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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 322.
Sonntag, den 22. November.
1914.
Der Krieg.
Von den Kriegsſchauplätzen. — Der türkiſche Krieg. — Feindliche Flieger über Friedrichshafen. — Nieder mit England.
Ein „Muſeum deutſcher Kriegskunſt‟. — Die Kämpfe in Oſtafrika. — Jriſche Sympathien für Deutſchland. — Henderung
in der engliſch=franzöſiſchen Berichterſtattung.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 21. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Auf dem weſtlichen
Kriegsſchau=
platz iſt die Lage im weſentlichen unverändert geblieben.
Faſt vor der ganzen Front zeigt der Feind wieder eine
lebhaftere artilleriſtiſche Tätigkeit.
Die Operationen im Oſten entwickeln ſich
wei=
ter. Aus Oſtpreußen iſt nichts zu melden. Die
Verfol=
gung des über Mlawa und Plozk zurückgeſchlagenen
Feindes wird fortgeſetzt. Bei Lodz machten unſere
An=
griffe Fortſchritte. In der Gegend öſtlich von
Czen=
ſtochau kämpften unſere Truppen Schulter an Schulter
mit denen unſerer Verbündeten und gewannen Boden.
Oberſte Heeresleitung.
* Ueber die Lage in Weſtflandern wird
berichtet: Obgleich die Ueberſchwemmungen die
Opera=
tionen in hohem Maße hindern, ſetzen die Deutſchen den
Kampf energiſch fort. Pioniere mit Brückenbaumaterjal
ſind angekommen, die planmäßig verſuchen, die
Erſchwe=
rungen durch die Ueberſchwemmungen zu überwinden. Das
Fortſchreiten der deutſchen Offenſive auf der Linie
Ypern-Dixmuiden wird in einem Telegramm der
Mor=
ning Poſt zugegeben. Der Berichterſtatter des Blattes
telegraphiert aus Nordoſtfrankreich vom 20. ds.: Geſtern
brachen ſtarke Truppen der Deutſchen in der Richtung
Ypern-Dixmuiden vor und gewannen bei dieſem
An=
griff ungefähr vier Kilometer. Das Feuergefecht war
furchtbar und die Verluſte auf beiden Seiten bedeutend.
Die Deutſchen haben anſcheinend Verſtärkungen
erhal=
ten und es iſt ihnen gelungen, ihre Artillerie in
gün=
ſtige Stellungen zu bringen. Auch die deutſchen
Lauf=
gräben ſchieben ſich immer weiter vor, aus denen die
Deutſchen unermüdliche Angriffe gegen die Stellungen
der Verbündeten richten. Vorgeſtern wurde von den
Verbündeten der Verſuch gemacht, mit
Maſchinengeweh=
ren, die auf Booten aufgeſtellt waren, die deutſchen
Stellungen vom Waſſer aus unter Feuer zu nehmen.
Das heftige Feuer der Deutſchen vertrieb aber die Boote
in kurzer Zeit. Nach Blättermeldungen aus Paris liegt
der Schnee in Nordfrankreich 5 Zentimeter hoch.
Die Operationen in Ruſſiſch=Polen
gehen ihren Gang weiter. Die zur Deckung des
Vor=
marſches der ruſſiſchen Hauptarmee in der rechten Flanke
vorgeſchobenen Heeresteile, die bei Soldau und Lipno
von den deutſchen Truppen zurückgeworfen worden
wa=
ren, ſind im Rückzug auf dem rechten Weichſelufer gegen
Warſchau begriffen. Südlich des Stromes hatte General
v. Hindenburg bei Wloclawek den rechten Flügel der
Hauptgruppe geſchlagen und über Kutno zurückgeworfen.
Hieraus entwickelten ſich in dem Raum ſüdlich von Plozk
und nördlich Lodz, der von der nach Oſten zur Weichſel
fließenden Bzura durchſchniten wird, neue Kämpfe, die
noch fortdauern und weitere Fortſchritte machen. Auch
öſtlich von Czenſtochau iſt noch keine Entſcheidung
gefal=
len. Mehr nach Süden ſind unſere Verbündeten aus
dem Raum um die Lagerfeſtung Krakau, wo ihre Armeen
nach dem freiwilligen Loslöſen vom Feinde Halt gemacht
hatten, zur Offenſive übergegangen und ſchreiten mit
ihren Angriffen rüſtig fort. Sie drangen in die erſte
Linie der ruſſiſchen Feldbefeſtigungen ein und machten
bis jetzt über 10000 Gefangene. Die Operationen der
deutſchen und verbündeten Armeen vollziehen ſich in
vor=
lem Einklang nach einem Grundgedanken, ebenſo wie ſie
durch den Abmarſch nach Weſten bei dem Auſtreten
über=
legener feindlicher Kräfte eingeleitet waren,
Die Neue Züricher Zeitung ſagt im Mittagsblatt
vom Freitag: Hindenburgs Sieg brachte in die Lage im
Oſten eine weſentliche Aenderung. Noch mehr iſt dies
die prompte Ausnützung der erkämpften Vorteile, die
der Sieger von Tannenberg den Schlägen von Wloclawek
folgen ließ. Es gehört ein ſtarker, mitleidsloſer Wille
dazu, um ſeinen Truppen nach den Mühen und Nöten
der Schlacht noch die Strapazen der Verfolgung
aufzu=
bürden. Hindenburg ſcheint über dieſe Eigenſchaft in
hervorragendem Maße zu verfügen. Von Napoleon
pflegten ſeine Soldaten zu ſagen: Er gewinnt Siege
durch unſere Beine. Das gleiche Mittel gebraucht der
deutſche Feldherr in Ruſſiſch=Polen mit Meiſterſchaft. Die
Folgen der kühnen, glücklichen Tat blieben nicht aus.
Es wird ſich demnächſt entſcheiden, ob die flankierende
Wirkung des deutſchen Vorſtoßes noch weitergreift. Auf
alle Fälle iſt der Weg nach Berlin um eine beträchtliche
Etappe länger geworden. Der deutſche Sieg beſtätigt die
uralte, allerdings oft vernachläſſigte Lehre der
Kriegs=
führung, daß ein kraftvoller Schlag an entſcheidender
Stelle nicht nur örtliche Wirkung hat, ſondern ſich
viel=
mehr in weiteſtem Umkreiſe äußert. Er macht
Nach=
teile wett, die mit dem Orte des Sieges in gar keinem
oder nur in unmittelbarem Zuſammenhange ſtehen.
* Von bulgariſcher authentiſcher Seite erfährt die
Wiener Reichspoſt, daß die ſerbiſche Regierung u Paris
erklärt habe, daß Serbien infolge völligen
wirtſchaft=
lichen Zuſammenbruchs unmöglich weiterkämpfen könne,
doch wolle die geſchlagene ſerbiſche Armee verſuchen, ſich
noch einmal bei Kragujevac zu ſtellen. Die ſerbiſche
Re=
gierung unternahm in Athen nochmals dringende Schritte
um Hilfe.
Daily Chronicle ſchreibt: Die Serben ſehen ſich durch
den ſtarken Druck der Oeſterreicher gezwungen, ſich nach
Kragujevac zurückzuziehen und die Regierung nach
Uesküb zu verlegen.
Der türkiſche Krieg.
Der Heilige Krieg.
* Konſtantinopel, 21. Nov. Mit Bezug auf
einen Artikel der Indépendence Roumaine, der dem
Heiligen Krieg eine falſche Auslegung gibt,
wieder=
holen Ikdam und andere Blätter, daß der Heilige Krieg
ausſchließlich gegen Rußland, England und
Frankreich und deren Verbündete gerichtet iſt, wie
dieſes aus der Fetwa und der Proklamation des Sultans
klar hervorgehe. In den Herzen der Muſelmanen beſtehe
kein Haß beiſpielsweiſe gegen die Italiener, dem
Verbündeten der Bundesgenoſſen der Türken, noch gegen
neutrale Länder wie gegen Bulgarien, Rumänien
und andere. Es unterliege keinem Zweifel, daß, ſolange
die türkiſch=italieniſchen freundſchaftlichen Beziehungen
andauern, die Muſelmanen Libyens gegen Italien
freundſchaftliche Gefühle zeigen, und es ſo viel als
mög=
lich werden unterſtützen wollen. Die muſelmaniſche Welt
kennt heutzutage vollkommen die Bande herzlicher
Freund=
ſchaft, welche die Türkei und Italien verknüpfen.
Ikdam weiſt auch die Behauptung der Indépendence
Roumaine zurück, daß in dem Jahrhundert der
Funken=
telegraphie und der ſonſtigen Fortſchritte der Heilige
Krieg keine Wirkungen zeitigen könne. Ikdam weiſt in
dieſer Hinſicht auf die Haltung der perſiſchen Stämme hin,
die ſich nach dem geſtrigen Communiqué den türkiſchen
Truppen anſchließen.
* Jaffa, 21. Nov. Geſtern fanden in
Jeruſa=
lem große Kundgebungen für den Krieg mit
Ge=
beten in der Omar=Moſchee für den Sieg der Türken,
Oeſterreich=Ungarns und Deutſchlands ſowie deren
Herr=
ſcher ſtatt. Der öſterreichiſch=ungariſche und der deutſche
Konſul wohnten auf Einladung den weiteren
Kund=
gebungen in der Kaſerne bei, worauf die Konſuln in
feierlichem Zuge nach den Konſulatsgebäuden
zurückgelei=
tet wurden, vor denen ſich die Sympathiekundgebungen
erneuerten.
Türkiſche Kriegsberichte.
* Konſtantinopel, 21. Nov. Ein
Communi=
qué des Gencralſtabs beſagt: Untere Truppen nah=
men am 17. November mit einem Bajonettangriff
alle Blockhäuſer in der Umgegend von Artwin. Der
Feind ergriff die Flucht und ließ zahlreiche Tote,
Genie=
material und Ausrüſtungsgegenſtände zurück. Die
Kämpfe mit Gruppen der ruſſiſchen Armee an der Grenze
des Kaukaſus dauern fort. Nach heftigem Kampfe
ſchlugen unſere Truppen die ruſſiſchen Truppen bei
Li=
man auf ruſſiſchem Gebiet. Die ruſſiſchen Truppen
flohen, nachdem ſie große Verluſte erlitten hatten, auf das
andere Ufer des Tſchuruk (auf Ruſſiſch Tſchoroſch).
* Konſtantinopel, 21. Nov. In Beſprechung
des geſtrigen Communiqués des türkiſchen
Hauptquar=
tiers heben die türkiſchen Blätter hervor, daß ſich die
zweite Linie, auf die ſich die Ruſſen
zurück=
gezogen haben, im breiteſten Teile des
Araszes=
tales befindet. Wenn der Feind, ſo ſagen die Blättter,
auf der Linie von Köpriköi in dem engſten und
ab=
ſchüſſigen Teil dieſes Tales nicht Widerſtand zu leiſten
vermochte, ſo ſteht außer allem Zweifel, daß er auf der
zweiten Linie nicht lange widerſtehen könne. Was die
Be=
wegung auf dem äußerſten rechten und dem äußerſten
linken Flügel anlangt, ſo üben die dort von unſeren
Truppen errungenen Vorteile, wenn ſie auch nicht ſo groß
und ſo bedeutend ſind, wie die im Zentrum errungenen,
einen großen Einfluß auf die Lage im allgemeinen aus.
Die Stellung von Kora, welche die türkiſchen Truppen
beſetzten, liegt 29 Kilometer von der Grenze entfernt.
Zavot liegt im Süden von Batum.
* Konſtantinopel, 20. Nov. Amtlicher Bericht
des Hauptquartiers: Eine ruſſiſche Flotte von
zwei Linienſchiffen und 15 Kreuzern hat ſich, verfolgt von
unſerer Flotte, nach Sewaſtopol geflüchtet. Eine
Flottille von Torpedobooten iſt in einen ruſſiſchen Hafen
geflüchtet.
Die Lage in Aegypten.
* Berlin, 21. Nov. Die Voſſ. Ztg. meldet: Der
Beſetzung von El Ariſch wird große Bedeutung
bei=
gelegt, weil es wichtig als Waſſerſtelle und als
Verpro=
viantierungsplatz iſt. Da unter den eingeborenen
eng=
liſchen Truppen bereits Fälle von Meuterei vorgekommen
ſind, gehen die Engländer unter den denkbar
ungünſtig=
ſten Umſtänden in den Kampf. Der Ausbruch der
Feind=
ſeligkeiten in Afghaniſtan wird in den nächſten
Ta=
gen erwartet. Dann dürfte auch der Aufſtand in Indien
ausbrechen.
* Konſtantinopel, 20. Nov. Das Manifeſt
des britiſchen Generals Maxwell in Kairo beſagt:
England hatte nicht die Abſicht, die Türkei zu bekriegen,
ſondern lediglich Rußland erklärte infolge der Vorgänge
im Schwarzen Meere den Krieg, worauf England durch
Verträge gezwungen war, ſich anzuſchließen. England
bedauert, daß die Türkei dieſe Wendung herbeigeführt
und hofft, daß die Bevölkerung Aegyptens ruhig bleibe.
Er verlangt keinen Beiſtand kriegeriſcher Natur von
Aegypten. Das Manifeſt hat in hieſigen Kreiſen einen
ſehr ungünſtigen Eindruck gemacht und Mißtrauen gegen
das engliſche Wohlwollen hervorgerufen. Die Siege der
Deutſchen im Oſten gegen den Erbfeind des
Osmanen=
tums ſind bei dieſem, bei dem ohnehin eine zuverſichtliche
Stimmung herrſcht, jubelnd aufgenommen worden.
Ein Telegrammwechſel.
* Wien, 21. Nov. Dem Oberkommandanten der
Armee, Erzherzog Friedrich, iſt nachſtehendes
Telegramm zugegangen: „Ew. Hoheit beglückwünſche ich
im Namen der kaiſerlich osmaniſchen Armee und zugleich
in meinem Namen zu den großen Erfolgen, die Ihre
heldenmütigen Truppen unter der geſchickten Führung
des Generals Potiorek nach hartnäckigem Kampfe in
Ser=
bien errungen haben. Enver Paſcha,
ſtellvertreten=
der Oberbefehlshaber des kaiſerlich osmaniſchen Heeres
und der Flotte.” — Erzherzog Friedrich antwortete: „Ich
danke Ew. Exzellenz auf das herzlichſte für die freund=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Nummer 322.
lichen Glückwünſche anläßlich der Erfolge unſerer braven
Truppen in Serbien. Mit aufrichtiger Befriedigung
ver=
nehme ich die Kunde von den ſtets wachſenden Erfolgen
der unter der hervorragenden Führung Ew. Exzellenz
ſtehenden tapferen osmaniſchen Armee und Flotte. Ich
bin deſſen gewiß, daß es unſeren vereinten
Anſtrengun=
gen gelingen wird, den Feind niederzuringen. General
der Infanterie Erzherzog Friedrich,
Oberkom=
mandant der Armee.” Gleichzeitig übermittelte Erzherzog
Friedrich die Glückwünſche Enver Paſchas an General
Potiorek, den verdienten Kommandanten der
Balkanſtreit=
kräfte, die auf dieſe Anerkennung der tapferen kaiſerlich
osmaniſchen Armee mit Recht ſtolz ſein können.
Feindliche Flugzeuge über
Friedrichshafen.
* Friedrichshafen, 21. Nov. (W. T. B.
Nicht=
amtlich.) Wie das Seeblatt meldet, erſchienen heute
mit=
tag zwei fe indliche, anſcheinend
franzöſi=
ſche, Flugzeuge über der Stadt und führten einen
Angriff auf die Werft des Luftſchiffbaues
aus, wobei ſie etwa 6 Bomben warfen, die jedoch
keinen Schaden anrichteten. Das eine Flugzeug wurde
fofort abgeſchoſſen, das andere entkam.
Nieder mit England!
* Unter dieſer Ueberſchrift ſchreibt die Kyffhäuſer=
Korreſpondenz:
England maßt ſich die Alleinherrſchaft auf dem Meere,
die Weltherrſchaft an, die für alle übrigen Völker
Bevor=
mundung, Ausbeutung oder Knechtſchaft bedeutet. Eine
weltgeſchichtliche Großtat würde es ſein, dieſer engliſchen
Anmaßung gründlich den Garaus zu machen. Alle
Völ=
ker hätte es als eine Erlöſung zu begrüßen, von den
Ket=
ten der britiſchen Gewaltherrſchaft befreit zu werden. Auch
die, die jetzt England zu dem Weltbrand angeſtiftet hat,
um mit ihrem Blut und Gut ſeine Weltherrſchaft
durchzu=
ſetzen, haben unter dem grauſamen, demütigenden Drucke
der unerſättlichen britiſchen Hab= und Herrſchgier geſeufzt.
Ein Schriftſteller hat einmal die Engländer das
wi=
derwärtigſte Volk auf dem Erdboden genannt. „Welch
ein widerwärtiges Polk!” rief er vor 76 Jahren aus.
„Wie ſelbſtſüchtig, wie engliſch! Ein Land, welches längſt
der Ozean verſchluckt hätte, wenn er nicht befürchtete,
daß es ihm Uebelkeiten im Magen verurſachen möchte!“
So etwa über England denken heute faſt alle Deutſchen,
und nichts in Deutſchland iſt heute volkstümlicher als
die Gefühle und Ausdrücke der Entrüſtung und der
Ver=
achtung England gegenüber, und zwar auch deshalb, weil
von unſerer Seite noch bis hinein in die letzten Stunden
vor dem Kriegsausbruche um Englands Wohlwollen und
Freundſchaft geworben worden iſt. „Wenn ſich einmar
die Archive öffnen werden” ſchrieb am 2. September
un=
ſer Reichskanzler, „ſo wird die Welt erfahren, wie oft
Deutſchland England die Freundeshand entgegengeſtreckt
hat.”
Aber bloß mit Gefühlen der Entrüſtung, der
Verach=
tung, des Zornes iſt den Engländern nicht beizukommen:
dieſe Gefühle müſſen in der erbarmungsloſen Sprache der
Mörſer zum Ausdruck gebracht werden, dergeſtalt, daß
die Weltherrſchaft Großbritanniens, die aller Völker
Freiheit und Fortſchritt gefährdet, zu Ende geht.
Um die rückſichtsloſe Selbſtſucht ſeiner Politik zu
be=
mänteln, hat ſich England als Beſchützer der Freiheit
aus=
gegeben, als Vorkämpfer des Chriſtentums aufgeſpielt,
ebenſo wie es jetzt unter der Lüge, die Welt vor der
Ver=
gewaltigung durch den deutſchen „Militarismus” zu
ſchützen, für ſeine ſchmutzigen Geldgeſchäfte ſich des
mos=
kowitiſchen Knutentums und der franzöſiſchen Rachſucht
bedient und die Gelben und die Schwarzen, Inder und
Indianer ins Feld ziehen läßt. Niemals hat England
etwas anderes betrieben als gewiſſen=, ſcham= und ruch=
loſe Krämer= und Räuberpolitik. In der Geſchichte nichr
eines Weltvolkes, ſelbſt aus barbariſcher Zeit, iſt ſo viel
Schändlichkeit, Verräterei, Hinterliſt und Heuchelei
ver=
zeichnet wie in der engliſchen.
Grauenvol=
ler Grauſamkeit und Blutſaugerei haben ſich zum Beiſpiel
die Engländer in Indien ſchuldig gemacht, und als ſich
das Land darob empörte, haben ſie, die Träger der
Menſchlichkeit und Kultur ſein wollen, die gefangenen
Inder vor die Kanonen gebunden und dieſe abgeſchoſſen,
ſie gezwungen, einen Quadratfuß des blutbefleckten
Fuß=
bodens reinzulecken, ehe ſie gehenkt wurden. „Der Galgen
mit den Stricken iſt der Inbegriff unſerer Regierung,”
ſchrieb damals, im Jahre 1857, ein Engländer aus
In=
dien. In demſelben Jahre fällte Lord Derby, ein
eng=
liſches Parteioberhaupt, über das eigene Volk dies
Ur=
teil: „Unſer ganzes Verfahren gegen andere Nationen,
vorzüglich gegen Orientale, iſt ſchamlds in hohem Grade.
Gereichen die Regeln des Völkerrechts zu unſeren Gunſten,
ſo dringen wir auf Vollzug; ſind ſie es nicht, ſo laſſen
wir ſie ungeſtraft übertreten. Die Geſchichte des
See=
rechts, des Seeunrechts, ſteht da als unvertilgbares
Zeug=
nis der grenzenloſen Selbſt= und Habſucht des engliſchen
Volkes und ſeiner Regierung.”
Lord Palmerſton, der Leiter der engliſchen Politik,
drohte 1849, Kriegsſchiffe unter preußiſcher Flagge wie
Seeräuberſchiffe zu behandeln. Dabei ſind die Engländer
ſelber das Volk der Seeräuber, wie es ſo erſtaunlich frech
noch keins in der Welt gegeben hat. Eine engliſche
Räu=
bertat reiht ſich Jahrhunderte lang an die andere. Beim
Seeräubergeſchäft hat ein Engländer einſt Auſtralien
ent=
deckt, und dieſen Erdteil hat ſein Volk dann mit
Zucht=
häuslern beſiedelt. Mit einem Räubereinfall wurde zur
Befriedigung der Gier nach Gold und Diamanten der
Krieg gegen die Buren eingeleitet.
Die Abrechnung mit England iſt eine
Kulturnotwendigkeit, nicht nur, weil es für uns
jetzt eine nationale Lebens= und Kampfespflicht geworden
iſt, Englands Sturz durchzuſetzen, ſondern auch, weil es
aller Völker Rechte mit Füßen tritt und den Geboten
menſchlicher Geſittung Hohn ſpricht. Englands
Weltherrſchafft bedeutet der Welt Joch.
Aller=
wärts iſt das engliſche Joch aufgerichtet, an jeder Ecke
des Weltweges, in Gibraltar und in Suez, in Malta und
in Cypern, in Sanſibar und Kapſtadt, in Singapore,
Hongkong und Sidney. Ueberall hat England
Schlag=
bäume aufgeſtellt, um den Welthandel nach ſeinen
Gelü=
ſten zu lenken und widerſpenſtige Nationen durch ſeine=
Kanonen willfährig zu machen. In ſeinen Händen ſind
die Drähte, die die Erdteile verbinden, und ſo trachtet es
jetzt, die ganze Welt in ſein Lügengewebe einzuſpinnen.
Im Kriege gegen England führen wir einen Kampt
um die Freiheit und Geſittung der ganzen Welt. Unſere
Loſung: Nieder mit England iſt eine weltgeſchichtliche;
denn wird ſie Wahrheit, ſo haben wir in der Welt Recht
und Gerechtigkeit, Treue und Wahrhaftigkeit wieder zu
Ehren gebracht.
Die Geſittung des deutſchen Volkes.
