Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
177. Jahrgang
Ausgabe A (mit Illuſtriertem Unterhaltungsblatt)
Die 49 mm breite Petitzeile im Kreiſe Darmſtadt
monatlich 60 Pfg.; Ausgabe B (mit Illuſtriertem
10 Pfg., ausw. 20 Pfg.: Familienanzeigen 30 Pfg.:;
Unterhaltungsblatt und Illuſtrierter Wochen= verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der wöchentlichen Beilage: die 84mm breite Reklamezeile oder deren Raum
Chronik) monatlich 80 Pfg. Beſtellungen nehmen
im Kreiſe Darmſtabt 30 Pfg., auswärts 75 Pfg.;
entgegen: die Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23 (Fernſpr.
Rabatt nach Tariſ. Anzeigen nehmen enigegen: bis
Nr. 1 u. 426), unſere Fillalen, Landagenturen u. alle
Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23, die Filialen u. Agen=
Poſämter. Verantworlichkeit für Auftnakne ale
turen, Anzeigenerped. des In= und Auslandes. Bei
Anzeigen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Konkurs od. gerichtl. Beitreib. fällt jed. Rabatt weg.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 318.
Mittwoch, den 18. November.
1914.
Der Krieg.
Von den Kriegsſchauplätzen. — Der türkiſche Krieg. — Genug und Uebergenug. — Das abgekartete Spiel. — Der
Temps ſchützt die Wahrheit.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 17. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Auch der geſtrige Tag verlief auf dem
weſtli=
chen Kriegsſchauplatz im allgemeinen ruhig.
Süd=
lich Verdun und nordöſtlich Cirey griffen die
Franzo=
ſen erfolglos an.
Die Operationen auf dem öſtlichen
Kriegs=
ſchauplatz nahmen weiter einen günſtigen Fortgang.
Nähere Nachrichten liegen noch nicht vor.
Oberſte Heeresleitung.
* Berlin, 17. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Unter
den in der Schlacht bei Kutno gemachten Gefangenen
befindet ſich auch der Gouverneur von Warſchau,
von Korff, mit ſeinem Stabe.
* An der Front zwiſchen Dixmuiden und
Nieuport wird auf den überſchwemmten Feldern
ge=
kämpft. — Der Amſterdamer Telegraaf meldet aus Sluis:
Se mehr man das deutſche Heer kennen lernt, deſto
grö=
ßer muß die Bewunderung für deſſen Organiſation
wer=
den. Man hat ſogar an die Regentage gedacht und
Vor=
bereitungen dagegen getroffen, indem man die
Unter=
ſtände mit Leinwand überdeckte. — Der belgiſche
Bericht=
erſtatter der Tyd meldet: Zur Verſtärkung der
geſchwäch=
ten weſtlichen Front unſerer ablöſenden belgiſchen
Trup=
pen wurden friſche franzöſiſche Truppen herangeführt.
Ein Teil der Belgier geht nach Paris, um die
unver=
brauchten Truppen der Fortsbeſatzungen für den
Front=
dienſt frei zu machen.
Die Siege der Oſtarmee.
* Die Kunde von dem Siege unſerer
Oſt=
armee wird, wie das Berl. Tagebl. ſchreibt, für
be=
ſorgte Gemüter befreiend gewirkt haben. Wir dürfen
nicht glauben, daß mit dieſem Siege die ganze Maſſe des
ruſſiſchen Hauptheeres zum Stehen gebracht oder gar zum
Rückzuge gezwungen wäre. Es handelt ſich um ein
Mil=
lionenheer. Aber höchſt peinlich wird der feindlichen
Oberleitung dieſer Strich durch die letzten
Operations=
pläne jedenfalls ſein und eine Verzögerung der
Bewe=
gungen zur Folge haben. Ein guter Anfang der neuen
Epiſode in den öſtlichen Kämpfen iſt gemacht. — In
der Voſſiſchen Zeitung lieſt man: Die nun beginnende
Offenſive der deutſchen Waffen hat mit einem
außer=
ordentlich großen Erfolg eingeſetzt. Sie hat wiederum
gezeigt, daß die Ueberlegenheit der Zahl, wie ſie die
Ruſ=
ſen ins Feld führen können, allein nicht das Entſcheidende
iſt. Die günſtige ſtrategiſche Lage, in der ſich jetzt die
verbündeten deutſchen und öſterreichiſch=ungariſchen
Trup=
pen befinden, bietet eine Gewähr dafür, daß weitere
Er=
folge in den nächſten Tagen erzielt werden, und daß auch
auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz ein voller Erfolg der
deutſchen Waffen in ſicherer Ausſicht ſteht. Nach dem
heutigen Bericht darf wohl angenommen werden, daß
auch Generaloberſt v. Hindenburg mit ſeinem
General=
ſtabschef Ludendorff ſeinen Einfluß für die Neuordnung
die Pläne auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz eingeſetzt
hat. Zugunſten des neuen Verfahrens ſpreche es auch,
daß man in Verbindung mit der ſtrategiſchen
Defen=
ſive in Serbien wieder die ſtrategiſche Offenſive
aufge=
nommen hat. Anſcheinend ſind auf dieſe Weiſe die
ur=
ſprünglichen ſtrategiſchen Pläne v. Hötzendorffs wieder
aufgenommen worden. — Die Kreuzzeitung führt aus:
Durch den Hindenburgſchen Sieg im Oſten haben die
Hoffnungen der verbündeten Weſtmächte auf die mit
gro=
ßer Uebermacht auftretende ruſſiſche Offenſive einen
Stoß erlitten. Dieſe Hoffnungen waren in der letzten
Zeit beſonders deswegen ſtärker zum Ausdruck gelangt,
weil es um die Sache Englands und Frankreichs im
Weſten nicht eben günſtig ſteht. Trotz der
Schwierig=
keiten, die mit heftigem Sturm und Schneetreiben
ver=
bunden ſind, nehmen unſere Angriffe in Flandern einen
weiteren, wenn auch langſamen Fortgang. — Der
Ber=
liner Lokal=Anzeiger ſchreibt zu den neueſten Niederlagen
der Ruſſen: Wieder einmal haben die Ruſſen ihren
Pa=
rallelvorſtoß gegen die preußiſche Grenze büßen müſſen.
Ein höheres Feldherrngenie, das mit der ruſſiſchen
Hee=
resleitung zu ſpielen ſcheint, hat ſie trotz ihrer ſicherlich
überlegenen Kopfſtärke mit mächtigen Schlägen vor ſich
hergetrieben. Für die Ruſſen kommt nun zur
Erſchwe=
rung der Lage hinzu, daß die Weichſel die beiden
Ar=
meeflügel voneinander trennt. Beſonders bedroht
er=
ſcheint dabei die auf dem linken Weichſelufer in Flucht
be=
griffene ruſſiſche Armee. Die Weichſel verſpricht für
die=
ſen Teil der ruſſiſchen Armee zu einer Barriere zu
wer=
den, an der ſie ſchweren Zoll zu zahlen haben könnte.
Für die ruſſiſche Armee auf dem rechten Weichſelufer ſind
die Ausſichten nicht viel günſtiger. Plozk würde ſich
vielleicht auf kurze Zeit verteidigen laſſen, aber dieſe
Ver=
teidigung könne ein Abſchneiden von Warſchau oder
No=
wogeorgiewicz mit ſich bringen. Unter allen Umſtänden
haben wir noch weitere günſtige Nachrichten aus Ruſſiſch=
Polen zu erwarten. — Die Köln. Ztg. ſchreibt: Auf der
ganzen Front von Eydtkuhnen bis Kutno hat die
ruſſi=
ſche Offenſive ein Ende gefunden. Das Vertrauen auf
den genialen Oberbefehlshaber der deutſchen Armeen im
Oſten und die unerſchütterliche Tapferkeit unſerer im
un=
wirtlichen Land bei hereinbrechendem Winter fechtenden
Truppen iſt aufs neue glänzend bewährt worden.
Mö=
gen weitere Erfolge ſich dieſen Siegen anreihen, die alle
hochgehenden Erwartungen unſerer Feinde wieder
ein=
mal zunichte machten. — Die Frankf. Ztg. führt aus: Das
unbeſchränkte Vertrauen, das Deutſchland dem Führer
ſeines Oſtheeres entgegenbringt, hat ſich aufs neue
be=
währt. Wir ſehen daher der Entwicklung des Feldzuges
im Oſten, über die natürlich erſt nach dem Abſchluß der
jetzigen Kämpfe und der Verfolgung der fliehenden
Ruſ=
ſen ein Urteil möglich wird, mit voller Zuverſicht
entge=
gen. Die neuen deutſchen Siege werden ſich an jedem
Punkte der gewaltigen Front im Oſten fühlbar machen.
Unſere Verbündeten werden bald in Galizien und im
Kaukaſus den Ruſſen neue Bedrängnis ſchaffen, ſo daß
das ruſſiſche Rieſengeſpenſt immer mehr verblaſſen muß.
Wir haben immer gewußt, daß es nicht ſo furchtbar iſt,
wie es von ferne wirken mochte. Frankreich und
Eng=
land aber, deren Regierungen zu Beginn des Krieges ihre
Völker mit der ruſſiſchen Hilfe über die eigenen
Nieder=
lagen zu tröſten ſuchten, deren Armeeleitungen jetzt von
Flandern aus ſehnſüchtig nach Oſten ſchauten, ob nicht
der große Freund die Deutſchen endlich feſthalten könnte
— ſie werden jetzt erkennen, daß die Hilfe Rußlands nicht
mehr kommen kann, daß ſie um ihr Schickſal ſelber
kämp=
fen müſſen. Wir wußten, daß der neue Sieg kommen
mußte. Unſere Feinde haben ſich darüber zu täuſchen
geſucht. Und die Täuſchung iſt ihnen nicht nur im
eige=
nen Lande gelungen, ſondern vielleicht auch bei einigen
Neutralen, deren Haltung man von Petersburg aus mit
Lüge und Verrat und mit noch handgreiflicheren Mitteln
zu beeinfluſſen hoffte. In dieſen Ländern wird man
nun des Zweifels enthoben, wo die wirkliche Macht, der
rechte Wille zum Siege iſt; man wird ſich danach zu
rich=
ten wiſſen.
Der Krieg in Serbien.
* Wien, 16. Nov. Amtlich wird verlautbart: 16.
November, Feldzeugmeiſter Potiorek, der
Oberſtkom=
mandierende unſerer Balkanſtreitkräfte, hat heute an ſeine
Truppen folgenden Aufruf erlaſſen: Nach neuntägigen
heftigen Kämpfen gegen einen hartnäckigen, an Zahl
über=
legenen, in faſt unbezwingbaren Befeſtigungen ſich
ver=
teidigenden Gegner, nach neuntägigen Märſchen durch
unwegſames Felsgebirge und grundloſe Straßen bei
Re=
gen, Schnee und Kälte, haben die tapferen Truppen der
5. und 6. Armee die Kolubara erreicht und den Feind
zur Flucht gezwungen. Ueber 8000 Gefangene
wurden in dieſen Kämpfen gemacht 42 Geſchütze, 31
Ma=
ſchinengewehre und reiches Kriegsmaterial erobert. Das
Vaterland wird dieſer Leiſtung ſeine Dankbarkeit und
Bewunderung nicht verſagen. Meine Pflicht iſt es, die
hervorragende Haltung aller Trupepn voll anzuerkennen
und allen Offizieren und Soldaten der 5. und 6.
Ar=
mee im Namen des allerhöchſten Dienſtes wärmſten Dank
zu ſagen. Trotz der unter ſchweren Opfern und
gewal=
tigen Leiſtungen erzielten Erfolge dürfen wir noch nicht
ruhen. Doch der hervorragende Geiſt der mir
unterſtell=
ten Truppen bürgt dafür, daß wir die uns geſtellten
Auf=
gaben auch ſiegreich zu Ende führen werden zur
Zufrie=
denheit unſeres allerhöchſten Kriegsherrn, zum Ruhme
des Heeres und zum Ruhme des Vaterlandes.
Potiorek, M. P., Feldzeugmeiſter.
Dieſer Aufruf, der ſogleich allgemein zu verlautbaren
iſt, wird gewiß allenthalben begeiſterten Widerhall
fin=
den. Ich habe die tapfere Balkanarmee und ihren
ſiegrei=
chen Führer zu den weiteren glänzenden Erfolgen, die
den völligen Zuſammenbruch des zähen
Geg=
ners anbahnen, im Namen aller mir unterſtehenden
Streitkräfte beglückwünſcht. Erzherzog Ferdinand.
* Berlin, 17. Nov. Der Kriegsberichterſtatter der
Berliner Morgenpoſt meldet: Oeſterreichiſches
Kriegs=
preſſequartier, den 15. Nov. Die Beſetzung
Bel=
grads ſteht allem Anſchein nach in den nächſten Tagen
bevor. Sie wurde durch die Erſtürmung von Obrenovac
vorbereitet, das vorgeſtern nachmittag 5 Uhr in den
Hän=
den unſerer Truppen war. Eine zweiſtündige heftige
Beſchießung der ſerbiſchen Stellungen durch ſchwere
Ar=
tillerie hatte die Widerſtandskraft der Serben gebrochen,
die ſich fluchtartig auf die Stadt ſelbſt zurückgezogen
hat=
ten. Mit beiſpielloſer Todesverachtung unternommene
Sturmangriffe unſerer Infanterie vertrieben ſie auch von
dort. Es wurden viele Gefangene gemacht und
Kriegs=
material erbeutet. Der Wegnach Belgrad iſt nun
auch von Weſten offen. Die letzten Kämpfe
er=
wecken den Anſchein, als ob Serbien Mangel an
Muni=
tion leidet. Auch ſollen ihre Vorräte an
Sanitätsmate=
rial faſt zu Ende ſein. Im ſerbiſchen Volke macht ſich
ſtarke Kriegsmüdigkeit geltend. — Der
Kriegsberichterſtat=
ter des Berliner Tageblatts ſchreibt von dem ſerbiſchen
Kriegsſchauplatz: Mit dem erwarteten
Zuſammen=
bruch der ſerbiſchen Defenſive war der
Land=
weg nach Belgrad frei, deſſen bevorſtehenden Fall die
Be=
völkerung erwartet. In Belgrad werden drei Diviſionen
konzentriert, auch werden auf der Südſeite feldmäßige
Befeſtigungen vorbereitet, ſo daß noch mit einem
viel=
leicht kurzen, aber hartnäckigen Kampfe gerechnet werden
muß.
Der türkiſche Krieg.
Türkiſcher Kriegsbericht.
* Konſtantinopel, 16. Nov. Ein amtlicher
Bericht des türkiſchen Hauptquartiers beſagt:
Geſtern haben wir die Engländer bei Fao (am
Perſi=
ſchen Golf) angegriffen. Sie hatten zahlreiche Tote,
die wir auf 1000 ſchätzten. Abdurrezek Bederkhani, der
von der ganzen muſelmaniſchen Welt wegen der
revo=
lutionären Umtriebe, denen er ſich ſeit Jahren ergeben
hat, verabſcheut wird, hat die Grenze mit 300 Mann
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Nummer 318.
in der Gegend von Maku überſchritten, um den Ruſſen
zu helfen, aber er wurde ſogleich von unſeren Truppen
vertrieben. Eine große Anzahl ſeiner Anhänger wurde
getötet. Eine ruſſiſche Fahne, die in einem Dorfe der
Umgebung aufgepflanzt war, wurde von uns erbeutet.
Abdurrezek iſt Kurde und gehört zu der Familie der
Bederkhani.
Die Gefahr des engliſch=türkiſchen Krieges.
* Berlin, 16. Nov. Zur Verkündigung des
Hei=
ligen Krieges durch den Sultan bringt die heutige
Stampa, wie wir dem Berliner Tageblatt entnehmen,
einen längeren Artikel des Abgeordneten Cirmeni, in
dem dieſer unter anderem ſagt:
Zweifellos wird die Wirkung des Aufrufs auf die
800 Millionen eine ganz gewaltige werden. Dies geht
außer Zweifel ſchon allein daraus hervor, daß England
bislang die verzweifeltſten Anſtrengungen machte, die
Pforte zu überreden, von der Teilnahme am europäiſchen
Streite abzuſehen. Nur jene, die keine Ahnung davon
hatten, welch ungeheuere Gefahr ein
engliſch=
türkiſcher Krieg für das Britenreich bedeutet,
konnten ſich darüber wundern, als ſich die Londoner
Re=
gierung letzthin gar ſo merkwürdig nachgiebig, man
möchte ſagen, demütig und zahm der türkiſchen Regierung
gegenüber zeigte. Kein Wunder, denn der engliſchen
Re=
gierung, die ja bekanntlich alles andere als gnädig zu
nennen iſt, gab der Umſtand doch zu denken, daß der
größte Teil der 300 Millionen Mohammedaner britiſche
Untertanen ſind. Die Fundamente des
Briten=
reiches dürften wahrlich eine ſchwere
Erſchütte=
rung erleiden, wenn die über 70 Millionen
Mohamme=
daner in Indien, Aegypten und den übrigen engliſchen
Kolonien mit der Regierung des Padiſchahs gemeinſame
Sache machen ſollten. Wird der Padiſchah mit ſeinem
Aufrufe zum Heiligen Kriege den gewünſchten Erfolg
ha=
ben und ſchließlich alle an Mohammed glaubenden
Völ=
ker der britiſchen und franzöſiſchen Kolonien dem
Auf=
rufe zuführen? Die kommenden Ereigniſſe werden uns
ja bald die Antwort darauf geben.
Die Afghanen.
* Konſtantinopel, 16. Nov. In Indien
herrſcht ſtarke Gärung gegen England. Der Vizekönig
ſoll gedroht haben, dem Emir von Afghaniſtan die
Geldzuwendungen zu entziehen, wenn er ſich gegen England
wende. Aber die Afghanen meſſen der Drohung keine
Bedeutung bei und warten mit Ungeduld auf den
Zeit=
punkt, wo ſie den Khaiber=Paß und Peſhawar angreifen
werden.
C) Schon vor einer Reihe von Wochen ſind
kriege=
riſche Schritte Afghaniſtans gegen
Ruß=
land gemeldet worden. Blieb die Haltung des Emirs
trotzdem unklar, ſo traten inzwiſchen Ereigniſſe ein, die
in hohem Grade geeignet erſcheinen, die Entſcheidung des
Emirs im Sinne der Nachricht zu beeinfluſſen: der
Los=
bruch der Türkei und die Erklärung des Heiligen Krieges.
Für ein mohammedaniſches Staatsweſen, wie
Afghani=
ſtan es iſt, ſind beide Umſtände von um ſo größerer
Be=
deutung, je mehr die Selbſtändigkeit Afghaniſtans im
Norden von Rußland, im Oſten und Südoſten von
Eng=
land gefährdet wird. Das unabläſſige Vordringen
Ruß=
lands in Mittelaſien, das ſeine Eiſenbahn ſchon von
Merw bis Kuſchk in der Nachbarſchaft Herats gebaut hat,
bedroht Afghaniſtan ganz unmittelbar, und von England
her hat es nichts beſſeres zu erwarten. Afghaniſtan
würde alſo nur ſeine eigene Unabhängigkeit ſichern, wenn
es dem Rufe des Kalifen folgte.
Militäriſch wäre der Eintritt Afghaniſtans
in die Reihe der kriegführenden Mächte ein belangreiches
Ereignis Aus den Kriegen mit England als ein Volk
von ungeſtümer Tapferkeit bekannt, ſtellen die Afghanen
etwa 60000 Mann Infanterie, 80000 Reiter und 360 Ge=
ſchütze ins Feld. Das iſt eine Streitmacht, die unter
den obwaltenden Umſtänden ſowohl von Rußland wie
von England nicht leicht genommen werden darf. Die
politiſche Wirkung des Kriegsausbruches zwiſchen
Afghaniſtan und den beiden Dreiverbandsmächten iſt
ebenfalls von erheblicher Tragweite. Denn Afghaniſtan
grenzt an ruſſiſches Gebiet, das von einer
mohamme=
daniſchen Bevölkerung bewohnt wird und deshalb
angeſichts des Heiligen Krieges für den Befreiungskampf
gegen Rußland gewonnen werden kann. Gilt dies ſchon
von Transkaſpien ſo in erhöhtem Maße von dem
ruſſiſchen Vaſallenſtaate Buchara, deſſen gleichnamige
Hauptſtadt nicht weniger als 360 Moſcheen zählt und
aus dieſem Grunde der islamitiſchen Bewegung gewiß
nicht unzugänglich ſein dürfte. Nach der Seite
In=
diens aber iſt die Teilnahme Afghaniſtans am Heiligen
Kriege vielleicht ein Signal für Englands dortige
moham=
medaniſche Untertanen, gleichfalls dem Rufe des Kalifen
zu folgen. Da in Oſtindien mehr als 66 Millionen
Mo=
hammedaner wohnen, iſt leicht zu ermeſſen, was ein
Auf=
ſtand der indiſchen Mohammedaner bedeutete.
Aller=
dings ſtehen den Mohammedanern rund 218 Millionen
Hindus und rund 12 Millionen Buddhiſten gegenüber;
aber bei der Gärung, die aus ſozialen Gründen unter
den Hindus herrſcht, iſt es in hohem Grade zweifelhaft,
ob England unter den gegenwärtigen Verhältniſſen den
Grundſatz „Teile und herrſche” erfolgreich anzuwenden
vermag.
Angeſichts dieſer Sachlage darf den weiteren
Nach=
richten aus Afghaniſtan mit Spannung entgegengeſehen
werden.
Genug und Uebergenug.
* Unter dieſer Ueberſchrift ſchreibt Graf von
Hoens=
broech in der Poſt:
Immer und immer wieder lieſt man in Zeitungen
langatmige Erklärungsverſuche über die Haltung gewiſ
ſer „Neutraler” zumal über die „Stimmung” der
„neutralen” Preſſe. Laſſe man doch endlich dieſe
weich=
herzige und ſehr wenig Selbſtbewußtſein verratende
„Pſychologie” Finden wir uns doch endlich mit der
Tatſache ab, daß das „neutrale” Ausland, d. h. ſeine
von der „neutralen” Preſſe wiedergegebene und mehr
noch von ihr beeinflußte Volksſtimmung uns vielfach
un=
freundlich, oft ſogar feindlich gegenüberſteht. Fort mit
allen Erklärungsverſuchen! Denn aus ihnen klingt die
unwürdige Bitte heraus: „Bitte, ſeid doch anders;
be=
urteilt uns beſſer!” uſw. Wie wir militäriſch ganz auf
uns ſelbſt ſtehen und den Kuckuck fragen nach der
günſti=
gen oder ungünſtigen Beurteilung unſerer militäriſchen
Dinge, ſo ſollen wir auch den Kuckuck danach fragen, was
dieſe oder jene Zeitung Hollands, Italiens, Spaniens
uſw. über die ethiſche Seite unſerer Kriegführung oder
über das Deutſchtum überhaupt zuſammenſchreibt und
zuſammenlügt. Wir können und ſollen ſolche
Aeußerun=
gen gewiß als Tatſachenſtoff mitteilen, aber über ſie
jam=
mern, ihre Ungerechtigkeit, das in ihnen liegende
Unver=
ſtändnis deutſcher Art und deutſchen Weſens beklagen —
nein und zehnmal nein! Solcher Böswilligkeit oder auch
Dummheit gegenüber gibt es nur ein einziges, unſer
wür=
diges Mittel: Stillſchweigende Verachtung.
Nur in zwei Fällen iſt die ſtillſchweigende Verachtung
in tatkräftiges Eingreifen (nicht in Klagen) umzuwandeln.
1. Sollten Berliner oder ſonſt in Deutſchland lebende
Berichterſtatter auswärtiger neutraler Blätter ſich
erdrei=
ſten, Ungünſtiges über Deutſchland ihren Zeitungen zu
ſchreiben, dann muß dieſen Herren kurzerhand der
Stand=
punkt klargemacht werden: Sie müſſen ſofort „als läſtige
Ausländer” über die Grenze abgeſchoben werden. 2.
Wenn die „neutrale” Auslandspreſſe wirkliche
Angriffe gegen Deutſchland richtet, dann muß unſere
Re=
gierung von der betreffenden „neutralen” Regierung
ener=
giſch verlangen, daß ſie dafür ſorgt, daß die Angriffe
aufhören, denn es ſind Verletzungen der
pflichtmäßi=
gen „Neutralität”.
Beſonders ſind einige holländiſche Blätter von
die=
ſem Standpunkt aus zu überwachen. In ihnen erſcheinen
fort und fort Artikel, die man als ſchwer verleumderiſch
und gegen Deutſchland hetzend bezeichnen muß. Auch
ſprechen eine Reihe Amſterdamer Blätter ungeſcheut von
Deutſchland als dem „Erbfeind”. So etwas iſt nicht
„Stimmung” iſt keine „neutrale Pſychologie”, das iſt
brutaler Angriff von neutraler Seite, der in
beſtimm=
ter Form zurückgewieſen werden muß.
Nicht nur Granatfeuer, auch Zeitungsartikel können
die Neutralität ſchwer verletzen. Und wenn das geſchieht,
muß rückſichtslos vorgegangen werden. Die Ausrede:
„In Holland beſtehe keine Zenſur, alſo können die
Zeitun=
gen ſchreiben, was ſie wollen, und die holländiſche
Regie=
rung könne nichts dagegen tun”, iſt gänzlich haltlos.
Zen=
ſur oder nicht, Holland iſt zu ſtrikteſter Neutralität
ver=
pflichtet und die Aufhetzung der holländiſchen öffentlichen
Meinung gegen Deutſchland durch einflußreiche
hollän=
diſche Zeitungen iſt „Neutralitätsverletzung”. Alſo in
ſolchen Fällen feſt zugreifen. Ein „Schuß” aus unſeren
diplomatiſchen „42=Zentimeter=Mörſern” iſt da dringend
am Platze. Hat aber unſere Diplomatie ſolche „Mörſer”?
Wenn nicht, dann ſchleunige Anſchaffung.
Sonſt aber: ſtillſchweigende Verachtung. Laſſen wir
ſie „bellen”, und „reiten” wir durch die Welt wie bisher.
Dieſe ruhige Sicherheit erzwingt Achtung; die nervöſen
Erklärungsverſuche werden als Schwäche gedeutet und ſie
ſind ſchwächlich, weil ihnen das jetzt beſonders nötige
harte Selbſtbewußtſein fehlt. Alſo Schluß mit aller
„Pſychologie” Auch keine Kunſtpſychologie mehr! Die
Zerſtörung von Kunſtwerken bedarf keines Wortes der
Entſchuldigung oder Erklärung, denn die Zerſtörung
ge=
ſchieht nur als Kriegsnotwendigkeit. Dann iſt ſie ein
Opfer, gebracht für Deutſchlands Beſtand. Das
vergeſſe man nicht. Und verglichen mit Deutſchlands
Beſtand, ſind alle Dome und Kunſtwerke der Welt für
nichts zu achten. Denn: „Deutſchland, Deutſchland
über alles!“
Der Herzog von Braunſchweig und ſeine
engliſchen Titel.
* Braunſchweig, 16. Nov. Die Braunſchw.
N. Nachr. bemerken: Herzog Ernſt Auguſt von
Braunſchweig hat ſofort nach der engliſchen
Kriegs=
erklärung an Deutſchland freiwillig auf die Führung des
Titels eines Prinzen von Großbritannien
und Irland verzichtet. Er ordnete an, daß dies
ſer Untertitel in den Erlaſſen und Verordnungen uſw.
fortgelaſſen wird. — Die Meldung iſt ſehr erfreulich,
weil die engliſchen Blätter mit lächerlicher Wichtigtuerei
mitteilten, daß das Parlament beabſichtige, dem Herzog
Titel und Vorrechte (!) eines engliſchen Prinzen zu
ent=
ziehen. Die Engländer kommen damit alſo zu ſpät.
Aus Belgien.
* Brüſſel, 16. Nov. Eine Verordnung des
Ge=
neralgouverneurs in Belgien beſtimmt, die durch
Verord=
nung vom 3. Oktober 1914 feſtgeſetzte Verpflichtung,
deut=
ſches Geld in Zahlung zu nehmen, wobei
eine Mark bis auf weiteres mit mindeſtens 1,25 Franken
zu berechnen iſt, kann durch Parteivereinbarungen nicht
beſeitigt werden.
* Brüſſel, 16. Nov. Das Gouvernement Namur
teilt mit, daß die Aufräumungsarbeiten an
der Maas derart fortgeſchritten ſind, daß die Maas vom
Rhein ab bis zum 16. November bis Maneche und bis
zum 22. November bis Namur ſchiffbar ſein wird.
Das abgekartete Spiel.
* Die Lügen, mit denen England, Frankreich und
Rußland die Schuld an dem tobenden Weltkriege von ſich
auf uns abzuwälzen verſucht haben, ſind jetzt wiederholt
durch unwiderlegbare Beweiſe klargelegt worden.
Im=
merhin muß jedes Dokument, das davon zeugt, daß
der Krieg von langer Hand von unſeren
Feinden vorbereitet worden iſt, veröffentlicht
und ſo für die Nachwelt aufbewahrt werden. In Neu=
York erſcheint ſeit einiger Zeit ein Wochenblatt „The=
Fatherland” das ſich die Verteidigung Deutſchlands und
Die Brandenburger an der
Aisne.
wb. Seit dem 11. September ſtehen an der Aisne und
vor Verdun bis Lille die deutſchen und
franzö=
ſiſch=engliſchen Heere einander gegenüber in
einer Frontausdehnung von über 100
Kilo=
metern. In zähem Ringen, in offenſivem Anprall und
in hinhaltender Verteidigung wird hier gekämpft von
Maſſen und Kräften, wie die Welt in gleicher Größe und
Gewaltigkeit ſie noch nicht geſehen. Alle Mittel moderner
Waffenwirkung und Technik finden Anwendung, ſchwere
und ſchwerſte Artillerie ſpricht dröhnend ihr gewichtiges
Wort, und eine Waffengattung kommt ganz beſonders zur
Geltung und Wichtigkeit: das ſind unſere trefflichen, ſo
vielſeitig ausgebildeten Pioniere. Flugzeuge beider
Par=
teien durchfurchen die Luft, umlauert und bekämpft
wie=
der von abwehrenden Geſchützen. Durch Drahtleitung ſind
die einzelnen Teile der Rieſenfront und die verſchiedenen
Kommandobehörden mit einander verbunden. Die
In=
fanterie hat ihre Stellungen in Schützengräben derart ſtark
und zweckmäßig ausgebaut, daß einſt ein Plewna nicht
großartiger angelegt geweſen ſein konnte. Hin und her
wogt dauernd der Kampf, hier abwehrend, dort jäh
zu=
packend, bald vorſichtig vorfühlend, bald kühn vorſtoßend.
Aber über allen, über Gefahren und Strapazen, über
Tod und Entbehrung webt und lebt märkiſcher Sinn für
Gemütlichkeit und köſtlicher Humor. Die
Schützen=
gräben und Deckungen ſind nicht nur ſachgemäß,
ſondern faſt kunſtvoll angelegt. Mit Schlafräumen für die
Mannſchaften, mit kleinen Kochräumen und bequemen,
durch Stroh und Decken faſt behaglich eingerichteten
Be=
obachtungsſtänden. Durch eingeſteckte Zweige und Bäume,
durch Schichten von Preßſtroh und allerhand Grünem
werden die Geſchützſtellungen der Einſicht der Flieger von
oben herab entzogen. Nirgends fehlen witzige Inſchriften.
„Zum luſtigen Höhlenbewohner” ſteht an einer Deckung,
„Hier wohnt der Urmenſch” an der anderen. Sauber
auf=
geſchichtet ſtehen engliſche und franzöſiſche Blindgänger an
den Eingängen, ein drohendes Memento mori noch jetzt
in ihrer Unſchädlichkeit. An einer Erddeckung iſt ein
Zet=
tel angeheftet mit der Speiſenfolge, die mit der
Anmer=
kung ſchließt: „Grünes Kompott wird zu jeder Mahlzeit
von den Engländern geliefert”, womit die großen grünen
yddit=Geſchoſſe gemeint ſind. Tief hat ſich alles in die
wärmende Erde eingegraben. Zum Teil ſind auch in
ge=
ſchickter Weiſe die hier infolge der Sandſteingewinnung
zahlreich vorhandenen Höhlen mitbenutzt. Die Stellungen
der Protzen und Feldküchen, ſoweit ſie nicht einen
Schup=
pen oder wenigſtens eine Mauer zum Schutze gefunden
haben, gleichen Indianerdörfern aus Coopers
Leder=
ſtrumpf, Prachtausgabe. Durch geſchichtetes Preßſtroh,
durch Bäume und Bohlen ſind richtige kleine
Niederlaſſun=
gen entſtanden, die Mannſchaften hauſen in Erd= und
Bretterhütten; mit altpreußiſchem Ordnungsſinn und
Gründlichkeit iſt Sattel= und Geſchirrzeug
auf=
gebaut und ausgerichtet. Wie in tiefem Frieden
wer=
den hier Pferde geputzt und beſchlagen, es wird gekocht
und gebraten, und in dieſem Fache entwickeln ſich Talente,
von denen man nichts geahnt. Für die Infanterie ſorgen
die vorzüglichen Feldküchen, die einen nicht zu
unter=
ſchätzenden Faktor bei der zu erhoffenden glücklichen
Be=
endigung dieſes Feldzuges bilden. Ohne ſie und ihre
täg=
lich mehrmalige ſchmackhafte Füllung wären die großen
Märſche durch Belgien und Nordfrankreich nicht zu leiſten
geweſen. Zu wechſelnden Zeiten, aber ſtets ſehnlich
er=
wartet und freudig begrüßt, erreichen ſie die Nähe der
Kampflinie und geben ihren mit Kennermiene geprüften
Inhalt aus.
Die vorn in der Feuerfront haben mittlerweile
wie=
der etwas Neues erſpäht, ausgeheckt oder
ausgekund=
ſchaftet. Patrouillen haben ſich bis dicht an den Feind
ſogar durch dieſen hindurchgeſchlichen, bringen
Nachrich=
ten und melden wichtige Wahrnehmungen. Kecker
Wage=
mut und Luſt am Abenteuer laſſen unſere grauen
Jun=
gens die Gefahr außer acht ſetzen. Eine Patrouille
hat unbemerkt am Drahthindernis vor der engliſchen
Stel=
lung eine lange Schnur befeſtigt. An dieſer zogen
nächt=
licherweile unſere Leute, wodurch ein unheimliches
Ge=
raſchel entſtand. Wenn dann die aus der Ruhe aufge
ſcheuchten Engländer wie toll ins Dunkel ſchoſſen, ſangen
Unſere die „Wacht am Rhein” und wollten ſich halbtot
lachen. Aus dem Garten eines vom Gegner beſetzten
Schlößchens holten die Landwehrleute kürzlich nachts 5
Hammel und brachten ſie im Triumph glücklich nach
Hauſe. Nach Antwerpens Fall wurde die Nachricht
hier=
von in reinem Engliſch dem feindlichen Schützengraben
hinübergerufen. In ebenſo reinem Deutſch kam zurück:
„Jawoll, Kuchen!” So iſt überall Leben und Bewegung
trotz ſcheinbarer Ruhe, und neue Pläne und Unterneh=
mungen werden raſtlos erwogen und Erkundungen
aus=
geführt.
