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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Nr. 305.
Donnerstag, den 5. November.
1914.
Der Krieg.
Der türkiſche Krieg. — Von den Kriegsſchauplätzen. — Die Engländer in Deutſchland. — Entente=Beſuche. — Die Deutſchen
in England. — Die neueſten engliſchen Dum=Dum=Geſchoſſe. — Der Aufſtand in Südafrika. — Die Engländer annektieren
Aegupten. — Aus Kiautſchou. — Ein engliſches Unterſeebot vernichtet.
Der türkiſche Krieg.
und Aegypten ſind unterbrochen. Die Regierung hat die
Löſchung ſämtlicher Leuchttürme an den Küſten des
Mittel=
meeres beſchloſſen und Befehl dazu bereits erteilt.
Der Dreiverband wirbt um Bulgarien.
* Köln, 3. Nov. Die Köln. Ztg. erhielt ein
draht=
loſes Telgramm aus Sofia vom 3. November, in
wel=
chem gemeldet wird, daß angeſichts des Eintrittes der
Türkei in den Krieg die Bemühungen des
Drei=
verbandes um Bulgarien beſonders eifrig fortgeſetzt
werden, weil der Eintritt Bulgariens die Lage auf dem
Balkan zuungunſten des Zweibundes klären und einen dem
Dreiverbande günſtigen fünfköpfigen Balkanbund ſchaffen
würde. Nicht nur der Geſandte Rußlands und die ſeiner
Verbündeten im Dreiverbande, auch Serbien bemüht ſich
eifrig, indem es Bulgarien eine moraliſche
Unter=
ſtützung im Kampfe gegen die Türkei und beim
Friedens=
ſchluſſe verſpricht. Die bulgariſche Regierung erwiderte, ſie
bedürfe der ſerbiſchen moraliſchen Unterſtützung nicht und
habe keinen Grund, ihre Politik der Zurückhaltung
aufzu=
geben. General Radko Dimitrijew drahtete nach Sofia, daß
er an dem Siege Rußlands nicht zweifle und daß damit
auch die Verwirklichung der bulgariſchen Ideale, d. h. die
Angliederung Mazedoniens verbunden ſein werde. Die
Ruſſenfreunde in Sofia ſind nicht zahlreich, ſolange ſie auch
Serbenfreunde ſein müſſen. Sie ſind aber eifrig und
werden umſichtig unterſtützt. Sie geben die Partie noch
nicht verloren. Bisher liegt kein Anlaß vor, den
Belage=
rungszuſtand zu verhängen. Die Regierung bewahrt
ihre volle Ruhe und mit dem Bewußtſein ihrer Macht
auch das Bewußtſein, daß die Erhaltung der Neutralität
unter den jetzigen Umſtänden eine folgenreiche Tat iſt.
* Sofia 3. Nov. Das Blatt Dnewnik drückt ſeine
Entrüſtung über die Erklärung des ſerbiſchen
Ge=
ſandten in Petersburg, Spalejkowitſch, aus, wonach
Serbien geneigt wäre, Bulgarien ein kleines Gebiet
abzu=
treten, wenn Bulgarien ſeinen früheren Bundesvertrag
erfüllen und Serbien 200000 Mann Hilfstruppen gegen
Oeſterreich=Ungarn ſtellen wolle. Die ſerbiſchen Paraſiten,
Der Beginn des Krieges.
* Wien, 3. Nov. Die Neue
Freie Preſſe meldet aus
Konſtan=
tinopel: Die Verhandlungen zur
Beilegung des Konfliktes,
die von den Botſchaftern des
Dreiverbandes angebahnt waren,
zogen ſich bis zur letzten Stunde
hin, ſcheiterten jedoch an dem
energiſchen Willen der Pforte,
das Angebot des Dreiverbandes,
das die ſofortige Abberufung der
deutſchen Militärmiſſion verlangte,
nicht anzunehmen. Der Umſtand,
daß die Botſchafter ohne
Kriegs=
erklärung abreiſten, wird in
tür=
kiſchen Kreiſen als Zeichen der
Schwäche ausgelegt. Der Miniſter
der öffentlichen Arbeiten, Mahmud
Pckſcha, der Poſtminiſter, Osman
Effendi, der Handelsminiſter,
El=
buſtana Effendi, ſind zurückgetreten.
Dieſe Miniſterien werden
interi=
miſtiſch von Mitgliedern des
Kabi=
netts verwaltet. Der zurücktretende
Miniſter Mahmud Paſcha wünſcht
ein Armeekommando zu erhalten.
Die Aenderung im Kabinett ſtärkt
dieſes im nationalen Sinne.
Die Pforte hat ihre
Bot=
ſchafter in London und Paris,
ihren Geſchäftsträger in
Peters=
burg und ihren Geſandten in
Belgrad abberufen.
* Tiflis, 3. Nov. Meldung der Petersburger
Tele=
graphen=Agentur: Der Kaiſerliche Statthalter hat einen
Tagesbefehl an die Armee des Kaukaſus
erlaſſen, in dem er ſagt: Angeſichts der türkiſchen Angriffe
auf die ruſſiſche Küſte und die Schiffe der Schwarze
Meer=Flotte habe der Kaiſer der Armee des Kaukaſus
befohlen, die Grenze zu überſchreiten und die
Türken anzugreifen.
* Frankfurt a. M., 3. Nov. Die Frankfurter Ztg.
meldet aus Konſtantinopel: Heute früh nach
Sonnenauf=
gang eröffnete ein aus neun Schiffen beſtehendes
eng=
liſch=franzöſiſches Geſchwader aus einer
Entfernung von 15 Kilometern ein Bombardement
auf die Dardanellenforts. Die Beſchießung,
die von den türkiſchen Werken erwidert wurde,
dau=
erte 20 Minuten; ſie richtete keinen Schaden an.
Das Zuſammenwirken der Türkei mit den Zentralmächten.
* Konſtantinopel, 3. Nov. Die Morgenblätter
fordern die Ottomanen zum Kampfe gegen die
Mächte der Tripelentente auf, die ſeit
Jahrhun=
derten auf die Vernichtung der Türkei und des Islam
aus=
gehe. Das Blatt Ikdam ſchließt ſeinen Artikel mit dem
Rufe: Es lebe die Türkei. Es leben die verbündeten
Freunde! Der Tanin ſpricht ſeinen Dank für die in Wien,
Peſt und Berlin veranſtalteten Kundgebungen aus und
ſagt: Wir können den Völkern Deutſchlands und
Oeſterreich=Ungarns die Verſicherung geben, daß
wir unſere Pflicht in dieſem Kampfe auf Leben
und Toderfüllen werden. Unſere materiellen Kräfte,
ſo ſagt das Blatt, ſind mit denen Deutſchlands und
Oeſter=
reich=Ungarns nicht zu vergleichen. Aber auch wir wiſſen
für das Vaterland und die Religion zu kämpfen und uns
zu opfern, und wir werden unſere mangelnden materiellen
Kräfte durch moraliſche erſetzen. Deſſen ſind wir ſicher, daß
wir vor niemandem zu erröten haben werden. — Smyrnaer
Blätter beſtätigen die Meldung, daß der Hafen von
Smyrna ſeit dem 30. Oktober für die Schiffahrt geſperrt
iſt. Die telegraphiſchen Verbindungen zwiſchen der Türkei
ſagt das Blatt, würden ohnehin vom Schickſal ſchwer
ge=
züchtigt. Mazedonien ſei von allen Großmächten als
bul=
gariſch anerkannt. Falls Bulgarien es heute beſetzen wollte,
würde hierzu der fünfte Teil von 200000 Mann genügen.
Die Gärung in Aegypten.
* Berlin, 4. Nov. Die Gärung in
Aegyp=
ten greift immer weiter um ſich. In Kairo und
Alexan=
drien iſt es zu neuen Zuſammenſtößen zwiſchen
Arabern und Militär gekommen. Die engliſchen
Touriſten verlaſſen in fieberhafter Eile Aegypten. Die
aus Alexandrien abfahrenden Poſtſchiffe werden von den
heimreiſenden Engländern geradezu geſtürmt. Die
eng=
liſchen Behörden in Kairo und Aſſuan haben auch den
Vergnügungsreiſenden, die ſich trotz des Krieges immer
noch in großer Zahl dort aufhielten, dringend zur
Heim=
kehr geraten. Auch die ſchwer Lungenleidenden aus den
Spitälern ſind auf die Schiffe gebracht worden. Vor
Port Said kreuzt eine engliſch=franzöſiſche Flotte.
* Konſtantinopel, 3. Nov. Das Hauptquartier
veröffentlicht folgende amtliche Meldung: Die
eng=
liſche Flotte hat am 1. November Akaba an der
ägyptiſchen Grenze bombardiert und einen
Lan=
dungsverſuch gemacht. Aber nachdem vier Engländer
gefallen waren, warfen ſich die übrigen wieder in die
Boote. Obgleich die Engländer Tauſende von
Artillerie=
geſchoſſen verfeuerten, wurde auf unſerer Seite nur ein
Gendarm getötet.
* Konſtantinopel, 3. Nov. Die Engländer
haben den Prinzen Huſſein Kamil, den Onkel des
Khediven und Sohn des früheren Khediven Ismail
Paſcha, zum Khediven von Aegypten, ſowie den
Sohn Huſſein Kamils zum Kriegsminiſter ernannt.
Ein Ultimatum Perſiens?
* Leipzig, 3. Nov. Dem Leipziger Tageblatt wirs
aus Kopenhagen mitgeteilt: Nach einer Meldung der
Berlingske Tidende aus Petersburg hat der perſiſche
Geſandte dem ruſſiſchen Geſandten die Forderung
auf ſofortige Abberufung der ruſſiſchen
Truppen aus dem perſiſchen Gebiet
über=
reicht.
Die Haltung Italiens.
* Zürich, 2. Nov. Die Mailänder Zeitung Sera
weiſt darauf hin, daß die Türkei die Verſicherung
ab=
gegeben hat, die italieniſchen Intereſſen zu
achten und bemerkt dazu, es könne in der Tat ſowohl
Deutſchland als der Türkei nur daran gelegen ſein, ſich
Italien nicht zum Feinde zu machen. Auch die
ita=
lieniſche Schiffahrt im Suezkanal werde keinen
Schwie=
rigkeiten begegnen. Die Mächte des Dreiverbandes, die
viel mehr beunruhigt ſeien, als ſie zugeben wollten,
ver=
ſuchten mit allen Mitteln, den Balkanbund wieder ins
Leben zu rufen. Von einem Abkommen zwiſchen England
und Italien über Tripolis, von dem in ſeiner geſtrigen
Ausgabe der Corriere della Sera wiſſen wollte, könne
nicht im Ernſte geſprochen werden, da ein
zurückgetrete=
nes Kabinett nicht das Recht beſitze, ſolche Abkommen zu
treffen. Von Englands Wünſchen bis zum Abſchluß einer
Uebereinkunft ſei es noch ſehr weit. Die in auswärtigen
An=
gelegenheiten vielbeachtete Perſeveranza findet auch, daß
England wegen der pan=iſlamiſchen Bewegung ſehr
in Sorge ſei, wenn es ſich auch bemühe, die Gefahr
als nicht beſtehend hinzuſtellen. Italien habe alle Urſache,
ſeine Neutralität noch ſchärfer als bisher
aufrechtzuer=
halten. Wollte ſich Italien zu den Feinden der Türkei
ſchlagen, ſo ſei es klar, daß die Türkei der pan=iſlamiſchen
Bewegung auch in Libyen alle mögliche Unterſtützung
zuteil werden laſſe.
Ein Manifeſt des Zaren.
* Haag, 4. Nov. Nach einer Petersburger Depeſche
hat der Zar ein Manifeſt erlaſſen, in dem es heißt:
Die Türkei iſt von Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn
zu unfruchtbarem Kampfe gegen Rußland aufgehetzt
wor=
den. (Natürlich!) Rußland wird gottvertrauend ab=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Nummer 305.
warten. Das Auftreten der Türkei wird die Kataſtrophe
des türkiſchen Reiches beſchleunigen. Rußland dagegen
wird die hiſtoriſchen Probleme des Schwarzen Meeres
und die Taten ſeiner Vorväter wieder zur Geltung
brin=
gen.
Väterchen ſoll nur abwarten, ob nicht die Kataſtrophe
eines anderen Reiches beſchleunigt wird.
Eine däniſche Stimme.
* Kopenhagen, 3. Nov. Die Politiken
bezeich=
net die Teilnahme der Türkei am Kriege als
einen großen diplomatiſchen Sieg Deutſchlands. Der
Anſchluß der Türkei an Deutſchland und Oeſterreich=
Ungarn ſei die Frucht langer methodiſcher Arbeit
deut=
ſcher Diplomaten, Offiziere und Finanzleute, der es
ge=
lungen ſei, die Franzoſen, deren Einfluß in
Konſtan=
tinopel früher vorherrſchend geweſen ſei, immer mehr
zurückzudrängen. Deutſche ſeien allmählich die
militäri=
ſchen und politiſchen Ratgeber des Sultans geworden.
In den letzten Jahren ſeien große türkiſche Konzeſſionen
vorzugsweiſe an Deutſche vergeben. Es habe ſich der
politiſche Umſchlag in der Türkei vorbereitet,
der jetzt praktiſch wirkſam geworden ſei.
Von den Kriegsſchauplätzen.
* Großes Hauptquartier, 4. Nov. (W. T. B.
Amtlich.) =Unſer Angriff auf Ypern nördlich Arras
und öſtlich Soiſſons ſchreitet langſam, aber
erfolg=
reich vorwärts.
Südlich Vierdun und in den Vogeſen wurden
franzöſiſche Angriffe abgewieſen.
Auf dem öſtlichen Kriegsſchauplatz hat ſich
nichts Weſentliches ereignet. Oberſte Heeresleitung.
* Die Verſchiebung des Mittelpunktes unſerer
Be=
wegungen in Flandern gegen Ypern, die nach
dem Bericht des Hauptquartiers infolge der
Ueberſchwem=
mungen erfolgte, ſchließt nicht aus, daß, wie dem
Amſter=
damer Telegraaf aus Sluis gemeldet wird, auf der
gan=
zen Front hartnäckig gekämpft wird. Das Blatt berichtet
über einige kleinere Erfolge der Engländer und fährt dann
fort: Jedes Jahr um dieſe Zeit beginnen die
Ueber=
ſchwemmungen des niederen Polderlandes. Am Fluß
ent=
lang öffnete man jetzt abſichtlich die Schleuſen und dann
wurde das ganze Gelände weit überſchwemmt. Die
Ver=
bündeten haben davon viel Nutzen gehabt. Aber man
kann keineswegs ſagen, daß die Deutſchen entmutigt ſind.
Sie zeigen am Yſer eine wahre Todesverachtung. Am
Samstag zogen wieder neue Truppen nach der Front.
Weiter berichtet der Telegraaf: Die Deutſchen verſtärken
ſich zwiſchen Oſtende und Knocke. In den Dünen machen
ſie Laufgräben und Verſchanzungen.
Aus Rom wird berichtet: Im Mattino ſchildert Paolo
Scarfoglio in einem Stimmungsbild aus Dünkirchen
die große Eiſenbahnkataſtrophe bei der Station
Marquis, wo fünfzig Mann getötet und hundert
verwun=
det wurden und die einzige für Frankreich überaus
wich=
tige Bahnſtrecke außer Betrieb geſetzt wurde. Ueber die
Lage der Belgier heißt es in dem Bericht, 60 Prozent des
Heeres ſeien außer Kampf geſetzt und der Reſt der Leute
ſei völlig demoraliſiert und erſchöpft. Dann beſchreibt er
den Kampf der deutſchen Artillerie gegen engliſche Schiffe.
Dieſe gaben nur einen einzigen Schuß auf die deutſchen
Stellungen ab, als plötzlich an Bord des größten Panzers
Flammen aufſchoſſen. Ein gewaltiger Knall ertönte und
die Kriegsſchiffe dampften ſofort ab.
Ueber die Schlacht bei Dünkirchen endlich ſchreibt
der Korreſpondent: Ein paar Kilometer des Vorrückens
werden für die Deutſchen genügen, uns ins Meer zu
trei=
ben. Wir ſind an der Spitze der großen Feuerlinie, die
bei Belfort endet. Würde dieſe hier durchbrochen, ſo
müßte die Linie der Verbündeten vielleicht geändert
wer=
den und die Schlacht gewänne ein ganz anderes Ausſehen.
Selbſt die Times ſtellt entſchieden in Abrede, daß die
Deutſchen im Rückzuge begriffen ſind. Die Berichte von
anderen Stellen der Kampffront heben die deutſchen
Fort=
ſchritte bei Arras, ſowie die kräftige Ausnützung des neu
eroberten Stützpunktes Vailly an der Aisne hervor.
Ein engliſcher Berichterſtattere ſchildert die Art des
Kampfes der Deutſchen und das Gelände in
Nordoſtfrankreich. Er ſagt: Die Deutſchen haben
das Menſchenmögliche getan, das Problem des Kampfes
in dem von unzähligen Gräben und Waſſerläufen
durch=
ſchnittenen Gelände nach der wiſſenſchaftlichen Methode,
die ihrer Kriegführung eigen iſt, zu löſen. Ihre Truppen
ſind mit leichten, roh gearbeiteten, aber ſtarken Holzſtäben
verſehen, die über Gräben und Waſſerläufe geworfen
werden können und als kleine Brücken dienen.
Außer=
dem würden Holzplanken als Schilder benützt. Die
Bel=
gier haben ſchwere Verluſte zu verzeichnen. Am Montag
der vorigen Woche feien 9000 Verwundete gezählt
wor=
den und am Dienstag 1350. Die engliſchen Soldaten
er=
klären, daß die Deutſchen mit außerordentlicher
Tapfer=
keit kämpfen und ſich durch die größten Verluſte nicht
ab=
ſchrecken laſſen.
Die neueſten amtlichen franzöſiſchen
Be=
richte laſſen die Pariſer Preſſe unbefriedigt.
Verſtim=
mend wirken beſonders die deutſchen Fortſchritte bei
Arras, deſſen Vorſtädte auch heute noch unter deutſchem
Feuer ſtehen, ſowie das energiſche Feuer der deutſchen
ſchweren Geſchütze längs der ganzen Linie von Reims bis
zu den Maashöhen, ferner auch die heftige Ausnützung des
neu eroberten Stützpunktes Vailly, um gegen Braye und
andere Ortſchaften der Aisne=Gegend zu operieren, ebenſo
die wenig günſtigen Nachrichten aus Flandern. Für den
Verluſt der dortigen Ortſchaft Meſſines, die jetzt in
deut=
ſchem Beſitz iſt und die gegneriſche Bewegung ſtark
hem=
men kann, bedeutet der angebliche franzöſiſche kleine
Ge=
ländegewinn ſüdlich Gelnvelt bei Dixmuiden nur einen
ſchwachen Troſt. Der Militärkritiker Rouſſelt, übel
ge=
launt, daß die andauernde deutſche Angriffsluſt auf der
ganzen Front ſeine Vorausſagen entkräftet, ſchließt ſeine
Betrachtungen wie folgt: „Irgend ein Tor wollen die
Deutſchen einſchlagen, gleichviel welches, wenn es ihnen
nur den Weg nach Dünkirchen öffnet.” (L.=A.)
Aus Ruſſiſch=Polen wird von öſterreichiſcher Seite
vom 3. Nov. nachm. amtlich mitgeteilt: In Ruſſiſch=Polen
brachen unſere Streitkräfte, als ſie die ſtarke feindliche Armee
zur Entwickelung gezwungen hatten, die Gefechte auf der
Lyſa Gora ab, um die nach den Kämpfen vor
Iwan=
gorod befohlenen Bewegungen fortzuſetzen. Die Lage
in Galizien iſt unverändert. Aus den Kämpfen der
letzten Tage ſüdlich von Stray Sambor und nordweſtlich
von Turka wurden bisher 2500 gefangene Ruſſen
eingebracht. Geſtern früh überfielen Huſaren bei Sybnik
im Stryjtale eine feindliche Munitionskolonne und
erbeu=
teten viele Wagen mit Artilleriemunition.
Die Engländer in Deutſchland.
* Alle britiſchen Untertanen, die mit dem
folgenden Proteſt übereinſtimmen, werden erſucht, durch
Poſtkarte ihre Billigung an Mr. Arch. R. Cusden,
Gie=
ßen (Oberheſſen), Johannſtraße 11, 3, kundzutun, der
da=
rauf eine vollſtändige Liſte der Namen der Proteſtierenden
an die amerikaniſche Botſchaft ſchicken wird mit der Bitte,
ſie der königlich britiſchen Regierung vorzulegen.
An die Regierung Seiner britiſchen Majeſtät.
Nach=
richten aus zuverläſſigen Quellen ſind uns zugekommen,
daß die britiſche Regierung angefangen hat, deutſche und
öſterreichiſche Ziviliſten, die ſich augenblicklich in England
befinden, in Konzentrationslagern einzuſperren, und daß
die allgemeine Behandlung, die dieſen Ziviliſten, die jetzt
als Gefangene gehalten werden, zugemeſſen wird, eines
ziviliſierten Landes unwürdig iſt. Andererſeits werden wir
n Deutſchland anſäſſige britiſche Untertanen mit ſehr
we=
nigen Ausnahmen vom Publikum und von den Behörden
nit aller Höflichkeit und Rückſicht behandelt und genießen
verhältnismäßig große Freiheit. Wir fühlen uns deshalb
genötigt, gegen dieſe Handlung Englands energiſch zu
roteſtieren und fordern Ew. Majeſtät Regierung auf,
gegen die deutſchen und öſterreichiſch=ungariſchen
Nicht=
kämpfenden „kair” zu ſein und ihnen dieſelben Rechte und
den Schutz zu gewähren, wie die britiſchen Untertanen ſie
in Deutſchland jetzt erhalten.
Der Berl. Lok.=Anz. meldet aus München=Gladbach:
Die hieſige engliſche Kolonie hat durch Vermittlung
des amerikaniſchen Konſuls an den engliſchen Miniſter des
Auswärtigen Sir Edward Grey folgendes
Tele=
gramn geſandt: „Wir, denen es erlaubt iſt, den
täg=
lichen Geſchäften ungehindert nachzugehen, erſuchen
drin=
gend um gleiche Behandlung der deutſchen Ziviliſten in
England.”
Zu dieſen Proteſten muß doch bemerkt werden, daß ſie
nicht etwa als Sympathiekundgebungen für Deutſchland
aufzufaſſen ſind, ſondern in erſter Linie eigennützige
Zwecke verfolgen, weil die in Deutſchland lebenden
Eng=
länder jetzt, und zwar mit Recht, Gegenmaßregeln
be=
fürchten.
Aus Antwerpen.
* Antwerpen, 4. Nov. In Antwerpen iſt der
öffentliche Dienſt faſt vollſtändig wieder
her=
geſtellt. In den meiſten Häuſern geht das Waſſer
wieder bis in die höchſten Stockwerke. Gas und elektriſche
Beleuchtung ſind befriedigend; auch der
Straßenbahnver=
kehr iſt faſt normal. Die von der belgiſchen
Militärver=
waltung freigelaſſenen Sträflinge ſind wieder interniert.
Es gibt keine anſteckenden Krankheiten. Lebensmittel ſind
genügend vorhanden. Fleiſch und Buter ſind ſogar
bil=
liger wie vor dem Krieg, doch iſt das Brot teuer.
Die erſte deutſche Krankenkaſſe in Belgien.
