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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 306.
Freitag, den 6. November.
1914.
Der Krieg.
Der türkiſche Krieg. — Von den Kriegsſchauplätzen. — Eroberungsgelder. — Der Krieg zur See. — Englands Vers
gewaltigung der Neutralen. — China rüſtet ſich.
Der türkiſche Krieg.
* Dem Berl. Tagebl. wird aus Konſtantinopel
be=
richtet: Die Engländer ziehen ſich von der ägyptiſchen
Grenze am Suezkanal zurück, wobei ſie alle Dörfer auf
ihrem Wege niederbrennen. Aus Konſtantinopel
wird dem Berl. Lok.=Anz. berichtet: Pariſer Meldungen
zufolge zielt der türkiſche Kriegsplan auf einen Angriff
gegen den Suezkanal über Akaba und Caza und
gleichzeitige Minenſperrung bis zur Sinaihalbinſel hin.
Weitere Kämpfe.
* Konſtantinopel, 4. Nov. Das
Bombarde=
ment der Dardanellen=Forts iſt nach einem
geſtern abend ausgegebenen Communiqué von einem der
Forts erwidert worden. Auf einem engliſchen
Panzer=
kreuzer, der von mehreren Geſchoſſen getroffen wurde,
brach ein Brand aus, worauf die Flotte außer Sichtweite
entſchwand. — Daß ein neuer Angriff auf die Dardanellen
erfolgt iſt, wird von verſchiedenen Seiten beſtätigt. Nach
einer Depeſche aus Tenedos wurde das Bombardement,
nachdem es 15 Minuten geſchwiegen hatte, am 4.,
vor=
mittags 10 Uhr, wieder aufgenommen.
Die Ruſſen haben begonnen, ihre kaukaſiſche
Grenze zu befeſtigen. Im engliſchen Konſulat in
Bag=
dad haben die türkiſchen Behörden große Mengen
Muni=
tion und Maſchinengewehre beſchlagnahmt. Eine Anzahl
Kiſten mit Munition wurde von den Engländern im
Euphrat verſteckt. Trotzdem iſt alles in brauchbarem
Zu=
ſtande. Wie weiter gemeldet wird, haben im Kaukaſus
die erſten Kämpfe der Türken mit den Ruſſen bei
Kijkin ſtattgefunden. Die Ruſſen ſind an drei Punkten
unter Verluſten geſchlagen worden. Das Seekriegsgericht
hat 36 franzöſiſche, 8 ruſſiſche und einen belgiſchen
Damp=
fer in Konſtantinopel beſchlagnahmt.
* Konſtantinopel, 4. Nov. (Ctr. Bln.) An der
ruſſiſch=türkiſchen Grenze in der Nähe von Ordulig drang
eine Abteilung Koſaken in mehrere türkiſche
Ortſchaf=
ten ein und plünderte ſie. Eine Redifabteilung ſtellte die
Koſaken, als ſie auf der Flucht einen ſtark angeſchwollenen
Fluß überſchreiten mußten und riebſie vollſtändig
auf. Die Türken überſchritten dann die Grenze
ſund nahmen auf ruſſiſchem Boden eine günſtige
Stel=
lung ein.
* Berlin, 5. Nov. Aus Sofia wird gemeldet, daß
Batum von türkiſchen Kriegsſchiffen bombardiert
wird.
An der Küſte Kleinaſiens.
* Kopenhagen, 4. Nov. (Ctr. Bln.) Einem
Tele=
gramm aus Mytilene zufolge befeſtigen die
Tür=
ken unter deutſcher Leitung die Städte der Küſte
Kleinaſiens und ziehen dort große Truppenmaſſen
zuſammen. Die Bevölkerung von Smyrna flüchtet, da ein
Bombardement durch die engliſch=franzöſiſche Flotte
be=
fürchtet wird.
Italien und die Türkei.
* Konſtantinopel, 4. Nov. Der Tanin
veröffent=
licht einen bemerkenswerten Artikel über Italien und
die Türkei. Die Tripelentente, ſagt der Tanin, deren
Politik nur auf Schikane hinausläuft, benutzt ſeit einiger
Zeit jeglichen Vorwand, um Italien vom Dreibund
los=
zulöſen und es wieder an die Entente zu feſſeln. Der
Tanin legt dar, daß, wer im Hinblick auf den
gegenwär=
tigen Krieg die Hoffnung hege, daß die Türkei mit Italien
auseinandergebracht werden könne, einen falſchen
Ver=
dacht hege. Der Tanin verſichert: Die Türkei nimmt
die=
ſen Krieg nicht auf im Hinblick auf territoriale
Ausdeh=
nung. Bei dieſem Vorgang handelt es ſich um Sein oder
Nichtſein. Tripolitanien, das von treuen Muſelmanen
bewohnt iſt, kann für uns ein geheiligtes Land ſein, aber
die Türkei hegt nicht die Abſicht, alle Muſelmanen unter
ihre Herrſchaft zu nehmen; ſie will nicht das Leben der
Muſelmanen in Gefahr bringen, die ſich unter der
Ver=
waltung eines ziviliſierten Staates befinden. Das
Le=
bensintereſſe der Türkei verlangt, daß ſie ſich nicht neue
Schwierigkeiten aufhalſt. Die Türkei will ſich lediglich
an Rußland, England und Frankreich
rächen, welche ihre ſchlimmſten Feinde wie die
der ganzen iſlamitiſchen Welt ſind. Die
Ita=
liener und die Türken ſind ſich vor drei Jahren als Feinde
gegenübergetreten. Die öffentliche Meinung Italiens hat
begriffen, daß die Türken vor allem ehrenwerte und
recht=
lich denkende Menſchen ſind. Die Türkei kann die
auf=
richtige Verſicherung geben, daß, ſofern Italien der Freund
unſerer Freunde bleibt, mit denen vereint wir auf Leben
und Tod kämpfen, ihm von uns ſicher nichts Böſes
paſſie=
ren kann. Italien kann deſſen ſicher ſein, daß die Türkei,
weit davon entfernt, ſein Feind und Konkurrent zu ſein,
zu ſeinem Vorteil ein guter und wertvoller Freund ſein
wird.
* Rom, 4. Nov. Die Zeitungen aller Richtungen
und aus allen Teilen des Landes, einſchließlich des
Cor=
riere della Serra, ſtellen jedes Abkommen mit
Eng=
land wegen Aegyptens in Abrede und zeigen ſich
vollkommen beruhigt wegen der Möglichkeiten im nahen
Orient. Der Generalſtabshauptmann Cabiati wendet ſich
in der Perſeveranza auf das ſchärfſte gegen den Plan,
italieniſche Truppen zur Verteidigung Aegyptens
herzu=
geben. Italien könne der Lage, die nach der Schließung
des Suezkanals in Erythräa und nach dem Ausbruch der
Iſlambewegung in der Cyrenaika entſteht, ruhig
entgegen=
ſehen. Cabiati fährt dann wörtlich fort: Wenn England
ſeine Intereſſen in Aegypten verteidigen will, ſo ſoll es
das mit ſeinen Truppen tun, die es ja in jeder Raſſe und
Farbe hat. Die italieniſchen Soldaten dienen nur für uns.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 5. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) Geſtern unternahmen die Belgier, unterſtützt
von Engländern und Franzoſen, einen heftigen
Aus=
fall über Nieuport zwiſchen Meer und
Ueberſchwem=
mungsgebiet. Sie wurden mühelos abgewieſen.
Bei Ypern und ſüdweſtlich Lille, ſowie ſüdlich
Berry au Bac, in den Argonnen und den
Vo=
geſen ſchritten unſere Angriffe vorwärts.
Auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz hat ſich
nichts Weſentliches ereignet.
Oberſte Heeresleitung.
* Der militäriſche Mitarbeiter des Berner Bund ſtellt
neuerdings feſt, die militäriſche Betrachtung der Lage
im Weſten ergebe, daß die größere Wahrſcheinlichkeit
des endgültigen Erfolges auf der Seite der Deutſchen
liege, die aus der defenſiv begonnenen Schlacht an der
Aisne längſt ein großzügiges ſtrategiſches Unternehmen
gemacht haben, um den Feind zu ermüden, hinter ſich alle
Verbindungen aufs ſorgfältigſte auszubauen, die Bahnen
wiederherzuſtellen, die eroberten Feſtungen zu armieren
und die beim Beginn dieſer Feldſchlacht noch
unbezwun=
genen zu Fall zu bringen.
Engliſche und franzöſiſche Blätter geben in ihren
Be=
richten über die Schlacht den faſt unwiderſtehlichen
Druck des Angriffs der Deutſchen zu, die in
der Gegend zwiſchen Ypern und der Lys vereinigt ſind.
Hier eingetroffene Berichte von den Kämpfen in Nordoſt=
Frankreich beſagen, daß die hartnäckigen Angriffe der
Ver=
bündeten auf die deutſchen Stellungen an der Yſer ohne
den erwünſchten Erfolg geblieben ſind.
Nach einer Meldung des Berliner Lokalanzeiger
ſucht der franzöſiſche Generalſtab das deutſche
Vor=
dringen gegen Arras durch einzelne Angaben
ab=
zuſchwächen. Dem gegenüber muß feſtgeſtellt werden, daß
der Grundton der in den letzten Tagen eintreffenden
franzöſiſchen Nachrichten den früheren überſchwänglichen
Optimismus vermiſſen läßt.
* Amſterdam, 5. Nov. Daily Mail meldet aus
Calais: Das britiſche Heer hat eine ſchwere Prüfung
durchgemacht. An einigen Stellen ſind die Truppen auf
ein Viertel vermindert. Es ſcheint, daß die
Deutſchen gern die heftigſten Angriffe auf uns
konzentrie=
ren. Als wir in der Gegend von Rouſſelaer (Roulers)
drei Tage lang in Marſchordnung weitergezogen waren,
während die Franzoſen die Deutſchen in Lille bekämpften,
und auf dem linken Flügel am Yſerufer die Belgier, durch
die Franzoſen unterſtützt, in der Gegend von Dixmuiden
operierten, wurde plötzlich der Schwerpunkt der Schlacht
von Nieuport nach Ypern verlegt. Um Mitternacht
zogen die Engländer immer in Ordnung weiter. Der
Feind ſchien ſchwach und mutlos und die Engländer
dach=
ten nicht daran, ſich Laufgräben im Rücken zu graben.
Aber gerade als unſere Kavallerie im Felde ankam, wurde
ein mächtiges Feuer auf ſie eröffnet. Die zweite
und vielleicht ernſtere Phaſe der Schlacht wickelte ſich
nörd=
lich von Ypern ab, bei Dixmuiden. Hier unternahm
deutſche Infanterie, von ſchweren Geſchützen unterſtützt,
einen Bajonettangriff. Unſere Truppen leiſteten tapferen
Widerſtand, erlitten aber große Verluſte. Auf dem
rechten Flügel wurde unſere Infanterie zuerſt auf
Meſ=
ſines vertrieben, wo die Bayern trotz der heldenhaften
Angriffe unſerer Artillerie den ganzen Tag über blieben.
Unſere Ernährung im Kriege.
* Berlin, 4. Nov. Ueber Volksernährung
im Kriege hielt Prof. Rubner, der bekannte
Er=
nährungshygieniker, auf dem kriegsärztlichen Abend in
Berlin einen Vortrag. Er führte aus, daß Deutſchland
Nahrungsmittel in genügender Menge hervorbringe, um
ſich bis zur nächſten Ernte ernähren zu können. Wichtig
ſei aber eine vernünftige Verwertung der
Nahrungsmittel, damit keine Verſchwendung
ge=
trieben wird. Namentlich bezüglich der Milch ſei dies
notwendig zu betonen, angeſichts des Umſtandes, daß
zur Herſtellung von 1 Gramm Butter 30 Gramm Milch
erforderlich ſind. Ueberhaupt ſei der Fettverbrauch bei
der Ernährung im allgemeinen zu groß. Würde täglich
auf den Kopf der Bevölkerung nur ein Gramm Butter
weniger gebraucht, ſo mache das im Jahre 25000 Tonnen
Butter aus. Auch den Genuß von Eiern könne man
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
Nummer 307.
leicht etwas einſchränken. Mit Fleiſch ſei Deutſchland
hinreichend verſorgt. Da es das am meiſten Fleiſch
ver=
zehrende Land ſei, und darin ſogar England übertreffe,
könne auch hierin mit Leichtigkeit eine Einſchränkung des
Genuſſes eintreten. Jedenfalls würde kein
geſundheit=
licher Nachteil dadurch entſtehen. Viehfutter ſei dank der
guten Ernte ausreichend vorhanden. Die diesjährige
Brotgetreideernte ſei als eine mittlere zu bezeichnen. Der
Bedarf an Gerſte werde infolge der niederen
Bieraus=
fuhr ebenfalls gedeckt. Für die fehlenden Leguminoſen
haben wir in unſerer guten Kartoffelernte einen
hinrei=
chenden Erſatz. In die Sicherung des Brotbedarfs habe
der Staat regelnd eingegriffen, es beſtehe ſomit keine
Ge=
fahr, daß wir nicht bis zur nächſten Ernte durchkommen
werden, wenn wir in der richtigen Weiſe haushalten.
Sparſamkeit mit dem Brote!
* Berlin, 4. Nov. (W. T. B. Amtlich.) Der Miniſter
für Handel und Gewerbe und der Miniſter des Innern
richteten an die Oberpräſidenten einen Erlaß, in dem es
heißt: „Wie wenig bisher die unter den heutigen
Ver=
hältniſſen ſelbſtverſtändliche Pflicht, mit dem täglichen
Brot hauszuhalten und es nicht zu vergeuden, die
ganze Lebensführung unſeres Volkes beeinflußt, zeigt die
Tatſache, daß an vielen Orten, namentlich
Norddeutſch=
lands, auch heute noch in den Gaſt= und
Speiſewirtſchaf=
ten jeder Art den Gäſten Brot und anderes Gebäck zum
beliebigen Genuß zur Verfügung geſtellt wird. Der
Brotverbrauch der Gäſte wird zwar in den Preiſen der
Speiſen und Getränke mitbezahlt; dieſe Gepflogenheit iſt
aber geeignet, den verſchwenderiſchen und gedankenloſen
Verbrauch des Brotes zu fördern. Wird aber für das
genoſſene Brot beſondere Bezahlung verlangt, ſo wird
ſolcher überflüſſiger Verbrauch des Brotes alsbald
ein=
geſchränkt. Dies mag in der Menge wenig ausmachen.
Es handelt ſich aber jetzt darum, das Gebot, eine
verſtän=
dige Sparſamkeit mit dem Brote walten zu
laſſen, täglich möglichſt weiten Kreiſen der Bevölkerung
in Erinnerung zu bringen. Dazu wird auch dieſes
Mit=
tel beitragen.”
„Eroberungsgelder‟.
* Berlin, 5. Nov. Eine kaiſerliche
Kabi=
nettsorder genehmigt, daß für die im
gegenwär=
tigen Kriege von den Truppen der preußiſchen Armee
und den in ſie aufgenommenen Kontingenten eroberten
Feldzeichen, Maſchinengewehre und Geſchütze
Erobe=
rungsgelder an die Truppen gezahlt werden, und
zwar erhält für jedes feindliche Feldzeichen (Fahne oder
Standarte), das im Kampfe genommen wird, ſowie für
jedes feindliche Maſchinengewehr oder Geſchütz, das in
der Schlacht oder im Gefecht während des Gebrauchs bei
feindlicher Gegenwehr mit ſtürmender Hand genommen
wird, der Truppenteil, dem die Eroberer angehörten, 750
Mark. Die Geldbeträge ſind nicht an die einzelnen
Er=
oberer zu verteilen, ſondern verbleiben dem Truppenteil.
Eine Warnung des Kommandanten von
Antwerpen.
* Antwerpen, 3. Nov. Die deutſchen Behörden
haben an die Einwohnerſchaft folgende
Prok=
lamation durch öffentlichen Anſchlag gerichtet:
Inner=
halb und außerhalb der Stadt werden allerhand
Ge=
rüchte verbreitet von Niederlagen, die die deutſchen
Truppen erlitten haben ſollen. Bald heißt es, daß die
Franzoſen Metz erobert haben, bald, daß ſie wieder in
Namur und Charleroi ſind, bald, daß die Engländer das
deutſche Heer bei Oſtende geſchlagen und bis hinter
Brügge zurückgeworfen haben ſollen. Von all dieſen
Gerüchten iſt kein Wort zu glauben, und im Intereſſe der
Wahrheit muß geſagt werden, daß das deutſche Heer
zwar langſam, aber ſicher im Vorrücken begriffen
iſt. Die Bevölkerung möge ſich alſo keinem falſchen
Opkimismus hingeben und ſich zu keinerlei Worten oder
Taten hinreißen laſſen, die für die Allgemeinheit die
ſchlimmſten Folgen haben könnten. Die Berichte des
Reuterſchen Bureaus tragen deutſchfeindlichen
Charakter und können alſo nicht als maßgebend
betrach=
tet werden. Es iſt ihnen im Gegenteil Mißtrauen
entgegenzubringen, was die Ereigniſſe an der
Schlacht=
front bereits mehrmals bewieſen haben.
Der Krieg zur See.
* Berlin, 5. Nov. Zu dem Seegefecht an
der engliſchen Küſte, bei dem das engliſche
Un=
terſeeboot „D. 5” vernichtet wurde, ſagt die Poſt: Ein
deutſches Geſchwader vor der engliſchen Küſte! Die
Nach=
richten aus engliſcher Quelle laſſen erkennen, welch
heil=
loſen Schrecken den Briten das Erſcheinen der deutſchen
Kriegsſchiffe am Geſtade Albions eingejagt haben mag,
hat man doch allen Ernſtes mit einer deutſchen Landung
auf Britanniens geheiligtem Boden gerechnet.
* London, 4. Nov. Die Times melden: Ein
Seekampf fand geſtern bei Yarmouth, ganz dicht
un=
ter Englands Küſte ſtatt. Mehrere deutſche Kriegsſchiffe
kamen geſtern früh auf der Höhe in Yarmouth in Sicht
und eröffneten eine furchtbare Kanonade gegen
die Küſte. Von dem Kreuzer „Halcyon” der leicht
be=
ſchädigt wurde, iſt ein Mann ſchwer, vier oder fünf ſind
leicht verwundet. Außer dem Unterſeeboot „D. 5‟, das
wenige Stunden ſpäter auf eine Mine lief, ſind noch
zwei Dampfbarkaſſen auf Minen geſtoßen und im
Laufe von 20 Minuten geſunken. Die ſtarken
Deto=
nationen riefen eine ungeheure Aufregung in
Yarmouth hervor, wo die Leute zum Strand
ſtürm=
ten, jedoch infolge des Nebels nichts ſehen konnten. Nur
die Umriſſe der großen Schiffe mit vier Schornſteinen
waren ſichtbar. Einige Geſchoſſe fielen auf das Ufer in
er Nähe der drahtloſen Station, die meiſten fielen
je=
doch ins Meer.
Aus Tſingtau.
* London, 4. Nov. (Nichtamtlich.
Reutermel=
dung.) Eine amtliche Meldung aus Tokio beſagt: Man
glaubt, daß ſich der öſterreichiſche Kreuzer „
Kaiſe=
rin Eliſabeth” auf der Reede von Tſingtau ſelbſt in
die Luft geſprengt hat. Das Schwimmdock iſt
benfalls vernichtet. Die Beſchießung dauert
fort.
Der Untergang des Kreuzers „Vorck”.
* Der am 3. ds. in der Jade verunglückte große
Kreuzer „Yorck” gehörte zu der Klaſſe der
Panzer=
reuzer, hatte in Friedenszeiten 633 Mann Beſatzung und
faßte 9500 Tons. Er iſt im Mai 1904 vom Stapel
gelau=
fen. Es wäre verkehrt, den ſchmerzlichen Verluſt, der uns
durch den Tod vieler braver Mannſchaften und die
Ein=
buße des ſchönen Kreuzers erwachſen iſt, leugnen zu
vollen; er iſt um ſo ſchmerzlicher, als der Kreuzer nicht
im Kampf gegen den Feind, ſondern durch eine eigene
Mine geſunken iſt. Wodurch das Unglück herbeigeführt
iſt und ob es hätte vermieden werden können, darüber
müſſen Sachverſtändige urteilen, und man muß abwarten,
ob die Marinebehörde näheres bekannt geben wird.
Kriegsanleihe in Ungarn.
* Peſt, 4. Nov. (Meldung des ungariſchen
Tele=
graphen= und Korreſpondenzbureaus.) Der
Finanzmini=
ſter hat geſtern mit den Leitern der ungariſchen
Geld=
inſtitute eine Beratung wegen der Emiſſion einer
Staats=
anleihe gepflogen, welche zur Deckung der Koſten der
Kriegserforderniſſe dienen ſoll. Die Beratungen haben
die Feſtſtellung ergeben, daß die gegenwärtige Lage der
Emiſſion einer inneren Anleihe günſtig ſei, und ſo iſt
die Emiſſion einer Kriegsanleihe in der nächſten Zeit
zu gewärtigen.
Englands Vergewaltigung der Neutralen.
* Wien, 4. Nov. Die Blätter bezeichnen den Plan
Englands, die ganze Nordſee als feindliches Gebiet zu
erklären, als die ſchlimmſte Störung des Handels und
neueſte Schädigung der nördlichen neutralen Länder
ſo=
wie Amerikas. Die Losſagung Englands von der
Lon=
donee Seerechtsdeklaration ſei ein offener Bruch des
Völkerrechts und eine Rückſichtsloſigkeit
gegen das Recht und die Intereſſen der neutralen
Staaten, ſowie gegen den neutralen Handel.
* Kopenhagen, 4. Nov. Zur Sperrung der
Nordſee ſchreibt das Regierungsblatt Politiken:
Keine Maßregel in dieſem Kriege berührte Dänemark ſo
unmittelbar wie dieſe, die für die däniſche Schiffahrt tief
eingreifende Folgen haben wird, die für den
Augenblick noch nicht zu überſehen ſind. Nach
Blätter=
meldungen hat die größte Schiffahrtsgeſellſchaft
Däne=
marks, „Forende Dampſkibsſelskab” vorläufig alle
Fahrten nach England eingeſtellt.
* Kriſtiania, 4. Nov. Morgenbladet ſchreibt
über die durch England angekündigte
Nordſee=
ſperre: Heute iſt die Meldung eingetroffen, England
habe die Nordſee von Island bis Schottland geſperrt.
Ein Kommentar iſt überflüſſig. Es iſt dieſes ein
uner=
hörter Uebergriff gegen das internationale
Völ=
kerrecht und eine Rückſichtsloſigkeit gegenüber
den neutralen Mächten, die auffallend iſt und in die
Augen ſpringt. Der Schaden ſcheint in dem
ſonderbar=
ſten Widerſpruch zu den Vorteilen zu ſtehen, die England
dadurch erreicht. Wir erfahren, daß die engliſche
Regie=
rung den intereſſierten Ländern nichts mitgeteilt hat,
und nicht unterſuchte, wie die Sperrung von der
Regie=
rung aufgefaßt würde, deren vitalſte Intereſſen ſie
be=
rührt. Wir fragen, ob nicht bald der Zeitpunkt
gekom=
men wäre, an welchem ein gemeinſames
Auf=
treten der neutralen Mächte angebracht wäre.
Auf die Stimme der kleinen Länder hört niemand.
Amerika iſt auch neutral. Der Neutralitätsbegriff exiſtiert
nicht mehr, wenn jeder Uebergriff der kriegführenden
Großmächte ſchweigend geduldet wird. Die erſte
Wir=
kung iſt, daß die Kriegsverſicherung ſich erhöht.
Die Frankf. Ztg. äußert ſich zu dem Willkürakt der
engliſchen Regierung wie folgt: Die britiſche Admiralität
hat, wie ſie das bei allen ihren Gewaltakten gemacht hat,
ihrer Sperrmaßregel eine Begründung gegeben. Sie
behauptet, deutſche Handelsſchiffe hätten unter neutraler
Flagge an der Nordküſte Irlands Minen gelegt. Das iſt
eine der Verleumdungen, die zu dem
tücki=
ſchen Syſtem Englands gehören, und die
etwa=
dem Gebrauch der Dum=Dum=Geſchoſſe durch die
Solda=
ten derſelben Macht oder dem Gebrauch vergifteter Pfeile
urch Naturvölker gleichkommen. Ein Beweis für dieſe
niederträchtige Behauptung wird auch gar nicht verſucht.
