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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt geſtern von Metz in Wiesbaden
eingetroffen.
Der Reichstag bewilligte geſtern in zweiter Leſung
den Etat für Kamerun. In namentlicher
Ab=
ſtimmung wurde der Erwerb des Grundſtücks
Vikktoriaſtraße 34 in Berlin für die
Militär=
verwaltung abgelehnt.
Die bayeriſche Kammer hat die Anträge der
Libe=
ralen und Sozialdemokraten auf Einführung der
Verhältniswahl abgelehnt.
Die engliſche Suffragette, welche das Herkomerbild
in der Kgl. Akademie beſchädigte, wurde zu ſechs
Monaten Gefängnis verurteilt.
Siehe auch Letzte Nachrichten.
Das Recht im Streben nach
Humanität.
*⁎* Der Vorſitzende eines Berliner Schwurgerichts
hat am Montag bei Eröffnung einer neuen Tagung eine
bemerkenswerte Anſprache an die Geſchworenen gehalten,
worin er ihnen die Pflicht ans Herz legte, bei ihren
Wahr=
ſprüchen das Recht zugunſten des Gefühls keinen Schaden
leiden zu laſſen, da Richter in der Schuldfrage unerbittlich
ſein und ſich hierbei in erſter Linie vom Rechte, nicht vom
Mitleide leiten laſſen müßten, womit keineswegs geſagt
ſei, daß ſie unterſchiedslos, ohne Prüfung von Urſache und
Wirkung über jemand den Stab brechen ſollten. Die
Ver=
anlaſſung zu dieſer Anſprache waren wohl einzelne.
Schwurgerichtsurteile der letzten Zeit, die in der
Oeffent=
lichkeit ſcharf kritiſiert worden waren, und es läßt ſich
nicht verkennen, daß die Mahnung des Vorſitzenden viel
Berechtigung hat.
Glücklicherweiſe kommen bei uns in Deutſchland
Schwurgerichtsurteile, die nur nach dem Gefühle unter
völliger Mißachtung des Rechts gefällt werden, gar nicht
oder doch nur höchſt ſelten vor, während ſolche
Wahr=
ſprüche in einzelnen anderen Ländern, namentlich in
Frankreich, an der Tagesordnung ſind. Aber Fälle, in
denen das Mitleid bei dem Wahrſpruch der Geſchworenen
eine größere Rolle geſpielt hat, als ſich mit dem Rechte
verträgt, hat es auch ſchon bei uns gegeben. Und das iſt
ja nur zu menſchlich; es wird Berufs= und Laienrichtern
paſſiert ſein, daß ſie dem Zuge unſerer Zeiſt nach
Humani=
tät folgten, der in unſerer ganzen Geſetzgebung, in der
immer größere Kreiſe ziehenden geſetzlichen und privaten
ſozialen Fürſorge, in den von Jahr zu Jahr ſteigenden
gemeinnützigen Beſtrebungen ſeinen Ausdruck findet. Aber
in der Rechtſprechung darf das Mitleid, darf die
Humani=
tät nicht überwiegen, der ausſchlaggebende Teil ſein:
Recht muß Recht bleiben. Verbrechen dürfen nicht durch
Rückſichten des Gefühls ſanktioniert, nicht zu Recht
ge=
ſtempelt werden. Wir ſind nicht dafür, daß nur nach dem
ſtarren Buchſtaben des Geſetzes Recht geſprochen wird,
ſondern der Geiſt des Geſetzes muß die Seele der
Recht=
ſprechung ſein, aber darunter darf das Recht nicht leeden,
nicht umgangen werden.
In unſeren Tagen iſt eine gewiſſe Neigung
vorhan=
den, in jedem Verbrecher nur einen Unglücklichen zu ſehen,
den Veranlagung, widrige Umſtände, ſoziale oder
wirt=
ſchaftliche Verhältniſſe von der geraden Bahn abgelenkt
haben. Daß dies in vielen Fällen zutrifft, läßt ſich nicht
leugnen, aber vor einer Verallgemeinerung ſolcher
Theo=
rien muß doch gewarnt werden. Für alle Verbrechen
mögen Milderungsgründe vorhanden ſein, aber Mord
bleibt doch immer Mord, Totſchlag bleibt Totſchlag und
Diebſtahl Diebſtahl. Jene Begleitumſtände können wohl
in gewiſſen Fällen beim Strafmaß, beim Appell an Gnade
mitſprechen, ſie ſchaffen aber das Verbrechen ſſelbſt nicht
aus der Welt. Dem Strafmaß oder der Gnade ſollen
aber die Geſchworenen nicht vorgreiſen, ihnen liegt allein
die Entſcheidung darüber ob, ob einem Angeklagten ein
Verbrechen zur Laſt zu legen iſt oder nicht, und hierbei ſoll
das Recht allein ausſchlaggebend ſein. Deshalb muß
man dem eingangs erwähnten Gerichtsvorſitzenden
zu=
ſtimmen, wenn er ſagt: jedem Uebeltäter von vornherein
weiteſtgehende Milde angedeihen, ihm aus irgendwelchen
humanen Regungen heraus gar ſtraffrei zu laſſen, ſei mit
einer rationalen Rechtspflege völlig unvereinbar.
Deutſches Reich.
— Der Kriegsminiſter von Falkenhayn
über den Krupp=Prozeß. Die ſchon kurz
mit=
geteilten Ausführungen des Kriegsminiſters von
Fallen=
hayn über die Kruppangelegenheit im Reichstag lauteten
ausführlicher:
Der Abg. Liebknecht haſt die Vorwürfe, die er im
vo=
rigen Jahre erhoben hat, wieder erhoben. Nach meiner
Anſicht war er dazu weder berechtigt, noch war es
zweck=
mäßig. das zu tun. Durch die Prozeſſe, die ganz offen
geführt worden ſind, iſt längſt oſfenbar geworden, um was
es ſich handelte. Auf der einen Seite um die Anwendung
unlauterer Mittel und kau männiſcher Manöver, und auf
der anderen Seite um ſchwere Verſtöße gegen die
Beam=
tendiſziplin. Auch nicht der geringſte Schimmer von
Lan=
desverrat hat ſich während der Prozeſſe aufrecht erhalten
laſſen. Ich glaube, daß durch den Hinweis auf dieſen
Landesverrat, die Andeutung, daß ein ſolcher Verrat
vor=
liegt, es Ihnen gelungen iſt. hauptſächlich die
Auf=
merkſamkeit dieſes Hauſes im vorigen Jahre zu
er=
regen. Jedenſalls iſt nicht ein Schimmer von
Landesver=
rat bewieſen worden, trotzdem man bis in die tiefſten
Tiefen hineingegangen iſt. Ich habe mich in die Sache
wirklich hineingemengt und kann verſichern, daß ich feſt
überzeugt bin, daß die Angehörigen der Heeresverwaltung
— vom Kriegsminiſterium handelt es ſich übrigens nur
um einen Beamten — mit der Kernſäule kann es alſo
wohl nicht weit her ſein — in ihrer Mehrzahl ſich
tatſäch=
lich nicht bewußt geweſen ſind, welche ſchweren
Verſtäg=
ſie ſich zuſchulden kommen ließen in dieſem Verkehr mit
der Firma Krupp. Alle Beteiligten ſind zur
Verantwor=
tung gezogen worden, und ſie werden ihr Leben lang
an dem zu tragen haben, was ſie ſich da eingerührt hatten.
Daher kann ich behaupten, daß ſeitens der
Heeres=
verwaltung alles geſchehen iſt, was überhaupt möglich
war, um der Wiederholung ſolcher bedauerlicher
Einzel=
fälle für die Zukunft vorzubeugen. Warum man das jetzt
hier wieder vorgebracht hat, nachdem die
Heeresverwal=
tung den Willen gezeigt hat, einzuſchreiten, wo ſich nur
irgend etwas zum Einſchreiten findet, das verſtehe ich
nicht Ich habe das ſchon im vorigen Jahre nicht
ver=
ſtanden, denn Vorteile ſind daraus nicht erwachſen und
konnten nicht erwachſen, nachdem mein Amtsvorgänger
perſönlich dem Abgeordneten Dr. Liebknecht verſichert
hatte, daß alles geſchehen würde, und nachdem der
Ab=
geordnete ſelber, wie er verſicherte, zu der Ueberzeugung
gekommen war, daß in der Tat alles geſchah, was nach
menſchlichem Ermeſſen möglich war. Nachteile ſind aber
in Maſſe erwachſen. Ich ſpreche nicht von den Nachteilen
für das Heer und die Verwaltung — die müſſen wir ja
tragen —, ſondern von den ſehr großen Nachteilen, die
er=
wachſen ſind für die deutſche Induſtrie und den Handel
im Auslande. In Deutſchland ſelbſt iſt der Ruf der Firma
Krupp viel zu gut begründet und viel zu gut bekannt, als
daß irgend welche derartigen Vergehen und Verſehen ihn
ſchädigen könnten; draußen aber kennt man die
Verhäll=
niſſe nicht ſo: da ſind genug Konkurenten, denen es
Ver=
gnügen macht, in die Kerbe zu hauen und aus dieſen
Din=
gen Vorteil zu ziehen. Es bleibt mir nur übrig, der
Hoff=
nung Ausdruck zu geben, daß das Haus, um das es ſich
han=
delt und das ſchon manchen Schlag überwunden hat, durch
ſeine Solidität und Tüchtigkeit auch dieſen Schlag
über=
ſtehen wird Das wünſche ich, nicht nur im Intereſſe der
Firma allein und deſſen, was ſie bedeutet für den Ruf
deutſcher Tüchtigkeit im Auslande ſondern das wünſche
ich auch im Intereſſe der 80 000 Menſchen, denen ſie Brot
verſchafft.
— Die Beſoldungsnovelle. Die Blätter
melden aus Berlin: Verſchiedenen Blättern zufolge ſoll
das Reichsſchatzamt jetzt zu einem formellen
Entgegen=
kommen in bezug auf die Beſoldungsnovelle bereit ſein,
und die Zuſicherung geben wollen, daß etwa im nächſten
Jahre die in der zweiten Leſung beſchloſſene, über die
Vorlage hinausgehende, Gehaltsaufbeſſerung der
gehobe=
nen Unterbeamten und der höheren Poſtbeamten
berück=
ſichtigt werden. Die Konſervativen und die Liberalen
ſollen ſich auf eine ſolche Formel einlaſſen wollen,
wäh=
rend das Zentrum noch ſchwankend ſei. Immerhin wird
mit der Möglichkeit eines Zuſtandekommens der
Beſol=
dungsnovelle, ſowie der Vorlage zugunſten der
Altpen=
ſionäre und des Rennwettgeſetzes noch gerechnet. In
etwa acht Tagen wird der Reichstag ſeine Ferien
begin=
nen. Mit einer Tagung nach Pfingſten dürfte kaum
ge=
rechnet werden.
Die neugegründete Deutſche
Welt=
wirſtſchaftliche Geſellſchaft hielt am Dienstag
abend im Feſtſaal des preußiſchen Abgeordnetenhauſes
ihre erſte Tagung ab. Der vortragende Rat im
Reichs=
koloniglamt und außerordentliche Profeſſor an der
Ber=
liner Univerſität, Geheimer Reg.=Rat Dr. Zoepfl, ſprach
dabei über „Weltwirtſchaftliche Forſchung”, nachdem der
Vorſitzende, Wirkl. Geh. Ober=Finanzrat Dr. Schwarz,
die zahlreich erſchienenen Zuhörer begrüßt hatte. Bei der
erſten Tagung wurden unter den zahlreich erſchienenen
Mitgliedern und Gäſten der Vereinigung u. a. bemerkt,
der frühere Staatsſekretär des Reichskolonialamts von
Lindequiſt, der Vizepräſident der Deutſchen
Kolonialge=
ſellſchaft von Gayl, ferner die Exzellenzen von Liebert
und von Schubert, ſodann der erſte Vizepräſident des
Reichstages Dr. Paaſche als Vertreter des Deutſch=
aus=
ländiſchen Wirtſchaftsverbandes, Oberbürgermeiſter a. D.
Wardehn als Vertreter des Bundes der Landwirte, der
Abgeordnete Freiherr von Richthofen als Vertreter des
Hanſabundes, Geh. Oberregierungsrat Gerſtmeyer als
VVertreter des Reichskolonialamts und zahlreiche
Abge=
ordnete verſchiedener Parteien.
— Die Wertzuwachsſteuer in Sachſen.
Nach längerer Debatte lehnte die Zweite ſächſiſche Kammer
den Geſetzentwurf, betreffend die Weitererhebung der
Wertzuwachsſteuer, ab.
— Die Verhältniswahl in Bayern. Die
bayeriſche Kammer der Abgeordneten beſchäftigte ſich mit
den ſchon in der vorigen Seſſion von den Liberalen und
den Sozialdemokraten eingebrachten Anträgen über die
Einführung der Verhältniswahl bei den Landtagswahlen
in Bayern. Die Redner der Liberalen und der
Sozial=
demokraten traten für die Einführung dieſes
Wahl=
ſyſtems ein; der Redner des Bauernbundes verhielt ſich
abwartend, die Vertreter des Zentrums und des
Bun=
des der Landwirte lehnten das Syſtem ab, ebenſo der
Miniſter des Innern v. Soden, der erklärte, die
Staats=
regierung ſei nicht in der Lage, den Anträgen gegenüber
eine andere Stellung einzunehmen als gegenüber
ähn=
lichen Anträgen im Mai 1910 und im März 1912. Die
Gründe lägen darin, daß die ſeinerzeit verlangte
Verhält=
niswahl von dem Landtag mit großer Mehrheit abgelehnt
worden war, und daß ſeitdem keine weſentliche
Aende=
rung in den Anſchauungen der Mehrheit des Hauſes ſich
ergeben habe. Die Regierung könne zu einem ſolchen
Vor=
gehen nur die Hand bieten, wenn die Geſetze ſich als
ver=
altet erwieſen hätten, aber nach dem Wahlgeſetz von 1906
ſeien erſt zweimal allgemeine Wahlen durchgeführt
wor=
den. In den zwei Wahlperioden laſſe ſich kein
abſchlie=
ßendes Urteil über die Brauchbarkeit oder die
Unbrauch=
barkeit des Wahlſyſtems bilden. In Bayern könnte an
eine Aenderung des Wahlgeſetzes erſt herangetreten
wer=
den, wenn ſich die Mehrheit des Landtages über die
Grundzüge eines neuen Wahlrechtes, über die Bildung
der Wahlkreiſe, die Verteilung der Mandate uſw., geeinigt
habe, und wenn die Ausſicht vorhanden iſt, daß auch die
Kammer der Reichsräte ſich damit einverſtanden erkläre.
Zurzeit ſei aber die Stalatsregierung nicht in der Lage,
zu den Anträgen eine zuſtimmende Haltung einzunehmen.
Die Kammer lehnte die Anträge ab.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Der Heeresausſchuß der öſterreichiſchen
Delegation hat das Extraordinarium nach längerer
Debatte angenommen, indem er den Kriegsminiſter für
ſeine Mitteilung an die Delegation über die vorzügliche
Haltung und das Ausſehen des öſterreichiſchen
Truppen=
detachements in Skutari dankte. Dieſer erklärte, es
er=
fülle gewiß jedermann mit großer Befriedigung und
Be=
ruhigung, zu ſehen, daß in allen Dienſten, aber
nament=
lich, wenn ſie außerhalb der Monarchie zu leiſten ſeien,
der Ruhm der öſterreichiſchen Armee hochgehalten werde.
Der Redner gab weiterhin Aufklärungen über den Stand
der öſterreichiſchen Motorballons und erklärte, daß wegen
Anſchaffung in größerem Umfange Verhandlungen mit
verſchiedenen Unternehmungen eingeleitet ſeien und ſprach
die Hoffnung aus, daß ſich die öſterreichiſche Induſtrie
an den diesbezüglichen Lieferungen noch beteiligen werde.
Frankreich.
Das Dreijahrgeſetz. In parlamentariſchen
Kreiſen verlautet, daß der radikale Deputierte und
ehe=
malige Kriegsminiſter Meſſimy die Abſicht habe, ſeinen
Antrag auf Einführung der 30monatigen Dienſtzeit, der
im vorigen Sommer bei der Beratung des Dreijahrgeſetzes
von der Kammer abgelehnt worden war, von neuem
ein=
zubringen und deſſen baldige Erörterung zu verlangen.
Der Figaro weiſt darauf hin, daß Miniſterpräſident
Dou=
mergue, Kriegsminiſter Noulens und der
Unterſtaats=
ſekretär des Krieges Maginot wiederholt erklärt haben,
daß das Dreijahrgeſetz aufrecht erhalten werden müſſe,
und daß bei dem gegenwärtigen Stand der Dinge in
Europa nicht die Rede davon ſein könne, dasſelbe
abzu=
ſchaffen oder abzuändern. Es ſei alſo möglich, daß gleich
zu Beginn der nächſten Kammerſitzung ein ernſter Zwiſt
zwiſchen dem Miniſterium und der Mehrheit ausbrechen
werde, auf die jene ſich ſtützen wollen,
Spanien.
Die marokkaniſche Frage. Die Kammer
ſetzte die Debatte über die allgemeine Politik fort. Der
frühere Miniſterpräſident Romanones gab einen
Ueber=
blick über die Geſchichte der marokkaniſchen Frage und
er=
klärte, Spanien ſſei auf die Einladung Frankreichs nach
Marokko gegangen. Frankreich habe angekündigt, daß es
allein dort hingehe, wenn Spanien nicht mitginge.
Ro=
manones führte weiter aus, daß Spanien eine
Kolonial=
armee, ein Miniſterium für Marokko ſchaffen und ſeine
gegenwärtige Armee vollſtändig reorganiſieren müſſe.
Das Oberkommando in der ſpaniſchen Zone müſſe ſo bald
wie möglich einem Ziviliſten anſtelle des Militärs
über=
tragen werden. Die marokkaniſche Frage ſei die Zukunft
Spaniens. Alle Parteien müßten an der Löſung
mitar=
beiten, ohne die Opfer zu ſcheuen.
Türkel.
Die Reformierung der Flotte. Der
Ma=
rineminiſter Djemal Paſcha hat an alle Hafenpräfelten
des Reiches ein Rundſchreiben gerichtet, in dem er auf die
ruhmreiche Ueberlieferung der türkiſchen Flotte, die einſt
das ganze Mittelmeer beheruſchte, hinweiſt und die
Prä=
fekten auffordert, ihre Bemühungen aufzuwenden, um die
türkiſche Bevölkerung zu ermutigen, ſich an anderen
Na=
tionen ein Beiſpiel zu nehmen und die Beſatzungen für
die Flotte bereitzuſtellen, deren Schaffung die Regierung
programmäßig begonnen habe, um die Fehler der
jüng=
ſten Vergangenheit wieder gut zu machen.
Balkanſtaaten.
Zivil= und Militärbehörden in
Ser=
bien. Nach der Begründung der Interpellation,
betref=
fend die Unzufriedenheit des Offizierkorps durch den
Interpellanten Triſunowitſch (regierungsfreundlich) in
der Skupſchtina, erklärte Miniſterpräſident Paſitſch, daß
die letzte Verordnung mit der im Jahre 1907 erlaſſenen
Verordnung weſentlich identiſch ſei, wodurch die Frage
der Priorität der Zivilbehörden definitiv geregelt wurde,
ſo daß eine Mißſtimmung gegen die in dieſem Jahre
er=
laſſene Verordnung jeder Grundlage entbehre. Die
Re=
gierung ſei jedoch bereit, die ſtrittige Frage durch ein
Ge=
ſetz zu regeln. Der Fortſchrittler Marinhowitſch erklärte,
da die Regierung nicht die Kraft beſitze, den ſeit 1906
zwi=
ſchen den radikalen Offizieren beſtehenden Konflikt aus
der Welt zu ſchaffen, müßte ſie das Feld räumen. Der
Miniſter des Innern Protio wies die Ausführungen des
Vorredners zurück und erklärte, die Veranlaſſung des
Konflikts ſei darin zu ſuchen, daß von einzelnen Offitzieren
die Unzufriedenheit geſchürt werde. Deshalb ſah ſich die
Regierung veranlaßt, den General Damian Popowitſch
der in einem amtlichen Bericht an den Kriegsminiſter
ge=
gen die Verordnung Stellung nahm, in den Ruheſtand
zu verſetzen. Um eine Wiederholung von Konſlikten
zwi=
ſchen den Vertretern der Zivil= und Militärbehörden
vor=
zubeugen, regelte die Regierung durch eine Verordnung
das Verhältnis zwiſchen den Zivil= und Militärbehörden.
Die internationale
Kontrollkommiſ=
ſion. Nachrichten aus Korfu zufolge ſchreiten die
Be=
ſprechungen der epirotiſchen Delegierten und der
Mit=
glieder der internationalen Kontrollkommiſſion gut fort,
ſo daß ſich die Lage gebeſſert hat. Im griechiſchen
Mini=
ſterium des Aeußern fand zwiſchen dem griechiſchen und
ſerbiſchen Delegierten eine Konſerenz über das Abkommen
betr. Salonili ſtatt. Die Delegierten gelangten zu einem
Einvernehmen. Man glaubt, daß in der zweiten
Kon=
ſerenz das Abkommen unterzeichnet wird.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 14. Mai.
Empfänge. Der Großherzog empfing am
Mittwoch den Oberſt Eggersſ, Kommandeur des Großh.
Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiments
Nr. 25, den Aſſiſtenzarzt Buchhold bei demſelben
Regi=
mnent, den Leutnant v. Oppen im 2. Großh. Heſſ. Feld=
Artillerie=Regiment Nr. 61, den Intendantur=Aſſeſſor
Schamberg, Vorſtand der Intendantur der Großh.
(25.) Diviſion, den Lehrer Spilger von Laubach, den
Direktor des Landeszuchthauſes Marienſchloß Stumpf;
zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald, den
Finanz=
miniſter Braun, den Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Weichen=
ſteller in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Johannes Noll zu Zell=Romrod vom 1. Juni 1914 an.
*Erledigt iſt eine mit einer katholiſchen Lehrerin
zu beſetzende Schulſtelle zu Ober=Mörlen, Kreis
Friedberg.
— Vom Hoftheater wird uns geſchrieben: Heute
abend dirigiert Geheimerat de Haan den „Fidelio”
während den Pizarro diesmal Kammerſänger Weber
ſingt. Am Freitag wird der Gerhart Hauptmann=
Zyklus mit der Traumdichtung „Hanneles
Himmel=
fahrt” fortgeführt, in der wegen Beurlaubung der
bisherigen Inhaber der Rollen Herr Baumeiſter den
Heidel, Herr Peterſen den Dorfſchneider und Fräulein
Pils einen Engel übernommen haben. — Die Urauf
führung von „Kain und Abel” am Sonntag, den
17. Mai, ſteht unter der muſikaliſchen Leitung des
Kom=
ſoniſten, der als Dirigent des Kaim=Orcheſters, der
Kon=
zerte im Berliner Kgl. Opernhaus und der Wiener
Phil=
harmoniker, ſowie als Direktor der Wiener Hofoper ſeit
langen Jahren in der erſten Reihe der großen deutſchen
Orcheſterleiter ſteht. Den Abſchluß der Spielzeit
bildet am Sonntag, den 7. Juni, abermals eine
muſi=
kaliſche Uraufführung. Hofkapellmeiſter Paul
Ottenheimer, der bekanntlich mit ſeiner Operette „
Heim=
liche Liebe” einen der ſtärkſten Operettenerfolge der
etzten Jahre verzeichnen durfte, hat ſein neueſtes Werk
„Hans im Glück” der Generaldirektion zur
Erſtauf=
führung überlaſſen. Die bedeutendſten Größen der
Operette: Mizzi Guenther, Mimi Marlow, Hubert
Marſchka und Max Pallenberg werden die Hauptrollen
des Werks kreieren, deſſen nächſte Aufführungen im
Herbſt an drei großen deutſchen Theatern gleichzeitig
ſtatt=
finden werden.
* Arbeitsjubiläum. Geſtern feierte der Schloſſer
Michael Knell in der Maſchinenfabrik und
Mühlenbau=
anſtalt G. Luther A.=G., hier, ſein 25jähriges
Arbeits=
jubiläum. Aus dieſem Anlaß wurde er von ſeiten der
Beamten und Arbeiter mit reichen Geſchenken bedacht,
während ihm von ſeiten der Direktion ein namhafter
Geld=
betrag überreicht wurde.
* Abgeſtiegen ſind im Hotel Britannia:
Oberbürger=
neiſter Plaßmann von Paderborn, Bürgermeiſter
Coß=
mann von Mühlhauſen, Stadtrat Dr. Sempell aus
Dort=
nund und Dr. jur. Freiherr von Lyncker.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Herr Jakob
J. Schaeffer, ein wohlbekannter Bürger von Galion,
O., und hochgeachteter Geſchäftsmann, ſtarb am 14. April
in ſeiner Wohnung. Er war am 3. Februar 1831 in
Dodenau, Kreis Biedenkopf, Heſſen, geboren und erreichte
das hohe Alter von 83 Jahren.
* Kleine Urſache — große Wirkung. Geſtern nachmittag
gegen 1½ Uhr entſtand auf der Rheinſtraße,
Bismarck=
ſtraße, Dornheimer Weg eine Betriebsſtörung der
elektri=
ſchen Straßenbahn, die faſt 2 Stunden das Befahren dieſer
Strecken unmöglich machte, und wodurch auch die übrigen
Linien zum Teil in Mitleidenſchaft gezogen wurden.
Nach=
dem im Elektrizitätswerk und auch auf der Strecke die
Kabel, die Oberleitung und die Wagen geprüft worden
waren, wurde feſtgeſtellt, daß ein Hörnerblitzableiter auf
einem Straßenbahnwagen, der ſich auf dem Dornheimer
Weg befand, auf unerklärliche Weiſe zuſammenlag und
eine ſtändige Verbindung zwiſchen Fahrleitung und
Schienen herſtellte. Nachdem der Blitzableiter wieder in
Ordnung gebracht worden war, konnte der Betrieb gegen
½4 Uhr wieder aufgenommen werden. Der Verkehr zum
Hauptbahnhof und Schloß wurde zum Teil über die
Eliſa=
bethenſtraße geleitet, hatte jedoch unter der Betriebsſtörung
ſehr zu leiden. — Eine weitere Betriebsſtörung ergab ſich
an der Ecke Rheinſtraße und Paradeplatz, wo in der
Kurve einer der neuen großen Wagen aus den Schienen
ſprang. Er konnte aber bald wieder in die Schienen
zu=
rückgebracht werden.
* Wichtig für Hausbeſitzer. Der Darmſtädter
Haus=
beſitzerverein gibt an ſeine Mitglieder unentgeltlich
For=
mulare zur Buchführung über Häuſer ab. Die
Buchfüh=
rung, die ſehr leicht verſtändlich iſt, hat den Zweck, der
Steuerbehörde buchmäßig nachweiſen zu können, daß der
ſeither übliche Abzug von 20 Prozent für Unkoſten im
allgemeinen nicht ausreichend iſt, wie der 1. Vorſitzende
des Vereins, Herr von Heſſert, in ſeinem im Februar d.
Js. gehaltenen Vortrag an 114 Häuſern nachgewieſen hat.
Kein Hausbeſitzer ſollte es verſäumen, ſich die Formulare
in ſeinem eigenen Intereſſe zu verſchaffen. (Siehe Inſerat.)
* Verein für das Deutſchtum im Ausland. Die
ver=
einigten Darmſtädter Ortsgruppen des Vereins für das
Deuſchtum im Ausland hatten ſich zu einer
Vorſtands=
ſitzung im Saarbau zuſammengefunden, um den auf
Ein=
adung zahlreich erſchienenen jungen Damen den Wiert und
die Notwendigkeit der Mitarbeit der weiblichen Jugend
an den hohen Aufgaben des Vereins vor Augen zu führen.
