Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
177. Jahrgang
Ausg. A. (mit Ill. Unterhaltungsbl.) monatl 60 Pfg.,
Die 49 mm breite Petitzeile im Kreiſe Darmſtadt
vierteljährl. Mk. 180; Ausgabe B (mit Ill. Unter=
10 Pfg., ausw. 20 Pfg. Familienanzeigen 30 Pfg.;
haltungsblatt u. Ill. Wochen=Chronik) monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der wöchentlichen Beilage: die 84mm breite Reklamezeile oder deren Raum
50 Pfg. viertelfährl. Mk. 2.40. Beſtellungen nehmen
im Kreiſe Darmſtadt 30 Pfg., auswärts 75 Pfg.;
entgegen: die Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23 (Fernſpr.
Rabatt nach Tarif. Anzeigen nehmen entgegen: die
Nr. 1 u. 426), unſere Filialen. Landagenturen u. alle
Geſchäftsſtelle Rheinſtr. 23, die Filialen u. Agen=
Voſtämter. Verantwortlichkeit für Aufnahme von
turen, Anzeigenerped. des In= und Auslandes. Bei
Anzeigen an beſtimmten Tagen wird nicht übernom.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Konkurs od. gerichtl. Beitreib. fällt jed. Rabatt weg.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 308.
Sonntag, den 8. November.
1914.
Der Krieg.
Der Seeſieg an der chileniſchen Küſte. — Von den Kriegsſchauplätzen. — Der türkiſche Krieg. — Zu ſpäte Erkenntnis. —
Was England geleiſtet hat. — Der Burenaufſtand in Südafrika. — Tſingtau gefallen.
Der Seeſieg an der chileniſchen
Küſte.
* Rotterdam, 7. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.)
Zuverläſſigen Nachrichten zufolge haben nach Ausſagen
des deutſchen Admirals die deutſchen Schiffe in dem
Seegefecht an der chileniſchen Küſte keine Verluſte
er=
litten, nur einige Leute ſind leicht verwundet.
* Das deutſche Geſchwader, das uns den
glor=
reichen erſten Sieg auf dem offenen Meere gegen das
eng=
liſche Geſchwader erfocht, ſtand unter dem Kommando des
Grafen Spee. Er ſteht im 54. Lebensjahre und gehört
der Marine ſeit 1878 an. Als Leutnant zur See war er
1884 und 1885 an Bord der „Möve” kommandiert. 1897
wurde er als Kapitänleutnant Flaggleutnant bei dem
Kommando der aus Anlaß der Beſitzergreifung des
Kiautſchougebietes gebildeten zweiten Diviſion des
Kreu=
zergeſchwaders, die unter dem Befehl des Prinzen
Hein=
rich im Dezember die Ausreiſe antrat. Als
Korvetten=
kapitän war er erſter Offizier des Linienſchiffes „
Bran=
denburg” und ging mit dieſem anläßlich der Chinawirren
nach Oſtaſien. Später tat er eine Zeitlang im
Reichs=
marineamt Dienſt. Hierauf befehligte er das Linienſchiff
„Wittelsbach” und wurde 1908 Chef des Stabes bei dem
Kommando der Nordſeeſtation. Im September 1912
wurde er mit der Führung des Kreuzergeſchwaders
be=
traut. 1913 erfolgte ſeine Ernennung zum Vizeadmiral
und damit zum Chef des Geſchwaders. Sein Flaggſchiff
iſt der Kreuzer „Scharnhorſt”. Als Chef ſeines Stabes
fungiert Kapitän zur See Filitz. Zwei
Admiralſtabsoffi=
ziere und ein Flaggleutnant bilden ſeinen weiteren Stab.
Das Flaggſchiff „Scharnhorſt” kommandiert Kapitän zur
See Schultz, während der Kommandant der „Gneiſenau”
Kapitän zur See Maerker iſt.
Das deutſche Geſchwader beſtand aus den
Schiffen des früher in Tſingtau verankerten Kreuzer=
Ge=
ſchwaders, den großen Kreuzern „Scharnhorſt” und
„Gneiſenau” und dem kleinen Kreuzer „Nürnberg”.
Hier=
zu kamen die beiden kleinen Kreuzer unſerer
oſtamerika=
niſchen Station, „Dresden” und „Leipzig”, ferner fünf
oder ſechs bewaffnete Hilfskreuzer. Die Stärke der im
Kampfe geweſenen Schiffe ſtellt ſich wie folgt: „
Scharn=
horſt” von 1906, 11600 Verdrängung, acht 24 Ztm.=, ſechs
15 Ztm.=, achtzehn 8,8 Ztm.=Geſchütze und 764 Mann;
„Gneiſenau” von 1906, 11600 Verdrängung, acht 24 Ztm.=,
ſechs 15 Ztm.=, achtzehn 8,8 Ztm.=Geſchütze und 764 Mann;
„Nürnberg” von 1906, 3470 Verdrängung, zehn 10,5 Ztm.=
Geſchütze und 322 Mann; „Dresden” von 1907, 3650
Ver=
drängung, zehn 10,5 Ztm.=Geſchütze und 361 Mann; „
Leip=
zig” von 1905, 3250 Verdrängung, zehn 10,5 Ztm.=Geſchütze
und 303 Mann; zuſammen 30570 Verdrängung, acht
ſchwere, 38 Mittel=, 36 leichte Geſchütze und 2492 Mann.
Der engliſche Kreuzer „Monmouth”, der,
wie es heißt, die Flagge wehen ließ, bis ſein Rumpf wie
ein Sieb durchbohrt war, iſt einer der älteren
Panzer=
kreuzer der engliſchen Marine. Er hatte eine
Waſſerver=
drängung von 9950 Tonnen, eine Geſchwindigkeit bis zu
24,8 Seemeilen, ſeine Artillerie beſtand aus vierzehn
15 Ztm.=, acht 7,6 Ztm.= und drei 4,7 Ztm.=Kanonen,
außer=
dem beſaß er zwei ſeitliche Unterwaſſertorpedorohre. Er
war am 31. November 1901 vom Stapel gelaufen, maß
134 Meter in der Länge, 20,1 Meter in der Breite und
hatte einen Tiefgang von 7,5 Meter. Seine Beſatzung
betrug 650 Mann. Der kleine geſchützte
Kreu=
zer „Glasgow” iſt jüngeren Datums; er lief 1909 vom
Stapel und hat eine Geſchwindigkeit von 25,8 Seemeilen.
Seine Artillerie beſteht aus zwei 15,2 Ztm.=, zehn 10,2
Ztm.=Kanonen und vier Maſchinengewehren. Er hat
zwei ſeitliche Unterwaſſertorpedorohre. Der Kreuzer, der
eine Waſſerverdrängung von 4900 Tonnen hat, iſt 131
Meter lang, 14,3 Meter breit, hat einen Tiefgang von
4,7 Meter und eine Beſatzung von 376 Mann. Der
wei=
ter erwähnte ſtärkere Kreuzer „Good Hope”, der
je=
denfalls auch verloren iſt, iſt ein großer Panzer=
kreuzer, am 21. Februar 1901 vom Stapel gelaufen
und hat eine Waſſerverdrängung von 14300 Tonnen, eine
Geſchwindigkeit von 23,8 Seemeilen. Seine Artillerie
be=
ſteht aus ſechzehn 15 Ztm.=Kanonen, zwölf 7,6, drei 4,7
und zwei 23,4 Ztm.=Kanonen. Er hat außerdem noch
zwei Maſchinengewehre und zwei ſeitliche
Unterwaſſer=
torpedorohre. Seine Länge beträgt 152 Meter, ſeine
Breite 21,7 Meter und ſein Tiefgang 7,9 Meter. Seine
Beſatzung zählt 900 Mann.
Die Daily Mail veröffentlicht eine Neu=Yorker
De=
peſche über den Seekampf, worin es heißt, die
ameri=
kaniſchen Offiziere ſeien geradezu begeiſtert mit ihrem Lob
der Strategie, die es den Deutſchen ermöglichte, ihre
Kreuzer zuſammenzubringen, die einzeln hilflos,
zuſam=
men aber unwiderſtehlich wären. Sie glauben, Admiral
von Spee habe genau ausgerechnet, an welchem Punkte
der Weſtküſte Amerikas die britiſchen Kreuzer zuerſt Kohlen
einnehmen würden. Die Rechnung ſtimmte und die engliſchen
Schiffe wurden überwältigt. Man möchte jetzt wiſſen,
wohin ſich die Deutſchen von Chile aus wenden werden,
ob ſie nördlich zum Panamakanal oder ſüdlich nach der
Magelhannsſtraße oder weſtlich fahren. Auf alle Fälle muß
ſich ihr Sieg in der Handelsſchiffahrt an der pazifiſchen
Küſte Südamerikas bemerkbar machen. Die
Handels=
ſtraßen zwiſchen San Franzisko und Puget Sound in
Bri=
tiſch=Kolumbien und dem fernen Oſten dürften von
Japa=
nern und Engländern genügend patrouilliert ſein, ſo daß
ſich die Verbündeten direkt gegen den Feind wenden
können.
Nach einer Times=Meldung aus Valparaiſo ſollen die
deutſchen Kreuzer „Dresden” und „Leipzig” zu den
an=
deren deutſchen Kriegsſchiffen geſtoßen ſein, um, falls, die
japaniſche Flotte plötzlich auftauchen ſollte, an der Aktion
unſerer Schiffe mitzuwirken.
Durch das überraſchende Seegefecht zwiſchen den
deut=
ſchen und engliſchen Schiffen bei Santa Maria iſt die
ganze Schiffahrt an der Weſtküſte Südamerikas ſehr
ge=
ſtört, weil die Schiffsführer und die Handelswelt
ängſt=
lich geworden ſind.
* Neu=York, 7. Nov. Sun, Tribune und Evening
Poſt geben zu, daß das deutſche Geſchwader an
Schiffsgeſchützen den Engländern überlegen war,
äußern aber ihr Erſtaunen über den geringen Schaden,
den das engliſche Geſchwader angerichtet hat. Sun ſagt:
Das Schießen der deutſchen Kanoniere war hervorragend,
das Schießen der Engländer mäßig und nicht mehr. Alle
Blätter ſtimmen darin überein, daß die Deutſchen viel
Geſchick und Mut bewieſen und große Umſicht bei der
Ver=
einigung der Schiffe an den Tag gelegt haben.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 7. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Unſer Angriff in der Richtung
Ypres machte auch geſtern ſüdweſtlich Ypres
Fort=
ſchritte. Ueber 1000 Franzoſen wurden zu
Ge=
ſangenen gemacht und 3 Maſchinengewehre erbeutet.
Franzöſiſche Angriffe weſtlich Noyon, ſowie auf
die von uns genommenen Orte Vailly und
Cha=
vonne wurden unter ſchweren Verluſten für den Feind
abgewieſen. Der von uns eroberte und nur ſchwach
beſetzte Ort Soupir und der Weſtteil Sapigneul,
der dauernd unter ſchwerſtem Artilleriefeuer lag, mußte
von uns geräumt werden. Bii Servon wurde der
Feind abgewieſen, im Argonnerwald weiter
zurückgedrängt.
Auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz wurden
drei ruſſiſche Kavallerie=Diviſionen, die
die Warthe oberhalb Kolo überſchritten hatten, geſchlagen
und über den Fluß zurückgeworfen. Im übrigen kam es
dort zu keinem Zuſammenſtoß.
Oberie Heeresleitung.
* Die Darſtellung in der antlichen franzöſiſchen
Gene=
ralſtabsnote vom Donnerstag ergibt in Verbindung mit
engliſchen und belgiſchen Depeſchen, daß der am Mittwoch
unternommene Verſuch der Verbündeten, im Gebiet von
Dünkirchen in der Nähe von Armentiéres und nördlich
von Pasſchendaele vorzudringen, Donnerstag erneuert
werden ſollte, aber wegen des überaus ſchwierigen
Sumpf=
geländes ohne große Ausſicht auf Erfolg verlief. Dien
Franzoſen beſtätigen, daß ihre Stellungen bei Ypres
neuerdings bedrängt ſeien. In einem ihrer Berichte wird
behauptet, daß die verminderte Tätigkeit der deutſchen
Infanterie eine franzöſiſche Offenſive geſtatte. Die
Mel=
dung konnte jedoch ſchon in den nächſten Stunden durch
die Tatſache widerlegt werden. Die ſchwächſten Stellen
des franzöſiſchen Berichtes ſind die dem Vordringen
zwiſchen der Oiſe und Moſel, ſowie nördlich Arras
ge=
widmeten. Hier wie dort, wird zugegeben, habe die
deutſche Artillerie ſchwere Verheerungen angerichtet.
* Amſterdam, 6. Nov. Telegraaf berichtet über
die Kämpfe in Flandern: Die Vorpoſten der
Ver=
bündeten wagten ſich in öſtlicher Richtung an
Pasſchen=
daele heran, das ungefähr 7 Kilometer von Rouſſelaer
(Roulers) entfernt iſt. Hier brachten die Deutſchen am
Samstag etliche hundert Gefangene ein, die nördlich von
Pasſchendaele gemacht worden waren. Am heftigſten
wütet der Kampf im waldigen Gebiet längs der
Bahn=
ſtrecke Ypern-Rouſſelaer, wo die Deutſchen ſich hinter
Bruſtwehren und Baumſtämmen verſchanzt hatten.
Ge=
panzerte Züge aus Ypern greifen die Bruſtwehren an.
An der Yſer dauert der Kampf fort. Engliſche
Patrouil=
len wagten ſich dieſer Tage bis nach Lophem, 5 Kilometer
ſüdlich von Brügge, vor. Sie hatten es ſichtlich auf
Zer=
ſtörung der Linie Brügge-Rouſſelaer abgeſehen. Nach
einem heſtigen Gewehrfeuer mußten ſich jedoch die
Eng=
länder zurückziehen. Wichtige Gefechte ſind auch in der
Nähe von Meſſines, bei Stollebaeke-Poelcapelle und
über Dixmuiden bis Nieuport im Gange.
Der Nieuwe Rotterdamſche Courant meldet: Die
deut=
ſchen Soldaten haben im Laufe der vorigen Woche die
Bahn bei Brügge, Courtrai, Ingelmunſter, Thielt und
Gent, die von den Belgiern zerſtört worden war,
wieder=
hergeſtellt, desgleichen die Brücke über die Lys bei
Gram=
mene. Von einem Zurückdrängen der
Deut=
ſchen iſt keine Rede. Der Donner der ſchweren
Ge=
ſchütze, der ſeit vielen Tagen die Luft erſüllt, rückt nicht
näher. Die Bevölkerung in der Gegend hinter der Front
iſt ruhig.
Der Seekampf bei Uarmouth.
* London, 6. Nov. Der Flottenberichterſtatter der
Times ſchreibt: Die Operationen der deutſchen
Schiffe war in der Tat kühn und zeigte, daß ein
deut=
ſches Geſchwader die Baſis verlaſſen und unſere Küſte
er=
reichen kann, ohne unter Beobachtung britiſcher
Patrouil=
len zu kommen. Ein intereſſanter Punkt iſt es, wie das
deutſche Geſchwader durch das Minenfeld gegenüber der
oſtengliſchen Küſte kam. Schiffer ſagen aus, daß es durch
die Paſſage zwiſchen den Minen kam und dieſelbe Paſſage
beim Rückweg benutzte. Es erſcheint daher klar, daß der
Feind dieſe und vielleicht auch andere Paſſagen kennt,
die durch die von ihm ſelbſt gelegten weiten Minenfelder
führen.
* Rom, 7. Nov. Giornale d’Italia ſchreibt der
Aus=
fahrt der Nordſeeflotte und dem Bombardement
der engliſchen Küſte eine große moraliſche
Bedeu=
tung zu, weil ſie es wieder einmal als engliſche Illuſion
erweiſe, durch paſſive wachſame Haltung die Herrſchaft
zur See aufrechterhalten zu können.
Der türkiſche Krieg.
Die ruſſiſche Politik.
* Peſt, 6. Nov. Der Peſter Lloyd weiſt darauf hin,
daß, während die offiziellen ruſſiſchen Berichte die
Tür=
kei für den Ausbruch der Feindſeligkeiten
mit Rußland verantwortlich machen wollen, Rußland,
welches von dem Wege nach Berlin bei den maſuriſchen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Nummer 308.
Seen gründlich abgedrängt wurde, den weniger
großzügi=
gen Plan eines unmittelbaren Angriffes auf die Türkei
faßte — einen Plan, deſſen Theorie die Nowoje Wremja
bereits 8 Tage vor dem erſten Kampfe im Schwarzen
Meer auseinandergeſetzt habe. In dem betreffenden
Ar=
tikel der Nowoje Wremja, ſo ſchreibt der Peſter Lloyd,
heißt es: Das Schwarze Meer ſoll zu einem ruſſiſchen
Meer werden. Sein Ausgang ſoll in ruſſiſchen Händen
ſein. Die Mündung eines Meeres iſt ein Beſtandteil
des=
ſelben. Wer Eigentümer des Hauptteiles eines Dinges iſt,
hat auch das Verfügungsrecht über das Ding ſelbſt. Es
iſt unerträglich, daß ich die Kontrolle meiner eigenen Tür
einem anderen zugeſtehen ſoll, daß ein anderer das Recht
haben ſoll, mir den Verkehr mit der Straße zu geſtatten
oder die Tür geſchloſſen zu halten. Unter der Sperrung
des Schwarzen Meres leidet nicht nur der Kaukaſus und
Rußland, ſondern die ganze Welt. Die Türkei hat dieſe
Lage ihrem logiſchen Ende zugeführt. Der deutſche
Lands=
knecht in Stambul diktiert jetzt ganz Europa ſeinen
ſou=
veränen Willen. Der Peſter Lloyd wirft ſodann die Frage
auf, wie ſich Rumänien und Bulgarien zu der ruſſiſchen
Politik ſtellen, die davon und darauf ausgehe, daß
Ruß=
land das Schwarze Meer als privaten und
aus=
ſchließlichen Beſitz beherrſchen müſſe. Iſt es nicht
glatte Raubpolitik, bemerkt das Blatt, wenn Rußland s
als unumgänglich notwendige und programmäßige
Auf=
gabe ſeines Krieges betrachtet, dieſen Neutralen jedes
Recht an ihren blutig erworbenen Küſten abzuſprechen?
— Die Nowoje Wremja hat nach allen
Anbiederungsver=
ſuchen an die Neutralen aus der Schule geſchwatzt, ſo daß
die Formel dieſer Angloſſierung folgendermaßen lautet:
Unterſtützt Rußland, damit es der Türkei den Hausſchlüſſel
zu ihrem Hauſe nehmen kann. Dieſes Haus ſelbſt wird
Rußland ſich dann ſchon allein nehmen.
Die deutſch=türkiſche Waffenbrüderſchaft.
* Konſtantinopel, 6. Nov. Bei der Beſprechung
des Depeſchenwechſels zwiſchen dem Kriegsminiſter Enver
Paſcha und dem deutſchen Kronprinzen hebt
Terdſchuman=
i=Hakkikat die weltgeſchichtliche Bedeutung der
deutſch=türkiſchen Waffenbrüderſchaft
her=
vor, die zum erſtenmale eine ſo enge Annäherung einer
Weſtnation mit dem mohammedaniſchen Staate bilde,
die nicht das Werk von Diplomaten, ſondern die
natür=
liche Folge gemeinſamer Gefahren ſowie des
Exiſtenz=
kampfes darſtelle, den das Deutſchtum und der Iſlam zur=
Wiederherſtellung des Friedens führten. Wenn die
bei=
derſeitigen Intellektuellen, Schriftſteller, Kaufleute und
Induſtriellen nebeneinander arbeiten würden, dann
würde eine neue Aera in der Weltgeſchichte eröffnet
wer=
den.
Rußland und Perſien.
* Wien, 6. Nov. Die antiruſſiſche
Bewe=
gung in Perſien iſt kaum mehr einzudämmen. Der
Schah hat ſämtliche als ruſſenfreundlich geltende Beamte
entfernt. An der Spitze der Gärung, die er militäriſch
aus=
gezeichnet organiſiert hat, ſteht Salar ed Dauleh als
Be=
auftragter der Regierung. Eine hervorragende Rolle
ſpielt ferner der Kurdenhäuptling Dechaf. Die Geiſtlichkeit
predigt in den Gotteshäuſern den Heiligen Krieg,
Seite an Seite mit der Türkei gegen Rußland und
Eng=
land. Das Organ des Kriegsminiſteriums, Tomaden,
verlangt die ſofortige Ausweiſung aller Ruſſen und
Bri=
ten. Waren ruſſiſcher und engliſcher Marke werden
durch=
weg boykottiert.
* Wien, 6. Nov. Das Wiener K. K. Telegr.=
Korre=
ſpondenz=Bureau meldet: Nachrichten aus Teheran
beſa=
gen, daß der öſterreichiſch=ungariſche Generalkonſul und
der türkiſche Vertreter in Täbris von den Ruſſen
gefan=
gen genommen und nach Tiflis geführt wurden. Die
perſiſche Regierung und die amerikaniſche Ge=
ſandtſchaft in Teheran proteſtierten gegen dieſes
völker=
rechtswidrige Vorgehen. Ein gleicher Proteſt wurde von
der perſiſchen Regierung in Petersburg erhoben.
Die Internierung der Engländer in Deutſchland.
* Berlin, 6. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Zu der
Feſt=
nahme der in Deutſchland befindlichen
Eng=
länder ſchreibt die Norddeutſche Allg. Ztg.: Die
Be=
handlung der Reichsangehörigen in den feindlichen
Län=
dern war von Ausbruch des Krieges an für die Regierung
ein Gegenſtand ernſter Fürſorge. Die Verfolgung jeder
in greifbarer Form zur Kenntnis gekommenen Beſchwerde
wurde amtlich eingeleitet, bevor ſich in der Oeffentlichkeit
Klagen über ſchlechte Behandlung der Deutſchen in
Fein=
desland. beſonders in England, häuften. Nach der
amt=
lichen Unterſuchung, wobei wir uns der
Vermit=
telung neutraler Mächte bedienen mußten, ſtellten
ſich manche Fälle nicht in allen Umſtänden ſo dar, wie in
den Schilderungen der Preſſe. In Einzelheiten
unter=
liefen den Beſchwerdeführern hin und wieder auch
Ueber=
treibungen. Was aber als das Ergebnis amtlicher
Feſt=
ſtellungen übrig bleibt, iſt ſo ſchwerwiegend, daß, vor
allem gegenüber England,
Vergeltungsmaß=
regeln gerechtfertigt und notwendig wären.
Dieſe Maßregeln ſind nicht darauf berechnet, mit unſeren
Gegnern einen Wettſtreit in der Brutalität gegen
feind=
liche Staatsangehörige zu eröffnen. Mutwillige
Grau=
ſamkeiten gegen Deutſche waren den Engländern im
gro=
ßen und ganzen nicht nachzuweiſen. Es kamen aber ganz
unnötige und unwürdige Härten vor, wie ſie mindeſtens
ohne Fahrläſſigkeit von ſeiten der Beauftragten der
briti=
ſchen Krone nicht möglich geweſen wären. Eine
vollkom=
mene Genugtuung dafür können wir nicht ſuchen in der
Rache an Unſchuldigen, nicht in dem Schriftwechſel mit
neutraler Unterſtützung, nicht durch Schiedsſpruch; dieſe
Dinge gehören mit zu der verſtockten
Ueberheb=
ung, womit England ſich gegen alles, was Deutſch iſt,
verſündigt. Wir müſſen ſie einbeziehen in die Abrechnung,
die wir gegen das auf ſeine Unangreifbarkeit pochende
Inſelvolk durchzuführen entſchloſſen ſind.
Strenges Regiment in Brüſſel.
* Berlin, 7. Nov. Ein aus Brüſſel in Rotterdam
eingetroffener Reiſender erzählt, daß in Brüſſel durch
Anſchlag der Deutſchen bekannt gemacht worden iſt,
daß die Stadt zu 5 Millionen Geldbuße verurteilt
worden iſt, weil Polizeidiener ſich gegen deutſches Militär
widerſetzt haben. Die Polizeidiener weigerten ſich, dem
Befehl eines deutſchen Offiziers zur Verhaftung eines
Mannes zu folgen. Es entſtand infolge deſſen ein
Wort=
vechſel, der Mob lief zuſammen und beleidigte den
Offi=
zier und die Soldaten. Nur mit großer Mühe gelang es
einigen Bürgern, den Pöbel zu beruhigen. Es wurde
darauf ein Verfahren eingeleitet und die Polizeidiener zu
hohen Gefängnisſtrafen, die Stadt zu der oben genannten
Summe verurteilt.
Aus Tſingtau.
* Tokio, 6. Nov. (Meldung des Reuterſchen
Bu=
reaus. Amtlich.) In den Kämpfen vor Tſingtau
beliefen ſich die engliſchen Verluſte auf 2 Tote und 8
Ver=
wundete, darunter 2 Majore; die japaniſchen Verluſte auf
22 Tote und 887 Verwundete. Die Beſchießung Tſingtaus
dauert an. Flugzeuge werfen Bomben und Flugblätter
herab, worin den Einwohnern geraten wird, an den
militäriſchen Operationen nicht teilzunehmen.
* Wien, 6. Nov. An hieſigen offiziellen Stellen
traf bisher keinerlei Beſtätigung der engliſchen
Nachricht ein, daß der öſterreichiſch=ungariſche Kreuzer
„Kaiſerin Eliſabeth” auf der Reede von Tſingtau
ſich ſelbſt in die Luft geſprengt habe.
Zu ſpäte Erkenntnis.
* London, 6. Nov. Morningpoſt ſchreibt: Die
britiſche Nation beginnt erſt jetzt zu
erwa=
chen wie die Schläfer in einem brennenden Hauſe, und
die Gefahr zu erkennen, der ſie ausgeſetzt war und noch
iſt. Wir betonten ſchon einmal die Widerſinnigkeit des
Gedankens, daß dieſer ein Krieg gegen den Militarismus
ſei. Es iſt dieſes im Gegenteil ein Krieg einer Gruppe
von Nationen gegen eine andere Gruppe. Wenn die
preußiſche Militärkaſte wirklich, wie es in vielen Kreiſen
hieß, die widerſtrebenden deutſchen Nationen in dieſen
Krieg getrieben hätte, würden wir die Anzeichen einer
Spaltung oder einer Zerſetzung bemerken. Aber
tatſäch=
lich mehren ſich die Anzeichen, daß die deutſche Nation
ge=
rade ſo einig iſt wie die britiſche. Wie könnten wir ſonſt
die Tapferkeit und Begeiſterung der deutſchen
Kriegsfrei=
willigen erklären, von der der militäriſche Berichterſtatter
des Großen Hauptquartiers meldet! Wer rettet jetzt die
britiſche Nation in dieſem Kriege, der gegen den
Milita=
rismus geführt ſein ſoll? Es ſind gerade diejenigen, die
im Frieden als Militariſten geſchmäht wurden. Wenn
die Antimilitariſten in den letzten Jahrzehnten freien
Willen gehabt hätten, würden wir uns jetzt in einer
net=
ten Lage befinden. Es ſind bereits Anzeichen von einer
Verſchwörung vorhanden, die das Volk überzeugen will,
daß dieſes der letzte Krieg ſei und wenn er vorüber, alle
Vorſichtsmaßregeln unnötig ſein werden. Wir neigen der
Anſicht zu, daß die Ereigniſſe für dieſe bequemen
Prophe=
zeiungen zu ſtark ſein werden. Die Feuerprobe dieſes
Krieges wird uns vermutlich eine wirkſamere Form der
nationalen Organiſation für die Verteidigung
aufzwin=
gen. Wir werden wahrſcheinlich durch den eiſernen Druck
der Umſtände zu einer gewiſſen Form der
allgemei=
nen Wehrpflicht gezwungen werden und die
Män=
ner werden das neue Gefühl der Männlichkeit, des guten
Gewiſſens und des Selbſtvertrauens nicht aufgeben
mö=
gen, das ein ſolches Syſtem verleihen wird. Wir können
den Frieden nur ſichern, wenn wir für den Krieg bereit
ſind, wir können uns nur durch den Militarismus gegen
den Mißbrauch des Militarismus ſchützen.
* London, 6. Nov. Morningpoſt ſchreibt in einem
weiteren Leitartikel: Es iſt zu hoffen, daß, wenn das
Parlament zuſammentritt, die Regierung in gewiſſem
Maße den Schleier über den Prozeß und die
Vor=
bereitungen lüften wird, damit die Nation erkennen kann,
wieviel in den letzten drei Monaten getan wurde und
wieviel noch zu tun übrig bleibt. Noch wünſchenswerter
iſt, daß die Führer der Nation in gleicher Weiſe erklären,
daß der Krieg eine Frage des Seins oder
Nichtſeins für England iſt. Das iſt der
rich=
tige Weg, jeden Mann zum Dienſt heranzubringen. Die
deutſche Regierung bereitete dieſen Krieg ſeit Jahren vor.
Die geſamte männliche Bevölkerung Deutſchlands ſcheint
unter den Waffen zu ſtehen. Die Berechnung der
Re=
gierung war, daß Frankreich zerſchmettert und Rußland
geſchlagen werde. Dieſe Berechnung wurde durch die
Aktion Englands durchkreuzt. Aber ſeine Kriegserklärung
iſt nicht genug, ſie iſt nur ein Fetzen Papier und muß
durch Englands Soldaten bekräftigt werden. Wir
müſ=
ſen genug Soldaten haben, der Beweis iſt nicht erbracht,
daß eine Million genug ſein werde.
* London, 6. Nov. Daily Mail ſchreibt: Die
bri=
tiſche Regierung ſollte einſehen, daß Deutſchland
noch ungeheure Reſerven an Männern hat. Die beſte und
ſicherſte Methode, die Rekrutierung zu fördern, ſei, der
Nation vollſtändigere und eingehendere
Be=
richte von der Front zu geben und allen den
verzweifel=
ten Charakter des Kampfes, die gewaltigen zu
überwin=
denden Schwierigkeiten, die glänzende Tapferkeit, die
ent=
faltet wurde, und die durch Kugeln und Granaten in die
britiſchen Reihen geriſſenen Lücken deutlich zu machen.
Wie die „Emden‟ Madras
beſchoß.
— Erſt jetzt treffen briefliche Mitteilungen über die
kühne Tat unſerer „Emden” ein, die den Anglo=Indern
durch die Beſchießung von Madras einen heilſamen
Schrecken einjagte. „Die Nacht vom 22. September war
rühig und friedvoll” ſo ſchildert ein Berichterſtatter aus
Madras den Vorfall. „Der Mond ſchien nicht und dichte
Wolken bedeckten den Himmel, als plötzlich etwa 4
Kilo=
meter vom Hafen entfernt ein ſeltſames Licht erſchien.
Es folgte eine Reihe von Detonationen, die den Eindruck
ſchwerer Exploſionen machten. Einige Augenblicke
ſpä=
ter waren an die Stelle des grellen weißen Lichtes, das
am Himmel aufgeflammt war, rote, hoch auflodernde
Flammen getreten, die ein mächtiges Knallen und Krachen
begleitete, und dann war wieder alles ſtill. Ich lief von
der Veranda meines Hauſes aufs Dach, wo die
wogen=
den Flammen noch viel deutlicher zu ſehen waren und wo
man verſchiedene andere Geräuſche hören konnte, das
Rattern von Autos, das Gellen von Hupen und das
Er=
klingen der Glocken am neuen Rathaus. Was war
ge=
ſchehen? Wir wußten ſchon ſeit einigen Tagen, daß der
deutſche Kreuzer „Emden” am Golf von Bengalen war.
