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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 8 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der frühere Landtagsabgeordnete Geh. Juſtizrat Dr.
Gutfleiſch in Gießen iſt in der Nacht zum
Sonn=
tag geſtorben.
Der Herzog von Argyll iſt in London geſtorben.
(Letzte Nachrichten ſiehe Seite 4.)
Aus den Schutzgebieten.
C Ueber die wirtſchaftliche Entwicklung
mehrerer Schutzgebiete enthält die neueſte Ausgabe des
amtlichen Kolonialblattes bemerkenswerte ſtatiſtiſche
An=
gaben. Sie betreffen zunächſt den Geſamthandel
Deutſch=Oſtafrikas, der von 81,7 Millionen Mark
im Jahre 1912 auf 88,9 Mill. Mark i. J. 1913 geſtiegen
fiſt. Davon beträgt der Wert der Einfuhr 53,4 Mill. Mark
ggegen 50,3 Mill. Mark im Vorjahre, der Wert der Ausfuhr
35,5 Mill. Mark gegen 31,4 Mill. Mark im Vorjahre. Ein
weniger günſtiges Bild bietet die vorläufige Ueberſicht
über die Handelsbewegung Togos im Kalenderjahr
1913. Hier nämlich iſt der Geſamthandel von 21,3 Mill.
Mark i. J. 1912 auf 19,7 Mill. Mark i. J. 1913
zurückge=
gangen; die Einfuhr verminderte ſich von 11,4 Mill. Mark
auf 10,6 Mill. Mark, die Ausfuhr von 9,9 Mill. Mark auf
9,1 Mill. Mark. Beträgt die Verſchlechterung hiernach
1,6 Mill. Mark, ſo vergrößert ſie ſich noch, wenn von den
Handelswerten Bargeld, Eiſenbahn=, Telegraphen= und
ähnliche Baumaterialien abgezogen werden. Da dieſe
Poſten i. J. 1913 rund 5,3 Mill. Mark gegen rund 3,4 Mill.
Mark im Vorjahre erreichten, ſtellt ſich der Rückgang des
Beſamthandels im eigentlichen Sinne auf 3,4 Mill. Mark.
In vorteilhafter Entwicklung haben ſich die
Roheinnah=
men der Landesbahnen Südweſtafrikas von
April 1912 bis einſchließlich Januar 1913 befunden. Sie
beetrugen nämlich 8,1 Mill. Mark gegen 7,3 Mill. Mark
während des gleichen Zeitraumes im Vorjahre, haben
alſo um rund 738000 Mark — 10 Prozent zugenommen.
Einen lehrreichen Beitrag zur Kenntnis des
Einge=
horenenrechtes enthält ein vom Regierungsarzt Dr. Buſe
earſtatteter, im Kolonialblatt veröffentlichter Bericht über
diie Hörigenſiedlungen auf Jap. Es gibt dort
3 Hörigendörfer, ſogenannte Pimilingei, mit nicht ganz
100 Einwohnern. Jedes von ihnen hat einen (oder
mehrere) Herren, der Eigentümer aller beweglichen und
unbeweglichen Habe ſeines Dorfes iſt, den Hörigen von
Haus und Hof vertreiben kann, Anſpruch auf
Arbeits=
leiſtungen verſchiedener Art ſowie auf das ſeinen Hörigen
durch Arbeit zugefallene Geld uſw. hat. Den Hörigen
ſtehen dafür die vollen Erträgniſſe der ihnen überlaſſenen
Grundſtücke zu. Iſt ihre Stellung heute nicht zuletzt
da=
durch beſſer geworden, daß die Zahl der hörigen
Arbeits=
kräfte ſehr herabgemindert iſt, ſo blieben ſie doch der
Mehrzahl nach eine tief unter den Freien ſtehende
Men=
ſchenkaſte, die vor dem Herrn ſich nur in gebückter oder
kriechender Haltung ſehen laſſen darf und keine freie
Wil=
lensbeſtimmung hat. Es liegen hier die Nachwirkungen
einer Zeit vor, wo der Hörige von ſeinem Herrn mit jeder
Strafe belegt, ſelbſt getötet werden konnte, ohne daß der
Strafende zur Verantwortung gezogen wurde. Jetzt iſt
die Beſeitigung des Hörigentums eingeleitet. Dabei
er=
ſcheint allmähliches Vorgehen geboten, weil in den höheren
Schichten der Japer große Unzufriedenheit einreißen
würde, wenn mit den alten Rechten plötzlich gebrochen
werden ſollte.
Der Amerikaniſch-Mexikaniſche
Krieg.
KK Enttäuſchung über Enttäuſchung erleben die
Freunde des ewigen Völkerfriedens; auch im
20. Jahrhundert, und wie es ſcheint, gerade in ihm
be=
ſonders empfindlich. Immer wieder müſſen die
Friedens=
ſchwärmer die Friedenspfeife aus der Hand legen und den
ewigen Frieden auf Erden nach wie vor einen Traum ſein
laſſen. Denn anders als dieſer Traum iſt und bleibt die
rauhe Wirklichkeit, die bei der Beſchaffenheit der
Men=
ſchen, Völker und Staaten des Krieges nicht entbehren
kann. Jetzt ſtehen jenſeits des Atlantiſchen Ozeans ſogar
zwei Republiken, die Vereinigten Staaten von Amerika
und Mexiko, im Kriege gegeneinander, zwei Freiſtaaten,
die zu allererſt berufen ſein ſollen, dem ewigen Frieden
Bahn zu brechen.
Wegen des Streites, den nun der Krieg entſcheiden
ſoll, ein Schiedsgericht anzurufen, daran hat drüben
nie=
mand auch nur einen Augenblick gedacht. Und doch müßte
nach den Befürwortern des internationalen
Schiedsge=
richtsverfahrens nichts leichter geweſen ſein als im
vor=
liegenden Streitfalle den Krieg zu verhindern und durch
Schiedsſpruch einen Ausgleich herbeizuführen. Nicht
ein=
mal Blut iſt gefloſſen, das nur durch Blut gefühnt werden
könnte. Ein mexikaniſcher Beamter hat etliche Seeſoldaten
der Nachbarrepublik feſtgenommen, ſie aber auf Einſpruch
ſofort wieder freigegeben. Wegen der deshalb zu
ge=
währenden Genugtuung konnte man ſich nicht einigen oder
wollte es nicht. Die bloße Entſchuldigung des
mexikani=
ſchen Präſidenten wurde von der amerikaniſchen
Re=
gierung für nicht ausreichend befunden. Die beleidigte
amerikaniſche Flagge ſollte durch mexikaniſche Truppen
ſalutiert werden. Dies wurde aber nur unter der
Be=
dingung zugeſtanden, daß der Salut gleichzeitig mit den
Amerikanern, Schuß um Schuß, ausgetauſcht werde. Beide
Teile beriefen ſich auf Ehre und Würde der Nation, beide
ſprachen von Demütigung, die ſich nicht ertragen ließe,
beide beanſpruchten Gerechtigkeit.
So erlebt das 20. Jahrhundert in ſeinem 15.
Jahre ſeinen fünften Krieg. Abermals erleiden die
Grundgedanken der Freunde des ewigen Völkerfriedens
Schiffbruch. Danach ſoll Brüderlichkeit wie unter den
ein=
zelnen Menſchen unter den Völkern herrſchen und kein
Volk oder Staat ſoll befugt ſein, ſich ſelbſt Recht zu
ſchaf=
fen und Krieg zu führen; Streitigkeiten ſollen nicht mit
Gewalt entſchieden, ſondern in ewiger Güte beigelegt
werden. Aber ſobald ein Volk oder ein Staat der
An=
ſicht iſt, daß die nationale Ehre auf dem Spiele ſteht, daß
Lebensintereſſen bedroht ſind, greift es zu den Waffen,
kommen Schiedsgerichte und Güte nicht in Betracht;
viel=
mehr tritt die harte Notwendigkeit der Gewalt in ihr
Recht, und Blut und Eiſen haben das Wort. Es bleibt
bei der Wahrheit, die Bismarck ſo ausgeſprochen hat:
„Der Krieg iſt ein Naturgeſetz, und ſolange die Menſchen
keine Engel ſind, wird er nicht aufhören.”
Es ſcheint aber, daß ſo feſt wie dieſes Naturgeſetz der
Wahn ſei, es könne der Krieg einmal abgeſchafft werden.
Dieſer Wahn fußt auf der Annahme, daß Menſchen Engel
werden können, daß ſie ſich von Grund aus ändern laſſen
und dann wegen politiſcher, nationaler, wirtſchaftlicher
Fragen nicht mehr in Streit geraten. Wie oft iſt von
Vorkämpfern des Völkerfriedens vorausgeſagt worden,
daß jeder Trieb zum Kriege verſchwinden müſſe wenn
die Völker ſich des Beſitzes der Selbſtregierung erfreuen,
das heißt in Republiken leben! Genugſam jedoch iſt
er=
wieſen, daß keine Regierungsform vor Kriegen ſchützt.
Ehedem galten gerade die Vereinigten Staaten von
Ame=
rika für eines der friedfertigſten Reiche, ihre Bevölkerung
für die friedliebendſte der Erde. Bereits der
amerikaniſch=
ſpaniſche Krieg hat das widerlegt, während das Deutſche
Reich als angeblicher „Militärſtaat” ſeit länger als vier
Jahrzehnten nicht mehr Krieg geführt hat.
Der Sieg des Herzens.
Roman von Otto Elſter.
(Nachdruck verboten.)
30)
Ediths Geſicht nahm einen finſteren Ausdruck an, als
Nautheim gegangen war.
Ich kann Dich nicht begreifen, Mama, wandte ſie ſich
am ihre Mutter, daß Du die Geſellſchaft dieſes Menſchen
Anoch immer erträgſt.
Aber, Kind — er iſt doch ſo ein alter Freund.
Der Dich auf alle Weiſe ausnutzt.
Was ſoll ich denn aber machen? fragte Frau Magnus
n einerlich.
Schicke ihn fort — oder übergib ihn der Polizei . . . .
Aberi, Edith! rief ihre Mutter erſchreckt. Welch ein
Gedanke? Bedenke doch die Blamage für uns, wenn ſein
Lgozeß zur Verhandlung kommt.
Was haſt Du mit ſeinen Schwindeleien zu tun . .
Nichts — gar nichts! — Aber ſchon das würde uns
in der Geſellſchaft unmöglich machen, wenn unſer Name
in dem Prozeß genannt würde — und Rautheim würde
ſichherlich keine Schonung kennen, wenn wir ihn verraten
woollten.