In ihrer Begrüßungsanſprache dankte Frau Profeſſor
Lenz all den Damen, die bereits ihre Bereitwilligkeit
aus=
geſprochen hatten, die Leitung der neuen
Mädchenorts=
gruppe zu übernehmen, gab in kurzen Worten ein Bild
vom Umfang und der Schwierigkeit der völkiſchen Arbeit
des Vereins, insbeſondere an den Sprachgrenzen, und
vies manches ſchiefe Urteil über den Schulverein zurück,
das nur einer gänzlichen Verkennung ſeiner dem deutſchen
Volkstum gewidmeten Tätigkeit entſpringen könne. Es
gelte vor allem, dem Anſturm fremder Volkskörper zu
wehren und durch Kindergärten, Schulen, Waiſenhäuſer
und Wohlfahrtseinrichtungen aller Art deutſches Weſen
wurzelecht zu erhalten. Die Mitglieder der
Mädchenorts=
gruppe ſollen etwa alle vier Wochen zuſammenkommen,
um ſich Belehrung zu verſchaffen über die Lage des
Aus=
landsdeutſchtums und die Maßnahmen des Vereins.
Zu=
gunſten des „Weihnachtsbäumchens für Südtirol” ſollen
Handarbeiten angefertigt werden. Ferner ſollen die
frei=
willigen Kräfte der Mädchenortsgruppe herangezogen
wer=
den zu den umſaſſenden Vorbereitungen, die für das
Deutſche Feſt am 7. November notwendig ſind. Die
Dar=
egungen fanden einmütigen Beifall. In den Vorſtand
der Mädchenortsgruppe wurden gewählt: Frl. Minna
Weitzel, Frl. Erika von Randow, Frl. Emily Beck, Frl.
von Uthmann, Frl. Magdalena Nebel, Frl. Grete Wolff,
Frl. Erna Kraft, Frl. Irmgard Mößner, Frl. Lulu
Ramdohr, Frl. Bertha Pizzala, Frl. Theſe Wulkow, Frl.
Viktoria Büchner, Frl. Gertrude Berndt, Frl. Lieſel
Kling, Frl. Emma Machenhauer, Frl. Irmgard
Letten=
baur, Frl. Paula Orth, Frl. Mathilde Rohde, Frl. Hilde
Süffert, Frl. Irma Voelkel, Frl. Emmy Wiener.
Fräu=
ein Weitzel dankte für das ihr entgegengebrachte
Ver=
trauen, erbat auch ferner die Unterſtützung der übrigen
Ortsgruppen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die
neugegründete Ortsgruppe erſprießliche Arbeit im
Ge=
ſamtverein leiſten werde. Geh. Schulrat Dr. Schweisgut,
der Vorſitzende der Männerortsgruppe, entbot der
jun=
gen Ortsgruppe ein herzliches Willkommen, warf einen
Rückblick auf die Geſchichte des Vereins und forderte die
leugewonnenen Mitglieder eindringlich auf, dem Dienſt
des deutſchen Vaterlandes ſich zu weihen, das nach Arndts
Wort reicht, ſoweit die deutſche Zunge klingt. Cand.
Wie=
gand ſprach ſodann als Vorſitzender der Akademiſchen
Ortsgruppe ſeine Freude über die Neugründung aus und
ſchloß mit dem Wunſch, die Gruppen der Jugend möchten
miteinander wetteifern in der Sorge für das Wohl und
Wehe deutſcher Schweſtern und Brüder jenſeits der
Gren=
zen. Die Mädchenortsgruppe zählt bereits über 100
Mit=
glieder. Die nächſte Zuſammenkunft hat der neue
Jugend=
verein am 20. Mai im Gartenſaale des Saalbaues. Zu
dieſer geſelligen Vereinigung, die um 6 Uhr beginnt und
den nächſten Zweck hat, die Mitglieder des neuen Vereins
perſönlich in Fühlung zu bringen, ſind die Mitglieder
aller Ortsgruppen eingeladen. An die
Gründungsver=
ſammlung ſchloß ſich die erſte Beratung des
Feſtaus=
ſchuſſes, der dem Feſt des 7. Novembers einen beſonders
anziehenden Gehalt geben wird.
* Von den Tauffeſtlichkeiten in Braunſchweig bringt
die neueſte Nummer 20 unſerer Tiefdruckbeilage Illuſtrierte
Wochen=Chronil mehrere ſehr hübſche Aufnahmen. — Ein
intereſſanter Artikel, der über die Sicherheitseinrichtungen
auf dem neuen Hapag=Dampfer „Vaterland” plaudert,
bringt Bilder, die ſehr anſchaulich die außerordentlich
ver=
vollkommneten techniſchen Vorrichtungen zum Schutze von
Leben und Eigentum auf dem Rieſenſchiff zeigen. Die
Ausſtellung für Buchgewerbe und Graphik, die durch den
König von Sachſen dieſer Tage eröffnet wurde, iſt in
mehreren Bildern in dem neuen Hefte wiedergegeben,
fer=
ner einige Säle aus der diesjährigen Berliner
Kunſt=
ausſtellung. Andere Bilder zeigen zwei vor kurzem
ent=
hüllte Denkmäler, die Kaiſer Wilhelm=Plakette für die
Sieger in den Olympiaprüfungskämpfen, den kürzlich durch
amtliche Vermeſſungen feſtgeſtellten Mittelpunkt des Deut=
Die Kaiſertage in Wiesbaden.
Wiesbaden, 13. Mai.
Wiesbaden hat Hochſaiſon, alle Hotels ſind
über=
füllt, die Penſionen beſetzt, in der Umgebung ſogar haben
die Fremden Wohnung nehmen müſſen, bis ſich hier
wie=
der eine Unterkunft für ſie findet. Und alles ſind
Luxus=
fremde, ſind Kurgäſte, die nicht herkamen, wie man zum
Porzellankitter geht, der gebrochene Fayencen wieder ganz
machen ſoll, ſie kamen her, um den Frühling von ſeiner
ſchönſten Seite kennen zu lernen, ſie kamen her aus dem
ſonnigen Süden wegen des Ueberganges zum nordiſchen
Klima. Die noch junge Wiſſenſchaft, die Phänologie, hat
ja die Tatſache feſtgeſtellt, daß der Frühling in der
Rhein=
ebene, in Wiesbaden und Umgebung am früheſten an
Baum und Strauch, in Blatt und Blüte ſich zeigt, um erſt
35 Tage ſpäter ſeinen Aufſtieg in die Berge zu vollenden.
Die Fremden aus aller Herren Länder kamen auch hen,
um in dieſen Maientagen, denen die Anweſenheit des
Kaiſers den glanzvollen höfiſchen Einſchlag gibt, das
reiz=
volle Kurleben zu genießen, das das deutſche Weltbad zu
keiner anderen Zeit im Jahre in gleich üppiger Weiſe zu
bieten vermag.
Der Kaiſer als Kurgaſt — das verpflichtet die
Stadt zu außerordentlichen Darbjetungen als Huldigung
an den Gönnen, dem das Bad und ſeine Entwickelung
ſoviel zu verdanken haben. Ein Kaiſerwort vermag viel,
und ſo entſtand denn ſehr zum Nutzen des äußeren Bildes
Wiesbadens, raſcher als unter gewöhnlichen Verhältniſſen,
der Kurpalaſt, das ſchönſte Kurhaus der Welt, der
Monu=
mentalbau des Kaiſer Friedrich=Bades, der neue Bahnhof
uſw. Und ganze Berge Gold bleiben in den Kaiſertagen
hier, denn die eleganteſte Welt hat jetzt hier Rendezvous,
alles, was in den Glanz des Hofes gehört, was in ſeinen
Kreis hinein kommen will, der hohe Adel, die
Geldmag=
naten, die Kröſuſſe aus Dollarland. So ſind die
Wies=
badener Kaiſertage — das kann bei allem Patriotismus
geſagt werden — auch ein wirtſchaftlicher Faktor für die
Stadt von hoher Bedeutung. Aus dieſer Erwägung
her=
aus wird man auch die gewaltige Angſt und das
außer=
ordentliche, jedes gewöhnliche Maß überſteigende Intereſſc
und die fleißigſte Teilnahme verſtehen, mit denen man
hier begierig die Bulletins aus der Wiener Hofburg
erwartete. „Gott erhalte Franz, den Kaiſer” — war das
Tag= und Nachtgebet aller tüchtigen Geſchäftsleute.
Der Kaiſer liebt es nicht mehr, ſein Wiesbadener
Programm zu überhäuſen, er will mehe der Kurgaſt ſein,
der Ferjentage hier verlebt, als der eifrige Repräſentant.
Er ſieht außer ſeiner Schweſter, der Prinzeſſin Friedrich
Karl von Heſſen, keine fürſtlichen Gäſte mehr hier, er hat
das Programm der Feſtſpiele eingeſchränkt, er hält nur
noch die Parade auf dem Kurhausplatz ab, der zu einem
Gartenparadies umgewandelt iſt, er unternimmt jeden
Morgen, ſo daß ihn nur die Frühaufſteher noch begrüßen
können, ſeine Spazierritte in den Taunus, nachmittags
die Autoausflüge in die Umgebung, mit dem obligaten
Waldpicknick, und macht die Abſtecher nach Homburg und
zur Saalburg, der ja ſein unermüdliches Intereſſe gilt.
Eine ſinnige Bereicherung erfährt in dieſem Jahre das
Programm durch den auf kaiſerlichen Wunſch
eingeſchobe=
nen „Kinderhilfstag”, an dem der Kaiſer auch die große
Parade angeſetzt hat, zu der er die Veteranen der letzten
Kriege befohlen hat. Ein Blumenkorſo, Kinderfeſtzüge im
Kurgarten, Ballonaufſtiege. Freilichtaufführungen, die
große Serenade der 1500 Schulkinder vor dem Schloß
wer=
den die Höhepunkte des Feſtes ſein, das ganz im Zeichen
der Kornblume und der Margeriten, den Farben Naſſaus,
blau und gelb ſteht. Auch einen Beſuch des Kaiſer
Fried=
rich=Bades will der Monarch machen, um die zur Probe
an=
gebrachte Ausſchmückung der Empfangshalle in Kadiner
Kacheln ſich anzuſehen, nach dem kaiſerlichen Urteil ſoll
dann die endgültige Ausſchmückung erfolgen. Ein
Gala=
konzert im Kurhaus hat der Kaiſer abgelehnt, er motivierte
die Abſage mit dem Bedürfnis nach Ruhe und nach
Er=
holung in Wiesbaden.
Im Mittelpunkte der Kaiſertage ſtehen natürlich wie
immer die Feſtſpiele. Die Bedeutung von einſt haben
ſie heute nicht mehr Damals ſuchte man aus dem Wies=
badener Hoftheater ein „Bayreuth des Schauſpiels” zu
machen, und in der Oper fand man den großen
prunk=
vollen Ausſtattungsſtil, der der Wiesbadener
Inſzenier=
ungskunſt Weltruf verſchaffte. So entſtanden die
Neu=
bearbeitungen von „Oberon” der „Stummen von
Por=
tici”, der „Undine” der „Königin von Saba” „Armide‟,
der „Afrikanerin” die alle Regiegroßtaten bedeuten, deren.
verſönliche Note und ſtiliſtiſche Vollkommenheit nicht
über=
oten worden ſind. Generalintendant von Hülſen ſelbſt
ſchrieb zur Motivierung und Aufklärung auf mancherlei
Angriffe: „Was das Scenarium, Malerei und Technik, auf
der Wiesbadener Hofbühne geben will, iſt die Nachahmung
der Natur. Statt hohler äußerer Pracht und ſchreienden
Prunkes: gediegene wertvolle, kulturhiſtoriſche Bilder,
ſtatt ballettartiger äußerlicher Effekte: poetiſch abgetönte
Stimmungsbilder, die nie vergeſſen laſſen, daß ſie nur
Mittel zum Zweck ſind, daß ſie nur den Grund bilden
ſollen, von dem ſich die Perlen der Kunſt, unbeeinflußt
von theatraliſchen ſtörenden Elementen, reiner und klarer
bheben.‟ — Und der große ſzeniſche Aufwand iſt durchaus
berechtigt, denn dieſe Feſtſpiele, die vorbildlich für alle
Maifeſtſpiele anderer Städte wurden, ſind eigenartig und
intereſſant durch das perſönliche Gepräge, das ihnen
innerlich und äußerlich der Kaiſer mit ſeiner Vorliebe für
Prunk und Pracht verleiht.
Der Empfang des Kaiſers heute früh trug den
herz=
lichen Charakter, der durch die beſondere Stellung der
Wiesbadener und der Kurgäſte zum Herrſcher bedingt iſt.
Die wundervolle Wilhelmſtraße in ihrem Frühlingskleide
iſt mit Fahnen Tannengirlanden und Obelisken, von deren
Spitzen aus gewaltigen Blumenkörben weiße Schneeballen
quellen, reich geſchmückt, in den Straßen ſtauten ſich die
Fremden und ſie wichen nicht eher, bis der kaiſerliche
Kurgaſt auf dem Balkon des Schloſſes erſchien und die
Huldigungen freundlich grüßend entgegennahm. Da kann
ſich auch der nüchternſte Beobachter nicht der gewaltigen
Wirkung dieſes ſpontanen Ausbruchs herzlicher Verehrung
und Dankbarkeit der Wiesbadener für ihren vornehmſten
Kurgaſt entziehen.
Walther Müller=Waldenburg.
ſchen Reiches bei dem Dörfchen Crina im Bezirk
Bitter=
feld, Einzelheiten aus der Ausſtellung „Die Küche im
Mai” und anderes. Von Bildern vom Tage nennen wir
außer den Photographien, die Präſident Wilſon und
Staatsſekretär Bryan bei einer Miniſterſitzung und den
mexikaniſchen Präſidenten Huerta zuſammen mit ſeinem
Miniſterium darſtellen, die Porträts der verſtorbenen
Ge=
mahlin des deutſchen Reichskanzlers, General Woods, des
Oberbefehlshabers der amerikaniſchen Landungstruppen
in Mexiko, und des beliebten Lyrikers Georg Buſſe=
Palma, der als unheilbar geiſteskrank in einer Anſtalt
interniert werden mußte.
— Aus der Beſſunger Bücherhalle (
Beſſunger=
ſtraße 48) wurden im Monat April 675 Bücher
ent=
liehen; eingeſchriebene Leſer ſeit 1. April: 218. Geſchenke
gingen ein: von Herrn Privatier N. Paqué 3 Jahrg.
Zeitſchriften; von Ungenannt 1 Bd.; von Herrn
Pri=
vatier Schweickert 3 Bde.; von Frl. Helfmann 1 Bd.,
von Herrn Kabinettsbibliothek=Direktor Zobel 15 Jahrg.
„Kunſtwart”, 9 desgl., verſchiedene Kunſtgaben 12 Bde.,
19 Hefte, 1 Mappe und 3 Broſchüren; von Frau M.
Brück 1 Jahrg. „Woche‟. Den gütigen Gebern herzlicher
Dank! Anmeldungen weiterer Spenden von Büchern
und guten Zeitſchriften, ſowie Beitrittserklärungen zum
„Verein für Verbreitung von Volksbildung” (
Mindeſt=
beitrag 2 Mk.) werden vom Vorſtand des Vereins
gerne entgegengenommen. Unentgeltliche Bücherausgabe:
Dienstags, Donnerstags und Samstags von abends
7½—9 Uhr. Daſelbſt auch Bücherverzeichniſſe zu 20 Pfg.
§ Selbſtmordverſuch. In der Nacht von Dienstag auf
Mittwoch hat ſich ein Diener in ſeinem Zimmer in
ſelbſt=
mörderiſcher Abſicht einen Schuß in die linke Bruſtſeite
beigebracht. Er iſt noch lebend durch die Sanitätswache
mittels Krankenautomobils in das Städtiſche Krankenhaus
verbracht worden.
* Unfall. Geſtern früh kurz vor 8 Uhr fuhr in der
Neckarſtraße ein beſetztes Privat=Auto beim Ausweichen
gegen einen Straßenbaum. Das Auto iſt erheblich
beſchä=
digt, das eine Vorderrad vollſtändig demoliert. Von den
Inſaſſen wurde glücklicherweiſe niemand verletzt.
§ Brand. Am Dienstag nachmittag gegen 3 Uhr hat
im Hauſe Grafenſtraße Nr. 27, Seitenbau links, erſter
Stock, in der Küche ein Brand ſtattgefunden, welcher
durch die herbeigerufene Tagesfeuerwehrwache alsbald
wieder abgelöſcht worden iſt.
Der öffentliche Arbeitsnachweis im April 1914.
In Darmſtadt.
Die männliche Abteilung des Arbeitsamts Darmſtadt
hat im Monat April, gemeinſchaftlich mit ihren
Neben=
ſtellen, 283 Stellen beſetzt. Es waren 636 Arbeitſuchende
und 562 offene Stellen gemeldet. Im allgemeinen hat ſich
hiernach die Lage des heimiſchen Arbeitsmarktes gebeſſert.
Dies tritt beſonders in die Erſcheinung bei der
Holz=
induſtrie. Während im Vormonat auf 100 offene
Stel=
len dieſer Branche noch 221 Arbeitſuchende kamen, waren
es im Berichtsmonat nur 139. Die Induſtrie der
Nah=
rungs= und Genußmittel bot hinreichende
Be=
ſchäftigung. Im Bekleidungsgewerbe überſtieg
die Nachfrage nach Arbeitskräften das Angebot ſolcher bei
weitem. Im Baugewerbe ſtanden 49 offene Stellen
zur Verfügung, während nur 30 Stellenſuchende vorgemerkt
waren. Die Nachfrage nach Leuten war beſonders groß
im Weißbindergewerbe. Noch im Vormonat kamen auf
100 offene Stellen im Baugewerbe 123 Arbeitſuchende, im
Berichtsmonat waren es nur 61. Die
Beſchäftigungsmög=
lichkeiten in den ungelernten Berufen waren nicht
ausreichend. Im März kamen auf 100 offene Stellen 76
Arbeitſuchende im Berichtsmonat 113. Es iſt hier alſo ein
Rückgang wahrzunehmen. Landwirtſchaftlichen
Betrieben wurden 13 Arbeitskräfte zugewieſen. Angebot
und Nachfrage deckten ſich hier. Außer den in Stellung
gebrachten Wanderern paſſierten Darmſtadt noch 223. Der
Dienſtbotennachweis litt an dem Mangel
Stellen=
ſuchender. Es waren 529 offene Stellen vorgemerkt und
nur 410 Mädchen, die häusliche Dienſte übernehmen
woll=
ten. In 110 Fällen kam eine Vermittlung zuſtande. Beim
Hausbeamtinnennachweis wog die Zahl der
Stellenſuchenden über. Lauffrauen waren 61
vorge=
merkt, verlangt waren 78. Bei der Nebenſtelle für das
Wirtsgewerbe waren 66 Aushilfen vorgemerkt und 78
Aus=
hilfen geſucht. Alle 66 Arbeitſuchende wurden untergebracht.
Durch die Lehrſtellenvermittlung kamen in 32
Fällen Lehrverträge zuſtande. Die
Frauenberufs=
beratung iſt in 7 Fällen in Anſpruch genommen
worden.
In der Provinz Starkenburg.
Die Arbeitsäriter Darmſtadt und Offenbach und die
Arbeitsnachweiſe Bensheim, Dieburg, Gernsheim und
Langen haben im abgelaufenen Monat zuſammen 532
Stel=
len beſetzt. Es waren 1679 Arbeitſuchende und 807 offene
Stellen gemeldet. Lehrſtellen wurden 32 beſetzt. Die
Ziffern laſſen im Vergleich mit den Zahlen des Vormonats
eine Belebung des Arbeitsmarktes erkennen. Ungünſtig
war das Verhältnis zwiſchen Arbeitsangebot und
Nach=
frage noch in der Metallbranche. Hier kamen noch
im Durchſchnitt auf 100 offene Stellen 304 Arbeitſuchende.
Eine Beſſerung iſt aber auch hier feſtzuſtellen, denn im
Vormonat ſtanden 100 offenen Stellen noch 359
Stellen=
ſuchende gegenüber. In der Lederinduſtrie wog die
Zahl der Arbeitſuchenden um das Dreifache über. In der
Holzinduſtrie kann die Lage im allgemeinen als
befrie=
digend bezeichnet werden. Im
Bekleidungsge=
werbe herrſcht Mangel an Arbeitskräften. Im
Bau=
gewerbe iſt eine bedeutende Beſſerung der Lage zu
ver=
zeichnen. Während im Vormonat auf 100 offene Stellen
noch 203 Arbeitſuchende kamen, waren es im Berichtsmonat
nur noch 136. Für ungelernte Kräfte (532) ſtanden
nur 300 offene Stellen zur Verfügung. Die Lage iſt hier
noch unverändert. Der Landwirtſchaft konnten 31
Arbeitskräfte zugewieſen werden. Die Zahl der
Stellen=
ſuchenden übertraf die Zahl der offenen Stellen um ein
geringes. Die Lehrſtellenvermittlung iſt noch
m Gang. Hauptſächlich im Nahrungsmittelgewerbe
(Bäcker, Metzger) und im Weißbindergewerbe ſind noch
offene Lehrſtellen zu beſetzen.
Durchführung des Geſetzes, betr. Kinderarbeit
in gewerblichen Betrießen Darmſtadts.
(Aus dem Jahresbericht der Gewerbe=Inſpektion.)
* Nach einer anfänglich raſchen, ſpäter ſtetigen
Ab=
nahme weiſen die aus den Liſten der Lehrer entnommenen
Zahlen der beſchäftigten Kinder zum erſtenmal eine
Er=
höhung auf, die im ganzen ungefähr 11 v. H. beträgt. Aus
den Zahlen iſt zu berechnen, daß die verhältnismäßige
Zu=
nahme der beſchäftigten fremden Kinder geringer iſt, als
die der eigenen, welch letztere namentlich bedingt wird
durch einen doppelt ſo großen Zuwachs der für Dritte
Beſchäftigten. Dabei muß ausdrücklich bemerkt werden,
daß alle nicht unmittelbar für den Verlag tätigen
Zei=
tungs= und Zeitſchriftenträger wie in früheren Jahren als
für Dritte beſchäftigt angenommen ſind. Aus den
Ein=
tragungen in den Verzeichniſſen der Schulen iſt die größere
oder mindere Selbſtändigkeit der Eltern bei der
Ausfüh=
rung ihres Gewerbes nicht zu erſehen, wie ſie dem Urteil
des Großh. Oberlandesgerichts vom 1. Februar 1911
zu=
grunde gelegt iſt (vgl. Jahresbericht von 1912, S. 62). Es
kann aber wohl unbedenklich angenommen werden, daß die
Uebernehmer des Zeitungsaustragens am Orte der
Aus=
gabe und auch an ſolchen Orten, an denen von
auswär=
tigen Zeitungsverlegern beſondere Agenturen unterhalten
werden, nicht diejenige wirtſchaftliche Selbſtändigkeit
be=
ſitzen, von welcher der Begriff eines eigenen gewerblichen
Unternehmens abgeleitet werden könnte.
Als in verbotenen Betrieben beſchäftigt ſind 2 eigene
Kinder aufgeführt. Sie halfen dem Vater in der
Metz=
gerei. Die früher gemeldeten, beim Tabakrippen in der
Hausinduſtrie tätigen Kinder ſind nicht mehr in den
Ver=
zeichniſſen zu finden. Dagegen hilft ein Kind ſeiner
Mutter beim Bürſtenmachen. In den Wäſchereien eines
kleinen Ortes an der Bergſtraße ſind 4 eigene und 1
frem=
des Kind beim Auflegen von Wäſche auf den Raſen
be=
ſchäftigt. Im Handelsgewerbe ſind beim Veckauf von
Ge=
müſe 2 eigene Kinder tätig. Weiter wird die Beſchäftigung
von 2 eigenen Kindern über 12 Jahren und ſolchen über
10 Jahren beim Kegelaufſetzen an Sonntagen, auch nach
8 Uhr abends, von einem fremden Kind über 12 und einem
ſolchen von 11 Jahren beim Kegelaufſetzen an Werktagen
auch übeg 8 Uhr abends, von 2 fremden Kindern über 12
Jahren in der gleichen Weiſe, aber auch an Sonntagen,
gemeldet. In den Liſten vom Anfang des
Sommerhalb=
jahres waren dagegen 21 Kinder, 7 eigene und 14 fremde,
verzeichnet. Noch nicht 10 Jahre alt waren davon 3 eigene,
noch nicht 12 Jahre alt 2 fremde Kinder.
Die 3 bei Luſtbackeiten beſchäftigten Kinder ſind im
Hoftheater in Darmſtadt tätig, das nicht als gewerbliche
Anlage gilt.
Von den 1009 mit Botengängen und mit Austragen
von Waren und Zeitungen beſchäftigten Kindern, 704
eigene und 305 fremde hatten 184 noch nicht das
erforder=
liche Alter erreicht. Vor 8 Uhr morgens waren 16, nach
8 Uhr abends 10 Kinder tätig, bei der Beſchäftigung von
20 Kindern wurde die täglich zugelaſſene Arbeitszeit
über=
ſchritten, bei 4 Kindern fand ſich ein Verſtoß gegen die
Vorſchriften über die Einhaltung der Mittagspauſe, bei
9 ein ſolcher gegen die Sonntagsruhe.
Mit der Zahl der beſchäftigten Kinder und
verhältnis=
mäßig darüber hinaus iſt die Zahl der Verſtöße gegen das
Geſetz gewachſen.
In 323 von 332 Schulklaſſen, in denen Kinder als
ge=
werblich tätig gemeldet waren, ſind 219 ausgeſtellte
Ar=
beitskarten verzeichnet. Davon ſind 74 überflüſſig, weil
ſie auf eigene für Dritte beſchäftigte Kinder lauten. Am
richtigen Platze dagegen fehlt die Ausſtellung von 104
Arbeitskarten.
In vielen Fällen klagen die Lehrer über den
ungün=
ſtigen Einfluß des Austragens arößerer Mengen von
Zei=
tungen auf die Geſundheit der Schüler. Zum Teil
bemän=
geln ſie das für den Körperbau zu große Gewicht, teils
die zu weit ausgedehnte Zeit. Einzelne beſonders
be=
merkenswerte Fälle ſeien hier verzeichnet.
Von einem Knaben, den ſein Vater an allen
Werk=
tagen unmittelbar nach der Schule bei ſeiner fahrbaren
Holzſchneidemaſchine beſchäftigt, ſchreibt der Lehrer: „Dem
Vater wäre die Mitnahme des Sohnes am zweckmäßigſten
zu unterſagen, denn von einer Erledigung der
Schul=
arbeiten kann faſt keine Rede ſein; auch übt das
Umher=
fahren, wenn auch nur am Ort, mit dem gelegentlichen
Wirtshausbeſuch auf den Jungen gewiß keinen
guten Einfluß aus.‟ Die fahrbare Holzſchneidemaſchine
kann nicht als Werkſtätte im Sinne der §§ 12 und 4 des
Geſetzes angeſehen werden.
Ueber die Beſchäftigung eines 12jährigen Mädchens
beim Zeitungsaustragen in Gemeinſchaft mit der Mutter
urteilt ein anderer Lehrer: „Dieſes Mädchen war in
die=
ſem Jahr 3½ Monate in einer Lungenheilanſtalt, die
Re=
konvaleszenz beanſprucht noch 20 halbe Schultage Urlaub.
Sie trägt 50 Zeitungsexemplare aus. Ob im
Winterhalb=
jahr die Abendſtunden von ½5 bis ½7 Uhr für die
Aus=
heilung der Lunge gut ſind, dürfte ſehr bezweifelt werden.”
Aehnlich lautet der Eintrag bei der Beſchäftigung eines
12jährigen Mädchens, das in Gemeinſchaft mit der Mutter
in den frühen Morgenſtunden Brötchen austrägt: „Sie iſt
ein ſchwächliches ſehr nervöſes Kind, das auf ſtädtiſche
Koſten jedes Jahr einige Zeit in Echolungsſtätten
unter=
gebracht wird.”
Die Beſchäftigung eines Knaben, der einen Uhrmacher
bei ſeinen Fahrten über Land begleitet und Waren
aus=
trägt, war ſchon früher beanſtandet worden. Die Fahrten
werden als Erholung für den Knaben ausgelegt. Die
ge=
werbliché Tätigkeit war nicht zu erweiſen. Ueber ihn
ſchreibt der Lehrer: „Der Schüler iſt recht ſchwach in ſeinen
Leiſtungen. Er macht ſeine häuslichen Arbeiten ſehr
flüch=
tig. Oefters fährt er über Land und kommt erſt ſpät abends
nach Hauſe. Aus erzieheriſchen und unterrichtlichen
Geün=
den ſollte hier eingeſchritten werden, zumal der Knabe
kör=
perlich ſchlecht entwickelt iſt.”
