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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 331.
Dienstag, den 1. Dezember.
1914.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 30. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Von der Weſtfront iſt nichts Neues zu
melden.
In Oſtpreußen mißglückte ein Ueberfallsverſuch
ſtärkerer ruſſiſcher Kräfte auf deutſche Befeſtigungen
öſt=
lich Darkehmen unter ſchweren Verluſten. Der Reſt
der Angreifer — einige Offiziere und 600 Mann — wurde
von uns gefangen genommen.
Südlich der Weichſel führten die geſtern
mit=
geteilten Gegenangriffe zu nennenswertem Erfolg. 18
Geſchütze und mehr als 4500 Gefangene waren
un=
ſere Beute.
In Südpolen iſt nichts Beſonderes vorgefallen.
Oberſte Heeresleitung.
* Berlin, 30. Nov. Zu der Meldung des
Wolff=
ſchen Telegraphen=Bureaus aus dem Großen
Hauptquar=
tier, daß der Kaiſer ſich jetzt auf dem öſtlichen
Kriegsſchauplatz befinde, ſagt der Berliner
Lo=
kal=Anzeiger: Wenn der Kaiſer ſich jetzt vom Weſten
nach dem Oſten begeben hat, ſo mag dafür mehr als ein
Grund vorgelegen haben. Zweifellos iſt das, was unſer
Heer im Oſten geleiſtet hat, nicht minder bedeutend als
das, was im Weſten erreicht wurde. Da konnte der
Kai=
ſer wohl den Wunſch haben, auch einmal den tapferen
Hütern der Oſtmark und ihren ruhmreichen Führern
von Angeſicht zu Angeſicht zu begegnen und ihnen den
Dank für ihre Großtaten auch perſönlich auszuſprechen.
Wenn der Kaiſer aber den Entſchluß gerade in dieſen
Tagen gefaßt hat, ſo geht man vielleicht in der Annahme
nicht fehl, daß gegenwärtig die militäriſchen Operationen
im Oſten als die wichtigeren betrachtet werden. — Auch
die Poſt hebt hervor, daß die Tatſache, daß ſich der
Kai=
ſer vom weſtlichen nach dem öſtlichen Kriegsſchauplatz
be=
geben hat, offenſichtlich zeige, welche entſcheidende
Be=
deutung unſere Heeresleitung dem gewaltigen Ringen
beimeſſe, das gegenwärtig in Ruſſiſch=Polen im Gange
ſei.
* London, 29. Nov. (Indirekt.) Sondertelegramm
der Telegraphen=Union. Die angeſehenſten Fachleute der
großen engliſchen Preſſe ſind einig in der Anſicht, daß ein
furchtbarer Angriff der Deutſchen gegen die
Stellung der Verbündeten bei Calais unmittelbar
bevor=
ſteht. Die Militärkritiker ſchließen das aus den
umfaſſen=
den Vorbereitungen, die die Deutſchen in den letzten Tagen
dort getroffen haben. Times und Evening News
ver=
öffentlichen hierzu folgende Informationen: Täglich
kommen rieſige Militärzüge aus allen Städten Belgiens
mit ungeheuren Truppenmaſſen in den vorderſten Reihen
der Schützengräben an. 60 Militärzüge haben Gent, 28
Brügge, 30 Mons, 40 Maubeuge und 50 Brüſſel verlaſſen,
alle in der Richtung nach der Front. Starke
Truppen=
maſſen ſind in Dixmuiden, Ypern und Oſtende angelangt,
darunter große Mengen Kavallerie. Die Deutſchen haben
das Bombardement von Ramscapelle begonnen. Ein
deutſcher Flieger verſuchte ſchon wiederholt, das engliſche
Hauptquartier in Poperinghe zu zerſtören. Dieſe Abſicht
gelang ihm nicht, jedoch töteten ſeine Bomben eine große
Anzahl Perſonen. 200 neue Geſchütze von 32,5 Kaliber
ſind ebenfalls nach der Nordfront gebracht worden,
außer=
dem 50 gepanzerte Automobile, alle geleitet von
Krupp=
ſchen Ingenieuren. In Zeebrügge ſind eine Reihe neuartig
konſtruierter Unterſeeboote aus Kiel eingetroffen,
außer=
dem eine Anzahl ſehr ſchneller, gepanzerter und mit
Schnellfeuerkanonen verſehener Motorboote. — Die Preſſe
begleitet dieſe Darlegungen mit äußerſt gedrückten
Kom=
mentaren. Es iſt ſehr bezeichnend, daß kein Blatt ſich zu
der Annahme aufſchwingt, die Verbündeten könnten dieſer
Gegenoffenſive begegnen. Ihre ganze Hoffnung beſteht
darin, daß, wie die Times ſagen, die Verbündeten ſtark
genug ſein werden, um auch noch dieſen furchtbaren An=
ſturm der deutſchen Kräfte aufzuhalten. „Können wir nur
dieſes eine Mal noch ſtandhalten, ſo wird wohl der Winter
auf abſehbare Zeit ein Ziel ſetzen. Inzwiſchen müſſen wir
dann immer mehr und mehr neue Männer ins Feld
ſchicken, denn davon allein hängt ſchließlich der
End=
erfolg ab.”
Der türkiſche Krieg.
Der Kampf gegen die Lüge.
* Konſtantinopel, 29. Nov. (W.T. B.
Nichtamt=
lich.) Der Tanin dementiert in formeller Weiſe die
Frie=
densgerüchte. Kein Menſch denke an den Frieden. Das
Blatt führt an: Mit Kriegsbeginn haben die erlauchten
Verbündeten der Türkei gegen die achte Macht
anzu=
kämpfen, nämlich gegen die Lüge. England und
Frank=
reich ſetzten, indem ſie ihre Herrſchaft über die Kabel
aus=
nützten, unaufhörlich falſche Nachrichten in die Welt. Nur
dieſem Umſtand iſt es zuzuſchreiben, daß die Franzoſen in
Marokko bleiben können, falls es dort überhaupt noch
Franzoſen gibt, und daß die Inder ſich noch nicht erhoben
haben. Unſere Verbündeten und wir ſind von der gleichen
Zuverſicht an den großen endgültigen Erfolg erfüllt und
antworten in unſerer Art mit Siegen. Während unſere
mächtigen und heroiſchen Verbündeten mit
unerſchütter=
lichem Vertrauen auf den Sieg kämpfen, übernahmen wir
eine wichtige, aber weniger drückende Aufgabe. Wir
ſchwu=
ren, mit unſerer moraliſchen Kraft zu kämpfen, hinter der
unſere materielle Macht zurückbleibt, bis das Ergebnis die
vollſtändige Erfüllung unſerer nationalen Wünſche bringt.
Keine Macht konnte uns in dieſem Kampf aufhalten.
Die Juden und Armenier in der Türkei.
* Konſtantinopel, 29. Nov. (W. T. B.
Nichtamt=
lich.) Auf Grund von Unterredungen, welche der
Groß=
rabbiner der Türkei mit dem Miniſter des Innern
gepflo=
gen hat, hat ſich die türkiſche Regierung bereit erklärt,
fremdländiſchen, in der Türkei wohnhaften
Iſraeliten, insbeſondere ruſſiſchen Staatsangehörigen,
die zu Tauſenden um die Gewährung der osmaniſchen
Staatsbürgerſchaft nachſuchten, dieſen Wechſel in der
Staatsbürgerſchaft unter der Bedingung zu geſtatten, daß
ſie die osmaniſche Staatsbürgerſchaft nicht wieder nach
dem Kriege aufgeben. Zehntauſend dieſer Iſraeliten ſind
in Jeruſalem anſäſſig. — Die
Loyalitätskundgeb=
ungen der Armenier dauern an. Der armeniſche
Biſchof in Erzerum ſandte der Pforte ein Telegramm, daß
die Armenier, die niemals vor irgend einem Opfer zur
Verteidigung des Vaterlandes zurückſchreckten, auch dieſes
Mal zu allen Opfern bereit ſein werden. In gleichem
Sinne gehaltene Telegramme ſind von dem Erzbiſchof
von Wan, ſowie von anderen religiöſen Oberhirten der
Armenier eingetroffen
Die Muſelmanen des Somalilandes.
* Konſtantinopel, 29. Nov. Nachdem die
Muſel=
manen des Somalilandes Kunde erhalten haben, daß an
der Grenze von Aegypten Muſelmanen mit den
Englän=
dern im Kampfe ſtehen, ziehen mehrere tauſend Somalier
gegen Aegypten.
Hindenburgs Auszeichnung.
C) Ein dankbares Volk vernimmt mit Freude und
Ergriffenheit, daß der oberſte Kriegsherr den Befreier
Oſtpreußens, den treuen Hüter unſerer Oſtgrenze, zum
Generalfeldmarſchall, und ſeinen Generalſtabschef v.
Lu=
dendorff zum Generalleutnant ernannt hat. Es gibt wohl
keinen Deutſchen, der dem Oberbefehlshaber der Oſtarmeen
nicht aus vollem Herzen die Ehre gönnte, in dieſem
Kriege als erſter die Marſchallwürde erhalten zu haben.
Denn wie jeder Soldat der Oſtarmeen für „Vater”
Hin=
denburg durchs Feuer geht, ſo weiß das geſamte deutſche
Volk, wieviel es der Feldherrnkunſt v. Hindenburgs
und ſeines Generalſtabschefs ſchuldet. Die Auszeichnung
beider Männer durch den oberſten Kriegsherrn führt
Deutſchland von neuem vor Augen, was die einzelne
Perſönlichkeit auch im Zeitalter der Millionenheere
bedeutet: Bei ihr liegt der Urſprung jener Kraft, die den
Anſturm der Feindesmaſſen, ſelbſt wenn ſie der Zahl nach
überlegen ſind, zum Scheitern bringt. Aber damit die
Gedanken des Feldherrn in Taten umgeſetzt werden,
be=
darf es der Mitarbeit tapferer und ausdauernder
Trup=
pen, die auch in langen, ſchweren Kämpfen nicht erlahmen.
Daß Hindenburgs Heere aus ſolchen Truppen beſtehen,
wird in der Kundgebung des Kaiſers mit nicht
geringe=
rem Nachdruck anerkannt, als in dem Armeebefehl des
Generalfeldmarſchalls ſelbſt. Getreu dem preußiſchen=
Wahlſpruch „Jedem das Seine” hat hiermit das
Zuſam=
menwirken einer genialen Führung und unerſchütterlich
tapferer, beharrlicher Truppen die verdiente Anerkennung
empfangen, die gleichfalls dem deutſchen Volke aus der
Seele geſprochen iſt. Deutſchlands Feinde, die unſeren „
Mi=
litarismus” heuchleriſch läſtern, werden an dieſer
Bekun=
dung unſeres militariſtiſchen Geiſtes wohl ſtillſchweigend
vorübergehen. Um ſo dankbarer ſind wir ſelbſt dafür,
daß in bedeutſamen Kundgebungen unſerer erſten
Män=
ner Führer und Maſſen mit gerechtem Maße
ge=
meſſen werden. Und dankbar ſind wir endlich” dem
oberſten Kriegsherrn, der die Hindenburg und Ludendorff
auf den Platz ſtellte, auf dem ſie ſich ſegensreich für das
Vaterland betätigen können. Wo Kaiſer, Heerführer und
Truppen in ſolcher Weiſe zuſammenwirken, da muß mit
Gottes Hilfe der Tag kommen, an dem Hindenburgs
Lo=
ſung erfüllt iſt und der letzte Ruſſe beſiegt am Boden liegt.
* Wien, 29. Nov. Die Blätter begrüßen die
Ernen=
nung Hindenburgs zum
Generalfeldmar=
ſchall mit Freuden. So ſagt das Neue Wiener
Tag=
blatt: Wie einſt Namen wie Moltke und Bismarck wie
der Ton klirrenden Erzes durch die Welt gingen, ſo klingt
heute der Name Hindenburgs mit jubelndem Widerhall
in tauſend und abertauſend deutſchen Herzen wider und
iſt für immer der Geſchichte, der Heldenſage überliefert.
In die Ehrungen, die Hindenburg erwieſen werden,
miſcht ſich der echte Jubel des ganzen mächtigen deutſchen
Volkes und ſeines öſterreichiſch=ungariſchen Verbündeten.
— Die Neue Freie Preſſe zitiert das Dichterwort „Glück
hat auf die Dauer nur der Tüchtige” und ſagt: Der
bis=
herige Generaloberſt v. Hindenburg iſt eine der
volks=
tümlichſten Geſtalten unter den deutſchen Heerführern
ge=
worden. Das Blatt würdigt ſodann die bisherigen
Er=
folge Hindenburgs.
Zum Geburtstag des Reichskanzlers.
* Berlin, 29. Nov. Der Kaiſer hat an den
Reichskanzler zu deſſen heutigem Geburtstag
folgendes Telegramm gerichtet: Ich komme an der Spitze
des Deutſchen Reiches heute zu Ew. Exzellenz mit
Glück=
wünſchen beſonderer Art. Um das Staatsſchiff durch die
Stürme der Welt glücklich in den Hafen zu ſteuern, dazu
gehört Glück und dazu bedient ſich die Vorſehung der
Männer, welche, feſt und unerſchütterlich das Wohl des
Vaterlandes vor Augen, zu kämpfen wiſſen, bis das große
Ziel erreicht iſt. Unter dieſen nehmen Ew. Exzellenz den
erſten Platz ein. Das woiß das deutſche Volk, das weiß
Ich. Gott ſegne Ihre Arbeit. Wilhelm I. R. — Der
Reichskanzler hat mit nachſtehendem Telegramm
ge=
antwortet: Ew. Majeſtät bitte ich, für die große
Geburts=
tagsfreude, die mir durch Ew. Majeſtät huldvolles
Tele=
gramm bereitet wurde, aus tiefſtem Herzen ehrfurchtsvoll
Dank ſagen zu dürfen. Meine Eindrücke in Berlin zeigen
mir aufs neue, daß das deutſche Volk ſich mit ſeinem
Kai=
ſer eins weiß im Vertrauen auf unſere Kraft, in der
Zu=
verſicht auf den endlichen Sieg unſerer gerechten Sache und
in dem feſten Entſchluß, durchzuhalten, bis dieſer Sieg
er=
kämpft iſt. Gott wolle meine Bitte erhören, daß ich
mei=
nem kaiſerlichen Herrn und meiner Nation zu dieſem Siege
an meinem Teil kräftig mithelfen darf. Ew. Majeſtät treu
gehorſamer v. Bethmann=Hollweg.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914.
Nummer 331.
Auszeichnungen durch die Univerſität Breslau.
* Breslau, 29. Nov. Die Rechts= und
Staats=
wiſſenſchaftliche Fakultät der Univerſität Breslau
hatte bisher noch keinen Doktor der Staatswiſſenſchaften
ernannt. Jetzt hat ſie den Generalfeldmarſchalt
v. Hindenburg an die Spitze ihrer Doktoren geſtellt.
Gleichzeitig hat ſie dem Chef des Generalſtabs des
Haupt=
quartiers im Oſten, dem Generalleutnant v.
Luden=
dorff, und dem Chef des preußiſchen Eiſenbahnweſens,
Miniſter v. Breitenbach, die Würde eines Doctor
rerums politicarum honoris causa verliehen. Außerdem
hat ſie den ſchwediſchen Forſchungsreiſenden Sven
He=
din zum Doctor honoris causa ernannt. Die
Benach=
richtigungstelegramme haben folgenden Wortlaut:
Generalfeldmarſchall v. Hindenburg,
Haupt=
zuartier Oſt. Die Rechts= und Staatswiſſenſchaftliche
Fakultät Breslau macht zum erſtenmal Gebrauch von dem
ihr kürzlich Allerhöchſt verliehenen Recht, auch Doktoren
der Staatswiſſenſchaften zu kreieren, indem ſie dankerfüllt
Ew. Exzellenz, dem glorreichen Verteidiger unſerer
Oſt=
marken, zu ihrem erſten Doctor rerum politicarum
er=
nennt. Gretener, Dekan.
Generalleutnant v. Ludendorff, Hauptquartier
Oſt. Die Rechts= und Staatswiſſenſchaftliche Fakultät
Breslau verleiht Ew. Exzellenz, der verdienſtvollſten Stütze
unſerer Oberſten Heeresleiſtung im Oſten, in dankbarer
Geſinnung die Würde eines Doctor rerum politicarum
honoris causa. Gretener, Dekan.
Staatsminiſter und Miniſter der öffentlichen Arbeiten
v. Breitenbach, Berlin. Die Rechts= und
Staats=
wiſſenſchaftliche Fakultät Breslau verleiht Ew. Exzellenz,
unſerem früheren Mitbürger, dem hochverdienten oberſten
Leiter des preußiſchen Eiſenbahnweſens, welcher in
unüber=
trefflicher Weiſe eine weſentliche Vorbedingung unſerer
kriegeriſchen Erfolge ſchuf, die Würde eines Doctor rerum
politicarum honoris causa. Gretener, Dekan.
Herrn Sven Hedin, Stockholm. Die Rechts= und
Staatswiſſenſchaftliche Fakultät Breslau verleiht Ihnen
die Würde eines Doctor utriusque juris honoris causu
in dankbarer Anerkennung Ihres mutigen Kampfes für
die Wahrheit und Ihrer erfolgreichen Verteidigung der
Gerechtigkeit und der Sache des deutſchen Volkes.
Gre=
tener, Dekan.
Italieniſches Zeugnis über die deutſche
Wehrkraft.
*. Rom, 29. Nov. Der Mattino veröffentlicht einen
enthuſiaſtiſchen Bericht ſeines nach Berlin entſandten
Spezialkorreſpondenten Scafoglio, der von dem
uner=
ſchöpflichen, geradezu phantaſtiſchen Reichtum
Deutſch=
lands an immer neuen Soldaten und
wirt=
ſchaftlichen Hilfsmitteln förmlich verblüfft iſt.
Niemand, der heute Deutſchland beſuche, könne glauben,
daß dieſes Land bereits ſeit 4 Monaten den gewaltigſten
Krieg der Weltgeſchichte führt. An der Widerſtandskraft
Deutſchlands zweifeln, wie man es da und dort im
Aus=
lande, auch in Italien tue, ſei eine verhängnisvolle
Selbſt=
täuſchung.
Der Neutralitätsbruch dürch Belgien.
* Wien, 29. Nov. Im Neuen Wiener Tagblatt
be=
ſprechen die beiden Staatsrechtslehrer Bernhardik
und Profeſſor Löffler die von der Norddeutſchen Allg.
Ztg. veröffentlichten Dokumente über den
Neu=
tralitätsbruch Belgiens. Der erſte führt u. a. aus:
Schon die Geheimhaltung ſolcher Verträge war eine
Neu=
tralitätsverletzung, weil ſie einen der beiden Gegner
be=
günſtigte: Wollte Belgien daher neutral bleiben, ſo
mußte es von dem Vertrag allen Garantiemächten
Mit=
teilung machen und durfte keinem derſelben verweigern,
was es England geſtattete. Es mußte alſo auch, wenn das
Deutſche Reich es verlangte, mit dieſem eine analoge
Si=
cherungs=Vereinbarung gegen einen franzöſiſch=engliſchen
Einmärſch treffen, den es mit England detailliert
verein=
barte. Belgien verletzte ſeine Pflicht vollends, als es
die mit ganz unengliſcher Aufrichtigkeit gehaltene Mittei=
lung erhielt, England werde die belgiſche Neutralität nicht
achten und ſeine Truppen nach Belgien auch dann
ein=
rücken laſſen, wenn Belgien es gar nicht verlangen ſollte.
Für jeden Unparteiiſchen iſt die Sachlage ganz klar. Der
König der Belgier verbündete ſich mit den Weſtmächten,
nicht um unparteiiſch zu bleiben, ſondern um deren Macht
zu vergrößern, weil er glaubte, daß ſie die Stärkeren
ſſeien, vielleicht auch aus Gründen der Sympathie oder
an=
deren Motiven. Der König der Belgier iſt nicht der erſte
und leider auch wahrſcheinlich nicht der letzte, der von
den Engländern getäuſcht wurde. Er ſpielt Haſard und
muß die Folgen gerechterweiſe tragen, wenn die Würfel
gegen ihn fallen ſollten. — Auch Profeſſor Löffler
ſtellt feſt, daß Belgien verpflichtet war, mit allen
Mäch=
ten Abmachungen zu treffen, und führt aus, daß England
Belgien wie einen Unmündigen behandelte, indem es ihm
ſeine Vormundſchaft aufdrängte. England, dieſer „Hort
des Rechtes” dieſer „Beſchützer der Schwachen”, will
Belgien auch gegen ſeinen Willen „ſchützen” Für
Eng=
land war Belgiens Neutralität nur ein
Vor=
wand. Seine Poſe als Schützer der Schwachen iſt ein
verächtliches Gaukelſpiel. Es ſchob vielmehr das kleine
Belgien vor, und ließ dieſes für Englands Intereſſen ſich
verbluten. Wenn nach all dieſen Enthüllungen England
noch als Schirmherr des Völkerrechts ſich aufſpielt und ſo
den Namen des Rechts mißbraucht, ſo kann es nur bei
jenen Glauben finden, die ausſchließlich auf Nachrichten
aus engliſcher Quelle angewieſen ſind. Das Märchen
von der Neutralität Belgiens iſt durch die
nun veröffentlichten Urkunden endgültig zerſtört worden.
Fliegerkämpfe.
* Paris 29. Nov. Eine amtliche Note beſpricht
die Fliegerkämpfe vom 18. November. Ein
Mili=
tärflieger bemerkte des Morgens ein in der Richtung
Amiens fliegendes Aviatik=Flugzeug, verfolgte und
er=
reichte des Flugzeug bei Amiens, gab ungefähr hundert
Maſchinengewehrſchüſſe ab und beſchädigte das Flugzeug
leicht, das aber entkam. Der Militärflieger griff darauf
ein Albatros=Flugzeug an, das umwendete, ſich auf den
franzöſiſchen Flieger ſtürzte und ſeinen Apparat zum
Schwanken brachte, ſo daß das Maſchinengewehr in das
Innere des Flugzeuges fiel. Der franzöſiſche Flieger
ſtellte das Gleichgewicht wieder her, aber das Albatros=
Flugzeug war inzwiſchen verſchwunden. Ein anderer
Flieger bemerkte ein deutſches Flugzeug über Amiens
verfolgte es, holte es ein und hinderte es, zu den
deut=
ſchen Linien zurückzukehren. Bei der Verfolgung bis
Montdidier wurde das franzöſiſche Flugzeug von dre
Schüſſen getroffen, von denen einer den Benzinbehälter
durchſchlug. Es mußte dann die Verfolgung wegen
Mu=
nitionsmangels aufgeben. Ein weiteres franzöſiſches
Flugzeug griff einen Doppeldecker an. Die deutſchen
Schüſſe durchſchlugen jedoch die Flügelverſtrebungen,
ſo daß der franzöſiſche Flieger eiligſt landen mußte.
Erſatz franzöſiſcher Truppen.
* Lyon, 29. Nov. Zur Beruhigung des in
Frank=
reich herrſchenden Unwillens, daß eine große Anzahl
Mo=
biliſierter nicht eingeſtellt ſei, ſchreibt Lyon Républicain,
es habe ſich dabei um Ueberzählige gehandelt, welche
in weitaus größerer Zahl eintrafen, als vorhergeſehen
war. Es fehlte an Offizieren und es ſchien daher
un=
nütz, die Staatskoſten zu erhöhen und größere
Mann=
ſchaftsbeſtände, als für die erſten Kriegsbedürfniſſe
not=
vendig waren, untätig in ihren Garniſonen liegen zu
laſſen. Die größten Verluſte habe von allen
Waf=
fengattungen zweifellos die Infanteric erlitten. Man
ſei augenblicklich dabei, die überzähligen Infanteriſten
einzuberufen und angeſichts der großen Infanterieverluſte
die überzähligen Soldaten anderer Waffengattungen der
Infanterie einzuverleiben, um deren Lücken ausfüllen zu
können.
Die Schmach der franzöſiſchen Juſtiz:
* Kopenhagen, 29. Nov. Politiken bemerkt zur
Verurteilung der deutſchen Aerzte in
Paris: Selbſt bei größter Vorſicht und Beobachtung
ſtrengſter Neutralität iſt man geneigt, ſich gegenüber dem
Urteil des franzöſiſchen Kriegsgerichts ſkeptiſch zu
verhal=
ten. Es iſt äußerſt wahrſcheinlich, daß das Urteil in
höherem Maße diktiert iſt von der Leidenſchaft des
Augen=
blicks und dem Wunſche, einen moraliſchen Flecken auf den
verhaßten Feind zu ſetzen, als von der Liebe zur
Wahr=
haftigkeit und Gerechtigkeit. Aus den Briefen von Dr.
