſans, hat ſich bereit erklärt,
interi=
miſtiſch die Leitung der Großen Oper vom 1. September
an zu übernehmen, doch wird die Große Oper vom 15.
No=
vember bis 1. Juni behufs Durchführung verſchiedener
Umgeſtaltungsarbeiten geſchloſſen bleiben.
Paris, 11. Juli. (Nur „ganz gewöhnliche
Verbrecher”.) Nach einer auf einer Anfrage bei der
Polizeipräfektur baſierenden Zeitungsmeldung ſcheint man
nunmehr zu der Ueberzeugung gelangt zu ſein, daß die
Verhafteten Kiritſchek und Androjanowski keinerlei
poli=
tiſchen Anſchlag geplant hatten, und daß ſie nur ganz
ge=
wöhnliche Verbrecher ſeien. — (Erſchoſſen.) In einem
hieſigen Hotel erſchoß ſich der franzöſiſche
Konſular=
beamte Hugo Ottenheim, der bis vor wenigen Monaten
dem franzöſiſchen Konſulat in Innsbruck zugeteilt war.
Bergen, 10. Juli. (Brand.) Geſtern abend
ent=
ſtand in der Stadt ein Brand, zu welchem Detachements
der „Hohenzollern” und der „Roſtock” entſandt wurden.
Konſtantinopel, 10. Juli. (Der neue
Dread=
nought.) Das Transportſchiff „Reſchid Paſcha” fuhr
geſtern mit 800 Mann nach England. Die Mannſchaft ſoll
den in England erbauten türkiſchen Dreadnought „Sultan
Osman” hierher bringen.
Aleppo, 11. Juli. (Die Neubauſtrecke der
Bag=
dadbahn) von Djerabliſſe (Euphrat=Uebergang) bis
Abiad in einer Länge von etwa 100 Kilometern iſt geſtern
von der Abnahmekommiſſion übernommen worden.
Der Betrieb iſt heute eröffnet worden. Insgeſamt
er=
reichen damit die im Betrieb befindlichen Linien der
Bag=
dadbahn eine Länge von 830 Kilometer.
Neu=York, 11. Juli. (Revolte.) 400 Gefangene des
Arbeitshauſes, die ſchon unlängſt eine Empörung
ange=
zettelt hatten, veranſtalteten geſtern eine Revolte und
ver=
ſuchten auszubrechen. Die Aufrührer wurden mit
Knüt=
teln zurückgeſchlagen.
Gerichtszeitung.
Die Spionageaffäre Pohl
* Berlin, 10. Juli. Am nächſten Dienstag wird
vor dem Kriegsgericht der Kommandantur Berlin der
Prozeß gegen den Vizefeldwebel Walter Pohl von der
3. Kompagnie des 1. weſtpreußiſchen Pionier=Bataillons
Nr. 17 beginnen, der am 23. Juni wegen Spionage
ver=
haftet wurde. Pohl war als Schreiber der
Ingenieur=
inſpektion dem Kriegsminiſterium zugeteilt. In dieſer
Eigenſchaft hatte er Zugang zu den Plänen und Skizzen
von Feſtungen und befeſtigten Plätzen. Da er große
Schul=
den hatte, kam er auf den Gedanken, dieſe dadurch zu
tilgen, daß er die Pläne zu ſolchen Feſtungen dem
Militär=
attaché einer fremden Macht in Berlin für kurze Zeit gegen
Entgelt überließ. So wendete er ſich nach ſeinen Angaben
an den Militärattaché der ruſſiſchen Botſchaft
in Berlin Oberſt v. Baſarow und bot ihm ſehr
wichtige Pläne und Skizzen zum Kaufe an. Es ſoll dann
wiederholt zwiſchen dem Oberſt und Pohl zu
Beſprechun=
gen in der Wohnung des Attachés gekommen ſein, die
ſchließlich dahin führten, daß Pohl die Pläne öſtlicher
Feſtungsanlagen dem ruſſiſchen Attaché zur Verfügung
ſtellte. Er erhielt dafür insgeſamt etwa 1000 Mk. Die
Pläne wurden ihm nach kurzer Zeit wieder zurückgegeben.
Bei den Beſuchen bei dem ruſſiſchen Militärattaché lernte
Pohl, wie das Berliner Tageblatt mitteilt, einen
angeb=
lichen Dr. Blumenthal kennen, der bereits in den Dienſten
des ruſſiſchen Spionagebureaus ſtand. Dr. Blumenthal,
der tatſächlich ein Kaufmann Kurt Kaul war, hatte von
der ruſſiſchen Behörde einen Paß erhalten, der auf den
Namen Dr. Blumenthal ausgeſtellt war. Beide kamen
nun wiederholt zuſammen und der Verkehr Pohls mit dem
Attaché wurde nunmehr von Kaul vermittelt. Das
Ver=
halten Pohls erregte ſchließlich den Verdacht ſeiner
Vor=
geſetzten. Er wurde beobachtet, und als man ſeine
Be=
ziehungen zu dem ruſſiſchen Oberſten entdeckte, verhaftet.
Es wurde auch ermittelt, daß Pohl mit dem
angeblichen Dr. Blumenthal alias Kaul, in
Ver=
bindung ſtand, und auch dieſer wurde
feſtgenom=
men. Kaul, der zunächſt als Zeuge in dem
kriegsgericht=
lichen Verfahrungen vernommen werden ſoll, wird ſich
wegen Landesverrats vor dem Reichsgericht zu
verant=
worten haben. Die Ermittlungen haben ergeben, daß
Rußland einen umfangreichen Spionagedienſt nach
Deutſch=
land unterhält und daß vor allem Deutſche zu den
Spionagedienſten benützt werden. So ſoll auch der Chef
des Spionagebureaus in Petersburg deutſcher
Abſtam=
mung ſein.
* Mainz, 11. Juli. Vor dem Mainzer Kriegsgericht
hatte ſich der 29jährige Arbeitsſoldat Alois Löber aus
Ottrott (Elſaß=Lothringen) wegen Fahnenflucht im
wie=
derholten Rückfall zu verantworten. Der Angeklagte hatte
am 24. Juli v. J. mit anderen Kameraden in der Nähe des
Fort Biehler gearbeitet. Plötzlich war er verſchwunden.
Er wurde 1½ Stunden ſpäter verſteckt in einem Kornacker
aufgefunden. Seine Jacke und Mütze hatte er
weggewor=
fen. Er gab an, daß er nach Frankreich habe flüchten
wol=
len, um dauernd ſich dem Militär zu entziehen. Der
An=
geklagte erklärte in der Verhandlung, er ſei eine freier
Mann und könne hingehen, wohin er wolle. Der
An=
geklagte wurde zu 5 Jahren 7 Tagen Zuchthaus
Ehrverluſt und Entfernung aus dem Heere verurteilt.
* Straßburg, 11. Juli. Der Maler Waltz,
ge=
nannt Hanſi, hat für ſeinen Strafantritt einen
Auf=
ſchub bis Dienstag erhalten, um ſeinen Vater
beſuchen zu können.
* Leipzig, 11. Juli. Das Reichsgericht
ver=
warf die Reviſion des Redakteurs der „Tribüne” Karl
Schneidt, der vom Landgericht Berlin am 4. April zu
ſechswöchiger Feſtungshaft verurteilt worden war, weil er
durch den Abdruck eines Backfiſchbriefes in dem Blatte des
Mitangeklagten Dr. Zepler den Kronprinzen beleidigt
hatte. Dr. Zepler zog ſeine Reviſion zurück.
Nationales Sportfeſt des Fußballklubs
„Olympia‟ Darmſtadt.
Noch zwei Jahre trennen uns von dem großen
Olympia in Berlin, zu der die deutſche Nation die Jugend
der ganzen Welt zum friedlichen Wettkampf geladen hat.
In allen Teilen unſeres Vaterlandes regt ſich bereits
machtvoll die Bewegung, im Jahre 1916 Deutſchland in
dieſem Kampfe der Völker nicht nur eine ehrenvolle Stelle
zu ſichern, ſondern die Siegespalme zu erringen. Mit
opferfreudiger Hingabe und tiefer Begeiſterung hat die
deutſche Jugend den Sportgedanken in ſich aufgenommen
und, auf ſich ſelbſt geſtellt, den Grundſtein für die heute
ſo kraftvoll aufſtrebende deutſche Sportbewegung gelegt,
die nunmehr auch bei den Führern des Volkes
Verſtänd=
nis und Förderung findet. Die Morgenröte einer andern
Zeit iſt angebrochen, und das Volk der Denker arbeitet
daran, einen neuen Stein ſeinem großen Kulturgebäude
einzufügen, die Schaffung eines ſtarken geſunden
Geſchlech=
tes. Der Aufgaben der Sportvereine, die Empfindung
der Notwendigkeit der körperlichen Erziehung und
Ertüch=
tigung zu wecken und hineinzutragen in alle Schichten der
Bevölkerung, hat ſich der Fußballklub „Olympia‟
in unſerer Stadt ſeit ſeinem Beſtehen in wirkungsvoller
Weiſe unterzogen, und beſonders an der ſportlichen
Her=
anbildung der Schuljugend mit ſichtlichem Erfolge
mitge=
wirkt. Um das Intereſſe für den hohen Wert des
Spor=
tes und die Aufgabe, die dem geſamten deutſchen Volke
im Hinblick auf das Olympia 1916 geſtellt ſind, zu
för=
dern, iſt der Fußballklub „Olympia” auch in dieſem Jahr
mit einem Sportfeſt, verbunden mit Wettkämpfen für
Aka=
demiker, Schüler und Militär an die Oeffentlichkeit getreten.
Die letzteren Kämpfe haben geſtern bei herrlichſtem
Wetter, mit einer ganz hervorragenden Beſetzung bei den
Akademikerkonkurrenzen, begonnen. Das 100 Meter=
Vor=
gabelaufen war das Ereignis des Tages und ſah den
Deutſchen Meiſter Kern=München als ſicheren
Sie=
ger. Sein Vereinsbruder Ball=München wurde guter
Zweiter. Nachſtehend die einzelnen Reſultate:
Dreikampf für Schüler (70 Meter=Laufen,
Schleuderballwerfen, Weitſprung mit Anlauf): 1. Preis
Heilig, Olympia=Darmſtadt mit 14 Punkten, 2. Preis
Völ=
kel, Olympia=Darmſtadt (10), 3. Preis Seriba, Olympia=
Darmſtadt (9).
Dreikampf für Akademiker (100 Meter=
Lau=
fen, Speerwerfen, Hochſprung): 1. Preis Jubitz, Olympia=
Darmſtadt mit 10 Punkten, 2. Preis Ball, Turnverein 1860
München (9), 3. Preis Dr. Clement, V. f. R., Gießen (7½).
Im 100 Meter=Laufen ſpannender Endkampf.
Dreikampf für Militär (100 Meter=Laufen,
Schleuderballwerfen, Weitſprung mit Anlauf): 1. Preis
Unteroffizier Böhm, Inf.=Regt. 115 mit 15 Punkten, 2.
Preis Unteroffizier Feldmann, Inf.=Regt. 117 (8), 3. Preis
Einj.=Gefr. Rebenſchütz, Inf.=Regt. 81 (7), 4. Preis
Unter=
offizier Kalthoff, Inf.=Regt. 117 (5), 5. Preis Sergeant
Berwald, Inf.=Regt. 117 (3).
100 Meter=Vorgabelauf für Akademiker:
1. Preis Kern, der deutſche Meiſter, Zeit 11,3
Se=
kunden, Vorgabe —, 2. Preis Ball, Turnverein 1860,
Mün=
chen 11,8 Sek., Vorg. 3 Meter, 3. Preis Hennig,
Sport=
verein Straßburg 11,9 Sek., Vorg. 4½ Meter.
1000 Meter=Laufen für Akademiker: 1.
Preis Wenck. Olympia=Darmſtadt Zeit 2 Minuten 55/10
Sekunde, 2. Preis Protzmann, V. f. R. Weiſenau 3 Min.
02½ Sek., 3. Preis Villinger, V. f. R., Mannheim.
Steinſtoßen mit Vorgabe für
Akademi=
ker: 1. Preis Bäuerle, Olympia=Darmſtadt 7,02 Meter,
Vorg. —, 2. Preis Wenzel=Darmſtadt 7 Meter. Vorg. 0,80
Meter, 3. Preis Speel=A. T.=V. Ghibellinia 7 Meter, Vorg.
0,80 Meter.
Hochſprung mit Anlauf (Vorgabe): 1. Preis
Ball, Turnverein 1860 München, 1,73 Meter, Vorg. — 2.
Preis Hillebrand, Techn. Hochſchule=Darmſtadt 1.60 Meter,
Vorg. 0,20 Meter, 3. Preis Dr. Clement, V. f. R., Gießen
1,60 Meter, Vorg. 0,15 Meter.
Das Sportfeſt nimmt heute vormittag um 9 Uhr mit
den Vorkämpfen ſeinen Fortgang. Nachmittags 3
Uhr beginnen die Hauptwettkämpfe mit den bereits
gemeldeten vorzüglichen Beſetzungen.
Luftfahrt.
Ein neuer deutſcher Dauerweltrekord.
* Johannisthal, 11. Juli. Der Flieger
Rein=
hold Böhm, der geſtern abend 5 Uhr 52 Minuten zu
einem Dauerflug aufgeſtiegen war, iſt heute nachmittag 6
Uhr 4 Minuten in Johannisthal glatt gelandet. Er
hat mit dieſem Fluge den bisherigen
Dauerwelt=
rekord von 21 Stunden 49 Minuten um 2 Stunden 23
Minuten geſchlagen, da er ununterbrochen 24 Stunden
12 Minuten in der Luft blieb.
Ein Wettflug London-Paris-London.
* Paris, 11. Juli. Der deutſche Flieger Hirth und
der franzöſiſche Flieger Garros gingen geſtern früh,
beide auf Moran=Eindeckern, nach London ab. Hirth
erreichte Calais um 6 Uhr 35 Minuten, Garros 10
Minu=
ten ſpäter. Beide überflogen am Vormittag gemeinſam
den Aermelkanal.
* London, 11. Juli. Der heute morgen herrſchende
Nebel machte es unmöglich, zur feſtgeſetzten Stunde den
Start für den Flug London - Paris-London
zu beginnen. Der deutſche Flieger Helmuth Hirth mußte
infolge Maſchinendefekts aus dem Rennen
ausſchei=
den. Es ſtarteten Noel, Brock, Garros und Lord
Car=
berry. Um 8,05 Uhr überflog Brock Epſom, um 8.35
Uhr nahte ſich Garros Epſom, umkreiſte die Bahn und
fuhr in falſcher Richtung weiter.
* Buc, 11. Juli. Von den Teilnehmern am
Flug=
zeugrennen London- Paris-London traſ
der Amerikaner Brock um 11 Uhr 18 Minuten 24
Sekunden nach einer Flugzeit von 3 Stunden 35 Minuten
24 Sekunden als Erſter ein. Um 12 Uhr 4 Minuten
langte der Engländer Lord Carbary an, der eine Flugzeit
von 3 Stunden 52 Minuten hatte. Als Dritter landete der
Franzoſe Garros, um 12 Uhr 10 Minuten, der eine
Flug=
zeit von 4 Stunden 5 Minuten brauchte. Brock iſt nach
einem vorſchriftsmäßigen Aufenthalte von 2 Stunden um
1 Uhr 48 Minuten 24 Sekunden zur Rückfahrt nach London
aufgeſtiegen.
* Danzig, 11. Juli. Das Danziger
Flug=
zeuggeſchwader unter Führung des Hauptmanns
Schmöger iſt geſtern abend wohlbehalten an
ſei=
nen Standort zurückgekehrt.
Die größte Schiffsbau=Verſuchsanſtalt
der Welt.
Bt. In Hamburg iſt gegenwärtig ein Werk im
Ent=
ſtehen begriffen, das nach ſeiner Vollendung an Umfang
und Bedeutung einzigartig in der Welt daſtehen wird; die
Verſuchsanſtalt für Probefahrten von Schiffsmodellen, die
dank der Initiative Hamburger Schiffahrtskreiſe vor zwei
Jahren begründet worden iſt, und im Frühling nächſten
Jahres fertiggeſtellt ſein wird. Man wird dann eine
An=
ſtalt beſitzen, die für die Entwicklung der experimentellen
Schiffsbautechnik mit ihren unendlich verzweigten
Proble=
men von unſchätzbarem Nutzen iſt. Und es iſt beſonders
begrüßenswert, daß gerade in Deutſchland, dem Lande
des höchſtentwickelten Schiffsbaus, ein Unternehmen in
dieſer Großzügigkeit durchgeführt wird.
Die vierzehn großen Schiffsbauverſuchsanſtalten, die
es heute in den ſchiffahrttreibenden Ländern insgeſamt
gibt, benutzen zur Meſſung des Widerſtandes, den ein
Schiffskörper im Waſſer findet, langgeſtreckte Baſſins mit
einem auf Schienen laufenden Schleppwagen darüber, der
die Schiffsmodellkörper durch das Waſſer zieht. Ein
ein=
geſchalteter Meßapparat liefert dann die zahlenmäßigen
Unterlagen für die Meſſung des Widerſtandes und damit
zur Beſtimmung des erforderlichen Maſchinenbedarfs. Zu
dieſem einfachen Mechanismus der Verſuche tritt dann der
Schraubenverſuch, bei dem das Modellſchiff durch eine aus
eigener Kraft bewegte Schraube durchs Waſſer getrieben
wird.