* Berlin, 20. Nov. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt:
Infolge der an ſich begreiflichen Erregung über das
Schickſal unſerer in feindlicher
Gefangen=
ſchaft befindlichen Landsleute iſt in
vereinzel=
ten Preſſeäußerungen der Tod von feindlichen
Auslän=
dern in deutſcher Gewalt, z. B. des jungen Delcaſſé
oder des Bruders von Sir Edward Grey, gefordert
worden, wenn das Los unſerer Gefangenen nicht in
kur=
zer Zeit ein beſſeres wird. Die Erbitterung mag ſolche
Aeußerungen entſchuldigen, Krieg wird aber geführt
ge=
gen eine feindliche Staatsgewalt, und nicht gegen
ein=
zelne Menſchen, weil ſie Angehörige des feindlichen
Lan=
des ſind. Sogar für die feindlichen Kämpfer gilt,
ſo=
bald ſie verwundet oder gefangen ſind, das chriſtliche
Ge=
bot: Liebet Eure Feinde! Dieſes befolgen unſere braven
Truppen und unſere unermüdlichen Aerzte und
Kranken=
pfleger und gleich ihnen die aufopferungsvollen
Schwe=
ſtern vom Roten Kreuz. Sie befolgen es nicht aus
Rück=
ſicht auf das Ausland, ſondern aus ihrem Gewiſſen und
dem Gebot der Selbſtachtung. So verlangt es die
Geſittung des deutſchen Volkes. Daran
kann auch nichts durch den zufälligen Umſtand geändert
wer=
den, daß einzelne in unſere Hände gefallene Ausländer
Brüder oder Söhne von feindlichen Staatsmännern ſind.
Der Geſundheitszuſtand unſerer Truppen.
* Stuttgart, 21. Nov. Generaloberarzt
Medizi=
nalrat Dr. v. Scheurlen, der jetzt als Diviſionsarzt in
der Gegend von Ypern mitkämpft, ſchreibt dem
Staats=
anzeiger unter anderem, daß bekanntlich in früheren
Kriegen die Zahl der an Seuchen und inneren Krankheiten
Geſtorbenen diejenige der durch die Waffen des Feindes
Getöteten weit überſchritten hat. Noch im Kriege von
1866 ſei dies der Fall geweſen, wogegen im Feldzug
1870/71 die Zahl der Geſtorbenen nicht mehr ganz die
Zahl der Gefallenen erreicht habe. Dieſes Verhältnis
dürfte ſich im gegenwärtigen Feldzug noch weſentlich
gün=
ſtiger geſtalten, und zwar vor allem deshalb, weil der
Geſundheitszuſtand der mobilen
Trup=
pen ganz ausgezeichnet ſei. Der Krankenſtand des
württembergiſchen Armeekorps ſei während des ganzen
Feldzuges ſtets ſo niedrig geweſen, daß er den
durch=
ſchnittlichen Krankenſtand der Garniſon nie überſchritten
habe. In dieſe günſtigen Verhältniſſe habe nur eine
Durchfallsepidemie eine kurz dauernde Aenderung
ge=
bracht, die mit dem Regenwetter Anfang September
ein=
geſetzt und ſich über die Tag und Nacht in den
Schützen=
gräben liegenden Truppen verbreitet habe, gegen Ende des
Monats aber erloſchen ſei. Typhus ſei nicht
beobach=
tet worden. Dieſes erfreuliche Ergebnis ſei umſo
be=
grüßenswerter, als die hygieniſchen Verhältniſſe in den
Gegenden, in denen ſie zu kämpfen hätten, vor allem die
Waſſerverſorgung, die Abortverhältniſſe und die
Einrich=
tungen zur Beſeitigung der Abfallſtoffe, tief unter denen
unſeres Heimatlandes ſtehen.
Generalſtabschef von Moltke über unſere
Waffenbrüderſchaft.
* Prag, 20. Nov. Der Korreſpondent des Prager
Tagblatts hatte in Homburg v. d. H. eine Unterredung
mit dem Generalſtabschef v. Moltke, der den
vorzüg=
lichen Eindruck wiedergab, den die öſterreichiſchen
Batte=
rien bei Antwerpen auf ihn gemacht haben. Es war mir,
ſagte von Moltke, eine große Freude, den tätigen
ſoldati=
ſchen Sinn und den ſchönen kameradſchaftlichen
Geiſt unſerer Bundesgenoſſſen und ihre
tadel=
loſe Haltung auf mich wirken zu laſſen. Die Truppen
ver=
dienen uneingeſchränktes Lob. Auf die böswilligen
Ge=
rüchte über Unſtimmigkeiten zwiſchen den deutſchen und
öſterreichiſchen Kommandoſtellen eingehend, ſagte von
Moltke u. a.: Eine ſo treue Waffenbrüderſchaft führt nicht
zu Unſtimmigkeiten. Wir ſtehen zuſammen und werden
zuſammen ausharren, bis wir den dauernden
Frie=
den erkämpft haben, den Deutſchland ebenſo wie
Oeſter=
reich=Ungarn braucht, um vor neuen Angriffen ſicher zu
ſein.
Ein „Muſeum der deutſchen Kriegskunſt‟.
* Zürich, 20. Nov. Die Neue Züricher Zeitung
neldet: Kriegsberichterſtatter Oberſt Müller berichtet vom
zerſtörten Longwy: Die deutſche Gründlichkeit
voll=
brachte hier gleich zu Anfang des Krieges ein Werk, das
faſt wie ein gewolltes warnendes Beiſpiel den Beweis
erbracht hat, daß die Mauer= und Erdwerke der
veralte=
ten Feſtungen an den belgiſch=franzöſiſchen Grenzen den
modernen Geſchützen nicht mehr
ſtandzuhal=
ten vermögen. Die Befeſtigungen waren einmal. Mit
alledem hat die deutſche Beſchießung eine Abrechnung
Zum Totenfeſt.
* So wie in dieſen großen Tagen iſt ſeit dem November
des Jahres 1870 das Gedächtnis unſerer Toten nicht
ge=
feiert worden, ſo allgemein, ſo erſchütternd, und doch
erhe=
benden Troſtes ſo voll. Sein teuerſtes und treueſtes Blut
muß das deutſche Polk auf dem Altar des Vaterlandes
opfern. Unſäglich ſchmerzlich iſt das Herzleid über dieOpfer,
die der Krieg fordert, laut und gerecht die Klage, die
aller=
wärts in den deutſchen Landen ſich erhebt. Sie läßt kein
deutſches Herz unbewegt. Kaum gibt es wohl noch eine
deutſche Familie, die nicht friſches Leid in unſern
todes=
ſchweren Tagen zu tragen hat, die nicht von den
unermeß=
lichen Verluſten an Menſchenleben berührt wird. Nur die
wenigſten wiſſen, unter welchen Hügeln in fremder Erde
die Ihrigen zur letzten Ruhe gebettet ſind. Sie kennen
die Gräber ihrer Lieben nicht. Sie können am
Toten=
ſonntage nicht an der Stätte der Heimgegangenen weilen
und weinen und ſie ſchmücken.
Fern und einſam ruhen die meiſten Toten des
Krieges. Und doch nicht einſam und verlaſſen.
All=
deutſchland, zur großen Trauergemeinde geeint, ſteht an
den Gräbern ſeiner Helden, ergriffen zwar von tiefſtem
Weh, aber auch ſtark im Troſte und des Segens gewärtig,
der aus dieſen friſchen Gräbern emporſteigen muß.
Un=
vergeſſen leben die Toten in den Herzen der
Zurückgeblie=
benen, und wenn je Totenfeſtgedanken Balſam denen zu
ſpenden vermögen, die ihr Letztes, Unerſetzliches für das
Vaterland hingeben mußten, ſo die heurigen. Sterben
bleibt aller Sterblichen unabwendbares Los. Aber von
jeher, ſo lange es tapfre Völker gibt, die ſich für Ehre und
Freiheit begeiſtern und dafür Todesverachtung bewieſen
haben, gelten die für geadelt, geweiht, geſegnet, für alle
Zeiten als ehrwürdig geprieſen, die des heiligen Retter=
und Erlöſertodes für das heißgeliebte Vaterland ſterben.
Sie ſterben nicht. Ewig leben ſie: im Gedächtnis und
in der Geſchichte ihrer Heimat, ihres Volkes, des höchſten
Ruhmes würdig.
Der Opfertod der Vaterlandshelden verklärt: die, die
ihn erlitten, und die, die darob klagen. Laſſen wir die
Tränen fließen, aber beugen wir uns in Demut unter
Gottes unerforſchlichen Willen und heben wir, im
Ver=
trauen auf den allerhöchſten Lenker der Menſchen= und
Völkergeſchicke, die Herzen zu der Zuverſicht empor, dat
unſerer Helden Blut nicht umſonſt fließt, daß, ſo groß der
Verluſt, der uns trifft, ſo groß auch die Ehre und der
heilende Troſt iſt, mit dem Beſten zu des Vaterlandes
Heil beigetragen zu haben und ſo ein Blatt in dem
un=
verwelklichen Kranze deutſchen Ruhmes unſer eigen
nen=
ten zu dürfen! Denn das ſagen uns, mahnend und
an=
feuernd, unſere Toten zum Totenfeſt, daß die Opfer, die ſie
uns mit ihrem Leben gebracht haben, nicht vergeblich ſein
ſollen, daß ſich der Kranz eines unbeſtreitbaren Sieges,
der ringsum unſere Feinde zu Boden ſtreckt, um unſerer
Heere Fahnen winden müſſe, daß der Tod aus blutigem
Schoß neues Leben im Vaterland gebären wird.
Drum ſei, was einer unſerer Dichter auf den
Schlacht=
feldern um Metz vor 44 Jahren zur Beherzigung geſungen
hat, des diesjährigen Totenſonntags Gelübde: „
Nim=
mer ſoll, das ihr vergoſſen, Euer Blut
um=
ſonſt gefloſſen, nimmer ſoll’s vergeſſen
ſein!“
Durch die Nacht des Todes zum Licht des Lebens!
Dem Totenfeſt ſoll nach ſieggekröntem ehrenreichem
Frie=
den im herrlicher noch als zuvor erblühenden, an Macht,
Größe und Geſittung wachſenden Deutſchland ein
Lebens=
feſt folgen. Die der Tod auf dem Felde der Ehre uns
ent=
riſſen hat, ſie haben den wahren, ewigen Frieden, und
uns, die wir ihr Andenken als heilig ehren, wird und muß
auf Erden ein Frieden und eine neue Friedenszeit
beſchie=
den ſein, die derer würdig iſt, die dafür ihr Herzblut
ge=
geben haben. Drum, ſo rief den um die Toten des Jahres
1870 Trauernden ein Dichter zu: „Weinet nicht, ob Ihr
das Teuerſte auch habt verloren! Gewaltig ſchon de
neuen Zeiten kreiſen, und Großes wird in Schmerzen nur
geboren. Der Lorbeer reicht der Palme ſchon die Hand,
und herrlich, neugeſtählt durch Blut und Eiſen, erſteht zum
höchſten Glanz das Vaterland. Drum weinet nicht, denn
die für ſolchen Preis ſich hingegeben, ſie ſterben
nicht, ſie werden ewig leben!“
Deutſche Kriegsbriefe.
Von Paul Schweder.
(Nachdruck verboten.)
XXVII.
Großes Hauptquartier, 15. Nov.
Im erſten Schnee.
Man ſoll auch an den kleinen Begebenheiten dieſes
Weltkrieges nicht achtlos vorübergehen, denn ſie können
in der Zukunft und bei der Beurteilung mancher Vorgänge
von hoher Bedeutung werden. Heute, am 15. November
früh, gab es das erſte Schneetreiben in Feindesland, und
es erſcheint nicht ausgeſchloſſen, daß die Franzoſen und
Engländer alsbald den Befehl zur Zurückziehung der
Senegalſchützen und indiſchen Krieger aus den
Schützen=
gräben geben werden. Schon in den letzten Tagen und
Nächten hörte man die Aermſten angeblich ſchrecklich huſten
und dadurch ihre Stellungen verraten. Arme Söhne einer
inderen, wärmeren Sonne und anderer ſchöner Länder,
nun holt ihr euch hier zum Heimweh auch noch den Tod
n der Schwindſucht, den ihr nach dem Wunſche eurer
bei=
den Adoptivvaterländer durch die Kugeln der Unſeren
erleiden ſolltet. Ein trauriges Soldatenlos fürwahr!
Derweilen marſchieren hier im Großen Hauptquartier
oft neue, fröhliche, friſche Truppen zur Front durch. Auch
heute im dichteſten Schneegeſtöber erklang deutſche
Marſch=
muſik und ein Landſturmbataillon paradierte mit einer
igenen, neu geſchaffenen Kapelle. Man munkelte freilich,
daß franzöſiſche Muſikinſtrumente in die Reihen der
muſi=
kaliſchen Graubärte eingeſchmuggelt worden ſeien, aber
trotzdem klang der Hohenfriedberger und der Pariſer
einzugsmarſch nicht anders als ſonſt. Dazu läuteten die
Kirchenglocken und in der Ferne dröhnte ſogar ein
mäch=
tiger Donner, der die Leute auf die Straße zog. Er kam
aber nur von den Befeſtigungswerken der Stadt her, die
nach und nach als völlig veraltet dem Erdboden
gleich=
emacht werden ſollen, und an denen um dieſe Zeit
wie=
der Sprengungen vorgenommen wurden.
Merkwürdigerweiſe ſind die Einwohner mit der Zeit
ganz gleichgültig gegen die Beſetzung der Stadt durch
Nummer 322.
Darmſtätder Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Seite 3.
gehalten, die wohl Longwy als Feſtung für immer aus
der Geſchichte ſtreichen wird. Müller beſchreibt dann die
zerſtörten Straßen uſw. und ſagt: In dem greulichen
Wirrwarr machen ſich ſchon jetzt die Zeichen deutſchen
Ordnungsſinnes bemerkbar: Wegweiſer, hölzerne
Not=
brücken und Treppen. Das Vorgelände zeigt auffällig
wenig Flurſchaden, ein Zeugnis für die Genauigkeit des
deutſchen Geſchützfeuers. Longwy=Haut iſt aber geweſen
und wird auch kaum wieder aufgebaut werden, ſondern
als Muſeum der deutſchen Kriegskunſt beſtehen
bleiben.
Die Abrüſtung des Hilfskreuzers „Berlin‟.
* Kopenhagen, 20. Nov. Berlingske Tidende
meldet aus Kriſtiania: Der deutſche Hilfskreuzer
„Berlin” erlitt Maſchinenſchaden und hatte, ohne
be=
merkt zu werden, geſtern kurz vor Tagesanbruch die
Feſtungsanlagen am Einlaufe zum Fjord von
Dront=
heim paſſiert und dampfte weiter. Da der Hafen von
Drontheim jedoch ein Kriegshafen iſt, war es nach der
Haager Konvention der „Berlin” nicht geſtattet,
einzu=
laufen. Die norwegiſchen Behörden trafen daher ſofort
Vorbereitungen, um den Hilfskreuzer zu desarmieren.
Unter der Aufſicht norwegiſcher Offiziere wurden die
Verſchlußſtücke von den Kanonen geſchraubt und
zuſam=
men mit verſchiedenen Maſchinenteilen an Land gebracht.
Gleichzeitig wurde die Mannſchaft an Bord interniert
und unter militäriſche Aufſicht geſtellt. Die Offiziere
dagegen erhielten die Erlaubnis, in den Hotels der Stadt
Aufenthalt zu nehmen unter der ehrenwörtlichen
Ver=
pflichtung, die Zimmer nicht ohne beſondere Erlaubnis
zu verlaſſen. Die „Berlin” iſt ein großes Schiff von
17000 Tonnen. Sie gehört dem Norddeutſchen Lloyd
und war als Hilfskreuzer mit 500 Mann beſetzt. Neben
der „Berlin” liegt der große deutſche Laſtdampfer „
Bran=
denburg”, der gleich beim Ausbruch des Krieges mit
ſei=
ner Ladung Marinekohlen den Hafen aufſuchen mußte.
Es iſt beſchloſſen worden, den Hilfskreuzer „Berlin”
in Hammerviken zu internieren.
Die Kämpfe in Oſtafrika.
* London, 20. Nov. Im Oberhauſe ſprach
Lord Crewe am 18. November über die Kämpfe in
Oſtafrika. Er ſagte: Es war am Anfang des Krieges
deutlich, daß die britiſche Regierung dort nicht völlig
ſicher war, und daß es frühzeitig notwendig wurde,
Ver=
ſtärkungen zu ſenden. Der Kampf begann im Weſten
und dauerte an verſchiedenen Punkten mit wechſelndem
Ergebnis an. Als man Genaueres über die deutſchen
Vorbereitungen wußte, wurde es notwendig,
Verſtär=
kungen aus Indien zu ſenden. Nicht weniger als
ſieben kleine Aktionen fanden auf dem britiſchen Gebiet
mit wechſelndem Ergebnis ſtatt. Die Operationen waren
mit beträchtlichen Verluſten verbunden. In
einem Falle wurde ein Angriff auf eine wichtige, von
dem Feinde mit einer Anzahl Leute und Maſchinengeweh
ren gehaltenen Stellung gemacht, bei dem unſere
Trup=
pen ſchwere Verluſte erlitten haben, ohne ihr Ziel zu
er=
reichen. Die Geſamtverluſte in Oſtafrika betrugen in 2
Monaten etwa, 900 Mann. Obwohl das Schickſal des
Krieges von dem Endergebnis abhängt, iſt es doch
not=
wendig, die britiſche Stellung als Vormacht in Süd= und
Zentralafrika zu erhalten, und in Oſtafrika iſt es
not=
wendig, die deutſchen Angriffe mit allen verfügbaren Mit=
teln abzuwenden und bei günſtiger Gelegenheit zu
er=
widern.
Danach ſcheint es den Engländern in Oſtafrika ſchlecht
ergangen zu ſein.
Iriſche Sympathien für Deutſchland.
* (Ctr. Bln.) Der Berl. Lok.=Anz. erhielt einen
Brief eines Iren. Nach der vom Berl. Lok.=Anz.
verſchwiegenen Unterſchrift entſtammt der Briefſchreiber
einem alten iriſchen Geſchlecht, das ſeinen Stammbaum
auf den König von Irland zurückführt. In dem Brief
heißt es u. a.:
Ich freue mich als Irländer, daß die Sympathien
der Iren ganz auf Deutſchlands Seite ſind.
Deutſchland kann davon überzeugt ſein, daß kein wahrer
Irländer die Hand erheben wird, um den Engländern in
dieſem fürchterlichen Krieg zu helfen, den ſie ſelbſt
her=
aufbeſchworen haben, und die Iren kennen England zu
gut, um irgend welchen Wert auf deſſen leere
Verſpre=
chungen zu legen. Sie wiſſen auch, daß ſie durch die
England geleiſtete Hilfe ihre Feſſeln nur ſchärfer
an=
ziehen würden, durch die ſie ſo lange gebunden wurden.
Die Iren haben viele Fehler, aber in der weiten
Welt=
ſind keine wahreren und treueren Freunde zu finden als
ſie. Die Deutſchen würden bald davon überzeugt ſein,
wenn es in der Macht der Iren liegen ſollte, ihnen zu
helfen. Oh, was würden wir Iren nicht darum geben,
dieſen Feiglingen einen guten Schlag zu verſetzen, die
uns ſolange zermalmt und gefoltert haben und die dem
ſchönen Irland das Herzblut ausſaugten
und ſeine Kinder über die weite Welt zerſtreuten. Es
gibt keinen gemeineren Heuchler, keinen
elenderen Feigling und Lügner als dieſe
Engländer mit ihrem Firniß von Kultur und guten
Manieren. Die ruſſiſchen Grauſamkeiten von heute ſind
nichts im Vergleich zu den unausſprechlichen Greueltaten
Engländer während des Aufſtandes in Irland im
Jahre 1798. Wir ſind nicht in der Lage geweſen, uns zu
rächen. Aber wir haben nicht vergeſſen, wir warten nur
darauf, bis der deutſche Michel den Dünkel aus John
Bull geprügelt und ihn hinkend und am ganzen Leib
wund nach Hauſe geſchickt hat. Die Opfer, welche
Deutſch=
land zu bringen hat, ſind ſehr groß, aber ich bin überzeugt
davon, daß alles gut enden wird und daß nach einiger
Zeit die Sonne wieder leuchten wird über einem
fried=
lichen, blühenden, glücklichen Deutſchland, größer,
großar=
tiger und mächtiger, als es jemals war. Einen Gruß
den tapferen Kriegern von einem Iren, der ihnen alles
Gute wünſcht.
Die Einigkeit der Nationen Oeſterreich=
Ungarns.
* Prag, 20. Nov. Der tſchechiſche
Reichsratsabge=
ordnete Jan Sedlak veröffentlicht in der Union einen
Artikel, in dem er die Behauptungen der Feinde
zurück=
weiſt, daß ſie den Krieg zum Schutze der kleinen Staaten
und zur Befreiung unterdrückter Völker führen. In dem
Artikel heißt es: Kein einziges Volk Oeſterreich=Ungarns
hat einen anderen Staat um Schutz für ſeine Freiheit
er=
ſucht. Im Gegenteil unternahmen es oft fremde
Staats=
angehörige in Oeſterreich=Ungarn, insbeſondere unter den
jugendlichen Schwärmern und Phantaſten, agitatoriſchen
Unfug zu treiben. Viel wichtiger iſt die weitere Folge,
daß man auf Grund dieſer beklagenswerten
Erſcheinun=
gen im Auslande angenommen hat, Oeſterreich=Ungarn
ſei innerlich zerrüttet und könne ſich nach außen hin nicht
zur Wehr ſetzen. Die tapferen Soldaten aller
Natio=
nen Oeſterreich=Ungarns haben bewieſen, wie
falſch und unrichtig dieſe Behauptungen waren. Die
Soldaten beſiegelten ihre Pflicht in der tapferen
Ver=
teidigung des Vaterlandes mit ihrem Blut und ihrem
Leben. Das ſpricht gewiß eine unanfechtbare Sprache
zugunſten des ungeteilten Patriotismus aller
öſterrei=
chiſch=ungariſchen Völkerſtämme, die über ihre Rechte und
nationalen Anſprüche ſowie über ihre Kulturbedürfniſſe
ſelbſt unter ſich ohne jede fremde Bevormundung zu
ver=
handeln wünſchen. Was die Südflawen betrifft, ſo
iſt die Enttäuſchung der Feinde Oeſterreich=Ungarns
geradezu kataſtrophal zu nennen, denn man hört nur
Worte des Lobes über die öſterreichiſchen ſüdſlawiſchen
Regimenter. Was die böhmiſchen Regimenter betrifft,
ſo kann man nicht nur in unſeren, ſondern auch in
aus=
ländiſchen Zeitungen Berichte über die Bravour der
böh=
miſchen Regimenter leſen und man muß zu der Einſicht
kommen, wie ſchlecht die Nachrichten über das Gegenteil
waren.
Räuberiſche Ruſſen.
* Wien, 21. Nov. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Fortgeſetzt werden neue Gewaltakte
der Ruſſen in den okkupierten Gebieten Galiziens
bekannt. Der Ort Kaliſch wurde nach der Einnahme
geplündert und ſpäter flüchtig befeſtigt. Hierbei
wurden ſämtliche Juden während der jüdiſchen Feſttage,
beſonders am Verſöhnungstage, mit Nagajken (Peitſchen)
zu den Schanzarbeiten gezwungen. Die Ortſchaften
Do=
lina, Krechowice, Rozniatow, Ceniawa, Spas und Luhy
wurden durch drei Sotnien Koſaken beſetzt, die durch
zahlreiche Patrouillen die ganze Gegend unſicher machten:
Dieſe drei Sotnien leben ausſchließlich von Raub.