Zur Beſchäftigung von vier 12= und 13jährigen
Schü=
lern einer ſtädtiſchen Knabenſchule meldet der Eintrag des
Lehrers: „Die Arbeit ſchadet der Geſundheit bis jetzt noch
nicht. Die Schüler leiden auch nicht an Unterernährung.
Für die Schularbeiten iſt die Beſchäftigung bis abends
8 Uhr kein Vorteil, dieſe Jungen gehen in der Klaſſe in
der Regel zurück, vor allem im Winterhalbjahr, und ſie
gewöhnen ſich durch die Trinkgelder an das Naſchen und
an Unehrlichkeit.”
Bei einem 13jährigen Schüler, der in einer fremden
Wirtſchaft Kegel aufſetzt. ſteht: „Der Schüler hat des öfteren
an den den Kegelabenden folgenden Tagen gefehlt; er
wurde als krank entſchuldigt.”
Insbeſondere aber klagen die Lehrer über die
Beſchäf=
tigung am frühen Morgen beim Brötchenaustragen und
beim Milchhandel. Die Schüler ſind teilnahmslos und
ſchlafen beim Unterricht ein.
Im Berichtsjahr ſind nachſtehende Beſtrafungen zu
verzeichnen:
Vier Bäckereiinhaber wurden mit Strafen von 5 bis
10 Mk. belegt, weil ſie fremde Kinder an Sonntagen und
vor 8 Uhr morgens mit Austragen von Backwaren
beſchäf=
tigt haben. Die Eltern von zwei 11jährigen Kindern ſind
mit 2 und 6 Mk. beſtraft worden. weil ſie dieſe zur
Dienſt=
leiſtung für Dritte beim Austragen von Backwaren vor
8 Uhr morgens und nach 8 Uhr abends herangezogen
hatten. Eine Milchhändlerin wurde mit 25 Mk. beſtraft,
weil ſie ein fremdes 12jähriges Kind täglich 6 Stunden
mit Austragen von Milch, ein Milchhändler mit 10 Mk.,
weil er ein 11jähriges Kind an Sonntagen von 8 bis 12 Uhr
vormittags in gleicher Weiſe beſchäftigte. Einen
Fuhr=
mann traf eine Strafe von 20 Mk., weil er einen 13
jäh=
rigen Knaben morgens von 5 Uhr ab mit Auf= und
Ab=
laden von Marktkörben beſchäftigte. Die Eltern von 11
Kindern trafen Strafen von 3 bis 10 Mk., weil ſie die
unter 12 Jahre alten Kinder zur Dienſtleiſtung für Dritte
beim Zeitungsaustragen herangezogen, eines davon vor
8 Uhr morgens. Die Beſchäftigung eines fremden, unter
12 Jahre alten Kindes mit dem Austragen von
Reklame=
blättern büßte ein Schuhmacher mit 3 Mk.
Von den Gewerbeaufſichtsbeamten ſind im
Berichts=
jahr 19 Reviſionen in für Kinderarbeit verbotenen
Betrie=
ben. 9 in Werkſtätten, 16 im Handelsgewerbe. 26 in Gaſt=
und Schankwirtſchaften und 356 beim Austragen von
Wa=
ren und bei Botengängen, im ganzen 426 Reviſionen zum
Zwecke der Durchführung des Kinderſchutzgeſetzes
vorge=
nommen worden.
Von den Wohlfahrtseinrichtungen, die den Zweck
ver=
folgen, das Erreichen des Schulzieles durch Förderung der
Geſundheit der Schüler zu erleichtern, ſei unter
Bezug=
nahme auf die gleiche Berichterſtattung im Vorjahre das
Milchfrühſtück in den ſtädtiſchen Schulen Darmſtadts
er=
wähnt. Im Winter 1912/13 ſind an 60 Tagen in der Zeit
vom 9. Dezember bis 1. März an durchſchnittlich 1560
Kinder 23600 Liter Milch und 93600 Wecken zum
Früh=
ſtück ausgeteilt worden. Die Koſten dafür betrugen 7836
Mark. Der ſtädtiſche Zuſchuß iſt der gleiche geblieben;
Sammlungen und ſonſtige Zuwendungen haben ſich nicht
geändert. Gegen das Vorjahr wurden täglich 70 Kinder
nehr geſpeiſt, aber an 8 Tagen weniger.
Abt Vogler und der Maler Friedrich
Oelenhainz.
Der Darmſtädter Hofkapellmeiſter Abt Joſeph
Vogler, deſſen hundertjährigen Todestages am 6. Mai,
überall gedacht wurde, der von einem Schubart
hochge=
ſchätzte Lehrer von Karl Maria von Weber und
Meyer=
beer, iſt auch mit dem bekannten Bildnismaler Friedrich
Oelenhainz († 1804), der auf unſerer
Jahrhun=
dert=Ausſtellung beſonders zahlreich mit Bildern
vertreten ſein wird, zuſammengetroffen. Das erſte und
beſte Oelgemälde nämlich, das den Abt Vogler darſtellt,
iſt, wie auch das beſte von Chr. Fr. Dan. Schubart, dem
Dulder vom Asperg, von Oelenhainz gemalt worden. Es
iſt durch einen weitverbreiteten Stich von dem Wiener
Stecher Durmer, der „mit Fleiß und delikat gearbeitet
iſſt” und im Frauenholzſchen Verlag in Nürnberg
er=
ſchien, berühmt geworden. Dieſer Durmer hat auch
ver=
ſchiedene Trachtenbilder nach Oelenhainz gearbeitet.
Oelenhainz hat Vogler in einem Armſeſſel mit
ge=
ſſchweiſter Lehne ſitzend dargeſtellt. Er trägt die einfache
Kleidung eines Abbé und iſt noch nicht beleibt, wie auf
dem ſpäteren Urlaubſchen Bild. Seine Perücke iſt
ſeit=
lich in dicken, wagerecht laufenden Locken am Faden
auf=
gerollt. Der Rock mit großen Knopflöchern und kurzem
Stehkragen iſt offen. Der rechte Rockflügel bauſcht ſich
etwas auf. Von der Weſte ſind die oberen Knöpfe nicht
geſchloſſen, ſo daß die weiße Halsbinde vortritt. Links
ſſtehen einige Folianten im Hintergrund, über die aus
der linken Bildecke ein Vorhang fällt. Auf den Knien
hält Vogler ſein neuerfundenes Inſtrument, das „
Organ=
ſochordion” oder „Oktochord”, welches ſich über den linten
Unterarm legt. Eine Art Zither. Die Linke ſaßt
auf=
wärts, während die Rechte mit dem Zeigeſinger die
Sai=
ten bewegt. Voll ſchaut uns Vogler ins Geſicht, aben
ſeine Augen ſehen uns nicht. Oelenhainz hat uns hier
das völlige Verſunkenſein im Reiche der Töne trefflich
dargeſtellt. Vogler lauſcht angeſpannt dem
verrauſchen=
den Klana der Saiten, die ſeine vielgewandte Hand
er=
klingen läßt. Es iſt, als ob er gerade aufgehört habe,
zu ſvielen.
Wo das Oelenhainzſche Bild entſtand und wann,
läßt ſich mit völliger Beſtimmtheit nicht ſagen. Friedrich
Oelenhainz, der auch viel unterwegs war, hat den Abt
ſicherlich auf einer von deſſen vielen Reiſen getroffen.
Es mag die Bekanntſchafſt ſich ſchon von Mannheim
her=
ſchre ben, wo Oelenhainz den Gönner Voglers, den
Kur=
fürſten Karl Theodor, und ſein berühmtes reizendes
Stubenmädchen, die Louiſa Saint George, gemalt hat,
zwei Bilder, deren erſtes die Jahrhundert=Ausſtellung,
das andere die diesjährige Heidelberger Ausſtellung
zei=
gen wird.
Aber in jenen Tagen kann ſchon der Tracht wegen
das Bild nicht entſtanden ſein. Dieſe deutet auf die zweite
Hälfte der neunziger Jahre hin. Voglers Biograph
Schafhäutl gibt (S. 287) das Jahr 1795 als
Entſtehungs=
zeit an. Eine Quelle iſt nicht angegeben. Es ſtimmt auch
da ſeine Angabe nicht, daß Vogler „nur mit Stern und
Mäntelchen in der Zeit nach ſeiner Darmſtädter
An=
ſtellung” dargeſtellt ſei. Dies bezieht ſich auf das
ge=
nannte, viel ſpätere Urlaubſche Gemälde in Würzburg
Es iſt auch nicht annehmbar, daß das Bild etwa in einer
Studie, die um 1790 entſtand, ſeinen Urſprung habe, in
einem Jahre, wo Vogler mit Oelenhainz in Stuttgart
zuſammengetroffen ſein könnte, als dieſer auf der Reiſe
von Ulm nach Frankfurt im September ſich in Durlach
vom badiſchen Hofmedailleur Bürkle modellieren ließ.
Es kann nach allem mit großer Wahrſcheinlichkeit
ange=
nommen werden, daß das Oelenhainzſche Bild erſt um
1797 in Wien entſtand, denn damals hat Vogler nach
Löſung ſeines Dienſtvertrages in Schweden ſich in
Deutſchland wieder ſtändig aufgehalten und in Prag eine
Tonſchule gegründet und geleitet. Andererſeits hat V.
Durmer, der das Oelenhainzſche Gemälde in
Punktier=
manier in Kupfer ſtach. in Wien gelebt, und Oelenhainz
iſt gerade damals in Wien tätig und ſtändig wohnhaft.
Er malt da den ſpäteren Marſchall Schwarzenberg, den
Sieger bei Leipzig, und andere Fürſtlich
Schwarzenbergi=
ſche Familienmitglieder. 1796 kauft der Fürſt
Schwarzen=
berg von ihm das Bildnis des 1795 am 18. November in
Weinheim an der Beraſtraße an ſeiner Verwundung aus
der Schlacht bei Mannheim geſtorbenen Prinzen Friedrich
Schwarzenberg. Rittmeiſters im Cheveauxlegers=Regiment
Lobkowitz. Auch berichten Meuſel in ſeinem Archiv
(II, 144) und das Füßliſche Künſtlerlexikon (II, 2, S. 208),
daß der Durmerſche Stich zwiſchen 1796 und 1799
er=
ſchienen iſt.
Das Oelenhainzſche Originalbildnis iſt heute
ver=
ſchollen. Es ſoll im Beſitz der wie Vogler in Darmſtadt
verſtorbenen Schweſter Voglers geweſen ſein. Es wäre
von beſonderem Intereſſe geweſen, das ſchöne Gemälde
in der Jahrhundert=Ausſtellung zu ſehen. Vielleicht weiß
einer der Leſer dieſer Zeilen, wo es hingekommen iſt. Es
iſt unzweifelhaft das würdigſte „Denkmal” das dem Abt
Vogler, dem Vielgeſchmähten, aber auch Vielbewunderten,
bei Lebzeiten geſetzt worden iſt. Ueber den Bildnismaler
Oelenhainz berichtet mein bei E. A. Seemann erſchienenes
Werk ausführlich.
Prof. Oelenheinz=Coburg,
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Zu dem heute ſtattfindenden
Film=
vortrage des Afrikareiſenden Herrn Robert
Schu=
mann wird uns geſchrieben: „Faſt zwei Stunden feſſelte
der Vortragende die Majeſtäten durch ſeine jagdlich und
wiſſenſchaftlich logiſch bearbeiteten afrikaniſchen Films,
während deren Vorführung er die Jagderlebniſſe ſeiner
langjährigen Studienreiſen in Afrika wiedergab. In ſtets
wechſelnden Szenerien rollten ſich 1600 Meter ab, den
Tierfang und die Jagd zeigend. Die Vortragsfolge war:
Kongonijagd, Gnufang, Elenjagd, Elefantenjagd.
Nas=
hornfang, brütende Rieſenſchlange, Oryxjagd und
Nas=
hornjagd. Aus allen Schumannſchen Aufnahmen
atmet uns ein friſches Weſidmannsleben entgegen, und
nur der Jäger iſt imſtande, ähnlich jagdliche Motive in
richtiger Folge auf den Film zu bannen, wielcher von
ſeiner Kindheit an nach deutſchem Weidmannsbrauch die
edle Weidmannskunſt ausübte und „im Geſchöpf den
Schöpfer ehren” lernte. Eine volle Würdigung wurde
dem Vortragenden zuteil, indem die Majeſtäten ſich
huld=
vollſt nach dem Vortrage an ihn wandten und S. M. der
Kaiſer in einer zwangloſen Debatte faſt eine Vierte! die intereſſanten Punkte über Tierbeobachtungen
ſich nochmals ausführlicher wiedergeben ließ.” Herr
Schu=
mann hat ſeine Jagdtrophäen nach Darmſtadt
mitge=
bracht und wird dieſelben während der Vorführungen
zeigen.
* Gräfenhauſen, 13. Mai. (Richtigſtellung.) Zu
der Notiz Familiendrama in geſtriger Nummer teilt uns
der Bruder des B. mit, daß B. nicht geſtorben iſt, ſondern
ſich im Darmſtädter Krankenhauſe auf dem Wege der
Beſſe=
rung befindet. — Wir empfehlen den Herren
Bericht=
erſtattern wiederholt und dringend, bei der Uebermittlung
von Nachrichten nicht leichtfertig zu handeln, ſondern nur
das zu berichten, von deſſen Richtigkeit ſie ſich überzeugt
haben.
* Erfelden, 13. Mai. (Ehrung.) Am Sonntag
be=
gab ſich der Vorſtand des Kriegervereins Erfelden zu
ſei=
nem vor einigen Wochen nach Darmſtadt verzogenen
lang=
jährigen Schriftführer Joſeph Freitag und
über=
reichte ihm ein prachtvolles Ehrendiplom als Zeichen, daß
derſelbe bei ſeinem Weggang von Erfelden von dem
Kriegerverein zu ſeinem Ehrenmitgliede ernannt wurde.
Auch von der Kriegerkameradſchaft Haſſia wurde ihm für
ſeine langjährige treue Mitarbeit im vorigen Jahre ein
Ehrendiplom überreicht.
N. Crumſtadt, 12. Mai. (Roheit.) Der Knecht eines
hieſigen Landwirts, der angetrunken war und von ſeinem
Herrn zurechtgewieſen wurde, brachte aus Wut dem einen
Pferde ſeines Herrn mit einem dolchartigen Meſſer ſo
ge=
fährliche Stiche und Riſſe am Unterleibe bei, daß das
wertvolle Tier jedenfalls eingehen wird. Der rohe Menſch
wurde von der Gendarmerie feſtgenommen und ins
Arreſt=
lokal nach Gernsheim gebracht.
Walldorf. 13. Mai. (Ein origineller
Fleiſch=
krieg) bei dem in erſter Linie das Publikum den Vorteil
hat, iſt hier zwiſchen den alteingeſeſſenen Metzgern und
einem neu zugezogenen Metzger ausgebrochen. Um dieſen
wirtſchaftlich kampfunfähig zu machen, haben die
ver=
einigten Metzger die Fleiſch= und Wurſtpreiſe ganz
auf=
fallend herabgeſetzt. Leber= und Blutwurſt koſten z. B.
50 Pfg. das Pfund Rindfleiſch 64 Pfg. und Schweinefleiſch
70 Pfg. Dieſe billigen Preiſe machen ſich auch die
Bewoh=
ner der Nachbardörfer zunutze, die in Scharen hierher
kommen und ihren Fleiſchbedarf decken.
Unter=Schönmattenwag, 13. Mai. (Der erbitterte
Streit um die Jagdverpachtung) iſt nun
end=
lich zu Ende gekommen. Der Verwaltungsgerichtshof in
Darmſtadt hatte bekanntlich die Sache zur nochmaligen
Entſcheidung an das Kreisamt zurückverwieſen und die
Koſten vom Kreisausſchuß der Gemeinde, diejenigen vom
Provinzialausſchuß und Verwaltungsgerichtshof Herrn
Anderſt auferlegt. Trotzdem nun abermals ein Geſuch von
ſeiten der Gemeinde mit einſtimmigem
Gemeinderatsbe=
ſchluß an das Großh. Kreisamt Heppenheim abgeſchickt
wurde, den Zuſchlag Herrn Rothmann zu erteilen, unter
ganz beſonderer Hervorhebung des Umſtandes, daß Herr
Rothmann ſich bereit erklärte, ungeachtet der
Nichtaus=
übung der Jagd, den jährlichen Pachtpreis in Höhe von
2507 Mark vom 15. Februar 1913 an zu bezahlen, während
Herr Anderſt dem Kreisamt die beſtimmte Erklärung
ab=
gab, für die fragliche Jagdpacht nicht aufzukommen, trotz
alledem iſt dieſes Bittgeſuch unberückſichtigt geblieben und
das Kreisamt erteilte den Zuſchlag Herrn Anderſt. Durch
die Rechtskraft dieſes Urteils wäre nun die Gemeinde
finanziell ſehr geſchädigt geweſen und auf Grund deſſen
wandte ſich der Gemeinderat an das Miniſterium des
Innern mit der Bitte, dem einſtimmigen
Gemeinderats=
beſchluſſe Rechnung tragen zu wollen. Das
Mini=
terium entſchied nun auch endgültig zugunſten
der Gemeinde und ſprach ſomit die Jagd Herrn
Guts=
beſitzer Rothmann aus Erfelden zu, ſowie den Teilhabern
den Herren Fabrikanten Kleve aus Eberſtadt und
Hilde=
brand aus Pfungſtadt. Die Nachricht von der Entſcheidung
des Miniſteriums wurde von der hieſigen Einwohnerſchaft
beifällig und freudig aufgenommen.
Monsheim, 13. Mai. (Zum Eiſenbahnunfall)
iſt noch mitzuteilen, daß das Ueberfahren des Gleiſes durch
Verſagen der Bremſe entſtanden ſein ſoll. Geſtern früh
kam ein Hilfszug mit Arbeitern und den nötigen
Hebungs=
werkzeugen an. Bis gegen 11 Uhr hatte man dann die
Maſchine ſoweit gehoben, daß die beiden davor
geſpann=
ten Maſchinen ſie auf das Gleis bringen konnten. An der
Unfallſtelle hatte ſich am Sonntag eine große
Menſchen=
menge von den umliegenden Ortſchaften eingefunden.
Nieder=Olm, 13. Mai. (Ein frecher Diebſtahl)
wurde hier ausgeführt. Als ein Dreſchmaſchinenbeſitzer
ſeine ſeit langer Zeit außer Betrieb befindliche
Dreſchmaſchine dieſer Tage durch einen Monteur nachſehen
ließ, entdeckte man, daß an der Maſchine die ſämtlichen
Meſſingteile losgeſchraubt und losgeſchlagen und ge=,
ſtohlen waren. Dem Beſitzer erwächſt dadurch ein Schaden
von 500 Mark.
Nieder=Ingelheim. 13. Mai. (Ein intereſſanter
Fund) wurde bei den Ausgrabungen an der alten
Kaiſer=
pfalz gemacht. Als man die Arbeiten für dieſes Jahr
ein=
ſtellen wollte, ſtieß man in letzter Stunde noch auf ein bis
jetzt nicht vermutetes Mauerwerk. An der nordöſtlichen
Seite der Umfaſſungsmauern legte man die ſtarken
Grund=
mauern eines Turmes frei, der an dieſer Stelle die
Um=
wallung des Palaſtes unterbrach. Nach Anſicht der
Sach=
verſtändigen hat man es in dem Turm mit einem Bollwerk
zum Schutze der Bauten zu tun. Der Fund findet in den
Kreiſen der Fachleute beſondere Beachtung.
Nieder=Saulheim, 13. Mai. (Die Opfer des
Eiſenbahnunglücks) befinden ſich jetzt alle außer
jeder Lebensgefahr, ſo daß endgültig nur drei
Menſchen=
leben zu beklagen ſind Die Verletzten befinden ſich mit
Ausnahme von 8 Perſonen, von denen der Heizer des
Per=
ſonenzuges und der Kaufmann Krämer aus Alzey, ſowie
die 18jährige Eliſabetha Pitthan aus Wallertheim wohl
am längſten zur Heilung bedürfen, jetzt außer ärztlicher
Be=
handlung. Die Entſchädigungsanſprüche an den
Bahn=
fiskus werden ſeitens der ſämtlichen Verunglückten bereits
geltend gemacht. Bei manchen dürfte infolge ſchwerer
Brüche und erheblicher innerer Verletzungen die frühere
Erwerbsfähigkeit nie mehr erreicht werden. Die zu
zah=
lenden Unfallrenten dürften daher eine bedeutende Höhe
erreichen.
Bingen, 13. Mai. (Leichtſinnige
Boots=
fahrer.) Vier Schüler der Kgl. Pomologie in
Geiſen=
heim waren mit einem Ruderboot in den freien Rhein
hinausgefahren. Der neue Dampfer „Stachelhaus und
Buchloh Nr. 3” der kurz vorher mit vier Anhangſchiffen
bergwärts hier durchgekommen war, hatte mit zwei
Käh=
nen bereits das in dem hohen Wellengang ſchwankende
Fahrzeug, in dem die jungen Leute ſaßen, paſſiert, als
dieſe die Gewalt über den Nachen verloren quer vor das
dritte Anhangſchiff trieben und von dieſem überrannt
wurden. Das Boot ſchlug um und ſämtliche vier Inſaſſen
fielen in das Waſſer. Zwei der leichtſinnigen jungen Leute
hatten das Glück, ſich an dem Buganker des großen Kahnes
feſtzuhalten; die übrigen beiden konnten noch rechtzeitig
das Schleppſeil erwiſchen und ſich daran feſthalten. Dec
Kapitän des Dampfers, der den Unfall bemerkte, ließ ſofort
ſtoppen und die Ruderer aus ihrer gefährlichen Lage
be=
befreien.
(*) Klein=Linden, 12. Mai. (Ein ſchweres
Un=
glück verhüteten) geſtern abend die beiden 10= und
9jährigen Knaben des Lokomotivführers Hock. Die Mutter
wollte ein Stück Speck abſchneiden, dabei glitt das Meſſer
aus und drang tief ins linke Handgelenk der Mutter. Das
Blut ſprudelte ſofort mit Gewalt hervor. Der Vater aber
weilte im Dienſt und andere Hilfe war nicht zur Stelle.
Die beiden Jungen aber hatten ſich in der Schule
gelegent=
lich des naturgeſchichtlichen Unterrichts einige Winke des
Lehrers für ſolche Fälle gemerkt. Während der eine ſofort
mit einer ſtarken Schnur den Unterarm abband, verwickelte
der andere das Handgelenk mit einer Binde, ſo daß die
Blutung ſofort nachließ. Der Notverband der mutigen
Jungen erregte die Bewunderung der ſachkundigen
Kran=
kenpflegerin. Ohne das raſche Zugreifen der Knaben hätte
die Mutter ſicher großen Schaden erlitten.
(*) Nidda, 12. Mai. (Nach faſt 50jähriger
Dienſtzeit) iſt einer der dienſtälteſten Lehrer
Ober=
heſſens in den Ruheſtand getreten, nämlich Lehrer Hotz,
der 30 Jahre in unſerer Stadt wirkte. Er genießt in den
Kreiſen der heſſiſchen Lehrer ein hohes Anſehen. Lange
Jahre gehörte er den Vorſtänden des Lehrerheims Vogels=
berg und des Landeslehrervereins an, auch war er Rechner
des Imkervereins in Oberheſſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 12. Mai. Die
Budgetkom=
miſſion des Abgeordnetenhauſes bewilligte heute
entſpre=
chend der Anforderung im Etat, der Bauverwaltung
500000 Mark als erſte Rate zum Neubau des
König=
lichen Opernhauſes in Berlin, indem ſie
nach=
ſtehende Bemerkung auf Grund eines kombinierten
konſer=
vativen und fortſchrittlichen Antrages anſchloß: Der Bau
auf Grund des Hoffmannſchen Entwurfes darf nicht
be=
gonnen werden, bevor a) die Königliche Akademie des
Bauweſens über weſentliche Einzelheiten des Entwurfes
gehört iſt; b) die Vorausſetzungen feſtgeſtellt ſind, an welche
die Stadt ihre Beteiligung geknüpft hat; e) eine
Verwer=
tung der durch die Beteiligung der Stadt zufallende, in
der Alten Straße und am Kleinen Königsplatz gelegenen
Grundſtücke in Höhe von mindeſtens 6 Millionen feſtgeſtellt
iſt und d) die Verwendung des alten Opernhauſes unter
weſentlicher Erhaltung der Architektur zu
Univerſitäts=
zwecken ſichergeſtellt iſt. — In ſpäter Abendſtunde wurde
die Feuerwehr nach der „Abtei” gerufen, einem der
beliebteſten Ausflugsorte auf einer kleinen Spreeinſel. Bei
der Ankunft der Züge waren bereits der Neubau und der
alte Teil der „Abtei” völlig niedergebrannt. Der
Kloſter=
gang, die Küchenanlagen und der maſſive Teil der „Abtei”,
der nach der Stralauer Kirche zeigt, blieben verſchont. —
Aus Furcht vor Einbrechern den
Blitz=
ableiter hinabgeklettert ſind die beiden Kinder
des Arbeiters Mews, der mit ſeiner Frau im zweiten
Stock eines Hauſes in Reinickendorf=Oſt wohnt. Bald nach
12 Uhr nachts erwachten das elfjährige Mädchen und ſein
neunjähriger Bruder durch ein aus dem Korridor
dringen=
des Geräuſch; ſie hörten die Tür mehrere Male ſchließen,
und in der Meinung, daß Einbrecher eingedrungen ſeien,
erhoben ſie ſich leiſe, öffneten das nach dem Hof führende
Fenſter und kletterten an dem am Fenſter entlang
gehen=
den Blitzableiter in den Hof hinab Nur mit dem Hemd
bekleidet pochten ſie dann an das Fenſter einer im
Par=
terre wohnenden Familie an und erzählten dieſer weinend
den Vorgang. Während die Leute die zitternden und
frie=
renden Kinder raſch ins warme Zimmer zogen und dort
betteten, ſandte man zue Polizei, um die vermeintlichen
Einbrecher zu verhaften. Als die Beamten in die Mewsſche
Wohnung kamen, fanden ſie dort Frau M. vor, die durch
mehrſaches Zuſchließen der Haustür das Geräuſch
ver=
urſacht hatte.
13. Mai. Heute mittag 12 Uhr fand im
Reichskanzler=
palais in der Wilhelmſtraße die Trauerfeier für die
verſtorbene Gemahlin des Reichskanzlers ſtatt.
Inn dem im erſten Stock des Mittelbaues des Palais
ge=
legenen Kongreßſaal war die Leiche unter einer Fülle von
Blumen aufgebahrt. Der Kaiſer und die Kaiſerin hatten
einen Kranz geſandt, ebenſo das Kronprinzenpaar. Die
übrigen preußiſchen Prinzen und Bundesfürſten hatten
ihre Teilnahme durch Ueberſendung von Kondolenzſpenden
bezeugt. Auch aus den diplomatiſchen und militäriſchen
Kreiſen, ſowie aus den Kreiſen der märkiſchen Ariſtokratie
waren unzählige Zeichen der Teilnahme eingelaufen. Kurz
vor 12 Uhr erſchien die Kaiſerin und bald darauf das
Kronprinzenpaar. Als Vertreter des Kaiſers war
Prinz Eitel Friedrich entſandt worden. Auch das
diplo=
matiſche Korps, die Parlamente, Staatsbehörden uſw.
hatten Vertreter geſandt. Durch Geſang des Domchors
wurde die Trauerfeier eingeleitet. Alsdann hielt
General=
ſuperintendent Lahuſen die Trauerrede. Nach nochmaligem
Chorgeſang und Segen endete die Feier mit dem Choral:
„Wenn ich einmal ſoll ſcheiden.”
Alt=Döbern, 13. Mai. (Kirchenbrand.) In dem
märkiſchen Städtchen Alt=Döbern im Kreiſe Kalau
iſt das ehrwürdige, aus dem 13. Jahrhundert ſtammende,
Gotteshaus ein Raub der Flammen geworden. Die
Kirche war ganz aus dunkelrotem Granit hergeſtellt und
enthielt viele alte Holz= und Steinſtatuen und Malereien.
Frankfurt, 12. Mai (Brand.) Heute abend gegen
½12 Uhr iſt in der Mälzerei der Frankfurter
Bür=
gerbrauerei Feuer ausgebrochen. Zwei Wehren ſind
mit der Löſchung beſchäftigt. Gegen ½1 Uhr konnte der
Brand auf ſeinen Herd beſchränkt werden.