Das Hauptziel der experimentellen Technik im
Schiffs=
bau iſt zurzeit die Ausbildung zuverläſſiger, die Wirkung
möglichſt genau anzeigender Schraubenverſuche
zwecks möglichſt fehlerloſer Vorherbeſtimmung des
Kräfte=
bedarfs. Für die Löſung dieſer wichtigſten Frage iſt eine
denkbar große Bemeſſung der Modellmaßſtäbe
Voraus=
ſetzung. Denn bei der außerordentlich hohen
Umdrehungs=
zahl der modernen Turbinenpropeller ergeben ſich
für die Tourenzahl, die das kleine Modell im Verhältnis
drehen muß, derart hohe Zahlen, daß man genötigt iſt, die
Modelle ſtark zu vergrößern, um die Tourenzahl
entſpre=
chend beſchränken zu können. Außerdem iſt es ohne
wei=
teres verſtändlich, daß mit der Vergrößerung der Modelle
auch die Herſtellungsgenauigkeit der Modellpropeller wächſt,
ſo daß man mit immer größerer Sicherheit die
Schlußfol=
gerungen für den Kräftebedarf der großen Schiffe treffen
kann. Für ſo große Modelle aber ſind ſämtliche
beſtehen=
den Verſuchsanſtalten des In= und Auslandes zu klein.
Es iſt experimentell bewieſen worden, daß der
fehlerſchaf=
fende Einfluß der Baſſinwände auf die Meßwerte ſchon
beginnt, wenn die Breite der Modellſchiffe mehr als ein
Zwölftel der Baſſinbreite, und der Tiefgang des Modells
mehr als ein Fünfzehntel der Baſſintiefe mißt.
Da man nun nach Anſicht der Autoritäten im
Schiffs=
bau — in erſter Linie kommt hier Dr. Foerſter, der
Kon=
ſtrukteur des „Imperator” der Vaterland” und des „
Bis=
marck” in Frage, der dieſen Gedanken kürzlich in einem
Vortrag zum Ausdruck brachte — ſchon im nächſten
Jahr=
zehnt Schiffe von über 300 Metern Länge und
über 35 Meter Breite erbauen wird, da ferner der heutige
Kriegsſchiffsbau bei einer Länge von 180 und einer Breite
von 30 Metern angelangt iſt, ſo erſcheint es notwendig
Schiffe bis zu 40 Metern Breite in großen
Modellmaß=
ſtäben einwandfrei unterſuchungsfähig zu machen. Dazu
ſoll die neue Hamburger Verſuchsanſtalt dienen. Die
beiden Betonbaſſins dieſer Anſtalt ſind bereits
fertigge=
ſtellt, und damit iſt der ſchwierigſte Teil der Arbeit
er=
ledigt. Das eine Baſſin iſt 170 Meter lang, 16 Meter
breit und 7 Meter tief. Für das kleinere, das ſchon in
dieſem Jahre in Gebrauch genommen werden ſoll, lauten
die Ausmeſſungen 150:8:5. Beide von einer mächtigen
Eiſen= und Glashalle überdachten Baſſins können
mit=
einander verbunden werden, ſo daß man über eine
Waſſer=
fläche von 320 Metern Länge verfügen wird. Für den
Transport der Modelle werden zu beiden Seiten des
Baſ=
ſins mächtige Kräne aufgeſtellt. Ueber den Baſſins werden
ſich die gewaltigen Schienenſtränge aufbauen, auf denen
die Schleppwagen laufen ſollen, welche die Modellſchiffe,
ſoweit ſie nicht durch eigene Kraft angetrieben werden,
durchs Waſſer ziehen.
Die Ausmeſſungen der Baſſins ſind ſo bedeutend, daß
man im großen Becken Modellſchiffe bis zu 12
Metern Länge und 1,30 Metern Breite mit
Eigen=
antrieb durch eingebaute Motoren wird laufen laſſen
kön=
nen. Was für Maſſen zum Bau dieſer Anſtalt in
Be=
wegung geſetzt werden mußten, zeigt die Tatſache, daß für
die Baſſins ein Bodenaushub von 40000 Kubikmetern
Erde notwendig und für die Errichtung der Becken eine
Eiſenbetonmaſſe von 29000 Tonnen erforderlich war. Die
Baſſins werden etwa 25000 Tonnen Waſſer enthalten, das
mit Hilfe von großen Filteranlagen häufig durchgepumpt
und gereinigt werden kann. Zur Anſtalt gehören
zahl=
reiche Bureauräume und Werkſtätten, wie
Heizungs=
anlagen, Akkumulatorenräume, Gießerei, Tiſchlerei,
Fräs=
raum, mechaniſche Werkſtätten, Modellpropellerfabriken
uſw. Zu den Koſten der Herſtellung — es waren 1½
Mil=
lionen Mark erforderlich — haben alle großen Hamburger
Werften und Reedereien ſowie je eine Kieler und eine
Bremer Werft beigetragen. Das Bauterrain hat der
hamburgiſche Staat hergegeben. Ganz ohne Zweifel
werden die aufgewandten Kapitalien an= Geld und
Ar=
beitskraft gute Zinſen tragen; denn die deutſche
Schiffs=
bautechnik wird durch dieſe Verſuchsanſtalt wiſſenſchaftlich
und praktiſch um ein Hilfsmittel bereichert, wie es
vor=
läufig kein anderes Land der Erde beſitzt.
Kurt Küchler.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Jnli 1914.
Nummer 189.
Zum Fürſtenmord in Serajewo.
Weitere Attentatsgelüſte der Serben?
* Wien, 11. Juli. Nach einer Meldung aus
Przemysl wurden während des Aufenthaltes des
General=
inſpekteurs der Artillerie, Erzherzogs Leopold Salvator,
der bis zum 2. Auguſt den dortigen Artillerieübungen
bei=
wohnt, große Vorſichtsmaßregeln getroffen.
In der Umgegend wurden 600 Gendarmen
zuſammenge=
zogen, da man die vertrauliche Mitteilung erhalten hat,
daß mehrere Serben nach Galizien abgereiſt ſeien, die ein
Attentat gegen den Erzherzog Leopold
Salvator beabſichtigten.
„Enthüllungen”.
* Wien, 9. Juli. Großes Aufſehen erregt hier ein
Artikel des Grafen Adalbert Sternberg im
Neuen Wiener Journal, der abermals das
Oberhof=
meiſteramt, ſowie ſämtliche politiſche Behörden
an=
greift. In dem. Artikel teilt Graf Sternberg u. a. mit, daß
der Thronfolger gar nicht die Abſicht hatte, nach Bosnien
zu gehen, ſondern nur durch einen Appell an ſeinen
per=
ſönlichen Mut dazu gebracht worden ſei. Mit Rückſicht
auf die großen Koſten habe man aber alle
Vorſichtsmaß=
regeln unterlaſſen. Der Graf erwähnt auch einen Brief
Kaiſer Wilhelms an Kaiſer Franz Joſef, der nicht nur
dem Empfinden der Deutſchen, ſondern auch der ganzen
Monarchie den richtigen Ausdruck gebe.
Die Hetzereien der großſerbiſchen Preſſe.
* Wien, 11. Juli. Das Wiener Korr.=Bureau
mel=
det aus Belgrad: Die Politika richtet nicht
wieder=
zugebende Beleidigungen gegen
Mitglie=
der des Kaiſerhauſes. Der Balkan greift die
Serajewoer Polizei an und meint, Europa, welches noch
vor kurzem mit dem „kranken Mann am Bosporus” ſich
beſchäftigte, werde bald mit dem „kranken Mann an der
Donau” zu tun bekommen. Trgowinski Glasnik nennt die
öſterreichiſch=ungariſche Politik jeſuitiſch, rückſichtslos und
unehrenhaft. Die barbariſche, räuberiſche Politik in
Bos=
nien werde dem ſerbiſchen Volke eine Mahnung ſein, daß
es nicht in einem Kulturſtaate lebe und deshalb ſtets
be=
reit und bewaffnet ſein müſſe, um ſich vor der Räuberei der
Behörden zu verteidigen. — Die Stampa veröffentlicht
ein offenes Schreiben an den Bürgermeiſter Serajewos,
worin dieſer beſchuldigt wird, durch ſeinen Aufruf das
mohammedaniſche und kroatiſche Geſindel zum Plündern
und Morden der Serben aufgefordert zu haben. Die Zeit
ſei nicht fern, wo die Serben, welche die Macht der Türkei
brachen und Bulgarien ſtraften, um Jvan und Plania
kreiſen würden, dann werde nichts und niemand den
Bürgermeiſter vor der verdienten Strafe retten können.
Piemont veröffentlicht einen Agramer Brief, worin
er darlegt, daß an den Kundgebungen keine Kroaten,
ſon=
dern nur Parteien teilgenommen hätten, welche aus
ſtreberiſchen Geiſtlichen, kaiſerlichen Beamten, Spionen,
Juden, Magyaren, Deutſchen und Italienern ſich
zuſam=
menſetzten und welchen eine kroatiſche Firma aufgeprägt
worden ſei. — Pravda fordert unter dem Titel „
Boy=
kott gegen die Nichtsnutzigen” zu einem Boykott gegen
die öſterreichiſchen Firmen Belgrads, ſowie gegen
öſter=
reichiſche Waren auf.
* Wien, 11. Juli. Das N. W. T. erfährt von
unter=
richteter Seite, die Nachricht beſtätige ſich, daß die Mächte
der Tripelentente durch ihre Belgrader Geſandten
bei der ſerbiſchen Regierung einen
freund=
ſchaftlichen Schritt unternehmen werden, um auf
die Notwendigkeit geeigneter Maßnahmen gegen die
anarchiſtiſchen Elemente zu verweiſen. Der Schritt der
Tripelentente dürfte unmittelbar bevorſtehen und man
habe Grund zu der Annahme, daß die Geſandten der
Tripelentente in Belgrad ihren freundſchaftlichen Rat auch
in dem Sinne abgeben werden, daß Serbien durch ſeine
Maßnahmen zur Beruhigung Oeſterreich=Ungarns
bei=
tragen möge.
* Wien, 11. Juli. Zu dem Stande des von
Serbien mit der Kurie abgeſchloſſenen Konkordats
erfährt das Fremdenblatt bezüglich der Zeitungsmeldung
von einer Bewilligung der altſerbiſchen Liturgie, daß ſich
der Papſt vorbehielt, das Privilegium der Glagolica als
rein lokales Privilegium den einzelnen Pfarreien zu
ver=
leihen, bei denen die notwendigen ethnographiſchen
Vor=
ausſetzungen zutreffen würden.
* Nagybecskarek, 10. Juli. In einer
allge=
meinen Verſammlung des Komita ts
Taron=
tal, in dem die Serben in relativer Mehrheit ſind,
er=
klärte der Führer der Serben Gyorgyevics er fühle
ſich verpflichtet, namens der Serben die tiefſte
Ent=
rüſtung über das Attentat in Serajewo
auszudrücken und zu erklären, daß ſie in Treue und
Anhänglichkeit dem Vaterland und dem Herrſcherhauſe
ergeben ſeien und hierin keinem anderen Volke
nachſtän=
den. Die Serben wieſen mit Entrüſtung den Gedanken
zurück, daß ſie ſich ſehnten, einem fremden Staate
anzu=
gehören. Eine entſprechende Reſolution wurde
ein=
ſtimmig angenommen mit dem Hinzufügen, daß die
Re=
gierung erſucht werden ſolle, nur in Ungarn erzogene
pa=
triotiſche Geiſtliche und Lehrer einzuſtellen und die
Preß=
kontrolle mit größter Sorgfalt auszuüben. Auch in
ande=
ren von Serben bewohnten Städten und Komitaten
er=
griffen die Serben den Anlaß, ihren Gefühlen des
Pa=
triotismus und der Anhänglichkeit an die Dynaſtie und
zugleich ihrer Entrüſtung über das von zweien ihrer
Stammesgenoſſen verübte Attentat ſichtbaren Ausdruck
zu verleihen.
Zur Lage in Albanien.
* Neuwied, 11. Juli. Gegenüber der in
auswärti=
gen Blättern verbreiteten Nachricht, daß im Neuwieder
Schloß Transporte aus Durazzo
eingetrof=
fen ſeien und in aller Stille Vorbereitungen für die
Rück=
kehr der fürſtlichen Familie getroffen wurden, teilt das
Hofmarſchallamt der Neuwieder Zeitung mit, daß dieſe
Nachrichten vollſtändig aus der Luft gegriffen
ſind.
* Zarskoje=Sſelo, 11. Juli. Der Miniſter des
Aeußern hat Turkhan Paſcha heute nachmittag
empfangen. Die Unterredung dauerte länger als eine
Stunde. Turkhan Paſcha ſtattete dann dem franzöſiſchen
und dem engliſchen Botſchafter Beſuche ab. An zuſtändiger
Stelle wird verſichert, Turkhan Paſcha habe auf alle
intereſſierende Fragen endgültigen Beſcheid erhalte
Der albaniſche Miniſterpräſident begab ſich am Samsto
nach Petersburg und reiſt abends nach Berlin ab.
Der ruſſiſche Geſandte von Hartwich F.
* Belgrad, 11. Juli. Der ruſſiſche Geſandte v.
Hart=
wich, deſſen Gemahlin ſich gegenwärtig in Konſtantinopel
befindet, ſtattete geſtern abend dem öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Geſandten Freiherrn v. Gieſl einen Beſuch ab.
Hart=
wich erſchien um 9 Uhr abends im Palais der
öſterreichiſch=
ungariſchen Geſandtſchaft und wurde von Freiherrn
v. Gieſl in deſſen Arbeitskabinett empfangen. Hartwich
hatte auf dem Kanapee Platz genommen, während ſich
Freiherr v. Gieſl ihm gegenüberſetzte. Während der
Kon=
verſation, die in einem ſehr konzilianten Ton geführt
wurde, griff v. Hartwich plötzlich mit der Hand nach der
Herzgegend, ſenkte den Kopf und fiel vom Kanapee auf
den Fußboden. Freiherr v. Gieſl beugte ſich ſofort zu ihm
und hob ihn auf das Kanapee. Das Botſchaftsperſonal
unternahm alsbald Wiederbelebungsverſuche. Nach fünf
Minuten war der erſte Arzt zur Stelle. Gleich nach deſſen
Eintreffen gab Herr v. Hartwich ſeinen Geiſt auf. Die
bei=
den anderen Aerzte, die kurze Zeit ſpäter erſchienen,
kong=
ten nur den Eintritt des Todes infolge Herzſchlages
kon=
ſtatieren. Bald darauf war die Tochter des Geſandten in
der öſterreichiſch=ungariſchen Botſchaft eingetroffen, doch
fand ſie ihren Vater ſchon als Leiche vor.
* Belgrad, 11. Juli. Nach authentiſchen
Mit=
teilungen erfolgte das Ableben des ruſſiſchen
Geſandten v. Hartwich unter folgenden Umſtänden:
Geſtern um 7½ Uhr abends rief der ruſſiſche Geſandte
die öſterreichiſch=ungariſche Geſandtſchaft telephoniſch an
ob er im Laufe des Abends den öſterreichiſch=ungariſchen
Geſandten Freiherrn v. Gieſl beſuchen könne. Freiherr
v. Gieſl, welcher ſich perſönlich zum Telephon begeben
hatte, erwiderte, daß ihm der Beſuch jederzeit willkommen
ſei, worauf Herr v. Hartwich erklärte, daß er um 9 Uhr
vorſprechen würde. Wenige Minuten nach 9 Uhr fuhr der
ruſſiſche Geſandte beim Palais der öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Geſandtſchaft vor und wurde von Herrn v. Gieſl
in deſſen Arbeitskabinett empfangen. v. Hartwich teilte
Herrn v. Gieſl mit, daß er gekommen ſei, um die in
Belgrad verbreiteten Gerüchte über ſeine
unkorrekte Haltung anläßlich des
Trauer=
gottesdienſtes für den Erzherzog Franz Ferdinand
in der allerentſchiedenſten Weiſe zu
wider=
legen. Es ſei abſolut unwahr, daß er an dem
be=
treffenden Tage ein Diner gegeben habe. Dem in der
öſterreichiſch=ungariſchen Geſandtſchaft abgehaltenen
Trauergottesdienſt habe er in voller Gala mit dem Bande
des Großkreuzes des Franz=Joſef=Ordens, den er ſtets mit
beſonderem Stolz trage, beigewohnt. Die Flagge der
ruſſiſchen Geſandtſchaft wurde auf Halbmaſt gehißt.
Freiherr v Gieſl nahm die Mitteilungen des
ruſſi=
ſchen Geſandten mit dem Hinzufügen zur Kenntnis, daß
er von ihnen in höchſtem Maße befriedigt ſei. Die beiden
Diplomaten ließen ſich nun in eine private Unterhaltung
ein, in deren Verlauf Herr v. Hartwich erzählte, daß er
ſich in der letzten Zeit nicht recht wohl befunden habe und
ſich bereits am nächſten Sonntag zur Kur nach Nauheim
begeben werde. Er habe ſeine Abreiſe bis dahin
ver=
ſchoben, um noch morgen der offiziellen Feier des
Geburts=
tages des Königs Peter beiwohnen zu können. Plötzlich
griff Herr v. Hartwich mit der rechten Hand nach dem
Herzen und ſenkte mit dem Rufe „Ach!” das Haupt.
Frei=
herr v. Gieſl glaubte zuerſt, daß Herr v. Hartwich nur
eine Geſte gemacht habe; da er aber regungslos blieb,
ſprang Herr v. Gieſl auf, um ſeinen Gaſt, der inzwiſchen
vom Sofa herabgeglitten war, aufzuheben. Er rief
ſo=
gleich den Diener ſeiner Gemahlin herbei, der im erſten
Stock weilte, und verfügte, daß ſofort drei Aerzte geholt
würden.
Der Wagen des Geſandten wurde unverweilt zur
ruſſiſchen Geſandtſchaft gefahren, um die Tochter des
Ge=
ſandten zu verſtändigen. Inzwiſchen bemühte ſich
Frei=
frau v. Gieſl mit ihrem Diener, Herrn v. Hartwich wieder
zum Bewußtſein zu bringen, indem ſie Eis= und
Aether=
ompreſſen auflegten, die Pulsadern rieben und das
Haupt und die Bruſt mit Waſſer beſprengten. In dem
Augenblick, als der erſte herbeigerufene Arzt, Dr.