Ja — das iſt die Kette, mit der er uns ſeſſelt, ſagte
Ewith finſter. Er iſt . . . .
Still, Kind! Ich bitte Dich. Dort kommt er zurück.
Anautheim näherte ſich mit raſchen Schritten. Er vergaß
zanz ſeinen angenommenen wiegenden Gang. Auf ſeinem
Beſicht lag ein breites Lachen.
Das iſt köſtlich, rief er lachend. Dieſer Hans iſt doch
im ganzer Schlauberger!
Meinen Sie Hans Ballhauſen?
Ja, meine teuerſte Edith — Hans Ballhauſen, der
eit dem Tode ſeines Vetters der Erbe des alten Grafen
eworden iſt
Was hat er mit jenem kranken Herrn zu tun?
Schr diet, mite eichet Men es it zn ouſch
Jener alte kranke Herr iſt nämlich der Graf Ballhauſen,
Hanſens Onkel .
Unmöglich!
Doch — doch. Irrtum ausgeſchloſſen. Der Herr Graf
hat die untere Etage der Villa frangais gemietet, und
Fräulein Eva iſt ſeine Pflegerin. Das hat der Hans fein
eingefädelt!
Und er — ich meine den jungen Herrn — iſt er auch
hier?
Nein — das nicht. Das wäre denn doch wohl zu
ge=
wagt geweſen, und der alte Herr hätte leicht hinter die
Schliche des ſauberen Paares kommen können. Man
wohnt hier zu eng. In dem großen Schloſſe geht es ſchon
eher. Noch dazu, da der alte Herr gelähmt iſt.
Ich hoffe, das Mädchen hat Sie nicht erkannt,
Raut=
heim? fragte Frau Magnus ängſtlich.
Nein, nein. Es hat mich gar nicht geſehen — ich habe
nur mit dem Gärtner und dem alten Diener des Grafen
geſprochen, der zufällig durch den Garten ging. Es ſtimmt
alles. Den Grafen hat nach dem Tode ſeines Sohnes
der Schlag gerührt, da hat denn Herr Hans ſeine Liebſte
als Pflegerin kommen laſſen. Wenn das der alte Herr
wüßte, ich glaube, er riſſe ſich die wenigen Haare, die er
noch hat, aus und jagte den Neffen mitſamt ſeiner
Lieb=
ſten zum Kuckuck. Wie wär’s, wenn wir dem alten Herrn
ein Licht aufſteckten?
Miſchen Sie ſich nicht in Dinge, die Sie nichts
an=
gehen, ſagte Edith hart. Sie könnten ſelbſt den größten
Schaden davontragen.
Rautheim lachte hämiſch.
Daß das nicht geſchieht, dafür werde ich ſchon ſorgen,
meine Teure, entgegnete er ſpöttiſch.
Ueberhaupt dürfte es das Beſte ſein, Sie reiſen
ſo=
bald wie möglich ab.
Dante verbindlichſt für den vat.
Oder wir werden abreiſen. Nicht wahr, Mama?
Ich weiß wirklich nicht, weshalb Du gegen den armen
Baron ſo ſchroff biſt! Lieber Rautheim, nehmen Sie es
ihr nicht übel, ſie iſt ſchlechter Laune.
Ich merke es, Gnädigſte, höhnte der Baron. Deshalb
will ich mich für jetzt nur empfehlen. Wir ſehen uns wohl
beim Diner wieder, und da hoffe ich, daß das gnädige
Fräulein beſſerer Laune ſein wird. Einſtweilen habe ich
die Ehre, meine Damen.
Er lüftete den Panama und entfernte ſich mit
lang=
ſamen, wiegenden Schritten, um die Lippen ein finſteres
Lachen.
Dieſe kleine Katze wird allmählich zu frech, murmelte
er zwiſchen den Zähnen. Ich muß mal ein ernſtes Wort
mit der Frau Mama ſprechen.
Er ſchlenderte an den Strand und ſetzte ſich dort auf
den Rand eines Fiſcherbootes, mit nachdenklichen Augen
auf die See ſchauend. Wie mechaniſch wickelten ſeine
Finger eine Zigarette, die er dann in den Mund ſchob
und in Brand ſteckte. Den Rauch zog er in die Lunge
ein, um ihn dann nach einiger Zeit wieder auszuhauchen.
So ſaß er rauchend eine Zeitlang da und dachte nach.
Es iſt vielleicht ein Geſchäft dabei zu machen, flüſterte
er. Wenn ich an Hans ſchreiben würde? Aber es iſt
gefährlich. Der junge Herr könnte keinen Spaß verſtehen
und mich denunzieren. — Aber was machen? — Bei dem
alten Grafen iſt nichts zu holen — ſoll ich es einmal bei
der Eva verſuchen? Hm — das will überlegt ſein. Werde
mal ſehen, ob ich den alten Diener für mich gewinnen
kann. Der kennt mich ja nicht.
Er warf die ausgerauchte Zigarette in die See und
erhob ſich.
Ja, ſo wird es gehen, murmelte er, klopfte ſich den
Sand von den Stiefeln und ſchlug den Weg nach dem
Hotel, wo er wohnte, ein.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. Mai 1914
Nummer 122.
Politiſche Tagesneuigkeiten.
Deutſchland.
— 200 Millionen Ueberſchuß in den
Wehrbeitragseinnahmen. Aus verſchiedenen
bei der praktiſchen Durchführung des Wehrbeitragsgeſetzes,
insbeſondere der verſchiedenen Lage und Dauer der
Ver=
anlagungszeiträume ſich ergebenden Gründen werden, wie
bereits mitgetilt, die endgültigen Ergebniſſe des
einmali=
gen außerordentlichen Wehrbeitrages früheſtens im
Spät=
ſommer vorliegen können. Immerhin laſſen die aus einer
Reihe von Großſtädten und Landkreiſen bisher bekannt
gewordenen Ziffern der vorausſichtlichen
Wehrbeitrags=
einnahme einen einigermaßen zuverläſſigen Schluß
we=
nigſtens inſoweit zu, als mit einem Ueberſchuß in Höhe
von mindeſtens 200 Millionen Mark über die
urſprüng=
liche Ertragsſchätzung von 1000 Millionen Mark hinaus,
alſo mit dem Erreichen der vom Reichstage der
Finan=
zierung des Wehrgeſetzes von 1913 zugrunde gelegten
Summe gerechnet werden darf, wobei auch ein Abzug
von 5 Prozent für nicht eingehende oder zurückzuzahlende
Beträge in Anſatz gebracht iſt. Auf Grund dieſer
An=
nahme, zu der ſich die Reichsfinanzverwaltung bekennt,
würden ſich für die Geſtaltung der Finanzlage des Reiches
während der Geltungsdauer des Wehrbeitragsgeſetzes
günſtigere Ausſichten eröffnen. Von der Höhe des
Be=
trages, um den die für den Deckungsbedarf des
Wehr=
geſetzes erforderliche Summe ſchließlich überſchritten wird,
wird es natürlich abhängen, ob und in welchem Maße eine
Kürzung der letzten Rate des Wehrbeitrages Platz greifen
kann.
— Ein Kompromiß über die Konkurrenz
klauſel. Zur zweiten Leſung des
Konkurrenzklauſel=
geſetzes iſt im Reichstage von den Konſervativen,
Natio=
nalliberalen, Freiſinnigen und Zentrumsabgeordneten der
12. Reichstagskommiſſion für das Plenum nunmehr ein
Kompromißantrag geſtellt worden, der dahin geht: Das
Konkurrenzklauſelverbot ſoll nichtig ſein, wenn das Gehalt
des Gehilfen den Betrag von 1500 Mark nicht überſteigt.
Die Kommiſſion hatte 1800 Mark beſchloſſen. Die
Re=
gierung erklärte damals, über die Summe von 1500 Mark
nicht hinausgehen zu können. § 75c ſoll lauten: Hat der
Handelsgehilfe für den Fall, daß er die in der
Ver=
einbarung übernommene Verpflichtung nicht erfüllt, eine
Strafe verſprochen, ſo kann der Prinzipal Anſprüche nur
nach Maßgabe der Vorſchriften des § 340 des B. G.=B.
geltend machen. Die Vorſchriften des B. G.=B. über die
Herabſetzung einer unverhältnismäßig hohen
Vertrags=
ſtrafe bleiben unberührt. Iſt die Verbindlichkeit der
Ver=
einbarung nicht davon abhängig, daß ſich der Prinzipal
zur Zahlung einer Entſchädigung an den Gehilfen
ver=
pflichtet, ſo kann der Prinzipal, wenn ſich der Gehilfe
einer Vertragsſtrafe unterworfen hat, nur die verwirkte
Strafe verlangen, der Anſpruch auf Erfüllung oder auf
Erſatz eines weiteren Schadens iſt ausgeſchloſſen. (Auch
hier hat man die Vorlage wiederhergeſtellt.) Nach dem
Kompromißantrage ſoll das Geſetz am 1. Oktober d. J.
in Kraft treten.
— Zu der Ablehnung der
Preſſeab=
teilung im Kriegsminiſterium wird der Köln.
Ztg. aus Berlin geſchrieben:
Die Ablehnung der geringen Mehrforderungen für die
zu errichtende Preſſeabteilung im Kriegsminiſterium durch
die Budgetkommiſſion ſteht in einem gegenſätzlichen
Ver=
hältnis zu den Intereſſen der Oeffentlichkeit, die von der
Preſſe auch im militäriſchen Nachrichtenweſen voll
berück=
ſichtigt werden müſſen. Die jetzt vorläufig eingerichtete,
mit einem Major und einem Hauptmann beſetzte Ableilung
war bisher für die militäriſche Berichterſtattung von
hohem Wert, weil dieſer auf Anfrage jederzeit in der
be=
reitwilligſten Weiſe die gewünſchte Auskunft erteilt wurde.
