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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 311.
Mittwoch, den 11. November.
1914.
Der Krieg.
Von den Kriegsſchauplätzen. — Der türkiſche Krieg. — Das deutſche Kreuzergeſchwader und die japaneſiſche Flotte. —
Die Behandlung der Deutſchen in England. — Kronprinz Rupprecht an ſeine Armee. — Vom Kriege in Deutſch=
Südweſtafrika. — Schlechte Erfolge der engliſchen Rekrutierung.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 10. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Unſer Angriff bei Ypern ſchritt auch geſtern
langſam vorwärts. Ueber 500 Franzoſen,
Farbi=
ge und Engländer wurden gefangen genommen
und mehrere Maſchinengewehre erbeutet. Auch
weiter ſüdlich arbeiteten ſich unſere Truppen vor. Heftige
Gegenangriffe wurden zurückgewieſen.
Im Argonnenwald machten wir gute
Fort=
ſchritte. Feindliche Vorſtöße wurden leicht abgewehrt.
In Ruſſiſch=Polen bei Konin zerſprengte
unſere Kavallerie ein ruſſiſches Bataillon, nahm 500
Mann gefangen und erbeutete 8 Maſchinenwehre.
Oberſte Heeresleitung.
*
In Rotterdamer Blättern wird über die Kämpfe
an der Nordſeeküſte übereinſtimmend gemeldet,
daß durch die Ueberſchwemmung, die die Verbündeten
anrichteten, die ohnehin günſtige Kriegslage ſich für die
Deutſchen noch beſſer geſtaltete. Sie können jetzt
aller=
dings über das Yſergebiet nicht vordringen, brauchen
aber anderſeits auch keine Beſorgnis vor
Ueberraſchun=
gen ſeitens der Verhündeten von dieſer Seite her zu
hegen. Die Deutſchen haben die ganze Küſte von Oſtende
bis Weſtende mit ſchweren Batterien gegen Angriffe von
der See her gedeckt; ſie halten zwar das Yſergebiet durch
eine entſprechend ſtarke Truppenmacht ſcharf im Auge,
konzentrieren aber jetzt ihre Angriffe zwiſchen Ypern,
Lille, Lens und Arras, woraus man erkennt, daß ſie
ihren urſprünglichen Plan, nach Dünkirchen und Calais
vorzuſtoßen, um auch dort das Meer zu erreichen, mit
je=
ner eiſernen Zähigkeit weiter verfolgen, die eben für die
Deutſchen ſo außerordentlich charakteriſtiſch iſt. Immer
wieder heben die holländiſchen Blätter den Heldenmut
und die Todesverachtung der Deutſchen hervor und
be=
tonen, daß darin die Kriegsfreiwilligen den
altbewähr=
ten Kerntruppen durchaus nicht nachſtänden, ja ſie zeigen
ſogar eine ſolche Tollkühnheit, daß mitunter die Offiziere
energiſch dagegen einſchreiten müſſen. Die Entſcheidung
zugunſten der Deutſchen reife auch an der Nordſee
lang=
ſam aber ſicher heran.
* In Oſtgalizien hält übereinſtimmenden
Blät=
termeldungen zufolge der Rückzug der Ruſſen
un=
unterbrochen an. Die verfolgenden öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Truppen gehen ihnen nicht von den Ferſen. — Im
Berliner Tageblatt ſchreibt Major Moraht zu dem
öſterreichiſch=ungariſchen Siege über zwei ſerbiſche
Ar=
meen: Die Operationen Potioreks haben ſich planmäßig
vollzogen und zu dem Erfolge geführt, daß die Grenzen
der Doppelmonarchie vom Feinde geſäubert wurden. Das
Gelände, in welchem der Kampf tobt, iſt ein ungeheuer
ſchwieriges. Dieſes läßt die Erfolge doppelt ſo groß
erſcheinen, welche außerdem in politiſcher Beziehung ihre
Rückwirkung bald erkennen laſſen würden.
Der türkiſche Krieg.
Eine Erklärung Rußlands.
* Petersburg, 8. Nov. Der Admiralſtab
der Marine veröffentlicht einen Bericht über die
Er=
eigniſſe im Schwarzen Meere, der die Behauptung
wider=
legen ſoll, daß die Ruſſen die Feindſeligkeiten eröffnet
hätten. Daß Rußland in ſeiner jetzigen Bedrängnis
nicht in der Lage war und nicht die Courage gehabt habe,
die Türkei anzugreifen, iſt ohne weiteres zu glauben.
Dafür hat es ſich aber hinterliſtiger Mittel bedient, um
die Türkei zu überrumpeln, was ihm ebenſowenig
gelun=
gen iſt, wie bei uns.
Oeſterreichiſch=türkiſche Sympathiekundgebungen.
* Konſtantinopel, 9. Nov. Der
Oberkom=
mandierende der öſterreichiſch=ungariſchen Armee,
Erzherzog Friedrich, hat an den türkiſchen
Kriegs=
miniſter Enver Paſcha ein Telegramm gerichtet, in
wel=
chem er ſeine große Freude und Befriedigung ausdrückt,
daß die Türkei an dem Kriege, den Oeſterreich=Ungarn für
die Gerechtigkeit und die Ziviliſation unternommen hat,
mit ſolchem Mute teilnehme. Der Erzherzog begrüßt den
Kriegsminiſter als das wahre Haupt der ruhmreichen
Armee, die gegen die gemeinſamen Feinde den Sieg
da=
vontragen werde, und fügt hinzu, er betrachte den Erfolg
der ottomaniſchen Flotte als ein gutes Vorzeichen.
Schließlich ſpricht der Erzherzog dem Kriegsminiſter Enver
Paſcha und dem Marineminiſter Dſchemal Paſcha, dem
es in ſo kurzer Zeit gelungen ſei, eine ſo tüchtige Flotte
zu ſchaffen, die herzlichſten Glückwünſche aus. — Enver
Paſcha erwiderte in einem Telegramm, in dem er dem
Erzherzog für die Glückwünſche dankt und den Wunſch
ausdrückt, der Allmächtige möge den Ottomanen und
hren Waffenbrüdern, die gegen die Feinde des Rechts
und der Humanität Krieg führen, den Sieg verleihen.
Das Telegramm ſchließt mit den Worten: Wir haben mit
großem Vertrauen die Waffen ergriffen, um für Millionen
Unſchuldige die Freiheit zu erringen. Die Depeſche iſt
gezeichnet: Enver Paſcha, Vize=Generaliſſimus des
otto=
maniſchen Heeres und der Flotte.
Ruſſiſcher Bericht.
* Petersburg, 9. Nov. Der Generalſtab
der Kaukaſiſchen Armee meldet: Am 7.
Novem=
ber morgens kam ein feindlicher Kreuzer vom Typ der
„Midilli” in Poti an und eröffnete das Feuer gegen
Stadt, Hafen, Leuchtturm, Bahnhof und Eiſenbahn. Er
löſte 120 bis 150 Schuß. Als der Kreuzer ſich dann der
Mole näherte und gegen ruſſiſche Truppen
Maſchinen=
gewehrfeuer zu geben verſuchte, erwiderten dieſe mit
Ar=
tillerie= und Gewehrfeuer. Nach den erſten
Kanonen=
ſchüſſen entfernte ſich der Kreuzer in der Richtung
Suk=
hum. Sechs ruſſiſche Soldaten verletzt; Beſchädigungen
von Stadt und Hafen unbedeutend. Einwohner keine
Verluſte.
Flucht der Bevölkerung von Odeſſa.
* Sofia, 9. Nov. Nach hier eingetroffenen
Mel=
dungen hat der größte Teil der Bevölkerung von
Odeſ=
ſa die Stadt verlaſſen und iſt in das Innere des Landes
geflüchtet. Die Frauen der einberufenen Reſerviſten
veranlaßten aufrühreriſche Szenen. Sie erſchienen
täg=
lich vor dem Rathaus und forderten tägliche Verpflegung,
ſie belagerten das Rathaus förmlich und nötigten die
Behörden, in Unterhandlungen mit ihnen zu treten.
Die Kämpfe im Kaukaſus.
* Berlin, 9. Nov. Die Kopenhagener Politiken
meldet laut Voſſiſcher Zeitung aus London: Aus
Peters=
burg wird berichtet, daß im Kaukaſus ein
ruſſi=
ſcher Vorſtoß ſtattfindet, der ſich mit Energie auf
eine über hundert Quadratmeilen lange Front erſtreckt.
Die erſten bedeutenden Kämpfe werden vermutlich auf
der Höhe von Erzerum ſtattfinden, wo die Türken
augen=
blicklich ihre Truppen ſammeln. Das türkiſche Heer ſoll,
wie verlautet, 90000 Mann zählen. Es beſteht aus ſieben
Diviſionen des 9., 10. und 11. Armeekorps, deren normale
Stärke auf 80 Bataillone und 55 bis 60 Batterien mit
230 Kanonen angeſetzt wird, ferner 35 bis 40 Kavallerie=
Truppenteile und dazu 20000 Kurden. Wie verlautet,
werden die Truppen von General Liman v. Sanders
kommandiert. — Aus Paris wird gemeldet: Nach einem
Telegramm aus Petersburg rückt ein Teil des ruſſiſchen
Heeres durch das lange Araxtal in der Richtung auf
Erzerum vor, der andere über den Gebirgszug, wo
der Euphrat ſeine Quellen hat. Alles deutet darauf hin,
daß die Ruſſen bei dieſem Vormarſch große
Anſtrengun=
gen machen werden.
Englands Regiment in Aegypten.
* Wien, 9. Nov. Die Südſlawiſche Korreſpondenz
meldet, daß England gleichzeitig mit der Annexion
die Vertretung des Scheich=ül=Islam und den
Schieds=
gerichtshof aufgehoben habe, eine Maßregel, die im
gan=
zen Islam eine große Erregung
hervonge=
rufen habe.
* Athen, 9. Nov. Meldung der Agence d’Athènes:
Zwei engliſche Torpedobootszerſtörer
ha=
ben die Telegraphenſtationen Sarmuſſakil und
Ajus=
mand beſchoſſen. Die Türken räumten Moskhoniſſia.
Ein kleiner griechiſcher Dampfer unter engliſcher
Flagge wurde von den Türken bei Aivali in Grund
ge=
bohrt. Die Griechen in Smyrna flohen, nachdem dort
eine Panik ausgebrochen war, nach Vurla. Ein
engli=
ſcher Torpedobootszerſtörer begab ſich nach Aivali, um
den engliſchen Konſul an Bord zu nehmen. Die
türki=
ſchen Behörden lehnten es ab, ihn freizugeben.
Die Mobiliſierung in Jeruſalem.
* Das Peſter jüdiſche Wochenblatt Egyenloeſeg
veröffentlicht in ſeiner jüngſten Nummer einen Brief aus
Jaffa, in dem folgende Schilderung von der
Mobili=
ſierung der türkiſchen Truppen in
Jeru=
ſalem entworfen wird:
Als der Gouverneur von Jeruſalem aus
Konſtanti=
nopel die Mobilmachungsorder erhielt, ſandte er ſogleich
berittene Herolde in die arabiſchen Dörfer zu den Scheichs.
Die Herolde hielten in der einen Hand eine mit dem
weißen Halbmond geſchmückte blutrote Fahne, in der
anderen Hand einen Krummſäbel. Dies ſollte andeuten,
daß der Sultan alle trenen Muſelmanen zum Kampfe
aufgerufen hat. und die Muſelmanen leiſteten dieſem
Rufe getreulich Folge Der Erfolg der Mobiliſierung war
ein genz außerordentlicher. Dies war namentlich für uns
eine Ueberraſchung, die gewohnt waren, daß man in
die=
ſen Gegenden Soldaten fängt, etwa wie man ein Wild
jagt. Diesmal war es ganz anders. Zu Zehntauſenden
ſtrömten die Araber nach Jeruſalem. Selbſt die wilden
Beduinenſtämme, die bisher weder Heeresdienſt geleiſtet,
noch Steuern bezahlt haben, erſchienen auf ihren hohen
Roſſen. Die Szenen, die ſich in dieſen Tagen in den
Stra=
ßen Jeruſalems abſpielten, werden uns unvergeßlich ſein.
Die Araber überfluteten die Stadt: Fellachen mit ihren
Frauen und Kindern, Beduinen mit langen Lanzen,
da=
neben auch Juden mit langen Bärten und Chriſten. Der
große Platz, der von dem Davidsturm, dem Hotel
Am=
dursky und der Burg Zion umgrenzt wird, wimmelte von
Arabern. Es bildeten ſich Zirkel, in deren Mitte
Schwert=
tänze aufgeführt wurden. Die Frauen ſchlugen dazu den
Takt mit Trommeln, immer toller wird der Wirbel. Aus
10000 Kehlen erſcholl mit einem Male der Ruf: Allah
junfur el Sultan! (Gott ſchütze den Sultan!) Schließlich
erſchien der Paſcha und mahnte zur Ruhe. Man
ge=
horchte ihm.
Ein griechiſcher Proteſt.
* Konſtantinopel, 9. Nov. Der griechiſche
Me=
tropolitan von Zongouldak hat an den Miniſter des
Innern folgendes Telegramm gerichtet: Während des
vorgeſtrigen Bombardements haben die Ruſſen unter
Verletzung des Völkerrechts auf die griechiſche Kirche und
die griechiſchen Schulen geſchoſſen, obgleich auf ihnen die
Rote Kreuz=Flagge wehte. Der griechiſche Metropolitan
verwünſcht in ſeinem und der griechiſchen Nation Namen
dieſes Vorgehen der Ruſſen und gibt der Dankbarkeit für
die Ortsbehörden Ausdruck, weil es während des
Bom=
bardements nicht zu dem geringſten Zwiſchenfall kam und
in der Stadt die ſtrengſte Ordnung herrſchte.
Das deutſche Kreuzergeſchwader und die
japaneſiſche Flotte.
C Man ſchreibt uns: Nach Zeitungsberichten ſollen
8 japaneſiſche Kriegsſchiffe auf der Verfolgung unſeres
Kreuzergeſchwaders im Stillen Ozean begriffen ſein, die
die Engländer zur Hilfe gerufen haben ſollen. Die
Glaubwürdigkeit dieſer Meldungen ſteht nicht ohne
wei=
teres feſt. Wahrſcheinlicher iſt im Gegenteil, daß die
japaneſiſche Flotte die chineſiſch=japaneſiſchen Gewäſſer
nicht verläßt, weil ſie ſowohl das japaneſiſche Inſelreich
wie die japaneſiſchen Intereſſen auf dem aſiatiſchen
Feſt=
lande ſchützen muß, zumal da Japans Feſtſetzung in
Schantung mit dem Falle Tſingtaus vermutlich in ein
neues, zur Ausbreitung auf chineſiſche Koſten einladen=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Nummer 311.
des Stadium getreien iſt. Wirde jedoch katſächlich ein
japaneſiſches Geſchwader unſere Kreuzer verfolgen, dann
läge hierin auch ein politiſcher Mißgriff. Denn
abge=
ſehen davon, daß die Fahrt aus den oſtaſiatiſchen
Ge=
wäſſern nach der amerikaniſchen Küſte ſehr weit, die
Möglichkeit aber, unſere Kreuzer zu fangen, bei der
rieſi=
gen Ausdehnung des in Frage kommenden Gebietes ſehr
gering iſt, würde der Aufenthalt japaneſiſcher Kreuzer an
den amerikaniſchen Küſten ſowohl in Nord= wie in
Süd=
amerika als ein Verſtoß gegen die Monroe=Doktrin
emp=
funden werden. Aller dieſer Umſtände wegen bleibt es
abzuwarten, ob die eingangs erwähnte engliſche
Nach=
richt ſich beſtätigt.
Zum Fall Tſingtaus
bringt der vormalige Gouverneur Admiral v. Truppel
im Tag einen Nachruf, in dem es heißt: Im deutſchen
Kaufmannsſtand iſt kein Boden für öden, idealloſen
Krä=
mergeiſt. Weltumfaſſender Kaufmannsgeiſt paart ſich bei
ihm mit opferfreudigem deutſchen Kriegergeiſt. Dann
wendet ſich Truppel an die Hinterbliebenen der Helden
von Tſingtau. Er ſagt: Wir kennen das Maß Eures
Lei=
dens noch nicht, ſucht es zu tragen als tapfere Deutſche,
aber haltet das Gedenken daran wach an Eure
Nachkom=
men, die einſt Vergeltung üben ſollen an den
Kultur=
verrätern.
* Berlin, 9. Nov. Angeſichts des Falles von
Tſingtau richtete der Präſident des
Reichs=
tages an den Staatsſekretär des Reichsmarineamts
Großadmiral v. Tirpitz folgendes Telegramm:
Die Gefühle tiefer Bewegung, die das deutſche Volk
angeſichts des Falles von Tſingtau bewegen, finden in
Ew. Exzellenz Bruſt einen beſonders ſchmerzlichen
Wider=
hall. Sehen doch Ew. Exzellenz für jetzt ein Stück Ihrer
Lebensarbeit durch die Kugeln der Feinde vernichtet, die
in ihrer Verblendung nicht wiſſen, daß das deutſche
Kul=
turleben aus jeder Wunde, die ihm geſchlagen wird, nur
umſo größere Kraft und Stärke ſchöpft, um die
Aufgabe zu erfüllen, die ihm auf dieſer Welt zugefallen
iſt. Aus den blutigen Trümmern Tſingtaus wird eine
Saat erwachſen, die den Wahn unſerer Feinde, die deutſche
Kulturarbeit im fernen Oſten zerſtören zu können, zu
ſchanden macht. So wird Ew. Exzellenz Tätigkeit, die
von dem Verſtändnis der ganzen Nation
getragen wird, nicht vergeblich geweſen ſein und für
alle Zeiten dem deutſchen Namen und der deutſchen
Kul=
turentwickelung zum Heil und zur Ehre gereichen!
Auf das Telegramm iſt folgende Antwort
einge=
gangen:
Ew. Hochwohlgeboren ſage ich meinen tiefgefühlteſten
Dank für die warm empfundenen Worte, die Sie
ange=
ſichts des Falles von Tſingtau an mich gerichtet
haben. Die große, von aller Welt bewunderte Arbeit,
welche Deutſchland dort im fernen Oſten in einer kurzen
Spanne von Jahren verrichtete, verdankt das
Reichs=
marineamt in erſter Linie dem verſtändnisvollen und
eif=
rigen Mitwirken des deutſchen Reichstages, der
voll erfaßte, daß es ſich hier nicht um eine
Eroberungs=
politik und eine Gewaltherrſchaft, ſondern nur um das
Beſtreben handelte, der deutſchen Kultur und deutſchem
Handelsgeiſt im Oſten ein friedliches Eingangstor
zu erbauen und zu ſichern. Je mehr die Entwickelung
Tſingtaus fortſchritt, deſto mehr fand ſie die Anerkennung
der einſichtigen Chineſen und der im fernen Oſten
reſidierenden fremden Kaufleute. Neid und
Ver=
blendung verlangten zu Beginn des Krieges die Aufgabe
unſeres herrlichen Werkes in einer Form, mit welcher ſich
die Ehre der deutſchen Nation nicht abfinden konnte. Jetzt
iſt es vor einer gewaltigen Uebermacht gefallen, nach
hel=
denhafter Verteidigung, die ein ſtolzer Beweis
deutſcher Kraft und Pflichttreue iſt und ein
glänzendes Vorbild für unſere kommenden Geſchlechter.
Möge in dem gewaltigen uns aufgezwungenen
Exiſtenz=
kampf, in dem wir jetzt ſtehen, das deutſche Volk ſich
überall bewußt bleiben, daß es verpflichtet iſt, deutſche
Mannhaftigkeit, Wahrhaftigkeit und
Pflichttreue ſeinen kommenden Generationen als
heiliges Erbteil zu überliefern und ihnen damit die Be=
dingungen zu ſchaffen, den frieden= und
wahrheitsſpen=
den Einfluß deutſchen Weſens und deutſcher Kultur auf
der Welt zu erhalten und zu fördern! Großadmiral
. Tirpitz.
Die Behandlung der Deutſchen in England.
* Der Aerztliche Verein zu Hamburg hat
folgenden offenen Brief an die Aerzteſchaft
Englands gerichtet:
Nicht durch Gerüchte, ſondern durch zuverläſſige
Zeugenausſagen iſt einwandfrei feſtgeſtellt, daß in
England ſeit Monaten an verſchiedenen Orten in
ſoge=
nannten Konzentrationslagern zahlreiche
wehr=
loſe und ſchuldloſe Deutſche gefangen gehalten werden. So
ſind z. B. auf dem Rennplatz von Newbury etwa 1500
Deutſche eingeſperrt, und zwar in der Weiſe, daß immer
ſechs bis acht und in der letzten Zeit wohl ausnahmslos
zwölf Perſonen je eine drei Meter breite zugige
Stall=
abteilung als Wohn= und Schlafraum erhielten, die zu
gewöhnlichen Zeiten einem einzelnen Pferde zur
Auf=
nahme dient. Die ganze Ausrüſtung dieſer jetzt als
Unterkunftsräume für Menſchen benutzten Pferdeſtälle
be=
ſteht in einigem Stroh und zwei Decken für das
Nacht=
lager. Ein Tiſch, irgend eine Sitzgelegenheit, iſt nicht
vorhanden; Waſchgelegenheit gibt lediglich eine Pumpe
auf dem Hofe. Das Eſſen müſſen ſich die Gefangenen in
offenen Asphaltherden ſelber kochen. Die Verpflegung
be=
ſteht morgens und abends in Tee mit einem Stück
Weiß=
brot und Margarine, mittags in einem Stück Rindfleiſch
und zwei Kartoffeln. Das Mittageſſen kommt aber häufig
infolge verſpäteter Feuerholzlieferung erſt gegen 6 Uhr
zur Verteilung, und häufiger noch iſt das Fleiſch in
unge=
nügender Menge vorhanden oder Kartoffeln und Fleiſch
ſind in ungenießbarem Zuſtande, weil nur halb gar, ſo
daß ein Teil der Gefangenen unfreiwillig oder freiwillig
zum Verzicht und zum Hunger gezwungen
iſt. Um das Unglück voll zu machen, iſt es bei dem
Mangel jeglicher Hygiene in letzter Zeit nicht
mehr gelungen, Lager und Körper von Ungeziefer frei zu
halten. Beſchwerden haben keinerlei
Er=
folg, ziehen vielmehr im Wiederholungsfalle härtere
Maßnahmen nach ſich, wie Ueberweiſung in kleine,
un=
mittelbar auf lehmigen Wieſengrund ſtehende Zeltlager,
die zwecks Ableitung des Waſſers von einem kleinen
Gra=
ben umzogen ſind. Ein Unterſchied bei der
Internierung wird nicht gemacht, eine
Rück=
ſicht auf ſoziale Stellung, auf Stand und Bildung nicht
genommen. So befinden ſich ſeit dem 11. September
unter den in Newbury Internierten auch ſechs, in neuerer
Zeit ſogar dreizehn Aerzte. Bittſchriften dieſer Aerzte, ſie
doch wenigſtens in engliſchen Hoſpitälern mitverwenden
zu wollen, haben keinerlei Berückſichtigung gefunden. Der
Aerztliche Verein zu Hamburg weiß ſich in
Uebereinſtim=
mung mit der Aerzteſchaft ganz Deutſchlands, wenn er
gegen die obengeſchilderten Tatſachen und Verhältniſſe
vor der Aerzteſchaft der ganzen Kulturwelt ernſten,
lau=
ten Proteſt einlegt.
Die Feſthaltung und geſchilderte Behandlung
deut=
ſcher Aerzte, die, wie ſtets, ſo auch in dieſem Kriege ihre
vornehmſte Pflicht darin ſehen, Freund wie Feind die
gleiche Fürſorge zuteil werden zu laſſen, widerſpricht
offenſichtlich den doch auch von den Briten gebilligten und
anerkannten Grundſätzen der Genfer Konvention, und
kann nur den einen Erfolg beabſichtigen und bewirken,
Verwundeten und Kranken nach Möglichkeit einen Teil
der Behandlungskräfte und damit der
Heilungsmöglich=
keit zu entziehen. Auch gegen die
geſundheits=
widrige Unterbringung der übrigen
Deut=
ſchen in den Konzentrationslagern müſſen
wir im Namen der deutſchen Aerzte Verwahrung
einlegen. Die Hygiene, Unterkunft, Lagerung,
Ver=
pflegung und Reinlichkeit ſprechen jeglicher Menſchlichkeit
Hohn und ſcheinen nur von der einen Abſicht der
Regie=
rung zu zeugen, Wehrloſe und Unſchuldige dem
Siech=
tum und Verderben auszuliefern, nur
weil ſie als Deutſche geboren ſind. Dieſer
Kampf gegen die Wehrloſen wird an dem Ausgange des
Völkerringens nicht das Leiſeſte ändern. Wie das deutſche
Volk ohne einen Augenblick des Beſinnens oder zaghafter
Furcht bereit iſt, Tauſende ſeiner beſten Männer zur Ehre
des Vaterlandes und zur Wahrung der eigenen Kultur zu
opfern, ſo wird das deutſche Volk auch dieſe Opfer
tra=
gen, die Willkür und Grauſamkeit ihm auferlegen. Es
wird auch dieſe unſchuldigen Geſchöpfe als Märtyrer des
Deutſchtums und Blutzeugen für den Tiefſtand der
Moral der britiſchen Regierung dahinſiechen
oder ſterben ſehen wie Helden, ſie achtend, genau wie ihre
Krieger. Englands Aerzte aber, die als
Aka=
demiker auch geiſtige Führer des Volkes ſein ſollten, und
die gemeinſam mit den Aerzten aller Länder auf zahlloſen
internationalen Kongreſſen, noch vor wenigen Monaten
zu London, ſowie auf dem Internationalen Tuberkuloſe=
Kongreß zu Berlin, die Humanität als die vornehmſte
Pflicht des Arztes und die höchſte Errungenſchaft
moder=
ner Kultur betont und geprieſen haben, ſie haben die
un=
abweisbare Verpflichtung, jetzt ihr gegebenes Wort
ein=
zulöſen; an ihnen iſt es, heute die Leidenſchaften des
Volkes zu zügeln und die Regierung nach Möglichkeit vor
der Mißachtung der ſchon durch die Satzungen aller
Kul=
turreligionen gebotenen Menſchlichkeit zu bewahren.
Der Aerztliche Verein zu Hamburg fordert alſo von
den britiſchen Aerzten als Pflicht und Ehrenſache, durch
ihr Anſehen und ihren Einfluß bei ihrer Regierung die
Freilaſſung der deutſchen Aerzte und die Schaffung
hygie=
niſcher menſchenwürdiger Lebensbedingungen in den
Kon=
zentrationslagern zu erwirken, wenn anders ſie nicht, wie
ihre Regierung, dauernd das Brandmal der
Schande an der Stirne tragen wollen. Wir erwarten
von den britiſchen Aerzten eine Erklärung vor den Aerzten
der geſamten Welt.
Hamburg, 3. November 1914.
Profeſſor Brauer, Profeſſor Deneke, Dr. Marben, Dr.