Er hatte verſchiedene Schiffe im Norden des Golfs
genom=
men und zum Sinken gebracht, und man munkelte bereits,
daß er vielleicht zum Schluß nach Madras kommen
würde. Und gerade das war geſchehen. Der Kreuzer war
ruhig herangefahren, bis er in einer kurzen Entfernnung
im Hafen von Madras lag, und hatte von hier aus ſeine
Boten der Zerſtörung in die Stadt geſandt. Eine
Gra=
nate fiel in das Schlafzimmer des Direktors der Burmah
Oil Co. und ſchlug den Fußboden durch. Er ſtürzte
herun=
ter, um ſeine Frau und ſeine Familie in Sicherheit zu
bringen, und wie er herunter kam, ſah er eine Granate in
einen der Petroleumtanks ſchlagen, die auf dem Hofe
ſtan=
den, und wenige Minuten ſpäter entzündete eine andere
Granate einen anderen Tank. Einer der Männer, die
die Nachtwache hatten, wurden getötet, ein anderer
ver=
wundet. Ebenſo wurde ein indiſcher Poliziſt am Hafen
getötet; man fand ſeinen Leichnam ſpäter im Waſſer. Eine
Granate ſchlug auf ein Schiff im Hafen und tötete und
erwundete hier einige Leute. Als die Petroleumtanks
in Feuer ſtanden, gab die „Emden” noch einige Schüſſe
auf die Stadt ab, die in verſchiedenen von einander
ent=
fernten Teilen trafen. Die Verteidigungsmittel von
Ma=
dras ſind nicht ſehr groß, aber es waren doch einige
Kano=
nen da, die nun in Tätigkeit geſetzt wurden. Nach dem
dritten Schuß, der von uns abgegeben wurde, ließ die
„Emden” ihren Scheinwerfer verſchwinden, den ſie
wäh=
rend der Beſchießung verwendet hatte, und verſchwand in
der Dunkelheit. Unglücklicherweiſe gibt es in Madras
keinen Scheinwerfer, mit dem man ſie hätte aufſpüren
önnen. Ein beträchtlicher Schaden war verſchiedenen
Ge=
bäuden zugefügt. Das Grundſtück der neuen
National=
bank von Indien, die im Bau begriffen iſt, wurde
ge=
roffen. Der Obergerichtshof erlitt Beſchädigungen und
ebenſo einige Gebäude in anderen Teilen der Stadt. Eine
Granate, die in Vepery einſchlug, ging durch fünf Mauern
hindurch. Die Bevölkerung war mehr erſtaunt, als
er=
ſchreckt. In kurzer Zeit waren viele Einwohner von
George Town, dem Stadtteil, der an den Hafen grenzt
ſowie aus den Vorſtädten auf den Beinen und eilten nach
em Hafen herunter. Stundenlang ſtanden die
Menſchen=
maſſen da und beſprachen den aufregenden Vorfall. Noch
beim Anbruch der Morgendämmerung warteten Indier
neugierig darauf, was etwa noch kommen könnte.
Als der Krieg ausbrach, hätte ſich niemand träumen
laſſen, daß Madras ſo bald eine Probe davon bekommen
würde. Das Unerwartete traf ein, wie es ſo oft der Fall
iſt.‟ In einem anderen Briefe über die Beſchießung ſchreibt
ein Offizier aus Madras: Der Kapitän der
„Emden” iſt ein Sahib (Ehrenmann). Er wollte
der Stadt Schaden zufügen, aber ſo wenig Menſchen wie
möglich opfern. Er hatte Offiziere und Mannſchaften an
Bord, die Madras ganz genau kennen. Die Schiffe im
Hafen, ſechs an der Zahl, boten ein leichteres Ziel als die
Petroleumtanks. Warum ſchoß er nicht auf die Schiffe?
Er wußte, daß, wenn er einige Petroleumtanks in Brand
ſetzte, das brennende Petroleum ſich in den Hafen
ergie=
ßen und die Schiffe anzünden würde. Die Mannſchaften
der Schiffe würden dann Zeit gehabt haben, ſich vorher
zu retten. Aus dieſem Grunde ſage ich, daß der Kapitän
der „Emden” ein Sahib iſt. Seine Granaten trafen nur
leere Tanks und ſolche, die raffiniertes Leuchtpetroleum
enthielten. So erreichte er nicht ſein ganzes Ziel.”
Aus Felpoſtbriefen Darmſtädter
Soldaten.
Vor dem Feind, 30 10. 14.
Liebe Eltern! Wir liegen hier immer noch in den
Schützengräben und leben wie Eulen. Tagsüber müſſen
wir in den Unterſtänden, die wir uns jetzt gebaut haben,
zubringen und können nur bei Nacht raus, aus Vorſicht
vor den Granaten und Schrapnells, die in den erſten zwei
Tagen in unmittelbarer Nähe einſchlugen und krepierten,
ſo daß es nicht ſo ohne war. Warmes Eſſen bekommen
vir jede Nacht einmal, ebenſo Zwieback, manchmal auch
Tee oder Rotwein, je nachdem, was aufgetrieben werden
kann. Letzte Nacht kamen auch wir, der dritte Zug, zum
erſtenmal ins Gefecht. Mitten in der Nacht hieß es auf
einmal: „Aufſtehen, wir werden angegriffen!” Und raus
ging es aus unſeren Löchern in den Regen hinaus. Man
glitſchte und fiel mehr, als man ging auf dem durchnäßten
unbekannten Ackerboden. Jedoch hatten wir nicht weit
bis zum weiter vorgeſchobenen Schützengraben, wo wir
in Stellung gingen. Das Gefecht zog ſich zunächſt rechts
von uns hin und war es als mal ganz ſchauerlich
anzu=
hören das Donnern der Kanonen verrauſcht mit dem
mör=
deriſchen Infanteriefeuer und dann „Hurra” unſerer zum
Sturm vorgehenden Truppen. Wir hatten nicht viel zu
tun, als auf dem ſchlammigen Ackerboden in der kalten
Oktobernacht ſtill zu liegen bis zum Morgen. Nur einmal
wurden wir angegriffen und erwiderten das kurze Feuern.
Ich weiß nicht, ich bin ſo kalt gegen die Gewehrkugeln;
wenn ſie einem den Kopf umziſchen, denn wenn ſie mich
treffen ſoll, ſo trifft ſie mich doch, ohne daß ich ihr aus
dem Wege gehen kann. Dagegen iſt es etwas anderes,
wenn ſo ein Schrapnell oder Granate in allernächſter
Nähe niedergeht. Geſtern waren wir in einem
nahege=
legenen, zum Teil zuſammengeſchoſſenen Bauerngehöft,
und konnte man ſehen, was es für eine ſchreckliche Sache
mit dem Krieg iſt. Da ſah man Kühe, Schafe, Hühner,
alles tot um den Hof rumliegen; anderes Vieh läuft
herrenlos herum, einige Kühe ſtanden noch angebunden
im Stall und brüllten vor Hunger. Innen im Haus alles
zerſtört und aufgeriſſen. Die Kühe, die im Stall noch
ſtanden, wurden von uns gemolken und dann losgebun=
Nummer 308.
Darmſtätder Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Seite 3.
* Wien, 6. Nov. Das Fremdenblatt bezeichnet es
als eine Tatſache, von nicht zu unterſchätzender
Bedeu=
tung, daß die engliſche Flotte, welche ſich die Herrſchaft
über alle Ozeane anmaßte, nicht einmal imſtande iſt, einen
Angriff auf die engliſche Küſte hintanzuhalten.
Eng=
land könne nicht mehr die Hegemonie auf den
Ozeanen für ſich beanſpruchen; es beginne, wie aus
dem Communigué des Kriegsamts hervorgehe, für ſeine
eigene Sicherheit zu zittern. Jene ſonderbaren britiſchen
Staatsmänner, fährt das Blatt fort, die ihr Vaterland
leichtſinnig in den Krieg ſtürzten, ſtellten ſich wohl den
Lauf der Ereigniſſe anders vor, als ſie ſich nun vollziehen.
Der Donner der deutſchen Geſchütze an der
britiſchen Küſte hat manche Illuſion
zer=
ſtört und brachte das engliſche Volk zum Bewußtſein
der gefahrvollen Wirklichkeit. In Englands Macht, fährt
das Blatt fort, ſtand es, den Ausbruch des Weltkrieges
zu verhindern. An England rächt ſich jetzt furchtbar dieſe
ſchwere Schuld, die es frevleriſch auf ſich geladen. Mit
Beſtürzung nimmt die engliſche Nation wahr, daß der
Tag der Vergeltung heranbricht. Das Ereignis,
daß ein deutſches Geſchwader die Küſte von Norfolk
bom=
bardierte, iſt politiſch noch wichtiger, als militäriſch. Die
Schiffe, die ins Meer geſunken ſind, kann England
ver=
ſchmerzen und entbehren, aber die Empfindung, daß es
mit ſeinen Dreadnoughts, Kreuzern, Zerſtörern, mit
ſei=
nen Minen und Maßregeln zur Bewachung der Küſte die
feindliche Flotte von den Nordſeehäfen nicht fernhalten
kann, iſt eine der ſchwerſten politiſchen Niederlagen. Die
Volkszeitung ſchreibt: Die deutſche Marine begnügt ſich
nicht mehr damit, durch einzelne Kreuzer auf fernen
Mee=
ren nach Handelsſchiffen jagen zu laſſen, auch nicht durch
Unterſeeboote und Minen der engliſchen Flotte ſchweren
Schaden zuzufügen, ſie ſuchte ſie vielmehr in glänzend
kühner Offenſive im eigenen, für ganz unzugänglich
ge=
haltenen Heim auf und vollbrachte hier eine prächtige
Waffentat. Das iſt ein weltgeſchichtliches Ereignis: der
engliſche Hochmut hat eine tiefe Demütigung erfahren.
Was England geleiſtet hat.
* Berlin, 7 Nov. (Ctr. Bln.) Aus dem Haag wird
der B. Z. a. M. ein intereſſanter Artikel der Times
über=
mittelt, worin es u. a. heißt: Es ſind Vergleiche
an=
geſtellt worden über das, was wir geleiſtet haben und
das, was andere Nationen geleiſtet haben. Eigentlich
haben wir mehr getan, als unſere
Verbünde=
ten, denn wir hatten nie die Abſicht, mehr als 150000
Mann nach Europa zu ſenden und haben doch ſchon
dop=
pelt ſoviel getan. Wir haben nie behauptet, über eine
große Armee zu verfügen. Unſere Verbündeten haben
uns in ihre Mitte aufgenommen zum Guten oder Böſen,
und niemand hat ein Recht, ſoviel mehr von uns zu
ver=
langen, als wir zu geben beabſichtigen. Wir dürfen nicht
gedrängt werden, (!) noch darf man von uns Wunder
er=
warten.
Der Burenaufſtand in Südafrika.
* Berlin, 7. Nov. Nach einer Depeſche der
Deut=
ſchen Tageszeitung aus Antwerpen haben ſich die Buren
des ganzen Oranjefreiſtaates dem Aufſtand
angeſchloſſen. Dewet habe die Selbſtändigkeit der
Re=
publik erklärt.
Die Neutralität Spaniens.
* Madrid, 6. Nov. (Kammer.) Miniſterpräſident
Dato legte einen Geſetzentwurf für politiſche Vergehen vor.
Dato erklärte, die Regierung werde fortfahren, ſtrikte
Neutralität zu bewahren unter Aufrechterhaltung
freundſchaftlicher Beziehungen zu allen Kriegführenden.
Japan und Amerika.
* Aus der Schweiz, 6. Nov. (Ctr. Frkft.) Aus
Tokio wird berichtet: Die geſamte Preſſe aller Lager
einſchließlich der offiziöſen Hodſchi beginnt die Erörterung
der Möglichkeit eines Konflikts mit den Vereinigten
Staaten wegen der Beſetzung der deutſchen
Inſelgrup=
pen Bismarckarchipel und Marianen, die der offiziöſe
Verfaſſer wegen der Japan durch den Panamakanal
drohenden Gefahren für notwendig erklärt. Er fordert
auch die engliſche Unterſtützung für dieſen Standpunkt.
(Frkf. Ztg.)
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. November.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Löwenſtein=Wertheim=Roſenberg und dem Herrn Fürſten
und Grafen zu Erbach=Schönberg auf die Lehrerſtelle an
der Volksſchule zu Pfirſchbach, Kreis Erbach, präſentierte
Schulamtsaſpirant Karl Sander aus Nieder=
Saul=
heim, Kreis Oppenheim, für dieſe Stelle.
* Verliehen haben Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin dem Oberförſter der Oberförſterei
Jägers=
burg Ernſt Eckhard zu Jägersburg den Charakter als
„Forſtmeiſter”
* Ernannt wurden Heinrich Kremer in Bad
Nau=
heim zum Schreibgehilfen am Amtsgericht Bad Nauheim,
Eduard Gagneur in Alzey zum Schreibgehilfen am
Amtsgericht Alzey, Jakob Fries in Worms zum
Schreibgehilfen am Amtsgericht Worms und Wilhelm
Größer in Gießen zum Schreibgehilfen am Amtsgericht
Gießen; ferner der Militäranwärter Vizefeldwebel
Chriſtian Hoffmann aus Nieder=Moos vom 11.
No=
vember lfd. Js. an zum Steueraufſeher und ihm der
Steueraufſichtsbezirk Lampertheim mit dem Wohnort
Lampertheim zugewieſen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Pfand=
meiſter Jakob Eiſe zu Schotten auf ſein Nachſuchen,
unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte,
vom 1. Dezember 1914 an. Ihre Königl. Hoheit die
Großherzogin haben ihm aus dieſem Anlaß die
Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
* Erledigt iſt: Die mit einem katholiſchen Lehrer
zu beſetzende zweite Lehrerſtelle an der Volksſchule zu
Ober=Abtſteinach, Kreis Heppenheim.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
erhielt Ernſt Hacker, Ltn. der Reſerve im 1. Bayeriſchen
Inf.=Regt.; ferner Unteroffizier Franz Keller aus
Aſt=
heim, 7. Komp., Leibg.=Inf.=Regt. Nr. 115; Major und
Abt.=Kommandeur Kritzler im Feld=Art.=Regt. Nr. 22
in Münſter i. W. Letzterer wurde bei Maubeuge
verwun=
det und iſt nun wieder nach dem Kriegsſchauplatz
zurück=
gekehrt.
Poſtdienſtnachrichten der Ober=Poſtdirektion in
Darmſtadt. Verliehen aus Anlaß des Scheidens aus
dem Dienſte von Seiner Majeſtät dem Kaiſer und König:
der Charakter als Geheimer Poſtrat dem Poſtdirektor
Schad in Darmſtadt; das Preußiſche Verdienſtkreuz in
Silber dem Poſtagenten Heß in Groß=Rohrheim; von
Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin: die Krone
zum Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen dem Poſtdirektor Schad in Darmſtadt;
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für
lang=
jährige treue Dienſte” am Bande des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen dem Ober=Poſtſchaffner Rühl
in Alsfeld: das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
„Für langjährige treue Dienſte” dem Ober=Briefträger
Baumann in Pfungſtadt. — Verſetzt: die Poſtdirektoren
Geyer von Mainz nach Darmſtadt und Klingelhöffer von
Rüdesheim nach Mainz; die Telegraphengehilfin
Wieg=
mann von Bad Nauheim nach Frankfurt (Main).
Etatsmäßig angeſtellt: die
Telegraphengehilfin=
nen Baumüller und Miſchler in Darmſtadt, Limbach, Dietz
und Keil in Mainz, Schloer in Worms. — Beſtanden:
die Poſtſekretärprüfung die Poſtaſſiſtenten Schwerdt in
Offenbach (Main) und Klinger in Mainz. —
Ange=
nommen: zu Poſtgehilfen die Oberrealſchüler Gilbert
us Arheilgen, Oeſtreicher aus Alsheim, Ermel,
Strößin=
ger, Vögler aus Darmſtadt, Krämer aus Traiſa, Arnold
aus Pfungſtadt, die Realgymnaſiaſten Schmitt aus Albig,
Geyer aus Darmſtadt, Kadel aus Viernheim, der
Gym=
naſiaſt Bauer aus Auerbach und die Realſchüler Franz
aus Heldenbergen, Koch aus Lauterbach; zu
Telegraphen=
gehilfen: die Oberrealſchüler Dern, Made, Spatz, Scherer,
Wenzel in Darmſtadt, Bergner und Haſſemer in Worms;
zur Telegraphengehilfin die Anwärterin Haßhoff in Bad
Nauheim; zum Poſtagenten der Bürgermeiſtereigehilfe
Schimpf in Niederweiſel. — Freiwillig
ausge=
ſchieden: der Poſtagent Krausgrill in Niederweiſel. —
Geſtorben: Ober=Poſtaſſiſtent Engel in Darmſtadt. —
Vor dem Feinde gefallen: die Poſtaſſiſtenten
Eckert, Heun und Wörtche.
g. Der Provinzialausſchuß beſchäftigte ſich geſtern
mit vier Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuchen.
Die Witwe Helene Hamel aus Arheilgen beabſichtigt,
die im Hauſe Kiesſtraße 18 ſeit 8 Jahren beſtehende
Wirt=
ſchaft weiter zu betreiben. Von der Wirtſchaftsdeputation
der Stadtverordnetenverſammlung wurde die
Bedürfnis=
frage bejaht, vom Polizeiamt und Gaſtwirteverein
dage=
gen verneint, da der Bierumſatz zuletzt nur 2 Hektoliter
die Woche betrug. Der Provinzialausſchuß lehnte das
Geſuch ab, desgleichen das Geſuch des Karl Heinrich
Bergmann von hier für die Wirtſchaft im Hauſe
Bis=
marckſtraße 82. Auch dieſe beſteht ſeit 8 Jahren, doch
wurde hier die Bedürfnisfrage von allen Inſtanzen
ver=
neint. — Das Geſuch des Johann Schüßler von
Lam=
pertheim beſchäftigte wiederholt die Inſtanzen. In dem
ihm gehörigen Hauſe wollte Schüßler im Jahre 1907 ein
Café mit Ausſchank alkoholiſcher Getränke errichten. Das
Geſuch wurde damals, nachdem der Gemeinderat von
Lampertheim die Bedürfnisfrage verneint hatte, vom
Kreisausſchuß, Provinzialausſchuß und Miniſterium
ab=
gelehnt. Nunmehr ſucht Schüßler um Genehmigung zum
Betriebe einer Schankwirtſchaft in dieſem Hauſe nach.
Der Kreisausſchuß Bensheim wies das Geſuch ab.
Dage=
gen verfolgte Schüßler Berufung an den
Provinzialaus=
ſchuß, der unter teilweiſer Stattgebung der Berufung dem
Berufungskläger die Erlaubnis zum Betriebe einer
Kaf=
feewirtſchaft nebſt Ausſchank alkoholfreier Getränke
er=
teilte. — Hugo Baumeiſter zu Kelſterbach will im
Hauſe Jahnſtraße Nr. 10 eine Schankwirtſchaft betreiben.
Der Gemeinderat von Kelſterbach hat das Bedürfnis
hierfür anerkannt, während der Bürgermeiſter einen
ableh=
nenden Standpunkt einnimmt. Der Kreisausſchuß Groß=
Gerau wies das Geſuch ab, da ſich in Kelſterbach, das
etwa 5000 Einwohner hat, 15 Gaſt= und 14
Schankwirt=
ſchaften befinden, ſo daß auf 170 Einwohner eine
Wirt=
ſchaft entfällt. Die Zahl der Wirtſchaften iſt alſo im
Ver=
hältnis zur Kopfzahl ſchon ſehr reichlich bemeſſen. Der
Provinzialausſchuß gab der Berufung ſtatt und erteilte
die nachgeſuchte Konzeſſion.
g. Strafkammer. Der 38jährige Schneider Georg
Joſeph Höfling von Frankfurt war im Dezember 1906
vom hieſigen Schwurgericht wegen eines Meineids zu 2
Jahren 9 Monaten Gefängnis verurteilt worden.
Nach=
dem er dieſe Strafe verbüßt hat, verſuchte er hartnäckig,
die Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen, da er
angeblich zu Unrecht verurteilt worden war. Er wandte
ſich ſchließlich, als alle ſeine Bemühungen erfolglos waren,
mit der Bitte an die damals die Geſchworenenbank
bil=
denden Herren, ihm zu beſtätigen, daß nur 6 der
Geſchwo=
renen für ſeine Verurteilung geſtimmt hätten. Einer der
Geſchworenen hatte ihm denn auch irrtümlich die
Erklä=
rung unterſchrieben. Dieſer Zeuge war äußerſt beſtürzt,
als er in der Verhandlung erfuhr, was er unterſchrieben
hatte. Durch dieſe anſcheinende Beſtätigung ſeiner Anſicht
ſicher gemacht, machte ſich Höfling an den damaligen
Ob=
mann der Geſchworenen, den Bauunternehmer Sames,
hier, heran, um von ihm eine ähnliche Erklärung zu
er=
langen. Als er ſeine Abſicht nicht erreichte, erging er ſich
auf offener Poſtkarte in Schmähungen, indem er den
Ob=
mann der Fälſchung des Wahrſpruches bezichtigte uſw.
Das Gericht berückſichtigte die Erregung des Angeklagten
und erkannte wegen Beleidigung auf 1 Monat
Gefängnis.
— Großh. Hoftheater. Heute abend abſolviert Robert
Hutt im „Troubadour” als Manrico ſein einmaliges
Gaſtſpiel, dem das größte Intereſſe entgegengebracht
wird. Die Aufführung beginnt um 7 Uhr und findet bei
kleinen Preiſen ſtatt. Am Montag bleibt das Hoftheater
geſchloſſen. Dienstag, den 10. November, wird nach
mehr=
jähriger Pauſe das Trauerſpiel „Die Verſchwörung
des Fiesco zu Genua” mit Kurt Ehrle als Fiesco
neu einſtudiert und neu inſzeniert wieder in den
Spiel=
plan aufgenommen. Am Mittwoch, den 11., wird auf B 8
die erfolgreiche ruſſiſche Beamtenſatire von Gogol „Der
Reviſor” wiederholt. — Felix von Weingartner,
der neue Generalmuſikdirektor, wird hier nach dem „
Fide=
lio” im November noch den „Triſtan” das zweite
Hof=
muſikkonzert und „Kain und Abel” dirigieren.
* Von der Heag. Nachdem weiteres Perſonal
ein=
geſtellt und Fahrplanänderung vorgenommen worden
iſt, wird von Sonntag, den 8. d. Mts. an, der Betrieb
von Wartehalle Eberſtadt bis Halteſtelle
Frankenſtein (Friedhof) wieder aufgenommen.
Den Ausflüglern, die die Bergſtraße oder den
Franken=
ſtein beſuchen, iſt ſomit Gelegenheit gegeben, vom
ſüd=
lichen Ortseingang Eberſtadts mit der Straßenbahn nach
Darmſtadt fahren zu können.
— Ein neuer Theaterzug Darmſtadt-Heidelberg. Vom
1. November ds. Js. ab wurde ein neuer Zug Darmſtadt-
Heidelberg eingelegt: Darmſtadt ab 10.41 Uhr abends.
Da=
mit dürfte den Wünſchen der zahlreichen Bewohner der
den. Die friſch gemolkene Milch ſchmeckte fein, nach der
langen Entbehrung an Milch. Ich will nun ſchließen und
hoffe, daß Ihr mit dieſem langen Brief zufrieden ſein
werdet.
Euer Sohn und Bruder Arthur.
R. . . . . 25. Okt. 14.
Liebe Eltern und Geſchwiſter! Nachdem wir heute
wieder einmal die Ehre hatten, Gottes Wort zu hören ſeit
einem Vierteljahr, iſt es einem wieder anders zu Mute.
Das Wort „Heimat” war der Kern der Predigt; ein jedes
kleines Wörtchen bohrte in Herz und Augen, und keinem
von uns tapferen Kriegern blieb das Weinen fern. Wie
ſchön iſt es abends, wenn im Lager auf einmal ein Lied
angeſtimmt wird, und von einer Zunge ſchallt’s in kurzer
Zeit in großem Choral ergreifend, und manche Stunden
gehen einem durch den Kopf, wo man ſich es
gegenein=
ander ſchwer machte; jetzt wünſcht man dieſelben noch
ein=
mal zu verleben, aber leider zu ſpät. Geſtern abend war
ich in der Feuerſtellung. 14 Pioniere ſtimmten ein Lied
an, einem jedem iſt es zum Weinen geweſen; als wir 100
Meter dahinter lauſchten, bei ſchönem Abendrot klang es
durch den Wald „O du Heimat meiner Jugend dein
ge=
denk’ ich alle Zeit; all mein Sehnen, all mein Hoffen uſw.”
Auch ich bin meiner Heimatſtadt zu beſtem Dank
ver=
pflichtet, Ihr Lieben, denn wir ſind alle ſchon mit
Liebes=
gaben beſchenkt worden; bis jetzt habe ich 1 Hemd, 1 Paar
Kniewärmer, 2 Paar Stauchen, Tabak und 50 Zigarren,
ſowie Schokolade geſchenkt bekommen. Meinen
herzlich=
ſten Dank der ſchönen Heimatſtadt. Viele Darmſtädter
Kriegsfreiwillige ſind dieſer Tage zu uns gekommen.
Euer treuer Peter.
Liebe Mutter und Geſchwiſter! In früher
Morgen=
ſtunde ſitze ich einſam und allein hier in meinem Zimmer,
um noch ein wenig auszuruhen. Wir befinden uns jetzt
direkt in feindlicher Stellung, und ſo hatte ich heute Nacht
das Glück mit Poſten zur Beobachtung zu ſtehen. Es
be=
finden ſich hier nur Engländer und Schottländer, keine
Franzoſen, da könnt Ihr Euch denken, mit welch einer
Wut unſere Truppen auf dieſe losgehen; es werden ſtändig
Sturmangriffe gemacht. Was die Bande für Verteidi=
gungsmittel gebraucht, nur Dum=Dum=Geſchoſſe,
Schwefel=
bomben, Betäubungsbomben und dergleichen mehr. Die
Engländer ſitzen in ihren Schützengräben und fertigen
Dum=Dum=Geſchoſſe an. Auch haben wir ſchon eine große
Anzahl Gefangene gemacht, die alle hier am Bahnhof
ver=
laden werden. Am Samstag ſah ich, wie eine Anzahl
Engländer (Gefangene) hier von Soldaten unterſucht
wur=
den (auf Munition, Schriftſtücke uſw.); da fanden ſie
ver=
ſchiedene Geſchoſſe und andere Mordinſtrumente vor, da
hättet Ihr mal ſehen können, wie dieſe Kerle geprügelt
wurden, es war eine Wonne, ſo kräftig dazwiſchen zu
hauen. Arbeiten wollen ſie auch nicht, wenn man ihnen
etwas ſagt, werden ſie ſtutzig, aber man bekommt viele
wilde Tiere zahm, ſogar auch die Engländer. In der
Nähe von Reims haben ſie die Franzoſen ſtets ins Feuer
geſchickt und ſie liefen hinter der Front herum, aber hier
haben wir ſie nun vor uns und hier müſſen ſie Hiebe
haben.
In einem Nachbarorte von hier hatten ſich die
Eng=
länder in den Häuſern und Scheunen verſteckt und ſchoſſen
hier aus den Lucken; hiergegen konnte natürlich unſere
Infanterie nichts ausrichten, es blieb hier nichts anderes
übrig, als alles in Grund und Boden zu ſchießen. Und ſo
begann am Samstag abend das Feuer. In der Nacht
wurde der Ort noch geſtürmt, es iſt kein Haus mehr
vor=
handen, 300 Gefangene wurden gemacht und zirka 600
Tote gab es dabei. In ein offenes Gefecht auf freiem
Felde gehen die Engländer nicht, und wenn ſolche Fälle
vorliegen, muß auf dieſem Wege Platz geſchaffen werden.
Ich kann Euch, meine Lieben, ſagen, es bietet ſich einem
manchmal ein Anblick, der nicht zu beſchreiben iſt. Wir
können von Glück ſagen, daß ſich nicht die ganze Sache
auf deutſchem Boden abſpielt, wie würden ſie da hauſen.
Mit unſerer Verpflegung geht es eben gut, wir
ent=
deckten hier ein Eierlager, wo Millionen von Eiern lagen;
die Truppen kommen mit Wagen angefahren und füllen
alles. Wir leben hierbei nicht ſchlecht, zum Kaffee eine
Ome=
lette, zum Frühſtück ein Beefſteak mit Ei uſw. Schreibt,
bitte, viel und öfters, eine größere Freude könnt Ihr mir
Euer Ludwig.
nicht machen.
* Kirche und Theater. An den Direktor des Deutſchen
Schauſpielhauſes in Hamburg hat der Paſtor der dortigen
St. Johannis=Kirche Nicolaſſen eine intereſſante Zuſchrift
gerichtet, in der er mit prächtigen Worten für das
Theater=
ſpiel in der Kriegszeit eintritt. Wir zitieren aus dieſem
Briefe folgende Stellen: ich bin ſehr froh, daß meine
Predigt bei Ihnen ein ſo ſtarkes Echo gefunden hat. Aber
Sie dürfen gewiß ſein, daß bei mir ein gleiches gilt von
der ganz vortrefflichen Begründung Ihres Entſchluſſes,
das Theater in dieſen harten Tagen wieder aufzutun. Wir
öffnen jetzt auch jeden Abend zu einem kurzen, ſchlichten
Gottesdienſt unſere Harveſtehuder Kirche und ſind
dank=
bar dafür, daß die alt= und neuteſtamentlichen Propheten
durch unſere ſchwache Kraft wieder gewaltig zu Worte
kommen und vielen Troſt und Kraft geben. Aber wir
ver=
geſſen dabei nicht, daß Gott auch unſerem Volke und unſerer
Zeit Propheten und Prediger gegeben hat, deren Wort und
Werk freilich kein kirchliches Gewand trägt, aber einen tief
religiöſen und ethiſchen Herzſchlag hat. Dienen wir
Paſtoren unſerem Volke jetzt mit beſonderer Freude in
unſeren Kirchen, ſo wünſche ich und mit mir viele meiner
Kollegen auch Ihnen und Ihren Künſtlern in dieſen für
Sie doppelt ſchweren Zeiten eine verdoppelte Freudigkeit
in ihrem Berufe als Diener der großen, gottgeſandten
Propheten unſeres Volkes, die durch uns im Gotteshaus
überhaupt nicht oder nicht voll zu Worte kommen können.
Denn, wenn in dieſen Kriegszeiten allabendlich unſere
Kirchenglocken läuten, ſo meinen wir damit nicht, daß
unſerem Volke jetzt nur Religion in kirchlichem Gewande
not tue, ſondern wiſſen uns eins mit Ihnen und Ihren
Künſtlern in dem heißen Bemühen, unſerem Volke das,
was wir an göttlichen Opfern beſitzen, nach beſten Kräften
darzubieten — Sie im Theater und wir im Gotteshaus!
(Lit. Echo.)
* Die einzig wahre Zukunftsmuſik. Die B. Z. am
Mittag macht auf eine zutreffende Prophezeiung der
jetzi=
gen Schlachtenmuſik aufmerkſam, die die Geſchichte Richard
Wagners bietet. Wagner ſuchte zu Beginn der 70er Jahre
Geld für den Bau ſeines Bayreuther Feſtſpielhauſes
auf=
zutreiben, von welcher Seite, war ihm ganz gleichgültig.
Beſonders reiſte er in ganz Deutſchland herum, um durch
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Nummer 308.
Bergſtraße, denen ſonſt der Theaterbeſuch
außerordent=
lich ſchwer geworden iſt, Rechnung getragen ſein.
* Vom ungedienten Landſturm. Wie die Frkf. Ztg.
erfährt, iſt damit zu rechnen, daß von den im Oktober
ausgehobenen ungedienten Landſturmleuten
nunmehr ein Teil gegen Ende dieſes Monats zur
Ein=
ſtellung kommt.
* Die Petroleumverſorgung. Wie die Mannheim=
Bremer Petroleum=Aktiengeſellſchaft Mannheim mitteilt,
liegt für das Publikum zu einer Beunruhigung
we=
gen eines angeblich herrſchenden
Petro=
leummangels kein Anlaß vor. Petroleum ſei in
größeren Mengen vorhanden. Der Vorrat würde über
den Winter hin reichen, ſelbſt wenn keine Zufuhren aus
dem Auslande mehr erfolgten. Solche fänden aber, wenn
auch in geringem Maße, dennoch ſtatt. Seitens der
Ge=
ſellſchaft ſei daher bis heute der Preis noch nicht erhöht
worden.
— Umtauſch von Gold gegen Papiergeld durch die
Poſtanſtalten. Die Goldmünzen gehören in den Schatz der
Reichsbank! Das beherzige jeder, der Goldmünzen im
Beſitze hat! Die Poſtanſtalten tauſchen Gold gegen
Papier=
geld um und führen alle Goldmünzen der Reichsbank zu.
Dies iſt trotz eines Aushangs in den Schaltervorräumen
noch immer nicht hinreichend bekannt. Es wird deshalb
erneut darauf hingewieſen, daß die Poſtanſtalten für
jeder=
mann eine bequeme Gelegenheit zum Umtauſch der
Gold=
münzen bieten.
— Anträge auf Ausfuhrbewilligung für Nahrungs=,
Genuß= und Futtermittel, insbeſondere für Konſerven
jeder Art, können im allgemeinen nach einer Mitteilung
des Reichsamts des Innern nicht auf Berückſichtigung
rechnen, weil dieſe Stoffe zur Ernährung der Bevölkerung
und des Heeres dienen, daher im Lande zu halten und
nicht in das Ausland auszuführen ſind.
