Darmstädter Tagblatt 1914


Freitag, den 3. Juli.

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177. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Nr. 180.

Freitag, den 3. Juli.

1914.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.
Kaiſer Wilhelm hat wegen leichter Indispoſi=
tion
die Reiſe nach Wien aufgegeben.
Wegen der fortdauernden Unruhen wurde über ganz
Bosnien und die Herzegowina das Stand=
recht
verhängt.
Die Lage in Albanien geſtaltet ſich für den
Fürſten Wilhelm immer hoffnungs=
loſer
.
Ein Unwetter richtete in England erheblichen
Schaden an.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Oeſterreich=Ungarn und
Serbien.

Das öſterreichiſch=ungariſche Erſuchen an Serbien,
die in Bosnien gegen die Urheber der Attentate geführte
Unterſuchung im Königreich Serbien fortzuſetzen, wird
ſchwerlich eine Spannung zwiſchen beiden Staaten zur
Folge haben. Denn einerſeits führen nach dem Ergebnis
der bisherigen Unterſuchung alle Spuren der Verſchwö=
rung
nach Serbien, ſo daß über die ſachliche Berechtigung
des diplomatiſchen Schrittes Oeſtereich=Ungarns kein
Zweifel beſtehen kann; andererſeits rechtfertigt eine Kund=
gebung
des ſerbiſchen Preſſebureaus die Annahme, daß
Serbien dem Erſuchen der Donaumonarchie nachkommen
wird. Spricht doch jene Belgrader Kundgebung den Ent=
ſchluß
der ſerbiſchen Regierung aus, ihr ganzes Augen=
merk
auf die Umtriebe verdächtiger Elemente zu richten,
wenn dieſe ſich auf ſerbiſchem Gebiete befinden, und
ſtrengſte Maßregeln zur Vereitelung ihres Treibens zu er=
greifen
. Angeſichts einer ſolchen entgegenkommenden Hal=
tung
Serbiens iſt es eine Frage zweiter Ordnung, auf
Grund welcher Rechtstitel die Unterſuchung der Bluttat
von Serajewo in Serbien fortgeſetzt wird. Ob Serbien
mit der Donaumonarchie ein Abkommen über gegenſeitige
Rechtshilfe geſchloſſen hat, das im vorliegenden Falle
wirkſam werden kann, oder ob das öſterreichiſche Erſuchen
abgeſehen von ſeiner ſachlichen Stichhaltigkeit nur
auf den guten Sitten des internationalen Verkehrs be=
ruht
, iſt eine untergeordnete Frage, wenn in Belgrad der
Wille herrſcht, nach Kräften zur Sühne des unerhörten
Verbrechens beizutragen. Da in letzterer Beziehung an=
geſichts
der erwähnten Belgrader Kundgebung Zweifer
nicht begründet erſcheinen, braucht die Hinzuziehung des
Generalſtabschefs und des Kriegsminiſters
zu der Beratung am Wiener Ballhausplatz keine Befürch=
tungen
über eine Zuſpitzung der öſterreichiſch=ſerbiſchen
Beziehungen zu erregen.
Die Hinzuziehung beider Militärs und die öffentliche
Bekanntgabe dieſes Schrittes erklärt ſich aus der Stim=
mung
, die der Meuchelmord in Oeſterreich hervorgerufen
hat und die das Bedürfnis rechtfertigt, gerade jetzt feſte
Entſchloſſenheit zu bekunden. Wenn in der Bevölkerung
Oeſterreich=Ungarns das gleiche Bedürfnis hervortritt, ſo
iſt dies durchaus begreiflich und billigungswert. Auf fal=
ſchem
Wege aber befinden ſich jene Wiener Studenten,
die vor der ſerbiſchen Geſandtſchaft ſich zu einem völker=
rechtswidrigen
Verhalten hinreißen ließen. Derartige
Zwiſchenfälle erleichtern keinesfalls der öſterreichiſchen Re=
gierung
ein in der Sache energiſches Vorgehen und paſſen
auch nicht zu der realpolitiſchen Taktik des Grafen Berch=
told
, die öffentliche Meinung in Serbien durch Maßregeln,
die die wirtſchaftliche Annäherung beider Staaten fördern,
dem ruſſiſchen Einfluß in Belgrad ein Paroli zu bieten.
Irgendwelche Zwiſchenfälle, die dem betriebſamen ruſſi=
ſchen
Geſandten von Hartwig in Belgrad geſtatten, Ruß=
land
als den großen Bruder Serbiens der öffentlichen
Meinung des Königreichs in Erinnerung zu bringen, er=
leichtern
lediglich das ruſſiſche Spiel. Dies darf auch unter
dem Eindruck der Stimmungen, die der Meuchelmord von
Serajewo naturgemäß erzeugte, in Oeſterreich=Ungarn
nicht vergeſſen werden.

Die Dardanellenfrage.

C) Wenn man auch im allgemeinen in den letzten Mo=
naten
die Dinge auf dem Balkan nicht aus den Augen ver=
loren
hat, ſo beſchäftigte man ſich doch herzlich wenig mit
den Verhältniſſen in der Türkei, zumal jetzt der Konflikt
mit Griechenland glücklich vorüber und ein abermaliger
kriegeriſcher Zuſammenprall vermieden worden iſt. So
ganz tragiſch hatte wohl niemand im übrigen die Situa=
tion
genommen, man ſagte ſich von vornherein, daß es
doch zu einer Einigung kommen würde. Es iſt aber nicht
ausgeſchloſſen, daß über kurz oder lang ſich wieder ein
Umſchwung vollziehen wird, infolge Aufrollung einer
Frage, die während der vergangenen Jahrzehnte mehr=
mals
im Vordergrunde geſtanden hat. Aus der Ver=
ſenkung
, wo ſie ſo lange ruhte, taucht die Dardanellenfrage
hervor, nachdem ſie während der Wirren bereits einmal
zu ſpuken ſchien. Man weiß, daß Rußland lieber heute
als morgen eine Aenderung der Beſtimmungen haben
möchte, wonach es ihm verwehrt iſt, mit Kriegsſchiffen
durch die Dardanellen zu fahren. Das bedeutet natürlich
eine Lahmlegung der ruſſiſchen Schwarzen Meer=Flotte
und der Wunſch, dieſe frei bewegen zu können, iſt ein nur
zu begreiflicher. Anderen Staaten hinwiederum kann es
nur lieb ſein, wenn die ruſſiſchen Seeſtreitkräfte in dem
Binnenmeer feſtgehalten ſind und der Vertragszuſtand un=
verändert
bleibt. In Petersburg ſcheint man jetzt aber
alles daran ſetzen zu wollen, dem jetzigen Zuſtande ein
Ende zu machen, wo man jetzt daran geht, die Flotte be=
trächtlich
zu verſtärken, um damit Rußland eine große Gel=
tung
zur See zu verleihen. Wie weit die Dinge gediehen
ſind, und ob tatſächlich in Konſtantinopel ſchon Verhand=
lungen
ſtattgefunden haben, entzieht ſich der öffentlichen
Kenntnis, man ſpricht nur davon, daß ſeitens der Ver=
treter
mehrerer Mächte bei der Pforte Vorſtellungen in
dieſer Angelegenheit erhoben worden wären, darunter auch
vom engliſchen Botſchafter. Großbritannien iſt zwar durch
eine enge Entente mit Rußland verbunden, das hindert
aber nicht, daß man ſeine eigenen Wege geht, wenn das
von Nutzen ſein kann. Jedenfalls iſt die Dardanellen=
durchfahrt
für England von der größten Wichtigkeit, denn
es kann ja auch wieder einmal eine Zeit geben, in der der
Gegenſatz zu Rußland erneut in Erſcheinung tritt und
die Entente ins Krachen geht.
Bemerkenswert iſt es jedenfalls, daß man ſich im Un=
terhauſe
über dieſe Angelegenheit unterhalten hat und Sir
Edward Grey dabei eine recht vorſichtige und diplomatiſche
Antwort gegeben hat. Ein Abgeordneter hatte danach ge=
fragt
, ob der Vertrag von 1856 und mit ihm das Darda=
nellenabkommen
noch in Kraft wäre und ob kürzlich Ver=
handlungen
ſtattgefunden hätten, die Rußland zu dem
Rechte verhelfen ſollten, Kriegsſchiffe zwiſchen dem Schwar=
zen
und dem Mittelländiſchen Meere verkehren zu laſſen.
Staatsſekretär Grey erklärte in ſeiner Antwort, der
Vertrag ſei noch in Geltung; die Frage der Be=
dingungen
, unter denen die Dardanellenſtraße für Kriegs=
ſchiffe
geöffnet werden könnte, ſei mehrfach mit der briti=
ſchen
Regierung erörtert worden, jedoch mit der ruſſiſchen
Regierung während der letzten fünf Jahre nicht mehr.
Natürlich müßten bei einer eventuellen Regelung außer
der Türkei auch alle anderen an den Verträgen beteiligten
Mächte befragt werden, ehe ein neues Abkommen getroffen
werden könnte. Dieſe gewundene Antwort deutet darauf
hin, daß man engliſcherſeits nicht ſo leicht ſeine Zuſtim=
mung
geben wird, da man hierdurch unter Umſtänden am
meiſten getroffen wird.

Deutſches Reich.

Majeſtätsbeleidigung im Reichstag.
Die Frage, ob wegen des Sitzenbleibens der Mitglieder
der ſozialdemokratiſchen Fraktion bei dem vom Präſiden=
ten
ausgebrachten Kaiſerhoch und der Nichtbeteiligung an
dieſem gegen die betreffenden Abgeordneten die Strafver=
folgung
wegen Majeſtätsbeleidigung begründet und zuläſ=
ſig
ſei, beſchäftigt nach wie vor die Oeffentlichkeit. Im
Hinblick auf die Ausführungen des Juſtizminiſters Dr.
Beſeler im Herrenhauſe über die Ausſichten eines ſtraf=
rechtlichen
Einſchreitens gegen die beteiligten Abgeordne=
ten
iſt ein Aufſatz des Wirkl. Geh. Rates Exz. Dr. Lucas
in dem ſoeben erſchienenen neueſten Heft der Deutſchen Ju=
riſten
=Zeitung von beſonderem Wert für die rechtliche Be=
urteilung
der Frage. Lucas, dem die Erfahrungen lang=
jähriger
Strafrechtspraxis zur Seite ſtehen, kommt nach
Prüfung der tatſächlichen Vorgänge und ihrer rechtlichen
Beurteilung zu dem Ergebnis: Eine Anklage wegen

Majeſtätsbeleidigung wegen des Sitzenbleibens bei dem
Kaiſerhoch würde ſich nur mit ganz unſicheren, ja geringen
Ausſichten auf Erfolg erheben laſſen. Die Staatsanwalt=
ſchaft
hat aber nur einzuſchreiten, wenn die gerichtliche Ver=
folgbarkeit
der Handlung für ſie feſtſteht. Daß bei An=
klagen
wegen Majeſtätsbeleidigung hierin beſonders vor=
ſichtig
verfahren werden muß, iſt von jeher aus naheliegen=
den
Gründen ſelbſtverſtändlich geweſen. Dazu kommt fol=
gendes
: Ein Mißerfolg bei einer ſolchen Anklage würde
in verſchiedenen Richtungen um ſo ſchädlicher wirken, je
umfänglicher und ſenſationeller der Prozeß ſich geſtaltet
haben würde. Dieſer würde wegen des geſetzlich ausge=
ſprochenen
Legalitätsprinzips hier gegen ſämtliche, an der
Kundgebung beteiligte Abgeordnete anzuſtrengen ſein.
Denn die Staatsanwaltſchaft hat, ſobald ſie die Strafbar=
keit
und Verfolgbarkeit der Handlung erkennt, gegen alle
an ihr ſchuldhaft Beteiligten einzuſchreiten und darf nicht
einen oder einige von ihnen herausgreifen, um gewiſſer=
maßen
ein Exempel zu ſtatuieren oder um erſt die Probe
zu machen, ob eine rechtskräftige Verurteilung zu erzielen
iſt. Daher würde ein Monſtreprozeß mit ganz unſicherem
Erfolge eingeleitet, der noch dazu Gelegenheit zu lauten
Beſchwerden über Verletzung der parlamentariſchen Im=
munität
gewährte, die mit ziemlicher Wahrſcheinlichkeit
durch den negativen Erfolg des Verfahrens gerechtfertigt
werden würden. Daß die Staatsanwaltſchaft in dem
eingangs erwähnten Falle von ſtrafrechtlicher Verfolgung
abgeſehen hat, erſcheint daher durchaus richtig. Die polt=
tiſche
Frage, ob und was zu geſchehen hat, um der Wieder=
kehr
ſolcher Fälle vorzubeugen, war hier nicht zu erörtern.
Der Wechſel im Oberhofmeiſteramt
der Kaiſerin. Zum Rücktritt des Freiherrn v. Mir=
bach
ſchreibt die Voſſiſche Zeitung u. a.:
Freiherr von Mirbach hat in 25jähriger Arbeit das
Vort, das der Kaiſer wenige Tage nach ſeinem Regie=
rungsantritt
ſprach: Sorgen Sie dafür, daß in Berlin
Kirchen gebaut werden, in die Tat umgeſetzt und ſich den
Beinamen Der Kirchenbauer verdient. Die Mittel, die
er bei der Durchführung von Kirchenbauten, namentlich
bei der Errichtung und Ausſchmückung der Kaiſer=Wilhelm=
Gedächtniskirche wählte oder zur Anwendung zu bringen
ſuchte, haben in mehreren Fällen ſtarke Bedenken erregt,
nicht zum wenigſten auch die Art, wie er die Silberne Hoch=
zeit
des Kaiſerpaares im Intereſſe der Kaiſer=Wilhelm=
Gedichtniskirche zu verwerten gedachte. Die Form, in der
er ein Glückwunſchſchreiben der Berliner Stadtverordne=
ten
=Verſammlung zum Geburtstag der Kaiſerin beant=
worten
zu ſollen glaubte, zwang einſt den Stadtverord=
netenvorſteher
Dr. Langerhans, öffentlich entſchieden Ver=
wahrung
einzulegen gegen den oberhofmeiſterlichen Ton.
Gegenüber allen Angriffen, deren Berechtigung nicht ſelten
bis tief in die konſervativen und kirchlich=orthodoren Kreife
hinein anerkannt wurde, hat die Kaiſerin ihrem Berater
in Kirchenbaufragen das Vertrauen bewahrt und ſich von
ihm erſt jetzt mit Rückſicht auf ſein Alter getrennt.
Zum Nachfolger des Freiherrn von Mirbach iſt, wie
ſchon mitgeteilt worden iſt, der General der Kavallerie
z. D. Eugen v. Falkenhayn, ein älterer Bruder des Kriegs=
miniſters
, ernannt worden. In engere Beziehungen zum
Kaiſerhauſe trat er 1890 als Gouverneur des Kronprinzen
und des Prinzen Eitel Friedrich.
Das bayeriſche Verkehrsminiſterium
legte der Kammer der Abgeordneten einen abgeänderten
Eiſenbahnetat vor, wonach die in dem zu Beginn der
Seſſion vorgelegten Eiſenbahnetat veranſchlagten Ueber=
ſchüſſe
um 2 260 900 Mark niedriger veranſchlagt werden.
Die Herabſetzung der Ueberſchüſſe wird begründet mit der
noch darniederliegenden wirtſchaftlichen Lage.

Ausland.

Stalien.
Während der Kammerſitzung, die bis
10 Uhr abends dauerte, wurden zehn Abänderungsanträge
der Sozialdemokraten zu dem Finanzgeſetz mit überwäl=
tigender
Mehrheit abgelehnt. Inzwiſchen bemühten ſich
in den Gängen hervorragende Parlamentarier aller Par=
teien
, einſchließlich der äußerſten Linken, um ein Ueber=
einkommen
, welches der Obſtruktion ein Ende machen
ſollte, und kraft deſſen die in dem Geſetzentwurfe vorge=
ſehenen
Finanzmaßregeln für die Zeit vom 1. April bis
zum 30. Juni 1915 in Kraft geſetzt werden ſollen. Die
Regierung ſoll eine große Steuerreform vorbereiten und
der Kammer bei ihrem Wiederzuſammentritt vorlegen, das
heißt, wenn die Verhandlungen zu einem Ziele geführt
hätten.
Frankreich.
Die Wahl des radikalen Deputierten
Generals Pedoya zum Obmann und deſſen
Parteigenoſſen Cirot, Renier und Pasqual zu Obmann=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Nummer 180.

ſtellvertretern des Heeresausſchuſſes hat unter den Anhän=
gern
des Dreijahrgeſetzes lebhafte Ueberraſchung und Ver=
ſtimmung
hervorgerufen. Sie tröſten ſich zwar damit, daß
dieſes Wahlergebnis für die dreijährige Dienſtzeit keine
Gefahr bilde, da die Regierung ſich verpflichtet habe, das
Dreijahrgeſetz ungeſchmälert durchzuführen. Aber ſie be=
fürchten
, in der Bevölkerung könnte der Eindruck ent=
ſtehen
, daß die Gegner dieſes Geſetzes in der Kammer die
Mehrheit beſäßen. Sie erklären deshalb, es ſei unerläß=
lich
, daß jene 22 Deputierten, welche als Anhänger des
Dreijahrgeſetzes in den Heeresausſchuß entſandt wurden,
in keiner einzigen Sitzung fehlen dürften, damit eine
Ueberrumpelung wie die am Mittwoch vermieden werde.
General Pedoya werde vorläufig eine gewiſſe Zurückhal=
tung
beobachten und ſich in ſeiner Antrittsrede damit be=
gnügen
, die Hoffnung auszuſprechen, daß die militäriſchen
Laſten eine Verminderung erfahren würden. Kriegs=
miniſter
Meſſimy hat dem Heeresausſchuß bereits
am Donnerstag mehrere Geſetzentwürfe vorgelegt,
darunter einen Entwurf, betreffend die vorzeitige Beförde=
rung
der 1913 in die Kriegsſchule von St. Cyr eingetre=
tenen
Zöglinge zu Unterleutnants, der damit begründer
wird, daß in der Armee gegenwärtig über 3000 Oberleut=
nants
und Leutnants fehlen.
Dementi. Infolge eines kürzlich erſchienenen In=
terviews
, in dem behauptet wird, daß es eine rechtsroyaliſti=
ſche
Regierung unter der Führung des Herzogs von Orlé=
ans
und eine linksroyaliſtiſche Regierung unter der Füh=
rung
von deſſen jüngerem Bruder, des Herzogs von Mon=
penſier
, gebe, veröffentlicht das Preſſebureau des Herzogs
von Orléans eine Note, in der dieſe Behauptung entſchie=
den
zurückgewieſen und zum Schluß erklärt wird, daß es
unter dem Herzog von Orléans weder eine Monarchie der
Rechten noch eine Monarchie der Linken, ſondern nur eine
franzöſiſche Monarchie geben könnte.

England.

Oberhaus Die Beratung über die Zuſatzvorlage
zur Homerulebill begann bei dichtbeſetztem Hauſe. Lord
Lansdowne ſtimmte der zweiten Leſung zu, erklärte aber,
die Zuſatzvorlage würde den Zweck, den Bürgerkrieg in
Irland zu verhüten, nicht erfüllen. Die Oppoſition würde
das Geſetz derart abändern, daß ein wirkſamer Ausſchluß
Ulſters ohne Zeitbegrenzung gewährleiſtet ſei.
Spanien.
Die Kammer hat endgültig dem Geſetzentwurf
zugeſtimmt, der den Einfuhrzoll auf ausländiſchen Zucker
von 80 auf 60 Peſetas herabſetzt.
Balkanſtaaten.
Serbien, Montenegro und Rußland.
Die Pariſer Meldung, daß die Vereinigung Serbiens mit
Montenegro geplant ſei, iſt von halbamtlicher ſerbiſcher
Seite beſtritten worden. Mag dieſer Widerruf für den
Augenblick und für die nächſte Zeit berechtigt ſein, ſo än=
dert
er doch nichts an den Beſtrebungen, die Rußland ſeit
geraumer Zeit in der fraglichen Richtung verfolgt. Der in
Sofia erſcheinende Dnewnik hat ſchon im März dieſes
Jahres die ruſſiſchen Bemühungen beleuchtet, die die Ver=
einigung
Montenegros mit Serbien zu dem Zweck vorbe=
reiten
, auf ſolche Weiſe Serbien den freien Ausweg an
das Adriatiſche Meer zu verſchaffen. Im Dnewnik iſt da=
mals
ein Brief veröffentlicht worden, den der ruſſiſche
Journaliſt Kosja unter dem 18. Februar aus Belgrad an
einen Berichterſtatter ruſſiſcher Blätter in Sofia namens
Wladimir Wiktoroff=Toporoff gerichtet hatte. In dieſem
Briefe heißt es wörtlich: Die Angelegenheiten in Mon=