Die engliſchen Admirale wiſſen ganz gut, daß deutſche
Unterſeeboote früher ſchon an der ganzen Küſte Englands
entlang gefahren ſind. Die deutſche Flotte hat ſolche
un=
fairen Mittel wirklich nicht nötig. Aber England
ſchämt ſich einer Maßregel, die ſeine Angſt
verrät und ſucht deswegen nach einer ungewöhnlichen
Begründung. Die Schiffahrt der Neutralen wird von
jetzt an nur noch unter britiſcher Kontrolle ſtattfinden
können. Die neutralen Schiffe werden allen
Schi=
kanen dieſer zugleich beutegierigen und feigen Politik
ausgeſetzt ſein. Es iſt begreiflich, daß ſie dagegen
pro=
teſtieren. Aber England hat die Macht, ſeinen Willen
durchzuſetzen. Es ſperrt die Meere, damit der von ihm
herausgeforderte Feind ihm nicht gefährlich werde. Aber
dieſe Furcht iſt ein gutes Zeichen. England fühlt ſich
nicht mehr ſicher auf ſeiner Inſel, die Stützen ſeiner
Macht beginnen zu wanken. Für die Welt iſt das ein
Glück, und in den neutralen Ländern wird man vielleicht
in naher Zeit ſchon erkennen, daß nicht das tyranniſche
England die Rechte der kleinen Völker vertritt, ſondern
das „barbariſche‟ Deutſchland, vor dem man an der
Themſe in ſo kopfloſe Angſt geraten iſt.
Ein Blick in die Hetzwerkſtatt
der engliſchen Preſſe.
** Das verderbliche Treiben der Londoner
Blätter, die ſich die ſyſtematiſche Verhetzung des
eng=
liſchen Volkes zur Aufgabe gemacht haben, beleuchtet ſehr
ſcharf der Brief eines Holländers, des Londoner
Bericht=
erſtatters vom Nieuwe Rotterdamſche Courant. Der Brief
iſt bereits am 16. Oktober abgeſandt worden, aber die
eng=
liſche Zenſur hat 14 Tage der Ueberlegung gebraucht, ehe
ſie ſich entſchließen konnte, ihn zur Beförderung frei zu
geben. Man begreift es, daß der engliſche Zenſor nicht
angenehm berührt war, als er die folgenden
Ausführun=
gen las: Das Anſehen der Times iſt durch den Krieg noch
geſtiegen. Mit ſeinen Satteliten Daily Mail und Evening
News bildet das Blatt eine gewaltige Macht im Lande.
Niemand kann behaupten, daß ſie davon guten Gebrauch
mache. Der jetzt von ihr in Bewegung geſetzten Hetze folgte
ich von Anfang an mit Ekel. Es iſt das mutwillige
An=
fachen von Spionenfurcht. Man ſoll nicht etwa denken,
daß die Times ſich ſelbſt darauf verlegt. Sie ſteuerte
zu=
erſt die leichte Reiterei voran — diesmal die Evening
News — um das Terrain aufzuklären.
Bereits zu Beginn des Krieges unternahm das
Abendblatt ſolch eine ſorgfältige Sondierung, die jedoch
erfolglos verlief. Das Publikum war offenbar noch zu
nüchtern. Aber der nationale Haß, der im Auguſt
ſchlum=
merte, iſt durch die zweieinhalb Kriegsmonate wacker
ge=
ſchürt worden. Es herrſchte jetzt Verbitterung genug, um
einen Feldzug gegen die „Spione” zu führen, zumal
wenn er mit der ungewöhnlichen Geſchicklichkeit, über die
die Blätter Lord Northeliffes verfügen, geführt wird.
Einige Tage nach dem heftigen Geſtichel der Evening
News hatten wir eines Morgens den erſten Schuß aus
dem ſchweren Geſchütz der Times. Es war eine
Andeu=
tung, verloren inmitten eines langen Leitartikels. Am
Abend prangte ſie dann mit fetten Lettern, ins rechte Licht
durch Randbemerkungen gerückt, in der Evening News.
Was war denn eigentlich vorgefallen? Der Angriff galt
den deutſchen Kellnern. Man weiß, daß die Londoner
Hotels und Gaſthöfe voll von ihnen ſind. Sie zählen
gegenwärtig noch etwa 2000. Die meiſten großen Hotels
befinden ſich ſogar in deutſchem oder öſterreichiſchem
Be=
ſitz. Die Evening News will uns nun glauben machen,
daß all die „feindlichen Fremdlinge” unter uns ebenſo
viele Spione ſind. Und ſie hat die Sache offenbar gut
ſtudiert. Jeden Abend kommt ſie mit einem Bündelchen
neuer Entdeckungen. Sie will das Recht zunächſt ſelbſt
ausüben, d. h. kein Lynchgericht, aber Boykott, droht mit
einer Liſte ſämtlicher Hotels, die deutſches Perſonal halten
und konnte von dieſer Treibjagd ſogar Erfolg melden.
Das Savoy=Hotel und verſchiedene andere haben nämlich
ihr ganzes deutſches und öſterreichiſches Perſonal
entlaſ=
ſen. Doch leuchtete die Spionagegefahr, wie die Evening
News ſie tagtäglich vorzuſtellen ſuchte, nicht ganz ein. Den
Offizieren ſollten Geheimpapiere geſtohlen, Geſpräche
be=
lauſcht worden ſein. Es wurde ſogar angeführt, daß
deutſche Hotels entgegen der Polizeiverordnung des
Abends erleuchtet — ſogar bis in leerſtehende Zimmer
erleuchtet ſeien! Natürlich ſind es Hotels, von denen man
nicht weiß, wie ſie beſtehen können ohne Unterſtützung der
deutſchen Regierung! Man hat auch bemerkt, daß ſie auf
allerhand verdächtigen Plätzen liegen; an Stellen, wo
viele Offiziere vorüberkommen uſw. Bei dergleichen
leeren Verdächtigungen aber bleibt es. Die engliſche
Re=
gierung hat im Bemühen, die Panik zu beſchwichtigen,
eine Erklärung über ihre Tätigkeit in dieſer Hinſicht
ab=
gegeben. Danach ſollen in der erſten Zeit nach dem
Kriegsausbruch etwa 200 dem beſonderen Sicherheitsdienſt
bekannte Spione gefangen geſetzt worden ſein, und damit
wäre die Organiſation zerſprengt. Dieſe Beruhigung
ſeitens der Behörde richtete jedoch mehr Böſes als Gutes
an. Die Angabe, daß Deutſchland tatſächlich einen
Spio=
nagedienſt unterhalten habe, traf das Publikum mehr als
die Verſicherung, daß dieſer unſchädlich gemacht ſei. Die
Evening News bezeichnete daraufhin eine ganze Gruppe
von Schlachtopfern. Und wenn ſie nicht Spione ſind, ſo
führte das Blatt aus, „feindliche Fremdlinge” ſind ſie
jedenfalls. Damit tiſcht es regelmäßig die dümmſten
Ge=
ſchichten auf über das Tun und Laſſen von „Karl und
Fritz”. Sie graulten, heißt es, ihre engliſchen Kameraden
weg. Deutſche Hoteldirektoren hätten ſelbſt den Mut
ge=
habt, bei Kriegsbeginn ihr engliſches Perſonal zu
ent=
laſſen. Sie freuten ſich unmäßig und lärmend über
deut=
ſche Siege und gäben dadurch engliſchen Offizieren und
anderen Gäſten Aergernis. Sie radebrechten „des Königs
Engliſch” . . . Wenn ſich das Volk zunächſt auch noch
ziemlich frei von dieſen Einflüſterungen hielt, und eine
Anzahl großer engliſcher Blätter es vermied, die in
Eng=
land lebenden Deutſchen zu beſchimpfen, ſogar mit
Nach=
druck mehr Zurückhaltung empfahl, ſo zeigt ein weiterer
Brief desſelben Berichterſtatters vom 29. Oktober, daß in
etzter Zeit ein entſchiedener Umſchwung eingetreten iſt.
„Die Blätter rühmen jetzt ihren Erfolg” ſchreibt der
Hol=
länder, „und es iſt in der Tat merkwürdig, welchen
Ein=
fluß ſie neuerdings auf einen Teil des Publikums zu
haben ſcheinen. Wenn man lieſt, was ſeine Volksblätter
ihm als tägliche Koſt vorſetzen dürfen, dann wundert man
ſich eher darüber, daß es noch ſo viel kaltes Blut
be=
wahrt.”
Das tollſte Vorbild bilden die großen Plakate, die die
Daily Mail überall angeſchlagen hat und von denen jeder
angeſpornt wird, ſich gewiſſenhaft zu fragen, ob er unter
ſeinen Bekannten jemand hat, der ein verkappter Deutſcher
ſein könnte, und dieſen, ſelbſt wenn es ſein beſter Freund
ſei, unerbittlich anzugeben. John Bull, deſſen
Haupt=
redakteur der bekannte Horatio Bottomley iſt, iſt ein
Wochenblatt, das ſtets in der Richtung bläſt, die im
Augen=
blick die Oberhand hat. Es zeigt ſich nun hie und da in
London mit ſchauderhaften Schilderungen. Es belegt
gegenwärtig am Strand ſicher 60 bis 70 Meter und
ver=
kündet: „Write to John Bull about it!‟ Dies Blatt iſt
der Meinung, daß die Zeit für falſche Gutmütigkeit
vor=
ber ſei. Wenn die Deutſchen aufs neue Bomben auf
unbeſchützte Städte fallen laſſen, dann ſoll man für jeden
Bürger, der dabei ſein Leben einbüßt, einen
Deut=
ſchen töten. „Kein falſches Zartgefühl; nehmt ſie in
alpha=
betiſcher Reihenfolge.” . . . Weiter kann die Verhetzung
nun freilich nicht mehr gehen. . .
Aber wo bleiht in Deutſchland die Vergeltung?
Nummer 306.
Seite. 3.
Darmſtätder Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
China rüſtet ſich.
* Wien, 4. Okt. (Ctr. Bln.) Wie die
Koreſpon=
denz Rundſchau meldet, hat der Verband der chineſiſchen
Studenten in Peking einen Aufruf veröffentlicht, in
dem es heißt: „Die Japaner und Ruſſen haben
ſich verbündet. Die Koſten dieſer unnatürlichen Allianz
wird ſchließlich China bezahlen müſſen, das von dieſen
beiden Reichen in unerhörter Weiſe provoziert wird. Die
Japaner mobiliſierten in der Mandſchurei drei
Diviſio=
nen, die Ruſſen konzentrieren Truppen nach Wladiwoſtok,
die Briten verſtärken ihre Garniſonen in Hongkong, die
Franzoſen vermehren ihre militäriſchen Kräfte an der
Grenze gegen Juenan und Kuangi. Wir wiſſen alſo,
wo in Europa unſere Feinde zu ſuchen ſind. Studenten,
Arbeiter, Kaufleute Chinas, übt euch im Gebrauch der
Waffen, rüſtet euch, das Befreiungswerk zu
beginnen. Der große europäiſche Krieg ſchafft uns
eine Reihe natürlicher, unſchätzbarer Bundesgenoſſen,
de=
ren Wohlwollen und Sympathie wir ſchon wiederholt
er=
proben konnten.”
Die Meldung beſagt weiter: Der
Landesvertei=
digungsrat in Peking hat eine Reihe militäriſcher
Maßnahmen verfügt, ſo die Formierung von 36
Divi=
ſionen. Aus dem Innern Chinas werden Truppenteile
an die Grenzgebiete gegen Rußland transportiert,
na=
mentlich nach Cicikar-Tſchetſchefu und Minſchanfu.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. November.
* Von der Landesuniverſität. Ihre Königl. Hoheit
die Großherzogin haben die Privatdozenten Dr. Kurt
Berliner und Dr. Arthur Weber in Gießen zu
außerordentlichen Profeſſoren bei der mediziniſchen
Fakultät der Landesuniverſität und den Privatdozenten
Lic. theol. Dr. phil. Freiherrn von Gall in Gießen
zum außerordentlichen Profeſſor bei der theologiſchen
Fakultät der Landesuniverſität ernannt.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert zum Leutnant
d. Reſ.: der Vizef. Jung (I Darmſtadt) des Pion.=Bat.
Nr. 16; zu Fähnrichen: die Unteroff. Block, Baur im Inf.=
Leib=Regt. Nr. 117, v. Hahn im Feldart.=Regt. Nr. 25;
zu Hauptleuten: die Oberleutnants Spamer (I
Darm=
ſtadt) Krug (Mainz) bei den Mun.=Kol. des 18.
Armee=
korps, der Oberleutnant a. D. Zimpel, zuletzt im Inf.=
Regt. Nr. 118; zu Oberleutnants: die Leutnants Meiſel
der Landw.=Feldart. 2. Aufgeb. (I Darmſtadt), jetzt bei
den Mun.=Kol. des 18. Armeekorps, Völſing d. Reſ.
des Inf.=Leib=Regts. Nr. 117 (I Darmſtadt); zu Leutnants
der Reſ.: die Vizewachtm. Thylmann (Hanau), Nau
(Mainz), Eber, Uppenborn, Fecher (I Darmſtadt)
bei den Mun.=Kol. des 18. Armeekorps, Stroh, Fähnr.
d. Reſ. des Inf.=Leib=Regts. Nr. 117, die Vizefeldwebel
Lion, Bruder, Jühling, Donath, Groß (Mainz),
des Inf.=Leib=Regts. Nr. 117.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Der U.=Veterinär
Paul Kuhl aus Bingen, im Feldart.=Regt. Nr. 25 (
vor=
her Einj.=Freiw. im Feldart.=Regt. Nr. 61) erhielt als
Auszeichnung für Tapferkeit vor dem Feinde die heſſiſche
Tapferkeitsmedaille ſowie das Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe.
Dem Unteroffizier Otto Strauch der 4. Komp. Inf.=
Re=
giments Nr. 115, Sohn des Herrn Rechnungsrats bei
Großh. Erbſchaftsſteueramt Heinrich Strauch, wurde für
tapferes Verhalten vor dem Feinde während des ganzen
Feldzuges ſowie für Eroberung von Geſchützen das
Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe verliehen; ferner erhielt das
Eiſerne Kreuz Ltn. Jäger, Sohn des verſtorbenen Herrn
Baurat Jäger.
g. Strafkammer I. Wegen gefährlicher
Kör=
perverletzung wurde geſtern von der Strafkammer
ein hieſiger unverheirateter Kupferſchmied zu 1 Jahr
Gefängnis verurteilt, abzüglich 3 Wochen der
Unter=
ſuchungshaft. Der Angeklagte verkehrte jahrelang in
einer befreundeten Familie. Die gute Freundſchaft
ging jedoch eines Tages in eine bittere Feindſchaft über,
und als die beiden Gatten wegen beiderſeitigen
Verſchul=
dens geſchieden wurden, verfolgte der geſchiedene Ehegatte
den früheren Freund überall hin und verlangte von
die=
ſem, er ſolle ſeine frühere Ehehälfte heiraten, wozu der
Angeklagte nicht im geringſten Luſt verſpürte. Er wurde
aber ſchließlich der fortwährenden Verfolgungen und
Be=
ſchimpfungen in Lokalen derart überdrüſſig, daß er in der
Nacht zum 11. September zum Revolver griff, als ihm der
frühere Freund eine nächtliche Szene vor ſeinem Hauſe
machte. Ein Schuß traf die Lunge, ein zweiter war ein
Streifſchuß. Die Verletzung iſt ohne nachteilige Folgen
gänzlich verheilt.
** Würdeloſes Verhalten einer deutſchen Frau.
Es iſt bekanntlich in verſchiedenen deutſchen Städten
vor=
gekommen, daß von „deutſchen Frauen”
franzöſi=
ſchen Kriegsgefangenen Genußmittel zugeſtellt
worden ſind. Ein ſolcher Fall hat ſich auch in
Darm=
ſtadt trotz wiederholten Warnungen ereignet, indem, wie
durch amtliche Unterſuchung feſtgeſtellt iſt, eine Frau
Rieſinger, Mauerſtraße 6, II, hier, einem
franzöſi=
ſchen Gefangenen Lebensmittel heimlich zugeſteckt
und das Unglaubliche fertig gebracht hat, ihm, den ſie
vorher gar nicht kannte, in einem Brief ihr und ihrer
Familie Bild mit folgender Widmung zuzuſenden:
Souvenir à vos amis fidéles.
** Schöne Bundesgenoſſen! Wie uns von
zuver=
läſſiger Seite mitgeteilt wird, hat ein reicher franzöſiſcher
Privatmann für die franzöſiſchen Gefangenen
in Heſſen eine namhafte Summe geſpendet mit der
ausdrücklichen Bitte: Nicht einen Sous für die
Engländer davon zu verwenden.
— Gaſtſpiel Robert Hutt. Dem Gaſtſpiel
Robert Hutt, zu dem der Kartenverkauf geſtern
be=
gonnen hat, wird allſeits regſtes Intereſſe
entgegen=
gebracht. Die wundervolle leichte Höhe des Sängers,
die bei einem deutſchen Tenor ganz ungewöhnlich iſt,
ſowie Spiel und Erſcheinung Hutts haben den jungen
Künſtler für ſeine hervorragende Karriere prädeſtiniert.
Neben dem Gaſt ſingt zum erſtenmal Mizi Marx die
Leonore, in den übrigen Partien ſind beſchäftigt die
Damen Feiſtle und Jacobs, ſowie die Herren Kleinböhl,
Schützendorf und Semper.
* Konzert Wilhelm Backhaus. Anläßlich des am 9.
November zu wohltätigen Zwecken ſtattfindenden
Back=
hauskonzertes wird es vielfachem Intereſſe
be=
gegnen, daß Herr Kunſtmaler Hanns Pellar ein kürz
lich angefertigtes Porträt des Tonkünſtlers der
Hof=
buchhandlung Bergſtraeßer auf einige Tage zur
Ausſtel=
lung überlaſſen hat.
* Martinsgemeinde. Am nächſten Sonntag, den
8. November, abends 8 Uhr, findet im Gemeindehaus,
Mollerſtraße 23, ein Vaterländiſcher
Gemeinde=
abend ſtatt, bei welchem der Vorſitzende der
Martins=
gemeinde, Hr. Pfr. D. Waitz, einen Vortrag halten wird
über „Erlebniſſe unſerer Krieger im Felde” auf Grund
brief=
licher Mitteilungen. Die gleiche Veranſtaltung findet, um
allen Gemeindegliedern den Beſuch derſelben zu
ermög=
lichen, am Sonntag, den 15. November, noch einmal ſtatt.
Eintrittskarten (für Sonntag, den 8. November, weiße
und für Sonntag, den 15. November, rote Karten) und
Programme ſind bei den Helferinnen des
Frauen=
vereins, ſowie bei den Kirchendienern zu haben. Der
Eintritt (nur für Erwachſene) iſt frei.
Vortrag. Zu dem Vortrage, den Herr
Stadt=
verordneter Dr.=Ing. Heyd am nächſten Dienstag, den
10. d. Mts., abends 8 Uhr, im Saale der Turnhalle am
Woogsplatz über „Geſchautes und Erlebtes während des
Kriegs in Belgien, in Oſtpreußen und an der ruſſiſchen
Grenze” halten wird, ſind Eintrittskarten (vorbehaltene
Plätze im Saal und auf der Empore zu 1 Mark und die
übrigen Plätze im Saal und auf der Empore zu 50 Pfg.,
im Vorverkauf von Samstag, den 7. d. Mts. ab, durch
das Verkehrsbureau erhältlich. Die Einnahmen aus
der Veranſtaltung ſind zur Anſchaffung von warmer
Unterkleidung für die Mannſchaften unſerer beiden
Artillerie=Regimenter Nr. 25 und 61 beſtimmt.
* Sprechſtunden für Militär in der Städt.
Schulzahn=
klinik, Waldſtraße 21. Wochentags 5—7 Uhr, Samstags
4—6 Uhr. Seit 15. Oktober werden für die Dauer des
Krieges Sprechſtunden für Verwundete oder ins Feld
ziehende Soldaten abgehalten. Vom 15. bis 31. Oktober
betrug die Anzahl der Konſultationen 125.
* Städtiſche Schulzahnklinik, Waldſtraße 21.
Sprech=
ſtunden: 9—12, 2—5 Uhr, Samstags: 9—12, 2—4 Uhr. Im
Monat Oktober 1914 wurden behandelt 391 Kinder (221
Mädchen, 170 Knaben) mit 580 Konſultationen. Gefüllt
wurden 371 Zähne, ausgezogen wurden 433 Zähne (325
Milchzähne, 108 bleibende Zähne). Zahl der Tage, an
denen Sprechſtunden abgehalten wurden: 21.
— Die Gewinnliſte der Geld=Lotterie zum
Beſten des Prinz Heinrich=Fluges 1914 liegt
in unſerer Geſchäftsſtelle zur Einſichtnahme auf.
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Im Monat
Oktober wurde die Leſehalle im ganzen von 3760 Perſonen
beſucht (im Oktober 1913: 3735), durchſchnittlich an jedem
Tag 121 Beſucher. Aus der Bücherhalle nach Hauſe entliehen
wurden im ganzen 9313 Bände (1913: 10189), darunter
4428 wiſſenſchaftliche und belehrende Werke. Die Zahl
der ſeit dem 1. April d. Js. neu eingeſchriebenen Leſer
ſtieg auf: 2808. An Büchergeſchenken gingen in dieſem
Monat weiter ein: von Herrn Photograph Brückner 5 Bde.,
Herrn Uhrmacher Karl 1 Jahrg. Zeitſchr., von Herrn F
Kraft 1 Bd., von Herrn Kunſtmaler Mangold 4 Bde.,
von Frl. E. Menges 5 Bde., von Herrn Geh. Schulrat
Münch 2 Bde., von Herrn Prof. R. Meyer, Braunſchweig,
ein von ihm hersg. Werk, von Frau Pfarrer Noack 4 Bde.,
von Frau Exzellenz Rothe 5 Jahrg. Zeitſchr., von Herrn
Eiſenbahninſpektor Scheyrer 1 Bd., von Herrn Hoflieferant
Schweisgut 2 Jahrg. Zeitſchr. von Frau Oberleutnant
Steinhäuſer 1 Bd., von Ungenannt 4 Bde. Allen Gebern
herzlichen Dank! Weitere Schenkungen von Büchern,
ſo=
weit ſolche nicht veraltet ſind, jederzeit willkommen.
Kriegsgericht.
g. Wegen unerlaubter Entfernung vor
dem Feinde hatte ſich geſtern der in Poſen zur
Muni=
tionskolonne ausgehobene Trainfahrer Johann
Fellen=
berg aus Pleſchen vor dem Kriegsgericht zu
verantwor=
ten. Er wurde am 17. September von dem Feldhüter
und Polizeidiener von Dietzenbach in feldmarſchmäßiger
Ausrüſtung auf einem Feldwege angetroffen. Auf deſſen
Frage gab er an, er ſei bei Longwy im Gefecht von der
Truppe abgekommen, als er Waſſer holen wollte. Er
habe ſich dann drei Wochen planlos umhergetrieben und
habe unterwegs in Scheunen genächtigt. Er wolle ſich
nach Frankfurt begeben. Da dem Polizeidiener die An
gaben des Angeklagten verdächtig vorkamen, nahm er ihn
in Schutzhaft. Das Gericht verurteilte den Angeklagten
wegen unerlaubter Entfernung im Felde zu 1 Jahr
Ge=
fängnis; er erkannte das Urteil an.
Der 24jährige Gardiſt Wilhelm Hübner von hier,
der als Erſatzreſerviſt beim Erſatzbataillon 115
eingezo=
gen wurde, hatte am 13. Oktober bemerkt, wie der
Gar=
diſt Schroth in der Kaſerne nach dem Waſchen ſeinen
Bruſtbeutet, in dem ſich 5 Mark befanden, am Bett
hän=
gen ließ. Er eignete ſich die 5 Mark an, den Bruſtbeutel
warf er fort. Bei dem Diebſtahl war er beobachtet
wor=
den. Nach längerem Leugnen geſtand er dann den
Dieb=
ſtahl ein und gab das Geld heraus. Er wurde geſtern
vom Kriegsgericht wegen Kameradendiebſtahls zu 43
Tagen Gefängnis verurteilt.