* Von der Frauenhilfe im Krieg 1914 wird uns
geſchrieben: Die Frauenhilfe iſt keine Stelle, die
Unter=
ſtützungen gewährt. Sie will jedermann mit Rat
zur Seite ſtehen; ſie will jeden an die Stelle weiſen,
die für ihn in Betracht kommt. Sie will Frauenhilfe
im wahren Sinne des Wortes ſein. In dieſer Weiſe
hat ſie ſchon gar mancher bedrängten Frau den richtigen
Weg gewieſen, ſie beraten und ihr liebevolles und
ein=
gehendes Verſtändnis entgegen gebracht. Da wir mit
allen Vereinen und Behörden zuſammen arbeiten, haben
wir Kenntnis von allen Inſtitutionen und können die
Frauen an die zuſtändigen Stellen verweiſen. Jede
des Rates bedürftige Frau kann ſich in den
Sprech=
ſtunden (9—12 und 3—6 Uhr im Stadthaus, Zimmer 26)
Auskunft holen und mit uns beſprechen, wie ſie ihre
Zukunft zu geſtalten gedenkt. Die Frauenhilfe gibt gerne
jeder Frau, deren Mann im Felde gefallen oder deren
Mann abweſend iſt, und die einen Berater in ihren
kaufmänniſchen Angelegenheiten braucht, einen ſolchen
kaufmänniſchen Berater zur Seite, der uneigennütziger
Weiſe die Intereſſen der geſchäftsunkundigen Frauen
führt.
* Kriegsfürſorgemaßnahmen des Ortsgewerbevereins
Darmſtadt. Auf dem Gebiete der Kriegsfürſorge hat ſich
der Ortsgewerbeverein bisher in verſchiedener Weiſe
be=
tätigt, ſo insbeſondere durch Sammlung von nahezu 2000
Mark Beiträgen für die Hinterbliebenen Darmſtädter
Kriegsteilnehmer. Neuerdings befaßte ſich deſſen Vorſtand
mit der Fürſorge derjenigen Familien von
Ver=
einsmitgliedern, deren Männer zum Militärdienſt
einberufen wurden. Um den Hinterbliebenen für den
eventl. Todesfall ihres Ernährers im Kriege die
Wohl=
taten eines Sterbegeldes zukommen laſſen zu können, iſt
die Verſicherung aller zum Militärdienſt
einberufe=
nen Mitglieder des Ortsgewerbevereins Darmſtadt bei
der Heſſ. Kriegsverſiche rung durch Löſung je
eines Anteilſcheins auf Koſten des Gewerbevereins
beab=
ſichtigt. Bei der großen Mitgliederzahl (nahezu 800)
er=
ſcheint es indeſſen geboten, wenn die in Frage
kommen=
den Gewerbevereinsmitglieder, die von dieſer
Vergünſti=
gung Gebrauch machen wollen, ſich möglichſt alsbald an
den Vorſtand des Ortsgewerbevereins, Herrn
Stadtoer=
ordneten H. Sames, wenden.
— Beethoven=Abend. Auf den Beethoven=Abend,
den der Großh. Heſſiſche Kammervirtuoſe Herr Wilhelm
Backhaus am nächſten Montag, den 9. d. Mts.,
abends 8 Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz
ver=
anſtalten wird, ſei hiermit nochmals empfehlend
hin=
gewieſen. Der Reinertrag kommt bekanntlich
der Hinterbliebenen=Fürſorge der Stadt
Darmſtadt zugute.
Konzert. Kaffee Fürſt Bismarck. Nach
dem letzten großen Erfolg, den das patriotiſche Konzert
zu verzeichnen hatte, hat ſich die Direktion, einem allſeitig
ausgeſprochenen Wunſche Folge leiſtend, entſchloſſen, einen
Abend zu veranſtalten, in deſſen Verlauf die größeren
Opern=Werke, wie Tannhäuſer, Meiſterſinger,
Tief=
land, Fliegender Holländer uſw. durch Ouvertüren bezw.
Arien und Fantaſien zum Vortrag gebracht werden. Für
eine künſtleriſche Wiedergabe des ſehr geſchmackvoll zu=
ſammengeſtellten Programms verbürgt die hervorragende
allſeitig anerkannte Künſtler=Vereinigung. (S. Anz.)
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 7. November 1914
Butter, ½ kg . . 1,40 M.
in Part. ½kg . 1,30 M.
12 Pf.
Eier Stück
Schmierkäſe, ½ Lit. 20 Pf
Handkäſe, Stück 5—10 Pf.
Kartoffeln, Zentner . 4 M.
Kumpf
(10 Liter) 65 Pf
½ kg 4½ Pf.
Mäuschen,
kg 9—10 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg. . 10— 15Pf.
Zitronen, Stück . 6—8 Pf.
Apfelſinen, Stück 6—10 Pf.
Birnen, ½ kg . 10—15 Pf
Schwämme, ½ kg 25—40 Pf.
Quitten, ½ kg 16—18 Pf.
Trauben, ½ kg 40—50 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 5—7 Pf.
Endivien, Stück 4—7 Pf
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 2—3 Pf
Rettiche . Stück 4—5 Pf
Meerrettich, Stück 10—20 Pf.
Roterüben, ½ kg 6—10 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 10—12 Pf.
Tomaten, ½ kg 20 Pf.
Spinat,
kg . 18—20 P
Weißkraut, Stück 10—20 P
Rotkraut, Stück 10—25 Pf.
Blumenkohl, Stück 20—50 Pf.
Wirſing, Stück . 5—10 Pf.
Grünkohl, Stück . . 5 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 20—25 Pf.
Gelberüben, ½ kg 4—5 Pf
Schwarzwurz, ½kg 20-25 Pf
Sellerie, Stück . 5—10 Pf
Geflügel, Wildbret:
Hänſe, ½ kg . 0,90—1 M.
Enten, Stück 3,00—3,50 M.
Hahnen, Stück 1,50—2,00 M.
Hühner, „ 2,00—2,50 M.
Tauben, Stück 50—60 Pf.
Haſen, Stück . 3,80—4 M.
Lapins, Stück 0,90—1 M.
Fiſche:
1 M.
Hecht, ½ kg .
1 M.
Aal, ½ kg
Andere Rheinfiſche,
kg 35—50 Pf.
Kabliau, ½ kg 40—45 Pf.
Schellfiſche ½ kg . — Pf
In den Fleiſchſtänden.
Rindfleiſch, ½ kg 70—76 Pf.
Kalbfleiſch, ½ kg 0,90—1 M.
Hackfleiſch, ½ kg . 80 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 60 Pf
Rindswürſtchen, Stück
15—20 Pf
Schweinefleiſch mit
Beilage, ½ kg 90 Pf.
ohne Beilage 1 M.
Geſalzenes und Koteletts,
½ kg 1 M.
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf
Leber= und Blutwurſt,
½ kg 70 Pf.
Rotes Kreuz.
Vereinslazarettzug des Heſſiſchen Roten
Kreuzes. Wir konnten kürzlich mitteilen, daß der
Landesverein vom Roten Kreuz beſchloſſen hat, einen
Vereinslazarettzug mit einem Koſtenaufwand von etwa
60000 Mk. nach den neueſten Erfahrungen auszurüſten.
Dieſer Zug ſoll gegen Ende des Monats November
ſeine Fahrten beginnen. Seit die Abſicht, ihn in den
Dienſt der Kriegskrankenpflege zu ſtellen, bekannt wurde,
wurde alsbald auch der Wunſch geäußert, oft in
er=
hebender und rührender Form, für die Einrichtung des
Lazarettzuges ſelbſtgefertigte oder gekaufte Liebesgaben
ſtiften zu dürfen. Es ſind uns auch ſchon von
Frauen=
vereinen wollene Decken, Bettücher, Strümpfe,
Leib=
binden, Unterjacken und Unterhoſen u. a. m. dafür zur
Verfügung geſtellt worden. Wir danken den gütigen
Spendern und bemerken, daß wir die Liebestätigkeit für
unſere Verwundeten und Kranken auch in dieſer Form
gerne annehmen. Alle zur Einrichtung und zum Betrieb
eines derartigen rollenden Krankenhauſes verwendbaren
Gegenſtände, auch mediziniſche Inſtrumente, werden von
unſerer Materialien=Abteilung mit herzlichem Dank
ent=
gegengenommen.
Bei dieſer gingen zur Anſchaffung von Liebesgaben
weiter ein: Von Herrn Dr. Willy Merck (Erlös für
ge=
ſchenktes Wild) Mk. 65,10, Erlös für eine von einer 80
jäh=
rigen Dame gefertigte Handarbeit Mk. 10,— von Frau
Bierbrauereibeſitzer Fay ſtatt Finderlohnes für ein von
ihr verlorenes Spitzentuch Mk. 5,—, Erlös für altes Silber
Mk. 166,58, von Frau Wecker Mk. 20,—, von Herrn
Metz=
ger Pfeiffer ein Silberring und Mk. 5,—, von N. N. in
Seeheim (Erlös für Goldſchmuck) Mk. 18,70, Summe
Mk. 290,38. In den Nähſtuben im Alten Palais werden
noch einige Nähmaſchinen nötig gebraucht; Damen, die
im Beſitze gut arbeitender Nähmaſchinen ſind und dieſe
auf einige Zeit leihen wollen, werden gebeten, der
Mate=
rialien=Abteilung im Alten Palais Mitteilung zu machen,
damit dieſe die Maſchinen abholen laſſen kann.
Frl. Bertha Pizzala, hier, beabſichtigt, ein von ihr
erfundenes Buch=(Leſe=)Zeichen in den Handel zu bringen
und einen Teil des Erlöſes dem Roten Kreuz zu
über=
aſſen. Wir danken für die freundliche Abſicht, uns eine
neue Einnahmequelle zu erſchließen, und empfehlen das
Buchzeichen den Freunden unſerer Sache zum Kaufe.
Die Firma Georg Karp, Hofuhrmacher hier, hat
uns für die Arbeitsräume der Krankenbeförderungs=
Abtei=
lung zwei Uhren gütigſt zur Verfügung geſtellt. Wir
ſprechen ihr hierfür verbindlichſten Dank aus.
Einer Anregung Ihrer Königlichen Hoheit der
Groß=
herzogin folgend, wird der Heſſiſche Landesverein vom
Roten Kreuz eine Weihnachts=Liebesgabenſendung ins
Feld veranſtalten. Den Angehörigen der bei heſſiſchen
Truppen im Felde ſtehenden Soldaten ſoll Gelegenheit
geboten werden, Chriſtgeſchenke an ihre Lieben nach dem
Kriegsſchauplatz zu ſchicken. Es werden aber auch
die=
jenigen Soldaten, die aus irgend welchen Gründen von
Angehörigen nichts erhalten können, dabei keineswegs
leer ausgehen. Für ſie wird das Rote Kreuz aus den zu
ſammelnden unperſönlichen Gaben ſorgen. Unſer
Be=
ſtreben zielt dahin, daß ein jeder Mann draußen
Chriſt=
geſchenke bekommt. Alles Nähere, namentlich auch die
Einlieferungszeit der Weihnachtsgaben, wird demnächſt
veröffentlicht werden.
Kunſtaotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Das Chriſtusdrama von W. Nithack=
Stahn, dem der treffliche Kölner Vortragsmeiſter
Guſtav Hildebrant ſchon in zahlreichen deutſchen
Städten begeiſterte Gemeinden gewonnen hat, ſoll
demnächſt auch in Darmſtadt von dem genannten
Künſtler öffentlich dargeboten werden. Der hochbegabte
Dramatiker und Romanſchriftſteller Nithack=Stahn iſt den
gebildeten Kreiſen unſerer Stadt längſt vertraut durch
eine Reihe von Schauſpielen („Das neue Reich”, „Jakob
Böhme” und „Luther in Oppenheim”), die die
Jugend=
vereinigung der Paulusgemeinde mit glücklichſtem Erfolg
zur Aufführung gebracht hat. Das „Chriſtusdrama” iſt
weifellos ſeine bedeutendſte künſtleriſche Schöpfung, die
unſere Mitbürger am 22. November (Totenſonntag) kennen
zu lernen Gelegenheit haben werden, und zwar
ver=
nittelt durch einen Meiſter dramatiſcher Vortragskunſt,
der ſich ganz in den Dienſt dieſes hervorragenden Werkes
geſtellt hat. Näheres am Verkehrsbureau und demnächſt
im Anzeigeteil.
Mainz, 7. Nov. (Ein Denkmal für die
Hel=
den des Kreuzers „Mainz”.) In den erſten
See=
gefechten dieſes Krieges wirkte auch der Kreuzer mit, der
den Namen unſerer Vaterſtadt trug, der Kreuzer „Mainz”
Es war ein Kampf gegen weit überlegene Kräfte, der ſich
vor der Küſte Helgolands abſpielte. Und nach dem Kampf
vermißte man die beiden Kreuzer „Mainz” und „Köln”.
Sie waren in ehrenvollem Kampfe, bis zuletzt feuernd,
geſunken. Die Wogen hatten ihre Opfer begraben. Nun
haben kürzlich die Fluten des Meeres am Strande der
Inſel Borkum ein wertvolles Andenken an den Kreuzer
„Mainz” ans Land geſpült. Es iſt ein Rettungsring, der
noch die Spuren des Kampfes trägt; er iſt nämlich an
einer Stelle durchſchoſſen. Die Seeleute von Borkum
ha=
ben nun den braven Blaujacken im Kaſernenhof ein
ſchlich=
tes Denkmal geſetzt. Ein Sandſtein iſt’s, in den die
kur=
zen Worte eingemeiſelt ſind: „Zur Erinnerung an die
beim Seegefecht vor Helgoland am 28. 8. 1914 gefallenen
Helden von S. M. S. „Mainz”‟ Und über dem Sandſtein
iſt der zerſchoſſene Rettungsring als einzige Erinnerung
an den Kreuzer angebracht. Es ſind bereits vom
Ober=
bürgermeiſter Dr. Göttelmann Schritte unternommen
worden, um den Rettungsgürtel, den einzigen Ueberreſt
des ſtolzen Kreuzers, einem hieſigen Muſeum überweiſen
zu können.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 7. Nov. Aus Anlaß des
herannahenden Weihnachtsfeſtes beſchloß der
Ma=
giſtrat von Berlin, den kämpfenden Truppen der in
Ber=
lin garniſonierenden Garderegimentern Liebesgaben
zu ſpenden und hat hierzu 100.000 Mark bewilligt.
Wei=
tere 25.000 Mark für Weihnachtsſpenden wurden zur
Ver=
fügung des Nationalen Frauenvereines bewilligt. Es iſt
ferner beabſichtigt, allen unter den Fahnen
ſtehenden Wehrmännern, deren Familien in
Berlin Kriegsunterſtützung beziehen, durch
Vermittlung ihrer Frauen Weihnachtsliebesgaben zu
ſenden.
Frankfurt a. M., 7. Nov. (Kriegsausſtellung.)
Das ſtädtiſche hiſtoriſche Muſeum hat ſeit einiger Zeit eine
Kriegsausſtellung eröffnet. Sie dient dem Zwecke, das
hiſtoriſche Material für ſpätere Geſchichtsforſchung zu
ſammeln. Sie enthält die Bilder der gefallenen
Frank=
furter, Bilder der Stadt während der Kriegszeit, das
Straßenleben während der Mobilmachung, das Ausrücken
der Truppen, die Bewachung der Bahndämme u, dgl.
Eine beſondere Abteilung umfaßt die Tätigkeit des
Roten Kreuzes, zeigt uns die Sorge für die Verwundeten
in Bildern aus den Lazaretten und der Familien=
Für=
ſorge. Außerdem enthält die Ausſtellung authentiſche
Vil=
der von den Kriegsſchauplätzen und Beuteſtücke von den
Schlachtfeldern. Illuſtr. Zeitungen und Zeitſchriften ernſten
und unterhaltenden Charakters, welche ſich auf den Krieg
beziehen, werden wechſelnd ausgelegt.
Bad Homburg, 7. Nov. (Die Herzogin
Vik=
toria Luiſe von Braunſchweig iſt heute
vormit=
tag 11 Uhr 19 Minuten zu kurzem Beſuche des
Prinzen=
paares Oskar von Preußen hier eingetroffen und hat im
Könialichen Schloſſe Wohnung genommen.
Bad Homburg, 7. Nov. (Die Kaiſerin) traf
heute abend kurz vor 7 Uhr, von Metz kommend, hier ein.
Sie fährt nach ihrem Beſuch beim Prinzenpaar Oskar und
der Herzogin von Braunſchweig von hier um 8 Uhr nach
Berlin weiter.
C) Weinheim a. d. B., 6. Nov. (Der
Komman=
dant des U 26‟.) Der von hier gebürtige
Kapitän=
leutnant Freiherr Egenolf von Berckheim,
Kom=
mandant des „U 26” hat auf das Glückwunſchſchreiben
es hieſigen Gemeinderates zur Vernichtung des
ruſſi=
ſchen Panzerkreuzers „Pallada” unter dem 3. d. M.
fol=
gende Antwort erteilt, die heute eintraf: „Für die mir
freundlichſt überſandten Glückwünſche der Stadtgemeinde
Weinheim ſpreche ich Ihnen meinen herzlichſten Dank aus
mit der Verſicherung, daß wir auch weiterhin auf unſerem
Poſten ſein werden und mit Gottes Hilfe noch weitere
Er=
folge zu erringen hoffen. — Der Kapitänleutnant iſt
be=
kanntlich der älteſte der drei Söhne des Grafen von
Berck=
heim von hier, des badiſchen Geſandten in Berlin.
Straßburg i. E., 7. Nov. (Exploſion.) In einem
Munitionsdepot am Waſſerturm ereignete ſich geſtern
abend ein ſchwerer Unglücksfall. Durch unvorſichtiges
Niederſetzen eines Kaſtens, in dem ſich einige vom
Ge=
fechtsfeld zurückgekommene Zünder und
Zünder=
teile befanden, entſtand eine heftige Exploſion,
wodurch ein Arbeiter und der die Aufſicht führende
Ober=
feuerwerker getötet und zwei Arbeiter ſchwer
ver=
letzt wurden.
Landwirtſchaftliches.
Verſorgung der Städte mit Kartoffeln.
Laut Bekanntmachung ſind für einzelne Städte des
Broßherzogtums, wie Darmſtadt, Worms uſw., die Höchſt=
Konzerte Geld zu ſchaffen und „alle: die großen und die
kleinen, die klugen und die dummen Kinder zu locken”.
Als er zu Beginn 1873 auch in Berlin geſpielt und dabei
nur verhältnismäßig wenig Geld, etwa 300 Taler
preu=
ßiſch, zuſammen bekommen hatte, widmete ihm ſein Freund
Georg Herwegh ein paar Troſtverſe, deren letzte
lauteten:
„Ertrage heroiſch dies Mißgeſchick
Und mache Dir klar, mein Beſter
Die einzig wahre Zukunftsmuſik
Iſt ſchließlich doch Krupps Orcheſter.”
Heute haben in der Tat die Franzoſen Wagner
gänz=
lich von ihren Programmen geſtrichen und ſorgen dafür,
daß in ihrem Programm nur noch die Kruppſchen
Ka=
nonen ſpielen.
* Die deutſche Zahnbürſte. Auf Korſika ſind in den
letzten Tagen deutſche und öſterreichiſche
Ge=
fangene, im ganzen 2500 Leute, angekommen. Ihre
Behandlung und ärztliche Pflege iſt, wie berichtet wird,
gut. Der Korreſpondent des Meſſaggero wundert ſich,
daß die deutſchen Soldaten Zahnbürſten benützten
und ſich ſo geſittet benähmen, daß es ſchwer ſei, die
Ver=
über „der bekannten unerhörten Grauſamkeiten” in ihnen
zu erkennen.
— Auf der Katzenjagd. Auch die braven Mäuſefänger
bekommen jetzt die Folgen des Krieges zu ſpüren.
Der Landrat des Kreiſes Braunsberg hat die
Kreisbewoh=
ner erſucht, ihm Katzenfelle einzuſenden, die dann
zum Nutzen unſerer Krieger verarbeitet werden ſollen.
Das Geſuch wird damit begründet, daß die Zahl der
Katzen in allen Ortſchaften zu groß ſei: es ſei daher kein
Opfer, wenn ihre Anzahl etwas eingeſchränkt werde. Die
Katzenfelle ſollen zur Anfertigung von Pulswärmern und
Leibbinden benutzt werden.
B. B. „Fräulein, wenn wir wiederkommen, heiraten
wir!‟ Dieſes Verſprechen gab ein Landſturmmann auf dem
Bahnhof in Kamenz einer Pflegerin, die dort
Liebes=
gaben an einen durchfahrenden Landſturmtransport
ver=
teilte. Na, wollen mal ſehen, ob Sie Wort halten”
gab die Pflegerin lächelnd zur Antwort. Große Augen
machte der brave Landſturmmann, als ihm kurz darauf
die Leiterin der Verpflegungsſtation zuflüſterte: „Das war
ja die Prinzeſſin Friedrich Wilhelm von
Preußen!‟ Die Prinzeſſin widmet ſich im einfachen
Gewande ohne jedes Abzeichen der Kriegs=Liebestätigkeit.
C. K. Amerikaniſche Kriegsaphorismen. In den
Ver=
luſtliſten dieſes Krieges nimmt die Wahrheit einen ſehr
großen Platz ein. (Albany Journal.) Je größer der
Dreadnought iſt, deſto größer iſt das Ziel für das
Unter=
ſeeboot. (Chicago News.) General Frenchs Schweſter
gehört zu den engliſchen Suffragetten, die vor keiner
Ge=
walttat zurückſcheuen. Die Vorliebe fürs Kriegeriſche ſcheint
alſo in der Familie zu liegen. (Memphis Commercial
Appeal.) Carnegie wird noch arm ſterben, wenn es wahr
iſt, daß er eine Zeitſchrift der Friedensbewegung
finan=
ziert. (Waſhington Herald.) Prinz Wilhelm zu Wied
hat dem albaniſchen Thron entſagt, um für Deutſchland zu
kämpfen. Er will auch wieder einmal etwas Ruhe haben.
(Wall Street Journal.)
* Spruch über dem franzöſiſchen
Kriegs=
miniſterium „Wanderer, kommſt Du nach London,
verkündige dorten, Du habeſt uns hier lügen geſehen, wie
das Geſetz es befahl.”
(Jugend.)
* Kitcheners Millionenheer. „Wie iſt es nur
möglich, daß Lord Kitchener jetzt eine ſo große Armee
aufzuſtellen verſpricht?” — „O, das iſt ſehr einfach; es iſt
bloß ein Rechenexempel. Er hat ſtatt der engliſchen
Di=
viſionen Multiplikationen vorgenommen.” (Luſtige
Blätter.)
Nummer 308.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Seite 5.
preiſe für Kartoffeln wie folgt feſtgeſetzt: 1. Beim Verkauf
durch den Produzenten an Ort und Stelle für 100
Kilo=
gramm 6,50 Mark; 2. bei freier Lieferung in den
Aufbe=
wahrungsraum des Verbrauchers oder bei Verkauf auf
den Wochenmärkten für 100 Kilogramm 8,00 Mark; 3. im
Kleinverkauf für das Kilogramm 9 Pfg. Dieſe
Preis=
feſtſetzung weiſt die Landwirte darauf hin, daß ſie
wirt=
ſchaftlich am beſten tun, wenn ſie ihre Kartoffeln direkt an
die Konſumenten in den Städten verkaufen. Sollte dies
aus Mangel an Zugvieh oder aus ſonſtigen Gründen
nicht möglich ſein, dann dürfte es ſich im Intereſſe der
Landwirtſchaft empfehlen, durch gemeinſchaftliche
Liefe=
rung an die Städte ſelbſt, oder an Korporationen, die
Kartoffeln zu verwerten, weil hierdurch ein höherer Preis
wie der Höchſtpreis am Wohnorte des Produzenten erzielt
wird. Weiterhin wird es für die Anlieferung von
Kar=
toffeln in die Städte auch von Vorteil ſein, daß die
Land=
wirte, nachdem die Herbſtſaat beinahe beendet iſt,
dem=
nächſt wieder Zeit bekommen, die Kartoffeln in die Stadt
zu fahren.
Bei dieſer Sachlage richtet die Landwirtſchaftskammer
für das Großherzogtum an die heſſiſchen
Land=
wirte die Aufforderung, ſich ihrer Pflicht, die
einhei=
miſche Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu verſorgen,
auch auf dieſem Gebiete bewußt zu ſein. Es darf jetzt, in
dieſer ſchweren Zeit, kein Streit zwiſchen Stadt und Land
hervorgerufen werden; wir wollen alle gemeinſam dem
Vaterlande dienen. Um dieſes Ziel zu erreichen, bitten
wir unſere Landwirte, die Städte, denen ſie ſonſt ihre
Kartoffeln geliefert haben, auch in dieſem Jahre wieder
mit Kartoffeln zu verſorgen. Der Verkauf von Kartoffeln
an Aufkäufer zum Verſand in entferntere Gebiete ſollte
tunlichſt unterlaſſen werden.
Tſingtau gefallen.
* Berlin, 7. Nov. (W. T. B. Amtlich.)
Nach einer amtlichen Meldung des Reuterſchen
Bureaus aus Tokio, iſt Tſingtau nach
heldenhaftem Widerſtand am 7. November
morgens gefallen. Nähere Einzelheiten
fehlen noch.
Der Stellvertreter des Chefs des Admiralſtabs:
v. Behncke.
Am 19. Auguſt forderte der japaneſiſche
Ge=
ſchäftsträger in Berlin in einer ſchamloſen Note die
bedingungsloſe Auslieferung
Kiau=
tſchous. Darauf iſt am 22. Auguſt dem Vertreter der
japaneſiſchen Regierung die einzige Antwort erteilt worden,
die erteilt werden konnte, die Antwort der Verachtung für
ſolchen ſchamloſen Erpreſſungsverſuch. In feſter
Ent=
ſchloſſenheit waren unſere auf einſamer Warte kämpfenden
wackeren Soldaten bereit, das prächtige Stückchen
deut=
ſcher Kulturarbeit in Aſien bis aufs äußerſte zu
verteidi=
gen. Sie haben tapfer ihre Pflicht erfüllt und neuen Ruhm
dem deutſchen Namen verſchafft. Mehr als zwei Monate
widerſtanden ſie in blutigem Ringen dem furchtbaren
An=
griff einer überwältigenden Uebermacht, einer Vereinigung
von Japaneſen, Hindus und Engländern. Auf Hilfe
hatten unſere Wackeren dort draußen nicht zu hoffen. Sie
haben trotzdem den ungleichen Kampf nicht aufgegeben,
und nur mit furchtbaren Opfern, das iſt gewiß, iſt es dem
Feind gelungen, dieſes Bollwerk zu bezwingen.
Des=
halb gedenken wir jetzt mit Dankbarkeit der Tapferen von
Kiautſchou.
Der deutſche Seeſieg an der chileniſchen Küſte.
* Wien, 7. Nov. Die Blätter drücken heute in
Worten hoher Genugtuung ihre Freude über den
neue=
ſten Seeſieg Deutſchlands in den chileniſchen
Gewäſſern aus. Das Fremdenblatt ſagt: Die erſte
Seeſchlacht in dieſem Kriege endete mit einer furchtbaren
Niederlage der engliſchen Flotte. Die ſieggewohnte
eng=
liſche Flotte mußte nun erfahren, daß ein neuer Gegner
auf den Plan getreten iſt, ein Gegner, der ihr furchtbar
zu werden droht. Die Schlacht bei der Inſel Santa
Maria bedeute den Eintritt einer neuen Aera in der
Ge=
ſchichte der Seeherrſchaft. In Südamerika ſei die
Le=
gende der Unbeſiegbarkeit der engliſchen
Flotte endgültig zerſtört. Die britiſchen
Staats=
männer mögen jetzt, wenn der Donner der deutſchen
Schiffsgeſchütze bis nach London dröhnt, ſich fragen, ob
es nicht das beſſere Geſchäft geweſen wäre, England fern
vom Schuß zu halten. — Das Neue Wiener
Tag=
blatt führt aus: Der kaum eine Stunde währende Kampf
fügte dem engliſchen Preſtige ungeheuren Schaden zu. Der
bisherige Nimbus der engliſchen Flotte muß
verblaſſen, wo der offene Kampf mit einem
gleich=
wertigen, gleich ſtarken Gegner unverzeihliche militäriſche
Blößen ſo erbarmungslos aufgedeckt habe. Wir ſind
ſtolz auf unſere deutſchen Brüder. — Die
Neue Freie Preſſe würdigt die Tätigkeit des
Staats=
ſekretärs, Großadmirals Tirpitz, dem ſie die Phraſen
Churchills gegenüberſtellt. Das Blatt fährt fort: Die
deutſche Flotte wird auf allen Wegen von Lichtſpuren
be=
gleitet. Sie iſt ſchon jetzt eine der großen Tatſachen bei
der Machtverteilung zwiſchen den europäiſchen Völkern
geworden. Viele Nationen werden ſich jetzt freuen und
gewiß kein Land mehr, als die öſterreichiſch=ungariſche
Monarchie, die im harten Kampfe gegen den ihre Zukunft
bedrohenden Feind an den Sieg des Bündniſſes mit dem
Deutſchen Reiche zu Land und zu Waſſer felſenfeſt glaubt.
* Wien, 7. Nov. Zu dem Seeſieg an der
chileniſchen Küſte ſchreibt die Zeit:
Bis=
her waren es Minen und Unterſeeboote, durch die die
Eng=
länder anſehnliche Schiffsverluſte erlitten. Diesmal ſind
die Engländer in offener Schlacht auf der See
geſchla=
gen worden. Die deutſchen Schiffskapitäne beweiſen den
Engländern, daß es dieſer angeblichen Seeherrſchaft zum
Trotz doch noch ein ausreichendes Maß von
Bewegungs=
freiheit auf alen Meeren gibt und daß ein kühner
Unter=
nehmungsgeiſt ſich von keiner Uebermacht niederzwingen
läßt. — Die Reichspoſt führt den deutſchen Reim an
„Schon mancher zog zu ſchlagen aus und kam geſchlagen
dann nach Haus!” und fährt fort: Albion iſt an der Küſte
Amerikas von den Deutſchen geſchlagen worden, das
be=
deutet, daß die Deutſchen auch in der Meinung Amerikas
bereits den Sieg über die Briten davongetragen haben,
das fällt jetzt ins Gewicht.
* Peſt, 7. Nov. Die geſamte Preſſe bejubelt den
glänzenden Sieg der deutſchen Flotte an
der chileniſchen Küſte und hebt die weltgeſchichtliche
Be=
deutung des Sieges über die engliſche Flotte in offener
Seeſchlacht hervor. Der Peſter Lloyd ſchreibt: Heute
darf man ſagen, es war einmal eine Zeit, da in der
Welt das Trugbild beſtand, die engliſche Flotte ſei die
mächtigſte der Welt und niemand könne ihr dieſe
Herr=
ſchaft zur See ſtreitig machen. Dieſer Glaube, England
ge=
hörte die See, gehört der Vergangenheit an; an ihm hing
wie an einem Zwirnsfaden die Weltmachtſtellung
Eng=
lands in den fünf Weltteilen. Dieſer Faden iſt
zerriſſen und die Weltmachtſtellung, die an ihm hing,
iſt rettungslos dem Verderben preisgegeben.
Der engliſche Bericht.
* London, 7. Nov. Die Admiralität erhielt
fol=
gende zuverläſſigen Nachrichten über den Seekampf
an der chileniſchen Küſte:
Am 1. November ſtießen die engliſchen Schiffe „Good
Hope” und „Monmouth” auf die deutſchen Schiffe
„Scharnhorſt”, „Gneiſenau” „Leipzig” und „Dresden”.
Beide Geſchwader fuhren in ſüdlicher Richtung bei
ſtar=
kem Wind und beträchtlichem Seegang. Das deutſche
Ge=
ſchwader wich dem Kampf bis Sonnenuntergang aus, wo
das Licht einen bedeutenden Vorteil gewährte. (
Denſel=
ben Vorteil hatten doch auch die engliſchen Schiffe.
D. Red.) Der Kampf dauerte eine Stunde. Auf
der „Good Hope” und dem „Monmouth” entſtand zu
Beginn des Kampfes Feuer, aber die Schiffe kämpften
weiter. Da erfolgte die erſte Exploſion an Bord der
„Good Hope‟. Das Schiff kenterte. „
Mon=
mouth” änderte ſeinen Kurs, ſchien ſich aber
nicht bewegen zu können. „Glasgow” eilte dem
„Monmouth” zu Hilfe, die währenddeſſen mit den
Kreu=
zern „Leipzig” und „Dresden” im Kampfe war. Der
Feind beſchoß ſofort wieder den „Monmouth” die „
Glas=
gow” ebenfalls und zog ſchließlich ab. Nachdem griff
der Feind wieder den „Monmouth” an. Mit welchem
Ergebnis, iſt nicht ſicher bekannt. „Glasgow” iſt
nicht ſchwer beſchädigt. Weder „Otranto” noch „Kanopus”
nahmen an dem Kampfe teil.