Das Stimmungsbild vom Geiſte und dem Leben
un=
ſerer Märker wäre aber nicht erſchöpfend gezeichnet, wenn
die Feldpoſt, die vielgeſchmähte, nicht hinreichende
Er=
wähnung fände. Nicht nur täglich, nein ſtündlich weilen
die Gedanken unſerer ſo innig an heimatlicher Scholle
hän=
genden Brandenburger daheim bei ihren Lieben.
Sehn=
ſüchtig wird jedes Lebenszeichen von Hauſe erwartet, jede
Zeile liebevoll ſtudiert, jede Zeitung faſt verſchlungen. Wie
groß iſt daher die Freude, wenn es endlich heißt: Die Poſt
iſt da. „Korporalſchafts=, Beritt= oder Geſchützführer zum
Poſtempfang antreten!” Was kommt da alles an,
Poſt=
karten und Briefe großen und kleinen Formats,
orthogra=
phiſch und unorthographiſch geſchrieben, Paket und
Paket=
chen. Mit heißen Augen zieht der Landwehrmann ſich
aus dem lauten Trubel zurück, um in verſchwiegener Ecke
die Grüße ſeiner Frau, die ungelenken Schriftzüge ſeiner
Kinder zu leſen. Keinen Pfennig von ſeiner
Kriegslöh=
nung hat er verbraucht, ſondern alles den Lieben daheim
durch Feldpoſt geſandt. Was aber ſchicken ſie ihm nun
wieder alles dafür! Zigarren und Strümpfe, Tabak und
Pulswärmer und noch allerlei anderes Schönes und
Nütz=
liches. Ueberhaupt die Liebesgaben! Großartig und
rührend ſind unſere Lieben daheim in ihrem treuen
Ge=
denken an uns, die wir vor dem Feinde ſtehen. Es iſt gar
nicht zu beſchreiben, was an Gaben der Liebe alles
an=
kommt von Privaten und Vereinen, von Dienſtſtellen und
aus öffentlichen Sammlungen. Warme Unterkleider und
Socken, Halstücher und Schals, Tabak zum Rauchen,
Kauen und Schnupfen, Kaffee und Schokolade, Zucker und
Kakao, Wurſt und Konſerven, Streichhölzer und Lichte;
kurz, alle Gaben aufzuzählen, iſt ebenſo ſchwer, wie den
Gebern zu danken. Sogar der Stammtiſch zum „grünen
Hering” hatte ſich durch eine Sendung von reichem
In=
halt beteiligt. Rührend aber war in ſeiner gutgemeinten
unpraktiſchen Art das Paket zweier alter Dämchen, das
alles mögliche Selbſtgeſtrickte und Selbſtgewebte enthielt,
daneben auch u. a. Brauſepulver! Na, für Abkühlung wird
hier ſchon genügend geſorgt, und Bedarf an abkühlenden
Mitteln dürfte kaum vorliegen. Aber herzlich gefreut, nein,
gerührt, hat auch dieſe Spende, und herzlich dankend haben
wir ihren Empfang beſtätigt. Der Feldpoſt, die in Zeiten
eiligen Vormarſches uns nicht immer folgen konnte und
auf deren Haupt manch Donnerwetter geknirſcht wurde
gilt unſer warmer Dank. Iſt ſie doch indirekt die Spen=
Nummer 318.
Darmſtätder Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Seite 3.
Oeſterreichs gegen die verleumderiſchen Lügen der
Ver=
bündeten zur Aufgabe gemacht hat. In ſeiner neunten
Nummer vom 7. Oktober d. J. bringt nun dieſes Blatt
aus dem Pariſer Gil Blas vom 25. Februar 1913 eine
Stelle zum Abdruck, die damals leider unbeachtet
geblie=
ben zu ſein ſcheint und uns doch die Pläne unſerer
Feinde hätte verraten können. Dieſe Stelle lautet:
„Eine oſtfranzöſiſche Zeitung veröffentlicht eine
inter=
eſſante Nachricht. Es iſt Tagesgeſpräch in militäriſchen
Kreiſen, daß ſeit Wochen große Ladungen engliſcher
Kriegsmunition nach Maubeuge verſchifft wurden.
Die Stadt Maubeuge iſt von großer militäriſcher
Bedeu=
tung. In dem franzöſiſchen Kriegsplan iſt ſie als
Kon=
zentrationspunkt für die verbündeten Truppen vorgeſehen,
die im Kriegsfalle durch den engliſchen Feldmarſchall
Sir John French als Oberkommandierenden unter
Gene=
ral Joffre kommandiert werden ſollen. Es iſt wohl
be=
kannt, daß die Geſchoſſe für die engliſchen Waffen von
denen der Franzoſen verſchieden ſind, aber die beiden
Re=
gierungen haben ein Abkommen getroffen, welches die
Landung der nötigen Munitionsbeſtände in Frankreich
bereits im Frieden ermöglicht.”
Der Gil Blas vom 25. Februar 1913 war in der Tat
gut informiert, wie die Erbeutung des engliſchen
Muni=
tionsmagazins bei Maubeuge uns gezeigt hat.
Die Ueberreſte der belgiſchen Armee.
* Roſendaal, 16. Nov. (Ctr. Bln.) In den
letzten acht Tagen büßte die belgiſche Armee 18000 Mann
ein. Die Verluſte an Offizieren belaufen ſich auf 600
Mann. Etwa 2000 Mann flüchteten in Bürgerkleidung
nach Holland. Die Zahl der von den Deutſchen
gefange=
nen Belgier wird auf 4000 geſchätzt. Dieſe Angabe
lie=
ferte ein vorgeſtern internierter Leutnant. Er teilte noch
mit, daß die belgiſchen Heeresreſte ſich im Zuſtande
völ=
liger Auflöſung befinden. 25000 Mann ſind noch
vorhan=
den, doch läßt ſich mit den Mannſchaften nichts mehr
un=
ternehmen. Es ſcheint, daß die franzöſiſche Heeresleitung
den demoraliſierenden Einfluß der Belgier auf die
Li=
nientruppen fürchtet und eine ſtrenge Scheidung zwiſchen
den Franzoſen und Belgiern vorgenommen hat.
Meu=
tereien kamen in den letzten Tagen wiederholt vor. Die
erſchöpften Soldaten verließen nachts die Schützengräben
und boten ſich dem Feind als Gefangene an. Ein
Haupt=
mann, der ſeine Truppen zu einem Sturm antrieb, wurde
durch einen Bajonettſtich in den Nacken getötet. Dem
Kö=
nig Albert iſt es unmöglich, den Mannſchaften Mut
zuzu=
ſprechen. Seine Beſuche in den Laufgräben werden von
den Offizieren ſehr peinlich empfunden.
Der Temps ſchützt die Wahrheit!
* Paris, 16. Nov. Der Temps entrüſtet ſich über
die deutſche Auslandspropaganda. Unter dem
Titel „Für die Wahrheit” ſchreibt das Blatt: Die
neue hiſtoriſche Schule jenſeits des Rheins, die unter
der Leitung der Unterzeichner des berüchtigten
Mani=
feſtes der Intellektuellen ſteht, iſt eine Wolffagentur von
rieſigem Umfange. Mit ſorgfältiger Umſicht und großer
Hingabe beſchafft man ſich alle möglichen Adreſſen. Wo
irgendwo Propagandazentren ſind, werden ſie aufgeſpürt
mit jener peinlichen Sorgfalt, mit der die Deutſchen
das iſt unbeſtreitbar — ihren Spionagedienſt einzurichten
verſtehen. An allen Enden der Welt dringen ſie ein.
(Hoffentlich. D. R.) Das Blatt zählt die Staaten
Miſſiſ=
ſippi, Ohio, Indiana und Illinois auf, gibt ſeinem
Aer=
ger über Mitarbeiter wie Björnſon und Sven Hedin
Ausdruck und ſagt, alle, die irgendwie Beziehungen zu
dem neutralen Auslande hätten, ſeien zurzeit für dieſen
Spezialdienſt mobiliſiert. Schließlich fordert das Blatt
zum Einſchreiten auf, ehe es zu ſpät ſei und ſagt, wir
müſſen antworten und müſſen die Wahrheit ſchützen, das
iſt unſere dringende Pflicht. — Alſo der Temps ſchützt die
Wahrheit! Das iſt köſtlich!
Britiſcher Kulturtiefſtand.
* Zu der geſtern von uns gekennzeichneten Aeußerung
Mac Kennas im Unterhauſe ſchreibt die Kreuz=Ztg.:
Im engliſchen Unterhaus hat Miniſter Mac Kenna
er=
klärt, wenn die Zeppeline in England einfielen, ſo
würden vorausſichtlich in noch weit größerem Umfange
als bisher Internierungen von Deutſchen vorgenommen
werden. Deutſche Männer, die interniert werden
könn=
ten, ſind kaum noch vorhanden. Die Aeußerung beweiſt
alſo, daß die Engländer ſelbſt nicht vor der
Einſper=
rung wehrloſer Frauen und Kinder
zurück=
ſchrecken. Das iſt bezeichnend für ihre Auffaſſung von
völkerrechtlichem Anſtand, aber nicht weiter überraſchend.
Im übrigen iſt die ganze Aeußerung ein überaus
törich=
ter Bluff. England ſollte ſich wirklich ſagen, daß es durch
ſolche Drohungen niemand einſchüchtert.
Der Kaiſer und die Regierung haben wieder und wieder
in klarſter Weiſe zu erkennen gegeben, daß ſie feſt
entſchloſ=
ſen ſind, England niederzuringen und ihm einen Frieden
aufzuzwingen, der der ungeheuren Blutopfer wert iſt, die
wir der engliſchen Niedertracht verdanken. Es iſt ganz
ſelbſtverſtändlich, daß jedes hierzu geeignete Mittel auch
rückſichtslos angewendet wird. Die maßgebenden
Stel=
len wiſſen genau, daß das deutſche Volk gar nichts
an=
deres erwartet und nach den bisherigen Zuſicherungen
erwarten kann. Niemand in ganz Deutſchland würde es
verſtehen, wenn man zögern wollte, irgend ein durch
un=
ſere techniſche Ueberlegenheit uns zur Verfügung
ſtehen=
des Mittel gegen die große Feſtung, als welche das
bri=
tiſche Inſelreich als Ganzes ſich darſtellt, ohne jede
Rück=
ſicht auszunutzen.
Das Urteil über die neue engliſche Wehrvorlage.
* Amſterdam, 16. Nov. Die öffentliche Meinung
Englands nimmt die Forderung der engliſchen
Regierung für den außerordentlichen Kredit von 225
Millionen Pfund zur Aufſtellung des neuen Heeres von
einer Million Soldaten mit ſehr gemiſchten Gefühlen auf
Man iſt zwar befriedigt, daß die Regierung zu
energi=
ſchen Mitteln greift, um den Krieg gegen Deutſchland
weiter fortſetzen zu können. Auf der anderen Seite
ent=
halte aber dieſe Forderung ein Eingeſtändnis, daß die
Lage der Verbündeten ſehr ſchwierig ſei.
Das in der Vorlage enthaltene Zugeſtändnis der deutſchen
Ueberlegenheit könne das engliſche Publikum nicht gerade
ermutigen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. November.
* Ordensverleihung. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben dem Bürgermeiſter und
Standesbeamten Julius Fenchel in Griedel das
Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps des
Groß=
mütigen verliehen.
* Uebertragen wurde der Schulamtsaſpirantin
Johanna Fuchs aus Bingen eine Lehrerinſtelle an der
Volksſchule zu Ober=Mörlen, Kreis Friedberg.
* Militärdienſtnachricht. Zum Leutant befördert
vurde Vizefeldwebel Erich Landzettel aus
Darm=
tadt im 16. Reſ.=Inf.=Reg.
C Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
erhielten: Regierungsbaumeiſter und Dipl.=Ing. Karl
Wolff, zurzeit Offizier=Stellvertreter im Inf.=Regs.
Nr. 143; Generaloberarzt Dr. Eichel, desgleichen ſein
Sohn Leutnant Max Eichel, im Inf.=Leib=Regt.
Groß=
herzogin Nr. 117; letzterer iſt ſchwer verwundet und wurde
ihm in voriger Woche von J. K. H. der Großherzogin
perſönlich die Heſſ. Tapferkeitsmedaille
über=
reicht; das Eiſerne Kreuz erhielt ferner Unterzahlmeiſter
Stracke vom 2. Bat. Inf.=Rgt. Nr. 115.
Den Mitgliedern der Turngeſellſchaft
Darm=
ſtadt Willy Seip und Ludwig Mulch wurde das
Eiſerne Kreuz verliehen; erſterer wurde gleichzeitig zum
Gefreiten, letzterer zum Feldwebel=Leutnant befördert.
— Großh. Hoftheater. Heute geht Weingartners
„Kain und Abel” unter perſönlicher Leitung des
Kom=
poniſten in Szene. An demſelben Abend dirigiert
Generalmuſikdirektor Felix von Weingartner noch
Beethovens fünfte Sinfonie (C-moll). Nach dem
außer=
ordentlichen Erfolg, den Weingartner bei dem vorgeſtrigen
Hofmuſikkonzert fand, wird dieſe Tatſache von
be=
ſonderem Intereſſe ſein. Es wird ausdrücklich darauf
hingewieſen, daß „Kain und Abel” um 7 Uhr beginnt.
Donnerstag 6½ Uhr geht der erſte Teil der Goetheſchen
„Fauſt”=Tragödie zum erſtenmal an einem Abend in
Szene. Freitag wird „Der Zigeunerbaron” der in dieſem
Jahr wieder mit großem Erfolg in den Spielplan
auf=
genommen wurde, in der bekannten Beſetzung — zum
erſtenmal bei kleinen Preiſen — gegeben. Sonntag geht
auf A 10 „Mignon” in Szene. Dirigent Richard Lert.
Die nächſte Schauſpielnovität iſt „Als ich noch im
Flügel=
kleide” ein fröhliches Spiel von Albert Kehm und
Mar=
tin Frehſee. Die Erſtaufführung iſt für Donnerstag,
den 26., angeſetzt.
* Im Silberkranz. Am 22. Oktober feierte Herr
Oberzahlmeiſter Klein vom Leibgarde=Infanterie=
Regiment Nr. 115, zurzeit Kriegszahlmeiſter bei der
Militär=Eiſenbahn=Direktion II, das Feſt der
Sil=
bernen Hochzeit. War es der Jubilarin auch nicht
vergönnt, mit ihrem Gemahl dies Feſt gemeinſchaftlich
feiern zu können, ſo muß es dem Jubilar an dieſem
Tage in Feindesland doch annehmbar gut ergangen ſein,
denn ein ſehr wohlgelungenes Bild zeigt uns den
Jubilar in ſeinem reich mit Blumen geſchmückten und
ller Art Aufmerkſamkeiten ausgeſtatteten Quartier.
O Unterbringung wehrpflichtiger Schleſier in
Darm=
ſtadt. Der Oberbürgermeiſter erhielt am Montag abend die
Nachricht, daß zur vorläufigen Unterbringung
und Verpflegung 5000 Mann
wehrpflich=
tige Schleſier in Darmſtadt eintreffen werden.
Um 10 Uhr abends wurde ſodann mitgeteilt, daß am
Dienstag früh ½6 Uhr 2200 Mann ankommen würden.
Die Stadtverwaltung hat hierauf noch in der Nacht alle
Maßnahmen getroffen, die für die Unterbringung und
Verpflegung möglich waren. Es wird darauf
aufmerk=
ſam gemacht, daß dieſe Maßnahme ſelbſtverſtändlich nur
im Intereſſe der Schleſier ſelbſt liegt und zu irgend
wel=
chen Vermutungen keinen Anlaß gibt.
— Verpackung der Liebesgabenbriefe an
Kriegsgefan=
gene. Die ſchweizeriſche Poſtverwaltung, die den
Poſt=
verkehr mit den deutſchen Kriegsgefangenen in
Frankreich vermittelt, führt Klage darüber, daß die als
Briefe verſandten Schächtelchen aus Karton mit Zigarren
uſw. für Kriegsgefangene oft ſchon in der Schweiz
beſchä=
digt eintreffen.. Es könne ſelten ein Poſtſack entleert
wer=
den, ohne daß dabei Trümmer von ſolchen Schachteln
ſo=
wie zerbrochene Zigarren und Zigaretten herausfallen.
Die deutſchen Abſender ſollten daher auf beſonders
halt=
bare Verpackung der Liebesgabenbriefe an
Kriegs=
gefangene um ſo mehr Bedacht nehmen, als dieſe
Sen=
dungen durch zahlreiche Hände gehen, bis ſie zu den
Kriegsgefangenen gelangen.
— Verein für Verbreitung von Volksbildung. Gleich
der erſten Veranſtaltung, dem Vaterländiſchen Abend im
vorigen Monat, hatte auch der geſtrige Vortrag „Krupp,
die deutſche Waffenſchmiede” eine ſehr ſtarke
Anziehungskraft ausgeübt, ſodaß der „Kaiſerſaal” dicht
gefüllt war. Ein ſo im Brennpunkt allgemeinſten
Inter=
eſſes ſtehendes Thema durch einen Fachmann und
aus=
drucksvollen Redner wie Herr Dipl.=Ing. Fromholz=
Dortmund mit Unterſtützung durch ſcharfe,
charakteriſti=
ſche Lichtbilder behandelt, zu hören, iſt fürwahr ein hoher
Genuß, muß jeden feſſeln und ihm das Verſtändnis für
eine der hervorragendſten Leiſtungen deutſcher Technik
derin unſerer Freuden und unſerer Erholung; möge ſie
weiter ihre große und anſtrengende Arbeit bewältigen, die
Lieben daheim und uns zu gleichem Danke verpflichten.
Hinter der Front der Kämpfenden, in reſpektvoller
Entfernung auch von ſchweren feindlichen Geſchoſſen
ar=
beiten Nachſchub an Verpflegung und an
Aus=
rüſtungsſtücken aller Art und das
Sanitäts=
weſen. Letzteres hat ſeine Lazarette und zeitweiligen
Niederlaſſungen in den ſtillen, in tiefen Tälern
eingebette=
ten Dörfern angelegt. Hier finden die Verwundeten und
Kranken liebevolle Aufnahme und ſachgemäße Pflege und
Behandlung. Hier iſt Friede und Ruhe, und in
erfreu=
licher Weiſe ſchreitet die Beſſerung unſerer Kranken und
Wunden fort, die teils der Heimat zur endgültigen Heilung
zugeführt werden, teils bereits geheilt zur Front
zurück=
eilen. Ernſt und die Ueberlebenden an weitere treue
Pflichterfüllung gemahnend, wirken auf dörflichem
Gottes=
acker die Gräber unſerer Braven mit ihren ſchlichten
Kreu=
zen und mannhaften Inſchriften. Unweit von dieſen
Stätten, die jenſeits kriegeriſchen Lebens zu liegen
ſchei=
nen, arbeitet gewichtig und wichtig der Empfang an
Lebensmitteln und von allerlei, was zu des Lebens
Not=
durft und Nahrung gehört. Hier weiden große Rinder=
und Hammelherden, ſorglich behütet, von denen jedes
Haupt gezählt iſt und die vom Proviantmeiſter täglich
mit liebevollem Blick gemuſtert werden. Auf ſchweren
Rädern rollen Proviant= und Fuhrpark=Kolonnen
her=
bei und entleeren ihren koſtbaren und nahrhaften
In=
halt. Drinnen, im Schuppen, wirken mit olympiſcher
Ruhe Proviantmeiſter und Intendantur und ſuchen allen
berechtigten und unberechtigten Wünſchen gerecht zu
wer=
den. Und dieſe Wünſche und der Bedarf ſind wahrlich
nicht gering und ſind von ſo mannigfacher Art, daß man
ſich faſt wundern muß, wie ſie — wenigſtens zum weitaus
größten Teile, erfüllt werden. Denn, was dieſe Häufung
von Menſchen und Pferden zum Unterhalt notwendig
ge=
braucht, das läßt ſich kaum beſchreiben. Aber es wird
ge=
ſchafft, und die Art, wie Nachſchub und Verpflegung,
namentlich neuerdings, funktionieren, ſtellt den an dieſem
Gelingen beteiligten Behörden das ehrendſte Zeugnis aus.
Tätigkeit und Rührigkeit aller Orten, gehobene
Stim=
mung trotz Strapazen und hinhaltenden Ausharrens in
wochenlangem Ringen, das iſt die Signatur der Betätigung
der Brandenburger an der Aisne. Geht es erſt wieder
vorwärts in einer Weiſe, die dem Naturell des
kampf=
erprobten Märkers mehr liegt, ſo wird er auch dann aufs
neue ſeinen Mann ſtellen.
Aus Feldpoſtbriefen Darmſtädter
Soldaten.
* Von einem Maſchinenſetzer des Darmſtädter
Tag=
blattes, der zum Landſturm einberufen iſt, geht uns
fol=
gender Brief aus Antwerpen, 8. November, zu:
Ihr Intereſſe vorausgeſetzt, will ich Ihnen einiges
über meine Erlebniſſe und empfangenen Eindrücke auf
und von der Reiſe zum „Kriegsſchauplatz” mitteilen. Am
28. Oktober, früh, wurde unſer Bataillon in Bodenheim
verladen, und um 8 Uhr morgens fuhr unſer Zug unter
den Klängen der neugegründeten Bataillonskapelle zum
Bahnhof hinaus, einem unbekannten Ziel entgegen.
Freilich ging das Gerücht herum, die Fahrt ſei nach
Ant=
werpen gerichtet, und ihr weiterer Verlauf gab dieſem
Gerüchte recht. Es erübrigt ſich wohl, zu ſchildern, mit
welch freundlichem Willkommen, um nicht zu ſagen Jubel
wir auf allen Stationen rheinabwärts begrüßt wurden.
Auch die Verpflegung unterwegs war reichlich und gut.
Abends um 11 Uhr lief unſer Zug in Aachen ein. Wir
fuhren jedoch erſt am anderen Morgen (29. Oktober) um
5 Uhr weiter, der belgiſchen Grenze zu, da zur Nachtzeit
in Feindesland der Zugverkehr, jedenfalls aus Gründen
der Sicherheit, ruht. Beim erſten Morgengrauen war an
den eigenartigen Telegraphenſtangen und Signalmaſten
zu erkennen, daß wir bereits auf belgiſchem Boden fuhren.
Eine ſehr intereſſante und reizvolle Fahrt wartete unſer.
Felsſchluchten und idylliſche Täler mit reichlichen
Waſſer=
läufen wechſelten ſtundenlang ab, deren intereſſantes Er
ſchauen durch das Dunkel ſehr vieler mehr oder weniger
langer Tunnels unterbrochen wurde. Dann wurde die
Landſchaft nach und nach flacher, und um 11 Uhr waren
wir in Lüttich. Trotz allem neugierigen Spähen war hier
an Zerſtörungen nicht viel zu ſehen, wenigſtens vom Zuge
aus. Nur einige Granaten hatten hier und da auf dem
Bahnhofe ſelbſt Dächer durchſchlagen und Schienen
aufge=
riſſen. Es wurde jedoch überall repariert, und deutſche
Eiſenbahner begrüßten uns mit deutſchem Gruß. Neben
bei geſagt, war alles mit deutſchen Beamten beſetzt und
die ganze Eiſenbahnſtrecke durch Militär bewacht. Auch
über Lüttich hinaus war außer einigen Schützengräben
und hier und da verſtreut liegenden Einzelgräbern
ge=
fallener Belgier nichts beſonderes zu ſehen. Hinter
Tirle=
mont aber machten ſich die fürchterlichen Folgen des
Krie=
ges bemerkbar. Erſt vereinzelt, dann immer zahlreicher
ragten rechts und links die rauchgeſchwärzten
Giebel=
mauern zerſchoſſener Häuſer geſpenſterhaft zum Himmel
empor. An der ganzen mit der Bahnſtrecke hier ziemlich
parallel laufenden Landſtraße entlang waren dieſe
fürch=
terlichen Zeichen des Krieges ſichtbar, und nur allmählich
gewöhnte ſich das Auge an dieſen ſchrecklichen Anblick.
Den Höhepunkt der Zerſtörung bot jedoch Loewen dar.
Der Bahnhof Loewen liegt tief, und zu beiden Seiten
ziehen ſich hochgelegene Straßenzüge hin; er war alſo wie
geſchaffen für einen meuchleriſchen Anſchlag. Es iſt aber
gründliche Vergeltung geübt worden. Das vom
menſch=
lichen Standpunkt erklärliche Mitleid mit den hiervon
Be=
troffenen tritt in den Hintergrund im Gedenken daran,
daß das Blut vieler unſerer Brüder hier meuchlings
ver=
goſſen worden iſt, und hiermit kommt auch die
Ueberzeu=
gung, daß dieſe harten Maßnahmen unbedingt notwendig
waren. Deren Zweckmäßigkeit und abſchreckende
Wir=
kung iſt ja im ſpäteren Verlaufe des Vormarſches
genü=
gend zutage getreten. — Um 1 Uhr mittags fuhren wir
von Loewen wieder ab und waren um 2.15 Uhr in Lier.
Auf dieſer Fahrt hatten wir Gelegenheit, die wirklich
genial angelegten Sperranlagen vor den eigentlichen
Be=
feſtigungswerken zu bewundern. Das ganze Gelände iſt
überflutet und mit Stacheldrahtverhauen und handhohen
Spitzpfahlfeldern durchſetzt. Sämtliche Bäume ſind
ge=
fällt, und die Rieſenſtämme ſind dann von unſeren
Pio=
nieren zur Ausfüllung der Gräben benutzt worden. Jeder
natürliche Waſſergraben iſt zum Schützengraben
ausge=
baut, und hinter jeder Hecke ſind ſolche angelegt. Dieſe
ganzen Verteidigungsanlagen in Verbindung mit den
modernen Fortgürteln ſind für uneinnehmbar gehalten
worden, und ſie ſind es auch in der Tat — allerdings nicht
für deutſche Truppen. — Dann bot uns die Stadt Lier
ſelbſt wieder einen Anblick ſchrecklicher Verwüſtung. Es
gibt in der zirka 27000 Einwohner zählenden Stadt kaum
ein Haus, das nicht mehr oder weniger beſchädigt iſt,
und zwar hauptſächlich durch das Bombardement der
dort vorher gaſtlich aufgenommenen Engländer, wie mir
perſönlich von Lierer Bürgern erzählt wurde. Die Herren
Engländer waren nämlich ſo naiv, zu glauben, die
Deut=
ſchen hätten ſich in der Stadt Lier feſtgeſetzt, und ſie haben
dann die wehrloſen Bürger tapfer beſchoſſen. Vor ihrem
Rückzuge haben die belgiſchen und engliſchen Soldaten,
wie mir ebenfalls von Einheimiſchen berichtet wurde, in
der Stadt tüchtig geplündert und geraubt.
Um 4 Uhr nachmittags kamen wir in Antwerpen an.
Wegen Mangels an Unterkunft mußten wir aber
noch=
mals eine Nacht im Eiſenbahnwagen zubringen. Der
nächſte Morgen fand uns daher nicht in ſehr roſiger
Stim=
mung. Nachdem wir uns dann an aus der Stadt
gehol=
tem Kaffee gelabt hatten, fuhren die 3. und 4. Batterie
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Nummer 318.
erſchließen. Einen echt vaterländiſchen Auftakt verlieh
der Vereinsvorſitzende, Herr Profeſſor Dr. Gaul, dem
Beginn des Abends, indem er mit einer kurzen Anſprache
des jüngſten Sieges über die Ruſſen gedachte und die
Verſammlung zu einem begeiſterten Hoch auf das Reich,
unſer tapferes Heer und deſſen genialen Führer im Oſten
veranlaßte. Dann ergriff der Vortragende das Wort und
gab in ſeinen über zweiſtündigen Ausführungen ein
treffliches Bild alles deſſen, was von der
weltumſpannen=
den und dabei ſo urdeutſchen Firma geleiſtet worden iſt
und geleiſtet wird. Der letzte männliche Inhaber der
Firma Frdr. Alfr. Krupp, der das Gewonnene zu erhalten
und ſtetig weiterzuentfalten wußte, hinterließ bei ſeinem
Tode 1902 den Betrieb mit 64000 Arbeitern, und dieſer,
der bei der Jahrhundertfeier im Jahre 1911 auf 72000
geſtiegen war, beſchäftigt in der jetzigen Kriegszeit wohl
80000 Arbeiter und Angeſtellte. Seine Bergwerke (Eiſen,
Kohlen uſw.), 22 an der Zahl, liegen nicht nur in
Deutſch=
land, ſondern in vielen Erdſtrichen und verſorgen die
zahlreichen Hochöfen, ſowie ſonſtigen Fabrikanlagen der
Firma mit dem Rohmaterial, das eigene Ozeandampfer,
Rheinſchiffe uſw. zuführen. Ungemein mannigfach ſind
die Erzeugniſſe, ſteht doch der Kruppſche Gußſtahl in
ſei=
ner Güte unerreicht und zum Neid des geſamten
indu=
ſtriellen Auslandes da. Auf das genialſte und
wirtſchaft=
ichſte iſt das geſamte Rieſenunternehmen gegliedert, und
der Vortragende ſchilderte dieſen Betrieb in ſeinen
gerade=
zu gigantiſchen Verhältniſſen mit der Verwendung aller
techniſchen Kräfte und Errungenſchaften aufs
anſchau=
lichſte. Vorbildlich und lange vor Beginn unſerer
Reichsſozialpolitik ſchuf Krupp
Wohlfahrtsein=
richtungen für alle ſeine Betriebe und wendete z. B.
in=
nerhalb zehn Jahren 30 Millionen Mark hierfür auf,
wäh=
rend ihn die Geſetzgebung nur zu 3 Millionen verpflichtet.
Arbeiterkolonien, Krankenhäuſer, Schulen und andere
Erziehungseinrichtungen, Erholungs= und
Verſorgungs=
heime, Konſumvereine, Bibliotheken u. a. m.
vervollſtän=
digen dieſes ſegensreiche Wirken, das dem Unternehmen
zufriedene, treue Arbeiter und Beamte ſichert und ein
wei=
teres Ruhmesblatt deutſcher Induſtrie iſt.
Der letzte Teil des Vortrages galt ſpeziell der
Ge=
ſchütz= und Geſchoßfabrikation und gab intereſſante
Ein=
zelheiten, ſoweit deren Mitteilung zurzeit angängig
war. Der in den Kruppſchen Werken ſelbſt ſtets
wäh=
rende Wettkampf zwiſchen Geſchütz und Panzer wurde
anſchaulich berührt und dem Beſchauer das neueſte
Er=
gebnis auf dem weſtlichen Kriegsſchauplatz im Bilde
vor=
geführt. Mit dem alten Kruppſchen Betriebe ſind im
Lauſe der Zeit noch die Gruſonwerke in Magdeburg und
die Germaniawerft in Kiel vereinigt worden.
Ver=
trauensvoll darf ſich das deutſche Volk auf Krupps
Lei=
ſtungen verlaſſen und der Heimtücke und Niedertracht
Englands, die hoffentlich durch einen Stoß ins Herz des
Inſelreiches getroffen werden, ſteht nach den Worten
un=
ſeres Kaiſers „noch eine nette Ueberraſchung” bevor. Mit
der flammenden Verſicherung, daß das Krämervolk
jen=
ſeits des Kanals im eigenen Lande und am eigenen
Leib die Vergeltung ſpüren müſſe, ſchloß der Redner und
löſte langanhaltenden ſtürmiſchen Beifall aus.
* Wohltätigkeitskonzert. Als Reinertrag des von
Herrn Kammervirtuoſen Backhaus am 9. d. M.
ver=
anſtalteten Beethoven=Abends iſt der
Stadtver=
waltung die Summe von 500 Mark zum Beſten der
ſtädtiſchen Hinterbliebenenfürſorge überwieſen worden.
* Ueber die Grundſätze bei Vergebung von
Militär=
lieferungen liegt der Großh. Handelskammer
Darm=
ſtadt Material vor, welches Intereſſenten auf Wunſch
zugängig gemacht werden kann.
— „Der Krieg als Erzieher‟. Die große Gemeinde
der Freunde und Verehrer, die der frühere hieſige Pfarrer
und Oberkonſiſtorialrat Dr. Karl Sell, jetzt Profeſſor an
der Univerſität Bonn, in Darmſtadt von ſeiner hieſigen
ſegensreichen Wirkſamkeit noch beſitzt, wird mit großer
Freude die Nachricht vernehmen, daß der Genannte ſich
auf Erſuchen des Darmſtädter Vortragsverbandes bereit
erklärt hat, zwiſchen Weihnachten und Neujahr hier einen
Vortrag über „Der Krieg als Erzieher” zu halten.
— Der Ortsgewerbeverein hat für Freitag, den
20. d. Mts., einen Vortragsabend angeſetzt, in dem zu
rächſt Herr Profeſſor Dr. phil. und jur. J. Kollmann
von der hieſigen Großh. Techniſchen Hochſchule über
„Das Kautionsweſen bei Vergebungöffent
icher Arbeiten” ſprechen und im Anſchluß hieran
Herr Volksbankdirektor Stein über „Die Kredit
verhältniſſe während des Krieges” einige
Mitteilungen geben wird. Wir wollen nicht verfehlen
auf dieſe Vorträge aufmerkſam zu machen. (Siehe
Anzeigeteil.)
— Alle Verſteigerungen von Häuten und Fellen ſind
bis auf weiteres verboten.
Der Neudruck des heſſiſchen Geſangbuchs.
O In dieſen Tagen iſt der lange erwartete
Neu=
druck des evangeliſchen Geſangbuchs für
das Großherzogtum Heſſen, ausgeführt von der
L. C. Wittichſchen Hofbuchdruckerei, im Verlag von
Johs. Waitz in Darmſtadt, erſchienen und gelangt
nunmehr zum Verkauf. Er unterſcheidet ſich dem Text
nach nicht von den früheren Ausgaben des Geſangbuchs
ſodaß letztere auch weiterhin in Schule und Gottesdienſt
gebraucht und, ſoweit der Vorrat reicht, verkauft werden
können; ſie werden jedoch nicht mehr gedruckt.
Veran=
laßt wurde der Neudruck durch das allerſeits empfundene
und von der evangeliſchen Landesſynode zum Ausdruck
gebrachte Bedürfnis, das Geſangbuch nach Papier, Druck
und Buchſchmuck den heutigen geſteigerten künſtleriſchen
Anforderungen entſprechend zu geſtalten. Während einige
andere deutſche Landeskirchen dieſem Bedürfnis durch
Herausgabe einer beſonderen Schmuckausgabe neben den
ſonſtigen zu entſprechen ſuchten, wurde in Heſſen nur eine
einzige, und zwar künſtleriſch ausgeſtattete Ausgabe (mit
Noten) veranſtaltet, um dieſe allen Kreiſen der
evangeli=
ſchen Gemeindeglieder zugänglich zu machen. Unter
Mit=
wirkung von mehreren auf dem Gebiete des Buchdrucks
und Buchſchmucks anerkannten Sachverſtändigen hat
Kunſtmaler Theodor Gengnagel zu Darmſtadt den
Druck geleitet und das Buch mit ſchlichtem, ſehr
anſpre=
chendem Schmuck verſehen. Von ihm rühren auch
meh=
rere Einbandentwürfe her, die in verſchiedener
Ausfüh=
rung zu vom Großh. Oberkonſiſtorium feſtgeſetzten
ange=
meſſenen Ladenpreiſen in den einſchlägigen Geſchäften
verkauft werden. Dieſe geſetzlich geſchützten Einbände
ragen auf der letzten Seite unter den Nachweiſungen
über Druck uſw. den Vermerk: Einband nach Entwurf
von Th. Gengnagel von J. Schäffer in Grünſtadt.