Marr, Profeſſor Nocht, Dr. Oehrens, Profeſſor Rumpel,
Profeſſor Simmonds.
Der Krieg zur See.
* London, 9. Nov. Am 3. November iſt in
Ply=
mouth ein Dampfer mit 17 Mann Beſatzung des
hollän=
diſchen Dampfers „Maris” eingetroffen, der von dem
deutſchen Kreuzer „Karlsruhe” verſenkt wurde
und der 23000 Quarter Weizen von Portland in Oregon
für Belfaſt an Bord hatte. — Lloyds melden aus
Yar=
mouth: Der ſchwediſche Dampfer „Atle” iſt auf
eine Mine geſtoßen und geſunken; ſechs Mann werden
vermißt, die anderen ſind in Yarmouth gelandet worden.
* Maaslouis, 9. Nov. Der hieſige Logger
„149” iſt heute auf dem neuen Waſſerwege eingelaufen
und hat die Mannſchaft von neunzehn Köpfen, einen
Paſſagier und zwei Mädchen von dem norwegiſchen
Dampfer „Pluton” gelandet, der kürzlich von
Lon=
don nach Kriſtiania fuhr. Der Dampfer iſt auf eine
Mine geſtoßen und geſunken. Der Logger hat die
Ueberlebenden von den Booten aufgenommen.
Deutſcher Flieger über Dünkirchen.
* London, 9. Nov. Daily Mail meldet, daß ein
deutſcher Flieger geſtern zwei Bomben über
Dünkirchen abwarf. Die eine Bombe fiel in ein
Dock, ohne Schaden anzurichten; die zweite fiel in der
Nähe des Rathauſes. Im Umkreiſe von 100 Metern
ſprangen alle Fenſterſcheiben.
Kronprinz Rupprecht an ſeine Armee.
*. München, 10. Nov. Am 30. Oktober” hak
Kronprinz Rupprecht von Bayern, wie die
München=Augsburger Abendzeitung einem Privatbrief
aus dem Felde entnimmt, neuerdings einen
Armee=
befehl an ſeine Soldaten erlaſſen, die nun ſeit Wochen
in Nordfrankreich in ſchwerſtem Kampfe mit den
Englän=
dern und Franzoſen und deren exotiſchen Hilfstruppen
liegen. Nachdem die Schwere des Kampfes
hervorge=
hoben, den Truppen Lob und namentlich auch der
Ka=
vallerie Anerkennung gezollt worden iſt dafür, daß ſie im
Kampfe auch vor befeſtigten feindlichen Stellungen nicht
zurückſchreckte, heißt es in dieſem Armeebefehl zum
Schluß: „Soldaten! Die Augen der ganzen Welt ſind
jetzt auf Euch gerichtet, es gilt jetzt, in dem Kampfe mit
unſerem verhaßten Feinde nicht zu erlahmen, ſeinen
Hoch=
mut endgültig zu brechen. Schon wird er mürbe, ſchon
Deutſche Töchter im
Feindes=
land.
* Die November=Nummer der Centrale, Organs des
geſamten Töchter=Erziehungsweſens, ſchreibt: Von ſeiten
des Publikums wie auch von einigen Vorſteherinnen
gehen uns briefliche Mitteilungen, Originalbriefe junger
deutſcher Mädchen an Eltern zu, aus denen klar
hervor=
geht, wie wenig rückſichtsvoll ausländiſche
Penſionatsvor=
ſteherinnen mit den ihnen anvertrauten jungen deutſchen
Mädchen bei dem plötzlichen Ausbruch des Krieges
ver=
fuhren. Es hat uns in all den Jahren immer
Ueberwin=
dung gekoſtet, darüber hinwegzugehen, zu ſchweigen, wenn
uns mitgeteilt wurde, welche Behandlung deutſche
Mäd=
chen für ihr Geld in jenen ausländiſchen Inſtituten
er=
fuhren, in denen die Töchterpenſionärinnen anderer
Na=
tionen die Mehrheit bildeten. Wir ſtanden immer auf
dem Standpunkt, daß das die Sache der betreffenden
Eltern ſei, die es ja ganz allein zu verantworten hatten,
wenn ſie ihre Töchter ins Ausland ſchickten. Wem es
ge=
nügt, daß die Haustochter als Aſchenbuttel, als „
Gedul=
dete” unter den welſchen Töchterpenſionärinnen ihr
Pen=
ſionsjahr hinbringt und dabei nichts lernt, als ein paar
oberflächliche Redensarten, Lebersgewohnheiten und
An=
ſchauungen annimmt, die mit dem deutſchen Weſen und
Sitten in grellem Gegenſatz ſtehen, dem iſt weder zu raten
noch zu helfen. Hoffen wir, daß das nationale
Empfin=
den, welches bei ſolchen Eltern offenbar eingeſchlummert
war, durch den heimtückiſchen Ueberfall auf unſer
Vater=
land wieder geweckt worden iſt.
Und nun iſt die Zeit gekommen, in der wir keine
Ur=
ſache mehr haben, uns gegen ſolche Vorgänge in
Schwei=
gen zu hüllen; im Gegenteil — es iſt unſere Aufgabe, den
verlockenden Firnis, der die engliſche und franzöſiſche
Kultur ſo glänzend erſcheinen läßt, abzuheben und unſere
Leſer in die ganze Tiefe der Brutalität und Roheit derer
blicken zu laſſen, denen ſie das köſtliche Gut, ihre Kinder,
die ihnen ſo lieb und teuer ſind, anvertrauen. Vor uns
liegt der Brief einer deutſchen Lehrerin, die neun Jahre
an engliſchen Töchterpenſionaten unterrichtet. Die Dame
ſchreibt an ihre beſorgten Eltern unter anderem: „Die
deutſchen Penſionärinnen unſeres Inſtituts — nur
Ber=
linerinnen und Hamburgerinnen — ſind glücklich fort.
Die Vorſteherin wollte ſie nicht ziehen laſſen und es hat
große Geldopfer gekoſtet, bis ſie die jungen Mädchen frei
gab. Wäre Frau Dr. C. keine ſo energiſche Dame, dann
hätte ſie es nicht erreicht, ſich glücklich mit ihnen nach
Dänemark einzuſchiffen. Ich ſelbſt mußte bleiben, die
Vorſteherin beſtand auf ihrem Kontrakt, trotzdem die
eng=
liſche Regierung alle Kontraktverpflichtungen gegen die
Deutſchen als aufgelöſt bezeichnet hat. Die Engländer
dürfen nichts mehr an die Deutſchen zahlen, wir aber
müſſen unſeren Verpflichtungen gegen die Engländer
nachkommen. Iſt das verſtändlich? Man hat ſogar
ge=
droht, mich verhaften und als verdächtig gefangennehmen
zu laſſen. Das iſt gar nicht ſo unmöglich hier, die junge
Frau eines deutſchen Kaufmanns iſt tatſächlich als
Spio=
nin feſtgenommen und in Gefangenſchaft geführt worden.
Das ſchlimmſte aber, liebe Eltern, habe ich Euch noch nicht
berichtet. Denkt Euch, ich muß in den Unterrichtsſtunden
meinen Schülerinnen die hirnverbrannten Lügen der
eng=
liſchen Zeitungen vorleſen! Nie in meinem Leben
ver=
geſſe ich die Stunden, in denen ich unter dem Jubel der
zarten den beſten Geſellſchaftskreiſen angehörenden
Mäd=
chen vorleſen mußte: „Der deutſche Kronprinz hat den
deutſchen Kaiſer vom Thron geſtoßen!“ — „Die Ruſſen
ſind auf dem Weg nach Berlin!” — „Die Franzoſen ſind
in Köln eingezogen!“ — „Die Stadt Nürnberg wurde
von einem Geſchwader franzöſiſcher Flieger vollſtändig
zerſtört!“
Wir können den ganzen Inhalt des Briefes nicht
mit=
teilen, aber was wir berichtet, genügt, um ſich einen
Be=
griff zu machen von der ganzen Herzensroheit, die ſich an
dieſer Bildungsſtätte der weiblichen Jugend in England
ans Tageslicht drängt. Auf welcher Kulturſtufe muß
man ſtehen, um ſich an den Folterqualen weiden zu
kön=
nen, die die deutſche Lehrerin bei den Lügenberichten der
engliſchen Zeitungen empfand? Unſere Sprache iſt viel
zu arm, um die ganze Verworfenheit dieſer Handlungen
ſo zu bezeichnen, wie ſie es verdienen. Das ſind die
Stätten edler Frauenbildung in England, nach denen ſich
ſeit ſo vielen Jahren hunderte und hunderte junge deutſche
Mädchen drängten!
Nicht minder merkwürdig erging es den
Penſionärin=
nen in einem engliſchen Töchterpenſionat auf der
vielge=
rühmten Inſel Wight. Damit die deutſchen Mädchen dort
nicht abgeholt wurden, um in die Heimat zu reiſen, ſorgte
die Vorſteherin im Hinblick auf ihre pekuniären Vorteile
— denn die Penſionsbeträge mußten weitergezahlt
wer=
den — dafür, daß — es iſt kaum zu faſſen — die jungen
Mädchen unter Polizeiaufſicht geſtellt wurden! Die Briefe,
welche ſie ſchrieben, mußten auf der Polizei eingeliefert
werden, wurden dort kritiſchen Betrachtungen unterzogen,
und Briefe, die dem Zenſor bedenklich erſchienen, wurden
einfach vernichtet. Die Spazierwege waren den
angehen=
den Damen genau von der Behörde vorgeſchrieben. Wer
ein Schrittchen weiterging, lief Gefahr — erſchoſſen zu
werden! Des Nachts durfte im Penſionat kein Licht
an=
gezündet werden. Als eines Nachts ein deutſches junges
Mädchen im Schlafraum ſich ein Streichholz anzündete,
um nach irgend etwas zu ſuchen, ſtürmten ſofort
Bewaff=
nete ins Haus und beſchuldigten die Unglückliche, daß ſie
der deutſchen Flotte Lichtſignale gegeben hätte. Wie
durch ein Wunder entging die kaum Sechzehnjährige der
Verhaftung als Spionin.
Gerade dieſer Vorgang raubte der engliſchen Polizei
die Nachtruhe und hatte zur Folge, daß die jungen
Mäd=
chen am folgenden Tage aufs Polizeiamt geführt wurden,
um hier, eine nach der anderen, nach dem Syſtem
Ber=
tillon gemeſſen zu werden und Fingerabdrücke zu geben.
Die deutſchen jungen Mädchen wurden alſo zu
gemein=
gefährlichen Verbrecherinnen geſtempelt. Von nun ab
nahm auch die Verpflegung einen fragwürdigen
Charak=
ter an, es gab Gefangenenkoſt im Penſionat. Von irgend
einem Unterricht war keine Rede mehr. Wozu noch etwas
lernen, wenn man jeden Tag mit der Möglichkeit zu
rech=
nen hatte, daß die jungen Mädchen ins Gefängnis geführt
werden könnten.
Dieſer Zuſtand währte Wochen hindurch. Briefe der
Eltern trafen nach den Verſicherungen der Vorſteherin
nicht ein, denn der Verkehr war geſperrt. Auch erklärte
man ihnen, es habe keinen Zweck, nach Deutſchland
zurück=
zukehren, denn das Deutſche Reich ſei nicht mehr da, die
tapferen engliſchen Truppen hätten Kiel erobert, die Ruſſen
Berlin zerſtört, die Franzoſen ganz Süddeutſchland
be=
ſetzt. Die Richtigkeit dieſer Angaben wies man ihnen an
der Hand der engliſchen Lügenblätter nach.
Endlich traf ein in London lebender deutſcher
Rechts=
anwalt, der vorzügliche Verbindungen beſaß, auf der Inſel
ein und ihm gelang es, die Gefangenen von der Inſel
Wight glücklich in die Heimat zu bringen. Damit war
nun Großbritannien von gefährlichen Feinden erlöſt!
Man möchte laut auflachen, wenn dieſe Sache nicht eine
Nummer 311.
Darmſtätder Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Seite 3.
haben ſich zahlreiche feindliche Offiziere und
Mannſchaf=
ten freiwillig ergeben, aber der größte entſcheidende
Schlag ſteht noch bevor. Ihr müßt darum aushalten
bis ans Ende. Der Feind muß hinunter, Ihr müßt
ausdauern, ihn nicht aus den Zähnen laſſen. Wir müſſen
ſiegen, wir wollen ſiegen und wir werden ſiegen.”
Vom Kriege in Südweſtafrika.
C) Ueber den deutſchen Sieg in
Zandfon=
tein und die Kriegsrüſtungen der Engländer in
Südweſtafrika geht dem Nieuwe Rotterdamſche Courant
ein Brief eines Berichterſtatters aus Johannesburg vom
8. Oktober zu, in dem es heißt:
„Erſt langſam erreichten uns hier die Nachrichten von
Einzelheiten über den Kampf bei Zandfontein, während
deſſen beinahe zwei Schwadronen des erſten Regiments
Kapländiſcher berittener Schützen ſowie eine Abteilung
Transvaaliſcher reitender Artillerie in die Hände der
Deutſchen fielen. Danach hielt es der Befehlshaber für
ratſam, einen vorgeſchobenen Platz, an dem ſich Gras und
Waſſer fand, mit einer Schwadron zu beſetzen, zumal die
Deutſchen dieſen Poſten offenbar aufgegeben hatten. Eine
zweite Schwadron und eine Abteilung reitender Artillerie
wurden ſpäter zur Verſtärkung nachgeſandt. Die
Waſſer=
ſtelle iſt aber nur durch einen Hohlweg zu erreichen. Das
benutzten die Deutſchen, indem ſie zurückgingen und die
Falle offen ließen. Die beiden Kanonen waren gerade
ausgeſpannt, als die Deutſchen begannen, ſie von einer
Erhöhung, die das ganze Tal mit der Waſſerſtelle
um=
zieht, unter Feuer zu nehmen. Die Verbündeten
beant=
worteten das Feuer ſofort und brachten die deutſchen
Ka=
nonen auch für eine kurze Pauſe zum Schweigen. Später
jedoch tauchte der Feind wieder auf, nahm den Hohlweg
in Beſitz und richtete ſein verheerendes Kanonenfeuer auf
die Engländer. Die ganze Mannſchaft der Geſchütze wurde
bis auf den führenden Leutnant getötet oder verwundet.
Gegen Mittag entſandte das Hauptquartier neue
Erſatz=
truppen, aber die deutſche Macht, etwa 2000 Mann,
ver=
eitelte jeden Verſuch. Kurz nach Mittag, als die
Muni=
tion verſchoſſen und die Stellung unhaltbar geworden
war, wurden die beiden Geſchütze unbrauchbar gemacht.
Als jede Hoffnung auf Entſatz unmöglich war, hißten die
Engländer und Afrikander die weiße Flagge. Oberſt
Grant fiel den Deutſchen verwundet in die Hände. Die
Deutſchen begruben zunächſt unſere Toten mit
militäri=
ſchen Ehren, bevor ſie an die Beerdigung der eigenen
gingen. Unſere Verwundeten werden gut behandelt.
Zwei Schwadronen, die vom Hauptquartier aus zu Hilfe
geeilt waren, wurden von den Deutſchen unter heftiges
Maſchinengewehrfeuer genommen und gaben ihren
Ver=
ſuch nach einigen Verluſten auf.” Nähere Nachrichten
über den Kampf bei Zandfontein, das zwiſchen
Oranje=
fluß und Warmbad liegt, hat der engliſche Zenſor nicht
durchgelaſſen und die Zeitungen ſuchen ſich über den
Ver=
luſt von zwei Kanonen und die Gefangennahme von 200
Mann zu tröſten..
Auch über die Rüſtungen gegen Deutſch=
Südweſt=Afrika werden einige Mitteilungen
ge=
macht. In den Lagern von Booyſens und Port Elizabeth
werden die Freiwilligen unterſucht, eingekleidet und in die
Anfangsgründe der Kriegskunſt eingeführt. Die
Schwie=
rigkeiten, neue Mannſchaften zu erhalten, ſind indeſſen
recht erheblich. Der Kreis der Männer, in dem
Kriegs=
freiwillige zu finden wären, iſt eng genug, ſodaß man
ſchon an den Aufruf waffenfähiger Männer zwiſchen 45
und 60 Jahren gedacht hat. General Botha begnügte ſich
alſo vorläufig auch mit 2000 Freiwilligen, während er
an=
fangs 7000 verlangt hatte; 213 ſollen bei den berittenen
Schützen und 1853 als Infanteriſten dienen. Anfangs
wurden viele Freiwillige wegen eines ſchlechten Gebiſſes
abgewieſen; jetzt wird man nachſichtiger, und die
Zahn=
ärzte ſuchen ihren Patriotismus zu beweiſen, indem ſie
falſche Gebiſſe auf Kredit einſetzen. Rhodeſia hatte der
Heeresleitung in England 500 Mann angeboten; aber
Kitchener hat geantwortet, daß die 500 Mann in
Süd=
afrika nützlicher verwendet werden können. Bei der neuen
Wendung der Dinge in Süd=Afrika wird das
zweifel=
los noch in viel höherem Maße der Fall ſein, als
Kitche=
ner ſelbſt es ſich gedacht hat.
Das Verlagen der Entente=Politik.
* Wien, 9. Nov. Die Neue Freie Preſſe weiſt auf
das militäriſche Verſagen der Entente=Politik
hin, die weder im Weſten, noch im Oſten den Fran=
zoſen das Wenige geboten habe, was ſie erwartet hätten.
Das Kriegsergebnis ſei für England beſonders
ungün=
ſtig. Das engliſche Preſtige habe durch die Niederlagen
zu Lande und zur See und durch den Aufſtand in
Süd=
afrika gelitten. Der Plan, Rußland zur Herrſchaft über
das Schwarze Meer, Rumänien über den Balkan zu
ver=
helfen und Aegypten zu verſchlingen, ſei durch das
Ein=
greifen der Türkei vereitelt worden. Während die
Entente=
mächte zu einer Zerſtreuung ihrer Kräfte genötigt ſeien,
hätten Oeſterreich=Ungarn und das Deutſche Reich durch
den Anſchluß der Türkei neue Kräfte erworben.
Kenn=
zeichnend mit Rückſicht auf gewiſſe Trompetenſtöße in
den ruſſiſchen Siegesbulletins ſei aber die Meldung der
Londoner Morning Poſt die ſich bekanntlich lange
ge=
nug im Deutſchenhaß hervorgetan hat, daß die deutſche
Armee ihre beſten Truppen nach der jüngſt mitgeteilten
rückgängigen Bewegung aus Polen nach Weſten geſchickt
habe und der Druck der ruſſiſchen Heere noch zu weit vom
deutſchen Gebiet ſei, um ſich fühlbar zu machen; das
heißt ſagt die Neue Freie Preſſe, daß auch in London
freimütig zugegeben wird, daß Rußland, wenn es auch
den Mund voll nimmt, für die eigene Armee genug
Be=
tätigung hat und den Franzoſen im Weſten nicht helfen
kann.
Die Lage der Mazedonier in Serbien.
* Peſt, 10. Nov. Aus Sofia erhält das Blatt
Az Eſt die Meldung, daß die öſterreichiſch=ungariſche
Hee=
resleitung die Freilaſſung der in
Kriegsgefangen=
ſchaft geratenen ſerbiſchen Soldaten aus
Ma=
zedonien anordnet. Die erſte Gruppe der
Freigelaſ=
ſenen ſei aus dem Gefangenenlager bei Eſztergom
be=
reits in Sofia eingetroffen. Sie erzählten, die Serben
hätten die bulgariſche Bevölkerung von Mazedonien
zum Waffendienſt gegen Oeſterreich=Ungarn gezwungen
und ſie immer in die vorderſte Feuerlinie geſtellt. Die
Bulgaren gaben dem Zwange nach mit dem Vorbehalt,
bei der erſten Gelegenheit zu deſertieren. In den
Kämp=
fen um Viſegrad fochten Bulgaren aus Neuſerbien
not=
gedrungen mit, gingen aber, ſo bald ſie konnten, in das
öſterreichiſch=ungariſche Lager über. In Ungarn wurde
ihnen eine humane und freundliche Behandlung zuteil.
* Sofia, 10. Nov. Die aus dem Bezirk von Iſtip
entkommenen mazedoniſchen Flüchtlinge
ha=
ben eine dringende Vorſtellung an die zuſtändigen
Stellen des Königreiches gerichtet, in welcher ſie das
von ihren Frauen und Kindern erduldete Martyrium
ausführlich beſchreiben, dabei aber erklären, daß ſie trotz
aller Leiden den Mut nicht verlieren und zuverſichtlich
auf die baldige Verwirklichung der nationalen Wünſche
hoffen. Sie bitten inſtändig um Ergreifung von
Maß=
regeln, demit die unerträglichen Verfolgungen
unter der tyranniſchen Herrſchaft der Serben aufhören,
welche in blindem Haſſe gegen alles, was bulgariſch iſt
wüten und den ausgewanderten Mazedoniern nicht
ein=
mal erlauben, mit ihren Familien in Verbindung zu
tre=
ten und alle Briefe auffangen. — Die Serben haben alſo
von ihren engliſchen Bundesgenoſſen gelernt!
Die franzöſiſche Feldpoſt.
* Paris, 10. Nov. Der Temps kritiſiert das
völlige Verſagen der Feldpoſt und ſagt: Während
die Meinung berechtigt war, daß ſie nach dreimonatiger
Erfahrung nichts zu wünſchen übrig laſſen würde,
funk=
tioniert ſie mit organiſchen Stockungen. Ihre Pflicht,
die ſie übernimmt, unſere Soldaten und ihre Familien
nicht ohne Nachricht zu laſſen, erfüllt ſie in keiner Weiſe.
Proteſt über Proteſt, aber alles umſonſt. Die ſchönſten
Verſprechungen, aber kein Erfolg! Die ſyſtematiſche
Ver=
zögerung der Briefe, von der die Poſtverwaltung immer
faſelt, wäre noch verſtändlich, wenn es ſich um
Sendun=
dungen von Soldaten nach Hauſe handelte, aber gerade
dieſe kommen ziemlich ordnungsgemäß an. Die
Be=
ſtellung ins Feld aber iſt mangelhaft. In den Büros
häufen ſich die Sendungen, ſie bleiben zur Verſendung
liegen und werden wegen Mangel beſonders an
geſchul=
tem Perſonal nicht einmal ſortiert. Bei den Stäben gibt
es ziemlich viel unbeſchäftigte Leute, aus den
Nordgebie=
ten ſind viele jetzt Dienſtfreie geflohen, warum ſtellt man
dieſe nicht an? Aber die Poſtverwaltung trennt eine
hermetiſche Scheidewand von der Militärverwaltung. Die
Paketbeſtellung iſt ebenſo unzuverläſſig. Kann das nicht
die Familien und Krieger entmutigen?
Englands Vergewaltigung der Neutralen.
* Amſterdam, 9. Nov. Das Utrechtſche Dagblad
veröffentlicht einen Artikel von Profeſſor de Louter, in
welchem dieſer ſchreibt: Die engliſche Erklärung der
Nordſee als militäriſches Gebiet widerſpricht
dem Grundprinzip der Freiheit der offenen See, ſowie
der Nordſee=Erklärung der Mächte vom 24. April 1908.
Die Maßregel iſt beiſpiellos. Sie trifft den neutralen
Handel ins Herz, in erſter Linie den der Niederlande,
Dänemarks und Norwegens, aber auch den der
Vereinig=
ten Staaten. Der Verfaſſer fragt, ob nicht die
Neu=
tralen ſich zu einem nachdrücklichen Proteſt
vereinigen und die Vereinigten Staaten die Rolle des
Be=
ſchützers der neutralen Staaten übernehmen könnten.
* Rotterdam, 9. Nov. Der Nieuwe
Rotterdam=
ſche Courant ſchreibt in einem Leitartikel über die neueſte
britiſche Maßregel gegenüber dem neutralen
Han=
del: Es iſt kein Zweifel, daß das Recht der Neutralen,
das bei der Führung von Konterbande auf neutralen
Schiffen doch mindeſtens die Beſtimmung für wirkliches
Feindesland erheiſcht, vollkommen außer Acht gelaſſen
und hier eine Maßregel in Ausſicht geſtellt wird, die einer
Handelsblockade in einem neutralen Gebiet wunderbar
gleicht, welche omnium consensu durch den auch von
Eng=
land angenommenen Artikel 18 der Londoner Deklaration
für unzuläſſig erachtet wird. Es beſteht ebenſowenig
ein Zweifel, daß dieſe Maßregel in vollkommenem
Widerſpruch ſteht mit dem Grundſatz des freien
Ausfuhrhandels mit den neutralen Staaten,
wel=
cher Grundſatz uns von England durch die
gleichlauten=
den Artikel 7 und 2 der Haager Neutralitätsverträge von
1907 verbürgt iſt.
Schlechter Erfolg der engliſchen Rekrutierung.
* Amſterdam, 10. Nov. Die Times klagt über
die weniger günſtigen Reſutate bei der
Rekrutie=
rung. Die Anzahl der Rekruten iſt in der verfloſſenen
Woche mit jedem Tage geringer geworden. Nach
der Times iſt dieſe Tatſache darauf zurückzuführen, daß
man ſich nicht genug den Ernſt der Verhältniſſe vor
Augen führt. Man hofft, daß die Parlamentsſitzung in
dieſer Woche den nationalen Puls etwas ſchneller
ſchla=
gen laſſen werde, wenn die Miniſter erſt den Zuſtand
näher auseinandergeſetzt hätten.
* Amſterdam, 9. Nov. Die Nöte der engliſchen
Heeresverwaltung bei der Aufſtellung des neuen Heeres
werden nunmehr auch durch einen Bericht des Londoner
Berichterſtatters des Nieuwe Rotterdamſche Courant
be=
ſtätigt. Er ſchreibt, daß ſich täglich neue Schwierigkeiten
in bezug auf Bekleidung, Bewaffnung und
Verpflegung auftun. Die brennendſte Frage ſei
je=
doch die Beſchaffung der Offiziere deren Fehlen
die Ausbildung der Rekruten faſt völlig unmöglich macht.
Panik an der engliſchen Küſte.
* Berlin, 10. Nov. Holländiſchen Zeitungen
zu=
folge herrſcht infolge des letzten deutſchen
An=
griffs auf die engliſche Küſte unter den
Küſtenbe=
wohnern im öſtlichen England unbeſchreibliche Panik.
ſo ſchmerzliche Seite hätte. Wir könnten dieſe Blütenleſe
fortſetzen, wollen es aber an den oben gegebenen
Bei=
ſpielen genug ſein laſſen.
Fragen wir uns nun, wie es den engliſchen
Elemen=
ten, die ruhig in Deutſchland zurückgeblieben ſind, ergeht,
ſo ſind wir in der Lage zu berichten, daß es ihnen recht
gut ergeht. Man faßt ſie gleichſam mit Handſchuhen an,
behandelt ſie rückſichtsvoll und tut alles, um ihnen das
Leben bei uns ſo angenehm wie nur möglich zu geſtalten.
