Darmstädter Tagblatt 1914


Nr. 115., Montag, den 27. April.

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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 8 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Dampfer Cap Trafalgar mit dem Prin=
zen
und der Prinzeſſin Heinrich von Preu=
ßen
an Bord iſt in Liſſabon angekommen.
In informierten Kreiſen dementiert man die Mel=
dung
von einer Reiſe Sir Edward Greysnach
Rußland. Dagegen verlautet, daß der Prinz von
Wales binnen kurzem in Petersburg einen offiziellen
Beſuch abſtatten wird.
Nach einer Havasmeldung aus Waſhington hat Präſi=
dent
Wilſon das Anerbieten Braſiliens, Argen=
tiniens
und Chiles zu einer vermittelnden In=
tervention
zwiſchen den Vereinigten Staaten und
Mexiko angenommen.
(Letzte Nachrichten ſiehe Seite 4.)

Einſt und jetzt.

K. K. Unter dem Stichworte Die Milliarden der Ver=
ſicherungen
laufen durch die Tagesblätter Mitteilungen
über die Höhe der Darlehen, die von den Verſicherungs=
anſtalten
für gemeinnützige Zwecke gewährt werden. Da=
nach
beliefen ſich bis zum Ende 1913 dieſe Darlehen auf
rund 1164 Millionen Mark. Davon kommen auf den Bau
von Arbeiterwohnungen 483 Millionen Mark.
Dieſe Zahlen veranſchaulichen eine der großen ſegens=
reichen
Nebenwirkungen der ſozialen Verſicherungsgeſetz=
gebung
, die Verwendung der von den Verſicherungsan=
ſtalten
angeſammelten Kapitalien für die allgemeine Wohl=
fahrtspflege
. Vor einem Menſchenalter dachte noch kein
Menſch an dergleichen. Würden heute unſere Arbeiter,
die Millionen von Verſicherten, die die ſoziale Geſetz=
gebung
als etwas Selbſtverſtändliches anſehen, in die
Verhältniſſe, wie ſie vor dieſer beſtanden, zurückverſetzt,
ſo könnte zu vollem Bewußtſein kommen, was das biß=
chen
Sozialpolitik, von der auch heute noch gewiſſe Leute
reden, zu bedeuten hat. Es! müßte dann tagtäglich ein
Notſchrei von Tauſenden, die Arbeitsunfähigkeit und Mit=
telloſigkeit
dem Elend preisgeben, zum Himmel aufſteigen.
Wie ſah es denn vor dreißig Jahren aus, wenn ein
Arbeiter krank wurde oder einen Unfall erlitt, wenn ihn
Altersſchwäche beſchlich oder der Tod ihn ſeiner Familie
entriß? Für alle ſolche Fälle hatte ehedem der Arbeiter
lediglich aus eigener Kraft Vorſorge zu treffen. Solche
wurde aber damals nur ganz ſelten getroffen, und wo
ſie vorhanden war, blieb ſie meiſt unzulänglich. Die Re=
gel
bildete, daß der Arbeiter von der Hand in den Mund
lebte, und kam dann einer der erwähnten Unglücksfälle,
ſo trat zugleich die grauſe Not über die Schwelle, Betteln
hieß da nur zu oft die Loſung, Betteln aber drückt tief
unter alle Menſchenwürdigkeit hinab. In den Jahren
1877 bis 1884 ſchwankte in Deutſchland die Zahl der jähr=

lich wegen Bettelns Beſtraften zwiſchen 200000 und
300000, und in den Städten ſtieg die Armenlaſt mit der Be=
völkerung
. Verunglückte früher ein Arbeiter im Dienſte
ſeines Arbeitgebers und büßte er dabei wohl gar ſeine
Arbeitsfähigkeit dauernd ein, ſo war der Unternehmer
jeder Verpflichtung ledig, wenn ihm nicht auf dem Wege
der gerichtlichen Klage ein beſonderes Verſchulden nach=
gewieſen
werden konnte. Meiſtens war ein ſolcher Nach=
weis
unmöglich, und wo er es nicht war, fehlten oft die
Mittel zur Durchführung der Schadenerſatzklage. Führten
Alter oder Invalidität zur Verdienſtloſigkeit, ſo gab es
nicht den geringſten Anſpruch auf irgend eine Unter=
ſtützung
.
Zu der drückenden dauernden Unſicherheit der Lage
der Arbeiter in jeder Hinſicht kam ehedem noch der Man=
gel
einer durchgreifenden Arbeiterſchutzgeſetzgebung, der
Krankheit und Unfällen Vorſchub leiſtete. Heute ſind je=
der
Arbeiter und ſeine Familie gegen die Folgen von
Krankheit, Unfall, Alter, Invalidität und Tod ohne wei=
teres
geſchützt; und was beſonders ins Gewicht fällt: ſie
haben geſetzlichen Anſpruch auf Schutz und Hilfe. Was
dieſe Hilfe außerdem im Vergleich zu einſt noch wertvoll
macht, iſt neben ihrer unbedingten Sicherheit die Schnel=
ligkeit
, womit ſie gewährt werden muß. Allein das Recht
darauf bedeutet eine mächtige Hebung des Selbſtbewußt=
ſeins
und des Standesgefühls der Arbeiterſchaft. Zudem
wird durch die ſoziale Verſicherung auch außerhalb der
Zeit der Erwerbsunfähigkeit infolge von Erkrankung und
Unfall für die allgemeine Geſundheit durch vorbeugende
Maßnahmen aller Art geſorgt. Die Arbeiterverſicherung
ſtellt heute die mächtigſte Vorkämpferin gegen anſteckende
und verheerende Krankheiten dar und iſt eine wirkſame För=
derin
von Volksgeſundheit und Volkskraft. Und worauf
anfangs hingewieſen wurde: die Milliarden, die ſie zur
Sicherung ihrer Leiſtungen ſammeln muß, dienen der För=
derung
volkswirtſchaftlicher Zwecke, zu einem beträcht=
lichen
Teile der Verbeſſerung der Arbeiterwohnungen, zu
einem anderen Teile der Volksbildung.
Der Hauptdank hierfür gebührt dem erſten Kaiſer,
der es für ſeine kaiſerliche Pflicht erachtet hat, die Lage
der Arbeiter zu beſſern und zu ſichern. Dieſe Pflicht iſt
heute in einem Maße erfüllt, daß ſelbſt alles planmäßige
Verdunkeln und Herabſetzen des Wertes der ſozialen
Fürſorge nicht mehr imſtande iſt, ſie zu verkennen. Die
Sozialdemokratie ſpräche ſich ihr Todesurteil, könnte ſie
ihren ehemaligen grundſätzlichen Widerſtand gegen die kai=
ſerliche
Pflichterfüllung wahrmachen und die Arbeiter=
ſchaft
in die troſtloſe Lage vor dreißig Jahren zurück=
ſchrauben
. Die Arbeiterverſicherung mit ihrem reichen Se=
gen
bildet einen weſentlichen Beſtandteil und eine Kraft
des heutigen Wirtſchaftslebens, die ſo wenig ausgeſchaltet
werden kann, wie das deutſche Kaiſertum mit ſeiner er=
habenen
Pflichterfüllung aus unſerem nationalen Daſein.

Der Bericht über das Wirtſchafts=
jahr
1913

iſt, ſoweit es ſich um die allgemeine Lage des Erwerbs=
lebens
handelt, von der Berliner Handelskammer bereits
Ende Dezember 1913 erſtattet und von uns damals be=
rückſichtigt
worden. In dem jetzt erſchienenen zweiten Teil
derſelben Berichterſtattung werden die beſonderen Ver=
hältniſſe
der verſchiedenen Gewerbszweige des Groß=
Berliner Wirtſchaftsgebietes behandelt. Das Urteil über
die allgemeine Geſchäftslage, das zu dem er=
wähnten
Zeitpunkte auf Grund des damals vorliegenden
Materials abgegeben war, lautete nicht günſtig. Es ging
dahin, daß, von einigen wenigen Gewerben abgeſehen,
der Entwickelungsgang in Handel und Verkehr eine Ab=
ſchwächung
erfahren habe, die namentlich in der zweiten
Hälfte des Berichtsjahres zutage getreten war. Eine nahe
Aufbeſſerung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe konnte nicht
in Ausſicht geſtellt werden. Seitdem iſt ein Vierteljahr
verfloſſen, ſo daß die Nachprüfung jenes Urteils auf der
Unterlage einer Anzahl von Nachweiſen, die früher noch
nicht vollſtändig zur Verfügung ſtanden und durch
Schätzungen erſetzt werden mußten, nunmehr möglich iſt.
Die Nachprüfung ergibt eine Beſtätigung deſſen, was die
Handelskammer Ende Dezember 1913 verlautbarte.
Die Steigerung des Warenverkehrs, die ihren
deutlichſten Ausdruck in den Zahlen der Eiſenbahnſtatiſtik
findet, war auch im Jahre 1913 zu beobachten. Aber
während ſie im Jahre vorher 7 bis 8 Prozent betragen
hatte, ſank ſie im Berichtsjahre auf 3 bis 4 Prozent.
Dieſe Wandlung war um ſo beachtenswerter, als die
Dämpfung der Verkehrszunahme ſich nicht gleichmäßig
über ſämtliche Abſchnitte des Jahres erſtreckte, ſondern
vornehmlich im zweiten Halbjahr hervortrat. Die Ein=
nahmen
aus dem Güterverkehr der deutſchen Eiſenbahnen
(ausſchließlich der bayeriſchen) ſtiegen im Berichtsjahre
gegen die Einnahmen des Jahres 1912 im 1. Halbjahr um
54 Millionen Mark, im 3. Vierteljahr um 17 Millionen
Mark, im 4. Vierteljahr um 3 Millionen Mark. Die letz=
ten
beiden Monate des Berichtsjahres wieſen ſogar einen
Rückgang gegen die entſprechenden Monate des Jahres
1912 auf; erreicht dieſer Rückgang auch keineswegs einen
Betrag, der beunruhigend wirken könnte, ſo iſt doch nicht
außer acht zu laſſen, daß er ſich in den zwei anſchließenden
Monaten, die ſchon dem Jahre 1914 angehören, weiter
fortſetzte, alſo nicht als eine lediglich vorübergehende Er=
ſcheinung
anzuſehen war.
Die große Bedeutung, welche im Jahre 1913 die deut=
ſche
Warenausfuhr für das Geſamtwirtſchaftsleben
gewann, drückt ſich in der Tatſache aus, daß der Wert
unſeres Exports die Summe von 10 Milliarden Mark
überſchritt, d. h. um mehr als 10 Prozent gegen den Wert
des Vorjahres wuchs. Die Ziffern, die über die Ent=