tenegro nehmen ihren Lauf. Die Stellung des Königs
wird jeden Tag ſchlechter. Die Erfolge unſerer Agitation
hinſichtlich der Angliederung des kleinen Königreichs an
Serbien ſind einfach unglaublich, ohne Rückſicht auf die
Gegenwirkung von ſeiten der öſterreichiſchen Geheimagen=
ten
. Meiner tiefen Ueberzeugung nach wird König Nikita
bald entthront und die Annexion eine vollendete Tatſache
werden. Ein derartiges Zeugnis wird man zumal dann
nicht in den Wind ſchlagen, wenn es von Paris aus be=
ſtätigt
wird.
Griechenland. Die Geſandten der Großmächte
überreichten am Mittwoch dem Miniſter des Aeußern
Streit folgende Kollektivnote: Die Unterzeichneten haben
die Ehre, dem Miniſter des Aeußern davon Kenntnis zu
geben, daß die Regierungen Deutſchlands, Oeſterreich= Un=
garns
, Frankreichs, Englands, Italiens und Rußlands
der auf Korfu durch die internationale Kommiſſion und
die Delegierten von Epirus geſchloſſenen Uebereinkunft,
betreffend die zukünftige Stellung von Epirus, zuſtimmen.
Türkei. Das Amtsblatt veröffentlicht das durch ein
kaiſerliches Jrade ſanktionierte Geſetz, wodurch der tür=
kiſch
=deutſche Handelsvertrag vom 26. Auguſt 1890 und
das Zuſatzprotokoll vom 25. April 1907, die am 25. Junt
abgelaufen ſind, um ein Jahr verlängert werden.
Amerikg.
Nachklänge zum Untergang der Ti=
tanie
Bei den Gerichten der Vereinigten Staaten von
Amerika ſind zahlreiche Schadenserſatzklagen gegen die
Eigentümerin der Titanic aus Anlaß des Unterganges
des Schiffes anhängig gemacht worden. Es liegt nun=
mehr
, wie in der Deutſchen Juriſten=Zeitung (Berlin
W. 57) von einem Neu=Yorker Rechtsanwalt mitgeteilt
wird, die erſte ausſchlaggebende Entſcheidung vor.
Die Prozeßlage iſt nach amerikaniſchem Recht eine
eigenartige. Sobald die erſten Klagen gegen die Eigen=
tümerin
der Titanic bei Bundes= wie Staatsgerichten
einliefen, ſtellte dieſe beim Bundesgericht in Neu=York den
Antrag auf Haftungsbeſchränkung auf Grund der ameri=
kaniſchen
Geſetze. Die Folge war, daß alle Prozeſſe gegen
die Titanic gleichgültig bei welchem Gerichte ſie ange=
ſtrengt
waren, automatiſch an das Gericht überwieſen wur=
den
, bei welchem das Haftungsbeſchränkungsverfahren an=
hängig
gemacht war. Nach § 4283f des amerikaniſchen
Bundesgeſetzes, betreffend die Haftungsbeſchränkung, iſt
der Eigentümer eines Schiffes im Falle etwaiger Schäden
und Verluſte, die ohne ſeine Kenntnis oder ſein Mitwiſſen
verurſacht ſind, befugt, ſeine Haftung für die Schäden auf
die Höhe ſeines Intereſſes an Schiff und Ladung zu be=
ſchränken
. Von dem Schiffe ſind nur ein paar Rettungs=
boote
dem Elemente entriſſen worden, die zuſammen mit
der Ladung die Summe von ungefähr 400000 Mark re=
präſentieren
. In dieſen Betrag würden ſich ſämtliche
Kläger in den Vereinigten Staaten zu teilen haben, falls
dem Antrag auf Haftungsbeſchränkung ſtattgegeben wer=
den
ſollte. Der Geſamtbetrag der in dieſem Lande erhobe=
nen
Entſchädigungsanſprüche überſteigt aber 64 Millionen
Mark. Während das Gericht erſter Inſtanz entſchied, daß
nicht amerikaniſches, ſondern engliſches Recht anzuwenden
ſei, legte das Reviſionsgericht die Vorfrage dahin aus,
daß die Haftung nach dem Recht der Vereinigten Staaten
zu beſchränken ſei. In dem Prozeſſe, der nun bei dem
Gerichte, vor dem das Haftungsbeſchränkungsverfahren
anhängig iſt, zur Verhandlung kommt, wird es ſich um
zwei Fragen handeln: 1. Trifft die Beſatzung der Ti=
tanic
ein Verſchulden an dem Untergang des Dampfers?
Falls ein Verſchulden nicht nachgewieſen wird, beſteht auch
eine Schadenserſatzpflicht nicht. Wird dagegen ein Ver=
ſchulden
der Beſatzung (bez. Ausgucks, Geſchwindigkeit)
nachgewieſen, ſo würde die Haftung der Eigentümerin
auf die erwähnten 400000 Mark beſchränkt ſein. 2. Falls
ein Verſchulden mit Kenntnis der Eigentümerin nachge=
wieſen
wird (bezw. der Rettungsboote, waſſerdichten
Schotten uſw.), würde die Eigentümerin die Schadenser=
ſatzanſprüche
zu den vom Gerichte genehmigten Beträgen
in voller Höhe bezahlen müſſen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 3. Juli.
* Vom Hofe. Der Fürſt zu Solms=Lich und Graf
Wilhelm zu Solms=Laubach ſind zum Beſuch in Jagd=
ſchloß
Wolfsgarten eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
Empfänge. Der Großherzog empfing geſtern
den Major Kortegarn, Bataillonskommandeur im Königin
Eliſabeth=Garde=Grenadier=Regiment Nr. 3, Charlotten=
burg
; zum Vortrag den Finanzminiſter Braun, den Vor=
ſtand
des Kabinetts Wirkl. Geheimerat Römheld.
Ordensverleihung. Der Großherzog hat,
wie jetzt amtlich bekannt gegeben wird, mittelſt Ent=
ſchließung
vom 29. Juni d. J. der Frau Lilli Wolfs=
kehl
den Damenorden des Sterns von Brabant 1. Klaſſe
verliehen.
Ernennung. Der Großherzog hat den Notar
mit dem Amtsſitz in Pfeddersheim Dr. Franz Kirſtein
zum Notar mit dem Amtsſitz in Mainz als Nachfolger
des Notars Geheimen Juſtizrats Gaßner mit Wirkung
vom 5. Juli 1914 ernannt.
* In den Rnheſtand verſetzt hat der Groß=
herzog
den Aktuar bei dem Amtsgericht Lampertheim
Adolf Bodenſohn auf ſein Nachſuchen, unter Aner=
kennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte, mit Wirkung
vom 1. November 1914.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Georg Ewald aus Gundersheim, Kreis Worms, die
erledigte Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Kettenheim,
Kreis Alzey.
* Erledigt: Es ſind zu beſetzen Amtsrichterſtellen
bei den Großh. Amtsgerichten Darmſtadt I, Darm=
ſtadt
II, Offenbach, Mainz, Gießen und Bad Nauheim.
Zwei mit Militäranwärtern zu beſetzende Kanzleigehilfen=
ſtellen
bei der Kanzlei Großh. Miniſteriums der Finanzen.
Mit einer der Stellen iſt Anſpruch auf Ruhegehalt und
Hinterbliebenenverſorgung verbunden. Bedingung: Mit
Erfolg abgelegte Prüfung in der Gabelsbergerſchen
Stenographie und Rechtſchreibkunde, ſowie informatoriſche
Beſchäftigung bei der Miniſterialkanzlei. Einberufung
zunächſt zum halbjährigen Probedienſt. Schluß der
Meldefriſt: 15. Juli 1914.
g. Strafkammer I. Wegen Verbrechens nach § 181a
des Strafgeſetzbuches wurde geſtern der 19jährige Fabrik=
arbeiter
Georg Wilhelm Kiſſel aus Frankfurt zu
3 Monaten Gefängnis, abzüglich 25 Tagen der
Unterſuchungshaft, verurteilt, wegen Verbrechens nach
§ 176,3 der 23jährige Dienſtknecht Georg Leinberger
aus Fränkiſch=Crumbach zu 6 Monaten Gefängnis,
abzüglich 4 Wochen, und wegen des gleichen Verbrechens
der 43jährige Dienſtknecht Bertram Bolenſiefer aus
Köln zu 8 Monaten Gefängnis, abzüglich 4 Wo=
chen
der Unterſuchungshaft. Der 41jährige Fuhrmann
Ernſt Franz D. von hier war eine ungültige Ehe mit einer
noch nicht geſchiedenen Frau eingegangen. Das aus die=
ſem
Verhältnis entſtammende Kind meldete er ſpäter als
ſein eheliches Kind an, wodurch er ſich eines Vergehens
gegen das Perſonenſtandsgeſetz ſchuldig machte. Er er=
hält
3 Tage Gefängnis. Erſt am 21. März, nach
teilweiſer Verbüßung einer Zuchthausſtrafe von 3 Jahren
aus dem Zuchthauſe entlaſſen, ſtand der 21jährige Tag=
löhner
Heinrich Fiedler aus Wimpfen abermals wegen
ſchweren Diebſtahls vor der Strafkammer. Am 6. Mai
hat er in Wimpfen einem Wirt aus dem Stall zwei Gänſe
geſtohlen und für 1,50 Mark verkauft. In der Nacht zum
14. Mai ſtieg er mit einer Leiter in das katholiſche Pfarr=
haus
in Wimpfen ein und durchſuchte das ganze Haus,
wobei er ſchließlich erwiſcht wurde. Er wird wegen eines
einfachen Diebſtahls und eines ſchweren Diebſtahlsver=
ſuchs
zu einer Zuchthausſtrafe von 1 Jahr 4 Mo=
naten
verurteilt, außerdem hat er nun noch 1 Jahr
9 Monate Zuchthaus von der geſtundeten Strafe zu ver=
büßen
.
g. Kriegsgericht. Der Kanonier Heinrich Müller
von der in Babenhauſen liegenden Abteilung des Ar=
tillerie
=Regiments Nr. 61 hatte in einer dortigen Wirt=
ſchaft
ordentlich gezecht und hatte der Aufforderung eines
Unteroffiziers, ruhig zu ſein, nicht Folge geleiſtet. Er be=
antwortete
die Aufforderung mit frechen Redensarten.
Als der Unteroffizier die Säbelnummer des Mannes feſt=
ſtellen
wollte, ſuchte ihn dieſer daran zu hindern. Die Be=
leidigung
ſchied von der Anklage aus, da ein Zeuge be=
ſchwor
, daß Müller jene beleidigende Aeußerung an ihn

Der neue Weg in die Welt
der Zahlen.
Das Ferrolſche Rechnungsverfahren.
Von Dr.=Ing. Leonhard Adler.

Mit dem erſten Erwachen der Vernunft erwacht auch
beim Menſchen der Sinn für die Zahl: der quantitative
Sinn erzeugt in ihm das Bedürfnis zu zählen, zu rechnen,
zu meſſen, und aus dieſem Bedürfnis heraus iſt die
Wiſſenſchaft oder die Lehre der Zahlen entſtanden, die ſo
alt iſt, wie die Menſchheit ſelbſt. Mit der Entwicklung der
Kultur hat ſich dieſe Wiſſenſchaft dann immer mehr ver=
vollkommnet
und erweitert, um heute ein ungemein aus=
gedehntes
, weit verzweigtes Gebiet zu umfaſſen, das wir
ganz allgemein als Mathematik bezeichnen.
Für den Kaufmann ebenſo wie für den Phyſiker,
Techniker, Naturforſcher iſt dieſe Wiſſenſchaft, die mit Rück=
ſicht
auf die Strenge und Wahrheit ihrer Sätze und Beweis=
führungen
auch als exakte Wiſſenſchaft bezeichnet wird,
eine unumgängliche Grundlage für all ihr Tun und Schaf=
fen
geworden. Doch auch für alle anderen Zweige des
menſchlichen Wirkens bedeutet die Mathematik bewußte
oder unbewußte Notwendigkeit. Der Muſiker, der Töne
empfindet und wiedergibt, analyſiert ganz unbewußt
jeden Klang; denn jeder Ton ſtellt ein Gemiſch gleichzeitig
beſtehender Empfindungen dar, die je nach der verſchiede=
nen
numeriſchen Frequenz der das Ohr treffenden Luft=
ſchwingungen
verſchiedene Faſern des Gehörnerves beſon=
ders
ſtark erregen. Gerade ſo wie der Muſiker, empfindet
auch der Maler unbewußt mathematiſch. Farben ſind ja
nichts anderes als Lichtempfindungen, die im Auge ent=
ſtehen
, wenn die Sehnerven durch eindringende elektriſche
Strahlen gereizt werden, deren Schwingungszahlen zwi=
ſchen
400 und 800 Billionen in der Sekunde liegen. Jede
Harmonie der Farben, jedes Wohlempfinden von Farben
und deren Zuſammenſtellung läßt ſich, abgeſehen von
der individuellen größeren oder geringeren Empfindlich=
keit
der verſchiedenen mitſchwingenden Faſern des Seh=
nerves
mathematiſch formulieren.
Während die Mathematik in ihrer angewandten Form
ganz unbewußt und von ſelbſt das Gefühl für das Rich=
tige
, Schöne gibt, verſchafft uns die reine Mathematik in
ihrer manchmal abſoluten Trockenheit und Nüchternheit

gar arge Schwierigkeit. Insbeſondere iſt es die elemen=
tare
Mathematik, vor allem die Mathematik der reinen
Zahlen, die ſtarke Anforderungen an unſer Gedächtnis und
geſamtes Denkvermögen ſtellt. Welch koloſſale Schwierig=
keit
verſchaffen oft nicht nur dem Anfänger, ſondern auch
Erwachſenen einfache Additionen, Multiplikationen, ele=
mentare
Operationen, die verglichen mit den ſchwierigen
Problemen, die dem praktiſch arbeitenden Menſchen, dem
Ingenieur z. B., auf Schritt und Tritt in ſeiner ſchwie=
rigen
Tätigkeit begegnen, eigentlich von ganz gering=
fügiger
, untergeordneter Bedeutung erſcheinen.
Und warum dies alles, warum dieſe Aufwendung an
Energie, Nervenanſpannung, Zeit und Geduld: Nur weil
die Methode, nach welcher derzeit elementare Mathematik
betrieben und gelehrt wird, eine unzweckmäßige iſt; nur
weil in dem ſicherlich ſchätzenswerten Beſtreben, in allen
mathematiſchen Deduktionen die größte Genauigkeit und
Exaktheit zu ſuchen, man ſich in nebenſächlichen Details
verliert und den logiſchen, klaren, einzig richtigen Weg in
der Entwickelung der Dinge hierbei überſieht.
Es iſt das große Verdienſt des Bonner Gelehrten
Ingenieur Dr. Ferrol, ein ſowohl für die elementare wie
für die höhere Mathematik brauchbares Rechnungsver=
fahren
gefunden zu haben, das, auf ſtreng logiſcher Baſis
aufgebaut, beſtrebt iſt, die uns bisher fehlende Pſychologie
des Zahlenſinnes zu erwecken. Es iſt ein Syſtem, das ſich
als höchſtes Ziel geſetzt hat, die Mathematik von einem
trockenen, oft aus unzähligen, mühſeligen Einzeloperatio=
nen
zuſammengeſetzten Gebäude zu einem großzügigen,
ſelbſtverſtändlichen, in allen Fugen ſicheren Ganzen empor=
zuheben
.
Der Sinn für die Zahl ſchlummert in jedem von uns;
er muß nur richtig gepflegt und aufgezogen werden. Wir
müſſen es dazu bringen, Zahlen und Zahlenkombinatio=
nen
genau ſo zu erfaſſen, wie wir Buchſtaben und deren
Kombinationen, alſo Worte und Sätze, erfaſſen. Der
Unterſchied beſteht nur darin, daß 24 Buchſtaben durch
9 Ziffern und viele Tauſende von Silben durch die 45
Teilprodukte des kleinen Einmaleins erſetzt ſind. Genau
ſo, wie bereits zuvor erwähnt, der Muſiker die Töne ganz
unbewußt erfaßt, ohne hierbei nur einen Augenblick ſich
zu vergegenwärtigen, daß ein gewöhnlicher einfacher Drei=
klang
zum Beiſpiel eine kubiſche Gleichung mit drei Un=
bekannten
darſtellt, oder daß dieſer Dreiklang ganz be=
ſtimmten
Grundgeſetzen der Harmonielehre entſprechen
muß, ſo müſſen wir auch ganz unhewußt Zahlen und
Zahlenkombinationen als Sinn und als Ganzes erfaſſen.

Auch die Zahlen haben ihre Poeſie, ſagt Ferrol, aber
wie nur derjenige die Schönheit einer Dichtung zu würdi=
gen
weiß, der nicht mehr Wort für Wort zu buchſtabieren
gezwungen iſt, ſo wird auch nur derjenige die Schönheit
der Zahlenwelt ſo recht genießen können, dem das bewußte
Ausrechnen ihrer Beziehungen erſpart bleibt.
Wie gelangt nun Dr. Ferrol zu dieſem erſtaunlichen
Ziele, das geeignet iſt, vor allem die Prinzipien des bis=
herigen
mathematiſchen Unterrichts auf den Kopf zu ſtel=
len
und neue, bisher ungeahnte Wege in die Zukunft zu
bahnen? Die Antwort iſt nicht in ein paar Worten er=
teilt
, nicht in Anführung weniger Beiſpiele erſchöpft. Es
gehört ein eingehendes Studium dazu, um dieſen ganzen
Menſchen und ſein geniales Verfahren richtig zu erfaſſen
und einzuſchätzen: dieſes Verfahren, das ſich auf alle
Zweige der niederen und der höheren, der reinen, ſowie
der angewandten Mathematik erſtreckt, und alles erhellt,
beherrſcht, was es verſucht.
Schon vor 20 Jahren hat Dr. Ferrol begonnen, ſich
mit der Kreuzmultiplikation zu befaſſen und die Vorteile
derſelben gegenüber dem normalen Multiplikationsverfah=
ren
in einer Reihe von Vorträgen und Veröffentlichungen
eingehend zu ſchildern. Das Verfahren iſt kurz geſagt
folgendes: ſtatt zwei Zahlen, zum Beiſpiel 12X33, normal
zu multiplizieren
12X33
36
36
896
ſagt Ferrol
12X33
3X1-2X3 9 Zehner,
dann wird das Produkt der beiden Endzahlen gebildet:
3X2 6 Einer
und
3X1 3 Hunderter,
alſo das Reſultat
396.
Dieſe Art der Multiplikation, bei der zuerſt die mitt=
lere
, dann die beiden Endzahlen beſtimmt werden, erleich=
tert
ganz weſentlich die Denkarbeit beim Rechnen und
ermöglicht, ohne nennenswerte Anſtrengung auch ſchwie=
rigere
Operationen im Kopfe zu verrichten.
Das erwähnte urſprüngliche Verfahren der Kreuz=
multiplikation
wurde von Dr. Ferrol im Laufe der Jahre
noch ganz weſentlich vereinfacht und vervollkommnet, ſo
daß es jetzt geſtattet, auch die längſten mehrſtelligen Zah=

[ ][  ][ ]

Nummer 180.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Seite 3.

gerichet habe. Dagegen erhalt R. wegen Widerſtand,
Ungehorſam und Achtungsverletzung 6 Monate Ge=
fängnis
. Der Unteroffizier Heinrich Litzius vom
Dragoner=Regiment Nr. 23 war bei einer Verſicherungs=
geſellſchaft
gegen Unfall verſichert. Als er nun eines Tages
ſich wegen eines angeblichen Unfalles beim Exerzieren
krank meldete, wollte er aus dieſer Verſicherung Nutzen
ziehen. Obgleich ihn der Stabsarzt bereits am anderen
Tage geſund ſchrieb, da er nichts finden konnte, verlangte
der Angeklagte von der Geſellſchaft Unfallgeld für 10 Tage.
Merkwürdig iſt nun, daß ſich bei der Anfrage der Geſell=
ſchaft
herausſtellte, daß das Krankenregiſter gefälſcht war;
der Urheber war jedoch nicht zu ermitteln. Das Gericht
verurteilte den Angeklagten wegen verſuchten Verſiche=
rungsbetrugs
zu 15 Mark Geldſtrafe und wegen des
Drückens vom Dienſt in Verbindung mit Falſchmeldung
zu 10 Tagen Mittelarreſt. Der Kaufmann Her=
mann
Bauer von Mannheim war beſchuldigt, als Unter=
offizier
im Infanterie=Regiment Nr. 81, als ſich das Re=
giment
auf dem hieſigen Truppenübungsplatz befand,
zwei Teppiche im Werte von 7 Mark ſich angeeignet zu
haben. Da jedoch ein weiterer Beweis nicht vorliegt, als
die Angabe eines Hausburſchen, der beim Verkauf er=
wiſcht
wurde, erfolgte Freiſprechung. Der Train=
Gemeine Hermann Reuter vom hieſigen Train=Bataillon
Nr. 18 hatte ein Portemonnaie mit 10 Mark Inhalt ge=
funden
und das Geld für ſich behalten. Das Porte=
monnaie
hatte er in die Latrine geworfen. Er erhält
4 Wochen ſtrengen Arreſt.
* Künſtlerkolonie=Ausſtellung. Im Raum der
freien Kunſt iſt neu zur Ausſtellung gelangt: Alice von
Kuſenberg, Oelgemälde von Hanns Pellar.
* Führungen durch die Jahrhundert=Ausſtellung
deutſcher Kunſt 16501800. Die letzte Führung
des Herrn Dr. Paul Ferdinand Schmidt vor den
Ferien findet am Freitag um 10 Uhr ſtatt. Ende
Juli, vorausſichtlich am 31. Juli, werden die Führungen,
die ſich eines ſehr regen Zuſpruchs erfreuen, wiederum
regelmäßig zweimal wöchentlich ſtattfinden. Wie bekannt,
ſind Zuſatzkarten für dieſe Führungen zum Preiſe
von 1 Mk. an der Kaſſe erhältlich.
Todesfall. In Meran iſt Se. Exz. der K. und K.
Feldmarſchalleutnant Herr Hermann Reichsritter
von Ploennies, weiland Flügeladjutant Sr. Kaiſerl.
und Königl. Apoſtoliſchen Majeſtät und militäriſcher Er=
zieher
der Erzherzöge=Thronfolger Rudolf und Franz
Ferdinand von Oeſterreich, im Alter von 80 Jahren ver=
ſchieden
. Der Verſtorbene war zu Michelſtadt i. Odw.
geboren.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Kürzlich iſt in Neu=
Orleans nach achtwöchiger Krankheit der Rabbi Iſaac L.
Leucht, Paſtor der Touro=Synagoge, im Alter von 70
Jahren geſtorben. Rabbi Iſaac L. Leucht wurde zu
Darmſtadt geboren, ſtudierte in Würzburg und kam
im Jahre 1864 nach Amerika. Nachdem er in Baltimore
an einer Synagoge tätig geweſen war, kam er im Juli
1868 nach Neu=Orleans. Bis 1872 war er an der Syna=
goge
an der Rampartſtraße tätig, wurde dann Gehilfe des
Rabbi Dr. Gutheim am Tempel Sinai, und nahm bald
darauf ſeine Stelle an der Rampartſtraße=Synagoge wie=
der
ein. Im Jahre 1881 vereinigte ſich dieſe Gemeinde
mit der von der Carondeletſtraße und es entſtand die
Touro=Gemeinde, deren Rabbi Herr Leucht wurde und bis
zu ſeinem Tode blieb.
Ehrenvoller Auftrag. Die Fliegeroffiziere von
Darmſtadt übertrugen den Erſten Darmſtädter Werkſtätten
für Grabmalkunſt und Kunſtgewerbe Wilhelm Götze,
ſakad. Bildhauer, die Ausführung eines Gedenkſteins
für die zwei im vorigen Jahre abgeſtürzten Flugoffiziere
v. Mirbach und v. Brunn. Der Gedenkſtein wird auf dem
Flugplatz aufgeſtellt.
* Kriegerverein Darmſtadt. Nachdem die Verſamm=
lungen
für Mai und Juni ausgefallen waren, fand am
Mittwoch abend im Vereinslokal am Woogsplatz die Ver=
ſammlung
für den Monat Juli ſtatt. Die Beteiligung war
eine recht gute. Der Vorſitzende eröffnete die Verſamm=
lung
mit Begrüßung der erſchienenen Kameraden, dabei
in bewegten Worten der Abſcheu an dem Morde, der an
Erzherzog Franz Ferdinand von Oeſterreich dem Freund
unſeres Kaiſers, und deſſen hoher Gemählin begangen
wurde, Ausdruck gebend. Das Protokoll der letzten Ver=
ſammlung
wurde verleſen und genehmigt. Sodann be=
richtete
der Vorſitzende über die Tätigkeit des Vorſtandes
in den letzten beiden Monaten. Die Verſammlung ehrte
das Andenken der in dieſer Zeit verſtorbenen Kameraden
in üblicher Weiſe. Für die Dauer der Jahrhundert= Aus=
ſtellung
wurde den Mitgliedern der Vereinigten Krieger=