* In der Feſtung Namur iſt jetzt eine Zweigſtelle
der Düſſeldorfer Ortskrankenkaſſe errichtet worden. Eine
Düſſeldorfer Firma hat die umfangreichen
Wie=
derherſtellungsarbeiten der durch die
Belage=
rung zerſtörten Feſtungswerke übernommen. Für die
Arbeiten werden ausſchließlich deutſche Arbeiter
verwen=
det, die naturgemäß der Krankenverſicherungspflicht
un=
terliegen. Infolgedeſſen hat es ſich als notwendig
er=
wieſen, in Namur eine deutſche Krankenkaſſe
einzurichten.
Aus Tſingtau.
* Tokio 3. Nov. Amtlich wird bekannt gegeben,
daß die Beſchießung von Tſingtau andauert.
Die meiſten deutſchen Forts ſind zum Schweigen gebracht,
nur zwei beantworten unaufhörlich die zu Waſſer und zu
Lande unternommenen Angriffe der Verbündeten. Das
Bombardement verurſachte eine Feuersbrunſt in der Nähe
des Hafens und die Exploſion eines Oeltanks. Das Fort
Sicochauſhou ſteht in Flammen. Ein deutſches
Kanonen=
boot, das den Schornſtein verlor, iſt nicht mehr ſichtbar.
Entente=Beſuche.
* Ein franzöſiſcher Bericht teilt mit: Präſident
Poincaré, traf am Sonntag abend in Begleitung
der Miniſter Millerand und Ribot in Dünkirchen ein.
Ribot begab ſich nach Pas de Calais, während die
anderen mit Broqueville und Kitchener konferierten.
An der langen Unterredung nahm auch General Joffre
teil. Broqueville und Kitchener frühſtückten bei dem
Präſidenten Poincaré. Kitchener reiſte nachts nach
Eng=
land ab. Poincaré begab ſich in Begleitung Joffres
und Duparges am Montag vormittag nach Belgien,
um dem König einen Beſuch abzuſtatten. Der König
reiſte dem Präſidenten bis an die Grenze entgegen. Der
Präſident brachte aufs neue die glühende Bewunderung
und den begeiſterten Wunſch von ganz Frankreich zum
Ausdruck. Die Sache der beiden Länder ſei auch allen
Franzoſen heilig. Der König dankte aufs wärmſte und
ſprach ſeine lebhafte Anerkennung für die franzöſiſche
Armee aus. Nachdem fuhr er im Automobil mit dem
Präſidenten nach der Königlichen Reſidenz, wo der
Prä=
ſident der Königin ſeine Aufwartung machte. Dann
be=
gaben ſich die beiden Staatsoberhäupter mit den beiden
Miniſtern und Joffre nach Furnes (Veurne). Die
Truppen ſtanden auf dem Stadthausplätz. Der König
und der Präſident nahmen unter den Klängen der Mar=
Deutſche Kriegsbriefe.
XXIII. (Nachdruck verboten.)
Großes Hauptquartier, 1. Nov.
Nun fallen auch im Ardenner Wald die letzten Blätter
von den Bäumen. Der kleinen Vöglein Lied verſtummt,
und im Maastale drunten brauen ſchon die
November=
nebel. Feſter ſchlägt der Wachtpoſten und die Patrouille
den Mantel um die Schultern, und tiefer noch gräbt ſich
der Feldſoldat in den Schützengraben ein. Der
Liebes=
gaben große Zahl iſt endlich auch in die Front
gedrun=
gen. Und mit Nahrungs= und Genußmitteln iſt auch
manch wärmendes Stück Unterzeug gekommen, das fleißige
Hände ſtrickten, damit der Mann und Vater, der Brüder
und der Bräutigam wenigſtens etwas von der
wärmen=
den Liebe verſpürten, die ihrer daheim in Sorgen gedenkt.
Wie viel zarte Bande ſchlingen ſich in dieſen Tagen
feſter, wie viele im Laufe der Jahre locker gewordene
richten ſich wieder ſtraffer, und wie viele, die ſchon faſt
zerriſſen waren, werden aufs neue geknüpft. So ſind die
Liebesgabenſendungen für den einen leiſe Zärtlichkeiten,
für den andern vertrauliche Verſtändigungen, und
für den dritten reuevolle Rückerinnerungen. Und mitten
im Spätherbſt erlebt der eine den Frühling, der andere
den Sommer, und der dritte den Herbſttag ſeiner Liebe.
Darum ſoll man auch dieſe letzten Herbſttage nicht gering
achten, obwohl ſie den grämlichen Winter langſam
vor=
bereiten. Klingt doch da oben in den nebelfeuchten
Ar=
dennenhöhen der lockende Brunſtſchrei der Hirſche hell und
freudig, während noch immer ſilberne Fäden des
Alt=
weiberſommers wie traumverloren durch die Gärten
ſegeln und ſelbſt die fallenden Blätter uns lehren, daß
unter ihrem Stiel ſchon die junge Knoſpe einem ſieghaften
Frühling entgegentrieb. Auch wir erwarten ihn in dieſen
beginnenden Novembertagen, wo unten weit von der
Türkei her gute Kunde zu uns dringt, in dem Gefühl, daß
er uns eine neue und ſchönere Zukunft bringen wird.
Manchem freilich ſchnüren die wallenden Herbſtnebel
den Atem ein, und er glaubt um ſich ſchlagen zu müſſen,
damit die Spukgeſtalten verſchwinden. Zu ihnen gehört
auch der brave Thomalla, mein bisheriger Pferdepfleger,
dem die gegenwärtige Stille der Erwartung im Großen
Hauptquartier ſchier unerträglich dünkte und auf den der
Geiſt der Schutzpatronin dieſes geſegneten
Erdenfleck=
chens eingewirkt hat. Man wandelt nicht ungeſtraft „im
alten romantiſchen Land” Theodor Fontanes, wo Jeanne
d’Are ihre Jugendjahre verlebte und die Erleuchtung über
ſie kam, das Schwert um die zarten Lenden zu gürten
und hinaus zu ziehen in den heiligen Kampf. Auch
Tho=
malla hat nicht umſonſt täglich und ſtündlich aus der Ferne
den Kanonendonner von Verdun und Reims vernommen,
und da iſt ein heiliger Zorn über ihn gekommen, daß noch
immer keine Entſcheidung fiel. So meldete er ſich denn
kurz entſchloſſen zur Front, und ich ſtand traurig dabei,
als er das Schlachtroß beſtieg und mit den anderen
hin=
ausritt in unbekannte Weiten. „Thomalla geht — doch
ſicher kehrt er wieder!‟ Denn ihm wird die Liebe nicht
den klaren Sinn trüben, der nur das eine Ziel kennt, die
„da drüben zu Paaren zu treiben‟. Er hat lange genug
bei Krupp im Lande der Märker Eiſen gereckt, als daß er
nicht auch in den Schützengräben an der Aisnelinie einen
ganzen Mann ſtelle.
Aber nicht nur Erinnerungen an die Jungfrau von
Orleans, ſondern an eine viel größere und näherliegende
Zeit bietet uns dieſer Landſtrich. Ich habe ſchon auf dem
Wege von St. Privat nach Sedan mit einigen Worten des
kleinen Häuschens Erwähnung getan, in dem am
Morgen des 2. September 1870 Bismarck mit
Na=
poleon vor ſeiner Gefangennahme einige Zeit verweilte.
Aus Dankbarkeit ſchenkte Napoelon der noch heute
leben=
den Beſitzerin des Häuschens vier Zwanzigfrancsſtücke
mit ſeinem Bilde die die alte Dame noch heute unter Elas
und Rahmen aufbewahrt. Kaiſer Wilhelm II. hat
nun bekanntlich vor einigen Tagen dem Häuschen
eben=
falls einen Beſuch abgeſtattet und der Beſitzerin ein
hüb=
ſches Gegengeſchenk gemacht, indem er ihr vier Zwanzia=
markſtücke übergab. Bei meinem heutigen Beſuch kramte
ſie allerhand hübſche und intereſſante Einzelheiten von
den beiden Kaiſerbeſuchen aus, und beſonders ſtolz war
ſie auf ein Autogramm des Kaiſers, das ihr dieſer auf
der Rückſeite einer Kondolenzkarte mit den Worten:
„Guillaume II., I. R.” hinterlaſſen hat.
Auch der Reichskanzler, Herr von Bethmann Hollweg,
hat an dieſem Tage das hiſtoriſche Häuschen von
Don=
chery beſucht, deſſen ſchmale Treppe unter den
Küraſſier=
ſtiefeln ſeines Vorgängers geknarrt hat. Eine kleine
ver=
blaßte Photographie des Altreichskanzlers hängt noch
heute in dem Zimmerchen neben dem Bilde des dritten
Napoleon. Nur der Stuhl, auf dem Napoleon damals
ſaß, iſt nicht mehr vorhanden, denn ein braver
Kriegers=
mann von 1870/71 nahm ihn mit in die Heimat, nachdem
er der alten Dame dafür einen baren Reichstaler gegeben
hatte.
Aber auch der Krieg von 1914 hat dem Häuschen eine
Merkwürdigkeit beſchert. Mitten in der Stubenwand
be=
findet ſich nämlich ein Loch, das bei der Beſchießung
Don=
cherys durch die Unſeren in der Nacht vom 27. zum 28.
Auguſt ein in das Zimmer gedrungenes Infanteriegeſchoß
verurſacht hat.
Nicht weit von dem Häuschen von Donchery ſteht das
ebenfalls in den Septembertagen von 1870 hiſtoriſch
ge=
wordene „Chateau Bellevue” in deſſen Räumen
die Kapitulation von Sedan erfolgte und deſſen
notwen=
dige Erneuerungsarbeiten unſer Kaiſer auf ſeine Koſten
durchführen laſſen will. Zu Füßen dieſer beiden,
geſchicht=
lich ſo denkwürdigen Stätten aber breitet ſich, ſoweit das
Auge reicht, das Schlachtfeld von Sedan aus. Und auf
der Heerſtraße, die an dieſem Schlachtfeld entlang zieht,
ziehen unabläſſig auch heute wieder deutſche Truppen, die
zur Verſtärkung der Aisnelinie beſtimmt ſind, an der ſich
eine Schlacht abſpielt, größer und vielleicht auch
entſchei=
dender noch, als es ſelbſt die von Sedan geweſen iſt.
Pau I Schweder, Kriegsberichterſtatter.
Nummer 305.
Darmſtätder Tagblatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Seite 3.
ſeillaiſe und der Brabanconne eine Parade ab. Darauf
fand eine lange Konferenz ſtatt. Bei der Verabſchiedung
verſicherte der König dem Präſidenten ſeine
unwandel=
bare Freundſchaft für Frankreich. Präſident Poincaré
und Millerand verbrachten den Nachmittag in Belgien
inmitten der Truppen in der Gegend von Ypern.
Die deutſche Preſſe in Peking als Vorbild.
* Peking, 3. Nov. Die Exchange Telegraph
Com=
pany meldet unter dem 31. Okt.: Von morgen ab wird
keine engliſche Zeitung hier erſcheinen, da die
Deutſchen die Peking Gazette angekauft
haben. Die nächſten britiſchen Organe werden in
Tient=
ſin erſcheinen. Die Deutſchen übernehmen zugleich die
finanzielle Kontrolle über die geſamte chineſiſche Preſſe in
Peking und beſitzen ein ihnen die Kontrolle gebendes
Finanzintereſſe über die drei wichtigſten chineſiſchen
Blätter in Tientſin.
Die Deutſchen in England.
* Mailand, 3. Nov. (Ctr. Bln.) Die Gazette del
Popolo ſchreibt aus London: Die Preſſe, welche die
Arretierung der Deutſchen in England
ver=
anlaßte, muß jetzt klein beigeben und eingeſtehen, daß das
Entgermaniſieren Englands eine
ſchwe=
rere Aufgabe iſt, als man im erſten Augenblick
dachte. Binnen kurzem hat man 50000 Deutſche und
Oeſterreicher in die Konzentrationslager gebracht und
andere Arretierungen werden erfolgen, ſobald die
provi=
ſoriſchen Baracken, die den feindlichen Elementen ſo gut
wie möglich Unterkunft geben, fertig ſind. Wer hätte
je=
mals gedacht, daß in dieſen Zentren des Welthandels
große Induſtrien völlig in deutſchen Händen ſind; wer
hätte gedacht, daß der vierte Teil der Londoner
Bevöl=
kerung ſich von Brot ernährt, das von deutſchen Händen
verarbeitet wurde, daß die Stoffe von Bradford und
Mancheſter mit deutſchen Anilinfarben gefärbt werden,
daß beinahe der ganze in England verbrauchte Zucker
aus Deutſchland und Oeſterreich kommt, daß nicht eine
Muſiknote in England gedruckt wird und daß ſelbſt das
Straßenpflaſter, das die Londoner jeden Tag treten,
deutſcher Aſphalt iſt, daß den größten Vertrauenspoſten
bei der Londoner Waſſerleitung ein Deutſcher in Händen
hat, daß eine der wichtigſten Telephonzentralen
Eng=
lands Deutſchen anvertraut iſt und wer hätte gedacht,
daß der Bankier, der 1000 Pfund Sterling für das Rote
Kreuz ſtiftete, ein Deutſcher iſt, daß nur die Hälfte der
Börſenleute, die die City beleben, Engländer ſind! Aber
wie geſagt: England entgermaniſieren iſt nicht ſo leicht.
Es ſind ja keine 50 Jahre her, daß man bei Hofe deutſch
ſprach und noch ſind vom Wappenſchilde des Prinzen von
Wales die zwei deutſchen Worte „ich dien” nicht
ver=
ſchwunden. (Voſſ. Ztg.)
Das neueſte engliſche Dum=Dum=Geſchoß.
* Der Generalſtabsarzt der Armee, Exzellenz von
Schjerning, und der Chef des geſamten
Feldſani=
tälsweſens, und Generalarzt Geheimrat Dr. Payr, der
berühmte Leipziger Chirurg, hielten im Großen
Haupt=
quartier, mitten im entfernten Donner der Kanonen,
einen intereſſanten Vortrag über die Kriegschirurgie, auf
den wir noch zurückkommen werden. Heute ſei nur
er=
wähnt, was Exzellenz von Schjerning über das neueſte
engliſche Dum=Dum=Geſchoß ſagte, welches
wir in den letzten Wochen erſt in den Kämpfen um
Lille kennen gelernt haben. Dieſe engliſche
Infanterie=
ſpitzkugel iſt äußerlich als Dum=Dum=Geſchoß nicht
er=
kennbar, da ein dünner Vollmantel ihr tückiſches Innere
verbirgt. Die Füllung beſteht nämlich in einer
Alu=
miniumſpitze und einem hinter dieſer ſitzenden Bleikern
Dringt das Geſchoß in den menſchlichen Körper ein, ſo
daß ſich ſeine Fluggeſchwindigkeit verlangſamt, ſo preßt
ſich der weichere Bleikern auf die ſprödere
Aluminium=
ſpitze. Der Mantel zerreißt durch die Preſſung der Blei=
füllung und ſeine Teile, ſowie das deformierte Blei, da
neben auch die in vielen Fällen mitaustretende
Alumi=
niumſpitze erzeugen eine vollkommene Dum=
Dum=Wirkung. Dieſes Geſchoß iſt wohl das
raffi=
nierteſte, was an ſchmählichen
Mordwerkzeu=
gen bisher gegen uns verwendet worden iſt. Seine
Er=
findung iſt mit vollem Recht den Engländern
vorbehalten geblieben. Wie es leider wirkt,
beſonders wenn es auf einen Knochen aufſchlägt, das
er=
läuterte eine Anzahl von Röntgenaufnahmen beſſer, als
es jedes Wort vermocht hätte. Die Splitterung hat in
vielen Fällen, wo ein einfacher Durchſchläger den Zweck
der humanen Kriegsführung, den Gegner außer Gefecht
zu ſetzen, ohne dauernde Schädigung erreicht hätte, die
Amputation des getroffenen Gliedes zur Folge gehabt.
Einige aus den Wunden entfernte, in Splitter und Fetzen
zerriſſene Geſchoſſe erregten das begreifliche Erſtaunen
der fremden Militärattachés und dürften im neutralen
Auslande überzeugender wirken als die
ganze Flut der engliſchen
Lügenentſchul=
digungen.
Er gliſche Fußangeln.
* Die britiſche Admiralität teilt mit: Da die
Deut=
ſchen willkürlich durch Handelsſchiffe mit neutraler
Flagge in der Nordſee Minen gelegt haben, muß die
ge=
ſamte Nordſee als militäriſches Gebiet
betrachtet werden: Vom 5. November ab werden alle
Schiffe, die die Linie überſchreiten, welche vom
Nord=
punkt der Hebriden über Faroer nach Island gezogen
wird, dies auf eigene Gefahr tun, es ſei denn, ſie handeln
auf beſondere Weiſung der Admiralität. Den
Handels=
ſchiffen aller Nationen, die nach Norwegen, der Oſtſee,
Dänemark und Holland fahren wollen, wird angeraten,
durch den Kanal nach Dover zu fahren; hier werden
ihnen die Wege bezeichnet, die ſie, ſoweit es
Großbritan=
nien angeht, ſicher nach Farn Island bringen, von wo
aus ſoweit wie möglich ein ſicherer Weg nach dem
Feuer=
ſchiff Lindesnaes an der norwegiſchen Küſte angegeben
wird; von hier ab iſt möglichſt nahe an der Küſte entlang
zu fahren.
Hierzu bemerkt die Köln. Ztg.: Damit verſucht
Eng=
land unter Zuhilfenahme einer Verleumdung
Deutſchlands, alle Handelsſchiffe, welche die
Nord=
ſee befahren wollen, zunächſt in ſeinen Hafen
Do=
ver zu treiben, natürlich, um ſie dort zu unterſuchen
und, wenn möglich, ihre Ladung mit Beſchlag zu belegen.
Die Kreuzzeitung ſagt: England wolle alle neutralen
Schiffe nach Dover dirigieren und dort durchſuchen. —
Die Deutſche Tageszeitung ſchreibt: Die Verdächtigungen
der Admiralität ſind bewußte Unwahrheiten. Wann
und wo haben deutſche Schiffe unter neutraler Flagge
Minen gelegt?
Die engliſchen Verluſte.
* Die Daily Mail bringt die überraſchende Nachricht,
daß bis jetzt 60000 Engländer außer Gefecht
geſetzt worden ſind. Angeſichts der verhältnismäßig
niedrigen Zahl des engliſchen Expeditionskorps auf dem
Kontinent, 150000 bis allerhöchſtens 180000 Mann, iſt
dieſe Verluſtziffer enorm hoch.
Der Aufſtand in Südafrika.
* (Ctr. Bln.) Aus Amſterdam wird berichtet:
Handelsfirmen in Amſterdam und Rotterdam haben aus
London vertrauliche Benachrichtigungen erhalten, wonach
die Zahl der aufſtändiſchen Buren bereits auf
über 10000 geſtiegen ſein ſoll. Sie ſind ſämtlich gut
be=
waffnet und auch im Beſitze von Schnellfeuergeſchützen
und Maſchinengewehren. Gewiſſen Nachrichten zufolge
ſoll ſich die geſamte Oranjeflußkolonie in Aufruhr
befin=
den. Die Engländer verfügen in der Kapkolonie etwa
über 80000 Mann, deren Zahl bei einem Umſichgreifen
des Aufſtandes bei weitem nicht zu ſeiner Unterdrückung
ausreichen würde. Das engliſche Kriegsmaterial in der
Kapkolonie ſoll unzureichend ſein.
* London, 3. Nov. Die Morning Poſt meldet
aus Kapſtadt: Die Gefahrenzone iſt im
nörd=
lichen Teil des Oranjefreiſtaates, wo Dewet im Felde
ſteht. Er zwang tatſächlich Engländer dazu, ſich ſeinem
Kommando anzuſchließen. Da die Eiſenbahnen
bekannt=
gaben, daß ſie die Güterbeförderung nach dem Rand nur
auf Gefahr des Abſenders ausführten, beſchloß das
Schatzamt infolge von Vorſtellungen der Handelskammer
in Johannesburg, die Bahnen gegen das Riſiko der
Ge=
fahr durch die Aufſtändiſchen zu entſchädigen. Hierdurch
würden die normalen Raten wieder hergeſtellt.
* London, 3. Nov. Das Reuterſche Bureau meldet
aus Salisbury vom 31. Oktober: In Südrhodeſia
iſt das Kriegsrecht verhängt worden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. November.
* Hoftrauer. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin haben wegen des Ablebens Sr. Hoheit des
Prinzen Maximilian von Heſſen eine
Hof=
trauer vom 1. bis einſchließlich den 8. November d. Js.
angeordnet.
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Beirat des Kabinetts für
Fragen der Kunſtpflege Profeſſor Dr. Biermann in
Darmſtadt das Ritterkreuz 1. Klaſſe mit der Krone des
Ordens Stern von Brabant verliehen.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Kreis=
diener Adam Müller zu Schotten auf ſein Nachſuchen
mit Wirkung vom 1. Dezember an.
Ritter des Eiſernen Kreuzes. Das Eiſerne Kreuz
erhielten: Oberleutnant d. L. Hermann Pfeiffer;
Ober=
arzt Dr. med. Klaus Hoffmann aus Darmſtadt,
zuge=
teilt der Feld=Luftſchiffer=Abteilung Nr. 1 (Belgien);
Wolf=
gang van der Elſt, Leutnant und Adjutant des Feld=
Artillerie=Regiments Nr. 25, der Enkel des verſtorbenen
Generals v. Herget, der ſich das Eiſerne Kreuz in
dem=
ſelben Regiment, wie jetzt der Enkel, 1870 bei Gravelotte
geholt hat.
* Die Beiſetzung der Leiche des in Frankreich
gefalle=
nen einzigen Sohnes des Herrn Staatsminiſters Dr. von
Ewald erfolgte geſtern vormittag. Zur Beiſetzung waren
eine Abordnung der Offiziere der Erſatz=Eskadron des
Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23 und eine Unteroffizier=
Abordnung erſchienen. Die Großherzogin wohnte der
Bei=
ſetzung nebſt Gefolge bei.
— Großh. Hoftheater. Heute Donnerstag geht
als erſte Mozart=Oper in dieſer Spielzeit „Die
Hoch=
zeit des Figaro” in Szene. Freitag wird „
Huſaren=
fieber” deſſen Wiederaufnahme in den Spielplan
einen großen Heiterkeitserfolg bedeutete, gegeben. Samstag
findet zum erſtenmal als Volksvorſtellung eine
Auf=
führung von Shakeſpeares „Kaufmann von Venedig”
in der vorjährigen Neuinſzenierung ſtatt. Am
Schiller=
tage, den 10. November, geht „Fiesco” neu inſzeniert
und neu einſtudiert in Szene.
Robert Hutt als Manrico. Für das
Gaſt=
ſpiel des hervorragenden jugendlichen Heldentenors des
Frankfurter Opernhauſes, zu dem der Kartenverkauf
heute Donnerstag beginnt, gibt ſich lebhaftes
In=
tereſſe kund. Die übrigen Partien in „Troubadour” ſind
mit den Damen Jacobs (Acuzena), Marx (Leonore),
Feiſtle (Inez), und den Herren Semper (Luna),
Schützen=
dorf (Ferrando) und Kleinböhl (Ruiz) beſetzt. Dirigent
Richard Lert, Regie Otto Nowack.
* 25jähriges Dienſtjubiläum. Geſtern, am 4. d. M.,
beging der Buchhalter des Stadtbauamts, Herr Karl
Auguſt Geil, ſein 25jähriges Dienſtjubiläum. Aus
die=
ſem Anlaß wurden dem Jubilar von ſeiten der
Stadt=
verwaltung, des Stadtbauamts und vielen privaten
Stellen Glückwünſche dargebracht.