Der 1892 zu Sonnenberg b. Wiesbaden geborene
Musketier Friedrich Pfeiffer, der mit dem
Erſatzba=
taillon 116 am 28. Auguſt ins Feld rückte, hatte ſich
we=
gen Fundunterſchlagung zu verantworten. Er war von
ſeiner Truppe bei Sedan abgekommen und auf dem
Wege dahin fand er zwiſchen Sedan und Vouziers in
einem kleinen Orte unter einem Haufen Wäſche vor
einem zerſtörten Hauſe ein Paar Damen= und
Kinder=
ſchuhe, die er ſich aneignete. Der Anklagevertreter
beantragte gegen ihn wegen Fundunterſchlagung 1
Mo=
nat Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 3 Tage
Ge=
fängnis, da dem Angeklagten die Gegenſtände nicht in
dienſtlicher Eigenſchaft zugänglich waren. Derſelbe
An=
geklagte hatte ſich auch wegen Fahnenflucht zu
ver=
antworten. Seit 16. Oktober 1913 diente er beim
In=
fanterie=Regiment 116 in Gießen. Am 11. Juli ds. Js
hatte er Urlaub nach der Heimat gehabt und den
Ur=
laub überſchritten. Aus Angſt vor der Strafe entfernte
er ſich, lief bis nach Freiburg und fuhr dann nach
Mar=
ſeille, um dort Arbeit zu nehmen. Da ſah er am 1.
Auguſt die Leute vor Depeſchen ſtehen. Ein Landsmann
ſagte ihm, daß Deutſchland mobil mache. Da erwachte
in ihm die Vaterlandsliebe und er begab ſich ſofort auf
die Reiſe nach der Heimat. In Belfort wurde er
feſt=
genommen. Am 10. Auguſt ſtieg er jedoch über und ging
durch; er wurde verfolgt von einer Patrouille. Doch
durch das Feuern mit einem Revolver, den er ſich in
Baſel gekauft hatte, zwang er, von ihm abzulaſſen. Bei
Markirch überſchritt er die Grenze, wo er dem deutſchen
Militärkommando ſogar wichtige Angaben über
franzö=
ſiſche Truppentransporte machen konnte. Da es ſich um
Fahnenflucht im Frieden handelt, fällt ſein Vergehen
unter die vom Kaiſer erlaſſene Amneſtie, doch muß
vor=
her erſt die Aburteilung erfolgen. Das Gericht erkannte
auf 3 Monate Gefäng nis. Er kommt ſofort
wie=
der ins Feld.
Der 1892 zu Mainz=Kaſtel geborene Musketier Franz
Chriſt vom Infanterie=Regiment 168 wurde am 28.
Auguſt bei Sedan durch einen Schuß in den Arm
verwun=
det und nach der Heimat zurücktransportiert. Am 9.
Sep=
tember wurde er aus dem Militärlazarett als geheilt
entlaſſen und ihm der Befehl erteilt, ſich bei ſeinem
Erſatz=
truppenteil in Offenbach zu melden. Statt deſſen
ging=
er nach Hauſe und wurde dort einen Monat ſpäter, am
9. Oktober, verhaftet. Er gibt zu ſeiner Entſchuldigung
an, daß er ſeinen Arm noch nicht gebrauchen konnte, auch
ſei ihm kein Befehl erteilt worden. Man habe ihm nur
einen Militärfahrſchein nach Offenbach gegeben. Er wird
wegen Nichtbefolgung eines Befehls und
unerlaubter Entfernung zu 3 Monaten
Ge=
fängnis, abzüglich 3 Wochen der Unterſuchungshaft,
verurteilt.
Aus Feldpoſtbriefen.
Liebe Mutter und Tante! Nach 34 Stunden
Eiſen=
bahnfahrt und 3 Stunden Marſch ſind wir geſtern abend
endlich hier in Nordfrankreich gelandet. Welch herrliche
Fahrt durch das herbſtlich gefärbte Belgierland. Blühende
Landſchaften, unberührt vom Krieg, überall ſtolze
Rinder=
herden. Und dann wechſelt das Bild; die Spuren des
Krieges zeigen ſich immer deutlicher. Zuerſt ein einſames
Reitergrab neben der Bahn. Treue Kameraden haben es
mit einem Chriſtbäumchen mit dem Fähnlein des
Ge=
fallenen an der Spitze geſchmückt. Und dann kommen die
traurigen Stätten, wo ruchloſe Mörder deutſche
Helden=
ſöhne meuchlings niederſchoſſen. Natürlich blieb die Strafe
nicht aus. Kalt ragen die geſchwärzten Mauern gen
Him=
mel, das Elend ſchaut aus den angerußten Fenſterhöhlen
wie aus großen, tränenleeren Augen. Hin und wieder
eine einſame Frau im Garten hinter dem verlaſſenen
Hauſe, die das letzte Brauchbare aberntet und bei jedem
Geräuſche verängſtigt aufblickt. Ganze Fabriken, mächtige
Gebäude, die vollſtändig ausgebrannt ſind, dann wieder
ausgeſtopfte Franzoſen und Belgier, die, an einer Schnur
gezogen, die deutſche Flagge ſchwingen, das ſind Witze des
famoſen Münchener Landſturmes, der die Bahnſtrecke
be=
wacht. So wechſeln ernſte und heitere Bilder wie im
Kino miteinander ab und ermüden zuletzt. So geht es
über die franzöſiſche Grenze nach V und von da in
der Richtung nach L Wir halten jetzt mehr als
wir fahren. Endlich kommen wir nach O ..., das iſt
die Geſellſchaft, die kürzlich das deutſche Lazarett
nieder=
brannte und die Verwundeten verſtümmelte. Ueber die
Hälfte des ziemlich großen Ortes iſt zerſtört. Einmal
ganze Straßenzüge, dann wieder in vollſtändig erhaltenen
Straßen hie und da ein einzeln zerſtörtes Haus, andere
mit der Aufſchrift: „Gute Leute! Schonen!” und noch
weiter. Hier werden wir ausgeladen. Gleich am
Bahn=
hofe laſſen wir ein Reſervepferd zurück, das am Verenden
iſt. Nun begeben wir uns auf den Marſch, 3¼ Stunden
in ſtichdunkler Nacht im Feindesland. Binnen 2 Stunden
ſitzen auf jedem Fuhrwerk 3—4 Abmächer —
Schlapp=
macher. So kommen wir hier in F. . . . . an. In
Scheuern ſuchen wir uns Quartiere, die Leute wollen uns
erſt nicht öffnen. Dann ſuchen wir zu Fünft Holz mit
um=
gehängtem Gewehr und zünden bei unſerem Wagen auf
einem Rübenacker ein Feuer ein, kochen Kaffee und
blei=
ben bis ein Viertel nach 2 Uhr nachts am Feuer liegen.
Schließlich ſchlafen wir bei unſeren Pferden im Stroh.
Heute werden wir ziemlich Ruhe haben.
Meine Lieben! Obwohl todmüde und an allen
Glie=
dern wie zerſchlagen, will ich Euch doch nicht ohne Nach
richt laſſen. Fünf Nächte haben wir jetzt in
Schützen=
gräben gelegen und gar nicht geſchlafen; am Tage, wenn
kein feindlicher Flieger kam, wurden Laufgräben und
Schützengräben ausgehoben, nachts natürlich erſt recht.
Ich hatte das Glück, da mein Bataillonskommandeur ſehr
großes Vertrauen in mich ſetzt, zwei Nächte hintereinander
nit 8 Mann als Vorpoſten aufzuziehen. Was das
be=
deutet, kann nur einer begreifen, der es mitgemacht hat.
Erſtens ſtelle ich meinen Vorpoſten aus, dann wird nach
rechts und links Patrouille ausgeſchickt, um Fühlung mit
en nebenliegenden Truppen herzuſtellen; ich muß dauernd
kontrollieren und ſoweit wie möglich vorpirſchen. Man
nimmt ſich natürlich immer noch 2—3 ſchlaue Kerle mit.
Schießen laſſe ich meine Leute nicht (weil ſonſt unſere
Truppen mobil werden). Aber laufen ſollt Ihr die Wui=
Wuis ſehen, wenn unſere Bajonette blitzen. An das
Schießen hat man ſich ſchon ſo gewöhnt, daß man ſich
nichts daraus macht. Wir ſparen unſere Patronen, doch
packt einen die Wut, wenn dauernd die Geſchoſſe um die
Ohren ſauſen. Von Dienstag auf Mittwoch dieſer
Woche hatte ich mit meinen 8 Mann das Totenhemd an.
Wir hatten gerade Vorpoſten bezogen und ich ließ die
Ab=
löſung Deckung aufwerfen (alles geräuſchlos) in ſchwerem
ſteinigen Lehmboden (Kunſtſtück), als wir Granatfeuer
er=
ielten. Im Umkreiſe von 10 Metern ſchlugen 7 Gra=
naten ein, zwei gingen ſo dicht über mich hinweg, daß ich
die Hitze über mir ſpürte und glaubte, verwundet zu ſein,
und dieſe beiden Geſchoſſe ſind, Gott ſei gedankt, nicht
kre=
piert, ſonſt wären wir alle tot. War dies nicht Gottes
Fügung? Ich danke aber auch aus tiefſter Seele. Hier
wird man ſeinem Herrgott wieder nahegebracht und es
iſt auch ſchöner ſo. Wie iſt ein Feldgottesdienſt ſo feierlich,
und welche Wahrheit behält das alte Lied: „Ich hatt
einen Kameraden”, und die Strophe: „Kann dir die Hand
nicht geben” erlangt ihre Bedeutung dadurch, daß abends
beim Appell leider zu viele fehlen. Unſer Bataillon hat
ſich den Namen „Sturmbataillon” erworben. Geſchoſſen
haben wir wenig, aber umſo feſter geſtürmt. Heute und
vielleicht auch morgen haben wir Ruhetag. Was heißt
aber militäriſcher Ruhetag? Appell, Appell und wieder
Appell! Hoffentlich nimmt dieſes ſchreckliche
Völkermor=
den bald ein gutes Ende für uns ich hoffe doch, wenn
mich unſer Herrgott weiterhin beſchützt, vor Weihnachten
zu Hauſe zu ſein. Für mich iſt es das Traurigſte, daß ich
von Euch rein gar nichts gehört habe; habe dieſe Woche
im heftigſten Feuer Euch eine Karte geſchrieben und darauf
angegeben, was Ihr mir des öfteren ſchicken ſollt, wenn’s
Euch natürlich nicht zu viel Mühe macht.
Hier wurde ich im Schreiben geſtört. Am Anfang
dieſer Zeilen ſchrieb ich von 1—2 Ruhetagen, ſoeben kommt
Befehl, daß wir um 3 Uhr heute nacht abrücken und um
4 Uhr wieder an die Schützengräben rücken. Und jetzt,
meine Lieben, eine für mich herzerhebende Freude, und
Euch wird es auch freuen. Soeben bekam ich vor
ver=
ſammeltem Bataillon und ſämtlichen Offizieren für
Tap=
ferkeit vor dem Feinde „das Eiſerne Kreuz” verliehen
Hurra mit Gott für König und Vaterland! Zugleich habe
ich von meiner 6. Kompagnie den 3. Zug als Zugführer
bekommen, alſo für einen deutſchen Soldaten eine große
Ehre. Als Kind ſchon betrachtete ich das Eiſerne Kreuz
als ſchönſte und höchſte Anerkennung. Freut es Euch
auch? Betet auch für mich, daß wir uns recht bald
wieder=
ſehen.
L. 8.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
Nummer 306.
Der 1880 zu Inſterburg geborene Wilhelm
Blaud=
zun, der ſchon vielfach vorbeſtraft iſt und ſich zuletzt im
Arbeitshaus Dieburg befand, wurde am 4. Auguſt zum
Erſ.=Batl. 115 eingezogen, hat ſich aber bereits am
näch=
ſten Tage von ſeinem Truppenteil entfernt. Einem
Buchbinder erzählte er, er ſei eingezogen, den
Quartier=
ſchein werde er ſpäter bringen, wodurch er mehrere Tage
Quartier erhielt. Ferner ſoll er ſeine Militärſtiefel
ver=
kauft haben. Das Gericht verurteilte den Angeklagten
wegen Fahnenflucht, Rückfallbetrugs und Unterſchlagung
zu 2 Jahren Gefängnis und 3 Jahren Ehrverluſt
ſowie zur Verſetzung in die zweite Klaſſe des
Soldaten=
ſtandes.
Das Kreuz=Pfennig=Syſtem.
Die Sammelbüchſen des Roten Kreuzes ſollen durch
das ſogenannte Kreuz=Pfennigſyſtem erſetzt werden. Einer
Ausſprache hierüber war eine Verſammlung gewidmet, die
geſtern abend im Saale des Muſikvereins ſtattfand. Herr
Hirektor Chiger=Berlin hielt einen einleitenden
Vor=
rrag, „damit die Kinderkrankheiten bei Einführung gleich
überwunden ſind‟ Das Sammelbüchſenſyſtem
hat große Unzuträglichkeiten mit ſich geführt. Dazu kommt,
daß die ſtehenden Sammelbüchſen ſtumm ſind. Die
Gebe=
freudigkeit iſt wohl da, aber nicht in dem Maße, wie in
den erſten Tagen der Mobilmachung. Wir müſſen alſo
zum Geben auffordern. So näherte man ſich im
Zentralkomitee des Roten Kreuzes (Berlin) der in
Oeſterreich für die Sammeltätigkeit beſtehenden Idee. Dorr
befinden ſich auf den Rechnungen der Reſtaurants uſw.
Vordrucke über die an das Rote Kreuz abzuführenden
Pfennige. Das Zentralkomitee vertritt aber die
Auffaſ=
ſung, weder Arbeitgeber, noch Arbeitnehmer finanziell
zu belaſten. Die Arbeitnehmer nämlich wieſen mit Recht
darauf hin, daß beim öſterreichiſchen Muſter die Kellner
den Schaden hätten. Z. B. es hat jemand eine Zeche von
3,60 Mk. zu bezahlen; er wird dieſe mit 4 Mk. begleichen,
auch wenn ſie durch die 5 Pfg. für das Rote Kreuz auf
3,65 Mk. erhöht iſt. In Wirklichkeit hat alſo dann der
Kellner die 5 Pfg. bezahlt. So iſt man in Berlin zum
Kreuz=Pfennigſyſtem mit den Marken gekommen.
Da wird vom Verkäufer oder Kellner nach Berichtigung
der Schuld nur gefragt, ob eine 5 oder 10 Pfennigmarke
auf die Rechnung geklebt werden ſoll. Auch die
Feld=
poſtbriefe, die unentgeltlich abgeſchickt werden, dürften
ſicherlich von Vielen, die das können, im Intereſſe der
guten Sache mit ſolchen Marken des Roten Kreuzes
be=
dacht werden. Es haben jetzt ſchon mehr als 60
Ver=
bände ihr Einverſtändnis ausgeſprochen. Der Verſchleiß
der Markenbogen und=Heftchen erfolgt durch die einzelnen
Korporationen. Die Vereine haben ſchon jetzt recht
be=
trächtliche Markenumſätze; ſo Berlin weit über 100000 Mk.,
Dresden 80000 Mk., Hannover 90000 Mk., Kaſſel 18000
Mark, Frankfurt a. M. 36000 Mk., Wiesbaden 18000 Mk.
Wenn die Sache Erfolg haben ſoll, dann müſſen ſich die
Mitglieder der Verbände der Mühe unterziehen und die
Marken offerieren. Es muß alſo das Publikum durch das
Publikum animiert werden.
An den Vortrag ſchloß ſich eine lebhafte
Aus=
ſprache. Auf Fragen des Herrn Miniſterialrates Dr.
Weber erwiderte der Vortragende, daß der
Marken=
abſatz je zur Hälfte auf das Zentralkomitee und die
Lan=
desvereine verteilt werden ſoll, denn durch das
Landes=
komitee muß ein Ausgleich geſchaffen werden zugunſten der
weniger gutſituierten Landesteile. Der Verband der
Warenhäuſer Deutſchlands, der jetzt ſchon die Marken
ver=
ſchleißt, gibt dem Zentralkomitee eine genaue Aufſtellung,
wieviel in den einzelnen Städten von ſeinen Mitgliedern
abgeſetzt worden ſind, ſodaß alſo an dieſe Städte die ihnen
zuſtehende Hälfte durch das Zentralkomitee abgeführt
wird. Herr Bäckermeiſter Finger verwies auf die jetzt
bereits beträchtliche Höhe vieler Konſumwaren. Da dürfe
man die kleinen Leute nicht noch weiter belaſten. Es gibt
Kreiſe, die für das Rote Kreuz viel mehr leiſten könnten.
Herr Direktor Chiger klärte auf, daß ja nicht die
Ge=
ſchäftsleute die 5 Pfennigmarke tragen ſollten, ſondern der
Käufer. Und der iſt nicht einmal dazu gezwungen. Aber
wer ſich darüber aufhält, ſollte ſich doch einmal fragen,
wie=
viel Prozent an Wehrſteuer das ergibt, was er ſo an
Lie=
besgaben entrichtet! Was die Unkoſten anlangt, ſo ſind
dieſe für die Marken ganz gering und werden von der
Zentrale in Berlin getragen. Wie die Landesvereine ihren
Teil des Markenertrags verteilen, iſt ihre Sache; es iſt
aber wünſchenswert, daß den Ortsvereinen recht viel
da=
von überlaſſen wird. Die letzteren müſſen die Marken
heim hieſigen Bezirksausſchuß, der für das
Großherzog=
tum innerhalb des Landesvereines gebildet iſt, beſtellen.
Verſand und Verrechnung beſorgt die Darmſtädter Bank.
Der Vorſitzende, Herr Stockhauſen, bemerkte noch, daß
ſich an den Bezirksausſchuß die Vertreter der
wirtſchaft=
lichen Verbände angliedern ſollen, die in ihren Verbänden
dieſe Intereſſen wahren wollen. Herr Kreisrat v. Hahn=
Heppenheim konſtatierte, daß die Arbeit auf dem flachen
Lande, wo ſolche wirtſchaftlichen Verbände fehlen, doch
mehr den einzelnen Zweigvereinen zufallen wird, die es
ſich dann müſſen angelegen ſein laſſen, wie und wo ſie
Hilfstruppen für dieſe Tätigkeit bekommen können. Auf
weitere Anfragen erwiderte der Vorſitzende, daß man im
Vorſtand noch keine Entſchließung gefaßt habe über die
Verteilung des Markenertrages. Ein Vertreter des
Kreis=
vereines Mainz wandte ein, daß ſie ſich die Zuſtimmung
vorbehalten und erſt die präziſen Vorſchläge vom
Vor=
ſtande des Landesvereines vom Roten Kreuz abwarten
müßten. Damit ſchloß die Verſammlung.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Reſidenz=Theater am Weißen Turm. Es
ſei an dieſer Stelle nochmals darauf aufmerkſam gemacht,
daß heute der intereſſanteſte bis jetzt erſchienene
kinemato=
graphiſche Kriegsbericht, die Beſchießung
Antwer=
pens und unſere großen Geſchütze in Tätigkeit,
vorge=
führt wird. Das erſtklaſſig zuſammengeſtellte
Beipro=
gramm, mit den beiden Schlagern „Gendarm Möbius”
und „Des Inders Zaubermacht” ſorgen für angenehme
Abwechſelung und Unterhaltung. Unſtreitig der allerbeſte
Film in dieſer Saiſon kommt ab morgen zur
Vorfüh=
rung: „Das geheimnisvolle T.”, nordiſcher Kunſtfilm in6
Akten. Ueber den Inhalt ſei jetzt nur das eine verraten:
Man komme, ſehe und ſtaune! Ueber die Anfangszeiten der
Vorſtellungen ſiehe Anzeige.
k. Sandbach, 5. Nov. (Feuer.) Geſtern abend
wurde die Kriegsgebetſtunde durch Feueralarm
unter=
brochen. Die Oekonomiegebäude in der benachbarten
Hornsmühle ſtanden in Flammen. Dem kräftigen
Ein=
greifen der Wehren von Sandbach und Neuſtadt gelang
es, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken und das
ſtattliche Wohnhaus und die Spatmühle zu retten.
Nauheim, 5. Nov. (
Wohltätigkeitskon=
zert.) Der Eiſenbahnverein für Nauheim und Umgegend
veranſtaltet am Samstag im Saalbau Dammel ein
grö=
ßeres Wohltätigkeitskonzert zum Beſten der
Kriegsfür=
ſorge unter Mitwirkung von Frl. Schließmann aus
Mainz und der Herren Kopp, Lohries und Grünmayer.
Gießen, 5. Nov. (Zur Anlage eines
akade=
miſchen Turn= Sport= und Spielplatzes)
hat, wie wir kürzlich ſchon berichteten, die Stadt der
Uni=
verſität zu einem billigen Preiſe 35000 Quadratmeter
Gelände überlaſſen. Der Univerſität ſind nun von einem
Gönner für den Erwerb und die Herſtellung des Platzes
50000 Mark geſchenkt worden.
Gießen, 5. Nov. (Ein Proteſt der Stadt
Gießen.) Bei den Landtagsverhandlungen über den
Ankauf der Solms=Braunfelsſchen Gruben und die
Er=
weiterung des ſtaatlichen Kraftwerks in
Wölfers=
heim ſpielte bekanntlich die Frage der Verſorgung
Oberheſſens mit elektriſcher Kraft eine große
Rolle. Von allen Seiten wurde damals betont, daß es
ſich nicht empfehle, eine Privatgeſellſchaft zu dieſem Zweck
heranzuziehen, daß man vielmehr der Errichtung eines
Zweckverbandes unter Ausſchluß der Privatinduſtrie
näher treten ſolle. In dieſem Sinne ſprachen ſich nicht
nur in Reſolutionen beide Ständekammern, ſondern auch
Finanzminiſter Dr. Braun aus. Trotzdem hat die
Pro=
vinz Oberheſſen mit der Rheiniſchen Schuckert=
Geſellſchaft in Mannheim einen Vertrag
abge=
ſchloſſen, der dieſer Geſellſchaft die Verſorgung des
größ=
ten Teils der Provinz mit elektriſcher Kraft überträgt.
Dieſe Tatſache hat begreiflicherweiſe in der Stadt Gießen
großen Unwillen erregt. Gießen, das mit ſeinem
ſtädti=
ſchen Kraftwerk nur einen beſchränkten Teil der
Gemein=
den, meiſt im Landkreis Gießen, bedient, wäre in der
Lage, gemeinſam mit dem ſtaatlichen Kraftwerk in
Wöl=
fersheim die Provinz zu verſorgen, und es betrachtet mit
Recht in dem genannten Vertrag eine ſchwere und
un=
nötige Schädigung ſeiner wirtſchaftlichen Intereſſen. In
einer an die Regierung gerichteten dringlichen Eingabe
erſucht die Stadtverordnetenverſammlung das
Miniſte=
rium, vor Genehmigung des genannten Vertrags einer
Geſellſchaftsbildung zwiſchen Staat und Stadt in
Anſe=
hung der Stromlieferung aus dem ſtaatlichen Werk in
Wölfersheim und dem ſtädtiſchen Werk in Gießen näher
zu treten.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 5. Nov. „Wer
Feld=
poſtſendungen beraubt, iſt ein erbärmlicher
Wicht, den ſelbſt ein gewöhnlicher Verbrecher weit mit
ſeinem rechtlichen Gefühl übertreffen wird” mit dieſen
Worten begründete der Staatsanwalt bei der 2.
Strafkam=
mer des Landgerichts II Berlin ſeinen Strafantrag gegen
den Bureaugehilfen Hans Rieſe von den Siemens=
Schuckert=Werken, der als Poſtaushelfer beim Poſtamt in
Charlottenburg Briefe unterſchlug und ſich den Inhalt
an=
eignete. Er wurde zu 1 Jahr Gefängnis
verur=
teilt.
Dresden, 4. Nov. (Der Kriegsminiſter,
General der Infanterie von Carlowitz, iſt
bedauerlicher=
weiſe auf dem weſtlichen Kriegsſchauplatz an einem
Herzleiden erkrankt und hat ſich zur Geneſung nach
Bad Nauheim begeben.
