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177. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichskanzler iſt nach Berlin
zurück=
gekehrt.
Auf der Werft der Aktiengeſellſchaft „Weſer”
in Bremen lief geſtern nachmittag der kleine
Kreuzer „Erſatz Irene” vom Stapel. Der erſte
Bürgermeiſter der Stadt Regensburg taufte das Schiff
auf den Namen „Regensburg”.
Die Geſandten der ſechs Großmächte haben am
Freitag der griechiſchen Regierung die
Antwort=
note der Mächte überreicht.
Der japaniſche Miniſterpräſident ließ erklären, daß
Ja=
pan keinerlei Abſicht habe, die
Verwicke=
lungen in Mexiko auszunützen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Politiſche Wochenſchau.
** Als Fürſt und mit ſonſtigen Zeichen kaiſerlicher
Anerkennung verläßt der bisherige Statthalter der
Reichs=
lande Graf Wedel die Stätte ſeiner erfolgreichen
Wirk=
ſamkeit, um Herrn v. Dallwitz Platz zu machen. „
Re=
präſentativ” geſtimmte Gemüter hielten auch für den neuen
Mann gleich eine Erhöhung ſeines perſönlichen Ranges in
Vereitſchaft. Aber dieſe ſeltſame „Politik”, die leere
Aeußerlichkeiten an die Stelle ſtaatsmänniſcher Leiſtungen
ſetzt, wird erfreulicherweiſe nur ein Erzeugnis privater
Einbildungskraft bleiben. Es beſteht vielmehr guter
Grund zu der Annahme daß bei der Berufung des
bis=
herigen preußiſchen Miniſters des Innern nach
Straß=
burg auch die Abſicht mitſpielte, unter Zurückdrängung
aller „repräſentativen” Erwägungen einen Beamten mit
der Statthalterſchaft zu betrauen, der als ſolcher den
El=
ſaß=Lothringern zum Bewußtſein bringt, daß ſie nur ein
Teil des deutſchen Ganzen ſind, und auf dieſe Weiſe der
Entwicklung eines elſaß=lothringiſchen Ueberſchwanges,
wie er des öfteren hervortrat, entgegenzuwirken.
Der jetzige Statthalter der Reichslande hat in dem
ehemaligen Unterſtaatsſekretär der Reichskanzlei v.
Loe=
hell einen Nachfolger erhalten. Als Vertrauensmann
des Fürſten Bülow in kritiſchen Zeitläuften der inneren
Politik bewährt, iſt Herr v Loebell anſcheinend zur
Durch=
führung wichtiger Aufgaben auserſehen. Vermutlich ſoll
er, der als Konſervativer die Fühlung mit dem
Libera=
lismus aufrechterhalten und gepflegt hat, der wachſenden
Entfremdung zwiſchen rechts und links entgegenwirken
und damit auf dem parlamentariſchen Kampfplatz das
Ge=
lingen einer Reform des preußiſchen Landtagswahlrechtes
i vorbereiten. Herrn v. Loebells Ernennung iſt von der
Rechten mit gedämpftem, von einflußreichſter
Zentrums=
ſeite mit unverhohlenem Mißtrauen aufgenommen wor=
* den. Man hat ihm namentlich im Zentrumslager nicht
die Tatkraft und Geſchicklichkeit vergeſſen, mit der er
Zen=
trumsübergriffe in die Verwaltung zurückwies und ohne
Furcht vor einer Reichstagsauflöſung den Wahlkampf mit
durchgefochten hat. Der Entwicklung der inneren Politik
Preußens darf man nach dieſem Miniſterwechſel
erwar=
tungsvoll entgegenblicken.
Für die Stellung des Reichskanzlers bedeuten
eide Perſonalveränderungen inſofern eine zweifelloſe
—feſtigung, als ſie mit dem ausdrücklichen Hinweiſe
an=
gekündigt wurden, daß ſie „nach Vortrag” des
Reichs=
kanzlers erfolgt ſeien. Auf die Konſervativen dürfte
die=
ſer Umſtand ſchwerlich ohne Wirkung bleiben Sie müſſen
erkennen, daß weder ihre parlamentariſchen Angriffe noch
ihre außerhalb des Parlaments vermittels des
Preußen=
bundes gegen Herrn von Bethmann Hollweg gerichtete
Aktion ſeine Stellung ernſthaft erſchütterten; ſie haben
den Mann ihres beſonderen Vertrauens im
Staatsmini=
ſterium an die Reichslande verloren und finden ſeinen
Poſten durch einen Staatsmann beſetzt, von dem ſie
tak=
tiſche Ueberlegenheit zu erwarten haben.
Die Reichstagserſatzwahl in Schwetz
brachte dem freikonſervativen Abgeordneten v. Halem,
deſſen Mandat wiederholt angefochten war, diesmal den
Sieg mit einem ſo erheblich größeren Vorſprung vor dem
polniſchen Gegenkandidaten, daß der Wahlkreis nunmehr
wohl zur Ruhe kommen wird. Der Rückgang der
polni=
ſchen Stimmen hängt großenteils mit dem Fortzuge
pol=
niſcher Wanderarbeiter nach dem Weſten zuſammen und
darf infolgedeſſen nicht überſchätzt werden.
Vor einer Ueberſchätzung des Beſuches ihrer hohen
engliſchen Gäſte ſind die Franzoſen wohl trotz
der ſtürmiſchen Begeiſterung ſicher mit der ſie König
Georg und ſeine Gemahlin bejubelt haben. Denn auf
den Frühlingstraum der Pariſer Preſſe, das herzliche
Einvernehmen zwiſchen Frankreich und Großbritannien
zu einem Bündnis erweitert zu ſehen, iſt der Reif einer
kühlen Reuter=Erklärung gefallen, die, Sir E. Greys
ge=
ſchickte Hand in jedem Satze verratend, trocken feſtſtellt,
daß als Ergebnis der Pariſer Feſttage eine Erweiterung
der beſtehenden engliſch=franzöſiſchen Beziehungen nicht
erwartet werden könne. Indem die ruſſiſche Regierung
gleichzeitig verſicherte, Rußland habe niemals die Frage
einer Umbildung des Einvernehmens in ein Bündnis
aufgeworſen und Großbritannien einen entſprechenden
Vorſchlag nicht gemacht, erhielt jene Reuter=Erklärung ein
Gegenſtück, das iebhaft genug an die Geſchichte vom Fuchs
und den ſauren Trauben erinnert. Die Köln. Ztg. gab
in dieſem Zuſammenhange zu verſtehen, daß die
Erwei=
terung der Ententepolitik des Dreiverbandes zu einem
Bündnis für Großbritannien gegenüber Deutſchland, die
Abkehr von ſeiner jetzigen Entſpannungspolitik bedeuten
und durch Deutſchland entſprechend erwidert werden
würde.
Machten die Pariſer Feſttage auf die Börſe keinen
Eindruck, ſo wurde dieſe teils durch die Erkrankung des
Kaiſers Franz Joſef, der erfreulicherweiſe auf dem
Wege der Beſſerung zu ſein ſcheint, teils durch die
ame=
rikaniſch=mexikaniſche Kriſis beunruhigt.
Ohne Kriegserklärung und ohne Verkündung einer
Blockade haben die Amerikaner, nachdem in der
Salut=
frage zwiſchen ihnen und Huerta keine Einigung zuſtande
gekommen, unter erfolgreicher Bewältigung des
Wider=
ſtandes mexikaniſcher Truppen den Hafen Veracruz
be=
ſetzt und landeinwärts verſchanzte Stellungen bezogen.
Die Beſetzung des Hafens Tampico ſollte folgen iſt jedoch
aufgeſchoben worden. Die Einſtellung der
Feindſelig=
keiten durch die Amerikaner dürfte aber kaum erfolgen,
da die Salufrage nur einen Vorwand bildete und die
wirtſchaftspolitiſchen Gegenſätze zwiſchen der Union und
Mexiko fortdauern. Die neueſten Meldungen laſſen die
Haltung der Rebellen=Generale in einem den
Vereinig=
ten Staaten günſtigeren Lichte erſcheinen als die
Er=
klärung, die Garranza tags zuvor an Präſident Wilſon
gerichtet haf Nach der amerikaniſchen Meldung will der
Rebellenführer Villa in einen Krieg mit den Vereinigten
Staaten nicht hineingezogen werden, Carranza aber ſeine
Erklärung als Grundlage für weitere Verhandlungen
an=
geſehen wiſſen, die die Zurückziehung der amerikaniſchen
Truppen und die tatſächliche Anerkennung Carranzas als
Präſidenten oder kriegführende Partei zum Ziele hätten.
Daß Ville ſeine eigenen Wege gehen möchte, erſcheint nicht
unglaubwürdig. Die Angaben über Garranzas Abſichten
aber zeigen offenkundig das Beſtreben, ſeine an Wilſon
gerichtete Erklärung abzuſchwächen. Immerhin beſteht die
Möglichkeit, daß Carranza ein Doppelſpiel treibt um
von Amerika für ſich ſelbſt möglichſt viel herauszuſchlagen.
Aber ſeine Erklärung wendet ſich ſo unumwunden gegen
die Verletzung der Souveränität Mexikos durch die Union
und fordert ſo beſtimmt die Räumung von Veracruz, daß
man annehmen darf, Carranza richte ſich auf einen Krieg
gegen die Union ein. Letztere ſelbſt nimmt anſcheinend
dasſelbe an; denn ſie hat angeſichts der Erklärung
Gar=
ranzas das Waffenausfuhrverbot nach Mexiko erneuert.
Das Ende des mexikaniſchen Bürgerkrieges nötigt die
Ver=
einigten Staaten zur Führung eines Landkrieges, der
wegen der geographiſchen Ausdehnung und Beſchaffenheit
Merikos ſowie wegen der miltäriſchen Schwäche der
Union dieſe vor äußerſt ſchwierige Aufgaben ſtellt.
Die Pariſer Unterredungen.
* Der franzöſiſche Miniſterpräſident, Doumergue
erklärte einem Mitarbeiter des Petit Pariſien:
In meinen Unterredungen mit Sir
Ed=
ward Grey wurden alle Angelegenheiten erörtert, die
gegenwärtig, ſei es im Orient, ſei es anderwärts, die
franzöſiſche und die engliſche Diplomatie beſchäftigen.
Wir haben erkannt, daß in keinem Punke auch nür die
leichteſte Meinungsverſchiedenheit zwiſchen uns beſtehr.
Wie ſollte es auch anders ſein, da doch die
Inter=
eſſen der beiden Nationen in allen Teilen der Welt
voll=
ſtändig ſolidariſch ſind? Es war nur natürlich, daß im
Laufe dieſer Unterredungen auch die Rolle der ruſſiſchen
Dipkomatie zur Sprache kam. Wir können ſagen, daß
die Tripel=Entente niemals beſſer
funk=
tioniert hat, und daß das Konzert der Tripel=
Entente niemals enger geweſen iſt. Aber dieſes
Kon=
zert betätigt ſich für das Gleichgewicht und den Frieden.
Der Friede kann nur aus dem Gleichgewicht hervorgehen,
das bisher aufrechterhalten worden iſt. Wir ſind ebenſo
darauf bedacht, den Frieden zu ſchützen, als die
Inter=
eſſen eines jeden Teiles zu wahren. Ich lege Wert
dar=
auf, den hervorragenden Eigenſchaften Sir Edward Greys
öffentliche Anerkennung zu zollen. Dieſer Staatsmann
iſt ebenſo bemerkenswert durch die Klarheit ſeiner
Ge=
danken und durch Sachkenntnis, wie durch ſeine hohe
Auf=
faſung von Recht und Gerechtigkeit. Die
franzöſiſch=
engliſchen Feſte waren nicht bloß ein glänzender
Zwiſchenfall ohne Zukunft. Ich weiß, daß König Georg
und Königin Mary von dem ihnen bereiteten Empfang
durchaus befriedigt waren, und zwar nicht bloß von dem
amtlichen Empfang, ſondern auch von der Aufnahme, die
ſie bei der Pariſer Volksmenge gefunden haben. Dieſe
Aufnahme drückte die wirkliche Freundſchaft des
Publi=
kums aus, das bisweilen ein ſehr großer Diplomat iſt.
Die frohe Herzlichkeit, die ſich in allen Pariſer Vierteln
kundgegeben hat, iſt ein Anzeichen dafür, daß die Entente
cordiale nunmehr mächtige, unerſchütterliche Wurzeln im
Volke geſaßt hat.
Die Times ſchreibt zu dem Beſuch des
eng=
liſchen Königspaares:
Seine Bedeutung liegt in der Tatſache, daß ſein
Charakter wefentlich konſervativ war. Er
hat nichts neues in die Beziehungen zwiſchen beiden
Ländern eingeführt oder etwas an dem früheren Beſtand
geändert. Er läßt die Entelle mit Frankreich und die
Eripel Entente, wie er ſie fand die auf denſelben
Prin=
zipien baſiert und dieſelben Ziele verfolgt wie zuvor.
Er hat ſie vor den Augen aller Welt bekräftigt und beide
Nationen ſind ſich darüber einig, daß dieſe Bekräftigung
genigt.
Die Großmächte und
Griechen=
land.
* Die Geſandten der ſechs Großmächte
haben am Freitag dem Miniſterpräſidenten Venizelos
die Antwortnote der Mächte auf die Note
Grie=
chenlands vom 22. Januar überreicht. Venizelos erklärte,
die Regierung würde unverzüglich den Befehl geben zur
Räumung der von den griechiſchen Truppen noch beſetzten
Teile von Epirus.
Da der Miniſter des Aeußern Streit unpäßlich iſt,
begaben ſich die Vertreter der Großmächte zum
Kriegs=
miniſter und Miniſterpräſidenten Venizelos und
über=
reichten nacheinander die Antwort der Mächte. Die Mächte
würdigen darin den Wert der Verſicherungen
Griechen=
lands in der Note vom 21. Februar. Die griechifchen
Wünſche ſeien der Gegenſtand wohlwollender Prüfung
ſeitens der ſechs Mächte geweſen. In der Note heißt es
weiter:
Schon von der albaniſchen Kontrollkommiſſion war
beſchloſſen worden, daß der albaniſchen
Bevöl=
kerung völlige Gleichheit zugeſichert werden ſollte
hinſichtlich ihrer Religion, Sprache und verſchiedenen
Rechte. Die Mächte ſind bereit, ihren ganzen Einfluß
auszuüben damit der durch die Kontrollkommiſſion
auf=
geſtellte Grundſatz tatſächlich durchgeführt wird,
die wirkſamſte Maßregel, den verſchiedenen Volksſtämmen
die materiellen und moraliſchen Wohltaten zu verſchäffen.
Die Mächte ſind geneigt, Albanien zu empfehlen, den
griechiſchen Vorſchlag in Erwägung zu ziehen, der die
Einſtellung lokaler Elemente in die ſüdalbaniſche
Gendar=
merie betrifft. Die Mächte ſind geneigt, ihren ganzen
Einfluß bei der Türkei auszuüben, damit die griechiſche
Bevölkerung von Imbros, Tenedos und Caſtelloritzo
wirkſame Garantien erhält, die zum Schutze ihrer
Inter=
eſſen und ihrer Schulen notwendig ſind. Was den
Grund=
ſatz der Neutralität des Kanals von Korfu betrifft, ſo
erklären die Mächte, daß ſie bereit ſind, an einem
inter=
nationalen Uebereinkommen teilzunehmen. Die Mächte
ſehen kein Hindernis darin, daß der Plan einer
Berich=
tigung der griechiſch=albaniſchen Grenze in der Gegend
von Argyrokaſtro wirkſam werde. Dagegen halten ſie die
Linie für die Erenze bis Caſtelloritzo aufrecht, ohne jedoch,
bis die endgültige Feſtſetzung der Grenze erfolgt, einer
Ueberprüfung Widerſtand entgegenzuſetzen, wofern die
Wünſche Griechenlands ſich mit der gegebenen Grenzlinie
vereinbaren laſſen. Bezüglich der ägäiſchen
In=
ſeln, die Griechenland zugeſprochen worden ſind,
wer=
den die Mächte ihren freundſchaftlichen Einfluß auf die
Türkei dahin ausüben, daß Griechenland im Beſitz dieſer
Inſeln nicht geſtört wird, und daß die gemeinſame
Ent=
ſcheidung Europas von der Türkei beachtet wird. Die
Vertreter der Mächte empfahlen hierauf Griechenland
mündlich die Räumung von Nord=Epirus.
Miniſterpräſi=
dent Venizelos antwortete, er werde hierüber ſofort
ent=
ſprechende Befehle erteilen.
Deutſches Reich.
Bei der Reichstagserſatzwahl im
Wahlkreiſe Königsberg 6 (Braunsberg=
Heils=
berg) wurden 11890 gültige Stimmen abgegeben.
Hier=
von erhielten Gouverneur a. D. Freiherr v. Rechenberg=
Berlin=Schöneberg (Zentr.) 10835 Stimmen, Erzprieſter
Hinzmann=Wormditt (Zentr.) 802 Stimmen und
Redak=
teur Marchionini=Königsberg (Soz.) 227 Stimmen.
Zer=
ſplittert waren 26 Stimmen. Freiherr v. Rechenberg iſt
ſomit gewählt.
— Beamtennovelle und Rennwettgeſetz.
Es iſt ſchon vor einiger Zeit mitgeteilt worden, daß in
Bundesratskreiſen die Abſicht beſtehe, die
Beſoldungs=
novelle ſcheitern zu laſſen, falls das Plenum des
Reichs=
tages den weitergehenden Beſchlüſſen ſeines Ausſchuſſes
beitritt. Es beſteht aber dann auch die Gefahr, daß das
Geſetz über die Altpenſionäre nicht zuſtande kommt, da
der Reichstag ohne Beamtenbeſoldungsnovelle dem neuen
Renngeſetz nicht zuſtimmen dürfte, deſſen Einnahmen zur
Deckung des Mehrbedarfs für die Gehalts= und
Penſions=
erhöhungen herangezogen werden ſollen. In
Bundesrats=
kreiſen wird großer Wert darauf gelegt, daß das
Renn=
wettgeſetz ſchon zum 1. Juli in Kraft tritt, damit noch
in dieſem Jahre die Beſtenerung inländiſcher Rennen e
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Nummer 114.
folgen kann. Falls die Einigung zwiſchen Bundesrat und
Reichstag über alle drei Geſetzentwürfe zuſtande kommt
und das Rennwettgeſetz ſchon im Sommer in Kraft treten
kann, ſollen auch die vorgeſehenen Beamtenklaſſen und
Altpenſionäre ſchon vom 1. Juli ab in den Genuß der
höheren Einnahmen treten. Es wird deshalb als
drin=
gend wünſchenswert bezeichnet, daß das Rennwettgeſetz
im Laufe des Mai vom Reichstag verabſchiedet wird. Im
Juni würden dann die Ausführungsbeſtimmungen des
Bundesrats erſcheinen und Konzeſſionierungen von
Buch=
machern erfolgen.
— Der Deutſche Landwirtſchaftsrat
und die Handelsverträge. Der Deutſche
Land=
wirtſchaftsrat hat einen handelspolitiſchen Ausſchuß mit
drei Unterausſchüſſen gebildet. Letztere treten im Mai
zuſammen, zwei in Berlin und einer in Wiesbaden. Zu
den Sitzungen ſind auch die Verbände des Obſt=, Wein=
und Gemüſebaues geladen, die zum Teil bereits Stellung
zur Neuregelung der Handelsverträge genommen haben.
Die Arbeiten der Ausſchüſſe ſollen ſo beſchleunigt werden,
daß der ſtändige Ausſchuß des Deutſchen
Landwirtſchafts=
rates in ſeiner Sommerſitzung Ende Juni in Koblenz
über die Anträge verhandeln kann.