Hierdurch wurde erreicht, daß der Verbreitung unrichtiger
Nachrichten, auf die in der ausländiſchen Preſſe eine
be=
ſondere Aufmerkſamkeit gerichtet zu werden pflegt, von
vornherein vorgebeugt wurde und zudem der militäriſche
Berichterſtatter davor geſichert war, ihm auf anderm Wege
bekannt gewordene Nachrichten weiterzugeben, deren
Nichtveröffentlichung im Intereſſe der Landesverteidigung
geboten war; außerdem ließ ſich bei einer Anfrage gleich
feſtſtellen, ob eine militäriſche Maßnahme oder Anordnung
geheim zu halten ſei. Die Preſſeabteilung hat aber noch
den weiteren Zweck, die in der einheimiſchen oder
aus=
ländiſchen Preſſe, gleichviel ob in Tageszeitungen oder in
periodiſchen Zeitſchriften, erſcheinenden militäriſchen
Nach=
richten zu ſammeln und den einzelnen Abteilungen des
Kriegsminiſteriums zur Kenntnis und ſachgemäßer
Be=
urteilung zu überweiſen. Von einer Einſchränkung des
militäriſchen Nachrichtenweſens durch die Preſſeabteilung
kann keine Rede ſein, im Gegenteil wird ſich aus den zich
ergebenden Vechältnis zu der Preſſe und ihren Vertretern
für die Allgemeinheit nur ein Vorteil ergeben, ſo daß es
in hohem Grade erwünſcht iſt und wohl erwartet werden
kann, daß das Plenum des Reichstags die Forderung des
Kriegsminiſteriums im Intereſſe der Oeffentlichkeit
be=
willigt.
— Neue Hundertmarkſcheine. Infolge der
vielfachen Klagen über das unhandliche Format der vor
etwa eineinhalb Jahren ausgegebenen Hundertmark=
Reichsbanknoten hat das Reichsbankdirektorium
Vor=
kehrungen für die Herſtellung einer gleichwertigen neuen
Note getroffen und im Einverſtändnis mit dem
Reichs=
ſchatzamt mehrere Entwürfe von verſchiedenen Künſtlern
eingefordert. Die Reichsdruckerei iſt nun damit
beſchäf=
tigt, die zur Ausführung beſtimmten Entwürfe
herzu=
ſtellen. Ein beſtimmter Entwurf iſt endgültig noch nicht
in Ausſicht genommen, das kann erſt geſchehen, wenn
tech=
niſch vollkommen fertige Entwürfe vorliegen werden. Man
will verſchiedene Formate ausprobieren, um erſehen zu
können, welches ſich am beſten für den Verkehr eignet.
Gegenüber den letzten Hundertmarknoten wird wohl eine
Kürzung der Breite in Frage kommen. Die Entwürfe
über Banknoten und Kaſſenſcheine werden auch dem
Kai=
ſer vor der Herſtellung vorgelegt.
Schweiz.
Der freie Samstagnachmittag. Die
Be=
mtenſchaft der eidgenöſſiſchen Bundesverwaltung hatte
an die ſchweizeriſche Regierung das Geſuch gerichtet, es
möchte ihr der freie Samstagnachmittag gewährt
wer=
den, wogegen ſie ſich verpflichten wollte, die Arbeitszeit
anſtatt um 8 Uhr morgens um 7½ Uhr morgens zu
be=
ginnen. Die ſchweizeriſche Regierung hat dieſes Geſuch
abgelehnt; es empfehle ſich für die ſtaatliche Verwaltung,
führt ſie zur Begründung an, zu warten, bis der freie
Samstagnachmittag in den privaten Betrieben der
Schweiz weitere Fortſchritte gemacht und ſich in Handel
und Induſtrie ſtärker als bisher eingebürgert habe.
England.
Die Ulſterkriſis. Balfour ſagte in einer Rede
in Coventry, er freue ſich, daß wenigſtens einige
Mit=
glieder der Regierung jetzt einſähen, daß nichts anderes
die Ulſterkriſe beilegen könne als eine klare Trennung
Ulſters von dem übrigen Irland. Er glaube, daß nichts
anderes den Bürgerkrieg verhindern könne. Selbſt wenn
bei den nächſten allgemeinen Wahlen das Land ſich für
Homerule erklären würde, könnte das Ulſterproblem
da=
durch nicht endgültig und friedlich gelöſt werden, weil
in Ulſter die Lage eine derartige bleiben würde, die die
Homerule unausführbar machen würde.
Türkei.
General Liman v. Sanders iſt nach Berlin
abgereiſt. Wie verlautet, hat er einen Urlaub
ange=
treten.
Rußland.
Aus Finnland. Die ordentliche Seſſion des
finniſchen Landtages iſt am Samstag geſchloſſen worden.
— Das Schwurgericht hat wegen Uebertretung des
Ge=
ſetzes über die Gleichberechtigung der Ruſſen in Finnland
die Wiborger Magiſtratsmitglieder Ronimus,
Zimmer=
mann, Vourinen und Hodelhelm und den Bürgermeiſter
von Tawaſtehus, Henrichſen, ſowie die Ratsleute Palmio
und Kommeljoi von Tawaſtehus zu je acht Monaten
Ge=
ſängnis und Aberkennung der Befähigung zur Bekleidung
öffentlicher Aemter für die Dauer von zehn Jahren
ver=
urteilt.
Vereinigte Staaten.
Die Kämpfe in Kolorado. Kriegsminiſter
Garriſon hat nach einer Beſprechung mit dem Präſidenten
Wilſon Befehl gegeben, die Zahl der Bundestruppen im
Streikrevier von Kolorado zu vervierfachen. Der
Kriegs=
ſekretär hat ferner einen Aufruf erlaſſen, in dem die
Niederlegung der Waffen gefordert wird. — Die Agenzia
Stefani erfährt aus Waſhington, die Bundesregierung
habe nur wenig Nachrichten über den Streik und die
Ar=
beiterkämpfe in Kolorado, da dafür nur die Regierung
des Staates Kolorado zuſtändig ſei. Die Bundesregierung
habe ſich darauf beſchränkt, auf Bitten des
Staatsgouver=
neurs von Kolorado Truppen und zwei Beamte als
Ver=
mittler zwiſchen den amerikaniſchen Arbeitern und den
Bergwerksbeſitzern zu entſenden. Die Bundesregierung
in Waſhington wiſſe nichts über die Zahl und die
Staats=
ngehörigkeit der Toten und Verwundeten. Unter den
Opfern des Kampfes befänden ſich außer Amerikanern
auch öſterreichiſch=ungariſche und griechiſche Untertanen.
Von Italienern ſollen zwei Männer, eine Frau und fünf
Kinder getötet worden ſein. Der griechiſche
Geſchäfts=
träger hat eine Proteſtnote an das Staatsdepartement
ge=
richtet.
China.
Abſchaffung des Kabinetts. Ein Erlaß des
Präſidenten beſagt: Da der Präſident gemäß Artikel 39.
der proviſoriſchen Verfaſſung jetzt oberſter Chef der
Ver=
waltung iſt und einen Staatsſekretär zu ſeiner
Unter=
ſtützung ernannt hat, iſt das Kabinett abgeſchafft. Ein
weiterer Erlaß ordnet an, daß alle Eingaben und
Peti=
tionen, die früher durch das Kabinett eingereicht worden
ſind, jetzt direkt an den Präſidenten gehen.
Stadt und Land.
Darn ſtadt, 4. Mai.
— Vom Hoftheater. Zur heutigen Volksvorſtellung
zu ermäßigten Preiſen „777110” ſind Eintrittskarten an
der Tageskaſſe des Hoftheaters und im Verkehrsbureau
erhältlich. Die Vorſtellung beginnt um 7½ Uhr. Morgen
abend ſingt in der dem Abonnement A zufallenden
Wie=
derholung des „Tannhäuſer” Fräulein Geyersbach zum
letztenmale hier die Eliſabeth. Heute vormittag beginnt
außerdem der Vorverkauf zu der am Donnerstag um 8
Uhr ſtattfindenden Premiere von Hauptmanns
Traum=
dichtung „Hanneles Himmelfahrt”, von morgen
an der allgemeine Verkauf der Eintrittskarten zum dritten
Abend der Frühlings=Feſtſpiele, an dem als
Geſamtgaſt=
ſpiel der Stuttgarter Hofoper unter Generalmuſikdirektor
Max von Schillings Leitung Mozarts „Entführung,
aus dem Serail” in Szene geht.
* Die heſſiſche Landesgruppe des Vereins abſtinenter
Pfarrer (über 70 Mitglieder) und der heſſiſche kirchliche
Blaukreuzverband halten am Dienstag, den
5. Mai, vormittags 10 Uhr und nachmittags 2 Uhr, im
Feierabendhaus zu Darmſtadt, Stiftſtraße ihre
dies=
jährige Tagung. Beide Vereinigungen können auf ein
Jahr recht erfolgreicher Arbeit zurückblicken. Eine ganze=
Reihe von kirchlichen Blaukreuzvereinen hat ſich neu
ge=
bildet, beſonders in Oberheſſen, neuerdings auch im
Oden=
wald. Auch in Darmſtadt wird dieſe Arbeit jetzt
tatkräf=
tiger gepflegt werden. Dieſem Zweck ſoll eine öffentliche
Verſammlung dienen, die am Dienstag, den 5. Mai,
abends 8 Uhr, im Feierabendhaus ſtattfindet. Herr
Gene=
ralſekretär Dr. Burkhardt aus Berlin und Herr Pfarrer
Störmer aus Vielbrunn werden über die Notwendigkeit
und den Segen der kirchlichen Blaukreuzarbeit reden=
Jedermann iſt herzlich willkommen.
Zeppelinbeſuch. Nach langer Zeit erhielten i
heute früh wieder einmal den Beſuch eines
Zeppelin=
kreuzers, und zwar einen ſehr merkwürdigen Beſuch. Das
Luftſchiff — es war anſcheinend die „Viktoria Luiſen
— erſchien ſchon bald nach 5 Uhr über Darmſtadt in ſonſt
nie gewohnter Höhe, ſo daß der ſonſt ſo rieſige
Luft=
ſchiffkörver teilweiſe wie ein kleines Spielzeug ausſah,
Es blieb dann bis gegen ½7 Uhr über Darmſtadt
ſicht=
bar. Teilweiſe ſchien der Luftkreuzer ganz ſtill zu ſtehen.
Kurz vor ½7 Uhr entſchwand der im Sonnenſchein hell
glänzende ſchlanke Rieſenaar in der Richtung nach dem
Rhein zu den Blicken. Wie wir erfahren, handelt es
ſich um eine militäriſche Uebungsfahrt, zu der
die „Viktoria Luiſe” — ſie war es tatſächlich
heute früh 4¼ Uhr aufgeſtiegen war und die nach Baden=
Oos führen ſoll.
Frühlingsfeier auf der Tromm.