Der Sieg des Herzens.
Roman von Otto Elſter.
(Nachdruck verboten.)
23)

Unter den Menſchen, die ſich vor dem Gerichtsſaal
drängten, entſtand eine lebhafte Bewegung. Ein Gerichts=
diener
durcheilte die Menge, die Menſchen rückſichtslos zur
Seite ſchiebend; er ſprach mit einem Schutzmann, dieſer
ſchritt eilig davon. Dann verſchwand der Gerichtsdiener
wieder in dem Saal.
Irgend etwas mußte da drinnen vorgefallen ſein, deſ=
ſen
Erregung ſich der draußen harrenden Menge mit=
teilte
.
Dann erſchien der Juſtizrat Walterburg in eifrigem
Geſpräch mit dem Kriminalkommiſſar, welcher damals die
Aufhebung der Spielergeſellſchaft vorgenommen hatte.
Auf dem ſcharfen Geſicht des Kommiſſars lag ein ſpötti=
ſches
Lächeln
Ich habe es Ihnen ja vorher geſagt, Herr Juſtizrat,
daß der Herr nicht erſcheinen wird, ſagte er mit ver=
ächtlichem
Achſelzucken.
Ich habergeſtern noch mit ihm geſprochen und alles
vereinbart, entgegnete der Juſtizrat, indem ſeine Augen
die Menſchen überflogen, die ſich um ihn drängten. Es
muß da ein Mißverſtändnis herrſchen .
Dier Kommiſſar lachte auf.
Wir werden es ja ſehen, meinte er ſpöttiſch.
Bedenken Sie die Kaution!
Auf das Geld kommt es dem Herrn nicht an. Es iſt
ja nicht ſein Geld
Herr Kommiſſar?!

Mein Sie ene eonten der hiſtret des der
von Rautheim ſelbſt das Geld hinterlegt hat?
Das geht Sie nichts an.
Nein deshalb kann er es aber auch um ſo leichteren
Herzens im Stich laſſen.
Das wäre nicht ſchön gehandelt.
Nun, derjenige, der das Geld hergegeben hat, wird es
wohl verſchmerzen können.
Des Juſtizrats Blick traf Hans. Raſch trat er auf
ihn zu.
Herr von Ballhauſen haben Sie Baron Rautheim
nicht geſehen? fragte er.
Ich kann mich ſeines Umganges nicht mehr rühmen,
Herr Juſtizrat, entgegnete Hans ruhig.
Sie wiſſen nicht, ob er zu Hauſe iſt?
Nein .
Vielleicht iſt er krank?
Ich weiß es nicht .
Herr Juſtizrat, drängte ſich Carl Adolf Borchers
heran.
Was wollen Sie, fragte dieſer ärgerlich.
Mein Name iſt Carl Adolf Borchers, Friſeur und
Coiffeur, und beſchäftige mich mit wiſſenſchaftlicher Haar=
pflege
.
Sie ſind ein Narr
Verzeihung ich wohne in demſelben Hauſe, wie der
Herr Baron . . . und ich kann Auskunft geben .
Auskunft über Herrn von Rautheim?
Ja ich habe ihn geſtern nachmittag noch friſiert
viel Haare hat er ja nicht mehr, und es iſt keine leichte
Arbeit, da ine richtige Friſur herauszukriegen aber mit
meiner wiſſenſchaftlichen Haarpflege . . . .

Der Kuizent wonde ſch mit eier ungedndigen
Bewegung ab.
Entſchuldigen, Herr Juſtizrat ich wollte nur noch
ſagen, fuhr Borchers fort, daß in dem Zimmer mehrere
gepackte Koffer umherſtanden, und als ich fragte, ob Herr
Baron verreiſen wollte, lachte er und ſagte: Ja, wenn die
ekelhafte Geſchichte vorüber iſt
Da haben Sie’s, Herr Juſtizrat, lachte der Kommiſ=
ſar
. Der Herr Baron ſcheint es vorgezogen zu haben, vor
Beendigung dieſer ekelhaften Geſchichte abgereiſt zu
ſein.
Unmöglich! Das wäre ein Vertrauensbruch!
Der Kommiſſar zuckte die Schultern.
Mir kam die Sache auch verdächtig vor, ſagte Bor=
chers
mit wichtigtueriſcher Miene. Die Koffer wurden
ſchon am Nachmittage aus dem Hauſe geſchafft, und heute
morgen war der Herr Baron noch nicht nach Haus ge=
kommen
.
Der Kölner Schnellzug geht um acht Uhr, meinte der
Kommiſſar ſpöttiſch. Jetzt kann der Herr Baron ſchon
jenſeits der franzöſiſchen Grenze ſein.
Ich kann es noch immer nicht glauben, ſagte der Juſtiz=
rat
.
Da trat der Gerichtsdiener heran.
Verzeihen, Herr Juſtizrat, ſoeben iſt dieſe Depeſche
an Sie abgegeben .
Der Juſtizrat öffnete raſch das Formular und über=
flog
die wenigen Zeilen. Zornesröte überflammte ſein
Geſicht.
Wahrhaftig! Sie haben recht, Herr Kommiſſar! rief
er. Da leſen Sie!
Der Kommiſſar las mit ſpöttiſcher Betonung:

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. April 1914.

Nummer 115.

wicklung der Ausfuhr im Jahre 1914 zu Gebote ſtehen,
laſſen der Handelskammer die Hoffnung berechtigt er=
ſcheinen
, daß Deutſchland den hohen Stand, den es auf
dem Weltmarkt errungen hat, in Zukunft behaupten wird.

Politiſche Tagesneuigkeiten.

Deutſchland.
Der Militäretat im Reichstag. Die
Hauptaufgabe des Reichstags, der Dienstag ſeine Arbeit
aufnimmt, wird dem Militäretat gelten, der noch nicht ein=
mal
in der Kommiſſion beraten worden iſt. Man rechnet
damit, daß die Kommiſſionsverhandlungen etwa vierzehn
Tage dauern und der Etat ſomit erſt Mitte Mai ans Ple=
num
gelangen und dort mindeſtens acht Tage in Anſpruch
nehmer wird. Zum erſten Male wird der Kriegsminiſter
v. Falkenhayn Gelegenheit haben, den Militäretat zu ver=
treten
. Ein ſcharfer Gegenſatz beſteht zwiſchen Reichstag
und Militärverwaltung in der Frage der Diſziplin am
Tage der Kontrollverſammlung. Der Reichstag hat be=
kanntlich
bei der neuen Militärſtrafgeſetznovelle beſchloſ=
ſen
, das Vorgeſetztenverhältnis nur für die Dauer der
Kontrollverſammlung, nicht für den ganzen Tag gelten zu
laſſen. Dieſen Beſchluß hat der Kriegsminiſter für un=
annehmbar
erklärt. Eingehende Erörterungen dürfte auch
die Frage einer Geſamtreform des Militärſtrafrechts er=
fahren
.
England.
Die Lage in Ulſter. Miniſterpräſident Asquith,
der am Samstag vormittag wie gewöhnlich zum Wochen=
ſchluß
von London aufs Land gereiſt war, wurde nach=
mittags
nach Downing Street zurückberufen wegen einer
dringenden Botſchaft. Er hatte darauf eine Beſprechung
über die jüngſte Entwickelung der Lage in Ulſter mit dem
Chefſekretär für Irland, Birrell, und dem Kolonialminiſter
Harcourt, dem General Me Ready, der jüngſt zum Kom=
mandanten
in Belfaſt ernannt worden war, und einigen
anderen Offizieren des Heeres. Die Beſprechung dauerte
ungefähr eine Stunde. Der Miniſterpräſident kehrte dar=
auf
aufs Land zurück.
Japan.
Der Marineſkandal. Die landgerichtliche Vor=
unterſuchung
wegen des Marineſkandals iſt abgeſchloſſen.
Der Gerichtsbeſchluß auf Eröffnung des Hauptverfahrens
beſchuldigt den Angeklagten Hermann der Vernichtung von
Beweismitteln, der Hergabe von 15000 Yen an den Ka=
pitän
Sawaſaki für die Uebertragung der Lieferung
der Funkenſtation, ferner den Korreſpondenten des Reu=
terſchen
Bureaus, ſowie drei Genoſſen der Hehlerei an
Siemenspapieren und der Erpreſſung von 50000 Yen.
Ferner ſind unter Anklage geſtellt die drei Direktoren
Mitſui, Buſſan und Kaiſha, ſowie andere im Zuſammen=
hang
mit Lieferungen der Firma Vickers unter der Be=
ſchuldigung
der Beweisvernichtung und wiederholter Be=
ſtechung
in Höhe von über 280000 Yen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. April.

Vom Großh. Hoftheater. Felix von Wein=
gartner
iſt bereits hier eingetroffen und hat die Lei=
tung
der Proben zur Uraufführung ſeiner Oper Kain
und Abel die am 17 Mai, dem vierten Abend der
Frühlingsſeſtſpiele, hier ihre Uraufführung erlebt, über=
nommen
. Auch die Gattin des Künſtlers die als Bühnen=
und Konzertſängerin in Europa wie in Amerika gleich ge=
feierte
Sopraniſtin Lucile Marcel, die die Partie der Ada
kreiren wird nimmt bereits an den täglichen Proben teil.
Heute Abend iſt Sondervorſtellung, morgen ſchließt dec
Shakeſpeare=Zyklus mit der Neuinſpenierung des Kauf=
mann
von Venedig für die ſich abermals lebhaftes
Intereſſe kund gibt. Die Vorſtellung beginnt um 7½ Uhr.