Das London Office erfährt aus Valparaiſo, daß
ein Kriegsſchiff an der Küſte von Chile
ge=
ſtrandet ſei. Das könnte der „Monmouth” ſein.
Ener=
iſche Maßnahmen ſind getroffen worden, um die
etwai=
gen Ueberlebenden zu retten. Die Admiralität meint,
daß die engliſchen Schiffe ſehr tapfer gefochten hätten,
ber die Uebermacht des Feindes ſei infolge der
Abweſenheit des „Kanopus” zu beträchtlich geweſen.
Die Verſorgung unſerer Soldaten mit
Wollſachen.
* Berlin, 7. Nov. Der achte Wollzug des
„Kriegsausſchuſſes für warme
Unterklei=
dung” iſt geſtern mit 25000 neuen Wolldecken, diesmal
nach dem Weſten, abgegangen. Die bisher abgelieferten
Wollzüge ſtellen einen Wert von beinahe 15 Millionen
Mark dar. Die Teilnahme der Bevölkerung an den
Be=
ſtrebungen des Kriegsausſchuſſes dauert lebhaft fort. Es
iſt notwendig, die für den Kriegsausſchuß beſtimmten
Spenden (auch gebrauchte wollene Hemden, wollene
Dek=
ken und ähnliches) in Berlin, Reichstagsportal 2,
einzu=
liefern, weil hier für eine ſachgemäße Desinfektion dieſer
Zuwendungen Sorge getragen werden kann, bevor die
Weiterverarbeitung vorgenommen werden wird. Die
Einlieferung wollener Decken neben wollenen
Strümpfen und Wollhandſchuhen iſt augenblicklich
beſon=
ders erwünſcht: mit wollenen Decken ſoll die Vorſorge
der militäriſchen Behörden namentlich für unſere in den
Schützengräben liegenden Soldaten ergänzt werden,
da ſolche Decken zu den etatsmäßigen
Ausrüſtungsgegen=
ſtänden nicht gehören.
Erfolge auf dem ſüdlichen
Kriegs=
ſchauplatz.
* Wien, 7. Nov. Vom ſüdlichen
Kriegs=
ſchauplatz wird amtlich verlautbart, 7. Nov.: Der
An=
griff gegen den hinter Aſtverhauen und
Drahthinder=
niſſen verſchanzten Gegner im Raum von Cer Planina
und ſüdlich von Sabac ſchreitet langſam
vor=
wärts. Geſtern wurden die taktiſch wichtigen Höhen
von Miſar genommen und hierbei 200 Gefangene
gemacht. Im Einklang mit dieſer Operation begann auch
geſtern der Angriff gegen die ſehr gut gewählten ſowie
hergerichteten Stellungen bei Crupanj. Details können
noch nicht verlautbart werden. Eine Reihe ſerbiſcher
Schanzen iſt geſtern mit bewundernswerter Tapferkeit
im Sturm genommen worden. Hierbei ſind
1500 Gefangene gemacht und 4 Geſchütze und 6
Ma=
ſchinengewehre erbeutet worden. Der vorzügliche
Geiſt und Zuſtand unſerer Truppen läßt ein
günſtiges Fortſchreiten auch dieſer ſchwierigen Operationen
erwarten.
Die ungariſche Kriegsanleihe.
* Peſt 7. Nov. Der Finanzminiſter veröffentlicht
eine Mitteilung, betreffend Emiſſion der
angekün=
digten Kriegsanleihe. Dieſe wird ſteuerfrei
und eine ſechsprozentige Rente ſein. Der
Sub=
ſkriptionspreis beträgt 97,50 Prozent. Falls die
Einzah=
lung in Raten erfolgt, ſo daß 40 Prozent innerhalb eines
Monats, die übrigen ſechzig Prozent innerhalb eines
wei=
teren Monats einzuzahlen ſind beträgt der
Subſkriptions=
preis 98 Prozent; jedoch werden weder die laufenden
Zin=
ſen noch Proviſion angerechnet. Die Anleihe bleibt
aus=
ſchließlich auf Ungarn, Bosnien und die Herzegowina
be=
ſchränkt. Der erſte Kupon der neuen Rente wird am
1. Mai 1915 eingelöſt. Der Finanzminiſter kann vor dem
1. November 1920 keine Konverſion oder Rückzahlung
vor=
nehmen. Die Höhe des Anleihebetrages wird auf Grund
des Ergebniſſes der öffentlichen Subſkription feſtgeſtellt
werden. Der Finanzminiſter drückt die Hoffnung aus,
daß die vorteilhaften Bedingungen dieſes inneren
An=
lehens, die günſtige Lage des Geldmarktes und die
Er=
kenntnis, daß je größer die Teilnahme an der Zeichnung
iſt, um ſo mehr auch neben dem Privatintereſſe dem
öf=
fentlichen Intereſſe gedient wird, ein ſolches Ergebnis der
Subſkription herbeiführen werden, daß darin die
volks=
wirtſchaftliche Kraft des Landes zum Ausdruck kommen
wird.
Gemeinſamer Proteſt von Schweden, Norwegen
und Dänemark in London.
* Kriſtiania, 7. Nov. Die Sperrung der
Nordſee durch England beſchäftigt in ſteigendem Maße
die öffentliche Meinung Norwegens. Morgenbladet
teilt mit, daß Norwegen, Dänemark und
Schweden in London gemeinſame Schritte
zum Proteſt gegen dieſe Maßnahme unternommen
haben.
Eine unverläßliche Organiſation.
* Paris, 7. Nov. Unter der Ueberſchrift „Eine
unverläßliche Organiſation” kritiſiert der
Temps den Erlaß Vivianis an die Präfekten in der
Zone des Feldheeres vom 27. Oktober über
Hilfsaktio=
nen für die Bevölkerung der verheerten
Gebiete, die Wiederherſtellung der Schäden uſw. Die
Abſichten des Erlaſſes mögen noch ſo ausgezeichnete ſein,
ſie würden doch eine völlig ungenügende
Wir=
kung haben, wenn den Präfekten nicht ergänzende
In=
ſtruktionen gegeben und dieſe zur Kenntnis der
Oeffent=
lichkeit gebracht würden. Der Aufgabenkreis ſei nicht
genü=
gend ſcharf umriſſen, in welcher Form und unter welchen
Um=
ſtänden ſie eingreifen ſollten. Im Prinzip habe die
Regie=
rung den Gemeindeverwaltungen die Sorge anvertraut,
den Tatbeſtand von den Zerſtörungen auf den
Grund=
ſtücken, Aeckern uſw. aufzunehmen. Danach ſollen die
Präfekten die Initiative ergreifen. Das Blatt ſpricht
zu=
letzt von der wichtigſten Frage, der Beſchaffung von
Ar=
beitsgelegenheit, die ſehr ſchwierig ſei. Arbeit für alle
Flüchtigen zu ſchaffen, ſei kaum möglich. Darum fordert
der Temps die Aufſtellung einen Planes von öffentlichen
Arbeiten, die dringend in Angriff genommen werden
müſ=
ſen. Nur ſo könne endgültig wirkſame Abhilfe geſchaffen
werden. Je beſſer das Zirkular vom 27. Oktober erklärt
und in dieſem Sinne präziſiert werde, um ſo gewiſſer
wer=
den die auten Abſichten verwirklicht werden, die der
Mini=
ſterpräſident dadurch zu erkennen gab.
Bulgariens Kriegsbereitſchaft.
* Sofia, 7. Nov. Der Kriegsminiſter hat in der
Sobranje eine Vorlage eingebracht über einen
außer=
ordentlichen Kredit von 33 Millionen zur
Deckung der Ausgaben für die Armee. Die Regierung hat
eine Verordnung erlaſſen, durch die die Ausfuhr von
Getreide, Mehl. Vieh, Futterartikeln und
ärztlichen und ſanitären Bedarfsartikeln uſw. verboten
wird.
Der türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 7. Nov. Amtliche
Mit=
teilung des Hauptquartiers: Geſtern wurde
bei der ruſſiſchen Armee keine Bewegung
bemerkt. Die Engländer landeten zum
zweiten Male Truppen in Akaba, aber
Gendar=
men und eingeborene Stämme griffen ſie an; nachdem ein
engliſcher Offizier getötet worden war, warfen die
Engländer ihre Munition fort und flohen. — Heute
mor=
gen bombardierte die ruſſiſche Flotte zwei
Stunden lang Songuldak und Koslu am Schwarzen Meer.
In Koslu wurde der Dampfer „Nikea” mit einer
Waſſer=
verdrängung von 648 Tonnen, der dem Griechen
Arvani=
tidis gehörte, zum Sinken gebracht. In Songuldak
wur=
den im franzöſiſchen Viertel die franzöſiſche Kirche, das
franzöſiſche Konſulat und zwei Häuſer zerſtört, ſonſt jedoch
kein Schaden angerichtet.
* Konſtantinopel, 7. Nov. Die Militärbehörde
des Bosporus nahm geſtern vormittag in der
Sommer=
reſidenz der ruſſiſchen Botſchaft in Bujukdare
eine Hausſuchung vor, augenſcheinlich in der Abſicht,
tach Apparaten für drahtloſe Telegraphie oder
anderen Verkehrsmitteln zu ſuchen.
Rußland und Perſien.
* Konſtantinopel, 7. Nov. Laut perſiſchen
Blättermeldungen quälen die Ruſſen die
Be=
völkerung von Urmia in jeder Art und Weiſe. Die
Ruſſen haben die Telegraphendrähte zwiſchen Urmia und
Salmaſow zerſchnitten. Das religiöſe Oberhaupt Kiozim
hat eine Fetwa erlaſſen, in der er zum Kriege gegen
Rußland aufruft. Die Ruſſen tun ihr Möglichſtes,
um die Verbreitung der Fetwa zu verhindern. — Die
Kur=
den haben den ruſſenfreundlichen Häuptling Symko
ange=
griffen; ſie belagerten und erſtürmten die Stadt
Targeyar.
Die perſiſche Regier ung hat den
ruſſenfreund=
lichen Gouverneur von Urmia abgeſetzt und es
ver=
lautet, daß der Bruder des Großweſirs, der ägyptiſche
Prinz Abbas Halim Paſcha, für das erledigte Miniſterium
der öffentlichen Arbeiten auserſehen ſei. Man
glaubt, daß mit dieſer Ernennung, die unmittelbar
bevor=
ſtehen ſoll, die Rekonſtruktion des Kabinetts beendet iſt,
da die Miniſterien der Finanzen und der Poſt interimiſtiſch
geleitet werden ſollen.
* Konſtantinopel, 7. Nov. Nach Meldungen
perſiſcher Blätter habe England, um den Durchzug
perſiſcher Liberaler nach Afghaniſtan und Beludſchiſtan
über Seiſtan zu verhindern, an die perſiſche Regierung
Konzerte.
* Der Muſikverein veranſtaltete geſtern ſein
erſtes Konzert in dieſem Winterhalbjahr in der
Stadtkirche. Zur Aufführung gelangte das deutſche
Requiem von Brahms unter Leitung des Herrn
Geh. Hofrats W. de Haan und unter Mitwirkung der
Konzertſängerin Frau Anna Stronck=Kappel aus
Barmen, des Konzertſängers Herrn Hans Cleuver
aus Köln, verſchiedener Mitglieder des Sängerchors des
Lehrervereins und der Großherzoglichen Hofkapelle. Die
Großherzogin wohnte der Aufführung bei, durch die das
feierliche Werk eine dem tiefen Stimmungsgehalte
entſpre=
chende, ſchöne und würdige Wiedergabe erfuhr. Der durch
den Sängerchor des Lehrervereins verſtärkte
Muſikvereins=
chor, der in den prachtvollen Schlußfugen des dritten und
des ſechſten Chores und in dem weihevoll ausklingenden
Schlußchor ſeine höchſten Aufgaben zu erfüllen hat, wurde
dieſen unter der von echter Begeiſterung getragenen,
an=
feuernden Leitung des Dirigenten in ehrenvoller Weiſe
gerecht, und trug ſo in erſter Linie zum Gelingen der
Auf=
führung bei. Die ſehr hoch liegende Sopranpartie des
fünften Chors, der auf den Paſſionston geſtimmt iſt, wurde
von Frau Stronck=Kappel mit glockenheller Stimme,
vornehmem Empfinden und Vortrag ſehr lobenswert
ge=
ſungen und auch die beiden Baritonſolis des dritten und
ſechſtens Chors kamen durch Herrn Cleuver, der über
einen reichlich ausgiebigen Bariton von warmer
Klang=
farbe gebietet, zu entſprechender Geltung. Die
Orgelbe=
gleitung hatte Herr Stadtorganiſt Borngäſſer
über=
nommen. Die Wahl des zur Aufführung gelangten
Wer=
kes, zu deſſen Würdigung der hochverdiente
Vereinsdiri=
gent ſo ſchöne Worte gefunden hat, entſprach der ernſten
Stimmung der gegenwärtigen Zeit und hinterließ bei der
ſehr zahlreich anweſenden Zuhörerſchaft einen tiefen
Ein=
druck.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Nummer 308.
das Erſuchen geſtellt, die Durchreiſe durch Nasrabad, die
Hauptſtadt von Seiſtan, zu verbieten und die
Zu=
ſtimmung zur Errichtung eines engliſchen
Konſu=
lats in dieſer Stadt zu erteilen. Dieſes Erſuchen ſei aber
abgewieſen worden.
Rußland und China.
* Wien, 7. Nov. Die Korreſpondenz Rundſchau
fmeldet über Konſtantinopel, das Verhältnis
zwiſchen Rußland und China geſtalte ſich
immer ungünſtiger. Die ruſſiſche Regierung habe
in Peking wegen angeblicher chineſiſcher
Truppenverſtär=
kungen in dem Grenzgebiet und antiruſſiſcher
Kund=
gebungen in chineſiſchen Städten angefragt. Die chineſiſche
Regierung habe auf dieſe Anfrage in entſchieden
ab=
lehnendem Tone geantwortet und bemerkt, daß das
feind=
liche Verhalten Rußlands und des nachweislich mit dieſem
verbündeten Japan ſowie die von beiden Seiten
ge=
nährte Agitation in China alle Vorſichts= und
Abwehr=
maßnahmen der Regierung rechtfertigte. Die chineſiſche
Regierung hat auch die Getreideausfuhr nach den
ruſſiſchen Gebieten unterſagt; die Behörden haben
dem=
zufolge die Ausfuhr nach Charbin geſperrt. Die
mili=
täriſchen Vorbereitungen Chinas gelten
als vollendet. Er heißt, daß die chineſiſche
Regie=
rung nunmehr ſowohl in Petersburg als auch in
Tokio entſchiedene Schritte zu
unterneh=
men gedenke.
Der Aufſtand in Südafrika.
* Rotterdam, 7. Nov. Der Nieuwe Rotterdamſche
Courant veröffentlicht einen Brief ſeines Korreſpondenten
in Johannesburg vom 8. Oktober, in dem es u. a.
heißt: „Daß die Deutſchen bei dem erſten
Treffen zweihundert Mann gefangn
nah=
men, diente nicht dazu, die Begeiſterung für den Krieg
zu wecken. Nur langſam kommen Einzelheiten von dem
Treffen bei Randfontein, wo faſt zwei volle
Schwa=
dronen des erſten Regiments berittener Kapſchützen und
eine Abteilung der Transvaal=Artillerie in die Hände der
Deutſchen fielen. Mittags war die Munition verſchoſſen,
die Stellung unhaltbar, die beiden Kanonen unbrauchbar
gemacht und Engländer und Afrikaner hißten die weiße
Flagge. Oberſt Grant fiel verwundet in die Hände
der Deutſchen, die erſt unſere Toten begruben, dann die
ihren und alle Verwundeten gut behandelten. Zwei
Schwadronen, die vom Hauptquartier zu Hilfe geſchickt
wurden, wurden von den Deutſchen unter heftiges
Ma=
ſchinengewehrfeuer genommen; ſie gaben den Vormarſch
ſauf, als ſie einige Verluſte erlitten hatten. Das iſt alles,
was die Zenſur durchließ.” Zum Schluſſe heißt es in dem
Brief: „Die Zufuhr friſcher Mannſchaften für die Armee
iſt ein ſchwieriges Problem. Die letzten Reſerven beſtehen
aus Wehrfähigen von 45 bis zu 60 Jahren.
Vor=
läufig will man es mit Freiwilligen verſuchen.
Wirt=
ſchaftliche Gründe erſchweren die Lage. Botha hat
bisher 2000 Freiwillige, 313 berittene Schützen und 1855
Infanteriſten aufgerufen; jetzt fängt man mit dem Aufruf
berittener Kommandos an und hofft, tauſend berittene
Schützen zu erhalten, die Transvaal und der Oranje=
Frei=
ſtaat aufbringen ſollen.”
* Dresden, 7. Nov. Nach einer hier eingetroffenen
Mitteilung iſt die Schweſter Freiin Margot v.
Falken=
hauſen in Frankreich bei ihrer Tätigkeit im Lazarett
da=
durch getötet worden, daß ein feindlicher Flieger eine
Bombe herabwarf.
* Amſterdam, 7. Nov. Nieuwe van den Dag
melden aus Ymuiden: Ein hier eingetroffener
He=
ringslogger entdeckte beim Heraufholen des Netzes, daß
er Seeminen darin gefangen hatte. Beim
Verſuche, das Netz abzuſchneiden, explodierte eine Mine
und beſchädigte das Vorderſchiff arg. Der Kapitän und
der Steuermann ertranken.
* London, 7. Nov. Das Kriegsamt hat
be=
ſchloſſen, das Körpermaß für Rekruten von
5 Fuß 4 Zoll auf 5 Fuß 3 Zoll herabzuſetzen,
da die Rekrutenziffer in den letzten zwei Wochen
nicht befriedigte.
* London, 7. Nov. Vor dem Londoner
Schwur=
gericht erſchien der Prinz Johann Sapieho, ein
Bru=
der des Fürſtbiſchofs von Krakau, weil er ſich als
Unter=
tan eines feindlichen Landes ohne Erlaubnis im Beſitze
eines Revolvers, von Patronen und eines
photogra=
phiſchen Apparates befand. Der Richter verurteilte den
Angeklagten wegen Uebertretung des Geſetzes zu einer
Geldſtrafe von fünf Guineen.
* London, 7. Nov. Die Times meldet aus
Liſſa=
bon vom 5. November: Eine Abteilung portugieſiſcher
Seeſoldaten iſt in Angola gelandet worden.
* London, 6. Nov. Die Times melden aus Ottawa
vom 3. November: Ueber die deutſchfreundliche
Haltung einer Anzahl von Blättern in
Weſt=
kanada wird Klage geführt. Das Milizdepartement
kün=
digte den Blättern an, daß ſie ſummariſch unterdrückt
werden würden, wenn ſie ferner gegen England aufreizende
Artikel veröffentlichen würden.
* Mancheſter, 6. Nov. Mancheſter Guardian
mel=
det: Das Polizeigericht in Crewe verhandelte geſtern
gegen 50 Perſonen wegen Zerſtörung und
Plünderung dreier deutſcher Läden. Der
Stadtſchreiber ſagte aus, daß 5000 Menſchen ſich in den
Läden angeſammelt, die Fenſter eingeſchlagen und alles
geplündert hätten. Mehrere Polizeioffiziere und
Sol=
daten wurden in dem Tumult verletzt. Vier Angeklagte
wurden freigeſprochen, die anderen zu Geldſtrafen von
10 Schillingen (!) aufwärts und den Koſten
verur=
teilt.
Briefkaſten.
Eine treue Heſſin. Warum anonym? Wir können
grundſätzlich nur Zuſchriften berückſichtigen, die uns unter
Namensnennung zugehen.
Wetterbericht.
Das öſtliche Hoch hat ſich noch weiter ſüdlich und
weſt=
lich ausgedehnt; allerdings beeinfluſſen immer noch
ein=
zelne flache Randwirbel der weſtlichen Depreſſion unſere
Witterung. Allmählich wird jedoch die ſtarke
Nebelbil=
dung nachlaſſen. Eine Aenderung des trockenen Wetters
iſt nicht zu erwarten.
Wetterausſichten für Sonntag: Wolkig, trocken,
wenig kühler, ſüdöſtliche Winde, Morgennebel.
Feldpoſtſendungen.
* Berlin, 7. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Vom 15. bis
einſchließlich 21. November werden wieder
Feldpoſtbriefe an das Feldheer im Gewicht von 250
bis 500 Gramm zugelaſſen werden.
* Berlin, 6. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Hinſichtlich
der von der Heimat nach dem Feldheere abgehenden
Feldpoſtſendungen iſt dem Publikum bekannt, daß
ſie bei den heimiſchen Poſtſammelſtellen für die
einzelnen Feldpoſtanſtalten verſandfertig gemacht und von
dort täglich nach dem Felde abgeſchickt werden. In
ähn=
licher Weiſe iſt eine Reihe großer Poſtanſtalten (
Poſtver=
teilungsſtellen), die ſich nahe der Grenze auf deutſchem
Boden auf den Etappenſtraßen befinden, mit der
Bear=
beitung der bei den Feldpoſtanſtalten aufgelieferten
Sen=
dungen betraut. Die Feldpoſtanſtalten ſenden dieſe Briefe
mit der größten Beſchleunigung, wenn nötig, ſogar
unab=
geſtempelt, an die Poſtverteilungsſtellen. Hier werden ſie
ſo bearbeitet, daß ſie ohne weiteren Aufenthalt über die
Bahnpoſten den Beſtimmungs=Poſtanſtalten zugehen. Daß
die Feldpoſtanſtalten ſich mit dieſen Sendungen nicht
wei=
ter befaſſen, erklärt ſich daraus, daß ſie als mobile
For=
mationen meiſt nicht vorausſehen können, wann ſich eine
Gelegenheit zur Abſendung bietet, und deshalb von jeder
Gelegenheit möglichſt ausgiebigen Gebrauch machen
müſſen. Auch können die Feldpoſtanſtalten die
aufgelie=
ferten Sendungen, bei denen es ſich um große Mengen
handelt, wegen ihres aus militäriſchen Rückſichten nur
be=
ſchränkten Parks an Fahrzeugen nicht auf dem Marſche
mit ſich führen. Da ihnen ferner die an die
Etappen=
ſtraßen anſchließenden heimiſchen Rückverbindungen, die ja
in Kriegszeiten oft wechſeln, nicht bekannt ſein können,
muß anderwärts, nämlich bei den Poſtverteilungsſtellen,
für raſcheſte Verbindung mit einer die Bahnpoſten
ſichern=
den Gelegenheit geſorgt werden. Das Sortiergeſchäft bei
den Poſtverteilungsſtellen iſt außerordentlich ſchwierig, da
das Sortierperſonal auf das genaueſte mit der
poſtali=
ſchen Geographie von ganz Deutſchland und zumteil auch
des Auslandes vertraut ſein muß. Dazu kommt die auf
vielen Feldpoſtſendungen, namentlich auf Poſtkarten,
vor=
handene ſchlechte Schrift, hervorgerufen durch die
be=
ſonderen Umſtände, unter denen die Sendungen von den
Truppen vielfach geſchrieben ſind (mit Bleiſtift, ohne
Un=
terlage). Die Schwierigkeit der Geſchäfte dieſer
Poſtver=
teilungsſtellen wird noch erhöht durch den
außerordent=
lichen Umfang der vom Felde täglich eingehenden
Korre=
ſpondenz und die notwendige Schnelligkeit der
Abwick=
lung. Deshalb ſind dauernd Perſonalverſtärkungen bei
den Poſtverteilungsſtellen erforderlich. Hierfür kommen
nur bewährte Sortierbeamte in Frage. Sie werden aus
ganz Deutſchland herangezogen und müſſen an ihren
ſeit=
herigen Amtsorten durch junges Aushilfsperſonal erſetzt
werden. Den Poſtverteilungsſtellen werden von den
Feldpoſtanſtalten auch alle von den Truppenteilen
zurück=
gegebenen unanbringlichen Feldpoſtſendungen an
Ge=
fallene, Verwundete oder Vermißte zugeführt. Wenn
dieſe Sendungen den Abſendern in der Heimat oft erſt
nach Wochen zugehen, ſo erleiden ſie dieſen Aufſchub nicht
etwa bei der Feldpoſt oder der Reichspoſt, ſondern
da=
durch, daß der Truppenteil, wie für die Aufſtellung der
Verluſtliſten, eine entſprechende Zeit braucht, bis nach dem
Gefecht der Verbleib des Briefempfängers feſtſteht und
nunmehr mit Zuverläſſigkeit die Vermerke „Gefallen”
„Vermißt” uſw. militäriſcherſeits auf die
Feldpoſtſendun=
gen niedergeſchrieben werden können. Es iſt alſo auch
nicht etwa die Feldpoſtanſtalt, die dieſe Angaben auf den
Rückbriefen macht.
Aus der Kriegsarbeit des
Diakoniſſen=
hauſes Eliſabethenſtift zu Darmſtadt.
Die Teilnahme des Diakoniſſenhauſes an der Löſung
der Kriegsaufgaben erſtreckt ſich im Weſentlichen auf die
zwei Gebiete: die Einrichtung eines Lazaretts im
Mutter=
haus und die Stellung von Diakoniſſen für die
Verwun=
detenpflege.
Beide Gebiete waren in den letzten Jahren neu
ge=
ordnet und ſorgfältig vorbereitet worden. 1911 war ein
Vertrag mit dem Landesvereine vom Roten Kreuz
ge=
ſchloſſen worden, nach dem das Diakoniſſenhaus ſich
ver=
pflichtete, ein Vereinslazarett von 80 Betten in ſeinen
Krankenhäuſern einzurichten und ferner die Beſorgung
eines Hilfslazaretts im Saale des naheliegenden „
Feier=
abend” zu übernehmen. 1913 waren zu den dem
Jo=
hanniterorden in Ausſicht geſtellten 24 Kriegsſchweſtern
75 weitere hinzugefügt worden.
Mit dem Kriegsausbruch begann die Räumung des
Krankenhauſes. Es wurde Einrichtung getroffen, daß das
Krankenhaus auch während der Kriegszeit zur Aufnahme
von Zivilkranken offen bleiben konnte, wenn auch mit
beſchränkter Bettzahl. 80 Betten ſtanden im Mutterhauſe
vom 10. Mobilmachungstage an zur Aufnahme von
Ver=
wundeten bereit. Am 21. Mobilmachungstage kamen die
erſten Verwundeten, 57 Franzoſen, die aber ſchon nach
zwei Tagen durch höheren Befehl faſt ſämtlich in das
Garniſonslazarett überwieſen und durch Deutſche erſetzt
wurden. Dann wurde der „Feierabend” eingerichtet mit
25 (ſtatt 40 Betten) und auch ſofort beſetzt. Doch die
An=
forderungen wuchſen und wuchſen. Es mußten noch mehr
Räume geſchaffen werden; heute ſtehen ſtatt den
urſprüng=
lich vorgenommenen 105 Betten 153 Betten für die
Ver=
wundeten zur Verfügung und ſind meiſt vollbelegt. Die
frühere Männerſtation, die Frauenſtation, das
Iſolier=
haus ſind mit Verwundeten belegt, das Wohnzimmer der
Schweſtern iſt Kaſino und Rauchzimmer geworden. Der
ganze große Garten iſt „militäriſch beſetzt” und manches
frohe Soldatenlied iſt in den Räumen zu hören. Es
konnten bisher 373 Mann verpflegt werden, von denen nur
zwei geſtorben ſind, während viele wieder in der Front
kämpfen.
Die Anteilnahme der Diakoniſſen an der Kriegsarbeit
begann mit der Entſendung einer Johanniterſchweſter nach
dem Diakoniſſenhaus Ingweiler (Elſaß) am Tage der
Kriegszuſtandserklärung. Sie vertritt dort die Oberin und
ſteht einem Lazarett von 70 Schwerverwundeten vor.
Von den dem Johanniterorden zur Verfügung geſtellten
99 Schweſtern wurden durch den Landesverein vom Roten
Kreuz immer mehr Kräfte zur Arbeit in Reſervelazaretten
es Landes angefordert. Dazu kamen manche Arbeiten,
die von den Ortsvorſtänden unſerer Diakoniſſenſtationen
unternommen wurden. Das äußere Gewand der Arbeit
iſt ſehr verſchieden, vom Schloß bis zur Kaſerne, vom
Hochſchullehrſaal bis zur Turnhalle, vom
wohleingerich=
teten Krankenhauſe bis zu den in Wirtshausſälen
im=
proviſierten Lazaretten, bei denen außer den Betten ſelbſt
alles mangelte — aber überall doch der eine Dienſt
und das eine Streben, der großen heiligen Sache des
Vaterlandes zu dienen. Es arbeiten jetzt von den
Schwe=
ſtern des Diakoniſſenhauſes in der Heimat an
Verwun=
deten: in Darmſtadt (Techniſche Hochſchule) 5, in
Auer=
bach 7 (Gaſthaus zur Krone 2, Gaſthaus zur
Berg=
ſtraße 1, Schulhaus 2, Fürſtenlager 2), in Babenhauſen 1
(Kaſerne), in Mainz 22 (Rochusſpital 20, evang.
Vereins=
haus 1. Liedertafel 1), in Worms 9 (Sofienhaus 2,
ſtädti=
ſches Krankenhaus 2, Garniſonslazarett 2, Feſthaus 2,
Neuhauſen 1), Bad Ems 10 (Kgl. Kurhaus 3, Hotel
Pa=
norama 2, Imhoff 1, Viertürme 2, Lehrerinnenheim 1,
Blödenanſtalt Scheuern 1), in Gießen 16 (evang.
Schwe=
ſternhaus 5, alte Klinik 6. Steins Garten 2. Siechen=
haus 3), in Butzbach 11 (Kaſerne 9, Turnhalle 1, Heſſiſcher
Hof 1), Niederweiſel (Johanniter=Krankenhaus) 5,
Bad Nauheim 7 (Konitzkyſtif 4, Eliſabethhaus 3),
Friedberg 7 (ſtädt. Krankenhaus), Arnsburg (gräfliches
Schloß) 1, Echzell (Gewerbeſchule) 1, Vilbel (ſtädtiſches
Krankenhaus) 1, Büdingen (Mathilden=Hoſpital) 3,
Hungen (neues Schulhaus) 2, Laubach (gräfliches Schloß
und Krankenhaus) 2, Lich (gräfliches Spital und
Kinder=
ſchule) 2, Ortenberg 1, Lauterbach (evangeliſches
Kranken=
haus) 2, Schlitz (gräfliche Vorderburg) 1, Sickendorf
(freiherrl. Schloß, Reithalle) 1, Groß=Umſtadt (Spital) 1,
Büdesheim, Oberheſſen (gräfliches Schloß) 1, Ortenberg 1,
Oppenheim 1, Lampertheim (evang. Krankenhaus) 2,
ins=
geſamt alſo 123 Schweſtern im Heimatgebiet, die
zuſam=
men wohl gegen 4000 Verwundete verpflegen.
Mitten in dieſe Arbeit hinein kam der Ruf zum
Dienſte in der Etappe. Am 30. September zog der erſte
Trupp von 8 Schweſtern nach Magdeburg, um dort einem
größeren Lazarettrupp beigeſellt zu werden. Er ſteht unter
der Führung eines Johanniterritters und hat in Chauny
(Nord=Frankreich) und Umgegend Arbeit gefunden. Der
zweite Trupp von 30 Schweſtern zog am 22. Oktober aus,
ebenfalls nach Nord=Frankreich, und hat in Grandpré und
Stenay Arbeit zu tun. Beide Trupps ſind ganz nahe
an=
der Schlachtlinie und die Luft erdröhnt von dem Donner
der Kanonen.