Leipzig, 5. Nov. (Der Hochverrats= und
Spionageprozeß) gegen den Kaufmann Georg
Luck fand heute vor dem Reichsgericht ſtatt.
Luck iſt 1862 in Nancy geboren und war
zuletzt in Saarbrücken wohnhaft. Luck, der lange
Zeit Angeſtellter bei den Siemens=Schuckert=Werken
war, ließ ſich in Preußen naturaliſieren. Er kam in den
Verdacht, nach Ausbruch des Krieges mit dem
Eiſenbahn=
gehilfen Raugult franzöſiſche Spionage in Saarbrücken
getrieben zu haben. Das außerordentliche Kriegsgericht
in Saarbrücken ſprach Raugult frei. Die Sache gegen
Luck wurde an das Reichsgericht verwieſen. Es wurde
Anklage aus § 86 erhoben. Beſtimmte Tatſachen liegen
nicht vor. Aus einer Anzahl von Schriften, die bei dem
Angeklagten vorgefunden wurden, ſowie aus dem
Um=
ſtande, daß er mit einer Reihe Franzoſen verkehrte,
ent=
ſtand der Verdacht, daß er für Frankreich Spionage treibe.
Die Verhandlung war öffentlich. Das Reichsgericht
ſprach gemäß dem Antrag des Reichsanwalts den
Ange=
klagten von der Vorbereitung eines hochverräteriſchen
Unternehmens nach § 86 des Strafgeſetzbuchs frei und
hob den Haftbefehl gegen ihn auf. Die
An=
klage erblickte ein ſtrafbares Delikt darin, daß der
Ange=
klagte eine Broſchüre über den Fall Zabern verfaßte. In
dieſem nicht veröffentlichen Werke ſoll er für die
Losrei=
ßung Elſaß=Lothringens vom Deutſchen Reiche
Stim=
mung gemacht haben; das Reichsgericht nahm jedoch an,
daß es ſich nur um Meinungsäußerungen handelt, nicht
aber darum, daß das Buch einen beſtimmten Plan
ent=
warf, mittels deſſen ſeine Idee ausgeführt werden könne.
Deshalb lag keine ſtrafbare Handlung vor.
Meſſina, 4. Nov. (Eiſenbahnunfall.) Bei dem
bereits gemeldeten Eiſenbahnunfall fanden der
Lokomotipführer, der Heizer und der Zugführer den
Tod, ein Bremſer wurde verletzt. Reiſende befanden
ſich nicht im Zuge.
Die Neubildung des italieniſchen
Kabinetts.
* Rom, 5 Nov. Durch königliches Dekret wurde
Salandra mit der Bildung des Kabinetts
betraut. Wie die Agenzia Stefani aus zuverläſſiger
Quelle erfährt, ſetzt ſich das neue Kabinett wie folgt
zu=
ſammen: Salandra, Vorſitzender und Inneres;
Son=
nino, Aeußeres; Martini, Kolonien; Orlondo,
Juſtiz; Carcano, Schatz; Donea, Finanzen;
Cinfel=
lis, Oeffentliche Arbeiten; Grippo, Unterricht;
Cva=
ſola, Ackerbau; Zuppelli, Krieg; Ucale, Marine;
Riccio, Poſt. Die Miniſter werden heute nachmittag
vereidigt.
* Rom, 5. Nov. Eine amtliche Meldung der
Agen=
zia Stefani beſtätigt die Bildung des
Kabi=
netts in der gemeldeten Zuſammenſetzung.
* Köln, 5. Nov. Die Köln. Ztg. ſchreibt zu der
Kabinettsbildung in Italien: Man kann
ſa=
gen, daß die Regierung Italiens in bewährte Hände
ge=
legt wurde. Sie werden nicht müßig ſein, ſich für die
Intereſſen Italiens in dieſer ſchweren, namentlich für
Italien ſchweren Zeit zu regen. Das übrige Europa
kann mit Vertrauen auf den guten Willen und die
feſten Hände blicken, in welchen das Schickſal Italiens
ruht.
* Peſt, 5. Nov. Der Peſter Lloyd beſpricht die
Lö=
ſung der italieniſchen Kabinettskriſe Er
ſagt: In Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland wird es
mit aufrichtiger Genugtuung begrüßt, daß der bisherige
Premierminiſter, getragen von dem Vertrauen ſeines
Monarchen und geſtützt von der Zuſtimmung der
Kam=
mer, wieder von neuem an die Spitze der Geſchäfts tritt.
* Seelengröße. Eine große Zeit fordert große
Cha=
raktere. Und wenn heute das Gefühl uns mächtig beſeelt,
daß wir in dieſer großen Zeit leben, ſo werden wir es
auch ſchauen dürfen, wie Charaktere darin wachſen und
reifen. Starkherzige Männer zogen hinaus aufs Feld der
Ehre und auf den freudeſtrahlenden Geſichtern lag Mut
und Entſchloſſenheit, ein eiſerner Wille zum letzten und
höchſten Opfer. Wahrhaftig, mit halbherzigen,
kleinmüti=
gen, verzagten Menſchen gewinnt man keine Siege. Doch
der Glaube an eine große und erhabene Sache, das
uner=
ſchütterliche Bewußtſein, für unerſetzliche Güter zu
kämp=
fen, läßt die Seele erſtarken, ſchafft heldenhafte
Charakter=
größen.
Wollen wir in der Heimat nicht in und mit den
Er=
eigniſſen unſerer Zeit wachſen? Die Verluſtliſten reden
eine verſtändliche Sprache . . . Laßt uns doch den
tapfe=
ren Söhnen unſeres Vaterlandes uns wert erweiſen!
Noch nie iſt eine große Sache ohne Opfermut und
ſelbſt=
loſe Hingabe erreicht worden. Wollt, ihr Frauen, dieſe
Opfer recht freudig bringen?! Auch ihr ſeid Heldinnen,
wenn ihr mit Seelengröße und ſtiller Ergebung das
Herbe tragt, das euch beſchieden iſt. Unauslöſchliche Liebe
beweiſt nicht lautes Klagen und Jammern, ſondern
ver=
haltenes Dulden und ernſtes Gedenken. Im Leid erſtarkt
die Seele, denn ſie ſucht Halt in den Tiefen des Lebens.
Das Leid läßt eine geläuterte Gemeinſchaft erſtehen und
erhebt über die nur allzu breite Oberflächlichkeit. War’s
nicht eitler Tand und gleißender Schein, der gar oft euren
Sinn verwirrt hat? Ihr deutſchen Frauen, ſchlägt jetzt
euer Herz nicht höher, da das Vaterland von euch
Cha=
raktergröße im ſtillen Dulden und gelaſſenen Tragen der
Lebensſchickſale fordert! (Münch. N. Nachr.)
* Feuerzauber. Der Köln. Ztg. wird mitgeteilt, wie
ſich unſere braven Truppen in den Schützengräben
an der Aisne während den oft ſehr langen
Gefechts=
pauſen die Zeit zu vertreiben wiſſen. Nachdem
man ſich ſchon wochenlang mit muſikaliſchen Genüſſen aller
Art vergnügt hat, iſt man jetzt zu einem allgemein „
Feuer=
zauber” genannten Zeitvertreib übergegangen. Eine
Puppe, ähnlich einem feldgrauen Soldat, iſt bald
herge=
ſtellt; ſie wird an einer Stange befeſtigt und aus dem
Schützengraben hochgehalten. Erſt äugt der Feldgraue
ganz vorſichtig einige Male über den Grabenrand, dann
reckt er ſich in halber Figur über die Bruſtwehr — Peng!
kommt ein Geſchoß, und dann folgt ein ganzer Kugelregen,
als gelte es, einen Vorſtoß abzuwehren. Die Puppe duckt
ſich, um bald hier, bald da wieder aufzutauchen. Stets
empfängt ſie ein Schnellfeuer, als wenn ſie drüben heute
noch alle Patronen los werden müßten wie am letzten
Manövertag. Unſere Mannſchaften aber ſitzen
ſchmun=
zelnd in der Deckung; und iſt es gerade eine muſikaliſche
Kompagnie, ſo begleitet eine Ziehharmonika den „
Feuer=
zauber” Schließlich zeigt ſich die Puppe nicht mehr, und
es wird wie auf dem Scheibenſtand alter Zeit, der
Ord=
nung halber, mit dem Markierknüppel abgewinkt
„Fehler!‟ Iſt aber der Veranſtalter des Feuerzaubers
ganz beſonders guter Laune, dann erſcheint die Puppe noch
einmal, und es wird ein kleiner Außentreffer am
Schulterblatt markiert, was die Gallier mit einem
abermaligen Feuerzauber quittieren. Trotz dieſes
feſt=
ſtehenden Ausganges folgt der Franzoſe hitzig, wie er nun
einmal iſt, ſtets der Einladung, während der Engländer,
weniger erregbar und unmuſikaliſch, ſich nichts aus
Feuer=
zauber macht. Er widerſteht der Lockung und riskiert nur
zuweilen mal einen Schuß.
* Die Stadt Emden und ihr Patenkind. In Emden
iſt aus dem Großen Hauptquartier ein Telegramm des
Kaiſers eingetroffen, das folgenden Wortlaut hat: „
Ober=
bürgermeiſter, Emden. Ich beglückwünſche die Stadt
Emden zu ihrem Patenkinde im Indiſchen Ozean, deſſen
kühne Kreuzerſtückchen ein jedes deutſche Herz mit Stolz
und Freude erfüllen. Wilhelm, I. R.”
* Ein Wiederſehen. Aus München wird berichtet:
Im Lager Lechfeld war, wie es die Regel iſt, zur
Beerdi=
gung eines franzöſiſchen Gefangenen eine Abordnung
ſei=
ner Landsleute zugelaſſen worden. Als dieſe durch den
Friedhof zurückgeführt wurden, ſtürzte einer von ihnen auf
einen Grabſtein mit dem Rufe: „Gest mon père, c’est
mon pére!‟ Er hatte beim Betrachten der
Grabdenk=
mäler zufällig den Namen ſeines Vaters geleſen, der 1871
hier beſtattet worde Dar.
* Das Hurra der Bayern. Welchen Eindruck das
Hurra der Bayern auf die Franzoſen macht, davon gibt
nachſtehendes Vorkommnis ein beredtes Zeugnis. In dem
Kaſernenhof des bayriſchen Städtchens N. waren die dort
eingezogenen Landſturmtruppen verſammelt zum Abſchied
vor dem Ausmarſch ins Feld. Die Fenſter der Kaſerne
waren dicht belagert von den dort untergebrachten
fran=
zöſiſchen Gefangenen, welche neugierig dem feierlichen Akte
ihr Intereſſe zuwandten. Die Abſchiedsrede des Majors
ſchloß mit einem dreimaligen Hurra, in welches die
he=
geiſterte Mannſchaft kräftig einſtimmte. Jedoch ſchon das
erſte Hurra übte auf die Rothoſen eine ſo erſchreckende
Wirkung aus, daß wie mit einem Schlage die ſämtlichen
Fenſter leer waren und die entſetzten Franzoſen, eines
ge=
fürchteten Angriffs gewärtig, ſich unter die Betten uſw.
eilig flüchteten.
* Er war einmal . . Ein paar Märchen aus der
allerneueſten Zeit erzählt eine Neu=Yorker Zeitung:
„Es war einmal eine Feſtung und die hieß
Antwer=
pen . .
„Es war einmal eine Londoner Zeitung und die
ſchrieb die Wahrheit . ..
„In einem ſchönen großen Lande lebte einmal ein
Kaiſer, deſſen Wunſch es war, die Bevölkerung glücklich
zu ſehen, weshalb er ihr mit allen Mitteln den Frieden
erhielt. Zu dieſem Kaiſer kamen im Jahre 1915 der Zar
von Rußland, der König von Belgien, der König von
England und der Präſident von Frankreich zu Beſuch.
Und er begrüßte ſie aufs herzlichſte, umarmte und
küßte ſie.”
„Es waren einmal drei britiſche Kreuzer und ein
deutſches Unterſeeboot . . . . es waren einmal drei
bri=
tiſche Kreuzer.”
„Es war einmal eine Tante aus Eſſen, von der
nie=
mand etwas wußte, und als man eines Tages allerlei
wunderbare Geſchichten von ihr erzählte, ſagten ein paar
Leute: „Wir glauben nicht an ſie.” Als jedoch die Tante
ihnen einen Beſuch machte, da haben ſie an ſie glauben
müſſen.”
Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
Seite 5.
Der Einrit Sonninos in das Kabineit iſt gleicheitig
eine Anerkennung für die Richtigkeit jener
Grund=
prinzipien, zu denen ſich der Kabinettschef bekennt.
Man kann wöhl ſagen, daß ſeit Kriegsausbruch der in
Rom innegehaltene Kurs dort immer mehr als der
rich=
tige erkannt wird und daß immer größer die Zahl
der=
jenigen wird, die ſich zur Politik ſtrenger
Neu=
tralität bekennen. Hierin allein iſt die Gewähr zu
er=
blicken, daß Italien für ſeine weitverzweigten Intereſſen,
die faſt das ganze Mittelmeerbecken umfaſſen, den in
die=
ſer Weltkriſe gebotenen Schutz finden wird.
Wahlen in den Vereinigten Staaten.
Neu=York, 4. Nov. Die Wahlen für den
Bundeskongreß hatten das Ergebnis, daß die
Demo=
kraten im Bundesſenat die gleiche Majorität behalten
wie bisher. Auch im Repräſentantenhaus blieb ihnen
die Majorität, doch wurde ſie geringer. Im Staate
Neu=York wurde der frühere Diſtriktsanwalt James
Whitman (Republikaner) zum Gouverneur gewählt. Zum
Bundesſenator für Neu=York wurde James Wodsworth,
ebenfalls Republikaner, gewählt.
Handel und Verkehr.
— Das Norwegiſche Konſulat in Mainz
bittet uns, darauf hinzuweiſen, daß von Norwegen aus
folgende überſeeiſche Dampferlinien
regel=
mäßige Verkehrsmöglichkeiten bieten: „Norwegen (Bergen)
Neu=York” „Norwegen-Mexiko”, „Norwegen-
Süd=
amerika”. Auskünfte erteilt das „Amtliche Reiſebureau
für Norwegen”, Berlin W. 8, Unter den Linden 33.
Literariſches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 4. November: Auftrieb: 156 Schweine. Preiſe
(pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht): 1. Qual. 78 Mk.,
2. Qual. 78 Mk., 3. Qual. 78 Mk. Marktverlauf: Ruhig;
Ueberſtand. — Schweinemarkt am 5. November. Auftrieb:
124 Schweine. Preiſe (pro 50 Kilogramm Schlachtgewicht):
1. Qual. 78 Mk., 2. Qual. 78 Mk., 3. Qual. 78 Mk.
Markt=
verlauf: Flau; Ueberſtand. — Kälbermarkt am 5.
Novem=
ber. Auftrieb: 109 Kälber. Preiſe (pro 50 Kilogramm
Lebendgewicht): 1. Qual. 53 Mk., 2. Qual. 50 Mk., 3. Qual.
48 Mk. Marktverlauf: Drückend.
Der Krieg.
Von der „Emden‟.
* Rom, 5. Nov. Der in Neapel eingetroffene
Damp=
fer „Roma” begegnete bei Aden einem engliſchen
Geſchwader, das auf die „Emden” Jagd
machen ſoll. Die „Emden” habe eben wieder
zwei Dampfer verſenkt, nachdem ſie ihnen
Le=
bensmittel und Kohlen entnommen hatte.
Die Behandlung der Verwundeten in Deutſchland.
* Stockholm, 4. Nov. Der Stockholmer Arzt
Sjögren, der ſoeben von einer Studienreiſe
zurückge=
kehrt iſt, die ihn durch die Militärlazarette von
Berlin und Hamburg führte, teilt im Aftonblader
ſeine Eindrücke mit, die ohne Ausnahme die beſten waren.
Der Hauptzweck ſeiner Reiſe war, über den Umfang, in
dem die Röntgen=Unterſuchung in Anwendung kommt,
Studien zu machen. Sjögren fand die
Sanitätseinrich=
tungen wie auch die Behandlung der Verwundeten
ausge=
zeichnet. Das Deutſche Rote Kreuz habe eine
bewunde=
rungswürdige Aufmerkſamkeit entfaltet. Er habe mit
vielen Deutſchen geſprochen und einen tiefen Eindruck von
der allgemeinen Begeiſterung und ihrer ſtarken
Sieges=
zuverſicht empfangen.
Erfolge unſerer Verbündeten.
* Wien, 5. Nov. Amtlich wird bekannt gegeben:
Auch geſtern verliefen unſere Operationen auf dem
nörd=
lichen Kriegsſchauplatz planmäßig und
un=
geſtört vom Feinde. Südlich von der Wielokomündung
warfen unſere Truppen den Gegner, der ſich auf dem
weſtlichen Sanufer feſtgeſetzt hatte, aus allen
Stel=
lungen, machten über 1000 Gefangene und
erbeuteten Maſchinengewehre: Ebenſo
ver=
mochte der Feind im Stryjtale unſeren Angriffen nicht
ſtandzuhalten. Hier wurden 500 Ruſſen
gefan=
gen, eine Maſchinengewehr=Abteilung und ſonſtiges
Kriegsmaterial erbeutet.
von Höfer, Generalmajor.
Hinter der franzöſiſchen Front.
* Wien, 5. Nov. Die Reichspoſt gibt ein Geſpräch
ihres Genfer Korreſpondenten mit einem in der
Ange=
legenheit des Roten Kreuzes vorübergehend dort
weilen=
den Pariſer Großinduſtriellen wieder. Auf die Frage
nach dem Verlaufe einer Autofahrt antwortete
dieſer: Die Fahrt durch die Fortsgürtel von
Paris erfordert eine nicht geringe Geſchicklichkeit des
Lenkers Man hat die Straßen ſo vorteilhaft hergerichtet,
das heißt, man iſt noch immer daran beſchäftigt; das
ſind keine Straßen mehr, eher Fallen. Daß ich nicht
mehr ſagen kann, werden Sie begreiflich finden.
Spä=
terhin war ich trotz der Legitimationen angeſichts der
Spionenfurcht meines Lebens nicht mehr ſicher. Es
werden da viele Unſchuldige noch ins Gras
beißen müſſen. Es wimmelt übrigens überall von
Zuaver und anderen dunkelhäutigen Truppen. Mit dem
Pack kann man ſich nicht verſtändigen. Ein parmal waren
wir hart daran, von den ſchwarzen Burſchen angeſchoſſen
zu werden.
Auf eine weitere Frage über die engliſchen
Truppen lautete die Antwort: Was ich von unſeren
Offizieren vernommen habe, beſtärkt leider das Urteil,
das ich ſeit jeher von der engliſchen Truppe gehabt habe.
Auch dieſer Krieg iſt ihnen ein Geſchäft. Sie
betrach=
ten jedes Wagnis zuerſt von allen Seiten. Sie kämpfen
dann zwar tapfer, ſind aber, wie mir ein
kommandieren=
der General ſagte, aus den Erdfeſtungen einfach nicht
her=
auszubringen, wenn die Lage einen Angriff auf die
deutſchen Stellungen erfordert. Ihre Kavallerie iſt
gänzlich untauglich, einfach unverwendbar.
Wäh=
rend der Franzoſe begeiſtert für ſein Vaterland kämpft
betrachten dieſe Herren den Feldzug mehr inſofern als
eine ernſte Sache, als die Gefährlichkeit in Frage kommt
Seit ſie beim erſten Zuſammenprall mit den Deutſchen die
Fürchterlichkeit des gegneriſchen Anareifers kennen lern=
ten, läßt ihr Elan ſehr zu wünſchen übrig. Es gibt
ernſte Verſtimmungen im Hauptquartier,
allein wir brauchen ſie nun einmal. Schließlich drückte
der franzöſiſche Großinduſtrielle ſeine Betrübnis aus über
das hinter der Armee herrſchende Elend. Dort würde
tauſendfach geſündigt, weil Hilfe zu ſpät komme. Die
Organiſation des Sanitätsdienſtes ſei vollkommen
ver=
nachläſſigt.
Schandtaten der Ruſſen in der Bukowing.
* Wien, 5. Nov. Aus dem Kriegspreſſequartier wird
gemeldet: Gegenüber den in Rumänien
verbrei=
teten tendenziöſen Nachrichten, daß die
Ruſſen in dem von ihnen vorübergehend beſetzten Teil
der Bukowina den Angehörigen der rumäniſchen
Na=
tion eine günſtige Ausnahmeſtellung eingeräumt, unſere
Truppen aber die rumäniſche Bevölkerung drangſaliert
hätten, iſt durch amtliche Erhebungen ſowie durch
Augen=
ſchein und Vernehmung von durchaus verläßlichen
ange=
ſehenen Perſönlichkeiten ſichergeſtellt worden, daß die
Ruſſen an den Bukowiner Rumänen und deren Habe
bar=
bariſche Gewaltakte verübt haben. Sie verteilten das den
rumäniſchen Bauersleuten geraubte Vieh ſowie ſonſtige
Habſeligkeiten unter die von ihnen in rumäniſchen
Ort=
ſchaften eingeſetzten rutheniſchen Bauern aus der
Buko=
wina und aus Rußland, um die Ruthenen für Rußland
zu gewinnen.
Den griechiſch=orientaliſchen Erzbiſchof Dr. v. Repta
verſuchten ſie durch wiederholte Drohungen
zum Erlaß eines im ruſſiſchen Sinne
ge=
haltenen Hirtenbriefes zu zwingen. Der
Gouverneur diktierte dem Kirchenfürſten Zimmerarreſt
und ließ ihn durch Poſten bewachen. Um der
erzbiſchöf=
lichen Reſidenz eine beſondere Schmach zuzufügen, legten
die Ruſſen in das dort errichtete Rote Kreuz=Spital 200
geſchlechtlich erkrankte ruſſiſche Soldaten. Ebenſo roh ſind
ſie gegen andere rumäniſche Geiſtliche vorgegangen. In
zahlreichen rumäniſchen Orten verübten die Ruſſen
bar=
bariſche Gewaltakte: Brandlegung, Raub,
Plün=
derung, Hinrichtungen und Vergewaltigungen von Frauen
kennzeichnen den Weg der Ruſſen in den rumäniſchen
Tei=
len der Bukowina. Die Schlöſſer und Wirtſchaftshöfe der
rumäniſchen Großgrundbeſitzer wurden geplündert.
Zahlreiche Bewohner rumäniſcher Dörfer verließen
aus Furcht vor ruſſiſchen Gewalttaten ihren Heimatsort
und ſuchten Schutz bei unſeren Truppen, wo ſie von
un=
ſeren Soldaten mit allem Notwendigen verſorgt wurden.
Die öſterreichiſch=ungariſche Militärverwaltung behandelte
die rumäniſche Bevölkerung in der Bukowina überall mit
dem größten Wohlwollen. Entgegen den lügenhaften
Nach=
richten iſt feſtzuſtellen, daß in Czernowitz kein
einziger Rumäne hingerichtet worden iſt.
Englands Vergewaltigung der Neutralen.
* Kopenhagen, 5. Nov. Berlingske Tidende
mel=
det aus Kriſtiania: Der Verein Norwegiſcher
Schiffs=
reeder proteſtiert in einer Eingabe an das norwegiſche
Miniſterium des Aeußern dagegen, daß engliſche
Kriegs=
ſchiffe neutrale Handelsſchiffe mit Ladungen für
Skandi=
navien völkerrechtswidrig in engliſche
Hä=
fen einbringen. Man müſſe einen Schadenerſatz für
die dadurch entſtandenen Verluſte beanſpruchen.
Engliſche Beklemmungen.