— In einer eigenartig innig=ſinnigen Feier begrüßte
der deutſchvölkiſche Turnverein Jahn (Deutſcher
Turner=
bund) geſtern früh auf der ſonnendurchfluteten Höhe der
Tromm den jungen Mai; gemäß ſeinem Streben, altes
Brauchtum unſerer Ahnen zu neuem Leben zu erwecken,
Eine Nachtwanderung führte die wackere Wanderſchar von
Heppenheim aus hinan zur Bergeshöh’. Funkelndes
Ster=
nenlicht, bleicher Mondenſchein, duftende Apfelblüten,
Wal=
desrauſchen und =brauſen, das Zwitſchern und Singen der
erwachenden Vogelwelt! Wer hätte da nicht die Nähe der
Gottheit gefühlt: Nichts verſpürt vom Pulsſchlag des
Alls?
So vorbereitet, mit höher ſchlagenden Herzen, ſchritt
man zur Weihehandlung. Der Maienbaum
Ich habe die Ehre, mein Fräulein.
Der Herr in gelbem Nankinganzug zog in höflicher
Weiſe den breiten Strohhut und blieb vor Eva ſtehen, ſie
lächelnd anblickend.
Eva befand ſich auf ihrem Nachmittagsſpaziergang,
den ſie täglich unternahm, während ihr Pflegebefohlener
einige Stunden ruhte. Der einſame, wenig beſuchte Weg
führte durch Wein= und Obſtgärten die Hügel hinan und
endete in einem ſchattigen Olivenwäldchen, von dem aus
man eine herrliche Ausſicht über die blaue
Meeresbucht=
von San Remo genoß. Hier im Schatten einer
hundert=
jährigen knorrigen Olive ließ ſich Eva nieder, blickte hinab
auf das herrlich Panorama der ſüdlichen Landſchaft,
während ihre Gedanken doch nach Norden ſchweiften, nach
dem einſamen, altersgrauen Schloß, um das jetzt die
Herbſtſtürme brauſten und die Herbſtnebel ihre grauen
Schleier zogen.
Erſtaunt blickte ſie den ihr fremden Herrn an und
wollte mit kurzem Gruß an ihm vorüberſchreiten.
Da fuhr er fort: Hat mich der graue Vollbart ſo
ver=
ändert, daß Fräulein Eva mich nicht wiedererkennt?
Aufmerkſamer prüfte Eva das Geſicht des lächelnd
vor ihr Stehenden. Sie erkannte ihn, und eine leichte
Röte ſtieg in ihren Wangen empor.
Baron Rautheim — Sie hier?
Alſo doch! lachte Rautheim. Ja, Fräulein Eva, ich
bin es — nur pflege ich mich hier Miſter Smith aus Lon=
don zu nennen — aber das iſt ja gleichgültig! Fräulein
Eva, ich war ſehr erfreut, als ich Sie vor einigen Tagen
auf der Promenade ſah — Sie gingen neben dem
Roll=
ſtuhl eines alten gebrechlichen Herrn — ſind Sie denn
Krankenſchweſter geworden?
Ja, wie Sie ſehen, entgegnete Eva zurückhaltend.
Und noch dazu bei dem Oheim unſeres lieben Hans!
rief er lachend. Ich gehe wohl nicht fehl, wenn ich
an=
nehme, daß unſer gemeinſamer junger Freund Ihnen dieſe
Stellung verſchafft hat? ſetzte er ſpöttiſch hinzu.
Eva errötete. Sie fühlte wohl die geheime Spitze,
die in ſeinen Worten lag, und eine innere Stimme warnte
ſie vor dieſem Menſchen, der ſchon einmal Hans an den
Rand des Verderbens gebracht hatte. Aber ſie wollte ihm
keine Furcht oder Befangenheit zeigen; ſie bezwang ihre
Unruhe und erwiderte einfach:
Ja — Herr von Ballhauſen bat mich, die Pflege ſeines
erkrankten Oheims zu übernehmen
Rautheim lachte leicht auf.
Ein vortrefflicher Gedanke von dem ſchlauen Hans!
ſagte ec. Sie taten ihm natürlich den Gefallen und
ſiedel=
ten nach Schloß Ballhauſen über. Und alles blieb beim
alten, nicht wahr, Fräulein Eva?
Ein hämiſcher Zug verzerrte ſein hages Geſicht. Aber
noch immer bezwang ſich Eva, als ſie entgegnete:
Sie ſcheinen hinter der Uebernahme dieſer Stellung
durch mich andere Beweggründe, die wenig ehrenhaft
wären, zu ſuchen, Herr Baron. Ich kann Sie verſichern,
daß ich nur als Krankenſchweſter bei dem Herrn Grazen
weile.
Sehr gut. Und weiß der Herr Graf von Ihrem
nun, ſagen wir mal von Ihrer Freundſchaft zu ſeinem
Neffen?
Der Herr Graf kennt mich nur als ſeine Pflegerin
ich bin und will auch nichts anderes ſein, Herr Baron .
Damit wollte ſie wieder an ihm vorübergehen; doch er
vertrat ihr den Weg. Sein ſpöttiſch lächelndes Geſicht war
ernſt geworden.
Noch einen Augenblick, mein Fräulein, ſagte er leiſe
und ſcharf zwiſchen den Zähnen hindurch. Sie und Ihr
Hans ſpielen hier ein gefährliches und frivoles Spiel . .
Herr Baron?!
Laſſen Sie mich ausreden. — Daß Sie zu dem jungen
Ballhauſen, der jetzt einer der reichſten Erben der
Mo=
narchie geworden iſt, in einem vertrauten — um nicht
zu=
ſagen intimen — Verhältnis ſtanden und wahrſcheinlich
noch ſtehen, werden Sie nicht leugnen können. Daß Sie
aus dieſem menſchlich ſehr begreiflichen Grunde dier
Pflege des alten Grafen übernahmen, iſt klar, wurde es
Ihnen dadurch noch ermöglicht, in der Nähe Ihres
Freun=
des zu weilen. Aber was, meinen Sie, würde der Herl
Graf ſagen, wenn er dieſen Sachverhalt erführe?
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 122.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. Mai 1914.
Seite 3.
ſenkte ſeine Wurzeln in den felſigen Grund. Aus voller
Bruſt ſcholl es hinaus ins Weite:
In harten Winters Banden
das Licht gefeſſelt hing,
und lag in Gram und Schanden
armſelig und gering.
Die Feinde rings voll Liſten,
die haben große Macht;
ſie dürfen keck ſich brüſten;
in uns iſt Not und Nacht.
Ich weiß, in Winters Banden
mein Herz gefeſſelt hing
und lag in Gram und Schanden
armſelig und gering.
Will nichts den Winter ſprengen?
Du Gott aus alter Zeit;
ich will mich an Dich drängen,
wie einſt in Ewigkeit.
Der Spruch einer Turnſchweſter:
Allvater iſt der Welten Licht.
Was mächtig iſt auf Erden,
das muß, wie ſich’s auch wehrt und ſträubt,
doch hell und herrlich werden
und das dramatiſche Dreigeſpräch:
I. Winter, du rauher, nun biſt du vergangen!
II. Frühling, du ſüßer, nun bringſt du dein Licht.
III. Greift mit den Händen, ſo könnt ihr es fangen,
Blumenweich rieſelt’s um Haupt und Geſicht!
I. Winter, du weher, nun biſt du zu Ende!
II. Frühling, du ſüßer, nun ſinge dein Lied;
III. Seht, o ſeht, wie durch Finger und Hände
roſig ſein flutendes Flammengold glüht!
führten hinüber zu folgender von Lenzespoeſie durchwehten
Weiherede des Vorſitzenden Dr. Mahr:
Aus dem Tal durch das Dunkel wanderten wir zur
Söhe, zum Licht. Der nächtigen Stimmen leiſes Raunen
Hard wach und laut; mit Wolkenſpiel und Windesweben
kam der junge Tag. Ein Schöpfungsjubel durchzittert die
feahe Nähe, durchbrauſt die weite Ferne.
Der Maien kam!
Hell auf klirrt ſein Schritt und das Aethermeer dampft,
Die Luſt rings erzittert und klingt,
Wo immer ſein Stab den Erdboden ſtampft,
Da dehnt ſich die Scholle und — ſpringt,
Und öffnet die Spalten dem flimmernden Licht,
Das goldig vom Himmel ſich ſenkt,
Und leitet’s zum Herzen ſich — tief — dicht an dicht,
Wo der Keim zur Entfaltung ſchon drängt.
und es regt ſich die Kraft und es mehrt ſich die Kraft,
lind auf einmal bricht es hervor:
En allen Halmen aufſteigender Saft:
Hur Sonne ſtrebt alles empor!
Wärme, Lichtflut, Glanz und Farbe! Flinkern und
Leuchten! Zirpen und Summen, Schrillen und Jauchzen!
Still ſtrahlende, luſtig blitzende Wunder; blaue, rote,
jauſendfarbige Kelch= und Glockenpracht! Aus tiefen
grü=
ren Dämmerungen, aus weitgewölbtem weißlichen Blau
fröhlich Gezwitſcher!
Welch wunderbar=urſprüngliches Lebensgefühl weckte
uns die flaumenleichte Zeit der dunklen Frühe. Aufſchreit
uiſer Herz, das jung und alt zugleich iſt, wie Sturm und
Aeer, wie Wind und Wald. Die Blumen blühen, die
Räume rauſchen, die Waſſer plätſchern, die Vögel ſingen,
der Himmel blaut — Offenbarung leuchtet das endloſe
Beieinander und Ineinander aller Weſen. Alles, alles eine
einzige große, unendliche Ruhe und Einheit, die ſich durch
die unermeßlichen Stufen des Lebendigen ſucht und
ver=
ſiert, ewig ſucht und ewig verliert und ſich doch ewig
hut in der Liebe und als Liebe. Leben! Urbeginn!
Hin=
auf, hinauf mit ſehnendem, allmächtigem Drange in
Mil=
liarden von verſchlungenen Lebenswellen, die anſteigen
und verrinnen, und mit immer neu verjüngter Inbrunſt
lnäächtiger und mächtiger dem Licht entgegen, dem
Licht
Ahnend fühlen wir die Urheimat, in der wir einmal
ſſchlummernd eingebettet lagen. Wir liegen am Buſen der
Telt: wir ſind ihre Seele, all ihre Kräfte und ihr
unend=
liches Leben fühlen wir wie unſer eigenes. Tief zum
Abgrund aller Dinge, aus deſſen Dunkel wir einſt
ent=
ſtiegen, dringen wir und betten uns ſelig an Allvaters
il bequellendem Herzen.
In unendlichen Farben, Formen, Tönen wie ein
ein=
iges Lied, wie ein einziger, einender, gewaltiger Einklang.