vereine gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte oder letzten
Quittung der Eintrittspreis auf 50 Pfg. zugeſtanden. Der
Vorſitzende gab hierauf einen genauen Bericht über das
am 18., 19. und 20. Juli im Orangeriegarten ſtattfindende
Darmſtädter Kriegerfeſt. Er teilte unter anderem mit, daß
neben einer ſtarken Beteiligung hieſiger Vereine eine er=
hebliche
Anzahl auswärtiger Vereine von nah und fern
ihre Zuſage erteilt haben, ſo daß in dieſen Tagen der
Darmſtädter Einwohnerſchaft ein ſchönes patriotiſches
Feſt geboten werden dürfte. Nach erfolgter Bücheraus=
gabe
ſchloß der Vorſitzende die Verſammlung.
* Vortrag über die Ermordung des Erzherzogs
Franz Ferdinand. Heute abend 8½ Uhr findet im
Großen Kaiſerſaale der bereits angekündigte Vortrag
des Herrn Dr. Ritter über Die Folgen der Er=
mordung
des Thronfolgers für das Deutſche
Reich ſtatt. Der Vortragende genießt einen hervor=
ragenden
Ruf als politiſcher Schriftſteller und Redner
und iſt auch in Darmſtadt im Alldeutſchen Verbande
ſchon aufgetreten, bekannt iſt er auch durch ſeinen
hiſtoriſchen Roman Das Nibelungenjahr. Als ge=
bürtiger
Oeſterreicher wird Herr Dr. Ritter die durch
das furchtbare Ereignis geſchaffene Lage jedenfalls in
intereſſantem Lichte zu zeigen vermögen.
* Durch das neue Poſtſcheckgeſetz ſind bei Ein=
zahlungen
auf das Poſtſcheckkonto Nr. 1214 der Großh.
Bezirkskaſſe Darmſtadt mittelſt Zahlkarte vom 1. Juli
d. Js. ab für Beträge bis einſchließlich 25 Mk. 5 Pfg.
und für alle Beträge über 25 Mk. 10 Pfg. zu entrichten
und miteinzuzahlen.
): Die Sommerferien beginnen in dieſem Jahre am
Donnerstag, den 16. Juli, und dauern bis 12. Auguſt.
):( Auf dem alten Bahnhof werden die Reſte des alten
Güterſchuppens wie Holz, Steine, Eiſen und Schutt, per
Eiſenbahnwagen fortgeſchafft. Der Schöpfbagger arbeitet
jetzt auf der Nordſeite der Landwehrſtraße. Auf der Weſt=
ſeite
bleiben die beiden letzten Fahrdämme ſtehen, bis der
Platz der früheren Güterhalle und des Kaſſengebäudes
planiert iſt.
* Erſtes Ziel Gemeindeſteuer! Wir machen unſere
Leſer darauf aufmerkſam, daß das erſte Ziel der Ge=
meindeſteuer
für 1914 bis 8. d. M. an die Stadtkaſſe zu
zahlen iſt.
* Städtiſche Schulzahnklinik (Waldſtraße 21).
Sprechſtunden vormittags 912 Uhr, nachmittags
45 Uhr; Samstags 24 Uhr. Kinder, die noch
nicht zur Schule gehen, werden nur morgens von 9 Uhr
an behandelt. Im Monat Juni 1914 wurden behandelt:
559 Kinder (301 Mädchen, 258 Knaben) mit 667 Konſul=
tationen
. Gefüllt wurden 483 Zähne, ausgezogen
wurden 692 Zähne (487 Milchzähne, 205 bleibende
Zähne). Zahl der Tage, an denen Sprechſtunden ab=
gehalten
wurden: 24.
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Im Monat
Juni wurde die Leſehalle im ganzen von 3073 Per=
ſonen
beſucht (im Juni 1913: von 3184) durchſchnittlich
an jedem Tage 102 Beſucher. Aus der Bücherhalle
nach Hauſe entliehen wurden im ganzen 8401 Bände
(1913: 8922), darunter 4241 wiſſenſchaftliche und be=
lehrende
Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April d. J.
neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 2293. An Bücher=
geſchenken
gingen in dieſem Monat weiter ein: von der
Verlagshandlung M. Dieſterweg, Frankfurt a. M.,
2 Bände, vom Freien Deutſchen Hochſtift, Frankfurt a. M.,
1 Band, von Herrn Dr. Hiemenz 4 Bände, von Herrn
R. Keßler, Magdeburg, 1 von ihm verfaßtes Werk, von
Herrn Apotheker Leichtweis 1 Jahrg. Zeitſchriften, von
Herrn Profeſſor Fr. Staudinger 1 Band, von Herrn
Zahnarzt Werner 5 Bände, von Herrn Profeſſor Wien=
koop
1 Jahrg. Zeitſchriften. Allen Gebern herzlichen
Dank! Weitere Schenkungen von Büchern und Zeit=
ſchriften
, ſoweit ſolche nicht veraltet, ſind jederzeit will=
kommen
. Anmeldungen von Bücherſchenkungen bittet
man von jetzt ab Grafenſtraße 30 zu machen.
§ Milchreviſionen. Im April ſind durch die hieſige
Polizei 2665 Milchreviſionen vorgenommen worden. Hier=
bei
wurde eine Probe wegen zu geringem Fettgehalt be=
anſtandet
und dem Chemiſchen Unterſuchungsamt zur
Unterſuchung übergeben. Zur Aufklärung des Sachver=
halts
war die Erhebung einer Lieferprobe erforderlich. Im
Monat Mai ſind 2850 Milchreviſionen vorgenommen
worden. Hierbei wurden vier Proben wegen zu geringem
Fettgehalt beanſtandet und dem Chemiſchen Unter=
ſuchungsamt
zur Unterſuchung übergeben. Zur Aufklä=
rung
des Sachverhalts war die Erhebung von vier Liefer=
proben
erforderlich.

8 Aht für Oöbachloſe. Zm Zunt iſt in dem im
Lokale des zweiten Polizeireviers in der Alexanderſtraße
errichteten Aſyl für Obdachloſe 292 Perſonen und in dem=
jenigen
im Lokale des fünften Polizeireviers in der Lud=
wigshöhſtraße
51 Perſonen, zuſammen 343 Perſonen, Ob=
dach
gewährt worden.
* Die Jahrhundertausſtellung in engliſcher Beleuch=
tung
. Die Juli=Nummer der engliſchen Kunſtzeitſchrift
The Connoiſſeur (London) enthält einen längeren
Artikel mit zahlreichen Illuſtrationen über die jetzt in
Darmſtadt ſtattfindende Deutſche Jahrhundertausſtellung
und beweiſt damit, daß dieſes ſo bedeutende Kunſtereignis
auch überall im Auslande großes Aufſehen erregt und die
ihm gebührende Anerkennung findet, denn der Connoiſſeur
iſt nicht bloß in England und Amerika, ſondern auch in
anderen Ländern unter den Kunſtfreunden und =gelehrten
weit verbreitet. Um die bisher ſo wenig bekannte und ge=
ſchätzte
deutſche Kunſt der damaligen Zeit den internatio=
nalen
Kunſtliebhabern und =forſchern nach Möglichkeit
vorzuführen, wird der Connoiſſeur noch in ſeinen folgen=
den
Nummern (Auguſt uſw.) weitere Abbildungen aus
Darmſtadt bringen und ſo wahrſcheinlich mehr Werke aus
dieſer Ausſtellung veröffentlichen, als irgend ein anderes
Blatt, die deutſchen Zeitſchriften ſelber nicht ausgeſchloſſen.
Man darf ſich über dieſe rege Anteilnahme an unſerer alten
Kunſt von Herzen freuen und ſie als eine Erwiderung für
das ſeinerzeit in Deutſchland gezeigte große Intereſſe an
der engliſchen Kunſt des 18. Jahrhunderts anläßlich der vom
Kaiſer inaugurierten Ausſtellung britiſcher Kunſt in Ber=
lin
anſehen; eine Erwiderung, die den Förderern der
Darmſtädter Ausſtellung, namentlich dem Großherzog
ſelber, ſicher ſehr willkommen ſein wird.
* Konzerte uſw. Hugenſchütz Felſenkeller.
Freitag, den 3. Juli, konzertiert die geſamte Kapelle des
Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Obermuſikmeiſter
Webers Leitung. Das Programm bringt zur Abwechs=
lung
einen Berliner Komponiſten=Abend (Lincke, Morena,
Gilbert und Kollo), wobei die neueſten Schlager zum Vor=
trag
gelangen. Außerdem iſt Herr Paul Probſt von hier
mit ſeinem neueſten Marſch: Bei uns in Darmſtadt im
Programm vertreten. (Siehe Anzeige.)

Aus der Arbeit des heſſiſchen Diakoniſſenhauſes
Eliſabethenſtift in Darmſtadt im Jahr 1913.

* Am 17. Juni beging unter großer Beteiligung aus
dem ganzen Lande das Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift
in Darmſtadt ſein Jahresfeſt, bei dem zehn Schweſtern
zum Diakoniſſenamte feierlich eingeſegnet wurden. Dem
Vormittagsgottesdienſte wohnte auch die hohe Protektorin
des Hauſes, Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin,
bei. Dem Jahresberichte, der in der ſehr ſtark beſuchten
Nachverſammlung im Stiftsgarten abgeſtattet wurde, ent=
nehmen
wir folgendes:
Die Zahl der dem Mutterhauſe angehörenden Schwe=
ſtern
ſtieg ſeit dem Vorjahre um 6, von 339 auf 345. Die
Zahl der Arbeitsgebiete hat ſich um 3 vermehrt, indem
das Städtiſche Spital in Groß=Umſtadt mit 1 Schweſter,
das Städtiſche Verſorgungshaus in Friedberg mit 1
Schweſter und die Gemeindepflege in Büdesheim ( Ober=
heſſen
) als dauernde Stiftung der Frau Gräfin Oriola
daſelbſt übernommen werden konnte. Zwei Stationen,
Büdingen und das Gräfl. Görtzſche Krankenhaus in
Schlitz, konnten auf eine fünfzigjährige Arbeit der Dia=
koniſſen
zurückblicken, zu denen am Jahresfeſttage ſelbſt
das Konitzkyſtift in Bad=Nauheim trat, das ebenfalls vor
50 Jahren von den Diakoniſſen des Eliſabethenſtifts über=
nommen
wurde und das ſeiner Anerkennung für die treff=
lichen
Dienſte der Schweſtern in dieſer Zeit durch eine Feſt=
gabe
von 500 Mark Ausdruck gab. Im Jahre 1913 arbei=
teten
97 Schweſtern in 22 Kranken= und Siechenhäuſern.
Sie konnten 8986 Kranken an 254135 Pflegetagen dienen.
An 71 Orten ſtanden 115 Schweſtern in der Gemeinde=
pflege
. Sie konnten in 14191 Familien dienen in 380094
Beſuchen, 1800 ganzen Tagespflegen, 4671 Nachtwachen.
In 50 Kinderſchulen warteten 74 Schweſtern und Gehil=
finnen
5441 Kinder, in 7 Krippen dienten 9 Schweſtern
285 Kindern. Hierzu kam die Arbeit im Rettungshauſe
Arnsburg, in dem 4 Schweſtern 45 Kinder erziehen, und
das Aſyl Marienhof bei Braunshardt, wo 20 gefährdeten
Mädchen gedient wurde. 2 Schweſtern ſtanden in Darm=
ſtadt
und Worms im Dienſte der Tuberkuloſenbekämpfung,
und eine Miſſionsſchweſter wirkt in Nkoaranga im fernen
Deutſchoſtafrika im Dienſte der Leipziger Miſſion. In
Darmſtadt ſelbſt ſteht im Vordergrunde das große Kran=
kenhaus
des Mutterhauſes mit ſeinen 184 Betten, in denen

len in wenigen Sekunden im Kopfe zu multiplizieren,
dividieren, quadrieren, radizieren.
Das Intereſſante und Verblüffende an dem ganzen
Verfahren iſt, daß es unzählige Variationen zuläßt, die je
nach Art der Zahl und deren Zuſammenſetzung Verein=
fachungen
und Erleichterungen gewähren, die man gerade=
zu
als phänomenal bezeichnen muß.
Soll zum Beiſpiel die Zahl 998 mit 891 multipliziert
werden, ſo werden wir zuerſt einmal nach Dr. Ferrol die
beiden Zahlen einfach addieren:
998
- 891
1889 (1 bleibt weg);
die beiden Zahlen 998 bezw 891 zu 1000 ergänzt, geben:
2 bezw 109.
alſo das Produkt von
2X109 gibt 218,
998X891889 218.
Es könnten noch unzählige ähnliche Beiſpiele mit
anderen verblüffenden Vereinfachungen aufgezählt wer=
den
, doch würde es im Rahmen dieſer kurzen Würdigung
zu weit führen, näher auf alle die Schönheiten des Ferrol=
ſchen
Multiplikations= und Diviſionsverfahrens einzu=
gehen
.
Es gehört auch der richtige Sinn für die Zahl dazu,
den ſich jeder bei Befolgung der Lehren von Ferrol in
Kürze aneignen kann, um ſofort herauszufinden, welche 100. Geburtstag von John Brinckman, 3. Juli.). Das
ſind.
Wird ſelbſt ein Teilreſultat irrtümlicherweiſe falſch ein=
geſetzt
, zum Beiſpiel 165, ſo wird das Endreſultat
ſchließlich doch richtig. Der Fehler eliminiert ſich von
ſelbſt; er wird von den übrigen richtigen Zahlenkombina= Herzen der Vielen eingezogen, und doch gebührt nicht nur
tionen, man möchte faſt ſagen, einfach als Fremdkörper
wieder abgeſtoßen.
geheuere praktiſche Bedeutung dasſelbe ſpeziell für den tiefung in das Geſamtwerk des Meiſters neue Schätze der
Schulunterricht beſitzt, erhellt von ſelbſt. Man braucht
nur einem Vortrag von Dr. Ferrol beizuwohnen, und zu meinheit doch immer der Verfaſſer des humoriſtiſchen
beobachten, wie die Zuhörerſchaft anfangs ruhig gelaſſen

den Ausführungen folgend ſich immer mehr und mehr an
den Worten des Vortragenden erwärmt; wie das Inter=
eſſe
, die Bewunderung, das Erſtaunen jedes Einzelnen
ſich immer mehr und mehr ſteigert, und wie ſchließlich
alles laut und freudig dem Vortragenden die Reſultate
zuruft, noch kaum, daß die zu löſende Aufgabe recht an=
gegeben
wurde.
In ſeinem Buche Das Ferrolſche neue Rechnungs=
verfahren
behandelt der Verfaſſer ſehr eingehend die ver=
ſchiedenen
Rechnungsoperationen, ſowie faſt alle algebra=
iſchen
Diſziplinen, ferner Zinſeszins= und Lebensverſiche=
rungsrechnungen
, und ſchließlich ſogar Beiſpiele aus der
Phyſik. Das Studium dieſes hochintereſſanten Werkes
kann nur jedem, der die Schönheiten der Ferrolſchen Zah=
lenwelt
näher kennen lernen will, wärmſtens empfohlen
werden. Schließlich wäre noch zu erwähnen, daß von
ehemaligen dankbaren, begeiſterten Schülern Dr. Ferrols
in Bonn eine Geſellſchaft gegründet wurde, die Ferrol=
Geſellſchaft, die in uneigennütziger Weiſe beſtrebt iſt, für
die Verbreitung und allgemeine Einführung des Ferrol=
ſchen
Rechnungsverfahrens Sorge zu tragen.

Feuilleton.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
ck. Das Urbild des Kaſper=Ohm (Zum
Vereinfachungen gerade für den beſtimmten Fall geeignet Dreiblatt der plattdeutſchen Klaſſiker, Reuter, Groth und
Brinckman, hat ſehr verſchiedene Schickſale beim deutſchen
Intereſſant iſt es auch, daß zum Beiſpiel beim Wurzel= Publikum erfahren. Während Fritz Reuter ſogleich der
ziehen nach Dr. Ferrol ein Fehler ganz ausgeſchloſſen iſt. gefeierte Liebling eines großen Kreiſes wurde und Klaus
Groth mit ſeinem Quickborn bewundert in den Kreis
der großen Dichter eintrat, iſt die Liebe zu John Brinck=
man
auch an ſeinem 100. Geburtstag noch nicht in die
dem großartigen Novelliſten, dem prächtigen Erzähler,
ſondern auch dem wundervollen Lyriker des Vagel Grip
Wie einfach das ganze Verfahren iſt und welch un= ein Ehrenplatz in unſerer Literatur. Wenn ſo eine Ver=
Poeſie ans Licht fördern wird, ſo dürfte er für die Allge=
Meiſterwerkes Kaſper=Ohm un ick bleiben, an das ſich

der eigentliche Ruhm ſeines Namens knüpft. In dem
Helden dieſes ſo lebendig geſehenen Charakterbildes hat
er nicht nur eine der beſten komiſchen Figuren der Welt=
literatur
geſchaffen, ſondern auch die ausgezeichnetſte Dar=
ſtellung
des Hanſeſchen Seebären aus einer heute ver=
ſchwundenen
Zeit der Schiffahrt, die nur in den glänzend=
ſten
Figuren der engliſchen Romane von Fielding und
Smollett Parallelen findet. Brinkman hat zwar anfangs
geleugnet, daß er dieſe urwüchſige Geſtalt der Wirklichkeit
entnommen habe; er erklärte ausdrücklich, er habe nicht
eine beſtimmte Roſtocker Perſon zu zeichnen beabſichtigt,
dennoch erkannten die Naheſtehenden deutlich, daß der le=
bensſprühende
Käppen Pött nicht weit von ihnen in der
Kosfelderſtraße wohne und dem ehrſamen Kaufmann
Kaſper Töppe aufs Haar ähnlich ſähe. Die Tochter des
Urbildes kam entrüſtet zu der Gattin des Dichters ge=
laufen
und ſagte vorwurfsvoll: Aber, Eliſe, wie konnteſt
Du nur leiden, daß er ſo etwas ſchrieb! In den Gloſſen
zu Kaſper=Ohm hat das Brinckman ſelbſt ſpäter zuge=
ſtanden
. Ich ſchmeichle mir, ſo berichtet er von Freund
Töppe, ſein getreuer Biograph geweſen zu ſein, wenn
ich dies eben aus Familienzückſichten auch in der Vorrede
zu der erſten Ausgabe noch nicht zugeben durfte. Die
Züge, welche der niederdeutſche Seemann des vorigen
Jahrhunderts von Kolberg bis Emden vereinzelt bietet,
fanden ſich bei ihm vereinigt. Mut und Gottesfurcht,
Tätigkeit und Sparſamkeit, Rechtsſinn und Freimütig=
keit
, aber auch eine an die Grenzen des Rohen ſtreifende
Derbheit und alberne Vornehmtuerei, aus Geld= Fami=
lien
= und Kaſtenſtolz gemiſcht, aber auch eine Portion gro=
tesken
Eigendünkels und ſkurilen Beſſerwiſſens neben
einer kleinen Quote kleinlicher Abgunſt, die ihre tiefen
Schlagſchatten über jene liebenswürdige und ſchöne
menſchliche Seite werfen und nicht ſelten dann in eine
Rodomontade ausarten. Gerade auf dieſen Kontraſten
beruht der Humor, dem der Kaſper=Ohm einem unbefan=
genen
Leſer bietet. Auch der prächtige Neffe dieſes wür=
digen
Onkels, der ſo recht den Roſtocker Bürgerjungen mit
all ſeinen tollen Streichen darſtellt, gehört dem wirklichen
Leben an; Brinckman hat ihm die ſchönſte Friſche des
Lebens aus ſeinen eigenen Erinnerungen geliehen, und
ſo ſteht denn dieſes humorvolle Paar von Onkel und
Neffe nicht unebenbürtig neben den zwei ähnlichen Geſtal=
ten
eines anderen unvergeßlichen bumoriſtiſchen Meiſter=

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli

1914.

1205 Kranken gedient werden konnte. Der weitaus größte
Teil der Kranken wird in der dritten Klaſſe verpflegt, ge=
hört
alſo den unteren Ständen an. Es wurden in dem
vergangenen Jahre nicht unerhebliche Neubauten aufge=
führt
, ſo der Pfortenbau mit Wartezimmer und der Zwi=
ſchenbau
an der Frauenſtation, der Tagesraum für die
Krankenſtation und das völlig neu eingerichtete Röntgen=
kabinett
.
Daran ſchließt ſich die Kinderſchule und Krippe, in
denen junge Schweſtern in der Kinder= und Säuglings=
pflege
unterwieſen werden, und die ſtets voll beſetzt ſind.
Ferner ſchließt ſich hier das Marthahaus an mit ſeinen
verſchiedenen Zweigen: der Haushaltungsſchule, in der
68 junge Mädchen eine Ausbildung fürs Leben erhielten,
der Magdeherberge mit Stellenvermittelung, die von 233
herbergenden und von 1011 ſtellenſuchenden Mädchen in
Anſpruch genommen wurde, das Penſionshaus, in dem
32 Penſionärinnen dauernd Verpflegung fanden, und
ſchließlich das Hoſpiz für durchreiſende Damen, das 235
Gäſte beherbergen konnte.
Die Betriebseinnahmen des Jahres 1913 beliefen ſich
auf 243 104 Mark, unter denen ſich 22153 Mark Liebes=
gaben
befanden. Die Betriebsausgaben (ohne die Bau=
rechnung
) betrugen 257345 Mark, ſo daß 14 241 Mark ohne
Deckung blieben. Die Schuldenlaſt des Hauſes beträg:
rund 200000 Mark.
Das Bedürfnis an weiteren Mitteln und vor allem
an weiteren perſönlichen Kräften iſt groß, mehr als vierzig
Schweſtern werden zurzeit von dem Mutterhaus begehrt,
ohne daß ſie geſtellt werden können. Es iſt hier weiter
Raum für eine Betätigung der chriſtlichen Frau in ſelbſt=
loſem
und darum begluckendem Dienſt, von dem man nur
wünſchen kann, daß er mehr genutzt werde, zum Heile
unſeres Volkes.
Eberſtadt, 2. Juli. (Ein tödlicher Unfall) er=
eignete
ſich heute früh 6.30 Uhr im hieſigen Transformator=
gebäude
der Straßenbahn. Der mit Anſtreicherarbeiten be=
ſchäftigte
Weißbinder Georg Delp von hier kam, obwohl
er mit den Vethältniſſen vertraut war, mit der Hochſpann=
leitung
in Berührung und wurde vom Strom auf der
Stelle getötet. Der Verunglückte hinterläßt eine
Witwe mit fünf Kindern.
Vom ſüdlichen Odenwalde, 1. Juli. ( Heidel=
beer
= und Heuernte.) Zur Blütezeit verſprachen
die Heidelbeerſträucher eine überreiche Ernte. Nachdem
die Reifezeit eingetreten iſt, ſieht man, welchen Schaden
Kälte und Näſſe angerichtet haben. Je nach der Lage fällt
die Ernte noch befriedigend aus, oft aber auch ſehr ge=
ring
. Die Früchte werden pro Pfund mit 18 Pfg. be=
zahlt
, der erſte Preis betrug 20 Pfg. In einzelnen Ge=
meinden
haben die Heidelbeerferien begonnen, andere fol=
gen
Ende der Woche nach. Der Beginn der Heuernte
war von ungünſtiger Witterung beeinträchtigt, und man
befürchtete ſchon, der Schaden durch die Hagelwetter ver=
größere
ſich noch durch eine verregnete Heuernte. Dieſe
Sorge iſt jetzt überwunden, denn ein großer Teil des
Wieſenertrags iſt in beſter Qualität eingeheimſt worden.
Rüſſelsheim, 2. Juli. (Ueber die Verſorgung
der Gemeinde mit Waſſer) und die Durchführung
der Entwäſſerung, die mit der Errichtung einer Kläranlage
am Main verbunden werden ſoll, beſchloß der Ge=
meinderat
. Die Kulturinſpektion, die ſchon vor geraumer
Zeit einen Plan für das Projekt der Waſſerverſorgung
ausgearbeitet hat, wurde mit der Ausführung der geſam=
ten
Vorarbeiten zur beſchleunigten Verwirklichung der bei=
den
Projekte beauftragt. Die Frage, ob ein eigenes Waſ=
ſerwerk
erbaut oder der Anſchluß an das neue Mainzer
Waſſerwerk bei Hof Schönau vollzogen werden ſoll, bleibt
vorerſt noch offen.
Seligenſtadt, 1. Juli. (Ertrunken) iſt hier der in
den Dunlopwerken in Hanau beſchäftigt geweſene 18 Jahre
alte Karl Andraſchky. Er wurde beim Baden von einem
Herzſchlag ereilt. (Ueberfall.) Ein 35 Jahre alter
Arbeiter aus Offenbach wurde am Sonntag mittag von
einem unbekannten Handwerksburſchen unweit der Stadt
überfallen. Schon an der ſogenannten Tannenmühle ge=
ſellte
er ſich zu ſeinem Opfer, bis er einen günſtigen Mo=
ment
abwartete, um ſeinen Begleiter zu berauben. Schein=
bar
wehrte ſich der Ueberfallene und wurde derart be=
arbeitet
, daß er hoffnungslos im hieſigen Kreiskranken=
haus
daniederliegt. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede
Spur.
Mainz, 1. Juli. (Das Exploſionsunglück im
Fort Marienborn.) Das hieſige Gouvernement
teilt über das Exploſionsunglück in der Waſſerſtoffgas=
anſtalt
des Forts Marienborn folgendes mit: Am Diens=
tag
, den 30. Juni, um 7 Uhr vormittags, wurde die beim
Exerzierplatz Marienborn befindliche Waſſerſtoffgasanſtalt