Eine ſolche Kriegsarbeit mit insgeſamt 161 Schweſtern
iſt natürlich nicht möglich, ohne große Einſchränkung der
Friedensarbeit. Zwar iſt bisher nur ein Ort, der mit
Diakoniſſen beſetzt war, ganz ohne Schweſtern, und da
hat die Geminde von ſich aus die Schweſtern zur
Ver=
fügung geſtellt. An den meiſten Orten verſehen die
Kin=
derſchulſchweſtern mit Hilfen aus den Gemeinden die
Ge=
meindepflege mit, oder die gebliebenen Gemeindeſchweſtern
tun mit den dankenswerter Weiſe faſt allerorts
vorhan=
denen freien Helferinnen den Dienſt der abgerufenen
Schweſtern mit; da und dort wird der Dienſt von den
ſchon in den Ruheſtand übergetretenen Diakoniſſen
ver=
ſehen. So geht überall die Arbeit weiter. Noch iſt zu
danken für ſehr zahlreiche Liebesgaben an Sachen und
Geld für das Haus und Lazarett, die hochwillkommen
waren und ſind, und dem Hauſe helfen, über die
finan=
ziell ſo ſchwere Kriegszeit hinüber zu kommen.
Infanterie=Regiment Nr. 87, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben.
Reſ. Jakob Arend, Gersweiler, bisher vm., im Laz.;
Reſ. Friedrich Blume, Roblau, bisher vm., vw.; Musk.
Theodor Bomberg, Sonneborn, bisher vm., vw.; Reſ.
Ludwig Bachmayer, Weihenſtephan, bisher vm., vw.;
Reſ. Karl Dannel, Wismar, bisher vm., vw; Reſ.
Chri=
ſtoph Dietrich, Marburg, bisher vm., vw.; Reſ.
Wil=
helm Elbert, Damenau, bisher vm., vw.; Musk. Ernſt
Einig, Frankfurt a. M., bisher vm., im Laz.; Reſ. Joſef
Hanpeltshofen, Leinheim, bisher vm., vw.; Reſ.
Al=
bert Hmierlaz, Czuchow, bisher vm., vw.; Reſ. Karl
Heck, Preungesheim, bisher vm., vw.; Reſ. Karl Hahn,
Ruppertsburg, bisher vm., vw.; Musk. Adam
Ham=
burger, Preungesheim, bisher vm., vw.; Reſ. Leo
Hadzlik, Roſtenpmierow, bisher vm., vw.; Schütze
Her=
mann Höres, Frankfurt a. M., nicht gefallen, vw.; Reſ.
Karl Jung, Wiesbaden, bisher vm., vw.; Reſ. Julius
Jonas, Frankfurt a. M., bisher vm., im Laz.; Reſ.
Egi=
dius Koryziak, Mechnize, bisher vm., vw.; Reſ.
Jo=
hann Kopek, Konary, bisher vm., vw.; Reſ. Karl
Kempf, Frankfurt a. M., bisher vm., vw.; Reſ. Max
Kacmaczewski, Podojiborz, bisher vm., vw.; Reſ.
Johann Lingnau, Gr.=Kronau, bisher vm., vw.; Musk.
Heinrich Limbach, Mainz, bisher vm., vw.; Reſ. Franz
Manicki, Alyſtki, bisher vm., im Laz.; Reſ. Wilhelm
Meyer, Bockenheim, bisher vm., im Laz.; Musk. Joſef
Merkle, Steinfach, bisher vm., vw.: Reſ. Heinrich
Mülders, Eikel, bisher vm., vw.; Musk. Jakob
Mau=
rer, Malſtadt=Burbach, bisher vm., vw.; Musk. Viktor
Merian, Rüſtenhardt, nicht gefallen, vw.; Musk. Leo
Mambré, Leimbach, bisher vm., vw.; Reſ. Oettlein,
Saſſendorf, bisher vm., vw.; Reſ. Wilhelm Rauſch,
Bre=
menſtall, bisher vm., vw.; Reſ. Guſtav Seegmüller,
Winningen, bisher vm., vw.; Reſ. Auguſt See, Bierſtadt,
bisher vm., vw.; Musk Peter Scholz, Mainz, bisher
vm., vw.; Musk. Heinrich Schrupp, Berg Naſſau,,
bis=
her vm., vw.; Reſ. Friedrich Schütz, Gierben, bisher vm.,
vw.; U.=O. d. Reſ. Joſef Zimmermann, Eikel, bisher
vm., vw.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 87, Frankfurt a. M.,
Limburg, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben.
Gefr. d. R. Johann Hoffmann IV Litzendorf,
bisher vm., vw.; Wehrm. Karl Henſel, Frankfurt a. M.,
bisher vm., vw.; Reſ. Louis Henneberger,
Durch=
wehna, bisher vm., vw.; Reſ. Kling, bisher vm., vw.;
Reſ. Keiſinger, bisher vm., vw.; Reſ. Joſef
Klün=
ker, Heinsberg, bisher vm., vw.; Wehrm. Kilian Klees,
Pottum, bisher vm., vw.; Wehrm. Karl Linden, Salz,
bisher vm., im Laz.; Musk. Gg. Meyer, bisher vm., vw.;
Wehrm. Friedrich Müller, Eichen, bisher vm., vw.;
Gefr. Karl Meiſterheim, Thann i. E., nicht gefallen,
vw.; Wehrm. Richard Mandel, Frankfurt a. M., bisher
vm., vw.; Wehrm. Alfred Müller, bisher vm., im Laz.;
Wehrm. Robert Marx, Goſenbach, bisher vm., vw.;
Wehrm. Karl Philippi. Lützel, bisher vm., vfd.;
Wehrm. Guſtav Pitzer, Bottenhorn, bisher vm., vw.;
Wehrm. Martin Pilgenröther, Montabaur, bisher
vm., vw.; Wehrm. Franz Pohl. Lorch a. Rh., bisher vm.,
vw.; Reſ. Martin Stehlin, Bendorf, bisher vm., vw.;
Wehrm. Wilhelm Theiß, Frankfurt a. M., bisher vm.,
vw.: Wehrm. Johann Thomas. Grag, bisher vm., vw.;
Wehrm. Heinrich Trapp, Klafeld, bisher vm., vw.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 116, Darmſtadt.
Verluſte infolge Krankheit.
Wehrm. Karl Philipp. Maas, 13. 10. 14 Laz. Kaſ.
Asfeld, Sedan, geſtorben; Wehrm. Robert Nickel, 12.
14. Kriegslaz. des 6. Armeekorps Attigny geſtorben.
Berichtigung früherer Angaben.
Wehrm. Heinrich Beyer, Herborn, bisher vm., vw.;
Gefr. Auguſt Gebhardt, Harreshauſen, bisher vm.,
vw.: Gefreiter Heinrich Gärtner, Lorſch, bisher
vm., im Laz.; Gefr. Karl Heldmann, Groß=Gerau,
bis=
her vm., im Laz.; Wehrm. Henning, bisher vm., im
Lazarett.
Grenadier=Regiment Nr. 3, Königsberg i. Pr.
Wannagupchen am 28. Aug., Kullukiſchky am 28. Sept.,
Szeszupha am 6. und 7 Pieszowek am 7., Przelomka
am 7., 8. und 16., Wodzilki am 7. und 16. Okt.
Füſilier=Bataillon.
11. Kompagnie: Reſ. Wilhelm Huthmann.
Darmſtadt, t.
Verluſtliſte (aus Nr. 69 und 70).
[ ← ][ ][ → ]Nummer 308.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Seite 7.
1. Garde=Reſerve=Regiment.
Iwangorod am 12. und 15. Okt.
III. Bataillon, Potsdam.
9. Kompagnie: Füſ. Friedrich Voß, Mainz, lv.
Infanterie=Regiment Nr. 17, Mörchingen.
Chilly und Maucourt vom 24. Sept. bis 9. Okt.
I. Bataillon.
2. Kompagnie: Reſ. Heinrich Demuth,
Helden=
bergen, ſchv.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 73, Hannover.
Schonaerde vom 4. bis 7., Boxelaere am 8. und 9.,
Weſpelaer am 10., Haecht vom 10. bis 12., Thildonck,
Langeſtraat und Overdevaert am 12. Sept.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: U.=O. Friedr. Wißmann,
Darm=
ſtadt, ſchv.
4. Kompagnie: Gefr. Friedrich Klein,
Pfung=
ſtadt, vw.
II. Bataillon.
7. Kompagnie: Wehrm. Adam Hamm,
Lam=
pertheim, t.
Fußartillerie=Regiment Nr. 3, Mainz.
Franſard am 12. Okt.
6. Batterie: O.=Gefr. Hch. Böſenberg,
Bicken=
bach, lv.; Kan. Franz Eierdanz, Gleidorf, ſchv.
Füſilier=Regiment Nr. 39, Düſſeldorf.
I. Bataillon.
Gefechte im Weſten vom 4. bis 25. Sept., Orte nicht
an=
gegeben.
1. Kompagnie: Reſ. Friedrich Lampert,
Mainz, vw.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 49, Offenbach.
Gefr. Wilhelm Andreas Schulz, ohne Ang. d. Komp.,
20. Aug. bei Bermeringen vm., vermutl. gefallen.
Brigade=Erſatz=Bataillon Nr. 50, Mainz.
1. Kompagnie: Reſ. Ludwig Wörſching,
Kirchhauſen, t.
Infanterie=Regiment Nr. 70, Saarbrücken.
Lunéville am 22. Sept., Pervillers am 6, Le Quesnoy
am 9. und Damery am 6., 7. und 9. Okt.
1. Bataillon.
3. Kompagnie: Musk. Wilhelm Lappe, Neu=
Iſenburg, lv.
Maſchinengewehr=Kompagnie: Musk. Karl
Rau, Neu=Iſenburg, ſchv.; Reſ. Jakob Herold, Neu=
Iſenburg, lv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 70.
II. Bataillon, Bitſch.
8. Kompagnie: Kriegsfreiw. Georg Rauch,
Lindenfels, ſchv., in Gefangenſchaft.
Infanterie=Regiment Nr. 77, Celle.
II. Bataillon.
8. Kompagnie: Musk. Chriſtian Danner,
Kühkopf, vw.
Füſilier=Regiment Nr. 80, Wiesbaden, Bad
Homburg v. d. H.
I. Bataillon.
2. Kompagnie: Füſ. Friedrich Julius
Grüne=
baum, Bürgel, ſchv.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 109,
Karlsruhe, Bruchſal.
III. Bataillon.
10. Kompagnie: Reſ. Philipp Heim,
Lampert=
heim (Heſſen), vm.
Dragoner=Regiment Nr. 6, Mainz.
5. Eskadron: Gefr. d. Reſ. Johann Max
Leiſen=
heimer, Mainz=Kaſtel, lv.
Feldartillerie=Regiment Nr. 25, Darmſtadt.
Berichtigung früherer Angaben.
Einj.=Freiw.=U.=O. Friedrich Langer, Gleiwitz,
bis=
her vw., geſtorben.
Feldartillerie=Regiment Nr. 27, Mainz, Wiesbaden.
I. Abteilung.
2. Batterie: Kan. Joſeph Spies, Laubenheim,
lv.; Wachtm. Valentin Raab, Ober=Hilbersheim, ſchv.;
Gefr. Heinrich Hill, Mombach, ſchv.
II. Abteilung.
6. Batterie: Kan. Friedrich Schmidt,
Oppen=
heim, lv.
4. Artillerie=Munitions=Kolonne des
XVIII. Armeekorps, Mainz.
Kan. Johann Lemb, Weiſenau, t.
Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet:
A — Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 3—4 Uhr nachm. —
B — Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag,
Diens=
tag, Freitag 3—4 Uhr nachm. — C — Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
nachmittags von 4—6 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. D — Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21.
Täg=
lich 2—5 Uhr nachm. — E — Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I),
Alexander=
ſtraße 27. Mitt voch, Samstag und Sonntag 2—4 Uhr nachm.
F — Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
4—5 Uhr nachm. G — Dr. Machenhauerſche Klinik, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 2—4 Uhr nachm. II — Marienhöhe (Geneſungsheim).
— I — Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags 2—4 Uhr. — K — Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 9. Werktäglich 2—3½ Uhr nachm., Sonntags 11—12 Uhr
vorm. — L — Städt. Saalbau (Reſ.=Laz. III), Riedeſelſtraße 40.
Mitt=
wochs, Samstags und Sonntags von 2—4 Uhr. — M — Techniſche Hochſchule
Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1. Sonntags, Mittwochs und Samstags von
2—4 Uhr nachm. — N — Klinit Dr. Ollendorff (Weberſche Augenklinik),
Frankfurter Straße 42. Täglich 10—12 Uhr orm., 2—4 Uhr nachm. —
O iſt ein neues Lazarett: Vereinslazarett vom Roten Kreuz, Olbrichweg 10,
„Vereinslazarett Mathildenhöhe‟.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang am 1., 2. und 3. November:
Albert, Gg., Hochheim, Art.=R. 61 (Rekr.=Dep. 3) K
— Anthäfer, Chriſtian, Iſenburg, Train=Erſ.=Abt. 18, E
— Appun, Adolf, Darmſtadt, Fuhr=Park=Kol. 85, P
Asmus, Chriſtian, Darmſtadt, 221, P — Bammer, Karl,
Bad Orb, Landſt.=Bat. II, M — Bär, Ludwig, Ernſthofen,
Reſ.=J. 118, P — Becker, Chriſtian, Darmſtadt, 116/4, B —
Bierach, Peter, Büttelborn, J.=R. 115, P — Bomberg,
Arthur, J.=R. 221, O — Borſch, Karl, Auerbach, Landft.=
Bat. II, P — Brummer, Friedrich, Hameln, Art.=R. 25
(Erſ.=Abt.) P — Büchner, K. Ludwig, Darmſtadt, Feld=
Art.=R. 61 (Erſ.=Abt.) E — Deus, Guſtav, Solingen, Feld=
Art.=R. 25 (Erſ.=Abt. II) E — Deus, Heinrich R.,
Raun=
heim, Landw.=San.=Komp. 2, E — Dörr, Phil., Gronau,
Landſt.=Bat. I (Darmſtadt), E — Dörſam, Georg,
Unter=
ſchönmattenwag, J.=R. 115 (Erſ.) P — Elbert, Frz. Joſ.,
Petersberg, Art.=R. 25, M — Eckel, Ludwig, Worms, Reſ.=
Regt. 116, E — Eckhardt, Wilhelm, Eberſtadt, J.=R. 116,
P — Eidt, Chr. Friedr., N.=Flörsheim, Train=Abt. 18, P
Eiſemann, Siegfr., Eberſtadt, J.=R. 115, M — Feil, Salz=
Firſching, Adam, Opferbaum,
ſtetten, J.=R. 116, P
Reſ.=J.=R. 221/M., P — Fiſchbach, Doſſenheim, J.=R.
221/1. A. — Fleck, Ludwig, Arheilgen, Unt.=Off., 116/1, N
Franz, Joſ., Darmſtadt, J.=R. 115/8, I — Frehde, Ernſt,
Aſchersleben, J.=R. 130/7, B — Frohwein, Rud., Hanau,
Train 18 (Erſ.=Abt.), P — Garmer, Albert, Sickert, Train
18 (Erſ.=Abt.), P — Gärtner, Heinrich, Offenbach, Brig.
42/1, D — Geidt, Daniel, Bockenheim, J.=R. 115, P —
Geiſt, Johannes, Helgersheim, Erſ.=R. 115, E —
Geng=
nagel, Auguſt, Pfungſtadt, J.=R. 115 (Erſ.), M — Geſſer,
K., Bieber, J.=R. 115/1 (Erſ.=K.), P — Gieſelmann, Brake,
Kraftwagen=Kol. 63, P — Götz, Franz, Ranſtadt, J.=R.
221/1, A. — Götz, Walter, Alsfeld, J.=R. 221/1, A.
Graf, Alexander, Darmſtadt, J.=R. 221/3, I — Greß, Phil.
Reinheim, Pion.=Batl. 21/3, P — Gunkel, Jakob,
Roß=
dorf, J.=R. 115, P — Häfeli, Karl, Reinau, J.=R. 115/5,
P — Heinz, Gg., Darmſtadt, Reſ.=J.=R. 116, P —
Hennin=
ger, Wilh. Gg., Großenlinden, Erſ.=J.=R. 115, E — Henſel,
Auguſt, Bruchſal, J.=R. 118/1, P — Hickler, Gg., Meſſel,
J.=R. 115, P. — Hübner, Joſ., Arheilgen, Landw.=J.=R.
118, P — Jung, Anton, Wellmich, Drag.=R. 23 (Erſ.), P —
Kaiſer, Heinr., Darmſtadt, Reſ.=J.=R. 221/4, I — Kehres,
Georg, Darmſtadt, Reſ.=J.=R. 221, P — Keim, Georg,
Sprendlingen bei Offenbach, J.=R. 115/2 (Erſ.), P
Klippert, Konrad, Rixfeld, Train 18 (Erſ.), P — Koch,
Kaſpar, Schweighauſen, Landſt.=Batl. (Erbach), P — Kohl,
Joh., Ober=Roden, Drag.=R. 24, P — König, Guſtav, Neu=
Reichenau, Landft.=Erſ.=Batl. 2 (Darmſtadt), E — Kramer,
Wilhelm, Paderborn, Flieg.=Erſ.=Abt. 3, E — Kunz, Adam
Butzbach, Drag.=R. 23, P — Mahr, Friedrich,
Gundern=
hauſen, Landſt.=Batl., K — Mathias, Martin, Viernheim,
Feld=Art.=R. 61 (Erſ.) E — Marx, Adolf, Schmitten, K
Mauer, Joſef, Rockenthal, Train 18 (Erſ.), P — Montag,
Johann, Bobſtadt, Reſ.=J.=R. 116, E — Müller, Karl,
Wippenbach, K — Müller, Kurt, Solingen, Luftſchiffer=
Bat., M — Nikolaus, Joh., Höchſt i. O., Reſ.=J.=R. 118/7
B — Oberhein, Simon, Frankfurt a. M., Train 18 (Erſ.)
P — Renz, Michael, Viernheim, Bäcker=Erſ., P — Repp,
Phil., Arheilgen, Reſ.=J.=R. 221, P — Ries, Joh., Münſter,
J.=R. 118, P — Ries, Stephan, Münſter, J.=R. 115, P
Ringeiſen, Guſtav, Neukirch, Flieg.=Erſ.=Abt. III./3, E
Ruckelshauſen, Phil., Wallerſtädten, J.=R. 116/1, P
Römer, Fritz, Darmſtadt, Train 18 (Erſ.), P — Röſch,
Ludw., Straßburg, Landw.=San.=Komp., E
Siech
Paul, Bad Ems, Reſ.=Drag.=R. 4, P — Spieß, Leonhard,
Biblis, J.=R. 221. P — Schaffner, Heinrich, Goddelau,
J.=R. 221/3, K — Schambach, Johann, Eberſtadt, Reſ.=
J.=R. 115, P — Schanz, M., Gundernhauſen, Feld=Art.=
Mun., P — Schmidt, Karl, Darmſtadt, J.=R. 115/2 (Erſ.)
K — Schneider, Jak., Erfelden, Pion. 25/2 (Reſ.), K
Schulz, Georg, Dornheim, J.=R. 221/1, I — Stecher,
Ewald, Hilchenbach, J.=R. 115 (Erſ.), M — Stöſſel, Oskar,
Offenbach, J.=R. 221/2, P — Traiſer, Erwin, Darmſtadt,
J.=R. 121, M (Privatpflege) — Trautmann, L., Ober=
Kainsbach, Drag.=R. 24, P — Trautmann, Adam, Zell
(Kreis Erbach), Reſ.=J.=R. 118/6 C — Trautſch, Bernh.,
Böpitz, J.=R. 224, P — Umbach, Friedrich, Gießen, Feld=
Flieg.=Abt. 6, E — Umſonſt, Emil, Undenheim, J.=R. 117,
P — Wagner, Jakob, Braunshardt, J.=R. 115 (Erſ.), P
Wagner, Phil., Hochſtadt, J.=R. 115 (Erſ.), P — Weber,
Adam, Schnorrenbach, Reſ.=J.=R. 118, P — Weber, Karl,
Ober=Ramſtadt, J.=R. 118/10, D — Wedel, Eduard,
Hep=
penheim, J.=R. 221/2, P — Weinmann, Gabriel,
Neu=
ſtadt i. O., Landft.=Erſ.=Batl. (Erbach i. O., E — Werner,
Fr. Wilh., Reichelsheim, Reſ.=J.=R. 221, P — Weyrauch,
Eberhardt, Rot an der Rot, J.=R. 115 (Erſ.), E — Winkel,
Fritz, Offenbach, Art.=R. 25 (Erſ.), P — v. Zangen, Wilh.,
Wimpfen, R.=J.=R. 118/1, I — Zimmer, Phil., Flonheim,
Feld=Art.=R. 18, P.
Aus den Lazaretten entlaſſen
vom 1., 2. und 3. November:
Albert, Drag. 24, Erſ., E — Balomer, Ph., Lützel=
Wiebelsbach, Reſ.=Inf. 118, M — Bruns, Otto, Oſterwieck,
27/8, B — Brüſe, Wilh., Krange, A.=R. 3/48, C —
Engel=
hardt, Heinr., Pfungſtadt, J.=R. 115, M — Falker, Arth.,
Leipzig=Plagwitz, Kriegslazarett Abt. 2, M — Fels, Train
16, Erſ., E — Fiedler, Gg., Heubach, J.=R. 116/11, I—
Geldinger, Art. 61/2, E — Geier, Gg., Gundernhauſen,
Reſ. 115/3, B — Haffer, Aug., Darmſtadt, Pion. 25, M —
Haas, J. Fr., Gernsheim, 27/8, B — Haeling, Franz,
Darmſtadt, Reſ.=Laz. 1, K, geſtorben. — Henkeroth, Art.
84, Erſ., E — Heckmann, Seb., Callſtadt, C — Holzderber,
Wilh., Groß=Steinheim, J.=R. 115, M — Krämer, Gg.,
Sprendlingen, R.=J.=R. 116/1, A. — Kolb, Gg.,
Baben=
hauſen, Feſt.=Komp. 50, M — Köſtner, Gg., Burkheim,
Landſt.=B., M — Krollmann, Jakob, Mainz, J.=R. 115/ 2,
C — Löſchner, Fritz, Ober=Planitz, 133/6, I — Merz, Wilh.,
J. 111/10, K, Feſtorben. — Mink, Inf. 115/1, Rekr.=Depot,
E — Münzer, Paul, Chemnitz, B — Przyborowski, Otto,
Heinrichsdorf, J.=R. 97/3, A. — Rößler, Paul, Dresden,
1. Pion.=Bat. 12/1, D — Sahm, Chriſtian, Nieder=Roden,
115/10, D — Sauer, Max, Bannsdorf, Erſ.=Bat. 87/2, D —
Seehaus, Reſ.=Inf. 118, E — Suck, Inf. 115/2, Rekr.=
De=
pot, E — Späth, Art.=Depot, E — Schmidt, Fedor.,
Lich=
tenberg, J. 181/9, B — Schneider, Konr., Thurnau, Reſ.=
Inf. 10, M — Schröder, Hermann, Groß=Umſtadt, Landw.=
Inf. 116, M — Schüttauf, Albert, Jochna (Sachſen), Art.=
Depot, M — Schwarzkopf, Emil, Hauptmann, Inf. 55/5,
K, geſtorben. — Stanz, Ruſton, Neu=Iſenburg, R.=J.=R.
133/6, I — Stehnemann, J. 116/1, E — Steinbach, Chr.,
Ellhofen, 121/7, B — Stroh, Ph., Sprendlingen, 115/3, B
— Stroh, Wilh., Sprendlingen, J.=R. 115/2, A. —
Tem=
pel, Wilh., Alzey, J.=R. 113/4, in Privatpflege
überge=
gangen. — Trautmann, Adam, Zell, R.=J.=R. 57/3,
ver=
legt Seuchenlazarett. — Wagner, Rich., Weſterfeld, Reſ.
25/2, C — Zien, Heinr., F.=A.=R. 61/4, A.
Neunundzwanzigſte Liſte der Kriegsgaben
für das Rote Kreuz.
(Wo kein Wohnort ang egeben iſt, iſt Darmſtadt gemeint.)
Es gingen weiter ein: Bei der Zentralabteilung des
Roten Kreuzes: Von Rat H. Sonne die Hälfte des
Reinertrags des Vortrags von D. Gottfried Traub „Wie
erleben wir den Krieg?” 211.70 M., L. St., 769, 5 M.,
durch Juſtizrat Hallwachs i. S. Froetzſch, Mainflingen,
125 M., Rittmeiſter Bopp 60 M., Gebhard, Griesheim,
5 M., Abzug am Gehalt für die Monate September und
Oktober durch die Lehrerinnen und Lehrer in Arheilgen:
Frl. Schmidt 10 M., Frl. Scharmann 10 M., Frl. Blaiſe
10 M., Frl. Alberti 6 M., Frl. Lippert 6 M, Frl.
Bau=
müller 3 M., Lehrer Bauſch 10 M., Lehrer Vetter 10 M.,
Lehrer Reinheimer 10 M., Lehrer Ohly 10 M., Lehrer
Merſchroth 10 M., Lehrer Bernhard 3 M., Lehrer Büchler
6 M., Lehrer Balz 10 M., durch die Bürgermeiſterei
Rüſſelsheim 17 M., Pfarrer Heuſer, Nieder=Gemünden,
65.50 M., Arbeiter Munck bei der Firma J. Nohl 3 M.,
durch Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer, Buße aus einer
Privatklageſache, 50 M., durch Pfarrer Gerhard,
Gries=
heim 21 M., vom Darmſtädter Journaliſten= und
Schrift=
ſteller=Verein 80 M., durch Pfarrer Hartmann, Egelsbach,
Erlös für eine Münze, 5 M., Amtsgerichtsrat Hörle
30 M., Kohlbecker, Griesheim, 3 M., E. Thomaſius,
Er=
lös aus dem Vertrieb eines Gedichtes von Frl. St. 25 M.,
aus der Gemeinde Neuſtadt i. O. 175 M, durch Pfarr=
amt Wixhauſen von Gutspächter Engel, Sensfelder Hof,
20 M., zuſammen 1015.20 M.
Bei der Bank für Handel und Induſtrie und
deren Depoſitenkaſſe: Von der Kreiskaſſe Büdingen
(2. Ablieferung des Kreiskomitees Büdingen) 5409.96 M.,
Bürgermeiſter Walther, Bauernheim, 109 M., freiwillige
Beiträge aus dem Amtsgerichtsbezirk Homberg i. Oberh.
615.85 M., Sammlung für September, Niedernhauſen,
58 M., Evang. Kirche Oberbreidenbach=Romrod 100 M.,
Zweigverein des Roten Kreuz, Heppenheim a. d. Bergſtr.,
2000 M., Lehrer Roth, Holzmühl, Poſt Freienſteinau
i. Oberh., 29.10 M., Kegelgeſellſchaft Groß=Steinheim
50 M., Hülfsſtelle des Roten Kreuz für Stadt und Kreis
Alzey (5. Rate) 1000 M., erſte Sammlung aus Gemeinden
des Kreiſes Alsfeld 894.40 M., Gemeinde Lorbach 60 M.,
Kreisamtmann Schäfer, Büdingen (im Kreisamt
auf=
gefunden) 1 M., Gemeinde Altwiedermus 1029 M.,
Ge=
meinde Vonhauſen (2. Gabe) 562 M., Turnverein
Von=
hauſen 20 M., Gemeinde Diebach 1325.50 M., Schulſpende
Diebach 80 M., Gemeinde Unter=Widdersheim mit Grund=
Schwalheim 298.05 M., Dekan Schäfer (aus Kalbach
geſpendet) 50 M., Gemeinde Fauerbach 200 M., Frau
Briefträger Wenz, Kalbach, 3 M., Geſangverein
Merken=
fritz 102 M., Kriegerverein Merkenfritz 100 M., Gemeinde
Langenbergheim (2. Gabe) 50 M., Gemeinde
Rommel=
hauſen 28.70 M., Gemeinde Eckartsborn 520 M.,
Krieger=
verein Wenings 30 M., Kreisſtraßenmeiſter Vollz,
Büdingen, 10 M., Kreisſtraßenmeiſter Straub, Büdingen,
10 M., Kreisſtraßenmeiſter Jeckel, Büdingen, 10 M.,
Kreisſtraßenmeiſter Börſer, Büdingen, 10 M.,
Kreis=
ſtraßenmeiſter Kraft, Büdingen, 10 M.,
Kreisobſtbau=
inſpektor Metternich, Büdingen, 10 M., Kreiskaſſenrechner
Hanſel, Büdingen, 10 M., Schreibgehilfe Hofmann,
Büdingen, 2 M., Schreibgehilfe Raab, Büdingen, 2 M.,
Schreibgehilfe Weber, Büdingen, 2 M., Schreibgehilfe
Seitz, Büdingen 1 M., Frau M. Scholl 5 M., Mädchen=
Klaſſe VIIIb der Mittelſchule II 7 M., Bezirksſparkaſſe
für die Landgemeinden des Kreiſes Worms 6600 M.,
Zweigverein des Roten Kreuz, Zwingenberg a. d. B.,
115 M., Sammlung Froſchhauſen 15 M.,
Veteranen=
verein Undenheim, Rheinh., 20 M., Sammelſtelle
Michel=
ſtadt i. O. 40. M., Ortsgewerbeverein Lengfeld i. O.
50 M., Sammlung Reinheim (3. Rate) 107 M., Sammlung
Mittel=Seemen (Oktober) 64.60 M., Gaben aus dem
Kirchſpiel Friſchborn=Eiſenbach, Kr. Lauterbach (3.
Ab=
lieferung) 130 M., Zweigverein des Roten Kreuz Bingen
a. Rh., 500 M., Sammelſtelle Biebelnheim 600 M., Kollekte
aus den Betſtunden Nieder=Eſchbach (2. Gabe) 82.05 M.,
H. B., Effolderbach, 40 M., von einem Schulknaben in
Effolderbach 5 M., von den ruſſiſch=polniſchen Arbeitern
auf dem Fürſtl. Stolberg. Gut in Ranſtadt 22 M., Ev.
Pfarramt Groß=Rohrheim 100 M., Kollekte aus den
Kriegsbetſtunden (4. Gabe). Dieſe 100 M. ſollen zur
Anſchaffung von warmen Unterkleidern verwandt
werden, und zwar ſofort. Rote Kreuz=Sammlung
Gießen 34.25 M., Dr. Otto Seuffert 25 M., nur für
warme Unterkleider der Truppen, Ev. Pfarramt
Alsfeld 110 M., Darmſtädter Tagblatt (12. Rate) 1600 M.,
Altbürgermeiſter Raab, Södel 100 M., Gr. Kreisamt
Alsfeld (Ergebnis des Roten Kreuztages im Frühjahr
1914 aus Gemeinden des Kreiſes Alsfeld) 1082.10 M.,
Zweigverein des Roten Kreuz Bürſtadt 957.10 M., Pfarrer
Seebacher, Kleinzimmern, 15 M., Heſſ. Apothekerverein
Butzbach 500 M., örtl. Zweigſtelle des Roten Kreuz
Butz=
bach 500 M., Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft 500 M.,
Ev. Pfarrei Ernſthofen (4. Nate) 33 M., Ev. Pfarramt
Arheilgen (13. Rate) 75.02 M., Ev. Pfarramt Leeheim,
Ried (3. Rate) 125 M., Gaben aus dem Gottesdienſt
Höchſt i. O. 30 M., Gaben für den Monat September
Höchſt i. O. 27.50 M., Kriegerverein Höchſt i. O. 25 M.,
Sammlung der Bedienſteten des Bahnhofs Höchſt i. O.
50 M., Geſangvererein „Liederkranz‟, Höchſt i. O., 25 M.,
2 Dienſtboten, Abgaben von ihren Sparkaſſen=Prämien,
Höchſt i. O., 10 M., Hausſammlung in der Filialgemeinde
Pfirſchbach 101.20 M., Oktoberſammlung aus der
Ge=
meinde Höchſt i. O. 254.60 M., Täglicher Anzeiger (4.
Rate) 361 M., Ungenannt 50 M., Bürgermeiſterei
Haſſen=
roth 13 M., Bagage des Stabes der 5. Kav.=Div. 20 M.,
Pfarrei Georgenhauſen und Zeilhard 10 M., Kreis Gießen
9101.53 M., Zentral=Abteilung Darmſtadt 1165.15 M.,
Sammlung, September, Bullau i. O., 38.41 M., Pfarrer
Widmann, Gedern, 34 M., Hilfskomitee Kirch=Göns
100 M., Gemeinde Wallernhauſen 10 M., Ortsgruppe des
Roten Kreuz Nieder=Wöllſtadt 1031.40 M.,
Bürger=
meiſterei Heſſelbach 35.20 M., Bürgermeiſterei
Harperts=
hauſen 170 M., Gerichtsaſſeſſor Dr. Langenbach, 50 M.,
für Unterkleidung der deutſchen Truppen, Bezirksſparkaſſe
Reinheim 2000 M., Bildungsverein Schwabenheim 100 M.,
Ev. Kirche Schwabenheim 24.50 M., Kriegerverein Groß=
Winternheim 50 M., Ev. Gemeinde Groß=Winternheim (2.