* London, 5. Nov. Daily Mail ſchreibt: Die
weitere Tatſache beſtätigt, daß alle Landſtreitkräfte der
Verbündeten weitaus unzureichend ſind, um die
Deutſchen aus Belgien hinauszutreiben oder Oſtende
wie=
der zu nehmen oder ſie aus der Aisne=Linie
herauszubrin=
gen, die noch immer 60 Meilen von Paris ſtehen, ſowie
den Rückzug aus Polen zu erzwingen. Der
Geſchütz=
donner des deutſchen Geſchwaders iſt an der engliſchen
Küſte hörbar. Das Erſcheinen der Türkei im
Felde als Verbündete der Deutſchen enthält eine neue
Gefahr für das Britenreich. Größere
An=
ſtrengungen ſind nötig. Selbſt Kitſcheners
Mil=
lionen könnten ſich als ungenügend erweiſen. Die
Wirk=
ſamkeit der Zenſur verhindere, daß das britiſche Volk die
Notwendigkeit weiterer Anſtrengungen einſehe. Die
allge=
meine Dienſtpflicht dürfte unter dieſen Umſtänden nicht zu
umgehen ſein. Entweder die Regierung läßt das Volk die
Wahrheit in klarer Weiſe wiſſen, oder die allgemeine
Wehrpflicht iſt unvermeidlich. (Hierdurch wird alſo
unum=
wunden eingeſtanden, daß die engliſche Preſſe die Welt
beſchwindelt hat, was uns ja kein Geheimnis mehr war.
Die Red.)
* London 5. Nov. Die Morningpoſt ſchreibt:
Deutſchlands zentrale Lage iſt ein großer
militäriſcher Vorteil, den es ſehr benutzt. Es
beſitzt die Unterſtützung Oſterreich=Ungarns und der
Tür=
kei. Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn ſind dank ihrer
zentralen Lage imſtande, den Kampf mit Rußland auf
lange Zeit aufrecht zu erhalten, um Frankreich mit
überlegenen Kräften zu erſchöpfen. Die
Lage kann zugunſten Frankreichs nur durch überlegene
britiſche Kräfte ausgeglichen werden, die nicht zu ſpät in
die Wagſchale geworfen werden dürfen. Das iſt die
Wahrheit über den Krieg. Die für England zur
Verfü=
gung ſtehende Zeit iſt nicht unbeſchränkt. Ein
entſchei=
dender Sieg Deutſchlands auf dem weſtlichen
Kriegsſchauplatz würde Armeen freimachen, um eine
Invaſion nach England zu verſuchen, die
nnausführbar iſt, ſolange die britiſche Flotte die See
be=
herrſcht. Aber eine Invaſion in Deutſchland
würde die Gefahr ſofort hinausſchieben.
Die Haltung Bulgariens.
* Paris, 5. Nov. (Havas=Meldung.) Dem Echo de
Paris zufolge ließ die bulgariſche Regierung den
Verkehr zwiſchen den Häfen des Landes einſtellen.
* Sofia, 5. Nov. (Meldung der Agence Bulgare.)
Die Leiter der Oppoſitionsparteien ſind heute von
Ra=
doslawow empfangen worden, der ihnen die Lage
Bul=
gariens unter den gegenwärtigen Umſtänden
ausein=
anderſetzte. Am Schluſſe des Interviews hatten die
Lei=
ter eine Beſprechung, nach der ſie der Preſſe mitteilten, daß
nach den Erklärungen Radoslawows Bulgarien in der
gegenwärtigen Lage entſchloſſen iſt, die Haltung
ſtrengſter Neutralität zu bewahren. Es
ſeien die Truppen des 2. Aufgebots aufgerufen. Ueberall
herrſche lebhafte Bewegung.
Die angebliche Vernichtung eines griechiſchen
Torpedobootes.
* Athen, 5. Nov. Die Agence d’Athene meldet: In
den letzten Tagen wurde die Nachricht verbreitet, im
Mit=
telmeer ſei ein griechiſches Torpedoboot von
engliſchen Kreuzern, die es für ein türkiſches Torpedoboot
gehalten hätten, zum Sinken gebracht worden. Wir ſind
ermächtigt, dieſe Nachricht entſchieden in Abredc
zu ſtellen, da kein griechiſches Torpedoboot der
Feuer=
linie der kriegführenden Mächte nahe gekommen iſt.
Der türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel, 5. Nov. Amtlicher Bericht
aus dem Großen Hauptquartier: Die Ruſſen
began=
nen ihre Stellungen nahe der Grenze zu befeſtigen,
wur=
den jedoch aus den Gebieten von Karakliſſa und
Iskhan vollſtändig zurückgeworfen. Die Stimmung
und Ausbildung unſerer Truppen iſt ausgezeichnet.
Nach ſpäteren Meldungen nahmen an der
Beſchie=
ßung des Dardanelleneinganges die
eng=
liſchen Kriegsſchiffe „Inflexible‟, „Indefatigable‟, „
Glou=
ceſter” und „Defence”, ferner eines der franzöſiſchen
Pan=
zerſchiffe „République” oder „Bonvet” ſowie zwei
fran=
zöſiſche Kreuzer und acht Torpedoboote teil. Sie gaben
240 Schüſſe ab; es gelang ihnen jedoch nicht, irgend
einen bedeutenderen Schaden zu verurſachen. Unſere
Forts gaben dann nur zehn Schüſſe ab, von denen einer
ein engliſches Panzerſchiff traf, worauf eine
Exploſion entſtand.
In Aiwaly in Kleinaſien wurde ein engliſcher
Dampfer zum Sinken gebracht, nachdem die
Beſatzung und die Ladung gelandet war. Die
Beman=
nung des ruſſiſchen Dampfers „Korolewa Olga”, die hier
verhaftet wurde, iſt zu Kriegsgefangenen gemacht worden.
* Berlin, 5. Nov. (W. T. B. Amtlich.) In
aus=
wärtigen Blättern findet ſich die Meldung, daß die
Be=
duinen bei ihrem Vorgehen gegen Aegypten von
deut=
ſchen Offizieren geführt worden ſeien. Wir
kön=
nen feſtſtellen, daß dieſe Meldung erfunden iſt.
Die türkiſch=ruſſiſchen Verhandlungen.
* Berlin, 5. Nov. Zu den verbreiteten Gerüchten
und tendenziöſen Nachrichten wird amtlich erklärt, daß
von einer nachgiebigen Haltung der
türki=
ſchen Diplomaten in den letzten Verhandlungen mit
den Ruſſen nicht die Redeſein kann. Die Pforte
habe erklärt, daß Rußland ſelbſt die Schuld
trage, daß ſeine Schiffe in Grund gebohrt und die
Feſtungen am Schwarzen Meer beſchoſſen worden ſeien
und daß die Beſtrafung des ſchuldigen Kommandanten der
ruſſiſchen Flotte verlangt wurde. Darauf wurden
die Beziehungen abgebrochen.
England und die Türkei.
* London, 5. Nov. Eine Sonderausgabe der
London Gazette enthält die förmliche Erklärung,
daß der Kriegszuſtand mit der Türkei
be=
ſteht.
* London, 5. Nov. (Reuter=Bureau.) Der
türki=
ſche Botſchafter iſt heute morgen mit dem
Bot=
ſchaftsperſonal abgereiſt. Er begibt ſich zunächſt nach
Vliſſingen. Der Miniſter des Aeußern, Sir Edward
Grey, war am Bahnhof erſchienen, um ſich namens der
Regierung von dem Botſchafter zu verabſchieden.
* Berlin, 5. Nov. Der Nieuwe Rotterdamſche
Cou=
rant meldet aus Antwerpen: Die Benzin= und
Naphthalager der amerikaniſchen Atlasgeſellſchaft,
die in der Nähe der übrigen Petroleumlager liegen, ſtehen
ſeit geſtern früh in Flammen. Wegen des Brandes der
Petroleumtanks haben etwa 15000 Einwohner die Stadt
verlaſſen aus Furcht vor Strafmaßnahmen
gegen die Stadt.
* Berlin, 5. Nov. Der Lokal=Anzeiger meldet:
Ein aus Holland nach Berlin zurückgekehrter Freund
un=
ſeres Blattes berichtet uns, daß nach zuverläſſigen
Mel=
dungen der Oberkommandierende der
engli=
ſchen Armee in Frankreich, Feldmarſchall French,
vor einiger Zeit bei einem Automobilunfall ſchwer
verunglückt und zurzeit noch an der perſönlichen
Ausül ung des Oberkommandos verhindert iſt.
* Paris 5. Nov. Der Gaulois ſchreibt: Nach
einer Depeſche aus Berlin wurde die Kriegskontribution
für Brüſſel auf 45800000 Franken ermäßigt, die in
Raten von 2½ Millionen pro Woche abgezahlt werden.
müſſen.
* Bordeaux, 5. Nov. (Meldung der Agence Havas.)
Am Mittwoch abend iſt der türkiſche Botſchafter
abgereiſt.
* Petersburg 5. Nov. Kaiſer Nikolaus iſt
in Minsk angekommen. Er wohnte einem Gottesdienſt
in der Kathedrale bei und beſuchte ein Lazarett. Am
Nachmittag reiſte der Zar weiter.
* Athen, 5. Nov. Die Botſchafter Frankreichs und
Englands ſind, begleitet von ihrem Botſchaftsperſonal, im
ganzen 120 Perſonen, in Athen eingetroffen. Der
franzöſiſche Botſchafter hatte bereits eine Beſprechung mit
dem Miniſterpräſidenten Venizelos.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 5. Nov. In der heutigen Sitzung des
Bundesrates gelangten zur Annahme: Der
Ent=
wurf der Bekanntmachung betreffend die Regelung des
Abſatzes von Erzeugniſſen der Kartoffeltrocknerei,
der Entwurf der Bekanntmachung über Höchſtpreiſe
für Hafer, die Vorlage betreffend die Befreiung von
Zöllen und Verbrauchsabgaben, die den deutſchen Truppen
und Vereinigungen vom Roten Kreuze oder den
Ritter=
orden für die freiwillige Kriegskrankenpflege geſpendet
werden, die Vorlage betreffend die Verlegung der
Zoll=
grenze gegen das hamburgiſche Freihafengebiet und der
Entwurf der Beſtimmung über die Einrichtung und den
Betrieb von Anlagen zur Herſtellung von Bleifarben und
anderen Bleiprodukten.
* Berlin, 5. Nov. Der Bundesrat hat neue
Höchſtpreiſe für Hafer, die vom 9. November ab
in Kraft treten, feſtgeſetzt für 32 Hauptorte. In Berlin
beträgt der Höchſtpreis 212 Mark für die Tonne. Die
Nebenorte haben den gleichen Höchſtpreis wie die
nächſt=
gelegenen Hauptorte. Die Höchſtpreiſe bleiben bis zum
31. Dezember 1914 unverändert, von da ab erhöhen ſie
ſich vom 1. und 15. jeden Monats um 1,50 Mark für die
Tonne. Die Preiſe gelten für Lieferung ohne Sack und
Barzahlung bei Empfang.
* Karlsruhe, 5. Nov. Der Landſtändiſche
Aus=
ſchuß hielt geſtern unter dem Vorſitze des Prinzen Max
von Baden ſeine Herbſttagung ab, die vom Prinzen
mit einer warmen Anſprache eröffnet wurde, in der er auf
die wunderbare Haltung des deutſchen Heeres und des
Volkes hinwies, und das Vertrauen auf den Sieg der
deutſchen Waffen ausdrückte. Finanzdirektor Dr.
Rein=
boldt gab einen eingehenden Bericht über den Stand der
badiſchen Finanzen, die erfreulicherweiſe ſich als
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
Nummer 306.
durchaus geſund erwieſen haben, wenn auch die
Wir=
kungen des Krieges nicht ſpurlos vorübergegangen ſeien.
Die Lage der Landwirtſchaft wurde als ſehr günſtig
be=
zeichnet; aber auch die Arbeitsloſigkeit in der
In=
duſtrie habe lange nicht den erſt befürchteten
Umfang angenommen. Die ganze
wirtſchaft=
liche Lage habe ſich gegen den Auguſt weſentlich
gebeſſert, was auch in dem ſteigenden Erträgnis des
Güterverkehrs zum Ausdruck komme. Von der
Großher=
zoglichen Regierung wurde für die nächſte Zeit eine
zahlen=
mäßige Darſtellung der Finanzlage des Landes in
Aus=
ſicht geſtellt.
Wetterbericht.
Eine Aenderung der Wetterlage iſt noch nicht
einge=
treten. Unſer Gebiet bleibt noch im Grenzgebiet
zwi=
ſchen Hoch im Nordoſten, das ſich wieder etwas verſtärkt,
und Tief im Südweſten. Allerdings ſcheint das Hoch
ſeinen Einfluß allmählich in Mitteleuropa auszudehnen.
Wir können daher mit Abnahme der Bewölkung und des
Nebels rechnen. Die Temperatur dürfte ſich zunächſt noch
nicht weſentlich ändern.
Wetterausſichten für Freitag: Wolkig, trocken,
keine weſentliche Temperaturänderung, ſüdöſtliche Winde,
Morgennebel.
Verluſtliſte (aus Nr. 67 und 68).
Leibgarde=Inf.=Regt. Nr. 115, Darmſtadt.
Gemeldet vom Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 101.
Gard. Stiefel von der 6. Komp. bei Moronvilliers
am 23. 9. leicht verwundet.
Infanterie=Regiment Nr. 116, Gießen.
Feldw. Wilhelm Piſtler v. d. 1. Komp., Marten,
Dortmund, gefallen, Tag und Ort nicht angegeben.
Reſerve=Inf.=Regt. Nr. 116, Darmſtadt, Gießen,
Friedberg.
Berichtigung früherer Angaben.
Gard. Friedrich Krämer, Ruttershauſen, bisher
vm., gefallen; Gefr. Ludwig Seim, Otterbach, bisher
verw., geſtorben; Reſ. Wilhelm Altvatter (Altvater),
Stammheim, bisher verm., verw.; Gefr. Adam Brunner
(Brummer), Fränkiſch=Crumbach, bisher verw., geſtorben;
Reſ. Friedrich Eckart, Dauernheim, bisher verw.,
ge=
ſtorben; Wehrm. Sigmund Bravmann,
Mutteralter=
heim, bisher verw., geſtorben; Reſ. Auguſt Tröller,
Groß=Eichen, bisher verm., gefallen; Wehrm. Jak. Zinn,
Reuters, bisher verm., gefallen; Reſ. Heinrich Buchen au,
Udenhauſen, bisher verm., gefallen; Reſ. Hermann Kühl,
Gießen, bisher verm., gefallen; Wehrm. Karl Reinemer,
Glashütten, bisher verw., am 6. 9. 14 im Kriegslazarett
Wetzlar geſtorben; Wehrm. Andreas Kleiß,
Bruchen=
brücken, bisher verm., am 10. 10. 14 im Krankenhaus
Heiligenſtadt geſtorben; Wehrm. Ludwig Kehres,
Erz=
hauſen, bisher verm., am 9. 10. 14 im Reſ.=Lazarett
Darm=
ſtadt geſtorben; Wehrm. Friedrich Schwab, Bingenheim,
bisher verw., am 1. 10. 14 im Feſt.=Lazarett Koblenz,
Ab=
teilung Oberwerth, geſtorben.
Infanterie=Leibregiment Nr. 117, Mainz.
Orainville vom 18. bis 26., Chémery vom 26. bis 28.,
Fresnoy vom 25. 9. bis 1. 10., Cremery vom 27. 9. bis
2. 10. und Barville vom 5. bis 9. 10. 14.
I. Bataillon.
Leib=Kompagnie: Reſ. Georg Jung, Mainz,
gefallen; Reſ. Ernſt Bredehorn, Grünwieſe, ſchv.;
Musk. Adam Jäger 2., Offenbach, ſchv.; Reſ. Georg
Wingenfeld, Weiſenau=Mainz, vm.; Reſ. Fritz
Rei=
nicke, Lemgo, vm.
2. Kompagnie: U.=O. Wilhelm Knaup,
Er=
felden, gefallen: Fahnenj. Auguſt Baur, Darmſtadt, lv.;
Horn. Philipp Scholl, Horchheim, gefallen; Musk. Georg
Bauer, Bieber, gefallen; Musk. Guſtav Gryczau,
Wanne, gefallen; Musk. Daniel Deis, Heppenheim,
ge=
fallen: Musk. Michael Aſtheimer, Biſchofsheim,
gefal=
len; Gefr. d. Reſ. Adam Boller, Stadecken, Mainz,
ge=
fallen; Gefr. d. Reſ. Georg Zimmermann,
Bretzen=
heim, gefallen; Reſ. Gold, Kaſtel, gefallen; Reſ. Franz
Schoch, Dettingen, gefallen; Reſ. Johannes Arras
Haugenmuhl, gefallen; Reſ. Karl Bäuerlein, Aufſees,
gefallen; Gefr. d. Reſ. Bernhard Birnbreuer,
Weiten=
müng, gefallen; Gefr. d. Reſ. Jak. Brunnengräber,
Lorſch, gefallen; Wehrm. Georg Müller, Buchklingen,
gefallen; Reſ. Adam Holzhauſen, Ober=Olm, gefallen;
Wehrm. Karl Philipp Reichell, Hahnſtetten, gefallen;
Reſ. Otto Vortmann, Alt=Schermbeck, gefallen; Feldw.
K. Hofmann, Hetzbach, lv.; U.=O. Arth. Herrmann,
Wurzen i. S., lv.; U.=O. Joſeph Schachner, Löhrbach,
lv.; U.=O. Leopold Teloy, Krefeld, lv.; Gefr. Ernſt Otto
Wilhelm Fritz Schäfer, Oberhauſen, lv.; Gefr. Wilhelm
Müller 3., Mainz, lv.; Gefr. Joſeph Franz Ernſt,
Dortmund, lv.; Musk. Peter Johann Birkenhauer,
Bickenbach, Bensheim, lv.; Musk. Chriſtian Diehm,
Worms, lv.; Musk. Peter Helfrich, Waldmichelbach,
lv.; Musk. Otto Hornſchuch, Oberſtadt, lv.; Musk. Alb.
Ludw. Simon, Kolmar, lv.; Musk. Emil Zörgiebel,
Offenbach, lv.; Musk. Heinrich Frey, Wonsheim, lv.;
Reſ. Georg Strecker, Unterweiler, gefallen; Reſ.
Kloos, Gonſenheim, lv.; Reſ. Bernhard Löffelholz,
Kaſtel, lv.; Gefr. d. Reſ. Hermann Emig, Mainz, lv.;
Reſ. Johann Probſt, Mainz, lv.; Reſ. Sippel,
Frank=
furt a. M., lv.; Reſ. Peter Klinger, Mombach, lv.; Reſ.
Adam Müller, Sindlingen=Höchſt, lv.; Reſ. Fritz Joh.
Prell, Ober=Reslau, lv.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm
Kurt=
macher, Ruppach, lv.; Reſ. Heinrich Müller
Ernſt=
hauſen, lv.; Gefr. d. Reſ. Franz Heinrich Wilh. Vocke,
Bad Homburg v. d. H., lv.; Reſ. Willi Wolff 2.,
Berz=
hahn, lv.; Reſ. Paul Peter Appel, Finthen, lv.; Reſ.
Ernſt Blodt, Eſſenheim, lv.; Reſ. Hermann Borchers,
Leer, lv.; Reſ. Aloys Groß, Kella, lv.; Reſ. Johann
Illy, Sörgenloch, lv.: Gefr. d. Reſ. Karl Hermann
Nauth, Ebersheim, lv.; Reſ. Johann Neumann,
Sponsheim, lv.; Reſ. Ga. Schmahl, Stadecken, Mainz
lv.; Gefr. d. Reſ. Karl Müller, Frohnhauſen, lv.; Reſ.
Heinrich Würtenberger, Ober=Ramſtadt, lv.; Wehrm.
Wilhelm Bender, Eſſenheim, lv.; Reſ. Wilhelm
Neid=
hardt, Geinsheim, lv.; Reſ. Karl Schumann,
Frank=
furt a. M., lv.; Wehrm. Auguſt Siebel, Odenbach, lv.;
Reſ. Joh. Schumacher, Dromersheim, lv.; Reſ. K.
Göbel, Lengfeld lv.; Wehrm. Anton Wieſer,
Kreuz=
nach, lv.; Reſ. Karl Becker, Rot in Baden, lv.; Reſ. Paul
Kurt Beitecke, Collmerſtädt, lv.
3. Kompagnie: U.=O. Auguſt Tuttas,
Farien=
ſen, lv.; Reſ. Ludwig Buſch, Kaſtel, lv.; Reſ. Wilhelm
Töller, Königsbach, ſchv.
4. Kompagnie: Fahnenj. Richard Kaiſer,
Wies=
baden, gefallen; U.=O. Konrad Hang, Mainz, lv.; U.=O.
Levi, Groß=Bieberau, lv.; Musk. Schaper, Hannover,
lviz Gefr. d. R. Knoll, lv.; Musk. Friedrich O. Schenk,
Planig, lv.; Wehrm. Philipp Siegfried, Koſtheim, lv.;
Wehrm. Auguſt Zoll, Langenlonsheim, lv.; Wehrm. Fr.
Vogt, Reichenbach, Kaſſel, lv.; Wehrm. Jakob Matern,
Kaſtel, lv.; Erſ.=Reſ. Konrad Maillet, Mainz, lv.;
Einj.=Freiw. Fritz Seitz, Klein=Langheim, Kitzingen, lv.;
Reſ. Otto Uhlmann, Mombach, lv.; Reſ. Jaſick, lv.;
Reſ. Joſeph Görg, Stershohn, lv.; Gefr. d. Reſ. Walter
Richard Honnefelder, Düſſeldorf, lv.; Musk. Johann
Franz Lenges, Mainz, lv.; Reſ. Ernſt Müller, vm.;
Reſ. Heinrich Faißt, Unter=Lamersbach in Baden, vm.:
Wehrm. Martin Wetzel, Koſtheim, vm.: Reſ. Aloys
Joſt, Finthen, vm.; Wehrm. Heinrich Helmus, Mainz,
gefallen; Musk. Jakob Baumann, Hamm in Heſſen, lv.;
Wehrm. Friedrich Wilhelm Wolf, Eſſenheim, lv.; Krall,
Dienſtgrad nicht angegeben, lv.; Zuback, Dienſtgrad nicht
angegeben, lv.; U.=O. Wilhelm Ernſt Berger, Mainz,
lv.; Reſ. Max Ahr, Schwabenheim, Bingen, lv.; Reſ.
Martin Weber, Mainz, lv.; Wehrm. Philipp Herd
Groß=Gerau, lv.; Wehrm. Valentin Otto Kauff, Mainz,
leicht verwundet.
II. Bataillon.
Stab: Major Koettſchau, lv.; Lt. Ernſt
Mers=
mann, ſchv.
5. Kompagnie: Gefr. Konrad Mohr, Schlitz, lv.;
Reſ. Michael Mumm, Drais, Mainz, gefallen; Vizef.
d. L. Wilhelm Roth, Wiesbaden, lv.; Gefr. Eduard
Kö=
nig, Keſtenholz, ſchv.; Reſ. Wilhelm Engelſchall,
Hechtsheim, ſchv.; Reſ. Gg. Olt, Mainz, ſchv.; Reſ. Aloys
Schue, Mainz, ſchv.; Reſ. Eduard Thater, Frankfurt
a. M., gefallen; Reſ. Heinr. Becker, Mainz, ſchv.; Musk.
Wilhelm Rheinhardt, Groß=Zimmern, ſchv.; Reſ.
Zuſtav Zilenske, Olſchewin, vm.; Reſ. Friedr.
Gö=
bel, Dillenburg, vm.; Reſ. Joſeph Lindner, Beilngries
in Bayern, vm.; Reſ. Clemens Böhr, Gonſenheim, vm.;
Musk Chriſtian Koch, Aſchaffenburg, gefallen; Musk.
Adolf Schneider 2., Linden, ſchv.; Musk. E. Göring,
Illkirch=Grafenſtaden, gefallen; Musk. Chriſt. Gellert,
Höppe, gefallen; Reſ. Alexander Marx, Cannſtatt, ſchv.;
Reſ. Johann Angermeyer, Mainz, ſchv.; Reſ. Karl
Frankenfeld, Holzhauſen a. d. H., ſchv.; Reſ. Johann
Scholles, Heidesheim, Bingen, ſchv.; Musk. Johann
Mackowiak, Woynitz, ſchv.; Reſ. Otto Reder, Hornau,
gefallen; Reſ. Rob. Bothfeld Nienberg a. S., ſchv.;
Vizef. d. R. Aug. Beyersdörfer, Holzhauſen a. d. H.,
gefallen; Reſ. Anton Krug, Freienfels, gefallen; Musk.
Karl Loing, Schnierlach, gefallen; Musk. Sebaſt. Reiß,
Weinheim, Alzey, gefallen; Musk. Ernſt Wedel,
Biebes=
heim, gefallen; Serg. Anton Schuld, Rennerod, ſchv,;
U.=O. Ernſt Winkelhaus, Iſerlohn, ſchv.; U.=A Aug.