in Betrieb geſetzt, um eine Ballonfüllung herzuſtellen. Am
Nachmittag um 5½ Uhr war das Gas für die Füllung
fertiggeſtellt und komprimiert. Es wurden hierauf der
Entwickler und der Gaſometer entleert und die Lüftungs=
anlagen
noch eine Stunde in Betrieb gehalten. Alle Fen=
ſter
waren während des Betriebes und der darauffolgen=
den
Nacht geöffnet. Am Mittwoch, 1. Juli, begann um
7½ Uhr vormittags die Reinigung der Apparate und Ma=
ſchinen
der Gasanſtalt. Nach wenigen Minuten erfolgte
eine Exploſion im Entwickelungsraum, wobei die hierin
befindlichen Mannſchaften gegen die Wand geſchleudert
wurden und ſtarke Brandwunden erlitten. Der Muske=
tier
Wagner, 3. Komp. Inf.=Regt. Nr. 88, war ſofort tot.
Der Musketier Häuſer, 8. Komp. Inf.=Leibregts. Nr. 117,
verſtarb kurz nach der Einlieferung in das Garniſonlaza=
rett
. Die Musketiere Hock, 6. Komp. Inf.=Regt. Nr. 87,
und Fay, 4. Komp. Inf.=Leibregt. Nr. 117, wurden leicht
verletzt. Die Unterſuchung über die Entſtehungsurſache
iſt im Gange.
* Mainz. 2. Juli. (Im Mainzer Krematorium)
haben im zweiten Quartal 1914 99 Einäſcherungen ſtatt=
gefunden
. Von dieſen waren 25 aus Wiesbaden, 15 aus
Mainz, 7 aus Köln, 6 aus Bonn, 5 aus Düſſeldorf, je 4
aus Godesberg und Kreuznach, je 3 aus Aachen, Krefeld
und Saarbrücken, je 2 aus Koblenz und Darmſtadt,
je eine aus Alzey, Auerbach, Bensheim, Birkenfeld, Bier=
ſtadt
, Bodenheim, Boppard, Duisburg, Forbach, Frank=
furt
a. M., Gonſenheim, Kaſſel, Kirn, Kirberg, Mül=
heim
a. d. Moſel, Nymegen, Nieder=Lahnſtein, Oppenheim,
Stromberg und Zweibrücken. Unter den Eingeäſcherten
waren 60 männliche und 39 weibliche Perſonen. Der Re=
ligion
nach waren 80 evangeliſch, 9 katholiſch, 2 altkatho=
liſch
, 5 iſraelitiſch und 3 Diſſident.
Worms, 2. Juli. (Beendigung des Ausſtan=
des
der Möbeltransportarbeiter.) Auf der
Grundlage, wie ſie in den Verhandlungen vor dem Aus=
ſtand
geſchaffen war, iſt geſtern abend die Verſtändigung
erfolgt. Die Arbeit iſt ſogleich wieder aufgenommen
worden.
Sprendlingen i. Rh., 2. Juli. (Unglücksfall.)
Der Ackerer Philipp Rettinger begab ſich in den Garten,
um aus einem dort befindlichen offenen Brunnen Waſſer
zu ſchöpfen. Bei dieſer Beſchäftigung muß der Mann
ausgerutſcht ſein und ſtürzte in den Brunnen.
Trotzdem Hilfe raſch zur Stelle war, konnte er nur noch
als Leiche aus dem Brunnen hervorgeholt werden.
Armsheim, 2. Juli. (Folgen eines Scherzes.)
Der Polizeidiener Martin hatte beim Gang aufs Feld ein
Kind auf einen Ochſen geſetzt. Er hatte es wohl auch ge=
halten
, aber doch nicht verhindern können, daß das Kind,
nachdem das Tier unruhig wurde, abſtürzte. Der Ochſe
ſchlug um ſich und traf das Kind, das heftig blutete. In
der Meinung, das Kind ſei tot, rannte der Mann nach
Hauſe, brachte ſich zwei Schüſſe bei, und nachdem dieſe die
beabſichtigte Wirkung verfehlten, erhängte er ſich in
ſeinem Hauſe.
(*) Gießen, 1. Juli. (Das Univerſitäts= Stif=
tungsfeſt
) fand heute in der Aula ſtatt im Beiſein der
Studentenſchaft, der Profeſſoren, der ſtaatlichen und ſtädti=
ſchen
Vertreter. Die Kapelle des Infanterie=Regiments
eröffnete die Feier durch ein Muſikſtück; Rektor Profeſſor
Dr. Eck hielt die Feſtrede. Ein Frauenchor und ein ge=
miſchter
Chor ſangen. Um 5 Uhr ſchloß ſich in Steins
Garten eine gemütliche Feier an, die bei Muſik und Tanz
bis ſpät abends dauerte.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 1. Juli. Der bisherige
Beigeordnete Dr. jur. Kühn in Berlin=Oberſchöneweide
iſt als Bürgermeiſter der Stadt Wetzlar auf 12 Jahre
beſtätigt worden. Die Schaffung von Urnen=
hallen
und Friedhofs=Urnenhainen in
Groß=Berlin hat in der letzten Zeit erhebliche Fortſchritte
gemacht Für eine Anzahl Gemeindefriedhöfe iſt die Bei=
ſetzung
von Aſchenreſten durch Nachträge zur Friedhofs=
ordnung
feſtgelegt worden; für die Beiſetzung dienen be=
ſondere
Urnenfelder. Einige Gemeinden planen oder be=
ſchloſſen
bereits den Bau von Urnenhallen. Die Urnen=
halle
im Erdgeſchoß der Kapelle auf dem neuen Schöneber=
ger
Friedhof in der Eythſtraße wird demnächſt in Benutz=
ung
genommen. Auch der Vorſtand der Berliner jüdiſchen
Gemeinde wird ſich mit der Frage der Anlage eines Ur=
nenhaines
und einer Urnenhalle auf dem jüdiſchen Fried=
hof
in Weißenſee beſchäftigen, da aus den Kreiſen der Ge=
meindemitglieder
um die Schaffung dieſer beiden An=
lagen
gebeten worden iſt. Im Hauſe der Schumann=
ſtraße
wurde der Arbeiter Röhrig nachts nach vorherge=

gangenem Streit von ſeiner Frau durch mehrere Re=
volverſchüſſe
lebensgefährlich verletzt. Die
Frau iſt geſtändig. Nach jahrzehntelangem Wirken für
die Stadt Berlin werden die Leiter der beiden
ſtädtiſchen Irrenanſtalten Dalldorf und
Herzberge, Geh. Rat Dr. Sander und Geh. Obermedi=
zinalrat
Dr. Möli, Ende September in den Ruhe=
ſtand
treten. Heute nacht wurde im Treptower Park
ein 24 Jahre alter Mann mit zwei Schußwunden
im Kopfe tot aufgefunden. Anſcheinend handelt
es ſich um einen Raubmord. Am 8. Juli werden
etwa 200 amerikaniſche Aerzte, die ſich auf einer
Studienreiſe durch Europa befinden, in Berlin eintreffen.
Wiesbaden, 1. Juli. (Mildes Urteil.) Der 23 jäh=
rige
Landwirt Peter Seck junior aus Eiſenbach bei Lim=
burg
an der Lahn, der am Abend des 5. Januar dieſes
Jahres ſeinen Vater, den Landwirt Peter Seck IV., wäh=
rend
eines Disputes durch zwei Revolverſchüſſe, ſowie
durch einen Stoß, wodurch der Vater einen Schädelbruch
erlitt, tötete, wurde heute vom Schwurgericht in Wies=
baden
wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu drei
Jahren Gefängnis verurteilt.
Mannheim, 2. Juli. (Exploſion.) In der Frucht=
putzerei
der Kunſtmühle von H. Hildebrand und Söhne im
Induſtriehafen war lt. N. Bad. Ldsztg. heute früh um
½6 Uhr ein größeres Schadenfeuer ausgebrochen. Die
Maſchineneinrichtung und der Dachſtock wurden vollſtän=
dig
zerſtört. Die Urſache iſt Staubexploſion. Der Brand
wurde von der Berufsfeuerwehr gelöſcht. Der Schaden
iſt bedeutend und wird auf mehrere hunderttauſend Mark
geſchätzt. Menſchen ſind nicht zu Schaden gekommen.
Oberhauſen, 2. Juli. (Unterſchlagung.) In
Oſterfeld veruntreute der bei einer Tiefbaufirma angeſtellte
Buchhalter Hülken 20000 Mark und flüchtete dann.
Kaiſerslautern, 2. Juli. (Das Befinden des
verunglückten Herzogs von Oldenburg) iſt
den Umſtänden nach gut. Er befindet ſich außer Gefahr.
Auch die übrigen Verletzten befinden ſich auf dem Wege
der Beſſerung. Ueber die Urſache des Unglücks iſt nichts
Genaues feſtgeſtellt worden. Entgegen der Ausſage des
Chauffeurs, daß die Steuerung verſagt habe, iſt feſtgeſtellt
worden, daß dieſe vollkommen intakt iſt.
Stuttgart, 2. Juli. (Der König und die Köni=
gin
von Württemberg) haben ſich heute vormittag
von Bebenhauſen zu einem mehrmonatigen Aufenthalt
nach Friedrichshafen begeben. Am Samstag erhalten ſie
dort den Beſuch des Großherzogspaares von Sachſen=
Weimar.
Aachen, 2. Juli. (Zum Tode verurteilt.) Der
aus dem Kreiſe Saarbrücken ſtammende Bergmann Pfaff,
der ſeine Frau und die Frau des Bergmannes Huſter er=
mordete
, wurde vom Schwurgericht zum Tode und zu 10
Jahren Zuchthaus verurteilt.
Dortmund, 2. Juli. (Die gefährlichen Sioux=
Indianer.) In einer hieſigen Wirtſchaft kam es zu
einem heftigen Streit zwiſchen mehreren Gäſten und
Sioux=Indianern, die gegenwärtig in einem Zirkus hier
auftreten. Von den zu Hilfe eilenden Schutzleuten wur=
den
zwei verletzt, davon einer ſehr bedenklich.
Deſſau, 2. Juli. (Aus Anlaß der Silbernen
Hochzeit des Herzogs und der Herzogin) be=
willigte
der anhaltiniſche Landtag 100000 Mark für wohl=
tätige
Zwecke.
Hamburg, 2. Juli. (Ein 84 Jahre alter Düp=
pelveteran
) nahm heute in einem Flugzeug als Paſſa=
gier
an einem dreiviertelſtündigen Fluge teil.
Der alte Herr dürfte wohl der Senior der Fluggäſte ſein.
Hamburg, 2. Juli. (Hiſtoriſcher Fund.) Auf
dem Gelände der Korrektionsanſtalt und des Botaniſchen
Gartens in Fuhlsbüttel wurden über 200 Urnen aus der
Uebergangszeit zwiſchen dem älteren und dem jüngeren
Eiſenſteinzeitalter gefunden.
Magdeburg, 2. Juli. (Selbſtmord.) Heute früh
wurden in einem Hauſe der Arndtſtraße die Frau Luiſe
Winter und deren 14jähriger Sohn bewußtlos und ihre
19jährige Tochter aus erſter Ehe tot aufgefunden. Die
Frau hatte von der Küche Leuchtgas nach dem Schlaf=
zimmer
geleitet. Der Grund zu der Tat liegt in Fami=
lienzwiſtigkeiten
.
Leipzig, 2. Juli. (Die Univerſität Leipzig)
hat eine Unfallverſicherung für Studenten geſchaffen. Für
die Aſſiſtenten und die Medizinalpraktikanten hat ſie einen
Verſicherungsvertrag mit der Leipziger Verſicherungs=
geſellſchaft
abgeſchloſſen.
Leipzig, 2. Juli. (Eine aufſehenerregende
Ermahnung an die Geſchworenen) richtete heute
der Vorſitzende des Schwurgerichts, Landgerichtsdirektor
Dr. Mond. In der vorigen Schwurgerichtsperiode hatten
die Geſchworenen einen Bäcker von der Anklage des

werkes der Weltliteratur, neben den Helden des Onkel
Benjamin von Claude Tillier.
O. K. Statiſtiſches von der Bücherſtadt‟ Leipzig,
das in dieſem Jahre durch die imponierende Ausſtellung
der Bugra ſeine Stellung als Bücherſtadt an ſich
weithin ſichtbar macht, iſt nicht nur der Mittelpunkt des
deutſchen Buchhandels, ſondern des Weltbuchhandels über=
haupt
. Das beweiſt eine inhaltsreiche ſtatiſtiſche Arbeit
von Dr. Paul Roth, die vom Verein der Buchhändler zu
Leipzig den Beſuchern der Ausſtellung gewidmet iſt. Da=
nach
verzeichnet das neueſte Leipziger Adreßbuch 12394
Buchhändlerfirmen, die ihre Niederlagen in Leipzig haben.
9482 davon ſind reichsdeutſche, 1104 haben ihren Sitz in
Oeſterreich, 349 in der Schweiz. Die übrigen europäiſchen
Länder ſtellen 1123 Firmen, Amerika 234, Aſien 49, Auſtra=
lien
14, Afrika 39. Ueber die Ausdehnung des Leipziger
Geſamtbuchhandels läßt ſich auf Grund einer Umfrage
wenigſtens eine annähernde zahlenmäßige Angabe machen.
Wenn auch nur 239 Firmen die Fragebogen ausfüllten,
ſo repräſentieren dieſe Firmen doch etwa zwei Drittel des
Leipziger Buchhandels. Von dem auf dieſe Weiſe gewon=
nenen
Material ſind die Ziffern über den Verſand beſon=
ders
imponierend. Von den Firmen, die den Fragebogen
beantworteten, wurden im Jahre 1913 32154813 Kilo=
gramm
Bücher per Bahn und 12897583 Kilogramm per
Poſt expediert, im ganzen über 45 Millionen, ſo daß, da
hier nur zwei Drittel berechnet ſind, der Verſand des Leip=
ziger
Geſamtbuchhandels 67½ Millionen Kilogramm
Bücher betragen dürfte. Nimmt man nach der Zollſtatiſtik
des Reiches an, daß 5 Kilogramm Bücher im Durchſchnitt
einen Wert von 4 Mark haben, ſo würde ſich der Geld=
wert
aller im Jahre 1913 verſandten Bücher auf rund 270
Millionen Mark ſtellen. Für dieſe Rieſenmengen waren
für mehr als 1050000 Mark Packmaterial nötig. Welch
ungeheure Quantitäten dies Packmaterial darſtellt, wird
an zwei Beiſpielen veranſchaulicht. Sucht man auf Grund
der ausgefüllten Fragebogen wieder die Geſamtſumme zu
ermitteln, ſo hatten die verbrauchten Pappen einen Wert
von 540000 Mark und würden aufeinandergehäuft einen
Stoß von etwa 12600 Meter Höhe ergeben, alſo die höch=

ſten Berggipfel der Erde überragen; mit dem verbrauchten
Bindfaden, der 204000 Mark koſtete und insgeſamt eine
Länge von 28500 Kilometern aufwies, könnte man die
Länge der Sibiriſchen Eiſenbahn mehr als dreimal be=
ſpannen
. Die Gehälter und Löhne, die die 239 Firmen zahl=
ten
, betrugen 1913 rund 7 Millionen Mark, und da dies
nur zwei Drittel der Geſamtſumme darſtellt, im ganzen
10½ Millionen Mark. Die Geſchäftsräume der betreffen=
den
Firmen umfaßten etwa 16 Hektar, während die Länge
ihrer ſämtlichen Bücheregale 300 Kilometer betrug. Die
Geſchäftsräume aller Leipziger Firmen würden danach
einen Raum von 24 Hektar bedecken, während die Länge
der Bücherregale 450 Kilometer betrüge. Das Poſtporto
der Firmen, die den Fragebogen ausfüllten, betrug 2¾
Millionen Mark. Der Leipziger Geſamtbuchhandel hätte
alſo danach im Jahre 1913 4 Millionen Mark an Porto
an die Poſt abgeführt.
B. Gluck auf der Probe. Als Gluck, der deutſche Mei=
ſter
, deſſen 200. Geburtstag wir feiern, mit ſeiner neuen,
edlen natürlichen Kunſt in die abgelebte Welt der Pariſer
Kultur trat, da wirkte ſchon ſeine ganze Erſcheinung fremd
und andersartig in dem parfümierten Rokokoreich des
franzöſiſchen Theaters. Den deutſchen Bären nannte
ihn das leichte, elegante Volk der Pariſer Komödianten,
und wirklich tobte der derbe leidenſchaftliche Mann wie
eine Urgewalt auf den Proben, um den Geiſt ſeiner Werke
Sängern und Muſikern aufzudrängen. Wie ein Beſeſſe=
ner
lief er von einem Ende des Orcheſters zum anderen
berichtet ein zeitgenöſſiſcher Beobachter, bald waren es die
Violinen und die Bäſſe, bald die Hörner und Bratſchen,
die ſeine Gedanken ſchlecht wiedergaben. Er klopfte kurz=
weg
ab, ſang ihnen die Stelle mit ſeiner rauhen Stimme
vor und klopfte gleich darauf von neuem ab, indem er aus
voller Kehle ſchrie: Das iſt keinen Teufel wert! Als die
gefeierte Sängerin Arnould ſich weigerte, die Iphigenie
zu ſingen, weil es dabei keine großen Arien gäbe, ſagte er,
ſie ſolle erſt einmal kleine Sachen nicht ſchreien, ſondern
ſingen lernen, und da ſie nun krank werden wollte, erklärte
er kaltblütig, er habe bereits einen Erſatz für ſie, worauf
die geiſtreiche Sängerin ſogleich wieder geſund war. Sie
rächte ſich an ihm, indem ſie ſeine alte runde Perücke, die
ihm bei dem wilden Herunttoben immer wieder vom

Kopfe fiel, mit burlesker Gravität aufhob und unter dem
Gelächter der anderen wieder auf den Kopf ſetzte. Als
der Darſteller des Orpheus, Le Gros, den wilden die
Muſik übertönenden Aufſchrei der Klage nicht finden
onnte, ſagte Gluck ſchließlich wütend: Sie ſchreien immer,
wenn Sie ſingen ſollen. Nun können Sie’s nicht. Schreien
Sie einfach ſo ſchmerzvoll, als ob man Ihnen ein Bein ab=
ſägte!
Auf dieſen Rat hin gelang dem Sänger die fremd=
artige
Anforderung beſſer .
b. Othello ohne Hoſenboden. Uns wird geſchrieben:
Eine höchſt programmwidrige Szene hat ſich dieſer Tage
in einem Sommertheater bei Petersburg zugetragen. Man
gab den Othello‟ Die junge, bildhübſche Schauſpielerin,
die die Desdemona zu ſpielen hatte, beſaß einen Freund
und dieſer Freund anſcheinend eine Eiferſucht, die nicht
von Pappe war. Da er ſeine Angebetete nicht immer per=
ſönlich
beſchützen konnte, ſchenkte er ihr zu dieſem Zwecke
einen Zerberus, der hieß Pluto und unterſchied ſich von
dem richtigen Höllenhunde nur dadurch, daß er eine große,
auf den Mann dreſſierte Dogge war. Pluto=Zerberus alſo
geleitete ſeine Herrin allabendlich ins Theater und wieder
zurück und harrte während der Vorſtellung geduldig in
der Garderobe. Da hört unſer Pluto eines Abends es
war bei der Othelloaufführung ſeine Herrin auf der
Bühne kläglich ſchreien und ſtöhnen. Pflichtbewußt ſtürzt
er mit geſträubten Haaren und fletſchenden Zähnen auf
den Schauplatz des vermeintlichen Attentats und erblickt
ort einen ſchwarzen Mann in höchſt bedenklicher Stellung
über ſeine Herrin gebeugt. Ein Wutgeheul ſchon boh=
ren
ſich die ſcharfen Zähne in jenen, ihm gerade zuge=
wandten
Teil des Rückens. Beim Zurückſpringen reißt
das treue Tier die ganze Bekleidung des beſagten Körper=
teiles
, ſowie etliche Fetzen von Othellos Haut mit ſich.
Trotz dieſes ungemein realiſtiſch wirkenden, von echt ſhake=
ſpeariſchem
Geiſte durchwehten Intermezzos konnte der
Othello an dieſem Abend nicht mehr in der vom Verfaſſer
vorgeſehenen Weiſe zu Ende geſpielt werden. Der zu
einem Opfer ſeines Berufes gewordene Mime aber ver=
ſichert
grimmig, Othello werde Desdemona für ſeinen zer=
ſtörten
Hoſenboden ſchadenerſatzpflichtig machen von
weiteren Anſprüchen ganz abgeſehen.

[ ][  ][ ]

Nummer 180.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914

Seite 5.

Mordverſuchs an ſeiner eigenen Frau freigeſprochen. Dr.
Mond erklärte, daß die Zeitungen aller Parteirichtungen
dieſen Freiſpruch als Fehlſpruch bezeichnet haben. Der
Angeklagte ſei trotz ſeines Geſtändniſſes zu ſeinem eigenen
und zum größten Erſtaunen ſeiner Verteidiger freige=
ſprochen
worden. Dies ſei keine Rechtſprechung, ſondern
eine Rechtsbeugung. Die Geſchworenen ſeien an die Ge=
ſetze
gebunden. Er hoffe, daß ein derartiger unerhörter
Fehlſpruch nicht mehr vorkäme.
Sayda, 2. Juli. (Großfeuer.) Im ſächſiſchen
Erzgebirge äſcherte eine Feuersbrunſt elf Wohnhäuſer ein.
18 Familien ſind obdachlos geworden.
Labiau, 2. Juli. (Verbrannt.) Bei dem Brande
eines Wohnhauſes erſtickte in ſeiner Giebelſtube der Stein=
ſetzer
Kablitz; ſeine Schwiegermutter verbrannte.
Rom, 2. Juli. (Der 9 Jahre alte Kronprinz
Humbert) wurde auf Befehl des Königs in die erſte
Kompagnie der römiſchen Pfadfinder aufge=
nommen
.
Mailand, 2. Juli. (Waſſereinbruch im Simp=
ſontunnel
.) Der Perſonenzug Lauſanne-Mailand
wurde im Simplontunnel plötzlich von einer ge=
waltigen
Waſſermaſſe überraſcht, ſo daß die
Gefahr beſtand, den Waggons könnten die Geleiſe unter
den Rädern weggeſpült werden. Die Unterſuchung ergab
einen Bruch der Leitung, welche die größte gefährliche
Quelle im Tunnel abfängt.
Paris, 2. Juli. (Die amerikaniſchen Zoll=
behörden
.) Bei einem infolge einer Klage der ameri=
kaniſchen
Zollbehörde vor dem hieſigen Zivilgericht ſtatt=
gehabten
Prozeß wies der Anwalt der Angeklagten dar=
auf
hin, daß die amerikaniſche Zollbehörde bei dem hie=
ſigen
Generalkonſulat ein Ueberwachungsbureau unter=
hielte
, welches einen förmlichen Spionagedienſt eingerichtet
hätte, um die hieſigen Einkäufe der amerikaniſchen Staats=
angehörigen
zu kontrollieren und auf dieſe Weiſe feſtzu=
ſtellen
, ob die von denſelben eingeführten Waren auch
wirklich nach ihrem richtigen Wert deklariert würden.
Brüſſel, 2. Juli. (Bergarbeiterausſtand.)
Geſtern haben die meiſten Kohlengruben Belgiens infolge
der ſchlechten Geſchäftslage eine Verminderung der Löhne
um 10 Prozent eingeführt. Der größte Teil der Arbeiter
gab ſich damit zufrieden, etwa 2500 legten jedoch die Arbeit
nieder und drohen mit größeren Streiks, wenn ſich die
Grubenbeſitzer nicht mit ihnen einigen wollen.
Brüſſel, 2. Juli. (Raub.) Geſtern nachmittag über=
fielen
in einer Straße des Zentrums zwei Italiener und
ein Spanier den Angeſtellten eines Geſchäfts und raubten
12000 Francs. Ein Geheimpoliziſt, der dieſelbe Trambahn
benutzte, wie die Flüchtenden, verhaftete die Verbrecher.
Es handelt ſich jedenfalls um internationale Eiſenbahn=
diebe
. Man fand bei ihnen Dreimonatsabonnements 2.
Klaſſe für die Eiſenbahn.
London, 2. Juli. (Der irrſinnige Schütze.)
Vor dem Liverpooler Bahnhof zog plötzlich ein anſchei=
nend
irrſinnig gewordener junger Mann einen Revolver
und gab zwei Schüſſe ab, wobei ein Zeitungshändler ge=
tötet
wurde.
Petersburg, 2. Juli. (Blinde Ruſſen.) Nach
einer Meldung aus Lodz überfielen bei Serdelowitz
zwei Abteilungen der Grenzwache einander, da eine jede
von ihnen die andere für eine deutſche hielt. Zwei
Grenzſoldaten wurden erſchoſſen.
Konſtantinopel, 2. Juli. (Cholera.) Hier iſt eine
choleraverdächtige Erkrankung feſtgeſtellt worden.
Konſtantinopel, 2. Juli. (Die in Anatolien
gefallenen Wolkenbrüche) haben Ueberſchwem=
mungen
verurſacht. In Balikesri wird der angerichtete
Schaden auf 20 Millionen Francs geſchätzt.