Henderung in der engliſch=franzöſiſchen
Berichterſtattung.
** In letzter Zeit iſt in den Berichten engliſcher
und auch franzöſiſcher Blätter eine Aenderung inſofern
bemerkbar geworden, als ſie die Tapferkeit und
Unbeſieg=
barkeit der deutſchen Truppen in auffälliger und
verdäch=
tiger Weiſe hervorheben. Es iſt dies nicht etwa als eine
ehrlich gemeinte Anerkennung des deutſchen Heeres
hin=
zunehmen, ſondern es muß eine beſtimmte Abſicht
dahin=
ter vermutet werden. Der Zweck iſt, einerſeits die
Tüch=
tigkeit und die Leiſtungen der eigenen Truppen deſto höher
zu bewerten, anderſeits aber und vornehmlich die
Eng=
länder auf die drohende Gefahr aufmerkſam zu machen
und zu höheren Leiſtungen anzuſpornen. So
veröffent=
licht jetzt die Times, die ſich ſonſt nur in Beſchimpfungen
gegen unſeren Kaiſer und unſer Heer erging, Briefe
eng=
liſcher Offiziere aus der Front. Ein Major des
Hoch=
länder=Regiments ſchreibt, England ſei noch immer nicht
zu dem vollen Bewußtſein der Anforderungen des
Krie=
ges gekommen und tadelt die engliſchen Zeitungen, die
Artikel veröffentlichen, in denen geſagt wird, die
Deut=
ſchen könnten nicht ſchießen und liefen davon. Das
deut=
ſche Heer ſei jetzt aus alten Männern und Knaben
zu=
ſammengeſetzt. Der Major ſchreibt: Dieſe Dinge ſind
unwahr, oder wenn ſie wahr ſind, dann kämpfen die
al=
ten Männer und Knaben wunderbar gut. Man ſagt von
den Derwiſchen der Schlacht bei Atbara, daß ihre
Tap=
ferkeit jede Tapferkeit ziviliſierter Völker übertreffe. Die
Deutſchen ſind ſchwerer aus den Schützengräben zu
ver=
treiben, als die Derwiſche es waren. Wenn die
gegen=
wärtige Spannung noch ein bis drei Monate andauert,
wird es zum Durchbruch der Schlachtlinie kommen, wenn
nicht bedeutende Verſtärkungen geſchickt werden. — Ein
Brigadegeneral ſchreibt: Die deutſchen Gewehrkugeln ſind
beſonders tödlich, da ſie von ausgeſuchten Schützen
abge=
feuert werden, die nur darauf warten, daß ſich in unſeren
die Deutſchen geworden. Sie machen allerdings auch nach
wie vor die beſten Geſchäfte durch die Anweſenheit des
Großen Hauptquartiers, und dazu kommen noch die
gro=
ßen Einkäufe der in der Umgegend liegenden
Truppen=
teile. Einzelne Geſchäfte haben bereits
ausverkauft
und mußten, da jetzt noch kein Warennachſchub möglich
iſt, ſchließen. Gar nicht zu haben ſind z. B. Pelzſachen
und Wollwaren, ferner Rauchtabak, Konſerven und
wich=
tige Nahrungsmittel. Nach Frankreich hinein fehlt es
natürlich an jeder Verbindung und von Deutſchland aus
hat man vorläufig genug mit der Verpflegung der
Trup=
pen zu tun. So gehen die Leute hier einem harten und
traurigen Winter entgegen. Die Kloſter= und unſere
Feld=
küchen werden von den Nahrungsſuchenden beſtürmt, und
es iſt ein Zeichen unſerer Fürſorge für die Aermſten, daß
man beſondere Unterſtände in den betreffenden Lokalen
für ſie geſchaffen hat, damit ſie nicht den ärgſten Unbilden
der Witterung ausgeſetzt ſind.
Es iſt erſtaunlich, wie ſchlecht ſelbſt hier am Fuße
eines Waldgebirges, wie es die Ardennen ſind, die
Be=
völkerung die Kälte verträgt. Trotzdem kennt man
natür=
lich auch hier, wie überall in Frankreich, die Ofenheizung
nicht, ſondern behilft ſich mit Feuerlöchern und Kaminen,
an denen man vorn geröſtet wird und hinten erfriert. In
den letzten Wochen ſah man die Frauen und Kinder den
ganzen Wald in die Stadt fahren, und unſere Feldwachen
drückten gutmütig ein Auge zu, wenn auch einmal ein Aſt
von der Stärke eines alten Baumes mit auf dem Wagen
lag. Freilich, die Feldwachen ſtehen überall und meiſtens
da, wo man ſie gar nicht vermutet. — Im allgemeinen
haben ſich die Unſeren über die hieſige Bevölkerung nicht
zu beklagen. Im Gegenteil, der Maire hat noch letzthin
die Frauen und Mädchen erſuchen müſſen, ſich den
frem=
den Soldaten gegenüber etwas zurückhaltender zu
be=
nehmen.
Große und berechtiate Heiterkeit hat hier eine
Mel=
dung des Petit Pariſien erregt, wonach das Große
Hauptquartier von den Franzoſen und Engländern
einge=
kreiſt ſei und die Kaiſerin hierher gekommen wäre, um
ihren hohen Gemahl zur Flucht zu veranlaſſen. Die
Sicherheit des Kaiſers
aber iſt hier auch nicht einen Augenblick gefährdet
gewe=
ſen und kann auch niemals gefährdet werden, das mögen
ſich doch die famoſen Korreſpondenten geſagt ſein laſſen,
die ſolche Mordsgeſchichten in Paris und an anderen Orten
aushecken.
Die allgemeine Lage hier im Weſten iſt unverändert
ruhig und die Stimmung der Unſeren trotz Regen, Nebel
und Schnee ausgezeichnet. Man ſitzt jetzt nach Empfang
der vielen Liebesgabenſendungen verhältnismäßig warm
und behaglich in den Unterſtänden der Schützengräben.
Die Unſeren, namentlich die Mannſchaften aus den
ſäch=
ſiſchen und ſchleſiſchen Gebirgsgegenden, ſind ganz
an=
dere Temperaturen gewöhnt, als ſie der erſte Schnee im
Felde mit ſich gebracht hat, und die Aerzte melden, daß
die Zahl der Infektionskrankheiten mit Beginn der kalten
Witterung ganz weſentlich zurückgegangen ſei. Viele
Leichterkrankte ſind in dieſen Tagen wieder zur Front
zurückgekehrt und haben mit den neuen Nachſchüben die
Linien an der Aisne und vor Verdun ganz erheblich
ver=
ſtärt. Andererſeits denken wir nicht daran, unſere Kräfte
durch unnötige Attacken zu ſchwächen. Der Gegner mag
ein reicheres Eiſenbahnnetz und beſſere Verbindungen
mit ſeinen Häfen hinter ſich haben. Dafür ſind unſere
rückwärtigen Verbindungen tadellos im Gange und das
feindliche Land iſt zum großen Teil unſer Lieferant.
Mit Spannung blickt auch hier alles nach Norden
wo die Entſcheidung wohl alsbald bevorſteht. Und
dann gehts aufs Ganze.
Wenn der Beginn des Vormarſches noch bis Weihnachten
dauern ſollte, iſt man in den Schützengräben nicht böſe
darüber. Denn die zuerſt ganz primitiven Unterſtände
ſind jetzt ſo wohnlich, als es nur irgend ging,
hergerich=
tet und bei meinem letzten Beſuch in einem
Schützen=
graben zeigte man mir bereits einen Tannenbaum, den ſich
die Kompagnie für alle Fälle reſerviert hat. Und kein
anderes Feſt des Jahres erwarten ja unſere großen
Kin=
der da draußen ebenſo ſehnſüchtig wie die kleinen daheim,
als gerade das Weihnachtsfeſt. Und daß ſie uns dann
für die Liebesgaben, die ſie zum Feſte erhalten, ein
ſchö=
nes Gegengeſchenk machen werden, davon ſind wir feſt
über=
zeugt an dieſem erſten Schneetage des ſcheidenden Jahres.
Aus Feldpoſtbriefen Darmſtädter
Soldaten.
. . 10. 14, morgens.
Mein lieber Bruder! Ich hatte Dir von einem
An=
griff erzählt. Darauf hatten wir einen Tag Ruhe. Ich
war total kaput und ſchlief ſehr feſt. Wir ſollten bis um
1 Uhr mittags Ruhe haben; aber da kam in der Nacht
der Befehl, daß unſer Zug um 7 Uhr früh im vorderen
Graben zur Ablöſung ſein ſollte. Das war geſtern.
Zu=
erſt wurde ein Leutnant von einem rheiniſchen Artillerie=
Regiment, der zur Beobachtung nach vorne kam, durch
zwei Gewehrſchüſſe getötet. Ich lief ſofort hin. Er lag
auf dem Rücken, das Geſicht ganz mit Blut bedeckt. Die
Kameraden gingen zurück, um ihn abholen zu laſſen. Ich
blieb allein bei ihm, bis er nicht mehr atmete. Da
er=
kannte ich ihn. Wir hatten uns vorne in der Stellung
kennen gelernt. Ich hatte ihm eine ganz neue, nicht
kre=
pierte engliſche Gewehrgranate mitgegeben und eine
Zi=
garre, denn er kam gerade, als ich eine Kiſte Liebesgaben=
Zigarren öffnete. Am anderen Tag kam er wieder grade
recht, als ich Zigarren verteilte. Ich bot ihm wieder eine
an, und wir lachten über den komiſchen Zufall. Jetzt lag
er da, der hübſche, ſchlanke Held. Ein Mann und ich zogen
ſeinen Mantel aus und deckten ihn zu. Dann wurde er
geholt.
Mittags kam einer in unſeren Zug mit engliſchen
Pa=
tronen, um ein bißchen mit einem engliſchen Gewehr zu
ſchießen. Klatſch hatte er eine weg. Schuß, an der Backe
geſtreift, durch den Arm. Die Engländer ſind alle fort,
wir haben nur Franzoſen vor uns.
Um 4 Uhr ſollte ein zweiter Verſuch gemacht werden,
die Verwundeten, die vor uns liegen (nun ſchon zwei
Tage und zwei Nächte), zurück zu holen. Die armen Kerle
rufen uns immer noch zu, aber man kann nicht vor=
Zwei Mann hängen tot in den franzöſiſchen
Drahthinder=
niſſen. Auch ein Oberleutnant liegt da. Alſo alles
Schie=
ßen unſererſeits wurde verboten. Dann hoben ſie
neben=
an bei der 2. Kompagnie das rote Kreuz hoch, drehten es
nach allen Seiten und nun kam der Mann ſelbſt mit der
Flagge hervor, beide Arme hoch. 5 Meter vorwärts und
ein Hagel von Geſchoſſen fliegt um ihn. Er kam noch
glücklich zurück in den Graben. Darauf ſtellten die
Fran=
zoſen eine weiße Flagge hoch und daneben ein rotes
Käppi. Im Augenblick war das rote Käppi weggeknallt
und dann die weiße Flagge dazu. Nun verſuchten heute
Nacht derſelbe Flaggentrager und ein
Pionierunteroffi=
zier die Verwundeten zu holen. Es gelang, zwei davon
zurückzubringen. Aber der eine wagemutige Retter
er=
hielt einen Streifſchuß an den Rippen entlang. Der
Pio=
nierunteroffizier erhielt einen ſchweren Bruſtſchuß und
liegt im Sterben.
In der Nacht wurden wir abgelöſt und kamen in den
Unterſtützungsgraben; aber ich ſchlief ſehr ſchlecht, ich fror
zu ſehr in dem kalten Erdloch. Vorhin trinken wir Kaffee,
da platzt ein Schrapnell über uns und ſchon höre ich
ſtöhnen. Ich laufe heraus, da liegt ein Kamerad mit
ſchwerem Schulterſchuß am Boden. Ich ſpreche ihm Mut
zu und ſchicke ſofort zu den Sanitätern, die ihn dann
ab=
holen. So geht es eben bei uns. Tag und Nacht die
Schießerei und dann das Leben in den Erdhöhlen, das
ſtrengt an. Die Leute haben alle Vertrauen zu mir, das
freut mich immer.
Die hinter und ſelbſt vor uns liegenden toten
Eng=
länder werden unterſucht und bekommen ihre Sachen
ab=
genommen. Man nennt das „Ablauſen‟ Da finden ſich
feine Sachen. Zunächſt iſt die engliſche Konſervenration
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Nummer 322.
Laufgräben ein Kopf zeigt. Auch die deutſche Artillerie
iſt außerordentlich gut. Ich bin über die Berichte der
Blätter über die Minderwertigkeit deutſcher Soldaten
empört. Ihr Mut, ihre Tüchtigkeit, ihre Organiſation,
ihre Ausdauer und ihre Führung ſind ausgezeichnet. Ich
bin voll von Bewunderung für ſie; ſo denken alle, die ſie
kennen gelernt haben. — Die Times meldet weiter aus
Waſhington: Das Lob der patriotiſchen Tapferkeit der
deutſchen Truppen in dem jüngſten Berichte des
offi=
ziellen Londoner Preſſebüros hat einen tiefen Eindruck
auf den amerikaniſchen Botſchafter gemacht. Der
Kor=
reſpondent der Times fügt hinzu: In der Preſſe und im
privaten Leben fehle es nicht an Anzeichen, daß die
wahl=
loſe Beſchimpfung und Herabſetzung der deutſchen
Tap=
ferkeit und militäriſchen Tüchtigkeit von ſeiten gewiſſer
britiſcher Journaliſten (namentlich die Times ſelbſt.
D. Red.) gefährlich ſei, weil ſie das Preſtige, das der
Krieg den Engländern gebracht habe (!!), beeinträchtigen.
In auffallender Uebereinſtimmung hiermit ſchreibt
der Pariſer Matin, der ſelbſt am meiſten gehetzt und
gelogen hat: „Wozu ſoll es dienen, daß man ſeit einigen
Tagen wiederholt, die deutſche Armee beſtehe nur noch
aus Greiſen und Kindern? Wozu die Vorſpiegelungen,
daß die Arſenale jenſeits des Rheins, die Bekleidungs=
und Lebensmittelmagazine leer und die
Munitionsvor=
räte erſchöpft ſind? Wozu ſoll es gut ſein, dem
franzö=
ſiſchen Publikum den Glauben beizubringen, daß unſere
Soldaten nur noch einer wehrloſen und führerloſen Maſſe
gegenüberſtehen, während es nur zu deutlich iſt, daß dieſe
Maſſe noch hält und daß ſie noch den Tod verbreiten
kann? Nein, Deutſchland iſt leider nicht tot, es bleibt
furchtbar und wir werden es noch hart treffen müſſen,
da=
mit es fällt. Es hat Soldaten, Waffen und Lebensmittel,
es hat Munition. Behandeln wir es alſo wie Männer,
die ſich keiner Illuſion hingeben, die klar ſehen, um richtig
zu treffen.”
Engliſche Kontrolle der Deutſchen Orientbank.
* Amſterdam, 21. Nov. Die Times meldet aus
Kairo: Die Regierung hat an der Deutſchen
Orientbank einen engliſchen Kontroll=
Be=
amten angeſtellt. Die Deutſche Orientbank iſt im Jahre
1906 gegründet worden.
Finſternis in England
* London, 20. Nov. Die Daily Mail meldet aus
Hull, daß eine Verordnung erlaſſen wurde, nach der
zwiſchen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang alle von
außen ſichtbaren Lichter ausgelöſcht ſein müſſen.
Zuwiderhandelnde werden vor ein Kriegsgericht geſtellt
werden.
Der Aufſtand in Südafrika.
* Berlin, 21. Nov. Die Deutſche Tagesztg. meldet
aus Rotterdam: Die Burenabteilungen von Dewet und
Beyers haben ſich öſtlich von Bloemfontein vereinigt.
Man ſchätzt ſie auf 15000 Mann.
Der Aufſtand in Marokko.
* (Ctr. Bln.) Wie dem Berl. Tagebl. aus
Kopenha=
gen berichtet wird, meldet das Blatt Politiken aus
Ma=
drid, die Vorſtädte von Tanger ſeien in den
Hän=
den der aufſtändiſchen Moslems. Von Marſeille ſind
Truppen nach Marokko beordert worden. (?)
Auch aus Amſterdam wird der Köln. Ztg. gemeldet:
Starke Abteilungen bewaffneter Marokkaner
mar=
ſchieren, nach Meldungen des Madrider Blattes
Impar=
cial, aus Larraſch gegen Tanger. Die Städte
Re=
ſchid, vielleicht El Arraſch, das iſt Larraſch, und Mekines
(die zweite Hauptſtadt Nordmarokkos) ſind bereits von den
Eingeborenen beſetzt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 22. November.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben die Tapferkeitsmedaille verliehen:
dem Generalleutnant z. D. Mootz, dem Generalleutnant
z. D. Melior, dem Generalmajor z. D. Grafen
v. Zech auf Neuhofen, dem Oberſt und
Regiments=
kommandeur v. Herff, dem Oberſt eutnant im
General=
ſtabe Freiherrn Schenck zu Schweinsberg,
dem Major a. D. Schloßhauptmann Baur de Bétaz,
dem Rittmeiſter der Landwehr=Kavallerie Diefenbach,
dem Oberleutnant der Landwehr Wehner, dem
Leut=
nant Oſtertag vom Infanterie=Regiment Graf Barfuß
Nr. 17, dem Leutnant Eichel vom Infanterie=Leib=
Regi=
ment Großherzogin Nr. 117, dem Leutnant Schläger
vom Fuß=Artillerie=Regiment Nr. 18.
* Inſtizperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht
Bingen Dr. Karl Goldſchmidt den Charakter als
Amtsgerichtsrat erteilt und den Amtsrichter bei dem
Amtsgericht Lampertheim Karl Wendel zum
Ober=
amtsrichter bei dieſem Gericht ernannt.
* Militärdienſtnachrichten. Durch Verfügung des
Evangeliſchen Feldpropſtes der Armee vom 24. Oktober
1914 Hoffmann, Mil.=Hilfsgeiſtlicher bei der Großh.
Heſſ. (25.) Diviſion, zum Diviſions=Pfarrer ernannt. Durch
Verfügung des Kriegsminiſteriums vom 17. Oktober 1914
verſetzt: die Garn.=Verw.=Ober=Inſpektoren Sperhake
von Charlottenburg nach Darmſtadt, Heuer von
Darm=
ſtadt nach Meiningen. Im Beurlaubtenſtande. Durch
Verfügung des Kriegsminiſteriums vom 26. Oktober 1914
die Unter=Apotheker bei den Reſervelazaretten Hauger in
Darmſtadt, Dr. Ensgraber (Mainz) zu Ober=
Apo=
thekern befördert.
D Stadtverordneten=Verſammlung. Zur 15. Sitzung
der Stadtverordneten=Verſammlung am Donnerstag, den
26. November, nachmittags 3½ Uhr, iſt folgende
Tages=
ordnung feſtgeſetzt: 1. Mitteilungen. 2. Geſuch um
Befreiung von baupolizeilichen Beſtimmungen a) in § 5
der Baupolizei=Ordnung für Neckarſtraße 20, b) in § 32
der Baupolizei=Ordnung für Klappacher Straße 42.
3. Uebernahme der Reinigung der in Eigentum der
Eiſen=
bahnverwaltung verbliebenen Straßenflächen durch die
Stadt. 4. Automobilverkehr in der Kirchſtreße; hier:
Ab=
änderung der Polizeiverordnung vom 14. Oktober 1909.
5. Kreditbewilligung aus Anlaß des Krieges. 6. Geſuch
um Erhöhung der Familienunterſtützung der zum
Kriegsdienſt eingezogenen ſtädtiſchen Arbeiter. 7. Geſuch
um Bewilligung eines Beitrags zu den Koſten der
Er=
richtung eines öffentlichen Leſezimmers für den Stadtteil
Beſſungen. 8. Geſuch des Vereins für Luftfahrt um
Er=
höhung des ſtädtiſchen Beitrages zu dem Prinz Heinrich=
Flug 1914. 9. Fuhrleiſtungen für die Feuerwache. 10. Die
Halteſtelle der Elektriſchen Bahn an der Pelzſchneiſe.
* Ermittelung der Vorräte an Kartoffeln im
Groß=
herzogtum Heſſen. Die Großh. Kreisämter bezw. die
Oberbürgermeiſter des Großherzogtums ſind beauftragt
worden, die Vorräte an Kartoffeln feſtzuſtellen.
Die Ermittelungen finden in der Zeit vom 24. bis 28.
No=
vember dieſes Jahres unter Inanſpruchnahme der
Orts=
polizeibehörden bei denjenigen landwirtſchaftlichen,
indu=
ſtriellen und kaufmänniſchen Betrieben ſtatt, von denen
angenommen werden kann, daß ſie Vorräte an Kartoffeln
beſitzen, die nach Deckung des eigenen Bedarfes zum
Ver=
kauf verfügbar ſind. Die Betriebsinhaber haben durch
ihre Unterſchrift die Richtigkeit ihrer Angaben zu
beſchei=
nigen. Die Erhebung erfolgt auf Grund der Verordnung
des Bundesrats vom 24. Auguſt 1914 (R.=G.=Bl. S. 382).
Wer die an ihn geſtellten Fragen nicht in der geſetzlichen
Friſt beantwortet oder wiſſentlich unrichtige Angaben
macht, wird mit Geldſtrafe bis zu 3000 Mark oder im
Un=
vermögensfalle mit Gefängnis bis zu ſechs Monaten
be=
ſtraft. — Die Großh. Zentralſtelle für die Landesſtatiſtik
in Darmſtadt ſendet die für die Aufnahme erforderlichen
Zählpapiere an die Großh. Bürgermeiſtereien und gibt
auch über die die Zählung betreffenden Anfragen
Aus=
kunft.
— Großh. Hoftheater. Heute Sonntag wird zum
erſten Male in dieſer Spielzeit „Mignon” gegeben. Es
gelten die kleinen Preiſe. Anfang 7 Uhr. Montag bleibt
das Hoftheater geſchloſſen. Dienstag geht zum erſten
Male an einem Abend der ganze zweite Teil der „Fauſt”=
Tragödie in der an ſchönen Bühnenbildern reichen Neu=
ausſtaitung des vorigen Jahres in Szene. Die
Vor=
ſtellung beginnt um 7 Uhr. Zur Feier des Geburtstages
Sr. Königl. Hoheit wird am Mittwoch, den 25., zum erſten
Male „Die Marketenderin” von Engelbert Humperdinck —
Text von Robert Miſch — aufgeführt. Dieſe der
patriori=
ſchen Stimmung Rechnung tragende Spieloper läßt vor
allem auch den Humor zu ſeinem Rechte kommen. Für
Donnerstag, den 26., iſt die Erſtaufführung von „Als ich
noch im Flügelkleide” angeſetzt. Dieſes fröhliche Spier
brachte am Ende der letzten und am Beginne dieſer
Spielzeit den meiſten deutſchen Bühnen einen
einſtimmi=
gen großen Erfolg. Am Freitag wird „Hoffmanns
Er=
zählungen” wiederholt. Samstag findet ein
Volkskon=
zert ſtatt und Sonntag, den 29., wird zum erſten Male in
dieſer Spielzeit „Die Fledermaus” gegeben.