Ahrens geht hervor, daß unter den ſchwierigſten
ſani=
tären Verhältniſſen alles getan worden iſt, was getan
werden konnte. Daß er eine Anzahl franzöſiſcher
Ver=
wundeter ohne Pflege gelaſſen hat, iſt möglich, aber auch
erklärlich, da er als einziger Arzt der betreffenden
Feld=
lazarette unmöglich alle vorliegende Arbeit erledigen
konnte. Die Beſchuldigung, die ſich auf die Beteiligung an
Plünderungen bezieht, betrifft völlig gleichgültige Dinge.
Einige Flaſchen Wein und Likör, die die Deutſchen
vor=
fanden, requtrierten ſie in Uebereinſtimmung mit dem
Kriegsgeſetz. Die Angeklagten leugnen nicht, ſelbſt etwa
von dem Wein genoſſen zu haben. Wenn man aber hört,
wie ſie ſelbſt gelitten und ſich in gleichem Maße für
Fran=
zoſen und Deutſche aufgeopfert haben — wie ſelbſt
fran=
zöſiſche Zeugen anerkennen — und unter welch
verzweifel=
ten Umſtänden ſie arbeiteten, ſo iſt kein vernünftiger Grund
vorhanden, eine hochnotpeinliche Rechtsſache einzuleiren
wegen einiger Gläſer Wein. Auch in Frankreich iſt die
Preſſe keineswegs erfreut über das Urteil. Politiken
ſchließt: Wir bedauern den Haß, der unzweifelhaft zu
Reprefſalien führen muß gegenüber ſolch
angreif=
barem Urteil. Wenn die kriegführenden Mächre
erſt mit ſolchen Mitteln beginnen, unſchuldige
Aerzte, die mühevoll ihre Pflicht tun, und Krankenpfleger,
die gefangen genommen werden, mit Strafen und
Ge=
fängnis zu bedrohen, was dann?
* Berlin, 30. Nov. Die Berliner Kliniſche
Wochen=
ſchrift ſagt: Deutſche Militärärzte ſind in
Frank=
reich wegen angeblicher Gewalttaten gegen Einwohner
und Nachläſſigkeit bei der Behandlung von Verwundeten
zu Gefängnisſtrafen verurteilt! Es genügt, dieſe Tatſache
feſtzuſtellen, um ſich des unerhörten Rechtsbruches bewußt
zu werden, der hier begangen worden iſt — kein
franzö=
ſiſches Gericht durfte über die Anſchuldigungen
entſchei=
den, da Sanitätsperſonal nach der Genfer Konvention
nicht ſeiner Jurisdiktion unterliegt —
kein Deutſcher kann auch nur im entfernteſten annehmen,
daß die Vorwürfe irgendwie begründet waren. Wir
pro=
teſtieren, ebenſo wie der Leipziger Verband bereits
ge=
tan hat, gegen die Unterſtellung, als ſeien unſere
Kolle=
gen der ihnen zur Laſt gelegten Handlungen fähig
gewe=
ſen. Lebt in dem Stande der franzöſiſchen
Aerzte, mit denen wir ſo lange Jahre hindurch
freund=
liche, wiſſenſchaftliche und kollegiale Beziehungen
unter=
halten haben und die deutſche Art und deutſche Sitte
kennen ſollten, noch ein Funken von Gerechtigkeitsgefühl,
ſo werden ſie in ihrer Geſamtheit Schritte tun
müſ=
ſen, um einen Makel von ihrer Nation abzuwaſchen, der,
ungeachtet der anerkennenswerten Bemühungen einzelner,
auf ihr für alle Zeiten haften bleiben würde!
Die Gefangenenlager in England,
* London, 29. Nov. Das Reuterſche Bureau berichtet
Zwei Beamte des amerikaniſchen Staatsdepartements, die
die Zuſtände in den Gefangenenlagern in
Eng=
land, Deutſchland und Oeſterreich unterſuchen ſollen, be=
Ein Bild vom überſchwemmten
Schlachtfeld.
( Der kleine Streifen Landes am Yſerkanal, auf dem
noch vor kurzem ſo erbittert gekämpft wurde, iſt jetzt nach
der künſtlich herbeigeführten Ueberſchwemmung eine
glitzernde Waſſerfläche, aus der wie ſchwarze tiefliegende
Inſelchen hie und da ein paar Fleckchen trockenen Bodens,
ein oder zwei vereinzelte Gehöfte, hervorragen.
Außer=
dem haben die Deutſchen ſich hier noch einen Weg gehalten,
der auf einer Chauſſee gebaut iſt, und ſo wenige Zoll über
die Fluten ragt, wenngleich auch er hier und da von ihnen
überſpült wird. Vorgeſchobene Poſten halten die Wacht
über dieſes Ueberſchwemmungsgebiet; aber ſie wehren
nicht den äb und zu herumkriechenden Belgiern; ein Kampf
iſt hier unmöglich, und dieſe ganze öde, leere Fläche kündet
nur noch von vergangenen Schlachten. So hat denn auch
ein Berichterſtatter dem Gebiet einen Beſuch abſtatten
können und erzählt nun von dem Wirrwarr, den die Flut
gnädig mit einer dünnen Waſſerſchicht überdeckt hat. Die
verlaſſenen Schützengräben laſſen ſich deutlich in ihren
Zickzacklinien erkennen und ſehen an der Oberfläche der
Flut wie eine lange Schlammſchlange aus. An den
Rän=
dern ſchwimmen Stroh, Papier, leere Flaſchen und tote
Kühe in wüſtem Gemiſch herum und laſſen das Leben
ahnen, das einſt hier geherrſcht. Durch den ſchmutzigen
Waſſerſpiegel hindurch ſieht man noch, wie ſich die
Deut=
ſchen hier häuslich eingerichtet hatten, wie viel
Gegen=
ſtände ſie mitbrachten, um es ſich etwas behaglich zu
machen. Nun iſt alles wüſt und leer. Nur noch ein paar
Grüppen von zwei oder drei belgiſchen Soldaten waten in
dem ſpritzenden Waſſer herum an Stellen, wo die Flut
nicht tief iſt, oder auf dem einzigen noch herausragenden
Weg, und die Deutſchen kümmern ſich nicht viel um ſie. Die
Belgier lungern, ob ſie nicht etwas Brauchbares finden
könnten, und manchmal haben ſie Glück. Da kehren z. B.
zwei nach ihren Linien zurück, triefend vor Näſſe, aber
auf der Schulter des einen liegt ein Sack, in dem ſich
etwas Lebendiges quieckend und grunzend bewegt. „Was
habt Ihr denn da im Sack?” fragt ein Offizier. „Nur ein
ganz kleines Schwein, mein Kapitän,” antwortet der eine
Soldat in bittendem Ton. „Es wäre doch zu
unbarm=
herzig geweſen, es da drüben in dem überſchwemmten
Gehöft vor Hunger ſterben zu laſſen, und ſo ſind wir denn
hinübergewatet, um es zu befreien.‟ Der Offizier fragt
nicht weiter; aber er nimmt wohl an, daß es nicht nur
Beweggründe reiner Menſchlichkeit waren, die die
Sol=
daten zu Rettern des Schweines machten. Die belgiſchen
Krieger wollen auch gern wieder einmal einen warmen
Braten in ihren Töpfen haben. Solche
Fouragierungs=
ausflüge in der Näſſe ſind nicht immer gefahrlos. Die
Deutſchen laſſen ſich die Feinde, obgleich ſie gutmütig
vieles nachſehen, doch nicht zu nahe kommen, und als ſich
die Belgier neulich einem von den Deutſchen beſetzten,
rings von Waſſer umgebenen Gehöft näherten, fiel ein
Schuß, und ein Belgier ſtürzte der Länge nach in das
Waſſer, worauf die anderen bis an die Bruſt nachwaten
mußten, um den Verwundeten unter vielen Mühen aus
dem Waſſer herauszubringen. Die Deutſchen feuerten
nicht mehr; ſie hatten die anderen nur warnen wollen.
Ueberhaupt führt dieſe natürliche Waſſergrenze, die
zwi=
ſchen die Feuerlinien gelegt iſt und auf der nicht gekämpft
werden kann, zu einer gegenſeitigen Duldung. Das
über=
ſchwemmte Gebiet iſt ſo etwas wie eine Neutralitätszone,
auf der man die Feinde nach Kräften ſchont. So ſchlichen
ſich einmal ein paar Belgier auf der Suche nach
Lebens=
mitteln bis zu einem augenſcheinlich verlaſſenen
Bauern=
haus und ſpähten vorſichtig hinein. Sie guckten in den
Hof — er war leer, Ställe, Scheunen — alles leer. So
wagten ſie ſich denn in die Vordertür hinein und ſahen ſich
dort plötzlich zu ihrem größten Erſtaunen ſieben Deutſchen
gegenüber, die ſich zu einem beſcheidenen Eſſen um den
Tiſch des Hauſes verſammelt hatten. Die Belgier hatten
keine Gewehre mit, aber einer von ihnen zog einen
Re=
volver. Die Gewehre der deutſchen Soldaten lehnten in
einem Winkel; aber ſie griffen gar nicht nach ihnen,
ſon=
dern begrüßten die Belgier freundlich mit den Worten:
„Tapfere Belgier” und die Belgier antworteten: „Tapfere
Deutſche‟ Sie durften dann an dem Eſſen teilnehmen.
Eine ähnliche Geſchichte handelt von ein paar Kühen, die
friedlich unter den belgiſchen und deutſchen Schützengräben
graſten. „Schießen die Deutſchen denn die Kühe nicht tot?‟
fragte man die belgiſchen Soldaten. „Da werden ſie ſich
ſchön hüten,” war die Antwort. „Ihnen gehören die Kühe
ſo gut wie uns; beide Teile melken ſie des Nachts, und
keiner denkt daran, die Kühe zu ſchießen. Man muß doch
etwas Milch zum Kaffee haben.”
Stimmen aus der Schweiz.
(Aus brieflichen Mitteilungen.)
Wie die Genfer ihren Haß gegen die
Deutſchen bezeugen.
Augenblicklich wird in Deutſchland ſehr arg über
un=
ſer armes Genf geſchimpft, weil einige Künſtlervereine,
Profeſſoren, Advokaten gegen die Neutralitäts=
Ver=
letzung von Belgien, die Beſchießung von Löwen und
Reims öffentlich proteſtiert haben. Und nun meint man,
daß hier alles, groß und klein, vom Haſſe gegen
Deutſch=
land und deſſen Volk erfaßt iſt. Dieſe Anſicht iſt aber ganz
falſch. Es wäre viel zu lang, hier dieſen Punkt erörtern
zu wollen, und viel zu erhitzt ſind die Gemüter, um ſich
zu einer objektiven Diskuſſion herzugeben. Die
Deut=
ſchen werden ſpäter wohl einſehen, daß wir keinen bittern
Haß gegen ſie und ihr Land haben.
Genf empfängt mit warmer Sympathie
die aus Frankreich ausgewieſenen
Deutſchen.
Man ſoll nur ſehen, wie die aus Frankreich
ausge=
wieſenen, jetzt durch unſere Stadt ſtrömenden
Deut=
ſchen und Oeſterreicher hier empfangen
wer=
den; mit welcher Liebe und freundlicher Fürſorge ſie am
Bahnhofe empfangen werden, wie Genfer Damen und
Herren ſie durch eine, beim Anblick dieſes großen Elends
zu Tränen bewegte Menſchenmenge begleiten, und ſie, oft
unterſtützend, bis zu den ſchönen, mit Blumen
geſchmück=
ten Lokalen führen, wo für ſie warme Speiſen und
Ge=
tränke bereit ſtehen, wo wieder unſere Damen und Herren,
worunter auch Profeſſoren der Univerſität, ſie bedienen
und zu ihnen freundlich reden. So kommen jeden Tag 200,
400, 600 Deutſche durch unſere Stadt. Oft übernachten ſie,
um dann am folgenden Tage per Extrazug, und wieder
unter Begleitung von Genfer Herren und Damen, durch
die ganze Schweiz nach ihrer Heimat gebracht zu werden,
Den Genfern verdanken Deutſchland
und Oeſterreich die Rückkehr von 20000 ihrer
Staatsbürger, die in Frankreich feſtgehalten wurden, in
ihr Vaterland. Ja und die 20000 deutſchen und
öſter=
reichiſchen Frauen, Kinder und Greiſe werden empfangen
und befördert, wie oben beſchrieben wurde. Und wer
hat dieſes große humane Unternehmen ins Werk geſetzt?
Nummer 331.
Darmſtätder Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914.
Seite 3.
ſuchten das Lager in Newbury wegen der Anſchuldigung
brutaler Behandlung, welche die Deutſchen zu erleiden
hätten. Die Unterſuchung ergab keine Spur einer
ſchlech=
ten Behandlung. Vielmehr ſtand der Lagerkommandant
auf beſtem Fuße mit den Gefangenen.
Dieſe Meldung hat keinen Wert, da ſie vom
Lügen=
bureau Reuter ſtammt, wenn ſie nicht von anderer Seite
beſtätigt wird.
Die engliſche Invaſionsfurcht.
* London, 29. Nov. In der Sitzung des
Ober=
hauſes vom 26. November führte der Lordkanzler bei der
Beantwortung einer Anfrage über die Stellung von
Zivilperſonen gegenüber den Kriegführenden im
Falle einer Invaſion aus, es ſei nicht wünſchenswert,
dieſe Angelegenheit vorzeitig an die Oeffentlichkeit zu
brin=
gen. Es beſtehe jedenfalls das Prinzip, daß die
Militär=
behörden im gegebenen Falle die Sache in die Hand zu
nehmen hätten. Gemäß der Haager Konvention würden
die Irregulären von Offizieren befehligt, die von den
Militärbehörden ernannt ſeien. Die Mitkämpfer würden
mit deutlich ſichtbaren Abzeichen verſehen werden. — Nach
dieſer Erklärung darf man auf das gerade Gegenteil
ge=
faßt ſein.
Engliſche Zenfur.
* Baſel, 28. Nov. Eine Zuſchrift an die Baſeler
Nachrichten bringt als intereſſanten Beitrag zu dem
The=
ma „Gefangenenlager” das Erlebnis einer
deut=
ſchen Familie in Baſel. Dieſe hatte von einem ihr
be=
kannten Franzoſen aus der deutſchen Gefangenſchaft einen
Brief voll Anerkennung für die gute Behandlung, die er
genoß, erhalten. Sie ſchnitt dieſen Teil des Briefes aus
und klebte ihn oben auf einen Brief, der an einen Freund
in England gerichtet war. In ſeinem Antwortſchreiben
fragte der engliſche Empfänger an, was wohl auf dem
ihm zugegangenen Brief aufgeklebt geweſen ſei. Der
Zen=
ſor habe das Aufgeklebte konfisziert. — Ein
Kom=
mentar zu der Geſinnung des engliſchen Zenſors dürfte
nicht nötig ſein.
* Zürich, 29. Nov. Den Neuen Zürcher
Nachrich=
ten wird berichtet, daß in Havre die Engländer
eigentliche Hoheitsrechte ausüben, ſo zum Beiſpiel
das Zenſurrecht über Briefe, auch über ſolche nach der
Schweiz. In zwei Fällen trugen Briefe von Havre nach
der Schweiz das amtliche engliſche Zenſurband. Die
Brieſe gelangten nicht etwa über England, ſondern direkt
in die Schweiz. Der Gewährsmann des ſchweizeriſchen
Blattes fragt: Steht Havre heute unter engliſcher
Ver=
waltung?
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Dezember.
Ritter des Eiſernen Kreuzes: Als einer der erſten
Zahlmeiſter der Armee vor dem Feinde erhielt Zahlmeiſter
Schoeler vom Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115
das Eiſerne Kreuz; ferner Lt. Robert Heiß vom Leibg.=
Infanterie=Regiment Nr. 115.
g. Strafkammer. Der Geſchäftsführer der
Konſer=
venfabrik Helvetia in Groß=Gerau hatte ſich im Frühjahr
wegen eines Vergehens gegen das Nahrungsmittelgeſetz
zu verantworten gehabt, weil zur Grünung des Gemüſes
eine Kupferverbindung verwendet wird, die obendrein
nicht deklariert wurde. Die Strafkammer erkannte auf
Freiſprechung, da das Grünen allgemein üblich ſei und
eine Verfälſchung nicht darſtelle. Das Reichsgericht ſtellte
ſich auf einen anderen Standpunkt. Nach dem
Farbſtoff=
geſetz ſei die Verwendung von Kupfer verboten, dies
Ver=
bot beſtehe noch, wenn auch die Wiſſenſchaft heute auf
einem anderen Standpunkt ſtehe und ſogar eine
Abän=
derung des Geſetzes erwogen werde. Es verwies die
Sache zur anderweitigen Entſcheidung an die Vorinſtanz
zurück. Die Strafkammer erkannte geſtern wegen Verge=
hens gegen das Farbſtoffgeſetz und das
Nahrungsmittel=
geſetz auf 5 Mark Geldſtrafe.
— Großh. Hoftheater. Zur heutigen Vorſtellung
für die Garniſon „Huſarenfieber” findet kein
Karten=
verkauf ſtatt. Am Mittwoch wird zum erſtenmal das
Luſtſpiel „Als ich noch im Flügelkleide” wiederholt. Bei
der Erſtaufführung dieſes fröhlichen Spiels kam das
Publikum den ganzen Abend tatſächlich aus dem
Lachen nicht heraus. Die erſte Wiederholung der
„Marketenderin” von Humperdinck findet am Donnerstag
ſtatt. Die reizenden Melodien und die ſtimmungsvolle
heitere Handlung haben dieſem neueſten Werke
Humper=
dincks bei der Erſtaufführung einen ſehr ſtarken Erfolg
geſichert: Ganz beſonderes Intereſſe wird dem
neuer=
lichen Gaſtſpiel Robert Hutts vom Opernhaus in
Frank=
furt entgegengebracht. Der Künſtler, der bekanntlich vor
kurzem als Manrico mit außerordentlichem Erfolge bei
uns gaſtierte, ſingt am Freitag den Lyonel in „Martha”.
Am Samstag iſt nachmittags eine Schülervorſtellung
(„Anna=Liſe‟), abends eine Sondervorſtellung („
Zigeuner=
baron”) angeſetzt. Sonntag, den 6., geht nach langerer
Pauſe Wagners „Walküre” in teilweiſer Neubeſetzung
der Hauptpartien in Szene.
* Handelskammerwahlen. Für den Kreis Darmſtadt
finden die Handelskammerwahlen im Sitzungszimmer der
Großh. Handelskammer, Rheinſtraße 9, an folgenden Tagen
ſtatt: für die Erwerbsgruppe Großhandel, für
welche 2 Mitglieder (Ergänzungs= und Neuwahl) zu
wäh=
len ſind, am Freitag, den 4. Dezember, vormittags 10—12
Uhr; für die Erwerbsgruppe Induſtrie, für
welche 3 Mitglieder (Ergänzungswahlen und Erſatzwahl)
zu wählen ſind, am Samstag, den 5. Dezember, vormittags
10—12 Uhr. Die Vertretung des Wahlberechtigten kann
nur durch einen für ihn im Handelsregiſter eingetragenen
Prokuriſten, oder wenn ein ſolcher nicht vorhanden iſt,
durch einen volljährigen kaufmänniſchen oder techniſchen
Angeſtellten ſeines Geſchäftes erfolgen; der Angeſtellte
be=
darf dazu ſchriftlicher Vollmacht.
* Wertpapiere bei der Steuererklärung. Die Frage,
wie die Wertpapiere in die Vermögensſteuererklärung
auf=
zunehmen ſeien, hatte bekanntlich in der letzten
Stadtver=
ordnetenverſammlung zu einer eingehenden Beſprechung
geführt. Wie das Mainzer Journal mitteilt, hat das
dor=
tige Finanzamt auf eine Anfrage folgende Antwort erteilt:
„Bevor Aufſchluß über die Bewertung von Wertpapieren
erteilt werden kann, müßten uns die einzelnen Papiere und
deren Höhe bekannt ſein. Zurzeit iſt lediglich der letzte
Kurswert bekannt (vom Juli 1914). Es könnte alſo dieſer
Kurswert unterſtellt werden, woran entſprechende
Ab=
ſchreibungen vorzunehmen ſind. Immerhin wären dieſe
Abſchreibungen genau zu erläutern. Auch beſteht die
Hoff=
nung, daß in aller Kürze (31. Dezember 1914) wieder
Kurs=
werte veröffentlicht werden. Wenn nötig, wäre daher die
Abgabe der Erklärung bis zu dieſer Zeit zu verſchieben.
Zur kurzen Friſtverlängerung ſind wir bereit.” Es iſt uns
nicht bekannt, ob dieſelben Beſtimmungen auch für
Darm=
ſtadt Anwendung finden, einfacher und klarer iſt die Frage
durch dieſe Antwort auch noch nicht geworden. Ungeahnte
Schwierigkeiten werden ſich bei der Frage herausſtellen
welche Abſchreibungen vorzunehmen ſind und wie dieſe
be=
gründet werden ſollen.
Das Umrechnungsverhältnis für
Poſtan=
weiſungen aus Dänemark nach Deutſchland iſt
von der däniſchen Poſtverwaltung auf 100 Mk. — 87 Kronen
feſtgeſetzt worden.
Die Heſſiſchen Lehrer im Kriege. Nach den
Veröffentlichungen in den Heſſiſchen Schulblättern und
im Schulboten haben bis jetzt 60 heſſiſche Lehrer den
Heldentod fürs Vaterland gefunden. Mit dem „Eiſernen
Kreuz” ausgezeichnet wurden 16 Lehrer.
* Großherzogs Geburtstag im Weſten. Auch im
Weſten haben die heſſiſchen Soldaten des Geburtstages
unſeres Großherzogs gedacht, wie folgende an uns
gerich=
tete Karte berichtet: V . . ., 25. Nov. 1914. Verehrl.
Re=
daktion! Wir wollten nicht verfehlen, unſeren Liehen in
der Heimat wiſſen zu laſſen, daß wir hier auf einſamer
Wachtſtube mit freudiger Begeiſterung das Geburtsfeſt
unſeres lb. Landesherrn, Sr. Kgl. Hoheit des
Groß=
herzogs, gefeiert haben. Brauſend ertönte aus den
Kehlen der tapferen Landſtürmer ein dreifaches Hurra!
Herzl. Grüße! Sieger, Offizier=Stellvertreter, 4. Komp.
Landft.=Inf.=Bat. I, Darmſtadt, Koch, Unteroffizier,
Schleypen, Gefreiter, Schmitt, Gefreiter, Graf, Heinrich,
Honig, Johannes, Vogelmann, Friedrich, Müller, Heinrich,
Haum, Whilip, Mtiner, Zudwig, Göriſch, Karl. Giula,
Wilhelm, Häusner, Johannes, Röhr, Heinrich, Przybilla,
Franz.
* Feldpoſtbriefe und=Pakete. Feldpoſtbriefe
im Gewicht von mehr als 250 Gramm bis 500
Gramm werden vorausſichtlich allmonatlich einmal für
die Dauer einer Woche zugelaſſen werden. Eine
häu=
figere Zulaſſung iſt nicht angängig. Die Beförderung von
Paketen bis zu 5 Koligramm, neben den jederzeit
durch Vermittlung der Erſatztruppenteile und
Etappen=
behörden zuläſſigen Sendungen, wird nach einer zwiſchen
der Poſt= und der Heeresverwaltung getroffenen
Verein=
barung gleichfalls tunlichſt einmal monatlich für acht
Tage zugelaſſen. Die Beſtimmungen über die
Beſchaffen=
heit der Verpackung der Pakete werden durch die
Heeres=
verwaltung nach den Erfahrungen der beiden erſten
Pa=
ketwochen geregelt werden.
— Muſterung öſterreichiſcher und ungariſcher
Staatsan=
gehöriger. Das K. und K. öſterreichiſch=ungariſche
Ge=
neralkonſulat in Frankfurt a. M. gibt bekannt:
Die im Bezirke des K. u. K. Generalkoſulats Frankfurt
am Main (Provinz Heſſen=Naſſau und Großherzogtum
Heſſen) wohnhaften öſterreichiſchen und ungariſchen
Staatsangehörigen, welche in den Jahren 1890—1878
geboren ſind und bei der Stellung als waffenunfähig
be=
funden oder während ihres militäriſchen
Dienſtverhält=
niſſes im Superarbitrierungswege als waffenunfähig
ent=
laſſen worden ſind, werden ſich im Laufe des Monats
De=
zember 1914 bei dem K. u. K. Generakonſulat einer
Muſte=
rung zu unterziehen haben, bei welcher ihre Eignung zum
Landſturmdienſte mit der Waffe feſtgeſtellt werden wird.