Rotes Kreuz.
(Geöffnet von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends.
Zen=
tral=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 25:
Krankenbe=
förderungs=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 2576;
Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20;
Liebes=
gaben=Transport=Abteilung: Neckarſtraße 8, Fernruf 2421.)
Von der Fahrt und Tätigkeit der zweiten
Ko=
lonne des dritten Eleonorenzuges dürfte das
Folgende von allgemeinem Intereſſe ſein: Die zweite
Ko=
lonne wurde von dem Fürſten zu Erbach=Schönberg
ge=
führt und ſetzte ſich zuſammen aus 5 Kraftwagen mit
einem Chauffeur, Militärfahrern und
Begleitmannſchaf=
ten; Teilnehmer waren: Oberleutnant d. Reſ.
Ber=
ninghaus und Chemiker Fritz Schütz, Finanzaſſeſſor
Zim=
mer und Begleiter Karl Emmerling. Der Zugteil der
Kolonne beſtand aus einem Perſonenwagen, 4
geſchloſſe=
nen Güterwagen, 7 offenen Wagen, auf denen die Autos
verladen waren, und einem Benzolwagen. Unter den
geſchloſſenen Wagen befand ſich ein von der
Kommandan=
tur III Darmſtadt für die Etappe beſtimmter, mit
Pake=
ten für die Landſturmbataillone Erbach, Darmſtadt I
und Worms. Auch dieſe Kolonne verließ, von J. K. H.
der Großherzogin und Sr. Exz. dem Miniſter des Innern
als Territorialdelegierten verabſchiedet, Darmſtadt am
Samstag, den 23. Oktober, 9 Uhr 30 vormittags. Der
Zug führte die Teilnehmer über Köln und Aachen nach
Brüſſel, von da über Löwen nach Namur. Am dortigen
Bahnhof wurden die Liebesgaben für ein heſſiſches
Land=
wehr=Bataillon den einzelnen Kompagnieführern
ausge=
händigt. Von da fuhr der Zug nach Libramont, wo ein
Teil ſeiner Ladung an ein Landſturm=Bataillon
abgege=
ben wurde. Auf der Hin= und Rückfahrt wurden den
ein=
zelnen Wachtpoſten, die auf der Strecke den Bahnſchutz
verſahen, Pakete zugeworfen, die bei dieſen große Freude
erregten. Außerdem wurden alle Privatpakete aus den
Stappenwagen verteilt. Am folgenden Tage wurde in
Bertrix ein Landſturmbataillon mit Gaben bedacht und
das für die Lazarette Beſtimmte in Sedan den Herren
Oberſtabsarzt Dr. Gerlach und Stabsarzt Dr.
Blumen=
thal übergeben. Von dort führte die Reiſe nach Rethel,
wo der Zug verlaſſen wurde. Die für zwei heſſiſche
Land=
wehr=Infanterie=Regimenter mitgeführten Liebesgaben
mußten der dortigen Sammelſtelle zur Weiterbeförderung
übergeben werden. Sodann brachten die Kraftwagen
wei=
tere Liebesgaben und die Etappenpakete für ein
Land=
ſturm=Bataillon nach Attigny. Auch einer heſſiſchen
Dra=
goner=Landwehr=Eskadron wurden Liebesgaben
über=
bracht, und damit war der Auftrag der Kolonne erfüllt.
Sie trat nach gaſtfreundlicher Aufnahme im Argonner
Walde am Samstag, den 31. Oktober, die Fahrt nach
Montmédy an und fuhr von da weiter nach Darmſtadt.
Das große Entgegenkommen, das die Behörden dem Zug
erwieſen, hat es neben anderem ermöglicht, den Auftrag,
die Liebesgaben an die Truppen heranzubringen, in
ver=
hältnismäßig kurzer Zeit auszuführen. Auch über die von
der zweiten Kolonne überbrachten Spenden liegen von
allen Bedachten Aeußerungen wärmſten Dankes vor. Man
gewinnt die Ueberzeugung, daß dieſe Art der Zufuhr von
Lebens= und Genußmitteln, wärmenden Kleidern und
Zei=
tungen vom größten Werte für unſere Tapferen im
Felde iſt. — Die dritte Kolonne unterſtand der
Füh=
rung des Dr. Hoffmann, Mainkur. Es gehörten ihr an:
Se. Durchl. der Prinz Alfons zu Iſenburg, der Landrat=
Graf Wartensleben, Gelnhauſen, Rittergutsbeſitzer von
Günther, Erneſtgrün, Fabrikant Siebert, Hanau, Dr.
Waſſerzug, Frankfurt a. M., Generalmajor von Röder,
Frankfurt a. M., und Dr. Weiß, Darmſtadt., Dazu 4
Kraft=
wagenführer.
Die Abteilung führte mit ſich: 3 Eiſenbahnwagen mit
Liebesgaben und Sanitätsmitteln, einen Benzinwagen
und 6 Lowries für die Autos. Während im erſten Wagen
Liebesgaben vom Roten Kreuz in Darmſtadt für die, 25.
Diviſion verpackt waren, der zweite Sanitätsmaterial und
Liebesgaben, der 21. Diviſion von der Kriegsfürſorge
Frankfurt a. M. zugedacht, enthielt, barg der dritte Gaben
für 2 Schwadronen der 6. Ulanen, gegeben zu zwei
Drit=
teln von Mainkur, zu einem Drittel vom Roten Kreuz
Hanau. Den,Wagen 1 und 3 waren in erheblicher
Stück=
zahl Einzelſendungen an Offiziere, Unteroffiziere und
Mannſchaften beigeladen. Samstag, den 24. Oktober, 10
Uhr 30, fuhr die Abteilung als Teil des Eleonorenzuges
nach Verabſchiedung durch J. K. H. die Großherzogin vom
Darmſtädter Bahnhof ab. Die Eiſenbahnfahrt ging nach
Aachen, Lüttich, Brüſſel, Gent. Dann über Brüſſel zurück
und über Mons nach Valenciennes. Nun wurden die
Autos flott gemacht und mit den für die Kavallerie=
Regi=
menter beſtimmten Gaben beladen, nachdem inzwiſchen
deren Standort ausfindig gemacht worden war. Prinz.
Iſenburg fuhr nach dem Quartier der heſſiſchen Dragoner,
Dr. Hoffmann nach dem der 6. Ulanen. Beide Herren
lieferten zunächſt die perſönlichen Sendungen ab, kehrten
aber dann nach Valenciennes zurück. Dort wurden dann
alle für die 23. und 24. Dragoner beſtimmten Sachen nebſt
ausreichenden Mengen Liebesgaben zuſammengeladen und
die Sendung unter Begleitung eines Vizewachtmeiſters
und eines Gefreiten an die mit den Regimentern
verab=
redete Stelle gebracht, wo ſie von der Bagage
aufgenom=
men wurde.
Gleichzeitig lieferten Graf Wartensleben und Genes
ral von Röder die von Gelnhauſen übergebenen
Liebes=
gaben ab. Die übrigen Wagen 1 und 2 und der
Benzin=
wagen liefen von Valenciennes weiter nach St. Quentinl
Von da fuhr die Kolonne an die Truppen heran und die ſie
begleitenden Herren meldeten ſich bei S. K. H. dem
Groß=
herzog, von dem ſie alsbald zum Frühſtück befohlen
wur=
den. Nach Uebergabe einer ſtattlichen Zahl perſönlicher
Sendungen und Briefe fuhr die Kolonne nach St.
Quen=
tin zurück, von wo am nächſten Tag die Heimreiſe erfolgte.
Inzwiſchen waren die Wagen 1 und 2 nach der
Empfangs=
ſtelle der 21. und 25. Diviſion gelaufen, wo ſie von Herrn
von Riedeſel übernommen wurden.
So hat auch die dritte Kolonne des dritten
Eleonoren=
zuges ihre Aufgabe gelöſt. Auch bei ihr hat man den
Ein=
druck gewonnen, daß die Zufuhr von Liebesgaben in der
Art wie die von ihr und den anderen Kolonnen des
Eleo=
norenzuges durchgeführte in der Verſorgung der
kämpfen=
den Truppen und der Verbände im Etappengebiet eine
hervorragende Rolle ſpielt.
Dem Automobil hat ſich hier ein weites Feld der
Ver=
wendbarkeit im Krieg erſchloſſen. Jedenfalls ermöglicht es
ine Zufuhr, die an Schnelligkeit die der Feldpoſt und
wieder nach Lier zurück, während die 1. und 2. Batterie
in Antwerpen verblieben. In Lier wurden wir dann zur
Beſetzung der einzelnen Forts in Gruppen eingeteilt, und
ich kam mit noch 29 Mann nach Fort Broechem. Dies iſt
ein ganz modernes Fort, 1909—1912 erbaut. Hier hatte ich
Gelegenheit, die furchtbaren Wirkungen unſerer „
Brum=
mer” und der öſterreichiſchen Motorbatterien anzuſtaunen.
Das ganze Fort iſt, wie auch alle übrigen, den äußeren
Gürtel von Antwerpen bildenden Forts, total mit
wun=
derbarer Präziſion zerſchoſſen. 3—4 Meter ſtarke
Beton=
gewölbe ſind glatt durchſchlagen, ganze Panzertürme
aus=
gehoben und meterſtarke Mauern durch den ſtarken
Luft=
druck umgeweht. Kurz und gut, ein Bild furchtbarſter
Verwüſtung. So etwas muß man geſehen haben; jeder
Verſuch einer Beſchreibung reicht an die Wirklichkeit nicht
heran. Jedenfalls wird in Zukunft die ganze Technik des
Feſtungsbaues eine vollſtändige Umwälzung erfahren
müſſen, wie überhaupt dieſer Krieg höchſtwahrſcheinlich im
ganzen Heeresweſen, wie in der geſamten Kriegstechnik
und=taktik große Veränderungen zeitigen wird.
Am Sonntag, den 1. November, waren wir den
gan=
zen Tag im Fort Broechem mit Aufräumungsarbeiten
be=
ſchäftigt, in der folgenden Nacht jedoch alarmiert, und um
3 Uhr morgens wurde der Marſch nach Antwerpen
an=
getreten (zirka 30 Kilometer). Hier wurden wir erneut
eingeteilt, und zwar zur Beſetzung der Befeſtigungswerke
von Antwerpen. Der Abteilung, der ich zugeteilt bin, iſt
das Zwiſchenwerk Porte de Brede überwieſen worden.
Wir haben eine Batterie von vier belgiſchen 8,7 cm=
Ka=
nonen zu bedienen, mit reichlicher Munition verſehen.
Wir haben ſie umgedreht und auf die Stadt gerichtet; ſie
ſind Tag und Nacht geladen und dienen im Falle eines
Aufſtandes zur Beſtreichung der angrenzenden Straßen
und Waſſerwege. Solche Vorſichtsmaßregeln ſind
erfor=
derlich, um allen Eventualitäten zu begegnen. Auch
ſämt=
liche übrigen vom Bataillon beſetzten Geſchützſtände
wer=
den für dieſen Zweck im Notfalle verwendet. Die Stadt
iſt zwar bis jetzt ruhig und vom Gouvernement ſind
ein=
tretendenfalls die ſchärfſten Maßnahmen angedroht (ſiehe
Loewen), der belgiſchen Regierung und den Engländern
iſt aber jedes Mittel recht, um die im großen Ganzen
ver=
nünftige Bevölkerung aufzuwiegeln. So werden oft des
Nachts die abenteuerlichſten Nachrichten angeſchlagen über
angebliche Siege der Verbündeten und Rückzug der
Deut=
ſchen. Bis jetzt hat alles dies nur den Erfolg gehabt, daß
die noch beſchäftigten belgiſchen Eiſenbahnarbeiter in den
Streik getreten ſind; Erſatz wird wohl bald hier
ein=
treffen. Vorgeſtern nacht iſt auch eine Brandſtiftung im
Güterbahnhof verübt worden; es ſollen 18 Waggons mit
Heu und Stroh verbrannt ſein. Wie geſagt, iſt der größte
Teil der Bevölkerung Vernunftsgründen zugänglich und
auf die Engländer, als Urheber allen Unglücks, ſehr ſchlecht
zu ſprechen. Jedoch gibt es hier auch viele Elemente, die
mmer noch auf eine Rückkehr ihrer „Retter” hoffen; denen
muß ſcharf auf die Finger geſehen werden. Hoffen wir
daß der ruhige Teil der Bevölkerung die Oberhand
be=
hält! Verzeihen Sie gütigſt die Bleiſtiftſchreiberei; aber
Tinte iſt für uns Luxus! Herzlichen Gruß!
J. M.
M . . . 1. November.
Liebe Eltern und Geſchwiſter! Ich möchte nicht
ver=
ſäumen, Euch, meine Lieben, am heutigen Tage einige
Zeilen zu ſenden, iſt es doch Allerheiligen, das Feſt der
Toten, wo wir gleich denſelben wieder auferſtanden ſind;
keiner unſerer Führer glaubte, daß nur einer aus dem
blutigen Gefecht lebend wiederkäme, und doch iſt es uns
mit Gottes Kraft gelungen, was kein Menſch glaubte, und
wir haben vollbracht, was noch nie dageweſen war, daß
ſich vier Regimenter Kavallerie mit 25000 Mann
eng=
licher Infanterie 13 Tage herumgeſchlagen haben. Die
Herren Engländer kamen nämlich von Calais, wo
ſie ausgeſchifft wurden, und wollten ſich mit den
Fran=
zoſen bei Lille vereinigen; um die Vereinigung zu
ver=
hindern, bekamen wir den Auftrag, uns dazwiſchen zu
ſchieben und ſie ſolange feſtzuhalten, bis unſere
Infan=
terie käme und uns helfen würde. Da bei der Infanterie
Unordnung vorkam, dauerte es 13 Tage, bis ſie zu uns
kam. Jetzt haben wir augenblicklich einige Ruhetage, die
uns ſehr gut tun, und haben ein ſchönes und gutes Leben
ſo z. B. ſtehen wir heute morgens um 8 Uhr auf, waſchen
uns und trinken Kaffee, dazu Brötchen und Geléebrot,
dann um 10 Uhr Frühſtück (Holländer Käſe und
Butter=
brot), um 1 Uhr Mittageſſen, beſtehend aus Suppe,
Hack=
braten und Schweinebraten, Kartoffel, Sauce, Spinat
und das nötige Trinken, nämlich guten Rotwein; um
4 Uhr wieder Kaffee, aber kein Spülwaſſer und
Zichorie=
brühe, ſondern guten Kaffee mit Bisquit und Lebkuchen;
um 8 Uhr Abendeſſen: Schweinegoulaſch, Kartoffel
Sauce, grüner Salat, und das nötige Bier fehlt nicht.
Das iſt aber nicht immer ſo; wenn wir auf dem Marſch
ſind oder im Gefecht, dann müſſen wir von dem trockenen
Kommißbrot leben, das wir bekommen; wir leben aber
hiervon gerade ſo gut, wiſſen wir doch, daß wir dann
wieder Arbeit bekommen, und da braucht man nichts zu
eſſen.
Heute mittag waren wir auch wieder einmal in der=
Kirche, und ich glaube, ein jeder von uns iſt gerne hinein
gegangen, nach ſolch ſchweren Tagen. Um 5 Uhr kam
dann unſer geliebter Kaiſer und beſuchte uns; er lobte
uns ſehr, und gab uns den ehrenden Beinamen, die
„Eiſerne Brigade” und in dem Moment, als er an uns
vorbei ging, kamen zwei engliſche Flieger und warfen
zwei Bomben, welche aber glücklicherweiſe keinen Schaden
anrichteten. Unſer Kaiſer hielt darauf noch eine
An=
ſprache an uns. (Der Kaiſer äußerte ſich hierbei über die
Indier. D. Red.) Ich glaube, daß wir jetzt hier in
Frankreich und in Belgien nicht mehr viel zu tun
bekom=
men. Wie es auch kommen mag, hat Gott bis hierher
geholfen, wird er auch weiter helfen.
* In dem Briefe eines Darmſtädter Maat vom
Panzerkreuzer „Goeben” der am 8. November in
Kon=
ſtantinopel aufgegeben iſt, heißt es: Die Wirkung von
Granaten habe ich in dem letzten großen Seegefecht
deut=
lich geſehen, als wir die ſchwere und bedeutende ruſſiſche
Feſtung & angegriffen haben. Da bekamen wir drei
Voll=
treffer in den hinteren Schornſtein, von außen ſieht man
nur die Einſchlagsöffnung und innen ſieht er aus, wie ein
Kaffeeſieb. Sogar oben im Maſtkorb, der 40 Meter über
Deck iſt, flogen die Granatſplitter herum, koloſſale
Dimen=
ſion haben unſere Schornſteine. Da kann ſich innen rin
dem Günterlui ſein Geſangverein mit dem Klavier
be=
quem rein ſtellen und nebenbei kann noch ein kleines
Tanzkränzchen ſtattfinden, dann mache Dir nur ein Bild,
wenn in einem ſolchen Raum eine Granate krepiert, was
da für eine Wirkung verurſacht wird; es iſt einfach zum
wundern. Wo wir natürlich mit unſeren 28 cm=
Ge=
ſchützen hingeſchoſſen haben, da wurde manches baufällig,
und alles brennt in vier Ecken, da wächſt vor der
Kriegs=
erklärung kein Gras mehr. So eine Granate von 13
Zentner Gewicht entwickelt in dem Moment ihrer
Erplo=
ſion 1 Million Liter giftige Gaſe, wonach einer auf die
oben genannte Entfernung betäubt oder tot ſein kann.
Ueber unſere Kriegslage braucht Ihr keine Angſt zu haben,
bei uns verliert trotz der ſchweren Zeit ſo leicht keiner
den Mut. Bei uns heißt es, 15000 Meter vom Leib, dann
aber druff, daß die Fetzen bis nach Petersburg fliegen.
Und wenn die Fetzen ſchon rumfliegen, dann geht er
ge=
wöhnlich unter, dann iſt es vorbei. So einem modernen
Schiff, wie das unſrige, iſt keiner gewachſen. Darum
druff und immer druff. Denn es iſt ein ſchönes Leben auf
dem Panzerkreuer „Goeben”.
Nummer 318.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Seite 5.
anderer Beförderungsarten weit hinter ſich läßt. Damit
wird auch die Liebestätigkeit jetzt und künftig zu rechnen
haben.
Auskunftſtellen für Sendungen ins Feld: Für das
Polizeirevier 1: Mühlſtraße 60; 2: Mauerſtraße 17;
3: Bismarckſtraße 65; 4 und 5: Heidelbergerſtraße 24;
6: Hoffmannſtraße 57; 7: Viktoriaſtraße 34. Alle geöffnet
Werktags von 9—12 und 3—6 Uhr.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Der
neueſte Film der Treumann=Larſen=Serie „
Herzens=
recht” kommt ab heute zur Vorführung. Ein
Kino=
drama in 3 Akten, dadurch intereſſant, daß die
Lein=
wand das Bild einer Schauſpielerin wiedergibt, die ſich
bei den Kino=Beſuchern eines großen Rufes als
Dar=
ſtellerin moderner Frauentypen erfreut. Baſſermann
hat einmal von ihr geſagt, ſie ſcheine alle Regiſter der
Frauenſeele zu beherrſchen. Ein Urteil das man nur
beſtätigen kann, wenn man ihre Leiſtungen zum
Prüf=
ſtein nimmt. Noch muß auf der Leinwand die Miene
und Geſte erſetzen, was ſonſt durch das Wort Geſtaltung
gewinnt. Viggo Larſen, als unzertrennlicher Begleiter
der Wanda Treumann, beſitzt dieſe Mittel, um ſich in
dieſer Beſchränkung als Meiſter zu zeigen und was
be=
ſondere Anerkennung verdient, iſt, daß der Künſtler als
Filmdarſteller ohne die groben Uebertreibungen der
Mimik auskommt. Ein leiſes Zucken ſeines
ausdrucks=
vollen Geſichts verrät oft mehr als ſonſt das beliebte
Agieren mit Armen und Schultern. Ein wirklich guter
Film, in Photographie, Handlung und Spiel iſt der
Filmroman „Das Märchen vom Glück” mit Liſſi
Nebuſchka, welcher als weiterer Schlager mit dem
üblichen Beiprogramm zur Vorführung gelangt. (Siehe
Anzeige.)
— Griesheim, 16. Nov. (Vaterländiſche
Feier.) Daß auch unſere Jugend in ganz prächtiger
Art mobil ſein kann, beweiſt die geſtern nachmittag von
4—6 Uhr im Kaiſerſaal von Herrn Lehrer Heß in
Ge=
meinſchaft mit Herrn Muſiklehrer Kahl hier veranſtaltete
und von der Bevölkerung ſehr ſtark beſuchte — über 500
Perſonen waren erſchienen — vaterländiſche
Feier zum Beſten des Hilfsvereins zur
Unterſtützung bedürftiger Familien
hie=
ſiger Kriegsteilnehmer. Die Veranſtaltung
nahm einen erhebenden Verlauf. Da ſämtliche
Mitwir=
kende in uneigennützigſter Weiſe ſich in den Dienſt der
guten Sache ſtellten, war es möglich, dem Hilfsverein
über 100 Mark zuzuwenden. Außer den beiden
genann=
ten Herren beteiligten ſich an der gelungenen Feier als
Ausübende die Herren Pet. Rühl, Hch. Keller, Val.
Po=
ſeiner und Gardiſt Wilh. Höhl hier, Geg. Plößer und
Fritz Neuroth von Ober=Ramſtadt, Formſtecherlehrling
Löſch, die Volksſchüler Konr. Keller, Wilh. Mendel hier
und die Volksſchulklaſſe 2a in einer Stärke von 76
Kna=
ben und Mädchen. Sämtliche Vorträge des Orcheſters
unter der tüchtigen Schulung des Herrn Kahl und die
Geſänge der Kinder fanden die beſte Aufnahme bei den
Zuhörern. Die Worte des Herrn Bürgermeiſters Kunz
zur Eröffnung der Feier und die Feſtanſprache des Herrn
Pfarrers Gerhard über „Der Krieg und ſeine
Bedeu=
tung für uns” gaben den ernſten Zeitverhältniſſen und
den Gefühlen der Anweſenden beredten Ausdruck. Die
Veranſtalter haben eine zweite Wohltätigkeits=Feier für
den Nachmittag des 2. Adventſonntags im „Darmſtädter
Hof” vorgeſehen.
-h- Auerbach, 16. Nov. (Auszeichnung.) Dem
Unteroffizier W. Fiſcher vom 115. Inf.=Regt. wurde
das Eiſerne Kreuz verliehen. Fiſcher iſt von hier und
von Beruf Gärtner. — Der kürzlich mit der
Tapferkeits=
medaille ausgezeichnete Gerichtsſchreibergehilfe Fr.
Ger=
hardt von hier wurde zum Vizefeldwebel befördert.
Der=
ſelbe iſt z. Z. Regimentsſchreiber beim 116. Inf.=Regt.
in Gießen, gegenwärtig im Felde.
Bauſchheim, 17. Nov. (Der Gemeinderat) hat
mehrere hundert Mark bewilligt, damit jedem
kämpfen=
den oder verwundeten Gemeindemitglied ein
Weihnachts=
paket geſandt werden kann. Zur Abſendung kommen:
Kopf= und Lungenſchützer, Stauchen, Kniewärmer und
Strümpfe. Dieſe Sachen werden ſämtlich hier in
ge=
meinſamen Arbeitsſtunden angefertigt. Jeder Sendung
werden noch Zigarren, Schokolade, Paſtillen, Salz und
Kerzen beigelegt.
Mainz, 17. Nov. (Die Kartoffelvorräte
werden feſtgeſtellt.) Um der empfindlichen
Kar=
toffelnot entgegenzuwirken, hat die hieſige Bürgermeiſterei
die Anordnung getroffen, daß in den Vororten die
Kar=
toffelvorräte der Produzenten durch
ſtäd=
tiſche Beauftragte feſtgeſtellt werden. Die
Produzenten ſelbſt werden aufgefordert, ihre Vorräte
auf den Ortsverwaltungen anzugeben. Dies geſchah
be=
reits am Samstag. Die Angaben werden durch die
Be=
auftragten der Stadt in den Kellern nachgeprüft. Die
Produzenten haben gleichzeitig ihren eigenen Bedarf für
den Haus= und Viehſtand ſowie an Saatkartoffeln
anzu=
geben. Gegebenenfalls findet die Enteignung durch die
Stadt ſtatt. In dieſem Falle werden den Landwirten
6,50 Mark per Malter gezahlt und die Kartoffeln durch
ſtädtiſche Bedienſtete mit ſtädtiſchem Fuhrwerk abgeholt,
um dann den Käufern in der Stadt zugeführt zu werden.
Die gleiche Maßnahme iſt auch in anderen Orten
Rhein=
heſſens bereits im Gange. Die Kartoffelnot dürfte ſo
bald ein Ende haben. — (Ein junger Held.) Gleich
nach der Mobilmachung meldete ſich der 18 Jahre alte
Sohn des Straßenbahnbedienſteten Becker als
Kriegs=
freiwilliger. Dieſer junge Held hat es durch ſeine Tap
ferkeit fertig gebracht, innerhalb weniger Wochen zum
Unteroffizier befördert zu werden. Er fiel im
ſchwieri=
gen Kampfgelände des Argonner Waldes mit drei
Ka=
meraden in Gefangenſchaft, und als er von einem
franzö=
ſiſchen Offizier in deſſen Zelt verhört und über die
deut=
ſchen Stellungen, die Stärken und Maßnahmen der
Truppen uſw. ausgeforſcht werden ſollte, legte der
Offi=
zier ſeinen Revover auf Tiſch und wollte Notizen machen
Becker erfaßte raſch entſchloſſen den Revolver und erſchoß
den Offizier mit deſſen eigener Waffe, worauf er mit
feinen Kameraden zum Zelt hinten hinaus flüchtete und
trotz Verfolgung der Poſten vom Zelt nach dem nahen
Wald und durch dieſen entkam. Becker hatte einen
Ba=
jonettſtich im Rücken und einen Aermelſchuß erhalten.
Die vier Soldaten trafen alsbald wieder ihre Truppen
und konnten ſogar noch wichtige Angaben über Den Feind
machen.
Engliſches Unterhaus.
* London, 16. Nov. Asquith erinnerte bei
Ein=
bringung der Kreditvorlage von 225
Millio=
nen Pfund daran, daß am 8. Auguſt 100 Millionen
Pfund bewilligt worden ſeien. Dieſe ſeien teils für die
Kriegsführung, teils zur Sicherung der
Lebensmittel=
verſorgung und Fürſorge für die Flüchtlinge ausgegeben
worden. Von den neuen Krediten ſollen 10 Millionen
Pfund an Belgien und 800000 an Serbien als
bis zum Kriegsende unverzinsliche Darlehen überwieſen
werden. Die britiſchen Kolonien, die unter normalen
Umſtänden ſich mit Anleihen an den Londoner
Geld=
markt gewandt hätten, ſollten dieſer Notwendigkeit durch
die Reichsregierung überhoben werden, die ihnen
An=
leihen in Höhe von 30250000 Pfund verſchaffen werde.
Schließlich beſprach Asquith die Kriegskoſten und
ſagte, dieſe beliefen ſich gegenwärtig auf 900000 bis
1 Million Pfund täglich. In Anbetracht der
enormen Ausdehnung der Operationen und anderer
Er=
wägungen ſei das nicht übertrieben viel; er könne auch
keine Hoffnung darauf eröffnen, daß ſich die tatſächlichen
Ausgaben für die Zukunft vermindern würden. Auf
die Frage, welche Schritte die Regierung getan habe, um
den Feinden die Zufuhr notwendiger Artikel
abzuſchnei=
den, erklärte Asquith, daß die Regierung ſeit
Kriegs=
beginn keiner anderen Frage größere Aufmerkſamkeit
ge=
ſchenkt habe. Asquith ſagte ferner über die Zunahme
der Steinkohlenausfuhr nach Skandinavien, er glaube,
daß die Vermehrung nicht ſowohl daraus folge, daß
Steinkohlen ſchließlich nach Deutſchland gingen, ſondern
vielmehr, daß Skandinavien eine Zeitlang der Vorräte
veraubt geweſen ſei.
Das Unterhaus nahm nach kurzer Debatte einſtimmig
die Bill zur Bewilligung des Kredits von
225 Millionen Pfund an und ermächtigte die
Regierung, die zweite Million Mann unter die Waffen
zu ruſen.
Der Krieg.
Vom weſtlichen Kriegsſchauplatz.
* Rotterdam, 17. Nov. Der Nieuwe
Rotter=
damſche Courant meldet aus Ooſtburg: Am Sonntag
mittag wurden alle Bewohner durch entſetzlich ſchwere
Er=
ſchütterungen aufgeſchreckt, die ſämtliche Gebäude bis auf
die Grundfeſten erſchütterten. Der Kanonendonner
kam aus der Richtung Knocks=Blankenberghe und war
noch nie ſo deutlich hörbar, wie dieſes Mal.
* Kopenhagen, 17. Nov. Politiken meldet aus
Paris: Armentiéres wird beſchoſſen.
Meh=
rere Fabriken gingen in Flammen auf. Der Schaden iſt
bedeutend. Das ſtädtiſche Hoſpital wurde geräumt.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatz.
Die Gefangennahme des Gouverneurs von Warſchau.
* Gneſen, 17. Nov. Der Gouverneur von Werſchau,
). Korff, fuhr geſtern mit ſeinem Adjutanten in einen
Privatauto in der Richtung auf Kutno ab. Bei Tarnow
ſtieß er auf die Kavallerieſpitze der Deutſchen.
Drago=
ner holten das Auto ein und nahmen die
Inſaſſen feſt. Abends kam er unter Begleitung eines
Leutnants und eines Dragonergefreiten in Gneſen an,
wo er in einem Hotel untergebracht wurde. Der
Kraft=
wagenführer, ein Pole, erzählte, daß in Warſchau große
Angſt vor den Deutſchen, zumal vor Luftbomben, herrſche.
Freude in Wien über die deutſchen Erfolge.
* Wien, 17. Nov. Die Blätter begrüßen mit Freude
den neuerlichen Siegder Deutſchen über die
ruſ=
ſiſchen Truppen. Das Neue Wiener Tagblatt ſagt:
Was die oberſte deutſche Heeresleitung heute meldet, iſt
echt Hindenburgſche Taktik. Er ſchlägt ſich nicht
dort, wo es der Gegner will, ſondern er ſchlägt, wo er es
für angebracht erachtet. — Auch die Neue Freie Preſſe
hebt die ſtrategiſche Bedeutung des Erfolges
der Deutſchen hervor und ſchreibt: Dieſer große
Er=
folg kann die Saat ſein für die Hautpentſcheidung.
Deutſch=
land iſt ſich bewußt, daß ein dauernder Friede icht bloß
in Frankreich und an der Küſte der Nordſee, ſondern auch
in Rußland errungen werden muß, daß es nicht ruhen
und nicht raſten könne, ehe dieſes Werk vollbracht iſt. Die
Monarchie hat die gleiche Ueberzeugung, deshalb ſind alle
Siege gemeinſam, wie ſich auch das Blut der Soldaten
auf den Kampfplätzen vermiſcht. — Das Fremdenblatt
ſtellt feſt, daß die neuerliche ruſſiſche Offenſive
gegen Oſt= und Weſtpreußen raſch wieder Fiasko
erlitten habe. Die Siege von Valjewo und die
deut=
ſchen Siege werden nicht verfehlen, tiefſten Eindruck zu
machen, da dadurch ſinnfällig die Ohnmacht Rußlands,
ſeinen Freunden Unterſtützung zu gewähren, zutage tritk.
Ein ruſſiſcher Bericht.
* Petersburg, 17. Nov. Der ruſſiſche
Ge=
neralſtab veröffentlicht folgenden Bericht: Nach dem
Fehlſchlagen der Aktionen des Feindes gegen Warſchau und
Iwangorod, die durch unſere Siege gekrönt wurden, trat
der Feind den Rückzug zu ſeiner Grenze an, wobei er
ſchonungslos Eiſenbahnen und Chauſſeen zerſtörte. Längs
der Eiſenbahnen ſprengten die Deutſchen die Bahnhöfe
und die dazu gehörigen Gebäude in die Luft oder ſteckten
ſie in Brand und vernichteten alle Waſſertürme und riſſen
an gewiſſen Kreuzungspunkten die Schienen ſo
vollſtän=
dig auf, daß die Wiederherſtellung der zerſtörten Teile
längere Zeit erfordert. Man zerſtörte überall die Brücken
und Waſſerleitungen, ſelbſt die kleinſten, von Grund aus,
um dadurch deren Wiederherſtellung unmöglich zu machen.
Auf den Chauſſeen wurden ebenfalls alle Brücken zerſtört
und die Chauſſeen ſelbſt ſchachbrettartig auf der rechten
und linken Seite ausgegraben. Der Feind ſchlug die
Telegraphenſtangen um, zerſtörte die Iſolatoren und
zer=
ſchnitt den Draht.
Alles dies hielt unſere Verfolgung
ernſt=
lich auf, wodurch es dem Feind gelang, auf das linke
Weichſelufer zu kommen und ſich allmählich ſeinem
Ge=
biet zu nähern. Nachdem die Deutſchen dieſes Gebiet
er=
reicht hatten, benutzten ſie ihr ausgedehntes Eiſenbahn
netz, um Truppen auf dem ſchnellſten Wege
nach Norden zu ſchicken und gegen unſeren linken
Flügel ſtarke Streitkräfte einzuſetzen. Bei Wlolawec ſetzte
die deutſche Offenſive ein, die ſich gegenwärtig zu Kämpfen
auf der Front Plozk=Jentſchis=Runeioff entwickeln. In
Oſtpreußen, in der Nähe von Stallupönen und
Po=
ſeſſern, verſuchte der Feind unſere Offenſive aufzuhalten,
zog ſich aber zurück, nachdem dieſer Verſuch mißglückt war.
In der Gegend von Soldau und Neidenburg dauerten
die Kämpfe an.
Unſere Offenſive gegen Krakau und Galizien wird
fortgeſetzt. Ein Verſuch der Oeſterreicher, auf unſeren
An=
ariffstraßen feſte Stellungen einzunehmen, mißglückte. In
den Kämpfen am 13. November ſüdlich von Lyck
mach=
ten wir 10 Offiziere und 1000 Soldaten zu Gefangenen.
(Notiz d. W. T.=B.: Man weiß, mit welcher Vorſicht die
ruſſiſchen Zahlenangaben aufzunehmen ſind.)
Die Operationen in Galizien.
* Wien, 17. Nov. Amtlich wird verlautbart; 17.
November, vormittags: In dem Bereiche von Krakau
vor=
gebrochen, nahmen unſere Truppen geſtern die
vordere Verteidigungslinie des Feindes
nördlich der Reichsgrenze. Im Raume Wolbram=Pilica
gelangten die Ruſſen zunächſt nur in den Bereich unſeres
Artilleriefeuers. Wo feindliche Infanterie angriff, wurde
ſie geworfen. Eines unſerer Regimenter machte 500
Gefangene und erbeutete 2
Maſchinengewehr=
abteilungen. Der deutſche Sieg bei Kutno äußerte
bereits ſeine Wirkung auf die Geſamtlage.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabs:
v. Höfer, Generalmajor.