Generalmuſikdirektor Felix v.
Wein=
gartner, der ſich zur Leitung eines Philharmoniſchen
Konzertes und zur Erſtaufführung ſeiner Oper „Kain und
Abel” an die Wiener Hofoper nach Wien gegeben hat,
kehrt Mitte Dezember wieder nach Darmſtadt zurück.
g. Geh. Baurat Prof. Wickop P. Geſtern ſtarb nach
einem längeren Leiden der ordentliche Profeſſor an der
Techniſchen Hochſchule Geh. Baurgt Georg Wickop im
54. Lebensjahre. 19 Jahre hat der Dahingeſchiedene an
unſerer Hochſchule als ein erfolgreicher und
begeiſtern=
der Lehrer gewirkt, die durch ſeinen Tod einen ſchweren,
ſchmerzlichen Verluſt erleidet. Als langjähriger Vorſtand
der Architekturabteilung hat er ſein großes Wiſſen und
Können ſtets freudig in den Dienſt der gemeinſamen Sache
geſtellt, als Architekt hat er der Hochſchule weitere ſchöne
Räume geſchaffen. 1911 bis 1912 hatte der Verſtorbene
das Rektorat inne und zeigte während dieſer Zeit ſein
warmes Intereſſe für jeden einzelnen der Studierenden,
und die ſtudentiſchen Beſtrebungen fanden bei ihm ſtets
volles Verſtändnis und Förderung. Mit edlem Herzen
war er ſeiner Lehrtätigkeit zugetan, ſtets nur das Beſte
ſeiner Schüler im Auge haltend. Geh. Baurat Prof.
Wickop war am 27. April 1861 zu Aachen geboren, er
be=
ſuchte auch dort das Gymnaſium und die Techniſche
Hoch=
ſchule. 1884 legte er ſeine Prüfung als Königlich
Preu=
ßiſcher Regierungsbauführer, 1888 als
Regierungshau=
meiſter ab. Oktober 1895 folgte er einem Rufe an die
Großh. Techniſche Hochſchule Darmſtadt als ordentlicher
Profeſſor der Architektur. Seit 1903 übte er auch das Amt
eines Großh. Denkmalpflegers für die Provinz
Starken=
burg aus. Seine unermüdliche Arbeitskraft ließ ihn auch
noch neben ſeiner Lehrtätigkeit Zeit für mehrere größere
Bauten finden. Erwähnt ſeien der Erweiterungsbau der
Großh. Hochſchule Darmſtadt, die hieſige Synagoge,
fer=
ner das Gerichtsgebäude in Wiesbaden 1892/1895. In
letzter Zeit noch wurde unter ſeiner Leitung der Ausbau
der „Wachenburg” des Korpsverbandes Techniſcher
Hoch=
ſchulen in Weinheim vollendet. Schließlich zeugen noch
eine Anzahl von Wohngebäuden von dem reichen Wirken
des Dahingeſchiedenen. Eine eingehende Würdigung ſeiner
Tätigkeit behalten wir uns vor.
— Kriegsfürſorge der Landesverſicherungsanſtalt
Großh. Heſſen. Um den Kommunalbehörden die
Fort=
führung öffentlicher Arbeiten zu ermöglichen und zur
Auszahlung der Unterſtützungen an die Familien der im
Felde Stehenden hat die Landesverſicherungsanſtalt
Großh. Heſſen den heſſiſchen Kreisverwaltungen und
einzelnen Gemeinden bisher etwa fünf Millionen
Mark Darlehn zur Verfügung geſtellt.
Zur Milderung der durch den Krieg in Oſtpreußen
ver=
urſachten Notlage hat ſie für Liebesgaben 2000 Mk.
bewilligt und der Landesverſicherungsanſtalt Elſaß=
Lothringen zur Verſtärkung ihrer Barmittel ein
Dar=
lehen von 500000 Mk. überwieſen.
* Kriegsfürſorge. Herr Hochſchulprofeſſor Friedrich
Müller hat anläßlich ſeiner Ernennung zum Geh.
Baurat eine weitere Gabe von 500 Mark für die
be=
dürftigen Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern aus der
Stadt Darmſtadt geſtiftet.
* Weihnachtsgaben für die Beſatzung S. M. S.
„Heſſen”. An den Vorſitzenden des Landesverbandes des
Deutſchen Flotten=Vereins, Herrn Dr. W. Merck, iſt
nach=
ſtehendes Schreiben vom Kommando S. M. S. „Heſſen”
gelangt: „Die bekundete Abſicht des Deutſchen Flotten=
Vereins Großherzogtums Heſſen, Weihnachtsgaben der
Beſatzung S. M. S. „Heſſen” ſchicken zu wollen, hat bei
mir, wie bei der ganzen Beſatzung, große Freude
hervor=
gerufen. Sehr gerne nehme ich die Gaben für meine Leute
an und möchte ſchon im voraus dem Verein wie im
be=
ſonderen dem Herrn Vorſitzenden hierfür, wie für die Ge=
ſehr geſucht. Dann das engliſche Nähzeug, Ferngläſer,
Revolver uſw. In einer Blechdoſe hat jeder Engländer
ein Päckchen Tee, Zucker und zwei Oxo=Würfel. Alles
wird konſumiert. Auch das engliſche Armeemeſſer iſt ſehr
geſucht. Ich las die Liebesbriefe der armen Tommies
und ſah die Photographien der Eltern und Bräute. In
einem Brief ſtand ein kurzes Teſtament, welches ich ganz
gut leſen konnte. Ich habe ein engliſches Signalhorn
ge=
funden, doch nur das Mundſtück konnte ich mitnehmen.
Zerſchoſſene Waffen ſind maſſenhaft zu finden.
Heute ſagte einer: „Wenn das noch ſo weiter geht,
ſpielen die Läuſe noch 66 mit uns.”
Dein Bruder.
Herzl. Gruß!
. . . 18. 11. 1914.
Sehr geehrte Redaktion! Entſchuldigen Sie, bitte,
wenn ich Sie beläſtige. Aber machen Sie ſich, bitte, ein
Bild, wie es in einem ausſieht, der, fern der Heimat,
am Meeresſtrande Wacht hält für ſein Vaterland.
Be=
ſonders betrübend iſt es für einen, wenig Nachricht von
Heſſen, ſpeziell Darmſtadt und Umgegend, zu
er=
halten. Darum bitte ich Sie, mir von Zeit zu Zeit ein
Exemplar Ihrer Zeitung zu überſenden. Im voraus
beſten Dank.
Gleichzeitig bitte ich Sie, einen entſprechenden
Auf=
ruf in Ihrer Zeitung veröffentlichen zu wollen, um
da=
durch unſern Brüdern zur See Unterſtützung
zu=
verſchaffen. Wir heſſiſchen Mariner tun ja doch
ebenſo gut unſere Pflicht, wie unſere Kameraden
im Felde. Aber mir ſcheint es bald, wir werden
vergeſſen. Ich kann das wohl begreifen; ein
Süddeut=
ſcher hält mehr zu den Linientruppen als zur Marine.
Glauben Sie mir, daß in uns genau derſelbe Geiſt ſteckt,
wie bei unſeren Kameraden von der Armee.
Anſtrengend=
ſter Wachtdienſt und das ewige Warten, das iſt das, was
bis jetzt und auch weiterhin unſere Aufgabe iſt, bis ein
günſtiger Augenblick kommt, der Deutſchland beweiſen
ſoll, daß die Mariner auch aus demſelben Holze geſchnitzt
ſind, wie unſere Landſoldaten. Beweiſe hiefür haben ja
unſere Auslandkreuzer, ſowie die Marinebrigaden in
Nordfrankreich geliefert. Verbindlichſten Dank im
vor=
aus! Ihr
F. E., Signalgaſt S. M. S. „M.”.
** Aufklärung von oben! Von unſeren Fliegern im
Felde werden zur Aufklärung unſerer Feinde Zettel
auf die Regimenter in Belgien und Frankreich
herabge=
worfen. Zwei Exemplare davon liegen vor uns, eines
in franzöſiſcher und eines in indiſcher Sprache.
Der franzöſiſche, auf blauem Papier gedruckt, lautet in der
Ueberſetzung: „An die franzöſiſchen Soldaten! Eure
Vor=
geſetzten ſagen Euch, daß die Deutſchen alle Gefangenen
erſchießen laſſen. Das iſt eine Lüge, welche diejenigen
entehrt, die ſie verbreiten. In Wirklichkeit werden alle
von deutſchen Truppen gemachten Gefangenen mit
Menſch=
lichkeit, in Wahrung der Vorſchriften des internationalen
Rechtes behandelt. Mehr als 400000 franzöſiſche, ruſſiſche,
engliſche und belgiſche Gefangene ſind gegenwärtig in
Deutſchland interniert.‟ Der in indiſcher Sprache und
Schrift abgefaßte Zettel enthält die Mitteilung von der
Verkündigung des „Heiligen Krieges” für die kämpfenden
indiſchen Mohammedaner, und lautet, wie uns ein
Ken=
ner der indiſchen Sprache mitteilt, ungefähr
folgender=
maßen: „Der Scheich ul Iſlam zuſammen mit dem Scherif
von Melka eröffneten im Kampfe gegen die Engländer
und Franzoſen den Heiligen Krieg infolge der Erklärung
des Sultans, deſſen Heere ebenſo wie die Afghanen gegen
die Engländer und Franzoſen kämpfen.”
C. K. Rückkehr nach Mecheln. Ueber das gute
Einver=
nehmen der deutſchen Soldaten mit der Bevölkerung von
Mecheln bringt der Nieuwe Rotterdamſche Courant eine
bemerkenswerte Mitteilung: „Ein Bürger aus Mecheln
der nach der letzten Beſchießung von Mecheln mit ſeiner
Familie nach Holland geflüchtet war und nun zurückkehrte,
um die Seinen wieder heimzuführen, erzählte, daß er von
Antwerpen bis Mecheln 20 Kilometer zu Fuß zurücklegen
mußte. Ohne viele Umſtände erreichte er bei öfterer
Vor=
zeigung ſeines von einem holländiſchen Bürgermeiſter
ausgeſtellten Paſſes ſeinen Geburtsort. Sogleich
be=
merkte er, daß der von Mecheln erlittene Schaden nur
leicht war. Seine bedrückte Stimmung verwandelte ſich
in Freude, als er ſein Eckhaus ganz unverändert vor ſich
ſtehen ſah. Zwar war es geöffnet worden, aber nichts
war daraus entfernt. Auch alle Käſten und Schubladen
waren geöffnet, ohne daß etwas daraus entnommen
wäre. Nach dieſen für ihn ſo erfreulichen Feſtſtellungen
machte er einen Streifzug durch die Stadt. Die deutſche
Beſetzung beſtand noch aus etwa 1200 Soldaten im Alter
von 40—45 Jahren. Ausnahmslos machten ſie alle einen
vorzüglichen Eindruck, und ſchnell kam er mit den
Sol=
daten in ein lebhaftes Geſpräch. Anfangs war er der
Sachlage entſprechend zurückhaltend, doch wurden ſie in
kurzer Zeit ſogar gute Kameraden. Ein Unteroffizier,
mit dem er einige Stunden in einem Kaffeehauſe
zuge=
bracht hatte, kam auf ſeine Einladung zu ihm, um in
ſei=
ner Wohnung zu übernachten. Für dieſes Logis ließ der
Soldat am folgenden Morgen unaufgefordert 6 Francs
zurück. Alles, was die Deutſchen brauchen, wird von
ihnen zu guten Preiſen gekauft und bar bezahlt. In der
Stadt beginnt wieder das gewohnte Leben, da auch der
größte Teil der Bevölkerung zurückgekehrt iſt. Zum
Schluß teilte der belgiſche Gewährsmann noch mit, daß
er bei ſeiner Rückkehr nach Antwerpen jede mögliche
Er=
leichterung ſeitens der Deutſchen erfahren habe. Nach
kurzer Entfernung von Mecheln bereits wurde er von
Soldaten, die auf einem von zwei Pferden gezogenen
Wagen gleich ihm nach Antwerpen wollten, zum
Einſtei=
gen eingeladen, um mit ihnen zuſammen die Reiſe
fort=
zuſetzen.”
— Das Weihnachtsſchiff aus Amerika. Der ſchöne
Ge=
danke der amerikaniſchen Kinder, ein
Weihnachts=
ſchiff für die Kinder in Europa auszuſenden,
deren Vater und Ernährer im Kriege iſt, iſt in
gro=
ßem Umfange zur Ausführung gelangt, und der Dampfer
„Jaſon” der die Geſchenke über den Ozean führen ſoll,
iſt ſoeben von New=York abgefahren. Er iſt mit
Millio=
nen von Gegenſtänden und Spielzeugen beladen, die die
Kinder der Vereinigten Staaten zuſammengebracht haben.
Der erſte Hafen, in dem der „Jaſon” anlegen wird, ſoll
Falmouth ſein, wo alle Geſchenke abgeladen werden, die
für die engliſchen Kinder beſtimmt ſind, während die für
Belgien in demſelben Hafen an Bord eines anderen
Schiffes verladen werden ſollen. Der „Jaſon” wird
da=
rauf nach Le Havre fahren, wo er die Geſchenke für die
franzöſiſchen Kinder abliefern ſoll, und dann nach
Neapel, um von hier aus ſeine Gaben nach Deutſchland
und Oeſterreich=Ungarn zu verſenden. Zum Schluß wird
ſich das Schiff nach Saloniki begeben, um Geſchenke für
den Balkan zu bringen. Die Weihnachtsgaben für die
ruſſiſchen Kinder konnte der „Jaſon” nicht mehr an Bord
nehmen, ſodaß für dieſe ein zweiter Dampfer direkt nach
Archangel abgehen ſoll. „Neutraler” kann man ſich nicht
verhalten!
Nummer 322.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Seite 5.
ſinnung, aus der heraus die Gaben fließen, herzlichſt
dan=
ken. Die Zahl der zu Beſchenkenden iſt aber ziemlich
groß: 788 Leute kommen in Frage. Nochmals Dank für
die in Ausſicht geſtellten Gaben, Dank für die Geſinnung.
Mit vorzüglicher Hochachtung ganz ergebenſt Küſel,
Ka=
pitän zur See und Kommandant.” — Es ſei nochmals
daran erinnert, daß bereits am 25. November die
Samm=
lung als abgeſchloſſen angeſehen werden muß, damit die
Gaben rechtzeitig das Linienſchiff „Heſſen” erreichen.
Zu=
wendungen an Geld nimmt der Schatzmeiſter der
Kreis=
gruppe, Herr Miniſterialreviſor Fink, Roßdörfer
Straße 56, andere Spenden der Vorſitzende des
Landes=
verbandes, Herr Dr. W. Merck, Annaſtraße 15, entgegen.
D Der neue Fahrplan der Elektriſchen Straßenbahn.
Die Straßenbahn hat im neuen Fahrplan den 7½=
Minutenbetrieb auf der Linie 9 vom
Schloßgarten=
platz nach dem Oſtbahnhof vorgeſehen, da inzwiſchen
wei=
teres Perſonal eingeſtellt und ausgebildet war. Da
wiederum alte Mannſchaft einberufen iſt, kann die Abſicht,
eine Verdichtung des Fahrplans vorzunehmen, ſeitens der
Straßenbahnverwaltung nicht ausgeführt werden. Die
Geſamtzahl der einberufenen, bei der Heſſiſchen
Eiſen=
bahn beſchäftigten Bedienſteten beträgt zurzeit 170 Mann.
Wie aus den Tageszeitungen hervorgeht, werden noch
ſtets ältere Leute für Schaffnerdienſt geſucht.
Die Poſt am Geburtstag des Großherzogs. Am
Geburtstag des Großherzogs ſind die Poſtſchalter
bei dem Poſtamt 1 (Rheinſtraße) und beim Poſtamt 2
(Bahnhof) von 8—9 Uhr vorm. und von 11 Uhr vorm.
bis 1 Uhr nachm. geöffnet. Die Zwelgſtellen in der
Her=
mann= und Stiftſtraße bleiben geſchloſſen. Die
Beſtel=
lung aller Poſtſendungen findet einmal (
vor=
mittags) und die Briefkaſtenleerung tagsüber fünfmal in
angemeſſenen Zwiſchenräumen ſtatt. Damit die
nord=
deutſche Poſt noch mit abgetragen werden kann, beginnt
die Briefbeſtellung erſt um 9 Uhr vorm.
* Die Klappe am Feldpoſtkarton. An den zur
Ver=
ſendung von 250 Gramm=Päckchen benützten Kartons
be=
findet ſich eine Klappe, deren Zweck für viele ein
Ge=
heimnis zu ſein ſcheint. Von fachmänniſcher Seite macht
man deshalb darauf aufmerkſam, daß die Marken auf
dieſer Klappe aufgeklebt werden ſollen, damit der
Kar=
ton bei dem poſtaliſchen Abſtempeln nicht Schaden leidet.
Sollen die Kartons ſelbſt geſtempelt werden, müßten ſie
dreifach ſo ſtark ſein, um den Stempeldruck auszuhalten.
Es iſt deshalb falſch und gefährdet die Sendung, wenn die
Marken auf den Karton ſelbſt geklebt werden.
* Die Darmſtädter Konſum=, Spar= und
Pro=
duktions=Genoſſenſchaft e. G. m. b. H. Darmſtadt
hält heute nachmittag im Perkeo”, Alexanderſtraße 12,
die diesjährige Generalverſammlung ab. Wie
die Genoſſenſchaft in den ſchweren Kriegszeiten ihrer
Aufgabe, die Mitglieder mit guten, billigen
Nahrungs=
mitteln zu verſorgen, gerecht wurde und welche
Schwierig=
keiten dabei gerade in der erſten Zeit der Mobilmachung
überwunden werden mußten, wird der Vorſtand der
Genoſſenſchaft in der Generalverſammlung eingehend
darlegen. Beſonders die Frauen werden manche
Unan=
nehmlichkeit, die ſie während des Krieges auf ſich
nehmen mußten, verſtehen lernen und anerkennen müſſen,
daß die Verwaltung der Genoſſenſchaft alles getan hat,
was menſchenmöglich war. Ueber die brennendſten Fragen:
Petroleummangel, Kartoffelbeſchaffung,
Kohlenzufuhr ſowohl, als auch über die enormen
Preisbewegungen wird in der Generalverſammlung
aus=
führlich an Hand authentiſchen Materials berichtet.
(Siehe Anzeige.)
Provinzialausſchuß.
-g. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich in ſeiner
geſtrigen Sitzung mit der Bürgermeiſterwahl in
Hetſchbach. Bei der am 26. Juli 1913 erfolgten Wahl
wurde der Landwirt Peter Flath mit 34 Stimmen
ge=
wählt, während der ſeitherige Bürgermeiſter Scheich nur
31 Stimmen erhielt. Auf die Reklamation des
Nicht=
gewählten hob am 22. September 1913 der
Kreisaus=
ſchuß Erbach die Wahl auf, außerdem wurde vom
Kreis=
rät wegen der vorgekommenen Unregelmäßigkeiten vor
und nach der Wahl, Freibier und Beſtechungsverſuche, die
Wahl beanſtandet. Die Reklamation des Scheich ſtützte
ſich beſonders darauf, daß der Makler Hilarius Reitz
von Flath das Verſprechen erhalten habe, Flath, werde
ihm das Reiſegeld und den halben Taglohn erſetzen, wenn
er ihn wähle. Dieſes Verſprechen ſollte durch Flath ſelbſt
und durch Dritte wiederholt gegeben worden ſein, wie
es Hilarius Reitz auch beſchwor. Dieſer Eid brachte den
Hilarius Reitz unter die Anklage des wiſſentlichen
Falſch=
eids vor das Schwurgericht; die Geſchworenen erkannten
aber auf Freiſprechung. Nunmehr wurde von Flath
Re=
kurs gegen das Urteil des Kreisausſchuſſes erhoben mit
dem Antrage, dieſes Urteil aufzuheben. Der
Provinzial=
ausſchuß ſah von einer neuerlichen Zeugenvernehmung
ab. Der Rekurs des Flath wird verworfen unter
Ver=
urteilung des Flath in die Koſten des
Berufungsverfah=
rens. Bezüglich der Koſten der erſten Inſtanz bleibt es
bei der Entſcheidung des Kreisausſchuſſes.
Im Jahre 1913 wurde der Bau einer Kreisſtraße
von Ober=Moſſau nach der Spreng geplant.
Die Gemeinde Ober=Kainsbach beantragte, die Straße
über die Kainsbacher Höhe zu führen. Der Kreistag
be=
ſchloß jedoch, an der beſchloſſenen Führung feſtzuhalten,
weshalb der Gemeinderat von Ober=Kainsbach beſchloß,
kein Gelände für die Straße zu ſtellen, da die Gemeinde
nicht das geringſte Intereſſe an der Straße habe. Am
11. Mai verurteilte der Kreisausſchuß des Kreiſes Erbach
die Gemeinde dazu, gemäß Artikel 6 und 8 des
Kunſt=
ſtraßengeſetzes, das Gelände laſtenfrei zu ſtellen. Zu den
Herſtellungskoſten der Straße wird die Gemeinde nicht
herangezogen. Der Gemeinderat von Ober=Kainsbach
be=
ſchloß, gegen dieſes Urteil Beſchwerde einzulegen. Der
Provinzialausſchuß verwarf die Berufung unter
Ver=
urteilung der Gemeinde Ober=Kainsbach in die Koſten.
Eine weiter zur Verhandlung kommende
Berufungs=
ſache warf wieder einmal ein grelles Licht auf
Offen=
bacher Beamtenverhältniſſe. Der ſtädtiſche
Hafenmeiſter Wilhelm Armbruſter hat eine wenig
an=
genehme Art, mit dem zuſtändigen Dezernenten
umzu=
gehen. Er iſt ſchon einmal wegen Achtungsoerletzung
gegenüber dem früheren Beigeordneten Kappus zu einer
Disziplinarſtrafe von 100 Mark verurteilt worden. Als
er von dem Beigeordneten Weil wegen Beſchwerden
ge=
hört wurde, kam er dieſem ebenfalls in grober Weiſe. Es
wurde deshalb gegen Armbruſter wegen dieſes
Verhal=
tens und noch anderer zutage getretener Verfehlungen die
Klage auf Entlaſſung angeſtrengt. Der Kreisausſchuß
erkannte auch am 23. Januar 1914 auf Entlaſſung unter
Zuerkennung einer Penſion auf die Dauer von 3 Jahren.
Es wurde unter anderem feſtgeſtellt, daß Armbruſter von
fünf oder ſechs Firmen ſich Kohlen liefern ließ und
Be=
zahlung verweigerte, bezw. von vornherein ausmachte,
das er die Kohlen umſonſt erhält. Natürlich taten die
Firmen dies nur, weil ſie ſonſt von dem wie ein
Herr=
gott, nach den Worten des Oberbürgermeiſters Dr. Dullo,
herrſchenden Armbruſter alle möglichen Schikanen zu
be=
fürchten hatten. Der Provinzialausſchuß
ver=
warf die von Armbruſter und der Stadt eingelegten
Be=
rufungen. Vier Fünftel der Koſten der Berufungsinſtanz
trägt Armbruſter, ein Fünftel die Stadt Offenbach.