Mainz, 26. April. (Die falſchen Hochſtapler.)
Zwei hieſige Wirte, die das verlockende Frühlingswetter
nicht mehr in ihrer engen Klauſe duldete, unternahnen
wohlgemut und in heiterſter Stimmung eine Spritztour
nach Oberheſſen. In Friedberg machten ſie in einem klei=
nen
Gaſthauſe längere Station und ſpielten dort die gro=

ßen Herren. In übermütiger Laune äußerten ſie auch dem
Beſitzer des Gaſthauſes gegenüber, daß ſie gar nicht ab=
geneigt
wären, ihm ſein Hotel abzukaufen. Das ſei ihnen
übrigens eine Kleinigkeit, ſie ſeien feine und noble Herren
und das erforderliche Geld ſei in Hülle und Fülle vorhan=
den
. Der Friedberger Wirt aber ſchöpfte gegenüber den
Reden dieſer prahleriſchen Herren Verdacht und war der
Meinung, es mit gewiegten Hochſtaplern zu tun zu haben.
Nachdem die beiden Frankfurter das Gaſthaus verlaſſen
hatten und mit der Bahn wieder nach Frankfurt abgefah=
ren
waren, benachrichtigte der Gaſtwirt ſofort die Fried=
berger
Polizei, die ſich ſchleunigſt telephoniſch mit der
Frankfurter Polizei in Verbindung ſetzte. Als die beiden
auf dem Hauptbahnhofe den Zug verlaſſen hatten, waren
ſie nicht wenig erſtaunt, als zwei Kriminalbeamte ſich ihnen
näherten und ſie zum Zwecke der Feſtſtellung ihrer Per=
ſonalien
verhafteten. Hier konnten ſich die vermeintlichen
Hochſtapler aber ausreichend legitimieren, ſo daß der Ulk
noch einmal ein glückliches Finale fand (M. Tgbl.)
Worms, 26. April. (Unfall.) Geſtern abend geriet
bei der ſtädtiſchen Hafenbahn der 52 Jahre alte Rangie=
rer
, Obmann Heinrich Hartenbach, beim Rangieren zwi=
ſchen
zwei Puffer, wobei er ſchwere Quetſchungen des
Bruſtkaſtens und innere Verletzungen erlitt. Der Ver=
etzte
wurde ſofort ins ſtädtiſche Krankenhaus gebracht.
Lebensgefahr beſteht vorerſt nicht.
Eich, 26. April. (Ein großer Feldbrand) ent=
ſtand
in der Sandkant Aus unbekannten Urſachen ge=
rieten
Schilfrohr und Schilfſtreuſel in Brand. Das Feuer
verbreitete ſich überaus raſch. Im ganzen ſind etwa 1400
Gebund abgebrannt, die zum größten Teil Jak. Büttel
gehörten. Der Schaden beträgt mehrere hundert Mark.

Reich und Ausland.

Berlin=Lichtenberg, 26. April. (Selbſtmord.)
Heute früh warfen ſich der 20jährige Arbeiter Alfred
Schwarz aus Berlin und ſeine Braut, die 16jährige
Elſe Ebert, hinter dem Bahnhof Lichtenberg= Friedrichs=
felde
vor einen Eiſenbahnzug. Das Mädchen wurde
getötet der Mann ſchwer verletzt nach dem Krankenhaus
gebracht.
S Weimar, 25. April. (Der Richard Wagner=
Verband deutſcher Frauen) hielt heute hier ſeine
Hauptverſammlung ab. Die Vorſitzende der Orts=
gruppe
Weimar, Frau von Kekulé, begrüßte die Verſamm=
lung
und dankte für ihr zahlreiches Erſcheinen, beſonders
Herrn von Schoen. Die Vorſitzende des Verbandes, Frau
Margarete Strauß, eröffnete die ſechſte Jahresverſamm=
lung
. Von den aus dem Verbande ſcheidenden Damen
wurde Frau Strauß zur Ehrenpräſidentin des Verbandes,
Ihre Exzellenz Frau von Chelius zum Ehrenmitglied des
Hauptvorſtandes ernannt, ebenſo Herr von Schoen. Als
neue Vorſitzende wurde gewählt: Frau Regierungsrat
Lange (Hannover), Als Beiſitzende wurden hinzugewählt:
Frau von Bergen (Magdeburg) und Gräfin Coudenho=
ven
(Wien). In den Vorſtand der Stipendienverwaltung
wurde als Beirätin Frau Klara Lambrecht (Nürnberg)
gewählt. Bemerkenswert iſt, daß ſich an dem Tage der
Generalverſammlung eine Ortsgruppe in Neu=York ge=
bildet
hat, vorläufig die erſte außerhalb Deutſchlands.
Beſchloſſen wurde, daß die nächſte Generalverſammlung
in Wiesbaden ſtattfindet.
Hamburg, 26. April. (Großfeuer.) Heute nach=
mittag
entſtand in den Fabrikanlagen der Wilhelmsburger
Chemiſchen Fabrik in Hamburg Feuer in den mechaniſchen
Trockenräumen der Leimfabrik. Das vierſtöckige Gebäude
und das Keſſelhaus wurden vernichtet; die Flammen fan=
den
in den großen Leimvorräten reiche Nahrung. Die
fünf Wilhelmsburger Wehren, ein Zug der Hamburger
Wehr, ein Fährdampfer und eine der neuen Feuerbarkaſ=
ſen
nahmen an den Löſcharbeiten teil. Nach zweiſtündiger
Arbeit war die Gefahr beſeitigt. Die übrigen umfang=
reichen
Fabrikanlagen und die Sulfatfabrik wurden ge=
rettet
. Der Schaden iſt beträchtlich.
Hamburg, 26. April. (Der Dampfer Vater
land) mußte heute früh gegen 4½ Uhr ſeine Fahrt we=
gen
ungünſtiger Waſſerverhältniſſe in der Nähe Freiburgs
einſtellen. Man hofft, daß er gegen 2 Uhr nachmittags
die Weiterfahrt wird antreten können. Der Dampfer Va=
terland
hat um 3½ Uhr nachmittags in Altenbruch ge
ankert.
Kuxhaven, 26. April. (Schiffszuſammenſtoß.)
In der vergangenen Nacht 1 Uhr ereignete ſich in der
Störmündung ein ſchwerer Zuſammenſtoß. Der von
Hamburg elbabwärts kommende Dampfer Werner mit
einer Gerſteladung nach Gefle beſtimmt, ſtieß mit dem
Hanſadampfer Rolandseck zuſammen. Der Werner
wurde ſchwer beſchädigt und liegt auf der Störſteert unter
Waſſer. Der Matroſe Hans Boyſen aus Apenrade und
ein Schiffsjunge ſind ertrunken. Der Dampfer Rolands=
eck
wurde mit eingedrückten Vorderſteven in den Hafen
gebracht.

Bromberg, 25. April. (Der falſche Alexan=
der
.) Von einem Bromberger Herrn, der den Dr.
Alexander perſönlich gekannt hat, wird aus der Bromber=
ger
Zeit Thormanns noch folgendes mitgeteilt: Thor=
mann
verkehrte, obgleich er keineswegs elegant ausſah, in
den guten Geſellſchaftskreiſen, vielfach auch mit Offizie=
ren
. Er war überall beliebt und wurde von den Stadt=
räten
in wichtigen Fragen um Rat gefragt. Ueberdies war
er außerordentlich fleißig. Bei ſeiner Trauung, die in
Segenwart mehrerer höherer Beamten ſtattfand, fehlte ihm
der Geburtsſchein. Dr. Alexander langte in die Bruſt=
taſche
und meinte dann, das Papier ſei ihm wohl abhan=
den
gekommen; das Standesamt gehörte zu ſeinem Reſſort
und der betreffende Beamte winkte zuvorkommend abt es
ginge ja auch ohne den Schein. Uebrigens wäre Thor=
mann
ſchon vor mehreren Monaten in Bromberg beinahe
erkannt worden. Ein kleinerer Beamter hölte ſeinen Sohn
vom Bahnhof ab unterwegs begegnete ihnen Thormann,
und der Vater grüßte ſehr höflich, worauf der Sohn, er=
ſtannt
über ſoviel Zuvorkommenheit, meinte, der Herr ſei
doch mit ihm zuſammen als Schreiber ängeſtellt gewefen.
Man hielt das damals für einen Irrtum des jungen
Mannes. . . . Den Faux pas, der ihm verhängnisvoll
werden ſollte er ließ ſich bekanntlich von dem Vater ſei=
ner
früheren Geliebten wegen Rückzahlung von 2000 Mk.
bzw. Erpreſſung verklagen hätte der ſonſt ſehr gewandte
Mann wohl nicht begangen, wenn er ſich nicht tatſächlich in
Geldverlegenheit befunden hätte; er war als Dr. Alexan=
der
Leuten in die Hände gefallen, die ihn als Thormann
kannten und dieſe Kenntnis benutzten, um wiederholt Geld
von ihm zu erpreſſen.
Paris, 25. April. (Das verſchwundene Tor=
pedoboot
.) Im Marineminiſterium erklärt man das
von Fiſchern verhreitete Gerücht, daß das ausgemuſterte
Torpedoboot Siagne das als Zielſcheibe ge=
dient
hatte, von einem Dampfer nach einem italieniſchen
Hafen gebracht worden ſei, als unbegründet. Der
ganze Wert des Torpedobootes betrage kaum 300 Francs
und ſein Verkauf würde kaum die Schleppkoſten decken.
Man vermutet, daß das Torpedoboot, deſen Rumpf von
einem Geſchoſſe getroffen worden war, als man es nach
dem Hafen von Toulon ſchleppen wollte, geſunken iſt und
daß der Kapitän des Schleppdampfers aus Furcht vor
inem Tadel den Vorfall zu melden unterlaſſen hat.
Warſchau, 26. April. (Raubüberfal l.) In der
Slizkaſtraße wurde ein Raubüberfall auf einen Viehhänd=
ler
und ſeinen Gehilfen verübt. Der Gehilfe wurde ge=
tötet
, der Viehhändler, ein Hausknecht und eine Paſſantin
wurden verwundet. Die Räuber entflohen; ohne ihle
Opfer zu berauben.