* Berlin, 17. Nov. Die B. Z. a. M. meldet aus
Wien: Die Feſtungen Przemysl und Krakau ſind
ſo gut verſorgt, daß ſie viele Monate, ja ein Jahr, dem
Feinde trotzen können.
Die Tätigkeit des Kreuzers „Karlsruhe‟.
* Amſterdam, 17. Nov. Das Handelsblad meldet
aus London: Der Kapitän des engliſchen Dampfers
„Maria”, von Puentas Arenas nach England
unter=
vegs, erzählte, daß ſein Schiff am 20. September von
dem deutſchen Kreuzer „Karlsruhe”
be=
ſchlagnahmt und verſenkt worden iſt. Der
Kapitän und die Mannſchaft der „Maria” wurden an
Bord des Begleitſchiffes „Crefeld” gebracht. Die „
Karls=
ruhe” hatte damals bereits die Dampfer „Powicaſtle‟,
„Strathroy” „Mapleberanch”, „High=Landhope” und „
In=
drani” beſchlagnahmt. An demſelben Tage, wie die „
Ma=
ria”, wurden die Dampfer „Corniſh=City” am
darauf=
folgenden Tage die Dampfer „Rio Aaguſa”, „Farne‟,
„Njaba del Arinaga” „Lynrowak”, „Cervantes”, „Pruth”
und „Condor” beſchlagnahmt. Am 22. Oktober lief die
„Crefeld” in Santa Cruz ein und landete insgeſamt 439
Perſonen von den erbeuteten Dampfern.
Von der Tätigkeit der Darlehenskaſſen.
* Berlin, 17. Nov. Die von den
Darlehens=
kaſſen ausgeliehenen Beträge verminderten ſich in der
Zeit vom 7. bis zum 14. November um 83,9 auf 1036,7
Millionen Mark. Davon entfallen 750,4 Millionen Mark
auf ſolche Entnahmen, die für Zwecke der Kriegsanleihe
eanſprucht wurden. Da am 7. November die für Zwecke
der Kriegsanleihe bewilligten Darlehen 801,9 Millionen
Mark betrugen, iſt eine Verminderung um 51,5 Millionen
Mark zu verzeichnen. Dies iſt um ſo bemerkenswerter, als
die Einzahlungen auf die Kriegsanleihe in der Woche vom
7. November bis zum 14. November um 95,6 auf 3673,8
Millionen ſtiegen. — Kontingentierten Zucker beleihen die
Darlehenskaſſen bis zu zwei Dritteln des aus der
Verord=
nung des Bundesrats vom 31. Oktober 1914 ſich
ergeben=
den jeweiligen Kontingents des Preiſes.
Vom ſüdlichen Kriegsſchauplatz.
* Wien, 17. Nov. (Amtlich.) Auf dem ſüdlichen
Kriegsſchauplatze ſchoben ſich unſere Truppen
bis an die Kolubara heran. Dieſe wurde auch
ſchon mit Teilen überſchritten, obwohl ſämtliche Brücken
vom Gegner zerſtört waren. — In Valjewo, wo bereits
ein höheres Kommando eingetroffen iſt, wurden Ruhe
und Ordnung raſch hergeſtellt. Die Stadt wurde
von den ſerbiſchen Truppen hart mitgenommen. Ein
kleineres Kavalleriedetachement machte geſtern 300
Ge=
fangene.
* Wien, 17. Nov. Das Neue Wiener Journal
ver=
öffentlicht eine Unterredung mit dem
Linienſchiffsleut=
nant Wulff, dem Kommandanten, der gegen Serbien
operierenden Donauflottille. Wulff ſchildert
die Tätigkeit der Donaumonitore, deren Zweck von
An=
fang an war, den Kriegsſchauplatz in die Save zu
ver=
legen Die äußerſt ſchwierige Save=Einfahrt wurde zum
erſtenmal durch den Monitor „Temes” am 19. September
nachts forciert. Trotz zahlreicher ſerbiſcher Minen gelang
die Durchfahrt unter der Semliner Brücke, die zur
Siche=
rung der Durchfahrt von ſämtlichen Monitoren
gleich=
zeitig unter Feuer genommen war. Nachdem „Temes”
die ſerbiſche Stellung auf beiden Ufern erfolgreich
be=
ſchoſſen hatte, verließ ſie den Fluß wieder. Die „Temes”
wiederholte das Huſarenſtück noch zweimal und fuhr
be=
kanntlich bei der dritten Fahrt auf eine Mine, wobei ſie
explodierte. Das begleitende Patrouillenſchiff, auf dem
ſich Kommandant Wulff befand, barg unter heftigem
feindlichen Feuer die Verwundeten, während das einzige
benutzbare Geſchütz der „Temes” das Feuer erwiderte.
Da ſeither beide Save=Ufer in unſeren Händen ſind, ſind
Hebungsverſuche möglich. Infolge des großen Schadens,
den die Monitore den Serben zufügten, werden ſie bei
dieſen „fliegende Teufel” genannt. Auf den Kopf eines
jeden gefangenen Matroſen ſind 56 Dinar, auf den jedes
Offiziers 1000 Dinar ausgeſetzt.
* Wien, 17. Nov. Der Kriegsberichterſtatter der
Neuen Freien Preſſe meldet, daß ſich die Serben nach
dem Fall von Valjewo 10 Kilometer weit in der
Richtung auf Kragujewac zurückgezogen
ha=
ben. Um die neue Stellung tobt ein neuer
Kampf.
* Wien 17. Nov. Aus dem Kriegspreſſequartier
wird gemeldet: Der Armeeoberkommandant
Erzher=
zog Friedrich richtete an den
Armeeoberkomman=
danten der Balkan=Streitkräfte, Feldzeugmeiſter
Po=
tiorek ein Telegramm, in dem er ihn zu der
Allerhöchſten Auszeichnung mit dem
Militärverdienſt=
kreuz erſter Klaſſe mit der Kriegsdekoration, worin er
nicht allein eine allerhöchſte Anerkennung ſeiner
außer=
ordentlichen Verdienſte, ſondern auch ein Zeichen der
Zu=
friedenheit des Allerhöchſten Kriegsherrn mit den
Lei=
ſtungen der Truppen auf dem ſüdlichen Kriegsſchauplatze
erblickt, herzlichſt beglückwünſcht und ihn
er=
ſucht, auch den Balkan=Streitkräften die herzlichen
Glück=
wünſche zu übermitteln.
* Wien, 17. Nov. Oberbürgermeiſter Dr.
Weiß=
kirchner ordnete anläßlich der Siege der
öſter=
reichiſch=ungariſchen Armee in Serbien
die Beflaggung des Rarhauſes und ſämtlicher ſtädtiſcher
Gebäude an. Er richtete an Feldzeugmeiſter Potiorek ein
Telegramm, in dem er die Freude der Stadt Wien über
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Nummer 318.
die glänzenden Erfolge der tapferen Südarmee
aus=
ſpricht, und den heldenmütigen Söhnen Oeſterreich=
Un=
garns ſowie ihren genialen Führern im Namen der
Stadt Wien die herzlichſten Grüße entbietet.
Spende aus Argentinien.
* Berlin, 17. Nov. Die Deutſche überſeeiſche Bank
in Buenos=Aires hat dem Stellvertreter des
Reichskanz=
lers 375000 Mark als das Ergebnis einer
Kriegs=
ſammlung überreicht, welche die in Argentinien lebenden
Deutſchen und Deutſchenfreunde zur Unterſtützung der
ver=
wundeten und notleidenden Familien geſammelt haben.
Eine engliſche 10 Milliardenanleihe.
* London, 17. Nov. Daily News erfährt, die
Re=
gierung beabſichtigt eine Kriegsanleihe von 500
Millionen Pfund zu begeben, die in zwei gleichen
Teilen emittiert werden ſoll.
Rußlands Abſichten.
* Sofia, 17. Nov. Das Sofioter Blatt Utro
zi=
tiert eine in der Birſchewija Wjedomiſti veröffentlichte
Aeußerung des ruſſiſchen Profeſſors Jaſtrebow, daß das
Ziel des jetzigen Krieges die Eroberung Armeniens
Keinaſiens, des Bosporus und der
Darda=
nellen mit dem bulgariſchen Hinterlande und die
Um=
wandlung des Schwarzen Meeres in einen ruſſiſchen
Binnenſee ſein müſſe. Er zitiert weiter die Erklärung des
Präſidenten des Londoner Balkankomitees, Buxton, daß
Rußland den Beſitz der Dardanellen mit
Bulgarien und Rumänien als Hinterland
anſtrebe. Das Blatt ſagt: Man ruft uns alſo zu Hilfe,
damit wir Sklaven des Staates werden, deſſen
Einrich=
tungen ſo ganz anders als die unſeres kleinen, aber
freien Vaterlandes ſind. Das ſollen alſo die Idrale ſein,
für die ganze Generationen erzogen wurden und
zehn=
tauſende von Opfern fielen. Jaſtrebow öffnet auch dem
verblendetſten Ruſſophilen unter uns die Augen darüber,
daß Bulgarien mit allen Kräften ſich dagegen wehren muß,
daß das Schwarze Meer ein ruſſiſcher Binnenſee werde.
Da die Wünſche Jaſtrebows, ſowie die Knechtſchaft
Maze=
doniens von den Mächten des Dreiverbandes
unterſtützt werden, müſſen alle bulgariſchen Kräfte gegen
dieſe Tendenzen organiſiert werden.
Die Aufſtandsbewegung in Hegypten.
* Konſtantinopel, 17. Nov. Das Blatt Kurn
erfährt, daß die ägyptiſchen Liberalen trotz der
Maßnah=
men der Engländer ſchon ſeit langer Zeit ihre
Vorbereitungen für einen allgemeinen
Aufſtand getroffen haben und es werde dieſer ſofort
beginnen beim Eintreffen der Nachricht von der
Verkün=
digung des Heiligen Krieges. Die engliſchen Truppen in
Aegypten reichen nicht aus, einen ſolchen Aufſtand zu
unterdrücken. Die Bewohner des Sudan haben ſich
bereits erhoben und dringen gegen Norden vor. Die
nach dem Sudan entſandten ägyptiſchen Offiziere und
Truppen haben ſich der Bewegung angeſchloſſen.
Anderer=
ſeits rücken die Senuſſi bereits gegen die Grenze
Aegyp=
tens vor.
Aus Tſingtau.
* London, 17. Nov. Das Reuterſche Bureau
mel=
det aus Tokio unter dem 16. November: Die japaniſchen
Truppen ſind in Tſingtau eingerückt.
* Berlin, 17. Nov. Die
Kohlenverſor=
gung Berlins iſt bisher, wie die Voſſ. Ztg. durch
eine Rundfrage bei den beteiligten Firmen in
Erfah=
rung brachte, trotz der beſtehenden Schwierigkeiten glatt
verlaufen. Auch für die Zukunft hegt man in beteiligten
Kreiſen keine Bedenken.
* Berlin, 17. Nov. (Amtlich.) Bekanntmachung
über die Behandlung von Feuerungsmaterial
als relative Konterbande, vom 17. Nov. 1914, Z. 23,
Nr. 9. Die Priſenordnung vom 30. Sept. (
Reichsgeſetz=
blatt 1914, Seite 275) wird dahin erläutert: Mit
Aus=
nahme von einigen ſehr harten oberſchleſiſchen Hölzern
wie Pockholz, Paliſander, Ebenhalz und dergl. ſind
alle Holzarten in unbearbeiteter/oder nur
roh bearbeiteter Form als relative
Kon=
terbande anzuſehen, weil ſie ſich als
Feuerungs=
material verwenden laſſen, unter Umſtänden aucht
tatſäch=
lich als ſolches verwendet werden. Zu dieſen Holzarten
zählen auch Grubenhölzer und Papierhölzer, roh
oder entrindet, dagegen ſind diejenigen Holzarten nicht
zum Feuerungsmaterial zu rechnen, welche infolge ihrer
Bearbeitung durch Menſchenhand oder Maſchinen eine ſo
erhebliche Wertſteigerung erfahren haben, daß ihre
Be=
nutzung als Feuerungsmaterial mit ihrem durch die
Be=
arbeitung erhöhten wirtſchaftlichen Wert in keinem
Ein=
klang ſtehen würde. Berlin, 17. November 1914. Der
Stellvertreter des Reichskanzlers. Dr. Delbrück.
* Paris, 17. Nov. Die Gruppe der
geeinig=
ten Sozialiſten drückte nach einem Vortrage der
Miniſter Sembat und Guesde über die innere und
äußere Politik dieſen erneut das bereits früher
ausge=
drückte Vertrauen einſtimmig aus.
* Kopenhagen, 17. Nov. Berlingske Tidende
meldet aus Drontheim: Der engliſche Dampfer
„Weimar” (?), von Archangelsk nach Leith unterwegs,
geriet bei einer Boe bei Boſereholm auf Grund. Auf
dem Dampfer befanden ſich 28 engliſche Marineoffiziere
und Matroſen, die mit einem Eisbrecher von Kanada
gekommen waren; ſie ſind in Drontheim interniert
wor=
den.
* London, 17. Nov. Das Reuterſche Büro meldet
unter dem 16. November aus Melbourne: Der
Ver=
teidigungsminiſter teilte mit, daß ein zweites
Ba=
taillon (!) Infanterie für den Auslandsdienſt
ge=
bildet werden ſoll.
* Kopenhagen 17. Nov. National=Tidende
meldet aus Paris: Die franzöſiſche Regierung teilte
der griechiſchen Regierung mit, daß ſie von der
1913 abgeſchloſſenen griechiſchen Anleihe mit Rückſicht auf
den Krieg nur 800000 Pfund ausbezahlen könne. Det
Reſt könne erſt nach Beendigung des
Krie=
ges bezahlt werden.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 17. Nov. (Amtlich.) Der internatio
nale Poſt=Giroverkehr, welcher nach Ausbruch
des Krieges eingeſtellt worden war, wird am 20.
Novem=
ber zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn wieder
aufgenommen.
* Berlin, 17. Nov. Die B. Z. a. M. erfährt über die
Fahrt zur Beſichtigung einiger Einrichtungen der
ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften, daß
die Fahrt zunächſt gemeinſchaftlich nach den
Konſum=
vereinsanlagen nach Lichtenberg ging. Nach deren Be=
ſichtigung trennten ſich die Fahrtteilnehmer in zwei
Grup=
pen, von denen die eine die Einrichtungen des
Holz=
rbeiterverbandes beſuchte, die andere das
Gewerk=
ſchaftshaus. An beiden Orten wurden die Teilnehmer
mit einer Anſprache begrüßt, auf die bei den
Holzarbei=
tern der Reichsſchatzſekretär Kühn, im
Gewerkſchafts=
haus Handelsminiſter Sydow mit einigen
Dankes=
worten erwiderten. Die Teilnehmer an der
Beſichti=
gungsfhrt empfingen, wie ſie erzählen, ſehr wertvolle
Eindrücke, die ſicherlich ſpäter, wie die B. Z. glaubt, bei
der Löſung dringender Fragen, z. B. der
Arbeitsloſen=
fürſorge, von großem Nutzen ſein werden. Zugleich
aber iſt der Miniſterbeſuch bei den Gewerkſchaften in der
gegenwärtigen Zeit ein glänzendes Zeugnis für die
politi=
ſche Einigkeit und Geſchloſſenheit des deutſchen Volkes.
H. Mannheim, 17. Nov. Bei der heutigen
Reichs=
tagserſatzwahl im 11. badiſchen Reichstagswahlkreis
Mannheim=Weinheim=Schwetzingen wurde für den im
Felde gefallenen Reichstagsabgeordneten Dr. Ludwig
Frank der ſozialdemokratiſche Kandidat Chefredakteur
Oskar Geck mit 11574 abgegebenen Stimmen gewählt.
Ein Gegenkandidat von bürgerlicher Seite war nicht
auf=
geſtellt. Wahlberechtigt waren 68644, davon ſtand
aber mehr als ein Drittel im Felde. Frank wurde in
der letzten Wahl mit 31560 Stimmen im erſten
Wahl=
gange gewählt.
Verluſtliſte (aus Nr. 78).
Infanterie=Regiment Nr. 60, Weißenburg.
8. Kompagnie: Gefr. Auguſt Pfeffer,
Ruhl=
kirchen, ſchv.
12. Kompagnie: Musk. Fritz Wilhelm Fey
Mainz, vw.
Füſilier=Regiment Nr. 80,
Wiesbaden, Bad Homburg v. d. Höhe.
3. Kompagnie: Füſ. Ludwig Jacob,
Mör=
felden, ſchv.
4. Kompagnie: Füſ. Peter Sixel, Bingen, ſchv.
5. Kompagnie: Gefr. d. Reſ. Peter Schreiber II.,
Eſſenheim, vw.; Gefr. d. Reſ. Erwin Böhm,
Rüdes=
heim, vw.
6. Kompagnie: Einj.=Freiw. Erich Friedberger,
Gießen, vw.; Füſ. Heinrich Preher, Beſſungen, vw.
Einj.=Freiw. Auguſt Erxleben, Darmſtadt, vw.; Reſ.
Karl Löber, Wimpfen, vw.
7. Kompagnie: Gefr. Andreas Böhm,
Wörr=
ſtadt, lv.; Einj.=Freiw. Jakob Reuter, Butzbach, ſchv.;
Einj.=Freiw. Karl Roth, Nidda, vw.; Reſ. Franz
Trapp, Rüdesheim, vw.
8. Kompagnie: Füſ. Joſef Leiſt, Koſtheim, vw.;
Reſ. Heinrich Faulhaber Rüdesheim, vw.
9. Kompagnie: Reſ. Wilh. Friedrich,
Hummet=
roth, t.
10. Kompagnie: Füſ. Franz Boerner,
Mom=
bach, lv.; Reſ. Wilhelm Metz, Darmſtadt, ſchv.
Infanterie=Regiment Nr. 146, Allenſtein.
6. Kompagnie: U.=O. Paul Grotloh, Mainz, lv.
Reſerve=Jäger=Bataillon Nr. 8, Schlettſtadt.
1. Kompagnie: Reſ. Karl Bechtel, Biebesheim, t.
3. Kompagnie: Objäg. d. Reſ. Joſef Adam,
Klein=Steinheim, t.
4. Kompagnie: Gefr. d. Reſ. Karl Dofflein,
Gernsheim, t.
Feldartillerie=Regiment Nr. 25, Darmſtadt.
Verluſte infolge Krankheit.
Kan. Ludwig Ernſt Maier geſtorben Lazarett
Inor=Stenay am 16. Oktober, beerd. Schloßgarten Inor.
Feldfliegertruppe.
Obltn. Wilhelm Müller vom Inf.=Regt. Nr. 116,
Eis=
bergen, ſchv. am 18. Aug., Ort nicht angeg.; Ltn. Walter
Rocco vom Inf.=Reg. Nr. 116, Halle a. d. S., t., bereits in
Verluſtliſte Nr. 51 beim Inf.=Regt. Nr. 53 als Roccow
veröffentlicht; Oblt. Fritz v. Zangen vom Inf.=Regt. Nr.
117, vermißt ſeit 5. Oktober, von einem Aufklärungsflug
bei Reims nicht zurückgekehrt; Gefr. d. Reſ. Ludwig
Cezanne, vom Drag=Regt. Nr. 14, Rüſſelsheim, lv.,
mit dem Laz. Chäteau=Thierry in Gefangenſchaft, 8. Sept.
Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazareffen.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz
Die Lazarette ſind ourch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet.
A — Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 3—4 Uhr nachm.,
B — Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Täglich 2—4 Uh
nachm. — C — Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der Großherzogin. Hein
heimerſtraße 21) Sonntags, Dienstags, Mittwochs und Freitags von
4—6 Uhr nachm. D — Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen),
Stein=
ſtraße 21. Täglich 2—5 Uhr nachm. — E — Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I),
Aleranderſtraſe 27. Mitt ochs und Sonntags von 2—4 Uhr nachm. —
F — Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
3—6 Uhr nachm. G — Dr. Machenhauerſche Klinit, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 2—4 Uhr nachm. — H — Marienhöhe (Geneſungsheim).
Täglich 10—12 Uhr vorm., 4½ 61 Uhr nachm. — I — Schweſternhaus der
Barmherzigen Schweſtern Nieder=Ramſtädter Straße 30. Nachmittags von
2—4 Uhr. — K — Städtiſches Krankenhaus, Grafenſtraße 9 Werktäglich
2—31 Uhr nachm., Sonntags 11—12 Uhr vorm. — L — Städt. Saalbau
(ebenfalls Reſ=Laz. I), Riedeſelſtraße 40. Mittwochs, Samstags und
Sonn=
tags von 2— 4 Uhr. — M — Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtr. 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 2—4 Uhr nachm. — N — Klinik
Dr. Ollendorff (Weberſche Augenklinik), Frankfurter Straße 42. Täglich
10—12 Uhr orm., 2—4 Uhr nachm. O — Vereinslazarett vom Roten
Kreuz, Olbrichweg 10, „Vereinslazarett Mathildenhöhe‟ Täglich 3—4 Uhr
nachm. — P — Ererzierplatz (Reſ.=Lazarett III), Mittwochs und Sonntags
von 2— 4 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang vom 10. bis 14. November.
Acker, Hch., Hedersroth, Reſ.=Inf. 88, M. — Alt, Ernſt,
Aug., Remſcheid, Inf. 67/2, P — Baginski, Oskar,
Alt=
mechen, Inf. 67/10, P — Ballweg, Leo, Glashofen, 115
Erſ., M — Bannert, Paul, Kl.=Schimmnitz, Kr. Oppeln,
Füſ.=Regt. 38, O — Bauer, Max, Neuburg, Reſ.=Art. 25/5
D — Bauer, Peter, Kerpſich=Hammersdorf, Inf. 173/6, P
— Baum, Paul, Johannesberg, Gren. 10/10, K —
Bautz=
mann, Walter, Pönitz, Sachſen, Jäg.=Bat. 13, O
Becker II., Adam, Neu=Iſenburg, Inf. 115/9, B —
Bene=
diktes, Joſ., Diſchingen, Mil.=Betr.=Abt. 3, M — Berning,
Franz, Kleindenbach, Ldw.=Inf. 83/10, I — Bettinger,
Karl, Lützelſtein, Inf. 145/12, I — Bitz, Jakob,
Er=
bach i. O., Inf. 115/2, H — Blaſius, Max, Neuhof, 2
Ldſt.=Erſ.=Bat., M — Blum, Franz, Neuhof, 2. Ldſt.=Erſ.=
Bat., M — Bonner, Valentin, Heringen a. d. Werra, Inf.
135/9, P — Born, Auguſt, Fränkiſch=Crumbach, Art. 61/5,
B — Boſſe, Hans, Schöningen, Inf. 92/8,P — Bräuer,
Fritz, Burbach, Reſ.=Inf. 30, M.=G., P — Britz, Guſtav,
Herdecke, Hagen, Inf.=Regt. 30/1, O — Brackmann, Hans,
Wismar, I — Brumſtein, Georg,
Schlett=
ſtadt, Inf. 160/9, K — Burger, Georg, H — Buhrer,
Wil=
helm, Herrenberg, Inf. 127, P — Clareſſens, Ferd.,
Wur=
ſelen, 2. Pferde=Depot 8. A.=K., P — Frößmann, Georg,
Hahn, Art. 25, M — Dauſel, Wilhelm, Magdeburg, Ldw.=
Inf. 26/8, I — Deckmann, Wilhelm, Neuß a. Rh., Inf.
45/5, K — Dietrich, Ferd., Wasmünſter, Inf. 30/2, F
— Dreizer, Dietrich, Grünreukampsfelde, Reſ.=Inf. 92, M
— Ducarn, Ludwig, Biſſert, Art. 16, M — Erkle, Georg,
Eichert, Auguſt, Stein=
Darmſtadt, B
bach, Bion.=Bat. 13/3, B — Eickmeyer, Engelh., Neuwied,
Inf. 144/5, P — Erbert, Joh. Otto, Saugsdorf, Reſ.=Inf.
101/2, P — Fahlbuſch, Georg, Hannover, Inf. 144/Maſch.=
Gew., P — Fleck, Karl, Jagſtfeld, Landw.=Inf. 50, M —
Forſter, Georg, Wimsbach, Erſ.=Pferde=Depot, P —
Föll=
mer, Moritz, Steinbach, Sachſen, Reſ.=Inf. 17/8, P
Frank, Nikol., Palzem, Bez. Trier, Inf. 67/5, G — Fruke,
Wilhelm, Volpke, Inf. 65/10, P — Friedmann, Peter,
Griesheim, Reſ.=Drag. 23/2, P — Friedrich, Ludwig,
Mümling=Crumbach, Reſ.=Inf. 116, M — Frenger, Otto,
Desloch, Inf. 28/9, P — Furthmann, Peter, Krefeld,
Ldw.=Prov.=Kol. 2, P — Fuß, Hrch., Ollheim, Train=Bat.
8/2 Fhrp.=Kol. A.=K., P — Geid, Peter, Bettingen, Inf.
160/3, K — Geiger, Joſeph, Renningen, Art. 49/3, P. —
Gerner, Andreas, Eſchweiler=Punge, Inf. 160/9, P —
Glaubrecht, Karl, Steinbach, Reſ.=Inf. 118/5, D — Golitz,
Paul, Kampitz, Inf. 62/7, P — Göllmann, Reinh.,
Butt=
lar, Inf. 145/8, P — Gösker, Franz, Rieſte, Inf. 67/1, P
— Götz, Ludwig, Darmſtadt, Inf. 136/1, N —
Graffen=
berger, Guſt., Schilliningen, Inf. 135/2, P — Hartlapp,
Karl, Lipine, Gren. 10/1, P — Hartmann, Wilhelm,
Erz=
bach, Reſ.=Inf. 118/6, I — Heiler, Wilhelm, Braubach,
Inf. 80, M — Heinbuch, Konrad, Büdingen, Ldw.=Inf.
116/8, P — Helbach, Joh., Kaub a. Rh., Reſ.=Erſ.=Esk. 18.
A.=K., P — Herbert, Albert, Hildesheim, Ldw.=Inf. 26/6,
I — Herrmann, Karl, Cannſtatt, Inf. 127/5, P —
Herr=
mann, Matthias, Limbach, Inf. 67/8, P — Herrmann,
Matthias, Philippsweiler, Reſ.=Inf. 69/3, B — Heuſer,
Karl, Buch, Feldart. 7, M — Hittel, Georg, Hanau, Inf.
168, M — Hofmeyer, Chr. Joh., Schwanheim, Train=Bat.
8 Prov.=Kol., P — Hofmann, Erwin, Groß=Zimmern,
Reſ.=Inf. 30/2, B — Hörth, Peter, Ober=Steinbach, Inf.
173/7, P — Hubert, Wilhelm, Mainz, Reſ.=Inf. 116/4, B
Janſen, Arnold, Graf=Rath, Inf. 53, M — Janſen,
Swi=
ſters, Reejenmorten, Inf. 173/5, P — Jochim, Adam,
Darmſtadt, Inf. 136, M. — Iſenbügel, P., Ratingen, Ldw.=
Inf. 118/2, P — Jung, Julius, Mülhauſen, Inf. 77/3, E
— Kaeſſer, Erhard, Walderſen,=Inf. 65/6, I — Kartler,
Leonhard, Sontheim, Pion.=Bat. 13/3, P — Kasperski,
Petrus, Obra, Poſen, Inf. 161/8, N — Keim, Wilhelm,
Neu=Iſenburg, Reſ.=Pferde=Dep., P — Keller, Joſ., Weis
ſenau=Mainz, Ldw.=Inf. 18/5, O. — Kerſt, Chriſt.,
Nie=
der=Kaufungen, Fußart. 7/1, B — Kettner, Wilhelm,
Gießen, Inf. 115, M — Klein, Julius, Wittgert, Reſ.=Inf.
80/2, P — Klemm, Franz, Seifersdorf, Inf. 68, M —
Klug, Wilhelm, Niederolderhütte, Fußart. 9/7 Mun.=Kol.,
K — Knips, Franz, Ahrweiler, Inf.=Regt. 25, M. —
Knor=
ren, Heinrich, Kainkirchen, Train=Bat. 8/3, P — Koch,
Ernſt, Gaidorf, Inf. 122, M — Köns, Servatius, Güls,
Art. 70/4, P — Krauch, Emil, Darmſtadt, Inf. 113, M —
Krauſe, Fritz, Pirſchen, Gren. 10/9, P — Krämer, Heinrich,
Herzfeld. Inf. 30/10, P — Krämer, Vinzenz, Wöllmicke,
Reſ.=Inf. 87/9, P — Kredel, Ldw.=Leutn., Inf. 87/3, H—
kremer, Matthias, Hof=Hau, Inf. 30/4, P — Krüger,
Wil=
helm, Inf. 138/9, K — Kuhn, Friedrich, Oberfeld, Reſ.=
Inf. 173/8, I — Kurth, Wilhelm, Schophoven, Reſ.=Inf.
68/12, P — Kühm, Emil, Sorge, Reſ.=Pion. 23/2, P
Landzettel, Heinrich, Wixhauſen, Inf. 143/3, B —
Lang=
kan, Anton, Großlenkendorf, Inf. 144/9, B —
Lauden=
berger, Jakob, Vielbrunn, Reſ.=San.=Komp., M — Lemm,
Adolf, München=Gladbach, Inf. 145/5,P — Lemaire,
Eduard, Pervillers, Inf. 173/6, P — Lewondonsky,
Tho=
mas, Crußcyn, Poſen, Inf. 83, M — Limbourg, Peter,
Bitburg, 2. Schwere Reſ.=Reiterei, K — Linfer, Wilhelm,
Benrath, Inf. 30/12, P — Liſchke, Georg, Leipzig=Konnes
witz, Reſ.=Inf. 102/8, P — Lotz, Adam, Urberach, Landw.s
Inf. 116, M — Lutz, Georg, Nieder=Klingen, Inf. 115/1, D
Maier, Karl, Schönebeck, Inf. 60/10, A. — Malik, Karl,
Leutnant d. R., Hutſchin, Inf. 144/9, K — Manke, Erich,
Rettſchutz, Inf. 144/4, P — Marzilius, Heinrich Chriſt.
Albert, Braubach/Rh., Train 18/2, P — Maurer,
Fried=
rich, Merxheim, Reſ.=Inf. 17/8, P — Mayer, Eugen,
Ravensburg, Inf. 124/5, K — Meier, Karl, Burghauſen,
Bayer. Reſ.=Inf. 16/2, D — Moeſe, Richard,
Weigels=
dorf, Pion.=Bat. 6/1, P — Müller, Johann, Mainz, Art. 61,
Erſ.=Abt., 1. Rekr.=Dep., P — Müller, Karl Emil,
Bres=
lau, Füſ. 38/11, P — Münzberg, Paul, Stadtel=Lenos,
Schleſien, Pion.=Bat. 6/1, E — Naffin, Rudolf, Zypnier,
Inf. 130/6, P — Neetz, Hubert, Dierſen, Inf. 68, M
Nick, Adam, Kriffel, M — Nödner, Hans,
Lan=
kow, Inf. 144, M — Oeß, Franz, Altona, Pion.=Bat. 29, M
Oſter, Joſeph, Gibrath, Inf. 65, H — Ott, Karl Anton,
Obertshauſen, Reſ.=Inf. 116, M. — Packer, Johann,
Unterrodach, Train=Abt. 18, M — Pinoczower, Iſidor,
Ratibor, Inf. 62/2, P — Puderbach, Auguſt, Oberaden,
Inf. 28/2, P — Pägner, Max, Krottendorf, Reſ.=Inf.
133/8, P — Rapp, Hans, Vilbel, Reſ.=Drag. 4, M—
Raſer, Wilhelm, Hamburg, Inf. 67, M — Rauſch,
Jo=
hann, Hoffeld, Inf. 68/10 K — Reer, Paul, Aſchersleben,
Inf. 120/2, N — Reinwald, Karl, Weilmünſter, Train=
Bat. 18, M — Rekoſiewitz, Max, Ulm a. d. D., Reſ.=Erſ.=
Esk. 18. A.=K., P — Reuter, Heinrich, Darmſtadt, Reſ==
Inf. 116/1, I — Riebel, Johann, Auerbach, Ldw.=Inf.
116/4, P — Riefer, Johann Edw., Neu=Iſenburg, Inf.
115 Erſ., M. — Rinſch, Peter, Krefeld, Inf. 30/5, P
Rinza, Reinh., Kaſſel, Jäg.=Bat. 56/2, K — Ritz, Jakob,
Malſtadt=Burbach, Art. 34/4, P — Rösberg, Bonn, Inf.
69/3, G — Roßmann, Alois, Amberg, Reſ.=Inf. 87/9, K
— Rothkehl, Karl, Bernburg, Gren. 10/10, P — Rühl,
Karl, Darmſtadt, Inf. 21, M — Salſcheider, Joſ.,
Seel=
bach, Reſ.=Inf. 30/8, B — Seyd. Wilhelm, Erbach, Train=
Abt. 5, M. — Siebeck, Otto, Nieder=Clobuau, Inf. Regt.
2/11, P — Specker, Johannes, Neuß a. Rh., Art. 59, P
Sprenger, Konrad, Konſtanz, Inf. 127/9, B —
Sucha=
nek, Alois, Schepankowitz, Inf. 62/11, P — Suslick,
Jo=
hann, Dorf Landsberg, Gren. 10/10, P — Scheffler, Emil,
Frankfurt a. M., Inf. 143/6, K — Schleyen, Fr., Krefeld,
Eiſenb.=Bau=Komp. 13, P — Schmidt, Ernſt, Vielbrunn,
Ldw.=Inf. 26/5, P — Schmidt, Ferd., Krofdorf, Train=
Erſ.=Abt. 18, E — Schmidt, Philo, Ebersberg, Reſ.=Inf.
88/11, P — Schmitt II., Adalbert, Niederbrechen, Erſ.=
Bat. 87, O — Schmitz, Peter, Leversbach, Pferde=Dep. 8.
A.=K., M — Schmuck, Karl, Recklinghauſen, Inf. 67/7, K
— Scholl, Bernh., Straßebersbach, Inf. 116, M
Scholz, Franz, Köln, Reſ.=Inf. 68/1. P — Schröper, Paul,
Poſte 1, Jäg.=Bat. 5/2, K — Schütz, Joſeph, Kreuznach,
Reſ.=Inf. 17, O — Staub, Chriſt., Wolfsanger, Reſ.=Inf.
30/5, P — Stenislawcyk, Franz, Gutow. Poſen, Art=
Regt. 8. A.=K., M — Stoffel, Wilhelm, Köln, Reſ.=Inf.
65/10, N — Stork, Philipp Ludwig, Arheilgen, Reſ.=Inf.
136/2, P — Strathaus, Johann. Wadersloh, Inf. 39/5, P
— Taſchenberger, Kurt, Pauſchütz, Inf. 139, M —
Teng=
ler, Hermann, Herford. Inf. 30/2. B — Theis, Johann,
Gemünd, Reſ.=Inf. 69/1, P — Theus, Auauſt, Bracht,
Rheinprovinz, Inf. 30/4. O — Thielen, Nikol., Bittburg,
Inf. 30/5, P — Tiepke, Ernſt, Halle a. d. Saale, Reſ.=Inf,
80/2, M — Timaeus, Kurt, Hannover, Inf. 65, M
Nummer 318.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Seite 7.