Rotes Kreuz.
(Geöffnet von 8 bis 1 und 2 bis 7 Uhr. Bureau der
Zen=
tral=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 25;
Krankenbe=
förderungs=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 2576;
Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20;
Liebes=
gaben=Transport=Abteilung: Neckarſtraße 8, Fernruf 2421.)
Es ſind in letzter Zeit ſo viele verſchiedene
Verfü=
gungen über Zeitpunkt und Art der Verſendung von
Weihnachtsliebesgaben ins Feld veröffentlicht
worden, daß Zweifel oder Mißverſtändniſſe nicht
aus=
geſchloſſen erſcheinen. Wir machen daher darauf
auf=
merkſam, daß unſere Materialien=Abteilung im
Alten Palais zur Frage der Weihnachtsſendungen an
un=
ſere Soldaten jede gewünſchte Auskunft gerne
erteilt.
Wir teilen im folgenden einiges Wiſſenswerte dazu
mit. Die Militärbehörde wird alles tun, um die
Zu=
leitung der Weihnachtsliebesgaben an unſere Truppen
zu fördern. Sie ſetzt aber dabei voraus, daß auch derer
gedacht wird, die in der Heimgt niemanden haben, der
ihnen ein Chriſtgeſchenk macht oder zu machen in der
Lage iſt. Sie ſcheidet alſo zwiſchen Gaben an einzelne
Perſonen, an beſtimmte Truppenteile und
Heeresver=
bände und ſolchen an die Allgemeinheit. Dabei bleibt
der Militärbehörde das Recht gewahrt, bei der
Vertei=
lung alle, die Bedürftigen zumal zu
beden=
ken und Ungleichheit’en dabei nach beſten
Kräften zu vermeiden. Wie unſere braven
Sol=
daten zuſammenſtehen wie ein Mann in Gefahr und
Ent=
behrung, ſo ſollen auch ausnahmslos alle in der ſtillen,
heiligen Nacht fühlen und ſehen, daß das dankbare
Vater=
land ſie nicht vergeſſen hat, auch die nicht, die verwaiſt,
vereinſamt, liebeleer ſonſt im Leben ſtehen. Es empfiehlt
ſich, gerade mit Rückſicht auf den beſonderen Zweck der
Weihnachtsſendungen die Beſtimmungen der Poſt
und Heeresverwaltung noch genauer als
ſonſt zu beachten. Unerläßliche Vorbedingung iſt
natürlich auch jetzt die richtige Adreſſierung von
Briefen und Paketen. Briefe von 250—500 Gramm,
Porto 20 Pfennig, werden vorausſichtlich im Dezember
eine Woche lang zugelaſſen werden. Für Paketſendungen
bis einſchließlich 5 Kilogramm iſt nicht die Feldpoſt
zu=
ſtändig, ſondern es ſind militäriſche Vorkehrungen
ge=
troffen. Die heimatliche Poſt nimmt vom 23. bis
30. November ſolche Pakete für einzelne
Emp=
fänger im Felde an; das Porto beträgt 25 Pfennig. Die
Pakete werden von militäriſchen Paketdepots, bei denen
die Auflieferung portofrei erfolgen kann und deren
Na=
men an allen Poſtanſtalten des Reiches angeſchlagen
wer=
den, geordnet und über die militäriſchen Sammelſtationen
an die Etappenhauptorte geſandt. Hier werden ſie von
den Etappenbehörden übernommen, verteilt und der
Truppe zugeführt. Man achte aber bei der Adreſſe
da=
rauf, daß dieſe genau ſei, und befrage ſich lieber in
Zwei=
felsfällen an zuſtändiger Stelle. Zwar werden Pakete
die wegen falſcher oder ungenügender Adreſſe nicht
be=
ſtellt werden können, oder weil der Empfänger
verwun=
det, gefallen oder vermißt die Sendung nicht in Empfang
nehmen kann, zum Beſten des betreffenden Truppenteils
verwendet; aber es bleibt doch immer mißlich, wenn die
für einen beſonderen Empfänger, womöglich mit viel
Liebe ausgedachte Gabe ihr Ziel nicht erreicht.
Die Zuführung von Weihnachtsgaben
für beſtimmte Truppenteile,
Heeresver=
bände und von ohne jede Einſchränkung der
Allgemein=
heit zugedachten Spenden erfolgt nicht durch die Poſt,
ſondern außſchließlich durch die
Organiſa=
tionen der freiwilligen Krankenpflege,
die ſie von den Sammelſtellen nach dem Etappenort nur
in Eiſenbahnzügen heranbringen. Fahrten in
Kraft=
wagen werden für Ueberbringer und Geleiter von
Lie=
besgaben in keinem Fall geſtattet. Auch hier
müſſen ſich die Einlieferer ſolcher Spenden den
Vor=
ſchriften über Inhalt und Verpackung der Pakete fügen.
Sie follen keine beſchränkende Bevormundung darin
er=
blicken, ſondern nur den wohlvorbedachten Wunſch der
Behörden, brauch= und haltbare Gegenſtände und ſolche,
die nicht, wie zum Beiſpiel Streichhölzer, eine Gefahr für
die eigene Sendung und die anderen darſtellen, unſeren
Truppen zu überliefern. Denn unſere Heeresleitung
be=
ſeelt der redlichſte Wille, den Soldaten im Felde trotz
Krieg und ernſter Zeit einen freudebringenden Erſatz für
das ſchönſte Feſt des deutſchen Hauſes zu ſchaffen, und
ſie zum Kampf zu ſtählen und in der zuverſichtlichen
Hoff=
nung, das nächſte Weihnachtsfeſt wieder im Frieden,
da=
heim bei Weib und Kind, Eltern und Geſchwiſtern
ver=
bringen zu dürfen.
Ortsgewerbeverein.
ff Der trotz des Krieges, vom Ortsgewerbeverein
veranlaßte Vortragsabend nahm einen
glänzen=
den Verlauf. Eine weit zahlreichere Zuhörerſchaft wie
in Friedenszeiten hatte ſich eingefunden, die mit
ſicht=
lichem Intereſſe die zeitgemäßen Ausführungen der für
den Abend gewonnenen Redner verfolgten. Zunächſt
widmete der Vorſitzende des Gewerbevereins, Herr
Stadtverordneter Sames, einige Worte der
Begrü=
ßung an die Erſchienenen unter kurzer Erwähnung der
von dem Gewerbeverein auf dem Gebiete der
Kriegsfür=
ſorge bisher geleiſteten Arbeiten.
Herr Profeſſor Dr. J. Kollmann wies ſodann in
ſeinem Vortrag über „Das Kautionsweſen bei
Vergebung öffentlicher Arbeiten” zunächſt
auf den Wert einer richtigen Kalkulation hin und daß
nur derjenige Konkurrenz ſei, der kalkulieren könne. Zu
den unſicheren Faktoren, die in der Kalkulation eine
be=
ſondere Rolle ſpielten, gehöre in erſter Linie die
Kau=
tion. Die Idee der Kaution ſtamme noch aus jener Zeit,
in der man glaubte, den Unternehmer mit etwas
be=
laſten zu müſſen, damit er reell liefere und arbeite. Heute
ſei dies anders, es gehe nicht mehr ohne das
Unterneh=
mertum und das Handwerk, die Einſicht ſei jetzt
vorherr=
ſchend, daß man dieſe zur Erfüllung der Aufgaben
un=
bedingt brauche. Den Wert der Kautionen näher
erläu=
ern, hinweiſend dabei auf die Kautionsſtellung in der
Beamtenſchaft, die man neuerdings in Erkenntnis deren
Ueberflüſſigkeit beſeitigt habe, kommt der Vortragende
auf die Schwierigkeiten zu ſprechen, die den Handwerkern
durch die bei den ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden
beſtehenden Vorſchriften bereitet werden. Für
Lieferun=
gen der Großinduſtrie, der mittleren Gewerbe und auch
des Kleingewerbes werde allgemein eine Garantiefriſt
von einem Jahre ſtatt der geſetzlichen Friſt von ſechs
Mo=
naten verlangt, ſofern es ſich nicht um fertige Bauwerke
handele, die mit einem Grundſtück feſt verbunden ſeien
und mit demſelben ein einheitliches Ganzes bilden.
Hier=
für ſei die Friſt auf fünf Jahre feſtgeſetzt. Der größere
Teil der Handwerkszweige ſtelle jedoch keine fertigen
Bauwerke her, ſondern nur einzelne Teile derſelben. So
könne z. B. die Lieferung einer Blitzableiteranlage oder
die Inſtallation einer Gasbeleuchtungsanlage oder einer
elektriſchen Beleuchtungsanlage oder die Anlage eines
Brunnens in keinem Falle als Herſtellung eines fertigen
Bauwerkes im Sinne des § 638 des B. G.=B. aufgefaßt
werden, trotzdem werde auch für ſie eine mehrjahrige
Haftpflicht verlangt.
Es iſt nicht einzuſehen, warum das Handwerk in
Be=
zug auf die Garantieleiſtung und die Haftung der
Kau=
tion ungünſtiger behandelt werden ſolle, als die kräftige
Großinduſtrie und die Betriebe mittlerer Größe. Die
Behörden ſollten deshalb grundſätzlich Kautionsſtellung
über die Dauer eines Jahres hinaus nur dann verlangen,
wenn es ſich um Unternehmen dreht, die die Herſtellung
eines vollſtändigen Bauwerks übernehmen und
dement=
ſprechend die geſetzliche Garantie von 5 Jahren zu leiſten
haben. In allen anderen Fällen ſei die Forderung einer
Kautionsſtellung über ein Jahr hinaus völlig
ungerecht=
fertigt. Die Kriegszeit habe die Militärverwaltung,
wenn es ſich um große und eilige Lieferungen handelt,
veranlaßt, nicht nur von jeder Kautionsſtellung
aßzuſe=
hen, ſondern auch Vorauszahlungen in weitgehendem
Maße zu bewilligen. Dieſelben Grundſätze ſollten auch
für Friedensarbeiten in Geltung kommen, dann würden
die kleinen Geſchäftsleute ohne irgendwelchen Schaden
für die Allgemeinheit weſentlich entlaſtet und ihrer
Lei=
ſtungsfähigkeit gefördert werden. Die Ausführungen
endeten mit einem Appell an den Ortsgewerbeverein, die
Initiative zur durchgreifenden Aenderung dieſer
Kau=
tionsbeſtimmungen zu ergreifen, damit der Handwerker
ſeine ſämtlichen Betriebsmittel für ſeinen Betrieb
be=
reithalten könne.
Dieſem mit reichem zuſtimmendem Beifall
aufgenom=
menen Vortrag ſchloß ſich eine kurze Ausſprache an, in
deren Verlauf Herr Baurat Wagner von der
Großher=
zoglichen Miniſterialabteilung für Bauweſen die in der
Staatsbauverwaltung beſtehenden
Kautionsbeſtimmun=
gen bekanntgab und dabei ſeiner perſönlichen Meinung
Ausdruck verlieh, daß ſich jene Vorſchriften immer noch
in mäßigen Grenzen halten würden. Die beabſichtigte
Eingabe wird von ſeiner vorgeſetzten Behörde jedenfalls
in wohlwollende Prüfung und Erwägung gezogen.
Zum Schluſſe machte Herr Volksbankdirektor Stein
noch verſchiedene, recht intereſſante Mitteilungen über die
ſeit Beginn des Krieges eingetretenen Kreditverhältniſſe,
die Gründung von Kriegskreditkaſſen im allgemeinen,
über den Anſchluß der Handwerker und
Gewerbetreiben=
den an die Volksbank und die Einrichtung eines
Scheck=
tontos bei derſellen.
Kunſtrotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaldingen ꝛc., deren im Nache
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Richard Wagner=Verein. Auf den
mor=
gen zum Beſten des Roten Kreuzes ſtattfindenden
Volks=
liederabend von Elena Gerhardt ſei nochmals
aufmerkſam gemacht, da es wohl für lange Zeit die
ein=
zige Gelegenheit ſein wird, die erſte deutſche
Konzertſänge=
rin hier in Darmſtadt zu hören, über die kürzlich ein
Leip=
ziger Blatt ſchrieb: „Die erleſene künſtleriſche Qualität
dieſer Sängerin iſt in der geſamten muſikaliſchen Welt
ge=
ſchätzt. Das ihren Darbietungen eigene Ebenmaß ſchließt
jedes Forcieren aus; edel, rund, gleichſam körperlich
ſtrömt der Geſang dahin, beherrſcht von jener ſeeliſchen
Einfühlung, die den verſchiedenſten Ausdruckswerten
mannigfacher Lyrik gerecht wird.”
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 21. November 1914
Butter, ½ kg . . 1,40 M
in Part. ½ kg . 1,30 M
Eier Stück . . 12—13 Pf.
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf.
Handkäſe, Stück 5—11 Pf
Kartoffeln, Zentner . 4 M
Kumpf
(10 Liter) 65 Pf
½ kg 4½ Pf
Mäuschen,
½ kg 9—10 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg. . 10— 16Pf.
Zitronen, Stück . 6—8 P
Apfelſinen, Stück 6—10 Pf
Birnen, ½ kg . 8—15 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 5—6 Pf.
Endivien, Stück 4—7 P
Feldſalat, Körbchen 10 P
Radieschen, Bündel 3 P
Rettiche . Stück 4—5 Pf.
Meerrettich, Stück 10—20 Pf.
Roterüben, ½ kg 10 Pf
Zwiebeln, ½ kg 12—14 Pf.
Tomaten, ½ kg 25—30 Pf.
Spinat, ½ kg 18—20 Pf
Weißkraut, Stück 8—18 P
Rotkraut, Stück 10—35 Pf
Blumenkohl, Stück 20—50 Pf.
Wirſing, Stück . 5—10 Pf
Grünkohl, Stück . . 5 Pf.
Roſenkohl, ½ kg . .25 Pf
Gelberüben, ½ kg 5 Pf.
Schwarzwurz, ½kg 26-28 Pf.
Sellerie, Stück . 5——10 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg 85—90 Pf.
Enten, Stück 3,00—3,50 M.
Hahnen, Stück 1,50—2,00 M.
Hühner, „ 2,00—2,50 M.
Tauben, Stück 50—60 Pf.
Haſen, Stück . 3,80—4 M.
Lapins, Stück 0,90—1 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg
1 M.
Aal, ½ kg
1 M.
Andere Rheinfiſche,
½ kg 35—50 Pf
Kabliau, ½ kg 40—45 Pf.
Schellfiſche ½ kg 40—45 Pf.
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 70—76 Pf.
Kalbfleiſch, ½ kg
Hackfleiſch, ½ kg . 80 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 60 Pf.
Rindswürſtchen, Stück
15—20
Schweinefleiſch mit
Beilage, ½ kg 90 Pf.
„ ohne Beilage 1 M.
Geſalzenes und Koteletts,
½ kg 90 Pf.
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg 80 Pf.
Gernsheim, 20. Nov. (Tödlicher Unfall.) Heute
früh wurde hier der Schaffner Heiter von Darmſtadt
beim Rangieren überfahren und auf der Stelle getötet.
-h- Auerbach, 20. Nov. (Für unſere blauen
Jungen.) Durch den Schriftführer der Ortsgruppe
Auerbach des Deutſchen Flotten=Vereins, Herrn Val.
Lehr, wurden in hieſiger Gemeinde für die Beſatzung
des Linienſchiffes „Heſſen” zur Bereitung einer
Weih=
nachtsfreude 303 Mark 40 Pfg. geſammelt. Mil
ganz geringer Ausnahme gab ein jedes, dem die
Einzeich=
nungsliſte vorgelegt wurde, mit größter Freude ſein
Scherflein für die ſchöne Sache. Von der armen Witwe
bis zum reichen Rentner wurde beigeſteuert und unſer
Auerbach hat damit den größten Dank der blauen Jungen
des Schiffes „Heſſen” erworben.
Offenbach, 21. Nov. (Eine Einbrecherhande)
iſt hier und in der Umgegend ſeit einiger Zeit tätig. Die
Diebe haben es namentlich auf ſolche Geſchäftsläden
ab=
geſehen, deren Inhaber anderwärts wohnen. So wurde
ein ſchwerer Einbruch in das Warenhaus von Dull=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Nummer 322.
ſtein in der Frankfurter Straße verübt. Die Diebe
dran=
gen im Dunkel der Nacht durch den Hof und erbeuteten
für über 500 Mark Wechſelgeld, meiſt Nickel= und
Kupfer=
ſtücke. Einen weiteren Beſuch ſtatteten offenbar die
glei=
chen Diebe dem Spezereihändler Gotha in der
Geleits=
ſtraße ab, in deſſen Laden ſie allerhand Dinge und Geld
entwendeten. Nicht anders erging es einigen
Filial=
geſchäften von Latſcha, Schade u. Füllgrabe. Auch hier
machten die Diebe ein gutes „Geſchäft”. Im Stadtteil
Bürgel, in Bieber und Fechenheim wurde in den gleichen
Filialgeſchäften erfolgreich eingebrochen. Die
Diebesgeſell=
ſchaft konnte noch nicht dingfeſt gemacht werden.
Lämmerſpiel, 21. Nov. (Meſſerſtecherei.)
Meh=
rere junge Burſchen von hier gerieten mit einander in
Streit, in deſſen Verlauf neben mehreren leichteren
Ver=
letzten einer der Beteiligten einen Meſſerſtich erhielt, der
ihn ſchwer verletzte.
Mainz, 21. Nov. (Neuer Beruf.) Ein Zeuge aus
Biſchofsheim wurde an der hieſigen Strafkammer
vernommen. Auf die Frage des Vorſitzenden nach ſeinem
Berufe meinte der Zeuge naiv, er ſei „
Kriegsbrem=
ſer!“. Schallende Heiterkeit brach über den neuen, recht
nützlichen Beruf aus. Der Zeuge iſt während des Krieges
Hilfsbremſer und glaubte, er ſei deshalb „Kriegsbremſer!”.
Der Mann hat ſeinen neuen Beruf zweifellos zu ſpät
er=
kannt; rechtzeitig und an der richtigen Stelle hätte er ſich
viele Menſchen zu Freunden gemacht. Jetzt hat das
Brem=
ſen leider keinen Zweck mehr. — (Städtiſcher
Kar=
toffelverkauf.) Der erſte, am Freitag auf dem
Lieb=
frauenplatz abgehaltene Kartoffelmarkt ging ſehr flott von
ſtatten. Der ſtädtiſche Beamte, der das Wiegen zu
über=
wachen und das Geld einzunehmen hatte, war vollauf
be=
ſchäftigt. Um den Aufkauf durch Wiederverkäufer
auszu=
ſchließen, wurde nur an jeden Intereſſenten ein
Quan=
tun von einem halben Zentner für 2 Mk. 13 Pfg.
ab=
gegeben.
Guſtavsburg, 21. Nov. (Billige Kartoffeln.)
Eine freudige Ueberraſchung bereitete der Militärverein
den Familien ſeiner zahlreichen Mitglieder dadurch, daß
er in das Haus eines jeden Kriegers, einerlei, ob derſelbe
in der Front oder im Garniſondienſte ſteht, 4 Zentner
Kartoffeln als Liebesgaben fahren ließ.
o Weinheim, 20. Nov. (Vom Weinheimer
Seniorenkonvent) ſind nach den bisherigen
Feſt=
ſtellungen 1051 Mitglieder ins Feld gerückt,
wovon bis jetzt 111 das Eiſerne Kreuz erhielten, darunter
einer das erſter Klaſſe. Einer erhielt einen Ehrendegen,
Gefallen ſind 49 Mitglieder.
Beſchlagnahmte Kartoffelvorräte.
* Hanau, 20. Nov. Da nach der Feſtſetzung von
Höchſtpreiſen für Kartofeln ſich eine Zurückhaltung
der Kartoffelproduzenten ergeben hat, iſt vom
Polizeidirektor und Landrat für den Stadt= und
Land=
kreis Hanau die ſofortige Beſchlagnahme der bei
Kartoffelzüchtern und Händlern befindlichen
Kartoffelvor=
räte, ſoweit ſie nicht für ihren eigenen Bedarf nötig ſind,
angeordnet worden.
* Greiz i. Vogtl., 20. Nov. Die Feſtſetzung eines
Höchſtpreiſes von 3,50 Mark für den Zentner Kartoffeln
hat für das Reußenland recht eigenartige Folgen gehabt.
In Gera iſt eine Kartoffelnot im Entſtehen, weil die
Händler, die wohl zu teuer eingekauft haben, angeblich für
dieſen Höchſtpreis keine Kartoffeln liefern können.
Dar=
aufhin hat der Stadtrat angeordnet, daß in der Stadt
durch die Ortsbehörde und auf dem Lande durch das
Land=
ratsamt die vorhandenen Kartoffelbeſtände
er=
mittelt werden ſollen, um ſie dann für die
Oeffentlich=
keit zum Höchſtpreiſe zur Verfügung zu ſtellen. In Greiz
wurden bei verſchiedenen Händlern die Vorräte
beſchlag=
nahmt, weil ſie die Kartoffeln bis zu 6 Pfg. das Pfund
verkauft hatten.
Handel und Verkehr.
— Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
m. b. H., am 31. Oktober 1914. Aktiva. 1. a) Kaſſa,
Sorten und Kupons M. 123 163.88;b) Guthaben bei der
Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 8 650.77. Zuſ.
M. 131 814.65. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 400 073.39.
3. Bankverkehr=Konto M. 859969.65. 4. Lombard=Konto
M. 370323.43. 5. Effekten=Konto M. 700 287.95. a)
in=
ländiſche Staatspapiere Nom. M. — .—; b) ſonſtige
bei der Reichsbank und anderen deutſchen Notenhanken
be=
leihbare Wertpapiere M. —.—; c) ſonſtige Wertpapiere
M.—. —. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämtlich gedeckt)
M. 2954 233.08. 7. Vorſchuß= und Vorſchußwechſel=Konto
M. 628 161.82. 8. Beteiligung am Schutzverein für Nieder=
Modau M. 3000.—. 8a. Haus= und Immobilien=Konto
M. 305 658.34. 9. Mobilien=Konto M. 325.20. 10.
Schrank=
fächer=Konto M. 1188 75. 11. Haus= und Immobilien=
Unterhaltungskoſten=Konto M. 2 112.71. 12. Verwaltungs
koſten=Konto M. 61218.74. Sa. M. 6 4 8 367.71. —
Paſſiva. 1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1 427 609.06.
2. Reſervefonds=Konto I M. 368 615.66. 3. Reſervefonds=
Konto II. und Immobilien=Reſerve M. 117903.32.
4. Delkredere=Konto M. 50 000.—. 5. Penſions= und
Unter=
ſtützungsfonds=Konto M. 201634.68. 6. Darmſtädter
Volksbank=Stiftungsfonds=Konto M. 12 500.−. 7.
Darmſtädter Volksbank= Stiftungsfonds=Zinſen=Konto
M. 166.65. 8. Hypotheken=Konto M. 66000.—. 9.
Akzep=
tationen= und Aval=Konto M. 89 600.—. 10.
Bank=
verkehr=Konto M. 3952.02. 11. Konto=Korrent=Konto
M. 436 226.58. 12. Sparkaſſen= und Scheck=Konto
M. 3 462 723.43. 13. Dividende=Konto M. 4 136.31. 14.
Zinſen=Konto M. 173919.97. 15. Verſchiedene Beiträge
und Vergütungen M. 3 380.03. Sa. M. 6 418 367.71.