Rib=
nikar, das Zimmer betrat, röchelte der Geſandte und
gab ſeinen Geiſt auf. Alle von Dr. Ribnikar und den
kurz darauf eingetroffenen Aerzten Simonovie und
Ni=
kolic vorgenommenen Wiederbelebungsverſuche waren
vollkommen vergeblich. Herr v. Hartwich war, ohne das
Bewußtſein wiedererlangt zu haben, um 9 Uhr 25
Mi=
nuten verſchieden. Die Tochter des Herrn v. Hartwich traf
ihren Vater bereits tot an. Freifrau v. Gieſl hatte ſofort
nach der Feſtſtellung des Todes eine Totenkerze, wie ſie
nach orthodoxem Ritus üblich iſt, angezündet und ein
klei=
nes orthodoxes Muttergottesbild auf die Bruſt des Toten
gelegt. Nachdem ein ſerbiſcher Kommiſſar den Tatbeſtand
aufgenommen hatte, wurde die Leiche des Geſandten
mittel einer Tragbahre in die ruſſiſche Geſandtſchaft
über=
geführt. Die gegenwärtig in Konſtantinopel weilende
Gattin des Verblichenen, ſowie König Peter, Kronprinz
Alexander. Miniſterpräſident Paſitſch und die ruſſiſche
Re=
gierung wurden von dem Todesfall unverweilt
ver=
ſtändigt.
Aus Mexiko.
* Mexiko, 11. Juli. Der Kreuzer „Nürnberg”
verließ Mazatlan. In deutſchen Kreiſen wird betont, daß
ſtets das beſte Einvernehmen zwiſchen dem amerikaniſchen
Admiral und dem deutſchen Kreuzerkommandanten
herrſchte, und daß die Tätigkeit der „Nürnberg” in jeder
Weiſe wertvoll war.
* Mexiko 10. Juli. Der Vorſitzende des oberſten
Gerichtshofs Francesco Carbajal hat heute den
Amtseid als Miniſter des Auswärtigen
abge=
legt. Die Abgeordnetenkammer wird am Montag zur
Be=
ſprechung der Präſidentſchaftswahlen zuſammentreten;
wie man erfährt, werden ſie für ungültig erklärt werden.
* Mexiko City, 10. Juli. Der
Finanz=
miniſter iſt heute morgen nach Veracruz abgereiſt, wo
er ſich an Bord des franzöſiſchen Dampfers „Eſpagne”
ein=
ſchifft, um ſich in einer finanziellen Miſſion im
Auftrage der Regierung nach Europa zu begeben. Auch
ſind zwei Eiſenbahnzüge mit Mexikanern und Franzoſen
von Mexiko City abgegangen, die ſich ebenfalls auf der
„Eſpagne” einſchiffen wollen.
* Saltillo 10. Juli. Ueber die Räumung
von Guaymas durch die Bundestruppen wird noch
gemeldet: Der Befehlshaber der Konſtitutionaliſten wurde
ermächtigt, einen Waffenſtillſtand zu gewähren, bis die
Bundestruppen die Stadt auf dem Waſſerwege verlaſſen
hätten. Der Zweck dieſes Zugeſtändniſſes war, das
Eigen=
tum der Nichtkombattanten zu retten und ein unnötiges
Gemetzel zu verhüten. Carranza gab ſeine Ermächtigung
zur ſofortigen Einrichtung einer Stadtbehörde. Wie
ver=
lautet, haben die amerikaniſchen Flottenkommandanten
den Waffenſtillſtand garantiert und auch verſprochen,
daß die Kanonenboote der Bundesregierung in Zukunft
die neueingeſetzte Konſtitutionaliſten=Garniſon nicht
bom=
bardieren dürfen.
Vermiſchtes.
* Die Bedeutung der kaufmänniſchen
Erſatzkaſſen beweiſt der Bericht der
Deutſch=
nationalen Kranken= und Begräbniskaſſe in Hamburg, der
größten kaufmänniſchen Krankenkaſſe, für das Jahr 1913,
der in der Deutſchen Handels=Wacht vom 5. Juni dieſes
Jahres veröffentlicht wird. Die Deutſchnationale
Kran=
kenkaſſe, die am 1. Januar 1912 erſt 22872 Mitglieder und
1855 verſicherte Familien umfaßte, am 1. Januar 1913
aber bereits 38957 Mitglieder und 3547 Familien beſaß,
hatte am 1. Januar 1914 ihren Beſtand auf 64291
Mit=
glieder und 6229 verſicherte Familien erhöht. Sie hat
da=
mit einen Zuwachs zu verzeichnen, wie er beiſpiellos
da=
ſteht. Damit haben ſich auch die Einnahmen und
Aus=
gaben bedeutend vermehrt. Die Deutſchnationale
Kran=
kenkaſſe nahm im Jahre 1913 an Beiträgen 1692207,22
Mark (1912: 970881,73 Mark) ein, denen eine Ausgabe
für Kaſſenleiſtungen von 1250499,79 Mark (1912:
702 390,29 Mark gegenüberſteht. Für ärztliche und
zahn=
ärztliche Behandlung, ſowie Arznei und Heilmittel
wur=
den allein 588 290,02 Mark (1912:327194,84 Mark)
aus=
gegeben. An Krankengeld, Krankenhauskoſten und
Ange=
hörigenunterſtützung mußte eine Ausgabe von 553 821,86
Mark (1912: 324005,05 Mark) gemacht werden. Das
Ver=
mögen der genannten Kaſſe, das ſich am 1. Januar 1913
auf 664 492,62 Mark bezifferte, wuchs auf 823816,26 Mark
an. Auch die Zahl der Krankheitsfälle ſtieg im
Berichts=
jahre erheblich und zwar auf 43509 (gegen 25252 im
Jahre 1912), darunter 9363 (1912: 5748) mit
Erwerbs=
unfähigkeit. Im Durchſchnitt koſtete jeder
Unterſtützungs=
fall an Krankengeld, Krankenhauskoſten und
Angehörigen=
unterſtützung 61,73 Mark (1912: 58,87 Mark) und jeder
Unterſtützungstag 3,19 Mark (1912: 2,82 Mark). Zeigt
die=
ſer Bericht ſchon den Segen der beſonderen
Krankenver=
ſicherung der kaufmänniſchen Angeſtellten in ihren
Ver=
bandskaſſen und die Exiſtenzberechtigung der Erſatzkaſſen,
ſo wird der Bericht über das laufende Geſchäftsjahr dies
zweifellos in noch größerem Maße tun. Denn einmal
wird in dem nächſten Jahresbericht der Deutſchnationalen
Krankenkaſſe die Steigerung der Einnahmen und
Aus=
gaben infolge des gewaltigen Mitgliederzuwachſes im
Vorjahre in die Erſcheinung treten, dann hat die
Deutſch=
nationale Krankenkaſſe aber auch ab 1. Januar 1914 ihre
Leiſtungen bedeutend erhöbt.
* Wie die verſchiedenen Lichtarten
hy=
gieniſch zu verwerten ſind. Betrachtet man den
Menſchen als Verbrennungsmaſchine, ſo fällt es auf, wie
gering ſein Luftbedarf iſt und wie verhältnismäßig
ge=
ring die von ihm durch Lungen= und Hautatmung
produ=
zierten Stoffe ſind. Ein normaler Menſch verbraucht pro
Stunde nur 380 Liter Luft und erzeugt 35 Liter
Kohlen=
ſäure und 150 Liter Waſſerdampf. Dieſe Vorgänge ſind
bekanntlich der Grund einer der Hauptforderungen der
modernen Hygiene geworden: Lüftung der Wohnungen.
Betrachtet man nun auch einmal unſere Leuchtmittel als
Verbrennungsapparate, ſo wird man überraſcht ſein, wie
ſehr dieſe den Menſchen an „Unhygiene” übertreffen. Eine
Stearinkerze, die doch nur den 25. Teil der Helligkeit einer
gewöhnlichen Petroleumlampe abgibt, verbraucht in einer
Stunde 112 Liter Luft und erzeugt etwa 16 Liter
Kohlen=
ſäure und 16 Liter Waſſerdampf. Eine Petroleumlampe
hat einen noch größeren Lufthunger; ſie verzehrt in einer
Stunde 2010 Liter Luft, und aus ihrem Zylinder
ent=
weichen 282 Liter Kohlenſäure und 282 Liter Waſſerdampf.
Die Gaslampe iſt zwar etwas mäßiger mit einem
Luft=
bedarf von 680 Litern, doch atmet ſie immer noch genug
ſchädliche Gaſe aus, nämlich 68 Liter Kohlenſäure und
150 Liter Waſſerdampf. Und die elektriſche Lampe? Das
elektriſche Licht iſt das einzige Licht, das ohne
Verbren=
nung vor ſich geht. Es verbraucht daher auch keine Luft
und erzeugt keinerlei ſchädliche Abgaſe. Da es bei allen
dieſen Vorzügen auch gleichzeitig den geſchätzten Vorzug
der größten Billigkeit aufweiſt, ſo wird man die
Berech=
tigung von Beſtrebungen anerkennen müſſen, dieſe
Be=
leuchtungsart allen Kreiſen, ſelbſt den ärmſten, zugänglich
machen zu wollen.
Literariſches.
— Fliegerleutnant Bärenſprung. Roman
von Paul Burg. Preis broſch. 3 Mk., gebunden 4 Mk.
Verlag von Franz Moeſer Nachf., Leipzig. Auch die
Wehrmacht, die uns zu Waſſer und zu Lande ſchirmt, iſt
dem Zuge der Zeit gefolgt und rüſtet für den Krieg in den
Lüften. Wie ſich Adel und Offizierſtand, wie ſich die
Ge=
ſellſchaft, die Frau in dieſe neuen, nervenſtarken
Lebens=
kreiſe hineinfinden, ſchildert Paul Burgs neuer Roman
„Fliegerleutnant Bärenſprung” Was dieſen Roman auch
den Frauen beſonders leſenswert machen wird, iſt ſein
Grundmotiv, die heldenhafte Liebe einer Frau, Stolz und
Angſt des Weibes, das den geliebten Mann hoch in den
Lüften weiß, einen Sieger, tauſendfach vom Tod
um=
fangen. Das Erleben des fliegenden Helden wird den
Leſer bis zur letzten Zeile mit atemloſer Spannung
er=
füllen. Es iſt ein echter Roman unſerer Zeit, vom
Glücksgefühl des neuen Lebens durchſonnt. Man wird
ihn mehr als nur einmal leſen wollen.
— Olga Wohlbrück, „Barbaren * Verlag
von Guſtav Großkopf, Berlin. Gebunden 4 Mk., geheftet
3 Mk. Olga Wohlbrück hat mit ihrem Roman „
Bar=
baren .!" ihren großen Kulturgemälden ein neues
hin=
zugefügt. In dieſem Werke, das vorher in keiner
Zeit=
ſchrift erſchienen iſt, entfaltet ſich Olga Wohlbrücks Kunſt
zu bisher unerreichter Höhe. Die Dichterin hat diesmal
die Handlung vornehmlich in den intereſſanteſten Teil
Rußlands verlegt, das ihre zweite Heimat iſt. Durch
lang=
jährige perſönliche Studien und ausführliche Berichte ihr
naheſtehender Perſönlichkeiten, die ihr wertvolles Material
boten, erſchließt uns Olga Wohlbrück die ſibiriſchen
Zu=
ſtände und geſellſchaftlichen Verhältniſſe in der ihr eigenen
packenden Romanform. Ein intereſſanter Abſchnitt
ſibi=
riſcher Kulturgeſchichte entrollt ſich vor unſeren Augen bei
der Schilderung der drei Generationen Sukoff. Mit
ſel=
tener Kraft und in großartiger Weiſe entrollt uns die
Dichterin Zuſtände und Geſchehniſſe in dieſem Roman,
deren Eigenart wir in der deutſchen Literatur bisher kaum
begegneten. „Barbaren . . ." iſt ein Werk, das trotz ſeines
hohen künſtleriſchen Wertes mit größter Spannung
ge=
leſen werden wird und aufs neue den Namen Olga
Wohl=
brück in alle Kreiſe tragen muß.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Kopenhagen, 11. Juli. Der König hat den
Reichstag für den 20. Juli einberufen.
* Quebec, 11. Juli. Die Regierungskommiſſion, die
mit der Unterſuchung des Zuſammenſtoßes der=
„Storſtad” mit der „Empreß of Ireland”
be=
traut wurde, iſt zu dem Ergebnis gekommen, daß die
Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 1914.
Seite 7.
Storſtad infolge ihrer Kursinderung das Unglück
verſchuldet hat.
* Buenos Aires, 11. Juli. Die Regierung wird das
Budget für 1915 dem Parlament vorlegen. Die
Ausgaben erreichen eine Geſamtſumme von 45 Milliarden,
die ordentlichen Einnahmen werden mit derſelben Summe
angegeben.
* Buenos Aires, 11. Juli. Der Dampfer „
Mon=
doza” mit 257 Perſonen an Bord meldet drahtlos, daß
er bei Punta Mogades aufgelaufen ſei und ſich in
gefährlicher Lage befinde. Der Kreuzer „Patria” und
zwei Schlepper ſind ſofort zur Hilfeleiſtung abgegangen.
Des Kaiſers Nordlandfahrt.
* Bergen, 11. Juli. Nach ſtarkem Frühnebel klärte ſich
das Wetter auf und wurde warm. Geſtern abend waren
als Gäſte auf der „Hohenzollern” Miniſter
Michelſen, Frau Grieg, Familie Mohr. Der Kurier
fahrt heute nach Berlin zurück. An Bord befindet ſich alles
wohl.
* Bergen, 11. Juli. Die Kaiſerjacht „Hohenzollern”
mit dem Kaiſer an Bord iſt von Bergen nach
Bal=
holm abgefahren.
Hanſi flüchtig?
* Straßburg, 11. Juli. Die Straßburger
Bürgerzei=
tung weiß aus guter Quelle zu berichten, daß der vom
Reichsgericht in Leipzig zu einem Jahr Gefängnis
verur=
teilte Zeichner Waltz alias Hanſi dem zum
Strafan=
tritt eine Friſt von zwei Tagen gegeben wurde, geſtern in
Belſort geſehen worden ſei und auch von dort aus
an Bekannte nach Kolmar Depeſchen gerichtet habe.
Dar=
aus ſchließt man, daß Waltz ſeine Strafe nicht
an=
treten will. Für Waltz war bekanntlich eine Kaution
von 25000 Mark hinterlegt worden. Demgegenüber meldet
die Straßburger Poſt aus Leipzig, daß Waltz ſich erſt am
nächſten Dienstag zum Antritt der Strafe in Kolmar zu
melden habe. Es ſei ihm ein Aufſchub bewilligt worden,
um ſeinen Vater beſuchen zu können.
* Kolmar, 11. Juli. Es beſtätigt ſich, daß der
Zeich=
ner Hanſiüber die franzöſiſche Grenze
ent=
wichen iſt. Geſtern hatte er noch erklärt, daß er heute
die einjährige Gefängnisſtrafe, die er für ſein Buch Mon
Village erhalten hatte, antreten werde. Im Laufe der
Nacht traf jedoch beim Gericht in Kolmar ein Telegramm
ein, das in Belfort aufgegeben war und lautete: „Mich
huſte geſehen!‟ Die von ihm hinterlegte Kaution von
25000=Mark iſt natürlich jetzt verfallen.
Ein Geſchenk des Kaiſers an den Papft.
* Rom, 11. Juli. Der deutſche Kaiſer machte
das von den Benediktinern in Maria Laach rekonſtruierte
Feldzeichen Konſtantins des Großen als Laborum dem
Papſte für die neue Conſtantin=Baſilika in
Rom, die 1913 zur Erinnerung an das Edikt Conſtantins
erbaut wurde, zum Geſchenk. In beſonderer Audienz
überreichte der Geſandte v. Mühlberg dem Papſte das
Laborum. Der Geſandte war begleitet von dem
Flügel=
adjutanten des Kaiſers, Grafen Spee, der das Laborum
im Auftrage des Kaiſers nach Rom brachte.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Todes-Anzeige
Am 7. Juli verschied in Eckardtsheim bei Bielefeld unser
lieber Verwandter
nach kurzer, schwerer Krankheit im 73. Lebensjahre.
Darmstadt, 11. Juli 1914.
Die trauernden Verwandten
Die Beerdigung hat in der Stille in Darmstadt stattgefunden.
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nen Verluſt ſagen herzlichen Dank.
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Hermann Göckel u. Frau.
Darmſtadt, den 11. Juli 1914.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Faſt ganz Mittel= und Nordeuropa wird von hohem
Druck bedeckt, ſo daß wir heute mit Fortdauer der
beſtehen=
den Witterung zu rechnen haben. Kleine Randwirbel
können uns Gewitter bringen.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, 12. Juli:
Meiſt heiter und trocken, öſtliche Winde,
Gewitter=
neigung.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Amerika” von Neu=York kommend,
8. Juli 5 Uhr 30 Min. nachm. Dover paſſiert. „Bohemia”.
von Boſton kommend, 8. Juli 10 Uhr abends in
Ham=
burg. „Imperator” nach Neu=York, 9. Juli 4 Uhr morg.
Dover paſſiert. „Piſa”, Neu=York=Levante=Dienſt, 8. Juli
in Barcelona, heimkehrend. „Rhaetia” nach Philadelphia,
9. Juli 3 Uhr 30 Min. morgens Dover paſſiert. „
Witte=
kind” von Kanada kommend, 8. Juli 3 Uhr 30 Min.
nachm. in Rotterdam.. — Weſtindien, Mexiko: „
Franken=
wald”, von Mexiko und Havanna kommend, 9. Juli
3 Uhr 40 Min. morgens auf der Elbe. „Spreewald”
nach Weſtindien, 9. Juli 3 Uhr 35 Min. morgens
Cux=
haven paſſiert. — Südamerika, Weſtküſte Amerikas:
„Hohenſtaufen” nach Mittelbraſilien, 9. Juli 3 Uhr
morgens von Hamburg. „La Plata” von Mittelbraſilien
ommend, 8. Juli 6 Uhr abends von Funchal. „
Sieg=
mund” 7. Juli nachm. von Rio Grande do Sul nach
Santos. — Oſtaſien: „Sileſia‟ 8. Juli in Yokohama. —
Verſchiedene Fahrten: Vergnügungsdampfer „Meteor”
zweite Nordlandfahrt, 8. Juli mittags in Merok. „Otavi”,
von Weſtafrika kommend, 9. Juli 1 Uhr 30 Min. morg.
in Hamburg.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 8. Juli 6 Uhr 50 Min. vorm. Prawlepoint
paſſiert. „Nieuw Amſterdam” 6. Juli vorm. in Neu=
York eingetroffen. „Noordam” 5. Juli 12 Uhr 20 Min.
achm. Prawlepoint paſſiert. „Ryndam” 3. Juli vorm.
n Rotterdam eingetroffen. „Potsdam” 7. Juli vorm.