Trautwein, Jakob, Ockenheim, Reſ.=Inf. 87/8, P — Troska,
Michel, Recklinghauſen, Inf. 144/1, P— Tübel, Emil,
Klein=Dittenausdorf, Feld=Gend., M — Ulrich, Karl, Zülz,
Schleſien, Fußart. 10/1, P — Unger, Paul, Gülcho, Inf.
63/5, P — Velten, K., Gerhauſen, Inf. 127/1, P — Vogel,
Phil., Vilbel, Reſ.=Drag. 4, M — Voßen, Franz, Aachen,
Reſ.=Inf. 29/1, P — Wagner, Philipp, Schmitten i. T.,
Reſ.=Inf. 87/8, P — Warzächer, Paul, Halbendorf,
Oppeln, Schleſien, Fußart. 10, O — Weber, Wilhelm,
Ober=Ramſtadt, Inf. 115/10, I — Wegmann, Franz,
Weife, Inf. 63/11, K — Weiß, Fr., Kirchſchönbach, Art.=
Dep., M — Wenner, Johann, Troen, Gren. 10/2, K —
Wenſchel, Art. 61/4, H — Weſterhorſtmann, Anton,
Del=
brück, Fußart. 7/5, P — Wiench, Johann, Königshütte,
nf. 38/12, P — Wollrath, Walter, Wilhelmshaven, Inf.
30/2 P — Wolf, Jakob, Darmſtadt, Reſ.=Inf. 116/1, N
Buttke, Max, Mondſchütz, Inf. 38/9, P — Wyleſich,
Adolf, Bücken, Inf. 23/8, P — Zabke, Max, Laurahütte,
Fernſpr.=Abt. 6. A.=K., I — Zehlfuß, Georg, Hähnlein,
Ldw.=Inf. 116/1, P.
Aus den Lazaretten entlaſſen
Svom 10. bis 14. November:
Balzarek, Robert, Inf. 11/5, K — Bauer, Jakob,
Bad=Orb, Inf. 115/4, B — Biegner. Eugen, Reutlingen,
Reſ.=Inf. 119/9, D — Bonifer, Wilhelm, Götzenhain, Inf.
115/8, B — Bornheim, Daniel, Art 61/2, K — Brokate,
Heinrich, Art. 80/5, K — Buſch, Richard, Inf. 107/7, K
— Düll, Leonhard, Rothenburg, Train=Abt. 18, B
Engelhard, Wilhelm, Inf. 115/7, K — Gärtchen, Joſeph,
Jäger 5/2, K — Göhriſch, Paul. Worms, Drag. 24/4, O
Grunewald, Heinrich, Eberſtadt, Inf. 115/1, D — Heyer,
Jakob, Vorſt, Inf. 145/11, B — Kiſtinger, Georg, Inf.
115/2, K — Kneib Georg, Inf. 115/1, K — Kruckenbaum,
Friedrich, Hamm, Pion.=Bat. 7/2, O — Lammich, Franz,
Garde=du=Corps, K — Löffler, Heinr. Phil., Darmſtadt,
Inf. 115/1, B — v. Malapert=Neufville, Freiherr, Hans,
Darmſtadt, Inf. 118, M, ab Privatpflege,
Villen=
kolonie Eberſtadt — Mansfeld, Ernſt, Inf. 115, Maſch.=
Gew., K — Marx, Adolf, Train 18/3, K — Müller,
Ernſt, Inf. 133/8, K — Müller, Fritz Albrecht,
Alten=
burg, Reſ.=Drag. 3/4, D — Neumann, Johannes,
Wor=
felden, Inf. 115/5, B — Oſt, Georg, Inf. 168/2, K —
Queck, Karl, Inf. 121/5, K — Reinewald, Karl,
Weil=
münſter, Train=Bat. 18, M, ab Laz. Alsbach —
Ret=
tig, Adam, Elmshauſen, Drag. 23/3, I — Röder, Joſeph,
Jager=Bat. 5/4, K — Rückert, Otto, Stuttgart, Reſ.=Inf.
120/1, D — Seyd, Wilhelm, Erbach, Train=Abt. 5, M,
ab Gen.=Heim Falkenſtein — Simon, Peter, Drag=
23/2, K — Schlörb, Wilhelm, Inf. 115/7, K — Schmidt,
Ottz, Inf. 137/9, K — Schönfelder, Hugo, Inf. 104/6,
K — Schuchmann, Emil, Langenfeld i. Sa., Inf. 98, M
— Schüppe, Karl, Inf. 157/10, K — Vetter, Philipp,
Lan=
gen=Brombach, Feld=Art. 25, M — Bohns, Joſeph, Art.
B4, K.
Apotheker Neumeier’s
-Pulver
Asthmd.Cigarilios (chne Fapier) M. 1.80
D. R. G. M. No. 26122 und 26617
Aerztlich empfohlen. — Deutsches Erzeugnis.
Erhältlich in den Apotheken.
(I,21415
Apotheker Neumeier, Frankfurt am Main.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Am 22. Oktober d. J. erlitt in Frankreich
mein innigſtgeliebter Gatte, der treubeſorgte
Vater meines Kindes, unſer lieber Sohn, Bruder,
Schwager und Onkel
Johannes Brunnengräber
Finanzamtsgehilfe
z. Zt. Erſatzreſerviſt im Reſ.=Inf.-Regt. 116
im 24. Lebensjahre den Heldentod für das
Vaterland.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Margarethe Brunnengräber,
geb. Roßmann,
Familie Adam Brunnengräber.
Darmſtadt, den 17. November 1914. (21456
Du ſtarbſt in Deinen ſchönſten Jahren
Und hinterläßt uns ſchweres Leid.
Nichts hilft das Jammern, hilft das Klagen.
Nun ruhe ſanft in Ewigkeit!
Den Heldentod erlitt am 20. Oktober in
treuer Pflichterfüllung im Kampfe fürs
Vater=
land auf Frankreichs Erde unſer einziger,
innigſtgeliebter, herzensguter, treuer Sohn und
Bruder
Friedrich Becker
Unteroffizier im Infanterie-Regiment Nr. 168
im 19. Lebensjahre.
Im tiefſten Schmerze:
Familie Friedrich Becker.
Darmſtadt, den 17. November 1914
(B21471
Neue Niederſtraße 19.
Am 14. Auguſt erlitt in den Kämpfen auf
dem weſtlichen Kriegsſchauplatz den Heldentod
für das Vaterland
Rechtsanwalt
Dr. Alerander Bopp
Rittmeiſter der Reſerve
im Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24
Mitglied unſeres Aufſichtsrats.
Wir verlieren in ihm einen treuen Freund
und Berater, welcher uns mit ſeiner großen
Sachkenntnis und Erfahrung ſeit Jahren die
wertvollſten Dienſte geleiſtet hat.
Sein allzu früher Tod erfüllt uns mit tiefer
Trauer. Wir werden dem Dahingeſchiedenen
ſtets ein ehrendes Andenken bewahren.
Darmſtadt=Berlin, November 1914.
Aufſichtsrat und Vorſtand der
Deutſchen Lebensverſicherungs-Bank
Aktiengeſellſchaft.
21454)
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen innigſtgeliebten herzensguten Mann,
unſeren lieben Bruder, Onkel und Schwager
Herrn
Heinrich Stamm
Schneidermeiſter
nach langem mit großer Geduld getragenem
Leiden im 55. Lebensjahr durch einen ſanften
Tod zu erlöſen.
In tiefer Trauer:
Eliſabethe Stamm Ww.
Darmſtadt, den 17. November 1914.
Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag
um ¾4 Uhr vom Portale des Waldfriedhofes
aus ſtatt.
(21440
Kranken-Unterstützungsbund der Schneider
— Filiale Darmstadt. —
Todes=Anzeige.
Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unſer
Mitglied
Heinrich Stamm
letzke Nacht ven einem längeren Leiden durch
den Tod erlöſt wurde. — Die Beerdigung
findet Donnerstag, den 19. d. Mts., nachmittags
3¾ Uhr, vom Waldfriedhof aus ſtatt. (21467
Um zahlreiche Beteiligung bittet
Der Vorſtand.
Darmſtadt, den 17. November 1914.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden meiner lieben Gattin, unſerer guten
(21460
Mutter und Schwiegermutter
Frau Hohannette Haſſelmann
geb. Rühl
ſagen wir unſeren tiefgefühlten Dank, insbeſondere
Herrn Pfarrer Waitz für die troſtreiche Grabrede.
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.: Ludwig Haſſelmann.
Darmſtadt, den 17. November 1914.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchweren Verluſte ſagen
herzlichen Dank.
(*9551
Darmſtadt, den 17. November 1914.
Familie Bert.
Am 5. November erlitt den
Heldentod fürs Vaterland in
Nord=
frankreich unſer herzensguter,
innigſt=
geliebter, hoffnungsvoller und unvergeßlicher
Sohn und Bruder
Heinrich Bruſius
Poſt=Aſſiſtent
Unteroff. d. Reſ. im Inf.=Regt. Nr. 48/12
im 27. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Ludwig Bruſius und Frau geb. Wolf.
Adolf Bruſius, Dipl. ing., z. Zt. im Felde.
Otto Bruſius, stud. ing.
(21437
Darmſtadt, den 16. November 1914.
Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern entſchlief ſanft nach ſchwerem Leiden
unſere gute, treuſorgende Mutter, Großmutter
und Schwiegermutter
Frau Sabine Bangert
geb. Wollrab.
Um ſtille Teilnahme bitten:
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 17. November 1914.
(Taunusſtr. 5).
Die Beerdigung findet Donnerstag,
nachmit=
tags ½3 Uhr, auf dem Darmſtädter Friedhof
ſtatt.
(21438
Dankſagung.
Für die uns erwieſene herzliche Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte ſagen
innigen Dank.
Jakob Neuroth, z. Zt. im Felde.
Dina Neuroth geb. Berx.
Friedrich Neuroth u. Familie.
Eliſe Berr Witwe.
(*9573
Griesheim b. D., 17. November 1914.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Mittwoch, den 18. November 1914.
Hofkirche: Abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Abends um 7 Uhr:
Kirchenmuſi=
kaliſche Abendfeier unter Mitwirkung
des Kirchengeſangvereins und der
Chor=
ſchule. (Kollekte.)
Johanneskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer Dingeldey.
Martinskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrverwalter Storck.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarrer Wagner.
Pauluskirche: Abends um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarraſſiſtent Sann.
der ganzen deutſchen Armee liegen
Die Verlustlisten ſämtlich von der erſten erſchienenen
Liſte bis zu den neueſten Liſten in unſerer Geſchäftsſtelle
zur Einſichtnahme auf.
Wetterbericht.
Die mitteleuropäiſche Depreſſion, die uns Montag
an=
haltende Niederſchläge brachte, iſt unter dem Herannahen
eines ausgedehnten, ziemlich kräftigen Hochs von Weſten
her raſch nach Oſten abgezogen, ſo daß wir geſtern bereits
ganz unter Hochdruckeinfluß ſtanden. Wir haben daher
weitere Aufheiterung und Froſt zu erwarten.
Wetterausſichten für Mittwoch: Wolkig, trocken,
kalt, Nachtfroſt, nördliche Winde.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende 9¾ Uhr
(Ab. B): „Kain und Abel”
Konzert um 6 Uhr im Café „Metropole”.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
ſen nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Schobteste
Liebesgaben
zu Weihnachten!
Unentbehrlich und glänzend bewährt im Kriege
Kriegs-Taschenuhren
Kriegs-Armbanduhren
mit und ohne
Leuchtblatt
mit starkem
Lederband Vonl
Ferner empfehle: Taschenlampen, Kompasse, Ferngläser, Kriegsbrillen (Horn),
Signalpfeifen, Mundharmonikas. Passende Feldpostschachteln zu jedem Artikel.
Aufträge für Feldpostsendungen werden zuverlässig
S erledigt gegen Einsendung des Betrags und Portos.
Ludwigstr. 20
S. KKafn, Hofuhrmache
Fernruf 506.e
50
Richard Wagner-Verein Darmstadt.
Montag, den 23. November 1914, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde
Zum Besten des Roten Kreuzes:
Deutscher Volkslieder-Abend
von Konzertsängerin Fräulein
Elena Gerhardt
aus Leipzig.
Am Klavier: Herr Paul Aron aus Berlin.
Der Blüthner-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma
Hofliefe-
rant A. W. Zimmermann (Ludwig Schweisgut).
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., Saalkarten zu 3 Mk., Numerierter Balkon zu 3 Mk., Galerie
zu 1.50 M., Studentenkarten 1 Mk. und Schülerkarten zu 50 Pfg. bei
Heinrich Arnold, im Verkehrsbureau und abends an der
Kasse. (Die städtische Billettsteuer wird von der Vereinskasse
getragen). — Beitrittserklärungen für den Rest des
Ver-
einsjahres, die nochvor dem obigen Konzerte erfolgen,
berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der Beitrag
für den Rest des Jahres 1914 (3 Abende) beträgt 4 Mk.
Der Vorstand.
21441)
SlenerbereinHarmlalte
Freitag, den 20. November 1914, abends 8½ Uhr
im gelben Saal des Reſtaurants Sitte (Karlſtraße)
Vortrag
des Herrn Professor Dr. phil. und jur. J. Kollmann
von der Großherzoglich Techniſchen Hochſchule
über:
„as Rautionsmeſen bei
Vergebung öffentlicher Arbeiten”
Im Anſchluß hieran wird Herr Volksbankdirektor Stein
über: „Die Kreditverhältniſſe während des Krieges” einige kurze
(21412mf
Miiteilungen geben.
Zahlreicher Beſuch erwünſcht. Nichtmitglieder willkommen.
Der Vorstand.
Verein Kunſtfreund.
Am 26. November 1914, abends 8½ Uhr
findet im
„Grünen Zimmer” des Kaiſerſaals (Grafenſtraße)
die Hauptverſammlung des Vereins „Kunſtfreund‟
Tagesordnung:
ſtatt.
1. Jahresbericht.
2. Rechnungsablage.
3. Neuwahl des Vorſtandes.
4. Jahresverloſung.
5. Sonderverloſung gemäß § 8 der Satzungen.
(21458
Um zahlreiches Erſcheinen bittet
Der Vorstand.
Darmſtadt, den 17. November 1914.
Alexanderstrasse
5
Calé Metropole.
18. November ab — 6 Uhr
Großes patriotisches Konzert
des berühmien
Oberbaper. Musik- und Gesangs-Ensembies.
Kaffee Fürst Bismarck
Rheinstrasse 35.
Telephon 2437.
Telephon 2437. (21267a)
Zum Frühstück!
Besonders empfehle ich zum Frühstück meine
Neueinführungen:
Schildkrötensuppe . . Tasse 50 ₰
Gefüllte Pastete, warm
. 40 ₰
Kraftbrühe mit Ei . .
40 ₰
Bismarckfrühstück . .
. 100 ₰
bestehend aus: 1 Port. Kaffee, Tee od. Schokolade
2 Eier
1 belegtes Brot nach Wahl
Butterbrot mit westfälischem
Schinken und 1 Gläschen
alten Korn .
50 ₰
Ferner empfehle ich zum Frühstück auch
meine offene Bodega
Südweine . . Glas 50 ₰
Rhein-, Haardt-, Mosel- und
Rotweine
. ¼ Liter 50 ₰
Liebesgaben! Lazarette!
Empfehle zu besonders ermässigten
Preisen als Stärkungsmittel für unsere
Truppen in besten Qualitäten:
(20655a
Natur-Rotweine
— in jeder Preislage.
Rum, Kognak, Arrak, Punsche
Alte, feine Südweine
in jedem Quantum, Flaschen u. Gebinde.
Weingroßhandlg.
Ferdimand Wolff,
Fernspr. 778 Gegr. 1843 Rheinstr. 46.
ececeeeee
666ces₰
Possssoses,
Als bestes und gediegenstes deutsches
Familienblatt für die weitesten Kreise
empfehlen wir
(X19304
Eine ſeh
auteah. Gaszuglampe
ſehr billig zu verkaufen. Näheres
in der Geſchäftsſtelle. (21455
Eintritt frei.
*9600
Für Militär.
1 Revolver u. 1 Feldſtecher zu
verk. Heinrichſtr. 70, II (21361imd
Das Buckturklfe
Reicher Bilderschmuck macht es zu einem Prachtwerk im
vollsten Sinne des Wortes, und durch wirkungsvollen und
spannenden Unterhaltungsstoff die Leser zu fesseln, hat T
die Redaktion des Blattes von jeher als ihre Hauptaufgabe
betrachtet. Ausserdem bringt das „Buch für Alle” von 2
Heft 2 des kürzlich begonnenen neuen Jahrgangs ab
zahlreiche Kriegsbilder,
und es wird unser fortgesetztes Bestreben sein, in Bild 2
und Wort den grossen Ereignissen zu folgen.
Jährlich erscheinen 28 Hefte. Preis fürdas Heft nur30 Pf.
Bestellungen nehmen Buch- und
Zeitschriften-
handlungen, Journalexpeditionen usw. entgegen.
Union Deulsche Verlagsgesellse naft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Aegen Platzmangel billig abc
zugeben: 1 großer Bureau=
Schreibtiſch m. 7 verſchließb.
Schieb=
laden, 3 Rohrſtühle, 1 Sofa und
holzfournierte, faſt neue eiſerne
Reckſtange. Zu erfr. i. d. Geſchäftsſt. (*
Großh. Hoftheater.
Mittwoch, den 18. November 1914.
38. Abonnements=Vorſtellung. B9.
Kain und Abel.
Oper in 1 Akt
von Felix von Weingartner.
Muſikaliſcher Leiter:
Generalmuſik=
direktor Felix von Weingartner.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Robert Perkins
Adam . .
Eva Clement. Feiſtle
Abel
. Aug. Globerger
Ada
Kain
.. L. Schützendorf
*.* Ada: Lucille von Weingartner=
Marcel.
Hierauf:
Sinfonie Nr. 5 (C-moll)
von Beethoven.
Muſikaliſcher Leiter:
Generalmuſik=
direktor Felix von Weingartner.
Nach der Oper findet eine Pauſe
von 30 Minuten ſtatt.
Krank: Franziska Callwey.
Adelheid Croneberg.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—12. Reihe
4.20 ℳ, 13.—19. Reihe 3.40 ℳ,
Parterre: 1.—5. Reihe 2.90 ℳ,
6.—8. Reihe 2.35 ℳ,
Proſzeniums=
loge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ,
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. u.
8. Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35 ℳ,
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Anfang 7 Uhr. — Ende 9¾ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Donnerstag, 19. Nov.: 39. Ab=
Vorſt. C 11. „Fauſt” I. Teil.
(1. und 2. Abend.) Kleine Preiſe.
Anfang 6½ Uhr.
Freitag, 20. Nov.: 40. Ab.=Vſt.
D 11. „Der Zigeunerbaron.”
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Samstag, 21. Novbr.: Außer
Abonnement. (III.
Sondervorſtell=
ung.) „Der Reviſor”. Anfang
8 Uhr.
Zu dieſer Vorſtellung findet
kein Kartenverkauf ſtatt.
Ntr. 124.
Mitwoch, 18. Novenber.
1914.
Generaltommandos 18.
Arme=
korps vom 14. ds. Mts. bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis=
Darmſtadt, den 17. November 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Frankfurt a. M. den 14. November 1914.
Stellvertretendes Generalkommando
XVIII. Armeekorps.
Aht IIe J. Nr. 41995.
Alle Verſteigerungen von Häuten und Fellen ſind bis auf weiteres verboten.
Der Kommandierende General:
(gez.) Freiherr von Gall.
An die Ortspolizei=Behörden des Kreiſes. (21449
Wir beauftragen Sie, die vorſtehende Anordnung wiedeeholt zur öffentlichen
Kenntnis zu bringen und das Polizeiperſonal anzuweiſen, den Befolg der
Anord=
nung ſtreng zu überwachen.
Darmſtadt, den 17. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
In den Gemeinden Dietzenbach, Dudenhofen und Seligenſtadt (Kreis
Offen=
bach) iſt die Maul= und Klauenſeuche ausgebrochen.
(21459
Artiche Aechnigles des Groſt. Peietente Darnſent.
Geſunden: 1 längliche ſchwarze Damentaſche mit gelbem
Druck=
knopf und Portemonnaie mit Inhalt und Schlüſſel. 1 ſchwarze
Straußfeder. 1 vergoldete Broſche mit blauen Steinchen. 1 ſchwarzer
Damenpelz. 2 ſchwarze Handtäſchchen. 1 Portemonnaie mit 40 Pfg.
Inhalt. 1 Sturmlaterne, 1 Brille. 1 grauer geſtrickter Handſchuh
1 grünliche waſſerdichte Decke. 12 Stehlragen und 1 Paar
Man=
ſchetten. 1 Kinderſpielzeug (Ente), 1 Feuerzeug. 1 blauer
Sami=
gürtel mit gelber Schnalle, 1 Anhänger (Herrenphotozraphie in
Silberfaſſ. Eine Anzahl Schlüſſel. — Zugelaufen: 1 Jagdhund. (21432
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
findet ſich: 1 Hofhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(21427
Bekanntmachung.
Auf Anordnung der zuſtändigen militäriſchen Stellen haben die
An=
gehörigen aller Staaten, mit denen wir uns im Kriegszuſtand befinden,
(Ruſſen, Franzoſen, Belgier, Engländer einſchl.
der engliſchen Kolonien, Serben, Montenegriner
und Japaner) ohne Rückſicht auf Alter und Geſchlecht
bis zum 24. November
abends aus dem Stadtbezirk Darmſtadt ſich zu entfernen.
Feindliche Ausländer, welche nach dem 24. November hier
betroffen werden, werden ſofort feſtgenommen.
Die Wahl des neuen Aufenthaltsortes iſt mit gewiſſen
Aufenthalts=
beſchränkungen freigeſtellt.
Verboten iſt unter anderem die Ueberſiedlung
a) in den Bezirk um Darmſtadt, begrenzt durch die Kreislinie: Neu=
Iſenburg, Oberroden, Groß=Umſtadt, Brensbach, Reichelsheim,
Zwingenberg, Gernsheim, Rheinſtrom, Oppenheim, die genannten
Orte einſchließlich,
b) in den Bezirk um Frankfurt a. M., begrenzt durch die Kreislinie
Flörsheim, Hofheim, Königſtein, Homburg, Rodheim, Windecken,
Hanau, Groß=Krotzenburg, Oberroden, Wixhauſen, die genannten
Orte einſchließlich,
c) in den Bezirk um Mannheim, ſoweit den Bezirk des 18.
Armee=
korps betrifft, die Kreislinie: Offſtein, Pfeddersheim, Herrnsheim,
Hofheim, Bürſtadt, VLorſch, Ober=Ladenbach, Birkenau, Grenze der
Provinz Rheinheſſen bis Offſtein, die genannten Orte einſchließlich,
d) in den Bezirk der Feſtung Mainz; als ſolcher gelten alle
Ort=
ſchaften, innerhalb der Kreislinie: Höhenkamm des Taunus,
Kelk=
heim, Kriftel, Okriftel, Groß=Gerau, Oppenheim, Wörrſtadt, Gau=
Algesheim, Geiſenheim, die genannten Orte einſchließlich.
e) in das Gebiet des Zweckverbandes Groß=Berlin, und in eine
An=
zahl anderer Städte.
Bis zum 18. ds. Mts. einſchl. haben alle feindlichen
Aus=
länder ſchriftlich oder mündlich dem Polizeiamt anzuzeigen,
wo=
hin ſie verziehen wollen, damit die nötigen Ermittlungen wegen
Erteilung des Reiſerlaubnisſcheines noch angeſtellt werden können.
Wer dieſe Friſt verſäumt, hat ſofortige Feſtnahme zu gewärtigen.
Perſönliche Meldungen können nur in den Vormittagsſtunden
ent=
gegengenommen werden.
Ausnahmen können nur geſtattet werden:
a) bei ſchwerer Krankheit, die durch ein amtsärztliches Atteſt
be=
ſcheinigt werden mu.
b) für einzelne Perſonen, die ſich ſeit vielen Jahren in Deutſchland
befinden und für deren deutſchfreundliche Geſinnung und Betätigung
zwei angeſehene Deutſche volle Bürgſchaft übernehmen.
Derartige Ausnahmegeſuche ſind ſchriftlich bei dem Polizeiamt
bis zum 18. lfd. Mts. einzureichen, nicht direkt bei dem
General=
kommando Frankfurt a. M.
Ruſſiſche Saiſonarbeiter haben hier zu bleiben.
Als Aufentshaltsort für mittelloſe Perſonen iſt das
Kriegs=
gefangenenlager Gießen beſtimmt. Mittelloſe Perſonen haben ſich
auf den zuſtändigen Polizeirevieren zu melden, nicht auf dem Polizeiamt.
Die Ausreiſe nach der Heimat kann in dem ſeitherigen
Umfange den Angehörigen feindlicher Staaten geſtattet werden, Ruſſen
dürfen jedoch vorläufig das Reichsgebiet nicht verlaſſen. Die Anträge
ſind ſchriftlich an das Polizeiamt zu richten, eine Photographie iſt
beizuſchließen.
Darmſtadt, den 15. November 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Herſtellung von Hausanſchlüſſen.
*2
Um Straßen= und Fußſteig=Aufbrüche und die, beſonders bei
Froſt= und Regenwetter damit verbundenen Unzuträglichkeiten,
Be=
läſtigungen und Gefahren für das Publitkum im bevorſtehenden
Winter zu vermeiden, fordere ich alle Hausbeſitzer, die Kanal=,
Waſſer=
oder Gasanſchlüſſe herzuſtellen beabſichtigen, hiermit auf, baldigſt
und längſtens bis zum 10. kommenden Monats bezügliche Anträge
bei den betreffenden Verwaltungen zu ſtellen, damit dieſe Anſchlüſſe
vor eintretendem Froſt ausgeführt werden können.
Bei Froſtwetter dürfen keinerlei derartige Arbeiten in
An=
griff genommen werden, ſofern nicht genügende Gründe die alsbaldige
Herſtellung erfordern.
Auch für die im ſtädtiſchen Intereſſe vorzunehmenden Arbeiten
wird nach dieſem Grundſatz verfahren werden, nur einige
untergeord=
nete Herſtellungen werden zur Beſchäftigung arbeitsloſer Leute zur
Ausführung gelangen müſſen.
Die betreffenden Arbeiten finden jedoch in weniger verkehrs=
(21089msm
reichen Straßen ſtatt.
Darmſtadt, den 9. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Kartoffeln geſucht.
Größere Mengen guter, ausgeleſener Speiſekartoffeln,
Winter=
ware, kauft Stadtverwaltung Darmſtadt.
Anerbieten mit Herkunft, Sorten und Preisangabe, frei Bahn=
(21089msm
hof Darmſtadt, umgehend erwünſcht.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 1. bis 15. November 1914:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 28.— bis 28.—
Korn
„ 24.− „ 24.−
Gerſte
„ 24.—
26.−
Hafer
„23.— „ 25.−
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 12 und 13 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 3.—
Karkoffeln per 100 Kilo Mk. 8.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.25
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 17. November 1914.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Marinigeſäſt.
Auf Erſuchen der Großh.
Be=
zirkskaſſe Darmſtadt bringe ich
hiermit zur öffentlichen Kenntnis,
daß die Berichtigung der auf
Mar=
tini fälligen Pacht=, Holz= und
Grasgelder bis längſtens Ende
dieſes Monats geſchehen muß,
widrigenfalls das mit Koſten
ver=
bundene Beitreibungsverfahren
ein=
geleitet werden wird. (21446md
Darmſtadt, 17. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Bekanntmachung.
Die Zahlung der rückſtändigen
Beträge für im Wirtſchaftsjahr
1913/14 aus den Waldungen der
Stadt Darmſtadt erſteigertes Holz
hat bei Vermeidung des
koſten=
pflichtigen
Zwangsvollſtreckungs=
verfahrens bis längſtens Ende
November an den Werktagen,
vor=
mittags von 8½ bis 12½ Uhr,
hierher zu erfolgen. (21230s
Darmſtadt, 11. November 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter A.
wurde heute die Firma W.
Hilde=
brand II. in Eberſtadt
ge=
löſcht.
(21411
Darmſtadt, 14. November 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
wird angekauft.
(20934a
Schlachthof.
Dünger u. Pfuhl
jedes Quantum, zu ermäßigten
Preiſen.
(18618a
Schlachthof.
Eichein
(nicht unter 10 Kilo)
kauft zu (B21311
5 Pfg. per Kilo
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerſtr. 28.
Husten-Oual!
B-W-Bonbons wirken einzig! 30, 50.
10₰ Ffg. Einhorn-Apotheke. (II, 19671
Nur einmalige Anzeige.
tabletten f. 100 Glas M. 1,
D, mit Zitron 80 Glas M. 1,
mit Zucker 25 Glas M. 1,
1e0
mit Süßſtoff u. Zucker 24
I,21417) Glas M. 1.
gtabletten 24 Taſſen M. 1,
Kala0 mit Zucker 12 Taſſen M. 1.
gg. extrakttabl. mit Zuſatz u. m.
Kallee-Zucker u. Zuſatz 12 Taſſ.M. 1.
g. Schokoladepaſtill. 24 Stck. M1,
Kold- mit Leithin 24 Stck M. 1.25.
1. tablett. f. 24 Glas Rotwein
Pansch-M1. Alles in Blechdoſen!
Konkurenzlosnach beſond. Verf.hergeſt.
Barbarossa-Apotheke, Berlin W. 62.
Wiederverkäufern Rabatt.
Gratisproben werd. nicht verſandt.
Bekanntmachung,
den § 9 des Ortsbauſtatuts für die Stadt Darmſtadt betr.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 17.
Sep=
tember d. Js., nach Begutachtung durch den Kreisausſchuß und mit
Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom 2. v. Mts. zu
Nr. M. d. J. 18552, lautet der obige Paragraph wie folgt:
§ 9.
Die Anlieger haben nach Maßgabe der Vorſchriften der
Artikel 21 der Allgemeinen Bauordnung und 197 IIa der
Städte=
ordnung zu tragen:
1. Den Aufwand für den Erwerb des für die Straßen,
einſchließlich der Straßenkreuzungen, erforderlichen Geländes,
und zwar in zweiſeitig bebaubaren Straßen je die Hälfte
bis zu einer Breite von je 10m, in einſeitig bebaubaren
Straßen und in Straßen an Plätzen bis zu einer Breite
von 12m.
2. Die Koſten der für die Herſtellung des Straßenkörpers
(Fahrbahn und Bürgerſteige einſchließlich der
Straßen=
kreuzungen) erforderlichen Erdarbeiten.
3. Die Koſten der den Bedürfniſſen des Verkehrs
entſprechen=
den erſten Einrichtung der Straße mittels Ehauſſierung der
Fahrbahn und Pflaſterung der Gofſen.
4. Die Koſten für Herſtellung von Fußſteigen nach Maßgabe
der Vorſchriften der §§ 10 und 11.
Inſofern es in einzelnen Fällen (wie insbeſondere bei
Straßen=
durchbrüchen) zu ungerechtfertigten Härten führen würde, die Anlieger
nach vorſtehenden Beſtimmungen heranzuziehen, kann die Stadt
durch Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung für einzelne
Straßen oder Straßenteile die oben verzeichneten Aufwendungen ganz
oder teilweiſe übernehmen.
Meine Bekanntmachung vom 28. v. Mts. iſt hiermit aufgehoben.
Darmſtadt, den 16. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
(21447md
Liebesgaben
für die Darmſtädter Truppenteile im Felde.
Die Stadt Darmſtadt will den hieſigen, jetzt im Felde
ſtehen=
den Truppenteilen in aller Kürze einen größeren
Liebesgabentrans=
port als Weihnachtsgabe überſenden. Dem Transporte können
perſönliche und unperſönliche Pakete beigegeben werden. Um eine
gerechte Verteilung herbeiführen und auch diejenigen bedenken zun
können, an die perſönliche Gaben nicht gerichtet ſind, wäre es als
beſonders dankenswert zu begrüßen, wenn recht viele unperſönliche
Pakete der Sendung beigefügt werden könnten.
Wer eine Beiſtener leiſten möchte, iſt herzlich gebeten, ſie im
Stadthaus, Zimmer Nr. 39, abzugeben. Gaben werden auf Wunſch
auch abgeholt. Beſondere Bekanntmachungen ergehen in dieſer
Be=
ziehung noch. Erwünſcht ſind Zigarren, Zigaretten, Tabak,
Trocken=
zünder, elektriſche Taſchenlampen, Briefpapier, Spielkarten, warme
Kleidungsſtücke (neue), vornehmlich wollene Unterſachen,
Lebeng=
mittel für die Feldküche, z. B. Tee, Zucker, Gewürz, beſonders auch
hart getrocknete Fleiſch= und Wurſtdauerwaren und dergleichen,
Wer den Krisgern Liebesgaben ſpenden will gibt doppelt,
wenn er ſie bei den Heimarbeiterinnen anfertigen läßt.
Darmſtadt, den 13. November 1914.
(21421a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Auskunſt über Kriegsfürforge.
Der Leiter der Rechtsauskunftsſtelle iſt auch mit der Erkeilung
Hen in Einzenfuhren von Auskunſt in Angelegenheiten der Kriegsfürforge im
Allge=
meinen beauftragt.
Die Auskunftsſtelle gibt jedermann Aufſchluß über die
be=
ſtehenden Fürſorgeeinrichtungen und in ſonſtigen beſonderen durch
den Kriegszuſtand hervorgerufenen Fragen. Sie leiht
Kriegsteil=
nehmern, die durch den Krieg ganz oder teilweiſe erwerbsunfähig
geworden ſind, und den Hinterbliebenen von Kriegsteilnehmern bei
der Verfolgung ihrer Rechtsanſprüche ihre Unterſtützung. Bei ihr
können auch Schadenserſatzanſprüche Reichsdeutſcher, die durch den
Kriegsausbruch Vermögensverluſte in Feindesland erlitten haben,
angemeldet werden.
Die im Stadthauſe, Zimmer 44, beſtehende Auskunftsſtelle
der Frauenhilfe gibt gleichfalls Auskunft über Kriegsfürſorge im
Allgemeinen im Zuſammenhang mit dem Tätigkeitsgebiet der
Frauenhilfe.
Die Auskunftsſtelle der Stadt iſt der ſtädtiſchen
Rechts=
auskunftsſtelle, Stadthaus, Erdgeſchoß rechts, Zimmer Nr. 9.
angeſchloſſen. Sprechſtunden vormittags 9 bis 12 Uhr.
Darmſtadt, den 10. November 1914.