Ausgenommen ſind jene, welche ſchon während des
Land=
ſturmdienſtes als waffenunfähig entlaſſen wurden, die
Militärgagiſten des Ruheſtandes und des Verhältuiſſes
außer Dienſt. Die vorgenannten Landſturmpflichtigen
ha=
ben, inſoferne dies noch nicht geſchehen iſt, ihre Adreſſe
unter Angabe des Geburtsjahres, des Geburtsortes und
der Heimatgemeinde unverzüglich dem K. u. K. General=
Konſulate ſchriftlich zu melden. Jene
Landſturmpflichti=
gen, die ihre Adreſſe bereits gemeldet haben, haben nur
für den Fall, als ſie dieſelbe in der Zwiſchenzeit geändert.
haben ſollten, eine diesbezügliche Meldung zu erſtatten.
Die Vorladung zur Muſterung wird jedem gemeldeten
Landſturmpflichtigen ſodann rechtzeitig zugehen. Der
Zeitpunkt der Einrückung zur Dienſtleiſtung wird erſt
ſpä=
ter beſtimmt werden. Danach haben darauf bezügliche
Anfragen zu unterbleiben.
C. Im Katholikenverein fand am Sonntag ein
Lichtbildervortrag ſtatt, der eine Reihe trefflicher
Darſtellungen aus dem jetzigen Weltkrieg vorführte, die
von der Volksvereinszentrale in M.=Gladbach zur
Ver=
fügung geſtellt und vom 1. Vorſitzenden erläutert wurden.
Die Vorführung geſchah durch die Firma L. Lange. In
ſeiner Begrüßungsrede wies Herr Betriebsinſpektor
Schmidt darauf hin, daß über 50 Mitglieder des Vereins
zum Dienſte des Vaterlands einberufen und daß die
Weihnachtsſpenden für die im Felde Stehenden ſehr
reichlich ausgefallen ſeien. Profeſſor Roos feierte
un=
ſeren Großherzog als Förderer der Werke des Friedens
und als „Herzog” (in altdeutſchem Sinne), der mit ſeinen
ruppen die Gefahren und Strapazen des Krieges teilt
nd brachte ein Hoch auf den Landesherrn aus, das
begei=
ſterten Widerhall fand.
* Vaterländsſcher Abend im Kaiſerſaal. Geſtern abend
fand unter Mitwirkung von Mitgliedern des Hoftheaters
im Kaiſerſaale ein Vaterländiſcher Abend,
be=
ſtehend aus Geſangs= und deklamatoriſchen Vorträgen,
ſtatt, deſſen Reinertrag für Weihnachtsgaben zugunſten
der im Felde ſtehenden Truppen des Heſſiſchen Leih=
Dragoner=Regiments Nr. 24 und der 4. mobilen
Land=
wehr=Eskadron beſtimmt war. Daß der Saal nicht voll
beſetzt war, lag wohl mit daran, daß an demſelben Abend
noch zwei andere Veranſtaltungen ſtattfanden. An den
deklamatoriſchen Vorträgen beteiligten ſich Herr
Weſter=
mann, Fräul. Alſen, Frau Gothe und der
Kriegsfrei=
willige des 23. Dragoner=Regiments Herr Umminger,
die ernſte, patriotiſche und heitere Gedichte vortrugen
Fräulein Feiſtle, Herr Semper und Herr
Schützen=
dorf ſangen Lieder meiſt patriotiſchen und populären
Charakters; Herr Harprecht eigene Lieder zum Klavier,
zur Laute und zur Ziehharmonika. Sämtliche Vorträge
rnteten reichen Beifall. Den Beſchluß des Abends bildete
der gemeinſame Geſang der Volkshymne „Deutſchland
Deutſchland über alles‟ Die Klavierbegleitung zu den
Liedern hatte Herr Kapellmeiſter Feſt übernommen.
Nur und ausſchließlich echte Genfer Bürger. Wie
ka=
men dieſe vermeintlichen Deutſchenfreſſer auf den edlen
Gedanken? Dadurch, daß ſie gehört hatten, es ſeien in
den benachbarten franzöſiſchen Städten junge deutſche
Mädchen feſtgehalten, die durch die Kriegserklärung
über=
raſcht worden waren, und die nicht einmal mit ihren
Fa=
milien brieflich verkehren durften. Vergebens hatten
unſere Herren verſucht, ſie aus ihrer Gefangenſchaft zu
befreien. Da haben ſich unſere Genſer an den Bundesrat
in Bern gewandt, an die deutſche und franzöſiſche
Geſandt=
ſchaft. Die Verhandlungen dauerten mehrere Wochen.
Beiderſeits wurden viele Einwände gemacht. Aber die
Genfer und unſer Bundesrat haben einen zähen Willen.
Es gelang ihnen, die Intereſſenten zu einem
Vertrags=
abſchluß zu bringen. Und die Koſten, die durch dieſes
große Unternehmen entſtehen, wer wird dafür
aufkom=
men? Wieder die Genfer. Freiwillig haben ſie die
nöti=
gen Gelder geſammelt, um die armen Reiſenden auf dem
Wege nach ihrer Heimat zu erquicken, zu ernähren und
oft auch mit warmen Kleidungsſtücken zu verſehen.
Da=
bei aber hat keiner von ihnen daran gedacht, es müſſe ihm
für ſeine uneigennützige Hilfe ein beſonderer Dank
ausge=
ſprochen werden. Nein, Mitleid war ihe einziger Sporn,
chriſtliches Mitleid; und ihre Belohnung, die haben ſie
gleich in den leuchtenden Blicken der armen Leute
gefun=
den, die monatelang viel gelitten und wieder durch
Genf etwas Freude und Glück gefunden haben. Und das
genügt unſern Genfern vollſtändig.
Die deutſche Jugend in den Erziehungs=
Inſtituten der Schweiz.
Die ganz tollen Beſchuldigungen, die man uns in
eini=
gen deutſchen Zeitungen zugeworfen hat, ſollen hier noch
erwähnt werden, weil ſie in allen Blättern nachgedruckt
wurden, während unſere Berichtigungen nur hie und da
Aufnahme fanden. Die doch ſehr ernſt zu nehmende
Leip=
ziger Illuſtrierte Zeitung hat vor einem Monat erzählt,
der Deutſchenhaß ſei hier ſo groß, daß drei junge Mäd.
chen, die ſich bei Ausbruch des Krieges in
Töchter=
penſionaten der franzöſiſchen Schweiz befanden, dort in
ſolcher Weiſe mißhandelt worden ſeien, daß ſie ſich ums
Leben brachten.
Wie man ſchon weiß, iſt an der ganzen Geſchichte auch
nicht ein wahres Wort! Die Konſulate hier und die
deutſche Geſandtſchaft in Bern können es bezeugen. Die
Tauſende von deutſchen Familien, die unſere Schweizer
Penſionate kennen und wiſſen, wie fürſorglich die
deut=
ſchen Fräulein dort behandelt werden, haben wohl über
die gräßliche Nachricht gelächelt. Jeder vernünftige
Menſch müßte ohne weiteres die Geſchichte für unmöglich
erachten. Allein, wo bleibt Vernunft in dieſem Sturm
Und nun halten vielleicht einige Deutſche unſere
Erziehe=
rinnen für grauſame Verbrecher.
Das Eiſerne Kreuz in Genf.
Etwas komiſcher Art iſt die andere, vor zehn Tagen
erdichtete, in vielen Zeitungen verbreitete Nachricht, wir
hätten in Genf eine Metallfabrik, wo „Eiſerne Kreuze‟
in Menge hergeſtellt werden, womit unſere Gaſſenbuben
deutſchfeindlichen Spott treiben ſollen. Wiederum kein
wahres daran! Bitte, aufmerkſam zu leſen!
Unſere Hundebeſitzer müſſen in Genf für ihre Hunde
Steuern zahlen. Dagegen bekommt jeder Hund eine
numerierte Platte an den Kragen gehängt. Vor zwei
Jahren hatte dieſes Abzeichen die Form eines ſchlecht
gezeichneten Kleeblattes. Dieſes metallene Kleeblatt hat
neulich ein Hund, der in unſerem Bahnhofe herumlief, am
Halsband hängen gehabt. Sollte da wirklich ein
Gaſſen=
bub einen faulen Witz zu machen glauben, indem er die
Hundemedaille mit einem „Eiſernen Kreuz” verglich, ſo
ſind wir doch nicht deswegen grobe, herzloſe Schurken.
Glaubt man, wir wüßten hier nicht, was das „Eiſerne
Kreuz” bedeutet! Ja, wir wiſſen wohl, daß die Bruſt,
die es ziert, ſich tapfer dem Vaterland zur Wehr dem
Feinde geboten hat, und daß es meiſt mit rotem Blut
bezahlt wurde. Um Himmels Willen, laßt uns alle
ruhiger denken und walten; beurteilen und dehnen wir
den Krieg nicht über alle Gebiete aus!
* Ein 16jähriger Ritter des Eiſernen Kreuzes. Der
Pfadfinder Kurt Fielow, Sohn eines Poſtſchaffners aus
Kottbus, iſt durch das ſtellvertretende Generalkommando
des 11. Armeekorps der Militärvorbereitungsanſtalt in
Jena überwieſen worden. Fielow hatte ſich beim
Aus=
rücken der Truppen den Kämpfern angeſchloſſen und ſich
im Weſten verdient gemacht, bis ihm die Kämpfe bei Lille
und Armentiéres Gelegenheit gaben, ſich ſo vor dem Feind
auszuzeichnen, daß ihm trotz ſeiner Jugend das Eiſerne
Kreuz verliehen wurde, da er mehreren Soldaten und zwei
Offizieren durch ſeine Unerſchrockenheit das Leben gerettet
hat.
* Ein 67jähriger Kriegsfreiwilliger. Dem Berliner
Tageblatt ſchreibt ein Major vom weſtlichen
Kriegsſchau=
platz: In meinem Bataillon befindet ſich ein 67jähriger
Kriegsfreiwilliger, nämlich der
Offizierſtellver=
treter Portzig, der bis zum Ausbruch des Krieges
Oberbeamter am Haupttelegraphenamt in Berlin war. Er
ſtand 1870 beim 2. Garde=Regiment und erwarb ſich bei St.
Privat das Eiſerne Kreuz. Er rückte am 13. September
aus und machte mit ſeinem Bataillon alle Märſche durch
Belgien. Die gewaltigen Anſtrengungen des Feldzuges
ertrug er mit einer bewunderungswürdigen Elaſtizität,
hielt ſich im Gefecht ſehr tapfer und führte ſchließlich eine
Kompagnie meines Bataillons. Zwei Söhne ſtehen
eben=
falls im Felde. Deutſchland kann alſo nicht nur auf ſeine
kampffrohe Jugend, ſondern auch auf ſeine rüſtigen Alten
ſtolz ſein.
* Die Lüge auf dem Bild. In der Illuſtrazione
Ita=
liana kommt eine dem Daily Mirror entnommene
ganz=
ſeitige Photographie, die einen endlos langen
Trans=
port deutſcher Gefangener durch
franzö=
ſiſche Küraſſiere darſtellt. Dieſer Transport geht
angeblich bei Armentieres in Flandern vor ſich. Sieht
man das Bild näher an, ſo iſt zunächſt auffallend, daß der
Transport an einem Weinberg entlang geht, die
Photo=
graphie ſtammt alſo zunächſt nicht aus Flandern.
Fer=
ner findet man, daß auf dem endlos erſcheinenden Zug
der deutſchen Gefangenen nur die vorderſten 30 Mann
photographiert ſind. Ebenſo geht es mit der
Begleit=
mannſchaft, was hinterher kommt, iſt einfach, und zwar
außerordentlich geſchickt, mit Tuſche photographieähnlich
hineingezeichnet, ſo daß es den Anſchein erweckt, als
kä=
men nach den photographierten 30 Mann noch eine Zahl
von tauſenden und abertauſenden Deutſchen. Auch die
Verlängerung der Weinbergwand zeigt, daß es ſich hier
um eine Zeichnung, alſo um eine plumpe Fälſchung
han=
delt. — Ein anderes Beiſpiel teilt die Tägliche
Rund=
ſchau mit: Gleich zu Anfang des Krieges hatte die
eng=
liſche Admiralität für die notwendige Verbreitung ihres
Kriegsplanes ins Ausland geſorgt. Er ſah die ſofortige
Beſchießung von Hamburg, Kiel und Wilhelmshaven vor.
Gleichzeitig war an die Flotte der Beſehl durch
Funken=
ſpruch ergangen: „Die deutſche Flotte gefangen nehmen oder
vernichten!” Alle dieſe Pläne wurden von einem großen
Teile des überſeeiſchen Auslandes völlig ernſt genommen.
Waren doch die engliſchen Kriegsnachrichten in jeder Weiſe
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914.
Nummer 331
— Kreuz=Pfennig=Sammlung. Man ſchreibt uns: Noch
immer begegnet man der irrigen Meinung, daß die „Kreuz=
Pfennig”=Sammlung eine neue Anforderung an die Kaſſe
unſerer Geſchäftsleute bedeute. Nichts iſt verkehrter. Dieſe
Sammlung, die dem Roten Kreuz für ſeine hohen Ziele,
die Wunden unſerer kämpfenden Soldaten zu heilen und
die Not der Invaliden, wie der Hinterbliebenen der vor
dem Feinde Gefallenen zu lindern, Mittel zuführen ſoll,
ohne dem Einzelnen nennenswerte Opfer
zuzumuten, wendet ſich allein an die Mithilfe und
Mitarbeit unſerer Geſchäftswelt. Das Publikum ſoll
die „Kreuz=Pfennig”=Marke kaufen. Aber wie kann es
kaufen, was ihm nicht angeboten, ja ſchlimmer noch, was
ihm vorenthalten wird? Denn noch immer findet man
vereinzelt bloß die Geſchäfte, die willig ſind, ſich der
Mit=
arbeit an der „Kreuz=Pfennig”=Sammlung zu unterziehen!
Noch immer ſind es wenige Ladeninhaber nur, die ſich die
Mühe nicht verdrießen laſſen, ihre Angeſtellten anzuweiſen,
das kaufende Publikum mit ein paar aufklärenden Worten
auf die „Kreuz=Pfennig”=Marke und die Bedeutung ihres
Erträgniſſes hinzuweiſen! Noch immer laſſen ſich die
Wirt=
ſchaften, Hotels und Kaffeehäuſer die Verbreitung der
„Kreuz=Pfennig”=Marke nur ſpärlich angelegen ſein Wenige
denken an den allgemeinen, alle denken an den eigenen Nutzen
Fürchten doch die Kellner, der „Fünfer” oder „Zehner”.
den das Publikum für die „Kreuz=Pfennig”=Marke
auf=
wendet, wird ihnen am Trinkgeld abgezogen! Hört man
doch von Ladeninhabern die ganz ernſthafte Meinung: wir
vertreiben uns das Publikum durch Anbieten der „Kreuz=
Pfennig”=Marke!
So niedrig ſollte ſich das Publikum nicht einſchätzen
laſſen! Es ſollte verlangen, daß ihm die „Kreuz=Pfennig”=
Marke angeboten wird! Es wollen doch alle, alle gerne
mithelfen an dem edelſten Werk der Nächſtenliebe in unſerer
ſchweren Zeit. Hier iſt nun einem jeden Gelegenheit zur
ſegensreichſten Mitarbeit gegeben: dem Ladeninhaber, wie
der Ladnerin, dem Hotelbeſitzer, wie dem Kellner. Sie
alle können ein redlich Stück Arbeit leiſten, wenn ſie die
kleine „Kreuz=Pfennig”=Marke unverdroſſen immer
wie=
der dem Publikum anbieten. Es braucht ſie nicht jedes
Mal zu nehmen. Aber man bedenke: Wenn jeder Kaufende
unſerer Stadt, wenn jeder, der im Gaſthaus oder im
Café ſeine Zeche bezahlt, wenn jeder, der Feldpoſtbriefe
oder Karten ſchreibt, ſich nur ein einziges Mal in der Woche
überreden läßt, eine Marke zu 10 und eine zu 5 Pfennigen
zu kaufen, die Wochenbilanz dürfte der Mühe lohnen, die
ſich die gegeben haben, die tätig bei der „Ueberredung”
zum Kauf geweſen ſind! (Vergl. Anzeige im heutigen
An=
zeigenteil des Blattes.)
— Evangeliſcher Bund, Zweigverein Darmſtadt. Man
ſchreibt uns: Ueber „Weltherrſchaft und
deut=
ſcher Glaube” wird am nächſten Freitag hier Pfarrer
Julius Werner von der hiſtoriſchen Paulskirche in
Frankfurt a. M. ſprechen; ein Redner, der weiteren
natio=
nalen und chriſtlichen Kreiſen durch ſeine literariſche und
öffentliche redneriſche Tätigkeit auch in Darmſtadt bereits
aufs vorteilhafteſte bekannt iſt. Er iſt nicht nur als
Pre=
diger in ſeiner Frankfurter Gemeinde außerordentlich
be=
liebt, ſondern gilt auch als einer der beſten Volksredner
in öffentlichen Verſammlungen, ſo daß eine beſondere
Empfehlung des Beſuches des Vortrages faſt überflüſſig
erſcheint. Auf ſeinen Wunſch wird der Abend eingeleitet
mit dem gemeinſamen Geſang von „Ein feſte Burg” und
geſchloſſen mit „Deutſchland Deutſchland über alles”
geſungen von einer hoffentlich recht zahlreichen und
be=
geiſterten Verſammlung.
* Der Heſſiſche Landesverein für Innere Miſſion kann
in dieſem Jahre auf ein 50jähriges Beſtehen zurückblicken.
Von der aus dieſem Anlaß geplanten Feier wurde in
Anbetracht der Kriegslage abgeſehen; es ſoll aber am 10.
Dezember, nachmittags 3 Uhr, in Darmſtadt,
Karl=
ſtraße 21, die ſatzungsmäßige
Mitgliederverſamm=
lung ſtattfinden, zu der alle Mitglieder und Freunde
des Landesvereins herzlich eingeladen werden. Außer
der Erledigung geſchäftlicher Angelegenheiten wird auch
eine Ausſprache über die Arbeit der Inneren Miſſion im
Krieg erfolgen. Möge die Innere Miſſion, der gerade im
Kriege und vorausſichtlich noch mehr nach demſelben
wichtige Aufgaben geſtellt werden, auch in unſerem Lande
immer mehr Freunde und bereitwillige Förderer finden!
* Allgemeiner Taubſtummen=Verein von
Darm=
ſtadt und Umgebung (gegründet am 29. Januar 1911).
Da wegen dem Kriegsausbruch das Sommerfeſt
ausfallen mußte, wurde vom Verein beſchloſſen, den
Erlös des Kartenverkaufs zugunſten des Roten Kreuzes
abzuführen, und zwar im Betrage von 28 Mk. 10. Pfg.
Außerdem ſollen beſtimmte Geldbeträe aus der
Vereins=
kaſſe zur Unterſtützung der Hilfsbedü ftigen in Darm=
ſtadt, Oſtpreußen und Elſaß=Lothringen verwendet werden.
Von vaterländiſcher Geſinnung zeugt es, daß die
Samm=
lung für das Rote Kreuz einen hübſchen Betrag ergab.
Ferner wurde das Vereinsvermögen zur Zeichnung der
Kriegsanleihe herangezogen.
* Verein für Verbreitung von Volksbildung. Die
Vorträge von Profeſſor Dr. Berghoff=Iſing am
3. und am 10. Dezember müſſen verlegt werden.
(Näheres ſiehe im Anzeigenteil.)
* Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt.
Zu dem Familienſpaziergang am Sonntag hatten ſich
70 Teilnehmer am Orpheum eingefunden. Nach 2
½ſtün=
digem Marſch durch den Kranichſteiner Wildpark über
Dianaburg wurde gegen ½5 Uhr Arheilgen erreicht, wo
im Gaſthof „Zum weißen Schwanen” Einkehr gehalten
und bei ausgezeichneter Verpflegung einige geſellige
Stunden verlebt wurden. Vorträge ernſten und heiteren
Inhalts aus Erlebniſſen des Krieges verkürzten die Zeit
und allen zu früh mußte die Heimfahrt angetreten werden.
Im Januar ſoll wieder ein ahnlicher Spaziergang
unter=
ſommen werden. Nicht unerwähnt ſoll bleiben, daß die
unter den Mitgliedern veranſtaltete Sammlung fürs Rote
Kreuz den Betrag von 400 Mark ergeben hat. Zuſammen
mit den bereits früher geſpendeten 100 Mark hat ſonach
der Zweigverein fürs Rote Kreuz 500 Mark abgeliefert.
Der 2. Vorſitzende nahm Gelegenheit, den Vogelsberger
Höhenklublern gebührenden Dank für ihre Opferwilligkeit
auszuſprechen.
Bahnneubau. An der Kranichſteiner Straße iſt
da, wo die Odenwaldbahn die Straße überſchreitet, eine
Blockſtation und ein Stellwerk errichtet worden. Von hier
zweigt die neue Umgehungsbahn ab nach
Kranichſtein. Das auf dem alten Bahnhofsterrain
abgehobene Erdmaterial wird hier zum Anſchütten des
ziemlich hohen Bahndammes verwendet. Die Höhe dieſes
Dammes läßt ſich aus den im freien Felde ſtehenden aus
je drei großen Bögen beſtehenden Betonbrücken erſehen.
Eine weitere noch aufzuführende Brücke überſchreitet kurz
vor der Station die vielen in Kranichſtein mündenden
Eiſenbahnſtränge und bringt die Einmündung der neuen
Strecke auf die Seite, wo das Arheilger Mühlchen liegt.
Hier ſind die Auffüllungen ſchon fertig und mit Geleiſen
belegt, auf denen ſchon Güterzugwagen mit Baumaterial
für die Beamtenneubauten entladen werden. Der
ſeit=
herige Feldweg von Kranichſtein nach der Kranichſteiner
Chauſſee wird eben chauſſiert und wahrſcheinlich bis
Früh=
jahr beendet ſein, ſo daß eine bequeme Verbindung mit
Darmſtadt erzielt wird.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 28. November 1914
Butter, ½ kg . . 1,50 M
in Part. ½ kg 1,30-1,40 M.
Eier Stück . . 13—14 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 22 Pf.
Handkäſe, Stück 5—12 Pf.
Kartoffeln, Zentner 4 M.
Kumpf
(10 Liter) 65 Pf.
kg 4½ Pf.
Mäuschen,
½ kg 9—10 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg. . 10— 16Pf.
Zitronen, Stück 6—8 Pf.
Apfelſinen, Stück 6—10 Pf
Birnen, ½ kg . 8—15 Pf.
Nüſſe 100 Stück 50—60 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 5—6 Pf.
Endivien, Stück 4—7 P
Feldſalat, Körbchen 10 Pf
Radieschen, Bündel 3 Pf.
Rettiche . Stück 4—5 Pf.
Meerrettich, Stück 10—20 Pf.
Roterüben, ½ kg 10 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 13—14 Pf.
Tomaten, ½ kg . 30 Pf.
Spinat, ½ kg 18—20 Pf.
Weißkraut, Stück 8—15 Pf
Rotkraut, Stück 10—35 Pf.
Blumenkohl, Stück 20—50 Pf.
Wirſing, Stück . 5—10 Pf.
Grünkohl, Stück . . 5 Pf.
Roſenkohl, ½ kg . . 25 Pf.
Gelberüben, ½ kg 5 Pf.
Schwarzwurz, ½kg 26-28 Pf.
Sellerie, Stück . 5—10 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 85—90 Pf.
Enten, Stück 3,00—3,50 M.
Hahnen, Stück 1,50— 2,00 M.
Hühner, „ 2,00—2,50 M.
Tauben, Stück 50—60 Pf.
Haſen, Stück . 3,80—4 M.
Lapins. Stück 1,10—1,20 M.
Ziegenfleiſch, ½ kg . 60 Pf.
Fiſche:
Hecht, ½ kg
1 M.
Aal. ½ kg
.1 M.
Andere Rheinfiſche,
½ kg 35—50 Pf.
Kabliau, ½ kg . . 40 Pf.
Schellfiſche ½ kg . 40 Pf.
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 70—76 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 80 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 60 Pf.
Rindswürſtchen, Stück
15—20 Pf.
Schweinefleiſch mit
Beilage, ½ kg 90 Pf.
ohne Beilage 1 M.
Geſalzenes und Koteletts,
½ kg 90 Pf.
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg 80 Pf.
Hammelfleiſch, ½ kg 80 Pf.
dazu angetan, den Gang der Ereigniſſe in einem England
günſtigen Lichte erſcheinen zu laſſen. Die Deutſchen im
Auslande nahmen ſelbſtverſtändlich die engliſchen
Nach=
richten nicht ganz kritiklos hin. Trotzdem mußte auch ihr
Vertrauen ſchwer erſchüttert werden, wenn ihnen, wie
z. B. in Braſilien, Bilder und Anſichtspoſtkarten geſchickt
oder ſonſtwie zugänglich gemacht wurden, aus denen man
die Erfolge der britiſchen Waffen zweifelsfrei erſehen
konnte. So fand eine engliſche Karte mit
photogra=
phiſcher Aufnahme der Beſchießung von
Hamburg Verbreitung. Kein Zweifel, die Karte war
echt! Alte Hamburger erkannten hier in den zerſtörten
oder beſchädigten Häuſerreihen deutlich gewiſſe Straßen
wieder; trugen doch die Läden auch die alten bekannten
Inſchriften; waren die alten Lokale doch deutlich
erkenn=
bar, ſo daß irgendein photographiſcher Schwindel
aus=
geſchloſſen war! Nur die Kirchen waren, dem hohen
Kulturſtande der Engländer entſprechend, nicht in
Mit=
leidenſchaft durch das Bombardement gezogen. Welchen
Eindruck dieſe Bilder auf die Stimmung der Deutſchen
und die Anſicht der Ausländer, in dieſem Falle auch der
Braſilianer, machen mußten, kann man ſich leicht denken.