Wenn die Zeitungsnachrichten richtig ſind — und wir
haben keinen Grund, daran zu zweifeln — dann war man
in einer ſehr bekannten ſüddeutſchen Stadt ſo
liebens=
würdig und taktvoll, es ruhig mit anzuhören, wie in der
dortigen engliſchen Kirche für den Sieg der engliſchen
Waffen gebetet wurde! — Ja, wir Deutſchen haben viel
Takt, viel Zartſinn und Rückſichtnahme dem Ausland
gegenüber. Daß man uns zum Dank auch noch Barbaren
ſchimpft und uns nach jeder Richtung herabwürdigt, das
haben wir in Hinſicht auf unſer Verhalten den
Auslän=
dern gegenüber — als Strafe beinahe verdient.
Aber das wird anders werden — eine neue Zeit
bricht herein!
* Vom deutſchen Einmarſch in Oſtende. Die letzten
belgiſchen Soldaten im verlaſſenen Oſtende — was taten
ſie wohl? Was viele Tauſende vor ihnen getan: ſie
ver=
tauſchten ihre Uniform mit einem bürgerlichen Anzug,
und damit war der Reſt der belgiſchen Streitkräfte in
Oſtende von der Bildfläche verſchwunden. Luigi Barzini,
ein fliegender Berichterſtatter des Corriere della Sera,
wohnte dem nicht ſehr erhebenden Schauſpiele bei; Zeit:
15. Oktober, morgens zwiſchen 9 und 10 Uhr; Ort: enge
Gaſſe beim Fiſchmarkt; Perſonen: drei Soldaten. Der
Italiener meint, ſie hätten die Maskerade wohl irgendwo
gefunden; ganz richtig, aber vermutlich im eigenen
Tor=
niſter, was uns längſt als belgiſcher Brauch bekannt iſt.
Das wäre ja nun eine belangloſe Geſchichte; mehr
Be=
achtung aber wird der deutſche Leſer dem nun folgenden
Gegenſatz zuwenden, der Beſchreibung des deutſchen
Ein=
marſches in Oſtende wenn auch dieſer Vorgang nicht
mehr den Reiz der Neuheit hat:
10 Uhr morgens. Die Deutſchen müſſen vor der
Pforte ſtehen. Wir gehen zum Bürgermeiſter, um
Nach=
richt einzuholen. Ein ſchöner Flame mit blondem Bart
einem alten Bildnis ähnlich. „Reiſen Sie ſofort ab!” rät
er. „Die Deutſchen werden in zehn Minuten hier ſein.”
Und wirklich, bald darauf kommt ein Ulan aus der
Rich=
tung von Blankenberghe her raſch angetrabt, einen
Rad=
fahrer zur Seite. 10 Uhr 20 Minuten: die Eroberung
Belgiens ſo gut wie vollendet. Der Ulan, ein
Unteroffi=
zier, reitet über die Hafenbrücke, zum Bahnhofsplatz, und
ſchlägt, immer im Trab, den Weg zum Rathaus ein mit
der Sicherheit eines Ortskundigen und der
Gleichgültig=
keit eines Alltagsreiſenden. Er ſchaut geradeaus vor ſich
hin, ohne einen Blick auf die verlaſſene Stadt zu werfen,
in der er und ein Radfahrer die einzigen lebenden Weſen
zu ſein ſcheinen. Vor dem Rathaus hält er ſtill, beugt ſich
im Sattel und überreicht einem Ratsdiener einen Zettel.
Der Mann faßt den Wiſch an wie Feuer und
verſchwin=
det im Innern. Vermutlich die erſten Befehle für den
Bürgermeiſter. Dann wartet der Ulan, indem er ſeinem
Pferde den Hals ſtreichelt; der Radfahrer eilt im Fluge
zurück. In kurzen Zwiſchenräumen kommen nun
Grup=
pen von ſieben, acht Ulanen, vor ihnen Offiziere. Die
grauen Uniformen vervielfachen ſich. Bald erſcheinen ſie
auch auf dem Wege von Brügge her. Roſſehuf weckt den
Widerhall der totenſtillen Straßen; harte deutſche Befehle
erſchallen, und Streifwachen zerſtreuen ſich in die Stadt
hinein. Das Rathaus wird zum Hauptquartier; Eilreiter
gehen und kommen. Die Beſetzung Oſtendes wickelt ſich
in der einfachſten Weiſe ab. Reine Formſache, nichts von
kriegeriſchem Vorgehen. Die Truppen machen einen
vor=
züglichen Eindruck. Keine Müdigkeit, keine Unordnung;
die Pferde ſind in ausgezeichnetem Stande. Ganz grau,
ganz gleichmäßig, ſehen die Soldaten faſt aus wie aus
einer Gußform hervorgegangen, „made in Germany”
neueſte deutſche Ausfuhrware. Ihr Ausdruck in jenen
erſten Augenblicken hat nichts Verbindliches; er kündet
ernſten und harten Gleichmut. Sie wiſſen, daß ſie von
den Fenſtern her beobachtet werden und wollen nicht
zu=
vorkommend erſcheinen. Es ſind ohne Zweifel ſtrenge
Krieger, die als Beweisgründe leicht ein Viertelpfund
Blei gegen Bewaffnete oder Unbewaffnete verwenden
würden, wenn nicht gleich gehorcht wird. Eine Gruppe
ergreift Beſitz vom Telegraphenamt, eine andere vom
Bahnhof. Es wird uns klar, daß in kürzeſter Friſt auch
der Hafen beſetzt ſein wird, und daß es für uns Zeit iſt,
eilends unſere Jacht aufzuſuchen.
Und mit dieſer letzten Zuflucht, die ein Engländer
ihm geboten, erreicht der Berichterſtatter Dünkirchen.
C.K. Das Leben in den Kellern von Reims. Paolo
Scarfoglio, der bekannte italieniſche Schriftſteller, hat in
den erſten Tagen des November eine Fahrt längs der
Kampflinie an der Aisne im Zuge gemacht, bei der er
einen Einblick in die Verhältniſſe hinter den franzöſiſchen
Linien gewinnen konnte. Aus dem Eiſenbahnverkehr
konnte er feſtſtellen, daß von Soiſſons nach Oſten die Lage
der franzöſiſchen Front ſich ſeit dem Tage der Räumung
von Reims und Soiſſons nicht geändert hat; die deutſchen
Linien ſind noch etwa 10 Kilometer von den beiden
bom=
bardierten Linien entfernt, und nichts kann ſie aus den
Felshöhlen heraustreiben, in denen ſie ſich befeſtigt haben.
Der Zug nach Soiſſons ging an dieſem Tage nicht ab,
weil ihn die Deutſchen am Tage vorher mit einem
Gra=
natenſchauer empfangen hatten. Scarfoglio nahm daher
den Zug nach Chälons. „Der Zug iſt voll von
Flücht=
lingen” erzählt er, „die ſich kindlich freuen, wie jemand,
der der Gefahr entronnen iſt. Seltſames Volk. Es ſind
einige unter ihnen, die, nachdem ſie 40 Tage in einem
Keller geblieben waren, am 41. von der Panik ergriffen
wurden und in wilder Haſt flohen. Vielleicht kann man
in ihrem Fall aber auch nicht von Panik ſprechen. Es iſt
die phyſiſche Unmöglichkeit, eine allzu lange Zeit ſo
außer=
gewöhnlichen Lebensbedingungen zu widerſtehen, die eine
Wiederkehr des Lebens der römiſchen Chriſten in den
Katakomben zu bedeuten ſcheint. „Es roch ſehr ſchlecht
in den Kellern, mein Herr” ſagten ſie. Ich glaube es
gern. Wenn ich nicht irre, waren dieſe bürgerlichen Opfer
bei meinem Aufenthalt in Reims vor etwa 30 Tagen ſchon
ſeit zehn Tagen in den Kellern. „Aber was habt Ihr nur
in Euern Kellern gemacht?” Hier hat ſich wieder der
franzöſiſche Inſtinkt für die Häuslichkeit und das bequeme
Leben offenbart. Die guten Hausfrauen ergehen ſich in
der Schilderung von Einzelheiten. „Wir hatten unſere
Matratzen mitgenommen. Ich hatte all mein Gerät und
meine Stickerei bei mir, und ſo brauchte ich nicht wieder
die Treppen hinaufzuſteigen. Mein Keller war ſehr groß
und hatte verſchiedene Ausgänge. Man hatte ganz gute
Luft, aber es war ſehr ſeucht.‟ Der eine oder der andere
iſt in den großen Kellern der Champagnerfirmen geweſen,
die überall im Lande ſind und die jetzt als gemeinſamer
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Nummer 311.
In London ſeien bereits mehrere tauſend Flüchtlinge aus
dem Gebiet der Oſtküſte eingetroffen.
Der Rückgang des engliſchen Handels.
* London, 8. Nov. Nach dem Ausweiſe des
Han=
delsamtes betrug im Oktober der Wert der Einfuhr
51 559289 Pfund Sterling (etwa 1050 Millionen Mark),
was gegen den gleichen Monat des Vorjahres eine
Ab=
nahme um 20 170887 Pfund Sterling (etwa 400
Millio=
nen Mark) bedeutet. Der Wert der Ausfuhr belief ſich
in dem Monat Oktober auf 28601815 Pfund Sterling
(etwa 560 Millionen Mark) und hat gegen das Vorjahr
um 18020884 Pfund Sterling (über 360 Millionen
Mark) abgenommen.
Rußland und China.
* Leipzig. 9. Nov. Dem Leipziger Tageblatt
wird aus Kopenhagen gemeldet: Wie die hieſigen
Blät=
ter aus Petersburg melden, hat die ruſſiſche
Regie=
rung in Peking Proteſt erhoben gegen die
begon=
nenen ſtarken chineſiſchen Konzentrationen in der
Man=
dſchurei.
Der Druck der Entente auf Griechenland.
* Wien, 9. Nov. Die Südflawiſche Korreſpondenz
meldet aus Athen: Der Druck Englands und
Frankreichs, um Griechenland zur Aufgabe
ſeiner Neutralität zu veranlaſſen, iſt ſeit der
Er=
öffnung der Feindſeligkeiten mit der Türkei ſtärker
ge=
worden und verſetzt Griechenland unter allen
Balkan=
ſtaaten in die unangenehmſte Lage. Man befürchtet
na=
mentlich, daß England Griechenland zwingen werde,
ge=
gen die Türkei vorzugehen, bevor dieſes über die
Hal=
tung Bulgariens klar geworden iſt. Der Druck
Eng=
lands, der ſich auch in der Behinderung der Ausfuhr der
wichtigſten Produkte äußert, iſt umſo fühlbarer, als ſich
die ganze griechiſche Flotte in den Händen von
Englän=
dern befindet. Dem griechiſchen Admiral Kundurictis,
deſſen zweimonatiger Urlaub jetzt abläuft, mußte auf
Verlangen Englands ſein Urlaub verlängert werden,
was zu vielen Kommentaren Anlaß gibt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. November.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert: Zum
Oberſt=
leutnant Major und Bataillonskommandeur v.
Weſtern=
hagen (Heinrich) im Infanterie=Regt. Nr. 115; zu
Hauptleuten: die Oberleutnants v. Lyncker, Freiherr
v. Malapert gen. Neufville im Leibgarde=Inf.=
Regt. Nr. 115, Sachs im Inf.=Regt. Nr. 116, unter Enth.
von dem Kommando zur Dienſtleiſtung als 2. Offizier
beim Traindepot des 21. Armeekorps und Verſetzung in
das Inf.=Regt. Nr. 70, Firmenich im Inf.=Regt. Nr.
116, Herſing im Infanterie=Leibregiment Nr. 117,
v. Keiſer im Inf.=Regt. Nr. 118, Geppert,
Hart=
mann, Freſenius, Baur=Betaz, Zaepernick
im Feldartillerie=Regiment Nr. 61.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
wurde verliehen: Hauptmann d. L. Emil Schröder,
Kompagnieführer im Reſ.=J.=R. Nr. 221;
Regierungsbau=
meiſter Ernſt Morneweg, Ltn. d. Reſ. des Großh. Art.=
Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldart.=Regt. Nr. 25; Dr. Ludwig
Heß, Feldkriegsgerichtsrat beim 24. Armeekorps, 25. Reſ.=
Div.; Ingenieur Ltn. d. L. Max Bohnſtädt, der
in=
zwiſchen im hieſigen Krankenhaus ſeiner Verwundung
er=
legen iſt: Oberſt Freiherr v. Rotsmann, Kommandeur
des 1. Garde=Feldart.= Regts und Flügeladjutant Seiner
Majeſtät des Kaiſers, erhielt das Eiſerne Kreuz 1. Klaſſe;
ferner erhielt das Eiſerne Kreuz: Unt.=Off. Gg. Klepper
(Sohn des Wagnermeiſters Chr. Klepper) von der 5.
Kom=
pagnie des Leibgarde=Inf.=Regts. Nr. 115.
* Die Heſſiſche Tapferkeitsmedaille wurde verliehen:
dem Hauptmann d. L. Spamer im Reſ.=Feldart.=Regt.
Nr. 25; Major Wengemann, Major Krug von
Nidda, Hauptmann v. Gilſa, Oberl. d. Reſ.
Fre=
ſenius.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Samstag, den 21. November, lautet:
1. Erbauung einer Kreisſtraße von Ober=Moſſau nach
der Spreng. 2. Reklamation gegen die
Bürgermeiſter=
wahl zu Hetſchbach. 3. Klage des Oberbürgermeiſters
der Stadt Offenbach gegen den ſtädtiſchen Hafenmeiſter
Armbruſter auf Dienſtentlaſſung im
Diſziplinarver=
fahren. — Die Tagesordnung zur Sitzung des
Provinzialausſchuſſes der Provinz Starkenburg am
Samstag, den 28. November, lautet: 1. Klage des
Land=
armenverbands Dieburg gegen den Ortsarmenverband
Darmſtadt wegen Erſtattung von
Krankenhauspflege=
koſten für das Dienſtmädchen Sophie Boll von Diebur .
2. Geländeenteignung in der Gemarkung Nieder=Kling
für die zu erbauende Kreisſtraße von Lengfeld ach
Nieder=Klingen. 3. Klage des Ortsarmenverba
Lüdenſcheid gegen den Ortsarmenverband Bürſtade
wegen Erſtattung von Unterſtützungskoſten für den
Dachdecker Valentin Gärtner.
— Großh. Hoftheater. Heute wird auf B 8
Gogols „Reviſor” wiederholt, von deſſen großem Erfolg
bei der hieſigen Erſtaufführung auch auswärtige Blätter,
ſo unter anderen die Neue Freie Preſſe in Wien,
aus=
führliche Berichte brachten. Die Neue Freie Preſſe
ſchreibt u. a.: Die Gogolſche Komödie, die auch heute
an Aktualität nichts zu wünſchen übrig läßt, fand bei
einer glänzenden Aufführung am Darmſtädter
Hof=
theater den ſtärkſten Beifall von Publikum und Preſſe.
Die heutige Aufführung des „Reviſors”, der ſtärkſte
Schauſpiel=Erfolg dieſer Spielzeit, iſt die dritte. Als
Vorſtellung für die Garniſon wird am Freitag „Die
Anna=Liſe” von Herſch, am Samstag nachmittag
als Schülervorſtellung „Wilhelm Tell” in Szene
gehen. Samstag abend wird zum erſtenmal als
Volks=
vorſtellung „Das Huſarenfieber” gegeben. Die
Wieder=
aufnahme dieſes köſtlichen deutſchen Militärſchwankes
in den Spielplan wurde hier und überall mit großer
Freude begrüßt.
Generalmuſikdirektor Felix von Weingartner
iſt Montag in Darmſtadt eingetroffen, nachdem er am
Sonntag noch in Wien das erſte Philharmoniſche
Konzert dirigiert hatte und hat ſogleich mit den Proben
zu „Fidelio” begonnen. Das allgemeine Intereſſe, das
ſih für die erſte Opernaufführung unter Weingartners
Leitung, den „Fidelio” (Donnerstag, den 12. auf C 10),
kundgibt, äußert ſich auch in zahlreichen
Billett=
beſtellungen aus der näheren und weiteren Umgebung.
Weingartner, der ſeinen Weltruf als Dirigent des
„Fidelio” und der Beethovenſchen Sinfonien begründete,
wird am Sonntag Triſtan und Iſolde” und am Montag
as zweite Hofmuſikkonzert dirigieren. Am Mittwoch,
den 18., geht Weingartners „Kain und Abel”, deſſen
ußergewöhnlicher Erfolg bei den vorjährigen
Feſt=
ſpielen noch in aller Erinnerung ſein dürfte, in Szene.
An dieſem Abend wirkt Lucille Marcel=Weingartner
als Ada mit.
* Kunſtverein. Die im Kunſtverein (Rheintor) von
er „Freien Vereinigung Darmſtädter Künſtler”
veran=
ſtaltete Heſſiſche Kunſtausſtellung, welche
ſeit=
her unverändert weiter geöffnet war, iſt nur noch kurze
Zeit (eine Woche) zu ſehen. Das Eintrittsgeld für
Nicht=
mitglieder iſt für die weitere Dauer der Ausſtellung auf
50 Pfg. ermäßigt worden; Mitglieder des Kunſtvereins
haben freien Eintritt. Wir machen nochmals darauf
auf=
merkſam, daß die überaus wohlgelungene Ausſtellung
zahlreiche Meiſterwerke heſſiſcher Künſtler und neuerdings
auch eine Reihe von Stiftungen zugunſten des
Roten Kreuzes enthält. Es wäre im Intereſſe der
guten Sache ſehr erwünſcht, wenn unſere wohlhabenden
Kunſtfreunde die gute Gelegenheit ergreifen wollten,
her=
vorragende Kunſtwerke zu ſehr mäßigem Preis zu
er=
werben. Die Direktion der Gemäldegalerie des
Groß=
herzoglichen Landesmuſeums hat auf der Ausſtellung
kürzlich nachſtehende Werke erworben: Adolf Beyer,
Bildnis eines jungen Mannes (Oelgemälde); Leo
Kay=
ſer, Landſchaft bei Arheilgen (Radierung); Heinrich
Otto, Eifellandſchaft (Radierung): Emil
Preeto=
rius, Titelzeichnung zu Charles Sealsfields „Exotiſche
Kulturromane” (Federzeichnung); Wilhelm
Thiel=
mann, „Vor dem Backhaus” (Rötelzeichnung) und „Die
Schafſchur” (Radierung); Jakob Weinheimer,
Wal=
chenſee (Radierung).
* Weihnachtsausſtellung in der Kunſtausſtellung.
Auf die in der heutigen Nummer enthaltene Einladung
an die Darmſtädter Künſtler zur Beſchickung der
dies=
jährigen Weihnachtsausſtellung in der
Kunſt=
halle, hier, ſei beſonders aufmerkſam gemacht.
* Auskunft über Verwundete und Vermißte. Immer
noch tun ſich anläßlich des Kriegszuſtandes Aus=
kunftsſtellen über Verw undete und
Ver=
mißte auf. Die Tätigkeit ſolcher privater
Auskunfts=
ſtellen widerſpricht den militäriſchen Intereſſen und
verboten; ſie dient auch nicht dem Intereſſe des
Publi=
kums, da die Arbeiten ſolcher Inſtitute gar nicht
kontrol=
lierbar ſind und die gegebenen Auskünfte im beſten
Falle den Auftraggeber nicht zeitiger erreichen können, als
die koſtenlos gewährten Auskünfte der amtlichen Stelle
des Kriegsminiſteriums in Berlin,
Dorotheen=
ſtraße 59.
* Ausbeuter vaterländiſcher Opferwilligkeit. Die
Reiſenden einer Berliner Buchhandlung mit nationaler
Firma ſuchen die zurzeit herrſchende große Opferwilligkeit
des deutſchen Volkes in folgender Weiſe auszubeuten:
Sie erſcheinen zu zweit in den Häuſern und gerade bei
ſolchen Perſonen, die für den Bücherkauf beſonders zu
haben ſind, ſo bei den Angehörigen des Lehrerſtandes. In
ihrer Redegewandtheit erzählen ſie, ſie ſammelten Beiträge
für die Kriegsinvaliden. Der Beitrag ſei wöchentlich 30 Pf.
oder vierteljährlich 5 Mk. Es handle ſich um eine gute
Sache. Schon viele Unterſchriften hätten ſie daher
erhal=
ten. Den Beitragszahlern werde eine „Ehrengabe” in
Geſtalt des Werkes „Kaiſer Friedrich=Gedächtniswerk”
ge=
liefert. Auf die Frage, wie lange ſich denn die
Beitrags=
zahler zu verpflichten hätten, antworten ſie ein oder
ein=
einhalb Jahr. Viele vertrauen ihren Angaben und
un=
terſchreiben auch einen Schein, den die Reiſenden ſo
ge=
faltet haben und verdeckt halten, daß die
Unterſchreiben=
den gar nicht den über ihrer Unterſchrift ſtehenden Text
leſen können. In Wirklichkeit handelt es ſich bei der Sache
um die Beſtellung des oben genannten Werkes zum Preiſe
von 60 Mk. Schildert man nun der Firma ſelbſt den
Her=
gang der Verhandlungen, ſo verteidigt ſie noch ihre
Rei=
ſenden und beharrt bei der Beſtellung. Es iſt dringend
erforderlich, daß gegen derartige betrügeriſche
Handlungs=
weiſe ganz energiſch von den Behörden vorgegangen wird,
venn nicht die heute herrſchende Opferfreudigkeit eine
große Einbuße erleiden ſoll. Einſchlägige Beſchwerden
wolle man ſofort der nächſten Polizeibehörde oder der
Kommiſſion zur Bekämpfung der Schwindelfirmen,
Stadt=
haus Rheinſtraße, Zimmer 9, melden.
* Gegen den Aberglauben. In bewegten Zeiten
blüht leider auch ſtellenweiſe der Aberglaube, und
ſucht ſich ſeine Opfer unter denen, „die nicht alle werden”
Phrenologen und Wahrſager bieten ſich an und
auch der religiöſe „Kettenbrief” taucht wieder auf.
An ſich ein harmloſes Gebet, iſt er doch geeignet, Unheil
zu ſtiften, da er neun Tage hintereinander einem anderen
lieben Menſchen ohne Unterſchrift zugeſandt werden muß;
wer dies verabſäumt, dem droht Unheil. Es liegt klar
zutage, daß das ein Unfug iſt, vor dem gewarnt werden
muß.
* Die Petroleumverſorgung. Eine hieſige Firma
ſchreibt uns: „Wir finden in Nr. 308 Ihres geſchätzten
Blattes eine Notiz, betreffend „Petroleumverſorgung”, in
welcher die Mannheim=Bremer Petroleum=A.=G.
Mann=
heim mitteilt, daß Petroleum noch in größeren Mengen
vorhanden ſei. Wir erlauben uns darauf hinzuweiſen,
daß am dortigen Platze ebenſo wie in den meiſten anderen
Städten von den Petroleum=Geſellſchaften nur ein
Bruch=
teil (etwa 25—50 Prozent) des Vorjahrsbedarfes geliefert
wird. Infolgedeſſen ſind ſämtliche Kleinhändler nicht in
der Lage, der Nachfrage nach Petroleum gerecht zu
wer=
den.” — Wir geben der Zuſchrift gern Raum, da ſonſt
im Publikum die Auffaſſung entſtehen könnte, daß der
Kleinhändler etwa an der mangelnden Verſorgung mit
Petroleum die Schuld trägt. Eine Einſchränkung des
Pe=
troleumverbrauchs iſt alſo unbedingt notwendig.
* Der Chriſtliche Verein junger Männer „Wartburg”
(Schutzherr: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog), ſo ſchreibt
man uns, blickt in dieſen Tagen auf vollendete 12 Jahre
Vereinsarbeit an Darmſtadts heranwachſender
männ=
licher Jugend zurück, 12 harte, arbeitsreiche Jahre. Viele
Beſtrebungen mit edlen Zielen und Zwecken ſind in
jüng=
ſter Zeit auf dem Plan, die Jungmännerwelt an ſich zu
ziehen; doch die Pioniere auf dem Gebiete der
Jugend=
pflege ſind unſtreitig die chriſtlichen Jungmännervereine.
Wenn dieſe Vereine nur einen verhältnismäßig kleinen
Teil der Jugend erreichten, ſo lag das wohl einesteils in
der Eigenart dieſer Vereine, zum weitaus größten Teile
aber daran, daß man ihnen in vielen Kreiſen trotz
völli=
ger Unkenntnis ihrer wirklichen Arbeit ablehnend, ja
ſo=
gar feindlich gegenüberſtand. Und doch gerade in der
Eigenart dieſer Bewegung lag ihr Erfolg. Außer der
Verkündigung von Gottes Wort wird im Verein die
Muſik und das Turnen gepflegt, belehrende Vorträge
wer=
den abgehalten, Spiele, Tageszeitungen und eine nach
Tauſenden von Bänden zählende Bücherei ſtehen den
Mit=
gliedern zur Verfügung. Die zahlreichen Freunde und
Gönner des Vereins werden hoffentlich nicht allzu ſehr
enttäuſcht ſein, daß dieſes Jahr das um dieſe Zeit
regel=
mäßig abgehaltene Jahresfeſt, gleich dem im September
allfährlich ſtattfindenden Käſtchenfeſt, im Hinblick auf das
Kriegsjahr ausfällt. Erwähnt ſei noch, daß aus den
Reihen des Vereins ein ſehr hoher Prozentſatz kämpft,
zum größten Teile freiwillig, für des Vaterlandes
Frei=
heit und Ehre.
— Das Bureau Frauenhilfe hat von jetzt ab die
Telephonnummer 2419.
Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank.
— Die ſtille Liquidation der
Landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank in
Darm=
ſtadt hat in der letzten Zeit bedeutende
Fort=
ſchritte gemacht. Die Schwierigkeiten, die der
Land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank erwachſen ſind, ſind
bekanntlich zum großen Teil dadurch herbeigeführt
wor=
den, daß die frühere Leitung der Bank außerordentlich
große Summen bei der Reichsgenoſſenſchaftsbank in
Frank=
furt a. M. feſtgelegt hat und daß letztere ihre Zahlungen
einſtellen mußte. Das Engagement beläuft ſich auf nicht
weniger als rund acht Millionen Mark.
Nach ſchwierigen Verhandlungen iſt es nunmehr
ge=
lungen, eine befriedigende Ver ſtändigung
mit der Reichsgenoſſenſchaftsbank
herbeizu=
führen. Im Hinblick auf die ſchweren Verluſte, welche
das heſſiſche Genoſſenſchaftsweſen erleidet, haben die
übrigen Gläubiger der Reichsgenoſſenſchaftsbank auf
ihre Forderungen zugunſten der Landw.
Genoſſenſchaftsbank in Darmſtadt
ver=
zichtet und die Werte der Reichsgenoſſenſchaftsbank
wurden der Landw. Genoſſenſchaftsbank zur
Verrech=
nung auf ihre Forderung überwieſen. Gleichzeitig wurde
von genoſſenſchaftlicher Seite im Reiche
ein erheblicher Barbetrag zur Deckung der
ſon=
ſtigen baren Verpflichtungen der
Reichsgenoſſenſchafts=
bank aufgebracht, damit die Landw. Genoſſenſchaftsbank
in Darmſtadt hierdurch nicht belaſtet wird.