Parlamentariſches.

* Vereinfachungskommiſſion. Unter dem
Vorſitz des Staatsminiſters Dr. v. Ewald fand eine
Sitzung der Kommiſſion zur Beratung über die Verein=
fachung
der Staatsverwaltung ſtatt. Zur Beratung ſtand
der Antrag der Abgeordneten Dr. Oſann, Dr. Stephan
und Wünzer auf Vermehrung der definitiven Richter= und
Staatsanwaltsſtellen. Nach den übereinſtimmenden Be=
ſchlüſſen
beider Kammern ſollte dieſer Antrag in der Kom=
miſſion
geprüft und dabei die Notwendigkeit der Schaf=
fung
jeder Stelle nachgewieſen werden. Die Erörterung
erſtreckte ſich auf die Amtsgerichte Darmſtadt I, Darm=
ſtadt
II, Offenbach, Mainz, Gießen, Friedberg und Bad
Nauheim und die Staatsanwaltſchaften Darmſtadt und
Gießen. Auf Grund eingehender, durch ſtatiſtiſches Ma=
terial
begründeter Aeußerungen der in Betracht kommen=
den
Stellen herrſchte in der Kommiſſion Uebereinſtimmung
darüber, daß entſprechend dem Vorſchlag der Regierung
für die Amtsgerichte Darmſtadt I und Friedberg zurzeit
von einer Vermehrung der Richterſtellen abzuſehen iſt,
während für die übrigen vorſtehend genannten Amts=
gerichte
die Notwendigkeit der Schaffung je einer definiti=
ven
Stelle allgemein anerkannt wurde. Wenn auch bei
den Staatsanwaltſchaften Darmſtadt und Gießen ſeit Jah=
ren
Hilfsſtellen beſtehen, an deren Aufhebung im Hinblick
auf die Geſchäftslaſt nicht gedacht werden kann, ſo ſieht
die Regierung doch von deren Umwandlung in definitive
Stellen zunächſt ab, weil ſeit dem Jahre 1902 ein Rückgang
der Kriminalität unverkennbar iſt. Die Kommiſſion trat
auch bezüglich der Staatsanwaltſchaften den Vorſchlägen
der Regierung bei.
* Der Finanzausſchuß der Zweiten Kam=
mer
hat beſchloſſen, den vom Staat vorgeſchlagenen Er=
werb
der Braunfelsſchen Braunkohlengruben und die Er=
weiterung
der Braunkohlengrube Ludwigshoffnung bei
Wölfersheim zurzeit abzulehnen, weil ſich aus den Unter=
lagen
nicht mit vollſtändiger Klarheit die Verhältniſſe
überblicken ließen und weil dem Ausſchuß die Entſchlie=
ßung
über ſo wichtige Vorlagen ſo kuz vor dem Schluß des
Landtages nicht mehr möglich erſcheint.

Luftfahrt.

* Leipzig, 2. Juli. Das Militärluftſchiff
Z. 6 iſt in der vergangenen Nacht gegen 12 Uhr zur
Fahrt nach Köln aufgeſtiegen.
* Krimapalanka, 1. Juli. Der deutſche Flieger
Max Schueler mit ſeinem Fluggaſt Ingenieur Seekatz
ſt geſtern von Berlin über Peſt und Belgrad bis Eri=
volanka
an der ſerbiſch=bulgariſchen Grenze geflogen
und hier wegen Benzinmangels bei heftigem Sturm nie=
vergegangen
.
* Paris, 2. Juli. Die Preisrichter des Wett=
ewerbs
für Sicherheitsvorrichtungen der
Flugzeuge haben dem amerikaniſchen Flugzeugerbauer
Sperry für ſeinen Kreiſelſtabiliſator einen Preis von
50000 Francs und dem Flugzeugerbauer Paul Schmidt
ür ſeinen mit verſtellbaren Tragflächen verſehenen Zwei=
decker
einen Preis von 30000 Francs zuerkannt.

Zur Ermordung des öſterreichiſchen
Chronfolgerpaares.

Die Ueberführung der Leichen. Die Trauerfeier.
* Trieſt, 1. Juli. Heute abend 7 Uhr iſt das
Schlachtſchiff Viribus Unitis begleitet von einer
Esladre, hier eingetroffen. Die Ueberführung der Leichen
nach dem Südbahnhof erfolgt morgen früh.
* Trieſt, 2. Juli. Die Ueberführung der
Leichen des Erzherzogs=Thronfolgers
Franz Ferdinand und ſeiner Gemahlin
von dem Schlachtſchiffe Viribus Unitis ans Land
und von da weiter nach dem Südbahnhof geſtaltete ſich
unter der Teilnahme aller Schichten der Bevölkerung zu
einer impoſanten Trauerkundgebung für die un=
glücklichen
Opfer des verabſcheuungswürdigen Attentates.
Schon in der frühen Morgenſtunde hatte ſich eine zahr=
reiche
Menſchenmenge, die nach Tauſenden zählte, am
Ufer eingefunden. Sämtliche Fahrzeuge im Hafen waren
ebenfalls dicht beſetzt. Auf der Riva San Carlo war ein
großer' Platz freigehalten, in deſſen Mitte zwei in Gold
und Schwarz drapierte Katafalke errichtet waren. Links
von dem Katäfalk ſtellten ſich die Generalität, die Admira=
lität
und das Offizierkorps mit dem Marinekommandan=
ten
an der Spitze auf, rechts von den Katafalken der Statt=
halter
Prinz zu Hohenlohe, die Spitzen der ſtaatlichen Be=
hörden
, der Bürgermeiſter mit dem Gemeinderat und die
übrigen hohen Zivilbeamten mit der geſamten Staatsbe=
amtenſchaft
und den Mitgliedern der Handelskammer. Zu
beiden Seiten der Riva hatten eine große Anzahl von
Korporationen, Vereinen, und Deputationen aus der In=
duſtrie
=, Schiffahrts=, Handels= und der Finanzwelt Auf=
ſtellung
genommen. Hinter den Katafalken ſtand die ge=
ſamte
katholiſche Geiſtlichkeit der Stadt, ſowie die Geiſt=
lichkeit
der anderen in Trieſt vertretenen Konfeſſionen, da=
hinter
die Marine=Ehrenkompagnie. Den ganzen Platz
umrahmten Studenten und Mittelſchüler.
Um 8 Uhr früh wurden die in die Kriegsflagge ein=
gehüllten
Särge von dem Schlachtſchiff auf einen ſchwarz=
verhüllten
Kahn gebracht, der, von einem Schlepper ge=
zogen
, gegen die Riva ſich in Bewegung ſetzte. Unter
dem Geſchützſalut der Kriegsſchiffe, dem Geläute der Kir=
chenglocken
und tiefem Schweigen der Trauergäſte, brach=
ten
Marineoffiziere die beiden Särge an Land, wo ſie auf
die Katafalke gehoben wurden. Die Gefolge der Ver=
blichenen
traten an die Katafalke heran, die Ehrenkom=
pagnie
und die übrigen Truppen präſentierten. Dann
wurde unter erneutem Geſchützſalut von Biſchof Karlin
unter großer Aſſiſtenz die Einſegnung vorgenommen.
Darauf formierte ſich der lange Zug. Die Särge wurden
auf zwei ſechsſpännige Galaleichenwagen gehoben. Voran
ſchritt hinter ſieben ſchwerbeladenen Blumenwagen die
geſamte Geiſtlichkeit. Es folgte der Leichenwagen der
Herzogin, dann der Leichenwagen des Erzherzogs. Da=
hinter
ſchritten die Mitglieder der Gefolge der Verbliche=
nen
, der Statthalter, der Marinekommandant, der Podeſta,
die Admirale und Generale. Dieſen ſchloſſen ſich das
übrige Trauergefolge, die Korporationen und endlich zwei
Kompagnien Militär an. Der Zug bewegte ſich durch ein
dichtes Menſchenſpalier, das ſich hinter dem Spalier der
Infanterie= und Marinemannſchaften, der Finanz=, Si=
cherheits
= und Munizipalwachen und der Feuerwehren in
allen Straßen drängt und in lautloſer Ergriffenheit ent=
blößten
Hauptes den impoſanten Zug paſſieren ließ.
Um 9½ Uhr traf der Zug vor dem ſchwarz drapierten
Südbahnhofe ein. Die Särge wurden von Marineunter=
offizieren
nach dem Bahnſteig gebracht. Die Ehrenbezei=
gungen
leiſtete die Ehrenkompagnie des bosniſch= herze=
gowiniſchen
Regiments. Darauf wurden die Särge in
den zu einer Kapelle umgewandelten Waggon gehoben
und auf Katafalke geſtellt, worauf Biſchof Pederzolli die
Leichen von neuem einſegnete. Dann wurden die Ver=
ſchlußtüren
des Wagens plombiert und das Gefolge der
Verblichenen beſtieg den Zug, der ſich um 9.45 Uhr in Be=
wegung
ſetzte, während die Trauergäſte und die Menſchen=
menge
ehrfurchtsvoll grüßten. Der Zug wird abends um
10 Uhr in Wien eintreffen.
* Wien, 2. Juli. Auf allen größeren Stationen,
die der Sonderzug mit den Leichen des Erzher=
zogs
Franz Ferdinand und der Herzogin
von Hohenberg auf der Fahrt von Trieſt nach Wien
berührte, waren die Spitzen der ſtaatlichen, der Landes=
und Kommunalbehörden, die Geiſtlichkeit, das Offizier=
korps
, Vertreter zahlreicher Vereine und Korporationen,
ſowie ein zahlreiches Publikum erſchienen, um den Toten
eine ſtumme Huldigung zu erweiſen. Auch auf den klein=
ſten
Stationen hatte ſich die Bevölkerung verſammelt und
verharrte in ſtiller Ergriffenheit während der Vorbeifahrt
des Zuges.
* Wien, 2. Juli. Der morgen nachmittag in der
Pfarrkirche der Hofburg ſtattfindenden Einſegnung
der Leichen des Thronfolgers und ſeiner
Gemahlin wohnen der Kaiſer, die Mitglieder der Kai=
ſerlichen
Familie, Prinz Heinrich von Preußen, die Her=
zöge
Albrecht. Philipp Albrecht, Albrecht Eugen und
Ulrich von Württemberg, Prinz Alphons von Bourbon
mit Gemahlin bei. Die Kinder des Thronfolgers bleiben
in Chlumetz und treffen erſt am Samstag früh in Wien
ein.
* Wien, 2. Juli. Die Beiſetzung des Erz=
herzogs
und der Herzogin von Hohenberg
erfolgt in Artſtetten am Samstag, vormittags 10.30
Uhr. Außer den Kindern des Thronfolgerpaares ſollen,
wie verlautet, Erzherzog Karl Franz Joſef, die Erzherzo=
gin
Zita, die Erzherzoginnen Maria Annunziata und Ma=
ria
Thereſia, Erzherzog Max und die Angehörigen der
Herzogin von Hohenberg anweſend ſein.
Neue Einzelheiten zu dem Attentat.
* Wien, 1. Juli. Ein hoher Hofbeamter, welcher
dem Gefolge des Erzherzogs angehörte und Zeuge bei
dem Attentat geweſen iſt, gibt der Korreſpondenz
Wilhelm eine Schilderung, wobei als neue Einzel=
heiten
hervorzuheben ſind: Von dem Badeort Ilidze,
wo das Erzherzogspaar einer ſtillen Meſſe beigewohnt
hatte, trat das Thronfolgerpaar die Fahrt nach Serajewo
um 10 Uhr vormittags an und fuhr zum Rathauſe. Wäh=
rend
dieſer 10 Minuten Dauer der Fahrt wurde das erſte
Bombenattentat ausgeführt. Der Erzherzog be=
mnerkte
den Wurf der Bombe, ſtand ſchnell im Auto=
mobil
auf und ſchleuderte ſie mit der
inken Hand gegen die Straße, wo die Ex=
bloſion
erfolgte. Ein Sprengſtück fiel 1½ Zentimeter vor
dem Benzinreſervoir des Automobils nieder. Das Thron=
folgerpaar
verließ das Automobil und der Erzherzog bat
die Herzogin von Hohenberg dringend, ſofort nach Ilidze
zurückzukehren und ihn dort zu erwarten Die Herzogin
erwiderte, ich bleibe bei Dir; wo Du biſt, will ich auch
ſein. Der Erzherzog gab ſchließlich nach und ſetzte die

Fahrt mit der Herzogin zum Rathauſe in einem der nach=
folgenden
Automobile fort. Auf dem Rückwege vom Rat=
haus
fielen bekanntlich die todbringenden Schüſſe. Die
erſte Kugel traf die Herzogin von Hohenberg in der Ge=
gend
der linken Hüfte, ſie drang beim Mieder nach rechts
in den Unterleib, die zweite Kugel drang dem Erzherzog
beim zweiten Diſtinktionsabzeichen des Generals der Ka=
vallerie
in den Hals und durchſchlug die Schlagader. Das
hohe Paar fiel nach vorn und hauchte, ohne viel zu lei=
den
, die Seele aus. Die Annahme, daß ein Komplott
zur Ermordung des Thronfolgers be=
ſtanden
habe, werde auch dadurch beſtätigt, daß von
etwa 20 Perſonen, die unter dem Verdacht, an dem Ver=
brechen
beteiligt zu ſein, verhaftet wurden, einige bereits
der Teilnahme im Komplott überführt worden ſeien.
Ein militäriſcher Nachruf.
* Berlin, 2. Juli. Das Militärwochen=
blatt
ſchreibt anläßlich des Hinſcheidens des
Erzherzogs=Thronfolgers: Als Opfer eines
verruchten Anſchlags iſt der Erzherzog plötzlich verſchieden.
Der in ſeinem langen Leben ſo oft und hart geprüfte Kai=
ſer
Franz Joſef und die mit ihrem allerhöchſten
Kriegsherrn uns verbündete öſterreichiſch=ungariſche Armee
ſind in tiefſte Trauer verſetzt. Mit dem Erzherzog
ſinken ſtolze Hoffnungen der verbünde=
ten
Armee ins Grab. Wem es je vergönnt war, ſich
dem verſtorbenen Erzherzog nahen zu dürfen, der ſtand
im Bann dieſer kraftvollen und zielbewußten Perſönlich=
keit
. Der ruhige und klare Blick ſeiner jetzt leider für im=
mer
geſchloſſenen Augen ließ jeden erkennen, daß hier ein
ganzer Mann und Soldat vom Scheitel bis zur Sohle
ſtand, deſſen unbeugſamer Wille den ſchwierigen Verhält=
niſſen
in der habsburgiſchen Monarchie Stand gehalten
hätte. Mit welchen zerbrochenen Gefühlen die öſterreichiſch=
ungariſche
Armee an der Bahre dieſes herrlichen Mannes,
der mit der vollſten Berechtigung ihr ganzer Stolz war,
ſteht, läßt ſich mit Worten nicht ausdrücken. Die deutſche
Armee, und in erſter Linie der Kaiſer mit
ſämtlichen Bundesfürſten ſind durch das Hin=
ſcheiden
des Erzherzogs ebenfalls ſchwer betroffen. Der
Erzherzog hat in mehrfachen Stellungen der deutſchen
Armee angehört; viele Regimenter dürften ſich der Ehre
rühmen, den hohen Herrn zu den ihrigen zu zählen. Die
deutſche Armee reicht in tiefſtem Mitgefühl und wärmſter
Kameradſchaft den Brüdern der öſterreichiſch=ungariſchen
Armee die Hand; über dem Sarkophag des entſchlafenen
Höchſtkommandierenden wollen wir beiderſeits geloben,
im Sinne des Dahingeſchiedenen auch ferner unverbrüch=
lich
feſtzuhalten in treueſter Waffenbrüderſchaft in Freud
und Leid.
Die ſerbenfeindlichen Kundgebungen.
* Wien, 1. Juli. Heute abend verſuchten 150 junge
Leute, Studenten, Handwerker uſw., welche ſpäter bis auf
500 anwuchſen, von mehreren Hauptſtraßen zur ſerbi=
ſchen
Geſandtſchaft zu ziehen. Infolge des
genügenden Wachtaufgebotes mißlang das Vorhaben. Die
jungen Leute demonſtrierten mit Rufen und Abſingen der
Volkshymne. Um 10 Uhr abends war die Kundgebung be=
endet
.
* Wien, 2. Juli. Im ganzen Zara=Bezirke in Dal=
matien
, in Metkowic haben Demonſtrationen
der Kroaten gegen die Serben ſtattgefunden.
In Fortopus wurde die griechiſch=orientaliſche Kapelle
zerſtört. Die Behörden haben Vorkehrungen getroffen, um
neue Ausſchreitungen zu verhindern.
* Peſt, 2. Juli. Am Biſchofsſitz Djakovo
erneuerten ſich geſtern die ſerbenfeindlichen Kund=
gebungen
. In der Franz Ferdinandſtraße wurden
mehrere ſerbiſche Häuſer zerſtört. Dem Biſchof Kropaz be=
reitete
die Menge Huldigungen. Auch in Brod fanden
große Ausſchreitungen ſtatt. Die ſerbiſche Kirche, die
Schule und viele Häuſer wurden verwüſtet. Sowohl in
Djakovo wie in Brod wurden die polizeilichen Maßnah=
men
verſchärft. Die an den Ausſchreitungen Beteiligten
wurden verhaftet.
Das Standrecht über Bosnien und Herzegowina.
* Serajewo 1. Juli. Nachdem ſich in Dolna,
Tuzla und Maglaj ähnliche Ausſchreitungen wie
in Serajewo wiederholt haben und in Gabella, Bezirk
Stolac, die dortige ſerbiſche Kirche von einem Haufen ka=
tholiſcher
und muſelmaniſcher Bauern geſtürmt und ver=
wüſtet
worden iſt, hat der Landeschef das Standrecht
über ganz Bosnien und die Herzegowina
verfügt.
Ein ſerbiſcher Offizier an dem Attentat beteiligt?
* Peſt 2. Juli. Die Abendblätter melden: Gravie=
rende
Indizien weiſen darauf hin, daß der Sekretär des
großſerbiſchen Vereins Narodna Obrana Major der
ſerbiſchen Armee Milan Pribicsewics an
dem Attentat beteiligt geweſen iſt, und daß
durch ſeine Vermittelung die Mörder die Bomben aus dem
Militärarſenal in Kragujewatz erhalten haben. Eine
authentiſche Beſtätigung dieſer Meldung liegt bisher noch
nicht vor. Pribicsevics war früher Oberleutnant in der
öſterreichiſch=ungariſchen Armee. Im Agramer Hochver=
ratsprozeß
wurde er zu einer Gefängnisſtrafe verurteilt,
ſpäter jedoch amneſtiert.
Die großſerbiſche Preſſe.
* Belgrad 2. Juli. Das Blatt Piemont
ſchreibt: Die Tat Princips findet ihre Erklärung in dem
bosniſchen Regierungsſyſtem. Der Umſtand, daß Princip
ſeinen Racheakt an dem heiligen Nationaltag Videvdan
verübte, welcher für die Vornahme der Manöver ausge=
wählt
war, läßt die Verzweiflungstat des jungen Mär=
tyrers
(!) verſtändlicher und natürlicher erſcheinen. Hätte
der Erzherzog nicht gerade am Videvdan in Serajewo Ova=
tionen
geſucht, lebte er wahrſcheinlich heute noch. Auch in
Serbien kommt niemand auf den Gedanken, die Tat Prin=
cips
zu glorifizieren. Während Princip ſich in durch die
Kerkerinquiſition verurſachten Schmerzen windet, wird der
tragiſche Tod des Erzherzogs und ſeiner Gemahlin von
allen Seiten beklagt, welche beide aus dem Leben ſcheiden
durch die Hand eines 19jährigen Jünglings, der die Hei=
matſcholle
, auf der er das Licht der Welt erblickt hat, bis
zur Unſinnigkeit geliebt hat.
* Neues Palais, 2. Juli. Der Kaiſer hat wegen
leichter Indispoſition die Reiſe nach Wien aufge=
geben
.
* Berlin, 2. Juli. Prinz Heinrich von
Preußen hat die Reiſe zu den Beiſetzungsfeierlich=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Nummer 180.

keiten nach Wien aufgegeben. Er fährt morgen
früh nach Kiel zurück.
* Belgrad, 1. Juli. Die für morgen angeſagte
Proteſtverſammlung gegen die von den Kroaten
in Serajewo, Agram und in anderen Orten veranſtalteten
ſerbenfeindlichen Kundgebungen wurde behördlich
verboten.

Gerichtszeitung.

* Weimar, 2. Juli. Der verantwortliche Redakteur
der ſozialdemokratiſchen Volkszeitung in
Jena, Kretſchmar, der wegen Beleidigung des
Frankfurter Landgerichts zu 20 Mark Geldſtrafe
verurteilt worden war, wurde in der Berufungsinſtanz
zu 300 Mark Geldſtrafe verurteilt. Kretſchmar
hatte das Urteil des Frankfurter Landgerichts gegen Roſa
Luxemburg als ein Schandurteil bezeichnet.
* Paris, 2. Juli. Das Zuchtpolizeigericht in Toul
verurteilte den angeblich ehemaligen deutſchen Lehrer
Theodor Burgard wegen Spionage zu 5 Jahren
Gefängnis, 1000 Francs Geldbuße und 5 Jahren Lan=
desverweiſung
. Die Verhandlung fand unter Ausſchluß
der Oeffentlichkeit ſtatt.
* Cherbourg, 2. Juli. Eva Hormeter, die ſeit
März d. J. wegen Spionage in Haft gehalten wurde,
iſt zu einem Jahr Gefängnis und tauſend
Francs Geldſtrafe verurteilt worden.

Turnen, Spiele und Sport.