Wie waren dieſe Anſichten von den Wirkungen der
Beſchießung durch die Engländer zuſtande gekommen?
Als vor einigen Jahren die Bauten für die
Untergrund=
bahn bezw. Hochbahn in Hamburg vorgenommen wurden,
da mußten eine Reihe von alten, wohlbekannten
Straßen=
zügen niedergelegt werden. Die Aufnahmen dieſes
ban=
lichen Zerſtörungswerkes, das allerdings manche
Aehn=
lichkeit mit den Wirkungen von Granaten aufweiſen mag,
müſſen ſich die Engländer entweder ſchon damals oder
nachträglich verſchafft haben. Ob die Enaländer die
Auf=
nahmen ſelbſt gemacht, ob ſie ſich die Bilder erſt
nach=
träglich verſchaft haben, iſt ziemlich gleichgültia. Man
ſieht aber, mit welchen Mitteln die engliſche Preſſe
arbei=
tet, um das Ausland zu hintergehen.
* Humor im Felde. Luſtige Geſchichten aus Belgien,
in denen beſonders der Kampf unſerer deutſchen Krieger
mit der franzöſiſchen Sprache eine Rolle ſpielt, erzählt ein
Feldpoſtbrief, aus dem die bei der Deutſchen Verlags=
Anſtalt in Stuttgart erſcheinende Zeitſchrift Ueber Land
und Meer Bruchſtücke veröffentlicht. Müde vom Marſch,
aber doch fidel, kommen unſere Soldaten in ein belgiſches
Städtchen, und da ſtellt ſich heraus, daß drei der Leute
ſich durch ſo vieles Pflaumeneſſen die bekannten
Folge=
erſcheinungen zugezogen haben. Der Stabsarzt verordnet,
drei Flaſchen Rotwein zu kaufen, und den Auftrag
be=
kommt der junge Fähnrich. Die Häufer ſahen nicht nach
„Mouton Rothschild” aus. Alſo — zum Pfarrer,
ange=
tan mit ſeinem beſten Franzöſiſch. Monsieur le euré
zuckt die Achſeln. Zu deutſch: „Niſcht!” Fähnrich legt
die Hand an den Helm: „Moi-méme —” nämlich: er
ſel=
ber will nachſehen. Schön. Der Pfarrer zeigt ihm die
Kellertür und entfernt ſich. Der Fähnrich ſteigt hinunter.
Plötzlich wirds hinter ihm in dem hellen Eingang zum
Keller auch finſter. Er dreht ſich um, die Hand am
Re=
volver. Mauſefalle denkt er. Aber nein — es war die
dicke Pfarrersköchin deren umfangreiche
Sil=
houette den Türrahmen füllt. Dialog: Franzöſiſch von
ihrer Seite — von ſeiner: ſo gemiſcht, franzöſiſch und
preußiſch=berlineriſch. Sie: Was machen Sie da unten,
Monsieur Prussien? Er: Ich requiriere drei
Bou-
teillen. Sie: Das iſt eine Frechheit? Er: Nein, das iſt
unſer gutes Recht — (droit bon hat er geſagt), und
außerdem Befehl vom Herrn Hauptmann! Darauf ſie —
Hände in der Seite — es wird ganz dunkel: Comment?
Moi. je suis. le commandant de cette maison! Unſer
Held hat aber die Flaſchen doch geholt. — Eine andere
Ge=
ſchichte handelt von den Hühneraugen des Freundes Fritz.
Mein Freund Fritz — du kennſt ihn ja, lieber Kerl, Plötz
bis Unterſekunda — hat ſich ein Hühnerauge gelaufen.
Er wünſcht gegen gutes Geld „Hühneraugenringe” zu
er=
ſtehen. Der belgiſche Pillen= und
Pulver=
mann verſteht kein Wort Deutſch. Oder der Kerl tut ſo.
Na, alſo, Fritz zieht ſeinen Siegelring ab — nicht ohne
Schwierigkeit, die Finger werden immer dicker, und die
Nägel! Es erſcheint mir wie eine ſchöne Mythe, daß ich
mich früher mal habe „manikuren” laſſen — alſo Fritz
zieht den Ring ab und verſinnbildlicht: „Ring” dann hebt
er das Pedal und deutet darauf: Fuß! Niſcht. Der
belgiſche Quackſalber ſtellt ſich dumm — oder iſts. Alſo
franzöſiſch! Kurzes Beſinnen, dann ſagt Fritze:
Atten-
tion, monsieur! Avez-vous avez-vous des — des
veux de Gockel? .. . Siehſt du, ſo haben wir manchmal
auch was zu lachen..
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Das
ge=
waltigſte Filmwerk des Jahres kommt ab heute im R=T.
zut vorfuhrung: „Atlantis”, nach dem
gleichnami=
gen Roman von Gerhart Hauptmann, ein Film, welcher
zur Herſtellung nahezu ¾ Millionen Koſten verurſachte.
Mit welchem Aufwand von Darſtellern dieſer Film
ge=
macht wurde, kann man ſich ſo recht in der
Untergangs=
ſzene des Schiffes „Roland” eine Vorſtellung machen.
Tauſende Perſonen ſtürzten dabei ins Waſſer. Um den
Hergang der Kataſtrophe voll und ganz naturwahr zu
geſtalten, wurde ein älterer Dampfer dem Untergang
ge=
weiht Der Film wurde ſeinerzeit dem Prinzen Heinrich
in feinem Schloß zu Kiel vorgeführt und hat den vollen
Beifall der höchſten Herrſchaften gefunden. Durch” die
koloſſale Länge, 7 Akte, zirka 2500 Meter, empfiehlt es ſich,
die Anfangszeiten dieſes nordiſchen Kunſtwerkes nicht zu
verſäumen. Der Film wird nur bis Freitag einſchl.
vor=
geführt. Am Samstag kommt dann das 3. Abenteuer des
os Stuart Webos „Der Spuk im Hauſe des
Pro=
feſſors” auf die weiße Wand. — Die neuen Dokumente
vom Kriegsſchauplatz zeigen dieſesmal die Vorgänge
in Oſtende und ſeien insbeſondere die intereſſanteſten
Teile Artillerie im Kampf in den Dünen, Engliſches
Kriegsſchiff in Sicht, Beſchießung eines engliſchen
Kreu=
zers uſw., hervorgehoben.
):( Kranichſtein, 30. Nov. (Die
Eiſenbahndirek=
tion) hat gegenüber dem Bahnhofsterrain nach Arheilgen
zu ein Gelände zum Errichten von
Beamten=
häuſern angekauft. Es ſollen Wohnungen für fünfzig
Familien erbaut werden. Der Anfang iſt bereits gemacht,
indem an der Straße nach Arheilgen ſechs Beamtenhäuſer
mit großen Ziegeldächern im Rohbau vollendet ſind und
eben gedeckt werden. Bis Anfang Sommer ſollen dieſe
Häuſer bezogen werden.
— Eberſtadt, 8. Nov. Im
Volksbildungs=
verein ſprich Herr Reallehrer Hans Kahl=Darmſtadt
über das Thema: Der große Weltkrieg und das deutſche
Volk. Der Redner verſtand es in einer ausgezeichneten
Weiſe durch ſeine von hoher Begeiſterung und von
einem ſtarken Idealismus getragenen Ausführungen die
Stunde des Vortrages zu einer wahrhaft erhebenden,
patriot ſchen Weiheſtunde zu geſtalten. Die große und
ernſte Zeit mit ernſten, aber hoffnungsvollen und
hoff=
nungsfrohen Ein= und Ausblicken betrachtend,
kenn=
zeichnete ſo recht die ſtarke Seele des Redners, die in
Zeiten der Gefahr des Vaterlandes zum Volke redet,
weil ſie zu reden berufen iſt. Die ungeteilte
Aufmerk=
ſamkeit und der reiche Beifall der Anweſenden zeugten
davon, daß die Worte des Redners einen begeiſterten
Widerhall in aller Herzen gefunden haben. Noch recht
lange werden Alle an dieſe ſchöne Feierſtunde
zurück=
denken und dem Volksbildungsverein dankbar ſein, der
es verſtanden hat, ſeine diesjährigen Veranſtaltungen
durch einen der großen Zeit würdigen Vortrag zu
eröin
Pfungſtadt, 30. Nov. (Vortrag.) Auf Anregung
des hieſigen Volksbildungsvereins hielt geſtern abend
im „Goldenen Lamm” der mit dem Eiſernen Kreuz
aus=
zeichnete Herr Dr. med. Frank von hier einen Vortrag
uber: „Meine Erlebniſſe und Eindrücke
während meiner vierteljährigen
Front=
tätigkeit als Regimentsarzt im jetzigen
Kriege” Seinem Bericht über die Einrichtung und
Aufgabe des mobilen Sanitätskorps und ſeiner feſſelnden
Erzählung über die vielen Erlebniſſe, bei denen traurige
auch mit manchen heiteren abwechſelten, folgte die
zahl=
reiche Verſammlung mit geſpannteſtem Intereſſe. Der
Vorſitzende, Herr Lehrer Grund, dankte dem Redner und
knüpfte daran den Wunſch, Herr Dr. Frank, der demnächſt
weder zur Front geht, möge geſund wieder zu ſeiner
Familie und in unſere Gemeinde zurückkehren.
— Auerbach, 30. Nov. Groß ſind die Aufgaben und
die Opfer, die der ſchreckliche Krieg manchem Ort auferlegt.
Werden ſie auch von Herzen gern und willig erfüllt und
gebracht, ſo bleibt die Beſchaffung der notwendigen Mittel
doch eine beſäändige Sorge der damit Betrauten. Unſer
kleiner Ort Auerbach von nicht ganz 3000 Einwohnern hat
zirka 250 Söhne im Feld und außerdem ein Lazarett von
annähernd 500 Verwundeten. Der Auerbacher
Zweig=
verein vom Roten Kreuz hat es daher nicht leicht, die ihm
obliegenden Aufgaben der Liebestätigkeit und der
Für=
ſorge für die Familien der durch den Krieg Betroffenen
ausreichend zu erfüllen. Um ihn hierin zu unterſtützen,
veranſtaltete der Kammermuſikverein
Auer=
bach im Oktober ein in jeder Weife erfolgreiches
Kirchen=
konzert, deſſen voller Ertrag einer Weihnachtsbeſcherung
der Verwundeten und Kranken der hieſigen Lazarette, die
vom Roten Kreuz und der Lazarettverwaltung vorbereitet
wird, zugute kam. Jetzt galt es, das Rote Kreuz zu
unterſtützen, um den eigenen Söhnen im Feld eine
Weih=
nachtsfreude bereiten zu können.
Der Kammermuſitverein veranſtaltete am geſtrigen
Sonntag abermals ein Kirchenkonzert, um den
An=
gehörigen der Auerbacher und Hochſtädter Krieger
Ge=
legenheit zu geben, zu den erforderlichen Mitteln
beitra=
gen zu können. Unſere einheimiſchen Künſtler, Fräulein
v. Menar=Kanitz und Herr Hofopernſänger
Maxi=
milian Troitzſch, hatten ſich in liebenswürdiger Weiſe
in den Dienſt der guten Sache geſtellt. Fräulein v. Menar
erfreute uns durch die wundervolle Wiedergabe des
Pſalm 62: „Meine Seele iſt ſtille” von Becker, Lithaney
von Schubert, Immanuel von Nößler, eines alten
Kir=
chengeſangs von Fröhlich und der Morgenhymne von
Henſchel. Ihr herrlicher Sopran kam in den
ſtimmungs=
vollen und zarten Weiſen der „Lithaney” zu
hervorragen=
der Geltung, während ſie die Morgenhymne: „Herr, laſſe
uns kämpfen, laß uns ſiegen” mit Kraft und ſtarker
Ton=
gebung vortrug. Wir haben es ſehr begrüßt, daß uns
Fräulein von Menar einmal vor größerer Oeffentlichkeit
Gelegenheit gegeben hat, uns ihrer Kunſt erfreuen zu
dür=
fen. Unſer nimmer müder und wackerer Herr Troitzſch
war, wie immer, vorzüglich disponiert. Er trug die
bei=
den geiſtlichen Geſänge des erſten Teils aus „Chriſtus”
von Liſzt und aus „Johann Huß” von Loewe mit viel
Gefühl und Ausdruck vor. Die im zweiten Teil
gewähl=
ten „Vätergruft” von Liſzt und „Gebet für den Kaiſer”
von Pfeiffer fielen durch beſondere Wärme und Innigkeit
des Vortrages auf, neben des Beweiſes ſeines großen
Stimmumfanges. Sein Vortrag „Der heilige Zorn” von
Fleck rief ſtarke Bewegung, beſonders unter den
anweſen=
den Soldaten, hervor. Der volle Kraftgeſang und die
in die Zeit paſſenden kräftigen Worte hinterließen ſtarken
Eindruck. Eine beſondere Freude war es uns, daß Herr
Ad. Rebner (Quartett Rebner) aus Frankfurt unſerer
Bitte entſprochen hatte. Er iſt uns ja kein Fremder, aber
immer nur haben wir ihn hier mit ſeinem Quartett
ge=
hört. Er entzückte uns wahrhaft durch herrliches Spiel
und ſeine wunderbare Geige. Das waren keine ſogen.
Virtuoſenſtückchen, wodurch ſelbſt große Geiger leider oft
Nummer 331.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914.
Seite 5.
ihr Publikum zu fangen trachten. Herr Rebner bot uns
mit ſeinen Vorträgen: „Adagio C=Moll” von Bach, „
Sa=
rabande” von Sulzer und „Romanze” von Nicodé (
deut=
ſcher Tonſetzer) reine, echte Kunſt in vollendeter
Wieder=
gabe! Auch Herr Stadtorganiſt Wilhelm Borngäſſer
aus Darmſtadt, unſer vierter Künſtler, iſt uns in unſerem
ſich durch die langjährige Pflege künſtleriſcher Muſik
aus=
zeichnenden Orte kein Fremder mehr. Wir hatten ſchon
öfters die Freude, ihn unſere herrliche Orgel meiſtern zu
hören. Nicht allein als verſtändnisvoller Begleiter der
Vorträge, ſondern auch in ſeinen Vorträgen: „Sonate
Nr. 2” von Mendelsſohn, „Präludium und Fuge‟ G=Moll
von Muffat und „Toccata und Fuge” von Bach, kam ſeine
Kunſt zur vollen Geltung.
So iſt denn auch unſer zweites Kirchenkonzert ein
voller Genuß und Erfolg geweſen, und der Verein ſpricht
allen Beteiligten ſeinen wärmſten Dank aus. Der volle
Ertrag des Konzerts wird dem hieſigen Roten Kreuz als
Beihilfe zur Weihnachtsbeſcherung der Auerbacher und
Hochſtädter Krieger im Felde überwieſen werden.
Mainz, 30. Nov. (Todesfall.) Heute nacht verſtarb
im Alter von 78 Jahren der Landgerichtsdirektor Dr. Karl
Georg Bockenheimer, Ehrenbürger der Stadt Mainz.
Neben ſeiner beruflichen Tätigkeit, in der er nahezu ein
halbes Jahrhundert als Richter vorbildlich wirkte, befaßte
ſich der Verſtorbene in hervorragender Weiſe mit der
Ge=
ſchichte ſeiner Vaterſtadt.
Gimbsheim, 29. Nov. (Verhängnisvolle
Fol=
gen) hatte hier eine Kinderſpielerei. Das 6jährige
Mäd=
chen Muth und das 3jährige Mädchen Rehn ſpielten
zu=
ſammen im Hauſe. Hierbei gerieten ſie an eine
Schuß=
waffe, die zum Unglück noch geladen und anſcheinend aus
Verſehen liegen geblieben war. Das 6jährige Mädchen
legte die Schußwaffe zum Scherz auf ihre kleine
Spiel=
gefährtin an. In demſelben Augenblick ging auch der
Schuß ſchon los und traf das 3jährige Töchterchen des
Ar=
beiters Rehn, das derart ſchwere Verletzungen erlitt, daß
es nach Worms in die Klinik gebracht werden mußte. Das
Kind dürfte ſein Auge verlieren. — Dem Arbeiter
Mau=
rer, der in der Zuckerfabrik Groß=Gerau beſchäftigt iſt,
fiel ein Backſtein aus beträchtlicher Höhe mit voller Wucht
auf den Kopf, ſo daß er bewußtlos zuſammenſtürzte.
Schwerverletzt wurde Maurer zu ſeinen Angehörigen
hier=
her gebracht. — Vom Zuge herabgeſtürzt iſt beim
Aufſteigen auf das Trittbrett in Station Bodenheim der
Hilfsſchaffner Georg Heinrich Muth von hier und erlitt
ſchwere Quetſchungen.
Bellersheim, 27. Nov. (Tödlicher Unfall.) Der
Landwirt Karl Göbel fuhr Dung auf einen Acker. Auf
dem Heimwege gingen die Pferde durch, Göbel wurde
vom Wagen geſchleudert und ſtarb kurz darauf an den
er=
haltenen Verletzungen.
Schweidnitz, 30. Nov. (Feſtgenommener
Ver=
brech er.) Der Schmied Adolf Rahner, ein von den
Ruſſen in Inſterburg aus dem Zuchthaus
freigelaſſener Verbrecher, wurde der Schweidn.
Zeitung zufolge heute in Schweidnitz feſtgenommen,
nachdem er eine Reihe ſchwerer Einbrüche in
Gaſtwirt=
ſchaften in Schweidnitz und anderen Städten Schleſiens
verübt hatte.
Erweiterung des Perſonenkreiſes für
Familienunterſtützungen.
* Berlin, 30. Nov. Die Nordd. Allgem. Zeitung
kündigt folgendermaßen eine Erweiterung des
Perſonenkreiſes für
Familienunterſtütz=
ungen an. Die Reichsregierung hat neuerdings
wei=
tere Richtlinien bezüglich der Anwendung des Geſetzes
vom 28. Februar 1888 in der Faſſung des
Geſetzes=
vom 4. Auguſt 1914, betreffend die
Familienunter=
ſtützungen, aufgeſtellt und den Bundesregierungen zur
Beachtung empfohlen. Es handelt ſich dabei um eine
recht bedeutende Erweiterung des
Per=
ſonenkreiſes der Anſpruchberechtigtem.
Ueber weitere Ergänzungen ſchweben zurzeit noch
Ver=
handlungen mit den beteiligten amtlichen Stellen. Im
einzelnen ſeien aus dem Rundſchreiben folgende Punkte
hervorgehoben:
1. Im Falle der Bedürftigkeit ſind auch an
Stief=
eltern, Stiefgeſchwiſter und Stiefkinder
der in den Dienſt Eingetretenen Familienunterſtützungen
zu gewähren, inſofern ſie von ihnen unterhalten wurden,
oder das Unterhaltungsbedürfnis erſt nach dem erfolgten
Dienſteintritt hervortrat. Unter denſelben
Vorausſetzun=
gen ſind auch unehelichen mit in die Ehe gebrachten
Kin=
dern einer Ehefrau Unterſtützungen zu gewähren, auch
wenn der Ehemann nicht ihr Vater iſt. Elternloſe Enkel
der Einberufenen ſind den ehelichen Kindern der
Ein=
getretenen gleichzuſtellen.
2. Nicht nur den Familien der Mannſchaften des
Beurlaubtenſtandes, auch denjenigen allerübrigen im
wehrpflichtigen Alter ſtehenden
Mannſchaf=
ten, welche infolge der kriegeriſchen Ereigniſſe nicht mehr
in der Lage waren, in die Heimat zurückzukehren, ſind im
Falle der Bedürftigkeit Unterſtützungen zu gewähren,
ſo=
fern glaubhaft gemacht wird, daß ſie als Gefangene
im feindlichen Ausland zurückgehalten
werden, wobei kein Unterſchied zu machen iſt, ob ſie vom
Feinde als Kriegsgefangene oder als Zivilgefangene
be=
handelt werden. Das gleiche gilt bezüglich ſolcher
Mann=
ſchaften, von denen glaubhaft gemacht wird, daß ſie im
Auslande bei einem Marine= oder Truppenteile zur
Ein=
ſtellung gelangt ſind.
3. Gemäß § 10 Abſatz 5 a. a. O. werden
Unter=
ſtützungen, falls der in den Dienſt Eingetretene vor
ſeiner Rückkehr ſtirbt oder vermißt wird,
ſo lange gewährt, bis die Formation, welcher er
angehörte, auf den Friedensfuß
zurückge=
füührt oder aufgelöſt wird; inſoweit jedoch den
Hinterbliebenen aufgrund des Geſetzes vom 17. Mai 1907
Bewilligungen gewährt werden, fallen die durch das
Ge=
ſetz geregelten Unterſtützungen fort. Dieſe Beſtimmung iſt
ſo auszulegen, daß zwiſchen dem Fortfall der
Familien=
unterſtützungen und dem wirklichen Bezuge der
Hinter=
bliebenenrente eine Unterbrechung nicht
eintre=
ten ſoll. Die Worte „gewährt werden” ſind alſo
gleich=
bedeutend mit den Worten „tatſächlich zur Auszahlung.
gelangen”. Von der Anrechnung der bis zu dieſem
Zeitpunkte gewährten Familienunterſtützungen auf die
Hinterbliebenenbezüge wird wegen der Schwierigkeit der
Durchführung des Verfahrens abzuſehen ſein. Das
gleiche gilt, wenn der in den Dienſt Eingetretene infolge
Verwundung oder Krankheit als felddienſt= oder
garni=
ſondienſtunfähig zur Entlaſſung kommt und ihm die
Kriegsinvalidenrente zugeſprochen iſt und wenn auch die
unter Ziff. 1 bis 3 erwähnten Bewilligungen nicht
aus=
drücklich im Geſetz aufgeführt ſind, wird doch bei Erlaß
des im § 12 a. a. O. vorgeſehenen Spezialgeſetzes dafür
Sorge getragen, daß die Bewilligungen in Höhe der in
§ 5 feſtgeſetzten Mindeſtſätze den Lieferungsverbänden vom
Reiche erſtattet werden.
Der Krieg.
Vom Kriegsſchauplatz im Weſten.
* Amſterdam, 30. Nov. Das Handelsblad meldet
aus London unterm 29. November: Die Times läßt ſich
aus Boulogne berichten: Es ſcheint, daß die
Deut=
ſchen ihren nächſten Angriff in der
Umgeb=
ung von Arras unternehmen wollen. Sie ſollen dort
700000 Mann zuſammengezogen haben und wollen
offen=
bar einen neuen ſtarken Verſuch machen, auf der Linie
Arras-Lille die Küſte zu erreichen.
* Amſterdam, 30. Nov. Aus Saas van Gent wird
gemeldet: Zwei Flieger warfen über Gent 10
Bom=
ben in das Stadtviertel Molesheeds und verwundeten
3 Perſonen. Wahrſcheinlich beabſichtigten ſie, ein im
Brügge=Kanal verankertes deutſches Schiff zu vernichten,
auf dem ſich früher deutſche Offiziere befanden. Sie
er=
reichten dieſen Zweck aber nicht.
* Paris, 30. Nov. Die militäriſchen Behörden von
Armentiéres haben durch Maueranſchlag in
Armen=
tiéres und Hazebrouck bekannt gegeben, daß jeder einzelne
Bürger, welcher die Stadt verlaſſen hat, dieſe vom 27.
No=
vember ab bis auf weiteres nicht wieder betreten
darf. Die Maßregel wurde angeſichts des Mangels von
Lebensmitteln getroffen, der ſich trotz der Abweſenheit von
Fünfſechſtel der Bevölkerung bemerkbar zu machen
be=
ginnt.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Wien, 30. Nov. Amtlich wird verlautbart: Im
Norden hat ſich geſtern an unſerer Front nichts
Weſentliches ereignet.
Vom ſüdlichen Kriegsſchauplatz.
1254 Gefangene.
* Wien, 30. Nov. Vom ſüdlichen
Kriegs=
ſchauplatz wird amtlich gemeldet: Auf dem ſüdlichen
Kriegsſchauplatz dauern die Kämpfe an. Geſtern
wurde das hartnäckig vom Feinde verteidigte Suvobor,
der Sattelpunkt der Straße von Valjewo nach Zozack,
nach heft igem Kampfe erſtürmt. Das
Batail=
lon Nr. 70 zeichnete ſich hierbei beſonders aus. Auch das
Regiment Nr. 16 und das Landwehr=Regiment Nr. 23
haben ſich in den letzten Tagen neuerdings hervorgetan.