Die Landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsbank löſt die
Sicherheiten, die die Reichsgenoſſenſchaftsbank bei der
Landwirtſchaftlichen Hypothekenbank in Frankfurt a. M.
geſtellt hat, aus, ſo daß die Landw. Hypothekenbanl
Zufluchtsort für einen großen Teil der Bevölkerung
die=
nen. Ich habe einen davon beſucht. Es ſind richtige
Katakomben, die Tauſende von Quadratmetern umfaſſen
und jedem Bombardement widerſtehen können. Sie ſind
das Glück des Volkes in Reims und Epernay geweſen.
„Dort”, erklären die Flüchtlinge, „konnte man ganz gut
bleiben. Alle hatten ihr Stroh mitgebracht, und es war
ſehr warm. Es war nur ungebildetes Volk darunter,
das Stockfiſch auf Kohlenbecken kochte, und dieſer Geruch
war unerträglich. Zum Wärmen der Leute, die da
zu=
ſammengekommen waren, knallten die Pfropfen der
Cham=
pagnerflaſchen zu Tauſenden die ganze Nacht hindurch.
Es war ein unterirdiſches Bombardement. Was noch
übrig iſt, wird ſauer ſein, Herr. " Glücklicherweiſe
enthalten die Keller von Epernay, die viel mehr geſchont
wurden, noch viele Millionen Flaſchen. Der Krieg in
der Champagne droht für immer die altberühmten
Wein=
berge zu zerſtören wie die Niederlagen des beſten Weins
der Welt. Die Erzählungen der Flüchtlinge beſtimmen
mich, meine Reiſe nach Oſten zu unterbrechen, um nach
Chäteau=Thierry zurückzukehren und nach Reims zu
ge=
langen. In Château=Thierry treffe ich einen anderen Zug
von Flüchtlingen: ſolche aus den erſten Wochen, die jetzt
nach Reims zurückkehren wollen, um ſich zu vergewiſſern,
ob ihr Haus noch ſteht . .
* Kriegsſtrümpfe zur Benutzung. Der
Manu=
fakturiſt brachte dieſer Tage ein Stimmungsbildchen aus
Hannover, aus dem wir folgende Stellen wiedergeben:
An Wochentagen iſt in der „Stadthalle‟ Konzert.
Patrio=
tiſche Weiſen dringen zu dem wolkenloſen blauen Himmel
empor. Man plaudert von Krieg und Politik, von
Gatten, Söhnen und Brüdern, die draußen im Felde
ſtehen, es plätſchern die rieſigen, abends in allen Farben
ſchillernden Springbrunnen, und die Stricknadeln raſſeln.
Ja, die Stricknadeln! Ein Unbefangener, der von den
Kriegsereigniſſen nichts weiß, würde an den Stricknadeln
erkennen, daß etwas nicht ganz im Lote iſt. Denn wie
ſollten in alle ſchmalen, wohlgepflegten, mit Brillanten
beringten Hände die Stricknadeln kommen? Wie ſollte
ſich ſo plötzlich eine große Strumpfinduſtrie auftun, die
Wollſocken, Pulswärmer und Leibbinden herſtellt? Und
am Ausſchank” (das Wort Büfett” iſt vermieden) ſteht
ein Körbchen mit einem Dutzend Strickzeugen mit der
Aufſchrift „Kriegsſtrümpfe zur gefl. Be=
nutzung”, und jede Dame bedient ſich, ſtrickt weiter, wo
die Vorgängerin aufgehört hat. Der Wirt ſtellt die
Wolle zur Verfügung.
* Die patriotiſchen Nöte des engliſchen
Briefmarken=
ſammlers. Die Ausgabe der deutſch=belgiſchen
Brief marken hat den engliſchen
Briefmarkenſamm=
ler in einen ſchweren Seelenkampf geſtürzt, aus dem er
ſelbſt offenbar keinen Ausweg zu finden weiß, denn die
Weſtminſter Gazette hielt es für nötig, in der Nummer
vom 26. Oktober die folgenden Belehrungen für die
Oef=
fentlichkeit mitzuteilen: Der Briefmarkenſammler ſteht
vor einer Gewiſſensfrage, die gleichzeitig auch dem Gebiet
des Wirtſchaftslebens angehört. Die Deutſchen haben
Briefmarken für Belgien ausgegeben, und die Belgier
zeigen wenig Neigung, dieſe zu gebrauchen. In künftigen
Jahren ſind dieſe Marken wahrſcheinlich für Sammlungen
wertvoll, aber wenn ſie jetzt in großen Mengen gekauft
werden, wird nicht nur die Einnahme den Feind
unter=
ſtützen, ſondern der Ankauf in großen Mengen ſetzt auc
ſchließlich den Wert herab. Werden die Briefmarken nicht
gekauft, ſo werden einzelne Exemplare ſpäter hohe Preiſe
bringen. Ein Sammlerinſtinkt iſt hier im Kampfe mit
patriotiſchen Beweggründen, doch glauben wir, für den
Sammler gibt es nur einen Weg. Er darf jetzt nicht
kau=
fen, ſelbſt wenn hohe Preiſe ihn zukünftig, wenn Ankäufe
die deutſchen Hilfsquellen nicht ſtärken, daran hindern,
Eremplare zu erwerben. Das iſt bezeichnend für den
Schachergeiſt der Engländer: die ganze Welt ſteht in
Flammen und John Bulls Trödlerſeele wägt
Briefmar=
kenpreiſe und vaterländiſche Denkungsart
gegeneinan=
der ab.
— Die Schweſter Lord Fiſhers in Deutſchland. Unter
den Engländern, die ſich in Deutſchland befinden, iſt auch,
wie engliſche Blätter mitteilen, die Schweſter des jetzt zum
Erſten Seelord ernannten Admirals Lord Fiſher, Mrs.
Neeld. Sie begleitete ihren Gatten, den Admiral R
R. Neeld, nach Bad Nauheim, wo der Admiral
Ge=
neſung von ſeinem Herzleiden ſuchte. Admiral Neeld,
Lord Fiſhers Schwager, wird nun hoffentlich das
Schick=
ſal der anderen Engländer teilen müſſen. Seiner Frau
wurde ſchon vor einiger Zeit die Erlaubnis erteilt, aus
Nauheim nach England zurückzureiſen; ſie nahm aber
dieſes Anerbieten nicht an, ſondern wollte bei ihrem
Manne bleiben.
Sette 3.
Nummer 311.
Darmſtadter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Frankfurt a. M. wieder das Pfandbriefprivileg erhält und
flott wird. Unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß das
Pfandbriefprivileg erteilt wird, hat die geſtern in
Frank=
furt abgehaltene Aktionär=Verſammlung der
Reichs=
genoſſenſchaftsbank den Vereinbarungen zugeſtimmt und
die Liquidation der Reichsgenoſſenſchaftsbank beſchloſſen.
Hierdurch werden auch die erheblichen
Verwaltungs=
koſten der Reichsgenoſſenſchaftsbank, die letzten Endes
der Landw. Genoſſenſchaftsbank zur Laſt fallen würden,
für die Zukunft erſpart.
Durch dieſe Maßnahmen wird die ſtille Liquidation
der Landw. Genoſſenſchaftsbank in Darmſtadt zum Beſten
der heſſiſchen Genoſſenſchaften in erfreulicher
Weiſe gefördert. Es iſt anzunehmen, daß die
wenigen heſſiſchen Genoſſenſchaften, die ſeither der ſtillen
Liquidation noch nicht zugeſtimmt haben, ſich der
güt=
lichen Verſtändigung nunmehr alsbald anſchließen
werden.
Feldpoſtpakete.
D Die eingegangenen Reklamationen über
unpünktliche Zuſtellung von Paketen an Truppen
im Felde gaben dem ſtellvertretenden
Generalkomman=
do des 18. Armeekorps Veranlaſſung, eine
Kommiſ=
ſion ins Feld zu entſenden, welche die ausdrückliche
Auf=
gabe hatte, nach vermißten Sendungen zu recherchieren
und dieſe mit einer Reihe neuer Waggonſendungen der
Beſtimmung zuzuführen. Die Reiſe, welche im Laufe der
letzten Woche ausgeführt wurde, hat das befriedigende
Reſultat ergeben, daß nunmehr alle Sendungen für das
18. Armeekorps an dem Schlußpunkt der Bahnlinie
weitergeführt werden konnten. Der vom
Generalkom=
mando beauftragte Kommiſſar war in der Lage,
perſön=
lich mit dem Generalkommando des 18. Armeekorps im
Felde zu verhandeln und die Auslieferung von rund
80000—100000 Paketen am Orte des
Generalkomman=
dos zu veranlaſſen. Bei dieſer Rückſprache hat ſich
her=
ausgeſtellt, daß die Verabfolgung der zahlreich
eingehen=
den Pakete dadurch weitere Verzögerung erleiden muß,
daß von einzelnen Abſendern teilweiſe Sendungen im
Gewicht von 10 bis 20 Kilogramm, umfaſſend 6 bis 8
Pakete, an einzelne Offiziere und Mannſchaften
übermit=
telt worden waren. Das Generalkommando im Felde
erklärte dem Kommiſſar, daß eine Verabfolgung derartig
großer Mengen jeweils nach Lage des Gefechts auf
Schwierigkeiten ſtoße, zumal eine Reihe von
Regimen=
tern ſich zurzeit in vorgelagerten Schützengräben befinde,
und auch durch die weitverzweigten Stellungen nicht
bin=
nen kurzem erreicht werden könne. Die Abſender der
Pakete müſſen daher damit rechnen, daß die
Verabfol=
gung der Sendungen nur in geeigneten Zwiſchenräumen
erfolgt und auch dann nur zu ermöglichen iſt, wenn die
einzelnen Offiziere und Mannſchaften im Felddienſt
ab=
gelöſt werden und von ihrem zeitweiligen Standorte
zur=
rückkehren.
Die weiteren Unterſuchungen der abgeſandten
Kom=
miſſion erſtreckten ſich auf die vielfachen Klagen
bezüg=
lich der Sendungen, die offen oder teilweiſe ihres
In=
haltes beraubt am Beſtimmungsorte anlangen ſollen.
Dieſe Klagen ſind bezüglich Paketen vollſtändig
unbe=
rechtigt.
Es hat ſich gezeigt, daß die Waggonſendungen gut
verplombt bis an die Endſtation gelangen und dort von
den Kraftwagen=Kolonnen der Korps oder der den
Fuhr=
werken der einzelnen Regimente pünktlich in
Emp=
fang genommen werden. Durch die weite Reiſe ſind
ſelbſtverſtändlich Beſchädigungen niemals zu vermeiden;
insbeſondere gilt dies von leicht verderblichen Sachen,
wie Obſt, Fleiſchwaren oder ſchlecht verpackten
Flüſſig=
keiten, die, trotz wiederholter Mahnungen in der Preſſe,
immer noch zum Verſand gelangen. Auch ungenaue
Adreſſierungen ſind vielfach Anlaß zu einer Reihe von
Verzögerungen, da in den weiter zurückliegenden
Etappen=Inſpektionen dieſe Pakete nochmals geordnet
und richtiggeſtellt werden müſſen.
Der Erfolg dieſer erſten Reiſe veranlaßt das St.
Generalkommando nunmehr, beginnend am Dienstag,
den 10. November, eine weitere Reiſe in das Gebiet des
18. Reſ.=A.=K. und der angeſchloſſenen Formationen zu
unternehmen, damit auch dort die
Beförderungsangele=
genheiten geregelt werden und die Zuführung der Pakete
beſchleunigt wird. Beſonders jetzt bei der bevorſtehenden
Weihnachtszeit dürfte es ſich empfehlen, die Abſendung der
Pakete frühzeitig zu veranlaſſen, damit der Zeitpunkt der
Ankunft eingehalten werden kann. Trotz aller
Beſchleu=
nigung muß damit gerechnet werden, daß 3 bis 4 Wochen
ſelbſt bei geregeltem Eiſenbahnverkehr im Feindesland
vergehen, ehe die Pakete ihrem Beſtimmungsorte
zugäng=
lich gemacht werden können. Es wird daher darauf
auf=
merkſam gemacht, daß ab Mitte November die
Aufliefe=
rung der Pakete an den bereits bekanntgegebenen
Stellen erfolgen kann; gleichzeitig wird nochmals
drin=
gend erſucht, den Umfang der Pakete nach Möglichkeit zu
beſchränken und nur Waren abzuſenden, welche die
Reiſe=
dauer von 3 bis 4 Wochen auch wirklich vertragen können.
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, 10. November.
Fiesko.
W-l. Zur Feier von Schillers Geburtstag ging heute
deſſen Trauerſpiel „Fiesko” das trotz ſeines Mangels
an Einheitlichkeit und Konzentration der Handlung ſtets
eines ſtarken Bühnenerfolges ſicher iſt, in neuer
Einſtudie=
rung wieder in Szene. Die Rolle des Fiesko ſpielte
erſt=
malig Herr Ehrle, der für die Darſtellung des
kompli=
zierten Charakters des Intriganten zwar reichlich
jugend=
lich ſchien, trotzdem aber dem „ſchlanken, ſchönen Mann
von ſtolzem Anſtande und geſchmeidigem Weſen” eine
glaubwürdige Verkörperung verlieh. Vielleicht hätte an
Stelle des jugendlichen Pathos, zu dem die Rolle leicht
verleitet, mehr der Ton des überlegenen Weltmannes
treten können, der dem Charakter der Rolle mehr
ent=
ſpricht. Eine hervorragende Leiſtung war der Mohr des
Herrn Weſtermann, der das ſpitzbübiſche Faktotum
des ehrgeizigen Fiesko mit ebenſo erſtaunlicher
körper=
licher Beweglichkeit wie ſchauſpieleriſcher Kunſt und
Viel=
ſeitigkeit zur Darſtellung brachte. Herr Baumeiſter
charakteriſierte Gianettino als brutalen Gewaltmenſchen
im Sinne der Rolle, Herr Hacker war ein würdiger
Vertreter des Dogen. Den ehrenhaften Hüter der
repu=
blikaniſchen Tradition, den alten Verrina, ſpielte Herr
Heinz, der für ſolche Rollen berufen iſt; die übrigen
Verſchworenen wurden durch die Herren Schneider,
Kroczak und Thomſen, der Lomellino durch Herrn
v. Wolzogen dargeſtellt. Fräulein Alſen als ſtolze
Kokette Imperiali und Fräulein Pils als Gräfin
Leo=
nore und Repräſentantin edler Weiblichkeit ergänzten das
Zuſammenſpiel in erwünſchter Weiſe. Die Regie hatte
Herr Baumeiſter. Die Inſzenierung bot hübſche und
ſtilvolle Einzelbilder. Sehr effektvoll war der Saal
Fies=
kos mit der anſteigenden großen Treppe im Hintergrund
im vierten Akte.
Seitens des Generalkommandos des 18. Armeekorps im
Felde wurde noch beſonders darauf hingewieſen, daß jetzt
alle Truppen hinreichend mit Wollſachen verſehen
ſind, dagegen dauernd Mangel an Rauchmaterial herrſcht
und daß auch gut verpackte Spirituoſen, Taſchenlaternen,
Kerzen, ſowie haltbare Kolonialwaren dankbar
entgegen=
genommen werden.
Feldpoſtbriefe bis 500 Gramm.
D Feldpoſtbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über
250 Gramm bis 500 Gramm ſind für die Zeit vom 15.
bis einſchließlich 21. November von neuem
zugelaſſen. Die Gebühr beträgt 20 Pfg.
Die Vorſchriften über die Verpackung ſind
wäh=
rend der erſten Zulaſſungszeit leider vielfach nicht gehörig
beachtet worden. Infolgedeſſen ſind zahlreiche Päckchen
mit Wareninhalt ſchon bei den Poſtſammelſtellen
beſchä=
digt und mit teilweiſe verdorbenem Inhalt angekommen.
Um der Wiederkehr ſolcher Erſcheinungen vorzubeugen
wird nochmals dringend empfohlen, zur Verpackung nur
ſehr ſtarke Pappkartons, feſtes Packpapier oder
dauerhafte Leinwand zu verwenden. Für die
Wahl des Verpackungsſtückes iſt die Natur des Inhaltes
maßgebend zerbrechliche Gegenſtände ſind ausſchließlich
in ſtarken Kartons nach vorheriger Umhüllung mit Papier
oder Leinwand zu verpacken. Die Päckchen, auch die mit
Klammerverſchluß verſehenen, müſſen allgemein mit
dauerhaftem Bindfaden feſt umſchnürt
wer=
den, bei Sendungen von größerer Ausdehnung in
mehr=
facher Kreuzung.
Die Aufſchriften ſind auf die Sendungen
nieder=
zuſchreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu
befeſti=
gen, und müſſen deutlich und richtig ſein. Auf die
Ver=
ſendung kleiner Bekleidungsſtücke und
Gebrauchsgegen=
ſtände braucht ſich der Päckchenverkehr nicht zu beſchränken.
Es ſind auch Lebens= und Genußmittel
zu=
läſſig, aber nur ſo weit, als ſie ſich zur Beförderung
mit der Feldpoſt eignen. Ausgeſchloſſen ſind leicht
ver=
derbliche Waren, wie friſches Obſt, Butter, Fett, friſche
Wurſt; ferner feuergefährliche Gegenſtände, wie Patronen,
Streichhölzer und Taſchenfeuerzeuge mit Benzinfüllung.
Päckchen mit Flüſſigkeit ſind nur zugelaſſen, wenn die
Flüſſigkeit in einem ſtarken, ſicher verſchloſſenen Behälter
enthalten und dieſer in einem durchlochten Holblock oder
in eine Hülle aus ſtarker Pappe feſt verpackt iſt, ſowie
ſämtliche Zwiſchenräume mit Baumwolle, Sägeſpänen
oder einem ſchwammigen Stoffe ſo angefüllt ſind daß
beim Schadhaftwerden des Behälters die Flüſſigkeit
auf=
geſaugt wird. Sendungen, die den vorſtehenden
Beding=
ungen nicht entſprechen, werden von den Poſtanſtalten
unweigerlich zurückgewieſen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Der
große Anklang, welchen das jetzige Programm des R.=T.
findet, hat die Direktion veranlaßt, den Film „Das
ge=
heimnisvolle X” noch bis Freitag zu verlängern. Es
be=
darf wohl keiner beſonderen Erwähnung, daß
obenge=
nannter Film die vollkommenſte und gewaltigſte Kino=
Schöpfung der Saiſon iſt. Es verſäume niemand, ſich
dieſes nordiſche Kunſtwerk anzuſehen. (S. Anz.)
Bensheim, 10. Nov. (Ein Schwindler) trieb in
den letzten Tagen ſein Unweſen. Er beſuchte eine Witwe
in Uniform, gab an, daß er Feldwebel ſei und Wohnung
für verwundete Krieger ſuche. Da nur wenige Quartiere
vorhanden ſeien, müſſe ſie 20 Mann in ihrer Villa
auf=
nehmen. Nachdem die Frau erklärte, daß ihr dies
un=
möglich ſei, war er damit zufrieden, daß ſie 3 Mann
auf=
nehme, verlangte aber für die übrigen 25 Mk. Vorſchuß,
da ſie in einem Wirtshaus untergebracht werden müßten.
Der Schwindler wurde ſpäter feſtgenommen und entpuppte
ſich als der Hausdiener Krell aus Heidelberg.
Alsfeld, 10. Nov. (Beſchlagnahme der
Kar=
toffelvorräte.) Wie das Kreisamt mitteilt, ſind
bereits Verhandlungen, bezw. Erwägungen über
Maß=
nahmen zur Beſchlagnahme überflüſſiger Kartoffelvorräte
im Gange. Den Anlaß zu dieſem Vorgehen bietet die
Zurückhaltung der Kartoffeln durch die Verkäufer, ſo
daß es den Konſamenten unmöglich iſt, ihren
Winter=
bedarf zu angemeſſenen Preiſen zu beſchaffen. Das
Kreis=
amt warnt die Verkäufer nochmals vor
Zuwiderhandlun=
gen gegen die umtlichen Preiſe.
Handel und Verkehr.
— Das Umrechnungsverhä ltnis für
Poſt=
anweiſungen nach Rumänien iſt mit Geltung
vom 10. November ab auf 81 Mk. 40 Pfg. für 100 Lei
ermäßigt worden.
Landwirtſchaftliches.
— Abgabe von ausrangierten
Militär=
pferden uſw. Samstag, den 14. Nov., vormittags
halb 10 Uhr, werden auf dem Pferdemarktplatz
in Darmſt adt einige 40 Stück unbrauchbarer
Mili=
tärpferde — trächtige Stuten und Fohlen — durch die
Landwirtſchaftskammer verſteigert. Zur
Verſteige=
rung werden nur Landwirte zugelaſſen, die ſich
verpflich=
ten, die Pferde in ihrem Betriebe zu verwenden und ſie
während der Kriegszeit nicht zu verkaufen. Die
Verſtei=
gerung erfolgt gegen Barzahlung.
Frankfurt a. M., 9. Nov. (Viehhof=
Marktbericht.) Auftrieb: 1476 Rinder (302 Ochſen,
43 Bullen, 1131 Kühe), 261 Kälber, 151 Schafe, 2175
Schweine. Preiſe (pro 50 Kilo Lebendgewicht): Ochſen:
a) 52—57 (Schlachtgewicht 95—105), b) 47—50 (85—90);
Bullen: a) 47—50 (80—85), b) 43—45, (74—78);
Kühe: al) 41—46 (79—88), a2) 38—44 (70—82), b) 30—35
(60—70), c) 24—29 (55—66); Kälber: a) 50—54
(83—90), b) 46—50 (78—85); Schafe: 40 (88);
Schweine: a) 57,50—60 (74—76), b) 57—58 (73—75)
C) 59—60 (75—76), d) 59—60 (75—76). Marktverlauf:
Rinder rege, Kälber und Schweine gedrückt, Schafe ruhig,
Schweine Ueberſtand.
Kartoffel: Großhandel 6,50—7,50; Kleinhandel 9
drei Jahrzehnte nach ſeiner Entſtehung, der
Oeffentlich=
keit vorgelegt. Man kann dieſen Entſchluß der
Verfaſſe=
rin nur mit Freude und Dankbarkeit begrüßen. Die
ſchlichte, anſpruchsloſe und ohne literariſche Abſicht
ver=
faßte Erzählung verdient in der Tat ein allgemeines
In=
tereſſe. In ihrem Mittelpunkt ſteht die zweimalige Flucht
der Familie des Amtsſchaffners Johann Ludwig Maurer
(1741—1803) vor der franzöſiſchen Revolution in den
Jahren 1795 und 1798. Dieſe Flucht iſt ein Ereignis, das
die jetzt noch blühende Familie Maurer mit vielen
da=
mals aus der Grafſchaft Hanau=Lichtenberg in das Gebiet
des heutigen Großherzogtums Heſſen verpflanzten
Fa=
milien teilt. Und eben deshalb wurde dieſe Schilderung
gerade jetzt veröffentlicht; denn das Ausharren der
ein=
fachen Frau in dieſen ſchweren Zeitläuften kann in den
gegenwärtigen ernſten Zeiten vorbildlich und das ſpätere
Emporblühen der Familie nach ſchweren Wechſelfällen des
Geſchicks tröſtlich ſein. Verdient daher die kleine Schrift,
die jung und alt in gleicher Weiſe feſſelt, belehrt und
an=
regt, ſchon an ſich viele Käufer, ſo iſt ihre Anſchaffung auch
um deswillen verdienſtlich, weil die Hälfte des
Rein=
ertrags für das Rote Kreuz beſtimmt iſt. Um ihr darum
einen tunlichſt großen Abſatz zu ſichern, wurde der Preis
ſo niedrig wie möglich bemeſſen: er beträgt 60 Pfg. für ein
Exemplar, bei Abnahme von 5 Exemplaren ſogar nur
je 50 Pfg.
Dr. Karl Eſſelborn.
— Der Weg zum Reichtum. Von Aſtor Vanderbilt.
Wie man ohne beſondere Talente oder Glücksumſtände
auf rechtliche Wege in gute Vermögensverhältniſſe kommt.
Lebenserfahrung und Belehrungen. Preis Mk. 1,60,
geb. Mk. 2.10 Verlagsanſtalt Emil Abigt, Wiesbaden 35.
Das Buch enthält u. a. wertvolle Ratſchläge der
erfolg=
reichſten Männer unſerer Zeit, plaudert über den
Werde=
gang mehrerer Millionäre, bringt praktiſche Winke für
ſelbſtändige Geſchäftsleute, Angeſtellte Eltern und
Er=
zieher. Es zeigt, welche Grundſätze, Eigenſchaften und
Kenntniſſe nötig ſind, „ſich ſelbſt zu helfen”. Eltern
ſoll=
ten in erſter Linie das Buch leſen und ihre Kinder durch
das Beiſpiel erziehen.
Literariſches.
Lili Fabricius, Die Elſäſſer
Urgroß=
mutter. Ein Lebensbild, den Urenkeln erzählt.
Her=
ausgegeben zum Beſten des Roten Kreuzes. Darmſtadt,
Johſ. Waitz. 1914. 31 S. — Das hier gebotene Lebensbild
einer echten deutſchen Frau — Friederike Maurer geb.
Lange (1756—1841) —, die deren Urenkelin urſprünglich
für Ururenkel und Ururenkelinnen erzählt und nur für
den engſten Familienkreis beſtimmt hatte, wird nun, faſt
Der Krieg.
Die Bewachung unſerer Getreidevorräte.
* Berlin, 10. Nov. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt
zu der Anregung, zur Verhinderung von
Brand=
ſtiftung die Bewachung unſerer
Getreide=
vorräte zu organiſieren: Der Miniſter des Innern
leitete ſchon Mitte Oktober in einem Erlaß an
die Regierungspräſidenten entſprechende
Maß=
regeln in die Wege. Der Erlaß bezeichnet als geboten,
daß auch größere Kornſpeicher, Mühlen, Getreide= und
Lebensmittel=Lager beſonders bewacht werden, um ſie
vor Brandſtiftung durch Agenten des feindlichen
Aus=
landes zu ſchützen. Zu dieſem Zwecke ſeien die
Polizei=
behörden ſchleunigſt mit entſprechender Anweiſung zu
ver=
ſehen. Sollten ſie für den Bewachungsdienſt nicht
aus=
reichen, ſo wird auf Vermittlung der zuſtändigen
Militär=
behörden zwecks Einberufung und Stellung ausgebildeter
Landſturmpflichtiger verwieſen.
Liebesgaben.
* Karlsruhe, 10. Nov. Aus einem Aufruf des
Badiſchen Roten Kreuzes geht hervor, daß im Oktober in
20 Eiſenbahnwagen den badiſchen Truppen neben
anderen nützlichen Sachen im ganzen nicht weniger als
22 400 wollene Hemden, 17000 Unterhoſen, 55000 wollene
Socken, 9600 Pulswärmer, 30000 Taſchentücher und
399000 Stück Zigarren zugeführt worden ſind.
Gegen die Schmähbilder.