Frankfurter Pferderennen.

sch. Der letzte Tag des Frühjahrs=Meetings ſtand
unter den gleichen glücklichen Zeichen, wie die beiden vor=
hergegangenen
Renntage. Der Beſuch auf den vornehmen
Plätzen war ſo ſtark, daß man die gefürchtete Konkurrenz
des großen Künſtlerfeſtes in der Ausſtellungshalle nicht im
geringſten merkte. Dafür entwickelte ſich aber nach Schluß
der Rennen eine glänzende Korſofahrt durch den Stadt=
wald
, die Forſthäuſerſtraße entlang bis zur Feſthälle, die
dann das Rendezvous für die vornehme Geſellſchaft wurde.
So konnten die Frankfurter, ohne die Qual der Wahl ha=
ben
zu müſſen, an beiden Feſten teilnehmen. In ſportli=
cher
Beziehung boten die Rennen des letzten Tages vor=
zügliche
Leiſtungen, obgleich es bei einigen Konkurrenzen
verhältnismäßig kleine Felder gab, da einzelne Ställe die
Pferde, die bisher verſagt hatten, nach Hauſe geſchickt hat=
en
. In der Hauptſache war dieſer Sonntag der Tag der
armſtädter. Die beiden höchſtdotierten Rennen wurden
die Beute von Darmſtädter Offizieren. Das Johannis=
berg
=Jagdrennen holte ſich Leutnant von Moßner auf
Etrick mit einem kurzen Kopfſieg gegen ſo gefürchtete Kon=
urrenten
wie Early Cloſing und Mark Gamp. Das
Feldberg=Jagdrennen, das übrigens die einzigen Stürze,
dafür aber gleich vier, brachte, gewann Rittmeiſter von
Kummers Treffelſtein. Der Totaliſator quittierte dieſen
Sieg, obgleich er eigentlich kein Ueberraſchungsſieg war,
und die Sportblätter auf den nützlichen Wallach als in
Frage kommenden Sieger hingewieſen hatten, mit 309 für
10. Im übrigen nahmen die Rennen den erwarteten
Verlauf. Das einzige Flachrennen des Tages, das den
Herrenreitern vorbehalten war, war dem Schimmel Paien
ſicher. Abergläubige Seelen ſetzten deshalb ſofort im
zweiten Rennen wieder auf den Schimmel. Und ſie ſollten
Recht behalten. Irene de S in ihrem ſchönen weißen
Kleid gewann vor den Favoriten Gregorius und Raviſ=
ſante
. Der Aberglauben feierte an dem Tage überhaupt
wahre Orgien. Die Sieger in den beiden nächſten Rennen
rugen die Startnummer Sieben. Zuerſt brachte Sunbath
aus dem heimiſchen Stall des Herrn H. Ludwig= Bocken=
heim
die heilige Zahl zu Ehren und gab den Wettern
ſechsfaches Geld. Dann kam Treffelſtein als zweite Sieben
und zahlte den dreißigfachen Einſatz. Schade, daß im
fünften und ſechſten Rennen nicht auch die Nummern Sie=

Genötigt, eine längere Reiſe in das Ausland anzu=
treten
, überlaſſe ich die Vertretung meiner Intereſſen ver=
trauensvoll
Ihnen. Beſten Dank und leben Sie wohl.
Rautheim
Der Kommiſſar brach in ein lautes Gelächter aus.
Das Telegramm iſt auf der Grenzſtation aufgegeben,
ſagte er. Der Herr Baron befindet ſich vorläufig in
Sicherheit.
Es iſt eine Unverſchämtheit! ſtieß der Juſtizrat zornig
hervor.
Ja ja ich habe Sie gleich gewarnt . . .
Ich muß es dem Gerichtshof melden!
Ja und wir wollen an die Pariſer Polizei tele=
graphieren
. Vielleicht fangen wir den Vogel wieder ein.
Beide Herren begaben ſich in den Gerichtsſaal.
Na, das iſt ine ſchöne Geſchichte, meinte Borchers, den
Kopf ſchüttelnd. Aber mir ſchwante gleich ſo was
Dann hätteſt Du eher mit der Sprache herausrücken
ſollen, ranzte ſeine Frau ihn an.
Der Baron iſt doch ein ganz Schlauer
Ein Lump iſt er. Und nun komm wir haben hier
nichts mehr zu tun.
Warte doch noch . .. Da kommt ja der Gerichtsdiener!
Dieſer trat aus dem Gerichtsſaal und rief: Die Ver=
handlung
gegen Rautheim und Genoſſen iſt vertagt die
Zeugen in dieſer Sache ſind entlaſſen die nächſte Sache
iſt Stolle und Konſorten . .
In großer Aufregung drängte alles zum Ausgang.

Gott ſei Dank, ſprach der Major mit dem hiſtoriſchen
Namen. Hoffentlich geht die Geſchichte noch einmal ſo
vorüber.
Durch die Lappen is er ihnen gegangen? lachte der
Bauunternehmer. I ſo’n durchtriebener Halunke! Na,
kommen Sie, meine Herren, darauf wollen wir ein Glas
Wein trinken. Ick ſchmeiße eine Flaſche Schampus! Viel=
leicht
machen wir dann hinterher ’n kleines Spielchſen,
ſetzte er prüfend hinzu.
Der Theaterſchriftſteller lachte, der Bankier drückte
ſich ſcheu zur Seite, aber der Major nahm den Bauunter=
nehmer
unter dem Arm und zog ihn lachend mit ſich fort.
Hans ekelte es. Alſo das war das wahre Geſicht
Rautheims, den er einſt ſeinen Freund genannt? Ein
Schwindler ein Hochſtapler der das Vertrauen der=
jenigen
, die für ihn eingetreten waren, ſchmählich täuſchte!
Der Gedanke an Edith huſchte ihm durch den Kopf. Hatte
ſie ihn nicht vor Rautheim gewarnt? Und doch war er
der Freund ihrer Mutter geweſen? Es war widerlich,
daran zu denken.
Wollen wir gehen, Hans? fragte Eva leiſe.
Da erwachte er aus ſeinem düſteren Sinnen. Er at=
mete
wie befreit auf, als er in die klaren Augen Evas ſah.
Ja laß uns gehen ſprach er und zog ihre Hand
durch ſeinen Arm, ſie feſt in der ſeinigen haltend, als fände
er allein an ihr eine Stütze, einen Halt.
So verließen ſie eng aneinandergeſchmiegt das Ge=
richtsgebäude
, in dem ſo manches Menſchenſchickſal zum
Guten oder Böſen entſchieden wurde.
(Fortſetzung folgt.)

Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 26. April.

Frühlingsfeſtſpiele.
Zweiter Abend.
Don Juan.
W-l. Am heutigen zweiten Abend der Frühlingsfeſt
ſpiele gelangte Mozarts Don Juan neuinſzeniert
und neueinſtudiert zur Aufführung. Muſikaliſcher Leite
der Aufführung war Herr Generalmuſikdirektor Leo
Blech, Spielleiter Herr Regiſſeur Nowack. Das Haus
war ausverkauft.
Für die Oper war durch Herrn Hoftheatermaler Kur
Kempin ein ganz neuer ſzeniſcher Rahmen geſchaffen
worden. Nach dem Vorgang anderer Theater, ſo heißt es
in dem offiziellen Feſtbuch, iſt eine dreiteilige Bühne her=
gerichtet
worden, um durch möglichſte Vereinfachung und
Beſchleunigung der zahlreichen komplizierten Verwand=
lungen
eine faſt pauſenloſe geſchloſſene Wiedergabe des
muſikaliſchen Dramas zu erzielen. Zu dieſem Zwecke
wurde für die Vorderbühne ein neutraler Rahmen ge=
baut
, der während des ganzen Abends ſtehen bleibt. Er=
wird
im Hintergrund durch Proſpekte oder Vorhänge ab=
geſchloſſen
, hinter denen die Dekoration der nächſten Szene
fertig aufgebaut iſt. Nach dem gleichen Prinzip wird die
Hinterbühne eingerichtet, ſo daß die Dauer der Umbauten
auf ein Minimum beſchränkt wird.
Dieſe Neueinrichtung hat ſich beſtens bewährt. Sie
iſt ein Erſatz für die Drehbühne. Der hintere Vorhang
wird auch während der eine Szene abſchließenden Ge=
ſangsnummern
geſchloſſen, um die Zwiſchenpauſen für die
Verwandlung zu vermeiden. Die Szene des erſten Aktes
ſind: der Garten des Komtur, eine Straße in Sevilla,
Garten vor der Villa Don Juans und Ballſaal; des zwei=

[ ][  ][ ]

Nummer 115.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. April 1914.

Seite 3.