* Der Mainzer Ruderverein in England ſiegreich. Der
Mainzer Ruderverein, der einzige deutſche Verein bei der
Royal=Henley=Regatta, ſiegte im heutigen Vor=
rennen
für den Grand Challenge Cup mit 7,22 Min. über
den engliſchen Achter des Jeſus College Cambridge.
* Fußballſport. Bei den baltiſchen Spielen
in Malmö wurde ein neuer deutſcher Erfolg
errungen. Bei dem internationalen Fußballturnier ſiegte
die deutſche Mannſchaft gegen die ſchwediſche mit 110.
* Kiel, 2. Juli. Bei der Segelwettfahrt auf
der Kieler Förde herrſchte ein kräftiger Oſtwind bis
neun Sekundenmeter. In der 8 Meter=Klaſſe erhielt
Ultra den erſten Preis, Unda den zweiten; in der
7 Meter=Klaſſe Veb den erſten, Panne den zweiten
Preis; in der 6 Meter=Klaſſe Ilſe den Ermunterungs=
preis
des Kaiſers, Harald den zweiten Preis, Schelm
den dritten, Nurdug den vierten; Bajazzo Vavi und
Hans Juergen brachen den Maſt. In der 5 Meter=Klaſſe
erhielt Hannchen den Ehrenpreis des Grafen Douglas;
in der vierten Wettfahrt der Sonderklaſſe erhielt Tilly
den Ehrenpreis der Prinzeſſin Heinrich von Preußen,
einen Prunkpreis, Lunula den zweiten Preis; Hecht
gab auf.

Italieniſche Kammer.

* Rom, 2. Juli. Miniſterpräſident Salandra er=
klärte
heute in der Kammer, den von Carcano im
Einvernehmen mit anderen angeſehenen Parlamentariern
eingebrachten Antrag, wonach die im Geſetzentwurf vor=
geſchlagenen
Finanzmaßregeln für die Zeit bis zum 30.
Juni 1915 in Kraft geſetzt werden ſollen und die Regie=
rung
der Kammer bei ihrem Wiederzuſammentritt eine
große Steuerreform vorlegen ſolle, annehmen zu
wollen. Er ſei ſich bewußt, die Würde der Mehrheit
und der Regierung gewahrt zu haben, und er habe ſchon
erklärt, daß er im November eine organiſche Steuerreförm
vorlegen würde, was eine neue Prüfung des ganzen
Steuerſyſtems und folglich auch der zur Beratung ſtehen=
den
Finanzmaßregeln bedinge. Salandra ſprach weiter
den Wunſch aus, daß das bedauerliche Schauſpiel der letz=
ten
Tage ſich niemals wiederholen und daß die parlamen=
tariſchen
Einrichtungen regelmäßig funktionieren möchten.
Zum Schluß forderte er die Kammer auf, den Antrag
Carcano anzunehmen.

Aus den franzöſiſchen Parlamenten.

* Paris, 2. Juli. In der heutigen Sitzung des
Senats erklärte Ribot im Zuſammenhang mit dem
Antrage auf Trennung des Finanzgeſetzes von allen auf
die Einkommenſteuer bezüglichen Artikeln, er ſei ein An=
hänger
der Einkommenſteuer. Nach ſeiner
Anſicht ſchließe die Einbeziehung der Einkommenſteuer in
das Finanzgeſetz nicht die Prüfung ſeitens der Kammer
aus. Die Finanzlage Frankreichs mache die Einbeziehung
der Einkommenſteuer in das Finanzgeſetz notwendig.
Das gegenwärtige Defizit überſchreite 600
Millionen Francs. Wenn der Einkommenſteuer=
geſetzentwurf
nicht in das Finanzgeſetz aufgenommen
werde, werde er nicht 1915 zur Anwendung gelangen. Der
Geſetzentwurf müſſe im Juli angenommen werden, ſonſt
werde man 1915 einen Verluſt von 70 Millionen haben.
Rlbot führte zum Schluß unter dem Beifall der Linken ein
Beiſpiel des Auslandes an, und verſicherte, ſeine Meinung
ſei nneigennützig und beruhe auf reiflicher Ueberlegung.
* Paris, 2. Juli. Die Kammer beriet über fol=
genden
Antrag Charles Benoit: Die Kammer iſt ent=
ſchloſſen
, die Wahlreform durch eine Propor=
tionalvertretung
zu verwirklichen und rechnet dar=
auf
, daß der Stimmrechtsausſchuß ſie in den Stand ſetzt,
den Entſchluß baldmöglichſt durchzuführen. Der erſte Teil
des Antrages wurde nach kurzer Debatte mit 544 gegen 16
Stimmen angenommen. Zum zweiten Teile ſtellte Bre=
ton
einen Zuſatzantrag, daß die Wahlreform durch die
Vereinigung der Majoritäten der beiden Kammern ge=
ſichert
werden müſſe. Dieſer Zuſatzantrag wurde mit 293
gegen 254 Stimmen und der zweite Teil des Antrages
Benoit mit 323 gegen 245 Stimmen angenommen.
* Paris 2. Juli. Die Regierung brachte in der
Kammer einen Geſetzentwurf über einen außer=
ordentlichen
Kredit von 400000 Francs zur
Deckung der Koſten der Reiſe des Präſidenten
Poincaré nach Rußland, Dänemark und Schweden ein.
In dem Motivenbericht heißt es u. a.: Die Beweggründe
der internationalen Courtoiſie ſtehen zu ſehr im Einklang
mit den Intereſſen der allgemeinen Politik, als daß es
notwendig wäre, die Vorteile zu betonen, welche der Be=
ſuch
des Präſidenten der Republik bei dem Herrſcher des
befreundeten und verbündeten Reiches darbietet. Ganz
Frankreich wird ſich darüber freuen, daß mit dieſer neuen
Zuſammenkunft der beiden Staatsoberhäupter die Bande
des Vertrauens und der Intimität gefeſtigt werden, welche
zwiſchen Rußland und Frankreich zum großen Nutzen der
beiden Länder und des europäiſchen Friedens in ſo glück=
licher
Weiſe beſtehen.
* Paris, 2. Juli. Die Heereskommiſſion
der Deputiertenkammer hat den Vorſchlag des
Kriegsminiſters Meſſimy, betreffend Beförderung von
Kriegsſchülern zu Offizieren, angenommen.

Engliſches Unterhaus.

* London, 2. Juli. In der heutigen Sitzung des
Unterhauſes fragte Rees, erſtens, ob Deutſch=
land
kürzlich das Recht erworben habe, die ge=
plante
Eiſenbahn von Kaomi nach Suchoufu
und die Verlängerung der geplanten Linie weſtwärts nach
Tſinanfu zu finanzieren; zweitens, ob dies Deutſchland
in den Stand ſetzen werde, ſein Einflußgebiet über
Schantung hinaus auszudehnen, auf welches
es bisher durch den Kiautſchouvertrag beſchränkt geweſen
ſei. Grey erwiderte: Die Antwort auf die erſte Frage
lautet Ja. Ich kann nicht ſagen, ob die Verlängerung die
erwähnte Wirkung haben wird. Jedenfalls iſt dies eine
Angelegenheit der deutſchen und der chine=
ſiſchen
Regierung. Ich wüßte nicht, daß es irgend
einen Vertrag gibt, der Deutſchland verhindern könnte,
eine Eiſenbahnkonzeſſion außerhalb Schantungs zu er=
langen
.
Auf die Frage nach dem kürzlich von dem Führer des
Freiw illigenkorps von Ulſter erlaſſenen Be=
fehl
, in dem die Freiwilligen ermächtigt werden, Waffen
zu tragen, und jedem Verſuche, ſie daran zu hindern,
Widerſtand entgegenzuſetzen, erwiderte der Chefſekretär für
Irland Buerrell, nach ſeiner Anſicht würde bei dem
gegenwärtigen Stande des Streites eine Aktion ſeitens
der Regierung unklug ſein.

Die beabſichtigte Vereinigung von
Serbien und Montenegro.

* Wien 2. Juli. Der Reichspoſt wird aus diplo=
matiſchen
Kreiſen zu dem zwiſchen Montenegro und
Serbien beabſichtigten Abkommen über die Ver=
ſchmelzung
dieſer beiden Staaten zu
einem ſerbiſchen Bundesſtaat mitgeteilt: Es
ſoll ein ſerbiſcher Bundesſtaat aus den beiden
ſerbiſchen Einzelſtaaten gebildet werden, ohne daß jedoch
die Souveränität des montenegriniſchen Herrſcherhauſes
und der montenegriniſchen Gebiete berührt würde. Die
praktiſche Durchführung dieſes bereits abgeſchloſſenen Ver=
trages
wird nicht lange mehr auf ſich warten laſſen. Es
beſteht kein Zweifel, daß die Vereinigung Montenegros
und Serbiens zu einem Bundesſtaat das Werk der ruſſi=
ſchen
Diplomatie iſt. Serbien gelangt dadurch über Mon=
tenegro
unmittelbar an das Adriatiſche Meer. Die Ge=
rüchte
von einer Abdankung des Königs Nikolaus ſind
ebenſo unbegründet, wie die Errichtung einer Perſonal=
union
zwiſchen Montenegro und Serbien.

Die Lage in Albanien.

* Wien, 2. Juli. Wie in hieſigen unterrichteten
Kreiſen verlautet, befindet ſich Fürſt Wilhelm von
Albanien in einer ſo gefährlichen Situation, daß jeden
Augenblick eine Kriſe eintreten kann. Die Mächte ſind
darüber einig, daß für den Fall einer ſolchen kriſenhaften
Wendung die internationale Kontrollkom=
miſſion
die Regierungsgeſchäfte überneh=
men
wird. Die Mächte werden hierauf in Beſprechung
über die Perſon des Nachfolgers eintreten. Ueber
dieſe Frage ſollen ſchon heute unverbindliche Diskuſſio=
nen
im Gange ſein. Aus den Erwägungen und Schrit=
ten
, die der Fürſt in der letzten Zeit unternahm, iſt zu er=
ſehen
, daß er ſelbſt ſeine Situation als aus=
ſichtslos
anſieht. Die Lage des Fürſten iſt eine
ſolche, daß ein Regierungswechſel in den nächſten Tagen
eintreten kann.
* Durazzo, 2. Juli. Heute früh 8 Uhr wurden die
ſterblichen Ueberreſte des Oberſten Thom=
ſon
, der in den Kämpfen vor Durazzo gefallen iſt, durch
albaniſche Gendarmerie nach dem Hafen gebracht. Die
holländiſchen Offiziere, Vertreter der Kontrollkommiſſion
und Miniſter gaben dem Zug das Geleit. Beim Konak
ſchloß ſich auch der Fürſt dem Zuge an. Hauptmann
Thomſon, der Bruder des Gefallenen, ſprach ſeinen Dank
für dieſe Ehrenbezeugungen aus.
* Durazzo, 2. Juli. Der Fürſt hat ſämtlichen
verwundeten Kombattanten, die in dem engliſchen Hoſpital
untergebracht und zum Teil ſchon wieder hergeſtellt ſind,
die Tapferkeitsmedaille verliehen.
* Wien, 2. Juli. Aus Durazzo wird unter dem
1. Juli gemeldet: Abgeſehen von vereinzelten Gewehr=
ſchüſſen
, die bei den Vorpoſtenlinien gewechſelt worden
ſind, ſind die verfloſſene Nacht und der heutige Vormittag
ruhig verlaufen.
* Wien, 1. Juli. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Durazzo: Hier wurde die Aufſtellung einer
Fremdenl egion beſchloſſen. Die Aufnahme in die
Legion findet ausſchließlich in Durazzo ſtatt.
* Wien, 1. Juli. Wie die Neue Freie Preſſe von
diplomatiſcher Seite erfährt, hat der franzöſiſche Botſchaf=
ter
Dumaine vor einigen Tagen dem Grafen Berch=
told
mitgeteilt, daß die franzöſiſche Regierung grundſätzlich
mit dem Vorſchlag einverſtanden ſei, daß der Komman=
dant
der internationalen Truppenabteilung in Skutari,
Oberſt Philipps, mit Hilfe der in Skutari anweſenden
internationalen Offiziere ein Korps von 3000
Mann bildet, das aus Albaneſen rekrutiert und von
europäiſchen Offizieren ausgebildet werden ſoll.
* Rom, 2. Juli. Miniſterpräſident Turkhan
Paſcha iſt heute nachmittag nach Wien abgereiſt.

Mexiko und die Vereinigten Staaten.

* Niagara Falls, 2. Juli. Die Abſicht, die Ver=
mittelungskonferenz
auf unbeſtimmte Zeit zu
vertagen, iſt auf Vorſtellungen der Regierung der Ver=
einigten
Staaten wieder ins Wanken geraten. Die amerika=
niſche
Regierung deutete an, daß eine ſolche Vertagung
als ein Abbruch der Verhandlungen gedeutet werden
könnte. Dieſe Anſchauung der Regierung der Vereinigten
Staaten wurde den ſüdamerikaniſchen Delegierten mit=
geteilt
, die darauf erklärten, ihre Abreiſe bis morgen ver=
ſchieben
zu wollen.
* Niagara Falls, 2. Juli. Die Vertreter
Huertas haben den ſüdamerikaniſchen Vermittlern zur
Weitergabe an den Führer der Konſtitutionaliſten eine
Mitteilung überreicht, in der ſie ihre Bereitwillig=
keit
ausdrücken, über die Friedensbedingungen
in Verhandlungen einzutreten.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. Juli. Der Kaiſer hat heute vormittag
im Neuen Palais den Vortrag des Kriegsminiſters ent=
gegengenommen
.
* Berlin, 2. Juli. Die preußiſche Heeresverwaltung
beabſichtigt, für die geſamte Armee einen neuen ein=
heitlichen
Grundſtoff für Hoſen der Offi=
ziere
und Mannſchaften einzuführen. Der ſo=
wohl
für die Kriegs= wie für die Friedensbekleidung be=
ſtimmte
Stoff wird einen grauen Farbenton haben, der
von der bisherigen Kriegsbekleidung abweicht. Das feld=
graue
Rocktuch erhält einen etwas anderen Ton. Das
Kriegsminiſterium erſtrebt bei dieſer Gelegenheit die Be=
ſeitigung
der den bisherigen Stoffen anhaftenden Män=
gel
. Die Farbenproben der neuen Tuche ſind in etwa
vier Wochen bei dem Bekleidungsamt des Gardekorps zu
haben.
* Mannheim, 2. Juli. Geſtern abend ertranken
beim Baden im freien Neckar der 24 Jahre alte ledige
Zimmermann Karl Gühring aus Bickelsberg ( Würt=
temberg
) und der 15jährige Schloſſerlehrling Adam Chri=
ſtian
aus Mannheim.
* Straßburg, 2. Juli. Staatsſekretär Graf v. =
dern
und der Finanzminiſter, Unterſtaatsſekretär Köh=
ler
, ſind heute zu mehrtägigem Aufenthalt nach Berlin
abgereiſt.
* Aachen, 2. Juli. In der Großkölnſtraße ſtürzte
heute abend ein Teil des gußeiſernen Geſimſes
eines Balkons auf die Straße. Die Gattin
eines Kinobeſitzers erlitt eine ſchwere Schädelverletzung.
Von drei vorübergehenden Kindern wurde eins ſofort
getötet, eins leicht verletzt.
* Haag, 2. Juli. Die niederländiſche Regierung hatte
den Ländern, die zur zweiten Friedenskonferenz eingela=
den
waren, vorgeſchlagen, einen Ausſchuß zu bilden, der
das endgültige Programm für die dritte Friedens=
konferenz
aufſtellen ſollte. Gemäß den Vorſchlägen
der verſchiedenen Regierungen iſt nunmehr beſchloſſen
worden, den vorbereitenden Ausſchuß für den 1. Juli 1915
nach dem Haag einzuberufen.
* Paris, 2. Juli. Der nationale Ausſchuß
der Räte für den internationalen Handel
nahm einen Beſchlußantrag an, in welchem der lebhafte
Wunſch ausgeſprochen wird, daß ſchon jetzt anläßlich der
Reiſe des Präſidenten Poincaré nach Rußland Vorbeſpre=
chungen
angeknüpft werden mögen, um genau zu beſtim=
men
, in welcher Form ſpäterhin zwiſchen den Bevollmäch=
tigten
der beiden verbündeten Länder die Verhandlungen
über den franzöſiſch=ruſſiſchen Zolltarif geführt werden
ſollen.
* Liſſabon, 2. Juli. Die allgemeinen Wahlen
finden vorausſichtlich am 27. September oder 4. Oktober
ſtatt.
* Liſſabon, 2. Juli. Amtlich wird mitgeteilt, daß die
Einnahmen für das Rechnungsjahr 1914/15
auf 83 388 Contos, die Ausgaben auf 79647 Contos ver=
anſchlagt
wurden; es bleibt demnach ein Ueberſchuß von
3741 Contos. Die Anleihe für die wirtſchaftliche Erſchlie=
ßung
Angolas wurde auf 8000, nicht auf 4000 Contos,
wie zuerſt vorgeſehen, feſtgeſetzt.
* Bukareſt, 2. Juli. (Agence Roumaine.) Während
geſtern Arbeiter mit der Abſteckung der neuen rumäniſch=
bulgariſchen
Grenze beſchäftigt waren, gab eine bluga=
riſche
Grenzwache auf die rumäniſchen Sol=
daten
Schüſſe ab. Ein Mann wurde getötet, ein an=
derer
verletzt. Der Präfekt von Siliſtria und die Behör=
den
haben eine Unterſuchung eingeleitet.
* Athen, 2. Juli. (Agence d’Athönes.) Das Konſular=
orps
in Bruſſa hat ein Protokollüber die Vor=
kommniſſe
der letzten Tage aufgeſetzt, in dem es heißt,
daß die Ruheſtörungen nicht abgenommen, ſondern
zugenommen hätten und daß die Sicherheit der Auslän=
der
nicht mehr gewährleiſtet werden könne. Das Konſu=
arkorps
macht den Generalgouverneur für jeden ſeinen
Schutzbefohlenen zugefügten Schaden verantwortlich und
bittet die lokalen Behörden, einer Wiederholung der Vor=
kommniſſe
vorzubeugen und die Banden, welche die Stadt
und die Provinz terroriſieren, feſtzunehmen. Der eng=
liſche
Konſul in Bruſſa ſandte an die engliſche Botſchaft
in Konſtantinopel ein Telegramm, in dem geſagt wird,
daß Maſſakres in der Stadt ſtündlich zu erwarten ſeien
und in dem um wirkſame Maßnahmen zur Beendigung
des Zuſtandes gebeten wird.
* Petersburg, 2. Juli. Ein kaiſerlicher Ukas erklärt
die Ehe der Großfürſtin Maria Pawlowna
mit dem Prinzen Wilhelm von Schweden
als gelöſt. Der Prinzeſſin iſt geſtattet, eine neue Ehe
einzugehen. Sie hat das Recht, ſich Großfürſtin Maria
Pawlowna zu nennen.
* Waſhington, 2. Juli. Eine Vertreterſitzung der demo=
ratiſchen
Mitglieder des Senats hat einen Beſchluß
bekannt gegeben, daß der Kongreß ſich nicht vertagen wird,
bis er zu dem Antitruſtprogramm der Regie=
rung
Stellung genommen habe.
* Waſhington, 1. Juli. Nach einer Meldung des
Kapitäns des Kreuzers Waſhington iſt der Führer
der haitiſchen Revolutionäre, Senator Davilmar
Theodore, mit 50 Anhängern in einem Gefecht an der
dominikaniſchen Grenze gefallen. Kap Haitien befindet
ſich im Beſitz der Regierung. Vor Kap Haitien liegt ein
deutſcher Kreuzer vor Anker. Puerta Plata, das von den
Rebellen in Beſitz genommen iſt, wird von den Regie=
rungstruppen
des Präſidenten Bordas belagert.

Eine franzöſiſche Grenzverletzung.
* Noveant, 2. Juli. Am 26. Juni überſchritt eine
franzöſiſche Kavallerieabteilung in einer
Stärke von 2 Offizieren und etwa 16 Mann die deut=
ſche
Grenze ſüdweſtlich von Noveant auf eine kurze
Strecke. Welchem Regiment die Kavalleriſten angehörten,
iſt nicht bekannt. Die Mannſchaften waren mit Drillich=
rock
, roter Hoſe und rotem Käppi bekleidet und trugen den
Karabiner umgehängt.

Unwetter in England.
London, 2. Juli. Ein heftiges Unwetter,
begleitet von Hagelſchlägen, richtete in Devonſhire, York=
ſhire
, Wales und anderen Gegenden großen Schaden an
und verurſachte mehrere Todesfälle. Ueber Briſtol
ging geſtern nachmittag ein zyklonartiger Wirbelwind nie=
der
. Zahlreiche Straßen wurden unter Waſſer geſetzt,
Häuſer und Bäume vom Blitz zerſtört und Menſchen vom
Blitz getötet. In Birmingham und anderen Städ=
ten
ereigneten ſich auch Todesfälle durch. Blitzſchlag.

[ ][  ][ ]

Nummer 180.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Seite 7.

Nachruf.

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Kollegen und Mitglieder von dem
unerwarteten Ableben unseres verdienstvollen, langjährigen Vorstandsmitgliedes

Heinrich Stähle

in Kenntnis zu setzen.
Wir und die gesamte deutsche Handlungs-Gehilfenschaft verlieren in ihm einen
hervorragenden Führer, der neben seiner beruflichen Tätigkeit in der Förderung der
Standesinteressen seine Hauptaufgabe erblickt hat.
Sein Name wird mit der Geschichte der Darmstädter Ortsgruppe des D. H. V. für
alle Zeiten verknüpft bleiben,
Darmstadt, den 1. Juli 1914.
Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband
Ortsgruppe Darmstadt.

Man achte ausdrücklich auf den
Namen Henkel undweise
minderwertige Nachahmungen
zurück!

Eine Qualitätsmarke
ersten Ranges! Altbewährt,
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Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Heute nachmittag entſchlief im 88. Lebens=
jahre
nach längerem Leiden unſere liebe Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter
und Tante
Frau
Henriette Noellner
geb. Schneider.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Emilie von Wedekind, geb. Noellner
Dr. Ludwig Noellner
Wilhelm Conzen
Mathilde Noellner, geb. Kramer
8 Enkel und 3 Urenkel.
Darmſtadt, den 2. Juli 1914. (15359
Die Einſegnung findet ſtatt am 4. Juli, nach=
mittags
½ 6 Uhr, in der Kapelle des ſtädtiſchen
Krankenhauſes, die Einäſcherung in aller Stille
in Mainz.
Es wird gebeten von Beileidsbeſuchen abzuſehen.

Todes=Anzeige.
Am Dienstag abend verſchied an
einem Herzſchlag in Raſtatt mein
innigſtgeliebter Gatte, unſer lieber
Vater, Sohn und Bruder
Herr Heinrich Stähle
Kaufmann
im 37. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Frau Eugenie Stähle, geb. Lung u. Kinder
Johs. Stähle, Oberpostschaffner i. P.
Werner Stähle
(*167
Gustav Stähle.
Raſtatt, Murgſtr. 4, Darmſtadt, Hirſch=
horn
a. N., den 2. Juli 1914.
Die Beerdigung findet am Freitag,
den 3. Juli, nachmittags 5 Uhr, in
Eßlingen am Neckar ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Gatten, unſeres
Vaters, Bruders, Schwagers, Onkels, Schwieger=
vaters
und Großvaters
Herrn Joh. Paul Wald
ſprechen wir allen Verwandten, Freunden und
Bekannten, insbeſondere dem Herrn Pfarrer Sann
für die troſtreichen Worte am Grabe, den Schweſtern
der Paulusgemeinde für die liebevolle Pflege, ſo=
wie
dem Zither=Klub Darmſtadt=Beſſungen unſeren
herzlichſten Dank aus.
(B15337
Frau Marie Wald, geb. Eigenbrodt
Familie Wilhelm Wenz, Darmſtadt
Familie Wilhelm Wald, Frankfurt
Familie Ernſt Wald, Darmſtadt.