— Beethoven=Abend Backhaus. Ihre
König=
liche Hoheit die Großherzogin hat ihr Erſcheinen zu dem
Beethoven=Abend von Wilhelm Backhaus, deſſen
Pro=
tektorat ſie übernommen hat, in Ausſicht geſtellt. Auch
in anderen Städten finden die Konzerte, welche Backhaus
zum Beſten der Kriegshilfe angezeigt hat, die
freund=
lichſte Unterſtützung der Erſten im Lande. So hat die
Kronprinzeſſin ihr Erſcheinen zu ſeinem Konzert in Berlin
am 17. November in Ausſicht geſtellt, deſſen Reinertrag
auf deren ſpeziellen Wunſch der „Cecilienhilfe” zu gute
— Moderne Malerei. Unter der Ueberſchrift „Ein
Kunſtapoſtel neueſter Mode” ſchrieb die Neue
Aargauer Zeitung vom 20. Juni 1914, alſo zu einer Zeit,
wo die Hodlerei noch nicht gebrandmarkt war: Die
Bar=
barei und Anarchie in der modernen Kunſtrichtung hat
dermalen eine Höhe erreicht, die faſt als ein
National=
unglück angeſehen werden muß. Geiſt iſt in der Malerei,
die ſich an der Landesausſtellung in Bern unter
dem wirklich Gediegenen ſo breit macht, durchaus nicht;
es ſind nur Fratzen, wertvolle Beiträge zur Geſchichte der
menſchlichen Narrheit, denen aber von ſervilen
Schreib=
ſklaven ein überſpannter Wert beigelegt wird. Die
Schein=
künſtler unſerer Zeit mit all ihren abſtoßenden
Mißbildun=
gen und Spukgeſtalten halten ihre Mücken wohl für Adler
und meinen, originell zu ſein, während ſie einfach
über=
ſpannt ſind. Keine Friſche, Feinheit, Zeichnung und
Har=
monie der Farbe, keine Klarheit, Schönheit, Ruhe und
Verhältniſſe, keine Phantaſie und Erfindungskraft; es
herrſcht bei ihnen die Unnatur, die Gedankenloſigkeit und
Oberflächlichkeit, welche die Malerkunſt einem gänzlichen
Verfall entgegenführen müßte, wenn nicht der geſunde
Sinn einſchreiten würde. Man hat dieſe Art „Kunſt” bis
zum Ueberdruß ſatt bekommen. Der reinere Geſchmack
aus der Zeit der Griechen und Römer, der Renaiſſance
und der klaſſiſchen Epoche der Malerei wird die grotesken
Dinge unſerer Zeit hoffentlich bald verdrängen. Der
wah=
ren Schönheit beugen wir uns alle. Werke des Geiſtes
und der Kraft, der Schönheit und Wahrheit in der Kunſt,
ſind uns heilig.
So widerwärtig uns der Kampf mit der modernen
Pſeudokunſt iſt, er muß dennoch geführt werden, weil
deſſen Skribenten nicht mehr mit blanken Waffen kämpfen.
Wer die gegenwärtige Stimmung des Schweizer Volkes
kennt, dem war es ohne weiteres klar, daß die
Aufnahme=
jury der Kunſtabteilung an der Landesausſtellung in Bern
neue Ueberraſchungen bringen werde. Es iſt wirklich
in=
tereſſant, wahrzunehmen, mit welcher Unverfrorenheit hier
unbedeutende, häßliche und ſogar zotige Malereien, durch
welche wahrſcheinlich das „Kunſtempfinden” des
Schwei=
zer Volkes zum Ausdruck gelangen ſoll, aufgenommen
worden ſind. Kein Wunder, daß nun das Volk ohne
Unterſchied gegen ſolche Kunſtprodukte energiſch proteſtiert
und vor dem Forum der eidgenöſſiſchen Räte die oben
ge=
nannte Aufnahmejury disqualifiziert wurde.
Seit 20 Jahren wird von den ultramodernen
Kunſt=
kritikern in der Kunſt erbarmungslos mit Schlagwörtern
wie: ausgefahrene Geleiſe, große Probleme, neue Wege
uſw., herumgeworfen und dem Volke unendlich viel
vor=
gegaukelt, wahrſcheinlich in der Meinung, nur Ja und
Amen nickende Automaten dabei zu ſehen. Das Reſultat
hat uns die Landesausſtellung gezeigt, denn von den
an=
genommenen Bildern tragen vier Fünftel die Anzeichen
völliger Dekadenz.
Die Schweizeriſche Landesausſtellung
hat endlich dem Volke und den Behörden die Augen
geöff=
net, wie es mit dem Paroxismus der Hodler=Reklame
und dergleichen mehr ſteht. Die Enttäuſchung, die
Ent=
rüſtung im Schweizer Volke über die in der
Landes=
ausſtellung ſich breit machende barbariſche Kunſt
ſind nicht zu beſchreiben. Das Volk meint eben, die höchſti=
Weisheit in der Kunſt ſei eng verwandt mit geſundem
Menſchenverſtand, obſchon der gelehrte
Unfehlbarkeitshoch=
mut der Kunſtapoſtel und die törichte Aufgeblaſenheit
vieler Künſtler, die da nichts als ihre Geringfügigkeit
ver=
treten, wähnen, daß die kritiſche Fähigkeit des
Volkes in der Beurteilung wahrer und falſcher
Kunſt unentwickelt ſei. Wir aber ſagen mit Schiller:
„Bewahre dir ein reges, kritiſches Gefühl für das
wahr=
haft Schöne, dann verſiegen deine Quellen des
Vergnü=
gens nie!”
* „Vergeltung” Auf den in unſerem Dienstagsblatte
veröffentlichten Aufſatz „Vergeltung” ſind uns
meh=
rere beiſtimmende Zuſchriften zugegangen. In einer dieſer
heißt es u. a.: „Jawohl! Aug’ um Aug’, Zahn um Zahn!
war noch immer das Geſündeſte. Aber der Deutſche ſcheint
in ſeiner Gefühlsduſelei immer noch der „Alte” zu ſein.
Die Tauſende, die hinausgezogen ſind, Weib, Kind und
Eltern verlaſſend, wiſſen, warum ſie hinausgezogen ſind:
zu kämpfen für Deutſchlands Freiheit und wirtſchaftliche
Exiſtenz uſw. Sie ſind aber nicht hingezogen, um
Kir=
chen, Rathäuſer und Altertümer zu ſchützen und ſonſtigen
alten, überlebten Rummel. Wir führen nicht Krieg mit
Glacehandſchuhen, Viſitkarten und Zylinderhut, ſondern:
„Feſte druff!” Und wenn dabei in Frankreich manches
„hops” geht, ſo iſt das Frankreichs Sache. Es hat dieſen
kul=
tivierten Maulhelden und Revancheſchreiern kein
Deut=
ſcher geheißen, Krieg mit uns anzufangen. Es iſt doch
reichlich um Freundſchaft gebettelt worden in den letzten
Jahren, ſtatt ſtolz über den Zaun zu ſchauen. Die vielen
Beileids=Telegramme unſeres Kaiſers haben nur Spott
und Hohn hervorgebracht und jeder Deutſche in Paris
konnte das ſchamloſe Betragen der „kulturbeleckten” Pariſer
beobachten. Wenn manches „Alte” dabei zugrunde geht,
ſoll es eine ehrliche Vergeltung ſein für das, was uns die
Franzoſen von 1806—1813 zertreten, zertrampelt und
ge=
ſtohlen haben. Ich meine, daß Deutſchland ſchon genug
durch die Franzoſen und Engländer geblutet hat, ich pfeift
auf den alten Rummel.
Es iſt keine wahre Liebe fürs Vaterland, wenn
wir keinen Haß gegen unſere Feinde hegen, die ſo
beſtia=
liſch gehandelt haben. Alle Achtung vor Kronprinz
Rup=
precht, er hat mit ſeiner Anſprache an ſeine Bayern gezeigt,
daß er Herz und Mund auf dem rechten Fleck hat und
keine engliſche und ruſſiſche Gliederſchmerzen kennt.
Ich danke es meiner Großmutter, die mir als Kind
erzählte von dem Greuel durch Napoleons Soldaten. Ich
danke es meinem Lehrer, der uns Kindern lehrte: „Ein
Deutſcher hat nie notwendig, ſeinen Nacken
zu beugen!” Aber ich verachte diejenigen, die im
Mit=
gefühl gegen unſere Feinde „ſchwelgen” um als „gute‟
Menſchen zu erſcheinen. Solchen möchte ich es von Herzen
gönnen, unter die Miſtgabel eines Franktireurs zu
kom=
men. Wie ſchwellt einem das Herz beim Leſen der
Feld=
poſtbriefe, wie lacht man herzlich, trotz der ernſten Zeiten,
über den Humor unſerer Soldaten. Aber wie empört man
ſich, und mit Ekelgefühl lieſt man die Erklärungen, die
Lobhudelei der Fremden, die nichts wert ſind, als ein
bis=
chen Druckerſchwärze. Wenn das Intereſſe fürs Rote Kreuz
im Geben abflaut, ſo iſt nur das Mißtrauen ſchuld,
was ſo viele empfinden, weil ſie fürchten, daß „fremde
Ge=
fangene” mit den Gaben gemäſtet werden. Die Worte
Reims und Loewen hängen einem beinahe zum Halſe her=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Nummer 305.
ommen ſoll. Die Cecilienhilfe, die unter dem Protektorat
der Kronprinzeſſin ſteht, dient der Unterſtützung
ver=
ſchämter Armer, darunter vieler Künſtler. Für ſein
Konzert in Stuttgart am 2. Dezember iſt ihm im ſpeziellen
Auftrag der Königin von Württemberg das Hoftheater
zur Verfügung geſtellt worden. Backhaus hat die Abſicht,
das Konzert ſpäter noch in verſchiedenen heſſiſchen
Städten, wie Mainz, Gießen, Bad Nauheim, zum Beſten
der Kriegswohltätigkeit zu wiederholen. Karten zu 3, 2
und 1 Mark bei Georg Thies Nachf. Leopold Schutter,
Hofmuſikalien= und Pianofortehandlung, Eliſabethenſtr. 12.
* Betr. Anfragen zur Ermittelung von
Kriegs=
gefangenen ſei auf die heutige Bekanntmachung in
unſerem Blatte hingewieſen.
* Photoſchwindler. Dank der Tätigkeit der
Zentral=
ſtelle zur Bekämpfung der Schwindelfirmen
in Lübeck, Parade 1, hat eine ſcharfe Verfolgung jener
Photovergrößerungsſchwindler eingeſetzt, die planmäßig
vor allem die minderbemittelten geſchäftsungewandten
Kreiſe auszuplündern ſuchen. Ihre Praxis vollzieht ſich
in folgender Weiſe: Zunächſt erſcheint in einem
beſtimm=
ten Bezirk ein junger Reiſender. Er erzählt, ſeine Firma,
ein großes Kunſtatelier in Berlin oder einer ſonſtigen
Großſtadt, wolle am Platze eine Filiale errichten. Um ſich
einzuführen, ſollten einige Vergrößerungen völlig
um=
ſonſt angefertigt werden. Nur für Porto und Verpackung
ſei ein geringer Betrag — meiſt 0,95 Mark — im voraus
an ihn zu entrichten. Erklärt ſich nun das erwählte Opfer
mit ſeinem Angebote einverſtanden, ſo muß es einen
ge=
druckten unüberſichtlich gehaltenen Proſpekt, auf dem einige
Worte wie „Gratisvergößerung”, „Völlig umſonſt”
beſon=
ders fett gedruckt ſind, unterſchreiben. Die Unterſchrift iſt
nur „der Form halber” abzugeben, ſo verſichert es
wenig=
ſtens der redeluſtige Jüngling. Er bringt es auch fertig,
daß ſein Opfer den Proſpekt ungeleſen unterſchreibt. In
dem Proſpekt iſt nun die Beſtimmung enthalten, daß für
die 0,95 Mark nur eine Rohvergrößerung, eine ſogenannte
Printe, geliefert wird, die aber wegen ihrer
Unvollkom=
menheit für den Beſteller gar keinen Wert hat. Allerdings
kann er ſich das Bild „ausmalen” laſſen. Doch koſtet dies
mehrere Mark. Ferner findet ſich in dem Proſpekt die
Ver=
pflichtung — und hierauf hat es das „Kunſtinſtitut”
abge=
ſehen — wonach der Beſteller von ihm einen Rahmen zum
Mindeſtpreis von 7,50 Mark zu beziehen hat. Eine Kopie
des Proſpektes erhält der Beſteller nur in den ſeltenſten
Fällen. Nach wenigen Tagen erſcheint der Herr „
Ober=
reiſende” mit der Rohvergrößerung und einer Auswahl
von Rahmenmuſtern. Er hat die Aufgabe, die Opfer über
ihre eingegangenen Verpflichtungen aufzuklären und
Be=
ſtellungen auf Ausmalung und Rahmenlieferung zu
er=
preſſen. Wollen die Opfer ſich ſeinen Wünſchen nicht fügen,
ſo wird mit Einbehaltung und Klage gedroht. Mit
rück=
ſichtsloſer Strenge gehen im Falle der Weigerung dieſe
Schwindelinſtitute gegen ihre Opfer vor. Jedes Mittel iſt
ihnen recht. So verſendet ein Kölner Schwindelinſtitut
ſeine „Dringende Aufforderung‟. Es ſucht damit den
An=
ſchein zu erwecken, als ob es ſich um eine gerichtliche
Maß=
nahme handle. Auf der linken Seite des gedruckten
Schrift=
ſtückes befinden ſich die beſonders auffallend gedruckten
Worte „Königliches Amtsgericht zu Köln a. Rh.‟ Ferner
ſucht es durch Einfügung eines Aktenzeichens, durch
Ver=
wendung einer Siegelmarke und durch die Art der
Zu=
ſammenfaltung des Schreibens den Anſchein eines
amtlichen Schreibens hervorzurufen. Allen
Fir=
men, die in der vorbeſchriebenen Weiſe arbeiten, iſt mit
größter Vorſicht zu begegnen. Sie ſuchen in den jetzigen
Kriegswirren, wo die zu Hauſe Zurückgebliebenen gern von
ihren ins Feld ziehenden Angehörigen noch ein Bild
ver=
größert haben wollen, ihre Leute. Man weiſe dieſe läſtigen
Geſellen ohne weiteres zur Tür hinaus. Gehen ſie nicht
freiwillig, dann erſtatte man ſofort Anzeige wegen
Haus=
friedensbruchs. Geſchädigte Perſonen aber wollen ſich an
die eingangs genannte Zentralſtelle wenden, die ihnen
gern mit Rat und Tat an Hand geht. Minderbemittelte
finden zudem auch Unterſtützung bei der ſtädtiſchen
Rechts=
auskunftſtelle, Stadthaus, Rheinſtraße.
Kartoffelpreis. Auf die Bekanntmachung des
Herrn Oberbürgermeiſters vom 4. lfd. Mts. im
Amtsver=
kündigungsblatt wird hier beſonders hingewieſen.
Nach=
dem ſich gezeigt hatte, daß die am 23. Oktober
vorgenom=
mene Preisfeſtſetzung nicht ausreichend war, erſchien es
notwendig, die obere Preisgrenze
entſpre=
chend hinaufzuſetzen. Nunmehr und nachdem die
Landwirtſchaftskammer ausdrücklich die Zuſage gegeben
hat, ihren ganzen Einfluß dafür einzuſetzen, daß der
Kartoffelbedarf der ſtädtiſchen Bevölkerung gedeckt wird,
iſt zu hoffen, daß die Schwierigkeiten, die in die
Erſchei=
nun getreten waren, endgültig behoben ſind. Am
Publi=
kum liegt es, nicht über Gebühr zu drängen und die Auf=
träge in den üblichen Grenzen zu halten, damit es der
Landwirtſchaft auch möglich iſt, die ihr zufallende Aufgabe
zu löſen.
* Geld=Lotterie zum Beſten des Prinz Heinrich=Fluges
1914. Geſtern fand die urſprünglich für den 3. Juni in
Ausſicht genommene Ziehung der Geld=Lotterie zum
Be=
ſten des Prinz Heinrich=Fluges 1914 ſtatt. Der
Haupt=
gewinn im Betrage von 6000 Mark fiel auf die
Los=
nummer 31 366, der Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 29575
von 1000 Mark auf Nr. 18846, die zwei Gewinne im
Be=
trage von je 500 Mark auf Nr. 32389 und 38 579, die vier
Gewinne von je 200 Mark auf Nr. 24 273, 27207, 28829
und 34861. (Ohne Verbindlichkeit.)
g Die Hinrichtung des dreifachen Raubmörders
Phi=
lipp Flörſch, der am 3. Oktober vom Schwurgericht
wegen des in der Nacht zum 13. Juni in Hofheim bei
Worms verübten grauenhaften Verbrechens dreimal zum
Tode veruteilt worden war, erfolgte geſtern morgen 7 Uhr
im Hofe des Provinzialarreſthauſes mit dem Fallbeil durch
den Scharfrichter Brand aus Magdeburg. Punkt 7 Uhr
ordnete Herr Oberſtaatsanwalt Dr. Schwarz die
Vor=
führung des Verurteilten an. Nachdem er bekannt gegeben
hatte, daß die Großherzogin als Vertreterin des
Großher=
zogs ſich entſchloſſen hat, von dem ihr zuſtehenden
Begnadi=
gungsrecht in Anbetracht der Schwere der Tat keinen
Ge=
brauch zu machen, ſprach der Anſtaltsgeiſtliche ein kurzes
Gebet, das Flörſch knieend anhörte. Darauf wurde der
Verurteilte dem Scharfrichter übergeben. Der Akt der
Hin=
richtung war ſchnell vollzogen. Das Verhalten des Flörſch
entſprach bis zuletzt der während der ganzen Verhandlung
zur Schau getragenen Gleichgültigkeit. Die Mitteilung von
der Anberaumung des Hinrichtungstermins nahm er mit
Gelaſſenheit auf und antwortete mit Ruhe, daß er alles
verſtanden habe. Am Tage vorher aß er wie immer und
abends nahm er das Abendmahl. Er äußerte keinen
be=
ſonderen Wunſch und ſchlief die ganz Nacht ruhig. Mit
un=
beweglicher Miene folgte er auch dem Scharfrichter. Bei
dem traurigen Akte waren nur wenige Perſonen zugegen.
Rotes Kreuz.
(Geöffnet von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends.
Zen=
tral=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernruf 25;
Krankenbe=
förderungs=Abteilung: Rheinſtraße 34, Fernſprecher 2576;
Materialien=Abteilung: Altes Palais, Fernruf 20;
Liebes=
gaben=Transport=Abteilung: Neckarſtraße 8, Fernruf 2421.)
Wir haben unſere Bitte um Ueberlaſſung von
Lie=
besgaben für unſere Soldaten im Felde immer damit
begründet, daß derartige Spenden ebenſo nötig wie
hoch=
willkommen ſeien. Hier liefert eine heute bei uns
einge=
gangene Feldpoſtkarte aus Markirch den Beweis: „Ein
Kommando unſers Bataillons bildete die Begleitung eines
nach Frankreich gegangenen Munitionszuges. In Nesle
trafen wir den von Herrn Kommerzienrat Hickler geführten
Zug Liebesgaben, mit denen wir in freundlichſter Weiſe
be=
dacht wurden. Wir ſind in der vorigen Woche zu unſerer
Truppe zurückgekehrt, und ich ſpreche im Namen der
Mann=
ſchaft für die höchſt willkommenen Gaben den herzlichſten
Dank aus. Ergebenſt Gombel, Offizierſtellvertreter,
Land=
ſturm=Bataillon Friedberg.”
In den in hieſigen Geſchäften und Reſtaurationen
auf=
geſtellten Sammelbüchſen vom Roten Kreuz waren
weiter enthalten: Firma Gebr! Rothſchild, Marktplatz,
59,70 Mk.; Städt. Sparkaſſe, Hügelſtraße, 73,14 Mk.;
Scheuermann (L. Engelhard Nachf.), Große Ochſengaſſe,
29,89 Mk.; von den Arbeiterinnen am Proviantamt 17,78
Mark; Fa. Theodor Kalbfuß, Am Markt, 29,03 Mk. Ferner
wurden durch den Verkauf von Fähnchen, Poſtkarten uſw.
auf den Straßen geſammelt: Von Frl. Johanna Horn und
Frl. Käthe Noldt 62,44 Mk.; von Frl. Wieſe Ruppel und
Frl. Elſe Beckenbach 89,74 Mk.; von Frl. Lieſel Völſing und
Frl. Gertrude Schneider 38,36 Mk.; von Frl. Irmgard
Lücken 28,67 Mk.; von Frl. Burmeſter 14,90 Mk.; von
Fräu=
lein Elſe Stade 38,78 Mk.; von Frl. Heil 57,34 Mk.; von
Frl. Frieda Scheuermann 68,15 Mk.; von Frl. Tilly Bock
und Frl. H. Dernburg 55,85 Mk.; von Frl. A. Lengfelder
und Frl. L. Schütz 48,45 Mk.. Hierzu lt. letzter
Veröffent=
lichung 1214,28 Mk., ergibt zuſammen 1926,50 Mk.
Auskunftſtellen für Sendungen ins Feld: Für das
Polizeirevier 1: Mühlſtraße 60; 2: Mauerſtraße 17;
3: Bismarckſtraße 65; 4: Heidelbergerſtraße 24; 5:
Lud=
wigshöhſtraße 69; 6: Hoffmannſtraße 57; 7:
Viktoria=
ſtraße 34. Alle geöffnet Werktags von 9—6 Uhr.
Mainz, 4. Nov. (Die wackeren 88er.) Der
fünften Kompagnie des Reſerve=Infanterie=
Regiments Nr. 88, die ſich zum größten Teile aus
Reſer=
viſten der Provinz Rheinheſſen zuſammenſetzt, wurde für
tapferes Verhalten in einem Gefecht am 26. Sept. in
Nordfrankreich die heſſiſche Medaille für
Tap=
ferkeit verliehen. Vorläufig tragen
Kompagnie=
führer und Feldwebel dieſe =Auszeichnung.
Worms, 4. Nov. (Kann man hier den
Kano=
nendonner von Verdun hören?) Ein Leſer
ſchreibt der W. Ztg.: Beim Spazierengehen Sonntag
mittag zwiſchen 3 und 4 Uhr am Rhein hörte ich mit
meinem ſehr ſcharfen Gehör ein fortgeſetztes leiſes
Pol=
tern, wie wenn man mit den Fingern ganz leiſe in
Ab=
ſätzen wider die Fenſter trommelt. Da meine Frau,
welche ich darauf aufmerkſam machte, nichts wahrnehmen
konnte, legte ich der Sache auch keine Bedeutung bei, bis
mich geſtern früh Leute in Weſthofen fragten, ob ich nicht
den Kanonendonner geſtern zwiſchen 3 und 4 Uhr gehört
habe, derſelbe ſei dort auf dem Friedhof, wo gerade eine
Beerdigung ſtattfand, bemerkbar geweſen. Aehnliche
Wahrnehmungen ſind in unſerer ganzen Gegend bis an
die Bergſtraße gemacht worden. Es ſcheint am Sonntag
eine beſonders heftige Beſchießung von Verdun
ſtatt=
gefunden zu haben. (Die Entfernung von Verdun bis
Worms beträgt rund 200 Kilometer; es iſt deshalb
frag=
lich, ob die Vermutung zutrifft.)
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Nov. Vor einigen
Ta=
gen ging die Nachricht durch die Preſſe, daß ein Ruſſe
namens Konzew trotz begangener ſchwerer
Majeſtäts=
beleidigung freigeſprochen worden ſei. Erfreulich
iſt, daß unſere Richter im Gegenſatz zu denen der
feind=
lichen Staaten Recht ohne Anſehen der Perſon ſprechen,
doch iſt durch dieſe Freiprechung eine durchaus
begreif=
liche Erregung im Volke erzeugt worden. Daher hat,
wie wir hören, das Oberkommando in den Marken
einge=
griffen und den Ruſſen Konzew verhaften
laſ=
ſen. Außerdem wurde vom Staatsanwalt gegen das
Urteil Reviſion eingelegt.