Umſchlag im Oktober 1914 M. 7317817.71. Zahl der
Mitglieder 1960.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
einerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Fern der Heimat.
Nahezu 50 000 junge Leute im Alter von 17—23 Jahren
mußten vor ungefähr acht Tagen plötzlich in der Nacht
aus ihrem jeweiligen Wohnſitz herausgeholt werden, um
nach den weſtlichen Teilen des Reiches um ihrer
perſön=
lichen Sicherheit willen geſchickt zu werden. 5000 davon
ſind auch in unſere Stadt gekommen und in verſchiedenen
Schulen uſw. in Maſſenquartiere gebracht worden, wo
ſie beherbergt und verpflegt werden. Aus dieſem
plötz=
lichen Hierherkommen ſo vieler Menſchen iſt der
Stadt=
verwaltung eine weitere außerordentlich große Arbeit
ent=
ſtanden, doch iſt die Aufgabe nach beſten Kräften gelöſt
worden. Was die jungen Schleſier ſelbſt betrifft, ſo möge
man dieſelben doch ja nicht nach ihrem Aeußeren allein
beurteilen: die Raſchheit ihrer Verſchickung, die ihnen
kaum Zeit ließ, das Nötigſte mit auf die Reiſe zu
neh=
men, eine faſt 48 ſtündige Eiſenbahnfahrt, zum Teil in
un=
geheizten Güterwagen, und eine nur mangelhafte
Ver=
pflegung unterwegs hat auf das Aeußere her Einzelnen
vielfach ungünſtig gewirkt. Ebenſo iſt bei vielen durch die
fremden Eindrücke, durch die ihnen unbekannte Gegend
und durch ein natürliches Heimweh eine ſeeliſche
De=
preſſion entſtanden, die ihren vielfach betrübten
Geſichts=
ausdruck rechtfertigt. Ernſtliche Klagen über
nangelhaf=
tes Betragen haben die Leiter der verſchiedenen Gruppen
bis jetzt nicht zu verzeichnen gehabt, einige
Unregelmäßig=
keiten Einzelner, die natürlich bei einer ſo großen
Men=
ſchenmaſſe immer vorkommen dürften, ſind raſch beſeitigt
worden. Es darf deshalb gewiß auch von der
Einwohner=
ſchaft der Stadt erwartet werden, daß ſie den jungen
Leuten, die ihre ihnen lieb gewordene Heimat, Vater,
Mutter und Geſchwiſter als Folge der rauhen Kriegszeit
ſo plötzlich verlaſſen mußten, überall freundlich
entgegenkommen und ſie gegebenen Falles ſogar
in Schutz nehmen; wir haben es hier weder mit
Gefange=
nen, noch mit Feinden zu tun, ſondern mit den Söhnen
deutſcher Familien. Auch hier iſt die Betätigung
chriſt=
licher Nächſtenliebe durchaus am Platz.
R. N.
Zu der geſtrigen Bitte um
Kleidungs=
ſtücke für die Schleſier ſei noch nachgetragen, daß
beſonders auch alte Stiefel dringend benötigt werden.
Sie werden ebenfalls Grüner Weg 99 zur Verteilung
gerne in Empfang genommen.
Literariſches.
— Die Kriegsnummern der illuſtierten Zeitſchrift
Zur Guten Stunde ſtehen nach wie vor an der
Spitze der Berichterſtattung vom Kriegsſchauplatze.
Be=
ſonders wertvoll ſind ſie durch den reichen Bilderſchmuck
nach Gemälden und Skizzen erſter im Felde ſtehenden
Maler ſowie nach künſtleriſchen Photographien. Hierzu
kommen die ſachlichen, von echtem, vaterländiſchem Geiſte
getragenen Texte, welche mit den Bilderbeigaben ein
har=
moniſches Ganze bilden, — eine treffliche,
wahrheits=
getreue Darſtellung des Krieges in Wort und Bild. Der
übrige Inhalt des neueſten (5.) Heftes von Zur Guten
Stunde (Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W.
57., Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) iſt auch dem
gewaltigen Völkerringen angepaßt. Ein beſonderes
In=
tereſſe fordern die beiden ſpannend geſchriebenen großen
Romane, „Der Brief der Sibylle Brand” von Paul
Grabein und „Glücksritter” von H. Wenden. Indem wir
noch den Bilderſchmuck des Heftes lobend hervorheben,
möchten wir darauf hinweiſen, daß auch dieſe neueſte
Nummer der altbekannten und beliebten Zeitſchrift von
Zur Guten Stunde wieder viel des Guten und Schönen
bringt, ſo daß wir ein Abonnement wohl mit gutem
Rechte empfehlen dürfen.
— Das Intereſſe wird neuerdings auf das im
Vor=
jahr erſchienene Buch des Hamburger Immunitätsforſchers
Prof. Dr. Hans Much gelenkt, das uns unter dem Titel
Krankheitsentſtehung und
Krankheits=
verhütung lehrt, wie Cholera, Typhus, Pocken, Ruhr,
Diphtherie uſw. ſich entwickeln. Gegenwärtig iſt von
be=
ſonderem Intereſſe der Abſchnitt Wundſtarrkrampf=
(Tetanus) unter dem unſere armen Verwundeten zu
leiden haben, wenn durch das Liegen im Felde Bakterien
in die Wunde geraten ſind. Wir erfahren aus dem Buche
auch Näheres über die anderen krankmachenden
Bak=
terienarten und über die Schutzſtoffe, welche die Natur
dem Menſchen gegen dieſelben verliehen. Das mit 22
farbigen Abbildungen ausgeſtattete Buch koſtet nur 2.50
Mark und iſt bei Curt Kabitzſch, Kal. Univerſitäts=
Ver=
lagsbuchhändler in Würzburg, erſchienen.
Der Krieg.
Engliſche Flieger über Friedrichshafen.
* Friedrichshafen, 21. Nov. Ergänzend wird
mitgeteilt: Mittags gegen 1 Uhr erſchienen zwei
eng=
liſche Flugzeuge über der Stadt und verſuchten,
einen Angriff auf die Luftſchiffwerft auszuführen. Ein
Flieger, der etwa 400 Meter über der Halle kreiſte, konnte
alsbald von dem Ballonabwehrkommando mit
Schrap=
nell= und Maſchinengewehrfeuer
herabge=
ſchoſſen werden. Dem anderen Flieger, der in
ziemlich großer Höhe ſich hielt und wiederholt die Halle
umkreiſte, gelang es, zu entkommen, doch ſoll er nach einer
ſpäteren noch unbeſtätigten Mitteilung in den
Boden=
ſee gefallen ſein. Die Flieger warfen 5
Bom=
ben ab, die teilweiſe in allernächſten Nähe der Halle
einſchlugen. Zwei Häuſer in der Stadt
wur=
den beſchädigt, ein Mann getötet und eine
Frau verletzt. Der Inſaſſe des herabgeſchoſſenen
Flug=
zeuges, ein engliſcher Marineoffizier, wurde ſchwer verletzt
in das Krankenhaus geſchafft. Die Anlagen des
Luft=
ſchiffbaues blieben unbeſchädigt.
Der Dank des Kaiſers.
* Danzig, 21. Nov. Der Kaiſer hat auf die
Mel=
ung des Generaloberſten von Hindenburg von dem Siege
der 9. Armee in den Kämpfen in Kujawien in der
Schlacht bei Kutno an den Oberbefehlshaber der 9.
Armee, v. Mackenſen, folgendes Telegramm gerichtet:
Großes Hauptquartier, 16. Nov. General Mackenſen,
Hauptquartier, 9. Armee. Als ich Sie an die Spitze der
tapferen 9. Armee berief, war ich überzeugt, daß Sie das
hierin zum Ausdruck gebrachte Vertrauen voll rechtfertigen
würden. Ihre vortrefflichen Erfolge dieſer Tage haben
hierfür den Beweis erbracht und beglückwünſche ich Sie
und Ihre tapferen Truppen zu dieſen Ruhmestaten. Ihre
unerſchütterliche Tapferkeit gegenüber dem weit
überlege=
nen Feind iſt des höchſten Lobes wert. Sprechen Sie das
Ihren Truppen und den Kaiſerlichen Gruß und die beſten
Wünſche für die Zukunft aus.
Großadmiral von Tirpitz.
* Hamburg, 21. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Auf
das anläßlich des Falles von Tſingtau vom Senat
an den Staatsſekretär v. Tirpitz gerichtete Schreiben iſt
dem Präſidenten des Senats folgende Antwort zugegangen:
Bürgermeiſter Predöhl: Euer Magnifizenz ſage ich für
die warmen, erhebenden Worte, die Sie als Präſident des
Senats der Freien und Hanſe=Stadt Hamburg anläßlich
des Falles von Tſingtau an mich gerichtet haben, meinen
aufrichtigen Dank. Wenn mir bei dem für mich beſonders
ſchmerzlichen Verluſte dieſer herrlichen Kolonie etwas zum
Troſte gereichen kann, ſo iſt es, abgeſehen von ihrer helden=
mütigen Verteidigung, das Bewußtſein, daß das Werk,
welches dort geſchaffen wurde, ſtets Anerkennung und das
volle Verſtändnis ganz Deutſchlands und namentlich der
Handelsſtadt Hamburg gefunden, in deren Mauern das
Gefühl für die Bedeutung deutſcher See= und
Handels=
macht ſtets beſonders rege geweſen iſt und für alle Zeiten
bleiben wird. Möge nach dem ſchweren und
aufgezwun=
genen Kampf, in dem Deutſchland jetzt ſeine Welt= und
Handelsſtellung verteidigt, der alte gute Hanſeatengeiſt
Hamburgs auf der ganzen Welt neue, kräftige Blüten
treiben gez. v. Tirpitz, Großadmiral.
Glücklich heimgekehrt.
* Halle a. d. S., 21. Nov. Dem Kapitänleutnank.
Aye von dem verſenkten Hilfskreuzer „Kaiſer
Wilhelm der Große” iſt es gelungen, als
Kohlen=
zieher auf einem neutralen Schiffe nach Deutſchland
zurückzukehren. Er erhielt das Eiſerne Kreuz 1. Klaſſe.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Wien, 21. Nov. Amtlich wird verlautbart: 21.
November, mittags. Der Angriff der Verbündes
ten auf die ruſſiſchen Hauptkräfte in Ruſſiſch=
Polen geht auf der ganzen Front vorwärts. In einem
Kampf nordweſtlich von Czenſtochau ergaben ſich
zwei feindliche Bataillone.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
v. Höfer, Generalmajor.
Aus Belgien.
* Brüſſel, 21. Nov. Der Lauf aller zivil= und
ſtrafprozeßrechtlichen Friſten nebſt dem Lauf
der Verjährung iſt, ſoweit die Friſten gegen Deutſche,
Oeſterreicher, Osmanen und Angehörige neutraler
Staa=
ten in den okkupierten Ländern Belgiens laufen und
ſo=
weit ſie benutzt werden, durch Verordnung des
General=
gouverneurs für die Zeit vom 1. Auguſt bis 15. November
ausgedehnt worden.
Ein Sklave — kein Herrkner mehr.
* Berlin, 21. Nov. Aus Roſendaal wird gemeldet:
In Breda wurden vor einigen Tagen 7
fahnenflüch=
tige belgiſche Offiziere interniert, die am 5.
No=
vember von König Albert mit dem Ritterkreuz des
Leo=
poldordens ausgezeichnet wurden. Von Landsleuten nach
dem Grund ihrer Fahnenflucht gefragt, antwortete einer
von ihnen: Weil wir es ſatt haben, unſere armen
Soldaten für die herzloſen, bloß ihr eigenes Fell
berück=
ſichtigenden Briten ins Feuer zu jagen. Glauben Sie ja
nicht, daß der König mit dem Niedermetzeln ſeiner
bra=
ven Belgier einverſtanden iſt, aber was ſoll er dagegen
tun. Seit ſeiner letzten Begegnung mit
Poincaréhat er ſich und das Land den
Fran=
zoſen und Engländern verſchrieben. Ein
Sklaveiſt er heute, kein Herrſcher. Es iſt
gleich=
gültig, ob wir die Deutſchen aus Belgien vertreiben oder
nicht, oder ob ſie uns beim Frieden unſer Vaterland
zurückgeben. Das Spiel iſt zu Ende.
Der Lügenkorreſpondent der Zimes.
* Berlin, 21. Nov. Geh. Baurat Dr. Emil
Ra=
thenau erſucht um die Veröffentlichung folgender
Er=
klärung: Gegenüber der von der Times
wieder=
gegebenen Behauptung, eines angeblichen
Kopen=
hagener Gewährsmannes, nach welcher ſich im.
Hinblick auf die Unterbrechung der Kupfer= und
Petro=
leumzufuhr Zweifel an dem Sieg Deutſchlands
ausge=
ſprochen hätte, erkläre ich, ſelbſtverſtändlich nie eine
derartige Aeußerung irgend jemand
ge=
genüber getan zu haben, daß vielmehr in Deutſchland
für die Bedürfniſſe, zu deren Befriedigung Kupfer und
Petroleum dienen, ausreichend geſorgt iſt. Die
Behinde=
rung der Zufuhren durch England tritt in ihrer
Bedeu=
tung völlig hinter den Tatſachen zurück, worauf ſich meine
Zuverſicht ſtützt, daß Deutſchland aus dem Kriege
ſieg=
reich und ſtark hervorgehen wird.
Spende der Auslandsdeutſchen.
* Berlin, 21. Nov. Außer der vor einigen Tagen
ſchon gemeldeten Spende von 375000 Mark, die dem
Stellvertreter des Reichskanzlers durch die Deutſch=
Ueber=
ſeeiſche Bank zugeſandt worden iſt, wurde ein gleicher
Betrag durch die Südamerikaniſche Bank als
Kriegs=
ſpende der Deutſchen und Deutſchenfreunde in
Argen=
tinien zur Linderung der durch den Krieg
hervorgeru=
fenen Not übermittelt. Die geſamte Summe beträgt alſo
750000 Mark.
Die ruſſiſchen Gefangenen mit der Kriegskaſſe.
* Dresden, 21. Nov. Im Gefangenenlager in
Königsbrück fand man bei einzelnen Ruſſen überraſchend
große Geldbeträge. Nach mehrfachem Verhör ſtellte ſich
heraus, daß die Soldaten die Kriegskaſſe des
Re=
giments geplündert hatten. Selbſtverſtändlich
mußten ſie das Geld ſofort an die Kommandantur
ab=
liefern.
Der türkiſche Krieg.
Beſchlagnahme einer engliſchen Eiſenbahn.
* Konſtantinopel, 21. Nov. Die türkiſche
Regierung hat die engliſche Eiſenbahn
Smyrna-Aidin, deren Konzeſſion im letzten Sommer
ver=
längert worden war, mit Beſchlag belegt. Hierzu
wird bemerkt, daß die Pforte auf dieſe Weiſe gegen
England für die Beſchlagnahme zweier Dreadnoughts,
die Annektion Cyperns und die Verletzung des Status von
Aegypten Vergeltung üben will.
Engliſche Vorſchüſſe.
* London, 21. Nov. Wie jetzt bekannt wird, hat
die Regierung den autonomen Kolonien folgende
Vorſchüſſe gewährt: Kanada 12 Millionen,
Au=
ſtralien 18 Millionen, Südafrika 7 Millionen,
Neu=Seeland 5 Millionen 250000 Pfund Sterling.
Man ſchätzt die Kriegskoſten für Kanada auf 20
Mil=
lionen für das Jahr.
Englands Verteidigungsmaßnahmen.
* London, 21. Nov. Die Admiralität teilt mit, daß
die Schiffe wegen der Ausdehnung des
Vertei=
digungsſyſtems mit Minen vom 27. November ab
verpflichtet ſein ſollen, vor gewiſſen Häfen Lotſen
aufzunehmen, da es außerordentlich gefährlich ſei,
ohne Lotſen in dieſe Häfen einzulaufen, oder ſie zu
ver=
laſſen. Die in Frage kommenden Häfen ſind in den
Mün=
dungen und Flußläufen des Humber, Thyne, der Firth of
Forth, des Marroy Forth, ſowie des Scapa Flow.
Nummer 322.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Seite 7.
Bulgariſche Heeresverſtärkung.
* London, 21. Nov. Daily Chronicle erfährt aus
Athen: Der bulgariſche Kriegsminiſter hat ein
Geſetz vorgelegt, das ihn ermächtigt, die Mannſchaften
zum Kriegsdienſt einzuziehen, die jetzt vom Dienſt
befreit ſind. Hierdurch wird die Anzahl der Truppen um
100000 Mann vermehrt.
Auſtraliſche Nöte.
* London, 21. Nov. Nach einem Telegramm der
Times aus Melbourne lagern in den
auſtrali=
ſchen Häfen 162500 Tonnen Butter, 59000
Rinder=
viertel, 955000 Hammel und Lämmer und 80000
Kanin=
chen, deren Verſchiffung infolge des Mangels an Dampfern
mit Gefrierräumen nicht vor ſich gehen kann.
Der Aufſtand in Südafrika.
* Amſterdam, 21. Nov. Telegraph meldet: Das
in Pretoria erſcheinende Blatt Volksſtem veröffentlicht
einen zwiſchen Oberſt Maritz und der Regierung
von Deutſch=Südweſtafrika geſchloſſenen
Vertrag, der in 7 Punkte zuſammengefaßt iſt, die
Un=
abhängigkeit Südafrikas erklärt und damit den
Krieg gegen England begann. Der
Gouver=
neur von Deutſch=Südweſtafrika erkennt alle afrikaniſchen
Streitkräfte, die gegen England operieren, als
Kriegfüh=
rende an. Sie werden nach weiteren Beſprechungen die
Maßnahmen gegen England unterſtützen. Falls Britiſch=
Südafrika für unabhängig erklärt wird, ſorgt der
Gouver=
neur von Deutſch=Südweſtafrika dafür, daß der Staar
oder die Staaten als ſolche von der deutſchen Regierung
anerkannt und bei den allgemeinen Friedensverhandlungen
mit eingeſchloſſen werden. 4. In Anbetracht dieſer
Unter=
ſtützung werden der neugebildete Staat oder die Staaten
keine Einwendungen erheben, daß die deutſche Regierung
von der Walfiſchbai und den ſüdweſtlich gelegenen Inſeln
Beſitz ergreift; 5. der Talweg an dem Oranjefluß bildet
die Grenze zwiſchen Deutſch=Südweſtafrika und der
Kap=
provinz; 6. Das Deutſche Reich will keinen Einwand
er=
heben, wenn die oben genannten Staaten von der
Dela=
goabai Beſitz ergreifen; 7. Wenn der Aufſtand nicht glückt,
dürfen ſich die Aufſtändiſchen auf deutſches Gebiet
bege=
ben und werden als deutſche Untertanen behandelt.
Oberſt Maritz ſchickte am 16. Oktober dieſen Vertrag dem
Oberſt Brits, den er als alten Afrikaner aufforderte,
gegen England zu kämpfen. (Anm. d. W. T.=B.: Die
Verantwortung für die Richtigkeit der vorſtehenden
Ver=
öffentlichung muß der Volksſtem in Pretoria überlaſſen
bleiben.)
* Berlin, 21. Nov. Prinz Auguſt Wilhelm
erlitt bei einem Automobilunfall auf einer dienſtlichen
Fahrt einen komplizierten Unterſchenkelbruch und eine
Kieferkontuſion.
* Berlin, 21. Nov. (Amtlich.) Wie das
Kriegs=
miniſterium bekannt gibt, werden Angebote auf
Lieferungen für Kriegsbedarf von ſolchen
Bewerbern, die der Heeresverwaltung aus der bisherigen
Geſchäftsverbindung noch nicht bekannt ſind, nur dann
angenommen und beantwortet, wenn ihnen gleichzeitig
eine amtliche Auskunft der zuſtändigen
Handels=
oder Handwerkskammer darüber beigefügt iſt, daß der
Anbieter zuverläſſig und leiſtungsfähig iſt und daß er
dem Geſchäftszweig, aus welchem er Waren anbietet, als
Fabrikant oder Großhändler angehört
* London, 21. Nov. Die Zeitungen veröffentlichen
ein von Asquith, Roſeberry, Balfour u. a.
unterzeich=
netes Schreiben, in dem im Namen des Zentralkomites der
nationalen patriotiſchen Organiſation zur Unterſtützung
aufgefordert wird, um die britiſche öffentliche Meinung
aufzuklären und Literatur über die Frage des
Krie=
ges den neutralen Ländern zu unterbreiten. In dem
Schreiben heißt es, die britiſche öffentliche Meinung kann
letzten Endes ein entſcheidender Faktor in den großen
Kämpfen werden. (Dieſer entſcheidende Faktor iſt bei uns
ſchon ſeit Anfang des Krieges in opferfreudiger Tätigkeit.
D. Red.) Wenn das ganze britiſche Reich unerſchütterlich
und tatkräftig bleibt, dann muß der Sieg unſer bleiben.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 21. Nov. Auf der Tagesordnung der
Sitzung des Reichstages am 2. Dezember ſteht die
erſte und eventuell zweite Leſung eines Entwurfes eines
Geſetzes betr. eines 2. Nachtrages zum
Reichs=
haushaltsetats für das Rechnungsjahr 1914.
* London, 21. Nov. Die Times meldet aus Mexiko:
Carranza hat die Stadt Orizaba im Staate Veracruz
zur Hauptſtadt des Landes erklärt.
Verluſtliſte (aus Nr. 81).
Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm Nr. 116, Gießen.
Berichtigung früherer Angaben.
Musk. Jakob Kern, Stammheim, bisher vw., † Reſ.=
Laz. Marburg 12. 10. 14.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 118.
Servon am 15. 9. 14, La Hoſſoie, Tag nicht angegeben,
und Gefecht im Weſten am 24. 9. 14, Ort nicht angegeben.
I. Bataillon, Darmſtadt.
U.=O. Heinrich Vogel v. d. 1. Komp., Kleeſtadt,
vm.; Reſ. Franz Seitz v. d. 1. Komp., Bensheim, lv.;
Wehrm. Martin Stegmüller v. d. 1. Komp., St.
Leon, lv.; Offz.=Stellv. Vizef. Heckmann v. d. 2.
Kom=
pagnie, gefallen; Wehrm. Gg. Seib v. d. 2. Komp.,
ge=
fallen.
II. Bataillon, Erbach.
6. Kompagnie: U.=O. d. R. Georg Garſt,
Gund=
heim, gefallen; Wehrm. Georg Metzger, Hochheim,
ge=
fallen; Wehrm. Karl Knirim, Höchſt, Erbach, gefallen;
Gefr. d. L. Gottlieb Karl Knorpp Worms, ſchv.;
Vizef. d. L. Johann Meyer, Michelſtadt, lv.; Vizef.
Paul Herm. Hofmann, König, ſchv.; Wehrm. Heinrich
Keil, Erzbach, vw.; U.=O. d. L. Ludwig Olſchläger,
Birkenau, lv.; Wehrm. Karl Niklas, Kirch=Brombach,
lv.; Wehrm. Nikolaus Wetter,, Pfaffen=Beerfurth, lv.;
Wehrm. Georg Bernhard, Unter=Moſſau, lv.; Gefr.
d. L. Chriſtian Reck, Framersheim, lv.; Wehrm. Karl
Roth, Oſthofen, lv.: Wehrm. Johann Stichter,
Dalsheim, lv.; Wehrm. Jakob Immel, Leiſelheim, vm.