Dankſagung.
Für die mir während der Krankheit und bei
der Beerdigung meiner lieben Gattin
Frau Christine Vierheller
geb. Kirchner
erwieſene Teilnahme ſage ich Allen herzlichen
Dank. Insbeſondere Herrn Pfarrer Marx für die
tröſtenden Worte und den Schweſtern der Johannes=
gemeinde
für ihre liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Fritz Vierheller

Feldschütz i. P.

Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 3. Juli: Vorabendgottesdienſt 7 Uhr
30 Min.
Samstag, den 4. Juli: Morgengottesdienſt 8 Uhr
30 Min. Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſelſchaft
.
Samstag, den 4. Juli: Vorabend 7 Uhr 40 Min.
Morgens 7 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr. Sabbat=
ausgang
9 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 5. Juli, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Amerika 30. Juni 12 Uhr mittags von
Boſton über Cherbourg und Southampton nach Ham=
burg
. Hamburg 30. Juni 5 Uhr nachm. von Neu=
York über Gibraltar und Neapel nach Genua. Preſident
Grant 30. Juni 9 Uhr abends in Hamburg. Prinz
Adalbert nach Philadelphia, 1. Juli 1 Uhr morgens
Euxhaven paſſiert. Weſtindien, Mexiko: Fürſt Bis=
marckt
von Meriko und Havanna kommend, 1. Juli
2 Uhr morgens in Hamburg. Südamerika, Weſtküſte
Amerikas: König Friedrich Auguſt nach dem La Plata,
30. Juni 7 Uhr morgens in Montevideo. Naſſovia‟
30. Juni nachm. von Santos über Victoria und Bar=
bados
nach Neu=York Oſtaſien: Iſtria‟ 30. Juni
nachm. in Wladiwoſtok. Preußen 30. Juni 3 Uhr
nachm. von Yokohama nach Yokkalchi. Scandia
30. Juni 2 Uhr 20 Min. nachm. von Emden nach
Rotterdam. Verſchiedene Fahrten: Vergnügungs=
dampfer
Meteor, zweite Nordlandfahrt, 30. Juni 2 Uhr
nachm. Euxhaven paſſiert. Vietoria Luiſe von Kiel
kommend, 1. Juli 3 Uhr morgens auf der Elbe.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Bereich vorwiegend öſtlicher Winde hatten wir
am Mittwoch vielfach wolkenloſes, ſehr warmes Wetter:
die Tagestemperaturen erreichten in unſerem Bezirk 29
Grad. Der hohe Druck hat ſich nach Oſteuropa verlagert;
tiefer Druck bedeckt ganz Weſteuropa, der uns geſtern noch
verbreitete Gewitter, heute vielfach wolkiges, etwas küh=
leres
Wetter mit Regenfällen bringen wird.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 3. Juli: Vorwiegend
wolkig, Regenfälle, kühler, ſüdweſtliche bis weſtliche
Winde.

Tagestialender.
Freitag, 3. Juli.

Vortrag von Dr. Ritter um 8½ Uhr im Kaiſerſaal.
Konzerte: Platanenhain um 4½ und 8 Uhr. Hugen=
ſchütz’
Felſenkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage. Auslage unſerer Expedition
(Rheinſtr. 23): Zum Regierungswechſel in Sachſen=
Meiningen. Von der Kataſtrophe des Lenkballons
Körting bei Engersdorf. —Leichenbegängnis des in
den Kämpfen um Durazzo gefallenen Oberſten Thom=
ſon
. Vom Stapellauf des Rieſendampfers Bismarck.

Verſteigerungskalender.
Samstag, 4. Juli.

Fundſachen=Verſteigerung um 9 Uhr zu Frank=
furt
(Poſtſtraße 6).

Ständige Rettungswache der Sanitäskolome.
Telephonruf Nr. 2425.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Fouilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. Für den
redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die
Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Nummer 180.

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[ ][  ][ ]

Nummer 180.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

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[ ][  ][ ]

Nummer 180.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Seite 11.

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15326

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=

licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
findet
ſich: 1 zugelaufener grauer Schäferhund und 1 brauner
Dobermann. Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
(15224
10 Uhr, ſtatt.

Die nachſtehende Warnung des Kgl. Herrn Polizeipräſidenten zu
Berlin bringen wir zur öffentlichen Kenntnis.

Darmſtadt, den 27. Juni 1914.
(15125
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Warnung.

Die Firma Transatlantiſche Rheumaheiltee=Geſellſchaft Kullak
& Meyer in Berlin, Beuthſtraße 10, vertreibt unter dem Namen
Papuanatee zu hohem Preiſe mit marktſchreieriſchen Anpreiſungen
einen aus geſchnittenen Wedeln eines Adlerfarns beſtehenden Tee,
der von den Herren Fabricius und Lhamaſſa als Heilmittel
gegen Gicht und Rheumatismus entdeckt worden ſein ſoll. Die
Firma mißbraucht hierbei die Namen von Regierungsrat Profeſſor
Dr. Juckenack und Dr. Griebel, Beamten der Staatlichen Nahrungs=
mittel
=Unterſuchungsanſtalt in Berlin, die ſich niemals über den Tee
günſtig geäußert haben. Es iſt bisher wiſſenſchaftlich in keiner Weiſe
erwieſen, daß dem Tee die von Kullak & Meyer behaupteten Heil=
wirkungen
zukommen oder daß er überhaupt Stoffe enthalte, die als
Heilmittel gegen Gicht und Rheumatismus angeſehen werden könnten.
Es iſt vom wiſſenſchaftlichen Standpunkt auch gar nicht anzunehmen,
daß dem Tee derartige Heilwirkungen zukommen. Kranken kann
daher nur dringend geraten werden, ſich durch die Anpreiſungen,
insbeſondere die Dankſchreiben von Laien, nicht irreführen und von
einer ſachverſtändigen Behandlung abhalten zu laſſen.
Berlin, den 11. Juni 1914.
(P. 2. I. 10, 14.)
Der Polizeipräſident:
In Vertretung: Trewendt.

Kraſtiverilirng don Padſcheinen.

Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr. 3185, 17098, 17745, 22 163, 22 496, 23 794,
28 520, 30067, 30139 und 30 851 werden hiermit aufge=
fordert
, ihre Anſprüche innerhalb 14 Tagen, vom Tage des Er=
ſcheinens
dieſer Bekanntmachung an gerechnet, in unſerem Geſchäfts=
zimmer
Kirchſtraße Nr. 9 geltend zu machen, widrigenfalls
nach Ablauf dieſer Friſt gemäß § 30 der Satzung vom 1. März 1913,
betreffend das ſtädtiſche Leihamt Darmſtadt, die Kraftloserklärung
der Pfandſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 1. Juli 1914.
(15306
Städtiſches Leihamt.
Paul.

Bekanntmachung.

Das Umlagekataſter der Land= und forſtwirtſchaftlichen Berufs=
genoſſenſchaft
liegt von Montag, den 6. Juli, zwei Wochen lang
auf unſerem Büro zur Einſicht der Beteiligten offen.
Etwaige Widerſprüche dagegen, daß ein Betrieb in das Kataſter
aufgenommen oder nicht aufgenommen, ſowie dagegen, wie er ver=
anlagt
iſt, ſind innerhalb eines Monats nach Ablauf der Offen=
legungsfriſt
bei dem Vorſtande der Land= und forſtwirtſchaftlichen
Berufsgenoſſenſchaft in Darmſtadt zu erheben. Später eingehende
Widerſprüche können keine Berückſichtigung mehr finden.
Braunshardt, den 2. Juli 1914.
(15328
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Schmidt.

Erhebung
der Gemeindeſteuer.

Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen erſten
Ziels der Gemeindeſteuern für das
Rechnungsjahr 1914 wurde bis
8. Juli l. Js. erſtreckt. Bis dahin
kann Zahlung ohne Koſten er=
(15135a
folgen.
Im Intereſſe raſcheſter Ab=
fertigung
an den Zahlſchaltern
wird erſucht, die Gelder abge=
zählt
bereit zu halten.
Darmſtadt, 26. Juni 1914.
Die Stadtkaſſe.
J. V.: Heppenheimer.

Abhanden gekommene
Sparkaſſenbücher.

Die vermißten Einlagenbücher
Nr. lautend auf den Namen
6818 Marie Schrodt
79522 Frauenverein Beſ=
ſungen

147605 Südheſſiſcher Jüng=
lingsbund

177255 Auguſte Crecelius
208791 Margarethe Schubert
210500 Adolf Geißer
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
werden nach deren Satzung § 24
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht
innerhalb drei Monaten
bei dieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, 1. Juli 1914.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Netz, Direktor. (15349a

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diskret-biIlig.

Malrur.

Die gewaltigen Niederſchläge der letzten Woche haben in zahl=
reichen
Gemeinden des Kreiſes Erbach koloſſale Schäden an Wieſen
und Feldern verurſacht. Ganze Ernten ſind vernichtet, weite Flächen
ſind mit Geröll bedeckt, von vielen Aeckern iſt die Humuserde un=
widerbringlich
hinweggeſchwemmt; über den augenblicklchen Kreszenz=
verluſt
hinaus wird jahrelange Arbeit erforderlich, um den mit viel
Mühe und Schweiß erreichten früheren Kulturzuſtand der Wieſen
und Felder wiederherzuſtellen. In zahlreichen Familien iſt große
Not eingezogen. Hier zu helfen iſt eine dringende Pflicht der Nächſten=
liebe
. Oeffentliche Mittel ſtehen hierfür nur in beſchränktem Maß
zur Verfügung. Die Unterzeichneten wenden ſich daher an die
Oeffentlichkeit mit der herzlichen Bitte, örtliche Sammelſtellen für die
Waſſerbeſchädigten zu errichten und durch freiwillige Beiträge, die
jeder nach beſten Kräften beiſteuern möge, die Not der ſchwer be=
troffenen
Familien lindern zu helfen.
Insbeſondere ergeht dieſe Bitte an alle Freunde des Oden=
waldes
, die hier alljährlich zu vielen Tauſenden Erquickung von des
Tages Laſt und Mühe finden, und denen nun Gelegenheit gegeben
iſt, dem Odenwald in ſchwerer Zeit erkenntlich zu ſein.
Die eingehenden Beträge ſollen zur Verfügung des Kreisaus=
ſchuſſes
ſtehen. Es wird gebeten, die geſammelten Gelder an die
Kreiskaſſe des Kreiſes Erbach abzuführen.
Erbach, den 22. Juni 1914.
Alexander
Der Kreisausſchuß des Kreiſes
Erbach:
Fürſt zu Erbach=Schönberg.
Dr. Kranzbühler, Großh. Kreisrat.
Büchner, Dingeldein,
Lang, Olt, Schwinn,
Stegmüller.
Kredel=Airlenbach,
Lang=Michelſtadt,
Mitglieder der 2. Kammer der Landſtände.
Die Großh. Bürgermeiſter der geſchädigten Gemeinden:
Platt=Beerfelden, Walther=Dorf=Erbach, Heilmann= Erns=
bach
-Erbuch, Weyrauch=Erlenbach, Hofſtätter=Falken=Geſäß,
Schanz=Haingrund, Seip=Hetzbach, Hanſt=Rothenberg,
Eckert=Seckmauern, Fleck=Vielbrunn. (15343fs
NB. Die Geſchäftsſtelle unſerer Zeitung iſt zur Entgegennahme
freiwilliger Gaben für die Waſſerbeſchädigten bereit. Ueber die ein=
gehenden
Beträge wird von uns öffentlich quittiert werden.

Wäſchelieferung für das ſtädt. Hallenſchwimmbad.

Für das ſtädtiſche Hallenſchwimmbad ſind 300 Badetücher zu
iefern. Die Lieferungsbedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer
Nr. 39, zur Einſicht offen. Verſendung der Bedingungen nach außer=
halb
findet nicht ſtatt.
Angebote mit Stoffmuſter ſind, mit entſprechender Aufſchrift
verſehen, bis zum 1. Auguſt lfd. Js. einzureichen.
(5340ff
Darmſtadt, den 1. Juli 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Jaeger.

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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Nummer 180.

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Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)

Staatspapiere.
100,20
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98,80
Dt. Reichsanleihe p. 1918-
9030
do. . . . . p. 1925 .
86,25
&o. . . . . . . . . . . ..
76,80
de. . . . 2. . . . . . .
4 10020
Preußische Schatzanw.
91,20
Staffelanleihe.
86,35
Consals .. . .
§ 7675
do. . . . . . . . .
Badische Staats-Anleihe: 4
3½ 89,00
do, v. 92/94 . ..
3. . . . 3 84,10
dos . . .
497,50
Baverische Ablös.-Rente
98,50
L.-B.-Anl. kdb. ab 1906
4 98,50
do. unkäb. p. 1915 .
do. unkäb. p. 1920 .. . 4 9860
E.-B.- u. Allgem. Anl.
unkäb. p. 1930 . . . . 4 99,05
3½ 84,95
do. Anleihe . . . . . .
.. . . . 3 16,20
de.
Hamburger Staats-Anl. . 4 97,70
.3½ 87,50
do. v. 1887/94
3½ 79,30
do.
Hessische Staats-Anleih
97.50
4 97,50
do. unkdb. p. 1921..
84,30
do. ...
3% 73,90
d6. .. . . . . ..
77,05
Sächsische Staats-Rente
Wärttembg. Staate-Anl.
98,80
(unkdb. v. 1921). .
do. v. 79/80 .
8830
do. . .
77,70
Bulgsrische Gid.-Anl.
5
Griech. Anl. v. 1890 . .
1,61 86,50
do. v. 1837 Monopol
19,50
Italienische Rente.

Osterr. Staats-R. v. 1913 . 4½ 90,20
do. Silber-Rente .
4½ 84.00
do. Papier-Rente . . . 4½ 84,10
do. Gold-Rente . . . . . 4 85,00
do. einheitl. Rente . . 4 80,75
Portug. Tab-Anl. 1891 . . 4½ 98.20
do. inn. amort. 1905 . . 4½ 95.00
do. unik. Serie T.
3 63,00
d0. , III. : 5 6566
do. Spezial Titel. . .
9,80
Rumänen v. 1903 . . . . . .
5
do. Gold r. 1915.:
4½ 91,00
do. Schatzsch. v. 1913 . 4½
do. conv.
84,60
do. v. 1890 .
1
do. v. 1891
4 89,00
do. r. 195
4 85.00
do. v. 1908 .
4 85,30
do. v. 1910 .
4 85,10
Russische St-Anl. v. 1.
98,00
do. kons. v. 1880
do. Gold v. 1890
do. v. 1902
Schweden v. 1880
do. r. 1880

Schweden v. 1890. . . . . . 3½
. .4½ 86,50
Serben stenertrei
4 7630
do, amort. v. 1895
Türk. Egypt. Tribut . . .3½
do. kons. steuerfreie .
75,50
do. Admin. v. 1903. .
do. unif. v. 1903. .
52,10
71,40
do. v. 1905. . . . . . . .
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 88,60
Ungar. Stastsk.-Scheine
v. 1913. . . . . . . . . . . . 4½ 99,00
do. Gold-Rente. . . . . 4 80,75
do. Staats-Rente 1910. 4 80,76
Kr. 4 79,30
do. ,
Argent. innere Gold-Anl.
. 1887 5
do. äußere v. 1890 . . . 5 1100,20
do. innere v. 1888 . . .4½
do. äußere v. 1888 .
4½
do. v. 1897
4 79,40
Chile Gold-Anl. v. 1911,
5
do, r. 1889 ..
79,40
4½
do, v. 1906 .
4½ 88,80
Chines. St.-Anl. v. 1895. . 6 3.80
do. v. 1896 . ..
5 99,10
do. Heorg. Anl.
5 88,10
do. v. 185
4),
Japaner . . . .
4½—
Innere Mexikaner.
5 68,10
Aubere do.
5
Mexikan. Gold v. 1904
4 1 68,80
do. cons. . . . . .
3 47.70
do. Irrigat.-Anleihe .4½ 67,50
Buenos-Aires Prov. .
3½ 64,10
Tamaulipas.
5
Sao Paulo L.-B.

5
do. r. 1915 .
5 97,70
Siam v. 1907. . . .
...4½ 96,00
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/97
v. 1904 3½ 84,50
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
Darmstadt . . . . . . . . 4. 94,00
Nordd. Lloyd-Obligat. . . 4½ 99,20
Donau-Dampfschitf. v. 82 4 9100
Elisabethbahn . . . . . . . 4 88.90
Franz-Josef-Bahn. . .
4
Kaschau-Oderbergerv. 89
Prag-Duxer . .
§ 21s
österreich. Staatsbahn
5 (101,60
do. ...
4 87.90
do. . . .
72.95
do. Südbahn (Lomb.).
97,60
do. do.
4 70,50
do, do,
50,30
Raab-Oedenburg .. . . .
76,50
Kronprinz Rudolfbahn:
84.50
Russ. Südwest .

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. .4½ 93.90
doskau-Kasan . .
do. . . . . . . . . . ..
4
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4
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do. . . . . .
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4 17.50
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4
do. do. v. 1905
Northern-Pacific.
4 95,24
Southern-Paciäe.:
4 9205
32150
St. Louis & San Francisco 5
5
Tehuantepec . .
Ungar. Lokalbahn
5 98,00
Provinz-Anleihen.
4 97,00
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
3½ 87,00
do. Bm. 10 . . . . .
3½ 83,50
do. . 9. ... . . . .
3½ 84,00
Posen Prov. . . . ..
Westfalen Prov. V.. . . . 4 95,80
Hess. Prov. Oberhessen . 4 95,00
do. Starkenburg. . . .3½ *25
Städte-
Obligationen.
Darmstadt.
4 95,00
do. ...
3½
Frankfurt .
4
do.
3½ 88,00
Gießen
4 54,70
do. ..e
3½ 87,30
Heidelberg:
4½ 94,80
do. .
3½ 86,80
Karlsruhe .
4
do. . . . .
3½ 86,50
Magdeburg
Ser
4
Mainz . . . .
4 95,20
do. . . . ..
3½ 88,00
Mannheim . .
42
do. . . . . . ..
3½
München ..
4½ 96.80
Sauheim:
3½
Nürnberg
4½ 95,70
do. ...
3½, 87,50
Offenbach . .
4
go. v. 1914::
4 94,40
do. . . . . . . .
3½,
Wiesbaden. ..
*4
do. . . . . . . .
3½,
Worms . . . . . . .
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T,
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83.50
do, . . .
95,00
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9600
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do. Ser. 45 . . . . . . .
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do. unkdb. 1920 . . . . 4 97,40
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do.
do. Ser. 1, 2, 68 . . . . 3½ 84,70
do. 35 .. . . . . . 3½ 84.80
3½ 84,60
do. kündb. 1915 . . .
do. Komm. unk. 1913 4½ 96,90
1914 4 96,90
do.
1916 4 97,10
do.
1920) 4 97,40
do.
19231 4 97.50
do.
do. verlosb. u. kündb. 3½ 84,70
unkdb. 1915 3½ 84,70
do.
4 94,60
Meininger Hyp.-Bk. Pfab.
4 95,80
do. unkdb. 1922. . ..
3½ 86,00
do. . . . . .
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
93,80
unkab. 1917
do. . . . . . . 1919 4 9400
1921) 4 94,00
do. . . . .
do. . . . . . 1924) 4 96,40
3½ 84,40
do.
. .
do. Komm. unk. 1923 4 95,20
96,30
1924
do.
9700
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
3½ 89,70
do. . .eeeee
Bank-Aktien.
Bank für elektr. Unter-
nchmungen
Zürich . . 10 199,50
Berg.-Mürkische Bank. .1½
Berliner Handelsges.. . . 8½
Darmstädter Bank . . . . 6½ 115,20
Deutsche Bank. . . . . . .12½233,30
Deutsche Vereinsbank. . 6 1118,50
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 112.00
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 182,50
Dresdner Bank. . . . . . .8½ 147,00

2
Frankf. Hypothek.-Bank 10 214.00
do. do. Rred-Ver 3½g (15600
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 115,00
108.00
Kation.-Bank f.Deutschl.
7 121,50
Pfälzische Bank . . . . .
Reichsbank . . . . . . . . . 8,43 13900
125,90
Rheinische Kredit-Bank
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
Wiener Bank-Verein. . .8
Aktien von Trans-
port
-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 127,00
Norddeutscher Lloyd.§ 1110,15
Frankfurt. Schleppschiff. 4 (116,00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. 6½ 129,00
Anatol. Eisenb. 60%-Akt. 5½ 1111,50
6 895½
Baltimore . . .
10 (154,60
Canada . . . . .
7½ 129,00
Schantung . ..
3
Prinz Henry.
0 17,00
Lombarden . .
Pennslrania::. .. . . . 6 (1050
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 574,00
Chem. Fabrik Griessheim 14 (244,20
Farbwerke Höchst . . . . 1 30 (45250
Ver. chem. Fabr. Mannh.: 20 (293,00
Zement Heidelberg . . . . 10 (144.20
Chemische Werke Albort 30 398,00
Holzverkohl. Konstanz 15 (297,75
Lahmeger . . . . . . . . . . 7 (122,40
Schuckert, Nürnberg. . . 8 143,50
Siemens & Halske. . . . . 12
Bersmann Elektr.:
5 1115,00
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 (240,80
Hagen Akkum...
25 1297,50
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (164,25
Gummi Peter . .
0 8020
Adler-Fahrradwerke . . . 25 1290,50
Maschinenfabr. Badenia: 6 (12300
Wittener Stahlröhren . . 0
Motoren, Oberursel . . . 8½ (154,50
Gasmotoren, Deutz . . . . 9 1121,00
Siemens Glas-Industrie . 15
Enzinger Füter . . . . . . 23 278,50
Stenus Komana . . . . . . 10 (14500
Zellstoff Waldhof . . . . . 12 (17200
Bad. Zucker-Waghäusel.12,831216,20
Neue Boden-Aktien-Ges.
75,00
Süddeutsche Immobilien 0 55,00
Bergwerks-Aktien.
Aumetz-Friede .
12 (155.50
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 221,50
Leonhard, Braunkohlen. 9 (155.00
Konkordia Bergbau . . . 23 (335.00
Deutsch-Luxemb. Bersb. 10 (127.00
Eschweiler . . . . . . . . . . 10 227,00

Gelsenkirchen Bergw. . . 11 (182,50
Herpen Bergbau. .. . . .11 176/75
Kaliwerke Aschersleben . 10 138,90
Kaliwerke Westeregeln . 13 (190,00
Königin Marienhütte . . 5 81,00
Laurshütte . . . . . . . . . 8
Oberschles. Eisenbed. . . 4 I 86,00
Oberschl. Eisen-Industrie O 80.25
18 236,00
Phönix Bergbau . . .
Rheinische Braunkohlen 11 243,00
Riebeck Montan . . .
11 (173,80
South West.-Afr. Shares . 5 1106,50
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Anlehenslose. Zf.
Badische . . . . . TIr. 100 4 190,50
Cöln-Mindener . TIr. 1003½138,00
Holländ. Komm. . A. 100
Madrider . . . . . Pro. 10 g
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 142,50
Osterreicher 1860er Lose : 4 1180,80
Oldenburger. . . . TIr. 40 3 128.00
Raab-Grazer . . . . H. 150 2½/110,05
Mk.
Unverzinsliche
p. St.
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Augsburger . .
.A.7
Eraunschweiger
TIr. 20 (202,40
Ts. 45
Mailänder
Pe. 15
do.
. A. 7 38,90
Meininger .
41. 100 (605 00
Osterreicher v. 18
v. 1858
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do.
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Ungar. Staats
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Gold, Silber und
Banknoten.
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Amerikanische Noten .
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Holländische Noten .
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Italienische Noten .
81,25
Osterr-Ungarische Noton. . 1.5,00
Russische Noten . . . . . . . .
Schweizer Noten. . . . . . . . 81,55
Reichsbank-Diskont . . . . .
do. Lombard Zaf..
Tendenz:
Schwach.

Handel und Verkehr.