Kapfey, Rimbach, ſchv.; Reſ. Philipp Geyer, Finthen,
ſchv.; Reſ. Heinrich Jungblut, Mainz, ſchv.; Reſ. M.
Strauß, Urberach, ſchv.; Musk. Georg Müller 1.,
Els, ſchv.; Musk. Johann Daube, Eickel, ſchv.; Musk.
Anton Göth, Gau=Biſchofsheim, lv.; Musk. Valentin
Zanz Worms, ſchv.; Musk. Jakob Naab, Nierſtein,
ſchv.; Musk. Wilhelm Jakobsmeier, Bottrop, ſchv.;
Gefr. Andreas Lindauer, Lemberg, ſchv.; Reſ. Peter
Reichmann, Camberg, ſchv.; Reſ. Andreas Meffert,
Nieder=Saulheim, ſchv.; Reſ. Anton Racky, Ehlhalten,
ſchv.; Reſ. Georg Schmidt, 4., Oberweyer, ſchv.; Reſ.
Felix Klau, Teitheim, ſchv.; Reſ. Georg Paulus,
Hei=
desheim, ſchv.; Reſ. Otto Stritzke, Breslau, ſchv.; Reſ.
Karl Krämer, Münſter, Oberlahn, ſchv.; Musk. Heinrich
Reidel, Mainz, ſchv.; Musk. Martin Schwöbel,
Brensbach, ſchv.; Serg. Paul Torka, Guben, ſchv.; Musk.
Philipp Heil, Sprendligen, Offenbach, ſchv.; Musk. Joh.
Bitſch, Mittershauſen, vm.; Musk. Joſeph Biſch of,
Offenbach, vm.; Reſ. Karl Waffenſchmied, Neumühl,
vm.; Reſ. Walter Gröning, Strettente, vm.
6. Kompagnie: Musk. Jakob Winter 2
Hum=
merweiler, lv.; Gefr. Hermann Joſ. Damann, Bochum.
ſchv.; Reſ. Otto Bußweiler, Selbenhauſen, lv.; Vizef.
d. Reſ. Spritzer, gef.; Gefr. d. Reſ. Heinrich Hulpich,
Amöneburg, gef.; Gefr. d. Reſ. Reinhold Melzer,
Frank=
furt a. M., gef.; Musk. Ludwig Egner, Leeheim, gef.;
Musk. Ernſt Otto Diegel, Witzenhauſen, gef.; Musk.
Karl Nachtwei, Troſa, gef.; Musk. Karl Türk,
Flon=
heim, gef.; Reſ. Johann Heinrich Schäfer II., Weiſenau,
gef.; Reſ. Albert Dörr, Bretzenheim, gef.; Musk. Emil
Peter Born, Frankfurt a. M., gef.; Off.=Stellv. Chriſtoph
Bollmann, Weinsheim, ſchv.; U.=O. d. Reſ.
Johan=
nes Müller, Budenheim, ſchv.; Musk. Philipp
Metz=
ler, Guntersblum, ſchv.; Musk. Richard Rudolf
Groß=
mann, Magdeburg, lv: Gefr. d. Reſ. Johann Valentin
Lumb, Mainz, lv.; Musk. Philipp Wendelin Ripp,
Rhein=Dürkheim, lv.; Reſ. Philipp Kohl, Gonſenheim,
ſchv.; Musk. Konrad Stuck, Hebſtahl, ſchv.; Musk.
Hein=
rich Stötzel, Clafeld, lv.; Musk. Karl Stengel,
Nie=
der=Rosbach, lv.; Musk. Max Hermann Leverenz,
Straßburg, lv.; Musk. Auguſt Wölfelſchneider,
Dieburg, lv.; Musk. Emil Rohner, Daubenſand, lv.;
Reſ. Anton Georg Leber, Mainz, ſchv.; Reſ. Franz
Zohn, Klein=Heubach, Unterfranken, ſchv,; Reſ. Otto Joſ.
Erthal, Mainz, ſchv.; Reſ. Emil Schneider, Mainz,
ſchv.; Gefr. d. Reſ. Adalbert Friedrich Brück, Mainz,
ſchv.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Schmittel, Weiſenau, lv.;
Reſ. Joſef Streicher, Duderſtadt, lv.; Reſ. Karl
Fried=
rich Hilgut, Nieder=Ingelheim, lv.; Reſ. Gredigk,
ſchv.; Musk. Peter Klein, Hainſtadt, vm.; Reſ. Paul
Mang, Kronberg, vm.; Reſ. Adolf Hermenhofer,
Offenbach, vm.; U.=O. d. Reſ. Heinrich Walter,
Windecken, vm.; Gefr. d. Reſ. Grürmann, vm.; Reſ.
Joſeph Karhof, lv.; Reſ. Guſtav Rehn, Odersbach,
lv.: Gefr. d. Reſ. Nikolaus Schlegel, Oberurſel, gef.;
Reſ. Julius Gerlach, gef.; Reſ. Leonhard
Schrei=
ber, Oberurſel, gef.; Reſ. Karl Kordes, gef.; U.=O.
Adolf Berwald, Quickborn, ſchv.; Horn. Gefr. Johann
Strauch, Offſtein, ſchv.; Gefr. d. Reſ. Julius Wilhelm
Bayer, Frankfurt a. M., lv.; Gefr. Wilhelm Brune,
lv.; Gefr. d. Reſ. Joſeph Kriegshäuſer, Diedesfeld,
lv.; Musk. Johann Haſſinger, Nieder=Olm, lv.; Reſ.
Georg Wenzel, Bretzenheim, lv.; Reſ. Karl Ruppel,
Oberurſel, lv.; Reſ. Franz Sauer II., Hofheim, lv.;
Reſ. Heinrich Meyer, lv.; Reſ. Jakob Leſer,
Ober=
urſel, lv.; Reſ. Bernhard Hümmer, lv.; Gefr. d. Reſ.
Albert Götz, Philippſtein, lv.; Reſ. Johann Boß,
Ger=
dorf, lv.; Gefr. d. Reſ. Peterſon, lv.; Reſ. Wilhelm
Keller, Gräfeneck, lv.; Reſ. Hugo Ludwig, lv.; U.=O.
Stephan Olzewsky, Oels, lv: Musk. Willy Werz,
Pfeddersheim, lv.; Musk. Karl Ernſt, Eich, lv.; Musk.
Adam Gerfelder, Froſchhauſen, lv.; Musk. Willy
Thum, Straßburg i. E., lv.; Musk. Wilhelm Stein,
Köddingen, lv.; Musk. Adam Pfeiffer, Lindenfels, lv.;
Musk. Jakob Konrad Orlemann, Pfeddersheim, lv.;
Musk. Willy Leyens, Schrauenberg, lv.; Gefr. Eugen
Schalk, Schlettſtadt, lv.; Gefr. Heinrich Dölling,
Kaſſel, ſchv.: Musk. Emil Müller II., Albig, lv.; Musk.
Jakob Müller I., Abenheim, gef.; Musk. Peter Solms,
Laubenheim, lv.: Gefr. d. Reſ. Philipp Heinz,
Dieters=
heim, lv.; Musk. Philipp Pfaff, Sprendlingen,
Offen=
ach, ſchv.; Reſ. Paul Thielmann, Koſtheim, lv.;
Musk. Heinrich Huther, Bechtheim, lv.; Reſ. Friedrich
Martin Biller, Weiſenau, lv.
7. Kompagnie: Lt. Weber, Konradsdorf, gef.;
U.=O. Anton Eldracher, Mainz, lv.; Tamb. Karl
Fer=
dinand Preiß, Erbach i. O., lv.; Musk. Wilhelm Wolf,
Rommelshauſen, lv.; Musk. Johann Stachowitz,
Gel=
ſenkirchen, ſchv.; Reſ. Michael Suldbach, Steinbach, lv.;
Reſ. Anton Franz, Dauborn, lv.; U.=O. d. Reſ. Arthur
Schloß, Mainz, lv.; Reſ. Joſeph Wahl, Weiſenau,
lv.; Reſ. Auguſt Aloys Adam Heilmann, Wiesbaden,
lv.; Musk. Georg Roth, Hochheim, lv.; Reſ. Friedrich
Guſtav Nonnenmacher, Mainz, lv.; Musk. Wilhelm
Ehrhardt, Aſpisheim, lv.; Gefr. d. Reſ. Anton
Schmitt II., Dorchheim, lv.; Johann Seibel,
Dienſt=
grad nicht angegeben, lv.; Musk. Ludwig Hofmann,
Heuchelheim, lv.; Musk. Friedrich Jochem, Dienheim,
lv.; U.=O. d. Reſ. Johann Baptiſt Menz, Mainz=Kaſtel,
lv.; Musk. Konrad Richtberg, Romrod, gef.; Musk.
Wilhelm Ziegler, Hanau, gef.; Vizef. d. Reſ. Johann
Rohr, Mainz, ſchv.; Musk. Georg May, Spachbrücken,
lv.; Wehrm. Auguſt Niemczyk, Broznicke, gef.; Reſ.
Johann Weigand, Jugenheim, Bingen, lv.; Musk.
Peter Herle, Bürſtadt, lv.; Musk. Friedrich Schmitt I.,
Straßburg i. E., lv.; Anton Born, Dienſtgrad nicht
an=
gegeben, lv.; Musk. Friedrich Weyrauch, Würzburg, lv.;
Reſ. Friedrich Schittler, Jugenheim, Bingen, lv.; Reſ.
Wilhelm Ekert, Mengeskirchen, lv.; Reſ. Adam
Le=
moisne, Mainz, lv.; Reſ. Johann Adam Theel,
Mainz, lv.; Reſ. Friedrich Weinehl, Jugenheim,
Bin=
gen, lv.; Gefr. d. Reſ. Joſeph Greſch, Ockenheim, lv.;
Gefr. Johann Lebert, Fürfeld, gef.; Musk. Karl
Hagen=
dorf, Canauer, lv.; Musk. Auguſt Seemann.
Eckols=
heim, gef.; Reſ. Johann Quirnbach, Groß=Holbuch,
lv.; U.=O. Otto Keller, Roſenberg, an ſeinen Wunden
am 2. 10. 14 geſt.; U.=O. d. Reſ. Otto Almendinger,
Mainz, ſchv.; Musk. Joſeph Arbogaſt, Kogenheim,
lv.; Musk. Peter Stauder, Bratenheim, lv.; Reſ.
Pan=
kraz Knab, Hechtsheim, lv.; Reſ. Jakob Ehrhardt,
Aſpisheim, lv.; U.=O. d. Reſ. Ludwig Fritz, Mainz, ſchv.;
Reſ. Johann Fritz, Calbach, lv.; Reſ. Jakob Olkus,
Marckelsheim, lv.; Reſ. Georg Protz, Marienborn, lv.;
Reſ. Heinrich Meiſinger, Ober=Wöllſtadt, lv.; Reſ.
Mathias Egerter, Thalheim, lv.; Musk. Wilhelm
Schmidt V., Rodheim v. d. H., lv.; Musk. Chriſtian
Plöſſer, Hahn, lv.: Musk. Nikolaus Schumacher,
St. Ingbert, ſchv.; Reſ. Adam Göbel, Lampertheim,
lv.; Reſ. Bruno Süren, lv.; Reſ. Wilhelm
Rode=
meyer, Appenheim, lv.; Johann Gerlach, Dienſtgrad
nicht angegeben, lv.; Paul Schmiedehauſen,
Dienſt=
grad nicht angegeben, lv.
8. Kompagnie: Fahnenj. v. Tiedemann,
Mainz, lv.; Musk. Johann Schütz, Offenbach, ſchv.;
Musk. Richard Eidam, Bieber, gef.; Feldw.=Lt. Friedrich
Heck, Framersheim, ſchv.; Musk. Franz Meiſinger,
Ober=Wöllſtadt, gef.; Musk. Donatus Freyd,
Hindis=
heim, ſchv.; Gefr. d. Reſ. Georg Bemelmann,
Neuen=
hain, gef.; Musk. Heinrich Röger, Langen, ſchv.; Musk.
Hermann Weil, Bodenheim lv.; Musk. Karl Andel,
Fehlheim, lv.; U.=O. d. Reſ. Ferdinand Hahn, Münſter,
gef.; Gefr. d. Reſ. Rudolf Lentholz, Reſtſtrauch, ſchv.;
Gefr. Karl Bieger, Heidesheim, gef.; Reſ. Konrad
Mandavid, Mainz, ſchv.; Reſ. Georg Schuch,
Unter=
weiler, ſchv.; Reſ. Andreas Ochs, Neuenhain, ſchv.; Musk.
Heinrich Ripper, Steinbach, lv.; Musk. Karl Lehnert,
Offenbach a. M., ſchv.; Reſ. Ludwig Eſtenfeld, Mainz,
ſchv.; Musk. Kann, ſchv.; Reſ. Brühl, lv.; Musk. Jakob
Berges, Weinolsheim, gef.; Gefr. Joh. Joſ. Kuhn,
Worms, gef.; Musk. Heinrich Becker II., Bruchhauſen,
ſchv.; Reſ. Otto Karl Haxel, Frankfurt a. M., gef.; Reſ.
Wilhelm Köppen, Carwin, ſchv.; Reſ. David
Schu=
ſter, Neuſtadt a. d. Haardt, ſchv.; Reſ. Wilhelm Friedrich
Schinacher, Heilbronn, gef.; Reſ. Robert Hermann
Rüdinger, Heilbronn, ſchv.; Reſ. Johann Jakob
Wil=
helm Steinebach, Eirighauſen, ſchv.; Reſ. Karl Heinr.
Hermann Friſchhaupt, Hannover, lv.; Reſ. Peter
Franz Chriſtoph Keidel, Mainz, ſchv.; Reſ. Johann
Ortmeier, Schwarzbach, gef.; Musk. Richard Artur
Afred Stürze, Muckerau, ſchv.; Musk. Bernhard Paul
Möller, Rudolſtadt, gef.; Reſ. Karl Zimmermann,
Hahnſtätten, lv.; Reſ. Wilhelm Heitz, Uffhofen, ſchv.;
Reſ. Georg Adam Horn, Nieder=Olm, ſchv.; Reſ. Karl
Auguſt Friedrich Otto, Großen=Erich, lv.; Reſ. Joſeph
Sperber, Frankfurt a. M., ſchv.; Reſ. Jakob
Lau=
fersweiler, Elsheim, ſchv.; U.=O. d. Reſ. Friedrich
Wilhelm Sauerwein, Kaſſel, lv.; Reſerviſt Georg
Schuch, Unterweiler, ſchv.; Reſ. Karl Schmitt,
Alten=
bach, gef.; Reſ. Gerhard Wilhelm Muſekamp, Laxten,
ſchv.; Reſ. Wilhelm Rupprecht, Schneidheim ſchv.;
Reſ. Johann Gläſer, Görkemod, lv.; Reſ. Mathias
Haas, Bilkheim, lv.; Reſ. Albert Moſch, Honig, ſchv.;
Reſ. Karl Schmitt, Herſchbach, ſchv.; Vizef. d. Reſ. Karl
Lorenzius Krefeld, gef.; Reſ. Joſeph Fries,
Moſch=
heim, ſchv.; Gefr. Peter Joſeph Kirſch, Moſchheim,
ſchv.; Gefr. Friedrich Jakob Biedenkapp, Homburg
v. d. Höhe, lv.; Reſ. Georg Zanoli, Landshut, lv.; Reſ.
Jakob Mehlinger, Koſtheim, gef.; U.=O. Fritz
Maud=
ler, Walheim, ſchv.; Gefr. Johann Wilhelm
Mauer=
mann Behl, ſchv.; Gefr. Wilhelm Zellerbeck, Krefeld,
lv.; Musk. Wilhelm Abt, Bodenheim, ſchv.; Musk.
Michael Knapp Viernheim, lv.; Gefr. Jakob Müller,
Molsheim, ſchv.; Gefr. Friedrich Reiling, Steinfurt,
ſchv.; Musk. Georg Stoll, Hördt, gef.; Musk. Peter
Burkhardt, Bieber, ſchv.; Musk. Karl Erkrath,
Mühlheim a. M., lv.; Musk. Friedrich Karl Forth,
Mülheim bei Frankenthal, ſchv.; Musk. Joſeph
Frie=
del, Viernheim, lv.; Musk. Georg Ph. Haſſelmann,
Biebelsheim, ſchv.; Musk. Ludwig Lehgran, Raoul=
Ettapp, Frankreich, ſchv.; Musk. Adam Petry,
Brauns=
hardt, lv.; Musk. Johann Stamm, Blödesheim, ſchv.;
Musk. Georg Karl Wedel, Biebesheim, lv.; Gefr.
Phi=
lipp Emil Schneider, Alzey, lv.; Reſ. Lahm, lv.; Reſ.
Eberts, ſchv.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Reſ. Joſeph Wies, Finthen,
ſchv.; Musk. Friedrich Fingerhut, Oberworba, vm.
10. Kompagnie: U.=O. Erich Klug, Mainz, vm.;
Musk. Jakob Born Kelſterbach, vm.; Reſ. Albert
Nehr=
laß, Mainz, vm.; Reſ. Anton Schärf, Gr.=Bockenheim,
vm.; Reſ. Friedrich Gilber, Sulzfeld, vm.; Reſ.
Pan=
kraz Wagner I., Marienborn, vm.; Reſ. Eugen
Hent=
rich, Mainz, vm.; Reſ. Theodor Hammel, Bingen, vm.;
Reſ Ernſt Hulbig, Ibind, vm.; Reſ. Wilh. Knodt,
Lührberg, vm.: Reſ. Franz Schwarzmaier,
Siegen=
burg, vm.; Reſ. Andreas Kremer, Löppenich, vm.; Reſ.
Bernhard Doze, Lübeck, vm.; Reſ. Otto Bay, Grab,
vm.; Musk. Joſeph Bender, Geinsheim, vm.; Musk.
Friedrich Lang I., Biſchofsheim, vm.; Musk. Heinrich
Volk, Wertheim, vm.; Musk. Heinrich Menke,
Oppen=
heim, vm.; Musk. Philipp Neder, Worms, vm.
12. Kompagnie: Musk. Theodor Rotſchild,
Heldenbergen, vm.; Reſ. Auguſt Kaltenbach, Höchſt
am Main, vm.
Maſchinengewehr=Kompagnie: Off.=Stellv.
Wilhelm Bender, Babenhauſen, ſchv.; Gefr. Ernſt
Illig, Dienheim, lv.; Gefr. Eugen Lazarus, Mainz,
ſchv.; Schütze Heinrich Allmenröder, Eichel, gef.;
Schütze Karl Dieckert, Bürgel, lv.: Schütze Heinrich
Edling, Oſthofen, ſchv.; Schütze Chriſtian Lemp,
Mom=
bach, lv.; Schütze Jakob Weißlinger, Großblittersdorf,
lv.; U.=O. Georg Sieben, Hahnheim, lv.; Schütze
Fried=
rich Richter, Gimsheim, I"
Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
Seite 7.
Infanterie=Regiment Nr. 118, Worms.
Goyencourt am 4. und Parvillers am 6. u. 7. 10. 14.
I. Bataillon.
Leibkompagnie: Feldw. Kohlenbeck, lv.;
U.=O. d. R. Trümmer, lv.; Musk. Röhmer, lv.
2. Kompagnie: U.=O. Quellmalz, lv.; Wehrm.
Friedrich Laiſer, Worms, lv.; Reſ. Johann Sattler,
Siedelsbrunn, lv.; Musk. Jakob Eſchborn, Mainz. lv.;
Musk. Frank, lv.; Reſ. Köcher, Hähnhofen, lv.; Gefr.
Engelhardt, lv.; Wehrm. Peter Eiſenhauer,
Wah=
len, gefallen; Wehrm. Adam Pfeifer, Eich, gefallen;
Wehrm. Peter Leißler, Dolgesheim, gefallen.
3. Kompagnie: U.=O. d. R. Ripp, lv.; Reſ.
Am=
beiß, lv.; Musk. Burkhardt, ſchv.
4. Kompagnie: Oberlt. d. L. Staats, gefallen;
Musk. Dauterich, lv.; Musk. Jung, lv.; Wehrm.
Amsauer, lv.; Einj. Freiw. Koppen, ſchv.; Wehrm.
Hardt, verw.; Wehrm. Ewald, verw.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: U.=O. Lohrmann, lv.; U.=O.
Ratte, lv.; U.=O. Wollweber, lv.; Musk.
Gut=
hahr, verw.
6. Kompagnie: Lt. Bieber, lv.; Musk. Czys,
lv.; Musk. Staude, lv.; U.=O. d. R. Lingelbach, lv.;
Musk. Scharbach, lv.; Musk. Glaſſer, lv.; Musk.
Lerch, lv.; Musk. Weiß II, lv.; Musk. Konrad Boller,
lv.; Musk. Trinkaus, lv.; Reſ. Zecher, ſchv.; U.=O.
Bott, lv.
7. Kompagnie: Reſ. Hartung, lv.; Musk.
Becker, lv.; Reſ. Silberling, lv.; Reſ. Wetzel, lv.;
Reſ. Zaun, lv.; Musk. Zimmermann, lv.; Musk.
Reinels, lv.
8. Kompagnie: Musk. Leipold, lv.; Musk.
Neu, lv.; Off.=Stellv. Krug, lv.: Gefr. Nees, lv.;
Musk. Friedrich, lv.; U.=O. Eichner, lv.; Musk.
Fürſt, lv.; Gefr. Blum, lv.; Reſ. Hofmann, ſchv.;
Musk. Glock, ſchv.; Musk. Suppereck, verw.; Reſ.
Hochberger, verw.
III. Bataillon.
9. Kompagnie: Wehrm. Deibel, lv.; Reſ.
Köh=
ler, lv.; Reſ. Schönleber, lv.; Musk. Firnges, ſchv.;
Musk. Gonjet, lv.; Musk. Gerlach, lv.; Wehrm.
Heinrich Müller, lv.; Musk. Lebold, lv.; Musk
Weingarten, ſchv.; Wehrm. Helles, lv.; Wehrm.
Bretz, lv.; Reſ. Wedel, lv.; Wehrm. Bögler, ſchv.;
Reſ. Walla, lv.; Reſ. Weidenauer, lv.; Reſ. Kröhl,
lv.; Gefr. Bährenkranz, lv.; Musk. Henke, lv.
10. Kompagnie: Vizef. Lohr, gefallen; Tambour
Binz, gefallen; Reſ. Andres, lv.; Reſ.
Schlegel=
milch, ſchv.; Reſ. Walter, lv.; Wehrm. Hardt, lv.;
Musk. Graf, lv.; Reſ. Johann Schneider, lv.; Reſ.
Curſchmann, lv.; Reſ. Küffner, lv.; Musketier
Schanno, lv.; Musk. Eck, lv.; Musk. Kühlwein,
ſchv.; Vizef. Zaun, lv.; Reſ. Klotz, lv.; Reſ. Müller.
lv.; Musk. Gräf, lv.; Reſ. Garth, lv.; Reſ. Pinkel,
lv.; U.=O. Ginges, lv.; Reſ. Bohländer, lv.
11. Kompagnie: Reſ. Heinrich Hammerle,
Flörsheim, gefallen; Reſ. Jakob Stumpf, Alzey, lv.;
Wehrm. Johann Solinger, Worm, lv.; Reſ. Adam
Horn, Schwabsburg, lv.; Wehrm. Johann Lautin,
Uwingen, lv.; Wehrm. Peter Welter, Obereutgen, lv.;
Musk. Auguſt Adrion, Dortmund, lv.; Reſ. Johann
Horn, Flomborn, lv.; Reſ. Ludwig Mayer, Bensheim,
lv.; Wehrm. Rudolf Daum, Worms, lv.; Reſ. Franz
Köhler, München, lv.; Reſ. Franz Loughino,
Mül=
hauſen i. E., lv.; Wehrm. H. Puſch, Gau=Odernheim, lv.;
Wehrm. Guſtav Klette, Bingen, lv.; Gefr. Peter
Ger=
big, Stockheim, lv.; Reſ. Heeb, verw.; Reſ.
Ehe=
mann, verm.; Reſ. Denner, verm.; Musk. Heuſer,
verm.; Musk. Bormet, verm.; Reſ. Klos, verm.; Reſ.