Jauchzt, jubelt, flötet, klagt, brauſt. Kommt aus
lichtdäm=
mernden, gleißenden Weiten, wird offenbar, verklingt in
dem Fernen.
Unabänderlich flutet und wirkt im kreiſenden All des
üeeltenwalters urewiges Lebensgeſetz. Wir gehören zu
ham Gott=Geſchlecht, das aus dem Dunkel ins Helle ſtrebt.
es Allvaters Kinder trachten wir, innerlich frei, unſer
zaben nach dem Geſetz in unſerer Bruſt zu geſtalten, das
is aus der Welt hervorleuchtet und darum Gottes
Ge=
leis iſt.
Laßt uns mit der Sehnſucht wandern,
Die aus tiefſten Tiefen brennt,
Die den Hunger nach dem Lichte
Und den Schmerz nach Reinheit kennt.
Hören wir in des Maien Glanz und Wonne die
Stümme unſeres Herzens. Erfüllen wir das Geſetz unſeres
Blutes: Uns ſelbſt Aufrichter und Vollender! Uns ſelbſt
mimer wieder erneuernd und wiedergebärend aus eigener
Wensfülle!
Aus deutſchem Blute ſoll nach dem lebendigen
Ur=
billlen erwachſen das Heil der Welt. Als deutſche Menſchen
leheen wir aus der großen Heimat hervor, und das iſt
Un ere Aufgabe, daß wir dieſe Geburt erfüllen. Deutſches
Battum, das Heilige in unſerer Bruſt — das iſt der Weg,
en wir gehen müſſen. So ſei Gottes Wille unſer frei
Urkrannter und gewollter Wille. Dann hebt ſich der Zeiten
Mat und eins mit Gott iſt unſer Sehnen geſtillt.
An des Lebens heil’gen Quellen
Laßt uns kräfteſchöpfend ſtehen,
Daß wir durch den Alltag leuchtend
Und als ſtille Sieger gehen.
Hört Ihr die tauſend Stimmen all, nah und fern, in
len Nähen und Weiten, einen einzigen millionenſtimmi=
Zuſammenklang! Das iſt das Lied der Kraft, das iſt
Kraft! Wach auf, du Seele des Volks! Wirf den Schlaf
den Augen, die Tat will getan ſein!
Hört Ihr den Jubel rings, wie es tönt mit neuer
nggeſtümer Lebensluſt. Wahrlich, der Tag der Tat iſt nicht
hewr fern. An dem Gewaffen unſeres eingeborenen
Peſſens wird enden die Not, geſunden die Zeit.
Hoffnungs=
ſoh gehen wir unſeren vorbeſtimmten Weg, gelaſſen
ſtre=
enid, uns zu vollenden.
Unſer Lieben und Glauben bleibt der auf dieſer
irden Tat gewordenen göttlichen Lebensfülle — unſerer
aſſe, unſerem Volke: Aus ihrem Mutterſchoß wächſt uns
Lebens Kraft, quillt uns des Lebens Freude. Sebet.
es iſt Frühling worden — Hoffnungslichter ſpielen in des
Lenzbaums Silber=Grün.
Du Sonnenbaum, zart und zäh, rein und kraftvoll, der
du auf kargſtem Boden gedeihſt — laß übergehen deine
Lichtkraft auch auf uns. Und dann fröhlich zum Streit
hinein in den Werktag. An der Welt werde Held! Und
freudig nehmen jede Stunde des Tags! Sich freuen, daß
uns Gott in dieſes Leben geſtellt hat, in dieſes Leben
mit all ſeinen kleinen und großen Schönheiten, darin eine
Fülle von Kräften geborgen liegt. Und die Hände heben
zum Licht und bitten: Werden laß mich, wie ich werden
muß! Kraft meiner Sehnſucht nach Dir!
Der Erde treu — und wurzelfeſt im Stand!
Das Haupt und Herz den Sternen zugewandt.
Das geſunde Leben lachend umarmen — Vor dem
Unerforſchlichen nicht zittern — Das Menſchenkraft=
Mög=
lichſte tun.
Alles Sonnenheil dem Kraftbewußten! Heil im Namen
des Lichts! Heil im deutſchen Namen!
Die tiefe Ergriffenheit, die ſolche Worte in allen Herzen
ausgelöſt, verdichtete ſich in dem gebetartigen Zwieſpruch:
I. Sonne, Mond und Blau und Tau von oben,
Hütet unſern lieben Birkenbaum!
II. Wie ein Betender hat er erhoben
Seine Zweige in den Himmelsraum.
I. u. II. Senkt euch ſegnend über ihn hernieder,
Der, wie ich, den Sieg des Lichtes glaubt,
Daß von ihm dann eure Kraft hinwieder
Niederträufle auf mein gläubig Haupt
und dem gemeinſamen Bittſpruch:
Segne uns, ſonnige Birke,
daß wir nach deiner Art
Wunder des Weſens wirken:
Züchtig, zäh und zart.
Noch ein von echter Lenzesfreude ſprudelndes Gedicht:
Im Maien!
All — alle Welt ein Jubelſchrei:
Der Mai iſt gekommen, der traute Mai!
Stieg über die blauenden Berge hernieder,
Ein blonder Jüngling, ein Götterſproß,
Aus einem Reiche ewiger Lieder,
Aus einem fernen, ſchimmernden Schloß.
Schritt lächelnd und koſend durch das Tal,
Da grünt es und blüht es mit einemmal,
Da ſingt es und klingt es im Hain und im Garten;
Wird jede Sehnſucht zur Wirklichkeit.
Da ſchwingt der Wald ſeine grünen Standarten
Zum Willkomm einer beſſeren Zeit.
Da zieht es den Menſchen hinaus, hinaus
O Welt, wie ſo zauberhaft ſchön ſiehſt du aus;
Da wachſen der taumelnden Seele Schwingen
Zum Fluge ins Endlos mit Hei und Juchhei.
Laßt grünen und blühen, laßt ſingen und klingen:
Der Mai iſt da, der wonnige Mai!
Und die Feier klang aus in dem alten Volkslied:
Herzlich tut mich erfreuen die fröhlich Sommerzeit,
All mein Geblüt erneuern, der Mai viel Wolluſt beut;
Die Lerch tut ſich erſchwingen mit ihrem hellen Schall;
Lieblich die Vöglein ſingen, voraus die Nachtigall.
Der Kuckuck mit ſei’m Schreien macht fröhlich jedermann,
Des Abends fröhlich reihen die Mägdlein wohlgetan.
Spazieren zu den Brunnen pflegt man zu dieſer Zeit;
All Welt ſucht Freud und Wonnen mit Reiſen fern
und breit.
Spiel und frohe Lieder hielten uns bis zur
Mittags=
ſtunde zuſammen auf der freien Höhe. Dann ging’s
heim=
wärts nach dem freundlich grüßenden Weinheim.
Mainz, 2. Mai. (Die
Stadtverordneten=
wahlen.) Ein Wahlabkommen zwiſchen der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei und der
Sozial=
demokratiſchen Partei kam heute abend für die
Stadtverordnetenwahlen am 7. Mai zuſtande. Die
ge=
meinſame Liſte weiſt 7 Sozialdemokraten und 9
bürger=
liche Kandidaten auf. Die Namen der Sozialdemokraten
ſind: Adelung, Stadtverordneter, Weiß, Stadtverordneter
Zeeh, Stadtverordneter, Seel, Parteiſekretär, Bauer,
Ge=
ſchäftsführer, Dr. Sprenger, Arzt, Schildbach, Redakteur.
Der Fortſchrittlichen Volkspartei gehören an: Simon,
Bankier, Chriſt, Kaufmann, Dr. L. Meyer, Rechtsanwalt,
Klober, Techniker, Berney, Weinhändler, G. Schneider,
Kolonialwarenhandlung. Ferner gelangen auf dieſer
ge=
meinſamen Liſte zur Aufſtellung: Oberpoſtſekretär
Ward=
ter, natl., und die Parteiloſen Dr. Thilo, Chemiker, Geier,
Brauereibeſitzer. Dieſe Kandidaten wurden von der
ſo=
zialdemokratiſchen Verſammlung einſtimmig, in einer
Ver=
ſammlung der Fortſchrittlichen Volkspartei mit allen
ge=
gen fünf Stimmen angenommen.
Mainz, 3. Mai. (Weinbauverband.) Unter
dem Vorſitz von Reichsrat Buhl=Deidesheim tagte heute
ier die von Vertretern der Weinbauverbände
verſchie=
dener Bundesſtaaten beſchickte Geſamtausſchußſitzung des
deutſchen Weinbauverbandes. Im Hinblick auf die
be=
vorſtehende Erneuerung der Handelsverträge wurde ein
Antrag angenommen, der ſich für die unbedingte
Notwen=
digkeit eines höheren Zollſatzes für Wein und eine
ſchär=
fere Kontrolle der Auslandsweine ausſpricht. Ferner
wurde ein Antrag angenommen, der zur Linderung des
zweifellos vorhandenen Notſtandes im deutſchen Weinbau
geſetzliche Maßnahmen für möglich und notwendig hält.
Geheimer Juſtizrat Dr. Gutfleiſch 7.
* Gießen, 4. Mai. In der Nacht zum Sonntag
ver=
ſtarb hier der frühere Reichstags= und
Landtagsabgeord=
nete Geh. Juſtizrat Dr. Gutfleiſch im 70. Lebensjahre.
Dr. Gutfleiſch waren Ehrenbürger der Stadt Gießen. Er
gehörte ſeit 1887 mit einer Unterbrechung in den 90er
Jah=
ren bis 1911 der Zweiten Kammer der Landſtände
an. Zunächſt vertrat er den Wahlkreis Gießen=Land, ſeit
1899 war er Vertreter der Stadt Gießen, wo er zuletzt ohne
Gegenkandidat gewählt worden war. In di Kammer
wurde er ſtändig in die wichtigſten Ausſchüſſe delegiert
und errang ſich wegen ſeines klaren Urteils und ſeiner
rieſigen Arbeitskraft großen Einfluß. Seine Haupttätigkeit
entwickelte er in dem Finanzausſchuß, wo er ſtändiger
Berichterſtatter über den Juſtizetat war. Im Plenum
war er der Wortführer der Freiſinnigen. Von 1881—1884
hat Dr. Gutfleiſch den Wahlkreis Gießen im Reichstag
vertreten; 1890 wurde er in Gießen und Friedberg
ge=
wählt und entſchloß ſich für Friedberg, das er bis 1893
im Reichstag vertrat. Dr. Gutfleiſch war auch im
Auf=
ſichtsrat der Gewerbebank Gießen, der
Landeshypotheken=
bank Darmſtadt uſw.