ſon Neu=York abgegangen.
Mauſoleum zu beſuchen nach vorheriger
Erlaubnis=
einholung beim Großh. Hofmarſchallamt.
Tageskalender.
Sonntag, 11. Juli.
Verbandstag des Verbandes der Detailliſtenvereine
im Großherzogtum Heſſen um 10½ Uhr im „Kaiſerſaal”.
Nationales Sportfeſt um 9 und 3 Uhr auf dem
Olympia=Sportplatz (Heidelberger Straße).
Burgfeſt um 4 Uhr auf dem Frankenſtein.
Sommerfeſte: Geſangverein „Einigkeit” um 4 Uhr in
der Beſſunger Turnhalle. — Bayernverein um 4 Uhr im
„Schützenhof‟. — Geſangverein „Liederkranz” um
4 Uhr im „Rummelbräu”.
Auusflüge uſw.: Stenographen=Vereinigung
Gabels=
berger nach Roßdorf (Abmarſch um 2½ Uhr vom
Kapellplatz). — Verein für Hausbeamtinnen nach dem
Einſiedel (Zuſammenkunft um 3 Uhr an den
Hirſch=
köpfen). — Geſellſchaft „Reichsadler” nach Eberſtadt.
Konzerte: Platanenhain um 4½ und 8 Uhr. —
Lud=
wigshöhe um 4 Uhr. — Perkeo um 4 und 8 Uhr. —
Wald=
friede um 4 Uhr. — Schweizerhaus zu Eberſtadt um
4 Uhr.
Tanzkränzchen: „Stadt Pfungſtadt” um 4 Uhr. —
Geſellſchaft „Prinz Emil” um 4 Uhr im Reſt. „Zum
Schwanen” zu Eberſtadt. — Hotel Behrens=Hufnagel zu
Traiſa um 4 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Montag, 13. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Amelung
(Liebfrauenſtraße 104) um 3 Uhr auf dem Amtsgericht I.
Eigentümergrundſchuld=Verſteigerung um
4 Uhr (Bleichſtraße 28).
Heugras=Verſteigerung der Gemeinde
Wix=
hauſen um 9 Uhr (Zuſammenkunft auf der Frankfurter
Straße bei Los Nr. 1).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für den
redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die
„Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 1914.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 189,
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Darmſtadt, 6. Juli 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
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21)
So folgerte ich, mit der Abſicht, meiner armen
Schwe=
ſter das betrübende Reſultat dieſer unſeligen Miſſion
ſpä=
ter mitzuteilen.
Es ſollte anders lommen!
Ein paar Stunden darauf wurde der Unglückliche
ſeinen verzweifelten Eltern als Leiche ins Haus gebracht.
An einer einſamen Stelle der ſtädtiſchen Anlagen
hatte er ſich erſchoſſen!
Nach jenen Enthüllungen war es in der düſteren,
niedrigen Bauernſtube ganz ſtill geworden; nur das
Kni=
ſtern und Praſſeln der großen Holzſcheite im Kachelofen
und das monotone Rieſeln aus der Waſſerrinne vor dem
Hauſe war vernehmbar.
Reinette, ihre tiefe Bewegung zu verbergen bemüht,
hatte die Augen mit der Hand bedeckt, während Baron
Solten wieder ans Fenſter getreten war und träumeriſch
in den Regen hinausſtarrte.
Auch er wollte ſeine innere Erregung nicht
preis=
geben, denn das Neubeleben jener traurigen Epiſode hatte
noch weitere Erinnerungen in ihm erweckt. Gleich
ge=
ſpenſterhaften Schattenbildern waren ſie an ſeinem Geiſte
vorübergezogen.
Obgleich es ihm eine Erleichterung gedünkt hatte, dem
warmfühlenden Kinde gegenüber ſeine Seele von jenem
quälenden Drucke wieder einmal zu entlaſten, ſo verſtummte
doch nun ſein Mund.
Mehr ſollte — durfte Reinette nicht wiſſen.
Nichts von den verblümten Anklagen, den ſtummen
Vorwürfen der völlig gebrochenen Eltern, die natürlich
ihn als indirekte Urſache ihres Jammers angeſehen hatten,
nichts von allem, was nun gefolgt war.
Etwa vierzehn Tage nach des unglücklichen Neffen
Tode war ſein Schwager eines Morgens in völlig
ver=
ſtörtem Zuſtande hinaus zu ihm nach Schönſtein
gekom=
men mit der flehenden Bitte, ihn aus peinlichſter
Ver=
legenheit zu erretten, das heißt, einen Wechſel von
ziem=
licher Höhe zu girieren. Es ſei eine Ehrenſchuld, die
ſchleunigſt beglichen werden müſſe. Von alten,
drücken=
den Verpflichtungen aus ſeiner Leutnantszeit und mehr
dergleichen ſprach er. Seine ganze Karriere, ſein Ruf, ja
alles hinge davon ab, und wenn nicht bald Rat und Hilfe
geſchafft würde, dann blieb ihm nichts anderes übrig
als —
Er (Gerald) ſchauderte bei dieſen ſich wild
überſtür=
zenden Worten — ja, des Schwagers totenbleiches Geſicht,
das im Moment beinahe Zug um Zug an dasjenige des
unglücklichen Sohnes erinnerte, erfüllte ſein Herz mit
Grauſen.
Hätt er auch nur eine Minute zögern können?
Mochte dieſe eine Unterſchrift immerhin ſein ganzes
Hab und Gut verſchlingen — er gab ſie gern.
Und dann? —
Baron Soltens Züge waren bei dieſen Gedanken
immer finſterer geworden.
Kummer und Gram hatten die Schweſter darauf aufs
Krankenbett geworfen und ein ſchweres, inneres Leiden
ſchnell zum Ausbruch gebracht. Wenige Monate nach dem
Sohne verſchied ſie an den Folgen einer Operation.
Faſt zur nämlichen Zeit trat auch eine Kataſtrophe
ein, die ihn ſelbſt in einen Strudel der peinlichſten
Ge=
ſchäftsfatalitäten hineinzog.
Des Schwagers bodenloſer Leichtſinn, ſeine unſelige
Spielleidenſchaft, welche weit mehr Opfer als Emmys
Vermögen und die Summe des von ihm girierten
Wech=
ſels gekoſtet hatte, kam nach und nach zutage.
Der unglückliche Mann mußte den Abſchied nehmen,
und als nach vieler Mühe endlich eine Einigung mit den
Gläubigern getroffen worden war, führte er noch mehrere
Jahre ein kümmerliches Daſein als Standesbeamter einer
kleinen Stadt bis zu ſeinem frühen Ende.
Ja, es gibt Zeiten im menſchlichen Daſein, die man
gern aus dem Gedächtnis verlöſchen möchte, die aber, wie
durch Raketenblitze grell beleuchtet, immer wieder darin
auftauchen, und alles einſt erlebte und erduldete
Unge=
mach, alle Bitterkeiten von neuem wachrufen.
Gewiß nicht der Verluſt des Geldes allein war es,
was Gerald damals in einen Zuſtand nervöſer
Reizbar=
keit und Unraſt verſetzt hatte, nein, der peinvolle Gedanke
an Schönſtein, an den ihm lieb und teuer gewordenen
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 1914.
Nummer 189.
60
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Daſt, weibte ihn inin ide Freide aun gewahien
Schaffen.
Es war unmöglich, das Gut noch mehr mit
Hypothe=
kenſchulden zu belaſten.
Um des Schwagers dringendſte Gläubiger zu
befrie=
digen, hatte er bereits den größten Teil des ſchlagbaren
Holzes verſilbern und hochverzinſte Gelder aufnehmen
müſſen.
Und wenn er auch über ſeine Kräfte hätte arbeiten,
ſparen und darben ſollen, ein Danaidenwerk ſtand ihm
dennoch ſtets vor Augen!
Herr Baron, ſo geht’s nicht weiter. Unter allen
Um=
ſtänden werden Sie ſich eine Erholung von vier Wochen
gönnen müſſen, hatte eines Tages der alte Hausarzt
ſei=
nes verſtorbenen Vaters geſagt, den Gerald, wegen einer
Anſchwellung am Knie aus dem Nachbarſtädtchen nach
Schönſtein hatte herausbitten laſſen. Das kleine, örtliche
Leiden werden wir durch ein paar wirkſame
Schwefel=
bäder ſchnell beſeitigen; aber — Ihre Nerven, Ihre
Ner=
ven, die ſind vollſtändig überreizt. Ich ſchicke Sie einfach
nach Baden, dort drunten im ſchönen Wienerwald ſoll’s
bald anders werden. Die Oeſterreicher ſind ein munt’res
Völkchen, leichtlebig und immer vergnügt, nicht ſo
peſſi=
miſtiſch und ſchwarzſeheriſch wie unſereiner. Topp, Herr
Baron — Sie reiſen?
eererte
gehabt.
Warum unter Kummer, Gewiſſenspein und
Sorgen=
laſt zuſammenbrechen?
Die Welt iſt ſo groß und ſchön und mit ſeinen dreißig
Jahren —
Wie ſchnell ſollte ſich der Wechſel vollziehen!
Vierzehn Tage ſpäter war Gerald mit der feſchen,
eleganten Olga, der einzigen Tochter des reichen
Groß=
induſtriellen, Hofrat Rau, verlobt!
Ein tägliches Zuſammenſein in Baden hatte dieſe
Wendung herbeigeführt.
In ganz rückhaltloſer Offenheit hatte er auch dem
alten Herrn ſeine Verhältniſſe klargelegt und auch nicht
einen Moment zu bekennen gezögert, daß er im Begriff
ſtände, den Familienbeſitz zu verkaufen, um dann wieder
zu ſeiner juriſtiſchen Karriere zurüzukehren.
Eh — mein beſter Baron, ſo ſein’s g’ſcheit und
machen’s net vorzeit’g Dummheiten. Wird ſich beilegen
laſſen, die Sach'. Werd’s mir das Güterl mal ſelbſt
an=
ſchau’n, und dann red’d mer z’ſammen. Das Ollerl muß
doch nen hübſchen Wohnſitz haben!
Das war des Hofrats Antwort geweſen.
Und Olly? —
Immer nur voll überſprudelnder Lebensluſt, ein
Ge=
müt, das durch Sorgen und Widerwärtigkeiten nie betrübt
und beunruhigt worden, deren Frohſinn und Heiterkeit
auf ein verdüſtertes Mannesherz gleich erwärmendem
Sonnenſcheine einwirkte, ſo war diejenige, an deren Seite
Gerald Solten das Glück zu finden hoffte, nach dem ſeine
dürſtende Seele ſo heiß verlangte.
Das Glück?
Dieſes kleinen Wortes tiefe Bedeutung liegt wohl doch
nur in den Anſprüchen, die ein Menſch an dasſelbe ſtellt.
Er durfte, konnte, mußte ja zufrieden ſein.
Olly liebte ihn. Das traute, alte Schönſtein blieb
ſein, von Glanz und Komfort umgeben, wäre er ein Tor,
nur im geringſten Zweifel zu hegen, daß ſeine Wahl
viel=
leicht doch übereilt geweſen, es nicht nur gegenſeitiges
Wohlgefallen und äußere Umſtände ſind, die Herz und
Sinn auf die Dauer befriedigen.
Und trotzdem —
O, wie oft während ihrer ſechsjährigen Ehe hatte
Gerald ſich bemüht, die junge Frau für irgend etwas
Gei=
ſtiges, Höheres als Toiletten, Geſelligkeit und ſtete
Ab=
wechſelung zu intereſſieren, ihr Geſchmack an guter
Lek=
türe beizubringen verſucht.
Umſonſt! Die „Schmarren”, wie ſie verächtlich äußerte,
blieben meiſt unaufgeſchnitten liegen, und ſo war nach
und nach eine Bitterkeit in Geralds Bruſt erwacht, gegen
die er täglich ankämpfte.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 189
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 1914.
Seite 15.
Vorträge.
* Allgemeiner Studentenverband. Am
Freitag fand der 2. Vortragsabend des Allg.
Studenten=
verbandes ſtatt. Herr Pfarrer Weißgerber ſprach
über „Das Verhältnis des einzelnen zum
Staate unter national=ethiſchem
Geſichts=
punkte‟ Er führte etwa folgendes aus: In unſerer
Zeit macht ſich in faſt allen Schichten der Bevölkerung das
Verlangen nach ſtaatsbürgerlicher Bildung
geltend. Das iſt ſehr erfreulich, denn es gibt ſich darin
der Wille kund, die Pflichten des Staatsbürgers zu
er=
füllen. Auch der heutige Vortragsabend ſoll nach dem
Wunſche der Veranſtalter dem Bedürfnis nach
ſtaatsbür=
gerlicher Bildung dienen. Es ſollen jedoch nicht
Einzel=
fragen des politiſchen Lebens erörtert, ſondern einige
grundſätzliche Gedanken über das Verhältnis des
einzelnen zum Staate ausgeſprochen werden. Wenn wir
die Erſcheinungen des politiſchen Lebens ins Auge faſſen,
bewegen wir uns in der Welt der Wünſche, der
Inter=
eſſen, der Forderungen. Dem perſönlichen Moment kommt
eine entſcheidende Bedeutung zu. Daraus erklärt ſich auch,
daß hier der Widerſtreit der Anſchauungen ſo heftig tobt.
In den Streit der politiſchen Meinungen will der
Vor=
trag nicht hineinführen. Er will dagegen einige Normen
ausſprechen, nach denen das Verhältnis des einzelnen
zum Staate ſich zu bemeſſen hat, und zwar ſoll dies „unter
national=ethiſchem Geſichtspunkte” geſchehen. Darin liegt
das Bekenntnis zu einer beſtimmten Weltanſchauung, der
idealiſtiſchen. Nach dieſer ſoll auch das politiſche Leben
unter der Herrſchaft der ſittlichen Ideen ſtehen. Dieſer
Anſchauung ſteht die ſogen. materialiſtiſche gegenüber,
wonach das Sittliche aus dem wirtſchaftlichen
Entwick=
lungsprozeß herauswächſt. Der Gegenſatz dieſer
An=
ſchauungen drückt ſich in der verſchiedenen Stellung zu
den Fragen des ſtaatlichen Lebens deutlich aus. Ein jeder
muß es als ſeine Pflicht erkennen, ſich mit voller Klarheit
auf den Boden einer dieſer Anſchauungen zu ſtellen.
Denn die weithin herrſchende Unklarheit führt zur
Be=
griffsverwirrung. Die Frage iſt alsdann ſo zu ſtellen:
Welche der beiden Anſchauungen, die materialiſtiſche oder
die idealiſtiſche, iſt am meiſten geeignet, diejenigen Kräfte
zur Auslöſung und Entfaltung zu bringen, die imſtande
ſind, die Vielheit der Volksgenoſſen zur Einheit der
Na=
tion zuſammenzuſchließen? Wir haben noch immer
über den Mangel an innerer Einheit zu klagen.
Von den allgemein bekannten Urſachen der Zerriſſenheit
unſeres Volkslebens ſollen nur die in der neuzeitlichen
Entwicklung des Wirtſchaftslebens
liegen=
den verfolgt werden. Dieſe Entwicklung hat jene Art von
Individualismus erzeugt, deſſen Kennzeichen der
rückſichtsloſe Egoismus iſt, der ſchroffe Gegenſatz der
In=
tereſſen der einzelnen und derjenigen der Geſamtheit.
Dieſer Individualismus greift auf die übrigen Gebiete
des Lebens über und führt zur „Verwirtſchaftlichung des
geſellſchaftlichen Lebens” An Stelle der Solidarität aller
Schichten iſt der ſchroffe Klaſſengegenſatz getreten. Der
Individualismus bewirkt weiter eine Lebensſtimmung,
die erfüllt iſt von Abneigung gegen jede Gemeinſchaft.
So iſt die Frage: Wo liegen die Kräfte, die den
notwen=
digen Ausgleich der Einzelintereſſen und der
Kollektiv=
intereſſen herbeizuführen vermögen? Der Glaube an eine
mit der Sicherheit eines mechaniſchen Geſetzes wirkende
Uebereinſtimmung der Intereſſen erweiſt ſich als
Selbſt=
täuſchung. Die neuerdings ſich bemerkbar machende
Strömung, die von dem Bedürfnis nach Anlehnung und
Autorität getragen iſt, iſt inſofern erfreulich, als ſich darin
eine neue Schätzung der Gemeinſchaft anbahnt. Nur iſt
darauf zu achten, daß nicht Werte verloren gehen, die wir
der individualiſtiſchen Periode zu danken haben. Denn
dieſe erſchöpft ſich nicht in den genannten unerfreulichen
Erſcheinungen. Es ſind darin auch enthalten die geiſtigen
Werte, die von den Großen im Reiche des Geiſtes uns
er=
kämpft worden ſind: Gewiſſensfreiheit, der Wille, das
Leben von innen heraus zu geſtalten, das Recht der
Selbſt=
beſtimmung der freien Perſönlichkeit. Das nationale
Wollen hat die doppelte Aufgabe, einmal die Wertſchätzung
der ſtaatlichen Gemeinſchaft zu mehren, zum andern die
freie Entfaltung perſönlichen Lebens zu ſchützen und zu
fördern. Zu dieſer Aufgabe ermuntert uns die Erinnerung
an die große Bewegung der Befreiungskriege. Aus ihr
iſt das Ideal des modernen Staates
emporge=
ſtiegen. An der Verwirklichung dieſes Ideals zu arbeiten,
iſt die nationale Aufgabe unſerer Zeit. Als Hilfsmittel
ſind zu empfehlen: ſtaatsbürgerliche Bildung und
Stu=
dium der Geſchichte, aber beides ſo zu betreiben, daß die
Gefühle der Ehrfurcht und Dankbarkeit und der Wille zur
Hingebung an das Volksganze gemehrt werde. Im
letz=
ten Grunde liegt die Entſcheidung in der Geſinnung
der einzelnen. Vom Patriotismus als einem bloßen
Ge=
fühl müſſen wir fortſchreiten zu dem ernſten, ſittlichen
Willen, ſich dem Staate zur Verfügung zu ſtellen. Das
ethiſche Verhältnis des einzelnen zum Staate ruht auf
lebendigem Nationalgefühl und iſt geleitet von dem
kate=
goriſchen Imperativ der Pflicht. Seine Kraft ſchöpft es
aus dem echten Gemeinſinn, der in der Hingabe an
die Gemeinſchaft eine Bereicherung perſönlichen Lebens
erkennt. Dazu gilt es, Ernſt zu machen mit der Pflege
perſönlichen Lebens; denn nur wirkliche Perſönlichkeiten
können das Staatswohl fördern.