Klappenecker, verm.; Wehrm. Kiſſel, verm.
12. Kompagnie: U.O. Bottelberger, ſchv.;
Musk. Biſſer, lv.; Musk. Gonder, lv.; Wehrm.
Bayer, lv.; Wehrm. Peter Ley II, lv.; Musk. Doll,
lv.; Wehrm. Stephan, ſchv.; Musk. Eiſemann, lv.;
Reſ. Schary, lv.; Musk Kehrat, lv.; U.=O. Laiſer,
lv.; Wehrm. Auguſt Haſſemer, lv.; Reſ. Bernhard.
lv.; Wehrm. Martin Pfeifer, Worms, lv.; Reſ. Pfaff,
lv.; Wehrm Balz, lv.
Berichtigung früherer Angaben.
Horn. Ernſt Zinn, Reuthers, bisher verw.,
geſtor=
ben; Musk. Eugen Bottner, Dreibrunnen, bisher verw.,
am 3. 9. 14 im Reſ.=Lazarett Trier geſtorben.
Infanterie=Regiment Nr. 168.
Hamipré am 22. 8. und Servon vom 14. bis 28. 9. 14.
III. Bataillon, Friedberg i. Heſſen.
9. Kompagnie: Oblt., vermutl. d. Reſ., u. Komp.=
Führer Beſt, lv.; Reſ. Thomas Piekny, Kecznicabobs,
vm.; Musk. Eduard Reuſch, Gießen, vm.; Reſ. Ludwig
Scherzen, Atzhauſen, lv.; Gefr. d. Reſ. Karl Mohn,
Heimbach, gef.; Reſ. Georg Feuerbach, Ober=Wöllſtadt,
gef.; Musk. Karl Böhme, Marburg, gef.; Musk. Ludwig
Schroth, Egelsbach, gef.; Feldw. Friedrich Merz,
Ket=
tenheim, lv.; Off.=Stellv. Albrecht Bötticher, Hagen,
lv.; Off.=Stellv. Fritz Grünewald, Mannheim, lv.;
U.=O. d. Reſ. Paul Müller, Griedel, ſchv.; Einj.=Freiw.
U.=O. Karl Bock Oberkirch, lv.; Gefr. Johann Noll,
Katernberg, lv.; Gefr. d. Reſ. Wilhelm Engel, Hegheim,
lv.; Gefr. d. Landw. Wilhelm Weber, Offenbach, lv.;
Reſ. Karl Naumann, Friedberg, ſchv.; Musk. Johann
Sür, Uttenheim, ſchv.; Musk. Johann Kuligowski.
Pien, lv.; Reſ. Auguſt Pfeiffer, Füßbach, lv.; Reſ.
Adolf Bauer, Nieder=Mockſtadt, lv.; Reſ. Hermann Bär,
Rohrbach, lv: Musk. Michael Volk II., Reichelsheim
lv.; Musk. Philipp Emmerich, Walldorf, lv.; Reſ.
Wil=
helm Boß, Echzell, lv.: Wehrm. Jakob Moller,
Offen=
bach, lv.; Musk. Georg Jünger, Trebur, lv.; Musk. Aug.
Burkardt, Seligenſtadt, lv.; Reſ. Friedrich Petri,
Frankfurt, lv.; Musk. Otto Kröll, Gonterskirchen, lv.;
Musk. Thomas Kubiak, Brandorf, gef.; Musk. Chriſtian
Pfeiffer, Ober=Seemen, gef.; Musk. Johann
Tho=
mas, Viernheim, gef.; Musk. Wilhelm Beckmann,
Schlitz, lv.; Musk. Otto Merboth, Hirzenhain, lv.;
Musk. Heinrich Reuter, Haingründau, lv.; Musk.
Hubert Schluer, Madfeld, gef.; Musk. Nikolaus
Staab, Gernsheim, gef.; Reſ. Heinrich Belz,
Düdels=
heim, gef.: Reſ. Otto Bock, Münzenberg, gef.; Reſ. Fritz
Ebert, Rodewitz, lv.; Gefr. d. Reſ. Johannes Friedel,
Landenhauſen, lv.; Gefr. d. Reſ. Ferdinand Heck,
Freien=
dietz, lv.; Reſ. Karl Hartmann, Münzenberg, gef.; Reſ.
Johannes Köller, Esfeld, ſchv.; Reſ. Johannes Rupp,
Friedberg, lv.; Reſ. Guſtav Simon, Biſtes, lv.; Reſ.
Georg Weiſenſee, Ober=Wöllſtadt, lv.; Musk. Max
Leſche, Cröſten, lv.; Reſ. Georg Kellermann,
Lam=
pertheim, lv.; Reſ. Karl Niepmann, Silſchede, lv.
10. Kompagnie: Lt. Ernſt Kutſch, Burg=
Gemün=
den, lv.; Reſ. Guſtav Brehm, Frankenbach, lv.; Reſ.
Franz Klimm, Ober=Erlenbach, lv.; Reſ. Gottfried
Feucht, Ober=Erlenbach, lv.; Musk. Emil Dickroth,
Kloppenheim, vm.; Musk. Heinrich Erdmann,
Offen=
thal. vm.; Musk. Heinr. Bohrmann, Breckenheim, vm.
11. Kompagnie: Reſ. Ludwig Mengſt,
Stein=
furt, gef.; Reſ. Wilhelm Brückel, Pohlgöns, gef.; Reſ.
Chriſtian Werner, Aſſenheim, gef.; Reſ. Bernhard
Bruhn, Granſee, gef.; Musk. Wilhelm Stieler,
Schwarz, lv.: Gefr. Guſtav Kirſchner, Ziegenhain, Pr.
lv.; Musk. Wilhelm Stroh, Sprendlingen, Offenbach,
lv.; Musk. Wilhelm Koch, Bergzabern, lv.; Gefr. d. Reſ.
Michael Hofmeier, Lohſchneid, lv.; Musk. Martin
Hahl, Lampertheim, lv.; Reſ. Karl Schmidt,
Stock=
heim, lv.; Vizef. d. Reſ. Wilhelm Born, Vilbel, lv.;
Tamb. Gefr. d. Reſ. Georg Lehr, Dietzenbach, lv.; Gefr.
d. Reſ. Wilhelm Arnold, Oberwetz, ſchv.; Musk. Ernſt
Raquet, Sadeunion, ſchv.; Musk. Johann Wolf,
Hetz=
bach, lv.; Musk. Joſeph Baſtian, Worms, lv.; Reſ. Gg.
Häuſer, Niederweiſel, vm.; Musk. Ludwig Willm,
Heiligenſtein, vm.; Reſ. Jakob Luft, Hauſen, vm.; Reſ
Jakob Gemp, Niederweiſel, vm.; Reſ. Heinrich Wilhelm
Kreutz, Nieder=Erlenbach, lv.; Musk. Walter Handke,
Dortmund, gef.; Musk. Philipp Beſt, Jugenheim,
Bin=
gen, gef.; U.=O. Oskar Eck, Schwarzhauſen, gef.; Musk.
Philipp Alfred Merckling, Schillersdorf, lv.; U.=O.
Jo=
hann Kaesler, Annen, lv.; Gefr. d. Reſ. Friedrich
Chriſtian Venitz, Bad Nauheim, ſchv.; Musk. Heinrich
Stork, Wixhauſen, lv.; Musk. Peter Euler,
Ippers=
hauſen, lv.; Reſ. Johannes Pfeil, Nieder=Eſchbach, lv.;
Musk. Alois Klein, Morsbronn, lv.; Musk. Wilhelm
Rückeshäuſer, Gabsheim, lv.; Serg. Heinr. Opper
Selbeterode, lv.; Musk. Joſeph Bander, Mainz, lv.;
Musk. Auguſt Krämer, Langendreer, lv.; Vizef.
Fried=
rich Auguſt Brune, Brackwede, vm.
12. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Karl Schmitz,
Mün=
ſter i. W., ſchv.: Reſ. Wilhelm App, Höchſt a. M., gef.;
Gefr. d. Reſ. Wilhelm Leiſt, Mainz, lv.; Gefr. d. Reſ.
Hans Rohloff, Potsdam, lv.; Reſ. Paul Preußer,
Nickelsdorf, lv.; Reſ. Heinrich Becker, Beck, lv.; Reſ.
Heinrich Michel, Bruchenbrücken, lv.; Reſ. Jak.
Schöp=
per, Aulenbach, lv.; U.=O. d. Reſ. Hugo Steinhardt,
Friedberg i. H., lv.; Musk. Chriſtian Wirth, Worms,
lv.; Musk. Wilhelm Conrad, Arborn, lv.; Musk. Jakob
Heydt, Leiſelheim, lv.; Reſ. Guſtav Lilier, Hauſen
lv.; Reſ. Jakob Schneider, Klein=Karben, lv: Reſ. Gg.
Wolfrum, Kulmbach, lv.; Reſ. Philipp Filſinger
Vilbel, lv.; Musk. Mathias Deiß, Harxheim, lv.; Reſ.
Paul Förſter, Buckelsdorf, lv.; Reſ. Konr. Günther,
Machtlos, vm.; Reſ. Peter Reifſchneider,
Rinder=
bügen, vm.: Reſ. Wilhelm Pöhlmann, Klein=Karben
vm.; Reſ. Wilhelm Hämel, Wabern, vm.; Reſ. Adolf
Schwöbel, Frankfurt a. M., vm.; Wehrm. Johann
Heinrich Hill, Steinbach, vm.
Infanterie=Regiment Nr. 174.
I. und II. Bataillon, Forbach.
Betonville und Réthonvillers am 24., Maricourt am 24.
und 25., Liancourt am 25. und Billancourt vom 24. bis
28. 9. 14.
I. Bataillon.
4. Kompagnie: Musk. Eugen Kolb, Mainz, lv.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Reſ. Oswald Deppe, Mainz, vw.
Infanterie=Regiment Nr. 158, Paderborn,
Truppen=Uebungsplatz Senne.
I. Bataillon.
4. Kompagnie: Reſ. Joſeph Eckes, Bingen, t.
Infanterie=Regiment Nr. 174.
Betonville und Réthonvillers am 24., Maricourt am 24.
und 25., Liancourt am 25. und Billancourt vom 24. bis
28. September.
I. Bataillon.
4. Kompagnie: Musk. Eugen Kolb, Mainz, lv.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Reſ. Oswald Deppe, Mainz, vw.
Feld=Artillerie=Regiment Nr. 61, Darmſtadt.
Berichtigung früherer Angaben.
U.=O. Philipp Nicolai, Ober=Mörlen, bisher vw.,
geſtorben.
Berichtigung aus Verluſtliſte Nr. 66 vom 4. Nov.
Feldartillerie=Regiment Nr. 25, Darmſtadt.
I. Abteilung.
Anſtatt Anton Stiefenberger — Anton
Stiefen=
hofer, Weiher, ſchwer verwundet
Dlusch Rostame Kleider Mantel
färbt unzertrennt in unübertroffener
und schneller Ausführung schwarz
Fabrik
Hor-Färberei Relcn (Darmstadt)
Arader-Kleidung
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Telephon 2539.
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(alte Leipziger).
Lebensverſicherungen unter Einſchluß der Kriegsgefahr.
landſturmpflichtige Familienväter u. ledige Perſonen,
welche bei vorzeitigem Ableben wirtſchaftliche Nachteile
für die Angehörigen nachweiſen, ohne Extraprämie.
Vertreter: G. Beyſer, Darmſtadt, Bruchwieſenſtr. 4, I.
Miteilungen aus dem Geſchafteleben.
Milliarden von Mikroben lauern auf jedem
Quadratzentimeter Schleimhaut des Augenblicks, wo
dieſe ihnen, durch Erkältung gelockert, Brutſtätten
ge=
währt. Daher iſt der Katarrh eine Gefahr! Hieraus
erklärt ſich die Vorliebe erfahrener Aerzte und Patienten
für den Original=Tancré=Inhalator, der die Schleimhäute
der Atmungswege feſtigt und desinfiziert und durch
gas=
artig feine Verteilung der Medikamente die Bakterien
noch in ihren Schlupfwinkeln vernichtet. Daher auch
ſeine oft überraſchende Wirkung bei veralteten Katarrhen,
die andern Mitteln trotzten. Eine Poſtkarte verſchafft
Ihnen koſtenloſe und ohne Kaufzwang nähere Auskunft
über „Die Kur im Hauſe‟ Der Apparat koſtet
gebrauchs=
fertig unter Nachnahme M. 8,85. Schreiben Sie noch
heute an Carl A. Tancré=Wiesbaden.
12. Quittung.
In der Sammelſtelle des „Darmſtädter Tagblatts”
wurden zu Gunſten der Hinterbliebenen von
Kriegs=
teilnehmern und ſonſtigen Hilfsbedürftigen aus der
Stadt Darmſtadt weiter folgende Beträge abgegeben:
Frl. Mathilde Beck 20 M., Fritz Heß 5 M., Verband
reiſender Kaufleute Leipzig, Sektion Darmſtadt, 25 M.,
Ungenannt 15 Pfg, Verkauf der Extrablätter des
Darm=
ſtädter Tagblatts (Nr. 160—163) 27.48 M., Hch. Heußner
3 M., Frau Telegraphendirektor Seitz 3 M., Frau Lina
Pfeil (Rabattſparbuch) 5 M., le Comte Engel, Zürich,
10 M., Sammlung der Eiſenbahnzugführer der Station
Darmſtadt: Hedler 5 M., Finkernagel 5 M., Keller 5 M.,
Keth 5 M., Meier 10 M., Orth 5 M., Bickel 5 M.,
Fröh=
lich 5 M., Spengler 5 M., A. Bauer 5 M., Spieß 5 M.,
Kammer 5 M., Blum 5 M., Schöneweiß 5 M., Koch 8 M.,
L. Volz 5 M., Schweitzer 5 M., Ries 5 M., Schneider 5 M.,
Knapp 5 M., Breunig 5 M., Hoffmann 10 M., Sang
5 M., Kaiſer 5 M., Gremm 5 M., Crößmann 5 M.,
Hill 5 M., Weber 5 M., Krug 5 M., Gaß 5 M., Ph.
Bauer 6 M., Hölzel 5 M., Bub 5 M., Schmidt 10 M.,
Amann 5 M., Brand 5 M., Huber 5 M., Heberer 5 M.,
Frank 5 M., Günther 5 M., König 4 M., Arndt 5 M.,
zuſammen 228 M., Verkauf der Extrablätter des
Darm=
ſtädter Tagblatts (Nr. 164—167) 33.95 M., Verkauf der
Extrablätter des Darmſtädter Tagblatts (Nr. 168 und
169) 26.66 M., Sanitätsrat Dr. A. Hoffmann 200 M.,
zuſammen 587.24 M. Hierzu die bereits veröffentlichten
3153.80 M., insgeſamt
3741.04 Mark.
40. Quittung.
In der Sammelſtelle des „Darmſtädter Tagblatts”
wurden für den Heſſiſchen Landesverein vom Roten
Kreuz weiter folgende Beträge abgegeben:
Dr. Neidhart, weitere Gabe, 20 M., Staatsrat
Lor=
bacher, weitere Gabe, 50 M., Fritz Heß 5 M., Marie
Müller 5 M., K. Freitag, 3. Rate, 10 M., Klaſſe 5a des
„Mg.‟ Erlös aus den auf einem Waldgang geſammelten
Eicheln, 4.50 M., Werner Geßner aus ſeiner Sparbüchſe
2 M., Perſonal der Firma E. Merck in Mailand 40 M.,
Matroſe K. Friedrich S. M. S. Goeben 5 M., Herr W.
Damm 4.50 M., S. v. G. 20 M., H. Winter (für Novbr.)
25 M., C. M. P., 2. Gabe, 5 M., E. 1 M., R. 1 M.,
O. Jung 20 M., zuſammen 218 M., hierzu die bereits
veröffentlichten 45 231.22 M., insgeſamt
45 449.22 Mark.
Familiennachrichten.
Die glückliche Geburt eines gesunden
JUNGEN
beehren sich hocherfreut anzuzeigen
Freiherr von jenisch,
Wirklicher Geheimer Rat,
Thyra Freifrau von Jenisch,
geb. Gräfin Grote.
Blumendorf bei Bad Oldesloe,
den 2. November 1914.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
Nummer 306.
Nach Gottes Willen erlitt am
3. November den Heldentod fürs
Vaterland mein geliebter Mann,
(20890
unſer treuſorgender Vater
Generalmajor
Rudolf von Lepel
Allerhöchſt beauftragt mit Führung der
52. Reſerve-Diviſion,
Ritter des Eiſernen Kreuzes Erſter Klaſſe.
Weimar, 4. November 1914.
Luiſe von Lepel, geb. von
Hom=
bergk zu Vach,
Marianne von Lepel,
Hans von Lepel, Leutnant im
2. Garde=Regiment z. F., z. Zt.
im Felde,
Alix von Lepel.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem ſchweren Verluſt
meines lieben Mannes ſage ich Allen,
beſonders dem V. C. D., auf dieſem
Wege meinen herzlichſten Dank.
Frau A. Meinhardt
und Kinder,
Grafenſtraße 4.
*8840)
Tageskalender
Freitag, 6. November.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10 Uhr
(Ab. D): „Huſarenfieber”,
Hauptprobe zum Konzert des Muſik=Vereins um
8 Uhr in der Stadttirche.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 7. November.
Schwellen=Verſteigerung um 9 Uhr auf
Bahn=
hof Kranichſtein.
Gewerbemuſenm Reckarſtraße 8. Geöfnet tüglich
von 11—1 Uhr; bei Sonderausſtellungen auch
Werk=
tags nachmittags von 3—5 Uhr.
Gtlnen in meiliſen Meihanegente
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 6. Nov. Vorabendgottesdienſt 4 Uhr=
30 Min.
Samstag, den 7. Nov. Morgengottesdienſt 8 Uhr
45 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 7. Nov. Vorabend 4 Uhr 25 Min.
Morgens 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr.
Sabbataus=
gang 5 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 8. Nov., an:
Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 4 Uhr.
NB. Montag, den 9. und Donnerstag, den 12. November:
T. Scheni Wachamischi.
der ganzen deutſchen Armee liegen
Die Verlustlisten fämtlich von der erſten erſchienenen
Liſte bis zu den neueſten Liſten in unſerer Geſchäftsſtelle
zur Einſichtnahme auf.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
teil Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Eiſenbahnfahrpläne gültig ab 2. November 1914.
Darmſtadt Hpt. — Bickenbach-Jugenheim-Seeheim und zurück.
Darmſtadt Hbf.-Bensheim-Worms und zurück.
Veronenzint 2at. 8I.
Perkonentie 2. 2
Lu
otionen
Me et. 1.
een
320801
Iagseihöd 7 20) Sall1 115
Sboll 1
5207 goſczös 1020 121 3. Achoſhtähle u—Darmſtadt H.:
uogongesſt go0f 1unſgeotr argaloinh
(u8ges Selgaeſlesgleſtsöran gulabſſcharmſtadt 4a
S41Sroſgreifgsol 1u4zooſczarancha1 122 ani Wickenbach.
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S4ulgoſges Hrof 11oſzoozer — (635 929 ab Monnheim
(94a10dot2tsl Zuoſßse ho 1saall 140125 Aad5tä7tof hooll jarcardhebl6228211015; 1Lorſch. Walb
6167o0 85r10zel1210 zooſhuele 128451121
S5227 eſGteſtotol Losſsooſ§re— (8310alan! Bickenbach. ;.
Sgaristu 9ro11o0 Lesjsto(6z17 a. 92911a4 444645 gbsſf hott 14s Sgoſdtoſcanlsan 1015am
Goolyos Zö110ze121s3255g 1sl7a2(82alf115
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Freitag, 6. November.
1914.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Verordnung über den Aufenthalt, Zu= und Wegzug von
Ausländern bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, und zwar mit dem Anfügen,
daß Zuwiderhandlungen unnachſichttich zur Anzeige gebracht werden. (20893fs
Darmſtadt, den 5. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Frankfurt a. M., den 27. 10. 14.
VXIII. Armeekorps.
Stellvertretendes Generalkommando.
IIIb Nr. 36252/2621
Verordnung.
Auf Grund der §§ 1 und 9b des Geſetzes über den Belagerungszuſtand vom
4. Juni 1851 ordne ich für den Bereich des Korpsbezirks an:
Alle Hotels, Penſionen und Anſtalten, ſowie jeder Wohnungsinhaber ſind
verpflichtet, den Aufenthalt und Zuzug von Ausländern binnen 12 Stunden
polizei=
lich anzumelden, gleichgültig ob die Aufnahme gegen Entgelt oder unentgeltlich,
vor=
übergehend oder für längere Zeit erfolgt.
Der Wegzug von Ausländern iſt gleichfalls innerhalb 12 Stunden anzuzeigen.
Falls örtliche Volizeiverordnungen eine kürzere Meldefriſt wie die vorſtehend
angegebene für Ausländer feſtſetzen, bleiben dieſe Verordnungen inſoweit maßgebend.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden nach § 9 des Geſetzes
über den Belagerungszuſtand vom 4. Juni 1851 mit Gefängnis bis zu einem Jahre
beſtraft.
Der kommandierende General
Freiherr von Gall, General der Infanterie.
zu dir Grispoltribehärdet des Kriſts.
Wir beauftragen Sie, die vorſtehende Verordnung ſofort auf ortsübliche Weiſe,
auch durch etwa in Ihren Gemeinden erſcheinende Zeitungen, zur öffentlichen
Kennt=
nis zu bringen und das Polizeiperſonal zur ſtrengſten Ueberwachung des Befolgs
der Vorſchriften anzuhalten. Zuwiderhandlungen ſind unnachſichtlich zur Anzeige
zu bringen.
Darmſtadt, den 5. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
XVIII. Armekorps
Stellv rtretendes Generalkommando.
IIIb Nr. 36385/2638
Frankfurt a. M., den 27. 10. 14.
Verordnung.
Auf Grund der §§ 1 und 9 des Geſetzes über den Belagerungszuſtand vom
4. Juni 1851 ordne ich hiermit an:
Angehörigen feindlicher Staaten iſt während des Kriegszuſtandes die Ausübung
der Jagd im Bereiche des Korpsbezirks verboten.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden nach §9 des vorgenannten
Geſetzes mit Gefängnis bis zu einem Jahr beſtraft.
(20888fs
Der kommandierende General
Freiherr von Gall, General der Infanterie.
Höchſtpreiſe für Kartoſeim.
Auf Grund des § 1 des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 und des § 1 der Bekanntmachung Großh. Miniſteriums
des Innern, betreffend die Ausführung dieſes Geſetzes, vom 7. Auguſt
1914, werden die Höchſtpreiſe für beſte Speiſekartoffeln mit ſofortiger
Wirkſamkeit für die Stadt Darmſtadt wie folgt feſtgeſetzt:
1. beim Verkauf durch den Produzenten an Ort und Stelle
für 100 kg
. 6,50 Mk.
Dieſer Preis ſchließt die Koſten der
Ver=
ladung und des Transportes bis zur
nächſten Verladeſtelle in ſich.
2. Bei freier Lieferung in den
Aufbewah=
rungsraum des Verbrauchers oder bei
Ver=
kauf auf den Wochenmärkten für 100 kg 8 Mk.
9 Pfg.
3. Im Kleinverkauf für das kg
Dieſe Feſtſetzungen haben nur die Bedeutung einer Obergrenze
für die Preiſe. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß geringere Preiſe
insbe=
ſondere dann gefordert werden müſſen, wenn die Beſchaffenheit der
Ware oder ſonſtige Verhältniſſe es angemeſſen erſcheinen laſſen. Auf
die §§ 2 und 4 des hierunter abgedruckten Geſetzes wird beſonders
hingewieſen.
Meine Bekanntmachung vom 23. v. Mts., betreffend
Höchſt=
preiſe für Kartoffeln, tritt hiermit außer Kraft.
Darmſtadt, am 4. November 1914.
(20875a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher Kaiſer, König
von Preußen ꝛc., verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter
Zuſtimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1.
Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für
Gegen=
ſtände des täglichen Bedarfs, insbeſondere für Nahrungs= und
Fuiter=
mittel aller Art, ſowie für rohe Naturerzeugniſſe, Heiz= und
Leucht=
ſtoffe, Höchſtpreiſe feſtgeſetzt werden.