ben liefen. Bei einer progreſſiven Steigerung hätte der
Toto im letzten Rennen eine noch nicht dageweſene Quote
zahlen müſſen. Im einzelnen hatlen die Rennen folgendes
Ergebnis:
Melibocus=Flachrennen. 2000 Mark. Her=
renreiten
. 2000 Meter. 1. Graf E. Bylandts Paien
(H. v. Repelaer), 2. A. v. Dietz’ Preſton (Beſ.), 3. Rittm.
v. Poſers Antimone (H. Leibbrand), 4. Lt. Oehmingkes
Jota (Lt. de Oſa). Ferner: Union Hall (Lt. v. Moſch),
La Sageſſe (H, Silbernagel), M. P. (Lt. Hallſtröm), O Du
(Lt. Mecklenburg), Großmith (Lt. Krieg), Bumper (H. v.
Schmidt=Reiſig). 22310; 17, 31, 39110. * Länge, 14 L.,
1 L.
Altkönig=Jagdrennen. 4000 Mk. 3000 Meter
1. M. Ramhorſts Irene de S. (Liſtel), 2. J. Kienber=
gers
Gregorius (Schutter), 3. F. Hubers Raviſſante ( Krei=
ſel
). Ferner:: Miß Quick (Kiesling), Elly (Gerteis), Do=
natello
(Wexberg). 47:10; 27, 17:10. 1½ Länge, Hals.
Zinneberg=Jagdrennen. 3000 Mk. Handi=
caps
. 3500 Meter. 1. H. Ludwigs Sunbath (Lt. Mek=
kelburg
), 2. Lt. Dietzſchs Courage II (Beſ.), 3. A. v. Schil=
gens
La Bourſe (Frhr. v. Bonnet), 4. M. Goeſchens Oran
(Lt. v. Goeſchen). Ferner: Orator II (Rittm. Graf Har=
denberg
), Lady Cöllie (Lt. v. Moßner), Maroc IV (Lt.
v. Moſch). 61:10; 18, 19, 14:10. 2 Längen, ½ L., 6 L.
Feldberg=Jagdrennen. 5000 Mk. 3000 Meter. 1.
Rittm. v. Kummers (Treffelſtein (Wexberg), 2. Lt.
Mayjers Fatum (Gerſteis), 3. A. v. Schmieders Felſen=
kirſche
(Bredereke), 4. Flora Fina (Lomatzſch). Ferner:
Latour (Schutter) Abendſtern (Kreiſel), Monti (Liſtel),
Succurs (Lüder). 309:10; 31, 16, 14110. ½ Länge, Hals,
½ L.
Johannisberg=Jagdrennen. 6000 Mark.
Herrenreiten. 4000 Meter. 1. K. Hartmanns Etrick
(Lt. v. Moßner), 2. Rittm. Duncklenbergs Copley (Frhr.
v. Bonnet), 3. Lt. Frhr. v. Lotzbecks Early Cloſing (Beſ.).
Ferner Mark Gamp (Lt. v. Moſch), Coral Wave (Lt. Goe=
ſchen
). 26:10; 15, 19.10. Kopf, 1½ L.
Taunus=Hürdennrennen. 3000 Mark. 2500
Meter. 1. P. Mecklenburgs Dichtung (Kreiſel), 2. E.
Fahrs und V. Weiß’ Die Ruhe (Lomatzſch), 3. A. Roſes
Peter II. (Seiffert). Ferner: Renaiſſance (Schuller).
15310; 12, 17310. 1¼ L., Kopf, 2 Längen.

Luftfahrt.

Wien, 26. April. Von den Teilnehmern an dem
Schichtflug ſind, heute vormittag von Peſt kommend.
die Flieger Mumb, Bareth und Wittmann glatt
auf dem Flugfeld Aſpern gelandet. Der Flieger
Konſel iſt bei Komorn niedergegangen, da ein Flügel
ſeines Flugzeuges gebrochen war.
* Tokio, 26. April. Der Militärflieger Shigematſu
ſtürzte mit ſeinem Doppeldecker aus 500 Meter Höhe
ab und blieb ſofort tot. Sein Leichnam wurde voll=
ſtändig
verkohlt unter dem brennenden Flugzeug hervor=
gezogen
.

Die Erkrankung des Kaiſers Franz Joſef.

* Wien 25. April. Nach dem heute abend ausge=
gebenen
Bulletin über das Befinden des Kaiſers ſind
in den katarrhaliſchen Erſcheinungen keine
Veränderungen eingetreten. Appetit, Allgemein=
befinden
und Herztätigkeit ſind gleich gut. Wegen Mangel
an Sonnenſchein fiel heute der Aufenthalt auf der kleinen
Galerie aus. Der Kaiſer empfing den Fürſten von Mon=
tenuovo
, ſeine beiden Generaladjutanten und den Gene=
raldirektor
Frhrn. Schießl v. Perſtorff. Die Erzherzogin
Marie Valerie iſt heute nachmittag nach Wallſee abgereiſt.
* Wien, 26. April. Ueber das Befinden des
Kaiſers iſt heute vormittag kein Krankheitsbericht aus=
gegeben
worden, doch iſt, nach einer Mitteilung der Korre=
ſpondenz
Wilhelm, das Befinden des Monarchen anhal=
tend
gut,

Aus Albanien.

* Durazzo, 26. April. Geſtern nachmittag iſt ein
ktalieniſches Geſchwader, beſtehend aus den Kreuzern
Roma Napoli und Regina Elena, ſowie drei
Torpedobootszerſtörern unter dem Oberkommando des
Herzogs der Abbruzzen hier eingetroffen. Der Herzog
und die Kommandanten der Kriegsſchiffe wurden von
dem Fürſten von Albanien in einer über eine Stunde
währenden Audienz empfangen.

Berat, 26. April. Die Albaneſen haben nach
vierſtündigem Kampfe mit den Epiroten Kliſura im
Bezirk Premeti beſetzt. Auf beiden Seiten waren Ver=
luſte
zu verzeichnen. Die Epiroten zogen ſich fliehend
nach Premeti zurück.

Mexiko und die Vereinigten Staaten.

Zur Lage.
* Waſhington, 25. April. Shively, Mitglied
des Senatsausſchuſſes für auswärtige Angelegenheiten,
erklärte nach einer Konferenz im Weißen Hauſe, daß die
nordamerikaniſchen Streitkräfte in Me=
riko
keine weiteren offenſiven Bewegun=
gen
unternehmen würden, wenn nicht gerade Un=
ruhen
in der Hauptſtadt oder offenſive Bewegungen
Huertas oder der Konſtitutionaliſten Aufmerkſamkeit be=
anſpruchten
.
* Veracruz, 25. April. Von den britiſchen Kriegs=
ſchiffen
, die vor Tampico liegen, iſt an Admiral Bad=
ger
berichtet worden, daß bei Tampico zwiſchen mexika=
niſchen
Bundestruppen und Rebellen ein Kampf im
Gange iſt.
Die Stimmung in Südamerika.
* Waſhington, 25. April. Wie gemeldet wird,
haben die diplomatiſchen Vertreter von Argentinien,
Braſilien und Chile die guten Dienſte ihrer Re=
gierungen
angeboten, um zu verſuchen, die mexikaniſche
Frage zu löſen. Dieſes Anerbieten habe den Gegenſtand
der heutigen Beſprechung im Weißen Hauſe gebildet.
* Santiago de Chile, 25. April. Die Zeitun=
gen
, beſonders der Diario Illoſtrato und Mercurio rieten
dem auswärtigen Miniſterium, ſich mit dem Miniſter des
Auswärtigen von Argentinien und Braſilien
ins Einvernehmen zu ſetzen und ihnen eine freund=
ſchaftliche
Vermittelung zwiſchen Mexiko und
den Vereinigten Staaten vorzuſchlagen, um den gegen=
wärtigen
Konflikt zu beſeitigen und den Krieg zu ver=
hüten
.
* Buenos=Aires, 25. April. Die Blätter ver=
urteilen
die Haltung der Vereinigten Staa=
ten
in der mexikaniſchen Frage. Die Nacion meint, die
Erinnerung an dieſe Haltung wird in der Geſchichte der
Beziehungen der Vereinigten Staaten und
Südamerika beſtehen bleiben. Prenſa iſt der Anſicht,
daß eine Mediation der europäiſchen Mächte angebracht
ſein würde.
* Montevideo, 25. April. Die Studenten beab=
ſichtigen
, eine Proteſtkundgebung gegen die Po=
litik
der Vereinigten Staaten zu veranſtalten. Diario del
Plata und Rezen ſagen, bei der Gefahr einer Einverlei=
bung
durch die Vereinigten Staaten ſollten ſich die ſüd=
amerikaniſchen
Republiken verſtändigen, um
dieſer vorzubeugen.
Letzte Nachrichten.
* Waſhington 26. April. Geſtern abend ſpra=
chen
der braſilianiſche Botſchafter, ſowie der argentiniſche
und der chileniſche Geſandte bei dem Staatsſekretär
Bryan vor, um die Möglichkeiten einer Arrangie=
rung
und freundſchaftlichen Löſung der mexi=
kaniſchen
Lage durch die Dienſte ihrer Länder zu be=
ſprechen
. Präſident Wilſon kündigte an, daß er das An=
erbieten
Braſiliens, Argentiniens und Chiles annehme.
* Waſhington, 26. April. Das Anerbieten der
ſüdamerikaniſchen Republiken beſagt: In der
Abſicht, den Intereſſen des Friedens und der Geſittung zu
dienen und mit dem lebhaften Wunſche, weiterem Blutver=
gießen
vorzubeugen, welches den Abſichten der Herzlichkeit
und Eintracht, die immer die Beziehungen der Regierungen
und der Völker Amerikas umgeben haben, widerſpricht, ge=
ben
wir, die Bevollmächtigten Braſiliens, Argentiniens
und Chiles, uns die Ehre, der Regierung der Vereinigten
Staaten unſere guten Dienſte für eine friedliche und
freundſchaftliche Beilegung des Streitfalles zwiſchen den
Vereinigten Staaten und Mexiko anzubieten. Wilſon er=
widerte
: Die Regierung der Vereinigten Staaten fühlt
das tiefſte Vertrauen zu der Freundlichkeit, dem guten
Willen und der großmütigen Sorge um den Frieden und
die Wohlfahrt Amerikas, welche in der gemeinſamen Note
Eurer Exzellenzen kundgegeben werden, in der Sie die gu=
ten
Dienſte Ihrer Regierungen anbieten, um womöglich
eine Beilegung des Zwiſtes zu erreichen, der zwiſchen der
Regierung der Vereinigten Staaten und denen ausgebro=
chen
iſt, die behaupten, Vertreter der Schweſterrepublik Me=
rio
zu ſein. In Würdigung des Zweckes, zu welchem Ihr