Die Verſammlung nahm die tiefdurchdachten,
gehalt=
vollen Worte des Redners mit warmem Beifall auf, den
auch der Leiter des Vortragsamtes im Namen des
Stu=
dentenverbandes durch Dankesworte an den Redner zum
Ausdruck brachte. Das rege Intereſſe der
Hochſchul=
behörde für den Allgemeinen Studentenverband und ſeine
Beſtrebungen brachte Se. Magnifizenz der Rektor, Geh.
Hofrat Prof. Dr. Müller, der nach dem Vortrage das
Wort ergriff, zum Ausdruck. Er ſprach ſich über das
bis=
her Geleiſtete anerkennend aus und ermunterte zum
Wei=
terarbeiten auf dem bisher verfolgten Wege im Dienſte
der Studentenſchaft. Der Leiter des Vortragsamtes,
cand. arch. Klaſing (Rheno=Gueſtphaliae), verſicherte
Se. Magnifizenz des herzlichen Dankes für das
wohl=
wollende Intereſſe der Hochſchulbehörde und ging mit
kurzen Worten auf die bisherige und künftige Tätigkeit
des Vortragsamtes ein. Für den Winter wird das
Vor=
tragsweſen einen weiteren Ausbau erfahren. Es ſoll ein
feſtes Programm aufgeſtellt werden. — Da niemand zur
Diskuſſion mehr das Wort ergriff, wurde der
Vortrags=
abend geſchloſſen.
Luftfahrt.
Die Wirkung der Höhen auf den Flieger.
C) Der neue Höhenrekord des deutſchen Fliegers
Linnekogel legt die Frage nahe, wie eine derartige
gewal=
tige Höhe auf Geiſt und Körper wirkt. In einem Aufſatz
der Umſchau teilt Dr. Placzek die Reſultate von
Unter=
ſuchungen mit, die er zuſammen mit dem bekannten
Phyſiologen Loewy unternommen hat, um den Einfluß
größerer Höhenlagen beſonders auf die geiſtigen
Funk=
tionen feſtzuſtellen. Die Verſuche, die im pneumatiſchen
Kabinett ſtattfanden, wurden bei einem Luftdruck
ausge=
führt, der einer Höhe von 4000—4500 Meter entſprach.
Es ergab ſich die auffallende Tatſache, daß die körperlichen
Leiſtungen viel früher nachließen als die pſychiſchen; dieſe
wurden, objektiv geprüft, wenig beeinträchtigt. Dafür
aber machte ſich die ſubjektive Empfindung, unfähig zur
Aufmerkſamkeit und zu präziſem Handeln zu ſein, deſto
ſtärker geltend. In dieſem Umſtand liegt eine große
Gefahr für den Flieger. Wenn ſchon Menſchen, die ſich
in voller ſeeliſcher und körperlicher Ruhe befinden, bei
einer Höhenlage von 4000—4500 Meter derart beeinflußt
werden, ſo muß der Einfluß der Höhe auf den
Luft=
fahrer noch viel größer ſein, denn er wird durch Böen oft
hinauf= und heruntergeriſſen, iſt alſo beträchtlichen
Luft=
druckſchwankungen ausgeſetzt und muß außerdem ſeine
Aufmerkſamkeit zur Führung des Apparates aufs Höchſte
anſpannen. Sodann leidet der Flieger unter Kälte und
unter der atemberaubenden Wirkung des Höhenwindes.
Die Blutgefäße ſeiner Haut werden durch den Wind
verengt, ſpäter aber viele Stunden durch Lähmung
er=
weitert; es ſtrömt mehr Blut in die Hautgefäßgebiete, und
dieſe Blutmenge wird den inneren Organen und nicht
zum wenigſten dem Gehirn entzogen. Es iſt daher nicht
verwunderlich, daß das Gehirn darauf auch in
auffallen=
der Weiſe reagiert. Jedenfalls bedeutet die Höhe durch die
körperlichen und geiſtigen Störungen, die ſie hervorruft,
eine ſchwere Gefahr für den Flieger, und dies iſt nach
An=
nahme des Verfaſſers eine ausreichende Erklärung für die
häufigen Abſtürze von Höhen” rn, bei denen, wie z. B.
bei Chavez, weder in der Konſtrattion des Apparates noch
in den meteorologiſchen Verhältniſſen ein Grund für das
Unglück gefunden werden konnte.
Landwirtſchaftliches.
* Die Maul= und Klauenſeuche herrſcht fort
in Groß=Bieberau und Neunkirchen, Kreis Dieburg, in
Hüttenthal und Hainſtadt, Kreis Erbach, in Affolterbach
und Siedelsbrunn, Kreis Heppenheim, in Seligenſtadt,
Kreis Offenbach, in Rodheim, Kreis Friedberg, in
Welges=
heim, Kreis Alzey, in Ober=Ingelheim, Schwabenheim,
Groß=Winternheim, Dromersheim, Elsheim und
Buben=
heim, Kreis Bingen. Die Seuche wurde feſtgeſtellt in Sta
decken, Kreis Mainz, und in Zotzenheim, Kreis
Alzey. (Darmſt. Ztg.)
* Berlin, 11. Juli. (Wöchentlicher
Saaten=
ſtandsbericht der Preisberichtsſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats.) Nach der
großen Hitze und Trockenheit der Vorwoche brachten
Ge=
witter die vielfach ſchon ſehr erwünſchte Feuchtigkeit und
Abkühlung. Die zum Teil überaus heftigen Niederſchläge
haben zwar viel Getreide zum Lagern gebracht, im übrigen
waren ſie aber für ſämtliche Kulturen außerordentlich
wert=
voll, zumal die auf leichten Böden drohende Gefahr der
Notreife noch rechtzeitig abgewendet wurde. Der
Winter=
weizen hat ſeinen guten Stand behauptet bzw. gebeſſert
und läßt im allgemeinen eine befriedigende Ernte
erwar=
ten. Die Entwickelung des Roggens iſt infolge der heißen
Witterung der Vorwoche ſo weit vorgeſchritten, daß Mitte
der nächſten Woche vielfach mit dem Schnitt begonnen
wer=
den dürfte; in den öſtlichen Gebieten iſt die Ernte auf
leich=
ten Böden bereits im Gange. Von den Sommerſaaten
hatte die meiſt gut ſtehende Gerſte durch die Trockenheit
noch nicht gelitten, wohl aber der Hafer, der auf weniger
guten Böden zu wünſchen übrig ließ; nach Eintritt von
Niederſchlägen haben ſich die Ausſichten indeß allgemein
gebeſſert. Sehr vorteilhaft war die Witterung zuletzt auch
für den Nachwuchs der Futterpflanzen, die infolgedeſſen
einen befriedigenden zweiten Schnitt erwarten laſſen. Das
Grummet auf den Wieſen hat gut angeſetzt. Bei den im
Wachstum zurückgebliebenen Hackfrüchten iſt in der letzten
Woche gleichfalls eine erfreuliche Beſſerung zu beobachten.
Wärme und Feuchtigkeit haben günſtig auf die
Entwick=
lung eingewirkt, ſo daß namentlich die Kartoffeln einen
beſſeren Eindruck machen. Die Rüben haben den
Rück=
ſtand zwar noch nicht eingeholt, kommen jetzt aber gut
vor=
wärts; der Blattlausbefall hat anſcheinend nicht weiter
zugenommen.
* Peſt, 11. Juli. Der amtliche
Saaten=
ſtandsbericht des Ackerbauminiſteriums vom 8. Juli
ſchätzt das Erträgnis in Weizen auf 36,44, in Roggen auf
12,75 Millionen Meterzentner gegenüber 36,33 bezw. 13,95
im vorigen Bericht, Gerſte 15,14 gegen 17,38, Hafer 13,
gegen 14,49 des vorjährigen Erträgniſſes. Die Witterung
begünſtigte die Entwickelung des Mais’ der Zuckerrüben
und der Hackfrüchte, ſo daß befriedigende Ernteergebniſſe
zu erhoffen ſtehen.
Eine Mißernte in Rußland.
* Petersburg, 11. Juli. Die ruſſiſche
Ackerbau=
verwaltung rechnet mit der Möglichkeit einer
Miß=
ernte in einem großen Teile Rußlands. Sie trifft
be=
reits Maßnahmen zur Vorbereitung einer Hilfsaktion.
Literariſches.
Egerer, A., Kartenleſen. Einführung in
das Verſtändnis topogr. Karten. 96 Seiten mit 56 Figuren
im Text und einer dreifarbigen Kartenbeilage.
Heraus=
gegeben vom Württ. Schwarzwaldverein. Stuttgart, A.
Bonz‟ Erben. Preis 1.20 Mark. Das Buch trägt dem
Bedürfnis weiter Kreiſe nach Kartenkunde Rechnung, es
wird ſich auch im militäriſchen Unterricht, in der Schule
und in der Jugendpflege in beſonderer Weiſe brauchbat
erweiſen. Weiteſte Verbreitung in allen Volkskreiſen iſt
ihm zu wünſchen.
Gewinnausing
der
5. Prenßiſch-Füddentſchen
(231. Königlich Dreußiſchen) Klaſſenlotterie
1. Klaſſe 1. Ziehungstag 10. Juli 1914
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II.
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 50 000 Mk. 163424
2 Gewinne zu 10000 Mk. 197928
2 Gewinne zu 5000 Mk. 56899
4 Gewinne zu 3000 Mk. 121791 149164
4 Gewinne zu 500 Mk. 119598 161868
10 Gewinne zu 400 Mk. 44025 71082 122732 181264
195071
14 Gewinne zu 300 Mk. 623 9929 29739 46057
78720 133962 207480
40 Gewinne zu 200 Mk. 5598 9860 12845 1460a
19374 28376 66353 71439 72107 93255 125240 141856
146283 146761 148714 161264 166346 178046 179031
184969
68 Gewinne zu 100 Mk. 7210 7888 15189 25668
27512 61859 55569 66917 62984 64105 65492 67400
70659 78616 82838 89110 97030 101184 113200 117263
128946 133471 134896 147660 148961 152338 160941
166928 172263 181610 191204 195692 198170 201866
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 1000 Mk. 100560
2 Gewinne zu 500 Mk. 52449
4 Gewinne zu 400 Mk. 148681 151194
8 Gewinne zu 300 Mk. 73917 137757 140114 187979
26 Gewinne zu 200 Mk. 9374 12649 33145 35885
38775 64454 73135 112233 122754 136744 197787
198537 204150 206079
94 Gewinne zu 100 Mk. 11405 13776 23405 26310
28137 29757 34049 41517 45444, 47045 48279 51176
54577 56599 65563 76538 77428 82101 82456 82523
109213 113411 118649 118777 126985 128439 129872
140387 144042 147443 150306 152986 156479 157905
159749 166393 176971 185206 185834 188625 191562
196982 104642 205028 206106 211280 212019
Unſere Illuſtrierte Tiefdruck=Beilage
[ ← ][ ][ → ] Täglich geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags
Eintritt frei!
Darmstadt
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2
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 1914.
Nummer 189.
[ ← ][ ][ → ]Nr. 199.
Sonntag, 12. Jnli.
1914.
Kongreile und verbandstage.
Deutſcher landwirtſchaftlicher
Genoſſen=
ſchaftstag.
* Breslau, 10. Juli. Unter Beteiligung von mehr
als 500 Vertretern landwirtſchaftlicher Genoſſenſchaften
be=
gannen geſtern, die Verhandlungen der
Hauptverſamm=
lung des 30. Deutſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchafts=
tages im großen Saale des Konzerthauſes. In ſeiner
Be=
grüßungsanſprache bemerkte der Vorſitzende des
Reichs=
verbandes Landesskonomierat Johannſen=
Hanno=
ver, es ſei das zweite Mal, daß der Reichsverband bei
ſeinem Rundgang durch die deutſchen Gaue in Schleſſen
einkehre. Der Verbandstag vor zwöl Jahren in Breskau
ſei allen Teilnehmern noch in beſter Erinnerung, und
darum ſei man der Einladung des Verbandsdirektors des
Provinzialverbandes ſchleſiſcher landwirtſchaftlicher
Ge=
noſſenſchaften Olshauſen auf dem vorigen Verbandstage
in Wiesbaden, in dieſem Jahre nach Breslau zu gehen,
freudig gefolgt. Die diesjährige Tagung des
Reichsver=
bandes der deutſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften
weiſe, ſo führte der Vorſitzende weiter auf, eine
Teilneh=
merzahl wie noch nie zuvor. Schleſien habe damit alle
bisherigen Genoſſenſchaftstage geſchlagen. Der Vorſitzende
begrüßte ſodann die zahlreich erſchienenen Ehrengäſte,
dar=
unter den Vertreter des Regierungspräſidenten von
Oppeln Dr. v. Günther, den Vertreter der Preußiſchen
Zentralgenoſſenſchaftskaſſe Wirkl. Geh. Oberfinanzrat Dr.
v. Heiligenſtadt (Berlin), den Vertreter des heſſiſchen
Mi=
niſteriums des Innern, den
Oberlandesgerichtsprä=
ſidenten von Breslau Dr. Vierhaus, den Vertreter des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats Profeſſor Dr. Dade, einen
Vertreter des Landesökonomiekollegiums, ſowie zahlreiche
Vertreter befreundeter Genoſſenſchaften.
Nach weiteren Begrüßungsanſprachen durch die
Ehren=
gäſte und dem Dank des Vorſitzenden für die Begrüßungen
folgten geſchäftliche Mitteilungen über die Bildung des
Bureaus und die Zeiteinteilung.
Hierauf hielt der Verbandsdirektor des
Provinzial=
verbandes ſchlefiſcher landwirtſchaftlicher Genoſſenſchaften
Olshauſen (Kaſſel) einen Vortrag über die Entwicklung
des landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsweſens in der
Pro=
vinz Schleſien.
Sodann erſtattete der Anwalt des Verbandes
Gen=
nes (Berlin) den Jahresbericht. Es geht daraus hervor,
daß der Reichsverband mit einem Beſtande von 28318
landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften die größte ländliche
Genoſſenſchaftsvereinigung des Deutſchen Reiches darſtellt.
Im letzten Jahre war die Vermehrung bei den
Elektrizi=
täts=, Maſchinen=. Waſſerleitungs=, Viehverkaufs= und
Viehweidegenoſſenſchaften am ſtärkſten. Die relativ größte
Zahl der Genoſſenſchaften ſind Spar= und
Dar=
lehenskaſſen, die in einer Zahl von 17657 dem
Verbande angeſchloſſen ſind. Geſetzgebung und
Verwaltung des Reiches und der
Bundes=
ſtaaten haben im Berichtsjahre in zahlreichen Fragen die
Intereſſen der ländlichen Genoſſenſchaften in lebhafter
Weiſe berührt. Der Antrag auf Abänderung des
Genoſſen=
ſchaftsgeſetzes, der von einzelnen Abgeordneten eingebracht
ſei, ſei gänzlich unbegründet. — In der durch politiſche
und wirtſchaftliche Urſachen hervorgerufenen
Geldknapp=
heit des vörigen Jahres zeigten ſich die Rückwirkungen der
Kriſis auch bei den ländlichen Spar= und Darlehenskaſſen,
in vermindertem Geldzufluß bei vermehrten
Kreditanſprü=
chen. Der Bericht verbreitet ſich weiter auf den Bezug
landwirtſchaftlicher Bedarfsartikel, die Entwicklung der
Molkereigenoſſenſchaften ſowie den genoſſenſchaftlichen
Ge=
treide= und Viehabſatz.
Am zweiten und letzten Verhandlungstage hielt
zu=
nächſt der Verbandsdirektor Frh. v. Freyberg=
Eiſen=
berg (Jetzendorf) einen Vortrag über das Thema:
„Welche Erfahrungen ſind in Bayern auf dem Gebiete der
Güterzertrümmerung unter Mitwirkung der
Genoſſenſchaf=
ten gemacht worden und wie ſind dieſe Erſahrungen
an=
derwärts zu verwerten?: Der Redner legte der
Verſamm=
lung folgenden Beſchlußantrag vor: 1. Der Verſuch,
wie er mit dem bayeriſchen Güterzertrümmerungsgeſetz,
bezüglich der Heranziehung der Spar= und
Darlehens=
kaſſen zzu einer möglichen Ausſchaltung des
Zwiſchenhan=
dels auf dem Gebiet des Verkehrs mit Grund und Boden
gemacht worden iſt, iſt zu begrüßen und hat ſich im großen
Ganzen bewährt. 2. Die mit dem bayeriſchen Geſetz in
den drei Jahren ſeiner Geltung geſammelten Erfahrungen
laſſen für eine Nachahmung des bayeriſchen Beiſpiels in
anderen Staaten folgende Geſichtspunkte beſonders
erwä=
henswert erſcheinen: a) Geſetzgeberiſch am ſchwierigſten zu
faſſen ſind jene Fälle, in welchen zwar der Güterhändler
tatſächlich die ganzen Geſchäfte beſorgt, nach außenhin
je=
doch der Anweſensbeſitzer die Aufteilung durchführt, wenn
auch unter Zuſicherung einer anteilmäßigen Vergütung und
einer Mindeſteinnahme an den Unterhändler. 1 Des
Gefahr einer Feſtlegung von Genoſſenſchaftsgeldern iſt
durch tunlichſte Bereitſtellung entſprechender
Vorſchuß=
möglichkeit aus öffentlichen Mitteln vorzubeugen.
c) Der Gefahr eines denkbaren Mißbrauchs des
eingeräumten Vorkaufsrechtes durch die Spar=
und Darlehenskaſſen ſelbſt oder durch
ein=
zelne Mitglieder iſt — abgeſehen von etwaigen
Maßnah=
men der Genoſſenſchaftsverbände — durch den Vorbehalt
vorzubeugen, daß das Vorkaufsrecht nur gemeinnützig
wirkenden Genoſſenſchaften zuerkannt und dieſe
Aner=
kennung auch wieder zurückgezogen werden kann. — Der
Antrag des Reſerenten wurde ſodann angenommen.