— Die Nationalliberalen. Das offizielle
Organ der nationalliberalen Parteileitung, die
National=
liberale Korreſpondenz, nimmt Stellung zu der Weigerung
der Jungliberalen, ihren Reichsverband gemäß dem
Be=
ſchluſſe des Parteivorſtandes aufzulöſen, und zur
Er=
klärung der Altnationalliberalen, die danach den
Be=
ſchluß des Zentralvorſtandes als gegenſtandslos
bezeich=
net. „Die beiden Kundgebungen,” ſo läßt nunmehr der
Parteivorſtand erklären, „die ſchließlich nicht von der
letz=
ten entſcheidenden Stelle ausgehen, werden den
geſchäfts=
führenden Ausſchuß der Partei von dem energiſchen
Ver=
ſuch, den beinahe einmütig gefaßten Beſchluß des
Zen=
tralvorſtandes auf dem Wege gütlicher Verhandlungen zur
Durchführung zu bringen, nicht abbringen. Wie dieſe
Verhandlungen auch endigen, ihr Ergebnis wird dem im
Herbſt ſtattfindenden Parteitag vorgelegt werden, dem
das letzte Wort in der Angelegenheit gebührt.”
— Gegen die Feier des 1. Mai durch
Ar=
beitseinſtellung treffen einzelne
Arbeitgebervpr=
bände entſchiedene Maßnahmen. So hat der Verband der
Metallinduſtriellen im Bezirk Leipzig ſeinen Mitgliedern
die Verpflichtung auferlegt, etwaige Geſuche von
Ar=
beitern um Beurlaubung für den 1. Mai abſchlägig zu
be=
ſcheiden und diejenigen Arbeiter, welche den 1. Mai ganz
oder teilweiſe feiern, zu entlaſſen. Will ein
Verbands=
mitglied einen ſeiner enſtlaſſenen Arbeiter wieder
an=
nehmen, ſo darf dies nach Ablauf von mindeſtens einer
Woche geſchehen. Ein anderes Verbandsmitglied ſoll
ſolche Arbeiter nicht vor ſechs Wochen nach dem 1. Mai
einſtellen dürfen. Der Arbeitgeber=Schutzverband der
deutſchen Tiſchlermeiſter und Holzinduſtriellen hält ſeinen
alljährlich gefaßten Beſchluß, nach dem auf eigenmächtiges
Verlaſſen der Arbeit am 1. Mai ſofortige Entlaſſung und
Ausſperrung auf die Dauer von drei bis zu zehn Tagen
erfolgt, ebenfalls aufrecht.
— Die Freifahrkarten der preußiſchen
Abgeordneten. Im preußiſchen Abgeordnetenhauſe
lag ein Antrag des Abg. Dr. Dittrich (Zentr.) vor, der
von den Nationalliberalen, der Volkspartei und den
Frei=
konſervativen mit unterſtützt iſt und die Regierung
er=
ſucht, während der Legislaturperiode den Mitgliedern des
Abgeordnetenhauſes für die geſamte Monarchie eine
Frei=
fahrkarte auf den preußiſch=heſſiſchen Staatsbahnen zu
gewähren. Unterſtaatsſekretär Dr. Drews verlas dann
folgende Erklärung des Miniſters des Innern:
Ich bin nicht in der Lage, die Zuſtimmung des Kgl.
Staatsminiſteriums zu dem Antrage Dr. Dittrich, betr.
die Bewilligung von Eiſenbahnfreifahrkarten während
der ganzen Legislaturperiode an die Mitglieder des
Hau=
ſes der Abgeordneten in Ausſicht zu ſtellen. Die Frage
der Abänderung der Vorſchriften über die Diäten und
Reiſekoſten der Abgeordneten war in der letzten Seſſion
der vorigen Legislaturperiode eingehend in
Kommiſſions=
beratungen erörtert worden. Das Ergebnis der hierbei
vorgenommenen Abſtimmungen eröffnet nicht die
Mög=
lichkeit, eine entſprechende Neuregelung mit dem für die
Staatsregierung in vorderſter Reihe ſtehenden Ziele der
Verbeſſerung der Präſenzverhältniſſe des Hauſes in
Ein=
klang zu bringen. Damit entſchwindet die erſte
Grund=
lage für ein Vorgehen der Staatsregierung, der in dieſer
Frage eine beſonders ſorgfältige Prüfung um ſo mehr
auferlegt iſt, als mit der Erfüllung des Wunſches eine
Veränderung der verfaſſungsmäßigen Vorſchriften
ver=
bunden ſein würde.
— Sozialdemokratiſche Niederlagen in
Baden. Die nach den neuen Beſtimmungen der
Reichs=
verſicherungsordnung in Baden vollzogenen
Ausſchuß=
wahlen für die Ortskrankenkaſſen haben in 38 bisher
ſo=
zialdemokratiſch geleiteten Krankenkaſſen die
ſozialdemo=
kratiſche Alleinherrſchaft gebrochen. Die Liſten der
chriſt=
lichen Gewerkſchaften haben einen Geſamtzuwachs von 57
vom Hundert aufzuweiſen.
Ausland.
Frankreich.
Caillaux hielt in einer Wählerverſammlung in
La Ferté=Bernard eine Anſprache, in der er ſagte: Meine
Gegner haben bekundet, daß ich ein abgetaner,
geſchlage=
ner Mann ſei. Da irrt man ſich gewaltig. Ich werde
morgen, ebenſo wie geſtern, in der Breſche ſtehen. Dazu
bedarf es der republikaniſchen Wähler von Mamers. Ich
brauche Euch, um mich zu rächen. Ihr müßt mich rächen,
denn Euch wollte man treffen, indem man auf mich zielte.
Trachtet deshalb, daß mit meinem Siege die Republik,
die Freiheit, Gerechtigkeit und der Friede der Welt
triumphiere.
Der Generalſtab wird zwiſchen dem 27. April
und dem 3. Mai eine gemeinſame Reiſe nach den
Ge=
bieten an der belgiſchen Grenze antreten. An dieſer Reiſe
werden nicht weniger als 25 Generäle und 250 Offiziere
aller Chargen und Waffengattungen teilnehmen. An der
Grenze ſollen kriegsmäßige Uebungen zwiſchen einen
blauen Partei unter dem Oberbefehl des Generals Ruffey
und einer roten Partei unter dem General Caſtelnau
ſtatt=
finden.
Rußlana.
Der Beſuch des Zaren am ſchwediſchen
Hof erfolgt, wie in Petersburg verlautet, unmittelbar
nach der Reiſe der Zarenfamilie in die Schären.
Amerika.
Die Streikbewegung in Süd=Kolorado
ergreift weitere Arbeiterkreiſe. Der Staatsverband der
Gewerkſchaften erließ einen Aufruf an alle Arbeiter, ſich
zu verſtändigen und zur Unterſtützung der Kohlengräber
nach Süd=Kolorado zu ziehen. Die Schriftſetzer=Union in
Denver bewilligte 500 Dollar zur Anſchaffung von
Waf=
fen. Bei einem Gefecht zwiſchen Truppen und
Streiken=
den nahe Monſon gelang es dieſen, zwei Militärzüge zum
Halten zu bringen.
* Paris, 24. April. Vor ſeiner Abreiſe ſandte der
König von England an den Präſidenten
Poin=
caré ein Telegramm, in dem er ſeinem und der Königin
beſten Dank für den ſo herzlichen und freundſchaftlichen
Empfang Ausdruck gab, den ſie empfunden hätten. Der
Aufenthalt in Paris werde immer eine ihrer koſtbarſten
Erinnerungen ſein, und ſie würden niemals die Aufnahme
vergeſſen, die ihnen bereitet worden ſei. Der König
wie=
derholte dem Präſidenten gegenüber die Wünſche für eine
glückliche Aufrechterhaltung der innigen Beziehungen
zwi=
ſchen den beiden Ländern. Präſident Poincaré ſandte ein
Danktelegramm, in dem es heißt: Paris, welches die
Freude gehabt hat, das Herrſcherpaar des befreundeten
Reiches zu begrüßen, und die geſamte franzöſiſche
Be=
völkerung werden entzückt bleiben von dem Beſuch, den
ſie nicht vergeſſen werden.
Natur und wir.
) Der Menſch iſt ganz Menſch nur in der Natur. Wir
Deutſchen zumal ſind ſo mit ihr verwachſen, daß wir
un=
ſeres Lebens höchſte Weihe von ihr empfangen. Was
be=
deuten alle anderen Stimmen, wenn die Mutter zu uns
ſpricht? Sie aber iſt unſere Mutter, aus deren Schoß wir
hervorgegangen ſind, die uns am Herzen hält und der wir
unſere eigene Luſt und Freude entgegenbringen. Sie iſt
unſere beſte Freundin und heimlichſte Vertraute, die
Mit=
wiſſerin unſerer ſtillſten Geheimniſſe. Sie, die das heilige
Schweigen kennt.
Wir ſind niemals ganz glücklich im Salon. Die
höchſte Freude treibt uns hinaus in die ſchöne Welt. Der
Wald muß unſeren Jubelruf hören und widerhallen
Unſer Herz muß ſingen mit den Vögeln und hüpfen mit
den Rehkälbern. Es muß ſich recken und ſtrecken mit den
ſchlanken Stämmen und lachen mit den wilden Waſſern.
Wir brauchen den Sturm, daß wir ihn übertönen, und
den Wind, daß er mit unſeren Haaren ſpielt. Und wenn
wir ganz glücklich ſind, ſtürmen wir frohlockend auf die
Eipfel, werfen die Arme in die Luft und ſind frei.
Unſeren Schmerz können wir nicht in unſeren vier
Wänden begraben. Wir tragen ihn hinaus in den
düſte=
ren Tann, wo die Stille wohnt. Die heiligen dunkeln
Wälder ſind die Kammern unſeres Leides. Dort bergen
wir uns wie das verwundete Tier im Dickicht. Dem
Walde ſagen wir alles und er empfängt alle unſere
Seuf=
zer. Er legt ſeinen milden Arm um uns und nimmt uns
auf wie ein Kind. Er redet nicht, wie Menſchen ſprechen,
aber in ſeinen Wipfeln weht das heilige Verſtehen, das
aus gleichem Schmerz geboren iſt, aus dem Schmerz der
Welt. Im dunkeln Walde betten wir unſer Herz wie auf
weiches Moos und in ſeiner wunderbaren Weite löſt ſich
die ſchwerſte Bitterkeit. Der Wald iſt unſer Freund.
Und unſere Sehnſucht tragen wir in die weite Ebene.
Wenn ſich die unendliche Fläche vor dir dehnt, über der
der alte Himmel hängt, dann wird dein Herz ſchwermütig
und begehrt das Namenloſe. Aber der Wunſch iſt nicht
heftig und wild, ſondern aufgeſogen von der Ferne, die
weit, weit verſchwimmt. Was ſollſt du begehren, wo das
Grenzenloſe vor dir liegt? Du wirſt wünſchen und fühlen,
wie klein du biſt. Du wirſt aufgehen wollen im All und
verzichten auf dein begrenztes Gelüſte. So wirſt du
weh=
mütig=glücklich ſein.
So gehören Menſch und Natur zuſammen. Gott hat
ſie für einander geſchaffen, daß ſie Freunde ſind und daß
das Menſchenherz im Angeſicht der Welt für jede neue
Stimmung ein neues Verſtehen findet.
Wie Veracruz genommen
wurde.
** Erſt jetzt bringt der Kabel aus dem ſo ſchnell von
den Amerikanern überwältigten Veracruz die
genaue=
ren Einzelheiten der Umſtände unter denen Onkel Sams
Marineſoldaten die Stadt beſetzten und nicht ohne
Blutvergießen an die Stelle der mexikaniſchen Trikolore
das Sternenbanner ſetzten.
Am Morgen des entſcheidenden Dienstags wußte
Veracruz noch nichts von dem Schickſal, das ihm
bevor=
ſtand. Aber eine dumpfe Ahnung nahender ſchwerer
Er=
eigniſſe lag über der Stadt, und die vielen Leute, die von
der Hafenſeite aus die amerikaniſchen Schiffe beobachteten,
verfolgten mit einer Miſchung naiver Neugier und banger
Ungewißheit den Verkehr zwiſchen der Flotte und dem
amerikaniſchen Konſulat. Noch wußte die Menge nichts
davon, daß Admiral Fletcher entſchloſſen war, die
Ver=
hängung der Blockade mit der Beſetzung des Zollamtes
zu eröffnen, und daß im Auftrage des Admirals der
ameri=
kaniſche Konſul den Militärkommandanten General Maas
und den Bürgermeiſter Diaz aufgefordert hatte, „im Namen
der Humanität” — unter Androhung eines
Bombarde=
ments — die Stadt zu übergeben. Träge ſchien der
Vor=
mittag verſtreichen zu wollen, und auf der kleinen Inſel
San Juan d’Ulloa wogten die Kronen der Kokospalmen
im Morgenwinde. Wird’s etwas geben? Was führen die
Yankees, die „Gringos” im Schilde? Schon drohte der
Eifer der Schwätzer am Strande zu erlahmen, als plötzlich,
ohne Warnung ohne Uebergang, das Bild ſich veränderte
und die läſſige Neugier zur höchſten Spannung wandelte.
Es war um 11 Uhr, als jäh von der Seite des
Trans=
portſchiffes „Prairie” ein Dutzend bemannter Boote
her=
vorſchoß und im Tageslichte Gewehrläufe blitzten. Die
kleinen Fahrzeuge nahmen ſofort ihren Kurs auf die
Lan=
dungsbrücke, wo die mexikaniſchen Zuſchauer ſich drängten
und noch immer nicht an den Ernſt der Situation glauben
wollten. Als die Boote anlegten und die 250 Amerikaner,
nicht ohne Aufwendung turneriſcher Anſtrengungen ans
Land ſprangen, tönte ihnen aus der Volksmenge heiteres
Gelächter entgegen: man amüſierte ſich köſtlich über die
Springerkünſte der neuen Gäſte. Aber ſchnell ſollte dieſe
harmlos behagliche Stimmung enden. Noch war kein
Widerſtand erfolgt, noch war kein Schuß gefallen; jetzt
aber ſah man auf den Dächern der Häuſer an der
Waſſer=
front Metall aufblitzen, ſah über den Mauern und
zwi=
ſchen Fenſterrahmen einzelne Gewehrläufe auftauchen, und
als die Amerikaner ſich in Richtung auf das Zollhaus in
Bewegung ſetzten, ward aus der Operettenſtimmung jäh
Ernſt. Nach den erſten Schritten blitzte es an einem
Häuſer=
dache auf, dann an drei, vier anderen Stellen: und einen
Augenblick ſpäter war das Schießen allgemein geworden.
Die Amerikaner antworteten ſofort: und wenige
Sekun=
den ſpäter fiel der Baß der Kanonen ein. Als man ſah,
daß Widerſtand geleiſtet werden ſollte, begann die
„Prairie” zu feuern um die Mexikaner, Soldaten wie
be=
waffnete Bürger zu verſcheuchen. Aber es war umſonſt:
die Landungstruppen mußten zum ſchnellen Angeiff
ſchrei=
ten. Noch war niemand gefallen. Dann ſah man zwei
Amerikaner getroffen niederſinken, die Erregung unter den
Gelandeten flammte auf, und im nächſten Augenblick
ſtürmten die Truppen vor. Fünf Minuten ſpäter waren
die Dächer der nächſtliegenden Häuſer geſäubert, die
Schützen mit dem Bajonett zum Schweigen gebracht, die
erſten Menſchenopfer dieſes „friedlichen Krieges” gefallen.
Ein paar mit der Waffe in der Hand überwältigte Bürger
wurden als Gefangene abgeführt: und nun erfolgte ohne
weiteren Zwiſchenfall die Beſetzung des Zollhauſes. Faſt
alle Beamten hatten bereits die Flucht ergriffen.
In=
zwiſchen waren an anderen Stellen weitere Matroſen
ge=
landet: und als die Mittagsſtunde ſchlug, waren nicht nur
das Zollamt, ſondern auch das Poſtamt, der Bahnhof, das
Rathaus und alle wichtigen Gebäude an der Hafenſeite in
den Händen der Amerikaner. Dies war der Augenblick,
in dem der einzige Verſuch eines organiſierten
Wider=
ſtandes einſetzte. Man ſah Banden von Mexikanern in
weſtlicher Richtung die Stadt verlaſſen: und wenige
Mi=
nuten ſpäter war ihre Abſicht offenkundig geworden. Es
war der Verſuch eines Umgehungsmanövers, um die
amerikaniſchen Truppen im Bahnhofsgebäude
abzuſchnei=
den. Von der Flotte aus ward die Bewegung rechtzeitig
beobachtet, und nun ſäten die Geſchütze der „Prairie‟ Tod
und Verderben in die kleine Schar. Es währte nur wenige
Minuten, dann war die Truppe aufgelöſt und der einzige:
Verſuch eines einheitlichen militäriſchen Widerſtandes
er=
ledigt. Aber das Schießen von den Häuſerdächern ſchwieg
darum noch nicht. Es waren nicht nur Bürger, die hier
in patriotiſcher Hitze mit dem Schießprügel hantierten; am
Tage vorher waren mit der Bahn aus dem Inneren aller= abenteuerliche Elemente eingetroffen die im Falle eines
amerikaniſchen Ueberfalles ein wenig Lorbeer ernten und
wohl noch mehr im Trüben fiſchen wollten. Von den
Stadtteilen aus, die von den Eroberern noch nicht beſetzt
waren, untechielten ſie ein lebhaftes aber ſchlechtgezieltes
Feuer auf die Matroſen, wo immer ein Trupp auftauchte.
Es war umſonſt, daß der amerikaniſche Admiral einen
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. April.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Herrſchaften.
begaben ſich am Freitag abend 7 Uhr im Auto zum
Beſuch der Fürſtin=Mutter zu Erbach=Schönberg nach
Schloß Schönberg und kehrten um 10 Uhr 30 Minuten.
zurück. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Der Großherzog empfing am
Samstag den Leutnant der Reſerve v. Wolf, Vorſtand
der Depoſitenkaſſe der Bank für Handel und Induſtrie,
den Amtsrichter Dr. Wahl von Wöllſtein, den
Dr. Clemm v. Hohenberg von Mannheim, den Direktor
der Realſchule Foermes, den Pfarrer Zimmermann, den
Direktor Dr. Bauer von Gießen, den Geheimerat Ludo
Mayer von Offenbach a. M., den Miniſterialſekretär
Finanzrat Lony, den Seminarlehrer Krämer, den
kammerjunker Miniſterialſekretär Frhrn. v. Senarclens=
Grancy, den Architekten Margold; zum Vortrag den
Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun,
den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
Ordensverleihungen. Der Großherzog hat
dem Oberlehrer a. D. Profeſſor Wilhelm
Engel=
hardt in Dieburg die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und
dem Bürgermeiſter und Ortsgerichtsvorſteher Andreas
Kliem III. zu Kloppenheim die Krone zum Silbernen
Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
In den Ruheſtand verſetzt wurden der
Weichen=
ſteller in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Peter Hofmann zu Nieder=Flörsheim und der
Bahn=
wärter in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Peter Spengler zu Langſtadt, beide mit Wirkung
vom 1. Mai 1914 an.
g. Verwaltungsgerichtshof. Der
Verwaltungs=
gerichtshof hatte ſich in ſeiner geſtrigen Sitzung mit!
einer Klage über die Heranziehung zur
Kanalbenutzungs=
gebühr zu befaſſen. Das Grundſtück der Eheleute Karl
Johann Haſſemer in Bingen grenzt mit ſeinem hins
teren Teile, dem Garten, an einen Weg, und zwar
ur=
ſprünglich nur mit einem ſchmalen Streifen. Auf Grund
dieſer Angrenzung wurden ſie zu den Kanalgebühren
her=
angezogen, und zwar für das geſamte an den Weg
gren=
zende Grundſtück, einſchließlich des vom Nachbar erſt
ſpä=
ter zur Arrondierung zugekauften Geländes. Der Kläger
erklärte ſich nur bereit, die Gebühren für den Streifeng
der urſprünglich zum Grundſtück gehörte, zu zahlen,
da=
gegen wurde die Zahlungspflicht für das neu erworbenef
Gelände beſtritten, da dieſes nicht mit dem übrigen.