Anerbieten gemacht worden iſt, kann die amerikaniſche
gierung ſich ihm nicht entziehen. Ihr Hauptintereſſe iſt der
Friede Amerikas, die herzlichen Beziehungen zwiſchen
Ihren Republiken und unſerem Volke, das Glück und die
Wohlfahrt, die nur aus einem freien gegenſeitigen Ver=
tändnis
und der durch gemeinſame Ziele geſchaffenen
Freundſchaft entſtehen können. Das großmütige Anerbie=
en
wird deshalb angenommen werden. Die Regierung der
Vereinigten Staaten hegt die ernſteſte Hoffnung, daß die=
jenigen
, welche für die gemäßigteren Elemente des mexi=
kaniſchen
Volkes ſprechen, ſich willig und bereit finden wer=
den
, über die Bedingungen einer befriedigenden und dau=
ernden
Beilegung des Zwiſtes zu unterhandeln. Wenn
Sie dieſe Bereitſchaft vorfinden, wird die amerikaniſche
Regierung mit Ihnen im offenſten verſöhnlichſten Geiſte
lle autoritativ formulierten Vorſchläge beraten. Die
amerikaniſche Regierung hofft, daß dieſe Vorſchläge ſich
als ausführbar erweiſen und eine neue Zeit gegenſeitigen
vertrauensvollen Zuſammenwirkens in Amerika verheißen.
Natürlich iſt es möglich, daß der Angriff der mexikaniſchen
Streitkräfte dieſe Hoffnung auf einen ſofortigen Frieden
zunichte macht. Unſere Regierung hofft indeſſen auf die
beſten Ergebniſſe innerhalb kurzer Zeit.
* Galveſton 27. April. Der erſte Trupp von
mehreren tauſend Flüchtlingen aus Tamplico und
Veracruz iſt geſtern hier angekommen. Sie berichten,
daß hunderte von amerikaniſchen Männern und Frauen
durch die Beſatzung des deutſchen Kreuzers Dresden in
Tampico vor der Volkswut gerettet worden ſeien.
* Nogales (Arizona), 26. April. Eine Schar be=
waffneter
Mexikaner iſt aus Pagonia in Arizona
eingefallen. Sie verüben an der Grenze Plünderungen
und feuern auf die Amerikaner.
* Montevideo, 26. April. Hier fanden Kund=
gebungen
ſtatt, um gegen das Vorgehen der Ver=
einigten
Staaten in Mexiko zu proteſtieren.
Die Polizei verhinderte die Manifeſtanten, ſich vor die
amerikaniſche Geſandtſchaft zu begeben. Nach einem kur=
zen
Handgemenge, in deſſen Verlaufe mehrere Perſonen
verletzt wurden, wurde die Menge zerſtreut.

* Berlin, 26. April. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Der ſeit langem drohende Konflikt
zwiſchen den Vereinigten Staaten und der Re=
gierung
Huertas iſt nunmehr bei einer Frage von an
ſich geringer Bedeutung ausgebrochen. Die Vereinigten
Staaten halten noch daran feſt, daß ſie es lediglich mit
Huerta und ſeinen Anhängern zu tun haben, und daß ſie
mit dem Staate Mexiko ſich nicht im Kriegszuſtand befin
den. Daraus ergibt ſich zunächſt noch eine ungeklärte Lage
die völkerrechtlich nicht ohne Schwierigkeiten iſt. Die ge
genwärtig beſtehende Unſicherheit legt den nichtbeteiligten
Mächten wie auch der öffentlichen Meinung die Pflicht be=
ſonderer
Zurückhaltung auf. Die nächſte Entwickelung de
Frage wird weſentlich davon abhängen, ob zwiſchen den
Konſtitutionaliſten und den Anhängern Huertas eine Eini=
gung
zuſtande kommt oder nicht. Bisher gehen die Nach
richten hierüber auseinander. Im Laufe der mexikaniſcher
Unruhen iſt mehrfach darauf hingewieſen worden, daß
Deutſchland in Mexiko lediglich wirtſchaftliche
Intereſſen von erheblichem Werte zu vertreten hat und
für dieſe, wie für das Wohl der in Mexiko tätigen Deut=
ſchen
wünſchen muß, daß dort möglichſt bald Ordnung
und Sicherheit wiederkehrt. In der Angelegenheit des
Dampfers Ypiranga liegt folgender Sachverhalt
vor: Die Vereinigten Staaten ſtellten es dem Dampfe
frei, das Kriegsmaterial an Bord zu behalten und die
Fahrt fortzuſetzen, oder die Waffenladung zu löſchen
für welchen Fall die Waffen in dem von den Amerikanern
beſetzten Zollamt in Verwahrung gerommen werden wür
den. Die Hamburg=Amerika=Linie beauftragte darauf den
Kapitän der Ypiranga die ſonſtige nach Veracruz be
ſtimmte Ladung zu löſchen, das Kriegsmaterial aber, das
übrigens größtenteils amerikaniſcher Herkunft war, an
Bord zu behalten. Die Waffenladung wird wahrſcheinlich
nach Hamburg zurückgehen.

Vermiſchtes.

* Habt auf die Katzen acht! Der Vogel=
ſchutzverein
für das Großherzogtum Heſ=
ſen
ſchreibt uns: Habt auf die Katzen acht! Dieſe Mah=
nung
möchten wir auch in dieſem Jahre wieder allen
Natur= und Vogelfreunden recht nachdrücklich ans Herz
legen. Weitaus die meiſten unſerer inſektenfreſſenden
Singvögel ſind aus ihren ſüdlichen Winterquartieren zu=

ten Aktes: die Straße in Sevilla wie im 1. Akt, Rotunde,
Friedhof und Tafelzimmer Don Juans. Ganz neu war
das ſchöne und maleriſche Szenenbild des Gartens mit
dem reichen Roſenſpalier und das dekorative Tafelzimmer
Don Juans. Das Standbild des Gouverneurs ſtellte die=
ſen
nicht wie früher, auf dem Pferde ſitzend, ſondern ſte=
hend
, dar. Durch das Fortfallen der ſtörenden Verwand=
lungspauſen
und die neue ſtilgerechte Inſzenierung hat
die Aufführung ganz außerordentlich gewonnen.
Die Koſtüme waren im Stil der Zeit der Oper (Mitte
des 17. Jahrhunderts) gehalten, der bis auf die kleinſten
Einzelheiten einheitlich und ſtreng durchgeführt war
originell und intereſſant, wenn auch nach unſerem heuti=
gen
Geſchmack für die Damen nicht immer beſonders vor=
teilhaft
, wie zum Beiſpiel das Koſtüm der Donna Anna
mit der hohen Friſur und dem großen Halskragen. Aber
ſchon damals ſtanden die Damen unter der Tyrannei der
Mode.
Auch in muſikaliſcher Hinſicht war die Oper umge=
formt
worden durch die Einführung der Seccorezitative
(mit Klavierakkordbegleitung), durch welche die Oper ohne
allen Zweifel ein einheitlicheres, künſtleriſches Gepräge
erhalten hat. Alles in allem iſt dieſe ganz neue Eindrücke
erzeugende, hochintereſſante Neuinſzenierung und Neu=
einſtudierung
der Mozartſchen Oper als eine künſtleriſche
Tat zu bezeichnen.
Von den Gäſten intereſſierte der Vertreter der Titel=
partie
, Herr Kammerſänger John Forſell aus Stock=
holm
, am meiſten. Selten kommen Bühnenſterne aus dem
Norden, und es iſt bemerkenswert, daß ein Nordländer
den heißblütigen Spanier mit ſolch ſüdländiſchem Tempe=
rament
verkörpert, daß er mit dem Portugieſen d’Andrade
verglichen wird, mit dem er in der Tat viel Aehnlichkeit
hat, nur daß er noch geſchmeidiger und in ſeinem Weſen
ritterlicher iſt, als jener, deſſen Perſönlichkeit mehr
Mephiſtopheliſches hatte, und von der eiue unheimliche
Macht der Suggeſtion ausging. Das ſcheinbar Poſenhafte
rund Selbſtgefällige an Forſells Don Juan iſt von ſeiner
Charakteriſtik nicht zu trennen. Bewundernswert iſt ſeine
körperliche Geſchmeidigkeit, ſein elegantes Gliederſpiel
meiſterhaft und von beſtrickender Leichtflüſſigkeit und Ele=
ganz
die Behandlung des Rezitativs, wobei ihm aller=
dings
der Gebrauch der italieniſchen Sprache zuſtatten
kommt. Mit einer vollendeten Geſangskunſt geht eine bis
ins kleinſte Detail fein ausgearbeitete und ſouveräne Kunſt

der Darſtellung Hand in Hand. Die erſte Szene mit Mar=
zelline
und die Sterbeſzene waren, alles vom ſchauſpiele=
riſchen
Standpunkt aus beurteilt, Glanzleiſtungen. Das
Champagnerlied, in einem kaum möglichen Tempo ge=
ſungen
, entfeſſelte eine Beifallserploſion, ſo daß er es
wiederholen mußte.
Die Partie der Donna Anna ſang die Kammerſänge=
rin
Frl. Berta Schelper aus Frankfurt a. M., die ſich
als ſtimmbegabte und ſangestüchtige Mozart=Sängerin
bewährte und mit der brillant geſungenen großen Schluß=
Arie des 2. Aktes viel Ehre einlegte. Die Marzelline ſang
die Kammerſängerin Frl. Lola Artot de Padilla
aus Berlin, deren hervorragende Geſangstechnik und
ſtimmliche Schulung vergeſſen ließen, daß es ihrer Stimme
an dem Charme fehlt, der der entzückenden Arie Mar=
zellinchens
ihren Hauptreiz verleiht. Im Spiel legte ſie
viel Grazie und ein hohes Maß künſtleriſcher Intelligenz
an den Tag, namentlich in den meiſterhaft geſpielten
Szenen mit Don Juan.
Das Einzige, was bei der Aufführung unkünſtleriſch
wirkte, war der Gebrauch zweier Sprachen, namentlich in
den Rezitativen. Frl. Artot bediente ſich deshalb in dem
Rezitativ mit Don Juan ebenfalls der italieniſchen
Sprache.
Nehen den Gäſten beſtanden unſere Künſtler mit
Ehren, ſo daß man es mit einem längſt eingeſpielten, von
Einem künſtleriſchen Geiſte beſeelten Enſemble glaubte zu
tun zu haben. Beſonderes Lob gebührt Herrn Schützen=
dorf
, der ſich als Leporello mit nicht genug anzuerkennen=
der
ſtimmlicher und geſanglicher Umbildung ſeiner zum
Pathos und zum Prononzierton neigenden Eigenart, dem
leichten Mozartſtil anzupaſſen wußte. Frl. Geyersbach
als Donna Elvira und Herr Globerger als Don
Oktavio trugen durch ihre von ebenſo viel fleißigem Stu=
dium
wie geſanglichem Können ehrenvolles Zeugnis ab=
legenden
Leiſtungen zu dem ſchönen Erfolge des Abends
weſentlich bei. Den Maſetto ſang Herr Semper den
Komtur Herr Stephani, die ſich beide in jeder Hinſicht
auf der Höhe ihrer Aufgabe zeigten.
Herr Generalmuſikdirektor Blech leitete die Auffüh=
rung
, die ſich der erſten würdig anſchloß und unſerem
Hoftheater und ſeinen Künſtlern zur hohen Ehre gereichte,
mit ganzer künſtleriſcher Hingabe, der Intelligenz und dem
zielbewüßten Können eines Meiſters. Den ihm am
Schluſſe geſpendeten begeiſterten Beifall übertrug er mit

einer ihn ehrenden Beſcheidenheit auf die Künſtler der
Hofkapelle.
Die neuen Dekorationen ſind nach Entwürfen von
Kurt Kempin, die neuen Koſtüme in den Werkſtätten
des Hoftheaters angefertigt. Die Geſtaltung des Bühnen=
bildes
iſt den Herren Hoftheatermaler Kurt Kempin
und Maſchineriedirektor Ernſt Schwerdtfeger zu
danken.
Die Wogen der Begeiſterung gingen wieder fehr hoch.
Nach dem erſten Akte wurden die Künſtler ſiebenmal und
nach Schluß der Aufführung mehr als ein Dutzend Mal
hervorgerufen. Mit ihnen und dem Dirigenten erſchienen
auch die Herren Nowack, Kempin und Schwerdt=
feger
, die ſich um die Aufführung in ſo hervorragender
Weiſe verdient gemacht haben.