Kolmar, 13. Mah. (Zu der Bluttat in der
Schlucht bei Gerardmeer) wird noch gemeldet,
daß nach der ſtaatsanwaltſchaftlichen Unterſuchung
Raubmord vorliegt. Der getötete Chauffeur hatte 600
Mark bei ſich von denen 100 Mark fehlen. Das übrige
Geld toug er in der hinteren Rocktaſche. Die beiden
Ver=
brecher ſcheinen bei Ausübung der Tat geſtört worden zu
ſein.
Weimar, 12. Mai. (Seltener Fund.) Auf der
bevorzugten Fundſtelle zu Ehringsdorf, wo man bereits
Feuilleton.
C K. Baumwollene Fenſterſcheiben. Die
amerikani=
ſchen Schulbehörden haben in den letzten Jahren in dem
Streben nach einer Verbeſſerung der Schulhygiene
manche bemerkenswerte Erfolge errungen; nun berichtet
John B. Todd in einem Aufſatz des Scientific American
über einen intereſſanten neuen Verſuch, der in der gleichen
Richtung unternommen wurde und ſo überraſchend
gün=
ſtige Ergebniſſe zeitigte, daß ſeine Wiederholung in
gro=
ßem Maßſtabe vorgeſehen wird. Es handelt ſich dabei um
nichts anderes als die Einführung von „
baumwolle=
nen Fenſtern” in den Klaſſenzimmern viel.
beſuchter Schulen bezw um eine verminderte Benutzung
des Glaſes als Fenſterſcheibe. Man ging von der
Er=
kenntnis aus, daß Glas als ſtarker Wärmeleiter die äußere
Temperatur weitergibt, ohne zugleich der Luft Zutritt zu
geſtatten; Verſuche mit Stoffenſtern zeigten dann, daß
baumwollene Fenſter durchaus genug Licht durchlaſſen und
dabei in ſehr glücklicher Regulierung auch eine ſtändige
Zufuhr friſcher Luft ermöglichen. Die Aufgabe war, einem
vielbenutzten Klaſſenzimmer ſowohl genügend Luft als
Licht zu verſchaffen: und dabei, bei Vermeidung von
Zug=
luft, eine Regelung der Temperatur zu erreichen. Das
Zimmer, in dem der erſte Verſuch durchgeführt wurde iſt
mit einem mechaniſchen Fächer verſehen, der warme Luft in
den Raum einführt; unter den Fenſtern liegen auch Röhren
der Dampfheizung. Das Zimmer hat fünf nach Oſten
lie=
gende große Fenſter, die naturgemäß im Winter während
des Unterrichtes verſchloſſen gehalten werden müſſen. Man
beſchloß nun, aus den unteren Teilen der Fenſter — die
in ihrer Flächenausdehnung nicht weniger als 901100
Zentimeter meſſen — die Glasſcheiben herauszunehmen
und durch einen ungebleichten Baumwollſtoff zu erſetzen.
Nachdem dies geſchehen war, blieben die Fenſter während
des Unterrichtes im Winter ſozuſagen geöffnet. Durch die
Poren des Stoffgs erfolgte eine ſtete Luftzufuhr. Die
ſonſt in ſtarkbeſetzten Klaſſenzimmern beſonders in den
Wintermonaten bemerkbare ſtickige oder muffige At=
moſphäre verſchwand vollkommen, und auch die
Reizun=
gen und Erkrankungen der Luftwege der Schüler — Huſten
und Schnupfen — hörten bald auf. Klagen über
Kopf=
chmerzen wurden nicht mehr laut. Am Morgen, vor
Be=
ginn des Unterrichtes, ſchließt der Schuldiener die Fenſter
und führt dem Zimmer mit Hilfe des mechaniſchen Fächers
genügend warme Luft zu, um eine normale Temyeratur
zu erzielen. Durch Beimengung von Dampf wird die
nötige Feuchtigkeit eingeführt. Wenn der Unterricht
be=
ginnt, werden die Glasfenſter beſeitigt und die
Zufuhr warmer Luft abgeſperrt. Nun ſitzen die
Kinder neben den offenen Fenſtern, nur durch den
dünnen Baumwollſtoff von der äußeren
Winter=
temperatur getrennt. Das Ueberraſchende dabei iſt, daß
die Zimmertemperatur mit ebenſo geringen
Schwierig=
keiten auf ihrer Höhe gehalten werden konnte, als wären
die Fenſteröffnungen durch Glasſcheiben geſchloſſen. Nur
bei beſonders ſtarken Winden verringerte man die
luft=
durchläſſigen Stofflächen. Zugluft kam nicht vor: die
Schnelligkeit der von der Dampfheizung ausſtrömenden
warmen Luftwogen iſt größer als die langſam und
gleich=
ſam geſiebt durch den Stoff einſtrömende kalte Luft von
außen. Da außerdem das Glas 20 mal mehr Wärme nach
außen ausſtrahlt als die Baumwolle, blieb die Temperatur
warm. 18mal wurden Unterſuchungen des
Staubgehal=
tes der Klaſſenzimmerluft vorgenommen. Er erwies ſich
als um 33 Prozent geringer wie früher bei geſchloſſenen
Glasfenſtern. Der Feuchtigkeitsgehalt der Luft ſtimmte
mit dem der Luft im Freien faſt völlig überein, und die
eingeſetzten Baumwollflächen behinderten den Lichteinfall
in das Klaſſenzimmer nicht wobei ſelbſtverſtändlich
voraus=
geſetzt wird, daß die Stoffenſter ſauber gehalten werden,
damit ſich in ihnen kein Staub feſtſetzt, der den Lichtſtrahlen
den Weg verſperrt. Das Intereſſanteſte iſt nun, daß die
geiſtige Aufnahmefähigkeit und Arbaitskraft
der Kinder in dem „Freiluftklaſſenzimmer” erheblich
größer waren, als in den mit Glasſcheiben verſchloſſenen
Schulzimmern. Der Geſundheitszuſtand der Kinder hob
ſich. Die Lehrer anderer Klaſſen, die anfangs dem
Ver=
ſuche ſkeptiſch gegenüberſtanden, folgten bald dem Beiſpiele
mit gleichem Erfolge, und nun ſind bereits verſchiedene
andere amerikaniſche Schulen dazu übergegangen, dieſe
„Baumwollfenſter” in den Klaſſenzimmern einzuführen.
ml. Die Kunſt, ein Theater zu füllen. Ein findiger
amerikaniſcher Theaterdirektor glaubt endlich das Mittel
entdeckt zu haben, ſein Haus alle Abende zu füllen. Dieſes
Mittel beſteht darin, daß der Direktor für die Güte der
aufgeführten Stücke eine Bürgſchaft übernimmt, wie etwa
ein Schneider für den guten Sitz des gelieferten Anzugs
oder ein Eierhändler für die Friſche der Eier. Mit einem
Wort, er zahlt dem Zuſchauer das Geld zurück, wenn das
Stück nicht ſeinen Beifall findet. Das beweiſt die
An=
zeige, die der Direktor kürzlich in den Zeitungen
veröffent=
lichte, und die wie folgt lautet: „Wir geben das
Eintritts=
geld allen zurück, denen unſer Stück nicht gefällt. Wenn
Sie ein Auto oder eine Nähmaſchine kaufen, ſo kaufen Sie
ſie unter Garantie. So übernehmen wir auch für das
Luſtſpiel „Ruth iſt futſch” volle Garantie, und verpflichten
uns demzufolge, denjenigen, die nicht lachen, ihr Geld
zu=
rückzuzahlen.‟ Es ſoll nicht unerwähnt bleiben, daß es
ſich bei dieſer Anzeige nicht etwa um eine kleine
Vorſtadt=
bühne, ſondern um ein im beſten Teil Neu=Yorks gelegenes
großes Theater handelt.
B.B. Der Tropfen am Waſſerleitungshahn iſt dieſer
Tage in bezug auf ſeine Inhaltsmenge von einer Berliner
Häuſerbank einer eingehenden Prüfung unterzogen
wor=
den. Ein etwas undichter Waſſerleitungshahn erhielt eine
ſtändige Beaufſichtigung und dabei wurde ermittelt, daß
ein ſolcher tropfender Hahn in der Minute durchſchnittlich
50 Tropfen verliert. In 100 Minuten ſind das 5000
Tropfen, was einem Liter gleichkommt. In 24 Stunden
fließen demnach durch einet tropfenden
Waſſerleitungs=
hahn nicht weniger wie 14½ Liter Waſſer nutzlos fort.
Aufs Jahr berechnet ſind das 5000 Liter. Jetzt konnte ſich
die Bank den großen Waſſerverbrauch erklären und ordnete
ſchleunigſt eine Reviſion der Leitungshähne und
Erneue=
rung ſchadhafter Gummiplatten an. Der Tropfen am
Waſſerleitungshahn iſt alſo ein guter Kunde der
Waſſer=
werke.
ſeit einigen Jahren die Reſte diluvialer Säugetiere und
menſchlicher Feuerſtätten, aber noch niemals menſchliche
Skelettreſte gefunden hat, iſt heute in einem Steinbruch in
12 Meter Tiefe der Unterkiefer eines diluvialen
Menſchen in guter Verfaſſung zutage gefördert worden.
Der Fund wurde der zuſtändigen Stelle zur weiteren
Be=
urteilung übergeben.
Dresden, 13. Mai. (Die Vorbereitungen
für die Errichtungeiner Univerſität)
neh=
men ihren Fortgang. Die Gemeinde Dresden hat bereits
in dem Vorort Räcknitz ein umfangreiches Grundſtück
ge=
kauft. Auf dem Grundſtück ſoll zunächſt ein Krankenhaus
errichtet werden, das ſpäter einmal, wenn dlie Univerſität
zuſtande kommt, als Univerſitätskrankenhaus dienen ſoll.
Dresden, 13. Mai. (Eiſenbahnunfall.) Amtlich.
Heute vormittag gegen 8 Uhr entlief beim Rangieren der
letzte Wagen des Haineberg-Kipsdorfer Güterzuges Nr.
10 254 infolge einer Beſchädigung und Verſagens der
Heberleinbremſe. Der Wagen entgleiſte zwiſchen
Spechtritz und Rabenau und ſtürzte in die Weiſſeritz.
Ver=
letzt wurde niemand. Betriebsſtörungen ſind nicht
ein=
getreten.
Leipzig, 13. Mai. (Unfall.) An dem Neubau des
Warenhauſes Althoff löſten ſich zwei eiſerne Träger
und ſtürzten in die Tiefe. Fünf Arbeiter wurden
ſchwer verletzt.
Echternach, 13. Mai. (Ins Herz geſchoſſen.) Ein
hieſiger Bäckermeiſter hatte ein geladenes Gewehr in die
Wohnſtube geſtellt. Ein Dienſtmädchen legte aus Scherz
das Gewehr auf ein anderes an; der Schuß ging los und
das getroffene Mädchen wurde ſo ſchwer verletzt, daß es
bald darauf im Krankenhauſe ſtarb.
London, 13. Mai. (Gekenterter Dampfer.) Der
Stahlſchraubendampfer „Turret Hill” kenterte auf der Höhe
von Southwold. Der Kapitän wurde in einem Boote von
dem belgiſchen Dampfer „Kremlin” aufgeleſen. Der Reſt
der Mannſchaft fehlt.
Petersburg, 13. Mai. (6 Perſonen ertrunken.)
Im Seekanal ſchlug ein Boot um und alle ſechs Inſaſſen,
zwei etwa 20 Jahre alte Leute, zwei Damen und
zwei Kinder ertranken. Die Leichen ſind bisher noch nicht
geborgen.
Cardiff, 13. Mai. (Schiffsunfall.) Im
Briſtol=
kanal ſtieß der Dampfer „Stern”, von Neu=Seeland
kom=
mend, mit einem Dampfkutter aus Cardiff zuſammen.
Fünf Menſchen kamen bei dem Zuſammenſtoß um.
Shreveporte (Louiſiana), 12. Mai. (Lynchjuſtiz.)
Ein Neger war unter der Anklage, ſich gegen ein
zehn=
jähriges weißes Mädchen vergangen zu haben, in das
Ge=
fängnis gebracht worden. Ein Mob von etwa 1000
Per=
ſonen, war am hellen lichten Tage ungefähr drei
Stun=
den an der Arbeit, die Gefängnistür zu erbrechen. Er
drang ſchließlich in die Zelle des Negers ein, warf dieſem
einen Strick um den Hals, ſchleppte ihn auf die Straße
und erhängte ihn an einer Telephonſtange in der
Nähe des Gerichtsgebäudes.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 13. Mai. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 2.22 Uhr. Vor Eintritt in die
Tagesordnung gibt Abg. Dr. Liebknecht (Soz.)
fol=
gende Erklärung ab: Die Staatsanwaltſchaft iſt auf
Grund der Anzeige eines früheren Direktors der Firma
Görz gegen dieſe vorgegangen. Sie hat ſich geweigert,
ein=
zuſchreiten, und das habe ich erwähnt. Tatſächlich ſchwebt
ein Verfahren gegen die Firma noch jetzt Dieſe Angaben
ſtützen ſich auf eidliche Ausſagen. — Abg. Erzberger
(Ztr.): Die Staatsanwaltſchaft hat es zweimal abgelehnt,
gegen Görz wegen Urkundenvernichtung,
Beamtenbeſtech=
ung und Betrug vorzugehen und zwar auch, nachdem
Zeu=
gen eidlich vernommen waren. Ich habe meinen geſtrigen
Erklärungen nichts weiter hinzuzufügen. Hierauf wird die
zweite Leſung des Etats für Kamerun
(Dualaangelegenheit) fortgeſetzt. — Abg. Frhr. von
Rechenberg (Ztr.): Die Frage der Duala hat überall,
nicht allein in der Preſſe großen Staub aufgewirbelt. Wir
müſſen uns fragen, welche Gründe für die Enteignung der
Duala maßgebend geweſen ſind. Politiſche Gründe waren
es nicht, ſie waren urſprünglich nur hygieniſcher Natur.
Die Umſiedelung eines Teiles der Duala wurde
not=
wendig. Man mußte vor allen Dingen eine
Wohnungs=
reform anſtreben, weil die gegenwärtigen Wohnungen
wahre Brutſtätten der Malaria, die geradezu epidemiſch
geworden iſt, darſtellen und ſomit auch für die Weißen eine
erhebliche Anſteckungsgefahr bilden Die Konſequenzen
aus dieſen Umſtänden waren ſanitätspolizeiliche
Vor=
ſchriften. Der angeregte Schutzſtreiſen von einem Kilometer
genügt nicht Die Anſichten der Mediziner ſind heute
hin=
ſichtlich der Malaria ganz anders geworden, als ſie früher
waren; auch die Abſichten über ihre Bekämpfung haben ſich
geändert Will man die hygieniſchen Maßnahmen voll
zur Geltung bringen, iſt eine Trennung von Schwarzen
und Weißen unumgänglich notwendig. Den Eingeborenen
muß ein direkter Zugang zu dem Fluß geboten werden
und da wäre es zweckmäßig, zunächſt den Schiffahrtsweg
auszubauen. Hierin liegt eine Lebensfrage für die Leute.
Die Budgetkommiſſion hat ſich der Anſicht angeſchloſſen,
daß eine volle Entſchädigung der Eingeborenen ſtattfinden
müſſe. Wenn die Anſicht vertreten wurde, daß man den
Eingeborenen eine Wertſteigerung der Grundſtücke nicht
be=
rechnen ſolle, ſo wäre das eine ungerechtfertigte Maßnahme
Weshalb will man den Dualas das verdenken, was man
unſeren Landsleuten nicht verargt? Es iſt auch nicht
rich=
tig, daß die Eingeborenen nichts zur Wertſteigerung ihres
Gebiets getan hätten. Die Eingeborenen tragen 3
Mil=
lionen zu den Koſten der Kolonie bei. Mehr können ſie
nicht tun und mehr können wir nicht erwarten. In erſter
Linie kommen, wie geſagt, für die Enteignung hygieniſche
Gründe in Frage. Schlechte Charaktereigenſchaften können
nicht dazu führen, denn qualifizierte Frechheit iſt bis jetzt
noch kein Enteignungsgrund. Der lebhaften Agitation
muß entgegengetreten werden; ihre Auswüchſe müſſen
be=
ſeitigt werden. Die Regierung dürfte auch von ſich aus
die nötigen Maßnahmen getroffen haben. Ich habe das
feſte Vertrauen zum Kolonialamt, daß es mit dieſer
ſchwie=
rigen Frage auch noch fertig wird. Ich möchte aber
bit=
ten, daß uns anſtelle der bisherigen Skizzen und Entwürfe
eine feſte Grundlage desjenigen gegeben wird, was
ge=
ſchehen ſoll.
Abg. Keinath (natl.): Das Eiſenbahnnetz in
Kamerun muß künftig vermehrt werden. Auf dier Baſis
der Mittellandbahn ſollte die Linie nach Südoſten und
Norden in das neue Kongogebiet und zum Tſchadſee
ge=
führt werden. Dieſer Plan iſt durchaus zweckmäßig. Das
Vorgehen gegen die Dualas iſt eine Staatsnotwendigkeit.
Wollen wir Duala zum Handelszentrum des
Schutzge=
bietes machen, ſo müſſen geſunde Verhältniſſe dort geſchaffen
werden. Die Dualas haben ihr Landmonopol
rückſichts=
los ausgenützt. Ohne Trennung zwiſchen Weißen und
Schwarzen iſt eine Sanierung Dualas nicht möglich.
Ge=
wiß brauchen die Weißen die Schwarzen als Diener; im
allgemeinen läßt ſich die Malaria aus der Europaſtadt
noch verbannen. Ohne Enteignung iſt eine Trennung nicht
möglich. Beſſer iſt es, wenn wir das ganze Gebiet doch
einmal gebrauchen, die Maßnahmen mit einem Male
durchzuführen. Was würde die Sozialdemokratie wohl
ſagen, wenn es ſich um eine Enteignung des Bergbaus
oder um eine Verſtaatlichung der Bergregale in
Seutſch=
land handeln würde. Da wäre ſie ſofort dabei. (Zuruf bei
den Soz.: Unſinn! Präſident Kaempf: Ich weiß nicht, wer
dieſen Zuruf gemacht hat. Abg. Henke (Soz.), ich war es!
Präſident Dr. Kaempf: Ich rufe Sie zur Ordnung!)
Wirtſchaftliche Schädigung dürfen für die Eingeborenen
nicht entſtehen. Zukunftswerte dürfen nicht entſchädigt
werden. Es muß feſt zugegriffen werden, in Duala freie
Bahn zu ſchaffen, um Handelszentrum zu werden. (Beifall.)
— Abg. Dr. Braband (Ftſchc. Vpt.): Wenn ein Mitglied
der Rechten geſagt hat, in dieſer Angelegenheit habe die
Regierung alle nur denkbaren Ungeſchicklichkeiten begangen,
ſo muß ich ſagen, daß auch das Vorgehen gegen den
Rechtsanwalt Halpert eine derartige Ungeſchicklichkeit war.
Wenn bei uns qualifizierte Frechheit ein
Enteignungs=
grund wäre, ſo wäre der Schriftſteller zu enteignen, der
heute im Vorwärts in unflätigen Redewendungen das
Verhalten des Reichstages in der Dualaangelegenheit
be=
ſchrieben hat. Wenn er ſchreibt: die moraliſche Fäule ſtinke
zum Himmel, ſo erinnere ich an ein nordiſches
Sprich=
wort: Wer es hat zuerſt gerochen, der hat’s verbrochen!
(Große Heiterkeit.) Das Vorgehen der Regierung gegen
die Dualas bei Vorenthaltung des Petitionsrechts ſtellt
tatſächlich eine ſtaatsrechtliche Ungeheuerlichkeit dar. Im
Intereſſe der Entfaltung Dualas zum Zentralpunkt, haben
wir die Sanierung und Enteignung nötig. Dieſes müſſen
wir entſchieden durchführen. Die Entſchädigung muß
reichlich ſein. Die Sozialdemokraten vermuten, wenn ihre
Argumente verſagen, hinter allem die Tätigkeit von
Spitzeln Das war ſo bei der Beſudelung des Kaiſer
Friedrich=Denkmals und iſt jetzt ſo bei Manga Bell, der
durch Spitzel aufgeputſcht ſein ſoll. (Lebhafte
Zuſtim=
mung.) Auch hierfür kommt hoffentlich bald der
Gegen=
beweis. Wir haben in Kamerun eine wertvolle Kolonie,
die einen erheblichen Gewinn für das Deutſche Reich
be=
deutet.
Abg. v. Böhlendorf=Kölpin (konſ.): Die Frage
der Sanierung der Stadt Duala hat bei allen bürgerlichen
Parteien einmütige Zuſtimmung gefunden. Ebenſo ſind
wir mit der vorgeſchlagenen Enteignung einverſtanden,
nur muß alles in gerechter Weiſe gehandhabt werden. Wir
müſſen den Eingeborenen zeigen, daß wir ihre Intereſſen,
ſoweit es für die Allgemeinheit nötig iſt, ſchützen wollen.
(Da infolge der lauten Unterhaltung im Hauſe der Redner
ſich nur ſchwer verſtändlich machen kann, bittet
Vizepräſi=
dent Dr. Paaſche dem Redner mehr Aufmerkſamkeit zu
ſchenken.) Die Gerechtigkeit muß dabei gewahrt werden.
Der Eiſenbahnbau muß nach Möglichkeit gefördert
wer=
den. — Abg. Dr. Arendt (Rpt.): Ich bedaure, daß
Kol=
lege Semler erkrankt iſt und an der Debatte nicht
teil=
nehmen kann. Wir pünſchen ihm baldige Geneſung. (
Bei=
fall.) Schon als wir in Kamerun waren, haben wir es
vorausgeſehen, daß eine weitgehende
Grundſtücksſpeku=
lation an der Bahnſtrecke entſtehen würde und daß
weit=
gehende Maßnahmen nötig werden würden. Die
Enteig=
nung iſt durchaus eine geſetzmäßige Maßnahme. Was
wir dort unternehmen, entſpricht vollkommen dem Vorgehen
anderer Kolonialmächte, dem Englands und Hollands.
Schon in früheren Jahren hat uns der völlig gleiche
Sa=
nierungsplan vorgelegen. Duala ſoll der Knotenpunkt
von Handel und Wandel werden. Wir müſſen jetzt ganze
Arbeit machen. Daran dürfen uns alle Angriffe nicht
hin=
dern. Es handelt ſich um ein Kulturwerk erſten Ranges,
der blühenden Kolonie eine geſunde Hauptſtadt zu
ſchaf=
fen.. Die deutſche Herrſchaft hat allen Eingeborenen
großen Segen gebracht. — Es folgt nun die namentliche
Abſtimmung
über das Militärkabinettsgebäude
Vikto=
riaſtraße 34. Berlin (erſte Rate 3 Millionen Mark.)
Es ſtimmen von 344 Abgeordneten 75 für die Poſition, 268
dagegen, einer enthält ſich. Die Forderung iſt ſomit
ab=
gelehnt.
Die Beratung der Dualaangelegenheit
wird fortgeſetzt. — Staatsſekretär Dr. Solf: Bevor ich
auf die Schaffung einer Europäerſtadt in Duala übergehe,
möchte ich auf einige allgemeine Fragen des Etats für
Kamerun eingehen. Bei den Kommiſſionsverhandlungen
habe ich die Notwendigkeit zugegeben zwiſchen den Rechten
der Eingeborenen und der Deutſch=Weſtafrikaniſchen
Han=
delsgeſellſchaft bezüglich der Wahrung der
Landesbeſitz=
rechte der Eingeborenen Ordnung zu ſchaffen. Dieſe
Zu=
ſage werde ich halten. Ein Spezialkommiſſar wird
ent=
ſandt. Im nächſten Jahre hoffen auch wir Auskunft
hier=
über erteilen zu können. Der Expedition nach Neu=
Kamerun konnte in der Denkſchrift noch nicht
Erwäh=
nung getan werden, weil dieſe Expedition erſt im April
1913 ſtattgefunden hat. Im nächſten Jahr erfolgt näherer
Bericht. Ich möchte aber des als erſten gefallenen
Feld=
webels Sievertſen hier ehrend gedenken (Bravo.) Die
neu erworbenen Teile ſind durchaus wertvolle Gebiete, im
Süden haben wir fruchtbares Hochland mit einem
glän=
zenden Hafen und im Oſten ein außerordentlich bevöllkertes
Land Leider müſſen wir in dieſem Gebiet mit der
Schlaf=
krankheit rechnen. Es muß zugegeben werden, daß die
Schlafkrankheit eine ſchwere und ſchwer zu bekämpfende
Seuche iſt, Aber wir dürften ihrer ſchon Herr werden,
beſonders in Neu=Kamerun. Die Engländer haben vieles
erreicht durch Verpflanzung von Dörfern. Wenn wir die
unkultivierten Gegenden von der Schlafkrankheit befreien,
ſo verbreiten wir am beſten die Segnungen europäiſcher
Kultur. Ich bitte Sie, möglichſt große Mittel für dieſen
Zweck zu bewilligen. Wenn wir in Afrika Kolonialpolitik
treiben, ſo dürfen wir nicht damit rechnen, für uns zu
ern=
ten. Unſere Kinder und Kindeskinder würden uns einer
ſchweren Unterlaſſungsſünde zeihen, würden wir nicht
Be=
ſitz ergreifen von dieſen Ländern. (Bravo.) Nun zur
Dualaangelegenheit. Eine Audienz mit den Häuptlingen
habe ich abgelehnt, mit dem ganzen Volke wollte ich
ver=
handeln und da hat mir Mangan Bell als Wortführer eine
glänzende Rede gehalten. Er könnte ſogar hier auftreten.
Er ſagte mir: Was immer Du auch ſagen mögeſt, wir
werden gehorchen. Du kannſt Dich auf uns verlaſſen und
mein Volk wird ebenfalls gehorchen. Das brachte mir
einige Hoffnung, daß die ſchwierige Angelegenheit der
Duala aus der Welt geſchafft werde. Ich beſichtigte unter
Führung des Amtsmanns Roen, deſſen ich dankbar
ge=
denken möchte, die alten und die neuen Gebiete, wobei mir
Potemkinſche Dörfer nicht vorgemacht wurden. Mit
meinen eigenen Augen ſehe ich mehr als Sie aus tauſend
Petitionen. Ich kenne die Tropen und ihre Völker und
vertuſche nichts.
Der hier weilende Gouverneur von Kamerun iſt
eben=
ſo überraſcht geweſen wie ich ſelbſt über die Vorkommniſſe.
Darauf beruht die ſchiefe Auffaſſung ſeiner Erklärung in
der Budgetkommiſſion. Poſitive Erklärungen können wir
nicht geben. Auch ich bin als guter Kenner der
Einge=
borenen von den Dualas getäuſcht worden. Sie haben
nicht gehorcht Neue Argumente hat Rechtsanwalt Halpert,
deſſen erſte Eingabe außerordentlich geſchickt war, in
ſeinem zweiten Schreiben nicht vorbringen können. Statt
Tatſachen, brachte er nur Verdächtigungen und iſt ſogar
geiſtig handgreiflich geworden. (Heiterkeit.) Das
Tele=
ramm war nicht beſtellte Arbeit. Hätte ich ſo gehandelt,
ſo wäre das eine Gemeinheit geweſen. Gegen den
Vor=
vurf brauche ich mich nicht zu verteidigen. Das Honocar
Halperts wollte ich nicht bemängeln. Ich wollte nur
cha=
rakteriſieren, daß die Eingeborenen ſo reiche Mittel haben,
um ohne weiteres 8000 Mark flüſſig zu machen. An der
Verhaftung des Duala in Hamburg iſt meine Behörde
völlig unbeteiligt und von einer Zurückhaltung von
Brief=
ſchaften iſt keine Rede. Daß die Duala auswandern iſt
bis=
her nicht zu beobachten geweſen. Die Zahl der
Steuer=
zahler nimmt zu. Aus Anlaß der Enteignung ſind nur
zwei Beſtrafungen vorgekommen. Von Brutalität der
Be=
amten iſt keine Rede. Das Material des Abg. Wels dürfte
von einem ſchwarzen Schreiber ſtammen. Gerade zu jener
Zeit fanden viele Diebſtähle ſtatt; auch eine Eigenſchaft der
Dualas. Da müſſen wir feſt zugreifen. Wir geben bei
der Enteignung der Eingeborenen anſtelle des
Stamm=
beſitzes Individualeigentum. Sie — zu den
Sozialdemo=
kraten — wollen es gerade umgekehrt machen, wenn Sie
enteignen, wenn Sie es können. (Heiterkeit.) Abg.