Grundſtück eine wirtſchaftliche Einheit bilde. Es beſtehe
auch gar nicht die Abſicht, das neue Grundſtück völlig mit
dem alten zu vereinigen. Der alte Zaun ſei ſtehen
ge=
blieben und nur eine Türe führe in den neu erworbenen
Teil. Der Provinzialausſchuß der Provinz.
Rheinheſſen hatte der Klage ſtattgegeben und dahin
erkannt, daß eine Heranziehung des neu erworbenen
Ge=
ländes nicht ſtatthaft ſei. In der geſtrigen
Berufungs=
verhandlung vor dem Verwaltungsgerichtshof wurde vom
Vertreter des Klägers noch geltend gemacht, daß das
ſtrit=
tige Gelände gewiſſermaßen zur Bauſpekulation erworben
ſei. Der Verwaltungsgerichtshof erkannte in dieſer Sache
dahin, die Klage der Eheleute Haſſemer wird unter
Nummer 114.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Seite 3.
Aufhebung des Urteils des Provinzialausſchuſſes
abge=
wieſen. Dem Kläger fallen die Koſten beder Inſtanzen
zur Laſt.
g. Provinzialausſchuß. Auf Veranlaſſung der
Be=
hörden wurden der ſeit 1886 beſtehenden Talgſchmelze der
Firma Loeb hier neue erſchwerte Bedingungen auferlegt,
um insbeſondere die läſtige Fliegenplage und den üblen
Geruch zu beſeitigen, der durch dieſen Betrieb verurſacht
werde. Gegen dieſe Bedingung erhob die Firma
Ein=
ſpruch. Daraufhin befaßte ſich der Kreisausſchuß am
26. November mit dieſer Sache und ſetzte 16
Bedingun=
gen feſt mit der Maßgabe, daß neue Bedingungen geſtellt
würden, wenn die Mißſtände hierdurch nicht behoben
würden. Der Provinzialausſchuß beſchloß in ſeiner
geſtrigen Verhandlung über die Berufung der Firma
einen Augenſcheinstermin an Ort und Stelle. — Der
Ge=
legenheitsarbeiter Wilhelm Haberboſch von Offenbach
hetreibt einen Trödelhandel, ohne die erforderlich
An=
zeige erſtattet zu haben. Das Kreisamt Offenbee te
den Antrag, dem H. den Gewerbebetrieb zu un en.
Der Provinzialausſchuß beſchloß demgemäß auf
unter=
ſagung des Handels. — Der Leonhard Trinkaus in
Nieder=Kainsbach will im Umherziehen mit Federvieh,
Lumpen, altem Eiſen, Zuckerwaren uſw. handeln. Das
Kreisamt Erbach hatte das wiederholte Geſuch um
Er=
teilung eines Wandergewerbeſcheines abgewieſen. Der
Provinzialausſchuß erkannte geſtern auf Verwerfung
der Berufung des Geſuchſtellers gegen das Urteil
des Kreisausſchuſſes.
g. Strafkammer I. Der Arbeiter Wilhelm Lorenz
und ſein Schwiegerſohn Pabſt hatten einen gewiſſen
Schneider ſchwer mißhandelt und waren deshalb vom
Schöffengericht zu 9 Monaten und 4 Monaten Gefängnis
verurteilt worden. Gegen dieſe Verurteilung verfolgten
ſie Beruſung an die Strafkammer. Der Verletzte hatte
felbſt Anlaß zu der Mißhandlung gegeben, indem er in
betrunkenem Zuſtande die auf der Straße ſtehenden
An=
geklagten durch wirre Redensarten beläſtigte und ſich nicht
abweiſen ließ. Das Berufungsgericht würdigte dieſen
Sachverhalt und ermäßigte die Strafe auf 6 bezw. 3
Mo=
nate Gefängnis. — Der Weißbinder Mayer von Nieder=
Modau hatte im Dezember in Ernſthofen bei einer
Rau=
ferei mit Ernſthofener Burſchen einen der Gegner durch
Fußtritte, den anderen mit der Fauſt arg mißhandelt. Er
hatte deshalb 6 Wochen Gefängnis vom
Schöffen=
gericht zudiktiert erhalten. Seine Berufung nahm er nach
nochmaliger Verhandlung auf Anraten zurück. — Der aus
Oeſterreich ſtammende Kürſchner Franz Czerwenka
hatte auf der Wanderſchaft hier in einem Hauſe gebettelt
und war dabei in die Magdkammer eingebrochen. Es
fielen ihm dabei Kleider und Schmuckſachen in die Hände
Die Strafkammer verurteilte ihn zu 7 Monaten
Ge=
fängnis abzüglich einen Monat der
Unterſuchungs=
haft.
— Vom Hoftheater. Die heutige zweite Feſtſpiel=
Aufführung „Don Juan” beginnt, worauf nochmals
be=
ſonders aufmerkſam gemacht ſei, um 7½ Uhr. Am
Diens=
tag geht als vierte und letzte Vorſtellung des Shakeſpeare=
Zyklus „Der Kaufmann von Venedig” in Szene,
der in der Neuausſtattung und Neubeſetzung dieſes
Jah=
res einſtimmig als eine der beſten Vorſtellungen des
Schauſpiels bezeichnet wurde. Für Mittwoch iſt die
Pre=
miere von Shaws Komödie „Helden” angeſetzt, in der
die Damen Müller=Rudolph, Meißner und Gothe, ſowie
die Herren Jordan, Harprecht, Ehrle, Jürgas und
Schnei=
der beſchäftigt ſind; die Spielleitung hat Hans Baumeiſter.
HK. Ausſchuß in Sachen des unlauteren Wettbewerbs
bei der Großh. Handelskammer Darmſtadt. Die
Beſtre=
bungen der Handelskammer, einen derartigen Ausſchuß zu
bilden, ſind nunmehr zum Abſchluß gelangt. Es beſteht
der Ausſchuß, welcher ſich in erſter Linie die Ueberwachung
der Ausverkäufe zur Aufgabe ſtellt, aus der
Kleinhandels=
kommiſſion der Handelskammer, die ſich je nach Bedarf
aus Branche=Sachverſtändigen ergänzt. Zu dieſem Zwecke
ſind der Handelskammer 18 Sachverſtändige aus den
Gruppen „Bekleidung”, „Lebensmittel”, „Haushalt und
Verſchiedenes” in Darmſtadt benannt worden. Von
aus=
wärtigen Plätzen können Sachverſtändige nach Bedarf
zu=
gezogen werden. Der Ausſchuß wird die Aufgabe haben,
die angemelden Ausverkäufe und eingereichten
Waren=
verzeichniſſe zu prüfen, worauf den betreffenden
Anmel=
dern jeweilig mitgeteilt wird, ob Ausverkaufs= und
Warenverzeichnis den geſetzlichen Vorſchriften entſprechen.
Sind keine Einwendungen gegen die Ausverkaufsanzeigen
zu erheben, ſo wird mitgeteilt, daß gegen die
Veröffent=
lichung und den Beginn des Ausverkaufs von einem
gewiſſen Zeitpunkt ab nichts einzuwenden iſt. Sollten da=
gegen Einwendungen vorhanden ſein, ſo werden die
be=
treffenden Intereſſenten erſucht, ſich zur Behebung
derarti=
ger Anſtände auf dem Bureau der Handelskammer zu
weiterer Beſprechung einzufinden. Falls die Anſtände
nicht beſeitigt werden können, ſo würde ſich der Ausſchuß
genötigt ſehen, die zuſtändige Stelle zwecks Erhebung
einer Strafanzeige zu benachrichtigen. Ebenſo wird der
Ausſchuß die Anzeigen in den Tagesblättern überwachen
und bei etwaigen Verſtößen gegen die Beſtimmungen des
unlauteren Wettbewerbsgeſetzes die betreffenden Firmen
darauf aufmerkſam machen, daß bei weiterer
Veröffent=
lichung der Anzeige eine Strafe zu gewärtigen haben.
* Abgeſtiegen ſind im Britanma=Hotel Herr Felix
v.
ngartner und Frau.
Treue Mieter. Wie uns mitgeteilt wird, wohnt
ſeit dem Jahre 1871, alſo nunmehr 43 Jahre, Frau
Oberleutnants=Witwe Freifran von Ricou in dem
Hauſe des Herrn Nikolaus Knöß, Heidelberger Str. 5 hier.
* Konzert. Zum Beſten des Frauenvereins „Caritas”
veranſtaltet Herr Hofopernſänger Otto Semper im
Saale der „Loge” in der Sandſtraße Mittwoch, den
29. April, abends 8 Uhr, einen „Liederabend” unter
Mitwirkung von Herrn Kammermuſiker Fritz Mehmel
(Violine) und Herrn Otto Hauske (Klavier). Karten
ſind bei Herren H. Arnold und Leop. Schutter (Thies Nachf.)
zu haben.
* Tanzaufführungen mit Ball. Man ſchreibt uns: Es
wird nochmals auf den heute abend im Konzertſaale
Rummelbräu, Allee 61, ſtattfindenden modernen
Tanz=
aufführungsabend mit anſchließendem allgemeinen
Feſt=
ball unter Mitwirkung einer Abteilung der Kapelle des
Großh Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 (Obermuſikmeiſter Weber)
hingewieſen. Da der Einlaßkartenverkauf ein ſehr reger
iſt, empfiehlt esſich, ſich rechtzeitig einen guten Sitzplatz im
Feſtſaale zu ſichern. Die Saalöffnung iſt um ½7 Uhr
an=
geſetzt und ſind Einlaßkarten, à Perſon 19 Pfennig,
da=
ſelbſt noch zu haben. Ein Konzert leitet die
Tanzauffüh=
rungen ein. (Siehe heutige Anzeige.)
* Vortrag im Naturheilverein. Man ſchreibt uns:
Donnerstag, den 30. April, abends, wird im Kaiſerſaal
Herr E. Sommer aus Frankfurt a. M., der bekannte
Spe=
zialiſt für Körperkultur, einen öffentlichen
Lichtbilder=
vortrag halten über das Thema: „Ideale Körperbildung
und wie man ſie erlangt” Herr E. Sommer, deſſen für
wiſſenſchaftliche Zwecke aufgenommenen Muskelbilder
ſei=
nerzeit in den Hygiene=Ausſtellungen Dresden und
Darm=
ſtadt Aufſehen erregten, wird von allererſten Autoritäten
der Kunſt und Wiſſenſchaft als hervorragend ſchönes
Modell bezeichnet. Umſo mehr dürfte dieſer Vortrag
jeden körperlich oder geiſtig einſeitig tätigen Stubenhocker
intereſſieren, zumal er, aus der Praxis für die Praxis,
einem jeden das bietet, was er ſucht und braucht.
Zahl=
reiche, zum Teil vollſtändig neuartige, hochintereſſante
Lichtbilder zeigen, wie unſer Körper auf einfache Weiſe,
ohne Zeitverluſt, zur klaſſiſchen Vollendung entwickelt
wird. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Das Darmſtädter Fahrplanbuch (Rotes
Fahrplan=
buch) für das Sommerhalbjahr 1914 iſt ſoeben erſchienen
und in den bekannten Verkaufsſtellen zum Preiſe von
20 Pfennig von heute ab zu haben. Das rote
Fahrplan=
buch wird bekanntlich herausgegeben nach amtlichen
Quellen. Es übertrifft an Reichhaltigkeit des
Inhalts, ſchnellſter und leichteſter Auffindbarkeit der
ein=
zelnen Strecken und Ueberſichtlichkeit zur Feſtſtellung der
Anſchlußſtrecken uſw. alle anderen Fahrplanausgaben und
iſt dadurch und durch ſeine Handlichkeit ſchnell beliebt und
unentbehrlich geworden. Die Zugrundelegung
ausſchließ=
lich amtlicher Quellen verbürgt die Zuverläſſigkeit des
Fahrplanbuches.
Entgleiſt iſt geſtern nachmittag in der Neckarſtraße,
Ecke Rheinſtraße, ein Wagen der elektriſchen Straßenbahn.
Der Wagen ſtellte ſich faſt quer zu den Schienen und es
bedurfte erheblicher Anſtrengungen, ihn wieder ins rechte
Geleis zu bringen. Das „intereſſante Schauſpiel” hatte
natürlich Hunderte von Zuſchauern angelockt, ſo daß der
berühmte große Menſchenauflauf ſofort entſtand. Zu
einer erheblichen Betriebsſtörung kam es nicht, trotzdem
eine ganze Anzahl Wagen und ein Zug der Dampfbahn
warten mußten, bis das Geleiſe frei wurde.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Porträts vom Tage. — Miniſterbegegnung
auf Korfu. — Der Wiedereinzug des 99. Infanterie=
Regi=
ments in Zabern. — Karte zu dem Konflikt zwiſchen den
Vereinigten Staaten von Nordamerika mit Mexiko.
* Orpheum. Heute Sonntag, den 25. April, finden,
wie üblich, 2 Vorſtellungen ſtatt und gelangt auch in der
Nachmittagsvorſtellung das vollſtändige Programm wie
abends zur Darſtellung. Die Nachmittagsvorſtellung um
4 Uhr findet bei den bekannt niedrigen Preiſen ſtatt. Die
Abendvorſtellung beginnt um ½9 Uhr.
Die Elektriſche nach Eberſtadt.
D Der Ausbau der Straßenbahn von Darmſtadt nach
Eberſtadt geht ſeiner Vollendung entgegen.
Mit fieberhafter Tätigkeit werden von über hundert
Leu=
ten die letzten Arbeiten hergeſtellt. Nachdem die
Tele=
graphenverwaltung die Telegraphenſtangen von
Lands=
kronſtraße bis Eberſtadt entfernt hatte, wurde mit der
Errichtung der Oberleitung begonnen, die auf dem eigenen
Bahnkörper jetzt fertiggeſtellt iſt. Die
Gleisverlegungs=
arbeiten innerhalb des Ortes ſind bis zur
Schwanen=
ſtraße derart gefördert, daß der Betrieb der Dampfbahn
zeitweiſe über das eine oder andere Gleis ausgeführt
werden konnte. Während der letzten Nächte ſind die
An=
ſchlüſſe an der Landskronſtraße, Ludwigshöhe und dem
Ortseingang Eberſtadt hergeſtellt worden, ſo daß
nun=
mehr der zweigleiſige Ausbau, mit Ausnahme der
Pfla=
ſterarbeiten, vollendet iſt.
Das für die Stromlieferung des in Eberſtadt
errich=
teten Umformerwerkes für die Straßenbahn erforderliche
Kabel iſt bereits verlegt und wurde am Dienstag, den
21. April, abends, unter Spannung geſetzt. Hierbei hat
zum erſten Male das Elektrizitätswerk der Heſſiſchen
Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft am Dornheimer Weg 20000
Volt abgegeben. Am Mittwoch abend wurde die
Schalt=
anlage des Umformerwerkes in Eberſtadt unter
Span=
nung geſetzt und die Einankerumformer für den
Bahn=
betrieb für Verſuchszwecke angelaſſen. Am Donnerstag
haben auch dieſe beiden Maſchinen ihre Probe beſtanden,
ſo daß Freitag nachmittag mit den
Probefahr=
ten der Straßenbahnwagen von Landskronſtraße bis
Eberſtadt auf der 1200 Volt=Strecke begonnen werden
konnte. Es wurde mit einem Zug von 3 Wagen (2
An=
hängewagen) gefahren, der einen ſehr gediegenen
groß=
ſtädtiſchen Eindruck niachte. Das Umformerwerk
mit der inneren Einrichtung und auch die Wagenhalle ſind
ſoweit hergeſtellt, daß nur noch im Laufe dieſer Woche
die letzten Arbeiten auszuführen ſind. Die Gleisanlagen
von der Straße nach den Wagenhallen ſind ebenfalls
ſo=
weit hergerichtet, daß der Einfahrt der Wagen nichts mehr
im Wege ſteht.
Am Montag nachmittag findet die
landespoli=
zeiliche Prüfung ſtatt und wird hierauf das
Fahr=
perſonal eingefahren werden, ſo daß am Freitag, den
1. Mai, der fahrplanmäßige elektriſche Betrieb von
Darm=
ſtadt nach Eberſtadt aufgenommen werden kann.
Ortsgewerbeverein.
* Seine ordentliche Hauptverſammlung hielt im
Re=
ſtaurant Sitte der Ortsgewerbeverein Darmſtadt ab. Nach
Begrüßungsworten des Vorſitzenden, Herrn
Stadtverord=
neten Sames erſtattete dieſer einen ausführlichen
Tä=
tigkeitsbericht für die Zeit vom 1. April 1913 bis
Ende März 1914, dem wig folgendes entnehmen: Die
Lage des Handwerks am Platze iſt im abgelaufenen Jahr
leider keine günſtige geweſen. Ein ſeit Jahren
anhal=
tender Tiefſtand auf dem Gebiete des Baumarktes hat
enorme Schäden gebracht. Große handwerkliche Betriebe
haben Einſchränkungen erfahren, mancher junge Anfänger
hat ſeine ſchwer errungene Selbſtändigkeit wieder
auf=
geben müſſen. Die lebhaften Klagen, insbeſondere auch
die des Hausbeſitzerſtandes ſind in vielem begründet. Die
Laſten an Steuern, Abgaben, Beiträgen zu den ſozialen
Wohlfahrtseinrichtungen werden immer mehr. Hand in
Hand damit geht die fortwährende Steigerung der Löhne
und der Preiſe für alles was zu des Lebens Unterhalt
gehört. So iſt es zu verſtehen, daß immer dringender der
Ruf nach Maßnahmen laut wird, von denen man eine
Wiederhelebung der Verhältniſſe erwartet. Es iſt zu
be=
geüßen, daß der Herr Oberbürgermeiſter der Frage der
Heranziehung der Induſtrie jetzt ſeine volle
Aufmerkſam=
keit widmet. Nicht zu leugnen iſt aber daß ein nicht
ge=
ringer Teil der ungünſtigen Lage dem Kleingewerbe ſelbſt
zur Laſt fällt. Man ſpricht zwar immer von der
Wichtig=
keit des richtigen Kalkulierens, man ſchimpft über die jeder
Vernunft hohnſprechenden Submiſſionsergebniſſe — aber
ein ernſthaftes Wollen zum endlichen Aufraffen iſt
bei der großen Maſſe des Handwerks noch nicht zu ſpüren.
Parlamentär mit weißer Flagge ſandte, um die
Stadt=
behörde aufzufordern, für die Einſtellung dieſer Schießerei
zu ſorgen, widrigenfalls man Veracruz mit den ſchweren
Schiffsgeſchützen bombardieren werde. Der General Maas
war bereits verſchwunden, der Bürgermeiſter außerſtande,
etwas zu tun, und ſo begann denn das Bombardement.
Vom Hafen aus ſandten die Schiffe längs der Straßen
ihre Geſchoſſe, einzelne Gebäude, von denen aus
beſon=
ders fleißig geſchoſſen wurde, wurden unter Granatfeuer
genommen, und bald war Ruhe geſchaffen.
Die Hafenfront der Stadt bietet nun freilich einen
wüſten Anblick denn viele Gebäude haben hier unter dem
Geſchützfeuer mehr oder minder ſchwer leiden müſſen. Als
am nächſten Morgen aus den noch unbeſetzten Stadtteilen
wiederum Gewehrſchüſſe fielen, wurde mit Hilfe von
ge=
landeten Verſtärkungen — gegen 3000 Mann — die ganze
Stadt beſetzt und alle Dächer abgeſucht. Gegen 300
Ge=
fangene führte man ab in Baracken und zum Teil an Bord
der amerikaniſchen Schiffe Als am nächſten Tage die ganze
Stadt in amerikaniſchen Händen war, war von
mexi=
kaniſcher Seite nicht ein einziger Kanonenſchuß gefallen.