§ 2.
Weigert ſich trotz Aufforderung der zuſtändigen Behörde ein
Beſitzer der im § 1 genannten Gegenſtände, ſie zu den feſtgeſetzten
Höchſtpreiſen zu verkaufen, ſo kann die zuſtändige Behörde ſie
über=
nehmen und auf Rechnung und Koſten des Beſitzers zu den
feſt=
geſetzten Höchſtpreiſen verkaufen, ſoweit ſie nicht für deſſen eigenen
Bedarf nötig ſind.
§ 3.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten
Behörden erlaſſen die erforderlichen Anordnungen und
Ausführungs=
beſtimmungen.
§ 4.
Wer die nach § 1 feſtgeſetzten Höchſtpreiſe überſchreitet oder den
nach § 3 erlaſſenen Ausführungsbeſtimmungen zuwiderhandelt oder
Vorräte an derartigen Gegenſtänden verheimlicht oder der
Aufforde=
rung der zuſtändigen Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit
Geldſtrafe bis zu 3000 ℳ oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis
bis zu 6 Monaten beſtraft.
§ 5.
Der Bundesrat wird ermächtigt, den Zeitpunkt zu beſtimmen,
zu welchem dieſes Geſetz wieder außer Kraft tritt.
8
Dieſes Geſetz tritt mit dem Tage ſeiner Verkündung in Kraft.
Urkundlich unter Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und
beigedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Berlin im Schloß, den 4. Auguſt 1914.
Wilhelm.
Delbrück.
(L. 8)
Zur Ausführung des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 iſt u. a. folgendes beſtimmt worden:
Die feſtgeſetzten Höchſtpreiſe, deren Veränderung oder
Auf=
hebung ſind durch die zuſtändige Behörde (§ 1) im
Amtsverkündig=
ungsblatt und ortsüblich bekannt zu machen.
Die Verkäufer von Waren, für die Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind,
haben dieſe Preiſe mit Angabe der Menge (Zah:, Maß, Gewicht),
auf die lich die Preiſe beziehen, durch einen ſichtbaren Anſchlag an
der Vorkaufsſtelle zur Kenntnis zu bringen.
Dieſer Anſchlag iſt toſtenfrei mit dem polizeilichen Stempel zu
verſehen und täglich während der Verkaufszeit auszuhängen.
Bei der Verkaufsſtelle iſt, wenn ſich die feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſe auf das Gewicht der Waren beziehen, eine Wage mit geeichten
Gewichten aufzuſtellen und ihre Benutzung zum Nachwiegen der
ver=
kauften Waren zu geſtatten
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 11. November, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Pfandlokal Ludwigshöhſtraße 4 meiſtbietend
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Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, 3. November 1914.
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Tapeziermſtr., Pankratiusſtr. 69. (*
mſer doandeis ſigſter
I teilung 2, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 21. Oktober 1914.
Hinſichtlich der Firma:
H. Brunner, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma ſind auf
Inſtallateurmeiſter Georg
Brun=
ner in Darmſtadt übergegangen.
Die Prokura der Ehefrau des
früheren Inhabers, Friederike geb.
Härter in Darmſtadt. iſt erloſchen.
Inſtallateurmeiſter Georg
Brun=
ner Ehefrau, Helene geb. Werres
in Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin
beſtellt.
Am 28. Oktober 1914.
Hinſichtlich der Firma:
W. Ackermann, Darmſtadt.
Die Firma iſt erloſchen.
Am 29. Oktober 1914.
Hinſichtlich der Firma:
V. Hebermehl, Darmſtadt.
Die Firma wurde von
Amts=
wegen gelöſcht.
(20891
Darmſtadt, 3. November 1914.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
HASSIA
Vervielfältigungs-
Büro
Inh. S. Guttmann
Vendelstadtstr. 26
Telephon 1679.
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Schrei bmaschinen-
Arbei ten
Diktate
Vervie l fältigungen
Zeugnis-Abschriften
diskret-billig.
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von den einfachsten bis
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Daunen,
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Ware. (10458a
Minderwertige Ware führe ich nicht.
Th. Kalbfuss
am Rathaus
Telophon 711 — Markt 10
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Verhütung von Feuersgefahr.
Nach § 368 des Reichsſtrafgeſetzes wird derjenige mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft, der es
unter=
läßt, dafür zu ſorgen, daß die Feuerſtätten in ſeinem Hauſe in
bau=
lichem und brandſicherem Zuſtande unterhalten, oder daß die
Schorn=
ſteine zur rechten Zeit gereinigt werden. Im Falle der Entſtehung
eines Brandes kann auf Gefängnisſtrafe erkannt werden. Wir ſehen
uns veranlaßt, auf die Beſtimmungen um deswillen beſonders
hin=
zuweiſen, weil wiederholt Brände dadurch entſtanden ſind, daß bei
dem Verſetzen von Oefen und Herden in andere Räume die dabei
außer Benutzung gekommenen Rauchrohröffnungen der Schornſteine
entweder gar nicht, oder nicht mit feuerſicherem Material, ſogar mit
leicht entzündlichem Material (Papier, Lumpen u. dergl.) verſchloſſen
worden ſind.
(20894fff
Darmſtadt, den 2. November 1914.
Das Baupolizeiamt.
Steinberger.
Bitte um Liebesgaben!
Wie uns mitgeteilt wird, iſt es mehrfach unbekannt, daß aktive
Regimenter noch Reſerve=Regimenter aufgeſtellt haben, die meiſtens
mit älteren, dem Beurlaubtenſtande angehörenden Leuten beſetzt ſind.
Dieſe Regimenter ſtehen ebenfalls an der Front des Feindes. Die
Mannſchaften haben deshalb die gleichen Entbehrungen zu tragen,
wie ihre Kameraden vom aktiven Regiment. Die Spender von
Liebesgaben gedenken aber nur ſelten dieſer Regimenter.
Wie uns mitgeteilt wird, trifft Vorſtehendes auch auf das
„Reſerve=Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25‟, das von den Feldartillerie=
Regimentern Nr. 25 und 61 aufgeſtellt wurde, zu.
Freundliche Gaben und Geldſpenden zur Beſchaffung geeigneter
Sachen für das: „Reſerve=Feld=Artillerie=Regt. Nr. 25” werden
gerne entgegengenommen von Frau Oberſtleutnant von Petery,
hier, Bismarckſtraße 41, und von Oberzahlmeiſter Behrend,
Erſatz=Abteilung Feldart.=Regt. 25, Kaſerne Heidelbergerſtr. 47,
ebenfalls hierſelbſt.
(20904
Bitte um Liebesgaben für das
Brigade=Erſatz=Bataillon 50.
Um den im Felde ſtehenden Kameraden dieſes Bataillons, das
von dem Unterzeichneten aufgeſtellt worden iſt, ihren harten Dienſt
nach Möglichkeit zu erleichtern, ergeht die Bitte um Sammlung von
Liebesgaben.
Es werden vor allen Dingen dringend benötigt: Wollſachen
schne 11-sauber (Unterzeug, Leibbinden, Strümpfe, Fußlappen, Puls= und Kniewärmer,
Kopfſchützer), Unterweſten, Hoſenträger, Stearinkerzen, Zigarren, Tabak,
Pfeifen, Dauerwurſt, Schokolade uſw.
Beilegen von Zündhölzern iſt ſtreng verboten.
Geldſpenden mit der Beſtimmung zum Ankauf erwähnter
Ge=
genſtände ſind gleichfalls willkommen.
(20823
Alle Gaben (Pakete wohl verpackt) wolle man mit dem Vermerk
„Liebesgaben für Brigade=Erſatz=Bataillon 50‟
richten an das Erſatz=Bataillon Infanterie=Regiments 117, Mainz,
Alice=Kaſerne.
Der großen Nützlichkeit ſolcher Gaben und des lebhaften Dankes
der empfangenden Kameraden mögen alle Geber ſicher ſein.
Erſatz=Bataillon Infanterie=Regiments Nr. 117.
J. A.: Heinrich, Oberleutnant und Adjutant.
Mit der Zuſammenſtellung des roten
Darmſtädter
Fahrplanbuchs
Winterausgabe 1914/15
wird jetzt begonnen und es gelangt in
den nächſten Tagen zur Ausgabe.
Anzeigenaufträge und Beſtellungen
erbitten wir ſofort.
(20819
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Wendelſtadtſtr. 38, part.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
Nummer 366.
Der ſilberne Adolf-
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
17)
10. Kapitel.
Der Senator Wommen ſteckte bis über den Kopf in
der Arbeit. Es kündigten ſich wieder einmal politiſche
Umwälzungen an. Dieſes Mal in China. Es galt
ge=
ſchickt zu disponieren, damit Nackenſchläge vermieden
würden, es galt aber auch die Lage geſchäftlich
auszu=
nutzen. Politiſchen Umwälzungen pflegt immer eine rein
wirtſchaftliche Kraftanſtrengung vorauszugehen.
Kabel=
telegramm auf Kabeltelegramm ſandte ſein Sohn aus
Schanghai. Die Hamburger Vertreter großer Fabriken
der verſchiedenſten Branchen gaben ſich gegenſeitig die
Türklinge zum Privatkontor Hinrich Wommens in die
Hand. Verträge wurden aufgeſetzt im Werte von
Hun=
derttauſenden — von Millionen. Mit ſeinem Bankhaus
hatte der Senator ſtundenlange Unterredungen; zwei
Schiffe wurden gechartert, die Verſicherungsprämien
ge=
regelt, — der Senator Hinrich Wommen ſchien unter der
Laſt der Arbeit — der Verantwortung zu wachſen. Ein
Mann disponierte, deſſen ererbtes, zähes Kaufmannsblut
unerſchrocken und wohlüberlegt Order auf Order gab.
Es war viel zu gewinnen, es war unheimlich viel zu
ver=
lieren. Darüber war ſich Hinrich Wommen keinen
Augen=
blick im Unklaren. Faſt ein halbes Jahrhundert ging er
täglich zur Börſe. Manchen Kaufmannsthron hatte er
zu=
ſammenſtürzen ſehen. In Hamburg werden leicht
Hun=
derttauſende gewonnen — noch leichter verloren.
Die Republik war in China errichtet worden, aber
zur Ruhe kam das Land nicht. Rußland, England und
Japan wollten „die Konjunktur” ausnutzen. Natürlich
in noch viel größerem Maße als die Hamburger
Kauf=
herrn. Hinrich Wommens ſtraffe Geſichtszüge wurden
noch ſtraffer, ſein ſchmales Geſicht noch länger, aber
ruhig blickten die ſtahlgrauen Augen auf das Haſten und
Treiben an der Börſe. Nur wenn er hinausfuhr nach
Blankeneſe, dann gruben ſich tiefe Falten in ſeine Stirn.
Er konnte ſich jetzt nicht viel um Ellen kümmern, zu Hauſe
ſaß er oft noch bis nach Mitternacht am Schreibtiſch,
Hinrich Wommens Tochter, wenn bei der auch der
Wage=
mut zum Durchbruch kam? Ein Wunder wär’s nicht
ge=
weſen! Wenn Ellen . . . aber nein, dazu war ſie viel zu
ſtolz. Und als er ſie eines abends ſcharf beobachtete,
ſah er, daß ſie elend ausſah, daß ſich der Zug um ihre
Mundwinkel vertieft hatte, daß eine Unruhe in ihr ſteckte,
die er bis jetzt, ſelbſt in der peinlichen Zeit, vor reichlich
einem halben Jahre, nicht an ihr entdeckt hatte. Alſo
raus mußte ſie aus der altgewohnten Umgebung,
Ablen=
kung brauchte ſie. Und wenn weiter nichts gewonnen
wurde als Zeit. Im Herbſt bekam er den Kopf freier,
dann brachte er ſie ſchon zur Vernunft. Der Juli war ja
da, Bekannte und Verwandte hatten Hamburg verlaſſen
— und Einſamkeit gebiert leicht dumme Gedanken. Alſo
ihr Vorſchläge unterbreitet. Aber ſie wollte nichts von
ihnen hören, weder Oſtende noch Baden=Baden, auch
nicht Interlaken lockte ſie.
Du haſt jetzt den Kopf voll, Papa, ich gehöre jetzt an
Deine Seite. Mankeneſe iſt auch ſchön. und nach
geſell=
ſchaftlichem Trubel ſehne ich mich ſchon gar nicht!
Da war ſchwer darauf zu antworten. Ein Wort zu
viel und es konnte eine Entfremdung eintreten. Jetzt
durfte das Vertrauen der Tochter zum Vater nicht
er=
ſchüttert werden.
Ganz wie Du willſt, Ellen! Ich glaubte Dir den
Vorſchlag ſchuldig zu ſein! Ich werde freilich den ganzen
Sommer aus Hamburg ſchwerlich herauskommen, dafür
können wir hoffentlich im Winter auf ein paar Wochen
nach Italien fahren und Kunſt ſchwelgen! Vielleicht
Ra=
venna, Florenz, Rom! Was meinſt Du dazu?
Gern, Papa!
Müde kamen die Worte von ihren Lippen —
gleich=
gültig.
Alſo es war Gefahr im Verzuge! Hinrich Wommen
fühlte das ganz deutlich heraus. Da brachte er ihr kleine
Geſchenke mit, redete mit ihr von ſeinen Plänen und
Hoffnungen, was er ſonſt nie tat. Sie wollte Intereſſe
zeigen, aber ihr Vater merkte doch, daß ihre Gedanken
nur halb bei der Sache waren.
Da kam er eines Abends, rieb ſich die Hände und
ſagte:
Ich muß auf ein paar Tage verreiſen, nach dem
Königreich Sachſen, nach Leipzig, Plauen, Chemnitz und
Dresden. Mir wär’s lieb, du kämſt mit!
Sie nickte. ſagte „Ja” und dachte ſich ihr Teil. Sie
verſtand ihren Vater ohne viel Worte, und er auch ſie.
Nahe daran war ſie, ihm ehrlich zu erklären: Ich hab’
Kriegsvortrag.
Diensrag, 10. November 1914, abends 8 Uhr, zu Darmſtadt
im Saale der Turnhalle am Woogsplatz:
Während des Kriegs in Belgien, in Oſtpreußen
und an der ruſſiſchen Grenze.
Geſchautes und Erlebtes wird Stadtverordneter
Dr.-Ing. Heyd erzählen.
Eintrittspreiſe: Vorbehaltene Plätze 1 Mk., Saal und Empore
50 Pfg.
Die Einnahmen ſind zur Anſchaffung von warmer
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dung für die Mannſchaften unſerer beiden Artillerie=Regimenter Nr. 25
und 61 beſtimmt.
Karten werden im Vorverkauf durch das Verkehrsbureau aus=
(20907fo
gegeben.
Zur Förderung des guten Zwecks bittet um zahlreichen Beſuch
Dr. Glässing, Oberbürgermeiſier.
Marrinsgemeinge.
Vaterländiſcher Gemeindeabend
am Sonntag, den 8. November,
abends 8 Uhr,
und Sonntag, den 15. November,
im Gemeindehaus Mollerſtraße 23
Vortrag von Herrn Pfarrer D. Waitz über:
„Erlebniſſe unſerer Krieger im Felde‟
auf Grund brieflicher Mitteilungen.
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Eintritt (nur für Erwachſene) frei.
Musik-Verenl.
Samstag, den 7. November 1914, abends 8 Uhr
in der Stadtkirche
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von J. Brahms.
Eintrittskarten: Mk. 3.30, 2.50, 2.20, 1.65, 1.10; Text 20 Pfg.
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berg, Leutnant . Kurt Ehrle
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Brenten=
dorpf, Leutnant Br. Harprecht
Orff, Leutnant . Frz. Schneider
Rhena, Leutnant Hans Wolf von
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Kern, Leutnant . Willy Weide
v. Tieffenſtein, Lt. Georg Syguda
Rammingen,
Fähnrich
Emil Kroczak
Krauſe, Wachtm. Paul Peterſen
Kellermann,
Or=
donnanz
Rich. Jürgas
Heinr. Lambrecht,
Fabrikbeſitzer . Hs. Baumeiſter
Klara, ſeine Frau Charlotte Pils
Roſe, i. Stieftocht. Käthe Gothe
Marianne v.
Fah=
renholz, geborene
Lambrecht
Herta Alſen
Auguſt Nippes,
Fabrikbeſitzer . . Adolf Jordan
Lina, ſeine Frau Minna Müller=
Hanno
Erika, ihre Tochter Alice Hacker
Bröckmann,
Stadt=
rat
Heinrich Hacker
Frau Bröckmann Agn. Wisthaler
Lotte, ihre Tochter Paula Manecke
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Stadtver=
ordnetenvorſteher Adolf Klotz
Frau Suna . . A. Fleiſchmann
Fränze Köttgen,
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Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den O. November 1914.
unter der Hand Erkundigungen eingezogen, mit Ruſtens=
Verlobung ſcheint nicht alles in Ordnung zu ſein; aber
ihr Stolz ließ es ſchließlich doch nicht zu. Dann hätte ſie
ſagen müſſen, daß ihre Weisheit von einer Auskunftei
ſtammte. In ſolchen Dingen war ihr Vater empfindlich.
Senatorentöchter haben mit Auskunfteien nichts zu tun,
hätte er geantwortet, und der Kopf wäre ihm davon
ſchwer geworden. Ehe ſich der Senator Hinrich Wommen
auf die Bahn ſetzte, um Fabrikanten aufzuſuchen,
muß=
ten Rieſenwerte auf dem Spiel ſtehen, das wußte ſie ganz
genau. Der ließ ſonſt die Leute hölliſch an ſich
heran=
kommen . .
Ueber Leipzig ging die Fahrt nach Plauen und
Chemnitz, dem deutſchen Mancheſter. Der Senator war
guter Laune. Hinter aller Gemütlichkeit der ſächſiſchen
Fabrikanten ſteckte ein zäher Wille, ein weiter Blick. Das
beweiſt ja auch die Ausfuhrſtatiſtik. Ueber ein Viertel
der geſamten Ausfuhr Deutſchlands kommt aus dem
kleinen Königreich Sachſen.
Sonnabend abend war’s. Der Senator ſagte zu
ſeiner Tochter:
In einer Stunde fahren wir nach Dresden, nach
Elb=
florenz! Morgen iſt Raſttag! Mal auf andere Gedanken
kommen, die Gemäldegalerie beſichtigen. Du haſt ſowieſo
wenig bisher von der Reiſe gehabt. Fabrikſtädte ſind
keine Stätte der Vergnügungen. Sind Städte des Rußes
und der Arbeit! Na ja, Leipzig, aber da wurde ich ſchnell
fertig! Gib Zofe und Diener die nötigen Anweiſungen,
ich muß noch einmnal weg! Um ſieben treiſen wir uns im
Warteſaal des Bahnhofes!
Er winkte ihr freundlich zu und ging wieder. Alſc
ihr Vater war zufrieden, darauf kam’s jetzt an. Und
wenn die Chinageſchäfte geklappt hatten, dann kam ihre
Stunde. Hoffentlich nicht früher. Das hing aber nicht
von ihr, das hing von Adolf Ruſten ab. Alle acht Tage
erhielt ſie Nachricht von der Auskunftei! Er erlernte die
Landwirtſchaft! Und wenn einer lernt, wird er kein
Meiſter in wenig Wochen. Und über Karla Plunk war
überhaupt nichts Näheres zu erfahren. Sie war acht
Tage lang bei Frau von Ruſten zu Beſuch geweſen und
hatte dann ihren Wohnort gewechſelt. Wo ſie weilte, ließ
ſich nicht feſtſtellen. Und zu deutlich konnte die Tochter
des Senators Wommen unmöglich der Auskunftei
gegen=
über werden. Wenn die nicht von allein herausfühlte,
was ſie gern wiſſen wollte, ſo hieß es ſich eben in
Ge=
duld üben — bis die Dinge ſich ſo weit entwickelt hatten,
daß der dortige Vertreter, der Auskunftei die
bekannt=
gegebene Verlobung melden konnte. Und — Ellen
Wom=
men warf den Kopf in den Nacken — dann war es auch
noch nicht zu ſpät. In den vielen einſamen Stunden, in
den dunklen Nächten war ein Plan in ihr gereift, ein
Plan, der vollkommenen Sieg oder peinliche Niederlage
bringen mußte! Hinrich Wommens Tochter, ihr zähes
Hanſeatenblut rechnete nur mit dem Siege, nicht mit der
Niederlage. Sie kannte ſich in Adolf Ruſten aus. In
Adolf Ruſten, dem ein biegſamer Frauenleib auf
feu=
rigem Tier das Herz weit machte!
Als Bater und Tochter am Somtag gegen Mitag
vom Beſuch der Dresdener Gemäldegalerie nach ihrem
Hotel, dem „Europäiſchen Hof”, zurückkehrten, ſahen ſie
im Speiſeſaale viele Offiziere ſitzen, manche hatten
be=
reits das ſeidene Renndreß an. Der Senator ſah Ellen
an und lachte.
Alſo Rennen! Wie ich uns zu kennen glaube?!
Kell=
ner, ſchnell ſervieren!-
Im Automobil fuhren ſie durch den „Großen
Gar=
ten” hinaus nach Reick, zur Rennbahn. Es war ein
wun=
derſchöner Sommertag, der halb Dresden auf die Beine
gebracht hatte. Keine übertrieben großen Preiſe waren
zu gewinnen, fünf von den ſieben Rennen führten über
Hinderniſſe, drei waren für die Herrenreiter ſerviert.
Ge=
rade für die Herrenreiter ſchwärmen die Dresdener
und für die Hinderniſſe . . . In der Loge wurde es
Ellen bald langweilig — und ihrem Vater auch. Außer
zwei, drei Geſchäftsfreunden konnte er in Dresden kaum
einen Menſchen. Und ſtillſitzen und nur zuſehen, das
war weder Hinrich Wommens noch nach ſeiner Tochter
Geſchmack. Sie gingen nach dem Sattelplatz, ſchoben ſich
dann langſam durch das Gedränge vor der erſten
Tri=
büne, die Tafel wurde aufgezogen, an dem die
Teilneh=
mer am zweiten Rennen bekanntgegeben werden, mehr
aus Gewohnheit, als aus Intereſſe ſtrich der Senator im
Programm die konkurrierenden Pferde an. Plötzlich zog
er die Augenbrauen zuſammen, der Bleiſtift im
golde=
nen Halter bohrte ſich durchs Papier. Nun, es war
un=
angenehm, aber man war einmal hier. (Fortſ. folgt.)
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e
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 6. November 1914.
Nummer 306.
Weiblich
Witwe ſuch baldgſt Heimarbeit.
Angebote unter D 67 an die Ge=
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(*8757df
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ſtraße 40, parterre.
Beſſ. Frl. ſ. nachm. Beſchäftig. b.
Kindern. N. Frankftrſtr. 52, p. (*8794
Jg. Mädchen vom Lande ſucht
in beſſ. Hauſe Stellg. als Kinderfrl.,
evtl. auch z. Hilfe i. Haush. Angeb.
u. D 85 an d. Geſchäftsſt (*8824fsg
Junge Frau ſucht Laufdienſt.
*8836) Schützenſtr. 8, Hinterh.
17jähr. Mädchen ſucht Stelle in
bürgerl. Haushalt. Angebote u.
D 91 a. d. Geſchäftsſtelle. (*8834
Mädchen vom Lande, das
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hauſe ſchlafen kann, ſ. Laufſt. den
ganzen Tag oder zu Kindern. Ang.
an Anna Kaffenberger, Laudenau b.
(*8833
Reichelsheim 1. Od.
Durchaus tüchtige, erfahrene
Schneiderin möchte gerne n. einige
Tage in d. Woche beſetzen. Ang. u.
D 78 an die Geſchäftsſt. (*8806
Männlich
Anwaltsgeh., 26. J. alt, m. ſehrg.
Zeugn., ſ. per ſof. Stellg. Angeb. u.
D 51 an die Geſchäftsſt. (*8732
Junger Mann, 19 Jahre alt,
ſucht Stellung als Hausdiener oder
ſonſtige Beſchäft. Zu erfr. Nieder=
Ramſtädterſtr. 20, part. (*8741df
Jung. Maſchinenzeichner ſucht
Beſchäftig. auf 1—2 Mon. Ang. unt.
D 90 an die Geſchäftsſt. (*8829
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geg. geringen Lohn. Näh.
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