Geſtern wurden insgeſamt 1254 Mann gefangen
genommen und vier Maſchinengewehre erbeutet.
In Uzize wurden viel Waffen und viel Munition
vor=
gefunden.
Deutſche Vergeltungsmaßnahmen
gegen=
über Frankreich.
* Berlin, 30. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung teilt u. a. mit: Franzöſiſche Erlaſſe haben ganz
allgemein die Beſchlagnahme und
Sequeſtra=
tion des geſamten Vermögens deutſcher
Unternehmungen in Frankreich angeordnet.
Von dieſer Anordnung wird in der rückſichtsloſeſten Weiſe
Gebrauch gemacht, ja vielfach wird das deutſche Vermögen
liquidiert und verſchleudert. Neuerdings trat
die franzöſiſche Regierung in gewiſſem Sinne den
Rück=
zug an, indem vor den willkürlichen Verſchleuderungen
des ſequeſtrierten Vermögens gewarnt wurde. Trotzdem
ſtellen ſich dieſe Schritte als ſo ſchwere
völkerrechts=
widrige Eingriffe in deutſche Privatrechte dar, daß
eine empfindliche Vergeltungsmaßnahme
notwendig erſcheint. Eine vom Bundesrat am
26. November erlaſſene Verordnung erklärt nunmehr für
alle ganz oder überwiegend franzöſiſchen
Unternehmun=
gen, für Niederlaſſungen von Unternehmungen und
ins=
beſondere für den geſamten in Deutſchland befindlichen
Grundbeſitz franzöſiſcher Staatsangehöriger die
Ein=
ſetzung einer zwangsweiſen ſtaatlichen
Verwaltung für zuläſſig. Mit der Einſetzung von
ſtaatlichen Verwaltern verliert der franzöſiſche Inhaber
und Unternehmer Beſitz= und Verfügungsrecht über das
geſamte Vermögen und die Unternehmungen. Die
Durch=
führung der Verwaltung beſtimmt die
Landeszentral=
behörde. Der Verwalter kann ſich, wenn nicht die
Auf=
rechterhaltung des Betriebes z. B. mit Rückſicht auf die
deutſchen Arbeiter und Unternehmer im deutſchen Intereſſe
liegt, auf die Abwickelung der laufenden Geſchäfte
beſchrän=
ken, und dann den Betrieb einſtweilen ſtillegen. Er braucht
auch nicht die geſamte Bewirtſchaftung ſelbſt auszuüben,
ſondern kann den Betrieb verpachten. Was jeweils als
das Richtige erſcheint, wird ſich nur nach den Verhältniſſen
im Einzelfalle entſcheiden laſſen. Die Auflöſung im
gan=
zen, lediglich zum Zwecke der Beſeitigung, iſt
ausgeſchloſ=
ſen. Nur dem Reichskanzler bleibt es vorbehalten, im Wege
der Vergeltung, d. h. falls die franzöſiſche Regierung
ihrerſeits die Liquidationen der deutſchen Vermögen
gut=
heißen oder anordnen ſollte, auch die Auflöſung der
hieſigen franzöſiſchen Unternehmungen für zuläſſig zu
er=
klären. Es kann abgewartet werden, ob Frankreich uns
zwingen will, auch ſolche Maßnahmen gegen die hieſigen
franzöſiſchen Unternehmungen, Grundſtücke und
Waren=
lager anzuwenden. Aber auch in dieſem äußerſten Falle
würde es, wie bei den übrigen Vorſchriften der
Verord=
nung, ſich nicht um eine Vermögens=Konfiskation handeln,
da die Ergebniſſe der Liquidation wie die der Verwaltung
für die Rechnung des Unternehmers bis auf weiteres zu
hinterlegen ſind.
Der Kaiſer an General von Mackenſen.
* Dan zig, 30. Nov. Der Kaiſer hat an General
v. Mackenſen folgendes Telegramm geſandt: „Die
). Armee hat unter Ihrer bewährten ſicheren Führung in
ſchweren, aber von Erfolg gekrönten Kämpfen ſich von
neuem unübertrefflich geſchlagen. Ihre
Lei=
ſtungen in den verfloſſenen Tagen werden als leuchtende
Beiſpiele für Mut, Ausdauer und Tapferkeit der Geſchichte
erhalten bleiben. Sprechen Sie das Ihren vortrefflichen
Truppen mit meinem Kaiſerlichen Danke aus, den ich
dadurch zu betätigen wünſche, daß ich Ihnen den Orden
„Pour le Mérite” verleihe, deſſen Inſignien ich
Ihnen zugehen laſſe. Gott ſei ferner mit Ihnen und
unſeren Fahnen. Wilhelm I. R.‟ General v.
Macken=
ſen hat dieſes Telegramm in einem Armeebefehl
bekanntgegeben und hinzugefügt: Ich freue mich, meinen
heldenmütigen Truppen eine ſolche Anerkennung zur
Kenntnis bringen zu können. Das Verdienſtkreuz
gilt der ganzen 9. Armee,”
Türkiſcher Dank an Hindenburg.
* Konſtantinopel, 30. Nov. Anläßlich des
neuen Sieges v. Hindenburgs ſendet der Tanin
in einem ſchwungvollen Leitartikel einen begeiſterten
Gruß an den Generalfeldmarſchall. Das Blatt
bewun=
dert die Größe des Sieges ebenſo wie die Beſcheidenheit,
mit welcher Hindenburg, im Gegenſatz zu der ruſſiſchen
Prahlerei, darüber ſpricht. Feldmarſchall Hindenburg
habe auf den glorreichſten Seiten der Weltgeſchichte ſeinen
Namen eingetragen, der nicht nur von den
Verbün=
deten Deutſchlands, ſondern auch von den Militärs der
ganzen Welt mit Ehrfurcht werde erwähnt werden. In
dieſen Zeilen, ſagt der Tanin weiter, die wir ſchreiben,
um die Liebe der Osmanen zu Hindenburg
zu verdolmetſchen, möchten wir betonen, daß dieſer
Feld=
herr, weil er die wichtigſten Siege gegen die größten
Feinde des Iſlams errang, als der wahr Held nicht nur
des Osmanentums, ſondern des ganzen Iſlams
begrüßt wird.
Landesverräter.
* Straßburg i. E., 30. Nov. Das
Kriegs=
gericht Neubreiſach hatte in der am 24. November
in Mülhauſen abeghaltenen Sitzung wieder über zwei
Fälle von ſchwerem Landesverrat zu
befin=
den gehabt. Verurteilt wurde zunächſt der
Handelsvertre=
ten Alfons Becheln aus Steinbach bei Mülhauſen, der
nachgewieſenermaßen den Franzoſen die deutſchen
Stel=
lungen und Truppenbewegungen verraten hat, zu zwölf
Jahren Zuchthaus. Zwei weitere Angeklagte
muß=
wegen Mangels an Beweiſen freigeſprochen
wer=
den. Ebenfalls zu 12 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren
Ehrverhiſt verurteilt wurde der Kellner Eugen Ebele
aus Mülhauſen, der überführt iſt, zwei Schutzleute an die
Franzoſen verraten und ihre Verhaftung veranlaßt zu
haben.
Die Kriegslieferungen Amerikas an
Deutſchlands Gegaer.
* München, 30. Nov. Der hier weilende
ameri=
kaniſche Botſchafter in Berlin, James W.
Gerard, hatte geſtern eine Unterredung mit Eduard
Seirer Diſyen. Darüber berichten die Münchener Neueſten
Nachrichten: Auf die Frage, wie die Lieferung von
Kriegsmaterial an Deutſchlands Gegner
mit der Neutralitätserklärung des Präſidenten
Wilſon zu Anfang des Weltkrieges vereinbar ſei,
antwor=
tete der Botſchafter, er perſönlich wiſſe nichts von ſolchen
Lieferungen, aber falls ſich eine beſondere Nachricht über
den Transport von Munition und Waffen aus der Union
beſtätigen ſollte, ſoſei dies nicht gegen das
Völ=
kerrecht. Die Sachen ſtammten von privaten
Lieferan=
ten. Dieſe würden dasſelbe nach Deutſchland ſchicken, wenn
es drüben Beſtellungen aufgebe; natürlich wäre der
Trans=
port dann ſchwieriger und das Riſiko größer. Würden
deutſche Kreuzer Schiffe, mit Kriegskonterbande für
Eng=
land beladen, aufgreifen, ſo würden ſie dieſe kavern. Nie
und nimmer könne die Regierung der Vereinigten
Staa=
ten Ausfuhrverbote für ſolche Waren erlaſſen, da der
Ver=
kauf von Landeserzeugniſſen nicht unter ihre Kontrolle
ge=
ſtellt werden könne. Als die Vereinigten Staaten in
Mexiko während des letzten Aufſtandes Truppen landeten,
brachte der deutſche Dampfer „Kronprinzeſſin Cecilie” für
die Aufſtändiſchen Waffen dorthin. Derſelbe Dampfer
werde heute in den Vereinigten Staaten vor den engliſchen
Schiffen geſchützt, da er, wie erinnerlich, dorthin
zurück=
flüchten mußte. Schließlich ermächtigte mich Botſchafter
Gerard, die Mahnung an Preſſeund Volk zu richten,
nicht jetzt ſich gegen Amerika zu wenden, da die Stimmung
drüben zugunſten Deutſchlands und
Oeſter=
reich=Ungarns umzuſchlagen beginne, was
ja ein erfreuliches Zeichen ſei. Durch gerechte Beurteilung
der Lage werde die Stimmung auch weitere Fortſchritte
machen. Zu Beginn des großen Ringens ſei der
Nach=
richtendienſt nach der Union außerordentlich ſchwierig
ge=
weſen; daraus erkläre ſich allein ſchon, daß deutſche
Be=
richte ſehr ſpärlich nach drüben gelangten. Die
Verhält=
niſſe ſeien heute nicht viel beſſer. Diſyen fügt den
Mittei=
lungen ſeine Meinung hinzu. Daß Nietzſches
Machtphilo=
ſophie ſchuld an dem Kriege ſei, halte er für abſurd; er
habe noch geſtern nach Amerika telegraphiert, daß keine
zweihundert Deutſche Nietzſche richtig kennten. „Ich glaube
dies mit Recht behaupten zu können. In alſo nicht
allzu=
langer Zeit werden die Sympathien eines großen Kreiſes
von Amerikanern auf der Seite des Rechts und der
Ge=
rechtigkeit ſein.”
Ein deutſcher Lazarettzug für die Türkei.
* Halle a. S., 30. Nov. Der Plan des
Arbeitsaus=
ſchuſſes des Vereins zur Ausrüſtung und Inſtandhaltung
der Vereinslazarettzüge „O 1‟ und „N 1‟ (Vorſitzender
Profeſſor Emil Abderhalden), in Halle a. S. den erſten
Lazarettzug für die türkiſche Armee
aus=
zurüſten, hat die Genehmigung des Reichskanzlers,
des Chefs der Feldſanität und des Chefs der
Feldeiſen=
bahnen erhalten. Der Arbeitsausſchuß iſt infolgedeſſen
ſofort zur Ausführung des Planes geſchritten in der
Er=
wartung, daß er in weiten Kreiſen Deutſchlands
Inter=
eſſe für das wertvolle Geſchenk, das den Sanitätsdienſt
unſerer Bundesgenoſſen wirkungsvoll unterſtützen ſoll,
findet. Große Summen ſind notwendig, um den
Laza=
rettzug, der auch als ſtehendes Feldlazarett verwendbar
ſein ſoll, auszurüſten, mit den notwendigen Reſerven zu
verſehen und zu unterhalten. Spenden nimmt das
Bank=
haus Reinhold Steckner in Halle a. S. entgegen.
Die Gefangenenlager in Englard.
* Berlin, 30. Nov. Die Nordd. Allg. Zig. ſchreibt
zu der Meldung des Reuterſchen Bureaus, zwei Beamte
des amerikaniſchen Staatsdepartements, welche die
Zu=
ſtände in den Gefangenenlagern in England, Deutſchland
und Oeſterreich unterſuchen ſollen, hätten das Lager in
Newbury beſucht wegen der Anſchuldigung brutaler
Be=
handlung, welche die Deutſchen zu erleiden hätten, die
Unterſuchung habe keine Spur einer ſchlechten Behandlung
ergeben, vielmehr ſtand der Lagerkommandant auf beſtem
Fuße mit den Gefangenen. Wenn durch dieſe Meldung
der Nachweis erbracht werden ſoll, daß die in der deutſchen
Preſſe laut gewordenen Klagen über das Schickſal der
Ge=
fangenen in Newbury unglaubwürdig ſeien, ſo wäre dies
eine Verdrehung der Wahrheit. Zahlreiche
eid=
lich beſtätigte Ausſagen erhärten dies. Nicht gegen das
perſönliche Verhalten des Kommandanten gegen die
Ge=
fangenen, ſondern in erſter Linie gegen die durch die
gänz=
lich unzureichenden Einrichtungen des Lagers in
New=
bury veranlaßten Mißſtände, denen die Gefangenen
jeden=
falls früher ſchutzlos ausgeſetzt waren, richteten ſich die
Klagen. Sollte ſich aus dem noch nicht vorliegenden
Be=
richt der beiden amerikaniſchen Beamten ergeben, daß dieſe
Mißſtände nicht mehr beſtehen, ſo iſt dies nur dem
ent=
ſprechenden nachdrücklichen Schritt unſerer Regierung zu
danken, was natürlich nur begrüßt werden könnte.
Nammer 9o1,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezemder 1914.
Seite 6.
Poincaré an der Front.
* Paris, 30. Nov. Poincaré, Viviani,
Du=
boſt und Deschanel beſuchten am Samstag die
Stel=
lungen der franzöſiſchen Armee in den Argonnen und
die Stadt Clermont=en=Argonne, welche völlig
zerſtört iſt, wo ſie das Fort Dou=au=Mont und die
vor=
geſchobenen Stellungen beſichtigten. Poincgre hat am
Abend Verdun verlaſſen,
Engliſche Nervoſität.
* Kri ſtiania, 30. Nov. Der von einem engliſchen
Kriegsſchiff nach Fleetwood eingebrachte norwegiſche
Fiſchdampfer „Neſtor” unter der Beſchuldigung,
daß er unter neutraler Flagge an der Nordküſte Irlands
deutſche Minen auslegte, iſt Eigentum einer norwegiſchen
Schiffahrtsgeſellſchaft, deren Kapital zum allergrößten
Teil in engliſchen Händen iſt; der Dampfer ſelbſt iſt von
dem Engländer Frank Barret in Grimsby ſeit längerer
Zeit gemietet, alſo kann keine Rede davon ſein, daß der
Dampfer Minen für die Deutſchen ausgelegt habe.
Der türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 30. Nov. Der amtliche
Bericht aus dem Hauptquartier vom 29. November
beſagt: Die Ruſſen, die wir am 22. November in der
Umgebung von Toutak geſchlagen und in nördlicher
Richtung zurückgeworfen haben, halten, nachdem
Verſtär=
kungen bei ihnen eingetroffen ſind, gegenwärtig eine
Stel=
lung in der Nähe von Kilitſch=Geudeg. Unſere Truppen
nehmen eine Stellung vor den feindlichen Linien ein.
Wirtſchaftliche Maßnahmen.
* Athen, 30. Nov. Der Gouverneur von Smyrna
befahl den griechiſchen Banken, ihre Fonds der
Ottomani=
ſchen Bank als Depots zu übergeben.
Aus Hegupten.
* Konſtantinopel, 30. Nov. Wie der Agence
Ottomane von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird, haben
die Notabeln Aegyptens an den Sultan eine
gemein=
ſchaftliche Adreſſe gerichtet, in der ſie ihre
unerſchüt=
terliche Anhänglichkeit und Ergebenheit
für das Kalifat ausdrücken.
* Berlin, 30. Nov. Der Reichsanzeiger
veröffent=
licht eine Verordnung des Stellvertreters des
Reichskanz=
lers, durch welche die Ausfuhr und Durchfuhr von
aufgelöſtem Kautſchuk, Gewindeſchneidkluppen, Brennholz
jeder Art, Phosphorſulfiden, photographiſchen Objektiven,
grauem Glas für Schneeſchutzbrillen, Centralit und
natür=
licher ſowie künſtlicher Soda verboten wird.
* Berlin, 30. Nov. Der Kriegsausſchuß für
warme Unterkleidung (Reichstagsgebäude) teilt
mit: Die im Namen des Kriegsausſchuſſes für warme
Unterkleidung in den verſchiedenſten Zeitungen
veröffent=
lichte Bitte an Automobilbeſitzer erweckt den Eindruck, als
ob entgegen den Verfügungen des Kriegsminiſteriums
be=
abſichtigt ſei, das mit Recht gerügte Autofahren an die
Front wieder aufzunehmen. Das iſt nicht der Fall; es
handelt ſich lediglich darum, einen beſchleunigteren
Ab=
transport der für die Truppen beſtimmten Sendungen von
den Etappenſtationen aus ſicherzuſtellen.
* Berlin, 30. Nov. Ueber einen italieniſchen
Proteſt gegen England und Frankreich wird
der Deutſchen Tageszeitung berichtet, daß eine ſtark beſuchte
Verſammlung Genueſer Kaufleute, Induſtrieller und
Ree=
der gegen die Legende proteſtierte, daß Genua ein
Kriegs=
konterhandezentrum ſei. Es wurde betont, daß die
italie=
niſche Regierung den italieniſchen Handels= und
Schiffs=
verkehr gegen Uebergriffe gewiſſer Kriegführender energiſch
verteidigen müſſe. Wenn England die beſchlagnahmten
Rohſtoffe bezahle, erkenne es ſein Unrecht an, behebe aber
dadurch bei weitem nicht den der italieniſchen
Volkswirt=
ſchaft erwachſenen Schaden.
* Zoſſen, 30. Nov. Im Zoſſener
Kriegs=
gefangenenlager ſind die Turkos und
Moham=
medaner jetzt von den übrigen Kriegsgefangenen iſoliert
worden. Dieſe Maßnahme war u. a. auch deshalb
not=
wendig, weil die Nachricht von dem Ausbruch des
Hei=
ligen Krieges Feindſchaft zwiſchen den franzöſiſchen
Kriegsgefangenen und ihren früheren mohammedaniſchen
Waffenbrüdern erzeugt hatte. Die Mohammedaner fragen
täglich, ob ſie nicht bald in die Truppen des Kalifen
ein=
gereiht werden können und ſie möchten am liebſten ſchon
auf eigene Fauſt den Heiligen Krieg gegen die Feinde des
Iſlam im Gefangenenlager beginnen.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 30. November. Auftrieb 250 Schweine. Preiſe
pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht: 1. Qualität 73 Mk.,
2. Qualität 72 Mk., 3. Qualität 71. Mk. Marktverlauf
drückend, Ueberſtand.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 30. Nov. Ueber die bevorſtehende
Reichstagstagung bringen die Blätter allgemein
gehaltene, aber unverbindliche Mitteilungen. — Nach der
Voſſiſchen Zeitung verteilten ſich die geſtrigen Konferenzen
des Reichskanzlers mit den Parteiführern auf den ganzen
Tag vom Morgen bis zum Abend. — Das Berliner
Tage=
blatt ſchreibt: Man nimmt an, daß die Plenarſitzung des
Reichstages am Mittwoch mit einem kürzeren Ueberblick
über die militäriſch=politiſche Lage eröffnet werden wird
und daß dann die neue Kriegskreditvorlage einſtimmig
zur Annahme gelangen wird. Jedenfalls hat das deutſche
Volk zu ſeiner Vertretung das Vertrauen, daß ſie ihre
zweite Kriegstagung würdig der erſten geſtalten wird,
das der ganzen Welt ein leuchtendes Bild unſeres feſten
Siegeswillens und unſerer nationalen Entſchloſſenheit
zum Durchhalten übermittelt. — Auch in der Kreuzzeitung
wird es als feſtſtehend betrachtet, daß unſere neue
Fünf=
milliarden=Kreditvorlage mit der gleichen Einhelligkeit
wie die erſte vom Parlament bewilligt werden wird.
* Rom, 30. Nov. An der feierlichen Beiſetzung des
Visconte Veno ſta nahmen u. a. teil als Vertreter des
Königs General Bruſati, ferner Miniſterpräſident
Sa=
landra, der Miniſter des Aeußern Sonnina, alle
anderen Miniſter, das geſamte diplomatiſche Korps,
zahl=
reiche Parlamentarier, Vertreter der Behörden und viele
angeſehene Perſönlichkeiten. Der Sarg wurde nach
Gro=
zio übergeführt, wo die Beiſetzung im Familienbegräbnis
erfolgte.
Erdbeben.
* Athen, 30. Nov. Geſtern wurde ein ſtarker Erd=
9 in Weſtgriechenland und auf den Joniſchen Inſeln
bemerkt. Der Herd des Erdbebens befand ſich zwiſchen
Leukas und Korfu. Auf Leukas ſind mehrere Häuſer
ein=
geſtürzt. Drei Perſonen wurden getötet. Der
Scha=
den iſt beträchtlich.
Briefkaſten.
P. M. Ueber die Zeit der Einberufung läßt ſich noch
nichts ſagen, bevor Sie nicht zur Muſterung waren.
Wetterbericht.
Eine Aenderung in der Wetterlage iſt ſeit vorgeſtern
nicht eingetreten. Ueber Mitteleuropa ziehen am
Süd=
rande der nördlichen Depreſſion fortgeſetzt flache
Rand=
wirbel nordoſtwärts, ſo daß mit einer Aenderung des
trü=
ben, milden Wetters nicht zu rechnen iſt.
Wetterausſichten für Dienstag: Bedeckt, zeitweiſe
Niederſchläge, mild, ſüdweſtliche Winde.
Kriegschronik (Nr. 10).
11. Nov.: Dirmulden erſtürmt. — Bei Langermarck
wur=
den von unſeren jungen Regimentern 2000
Franzoſen gefangen.—Der Kreuzer „
Königs=
berg” im Rufijiſluſſe in Oſtafrika durch
ver=
ſenkte engliſche Dampfer eingeſchloſſen.
Der Kreuzer „Emden” nach ruhmreichem
Kampfe bei den Cocos=Inſeln in Brand
ge=
ſchoſſen und von der eigenen Beſatzung auf
Strand geſetzt.
Auf der Höhe von Dover das engliſche
Torpedo=
boot „Niger” von einem deutſchen
Unterſee=
boot zum Sinken gebracht.
In Oeſterreich befinden ſich 864 Offiziere und
14.
92727 Mann Kriegsgefangene.
Die Ruſſen werden ſüdlich von Stallupönen zu=
16.
rückgeworfen. — Am rechten Weichſelufer
vorgehende ſtarke ruſſiſche Kräfte werden
in einem Gefecht bei Lipo auf Plozk
zurück=
geworfen, wobei 5000 Gefangene gemacht und
10 Maſchinengewehre erbeutet werden. — Bei
Wloclawec werden mehrere ruſſiſche
Armee=
korps bis über Kutno zurückgeworfen und
verlieren 23000 Mann Gefangene und 70
Maſchinengewehre.
Graf von Korff, der Gouverneur von Warſchau,
wird bei Kutno gefangen.
Schloß Chatillon, ſüdöſtlich Cirey, wird im
18.
Sturm genommen.
Unſer Oſtſeegeſchwader ſperrt den Hafen von
Libau durch Verſenkung von Schiffen. —
Die türkiſchen Truppen beſetzen an der
ägyp=
tiſchen Grenze Kalatunahl und ſchlagen die
Ruſſen bei Laſiſtan im Wilajet Trapezunt.
Die bisherigen Verluſte der engliſchen Truppen
werden von engliſcher Seite auf 80000 Mann
beziffert. — Die Türken ſperren den Schatt=el=
Arab.
Die Türken kommen am Suezkanal an.
Der Ueberdreadnought „Audacious” an der
Nordküſte Irlands geſunken. — „U 18
½ver=
ſenkt; die Mannſchaft gerettet.
Mackenſen ſchlägt die Ruſſen bei Lodz; 40000
26
Gefangene, 70 Geſchütze erobert, 30 zerſtört,
156 Maſchinengewehre und 160
Munitions=
wagen erobert. — Die Oeſterreichen machen
in der neuen Schlacht in Polen bisher 29000
Gefangene.
27. Das engliſche Linienſchiff „Bulwark” mit
un=
gefähr 800 Mann geſunken. — Das Zentrum
der ſerbiſchen Stellung erſtürmt; 1200 Mann
gefangen.