Feuilleton.
— Was den Franzoſen Monarchenbeſuche koſten. Die
feierlichen Monarchenempfänge in Paris koſten den
fran=
zöſiſchen Steuerzahlern recht anſehnliche Summen;
merk=
würdig aber bleibt der oft gewaltige Unterſchied zwiſchen
den Aufwendungen, die von den verſchiedenen Miniſterien
und Inſtanzen bei der Staatskaſſe liquidiert werden. Als
der Zar im Jahre 1902 Paris beſuchte, koſtete der Empfang
und die Bewirtung des ruſſiſchen Kaiſers dem franzöſiſchen
Fiskus weit über 1½ Millionen Francs; als aber 2 Jahre
ſpäter das italieniſche Königspaar in der Seineſtandt
er=
ſchien, ſchloß die Koſtenrechnung mit wenig über 300000
Francs ab. Der Beſuch des Königs Alfons erforderte
im Jahre 1905 rund 740000 Francs, 1913 aber nicht ganz
200000. In dieſem Jahre ſind für den Beſuch des
eng=
liſchen Königspaares und dem folgenden Beſuche des
Herrſcherpaares von Dänemark 400000 Francs bewilligt
worden. Wenn Ueberſchüſſe bleiben, müſſen ſie an das
Schatzamt zurückgeführt werden. Nach dem Beſuche des
Schwedenkönigs erteilte, wie die Opinion berichtet, das
Miniſterium des Auswärtigen eine genaue Abrechnung
und lieferte dem Schatzamt gewiſſenhaft als Ueberſchuß
die ſtattliche Summe von — 1 Sou zurück. Kurz vor
dem jetzt erfolgten Beſuche König Georgs von England
machte der Miniſter Viviani im letzten Augenblick die
Ent=
deckung daß die neuen Galakutſchen der Republick dringend
einer neuen Vorgoldung bedurften Und er mußte das
Parlament um die Bewilligung neuer Mittel bitten, denn
es ſtellte ſich heraus, daß die zu dieſem Zwecke ausgeſetzten
Summen ſamt und ſonders für die Neuvergoldung der
Galakutſche des Präſidenten verausgabt worden waren.
* Wertvolle Briefe. Lucrezia die berühmte und
viel umſtrittene Tochter des Borgia=Papſtes Alexander VI.,
die Schweſter Ceſare Borgias hat in der Geſchichte
einen beſonderen Platz eingenommen, und eingehend
be=
ſchäftigte ſich die Forſchung mit ihrem Lebensſchickſal. Als
ſie 20 Jahre zählte, war ſie bereits zum dritten Mal
ver=
heirater, ihr dritter Gemahl war Alfonſo d’Eſte, der
Her=
zog von Ferrara, Bruder des Kardinals, der zu Tivoli
die prachtvolle Villa d’Eſte erbauen ließ. Als Lucrezia
40jährig ſtarb, hinterließ ſie den Ruf einer ſchönen und
liebenswürdigen Freundin und Beſchützerin der Künſte
und die Hiſtoriker ſpäterer Jahrhunderte haben ihr Bild
von dem Schatten vieler jener Verbrechen gereinigt die
mit ihrer Jugend verknüpft wurden. Nun iſt die
Erinne=
rung an ſie im Auktionsſaal wieder erweckt worden: bei
Sotheby in London kam am Mittwoch ein eigenhändiger
Brief der ſchönen Lucrezia unter den Hammer und
ent=
ſeſſelte unter den Sammlern einen heißen Wettſtreit. Die
fein und ſauber beſchriebene Folioſeite hat Lucrezia am
14. Januar 1502 mit ihren Schriftzügen bedeckt, um ihrem
„höchſtverehrten und illuſtren Bruder” dem Kardinal
dEſte, mit anmutigen Worten und im Tone frauenhafter
Demut für ein prachtvolles Halsband zu danken, das der
Kardinal der ſchönen jungen Schwägerin geſchickt hatte.
Der Brief wurde ſchließlich für die ſtattliche Summe von
4900 Mark zugeſchlagen. — Ein lebhafter Kampf
ent=
brannte dann um eine Anzahl Dokumente, die ſich auf das
Leben und das Schickſal der Maria Stuart beziehen:
das Hauptintereſſe erregte dabei ein eigenhändiger Brief
der unglücklichen Schottenkönigin, der an den „Count
Rheingrave” gerichtet war. Der Brief, ein Folioblatt,
das vom 21. September 1563 aus Sticling datiert iſt, und
von der Rückgabe von Havre de Grace handelt, ſchließt mit
der Unterſchrift „votre bien bouße amie, Marie R.” und
wurde mit 2000 Mark bezahlt. Ein drittes intereſſantes
Schriftſtück ſtanmte von dem Herzog von Alencon,
aus der Zeit, da dieſer unglückliche Zwerg, der jüngſte
Sohn der Katharina von Medici um die Königin
Eliſa=
beth freite. Er geriet dabei in Geldverlegenheit, und am
5. November 1581 ſchrieb er dringend an ſeinen Bruder
Heinrich III. mit der Bitte, ihm „en toute extresme
diliganse” 50000 Kronen zu ſchicken. 14 Tage ſpäter
küßte Eliſabeth den Alencon ſteckte ihm einen Ring an
den Finger und verkündete öffentlich die Verlobung.
Jener Brief des armen Zwerges fand am Mittwoch einen
Liebhaber, der 900 Mark für das Schriftſtück anlegte.
B. 81 Lebensjahre — 80 Dienſtjahre. Die in dieſen
Blättern kürzlich erwähnte Verleihung des
Ehrenbürger=
rechts ſeitens der Stadt Offenbach im Jahre 1837 an den
Oberſt v. Carlſen hat die Erinnerung an den alten
Generalleutnant und Stadtkommandant von Darmſtadt
wiedererweckt. Derſelbe war von Geburt ein Däne, diente
zuerſt neun Jahre in der däniſchen Marine und im
Feld=
jägerkorps und trat 1794 auf Empfehlung des Prinzen
Friedrich von Heſſen in das Landgräfl. Heſſ.
Chevaux=
legers=Regiment ein. Er machte in der Folge 11
Feld=
züge mit: 1794—1797. 1806—1807, 1809. 1812—1815 und
wurde auf Nachſuchen 1848 in den Ruheſtand verſetzt. Da
er aber durch anderweite Verwendung bei der
Militär=
verwaltung in Dienſtaktivität blieb, ſo war es ihm
ver=
gönnt, 1854 ſein 60jähriges Dienſtjubiläum feiern zu
kön=
nen. Da der ehrwürdige Veteran mit Einſchluß ſeiner
Dienſtleiſtung in Dänemark bereits über 69 Jahre unter
Beiwohnung von 11 Feldzügen gedient hatte, ſo trat bei
ihm der gewiß ſeltene Fall ein, daß er ſomit — 81 Jahre
alt — unter doppelter Anrechnung der Kriegsjahre 80
Dienſtjahre zählte. Er ſtarb 1863 im 90. Lebensjahr als
der älteſte Soldat in dem Großh. Heſſiſchen Trupfenkorps.
* Vereinsberichterſtattung. Die Kemptener
Tages=
zeitungen haben beſchloſſen, über Vorgänge in
Ver=
einsverſammlungen nach 11 Uhr nachts
nicht mehr zu berichten, weil den Mitarbeitern, die den
ganzen Tag über wieder anſtrengende geiſtige Arbeit zu
verrichten haben, eine über 11 Uhr nachts hinausgehende
Tätigkeit nicht zugemutet werden könne und die kange
Dauer der Verſammlungen in der Regel nur auf der
Mangel einer ſtraffen Geſchäftsführung und auf
über=
ſchießende Rednerkraft zurückzuführen ſei. Dies ſoll
übri=
gens nicht nur in Kempten vorkommen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Nummer 114.
In großen Mengen ſtehen auch heute noch die Handwerker
außerhalb der Organiſationen, einige Mark Beitrag ſind
ihnen zu viel, trotzdem ſie ſich ſelbſt das immer vor Augen
führen, was die Arbeiter durch ihre Opferwilligkeit in ihren
Vereinigungen ſich geſchaffen haben. Sie ziehen nur nicht
die Nutzanwendung daraus. Die Verſammlungen zur
Be=
ſprechung wichtiger Angelegenheiten, die Vorträge
beleh=
render Art ſind meiſtens beſchämend ſchlecht beſucht.
Möge mit dieſer Lauheit endlich gebrochen und mit friſchem
Mut und Vertrauen eine Geſundung der Verhältniſſe
er=
kämpft werden.
Der Bericht verbreitet ſich dann eingehend über die
Tätigkeit des Vereins, von der unſere Leſer ja jeweils
unterrichtet wurden. Zum Schluß darf nicht vergeſſen
werden, daß der Ortsgewerbeverein am 20. März d. J.
auf ſein 75jähriges Beſtehen zurückblicken konnte. Aus
dieſem Anlaß iſt im Juni d. J. eine würdige akademiſche
Feier beabſichtigt. Die Zahl der Mitglieder iſt
erfreu=
licherweiſe wiederum geſtiegen. Der Zuwachs beträgt 125
Mitglieder und die Geſamtmitgliederzahl ſtellt ſich zurzeit
auf 759, gegen 634 im Vorjahr. Durch Austritte war im
abgelaufenen Jahr ein Verluſt von 13 Mitgliedern und
durch Tod ein ſolcher von 11 Mitgliedern, insgeſamt van
24, zu verzeichnen. Zu Ehren der Verſtorbenen erheben
ſich die Anweſenden von ihren Plätzen.
Im Anſchluß an dieſen Bericht gibt Herr Baurat
Jäger als Vorſitzender des Aufſichtsrats der
Gewerbe=
ſchule verſchiedene Mitteilungen. Weſentliche
Aenderun=
gen gegen das Vorjahr ſeien in der Gewerbeſchule nicht
zu verzeichnen. Der Neubau der Gewerbeſchule werde im
übrigen gefördert und ſtehe zu hoffen, daß, nachdem die
Platzfrage erledigt und das Stadtbauamt mit der
Aus=
arbeitung eines Projekts beauftragt ſei, der Neubau auch
bald eine vollendete Tatſache werde. Herr Direktor
Pro=
feſſor Dr. Meiſel beſpricht verſchiedene innere
Ange=
legenheiten der Schule, insbeſondere die
Raumverhält=
niſſe. Er lädt wiederholt den Ortsgewerbeverein ein, ſich
von dem Wirken der Anſtalt durch perſönliche Beſichtigung
zu überzeugen. Stadtverordneter Haury fordert eine
ausgebaute Mittelſchule mit Einjährigem=Abſchluß, um
dem Handwerk wieder beſſere Kräfte zuzuführen und einen
guten Nachwuchs zu ſichern.
Herr Prof. Dr. Sonne berichtet kurz über die
Tätig=
keit der Vortragskommiſſion, Herr Weißbindermeiſter
Kraus ebenſo über die Beſichtigungen uſw. Herr
Stadt=
verordneter Werner gibt Kenntnis von ſeiner Tätigkeit
im Hanſabund.
Die Rechnungsablage des Ortsgewerbevereins für
1913 erſtattet Herr Rechnungsrat Rumpf. Die
Einnah=
men betragen 4824,99 Mark, die Ausgaben berechnen ſich
auf 3915,35 Mark, ſo daß ein Ueberſchuß von 909,64 Mark
verbleibt. Der Vermögensſtand des Vereins vermehrte
ſich gegen das Vocjahr um 370,44 Mark auf 21 544,27 Mark.
Ueber die Rechnungsablage der unter der allgemeinen
Ver=
waltung des Ortsgewerbevereins ſtehenden Eckhardt=
Stiftung zur theoretiſchen Ausbildung junger
Ge=
werbetreibender wird gleichfalls berichtet. Der
Zinſen=
ertrag in 1913 betrug 484,07 Mark, die Ausgaben 200,20
Mark. Der Anteil des Darmſtädter Ortsgewerbevereins
an dem Geſamtvermögen beträgt 6628,05 Mk. An demſelben
ſind noch weitere Gewerbevereine beteiligt. Nach dem Bericht
der Rechnungsprüfer wird Entlaſtung beantragt, die mit
Dan=
kesworten erteilt wird. Als Rechnungsprüfer für 1914
werden zugleich die Herren Hofſpenglermeiſter Adolf
Kling und Weißbindermeiſter Delp beſtellt. Die
Neu=
wahlen des Vorſtandes ergaben zunächſt
einſtim=
mige Wiederwahl der 3 Vorſitzenden, der Herren
Stadt=
verordneten Sames, Werner und Weißbindermeiſter Kraus.
Von den 6 ausſcheidenden Vorſtandsmitgliedern werden
die Herren Hofdachdeckermeiſter Weiler, Sattlermeiſter
Wallauer, Prof. Dr. Sonne und Hofſchneidermeiſter
Sie=
menſen wieder= und die Herren Prof. Dr. Kollmann
ſo=
wie Handwerkskammerſyndikus Schüttler neugewählt.
Nachdem noch Herr Baurat Jäger dem Vorſtande und
insbeſondere ſeinem 1. Vorſitzenden warme Worte des
Dankes gezollt. ſchließt der Vorſitzende gegen 12 Uhr die
Hauptverſammlung.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 25. April 1914.
Butter, ½ kg 1,35—1,40 M.
in Part.½ kg 1,20-1,30 M.
7—8 Pf.
Eier, Stück
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück . 4—10 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,50-3,00 M.
Kumpf (10 Liter) 45—50 Pf.
4 Pf.
½ kg
Mäuschen Pfd. 12—14 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 12—25 Pf.
Zitronen, Stück 4—5 Pf.
Apfelſinen, Stück 5—10 Pf.
Birnen, ½ kg . 20—30 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 10—15 Pf
Kohlrabi,,
ober=
irdiſche, neue 12—15 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
10 Pf
Lattig
Radieschen, Bündel 2—3 Pf
Rettiche, Stück . 10 Pf
Bündel 10—15 Pf
Meerrettich, Stück 10—25 Pf.
Roterüben, ½ kg 10 Pf.
Zwiebeln, ½ kg 18—20 Pf.
Tomaten, ½ kg 70—80 P
Spinat, ½ kg . 10—12 Pf.
Weißkraut, Stück 8—30 Pf.
Rotkraut, Stück 10—30 Pf
Blumenkohl, Stück 30—70 Pf.
Rhabarber ½ kg 15—18 Pf
.5—6 Pf.
Grünkohl
Gelberüben, ½ kg 5—6 Pf.
Schwarzwurz, ½kg 25-30 Pf.
Gurken, Stück . 40—50 Pf
Spargel I. Sorte
kg . . 55—60 Pf.
Spargel II. Sorte
½ kg.
35—40 Pf.
Spargel III. Sorte
½ kg
. 30 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 00—00 Pf.
Enten, Stück 3,00—4,00 M.
Hahnen, Stück 2,50—3,50 M
Hühner, Stück 2,50—3,00 M.
Tauben
. 65—70 Pf.
Lapins, Stück 1,00—1,20 M.
Zicklein . . . 2,50—4 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . 0,90—1 M.
1 M.
Aal, ½ kg
Karpfen, ½ kg . . 70 Pf.
Andere Rheinfiſche,
. 35—60 Pf.
½ kg.
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf
Schollen, ½ kg . . 50 Pf.
Kabeljau, ½ kg . 30 Pf.
Schellfiſche, ½ kg . 30 Pf.
Bratſchellfiſche
20—25 Pf.
½ kg
In den Fleiſchſtänden:
66 Pf.
Rindfleiſch, ½ kg
0 Pf
Hackfleiſch, ½ kg
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 80 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
. 86 Pf.
kg
Schwartemagen und
Fleiſchwurſt, ½ kg 80 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
70 Pf.
½ kg
Ziegenfleiſch, ½ kg 60 Pf.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redakkion ihr Urteil vor.
* Union=Theater (Kunſtlichtſpiele,
Rhein=
ſtraße 6). Wer vieles bringt, wird manchem etwas brin
gen, dachte die Leitung des Union=Theaters und ſtellte
für die kommenden Tage ein Programm zuſammen, das
ſich beſonders durch ſeine Vielgeſtaltigkeit auszeichnet. An
der Spitze ſteht eines jener dezenten Meiſterwerke. die
ihren Eindruck deshalb nie auf den Zuſchauer verfehlen,
weil ſie von den erſten Schauſpielern wiedergegeben
wer=
den. So wird in dem vieraktigen Drama „Die letzte Liebe
einer Königin” die berühmte Tragödin Sarah Bernhardt
die Hauptrolle ſpielen und demſelben ihren Stempel echter
Künſtlerſchaft aufdrücken. Daneben wird ein Luſtſpiel
von überwältigender Komik gegeben, das den ominöſen
Titel „Die Mumie” trägt und ſicher den Beifall auch des
Verwöhnteſten finden dürfte. Von den weiteren
Darbie=
tungen des komiſchen Genres erwähnen wir noch die
Ko=
mödien „Moritz, der markierte Schütze” und „Wie er
Lies=
chen eroberte” Werkchen, die den großen und kleinen
Be=
ſuchern des Theaters ſicher einige frohe Minuten ſchaffen
werden. Der Unterhaltung und dem Wiſſen zugleich
die=
nen die beiden Films „Kairo” und „Bilder aus einem
Kalibergwerk” und das „Journal” bringt das Neueſte aus
aller Welt.
* Modeſchau im Hotel „Traube” am
Mitt=
woch, den 29. April, 4½ Uhr. Die Vorbereitungen für
die große Modeſchan ſchreiten vorwärts und werden
große Anſtrengungen gemacht, um für Darmſtadt etwas
ſehr Großzügiges zu bieten. Bei dem lebhaften
Inter=
eſſe, das die hieſigen Damen der Veranſtaltung
entgegen=
bringen, iſt es dringend ratſam, ſich die Billetts vorher zu
ſichern, da nur eine beſtimmte Anzahl verkauft wird.
Die Mannequins werden nur das Allerneueſte für
Früh=
jahr und Sommer vorführen. Die Schau wird von einem
Künſtlerkonzert begleitet. Der neue Tanz „Furlana”
wird von einem preisgekrönten Tanzpaar vorgeführt,
ebenſo die Tänze Tango, Braſilienne, One ſtep uſw.
Der Saal wird durch die koſtbarſten orientaliſchen
Tep=
piche, ſowie Blumen dekoriert, ſo daß die Veranſtaltung
eine erſtklaſſige wird.
Mörfelden, 25. April. (Ein merkwürdiger
Rechtsſtreit) wird demnächſt zum Austrage kommen.
Infolge Verhinderung des Bürgermeiſters hatte der
Bei=
geordnete für kurze Zeit die Bürgermeiſtereigeſchäfte
ge=
führt und dafür eine Vergütung von 25 Mark erhalten.
Der Gemeinderat beſchloß, dieſe Summe vom
Ge=
halt des Bürgermeiſters in Abzug zu
bringen. Das Kreisamt Groß=Gerau erklärte dieſen
Beſchluß jedoch nicht für angängig. Daraufhin hat jetzt
der Gemeinderat in einer erneuten Abſtimmung den erſten
Beſchluß aufrecht erhalten. Die Frage, wer den
Beige=
ordneten für ſeine Vertretungsgeſchäfte zu bezahlen hat.
die Gemeinde oder der Bürgermeiſter, ſoll jetzt durch die
Verwaltungsgerichte entſchieden werden.