Lede=
bour: Das habe ich gar nicht geſagt.) Sie hätten es aber
ſagen können. Unſere Denkſchrift enthält keine
Beleidig=
ungen des Rechtsanwalts Halpert (Ledebour ruft:
Be=
wußte Unwahrheiten!) Die habe ich den Dualas
vorge=
worfen, die ich ker ie, nicht dem Dr. Halpert den ich nicht
kenne (Große Heiterkeit.) Die Wünſche nach Ausbau der
Kanäle werden berückſichtigt werden. Auch werden die
Entſchädigungen möglichſt voll geleiſtet werden. Daß das
Prinzip, Weiße= und Eingeborenenſtadt gut iſt, iſt klar,
nur durchführbar iſt das nicht. Einerſeits brauchen wir
die ſchwarzen Diener, andererſeits müſſen Aerzte, Militär
und Miſſionare in der Eingeborenenſtadt wohnen. Daß
es lediglich eine Enteignung aus hygieniſchen Rückſichten
ſei iſt nicht richtig. Wir wollen in Duala einen Welthafen
ſchaffen. Ich bin der feſten Ueberzeugung, wenn die
Duala=
neger weiter petitionieren, werden ſie in ſpäterer Zeit
eine Dankpetition an den Reichstag ſchicken, wenn ſie ihre
ſchönen Wohnungen bekommen haben. Glücklich werden
auch die Weißen ſein, weil heute in Duala die Grundlage
für einen großen Welthafen gelegt wird, über den die
deutſche Flagge wehen wird. Die Dualaneger werden ſie
nicht herunterreißen.
Abg. David (Soz.): Der Staatsſekretär hat nicht
in die Sache hinein=, ſondern um die Sache herumgeredet.
Ein fühlendes Herz für die Neger haben nur wir. (
Prä=
ſident Dr. Kaempf rügt dieſe Redewendung.) — Es
wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen.
— Der Etat wird bewilligt. Die Reſolution der
Budgetkommiſſion wird angenommen, die Abſtimmung
über die Petition wird bis zur dritten Leſung vertagt.
Nächſte Sitzung: Donnerstag 11 Uhr. Kleine
Etats, kleine Vorlagen, Etat des Auswärtigen,
Reichskanzler, Reichskanzlei. — Schluß nach ½8 Uhr.
Badiſcher Landtag.
* Karlsruhe, 13. Mai. In der Zweiken
Kammer des Landtages, welche heute die
Be=
atung des Kultusetats beendete, erklärte der
Kultus=
miniſter Dr. Böhm wiederholt, daß die Regierung nicht
in der Lage ſei, für die Aufhebung des
Jeſuitengeſetzes zu ſtimmen, aber bei der
Interpretation des Jeſuitengeſetzes im Bundesrat
mit=
wirken werde. Zur Frage der Zulaſſung von
Männer=
klöſtern in Baden wies der Miniſter darauf hin, daß die
Nationalliberalen ſich hauptſächlich aus
volkswirtſchaft=
lichen Gründen gegen die Zulaſſung von Männerorden
ausgeſprochen haben, daß gegen die Zulaſſung 92 ſcharfe
PProteſte bei der Regierung eingegangen ſeien, woran ſie
nicht achtlos vorübergehen könne. Er, der Miniſter, werde
mit der Kurie in Verhandlungen eintreten und dieſe in
friedlichem Geiſte führen als treuer Freund der Kirche.
Höher als die Kirche aber ſtehe ihm noch der Staat. —
In der heutigen Verhandlung wurde der Geſetzentwurf
betr. die Aufbeſſerung geringbeſoldeter
Pfarrer aus Staatsmitteln, in welchem an ſtaatlichen
Zuſchüſſen für evangeliſche Pfarrer 300000, für katholiſche
Pfarrer 350000 und für altkatholiſche Pfarrer 8600 Mark
vorgeſehen ſind, in namentlicher Abſtimmung mit 49 gegen
15 Stimmen angenommen.
Sächſiſcher Landtag.
* Dresden 13. Mai. Bei der Beratung des
Etats=
kapitels „Direkte Steuern” gab in der Zweiten Kammer der
Finanzminiſter eine Erklärung ab, nach der
er bedauert, daß der Staat nicht mehr
uneinge=
ſchränkter Herrſcher im eigenen Hauſe ſei.
Auf dem Gehiete der direkten Steuern ſei bei jeder
even=
tuellen Aenderung der Steuergeſetzgebung auf die
Reichs=
geſetze Rückſicht zu nehmen. Der Miniſter ſprach ſich
ſo=
dann entſchieden gegen die Anträge auf Fortfall der
un=
teren Steuerklaſſen aus und betonte, daß die Pflicht des
Steuerzahlens mit dem Gebrauch des Rechts der Wahl
verbunden bleiben müſſe. Der Miniſter machte ſodann
Mitteilungen über die Ergebniſſe des
Wehrbei=
trags in Sachſen. Es ſeien im Königreich Sachſen
60077 Perſonen zur Abgabe der Erklärung zur Wehrſteuer
aufgefordert worden. Von dieſen hätten 94,93 Prozent die
Erklärung rechtzeitig abgegeben, 2,20 Prozent hätten
Ver=
längerung nachgeſucht, 2,87 Prozent hätten die Abgabefriſt
verſäumt. Das Ergebnis des Wehrbeitrages könne bis
jetzt nicht genau angegeben werden. Immerhin könne man
mitteilen, daß in Sachſen etwa 75 Millionen
Mark Wehrbeitrag einkommen würden.
Dieſe Ziffer entſpreche nicht ganz den Erwartungen, die
das Finanzminiſterium gehegt habe. Was den Einfluß
des Wehrbeitragsergebniſſes auf die Einkommenſteuer
an=
belange, müſſe feſtgeſtellt werden, daß ſich die
Einkommen=
ſteuer nur um einen geringen Bruchteil erhöht habe.
Ge=
naue Ziffern könnten noch nicht angegeben werden. Jedoch
ſei von „goldenen Bergen” die man ſich in manchen Kreiſen
vom Wehrbeitrag verſprochen habe, nichts zu ſpüren. Dies
ſei ein erfreuliches Zeichen dafür, daß bisher in Sachſen
jeder Staatsbürger ſeine Steuerpflicht erfüllt habe.
Allerdings ſeien einige Fälle der Steuerhinterziehung
be=
kannt geworden. Ueber dieſe ließe ſich das Miniſterium
genaue Berichte erſtatten, um dadurch zugleich einen
Ueber=
blick über die Wirkung des Generalpardons zu erlangen.
Jedenfalls könne erklärt werden, daß ſich die
Steuer=
hinterziehungen auf alle Schichten des Volkes, auf Stadt
und Land, Arm und Reich verteilten. — Im
Sitzungsver=
laufe lehnte die Kammer den ſozialdemokratiſchen
An=
trag auf Fortfall der vier unterſten
Steuer=
ſtufen gegen 27 ſozialdemokratiſche Stimmen ab;
da=
egen wurde der fortſchrittliche Antrag auf Fortfall der
wei unterſten Steuerklaſſen ohne Beeinträchtigung der
politiſchen Rechte mit 48 Stimmen gegen 27 der Rechten
angenommen.
Frinz Heitrichtz Plug 1914.
Situationsplan der Hauptetappe Darmſtadt.
Nebenſtehend bringen
wir einen
Ueberſichts=
plan für den Flugplatz
der Haupt=Etappe
Darm=
ſtadt. Es iſt aus dem
Plan deutlich zu erſehen,
welchen Weg die
Auto=
mobile, Drofchken und
Fußgänger zu nehmen
haben, um zu den
Zu=
ſchauerplätzen u. Tribünen
zu gelangen. Beſonders
wichtig iſt, daß der
ein=
zige Zugang zum
Start= und
Landungs=
platz und zu den
Zu=
ſchauerplätzen durch die
deutlich bezeichnete
Quer=
ſtraße iſt. Hier ſind auch
die Kaſſen und
Kontroll=
ſtellen. Es empfiehlt ſich,
den Plan auszuſchneiden
und aufzubewahren. Der
Plan iſt, auf haltbarem
Karton gedruckt, auch
von der Geſchäftsſtelle
im Bahnhofshotel zu
beziehen.
Die große Darmſtädter Flugwoche.
Prinz=Heinrich=Flug 1914.
* Die Ordnung auf dem Darmſtädter
Flugplatz muß natürlich im Intereſſe der ſachgemäßen
Durchführung des Fluges und vor allem im eigenſten
Intereſſe der Beſucher ſtreng durchgeführt
wer=
den. Es ſind die umfaſſendſten Maßnahmen getroffen
worden, um einen geregelten Verkehr zum und vom
Flug=
platz, ſowie auf dem Flugplatz ſelbſt durchzuführen.
Dazu aber iſt unerläßlich, daß den
Anord=
nungen der Oberleitung unbedingt Folge
geleiſtet wird. Nur ſo kann bei dem in Ausſicht
ſtehenden Maſſenandrang Gewähr dafür geboten werden,
daß alles klappt, wie es die Organiſation vorgeſehen.
Als Mitglied der Sportoberleitung für den ganzen Flug
hat Herr Direktor Baier=Darmſtadt gewiſſermaßen die
Oberleitung der Darmſtädter Flugveranſtaltungen.
Mit=
glieder der Sportleitung der Etappe Darmſtadt
ſind die Herren Hauptmann v. Dewall, Proſeſſor
Eberhardt, Hauptmann Hüſer, Oberleutnant
Kel=
ler und Frhr. v. Oetinger. Sämtliche Herren tragen
die rote Armbinde mit Goldrand. Beſonders den
An=
ordnungen dieſer genannten Herren, die in jeder
Be=
ziehung kompetent ſind muß unbedingt Folge
ge=
leiſtet werden. Im übrigen ſind aber ſämtliche
Herren, die Armbinden tragen, berechtigt, Anordnungen
zu treffen, und muß auch dieſen Folge gegeben werden.
Im übrigen iſt für die Darmſtädter Flugtage
folgen=
des zu beachten: Wegen des zu erwartenden großen
An=
dranges empfiehlt es ſich dringend, Eintrittskarten im
Vorverkauf bei den mehrfach bekannt gegebenen
Ver=
kaufsſtellen zu erſtehen, damit der Andrang an den Kaſſen
vermieden wird. Da die Karten übrigens im
Vorver=
kauf erheblich billiger ſind, empfiehlt ſich das auch aus
dieſem Grunde. Wiederholt wird darauf hingewieſen,
daß der einzige Zugang zum Flugplatz durch
die Lagerſtraße von der Griesheimer
Chauſſſee aus iſt. Die Zufahrtſtraße für Autos und
Droſchken und deren Standplätze ſind durch Schilder
ge=
kennzeichnet. Auf jedem Platz iſt ein
Erfriſchungs=
raum vorgeſehen mit Sitzgelegenheiten, in dem warme
und kalte Getränke, Brötchen, Kuchen und dergleichen
ver=
abreicht werden.
Die offiziellen Poſtkarten und Briefver,
ſchlußmarken ſind in den Vorverkaufsſtellen und auf
dem Flugplatz erhältlich; ſie werden, wenn ſie in die auf
dem Flugplatz befindlichen Briefkaſten eingeworfen
wer=
den, mit dem Stempel „Darmſtadt, Prinz=Heinrich=Flug
11914” abgeſtempelt. Die Eintrittskarten müſſen
ſſichtbar getragen werden, andernfalls
Zurückwei=
ſung erfolgen kann. Ohne Gefahr für Geſundheit und
Leben der Flieger und des Publikums kann Landung und
Abſlug nur vollzogen werden, wenn der dafür vorgeſehen=
Raum vollkommen freigehalten wird. Das Betreten des
Fluggeländes und das Ueberſteigen der Schranken iſt
da=
her auf das ſtrengſte unterſagt. Die
Abſperrungsmann=
ſchaften und alle durch Armbinden gezeichneten Perſonen
ſind angewieſen. Zuwiderhandelnde rückſichtslos
zurück=
zuweiſen und nötigenfalls der Polizei zu übergeben.
Die Armbindenabzeichen haben ſolgende
Be=
deutung: rote ſeidene Binde mit Goldrand, Aufdruck
„Oberleitung”: Sportliche Oberleitung des ganzen Prinz=
Heinrich=Fluges; rote ſeidene Binde mit Goldrand,
Auf=
druck „Etappenleitung”: Sportliche Etappenleitung; rote
ſeidene Binde mit Silberrand: Obmann des
Schiedsge=
richts; rote ſeidene Binde: Sportgehilfen; weiße ſeidene
Binde mit Goldrand: Mitglieder des
Organiſationsaus=
ſchuſſes; weiße ſeidene Binde: Preſſedienſt; fahlbraune
Lederbinde mit der Aufſchrift „Zeitnehmer”: Zeitnehmer;
blaue ſeidene Binde mit Goldrand: Flieger,
Wettbewer=
ber, Beobachter; blaue Tuchbinde: Monteure; orangegelbe
ſeidene Binde. Auſdruck „Arzt”: Aerzte; grüne ſeidene
Binde mit Silberrand, Aufdruck „Autodienſt”:
Auto=
leitung; grüne Tuchbinde: Chauffeure des Autodienſtes;
gelbe Tuchbinde: Flugplatz=Angeſtellte; rot=weiße Binde:
Führer zur Beſichtigung der Flugzeuge.
Die in Dienſten der Oberleitung ſtehenden
Automo=
bile ſind vorn durch zwei gelbe Fähnchen mit der
Auf=
ſchrift „Prinz=Heinrich=Flug” gekennzeichnet, die in
Dien=
ſten der Sport=Etappenleitung ſtehenden durch gleiche
grüne Fähnchen.
Der Start der Flieger am Sonntag früh
wird noch rechtzeitig bekannt gegeben. Vorausſichtlich
er=
ſolgt der Start ab 5 Uhr, doch kann die Abflugsſtunde
noch früher oder ſpäter gelegt werden.
Sonderzüge.
In der heutigen Nummer des Darmſtädter Tagblatts
iſt der Sonderfahrplan der Heſſiſſchen
Eiſen=
bahn=Aktien=Geſelllſchaft, welcher gelegentlich
des Prinz=Heinrich=Fluges durchgeführt werden ſoll,
ab=
gedruckt.
Am 15. und 16. Mai, nachmittags 1½ Uhr, beginnt
der halbſtündige Verkehr und endigt abends gegen 9 Uhr.
Nach Bedarf werden außer dieſen Sonderzügen noch
weitere verſtärkte Züge eingelegt.
Am 16. Mai, nachmittags 3 Uhr, beginnt das
Schau=
fliegen, ſo daß es zweckmäßig ſein dürfte, das
Ver=
kehrsmittel der Dampfbahn rechtzeitig in Anſpruch zu
nehmen, um eine Anſchwellung des Verkehrs zu
ver=
meiden.
Am Sonntag, den 17. Mai, morgens in aller
Frühe, ffahren vom Böllenfalltor, Landskronſtraße,
Tau=
nusſtraße und Oſtbahnhof, und zwar 3.00, 4.00, 4.30, 5.15
und 5.45, Sonderzüge der elektriſchen Straßenbahn ab
desgleichen auch von Eberſtadt um 2.45, 3.45, 4.15, 5.00
und 5.30, die den Anſchluß an die
Dampfbahn=
züge am Hauptbahnhof erreichen, welche direkt
nach dem Truppenübungsplatz in Griesheim fahren. Am
Sonntag morgen iſt in aller Frühe ein etwa
viertelſtün=
diger Verkehr vorgeſehen. Die gegen 3 Uhr mit den
Sonderzügen der Staatsbahn eintreffenden Fremden
kön=
nen mittels Dampfbahn vom Stirnweg bis zu dem
Truppenübungsplatz befördert werden.
Die Eiſenbahndirektionen Mainz und Frankfurt
haben folgende Verwaltungsſonderzüge zum 17. Mai d. J.
vorgeſehen:
I. Heidelberg ab 135 vorm., Friedrichsfeld ab 150
Wein=
heim ab 207, Heppenheim ab 219 Bensheim ab 226,
Auer=
bach ab 222, Bickenbach ab 241, Darmſtadt=Hbf. an 256 vorm.
II. Mannheim ab 118 vorm., Friedrichsfeld an 130
vor=
mittags, alſo Anſchluß an den Sonderzug I.
III. Frankfurt a. M.=Südbf. ab 225 vorm.,
Sprend=
lingen=Buchſchlag ab 238, Langen ab 244, Darmſtadt=Hbf.
an 300 vormittags.
IV. Wiesbaden ab 210 vorm., Mainz=Hbf. ab 225,
Mainz=Südbf. ab 230 Groß=Gerau ab 250, Darmſtadt=
Hauptbahnhof an 306 vormittags.
In Frankfurt läßt die Städtiſchſe Straßenbahn,
um den Benutzern des Sonderzuges
Straßenbahnfahr=
gelegenheit nach dem Südbahnhof zu bieten, folgende
Sonderwagen verkehren: ab Konſtablerwache 2.00 Uhr
nachts, an Südbahnhof 2.10 Uhr nachts; ab Opernplatz
2.00 Uhr nachts, an Südbahnhof 2.12 Uhr nachts.
Luftfahrt.
* Rom. 13. Mai. Der Militärflieger
Leuk=
nant Landini iſt bei einem Fluge Porte Ferrajo-
Piombino ins Meer geſtürzt. Er konnte in ſchwer
verletztem Zuſtande gerettet werden.
Der Kaiſer in Wiesbaden.
* Metz, 12. Mai. Der Kaiſer iſt um 11 Uhr nüch
Wiesbaden abgefahren. Zur Verabſchiedung
waren auf dem Bahnhof anweſend der Statthalter von
Dallwitz, der Staatsſekretär von Rödern, der
Bezirksprä=
ſident, der kommandierende General von Mudra und der
Polizeipräſident.
* Wiesbaden, 13. Mai. Der Kaiſer iſt heute
morgen 7,15 Uhr, von Metz kommend, auf dem hieſigen
Bahnhof eingetroffen. Zum Empfang waren der
kom=
mandierende General des 18. Armeekorps, Exzellenz von
Schenck, und der Polizeipräſident von Wiesbaden,
Kam=
merherr von Schenck, anweſend. Nach kurzer Begrüßung
begab ſich der Kaiſer mit Gefolge nach dem
Fürſten=
pavillon und fuhr dann in offenem Automobil nach dem
Schloß. Das Wetter iſt ſehr ſchön. Trotz der frühen
Mor=
genſtunde hat ſich ein zahlreiches Publikum vor dem
Bahn=
hof und in den Einzugsſtraßen eingefunden, das dem
Kaiſer jubelnde Begrüßungsovationen darbrachte. Die
Stadt prangt im Feſtſchmuck. Der Fremdenbeſuch, der
ſtets im Mai mit dem Kaiſerbeſuch ſeinen Höhepunkt
er=
reicht, weiſt diesmal Rekordziffern auf. Mit allen Zügen
treffen neue Gäſte ein, die aus Anlaß des Kaiſerbeſuchs,
der Maifeſtſpiele und der zahlreichen Veranſtaltungen der
Kurverwaltung hier ihren Aufenthalt nehmen. Vor dem
Schloſſe wiederholten ſich bei der Ankunft des Kaiſers die
Huldigungen des Publikums, auf welche der Kaiſer durch
Grüßen wiederholt dankte. Nach der Einfahrt des
kaiſer=
lichen Automobils in den Schloßhof wurden die Feldzeichen
der hier garniſonierenden Truppenteile von der 6.
Kom=
pagnie des Füſilier=Regiments von Gersdorff (
Kurheſ=
ſches) Nr. 80, unter Führung von Hauptmann von
Los=
berg in das Schloß übergeführt.
* Wiesbaden. 13. Mai. Auf Allerhöchſten Befehl
begannen heute abend die diesjährigen
Feſtvorſtel=
lungen der Kgl. Schauſpiele mit Guſtav Freytags „Die
Journaliſten‟ Den Konrad Bolz gab Karl Clewing aus
Berlin. Das Haus war mit Roſengirlanden geſchmückt
und von einer glänzenden Geſellſchaft gefüllt. Unter der
Führung des Intendanten Barons von Mutzenbacher
er=
ſchien in der großen Hofloge der Kaiſer, den das
Publi=
kum mit Hochrufen empfing. Der Kaiſer verneigte ſich
dankend. Neben Sr. Majeſtät nahmen Platz der
Kriegs=
miniſter von Falkenhayn und Generaloberſt von Scholl.
Der Kaiſer empfing in der Pauſe einige Damen der
hieſigen Geſellſchaft und ließ ſich nach Schluß der
Vor=
ſtellung den Schauſpieler Cleving und Vertreter anderer
Rollen vorſtellen.
Konzerte.
mm. Ein Wohltätigkeitskonzert größeren Stiles ſand
am Mittwoch abend zum Beſten des Diakoniſſenhauſes
„Eliſabethenſtift” ſtatt. Seit Jahren hat der
Inſtru=
mentalverein ſein viertes Konzert in den Dienſt
dieſer ſchönen Sache geſtellt, wobei ihm der Kirchen
chor der Martinsgemeinde treu zur Seite ſteht
In der Vortragsfolge fiel angenehm unter bekannteren
Muſikſtücken eine zum erſtenmal geſpielte Sonate für
Streichorcheſter von J. Friedrich Faſch, dem Leiter der
Ber=
liner Singakademie, einem Zeitgenoſſen von Sebaſtian
Bach und Händel auf, die (von dem namhaſten
Muſik=
gelehrten Hugo Riemann ſehr geſchickt bearbeitet) eine
dankbare Nummer für den Inſtrumentalverein, deſſen
Stärke hauptſächlich im Streicherchor liegt, war. Die
an=
dere Glanznummer war das G=Moll=Konzert von Händel,
das wir vor mehreren Jahren ſchon an gleicher Stelle von
dem ſo plötzlich verſchiedenen Hoforganiſten Hugo Römer
glänzend vorgetragen, hörten. Die diesmalige Aufführung
ſtand der früheren kaum nach; den Orgelpart hatte Herr
Organiſt Borngäſſer übernommen, der außer der
Begleitung auch als Solonummer in der Mitte des Abends
die von Bach anläßlich ſeiner Hamburger Reiſe (mit
Mattheſon) komponierte G=Moll=Fantaſie undFuge ſpielte,
die Bach dort auf der prachtvollen Orgel der
Katharinen=
birche, einem Geſchenk eines kunſt ſinnigen Patriziers
ſpielte. Er erhielt trotzdem die Stelle nicht, denn die
wohl=
weiſen und fürſichtigen Presbyter waren noch kunſtverſtän=
diger und beſürchteien, daß Technit der Andacht ſchaden
könne, auch fanden ſie den Silberklang von 4000 Talern,
en ein unbedeutender Mitbewerber, „dem
Kirchen=
kaſten” zahlte, weit muſikaliſcher als Bachs Tonſpiel.
Wie möchte es ihm wohl hier ergangen ſein, oder heute
noch ergehen? An Inſtrumentalwerken bot das Programm
noch an drei Stellen Stücke für 2 Violinen von Sebaſtian
Bach und deſſen hochbegabten Sohn Philipp Emanuel, die
von den Damen Freiin E. v. Bellersheim und
L. Hickler mit der an ihrem Spiel ſchon oft gerühmten
Sicherheit ausgeführt wurden. Lieder mit
Orgelbeglei=
tung ſang Frau Pfarrer Fiſcher aus Goddelau, begabt
mit guten Stimmitteln und muſikaliſchem Talent, das
indes, wie ihre Tonbildung noch nicht die letzte Feile
er=
halten hat. Am beſten (auch nach dem höheren Wert als
Kompoſition) gefiel uns die bekannte Kirchenarie von
Stradella, zu der Herr O. Hallwachs die Cello=
Cantilene mit wundervoller Tongebung ausführte. Ueber
dieLeiſtungen desMartinschors unter Herrn Colins
hin=
gebender Leitung, können wir auch diesmal nur
Anerken=
nendes ſagen. Außer zwei kleineren Chorliedern von Ph.
Emanuel Bach (die dem Programm größere Einheitlichkeit
wahrten) ſpendete er den 100. Pſalm (Jauchzet dem Herrn
alle Welt) in der weniger bekannten — wir möchten faſ
ſagen: wertvolleren — zweiten Kompoſition (A=Dur) von
Felir Mendelsſohn. Nicht vergeſſen dürfen wir Herrn
Wilhelm Schmitt als Leiter des Konzerts, dem wohl
auch die einheitlich ſchöne und intereſſante
Zuſammenſtel=
lung des Programms ihren Urſprung verdankt. Möchte
daher manch Scherflein dem Gotteskaſten zugefallen ſein!
Gerichtszeitung.
* Mannheim, 13. Mai. Die Zivilkammer I des
Mannheimer Landgerichts hat heute im Prozeß
Abreſch gegen Rechtsanwalt v. Harder das Urteil
ge=
fällt. Nach dieſem hat Rechtsanwalt v. Harder 18000
Mark nebſt 4 Prozent Zinſen vom 1. April 1914 an das
Konto Puerto=Marquez, Eugen Abreſch bei der Dresdener
Bank zu bezahlen. Es wird feſtgeſtellt, daß ſich Herr von
Harder jeder Verwaltungsmaßnahme über den
Grund=
beſitz in Argentinien ohne Zuſtimmung des Klägers
Abreſch zu enthalten hat Das Urteil iſt gegen
Sicherheits=
leiſtung von 19000 Mark vorläufig vollſtreckbar. Die
Koſten ſind von dem Beklagten zu tragen.
* Kolmar, 13. Mai. Vor dem hieſigen
Schöffen=
gericht kam heute die Privatklage des Reichs= und
Landtagsabgeordneten Abbé Wetterlé und des
poli=
tiſchen Direktors des Nouvelliſt d’Alſace Lorraine gegen
den Vorſitzenden des allgemeinen
Deut=
ſchen Wehrvereins Generals a. D. Keim, zur
Verhandlung. General Keim hatte in einem Artikel des
Tag, überſchrieben „Schwob und Elſäſſer” Wetterlé
Feig=
heit vorgeworfen. Außerdem hatte er von jämmerlichen
Hetzern, von Baſtarddeutſchen, alemanniſcher Herkunft, von
entarteten Volksgenoſſen und von einer Schandpreſſe
ge=
ſprochen, wodurch ſich Wetterlé und der verantwortliche
Redakteur des Nouvelliſte, Sidel, beleidigt fühlten. In
der Verhandlung legte Rechtsanwalt Claaß das
Haupt=
gewicht auf die Frage, ob Wetterlé ſich als Deutſcher oder
als Franzoſe fühle. Wetterlé antwortete, er ſei Elſäſſer,
weitere Fragen über ſeine Geſinnung lehne er ab. Das
Gericht verkündete nach ſechsſtündiger Verhandlung
folgen=
des Urteil: General Keim wird wegen öffentlich
began=
gener Beleidigung zu 200 Mark Geldſtrafe bzw.
20 Tagen Haft verurteilt. Das Gericht habe die gebrauchten
Ausdrücke als beleidigend angeſehen, wenn auch
anderer=
ſeits der Beweis erbracht ſei, daß Wetterlé hetze. Der
Ver=
treter des Generals Keim hat ſofort Berufung eingelegt.
Die Erkrankung des Kaiſers Franz Joſef.
* Wien, 13. Mai. Amtlich wird über das
Befin=
den des Kaiſers gemeldet: Die Nacht verlief gut.
Die katarrhaliſchen Erſcheinungen waren gegen geſtern
etwas geringer. Das Allgemeinbefinden iſt
unverän=
dert gut.
* Wien, 13. Mai. Der Abendbericht über das
Befinden des Kaiſers beſagt: Die katarrhaliſchen
Erſcheinungen zeigen keine bemerkenswerten
Veräiderun=
gen. Der übrige Befund iſt der gleiche geblieben. Nach
3 Uhr nahm der Kaiſer wieder wie gewöhnlich
Emv=
fänge ab.
Vermiſchtes.