Gabe) 12 M., aus dem Kirchſpiel Ober=Lais 38 M.,
Samm=
lung Schwalheim 100 M., Bürgermeiſterei Oppenheim 680.95
M., Freifrau Bertha von Ricou 50 M., Kreiskaſſe Erbach i. O.
1000 M., Gemeinde Nieder=Moos 13630 M., Ev.
Pfarr=
amt Schöllenbach (3. Rate) 100 M., Bürgermeiſterei
Rumpenheim 60 M., Bürgermeiſterei Hergershauſen 100
M., Gemeinde Maſſenheim 40 M., zum Ankauf von
Woll=
ſachen, Ev. Pfarramt Sprendlingen, Kr. Offenbach (4.
Rite) 200 M., Zweigverein für das Rote Kreuz
Herb=
ſtein 428 M., Ortsausſchuß für das Rote Kreuz
Unden=
heim (4. Ablieferung) 200 M., Schulrat Gunderloch,
Die=
burg, 453 M., Zweigverein des Roten Kreuz Großen=
Buſeck 1058 M., Hausſammlung Niedereſchbach (2. Gabe)
646.20 M., Zweigverein vom Roten Kreuz Beerfelden
300 M., Gr. Kreisamt Alsfeld (nachträglich eingegangener
Betrag vom Roten Kreuztag im Frühjahr 1914 aus einer
Gemeinde des Kreiſes) 7.35 M., Klingelbeutel= und
Einzelgaben Gambach bei Butzbach (3. Rate) 200 M.,
Hausſammlung der Gemeinde Ober=Moos 57.35 M.,
2. Hausſammlung in der Gemeinde Ensheim i.
Rhein=
heſſen 174,35 M., Gemeinde Radheim 154,65 M.,
Geſangverein Eudorf 50 M., Bürgermeiſterei
Wendels=
heim (3. Rate) 126,25 M., Bürgermeiſterei Nieder=Roden
(Kreis Dieburg) 200 M., Bürgermeiſterei Ober=Mörlen
200 M., Sammlung einer Schulklaſſe in Schlierbach bei
Babenhauſen 16 M., Ortsgruppe Vilbel 175 M., Evang.
Pfarramt Wallenrod (Oberheſſen) 62 M., Gemeinde
Blitzenrod 100 M., Bürgermeiſterei Brandau (Oktober=
Sammlung) 208,90 M., Bürgermeiſterei Allertshofen
19,60 M., Bürgermeiſterei Hoxhohl 31,50 M.,
Evangeli=
ſches Pfarramt Groß=Eichen 140,13 M., Ortsausſchuß
des Roten Kreuzes Dortelweil 200 M., Evangeliſches
Pfarramt Arheilgen (14. Rate) 115 M., Gemeinde
Habitz=
heim 137,90 M., Sammelſtelle Groß=Umſtadt (3. Rate)
600 M., Bürgermeiſterei Birkenau (3. Rate) 418 M.,
Ge=
meinde Schaafheim 706,70 M., Zentralabteilung
Darm=
ſtadt 1162,04 M., Bürgermeiſterei Wiebelsbach 317,70 M.,
Bürgermeiſterei Klein=Auheim (4. Rate) 100 M., Dampf=
Dreſchgenoſſenſchaft Schwabenheim 30 M., Gemeinde
Kempten (Kreis Bingen) 130 M., Gemeinde
Wallern=
hauſen 10 M., Gemeinde Unterſchönmattenwag 50 M.,
Sammelſtelle für das Rote Kreuz in Spachbrücken 166,50
M., Ortsgruppe Biblis 100 M., Evang. Pfarramt
Wir=
bera (Opfer aus Kriegsbetſtunden) 50 M., Evang. Pfarr=
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Nummer 308.
amt Staden 30 M., Evang. Pfarramt Stammheim 70 M.,
Gemeinde Engelſtadt, Poſt Jugenheim (Rheinheſſen) 25
M., Finanzminiſter Braun und Frau (3. Gabe) 100 M.,
Evang. Pfarramt Freienſteinau 50 M., Zweigverein des
Roten Kreuzes in Ober=Ingelheim 1000 M., Vereinigung
heſſiſchenr Molkereien Oſtheim bei Butzbach 50 M.,
Ge=
meinde Dudenhofen (Kriegsbetſtunden, 5. Gabe) 100 M.,
Kriegerverein Dudenhofen 50 M., Evang. Pfarramt Fürth
im Odenwalt: (Kriegsbetſtunde) 18 M., (
Kindergottes=
dienſt) 6,59 M., (Einzelgabe aus der Gemeinde 10 M.,
Gg. Jak. Wider, Ober=Sensbach, 14 M., Frau Margarete
Schaffner, Darmſtadt, 10 M., Zweite Sammlung der
Ge=
meinde Ober=Hörgern (Kreis Gießen) 463 M.,
Kirchen=
kollekte der Gemeinde Lengfeld i. O. (4. Rate) 50 M.,
Moritz Mayer (für den israelitiſchen
Wohltätigkeitsver=
ein), Gau=Algesheim und Umgebung 50 M., Peter
Albini 15 M., Dr. Walter Beckh 40 M., Gemeinde Semd
(zumeiſt Gaben aus dem Klingelbeutel) 36,50 M., für
Wollſachen 6 Gaben aus der Gemeinde Raibach 33 M.,
Fußballklub „Viktoria” in Kleeſtadt 25 M., Gemeinde
Rimborn (3. Rate) 61 M., Bürgermeiſterei Büdesheim
(Kreis Bingen) 15,50 M., zuſammen 56 948,36 M.
Allen Gebern herzlichen Dank!
Formamint
Feldpoſtbrief=Dackungen?
in allen Apotheken und Drogerien.
Sboben eingeronen.
Korzige
Whlat
peh
IIlli
haben denselben Stromverbrauch
wie eine 50 kerzige Metalldrahtlampe.
Rein weisses Licht!
Billigste Beleuchtung von Geschäftsräumen,
Schaufenstern, Wirtszimmern usw.
Vorrätige Grössen: 100 bis 4000 Kerzen
stets zu haben bei
(20947sg
L-Lange, Elektr. Institut
Schulstraße6 Hoflieferant Telephon399.
Straussfedern-Engroshaus
Kadoh Woht
Bismarckstrasse 55
Prima Straussfedern
Reiher und Fantasie’s
Strauss-Halsrüschen
Strauss-Boas (20261a
in nicht zu ühertreffender Auswahl.
Einzelverkauf zu Engrospreisen.
Mitteilungen aus dem Geſchäftsleben.
Vielen Damen iſt es trotz aller Mühe nicht möglich,
eine ſchöne, haltbare Friſur zuwege zu bringen, da ihr
Haar an zu reichlichem Fettgehalt leidet. In ſolchen
Fäl=
len überraſcht das beſtens empfohlene Pallabona
durch ſeine Wirkung. In geringer Menge trocken in das
Haar geſtreut und verbürſtet, beſeitigt Pallabona alles
überſchüſſige Fett, die Kopfhaut macht es gleichzeitig rein
und weiß. Das Haar wird weich und voll, die Friſur
gelingt mühelos und erfreut durch ihre Haltbarkeit. Bei
Damenfriſeuren und in Parfümerien iſt das bewährte
Fa=
brikat ſtets auf Lager.
Familiennachrichten.
Die Geburt eines kräftigen Jungen zeigen
hocherfreut an
(*8979
Fritz Aufnagel
und Frau, geb. Bopp.
Darmſtadt, Karlſtr. 6, den 6. November 1914.
Den Heldentod fürs Vaterland erlitt am
28. Auguſt in der Schlacht bei Mouzon mein
innigſtgeliebter Sohn, unſer treuer Bruder
und Schwager
(20971
Herr Friedrich Schäfer
Wehrmann im Reſerve=Infanterie-Regiment
Nr. 116, 4. Komp.
im Alter von 31 Jahren.
In tiefer Trauer:
Margarete Schäfer Witwe,
geb. Schuchmann,
Familie Ludwig Schäfer,
Karl Schulz, z. Zeit im Felde,
Anna Schulz, geb. Schäfer,
Margarete Schäfer.
Darmſtadt, den 7. November 1914.
Den Heldentod für das Vaterland erlitt
am 25. Oktober im Feldlazarett zu Lomme in
Frankreich infolge ſchwerer Verwundung mein
innigſtgeliebter, herzensguter Gatte, der
treu=
beſorgte Vater ſeines Kindes, unſer
unvergeß=
licher Sohn, Bruder, Schwiegerſohn, Schwager,
(21003
Onkel und Neffe
Lehrer Karl Saum
Unteroffizier im Reſ.=Inf.-Regt. Nr. 116
im Alter von 35 Jahren.
Für die Hinterbliebenen
in tiefſtem Schmerz:
Alma Saum, geb. Ehrhard.
Darmſtadt und Nieder=Ramſtadt,
den 7. November 1914.
Man bittet, von Beileidsbeſuchen abzuſehen.
Nachruf.
Am 25. Oktober verſchied in Frankreich
in=
folge ſeiner auf dem Felde der Ehre erlittenen
Verwundungen unſer treuer Berufsgenoſſe und
Mitarbeiter an der Mittelſchule II: (21006
Herr
Leyrer Karl Saum.
Anſpruchslos und liebenswürdig in ſeinem
Weſen, war er uns allen ein lieber Freund.
Mit reichem Wiſſen ausgerüſtet, von Liebe
zur Jugend und zu unſerem lieben deutſchen
Vaterland erfüllt, vereinigte er Ernſt und
Milde in vorbildlicher Weiſe für Lehrer und
Erzieher. So bedeutet ſein Hingang für Schule
und Schüler, für Freunde und Mitarbeiter
einen unerſetzlichen Verluſt. Wir alle werden
ſein Andenken in Ehren halten.
Darmſtadt, den 7. November 1914.
Die Lehrer und Lehrerinnen
der Mittelſchule II.
Am 31. Oktober fiel in
Frank=
reich unſer lieber Sohn u. Bruder
Kriegsfreiwilliger
Anguſt Roack
Reſ.-Inf.-Reg. 221
im 18. Lebensjahre.
Familie Anguſt Woack.
Darmſtadt, den 7. Nov. 1914.
Mathildenſtraße 24.
(B210
Todes=Anzeige.
Es erlitt den Heldentod im Kampfe fürs
Vaterland in Frankreich mein lieber,
unver=
geßlicher Mann, der herzensgute Vater ſeiner
Kinder, unſer einziger Sohn
(20970
Karl Auguſt vetter
Wehrmann im Landwehr-Inf.-Regt. 116
im 30. Lebensjahre.
In tiefer Trauer:
Emmy Petter, geb. Uhlemann,
und Kinder,
Karl Better und Frau.
Seeheim a. d. Bergſtr., November 1914.
Treu ſeiner Pflicht bis ans Ende erlitt
den Heldentod fürs Vaterland unſer
heiß=
geliebter, einziger Sohn und Bruder, der
Oberlehrer
Dr. MartinHaſper
Leutnant d. Reſ. und Kompagnieführer
im 97. Infanterie-Regiment,
Ritter des Eiſernen Kreuzes.
In tiefer Trauer:
Familie Haſper.
Darmſtadt, den 7. November 1914.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abſehen zu
wollen.
(B21024
Es iſt beſtimmt in Gottes Rat,
daß man vom Liebſten was
man hat, muß ſcheiden.
Am 23. Oktober erlitt in treuer
Pflicht=
erfüllung den Heldentod fürs Vaterland in
Chauny (Frankreich) unſer einziger,
innigſt=
geliebter, treuer und braver Sohn
Johann Schmitt
Dionier im 3. Eiſenbahn-Regiment Hanau
im 21. Lebensjahre.
Wer ihn gekannt, wird unſeren Schmerz
ermeſſen!
In tiefer Trauer:
Adam Schmitt, Lokomotivführer,
und Frau.
Arheilgen, Darmſtädterſtraße 135. (21009
In treuer Pflichterfüllung für ſein
Vater=
land ſtarb den Heldentod auf Frankreichs
Erde am 28. Oktober mein innigſtgeliebter
Gatte, der treubeſorgte Vater ſeiner Kinder,
unſer lieber, unvergeßlicher Sohn,
Schwieger=
ſohn, Bruder, Schwager, Onkel, Neffe u. Vetter
Banitäts-Unteroffizier
Karl Rohres
im blühenden Alter von 29 Jahren, tief
be=
trauert von den Seinen.
(20978
Im Namen der Hinterbliebenen:
Eliſe Köhres, geb. Haas.
Erzhauſen-Darmſtadt, 8. November 1914.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Nachricht, daß unſer
innigſt=
geliebter Sohn, Bruder, Schwiegerſohn und
Schwager
(21025
Anguſt von Landenberg
Sergeant im Leib-Brag.-Regt. (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, 5. Eskadron
ſeiner Verletzung vom 25. Oktober am 27.
Ok=
tober erlegen iſt.
In tiefer Trauer:
Familie von Laudenberg, Worms,
Familie Karl Schellhaas, Darmſtadt,
Familie Röhrig, Darmſtadt,
Familie Harrſtrich, Friedberg.
Nummer 308.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Seite 9.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute früh ½10 Uhr verſtarb plötzlich
meine liebe Tochter, unſere treubeſorgte gute
Schweſter
Dnna Molverl
im 43. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Chriſtian Mölbert, Weißbindermeiſter.
Familie Rechnungsrat Gottlieb Frank.
Darmſtadt, 7. November 1914.
Die Beerdigung findet Montag, 9. November,
nachmittags 3½ Uhr, vom Portal des alten
Friedhofs aus ſtatt.
(21011
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlichſter
Teil=
nahme bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſt
unſeres lieben Neffen, Bruders und Schwagers
Franz Haeling
ſprechen wir Allen, beſonders ſeinen Kameraden,
den Krankenwärtern im Reſerv.=Lazarett 1, ſowie
Herrn Pfarrer Schaefer für ſeine troſtreichen
Worte unſeren innigſten Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, November 1914.
(21010
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
bei der allzufrühen und unerwarteten Abberufung
meines geliebten, unvergeßlichen Gatten, unſeres
treuen, guten Bruders, Schwiegerſohnes und
Schwagers
(*8997
Herrn Georg Reuter
ſagen wir Allen, beſonders Herrn Pfarrer Dingeldey
für ſeine Troſtrede am Grabe, herzlichen Dank.
Insbeſondere danken wir der Beamtenſchaft des
Großh. Oberverſicherungsamts, ſeinen im Heere
ſtehenden früheren Bürokameraden, dem Beſſunger
Karnevalverein und dem Kegelklub „Donnerstag”
für die Kränze und erwieſene Ehre, ſowie den
Herren, die dem Entſchlafenen am Grabe ſchöne
Nachrufe und warme Worte gewidmet haben.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Agnes Reuter, geb. Raab,
Anna Reuter,
Familie Joſ. Raab.
Darmſtadt, Dresden, den 7. November 1914.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem ſchweren Verluſt
unſeres lieben Sohnes ſagen wir Allen
auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank.
(*8963
Familie A. Langer,
Waldſtraße 33.
Für die wohltuenden Beweise
der Teilnahme bei dem Hinscheiden
unserer lieben Mutter und
Gross-
mutter sagen herzlichen Dank
Magdalene Heidenreich
geb. von Wedekind
August Heidenreich.
Darmstadt, November 1914.
(20997
der ganzen deutſchen Armee liegen
Die Verlustlisten ſämtlich von der erſten erſchienenen
Liſte bis zu den neueſten Liſten in unſerer Geſchäftsſtelle
zur Einſichtnahme auf.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr Ende nach 10
Uhr (Ab. C): „Der Troubadour”.
Vaterländiſcher Gemeindeabend der
Mar=
tinsgemeinde um 8 Uhr im Gemeindehaus,
Moller=
ſtroße.
Verſteigerungskalender.
Montag, 9. November.
Verpachtung von Gartengelände um 4 Uhr
in unmittelbarer Nähe der Arbeiterwohnungen an der
Windmühle.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Panl Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlanate Manuſkrivte werden
nicht zurückgeſandt.
Stellennachweis
verbunden mit Lehrſtellenvermittlung u. Berufsberatung
— unter ſtädtiſcher Führung
männliche (gewerbliche u. landwirtſchaftliche) ſowie weibliche Abteilung.
Waldſtraße 19/21.
Fernſprecher 371.
Die Benutzung iſt grundſätzlich koſtenlos.
Nur in der Dienſtbotenabteilung und
Hausbeamtinnenab=
teilung zahlen Herrſchaften für das Einſchreiben der Geſuche 20 Pfg.
und für die Vermittlung 1 Mk. Dienſtboten zahlen keine Gebühr.
Arbeitsamt Darmſtadt.
(11823a
Me
Weiblich
Jg. Mädchen vom Lande ſucht
in beſſ. Hauſe Stellg. als Kinderfrl.,
evtl. auch z. Hilfe i. Haush. Angeb.
u. D 85 an d. Geſchäftsſt (*8824fsg
Mädchen, welche koch. u.
Haus=
arbeit können, ſowie nette
Land=
mädchen ſuch. Stellen Frau Berta
Neßling, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin, Ludwigſtr. 8. (*8866sgo
Beſſ. ſleiß. Mädch., w. ſeibſt. u.
ſauber arbeiten kann, ſucht Stelle a.
Gehilfin zu ein. Schneiderin f. freie
Station u. beſcheid. Monatslohn.
Gute Empf. zu Dienſten. Ang unt.
E 38 an die Geſchäftsſt. (*8972sg
Saub. Frau ſ. morg. o. mit. 2—3 St.
Laufdienſt. Hoffmannstr 3 Hth. I.
Männlich
Jor. Phorographengehilſe mit
gut. Zeug. ſucht Stellg., wenn auch
nur zur Aushilfe währ. der
Kriegs=
zeit. Ang. unt. 2 177 an die
Filial=
geſchäftsſt., Kiesſtr. 34. (VIII,20956
Junger tüchliger Kaufmann ſucht
abends Nebenbeſchäftigung. Ang.
u. E. 45 a. d. Geſchäftsſt. (*8992
M
Weiblich
Velhadfermilel
zur Aushilfe
für den Monat Dezember
geſucht.
(21023a
Gebr. Rothschild
Darmſtadt.
Zweites Hausmädchen
ſofort geſucht (*8980
Frau von Bodelſchwingh,
Martinſtr. 41.
Für mein 2jähr. Töchterchen ein
gut empf. nicht zu junges beſſeres
aulein
65
per bald geſ. Kenntniſſe im Schneid.
erw. Ang. mit Gehaltsangabe an
Frau Linda Lengert, Worms,
Kaiſer Wilhelmſtraße 32. (20974g
8: Lohnende
Ledernäharbeit
an Heimarbeiterinnen, die geeign.
Nähmaſchinen beſitzen, ſofort zu
vergeben. Schriftliche
Adreſſenan=
gabe unter E36 an die
Geſchäfts=
ſtelle ds. Bl. erbeten. (21004
Heimarbeit
Militärhemden!
Können mindeſtens noch
30 Perſonen beſchäftigen.
Gündner-Lang
*8967) Roßdörferſtr. 11, I.
Männlich
Zum sofortigen Eintritt
ſuchen wir einen tücht. gewandten
Kontoristen
mit flotter Handſchrift u. Kenntnis
der doppelten Buchhaltung. Off. m.
Gehaltsanſprüch. ſind bis ſpäteſtens
Nittwoch, den 11. Nov. 1914.
zu richten an den Vorſtand der
Darmstädter Consum-, Spar- u.
Produk ions-Genossenschaft.
Schlossgartenplatz 11. (21014
Aeltere Leute werden noch als
Schaffner
angenommen. Geſuche ſind
richten an die unterzeichnete Stelle.
Heſſiſche (2100
Eiſenbahn=Aktien=Geſellſchaft.
Porträt-=Reiſende
auch Damen, auf Proviſiongeſucht.
Vorzuſt. Sonntag von 12—2 Uhr.
Neckarſtraße 26, part. im Laden.
Phoſo=Kunſtanſtalt, M. Wagner. (*
Sartrer
auf Militär=Torniſter für
in n. außer dem Hauſe ſinden
dauernde Beſchäft. ber hoh.
Akkord=Preiſen. (I,20885
H. Müller &60
Landgrafenſtraße 20
Offenbach a. M.
Tüchtige Reſſelſchmiede
einige Zuſchläger und
ein Autogenſchweißer
für dauernde lohnende Beſchäftig.
z. ſofort. Eintritt geſucht. (II20984
J. S. Fries Sohn,
Frankfurt a. M., Werk Oſthafen.
Junger
Magazinsarbeiter
geſucht. Näheres Rheinſtraße 25,
Magazinskontor.
(20980a
Nähgewandte Arbeiter
Tapezierer, Schneider, Sattler od.
Schuhmacher per ſofort geſucht.
Gg. Ehrhardt & Söhne
Feldbergſtraße 36. (21005
Tüchtiger Schuhmacher geſucht
*8929so) Lauteſchlägerſtraße 16.
1 Fahrburſche
(20973
per ſofort geſucht.
N. Korbus, Mineralwaſſerfabrik,
Fuhrmannſtraße 14.
Tücht. Hausburſche
der auch die Dampfheiz. mit zu
ver=
org. hat, find. dauernde Stelle. (21002
Papierhandlung Lautz, Rheinſtr.
Auf hieſigem Aſſekuranz=Büro
kann
ein Lehrling od. Volantär
aus achtbarer Fam. geg. ſteigende
Vergüt. ſogleich eintreten.
Ausführ=
liche ſelbſtgeſchr. Angeb. unt. E 35
förd. die Geſchäftsſt. (*8971
Ein Lehrling aus guter Famile
zum ſofortigen Eintritt geſucht
*8842so) Lud. Heyl Sohn.
Wer verleiht kleinen
Press-
bzw. Druckluft-Motor
mit Fußpumpe zu Verſuchen
gegen Vergütung. Gefl.
An=
gebote unter E 11 an die
(20976
Geſchäftsſtelle.
Gerettet
werden getragene Garderoben
durch gründl. chem. Reinigung
elegante Reparatur und
Entfernendes Tragglanzes
unter Garantie. Koſtenlos
wenn ohne Erfolg. Eiliges
in 8 Stunden. Solide Preiſe.
Erfinder und einzige Anſtalt
Wimmer
jetzt Karlſtraße 61.
Te ephon 2065. (20166a
Uareiner Jeint,
Pickel, Miteſſer, Blüten verſchwind.
ſehr ſchnell, wenn man abends den
Schaum von Zuckers Patent=
Medizinal-Seife (in dreiStärken,
à 50 Pf., M. 1.— u. M. 1.50)
eintrocknen läßt. Schaum erſt
morgens abwaſchen u. m. Zuckooh-
Creme (50 u. 75 Pf.) nachſtreichen.
Großartige Wirkung, von Tauſenden
beſtätigt. BeiFr. Schaefer, A. Logel
Ch. Schwinn, Drogerien, Georg
Liebig Nachf., Hoflieferanten, u.
Gg. Frz. Frank, Parfümerie. (B456;
Betten und Sofa aus
Billig. Privathand. z. vk. Ang.
poſtlag. z. 100.
(*8936so
ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
bendtisch
Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. bis 70 Pf. im Abonn.
Ausse ank des berühmten
:: Wormser Weinmostes
Kein Trinkzwang. (114
Rauchfreie Räume.
— Damenzimmer.
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4. 1. Stock.
Als bestes und gediegenstes deutsches
Familienblatt für die weitesten Kreise
empfehlen wir
(X19304
Das Buch fürAIle
Reicher Bilderschmuck macht es zu einem Prachtwerk im
vollsten Sinne des Wortes, und durch wirkungsvollen und
spannenden Unterhaltungsstoff die Leser zu fesseln, hat
die Redaktion des Blattes von jeher als ihre Hauptaufgabe
betrachtet. Ausserdem bringt das „Buch für Alle” von
Heft 2 des kürzlich begonnenen neuen Jahrgangs ab
zahlreiche Kriegsbilder,
und es wird unser fortgesetztes Bestreben sein, in Bild
und Wort den grossen Ereignissen zu folgen.
Jährlicherscheinen 28 Hefte. Preis fürdas Heft nur 30 Pf.
Bestellungen nehmen Buch- und
Zeitschriften-
handlungen, Journalexpeditionen usw. entgegen.
Union Deulsche Verlagsgesellsc laft in Stutigart, Berlin, Leipzlg.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Nummer 308.
Um den vielen an uns herantretenden Wünschen um mietweise Ueberlassung von
Stahlschrankfächern gerecht werden zu können, haben wir in unserer Stahlkammer
weitere
P2
vermietbare Schrankfächer
aufgestellt, die wir zu einem geringen Mietpreis (von jährlich Mk. 5.— an) vermieten.
Diese Verwahrschränkchen stehen unter doppeltem Verschluss des Mieters und unter
Mitsperre der Bank. Die Schlösser können weder von dem Mieter noch von der Bank
allein geöffnet werden, es bedarf vielmehr der Mitwirkung beider. — Den Mietern
steht der Zutritt zur Stahlkammer von 9 bis 12 Uhr vormittags, 3 bis 5 Uhr
nach-
mittags (Samstags nachmittags von 2½ bis 3½ Uhr) jederzeit frei.
(20994
Deutsche Vereinsbank Filiale Darmstadt
Rheinstrasse 24, Ecke Saalbaustrasse.
Einlzige Abhnte der Verroleamner Isreiektr. Dichr.
Halbwatt-Spiraldraht- und Metalldrahtlampen
rein weisses Licht, zu billigsten Preisen
Neu-Installationen und Reparaturen
an allen elektr. Licht-, Kraft-, Telephon-, Klingel- und Signal-Anlagen.
W. Schoeller Nachf., G. m. b. H.
Rheinstraße 7.
Telephon 223
(20684a
Für unſere im Felde ſtehenden Krieger
kaufen Hie Liebesgaben vorteilhaft im
rihaus Meder
Darmstadt — Rheinstr. 12½ — Tel. 1429.
Neu eingetroffen:
Regenhaut=Mäntel u. Umhänge
Gummi=Belerinen (21000gs
Waſſerdichte Mäntel, warme Unterkleider
Papier-Weſten, =Hoſen und-Fußſchlüpfer
beſte Schutzkleidung gegen Kälte, Wind und Feuchtigkeit.
Waſſerdichte Weſten mit Aermeln, imprägniert
Gummi 19.— 18.— 10.−
imprägn. Schirmſeide
25.- 22.− 19.50 bis 13.—
25.-
Immer trocken
gummiert. Batiſt mit Flanell=
18.-— 17.—
futter
waſſerdichte Seide mit Leder
gefüttert
40.− 35.−
Waſſerdichte Weſten ohne Aermel, Lavala=Leder, ſehr
warm haltend
29.−
Waſſerdichte ſeidene lange Unter=Beinkleider . . 10.50
Pelz=Weſten, auch Aermel, ganz gefüttert
Kanin 32.50 Hamſter 42.— Hamſter 50.−
Waſſerdichte Schenkelſchützer, feldgrau, auch
über der Hoſe zu tragen
6.75
Regenſchutzhülle für den Oberkörper . 4.50
mit Beinſchutz
6.50
Pelzſchlüpfer, im Schuh zu tragen 4.80 5.25
Pelzſtauchen .
. 5.− 4.50 2.75
in allen
Geſtrickte wollene warme Weſten Preislagen
Kamelhaar=Weſten, ſehr angenehm im Tragen 18.— 15.—
Schlauchmützen und Schneehauben . 3.25 2.75 bis 1.—
Kniewärmer ..
1.30 und höher
Leibbinden in Seide und Wolle .
von 1.85 an
Schlafſäcke in nur praktiſchen Ausführungen 18.— 30.− 50.−
Feldbeſtecke —.85, mit Löffel 1.10 Trinkflaſchen, ¾ Ltr. 4.25
Hand= und Taſchenwärmer
1.50 2.50
Klapplaternen mit Etuis
. 1.60
Gewiſſenhafter und ſchneller Verſand nach auswärts.
Zuschneie-Srsten Worrings
ist dem französischen und englischen
System infolge seiner leichtfasslichen
Lehr-Methode weit überlegen. Es bietet
für Frauen
sichere Existenz und Töchter
die infolge des Krieges genötigt sind, sich
einen Beruf zu suchen, und gewinnbringend
für Damen jeden Standes, die ihre
Kleider selbst anfertigen wollen.
Erst-
klassige Ausbildung im Zuschneiden,
Schnittzeichnen nach jedem Mass,
Anfertigen, Nähen von Damen- und
:: :: Kinderkleidern. 3: ::
Kursanfang täglich. — Prospekt und
Stellenver-
mittlung kostenlos.
(320981
Während des Krieges grössere Preisermässigung.
Worrings Damen-Bekleidungs-Akademie
Frankfurt a. M., Goethestrasse 23.
Die Blindenwerkſtätte
Eliſabethenſtraße 1, „Stadt Pfungſtadt” gegenüber
empfiehlt ſich im
(18911a
Flechten von Rohrſtühlen und Korbreparaturen
Bürſten und Beſen aller Art
Neue Körbe, Waſchſeile aus bestem Material
ſtets auf Lager.
Arbeit wird abgeholt. Poſtkarte gen gt.
Dünger u. Pfuhl
jedes Quantum, zu ermäßigten
Preiſen.
(18618a
Schlachthof.
Für Kautinen!
Preſſion, Schwenkkübel,
Ablauf=
brett zu verkauf. Link,
B20801) Landwehrſtr. 45.
e
eie
eene
per ½ Pfd.-Paket nur
Selbſtgebranntes,
garantiert reines
Zwetschenwasser
Literfl. Mk. 2.— empfiehlt
Martin Jahn,
Pallaswieſenſtraße 30.
(20979a)
(
Für Wirtschaft
mit 400—500 Hektolit. Bierumſatz
werden tüchtige, kautionsfähige
Wirtsleute
per 1. Januar 1915 geſucht.
Anfragen unter E 41 an die
Geſchäftsſtelle ds. Bl.
(*8982
keeil!
Welche Dame mit größerem
Be=
kanntenkreiſe würde höh.
Staats=
beamten in Heſſen Gelegenheit
bieten, Fräul. im Alter von etwa
28—30 Jahren von ſymp. Aeußern,
evang., häuslich, mit einigem
Ver=
mögen, kennen zu lernen zwecks
Heirat. Strengſte Diskret.
Ano=
nym und gewerbsmäßig verbeten.
Angebote unter F. V. J. 318
durch Rudolf Moſſe,
Frank=
furt a. M., erbeten. (I,20985
Heirur.
Beamter, Mitte 30, evang., ſehr
verträgl. Charakt., Eink. 3200 Mk.,
ſteigt bis 5500 Mk., wünſcht jüng.
Fräul. von angen. Aeußeren u. gut.
Charakt. kennen zu lernen.
Angebote unt. Ang. der
Ver=
mögens=Verhältniſſe, wenn mögl.
mit Bild, welches ſofort zurück,
unt. E 51 an die Geſchäftsſtelle.
Anonym zwecklos. Gegenſ.
Ver=
ſchwiegenheit Ehrenſache. (*9007
Me
orzügl. Privatmittagstiſch (t
für beſſ. Herren und Damen
Hölgesſtr. 1, 1. St. (17930a
Feiner Herr
hier militäriſch einberufen, ſucht
muſikaliſchen Anſchluß. Gerne
bereit, zu Violine oder Geſang auf
dem Klavier zu begleiten od.
vier=
händig zu ſpielen. Angebote unt.
P 43 an die Geſchäftsſt. (*8988
Brauns
Landn, lehr.
anstalt und
Lehrmolkerei
D. zeitgem. Ausbild. gute Stellg.
alsVer-
walter, Rechnungsführer,
Mol-
kereibeamter, Prosp. kostenl. durch
den Direktor J. Krause. (I,20423
eſucht Primaner f. Nachhilfe
in Latein und Griechiſch
(Unterſekunda). Gefl. Angeb. unt.
E 40 an die Geſchäftsſt. (*8983
Zur Uberwachung der Aufgaben
Oberprimaner gesucht.
Angeb. an die Geſchäftsſtelle u.
E. 48.
(*9005
im Zahlen=
Klavierunterricht ſoſtem währ.
des Kriegs unentgeltlich, a. abends.
*8752dso) Frankfurterſtraße 14, II.
Uen gegsucht
Auto-Garage
zu mieten geſ. Ang. m. Preis unt.
E 39 an die Geſchäftsſt. (*8985
2 Priral heante
ſuchen 2 möbl. Zimmer, ungeniert,
mit ſep. Eingang in einem Hauſe.