Die engliſchen Handelsdampfer „Malachite” und
28
Primo” nahe von Le Havre von deutſchen
Unterſeebooten verſenkt. — Hindenburg wird
zum Generalfeldmarſchall ernannt; ſein
Generalſtabschef Ludendorff zum
General=
leutnant. — Generalfeldmarſchall v. d. Goltz
ins türkiſche Hauptquartier berufen. General
Freiherr v. Biſſing ſein Nachfolger in Brüſſel.
Es wird bekannt gegeben, daß der Kaiſer ſich
30
jetzt auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz
be=
findet.
Verluſtliſte (aus Nr. 88).
Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115, Darmſtadt.
Berichtigung früherer Angaben:
U.=O. d. Reſ. Georg Vonderſchmidt, Darmſtadt,
bisher vw., † Lazarett Nesle 11. 10., beerdigt daſelbſt;
Reſ. Gadhoff, bisher vm., † Laz. Sachſenhauſen 5. 11.;
Füſ. Joſeph Meinrad, Illhäuſern, bisher vw., † Laz=
Réthonvillers 30. 10., beerdigt daſelbſt.
Infanterie=Regiment Nr. 116, Gießen.
Geſtorben infolge Krankheit:
Musk. Hugo Neuhaus, † Laz. St. Quentin 8. 11.;
Reſ. Otto Stein, † Laz. St. Quentin 9. 11.; Stabs=
und Bataillonsarzt Dr. Fritz Poly, † Laz. Nesle 4. 11.
Berichtigung früherer Angaben:
Musk. Martin Medert, Lampertheim, bisher vw.,
† Laz. Réthonvillers 1. 11.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 116,
Darmſtadt, Gießen, Friedberg.
Berichtigung früherer Angaben:
Wehrm. Paul Hermann Fritz Benkowitz, Gorzke,
bisher vm., vw.; Wehrm. Adam Bohland, Pfungſtadt,
bisher vm., im Laz.; Musk. Heinrich Bergmann,
Scheumgen, bisher vm., vw.; Musk. Heinrich Beck,
Rup=
pertenrod, bisher vm., vw.; Reſ. Friedrich Binz,
Darm=
ſtadt, bisher vm., vw.; Wehrm. Konrad Chriſt, Langen,
bisher vm., vw.; Gefr. Johannes Dippel, Hergesdorf,
bisher vm., vw.; Musk. Georg Druleib, Salz, bisher
vm., vw.; Wehrm. Robert Doll, Borsdorf, bisher vm.
vw.; Reſ. Gottfr. Emmenegger, Barmen bei Jülich,
bisher vm., vw.; Reſ. Jakob Euler, Butzbach, bisher
vm., vw.; Reſ. Andreas Eiſenbichler, Ueberſee i. B.,
bisher vm., vw.; Reſ. Friedrich Egenbacher, Neubron,
bisher vm., vw.; Wehrm. Karl Emnich, Rohrbach,
bis=
her vm., vw.; Wehrm. Auguſt Emich, Ober=Ramſtadt,
bisher vm., vw.; Wehrm. Karl Fritz, Offenbach a. M.,
bisher vm., vw.; Reſ. Georg Frank, Nieder=Beerbach,
bisher vm., vw.; Reſ. Ludwig Fabel, Londorf, bisher
vm., vw.; Reſ. Wilhelm Fel ler, Großen=Linden,
bis=
her vm., im Laz.; Reſ. Karl Faatz, Aſenheim, bisher
vm., vw.; Reſ. Auguſt Füller, Vilbel, bisher vm., vw.;
Reſ. Georg Feuerbach, Kl.=Karben, bisher vm., vw.;
Reſ. Georg Fiſch, Offenbach, bisher vm., vw.; Wehrm.
Johann Fileborn, Aachen, bisher vm., vw.; Reſ. Gg.
Flach, Düdelsheim, bisher vm., vw.: Reſ. Paul Geiſt,
Brückenau, bisher vm., vw.; Reſ. Sebaſt. Gerfelder,
Froſchhauſen, bisher vm., vw.; U.=O. d. Reſ. Jakob
Ger=
ſter, Biberach, bisher vm., vw.; Gefr. d. Reſ. Wilbelm
Gerhard, Gießen, bisher vm., vw.; Wehrm. Friedrich
Karl Grunner, Groß=Karben, bisher vm., vw.; Reſ.
Adam Gönſch, N.=Eſchbach, bisher vm., vw.; Reſ. Hch.
Grieb, Gambach, bisher vm., vw.; Reſ. Georg Geis,
Stralsbach i. B., bisher vm., vw.; Reſ. Karl Geppert,
Neumarkt i. B., bisher vm., vw.; Reſ. Daniel Chriſtian
Grob, Herzfeld, bisher vm., vw.; Wehrm. Georg Fritz,
Harheim, bisher vm., † Laz. Nr. 69, Florſuville 26. 8.;
Wehrm. Juſtus Wilh. Gieß. Nieder=Wöllſtadt, bisher
vm., vw.; Musk. Wilhelm Goullon, Calbach, bisher
vm., vw.; Reſ. Balthaſar Gottſchalk, Burgbracht,
bis=
her vm., vw.; Wehrm. Julius Göhring, Offenbach,
bisher vm., vw.; Kriegsfreiw. Karl Gerlach, Offenbach,
bisher vm., vw.; Reſ. Philipp Heß, Weiterſtadt, bisher
vm., im Laz.; Gefr. Philipp Hofmann, Darmſtadt,
bis=
her vm., vw.; Reſ. Georg Herbert, Bieber, bisher
vm., vw.; Reſ. Hummel, bisher vm., vw.; Reſ. Mich.
Hobmeier, Abensberg, bisher vm., vw.; Reſ. Konrad
Horſt, Sellnrod, bisher vm., vw.; Gefr. Johann Heß.,
Leihgeſtern, bisher vm., im Laz.; Reſ. Heinr. Friedrich
Hoffmann, Eſchenrod, bisher vm., vw.; Reſ. Werner
Habermehl, Schwarz, bisher vm., vw. „Gefr. Joſeph
Hollweck, Trautmannshofen, bisher vm., vw.; Gefr. O.
Hofmann, Rödgen, bisher vm., vw.; Gefr. Wilhelm
Harth, Reichelsheim, bisher vm., ow.; Reſ. Otto
Hol=
ler, Biſſes, bisher vm., vw.; Wehrm. Chriſtian
Hart=
mann, Bad Nauheim, bisher, vm., vw.: Reſ. Friedrich
Heil, Ober=Mörlen, bisher vm., vw.; Wehrm. Heinrich
Herbold, Groß=Rohrheim, bisher vm., vw: Gefr. Hch.
Haas, Nieder=Mockſtadt, bisher vm., vw.; Wehrm. Otto
Haak, Paſſendorf, bisher vm., vw.; U.=O. Auguſt
Hex=
terich, Würzburg, bisher vm., vw.: Wehrm. Philipp
Heiſel, Ober=Ramſtadt, bisher vm., vw.; Wehrm. Hch.
Helfmann, Groß=Gerau, bisher vm., vw.; Wehrm.
Wilhelm Haag, Rothenburg, bisher vm., vw.; Reſ. Hch.
Jung, Nieder=Mörlen, bisher vm., vw.; Reſ. Auguſt
Ja kobi, Leidhecken, bisher vm., vw.; Wehrm. Franz
Irle, Darmſtadt, bisher vm., vw.; Wehrm. Philipp Joſt,
Elmshauſen, bisher vm., vvw.; Gefr. Georg Knöpp,
Offenbach, bisher vm., vw.; Reſ. Anton Kißner,
Brük=
kenau, bisher vm., vw.; Reſ. Markus Klübert,
Trim=
bay, bisher vm., vw.; Wehrm. Wilhelm Kunz,
Offen=
bach, bisher vm., vw.; Wehrm. Louis Kehl, Oppenrod,
bisher vm., vw.; Reſ. Heinrich Kremer, Heldenbergen,
bisher vm., vw.; Reſ. Karl Kaſpar, Nieder=Ohmen,
bisher vm., vw.; Reſ. Heinrich Kling, Wolfersborn,
bisher vm., vw.; Wehrm. Jakob Kruſchenski,
Offen=
bach, bisher vm., vw.; Reſ. Guſtav Kaufmann,
Hel=
fersdorf, bisher vm., vw.; Gefr. Heinrich Kraft, Hahn,
bisher vm., vw.; Reſ. Konrad Joſt, Burgbracht, nicht
gefallen, ſondern vw.; Reſ. Friedrich Kirch ner,
Von=
hauſen, bisher vm., vw.; Wehrm. Georg Leiß, Traiſa,
bisher vm., vw.; Reſ. Joh. Lahr, Erbes=Büdesheim,
bisher vm., vw.; Reſ. Wilh. Lich, Wimsheim, bisher
vm., vw.; Reſ. Karl Lenz, Lumda, bisher vm., vw.;
Reſ. Heinrich Lotz, Uſenborn, bisher vm., vw.; Reſ.
Wil=
helm Lampert, Bad Nauheim, bisher vm., im Laz.;
Wehrm. Hugo Levi, Offenbach, nicht gefallen, ſondern
vw.; Wehrm. Friedrich Lippert, Huckelheim, bisher
vm., vw.; Wehrm. Wilhelm Müller, Offenbach, bisher
vermißt, verwundet.
Infanterie=Regiment Nr. 117, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben:
U.=O. Theodor Steiger, Höchſt a. M., bisher vw.;
† Hoſpital Charleroi; Musk. Rudolf Drumm, Ulmet,
bisher vw., * Feldlaz. Nr. 12, Marche; Tamb. Sulveſter
Czapla, Wognitz, bisher vm., † Feſtungslaz. Marche.
Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.
Berichtigung früherer Angaben:
Reſ. Jakob Köhler, Worms, bisher vm., war
ver=
wundet, † Feſtungslaz. Köln 13. 11.
Infanterie=Regiment Nr. 168,
I. Bataillon, Butzbach.
Wytſchaete vom 6. bis 8. 11. 14.
2. Kompagnie: Erſ.=Reſ. Karl Markert,
Offen=
bach, gefallen; Musk. Friedrich Nerge, Ahuſen, gefallen;
Freiw. Auguſt Knöchel, Freiburg, Bayern, lv.; Erſ.=
Reſ. Wilhelm King, Hanau, durch Unglücksfall lv.; Erſ.=
Reſ. Friedrich Schuſter, Dünne, lv.; Erſ.=Reſ. Friedrich
Feger, Hanau, gefallen; Gefr. Heinrich Meinker,
Gel=
ſenkirchen, gefallen: Gefr. Ad. Stork, Herleshauſen,
ge=
fallen: Gefr. Wilhelm Bauer, Brand=Oberndorf,
gefal=
len; Gefr. d. Reſ. Karl Schmeck, Siegen, ſchv.; Reſ. Joſ.
Ernſt, Altenwenden, lv.
3. Kompagnie: Gefr, Johann Schmittbetz,
Zotzenhain, Alzey, gefallen; Reſ. Friedr. Herm.
Schach=
truupp, Weidenau, gefallen; Reſ. Karl Görg, Teupach,
gefallen; Musk. Julius Bertrand, Urbach, lv.; Musk.
Johann Eckert, Mainz, lv.: Musk. Johann Raith,
Plattling, Deggendorf, lv.; Musk. Herm. Rühl,
Stau=
fenberg, lv.: Gefr. d. Reſ. Richard Eckhardt,
Haar=
hauſen, lv.; Reſ. Paul Krah, Oberdreisbach, lv.; Reſ.
Heinrich Schmidt, Saſſenroth, lv.; Reſ. Emil
Holz=
wei ßig, Wehlitz, lv.; Gefr. d. Reſ. Robert Jung,
Cla=
feld, lv.
Geſtorben infolge Krantheit:
Gefr. d. Reſ. Philipp. Wolf, † Bayer.
Lazarett=
zug I am 13. 11. 14.
Berichtigung früherer Angaben:
Lt. d. Reſ. Karl Schmitz, Münſter i. W., bisher vw.,
† Lazarett Challerange 14. 10.; Musk. Anton Biegt,
Bechtheim, nicht gefallen, ſondern vw.; Reſ. Ludwig
Blecher, Ober=Rosbach, bisher vm., im Laz.; Reſ. Wilh.
Brückel, Pohlgöns, nicht gefallen, ſondern vw.; Reſ.
Johannes Dietz, Heldenbergen, bisher vm., im Laz.;
Musk Emil Dickroth, Kloppenheim, bisher vm.,†
Reſ.=Laz. Sechault 23. 9., beerdigt daſelbſt; Reſ. Fritz
Ebert, Rodewitz, bisher vw., * Reſ.=Laz. Fürth 17. 10.;
Musk. Heinrich Erdmann, Offenthal, bisher vm., nach
franz Meldungen im Laz.; Musk. Fordtrau, bisher
vm., vw.; Musk. Fuchs, nicht gefallen, ſondern vw.;
Reſ. Wilhelm Gaul, Stepau, bisher vm., vw.; Musk.
Johannes Gerhardt, Vilbel, bisher vm., vw.; Musk.
Michael Hiesler, Hächeim, bisher vm., vw.; Musk.
Jüngel, bisher vm. vw.: Reſ. Georg Heim, Rendeh
bisher vm., vw.; Musk. Auguſt Hohage, Groll, nicht
gefallen, ſondern vw.; Wehrm. Johann Heinrich Hill,
Steinbach, bisher vm., vw.; Reſ. Wilhelm Hämel,
Wa=
bern, bisher vm., vw.; Musk. Wilh. Koch, Bergzabern,
bisher vm., im Laz.; Musk. Georg Gröll, Hainchen,
bisher vw., † Kriegslaz. Grandpré 28. 9.; Musk. Georg
Knöchel, Dreieichenhain, bisher vm., im Laz.; Musk.
Otto Kröll, Gonterskirchen, bisher vw., † Laz.
Mar=
burg, 8. 10.; Reſ. Karl Lauferweiler, Ohlsheim,
bis=
her vw., † Laz. Lille 28. 10.; Musk. Heinrich Legold,
Eppfich, bisher vm., vw.; Reſ. Arthur Lohmeyer,
Herbſtedt, nicht gefallen, ſondern vw.; Reſ. Jakob Luft,
Hauſen, bisher vm., vw.; Musk. Maier, nicht gefallen,
ſondern vw.; Musk. Peter Paul Möhler, Offenbach,
bisher vm., vw.; Reſ. Georg Neugebauer, Ratibor,
bisher vm., vw.; Reſ. Karl Naumann, Friedberg,
bis=
her vw., † Laz. Herborn 5. 10.; Musk. Eduard Reuſch,
wießen, bisher vm., vw.; Gefr. Konrad Spielmann,
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt am
14. November infolge ſchwerer Verwundung
im Kampfe gegen die Engländer unſer lieber
Corpsbruder
cand. arch.
Leutnant d. R. im Infanterie-Regt. Nr. 143.
Corps „Chattia”.
J. V.:
22053)
K. Röhrich
Darmſtadt, 30. November 1914.
Heute vormittag verſchied ſanft nachlängerem
Leiden unſere liebe, unvergeßliche Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter
geb. Schrimpf.
Witwe des Steuerkommiſſärs Franz Klietſch
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Auguſte Dingelden, geb. Klietſch,
Johanna Berghoff=Iſing, geb. Klietſch,
Dr. Friedrich Dingeldey, Profeſſor an
der Techniſchen Hochſchule,
Dr. Franz Berghoff=Iſiug, Profeſſor
an der Techniſchen Hochſchule,
Richard Dingeldey, Unterarzt, zurzeit
im Felde,
Paula Dingeldey,
Annelieſe Berghoff=Iſing. (22056
Buchſchlag und Darmſtadt, 29. Nov. 1914.
Die Beiſetzung findet in der Stille ſtatt.
Todes=Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt am
19. November in Frankreich unſer lieber, treuer
Sohn, Bruder, Neffe und Vetter
Dr. phil.
m 23. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Familie Gaſtwirt Wilh. Schneider.
Rieder=Ramſtadt, 30. November 1914.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Mein einziger, geliebter Sohn, unſer treuer
Bruder, Schwager, Neffe und Vetter
Benno Vogel
Unteroffizier beim Stabe der 5. Kav.=Biviſion
erlitt am 14. Auguſt auf dem Schlachtfelde den
Heldentod fürs Vaterland.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Mariane Bogel, geb. Bacharach,
Frau Recha Jſaak, geb. Bogel,
Dr. Leo Sſaak.
Darmſtadt, den 30. November 1914. (22035.
Nummer 331.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914,
Seite 7.
Hetersroth, nicht geſalln, ſondern vw.,; Musk. Kart
Schaller, Waldau, bisher vm., vw.; Musk. Stock,
nicht gefallen, ſondern vw.; U.=O. Ludwig Ullrich,
Hanau, bisher vm., vw.; Reſ. Heinrich Veith,
Ilben=
ſtadt, bisher vm., im Laz.; Gerr. d. Reſ. Paul Wolff,
Königſtein i. T., bisher vm., vw.: Reſ. Wehn, bisher
vm., vw.; Reſ. Weiherer, bisher vm., vw.; Reſ. Aug.
Weiß, Zell, bisher vm., vw.; Musk. Karl Friedrich,
Wafflitz, Oſterode, bisher vm., vw.; Musk. Heinr. Poth,
Roßdorf, Darmſtadt, bisher vm., im Lazarett.
Infanterie=Regiment Nr. 172, Neubreiſach
Zandvoorde vom 30. 10. bis 4. 11. 14.
2, Kompagnie: Reſ. Heinrich Kopf
Stein=
heim, Gießen, lv.; Reſ. Adam Hofmann, Mainz, vm.
Feldartillerie=Regiment Nr. 25, Darmſtadt.
Berichtigung früherer Angaben:
Kan. Johann Klippel, Wendelsheim, bisher vw.,
Lazarett Eitorf 7. 10. 14.
Feldartillerie=Regiment Nr. 61, Darmſtadt, Babenhauſen.
Geſtorben infolge Krankheit:
Kan. Wilhelm Bühler, † Kriegslaz. St. Quentin
23, 10., beerdigt daſelbſt.
Berichtigung früherer Angaben:
U.=O. Heinrich Engelbach, Neuſtadt, bisher vw.
† Lazarett St. Quentin 28. 10. 14.
Feldartillerie=Regiment Nr. 84, Straßburg i. E.,
Truppenübungsplatz Darmſtadt.
Onde=Karniſeick und Gheluwe vom 30. 10. bis 9. 11. 14.
I. Abteilung.
Leichte Munitionskolonne: Kan. Ludwig
Pfeiffer, Worms, lv.
II. Abteilung.
4. Batter ie: Kan. Frener, Darmſtadt, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 209, Stettin.
Gefechte im Weſten vom 30. 10. bis 5. 11.; Orte nicht
angegeben.
7. Kompagnie: Kriegsfreiw. Wilh. Schlereth,
Gießen, lv.
8. Kompagnie: Freiw. Heinr. Kling, Gießen,
leicht verwundet.
Reſerve=Feldartillerie=Regiment Nr. 51, Kaſſel.
Poel Capelle vom 21. 10. bis 3. 11. und Koekuit am 20.,
22., 23., 27., 29. und 31. 10. 14.
8. Batterie: Kan. Franz Schubert, Gadern,
Heppenheim, lv.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 9, Küſtrin.
2. Kompagnie: Off.=Stellv. Karl Stieber,
Gießen, ſchv.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 41, Mainz.
Bois de Mont Mare am 20. u. 26. Okt., Bois de Prétre
am 3. u. Croix des Carmes am 4. Nov.
1. Kompagnie: Reſ. Karl Phil. Miauß, Nieder=
Wallmenach, gef.; Wehrm. Friedr. Gückinger,
Lud=
wigshafen, lv.; Wehrm. Peter Mattmann, Finthen,
gef.; Wehrm. Karl Baroli, Weiſenau, gef.
2. Kompagnie: U.=O. Joh. Vogt Gonſenheim,
lv.; Gefr. Wilh. Baier, Frankfurt a. M., lv.; Gren.
David Bauer, Düſſeldorf, lv.
4. Kompagnie: Musk. Pet. Appel, Rinderbügen,
gef., beerdigt Friedhof Vilcey; Musk. Heinr. Münch,
Retzweiler, lv.; Musk. Joh. Nauth, Ebersheim, lv.;
Kriegsfreiw. Friedr. Steiner, Weinsheim, ſchv.
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Erbitterte Feinde des Menſchen ſind die in
ihrer verderblichen Wirkſamkeit von der Wiſſenſchaft
immer mehr beleuchteten Bakterien, die in unermeßlichen
Scharen jeden Augenblick unſer Daſein umlauern. Oft
bringt es jedoch der Beruf mit ſich, daß man ſich bei
aller Vorſicht eine Verletzung zuzieht und da iſt es denn
ein Gebot der Selbſterhaltung, für ſchleunige Beſeitigung
der Wunde zu ſorgen. Hierbei iſt es von Wert, ſofort
ein geeignetes Heilmittel an der Hand zu haben und als
ſolches iſt wegen ihrer vorzüglichen Eigenſchaften die
alt=
bewährte Rino=Salbe ſehr zu empfehlen. Rino=Salbe
heilt alte Geſchwüre, Abſzeſſe, ſowie Wunden und
Haut=
verletzungen und hat dabei, weil völlig frei von
ſchäd=
lichen Beſtandteilen,, keinerlei ſchädliche Nebenwirkungen.
Man erhält Rino=Salbe in den Apotheken, achte aber
auf die Originalpackung weiß=grünerot und Firma
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Mittel, den Kräfteverbrauch raſch und ſicher
wettzu=
machen. Es iſt daher für die Pfleglinge unſerer
Kriegslazarette zur Wiedererlangung, für die Krieger
draußen im Felde zur Erhaltung ihrer Geſundheit und
Widerſtandskraft von gleich großer Bedeutung. In
wiſſenſchaftlichen Abhandlungen und brieflichen
Gut=
achten von 21000 Aerzten wird anerkannt, daß
Sana=
togen dem erſchöpften Organismus diejenigen Stoffe
zuführt, deren er zur völligen Neubelebung, zur Hebung
aller ſeiner Kräfte und Leiſtungen bedarf. Wir
ver=
weiſen ausdrücklich auf den der heutigen Nummer
bei=
iegenden Proſpekt der Sanatogenwerke Bauer & Cie.,
Berlin SW 48, womit auch eine Gratisprobe des
be=
währten Mittels ſowie belehrende Broſchüren
an=
geboten werden.
(X,22007
Familiennachrichten.
Am 17. November erlitt den
Heldentod fürs Vaterland unſer
lieber, hoffnungsvoller,
unvergeß=
licher Sohn, Bruder, Schwager,
Onkel, Vetter und Neffe
Lehramts=Aſſeſſor
Adam Ehrhard
Leiter der höh. Bürgerſchule Beerfelden
infolge der am 8. ds. Mts., am Abend ſeines
32. Geburtstages, erhaltenen ſchweren
Ver=
wundung im Kriegslazarett in Belgien.
Dies zeigen tieftrauernd an:
Familie Wilh. Ehrhard, Gr.
Miniſterial=
kanzleidiener.
Familie K. Hainbuch, Gr. Gendarmerie=
Wachtmeiſter.
Familie W. Ehrhard, Bankbeamter.
Fritz Ehrhard, Bankbeamter.
(22012
Darmſtadt, Michelſtadt, 30. November 1914
Auf dem Felde der Ehre fand den
Helden=
tod fürs Vaterland unſer verehrter Chef
Herr Benno Vogel
Inhaber der Firma Himon Bogel,
Kolonialwaren im Großen.
Wir verlieren in dem Dahingeſchiedenen nicht
nur einen uns ſtets wohlwollenden Prinzipal,
ſondern auch einen aufrichtigen, treuen Freund.
Ein ehrendes Gedenken iſt ihm bei uns
allen geſichert.
Das Perſonal
der Firma Zimon Bogel.
Darmſtadt, den 30. November 1914. (22034
Dankſagung.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Heimgang meines lieben Gatten, unſeres
treubeſorgten Vaters, Bruders, Schwagers, Onkels,
Schwiegervaters und Großvaters
Herrn Ankon Haag
Städtiſcher Vorarbeiter
ſagen wir allen, insbeſondere dem Herrn
Pfarr=
verwalter Storck für ſeine tiefergreifende, zu Herzen
gehende Grabrede, ferner ſeinen Herren Vorgeſetzten,
dem Kameradſchaftlichen Kriegerverein, dem Verein
ſtädtiſcher Arbeiter und Bedienſteter, den
Vor=
arbeitern und Arbeitern der ſtädt.
Straßenreinig=
ung, ſowie für die zahlreichen Kranzſpenden, unſern
innigſten Dank.
(*10449
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Kath. Haag Wwe.
Darmſtadt, den 30. November 1914.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914.
Nummer 331.
Todes=Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten mache ich
die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau,
unſere gute Mutter
Margarethe Dietz
geb. Vierheller
nach kurzem, aber ſchwerem Leiden ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friedrich Dietz,
nebſt Kindern.