Meſſina, 4. Nov. (Zugentgleiſung.) Ein
ge=
miſchter Zug der Linie Patti-Meſſina iſt in der Nähe
von Patti bei der Brücke von Oliveri, die durch die
Regen=
güſſe der letzten Tage beſchädigt war, entgleiſt. Der
Zug iſt hinuntergeſtürzt. Das Schickſal der
Rei=
ſenden und Zugbeamten iſt unbekannt. Ein Hilfszug iſt
abgegangen.
Der große Kreuzer „„Vork” auf
eine Mine geraten u. geſunken.
* Berlin, 4. Nov. S. M. großer Kreuzer
„York”, am 4. November vormittags in der Jade auf
eine Hafenminenſperre geraten, iſt geſunken. Nach
den bisherigen Angaben ſind 382 Mann — mehr als die
Hälfte der Beſatzung — gerettet. Die
Rettungsarbei=
ten wurden durch dichten Nebel erſchwert.
Der ſtellvertretende Chef des Admiralſtabs: Behncke.
Ein engliſches Unterſeeboot
zum Sinken gebracht.
* London, 4. Nov. Der Sekretär der
Admirali=
tät meldet: Heute, am frühen Morgen, feuerte ein
feindliches Geſchwader auf das zur Küſtenwache
gehörige Kanonenboot „Haycon”, das auf einer
Erkun=
dungsfahrt begriffen war. Ein Mann des „Haycon”
wurde verwundet.
Nachdem das Kanonenboot die Anweſenheit
feind=
licher Schiffe gemeldet hatte, zogen ſich dieſe
zu=
rück. Obgleich ſie von leichten Kreuzern verfolgt wurden,
konnten ſie doch nicht vor Anbruch der Dunkelheit zum
Kampfe geſtellt werden. Der hinterſte der
deut=
ſchen Kreuzer ſtreute auf dem Rückzug eine
An=
zahl Minen aus. Durch die Exploſion einer
derſel=
ben wurde das Unterſeeboot „D. 5" zum
Sin=
ken gebracht. 2 Offiziere und 2 Mann, die ſich auf
dem Verdeck des auf der Oberfläche des Waſſers
ſchwim=
menden Unterſeebootes befanden, wurden gerettet.
Der Angriff auf Tſingtau
abgeſchlagen.
* London, 4. Nov. (W. T. B. Nichtamtlich.) Der Daily
Telegraph meldet aus Peking vom 30. Oktober:
Chine=
ſiſche Preſſemeldungen aus Schanghai berichten, daß das
deutſche Artilleriefeuer planmäßig alle
vorge=
ſchobenen japaniſchen Verſchanzungen
ver=
nichtet hat und damit jeden Angriff auf
unbe=
ſtimmte Zeit hinausſchiebt. Das geſamte Glacis
hinter Tſingtau iſt mit Minen überſät, die elektriſch
geleitet werden.
Intereſſant iſt es, dieſer Meldung die von der
Agence Havas verbreitete Lügenmeldung
gegenüberzu=
ſtellen, nach der die Feſtung von Tſingtau zerſtört wurde
und die Operationen mit allgemeinem Erfolg fortgeſetzt
werden.
Von der „Emden‟
* London, 4. Nov. Die Morning Poſt meldet,
daß nach britiſchen Nachrichten aus Liverpool vom
1. November die Behauptung unrichtig iſt, daß die
Emden unter japaniſcher Flagge in den
Ha=
fen von Pinang eingefahren ſei. Sie hat vielmehr den
Ueberfall mit dem Unternehmungsgeiſt und Schneid
ausgeführt, die ſie bei den früheren Taten bewieſen hat.
* Berlin, 4. Nov. Dem Kommandanten des
klei=
nen Kreuzers „Emden” iſt das Eiſerne Kreuz 1.
und 2. Klaſſe, allen Offizieren, Beamten und
Deckoffi=
zieren und 50 Unteroffizieren und Mannſchaften das
Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe verliehen worden.
Wiederaufnahme der Rheinſchiffahrt
mit Antwerpen.
* Duisburg, 3. Nov. Die Kanäle und Schleuſen
in der Umgegend von Antwerpen ſind nunmehr
aus=
geräumt, ſo daß der Wiederaufnahme der
Rheinſchiffahrt mit Antwerpen keine Hinderniſſe
mehr entgegenſtehen. Kohlen= und
Lebensmittelverſor=
gung auf dem Waſſerweg iſt jetzt möglich. Die Ausfuhr
von Waren aus Antwerpen kann einſtweilen nicht
erfol=
gen, da die geſamten rieſigen Vorräte noch beſchlagnahmt
ſind.
Die Kämpfe im Weſten.
* Bordeaux, 4. Nov. Der Temps meldet: Die
Deutſchen begannen am Sonntag und Montag von
neuem, Reims heftig zu beſchießen.
* Paris 3. Nov. Das amtliche Communigué von
3 Uhr nachmittags beſagt: Auf unſerem linken Flügel
ſcheint der Feind das linke Yſerufer ſtromabwärts
Dix=
muiden gänzlich preisgegeben zu haben. Die auf den
Chauſſeen im überſchwemmten Gebiete vorgeſchobenen
Rekognoszierungsabteilungen beſetzten die Uebergänge
der Yſer ohne große Schwierigkeiten. Südlich
Dix=
muiden und gegen Chelevelt hin ſind unſere
Vor=
wärtsbewegungen beſonders merkbar geweſen. In der
Gegend nördlich der Lys wurde trotz der von den
Deut=
ſchen mit beträchtlichen Beſtänden ausgeführten Angriffe
unſere Front überall gehalten oder vor Tagesende
wie=
derhergeſtellt. Neue Angriffe der Deutſchen
ge=
gen die Vorſtadt von Arras, gegen Athons und
Le Quesnoy an Santerre ſcheiterten. Im Zentrum, in
der Aisnegegend und im Walde del’Aigle verzeichneten
wir einige Fortſchritte. Oeſtlich Vailly mußten
dieje=
nigen unſerer Streitkräfte, die ſich auf den Abhängen der
Hochebenen nördlich der Dörſer Chavonne und Souvir
feſtgehalten, laut den letzten Nachrichten ſich auf das Tar
weiter öſtlich zurückziehen. Wir behaupteten
unſere Stellungen oberhalb Sourg und Comin auf dem
rechten Flußufer. Eine heftige Kanonade fand
während des Tages zwiſchen Reims und der Maas und
ebenſo auf den Hautes de Meuſe ſtatt. Neue
Anſtrengun=
gen der Deutſchen im Argonnerwalde wurden verhindert.
Wir ſind fortgefahren, Fortſchritte zu machen
nordweſt=
lich von Pont=a=Mouſſon. Auf unſerem rechten Flügel
gab es einige unſeren Waffen günſtige Detailaktionen
längs der Seille.
* Amſterdam, 4. Nov. Das Allgemeen
Handels=
blaad meldet, daß jeder Verkehr zwiſchen Sluits
und Belgien unterbrochen iſt. Niemand ſei es
ge=
ſtattet, Belgien zu betreten oder zu verlaſſen.
Lehrer im Felde.
* Kaſſel, 2. Nov. Von den deutſchen
Volks=
ſchullehrern ſtehen rund 40000 das iſt ein
ſtar=
kes Fünftel der geſamten deutſchen Lehrerſchaft, im Felde.
aus. Haut tüchtig drauf, damit unſere Leute bald wieder
heim kommen.”
— Eine große Ausſtellung von ganz beſonders
zeit=
gemäßem Charakter wird Mitte November im
Hohen=
zollern=Kunſtgewerbehaus (Friedmann u. Weber) in
Ber=
lin eröffnet werden. 35000 Zinnſoldaten in
künſt=
leriſcher Ausführung, die der Privatſammlung eines
Offi=
ziers entſtammen, werden zu hiſtoriſchen Schlachten aller
Zeiten und aller Völker vereinigt werden. Die
Ausſtel=
lung wird zum Beſten der der Berliner
Stadtkomman=
dantur unterſtellten „Militär=Nähſtube für
Heimarbeite=
rinnen” veranſtaltet.
* Der Suff als Sorgenbrecher. Betäubung im
Alkohol ſcheinen die Engländer gegen die aufreibende
Ner=
venſpannung des Krieges zu ſuchen, wie folgende Notiz
der Londoner Times vom 22. Oktober zeigt: „Spannung,
Aufregung und Beſorgnis und das ungewohnte Gefühl
der Bedrücktheit infolge des Krieges haben in unſerem
Lande unglücklicherweiſe viele verleidet, ſich dem
Trunke zu ergeben. Aus allen Kreiſen ſtrömen uns
Nachrichten zu, daß in Stadt und Land ein ſehr ernſter
und überaus bedauerlicher Ausbruch von Unmäßigkeit zu
beobachten iſt. Beſonders iſt dies bei den Frauen der
Fall. (!) Das mit uns verbündete Rußland, das den
ſtaatlichen Verkauf von Schnaps unterſagt hat, möge uns
ein Beiſpiel ſein.”
C.K. Liebe und Hiebe. Wie wenig Reſpekt
biswei=
len die Druckfehlerteufelchen ſelbſt vor der ernſteſten Lage
der Völker haben, davon weiß der Nieuwe Rotterdamſche
Courant ein Beiſpiel zu erzählen. Zeigt ihnen, daß
deutſche Liebe von ganz beſonderer Art” ſtand nämlich
in dem nach Holland gelangten Wolff=Telegramm, das
den Tagesbefehl des bayeriſchen
Kronprin=
zen wiedergab, worin die Engländer als die ärgſten
Feinde der Deutſchen genannt und der Aufmerkſamkeit der
deutſchen Soldaten beſonders anempfohlen werden. Der
Sarkasmus des Ausdruckes ganz beſonderer Liebe
be=
fremdet natürlich in einem ſoldatiſchen Tagesbefehl, deſſen
Inhalt ja auch dem einfachſten Verſtand begreiflich ſein
ſoll. Als nun ſpäter die deutſchen Zeitungen Holland
erreichten, zeigte es ſich, daß der Kronprinz allerdings
nicht die ſtiliſtiſche Form des Sarkasmus angewandt hatte,
denn da ſtand nicht Liebe, ſondern — Hiebe.
Nummer 305.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Seite 5.
Erfolge unſerer Verbündeten.
* Wien, 4. Nov. Amtlich wird verlautbart: Die
Bewegungen unſerer Truppen in Ruſſiſch=Polen
wurden geſtern vom Feinde nicht geſtört. Eines unſerer
Korps bringt aus den Kämpfen an der
Lyſa=
gora 20 Offiziere und 2200 Mann als
Ge=
fangene mit.
In Galizien ergaben ſich geſtern bei Podbuc
ſüd=
lich Sambor 200 und heute früh bei Jareslau 300
Ruſſen.
von Höfer. Generalmajor.
Beſonders bemerkenswert erſcheint der Erfolg
unſe=
rer Verbündeten an der Lyſagora, denn daraus iſt zu
ſchließen, daß der Vorſtoß der Ruſſen im ſüdlichen Polen
abgeſchlagen wurde. Das Hauptzuſammentreffen mit den
Ruſſen iſt alſo weſentlich nördlicher zu erwarten.
* Wien, 4. Nov. Vom ſüdweſtlichen
Kriegs=
ſchauplatz wird amtlich gemeldet: Bei der weiteren
Vorrückung ſtießen unſere Truppen ſüdlich und
ſüdweſt=
lich von Sabac neuerdings auf den Feind. Ein ſofort
eingeleiteter Angriff ſchreitet günſtig fort. Während
beim Kampfe bei Romanja insgeſamt 58 Offiziere und
647 Mann gefangen genommen und 5 Geſchütze,
3 Munitionswagen, 2 Maſchinengewehre und viel
Mu=
nition und Kriegsmaterial erbeutet wurde, wurden den
Montenegrinern über 1000 Stück Vieh, das
ſie aus Bosnien mitnehmen wollten, abgenommen.
* Peſt, 4. Nov. Die bei Kuty ſowie nördlich
Czernowitz bei Kottyormick geſchlagenen ruſſiſchen
Ab=
teilungen zogen ſich gegen Sniatyn zurück. Sie verſuchten
ſich dort zu vereinigen, was jedoch mißlang. Die
Ver=
luſte der Ruſſen ſind ſehr groß. Vor Czernowitz
iſt es ruhig.
Oeſterreichiſche Flieger bombardieren Antivari.
* Rom, 4. Nov. Aus Skutari wird gemeldet, daß
Antivari geſtern von drei öſterreichiſchen
Fliegern bombardiert wurde. Durch die
Bom=
ben wurde das Gebäude der Antivari=Geſellſchaft zerſtört
und die Mole beſchädigt.
Die Behandlung der Gefangenen in Oeſterreich=
Ungarn.
* Wien, 4. Nov. Der frühere amerikaniſche
Geſchäfts=
träger in Mexiko O'Shangneſſy, der einer
Spezialkommiſ=
ſion der hieſigen amerikaniſchen Botſchaft zugeteilt iſt, iſt
von dem hieſigen amerikaniſchen Botſchafter mit der
Auf=
gabe betraut worden, ſich über die Verhältniſſe der in
Oeſterreich und Ungarn internierten, dem
Schutze des amerikaniſchen Botſchafters unterſtellten
Eng=
länder und Franzoſen perſönlich zu überzeugen.
Ueber ſeine Wahrnehmungen erklärte O'Shangneſſy
gegen=
über einem Vertreter des Neuen Wiener Tagblattes, was
er geſehen hat, habe ihn vollkommen
zufrieden=
geſtellt. Bei ſeinem Beſuch in den öſterreichiſchen und
ungariſchen Internierungslagern hat er die Engländer und
Franzoſen nach ihren Wünſchen und Beſchwerden gefragt.
Von keiner Seite wurde ihm irgendeine Beſchwerde
unter=
breitet. Eine Franzöſin, die berechtigt geweſen wäre, das
Land zu verlaſſen, hat es ſogar vorgezogen, im Lande zu
bleiben. Den bemittelten Internierten iſt es freigeſtellt,
nach eigener Wahl ein Lokal in dem ihnen zugewieſenen
Orte zu wählen und ſich aus eigenen Mitteln zu beköſtigen.
Die Unbemittelten werden gemeinſam untergebracht und
werden von der öſterreichiſchen und ungariſchen Regierung
verpflegt, wobei ſie dieſelbe Beköſtigung erhalten wie die
öſterreichiſch=ungariſchen Soldaten. Sie können auch gegen
landesübliche Entlohnung Arbeit annehmen und das
da=
durch erworbene Geld zur Aufbeſſerung ihrer Lage
ver=
wenden. In nichtamtlicher Eigenſchaft hat O'Shangneſſy
auch die verwundeten Ruſſen, Serben und Montenegriner
in den Spitälern geſehen. Er erklärt, daß alles getan wird,
was getan werden kann und daß er auch in dieſem Falle
eine wirklich menſchenfreundliche Behandlung durch die
Be=
hörden, Aerzte und Pfleger feſtſtellen konnte.
Die Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit
in Oeſterreich.
* Wien, 4. Nov. Die unter der Leitung des
Mini=
ſters der öffentlichen Arbeiten ſtehende innerminiſterielle
Kommiſſion zur Bekämpfung der
Arbeitslo=
ſigkeit und zur Linderung der Notlage im Baugewerbe
hat ihre Beratungen zum vorläufigen Abſchluß gebracht.
Neben der Fortführung der bereits eingeleiteten
Bau=
ten wurde die Inangriffnahme einer ſehr bedeutenden
Zahl wichtiger Bauten auf allen Gebieten des
ſtaat=
lichen Bauweſens in den Notſtandsbezirken beſchloſſen
und bereits eingeleitet. Hierbei ſind insbeſondere
um=
fangreiche Erdarbeiten bei Gleislegungen, welche große
Maſſen von ſpeziell nicht qualifizierten Arbeitsloſen
Be=
ſchäftigung geben, hervorzuheben. Flußregulierungen in
vielen Kronländern ſowie Straßen= und
Meliorations=
bauten geben auf längere Zeit hinaus Gelegenheit zu
Verdienſt. Um höher qualifizierten Arbeitern, ſpeziell
Baugewerbtreibenden, Arbeitsgelegenheit zu verſchaffen,
wurden die Landchefs ermächtigt, in den
Notſtandsge=
bieten auch Hochbauten zur Ausführung zu bringen.
Fer=
ner wurden auch andere Arbeiten, die geſchultes Perſonal
erfordern, wie Pflaſterungen, Walzungen, Teerungen an
Straßen und Regulierungsarbeiten an Flüſſen zur
Durch=
führung genehmigt. Zur Durchführung der Hilfsaktion
wurden durch kaiſerliche Verordnung
Ausnahmebe=
ſtimmungen für begünſtigte Bauten erlaſſen;
ſo ein Verzicht auf die Erlegung von Bürgſchaften,
häu=
figere Anweiſungen von Abſchlagszahlungen für
Unter=
nehmer bei ſtaatlichen Bauten und die Befreiung von der
Erlegung von Kautionen bei öffentlichen Bauten
wäh=
rend der Kriegsdauer. Auch iſt Vorſorge getroffen, daß
die Kommiſſion beim Auftreten neuer Bedürfniſſe nach
der Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten ſogleich in die
Lage kommt, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen.
Der engliſche Landungsverſuch bei Akaba.
* London 4. Nov. Die Admiralität teilt mit: Bei
ſeinem Eintreffen in Akaba an der türkiſch=ägyptiſchen
Grenze fand der Kreuzer „Minerva” die Stadt von
Sol=
daten beſetzt, anſcheinend bewaffnete
Eingebo=
rene unter einem deutſchen Offizier. Die „Minerva”
bombardierte den Hafen; die Truppen räumten die
Stadt, worauf eine Truppenabteilung
gelan=
det wurde. Durch das Bombardement ſind die
Kaſer=
nen, das Poſtamt und Speicher zerſtört worden. Der
Feind erlitt einige Verluſte, die Engländer dagegen
hat=
ten keine Verluſte.
Die Türkei und der Dreis
verband.
* Wien, 4. Nov. Zu dem Konflikt der
Tür=
keimit der Entente ſchreibt das Fremdenblatt: Zum
erſtenmal gerät England in einen ernſtlichen
Krieg mit der Türkei, mit dem es jener gegen die
mohammedaniſche Welt gerichteten Politik die Krone
auf=
ſetzt, mit jener Politik, die England betreibt, ſeitdem es ſich
bemühte, einen eiſernen Ring um Deutſchland
zu ſchmieden. Die mohammedaniſche Währung war es,
mit der Großbritannien, insbeſondere ſeit den letzten zehn
Jahren, ſeine Helfershelfer gedungen hat. So erwarb
König Eduard die Freundſchaft Frankreichs, das kurz
vor=
her faſt einen Krieg gegen England geführt hätte, dadurch,
daß er Frankreich erlaubte, ſich Marokkos zu bemächtigen.
Ebenſo gab England Perſien durch Vereinbarungen mit
Rußland preis. Endlich wurde in Reval die Teilung
der Türkei beſchloſſen. Marokko, Perſien und die
Türkei ſollten ſomit der Kitt des neuerſtandenen Bundes
früher unverſöhnlicher Feinde ſein, für den wieder
Ruß=
land und Frankreich ein anderes mohammedaniſches
Land, nämlich Aegypten, an England preisgaben. Wenn
allerdings die Revaler Beſprechungen nicht den
beabſich=
tigten Erfolg hatten, lag der Grund hierfür an dem
Widerſtand des türkiſchen Volkes, der in der jungtürkiſchen
Revolution mit ihrem ſtark nationaliſtiſchen Einſchlag ſo
überwältigend zutage trat. Indem der jetzige König,
ver=
eint mit Rußland, ſeinem ärgſten Feinde, die Türkei
an=
greift, geht er noch viel weiter als ſein Vater, indem er die
uralten Grundſätze der engliſchen Politik verleugnet.
Frei=
lich bedurfte es erſt einer bewaffneten Attacke, um die
Türkei zu beſtimmen, aus der neutralen Zurückhaltung
her=
auszutreten. Was ſich jetzt ereignet, iſt nichts anderes, als
die Vollendung des Werkes König Eduards, mit den
Trümmern der islamitiſchen Staaten die neuerworbenen
Freunde zu bezahlen. Die Türkei, wird aber wohl dieſem
hinterliſtigen Ränkeſpiel einen tüchtigen Strich durch die
Rechnung machen. Wir begrüßen mit aufrichtiger
Genug=
tuung und Bewunderung die Entſchloſſenheit, mit der das
osmaniſche Volk in den Kampf gegen den brutalen und
perfiden Feind zieht.
Die Annektion Aeguptens
durch die Engländer.
* Wien, 4. Nov. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Konſtantinopel: Dem Tanin zufolge haben die
Engländer Aegypten annektiert. Sie haben
den Onkel des Khedive, den Prinzen Huſſein
Kia=
mel Paſcha zum Generalgouverneur ernannt. Sein
Sohn Kiamel Eddin Paſcha erhielt das Ober=Kommando
* London, 4. Nov. Reutermeldung aus Kairo:
Der britiſche General Maxwell hat die militäriſche
Kontrolle des Landes übernommen. Das
Kriegs=
recht wurde erklärt.
Englands Vorbereitungen in Hegupten.
* Kopenhagen, 4. Nov. (Ctr. Frkft.) Aus
Lon=
don wird der Politiken gedrahtet: Kairo iſt in
Kriegszuſtand erklärt. Es gehen Gerüchte, daß die
Türken an der Grenze 100000 Kamele geſammelt haben,
die während des Vorſtoßes durch die Wüſte benützt werden
ſollen. Britiſche Kriegsſchiffe ſind bereit, den Angriff
auf=
zunehmen, wenn es den Türken gelingen ſollte, bis zum
Suezkanal vorzudringen.
Das Bombardement von Noworoſſijsk.
* London, 4. Nov. Der engliſche Vizekonſul in
Noworoſſijsk meldet, daß zwei türkiſche Kreuzer
am 30. Oktober den Hafen bombardiert und den
engliſchen Dampfer „Fridericus” in Brand
ge=
ſchoſſen haben. Wagenfabriken und Strumpfwirkereien
gerieten in Brand. Der angerichtete Schaden
be=
läuft ſich auf 4 Millionen.
Die Neutralität Spaniens.
* Madrid, 4. Nov. Während des letzten
Mini=
ſterrats erklärte der Miniſterpräſident Dato, die
Re=
gierung werde die Neutralität Spaniens vor
dem Parlament beſtätigen.
* Paris, 4. Nov. 40 weitere deutſche und
öſter=
reichiſch=ungariſche Handelshäuſer ſind heute mit
Be=
ſchlag belegt worden, darunter die große
Inter=
nationale Transportgeſellſchaft.
* London, 4. Nov. Reuter meldet: In Tokio
wurde am 1. November amtlich bekannt gegeben, daß die
Schantungbahn noch unter japaniſcher
Kontrolle ſtehe, trotz der beſtändigen Verſuche der
Chineſen, die Entfernung der japaniſchen Mannſchaften
her=
beizuführen.
* London, 3. Nov. Daily Telegraph meldet:
Dem=
nächſt wird eine neue Kriegsanleihe emittiert, und
zwar 200 Millionen Pfund Sterling zu 4 Prozent, in zehn
Jahren zu Pari einlösbar.