C5 Von der Bergſtraße, 24. April. (Ein gutes
Honigjahr.) Dank dem Blütenreichtum haben die
Vorräte der Bienenvölker zugenommen, ſo daß die
Imker auf Aprilhonig rechnen. Züchteriſche
Be=
ſtrebungen zur Verbeſſerung des Bienenmaterials und
Einführung der ſchwarzbraunen Edelraſſe ſind im
Gange. Der Bienenzüchterverein Weinheim iſt zur
Zeit mit Errichtung einer Königin=Belegſtation
auf Gemarkung Lützelſachſen beſchäftigt. An
Zucht=
material ſtehen auserleſene Königinnen vorzüglicher
ſchweizeriſcher Stämme zur Verfügung.
* Schleiersbach i. Odw., 25. April. (
Freiluft=
bad.) Man ſchreibt uns: Auf den Wieſen, bei dem
vielen Darmſtädtern wohlbekannten Luftkurort Hof
Schleiersbach, wurde dieſer Tage ein kleines Freiluftbad
mit Badezelle für kalte und warme Bäder errichtet. Die
günſtige Einwirkung von Luft und Sonne auf den
menſchlichen Organismus iſt ja in unſerer Zeit
allge=
mein bekannt und dürfte dieſe Neuerung freudig begrüßt
werden, um ſo mehr, als das Bad, das jetzt noch in ganz
beſcheidener Umrahmung ſteht, je nach Erfordernis
er=
weitert und außer den Schleiersbacher Kurgäſten
ſpäter=
hin wohl auch ſonſtigen Beſuchern zugänglich gemacht
werden ſoll. Das ſchöne Wetter und die herrliche
Baumblüte in Schleiersbach haben ſchon einige Gäſte
angelockt, ſo daß die Vorſaiſon bereits begonnen hat
und die Beſucher ſtändig hier weilen. Demnächſt übt
dann wieder die ſogenannte Kirſchenzeit eine ganz
beſondere Anziehungskraft aus, da Schleiersbach mit
dieſen Früchten ſchon von Alters her reich geſegnet
iſt und dieſes Jahr verſpricht, ein ausnahmsweiſe
gutes Kirſchen= und Frühobſtjahr zu werden.
Offenbach, 25. April. (Mit der Beſchaffung
zweiter Hypotheken) beſchäftigte ſich geſtern eine
vom Haus= und Grundbeſitzerverein einberufene
Ver=
ſammlung. Vertreten war die Handelskammer, die
Lan=
deshypothekenbank und die Stadt. Stadtverordneter
Diehl brachte ſeinen in einer Denkſchrift niedergelegten
Vorſchlag zur Sprache, der in der Verſammlung Beifalk
fand. Hiernach will der Haus= und Grundbeſitzerverein
einen Hypothekenverein gründen mit dem Recht
zur Ausgabe von Schuldverſchreibungen, um damit den
zur Beſchaffung zweiter Hypotheken erforderlichen
Grund=
ſtock zu erhalten. Eine aus den Intereſſenten gebildete
G m. b. H. ſoll mit ihren eingezahlten Anteilen die erſte
Sicherheit für etwaige Ausfälle bieten. Die Stadt,
de=
ren Mitwirkung erſtrebt wird, käme erſt in letzter Linie
für die Garantieleiſtung in Betracht. Da nun aber die
Regierung die Gewährung der Rechtsfähigkeit eines
ſol=
chen Vereins von der arundſätzlichen
Bereitwilligkeitser=
klärung der Offenbacher Stadtverordneten=Verſammlung
zur Uebernahme der Garantie für die etwaigen Ausfälle
abhängig macht, ſoll hierüber ein Beſchluß der
Stadtver=
ordnetenverſammlung herbeigeführt werden. Der Stadt ſoll
bei der Beleihung der Objekte ein ausgedehntes Vetorecht
eingeräumt werden. Die Landeshypothekenbank hat ſich
bereit erklärt, der Stadt ein Kommunaldarlehen zu
mäßi=
gem Zinsfuß zur Gewährung zweiter Hypotheken zu
über=
laſſen .
Neu=Iſenburg, 25. April. (Frecher Dieb.) Auf
der Polizei meldete ſich ein 18jähriges Mädchen und
er=
klärte, ſie ſei von Stuttgart nach Frankfurt zugereiſt und
dort von einem jungen Mann angeſprochen worden, der
ſich bereit erklärte, ihr die Sehenswürdigkeiten
Frank=
ſurts zu zeigen. (!) Sie ſeien dann auch durch den Wald
nach Iſenburg gegangen. Am Bahnhof der Waldbahn
verſchwand der Begleiter des Mädchens, nachdem er ihm
das Portemonnaie mit 20 Mark Inhaltaus
dem Täſchchen geſtohlen hatte. Vollſtändig
mittellos mußte es hier übernachten, während die Eltern
in Stuttgart von dem Vorfall telegraphiſch unterrichtet
wurden. Trotz der genauen Beſchreibung des Räubers
konnte die Spur nicht verfolgt werden.
* Mainz, 25. April. (Rheinſchiffahrts=
Inter=
eſſen.) Geſtern tagte hier eine Konferenz zahlreicher an
der Rheinſchiffahrt intereſſierter Körperſchaften,
insbeſon=
dere Handelskammern, in der die Wahrung der Intereſſen
von Handel und Induſtrie im Rheinſtromgebiet gegenüber
den Beſtrebungen auf einſeitige eiſenbahntarifariſche
Bevor=
zugungen der deutſchen Nordſeehäfen erörtert wurde.
Man war über die Notwendigkeit einer Zuſammenarbeit
auf dieſem Gebiete vollkommen einig und ſetzte einen
vor=
läufigen Ausſchuß mit dem Recht der Zuwahl zur weiteren
Bearbeitung der Frage ein. In dieſen Ausſchuß wurden
folgende Körperſchaften gewählt: Die Handelskammern
zu Köln, Duisburg, Düſſeldorf, Frankfurt a. M., Mainz
und Mannheim, ſowie der Verein zur Wahrung der
Rheinſchiffahrtsintereſſen in Duisburg.
Mainz, 25. April. (Junge Revolverhelden.)
Wegen gefährlicher Schießerei iſt gegen mehrere
Mom=
bacher Schuljungen eine Unterſuchung durch die
Krimi=
nalpolizei eingeleitet worden. Die jungen Schützen
führ=
ten auf dem Großen Sande am Müllerwäldchen mit
Schußwaffen ihre Kriegsſpiele auf, wobei ein
Mädchen aus Mainz, das vorüberging, durch einen
Schuß verletzt wurde. Die Sache lief noch günſtig
ab, doch hätte leicht ein ſchweres Unglück entſtehen konnen.
Gießen, 25 April. (Schwer verletzt) wurden am
Freitag die Arbeiter Klee aus Alsfeld und Greb aus
Leuſel in die Gießener Klinik gebracht. Bei den
Erdarbei=
ten am Bahnbau der Strecke Alsfeld-Nieder=Aula, die
über die Schwalm und den Wieſengrund bei Altenburg
führt, war Klee von der Feldbahn zwiſchen die Wagen
geſtürzt. Beide Beine wurden von den 50 Zentner
ſchwer beladenen Wagen abgequetſcht. Der Arbeiter Greb
wurde ebenfalls überfahren und verlor ein Bein.
Friedberg, 25. April. (Neue Seminarſchule)
Am Donnerstag wurde die neue Seminarſchule, die zweite
in Heſſen, eröffnet. Zahlreiche Gäſte waren in der
Turn=
halle des Lehrerſeminars anweſend, u. a. Kreisrat
Frei=
herr Schenck zu Schweinsberg und Schulrat Süß als
Ver=
treter des Kreisamts, Bürgermeiſter Stahl als Vertreter
der Stadt. Seminardirektor Dr. Karg eröffnete die Schule
mit einer Anſprache, in der er vor allem auch des
verſtor=
benen Seminardirektors Dr. Schäfer gedachte, der ſich mit
großem Intereſſe an den Vorarbeiten zur Errichtung der
Schule beteiligt hat. Direktor Karg wünſchte, daß die
Seminarſchule eine Muſterſchule werden möge. Die neue
Seminarſchule iſt eine vierklaſſige Volksſchule; als
Lehr=
kräfte ſind die Lehrer Koch, Braun, Heberer und Kirſch
berufen worden. Bisher hielten die Seminariſten und
Kandidaten des Predigerſeminars ihre Unterrichtsübungen
in der ſtädtiſchen Muſterſchule ab. — Der Unterricht am
Lehrerſeminar beginnt am 28. April.
Langsdorf, 25. April. (Einbruch.) In der Nacht
auf Freitag wurde bei dem auf der Strecke Langsdorf-
Hungen wohnenden Bahnwärter Metzger ein Einbruch
verſucht. Kurz nach 10 Uhr abends vernahm der ablöſende
Bahnwärter Sehrt von Hungen verdächtige Geräuſche
und Glasſcherbenklirren. Er weckte darauf ſeinen
Kolle=
gen Metzger, um nach der Urſache zu ſehen. Als die
bei=
den aus der Haustüre traten, wurden drei Schüſſe
auf ſie abgegeben. Nun gab auch Metzger einen
Schuß ab, worauf ſich offenbar der oder die Täter
entfern=
ten. Als die Bahnwärter gemeinſam die Umgebung der
Häuſer abſuchten, machten ſie die Wahrnehmung, daß die
Täter die Laternenſcheiben eingeſchlagen und die Laternen
ausgeblaſen hatten. Die ſofort benachrichtigte
Gendar=
merie aus Hungen ſtellte alsbald Ermittelungen an; es
iſt jedoch bis jetzt nicht gelungen, die Einbrecher zu
er=
mitteln.
Reich und Fusland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. April. Die
Reſtau=
rierung der Denkmäler in der Siegesallee,
die in der Nacht zum Karfreitag von dem geiſtesgeſtörten
Franzoſen Aſtier dadurch erheblich beſchädigt wurden, daß
an ſechs von ihnen den Adlern die Schnäbel abgeſchlagen
wurden, iſt nunmehr in Angriff genommen worden. Von
dem Vorſchlag, den Adlern Kopf und Hals bis zur Bruſt
abzumeißeln, um dann dieſe Teile nach ihrer Erneuerung
nach außen faſt unſichtbar wieder anzuſetzen, hat man
Ab=
ſtand genommen, um in den meiſten Fällen nur den
Schna=
bel abzuhobeln und mittels Zapfens die Nachbildung zu
befeſtigen. In dieſer Weiſe wird bei den Denkmälern des
Kurfürſten Joachim II., an dem bekanntlich beide Adler
demoliert wurden, des Kurfürſten Joachim Friedrich,
Friedrichs des Großen und des Markgrafen Heinrich das
Kind verfahren. An dem Denkmal des Kurfürſten Georg
hat man ſich dagegen entſchloſſen, den Kopf ganz zu
beſei=
tigen, und hat ihn abgeſägt, weil der Marmor hier durch
Witterungseinflüſſe ungünſtig beeinflußt war und die
Ein=
fügung eines neuen Schnabelſtücks ſchädlich gewirkt haben
würde. Am Denkmal Friedrichs III., bei dem der
Scha=
den nur wenig in die Erſcheinung tritt, hat man von einer
Ausbeſſerung zunächſt überhaupt Abſtand genommen. —
„Billige‟ Preßkohlen gab es heute vormittag amt
Kottbuſer Damm. An der Ecke der Bürknerſtraße fuhr ein
Motorwagen der Straßenbahn einem mit Preßkohlen
hoch=
beladenen Plattenwagen ſo wuchtig in die Flanke, daß
die Seitenbretter brachen und die ganze Ladung auf den
Straßendamm herabfiel. Wagen aller Art fuhren darüber
hinweg, und ſo war wohl der größte Teil der Kohlen
zer=
ſtückelt. Aus allen Häuſern der Nachbarſchaft kamen nun
Frauen und Kinder mit Säcken, Körben und Eimern und
trugen von der verunglückten Ladung weg, was ſie nur
ſchleppen konnten. Auch zufällig Vorübergehende machten
ſich die Gelegenheit zunutze. Dem Führer des Wagens
ſchien an den zerbröckelten Kohlen nichts mehr zu liegen.
So nahm jeder ungehindert, was er bekommen konnte, und
binnen zehn Minuten war alles fort. — Ueber drei
Wochen tot in ihrer Wohnung gelegen hat
die 43jährige Näherin Helene M. in der Ackerſtraße. Da
ſie ſeit längerer Zeit nicht geſehen worden war, ließ der
Wirt heute vormittag die Wohnung öffnen. Den
Eintre=
tenden ſtrömte ein ſtarker Verweſungsgeruch entgegen.
Auf dem Bette fand man die Leiche der M. Ein vom 30.
März datierter Brief beſagt, daß die Verſtorbene
Selbſt=
mord durch Vergiften verübt hat, und zwar, weil ſie ſich
in ihren Wahnideen verfolgt glaubte.
25. April. In der Wohnung ſeiner geſchiedenen Frau
hat ſich infolge finanzieller Schwierigkeiten der Kaufmann
Dr. jur. v. Rabenau erſchoſſen.
Schöneberg, 25. April. (Selbſtmord.) In der
vergangenen Nacht hat ſich in der Wohnung ſeines Vaters
der Ulanenleutnant Heros v. Borcke aus bisher
unbe=
kannten Gründen erſchoſſen.
Hanau, 25. April. (Stiftung.) Der Stadt
Hanau ſind von der verſtorbenen Rentnerin Fräulein
Marie Lindenbauer Stiftungen im Betrage von
über ¼ Million Mark vermacht worden. Hauptſächlich
bedacht iſt eine Stiftung zur Errichtung eines Heimes für
bedürftige arbeitsunfähige weibliche Perſonen der
beſſe=
ren Stände. Eine weitere Stiftung wird zur Errichtung
einer Pflegeanſtalt für arme, kranke Kinder dienen. Die
Johanniskirche in Hanau hat eine Stiftung für
Armen=
zwecke, die Stadt Gelnhauſen zwei Stiftungen für Arme
und Unterſtützungszwecke erhalten.
Fulda, 25. April. (Verheerungen durch eine
Windhoſe.) Bei einem Gewitter, das geſtern hier
nie=
derging, bildete ſich eine Windhoſe, die verſchiedene
Dächer abhob. Bei Neuenberg wurde ein Landmann mit
ſeinem Geſpann von ihr erfaßt und mehrere Male im
Kreiſe herumgeſchleudert.
Waldshut, 25. April. (Feuer.) Heute früh um 4
Uhr brach in der Kolonialwarenhandlung von Eugen
Heberer Feuer aus, welches das ganze Gebäude ein=
Nummer 114.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Seite 5.
äſcherte und drei Nachbargebäude ſtark beſchädigte. Die
Entſtehungsurſache des Feuers iſt noch nicht bekannt.
Landsberg a. d. W., 25. April. (Kindesmord.)
In Gorgaſt vergrub die Arbeiterin Miſtela ihr
neugebore=
nes Kind lebend im Feld, ſo daß es erſtickte. Die Mörderin
wurde verhaftet.
Halle, 25. April. (Schwerer Unfall.) Beim
Brückenbau auf dem hieſigen Bahnhof riß eine
Lokomo=
tive das Baugerüſt ein, auf dem zahlreiche Arbeiter
ſtan=
den, die in die Tiefe ſtürzten. Zwei Arbeiter
wur=
den tödlich, vier leicht verletzt.
Hamburg, 25. April. (Der Dampfer „
Vater=
land”) iſt von ſeinem Liegeplatz losgelöſt und von
meh=
reren Schleppern in den Vorhafen gebracht worden, wo er
gedreht wird. Ein intereſſanter Moment war die
Begeg=
nung des größten Dampfers der Welt mit dem größten
Segelſchiff der Welt, „Potoſi”, das in den Hafen einlief.
Breslau, 24. April. (Die Hinterlaſſenſchaft
Dr. Kopps.) Der Teſtamentsvollſtrecker des
Kardinal=
fürſtbiſchofs Dr. Kopp erklärt im Gegenſatz zu
Meldun=
gen, daß Kopp 7 Millionen Mark Erſparniſſe hinterlaſſen
habe, daß ſein Nachlaß nicht einmal eine Million
betrage, der für allgemeine und gute Zwecke beſtimmt iſt.
Der Familie hat er nur wenig hinterlaſſen.
Paris, 24. April. (Freiſpruch einer
Gatten=
mörderin.) Die Pariſer Geſchworenen haben abermals
eine wegen Gattenmordes angeklagte Frau freigeſprochen.
Vor einigen Wochen erſchoß die in der Pariſer Geſellſchaft
ſehr bekannte Frau Debieſſe ihren Gatten wegen
ehe=
licher Untreue. Obwohl ſich nun in der Verhandlung, die
geſtern ſtattfand, herausſtellte, daß Frau Debieſſe ihr
Ver=
brechen ſchon ſeit längerer Zeit vorbereitet hatte, gaben
die Geſchworenen ihren Wahrſpruch auf nichtſchuldig
ab, ſo daß die Angeklagte freigeſprochen werden mußte.
Dieſer abermalige Freiſpruch begegnet in der Pariſer
Preſſe lebhaftem Intereſſe. Man will darin ein deutliches
Anzeichen für die Stellungnahme der Geſchworenen im
Falle der Gemahlin des Finanzminiſters Caillaux, die
be=
kanntlich den Chefredakteur des Figaro erſchoß, erblicken.
Paris, 25. April. (Ein Waldbrand von
unge=
wöhnlicher Ausdehnung) wütet ſeit geſtern in
einem großen Fichtenwalde in der Nähe von Marcillac.
Das Feuer brach aus noch unbekannter Urſache in einer
Fichtenſchonung aus und dehnte ſich mit ungeheurer
Ge=
ſchwindigkeit über eine Fläche von 160 Hektar aus.
Trotz=
dem die Feuerwehren der geſamten Umgebung in Aktion
traten, gelang es bisher nicht, den Waldbrand erfolgreich
zu bekämpfen. Man befürchtet, daß rieſige Beſtände des
Waldes den Flammen zum Opfer fallen werden.
Charbin, 25. April. (Räuber.) Nach einem
Tele=
gramm aus Mulin hat eine Tſchunſchuſenbande
zwei ruſſiſche Angeſtellte des Holzinduſtriellen
Tſcherkaſſow gefangen genommen und fordert nun ein
Löſegeld von 15000 Rubeln, anderenfalls drohen ſie die
Gefangenen zu töten, die Arbeiter zu verjagen und die
Holzvorräte in Brand zu ſetzen. Eine Abteilung der
ruſ=
ſiſchen Grenzwache iſt zur Befreiung der Gefangenen
aus=
gerückt.
Tokio, 24. April. (Beulenpeſt.) In der Umgegend
von Tokio haben ſich 500 Erkrankungen an
Beulen=
peſt ereignet.
Parlamentariſches.
* Der Abgeordnete Joutz hat der Zweiten Kammer
folgende Anträge zugehen laſſen:
1. Hohe Zweite Kammer der Landſtände wolle
be=
ſchließen, Großh. Regierung zu erſuchen, den
beabſichtig=
ten Un bau des Teichhauſes zu Bad=Nauheim und die
Errichtung eines Gebäudes für ein Verkehrsbureau
da=
ſelbſt einſtweilen zu verſchieben und die für dieſe
Vor=
haben in Ausſicht ſtehende Ausgabe zum Bau eines
„Palais für Se. Königl. Hoheit den
Groß=
herzog” zu Bad=Nauheim verwenden zu wollen
2. Hohe Kammer wolle beſchließen, Großh. Regierung
zu erſuchen, einen Geſetzentwurf vorzulegen, welcher es
ermöglicht, die Feldbereinigung in Heſſen
mehr wie ſeither zu fördern, dementſprechend abkömmliche
Amtmänner oder andere geeignete Beamte zu
Feldbe=
reinigungen zu verwenden und wenn Mangel an
Geo=
metern 1. Klaſſe ſein ſollte, Geometer 2. Klaſſe, die ſeitens
der Regierung bereits Bayern für dieſen Zweck empfohlen
wurden, einzuſtellen.