* Berlin, 10. Nov. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt:
An dieſer Stelle wurde ſchon darauf hingewieſen, daß es
der deutſchen Würde nicht entſpricht, auf die im feindlichen
Auslande verbreiteten unerhörten Schmähungen des
Deutſchtums mit gleicher Münze zu
er=
widern. In der Tat übertrifft dasjenige, was in
Eng=
land, Frankreich und Rußland an Verunglimpfungen und
Schmähungen unſeres Kaiſers, Heeres und alles uns
Hochſtehenden und Heiligen hervorgebracht wird, bei
wei=
tem auch die ſchärfſten Gegenleiſtungen auf deutſcher Seite.
Gleichwohl ſind die zuſtändigen Stellen im Intereſſe des
guten Rufes und der Würde unſeres Volkes bemüht,
allem, was auf dieſem Gebiet berechtigten Anſtoß erregen
könnte, entgegenzutreten. So beſchäftigt ſich ein
Runderlaß des preußiſchen Miniſters des
Innern an die Regierungspräſidenten mit den Klagen,
die über den Verkauf anſtößiger Kriegspoſtkarten in der
Oeffentlichkeit wiederholt erhoben worden ſind. Wenn
auch dieſe Klagen nach den angeſtellten Ermittelungen
teils übertrieben ſind und im übrigen von der würdigen
Stimmung und dem guten Geſchmack der Bevölkerung
er=
wartet werden dürfe, daß ſie minderwertige, alberne, den
Feind herabwürdigende Machwerke von künſtleriſchen und
patriotiſchen Erſcheinungen, unter welchen ſich auch ſolche
von geſundem Humor befinden können, zu unterſcheiden
weiß und erſtere durch Nichtankauf unterdrückt, ſo ſeien
die Polizeibehörden doch auf den
Karten=
handel aufmerkſam zu machen, damit ſie gegen die
Auslage und den Vertrieb unzuläſſiger Erzeugniſſe mit
Warnung und nötigenfalls mit Zwangsmaßregeln
vorgehen.
Die Hilfsaktion für Elſaß=Lothringen.
* Straßburg, 10. Nov. Die amtliche Straßburger
Korreſpondenz veröffentlicht unterm 9. d. M. die bisher
eingegangenen Gaben der „Kriegsſpende für
Elſaß=Lothringen” in Höhe von 607474,10
Mark und fügt hinzu: Die Beiträge zur „Kriegsſpende‟
mehren ſich in ſehr erfreulicher Weiſe. Aus allen Teilen
des deutſchen Vaterlandes bis zu den öſtlichſten
Provin=
zen Preußens haben Private, Geſchäftsfirmen,
Korpora=
tionen, große, mittlere und kleine Städte ſowie
Vertre=
tungen preußiſcher Kreiſe durch Ueberweiſung namhafter
Beträge ihr warmes Intereſſe an der kriegsbeſchädigten
Bevölkerung unſeres Landes in wirkſamſter Weiſe
be=
tätigt. Weitere namhafte Spenden ſind bereits in
Aus=
ſicht geſtellt. Neben dieſen Geldbeträgen ſind
Natural=
ſpenden der verſchiedenſten Art in erheblichem Umfang
eingegangen. Durch Ueberweiſung dieſer Gaben an die
Einwohner der vom Krieg beſonders hart betroffenen
Teile des Landes, namentlich in Lothringen, hat es ſich
ermöglichen laſſen, dem Eintritt eines Notſtandes
vor=
zubeugen.
Ein phantaſievoller Berichterſtatter.
* Berlin, 10. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Das in
Amſterdam erſcheinende Blatt De Tijd brachte unterm
Oktober aus Maaſtricht die Mitteilung eines
Kriegs=
berichterſtatters, in welcher dieſer behauptet: Er ſei am
9. Oktober mit einem Zuge, in welchem über zwei=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Növember 1914.
Nummer 311.
tauſend Verwundete befördert worden ſeien, auf
der Station Landen in Belgien zwiſchen Thiemen und
Waremme eingetroffen. Hier ſei zur Speiſung der
Ver=
wundeten ein Aufenthalt von 40 Minuten geweſen. Auf
dem Bahnhofe auf= und niedergehend, habe er geſehen,
wie ſich vor einem der letzten Wagen des Zuges 200 bis
300. deutſche Soldaten, Leichtverwundete und
Leute von der Beſatzung in Landen, in tobenden
Beſchimpfungen gegen drei in dem Wagen
liegen=
de ſchwerverwundete Engländer ergingen, den
Hungern=
den Taſſen mit dampfender Suppe von ferne
zeigten und ſie elendiglich darben ließen. Man
habe ihnen auch unter rohem Lachen Gewehre
entgegengehalten und auf ſie geſpien. — Dieſe
Behauptungen des Berichterſtatters der Tijd haben
zu einer Unterſuchung durch die zuſtändigen
Behör=
den Anlaß gegeben. Hiernach iſt über die angeblichen
Vorgänge auf dem Bahnhofe Landen folgendes feſtgeſtellt
worden: Am 9. Oktober iſt kein Zug mit 2000
Verwun=
deten in Landen eingetroffen, ſondern nur kleinere
Transporte, deren genaue Stärke aus den
Verpflegungs=
berechnungen hervorgeht. Anſammlungen von 200 bis
300 Soldaten an den Wagen können nicht vorkommen.
weil der Poſten Anweiſung hat, die Rampe freizuhalten,
außerdem findet ſich ſtets mindeſtens ein Offiziere der
Bahnhofskommandantur bei der Abfertigung eines
Ver=
wundetenzuges ein. Es iſt unmöglich, daß die Soldaten
ihre Gewehre auf die Engländer anlegten, weil die
Mannſchaften, welche in der Speiſehalle beköſtigt werden,
und die Bedienungsmannſchaften ſtets ohne Waffen
ſind. Andere Soldaten haben keinen Zutritt. — Die
Engländer ſind weder geſchlagen noch geſtoßen noch
be=
ſpien worden, ſondern es iſt ihnen ein Teller
warmer Suppe angeboten worden, deſſen
An=
nahme zwei von ihnen verweigerten. Dies iſt durch
Aus=
ſagen von Beteiligten bezeugt.
Neue Erfolge auf dem ſüdlichen
Kriegsſchauplatz.
* Wien, 10. Nov. Von dem ſüdlichen
Kriegsſchau=
platz wird amtlich gemeldet: 9. Nov. Die Kämpfe an den
Bergfüßen der Linie Sabac-Ljeſſnica wurden auch
geſtern bis in die Nacht fortgeſetzt und hierbei
ein=
zelne feindliche ſtark verſchanzte Stellungen erſtürmt.
Süd=
lich der Cer Planina drangen unſereſiegreichen
Truppen weiter auf dem am Tage zuvor erreichten
Raum öſtlich von Lasnic-Krnpanj-Linboyuh) vor. Auch
hier kam es zu hartnäckigen Kämpfen mit den Nachhuten
des Gegners, die ſämtlich in kurzer Zeit geworfen
wurden. Unter den zahlreichen Gefangenen
be=
findet ſich auch Oberſt Rada kbwie und unter den
er=
beuteten Geſchützen eine moderne ſchwere Kanone.
Vom Kriegsſchauplatz im Südoſten.
* Wien, 10. Nov. Das Fremdenblatt meldet aus
Czernowitz: Die an der Grenze bei Bojan und
Nowoſielitza ſtehenden Ruſſen ſandten geſtern
Schrap=
nells nach Ezernowitz, doch wurden die feindlichen
Batterien bald zum Schweigen gebracht.
Das Vorpoſtengefecht bei Czernowitz endete mit dem
Rück=
zug der Ruſſen. In den Kämpfen öſtlich Ezernowitz
ſtehens meiſtens ruſſiſche Landſtürmer des
létzten Jahrganges.
Die Lage Serbiens.
* Wien, 10. Nov. Die Südſlaw. Korreſp. erfährt
aus Sofia: Aus Niſch wird gemeldet, daß die
Skupſchtina zu einer außerordentlichen Seſſion zum
Zwecke der Beſchlußfaſſung über dringende
Kre=
ditvorlagen zuſammengetreten iſt. In geheimer
Sitzung gab der Miniſterpräſident Paſitſch ein Expoſé
über die Lage Serbiens. Darauf fand unter dem Vorſitz
des Kronprinzen ein Kronrat ſtatt, dem
Sonder=
bevollmächtigte von Montenegro und ruſſiſche
Geſchäfts=
träger beiwohnten. Wie verlautet, hat die
franzö=
ſiſche Regierung Serbien abermals einen
Vor=
ſchuß von 50 Millionen Francs Gold
ge=
währt, die bereits über Saloniki in Niſch eingetroffen ſind.
Die Verbündeten unter ſich.
* London 10. Nov. Die geſtrige Lordmayor=
Prozeſſion trug militäriſches Gepräge. Zum
erſten=
mal nahmen auch Abordnungen aus Kanada, Neuſeeland
und Neufundland daran teil. An dem am Abend
abge=
haltenen Bankett hielten Asquith, Balfour,
Churchill und Kitchener Anſprachen. Kit
chener rühmte die engliſchen Truppen, die ſich auf dem
Kontinent ſchlügen und drückte dann ſeine Bewunderung
für die ruhmreiche franzöſiſche Armee aus. Er ſagte u.
a.: Unter Leitung Joffres, der nicht nur ein großer
Füh=
rer, ſondern auch ein großer Mann iſt, können wir
Ver=
trauen auf den endgültigen Sieg haben. Ferner zollte
Lord Kitchener den ruſſiſchen Armeen Anerkennung,
die unter dem Befehl des Großfürſten Nikolai
Nikola=
jewitſch einen Sieg von größtem ſtrategiſchen Werte
da=
vontrugen (Wo? D. Red.) ferner der belgiſchen Armee,
die unbegrenzte Bewunderung wegen ihrer glänzenden
Verteidigung erwecke, ſchließlich den Armeen Japans,
Serbiens und Montenegros für ihre heldenhaften Taten.
Kitchener fuhr fort: Wir verfügen über
außerordent=
liche Hilfsquellen an Menſchen und Material, wir
be=
ſitzen einen wunderbaren Schwung, der an eine
Nieder=
lage nicht glauben läßt. Unſere Verluſte waren
ernſt aber weit entfernt, die Begeiſterung (!) des
engliſchen Volkes zu vermindern, trugen ſie im
Gegen=
teil dazu bei, den Mut unſerer jungen Männer zu
ent=
flammen. — Indem Lord Kitchener auf die
vernich=
tenden Kriegsmaſchinen zu ſprechen kam, mit
denen die Feinde ſich ſo ſorgfältig
ver=
ſehen hätten, ſagte er, die, welche das Datum des
Krieges im voraus feſtſetzten, haben einen beträchtlichen
Vorteil über die anderen. Weiter ſagte Kitchener:
Ab=
geſehen von den Kolonialen Kontingenten erwarten jetzt
über 1250000 Mann das erſte Zeichen zum Abrücken. Der
franzöſiſche Botſchafter ſprach dann Namens
der Botſchafter der verbündeten Mächte. Er erinnerte
daran, daß Frankreich niemals kriegeriſche
Hintergedan=
ken genährt und alle Anſtrengungen gemacht hätte, einen
Konflikt zu vermeiden. Der Botſchafter fuhr dann fort:
Europa erlebte einſt Einfälle von Barbaren, aber was es
bisher niemals ſah, iſt, eine von Gelehrten als Dogma
aufgerichtete und gelehrte ſowie von der geiſtigen Elite
ge=
predigte Barbarei, eine Barbarei, die durch
Wiſſen=
ſchaft vermehrt wurde, eine ſchulmeiſterliche Barbarei.
Dieſe Lehrer der Brutalität hatten geglaubt, alles zu
vermögen, aber ſie hatten nicht vorausgeſehen, daß ſie an
dem Gewiſſen der ziviliſierten Welt Widerſtand finden
würden. (Wenn Deutſchland durch Maulheldentum
be=
ſiegt werden könnte, lse es ſchon lange vernichtet am
Boden. So aber ſtehen die tönenden Reden nicht mit den
Taten im Einklang. D. Red.)
Englands Rekrutenmangel.
* London, 10. Nov. Die Times meldet, daß von
dem erhofften Aufſchwung der Rekrutierung noch
immer nichts zu merken ſei. Die letzte Woche war
in Bezug auf die Eintragung der Anmeldungen für die
neue Armee die ſchlechteſte ſeit dem Ausbruch
des Krieges.
* London, 10. Nov. Daily Telegraph meldet:
Yarmouth erholte ſich von dem Nervenfieber, das
durch die deutſchen Granaten in der letzten Woche
ver=
urſacht wurde. Aber die ängſtlichen Gemüter blicken noch
immer beſorgt auf die See und fahren fort, den
deutſchen Geſchützdonner zu erörtern. Der Korreſpondent
glaubt, die durch das Daniederliegen der Fiſcherei
ver=
urſachte Arbeitsloſigkeit werde die lokale
Rekrutie=
rungsfrage löſen helfen.
* London, 10. Nov. Die Blätter melden, daß das
Kriegsamt beſchloſſen hat, zur Förderung der
Re=
krutierung Militärmuſik durch die Straßen
marſchieren zu laſſen.
Der Krieg in den Kolonien.
* Paris, 10. Nov. Der Matin meldet aus
Bor=
deaux: Amtlich wird bekannt gegeben: Einer
franzöſi=
ſchen Abteilung, die in das frühere Sanghegebiet
eindrang, gelang es nach mehrwöchentlichen Kämpfen, die
Deutſchen aus dem Teil des ihnen durch Vertrag vom
November 1911 abgetretenen Gebietes zu verdrängen.
Der Poſten Pziaun wurde am 28. Oktober nach heftigen
Kämpfen erſtürmt.
Ein Erfolg der Aufſtändiſchen in Südafrika.
* London, 10. Nov. Das Reuter=Bureau meldet
aus Pretoria vom 9. Nov.: Der Führer der
Auf=
ſtändiſchen Dewet gewann Fühlung mit einer
Abtei=
lung der Regierungstruppen, die unter dem Kommando
des Mitgliedes der geſetzgebenden Verſammlung Cronje
ſtand und zerſprengte ſie. Ein Sohn Dewets iſt in
dem Gefecht gefallen. (Aus dieſer Meldung geht hervor,
daß ſich auch der frühere Burengeneral, denn dieſer iſt
vohl gemeint, unter den Regierungstreuen befindet.
Cronje hatte ſich im Burenkrieg am 27. Februar 1900 bei
Paardenberg den Engländern ergeben, während ſein
jetziger Gegner noch mehrere Erfolge im Kleinkrieg
ver=
zeichnen konnte.)
* London, 10. Nov. Das Burenkommando,
das ſich in Zoutmansdrift befand, iſt nordwärts
nach dem Bezirk von Waterberg gegangen und wird durch
den Kommandanten van Deventer verfolgt. Die Buren
waren geſtern bei Warmbad.
Der türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 10. Nov. Alle Blätter äußern
Befriedigung über das Vorrücken der türkiſchen
Truppen auf ägyptiſches Gebiet, das zum Ziel
habe, der ſeit 1882 dauernden engliſchen Okkupation ein
Ende zu machen. Die Blätter betonen einmütig, daß die
anadiſchen und auſtraliſchen Truppen außerſtande ſein
werden, Aegypten gegen die Türkei zu verteidigen. Der
Tanin erklärt, die Annektion Aegyptens werde nur eine
ſehr proviſoriſche Aktion Englands ſein, und erinnert an
die niedrige Intrige,der verworfenen
Geg=
ner, die ebenfalls unter dem Vorwand eines Bündniſſes
nit der Türkei ſich Cypern angeeignet haben, um die
eng=
liſche Herrſchaft im Mittelmeer vor Rußland zu ſichern.
Rußland ſchickt Truppen nach dem Kaukaſus.
* Wien, 10. Nov. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Peſt: In Oſtgalizien und Beſſarabien
finden ſeit Tagen ſtarke ruſſiſche
Kräftever=
ſchiebungen ſtatt, welche mit dem Kriege gegen die
Türkei zuſammenzuhängen ſcheinen.
Die Kämpfe an der kaukaſiſchen Grenze.
* Petersburg, 10. Nov. In einer Mitteilung
des Generalſtabs der kaukaſiſchen Armee
wird bekannt gegeben, daß am 8. November der Kampf
in der Nähe von Keprika mit neuer Kraft wieder
ufgenommen worden iſt, als der Feind die gegen
die Ruſſen geſammelten Streitkräfte in der Nähe von
Erzerum einſetzte, die türkiſcherſeits von der Beſatzung
der Feſtung verſtärkt wurden. Am Nachmittag nahm der
Kampf einen überaus hartnäckigen Charakter an, als
ie türkiſche Vorhut durch neue Diviſionen verſtärkt
wurde. Ein Verſuch, einen der ruſſiſchen Flügel zu
um=
faſſen, iſt geſcheitert. Zum Schluß heißt es: Dank der
Tapferkeit unſerer Truppen konnten wir am Abend, als
der Kampf nachließ, alle eroberten Stellungen behaupten.
Unſere Kolonnen beſetzten auch die Stellungen
Karakil=
liſſe und Alaſtkatrack.
Freigabe der mohammedaniſchen Gefangenen.
* Konſtantinopel, 10. Nov. Heute trafen hier,
wie der Tanin meldet, 2000 mohammedaniſche
Gefangene aus Deutſchland ein. Es ſind
ſauptſächlich ehemalige franzöſiſche Truppen aus Algerien
und Tunis, die jetzt in den Reihen der türkiſchen Armee
gegen die Feinde des Iſlam kämpfen wollen. Dieſer erſten
Abteilung ſollen noch weitere folgen.
* Berlin, 9. Nov. Der Nationalſtiftung
für die Hinterbliebenen der im Kriege
Ge=
fallenen wurde eine hochbedeutſame Spende zuteil,
und zwar 50000 Mark aus einer unter den Mitgliedern
des Verbandes mittlerer Reichspoſt= und Telegraphen=
Beamten=Organiſation veranſtalteten Sammlung. Das
Präſidium der Nationalſtiftung hat dem Verbande den
wärmſten Dank für dieſen glänzenden Beweis des
Pa=
triotismus zum Ausdruck gebracht. — Weitere
Geldſpen=
den dringend erbeten; es werden auch gute Staatspapiere
und Obligationen entgegengenommen von den bekannten
Zahlſtellen, ſowie dem Bureau der Nationalſtiftung,
Ber=
lin NW. 40, Akſenſtraße 11.
* Berlin, 10. Nov. In der geſtrigen Kriegsſitzung
der Berliner Handwerkskammer wurde erneut
die Entſchloſſenheit der Handwerkskammer feſtgeſtellt,
daran feſtzuhalten, daß alle Erwerbsſtände
zuſammen=
ſtehen müſſen, bis es gelungen iſt, einen Frieden zu
ſchlie=
ßen, der unſerer großen Opfer wert iſt Für das
notlei=
dende Handwerk in Oſtpreußen und Elſaß=Lothringen
ſind von der Handelskammer 10000 Mark bewilligt
wor=
den. Bis zum 3. November wurden im ganzen 1310
Handwerker mit 4763 Familienangehörigen mit 70000
Mark unterſtützt.
* Berlin, 10. Nov. (W. T. B. Amtlich.)
Nach=
trägliche Zeichnungen auf die
Kriegsan=
leihe (Feldzeichnungen) werden auch von ſolchen Mili=
tärperſonen entgegengenommen, die im Felde ſtanden,
aber wegen Verwundung oder Erkrankung zurückkehren
mußten. Feldzeichnungsſcheine können zu dieſem Zwecke
vom Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere,
Ber=
lin SWV. 19, bezogen werden.
* Berlin, 10. Nov. Drei türkiſche Prinzen,
begleitet vom hieſigen türkiſchen Botſchafter und zwei
deutſchen Dolmetſcher=Offizieren, reiſten geſtern vormittag
um 8.14 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Kölner D=Zug
vom Bahnhof Friedrichſtraße nach dem
Hauptquar=
tier des Kaiſers.
* Berlin, 10. Nov. Ein engliſcher
Kauf=
mann in Edinburgh, der verſucht hatte,
Handelsbezieh=
ingen mit Deutſchland anzuknüpfen, wurde von dem
dortigen Gericht zu einer Strafe von 5 Jahren
Zucht=
haus verurteilt. Pfui!
* Karlsruhe, 10. Nov. Der Großherzog hat
folgendes Telegramm erhalten: Eurer Kgl. Hoheit melde
ich untertänigſt, daß die dem . . . Korps angehörenden
badiſchen Truppen . . . (Neuformationen) ſich in
den blutigen Kämpfen vom 20. Oktober bis zum heutigen
Tage beſonders brav geſchlagen haben, die Angriffe
ſtar=
ker, feindlicher Kräfte zurückgeworfen und feinlichen
Ge=
genſtößen in 14tägigen Kämpfen ſtandgehalten haben.
Kommandierender General .
* Dresden, 10. Nov. Wie die Sächſiſche
Staats=
zeitung meldet, hat Kaiſer Franz Joſef den
Kron=
prinzen von Sachſen zum Rittmeiſter des k. k.
niederöſterreichiſchen Dragoner=Regiments Nr. 3 „
Fried=
rich Auguſt, König von Sachſen”, ernannt.
* Haag, 10. Nov. Das Miniſterium der
auswär=
tigen Angelegenheiten ließ in der holländiſchen Preſſe
bekannt geben, daß zufolge beſonderer von der engliſchen
Regierung erlaſſenen Vorſchriften Reiſende bei
An=
kunft in und bei Abfahrt von England zur
Erklärung über etwaige von ihnen mitgenommene Briefe
oder andere Schriftſtücke aufgefordert werden. Die
eng=
liſchen Behörden können die bei Reiſenden vorgefundenen
Briefe und Schriftſtücke der Zenſur unterwerfen.
* Paris, 10. Nov. Dreißig weitere
öſter=
reichiſche und deutſche Häuſer wurden mit
Beſchlag belegt, darunter beſonders das der
Auto=
mobilfirma Mercedes.
* Genf, 10. Nov. Giornale d’Italia meldet aus
London: Die Zahl der belgiſchen Flüchtlinge
in England betrage rund 200000.
* Konſtantinopel, 10. Nov. Die auch von
inigen Wiener Blättern übernommene Meldung des
Temps, daß unter den Armeniern ein
Auf=
ſtand ausgebrochen ſei, iſt erfunden. Die
Pforte erklärt die Meldung entſchieden für unwahr.
Uebrigens bewieſen die Haltung der armeniſchen
Pa=
triarchen und die Sprache der armeniſchen Preſſe, wie
ehr das armeniſche Volk treue Anhänglichkeit an die
Tür=
ei bekundet, zu allen Opfern bereit.
* Tokio, 10. Nov. Der Fall von Tſingtau
wird hier mit großen Feſtlichkeiten gefeiert.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 10. Nov. Die nächſte und dritte
Plenar=
ſitzung des Reichstages findet am 2. Dezember,
nachmittags 4 Uhr, ſtatt. Der Gegenſtand der Beratung
wird demnächſt mitgeteilt werden.
* München, 10. Nov. Der bisherige
Oberregierungs=
rat bei der Generaldirektion der Zölle Reichstags= und
Landtagsabgeordneter Speck iſt zum Regierungsdirektor
n der Generaldirektion der Zölle befördert worden.
In=
folge dieſer Beförderung verliert Speck ſein Mandat; er
vertrat bisher den Landtags= und den
Reichstagswahl=
kreis Eichſtädt.
Zur Einführung der Kriegsverſicherung des
deutſchen Kriegerbundes
erläßt das Präſidium der „Haſſia” die folgende
Bekannt=
machung:
Der Deutſche Kriegerbund hat ſeine
Vertragsgeſell=
ſchaft „Friedrich Wilhelm” welche auch die unſerige iſt,
veranlaßt, eine Kriegsverſicherung einzurichten. Das
ge=
ſchäftsführende Präſidium der „Haffia” hat am 2.
No=
vember beſchloſſen, ſich derſelben anzuſchließen und die
Benutzung warm zu empfehlen. Gegenüber anderen,
ähnlichen Einrichtungen hat dieſe den Vorzug, daß
Anteil=
ſcheine ſchon zu 5 Mark erworben werden können, und
daß ſchon vor Beendigung des Krieges
Abſchlagszahlun=
gen erlaubt ſind. Jede Erwerbsabſicht iſt bei dieſer
Ver=
ſicherung ausgeſchloſſen. Bare Auslagen und
Verwal=
tungskoſten dürfen nur von den Zinſen in Abzug gebracht
werden.
Die ganze Einrichtung und Leitung geſchieht vom
Deutſchen Kriegerbund, Sitz Berlin. Da ſie ſich über faſt
das ganze Reich erſtreckt, auch Bayern und Baden häben
ſie angenommen, ſo iſt das Riſiko gleichmäßig verteilt,
während bei der Beſchränkung auf einen kleinen
Landes=
teil die Gefahr beſteht, daß gerade für ihn die Zahl der
Todesfälle ungewöhnlich groß werden könnte.
Wohl=
tätige Zuwendungen an die Kriegsverſicherung können
aber auch für einen beſtimmten Landesteil vorbehalten
werden.
Die Kriegsverſicherung beſchränkt ſich nicht auf
Mit=
glieder der „Haſſia”. Jeder Kriegsteilnehmer ohne
Aus=
nahme kann Aufnahme finden, je mehr, deſto beſſer. Sie
iſt auf reine Gegenſeitigkeit eingerichtet, die Anteilſcheine
für die verſicherten Kriegsteilnehmer können auch durch
andere, dritte Perſonen erworben und eingezahlt werden.
Zuläſſig iſt der Erwerb von höchſtens 40 Anteilſcheinen
zu je 5 Mark durch eine Perſon. Die geſamten Beiträge,
einſchließlich der Zinſen und wohltätigen Zuwendungen,
werden unverkürzt und ohne jeden Abzug drei Monate
nach dem Friedensſchluß nach der Höhe der Beteiligung
unter die Hinterbliebenen der verſicherten geſtorbenen
Kriegsteilnehmer verteilt. Legt man die Verluſtziffer von,
1870/71 prozentual zugrunde, ſo würden bei der
Vertei=
lung auf jeden Anteilſchein von 5 Mark 125 Mark zur
Auszahlung gelangen, für 40 Anteilſcheine alſo 5000 Mark.
Aber ſelbſt wenn die Verluſte höher werden ſollten, was
nicht wahrſcheinlich iſt, ſo würde auch dann noch mit einem
im Verhältnis zur Einzahlung recht bedeutenden Betrage
zu rechnen ſein.
Die Kriegsverſicherung iſt zweifellos eine vorzügliche
Maßnahme zur Unterſtützung der Hinterbliebenen im
Felde Gefallener oder ſonſt an Kriegsbeſchädigung
Ge=
ſtorbener. Die „Friedrich Wilhelm” hat ihre Verwaltung
koſtenlos übernommen. Unſeren Vereinen ſind die
be=
züglichen Rundſchreiben und Antragsformulare bereits
zugegangen.