— XIX. Staats= und
wirtſchaftswiſſen=
ſchaftlicher Fortbildungskurſus zu
Frank=
furt a. M. In der Zeit von Mitte Mai bis 4. Juli wird
in den Räumen der Akademie für Handels= und
Sozial=
wiſſenſchaften, Jordanſtraße 19, wiederum ein
Fortbil=
dungskurſus abgehalten werden, der ſich diesmal
haupt=
ſächlich mit Fragen der Kommunalwirtſchaft und des
Kommunalweſens befaßt. Es iſt eine Reihe von
Vorträ=
gen vorgeſehen, zu denen namhafte Theoretiker und
Prak=
tiker des Kommunalweſens als Referenten gewonnen
worden ſind. Außerdem werden im Anſchluß an die
Vorträge verſchiedene Beſichtigungen ſtattfinden. Ferner
wird in der Zeit vom 22. bis 30. Mai eine Studienreiſe
durch die Städte Mainz, Mannheim, Straßburg,
Stutt=
gart, Ulm, München, veranſtaltet. In erſter Linie ſind die
Veranſtaltungen im Intereſſe der von den Verwaltungs=
und Juſtizbehörden delegierten Teilnehmer getroffen
worden, doch können zu den einzelnen Vorträgen auch
Herren und Damen, deren Vorbildung von der
Geſchäfts=
ſtelle als genügend angeſehen wird, als Hörer zugelaſſen
werden.
Mexiko und die Vereinigten Staaten.
* Waſhington 13. Mai. Wie Konteradmiral
Badger meldet, dauerte das Bombardement von
Tam=
pico geſtern abend noch an.
* Waſhington 12. Mai. Nach einer langen
Kon=
ferenz mit dem Präſidenten Wilſon erklärte ein
Mit=
glieds des Kabinetts, Wilſon halte das Vertrauen aufrecht,
daß die Vermittlung Erfolg haben und weitere ſchwere
Verwicklungen Mexikos abwenden werde.
* Mexiko, 13. Mai. Das Dekret Huertas
nach dem jeder Handelsverkehr mit den Vereinigten
Staaten aufhört, iſt heute aufgehoben worden.
* Köln, 13. Mai. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Mitte April wurde aus Mexiko gemeldet, daß
im Staate Sonora ein Deutſcher namens Radke
von den Aufſtändiſchen gefangen und nach dem Norden
ge=
bracht worden ſei. Nach neuerdings eingelaufenen
Berich=
ten befindet ſich Radke in Freiheit.
Literariſches.
— Das Aprilheft der in Herrmann Hoffmanns Verlag
Berlin SW. erſcheinenden „Zeitſchrift des Herrn”
dieſer einzigartigen und in Deutſchland ganz neuen
Pu=
blikation, bringt einen ſportlich wie modiſch gleich
amüſan=
ten Artkel über den Reitſport, der jeden Reiter von Paſſion
intereſſiert. Daran ſchließt ſich eine Abhandlung über
„Die Dame im Sattel” mit Zeichnungen des Pariſers
Boutet de Monvel. Von amüſanten Plaudereien ſeien
noch die Epiſtel des Barons de Meyer=Hausmann „Wenn
man heiratet” der Artikel „Die Loge” von Walter
Turs=
zinsky und eine literariſch wertvolleArbeit „Ueber
dieLite=
ratur desDandytums” vonDr. Lüthge genannt.
Originalzeich=
nungen von Finetti, Delp, Krotowski, Fournier, Deutſch,
dem Neu=Yorker Zeichner Oels und eine Fülle reizvoller
Stiche und Photos illuſtrieren das Heft, das von einem
eigenen, neuartigen Geiſt durchzogen iſt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telege. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 13. Mai. Die ſterbliche Hülleder
Ge=
mahlin des Reichskanzlers wurde heute
nach=
mittag nach der Trauerfeier im Reichskanzlerpalais in aller
Stille nach dem Stettiner Bahnhof übergeführt, um von
dort nach Hohenfinow gebracht zu werden, wo in
engſtem Familienkreiſe die Beiſetzung in der Bethmann
Hollwegſchen Familiengruft erfolgt. Der Sarg ſtand bei
der Ueberführung auf einem vierſpännigen Wagen, dem
eine Anzahl Kranzwagen folgte und dem ſich die
Equi=
pagen mit den nächſten Angehörigen der Entſchlafenen
an=
ſchloſſen.
* München, 13. Mai. Die Kammer der Abgeordneten
hat einſtimmig der Nachtragsforderung der Regierung
wonach die Dampfſchiffahrt auf dem
Starn=
berger See vom 1. Januar 1914 ab verſtaatlicht wird,
zugeſtimmt.
* Köln, 13. Mai. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Wie bekannt, war bei den Verhandlungen
mit Dſchawid Bei in Berlin, die vor Weihnachten
ihren vorläufigen Abſchluß fanden, über die meiſten zur
Diskuſſion ſtehenden Fragen eine grundſätzliche Einigung
erzielt worden. Ueber die damals noch unerledigt
geblie=
benen Punkte ſollen die Verhandlungen nunmehr wieder
aufgenommen werden. Vorbereitende Beſprechungen
dürf=
ten bereits dieſer Tage in Konſtantinopel beginnen.
Deut=
ſcherſeits nehmen, ſoweit es ſich um die von der Regierung
zu regelnden Angelegenheiten handelt, Botſchafter
Frei=
herr v. Wangenheim und ſoweit techniſche Bahn= und
Finanzfragen zur Verhandlung ſtehen, die Direktoren der
Anatoliſchen Eiſenbahngeſellſchaft,
Hugu=
enin und Günther, daran teil. Sobald durch die
vorberei=
tenden Beſprechungen eine geeignete Grundlage geſchaffen
iſt, wird ſich der türkiſche Finanzminiſter zum endgültigen
Abſchluß und zur Unterzeichnung der Verträge nach Berlin
begeben.
* Breslau, 13. Mai. Die zu einer rechts= und
ſtaatswiſſenſchaftlichen umgebildete
Fa=
kultät der Univerſität Breslau hat den
volkswirtſchaft=
lichen Doktortitel Dr. rer pol. geſchaffen. Von den
Be=
werbern wird ein dreijähriges juriſtiſches und
national=
ökonomiſches Studium ſowie eine volkswirtſchaftliche
Ab=
handdlung gefordert.
* Wien, 13. Mai. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Durazzo: Die internationale Kommiſſion zur
Feſt=
ſetzung der Nordgrenze in Albanien hat infolge
von Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen den Delegierten
von Italien und Frankreich, welch letzterer ſich übermäßig
zugunſten von Montenegro verwandte, die Arbeiten
eingeſtellt. Die Kommiſſion iſt nach Skutari
zurück=
gekehrt.
* Peſt, 13. Mai. Der Marineausſchuß der
ungari=
ſchen Delegation verhandelte über das
Marine=
budget. Der Marinekommandant erklärte, daß die
nächſten jetzt projektierten Schiffe 24 500 Tonnen Gehalt und
zehn Geſchütze von 35 Zentimetern haben werden.
Oeſter=
reich=Ungarn könne jetzt den Vergleich mit allen
Kriegs=
ſchiffen aller Seemächte, ausgenommen der allerſtärkſten im
Typ aufnehmen. Was den Wunſch nach Feſtſtellung eines
Flottenprogramms betreffe, ſo ſei die Marineleitung
dies=
bezüglich auf die Initiative der beiden Regierungen
ange=
wieſen
* Liſſabon, 13. Mai. Die Regierung erklärt, daß die
Lage in der portugieſiſchen Kongokolonie
nicht beunruhigend ſei und daß ſie in der Provinz
Angola über die notwendigen militäriſchen Streitkräfte
verfügt, um den in der dortigen Gegend ausgebrochenen
Eingeborenenaufſtand zu unterdrücken.
* London, 13. Mai. Die Reſolution der Regierung
über die weitere Behandlung der Bill betr.
Home=
rule, Trennung von Kirche und Staat in Wales und
Pluralwahlrecht wurde im Unterhauſe mit 276 gegen
194 Stimmen angenommen.
* Kopenhagen, 13. Mai Das däniſche Fehmarn=
Komitee in dem ſämtliche Hauptorganiſationen des
däniſchen Wirtſchaftslebens durch ihre Vorſitzenden
ver=
treten ſind faßte heute auf der Kopenhagener Börſe
fol=
gende Reſolution: Das Komitee hält es ſelbſt bei
großen finanziellen Aufwendungen für ausgeſchloſſen, daß
die Korſoer=Kiel=Route mit der langen Seereiſe und dem
unvermeidlichen Umſteigeverkehr brauchbar und
zufrieden=
ſtellend auszugeſtalten iſt. Nach den von der däniſchen
Regierung und dem däniſchen Reichstag getanen
Aeuße=
rungen darf nicht damit gerechnet werden, daß Dänemark
ſich an einem eventuell koſtſpieligen Ausbau der Korſoer=
Kiel=Route beteiligt. Dagegen darf man erwarten daß
Dänemark bereit ſein wird, bedeutende Opfer zu bringen,
um die Roedby=Fehmarn=Route zu verwirklichen. Das
Komitee iſt deshalb entſchloſſen, die Arbeit für die
Durch=
führung dieſer Linie durchzuführen, welche mit ihren
un=
beſtreitbaren Vorteilen für den Verkehr auf die Dauer ſich
nicht zur Seite ſchieben läßt.
* Petersburg, 13. Mai. Im Reichsrat wurde
heute der Reformgeſetzentwurf zur Förderung der
Mäßigkeit des Volkes mit der Maßgabe
angenom=
men, daß jährlich 10 Millionen anſtatt der von der
Kom=
miſſion vorgeſchlagenen 20 Millionen dafür ausgeworfen
werden. — Der Miniſter des Innern hat einen
Geſetz=
entwurf über den Erwerb und Verlluſt der
ruſ=
ſſiſchen Staatsangehörigkeit ausgearbeitet,
Ein Ausländer, der ſich naturaliſieren laſſen will, muß
die fremde Staatsangehörigkeit aufgeben und fünf Jahre
in Rußland gelebt haben; die Ehefrau und die
minder=
jährigen Kinder erwerben die Staatsangehörigkeit mit.
Jede naturaliſierte Familie zahlt eine Gebühr von 100
Rubeln. Ausländer ſind als Bauern oder Kleinbürger
einzutragen, ſoweit ſie nicht ein Recht auf eine höhere
Stufe des Staatsbürgerrechtes beſitzen, und unterliegen
der Militärdienſtpflicht.
* Livadia, 13. Mai. Geſtern wurde zu Ehren der
außerordentlichen türkiſchen Geſandtſchaft an
Bord der Kaiſerjacht „Standart” ein Frühſtück
ge=
geben, wozu alle Mitglieder der Geſandtſchaft mit den
Kommandanten und Offizieren der kaiſerlich ottoman: Jacht Ertogrul” geladen waren. Generaladjutant
Admiral Nilow und ſein Stab machten Honneurs an
Bord. Während des Frühſtücks brachte der Admiral einen
Toaſt auf den Sultan aus, Talaat Bei auf den Kaiſer
von Rußland. Gleichzeitig wurde die Mannſchaft der
Sultansjacht vom kaiſerlichen Hofe bewirtet. Im Laufe
des Tages beſuchten die Mitglieder der Geſandtſchaft die
anweſenden Großfürſten und (Großfürſtinnen. Abends
fand Diner an Bord der türkiſchen Jacht ſtatt. Heute früh
ging die Jacht in See.
* Santiggo de Chile, 13. Mai. In der Kammer
erklärte der Finanzminiſter, daß die Einnahmen für
das Jahr 1914 auf 329 Millionen Peſos Gold, die
Aus=
gaben auf 321 Millionen berechnet würden. Nur bel
den Eiſenbahnen und einigen anderen Kapiteln würden
die Ausgaben die Einnahmen um 3 Millionen überſteigen.
Das Deſizit würde durch die Erſparniſſe am jetzigen
Budget gedeckt. Am 20. April verfügte die Regievung
üüber 21700000 Peſos Papier und 88 Mllionen Peſos
Gold, wovon der arößere Teil in Europa deponiert war.
Der Konverſionsfonds für Papiergeld erreichte 190
Millionen Peſos Gold. Der Miniſter fügte hinzu, daß
die Banken ſich in guter Lage beſänden. Der
Kaſſen=
beſtand ſei groß genug, um den Verpflichtungen des
Staatsſchatzes zu genügen.
* Tokio, 13. Mai. Der Geheime Rat hat den
Schieds=
gerichtsvertrag zwiſchen den Vereinigten Staaten und
Japan beſtätigt.
Die Beſoldungsnovelle.
— Berlin, 13. Mai. Ueber eine Verſtändigung
in der Frage der Beſoldungsnovelle wurde auch
heute im Reichstage unter den Parteien verhandelt, ohne
daß indeſſen bis zur Stunde eine Einigung erzielt worden
wäre. In Frage ſteht gegenwärtig ein Kompromißantrag
der Parteien mit Ausnahme des Zentrums und der
Sozialdemokratie für die dritte Leſung, in dem gefordert
wird, daß die Reichsregierung ſich bereit erklärt, bis
1. April 1915 eine Vorlage unter Berückſichtigung der
jetzigen Wünſche, unter Ausſchluß der höheren
Poſt=
beamten, zuſammenzubringen und
dieBeſoldungserhöhun=
gen am 1. April 1916 vorzunehmen. Die Regelung würde
alſo anlog dem Beſitzſteuergeſetz erfolgen, wo ſich die
Re=
gierung auch auf die Einbringung eines Geſetzentwurfes
für eine beſtimmte Zeit verpflichtete.
Verurteilte Bilderſchänderin.
* London, 13. Mai. Fräulein Anſell, welche geſtern
das Herkomerbild in der königlichen Akademie beſchädigte,
iſt zu ſechs Monaten Gefängnis verurteilt
worden.
Die Aufſtände in Marokko.
* Suk el Arba, 13. Mai. Aus Tazo wird gemeldet,
daß die franzöſiſchen Truppen nach einem ſehr
harten Kampfe das von Schluchten durchſchnittene
Ge=
birge überſchritten haben, in dem der Scheik der Hadjamt
ſtarke Streitkräfte der Riota und Zuls zuſammengezogen
hatte. Die Stellung wurde genommen und der Feind
zerſtreut, der zahlreiche Tote und Verwundete zurückließ,
Hadjami befehligte im Jahre 1913 die Aufſtändiſchen,
die Fez belagerten. General Gouraud begibt ſich morgen
nach Zrorka, um dort mit General Liautey
zuſammenzu=
trefffen. Die eingenommene Stellung liegt vier Kilometer
von dem Lager der Ued Amilil entfernt.
Der Marineſkandal in Japan.
* Tokio, 13. Mai. Der Prozeß gegen den Kapitän
Suzuki im Zuſammenhang mit den
Beſtechungs=
fällen in der Marine hat heute vor dem
Kriegs=
gericht begonnen. Die Unterſuchungskommiſſion, welche
ſich mit den Transaktionen der Firmen Armſtrong und
Vickers befaßte, fand nicht den geringſten Anhalt dafür,
daß Beſtechungen vorgekommen ſind.
Preußiſch=Süddeutſche Klaſſenlotterie.
* Berlin, 13. Mai. In der heutigen
Vormittags=
ziehung der Preußiſch=Süddeutſchen
Kllaſſ=
ſenlotterie fielen 5000 Mark auf Nr. 18907 36339
211992. 3000 Mark auf Nr. 3720 6320 13769 22163 23153
32067 35806 48485 50018 51126 63868 65915 69161 73068
77379 79907 80539 81503 87440 100929 101670 105882 106414
109601 112381 115197 122022 122347 123922 132876 140823
143025 146792 148740 149367 162836 163389 171917 177207.
184272 195483 198878 198993 201284 206189 211260 212523
219085 230932 und 231151. In der Nachmittagsziehung
fielen 150000 Mark auf Nr. 226485, 15000 Mark auf
Nr. 86778 223918, 10000 Mark auf Nr. 21797, 5000 Mark
uf Nr. 219059, 3000 Mark auf Nr. 8365 9556 18063 19664
42237 43590 46409 51852 62783 63920 80507 80895 94765
98792 111209 111510 114909 120795 127611 130948 136276
40711 147222 149546 154563 157306 159083 164536 168394
173084 187131 188190 193545 200586 205758 209264 219695
222579 und 227177. (Ohne Gewähr.)
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Das moderne Leben mit ſeiner Haſt und Raſtloſigkeit
kann die Hausfrau oft in ſchwierige Situationen
bringen. Sie wird aber nie über unerwartete
Mittags=
gäſte in Verlegenheit geraten, wenn ſie einen genügenden
Vorrat der bekannten Hohenlohe=Suppenwürfel
in der Vorratskammer bereithält.
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Be=
kannten die traurige Nachricht, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, geſtern abend
11½ Uhr unſere liebe, gute Tochter und
(12006
Schweſter
Babette
im 15. Lehensjahre nach längerem Leiden zu
ſich in die Ewigkeit abzurufen.
In tiefer Trauer:
Anton Fuhrmann und Familie.
Darmſtadt, den 12. Mai 1914.
Gervinusſtraße 30.
Die Beerdigung findet am Freitag,
nachmit=
tags 4 Uhr, von der Leichenhalle des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſerer
lieben Mutter ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
innigſten Dank, insbeſondere dem Herrn Pfarrer
Lindenſtruth für die troſtreichen Worte am Grabe.
Minna Törge,
Familie Joſt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines geliebten Mannes,
unſeres Vaters, Bruders, Schwagers u. Onkels, ſagen
wir allen unſeren Dank, insbeſondere dem
Eiſen=
bahn=Werkſtätte= und Beamten=Verein der
In=
ſpektion I für die zahlreiche Kranzſpende, ſowie
ſeinen Freunden und Bekannten.
(12005
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Frieda Blöcher nebſt Kindern.
Todes=Anzeige.
Allen Freunden und Bekannten hierdurch
die traurige Mitteilung, daß es Gott dem
All=
mächtigen gefallen hat, heute unſere liebe,
treu=
beſorgte Mutter und Schwiegermutter
Frau Kath. Kühn
geb. Vogel
nach langem Leiden zu ſich in die Ewigkeit
abzurufen.
(11956
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Gg. Kühn, Grafenſtraße 4,
W. Nehmzow, New=York,
„
H. Horneff, Stockſtadt a. Rh.
Darmſtadt, den 13. Mai 1914. (11956
Die Beerdigung findet Freitag, den 15. Mai,
nachmittags 3 Uhr, vom ſtädtiſchen Friedhof
aus ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der weſtliche hohe Druck hat ſich ſüdoſtwärts
aus=
gebreitet; auf ſeiner Vorderſeite herrſcht in unſerem
Be=
zirk nach trübem Wetter mit Regen und Hagelſchauern
meiſt trockenes, ſehr kühles Wetter; nachts ſanken die
Temperaturen ſehr tief (Lauterbach Minimum P 1%.
Unter Hochdruckeinfluß haben wir heute zwar noch
wolkiges, doch meiſt trockenes, etwas wärmeres Wetter
zu erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 14. Mai:
Vorwiegend wolkig, meiſt trocken, etwas wärmer,
weſt=
liche Winde.
Tagestalender.
Donnerstag 14. Mai.
Großh. Hoftheater Anfang 7½ Uhr, Ende nach
10 Uhr (Ab. C): „Fidelio”
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”.
Ständige Rettungswache der Sanitätskolonne,
Telephonruf Nr. 2425.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Ffriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Unsere neuen Schuhwaren,
nach eigenen Angaben in den
grössten und berühmtesten
Fabriken hergestellt.
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Weite 3 — schmal
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ermöglichen es uns, für jed. Fuss,
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Samstag, den 16. Mai, 5 Uhr und 8¼ Uhr,
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Filmvortrag des Afrikareisenden
Robert Schumann.
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davon Göbel-Wiesbaden den ersten, Heinrich Opel den
zweiten, und Karl Henkell-Wiesbaden den fünften Preis,
Bekanntmachung.
Für den am 15., 16. und 17. d. Mts. oder an den folgenden Tagen auf dem
Truppenübungsplatz Darmſtadt ſtattfindenden Prinz Heinrich=Flug wird auf Grund
des Art. 65 der Kreis= und Provinzialordnung Folgendes angeordnet:
Alle auf den Truppenübungsplatz fahrenden Wagen, Automobile und
Motor=
räder haben von der Straße Darmſtadt-Griesheim aus die an der Halteſtelle der
Dampfſtraßenbahn abzweigende Querſtraße einzuſchlagen und auf dieſer bis zur
Ein=
mündung der Hauptlagerſtraße zu fahren. An dieſer durch eine Tafel mit der Auf,
ſchrift „Hauptlagerſtraße. Fahrzeuge halten” kenntlich gemachten Stelle hat das
Publikum die Fahrzeuge zu verlaſſen und ſich auf den durch Tafeln kenntlich
ge=
machten Wegen auf die Zuſchauerplätze zu begeben.
II.
Die leeren Automobile haben ſodann durch die Hauptlager= und Waldſtraße
nach der nördlichen Lagerſtraße abzufahren und an dem für ſie vorgeſehenen
Halte=
platz Aufſtellung zu nehmen.
Die leeren Fuhrwerke haben die Hauptlagerſtraße weiter zu fahren und ſich an
dem für ſie beſtimmten Halteplatz aufzuſtellen.
III.
Die Automobile ſind zur Rückfahrt an ihrem Halteplatz (nördliche Lagerſtraße)
zu beſteigen. Die Abfahrt hat von hier aus zu erfolgen, und zwar nur über die
weſtliche Lagerſtraße nach der Straße Griesheim-Darmſtadt.
Die Fuhrwerke ſind zur Rückfahrt an ihrem Halteplatz (an der
Hauptlager=
ſtraße) zu beſteigen.
Die Anordnung in Abſatz I Satz 2 gilt auch für die Fuhrwerke.
Auf der Straßenſtrecke Darmſtadt (Rheintor)-Griesheim iſt Automobilen auf
der Hin= und Rückfahrt das Ueberholen anderer Automobile unterſagt.
Auf der von der Straße Darmſtadt-Griesheim nach dem Truppenübungsplatz
abzweigenden Querſtraße und den Straßen innerhalb des Lagers ſowie auf der
weſt=
lichen Lagerſtraße dürfen Automobile und Motorräder mit einer
Stundengeſchwin=
digkeit von höchſtens 15 km fahren. Auch auf dieſen Straßen iſt Automobilen das
Ueberholen anderer Automobile unterſagt.
Für die Automobile der Oberleitung (kenntlich durch gelbe Flaggen mit der
Aufſchrift: „Prinz Heinrich=Flug 1914‟) und die Automobile der hieſigen Etappenleitung
(kenntlich durch grüne Flaggen mit der Aufſchrift: „Prinz Heinrich=Flug 1914‟) ſowie
für Krankenautomobile gelten die Vorſchriften unter IV nicht.
VI.
Die Zuſchauer dürfen ſich unter keinen Umſtänden auf dem Flugplatze
außer=
halb der abgeſperrten Zuſchauerplätze aufhalten.
Das Betreten der Gebäude im Barackenlager iſt unterſagt.
Ill.
Das Publikum wird dringend aufgefordert, die vorſtehenden Anordnungen zur
Verhütung von Unglücksfällen genau zu befolgen.
Zuwiderhandlungen gegen die Anordnungen werden auf Grund des Art. 65
der Kreis= und Provinzialordnung mit Geldſtrafen bis zu 30 Mark beſtraft.
Darmſtadt, den 9. Mai 1914.
Großh. Kommandantur.
Großh. Kreisamt Darmſtadt.
von Randow.
J. V.: Dr. Reinhart,
Au di. Stimſihe de Andentht dis Prtige.
Trotz mehrfacher Warnungen durch die Behörden iſt der grobe und gefährliche
Unfug, nach vorüberfahrenden Fuhrwerken und Fahrzeugen, insbeſondere
Auto=
mobilen, mit Steinen zu werfen, noch nicht ganz beſeitigt. Beſonders ſind die
ge=
ſchloſſenen Automobile dieſer Beläſtigung ausgeſetzt
Ebenſo ſind ſonſtige Beläſtigungen des Fuhrverkehrs, insbeſondere das
abſichtliche Stehenbleiben auf der Fahrbahn bei herannahenden Fahrzeugen,
das Anſchreien vorüberfahrender Fuhrwerke und Fahrzeuge, das Nachlaufen
und Anhängen an die Fuhrwerke ungehörig und oft ſehr gefährlich.
Dieſem Unweſen kann nur dann wirkſam geſteuert werden wenn ihm neben
den polizeilichen Behörden auch die Schulverwaltungsſtellen mit allem Nachdruck
ent=
gegentreten.
Wenn Schulkindern die Obhut kleiner Kinder anvertraut iſt, wie dies auf dem
Lande häufig vorkommt, ſo haben dieſelben ihr beſonderes Augenmerk darauf zu
richten, daß die Kinder von der Fahrbahn wegbleiben und daß ſie die Fahrbahn
nur=
dann überſchreiten, wenn keine Fuhrwerke, insbeſondere keine Kraftfahrzeuge, in der
Nähe ſind.
Wir empfehlen Ihnen daher wiederholt, mit allen Mitteln der Belehrung, der
Verwarnung und, ſofern erforderlich, der Beſtrafung auf die Schuljugend entſprechend
einzuwirken und dabei namentlich auch daran zu erinnern, daß für etwa angerichteten
Schaden die Eltern im vollen Umfange aufzukommen haben würden, ebenſo wie die
Eltern auch, wie aus der nachſtehend abgedruckten Vorſchrift des Heſſiſchen
Polizei=
ſtrafgeſetzes hervorgeht, in Strafe genommen werden können.
Darmſtadt, den 6. Mai 1914.
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Auszug aus Artikel 44 des Heſſiſchen Polizeiſtrafgeſetzes.
Wenn Eltern, Vormünder oder andere Perſonen, deren Obhut Kinder unter
12 Jahren oder ſonſtige unzurechnungsfähige Perſonen (§§ 51 und 55 des Deutſchen
Strafgeſetzbuchs) anvertraut ſind, es an der erforderlichen Aufſicht über dieſelben haben
ſehlen laſſen und dieſe während der Zeit, wo ſie ohne ſolche Aufſicht waren eine mit
Polizeiſtrafe bedrohte Handlung begangen haben, ſo werden die zur Beaufſichtigung
verpflichteten Perſonen beim erſten Fall polizeilich verwarnt, im Wiederholungsfalle
aber bis zu einem Dritteile der auf die Uebertretung ſelbſt geſetzten Straſe belegt.
An die Ortspolizeibehörden der Landgemeinden und die Gendarmerie
des Kreiſes.
Sie wollen nachdrücklich darauf achten, daß von den, durch die Ortſchaften
fahrenden Kraftfahrzeugen die vorgeſchriebene Fahrgeſchwindigkeit (15 Kilometer
in der Stunde) nicht überſchritten wird. Bei Zuwiderhandlungen iſt das Kennzeichen
zu notieren und Anzeige zu erheben. Auch Pferdefuhrwerke dürfen durch die
Ort=
ſchaften nicht übermäßig ſchnell fahren.
In engen Ortsſtraßen, desgleichen beim Bergabfahren auf ſteilen Ortsſtraßen
ſowie beim Ein= und Ausfahren in oder aus Höfen oder Häuſern und an Orten,
wo die Paſſage durch den Zuſammenfluß von Menſchen verengt wird, darf niemand
anders als im Schritt fahren oder reiten.
(11591si
Darmſtadt, den 6. Mai 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Oriepolzeibehörden und die Felpolzeibehörden
des Kreiſes Darmſtadt.
Es kommt leider immer noch ſehr häufig vor, daß Haushaltungs=Abfälle,
Scherben, altes Papier u. dergl., namentlich auch alte Blech= und Emailgefäße,
in Feld und Wald, auf Wege und Plätze oder auf fremde Grundſtücke in
unzuläſiger Weiſe gebracht oder weggeworfen werden. Art. 112 und 370 des
Polizeiſtrafgeſetzbuchs geben die Möglichkeit, gegen ſolche Verunreinigungen von
öffentlichen Straßen, Plätzen und Anlagen einzuſchreiten. Sofern auf
Privatgrund=
ſtücken an öffentlichen Wegen ſolcher Unrat unverdeckt lagert, kann mit
Polizei=
verfügung im einzelnen Falle auf Grund des Art. 66 der Kreis= und
Provinzial=
ordnung durch uns, oder auf Grund des Art. 129b der Städteordnung durch den
zuſtändigen Polizeibeamten vorgegungen werden. Nach Art. 38 des Feldſtrafgeſetzes
iſt ſtrafbar, wer unbefugt Steine, Scherben, Schutt oder Unrat auf fremde Felder wirſt.