Frankfurt a. M., 2. Juli. (Börſe.) Auch an
der heutigen Börſe wurden die politiſchen Folgen, welche
die Ereigniſſe von Serajewo möglicherweiſe nach ſich ziehen
könnten, lebhaft erörtert und es konnte daher keine gün=
ſtige
Stimmung aufkommen. Auch die ſcharfen Maßnah=
men
der öſterreichiſchen Regierung in Bosnien zeigen
deutlich, daß die dortigen Zuſtände recht ernſt zu beurtei=
len
ſind. Am meiſten verſtimmte die aus Wien hierher
gemeldete Nachricht, welche auch von Berlin beſtätigt
wurde, daß der deutſche Kaiſer von einer Teilnahme an

den Beiſetzungsfeierlichkeiten aus Geſundheitsrückſichten
abſehen müſſe, und die Abſchwächung, von der anfangs
beſonders Bankaktien betroffen wurden, griff ſchließlich
auch auf die anderen Marktgebiete über. Es waren ver=
einzelt
Kursrückgänge bis zu 2 Prozent zu verzeichnen.
Unter dieſen Umſtänden blieb auch der etwas zuverſicht=
licher
lautende Wochenbericht des amerikaniſchen Fach=
blattes
Iron Age wirkungslos. Eine im Gegenſatz zur
Allgemeintendenz beſonders feſte Haltung bekundeten wie=
der
die in letzter Zeit ſchon öfters favoriſierten Caro
Hegenſcheid=Aktien, trotzdem die Verwaltung in Demen=
tierung
der betreffenden Börſengerichte erklärt hat, daß

bisher keinerlei Verhandlungen mit Herrn Petſchek wegen
Verkaufs der konſolidierten Gleiwitzer Steinkohlengruben
ſtattgefunden haben. Von Renten waren Oeſterreicher
einen Bruchteil niedriger, die ſerbiſche 4proz. Anleihe
büßte 1½ Prozent ein; auch deutſche Fonds waren etwa
0,10 Prozent ſchwächer. Am Kaſſainduſtriemarkt über=
wogen
die Kursrückgänge.

Beſichtigung des Großh Reſidenzſchloſſes
(Holbeinſche Madonna) an jedem Wochentag von 34
Uhr. Sonntags von 111 Uhr. (Eintritt 50 Pfg., drei
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Mitglied des Rabatt-Sparvereins.

[ ][  ][ ]

Nummer 180.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, ben 3. Juli 1914.

Seite 13.

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15302.

Ludwigsplatz 9

Ludwigsplatz 9

Die höhere Pflicht.
Roman von Doris Freiin von Spättgen.
(Nachdruck verboten.)
12)

Setze Dich her ans Fenſter, Kind. Ich muß Dir bei
dem, was ich heute zu ſagen habe, voll ins Geſichtchen
ſehen, frank und frei in Deine grauen Augen. Du biſt
ja immer offen und ehrlich gegen mich geweſen, nicht?
In etwas unruhiger Haſt rückte Baron Solten einen
bequemen Seſſel zu dem bezeichneten Platz, worauf Rei=
nette
ſich befremdet und merkbar verlegen niederließ.
Sie wollte eine Bemerkung machen fragen, allein
beklemmende Empfindungen, die Scheu, daß jetzt vielleicht
Dinge zur Sprache kommen könnten, die ſie als ſüßes Ge=
heimnis
im Buſen verſchloß, ſchnürten ihr die Kehle zu.
Leuchtete doch aus des Onkels Zügen ein ſeltſames
Gemiſch von Erregung, Wehmut und Trauer.
Eine ganze Weile betrachtete er ſie ſchweigend, dann,
wie um ſeinen Entſchluß noch mehr zu feſtigen, hob er
ziemlich energiſch den Kopf und ſagte raſch:
Ich habe eigentlich keine Ahnung, ob das, was ich
jetzt ſagen muß, Dir unerwartet kommt, oder ob Du
etwa ſchon darauf vorbereitet biſt, Reinette. Der erſtere
Fall wäre mir lieber weil ich Dich alsdann unbefangen
wüßte.
Ueber ihre bisher voll zu ihm aufgeſchlagenen Augen
ſanken die Lider blitzartig ſchnell herab, und mit ſtocken=
dem
Atem entgegnete ſie:
O, Du willſt von dem Ball ſprechen, Onkel Gerald!
Die dumme Polonäſe bei Mondſchein im Garten war
gewiß recht unüberlegt, hat wohl zu abfälligen Bemerkun=
gen
Anlaß gegeben Ich habe mir Sie ſtockte.
So alſo bereits orientiert.
Seine Stimme klang merkwürdig belegt bei dieſen
kurzez Worten,

e e e e e
Gerald.
Mit gerunzelter Stirn ſetzte er ſich nun neben ſie auf
einen Stuhl.
Laſſen wir nur das Verſteckenſpiel; das iſt ja lächer=
lich
in ſolch einem Moment. Weißt Du’s oder weißt Du’s
nicht, daß Graf Geldringen heute an mich geſchrieben
hat?
Nein! Keine Ahnung habe ich davon!
Ungeachtet der intenſiven Röte, die bei Nennung des
verfänglichen Namens das hübſche Geſicht überzog, ſpie=
gelten
die jetzt weit geöffneten Augen einen ſo entzücken=
den
Ausdruck treuherziger Offenheit ab, daß Baron Sol=
ten
beſchwichtigend ſeine Hand erhob.
Ich glaube Dir ja ſelbſtredend, Kindchen; aber ſo
ganz unbefangen ſcheinſt Du mir wohl doch nicht zu ſein
wie?
Es erfolgte keine Antwort.
Na, kurz und gut Graf Geldringen hat heute brief=
lich
bei mir um Deine Hand angehalten.
Onkel Gerald?!
Bei dieſem jäh ausgeſtoßenen Rufe, der ihm weit
mehr verriet als alle bisherigen Worte, blieben ſeine Züge
völlig ruhig und tiefernſt; nur bemühte er ſich, ein nervöſes
Zucken der Unterlippe zu verbergen.
Langſam, beinahe läſſig fuhr er fort:
Ehe ich dem Grafen nun eine Antwort zugehen laſſe,
iſt es meine Pflicht, Dich, Reinette, von ſeinem Schreiben
in Kenntnis zu ſetzen. Aber ich glaube, mir das Recht
zumuten zu dürfen, dieſe Antwort eigenmächtig, ohne be=
ſondere
Einwilligung und Zuſtimmung Onkel Karls, Dei=
nes
Vormundes, zu erteilen. Alſo nehme ich die Verant=
wortung
ganz allein auf mich.
Immer forſchender, angſtvoller wurden Reinettes
Blicke,

e e e
füllten ihr Herz mit Bangen.
Baron Solten hatte nun ihre Hand ergriffen und
ſagte warm:
Du mußt nicht etwa glauben, Kindchen, daß ich wäh=
rend
der vergangenen Tage blind geweſen bin blind
für das, was ſich um Dein Gefühls= und Seelenleben ge=
webt
und geſponnen hat. Für ſolch junges, unerfahrenes
Kindergemüt gleich dem Deinen ſind das Ereigniſſe
rieſengroß bedeutungsſchwer! Der Himmel erſcheint
plötzlich noch mal ſo ſchön und blau, die Sonne noch mal
ſo ſtrahlend und hell! Nicht wahr das meint man?
Die Angeredete ſchwieg noch immer.
Nichts, gar nichts anderes als die erſten beſeligenden
Herzensregungen läßt man gelten, und wenn dann ein
Menſch kommt mit trockenen Vernunftsgründen und fata=
len
Bedenken, ſo iſt das hart, rückſichtslos, grauſam, ab=
ſcheulich!
So urteilt auch der Kranke, dem der Arzt das
Meſſer an die brennende Wunde ſetzt. Reinette Geralds
Stimme bebte leiſe , Reinette, ich muß Dir heute un=
freiwillig
wehe tun. Als Dein beſter Freund und treueſter
Berater darf ich es nicht zugeben daß Graf Geldringen
ſich weiter um Dich bewirbt!
In leidenſchaftlichem Ungeſtüm war Reinette vom
Seſſel geſprungen und ans Fenſter geeilt; dort blieb ſie,
dem Zimmer den Rücken kehrend, regungslos ſtehen, wäh=
rend
Gerald, um ihr zu folgen, ſich ebenfalls ſchnell er=
hoben
hatte.
Das charaktervolle, kluge Männergeſicht war bleich ge=
worden
, und tiefinnerlich von Unwillen oder Schmerz be=
wegt
, ballte er ſeine Rechte zur Fauſt zuſammen.
Nein! Nicht ſchwach und wankend werden in den
einmal gefaßten Entſchlüſſen ſich nicht erweichen laſſen!
Haſtig trat er wieder zurück.
Was bedeuten Kindertränen, was das Herzeleid einer

[ ][  ][ ]

Nummer 180.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.
Seite 14.

ist dem.

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unterstellt.

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den welterfahrenen Mann zu pflichtgedrungenem Handeln
anſpornen!
Mochte ſie das erſte Weh und die herben Enttäuſchun=
gen
dort drüben nur auskämpfen, ſpäter würden Einſich:
und Vernunft vielleicht auch die Logik von ſelbſt
kommen.
Der Gedanke an eine Verbindung zwiſchen Reinette
und Geldringen war ganz unmöglich. Ob ſpäter wenn
dieſer
Gerald zog die Stirn kraus.
Nein, niemals, dazu hatte er das Kind zu lieb, zu
wohl behütet.
Der Ruf eines Verſchwenders, Spielers, Herzen=
brechers
war dem jungen Offizier, den man anſcheinend
von der Gardekavallerie hierher zur Linie ſtrafverſetzt
haben mochte, bereits vorausgeeilt.
Irgendeine peinliche Liebesaffäre mit der jungen,
ſchönen Frau eines Freundes ſollte ſchließlich den Anſtoß
dazu gegeben haben.
Obwohl Geldringens Vater als württembergiſcher
Großgrundbeſitzer keineswegs als unvermögend galt, ſo
gebot ihm nunmehr die Pflicht, ſeiner vielen anderen
Kinder zu gedenken und den Aelteſten erheblich kürzer zu
halten, um beſtmöglichſt ſeinem Leichtſinn zu ſteuern.
Man ſprach davon, Konrad Geldringen habe ſich
neuerdings mit dem Vater überworfen und bemühe ſich
eifrigſt um eine gute Partie, was bei ſeiner beſtechenden

Perſönlichkeit wie ſeinem vornehmen, alten Namen kaum
ſchwer fallen dürfte.
Und ein Mann ſeines Schlages, ein Menſch, der Her=
zen
zu knicken und törichte Weſen ſterblich in ſich verliebt
zu machen, vielleicht als Sport betrieb, er wagte es, ſeine
Hand auszuſtrecken nach dieſer dort?
Wohl hatte Gerald die ihm bisher völlig harmlos
dünkende Tändelei jener beiden wahrgenommen, und ſein
feines, richtiges Gefühl bedeutete ihn, den kleinen Flirt
mit Reinette paſſender zu finden als Geldringens lächer=
liche
Courmacherei Olly gegenüber, welche ihn, ohne ihn
im mindeſten eiferſüchtig zu machen, dennoch ärgerte und
reizte.
Indes war er immer zu klug und taktvoll geweſen,
jemals ein Wort darüber zu äußern.
Kannte er doch Ollys leichtlebige, zuweilen etwas un=
gebundene
Art; das wieneriſche Blut, wie ſie ſelbſt oft
ſcherzend ſagte, zumal man davon überzeugt ſein durfte,
daß ſie die Grenzen des Anſtandes und der Schicklichkeit
niemals überſchreiten würde.
Aber gerade heute, wo ihn Geldringens bedeutungs=
ſchwere
Anfrage wie ein Blitz aus heiterem Himmel ge=
troffen
und vor eine peinliche Alternative geſtellt hatte,
wurde es ihm ebenſo klar, wie blutwenig er ſich doch
während der letzten Monate um Ollys eigenſte Angelegen=
heiten
bekümmert hatte.
Mit den faſt an Verſchwendung grenzenden koſi=
baren
Geburtstagsgeſchenken und der ſo gelupgener Ver=

anſtaltung des glänzenden Koſtümfeſtes glaubte er wieder
einmal vollauf ſeine Pflicht erfüllt zu haben.
Und doch trat eben jetzt der Gattin mißmutiger, bei=
nahe
zorniger Geſichtsausdruck vor ſeinen Geiſt, als kein
Lob, keine Anerkennung über ihren gewählten Anzug
ſeinen Lippen entſchlüpfen wollte. War es nicht vielleicht
unfreundlich, hart von ihm, ihr jene Enttäuſchung zu be=
reiten
?
Seltſam, daß ſeit kurzem eine Art Spannung, eine
gegenſeitige Gereiztheit die bisherige Zufriedenheit ihres
Ehelebens zu ſtören begann.
Vielleicht trug das ſtete Zuſammenſein mit dem
jugendfrohen, geweckten, für alles Schöne ſo empfäng=
lichen
Pflegekinde dazu bei.
Er war eben ein Menſch, der jede Gelegenheit, auf
die Intereſſen jugendlicher Gemüter einzugehen, ſie nach
ſeinem Sinne zu formen und zu belehren, mit Freuden
ergriff; ganz im Gegenſatz zu Olly, welche ihre Pflichten
damit abgetan wähnte, wenn für Reinettes leibliches
Wohl geſorgt und ſie elegant und hübſch angezogen war.
Man konnte wohl annehmen, daß Olly eine Heirat
mit Geldringen ebenſowenig billigen würde als er, ganz
abgeſehen davon, daß Frauen, und ſeien es die aller=
ſolideſten
, den Mann, der ihnen einſt ſelbſt gehuldigt hat,
nicht gern einer anderen überlaſſen.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 180.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Seite 15.

dauert fort
und ist ein grosser Teil der darin
ausgelegten Sachen nochmals
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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914

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Nummer 180.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 3. Juli 1914.

Seite 19.

Turnen, Spiele und Sport.

Main=Rhein=Gau Deutſche Turnerſchaft.
Das 38. Gauturnfeſt des Main=Rhein=Gaues fin=
det
nächſten Sonntag, den 5., und Montag, den 6. Juli,
in Nieder=Ramſtadt ſtatt. Dem Feſt geht am
Samstag abend um 5 bezw. 7 Uhr eine Sitzung des Gau=
ausſchuſſes
und des Kampfgerichts voraus. Von 9 Uhr
ab werden auf dem Feſtplatz turneriſche Vorführungen ge=
zeigt
. Sonntag vormittag 6 Uhr beginnt das Einzel=
wetturnen
, zu dem zirka 500 Anmeldungen vorliegen. Um
10 Uhr iſt Feſtgottesdienſt, um 11 Uhr Muſterriegenturnen
der Zöglinge, um 1 Uhr Feſtzug. Von 2 Uhr ab beginnt
das Vereinsturnen; hierzu haben 78 Vereins= und Muſter=
riegen
gemeldet, wobei Turner=, Zöglings=, Frauen= und
Altersriegen vertreten ſind. Um 5 Uhr werden die all=
gemeinen
Stabübungen vorgeführt, an denen ſich alle
Turner, Turnerinnen und Zöglinge beteiligen. Um 6½
Uhr iſt Siegerverkündigung.
Am Montag wird das im Gau zum erſtenmale ein=
geführte
Militärturnen ſtattfinden. Auch hierzu liegen
zahlreiche Meldungen vor. Um 9 Uhr vormittags be=
ginnt
der Einzelwettkampf, der in Dreikampf beſteht. Um
3 Uhr nachmittags Muſterriegenturnen und Mannſchafts=
kämpfe
. Von 5 Uhr ab Kürturnen der geübteren Turner.
Um 6 Uhr Siegerverkündigung. Ferner findet am Mon=
tag
nachmittag Schülerturnen ſtatt. Der Turnverein Nie=
der
=Ramſtadt hat alle Vorbereitungen beſtens getroffen
und keine Opfer geſcheut, um den fremden Turnern einen
angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Turnplatz und Feſt=
halle
ſind vorzüglich angelegt, ſo daß anzunehmen iſt, daß
das Feſt einen würdigen Verlauf nehmen wird. Dem
rührigen Verein aber iſt ein guter Beſuch des Feſtes zu
wünſchen.
Rad= und Motorrennen in Darmſtadt. Man ſchreibt
uns: Die am kommenden Sonntag ſtattfindenden Rad=
und Motorrennen haben überall lebhaftes Intereſſe ge=
funden
. Man iſt nicht nur hier, ſondern in allen Gauen
des Deutſchen Radfahrer=Bundes geſpannt, wem der Mei=
ſterſchaftstitel
wohl zufallen wird; der Lokalmatador Da=
mus
dürfte wohl die beſten Ausſichten haben. Ihm ſind
allerdings faſt ebenbürtige Gegner gemeldet, von denen
hier als am bekannteſten Sehring zu nennen iſt. Von aus=
wärtigen
Fahrern ſind einige gute Fahrer, wie Götz, =
ſer
, Sommer=Frankfurt, ſowie einige gute Fahrer aus
Straßburg, Mannheim, Nürnberg uſw. zur Stelle, ſo daß
die Kämpfe um den Meiſterſchaftstitel ſehr ſcharf werden.

Das Mannſchaftsremen iſt nicht weniger intereſan, denn
der Mannſchaft des Velociped=Klubs Darmſtadt ſtehen
ſehr gute Mannſchaften, wie: Bicyele=Klub Frankfurt und
Edelweiß gegenüber. Unter den Beſuchern des Ren=
nens
kommt ein Göricke=Rad, Modell Baſel=Cleve, zur Ver=
teilung
gegen Entnahme eines Loſes von 20 Pfennig. Die
Loſe ſind ſchon jetzt und in Vorverkaufsſtellen zu haben.
Die zur Verteilung gelangenden Ehrenpreiſe ſind bei Hof=
friſeur
Hermes ausgeſtellt. Aus den ſportlichen Darbie=
tungen
ſieht man, daß der Velociped=Klub ernſtlich be=
müht
iſt, Darmſtadt mit in den Vordergrund der rad=
ſportlichen
Ereigniſſe zu ſtellen.
* Fußballklub Olympia 1898 Darmſtadt. Frz. Bäurle
wird am kommenden Sonntag in Trier Olympias Far=
ben
im Diskuswerfen, Kugelſtoßen, Hammerwerfen und
Fünfkampf (100 Meter=Laufen, Diskus, Steinſtoßen, Weit=
ſprung
aus dem Stand, Speerwerfen) vertreten. Ferner
entſendet der Fußballklub Olympia am gleichen Tage 15
ſeiner Leichtathleten zu den internationalen Wettkämpfen
des Frankfurter Fußballvereins. In kurzen und langen
Laufkonkurrenzen, ſowie in Wurf= und Sprungübungen
wird Olympia antreten. Am ſpannendſten dürften die
Stafettenläufe werden, zu welchen wertvolle Wanderpreiſe
ausgeſchrieben ſind. Auf das Abſchneiden der Olympia=
mannſchaften
in der 4X100 und 10X100 Meter=Stafette
darf man ſehr geſpannt ſein, da dieſelben in letzter Zeit
im Training ſehr gute Zeiten erzielt haben.
sr. Lawn=Tennis. Froitzheim in der Schluß=
runde
um die Lawn=Tennis= Weltmeiſter=
ſchaft
geſchlagen. Der deutſche Meiſterſchaftsſpieler
Froitzheim, der ſich bei den Kämpfen um die Lawn=Tennis=
Weltmeiſterſchaft auf Grasplätzen in Wimbledon bis
zur Schlußrunde erfolgreich durchgekämpft hatte, traf in
dieſer auf den Auſtralier N. Brooks. Nachdem Froitzheim
die beiden erſten Sätze ziemlich leicht 6:2,6, verloren hatte,
raffte er ſich zuſammen und es gelang ihm den 3. Satz
mit 7:5 und den vierten mit 614 für ſich zu entſcheiden. Im
fünften unentſchiedenen Satz gab es dann einen bis zum
Schluß aufregenden Kampf, den Brooks mit 8:6 und da=
mit
das ganze Spiel gewann. In der gemiſchten Meiſter=
ſchaft
ſchlug das auſtraliſch=franzöſiſche Paar Wilding-
Mlle. Broquedis mit 611, 8:6 Davis-Palm.

Luftfahrt.

sr. Die Wiener Flugwoche. Der letzte Tag brachte den
deutſchen Teilnehmern keine nennenswerten Erfolge. Der
Beſuch war ſchwach, ſo daß das dritte Internationale

Klugmeing mit einem Deſtzit abſchließen dürſte. Das
Geſchwindigkeitsrennen um den Preis der Stadt Wien
von Aſpern nach Poydorf und zurück wurde nach einem
Uebereinkommen nicht ausgetragen. Der Deutſche Helmut
Hirth ſollte gegen die drei Franzoſen Gilbert, Garros und
Prevoſt konkurrieren, verzichtete aber auf den Start, ſodaß
die drei Franzoſen ſich den Preis von 9000 Mark gleich=
mäßig
untereinander teilen. Helmut Hirth erhielt den
vierten Preis von 1000 Mark. Das nationale Geſchwin=
digkeitsrennen
nach Wiener=Neuſtadt gewann Sparmann,
der 100 Kilometer in 53:40,1 zurücklegte, und die nationale
Abflugskonkurrenz Konſchel, der nach 75 Meter Anlauf
eine Höhe von 10 Meter erreichte. Zweiter wurde hier
Sparmann mit 80 Meter.

Landwirtſchaftliches.

* Ziegenmarkt in Darmſtadt. Die Vorbereis
tungen zu dem am 14. Juli d. J. hier ſtattfindenden Zie=
genmarkt
ſind ſoweit getroffen. Vorausſichtlich wird der=
ſelbe
mit Böcken, Milchziegen, Lämmern beiderlei Ge=
ſchlechts
aus der Provinz Starkenburg reichlich befahren
und iſt den Intereſſenten (Gemeinden, Zuchtvereinen,
Züchtern uſw.) hier die günſtigſte Gelegenheit zu Erwer=
bung
reinraſſiger Tiere (weiß und hornlos) geboten. Zu=
gelaſſen
zum Markt werden nur Ziegen, welche Mitglie=
dern
von Starkenburger Ziegenzuchtvereinen gehören und
reinraſſige Abſtammung haben.
Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
markt
am 1. Juli. Auftrieb: 167 Schweine. Preiſe
(Schlachtgewicht 50 Kilogramm) 1. Qual. 62 Mk., 2. Qual.
61 Mk., 3. Qual. 60 Mk. Marktverlauf: mäßig; Ueber=
ſtand
. Schweinemarkt am 2. Juli. Auftrieb: 209
Schweine. Preiſe (Schlachtgewicht 50 Kilogramm):
1. Qual. 62 Mk., 2. Qual. 61 Mk., 3. Qual. 60 Mk. Markt=
verlauf
: drückend; Ueberſtand. Kälbermarkt am 2.
Juli. Auftrieb: 134 Kälber. Preiſe (Lebendgewicht 50
Kilogramm): 1. Qual. 54 Mk., 2. Qual. 48 Mk., 3. Qual.
44 Mk. Marktverlauf: ſchleppend.
Weinheim, 2. Juli. (Die Kirſchenernte)
neigt ihrem Ende zu. Das Erträgnis hat befriedigt. Der
Ertrag der übrigen Obſtſorten berechtigt gleichfalls zu
den ſchönſten Hoffnungen. Es ſteht insbeſondere eine
Pfirſich= und Zwetſchenernte in Ausſicht, wie es ſchon
lange nicht mehr der Fall geweſen iſt. Die Pfirſiche der
Bergſtraße bei Weinheim haben eine anerkannt hohe
Qualität. Der Beſuch des in Weinheim täglich ſtattfin=
denden
Obſtmarktes iſt daher angelegentlich zu empfehlen.

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