Briefkaſten.
H. 116. Wir ſind nicht in der Lage, Mitteilung über
den 42=Zentimeter=Mörſer zu machen.
Nummer 311.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Rovember 1914.
Seite 7.
Verluſtliſte (aus Nr. 71 und 72).
Infanterie=Regiment Nr. 116, Gießen.
Raumont am 30. und 31. 8., 1. und 6., Alliancilles am 8.,
Sept Fours und Cluny am 25. und 26., Cruny am 27. 9.,
Oremery am 30. 9., 1. und 2., Fusny am 1. und 2.,
Pa=
villers am 1. und 6 und Fresnoy am 6. 10. 14.
Ohne Angabe der Kompagnie: Hptm.
Mat=
tel, gef.; Hptm. Buhtz, vw.; Lt. d. Reſ Becker, an
ſei=
nen Wunden geſt.; Lt. Flotho, vw.; Lt.
Loer=
brocks, vw.
I. Bataillon.
Leib=Kompagnie: Lt. d. Reſ.
Berter=
mann, vw.; Vizef. Wilhelm Ludwig Kurt Piſtler,
Marten, vw.; U.=O. d. Reſ. Friedrich Wilhelm Lenz,
Klein=Linden, gef.; Musk. Ernſt Karl Joh. Becker IV.,
Gießen, gef.; Musk. Karl Bachmann II., Freienſeen,
gef.; Erſ.=Reſ. Heinrich Wilhelm Heß, Storndorf, gef.;
Gefr. d. Reſ. Wilhelm Marl, Velbert, vw.; Gefr. d. Reſ
Ludwig Berg, Weickartshain, vw.; Tamb. Andreas
Kienle, Oberkammlach, vw.; Horn. Richard Goß,
Gießen, vw.; Reſ.=Reſ. Johannes Loos, Sandlofs, vw.;
Reſ. Heinrich Kalbfleiſch, Liederbach, vw.; Reſ. Albert
Adolf, Heuchelheim, vw.; Reſ. Adolf Heyer,
Schot=
ten, vw.; Reſ. Wilhelm Zimmer, Weickartshain, vw.;
Reſ. Auguſt Bonrad, Hegheim, vw.; Erſ.=Reſ. Karl
Will, Volkartshain, vw.; Musk. Philipp
Ruckels=
haußen, Wallerſtädten, vw.; U.=O. Lange, gef.; Musk.
Schomber, gef.; Musk. Georg Kaiſer II., Offenthal,
vw.; Musk. Adam Philipp Heil II., Seelbach, vw.;
Musk. Jakob Kern, Stammheim, vw.; Erſ.=Reſ.
Woj=
cierkowsky, vw.; Reſ. Heinrich Rehberger,
Gre=
benhain, gef.; Musk. Fritz Wilhelm Stroehl, Erfurt,
vw.; Musk. Michael Sammet, Langenbrombach, vw.;
Erſ.=Reſ. Gefr. Huber, vw.; Erſ.=Reſ. Friedrich, vw.
2. Kompagnie: Vizef. d. Reſ. Rud.
Homber=
ger, Gießen, lv.; U.=O. d. Reſ. Heinrich Klein,
Trats a. d. L., gef.; U.=O. d. Reſ. Wilhelm
Meining=
haus, Ems, lv.; Musk. Karl Gebauer II., Reuters,
lv.; Musk. Johann Krenkel, Habitzheim, lv.; Musk.
Konrad Pfeffer, Lauterbach, lv.; Musk. Franz
Och=
mann, Kotſchanowitz, gef.; U.=O. d. Reſ. Moritz
Schmidt, Eiſenroth, gef.; Musk. Wilhelm Altfeld,
Heilerbecke, lv.; Musk. Heinrich Feilbach, Schönborn,
lv.; Reſ. Friedrich Gabriel I., Herborn=Seelbach, lv.;
Reſ. Ernſt Karl Gabriel II., Herborn=Seelbach, lv.;
Serg. d. Reſ. Philipp Keil, Ettingshauſen, lv.; Reſ.
Stanislaus Kuſiniack, Sarbenowo, lv.; Musk. Karl
Schnell, Keſſelbach, lv.; Reſ. Albert Hartmann,
Liederbach, lv.; Reſ. Haſenau, gef.; Gefr. Becht
hold, gef.; U.=O. Gruner, gef.; Gefr. Brück, gef.;
Reſ. Heinrich Schniermund, Liederbach, lv.; Reſ. Karl
d. Reſ. Heinrich Fiſcher, Hernshauſen, lv.; Reſ. Karl
Becker I., Stockhauſen, lv.; Reſ. Wilhelm Antoni,
Werdol, lv.; Reſ. Wilhelm Göcke, Altena, lv.; Reſ.
Fried=
rich Agel, Dukenhofen, lv.; Reſ. Konrad Weiß,
Lieder=
bach, lv.; Reſ. Heinrich Bechthold, Eichelsdorf, lv.;
Reſ. Jakob Weber II., Müdersbach, lv.; Musk.
Phi=
lipp Reichenthal, Vilbel, lv.; Musk. Friedrich
Zim=
mermann, Timmermann, lv.; Musk. Ludwig
Wei=
gel, Breitenſtein, lv.; Musk. Ludwig Launſpach,
Reiskirchen, lv.; Musk. Karl Gebauer I., Heblos, lv.;
U.=O. Otto Porth, Ruppertsburg, lv.; Musk. Wilhelm
Ulm, Allendorf a. d. L., vm.; Musk. Anton Schulz,
Lunkorsz, vm.; Musk. Ludwig Becker II., Trais a d. L.,
vm.; Reſ. Paul Breitländer, Unna, vm.; Reſ. Karl
Henrich, Dreisbach, vm.: Gefr. d. Reſ. Wilhelm
Köpke, Altenkirchen, lv.; Gefr. d. Reſ. Heinrich Link,
Eichelsdorf, lv.; Musk. Karl Schneider I., Klein=
Kar=
ben, lv.; Musk. Hermann Eidmann, Dorsfeld, lv.;
U.=O. d. Reſ. Heinrich Hallſtein, Sandloch i. H., lv.;
U.=O. d. Reſ. Ludwig Lemp, Gießen, lv.; Gefr. Otto
Konrad, Odenhauſen, lv.; U.O. Karl Böcher,
In=
heiden, lv.; Reſ. Friedrich Gröb, Eichelsdorf, lv.; Reſ.
Johann Rink, Nieder=Quembach, lv.; Reſ. Georg
Mül=
ler, Liederbach, gef.; Reſ. Johann Heinrich Robert,
Liederbach, gefallen; Reſ. Wilhelm Henkelmann,
Staufenberg, lv.
3. Kompagnie: Vizef. d. Reſ. Wilhelm Zöller,
Schlitz, vw.; Vizef. Hirth, Röspe, lv.; U.=O. d. Reſ. Karl
Schepp, Lich, gef.; Musk. Wilhelm Müller, Klein=
Linden, gef.; Reſ. Auguſt Spohr, Lauenſcheid, gef.;
Einj.=Freiw. Karl Bazlen, Mainz, lv.; Musk. Alois
Kleinklaus, Reichſtedt, lv.: Reſ. Daniel
Gold=
ſmid, Stockheim, lv.; Reſ. Friedrich Steinacker,
Unterſchwarz, vw.; U.=O. d. Reſ. Ernſt Dörr,
Gleimen=
heim, vw.; Musk. Georg Henk, Schweinheim, vw.; Reſ.
Heinrich Altvater, Büßfeld, lv.; U.=O. d. Reſ.
Fried=
rich Bergfeld, Altena, lv.; Reſ. Karl Brück, Nieder=
Weitbach, lv.; Reſ. Karl Lehr, Ulfa, lv.; Gefr. Bernhard
Gövert, Recklinghauſen, lv.; Musk. Johann
Ked=
ziora, Dluyzyn, vw.; Musk. Wilhelm Küchler,
Frankfurt a. M., lv.; Reſ. Franz Herburg, Stutthof,
lv.; Reſ. Arnold Herfeld, Neuenrade, lv.; Reſ. Wilh.
Kreuzmann, Wattenſcheid, lv.; Musk. Ignaz Cegla,
Abbau=Cegla, lv.; Reſ. Karl Mamberger, Ober=
Sei=
bertenrod, lv.; Reſ. Heinrich Schulz, Lauterbach, lv.;
Musk. Philipp Bär, Langen, lv.; Musk. Ernſt Voß,
Schlemme, lv.; Reſ. Konrad Jung, Holzheim, lv.;
Musk. Johann Wilzius, Saaldorf, gefallen; Reſ.
Wil=
helm Scheerſtuhl, Wahlen, gefallen: Musk. Anton
Kaminski, Schubin, lv.; Reſ. Wilhelm Engel,
Holz=
heim, lv.; Reſ. Heinrich Scharch, Nieder=Gemünden, lv.;
Reſ. Ph. Hahn, Albach, vm.; Reſ. Ld. Eiſer, Ulfa, vm.
4. Kompagnie: Vizef. Otto Ludwig,
Langs=
dorf, gefallen; Vizef. d. Reſ. Karl Kühn, Fechenheim,
Hanau, gefallen; U.=O. d. R. Emil Werner, Leihgeſtern,
ſchv.; U.=O. d. R. Walter Schwan, Gießen, lv.; U.=O.
d. R. Heinrich Mühl, Gau=Köngernheim, lv.; U.=O. d. R.
Guſtav Döll, Darmſtadt, lv.; Tamb. Guſtav
Wies=
kämyer, Gerthe=Hiltrop, lv.; Musk. Eiſenkrämer,
gefallen; Reſ. Merz, gefallen; Reſ. Ludwig Schwahn,
Katzenfurt, lv.; Musk. Otto Carle, Marburg, lv.;
Musk. Guſtav Bröder, Gaumerich, lv.; Reſ. Gg.
Stie=
bing, Bieben, lv.; Musk. Ludwig Weiß, Lindenſtruth,
lv.; Gefr. d. Reſ. Karl Hofmann, Schweinfurt,
gefal=
len; Reſ. Otto Bamberger, Altena, lv.; Musk. Adolſ
Tornes, Schiffweiler, lv.; Musk. Friedrich Adam,
Bürgel, lv.; Musk. Heinrich Marx, Dorlar, lv.; Gefr.
d. Reſ. Diehl, Gambach, lv.; Musk. Chriſt. Ebert 2.,
Neckar=Steinach, Heppenheim, lv.; Vizef. Heinr. Sauer,
Gießen, lv.; Reſ. Heinrich Lippert, Leuſel, lv.; Musk.
Wilhelm Bopf, Langgöns lv.; Musk. Chr. Müller 2.,
Geilshauſen, lv.; Musk. Wilhelm Ahner, Biſchweiler,
ſchv.; Musk. Emil Koch, Brackwede, gefallen; Musk. Karl
Bender, Langsdorf, gefallen; Musk. Georg Lejeune,
Fürſtingen, lv.; Reſ. Walter Feldhaus, Schafsbrücke,
lv.; Reſ. Ludwig Kunkel, Burkhards, lv.; Einj.=Freiw.
Stephan Sprenger, Bückeburg, lv.; Gefr. d. Reſ. Karl
Seibert, Wieſeck, lv.; U.=O. d. Reſ. Ludwig
Meden=
bach, Daubringen, lv.; Reſ. Otto Müller, Langgöns,
leicht verwundet.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Vizef. Ludwig Queckbörner,
Stangenrod, vw.; Musk. Karl Harres, Romrod, vm.;
Musk. Auguſt Schulze, Schönebeck, vm.; Einj.=Freiw.
U.=O. Karl Buchacker, Gießen, vw.; Reſ. K. Schmidt,
Strebendorf, vw.; Reſ. Wilhelm Stock, Plettenberg, vm.;
Gefr. d. Reſ. Karl Dreſcher, Krofdorf, vw.; Reſ. Johs.
Müller, Billertshauſen, vw.; Reſ. Wilh. Hofmann
Reichlos, gefallen; Reſ. Mathias Schneider, Herbſtein,
gefallen; Musk. Peter Fabian, Neuhauſen, vw.; Musk.
Georg Eberle, Bürſtadt, Bensheim, vw.; Reſ. Heinrich
Grün, Keſſelbach, vm.; Reſ. Wilhelm Lein,
Rupperts=
burg, vm.; Musk. Becker, gefallen.
6. Kompagnie: Lt. Claar, vermutl. d. Reſ.,
Clar, vw.; Musk. Ernſt Böcking, Grünberg, vw.;
Musk. Heinrich Lange, Halver, vm.; Musk. Paul
Ep=
pert, Klein=Steinheim, vw.; Gefr. Alb. Stahl, Haiern,
vw.; Wehrm. Zecher, gefallen; Musk. Johann Schad,
Laudenhauſen, vw.; Musk. Adam Beck, Dottcrode, vw.;
Gefr. Benno Bing, Ober=Seemen, vw.; Gefr. Friedrich
Rohrbach, Klein=Linden, vw.; Musk. Fr. Helfrich,
Waldmichelbach, vw.; Musk. Georg Schneider 2.,
Oberbiel, vw.; Gefr. Johannes Schmidt 1., Storndorf,
vw.; Gefr. Erich Eichholz, Lüdenſcheid, vm.; Musk.
Albert Mandler, Kinzenbach, vw.; Musk. O. Hopf,
Schönbach, vw.; Musk. Jakob Petri, Hertlingshauſen,
gefallen; Musk. Ludwig Graulich, Burg=Gemünden,
lv.; Musk. Karl Sommer, Lich, lv.; Musk. Friedrich
Buſch, Oſterfeld, lv.; Gefr. Otto Pleuger,
Lüden=
ſcheid, Aletna, vw.; Musk. Ernſt Helbert, Lüdenſcheid,
vw.; Musk. Ludwig Mattern, Howald, vm.: Gefr.
Karl Hahn, Lehnheim, vw.; Musk. Jakob Bogner,
Eich, vm.; Musk. Hermann Knöß, Ettingshauſen, vw.;
Gefr. Richard Leuſer, Wetzlar, vm.; Musk. Ad.
Drei=
fuß, Heßloch, vw.; Musk. Emil Maire, Dobawen, vw.;
Musk. Heinrich Himmelmann, Friedrichshauſen, vm.;
Musk. Auguſt Becker 1., Lauterbach, vm.; Musk. Herm.
Wientgen, Hengſtei, vw.; Musk. Heinrich Zimmer,
Villingen, Gießen, vm.; Musk. Dreher, vm.; Musk.
Günther, vm.; Musk. Reinhard Schneider,
Trin=
genſtein, gefallen; Musk. Heinrich Suſemichel, Schlitz,
gefallen; Musk. Auguſt Die tzel, Horchheim, gefallen;
Musk. Ludwig Schneider, Reiskirchen, gefallen; Musk.
Theodor Weber 1., Bicken, gefallen; Vizef. Ewald
Hedtke, Carwitz, vw.; U.=O. Wilhelm Düringer,
Eberſtadt, Gießen, vw.; Musk. Paul Anger, Frittlingen,
vw.; Musk. Math. Baſſimir, Worms=Hochheim, vw.;
Musk. Wilhelm Brück 2., Erda, vw.; Musk. Wilhelm
Büchler, Reddicken, vw.; Musk. Ernſt Cord,
Niedern=
ſtuberg, vw.; Musk. Ferdinand Jung 1., Heuchelheim,
vw.; U.=O. Karl Plate, Hoſingshauſen, vw.; Musk. Hch.
Sprankel, Lehnheim, gefallen; Gefr. Willy
Herz=
berger, Kattowitz, vw.; Musk. Friedrich Böckel,
Ber=
mutshain, vw.; Musk. Heinrich Schmidt 3.,
Linden=
ſtruth, vm.; U.=O. Otto Möller, Mühlhauſen i. Thür.
vw.; Musk. Ferdinand Bender 1., Heuchelheim, vw.;
Musk. Friedrich Hofmann, Steinbach, vw.; Musk. G.
Glatthaar, Saaſen, vw.; Musk. Schwab, vw.;
Musk. Auguſt Riedel, Heinrichsdorf, vw.
7. Kompagnie: Musk. Wilhelm Fdr. Büſcher,
Ibbenbüren, lv.; Musk. Heinrich Hock, Bauſchheim, lv.;
Gefr. Karl Schäfer, Glashütten, vm.; Musk. Philipp
Konrad Berg, Erzhauſen, lv.; Musk. Wilh. Dechert,
Alten=Buſeck, lv.; Musk. Adam Lorenz, Egelsbach, lv.;
Musk. Heinrich Müller 2., Leiſelheim, gefallen; Musk.
Karl Roth, Nieder=Florſtadt, lv.; Musk. Franz Adam
Wick, Dieburg, lv.; Reſ. Heinrich Köhler,
Bettenhau=
ſen, vm.; Reſ. Karl Braun, Daubringen, vm.; Reſ. Karl
Moos, Offdillen, lv.; Reſ. Heinrich Johann Kraus,
Aßlar, gefallen; Gefr. d. Reſ. Heinrich Ludw.
Guter=
ding, Kröffelbach, gefallen: Musk. Notter, lv.
8. Kompagnie: Reſ. Emil Lück, Blomberg, lv.;
Reſ. Ludwig Hannes, Freienſteinau, lv.; Musk. Joſ.
Schmidt 1., Caldern, gefallen; Reſ. Wilhelm
Wolf=
ramm, Ehringshauſen, lv.; U.=O. d. Reſ. Konr. Gans,
Burkhardsfelden, lv.; Gefr. Walter Poß, Lüdenſcheid,
lv.; Musk. Hermann Block, Obbornhofen, lv.; Musk.
Georg Helfrich, Unterabtſteinach, lv.; Vizezf. d. Reſ.
Friedrich Max Hans Hochſtädter, Gießen, ſchv.; Reſ.
Heinrich Engelbach, Gießen, lv.; Gefr. d. Reſ. Robert
Müller, Eibelshauſen, lv.; Musk. Karl Winter,
Bür=
gel, lv.; Gefr. d. Reſ. Adolf Schmidt 3., Krofdorf, ſchv.;
Reſ. Philipp Wagner, Londorf, lv.; Musk. Alfred
Kö=
nig, Rothau, lv.; Reſ. Otto Sahl, Kröffelbach, vm.;
Wehrm. Heinrich Niklas, Lüderbach, vm.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: Musk. Karl Reitz, Elpenrod,
gefallen; Musk. Michael Fauſt, Offenbach a. M., vw.;
Reſ. Heinrich Schmidt, Großen=Buſeck, vw.; Reſ. Hch.
Kühn, Ober=Beſſingen, vw.: Wehrm. Adam Eugen
Platz, Biblis, Bensheim, vw.; Gefr. d. L. Joh.
Mümp=
fer, Alten=Schönbach, vw.; Musk. Franz Heihoff,
Buer i. W., vm.
11. Kompagnie: Gefr. Wilh. Dörr, Marburg,
gefallen; Gefr. Johannes Faber, Hochelheim, vm.; Reſ.
Heinrich Schmidt, Crumbach, gefallen; Gefr. Wilhelm
Paul Franz Schüler, Gifhorn, lv.; Musk. Ludwig
Graulich 1., Windhauſen, lv.; Gefr. Benedikt Sander,
Kaiſerslautern, vm.; Gefr. Vogel, lv.; Reſ. Karl
Kör=
ber, Alten=Buſeck, lv.; Wehrm. Jakob Fickel, Worms,
lv.; Wehrm. Chriſtian Abt, Groß=Umſtadt, lv.; Wehrm
Friedrich Fiſcher, Ober=Ramſtadt, lv.; Wehrm. Joh.
Moogk, Seligenſtadt, lv.
12. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Heinr. Wolff,
Berſtadt, lv.; Wehrm. Michael Herzog, Kupferberg, lv.;
Reſ. Friedrich Schröder, Eichelſachſen, ſchv.; Wehrm.
Heinrich Pritſch, Eberſtadt, Darmſtadt, ſchv.; Wehrm.
Georg Bärenz, Langen, lv.; Musk. Edm. Meyer 1.,
Straßburg, lv.
Verluſte infolge Krankheit:
Major v. Buſſe beim Stabe des 3. Bataillons,
ge=
ſtorben Menzon 29. 8. 14.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 116.
I. und II. Bataillon.
Servon am 21. und 24. und vom 30. 9. bis 6. 10. 14.
I. Bataillon, Darmſtadt.
1. Kompagnie: Wehrm. Gg. Albert Fiſcher 1.,
Krimmitſchau i. S., lv.
2. Kompagnie: Vizef. d. Reſ. Fritz Wenner
Darmſtadt, lv.; U.=O. d. Reſ. Guſtav Bender, Auheim,
gefallen; Reſ. Heinrich Seibel, Meſſel, lv.; Reſ. Adam
Trautmann, Ober=Kainsbach, Jerichow, lv.; Reſ. A.
Minck, Seeheim, gefallen; Reſ. Kurt Rühl, Volksſtadt,
leicht verwundet.
3. Kompagnie: U.=O. Hermann Mogk, Echzell,
ſchv.; Reſ. Otto Michel, Unter=Widdersheim, gefallen.
4. Kompagnie: U.=O. Karl Reichert, Offenbach,
vw.; U.=O. Franz Schilling, Rüſſelsheim, vw.; Gefr.
Karl Grimm, Altona, vw.; Gefr. Emil Kayſer,
Mit=
telbergheim, vw.; Gefr. Friedrich Lorenz, Darmſtadt,
vw.; Wehrm. Thomas Bauer, Arheilgen, vw.;
Kriegs=
freiwilliger Johann Faber, Hofheim, vw.; Wehrm. Joh.
Käplinger, Pfiffligheim, vw.; Wehrm. Gg.
Langen=
dorf, Gräfenhauſen, vw.; Gefr. Adam Petri,
Brauns=
hardt, vw: Wehrm. Philipp Rieber, Pfungſtadt, vw.;
Wehrm. Adam Riffel, Bellheim, vw.; Wehrm. Joſeph
Schäfer, Würzburg, vw.; Wehrm. Wilhelm
Schwei=
kert, Rodau, vw.; Wehrm. Lor. Fell, vw.; Kriegsfrw.
Friedrich v. d. Au, Darmſtadt, vw.; Kriegsfreiw. Georg
Thomas, Darmſtadt, vw.; Wehrm. Friedr. Werner,
Bernsheim, vw.; Wehrm. Johs. Bechtold, Beſſungen,
gefallen; Reſ. Michael Kiehl, Klein=Krotzenburg,
gefal=
len; Wehrm. Auguſt Müller, Bad Soden, gefallenz
Reſ. David Pfülb, Seligenſtadt, gefallen; Wehrm. Vikt.
Sopp, Unter=Elsbach in Baern, gefallen; Gefr. Ludwig
Storck, Darmſtadt, gefallen; Wehrm. Georg Zickler,
Eberſtadt b. Darmſtadt, gefallen; Wehrm. Guſt. Zwicker
Gießen, gefallen.
II. Bataillon, Gießen.
5. Kompagnie: Wehrm. Heinrich Schmidt,
Ihringhauſen, vw.: Reſ. Guſtav Schneider, Södel,
gefallen; Wehrm. Johannes Schmidt, Hartershauſen,
verwundet.
6. Kompagnie: Wehrm. K. Umſonſt,
Dauern=
heim, vm.; Wehrm. Heinrich Dickhardt, Nieder=Eſchbach,
vm.; Reſ. Karl Bruno Guſtav Spieß, Nordhauſen, vm.;
U.=O. Paul Wiemer, Schmalleningken, lv.
7. Kompagnie: Reſ. Georg Jakob Sänger,
Klein=Karben, ſchv.; Wehrm. Karl Krämer, Sellnrod,
gefallen.
Berichtigung früherer Angaben:
Reſ. Wilhelm Hinkel von der 5. Komp., bisher vm.,
gefallen.
Infanterie=Leibregiment Nr. 117, Mainz.
(Gemeldet vom Infanterie=Regiment Nr. 116.)
Ohne Kompagnieangabe:
Lt., vermutl. d. R., Seiler, Mainz, lv., Oremery
am 30. 9. 14.
Verluſte infolge Krankheit:
Musk. Georg Reinhardt 2., geſtorben im
Kriegs=
lazarett St. Quentin am 23. 10. 14, beerdigt
Kriegsfried=
hof daſelbſt; Gefr. Karl Thomas, geſtorben Reſ.=Laz.
Deſſau am 19. 10. 14.
Musk. Wilhelm Theis, Stangenrod, bisher vw.,
geſtorben Reſ.=Laz. Altona=Hamburg am 25. 10. 14.
Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.
Musk. Ludwig Klamm von der 2. Komp., an ſeinen
Wunden geſtorben Lazarett Gevelsberg 10. 10. 14;
Wehr=
mann Peter Jung von der 9. Komp., an ſeinen Wunden
geſtorben Feldlazarett Nr. 1 Orainville 20. 9. 14; Wehrm.
Adam Zimmermann von der 9. Komp., an ſeinen
Wunden geſtorben Feldlazarett Nr. 1 Orainville 25. 9. 14.
Berichtigung früherer Angaben:
Reſ. Johannes Krimm, Oppenheim, bisher vm.,
vw., geſtorben Lazarett Hermeskeil; U.=O. Mergart,
bisher vw., geſtorben Vereinslazarett Groß=Gerau 10. 10.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 118, Mainz, Worms.
Berichtigung früherer Angaben:
Wehrm. Nikolaus Leick, Wollmeringen, bisher vm.,
geſtorben Reſ.=Laz. Trier 11. 10. 14; Wehrm. Bernhard
Spilger, Zölgenbach, bisher vw., geſtorben Feſt.=Laz.
Koblenz 19. 10. 14.
Infanterie=Regiment Nr. 172, Neubreiſach.
Löwen vom 10. bis 13. und Craonne vom 21. bis 27. Sept.
II. Bataillon.
7. Kompagnie: U.=O. d. Reſ. Otto Bohnhardt,
Mainz, lv.
Jäger=Bataillon Nr. 11, Marburg.
Gemeldet v. d. Radfahrer=Komp. der Etappen=Inſp. I.
2. Kompagnie: Oberjäg. Karl Möller, Schlitz,
lv., Cuts am 16. Sept.
Jäger=Regiment zu Pferde Nr. 13, Saarlouis.
Quesnoy am 5., Kemmel am 7., Doulieu, Vouziers am
8., Ledeghem am 8., 9. und 16., Iſeghem am 9., Bleu am
9., 12. und 13. und Fleurbaix am 11. Okt.
3. Eskadron: Sergt. Thomas Hölzel,
Lang=
waden, t.; Jäg. Wilhelm Gaßmann, Gießen, t.; Jäg
Wilh. Krieger, Bürgel, vm.
Feldartillerie=Regiment Nr. 63, Frankfurt a. M.
Omencourt vom 25. bis 29., Ognolles am 26. u. Creſſy am
29. Sept., Roye am 1. bis 10. u. Villers Roye am 9. Sept.
I. Abteilung.
Stab: Lt. Kurt v. Grimm, Beerfelden, t.
1. Batterie: Lt. Schenck, lv.
2. Batterie: Lt. Karl Breitenbach, Darmſtadt,
t.; Kan. Karl Bücking, Alsfeld, lv.