Ferner bildet es einen bedauerlichen Mißſtand, daß das Waſſer der Bäche
und Gräben durch Einleitung und Einwerfen fremder Stoffe immer mehr
Ver=
unreinigungen ausgeſetzt wird. Es iſt deshalb erforderlich, daß die Ortspolizeibehörden
auf den Zuſtand der Bäche und der in dieſelben mündenden. Gräben ein beſonderes
Augenmerk richten und alljährlich Beſichtigungen derſelben vornehmen laſſen. Direkte
Zuleitungen verunreinigender Stoffe müſſen abgeſtellt werden. Oft kommt es vor,
daß Schutt und Unrat an den Ufern der Bäche abgeſchüttet wird, damit er vom
Waſſer weggeſchwemmt werde, und daß Abfälle aus Haushaltungen (alte Blechgeräte,
Scherben uſw) in Gräben und Bäche geworſen werden. Bei dem allgemeinen
Intereſſe, welches an der Erhaltung eines möglichſt reinen Bachwaſſers beſteht, erſcheint
es unbegreiflich, daß die Einwohnerſchaft mancher Orte an der Bekämpfung dieſer
bedauerlichen Mißſtände ſelbſt ſo wenig Anteil nimmt. Nach Art. 120 des
Polizei=
ſtrafgeſetzes iſt das unbefugte Einlegen oder Einwerfen von Steinen, Sand, Erde,
Räumen, Schutt, Unrat und anderen feſten Körpern in die Bäche oder Gräben oder
Triebwerkskanäle bei erheblicher Geldſtrafe unterſagt.
Die erwähnten Mißſtände werden nicht ſelten auch dadurch begünſtigt, daß von
der Gemeinde nicht in ausreichender Weiſe für Plätze geſorgt iſt, wo Schutt,
Haus=
haltungsabfälle uſw. abgeladen werden können, oder daß dieſe Plätze bei der
Ein=
wohnerſchaft nicht genügend bekannt ſind.
Wir beauſtragen Sie daher:
1. das Polizei= und Feldſchutzperſonal zu genauer Aufmerkſamkeit auf die
be=
regten Mißſtände und deren Verhütung anzuweiſen;
2. für Abladeplätze für Schutt, Haushaltungsabfälle u. dergl., ſoweit
erforder=
lich, zu ſorgen und bekannt zu machen, wo dieſe Abladeplätze liegen:
3. aus den Bächen und Gräben, ſowie von öffentlichen Wegen und Plätzen
den Unrat, wie Scherben, Blechgefäße uſw. entfernen zu laſſen und, ſofern
auf Privatgrundſtücken in der Nähe von öffentlichen Wegen ſolcher Unrat
in mißſtändiger Weiſe lagert, den Eigentümer zur Beſeitigung desſelben
aufzufordern, wenn dieſer Aufforderung aber nicht entſprochen wird, das
Weitere, wie oben bemerkt, zu veranlaſſen;
4. durch öffentliche Bekanntmachung vor den oben bemerkten Verunreinigungen
zu warnen.
Darmſtadt, den 6. Mai 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Gendarmerieſtationen des Kreiſes Darmſtadt.
Wir verweiſen auf vorſtehende Verfügung an die Ortspolizeibehörden und die
Feldpolizeibehörden des Kreiſes und beauftragen Sie, in den Landgemeinden bei
Verhütung der oben bemerkten Mißſtände mitzuwirken, ſowieſtrafbare Verunreinigungen
zur Anzeige zu bringen. Insbeſondere wollen Sie, wenn Sie eine Verunreinigung
von Waſſerläufen durch Einleiten fremder Stoffe wahrnehmen, nötigenfalls ſofort
deren Urſache zu ermitteln ſuchen und darüber an uns berichten.
Darmſtadt, den 6. Mat 1914.
(11961ds
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Wegen der Gleislegungsarbeiten für den Ausbau der elektriſchen Straßenbahn
in Eberſtadt iſt das Stück der Heidelbergerſtraße von der Obergaſſe bis
Pfung=
ſtädterſtraße für jeden Fuhrwerksverkehr vom 14. bis 17. ds. Mts. polizeilich
geſperrt. Vom 18. ds. Mts. erfolgt die Sperrung der Heidelbergerſtraße von der
Pfungſtädterſtraße bis zur Kirche für den durchgehenden Fuhrwerksverkehr auf die
Dauer von etwa 5 Wochen.
Es wird beſonders darauf aufmerkſam gemacht, daß vom 14. bis 17. ds. Mts.
ein Wagenverkehr von und nach dem Bahnhof Eberſtadt infolge der Sperrung nicht
erfolgen kann.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der
Polizei=
verordnung vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
(11983a
Darmſtadt, den 12. Mai 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Das Großh. Minſterium des Innern hat dem Vorſtand des Thüringer Muſeums
zu Eiſenach die Erlaubnis erteilt, je 25 000 Loſe der nunmehr noch zur Ausſpielung
gelangenden 5. und 6. Serie der Eiſenacher Muſeumslotterie innerhalb des
Großher=
zogtums zu vertreiben.
Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan dürfen in
jeder Serie 120 00 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen
nur mit dem heſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
(11960
Während der Zeit des Vertriebes der Loſe zur I. Klaſſe einer Königl. Preuß.
Klaſſenlotterie iſt Ankündigung Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat der Stadtgemeinde Friedrichshaſen
am Bodenſee die Erlaubnis erteilt, 10 00 Loſe à 2 Mk. der im Februar 1915 zur
Ziehung gelangenden Bodenſee=Uferſtraßen=Lotterie innerhalb des Großherzogtums
zu vertreiben. Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan
dürfen 75 000 Loſe à 2 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur
mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen. Während der Zeit des
Vertriebes der Loſe zur 1. Klaſſe einer Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie iſt An=
(11980
kündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
Straßenſperre.
Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die 21. Kreisſtraße Babenhauſen.-
Seligenſtadt von Zellhauſen bis Seligenſtadt (km 34,15—37,5) vom 15. Mai 1914 ab
bis auf weiteres für den Wagen= und Automobilverkehr geſperrt.
Die aufgeſtellten Warnungstafeln ſind zu beachten.
(11979
Offenbach, den 7. Mai 1914.
Großherzogliches Kreisamt.
Lochmann.
Verſteigerung im ſtädt. Leihamt Darmſtadt (Kiechſtr. 9).
Die im April 1913 verſetzten Pfänder Nr. 1 bis einſchließlich
Nr. 2829 (rotes Pfandſchein=Formular) ſind — ſoweit dieſelben bis
ietzt weder ausgelbſt noch deren Verſatzeit erneuert — von Montag,
den 18. Mai 1914 ab zur Verſteigerung heranzuziehen.
Es kommen zum Ausgebot:
Montag, den 18. Mai, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug
und Kleidungsſtücke;
Dienstag, den 19. Mai, von nachmittags 2 Uhr ab: Gold= und
Silbergegenſtände, Uhren, Ringe, Regulateure, Nähmaſchinen
und dergl.
Die Verſteigerung findet gegen ſofortige Barzahlung ſtatt.
Die Auslöſung verfallener Pfänder hat bis längſtens
Sams=
tag, den 16. Mai 1914, vormittags 12 Uhr zu erfolgen.
Der ſofortige Wiederverſatz ausgelöſter, verfallener Pfänder
kann vom 14. Mai 1. Js. ab großen Andrangs wegen nicht
mehr ſtattfinden.
(11141a
Darmſtadt, den 1. Mai 1914.
Die ſtädtiſche Leihamts=Verwaltung.
Paul.
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter A
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(11990
löſcht.
Darmſtadt, 9. Mai 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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Bekanntmachung.
Die Zuſchuß= und Sterbekaſſe Hahn, früher eingeſchriebene
Hilfskaſſe Nr. 27, hat ſich am 8. März 1914 aufgelöſt, beſtätigt durch
Senatsbeſchluß des Kaiſerlichen Aufſichtsamts für Privatverſicheruns
in Berlin. vom 22. April 1914. Dieſelbe iſt in Liquidation getreten
und iſt der ſeitherige Vorſtand zu Liquidatoren beſtellt worden.
Es werden nun alle Gläubiger, welche noch Forderungen an die
Kaſſe zu machen haben, aufgefordert, dieſelben bis längſtens zum
1. Junk 1914 bei dem Unterzeichneten einzureichen, ſpäter einlaufende
Forderungen bleiben unberückſichtigt.
(11840imd
Hahn, den 10. Mai 1914.
Der Vorſtand der Zuſchuß= und Sterbekaſſe Hahn.
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Roman von Fritz Gantzer.
(Nachdrück verboten).
Otto Behring hatte den leiſe grün behauchten und von
Maßliebchen geſprenkelten Rain längſt hinter ſich und
ſchritt ſchon auf dem ſich windenden Feldwege dahin. Er
ſchlängelte ſich durch Ginſtergebüſch und Brombeerhecken
und lief in ſanftem Fall zu Tal. Ab und zu lag ein
gra=
nitner Wanderſtein, zur Zeit des Eiſes über das Meer
gekommen, wie ein ſtummer Weggenoß zur Seite und lud
zum Ausruhen ein.
Ein Stück voran war einer dieſem Locken gefolgt.
Dort ſaß ein kleiner weißhaariger Herr, der trotz der
Frühe des Jahres ſchon einen breitkrempigen Strohhut
trug und, im merkwürdigen Gegenſatz zu dieſer noch nicht
kalendermäßigen Kopfbedeckung, mit ſeinem dicken
Win=
terüberzieher zu einem ſtillen Lächeln reizte.
Otto lächelte auch und muſterte den ſcheinbar mit einer
ihn ungemein intereſſierenden Tätigkeit Beſchäftigten. Das
kleine, dürre Körperchen des alten Herrn war ganz in
ſich zuſammengekrochen, das brillenbewehrte Auge auf
einen winzigen Gegenſtand geſenkt, den die Finger
vor=
ſichtig berührten. Als Behring dicht bei ihm war, ſah
der Vertiefte, durch den ſchnellen Schritt wohl dazu
ver=
anlaßt, auf.
Horibles odonata! Beim Zeus, er iſt’s! Alle
Hei=
ligen, endlich, endlich! Seit drei Jahren fahnde ich auf
das Bieſt! ſchrie er glückſtrahlend.
Deriten ver anſgeſprungen., Leihe ſünf guth mat
er. Aber ſehnig ſchien er, zäh und kerngeſund. Seine
ſtahlgrauen, buſchig bewimperten Augen leuchteten wie
die eines Jünglings und maßen den ihn mit
offenkun=
diger Verblüfftheit Betrachtenden. Nun lachte er. Das
heißt: Sie ſind nicht Horibles odonata, Verehrteſter. Das
iſt eine winzig kleine Eule, eine ſelten vorkommende Abarr
von Horibles mutatis. Sehen Sie hier! Er wies Otto
in rein wirrer Sammlerfreude einen winzigen,
braun=
grauen Schmetterling, der in einem Zyankaligläschen lag,
und hüpfte von einem Bein auf das andere. Während
des nicht enden wollenden Freudentanzes hatte Behring
Zeit, den kleinen Herrn genauer zu betrachten. Der
breit=
randige Panama trug eine Menge auf Inſeltennadeln
ge=
ſpießter, meiſt unſcheinbarer Schmetterlinge. Das ſah
un=
gemein verwunderlich aus. Der dicke Winterflauſch war
ſtark abgetragen und reichte weit über die Knie.
Vor=
witzig ſchauten ein kurzes und ein langes Hoſenbein aus
weißem Drell hervor.
Das iſt zum mindeſten ein Original, dachte der
Geo=
meter lächelnd.
Ja, immerzu, lächeln Sie nur, Verehrteſter, Beſter,
Schönſter, ſprudelte es ihm entgegen. Lachen Sie ſich doch
einen Krampf meinetwegen.
Verzeihung! unterbrach Behring verlegen. Es war
nicht im entfernteſten meine .
Pſt! Still, mein Lieber, Vergnügter, Froher! Sie
ſind im höchſten Grade beluſtigt über mich. Schadet nichts,
ſchadet nichts! Die herrlichen Trebnitzer nennen mich ja
unch den vernicten Schtneſern und eibergeſhuadten
Kalittenjäger”. Doa kümmt uns oll Kalitenſchieter met
ſien’m Bammelkittel und ſienm Strauhhut, ſeien ſe. Er
lachte wie ein Faun und machte eine Verbeugung. Ich
habe nämlich das Vergnügen, mich Ihnen als den
Prä=
zeptor Ludwig Bachhuber vorzuſtellen, der ſich des
Vor=
zuges rühmen darf, der Trebnitzer Jugend die heilige
Wiſſenſchaft in die vorzüglichen Köpfe zu trichtern, ſofern
ſich irgendwo Eingang zum Hirn findet. Und wenn ich
dieſe Seligkeit nicht zu koſten brauche, wie beiſpielsweiſe
heute, wo mich noch die wunderbaren Oſterferien erfreuen,
befleißige ich mich der „Kalittenjagd”. So, da haben Sie
meine halbe Lebensgeſchichte, Schönſter, Guteſter. . . .
Und Sie?
Otto Behring lächelte noch herzhafter denn vorhin
und nannte ſeinen Namen.
Angenehm. Und weiter nichts?
Ich bin Geometer.
Alſo der Schatten, der einem großen Ereignis
vor=
aufgeht. Der Vorläufer einer neuen Epoche für Trebnitz,
Gewiſſermaßen der erſte Pfiff von der Bahn.
Ludwig Bachhuber hatte während dieſer
merkwürdi=
gen Redewendungen ſeine Horibles odonata geſpießt und
zu den übrigen Schmetterlingen auf den Hut geſteckt. Nun
ſah er, den Kopf zur Seite neigend, luſtig zwinkernd zu
Behring hoch.
Ganz recht, nickte der zuſtimmend. Schatten,
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Des int des beineſten eigtadterois der bngpeige
Geometer.
Bachhuber reckte ſich auf und ſchlug dem vergnügt
Lachenden derb auf die Schulter. Sie ſind mein Mann,
Lieber. Sie ſind keine Trauerfahne. Solche Menſchen
muß man in unſerer ſauertöpfiſchen Zeit, wo alles
ſen=
ſibel, nervös, auf gut deutſch ſtark dreiviertel angekarrt iſt,
feſthalten. Hören Sie, Viellieber? Feſthalten. Er packte
beide Arme Behrings und ſchüttelte ihn, als habe er
einen von der Trebnitzer Jugend vor ſich, und lachte ſo
friſch und geſund wie ein luſtiger Bube, der mit dem
Aprilwind um die Wette läuft und ſich von ihm das
blonde Gelock zauſen läßt. Kommen Sie, Vergnügteſter!
Nun ſteigen wir ſelbander zu Tal.
Otto war es nur recht, ſich der Geſellſchaft des
klei=
nen, luſtigen Herrn noch länger erfreuen zu dürfen, und
ſtimmte lebhaft zu.
Im hurtigen Schritt folgten ſie dem ſich leiſe
winden=
den und gemach ſenkenden Wege. Trebnitz ſpielte
Ver=
ſtecken mit ihnen. Einmal zeigte es ſich den beiden
Män=
nern in ſeiner ganzen Ausdehnung, um dann hinter einer
Schonung oder jenſeits eines Hügels für kurze Zeit zu
verſchwinden. Nur das ſchwarzrote Dach des maſſigen,
plump auslaufenden Turmes der Feldſteinkirche blieb
ſtändig ſichtbar. Es berührte wie verſtändiges Alter, das
dem tändelnden Spiel lockerer Jugend ernſt und
gemeſſe=
nen Geſichts zuſchaut.
Ludwig Bachhuber wies zu ihm hinüber. Sehen Sie
meinen alten Freund dort. Den Burſchen mag ich. Der
iſt wie ein Bild unſerer Mark. Herbe, trotzig, ſchlicht.
MManchmal lächelt er ſonnig, ſo ſonnig warm. Sehen Sie,
wie eben jetzt.
Eine blanke Lichtwelle übergoß ſein graues Gemäuer
und tauchte es in Gold.
Das iſt ſchön, ſagte Otto Behring leiſe.
Schön? Junger Mann, das iſt viel zu matt
charakteri=
ſiert. Köſtlich, einzig, wunderbar, heilig iſt das. Liebſter,
hören Sie? Heilig. Und ſo kann das Land weitum auch
lächeln, wenn es der göttliche Baldur neu ſchmückt oder
wenn ihm die Fee des Sommers roten Mohn in das gelbe
Haar flicht, oder wenn es der Herbſt mit ſeinem Kuß
an=
flammt, daß es glüht, leuchtet, prunkt, brennt. Herrgott,
junger Mann, haben Sie ſchon mal einen im gloſtenden
Brand ſtehenden märkiſchen Laubwald geſehen an einem
Herbſtabend, ehe Helios die Tore ſeines Sonnenhofes
ſchloß?
Otto Behrings Augen ruhten in ehrlichem
Ueber=
raſchtſein auf der merkwürdigen Figur ſeines Begleiters.
Aber Sie ſind ja ein Dichter, Herr Bachhuber! ſtieß
er ſtatt einer Antwort hervor. Das klang, wie in einer
Beſtürzung geſprochen, ſo, als ſei „Dichter” gleichbedeutend
mit „Verbrecher”.
Ein meckerndes Lachen ſchlug an ſein Ohr. Mein
Allerverehrteſter, ebenſo gut könnten Sie mich Ihren
Groß=
vater nennen. Ich bin das eine ſo wenig wie das andere.
Hören Sie, Dichter gibt es nur n paar in Deutſchland.
Die ſind ſo dünn geſät wie, na, wie, ich weiß nicht gleich
wie. Mich armſelige Kreatur einen Dichter zu nennen,
kommt einer Beamtenbeleidigung gleich.
Aber Herr . .
Pſt, kein Aber, Liebwerker. Ich habe in bißchen Poeſie
im Leibe, weiter nichts. So’n Quentchen vielleicht. Na,
und die gehört zum Leben wie ein vergnügtes Lachen.
Die macht jung, froh, geſund. Und wer ſie nicht hat, der
iſt ein Jammerfilz. Hören Sie, Trauteſter, haben Sie
etwa keine Poeſie? Bei allen Heiligen, dann zehn Schritt
vom Leibe!
eme e etetet
ſeine Hände in entſchiedener Abwehr weit von ſich geſtreckt.
Poeſieloſe Menſchen ſind mir ein Greuel, Liebſter.
Der Jüngere lächelte. Ich dichte ſogar.
Sagt gar nichts. Sagt abſolut nichts, junger Mann,
Solche Gelegenheitsverbrecher beſitzen notoriſch keinen
Funken Poeſie.
Aber ich liebe unſere Mark.
Sehr ſchön. Die kann nur einer lieben, der Poeſie
hat. Gut, kommen Sie!
Schon beim nächſten Schritt blieb Bachhuber hart
ſtehen und ſah wie gebannt nach links. Da drüben gibt’s
noch ne kleine Ausbeute. Einige Galantetis ,gaukeln da.
Sehen Sie, jetzt iſt alle Poeſie futſch. Nun wird der
poeſie=
geſegnete Schulmeiſter gleich ein kaltherziger Mörder ſein.
Aber: Les extrémes se touchent, Liebſter. Auf
Wieder=
ſehen! Wenn Sie mal dem „Kalittenſchieter” Ihre
Ge=
genwart in ſeinem Hauſe ſchenken wollen, wird er ſich
freuen. Er wohnt gleich neben dem grauen Turm. Schief,
eng, aber gemütlich.
Die Verſicherung Otto Behrings, daß er gern
kom=
men würde, vernahm der vor Jagdeifer glühende
Samm=
ler nicht mehr. Er war ſchon mit einem elaſtiſchen Satz
über einen Graben geſprungen und ſtürmte querfeldein,
einer nach Süden abgedachten Halde zu. Sein
Winter=
flauſch flatterte in grotesken Schwenkungen auf, daß die
Beinkleider aus weißem Drell bis über die Knie hinauf
ſichtbar waren.
Otto Behring blickte ihm lächelnd nach und ſchritt
dann leichtfüßig weiter Sein vorläufiges Begehren ſtand
nun mit energiſchem Sinn nach Emilie Ehrenbergs
Mit=
tagstiſch.
(Fortſetzung folgt.)
Nrankurter Karsvericht Voh js. Aar 19z.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
(2
27.
Eäe
ſ
pr. .
Schweden v. 1890.
Moskau-Kasan . . . . . . .4½ 94,30
Frankf. Hypothek.-Bankl 10 213,50Gelsenkirchen Bergw. . . 11 180½
Staatspapiere.
Pfandbriefe.
87,30
Serben steuertrei
do. . . . . . . . . . . . . .
do. do. Kred.-Ver. 8½ 1155,80Harpen Bergbau. . . . . e11 1176,25
100,30 do. amort. v. 1805 ::
78,90Wladikawkas. . . . . . . .
Dt. Reichsschatzanw.
100,00 Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 116,40Kaliwerke Aschersleben-10 (136,80
85,20 Berliner Hyp.-Bk.-Pf. .
98.60 Türk. Egypt. Tribut
Rjäsan-Koslow . . . . . .
93,60Nation.-Bank f. Deutschl.
111,50 Kaliwerke Westeregeln . 13 203,25
Dt. Reiohsanleihe p. 19187
do, unkdb. 1918. . . .
98,80 do. kons. steuerfreie .
88,00 Portugies. Eisenb. v. 1886
93,75 Pfälzische Bank . .
63,40) do.
122,50Königin Marienhütte . . 6 81,00
do. . . . . p. 1925
1919. . . .
86,70
do. Admin. v. 1903.
76,80 40. . . . . . . . . . . . . . 4½ 86,50 do,
94,75Reichsbank . . . . . .
8.43 136,20 1Laurahütte . . . . . . . .
§ (143,00
(o. . . . . .
1921. .. ..
77,70
do. unif. v. 1903. .
Livorneser . . . . . . . . . . 24/10 69,20
95,75 Rheinische Kredit-Bank.
126,50 TOberschles. Eisenbed.
do. . . . . . . . ..
6 82,80
1922. . . .
do.
100,30
do. v. 1905. . .
4 72,701Salonique Monastir. . . .
84,30 A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
109,40 MOberschl. Eisen-Industrie 3 I 68.00
Freußische Schatzanw.
3 60,50) do. . . . . . . . . . . .
91,20Ungarische Staats-Rente
95,00 Wiener Bank-Verein . . . 8 1130½ Phönix Bergbau ..
Bagdadbahn . . . . . . . . 4 77,30 do. Komm.-Obl. unk. 1918
Staffelanleihe.
18 230,75
86,70) 1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 89,80Anatolische Eisenbahn .4½ 90,25 Frankt. Hyp.-Bk. pr. 1910
6500
Rheinische Braunkohlen 10 230,00
Consols .
77,601 Ungar. Staatsk.-Scheine
96,00
Missouri-Pacitic I.
Riebeck Montan . . . . . . 12 1192,00
do. . . . . . .
4 90,20 do. „ 1915 .. .
Aktien von Trans-
97,00
V. 1913 . . . . . . . . . . . .4½ 98,50
do. do. v. 1905 . . 4 —
96,50
South West.-Afr. Shares . 5 1117½
Badische Staats-A
, 1920 .. .
do.
86,40) vort-Anstalten.
3½ 88,00 do. Gold-Rente. . . .
82,40Northern-Pacific. . . . . . 4 94,90
do, V. 92/94 .
de. Ser. 12—19. . . . .
do. Staats-Rente 1910
1128,40
80,60 1Jouthern-Pacific . . . . . . 4 I 91,80 Kommunal-Oblig. Scr. 1,
Hamb.-Amerika-Packetf.
do:. .. .
do.
2
97,10
Verzinsliche
Kr. 4 81,10 St. Louis & San Francisco
(111,50
Baverische Ablös.-Rente:
86,50 INorddeutscher Lloyd.
unkdb. 1910 . . . . .
97,80Argent. innere Gold-Anl.
116,00 Anlehenslose. 2t.
Tehuantepec . . . . . . .
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906
Frankfurt. Schleppschiff.
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
97,80
v. 1887 5
94,001Südd. Eisenb.-Gesellsc
Ungar. Lokalbahn . . . . 5 98,50
do. unkdb, p. 1918 .
Ser. 15—42
131,00Badische . . . . . TIr. 100 4 —
97,80 do. äußere v. 1890 . . . 5 99,80
94,90 Anatol. Eisenb. 60%-Akt
do. unkdb. p. 1920 . .
do. . . . . . . „ 48—49
115,00 Cöin-Mindener . Tlr. 100 3½143,30
do. innere v. 1888
Provinz-Anleihen.
4½
96.00Baltimore
E.-B.- u. Allgem. Anl.
do. unk. 1922 „ 52
6 91½ Holländ. Komm. . H. 100 3'115,55
98,50 do. äußere v. 1888 .
88,60Canada .
unkdb. p. 1930
4½
96,70
10 191,75 IMadrider
do. „ 1913. . . . . .
. . Frs. 100 3
Rheinprov. Obl. Em.
do. v. 1897 . . . . . .
85,00
86,50 Schantung.
do. Anleihe .
3½ 87,00
do. Ser. 45 . . .
7½ 1139,50 Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 141,60
do. Em. 10 . .
76,00 Chile Gold-Anl. v. 1911.
5 93,10
Prinz Henry.
do.
3 83,50 Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
153,00 AOsterreicher 1860er Lose .
do. „ 9. . .
do. v. 1889 . . .
98,00
4½ —
96,90 Lombarden .
Hamburger Staats-Anl.
3½ —
Ser. 12, 13, 16
21,00Oidenburger. . . . TIr. 40 3 128,50
*4½ — Posen Prov.. ..
do. v. 1906 . . . .
96,90 Pennsylvania.
do. v. 1887/94
4 95,90
14, 15, 17I
6 1111,00Raab-Grazer . . . . H. 1502½
do. . . . .
6‟ — Westfalen Prov. V.:
79,20 Chines. St.-Anl. v. 18.
97,40
do. . . . . . . .
95,80
do. unkdb. 1920 . . . .
99,10 Hess. Prov. Oberhessen.
97,25 do. v. 1896
Hessische Staats-Anleihe
97,50
do.
1923 . . ..
Industrie-Aktien.
do. Starkenburg.
97,30
do. Reorg. Anl.
84,20
do. unkdb. p. 1921
5 87,60
do. Ser, 1, 2, 6—8 . . .
Mk.
Unverzinsliche
84,80 do. v. 1898 . .
D19
4½
84.20Badische Anilin-Fabrik . 28 1655,00
do. . . . . . .
Städte-
do.
„3—5 . . . . . . .
p. St.
Anlehenslose.
75.20Japaner . . . . . .
84,20 Chem. Fabrik Griesheim 14 (249,50
4½ 89,00
do. . . . . . . . ...
do. kündb. 1915.
Obligationen.
Sächsische Staats-Rente 3 77,60Innere Mexikaner.
96,90 Farbwerke Höchst . . . . 30 599,75 Augsburger .
64,15
. A. 7 35,00
do. Komm. unk. 1913
Außere do. v. 1899
Württembg. Staats-Anl.
96,90 Ver. chem. Fabr. Mannh., 20
5 I 84,50 1Darmstadt.
4
TTIr. 20 1202,00
do.
Braunschweig
„ 1914
98,40 Mexikan. Gold v. 1904 .
(unkdb. p. 1921).
97,10Zement Heidelberg . . . . 10 1148,70 Mailänder
69,50
do. . . . .
Pe. 45
3½ 87,40) d0. „
„ 1916
87,85
do. cons. . . . . . . . .
do. v. 79/80 . . .
97,401Chemische Werke Albert 30 447,20
97,00
3 41,50Frankfurt .
Fs. 10
„ 1920
do.
do.
do. Irrigat.-Anleihe
77,60
do. . . . . . . .
97,50Holzverkohl. Konstanz i 15 1306,50 Meininger .
68,00 do. . .
.. 1.7 1 37,75
88,80) do.
1923
5 95.80 Buenos-Aires Prov.
Bulgarische Gld.-Anl.
84,20TLahmeyer . . . . . . . .
94,50
A. 100 59400
— Osterreicher v.
63,75 Sießen
do. verlosb. u. kündb. S
Tamaulipas . .