Sodann ſprach der Dezernent im Kgl. Preuß.
Landes=
ökonomiekollegium, Dr. Asmis (Berlin) über: „
Ver=
ſtärkte Heranziehung der ländlichen Arbeiter zu den
länd=
lichen Genoſſenſchaftsorganiſationen. Der letzte Vortrag
betraf ein rein fachliches Thema, und zwar die Schaffung
eines einheitlichen Vilanzſchemas für
länd=
liche Kreditgenoſſenſchaften und Zentralkaſſen, worüber
Direktor Fiſcher (München) referierte. Nachdem in der
darauf ſolgenden Ausſprache der Vertreter der Preußiſchen
Zentralgenoſſenſchaftskaſſe Wirkl. Geh. Oberfinanzrat Dr. v.
Heiligenſtadt ſich zuſtimmend geäußert hatte, wurde ein
Antrag des Reſerenten angenommen, in welchem der
Ge=
noſſenſchaftstag ſich mit den vorgelegten Bilanzmuſtern
der Zentralkaſſen, ſowie Spar= und Darlehenskaſſen
ein=
verſtanden erklärt und nachdrücklichſt die Einführung dieſer
Bilanzmuſter bei ſämtlichen dem Reichsverband
ange=
ſchloſſenen Kreditgenoſſenſchaften empfiehlt. Damit hatte
die diesjährige Tagung ihr Ende erreicht.
Turnen, Spiele und Sport.
Der Sport des Sonntags.
sr. Eigentlich etwas zur Unzeit wird das wertvollſte
Rennen der deutſchen Reichshauptſtadt gelaufen, denn die
vornehme Welt weilt jetzt längſt in der Sommerfriſche.
Allzu viel freilich wird niemand verſäumen. Der Große
Preis von Berlin iſt wohl noch nie eine ſo zahme Affäre
geweſen wie diesmal. Das 100000 Mark=Rennen auf
der Grunewaldbahn fällt dem Stall Oppenheim, gleichviel
ob er Dolomit oder Ariel oder alle beide Pferde ſattelt,
als reife Frucht in den Schoß und wer ſich gegen dieſe
beiden Craks herauswagt,richtet ſeinen Ehrgeiz nur auf
eines der Platzgelder. Auch für dieſe ſind nicht allzu viel
Bewerber vorhanden, denn ſicher iſt nur mit Hadſchar,
dem Halbſieger des Großen Preis von Hamburg und mit
dem Weinbergſchen Orelio in dem 2400 Meter=Rennen, zu
rechnen. Wahrſcheinlich wird auch noch Herrn Haniels
Alabama laufen. Weſentlich intereſſanter iſt die Situation
in den übrigen Rennen, von denen zwei ebenfalls noch
mit 10 000 Mark ausgeſtattet ſind. Von dieſen beiden
Konkurrenzen wird das Stadion=Handikap ein Rieſenfeld
am Start verſammeln, aus deſſen Schar Salluſt und der
Vertreter des Stalles Lindenſtädt, Animato oder
Wun=
derlampe, hervorragen. In dem kurzen Fervor=Rennen
erſcheinen unſere ſchnellſten Pferde am Start, von denen
Fabella, Ruffle und der allerdings lange nicht an der
Oeffentlichkeit erſchienene Sultan Saladin die Beſten ſind.
In den übrigen Rennen iſt auf die Chancen von
Kal=
chas, Wand, Bella Lung und Swift hinzuweiſen. Einen
Großen Preis gibt es auch in Dortmund zu gewinnen,
nur wird dieſer nicht auf der Flachen, ſondern auf der
Hindernisbahn gelaufen, und außerdem iſt ſeine
Preis=
höhe mit 19 200 Mark etwas beſcheidener. Als die
aus=
ſichtsvollſten Bewerber ſind Sankt Theobald, Mainau II
und Nicht doch anzuſehen. Ziemlich ſchwach fallen die
Felder in Magdeburg aus. Für das See=Jagd=Rennen,
deſſen Kurs durch den kleinen See auf der Rennbahn
geht, ſind nur vier Pferde zu erwarten, von denen Kann
doll auch unter den beſtehenden Gewichtsverhältniſſen die
Beſte iſt. Den Preis der Stadt Wiesbaden in der alten
ee
tere Rennen finden in Danzig=Zoppot, Cranz, Freiburg
i. Br., Bad Pyrmont ſtatt. In Paris-Auteuil ſteht der
Prix de France auf dem Programm, jener bekannten
Herrenreiter=Steeple=Chaſe, die einſt als einziges deutſches
Pferd Minus für Herrn K. v. Tepper=Laski gewann, um
dann im Jahre darauf im gleichen Rennen tödlich zu
ver=
unglücken.
Unter den Radrennen iſt der Preis der Stadt
Dres=
den an erſter Stelle zu nennen. In dem 100 Kilometer=
Rennen begegnen ſich Dickentman, Günther, Linart und‟
der von Erfolg zu Erfolg eilende Saldow. — In
Chem=
nitz beſtreiten Demke, Huybrechts, Miquel, Ryſer und
Weiß das Dauerrennen, die „100‟ genannt, während ſo
bekannte Fahrer wie Ellegaard, Friol, Otto Meyer und
Polledri ein Fliegermatch in vier Läufen beſtreiten. —
Für das Goldene Rad vom Rhein in Köln wurden
Appel=
hans, Darragon, Janke, Stellbrinck und Kallen verpflichtet,
während in Erfurt u. a. Nettelbeck und in den
Flieger=
rennen Lorenz, Arend und Stabe an den Start gehen.
In Kaiſerslautern findet ein Sechsſtunden=
Mannſchafts=
fahren ſtatt. Von den Straßenrennen ſind die 100
Kilo=
meter=Meiſterſchaft des Konſulats Berlin der Allgemeinen
Radfahrer=Union und Rund durch Sachſen des Sächſiſchen
Nadfahrer Bundes mit dem Start und Ziel in Dresden
zu erwähnen. In der Leichtathletik iſt jetzt Hochbetrieb.
Kaum ſind die leichtathletiſchen Kämpfe bei den Baltiſchen
Spielen in Malmö bendet, ſo bietet ſich den deutſchen
Sportsleuten in Berlin eine neue Gelegenheit im Kampfe
mit hervorragenden Ausländern zu zeigen, welche
Fort=
ſchritte ſie für die Olympiade gemacht haben. Diesmal
iſt es ein hervorragendes amerikaniſches Quartett,
be=
ſtehend aus Baker, dem Gewinner der engliſchen 880
Yards=Meiſterſchaft, dem Springer Ohler und den
Kurz=
ſtreckenläufern Potter und Petterſon, das an dem
Inter=
nationalen Meeting des Berliner Sportklubs teilnimmt.
Auch der ungariſche Hürdenläufer Solyman und der
Ita=
liener Giongo ſind keine zu unterſchätzenden Gegner. In
Leipzig hat der ſportfreudige Magiſtrat die Hauptſtraßen
zu einem Propaganda=Wettlauf Quer durch Leipzig
frei=
gegeben.
Der Fußballſport bringt die Vorſchlußrunde um die
Akademiſche Meiſterſchaft, in der ſich Verein für
Beweg=
ungsſpiele Leipzig und der F.=C. Britannia=Berlin in
Berlin und der Bonner Fußballverein, ſowie Tennis=
Boruſſia=Berlin in Bonn gegenüberſtehen. Der
Ruder=
ſport bringt die internationale Hamburger Alſter=
Re=
gatta, an der auch der mit dem friſchen Lorbeer ſeines
Sieges in Henley geſchmückte amerikaniſche Achter des
Harpard=Athletie=Boat=Elub teilnimmt. Die Schwimmer
treffen ſich bei der 1400 Meter langen Konkurrenz Quer
durch Stettin.
Von der „S. W. Z‟.
* Zu der vom Heſſiſchen Automobilklub in den Tagen
vom 25.—27. Juli zu veranſtaltenden dreitägigen
Zu=
verläſſigkeitsfahrt durch Südweſtdeutſchland ſind außer
den vom Klub geſtiſteten 3 Ehrenpreiſen die weiteren
Preisſtiftungen erfolgt: 1. Otto Prinz zu
Schaum=
burg=Lippe, 2. Heſſiſcher Jagdklub, 3. Bankier Reichenbach,
4. von einem Klubfreund, 5. Berliner Tageblatt, 6. Firma
Beyer, Darmſtadt, 7. Continental=Co., Hannover, 8.
Dun=
lop=Co Hanau, 9. Peters=Union, Frankfurt, 10.
Benzin=
fabrik Rhenania, Düſſeldorf, 11. Benzolwerke Bochum, 12.
O. S. Autometerwerke, Frankfurt, 13. Deuta=
Tachometer=
werke, Berlin, 14. Boſch=Magnetwerke, 15. 3 Preiſe von
Kronprinz A. G. Die Strecke wurde in den letzten Tagen
ſeitens der Fahrtleitung abgefahren und feſtgeſtellt, daß
die Straßenverhältniſſe in einwandfrei gutem Zuſtande
ſind. Landſchaftlich bieten beſonders der 2. und 3. Tag
hervorragend ſchöne Bilder. Die Preisverteilung findet
am 28. Juli ſtatt Der Meldeſchluß zur Fahrt iſt am 20.
Juli, abends 7 Uhr.
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2 Liebesheirat ? n
Es iſt allgemein bekannt, daß manche Herren und Damen in Liebesangelegenheiten ganz
verblüſſende Erfolge erzielen. Sie kommen, — ſehen, — ſiegen! Ihnen zu widerſtehen iſt
un=
möglich, ob man will oder nicht, man muß ſolche Perſonen lieben. Woran das liegt, kann man
ſich meiſt nicht erklären, da die Betreffenden weder durch große Schönheit noch etwa durch
hervor=
ragende Geiſtesgaben ſich vor anderen auszeichnen. Oft iſt ſogar das Gegenteil der Fall, indem
ſchönen und klugen Menſchen der oder die Geliebte abſpenſtig gemacht werden durch einen Neben=
buhler, der häßlich und geiſtig minderbegabt iſt. Dieſe ſonderbaren Geheimniſſe des Liebes= und
Seelenlebens hat nun ein bekannter Pſychologe, Dr. F. Amos, gründlich erforſcht und iſt dabei
zu dem überraſchenden Schluſſe gelangt, daß dieſe geheimnisvolle Macht ſich jede Perſon aneignen,
daß alſo jeder Herr die Zuneigung einer jeden Dame und jede Dame die Zuneigung eines
jeden Gerrn erringen kann. Wie es gemacht wird, hat er in einem Buche genau beſchrieben.
Wer die darin gegebenen Regeln befolgt, erobert die Herzen im Sturme und zwingt die geliebte
Perſon zur Zmeig=
. Der Titel des Buches lautet: „Das Geheimnis der perſönlichen
inwiverſtehſichkett” Zu beziehen iſt es diskret in geſchloſſenem Kuvert gegen Voreinſendung
von Mr. 2.20 P
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Näheres in der Expedition.
Nummer 189.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 1914.
Seite 19.
Frankfurter Kursbericht vom 11. Juli 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Staatspapiere.
4 1100,30
Dt. Reſchsschatzenw.
99.20
Dt. Reichsanteihe p. 1918‟
99,30
do. . . . . p. 1925 . .
86,25
do. .. . . .
76,00
do.
Preußische Schatzanw. 4100,30
91,20
Staffelanleihe.
3½ 86,25
Consols . .
3 76,20
do. . .
Badische Staats-Anleihe: 4 97,60
do, V. 92/94 . . . . . . . (3½ 89,00
... . 3
a0s . .
Baverische Ablös.-Rente. 4 97,90
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906 4 98,80
do. unkäb. p. 1918 . . . 4 98,80
do. unkdb. p. 1920 . . . 1 4 99,15
E.-B.- u. Allgem, Anl.
4 99,00
unkdb. p. 1930 . . . .
do. Anleihe . . . . . . .3½) 84,85
3 75,90
do.
Hamburger Staats-Anl. . 4 98,00
3½ —
do. v. 1881/94 . . . . .
3 80,20
(o.. . . . . . . .
HossischeStaats-Anleihe 4 97.70
do, unkdb. p. 1921 . . . 4 97,80
do. . . . . . . . . . . . . . 3½) 85,10
do. . . . . . . . . . . . . . 3 74,20
Büchsische Staats-Rente 3 77,00
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. p. 1921). . . . 4 98,95
do. V. 79/80 . . . . . . . 13½ 88,10
do. . . . . . . . . . . . . . 3 77.80
Bulgsrische Gid.-Anl. . . 5 95,40
Grioch. Anl. v. 1890 . . . . 1.,6) —.0
do. v. 1887 Monopol 11½½ 51,10
Italionische Rente. . .
.3½—
Oaterr. Staats-R. v. 1913 . 14½ 99,60
do. Stlber-Rente . . . . 4½ 83,40
do. Papter-Rente . . . 4½ 83.30
do. Gold-Rente . . . . . 4 1 84,70
do. einkeitl. Rente . . 4 —
Portug. Tad-Anl. 1891 . . 4½ 97,90
do, inn. amort. 1905 . . 41
75,60
do. undf. Serie I
3 63,10
do.
III. 3 66,30
do. Spezial Titel. .
9,50
Zumänen v. 1903 .
5 99,60
do, Gold v. 1913.
4½ 9085
do. Schatzsch. v. 1913 . 4½) —
do. conv. . .
4 85,00
do. v. 1890 „
4 94,70
do. v. 1891 . . .
487,50
do. v. 1905 .
4 85,00
do. v. 1908 .
4—
do, v. 1910
4 84,90
Bussische St-AnI. v. 19054½ 98,70
do. kons, v. 1890 . . . 4 86,60
do. Gold v. 1890 . . . . 4 —
do. v. 1902 . .
*4 4 89,60
Schweden v. 1880. .
do. v. 1886 .
chweden v. 1890.
3½
erben steuerfrei
4½ 85,50
do. amort. v. 1895 . . . 4 76,50
Türk. Egypt. Tribut . . .3½
do. kons. steuerfreie
do. Admin. v. 1903 .
75,50
do. unif. v. 1903. . .
do. v. 1905. .
4 70,90
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . .4½ 87,70
Ungar. Staatsk.-Scheine
v. 1913. . .
. . .4½ 98,90
do. Gold-Rente. . . . . 4 80,80
do. Staats-Rente 1910. 4 78,40
do.
Kr. 4 78,95
Argent. innere Gold-Anl.
v. 1887 5 —
do. äußere v. 1890 . . . 5 1100,40
do, innere v. 1888 . . .4½ —
do. äußere v. 1888 . . .4½ 92,30
do, v. 1897 . . . . . . . . 4 97.00
Chile Gold-Anl. v. 1911.
5 95,00
do. v. 1889 .
4½ 91.90
do, v. 1906 .
4½ 89,80
Chines. St.-Anl. v. 18
67
do. v. 1896 .
5 99,50
do. Reorg. Anl.,
5 87,90
do. v. 1898 .
4½ 90,60
Japaner . . . . . .
4½ —
Innere Mexikaner . .
5 68,09
Außere do. V. 1899 5 8480
Mexikan. Gold v. 1904 .
4 69,40
do. cons. . . .
3 47,70
do. Irrigat.-Anleihe . 4½ 67,90
Buenos-Aires Prov..
3½ 63,00
Tamaulipas . .
5
39,50
Sao Paulo E.-B.
. v. 1913 .
5 97,80
Siam v. 1907.
½ 96,70
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/973½l 84,50
,, v. 1904 3½ 83,00
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stedt
Darmstadt . . . . . . . . 4 94,00
Nordd. Lloyd-Obligat. . . 4½ —
Donau-Dampfschiff. v. 82 4 91.00
Elisabethbahn . . . . . . . 4 1 88,60
Franz-Josef-Bahn . . . . . 4 85,50
Kaschau-Oderberger v. 89
Prag-Duxer . .
3 71,40
Osterreich. Staatsbahn . 5 1101,40
do. . . . .
4 87,30
do.
72,50
do. Südbahn (Lomb.).
97,60
do. do.
70,25
do. do.
49,60
Raab-Oedenburg ..
76,30
Kronprinz Rudolfbahn
Russ. Südwest . . . . . .
84.40
Moskau-Kasan . . . . . .
(10. . . . . . . . .
Wladikawkas. . .
Rjäsan-Koslow .
,00
Portugies. Eisenb. v.
do. . . . . . .
60.70
Livorneser . . . .
Salonique Monastir.
3% 60,60
Bagdadbahn . . . . . .
4 77,80
Anatolische Eisenbahn 4½ 90.20
4 90,00
Missouri-Pacifig I. . .
do. do. v. 1905 . . 4
Northern-Pacific. . . . . . 4 95,00
Jouthern-Pacific . . . . . . 4 91,80
St. Louis & San Francisco
Tehuantepec . . . . . .