(21129ddd
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Wiſche und Klelbungeſticke ſur Behlrſtige,
Für den kommenden Winter wird für alle, die auf Unterſtützung
angewieſen ſind, um die Abgabe warmhaltender Wäſche und Kleider,
auch Schuhe, dringend gebeten. In der großen Mehrzahl aller
Haus=
haltungen dürften ſich Wäſche= und Kleidungsſtücke, auch Schuhe,
beſinden, die nicht mehr getragen werden, die aber bei entſprechender
Herichtung Bedürftigen noch gute Dienſte leiſten können. Neben
der Damenvereinigung, die in den unteren Räumen des
Schul=
hauſes Hermannsſtraße 9 eine Stelle für die Sammlung und
Ordnung von Wäſche= und Kleidungsſtücken eingerichtet hat, iſt auch
das ſtädtiſche Armen= und Fürfſorgeamt, Waldſtraße 6, (
Fern=
ſprecher 2419 und 2516), bereit, die Gaben in Empfang zu nehmen
und ordnungsmäßig zu verteilen.
Wer die Sachen vorher ausbeſſern laſſen möchte wende ſich
an die Geſchäftsſtelle des Heimarbeiterinnen=Vereins,
Wald=
ſtraße 19, II. Es wird ſo Arbeitsgelegenheit für Frauen und
Mädchen geſchaffen, die auf Verdienſt angewieſen ſind.
Jede Zuwendung wird mit herzlichſtem Dank angenommen.
(20383a
Darmſtadt, den 12. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläfing.
Dunkelbl. Koſtüm, G. 42, 1. Hut
Tfür jung Mädchen zu verk.
*9532) Zimmerſtr. 5, 2. St. r.
Täglich 50—60 Liter Milch
D geſtcht. Angebote u. P 48
an die Geſchäftsſtelle. (*9309sim
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Nummer 318.
Einquartierung.
Die ſeitherige Umquartierung nach 10 Tagen iſt nicht weiter
durchführbar. Ich beſtimme deshalb, daß ein Antrag auf
Umquar=
tierung für ſolche Mannſchaften, die mit Verpflegung einquartiert
ſind, erſt vom vierzehnten Tage an und für Mannſchaften ohne
Ver=
pflegung (nur mit erſtem Frühſtück) erſt nach Verlauf von vier
Wochen geſchehen kann.
(21327a
Darmſtadt, den 14. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Ekert.
En nächſter Zeit ſollen Pakete durch Automobil an die Reſerve=
Munitions=Kolonnen=Abteilung Nr. 25 der Reſerve=
Di=
viſion 25 befördert werden.
Angehörige, welche bei dieſer Kolonne ſtehende Soldaten haben,
können Pakete bis zu 1 kg bis Samstag, den 21. November, bei
Herrn Kommerzienrat Hickler, Heidelbergerſtraße 101, abliefern.
(21409
Im Auftrage des Kommandanten:
Freiherr v. d. Heyden=Rynſch, Hauptmann und Platzmajor.
Weihnachts=Gaben
für das Reſerve=Infanterie=Regiment 116.
Auch dem Reſerve=Infanterie=Regiment 116 ſoll eine
Weih=
nachtsfreude im Feld bereitet werden. Zu dieſem Zweck bitte ich
freundlichſt alle, die mithelfen wollen, insbeſondere die Angehörigen
derjenigen Offiziere und Mannſchaften, die im Reſerve=Infanterie=
Regiment 116 ſtehen, oder im Laufe des Krieges gekämpft haben,
Spenden dafür in der Wohnung des derzeitigen
Regimentskomman=
deurs, Oberſtleutnant von Weſternhagen, Moſerſtraße 9, bis
ſpä=
teſtens 25. November ds. Js. abgeben zu wollen. Jede Gabe
iſt willkommen, in erſter Linie wollene Unterkleidung, Schokolade,
Lebkuchen, Lichter, Briefpapier, Tintenbleiſtifte, zuſammenlegbare
Eßbe=
ſtecke, Pfeifen, Tabaksbeutel, Tabak, Mundharmonikas uſw., aber
auch Geldſpenden, die zum Ankauf weiterer Gaben verwandt wer
den ſollen, werden mit Dank entgegengenommen.
(B21419
Frau Oberſtleutnant von Weſternhagen
Darmſtadt, Moſerſtraße 9.
D.e Geſchäftsſtelle der
Heimarbeiterinnen
Waldſtraße 19, II.
geöffnet von 9—12 und von 3—6 Uhr
nimmt Heimarbeit für Wäſchenäherinnen, Schneiderinnen,
Strickerin=
nen und Stickerinnen an und vermittelt auch Arbeitskräfte ins Haus.
Aufträge für Liebesgaben werden ſchnellſtens erledigt.
Beſtellungen auf Socken und Strümpfe im Rathaus, I. Stock,
(21433
täglich von 5—6 Uhr.
Verſteigerung.
5 Schränke, 5 Tiſche, Stühle, Kommode, Glasſchrank,
2 Nachttiſche, 2 Betten, Spiegel, Bilder, Uhren, kl. Geſchirr,
Lampen uſw. werden Freitag, den 20. November 1914,
vorm. 11 Uhr, meiſtbietend mit unbedingtem Zuſchlag verſteigert.
21443)
Feldbergſtraße Nr. 38.
Wir erhalten Mittwoch abend
zweijährige
holländiſche Fohlen
egale Paare, ſowie verſchiedener Farben. (21461
Gebr. Sommerfeld
Telephon 383 Darmstadt Pallaswiesenstr. 25.
Kursus für Schwerhörige.
Ableſen vom Munde, hierdurch der Menſchheit wiedergegeben.
Wohltat für Angehörige. Defekt nicht mehr bemerkbar.
heilt Dir. F. Baum
Wilhelminenſtraße 35,
Stottern ecte Hügelſtraße. (20545a
Kein unnützer Apparat zur Selbſtheilung, wovor in Zeitungen gewarnt
wird; empfohlen durch die oberſte Schulbehörde.
epricht for die Gote dor
50 jähriger Erfolg Spexalitäten von
Kgl. Bay. Hof-
C. D. Wunderlich, Parfumerie, Hürnberg
kl. 80 Pfg., groß Mk. 1.40, um Haaren ein dunklos
Nußschalen-Extrakt Anschen zu geben. Garantiort unschädlich.
kl. 80 Pfg., gr. Mk. 140, zugleich feines Haarsl.
Haarfärbe-Nußol vorzuglich zur Stärkung des Wachstums der Haare.
kl. Mk 1.40. gr. Mk. 2.50, waschecht und garantier
Haarfärbe-Piffel unschädlich. Das Beste und Einfachste was es gibt.
(Odontine) rund 50 Pfg., oval 60 Pfg., bestes Zahn
Zahnpdsid reinigungsmittel, sehr erfrischend, sparsam im Gebrauch.
Glycerin-Schwefelmilch-Seife 40 Pfg., Verbess. Teer-Seife
40 Pfg., Teer-Schwefel-Seife 50 Pfg. machen jugendfrischen Teint.
zur Beseitigung von Hautunreinheiten, Sommersprossen, Jucken der Haut.
Röts des Gesichta, Haarausfall etc. Vielfach von Aerzten ompfohlen.
vorm. E. Scharmann, Hoflief.,
A. Walchner Nachf., Ecke Elisabethen- u. Luisenstr. (VII.,3233
Billiges Schweinefleisch!
Whlaschwenl In-Aussehhtr.
.das Pfund 60 Pf.
Bauchlappen
Bug- und Kammstück . . 60
Keule und Lenden . . .
180
Heitrich Griig Horkererant
Damen-Hate
empfiehlt in reichhaltiger Auswahl
(21195a
zu billigen Preiſen
Anna Bersch
Schuchardſtr. 13.
Pelzhüte, Muffe u. Stolas
werden angefertigt, ſowie
um=
gearbeitet.
Kniewärmer
Leibbinden
Shawlsꝛc.
in beſten Qualitäten liefert
Strickerei A. Pfirſch
Eliſabethenſtr. 36 (Eing. Zimmerſtr.)
Drahtgeflechte für alle Zwecke billigst.
Karl Rrückner, Holzstr. Fernspr. 1249
Billige Kleider
wird man ſich am beſten nach dem
bei der Frauenwelt ſo allgemein
beliebten Favorit=Modenalbum,
nur 60 Pfg., herſtellen. Man kann
alles mit Hilfe von Favorit=
Schnitten bequem nachſchneidern,
Erhältlich bei Arthur Sittig,
(X,21021
Luiſenplatz 4.
Mobel.
Neue, ungebrauchte
Wohnzimmer=
garnitur, anſtatt 850 Mk. für
650 Mk., wegen Umzug
abzu=
geben. Daſelbſt ein neues
Leder=
ſofa für Herrenzimmer preiswert
zu verkaufen. Gefl. Anfragen bei
der Geſchäftsſtelle
(21423a
Jeden Mittwoch Abend
Deli.
kate Kürtorter
Pannkachen
Reform-Restaurant
Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
(200)
Ein grosse
Aquarium
mit Tiſch zu verkaufen
Heidelbergerſtr. 11.
21277a)
in faſt neuer gr. Steintopf zu vf.
E*953 mei) Grafenſtr. 10, 1. St.
Geſichts=
ausſchlag,
Pickel, Miteſſer, Flechten uſw.
ver=
ſchwinden meiſt ſehr ſchnell, wenn
man den Schaum von Zucker’s
Patent-Medizinal-Seife (in
drei Stärken, à 50 Pf., M. 1.—
u. M. 1.50) abends eintrocknen
läßt. Schaum erſt morgens
ab=
waſchen u. mit Zuckooh-Creme
(50 u. 75 Pf). nachſtreichen.
Groß=
artige Wirkung, von Tauſenden
beſtätigt. Bei Fr. Schaefer, A. Logel,
Ch Schwinn, Drog., Georg Liebig
achf., Hoflieferanten, u. Gg. Frz.
Frank, Parfümerie. (E,2863
Darmst. Wach- u. Schließges., Plakat-,
Eilboten- u. Rein gungs-Institut
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Abt. I. Versicherung gegen
Ungeziefer
Elisabethenstr. 31 Telephon 461
Vertilgung von Ungeziefer
jed. Art, wie Wanzen, Käfer,
Ratten, Mäuse, Motten,
Ameisen usw., billigst unter
schriftl. Garantie u. Diskr.
Für Hausbesitzer etc.
Ver-
sicherung gegen Ungeziefer
besonders zu empfehlen. Sehr
geringe Jahresprämie. (18706a
Feinste Zeugnisse u.
Referenzen. — Kostenlose
Aussprache an Ort u. Stelle.
Gegen Nasse und Kalte!
Die Ariee
Schatzlose
D. R. G. M. 35885/3a
„Endlich trocken‟
— W. Z. 18000/3 —
Allein-Verkauf in Darmstadt.
Ausprobiert wasserdicht
in feldgrauen Farben und äusserst haltbar
über die Uniformhose zu ziehen
für Offiziere und Mannschaften.
Die Vorteile dieser ges. geschützten Armee-
Schutzhose bestehen darin, dass solche,
ganz klein zusammengerollt, bequem in
einer Tasche getragen, bei Bedarf sofort
übergezogen und nach dem Gebrauch
ab-
gezogen werden kann. Diese Schutzhose
darf auch zusammengerollt werden, wenn
die Oberdecke noch feucht ist, ohne Schaden
zu erleiden. Die Schutzhose kann unter
und über den Stiefeln getragen werden.
Sorte II
Sorte I
Mk. 12.50 netto Mk. 8.50 netto
Ferner:
-Wasserdichte Westen . Mk. 20.— bis 4.50 netto
Leder-Westen . . . . . . . . Mk. 38.— bis 28.— netto
Pelz-Westen . . . . . . . . . . Mk. 52.— bis 32.— netto
Gestrickte Westen . . . . Mk. 12.— bis 2.— netto
Küblers gestr. Militärwesten 7.— bis 6.25 netto
Schlafsäcke . . . . . . . . . . Mk.
28.− netto
Schlafdecken . . . . . . . . . Mk. 28.— bis 9.— netto
Militär-Hosen schwarz . . . Mk. 21.— bis 12.— netto
Militär-Drell-Anzüge . . . Mk. 9.— bis 8.— netto
Militär-Gummi-Mäntel . . Mk. 50.— bis 32.−
Militär-Regenhaut-Mäntel Mk. 42.−
* Militär-Regenhaut-Felerine Mk. 38.−
Uniformen nach Mass.
*Warme Hemden, FHosen, JJacken, FLeibbinden,
*Lungenschützer, FKopfschützer SKniewärmer,
PPulswärmer, THandschuhe, JSocken, Fusslappen.
* Daunen-Schlafkissen, wasser-
25
Neuhelt: dicht, unter dem Tornister zu
tragen, unentbehrlich . . . . . Mk. netto
Die mit Stern bezeichneten Artikel
können diese Woche als Pfund-
Paket mit der Post befördertwerden.
(21436
DARMSTADT — Schillerplatz
Grösstes Spezialhaus für Herren- u. Knaben-Bekleidung
Besfé deutsche Kaslerklinge
Grösste Schnittfähigkeit, passend
für jeden Apparat, (auch Gillette)
M
St. 20 Pfg., Dutz. 2 Mk.
M. R. Rasierapparate in
grösster Auswahl von 1 Mk. an,
Rasierklingen schleifen
Alleinverkauf:
Dtzd. 75 Pfg. (4179a
Elisabethenstr. Nr. 9,
Parfümerie Frank,
Telephon 886.
Illustrierte Preisliste kostenlos.
Karoline von Hessen-Darmstadt
die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
Mit mehreren illustrationen. Preis Mk. 2.50.
Von E. Mentzel.
(16785
Zu beziehen in der Expedition des Tagblatts u. durch
alle Buchhandlungen.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Seite 11.
S
dedt
detdf
aer
erſcheint 2mal wöchentlich in der Auflage des Darmſtädter Tagblatts
und bietet ſomit die größte Gewähr für erfolgreichſte Bekanntmachung von Vermietungs=Anzeigen. Für den Wohnungs=Anzeiger beſtimmte Anzeigen müſſen ſtets
tagsvorher bis ſpäteſtens 12 Uhr mittags zur Aufgabe gelangen. Später uns zugehende Anzeigen können nur am Schluſſe des Blattes Aufnahme finden.
Sle Zimmer
Mrelehenene
Ecke Riedeſelſtraße, herrſchaftliche
Etage, enthaltend 8 Zimmer, inkl.
ompl., groß. Bade= u.
Ankleide=
zimmer, elektr. Licht, Gas, Erker,
Veranda, per ſofort zu vermieten.
Näh. daſelbſt 1. Etage. (17786ms
Rheinstrasse 43
iſt der 1. Stock, enthaltend 8
Zim=
mer, Badezimmer, mit reichl.
Neben=
räumen nebſt großer Veranda und
Gartenanteil für ſofort anderweil
zu vermieten. Gas und elektr.
Einrichtung.
Nähere Auskunft erteilt der
Be=
vollmächtigte Juſtizrat Dr. Bender, Saalbauſtr. 7 5 6 Zim.=Whg.,
Kaſinoſtraße 8.
Heinrichſtraße 103
herrſchaft=
liche Wohnung von 8 Zim., Bad,
Veranda, Gas, elektr. Licht, alles
der Neuzeit entſpr., per ſofort zu
verm. Näh. part.
(18028ms
Zimmer
Heher tr hene
elegante Herrſchaftswohn., 7 Zim.,
Badezim. und reichl. Zubeh. per
ſofort zu vermieten. (18533ms
Näheres daſelbſt oder Baubüro Soderſtraße 55, Ecke Wieners=
H. Sames, Pallaswieſenſtr. 26.
e
Meee
Etage, 1. Stock, der Neuz. entſpr.
mit reichlichem Zubehör, Veranda,
Gartenanteil, in der Nähe der mittl.
Heinrichſtraße zu vermieten.
Näh. Zeughausſtraße 3, Kontor,
od. Martinſtr. 2½, part. (18691ms
eleg. 6 Zim=
Beckstr. 64, II., merwohn.,
Badez., Loggia, Erker, Küche, zwei
Kamm., Waſchk., Bleichpl.,
Vor=
u. Hausgart. zu verm. (*9908ms
Viktorlastrasse 47
ſchöne 6 Zimmer=Wohnung mit
einger. Bad per ſofort oder ſpäter
zu vermieten. Näh. daſelbſt bei
Arnim. 3. Stock.
große,
Steinackerstr. 1, I., neuzeit.
eingerichtete 6 Zimmer=Wohnung
mit reichlichem Zubehör. (B20058s
6 Zimmerwohnungen, Loggien,
Verandas, Balkons, ſogl. o. ſp. z. v.
Näh. Stiftſtr. 21, 1. St. (21259ms
Zimmer
Metetr 72. 1.
15 Zimmer u. Zubehör per ſofort
zu verm. Näh. im Part. (19564ms
II., mod. 5 Zim=
Riedeſelſtr. 59, mer=Wohnung
rmit Badezimmer, Veranda, Gas,
zelektr. Licht u. ſonſt. Zubehör ſofort
roder ſpäter zu vermieten. Näheres
mebenan bei Junghans. (18775ms
Soderſtraße 87
5 Zimmerwohnung, 1. Stock. zwei
„Keller, 2 Bodenkammern, Waſch=
Rüche, per ſofort, evtl. 1. Januar
Zu verm. Näh. daſelbſt. (18666ms
Riedeſelſtraße 53, I.
Moderne 5 Zimmerwohn. mit
treichl. Zubehör. Gas, elektr. Licht,
Kompl. Bad, per ſofort zu verm.. mit Stallung für 2 oder 3
Pferde. Näh. b. Junabans. (203 2ms
Steinstrasse 24, I.
ſchöne 5 Zimmerwohnung mit
allem Zubehör per 1. Januar.
Preis 750 Mk. Näh. daſelbſt
beim Hausmeiſter oder Jochheim.
Taunusſtraße 1. (19 65ms
Erdgeſchoß,
Wittmannſtr. 49, 5 Zimmer.
Veranda, Garten, wegen Todesfall
w. ſofort, a. ſpater zu vm. (B18403ms
Lukasweg 21 (Künſtlerkolonie)
elegante 5 Zimmerwohnung zu
vermieten.
(19530ms
r. 34, 1. Stock
Schuchardſtraße 12
5 Zimmer, Badeſtube, Verandaſchöne 4 Zimmerwohnung, 1. St.,
u. all. Zubehör, vom 15. Okt. an. mit elektr. Licht. Gas und allem
Näh. Hopfenblatt, Karlſtr. 18. Ein= Zubehör am 1. Dezember od. ſpäter
zuſeh. vorm. 10—12 Uhr. (B,19356ms zu vermieten. Die Wohnung wird
neu hergerichtet. (21225ms
Ecke Viktoriastrasse
Ireneſtraße 12 iſt d. Erdgeſchoß,
neuzeitlich eingerichtet, aus fünf
großen Zimmern ſowie
Fremden=
zimmer und anderen Nebenräumen
beſtehend, ſofort zu vermieten. Auf
Wunſch mit groß. Vorgarten. Näh.
Büro Juſtizrat Dr. Bender,
Kaſino=
ſtraße 8.
(20502ms
5 Zim.=Wohn. mit Zubeh., Gas ꝛc.
per ſofort zu verm.
Frankturterstrasse 6
2. Stock
ſchöne 5 Zimmer=Wohnungen mit
hallem Zubehör, gegenüber dem ſpät. z. verm. Näh. daſelbſt oder
Herrngarten, per ſofort od. ſpäter
preiswert zu vermieten.
Näheres parterre.
(20228ms
Eberſtadt, Ecke Hügel= und
Hochſtraße, 1. St., ſchöne Vier=
Zimmerwohnung per 1. Dez. oder
früher zu vermieten. Näheres da=
ſelbſt part. oder Darmſtadt,
Soder=
ſtraße 93, 1. Stock. (21465ms
Heinheimerſtr. 74 3 Zimmer=
Wohnung, 1. Stock, per ſofort
zu vermieten.
(18254ms
helle, neu
Schuchardſtr. 6, II., hergericht.
Kiesſtr. 18 3 Zim.=Wohnung
alsbald zu vermieten. (18258ms
Näh. bei Göttmann daſelbſt.
1915 zu vermieten (19325ims Sahtlaſe 15, 1. Sl.
ſchöne 5 Z.=Wohn. m. reichl. Zubeh.
zum 1. Apr loder früher. (21276ms Viktortaplatz 2
ſchöne 5 Zimmerwohn ſofort oder
ſpäter z. v. Zu erfr. 3. St. (21430m mmer ſtraße, ſchöne große 4 Zimmer=
wohnung zu vermieten. (17875ms Soderſtr. 112 geräumige, ſch.
4 Zimm.=Wohn., part., event. mit Erbacherſtr. 46, I., 3 Zim.=Wohn.
zu verm. Näh. daſ. part. (18133ms inselstr. 21, pt.
4 Zimmer=Wohnung mit Bade=
zimmer, Küche, Manſarde, 2 Keller
per ſofort billig zu verm.
Näheres Inſelſtraße 19, part.,
bei Flickinger.
(19562ms Kahlertſtr. 32, I., 4 Zimmer=
Wohnung zu verm. Mk. 590.
Näheres parterre. Wendelſtadtſtr. 8, part 4 Zim. Schöne 3= u. 2 Zimmerwhng.,
u. Badezim. nebſt reichl. Zubehör
per ſofort zu verm. (18926ms
(20317a —Näheres daſelbſt 1. Stock. Messterstr. 35, I.,
ſchöne 4=Zimmerwohnung mit
Veranda ꝛc. per ſofort zu ver=
mieten. Näh. Wittmannſtraße 4,
Telephon 763.
(B18270ms Bleichſtr. 21 4 Zimmerw., neu
herger, per ſofort zu verm. (19002ms 4 Z.=W. m. Gar=
Erbacherſtr. 18 tenant. . (230ms Riedlingerstrasse 43
4 Zimmer=Wohnung im 3. Stock
mit allem Zubehör per ſof. zu
verm. Näh. part. Bismarckſtr. 55, I. (20/66ms Sandbergs rasse 69
ſchöne 4 Zim.=Wohn. mit Bad,
freie Lage, per ſofort zu vermieten.
Näh. daſelbſt bei Gg. Friedr.
Rettig, Schloſſermſtr. (B20061ms Badeofen, Manſardenzimmer und 4 Zim.=Wohn. mit allem Zubeh.
zu verm. Näheres Laden. (17781ms Lukusweg 11, II. (21222ms renerenentrertee
Monat zu verm. Näh. i. Laden
bei Deuster, Markt 11½, Ecke
(2158ms
Marktſtraße. p. ſof. Näh. Stiftſtraße 52. (21162t Rhönring 105 4 Zimmerwoh=
nung, neuzeit eingerichtet, zu verm.
Näheres Erdgeſchoß. (21386azu vermieten. Bruchwiesenstr. 6, II.
ſchöne große 4 Zimmerwohnung
mit Zubehör, ohne Gegenüber, zu
verm. Näh. Erdgeſchoß. (B19309m
Magdalenenſtr. 6, Stb. 1. St.,
2=Zimmerwohnung mit Zubeh. per
ſofort. Näh. Waldſtr. 3, II. (18775ms
Pankratiusſtr. 30½ (
Hinter=
haus) kleine 2 Zimmerwohnung
ſofort zu vermieten. (19070ms
Kiesſtraße 66
Wienersstr. 47, II.,ſch. 4 Z.=W. m. Bad,
Veranda u. all. Zub. p. ſof. od. ſpät
kl. Manſarde, 2 Zimmer, kl. Küche
zu verm. Näh. 2. Stock. (19735ms
Näh. dort od. Heinrichſtr. 156, p. (18589m
(90200t Taunusſtr. 44 ſchöne zwei 3Zim.=Wohn. m. Zubeh. u. Gas für
360 M. Näh. daſ. (18586ms Schöne 3 Zimm.=Wohnung im
Hths. zu verm. an ruhige Mieter.
Zu erfr. Heidelber gerſtr. 8, I. (18663ms Eine Manſarden=Wohn, 3 Zim
u. Küche, zu vermieten. (B19232ms
Näheres Hridelbergerſtr. 90. Manſarde: 3 Zim.=Wohn. m. gr.
Glas=Veranda an Damen z. vm.
Näh. Stiſtſtraße 21, I. (18547ms Schöne, gekäum. 3 Zim.=Wohn.,
1. Etage, für Hame od. Herrn ge=
eignet, alsbald zu verm. (21063ms
Näh. Zeughausſtr. 3, part. part. u. I. St.,
Caunusſtr. 4
ſchöne 3 Zim.=
Wohnung zu vermieten. (2096ms Obſtgarten, Badez., Veranda ꝛc.,per 1. Nov. zu verm. (19555ms Mollerſtr. 28 ſchöne 3 Zim.=
Wohn. mit Zubeh. ſofort oder
ſpäter zu vermieten. (20065ms
Näh. Bismarckſtr. 55, I. erierteretete Zir et
Kranchſteinerſtraße, ſchöne 3 Zim.=
Wohn. mit Zubeh. ſofort zu verm.
Näh. daſelbſt 3. Stock r. (23145ms Karlſtraße 67 ſchöne 3 Zimmer,
Manſarde, mit Abſchluß, 300 Mk.,
(19402ms ſofort zu vermieten (B20559ms ſofort beziehbar, zu verm. Näh.
Teichhausſtraße 33, pt. (20676ms Eliſabethenſtraße 39, 1. Stock,
eine Wohnung, beſteh. aus 3 Zim.,
Küche uſw. ſof. zu vm. Zu erfr.
im Glasladen daſelbſt. (20678ms Zwei 3 Zimmerwohnungen
bis 1. Dezember zu vermieten. —
Näheres Riedeſelſtr. 66. (20721ms
Lauteſchlägerſtr. 7, Manſarden=
Wohnung, 3 Zimmer u. Küche, zu
verm. Pr. monatl. 0 Mk.(20919ms Rücker ſtr. 8, Stb., 1 kl. 3 Zim=
merwohn., ſowie 1 kleine 2 Zimmer=
wohnung zu vermieten. (B20927ms
Heinheimerſtr. 74 3 Zimmer=
wohnungen, I. u. II. St., per ſo=
(19507msfort zu vermieten (2127 ms Vallaswieſenſtr. 43, II., ſchöne
Gutenbergſtr. 15, part., 4 frdl. 3 Zimmerwohnung ſof. zu ver=
Zim.=Wohn. mit all. Zub. ſof. od.mieten. Näheres part. (21272a Große Bachgaſſe 7, II. St.,
3 Zimmerwohnung zu vermieten.
Preis 20 Mk. monatl. (*9291sm Luausweg 11, parterre
Verſetzungshalber große 3 Zim=
merwohnung mit Badezimmer,
Veranda, etwas Gartenanteil und
Karlſtr. 25, Ecke Hölgesſtr. ſonſtigem Zubehör per ſofort oder
1. April zu vermieten. Näheres Ireneſtraße 12
Frontſpitzwohnung, beſteh. iſt die Manſardenwohn., aus3 Zim.,
aus 4 Zimmern, Küche u. Zu= Badezim. u. Nebenräumen beſteb.
Abehör, iſt per ſofort für den A und neuzeitlich eingerichtet, zum
billigen Preis von 25 Mk. pre 1. Jan zu vermieten. Näh Büro
Juſtizrat Dr. Bender, Kaſino=
ſtraße 8.
(21457ms Ireneſtr. 12, III., ſchöne Drei=
Zimmerwohnung mit Gas u. Zu=
Dolchſtr. 13, p., ch. 4 Z. Wohn. behörperſofort.zu vm. (*9541msm Magdalenenſtr. 5, Hintergeb.,
1. St., 3 Zimmer=Wohnung mit
Zubehör und Gas per 1. Dezember
(21451a 3 Zimmer Pankratiusſtr. 16 kl. 2 Zim.=W. z.
vm. Näh. Pankratiusſtr. 54 (1957ms Ecke Hoch= u. Kiesſtr. 34, II.,
2Z.=W., Vorpl. Gas,f. 26 M. monatl.
an Kinderl. Näh. 1. St. (VIII. 19354
Ludwigshöhſtr. 43, parterre,
2Zimmerwohn. zu vm. (B2081ims
Graſenſtraße 4
im Mittel= u. Rückgebäude 2 kleinere
Manſardenwohnungen ſofore zu
vermieten. Zu erfragen
Feldberg=
ſtraße 72. Telephon 678. (20796ms
Landwehrſtr. 45 ſchöne 2 Z.=
Wohn. für 15 Mk. zu verm.
Näh. bei Link. (B20800ms
Schloßgaſſe 11 ſchöne 2 u. 3 Z.=
Wohn. nur an ordentl. Leute zu vm.
Näh. parterre. (B20799ms
Sandſtr. 40 ſchöne 2 Z.=W zu
vm. Näh. daſ. bei Frau Mumm
und Soderſtraße 11‟. (21082ms
ſch. 2 Zim.=Wohn.
ſtr. zu vermieten.
Erbacherſtraße 16 2
Zimmer=
wohn. per Monat 16 Mk., daſelbſt
kleine Wohnung an einzelne Perſon.
Näh. Stiftſtraße 19. (20925ms
Magdalenenſtr. 11, Stb., ſch.
2 Zimmerwohn. z. verm. (20920ms
Eckhardtſtr. frdl. 2 Z.=W. n. Zub.
p. 1. Dez. N. Landwehrſtr. . (219ns
Stiftſtr. 52 ſchöne 2 Zimmerw.
ſof. z. verm. Näh. part. (20923oms
Ernſt=Ludwigſtraße 22 ſchöne
2 Zimmerwohn. mit Gas u. allem
Zubeh. für einz. Dame ſof. zu vm.
Zu erfr. im Entreſol. (20854m
Soderſtr. 22 gr. 2 Z.=W. m. Has
u. Zubehör p. 15. Dez. z. v. (21435ms
Heinheimerſtr. 80 2 Z.=Wohn.
z. v. Zu erfragen 1. St. r. (*9547mdf
Wilhelminenſtr. 19, II., 2 Zim.
an Hern od. Dame zu vm. (*353
Müllerſtr. 8 ſchöne 2 Zimmer=
Wohn. m. Gas ſof. zu vm. (*9552ms
Gardiſtenſtr. 21 ſchön, 2=Zim.=
Wohn. im 1. St mitabgeſchl. Vorpl.
ſof. zu verm. Mtl. 20 Mk. (*9592md
Forſtmeiſterplatz 5, I., Stube
Kammer, Küche. 11 Mk. (B21418ms
One Zimmerzh
Heinheimerſtr. 16p. ſofortſchöne
2 Z.=W. f. kl. Familie zu vm. (19740ms
Wohnungen in jeder Größe,
ſowie Einfamilienhänſer zu
ver=
wieten. Näh. Heinrich Funk,
Grafenſtr 23½, Tel. 446. (20926ms
2 gr. unmöbl. Zim. im 1. St. m.
abgeſchloſſ. Vorpl. z. verm. (20068ms
Näh. Schulſtr. 4, II. rechts.
Schulſtraße 16 freundl.
Man=
ſarden=Wohnung an kinderloſe
Leute zu vermieten. (17785ms
Gr. Ochſengaſſe 12, Mittelbau,
mehrere 2=Zimmerwohnungen mit
Gas per ſofort zu vermieten.
Näheres bei Störger. (20109ms
I leine Wohn.
Erbacherſtr. 15 im Hinterbaus
an nur ruhige Leute zu vm. Näh.
Vorderhaus, part. (19085ms
Gr. Ochſengaſſe 12, Vorderh.,
hübſche 2 Zimmerwohn. (Manfg
mit Gas an ruh. Leute p. ſof. zu
verm. Näh. bei Störger. (20110ms
Kranichſteinerſtr. 42 kl. Manſ.=
Woh., p. M. 12 M., z. vm. (20095ms
Manſarde, zu
Kahlertſtr. 32, vermieten.
Fuhrmannſtr. 14 eine freundl
große 2 Zimmerwohnung per 15.
November, 22 Mk. mtl., zu verm.
Näh. daſelbſt im Laden. (20088ms
Mk. 25. Näh. parterre. (19403ms
Lindenho ſtraße 1 eine tleine
Wohnung per Monat 6 Mk. Zu
erfr. Kranichſteinerſtr. 36, I. (20349ms
Wendelſtadtſtr. 49 2
Zimmer=
wohnung per 1. Nov. (20234ms
Heinheimerſtraße 15, Vordh.
2 Zimmerwohn. an ruh. Miet. per
1. Jan. Näh. i. Laden. (20231ms
Manſarde, neu hergericht., mit
allem Zubeh. ſof. zu verm. Näh.
Blumenthalſtr. 93, part. (20797ms
Karlſtr. 62 ſchöne Manſarde m.
Kiesbergſtr. 60, II., ſchöne
2 Zimmer=Wohn. mit Zubeh. zu
verm. Näh. Erdgeſchoß. (B20236ms
abgeſchl. Vorplatz verſetzungshalber
alsbald z. vm. Pr. 320 M. (B21450ms
Frankfurterſtraße 62, III., 1od.
2 unmöbl. Z. m. zu verm. (*8147ms
Eandhaus
Ecke Rhönring, hübſche 2
Zimmer=
wohn. u. Küche. Näh. b. Sellwig,
Nieder=Ramſtädterſtr. 58, I. 29505ms
Nieder=Ramſtädterſtr. 65 im
Hinterhaus eine kl. 2 Zim.=Wohn.
mit Gas uſw. ſogl. zu verm. Näh.
auf dem Baubureau daſ. (20650ms
in Eberstadt
enth. 7 Zimmer mit Küche,
Seiten=
gebäude u. ca. 1400 am gr.
Pflanz=
garten mit allen Sorten tragfäh.
Obſtbäumen wegzugsh. billig zu
vermieten od. zu verkaufen. Näh.
Seeheimerſtraße 22. (20638ms
Kranichſteinerſtr. 59 2 Zim.=W.
zu verm. Näh. 1. St. (21226ms
Zimmer
Forſtmeiſterplatz 5 Kl. Zimm.
und Küche zu 7. Mk. (B2064ms
In der ſtädt. Hofreite,
Lindenhof=
ſtraße Nr. 5, iſt eine kleine
Woh=
nung, beſtehend aus einem Zimmer
nebſt Küche, per ſofort zu
zu vermieten.
Näheres im Stadthaus, Zimmer
Nr. 63.
(18771ms
Darmſtadt, den 14. Septhr. 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Ekert.
Mollerſtr. 36, I., großes, ger.
Zimmer Küche u. Keller. (21084ms
Withelminenſtr. 35, 2. Stock,
ein leeres Zimmer, ſchöne Ausſibt,
billig zu vermieten. (21301a
Arheilgen.
Das ſeither von Herrn Dr. Voltz
bewohnte Haus, enthaltend 7
Zim=
mer Küche und Mädchenzimmer
nebſt Gas und Waſſerleitung, iſt
per 1. Jan. wieder zu verm Näh.=
Auskunft bei Heinr. Benz V.,
Ar=
heilgen, Darmſtädterſtr. 28. (21102a
Mhterue
iſt ein Raum von 11.95870 m
Größe, in welchem ſeither eine
Schreinerei betrieben wurde, zu
vermieten, auf Wunſch könnte ein
Gasmotor mit vermietet werden
Der Raum eignet ſich auch für
ein größeres Vereins= oder
Ver=
ſammlungslokal. Näh.
Dieburger=
ſtraße 8, part.
(20506ms
Ernſt=Ludwigſtr. 3, I., Büro
zu verm. H. Stier. (19568ms
karlstrasse 43
im Seitenbau heller Raum für
Büro, Alelier u. Aufbewahren von
Möbeln per ſofort zu vermieten.
Näh. 1. Stock.
(16462ms
te
ſofort zu vermieten. (2934ms
Eliſabethenſtraße 37.