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1,6
84,15 Schuckert, Nürnberg. . . 8 146,20
A. 100 539,00
67,00) do. . . .
87,00
v.
do.
unktäb. 1915
do.
do. v. 1887 Monopol 19/ 51,50Sao Paulo E.-B.
94,60 Siemens & Halske. . .
Heidelberg.
A. 100 1457,00
12 1211.00 Ungar. Staats
91,00 Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
do. v. 1913 . . .
Italienische Rente, . . . . 3½
95,80 Bergmann Elektr. .
3½ 86,10
5 97,00 do. . . .
Fs. 30 74,00
5 1122,00 Venediger . . . . .
do. unkdb. 1922. . . . .
Osterr. Staats-R. v. 1913 . 4½ 91,60 Siam v. 1907. . . . . . . . . 4½ 95.00 Karlsruhe .
86,00Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 (242,00Türkische . . . . .. Fs. 400 166,80
4 94,90
do. .
e
do. Silber-Rente . . . . 4½! 85,40
25 333,25
Hagen Akkum..
do. . . . .
3½ 86,90Rheinische Hyp.-Bk, Pfb.
Prioritäts-
do, Papier-Rente . . . 4½
Magdeburg
4 —
94,00 1Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (177,00 Gold, Silber und
unkdb. 1917
Obligationen.
do, Gold-Rente . . . . . 4 85,80
Gummi Peter .
Mainz . . . . .
93,7
4 95,00
1919
do. . . . . .
Banknoten.
do. einheitl. Rente . . 4 82.05Südd. Eisenb.-Gesellsch.
94,00Adler-Fahrradwerke . . . 25 333,00
3½,
do. . . .
1921
do. . . . . .
v. 1895/97
Portug. Tab-Anl. 1891 . . 4½ 97,60
96,20Maschinenfabr. Badenia . 6 1130,00Engl. Sovereigns. . .
84,30Mannheim .
4 95,65
2044
1924
Go. . . . .
do, inn. amort. 1905 . .
„ v. 19043½
84,60 Wittener Stahlröhren . . 0
16,28
do. . . .
3½ 86,20
74,10
20-Franks-Stücke . . . .
do. . . . . . .
do. unif. Serie I .
61,60 Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
München . .
415
95,20 Motoren, Oberursel . . .8½ 155,00Amerikanische Noten .
4 96,00
do. Komm. unk. 1923
III,
do. „ 7
64,701 Oblig., gar. v. d. Stadt
96,00 Gasmotoren, Deutz . .
Nauheim .
20,51
3½
9 120,50Englische Noten . . . .
1924 .
do.
Darmstadt.
do. Spezial Titel.
81,40
. .
96,80) Siemens Glas-Industrie . 15 1220,00Französische Noten.
4 93,85Nürnberg .
9,70
4 95,00 jSüdd. Bod.-Kred.-Pfdbr. .
Zamänen v. 1903 . .
99.90 Nordd. Lloyd-Obüigat.
88,10Enzinger Filter .
(169,10
do. . . . . .
3½ 85,80
23 288,00Holländische Noten
4½
...
do. .
do. Gold v. 1913. .
91,40 Donau-Dampfschiff. v. 82
81,10
Steaua Romana.
91,50 lOffenbach . .
10 1143,50 Italienische Noten. . . . . .
4½ 95,50
do. Schatzsch. v. 1913
100,001 Elisabethbahn.
4 90,80 do. v. 1914 . .
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1178,50 Osterr.-Ungarische Noten. . 85,10
4
do. conv.
85.001 Franz-Josef-Bahn: .
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831221,00 Russische Noten . . . . . . .
do. . . . . . . . . . . . . .3½
4 1 87,50
Bank-Aktien.
do. v. 1890 ₰
93,60 Kaschau-Oderberger v. 89
Neue Boden-Aktien-Ges.
Wiesbaden. . . . . . . . . . 4
82,50 Schweizer Noten. . . . . . . . 81,30
do. v. 1891
Süddeutsche Immobilien 0 60,80
87,00 Prag-Duxer . .
do. . . . . . . „
..3½
.. . 3 71,40
Bank für elektr.
Unter-
do. v. 1905
85,00Osterreich. Staatsbahn . 5 1101,70 Worms . . . . . . ..
. . 4 95,10 nehmungen Zürich . . 10 1192,00
do. v. 1908 .
do. . . .. ..
G0. . . . . . . . . . . „
Reichsbank-Diskont
Bergwerks-Aktien.
85,00
Berg.-Märkische Bank. .
do, v. 1910 . .
d6. . . . . . . . ..
73,20 Lissabon v. 1888 . . . . . .
do. Lombard Zsf.. . 5
Berliner Handelsges.. . . 8½ 1152,50
85,0
Russische St-Anl. v. 1905
do. Südbahn (Lomb.) .
98,50Moskau v. 1912 . . . . . . .4½ 94,00 Darmstädter Bank . . . . 6½ 116,60 Aumetz-Friede .
12 156,00
98,10
do. kons. v. 1880 .
do. d0.
Stockholm v. 1880 . . . . . 4 92,00 Deutsche Bank. . . . . . .12½/240,80 1 Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 220.00
,. „
70,80
Tendenz:
86,60
do. Gold v. 1890
do.
do.
50,80Wien Komm. . . . . . . . .
„
Deutsche Vereinsbank. 6 118.10Leonhard, Braunkohlen. 9 1159,00 Uneinheitlich, später schwach.
do. v. 1902 . . .
Raab-Oedenburg . . . . .
76.50 Wiener Kassenscheine .
a 98,80 Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk.! 6 112,40 1 Konkordia Bergbau ..
23 (350 00
89,60
Schweden v. 1880. .
Kronprinz Rudolfbahn .
86.40 Zürich v. 1889 .
Disk.-Kommand.-Ant. . . 10 187,55 Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 124.80
... . 30
do. v. 1886 .
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6 191,30 Dresdner Bank . . . . . . .8½ 149,60 Eschweiler . . . . . . . .
86,00 Russ. Südwest . .
10 227,80
84,60
Sandei und Vorkekr.
— Frankfurt a. M. 13. Mai. (Börſe.) Die
geſtern an der Börſe zum Durchbruch gekommene beſſere
Stimmung konnte ſich auch zu Anfang auf den heutigen
Verkehr übertragen und zeigten beſonders Montanwerte
gegen den geſtrigen Schluß befeſtigte Notierungen. Deutſch=
Luxemburger und Phönix=Aktien ſtellten ſich zirka 1
Pro=
zent höher. Die früher erwähnten Ausſichten auf das
Zuſtandekommen des Röhrenſyndikats, ſowie vereinzelte
Deckungen wirkten ebenfalls auf die Befeſtigung der Kurſe
ein. Im Veclauf der Börſe konnten ſich die gebeſſerten
Kurſe jedoch nicht voll behaupten, da es dem Markt an
neuen Käufern mangelt und die Auslandsbörſe durch ihre
ſchwankende, unſichere Haltung zur Zurückhaltung mahnen.
Die übrigen Marktgebiete wieſen nur geringe
Kursver=
änderungen gegen geſtern auf und der Schluß geſtaltete ſich
bei ſehr ſtillem Geſchäft wieder ſchwächer, ſo daß die
an=
fänglichen Kursbeſſerungen zum größten Teil wieder
ver=
loren gingen. Der Kaſſamarkt war wenig verändert.
Ten=
denz uneinheitlich, ſpäter ſchwach.
* Die neu herausgegebene 4½prozentige
Mannheimer Stadt=Anleihe wurde dieſe Woche
an der Börſe notiert und lautete geſtern die Notiz 102¾
B. u. G.
— Schiffsliſte für billige Briefe nach
den Vereinigten Staaten von Amerika (10
Pfennig für je 20 Gramm.) Die Portoermäßigung erſtreckt
ſich nur auf die Briefe, nicht auch auf Poſtkarten,
Druck=
ſachen uſw. und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten
Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten
Amerikas, z. B. Canada. Prinz Friedrich Wilhelm” ab
Bremen 16. Mai, „Kaiſer Wilhelm II.” ab Bremen 19. Mai,
Kaſein Augtiſe iloriah e e e e Aat,
Aron=
prinz Wilhelm” ab Bremen 26. Mai, „Imperator” ab
Hamburg 27. Mai, „George Waſhington” ab Bremen 30.
Mai, „Kronprinzeſſin Cecilie” ab Bremen 2. Juni,
„Vaterland” ab Hamburg 6. Juni, „Kaiſer Wilhelm der
Große” ab Bremen 10. Juni, „Preſident Lincoln” ab
Ham=
burg 11. Juni, „Prinz Friedrich Wilhelm” ab Bremen 13.
Juni. (Poſtſchluß nach Ankunft der Frühzüge.)
Alle dieſe Schiffe, außer „Preſident Lineoln” ſind
Schnelldampfer oder ſolche, die für eine beſtimmte Zeit vor
dem Abgange die ſchnellſte Beförderungsgelegenheit bieten.
Es empfiehlt ſich, die Briefe mit einem Leitvermerke wie
„direkter Weg” oder „über Bremen oder Hamburg” zu
verſehen.
* Kameruner Bananen. Am Samstag, den
9. Mai, lief auf der Werft von Joh. C. Tecklenborg A.=G.,
Geeſtemünde, die erſte der beiden für die Firma F. Laeisz,
Hamburg, im Bau befindlichen Bananendampfer, welche
einen neuen, in Deutſchland bisher noch nicht gebauten
Typ darſtellen, glücklich vom Stapel. Die Dampfer ſind
ausſchließlich für den Transport der auf den Kameruner
Plantagen der Firma Laeisz geernteten Bananen
be=
ſtimmt. Das Schiff, das den Namen „Pungo” erhielt,
be=
ſitzt bei einer Länge von 123,5 Metern eine Tragfähigkeit
von 4600 Tonnen. Beſonders intereſſant ſind die für die
Aufbewahrung der Bananen getroffenen Einrichtungen.
Neun Ladebäume aus Mannesmannrohr für je drei
Ton=
nen Tragfähigkeit bringen die Fruchtbündel in die beiden
vor und hinter dem Maſchinenraum gelegenen großen
Laderäume, die ihrerſeits durch vier Decks untergeteilt
ſind. Hier werden die Bündel in zwei Schichten zwiſchen
Lattengeſtellen aufgeſtapelt. Die Wände der Laderäume
ſind ſorgfältig und eigenartig iſoliert, um ein
Eindrin=
gen der Wärme zu verhüten. Die künſtliche Kühlung ge=
ſchieht derart, daß Luft durch zwei
Kohlenſäurekältemaſchi=
nen mit Hilfe ſoledurchfloſſener Rohrſchlangen abgekühlt
und mittels Ventilatoren durch die Laderäume gedrückt
und geſaugt wird, die hierdurch auf der gleichbleibenden
Temperatur von 10 bis 12 Grad Celſius gehalten wird.
Die Frucht wird bekanntlich in unreifem Zuſtand gepflückt
und verfrachtet, um dann am Beſtimmungsort einen
Nach=
reifeprozeß durchzumachen.
Landwirtſchaftliches.
* Die Maul= und Klauenſeuche wurde
feſt=
geſtellt in zwei Rindviehbeſtänden zu Rodheim, Kreis
Friedberg. Ferner in den Beſtänden eines
Großvieh=
ſchlächters zu Mergentheim, württemberg. Jagſtkreis; die
Einſchleppung geſchah von Augsburg.
— Frankfurt a M., 13. Mai
Schlachtvieh=
markt (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1706 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
Mark: Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 45—48
(60—61), vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebend=
gewicht 44—46 (57—59), vollfleiſchige Schweine übeg 2
Zentner Lebendgewicht 44—48 (58—60), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 44—48 (58—60).
Marktverlauf: Geſchäft ziemlich rege, bleibt Ueberſtand.
F.C Frankfurt a. M., 13 Mai. (
Kartoffel=
markt.) Man notierte: Kartoffeln im Waggon 6,50 Mk.,
Kartoffeln im Detail 7,50 Mk. Alles per 100 Kilo.
F.C Frankfurt a. M., 13. Mai. (
Frucht=
markt.) Weizen, hieſiger, 21½—21¾, Weizen, Kurheſſ.
21½—21¾, Franken, Pfälzer, Ried 16½—17¾, Roggen
17½—18, Gerſte (Wett.) 16¾—17¾, Hafer 17—18, Mais
15—15¾.
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Kongreſſe und Verbandstage.
* Heidelberg, 12. Mai. Der zweite
Kon=
greß des Allgemein Poſitiven Verbandes
wurde heute mit einem überwältigend beſuchten
Feſt=
gottesdienſt in der Heiliggeiſtkirche eröffnet. Prälat von
Römer=Stuttgart hielt die Feſtpredigt auf Grund des
Schriftwortes Hebräer 13, Vers 8 und 9. Um ½9 Uhr
er=
öffnete der 1. Vorſitzende, Paſtor Bernbeck aus
Okar=
ben, die öffentliche Verſammlung, die die große
Stadthalle bis auf den letzten Platz füllte. Er gab einen
Rückblick auf die Arbeit des Verbandes und den erſten
Kongreß in Berlin und bemerkte: Im poſitiven Lager iſt
nicht alles auf einen Ton in dogmatiſcher Hinſicht
abge=
ſtimmt; aber wir finden uns zuſammen, trotz dieſer
Nüan=
cierungen. Wir laſſen uns den häuslichen Frieden nicht
ſtören durch Uebergriffe aus dem liberalen Lager. Aber
wir bedauern die Art der Polemik auf liberaler Seite.
Jetzt ſind 33 Organiſationen im A. P. V. vereint. Er iſt
die Vertretung des poſitiven Chriſtentums. Eine
Auf=
wärtsbewegung des konſervativenProteſtantismus’ iſt
feſt=
zuſtellen. Der theologiſche Liberalismus hat Fiasko
ge=
macht unter den Arbeitern und den Gebildeten. Der
Nach=
wuchs wendet ſich ab von dieſen Kreiſen, die das Herz
leer laſſen und die Fundamente des Bekenntniſſes
an=
taſten. Gerade in Baden ſoll daher die nie veraltende
Herrlichkeit des Bekenntniſſes gezeigt werden, wo die
Stürme um das Bekenntnis toben. Mit Dankes= und
Begrüßungsworten ſchloß der Vorſitzende, dem lauter
Bei=
fall dankte.
Anſtelle des erkrankten Profeſſors D. Bornhäuſer nahm
D. Philipps=Charlottenburg das Wort zu dem
Vor=
trag über das Thema: „Das Bekenntnis der
Kirche nicht eine Parteifrage, ſondern eine
Lebensfrage‟. Es handelt ſich bei der Frage nach
dem Bekenntnis um Sein oder Nichtſein der Kirche, nicht
um Parteifragen. Das Hauptbekenntnis iſt das
allge=
mein bekannte, auf Heilserfahrung gegründete
Apoſtoli=
kum, das der Redner, ohne es noch zu nennen, in
ſchar=
fen Umriſſen ſkizziert. Schlichte bibliſche Ausſagen
lie=
gen hier vor, die Luther in ihrer Bedeutung für uns
klar=
gelegt hat. Keinen Stein aus dieſem Turm des
Bekennt=
niſſes laſſen wir ausbrechen, da ſonſt alles
zuſammen=
fallen könnte. Hypotheſen und angebliche Ergebniſſe der
Wiſſenſchaft können es nicht umſtoßen. Bei einzelnen
Punkten wollen wir nicht über Zwirnsfaden ſtolpern.
Aber wir laſſen uns nicht den Inhalt rauben, indem man
die Form antaſtet. Bei gemeinſamem Glaubensbeſitz läßt
ſich über Formen wohl reden. Es liegen im Bekenntnis
keine Parteifragen vor ſondern es iſt eine Lebensfrage
für unſere chriſtliche Kirche. Lebhafter Beifall folgte den
etwa einſtündigen Ausführungen des eindringlichen, zu
Herzen gehenden Vortrags, an den ſich eine angeregte
Diskuſſion anſchloß.
Turnen, Spiele und Sport.
* Main=Rhein=Gau (Deutſche Turnerſchaft). Man
ſchreibt uns verſpätet: Die am Sonntag auf dem
Darm=
ſtädter Exerzierplatz abgehaltenen Frühjahrs=Wettſpiele
rfreuten ſich einer guten Teilnahme. Nicht weniger als
47 Mannſchaften, zuſammen 235 Turner, traten unter
Lei=
tung des Gauſpielswarts Martin=Pfungſtadt an. Es
wurde nur Fauſtball und Fußball geſpielt, während
Schleuderball und Tamburinball, da keine Gegner
vor=
handen waren, ausfallen mußten. Die Spiele fanden
trotz des heftigen Windes eine gute Durchführung, ſo daß
nachſtehende Reſultate erzielt werden konnten: Fauſtball.
A=Klaſſe: Lehrer=Turnverein Groß=Gerau gewann gegen
Tv. Arheilgen und Tgſ. Walldorf I Werkſtätte III
Darm=
ſtadt, I. Mannſchaft, gewann gegen Tv. Pfungſtadt I und
Tv. Groß=Gerau. Tv. Walldorf I gewann gegen Tgd.
Beſſungen III und Tgſ. Walldorf II. Tad. Beſſungen I
gewann gegen Tgſ. Walldorf II und Tgd.
Sprendlin=
gen I. Turnerbund Nauheim gewann gegen Tgd.
Darm=
ſtadt I und Tgd. Sprendlingen. Tv. Groß=Gerau gewann
gegen Tgd. Darmſtadt II und Tgd. Beſſungen II.
B=Klaſſe: Turnverein Erbach gewann gegen Tv.
Rüſſels=
heim und Akad. Tv. Alemannia‟ Darmſtadt. Tv.
Die=
burg gewann gegen Tgd Egelsbach und Tv. Nieder=
Roden und Tgd. Darmſtadt I. Tgſ. Walldorf II gewann
gegen Tv. Pfungſtadt II und Tv. Rüſſelsheim. Tgd.
Nie=
der=Roden gewann gegen Tgſ. Darmſtadt und Tv.
Wor=
felden. Tv. Nieder=Roden gewann gegen Tgd.
Sprend=
lingen und Akad. Tv. „Alemannia‟ Darmſtadt. Tgd.
Sprendlingen II gewann gegen Tv. Rüſſelsheim =und
Tgd. Egelsbach. Tv. Worfelden gewann gegen Tv. Meſſel
und Tv. Pfungſtadt. Tv. Meſſel gewann gegen Tgſ.
Darmſtadt und Tv. Langen. — Fußball: Tv. Arheilgen
gegen Tv. Erfelden mit 1.0 Toren. Tgd. Sprendlingen
gegen Leib=Dragoner 24 mit 422 Toren. Tv. Arheilgen
gegen Tgd. Babenhauſen mit 211 Toren. Tgd.
Beſſun=
gen gegen Tgd. Egelsbach mit 111 Toren. Tgd.
Sprend=
lingen gegen Tgd. Babenhauſen II mit 000 Toren.
** Darmſtädter Sportklub 1905 E. V. Während in der
Leichtathletik=Abteilung des D. S.=C. ſchon alle
Vor=
arbeiten für das am 21. Juni ſtattfindende Sportfeſt feſt
im Gange ſind, wartet die Fußball=Abteilung noch mit
einigen ſehr intereſſanten Wettſpielen auf. Schon am
kom=
menden Sonntag ſehen wir die beſtbekannte Pfungſtädter
Germania=Mannſchaft hier und die nächſten Sonntage
führen uns die Liga=Mannſchaften Germania”=Bieber
und Karlsruher Fußball=Verein als Gäſte zu. Das
Wett=
ſpiel am nächſten Sonntag dürfte beſonderes Intereſſe
er=
wecken und eine anſehnliche Sportgemeinde auf den
Sport=
klubplatz locken. Pfungſtadts Mannſchaft hat ſich ſeit ihrem
letzten Hierſein bedeutend verbeſſert, insbeſondere hat der
Sturm durch den neuen Rechtsaußen bedeutend an
Durch=
ſchlagskraft und Torſchuß gewonnen. Aber auch
Sport=
klubs Elf hat ſich in ihrer Form wieder gehoben, was das
hohe Reſultat am Sonntag gegen Offenbach zeigt. Die
Verteidigung Müller-Krüger im Verein mit Walter im
Tor dürfte ein ſchlecht zu nehmendes Hindernis ſein.
Hieran anſchließend eine zähe, ausdauernde Läuferſeite
und ein ſchußfreudiger Sturm geben der Sportklub=Elf
wieder eine anſehnliche Spielſtäcke, die nach eifrigem
Training noch verbeſſert werden kann.
sr. Lawn Tennis. Das Wiesbadener Lawn
Tennis=Turnier brachte am letzten Spieltage die
Begegnung zwiſchen H. Kleinſchroth=München und
Berg=
mann=Dresden. Der Dresdener ſpielte im allgemeinen
recht unſicher und unterlag mit 1:6, 3:6 gegen H.
Klein=
ſchroth, der mit ſeinem Bruder Robert, ſowie dem
Fran=
zoſen Gault aus Paris als letzte Teilnehmer eingetroffen
waren In der Damen=Meiſterſchaft von Wiesbaden ſiegte
Fräulein M. Bamberger mit 611, 0:6, 6:3 über Fräulein
Tripp. Im Einzelſpiel um den Wiesbadener Pokal
ſtan=
den ſich Lüdke und Otto — gegenüber. Nach
intereſſan=
tem Verlauf ſiegte ſchließlich Otto — knapp mit 6:4, 644.
sr. Willi Poege *. Der bekannte deutſche
Automobi=
liſt und Herren=Rennfahrer Willi Poege iſt am Montag
in Bad Nauheim im Alter von 44 Jahren einem ſchweren
Herzleiden erlegen. Poege, der in ſeiner Jugend ein
eifri=
ger Radler war und ſich auch an Radrennen beteiligte,
wandte ſich im Jahre 190 dem aufblühenden
Automobl=
lismus zu, in welchem Sport er bis zum Jahre 1910
große Erfolge in internationalen Wettbewerben als
Renn=
fahrer errang. Auch als Aviatiker hat ſich Poege kurze
Zeit verſucht.
Gewinnauszng
der
4. Drenßiſch-Füddentſchen
(230. Königlich Prenßiſchen) Klaſſenlatterie
5. Klaſſe 4. Ziehungstag 12. Mai 1914
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
iu den beiden Abteilungen 1 und II.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 10000 Mk. 62337 181174
2 Gewinne zu 5000 Mk. 47780
66 Gewinne zu 3000 Mk. 15599 46768 54676 59620
73207 78179 78687 79271 80899 83895 89171 95529
114055 122614 130434 130505 130584 146577 159299
177719 178641. 188158 197493 205477 210313 212870
216556 220166 220578 228159 228301 231059 231417
150 Gewinne zu 1000 Mk. 384 3690 7309 9483
10340 13992 16949 17537 17577 24048 24326 31478
32098 36489 36500 37733 39558 39945 42163 47235
47883 48613 52544 54976 56633 61328 64044 67861
70668 73296 73618 74096 78695 80283 81373 82922
83894 85344 90646 93590 95964 99290 103008 106140
109268 120426 123421 124856 128708 131607 132846
134395 136488 141544 142350 143820 156320 162244
169199 169219 177150 179498 187738 187836 188573-
197896 201913 202295 204196 212234 218907 229369
230463 231519 233458
190 Gewinne zu 500 Mk. 691 3994 12194 14096
15246 20495 20795 21318 22571 32961. 39544 40490
41839 43816 49347 50411. 62106 63264 65937 67037
72483 73966 78606 78676 81325 82011 87653 88534
89959 90007 90090 95233 97365 101177 101326
102810 103093 116117 116533 116753 123677 125515
126930 128165 128621 126665 132405 132585 134131
134335 134955 140421 143804 144849 146412 147971
147994 150281 152840 153853 155195 155760 160590
160640 162824 165894 167441. 169640 170827 172038
172530 172953 174015 177874 178619 179081 179702
179901. 180827 181210 182227 182804 187604 188629
191676 192986 201649 206436 213930 216685 217315
219996 224550 226246 228651.
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
4 Gewinne zu 15000 Mk. 30644 80310
4 Gewinne zu 10000 Mk. 65258 228138
4 Gewinne zu 5000 Mk. 47654 188417
80 Gewinne zu 3000 Mk. 5909 6584 23532 26665
37960 38639 42450 42878 54389 63176 65396 67049
89281 69295 69932 91843 93898 106333 113901
113916 118028 120414 138449 141959 160056 165855
169854 169900 187877 192916 195308 197134 197908
200656 2204900 206590 212391 214235 224038 232561
160 Gewinne zu 1000 Mk. 1441 2489 4281 6779
8098 10488 14537 14593 20068 23096 24066 25480
30910 35919 37751 41240 44232 51712 59331. 60993
51231. 69581. 78867 78875 83073 83766 83829 85518
86965 87117 87486 89608 90198 98828 106752 107520
109998 113670 116725 117764 125086 126936 127599
130664 131211 132267 139720 143863 149380 151789
153534 153848 153941 154227 154859 155430 157921.
158652 165676 168440 168754 169552 183864 185321.
187719 190637 192705 198467 207771. 207910 207938
217272 218266 220408 220488 224164 230384 231187
232346 232354
168 Gewinne zu 500 Mk. 858 8742 12491 17829
18046 26300 29430 30045 32126 36382 36580 39454
42482 42830 43360 46392 48910 49988 50157 50476
50585 55832 56576 64712 66286 68326 71302 73355
76820 78915 81615 86773 87331 88713 90269 94084
97029 97942 99541. 99631 100010 101170 101777 111253
111866 112973 114712 118420 123015 123449 130247
133214 135274 136277 138091 140541. 140840 144142
157578 158147 158355 159239 165794 168132 182866
182965 183414 186170 186196 191467 199809 202885
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Es kommen in jedem Programm 6 deutsch ſprechende u. ſingende Films zur Vorführung.
Alles hier Gebotene iſt eine Aufſehen erregende Neuerung auf dem Gebiete der
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matographie. — Es herrſcht nur eine Stimme des Lobes und der Verwunderung über dieſes
geniale Werk.
Aussprüche allerhöchster und hoher Herrschaften:
Kaiſer Franz Joſeph I.: Ich freue mich, daß man mir Gelegenheit gab, dieſe gewaltige Erfindung kennen zu lernen.
Das iſt ja Leben, vollſtändiges Leben, eine wunderbare Erfindung.
König Georg von England: Ich bin entzückt über die Erfindung dieſes Wunderwerks.
König Ludwig von Bayern: Jetzt ſtirbt man nicht mehr. Im Weſen des Kinetophons liegt die Unſterblichkeit.
König Wilhelm von Württemberg: Nun iſt auch dieſes Problem gelöſt. Man hat minutenlang das Empfinden, nicht
Bilder, ſondern lebende Menſchen vor ſich zu haben.
Großherzog Friedrich von Baden: Die Vorſtellung hat mich außerordentlich intereſſiert und meine Erwartungen
über=
troffen. Der Synchronismus ſtimmte bis ins kleinſte Detail.
Großherzog Ernſt Ludwig von Heſſen: Mich hat eine einmalige Vorſtellung des Kinetophons zu ſeinem dauernden
Freund gemacht.
Der Erfinder Thomas A. Ediſon: Es iſt nach meiner Ueberzeugung mein reifſtes und ſchönſtes Werk.
Anfang der Vorführungen nachmittags 3 Uhr und finden ununterbrochen bis 11 Uhr
abends ſtatt. — Preiſe der Plätze: III. Platz 50 Pfg., II. Platz 75 Pfg., I. Platz 1.10 Mk.,
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Großherz. Hoftheater.
Donnerstag, den 14. Mai 1914.
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Fidelio.
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Muſikal. Leiter: Willem de Haan.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
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Nach der Kerkerſzene im 2. Akt:
Leonore=Ouvertüre Nr. 3 von
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Chöre: Robert Preuß.
Nach dem 1. Akte längere Pauſe.
Krank: Sybille Huber.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
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terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
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konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
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Kartenverkauf: an der
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kaſſe im Hoftheater von 9½ —1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
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Freitag, 15. Mai. 167. Ab.=Vſt.
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Zweiter Abend. Zum erſten Male
wiederholt: „Hanneles
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Samstag, 16. Mai. Keine
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Sonntag, 17. Mai. Außer Ab.
Frühlings=Feſtſpiele. Vierter
Abend: „Kain und Abel”
(Uraufführung). Oper in einem
Akt von Felix von Weingartner.
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