Konzerte.

mm. Am Sonntag vormittag fand im ſtimmungs=
vollen
Muſikvereinsſaale die vierte Matinee der
Kammermuſik=Vereinigung der Herren Geh. Hofrat W.
de Haan, Hofkonzertmeiſter Ernſt Schmidt, W.
Raſche, R. Sprenger und H. Andrege ſtatt. Die
Veranſtaltung war trotz des ſchönen Wetters und faſt am
Ende der Konzertſaiſon doch gut beſucht und die ganze
Programmzuſammenſtellung und ihre vollendete Durch=
führung
bot einen vollwertigen Erſatz. Namentlich Herr
Hofkonzertmeiſter Ernſt Schmidt ſpielte mit
vollendeter Künſtlerſchaft und mildem Glanz der Ton=
gebung
, die dem Streichquartett Smetangs Aus meinem
Leben die beſte Wirkung ſicherten. Wertvoll waren auch
die dem Programm beigedruckten Erläuterungen, die das
Verſtändnis der Muſik weſentlich erſchließen helfen. Auch
für Viola und Cello bietet das Werk melodiſche und
rhythmiſch dankbare Stellen, die wohlklingend und künſt=
leriſch
abgeklärt zu Gehör kamen. Bezüglich des Zuſam=
menſpiels
muß wiederholt anerkannt werden, daß ſich die
vier Künſtler in einer ſo vollkommenen Weiſe verſtehen,
daß kein Wunſch unerfüllt blieb und die Leiſtung derjeni=
gen
der berühmten Spezialiſtenquartette kaum nachſtand.
Umſo mehr iſt zu bedauern, daß der Vereinigung ſchon
wieder ein ſicher ſtark fühlbarer Verluſt droht. Das
Fehlen eines nicht nur äußerſt gewiſſenhaften, ſondern auch
ſehr fein empfindenden erſtklaſſigen und vielſeitigen Künſt=

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. April 1914.

Nummer 115.

rückgekehrt und haben in der deutſchen Heimat ihre alten
Brutſtätten wieder aufgeſucht. Es gibt aber keinen Feind,
der unter der brütenden Vogelwelt ſolche Verheerungen
anrichtete, als die wildernde Hauskatze‟. Eine rieſige
Anzahl von Vogelbruten wird alljährlich von Katzen zer=
ſſtört
, die namentlich nachts, in der Morgendämmerung,
aber auch am Tage, die Neſter beſchleichen, die Jungen
auffreſſen und nicht ſelten auch die brütenden Weibchen
erhaſchen. So manches liebliche Vogelidyll endet in einer
blutigen Tragödie! Der Naturfreund ſieht ſich um ſeinen
Genuß betrogen, wenn er eines Morgens das zerzauſte
Neſt zwiſchen den Zweigen hängen oder am Boden liegen
ſieht, die Jungen, die demnächſt hätten ausfliegen ſollen,
geraubt und die Alten verſtört in der Nähe auf einem
Baum hockend. Es ſind wahrlich nicht geringe Beträge
die jahraus, jahrein von Staaten, Kommunen und Pri=
wvaten
für die Vogelpflege verausgabt werden. Das Geld
iſt vielfach nutzlos ausgegeben, ſolange es unterlaſſen
wird, den Raubzügen der wildernden Katze entgegenzu=
wirken
! Drum: Wollt ihr Vögel hegen, dann habt acht
auf die Katzen, beſonders jetzt, zur Brutzeit! Dieſe
Mahnung gilt natürlich auch dem Katzenbeſitzer. Noch
genießt die Katze unter allen Haustieren allein das Vor=
recht
, ihres Beſitzers Gebiet zu verlaſſen, ungeſtraft frem=
des
Eigentum zu betreten und dort dem Vogelmord nach=
zugehen
. Die Rückſicht auf die äſthetiſchen Intereſſen des
Nachbars, der an dem Geſang des lebensfrohen Ge=
ſchöpfes
ſeine Freude hat; die Rückſicht auf die wirtſchaft=
lichen
Intereſſen der Allgemeinheit, die es ſich etwas koſten
läßt, die inſektenvertilgende Vogelwelt in der deutſchen
Heimat zu hegen und zu pflegen, müßten es jedem Katzen=
beſitzer
, der ſeiner Verantwortlichkeit bewußt iſt, nahe=
legen
, ſeine Tiere ſcharf im Auge zu behalten und wäh=
rend
der Brutzeit der Vögel, d. i. etwa von Anfang April
bis Ende Juli, wenigſtens nachts, in ſeinem Haus oder in
ſſeinem Stall einzuſperren!
II. Allgemeine Deutſch=Oſtafrikani
ſſche Landesausſtellung, Daresſalam 1914.
Protektor: Seine Kaiſerliche und Königliche Hoheit der
Kronprinz des Deutſchen Reiches und von Preußen. Die
Entwickelung der im Auguſt 1914 ſtattfindenden II. All=
gemeinen
Landesausſtellung in Dares=
ſalam
hat, wie ſich immer deutlicher erweiſt, denjenigen
Recht gegeben, die ſich ſeinerzeit mit mutigem Optimis=
mus
an die Spitze der Organiſation geſtellt haben. Der
in Ausſicht genommene Platz hat ſich beinahe als zu klein
erwieſen, um die in erfreulicher Zahl eingehenden Anmel=
dungen
heimiſcher und anderer Ausſteller voll zu befrie=
digen
. Fieberhafte Tätigkeit herrſcht auf dem Ausſtel=
lungsgelände
: Das Verwaltungsgebäude iſt längſt fertig=
geſtellt
, ebenſo das Hauptreſtaurant mit einem 300 Per=
ſohnen
faſſenden gedeckten Saal und auch die in Deutſch=
land
beſtellte eiſerne Haupthalle mit einer Grundfläche
von 2400 Qundratmetern iſt unter Dach. Erfreulicher=
weiſe
ſchreitet auch die Errichtung verſchiedener Neben=
pavillons
immer mehr vor: So werden eigene Hallen er=
richtet
von dem biologiſch=landwirtſchaftlichen Inſtitut
Amani und u. a. von den Firmen Krupp und Wolff=
Magdeburg, ferner vom Kali=Syndikat, deſſen xein aus
Palmenteilen hergeſtellter Pavillon ſomit gleichzeitig die
vielſeitige Verwendungsmöglichkeit der Kokospalme illu=
ſtrieren
wird. In letzter Stunde hat ſich auch die Inder=
bevölkerung
Daresſalams zu geſchloſſener Beteiligung auf=
gerafft
, und ſo wird eine echte Inderſtraße mit Gold= und
Silber=Arbeitern, mit Läden aller Art, mit Fakirer und
einem indiſchen Theater aus der Ausſtellung der Europäer
ſinngerecht hinüberleiten zu dem Eingeborenen=Dorf, das
mit ſeinen Bewohnern aus faſt allen Stämmen des Lan=
desinnern
für den Ethnographen eine ſelten bequeme
Fundgrube für Studienzwecke bilden wird, natürlich wird
auch der Kinematograph nicht fehlen, und ſelbſt für die
überſättigſten Europäeraugen mancherlei Neues und
Intereſſantes bieten.
So wird die vom Gemeinſinn ſämtlicher Schutzge=
bietsangehörigen
getragene Ausſtellung ſicherlich in hohem
Maße ihren Zweck erfüllen, einen Rahmen zu bilden für
die bedeutungsvolle Feier der Eröffnung der Mitteland=
bahn
zum Tanganikaſee und das 25jährige Jubiläum un=
ſerer
ruhmbedeckten Schutztruppe. Ueber die aus Anlaß
der Ausſtellung nach Deutſch=Oſtafrika geplante Sonder=
fahrt
, die auf ungefähr 8 Wochen berechnet iſt, ſowie über
die zu gewährenden Vergünſtigungen erteilt bereitwilligſt
Auskunft: Der Heimiſche Arbeitsausſchuß der Landes=
ausſtellung
Daresſalam 1914 Berlin NW. 40, Roon=
ſtraße
1.
Neues vom Heufieber. Dieſe vielfach noch
unbekannte, ſich hauptſächlich in Schnupfen mit 20 bis 100
oder mehreren Nießentladungen, Augenentzündungen,
Aſthma äußernde Krankheit wird durch Blüten von Gras,
Korn und anderen Pollenblühern hervorgerufen; ſie tritt in
jedem Jahre mit Beginn dieſes Blühens auf, um nach 6
bis 8 Wochen mit dem Ende der Blütezeit wieder zu ver=