III. Bataillon, Mainz.
Reſ. Peter Schloſſer, v. d. 12. Komp., ſchv.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 118, Mainz, Worms.
Nachtrag zu früheren Meldungen.
9. Kompagnie: Horn. Friedrich Schmidt,
Nierſtein, vw.; Wehrm. Philipp Stark, Dolgesheim,
lv.; Wehrm. Jakob Müller Nierſtein, vw.; Wehrm.
Theodor Bödicker, Gleisdorf, vw.; Wehrm. Michael
Germaine, Monnern, vw.; Wehrm. Nikolaus Con=
ter, Monnern, vw.; Wehrm. Franz Gerhard,
Harr=
bach, vw.
10. Kompagnie: Wehrm. Reinhard Bens,
Oſthofen, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 168.
Stab und I. Bataillon.
Ennetiéres vom 20. bis 25., Englos vom 20. bis 23.,
Bois blanc b. Lille am 23., Radinghem am 24., 27. und
29., und Briduys am 29. 10. 14.
Stab, Offenbach.
Oberlt. u. Adj., Karl Bornemann, Aurich,
gefal=
len.
I. Bataillon, Butzbach.
Leib=Kompagnie: Sergt. Heinr. Grein,
Eu=
dorf, gefallen; U.=O. Joſeph Neuhoff, Halbhuſten,
ge=
fallen; Musk. Jakob Grünewald, Oberklingen,
ge=
fallen; Musk. Georg Döllinger, Stierſtadt, gefallen;
Musk. Adolf Cordes Marmecke, gefallen; U.=O. Franz
Wilh. Götz, Ranſtatt, lv.; Musk. Julius Rolf, Löhne,
ſchv.
Grenadier=Regiment Nr. 5, Danzig.
12. Kompagnie: Füſ. Jakob Lohr, Wies=
Oppen=
heim, vm.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 35,
Brandenburg a. H., Jüterbog.
4. Kompagnie: Wehrm. Bernhard Emde,
Zorn=
heim, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 87, Mainz.
5. Kompagnie: Reſ. Georg Planz, Wernges, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 88.
III. Bataillon, Mainz.
3. Kompagnie: Reſ. Hans Helfen, Mainz, t.
11. Kompagnie: Musk. Wilhelm Schäfer II.,
Hainchen, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 111, Raſtatt.
6. Kompagnie: Musk. Karl Hiel, Wöllſtein, lv.
8. Kompagnie: Gefr. Wilhelm Schmitt,
Eber=
ſtadt, lv.
11. Kompagnie: U.=O. Georg Werner,
Michel=
ſtadt, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 138, Dieuze.
11. Kompagnie: Ltn. d. Reſ. Friedrich
Weiers=
häuſer, Lollar, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 144, Metz.
8. Kompagnie: Musk. Friedrich Möller,
Ange=
rod, lv.
Wetterbericht.
Allmählich tritt eine Aenderung des Wetters ein.
Auf der Südſeite einer ſchwachen Tiefdruckfurche, die von
England über die Nordſee, vas nördliche Mitteleuropa
und die ſüdliche Oſtſee ſich nach Oſten erſtreckt, müſſen wir
mit verbreiteteren Schneefällen bei geringem
Temperatur=
anſtieg rechnen.
Wetterausſichten für Sonntag: Bedeckt,
Schnee=
fälle, etwas wärmer, wechſelnde Winde.
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Schwiegervater, der
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Geheime Baurat
Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule
Georg Wickop.
Im Namen der Töchter und der drei im
Felde ſtehenden Söhne:
Frau Anna Wickop, geb. Schumann.
Darmſtadt, den 21. November 1914.
Die Beerdigung findet Montag, den 23.
No=
vember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhof
an der Nieder=Ramſtädterſtraße, vom
Sterbe=
hauſe, Roquetteweg 45, aus ſtatt. Die
Ein=
ſegnung eine Viertelſtunde vorher.
Von Beileidsbeſuchen bitte abſehen zu wollen.
Nach langem, ſchwerem Leiden ſtarb am
16. November 1914 zu Nidda in Oberheſſen
unſer lieber Alter Herr
Aulius Diehl
Großh. Heſſ. Kreisgeometer
und Bberleutnant d. R. a. B.
Wir werden ſeiner ſtets in
bundesbrüder=
licher Treue gedenken!
Die Darmſtädter Burſchenſchaft
Germania
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J. A.:
Heyl, Großh. Oberlehrer.
Todes=Anzeige.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt am
8. November im Feldlazarett infolge einer
Ver=
wundung mein innigſtgeliebter Mann und
treu=
beſorgter Vater
Herr Friedrich Knöll
Schreiner
z. Zt. Gefreiter im Reſ.=Inf.-Regt. Nr. 116,
1. Kompagnie
(*9855
im Alter von 31 Jahren.
Darmſtadt, den 21. November 1914.
In tiefer Trauer:
Frau K. Knöll, geb. Riebel, u. Kind.
Gestern verschied im Alter von 53 Jahren
der ordentliche Professor
Geheime Baurat
Geoig Melsp.
Neunzehn Jahre lang hat er an unserer
Hochschule als erfolgreicher und begeisternder
Lehrer gewirkt. Als langjähriger Vorstand
der Architekturabteilung, als Rektor der
Hochschule hat er sein grosses Wissen und
Können stets freudig in den Dienst der
ge-
meinsamen Sache gestellt, als Architekt hat
er der Hochschule weitere, schöne Räume
geschaffen. So hat er durch sein Wirken
sich unauslöschlichen Dank erworben, als
Mensch besass er unsere Verehrung und
Liebe.
Darmstadt, den 22. November 1914.
Der Rektor
der Grossh. Technischen Hochschule
Dr. A. E. Berger.
Die Beerdigung findet Montag, den 23.
No-
vember, vom Trauerhause, Roquetteweg 45,
aus statt.
(21669
Am 31. Oktober erlitt den
Helden=
tod fürs Vaterland mein
innigſt=
geliebter, treubeſorgter Sohn, unſer
Flieber Bruder und Schwager
Auguſt Walkenhorſt
Erſ.-Reſ. im Inf.-Regt. Nr. 136
im Alter von nahezu 25 Jahren.
(*9851
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Aug. Walkenhorſt Ww.
Darmſtadt, den 21. November 1914.
Am 11. November erlag in Aachen
ſeiner am 23. Oktober 1914 vor dem
Feinde erlittenen ſchweren
Ver=
wundung
der Oberleutnant
Kart zunſaf
Inhaber des Eiſernen Kreuzes.
Das Regiment betrauert in dem Gefallenen
einen Offizier voller Umſicht und Tatkraft, einen
bei allen gleich beliebten Kameraden.
Sein Andenken wird im Regiment ſtets in
(*9862
Ehren fortleben!
Im Namen
des 3. Schleſiſchen Dragoner-Regiments Nr. 15
Hotop
Oberſtleutnant und Regimentskommandeur.
Todes=Anzeige.
Am Samstag morgen, 6½ Uhr, verſchied
plötzlich meine liebe Frau, unſere gute Mutter
(*9872
und Großmutter
Frau Johannette Trautmann
geb. Drexler.
Darmſtadt, den 21. November 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Nik. Trautmaun nebſt Kindern.
Die Beerdigung findet Montag, 23. Nov., nachm.
2½ Uhr, vom Beſſunger Friedhof aus ſtatt.
Dankſagung.
Allen denen, die uns bei unſerem ſchweren
Verluſte ſo innige Anteilnahme erwieſen haben,
ſowie für die reichen Blumenſpenden ſagen wir
auf dieſem Wege unſern herzlichſten Dank.
Arheilgen, den 21. November 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Freiling,
21653)
Jamilie Lorenz.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
die uns für unſeren im Felde gefallenen lieben
Sohn und Bruder
Heinrich Spoyrer
zugegangen ſind, ſagen wir hiermit unſeren
innigſten Dank.
(21650
Darmſtadt, den 21. November 1914.
Frau J. Bpöhrer, Schutzmannswitwe
und Kinder.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte ſprechen
wir hiermit unſeren beſten Dank aus.
Darmſtadt, den 21. November 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eleonore Liebel Wwe.
und Kinder.
21651)
der ganzen deutſchen Armee liegen
Die Veriustlisten ſämtlich von der erſten erſchienenen
Liſte bis zu den neueſten Liſten in unſerer Geſchäftsſtelle
zur Einſichtnahme auf.
Tageskalender.
Sonntag, 22. November.
Broßh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende 10¼ Uhr
(Ab. A): „Mignon”.
Aufführung „Das Chriſtus=Drama” um 8¼ Uhr in
der Turnhalle am Woogsplatz.
Beneralverſammlung der Konſum=, Spar= und
Produktions=Genoſſenſchaft um 3 Uhr im „Perkeo”.
Verſteigerungskalender.
Montag, 23. November.
Pferde=Verſteigerung um 4 Uhr
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
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Nummer 322.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Seite 11.
ääbfammrung der Weihnächtbääden
beginnt am 23. November.
(21629)
Gaben zurechtlegen!
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
findet ſich: 1 deutſcher Schäferhund, 1 Dachshund, 1 Windhund.
1 Spitzhund (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittars
10 Uhr, ſtatt.
(21633
Weihnachtsmeſſe 1914.
Die Weihnachtsmeſſe wird in dieſem Jahre auf dem
Marktplatz, der Chriſtbaummarkt auf dem Paradeplatz und am
Schloßgraben abgehalten.
Hieſige Einwohner, die Waren oder Chriſtbäume feilhalten
wollen, werden aufgefordert, ſich am Mittwoch, den 2. Dezember,
nachmittags zwiſchen 2½ und 5 Uhr, bei dem ſtädtiſchen
Markt=
meiſter (im Rathaus am Marktplatz) perſönlich zu melden.
Nach=
träglich eingehende Geſuche können keine Berückſichtigung finden.
Die Plätze werden in der bisherigen Weiſe durch den
Markt=
meiſter vergeben. Die Zuteilung der Plätze für Verkaufsbuden
er=
folgt am Freitag, den 11. Dezember, nachmittags 1½ Uhr, der
Stände für Chriſtbäume am gleichen Tage, nachmittags 3 Uhr.
Mit dem Aufſchlagen der Stände und Buden kann alsdann ſofort
begonnen werden.
Die Gebühr für die nächtliche Bewachung der Buden und
Stände iſt alsbald bei der Meildung an den ſtädtiſchen Mark meiſter
zu entrichten. Die Verkäufer müſſen den zugewieſenen Platz ſelbſt
benutzen; die Vergebung des Platzes an einen anderen Händler pp.
darf ohne Genehmigung des Marktmeiſters nicht erfolgen. Der
Ver=
käufer oder ſein Vertreter müſſen wäh end der Verkaufszeit ſtets am
Platze anweſend ſein. Wer ſich den Anordnungen des Marktmeiſters
nicht fügt, kann von der Weihnachtsmeſſe ausgeſchloſſen werden.
Die Inhaber der feſten Marktſtandplätze Nr. 1—162 erhalten
für die Dauer der Weihnachtsmeſſe (11.—24. Dezember)
Ver=
kaufsplätze auf dem Schiller= und Schlachthofplatz.
Darmſtadt, den 20. November 1914.
(21617gs
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Schmitt.
Hausſammiung von Weihnachtsgaben für
unſere heſſiſchen Truppen.
1. Die Einſammlung erfolgt durch Sammler und
Samm=
lerinnen der „Jugendhilfe” unter Benutzung von
Militär=
fuhrwerken.
2. Angenommen werden Pakete für die Angehörigen der
25. Diviſion, der heſſiſchen Reſerve=, Landwehr= und
Land=
ſturmformationen, der Kolonnen und Trains, der in den
Lazaretten des Kriegsſchauplatzes untergebrachten
Ver=
wundeten und Kranken und des darin tätigen
Pflegeper=
ſonals.
3. Die Pakete dürfen keine Adreſſen tragen, da ſie nach einer
Veröffentlichung des Generalkommandos gleichmäßig
ver=
teilt werden ſollen. Pakete an Einzelne müſſen bei der Poſt
aufgegeben werden.
4. Angenommen werden auch einzelne Gegenſtände oder
Geld=
ſpenden zur Beſchaffung von Gaben, die von der „
Frauen=
hilfe” unter Aufſicht der Stadtverwaltung verpackt werden.
5, Mit Rückſicht auf die Verteilung bei den Truppen wird
bei den aufgelieferten Paketen um eine Inhaltsangäbe
ge=
beten.
(21631gi
Darmſtadt, den 21. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Aus der am 19. Februar 1827 zur Feier der Goldenen
Hoch=
zeit Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs Ludwig I. und
der Großherzogin Louiſe von der Vereinigten Geſellſchaft
gegrün=
deten Stiftung ſoll am 19. Februar 1915 einem durch Sittlichkeit
ausgezeichneten unbemittelten Brautpaare, welches ſich bleibend in
Darmſtadt niederläßt, die ſtiftungsmäßige Ausſtattung zuerkannt
werden.
Diejenigen Brautpaare, welche auf dieſe Ausſtattung Anſpruch
machen zu können glauben, haben ihre Anmeldungen — nebſt den
erforderlichen Beſcheinigungen über ihre Sittlichkeit ſowohl, als
darüber, daß ſie ſich bleibend dahier niederlaſſen wollen und, im
Falle ſie Dienſtboten ſind, über ihre Dienſtzeit — längſtens bis zum
15. Januar 1915 bei dem Ausſchuß der Geſellſchaft (Rhein=
(21615
ſtraße 36) einzureichen.
Darmſtadt, am 19. November 1914.
Der Ausſchuß der Vereinigten Geſellſchaft.
Auskanftſtelle des Türforgeamts (Waldſtr. 6), jusbeſ.
während der Dauer des Sriegs.
Die auf dem Gebiete der Wohltätigkeit wirkenden Vereine,
Ver=
einigungen uſw. ſind gebeten worden, insbeſondere während der Dauer
des Kriegs ein namentliches Verzeichnis aller unterſtützten Perſonen
unter Angabe der Bewilligungen an die Auskunftſtelle des
Fürſorge=
amts (Waldſtraße 6) in kurzen Zeitabſtänden (möglichſt wöchentlich)
regelmäßig einzuſenden.
Ich richte hiermit an alle Wohltätigkeitsvereine, Anſtalten und
Körperſchaften, ſoweit ſie noch nicht in Verbindung mit der
Auskunft=
ſtelle ſtehen, die herzliche Bitte, ſich der Auskunftſtelle anzuſchließen
und Verzeichniſſe der Unterſtützten unter Angabe der Bewilligungen
ebenfalls regelmäßig einzuſenden.
Nur wenn alle Beteiligten zuſammenwirken, iſt es möglich, eine
genaue Ueberſicht über alle unterſtützten Perſonen zu erhalten und
damit eine Zentraliſierung aller Wohlfahrtsbeſtrebungen zu
gewähr=
leiſten. Die Auskunftſtelle beſteht bereits ſeit 1895 und hat ſich bis
jetzt gut bewährt. Sie wird den Wohltätigkeitsvereinen und Anſtalten
ſowie denjenigen Körperſchaften und Privatperſonen, die das
Be=
dürfnis fühlen, Armen Gaben zuzuwenden, Gelegenheit zur
Einzieh=
ung von Erkundigungen über die Perſon des zu Unterſtützenden, ſeine
Verhältniſſe und insbeſondere die ihm ſchon von anderer Seite
zu=
fließenden Unterſtützungen geben. Der Auskunftſtelle ſteht zunächſt
das umfangreiche Material zur Verfügung, das ſich bei der ſtädtiſchen
Verwaltung ſelbſt, teils durch die von derſelben direkt zu
verabfolgen=
den Unterſtützungen, teils durch die ihr bekannt werdende amtliche
Kenntnis von ſonſtigen Unterſtützungen und Zuwendungen, ergibt.
Weiter erhält ſie aber auch von dem größeren Teil der kirchlichen
Armenpflege und von zahlreichen Wohltätigkeitsvereinen ꝛc.
regel=
mäßige Anzeigen über die von dieſen gewährten Unterſtützungen.
Die Auskunftſtelle iſt jeden Wochentag, Samstag Nachmittag
ausgenommen, vormittags von 8 bis 12½ und nachmittags von 2½
bis 6 Uhr geöffnet und erteilt für Unterſtützungszwecke Jedermann
bereitwillig mündliche und ſchriftliche Auskunft.
Wer gibt, will wohl tun. Wer aber gibt, ohne ſich zu
ver=
gewiſſern, daß er Dem Rechten gibt, tut nicht wohl, ſondern befördert
die gewerbsmäßige Bettelei und Arbeitsſcheu, wirkt entſittlichend auf
den Beſchenkten ſowohl wie auf deſſen Umgebung, ſchadet alſo, ſtatt
zu nützen. Durch planloſes Gabenſpenden wird auch bei uns in
Darmſtadt noch viel Schaden angerichtet. An alle Vereine, auch die
unſerem Verband nicht angehörenden, richte ich deshalb die Bitte,
niemals dem unbekannten Bittenden Gaben zu ſpenden, ſondern
vorher über ihn genaue Erkundigung einzuziehen und zu dieſem
Zweck möglichſt die Auskunftſtelle zu benutzen.
Da die Auskunft der Auskunftſtelle um ſo zuverläſſiger ſein
wird, je vollſtändiger ihr die Nachrichten über gewährte
Unterſtütz=
ungen zufließen, ſo richte ich an Privatperſonen die Bitte, von größeren
und laufenden Unterſtützungen der Auskunftſtelle Nachricht zu geben.
Darmſtadt, den 12. November 1914.
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Historischen Verein für das Grossherzogtum Hessen.
Programm:
1. Zwei Kriegslieder von Arnold
Men-
delssohn: a) Deutsches Lied. b) Des Königs
Artollerey. Vorgetragen von Sängern des
Darm-
städter Lehrersängerchors und des Gesangvereins
„Liederzweig‟, unter Leitung des Komponisten.
2. Vortrag des Herrn Geheimen Hofrats Prof.
Dr. Friedrich Back:
„Der Krieg und die deutsche Kunst.‟
3. Zwei Kriegslieder von Arnold
Men-
delssohn: a) Auf der Wacht. b) Deutsches
Matrosenlied.
4. Ansprache des Herrn Oberbürgermeisters
Dr. Glässing.
5. Gemeinsamer Gesang: „Deutschland,
Deutschland über alles.‟
Programme, die zum Eintritt berechtigen, sind
zum Preise von 50 Pfennigen in Arnold Bergsträssers
Hofbuchhandlung (Rheinstrasse 6) zu haben, wo auch eine Anzahl
vorbehaltener, mit Nummern versehener Plätze abgegeben
werden, die jedoch beim Eintritt mit dem Programm
zu-
sammen vorzuzeigen sind.
Der Ertrag des Abends wird der Kriegsfürsorge
der Stadt Darmstadt überwiesen.
(21634
Mamammaagassasttete
Taschenlampen
Anhängelampen
Batterien
Feuerzeuge
Ohrenschützer
in grösster Auswahl
Haas & Bernhard
Rheinstrasse 19.
(20362a
Großh. Hoftheater.
Sonntag, den 22. November 1914.
41. Abonnements=Vorſtellung. A 10.
Mignon.
Oper in 3 Akten. Muſikvon Thomas.
Perſonen:
Wilhelm Meiſter Aug. Globerger
Lothario
Laertes .
Friedrich
Jarno
Antonio
Mignon .
Philine
Ein Soufleur
Ein Diener
Otto Semper
Paul Peterſen
Otto Thomſen
L. Schützendorf
Hans Debus
Anna Jacobs
Olga Kallenſee
Adolf Klotz
Otto Wolf
Darmstadt.
Dienstag, 1. Dezember 1914, abends 8 Uhr,
im großen Saale des Kaisersaals:
1d
Zeitgemäßer Ernst und Humor
Professor Marcell
Ermäßigte Preise!
Der gesamte Reinertrag wird kriegswohltätigen Zwecken
überwiesen.
(21641
Der Vorverkauf beginnt am 25. November.
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Soderſtr. 56II.
Nach d. 1. u. 2. Akte längere Pauſen.
Krank: Franziska Callwey.
Adelheid Croneberg.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—12. Reihe
3.70 ℳ, 13.—19. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 10½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Anfang 7 Uhr. — Ende 10¼ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, 23. Nov.: (Keine
Vor=
ſtellung).
Dienstag, 24. Nov.: 42. Ab.=Vſt.
A 11. „Fauſt” II. Teil. (3. und
4. Abend.) Kleine Preiſe. Anfang
7 Uhr.
Mittwoch, 25. Nov.: Nachmittags
3 Uhr. Außer Abonnement.
Feſt=
vorſtellung für verwundete
Sol=
daten. „Minna von
Barn=
helm. (Zu dieſer Sonder=
Vor=
ſtellung findet kein Kartenverkauf
ſtatt.) Abends 7½ Uhr. 43. Ab.=
Pſt. B 10. Feſtvorſtellung zur
Feier des Allerhöchſten
Geburts=
feſtes Seiner Königlichen Hoheit
des Großherzogs. Zum erſten Male:
„Die Marketenderin”. Eine
deutſche Spieloper von
Humper=
dinck. Gewöhnliche Preiſe.
Die Erhebung der 2. Rate des
Abonnementsgeldes für 1914/15
findet Montag, den 23. u.
Diens=
tag, den 24. Nov., nachmittags von
3½ bis 5 Uhr ſtatt. Zahlſtelle:
Leltibiile im Hoftbeater.
Freie Landeskirchliche Vereinigung. Darmſtädter
Ober=
lehrerverein. Darmſtädter Lehrerverein. Darmſtädter
Lehrerinnenverein. Darmſtädter Sprachverein. Verein
für Verbreitung von Volksbildung, Darmſtadt.
Sonntag, 22. November 1914, abends 8¼ Uhr,
im Feſtſaal der Turngemeinde (Woogsplatz)
Eine ernſte Feierſtunde:
„Das Chriſtus=Drama‟
von Walther Nithack=Stahn
vorgetragen von Guſtaf Hildebrant aus Köln a. Rh.
Unter gütiger Mitwirkung des Herrn Stadtorganiſten W. Borngäſſer
und des Evangeliſchen Kirchengeſangvereins der Paulusgemeinde.
Preiſe der Plätze:
Im Vorverkauf am
Verkehrs=
bureau, bei Hch. Arnold, Mühlſtr. 1,
An der
und bei J. Mylius, Herdweg 2: Abendkaſſe:
2.50 Mk.
3.00 Mk,
Num. Sperrſitz
Num. Saal u. Balkon . 2.00 „
1.75
Nichtnum. Saal u. Galerie 1.00
—.75₰
Die Mitglieder der obengenannten Vereine erhalten
Eintritts=
karten zu ermäßigten Preiſen gegen Vorzeigen der
Mitglieds=
karten am Verkehrsbureau.
(21352gg
Der Reinertrag kommt der ſtädt. Kriegsfürforge zugut.