* Zarskoje Szelo, 4. Nov. Der Kaiſer hat ſich
zur Feldarmee begeben. Er wurde von der
Kai=
ſerin, dem Großfürſten=Thronfolger und den kaiſerlichen
Töchtern zum Bahnhof geleitet. In Begleitung des
Kai=
ſers befinden ſich der Kriegsminiſter und das kaiſerliche
Gefolge.
* Santiago de Chile, 4. Nov. Die beiden
deutſchen Kreuzer „Scharnhorſt” und „Gneiſenau”
und der kleine Kreuzer „Nürnberg” ſind hier
einge=
troffen. Nachdem der deutſche Geſandte und der
deut=
ſche Konſul an Bord geweſen waren, nahmen die Schiffe
Vorräte ein.
Letzte Nachrichten.
* Berlin, 4. Nov. Die Kaiſerin iſt heute morgen
zu Lazarettbeſuchen nach dem Weſten abgereiſt.
* Karlsruhe, 4. Nov. Die Techniſche Hochſchule
Frie=
dericiana hat den beiden Mitgliedern des Direktoriums
der Aktiengeſellſchaft Friedrich Krupp, Diplomingenieur
Profeſſor Reuſenberger, in Anerkennung ſeiner
her=
vorragenden techniſch=wiſſenſchaftlichen Verdienſte um die
Konſtruktion der neueren großen Geſchütze, insbeſondere
der 42 Zentimeter=Mörſer, und Diplomingenieur
Rudolf Hartwig in Anerkennung ſeiner
hervorragen=
den techniſch=wiſſenſchaftlichen Verdienſte als Leiter der
Geſchützwerkſtätten der Firma Krupp die Würde eines
Dr.=Ing. ehrenhalber verliehen.
Das neue italieniſche Kabinett.
* Rom, 4. Nov. Die Blätter beſtätigen heute
mor=
gen, daß Sonvino Miniſter des Aeußern, Carcano
Schatzminiſter und Orlando die Juſtiz übernehmen
werde und daß die übrigen Miniſter ihre Portefeuille
behalten werden — Corriere d’Italia ſagt, viele unter
den radikalen Abgeordneten und einige reformiert=
ſozia=
liſtiſche Abgeordnete verſicherten, daß der Eintritt
Sonni=
nos in das Kabinett ſie zu einer wohlwollenden Haltung
auch im Parlament bewegen wird.
Briefkaſten.
K. G. 1. Meiſt mit dem Fallbeil; 2. Eine Ehe
zwi=
ſchen Kuſin und Kuſine iſt ohne weiteres geſtattet.
Verluſtliſte (aus Nr. 67).
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 116, Darmſtadt,
Gießen, Friedberg i. Heſſ.
Vitry am 15., Cerny=en=Dormois vom 15. bis 26. 9. 14.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Wehrm. Peter Gimbel, Nordheim,
lv.; Wehrm. Joh. Heß, Steinau, lv.! Wehrm. Gg.
Kantz=
mann, Groß=Rohrheim, gefallen; Wehrm. Gg.
Kirſch=
ner, Vollmerz, lv.; Wehrm. Peter Krapp, Schaafheim,
lv.; Wehrm. Joh. Georg Neumann, Königſtädten, lv.;
Gefr. Georg Maier, Gundernhauſen, lv.; Wehrm.
Lud=
wig Pfeil, Rodau, lv.; Gefr. Guſtav Senft, Bojanowo,
lv.; Wehrm. Jakob Schalke, Neuſtadt i. d. Pfalz, lv.;
Wehrm. Franz Tröſch, Griesheim (Baden), lv.;
Hor=
niſt Peter Dammel, Mörfelden, ſchv.; Gefr. Ernſt
Acker, Mörfelden, lv.; Wehrm. Jakob Decker, Speyer
i. Pfalz, lv.; Wehrm. Johannes Knaup, Groß=Hauſen,
lv.; Wehrm. Martin Kolb, Babenhauſen, lv.; Wehrm
Nikolaus Krickſer, Ober=Roden, lv.; Wehrm. Karl
Schaffner, Mörfelden, lv.; Wehrm. Adam Lotz,
Ur=
berach, lv.; Gefr. Wilhelm Hagemeyer, Rödigheim,
lv.; Wehrm. Jakob Schmidt, Gernsheim, lv.; Wehrm.
Heinrich Rettig, Gronau, lv.; Wehrm. Adam
Gärt=
ner, Lampertheim, lv.; Vizef. d. Reſ. Peter Tritſch,
Reichelsheim, lv.; U.=O. Peter Deiß, Harxheim, lv.
2. Kompagnie: Gefreiter Chriſtoph Emmer,
Erfelden, leichtverwundet; Wehrmann Peter
Klap=
piſch, Klein=Gerau, lv.; Wehrm. Heinrich Sipp, Klein=
Gerau, lv.; Wehrm. Johannes Drachert, Biblis, lv.;
Wehrm. Georg Stein, Jugenheim, lv.; Wehrm. Franz
Drant, Gernsheim, lv.; Wehrm. Wilhelm Möcks,
Weiſenau, lv.; Wehrm. Jakob Seibert, Rülsheim, lv.;
Wehrm. Wilhelm Schüßler, Ueberau, lv.; Gefr. Joſ.
Joh. Engerer, Behringersdorf, lv.; Gefr. Karl Knopp,
Rüſſelsheim, lv.; Wehrm. Jakob Keſſelring,
Rüſſels=
heim, lv.; Wehrm. Hermann Stieb, Semd, lv.; Wehrm.
Heinrich Kolb, Trebur, lv.; Gefr. Georg Schmenger,
Trebur, lv.; Wehrm. Chriſtoph Rudolph, Rüſſelsheim,
lv.; Wehrm. Auguſt Karl Vetter, Seeheim, gefallen;
Wehrm. Joh. Daniel Rheinhardt, Leeheim, lv.;
Wehrm. Johs. Drachert, Biblis, lv.; Wehrm. Jakob
Gerbig, Rüſſelsheim, lv.; Wehrm. Phil. Ludwig
Har=
tung, Büttelborn, lv.; Vizef. d. Reſ. Alb. Johs.
Kürſch=
ner, Witten a. R., lv.; Wehrm. Fr. Wilh. Arth. Lange,
Lindenau, lv.; Wehrm. Ludwig Schmidt, Rüſſelsheim,
lv.; Gefr. Eduard Vollmar, Schuſſenried, lv.; Wehrm.
Joh. Valentin Barth, Nordheim, lv.; Wehrm. Georg
Edelmann, Rothenburg, lv.; Gefr. Theodor Mann,
Geinsheim, lv.
3. Kompagnie: Wehrm. Johannes Gotha,
Bür=
ſtadt, gefallen; Wehrm. Philipp Stuckardt, Reinheim,
lv.; Wehrm. Georg Hank, Schaafheim, lv.; Gefr.
Hein=
rich Küchler, Mörfelden, lv.; Wehrm. Fritz Dewald,
Steinbach, lv.; Wehrm. Adolf Franke, Mainz, lv.;
Wehrm. Johs. Hartmann, Hergenrode, lv.; Wehrm.
Georg Steinmann, Lindenfels, lv.; Wehrm. Nikolaus
Stadtmüller, Nieder=Roden, lv.; Wehrm. Heinrich
Eckhardt, Klein=Umſtadt, lv.; Wehrm. Franz
Mül=
ler, Eppertshauſen, lv.; U.=O. Johs. Koſer, Nieder=
Roden, lv.; U.=O. Saly David, Alsbach, lv.; U.=O.
Al=
bert Spors, Hamm, lv.; Gefr. Friedrich Görmann,
Spachbrücken, lv.; Wehrm. Joh. Stefan Bauer,
Bür=
ſtadt, lv.; Wehrm. Johs. Tell, Gernsheim, lv.; Wehrm.
Jak. Phil. Happel, Hofheim, lv.; Gefr. Heinrich
Ker=
ber, Olfen, lv.; Wehrm. Jul. Paul Lautenſack,
Stauß=
dorf, lv.: Wehrm. Johs. Mohr, Babenhauſen, lv.;
Wehrm. Jakob Grünewald IIII., Kelſterbach, lv.;
Wehrm. Friedrich Schollenberger, Traiſa, lv.;
Wehrm. Stefan Waldmann, Eppertshauſen, lv.; Gefr.
Erich Wilhelm Wipper, Langenſalza, lv.; Wehrm. Adam
Götz, Lampertheim, gefallen; Wehrm. Nikol. Arnold,
Klein=Hauſen, gefallen; Gefr. Georg Kaffenberger,
Reichelsheim, gefallen; Wehrm. Andreas Kuhn,
Hottin=
gen, vm.; Wehrm. Peter Schulmeyer, Mörfelden, vm.;
Wehrm. Franz Otto Schumann, Neuemin, vm.; Gefr.
Friedrich Burmeſter, Rühlingen, vm.; Wehrm. Johs.
Rößniger, Kelſterbach, vm.; Wehrm. Jakob
Sieg=
fried, Kelſterbach, vm.; Wehrm. Karl Dingeldeyg
Ober=Kainsbach, vm.; Wehrm. Karl Dude, Gadernheim,
vm.; Wehrm. Franz Schader, Bensheim, vm.; Wehrm.
Joh. Chriſt. Jacobi, Büttelborn, vm.; Wehrm. Georg
Dippel, Bauſchheim, vm.; Wehrm. Nikolaus Fiſcher,
Lorſch, vm.; Gefr. Ludwig Becker, Eich, vm.; Wehrm.
Guſtav Schäffler, Leinzell, vm.; Wehrm. Peter
Feld=
mann, Griesheim, vm.; Wehrm. Joh. Friedmann,
Büttelborn, vm.; Wehrm. Adam König, Hamm, vm.;
Wehrm. Chriſt. Johs. Bopp, Büttelborn, vm.; Wehrm.
Chriſt. Georg Beller, Michelſtadt, vm.; Wehrm. Ernſt
Franz Jul. Ludwig, Leipzig, vm.; Wehrm. Heinrich
Chriſt. Wild, Dornheim, vm.; Wehrm. Peter Krämer,
Seſſenbach, vm.; Wehrm. Mathäus Reiſinger,
Habitz=
heim, vm.; Wehrm. Johannes Wiegand, Bürſtadt, vm.
4. Kompagnie: Gefr. Karl Mößniger, Groß=
Bieberau, gefallen; Wehrm. Ludwig Lang, Schönberg,
gefallen; Wehrm. Chriſtian Schmidt, Hochſtädten,
ge=
fallen; Wehrm. Maximilian Wiegartner, Offendorf
i. Bayern, lv.; Gefr. Jakob Martin, Wald=Uelversheim,
lv.; Wehrm. Jakob Medorf, Großhauſen, lv.; Wehrm.
Georg Joſ. Seidel, Augsburg i. Bayern, lv.; Wehrm.
Phil. Jak. Dennerle, Lampertheim, lv.; Wehrm. Karl
Kirſchbaum, Reichenbach, lv.; Wehrm. Wilhelm
Bach=
mann, Klein=Zimmern, lv.; Gefr. Joſeph Wunder
lich, Eppertshauſen, lv.; Wehrm. Adam Melmer,
Lam=
pertheim, lv.; Wehrm. Martin Herweck, Lampertheim,
lv.; Wehrm. Wilhelm Wölf, Biſchofsheim, lv.; Wehrm.
Wilhelm Wucker, Ginsheim, Iv.: Wehrm. Wilhelm
Chriſt. Karl Kronenberg. Sillium i. Pr., lv.; Wehrm.
Joh. Adam Gölz, Weiher, lv.; Wehrm. Heinr.
Schlen=
zing, Brensbach, lv.; Wehrm. Peter Chriſt. Leonh. Horn,
Wiesbaden, lv.; Wehrm. Johs. Stemmler, Dieburg,
lv.; Wehrm. Reinh. Herm. Mich. Kroll, Markow, lv.;
Wehrm. Iſidor Marx, Reichenbach, vm.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Lt., vermutlich d. Reſ., Theodor
Winkler, Nichteriz, gefallen; U.=O. Ernſt Balke, Eickel,
gefallen; Vizef. Karl Chriſtmann, Dittersbach, ſchv.;
U.=O. Karl Schäfer, Wieſeck, ſchv.; U.=O. Karl Schä=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Nummer 305.
fer, Reiskirchen, lv.; Vizef. Auguſt Throm. Gießen,
ſchv.; U.=O. Johann Walter, Hopfmannsfeld, ſchv.;
Wehrm. Ernſt Bätz, Driedorf, lv.; Wehrm. Karl
Binde=
wald, Helbershain, gefallen; Wehrm. Wilhelm Braun,
Daubringen, lv.; Wehrm. Karl Brückmann, Ermenrod,
lv.; Wehrm. Heinrich Cloos, Gonterhauſen, lv; Gefr.
Wilhelm Dietz, Höingen, gefallen; Wehrm. Ludwig
Dörr, Wieſeck, lv.; Wehrm. Johann Dollberg, Lieſen,
gefallen; Gefr. Karl Friedrich, Deckenbach, ſchv.; Gefr.
Otto Gerhard, Helpershain, lv.; Wehrm. Karl Gräf,
Queckborn, lv.; Wehrm. Tobias Heck, Worms, lv.;
Wehrm. Wilhelm Hildebrand, Wieſeck, lv.; Gefr. Pet.
Horſt, Oberkleen, lv.; Wehrm. Karl Jäger, Queckborn,
gefallen; Wehrm. Johannes Keil, Lumda, gefallen;
Wehrm. Rudolf Keller, Bußfeld, lv.; Gefr. Wilhelm
Klapp, Oberofleiden, lv.; Wehrm. Anton Johann
Glöckner, Neheim, lv.; Gefr. Wilhelm Knös,
Queck=
born, lv.; Wehrm. Karl Korell, Strebendorf, lv.;
Wehrm. Hermann Lindemeier, Utphe, lv.; Wehrm.
Heinrich Ludwig, Ulfa, lv.; Gefr. Chriſtoph Merkel,
Allendorf a. d. Lahn, gefallen; Gefr. Johannes Möller,
Stockhauſen, lv.; Wehrm. Karl Möſer, Ulfa, lv.; Wehrm.
Heinrich Nicolai, Herborn, lv.; Wehrm. Friedrich Rau,
Unterſchmitten, lv.; Wehrm. Ernſt Rochenſüß,
Rothen=
bach, lv.; Wehrm. Friedrich Roth, Windhauſen ,lv.;
Wehrm. Hermann Scheld, Harbach, lv.; Wehrm.
Lud=
wig Schmidt, Allendorf a. d., Lahn, gefallen; Wehrm.
Heinrich Sehrt, Queckborn, gefallen; Gefr. Heinrich
Seht, Großen=Linden, lv.; Wehrm. Peter Sevrin,
Würſcheid, lv.; Gefr. Albert Steuernagel,
Windhau=
ſen, lv.; Gefr. Georg Stamm, Eudorf, lv.; Wehrm. Ernſt
Summ, Sindelfingen, lv.; Wehrm. Friedrich Weil
Mirſchenheim, lv.; Gefr. Karl Winn, Röthge, lv.; Gefr.
Friedrich=Walter, Obornhofen, lv.; Wehrm. Karl
Hoch=
ſtadt, Altenſtadt, lv.; Wehrm. Johann Aff, Harbach,
vm.; Wehrm. Chriſtian Dahmer, Nösberts, vm.;
Wehrm. Theodor Deubel, Rudingshain, vm.; Wehrm.
Heinrich Dotzert, Stockhauſen, vm.; Wehrm. Heinrich
Eckſtein, Eifa, vm.: Gefr. Otto Eiſenbach,
Ober=
breitenbach, vm.; Wehrm. Heinrich Herber,
Weikarts=
hain, vm.; Gefr. Heinrich Köhler, Dirlammen, vm.;
Wehrm. Friedrich Kolmar, Herborn, vm.; Wehrm. Ernſt
Kratz, Niederohmen, vm.; Wehrm. Ludwig Kreiling
Wieſeck, vm.; Horniſt Heinrich Krender, Gontershauſen,
vm.; Wehrm. Georg Lich, Gießen, vm.; Wehrm. Heinrich
Reichmann, Oberofleiden, vm.; Wehrm. Heinrich
Rich=
berg, Ermenrod, vm.; Wehrm. Heinrich
Rinkenber=
ger, Betzenrod, vm.; Gefr. Ludwig Rock, Queckborn,
vm.; Tambour Karl Schäfer, Stammheim, vm.; Wehrm.
Frz. Schleich, Herborn, vm.; Wehrm. Heinr. Schmidt,
Oberbreitenbach, vm.; Wehrm, Heinrich Schmidt,
Queckborn, vm.; Gefr. Karl Schmidt, Queckborn, vm.;
Gefr. Johannes Semmler, Altenhain, vm.; Wehrm.
Adam Umbach, Romrod, vm.; Wehrm. Lorenz Vock,
Heppenheim, vm.; Wehrm. Karl Zulauf, Windhauſen,
vermißt.
6. Kompagnie: Hptm., vermutlich d. Reſ., Hugo
Laubis, Haigerloch, ſchv.; U.=O. Ludwig Kirch,
Kin=
zenbach, ſchv.; U.=O. Otto Karl, Steinberg, ſchv.; U.=O.
Friedrich Lenz, Gießen, ſchv.; Gefr. Hermann
Arku=
larius, Schotten, ſchv.; Wehrm. Karl Appel,
Herchen=
hain, ſchv.; Gefr. Adolf Beckel, Selters, ſchv.; Gefr.
Hermann Benner, Herbornſelbach, ſchv.; Wehrm.
Hein=
rich Dörr II., Lehnheim, ſchv.; Wehrm. Robert Debus,
Bergebersbach, ſchv.; Wehrm. Johannes Fiſcher,
Wil=
lofs, gefallen; Gefr. Heinrich Freitag, Niederſcheid,
ge=
fallen; Gefr. Karl Fries, Frankfurt a. M., ſchv.; Wehrm.
Otto Fuhrländer, Odersberg, gefallen; Wehrm.
Hein=
rich Goeb, Brauerſchwend, ſchv.; Wehrm. Wilhelm
Gontrum, Münſter, ſchv.; Wehrm. Reinhard Griſar,
Merkenbach, ſchv.; Wehrm. Heinrich Haſenpflug,
Ebbenhauſen, ſchv.; Wehrm. Philipp Kallenbach,
Schlitz, ſchv.; Wehrm. Heinrich Krauß, Lehnheim, ſchv.;
Wehrm. Johann Kimbel, Schlitz, ſchv.; Wehrm.
Hein=
rich Löll, Katzenfurt, ſchv.; Wehrm. Johannes Merkel,
Stumpertenrod, ſchv.; Wehrm. Heinrich Müller II.,
Hörbach, gefallen; Wehrm. Theodor Nix, Niederſcheld,
ſchv.; Gefr. Wilhelm Neumann, Schotten, ſchv.; Wehrm.
Heinrich Oehler, Oberohmen, ſchv.; Gefr. Reinhard
Orth, Eibelshauſen, gefallen; Wehrm. Ludwig Petry,
Ballersbach, ſchv.; Wehrm. Heinrich Peppel, Oberſeemen,
gefallen; Wehrm. Guſtav Reh, Nanzenbach, ſchv.; Wehrm.
Hermann. Rullmann, Gedern, ſchv.; Wehrm. Karl
Rühl, Großenbuſeck, ſchv.; Wehrm. Johannes Rühl,
Oberohmen, ſchv.; Wehrm. Heinrich Schad, Unterſchwarz,
ſchv.; Wehrm. Valentin Schäfer, Bernshauſen, ſchv.;
Wehrm. Joſt Schneider, Oberbreidenbach, ſchv.;
Wehrm. Heinrich Treſſer, Schlitz, ſchv.; Wehrm. Johs.
Wahl, Kirtorf, ſchv.; Wehrm. Konrad Wagner,
Hain=
bach, ſchv.; Wehrm. Heinrich Weil, Oberndorf, ſchv.;
Wehrm. Friedrich Weidenbach, Sinn, ſchv.: Gefr.
Ludwig Wolf, Meiches, ſchv.; Vizef. Otto Müller,
Langgöns, gefallen; Wehrm. Jakob Haas, Steinbach,
gefallen; Wehrm. Heinrich Körtzel, Machtlos, gefallen;
Wehrm. Jakob Euler, Eulersdorf, ſchv.; Wehrm. Wil= Gabriel, Herbornſelbach, ſchv.: Gefr. Wilhelm
Klotz, Holzheim, ſchv.; Wehrm. Johannes Ruhl,
El=
benrod, ſchv.; Wehrm. Rudolf Stein, Wettſaaſen, lv.;
Gefr. Ernſt Bender, Ueberothal, vm.; Wehrm. Guſtav
Berns, Bicken, vm.; Wehrm. Johannes Birkenſtock,
Eifa, vm.; Wehrm. Heinrich Dietz, Feldkrücken, vm.;
Wehrm. Ewald Eckart, Eibelshauſen, vm.; Wehrm.
Adolf Keſſel, Leihdecken, vm.; Wehrm. Jakob
Braus=
grill, Niederweiſel, vm.; Wehrm. Philipp Mertz,
Schlitz, vm.; Wehrm. Konrad Nikoley, Großenbuſeck,
vm.; Wehrm. Guſtav Reh, Nanzenbach, vm.; Wehrm.
Konrad Schneider, Fiſchbach, vm.; Wehrm. Heinrich
Ubrig, Hergersdorf, vm.; Gefr. Friedrich Wahl,
An=
gersbach, vm.: Gefr. Heinrich Wahl, Schlitz, vm.;
Wehrm. Gottlieb Wächter, Ehrentrupp, vm.; Wehrm.
Otto Weppler, Zeilbach, vm.; Gefr. Friedr. Weber I.,
Burg, vm.; Wehrm. Wilhelm Stiehl, Haiger, vm.
7. Kompagnie: Lt., vermutlich d. Reſ., Chriſtian
Bär, Obererlenbach, gefallen; Wehrm Hr. Schmitt III.,
Albach, gefallen; Wehrm. Philipp Amend, Trais=Land,
gefallen; Wehrm. Karl Bachmann, Villingen, gefallen;
Wehrm. Wilhelm Seibert, Bürßfeld, gefallen; Wehrm.
Otto Steuernagel, Köddingen, gefallen; Wehrm.
Ludwig Schepp, Lindenſtruth, ſchv.; Gefr. Wilhelm
Wilmers, Meſchede, ſchv.; Wehrm. Heinrich
Schäuf=
ler, Tiefenbach, ſchv.; Wehrm. Heinrich Kaufmann,
Weitershain, ſchv.; Wehrm. Georg Harniſch, Haufen,
ſchv.; Wehrm. Jakob Hartmann, Groß=Altenſtädten,
ſchv.; Wehrm. Konrad Knöß, Sellnrod, ſchv.; Wehrm.
Heinrich Röder, Dorfgill, ſchv.; Wehrm. Wilh. Traum
Sellnrod, ſchv.; Gefr. Chriſtian Kühn, Wetterfeld, lv.;
Wehrm. Wilhelm Gremm, Leihgeſtern, lv.; Wehrm.
Lud=
wig Leſchhorn, Bellersheim, lv.; Wehrm. Louis
Weh=
rum, Klein=Linden, lv.; Wehrm. Karl Fiſcher,
Ober=
lais, lv.; Wehrm. Wilhelm Spies, Langgöns, lv.;
Wehrm. Karl Emrich, Oberlais, lv.: Wehrm. Joſeph
Völkel. München, lv.; Gefr. Heinrich Gröh. Höingen,
lv.; Wehrm. Johannes Baldauf, Weitershain, lv.;
Wehrm. Johannes Hannes, Freienſteinau, lv.; Wehrm.
Heinrich Weiß, Liederbach, lv.; Wehrm. Ludwig
Kor=
bächer, Londorf, lv.; Wehrm. Julius Jöckel,
Selln=
hauſen, lv.; Wehrm. Heinrich Marſteller, Grüningen,
lv.; Wehrm. Severin Leyerer, Klimbach, vm.; Wehrm.