Grafenſtraße 4
per 1. Dezember großer Laden,
event. mit Wohnung, zu verm.
Zu erfra en Feldbergſtraße 72.
Telephon 678.
(20795ms
Kranichsleinerstr. 7
Laden mit 2 Schaufenſt. nebſt Zim.
u. Lagerraum, in dem zur Zeit ein
Abzahlungsgeſchäft betrieben wird,
alsbald zu verm. 385 Mk pro Jahr.
Zu erfr. im 1. Stock links. (19731ms
m. d. Stadt,
Gr., ſchön. Laden, ev. m. Whg.
per 1. Jan. oder 1. April zu verm.
Näh. Schützenſtr. 4, II. (20635ms
Weihnachtsgeſchäft.
Laden im Geſchäftszentrum für
November und Dezember eventl.
länger zu vermieten. Näh. unt.
C67 an die Geſchäftsſt. (20685ms
Schuchardſtr. 1 iſt der Laden
mit anſchließendem Arbeitsraum, in
dem von Hrn. Coenen ſeit 10 Jahren
ein Tuch= und Maßgeſchäft
betrie=
ben, bis 1. April 1915 zu vermieten,
ev. auch 3 Zimmerwohnung dabei.
Näheres Klappacher=Straße 1,
parterre.
(B21260ms
Shugardſtraße 12
Laden mit Wohnung, parterre, und
ſonſt. Geſchäftsräume, elektr. Licht
und Gas, zu vermieten. (21224ms
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Nummer 318.
Woogſtraße 5 großer Laden
mit kleiner Wohnung ſof. zu verm.
Näh. Eliſabethenſtr. 49. (20523m
Größere Räumlichkeiten
wie Stallung, 1 Autogarage,
Re=
miſen, Burſchenſtube, auch f.
Lager=
räume verwendbar, auf 1. Dezemb.
zu vermieten.
B20929ms) Rückertſtraße 8.
Auto-Garagen
zu vermiet. Dieburgerſtr. 96. (15930s
Mollerſtr. 36 großer Keller,
Stall u. Remiſe zu verm. (20783ms
Meen
Heinrichſtr. 69 möbl. Zim. m. g.
Penſ., ev. f. 2 j. Hrn. paſſ. (17876ms
Kahlertſtraße 11 ſchön möbl.
Zimmer mit oder ohne Penſion
billigſt zu vermieten. (17991ms
Bismarckstr. 26, I., möbl.
Wohn=
u. Schlafzim. zu verm. (18694ms
Hochſtr. 53, II., 1—2 gut möbl.
Zimmer zu vermiet. Einzuſehen
2—5 Uhr nachm. (B18782ms
Schloßgartenplatz 7 freundl.
möbl. Zimmer an ein beſſeres
Fräulein zu vermieten. (18924ms
Frankfurterſtr. 17, II., möbl.
Wohn= (Herrenz.) u. Schlafzimmer
zu vermieten.
(19758ms
Heinrichſtr. 108, II., gut möbl.
Zimmer in freier Lage an ſoliden
Herrn zu vermieten. (19899ms
Heidelbergerſtr. 1, am
Marien=
platz, 1. Et., fein möbl. Wohn= u.
Schlafzimmer m. Balkon,
ſepa=
ratem Eingang u. elektr. Licht
zu vermieten.
(20161ms
Landwehrſtr. 15 hübſch möbl
Zimmer zu vermieten. (20121ms
Aliceſtr. 27, 1. St., Wohn= u
Schlafzim. mit Schreibtiſch, Gas,
Kachelofen, ſof. zu verm. (20230ms
Georgenſtraße 11, II., möbl.
Zimmer (Wohn= u. Schlafzimmer)
mit Schreibtiſch, Eingang ſep., zu
vermieten. Näh. part. (20371ms
Heinrichſtr. 125, I., fein möbl.
großes Wohn= und Schlafzimmer
(20667ms
zu vermieten.
Kiesſtraße 45, 2. Stock, ſchön
möbl. Zimmer zu vm. (20677ms
Schloßgaſſe 2, „Kaffee Gick
möbl. Zimmer mit oder ohne
Penſion billig zu verm. (20855a
Mühlſtr. 17½ ein ſchön möbl.
Zimmer mit Gas und Schreibtiſch
(20922ms
zu vermieten.
Karlſtr. 28½, part., möbl. Zim.
Auf Wunſch Penſion. (20939ms
Moosbergſtr. 76 bei ruh. Fam.
2 ſchöne, gut möbl. Zim. (B20940ms
Viktoriaſtraße 59, part., eleg.
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer in
ſehr gut. Hauſe zu verm. (21081ms
Wilhelmſtr. 2, II., g. möbl
Wohn= u. Schlafzim. z. verm. Einzuſ.
nachm. zwiſch. 3 u. 5 Uhr. (B21085ms
Friedrichſtr. 11, pt., möbl. Zim.,
event. mit 2 Betten, z. vm. (21096ms
Georgenſtr. 1½, I., möbl. 3.—4
Z.=Wohng., mit o. ohne Küche, ſof.
bill., auch einz. z. verm. (*9382sm
Georgenſtr. 1½, I., gut möbl.
Zimmer auf Tage, Woche, Monate,
ſofort billig zu verm. (*9385sm
Martinſtr. 42
2 große eleg. möbl. Zimmer m.
Zen=
tralheiz. und Gasbeleucht. an einz.
Herrn ſof. od. ſpät. z. verm. Zu erfr
nachm. zwiſchen 2u. 4 Uhr. (B21235ms
Stiſtſtr. 89, 1. St., ſchön möbl.
Wohn= u. Schlafzim. mit
Schreib=
tiſch, Gas, ſep. Eing., z. vm. (20213t
Grafen
Pension Mink, ſtraße 4,
1. St., an der Rheinſtraße, beſſere
Zimmer auf jede Zeitdauer. (20844t
Viktoriaplatz 10
eleg. möbl. Wohn= u. Schlafzim., od.
Einzelzim., in gut. Hauſe, in geſund.,
freier Lage, ſof. od. ſpät. z. v. (21431
Rückertſtr. 19 ſehr gut möbl.
Zimmer, auch Wohn= u. Schlafz
per 1. Dezember zu verm. (B21314t
mod.
Neckarstr. 22, II., möbl.
Wohn=u. Schlafz. ſow. einzeln. Zim.
mit od. ohne Penſion ſof. (21348a
Wilhelminenſtr. 35, 2. Stock,
ein eleg. Zimmer, ſchöne Ausſicht
ſonnig, mit oder ohne Penſion
auch für kurze Zeit.
(21249a
Nähe Kaſernen,
Neckarſtr. 10, I., möbl. Zimmer
zu vermieten.
(*9399imc
Alexanderſtr. 5, II. I., möbl. Zim
mit Kaffee für 16 M. zu vm. (*9459im
Waldſtr. 10, II., ſchön möbl.
Zimmer per ſofort zu vm. (21398a
Aliceſtr. 6 hübſch möbl. Zimm.
mit u. ohne Penſion z. verm. (21298a
Schuchardſtraße 16, III., ein
gut möbl. Zimmer bei kinderloſen
Leuten zu vermieten. (*9350sgm
zu vermieten.
möbl. Zim,
58 ſep. Eingang.=
(19274m
ſchwimmbad, eleg. möbl. Wohn= u.
Schlafz. preiswert zu vm. (21463a Heidelbergerſtr. 4, I., eleg. möbl.
Wohn= u. Schlafzimmer mit elektr.
Licht u. Bad zu verm. (*9596mds Aliceſtr. 23, II., Penſ. a. W.,2—
g. m. Z. fr. od. Wohn= u. Schlafz. (2146 Wilhelminenſtr. 19, II., 2 un=
möbl. Z. a. Hrn. od. Dame z. v. (*9554 Schulſtr. 15, II., ſchönes gut
möbl. Zimmer zu verm. (*9457 Magdalenenſtraße 6, I., ſchön
möbl. Zimmer, ſep., ſofort. (*9546 Kiesſtr. 1, part., möbl. Zimmer
(*9555ms
u vermieten. Schuchardſtr. 4, I.r., ſchön möbl
Zim. mit ſep. Eingang z. vm. (*9550 Soderſtr. 22, part., gut möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (21434ms Karlſtr. 66 bei Braun gut
möbliertes Zimmer mit 2 Betten
zu vermieten.
(*9578ms Mathildenplatz 3, Stb., II.,
freundl. möbl. Zim. zu verm. (*9566 Moſerſtraße 3, 2. St., in ſchön.
freier Lage zwei große, gut möbl.
Zim. m. elektr. Licht z. vm. (*9584ms Schön. möbl. Zimmer zu verm.
evtl. mit Penſion, Eliſabethenſtr. 5,
2. Stock, Telephon 531. (*9587 Siuer Geb. Herr findet gemütl. Heim
als Alleinmieter. Angebote unter
11 an die Geſchäftsſtelle. (*9542
4 Schaufenſter
in dem Oktroiaufſichtshäuschen
an der Allee (Zufahrtsſtraße zum
Bahnhof) ſind ſofort anderweit
zu vermieten. Nähere Auskunft
Stadthaus, Zimmer 64. (711a
Darmſtadt, 1. Juli 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Schmitt.
Trockene
Lagerräume
für Möbel einzuſtellen
ſucht (21410mdf
J. Glückert
Bleichſtr 31.
Zu miet. od. zu kauf. geſucht
Haus mit Hintergebäude,
Torein=
fahrt, für Geſchäftszwecke geeignet
Ang. m. genauer Lage u. Preis erb.
u. G 8 an die Geſchäftsſt. (*9538md
5 Zimmerwohnung mit Zubeh.
od. kleines Einfamilienhaus
am Rande der Stadt oder in
Eber=
ſtadt zu mieten geſucht. Gefl. Ang.
mit Preisang. erbeten unt. G 15
an die Geſchäftsſtelle. (*9548md
Sonnige
4. Bim.-Wohn.
1. oder 2. Etage, mit allem
Zube=
hör, in nur ruhigem, gutem Hauſe
und ruhiger Umgebung im
Oſt=
oder Südoſtviertel, von kinderloſ.,
ilterem penſ. Staatsbeamten zum
1. April 1915 od. ſpät. zu mieten
geſ. Gefl. Angeb. b. ſpez. Angabe d.
Zubeh. ꝛc. u. des Mietpreiſes werd.
unter F 84 an die Geſchäftsſtelle
ds. Blattes erbeten. (*9458ms
5 Zimmerwohn. Mitte der
4 Stadt, Veranda u. Badezim.
erw., zum Preiſe bis 500 Mk. per
1. April 1915 zu miet. geſ. Ang. u
E 67 an die Geſchäftsſt. (*9086msm
Göh. Beamtenwitwe mit 2 erwachſ.
Kindern ſucht z. 1. April hübſche
4 Zimmerwohn. z. Preiſe von ungef.
400 M. Genaue Angab. unt. G 20
an die Geſchäftsſt. (*9595ms
Wo und zu welch. Preis kann
man Möbel (4 Zim.) f. läng.
Zeit unterſtellen? Angeb. unter
i 10 an die Geſchäftsſt. (*9535
elt. beſſ. Frau ſ. gr. 2 Z.=W. nahe
d. Marktes z. Pr. v. 15—18 M. Ang.
u. 6 19 an die Geſchäftsſt. (*9594
Sller
Wer leiht einem jung. Man=
1500 M. z. Vollendung d. Studiums
gegen gute Sicherheit. Angebote u.
F92 a. d. Geſchäftsſt. (*9483imdf
2
gute Ziegen billig zu verkauf.
*9503im) Landwehrſtr. 64.
Sette Ziege zu verkauf. Kies=
(VIII,21466
ſtraße 35.
von Lumpen, Alt=
Ankauf eiſen, Metallenꝛc.
zu höchſten Preiſen. (21135a
Still, Dieburgergerſtr. 13.
Gold,Silb., Platin, Brilanten
kauft (21193a
Juwelengeschäft Kurtz
Telephon 1242. Pädagogstr. 2.
Wenig gebrauchtes, leichtes Einſp.
Coupé
ſucht (21365im
von Heydwolff
Germershauſen b. Marburg
Reizendes junges Kätzchen
ſtubenrein, in g. Hände zu verſchenk
*9562) Baumbach, Rheinſtr. 12½.
100—150 Flammers=Seife=
Zu=
gabezettel zu kauf. geſ. Angebote
m. Pr. u. G 5 Geſchäftsſt. (*9515imd
ebr. Badeofen zu kaufen geſ.
Angebote unter F 79 an die
Geſchäftsſtelle ds. Bl. (*9449am
gut erh. Paletot od. Ulſter und
Anzug zu kaufen geſ. Ang. u.
G 9 an die Geſchäftsſt. (*9537
getrag. Herren=
Kaufe u. Damenkleider,
Wäſche, Stiefel, Gold, Silber,
Ge=
biſſe, Möbel, Uniformen, Waffen.
Da mein Mann im Krieg iſt, bitte
mich zu berückſichtigen. (21425a
Frau Levi, Kl. Ochſengaſſe 4
ebr. Iltispelz zu kaufen geſ. Ang.
u. G 17 a. d. Geſchäftsſt. (*9580
Mister od. Ueberzicher, nur gut, für
große Figur zu k. geſ. Angeb.
u. E 24 an die Geſchäftsſt. (*9604
Pferdeſtall u. Feſtung (
Spiel=
zeug) zu kaufen geſucht. Angeb.
u. G 22 a. d. Geſchäftsſt. (*9588
Men
Maturum
Einj.-Freiw.-Prüfung
Nachhilfe. Wittmannſtr. 30. (B18144
Sprachlehrerinnen-
Examen.
Zwecks Vorbereitung auf obiges
Examen werd noch 2 od. 3 Damen
geſucht. Angeb. unter F 32 an
die Geſchäftsſtelle. (*9254fom
Verloren
B21390
goldener Herren=Siegelring
mit dunkelrotem Stein (Andenken).
Gegen gute Belohnung abzugeben
Karlſtraße 117, Friſeurgeſchäft
2 schwarze Straussfedern
Samstag verloren. Geg. Belohn
abzugeben Schulſtr. 10, I. (*9564
Eine ſchwarze Straußfeder
wurde Montag abend auf d. Wege
zur Lichtenbergſtr. verloren. Da
dieſelbe erſetzt werden muß, bitte
man, dieſelbe gegen gute Belohn.
Lichtenbergſtr. 23, 1. St. links,
ab=
geben zu wollen.
(*9545
äh
Buro-Utensinlen.
Wegen Auflöſung des Geſchäfts
ſind verſchiedene Büro=Utenſilien
bill. zu vk.: 1 Adler=Schreibmaſch.,
faſt neu, 1 Drehſtuhl, 1 Aktenregal,
1 Holztafel, Papierkorb, 1 ſchmiede
eiſerne Kopierpreſſe, 1 zweiarmige
Gaslampe, 1 Tiſch, 1 neuer Hefter,
1 verſtellb. Zeichentiſch, Reißbretter
Reißſchienen, Winkel, Tintenfäſſer,
Kaſſenſchrank in Eiſenbeton und
anderes mehr.
(*9423gm
Einzuſehen von 11—12 Uhr vorm.
Mühlſtraße 26, Seitenbau.
Lenerucht
Weiblich
Jüngeres Fräulein
das ein halbes Jahr die
Handels=
ſchule beſucht hat, ſucht Stelle als
Kontoristin zum Weiterausbild. Ang.
u. G. 23 a. d. Geſchäftsſt. d. Bl. (*9598
Schneiderin empfiehlt ſich in u.
außer dem Hauſe. Näh.
Stift=
ſtraße 51, 1. St. (21496a
Stenotypistin, durchaus
ge=
wandt, ſucht während des Kriegs
Beſchäftigung, auch halbe Tage
oder ſtundenweiſe. Angeb. unter
F41 a, d. Geſchäftsſtelle. (*9297sm
Mädchen ſ. tagsüb. Beſchäftigung.
Näh. Geſchäftsſtelle. (21324gim
Köchinnen, Hausmädch.,
Kinder=
mädchen, Alleinmädch., alle m. gut.
Zeugn., ſuchen Stellen. Frau Minna
Dingeldein, gewerbsm. Stellenverm.
Elisabethenstr. 5, Tel. 531. (*9586
Tüchtiges Geschäfts-Fräulein
mit der Buchhaltung vertraut, ſucht
paſſende Stellung auf Büro oder
Geſchäft. Angeb. u. G. 14 a. d
Geſchäftsſtelle.
(*9549md
halbe Tage waſch. u. putz. Frau
Raſcher, Grafenſtr. 22. (*9496im Junges Mädchen ſ. nachmittags
Beſchäft. Schützenſtr. 8., Hth. (*9561 Unabhäng., älteres Mädcher
ſucht Arbeit für den ganzen Tag
(*9565
Langgaſſe 8. Jg. Mädchen ſ. Stelle ſof. oden
ſpäter Karlſtr. 58, Hth., p. (*9576 Kath. Mädchenſchutz=Verein
Karlſtraße 73
(täglich von 3—5 Uhr).
Stellen ſuchen: Mehrere Allein=
Haus= u. Kindermädchen, Köch.,
(*9579
Stütze, Pflegerinnen. Männlich
u. Maſchiniſt,
Geprüfter Heizer militärfrei,
gelernter Schloſſer, vertraut mit
Akkum.=Licht und allen Reparat.,
ſucht bald Stellung. Angeb. unt.
F 94 an die Geſchäftsſt. (21388a Handwerksmeiſter ſ. St. ( Ver=
trauenspoſten), Kaut vorh. Angeb.
u. G 13 a. d. Geſchäftsſt. (*9540ms Chauffeur
durchaus ſolid n. zuverläſſig, ſucht
per ſofort Stellung. Angeb. unt.
F 99 an die Geſchäftsſtelle. (*9559 e Stellen Weiblich Tücht. Maſchinenſtrickerinnen
und=Stricker per ſofort geſucht.
Ad. Horn.
(21426a oder Lauf=
Reinl. Lauffrau mädchen geſ.
Inſelſtraße 42, part.
(*9582 Näherin für Heimarbeit
geſucht. Adam Horn. (21416 gegen ſofort.
Lehrmädchen Vergütung
geſucht A. Anton, Magazin für
Haus u. Küche, Glas u. Porzellan,
(*9569md
Eliſabethenſtraße 1. Geſucht
ordentl. jüng. Mädchen vom
Lande in einf. bürgerl. Haushalt
zu ſofort oder ſpäter.
Näh. Geſchäftsſt. (21351gim Servierfräulein gesucht.
Schloßgaſſe 14. (*9590 Unabhängige nicht zu junge
die es verſteht, mit Per=
Frau, ſonal umzugehen und für
einen bürgerlichen Haushalt kochen
kann und ſparſam und umſichtig z.
wirtſchaften verſteht, geſucht. Ang.
u. G. 16 a. d. Geſchäftsſt. d. Bl. (*955 Junges, anständ. Mädchen
für einige Stunden tägl. z. Ausf.
eines Kindes geſucht.
(*9550
Vorzuſtellen Schlossgartenstr. 73. Suche für 1. Dez. ein reinliches
Mädchen
welches einfach bürgerlich kochen
kann, bei gutem Lohn. Vorzuſtellen
zwiſchen 4—6 Uhr. (21464a
Café Ernst Ludwig
Rheinſtraße 12. Jung. ſaub. Laufmädchen vor=
mittags geſ. Rückertſtr. 13. (*9531 Eine Frau oder Mädchen
die im Häkeln tüchtig iſt, per ſof.
geſucht Adam Horn. (21429
Spülfrau geſucht. Näh. in der
Geſchäftsſtelle.
(21402
Kräft. Dienſtmädchen
vom Lande in beſſeres Haus nach
Pfungſtadt geſucht. Näheres in
der Geſchäftsſtelle ds. Bl. (21442md
Braves, junges Mädchen
oder alleinſtehende junge Frau
findet während der Kriegszeit
un=
entgeltliche Unterkunft bei Frau
mit einem Kinde auſ dem Lande.
Briefliche Mitteilung unter G 18
an die Geſchäftsſtelle d. Bl. (*9577
Männlich
Litör= und Eiſigfabrir
ſucht jüngeren Mann für Kontor
und kleinere Reiſen. Angeb.
m. Gehaltsanſprüchen u. F 76 an
die Geſchäftsſtelle erbeten. (21290gim
Vertret. f. Darmſt. u. Umg. f.
Nah=
rungsm. i. Feldpoſtp. H. Verd. (*9558
Lengemann, Frank furt a. M., Eppsteinerstr. 6.
Korsettbranche!
Ein Geſchäft ſucht für ſeine
Kor=
ſetten=Abteilung tücht. Kraft.
Mit=
teilung über bisherige Tätigkeit,
Leiſtungen u. Gehaltsanſpr. erw.
u. F 65 a. d. Geſchäftsſt. (9366sm
Elentronlonteure
geſucht
(B21405
Jakob Nohl, Martinſtraße 24.
Flotter
Negatin- u. Positir-
Retoucheur
event. auch Dame, per ſof. geſucht.
Geschw. Ktrauss
Photographisches Atelier
Wilhelminenſtr. 9. (*9570
Junger, tüchtiger
Friſeurge=
hilfe ſofort geſucht.
Pallaswieſen=
ſtraße 38, parterre.
(*9523
Bauspengler
ſofort geſucht. Zu melden
Neu=
bau Deutſche Bank. (*9543md
Aeltere Leute
werden noch als
(21439
Schaffner
angenommen. Geſuche ſind zu
richten an die unterzeichnete Stelle.
Heſſ. Eiſenbahn=Aktien=Geſellſch.
Dangbtener
geſucht. (21448m
S. Wronker & Co. Nachf.
Arbeiter
welch. geübt i. Packen iſt, bei gut.
Lohn ſofort geſucht. Fritz Hufeld,
Samen=Großhandlung. (21367imd
Jüng. ſaub. Hausburſche
w. z. H. ſchlafen k., f. Kantine geſ.
Näh. Geſchäftsſt. (*9599
Ein junger, ſauberer Mann,
nicht über 20 Jahren (Radfahrer),
für vormittags geſucht
Hügel=
ſtraße 29, im Laden. (*9593md
Junger Hausburſche (
Rad=
fahrer) ſofort geſucht.
Hofmetzger Schneider,
*9597)
Holzſtraße.
Tüchtige
und
Lehrling
mit guter Schulbildung gegen
ſo=
fortige Vergütung geſucht.
Ge=
brüder Katzenſtein, Kaffee=
Im=
port, Waldſtraße 22.
(21078a
reher
Revolver=Dreher
eſucht.
g
Hoher Tohn.
56 Stunden Arbeitszeit.
Frankfurter Maſchinenbau A.-G.
vorm. Pokorny & Wittekind (II,21234
Frankfurt am Main.
Nummer 318.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Seite 13
Der ſilberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
27)
Da wurde es dem ſilbernen Adolf warm unter der
Weſte!
Sie ſaßen in einer Ecke des Speiſeſaales luſtig
plau=
dernd beieinander. Sekt perlte in den Gläſern, die
Haus=
kapelle ſpielte. Ein raffiniertes Diner hat Ellen
Wom=
men zuſammengeſtellt, und als ſie bei der Zigarette und
der Taſſe Mokka angelangt waren, machte Ellen Wommen
ein ganz ſpitzbübiſches Geſicht.
Wie kommen Sie ſich eigentlich vor — ſilberner Adolf?
Da wurde er übermütig.
Ungefähr ſo, wie der liebe Gott in Frankreich!
Kell=
ner, ’ne Anſichtskarte, ich möchte an meine Braut ſchreiben!
Sie drohte mit dem Finger.
Wiſſen Sie, was mir aufgefallen iſt? Daß Sie gar
nicht von Ihrem „Rotfuchs” geredet haben!
Er hat mich geärgert! Ich bleib’ nichts ſchuldig, i Gott
bewahre! Sie ſchreiben doch mit?
Nur jetzt Vorſicht, predigte ſich Ellen Wommen.
Wenn Sie es wünſchen — herzlich gern!
Sie hob das Sektglas! Da verbeugte er ſich und
ſchüttete das prickelnde Naß mit einem Schluck hinunter.
Die Anſichtskarte lag vor ihm, den Bleiſtift drehte er
in der Hand hin und her. Wie zog er nun ſeinem
Rot=
fuchs am beſten die Naſe lang? Ja, wie tut man das?
Weun man ſehr wenig ſchreibt, die Taſachen für ſch
ſprechen läßt. Boßig würde ſich Karla ärgern — boßig!
Order parieren ſollte ſie lernen! Teufel auch! Ihn ärgern,
das ſollte ſie lieber bleiben laſſen! Da ſchrieb er:
Von einem Schlemmereſſen ſenden herzliche Grüße
Adolf Ruſten.
Und dann ſchob er Ellen Wommen die Karte hin und
den Bleiſtift. Adolf Ruſten hatte er unterſchrieben? Sollte
ſie ein paar freundliche Worte hinzufügen? Sie überlegte.
Da wurde er ungeduldig. Bloß Ihren Namen, bitte
gnä=
diges Fräulein. Sie ſoll große Augen machen! Ich hab'
wirklich meine Gründe!
Da tat ſie, als ob ſie den Scherz wirklich für
ausge=
zeichnet halte und ſchrieb mit großen, eckigen Buchſtaben
unter ſeinem Namen
„Ellen Wommen”.
Während er die Adreſſe ſchrieb, ſog ſie den Rauch ihrer
Zigarette tief ein! Das Ende von Karla Plunks
Verlöb=
nis! Nicht die Spur des Bedauerns regte ſich in ihr. Wer
nicht im Leben um ſich ſchlug war ein Narr! Kampf war
Leben! Je erbitterter, um ſo ſchöner der Sieg!
Kellner, gleich in den Briefkaſten werfen, ſagte Adolf
Ruſten, dann rieb er ſich die Hände. Wiſſen Sie,
gnä=
diges Fräulein, ich bin abſolut nicht hartherzig, aber
was ſein muß, muß ſein!
Da zog Ellen Wommen die Augenbrauen hoch und
zerſtampfte den Reſt der Zigarette in der Aſchenſchale.
der von Ruſtenl Herſchen gerade Mißhſimmungen
zwiſchen Ihrer Braut und Ihnen, bitte, verſchonen Sie
mich mit ihnen, ſie gehen mich doch gar nichts an.
Da bekam er einen roten Kopf. Sie nickte ihm
freund=
lich zu. Nur den großen, lieben Jungen in guter Laune
halten.
Kellner! Die Likörbatterie! Aber nur ein Glas! Und
das nicht für mich!
Der ſilberne Adolf mußte lachen! Ein Mordsmädel
war doch Ellen Wommen! Großzügig hielt ſie das
Ge=
ſpräch in der Hand — und wenn es drohte, zu entgleiſen,
pfefferte ſie einen Satz hin — mit humoriſtiſchen Lichtern
drauf. Und dann ſetzte ſie die Karre wieder in Trab. Und
wenn er den kleinen Finger ausſtreckte. Weg mit den
Ge=
danken! Um Gottes willen jetzt keine Vergleiche, mit
Ellen Wommen konnte ſein Rotfuchs ja doch nicht
galop=
pieren! Die ſaß dickköpfig bei Häpel und las Onkelchen
vor — und kam nicht vom Fleck! Und er ſaß im „Danziger
Hof”, iner Hamburger Millioneuſe gegenüber, die
Reiter=
blut für drei in den Adern hatte und leckte ſich die Lippen!
Woll ja! Da trank er ſeinen Henneſſy, Drei Sterne! So,
das war ein guter Verdauungsſchluck. Wohlig wurde
ihm zumute, er ſah Ellen Wommen an — und erſchrak.
Finſter ſtarrte ſie vor ſich hin, ſpielte mit den
Diamant=
ringen an ihrer Hand.
Sie fühlte ſeinen Blick, ſah nicht auf, ſagte lagſam
— nachdenklich:
entspricht mit einem
nach dem speziellen
Verfahrender Herren Prof.v. Liebig u. v. Fehling sicheren Nährwertvon
300 Calorien in 100 Gramm allen Anforderungen, welche an ein reelles
Nähr- und Kräftigungsmittel
von Seiten der ersten medizinischen Klinikern gestellt werden, die seine
ausschliess-
liche Anwendung in allen Kinderfürsorgestellen des In- und Auslandes empfehlen.
Concurrenz-Producte, auch dünnflüssige, mit geringerem Nährwert sind zu verwerfen.
In HEOTHEKEM und DROGEKlEM Stets „I. GEI. UNDSt verlangen
Dauerwäsche
kalt abwaschbar bestes Fabrikat genau wie Leinen.
Krawatten - Hosenträger — Handschuhe.
Wollene Socken, Kniewärmer, Stauchen, Kopfschützer.
Strickarbeiten jeder Art auf Bestellung schnell u. billigst. (21420a
DARMSTADT
Math. Becher, Kirchstraße 17.
Die
jetzige
Petroleumnot hat die
Frage nach guter Beleuchtung
dring-
lich gestaltet. Ich rate Ihnen zur elektr.
Beleuchtung überzugehen, wobei Sie noch den
Vorteil haben, dass diese ein besseres Licht
bei grosser Wirtschaftlichkeit gibt.
Die neuesten Halbwatt-Lampen sparen
gegen-
über den bekannten Drahtlampen noch 50%. Die
100kerzige Halbwattlampe braucht pro Brennstunde
für 2¼ Pfg. Strom.
(21413mfs
Alle Lampen stets vorrätig.
L. Lange, Elektr. Institut
Tel. 399 Hoflieferant Tel. 399
Schulstr. 6
Liebesgaben im Abonnement.
Senden Sie uns die genaue Adreſſe Ihrer Angehörigen im
Felde, und wir ſenden gewiſſenhaft in Ihrem Namen in gewünſchten
Tagesabſtänden:
10 Mal 5 Stück
incl. Verpackung
Mr. (5.
gute
Hamburger
Zigarren.
(E,21233
5 Mal 5 Stück
incl. Verpackung
Mr. 2.75
Einzahlg. Poſtſcheck=Kto. Nr. 9215, Hamburg, Jankelowitsch & Co
Eisenacher Geldlotterie
iehung am 19. u. 21. Dezember er., pro Los Mk. 1.−
Giessener Gewerbe-Lotterie
3
Ziehung am 21. Dezember cr., pro Los Mk. 1.
(21256a
mpfiehlt und versendet
Philipp J. Schmidt, Königl. Lotterie-Einnehmer
Telephon 127.
Darmstadt
heinstrasse Nr. 32
„Gritzner‟
Nähmaschinen
Größte Fabrik
des europäischen Kontinents.
Größte Auswahl
billigste Preise
und bequeme Zahlung.
Müller & Ober
Karlstrasse 30.
Gut erhaltene ¾ Geige
für Anfäng. billigſt abzug. (21340a
Frankfurterſtr. 64, 3. Stock.
Gut erhaltener Kinderwagen
billig zu verkaufen
(*9539
Rheinſtr. 47, 2. St., bei Schmidt.
Warme u. waſſerdichte
Militärkleidung
Wind- und Regenjacken
beſter Schutz vor Erkältung
Mk. 7.75, 9.75, 12.50, 17.00,
Westen mit Hermel und
Woll- oder Lodenfutter
Mk. 10.90, 11.00, 23.50,
Lodenwesten mit Kermel
Mk. 12.00
Kamelhaar-Jacken
die geſündeſte Unterkleidung
Mk. 26.50 (21309a
Leder-Jacken
mit und ohne Bezug
Mk. 29.60, 33.59, 45.00, 50.00,
Hühners
Jagd=und Sportgeſchäft
11 Ernſt=Ludwigſtraße 11
Ladwig Miter
Darmstadt-. Feil-Abteilung
Durch rechtzeitigen schon im Anfang des
Jahres getätigten Abschluß bin ich auch
:: :: in diesem Jahr in der Lage :: ::
Echt chinesische Ziegenfelle,
echte Angorafelle u. Fellieppiche
zu Lanz besonders vorteilhaften Preisen
zum Verkauf zu bringen. Es empfiehlt
sich, den Bedarf schon jetzt zu decken, da
weitere Ankäufe infolge Fehlens jeglicher
Zufuhr ausgeschlossen sind und die wenig
noch vorhandene Ware infolge des hohen
:: Preises nicht mehr zu bezahlen ist ::
Echt chinesische Ziegenfelle
extra stark gefüttert, naturweiß, grau und farbig
Mk. 6.90, 8.—, 9.50, 12.75, 15.−
Echte Angora-Felle
ausgesucht schöne Exemplare, weiß, grau, gold u. schwarz
Mk. 8.50, 10.75, 12.50, 17.50, 22.
Echte Fell-Teppiche
extra stark gefüttert, echt Serval, Guanaco, Dingo, Wolf
Mk. 5.25, 8.50, 12.25, 16.—, 19.25, 24.-
Fell-Fußtaschen
mit extra schwerer Fell-Einlage gefüttert
Mk. 4.75, 6.50, 8.50, 10.75, 13.−
Bitte um Besichtigung meiner Fell-Ausstellung
(21452
im Erker Zimmerstraße.
Auch auf obengenannte Preise
ge-
währe bei sofortiger Kassezahlung 8% Rabatt
Pelzwaren
Grosses Lager in farbigen und schwarzen Pelzwaren
in einfachster und feinster Ausführung. (21295a
Pelzhüte in reicher Auswahl — zu billigsten Preisen.
Neuanfertigungen, Reparaturen u. Umänderungen.
Hof-
Gotteb Lol 2 Kürschnermeister
Telephon 2147
Eschollbrückerstrasse 3
Haltestelle der Elektrischen, Ecke Heinrich- u. Heidelbergerstrasse.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Nummer 318.
Wenn ich morgen noch hier bleibe, da möchte ich.
Ihrer Frau Mutter in Langfuhr doch meinen Beſuch
machen!
Er ſtreckte das Kinn vor. Das hätte ihm gerade
gepaßt.
Meine Mutter weiß gar nicht, daß ich hier bin! Ich
wohn direkt am Bahnhof in einem Hotel! Sie iſt nämlich
ne ziemlich unmoderne Frau, wie all die alten Damen in
dieſer Ecke! Die würden es ſo ziemlich alle zuſammen
nicht begreifen, daß Sie auf der Reiſe von Hamburg nach
Königsberg in Danzig Station machen und — jetzt ſollte
ßie auch einen Naſenſtüber weghaben — mit einem
abge=
wieſenen Freier, der nun verlobt iſt, allein dinieren —
und ins Theater gehen! So etwas gilt hier für shocking,
meine Allergnädigſte!
Sie blieb ernſt. Tat, als wär’ der Naſenſtüber gar
keiner, als berühre ſie nicht, was die Menſchen hier denken
könnten und ſagte ruhig:
Ich wollte nicht unhöflich ſein, Herr von Ruſten! Aber
ganz wie Sie es für gut halten!
Da verbeugte er ſich und machte ſie darauf
aufmerk=
ſam, daß es Zeit ſei, ins Theater zu gehen. Die Walküre
wurde gegeben.
20. Kapitel.
Frau von Leubenfingen=Hohenſtädt, die tonangebend
in der weſtpreußiſchen Geſellſchaft war, ſie hatte ihre
Jugend in verſchiedenen Hauptſtädten Europas verbracht,
ihr Vater war bald da, bald dort als Botſchaftsrat
ge=
weſen, führte immer wieder das Glas an die Augen und
ſagte dann zu der Gattin des Erblandmarſchalls Graf
Kwelerath, die neben ihr ſaß:
Beſte Gräfin, wer iſt eigentlich die junge Dame da
drüben in der Loge, neben dem blonden, großen Herrn in
den ſchlechſthenden Gehrods Wenn dieſes fraiefarbene
Kleid mit den wundervollen Spitzen nicht von Paquin=
Paris ſtammt, will ich aber auch gar nichts von Toiletten
verſtehen!