3. Hohe Zweite Kammer wolle beſchließen, Großh.
Re=
gierung zu erſuchen, einen Geſetzentwurf vorzulegen,
welcher den Ankauf käuflichen Geländes in
den Gemeinden des Landes durch die Gemeinden zur
Verpachtung an landwirtſchaftliche
Kleinbe=
triebe, oder auch gegebenenfalls zum Verkauf an
dieſel=
ben ermöglicht und dementſprechend die
Landeshypotheken=
bank zu ermächtigen. zu dieſem Zwecke den Landgemeinden
zu billigem Zinsſuß und unter ausgedehnten
Rückzah=
lungszugeſtändniſſen ſtets ein Kapital zur Verfügung zu
ſtellen unter diesbezüglicher allgemeiner Bekanntmachung
in den Gemeinden des Landes.
Gerichtszeitung.
* Berlin, 25. April. In dem Prozeß wegen
Entführung einer Japanerin wurde heute
mittag das Urteil gefällt. Es erhielten der Angeklagte
Holzke wegen Entführung einer Minderjährigen und
ver=
ſuchter Erpreſſung zwei Jahre Gefängnis unter
Anrech=
nung von neun Monaten der erlittenen Unterſuchungshaft
die Angeklagte Frau Holzke und die beiden Töchter Ella
und Margarete Holzke wegen Entführung je 100 Mark
Geldſtrafe.
* Kiel, 25. April. Das Oberkriegsgericht
der Marineſtation der Oſtſee verurteilte den
Obermatro=
ſen Zitz vom Kanonenboot „Panther” erneut zu fünf
Jahren und zwei Monaten Zuchthaus,
nach=
dem das Reichsmilitärgericht das frühere Urteil
aufge=
hoben hatte. Zitz hatte vom „Panther” als er vor
Kap=
ſtadt lag, Geheimpapiere entwendet und
ver=
ſucht, ſie an ein engliſches Fort zu verkaufen, worauf er
fahnenflüchtig wurde.
Luftfahrt.
* Hamburg, 25. April. Einen tollkühnen
Flug, der für die Betroffenen noch glimpflich endete,
haben am Donnerstag die beiden Flieger Schlegel und
Rohrbach gemacht. Die beiden Piloten gerieten bei einem
Fluge Gotha-Schwerin-Hamburg in ein Gewitter, das
die Gotha=Taube über eine halbe Stunde lang wie ein
Spielzeug durch die Lüfte warf und ſchließlich die
Ma=
ſchine zu Boden ſchmetterte. Schlegel ſchreibt an
die Tägliche Rundſchau: Steil ſchoſſen wir der Erde zu und
in wenigen Minuten lag unſer Apparat unten.
Glücklicher=
weiſe konnten wir uns ſelbſt befreien. Weder ich noch mein
Paſſagier ſind ernſtlich verletzt worden.
Turnen, Spiele und Sporf.
* Pferdeſport. Rennen zu Le Tremblay,
25. April. Prix Darioletta. 3000 Francs. 1. Prince
Murats Pö (Sharpe), 2. Jskander, 3. Sylvia II. 88:10
26, 15:10. — Prir Barbelle. 3000 Francs. 1. J. Henneſſys
La Gloriette (Barker), 2. Pandataria, 3. Wife. 246110;
57, 39, 46:10. — Prix Sultan. 4000 Francs. 1. Baron J.
de Bethmanns Morbihan (Reiff), 2. Queſture, 3.
For=
mium. 13:10; 11, 20:10. — Prix Flying Dutchman. 6000
Francs. 1. J. Rutgers Sandby (O'Neill), 2. Ginko, 3.
Méliſto. 15:10. — Prix Bay Middleton. 4000 Francs
1. Carters Vobis (J. Childs), 2. Fait du Prince, 3. Faux
Pas. 44:10; 18. 26, 20:10. — Prix Payment. 4000 Frs.
1. Lepetits La Briance II (Lemmel), 2. Gilles de Rais,
3. Arégnie IV 242:10; 48, 15, 20110.
Der falſche Alexander.
* Bromberg, 25. April. Der Schwindler
Thor=
mann war hier wegen zahlreicher Liebesverhältniſſe
be=
kannt. Ein junges Mädchen ſoll ſich ſeinetwegen vergiftet
haben. Nunmehr hat die Staatsanwaltſchaft die
Ausgra=
bung der Leiche angeordnet, da der Verdacht aufgetaucht
iſt, daß Thormann das Mädchen vergiftet hat. Auch nach
anderen Richtungen ſchweben noch Ermittelungen.
* Köslin, 25. April. Nach einer Meldung der
Kös=
liner Zeitung hat die Stadtverwaltung der
Staatsanwalt=
ſchaft den Verdacht mitgeteilt, daß Thormann zwei
Quittungen über 386 und 500 Mark gefälſcht und
zu unrecht erhoben habe.
Die Erkrankung des Kaiſers Franz Joſef.
* Wien, 25. April. Die Nachrichten aus Schönbrunn
lauten heute ſehr widerſpruchsvoll. Der Kaiſer erhob ſich
heute etwas ſpäter als ſonſt und war infolge des vielen
Huſtens während der Nacht recht abgeſpannt. Trotzdem
beſtand er darauf, daß im Tagesprogramm keine
Aende=
rung eintrete.
* Wien, 25. April. (Amtlich.) Das Befinden
des Kaiſers war in der Nacht inſofern beſſer, als der
Schlaf in der erſten Hälfte gut war und wenig
unter=
brochen wurde, die zweite Hälfte häufig durch Huſten
ge=
ſtört wurde. Appetit, Kräftezuſtand und
Allgemeinbefin=
den ſind wie geſtern.
Vom Balkan.
* Athen, 25. April. Die Agence d’Athènes bringt
Meldungen aus Saloniki, nach welchen die türkiſchen
Behörden Thraziens die Griechen vor die Wahl
ſtellen, zum Iſlam überzutreten oder auszuwandern. Die
Auswandernden in Rodoſto ſind ohne Nahrung und
Obdach zuſammengepfercht, bis die Schiffe aufnahmebereit
ſind. Augenblicklich warten 1500 Flüchtlinge. 25000 ſind
binnen Wochenfriſt in Saloniki angekommen. Sie ſind
zumeiſt krank und erſchöpft, ſo daß die Militär= und
Zivil=
ſpitäler überfüllt ſind.
* Athen, 25. April. Der griechiſche Konſul in
Smyrna hat ſich zu dem Wali begeben, um eine
end=
gültige Antwort wegen der Ausweiſung der
helleniſchen Untertanen zu verlangen. Er
er=
hielt die Antwort, der Wali ſei über Land gefahren.
In=
zwiſchen forderten geſtern Polizeibeamte die helleniſchen
Untertanen auf, das Land ſofort zu verlaſſen.
* Athen, 25. April. Das Blatt Patris zählt die
von den Türken gegen das griechiſche Element in
der Türkei ausgeübten Unterdrückungen auf
und ſchreibt: Wir glauben zu wiſſen, daß ſich der
grie=
chiſche Miniſterrat in den letzten Tagen ernſtlich mit
der unhaltbaren Lage in der Türkei befaßt hat.
Das Kabinett iſt überzeugt, daß es ſich nicht mehr um
ein=
fache Zwiſchenfälle handelt, die durch einfache
Erklärun=
gen lösbar ſind. Die Entſchlüſſe Griechenlands werden
ſich nach der Lage richten. Was Epirus betrifft, ſo können
wir der Entſcheidung der Mächte natürlich nur gehorchen,
dagegen können wir, was die Inſeln anlangt, ſie weder
zurückgeben, noch die Arbeiten für ihre Verteidigung und
Sicherheit vernachläſſigen. Die Frage der Griechen in der
Türkei wird unverzüglich aufs Tapet gebracht;
ſelbſtver=
ſtändlich wird kein diplomatiſcher Schritt unterlaſſen, der
beweiſen kann, daß nicht wir provozieren. Aber ſolange
die Lage in der Türkei ſich nicht tatſächlich ändert, müſſen
wir auf einen Bruch mit der Türkei gefaßt ſein. Da
un=
ſere Ueberlegenheit ſicher iſt, kann das helleniſche Volk
be=
züglich der Folgen beruhigt ſein.
* Cetinje, 25. April. Nach einer der Havas
zuge=
gangenen Meldung haben hundert öſterreichiſche
Soldaten die montenegriniſche Grenze
überſchritten und ſind trotz des Widerſpruches der
Grenzwache fünf Kilometer weit in das Innere vorgerückt.
Der Zwiſchenfall rufe in Cetinje große Erregung hervor.
(Anmerkung des Wolff=Bureaus: An zuſtändiger Wiener
Stelle iſt der Vorfall bisher unbekannt.)
* Belgrad, 25. April. Einer Blättermeldung
zu=
folge beſchloß die Regierung, der Skupſchtina in den
nächſten Tagen Geſetzentwürfe über den Bau
neuer Eiſenbahnen zu unterbreiten. Nach den
Geſetzentwürfen werden die Baukoſten auf 210 Millionen
Dinar veranſchlagt. Vorgeſehen iſt der Bau folgender
Linien: Uesküb-Monaſtir, Priſchtina-Prizrend, Prilep-
Iſtip und Mitrowitza-Uvatſch, ſowie der Ausbau der Linie
Belgrad-Pozarewatſch Prahovo. Der Belgrader
Haupt=
bahnhof wird erweitert. Da für die Ausgeſtaltung der
Zewaffnung der Arme gleichfalls 210 Millionen
erforder=
ich ſind, beträgt die neue Anleihe 420 Millionen Dinar.
Vermiſchtes.
— Wichtige Winke für Auswanderer. Wie
nötig es heutzutage iſt, unter den Auswanderern eine
ſorgfältige Auswahl zu treffen, die Ungeeigneten zu
war=
nen und den Geeigneten die richtigen Wege zu weiſen,
dafür gibt der 50. Jahresbericht des Vorſtandes des
deutſchen Hilfsvereins „Kaiſer Wilhelm=Stiftung” zu Sao
Paolo einen erneuten Beweis. Der Vorſitzende dieſes
Hilfsvereins, der demnächſt von Sao Paolo ſcheidende
Geiſtliche der deutſch=evangeliſchen Gemeinde, Paſtor
Te=
ſchendorf, ſchreibt darüber: „Es kann in dieſen Zeiten
nicht dringend genug vor der Zuwanderung nach der
Stadt Sao Paolo gewarnt werden. Zugleich müſſen wir
es aber auch lebhaft bedauern, daß die Kolonien ſo
viel=
fach mit ſtädtiſchen Elementen beſiedelt werden, die ſich
nach undren Erfahrungen im deutſchen Hilfsverein in
jene Verhältniſſe abſolut nicht eintſleben vermögen und
früher oder ſpäter doch wieder den Städten zuſtreben
müſſen, wo ſie dann völlig mittellos uns zur Laſt fallen.”
In demſelben Sinne äußerte man ſich auf dem 8.
land=
wirtſchaftlichen Kongreß in San Manoel. Sao Paolo:
„Unſere Staatsregierung hört nicht auf, den
Unterneh=
mern, die Kontrakte zur Lieferung von Einwanderern
übernehmen, einzuſchärfen, daß ſie nur Leute haben will,
die gewöhnt ſind, auf dem Lande zu arbeiten, alſo
wirk=
liche Landwirte und Ackerbauer, aber keine Leute aus den
Städten, Handwerker und Induſtriearbeiter. Trotzdem
wird aber in ſpekulativer Weiſe Propaganda gemacht und
ſkrupellos angeworben, was nur irgend zu bekommen iſt,
ganz gleichgültig, ob es für Arbeiten auf dem Lande taugt
oder nicht. Was aber das Schlimmſte iſt: den Leuten
werden falſche Vorſpiegelungen gemacht, es werden ihnen
Märchen erzählt; die Wunderdinge von 1001 Nacht
glau=
ben ſie vorzufinden, und wenn ſie dann die rauhe
Wirk=
lichkeit empfängt, dann erleben ſie greoße Enttäuſchungen.”
Deutſch=evangel. Auswanderer wollen daher nicht
verſäu=
men, ſich vor ihrer Ausreiſe an den Evangeliſchen
Haupt=
verein für deutſche Anſiedler und Auswanderer zu
Witzen=
hauſen zu wenden, welcher jedem unentgeltlich mit Rat
und Auskunft zur Verfügung ſteht. Seine zahlreichen
Veröffentlichungen über die verſchiedenſten
Anſiedlungs=
gebiete ſollte kein Auswanderer ungeleſen laſſen.
— Die Stolze=Schreyſche Schule der
Kurzſchrift, die über ihre neueſten Erhebungen
be=
richtet, hat auch im letzten Zähljahre einen erfreulichen
Aufſchwung genommen. Sie wird in Deutſchland von
092 Vereinen mit 87791 Mitgliedern gepflegt, 90
Ver=
einen und 6811 Mitgliedern mehr, als im Jahre zuvor.
Auch die Zahl der in Deutſchland Unterrichteten, mit der
die Stolze=Schreyſche Gemeinſchaft ſchon ſeit einer Reihe
von Jahren an der Spitze ſteht, hat ſich wieder um 7914
vermehrt und beträgt jetzt 142059. In Preußen wirken
für Stolze=Schrey 1546 Vereine mit 63850 Mitgliedern.
Die Zahl der Unterrichteten ſtellt ſich hier auf 111925.
In der Schweiz iſt Stolze=Schrey unter den
ſtenographi=
ſchen Syſtemen faſt alleinherrſchend. Auch die Pflege der
fremdſprachlichen Uebertragungen, mit deren Kenntnis
oft recht gut bezahlte Stellungen zu erlangen ſind,
nimmt zu.
Literariſches.
— H. Prehn v. Dewitz erzählt in einem
hochinter=
eſſanten Aufſatz von „Geld und Geldmacht in der
Ge=
ſchichte” in Heft 11 der Zeiten und Völker (
Mo=
natshefte für Geſchichte Kulturgeſchichte. Länder= und
Völkerkunde jährlich 12 Hefte und 2 Buchbeilagen 4.80
Mark). Aus den uns vorliegenden Heften 7 bis 12
möch=
ten wir noch als beſonders wertvolle Beiträge
hervor=
heben einen Aufſatz über den franzöſiſchen Staatsmann
Jules Ferry von Dr. Albrecht Wirth, eine Abhandlung
Theodor Ebners über das Studentenleben früherer Zeit;
ferner gibt A. Zimmermann einen wertvollen Rückblick
über den Kubaniſchen Feldzug von 1898. Damit iſt aber
der Inhalt der Hefte noch lange nicht erſchöpft; in
kür=
zeren und längeren wertvollen hiſtoriſchen und
kulturge=
ſchichtlichen Beiträgen bieten ſie noch eine Fülle von
An=
regung, ſo daß wir die Monatsſchrift nur aufs wärmſte
empfehlen können. Mit Heft 12 kam auch die zweite
Buch=
beilage zur Ausgabe: Mammonarchen, Teil 1, Aus der
Geſchichte der großen ausländiſchen Vermögen von H.
Prehn v. Dewitz, zu dem der oben genannte Artikel
ge=
wiſſermaßen die Einleitung bildete.
— Die Art, Behandlung und Wiederherſtellung der
Oel=, Tempera= und Freskogemälde, ſowie
der Aquarelle, Paſtelle, Miniaturen, Handzeichnungen und
Bilddrucke. Nach langjährigen Erfahrungen und
Ver=
ſuchen zuſammengeſtellt von Ludwig Kainzbauer,
Maler. Mit 32 Abbildungen. 11 Bogen 2 Mk., gebunden
3 Mk. Dieſes Buch befaßt ſich mit der Erklärung der
ein=
zelnen Arten des Bildes deſſen Erhaltung, Reinigung und
im Beſchädigungsfalle deſſen Wiederherſtellung (
Reſtau=
rierung), welcher letzteren ein beſonders breiter Raum
gewidmet werden mußte Die Reinigung und
Reſtaurie=
rung der Bilder iſt nach langjährigen Erfahrungen und
Verſuchen niedergeſchrieben und beſonders ſind die auf
Papier ausgeführten Malereien, ſowie die Kunſtdrucke
und Reproduktionen berückſichtigt. A. Hartlebens Verlag
in Wien.
Mexiko und die Vereinigten Staaten.
Die Lage in Veracruz.
* Veracruz 24. April. Die amerikaniſchen
Vorpoſten ſind weiter ſüdlich vorgedrungen und haben
die Waſſerſtation beſetzt. Es kehren normale Verhältniſſe
wieder. Eine Anzahl Wirtſchaften und Läden hat
wie=
der geöffnet. Die amerikaniſchen Schiffskapellen ſpielten
geſtern in verſchiedenen Stadtteilen.
* Veracruz, 24. April. Die Kriegsſchiffe „
Loui=
ſiana” und „Miſſiſſippi” die heute hier eingetroffen
ſind, haben Marineſoldaten, Matroſen und zwei
Flug=
zeuge gelandet. Den Vorpoſtenſtellungen wurden zwölf
Maſchinengewehre und einige dreizöllige Feldgeſchütze
zu=
geteilt. Bei dem Hauptquartier des Konteradmirals
Flet=
cher ſtehen im Terminalhotel Maſchinengewehre, während.
in der Nachbarſchaft ſieben Feldgeſchütze in Reſerve
gehal=
ten werden.
* Veracruz, 24. April. In der vergangenen Nacht
iſt hier ein Zug mit Flüchtlingen eingetroffen, in
dem ſich der britiſche Geſchäftsträger und andere
Paſſagiere, meiſt Frauen und Kinder, befanden. Es ſind
Anordnungen erlaſſen worden, nach denen die Bürger nach
7 Uhr 30 Minuten abends in ihren Wohnungen bleiben
ſollen. Die Nächte ſind ruhig. Die Geſamtzahl der
Ge=
fangenen beläuft ſich auf 300; viele ſind bereits wieder
freigelaſſen worden.
* Waſhington, 25. April. Admiral Fleicher teilt
mit, daß bei Veracruz insgeſamt 17 Amerikaner
ge=
tötet und 70 verwundet worden ſind.
* Paris 24. April. Nach einer Meldung des
hie=
ſigen Neu=York Herald fanden die Amerikaner in den
Trümmern der Kaſernen und der
Marine=
ſchule, die von den amerikaniſchen Kriegsſchiffen
be=
ſchoſſen worden waren, die Leichen von 64 mexikaniſchen
Soldaten. Die bisher feſtgeſtellte Geſamtzahl der bei dem
Bombardement auf Veracruz gefallenen Mexikaner
beträgt 182. Nach einer Depeſche desſelben Blattes
wur=
den durch die von den mexikaniſchen Truppen auf Laredo
abgefeuerten Kanonenſchüſſe drei Amerikaner getötet. Die
Kugeln der amerikaniſchen Grenzpatrouille, welche den
Angriff erwiderte, töteten etwa 10 Mexikaner.
* Waſhington, 24. April. Konteradmiral
Bad=
ger meldet, daß Veracruz verhältnismäßig
ruhig iſt, und daß die amerikaniſchen Truppen ihr
Mög=
lichſtes tun, um die Ordnung wiederherzuſtellen.
Ameri=
kaniſche Schiffskapellen geben in den Straßen der Stadt
Konzerte. Der amerikaniſche Kriegsſekretär teilte heute
dem Gouverneur von Texas mit, daß auf ſeine Weiſung
hin ein weiteres Regiment regulärer Teuppen an die
Grenze geſchickt werden würde. Das Kriegsamt hat
In=
ſtruktionen zum Schutze der internationalen Brücke
er=
laſſen. Der Brückenſchutz müſſe jetzt von amerikaniſches
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Nummer 114.
SSeite aus geſchehen, da eine Bewegung der Truppen über
den Rio Grande einen Einfall in das Gebiet der
Konſtitutio=
naliſten bedeuten würde, was jedoch gegen die
ameri=
kaniſche Politik ſei. Miſter Bryan gibt bekannt, daß alle
amerikaniſchen Konſuln in Mexiko, gleichviel, ob im Gebiet
der Bundesregierung oder der Konſtitutionaliſten, ihren
Poſten verlaſſen können, überläßt es aber ihrem eigenen
Ermeſſen, ob ſie von dieſer Erlaubnis Gebrauch machen
wollen.