Ludwig Müller, Watzenborn, vm.; Wehrm. Richard
Werner, Alsfeld, vm.; Wehrm. Auguſt Wahl,
Metz=
los, vm.; Wehrm. Karl Obermann, Köddingen, vm.;
Wehrm. Heinrich Heupel, Straßebersbach, vm.; Wehrm.
Auguſt Hofmann, Kreuznach, vm.; Wehrm. Adolf
Kilian, Haiger, vm.; Wehrm. Heinrich Klein,
Hai=
ger, vm.
8. Kompagnie: Lt., vermutlich d. Reſ., Karl
Hein=
rich Meyer, Bergen, lv.; Gefr. Otto Hofmann,
Ge=
dern, ſchv.; Wehrm. Ludwig Alt, Kaulſtoß, ſchv.; Wehrm.
Heinrich Karl, Burkhards, lv.; Gefr. Ernſt Seth,
Gie=
ßen, lv.; Wehrm. Philipp Hildebrand I., Allendorf,
lv.; Wehrm. Theodor Beckel, Selters, lv.; Wehrm.
Hein=
rich Dickermann, Mülheim a. d. Ruhr, lv.; Wehrm.
Friedrich Klinkel, Gießen, lv.; Wehrm. Karl
Bepp=
ler, Flenſungen, lv.; Wehrm. Wilhelm Tod, Wißmar,
lv.; Gefr. Kaſpar Strauch, Oberſeemen, lv.; Gefr. Willi
Zimmermann, Wendgreben, lv.; Wehrm. Ludwig
Dickhaut, Arnsheim, lv.; Wehrm. Peter Döll,
Burg=
ſolms, ſchv.; Wehrm. Karl Wagner, Laubach, ſchv.:
Wehrm. Wilhelm Vogt, Reiskirchen, lv.; Wehrm. Adolf
Erk, Glashütten, lv.; Gefr. Johannes Jung, Angenzod,
lv.; Wehrm. Willy Lotz, Gießen, vm.; Wehrm. Ludwig
Reuſchling, Kinzenbach, vm.; Wehrm. Karl Arnold,
Lollar, vm.; Wehrm. Heinrich Becker, Schwarz, vm;
Wehrm. Friedrich Brück, Altenbuſeck, vm.; Wehrm.
Wil=
helm Rumpf, Ehringshauſen, vm.; Wehrm. Konrad
Stumpf, Kirtorf, vm.: Gefr. Peter Spielmann
Rademühl, vm.; Wehrm. Ferdinand Nord, Vilbel, vm;
Wehrm. Jakob Schlitt, Oberbühl, vm.; Wehrm. Karl
Baumbach, Vetzberg, vm.; Wehrm. Heinrich Rühl,
Niederbühl, vm.; Wehrm. Willi Schwalm, Sinn, vm.
III. Bataillon.
Stab: Oberſtlt. Karl Krauſe, Herzogenrath, ſchv.
9. Kompagnie: Off.=Stellv. U.=O. d. Reſ. Ludwig
Hoffmann, Grünberg i. Heſſen, gefallen; U.=O.
Hein=
rich Hof, Ober=Wöllſtadt, lv.: Gefr. Mathäus Zörb,
Pohlgons, gefallen: Gefr. Friedrich Kölſch, Heuchelheim,
gefallen; Gefr. Karl Gerth, Gießen, lv.: Geſr. Jakob
Reuter II., Nieder=Weiſel, gefallen; Wehrm. Heinrich
Kittel, Langenbergheim, lv.; Wehrm. Karl Dietz,
Bergheim, lv.; Wehrm. Heinrich Maul, Fleſchenbach lv.;
Wehrm. Wilhelm Döringer, Wetzlar, lv.; Wehrm.
Kon=
rad Zinn, Reuters, ſchv.; Wehrm. Philipp
Herzber=
berger, Echzell, ſchv.; Wehrm. Georg Huber,
Stein=
furth, lv.; Wehrm. Wilhelm Heide, Dahlbruch, lv.;
Wehrm. Friedrich Betz, Richſtein, vm.
10. Kompagnie: Lt. d. Landw. Vogt,
Reichels=
heim, gefallen; Feldw. Heinr. Hüttenberger,
Pfung=
ſtadt, gefallen; Gefr. Wilhelm Keſſel, Steinbach, ſchv.;
Gefr. Bruno Chriſtner, Reisdorf, ſchv.; Wehrm.
Hein=
rich Simon, Lollar, lv.; Wehrm. Friedrich Drechsler,
Lindheim, ſchv.; Wehrm. Herm. Bauer, Nieder=
Mock=
ſtadt, ſchv.; Wehrm. Heinrich Habricht, Schlitz, lv.;
Wehrm. Karl Roth, Bettenhauſen, lv.; Wehrm Heinrich
Jäger, Vonhauſen, ſchv.; Wehrm. Guſtav Wagner,
Langenleiden, lv.; Wehrm. Heinr. Langlouis,
Rölſch=
hauſen, lv.; Wehrm. Heinrich Atzbach, Steinbach, lv.;
Wehrm. Karl Becker, Steinbach, vm.: Gefr. Otto
Lemp Il., Melbach, vm.; Wehrm. Wilhelm Engel,
Wiſ=
ſelsheim, vm.; Wehrm. Karl Imhof, Gelnhaar, vm.
11. Kompagnie: Lt. d. Reſ. Ludwig Schuſter,
Dutenhofen, lv.; Wehrm. Philipp Zipp, Tiefenbach, lv.;
Wehrm. Moritz Neumann, Tünchen, lv.; Wehrm. Hugo
Griesner, Staaden, vm.; Wehrm. Johannes Beck,
Rendel, vm.; Wehrm. Friedrich Konrad, Lich, vm.;
Wehrm. Heinrich Löll, Aßlar, vm.: Wehrm. Ludwig
Fink Staufenberg, vm.
12. Kompagnie: Gefr. Ludwig Fett, Steinberg,
lv.; Wehrm. Ferdinand Kehr, Heuchelheim, lv.;
Tam=
bour Emil Schäfer. Daubringen, lv.; Tambour Karl
Wolf, Nieder=Florſtadt, lv.; Wehrm. Friedrich Uhrig,
Bad=Nauheim, lv.; Wehrm. Chriſt. Hildebrandt,
Nie=
der=Weiſel, lv.; Wehrm. Karl Steppun, Nieder=
Flor=
ſtadt, lv.; Wehrm. Peter Deis. Nieder=Florſtadt, lv.;
Wehrm. Jakob Schmidt, Harheim, lv.; Gefr. Rau,
Trohe, vm.; Wehrm. Karl Otto. Beuren, vm.; Wehrm.
Otto Merkel, Oſſenheim, vm.; Wehrm. Ludwig Petry,
Hattenrod, vm.; Wehrm. Wilhelm Dutenhöfer,
Heu=
chelheim, vm.; Wehrm. Ludwig Haas, Oppenrod. vm.
Verluſte infolge Krankheit.
Gefr. Philipp Lortz von der 3. Komp., Billings,
ge=
ſtorben; Feldw.=Lt. Auguſt Schneider v. d. 6. Komp.,
Angenrod, geſtorben; Wehrm. Karl Bloß v. d. 6. Komp.,
Altenſchlirf, geſtorben; Wehrm. Joſeph Kraus v. d. 6.
Komp., Seibelsdorf, geſtorben.
Infanterie=Regiment Nr. 87, Mainz.
Berichtigung früherer Angaben.
Fahnenj. Wilhelm Kaufmann, bisher vw., im
Feldlaz. Ochamps geſtorben; Reſ. Val. Gabryscak,
bisher vw., am 13. 9. 14 im Feldlazarett Mouzon
geſtor=
ben; Reſ. Wilhelm Niermann, nicht Niemann, bisher
vm., war pw., am 13. 9. 14 im Feldlazarett in Vouziers
geſtorben; Musk. Johann Scholl I., Preßburg, bisher
vw., am 9. 9. 14 im Feldlazarett Heilzle, Maurupt,
ge=
ſtorben; Musk. Suder, Suda, bisher vm., iſt vw.; Musk.
Alfred Nies, bisher vm., war vw., am 30. 8. 14 im
Feld=
lazarett Mouzon geſtorben; Musk. Johann Glapa,
bis=
her vm., vw.; Reſ. Wilh. Schlott, bisher vw., am 31. 8.
im Feldlaz, Mouzon geſtorb.; Reſ. Wilh. Schneider I.,
bisher vm., war vw., am 29. 9. 14 im Feldlazarett Erchen
geſtorben; Reſ. Bernhard Bender, bisher vw., am 1.
10. 14 im Feldlazarett Erchen geſtorben; Musk. Karl
Heppenheimer, bisher vw., am 29. 8. 14 im
Reſerve=
lazarett Trier geſtorben; Gefr. d. Reſ. Martin
Mühl=
bauer, bisher vm., war vw., am 8. 9. 14 im Feldlazarett
Bruillon geſtorben; Reſ. Johann Kirſch, bisher vm.,
zur Truppe zurück; Musk. Emil Mallo, bisher vw., am
4. 9. 14 im Lazarett Luxemburg geſtorben; Musk. Heinrich
Schieler, bisher vm., iſt gefallen; Musk. Karl Schrodt,
bisher vm., am 22. 8. 14 gefallen; Reſ. Franz Volz,
bis=
her vw., im Feldlazarett Ochamps geſtorben; Reſ. Karl
Hinz, bisher vm., war vw im Feldlazarett Ochamps
geſtorben; Musk. Karl Greiler, bisher vw., am 25.
8. 14 im Feldlazarett Ochamps geſtorben; Musk. Auguſt
Michaelis, bisher vw., im Feldlazarett Rancourt
ge=
ſtorben; Reſ. Karl Koch, bisher vm., zur Truppe zurück;
Reſ. Johann Brendel, bisher vm., zur Truppe zurück;
Reſ. Wolz, bisher vm., war vw., am 13. 9. 14 im
Feld=
lazarett Hans geſtorben.
Reſ.=Infanterie=Regiment Nr. 88, Hanau, Worms.
Berichtigung früherer Angaben.
Wehrm. Johann Ehret, Pfiffligheim, nicht vm., iſt
im Lazarett; Gradwohl, Dienſtgrad nicht angegeben,
Albisheim, bisher vm., iſt im Lazarett.
Infanterie=Regiment Nr. 112, Mülhauſen i. E.
Méuil am 9., Mörchingen am 15., Enſchweiler am 18.,
Viéville am 19., Eſſey am 21., Bois de Haſſelle am 23.,
Flirey und Bernécourt vom 24. bis 29. 9. 14.
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Musk. Ferd. Friedr. Theodor
Lienhard, Darmſtadt, lv.; Musk. Philipp Becker,
Darmſtadt, lv.
2. Kompagnie: Reſ. Friedrich Meis, Worms, lv.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 13.
10. Kompagnie, Paderborn.
Bom 12. bis 18. Sept. (Orte nicht angegeben.)
Feldw. Karl Friedrich Reitz, Mainz, vm.
Landwehr=Infanterie=Regiment Nr. 48.
Tilſit am 3., Wladislawow am 5., Schirwindt vom 5.
bis 12. und Willuhnen am 12. Okt.
I. Bataillon, Cüſtrin.
4. Kompagnie: Lt., vermutl. d. L., Fritz Schiele,
Hirtzenhain, t.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 56, Friedrichsfeld.
Cerny vom 14. bis 28., Bois des Crélines am 20., 21.,
26. und 27. Sept., Courtacon vom 1. bis 4., am 9. und
10. Okt. und Ferme Malval (Tag nicht angegeben).
I. Bataillon.
1. Kompagnie: Reſ. Ludwig Rahn, Worms, vw.;
Reſ. Johann Haupt, Flonheim, vw.
4. Kompagnie: Reſ. Karl Otto, Beuern, vm.
Reſerve=Infanterie=Regiment Nr. 64, Berlin.
Podole und Opatow am 4. Okt.
II. Bataillon.
5. Kompagnie: Gren. Karl Horſt, Lehnheim, t.
Verwundete und kranke Soldaten
in Darmſtädter Lazaretten.
Mitgeteilt vom Heſſiſchen Landesverein vom Roten Kreuz.
Die Lazarette ſind durch die nachſtehenden Buchſtaben
bezeichnet.
A — Alicehoſpital, Dieburger Straße 21. Täglich 3—4 Uhr nachm. —
B — Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift, Erbacher Straße 25. Sonntag,
Diens=
tag, Freitag 3—4 Uhr nachm. — C — Eleonorenheim (Lazarett J. K. H. der
Großherzogin, Heinheimerſtraße 21) Sonntags morgens von ½11—½12 Uhr,
achmittags von 4—6 Uhr, Dienstags, Mittwochs und Freitags von 4—½6
Uhr. — D — Ernſt=Ludwig=Heilanſtalt (Dr. Loſſen), Steinſtraße 21.
Täg=
lich 2—5 Uhr nachm. — E — Garniſonlazarett (Reſ.=Laz. I),
Alerander=
ſtraße 27. Mitt och, Samstag und Sonntag 2—4 Uhr nachm.
— Haus Hagenburg, Dieburger Straße 241 (Hirſchköpfe.) Täglich
4—5 Uhr nachm. — G — Dr. Machenhauerſche Klimk, Lagerhausſtraße 24.
Täglich 2—4 Uhr nachm. — H — Marienhöhe (Geneſungsheim).
— I — Schweſternhaus der Barmherzigen Schweſtern, Nieder=Ramſtädter
Straße 30. Nachmittags von 2—4 Uhr. — K — Städtiſches Krankenhaus,
Grafenſtraße 1. Werktäglich 2—3½ Uhr nachm., Sonntags 11—12 Uhr
vorm. — L — Städt. Saalbau (Reſ=Laz. III), Riedeſelſtraße 40.
Mitt=
wochs. Samstags und Sonntags von 2—4 Uhr. — M — Techniſche Hochſchule
(Reſ.=Laz. II), Hochſchulſtraße 1. Sonntags. Mittwochs und Samstags von
2—4 Uhr nachm. — N — Klinik Dr. Ollendorff (Weberſche Augenklinik),
Frankfurter Straße 42. Täglich 10—12 Uhr orm., 2—4 Uhr nachm.
O iſt ein neues Lazarett: Vereinslazarett vom Roten Kreuz, Olbrichweg 10,
„Vereinslazarett Mathildenhöhe‟.
Hinter jedem Lazarett ſind die Beſuchszeiten angegeben,
die nach Möglichkeit einzuhalten ſind. Ausnahmen werden
zugelaſſen.
Zugang vom 29. Oktober bis 1. November:
Bäumer, Joh., Höfel, Inf. 53, O — Bayer, Helmuth,
Reichenbach, Inf. 158, O — Becker, Robert, Ukersbaden,
Lſt.=Bat. Erbach/3, K — Behmiſch, Günther, Oliva, Inf.
170, K — Bittenberg, Heinrich, Höxter, Inf. 158, O —
Bo=
chow, Richard, Betſchie, Inf. 56, O — Bock, Paul, Klein=
Bölkai, Inf. 57/4, B — Borkes, Karl, Witten, Inf. 16, O
— Braun, Fr., Oberweſel, Pion.=Bat. 7/3, K —
Brank=
mann, Wilhelm, Holzwickede, Inf. 56, O — Brinkmann,
Hermann, Belle, Inf. 158, O — Buß, Friedrich,
Arheil=
gen, R.=J.=R. 116/4, C — Bührer, Math., Reichenbach,
J. 144/4, K — Daldrop, Mart., Oelte, J. 13, O — Decker,
Friedrich, Ohligs, Inf. 116/1, K — Dobbesk, Joh., Borsk,
Inf. 57, O — Drucke, Guſt., Höxter, Inf. 158, O — Eck,
Simon, Nieder=Liedersbach, Landſt.=Bat. Erbach/3, K —
Eidebenz, Karl, Kraiva, Rum., Reſ.=Inf. 116/8, K —
Eſchke, Georg, Halle a. d. S., Inf. 57/3, C — Aeuſtermann,
Joſ., Vorhelm Weſtf., Inf. 13/2, O — Fäßler, Emil,
Münſter, Elſaß, Reſ.=J. 112/2, K — Flath, Wilhelm,
Wald=Amorbach, Reſ.=J. 116/4, B — Fourier, Heinrich
Longwille, Inf. 13, O — Friedmann, Otto, Aachen, Inf.
16/3, K — Götz, Franz, Wolfskehlen, J.=R. 168/1, A. —
Graulich, Karl, Feldkrucken, R.=J. 116/2, H —
Groth=
johann, Heinrich, Stockum, Inf. 16, O — Guballa,
Wil=
helm, Neuheiluk, Inf. 12, O — Haeling, Franz,
Darm=
ſtadt, R.=L. 1, K — Hahn, Oskar, Bochum, J. 57/2, B —
Haverkamp, Heinrich, Hamborn, J. 56, O — Hecka,
Valen=
tin, J.=R. 40/9, C — Heckman, Seb., Kalbſtadt, J.=Landſt.
Erbach, 50 Br., 3. Komp., B — Heer, Karl, Graßbeuren,
J. 142/1, K — Heil, Karl, Heddernheim, J. 142/7, K —
Heilmann, Ludwig, Hetzbach, Reſ.=Inf. 118/7, D —
Hille=
brand, Konrad, Laer, Inf. 13, O — Hillecke, Joſ.,
Mün=
ſter, Inf. 13, O — Hofmann, Karl, Großen=Linden, Reſ.=
Inf. 116/2, H — Horder, Rud., Undenheim, Fuhrp.=
Ko=
lonne 60, 18. A.=K., K — Horbelt, Heinrich, Legeden, Inf.
57, O — Hüwe, Bernh., Flamchen, Inf. 13/8, O — Jachatz,
Peter, Ratingen, Inf. 56/9, K — Janzen, Joh.,
Dort=
mund, Inf. 53 O — Kaufmann, Heinrich, Bielefeld, Inf.
53, O — Kilp, Karl, Ukark, Inf. 16, O — Klenk, Wilhelm
Heinrich, Wimpfen, Inf.=Bat. Erbach, 50. Brig., 3. Komp.,
B — Kleinſchmitt, Walther, Potsdam, Füſ.=Regt. 140/12,
K — Kmieſik, Stef., Drozdyie, Inf. 57, O — Koblin, Joh.,
Filehne, Inf. 53/7, K — Koch, Johann, Katharinenhütte,
Inf. 56/8, B — Krajewshi, Stan., Calje, Inf. 16, O —
Krukenbaum, Friedrich, Hamm, Pion.=Bat. 7, O —
Ku=
biak, Franz, Harſum, Hann., Inf. 16/2, F — Kuneler,
Heinrich, Kapelle, Inf. 13, O — Kurtze, Otto, Hedſtadt,
Inf. 57/10, B — Lammich, Franz, Bierkau, Gardedukorps,
3. Schw., K — Löw, Heinrich, Brensbach, Reſ.=Art. 85, O
— Luhmann, Ludwig, Saargemünd, Inf. 115/2, K —
Marszalek, Vin., Dzierzamvo, Poſen, Inf. 56/5, G. —
Martine, Michael, Kunzenbach, Inf.=Landft.=Bat. Erbach,
50. Brig., B — Matyiſiak, Wld., Goniſchowo, Inf. 16, O —
Matenz, Otto, Bracke, Pion.=Bat. 7/2, K — Michaclek,
Aug., Auguſtrowo, J.=R. 57/3, C — Miklonazizak, Joh.,
Kmorie Inf. 16, O — Muß, Joſ., Altendoen, Inf. 13, O
— Ernſt v. d. Mühlen, Dreibäumen, J.=R. 40/9, C —
Nonnengeß, Alfred, Darmſtadt, Reſ.=Inf. 221/3, K —
Ol=
rogge, Ludwig, Dortmund, J. 16, O — Pfanner, Fritz,
Hasgehoven, J. 57, O — Polte, Friedr., Groß=Schneken,
Feſt.=Pion. 2, O — Reuter, Karl, Berndorf, J. 16, O —
Roth II., Wilh. Gg., Offenbach a. M., Reſ.=Inf. 221/1, B
Salven, Mich., Salven, Inf. 158/4, D — Sander,
Kon=
rad, Holtheim, Inf. 16, O — Segeler, Bernhard,
Mete=
len, Inf. 13, O — Sigwald, Theod., Mülhauſen i. Elſ.,
Inf. 142, K — Skrezeizek, Franz, Keuthen, Inf. 56/1, H —
Sommer, Wilhelm, Inf. 56, O — Spahn, Guſt.,
Darm=
ſtadt, Drag. 22/3, K — Szpera, Franz, Skzewow, Reſ.=
Inf. 60/8, K — Schließer, Heinrich, Mark, Pion.=Bat. 7,
O — Schmidt, Emil, Hamburg, Inf. 53/9, G —
Schmidt=
mann, Ernſt, Darmſtadt, Pion. 25/2, K — Schmitz,
Hein=
rich, Schwerte, Inf. 16, W — Schmitz, Hermann, Spellen,
Feſt.=Pion. 7, O — Schmitz, Joh., Emmerich, Inf. 56/6, K
— Schneider, Franz Bauſenhagen, Inf. 16, O — Schultz,
Georg, Dornheim, Inf. 221/1, I — Stein. Jakob. Siedels=
Nummer 305.
Darmſtädter Tagbkatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Seite 7.
brunn, Landſt.=Bat. Erbach, 3. K., K — Steinmann,
Her=
mann, Inf. 56/6, D — Theme, Theod., Münſter, Pion.=
Bat. 7, O — Tränkee, Joſ., Gaſch, Inf. 142/6, K —
Vier=
egge, Friedrich, Hüttenau, Pion.=Bat. 7, O — Völlings,
Joh., Veen, Rheinpr., Inf. 57/1, F — Weber, Karl, Ober=
Ramſtadt, 118/10, I — Weber, Peter, Griesheim, Pion=R.
25/1, C — Weinbrunn, Emil, Baden=Baden, Inf. 142/6, B
Wenzel, Hermann, Aich, Reſ.=Inf. 3/3, K — Widerski,
Joſ., Planier, Inf. 158/2, F — Wiedmüller, Jul., Beckum,
Inf. 16, O — Wieſendahl, Franz, Untrop, Feſt.=Pion. 2, O
Wille, Heinrich, Oberndedorf, Inf. 56, O — Winterthaler,
Wilhelm, Waldan, Inf. 170, M.=Gew., K — Wozniak,
Joſ., Riegoum, Inf. 56/8, K — Wuſt, Albert, Loblau, Inf.
143/1, C — Zentgraf, Eduard, Reichenbach, Reſ.=Garde=
Art. 3/4, G — Zimmer, Arthur, Herrnsuhr, Inf. 57, O
— Zons, Peter, Küpperſteg, J.=R. 11/3, D.
Aus den Lazaretten entlaſſen
vom 29. Oktober bis 1. November:
Bock, Philipp, Roßdorf, J.=R. 116/10, B — Chlebeck,
Franz, Groß=Weichſel, J.=R. 157/10, I — Daum, Peter,
Ober=Kinzig, Reſ.=J.=R. 118/6, C — Demuth, Alfred,
München, J.=Leib=R., K — Dockert, Arthur, Ober=
Rotten=
dorf, J.=R. 102/4, B — Egly, Ludwig, Ueherau, Reſ.=J.=R.
118/3, B — Enders, Auguſt, Bauernheim, Feld=Art.=Reg.
25/3, A. — Fafourmouff, Alex, J.=R. 131/8, K — Fiſcher,
Albin, Reſ.=J.=R. 224/II, K — Fritz, Karl, Jugenheim,
Ldw.=J.=R. 118/8, I — Göttmann, Friedrich, Reſ.=J.=R.