5 86,50
Ungar. Lokalbahn
5 98,00
Provinz-Anleihen.
4 97,30
Rheinprov. Obl. Em. 20/2
3½I 87,80
do. Em. 10 . .
35400
do. „ 9.
3½ 84,00
Posen Prov.. .
4 95,80
Westfalen Prov. V.
4 95,40
Hess. Prov. Oberhess
3½ 86,00
do. Starkenburg.
Städte-
Obligationen.
Darmstadt.
. .. 4 95,50
do. . . .
3½
Frankfurt .
4½97,00
do. . . .
3½ 88,10
Gießen . . .
4½ 94,70
do. . . . .
3½
Heidelberg.
4 95.20
do. . . . .
3½ 86.90
Karlsruhe
494,60
do. . . . .
3½ 86,50
Magdeburg
4—
Mainz . . . .
4 95,00
do. . . . .
3½ 88,00
Mannheim .
4 95,00
do. . . . .
3½ 86,50
München .
4 96,50
Nauheim .
3½—0
Nürnberg
4½ 95,70
do. ...
..3½ 87,50
Offenbach .
.. 4
do. v. 1914
4
do. . .
..3½
Wiesbaden
4
do. . .
3½g
Worms .
do. .
Lissabon v. 1888 . . . . . . 4
Moskau v. 1912 . . . .. .4½ 94,00
Stockholm v. 1880 . . . . .
94,30
Wien Komm. . . . . . . . . 5
Wiener Kassenscheine . 41,
99,05
Zürich v. 1889 . .
Buenos Stadt v. 1892 . ..
Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . . 4½1100,50
9500
do, unkdb. 1918. . . .
98,12
1919. . . .
do.
1921. . .: . 4 94,75
do.
6800
do. „ 1922. ...
83.50
do. . . . .
do. Komm.-Obl. unk. 1918 4‟ 95,00
95.0
Frankt. Hyp.-Bk. pr. 1910
96,00
1915 .
do. „
96,50
1920 .. .
do.
86,40
dc. Ser. 12—19. . . . . . 31
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
86,50
unkdb. 1910
Frankt. Hyp.-Kred.-Ver.
94,10
Ser. 15—42
94,90
do. . . . . . . „ 48—49
96,00
do. unk. 1922 „ 52
88,60
do. „ 1913. . . .
3½ 86,50
do. Ser. 45 . .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,90
Scr. 12, 13, 16
96,90
14, 15, 17
do. . . . .
97,40
do. unkdb. 1920 . . .
97,50
do.
1923 . . .
84,70
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . .
54.50
do. „ 3—5 . . . . . .
8460
do, kündb. 1915. . .
96,90
do. Komm, unk. 1913
96,8
do.
„ 1914
97,10
„ 1916
do.
97,40
„ 1920
do.
1920) 4 9.50
do.
do. verlosb. u. kündb. . 3½ 84,70
unkdb. 1915 3½ 84,60
do.
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb. 4 94,70
do, unkäb. 1922. . . . . 4 96.00
..3½ 86,00
do. .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94,20
unkdb. 1917
1915
94,20
do. ..
94,20
do. . . .
96,50
do. . . . ..
„ 1924
3t
do. . . . .
84,40
do, Komm. unk. 1923
65,20
do.
1924
96,50
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .4
97,00
d0..... . . .
3½ 89,10
Bank-Aktien.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10
Berg.-Märkische Bank.
—
Berliner Handelsges.. .
148,00
Darmstädter Bank . . . . 6½ 114,25
Deutsche Bank. . . . . . .12½/232,20
Deutsche Vereinsbank. . 6 118,75
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1112,00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 181.80
Dresdner Bank . . . . . . .8½ 146,00
Frankf. Hypothek.-Bank 10 215.00
do. do. Kred.-Ver. 8½ 1155,80
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 1115,00
(107,50
Nation.-Bank f. Deutschl.
121,75
Pfälzische Bank . . . . . . 8.43 (139.00
Reichsbank . . . . . . . .
125,80
Rheinische Kredit-Bank.
(10650
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver..
127,00
Wiener Bank-Verein . . .
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 125,60
108,75
Norddeutscher Lloyd..
Frankfurt. Schleppschiff. 4 116.00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. .6½ 1129,00
Anatol. Eisenb. 60%-Akt.5½ 111,00
6 90,10
Baltimore . .
10 1191,75
Canada . . .
7½ 1127,20
Schantung:
90
Prins Henry.
0 16,00
Lombarden .
6 (110,50
Pennsyivania. . . ...
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 567,50
Chem. Fabrik Griesheim! 14 240,50
Farbwerke Höchst . . . . 30 1459,75
Ver. chem. Fabr. Mannh.: 20 302,00
Zement Heidelberg . . . . 10 143,00
Chemische Werke Albert 30 396,80
Holzverkohl. Konstanz i 15 1270,00
Lahmeyer . . . . . . . .
121,00
Schuckert, Nürnberg. . . 8 1142,25
Siemens & Halske.
12 (21050
Bergmann Elektr. .
5 1112,00
Allg. Elektr.-Gesellsch
14 240,75
Hagen Akkum. . .
25 (281,75
Deutsch. Übersee-Elektr. I11 (163,50
Gummi Peter . . . . .
0 78,00
Adler-Fahrradwerke . . . 25 283,00
Maschinenfabr. Badenia .I 6 1123,00
Wittener Stahlröhren . . 0 (123,00
Motoren, Oberursel . . .8¼ 1152,00
Gasmotoren, Deutz . . . . 9 1120,50
Siemens Glas-Industrie . 15
e7
Enzinger Filter . . . . . . 23 278,50
Steaus Romana . . . . . . 10 146,20
Zellstoff Waldhof . . . . . 12 1 9,00
Bad. Zucker-Waghäusel . 12,85/215,50
Neue Boden-Aktien-Ges.. 0 74,00
Süddeutsche Immobilien 0 54,50
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede . .
12 147,60
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 (218½
Leonhard, Braunkohlen. 9 155,00
Konkordia Bergbau .
23 355,00
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 1124,00
Eschweiler . . . . . . . .
10 226.00
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 178,40
Harpen Bergbau. . . . . . 11 (172,90
Kaliwerke Aschersleben . 10
Kaliwerke Westeregeln . 13 188,50
Königin Marienhütte . .
81.0
Laurahütte . . . . . . . . . 8 D
Oberschles. Eisenbed. .
4 84,00
Oberschl. Eisen-Industrie 0 85,00
Phönix Bergbau . . .
18 230,25
Rheinische Braunkohlen 11 232,00
Riebeck Montan . . . . . . 11 (178,50
South West.-Afr. Shares . 5
Verzinsliche
Anichenslose.
Badische
.TIr. 100 4
-
Cöin-Mindener . Tlr. 1003½139,00
Holländ. Komm. . f. 100 3 (114,00
Madrider
Frs. 1001 3 —
Meininger Prüm.-Pfdbr. . 4 142,50
Osterreicher 1860er Lose . 4 1180,50
Oldenburger. . . . TIr. 40 3 (128,00
Raab-Graser . . . . 4. 150 2½ 100.50
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
p. St.
Augsburgor . . . . . . . H. 7
Braunschweiger . . . TIr. 25 1206,00
Mailänder . . . .
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininger . .
.. 4.7
österreicher v. 1864 . A. 100 (605,00
do. v. 1858 . H. 100
H. 100
Ungar. Staats . . .
Venediger . . . . . . . Fs. 30
Türkische . . . . . . Fs. 400 1160,60
Gold, Sülber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. . . . . . . . 20,46
20-Franks-Stücke . . . . . .
16,37
Amerikanische Noten .
4,189).
Englische Noten. .
20,52
Französische Noten. .
81,45
Holländische Noten .
169,45
Italienische Noten .
81,15
Osterr.-Ungarische Noten. . 84,90
Russische Noten . .
.
Schweizer Noten. . . 81,50
Reichsbank-Diskont
do. Lombard 2ok.;:
Tendenz:
Schwach.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 11. Juli. (
Börſenwochen=
bericht.) Seit dem Unglückstage von Serajewo ſind
unſere deutſchen Börſen wieder in größere Abhängigkeit
von der Wiener Börſe geraten. Es ſcheint, als ob mancher
Spekulant in Wien und Peſt die Landestrauer dazu
be=
nutzt hat, um ſeine Zahlungen einzuſtellen. Tag für Tag
verfallen die Börſen und zumeiſt gegen 2 Uhr in
Mattig=
keit, die mit Exekutionsverkäufen für einen Wiener oder
Peſter Spekulanten begründet wird. Faſt gleichzeitig
ver=
breiten ſich dann von Wien aus die fragwürdigſten
Ge=
rüchte, die bei näherer Betrachtung ſich freilich zumeiſt als
Hirngeſpinſte herausſtellen. Der Wiener Platz hat
zweifel=
los unter den politiſchen Vorgängen ſeit etwa zwei
Jah=
ren mehr gelitten, als die übrigen Weltbörſen, da er den
Ereigniſſen näher lag und von ihnen ſowohl in
wirtſchaft=
licher als auch in politiſcher Hinſicht mehr berührt wurde
und wird, als die übrigen Plätze. Spekulanten, die im
Trüben fiſchen wollen, benutzen die Situation, um die
öffentliche Meinung noch mehr zu erregen. Am
Montan=
markte bemerkte man zeitweiſe umfangreiche Verkäufe für
Peſter Rechnung, angeblich, weil die Verhandlungen in der
Röhrenſyndikatsfrage einen unbefriedigenden Verlauf
nehmen. Und trotzdem iſt ein feſter Unterton nicht zu
ver=
kennen, der aber nicht zum Ausdruck kommen kann ſo
lange von außen her ſich immer wieder ungünſtige
Ein=
flüſſe geltend machen und das Geſchäft ſo gering bleibt,
wie gegenwärtig. Und tatſächlich iſt eine peſſimiſtiſche
Stimmung gar nicht begründet. Die Abreiſe des Kaiſers
zur Nordlandfahrt, des öſterreichiſchen Kaiſers nach Iſchl
und der Abſchluß der bulgariſchen Anleihe ſind ſicher gute
Zeichen für die politiſche Lage. Recht erfreulich bleibt die
Lage am Geldmarkt, wo das Angebot derart anſehnlich
war, daß tägliches Geld bis etwa 2 Prozent notierte und
der Privatdiskont auf 2½ Prozent zurückgehen konnte.
Am Deviſenmarkt hat es wieder einmal eine
Ueber=
raſchung gegeben, indem der ſcharfe Kursrückgang früher
gekommen iſt, als allgemein erwartet war. Für uns iſt
der Deviſenrückgang eine erfreuliche Erſcheinung. Es wird
jetzt darauf ankommen, was nach der franzöſiſchen
Emiſ=
ſion erfolgt, und ob nicht der ſehr flüſſige Geldſtand ſeine
Schuldigkeit tun wird. Londoner Deviſe war nachgebend
auf die dortigen Goldeingänge und den ſcharfen Rückgang
des Privatdiskonts. Ruſſiſche Valuta konnte ſich endlich
wieder etwas erholen, nachdem die großen Verkäufe von
in Frankreich befindlichen ruſſiſchen Werten aufgehört
haben. Soweit ſich überſehen läßt, muß Petersburg aber
noch recht bedeutende Beträge bis zum ruſſiſchen Ultimo
nach Deutſchland zurückzahlen, ſo daß man über die
Wei=
terentwickelung des Kurſes ſich kein rechtes Bild machen
kann. Bei der ganzen Bewegung der Wechſelkurſe muß
darauf hingewieſen werden, daß die Spekulation einen
großen Einfluß ausgeübt hat und möglicherweiſe noch
aus=
üben wird.
Am deutſchen Bau= und Hypothekenmarkt hat ſich das
Angebot von Kapitalien ſeitens des Privatkapitals ſowie
ſeitens der Verſicherungsgeſellſchaften weiter vermehrt, ſo
daß ſchon jetzt ein großer Teil der Oktober fällig
werden=
den Hypotheken — auch ſolche zur zweiten Stelle — zu
etwas weniger ſcharfen Bedingungen prolongiert werden
konnte. Ja, es ſind ſogar vielfach bereits Januar=Termine
zur Prolongation gekommen. Die Hypothekenbanken
hal=
ten ſich freilich von Beleihungen zurück, ſie legen ihre
Geld=
mittel hauptſächlich in Diskonten an. Der Baumarkt liegt
noch immer verödet, und am Markte der Baumaterialien,
insbeſondere am Ziegelmarkte, nimmt die Ueberproduktion
ſo enorme Formen an, daß vielfach Betriebseinſtellungen
vorgenommen werden mußten. Etwas günſtiger liegt die
Bautätigkeit im rheiniſch=weſtfäliſchen Induſtriegebiete.
Der dort herrſchende Mangel an Kleinwohnungen — in
manchen Orten des Induſtriebezirkes ſind nur Bruchteile
eines Prozentes an leeren Wohnungen vorhanden — hat
die kommunale wie die private Bautätigkeit zum
Eingrei=
fen veranlaßt.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, waren
die 4prozentigen und 3½prozentigen Gattungen in recht
feſter Tendenz und auch 3prozentige Heſſen reger geſucht
und anziehend, während 3proz. Reichs und 3proz. preuß.
Konſols, in welchen anſcheinend noch ſpekulative
Operatio=
nen tätig ſind, etwa 1½ Prozent im Preis einbüßten.
Städteanleihen feſt, beſonders 4proz. Darmſtädter
bevor=
zugt. Von den ausländiſchen Staatsfonds haben Serben
auf die politiſchen Vorgänge weſentlich nachgegeben,
wo=
gegen ruſſiſche, rumäniſche, ſowie auch öſterreichiſch=
unga=
riſche in guter Stimmung verkehrten; ebenſo ſind chineſiſche
und Japaner in beſſerer Frage. Mexikaniſche Werte haben
abermals größere Kurserholungen, nachdem ſich immer
mehr die Hoffnung befeſtigt, daß der Friede doch
bevor=
ſtehend iſt. Der mexikaniſche Wechſelkurs wird ebenfalls
höher mit 1.36,5 Mark gemeldet.
Von Transportaktien waren die von Wien
beeinfluß=
ten Sörten, wie Südbahn, Staatsbahn und Raab=
Oeden=
burger, matter; hingegen Schiffahrts feſt auf die Erhöhung
der Frachtſätze von Neu=York nach Europa. Bankpapiere
wurden zeitweiſe von der Baiſſepartei gedrückt, doch ſind
nur Oeſterreichiſche Kredit, Deutſche Bank und
Petersbur=
ger Internationale gegenüber der Vorwoche ſchwächer.
Montanwerte haben faſt durchweg mehr oder minder
Ein=
bußen erlitten, auf Abgaben der Kontermine und die
Un=
ſicherheit über den Ausgang der B.=
Verbandsverhandlun=
gen. Man hört, daß die Vorſchläge des Leiters der
Man=
nesmann=Röhrenwerke Eich bereits als gefallen gelten.
Es ſcheint, daß beſonders der darin enthaltene Vorſchlag,
betr. die Bauquote, bei den Werken Anſtoß erregt habe.
Dagegen iſt zwiſchen dem Schiffsbauſtahl=Kontor und
Gelſenkirchen eine Einigung erzielt worden. Ein gewiſſer
Erfolg iſt in der ganzen Verbandsfrage auch nach einer
anderen Richtung hin erreicht worden; es iſt nämlich über
die Syndizierung von Radſätzen, Bandagen und ähnlichem
eine bedingte Einigkeit hergeſtellt worden. Man iſt
ins=
beſondere mit Stinnes einig geworden; aber dafür ſind
von den Rheiniſchen Stahlwerken neue Schwierigkeiten
gemacht worden. Eine erneute Steigerung bis 86½
er=
fuhren nur Oberſchleſiſche Eiſeninduſtrie (Caro=
Hegen=
ſcheidt); angeblich ſtehe die Perfektion des bekannten
Ver=
kaufsprojektes nahe bevor. Gerüchte wollen wiſſen, daß
ſich die zukünftige Käuferin der Gleiwitzer Grube im
offenen Markte Caro=Aktien zu beſchaffen ſuche.
Das Kaſſainduſtriegebiet war dieſe Woche ziemlich
be=
lebt, aber die Tendenz noch wenig zur Feſtigkeit geneigt,
da fortgeſetzt Material an den Markt kommt und dagegen
nur mäßige Kaufluſt vorherrſchend iſt. Chemiſche ſchließen
erholt, und Holzverkohlung niedriger. Steana Romana
und Daimler warer höher, letztere auf die glänzenden
Er=
folge der Mercedes=Wagen. Elektrizitätsaktien zeitweiſe
belebter auf den Vorſtandsbericht der Allgemeinen
Elek=
trizitätsgeſellſchaft, welcher die Rekordaufträge bei dieſem
Unternehmen hervorhebt und erwähnt, daß die
Elektrizi=
tätsinduſtrie von der allgemeinen Konjunkturſenkung
nicht berührt worden ſei.
Bei Wochenſchluß machte die Nachricht, daß die
Syn=
dikatsverhandlungen wieder vertagt ſeien, einen höchſt
ver=
ſtimmenden Eindruck. Neben dem größeren Angebot auf
dem Montanmarkte wurde auch das Kaſſainduſtriegebiet
ſtärker affiziert; ebenſo Oeſterr. Kredit, Diskonto=
Kom=
mandit und Schiffahrtsaktien. Da auch Wien erneut
mat=
tere Kurſe ſandte, ſo haben Staatsbahn und Südbahn
gleichfalls Einbußen erlitten.
Es ſchließen: 4proz. verlosb. Preuß. Schatz 99.55,
4proz. Reichs 86.30, 4proz. Reichs (rückzahlbar 1918) 99.10,
3½proz. Reichs 99.30 B., 3proz. Reichs 76.30, 4proz. Heſſen
von 1899 97.80, 4proz. Heſſen von 1906/09 97.75, 4proz.