* Veracruz, 25. April. Der franzöſiſche Kreuzer
„Condé” iſt heute nacht hier eingetroffen.
Die mexikaniſchen Rebellen.
* Waſhington. 24. April. Nach einer Konferenz
mit dem Staatsſekretär Bryan rieten die Vertreter und
Anhänger Carranzas dieſem telegraphiſch, ſich
gegen=
über Amerika neutral zu verhalten.
* Neu=York, 24. April. Nach einer Meldung aus
Albuquerque in Neu=Mexiko haben die dortigen
Eiſenbahnangeſtellten die Nachricht echalten, daß General
Villa General Carranza verhaftet und gefangen
ge=
nommen hat. Unter den Gebäuden, die in Nuevo Laredo
von den Regierungsſoldaten durch Dynamit zerſtört
wur=
den, befindet ſich das amerikaniſche Konſulat, das
Rat=
haus, eine Getreidemühle, das Poſtamt, das Theater und
das Zollamt. Angelegte Feuer brachen an verſchiedenen
Stellen der Stadt aus.
Gewalttaten in Mexiko.
* Mexiko 24. April. Ein amerikaniſcher
Juwelierladen iſt geſtern um Mitternacht vom
Mob geplündert worden, wobei die Polizei zuſah,
ohne einzuſchreiten. Europäer und Amerikaner haben ſich
vorbereitet, im Augenblick der Gefahr ſich unverzüglich an
Verſammlungsorten zuſammenzufinden, die zur
Vertei=
digung eingerichtet worden ſind. Alle Bahnbeamten in
Mexiko, die Amerikaner ſind, ſind auf Befehl der
Regie=
rung entlaſſen worden. Es verkehren keine Züge mehr
außer ſolchen, die von der Regierung überwacht werden.
* Mexiko, 24. April. Bei Ausſchrgitungen
des Pöbels gegen die Amerikaner wurde das
Schild der amerikaniſchen Geſandtſchaft vom Pöbel
herab=
geriſſen und in Stücke getreten. Zwei Amerikaner ſollen
erſtochen worden ſein. Man hegt ernſte
Beſorg=
niſſe um die 800 Amerikaner, die noch in Mexiko
geblie=
ben ſind. In Veracruz eingetroffene Flüchtlinge berichten,
daß ihr Eiſenbahnzug unterwegs feſtgehalten, und daß
ſie beraubt und inſultiert worden ſeien. In Tuxpan
ein=
getroffene Flüchtlinge erzählen, eine ganze Anzahl
ameri=
kaniſcher Baulichkeiten ſei von der Volksmenge zerſtört
worden. Unter den demolierten Gebäuden befindet ſich
das Haus des hieſigen amerikanſchen Konſuls, ſowie
mehrere amerikaniſche Hotels und Läden.
* Laredo, 25. April. Nuevo Laredo iſt nur
noch ein Trümmerhaufen, nachdem geſtern die
mexikaniſchen Regierungstruppen die Gebäude der Stadt
in Brand geſetzt oder mit Dynamit geſprengt hatten. Von
den Schüſſen der amerikaniſchen Schnellfeuergeſchütze
wur=
den zwei Mexikaner getötet, andere ſah man
niederſtür=
zen. Heute früh brannte noch eine Anzahl Gebäude, doch
beſtand keine Möglichkeit, die Flammen zu löſchen. Die
Mexikaner hatten die Brände mit Petroleum und anderen
feuergefährlichen Mitteln angelegt. In Laredo iſt kein
Schaden entſtanden. Zwei Mexikaſer wurden von
Scharfſchützen getötet, einer, als er die internationale
Brücke mit Dynamit ſprengen wollte, der andere, als er
einen Bahndamm aufſprengen wollte.
* Veracruz, 25. April. Wie verlautet, wurde in
der Stadt Mexiko von einer Volksmenge das
Denkmal von George Waſhington
nieder=
geriſſen, wobei ein Sohn Huertas die Menge führte.
Präſident Huerta ſelbſt ſoll dabei das Seil um das
Denk=
mal gewunden haben.
Kabinettskriſis in den Vereinigten Staaten?
* Waſhington, 25. April. Wie verlautet, ſteht
eine Kabinettskriſe bevor. Der Kriegsſekretär
for=
dert die Verwendung des Landheeres gegen
Mexiko, während Staatsſekretär Bryan dagegen iſt.
Der Marineſekretär nimmt in der Streitfrage eine
Mittel=
ſtellung ein. Bryan hatte ſich auch heftig gegen die
Er=
neuerung des Waffenausfuhrverbots gewandt.
Die Haltung Japans.
* Tokio, 25. April. Der Miniſterpräſident
ermächtigte das Reuterſche Bureau zu der Erklärung, daß
Japan keinerlei Abſicht habe, die
gegenwär=
tigen Verwickelungen in Mexiko
auszu=
nutzen, um von den Vereinigten Staaten eine
befrie=
digende Löſung der kaliforniſchen Streitfrage zu erlangen
Letzte Nachrichten.
* Neu=York, 25. April. Ein Telegramm aus
Albuquerque dementiert die Meldung, daß
Car=
ranza von Villa gefangen genommen worden ſei.
Ein Telegramm aus Veracruz meldet, daß 7
Ameri=
kaner und ein Engländer namens Boyd in einem
Eiſen=
bahnzuge von Regierungstruppen gefangen genommen
worden ſeien. Vier der Amerikaner würden wahrſcheinlich
erſchoſſen werden. Nach einem Telegramm des Admirals
Mayo haben die Inſurgenten ihren Angriff auf Tampico
erneuert.
* Waſhington, 25. April. In der Note, die
Bryan geſtern dem mexikaniſchen Inſurgentenführer
Carranza übermittelte, erklärte Bryan, die
Vereinigten Staaten würden ihre Streitkräfte
zurück=
ziehen, ſobald ſie Genugtuung erhielten. Falls Carranza
gegen die Vereinigten Staaten eine feindliche Haltung
einnähme, würde er ganz Mexiko in einen Krieg ſtürzen,
Huertas Macht würde fortbeſtehen, die Sache der
Inſur=
genten würde aber verloren ſein.
* Veracruz, 25. April. Die Zeitung El Dictamen
meldet, daß in der Stadt Mexiko drei Amerikaner
vom Pöbel von einem Straßenbahnwagen
heruntergeriſ=
ſen und auf der Straße getötet wurden. Ein vierter
Amerikaner ſei im Gebäude des chriſtlichen Vereins
jun=
ger Männer von Mitgliedern des Fußballklubs, dem er
angehörte, ermordet worden. Die Meldung entbehrt der
Beſtätigung.
Waſhingkon, 20. April. Statsſetreiür Bryan
teilte dem engliſchen Botſchafter Spring Rice mit,
daß in Orizaba ein Engländer und 19
Ameri=
kaner verhaftet wurden. Bryan ſtellte in Abrede,
daß die Gefangenen hingerichtet worden ſeien. Das
bra=
ſilianiſche Konſulat in Orizaba ſei gebeten worden, ſich
um die Freilaſſung der Verhafteten zu bemühen.
* Waſhington 25. April. Der ſpaniſche
Botſchafter hat die Vertretung der Intereſſen
Mexi=
kos in Waſhington übernommen.
* Berlin, 25. April. Die mexikaniſche
Ge=
ſandtſchaft iſt ſeit einigen Tagen ohne
Nachrich=
ten aus der Heimat. Bisher konnte der
Depeſchen=
wechſel zwiſchen der mexikaniſchen Regierung und den
Geſandtſchaften im Auslande auf dem engliſchen Kabel
vollzogen werden. Seit einigen Tagen nimmt jedoch auch
die engliſche Kabelgeſellſchaft keine chiffrierten
Tele=
gramme mehr an und läßt von den Azoren aus die nach
Mexiko beſtimmten chiffrierten Telegramme in Anbetracht
des Kriegszuſtandes zurückgehen, da die mexikaniſche
Sta=
tion des Kabels ſich in Veracruz befindet, wo die
Ameri=
kaner eine Zenſur ausüben und dadurch der Verkehr für
chiffrierte Telegramme vollſtändig geſperrt iſt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. April. Der Bundesrat hat der
Vor=
lage, betreffend die Ergänzung zum Entwurfe
des Reichshaushaltsetats und einer zweiten
Ergänzung des Entwurfs des Haushaltsetats für die
Schutzgebiete für das Rechnungsjahr 1914, zugeſtimmt.
Ueber den Entwurf eines Rennwettgeſetzes und den
Ent=
wurf eines Geſetzes über den Abſatz von Kaliſalzen vom
25. Mai 1910 wurde Beſchluß gefaßt. Der Entwurf von
Beſtimmungen über die Wehrbeitragsſtatiſtik und die
Vor=
lage, betreffend Aenderung der Vorſchriften über die
Lenk=
vorrichtung dreirädriger Kraftfahezeuge wurde
angenom=
men.
* Berlin 25. April. Reichskanzler von Bethmann
Hollweg iſt heute abend hier eingetroffen.
* Berlin, 25. April. Bei
Renovierungsarbei=
ten im Lunapark geriet ein Teerofen in Brand. Das
Feuer griff auf die Gebiegsbahn über, welche völlig
zer=
ſtört wurde.
* Hamburg, 25. April. Der Dampfer „Vaterland‟
gewann um 5 Uhr nachmittags die freie Elbe und geht
elbabwärts.
* Altenburg, 25. April. Heute ſtarb hier im 83.
Lebensjahre der Geheime Hofrat Profeſſor Hermann
Kluge, der beſonders durch ſeine Geſchichte der deutſchen
Nationalliteratur bekannt wurde. Er war langjähriger
Landesbibliothekar der Herzoglichen Landesbibliothek.
* Wien, 25. April. Der ehemalige ungariſche
Mini=
ſterpräſident Fejervary, Geheimrat, General der
In=
fanterie und Kommandant der ungariſchen Leibgarde, iſt
hier nach langer Krankheit im Alter von 82 Jahren
ge=
ſtorben.
* Korfu, 25. April. Das Kaiſerpaar weilte
heute vormittag im Muſeum, wo Profeſſor Doerpfeld
einen Vortrag vor badiſchen Lehrern hielt. Der
Kai=
ſer frühſtückte bei Armour auf deſſen Jacht „Atowana”.
* Paris, 25. April. Gegenüber der Meldung eines
römiſchen Blattes, die franzöſiſche Regierung
habe in Italien eine Anzahl Tonnen Pulver
eiligſt beſtellt, um das in der franzöſiſchen Marine
gebräuchliche Pulver zu erſetzen, erklärt der franzöſiſche
Marineminiſter, daß in der Tat in Italien einige Tonnen
Pulver beſtellt worden ſeien, aber nicht um die Vorräte
der Flotte zu erſetzen, ſondern um Unterſuchungen über
die Stabilität des italieniſchen Pulvers vorzunehmen und
den geringeren Zuſatz von Nitroglyzerin feſtzuſtellen. Um
ähnliche Feſtſtellungen machen zu können, ſind auch in
an=
deren Ländern, beſonders in Schweden und Rußland,
Be=
ſtellungen gemacht worden.
* Paris, 25. April. Das Verfahren gegen die
Ge=
brüder Lancelotti, welche der Vorſchubleiſtung des
Zimmermalers Perugia bei dem Diebſtahl der „
Gio=
conda” beſchuldigt waren, iſt eingeſtellt worden.
* London, 25. April. Die Banque Induſtrielle
de Chine in Paris richtete an das Reuterſche Bureau
eine Zuſchrift, in der ſie es als unrichtig bezeichnet,
daß ſie, wie am 22. April van Peking gemeldet wurde, die
Hafenbaukonzeſſion in Pukau und andere
Kon=
zeſſionen der chineſiſchen Regierung zurückgegeben
habe, und daß die von ihr in Paris ausgegebene Anleihe
nicht erfolgreich geweſen ſei.
* Konſtantinopel, 25. April. Der türkiſche
Finanz=
miniſter teilte dem Vertreter der Deutſchen Bank mit,
daß er den von dem bekannten deutſch=öſterreichiſchen
Kon=
ſortium für die Zollanleihe vom Jahre 1911 der tückiſchen
Regierung 1911 gewährten und wiederholt erneuten
Vorſchuß von 3 Millionen türkiſchen Pfund
im Laufe des Monats Mai zurückzahlen werde.
Die Rückzahlung erfolgt aus dem Erlös der in Paris
ab=
geſchloſſenen neuen ottomaniſchen Anleihe und ſteht im
Zuſammenhange mit den deutſch=franzöſiſchen
Abmachun=
gen über die türkiſchen Eiſenbahnfragen, insbeſondere mit
der in Ausſicht genommenen Zurücknahme der franzöſiſchen
Beteiligung an dem Unternehmen der Bagdad=Eiſenbahn
durch die Gruppe der Deutſchen Bank.
* Panama, 25. April. Oberſt Goethals, der
Gouver=
neur der Kanalzone, hat das Kanalgebiet in
Kriegszuſtand verſetzt. Die Schleuſen werden von
Truppen bewacht und auf den Befeſtigungen an beiden
Enden des Kanals iſt Küſtenartillerie in Bereitſchaft.
Beamtenaustauſch zwiſchen Elſaß=Lothringen und dem
Reiche.
* Berlin, 25. April. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung erfährt: Auf Veranlaſſung des
Reichs=
kanzlers iſt im Intereſſe der Förderung
des Reichsgedankens in Elſaß=Lothringen ein
regerer Beamtenaustauſch zwiſchen dem
Reichs=
lande und dem Reiche in die Wege geleitet worden.
Reichs=
ländiſche Beamte mit akademiſcher Vorbildung wurden zur
vorübergehenden Beſchäftigung im Reichs= und preußiſchen
Staatsdienſt herangezogen, wie umgekehrt Reichs= und
Statsbeante in Elſahz=Loſheingen beſchäftigt werden, In
Betracht kommen Referendare, Gerichts= und
Regierungs=
aſſeſſoren und Schulamtskandidaten. Dieſen kann aus
dem allerhöchſten Dispoſitionsfonds eine angemeſſene
Re=
muneration gewährt werden. Durch dieſe Maßregel ſoll
erreicht werden, daß aus Elſaß=Lothringen übernommene
Beamter einen Einblick in die nationalen, kulturellen und
wirtſchaftlichen Lebensbedingungen des Reichs und des
führenden Bundesſtaates bekommen, ſowie daß die nach
Elſaß=Lothringen entſendeten Beamten auch Verſtändnis
für die dort zu löſenden nationalen und wirtſchaftlichen
Fragen erhalten. Es wäre nur freudig zu begrüßen, wenn
dieſer Beamtenaustauſch ſich auf immer breiterer
Grund=
lage vollziehen würde.
Abſchied des Fürſten von Wedel.
* Straßburg, 25. April. Mit dem fahrplanmäßigen
Zuge 7.07 Uhr abends hat das Statthalterpaar Fürſt
und Fürſtin von Wedel Straßburg
ver=
laſſen, um von nun ab ſeinen bleibenden Wohnſitz in
Berlin zu nehmen. Zum Abſchied hatten ſich am
Bahn=
hof die Miniſter mit dem Staatsſekretär v. Rödern an
der Spitze, die Unterſtaatsſekretäre a. D. Dr. Petri und
Mandel, Polizeipräſident v. Lautz und Bürgermeiſter
Dr. Schwander, der kommandierende General von
Deimling und zahlreiche Generale mit ihren Damen
eingefunden, dazu ein nach hunderten zählendes
Publi=
kum, das den Bahnſteig füllte und immer wieder in
Hoch=
rufe ausbrach, bis der fürſtliche Salonwagen aus der
Halle fuhr. Fürſt und Fürſtin Wedel, denen eine Fülle
von Blumenſpenden überreicht wurden, verabſchiedeten
ſich, die Hand reichend und nach allen Seiten freundlich
dankend, von den Damen und Herren, die gekommen
wa=
ren, dem ſcheidenden Statthalterpaare ein letztes Lebewohl
zu ſagen.
Die Affäre Abreſch.
* Mannheim, 25. April. In der Angelegenheit des
bayeriſchen Landtagsabgeordneten Abreſch iſt eine
ent=
ſcheidende Wendung eingetreten, indem nämlich
das Landgericht Mannheim die über Fräulein Ilſe von
Harder verhängte vorläufige Vormundſchaft
aufgehoben hat. Die ganze Affäre Abreſch iſt
be=
kanntlich aus der Frage entſtanden, ob Frl. Ilſe von
Harder geſchäftlich zurechnungsfähig ſei oder nicht. Das
Urteil des Landgerichts Mannheim ſchließt dieſe
Zurech=
nungsfähigkeit des Fräuleins Ilſe von Harder in ſich.
Zur Miniſterkriſis in Gotha.
* Gotha, 25. April. Wie die Thüringiſche
Landes=
zeitung zur Miniſterkriſe in Sachſen=Koburg=
Gotha meldet, haben Hofkammerpräſident v.
Baſſe=
witz, ſowie der Juſtitiar der Hofkammer, Geh.
Hof=
kammerrat Zeyes, dem Herzog ihre Entlaſſung
angeboten.
Waffenſendung für die Ulſterleute.
* London, 25. April. Aus Belfaſt wird gemeldet,
daß in der heutigen Nacht an drei Stellen der
Meeres=
küſte von Ulſter eine Ladung von 70000
Geweh=
ren und einer halben Million Patronen für die Ulſter=
Freiwilligen gelandet worden iſt. Es iſt dies die Ladung,
die im vorigen Monat auf dem Dampfer „Fanny” bei
einer däniſchen Inſel verladen wurde. Der Dampfer
„Fanny” hat dieſe Waffen auf hoher See auf einen
an=
deren Dampfer und dieſer wieder auf zwei kleinere Schiffs
übertragen. Der größte Teil der Waffen wurde in Lorne
ausgeſchifft. Das geſamte Freiwilligen=Korps war geſtern
nacht von Carſon mobiliſiert worden, wie es hieß, für
eine Probemobiliſation. Sie hatten einen dichten
Kor=
don um Lorne gebildet, ſo daß die Polizei machtlos war.
Ueber 200 Automobile ſtanden bereit und verteilten die
Waffen noch in der Nacht unter die Rebellen. Dieſe
ver=
hinderten die Polizei daran, die Behörden zu
benachrich=
tigen. In Belfaſt hat ſich eine größere Abteilung
Frei=
williger mit ihren Automobilen eingefunden, aber nur um
die Behörden hinters Licht zu führen. Dort wurde nichts
ausgeladen. Dieſer Streich gegen die Regierung iſt
voll=
kommen gelungen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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„Oekonom” am Dienstag, den 28. April, nachmittags 4—6
Uhr, halten. Es wird den Intereſſenten Gelegenheit
ge=
boten, ſich von der überraſchend einfachen, ſauberen und
ſparſamen Handhabung des „Oekonom” zu überzeugen,
indem vor deren Augen ganze Mahlzeiten, Braten und
Kuchen hergeſtellt und als Koſtprobe verteilt werden.
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Darmſtadt, den 25. April 1914.
Die Beerdigung findet Montag, den 27. April,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus ſtatt.
Nummer 114.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
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Allen Verwandten, Bekannten,
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un-
serer werten Nachharschaft für die
überaus zahlreichen Ehrungen, die
uns anläßlich unserer Silbernen
Hochzeit zuteil wurden,
insbeson-
dere der Singmannschaft der
Turn-
gemeinde, dem Hess. Fechtverein
„Waisenschutz” und dem
Werk-
meister-Bezirksverein Darmstadt
unseren herzlichsten Dank.
Darmstadt, den 25. April 1914.