116/2, K — Göttmann, Ludwig, Ldw.=J.=R. 116/4, K —
Groh, Karl, Urberach, J.=R. 115/2, B — Hartmann, Joh.,
Lauterbach, J.=R. 115/6, K — Hofmeier, Joſef, Reſ.=Drag.=
Regt. 24/3, K — Hofmann, Heinrich, J.=R. 139/2, K (
ge=
ſtorben) — Hummel, Jakob Philipp, Griesheim, J.=R.
133/12, B — Hühnergarth, Friedrich, J.=R. 115/1, K —
Jung, Auguſt, Art.=R. 61/4 (Rekr.=Depot), K — Jung,
Robert Emil, Hüttengrund, J.=R. 133/10, B — Kettner,
Paul, Angersbach, R.=F.=R. 103/1, A. — Knauſt, Max,
Son=
dershauſen, Reſ.=J.=R. 102/9 — Küntzle, Wilhelm, J.=R.
121/1, K — Lampen, Johann, Bokel, R.=F.=A.=R. 48/6, A.
— Mehnert, Paul, J.=R. 133, K — Mezt, Jakob, J.=R.
115/5, K — Müller, Franz, Mosbach (Kreis Dieburg),
J.=R. 118/2, Hagenburg, Erſ.=Truppenteil, Bierſtadt=
Wies=
baden — Münk, Mar Beltershain, Reſ.=J.=R. 118/8 —
Motnfewski, Joſef, Witomiſchel (Poſen), Jäg.=Btl. 5/5,
Hirſchberg, Hagenburg — Niklas, Heinrich,
Reichels=
heim i. O., Reſ.=J.=R. 118/5, B — Richter, Martin Willy,
Zwönitz, Pion. 12/2, B — Scherf, Hermann, Worms,
J.=R. 115/2, B — Schreiber, Friedrich Richard, Hohen=
Roden, J.=R. 106/12, B — Schwab, Alexander, Art.=R.
61/2 (Rekr.=Depot), K — Thun, Hermann, Erfurt, J.=R.
133/2, B — Wagner, Emil, Hartenſtein, J.=R. 88/4 (Erſ.=
Btl.), B — Weiß, Ferdinand, Art.=R. 61 (Reg.=Stab), K
— Weißpflog, Karl, Hohenſtein, Art.=R. 77/4, B — von
Weſternhagen, Thilo, Major, J.=R. 115 (Reg.=Stab), K.
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Familiennachrichten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe von Teilnahme
an unſerem ſchweren Verluſte, für die
überaus reichen Blumenſpenden und
ins=
beſondere Herrn Pfarrer Kleeberger für
ſeine troſtreichen Worte herzlichen Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſabeth Einsmann, geb. Haller.
Darmſtadt, 4. November 1914.
(Grüner Weg 3.)
(20867
Es ſtarben den Heldentod im Kampf für
Kaiſer und Reich unſer lieber A. H.
Regierungs=Baumeiſter
Emil Völſina
Leutnant d. R. und Führer der 2. Kompag.
des Großh. Heſſ. Inf.-Leibregiments Nr. 117,
Ritter des Eiſernen Kreuzes,
gefallen in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober
in Frankreich,
und unſer lieber Vbr.
(20865
Dipl.=Ing.
Otto Lüthgens
Einj.-Gefr. im Inſ.-Regt. 162
ſeiner Verletzung vom 16. September am
15. Oktober erlegen, nachdem er kurz vorher
noch mit dem Eiſernen Kreuz ausgezeichnet
und zum Unteroffizier befördert wurde.
Ehre ihrem Andenken!
Der Verein deutſcher Studenten
an der Großh. Techniſchen Hochſchule
zu Barmſtadt.
J. A.: Enno Heſſe (X) X.
Darmſtadt, den 4. November 1914.
Todes=Anzeige.
Am 30. September ſtarb den Heldentod
fürs Vaterland auf einem freiwilligen
Pa=
trouillengange bei Fricourt unſer lieber
Amts=
genoſſe
Herr Jakob Weber.
Mit dem Verſtorbenen iſt ein
arbeits=
freudiger Förderer der Jugend, =ein ſelbſtloſer
Freund und eine charaktervolle Perſönlichkeit
aus unſerer Mitte geſchieden.
Wir werden ihm ein treues Andenken
be=
wahren!
Die Lehrerſchaft
der Stadtmädchenſchule 1.
Darmſtadt, den 4. November 1914. (20832
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die ſchmerzliche Nachricht, daß mein
innigſt=
geliebter Mann, mein einziger Bruder, unſer
guter Schwiegerſohn und Schwager
Georg Reuter
nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden, nach faſt 1½jähriger Ehe, heute früh
¾7 Uhr ſanft dem Herrn entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Frau Agnes Reuter, geb. Raab,
Anna Reuter,
Familie Joſef Raab,
Michael Raab, zurzeit im Felde.
Darmſtadt, den 4. November 1914. (*8800
Die Beerdigung findet Freitag, den 6. Nov.,
vormittags 11 Uhr, vom Sterbehauſe
Feldberg=
ſtraße 69 aus, auf dem ſtädt. Friedhof ſtatt.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Heimgange meines in treuer
Pflichterfüllung für das Vaterland gefallenen
innigſtgeliebten Mannes, unſeres Vaters, meines
lieben Sohnes, Schwiegerſohnes, Bruders,
Schwagers und Onkels
Herrn Georg Heckwolf
ſagen wir allen unſeren tiefgefühlten Dank.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Marie Heckwolf und Kinder.
Familie Joſeph Heckwolf Ww. (20833
Nachruf.
Seit Ausbruch des Krieges erlitten
nach=
folgende Mitglieder unſeres Vereins den
Heldentod fürs Vaterland:
Am 22. Auguſt:
Unſer I. Vorſitzender
Herr Adam Weſp.
Am 15. Oktober:
Mitglied
Herr Karl Wagner.
Am 24. Oktober:
Mitglied.
Herr Philipp Schmidt.
Mit den Dahingeſchiedenen erleidet unſer
Verein einen ſchmerzlichen unerſetzlichen Verluſt.
Zu jeder Zeit waren ſie bereit, mit Wort und
Tat der guten Sade unſeres Vereins
beizu=
ſtehen. Wir werden dieſen Tapferen ein ehrendes
Andenken bewahren.
(20852
Turngemeinde Braunshardt.
Braunshardt, den 3. Novbr. 1914.
Dankſagung.
Für die herzliche Teilnahme bei
dem Heimgange meines unvergeßlichen
lieben Vaters und für die ſo überaus
ehrenden Beweiſe der Direktion des
Großh. Hoftheaters ſowie für die
er=
hebenden Worte des Herrn Pfarrer Vogel
ſagt innigſten Dank
(20866
Lina Schimmer.
Dankſagung.
Für die uns erwieſene Teilnahme bei dem
ſchweren Verluſte meines innigſtgeliebten Gatten,
unſeres guten Bruders, Schwiegerſohnes und
Schwagers ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
herzlichſten Dank. Insbeſondere danken wir Herrn
Pfarrer Storck für die troſtreichen Worte am
Grabe.
(20861
Die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Lilli Henning, geb. Breuer, Darmſtadt,
Familie Breuer, Darmſtadt,
Familie Ebert, Stuttgart.
Wetterbericht.
Ueber ganz Mitteleuropa fällt der Luftdruck langſam,
ſodaß dieſe Gegenden mehr in den Bereich des weſtlichen
Tiefs gelangen. Bei öſtlichen Winden ſcheint jedoch keine
weſentliche Verſchlechterung des Wetters einzutreten. Der
Nebel wird fortdauern.
Wetterausſichten für Donnerstag: Bedeckt, meiſt
trocken, keine weſentliche Temperaturänderung, vorwiegend
öſtliche Winde, Nebel.
Tageskalender.
Donnerstag, 5. November.
Broßh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende gegen
10½ Uhr (Ab. C): „Figaros Hochzeit”
Sitzung des Bezirks=Arbeits=Ausſchuſſes um 8½ Uhr
im Saale des Muſikvereins.
Monatsverſammlung des Gartenbauvereines um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Städtiſches Hallenſchwimmbad, Mühlſtraße
Nr. 33 (geöffnet an Werktagen von 8 Uhr vormittags
bis 8 Uhr abends, Samstags bis 8½ Uhr, Sonn= und
Feiertags von 8—12½ Uhr).
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne.
Telephonruf Nr. 2425.
Gewerbebibliothek (Bibliothek,
Vorbilderſamm=
lung und Patentſchriftenauslegeſtelle) geöffnet Werktags
von 9—12½ und 3—6 Uhr, ausgenommen Samstag
nachmittags.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Kurt Mitſching; für den
Anzeigen=
eil, Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Ge=
ſchäftsleben: Paul Lange, ſämtlich in Darmſtadt. — Für
den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an
die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche
wer=
den nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden
nicht zurückgeſandt.
Ntr. 105.
Donnerstag, 5. November.
1914.
Bekanntmachung,
betreffeng Höchſtpreiſe für Kartoffeln.
In Abänderung unſerer Bekanntmachung vom 22. Oktober 1914 (
Amtsverkün=
digungsblatt Nr. 159) haben wir, nach Beratung mit Sachverſtändigen aus
landwirt=
ſchaftlichen, Handels= und Konſumentenkreiſen auf Grund des Geſetzes betreffend
Höchſtpreiſe, vom 4. Auguſt 1914 und der Bekanntmachung des Großh. Miniſteriums
des Innern, betreffend die Ausführung dieſes Geſetzes, vom 7. Auguſt 1914, ſowie
der Bekanntmachung des Bundesrats vom 28. Oktober 1914, über die Höchſtpreiſe
für Speiſekartoffeln mit ſofortiger Wirkſamkeit für die Landgemeinden des Kreiſes
Darmſtadt folgendes neu beſtimmt:
Der Preis für beſte ausgeleſene Speiſekartoffeln darf nicht überſteigen
1. beim Verkauf durch den Produzenten an Ort und Stelle für
. 6,50 Mk.
100 Kilo .
Dieſer Preis ſchließt die Koſten der Verladung und
des Transports bis zur nächſten Verladeſtelle in ſich;
2. bei freier Lieferung in den Aufbewahrungsraum des
Verbrauchers oder bei Verkauf auf den Wochen=
8.00
märkten für 100 Kilo
3. im Kleinverkauf für das Kilogramm.
9 Pfg.
Die Bekanntmachung vom 22. Oktober 1914 tritt hiermit außer Wirkſamkeit.
Darmſtadt, den 4. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Auszug aus dem Geſetz, betreffend Höchſtpreiſe vom 4. Auguſt 1914
ſowie der Verordnung des Bundesrats vom 28. Oktober 1914.
§ 1.
Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für Gegenſtände des
täg=
lichen Bedarfs, insbeſondere für Nahrungs= und Futtermittel aller Art, ſowie für
rohe Naturerzeugniſſe, Heiz= und Leuchtſtoffe Höchſtpreiſe feſtgeſetzt werden.
§ 2.
Soweit für den Großhandel Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind, iſt der Beſitzer ſolcher
Gegenſtände verpflichtet, ſie der zuſtändigen Behörde auf ihre Aufforderung zu
über=
laſſen; Landwirten ſind die zur Fortführung ihrer Wirtſchaft erforderlichen Mengen
an Getreide und Futtermitteln zu belaſſen. Der Uebernahmepreis wird unter
Be=
rückſichtigung des Höchſtpreiſes, ſowie der Güte und Verwertbarkeit der Gegenſtände
von der höheren Verwaltungsbehörde nach Anhörung von Sachverſtändigen
end=
gültig feſtgeſetzt.
Soweit für den Kleinhandel Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind, und ein
Beſißer ſich weigert, trotz Anforderung der zuſtändigen Behörde ſolche
Ge=
genſtände zu den feſtgeſetzten Höchſtpreiſen zu verkaufen, kann die zuſtändige
Behörde die Gegenſtände, die für den eigenen Bedarf des Beſitzers nicht nötig
ſind, übernehmen und auf ſeine Rechnung und Koſten zu den feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſen verkaufen.
§ 3.
Der Bundesrat ſetzt die Höchſtpreiſe feſt. Soweit er ſie nicht feſtgeſetzt hat,
können die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten Behörden
Höchſt=
preiſe feſtſetzen.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten Behörden erlaſſen
die erforderlichen Anordnungen und Ausführungsbeſtimmungen.
Wer die nach § 1 feſtgeſetzten Höchſtpreiſe überſchreitet oder den nach
§ 3 erlaſſenen Ausführungsbeſtimmungen zuwiderhandelt oder Vorräte an
derartigen Gegenſtänden verheimlicht oder der Aufforderung der zuſtändigen
Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit Geldſtrafe bis zu dreitaufend
Mark oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis bis zu ſechs Monaten beſtraft=
Au die Graß. Aurzerweiſtrein der Fentgemeilben des Frtſeg.
Die obige Bekanntmachung wollen Sie ſogleich veröffentlichen. Die
Ortspoli=
zeibehörden und die Gendarmerie haben die Einhaltung der hiernach feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſe ſorgfältig zu überwachen und jede Ueberſchreitung unnachſichtlich zur Anzeige
(20851dsi
zu bringen.
Darmſtadt, den 4. November 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An den Herrn Overbürgermeiſter zu Darmſtadt und die Herren Bürgermeiſter
der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir nehmen Bezug auf unſer Ausſchreiben vom 22. September d. Js. —
Amts=
verkündigungsblat Nr. 138 — und weiſen Sie darauf hin, daß von nun an Anfragen
zur Ermittelung von Kriegsgefangenen uſw. nicht mehr bei uns geſammelt werden,
ſondern daß der einzelne Intereſſent dann auf die raſcheſte Erledigung ſeiner Anfrage
rechnen kann, wenn er ſich der in der nachſtehenden Abſchrift erwähnten
Doppel=
karten bedient.
Sie wollen dies und den Inhalt des abſchriftlich nachſtehenden Schreibens
ortsüblich bekannt machen.
Darmſtadt, den 2. November 1914.
(20845
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Abſchrift.
Berlin, den 19. Oktober 1914.
Kriegsminiſterium.
Nr. 1471/10.14 N B.
. beehre ich mich ergebenſt mitzuteilen, daß es mir im
Inter=
eſſe der möglichſt ſchnellen Auskunftserteilung nicht zweckmäßig erſcheint, an etwaige
Sammelſtellen gelangende Anfragen zu einer Liſte zuſammenzuſtellen.
Ich halte es für weniger zeitraubend, wenn die Anfragen von jedem einzelnen
Intereſſenten unmittelbar an das Zentral=Nachweis=Büro gegeben werden.
Es müßte jedoch darauf hingewirkt werden, daß dieſe Anfragen nur auf den
roſa Doppelkarten, die bei der Poſt zum Preiſe von 1 Pfg. für das Stück
er=
hältlich ſind, erfolgen, weil ſonſt eine ſchnelle Erledigung der Anfragen nicht möglich iſt.
Die Anfragen aus dem Verzeichnis, das mit den Adreſſen der Nachfragenden
verſehen iſt, werden für dieſes Mal noch vom Zentral=Nachweis=Büro unmittelbar
beantwortet werden.
In Vertretung:
gez.: v. Wandel.
Gemäß Verfügung des Kriegsminiſteriums wird den Fabriken und Händlern
der Verkauf von Automobilreifen an Private, außer zur Bereifung der für die
Heeres=
verwaltung beſtimmten Kraſtfahrzeuge, hiermit verboten.
Private, welche Reifen zu kaufen wünſchen, haben ſich an die bei der Inſpektion
des Luft= und Kraftfahrweſens in Berlin=Schöneberg gebildete „Vereifungsſtelle” zu
wenden, die allein darüber zu entſcheiden hat ob und in welchem Maße der
Privat=
bedarf aus wieder inſtand geſetzten oder zurückgeſetzten Reifen — nur ſolche kommen
in Betracht — befriedigt werden kann.
Die Abgabe der ſeitens der Bereifungsſtelle freigegebenen Reifen an Private
erfolgt ab den Hauptlagern der Bereifungsſtelle in Frankfurt a. M. oder Cöln=Deutz,
Bei Anträgen Privater auf Freigabe von Reiſen wird zweckmäßiger Weiſe anzugeben
ſein, bei welchem der beiden Lager der Empfang gewünſcht wird.
Das Rote Kreuz hat ſich wegen Ankaufs benötigter Reifen direkt an das dem
immobilen Kraftwagendepot 3/4 angegliederte Hauptlager Frankfurt a. M. zu wenden.
Frankfurt a. M., den 2. November 1914.
(20837
Stellvertretendes Generalkommando XVIII. Armeekorps.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 Taſchentuch, gez. R. L. 1 braune Brieftaſche
mit Inhalt, auf den Namen Bartſch lautend. 1 künſtliches Gebiß
(Oberklieſer). 1 ſchwarzer Samtgürtel. 2 weiße Stricknadeln mit
gelbem Band. Eine Anzahl verſchiedener Schlüſſel. 1 Ruckſack mit
1 Paar Stiefel. 1 däniſches Dienſtbuch, auf den Namen Ott
aus=
geſtellt. 1 Taſchenmeſſer mit braunem Stiel. 1 Trauring, gez.
(20850
H. B. u. T. K.
Einquartierung.
Das Landſturmbataillon, das am 27. und 28. Oktober hier
einquartiert wurde, kann ſein Maſſenquartier teilweiſe noch nicht
be=
ziehen und muß daher noch in den ihm angewieſenen
Bürgerqugr=
tieren bleiben. Vom 10. November ab kann Umquartierung im
Stadthaus, Zimmer 23, beantragt werden.
Darmſtadt, den 3. November 1914.
(25831
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Winterſchafweide.
Die Schafweide auf den ſtädtiſchen Pallaswieſen, ca. 35 Hektare,
und den früheren Beſſunger Gemeindewieſen, ca. 60 Hektare, ſoll
verpachtet werden.
Pachtdauer bis Mitte März k. Js.
Schriftliche Angebote ſind, verſchloſſen und mit entſprechender
Aufſchrift verſehen, bis längſtens Dienstag, den 10. d. Mts.,
einſchließlich bei mir einzureichen.
Die Bedingungen liegen während der Dienſtſtunden in dem
Geſchäftszimmer Nr. 39 des Stadthauſes zur Einſicht offen. Auch ſind
dieſelben gegen Einſendung des Betrages von 20 Pfg. erhältlich.
Darmſtadt, den 2. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Ekert.
(20788
Höchſtpreiſe für Kartoffeln.
Auf Grund des § 1 des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 und des § 1 der Bekanntmachung Großh. Miniſteriums
des Innern, betreffend die Ausführung dieſes Geſetzes, vom 7 Auguſt
1914, werden die Höchſtpreiſe für beſte Speiſekartoffeln mit ſofortiger
Wirkſamkeit für die Stadt Darmſtadt wie folgt feſtgeſetzt:
1. beim Verkauf durch den Produzenten an Ort und Stelle
für 10 ke
. 6,50 Mk.
Dieſer Preis ſchließt die Koſten der
Ver=
ladung und des Transportes bis zur
nächſten Verladeſtelle in ſich.
2. Bei freier Lieferung in den
Aufbewah=
rungsraum des Verbrauchers oder bei
Ver=
kauf auf den Wochenmärkten für 100 kg 8 Mk.
3. Im Kleinverkauf für das kg
9 Pfg.
Dieſe Feſtſetzungen haben nur die Bedeutung einer Obergrenze
für die Preiſe. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß geringere Preiſe
insbe=
ſondere dann gefordert werden müſſen, wenn die Beſchaffenheit der
Ware oder ſonſtige Verhältniſſe es angemeſſen erſcheinen laſſen. Auf
die §§ 2 und 4 des hierunter abgedruckten Geſetzes wird beſonders
hingewieſen.
Meine Bekanntmachung vom 23. v. Mts., betreffend
Höchſt=
preiſe für Kartoffeln, tritt hiermit außer Kraft.
Darmſtadt, am 4. November 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
(20875a
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher Kaiſer, König
von Preußen ꝛc., verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter
Zuſtimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1.
Für die Dauer des gegenwärtigen Krieges können für
Gegen=
ſtände des täglichen Bedarfs, insbeſondere für Nahrungs= und
Futter=
mittel aller Art, ſowie für rohe Naturerzeugniſſe, Heiz= und
Leucht=
ſtoffe, Höchſtpreiſe feſtgeſetzt werden.
§ 2.
Weigert ſich trotz Aufforderung der zuſtändigen Behörde ein
Beſitzer der im § 1 genannten Gegenſtände, ſie zu den feſtgeſetzten
Höchſtpreiſen zu verkaufen, ſo kann die zuſtändige Behörde ſie
über=
nehmen und auf Rechnung und Koſten des Beſitzers zu den
feſt=
geſetzten Höchſtpreiſen verkaufen, ſoweit ſie nicht für deſſen eigenen
Bedarf nötig ſind.
§ 3.
Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen beſtimmten
Behörden erlaſſen die erforderlichen Anordnungen und
Ausführungs=
beſtimmungen.
§ 4.
Wer die nach § 1 feſtgeſetzten Höchſtpreiſe überſchreitet oder den
nach § 3 erlaſſenen Ausführungsbeſtimmungen zuwiderhandelt oder
Voräte an derartigen Gegenſtänden verheimlicht oder der
Aufforde=
rung der zuſtändigen Behörde nach § 2 nicht nachkommt, wird mit
Geldſtrafe bis zu 3000 ℳ oder im Unvermögensfalle mit Gefängnis
bis zu 6 Monaten beſtraft.
§ 5.
Der Bundesrat wird ermächtigt, den Zeitpunkt zu beſtimmen,
zu welchem dieſes Geſetz wieder außer Kraft tritt.
§ 6.
Dieſes Geſetz tritt mit dem Tage ſeiner Verkündung in Kraft.
Urkundlich unter Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und
beigedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Berlin im Schloß, den 4. Auguſt 1914.
(r. 8)
Wilhelm.
Delbrück.
Zur Ausführung des Geſetzes, betreffend Höchſtpreiſe, vom
4. Auguſt 1914 iſt u. a. folgendes beſtimmt worden:
Die feſtgeſetzten Höchſtpreiſe, deren Veränderung oder
Auf=
hebung ſind durch die zuſtändige Behörde (§ 1) im
Amtsverkündig=
ungsblatt und ortsüblich bekannt zu machen.
Die Verkäufer von Waren, für die Höchſtpreiſe feſtgeſetzt ſind,
haben dieſe Preiſe mit Angabe der Menge (Zahr, Maß, Gewicht),
auf die ſich die Preiſe beziehen, durch einen ſichtbaren Anſchlag an
der Verkaufsſtelle zur Kenntnis zu bringen.
Dieſer Anſchlag iſt koſtenfrei mit dem polizeilichen Stempel zu
verſehen und täglich während der Verkaufszeit auszuhängen.
Bei der Verkaufsſtelle iſt, wenn ſich die feſtgeſetzten
Höchſt=
preiſe auf das Gewicht der Waren beziehen, eine Wage mit geeichten
Gewichten aufzuſtellen und ihre Benutzung zum Nachwiegen der
ver=
kauſten Waren zu geſtaten.
Kraftloserklärung von Pfandſcheinen.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine
Nr 2842, 5876. 14 131, 18 652, 27 035, 34 896, 35 456,
36 728 und 38 720 werden hiermit aufgefordert, ihre Anſprüche
innerhalb 14 Tagen, vom Tage des Erſcheinens dieſer
Bekannt=
machung an gerechnet, in unſerem Geſchäftszimmer — Kirchſtraße
Nr. 9 — geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf dieſer Friſt
gemäß § 30 der Satzung vom 1. März 1913, betreffend das
ſtädti=
ſche Leihamt Darmſtadt, die Kraftloserklärung der Pfandſcheine
er=
folgen wird.