lers, bei dem neben ausgedehnter Literaturkenntnis eine
bſolut ſichere und gediegene Technik der ſelbſtverſtänd=
liche
Grundriß iſt, auf dem ſich ſeine Kunſtleiſtungen auf=
bauen
, dürfte bald recht empfindlich ſich bemerkbar machen.
Ihm ſelbſt freilich dürfte es zum Heile ſein, es zieht
ihn empor und wir wünſchen ihm in weniger engen und
kleinlichen Verhältniſſen einen ſeiner vortrefflichen Aus=
bildung
und Begabung und edlen Charaktereigenſchaften
würdigeren Wirkungskreis; das wollte auch der pracht=
volle
Ehrenkranz ausdrücken, der nach dem im 4. Satz
Enttäuſchung in Tönen ſo meiſterhaft ſchildernden Quar=
tett
Smetanas überreicht wurde; in liebenswürdiger Be=
ſcheidenheit
ließ der echte Künſtler die Gefährten ſeines
Erfolges an der Ehrung teilnehmen. Zum erſtenmal
wurde auch muſikgeſchichtlichem altem Brauch entſpre=
chend
das Klavier als Soloinſtrument in der Kammer=
muſik
verwandt. Der Laie wird denken: Nichts leichter,
als auf dieſe Weiſe ein Programm zuſammenzuſtellen;
der Kenner weiß indes, daß gerade hier bei der Auswahl
die größte Sorgfalt walten muß, wenn die nötige Ein=
heitlichkeit
des Programms, wie es vornehme Kunſtpflege
verlangt, erhalten werden ſoll. Der Pianiſt Herr Hans
Weißbach aus Frankfurt (bereits als Begleiter und ge=
diegener
Kammermuſikſpieler vorteilhaft bekannt) verſtand
es mit der F=moll=Sonate op. 5 von Brahms, die er mit
pianiſtiſcher Feinheit dem Motto entſprechend vortrug,
dieſe Forderungen ſehr gut zu erfüllen; ſeine ruhige und
reife Auffaſſung und beſonders die geſchickte Abgrenzung
harmoniſcher Abſchnitte, wie ſie nicht jedem Pianiſten ge=
lingt
, machten die Sonate, in deren letzten Satz draußen
eine Amſel ihr frohes Lied einmiſchte, zu einem erleſenen
Kunſtgenuß. Die Mitwirkung dieſer auf dem Programm
nicht verzeichneten begabten Soliſtin hat mir jedenfalls
mehr Freude bereitet, als das Begleitungsmotiv des man=
gelhaft
befeſtigten Pedals, das den Künſtler empfindlich
ſtören mußte (obgleich der Vortrag nicht im mindeſten
darunter litt), ſo daß er dem Uebel ſchließlich durch Nie=
derhalten
des Una Corda=Zugs abzuhelfen ſuchte. Den
Beſchluß machte das mit rauſchendem Beifall aufgenom=
mene
, mit Meiſterſchaft und Temperament geſpielte C=dur=
Quartett op. 74 Nr. 4 von Joſeph Haydn.

ſchwinden. Der einmal davon Ergriffene wird unentrinn=
bar
alljährlich aufs neue davon befallen. Der Heu=
fieberbund
von Helgoland (E. V.), deſſen
wiſſenſchaftliche Arbeiten auf der internationalen Hygiene=
Ausſtellung in Dresden 1911 die Goldene Medaille erhiel=
ten
, hat, wie in jedem Jahr, ſo auch jetzt wieder eine Sam=
melſchrift
(Bericht Nr. 16) herausgegeben, in der alles
Wiſſenswerte über das Leiden in gemeinverſtändlicher
Form angegeben iſt. Der Bund zählt gegenwärtig etwa
2000 Mitglieder, darunter etwa 80 heufieberkranke Aerzte
und Mediziner. Die im Selbſtverlag des Heufieberbundes
erſchienene Schrift (Bericht Nr. 16) enthält in dieſem Jahre
ein vortrefflich ausgearbeitetes Merkblatt über Heufieber,
mit einer beſonders klaren und überſichtlichen kurzen Zu=
ſammenſtellung
der wirklich empfehlenswerten Heilungs=
und Linderungsmittel. Das Merkblatt wird allen Heu=
fieberleidenden
nach Beitrittserklärung zum Bunde un=
entgeltlich
zugeſandt; ſoweit der Vorrat reicht, erhalten
die neuen Mitglieder auf Wunſch auch noch den 13. Jahres=
bericht
, in dem eine ausführliche Abhandlung über das
Weſen des Heufiebers enthalten iſt, zugeſandt. Beitritts=
erklärungen
erfolgen durch einfache Benachrichtigung an
den Kaſſierer des Bundes, Herrn Theodor Klaas, Hohen=
limburg
in Weſtfalen, worauf die Zuſendung der Mit=
gliedskarte
per Nachnahme des Jahresbeitrags mit 5
Mark erfolgt.

Literariſches.

Kneiſel, Prof. Dr. A., B.: Ariſtophanes,
ein Spiegel unſerer Zeit 8 78 S. Preis
broſch. 2,50 Mk., geb. 3,50 Mk. Kommiſſionsverlag von
Paul Schettlers Erben, G m. b. H., Verlagsbuchhandlung
und Hofbuchdruckerei, Cöthen (Anhalt). In der erſten
Komödie, betitelt: Eine Verſpottung der radikalen Demo=
kratie
im Altertum (die Ritter), die in dem Buche behan=
delt
wird, treten 2 Nebenbuhler auf, die ſich in Populari=
tätshaſcherei
überbieten. In der zweiten Komödie:
Wider den Atheismus (die Wolken) läßt ein Vater
zeigt, daß der Dichter nicht bloß die Wirklichkeit abmalen
darf, ſondern die edle Aufgabe hat, das Publikum auf
eine höhere Stufe zu erheben, ſo daß ſein Ziel vor allen
Dingen die Schönheit ſein muß. In der dritten Komödie:
Wider den Artheismus (die Wolken) läßt ein Vater
ſeinen Sohn atheiſtiſch erziehen, ohne daran zu denken,
welche ſittlichen Konſequenzen der Atheismus hat. Jeder
der behandelnden Komödien iſt eine kurze geſchichtliche
Einleitung vorangeſtellt.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 26. April. Fürſt und Fürſtin Wedel
ſind heute von Straßburg hier eingetroffen. Zum
Empfang hatte ſich der Verein der Elſäſſer eingefunden;
die Damen in Nationaltracht überreichten der Fürſtin einen
Blumenſtrauß.
* Berlin, 26. April. Die Norddeutſche Allgemeine Zei=
tung
ſchreibt: Bei der Geſtaltung des Textes der Antwort
auf die griechiſche Note vom 21. Februar ſind die
Wünſche der Dreibundmächte voll zur Gel=
tung
gekommen. Schwierigkeiten über die Faſſung
der Antwort haben ſich unter den Mächten nicht ergeben.
Die Zuſicherung des griechiſchen Miniſterpräſidenten, daß
die Anordnung zur Räumung Südalbaniens
ſofort ergehen ſoll, kann als ein erfreuliches Ergebnis des
gemeinſamen Schrittes gebucht werden. Zur Weisheit des
Königs und der ihn beratenden Staatsmänner darf das
Vertrauen gehegt werden, daß alle zur Durchführung ihrer
Abſicht erforderlichen Maßnahmen unverzüglich unternom=
men
werden. Durch eine weitgehende Berückſichtigung der
griechiſchen Wünſche wegen der Regelung der Verhältniſſe
des Grenzgebietes iſt der Boden für eine ruhigere Ent=
wicklung
geſchaffen. Hinſichtlich der Griechenland zuge=
ſprochenen
Inſeln hat die griechiſche Regierung nunmehr
dieſelbe Zuſage erhalten, die ſeinerzeit der Türkei für die
ihr verbleibenden Inſeln gegeben wurde. Die Mächte
wollen freundſchaftlich ihren Einfluß bei beiden Parteien
einſetzen, daß ſie die Entſcheidung Eurovas reſpektieren.
Es wurde alſo nach beiden Seiten mit gleichem Maß ge=
meſſen
.
* Wien, 26. April. Die Neue Freie Preſſe meldet:
Der Alterspräſident der Akademie der Wiſ=
ſenſchaften
. Profeſſor Eduard Süß, iſt in der vergangenen
Nacht im Alter von 83 Jahren geſtorben.
* Achilleion, 26. April. Der Kaiſer hielt den Gottes=
dienſt
in der Schloßkapelle ab dem die Königin der
Hellenen beiwohnte. Die Majeſtäten ſahen ſpäter vom
Balkon des Achilleions einer Prozeſſion der Bewohner
Gaſturis zu und folgten einer Einladung der griechiſchen
Majeſtäten zur Tafel im Stadtſchloß.
* Madrid, 26. April. In dem Dorfe Sobria iſt
eine Trichinoſe=Epidemie ausgebrochen. Bisher
ſind dreißig Fälle gemeldet worden, von denen vier töd=
lich
verlaufen ſind; drei Perſonen liegen im Sterben.
* Liſſabon, 26. April. Prinz Heinrich von Preu=
ßen
iſt während ſeines Aufenthaltes auf dem Cap Tra=
falgar
im hieſigen Hafen nicht an Land gegangen.
Zu dem Diner an Bord war der deutſche Geſandte v. Roſen
geladen. Der Cap Trafalgar iſt um 2 Uhr nachmittags
wieder in See gegangen.
* Ceuta, 26. April. Der Major Delvalle, der
kürzlich von Kabylen gefangen wurde, iſt gegen ein Löſe=
geld
freigelaſſen worden.
Rio de Janeiro, 26. April. Der Belagerungs=
zuſtand
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Die Beerdigung findet Dienstag, den 28. April,
nachmittags 5 Uhr, auf dem Beſſunger Fried=
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Seite 6.

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Nummer 115.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. April 1914.

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im Gartenſaal des ſtädt. Saalbaues, Saalbauſtr.
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Die Bedeutung gesunder u. kranker Herven
für körperliche u. geistige Tätigkeit.
Nähere Erläuterungen anhand von Tafeln
über:
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Bau und Funktion des Nervenſyſtems, krankhafte Ver=
änderung
, deren Urſachen, ſowie vollſtänd. Wiederherſtellung
Nach dem Vortrag: Fragenbeantwortung.
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2. Jahresbericht des Vorſitzenden.
3. Vorſtandswahl.
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Donnerstag, 30. April. 157. Ab.;
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Gew. Preiſe. Anfana 7 Uhr.

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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 27. April 1914.

Nummer 115.

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6 Preise, darunter Erster Preis bei der Auto-Sternfahrt nach Kopenhagen
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