Darmſtadt, den 30. November 1914. (*10501
Die Beerdigung findet Mittwoch, 2. Dezember,
nachm. ½3 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofs aus ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß mein
innigſtgeliebter Gatte, unſer lieber Vater,
Schwiegervater und Großvater
(22047
Wilhelm Scholderer
Hofgartenarbeiter
am Montag, den 30. Nov., früh ¾5 Uhr, im
70. Lebensjahre ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Ottilie Scholderer, geb. Werkamm.
Darmſtadt, Mainz, 30. November 1914.
Die Beerdigung findet Mittwoch, 2. Dezember,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe,
Pallas=
wieſenſtr. 27, aus auf dem Beſſunger Friedhofſtatt.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute verſchied nach kurzem
Kranken=
lager unſere liebe unvergeßliche Tante,
Großtante und Schwägerin
Fräulein
emttte Dberr
im 71. Lebensjahre.
Die Einäſcherung findet dem Wunſche
der teueren Verſtorbenen nach in Mainz
in aller Stille ſtatt.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Wiesbaden (Jahnſtr. 30), Darmſtadt,
Mainz, Mannheim, Frankfurt a. M.,
28. November 1914.
(Fr22014
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen unerſetzlichen
Verluſte ſagen innigen Dank
(B22049
Im Namen der tieftrauernd Hinterbliebenen:
Eliſabeth Mohr, geb. Hühnergarth,
Familie Joh. Mohr, Schmiedemeiſter.
Nachruf.
In treuer Pflichterfüllung erlitt am 23.
Ok=
tober bei einem Sturmangriff den Heldentod
fürs Vaterland unſer unvergeßliches Mitglied
Heinrich Schwarz
Wehrmann im Landwehr-Inf.-Regt. 116
(22048
im 34. Lebensjahre.
Sein offenes, aufrichtiges Weſen ſichert
ihm ſtets ein bleibendes Andenken.
Darmſtadt, den 30. November 1914.
Der Vorſtand des
Vereins Büchter edler Kanarien.
Tageskalender.
Dienstag, 1. Dezember.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende gegen
10 Uhr (Sondervorſtellung für die Garniſon): „
Huſaren=
fieber”
Vaterländiſcher Abend von Profeſſor Salzer um
8 Uhr im „Kaiſerſaal”
Konzert im Café „Metropole‟
Ver eiserungskalender.
Mittwoch, 2. Dezembet.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
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19.
20.
21.
22
23
24.
26
26.
27.
15.
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Nr. 182.
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Mnnennuen
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich empfehle Ihnen, die Aufſtellung der Rekrutierungsſtammrollen für 1915
umgehend vorzunehmen, ſodaß dieſelbe bis 1. Dezember 1fd. Js. erfolgt iſt und die
Einſendung unſehlbar bis zum 10. Dezember lfd. Is ſtattfinden kann. Dabei verweiſe
ich Sie auf die genaueſte Beachtung der ergangenen Beſtimmungen, namentlich des 8 46
der Wehrordnung vom 22. November 1888 (Reg.=Blatt Nr. 68 von 1901), umſomehr,
als alle nicht vorſchriftsmäßig aufgeſtellten Stammrollen zur Berichtigung und event.
vollſtändigen Umarbeitung, bzw. Neuaufſtellung zurückgegeben werden müßten.
Im weiteren wollen Sie für ſofortige ortsübliche Bekanntmachung der
Auf=
forderung Sorge tragen, daß in der Zeit vom 1. bis 8. Dezember lfd. Js. nicht
allein die Militärpflichtigen des Jahrgangs 1915 (die im Jahre 1895
Ge=
borenen), ſondern auch diejenigen der Jahrgäuge 1914 und 1913 (die im Jahre
1894 und 1893 Geborenen), ſowie üverhaupt alle Miltärpflichtigen, welche eine
endgültige Entſcheidung über ihre Dienſtpflicht durch die Erſatzbehörden noch nicht
erhalten haben, ſich bei der Bürgermeiſterei desienigen Orts zur Stammrolle anmelden
müſſen, an welchem ſie ihren dauernden Aufenthalt haben. Auf dieſe letztere
Beſtimmung des §25, 2 der W.=O. wird um ſo nachdrücklicher hingewieſen, as es
ſchon häufig vorgekommen iſt, daß Militärpflichtige aus anderen Kreiſen des
Groß=
herzogtums, obgleich ſie im diesſeitigen Bezirk ihren dauernden Aufenthaſt nicht hatten,
nur aus dem Grunde in die Stammrollen des Kreiſes eingetragen worden waren,
weil ſie ſich hier zu ſtellen wünſchten. Dies iſt nicht ſtatthaft. Sie wollen daher
An=
trägen, welche in dieſer Beziehung an Sie geſtellt werden ſollten, unter keiner Bedingung
ſtattgeben, die betreffenden Militärpflichtigen, bzw. deren Angehörige, vielmehr auf
die beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen verweiſen, ſowie darauf aufmerkſam machen,
daß Leute, welche im diesſeitigen Kreiſe nach den geltenden Beſtimmungen nicht
geſtellungspflichtig ſind und ſich dennoch hier zur Muſterung ſtellen wollen, zu
der=
ſelben nicht zugelaſſen werden würden und ſich die daraus dann entſtehenden Nachteile
ſelbſt zuzuſchreiben hätten.
Ebenſo iſt es unter keinen Umſtänden angängig, daß umgekehrt Militärpflichtige,
welche in Gemeinden des diesſeitigen Kreiſes dauernden Aufenthalt haben, die
An=
meldungen deshalb unterlaſſen, weil ſie ſich in ihren reſp. Heimatsgemeinden melden
wollen oder gemeldet haben, um ſich demnächſt in ihrem Heimatsbezirk zur Muſterung
ſtellen zu können. In Fällen dieſer Art, welche Ihnen bekannt werden, ſind die
Betreffenden von Ihnen zur Meldung anzuhalten. Außerdem iſt eine von ſolchen
Militärpflichtigen ſpäterhin, vor Beginn der Muſterung, beabſichtigte Abmeldung nur
dann entgegenzunehmen wenn Sie ſich die Uieberzeugung verſchaft haben, daß
die=
ſelben tatſächlich außer Arbeit getreten ſind und den Ort verlaſſen werden.
Insbeſondere aber wäre darauf zu achten, daß
I. die Entgegennahme der Anmeldung zur Stammrolle ſeitens der nicht am Orte
der Anmeldung geborenen Militärpflichtigen ſtets abhängig zu machen iſt:
a) bei den Militärpflichtigen des jüngſten Jahrgangs (hier 1914) von Vorlage
eines Geburtsſcheins (Auszug aus dem Zivilſtandregiſter), Taufſcheine,
Heimatſcheine, Abmeldebeſcheinigungen, Arbeitsbücher, ſowie anderweite,
wenn auch von Amtsſtellen ausgefertigte Beſcheinigungen oder Mitteilungen
genügen nicht:
b) hei den militärpflichtigen der älteren Jahrgänge (hier 1913, 1912 und event
früher) von Vorlage des Loſungsſcheines;
II. genaues Augenmerk auf die Rechtſchreibung der Namen der Militärpflichtigen
zu richten iſt, ſowie auch darauf, daß der Geburtsort richtig bezeichnet, und
der in Betracht kommende Verwaltungsbezirk (Kreis, Amtshauptmannſchaft,
Oberamt Bezirksamt uſw.) zutreffend angegeben wird; bei mehreren Bornamen
iſt der Rufname zu unterſtreichen;
III. a) der hauptſächliche oder alleinige Beruf ſoweit angängig, genau zu
be=
zeichnen iſt, z. B. Bäckergeſelle, Zigarrenarbeiter, Handlungsreiſender uſw.;
b) bei Arbeitern und Taglöhnern derjenige Arbeits= oder Geſchäftszweig
anzugeben iſt. in weichem dieſelben nändig oder meiſtens arbeiten ob in
Landwirtſchaft, bei Forſt=, Garten=, Bau=, Eiſenbahn=, Chauſſee=, Hafen=,
Kanalarbeiten uſw.);
c) derjenige Beruf einzutragen iſt, welcher ſeit Verlaſſen der Schule die
längſte Zeit hindurch ausgeübt wurde:
d) ſpeziell in Hinſicht der Sattler, Schloſſer, Schmiede, Schneider, Schuhmacher,
Wagner und Zimmerleute feſtzuſtellen wäre, ob dieſelben dieſes Gewerbe
ordnungsmäßig gelernt haben, ſowie jetzt noch betreiben:
e) bei allen denjenigen, deren Beruf dies annehmen läßt, insbeſodere aber den
in der Landwirtſchaft tätigen Miltärpflichtigen durch Eintragung des
Vermerks „m. Pf.” (mit Pferden) oder „o. Pf.” (ohne Pferde) in Spalte 8
erſichtlich zu machen iſt, ob dieſelben mit Pferden umzugehen verſtehen
oder nicht;
IV. bei den Namen derienigen Militärpflichtigen, von welchen ſich ein Bruder im
aktiven Dienſt befindet oder ein ſolcher ſich gleichfalls bei der Muſterung
hier oder auswärts zu geſtellen hat, ein entſprechender Vermerk zu machen
iſt. Die Militärpflichtigen würden daher bei Anmeldung zu der Stammrolle
in dieſer Hinſicht zu befragen ſein;
V. bei den Namen derjenigen Militärpflichtigen, welche ſchon gerichtliche Strafen
erhalten haben, dieſe unter Angabe des betreffenden Gerichts und Datum des
Urteils einzutragen ſind, auch anzugeben iſt, ob die Strafe verbüßt iſt.
Indem ich Ihnen ſchließlich noch empfehle, bei der von Ihnen zu erlaſſenden
Aufforderung wegen Anmeldung zur Stammrolle zugleich auf die Strafen aufmerkſam
zu machen, welche nach § 25, 11 d. W.=O. denjenigen treffen, welcher die vorgeſchriebene
Meldung zur Stammrolle oder zur Berichtigung derſelben unterläßt, beauftrage ich
Sie, am Schluſſe der Stammrolle noch ausdrücklich zu beſcheinigen:
1. daß, bezw. wenn die Aufforderung, ſich zur Stammrolle anzumelden, erfolgt iſt,
2. daß die in derſelben eingetragenen, nicht im Orte geborenen Miltärpflichtigen
dort ihren dauernden Aufenthalt haben, bezw. in Arbeit ſtehen,
3. daß die in Ihren Gemeinden zuſtändigen, ſich jedoch daſelbſt nicht aufhaltenden
Miltärpflichtigen angewieſen worden ſind, ſich bei der Bürgermeiſterei ihres
Aufenthaltsortes zur Stammrolle anzumelden.
Da das Muſterungsgeſchäft bereits am 2. Januar k. Js. beginnt, ſehe
ich der Vorlage der Stammrolle bis ſpäteſtens 15. k. Mts. unfehlbar entgegen.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommifſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
21830ids)
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Unter Bezug auf meine Bekanntmachung vom Geſtrigen im Amtsverkündigungsblatt
fordere ich alle im Jahre 1895 geborenen und im Kreiſe Darmſtadt wohnhaften
jungen Leute auf ſich in der Zeit vom 1. bis 8. Dezember 1. Js. bei der
Bürger=
meiſterei ihres Wohnortes zur Stammrolle zu melden, ſoweit ie nicht bereits
freiwillig in das Heer eingetreten ſind. Dieſenigen, die nicht an dem Orte, in dem
ſie wohnen, geboren ſind, haben bei der Meldung Geburtsſchein vorzulegen;
der=
ſelbe wird von dem Standesamte des Geburtsortes unentgeltlich ausgefertigt, ſofern
bei der Anforderung der Zweck, zu dem der Schein erforderlich iſt, angegeben wird.
Die bereits freiwillig bei einem Truppenteil eingetretenen jungen Leute ſind
zwar zur Meldung nicht verpflichtet, gleichwohl erſuche ich aber die Eltern derſelben,
von dem freiwilligen Eintritt ihrer Söhne den ſtammrollenführenden Behörden
Mit=
teilung zu machen, da hierdurch nicht nur den Behörden die Aufſtellung der Liſte
erleichtert wird und Nachforſchungen ſpäterhin erſpart, ſondern auch Rückfragen bei
den Eltern und ſomit Beläſtigungen derſelben dadurch vermieden werden.
Ausdrück=
lich wird indeſſen bemerkt, daß nur ſolche Freiwillige in Betracht kommen, die im
Kreiſe Darmſtadt geboren ſind.
(21917sid
Darmſtadt, den 26. November 1914.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
An die Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Ich empfehle Ihnen die vorſtehende Bekanntmachung zur ſorgfältigſten
Be=
achtung. Selbſtverſtändlich ſind Mitteilungen der Eltern nur bezüglich ſolcher
Frei=
willigen entgegenzunehmen, die in Ihren Gemeinden geboren ſind=
Darmſtadt, den 26. November 1914.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks
Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung
betreffend Zahlungsverbot gegen Rußland vom 19. November 1914.
Auf Grund des § 7 Abſatz 2 der Verordnung, betreffend Zahlungsverbot gegen
England, vom 30. September 1914 (Reichsgeſetzblatt Seite 421), wird folgendes beſtimmt:
Artikel 1.
Die Vorſchriften der Verordnung vom 30. September 1914 werden im Wege der
Vergeltung auch auf Rußland und Finnland für anwendbar erklärt.
Die Anwendung unterliegt folgenden Einſchränkungen:
1) Für die Frage, ob die Stundung gegen den Erwerber wirkt oder nicht (§ ₰
Abſatz 2 der Verordnung), kommt es ohne Rückſicht auf den Wohnſitz oder
Sitz des Erwerbers nur darauf an, ob der Erwerb nach dem Inkrafttreten
dieſer Bekanntmachung oder vorher ſtattgefunden hat.
2) Soweit in der Verordnung vom 30. September 1914 auf den Zeitpunkt ihres
Inkrafttretens verwieſen wird, tritt der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieſer
Bekanntmachung an die Stelle.
Artikel 2.
Dieſe Bekanntmachung tritt mit dem Tage der Verkündung, hinſichtlich der
Strafbeſtimmungen des § 6 der Verordnung vom 30. September 1914 jedoch erſt mit
dem 25. November 1914 in Kraft.
Berlin, den 19. November 1914.
Der Stellvertreter des Reichskauzlers.
Delbrück.
(22017
Kriegsminiſterinm.
Beſchlagnahmeverfügung.
1. Alle Häute von Großvieh,
die grün mindenens 10 ks,
falzfrei
9
trocken
4 „ wiegen, und zwar von
a) Bullen, das heißt unbeſchnittenen männlichen Tieren,
b) Otſen, das heißt beſchnitenen männlichen Tieren,
c) Kühen, das heißt Muttertieren, die gekalbt haben oder belegt ſind,
d) Rindern, das heißt allen nicht unter c) genannten weiblichen Tieren,
werden hierdurch für die Heeresverwaltung beſchlagnahmt. Die
Häute unterliegen einer Verfügungsbeſchränkung derart, daſt ſie nur
zu Kriegslieferungen verwendet werden dürfen.
2. Um dieſe Verwendung zu regeln, hat das Kriegsminiſterium eine Geſellſchaft
gegründet, die
Kriegsleder=Aktiengeſellſchaft,
mit dem Sitz in Berlin W. 8, Behrenſtraße 46, welche ausſchließlich gemeinnützige
Zwecke verfalgt und weder Dividende verteilt, noch das eingezahlte Kapital verzinſt.
Das Kriegsminiſterium das Reichsmarineamt, das Reichsamt des Innern und das
Königlich Preußiſche Miniſterium für Handel und Gewerbe ſind im Aufſichtsrat
dieſer Geſelſchaft vertreten.
Der Kriegsleder=Aktiengeſellſchaft angegliedert iſt eine
Verteilungskommiſſion,
die nach einem von Zeit zu Zeit neu aufzuſtellenden und iedesmal vom
Kriegs=
miniſterium zu genehmigenden Verteilungsſchlüſſel die Häute allen Gerbereien
Deutſch=
lands, welche zu Kriegslieferungen verpflichtet worden ſind oder noch verpflichtet
werden, zuzuweiſen hat.
3. Die Häuteverwertungsverbände und die ihnen angeſchloſſenen Vereinigungen
haben ſich dem Kriegsminiſterium gegenüber verpflichtet, die Häute zu feſten Preiſen
und Bedingungen der Kriegsleder=Aktiengeſellſchaft durch Vermittlung einer vom
Kriegsminiſterium gegründeten gemeinnützinen Gefellſchaft, der
Deutſchen Rohhaut=Geſellſchaft m. b. H.,
zuzuführen. In ähnlicher Weiſe ſind bisher mehrere Großhändler, deren Namen noch in
den Fachzeitungen bekannt gegeben werden, vom Kriegsminiſterium verpflichtet worden.
Kriegslieferungen im Sinne dieſer Verfügung, alſo erlaubte Lieferungen,
ſind daher bis auf weiteres ausſchließtlich folgende Lieſerungen:
a) Die Lieferungen vom Schlächter bis in die Verſteigerungsläger der
Häute=
verwertungsgemeinſchaften oder Innungen in derſelben Weiſe wie bisher:
b) die Lieferungen vom Schlächter an Kleinhändler (Sammler), ſoweit der
Schlächter denſelben Perſonen oder Firmen vor dem 1. Auguſt 1914 auch
ſchon derartige Häute geliefert hat;
c) die Lieferungen von dem Kleinhändler (Sammler) an die zugelaſſenen
Großhändler;
d) die durch Vermittlung der Deutſchen Rohhaut=Geſellſchaft m. b. H. und der
zugelaſſnen Großhändier erfolgenden Lieſerungen an die Kriegsleder=
Aktiengeſellſchaft:
e) die Lieferungen von der Kriegsleder=Aktiengeſellſchaft an die Gerbereien.
Jede andere Art Lieferung, ſowie überhaupt jede andere Art von Veräußerung
iſt verboten.
4. Behandlung des inländiſchen Gefälles. Das von der Beſchlagnahme
betroffene Gefälle iſt in der bisherigen Weiſe ſorgfältig abzuſchlachten; das Gewicht
der Haut iſt ſogleich nach dem Erkalten feſtzuſtellen und in unverlöſchlicher Schrift
G. B. auf einer Blechmarke oder durch Stempeldruch richtig zu vermerken; außzerdem
iſt die Haut unverzüglich ſorgfältig zu ſalzen.
5. Vorräte inländiſchen Gefälles der unter 1. gekennzeichneten Art, die nicht
bei Häuteverwertungsgemeinſchaften (3). lagern, ſind gut zu konſervieren und, ſofern
ſie mehr als 100 Haut betragen ſofort der Kriegsleder=Aktiengeſellſchaft, Berlin W. 8,
Behrenſtraße 46, anzumelden. Vordrucke können von dort bezogen werden.
6. Vorräte ausländiſchen Gefälles. Beſitzer von Vorräten ausländiſcher,
von Tieren der Gruppen a) bis e) ſtammender Häute haben die Beſtände gut konſerviert
zu erhalten und überſichtlich zu lagern. Sie haben ferner eine genaue Lagerbuchführung
inzurichten und die bei ihnen lagernden eigenen und fremden Beſtände ferner ihre
eigenen bei Spediteuren oder öffentlichen Lagerhäuſern lagernden Beſtände jeweils
bis zum 5. jeden Monats nach dem Stande vom 1. desſelben Monats der Kriegsleder=
Aktiengeſellſchaft, Berlin W. 8, Behrenſtraße 46, in überſichtlicher Aufſtellung zu melden.
Vordrucke können von dort bezogen werden.)
Berlin, den 22. November 1914.
Der ſtellvertretende Kriegsminiſter
von Wandel.
Vorſtehende Bekanntmachung wird mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis
gebracht, daß Zuwiderhandlungen, ſoweit nicht nach allgemeinen Geſetzen höhere
Strafen verwirkt ſind, nach § 9 des Geſetzes über den Belagerungszuſtand vom
4. Juni 1851, mit Gefängnis bis zu einem Jahre beſtraft werden.
Darmſtadt, den 27. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Starck.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß von Großh.
Proviant=
amt Darmſtadt Heu und Roggenſtroh (Flegel=, Maſchinenglatt= und Preßlangſtroh)
angekauft wird.
(22019id
Darmſtadt, den 28. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Das ſtellvertretende Generalkommando 18. Armee=Korps hat unterm 17.
No=
vember das Auslegen von Tageszeitungen und Witzblättern des feindlichen
Aus=
landes an den dem Publikum allgemein zugänglichen Orten (Wriſchaſten,
Gaſt=
häuſern, Kurhäuſern, Warteſälen Zeitungsverkaufsſtellen uſw.) mit Wirkung vom
1 Dezember unterſagt. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem
Jahre beſtraft. Der Privatbezug ausländiſcher Zeitungen wird hierdurch nicht berührt.
Darmſtadt, den 30. November 1914.
(22015
Großherzogliches Kreisamt Darmſtabt.
J. V.: von Starck.
In ie einem Gehöſt der Gemeinden Langen und Klein=Steinheim iſt die Maul=
(22016
und Klauenſeuche ausgebrochen. Gehöftſperre iſt angeordnet.
Nummer 182.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Dienstag, den 1. Dezember 1914.
Bekanntmachung.
Am 2. und 3. k. Mts., jedesmal von 11 Uhr vormittags
bis 5 Uhr nachmittags, wird auf dem Truppenübungsplatz mit Infanterie=
Munition ſcharf geſchofen werden. Die Abſperrung erſtreit ſich bis zum Land
graben.
Darmſtadt, den 30. November 1914.
(22020
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Unter den Pferden des Zentral=Pferde=Depots VI, hier,
unter=
gebracht in der Kaſerne des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23, iſt
die Bruſt= und Rotlaufſeuche ausgebrochen.
(22036
Darmſtadt, den 28. November 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Schulgeld-Mahnung.
Das Ende November d. Js. fällig geweſene
Schul=
geld für das Gr. Realgymnaſium und deſſen
Vor=
ſchule, die Gr. Oberrealſchulen, die Vorſchule
der Gr. Gymnaſien, die Viktoriaſchule und das
Lehrerinnenſeminar, die Eleonorenſchule und
Frauenſchule und die Mittelſchulen für das
IV. Kalendervierteljahr 1914 iſt bis zum 10.
De=
zember 1914 hierher zu bezahlen. Erfolgt dies nicht,
dann wird das koſtenpflichtige
Zwangsvollſtreckungs=
verfahren eingeleitet und es werden vom 11.
De=
zember ab Pfandkoſten erhoben.
Dieſe öffentliche Mahnung tritt mit Genehmigung
Großh. Miniſteriums des Innern für die Dauer der
Kriegszeit an Stelle der ſeitherigen Zettelmahnung.
Darmſtadt, den 30. November 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
22024a
Mahnung der Gemeinbeſtener.
Das Ende November ds. Js. fällig geweſene IV. Ziel
der Gemeindeſteuer für 1914 iſt bis zum 10. Dezember
Ifd. Js. hierher zu bezahlen. Geſchieht dies nicht, dann
wird das koſtenpflichtige Zwangsvollſtreckungsverfahren
eingeleitet und es werden vom 11. Dezember ab
Pfand=
koſten erhoben.
Dieſe öffentliche Mahnung tritt mit Genehmigung
Großherzoglichen Miniſteriums des Innern für die Dauer
der Kriegszeit an Stelle der ſeitherigen Zettelmahnung.
Darmſtadt, den 30. November 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
(22023a
Städtiſches Zeihamt Darmſtadt.
Betreffend: Ernenerung der Verſatzzeit von Pfändern.
Die Verſatzzeit der ſchon zweimal erneuerten Pfänder Nr. 26019
bis 37918 (altes weißes Pfandſchein=Formular), ſowie
der in der Zeit vom 1. Mai bis 31. Auguſt 1913 verſetzten
Pfänder Nr. 2830 bis 10363 (blaues Pfandſchein=
For=
mular), ferner
der in der Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 1913
ver=
ſetzten Pfänder Nr. 10364 bis 18786 (gelbes Pfandſchein=
Formular)
iſt jetzt noch zu erneuern.
Wir fordern die Pfandſchuldner zur Erneuerung der
Verſatz=
zeit mit dem Bemerken auf, daß nach Ablauf der betr. Verfalltage
die verfallenen Pfänder nur noch ausgelöſt werden können.
Darmſtadt, den 1. November 1914.
(20794a
Die ſtädtiſche Leihamtsverwaltung.
Paul.
Zwangsverſteigerung.
Das nachſtehend bezeichnete Grundſtück, das zur Zeit der
Ein=
tragung des Verſteigerungsvermerks auf den Namen der a) Landau,
Ludwig, Metzgermeiſter, b) Landau, Sophie, geb. Scheuer, deſſen
Ehefrau, Geſamtgut der durch Konkurs des Ehemannes beendigten
Errungenſchaftsgemeinſchaft vor der Auseinanderſetzung im Grundbuch
eingetragen war, ſoll
Mittwoch, den 20. Januar 1915,
vormittags 10 Uhr.
durch das unterzeichnete Gericht im neuen Gerichtsgebäude zu
Darmſtadt, 1. Stock, Zimmer Nr. 226, verſteigert werden.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangsvollſtreckung.