Heſſen (rückzahlbar 1921) 97.80, 3½proz. Heſſen 85.20,
3proz. Heſſen 74.15, 4proz. Darmſtädter Neue 95.40 G.,
4proz. Darmſtädter 95.25 G., 3½proz. Darmſtädter 87.606.,
4proz. Heſſiſche Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 23—26) 97.40 G.,
4proz. Heſſiſche Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 27—29) 97.50 G.,
3½proz. Heſſiſche Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5) 84.50 G.,
3½proz. Heſſiſche Landes=Hyp.=Pfdbr. (S. 9—11) 84.80,
4proz. Heſſiſche Kom.=Pfdbr. (S. 13—14) 97.40 G., 4proz.
Heſſiſche Kom.=Pfdbr. (S. 15) 97.50 G., 3½proz. Heſſiſche
Kom.=Pfdbr. (S. 1—3) 84.70 G., 3½proz. Heſſiſche Kom.=
Pfdbr. (S. 4) 84.70 G., 4proz. Naſſ. Landesbk.=Pfdbr. 99,
3½proz. Naſſ. Landesbk.=Pfdbr. 91.50, 3proz. Naſſ.
Landes=
bank=Pfdbr. 88 G., Genua=Loſe 217.75, Türkiſche Loſe
161.70, Raab=Grazer Anr.=Scheine 29.75, Donauregulierung
153, Gothaer Präm. II 123.25, Darmſtädter Bank 114½,
Süddeutſche Eiſenbahn=Geſ. 129 G., Bagdad=Türken (S. 1)
78, Bagdad=Türken (S. 2) 75.90, South=Weſtafrika 106½,
Otavi=Anteile 119, Otavi=Genußſcheine 99, Aluminium
260.25, Deutſche Gold= und Silber=Scheideanſtalt 563,
Che=
miſche Goldenberg 229, Chemiſche Th. Goldſchmidt
199½ B. Chemiſche Mühlheim a. M. 64 B., Chemiſche
Rütgerswerke 1876 Schramms Lack= und Farbenfabriken
Offenbach a. M. 280 G., Weiler ter Mer 189, Brown
Boveri 150¾, Reiniger, Gebhard u. Schall 197.10, Voigt
u. Höffner 200, Lederwerke vormals Spicharz=Offenbach
82.90, Ludwigshafener Walzmühle 156 G., Adlerwerke
Kleyer 282, Benz=Motoren zirka 165, Dürkopp=Bielefeld
285.20, Daimler=Motoren 372¾, Faber u. Schleicher=
Offen=
bach a. M. 95 G. Gritzner=Durlach 263 B., Mannesmann
201½, Moenus 159½ Naphtha 342. Deutſche Verlags=
Anſtalt 170, Waggonfabrik Fuchs=Heidelberg 136.80,
Zucker=
fabrik Frankenthal 417.60.
* Plauen, 10. Juli. Die Plauener
Baum=
wollſpinnerei A.=G. hat infolge Kapitalmangels den
Betrieb eingeſtellt. Zahlreiche Arbeiter ſind
da=
durch brotlos geworden. Die Geſellſchaft beruft auf den
21. Juli eine außerordentliche Generalverſammlung ein
mit der Tagesordnung: Aufhebung der Beſchlüſſe der
Ge=
neralverſammlung vom 23. Mai (Sanierung des
Unter=
nehmens durch Ausgabe der vom Aufſichtsrat geforderten
500000 Mark neuer Aktien), Herabſetzung des
Grundkapi=
tals von 2¼ Millionen Mark auf 900000 Mark durch
Zu=
ſammenlegung der Aktien im Verhältnis von 5 zu 2 und
Wiedererhöhung des Grundkapitals durch Ausgabe neuer
Vorzugsaktien in Höhe von mindeſtens 500 000 Mark.
* Montreal, 10. Juli. Die Bruttoeinnahmen der
Canadian=Pacific=Eiſenbahn betrugen in der
erſten Woche des Monats Juli 2343000 Dollars. Das
bedeutet eine Abnahme von 357000 Dollars gegenüber
dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
* Neu=York, 10. Juli. Der Auftragsbeſtand des
Stahltruſtes betrug Ende Juni ds. Js. 4033000
Tonnen und weiſt daher gegen den Vormonat eine
Zu=
nahme von 35 000 Tonnen auf.
* Neu=York, 10. Juli. Der Wert der in der
vergangenen Woche eingeführten Waren betrug
16 400000 Dollars gegen 18730000 Dollars in der
Vor=
woche; davon für Stoffe 3 184000 Dollars gegen 3079000
Dollars in der Vorwoche. In der vergangenen Woche
wurden 137000 Dollars Gold und 61000 Dollars Silber
eingeführt; ausgeführt wurden 120000 Dollars Gold und
1 102000 Dollars Silber.
* Heſſiſche Erfinder. (Mitgeteilt von Dipl.=Ingenieur
Klemens Herszberg u. Co., Patent= und Ingenieur=
Bureau, Darmſtadt, Rheinſtraße 19.) Patent=
An=
meldung. 6k. N. 14545. Faßreinigungsmaſchine mit
Spundlochreiniger. C. A. Neubecker=Offenbach a. M,
25. 7. 13. — Gebrauchsmuſter=Erteilungen.
7b. 610311. Segment=Wickelſcheibe mit zweiſeitigem
Konus. Karl Alexis Achterfeldt=Offenbach a. M.,
Sprend=
lingerſtraße 23. 26. 5. 14. A. 23 220. 30 k. 609 910.
Irri=
gatorenſtänder mit Feſtklemmvorrichtung zur Befeſtigung
an eiſernen Bettſtellen. Jacob Müſel=Worms. 29. 5. 14.
M. 51 365. 33 b. 610 350. Manicureetui mit Stellſpiegel.
Offenbacher Celluloid= und Hartgummiwaren=Fabrik
Reich, Golfmann u. Co. Offenbach a. M. 13. 6. 14.
O. 8679. 34c. 610 200. Elektriſcher
Fenſterreinigungs=
apparat. Karl Waas=Mainz, Schulſtraße 56. 2. 6. 14.
W. 43 990. 34 1. 610 228. Kochkeſſel mit wechſelbarer
Füh=
rung der Heizgaſe. Erſte Darmſtädter Herdfabrik und
Eiſengießerei Gebrüder Roeder=Darmſtadt. 17. 6. 14.
E. 21082. 41c. 610 054. Kopfbedeckung mit nach innen
klappbarer Schutzbrille. Gebr. Stetter=Pfungſtadt. 2. 6.
14. St. 19 543.
Beſichtigung des Großh Reſidenzſchloſſes
(Holbeinſche Madonna) an jedem Wochentag von 3—4
Uhr. Sonntags von 11—1 Uhr. (Eintritt 50 Pfg., drei
Perſonen 1 Mk.)
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonxuf Nr. 2425.
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 12. Juli 1914.
Nummer 189
rmstädter
gertest
1914!
Ehrenpräſident: Freiherr von Heyl, Generalmajor à la suite
der Kavallerie, Präſident der Kriegerkameradſchaft „Haſſia”.
Ehrenausſchuß: Diviſionskommandeur Generalleutnant Freiherr
von Lüttwitz Exz.; Stadtkommandant Generalmajor von
Randow, Staatsminiſter Dr. von Ewald Exz.; Finanzminiſter
Dr.=Ing. Braun, Exz.; Miniſter des Innern von Hombergk
zu Vach, Exz.; Provinzialdirektor Fey; Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing; Generaladjutant von Hahn, Exz.;
Oberhof=
marſchall Freiherr von Ungern=Sternberg, Kammerherr;
Oberkammerherr Freiherr Riedeſel zu Eiſenbach, Exz., und
Oberſtallmeiſter Freiherr Riedeſel zu Eiſenbach, Exz.;
Die vereinigten Kriegervereine Darmſtadts begehen in den
Tagen vom 18. bis 20. Juli ds. Js. im
Grossh. Orangeriegarten
(Beſſunger Herrngarten)
ein Reihe von Feſtlichkeiten:
Das 40 jährige Stiftungsfeſt oes unter dem Allerhöchſten
Protek=
torat des Großherzogs ſtehenden Kriegervereins Darmſtadt
und des Kameradſchaftlichen Kriegervereins;
die Flaggenweihe des Marinevereins, verbunden mit dem 15 jährigen
Stiftungsfeſt;
die Bannerweihe des Kavallerievereins;
die Enthüllung des Großh. Wappens in der Fahne des Krieger=
und Militärvereins „Blücher” und
die Fahnenweihe des Krieger= u. Militärvereins „Graf v. Haeſeler”
Zur Feier dieſer Feſte finden folgende Veranſtaltungen ſtatt:
Samstag, den 18. Juli, abends 8 Uhr:
Militärkonzert, Geſangsvorträge und Feſtſpiel von H. Enders:
— „Armin der Befreier‟ —
Sonntag, den 19. Juli, vormittags 10 Uhr:
Feſt=Akt zur Feier des 40 jährigen Beſtehens der beiden
erſt=
genannten Vereine.
Nachmittags 2 Uhr: Aufſtellung des Feſtzuges mit hiſtoriſchen
Gruppen ꝛc. an der Techniſchen Hochſchule. Abmarſch pünktlich
2½ Uhr nach dem Großh. Orangeriegarten. Hieran anſchließend
die Weiheakte der übrigen feſtgebenden Vereine, Militär=
Doppel=
konzert uſw.
Abends 8 Uhr: Feſtkonzert, Geſangsvorträge, turneriſche
Auf=
führungen, ſowie Tanzvergnügen im Orangeriehaus.
Montag, den 20. Juli, nachmittags 4 Uhr:
Militärkonzert, Volksfeſt uſw.
Abends 8 Uhr: Wiederholung des Feſtſpiels. Militärkonzert,
Geſangsvorträge uſw. Feſtliche Gartenbeleuchtung und
Tanz=
vergnügen.
Ausführliche Feſtprogramme werden auf dem Feſtplatz und
an der Tageskaſſe ausgegeben.
Der Feſtausſchuß.
Eintrittspreiſe:
Tageskarte 50 Pfennig.
Dauerkarten: für 1 Perſon 1 Mark, bis zu 3 Perſonen 2 Mark.
Der Vorverkauf findet vom Mittwoch, den 15. Juli, ab
ſtatt bei den Herren: K. F. Bender, Buchdruckereibeſitzer,
Beſſunger=
ſtraße 47, D. Faix & Söhne, Rheinſtraße, S. Feitlers
Zigarren=
filiale (Kadel), Schloßgartenſtraße 1, Jean Hahn, Kaufmann,
Schwanenſtraße 20, Ph. Huwerth, Kolonialwarenhandlung,
Roß=
dörferſtraße 21, S. Joſeph, Zigarrenhandlung, Rheinſtraße 20, Ed.
Marchand, Kaufmann, Heidelbergerſtraße 87, Ludw. Meyer,
Zigarren=
handlung, Mathildenplatz, J. Mylius, Zigarrenhandlung, Herdweg 2,
Hans Neurohr, Haus= und Küchenmagazin, Wenckſtraße 2, L. F.
Ohnacker, Zigarrenhandlung, Ludwigſtraße 1, Gg. Roth Nachf.,
Kolonialwarenhandlung, Dieburgerſtraße 9.
Für das Feſtſpiel am 18. und 20. Juli wird eine be=
ſchränkte Anzahl Sitzplätze hergerichtet. Die Karten hierzu ſind
im Vorverkauf in der Muſikalienhandlung Arnold, Wilhelminenſtr. 9,
zu haben, und zwar numerierte Plätze zu 1 Mark, nichtnumerierte
Plätze zu 50 Pfg.
(16056
geseéséééééééesso
32298s
21. Jahresversammlung des Hauptverbandes
DeutscherOrtskrankenkassen, Darmstadt 1914.
Zu Ehren der Delegierten ſind eine Reihe von Veranſtaltungen
geplant, zu denen auch durch die Vorſtandsmitglieder der hieſigen
Ortskrankenkaſſe eine Anzahl Gäſte eingeführt werden können.
Montag, den 13. Juli, abends 8 Uhr, findet im
Saalbau ein großes Garten=Konzert ſtatt.
Dienstag, den 14. Juli, abends von 6 Uhr an,
Konzert auf der Ludwigshöhe.
An beiden Tagen konzertiert die Kapelle des Art.=Regts.
Nr. 61 unter perſönl. Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters
Weber. Ferner wirken die beiden Vokal-Quartetts des Hoftheaters mit.
Mittwoch nachmittag iſt ein Ausflug mit Muſik nach
dem „Frankenſtein” geplant.
(16054
Der Eintritt zu sämtl. Veranstaltungen ist frei. Der Feſtausſchuß.
GggEgéGeesegeccét à 2952s
Se2
Brauerei Schul
25 Schlossgasse 25. (*929ag
Reisekarton leicht
48 60 70 80 90 ₰.
Reisekarton
mit starken Riemen
Mk. 1.80 2.50 3.50 3.80
Japan-Taschen
50 60 70 80 90 ₰.
Japan-Koffer
mit Lederecken
Mk. 2.50 3.50 4.50 5.- 6.- 7.-
Reise-Taschen
Mk. 2.- 3.- 4.- 5.- 6.- 8.- 10.-
Hängematten
Mk. 1.50 2.- 2.70 3.- 4.- 5.- 6.-
Touristenstöcke
Mk. -.50 -,85 1.- 1.20 1.50
Rucksäcke
-50 -,85 1.- 1.20 1.50
2.- 2.50 3.- 3.50 4.50
Aluminium-Flaschen —
Butterdosen —
Trink-
becher — Bestecke usw.
Touristen-Kocher
Mk. 2.50 3.50 4.−
Reiseandenken
Ansichtssachen
Schmuckwaren
Lederwaren
Sommerspiele
in grosser Auswahl, zu
Mk.-25 —,35 -,50 1.- 2.- 3.-
Sttz-u. Liegewagen
leicht zusammenklappbar
mit Verdeck:
Mk. 19.− 22.− 25.− 30.− 33.−
ohne Verdeck:
Mk. 8,40 10.− 13.− 15.− 16.−
Ferzsche gCs.
Gesellschaft mit beschr. Haftung
Ernst-Ludwigstrasse 19
Mitglied des Rabatt-Spar-Vereins
Versand nach auswärts prompt
Billise
Vergnagungs
Fahtt
25. Juli ab Neapel
1. Kl. 260 Mk., 2. Kl. 180 Mk.
3. Kl. 90 Mk.
28. Juli ab Marseille
1. Kl. 200 Mk., 2. Kl. 140 Mk.
3. Kl. 70 Mk.
inkl. Verpflegung bis Bremen
mit dem prächtigen Dampfer
Piinz Heihrich.
Näheres durch
Anton Fischer
Darmstadt, Frankfurterstr. 12/14
annannnee
Sonntag, den 12. Juli
vormittags von 11¼ Uhr auf dem
Paradeplatz Konzert der Kap.
der Großh. Heſſ. Train=Abt. Nr. 18.
Programm:
1. Krönungsmarſch aus der
Oper „Die Folkunger” von
Kretſch=
mar. 2. „Amazonenritt” Feſt=
Ouvertüre von Wieprecht. 3.
Fan=
taſie aus „The Geisha” von
Sidney Jonas. 4. Aleſia=Walzer
aus „Die Puppe” von Andran.
5. „Die kleinen Soldaten”
Cha=
rakterſtück von B. Marks. 6.
Pot=
pourri aus der Operette „Der
Vogelhändler” von Zeller.
Odenwaldklub, urisgruppe Darmstagt.
oeenweldk
Ausnug
nach Rothenburg o. Tauber
am 17. bis 19. Juli 1914.
Alles Nähere bei Herrn Rob. Bergmann,
Wilhelminenstrasse 19.
(16102
Der Vorstand.
pe Dart
Stenographen-
Vereinigung Wäubelsberger
Sonntag, den 12. Juli a. C.
Tanz-Ausnag Dach Rosehert
Restaurant „Zur Sonne‟ (Günther)
Abmarsch vom Kapellplatz 2½ Uhr
Abfahrt vom Ostbahnhof 3.35 Uhr
(16110
vy Gesungverei Elederkranz
Sonntag, den 12. Juli, nachmittags 4 Uhr
Großes Sommerfest
in ſämtlichen Räumen des „Rummelbräu”
Konzert einer Abteilung der Kapelle Weber
Gesangsvorträge
Kinderpolonaise
(Jedes Kind bekommt ein Fähnchen)
Im Saale Tanz.
Eintritt à Perſon 19 Pfg.
Eintritt à Perſon 19 Pfg.
Bei ungünstiger Witterung findet das Fest im Saale statt.
Der Vorstand.
6055)
arlete-Lneater Ferkeo.
Monat Juli täglich abends 8 Uhr (15279a
Riesen-Weltstadt-Orpheum-Programm.
Ladwigshere.
Sonntag, den 12. Juli 1914
AerTz2TCF
der Kapelle des Feld=Art.=Regts. Nr. 61
unter Leitung des Obermuſikmeiſters M. Weber.
Anfang 4 Uhr.
Eintritt 30 Pf. (B16072
NB. Der hintere Garten iſt für Nichtkonzertbeſucher reſerviert.
Horer Fenston Wwaldtriede
Sonntag, von 4—11 Uhr:
Konlzerrund Fanzin Telch
Eintritt frei.
(*962sg
Brauerei-Ausschank
Messenbrau
16090gm)
Kirchstrasse 3
Möbel-Verkauf
Speiſezimmer, Herrenzim.,
Schlaf=
zimmer, Küche, ſehr gute Möbel
wenig gebraucht, ferner Möbel
Diele od. Clubzim., ſchwarze
Salon=
möbel, einz. Tiſche, Sofa, Chaiſel.,
Kaſſaſchr., Mädchenbett, Gaslüſter
ꝛc. bill. zu verk. Anzuſ. 9—12 u. 3—7
Uhr Landgr. Phil.=Anl. 20, p. (1601fg
Möbelkäufer
die billig und gut kaufen wollen,
kaufen bei mir. Beſichtigung ohne
Kaufzwang.
(*1033
Kaffenberger, Lanteſchlägerſtr. 7, I.
Chriſtliches Etagengeſchäft.
Kein Mitglied vom
Detailliſten=
verband.