Die rundliche Gräfin Kwelerath drückte ihr Unterkinn
an den breiten Hals, zuckte die vollen Schultern:
Keine Ahnung!
Und der blonde Herr?
Den kenn’ ich auch nicht! . .
Der ſilberne Adolf aber ſchmunzelte über ſein ganzes,
geſundes Geſicht. Ihm gabs einen Heidenſpaß, neben
Ellen Wommen hier auf dem Präſentierteller zu
ſitzen, die Operngläſer wurden auf die Loge von allen
Seiten gerichtet. Die Hanſeatin aber tat, als berühre ſie
das gar nicht. Sie plauderte mit Adolf Ruſten harmlos
über Wagner und die Walküre. Er aber warf ſelten
ein=
mal ein Wort dazwiſchen, brachte das Wenige, was er
von Wagner wußte, nicht ungeſchickt an und freute ſich
diebiſch, daß er Grüningen, den luſtigen Hans, einen
gu=
ten Freund von den Leibhuſaren, in einer Loge dicht
neben der ſeinen entdeckt hatte, der ihn verſtohlen
an=
zwinkerte und die Lippen ſpitzte.
Der luſtige Hans, ein kleines, mordshäßliches
Kerl=
chen mit abſtehenden Ohren, einer Kolbennaſe, breitem
Mund und hohen Schultern, galt in der Armee als einer
der beſten Reiter, tollſten Frauenjäger und tüchtigſten
Trinker. Und als Witzbold erſter Klaſſe! Und wenn er
dienſtlich nicht ſo tüchtig geweſen wäre, hätte er den
At=
tila wahrſcheinlich nicht mehr getragen. Wenn er einmal
in eine heikle Lage kam — und das war keine Seltenheit
— verſtand er den Schaden immer wieder mit vielem
diplomatiſchen Geſchick, unter Zuhilfenahme ſeines
ſchnoddrigen Mundwerkes, einzurenken. Und dieſes di=
plomatiſche Geſchic bewies er auf der Stele. Er ging
nicht in die Loge und ließ ſich vom ſilbernen Adolf deſſen
Begleiterin vorſtellen, ſondern ſagte erſt einmal Frau von
von Leubenfingen=Hohenſtädt guten Abend. Die bekam
ja das Operglas nicht von ihrer Adlernaſe herunter.
Sie fragte ihn auch gleich, ob er die junge Dame
kenne.
Der luſtige Hans zog ſeine hohen Schultern noch
höher, bedauerte ſehr. Aber ihr Begleiter ſei ein Herr
von Ruſten, bekannt unter dem Namen der ſilberne Adolf,
ſicher habe ſie ſchon von ihm gehört, Kamelreiterkorps!
Vernichtung der Simon=Kopperleute! Und vor kurzem
ſei er abgegangen. Warum eigentlich, wiſſe man nicht
genau. Es wurde allerdings von einer Verlobung
ge=
munkelt — vielleicht ſei die Dame gar ſeine junge Frau!
Und da die Pauſe noch mindeſtens fünf Minuten dauerte,
könne er ſich ja gleich mal an der Quelle erkundigen,
wenn der gnädigen Frau ungeheuer viel daran liege.
Ja, wirklich, ſehr viel, Herr von Grüningen, beteuerte
Frau von Leubenfingen.
Da machte er ſeinen Kratzfuß und ſchob ſich
bedäch=
tig durch die Menſchen im Foyer nach Ruſtens Loge.
Da=
bei hob er die Knie ſo hoch, als müſſe er auf Schritt und
Tritt über Quaderſteine ſteigen. Das war eine
Eigen=
ſchaft von ihm, die ihm ſchon bei manchem Abenteuer zum
Verräter geworden war, denn ſo wie er lief in Danzig
und weiteſter Umgebung kein Menſch herum.
Die Loge wurde geöffnet, Adolf Ruſten ſtellte vor:
Leutnant von Grüningen, genannt der luſtige Hans
— Fräulein Wommen!
Sie lachte, ſchüttelte ihm die Hand.
(Fortſetzung folgt.)
Die neueſte Nummer der
1e
Gehyerrestorettt
Monattich 20rfennig
(einzelne Nummer 5 Pfennig)
erſcheint Dienstag. Beſtellungen nehmen unſere Geſchäftsſtelle, unſere Trägerinnen, ſowie unſere Agenturen
und ſämtliche Poſtanſtalten entgegen, die letzteren unter der Bezeichnung Darmſtädter Tagblatt Ausgabe B.
die neueſte Nummer enthält unter anderem wiederum eine Reihe
hochinter=
eſſanter, aktueller Bilder vom weſtlichen und öſtlichen Kriegsſchauplatz:
Die polniſche Legion.
Große Wäſche an einem Ruhetag.
Eine Anzahl Bilder vom weſtlichen
Die Türkei ſchlägt los!
und öſtlichen Kriegsſchauplatz.
(Eine Reihe intereſſanter Bilder aus der Türkei).
21055a
Kriegsaufzeichnungen,
Tagebücher ꝛc. werden nach
Stenogr. aufgenommen u.
übertragen. Näh. Schützen=
(20363a
ſtraße 5, I.
Einrichtung praktiſcher
Geſchäftsbücher, ſow. zur
Beſorgung der
Monats=
u. Jahres=Bilanzen.
Ver=
ſchwiegenheit zugeſichert.
Nikolaus Bauer
Arheilgen.
Achtung! Umzüge!
werden von 5 Mk. an
übernom=
men. L. Hausner’s
Möbeltrans-
portgeschäft, Rundeturmſtr. 1. (*9581
Suhren jeglicher ürt, ſ= u. Zpäln.,
auch nach außerhalb, ſowie
An=
u. Abfuhr von Gütern, übernimmt
unter billigſter Berechnung. (B20520
Chr. Achteistädter & Co.
on 895.
Darmſtadt.
werden
Dachdeckerarbeiten prompt u.
(20143a
billig ausgeführt.
L. Chriſten, Riegerplatz 8.
iaſtien . aſiaig
in ſauberſter Arbeit fertigt auch
(*9526msm
für Private
Wäschefabrikation Josef Krämer
Kranichſteinerſtr. 46, 1. S
zum Waſchen u. Bleichen
Wäſche” wird angenommen,
große Stücke 10 Pfg., kleine St. 4 Pfg.
17082a) J. Plößer I.. Malchen.
e u. Stolas werden
Kl. Muſſt zu großen und
Baretts um gearbeitet. (21194a
Putzſalon, Mauerſtr. 20.
SCrauerkleider
werden geſchmackvoll ausgeführt.
Gertrnde Reinheimer
Schneidermeiſterin, Karlſtr. 11, 3. St.
empfiehlt ſich in
Schneiderin und außer dem
Hauſe. Näh. Stiftſtr. 51, I. (*8297dmm
Jüte u. Müffe werd. umgearbeit.
Neue Niederſtr. 15, 3. St., und
Lauteſchlägerſtr. 6, part. (*9567
Eine tüchtige Friſeuſe
nimmt noch einige Kunden an.
Näh. Nieder=Ramſtädterſtr. 16,
(21044a
Friſeurladen.
Draut wird eingeſchn. (22a
Frau Fink, Kiesſtr. 12, Htb.
Kraut wird eingeſchnitten v. Frau
R Bender, Mathildenpl. 2. (*2023igm
beſt. Mblmſt
2 od. 3 Kinder finden liebev.
Pflege u. Erziehung. Gefl. Angeb.
u. E 78 a. d. Geſchäftsſt. (*9088mgm
in nur liebe=
Tunge, 7 Monat a
volle Pflege zu geben. Ang. u.
G 12 an die Geſchäftsſt (*9544
Ang.
Ein Erbbegrd
geſ. unter
E 80 an die Geſchäftsſt. (21076a
Hünſtl. Zähne von 1.50 Mk. an,
Plomben u. Repar. gut und
billig. Joseph’s Zahn=Atelier,
(21206a
Soderſtraße 7.
Liieh Goio,
Silber, Platin,
ſowie künſtl. Zahngeb.
werden zu höchſten Preiſen
an=
gekauft.
Zu ſprechen nur heute von 12
bis 6 Uhr nachmittags (*9585
Gutenbergſtr. 29, 1. St.
gebr Ladenheke zu kauf.geſucht.
Länge zirka 2.36m.
Angebote unter E 30 an die
Geſchäftsſtelle.
(21020a
Senlau
Zu verkaufen:
2 eiſ. Bettſtellen, 2 Küchen
ſchränke und Anrichte, 1 Sopha,
1 Kleiderſchrank, 1 Tiſch, 6
Stühle, 1 Ablaufbrett, 1
Gar=
derobeſtänder, 1 Nachttiſch, 6
ſtein. Einmachtöpfe, 1 Gasherd
*9575) Luiſenplatz 1, III.
Gederhofe, faſt neu, f. Chauffeur
geeignet, zu verk. (*9572ms
Kiesſtraße 133, part.
Ein Kinderklappſtuhl billig zu
Everkaufen Hochſtr. 12, III. (*9574
(*9589
Zwiebeln
mdk
Großverkauf und Verſand
Georg Crößmann
Grafenſtraße 16. Tel. 2154.
Projektionsapparat
mit ſämtlichen Zutaten, für größere
Vorfürrungen in Sälen (auch
Sauerſtofflampe dabei), faſt neu,
gek. über 150 Mk., für die Hälfte.
Wagner’s Gelegenheitsgeſchäft
Karlſtraße 41. (*9603
Weg. Geſchäftsaufgabe
verkaufe verſch. Schreibmaſchinen
(Underwood),
Schreibmaſchinentiſche,
1 Schreibtiſch (eichen),
1 Theke mit Glasabſchluß,
Regal, 1 Graphotyp, Typen=
Flachdruck=Apparat mit allem
Zubehör,
(*9560
Vervielfältigungsavparate ꝛc.
Anzuſ. von 2—5 Uhr nachm.
Heinrich Geil, Alexanderſtr. 9, I.
Für Militär!
Wer würde die Güte haben und
für den Winter 12—15
Fenſter=
mäntel abgeben für einen Saal,
in dem 100 Mann Militär zum
Schlafen untergebracht ſind. Näh.
in der Geſchäftsſtelle. (B21428
Eine ungebrauchte, moderne
Gaslampe
anſtatt 42 Mk. für 24 Mark zu
verkaufen. Zu erfragen bei der
Geſchäftsſtelle ds. Bl. (21424a
Cäuler=Maſchine, gut gehend, a.
für Sattler paſſend, billig zu
verkaufen. Kahlertſtr. 32. (*9563ms
zausfrauent Gr. Sendg randra,
Flaschenbirn. u. Kochäpfel ſehr bill.
*9591) Arnold, Mollerſtr. 36.
Als Weihnachtsgeschenk (*9601md
prächtiges Vertiko u.
Nähmaſchine
billigſt abzug. Roßdörferſtr. 87, p.
ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
bendtisch
Fl isch u. veget. Kost v.
50 Pf. bis 70 Pf. im Abonn.
Auste auf des berähmten
:: Wormser Weinmostes::
Kein Trnierwang. 1
Rauchfreie Räume.
— Damenzimmer.
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4 1 Stock.
Gemeri
wachſ., treuer deutſcher
Schäfer=
hund iſt zu verkaufen (*9568a
Eckhardtſtr. 5, Hinterh., 2. St. L.
Grosse Auswahl!
in (20803a
Kauarienvögeln.
Empfehle meine her.
vorragenden Sänger=
Preis je nach Geſangsleiſtung.
Von Mk. 6, 8, 10, 12, 15, 20 u. höh.
Reelle Bedienung wie bekannt.
Ernst Göbel, Schulſtraße 11.
Nummer 318.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Seite 15.
verleiht ein rosiges, jugendfrisches
Antlitz und ein reiner, zarter Teint,
5 Alles dies erzeugt die allein echte
8
Sfeckenpferd-Seife (5
: die beste Lilienmilchseife
von Bergmann & Co, in Radebeul.
Stck. 50 Pfg.:: Uberall zu haben.
Vom Brot.
2 Die Frage der Beſchaffung eines Erſatzes für unſer
gebräuchlichſtes Brotgetreide für den Fall, daß Weizen und
Roggen bei langer Kriegsdauer knapp werden ſollten,
rührt dazu, uns mit dem „täglichen Brot” in ſeinem
wörtlichen Sinne von ſeiner kulturgeſchichtlichen
Seite etwas näher zu beſchäftigen. Der Städter, der
gewohnt iſt, morgens ſeine friſchen Semmeln auf dem
Frühſtückstiſche vorzufinden, kann ſich ſchwer an den
Ge=
wanken gewöhnen, bald vielleicht auf Weizenbrot verzichten
zu ſollen, weil es wünſchenswert iſt, den Vorrat an
Wei=
zenmehl für Küchenzwecke zu erhalten, und doch iſt das
aus Weizen gebackene Brot erſt ſeit dem 18. Jahrhundert
pei uns eingebürgert. Früher kannte man in Deutſchland
aſt nur Roggenbrot; das iſt umſo verwunderlicher, als
ſchon im früheſten Altertum Weizen zu Brot verarbeitet
worden iſt.
Die Griechen lernten die Kunſt des Brotbackens
rühzeitig von den phöniziſchen und ägyptiſchen
Einwan=
verern, in deren Heimatländern man ſchon ſeit den
älte=
iten Zeiten Getreidekörner in Handmühlen zermahlte und
aus dem Mehl Brot buk. Abraham kannte es nur
un=
geſäuert, aber ſchon Moſes verbot den Juden,
geſäuer=
les Brot zum Oeſterlamm zu eſſen. Auch in Rom gab es
öffentliche Bäcker, doch wurde dort das Getreide in Mör=
Tern geſtoßen. Von Rom aus verbreitete ſich dann das
Brotbacken über das weſtliche und nördliche Europa.
Kaum ein anderes Gewerbe muß ſich mit ſeinen
Erzeug=
niſſen ſo nach Freud und Leid der Menſchheit richten, wie
das des Bäckers. Es gibt kaum ein Feſt im Jahr, zu
neſſen Feier nicht ein beſonderes Gebäck in verſchiedener
Form gebräuchlich wäre. Schon im Altertum buk man
Brot in ſehr verſchiedenen Formen. Herodot ſchreibt,
vaß die Aegypter allerlei Weizengebäck in den zierlichſten
Figuren backten, Stiere, Kühe, Schafe, Fiſche, Sterne,
Dreiecke und Scheiben. Zuerſt ſind die Brotgebilde wohl
zu Ehren der Götter entſtanden. Aegyptiſche Arme, die kein
Wieh zur Gabe für die Götter hatten, opferten ein aus
Roggenmehl geknetetes und dann gebackenes Schwein oder
Rind. Auf die gleiche Art erſetzten auch die
Germa=
nen das Tieropfer. Von ihrem in verſchiedenen
Tier=
vormen gebackenem Brot wurden eines oder einige den
WBöttern dargebracht, und das übrige verzehrte die
Fa=
milie. Zur Feier hoher Götterfeſte war es Brauch, dem
Teig die Geſtalt des Gottes oder eines ihm geheiligten
Symbols zu geben. So buk man zum Julfeſte Kuchen
in Haſen= oder Ebergeſtalt. Zur älteſten Bäckerei gehören
nweifellos die Bretzeln; die Bretze, ein Ring mit vier
Speichen, iſt das Bild des aufſteigenden Sonnenrades;
die Germanen buken und aßen ſie gleich nach Neujahr, zur
Zeit des Erwachens der Sonne und Baldurs Wiederkehr.
Die chriſtliche Kirche ließ ſpäter alle heidniſchen Feſte mit
hren oft ſeltſamen Bräuchen beſtehen und begnügte ſich
wamit, ihnen eine Deutung nach ihrem Sinne zu geben.
So ſind viele altgermaniſche und noch ältere
Ge=
woräuche auf unſere Zeit gekommen, in vielen ſpielt der
lberglaube eine große Rolle. In verſchiedenen
Häuerlichen Gegenden pflegt man, um zu erfahren, ob ein
Schwerkranker dem Tode geweiht iſt oder wieder geneſen.
wird, ihm auf die eine Seite ein Stücklein Brot und auf
wie andere etwas Erde zu legen. Wendet ſich der Kranke
mit dem Geſicht gegen das Brot, ſo bleibt er am Leben,
rvendet er ſich auf die Seite, wo die Erde liegt, ſo ſtirbt
ſer. — Bei Sterbefällen wird der Teig für Nudeln und
Küchel, die zur Verteilung an die Leidtragenden beſtimmt
find, auf die Leiche geſtellt, damit der Teig gut „aufgeht”.
Mach dem abendlichen Gebetläuten darf keine Hefe
abge=
geben werden. In ein Haus ſoll man nur bei
zunehmen=
vem oder Vollmond einziehen und dabei Brot und Salz
zuerſt hineingetragen, ſo wird man keinen Mangel leiden.
Die Juden und Zigeuner wiſſen das Feuer zu bannen
und zu löſchen, indem ſie auf eine Brotrinde ein Beſchwö=
Gungswort ſchreiben und ſie in die Flamme werfen. In
der Kurfürſtlichen Kunſtkammer zu
Mün=
then war um 1703 noch zu ſehen, „Korn ſo vom Himmel
geregnet, und Brot, ſo daraus gebacken worden” ferner
„ein Méel, welches in Böheim in der großen Teuerung
ott einem armen Mann mit vielen Kindern gegeben,
Der hinausgegangen, Leimen oder Letten (Lehm) zu
holen, ſeinen Kindern Brot daraus zu backen; da ihme
dann Gott, weil (während) er um mehr Leimen
ausge=
gangen, den andern unterdeſſen zu Haus in Meel
gema=
chet, daß er gutes Brod backen könne.‟ — Zahllos ſind die
Volksſprüche, die ſich an das Brot und ſeine
Ver=
wendung knüpfen. Von den weniger bekannten ſei eine
kleine Auswahl hier angeführt: Wenn die Kinder hart
reden lernen, ſoll man ihnen Bettelbrot zu eſſen geben. —
Wer will werden reich, der ſchneide das Brot fein gleich.
— Wer ein Brot aufſchneidet und ſchneidet nicht gleich,
der hat ſelbigen Tages gelogen. — Wenn einer von dem
Brot ißt, das ein anderer hat liegen laſſen, ſo wird er
krank. — Wer Brot ißt, davon ſchon einer gebiſſen hat,
der wird jenem feindlich und gram. — Wenn man beim
Schatzgraben Brot bei ſich hat, ſo können die Geſpenſter
kein Unheil zufügen. — Wenn man ein Brot anſchneidet,
nuß man ſelbes immer mit dem Meſſer unten mit drei
Kreuzen bezeichnen, ſonſt können die Hexen daran teil
haben.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt, 16. Nov. (Viehhof=
Markt=
bericht.) Auftrieb: 1765 Rinder (397 Ochſen, 44 Bullen,
1324 Kühe), 269 Kälber, 114 Schafe, 2211 Schweine.
Preiſe (pro 50 Kilo Lebendgewicht) Ochſen: a) 52—56
(Schlachtgewicht 95—98), b) 45—50 (80—90); Bullen:
a) 45—47 (80—82), b) 42—44 (75—78); Kühe: a) 47—50
(84—90), b) 43—46 (80—83), c1) 39—44 (75—85),
c2) 36—42 (67—78), d) 30—35 (60—70), e) 23—28 (52—64);
Kälber: a) 46—50 (78—85), b) 42—45 (71—76);
Schafe: à) 40 (98); Schweine: a) 57—59 (72—74),
b) 56—57,50 (70—72), c) und d) 57—59 (72—74).
Markt=
verlauf: Schleppend, namentlich bei Weiderindern und
Schweinen Ueberſtand.
Kartoffeln: Großhandel 7,50—8,50; Kleinhandel
8,50—9.
Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 10. bis 16. November.
Die Ausführungsanweiſung zu der Verordnung über
die Höchſtpreiſe hat die in den Kreiſen des
Getreidehan=
dels beſtehenden Zweifel leider nicht ganz zu beſeitigen
vermocht. Am meiſten erörtert wird die Frage, ob es
erlaubt iſt, die zum Höchſtpreiſe gekaufte Ware an einen
zweiten Ort zu bringen, wenn durch Fracht und
Ein=
kaufsproviſion der am Verbrauchsort geltende Höchſtpreis
überſchritten wird. Es ſind in den letzten Tagen mehrfach
Geſchäfte auf dieſer Grundlage zuſtande gekommen,
nach=
dem das Handelsminiſterium auf eine telegraphiſche
An=
frage die Zuläſſigkeit dieſes Vorgehens beſtätigt haben
ſoll. Es iſt klar, daß dieſe den Höchſtpreis
überſchrei=
tenden Einkaufspreiſe von den Müllern einkalkuliert und
dadurch in den Mehlpreiſen zum Ausdruck kommen müſſen.
Sollen die Verbraucher nicht um den Vorteil gebracht
wer=
den, der ihnen mit der Einführung von Höchſtpreiſen
zu=
gedacht war, dann wird ma nicht umhin können, auch für
Mehl Höchſtpreiſe feſtzuſetzen, wie wir dies ſtets als
not=
wendiges Korrelat der Höchſtpreiſe für Getreide
befür=
wortet haben. Nicht ganz geklärt iſt ferner die den
Hafer=
handel intereſſierende Frage, was unter Kleinhandel zu
verſtehen iſt. Unhaltbare Zuſtände haben ſich im
Gerſten=
geſchäft herausgebildet. Ware unter 68 Kilo wird
über=
haupt nicht mehr auf den Markt gebracht, und die Folge
davon iſt, daß die Preiſe für ſchwere Qualitäten weiter
erheblich angezogen haben. Es iſt dringend nötig, hier
Abhilfe zu ſchaffen. Will man die Verfütterung von
Brot=
getreide wirkſam verhindern, dann wird auch die
Ver=
ordnung betr. Kleie eine Ergänzung erfahren müſſen. Seit
Einführung der Höchſtpreiſe iſt Kleie beim Herſteller
über=
haupt nicht mehr zu kaufen, weil die Müller meiſt ihre
ganze Produktion an Händler verſchloſſen haben. Soll
alles Brotgetreide für die menſchliche Ernährung geſichert
werden, dann iſt darauf hinzuwirken, daß dem Landwirt
andererſeits zu erſchwinglichen Preiſen Futtermittel zur
Verfügung geſtellt werden. Die Landwirte ſind jetzt
all=
mählich mit den Feldarbeiten fertig, und es iſt zu hoffen,
daß in nächſter Zeit mehr Angebot herauskommen wird.
Ein Abwarten mit dem Verkauf bietet diesmal ohnehin
keine Ausſicht auf Gewinn, wohl aber ſind auf Grund des
Geſetzes vom 4. Auguſt die Behörden ermächtigt, die unter
die Höchſtpreiſe geſtellten Waren mit Beſchlag zu belegen,
wobei der Uebernahmepreis natürlich unter den
Höchſt=
preis zu ſtehen kommt. Ueber das Geſchäft ſelbſt iſt nicht
viel zu ſagen. In der erſten Wochenhälfte waren es außer
den Unklarheiten über die Höchſtpreiſe auch mancherlei
Verkehrsſchwierigkeiten, die das Geſchäft behinderten, und
erſt zuletzt mehrten ſich die Umſätze, wobei es ſich meiſt
um Abſchlüſſe zu Höchſtpreiſen ab Stationen handelte. Es
ſtellten ſich die Preiſe am letzten Marktage in Mark für
1000 Kilogramm wie folgt (die in Klammern beigefügten
Preiſe ſind die geſetzlichen Höchſtpreiſe):
Gerſte
Weizen
Roggen
über 68 kg Hafer
Berlin . .
(260) 220 (220) 240-260
(212)
Danzig . . 250 (252) 210 (212) 220-255 205 (207)
Poſen ..
— (250)
(210)
(205)
Breslau .247-252 (252) 207-212 (212) 225-235 197-202 (204)
Roſtock . . 252 (258) 208-209 (218)
202-204 (210)
Hamburg 264-268 (268) 226-228 (228) 263-271 217 (217)
Kiel . .
264 (266)
(226) 270
(216)
Leipzig . . 260-265 (265) 220-225 (225) 211-250
(214)
Dresden . 265 (265) 225 (225) 235-257 208-212 (212)
Köln
276 (276) 236 (236)
(221)
Düſſeldorf 276-280
236-240
223-226
Frankfurt 272-275 (275)
(235)
(221)
München . 277 (277) 237 (237) 224-250 215-220 (220)
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt i.
Geöffnet an Wochentagen von 9 — 12 Uhr vorm. und
8 — 5 Uhr nachmittags. Samstags nachmittags nur für
dringende Fälle und Sterbefallsanzeigen.
Geborene. Am 11. Nov.: dem Kutſcher Peter
Strom=
berger, Soderſtraße 42, ein S. Georg Willi. Am 8.: dem
Zementarbeiter Angelo Perini, Pankratiusſtraße 26,
eine T. Maria Thereſia. Am 11.: dem Schreiner Georg
Späth, Große Ochſengaſſe 4, ein S. Karl. Dem
Kauf=
mann Ernſt Mörſch, Taunusſtraße 3, eine T. Margot
Irmgard Erna Wilhelmine. Dem Chemiker Dr. der
Phi=
loſophie Anton Kölliſch, Viktoriaſtraße 50, eine T.
Lieſe=
lotte Gertrud. Am 14.: dem Schreiner Georg Reeg,
Beckſtraße 2, ein S. Georg Julius. Am 12.: dem
Schnei=
der Chriſtian Metzger, Hölgesſtraße 3, ein S. Heinrich
Martin.
Aufgebotene. Am 9. Nov.: Vizewachtmeiſter Louis
Karl Wilhelm Heinrich Kahle in St. Avold mit
Katha=
rina Schneider in Mackweiler. Brauer Georg Haag
in Pfungſtadt mit Anna Maria Rettig in Bensheim.
Am 10.: Kaufmann Ludwig Wolff, Darmſtraße 14, mit
Hermine Schmitt in Weinheim a. d. B. Am 11.:
Händ=
ler Wilhelm Klein, Ballonplatz 6, mit Händlerin
Mar=
garethe Schwab, geb. Old, Ballonplatz 6. Am 16.:
Elektromonteur Ludwig Schneider, Dornheimer Weg 77,
mit Kammerjungfer Maria Mahler, Alexandra=Weg 14.
Eheſchließungen. Am 11. Nov.: Prakt. Arzt, z. Zt.
Feldarzt, Dr. Jſaak Spier mit Elſa Wich, beide in
München. Am 12.: Schneider, z. Zt. Musketier Jakob
Flörsheimer, mit Eliſabetha Daum, beide hier. Am
13.: Sergeant und Trompeter Karl Heſſe, hier, mit
Margaretha Gaſche in Langenſelbold. Am 14.:
Re=
ſervelokomotivführer Wilhelm Weber in Wiesbaden
mit Schneiderin Eliſabetha Ittmann, hier. Taglöhner
Heinrich Bender mit Eliſabetha Heiſt, beide hier.
Kaufmann, z. Zt. Erſatzreſerviſt, Karl Sauer in
Frank=
furt a. M. mit Karoline Wolff, hier.
Geſtorbene. Am 12. Nov.: Liſette Joſephine Luft,
geb. Humla, Ehefrau des Monteurs, 68 J., kath.,
Lichten=
bergſtraße 83. Am 28. Aug.: Franz Faver Dirſcherl,
Mälzer, z. Zt. Gefreiter der Reſerve im Reſ.=Inf.=Regt.
Nr. 116, 28 J., kath., Pankratiusſtraße 23, zu Mouzon in
Frankreich. Georg Böhm, Schiffer, z. Zt. Reſerviſt im
Reſ.=Inf.=Regt. Nr. 116, 24 J., ev., led., Schloßgaſſe 15,
zu Mouzon in Frankreich. Am 12. Nov.: Johann Michael.
Kurz, Poſtſekretär i. P., 72 J., ev., Kiesſtraße 97. Am
28. Auguſt: Joſeph. Wagner, Dienſtknecht, z. Zt.
Wehr=
mann im Reſ.=Inf.=Regt. Nr. 116, 28 J., kath.,
Rhein=
ſtraße 48, bei Mouzon in Frankreich. Am 4. Nov.:
Wil=
helm Friedrich Heinrich Merz, Hausburſche, z. Zt.
Mus=
ketier im Inf.=Regt. Nr. 111, 22 J., ev.,
Liebfrauen=
ſtraße 110, Grafenſtraße 9. Am 13.: Johannette
Wilhel=
mine Haßelmann, geb. Rühl, Ehefrau des Spenglers,
66 J., ev., Schwanenſtraße 65. Eliſe Finger, geb.
Millet, Witwe des Großh. Heſſ. Staatsminiſters i. P.,
Exz., 83 J., kath., Riedeſelſtraße 23. Adam Bohländer,
Sohn des Hilfsſchaffners bei der Staatsbahn, 1 J., ev.,
Gräfenhäuſer Weg 45. Am 14.: Eliſabeth Hofmann,
Tochter des Taglohners, 3. Mte., ev., Liebfrauenſtraße 51.
Am 15.: Wilhelm Alexander Hennemann, Schüler, Sohn
des Kaufmanns, 7 J., ev., Heinrichſtraße 156. Karoline
Eliſabetha Ueberle, geb. Hauſer, Witwe des Fiſchers,
73 J., ev., Arheilger Straße 7. Eliſe Hattenbach, geb.
Raaſch, Witwe des Kreisgerichtsſekretärs, 85 J., ev.,
Nie=
der=Ramſtädter Straße 30. Agnes Katzenmayer, ohne
Beruf, 24 J., ev.,ned., Grafenſtraße 9. Am 16.: Emil
Er=
langer, Tapeziermniſter, 66 J., iſr., Alexanderſtraße 9.
Gesetzlich
Sonntags ist das Atelier nur von
morgens 11 bis nachmittags 4 Uhr
ununterbrochen geöffnet.
Dassehonste Teschenn
Gesetzlich
Sonntags ist das Atelier nur von
morgens 11 bis nachmittags 4 Uhr
ununterbrochen geöffnei.
für Weihnachten sowie für
die Krieger im Felde ist die
Fhotegrarkd
der Angehörigen
(21244sms
12 Visites
80
Mk.
12 Kabinetts
Mk.
12 Visites
matd
12 Kabinetts
mat Zul.
Unsere Preise sind äusserst billig.
Trotz unserer billigen Preise geben wir auf vielseitigen Wunsch
Sedem, der Sich in der Zeil voh 19. Hiebember Dis 14. Dezember
photographieren lässt
Ganr ansolsC
Seeee
für Kinder
950
2 Mk.
12
Post-
karten
90
von
an
erintorin
— matt
12 Priaren
— matt
Straub
9 Wilhelminenstrasse 9
vis-ä-vis dem alten Palais — Telephon 1184
Werktags geöffnet von 8—7 Uhr.
eine Vergrößerung seines eigenen Bildes
einschl. Karton 30/36
Diese Gratisbeigabe
eignst sich sehr für Weihnachts-Geschenke!
Trotz der billigen Preise Garantie für Haltbarkeit der Bilder.
Bei mehreren Personen und Gruppen kleiner Aufschlag.
Vergrößerungen selbst nach den ältesten Bildern konkurrenzlos billig.
Aufnabmen bei jeder Witterung, abends bei elektrischem Licht.
sche
Strauf
9 Wilhelminenstrasse 9
vis-ä-vis dem alten Palais — Telephon 1184
Werktags geöffnet von 8—7 Uhr.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblätt, Mittwoch, den 18. November 1914.
Nummer 318.
aftungen!
Gute Versandmöglichkeit von 5 Kilo-Paketen
vom 23. bis 30. November.
Versandfertige Verpackung kostenlos!
Pelzwaren
Unterzieh-Pelz
(gesetzl. geschützt), mit Hamster ge
füttert
.... . . Mk. 115.
Unterzieh-Pelz
mit Fehkopf gefüttert . . . Mk 170.-
Pelz-Mantel
für Autofahrer, mit gutem Lammfell
gefüttert und breitem Kragen, sehr
weit geschnitten . . . . . Mk. 195.−
Pelz-Jacken
ca. 65—70 cm lang
mit Hamster gefüttert . . . Mk. 42.−
mit Fehkopf gefüttert . . . Mk. 60.−
Pelz-Westen
nach Angabe hoher militärischer
Sach-
verständiger angefertigt . . . Mk. 24.−
Pelz-Westen
mit Aermel u. gutem Stoffbezug, Mk. 39.−
Pelz-Kniewärmer . . Mk. 12.-
Pelz-Unterbeinkleider
mit dünnem Ueberzug Mk. 30.− bis 38.−
Pelz-Ohrenschützer . . Mk. 2.-
.. Mr. 2.25
Pelz-Pulswärmer
Papier-Wäsche
besonders empfohlen
weil wasserdicht und warm
. Mk. 9.50
Weste
Hose . .
Mk. 11.50
. . . Mk. 2.20
Füßlinge . . .
Wasserdichte Kleidung
Gummi-Mäntel
für Offziere, feldgrau . . . . . . . . Mk. 60.−
Gummi-Mäntel
Mk. 24.— bis 50.−
in allen Weiten .
Gummi-Capes
feldgrau, weit geschnitten . . Mk. 24.— bis 38.−
Regenhaut-Mäntel
sehr leicht u. wasserdicht, Mk. 18.- 25.- 28.50
Gummi-Westen
mit Wollfutter
. Mk.
14.
Regenhaut-Westen
extra leicht, wasserdicht .
. Mk. 9.50
Ueberhosen
bequem in der Tasche mitzunehmen, garantiert
wasserdicht . . . . . .
.. . Mk. 9.50
Schulterschutz
schützt Brust und Lunge . . . . . . Mk. 5.50
Satra-Angebot!
Sämisch Leder-Westen
Mk.
28
50
Biwack-Kissen
gesetzlich geschützt
Mk. 3.−
Schlafsäcke
vorschriftsmässig .
Mk. 35.- 40.− 45.-
Wolwaren
Mnimminamammmammmanllanun
Gestrickte Wollwesten
in allen Grössen . . . Mk. 4.— bis 10.−
Uniform-Schlupfweste
reine Wolle, sehr leicht . . . Mk. 7.50
Wollene Militär-Weste
aus ganz feiner, weicher
Kamelhaarwolle . . . Mk. 17.— bis 24.-
Leibbinden
aus guten weichen
Woll-
stoffen . . .
. Mk. 2.50 bis 4.—
Brustschützer
aus guten weichen
Woll-
stoffen . . . . . Mk. 2.50 bis 4.-
Kniewärmer
. Mk. 3.25 3.75
Pulswärmer
90 Pfg.
Ohrenschützer
85 Pfg.
Unter-Anzug
Weste und Hose mit feldgrauem Satin und
warmem reinwollenem Kamelhaarstoff
ge-
füttert, von Feldzugteilnehmern als sehr
praktisch anerkannt.
Mk. 20.-
Hose . .
Weste .
Mk. 20.−
21455
DARMSTADT
Fernsprecher Nr. 424.
Schulstr. 2, Ludwigsplatz