Darmſtädter Konſum=, Spar= und
Prodnktionsgenoſſen=
ſchaft e. G. m. b. H. Darmſtadt.
Die General=Verſammlung
der Genoſſenſchaft findet am Sonntag, den 22. No=
(21643
vember, nachmittags 3 Uhr,
im Perkeo-Saal
bei Herrn Jakob Schnauber, Alexanderſtr. 12, ſtatt.
Beſonders die Frauen ſind hierzu herzlichſt eingeladen. Zutritt
haben nur Mitglieder. Die Legitimationskarte gilt als Stimmkarte.
Alle, welche eine Kräftigung ihrer
Ge=
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Nummer 322.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Seite 13.
Der filberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
31)
Sie waren zu Hans Grüningen zurückgekehrt. Der
trat mit hochgezogenen Knien von einem Bein auf das
andere.
Nun geht’s ans Abſchiednehmen, meine Allergnädigſte!
Aber ich denke, wir ſehen uns bald wieder! Ich hab’
näm=
lich einen guten Freund in Königsberg, bei den
Küraſſie=
ren, Brigade des Generals Wettrin! Sie werden ihn
ge=
wiß kennen lernen, den Georg Böllau! ’n bißchen anders
geformt wie ich! Groß, bildhübſch — aber wie das ſo zu
gehen pflegt — mitunter ſchlagen die Herzen auch
zuſam=
men von einem Adonis und einem, der ein ziemlich
ſchlüſſiger Beweis iſt, daß der Menſch vom Affen
ab=
ſtammt! Und da kam der Schnellzug! Kein D=Wagen
dabei, nu, der Schmerz dauert keine drei Stunden!
Schaffner, Königserg — Allererſter!
Der riß einen Abteil auf. Ellen Wommen zuckte
zu=
ſammen — tat einen Schritt zurück
Herr von Sandberg!
Mein gnädigſtes Fräulein! Guten Tag! Er ſprang
aus dem Abteil. Ich komm nämlich auch — geraden
Wegs — von Hamburg! Guten Tag, Ruſten! Guten Tag,
Grüningen!
Waren das ein paar peinliche Minuten! Krampfhaft
wurde von der Marienburg geredet. Und der luſtige
Hans ſchielte wieder einmal aus den Augenwinkeln.
War das mal eine komiſche Geſchichte! Da ſchien der
Teu=
fel alle zehn Finger im Spiele zu haben! Nun, er würde
ſie ſchon wieder herausziehen! Hans Grüningen
wun=
derte ſich ſchon längſt über nichts mehr!
Noch ein Winken, der Zug verſchwand. Der luſtige
Hans ſchob ſeinen Arm unter den Ruſtens, ſtelzte neben
ihm her.
Dort drüben ſteht der Zug nach Danzig! Es paßt
wunderſchön! Mit dem fahr ich immer, wenn ich meinen
liebwerten Bruder zur Ader gelaſſen habe. Heute hab’
ich keine Luſt dazu! Obgleich es eigentlich nötig wäre! Ja,
ja, ſilberner Adolf, hat man bekommen, was man haben
will, baut man am beſten ſchleunigſt ab, ſonſt kriegt man
dumme Geſichter zu ſehen! Mitunter auch Geſtöhne und
Tränen! Das wär’ alſo eine Weisheit, die mir das
kum=
mervolle Leben beigebracht hat! Nu, das Sektfrühſtück
war gut! Folglich kein verlorener Tag! Und die Reiterei
er Hamburgerin war ein Genuß! Folglich eine richtig
an=
gewendete Stunde! . . . Du, die iſt wohl Millioneuſe?!
Mindeſtens ſechsfache, luſtiger Hans!
Dann biſt Du ein kompletter Eſel, ſilberner Adolf!
Der zuckte nur die Achſeln. Hans Grüningen lachte.
Na, mir kann’s recht ſein, ſehr recht ſogar! Eigentlich
nüßt’ man ſich allerdings über einen ſo dämlichen Kerl
wie Dich rechtſchaffen ärgern! Aber ich bin nun eimal ſo
und bete: Herrgott, gib mir die Kalbskeule, wer dann am
Knochen knabbert, der mag’s tun, wenn er nur ſein Ver=
gnüigen an dem beſcheidenen Reiſ hatt Dann bin ich
wirk=
lich ganz beruhigt!
23. Kapitel.
Es war zuviel für Ellen Wommen! Sie lehnte ſich
in eine Ecke des Abteils und ſchloß die Augen. . . Der
Ritt heute morgen, das Frühſtück, die Beſichtigung der
Marienburg, die Weltweisheit des kleinen Harlekins und
— Adolf Ruſtens nachdenkliches Geſicht! Das hatte den
Strich unter die Rechnung dringend nötig gemacht, ſonſt
ging der letzte Halt verloren — der allerletzte. Denn in
der anderen Ecke ſaß einer, der direkt von Hamburg kam
— ihr nachgereiſt war. Alſo nun Haltung und den da
drüben abgefertigt! Schnell und gründlich, bevor auf einer
der Stationen noch jemand hier einſtieg. Sie hob die
Lider und ſah Sandberg an, der auf dem Rückſitz in der
Ecke ſchräg gegenüber Platz genommen hatte. Alſo
mög=
lichſt harmlos das Geſpräch begonnen.
Ich bin ja noch vollkommen verwirrt — und
zer=
ſchlagen, hab’ nämlich vorhin auf einem Pferde geſeſſen,
auf dem oben zu bleiben ein Kunſtſtück war! . . . Ja, wie
kommen Sie denn in dieſe Ecke? Ausgerechnet in dieſen
Zug?
Da ſagte er ihr, daß er zu den dritten Grenadieren
nach Königsberg kommandiert ſei! Fuhr fort:
Und von Hamburg über Stettin-Danzig! Gut iſt da
oben rum die Verbindung nicht nach der alten
Krönungs=
ſtadt am Pregel!
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
Nummer 322.
Sie ſah ihn priſend an, die ungewiheit, was mum
kommen würde, zerrte an ihren Nerven. Was für ein
nachdenkliches Geſicht Sandberg machte! . . . Aber nur
Klarheit jetzt, Klarheit, ſonſt ging die Hatz in
Königs=
berg von neuem los! Und Ruhe wollte ſie jetzt haben,
Ruhe um jeden Preis! Dreiviertel Jahre nicht aus den
Aufregungen — und Enttäuſchungen herausgekommen, das
ertrug ſelbſt ihr trainierter Körper nicht. Und wer
war an dem allen ſchuld? Erich Brüchterloh! Der hatte
ſie erſt angegirrt und ſich dann mit einem Achſelzucken von
ihr gewendet! Von Ellen Wommen, der ſtolzeſten
Pa=
triziertochter Hamburgs, die vor dreiviertel Jahren ihren
Stolz verloren hatte! Es war die höchſte Zeit, daß ſie
ihren Stolz wiederfand, die allerhöchſte! . . . Alſo nun
aufs Ganze gegangen!
Waren Sie denn in Hamburg bei uns?
Ja! Das heißt bei Ihnen in Blankeneſe! Zu einer
Zeit, in der ich ſicher war, Ihren Herrn Vater nicht
an=
zutreffen! Geſtern! Es lag mir viel daran, Sie unter vier
Augen zu ſprechen. Und dieſer Zufall verſtärkt noch
meinen Wunſch!
Ellen Wommen biß die Zähne aufeinander. Da ſaß
ſie nun in dieſem Käfig! Faſt drei Stunden noch. Ach
Gott es war ja einerlei! . . . Wie er ſie anſah. So
prü=
fend, und doch ſo unſicher!. . . Mit unſicheren Menſchen
war leicht fertig zu werden! . . . Alſo die letzte Kraft
zu=
ſammengeriſſen.
Aber ſo reden Sie doch, Herr von Sandberg!
Er rückte etwas näher, ſuchte nach Worten, fand ſie
nur ſchwer.
Gnädiges Fräulein, ich weiß doch nicht, ob jetzt die
richtige Stunde iſt! Aber ich muß reden! Nicht wegen
mir! Wenigſtens nicht in erſter Linie! Es iſt ja ſo viel
Zufall im Leben! Bedenkt man’s genau, faſt alles! Da
lief ich vor einiger Zeit Herrn Brüchterloh über den Weg!
Wir kamen ins Geſpräch! Wir ſaßen in einer ſtillen Ecke
zuſammen! Er hatte mich an Ihrer Seite geſehen in
Dresden und in Hamburg!
Da ſprach er nicht weiter. Was war mit Ellen
Wom=
men? Drohte eine Ohnmacht? Bleich, mit geſchloſſenen
Augen ſaß ſie in ihrer Ecke.
Reden Sie, reden Sie, preßte ſie heraus.
In Brüchterloh war die Vermutung aufgetaucht, ich
intereſſiere mich für Sie! Der Gedanke lag nahe! Weil
ich mich nach Ihnen erkundigt hatte! Sehr eingehend! Er
gab mir Auskunft, gnädiges Fräulein, ſehr genaue
Aus=
kunft!
Da kam Leben in Ellen Wommen. Ihre Augen
ſprüh=
ten, rote Flecken brannten auf ihren Wängen. Pfui!
Es war eine Situation, die das rechtfertigte! Und
wir hatten uns unſer Manneswort gegeben! Einer hat
dem anderen nichts vorgemacht! Wahrhaftig nicht! Und
einen Tag ſpäter hab’ ich mich löſen laſſen von meinem
Manneswort. Erſt gab’s ein hitziges Gerede! Aber ich
ſetzte ſchließlich meinne Willen durch — Brüchterlohs
wegen in erſter Linie! Es iſt einfach eine Notwendigkeit,
daß Sie über den klar ſehen! Was ſpäter kommt, ſteht auf
einem ganz anderen Blatt!
Wild wirbelten Ellen Wommen die Gedanken
durch=
einander. War Erich Brüchterloh nicht der Lump? Gott
im Himmel, jetzt ein Wort, das Sandberg die Zunge
löſte. Ha, das geſchah wohl am beſten, wenn man ihn
mit einer Handbewegung, einem harten Wort abtat! Das
erweckte den Widerſpruch. Das ſpornierte! Aber die
Handbewegung fiel matt aus und die Worte:
Brüchter=
loh iſt für mich erledigt! kamen müde von ihren Lippen.
Da fand Sandberg die rechten Herzenstöne. Er
er=
zählte von Brüchterlohs verpfuſchten Jugend, von der
gefährdeten Spekulation, von der ſpäten Erkenntnis, daß
er ein Schmarotzerleben führe, von ſeinem guten Willen,
von ſeinen Plänen! Von dem Stolz, der ihn
zurückgehal=
ten, um ſie zu freien unter all dieſen Umſtänden.
und dann ſchwieg er. Sah ſie an. und erkannte;
Erich Brüchterloh war für Ellen Wommen nicht
abge=
tan! Es zuckte ihr Geſicht, unter den geſenkten
Augen=
lidern rollten ein paar Tränen hervor. Und ihr Geiſt
arbeitete. Der ihr da gegenüberſaß, war ein
Ehren=
mann vom Scheitel bis zur Sohle. Der glatte Bahn
haben wollte, bevor er für ſich kämpfte! Ein mutiger
Mann, der lieber verzichtete, als ſich mit einer Lüge
be=
laſtete! Was war dies heute für ein Tag! Daß ihr der
kleine, häßliche Leichtfuß hatte über den Weg laufen
müſſen, war wohl ein Wink des Schickſals
ge=
weſen! Der hatte die Erkenntnis! Aber ſie in Taten
umzuſetzen, dazu fehlte ihm die innere Kraft! Vielleicht
bekam er ſie, wenn der Sturmwind echter Liebe an ihm
rüttelte! Sonſt ging er koppheiſter! Und Adolf Ruſten,
der neben ihr ſtumm wie ein Fiſch geſtanden? Auf den
waren die Worte des Harlekins auch niedergepraſſelt und
hatten kaput geſchlagen, was kaput geſchlagen werden
mußte. Der ging nun ſeinen Weg — zu ſeinem Rotfuchs!
In dem wachte auch das deutſche Kämpferblut auf. Der
ſchlug zu und würde ſiegen. Erich Brüchterloh aber hatte
der Sturmwind der Liebe zuerſt die Binde von den Augen
geriſſen, der wollte hinausziehen in die Welt, in zehn
Jahren als echter, kräftiger Jung wieder heimkehren.
Eine Fata Morgana ſchob ſich vor ihr geiſtiges Auge. Sie
ſtand mit ihm an der Reeling des Schiffes. Sah
rück=
wärts! Die Türme Hamburgs verſanken im Dunſt, das
maſſige Bismarckdenkmal ... Es ging Ueberſee! Aber
zwei Menſchenkinder — Mann und Frau ſahen ſich mit
blitzenden Augen an. Wir kommen wieder! Wir
kom=
men wieder! Da wiſchte ſie ſich die Tränen aus den
Augen, von den Wangen! Hielt Sandberg ſtumm die
Hand hin. Seine letzte Hoffnung verſank in das Meer
der Unmöglichkeit. Er hatte ſich in der Gewalt —
voll=
kommen! Ein deutſcher Offizier ſaß da, wie er ſein ſoll
(Fortietung ic
— mit eiſerner Selbſtzucht.
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(21644
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Gedenker der frierenden Ohieſter.
Das plötzlich eingetretene Froſtwetter veranlaßt den
unter=
zeichneten Einquartierungs=Ausſchuß, die herzliche Bitte an alle
Menſchenfreunde zu richten, alsbald abgelegte Kleidungsſtücke,
Wäſche, wollenes Unterzeug, Stiefel uſw. im Stadthaus, Zimmer
Nr. 23, abzugeben.
Darmſtadt, den 21. November 1914.
(21665
Der ſtädtiſche Einquartierungs=Ausſchuß.
Bitte um Liebesgaben!
Das Reſerve=Infanterie=Regiment, deſſen Mannſchaften zum
großen Teil aus Darmſtadt oder nächſter Ungebung ſtammen und
aus den Reſerve=Mannſchaften der Regimenter 115. 118 und 168
beſtehen, bittet um Liebesgaben für ſeine im Felde befindlichen in
ſchwerſtem Kampfe ſtehenden bedürftigen Angehörigen. Das Reſerve=
Regiment ſteht nicht bei den obengenannten heſſiſchen Regimentern
und iſt dadurch von Liebesgaben ſeither ausgeſchloſſen geweſen.
Erwünſcht ſind beſonders Tabak, Zigarren, Zigaretten,
hart=
geräuchertes Fleiſch und Wurſt uſw.
Sammelſtellen ſind bei Finanzrat Carl Kuhn, Ohlyſtraße 36,
Fräulein Davidſohn, Heidelbergerſtraße 24, Mühlſtraße 76, III.,
Caſinoſtraße 8, part., für Arheilgen bei Frau Pfarrer von der Au.
Auch das Erſatz=Bat. Infanterie=Regiment Nr. 81 wird die Gaben
an das Reſerve=Infanterie=Regiment gerne weiter befördern. (21524sg
Hessische
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Fernspr. 923. Darmstadt. Rheinstr.6.
Neue Kurse beginnen
Dienstag, den 5. Januar.
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Diplomhandelslehrer Wilh. Siedersleben,
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Deutſchland kämpft um ſein Daſein.
Ruß=
land, Frankreich und England mit ihrem Gefolge
von kleineren Staaten wollen das Deutſche Reich
pernichten, unſer Vaterland wieder in den
Zu=
ſtand politiſcher und wirtſchaftlicher Abhängigkeit
bringen, den es Jahrhunderte hindurch getragen
hat. Die 43 jährige Friedenszeit hatte unſer Volk in ein ſolches
Ge=
fühl der Sicherheit eingewiegt, daß es den Männern nicht glaubte,
weiche immer wieder die warnende Stimme erhoben und im ſicheren
Gefühl, daß unſer Volk noch einmal einen ſchweren Kampf für ſeine
Einheit, Machtſtellung, wirtſchaftliche Entwickelung und ſeine alte
hochentwickelte Kulur werde beſtehen müſſen, für Erhaltung und
Pflege des kriegeriſch=militäriſchen Geiſtes und der Wehrhaftigkeit des
deutſchen Volkes mit allen Kräften arbeiteten. Das haben die
deutſchen Kriegervereine alle dieſe Jahre getan, ſie haben,
unbein=
flußt durch Parteimeinungen, immer wieder betont, wie die jüngeren
Geſchlechter dazu berufen ſein würden, noch einmal mit dem Schwerte
für die Erhaltung deſſen einzutreten, wofür unſere Kameraden 1870/71
ihr Blut vergoſſen haben. Aber im Glauben an den ewigen Frieden
gewöhnte ſich unſer Volk daran, die Kriegervereine als etwas
Ver=
altetes, Ueberlebtes anzuſehen, man gewöhnte ſich, in ihren
Veran=
ſtaltungen nichts als Auswüchſe der Vereinsmeierei zu ſehen.
Und nun hat die Entwickelung der Dinge gezeigt, daß die
Kriegervereine recht hatten, daß ihr Daſein, ihr Werben, ihr Wirken
für den militäriſchen Sinn und Belebung des vaterländiſchen Geiſtes
nicht umſonſt geweſen.,
Aber auch auf dem Gebiete der kameradſchaftlichen
Nächſten=
liebe haben unſere Kriegervereine Hervorragendes geleiſtet. Bei nur
ſehr geringen Beitragsleiſtungen der Mitglieder haben die Vereine
unſeres Heſſiſchen Landesverbands, der Haſſia, bisher 1121816 Mk.
für Unterſtützungen aufgewendet, die Verbandskaſſe außerdem noch
254807 Mk.
Noch ſtehen aber viele ältere ehemalige Soldaten außerhalb
unſerer Vereine. Schlägt ihnen nicht das Gewiſſen, daß ſie es bis
jetzt verſäumt haben einem der hieſigen militäriſchen Ortsvereine
beizutreten, jetzt, wo ſie ſehen, wie gut es war, daß die Kriegervereine
unermüdlich für unſere Wehrhaftigkeit beſorgt waren? Wir laden
alle kameradſchaftlich ein, ſich unſeren Reihen anzuſchließen und
uns in unſeren Beſtrebungen, die leider ſo viel verkannt worden ſind,
zu unterſtützen.
Die Vorſtände der nachbenannten Vereine nehmen ſchriftliche
und mündliche Anmeldungen gern entgegen. Die zehn Vereine bilden
einen örtlichen Verband unter dem Namen „Vereinigte
Krieger=
vereine Darmſtadts”.
(21325gg
1. Kriegerverein Darmſtadt 6. Marine=Verein
2. Kameradſchaftlicher Krieger= 7. Militärverein Germania
verein
8. Kavallerie=Verein
3. Militär=Verein
9. Krieger= und Militärverein
4. Kampfgenoſſenſchaft
Blücher.
5. Krieger=Kameradſchaft Ger= 10. Krieger= und Militärverein
mania
Graf von Haeſeler.
Weihnachtsgaven für unſere Telogaroiſten!
Das Erſatz=Bataillon des Leibgarde=Infanterie=Regiments
Nr. 115 möchte das im Felde ſtehende mobi e Regiment, ſowie ſonſtige
von ihm ins Feld geſchickte Erſatztruppen, ſoweit dies irgend möglich
iſt, mit Weihnachts=Liebesgaben verſorgen. Um dieſem
berech=
tigten Wunſche nachkommen zu können, richtet das Erſatz=Bataillon
an alle Freunde und ehemalige Angehörige des Regiments die
herz=
liche Bitte, ihm reichlich Gaben oder Geldmittel für genannten Zweck
unter der Aufſchrift „Weihnachtsbeſcherung des Leibgarde=Regimentan
zukommen zu laſſen. Die Gaben können geſammelt und einzeln,
auch unverpackt, täglich auf dem Bataillons=Geſchäftszimmer
abge=
geben werden.
Da alle eingegangenen Weihnachtsgaben der leichteren
Ver=
teilung im Felde wegen ſchon hier gleichmäßig auf die Kompagnten
verteilt und feldmäßig verpackt werden müſſen und außerdem ein
frühzeitiger Verſand anzuſtreben iſt, wären baldige Zuweiſungen zu
dieſem Zwecke erwünſcht. Geeignet als Liebesgaben ſind: Strümpfe,
warmes Unterzeug, Lebensmittel aller Art (auch Käſe) in Form von
Dauerware, guter Kognak in kleinen= Packungen und vor allem
Rauchmaterialien. Für Weihnachten kommen außerdem in Frage:
hattbare Kuchen und ſonſtiges Weihnachtsgebäck, Kales, Zwieback,
Nüſſe uſw., Taſchenlaternen Erſatzbatterien, Kerzen, Seife und
Feuer=
zeuge, bei denen eine Selbſtentzündung ausgeſchloſſen iſt und die in
kleineren Mengen den Paketen beigepackt werden können, werden
eben=
falls mit Dank angenommen.
Ein Teil dieſer Gaben kann ſchon einem anfangs Dezember
ins Feld rückenden Nachſchubimitgegeben werden. Hierbei können
auch perſönlich adreſſierte Vakets zur Beförderung gelangen, zu deren
feldmäßiger Verpackung das Bahaillon um Ueberlaſſung von hierzu
geeigneten Säcken bittet. Alle ührigen Pakete, die bei dieſem
Nach=
ſchub in Frage kommen, müſſent ſpäteſtens bis zum 10. Dezember
bei der Etappenkommandantur 3 in Darmſtadt abgeliefert ſein, wenn
ſie rechtzeitig die Truppe erreichen ſollen. Natürlich wird das
Bataillon verſuchen, auch etwa noch ſpäter eintreffende Liebesgaben,
die ſpeziell für eine Weihnachtsbeſcherung beſtimmt ſind, dem
Re=
giment zuzuführen. Hierzu wären allerdings größere
Perſonen=
oder Laſtautos nötig. Automobilbeſitzer, die bereit ſind, eine
dek=
artige „Weihnachtsbeſcherung für das Leibgarde=Regiment”
ermög=
lichen zu helfen, werden gebeten, ſich perſönlich oder ſchriftlich zwecks
Einrichtung eines Automobil=Transports, der zwiſchen 15. und 25.
De=
zember ſtattfinden müßte, mit dem Adjutanten des Erſatz=Bataillons
in Verbindung. zu ſetzen.
(21620
Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24.
Es ſind der Erſatz=Eskadron von ſo vielen Seiten Liebesgaben
für das mobile Regiment zugegangen, daß ſie auf dieſem Wege allen
gütigen Spendern im Namen der Kameraden in der Front
herz=
lichſten Dank ſagen möchte.
Für das Weihnachtsfeſt übernimmt die Erſatz=Eskadron die
Beförderung weiterer Gaben auch privater Art, und kann deren
ſichere und rechtzeitige Ankunft gewährleiſtet werden, da die Gaben
dem Regiment direkt zugeführt werden. Alle Sachen und Pakete
müſſen, rechtzeitiger Beförderung wegen, bis ſpäteſtens 6. Dezember
in dem Beſitz der Eskadron ſein.
Bitte Sendungen durch die Poſt oder Bahn an die Erſatz=
Eskadron Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24 in Darmſtadt oder
verſönliche Ablieferung in der Kaſerne, Holzhofallee Nr. 25,
Geſchäftszimmer.
(21619gm
Darmſtadt, den 20. November 1914.
Erſatz=Eskadron Leib=Dragoner=Regts. Nr. 24.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 22. November 1914.
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