Angebote mit Preis unter E 49
an die Geſchäftsſtelle erb (21019
Ollee
Am Ronteg, ging ein. (275
Schwesternbrosche
auf dem Weg von der Grafenſtr.
zum Böllenfalltor verloren.
Kenn=
zeich.: weiß. Kreuz auf grün. Grund.
Abzug. gegen Belohng. b. Portier
d. ſtädt. Krankenhauſ Grafenſtr. 9.
Verloren
eine Johanniter=Kreuz=Broſche
von Heidelbergerſtr. od.
Weinberg=
ſtraße. Abzugeben Gemeindehaus,
Hofgartenſtraße 8.
(B21012
Nummer 308.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
In einem Gehöfte in Sprendlingen (Kreis Offenbach) iſt die
Maul= und Klauenſeuche ausgebrochen.
(2099.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Verordnung über den Aufenthalt, Zuzug
und Wegzug von Ausländern bringen wir zur öffentlichen Kenntnis.
Anzumelden ſind auch diejenigen Ausländer, die ſich zur Zeit de=
Erlaſſes der Verordnung hier befinden, ſofern nicht ihre polizeiliche
Anmeldung bereits früher erfolgt iſt.
Alle Anmeldungen haben auf dem zuſtändigen Polizeirevier zu
erfolgen.
Zuwiderhandlungen werden unnachſichtlich zur Anzeige gebracht.
Darmſtadt, den 6. November 1914
(20944sg
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
XVIII. Armeekorps. Frankfurt a. M., den 27. 10. 14.
Stellvertretendes Generalkommando.
III b Nr. 36252/2621
Verordnung.
Auf Grund der §§ 1 und 9b des Geſetzes über den
Belagerungs=
zuſtand vom 4. Juni 1851 ordne ich für den Bereich des
Korps=
bezirks an:
Alle Hotels, Penſionen und Anſtalten, ſowie jeder Wohnungs
inhaber find verpflichtet, den Aufenthalt und Zuzug von Ausländern
binnen 12 Stunden polizeilich a zumelden, gleichgültig ob die
Auf=
nahme gegen Entgelt oder unentgeltlich, vorübergehend oder für
längere Zeit erfolgt.
Der Wegzug von Ausländern iſt gleichfalls innerhalb 12
Stun=
den anzuzeigen.
Falls örtliche Polizeiverordnungen eine kürzere Meldefriſt wie
die vorſtehend angegebene für Ausländer feſtſetzen, bleiben dieſe
Ver=
ordnungen inſoweit maßgebend.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden nach § 9
des Geſetzes über den Belagerungszuſtand vom 4. Juni 1851 mit
Gefängnis bis zu einem Jahre beſtraft.
Der kommandierende General
Freiherr von Gall, General der Infanterie.
Höchſtpreiſe für Kartoffeln.
Auf Grund des § 1 des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 und des § 1 der Bekanntmachung Großh. Miniſteriums
des Innern, betreffend die Ausführung dieſes Geſetzes, vom 7. Auguſt
1914, werden die Höchſtpreiſe für beſte Speiſekartoffeln mit ſofortiger
Wirkſamkeit für die Stadt Darmſtadt wie folgt feſtgeſetzt:
1. beim Verkauf durch den Produzenten an Ort und Stelle
für 100 kg
6,50 Mk.
Dieſer Preis ſchließt die Koſten der
Ver=
ladung und des Transportes bis zur
nächſten Verladeſtelle in ſich.
2. Bei freier Lieferung in den
Aufbewah=
rungsraum des Verbrauchers oder bei
Ver=
kauf auf den Wochenmärkten für 100 kg 8 Mk.
3. Im Kleinverkauf für das kg
9 Pfg.
Dieſe Feſtſetzungen haben nur die Bedeutung einer Obergrenze
für die Preiſe. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß geringere Preiſe
insbe=
ſondere dann gefordert werden müſſen, wenn die Beſchaffenheit der
Ware oder ſonſtige Verhältniſſe es angemeſſen erſcheinen laſſen. Auf
die §§ 2 und 4 des hierunter abgedruckten Geſetzes wird beſonders
hingewieſen.
Meine Bekanntmachung vom 23. v. Mts., betreffend
Höchſt=
preiſe für Kartoffeln, tritt hiermit außer Kraft.
Darmſtadt, am 4. November 1914.
(20875a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher Kaiſer, König
von Preußen ꝛc., verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter
Zuſtimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1.
Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für
Gegen=
ſtände des täglichen Bedarfs, insbeſondere für Nahrungs= und
Fuiter=
mittel aller Art, ſowie für rohe Naturerzeugniſſe, Heiz= und
Leucht=
ſtoffe, Höchſtpreiſe feſtgeſetzt werden.
§ 2.
Weigert ſich trotz Aufforderung der zuſtändigen Behörde ein
Beſitzer der im § 1 genannten Gegenſtände, ſie zu den feſtgeſetzten
Höchſtpreiſen zu verkaufen, ſo kann die zuſtändige Behörde ſie
über=
nehmen und auf Rechnung und Koſten des Beſitzers zu den
feſt=
geſetzten Höchſtpreiſen verkaufen, ſoweit ſie nicht für deſſen eigenen
Bedarf nötig ſind.
§ 3.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten
Behörden erlaſſen die erforderlichen Anordnungen und
Ausführungs=
beſtimmungen.
§ 4.
Wer die nach § 1 feſtgeſetzten Höchſtpreiſe überſchreitet oder den
nach § 3 erlaſſenen Ausführungsbeſtimmungen zuwiderhandelt oder
Vorrate an derartigen Gegenſtänden verheimlicht oder der
Aufforde=
rung der zuſtändigen Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit
Geldſtrafe bis zu 3000 ℳ oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis
bis zu 6 Monaten beſtraft.
§ 5.
Der Bundesrat wird ermächtigt, den Zeitpunkt zu beſtimmen,
zu welchem dieſes Geſetz wieder außer Kraft tritt.
Dieſes Geſetz tritt mit dem Tage ſeiner Verkündung in Kraft.
Urkundlich unter Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und
beigedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Berlin im Schloß, den 4. Auguſt 1914.
(L. S.)
Wilhelm.
Delbrück.
Zur Ausführung des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 iſt u. a. folgendes beſtimmt worden:
Die feſtgeſetzten Höchſtpreiſe, deren Veränderung oder
Auf=
hebung ſind durch die zuſtändige Behörde (§ 1) im
Amtsverkündig=
ungsblatt und ortsüblich bekannt zu machen.
Die Verkäufer von Waren, für die Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind,
haben dieſe Preiſe mit Angabe der Menge (Zah:, Maß, Gewicht),
auf die ſich die Preiſe beziehen, durch einen ſichtbaren Anſchlag an
der Verkaufsſtelle zur Kenntnis zu bringen.
Dieſer Anſchlag iſt ioſtenfrei mit dem polizeilichen Stempel zu
verſehen und täglich während der Verkaufszeit auszuhängen.
Bei der Verkaufsſtelle iſt, wenn ſich die feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſe auf das Gewicht der Waren beziehen, eine Wage mit geeichten
Gewichten aufzuſtellen und ihre Benutzung zum Nachwiegen der
ver=
kauften Waren zu geſtatten.
Konsumenten
kaufen Bindfaden u. Packkordel gut u. billig
in dem Spezial-Engros-Geschäft von
Hermann Hachenburger
37 Rheinstrasse 37. Telephon 1829. (5564a
Bekanntmachung.
Nittwoch, 11. November I. J.,
vormittags 10 Uhr,
oll die Liegenſchaft der Firma
Harres & Barth dahier:
Flur Nr. qm
IV 782 238 Hofreite
Hügel=
ſtraße 69,
n unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K58/14
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 9. Oktober 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,1980
Bekanntmachung.
Mittwoch, 11. November I. J.,
vormittags 10½ Uhr,
ſoll die Liegenſchaft des
Schreiner=
meiſters Karl Pfaff dahier:
Flur Nr. qm
15 91 1507. Hofreite
Kirſchen=
allee Nr. 11,
15 91¾10 66 Grasgarten,
Vor=
garten daſ.,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße
Nr. 30, II., zwangsweiſe verſteigert
verden.
(K38/14
Darmſtadt, 9. Oktober 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII, 19800
Gut erhalt. gebrauchte Möbel
Bücher=, Weißzeug=, Kleider= u.
Küchenſchränke, pol. Waſchkommod.
m. Marmor u. Spiegel, Nachttiſche
m. Marmor, Tiſche aller Art, Stühle,
Sofa u. verſch. kl. Möbel ſ. bill. z. vk.
Georgenſtr. 1½, Schreinerei. (*8999
Maltur
für Herrſchaften u. jg. Leutel
Ich kaufe getrag, Herren= u.
Damen=
kleider, Stiefel, Uniformen,
Bett=
federn, Zahngeb. Poſtk. gen. (20564a
M. Obstfeld, Kleine Bachgaſſe7
old, Silb., Flatin, Brillanten
kauft (20574a
Juwelengesch. Kurtz
Telephon 12 2. Pädagogstr. 2.
Ein gebrauchtes Sofg od. Diwan
zu kaufen geſucht Näh. Neue
Niederſtr. 17, 1. Stock. (B20963
1
Wer dort? (20f93a
hier V. Schatz, Schloßgaſſe 23.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getragene Kleider, Schuhe,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Zu kaufen geſucht grauer
Extra=
mantel, Mittelgröße. Angeb=
. E 42 an die Geſchäftsſt. (*8990
Kaufe ſofort
Wanderer-Motorrad
2½ Ps., Gabel=Rahmenfed. Ang.
m. Pr. u. E 7 a. d. Geſchäftsſt. (*8984
Kut erhattene Sitzbadewanne
zu kaufen geſucht. Ang. unt.
E 33 an die Geſchäftsſt. (*8965
zut erhalt. Nußbaum=
Auszug=
tiſch , am liebſten mit
Schub=
lade, zu kaufen geſucht. Angebote
m. Größen= u. Preisang. unt. E34
an die Geſchäftsſt.
(*8962go
zut erhaltenes Fahrrad zu kauf.
geſucht. Angebote m. Angahe
des Preiſes und der Marke unter
E 29 an die Geſchäftsſt. (*8956
ilte Helmeu
auch neue, all. Waffengattungen:
Infanterie, Kavallerie, Jäger,
Train u. a. Lederhelmkappen o.
Beſchläge, neue u. alte
Helm=
beſchläge, gebrauchte und neue
Koppeln, alte Patronentaſch.,
Torniſter, woll. Decken u. a.
Militärſachen kauft kleine u.
große Poſten. Billigſte
Preis=
ang. und Quantum unt. E 25
an die Geſchäftsſtelle. (II20964
Brautpaar ſ. gut erhalt. Möbel,
Büffet, Spiegelſch., event. Pianino,
g. Kaſſe z. kaufen. Ang. m. Preis u.
E 47 an die Geſchäftsſt. (*9000
gebraucht, zu
Ein Jahrrad, kaufen geſucht.
Angebote mit Preisangabe an
00s
Weinberg, Wendelſtadtſtr. 30 p. (*
E
Ng. Saaner Ziegenbock, gekört,
zu vk. Weinbergſtr. 1. (*8803fsg
Holzanfuhr.
Die Anfuhr von etwa 750 rm Knüppelholz und 125 rm grob=
und feingeſpaltenes Stockholz aus dem Stadtwald in das
Holz=
magazin und auf ſonſtige Lagerplätze, im Winterhalbjahr 1914/15
ſoll vergeben werden.
Angebote, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, ſind bis
läng=
ſtens Donnerstag, den 12. d. Mts., vormittags 10 Uhr,
ein=
zureichen.
Die Bedingungen liegen im Stadthauſe, Zimmer Nr. 39,
wäh=
rend der Dienſtſtunden zur Einſicht auf. Angebotformulare ſind
daſelbſt erhältlich.
Darmſtadt, den 5. November 1914.
(21008gi
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Ekert.
Bekanntmachung.
Bei der am 27. ds. Mts, vorgenommenen Jagdverpachtung
wurde für die Gemeindejagdbezirke III, IV und VI (etwa 1400 ha
Feld= Wald= und Wieſengelände) der Anſchlag des Pachtwerts nicht
erreicht. Es fällt daher für dieſe Bezirke eine neue Verſteigerung nötig.
Tagfahrt zur Vornahme dieſer Verſteigerung wird anberaumt auf
Dienstag, den 10. November ds. Js., vormittags 10 Uhr,
in das Rathaus hier.
Wir laden hiezu Pachtliebhaber ein mit dem Bemerken, daß
der Entwurf des Jagdpachtvertrags diesſeits zur Einſicht aufliegt,
und daß in der Tagfahrt als Bieter nur ſolche Perſonen zugelaſſen
werden, welche ſich im Beſitze eines Jagdpaſſes befinden oder durch
ein ſchriftliches Zeugnis der zuſtändigen Behörde (des Bezirksamts)
nachweiſen, daß gegen die Erteilung eines Jagdpaſſes ein Bedenken
nicht obwaltet
(II,20705
Weinheim, den 28. Oktober 1914.
Gemeinderat.
Fitzer.
V.: Vogler.
Ehriſtbeſcherungen für Arne, beſanders für arme Kiuder.
Wie in verfloſſenen Jahren, richten wir auch in dieſem Jahre,
um eine möglichſt gleichmäßige Berückſichtigung aller Bedürftigen
herbeizuführen, an die Vorſtände der Vereine, Schulen und
Korpora=
tionen, ſowie an alle Privatperſonen, die im laufenden Jahre eine
Weihnachtsbeſcherung für Arme, beſonders für arme Kinder, zu
ver=
anſtalten gedenken, das Erſuchen, die Liſten der von ihnen
Vorge=
merkten mit möglichſt genauer Angabe ihrer Wohnungen möglichſt
frühzeitig bei uns einreichen zu wollen.
Wir werden dann die Liſten mit einer Auskunft darüber
ver=
ſehen laſſen, welche der darin vorgeſehenen Perſonen noch anderweit
zur Weihnachtsbeſcherung in Ausſicht genommen ſind.
Den die Weihnachtsbeſcherung veranſtaltenden Vereinen,
Pri=
vaten uſw. bleibt es dann überlaſſen, wegen der mehrfach zur
Be=
rückſichtigung bei der Beſcherung in Ausſicht genommenen mit den
anderen in Betracht kommenden Veranſtaltungen ſich zu benehmen
und je nach Befund die ſich empfehlenden Abſtriche vorzunehmen.
Darmſtadt, den 7. November 1914.
(20996gms
Städtiſches Armen= und Fürſorgeamt.
.: Hopp.
Der Frauenverein der Schloßgemeinde
richtet an ſeine Mitglieder und Freunde die herzliche Bitte um
Kleidung und Wäſche zur Unterſtützung hilfsbedürftiger
Gemeinde=
glieder an Weihnachten. Eine Prüfung der Schränke und Kiſten
dürfte manches hierzu Brauchbare zutage fördern, das mit Dank
an=
genommen wird im Pfarrhaus Alexanderſtraße 1.
(20972
Für den Vorſtand
Zimmermann, Pfarrer.
Soeben erſchien:
Heſſiſche Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
Herausgegeben von D. Dr. Wilh. Diehl
Heſt 11, November 1914
Inhalt: Vier Briefe Guſtav Baurs an Moriz Carriere. — Direktor
Dr. Seidenberger: Unſere Gaſthausbezeichnungen beſonders im Ried, in
der Bergſtraße und im Odenwald. — Amtmann Paul Strack: Eine
Zuſtellung in der Zeit unſerer Ururgroßpäter. — Rechnungsrat Moritz
Stamm: Jeremias Stamm. 1537—1601. Mit zwei Abbildungen auf
einer Tafel und einem Fakſimile im Text. — Profeſſor D. Dr. Wilhelm
Diehl: Studien zur Gießener Matrikel. — Kkeine Mitteilungen:
Gegen=
reformation in der Herrſchaft Sickingen. — Zur Geſchichte der Familie
Schenck. — Aus Zeitſchriften. — Austauſch. — Auskünfte.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik‟
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt, und allen
Buchhandlungen.
(20909sgi
Kursus für Schwerhörige.
Ableſen vom Munde, hierdurch der Menſchheit wiedergegeben.
Wohltat für Angehörige. Defekt nicht mehr bemerkbar.
heilt Dir. F. Baum
Wilhelminenſtraße 35,
SedoderEcke Hügelſtraße. (20343a
Kein unnützer Apparat zur Selbſtheilung, wovor in Zeitungen gewarnt
wird; empfohlen durch die oberſte Schulhehörde
Auch während des Krieges gewähre ich
3—12 Monate Ziel bei billiger Behandlung.
andlungeZahn-Ersatz.
Laf
Urte
Bitte, hören Sie das
Zahnkranken.
Scharfscheer, Pohl Nachflg.
Zahn-Praxis
ündet 188
n Schwimmbad)
Landgraf Georgſtr. 34,
Café Mitze. —
prechzeit von 9—7 Uhr, Sonntags von 9—2 Uhr. (*8986
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Nummer 308.
eret. Mlntr . Zhe e e . ehe e hle eretach
Turnhalle am Woogsplatz
Unter Allerhöchstem Protektorat Ihrer Kgl. Hoh. der Großherzogin
Montag, 9. November 1914, abends 8 Uhr
Beethoven-Abend
veranstaltet von
Wilhein
Sachhaus
Grossherzoglich Hessischer Kammervirtuos.
Der gesamte Relnertrag wird der Hinterbliebenen-
Fürsorge der Stadt Darmstadt überwiesen.
Sonaten von Beethoven: Op. 13 in C-moll (pathétique).
Op. 57 in F-moll (appassionata). Op. 101 in A-dur. Op. 111
in C-moll (dem Erzherzog Rudolph gewidmet).
Karten: An der Abendkasse Mk. 3.50, 2.50, 1.20, im
Vor-
verkauf Mk. 3.—, 2.—, 1.—, bei Georg Thies Nachf., Leopold
Schutter, Hofmusikalien- u. Pianohandlung, Elisabethenstr. 12
10% Billettsteuer-Aufschlag.
Konzertflügel: Steinway & Sons, Hamburg und New-
Vork. Vertreter: A. W. Zimmermann, Hoflieferant,
(20417a
Rheinstrasse 14.
Darmstädter Vortragsverband.
Dienstag, den 17. November 1914, abends 8 Uhr,
im grossen Saal des Kaisersaals.
Zum Besten der Liebesgabensammlung des Roten Kreuzes
und der Kriegsfürsorge der Stadt Darmstadt:
VaterländischerAbend
von
Konzertsängerin Frau Nane Forchhammer
und
Herrn Kammersänger Einar Forchhammer
vom Königlichen Theater in Wiesbaden.
Programm: Lieder für Sopran u. Tenor, Duette, Rezitation.
Sperrsitz zu 3 M., Saal zu 1.50 M.,
Eintrittskarten: Vorsaal u. Galerie zu 50 Pfg.,
Schüler-
karten (Galerie) zu 30 Pfg. bei Heinrich Arnold,
Wil-
helminenstrasse 9, im Verkehrsbureau und abends an
der Kasse.
(21001
Der Vorstand.
Kriegsvortrag.
Dienstag, 10. November 1914, abends 8 Uhr, zu Darmſtadt
im Saale der Turnhalle am Woogsplatz:
Während des Kriegs in Belgien, in Oſtpreußen
und an der ruſſiſchen Grenze.
Geſchautes und Erlebtes wird Stadtverordneter
Dr.-Ing. Heyd erzählen.
Eintrittspreiſe: Vorbehaltene Plätze 1 Mk., Saal und Empore
50 Pfg.
Die Einnahmen ſind zur Anſchaffung von warmer
Unterklei=
dung für die Mannſchaften unſerer beiden Artillerie=Regimenter Nr. 25
und 61 beſtimmt.
Karten werden im Vorverkauf durch das Verkehrsbureau
aus=
gegeben.
(20907fo
Zur Förderung des guten Zwecks bittet um zahlreichen Beſuch
Dr. Glässing, Oberbürgermeiſier.
Kaffee Fürſt Bismarck.
Es ſei nochmals darauf hingewieſen, daß der
Opern=Abend
am Montag, 9. Novbr., abends 8 Uhr, ſtattfindet.
Das ſorgfältigſt zuſammengeſtellte Programm verſpricht den
Konzertbeſuchern Stunden wirklich künſtleriſchen Genuſſes. (20983
Verein für Bogel= u. Geflügelzucht (ält. Verein).
20982)
Montag, den 9. November 1914, abends 9 Uhr,
im Vereinslokal „Brauerei zur Krone‟
Monats=Verſammlung.
Der Vorſtand.
unerreichtes
Pallabona trockenes
Haarentfet=
tungsmittel, entfettet die Haare rationell auf
trockenem Wege, macht ſie locker u. leicht zu
friſieren, verhindert Auflöſen der Friſur,
ver=
leiht feinen Duft, reinigt die Kopfhaut. Geſ.
geſch. Aerztl. empfohlen. Doſen M. 0.80, 1.50
. 2.50 bei Damenfriſeuren, in Parfümerien.
Nachahmungen weiſe man zurück.
(I,20989
Aufpol. v. Mo
Spezialität: uſw., ſowis all
vorkomm. Schreinerarbeiten (18631a
Adolf Zeker, Schützenſtraße 8.
Motorrad, gebraucht
in allerbeſtem Zuſtand zu verkaufen.
*8892soi) Mauerſtr. 14. 1. St.
Wichtig für Brautpaare=
Gebr. mod., nußb. pol. Schlafzim.
ſehr bill., Mahagoni Bücherſchrank,
Pfeilerſchr. m. Spiegel u. 1 Rollpult
in ſehr gutem Zuſtand abzugeben.
Georgenſtr. 1½, 1. St. (*9001gi
Tafelobst!
Empfehle prima
Diehls Butterbirn. 10 Pfd. 1,20 Mk.
Mollebusch 10 Pfd. 1,20 Mk.
Flaschenbirnen 10 Pfd. 1 M.
Desgleichen alle Sorten
Tafel=
äpfel zu billigen Preiſen. (*8981
Hofmann, Karlſtraße 26.
Wagenräder
zu vergeben
größere Anzahl, 140 cm hoch,
nit 65 cm Reifen und
Holz=
naben. Angebote mit Lieferzeit
ſofort unter E 50 an die
(21022go
Geſchäftsſtelle.
wird eingeſchnitten
Kraut
in und auß. d. Hauſe
*8968goi)
Bleichſtraße 25.
empf. ſich 1. u. a. d.
Schneiderin Hauſe, a. w.
Trauer=
kleid. ſow. Kindergarderobe preisw.
angef. Nh. Rossdörferstr. 23p. (*8978
Großh. Hoftheater.
Sonntag, den 8. November 1914.
33. Abonnements=Vorſtellung. C 9.
Einmaliges Gaſtſpiel
ROBERT HUTT
vom Opernhaus in Frankfurt
am Main.
Der Tronbadour.
Oper in 4 Akten n. d. Italieniſchen
von G. Verdi.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Graf Luna . . . Otto Semper
Mizi Marx
Leonore
Azucena, eine Zi=
Anna Jacobs
geunerin
Manrico .
Ferrando,
Ver=
trauter d. Grafen L. Schützendorf
Inez, Freundin
Leonorens . . . Clem. Feiſtle
Ruiz,
Waffen=
freund Manricos Lud. Kleinböhl
Ein Bote . Jean Sautier
Ein alter Zigeuner Adolf Klotz
* Manrico: Robert Hutt.
Im 3. Akt: Zigeunertänze,
ein=
ſtudiert von Hedwig Ehrle,
ausgeführt von Luiſe Rehr,
Eliſa=
beth Müller, Emmy Schmidt und
den Damen des Ballettkorps.
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
Krank: Adelheid Croneberg.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—12. Reihe
3.70 ℳ, 13.—19. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 10½—1
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Für jede im Vorverkauf
abge=
gebene Karte wird eine Gebühr
von 20 Pfg. erhoben.
Anf. 7 Uhr. — Ende nach 10 Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, 9. Nov. Keine Vorſt.
Dienstag, 10. Nov. 34. Ab.=Vſt.
A9. Zu Schillers
Geburts=
tag. Neu einſtudiert und neu
in=
ſzeniert: „Die Verſchwörung
des Fiesco zu Genua”.
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 11. Nov. 35. Ab.=Vſt.
B 8. „Der Reviſor.” Kleine
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Anmeldungen auf Abonnements
werden noch fortwährend von der
Hoftheaterhauptkaſſe in den
Kaſſe=
ſtunden vormittags von 10—12½
Uhr entgegengenommen.
Aus dem Spielplan.
General-Musikdirektor
Felix von Weingartner
als Dirigent.
Erſter Abend: Donnerstag, den
12. Nov. C 10. „Fidelio.”
Zweiter Abend: Sonntag, den
15. Nov. D 10. „Triſtan und
Iſolde.”
Dritter Abend: Montag, den
16. Nov. II. Hofmuſik=
Kon=
zert. (Beethoven: Eroica —
Brahms: Variationen —
Wein=
gartner: Aus großer Zeit).
=Vierter (letzter) Abend: Mitt
woch, den 18. Nov. B 9. „Kain
und Abel” von Felix v. Wein
gartner.
Der Kartenverkauf bei
gewöhn=
lichen Preiſen beginnt am
Sonn=
tag, den 8. Nov., für ſämtliche
Abende an der Tageskaſſe des
Hoftheaters.
Liebesgaben.
Im Felde, 27. Oktober 1914.
Dir Heſſenmetropole, Dir trauten Garniſon,
Für Deine Liebesgaben ſei wärmſter Dank Dein Lohn!
Im Schmuck gewaſchner Hemden,
In Strümpfen ohne Loch,
Stolz ſchreiten meine Kämpen
Einher, die Naſen hoch!
Im Mund die „Gabenpfeife‟
In Händen ein Stück Wurſt,
Für’n Dreck ein Stückchen Seife
Und Rum im Glas für’n Durſt!
Der Eine nimmt ne Binde
Für ſeinen kalten Bauch,
Der Andre greift geſchwinde
Zur warmen Jack und Stauch',
Ein Dritter möcht’ ſich putzen
Die Nas’ mal ohne Finger,
Ihm iſt deshalb von Nutzen
Der güt’ge Schnupftuchbringer.
Wer Tee ſtatt Kaffeebrühe
Gern einmal trinken möcht',
Er findet ohne Mühe
Ein Päckchen. — Und nicht ſchlecht
Schmeckt Nudeln, Bohnen, Linſen,
Speck, Reis und auch Spinat;
's geht keiner in die Binſen
Vor Not! ’s wird jeder ſatt!
So nimmt ſich ſeine Gaben
Wie Chriſtfeſt! Schön zum Laben
Bei Eß= und Trinkgelag!
Dies all’ für Leib und Magen!
Doch auch noch für den „Geiſt”
Habt Ihr geſorgt: Behagen
Und Schmunzeln glänzt und gleißt
Im Antlitz meiner Braven
Beim Anblick der Zigarrn;
Hei! Wie ſie Alle ſchaffen,
Sehnſüchtig Alle harrn!
Hlaubt mir, daheim Ihr Lieben,
Kultur gibts hier nicht viel
nd manchen edlen Trieben
Wird hier geſetzt ein Ziel!
Hat ſtets man was zu rauchen
lnd ab und zu mal Brot,
Dann wird man ſtets was taugen
In Kampf= und Kriegesnot.
Drum, wenn Ihr wieder ſendet
Und Liebesgaben packt,
Denkt dran, daß Ihr dann ſpendet
Recht viel, recht viel Tabak! —
Zigarre in dem Schnabel,
Ein mutig froh’ Geſicht,
So ziehn im Seine=Babel
Wir ein zum Strafgericht!
Ein jeder wie er mag;
Nochmals Allen herzlichen Dank im Namen der
I. Abteilung Feldartillerie=Regiment Nr. 61
Moeller,
Major und Abteilungs=Kommandeur.
(20988
Weihnachtsgaben für das Feldart.=Regt. Nr. 61 und die dazu
gehörigen Kolonnen werden dankend entgegengenommen in
der Artillerie=Kaſerne, Beſſungerſtr. 125, Stabsgebäude.
Eine Bitte der heſſiſchen Nordſeekrabben!
Wir blauen Jungen aus dem Heſſenland
Stehn treue Wacht an dem Nordſeeſtrand,
Und warten voll Kampfesluſt und Mut
Bis der Engländer ſich zeigen tut.
Die Maulhelden, die Briten,
Laſſen ſich halt nirgends blicken,
Ein neuer Feind ſtellt ſich jetzt ein:
Der Langeweile Quälerein.
Viel Darmſtädter ſind allhier zu finden,
Die gern einen kleinen Verein wollen gründen,
Zu vertreiben der Langeweil böſen Schein,
So’n netten Buffbohnen=Muſikverein.
Drum bitten wir die Darmſtädter Bürger aller Stände,
Spendet für unſeren Verein die Muſikinſtrumente,
Ob dick, ob dünn, ob groß und klein,
Es können auch gebrauchte ſein.
Sollte jemand ſich erbarmen,
Zu ſpenden dieſe Liebesgaben,
Wir Heizer von dem „Prinzregent”
Wollen Euch dankbar ſein bis an unſer End.
Die Sendung übernimmt die Redaktion,
Für Prinzregents Elektriker=Diviſion;
Sammelt ſie und ſchickt ſie dann ein
An den heſſiſchen Nordſeekrabben=Muſikverein.
(Adreſſe: Heizer Ludwig Kirſchner, S. M. S. „Prinzregent Luitpold‟).
Ein Darmſtädter Jung.
Liebesgaben für die Reſerve=Fußartillerie=Batterie 22
werden bis ſpäteſtens Dienstag, den 10. November, abends, noch
von Prof. Neeb, Mainz, Walpodenſtraße, in Empfang genommen.
Zigarren und Tabak, Socken und Wolleſachen zur Verteilung in der
Batterie ſehr erwünſcht, ebenſo Dauereßwaren, aber kein Obſt. (20995
Für unſere
tavferen Truppen
Militär=Weſten mit Aermeln
aus waſſerdicht imprägniertem Schirmſtoff ℳ 0
Militär=Weſten mit Aermeln
aus garantiert waſſerdichtem Zelttuch
ℳ
Militär=Weſten mit Aermeln
aus waſſerdicht imprägniertem Wollſtoff ℳ 10
Militär=Lederweſte
warm gefüttert
ℳ 20
Militär=Unterhoſen
aus waſſerdichtem Zelttuch .
ℳ 10
Oelhaut=Pelerinen
ℳ10
Militär=Drellanzüge
*6
Militär=Hemden, =Unterjacken, =Unterhoſen
Warme geſtrickte Jacken, Leibbinden
Lungenſchützer, Kniewärmer, Pulswärmer
Kopfſchützer, Fußſchlüpfer, Socken etc.
alles in guter Qualität zu bekannt billigen Preiſen.
Wilnein Deuster
Markt 11½ — Ecke Marktſtraße.
20992gms
Nummer 308.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914,
Seite 13.
Der ſilberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
19)
Nun lachte Sandberg.
Wie ich ihn zu kennen glaube, bekommen wir eines
Tages eine goldumränderte Karte: Unſere Vermählung
beehren wir uns anzuzeigen!
Ja, aber er muß doch ſtandesgemäß leben können!
Zuſetzen wird er, auf den Tod ſeines Onkels
war=
ten, und etwas Geld erbt er ja auch einmal von ſeiner
Mutter!
Kann ihm denn der Onkel das Gut vorenthalten!
Er kann es, aber er wird es nicht tun, weil der
ſil=
berne Adolf ein Ruſten iſt! Aber Verpflichtungen wird
er ihm aufbrummen durch Stiftungen oder ähnliche
Schandtaten, daß er ſeines Lebens nicht froh wird. Der
Alte iſt nämlich der ulkigſte Kauz, der mir mein Lebtag
über den Weg gelaufen iſt!
Von dem müſſen Sie mir erzählen, bitte, bitte!
Ganz aufgeregt war Ellen Wommen geworden.
Sandberg ſchmunzelte und erzählte von der
Weiber=
feindſchaft des alten Junggeſellen. Wie er gekeift hatte,
wegen ein paar Rechnungen, dabei den Unterkiefer nach
rechts und links geſchoben und mit den Händen durch die
Luft gefuchtelt.
Da ſtand es bei Ellen Wommen feſt: den Onkel
mußte ſie kennen lernen — möglichſt bald! Es würde
ſich ſchon ein Weg finden laſſen. Und wenn er ſieben auf
die Menſchen dreſſierte Bulldoggen vor ſeiner Tür liegen
hatte. . Zet wußte ſie genug. Sie lachte, lat, als miſſe
ſie ſich ein paar Tränen aus den Augen wiſchen.