Darmſtadt, den 3. November 1914.
(20838
Städtiſches Leihamt.
Paul.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen der Firma Johann
Weber & Co., G. m. b. H. in
Griesheim b. D., iſt zur Abnahme
der Schlußrechnung des
Verwal=
ters, zur Erhebung von
Einwen=
dungen gegen das
Schlußzverzeich=
nis der bei der Verteilung zu
be=
rückſichtigenden Forderungen —
und zur Beſchlußfaſſung der
Gläu=
biger über die nicht verwertbaren
Vermögensſtücke — ſowie zur
An=
hörung der Gläubiger über die
Er=
ſtattung der Auslagen und die
Gewährung einer Vergütung an
die Mitglieder des
Gläubigeraus=
ſchuſſes der Schlußtermin auf
Montag, 23. November 1914,
vormittags 10 Uhr,
vor dem Großherzoglichen
Amts=
gericht II hierſelbſt, neues
Gerichts=
gebäude, Erdgeſchoß, Zimmer Nr.
111 beſtimmt.
(20836
Darmſtadt, 28. Oktober 1914.
Kuntz,
Gerichtsſchreiber des
Großherzog=
lichen Amtsgerichts II.
Mnien
Kotrl-Raber
neu, zurückgeſetzt, bedeutend unter
Preis abzugeben.
(20862a
Müller & Ober
Karlſtraße 30.
Ein geſchnitzter ſchöner
Schreibtiſch
mir Lederſeſſel zu verkaufen. (20864
Zu erfr. in der Geſchäftsſtelle.
Lanz neue Browning=Piſtole
Gmit Patronen, weil doppelt
er=
halten, unter Einkaufspreis für
60 Mark zu verkaufen (*8770
Martinſtraße 37.
Zu verkaufen: 1 Abendmantel
(Cape), 1 Herren=Anzug, mittl.
Figur, jedes für 12 Mk. (*8776
Wilhelmſtraße o part.
Weniggebr. elektr. Pendel, 1elektr.
Küchenlampe zu verkaufen.
*8758) Rundeturmſtraße 15, I. r.
rur erait
1 Extrahelm, 1 Dienſthelm,
1 Dienſtrock, Reitſtiefel, Koppel
uſw. zu verk. Luiſenſtr. 14. (*8788dg
elbſtgerupfte
federn: Gänſefedern,
nur reine Ware, habe billigſt abzug.
3786dfs) Schröder, Karlſtr. 22.
Nummer 305.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Seite 9.
ellenbanhfahrplane gunig us z. Nobember 191z.
Darmſtadt Hpt. — Wiebelsbach-Eberbach und zurück.
üitia eh ten s en etgehrſchtatanf 10 Mrandh ſurtztel e u ſinh hlist il Zug=Nr. Statonen Zugen
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625
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Nieder=Ramſtadt-Traiſa
715
557 640 722
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548 165s 715
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145 714 841 1047 land
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544Sgsol 71
Jabl 528 618 658
816 1010 1505
849 1121
158
zo0 449 715 844 1042 ab) Reinheim (Odenw
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552
554 A6zol 740
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157 2a7 411 546
318 459 725 854 1052
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751 1020
600 625 746
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16o8 8636 755
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725 911 111s ſab) Wiebelsbach=Heubach ſabl 521 6o1 641
*724 1014
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Sworl 54a 9571150 8 josl 5141
zos 18 zu 1152 154a1 — 1usitel 3u
348 526
745 922 1122
721 102s
Höchſt (Odenwald)
624 864s 811
ab
265e) 755 94s 1120 an 100Si 133
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631P — 1 8a1 J 95s 1205 an — 65 —1 354
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332 509
758 922 1141
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*20 9841114
92s 1211
2 — 400
-
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Zt0 1210 —
—S—408
812 942 1155
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843
655
705 91s 1100
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813
2—416
812 928 1222
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7os
655 1 H1o 1052 —
857 956 12ss —
430
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654
9o7
638 857 1050 —
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Bs —
44a
84a 1024
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644) 91.
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91r Stol= 1255
45a
821 1024
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927
831 1014
60
104
5os
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817 956
525
1747
95s Stoke 114
515
913 1058
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544 805 943
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Zon
624) 822
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2.4
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I. I.
(
522
e g.
52 650
8af Zu I12ab W Darmſtadt H.—
537
261I 2621715 10or 111s Sits 304 Zoel 451
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(821
723 722 845) 8421 1142
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ℳ 544
265
80 824 Hoo
B
6241 —684722 1014 1120112o 211 3u5 458
154 335 51e 72
712 730 824 824 1121
822/1012) 112.
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S 550
728 817) 858
45I 552 ℳ 650
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1814/1011 1122
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421 554 J645 — 270—5 71sl Zur 84sſ844/105al 14a1 32s Hoa 715 ℳ 1812/102s 111I
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425 532 3674 1
501 54el 348 583)
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Darmſtadt Hbf. — Groß=Zimmern und zurück.
Darmſtadt Hbf.—Bensheim-Worms und zurück.
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63484a127134a2540642 943
61e- oo 8ör102s1219 Zoo518/715842/1121
522l 7so1125 /2211ßos
Haltept. Rotes Kreuz
444/542755/10od1 14s/22e/440(648/8371018lar
7101825
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Go9/7os 8511022/121s15555131792(83e/1115
Haltept. Beſſ. Forſth.
522 Mse112r Zisl45e K 1211822
5221522/75ef Ooeſ1 14422s/441(6441828 101sſab) Bürſtadt
44a Gor7os 85o 10211 2osſ25 eihrel7asſsaal1114
646/8551ss/35s 2691652) 954
Roßdorf: . .
522 7291111421r 451 P 722/815
5126o2/8o5j0151151l5s64 49652/84/102s
Hofheim (R.) ab* 433(6o1655 844101415o224sHoe(657/822/1102
6549os145 4ool B 6927281022
Gundernhauſen
522/6o0/811
1sn1 (455(622)
515 72211or 2o444sl & 659/825
Worms Br. ge ab
554/646 83710 oel1 155/241459650/822/1101
Forſ9111514or S612/712/1012 anV Groß=Zimmern . Kab 527 71511oo15r 435 S641(821
532(614/816/1025/1Zo124e/459794/8581039 an f Worms. Fabl 423548643 83210oo1 149235/454645/813/1058
Für dieſe Woche empfehlen aus
friſcheſter Zufuhr:
Ia Nordsee-Schellfische
„, „ =Cabllau
im Schnitt
Hochfeine Nordsee-
Rotzungen und
Limandes
Brat-Schellfische
Schöne Lachsforellen
Lebende
Karpfen
Schleien
Karauſchen
und
Bachforellen
Räucherwarenu. Marinaden
aller Art. (20873
Koltinger & blechschmiut
19 Eliſabethenſtraße 19
1543) Telephon 1543
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er=
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Cepplc), Wienersſtr. 61, pt. (*8759
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Nieder=Ramſtädterſtr. 160.
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zu vk. Riedlingerſtr. 41, III. (*8784
ittagstisch
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60 Pf. b. M. 1.— im Abonn.
bendtisch
Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. bis 70 Pf. im Abonn.
Auste auf des berühnten
:: Wormser Weinmostes::
Kein Trinkzwang. (111
Rauchfreie Räume.
— Damenzimmer.
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4 1. Stod
Verpachtung von Gartengelände.
Montag, den 9. November I. Js., nachmittags 4 Uhr,
ver=
pachten wir an Ort und Stelle zwei zu Gartengelände in 12 Loſe
aufgeteilte Aecker in unmittelbarer Nähe der Arbeiterwohnungen an
der Gräfenhäuſer Straße (rechts der Windmühle) auf 5 Jahre. Größe
der einzelnen Loſe durchſchnittlich 641 qm oder 541 qm. Der ſtädtiſche
Kanzleivorſteher Herr Emich, Helfmannsſtr. Nr. 6, zeigt auf
Ver=
langen die Loſe zwiſchen 1 und 2½ Uhr nachmittags vor.
Darmſtadt, den 2. November 1914.
(20835ds
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmaun.
Strickaſſe.
Das Geſchäftszimmer der gemeinnützigen Strickkaſſe, die die
Aufgabe übernommen hat, bedürftigen Frauen und Mädchen durch
Zuweiſung von Strickarbeiten Verdienſt zu gewähren, iſt mit
Wir=
kung vom 5. lfd. Mts. von Waldſtraße 19 in das Rathaus am
Marktplatz, 1. Stock, verlegt worden. Die Strickkaſſe übernimmt
die Herſtellung von Liebesgaben und gibt auch Strümpfe uſw.
käuf=
lich ab. Eine Unterſtützung der Einrichtung, die unter Leitung von
Kommerzienrat Goebel vorzügliches leiſtet, liegt im Intereſſe der
Allgemeinheit. Die Geſchäftszeit iſt werktäglich nachmittags von
5—6 Uhr. Auch ſchriftliche Beſtellungen werden dankbar entgegen
genommen.
(20877
Kursus für Schwerhörige.
Ableſen vom Munde, hierdurch der Menſchheit wiedergegeben.
Wohltat für Angehörige. Defekt nicht mehr bemerkbar.
heilt Dir. F. Baum
Wilhelminenſtraße 35,
Sodter Ecke Hügelſtraße. (20843a
Kein unnützer Apparat zur Selbſtheilung, wovor in Zeitungen gewarnt
wird; empfohlen durch die oberſte Schulbehörde.
Der große Woog
wird Mittwoch, Donnerstag und Freitag ausgefiſcht.
Fiſche werden daſelbſt ausgewogen.
*8651md)
Hochachtungsvollſt
J. Gunder, Woogspächter.
Meier rie enrſchete i nhtenſaſt ur
gefälligen Kenntnis, daß ich von Donnerstag ab mein
Geſchäft wieder eröffne.
(*8744
Hochachtungsvoll
Wilhelm Bauer, Metzgerei,
Ecke Landwehr= und Wendelſtadtſtraße,
Telephon 2216.
Für Gürten u. (trüher
okuliert, nieder, ſtark, in
Roſen nurfeinſten Sorten, 10 St.
Mk. 2.20, 25 St. Mk. 5.—, ſowie
Trauerrosenbäumchen und
Schling-
rosen. Riedlingerſtr. 43, I. (20830mdf
aller Art zum Waſchen u
Waſche Bügeln, ſpeziell
Herren=
wäſche, w. angen. Bill. Berechnung.
*8736) Heinheimerſtraße 74, III. r.
Samthüte Pelzbarett, Muffe
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Nummer 305.
Der üiberne Adolf.
Roman von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
16)
Aber freilich, Herr Rittmeiſter! Da wird ſie, wenn
es einmal Krach gibt, und der bleibt doch todſicher
nir=
gends aus — ich meine im heiligen Eheſtand — alſo
dann wird ſie den Zeigefinger an die Naſe legen und ſich
ſagen: Er hat den Abſchied meinetwegen genommen,
ſei=
nem Erbonkel auf die alten Tage Aerger gemacht, weil
er mich haben wollte, da will ich nicht nicht ſo ſein und
meinem Adolf ein bißchen um den Bart gehen, damit er
wieder ein freundliches Geſicht zieht. Das iſt doch eine
Schlußfolgerung, die ſich ſehen laſſen kann!
Bei Männern, Häpel! Weiber wiſſen überhaupt
nicht, was ne Schlußfolgerung iſt!
Schön und gut, Herr Rittmeiſter! Sie ſollen recht
haben! Aber da bin ich auch noch da! Und ich gehöre
an die Seite meines Herrn! Aus Pflichtgefühl und weil
ich auch ein Mann bin und außerdem auch ſehr in der
Ehe auf Autorität ſehe!
Der Adminiſtrator wußte genau, das Wort „
Auto=
rität” machte immer auf den Rittmeiſter einen gewaltigen
Eindruck. Der gebrauchte es jeden Tag mindeſtens ein
halbes Dutzend mal.
Na ja, das weiß ich, Sie laſſen meinen Neffen nicht
im Stich!
Gott bewahre! Da brauchen wir gar nicht erſt drüber
zu reden! . . . Wie heißt eigentlich die Braut, und wie
ſieht ſie aus?
Weiß ich alles nicht!
Aber Herr Rittmeiſter!
Ganz vorwurfsvoll ſagte es der Adminiſtrator und
lachte dabei ſtillvergnügt in ſich hinein. Jetzt
veraus=
gabte der alte Herr ſeine Kräfte, dann wurde er hübſch
vorſichtig und ſehr langſam mit ein bißchen
Gefühls=
duſelei um den Finger gewickelt. Heute war ja noch
nicht aller Tage Abend.
Ruſten keifte auch gleich los:
Natürlich iſt ſie die Herrlichſte von allen — verſteht
ſich am Rande! Er hat mir ihr Bild zeigen wollen,
danke ſchön, hab’ ich geſagt! Nur daß ſie die Tochter
von ’nem Landgerichtsrat iſt, weiß ich! Und wenn ich
mit Juriſten abſolut nichts zu tun habe, dann fühl’ ich
mich erſt zufrieden! . . . Der Teufel hol’ die Weiber und
die kniffliche Rechtswiſſenſchaft! In beiden ſteckt mehr
Gefühlsduſelei und mehr Gemeinheit, als ich vertragen
kann!
Häpel wiegte den Kopf hin und her. Noch ein
biß=
chen mürber mußte der Herr Rittmeiſter werden.
Ich weiß, woran der Herr Rittmeiſter denken!
Da=
mals, der Prozeß mit dem Bauer Schröder! Ich hatte
abgeraten!
Da ſuchteltle der Alte mit den Händen in der Luſt
herum und ſchrie:
Das weiß ich auch! Ich bin nämlich noch nicht tot,
Häpel! Und wenn Sie mich unter die Erde bringen
wol=
len, weil Sie vielleicht denken, Sie fahren mit dem neuen
Herrn beſſer .
Da war der Moment, an dem er ſonſt ſtumm nach
ſeiner Mütze gegriffen, männlichen Schrittes
hinausge=
trappſt war und das Portal zugeſchmiſſen hatte. Heute
aber blieb Häpel. Denn erſtens mußte noch ein bißchen
Gefühlsduſelei eingerührt werden, und zweitens — hatte
er auch noch etwas auf dem Herzen. . . . Mit jähem Ruck
erhob er ſich, aber er blieb wie angewurzelt ſtehen.
Herr Rittmeiſter! Ich und Sie unter die Erde
brin=
gen? Ein größerer Hundsfott könnte doch gar nicht auf
der Erde herumlaufen.
Das meine ich allerdings auch!
Na, da wären wir ja wieder einmal einig! (Warum
nur immer erſt die Anrempelei? Was ich bin, hab’ ich
doch Ihnen zu verdanken! . . . Zuerſt hab’ ich als
bar=
füßiger Junge Ihre Gänſe gehütet, nachmittags, wenn
keine Schule war und in den Ferien! Dann kamen die
Kühe dran!
Hören Sie auf! brüllte ihn Chriſtoph Ruſten an.
Nein, ich hör’ nicht auf, Herr Rittmeiſter! Tief holte
Häpel Atem und ſagte ſehr laut: Ich hör’ ganz gewiß
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Nummer 305.
Darmſtädter Tagblatt, Donuerstag, den 5. November 1914.
Seite 11.
nicht auft Sie haben nich zum Zundsfolt ſtenpein
wollen!
Iſt mir nicht im Traume eingefallen!
Doch, Herr Rittmeiſter! . . . Dann wurde ich Knecht
bei Ihnen! Und weil ich meinen Kram verſtand, wurde
ich Vogt, als ich von den Soldaten kam! Und wie ich
Ihnen bewies, daß Ihr Inſpektor ein Mauſehaken war,
haben Sie zu mir geſagt, mir liegen die Worte noch heute
im Ohr: Häpel, Sie werden Inſpektor, verſchaffen Sie
ſich Autorität! Und die hab” ich mir verſchafft! Selbſt
bei dem Triefke, der mich immer verwichſt hat, als wir
beide Schuljungen waren, er iſt freilich ein paar Jahre
älter als ich. Heute leg’ ich ihn aber übers Knie, wenn
es ſein müßte. Und eines ſchönen Morgens ſagten Sie
Herr Häpel zu mir! Da hab’ ich Sie gebeten, den Herrn
in den Rauchſang zu hängen, denn ich hab’ Autorität im
Leibe, und was ich bin, verdanke ich Ihnen! So, da hab”
ich Ihnen zum zweitenmale danke ſchön geſagt!
Das verdanken Sie Ihrer Tüchtigkeit!
Auch mit! Ich mach’ mich nicht kleiner, als ich bin,
Herr Rittmeiſter! Und meine Tüchtigkeit haben Sie
an=
erkannt. Se erhöhten mein Einkommen, Sie beteiligten
mich am Reingewinn, Sie verliehen mir den Titel
Admi=
niſtrator! Ich hab’s ſehr gut und — haſte nich geſehen,
machen Sie aus mir einen Hundsfott!
Häpel! Häpel!
Ganz wild fuchtelte Chriſtoph Ruſten mit ſeinen
Hän=
den durch die Luft.
Regen Sie ſich nicht auf, Herr Rittmeiſter! Von
Ihnen verdaſt ich auch mal einen harten Brocken! Aber
iſt es ſchön, weil Sie wiſſen, daß Sie auf mir
herum=
trampeln dürfen? Na, ’s iſt erledigt! Zum anderen Ohr
wieder raus! Aber nun bitt’ ich gehorſamſt eine
Mittei=
lung machen zu dürfen!
Chriſtoph Ruſten war froh, daß die Litanei zu Ende
war. Er ſchnappte nach Luft.
Alſo, was gibt’s?
Da muß ich noch einmal ein bißchen weit ausholen
Herr Rittmeiſter! Aber eine aufregende Sache iſt es nicht!
Es iſt eine Privatſache! Und es ging alles ein bißchen
ſehr plötzlich! Auf einmal war ſie da — nämlich die
Gou=
vernante!
Gou-vernante? Sie, — Häß
Da ſchmunzelte der.
Na, ich hoff’ ja auch von ihr zu profitieren, und
meine Alſche erſt recht! Ich bin doch vorwärts
gekom=
men, hab’ Geld auf die hohe Kante gelegt, meine Kinder
ſollen ein bißchen mehr lernen, als es ihren Eltern
gege=
ben war! Im Winter hab’ ich mich ja hinter die Bücher
geſetzt, aufs Rechnungsweſen verſteh’ ich mich nach Anſicht
des Herrn Rittmeiſters, auch recht gut und anſtändig.
Deutſch reden hab’ ich auch gelernt, es kommt nur manch=
mil eiwas gröber heraus, als ichs ſagen will. . . Da
hat mir meine Alſche im Ohr gelegen — und nun iſt ſie
ein bißchen ſehr plötzlich eingetroffen, die Gouvernante!
Eine alte, eingetrocknete, Häpel?
Da kratzte der ſich verlegen hinterm Ohr.
Leider Gottes ein charmantes Teufelsweibt
Der alte Ruſten winkte kräftig lachend ab.
Ihre Alſche wird die Gouvernannte ſchon bald an die
Luft ſetzen! Und Ihnen mit dem Kochlöffel auf die
Backen klatſchen!
Letzteres wird ſie bleiben laſſen, Herr Ritmeiſter!
Denn auf Autorität ſeh’ ich auch in meinen vier Pfählen!
Aber das glaub’ ich auch, lange wird ſie nicht bleiben,
die iſt zu fein für uns! . . . Sonſt noch Befehle?
Chriſtoph Ruſten ſchüttelte nur den wackeligen Kopf
verneinend und ſchob ſeinen Unterkiefer nach rechts und
nach links.
Auf dem Hofe pfiff aber der Adminiſtrator ſehr
be=
friedigt über die ganze morgendliche Ausſprache ein
Lied=
chen vor ſich hin, und ſchwur ſich zu: Ungefragt fängſt
du nicht wieder an vom Herrn Leutnant zu ſprechen!
Und wenn der Alte nicht neugierig auf die Gouvernante
geworden iſt, will ich mein Lebtag nur noch Petroleum
trinken und faule Aepfel eſſen.
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Kriegsschauplatz
U. a.
Vor den Toren Antwerpens
Mecheln nach dem Einzug
der Deutschen
Die Wirkung der deutschen
Grandten
Schwere
Belagerungs-
geschütze vor Antwerpen
in Tätiskeit
u. 8. W.
sowie das hochinteressante
Beiprogramm
2
Herzens-
handel
Nordischer Kunstfilm in 3 Akten
in der Hauptrolle
Woldemar Psplander.
ee lt c. . Ml.. . . te . Z e. etche cheecht
Turnhalle am Woogsplatz
Unter All erhöchstem Protektorat Ihrer Kgl. Kch. der Großherzogin
Montag, 9. November 1914, abends 8 Uhr
Beethoven-Abend
veranstaltet von
Wilnein Dackkaus
Grossherzoglich Hessischer Kammervirtuos.
Der gesamte Reinertrag wird der Hinterbliebenen-
Fürsorge der Stadt Darmstadt überwiesen.
Sonaten von Beethoven: Op. 13 in C-moll (pathétique).
Op. 57 in F-moll (appassionata), Op. 101 in A-dur. Op. 111
in E-moll (dem Erzherzog Rudolph gewidmet). Maestoso-
Allegro con brio ed appassionato Arietta. Adagio molto
semplice, cantabile.
Karten: An der Abendkasse Mk. 3.50, 2.50, 1.20, im
Vor-
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Großh. Hoftheater.
Donnerstag, 5. November 1914.
31. Abonnements=Vorſtellung. C8.
Figaro’s Hochzeit.
Oper in 4 Akten v. A. W. Mozart.
Muſik. Leiter: Paul Ottenheimer.
Spielleiter: Otto Nowack.
Graf Almaviva . Otto Semper
Die Gräfin, ſeine
Gemahlin . . Franz. Callwey
Cherubin, Page d.
Grafen . . . . Marg. Beling=
Figaro, Kammer=
(Schäfer
diener d. Grafen AlfredStephani
Suſanne,
Kam=
mermädchen der
Gräfin.
Olga Kallenſee
Marzelline, Beſchl.
im Schloſſe des
Grafen
Anna Jacobs=
Bartolo, Arzt . . L. Schützendorf
Baſilio, Muſikm. Otto Thomſen
Don Gußmann,
Richter .
. Lud. Kleinhöhl
Antonio, Gärtner,
Suſann. Oheim Paul Peterſen
Bärbchen, ſ. Tocht. Marg. Schreber
Paula Manecke
Zwei Bäuerinnen
Lucia Redding
Chöre: Robert Preuß.
Geſtaltung des Bühnenbildes:
Hoftheatermaler Kurt Kempin
und Maſchineriedirektor Ernſt
Schwerdtfeger.
Nach dem 2. Akte längere Pauſe.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—12. Reihe
3.70 ℳ, 13.—19. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½ —1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung.
Anfang 7 Uhr. Ende geg. 10½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen
Freitag, 6. Nov.: 32. Ab.=Vorſt.
D 9. „Huſarenfieber”. Kleine
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 7. Nov.: Außer
Abon=
nement. Vierte Volksvorſtellung
zu ermäßigten Preiſen. Der
Kaufmann von Venedig”.
Anfang 7½ Uhr. Vergl.
be=
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Sonntag, 8. Nov.: 33. Ab.=Vorſt.
C 9. Einmaliges Gaſtſpiel Robert
Hutt vom Opernhaus in
Frank=
furt a. M. „Der Troubadour”.
Manrico: Robert Hutt. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Anmeldungen auf Abonnements
werden noch fortwährend von der
Hoftheater=Hauptkaſſe in den
Kaſſe=
ſtunden vormittags von 10—12½
Uhr entgegengenommen.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. November 1914.
Nummer 305.
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