3. Batterie: Sergt. Karl Chr. Müller, Gießen, ld.
II. Abteilung.
5. Batterie: Sergt. Heinrich Lebrbach, Ober=
Saulheim, lv.
Berichtigung früherer Angaben.
Kan. Johann Schönmehl, Kaſtel, bish. vermißt,
iſt im Lazarett.
Kaiſerliche Marine.
Torpedo=Oberheizer Franz Jung, Offenbach, vm.;
Artilleriſtenmaat Makowski, Mainz, lv.; Minenheizer
Wilhelm Maus, Biſchofsheim, vm.
Berichtigung früherer Angaben.
Seeſoldat Alex Schmidt, Mainz, bish. vermißt,
krank im Lazarett; Gefr. Jean Metzler, Worms, bish.
vermißt, krank im Lazarett; Seeſoldat Karl Fetſch,
Weſthofen, bish. vermißt, iſt verwundet.
Kaiſerliche Schutztruppe für Kamerun.
Gefechte im Schutzgebiet Kamerun gegen Engländer und
Franzoſen anfangs September.
Bez.=Amtmann, Hauptm. a. D. in der Schutztruppe
für Kamerun Emil Rauſch, Gießen, t.
Reſerve=Infant.=Regt. Nr. 40, Mannheim, Karlsruhe.
Lützelhauſen, Donon am 20., Senones am 25. und 26.,
Nompatelize am 29. Aug., St. Remy, La Salle und La
Bourgonce am 3. und 4., Fricourt vom 28. Sept. bis 10. Okt.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Reſ. Heinrich Mück, Kürnbach, lv.
II. Bataillon.
7. Kompagnie: Gefr. Adam Feller,
Lampert=
heim, vw.
8. Kompagnie: Wehrm. Johannes Rauch,
Erlen=
bach, vw.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Reſ. Heinrich Breuler,
Darm=
ſtadt, lv.
11. Kompagnie: Vizef. Johann Gattenhof,
Bingen, ſchv.
Infanterie=Regt. Nr. 43, Königsberg i. Pr., Pillau.
Usdau am 27 Serejy am 28. u. 29. Sept., Suwalki am 2.,
Bochanowa, Ruttka und am Hancza=See vom 6. bis 9. Okt.
I. Bataillon.
4. Kompagnie: Musk. Phil. Karg, Sandbach, lv
Infanterie=Regiment Nr. 49, Gneſen.
Crapeaumesniel und Les Loges am 18., 24., 26. und
27. Sept. und 5., 6., 7. und 19. Okt.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Musk. Konr. Weber, Mainz, vm.
Reſ.=Inf.=Regt. Nr. 80, Wiesbaden, Oberlahnſtein,
Berichtigung früherer Angaben.
Reſ. Georg Schickel, Mainz, bish. verwundet, zur
Truppe zurück.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Nummer 311.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 81.
Ban de Sapt am 14. Sept., La Croix aux Mines am 8.
und Maiſons am 12. Okt.
II. Bataillon, Frankfurt a. M.
5. Kompagnie: Wehrm. Alois Ried, Ilbenſtadt,
verwundet.
Erſatz=Bataillon, Frankfurt a. M.
3. Kompagnie: Reſ. Julius Georg Herrlich,
Rüſſelsheim, auf Bahnſtrecke tödlich überfahren am 11. Okt.
Grenadier=Regiment Nr. 110.
Lens und Vilcey, Tage nicht angegeben.
II. Bataillon, Heidelberg.
6. Kompagnie: Gren. Heinrich Schuchmann,
Darmſtadt, vw.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 110.
St. Mihiel am 29. Aug. und 3. Sept., Nompatelize vom
28. Aug. bis 10. Sept., Graucourt am 29. Aug., 3., 5., 7.
Sept. und am 5. und 6. Okt., La Bourgonce am 6., 7.
und 8. Sept., Courcelotte vom 30. Sept. bis 3. Okt.,
Beaucourt am 5., Pierre Divion am 6., Fricourt am 1.,
4., 9. und 10. und Beaumont am 5., 6., 8. und 11. Okt.
III. Bataillon, Mannheim.
9. Kompagnie: Gefr. Friedrich Eckel, Flonheim,
lv.; Wehrm. Georg Berſch, Nieder=Beerbach, t.
12. Kompagnie: Reſ. Heinr. Schneider,
Dieters=
heim, vm.
Landwehr=Infanterie=Regt. Nr. 110, Freiburg i. B.
2. Kompagnie: Wehrm. Adolf Ohr, Hohenſtadt,
ſchv., Carſpach am 14. Okt.
Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind’ urch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet.
A — Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 3—4 Uhr nachm.
B — Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Täglich 2—4 Uh
nachm. — C — Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der Großherzogin.
Hein=
heimerſtraße 21) Sonntags, Dienstags, Mittwochs und Freitags von
4—6 Uhr nachm. D — Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen),
Stein=
ſtraße 21. Täglich 2—5 Uhr nachm. — E — Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I),
Alexanderſtraße 27. Mitt nochs und Sonntags von 2—4 Uhr nachm.
F — Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
3—6 Uhr nachm. — G — Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 2—4 Uhr nachm. K — Marienhöhe (Geneſungsheim).
Täglich 10—12 Uhr vorm., 4½— 6½ Uhr nachm. — I — Schweſternhaus der
Barmherzigen Schweſtern Nieder=Ramſtädter Straße 30. Nachmittags von
2—4 Uhr. — K — Städtiſches Krankenhaus, Grafenſtraße 9. Werktäglich
2—8½ Uhr nachm., Sonntags 11—12 Uhr vorm. — L — Städt. Saalbau
(ebenfalls Reſ=Laz. I), Riedeſelſtraße 40. Mittwochs, Samstags und
Sonn=
tags von 2—4 Uhr. — M — Techniſche Hochſchule (Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtr. 1.
Sonntags, Mittwochs und Samstags von 2—4 Uhr nachm. — N — Klinik
Dr. Ollendorff (Weberſche Augenklinik), Frankfurter Straße 42. Taglch
10—12 Uhr orm., 2—4 Uhr nachm. — O — Vereinslazarett vom Roten
Kreuz, Olbrichweg 10, „Vereinslazarett Mathildenhöhe‟ Täglich 3—4 Uhr
nachm. — P — Ererzierplatz (Reſ.=Lazarett III), Mittwochs und Sonntags
von 2—4 Uhr nachm.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
vom 5. bis 8. November 1914:
Ackermann, Frz., Hirſchhorn, Ldſt.=Bat., Erbach 3, P
— Amersbach, Frz., Gambach i. B., Drag. 23, Erſ., P
Armbruſt, Peter, Hauſen, Inf. 115, Erſ., M — Aſſion,
Hrch., Groß=Steinheim, Drag. 23, Erſ., P — Balß, Peter,
Brandau, Art. 25, M — Bomberg, Arthur, Apolda, Inf.
221/3, O — Burkhard, Hrch., Hirſchhorn a. N., Inf. 221,
P — Cramer, Wilh., Paderborn, Flieg.=Erſ.=Abt. 3, P
Damm, Wilh., Gammelsbach, Ldſt.=Bat., Erbach, P
Dammel, Wilhelm, Königſtädten, Inf. 115, M —
Daum, Phil., Feldbäck.=Kol. 32, 26. A.=K., E — Dächert,
Ludwig, Eberſtadt, Art. 25/1, P — Dietrich, Andreas,
Nonnweiler, Reſ.=Inf. 110/7, K — Dietrich, Rich.,
Mann=
heim, Flieg.=Erſ.=Abt. 3, P — Edinger, Karl,
Ludwigs=
hafen a. Rh., Reſ.=Inf. 221/2, N — Eiſenhauer, Bernh.,
Reichelsheim i. O., Reſ.=Inf. 118/6, P — Elſäſſer, Mich.,
Framersbach, Inf. 113, Erſ.=Bat., P — Emden, Arthur,
Frankfurt, Zentral=Pferde=Dep., P — Fath, Guſtav,
Offen=
bach a. M., Reſ.=Erſ.=Esk., 18. A.=K., P — Fentſchel, Ludw.,
Dietzenbach, Reſ.=Drag. 23, M — Fluch, Joh. Fr. Joſ.,
Mainz, Train=Abt. 18, P — Göbel, Joh., Groß=Zimmern,
Inf. 115, Erſ.=Bat., P — Graf, Engelbert, Klein=Auheim,
Art. 61/1, Erſ., K — Greiner, Ferd., Frankfurt a. M.,
Inf. 115, Erſ.=Bat., P — Hennings, Wilh., Großen=
Lin=
den, Inf. 115, Erſ.=Bat., P — Hennrich, Chriſt.,
Mann=
heim, Erſ.=Flieg.=Abt. 3, P — Herth., Joh., Darmſtadt,
Art. 61, P — Hinkel, Hrch., Holzhauſen, Reſ.=Drag. 4, P
Horſt, Adam, Biſchofsweiler, Inf. 115/1, Erſ.=Bat., N —
Hummel, Phil., Rüſſelsheim, Inf. 115/3, B — Igel,
Lu=
cian Maria, Münſter, Reſ.=Inf. 2/3, Bat.=Gent., K
Knopp, Karl, Rüſſelsheim, Ldw.=Inf. 116/2, P — Körner,
Reinh., Inf. 100, L. — Kutlow, Guſtav, Eichenhagen,
Erſ.=Pferde=Dep., 18. A.=K., P — Kümmel, Joſ.,
Offen=
bach, Inf. 115, Erſ.=Bat., P — Langmann, Wilh.,
Elber=
feld, Reſ.=Inf. 116/4, P — Lichtenberg, Friedrich, Berlin,
Ldw.=San.=Komp. 24, P — Ludwig, Hrch., Langenſelbold,
Art. 61, Erſ.=Abt., P — Luſt, Karl, Darmſtadt, Ldw.=Inf.
118/2, B — Lucker, Ludwig, Arheilgen, Inf. 116, M —
von Malapart=Neufville, Hans, Freiherr, Darmſtadt, Reſ.=
Inf. 118, M — Manns, Chriſt., Nieder=Roden, Seebat.
6/11, P — Markus, Alfr., Koblenz, Drag. 24, P —
Mar=
quardt, Phil., Haingrund, Ldſt.=Bat., Erbach, P —
Mon=
tag, Joh., Bobſtadt, Reſ.=Inf. 118/1, E — Möſer, Chriſt.,
Darmſtadt, Reſ.=Inf. 116/1, P — Nagel, Herm.,
Hirzen=
hain, Inf. 221, P — Neckel, Hans, Guſtrow, Inf. 115, M
— Nick, Karl, Inf. 115, L. — Pfaff, Hrch., Launsbach,
Reſ.=Drag. 4, M — Poth, Ldwg., Roßdorf, Inf. 221, P—
Purner, Friedr., Speyer, Inf. 221/6, P — Raber, Adam,
Darmſtadt, Reſ.=Inf. 116, M — Rau, Valentin, Lorſch,
Ldſt.=Bat., Erbach 2. P — Rechel, Daniel, Hähnlein, Ldſt.=
Bat. 2, P — Reiffer, Karl, Bochum, Inf. 114, M —
Rudruck, Michael, Klein=Jeruthon, Inf. 57, M — Runkel,
Adolf, Iſert, Art. 84/4, P — Saraſo, Andreas,
Sil=
manovan, Inf. 173, Erſ.=Bat., P — Seebacher, Ed., Klein=
Welzheim, Inf. 136, P — Söhnlein, Frz., Neuhaus,
Train=Bat. 18, Bäck.=Kol., I — Spanier, Gg.,
Pfedders=
heim, Art. 61, Erſ.=Abt., P — Schaus, Adolf, Dotzheim,
Zentral=Pferde=Dep., P — Schäfer, Jodokus, Hobbach,
Ldſt.=Bat., Erbach 2, P — Schimanski, H., Kranſig (
Po=
ſen), Inf. 18, M — Schnaderer, Runding i. B., Ldſt.=Bat.,
Erbach 2, P — Schneider, Hrch., Dornſeifen, Train=Erſ.=
Bat. 18/4, L. — Scholze, Rudolf, Göppingen, Inf. 115,
Erſ.=Bat., E — Schwab, Phil., Heppenheim, Ldſt.=Bat.
Erbach 2, P — Schwarz, Karl, Darmſtadt, Inf. 99/5, N
Schweiſinger, Albert, Reilingen, Reſ.=Inf. 221, M
Steinmetz, Phil., Bensheim, Inf. 143, P — Stock, Karl,
Magdeburg, Ldſt.=Huſ. 11/3, P — Trinkaus, A.,
Brens=
bach, Inf. 115, M — Unrain, Eduard, Radtilen, Inf.
224/3, E — Vath, Moritz, Mainz, Inf. 115/1, K — Wahl,
Anton, Inf. 125, L. — Werkmann, Gg., Arheilgen, Inf.
221/2, P — Weber, Karl, Ober=Ramſtadt, Inf. 118/10, D
— Wimmers, Hrch., Art.=Regt. 9, P — Wolf, Karl.
Nie=
der=Ofleiden, Drag. 23, P — Wulf, Hrch., Niederouſa,
Inf. 16, M — Zobel, Frz., Grünſtadt, Ldſt.=Bat.,
Er=
bach 1. E.
Aus den Lazaretten entlaſſen
vom 5. bis 8. November 1914:
Becker, Robert, Ldſt.=Bat., Erbach, K — Beerbaum,
Oskar, Eisfeld, Reſ.=Inf. 40/8, K — Boßler, H., Nieder=
Modau, Inf. 88, M — Burger, Friedr., Munſchweiler
Inf. 170/4, K — Deubel, Richard, Großzſchocher, Inf.
100/1, N — Dietrich, Hrch., Groß=Zimmern, Inf. 115/1, I
— Eidenmüller, Gg., Stierbach, Inf. 118/5, K — Engels,
Walter, Solingen, Inf. 116, M — Faltermeier, Anton,
München, Inf. 115/8, K — Geiß, Friedr., Neu=Iſenburg,
Inf. 115, M — Hartmann, Paul, Teichwolframsdorf,
Ldw.=Inf. 83/9, N — Heiß, Robert, Leutn., Inf. 115/3, K
— Hertrich, Theophil, Nordhauſen, Inf. 115/10, I —
Hor=
der, Rud., Fuhrpark=Kol. 60, 18. A.=K., K — Hornburg,
Paul, Stavenhagen, Reſ.=Jäg.=Bat. 14/1, N — Horſt,
Ad., Biſchofsheim, Inf. 115/12, N — Igel, Lucian Maria,
Hauptmann, Reſ.=Inf. 2/3, Gent, K — Kaufmann, Mich.,
Brünn, Inf. 115/12, I — Kindinger, Hrch., Nauheim,
Inf. 115/5, N — Klamt, Bruno, Herzogswalden, Jäg.=
Bat. 5/3, K — Knippel, Ph., Neu=Iſenburg, Inf. 115, M
Kümmel, Ad., Gräfenhauſen, Inf. 115/10, I — Landgraf,
Joh., Bürſtadt, 2. Ldſt.=Bat., M — Leſch, P., Eube, Inf.
102, K — Licht, Karl, Zorbon, Art. 4/2, K — Löhr,
Hubert, Sablon, Drag. 23/3, N — Meyer, Joh.,
Michel=
ſtadt i. O., Reſ.=Inf. 118/6, I — Miehln, Paul, Dresden,
Reſ.=Drag. 4, M — Müller, Ludwig, Bellefoſe, Art. 84,
Leichte Mun.=Kol., I — Nagel, Aug., Kelſterbach, Fernſpr.=
Abt. 8, Reſ.=A.=K., I — Otto, Karl, Frauenheim, Jäg.=
Bat. 12/4, K — Rehn, Ad., Unter=Schwappach, Drag.
23/3, I — Ruckelshauſen, A., Pfungſtadt, Inf. 116, M—
Schaaf, Joh., Düſſeldorf, Erſ.=Flieg.=Bat. 3, K —
Scha=
genwarth, Joſ., Wittelsheim, Reſ.=Inf. 111, M —
Schutt=
ler, Wilh., Nieder=Kainsbach, Ldw.=Inf. 118/8, I
Stecher, Ewald, Hilchenbach, Inf. 115, Erſ.=Bat., M —
Stein, Jak., Ldſt.=Bat., Erbach, K — Stock, Karl,
Michal=
kowitz, Jäg.=Bat. 6, K — Vetter, Wilh., Feld=Flieg.=Abt. 4,
K — Watzinger, Joſ., Darmſtadt, 3. Inf.=Mun.=Kol., 18.
A.=K., I — Weber, Wilh., Groß=Umſtadt, Reſ. 116/11, K.
In Krieg und Frieden
gebraucht man gegen Huſten und Heiſerkeit
Eutol=Bonbons
Doſe 30 Pfg. Feldpoſtkarton 65 Pfg.
(II,20747
Leipziger Lebensverſicherungs=Geſellſchaft a. G.
(alte Leipziger).
(B20898
Lebensverſicherungen unter Einſchluß der Kriegsgefahr.
landſturmpflichtige Familienväter u. ledige Perſonen,
welche bei vorzeitigem Ableben wirtſchaftliche Nachteile
für die Angehörigen nachweiſen, ohne Extraprämie.
Vertreter: G. Beyſer, Darmſtadt, Bruchwieſenſtr. 4, I.
Familiennachrichten.
Statt Karten!
Für die aus Anlaß unserer Silbernen
Hochzeit uns dargebrachten Glückwünsche
sagen wir auf diesem Wege Allen unseren
herzlichsten Dank.
(*9100
Christian Spieß und Frau.
Traisa, im November 1914.
Strammer Junge
angekommen.
Ludwig Oppenheimer
und Frau Kanni, geb. Springer.
Darmſtadt, den 9. November 1914.
Stirnweg 25.
(21107
In der Nacht von Samstag zu Sonntag
verschied unerwartet mein langjähriger,
treuer Mitarbeiter und Prokurist
Herr
Fritz Rochhardt.
Ich betraure in dem so früh
Ver-
storbenen einen Beamten von
ausserordent-
lichen Fähigkeiten und vortrefflichen
Charaktereigenschaften, der seit 21 Jahren
im Dienste meiner Firma stand und auf
seinem verantwortungsvollen Posten in
unermüdlicher Pflichttreue und
Schaffens-
freudigkeit Hervorragendes geleistet hat.
Sein Andenken wird bei mir in ehrender
Dankbarkeit fortleben.
Darmstadt, den 9. November 1914.
E. Merck.
Todes=Anzeige.
Den Heldentod für das Vaterland erlitt
in Frankreich infolge ſchwerer Verwundung
unſer unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager,
(*9176
Onkel und Neffe
Regiſtrator
Jean Schwerer
Reſerviſt im Reſ.-Inf.-Regt. Nr. 116
im kaum vollendeten 25. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Familie J. P. Schwerer,
Familie G. Knierim,
Willy Schwerer,
Familie Blaiſe.
Familie Schanz.
Darmſtadt, Offenbach, Kiel, Arheilgen,
den 10. November 1914.
Den Heldentod fürs Vaterland
erlitt im Alter von 26 Jahren mein
innigſtgeliebter Mann, der
treube=
ſorgte Vater ſeines Kindes, unſer
guter Sohn, Bruder, Schwager und Onkel, der
Forſtwart-Aſpirant
Paul Kirſchner
Wize=Feldwebel im Reſ.-Inf.-Regt. 116,
Ritter des Eiſernen Kreuzes.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Kätchen Kirſchner, geb. Hedderich,
Karl Hedderich,
Georg Kirſchner II. und Frau,
Forſtwart Kirſchner,
Georg Heinrich Kirſchner III.,
Unteroffizier Kirſchner,
Katharine Spalt, geb. Kirſchner,
Marie Poth, geb. Kirſchner,
Heinrich Ludwig Kirſchner,
Lischen Kirſchner.
(21105.
Strebendorf. Roßdorf. Rohrbach=
Todes=Anzeige.
Montag früh entſchlief nach ſchwerem, mit
großer Geduld ertragenem Leiden unſere liebe
Mutter, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Sophie Girſtenbrey
geb. Roßler.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Girſtenbrey, z. St. im Felde,
Mariechen Girſtenbrey.
Darmſtadt, den 9. November 1914.
Die Beerdigung findet am Mittwoch,
nach=
mittags 4½ Uhr, auf dem Beſſunger
Fried=
hof ſtatt.
(*9118
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Montag abend ½11 Uhr verſtarb plötzlich
meine liebe, unvergeßliche Frau, unſere
treu=
beſorgte Mutter, Schweſter und Tante
Chriſtine Leuthner
im nicht ganz vollendeten 49. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Leuthner u. Kinder.
Darmſtadt, Nieder=Modau, 9. November 1914.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 12. Nov.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofs aus, ſtatt.
(*9171
Nummer 311.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Seite 9.
Nachruf.
Unſer lieber Freund
der Kriegsfreiwillige
Georg Metzger
erlitt in Nordfrankreich den Heldentod fürs
Vaterland infolge eines Bruſtſchuſſes, den er
bei einer ſchönen Tat für ſeine Kameraden
er=
hielt. Mit ihm verlieren wir unſeren beſten
Freund, dem wir ein dauerndes, ehrendes
An=
denken bewahren werden.
(21109
Darmſtadt, den 10. November 1914.
Seine treuen Freunde.
Todes=Anzeige.
Seinen in der Schlacht bei Menil
er=
haltenen ſchweren Wunden iſt unſer einziger
Sohn und Enkel
(21087
Paul Karl
im 24. Lebensjahre erlegen.
Darmſtadt, im November 1914.
Die tieftrauernden Eltern:
Michael Karl und Frau.
Todes=Anzeige.
Infolge ſeiner ſchweren Verwundung erlitt
den Heldentod fürs Vaterland auf Frankreichs
Erde unſer guter, unvergeßlicher Sohn, mein
Gatte, unſer Vater, Bruder, Enkel u. Schwager
Wilhelm Metz
Reſerviſt im Füſilier-Regiment Nr. 80
Wiesbaden
im Alter von 25 Jahren.
In tiefer Trauer:
Familie Wilhelm Metz,
Kätchen Metz, geb. Kraus,
nebſt Kindern,
Maria Metz Witwe.
Darmſtadt (Frankfurterſtr. 102), Nied a. Main,
den 10. November 1914.
(*9165
Todes=Anzeige.
Den Ehrentod fürs Vaterland erlitt mein
innigſtgeliebter, herzensguter Gatte, unſer Sohn,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel (*9121
Rudolf Stelzer
Wehrm. der 4. Komp., Reſ.-=Inf.-Regt. 116.
In tiefer Trauer:
Sophie Stelzer, geb. Heß,
Margarethe Stelzer Wwe.
Darmſtadt, den 10. November 1914.
Kiesſtraße 66.
Erſt heute erhielt ich die amtliche
Mitteil=
ung, daß mein heißgeliebter, herzensguter Mann,
der treubeſorgte Vater meiner 2 Kinder
Otto Spohr
Unteroffizier im Reſ.-Inf.=Regt. Nr. 116
1. Komp.
nach nur kurzer glücklichſter Ehe, am 28. Auguſt
in der Schlacht bei Mouzon fürs Vaterland
gefallen iſt.
(21119
Im Namen der trauernden Eltern u. Geſchwiſter
Die tieftrauernde Gattin:
Liſette Spohr und Kinder.
Darmſtadt, den 10. November 1914.
Auf dem Felde der Ehre erlitt den
Helden=
tod fürs Vaterland mein treuer Mitarbeiter
Herr Otto Spohr
Unterofſizier der Reſerve
im Reſerve=Infanterie-Regiment Nr. 116.
Seine raſtloſe Tätigkeit und große Umſicht im
Geſchäftsbetriebe ſichern ihm ein dauerndes,
ehrendes Andenken.
(*9177
Darmſtadt, den 10. November 1914.
Karl Haas, Kantinenpächter.
Den Heldentod im Weſten erlitt Ende
Oktober unſerer Eltern älteſtes Kind, unſer
lieber Bruder, der
(*9145
prakt. Arzt
Dr. med. Haus Albig
Bataillonsarzt, II. Bat. R.-J.-R. 240.
Thekla Albig,
cand. ing. Kurt Albig,
Kriegsfreiw. Gefreiter F.=A.=R. 61.
Bremen, Darmſtadt, November 1914.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem ſchweren Verluſt unſeres
lieben Sohnes ſagen wir Allen auf dieſem
Wege unſeren herzlichſten Dank.
Darmſtadt, 10. Nov. 1914.
Dieburgerſtr. 80
(*9186
Familie K. Affemann.
Gottesdienſtliche Anzeigen.
Mittwoch, den 11. November 1914.
Hofkirche: Abends um 6 Uhr: Andacht.
Stadtkirche: Abends um 8½ Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Beringer.
Johanneskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarrer Marx.
Martinskirche: Abends um 8 Uhr: Andacht.
Pfarer b. Waitz=
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde): Abends um
8 Uhr: Kriegsbetſtunde. Pfarraſſiſtent Sann.
Pauluskirche: Abends um 8 Uhr: Kriegsbetſtunde.
Pfarrer Rückert.
Weiterbericht.
Eine ſehr kräftige Depreſſion wandert über das
nörd=
liche Europa nach Oſten und ſcheint ihre ſüdlichen
Rand=
zonen weiter über Mitteleuropa auszubreiten. Bei
weſt=
lichen Winden haben wir daher ziemlich trübes, aber
wärmeres Wetter und Niederſchläge zu erwarten.
Wetterausſichten für Mittwoch: Bedeckt,
zeit=
weiſe Niederſchläge, wärmer, weſtliche Winde.
Tagestalender.
Beſtellungen auf unſere
Mitwoch, 11. November.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende gegen
10 Uhr (Ab. B): „Der Reviſor”.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Wochen=
Chronik
monatlich 20 Pfennig
(einzelne Nummer 5 Pfg.) nehmen unſere Geſchäftsſtelle, unſere Trägerinnen, ſowie unſere Agenturen
und ſämtliche Poſtanſtalten entgegen, die letzteren unter der Bezeichnung Darmſtädter Tagblatt Ausgabe B.
Die neueſte Nummer enthält wiederum eine Reihe hochintereſſanter,
aktueller Bilder vom weſtlichen und öſtlichen Kriegsſchauplatz:
Die Rückkehr belgiſcher Flüchtlinge.
Speiſung der Bevölkerung inBrügge
durch die deutſchen,,Barbaren‟
Die Zeppelinfurcht in London.
wiederherſtellung der
Telegraphen=
leitungen zwiſchen Antwerpen
und Brüffel.
Bilder aus Warſchau u. vieles andere.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Nummer 311.
Deutſche Gefangene.
Ich weiſe darauf hin, daß von nun an Anfragen zur
Ermitte=
lung von Kriegsgefangenen uſw. nicht mehr bei Großh. Kreisamt
dahier geſammelt werden, ſondern daß der einzelne Intereſſent dann
auf die raſcheſte Erledigung ſeiner Anfrage rechnen kann, wenn er
ſich der in der nachſtehenden Abſchrift erwähnten Doppelkarten bedient,
(21015ods
Darmſtadt, den 5. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Abſchrift.