Nun wollen wir meinen Vater aber wieder zu
er=
wiſchen ſuchen. Ein Rennplatz iſt doch kein
Geſchäfts=
kontor . . . Ja, und wenn Sie einmal etwas von Herrn
von Ruſten, oder ſeiner Braut oder gar dieſem ulkigen
Onkel hören, dann ſchreiben Sie mir, bitte. Ellen
Wom=
men, Blankeneſe, genügt!
Als ſie ſich auf die Suche nach dem Senator begaben,
trafen ſie mit dem ſchlanken, ſich etwas krumm haltenden
Erich Brüchterloh zuſammen. Er grüßte, Sandberg hielt
ihm die Hand hin.
Tag auch! Hals= und Beinbruch für das nächſte
Ren=
nen!
Danke!
Erich Brüchterloh blieb einen Augenblick ſtehen, ſah
Ellen Wommen an. Aber die ging mit kurzem Neigen des
Kopfes an ihm vorüber.
11. Kapitel.
Der Adminiſtrator Häpel erſtattete, wie immer,
mit=
ags und abends Bericht, und wunderte ſich, daß Herr
Rittmeiſter gar nicht mehr auf die Gouvernante zu
ſprechen kam. Alſo, da mußte ein wenig nachgeholfen
werden — auf Umwegen. Er ſetzte ſein treuherzigſtes
Geſicht auf und fragte:
Wieder mal ne Nachricht von dem Herrn Leutnant
eingelaufen?
Chriſtoph Ruſten ſchüttelte nur verneinend den Kopf.
Da ſagte Häpel nichts weiter, machte aber ein Geſicht
wie ſieben Tage Regenwetter — und machte es wieder,
als er am nächſten Mitag erſchien, Er wußte, werm man
„das Maul verzog”, ſo polterte der Herr Rittmeiſter bald
los! Na, und dann gab ein Wort das andere — und
man war überraſchend ſchnell auf dem Punkt, auf den
man gern kommen wollte . . . Häpel hatte ſich auch nicht
geirrt, Chriſtoph Ruſten fuhr ihn an:
Raus mit der Sprache, was für ’ne Schweinerei iſt
denn nun ſchon wieder paſſiert?
Schon wieder?
Aergerlich trat Häpel von einem Bein aufs andere.
Ich ſeh’s Ihnen doch an! keifte Chriſtoph Ruſten.
Gar keine Schweinerei iſt paſſiert, aber man hat doch
mitunter ſeine Sorgen! Kirmeß iſt nicht alle Tage, das
wiſſen wir beide doch ganz genau, Herr Rittmeiſter?
Da verzog ſich Chriſtoph Ruſtens Geſicht zu einem
breiten Schmunzeln, dann rutſchte ſein zahnloſer
Unter=
kiefer nach rechts und nach links — mindeſtens eine
Mi=
nute lang. Und dann lachte er ſpöttiſch.
Was hab’ ich Ihnen geſagt, Häpel? ine hübſche
Gouvernante . . .
Da ſchlug der mit der flachen Hand durch die Luft.
So ſchnell durfte die Karre nicht laufen, denn dumm war
der Herr Rittmeiſter nicht! Und wenn er den Braten
roch, geriet die Karrete leicht in den Sumpf.
Ach Gott, ſagte er gleichgültig, wenn die nicht wäre,
lief ich noch mit ’nem ganz anderen Geſicht rum! So was
von Fröhlichkeit lebt nicht wieder! Na ja, ſie iſt vom
Rhein, da ſollen den Leutchen ja die Weintrauben in den
Mund wachſen, und wenn ſie nicht gerade ſchlafen, eſſen
oder — küſſen, dann ſingen ſie eben! ne Heidelerche hab’
Zur Aufklärung
Zu den in letzter Zeit von einem Teile der Konkurrenz gemachten Verſuchen, unſere Firma als ein
ausländiſches Unternehmen hinzuſtellen, glauben wir uns auf folgende Hinweiſe beſchränken zu können:
1. Die Firma „Fabriken von Dr. Thompſons Seifenpulver” iſt eine ſeit länger als 30 Jahren im
Handelsregiſter eingetragene deutſche Firma.
Der Name „Dr. Thompſon” bezieht ſich lediglich auf den Chemiker, in deſſen Laboratorium der Begründer unſerer Firma
vor ca. 40 Jahren ſeine erſten Verſuche zur Herſtellung unſeres Schwan=Seifenpulvers gemacht hat.
2. Sämtliche Geſchäftsanteile ſind im ausſchließlichen Beſitze des Gründers unſerer Firma, Herrn
Geheimrat Dr. von Sieglin, der ein geborener Württemberger iſt und in Deutſchland ſeinen
ſtändigen Wohnſitz hat.
Ein Geſchäftsanteil, der vor etwa drei Jahren einem engliſchen Induſtriellen überlaſſen wurde, um es uns zu ermöglichen,
den außergewöhnlichen Preisſteigerungen auf dem Rohſtoffmarkte durch Ausnutzung beſſerer Einkaufsgelegenheiten — nicht zuletzt
im Intereſſe unſerer Kundſchaft ſelbſt — wirkſam entgegenzutreten, iſt von unſerem deutſchen Geſellſchafter ſofort
zurück=
erworben worden, als infolge der Kriegswirren die erwähnten Vergünſtigungen wegfielen; die diesbezügliche Abmeldung iſt
bereits am 11. September bei den Handelsregiſtern der Amtsgerichte unſerer Firmenniederlaſſungen erfolgt.
3. Unſere Fabrikate werden ausſchließlich in deutſchen Fabriken von deutſchen Arbeitern hergeſtellt.
Unſere Firma hat in dieſer ernſten Zeit ihre deutſche Geſinnung auch dadurch bezeugt, daß ſie
keine Aenderung der Preiſe und Bedingungen für den Bezug ihrer fertigen Fabrikate getroffen hat; ſie
hat keine Entlaſſungen des Perſonals vorgenommen und läßt ſich die Unterſtützung der Familien ihrer
zur Fahne einberufenen Angeſtellten und A rbeiter in weiteſtgehendem Maße angelegen ſein. Außerdem
hat unſer Vorſitzender für unſere Fabriken dem deutſchen Roten Kreuz als erſte Rate einen Betrag von
60,000 Mark zur Unterſtützung bedürftiger Familien der im Felde ſtehenden Krieger zugewendet.
Mit obigen Feſtſtellungen haben wir bewieſen, daß es ſich bei unſerer Firma um ein ausgeſprochen
deutſches Unternehmen handelt. Wir werden daher jeden, der Behauptungen gegenteiliger Art aufſtellt
oder verbreitet, wegen unlauteren Wettbewerbs bezw. übler Nachrede gerichtlich verfolgen und für den
entſtehenden Schaden verantwortlich machen.
Fabriken von
Dr. Thompſons Seifenpulver
G. m. b. H.
R,20977)
Eichein
(nicht unter 10 Kilo)
kauft zu (B20281
5 Pfg. per Kilo
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerſtr. 28.
—80 bis 30 Zeniner Diektwurz
fuhrenweiſe abzugeben. (*8889sg
Sandbergſtraße 23.
Gänzlicher Ausverkauf.
Nachdem mein Mann den Heldentod geſtorben
iſt, löſe ich mein
Tapeten-Geschäft
wegen Umzug auf.
19gmg
Frau L. Meinhardt
Grafenſtraße 4.
Telephon 1961
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Nummer 308.
ich im Haust Und meine Kinder hängen an ihr, uicht zu
ſagen, Herr Rittmeiſter! Und meine Alſche iſt auch heillos
froh, daß es ihr bei uns gefällt. Na, Schwamm drüber!
Aber ich will’s nur ganz ehrlich ſagen, warum ich
ſchlech=
ter Laune bin! Mir ſchreibt nämlich der Herr Leutnant
auch nicht! Und das iſt gar nicht ſchön von ihm! Wenn
er ſchon nicht hierher darf, darüber hab’ ich ja leider
Got=
tes nicht zu beſtimmen, ſo könnte er mir doch mal
mittei=
len, wie er eigentlich beim Herrn Oekonomierat Gröbzig
ſeine Tage verbringt!
Mit Skatſpielen, Häpel!
Das glaube ich nun wirklich nicht, Herr Rittmeiſter!
Na, dann mit Spazierenreiten, Auf=den=Anſtand=
Gehen und Briefeſchreiben an ſeine Herzallerliebſte! Und
dann wurde Chriſtoph Ruſten mit einem Male wild. Er
fuchtelte mit den Händen durch die Luft. Sie ſind in
mei=
nen Dienſten, Häpel, und können ſich über mich
wahrhaf=
tig nicht beklagen! Alſo ein für allemal, ich will von dem
verrückten Jung’ nichts mehr hören! Die Ruſten haben
alle in der Jugend verdrehte Anſichten, ich hab’ ſie auch
gehabt, haben wir genug Lehrgeld gezahlt, werden wir
wieder vernünftig. Wollt’ ich jetzt den Monſieur bei den
Ohren nehmen, ſetzte er den Dickkopf auf: Nu g’rade!
Sollt’ mir einfallen, Häpel! Leb’ ich noch fünf Jahre,
wird er ſich die Hände reiben und Gott danken, daß ſein
Onkel ſo vernünftig war und ruhig zugeſehen, wie er ſich
die Hörner abgelaufen hat! Und nun Schluß damit
ein für allemal!
Zu Befehl, Herr Rittmeiſter!
Aber das bärbeißigſte Geſicht machte Häpel, das er
aufſetzen konnte. Das vertrug Chriſtoph Ruſten nicht.
Vorhin hatte Häpel ſo geſchmunzelk, als er von der
Gou=
vernante erzählt, alſo das Geſpräch wieder auf die
ge=
bracht. Und dabei einen kleinen Hieb ausgeteilt, ſonſt
wurde dieſer Monſieur zu übermütig.
Laſſen Sie ſich Ihr Lehrgeld vom Schulmeiſter
zurück=
geben!
Warum denn, Herr Ritmeiſer?
Weil Sie glauben, die Weiber am Rhein täten nichts
wie Weintrauben freſſen und ſingen!
Alſo da zappelte der Alte am Angelhaken.
Und küſſen! Küſſen, Herr Rittmeiſter!
Häpel fuhr ſich mit dem Handrücken über den Mund,
ſchmunzelte und ſchwieg ſich aus.
Ja, nun leckt er ſich das Maul. Ich werd’s Ihrer
Frau ſagen, Häpel!
Lieber nicht! Die fängt ſonſt an deſpektierlich über
den Herrn Rittmeiſter zu lachen, und ich hab’ ſie doch
er=
zogen im ſchuldigen Autoritätsgefühl! Seine Frau muß
man an der Kandare haben, aber ſich auch danach
beneh=
men! Zufällig wandte er den Kopf dem Fenſter zu. Da
ſpielt die Gouvernante mit den Kindern auf dem Hofe!
Zum Donnerwetter noch mal, ich hab’s ihr ſtreng
ver=
boten! In den Park ſoll ſie gehen, hinten hin, wo der
Herr Rittmeiſter die Güte hatten, Sand für meine Kinder
zum Spielen anfahren zu laſſen! Da werd’ ich gleich
da=
zwiſchen fahren!
Ruhe! ſagte Chriſtoph Ruſten, ſetzte ſich ſeine große
Hornbrille auf, die immer auf einem Tiſchchen neben
ſeinem gepolſterten Lehnſtuhl lag und wand ſich hoch,
unterſtützt von Häpel. Anſehen will ich ſie mir doch
ein=
mal.
Häpel ſtand hinter ſeinem Herrn und rieb ſich
ver=
gnügt mit der Fauſt die Naſe. So, bis jetzt war alles
ganz programmäßig verlaufen. Um einen Wagen herum
haſchte ſich Fräulein Plunk mit ſeinen Kindern, und dann
gaben ſich alle die Hand und fingen an zu ſingen:
„Deutſchland, Deutſchland, über alles,
Ueber a-alles in de-er Welt!”
Das Fenſter ſtand offen. Häpel brummte.
„Nu ſchlagen ſie auch noch Krakeel! Das fehlte gerade
noch!
Der Rittmeiſter drehte ſich um.
So’n ſchönes Lied iſt kein Krakeel, Häpel! Das ver=
bitr ich mirt. Er ſchab ſeine Prile hin und her und ſchlich
wieder in ſeinen Lehnſtuhl zurück. Schade, ich kanns nichts
erkennen. Die Augen werden verdammt ſchwach! . . . Und
das ſchadet auch gar nichts, wenn die Kinderchen auf dem
Hofe rum ſpielen. Verbieten Sie das nicht!
Häpel ſagte, wie immer, wenn ihm etwas nicht paßte:
Zu Befehl! Lachte aber dieſes Mal ſtillvergnügt in ſich
hinein. Der alte Fuchs und nichts ſehen, durch ſeine
große Hornbrille! Das konnte er anderen weismachen.
Na, ’s iſt gut, Häpel, heute abend auf Wiederſehen!
Als eine halbe Stunde ſpäter der alte Diener Johann,
er verſah ſeinen Poſten ſchon 38 Jahre, das Zimmer
be=
trat, ſagte Chriſtoph Ruſten:
Es iſt ſchönes Wetter heute! Nach dem Kaffee will
ich im Fahrſtuhl ein bißchen durch den Park gefahren
werden und, er faßte ſich ans Kinn, raſieren tuſt du auch
miſerabel! . . . Ja, ja, ich weiß ſchon, auch deine Hände
werden zappelig! Na, probier nach Tiſche noch einmal
dein Heil! Und den ſchwarzen Anzug leg’ zurecht, mit dem
Ordensbändchen, einen Mantel brauch ich nicht, aber die
Decken vergiß nicht!
Der alte, lange, dürre Johann, zwei weiße Bartſtriche
an den Ohren herunter, machte ein erſtauntes Geſicht,
ſagte: Zu Befehl, verließ das Zimmer und ſchüttelte auf
der Diele den Kopf. Dabei blickte er zufällig durch die
Glasfenſter des Portals, und auf einmal kam ihm die
Er=
leuchtung. Die Gouvernante! Achtunddreißig Jahre
Kammerdiener, na, da erlebte man ſchon was! Wenn der
Herr Rittmeiſter Ruſten verlaſſen, hatte er ihn immer
begleitet und in früheren Jahren . . . Ein
Kammerdie=
ner hatte das Maul zu halten! Aber in Berlin war der
Herr Rittmeiſter nie in die Kirche gegangen, und vor
zwei Uhr nachts war er auch ſelten heimgekommen! Ja,
was machte man denn in Berlin bis zwei Uhr nachts?
Man amüſierte ſich! Und hielt das Gut propper! Und
von dem Grundſatz abzugehen mit 87 Jahren, das wollte
ihm nicht in ſeinen alten Schädel. (Forriesung ſolat
Behosteste
Liebesgaben
zu Weihnachten!
Unentbehrlich und glänzend bewährt im Kriege:
20958
mit und ohne
Kriegs Taschendaren Leuchtblatt
mit starkem
Kriegs-Armbahddhren Lederband Vol Silk-an
Ferner empfehle: Taschenlampen, Kompasse, Ferngläser, Kriegsbrillen (Horn),
Signalpfeifen, Mundharmonikas. Passende Feldpostschachteln zu jedem Artikel.
Aufträge für Feldpostsendungen werden zuverlässig
erledigt gegen Einsendung des Betrags und Portos.
Ludwigstr. 20
Aharbfeldmmacher,
Fernruf 506. —
Möbel=Transporte
mittelſt neuer Patent=Möbelwagen führe ich zu billigſten Preiſen bei
(20251a
gewiſſenhafter Bedienung aus.
Albert Vogt, Möbel-Spedition
Gutenbergſtraße 37
Telephon 2050.
Hof-Apotheke
Ballonplatz u H. Roeder Telephon 2417
Feld=Taſchen=Apotheken
als Feldpoſtbriefe zu verſchicken, werden in der Apotheke
(20715gmg
poſtfertig geliefert
in jeder beliebigen Zuſammenſtellung und Preislage,
ſchon von Mk. 1.— an.
Kola-, Cholera-, Pfefferminz-, Natron-,
Beſonders begehrt:
Husten-, Rheumatismus=,
Rachen=
schutz =Pastillen und viele andere.
Kafſe, Te, Kakao=Tabletten.
Wund= und Heifalben in Taben.
Heimitel gegen Wundlaufen, Wundreiten, Froſtſchäden
Verbandſtoffe, Desinfektionsmittel, Pflaſter jeder Art.
Samthüte, Pelzbarett, Muffe
Sto=
las w. eleg. angef., ſow. umgearb.
Zutat. verw. Ladwigsplat 8, V. III. (20856a
Sofa u. 1 Tiſch bill. zu verk.
Heinheimerſtr. 74, II. r. (*8976
werden
Dachdeckerarbeiten prompt u.
billig ausgeführt.
(20143a
L. Chriſten, Riegerplatz 8.
Heil & John, Manufakturwaren. (15014a
Me e
Hemden, Hosen, Jacken
Fürs Militär!
Strickwesten, Kniewärmer, Leibbinden,
Lungenschützer, Kopfschützer,
Hosen-
träger, Socken, Strümpfe, Fußlappen,
Taschentücher, Handschuhe, Pulswärmer,
Shawls. — Ganz besonders aufmerksam
mache auf meine gestrickten Hemden,
Jacken, Hosen.
Rud. NickNachr. W. Nagel
Ernst-Ludwigstr. 16.
20999
ladeil. Ertrarock m. Sstrahoſe,
1Dienſtmant., 1 feldgr. Hoſe, 1 Mütze,
all. f. Inf., f. ſchlanke Fig. z. vk. Angeb.
u. E 46 an die Geſchäftsſt. (*8993
für 6 Mk. zu vi
Kinderwagen
Zu erfr. (*8989
Beſſungerſtr. 107, bei Seibert.
Federn werden ſchön gekräuſelt.
W Weil, Riedeſelſtr. 39, Mſd. (*8973
50 bes 60 Malter (3975
gute Speisekartoffeln
zum Preiſe v. 7,50 Mk. zu kaufen
geſucht G. Eckel, Wingertsgäßch. 10.
olſtändiges Bet platzhalber
zu verkaufen. Zu erfragen
der Geſchäftsſt. ds. Bl. (20975
Graue geſtrickte
wollene
Socren
Bedeutende Vorräte
zu alten Preiſen
in
Hemden
Hoſen
Wämmſen
Jacken
Leibbinden
Ohrenſchützern
Kniewärmern
Stauchen
Imprägn.
Fuß=
lappen (20325a
I. & h. Hald
12 Kirchſtraße 12
gegenüber der Stadtkirche.
Spezial-
Korsett-Geschäft
Ludwigstrasse 10, I.
im Hause Nietschmann.
Waschen und Reparieren
von
(*8975
Korsetts
bei billigster Berechnung
und schnellster Lieferung.
Auf Wunsch werden diese abgeholt.
Garantiert waſſerdichte
Belttuch=Weſten
und Hoſen. Beſter Erſatz
für geſundheitsſchädl.
Gummi=
ſtoffe, ſowie (20712gmg
Schirmſtoff=Weſten
von Mk. 7.50 an.
Sämtliche
Militär=Unterkleider
enorm billig.
Wilhelm Deuster
Markt 11½ Ecke Marktſtr.
Meter Mk.
immer
Unmöbl. Zimmer, 3. Stock, mit
ſep. Eingang, zu verm. Näh. zwiſch.
2—3 Roßdörferſtr. 11, I., r. (*8991go
e
ladwig Anter, Darmstauf
Teppich-Spezial-Abteilung.
annanausasaun
unaannannanannnanuanannannnannuanaanaunnan
naunannn
Extra-Angebot
in kleineren und grösseren
iniertebwichen u. Ladferstorren
Haarbrüssel-Teppiche
solidester Herren- und Speisezimmer-Teppich
Axminster-Plüsch-Teppiche
in modernen und Perser Mustern
Beste Velour-Plüsch-Teppiche
dichte strapazierfähigste Qualität, für Wohn-,
Speise- und Herren-Zimmer besonders geeignet
Perser Teppiche (Imitation)
Grösse 130/200 170/235 200/300 250/350 300/400
0
5
0
Mk. 1950
Grösse 130/200
150
Mk.
170/235
200/300
400
250/350
950
Grösse 130/200
Mk.
15
31
45
200/300
80/350
00
72
vollendetste Nachbildung echter
Perser Teppiche
als Verbindungsstück und Läufer, mit eingekn. Franse
Grösse 90/130
90/180
110/220
Mk. 12
1
25
als Zimmerteppiche (Speise- oder Herrenzimmer)
250/350
Miellacke Wolldsch mir eingekn. Franse Grösse 200/300
60/120 Mk.
6
Mkr. 8850 bis 1300
5900 bis 870
Ja. Tournay- Velour- und mechan. Smyrna-Teppiche
grosse Sortimente der neuesten Muster (Künstler-Entwürfe).
Pa. Velour,
Axminster.
25 110 290 525
Deil-Vorlagen Plüsch . .
Mk. 5 5 Bell-Vorlagen Pläsch, Mk. 5 ₰ 0 0
67 cm breit
90 cm breit
Haar- Woll-Läuferstoffe
extra schwere doppelseitige Qualität
Jate Ladferstorte
Haarbrüssel-Läuferstoffe
besonders haltbare Qualitäten .
Meter Mk. 2
65 cm breit
Meter Mk. 30
80 cm breit
Meter Mk. 100
cm breit
275 500
Mk.
3
Ia Velour- und Tournay-Läufer- und Teppichstoffe
67 cm breit
90 cm breit
120 cm breit 200 cm breit
Cocosläuferstoffe natarfarbis
0 465
85 975 225
25
0 150
sowie mehrfarbig gemustert
1 1 2
1
Mk. 00
Cocos-Hatten (Tür-Vorlagen)
lch bitte um Besichtigung meiner Teppich-Ausstellung im Erker
Elisabethen- und Zimmerstrasse.
(20987
Auch auf obengenannte Preise gewähre bei sofortiger Kasse-Zahlung 3% Rahatt.
Imnmnn
cm breit
60 400 950
3
Nummer 308.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Seite 15.
Stiftſtr. 89, 1. St., ſchön möbl.
Wohn= u. Schlafzim. mit
Schreib=
tiſch, Gas, ſep. Eing., z. vm. (20213t
Viktoriaplatz 10
eleg. möbl. Wohn= u. Schlafzim., od.
Einzelzim., in gut. Hauſe, in geſund.,
freier Lage, ſof. od. ſpät. z. v. (19552t
Luiſenſtr. 6, III., gut möbl. Zim.
ſofort zu vermieten. (20562t
Schützenſtr. 10½, III., 1 od. 2 Z.,
evtl. mit Penſ., bill. zu verm. (20563t
Ein großes hübſch möbliertes
Zimmer zu vermieten. Näheres
Rheinſtaße 6, 1. Stock. (20829a
ſein möbl.
Am Erlenberg 11 Wohn= und
Schlafzim. ſof. zu verm. (*8802fsg
Wenckſtr. 6, II., f. möbl.
Wohn=
u. Schlafzim., monatl. 25. Mk., daſ.
ſeines Zimmer 15 Mk. (20812a
Grafen=
Pension Mink, ſtraße 4,
1. St., an der Rheinſtraße, beſſere
Zimmer auf jede Zeitdauer. (20844t
Landwehrſtr. 17 frdl. möbl. Z.m.
Kaffee, 15 Mk. mtl., zu verm. (*8907sg
Gelesennenskauf.
1 Bettſtelle, mod., wie neu, weiß
lackiert, m. Stahlmatratze 35 Mk.,
1 beſſ. Kinderbettſtelle m.
Kapok=
matratze 22 Mk., 1 Bücherſchrank,
nußb. pol., ſtatt 140 Mk. nur 80 Mk.,
1 Küche, pitch-pine, nur 125 Mk.,
Ausziehtiſche, Stühle, Divans,
Trumeauſpiegel weit unter ſonſt.
(*9002
Preis abzugeben.
Mathildenplatz 10. Mederle.
Eicheln
ſauber geleſen
(nicht unter 20 kg
kauft zu (20624a
5 Pfg. das Kilo
Conrad Appel
Bismarckſtraße 61.
raut wird eingeſchn. (20235a
Frau Fink, Kiesſtr. 12, Htb.
Georgenſtr. 1½, nächſt d. Rheinſtr.
möbl. Zim. a. Tage, Woch. u. Mon.
ſofort billig zu verm. (20335a
Eliſabethenſtr. 29, I., 2 f. mbl.
Zim., Wohn= u. Schlafz. (20146gif.
REUl-
Vr
Eine Wohltat für im Felde
Stehende.
Zu haben bei
(20965som
S.Trerz
14 Ernst-Ludwigstrgsse 14.
Für Musikstudierenden
ſofort möbl. Zim. mit Flügel zu
verm. Martinſtr. 2. (*8813fgi
Für erain
1 Extrahelm, 1 Dienſthelm,
1 Dienſtrock, Reitſtiefel, Koppel
uſw. zu verk. Luiſenſtr. 14. (*8788ds
Laden zu vermieten.
Schillerplatz 2, 3. Stock.
(e
(20147g
eehlte en
Zimmer ſofort zu verm. (2560tms
Guten Mittagstiſch
zu 55 Pfg. bei Arheilger,
zum „Gambrinus”, Schuchard=
(20192a
ſtraße 10.
Waldſtraße 7, Manſ.,
Schlaf=
ſtelle zu vermieten. (*8960go
Rheinſtr. 28, Mittetbau, 2. St.,
freundl. möbl. Zimmer z. v. (*8959
Elisabethenstr. 30 ſch. möbl. Z. m.
2 Betten bill. z. vm. Demmler. (*8970
Schuchardſtr. 11, II., frdl. möbl.
Zim. p. Woche 4 Mk. ſof. z. v. (*8969
Ludwigsſtr. 16, III., möbl. Zim.,
billig auf Wunſch Penſ. (*8987
Georgenſtr. 1½, 1. St., möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*8998gm
Eliſabethenſtr. 5, II., ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (*8994go
Heimverband
Darmſtadt.
In unſerem Heim,
Saalbau=
ſtraße 79, ſind zwei
zuſammen=
hängende Zimmer ebener Erde mit
beſonderem Eingang, möbliert od.
unmöbliert zu vermieten u. ſofort
zu beziehen.
Auskunft wird erteilt
Karl=
ſtraße 76 vormittaas.
(*8957
Haemorrhoidalleidende
welche mit diesem schmerzbaften Uebel zu tun haben, sollten
einen Versuch mit den in vielen Fällen bestene bewührten
Zäpfchen
machen!
Lahr i. Badeo, Krankenhaus.
. . . Durch Ihre Dun-Zäpfchen würde eine Freundin
von mir von ibrem schweren Haemorrhoidalleiden befreit:
Schwester E. K.
d Schachlel = 12 Stück kostet Mk. 2.- und ist nur in
Apotheken zu haben, wo nicht, durch die Fabrik:
Hans Heiss & Co., Dunpräp. G. m. b. H., Darmstadt.
e
W Erbſchafts
(*8974
Gefl. Angebote unter E 37 an
die Geſchäftsſtelle d. Bl.
an jedermann gibt an=
Bar Geid ges. Finanz-Geschäft
in jeder Höhe zu 5% bis auf 10
Jahre. Grösstes und vornehmstes
Institut der Branche. Kunden aus
allen Kreisen. Ratenrückzahlung
gestattet. Streng diskr. Erled. Ehe
Sie in Wucher- oder
Schwindler-
hände fall., richten Sie
vertrauens-
voll eine unverbindliche Anfrage
an das Finanzgeschäft
Liese-
gang, Berlin,
Elsasser-
strasse 20.
(VI,20938
3000 Mk. 1. Hypothek von
Selbſtgeber geſucht. Ang. unter
E 6 an die Geſchäftsſt. (*8881so
Zi
Schuchardſtr. 6, II., hergericht.
5 Zim.=Wohn. mit Zubeh., Gas ꝛc.
per ſofort zu verm.
(20200t
Hochſtr. 43, pt., ſch. 4 Z.=Wohn.
p. ſof. Näh. Stiftſtraße 52. (19909t
Zimm
In dem Hauſe
Steinſtraße 3
iſt zum 1. Januar 1915 eine
Woh=
nung von 2 Zimmern nebſt Küche
an ein kinderl. Ehepaar od. eine
lleinſtehende Frau zu verm. Näh.
(20961a
daſelbſt 3. Stock.
Große Ochſengaſſe 20 eine
2 Zimmerwohn. zu verm. Zu erfr.
bei W. Raab. Rheinſtr. 28. (*8958
Heidelbergerſtraße 38
Zwei= event. Dreizimmerwohnung
ſofort zu vermieten. (B20991ms
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 8. November 1914.
Nummer 308,
AUGUsT und LUDWIG SCRWAD
Telephon
*148.
EINST-EUDWlGsTN. 23
Kamelhaardecken Wolldecken Reisedecken
Warme
Kamelhaarwesten
Leibbinden, Kniewärmer
Kopfschützer
Brust- u. Rückenwärmer
Normal-Socken
Gestrickte Socken
Fußschlüpfer
Imprägnierte Fußtücher
Wolltücher
sind
sorg-
fältig
auch die billigsten
Qualitäten daher
gebrauchsfertig!
Militärweste, Hindenburg
mit Pelzfutter. — Schwarzer Bezug.
Alleinverkauf sämtlicher
echten Prof. Dr. Jäger’s
Normal-Artikel. —
Allein-
verkauf von Wilh. Benger
Söhne, Stuttgart, auch in
Halbwolle, Baumwolle u.
Seide zu vorgeschr.
Listen-
preisen. — Dr. Lahmann’s
Reform-Unterkleidung.
Armee- Pulswärmer
aus echtem, ungefärbtem Pelz
mit wasserdichtem Bezug
Reinseid. Trikot-
Hemden u. Hosen
Pelz-Strümpfe
Kaffeestube
Große Ochſengaſſe 22
bietet gute billigſte Beköſtigung von früh ſechs bis
9½ Uhr abends.
koholfreies Speisehaus
Nieder=Ramſtädterſtraße 14
hat ſorgfältige, preiswerte Hausmannskoſt für
Fleiſch=
eſſer und Vegetarier. Vorauskarten zu ermäß. Preiſen.
Verein für alkoholfreie Erfriſchungsräume
Darmſtadt E. V.
Der Verein erſucht alle Geſinnungsgenoſſen, Männer und
Frauen, um Unterſtützung durch Anſchluß und Mitgliedſchaft. An=
(20418a
meldungen: Nieder=Ramſtädterſtraße 14.
fegender Basat
abeiten mit Kohölen aler Art. Ein
muster-
gültiges Erzeugnis moderner Massenfabriketion.
Bei genauester Ausführung aler Einzoſtelle
mäbige Anschaffungskosten. Brennstofverbrauch
es. 1—2½ Pfg. pro Ps. u. Stc.
GASMOTOREN-FABRIK DEUTZ.
Zweigniederlassung Frankfurt, Taunusstraße 47.
Für unsere Krieger im Felde!
Kirische Taschenlampen
in allen Preislagen
mit stets frischen Dauerbatterien bis zu
8stündiger Brenndauer.
Zum Versand ins Feld
in starkem Karton fix und fertig verpackt als Feldpostbrief
Zu haben bei
20673a
L. LANGE
Schulstr. 6 Elektr. Institut Tel. 399
uasssssanssannnanang
Lnd. Heyl Sohn
Großh. Hoflieferant
Darmstadt.
Spezial-Engros-Geschäft
für. (16033a
COGNAC
deutsch u. französisch
Spirituosen und Liköre
Weiß- und Rotweine
Dessert- und
Frühstücksweine
Vorteilhafteste Bezugsquelle
für Wiederverkäufer.
(5
Karentnterder e hehnt
G auch nach außerhalb, ſowie
An=
u. Abfuhr von Gütern, übernimmt
unter billigſter Berechnung. (B20520
Chr. Achtelstädter & Co.
Darmſtadt. — Telephon 895.
Mech. Strickereid. Pfirsch
Eliſabethenſtraße 36, Eingang Zimmerſtraße
empfiehlt reinwoll. graue Socken per Paar M. 1.40,
Kinderanzüge nach Maß, ſowie wirklich dauerhafte
und dabei billige Sweaters.
(19319a
Bester Schutz gegen Regen und Kälte
für im Felde Stehende sind
u. Unter
aus garantiert wasserdichten Regenschirmstoffen
Verschiedene Qualitäten und Grössen,
ohne u. mit warmem Futterv. Mk. G.—an
Schirmstoffe zur Selbstanfertigungin schwarzu. feldgrau
Schirmfabrik Karl Jordan
Hoflieferant (20998) Ernst-Ludwigstr. 24