Reich und Ausland.
Frankfurt a. M., 3. Mai. (Empfang.) Zu Ehren
der geſtern nachmittag hier eingetroffenen Mitglieder der
Hotel Men’s Mutual Benefit Aſſociation of the United
States and Canada wurde heute mittag von der Stadt
Frankfurt und der Handelskammer im Neuen
Bürger=
ſaale des Rathauſes ein Empfang veranſtaltet. Im
Na=
men der Stadt hieß Bürgermeiſter Dr. Luppe die
ameri=
kaniſchen Herren und Damen herzlich willkommen und
brachte ein begeiſtert aufgenommenes Hoch auf die Union
und Kanada aus. Nach ihm betonte der Vizepräſident der
Handelskammer, Geheimrat v. Paſſavant, in launiger,
wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochenen
An=
ſprache die reichen wirtſchaftlichen Beziehungen zwiſchen
Deutſchland und Amerika. Der Präſident der
Vereini=
gung der amerikaniſchen Hotelbeſitzer, Mr. Thierney,
dankte im Namen der Gäſte und brachte ein Hoch auf die
Stadt Frankfurt und die Handelskammer aus. An den
Empfang ſchloß ſich ein Frühſtück im altehrwürdigen
Kai=
ſerſaal des Römers, nach deſſen Beendigung die Gäſte
noch bis 2 Uhr in angeregtem Geſpräch beiſammen
blie=
ben. Gegen 3 Uhr erfolgte die Weiterreiſe nach Berlin.
Frankfurt a. M., 2. Mai. Auf der Strecke
Frank=
furt - Mainz entgleiſte abends gegen 8½ Uhr
zwiſchen den Stationen Raunheim und Kelſterbach in der
Nähe des Mönchhofs ein Wagen eines Güterzuges,
wo=
durch beide Gleiſe auf etwa zwei Stunden geſperrt
wa=
ren. Durch den Unfall entſtand im hieſigen Hauptbahnhof
eine große Verkehrsſtockung. Der D=Zug 375
Wiesbaden-Frankfurt, aus dem ſich der D=Zug 75
Frank=
furt-Hamburg zuſammenſetzt, lag auf der Strecke und
mußte warten, bis die Gleiſe wieder fahrbar waren,
wäh=
rend der andere Teil Baſel-Frankfurt-Hamburg als
Vorzug vom Hauptbahnhofe nach Hamburg abgelaſſen
wurde. Der Wiesbadener Teil iſt dann als Hauptzug mit
mehr als 2ſtündiger Verſpätung vom Hauptbahnhof nach
Hamburg abgelaſſen worden. Der D=Zug Nr. 115
Frank=
furt-Dortmund ab Frankfurt 9,01, der linksrheiniſch
fährt, wurde über Höchſt-Kaſtel und die Kaiſerbrücke
ge=
leitet. Gegen 11 Uhr war das eine Geleiſe wieder
fahr=
bar.
Karlsruhe, 3. Mai. (Gedächtnisfeier.) Heute
vormittag 11 Uhr fand vor dem Scheffel=Denkmal zu Ehren
des Dichters die aus den Kreiſen der Bürgerſchaft
hervor=
gegangene erſte Gedächtnisfeier ſtatt welche von nun an
alljährlich am 1. Mai vor ſich gehen ſoll. Geſangsvorträge
der „Konkordia” rahmten den Feſtvortrag des
Chefredak=
teurs Albert Herzog ein, welcher den Dichter als den
Lob=
preiſer der Schönheiten des Lebens feierte. Der von
herr=
ichſtem Wetter begünſtigten Feier wohnten Vertreter der
Stadt und der Bürgerſchaft, ſowie ein zahlreiches
Publikum bei.
Hamburg, 2. Mai. (200
Reichstagsabgeord=
nete) und etwa 20 Mitglieder des Bundesrats trafen
heute nachmittag 5 Uhr hier ein und begaben ſich im
Son=
derzug nach Kuxhaven zur Beſichtigung des
Damp=
fers Vaterland‟ Der Präſident des Reichstags
hatte die Einladung der Hamburg=Amerika=Linie
telegra=
hiſch mit ſchmeichelhaften Worten für das neueſte Schiff
der Linie und dieſe ſelbſt angenommen.
Petersburg, 2. Mai. (Der Permer Prozeß) hat
ein eigenartiges Nachſpiel gehabt. Der Polizipriſtav
Malm, der die deutſchen Luftſchiffer verhaftete, wurde
über=
führt, von ihnen Geldgeſchenke von 40 Rubeln
erhal=
ten zu haben. Er wurde vom Amte enthoben und vor
Ge=
richt geſtellt. Auch der Landrat Muchanow wird ſich vor
ericht zu verantworten haben, weil er ſich die
Schnee=
ſchuhe der Luftſchiffer angeeignet hat.
Neu=York. 3. Mai. (Milliardärs Heirat.)
Die Zeitungen verkünden die Heirat des älteſten Sohnes
des verſtorbenen Milliardärs Pierpont Morgan mit der
Tochter des amerikaniſchen Komponiſten Converſe.
Rad= und Motor=Rennen in Darmſtadt.
St. Die Rennbahn an der Heidelbergerſtraße war
geſtern bei dem herrſchenden herrlichen Sommerwetter das
Ziel vieler Hunderte. Die Zahl der Beſucher mag 1500
bedeutend überſchritten haben. Es wurden nicht weniger
als 12 Rennen ausgefahren, die ſich von 3 bis nach ¼8
Uhr hinzogen. Die Beſucherſcharen aber hielten wacker
aus ein Beweis, daß der gebotene Sport zu feſſeln
ver=
mochte. Im weſentlichen beſtritten die drei Dauerfahrer
Böſchlin, Pawke und Matthis die Hauptrennen. Chr.
Rode=Mainz, der im Rennen um den Wanderpreis des
Prinzen Wilhelm von Heſſen, den er zu verteidigen hatte,
Reifendefekt erlitt, war gekränkt, daß die Rennleitung nicht
abläuten ließ, und ſtreikte, ſo daß die Flieger=Rennen
ihren Hauptreiz verloren, und der Wanderpreis eine
ziem=
lich mühelos errungene Beute von Damus=Darmſtadt
wurde. Die Rennen verliefen ohne Unfall. Die einzelnen
Reſultate waren folgende:
1. Frühlingspreis: Dauerfahren mit
Motor=
ſchrittmacher für Berufsfahrer, 10 Kilometer Erſter: W.
Pawke=Berlin. (10,2 Min.), Zweiter Jean Böſchlin=
Straßburg, Dritter: J. Matthis=Kolmar.
2. Erſtfahren: 1000 Meter Erſter: Simon
Schmidt=Mainz, Zweiter: Jak. Krichbaum=Frankfurt.
Dritter H. Benz=Darmſtadt.
3. Preis der Bergſtraße: Dauerfahren mit
Motorſchrittmachern für Berufsfahrer, 15 Kilometer.
Erſter: Pawke, Zweiter: Böſchlin, Dritter: Matthis. Zeit
16,50 Minuten.
4. Wanderpreisfahren um den Preis weiland
des Prinzen Wilhelm von Heſſen. Verteidiger Chr. Rode=
Mainz. Erſter: E Damus=Darmſtadt, Zweiter: G. Bald=
Schiltigheim. Dritter: G. Sehring=Langen. Zeit 3,14 Min.
5. Sportplatzpreis. Dauerrennen mit
Motor=
ſchrittmachern für Berufsfahrer, 20 Kilometer. Erſter:
Böſchlin, Zweiter: Pawke, Dritter Matthis. Zeit 22,9 Min.
6. Fünf Kilometer=Rekordfahren:
Dauer=
fahren mit Motorſchrittmachern für Berufsfahrer, Erſter:
Böſchlin, 5.56 Min., Zweiter: Pawke 6,09 Min., Dritter:
Matthis 6,19 Min.
7. Vorgabefahren 1000 Meter. Erſter: Sehring
(20 M. Vorgabe), Zweiter Rolo=Frankfurt (40 M.),
Drit=
ter: Guſtav Schreiber=Frankfurt (80 M.). Zeit 1,30 Min.
8. Verfolgungsrennen. Ueber 6 Runden.
In dieſem Rennen fährt Pawke den ſogenannten
Renn=
fiſch, ein Fahrrad in in einer Art Karroſſerie. Pawke
ge=
winnt das Rennen ſicher in 2,40 Min.
9. Zehn Kilometer=Rekordpreis.
Dauer=
fahren mit Motorſchrittmachern für Berufsfahrer. Erſter:
Böſchlin 11,27 Min., Zweiter Pawke 11,45 Min., Dritter
Matthis 12 Min.
10. Ausſcheidungs=Rennen. Erſter: Rolo=
Frankfurt, Zweiter: H. Thomae=Darmſtadt, Dritter:
Schmidt=Frankfurt. Zeit 10.08 Minuten.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. Mai 1914.
Nummer 122.
Der Großſchiffahrtsweg Berlin-Stettin.
* Eberswalde, 2. Mai. Anläßlich der heutigen
Sitzung des Großen Ausſchuſſes hatte der
Zentral=
verein für deutſche Binnenſchiffahrt zu einer
Beſichtigung des mit einem Koſtenaufwande von rund 50
Millionen Mark erbauten Großſchiffahrtsweges
Berlin-Stettin eingeladen. Ueber 400 Perſonen
fanden ſich dazu heute vormittag hier ein. Unter den
Er=
ſchienenen befanden ſich Vertreter des Staatsſekretärs des
Reichsmarineamtes, des preußiſchen
Landwirtſchaftsmini=
ſters und des Oberpräſidenten von Brandenburg; ferner
waren von der Verwaltung der märkiſchen Waſſerſtraßen
in Potsdam und vom Bau des Großſchiffahrtsweges
Ber=
lin-Stettin zahlreiche Herren erſchienen. Die an der neuen
Waſſerſtraße beteiligten Stätte Berlin, Stettin und
Eberswalde, ſowie eine Reihe anderer ſtädtiſcher
Ver=
waltungen ſandten Vertreter, ebenſo viele
Handelskam=
mern, von denen die Berliner durch den Präſidenten von
Mendelsſohn und den Vizepräſidenten Geh.
Kommerzien=
rat Revené vertreten war; beſonders ſtark waren die Kreiſe
der Reeder und Schiffahrtsintereſſenten, die
Kaufmann=
ſchaft, Ingenieure und Baumeiſter, ſowie die Preſſe
ver=
treten. Den 1. Teil des Programms bildete eine Sitzung
in der Aula der Forſtakademie, in der nach
Begrüßungs=
worten des Vorſitzenden des Zentralvereins, Geh.