Der Verſteigerungsvermerk iſt am 31. Juli 1914 in das
Grund=
buch eingetragen worden.
Inſoweit Rechte zur Zeit der Eintragung des
Verſteigerungs=
vermerks aus dem Grundbuche nicht erſichtlich waren, ſind ſie ſpäteſtens
im Verſteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von
Geboten bei dem unterzeichneten Gericht anzumelden und, wenn der
Gläubiger widerſpricht, glaubhaft zu machen, widrigenfalls ſie bei
der Feſtſtellung des geringſten Gebots nicht berückſichtigt und bei der
Verteilung des Verſteigerungserlöſes dem Anſpruche des Gläubigers
und den übrigen Rechten nachgeſetzt werden.
Diejenigen, welche ein der Verſteigerung entgegenſtehendes Recht
haben, werden aufgefordert, vor der Erteilung des Zuſchlags die
Aufhebung oder einſtweilige Einſtellung des Verfahrens herbeizuführen,
widrigenfalls für das Recht der Verſteigerungserlös an die Stelle
des verſteigerten Gegenſtandes tritt.
Darmſtadt, den 12. November 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Bezeichnung des Grundſtücks.
Grundbuch für Gemarkung Darmſtadt Bez. II Blatt 637:
Flur II Nr. 1313, 505 qm Hofreite, Liebfrauenſtraße Nr. 49.
Betrag der Schätzung 16000 Mark.
(22022a
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 2. Dezember 1914, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Büfett, 1 Plüſchgarnitur (1 Sofa und 3 Seffel),
1 Ausziehtiſch. 1 Schränkchen, 1 Vorplatzgeſtell, 1
Da=
menſchreibtiſch, 1 Lüſter, mehrere Bilder, 1 Badewanne,
1 ovalen Tiſch, 1 Nähtiſch, verſchiedenes Porzellan,
1 Kleiderſchrank, 1 Spiegel, 1 Regulator, 1 Eisſchrank,
1 Kanapee, 1 komplettes Kloſett mit Waſſerſpülung,
1 Kloſettkörper, 1 kl. Partie Zigaretten, 1 Uhrkette,
1 Collier, 1 Buſennadel u. a. m.
Verſteigerung vorausſichtlich beſtimmt.
Kapp, Gerichtsvollzieher
033)
zu Darmſtadt.
Brennholz=Verkauf.
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(*10492
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Heu und Roggenſlroh) und Preßlangſtroh kauft
S.22005)
Proviantamt Darmſtadt.
Handelskammerwahlen.
Für den Kreis Darmſtadt finden die Handelskammerwahlen
im Sitzungszimmer der Großh. Handelskammer, Rheinſtraße 9, an
folgenden Tagen ſtatt:
für die Erwerbsgruppe Großhandel,
für welche 2 Mitglieder (Ergänzungs= und Neuwahl) zu wählen ſind,
am Freitag, den 4. Dezember, vormittags 10—12 Uhr,
für die Erwerbsgruppe Induſtrie,
für welche 3 Mitglieder (Ergänzungswahlen und Erſatzwahl) zu
wählen ſind,
am Samstag, den 5. Dezember, vormittags 10—12 Uhr.
Die Vertretung des Wahlberechtigten kann nur durch einen
für ihn im Handelsregiſter eingetragenen Prokuriſten, oder wenn
ein ſolcher nicht vorhanden iſt, durch einen volljährigen kaufmänniſchen
oder techniſchen Angeſtellten ſeines Geſchäftes erfolgen; der Angeſtellte
bedarf dazu ſchriftlicher Vollmacht.
(22050
Die Großh. Handelskammer.
Der Syndikus:
Der Vorſitzende:
Dr. Human.
C. Parcus.
(22021.
zu 10 und 5 Pfennigen
in Bogen zu 100, in Heftchen zu 20 Stück
ſind kommiſſionsweiſe zu beziehen durch die
Bank für Handel und Indnſtrie.
In kleineern Mengen gegen bar
im Bureau Neckarſtraße 8 I.
Plakate zum Aushängen koſtenlos.
Ernst-Ludwig-Heilanstalt
(Dr. Lossen’s Klinik)
Tel. 453 Darmstadt — Steinstrasse 21/23. Tel. 453
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Schwedische Heilgymnastik. Lichtheilanstalt. Medizinische Bäder
aller Art. Massage. Röntgenphotographie (Idealapparat),
Röntgen-
behandlung. Orthopädie. Elektrotherapie (Thermopenetration).
Künstliche Höhensonne. Radium-Emanatorium.
Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. In der Klinik.
können Kranke Aufnahme finden, die von den Aerzten der Stadt
oder den Anstaltsärzten behandelt werden.
(3145a
In der Anstalt sind 2 Aerzte tätig.
Prospekte auf Verlangen.
Die Ernst-Ludwig-Heilanstalt
(Dr Lossen’s Klinik)
Uebermorgen Ziehung
Wenhalrte Geld Lotterfe
Hauptgewinn: 75000 Mk. (K,21942
noch zu
Lose à Mk. 3.30
haben bei
ehristlan Kammann,
Wilhelminenstr. 9, nächst der Rheinstrasse.
15 Arbettspferde,
darunter Raſſepferde u. 2 Ponys,
ſtehen zum Verkauf.
10426
Liebfrauenstrasse 49
LARDAU, - Telephon 2077.
Hausfrauenempfehle Graubirnen,
Flaſchenbirn. u. Kochäpfel ſehr bill.,
einige Fuhr. la. Induſtr.=Kartoffel.
Arnold, Mollerſtr. 36. (*10456
Fräulein ſucht guten Privat
Mittagstiſch im Zentrum de
Stadt. Angeb. mit Preis u. J 6
an die Geſchäftsſtelle. (*1044s
Nummer 381.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914.
Seite 13.
St. Gotthard.
Eine Geſchichte aus vergangener Zeit.
Von Ernſt Zahn,
(Nachdruck verbolen.)
Auf den Granitplatten vor dem Hauſe hatten vier
Träger eine Art Bahre niedergelaſſen. Ueber dieſe war
der Mönch gebeugt, als der Urner in die Türe trat. In
ſcheuer Andacht, als erwarteten ſie einen Zauber zu ſehen,
ſtanden die vier Männer um den Arzt. Nach einer
Weile richtete ſich der Pater auf. Der Urner ſah ein
Mädchen auf der Bahre liegen, abgezehrten Leibes, mit
eingeſunkenen Wangen, auf denen heiße Fieberroſen
blühten.
Ihr kommt von Faido? wandte ſich der Mönch
an die Träger.
Einer der Männer, ein weißhaariger Alter, der mit
ängſtlicher Spannung auf des Arztes Entſcheid über ſeine
Kranke wartete, beſtätigte die Frage.
Wir ſind die Nacht gewandert, Herr, berichtete er.
Und zitternd fügte er hinzu: Wollet Ihr helfen?“
Das Kind iſt Eure Enkelin? forſchte der Mönch
weiter.
Ja, Herr! Sie und ich ſind allein. Sie iſt die
Freude des Dorfes geweſen, bis im Frühjahre die
Krankheit an ſie kam. Darum ſind dieſe — er wies auf
die Genoſſen — mit mir gezogen.
* Wollet Ihr helfen? wiederholte er dringender.
Der Pater winkte, daß ſie die Bahre nach einer
Stelle trugen, wo das frühe Gold, aus Oſten über
ſchnee=
ige Zacken quellend, warm und voll Glanz auf ſteinigem
Boden ſpielte. Dort wies er auf das leiſe ſich färbende
Antlitz des vor Ermattung ſchlummernden Mädchens.
Luft und Licht müßt Ihr der Kranken geben und
mit ihr von euerm Orte weiter ſüdwärts gehen, als
Ihr geſtern und heute gegen Norden gezogen ſeid! Seid
Ihr frei, zu hauſen, wo Ihr wollt?
Der Alte fuhr ſich durch das bleiche Haar und gab
Beſcheid.
Ich habe viele Jahre gearbeitet. Nun darf ich ruhen,
wenn ich will. Ich muß nicht ſorgen!
So wendet Euch mit dem Mädchen zum langen See,
ſucht einen ſtillen Ort, den die Winde meiden und — ſo
Gott will — wird ſie Euch wieder geſund
Der welſche Bauer war enttäuſcht
Und Ihr gebt ihr nichts? fragte er.
Mein Rat iſt mein Mittel, antwortete der Mönch.
Der andere faßte ſeine Rechte.
Legt Eure Hand dem Kinde auf die Stirn, Herr! Ich
flehe Euch an! Euer Griff iſt heilig und macht ſie geſund.
Unwillig befreite ſich der Pater von dem Dränger.
Narr, was redeſt Du? Ich bin ein Menſch wie Du!
Damit verließ er wie in Ungeduld die Gruppe und
ſchritt nach dem Hauſe.
Kurz darauf holte Tonio die Welſchen mit ihrer
Kran=
ken dorthin, daß ſie ſich erquickten, ehe ſie den Rückweg
antraten.
Herr Matthias ſuchte indeſſen und fand den Mönch
in einem kleinen Raum, welchen dieſer allein bewohnte.
Der ſeiner Würde bewußte Schreiber hatte die Türe ohne
weiteres geöffnet und trat ein, als er ſeinen Gaſtgeber
erblickte.
Pater Iſidor wandte ſich ab von dem vergitterten
Fenſter, an dem er geſtanden, und maß den Eindringling
mit einem Blick, der dieſen ſo aus der Faſſung brachte, daß
er eine ſpäte Entſchuldigung ſtammelte.
Ihr wolltet? fragte der Mönch.
Des Urners Blick irrte durch die Zelle. Rohe Bretter
liefen an den Wänden und trugen ſchwere Bücher und
Schriften. Ein Kaſten und eine Truhe verrieten ihren
Inhalt nicht. Dort mochten die Arzneien des Kapuziners
ruhen. So viel erhaſchte Herrn Matthias” Auge, ehe er
des andern Frage erwiderte.
Ich bin gekommen, Euch Dank zu ſagen für Obdach
und Aetzung und Abſchied zu nehmen, da ich talwärts zu
ſteigen gedenke. Vorher hätte ich noch eine Bitte an Euch,
hoher Arzneikundiger. Es iſt mir ſoeben ein Beweis
ge=
worden von dem Vertrauen, das die in Eure Kunſt hegen,
welche zu Euch kommen, und meine eigene Fidueia iſt
mächtig gewachſen.
Das, was Ihr Vertrauen nennt, das möchte mir mein
Wiſſen verleiden, ſagte der Pater. So iſt das Volk!
Ueber=
natürliches ſuchen ſie in mir und meſſen mir Kräfte bei,
die ich nicht habe noch mir andichten laſſen will.
Herr Matthias lächelte mit dünnen Lippen.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914.
Nummer 331
Das Volk will ſeine Götzen haben, die es anbetet
Ihr ſeid auf gutem Wege, frommer Vater, dieſer einer
zut werden!
Des Prieſters Auge ging ruhig über des Urners
ſpöt=
tiſche Züge.
Ihr irrt, Herr, ich laſſe mich nicht anbeten! — Doch
Ihr kamet um meinen Rat —
Der Schreiber kramte ſein weitläufiges Anliegen aus,
und der Mönch, nachdem er ihn ruhig angehört hatte,
ver=
ſprach ihm ein wohltuendes Tränklein für ſein krankes
Weib, das er bereithalten werde, wann Herr Matthias
auf ſeiner Rückreiſe abermals im Hoſpiz einkehre.
Eine halbe Stunde ſpäter zog der Landſchreiber mit
zwei Gefährten talabwärts. Vor ihm noch hatten die
übrigen Gäſte der Nacht die Berghöhe verlaſſen.
Für eine Stunde oder länger war das Schirmhaus
leer. Dann aber nahten andere Wanderer. Nicht wenige
kamen um Pater Iſidors Rat und Hilfe. Und des
Mön=
ches Tagewerk war ein Troſt= und Hilfeſpenden.
Darüber verſtrich der ſtrahlende Julitag. Auf der
Berghöhe wurde es ſtill, und das Hoſpiz lag in
dämmern=
den, faſt kalten Schatten. Es hatte zur heutigen Nacht
wenigen nur Herberge zu bieten, wenn nicht mit Einbruch
des Dunkels noch weitere Gäſte herauf ſich fanden.
Ueber den ſteinigen Pfad, der neben den toten Scen
hinlief, wandelte der Mönch, in Sinnen verſunken. In
der Tiefe des Waſſers, von dem die Sonne kaum die
Eis=
bande gelöſt hatte, brannte ein glühroter Widerſchein, der
Abglanz der Lohe, die noch auf den Steintürmen in der
Runde flammte. Der Schreitende genoß der erlöſchenden
Pracht. Aber die heimlichen, lichtzerſtörenden Schatten
wuchſen. Im Nordgeklüft brauten ſich weiße Nebelwolken
zurecht.
Dort, wo der ebene Pfad in plötzlichem Abfallen in
den Felſen verſchwand, tauchte die Geſtalt eines Hirten
auf. Faſt haſtigen Ganges erreichte er die Höhe. Nun
ſuchte ſein heller Blick das im Dämmern ſtehende Hoſpiz.
Er verhielt den Schritt und fuhr mit der gebräunten Hand
über die ſchweißnaſſe Stirn. Wie um die letzte Spur von
Anſtrengung zu verwinden, reckte er die ſchlanke, kräftige
Geſtalt. Aus dem braunen Hemde mit der über den Rücken
hängenden Kapuze ſchaute ein keckes, aſchblondes Haupt.
Das junge Geſicht zeigte grobe, offene Züge; über die
hellen Augen waren dunkle Brauen geſtrichen; auf der
Oberlippe keimte brauner Flaum. Felix, der Knecht des
Talvogts, war kein übler Geſelle, vielmehr geſchaffen,
Wei=
berköpfe zu verdrehen.
Der Hirt ſetzte ſeinen Eilweg fort. Dann ſah er vor
ſich den Mönch, welcher langſam, das dunkle Haupt auf
der Bruſt, gegen ihn heranſchritt. Beflügelten Fußes
über=
wand er den letzten Raum, der ihn von jenem trennte.
Der ſchaute erſt auf, als der Bote vor ihm ſtand. Dann
haftete ſein ruhiges Auge auf den jungen, erregten Zügen
mit ſo ſcharfem Blick, daß dem Hirten zu Mute war, als
brauche er nicht mehr zu reden und habe der andere jedes
zu ſprechende Wort ſchon aus ſeinem Geſichte geleſen.
Rede! ſagte aber der Mönch.
Und der Knecht, noch keuchend vom Lauf, gab Bericht:
Herr, Eure Mutter entbietet Euch Botſchaft, daß der
Tal=
vogt von Urſern zu Mittag geſtorben iſt!
Ein Staunen leuchtete blitzartig in des Paters Antlitz
auf. Wie ein Seufzen der Befreiung brach es von ihm.
Im nächſten Augenblick war die Wallung bezwungen.
Komm! gebot er dem Hirten, ohne eine einzige weitere
Frage zu tun.
Haſtig ſtrebten ſie dem Schirmhaus zu.
Erquicke Dich, mahnte dort der Pater den Knecht. Und
weiter befahl er:
Dann eile, haſte Deinen Weg zurück, wie Du
hierher=
ſtiegſt, Braver! Sage der Talvögtin, meiner Mutter, daß
ich noch dieſe Nacht bei ihr ſein werde!
Das kurze Lob, das in dem Gebote lag, haite dem
Blonden das Blut in heißer Freude zu Herzen getrieben.
Er ſtürzte einen Becher Weines, welchen Tonio ihm bet,
hinunter. Dann beugte er leuchtenden Blickes das nackte,
gebräunte Knie.
Herr, gebt mir Heimſegen!
Des Mönches weiße Hand legte ſich in ſein Blondhaar.
Sankt Gotthard walte über Deinem Niederſteig, ſagte
er leiſe.
Kaum, daß er geendet, eilte der Knecht davon.
Da rüſtete ſich Pater Iſidor zur Nachtfahrt nach
Ur=
ſern. Er rüſtete eilig, als ob es ihn innerlich dorthin
dränge.
Eine kurze Weile ſpäter ſchwebte ſeine Fackel über dem
Weg, wo dieſer, in Felſen ſich windend, verſchwand.
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Nummer 331.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. Dezember 1914,
Seite 15,
Darmstadt.
Drei Kriegs-Vortrade
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Herrn Dr. Johannes Müller aus Berlin
im Kaisersaal (Grafenstraße 18),
abends pünktlich 8¼ Uhr. —
Freitag, den 11. Dezember:
Der Krieg als Schicksal und als Erlebnis.
Montag, den 14. Dezember:
Der Krieg als Not und als Aufschwung.
Mittwoch, den 16. Dezember:
Der Krieg als Gericht und als Aufgabe.
Elntrittskarten: Sperrsitz zu M. 2.—, Numerierter Saal zu M. 1.—,
Saalkarten zu 50 Pf., Galerie zu 30 Pf. (im
Abosnement für die drei Vorträge M. 5.—, 2.50, 1.25 und 75 Pf.)
sind in der Hofbuchhandlung von Johs. Waitz, Elisabethenstr. 16,
sowie abends an der Kasse zu haben.
(22026
Der Reinertrag wird der Kriegsfürsorge der Stadt Darmstadt
und anderen kriegswohltätigen Zwecken überwiesen.
Verein für Verbreitung von Velkspildung.
Wegen Trauerfalls müſſen die beiden Vorträge
des Herrn Profeſſor Dr. Berghoff=Iſing am 3. und
10. Dezember bis auf Weiteres verſchoben werden.
Die ſchon gekauften Eintrittskarten behalten ihre Giltigkeit oder
können am Verkehrsbüro eingelöſt werden.
(22052
Der Vorſtand.
Großherzogliches Artillerie=Korgs.
vaterlandiſcher Deſtabeno
zum Beſten der im Felde ſtehenden Batterien
und Kolonnen des Großh. Artilleriekorps.
Jedermann kennt die Entbehrungen und Mühſale, die unſere
tapferen Kameraden, unſere treuen Brüder draußen vor dem Feinde
zu erdulden haben. Zu all dieſen Laſten hat ſich jetzt auch noch
ſtrenge Kälte hinzugeſeilt. Für manche weniger ſtarke Natur iſt der
harte Winter der größte Feind. Die Parole aber unſerer treuen
Waffenbrüder lautet: „Wir ertragen und leiſten alles, wenn auch der
letzte von uns untergehen ſollte!” — Mit Eiſen, Stahl und Feuer
zerſchmettern ſie die Reihen der ſtürmenden Feinde und deren
Unter=
ſchlupf. Wehe denen, die unſeren Geſchützmündungen zu nahe
kom=
men, ſie laufen ins ſichere Verderben.
So hat ſich denn auch unſere geſamte Artillerie die Sympathie
der ganzen Nation erworben. Sie bildet das Hauptbollwerk im
Feld= und Feſtungskrieg, ſie iſt mit Recht, wie unſere Soldaten
ſingen, „die Krone aller Waffen”.
Um ſo mehr iſt es denn auch die Pflicht der
Daheimgebliebe=
nen, die Dankbarkeit des geſamten Volkes zum werktätigen Ausdruck
zu bringen. Und dies kann nur geſchehen, wenn wir unſerer ſtolzen,
braven Armee genügend praktiſche Unterſtützungen zuwenden. Dies
iſt jetzt die vornehmſte patriotiſche Pflicht. Trotz vieler hochherziger
Spenden kann dem einzelnen immer noch nicht ſo gedient werden.
wie wir es gerne haben möchten. Deshalb ergeht nun in unſerer
Haupt= und Reſidenzſtadt an alle Artilleriefreunde und an diejenigen,
die mit dem Großherzoglichen Artilleriekorps in beſonderen
Be=
ziehungen ſtehen, ſowie an alle Vereine und Korporationen der
Auf=
ruf und die freundliche Einladung:
„Erſcheint am 9. Dezember I. Js., abends
8½ Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz
zu unſerer Vaterländiſchen Feier.‟
Preiſe der Plätze:
Reſervierter Platz (numeriert) .
Mk.
I. Platz
50
III. „ Galerie vordere Reihe
Galerie
60
Der Vorverkauf der Karten findet ſtatt: Im Verkehrsbureau,
auf der Wache des Regiments, Heidelbergerſtraße, in der
Muſi=
kalienhandlung von L. Schutter, Eliſabethenſtraße und im
Zigarren=
geſchäft von Hugo de Waal, Rheinſtraße, im übrigen an der
Abendkaſſe.
(22018
Das reichhaltige Programm gelangt vor der Feier im Saale
zur Ausgabe.
Weiteres ſiehe ſpäteres Inſerat.
Die Feſtleitung.
Heute:
Mareen Saizer Asend
I. Sperrsitz zu 3 Mk., II. Sperrsitz zu
Eintriftskarfen: 2 Mk., Saal zu 1 Mk., Vorsaal zu 75 Pfg.,
Galerie zu 1 Mk. und Schülerkarten zu 50 Pfg. sind im
Verkehrsbüro und abends an der Kasse zu haben.
Der gesamte Reinertrag des Abends wird
kriegswohltätigen Zwecken überwiesen.
(22013
Café Metropole
ab 1. Dezember
grosses patriotisches Konzert (*10457
des berühmten Damen-Blas- u. Streich-Orchesters „Germaulg‟.
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Rheinstr. 6 Tel. 173
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I. Abteilung: (*10487
Krieg
getraut
Patriotisches Lebensbild aus
unserer Zeit in 2 Akten
In der Hauptrolle
Mizi arler.
Großh. Hoftheater.
Dienstag, den 1. Dezember:
Außer Abonnement.
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Spielleiter: Bruno Harprecht.
Perſonen:
Frhr. v. Ellerbeeck,
Oberſt
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Waacknitz,
Ober=
leutnant . . K. Weſtermann
Hans von
Kehr=
berg, Leutnant . Kurt Ehrle
Dietz v.
Brenten=
dorpf, Leutnant Br. Harprecht
Orff, Leutnant . Frz. Schneider
Rhena, Leutnant Hans Wolf von
Wolzogen
Kern, Leutnant . Willy Weide
v. Tieffenſtein, Lt. Georg Syguda
Rammingen,
Fähnrich
Emil Kroczak
Krauſe, Wachtm. Frz. Herrmann
Kellermann,
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donnanz Paul Peterſen
Heinr. Lambrecht,
Fabrikbeſitzer . Hs. Baumeiſter
Klara, ſeine Frau Charlotte Pils
Roſe, i. Stieftocht. Käthe Gothe
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renholz, geborene
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Auguſt Nippes,
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Frau Bröckmann Agn. Wisthaler
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Weisse Taschentücher
gebrauchsfertig . . ½ Dtzd. 95 ₰
Weisse Taschentücher
hübsche Karton-Verpackung
. ¼ Dutzend-Karton 95 ₰
Batist-Taschentücher
eiss und mit farbigem Rand 18 ₰ 25 ₰
Bunte Herrentücher
. 25 ₰ 35 ₰
Kattun und Satin
Feldgraue Tücher . . 30 ₰ 35 ₰
Abgepasste Weifnachts-Coupons
für Kleider
für Blusen
5 Meter Kleiderstoff . . . 4.75 6.25 7.35
5 Meter Kleider-B’wollzeug 3.25 4.40 4.75
2 Meter Wollstoff .
2½ Meter Velour .
. 2.90 3.20 3.70
.1.50 1.75 2.10
4 Meter Kostümstoff 6.− 7.80 9.80
für Kostüme
4 Meter Kostümstoff 11.— 13.− 15.-−
1 Mtr. Schürzenzeug 65 ₰ 85 ₰ 95 ₰
für Schürzen
1½ Mtr. Schürzenzeug 98 ₰ 1.25 1.45
Strümpfe
Woltwaren
Kandschufie
Kinder-Handschuhe
für Knaben und Mädchen
. 45 ₰ 58 ₰ 75 ₰
in reiner Wolle
Damen-Handschuhe
schwarz und farbig, ge-
60 ₰ 80 ₰ 95 ₰
strickt oder Trikot
Herren-Handschuhe
in allen gangbaren Farben 95 ₰ 1.10 1.35
Damenstrümpfe
reine Wolle
1.40 1.70 1.95
Kinderstrümpfe
schwarz und braun . . 65 ₰ 75 ₰ 85 ₰
Herrensocken
in grosser Auswahl . . 70 ₰ 85 ₰ 95 ₰
Sweaters
alle moderne Farben . 95₰ 1.35 1.65
Gestrickte Mützen
weiss und farbig . . 85 ₰ 95 ₰
Blusen-Lätzchen 45 ₰ 75 ₰ 95 ₰
Kopftücher
weiss und farbig . . . 75 ₰ 95 ₰ 1.35
22027
Maniser-bareauf
GUGGENHEIM & MARX
Markt 7
Markt 7