Berlin, den 19. Oktober 1914.
Kriegsminiſterium.
Nr. 1471/10.14 N B.
beehre ich mich ergebenſt mitzuteilen, daß es mir
im Intereſſe der möglichſt ſchnellen Auskunftserteiluug nicht
zweck=
näßig erſcheint, an etwaige Sammelſtellen gelangende Anfragen zu
einer Liſte zuſammenzuſtellen.
Ich halte es für weniger zeitraubend, wenn die Anfragen von
jedem einzelnen Intereſſenten unmittelbar an das Zentral=Nachweis=
Büro gegeben werden.
Es müßte jedoch darauf hingewirkt werden, daß dieſe Anfragen
nur auf den roſa Doppelkarten, die bei der Poſt zum Preiſe
von 1 Pfg. für das Stück erhältlich ſind, erfolgen, weil ſonſt eine
ſchnelle Erledigung der Anfragen nicht möglich iſt.
Die Anfragen aus dem Verzeichnis, das mit den Adreſſen der
Nachfragenden verſehen iſt, werden für dieſes Mal noch vom Zentral=
Nachweis=Büro unmittelbar beantwortet werden.
In Vertretung:
gez.: v. Wandel.
Höchſtpreiſe für Kartoffeln.
Auf Grund des § 1 des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 und des § 1 der Bekanntmachung Großh. Miniſteriums
des Innern, betreffend die Ausführung dieſes Geſetzes, vom 7. Auguſt
1914, werden die Höchſtpreiſe für beſte Speiſekartoffeln mit ſofortiger
Wirkſamkeit für die Stadt Darmſtadt wie folgt feſtgeſetzt:
1. beim Verkauf durch den Produzenten an Ort und Stelle
6,50 Mk.
für 100 kg
Dieſer Preis ſchließt die Koſten der
Ver=
ladung und des Transportes bis zur
nächſten Verladeſtelle in ſich.
2. Bei freier Lieferung in den
Aufbewah=
rungsraum des Verbrauchers oder bei
Ver=
kauf auf den Wochenmärkten für 100 kg 8 Mk.
9 Pfg.
3. Im Kleinverkauf für das kg
Dieſe Feſtſetzungen haben nur die Bedeutung einer Obergrenze
für die Preiſe. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß geringere Preiſe
insbe=
ſondere dann gefordert werden müſſen, wenn die Beſchaffenheit der
Ware oder ſonſtige Verhältniſſe es angemeſſen erſcheinen laſſen. Auf
die §§ 2 und 4 des hierunter abgedruckten Geſetzes wird beſonders
hingewieſen.
Meine Bekanntmachung vom 23. v. Mts., betreffend
Höchſt=
preiſe für Kartoffeln, tritt hiermit außer Kraft.
(20875a
Darmſtadt, am 4. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher Kaiſer, König
von Preußen ꝛc verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter
Zuſtimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1.
Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für
Gegen=
ſtände des täglichen Bedarfs, insbeſondere für Nahrungs= und
Futter=
mittel aller Art, ſowie für rohe Naturerzeugniſſe, Heiz= und
Leucht=
ſtoffe, Höchſtpreiſe feſtgeſetzt werden.
§ 2.
Weigert ſich trotz Aufforderung der zuſtändigen Behörde ein
Beſitzer der im § 1 genannten Gegenſtände, ſie zu den feſtgeſetzten
Höchſtpreiſen zu verkaufen, ſo kann die zuſtändige Behörde ſie
über=
nehmen und auf Rechnung und Koſten des Beſitzers zu den
feſt=
geſetzten Höchſtpreiſen verkaufen, ſoweit ſie nicht für deſſen eigenen
Bedarf nötig ſind.
§ 3.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten
Behörden erlaſſen die erforderlichen Anordnungen und
Ausführungs=
beſtimmungen.
§ 4.
Wer die nach § 1 feſtgeſetzten Höchſtpreiſe überſchreitet oder den
nach § 3 erlaſſenen Ausführungsbeſtimmungen zuwiderhandelt oder
Vorräte an derartigen Gegenſtänden verheimlicht oder der
Aufforde=
rung der zuſtändigen Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit
Geldſtrafe bis zu 3000 ℳ oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis
bis zu 6 Monaten beſtraft.
5.
Der Bundesrat wird ermächtigt, den Zeitpunkt zu beſtimmen,
zu welchem dieſes Geſetz wieder außer Kraft tritt.
8
Dieſes Geſetz tritt mit dem Tage ſeiner Verkündung in Kraft.
Urkundlich unter Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und
beigedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Berlin im Schloß, den 4. Auguſt 1914.
(L. S.)
Delbrück.
Wilhelm.
Zur Ausführung des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 iſt u. a. folgendes beſtimmt worden:
Die feſtgeſetzten Höchſtpreiſe, deren Veränderung oder
Auf=
hebung ſind durch die zuſtändige Behörde (§ 1) im
Amtsverkündig=
ungsblatt und ortsüblich bekannt zu machen.
Die Verkäufer von Waren, für die Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind,
haben dieſe Preiſe mit Angabe der Menge (Zah:, Maß, Gewicht),
auf die ſich die Preiſe beziehen, durch einen ſichtbaren Anſchlag an
der Verkaufsſtelle zur Kenntnis zu bringen.
Dieſer Anſchlag iſt koſtenfrei mit dem polizeilichen Stempel zu
verſehen und täglich während der Verkaufszeit auszuhängen.
Bei der Verkaufsſtelle iſt, wenn ſich die feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſe auf das Gewicht der Waren beziehen, eine Wage mit geeichten
Gewichten aufzuſtellen und ihre Benutzung zum Nachwiegen der
ver=
kauften Waren zu geſtatten.
Herſtellung von Hausanſchlüſſen.
Um Straßen= und Fußſteig=Aufbrüche und die, beſonders bei
Froſt= und Regenwetter damit verbundenen Unzuträglichkeiten,
Be=
läſtigungen und Gefahren für das Publikum im bevorſtehenden
Winter zu vermeiden, fordere ich alle Hausbeſitzer, die Kanal=,
Waſſer=
oder Gasanſchlüſſe herzuſtellen beabſichtigen, hiermit auf, baldigſt
und längſtens bis zum 10. kommenden Monats bezügliche Anträge
bei den betreffenden Verwaltungen zu ſtellen, damit dieſe Anſchlüſſe
vor eintretendem Froſt ausgeführt werden können.
Bei Froſtwetter dürfen keinerlei derartige Arbeiten in An
griff genommen werden, ſofern nicht genügende Gründe die alsbaldige
Herſtellung erfordern.
Auch für die im ſtädtiſchen Intereſſe vorzunehmenden Arbeiten
wirö nach dieſem Grundſatz verfahren werden, nur einige
untergeord=
nete Herſtellungen werden zur Beſchäftigung arbeitsloſer Leute zur
Ausführung gelangen müſſen.
Die betreffenden Arbeiten finden jedoch in weniger
verkehrs=
reichen Straßen ſtatt.
(21089msm
Darmſtadt, den 9. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Ekert.
Preiſe für Fleiſch und Brot
in der Stadt Darmſtadt
am 5. November 1914.
(Mitgeteilt von der Großh.
Zentral=
ſtelle für die Landesſtatiſtik.)
Häufigſter Preis in 3 pro Pfund
Ochſenfleiſch mit Beilage . . 100
„ . 86 u. 90
Rindfleiſch „
Kuhfleiſch
„ . . . 80‟)
. 100
Kalbfleiſch
,,„
Hammelfleiſch „
100
Schweinefleiſch,
90
Leberwurſt gewöhnliche
80
Blutwurſt,
80
Geräucherter Speck
120
Schweineſchmalz, inländiſches 90
Brot I. Sorte .
18
Brot II. Sorte
18
*) Durchſchnittspreis.
Die Erhebung erſtreckte ſich auf
45 Metzgereien, und zwar auf 25,
in denen Ochſen=, Kuh= od.
Rind=
fleiſch, auf 17, in denen Kalbfleiſch,
auf 7, in denen Hammelfleiſch und
17, in denen Schweinefleiſch
ver=
kauft wurde; ferner für Brot auf
18 Bäckereien und 4 ſonſtige Läden.
Die von der Bäckerinnung
feſt=
geſetzten Mindeſtpreiſe für Brot:
I. Sorte, Weißbrot 2½ Kilo 90 Pf.
½ „ 45 „
2 „ 20 „
II. Sorte, Schwarzbrot2 „ 70
„ 35 „
18
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Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit.
Mit Rückſicht auf die zur Zeit noch im Gange befindliche
Be=
ſtellung der Felder beſtimme ich hiermit, daß die Tauben bis zum
20. Ifd. Mts. eingeſperrt gehalten werden müſſen.
Zuwiderhandlungen werden nach Art. 39 Ziffer 2 des
Feld=
ſtrafgeſetzes mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis zu
einer Woche beſtraft.
Die Durchführung dieſer Anordnung wird ſtreng überwacht.
Auf Militärbrieftauben der Mitglieder des hieſigen
Brief=
taubenklubs findet vorſtehendes nur inſoweit Anwendung, als dies
das Reichsgeſetz vom 28. Mai 1894, den Schutz der Brieftauben
be=
treffend, zuläßt.
(21053im
Darmſtadt, den 6. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
V.: Ekert.
Wüſche= und Kleidungsſtücke für Bedürftige.
Für den kommenden Winter wird für alle, die auf Unterſtützung
angewieſen ſind, um die Abgabe warmhaltender Wäſche und Kleider,
auch Schuhe, dringend gebeten. In der großen Mehrzahl aller
Haus=
haltungen dürften ſich Wäſche= und Kleidungsſtücke, auch Schuhe,
befinden, die nicht mehr getragen werden, die aber bei entſprechender
Herrichtung Bedürftigen noch gute Dienſte leiſten können. Neben
den Stellen, die ſchon bisher Gaben in Empfang nahmen, iſt auch
das ſtädtiſche Armen= und Fürſorgeamt, Waldſtraße 6,
Fern=
ſprecher 2419, bereit, die Gaben in Empfang zu nehmen und
ord=
nungsmäßig zu verteilen. Wer die Sachen vorher ausbeſſern laſſen
möchte, wende ſich an die Geſchäftsſtelle des
Heimarbeiterinnen=
vereins, Waldſtraße 19, II. Es wird ſo Arbeitsgelegenheit für
Frauen und Mädchen geſchaffen, die auf Verdienſt angewieſen ſind.
Jede Zuwendung wird mit herzlichſtem Dank angenommen.
Darmſtadt, den 23. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſiug.
(20383a
Chriſbeſcherungenfür Arme, beſonders für arue Kinder.
Wie in verfloſſenen Jahren, richten wir auch in dieſem Jahre,
um eine möglichſt gleichmäßige Berückſichtigung aller Bedürftigen
herbeizuführen, an die Vorſtände der Vereine, Schulen und
Korpora=
tionen, ſowie an alle Privatperſonen, die im laufenden Jahre eine
Weihnachtsbeſcherung für Arme, beſonders für arme Kinder, zu
ver=
nſtalten gedenken, das Erſuchen, die Liſten der von ihnen
Vorge=
merkten mit möglichſt genauer Angabe ihrer Wohnungen möglichſt
frühzeitig bei uns einreichen zu wollen.
Wir werden dann die Liſten mit einer Auskunft darüber
ver=
ſehen laſſen, welche der darin vorgeſehenen Perſonen noch anderweit
zur Weihnachtsbeſcherung in Ausſicht genommen ſind.
Den die Weihnachtsbeſcherung veranſtaltenden Vereinen,
Pri=
vaten uſw. bleibt es dann überlaſſen, wegen der mehrfach zur
Be=
rückſichtigung bei der Beſcherung in Ausſicht genommenen mit den
anderen in Betracht kommenden Veranſtaltungen ſich zu benehmen
und je nach Befund die ſich empfehlenden Abſtriche vorzunehmen.
Darmſtadt, den 7. November 1914.
(20996gms
Städtiſches Armen= und Fürſorgeamt.
J. V.: Hopp.
Kartoffeln geſucht.
Größere Mengen guter, ausgeleſener Speiſekartoffeln,
Winter=
ware, kauft Stadtverwaltung Darmſtadt.
Anerbieten mit Herkunft, Sorten und Preisangabe, frei
Bahn=
hof Darmſtadt, umgehend erwünſcht.
(21089msm
Ranstverei tar uus Großnerzogtamt Hessen.
Einladung
zur Weihnachts-Ausstellung 1914
in der Kunsthalle zu Darmstadt.
Als Weihnachts-Ausstellung beabsichtigt der Kunstverein,
wie dies auch früher üblich gewesen ist, eine Ausstellung von
Werken ausschliesslich hessischer, vorab Darmstädter oder
in Darmstadt geborener Künstler zu veranstalten.
Der Kunstverein beehrt sich, zur Beschickung dieser
Aus-
stellung ergebenst einzuladen,
Die Bestimmungen des Vereins, welche die Annahme und
Ausstellung der Kunstwerke betreffen, behalten auch für diese
Ausstellung ihre Gültigkeit. Wir bitten gütigst darauf sehen zu
wollen, dass die zur Ausstellung bestimmten Werke nicht vor dem
22. und nicht später als Ende November bei uns eintreffen.
Anmeldungen beliebe man zu richten an die Geschäftsführung
des Kunstvereins in Darmstadt.
Anmeldeformulare sind durch die Geschäftsführung und bei
dem Diener des Kunstvereins zu erhalten.
Darmstadt, im November 1914.
(21088
Der Ausschuss des Kunstvereins für das Grossherzostum Hessen.
Kursus für Schwerhörige.
Ableſen vom Munde, hierdurch der Menſchheit wiedergegeben.
Wohltat für Angehörige. Defekt nicht mehr bemerkbar.
heilt Dir. F. Baum
Wilhelm inenſtraße 35,
SbberkEcke Hügelſtraße. (20843a
Kein unnützer Apparat zur Selbſtheilung, wovor in Zeitungen gewarnt
wird: empfohlen durch die oberſte Schulbehörde.
Nummer 311.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Seite 11.
erſcheint 2mal wöchentlich in der Auflage des Darmſtädter Tagblatts
und bietet ſomit die größte Gewähr für erfolgreichſte Bekanntmachung von Vermietungs=Anzeigen. Für den Wohnungs=Anzeiger beſtimmte Anzeigen müſſen ſtets
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Nummer 311.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Seite 13.
Der ſilberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
21)
13. Kapitel.
Karla Plunk gefiel es bei Häpels. Sie war ja nicht
verwöhnt Die von Schluchten zerriſſenen, waldigen
Ab=
hänge des uraliſch=baltiſchen Höhenrückens, dielen Seen,
auf denen die Enten quarrten, die einſamen Abbauten
mit den ſtrohgedeckten Dächern, weit von den Dörfern
ge=
legen, das alles gab ein Bild, das Ruhe und
Zuſrieden=
heit atmete. Hier, abgeſchieden von dem Haſten und
Trei=
ben der Welt, mußte ſich’s mit ihrem Dolf herrlich leben
laſſen. Oft ſtand ſie am Fenſter des Inſpektorhauſes und
blickte hinüber nach dem „Schloß”. Ein langgeſtreckter
Bau war’s, nur Hochparterre, von 14 Zimmern und zwei
Sälen. Ueber dem Portal war ein eckiger Aufbau, der
einem Turm ähnelte. Efeu und wilder Wein ſchlangen
ſich bis zum Dach um das ganze Haus und gab ihm das
Ausſehen eines verwunſchenen Schloſſes. Selten einmal,
daß ſich das Portal öffnete, jemand die breite Freitreppe
hinabſchritt. Dolfs Onkel ließ ſich überhaupt nicht ſehen.
Der ſaß höchſtens einmal in den Nachmittagsſtunden in
Decken gehüllt auf der breiten Veranda, die in den Park
führte. Der war das Schmuckſtück von Ruſten.
Beſtan=
den mit alten Linden und Eichen, durchſtrömt von einem
Gebirgsbach, der ſich die Hänge hinab in einen See
ſtürzte, deſſen Spiegel durch die Bäume ſchimmerte. Eine
Ecke, die ſch an den Genüſegarten anſchloß, hate der
Rittmeiſter für Häpels freigegeben, im übrigen hielt er
peinlich auf Ruhe. Er wollte keine Menſchen ſehen. Karla
aber luſtwandelte am frühen Morgen und am ſpäten
Abend gern durch den Park. Oft führten ſie ihre
Streif=
züge bis dicht unter die Fenſter. Dann eilten ihre
Ge=
danken in die Zukunft. Sie ſah ſich hier als Herrin, ihr
„Mann” kam da die Treppe herab, ſie eilte ihm entgegen,
er ſchloß ſeinen „Rotfuchs” in die Arme, Hand in Hand
genoſſen ſie den tauigen Morgen, — den köſtlichen
Abend=
frieden! Und wenn erſt die Landſchaft unter Schnee
ge=
bettet lag, der Sturm um das Haus heulte, wie traulich
mußte es dann am kniſternden Kamin ſein, — auf dem
Schoß ihres Dolfs. In ein fertiges Neſt ſetzten ſie ſich,
wenn einmal . . . aber nein, nicht daran denken, nicht
dar=
auf hoffen, das war Frevel! Aber warum ſperrte ſich der
Onkel denn? Sie hätte ihn gern gehegt und gepflegt —
und gedankt. Da traten ihr die Tränen in die Augen.
Vielleicht, — vorhin hatte er ja am Fenſter geſtanden.
Tauſend Pläne waren in ihrem Kopfe entſtanden, alle
hatte ſie wieder verworfen. Lief ſie ihm über den Weg,
dann mußte ſie erſt recht beſcheiden ſein, — vielleicht
rührte das den alten Hageſtolz! Sie ſchrak zuſammen, vier
Kinderfäuſte hämmerten gegen die Tür. Fräulein Karla!
Fräulein Karla! Ein Lächeln ſpielte um ihren Mund.
Der zwölfjährige Junge hing genau ſo an ihr, wie die
Mädels von zehn, acht und ſechs Jahren. Sie wollte
ge=
rade die Tür öffnen, da hörte ſie Häpels tiefen Baß:
Woll Ihr wahl. Ihr Rangen! Zehzt hab ich mit dem
Fräulein zu ſprechen!
Ein lautes, behäbiges Lachen ſchloß ſich an die
pol=
ternden Worte.
Da riß ſie die Tür auf.
Häpel machte einen tiefen Kratzfuß, über ſein Geſicht
zuckte der Uebermut.
Aber bitte, Herr Häpel!
Sehr ſorgſam zog er die Tür ins Schloß, dann
zwin=
kerte er vergnügt mit den Augen.
Es iſt ſehr ſchönes Wetter heute, und wenn Sie mit
den Kindern von drei bis fünf Uhr ſich am Sandhaufen
im Parke amüſieren würden, ich glaube, es könnte von
Vorteil ſein!
Sie verſtand, ſie lachte und fühlte doch einen Druck
auf ihrem Herzen.
Natürlich werd’ ich’s tun! Hat der Herr Rittmeiſter
irgend etwas geſagt?
Das hat er bleiben laſſen! Da ſpielt er ſich auf den
Maulfaulen! Aber ich kenn’ mich in ihm aus. Ein paar
Verhaltungsmaßregeln wären noch vonnöten! Alſo ſehr
kühle Zurückhaltung! Und wenn er grob wird, ſo oder ſo,
er wird ſchon grob werden, den Kopf in den Nacken
ge=
worfen und kehrt gemacht!
Natürlich! Nur iſt dann meines Bleibens hier nicht
länger!
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
Nummer 311.
die Hände. Nur nicht zu freundlich! Sonſt wackelt er mit
dem Unterkiefer und trompetet los! Außerdem rück’ ich
ihm poſtwendend auf die Bude, wenn er Sie angrobſt!
Ich krieg ihn ſchon klein! Allmählich!
Karla Plunk richtete ſich auf, ſah Häpel mit blitzenden
Augen an.
Da wär’ alſo hoffentlich die Stunde gekommen, auf
die ich ſeit zwei Wochen warte! Kenn ich den Herrn
Ritt=
meiſter erſt, dann muß ich verſuchen, mit ihm allein fertig
zu werden. Dann darf’s keine Hilfe mehr geben, Herr
Häpel! Und Reſpekt ſoll Herr von Ruſten ſchon vor mir
bekommen!
Rechnen Sie nicht zu ſicher!
Karla Plunk lachte. Es klang ſehr kampfesfroh.
Sie hatte ein einfaches, weißes Kleid angezogen,
ſpielte mit den vier Kindern an dem Sandberg. Aber
auf das Rufen: Fräulein Karla — bitte, bitte! antwortete
ſie heute nur mit einem verſonnenen Lächeln. Es war ihr
nicht danach zumute, herumzutollen, ſich in die Sandburg
zu ſetzen, bewacht von drei Fräulein, während Emil
Häpel, den Tomahawk in der Hand, einen ſelbſtgefertigten
Indianerkopfputz tief in die Stirn gedrückt, Hähne, Gänſe
und der Pfau hatten den Schmuck dazu hergeben müſſen,
von Baum zu Baum ſprang, dann durch die Büſche kroch,
um ſchließlich mit gräßlichem Geheul ſich eine Squaw zu
rauben. Und die Squaw war natürlich immer Karla,
ſeine Schweſtern waren „gräßliche Gören” die „der gelbe
Wolf” für ſeinen Wigwam abſolut nicht gebrauchen
konnte. Das fanden übrigens die Häpelſchen Mädels nur
ganz in der Ordnung! Sie ſtimmten dann immer ein
Jammergeheul an, wenn „der gelbe Wolf” ihre „
Prärie=
blume” unter prahleriſchen Reden auf die feigen Hunde
von Sioux in die Büſche zog, in denen er ſich eine
Laub=
hütte, ſeinen Wigwam, gebaut hatte.
Das Spiel bekamen die Kinder nicht ſatt. Sie
bet=
telten immer wieder. Aber Karla ſaß auf der Bank und
ſchüttelte den Kopf.
Da ſtellte ſich Emil Häpel großſpurig vor ſie hin.
Will ſich die „Prärieblume” nicht rauben laſſen von
dem „gelben Wolf”, dem tapferſten Krieger, den Winnetou
kennt? Hat ſie es nicht gut gehabt in ſeinem Wigwam?
Hat er ihr nicht die Skalpe von Sioux, der feigen Hunde,
zu Dutzenden vor die Füße gelegt? Oh, „Prärieblume‟.
du ſüße, feuerrote.
So’n verdammter Jung!
Karla ſprang auf von der Bank. Der von Büſchen
umgebene Platz hinderte die Sicht auch nur auf zehn
Meter. Der alte Ruſten war krummbucklig auf ſeinen
Stock geſtützt angeſchlichen gekommen und lachte krätig
weil ihm mit ſeinen 87 Jahren der Ueberfall ſo gut
gelun=
gen war.
Häpels Kinder ſtürzten auf ihn zu, die Mädchen
knixten, Emil machte ſeinen Diener. Der Rittmeiſter hielt
ihnen der Reihe nach den Zeigefinger der freien, linken
Hand hin und muſterte Karla.
Ah, Eure Gouvernante! Freut mich, Fräulein! Er
ſetzte ſich ſtöhnend auf die Bank, faltete die Hände auf dem
Krückſtock und ſah ſie aus den Augenwinkeln an. Sie
erziehen wohl die Bande zu kriegeriſchen Tugenden?
Karla fand nicht gleich Worte. Der Gedanke
häm=
merte in ihrem Kopf: Jetzt kommt’s drauf an! Jetzt
kommt’s drauf an! Da riß ſie alle Kraft zuſammen.
Ob — Raub zu den kriegeriſchen Tugenden gehört,
Herr Rittmeiſter, ich bezweifle es.
Ich gar nicht! Bombenfeſt ſteht’s ſogar! Jeder raubt
ſich zuſammen, ſo viel er kriegen kann! Wir nennen’s bloß
„verdienen” ſo weit der Raub geſetzmäßig ſanktioniert
iſt! Heißt, daß man dafür eine andere Ware, zum
Bei=
ſpiel Geld nimmt. Das iſt der Ausgleich! Was einer dem
anderen raubt, das iſt der Vorteil! Räubergeſchäfte
pfle=
gen vor allen Dingen beim Pferdehandel recht
offenſicht=
lich vorzukommen, auf den hab’ ich mich früher großartig
verſtanden! Und wenn „der gelbe Wolf” die „
Prärie=
blume” raubt und ſie dann gut behandelt, na, dann iſt’s
eben der räuberiſche Ausgleich! Nee, iſt er nicht! Der
kommt erſt noch! Dann ſchenkt die „Prärieblume” dem
„gelben Wolf” Kinder und die machen natürlich ihren
Vater den Kopf ſchwer und rauben ihm ein paar Jähr
chen Leben, dann iſt der Ausgleich da und die Räuberei
fängt von vorne an!
Karla tat das Klügſte, was ſie tun konnte, ſie lachte.
Und der alte Ruſten zwinkerte mit den Augen.
Stimmt’s nicht?
Herr Rittmeiſter, wir ſind doch beide nicht verheiratet
wie wollen wir das beurteilen können?
Muß denn jeder Richter erſt die Schandtat ſelbſt
be=
gehen, die er aburteilen ſoll? Das wär’ ne ſchöne
Ge=
ſchichte!
Karla Plunk ſah ihn mit großen Augen an. Er ſollte
glauben, ſeine Geiſtesblitze hätten Eindruck auf ſie
ge=
macht.
Es ſcheint, mit Ihnen iſt ſchwer ſtreiten, Herr
Ritt=
meiſter!
Möchten Sie das denn gern?
Chriſtoph Ruſten fing an mit dem Unterkiefer zer
wackeln.
I Gott bewahre! Ich bin ein fröhliches, rheiniſches
Gemüt, das lieber lacht als ſtreitet!
Ach nee! Junge Damen lachen gern, das Streiten
geht ſpäter los — im Wigwam!
Emil mußte den Diener mit dem Fahrſtuhl herrufen,
der hundert Meter entfernt hielt Ruſten erhob ſich, gab
Karla Plunk die Hand, faßte an die Hutkrempe und fuhr
weiter.
Sie ſah ihm nach mit großen Augen. Das
Zuſam=
mentreffen hatte ſie ſich ganz anders vorgeſtellt. Nun, es
war immerhin ein Anfang!
Häpel hielt, wie immer, an dieſem Abend Vortrag.
Er brauchte reichlich lange dazu, zog Dinge mit hinein,
die zur Erledigung noch Zeit hatten, machte dabei ein
todernſtes Geſicht und wußte doch ganz genau, nachher
fing der Rittmeiſter an von der Gouvernante zu reden.
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Nummer 311.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. Novemoer 1914.
Seite 15.
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Programm.
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Joſ. Haydn
Joh. Brahms.
3. „Aus ernſter Zeit”, Ouvertüre
(erſte deutſche Aufführung)
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unserer im Felde gefallenen Krieger.
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gegeben von Kammersänger
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Am Flügel: Kapellmeister Alfred Simon.
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Programm: Lieder von Hugo Wolf, Max Bruch,
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Mittwoch, 11. November, an
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Mittwoch, den 11. November 1914.
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