Regie=
rungsrats Flamm, Regierungsbaurat Holmgren=
Potsdam über den Großſchiffahrtsweg Berlin-Stettin
und Rechtsanwalt Rademacher=Merſeburg über den
Stand des Kanalprojektes Elſter-Saale ſprach. Sodann
vereinigte man ſich zu einem Frühſtück in den Hotels der
Stadt. Daran anſchließend begann die Beſichtigung der
neuen Waſſerſtraße, auf welcher ſeit ſechs Wochen der
Ver=
ſuchsbetrieb eröffnet iſt. Auf drei Dampfern ſchiffte ſich
die Geſellſchaft ein. Die Fahrt ging zunächſt zu der Stelle,
wo das Kanalbett über die Eiſenbahnlinie Berlin-Stettin
hinweggeht. Dann ging es oſtwärts. Zwiſchen
Kiefern=
wäldern wurde auf einer der großen Dammſtrecken das
Ragöſer Tal in einer Höhe von 28 Metern über der
Tal=
ſohle paſſiert. Nach einer zweiſtündigen Fahrt war die
Schleuſentreppe bei Niederfinow erreicht, durch welche
der Kanal in 4 Schleuſen zum Oderbruch hinabſteigt. Nach
eingehender Beſichtigung der elektriſch betriebenen
Schleu=
ſen=Anlagen, neben denen ein rieſiges Schiffshebewerk
ge=
baut werden ſoll, wurde die Fahrt durch die landſchaftlich
reizvolle Gegend nach Hohenſaaten fortgeſetzt. Damit war
etwa ein Drittel dieſer impoſanten Waſſerſtraße, bei deren
Bau gewaltige techniſche Schwierigkeiten zu überwinden
waren, durchfahren und das Ende der intereſſanten Fahrt
erreicht.
Aus Korfu.
* Achilleion, 3. Mai. Der Kaiſer hielt heute
vormittag in der Kapelle Gottesdienſt ab an dem die
Kö=
nigin der Hellenen teilnahm. Das Kaiſerpaar und die
Königin empfingen ſpäter auf der Achillesſtraße die Tänzer
und Tänzerinnen von geſtern, die nochmals ihre Trachten
angelegt hatten. Hierbei wurden ihnen Erfriſchungen
ge=
reicht.
* Achilleion, 3. Mai. Generalleutnant v.
Che=
lius, dienſttuender General à la suite des Kaiſers, iſt
zum Militärbevollmächtigten am ruſſiſchen Hofe, attachiert
der Perſon des Kaiſers aller Reuſſen, ernannt worden.
* Korfu, 3. Mai. Der Kaiſer hat die Widmung
des Prachtwerkes „Korfu, der Kaiſerſitz im Mittelmeer”
das von dem Berliner Schriftſteller Hauptmann der Reſerve
Otto Liman verfaßt worden iſt, während ſeines
Aufent=
haltes auf Korfu angenommen. Das Werk erſcheint im
Verlage von Richard Falk in Berlin.
Luftfahrt.
* Paris, 3. Mai. Der Flieger Levaſſeur hat
mit einem Fluggaſt an Bord und mit einer Belaſtung von
350 Kilogramm in 58 Minuten eine Höhe von 1950 Metern
erreicht und damit eine neue Höchſtleiſtung erzielt.
Mexiko und die Vereinigten Staaten.
Der Schutz der Fremden.
* Berlin, 2. Mai. Nach einem Telegramm von dem
Schiff „Nürnberg” vom 28. April aus Guaymas iſt
dort die Lage unverändert. In Mazatlan entſchloſſen ſich
die Deutſchen, denen Gelegenheit zur Abreiſe gegeben
war, unter dem Schutz des japaniſchen Kreuzers „Idzumo”
im Orte zu bleiben.
Entſprechend einer Vereinbarung zwiſchen den
deut=
ſchen, engliſchen und japaniſchen
Seebefehls=
habern wird der Schutz der Staatsangehörigen der drei
Nationen gemeinſam ausgeübt. Die Deutſchen haben den
Schutzdienſt in Guaymas übernommen, die Engländer in
San Blas und die Japaner in Mazatlan.
* Veracruz, 3. Mai. Amerikaniſche
Vor=
poſten bei Waterplant, 9 Meilen von hier, wurden von
den Mexikanern angegriffen, die beabſichtigten, die
Waſſer=
zufuhr abzuſchneiden. Die Amerikaner verlangten
draht=
los Verſtärkungen. Hilfstruppen ſind bereits mit
der Eiſenbahn abgeſchickt worden.
* Waſhington, 3. Mai. General Funſton
mel=
det, daß nur wenige vereinzelte Schüſſe gegen die die
Waſ=
ſerwerke bewachenden amerikaniſchen Truppen abgegeben
worden ſeien und daß die Amerikaner keine Verluſte haben.
Die abgeſandten Verſtärkungen, die infolgedeſſen
über=
flüſſig ſind, wurden nach Veracruz zurückgeſandt.
* Waſhington, 3. Mai. Sowohl Huerta wie
Carranza gaben die amtliche Zuſicherung, daß die
Oel=
quellen bei Tampico während der Kämpfe
ge=
ſſchont werden ſollen.
* Wafhington 3. Mai. Nach einer Unterredung
zwiſchen dem Staatsſekretär Bryan und den
Vertre=
tern der drei vermittelnden
ſüdamerika=
niſchen Staaten veröffentlichte das
Staatsdeparte=
ment eine Erklärung, nach welcher die Vermittler die
Auf=
forderung zur Ernennung von Vertretern, die mit ihnen
verhandeln ſollen, der Regierung der Vereinigten Staaten
überbracht und an Huerta und Carranza abgeſandt haben.
Waffenſtillſtand.
* Waſhington, 4. Mai. Nach einem Telegramm,
das dem Marineamt zuging, haben die mexikaniſchen
Bundestruppen mit den Inſurgenten bei Tampico
einen Waffenſtillſtand abgeſchloſſen.
* Mexiko, 4. Mai. Der Kriegsminiſter hat
die Bundestruppen angewieſen, auf Grund des
Waffen=
ſtillſtandes die Feindſeligkeiten einzuſtellen.
Ein mit Deutſchen vollbeſetzter Eiſenbahnzug iſt nach
Vergcruz=abgegangen.
Darmſtadt, 5. Mai.
W.-l. Großh. Hoftheater. In der neuen Inſzenierung
wurde geſtern abend Mozarts „Don Juan”
wieder=
holt. Die Titelpartie ſang zum erſten Male Herr
Bertram. Ob er wiſſentlich oder unwiſſentlich Herrn
Forſell in Maske und Spiel kopiert hat, möge dahingeſtellt
bleiben, jedenfalls hatte er ſich an ihm ein Vorbild
ge=
nommen, das ihm nicht zur Unehre gereicht und ihm auch
nichts weniger als nachteilig war. Für einen Sänger,
der die Partie zum erſten Male geſungen hat, war es eine
imponierende Leiſtung. Anerkennenswert iſt, wie Herr
Bertram ſein ſeriöſes, etwas dunkel gefärbtes Organ dem
leichten Mozartſtil anzupaſſen wußte, wenn er auch nicht
ſelten, wie in dem Champagnerlied, zum parlando
über=
ging und ſich damit die Sache etwas leicht machte. Ebenſo
wie die ſichere geſangliche Beherrſchung der Partie
über=
raſchte das gewandte und elegante Spiel. Die Zerline ſang
hier zum erſten Male Frau Beling=Schäfer, die mit
einer anziehenden Verkörperung der Rolle und
Natürlich=
keit des Spiels eine liebliche Art des Vortrages
ver=
einigte. Der Tragfähigkeit der Stimme gereicht es nicht
zum Vorteil, daß die Szenen zwiſchen Maſetto und
Zer=
line ſich jetzt weiter im Hintergrunde der Bühne abſpielen.
Die wundervolle Begleitung der Rezitative des Herrn
Kapellmeiſters Blech, der ſie ſozuſagen auf dem Klavier
ſang, wurde bei der heutigen Aufführung nicht erreicht.
Die übrige Beſetzung war dieſelbe geblieben.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telege. Korreſp.=Bureau.)
* Kuxhaven, 3. Mai. In ſeiner Rede, mit welcher
der Vorſitzende des Aufſichtsrats der Hapag, Max
Schinckel, geſtern abend an Bord des Dampfers „
Va=
terland” beim Eſſen die Vertreter des Reichstages und
Bundesrates begrüßte, ſagte er unter anderem, der Hapag
gereiche es zur beſonderen Ehre, die berufenen Vertreter
der höchſten Inſtanzen, der Regierung, des Bundesrates
und des Reichstages, als erſte Gäſte zu begrüßen. Warum
habe man 35 Millionen in ein ſchwimmendes Gaſthaus
in=
veſtiert, das höchſtens zwei Jahrzehnte Lebensdauer habe?
Weil die Beförderung und der Austauſch von Menſchen
für den Weltverkehr ebenſo wichtig ſei, wie der
Warenaus=
tauſch. Wer ein zahlungsfreudiges Publikum an eine Linie
feſſeln wolle, müſſe die ſchnellſten, bequemſten und ſicherſten
Schiffe auf Sce bringen. Dann aber erfülle das Schiff die
veitere Aufgabe, ein Vermittler der kulturellen
Beziehun=
gen zwiſchen dem Heimatland und der weiten Welt zu ſein.
Ein ſolches Schiff brauche aber auch, was am ſchwerſten
zu beſchaffen ſei, einen richtigen Namen. Der hochverdiente
Leiter der Geſellſchaft, Generaldirektor Ballin, der leider
infolge einer wichtigen Kölner Konferenz nicht anweſend
ſein könne, habe das Richtige getroffen, wenn er das Schiff
„Vaterland” nannte. Die Hapag habe ſeit 1870 ihre Flotte
von 13 Schiffen mit 36 000 Tons auf 194 mit 130 000 Tons
vermehrt, ſo daß das „Vaterland” um 50 Prozent größer
ſei als die damalige Flotte der Geſellſchaft. Eine ſolche
Entwicklung ſei nur möglich geweſen unter dem Schutze
er Kriegsflagge. Nehmen Sie, meine Herren, den
Ein=
druck mit, daß die koſtbaren Werte, die wir dem Meere
anvertrauen müſſen, ein entſprechendes Gegengewicht in
einem weiteren Flottenausbau erheiſchen. Das ſei die
einzige Subvention, die Sie uns gewähren! Mit einem
begeiſtert aufgenommenen Hoch auf den Kaiſer ſchloß der
Redner ſeine Anſprache.
* Wien, 3. Mai. Ueber das Befinden des
Kaiſers wurde heute früh folgende Mitteilung
ausge=
geben: Die Nacht war beſſer als die vorhergehende. Das
Allgemeinbefinden iſt ganz befriedigend.
Paris, 2. Mai. Bei ſeiner Vernehmung in der
Vorunterſuchung gegen Frau Caillaux
bezeichnete Ceccaldi eine von ihm nicht namentlich
genannte Perſon, eines wohlbekannten, am „Figaro”
beteiligten Geldmannes, als Gewährsmann Painleves
für den Zeitpunkt der beabſichtigten Veröffentlichung
intimer Briefe. Dieſe Perſönlichkeit wurde heute
ver=
nommen, es iſt Gaſton Dreyfuß, der erklärte, er habe
Calmette und Caillaux gekannt und niemals erwähnt,
daß Calmette intime Briefe zu veröffentlichen beabſichtige,
ſondern nur die Veröffentlichung des Berichtes von
Oberſtaatsanwalt Fabre.
* Madrid, 3. Mai. Die Deputierten und
Se=
natoren welche weinbautreibende Bezirke
vertreten, ſind geſtern zuſammengetreten, um die durch
die in Deutſchland geplante Zollerhöhung auf
ſpa=
niſche Weine geſchaffene Lage zu prüfen.
* London, 3. Mai. Geſtern abend ¾11 Uhr iſt nach
längerem Leiden der Herzog von Argyll, der
Schwager König Eduards und Onkel des jetzigen Königs,
in ſeiner Villa auf der Inſel Wight im 68. Lebensjahre
geſtorben.
* Petersburg, 3. Mai. Ein veröffentlichter Ukas
des Kaiſers hat die Probemobiliſierung
zweier Bezirke und die Einberufung der Reſerviſten in
zwei anderen Bezirken des Gouvernements
Jekate=
rinoslaw angeordnet.
* Konſtantinopel, 3. Mai. Die Nachricht von der
Abreiſe des Marſchalls Liman von Sanders nach
Berlin beruht auf einem Irrtum. Nach
Blättermel=
dungen unternimmt der General eine Inſpektionsreiſe
nach Smyrna.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Nachricht, daß unſere
Mutter und Schwiegermutter
(11300
Elisabetha Spamer
geſtern vormittag 6½
Kampfe verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Spamer nebst Enkeln
Landwehrſtraße 62.
Darmſtadt, den 4. Mai 1914.
Die Beerdigung findet am Dienstag,
nachmit=
tags ½4 Uhr, vom Friedhof aus ſtatt.
Uhr nach ſchwerem
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
bei dem allzufrühen Hinſcheiden unſerer unvergeß=.
lichen Tochter und Schweſter
Kathinka
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer Marx
für die tröſtenden Worte am Grabe, ferner den
Schweſtern der Johannisgemeinde für ihre
auf=
opfernde Pflege während ihrer langen Krankheit,
ſowie den Herren Vorgeſetzten, Beamten und
Be=
amtinnen der Firma Merck für die
Beileids=
bezeugungen und Ehrungen, desgleichen für die
überaus zahlreichen Blumenſpenden unſeren
innigſten Dank.
(11301
In tiefer Trauer:
Familie Karl Wenz
Spenglermeiſter, Wendelſtadtſtr. 13.
Darmſtadt, 2. Mai 1914.
Tageskalender.
Montag, 4. Mai.
Großh. Hoftheater Anfang 7½ Uhr. Ende 9¾4 Uhl
(Volksvorſtellung): „777:10‟
Vortrag mit Lichtbildern von Miſſionsinſpektor Lie,
Witte um 8 Uhr im Saale des Muſikvereins.
Hauptverſammlung des Verkehrsvereins um8
Uhr im „Fürſtenſaal”
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Krone”.
Konzerte: Café Britannia um 4 und 8 Uhr. —
Bürger=
keller um 8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr. — Café Metropole
um 8 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage unſerer Expedition
Rheinſtraße 23): Das größte Schiff der Welt, dier
„Vaterland” verläßt den Hamburger Hafen. — Den
kürzlich verſtorbene Pfarrer von Mars=la=Tour in ſeinem
Schlachtenmuſeum. — Blick auf Veracruz, das von den
Amerikanern beſetzt wurde — Vom Beſuch des
eng=
liſchen Königspaares in Paris.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 5. Mai.
Hofreite=Verſteigerung des Heinrich Schäfel
(Moosbergſtraße 94) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Menges
(Martinſtraße 39) um 10½ Uhr auf dem Ortsgericht II
Hofreite=Verſteigerung des Wilhelm Hilsdorf
(Hügelſtraße 32) um 10½ Uhr auf dem Ortsgerichtl
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerein
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Mar Streeſe; für den Anzeigenteil
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Nummer 122.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. Mai 1914.
Seite 5.
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Eiſen=Mangan=Kochſalzquelle) hat
mir bei einem alten
Frauenleiden
und chron. Blaſenkatarrh ſehr
wert=
volle Dienſte geleiſtet, die Schmerzen
und Schärfen völlig genommen und
eine wunderbare Kräftigung der
leidenden Teile bewirkt. Ich hätte
einen ſolchen Erfolg nie für möglich
gehalten, habe mich nie ſo wohl und
geſund gefühlt, wie jetzt nach der Kur
mit Ihrer Wunderquelle. Dieſelbe
wirkt vor allem glänzend auf die
Tätigkeit der Nieren, reinigt das
Blut und die Säfte. Seit ich Ihren
Markſprudel trinke, bin ich auch
völlig von meinen
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ſchrecklichſter Weiſe quälten, befreit.
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Nummer 122.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. Mai 1914.
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Einladung.
Wir beehren uns hiermit, unſere Mitglieder zu der am
Nontag, den 4. Mai 1914, abends pünktlich 8½ Uhr im
„Fürstensaal‟, Grafenstr. 20
ſtattfindenden
Hauptverſammlung
rgebenſt einzuladen.
Tagesordnung.
1. Bericht des Vorſitzenden, Rechnungsablage, Bericht der
Rechnungsprüfer, Entlaſtung des Rechners.
2. Voranſchlag für 1910/16).
3. Wahl des Vorſitzenden.
4. Ergänzungswahl des Vorſtandes. Aus demſelben ſcheiden
aus die Herren: Stadtverordneter Henrich, Hofrat Alexander
Koch, Bürgermeiſter Mueller und Stadtverordneter Apotheker
Ramdohr: Die vorſtehend genannten Herren ſind für das
laufende Jahr ſatzungsgemäß nicht wieder wählbar.
5. Veratung und Beſchlußfaſſung über die eingegangenen
Anträge. Letztere ſind ſpäteſtens 5 Tage vor der
Haupt=
verſammlung an den Vorſitzenden einzureichen.
6. Allgemeine Ausſprache über zeitgemäße ſtädtiſche
Angelegen=
heiten und Verkehrsverhältniſſe. (Oſtbahnhof, Straßenbahn,
Wagenhalle uſw.)
Wir laden unſere Mitglieder zu recht zahlreichem Beſuch
ſöflichſt ein. Gäſte, auch Damen ſind willkommen.
Der Vorstand.
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Peuiſcher und Orſtreichiſcher
Alpenverein, Sektion Darmſtadt
(E. V. Gegründet 1870).
Deienstag, den 5. Mai 1914, abends 8½ Uhr präzis
im Fürſtenſaal, Grafenſtr. 20:
Monats=Verſammlung
Vortrag des Herrn Apotheker Dr. Th. Tenner:
„Wanderungen und Reiſen im Sommer 1913‟
Iſerner=Alpen, Belgien, Dinkelsbühl, mit Vorführung von Lichtbildern.
Die Familienangehörigen der Mitglieder und eingeführte Gäſte
Uhe willkommen.
Sonntag, den 10. Mai 1914:
Machmittags=Ausflug in die Bergſtraße Ab 1. Mai täglich abends 8 Uhr:
Frankenſtein — Seeheim.
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lſas um 205 Uhr.
Der Vorſtand.
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am Mittwoch, den 6. Mai 1914, abends 8¼ Uhr lBchult Aktienziegelei, mittlere
im Fürſtenſaal, Grafenſtraße Nr. 20.
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Aplssbildungsvereins durch das Verkehrsbureau bezogen werden.
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Die Künstlerkolonie-Ausstellung
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wird am 16. Mai eröffnet und am II. Oktober geschlossen.
Der KASSEDIENST am Portal beginnt vormittags 9½ Uhr.
Die AUsSTEL.LUNGS-GEBAUDE werden vorm. 10 Uhr geöffnet und abends
7 Uhr, bei früherem Eintritt der Dunkelheit entsprechend zeitiger, geschlossen.
Das AUssTELLUNGs-RESTAURANT befindet sich im Platanenhain,
wo-
selbst (ausgenommen bei ungünstiger Witterung) täglieh nachmittags von
4½—6½ Uhr und abends von 8—11 Uhr KONZERTE stattfinden.
Das ABONNEMENT, zu dem wir hiermit einladen, berechtigt zum dauernden
Eintritt in die Ausstellung und ihr Restaurant. Die Abonnementskarten
werden auf den Namen des Inhabers ausgestellt und sind nicht
übertrag-
bar. Familienkarten werden nur an Ehegatten und ihre in häuslicher
Gemeinschaft mit ihnen lebenden Kinder, Eltern und Geschwister erteilt.
Ein AUsSTELLUNGS-ABONNEMENT kostet:
für eine Person . . . . . . . 12ℳ
für die 1. Familien-Beikarte 6 „
für jede weitere Familien-Beikarte 4 ℳ
für Studenten u. Einj.-Freiwillige 6 „
Bis zum9. Mai gelten für den Abonnements-Vorverkauf folg. ermäßigte Preise:
Hauptkarte .
. 10 ℳ
erste Beikarte . .
. . . 5 „
weitere Beikarten je . . . . . . . . 3 ℳ
Studenten-u. Einj.-Freiwill.-Karten 5 „
Der Verkauf der Abonnementskarten findet von heute bis zum 9. Mai
durch das Verkehrsbüro auf dem Ernst-Ludwigsplatz und vom 16. Mai ab am
Ausstellungsportal statt.
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daß ich mit Ihrer vorzüglichen
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(10815a ausſchläge, Sommerſproſſen ꝛc. aufs
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Seite 8.
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