Heinrich Brommer u. Frau
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Sommerdusgabe
des so überaus schnell beliebt gewordenen
Danksagung.
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Ver=
treter: Adolf Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Amerika” 23. April 10 Uhr 30 Min.
morgens von Neu=York über Cherbourg und Southampton
nach Hamburg. „Bosnia” nach Baltimore, 24. April
5 Uhr 50 Min. morgens Lizard paſſiert. „Dortmund”.
von Neu=York, Newport News nnd Boſton kommend,
24. April 7 Uhr morgens auf der Elbe. „Kaiſerin
Auguſte Victoria” nach Neu=York, 24. April 5 Uhr
30 Min. morgens Dover paſſiert. „Nicaria” von
Boſton, 23. April 8 Uhr abends in Neu=York. „Rhaetia”
22. April 7 Uhr morgens in Boſton: —— Weſtindien,
Mexiko: „Bavaria” nach Havanna und Mexiko, 24. April
6 Uhr morgens Queſſant paſſiert. „Wasgenwald” nach
Weſtindien, 23. April 11 Uhr morgens in Antwerpen. —
Südamerika, Weſtküſte Amerikas: „König Wilhelm II.‟,
von dem La Plata kommend, 24. April 1 Uhr morgens
in Hamburg. „Sevilla”, von dem La Plata kommend,
22. April 7 Uhr abends von Montevideo direkt nach
Hamburg. — Oſtaſien: „Arabia” 22. April 5 Uhr
nachm. von Kobe nach Moji. „Belgravia” 22. April
in Kobe, heimkehrend. „Emden” 23. April 12 Uhr
mittags von Algier nach Port Said, ausgehend.
„Preußen” 23. April 12 Uhr mittags in Antwerpen,
aus=
gehend. „Sithonia” 23. April von Marſeille nach
Havre. „Uckermark” 21. April 7 Uhr abends von Kobe
nach Yokkaichi. — Vergnügungsdampfer „Meteor”, vierte
Mittelmeerfahrt, 23. April 8 Uhr abends in Tunis.
Für die uns anläßlich des.
Ab=
lebens meiner lieben Frau, unſerer
guten Mutter bewieſene Teilnahme
ſagen wir unſeren aufrichtigſten Dank.
F. Büttner u. Kinder.
Darmſtadt, den 24. April 1914.
11140
Tageskalender.
Sonntag, 26. Apeil.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½ Uhr
(außer Abonnement): „Don Juan”
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Matinee der Kammermuſik=Vereinigung um 11¼ Uhr
im Saale des Muſikvereins.
Vortrag von Profeſſor Hattemer um 8 Uhr im „
Kon=
kordiaſaal” (Volksverein für das katholiſche
Deutſch=
land).
Unterhaltungsabend der Jugendvereinigung der
Petrusgemeinde um 7½ Uhr im Gemeindehaus.
Feſtball des Tanzlehrer=Verbandes um 7½ Uhr im
„Rummelbräu”
Wanderung des Odenwaldklubs nach Mainz (Abfahrt
6.29 Uhr).
Tanzausflug der Stenographen=Vereinigung
Ga=
belsberger nach Traiſa (Abmarſch um 2½ Uhr vom
Kapellplatz).
Tanzkränzchen um 4 Uhr in der „Stadt
Pfung=
ſtadt” — Kraft=Sportverein um 4 Uhr im Reſt. „
Roſen=
höhe‟
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. — Bürgerkeller um
4 Uhr. — Perkeo um 4 und 8 Uhr. — Reſt.
Schweizer=
haus zu Eberſtadt um 4 Uhr.
Generalverſammlung des Obſt= und
Gartenöau=
verbandes für den Kreis Darmſtadt um 3½ Uhr im
„Weißen Schwanen” zu Arheilgen.
Verſteigerungskalender.
Montag, 27. April.
Holzverſteigerung und Wieſenverpachtung
abends 6 Uhr in der Brücherſchen Wirtſchaft zu
Ar=
heilgen.
Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Duic und Beriagt 2. g. Filicſe Haſbuchtuchant.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil,
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
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liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
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Nummer 114.
Seite 11.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund (zugelaufen). Die Hunde können von
den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(10694
Beſichtigung von Mietwohnungen u. Feuerſtätten.
Die Wohnungs= und Feuerſtätten=Beſichtigung findet
gegen=
wärtig im fünften Polizei=Revier ſtatt.
(10721ggg
Darmſtadt, den 24. April 1914.
Das Baupolizeiamt.
Steinberger.
us der Landrichter Dr. Müller’ſchen Stiftung zu Darmſtadt
ſind durch die unterzeichnete Behörde vier Unterſtützungslegate
von jährlich 500 Mk. an bedürftige elternloſe Studierende der
Rechtswiſſenſchaft aus den Provinzen Starkenburg oder Oberheſſen
zu vergeben. Bewerbungen um dieſe Legate ſind binnen vier Wochen
bei der unterzeichneten Behörde einzureichen.
(10653
Darmſtadt, den 23. April 1914.
Großherzogliches Miniſterium der Finanzen
Abteilung für Finanzwirtſchaft und Eiſenbahnweſen
In Erledigung: Dr. Rohde.
Entfernung der Herbſtzeitloſe.
Die Herbſtzeitloſe findet ſich auf den Wieſen ſtellenweiſe in
größerer Menge vor. Um die Weiterverbreitung dieſer ſchädlichen
Pflanze zu verhüten, fordere ich die Wieſenbeſitzer auf, die
Ent=
fernung der Herbſtzeitloſen bis zum 10. k. Mts. vorzunehmen,
andernfalls dies auf Koſten der Säumigen, deren Beſtrafung
außer=
dem nach § 37 des Feldſtrafgeſetzes veranlaßt wird, erfolgen muß.
Darmſtadt, den 24. April 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
(10722gg
J. V.: Jaeger.
Städtiſches Leihamt Darmſtadt.
Betreffend: Erneuerung der Verſatzzeit von Pfändern.
Die Verſatzzeit der im April 1913 verſetzten Pfänder (rotes
Pfandſchein=Formular) Nr. 1 bis einſchl. Nr. 2829 iſt nunmehr
erneuern zu laſſen.
Wir fordern die Pfandſchuldner zur Erneuerung der Verſatzzeit
mit dem Bemerken auf, daß dieſelbe von jetzt ab bis zu dem betr.
Verfalltage ſtattfinden muß. Nach Ablauf dieſer Friſt können die
verfallenen Pfänder nur noch ausgelöſt werden.
.
Darmſtadt, den 1. März 1914.
Die ſtädtiſche Leihamtsverwaltung.
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Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Kaufmanns
Karl Gehbauer zu Darmſtadt iſt
zur Abnahme der Schlußrechnung
des Verwalters, zur Erhebung von
Einwendungen gegen das
Schluß=
verzeichnis der bei der Verteilung
zu berückſichtigenden Forderungen
der Schlußtermin auf:
Mittwoch, den 20. Mai 1914,
vormittags 9 Uhr,
vor dem Großh. Amtsgerichte I
hierſelbſt, Zimmer Nr. 219,
be=
ſtimmt. In demſelben ſollen auch
die nachträglich angemeldeten
For=
derungen geprüft werden. (10687
Darmſtadt, 21. April 1914.
Der Gerichtsſchreiber
des Großh. Amtsgerichts I.
Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des Edmund
Schrei=
ner von Darmſtadt wird Termin
zur Erklärung über Genehmigung
eines abgeſchloſſenen Vergleichs
und zur Prüfung der nachträglich
angemeldeten Forderungen auf:
Samstag, den 9. Mai 1914,
vormittags 11 Uhr,
Zimmer 201
beſtimmt.
(10686
Darmſtadt, 24: April 1914.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Bekanntmachung.
In unſerem Handelsregiſter A.
vurde heute die Firma A. u. J.
Gandenberger in Pfungſtadt
ge=
löſcht.
(10655
Darmſtadt, 21. April 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
Die Firma Philipp JacobyII.
in Ober=Ramſtadt iſt übergegangen
auf Otto Jacoby daſelbſt. Dieſer
führt das Geſchäft unter der Firma
Philipp Jacoby II. Nachfolger,
Inhaber Otto Jacoby” weiter.
Die in dem Geſchäft begründeten
Verbindlichkeiten ſind bei dem
Er=
werb durch Otto Jacoby nicht mit
übernommen. Die dem Philipp
Jacoby II. ſeither erteilte Prokura
(10658
iſt erloſchen.
Eintrag in das Handelsregiſter
iſt erfolgt.
Darmſtadt, 21. April 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
In das Handelsregiſter iſt am
21. April 1914 die durch
Geſell=
ſchaftsvertrag vom 18. April 1914
errichtete Arthur Andreas und
Com=
pagnie, Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung, mit dem Sitz in Ober=
Ramſtadt, eingetragen worden.
Gegenſtand des Unternehmens iſt
die gewerbliche Herſtellung und der
Vertrieb von Celluloid= Waren,
ſpeziell Kämmen, Haarſchmuck und
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Das Stamm=Kapital beträgt
25 000 Mark.
Geſchäftsführer ſind: Fabrikant
Siegfried Reichenbach zu Darm
ſtadt, Fabrikant Ernſt Beſſunger
daſelbſt, Kaufmann Arthur Andreas
zu Ober=Ramſtdt.
Zur Vertretung der Geſellſchaft
iſt ein Geſchäftsführer nur in
Ge=
meinſchaft mit einem zweiten
Ge=
ſchäftsführer berechtigt. Die
Stamm=
einlage des Geſchäftsführers Arthur
Andreas im Betrage von 5000 M.
iſt durch Einbringen ſeiner
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ſchaft iſt auf 10 Jahre beſtimmt.
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heute eingetragen: Firma:
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Inhaber: derſelbe. Prokuriſt:
Johannes Dintelmann in Pfung=
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ſtadt.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Nummer 114.
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1. Einzelkarten 20 Pfg.
2. Abonnementskarten für die ganze Badesaison
für Einzelpersonen 6 Mk.
3. Desgl. für Familien für die ganze Badesaison 8 Mk.
4. Für Angehörige werden auf den Namen lautende
Beikarten ausgestellt, und zwar für Kinder bis zu
18 Jahren frei, während für über 18 Jahre alte
Familienglieder je 1 Mk. zu zahlen ist.
Die Inhaber von unverzinslichen Anteilscheinen zu
20 Mk. geniessen für jeden Anteilschein eine Ermässigung
des Abonnementspreises um 1 Mk.
b) Eintrittspreise für Nichtmitglieder:
1. Einzelkarten 35 Pfg.
2. Abonnementskarten für die Badesaison 12 Mk.
für jede einzelne Person. (Familienkarten werden
an Nichtmitglieder nicht abgegeben.)
Allen Besuchern des Bades wird ein von
einem Arzt verfasstes Merkblatt über das
Verhalten im Luftbad ausgehändigt.
3. Der Tennisplatz
Tennisspieler zahlen für eine auf den Namen lautende
Abonnementskarte für die Saison 4 Mk. Nichtabonnenten
zahlen für die Person und Stunde 10 Pfg.
Der Tennisplatz ist in erster Linie für unsere
Mitglieder bestimmt, Durch Mitglieder einzuführende
Nichtmitglieder bezahlen 6 Mk. bezw. 15 Pfg.
Mit Ausnahme vorstehender Preisänderungen gelten für
den Besuch des Spielplatzes, des Licht-Luft- und
Sonnen-
bades, sowie des Tennisplatzes die in den Satzungen
fest-
gestellten Bedingungen, die auch von Nichtmitgliedern zu
beachten sind. Herausgreifen wollen wir dass das Rauchen
nicht gestattet ist und dass Hunde auf den Platz nicht
mitgenommen werden dürfen. Den Anordnungen des
Vor-
standes sowie des Aufsichtführenden ist jederzeit Folge zu
geben. Etwaige Wünsche nehmen die Mitglieder des
Spiel-
platz-Ausschusses entgegen. — Die Karten für die Bäder werden
nur auf dem Spielplatz von dem aufsichtführenden Herrn
ausgegeben. Die Aufnahme neuer Milglieder kann dagegen
nur bei dem Vorsitzenden des Vereins, Herrn
Stadtver-
ordneten Saeng, Kirchstrasse 20, erfolgen. (10474fg
Darmstadt, 24. April 1914.
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Der Sieg des Herzens.
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Nachdruck verboten.)
22)
Er erhob den Revolver und drückte die kalte
Mün=
dung an die Schläſe. Ein leiſer Schauder durchrieſelte
ihn — ein leichter Druck des Fingers, und alles war zu
Ende. Er ſchloß die Augen — da fühlte er einen weichen,
warmen Arm ſich um ſeinen Hals legen, und eine
zit=
ternde Hand drückte ſeine Hand mit der Waffe nieder.
Hans, mein lieber Hans, was willſt Du tun? flüſterte
eine angſtvoll bebende Stimme.
Eva!
Er blickte in das blaſſe Geſicht, in die tränengefüllten
Augen Evas — die Waffe entſank ſeiner Hand.
Eva kniete neben ihm nieder, ergriff ſeine Hände und
ſah flehend zu ihm auf. Ich verlaſſe Dich nicht, Hans,
flüſterte ſie, was auch geſchehen mag. Ich habe Dich ja
ſo lieb — ſo lieb . . . .
Wie himmliſche Muſik klang die ſanfte Stimme in
ſeinem Herzen, in ſeiner Seele wider. Noch war nicht
alles verloren, wenn treue Liebe um ihn ſich ſorgte.
Verzeih mir, Eva, ſtammelte er. Ich wußte ja nicht,
was ich tat . .
Wir wollen treu zuſammenhalten, Hans — und es
wird alles wieder gut werden.
Bleibe bei mir, Eva, dann fürchte ich das Leben nicht.
Ich will bei Dir bleiben, Hans — fürchte Dich nicht.
Sein Haupt ſank auf ihre Schulter; erleichternde Tränen
perlten ihm über die Wangen.
Auf dem Korridor des Moabiter Gerichtsgebäudes
ging es lebhaft zu. Die Verhandlung gegen Rautheim
und Genoſſen wegen gewerbsmäßigen Glücksſpiels ſtand
auf der Tagesordnung, und ſowohl die Staatsanwaltſchaft
wie anch de Beriehlaung haite geſtracße Zeign
ge=
laden.
Die Anwälte mit ihren gefüllten Aktenmappen eilten
mit wichtigen Geſichtern durch die Menge der Wartenden;
Schreiber mit dicken Aktenſtößen haſteten vorüber, ſuchten
ihre Chefs, verſchwanden in den verſchiedenen Bureaus,
kamen wieder zurück, antworteten mit wichtigtueriſchen
Mienen auf Fragen, die dieſer oder jener an ſie richtete,
und liefen davon, als hätten ſie keine Minute Zeit.
In plaudernden Gruppen ſtand das Publikum der
Zeugen und der neugierigen Zuhörer umher.
Zeitungs=
reporter ſpitzten ihre Bleiſtifte und ſchauten ſich mit
lä=
chelnder Miene um, als wollten ſie ſagen: Das iſt alles
für uns nichts neues — wir ſind hier zu Hauſe und laſſen
uns nicht imponieren! — Zeugen, die zum erſtenmal mit
dem Gericht in Berührung kamen, ſtanden in ſtummer
Verlegenheit in den Fenſterniſchen. Andere ſuchten durch
lautes, ſcheinbar harmloſes Benehmen den Anſchein der
Erfahrung und Sorgloſigkeit zu erwecken. Zweifelhafte
Geſtalten ſchlichen vorüber, mit dieſem und jenem leiſe
flüſternd, einer den Verſuch machend, ſich an einen Zeugen
oder Anwalt heranzudrängen.
Beamte in Uniform ſchritten würdevoll daher, die
Umſtehenden mit ſtrengen Blicken meſſend, als wollten ſie
ſagen: Muckſt euch nicht oder wir faſſen euch am Kragen.
Es herrſchte eine gedrückte, ſchwüle, muffige Luft in
den überheizten Räumen; draußen ſtürmte der Wind des
erſten Frühlings und warf kalte Regenſchauer an die
Fenſter, die vor Näſſe trieften. Ein Geruch von naſſen
Mänteln und Kleidern, ein Dunſt von ſchwitzenden
Men=
ſchen erfüllte die Luft und erſtickte jeden freien Atemzug.
In einer Gruppe ging es beſonders lebhaft zu.
Meh=
rere Perſonen hatten ſich um Carl Adolf Borchers
ver=
ſammelt, und der kleine Haarkünſtler ſetzte ihnen ſeine
Auffaſſung der Sachlage auseinander.
I0 am Zun haen, nehne deret, ih berſche 6 von der Sache. Ich bin nämlich Friſeur und
Coif=
feur und beſchäftige mich mit der wiſſenſchaftlichen
Haar=
pflege — das iſt ein großer Unterſchied, meine Herren!
Ich bin kein gewöhnlicher Barbier — nee, beileibe nicht.
Und dadurch bin ich denn in ſehr vornehme Kreiſe
gekom=
men und weiß, wie es in ihnen zugeht . . . .
Schwatz keinen Unſinn, Borchers, brummte ſeine neben
ihm ſtehende Frau. Du kommſt ſonſt noch in
Ungelegen=
heiten.
J Gott bewahre! Wie ſollte ich wohl? Was ich
aber ſagen wollte, meine Herren, in vornehmen Kreiſen
da wird viel Karten geſpielt . . . .
Anderswo auch! rief eine lachende Stimme.
Jawohl, Schafskopf und Kümmelblättchen, erwiderte
Borchers eifrig. Aber das iſt in den vornehmen Kreiſen
nicht Mode — da geht’s nicht um den GGroſchen, da geht
es um Taler und Zwanzigmarkſtücke . . . .
Dat kommt auf eins heraus! rief ein anderer. Dat
kommt nur auf’s Portemonnaie an.
Freilich — freilich — auf’s Portemonnaie kommt es
an. Und was den Herrn Baron Rautheim anbetrifft . . „
Der hat’s große Portemonnaie . . . .
Aber dat Geld hat er nich!
Nee — das hat ſeine Frau . . .
Alles lachte. Vergebens ſuchte ſich Carl Adolf Gehör
zu verſchaffen. Ein Gerichtsdiener mit einem gewaltigen.
Bart ging vorüber und ſagte mit barſcher Stimme:
Ma=
chen Sie hier nich ſon Radau. Sie ſind hier nicht in
Ihrer Stammkneipe . . .
Nanu? — Man kann ſich doch freundſchaftlich
unter=
halten, meint jemand.
Doch der Gerichtsdiener warf ihm einen ſtrengev
Blick zu und verſchwand dann in dem Gerichtsſaal.
Man lachte hinter ihm drein.
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Nummer 114
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hieß es.
Ja, die Beamten . . . wollte Carl Adolf wieder
an=
fangen, aber Frau Borchers ergriff ihn feſt bei dem Arm
und führte ihn beiſeite, energiſch auf ihn einſprechend, ſo
daß ſich der kleine Haarkünſtler ängſtlich duckte.
In einer anderen Gruppe ſtanden der
Bauunterneh=
mer, der „Bankier”, der Major a. D. mit dem hiſtoriſchen
Namen und der Theaterſchriftſteller zuſammen, welche an
dem verhängnisvollen Abend mitſiſtiert worden waren,
und erörterten den Fall.
Man nicht einſchüchtern laſſen! ſagte der
Bauunter=
nehmer mit ſenem breiten Lachen. Bange machen gilt
nich, meine Herren. Wat wir in eine Privatgeſellſchaft
treiben, ght dem Kriminal gar nichts an. Ick werd es
dem Hekrn Gerichtshof ſchon deutlich machen — dadruff
können Sie ſich verlaſſen.
’s iſt aber doch ne ärgerliche Geſchichte, meinte der
Major. Wenn es in die Zeitung kommt.
Schadet nichts, Herr Major, unterbrach ihn lächelnd
der Theaterſchriftſteller. Vor der Oeffentlichkeit habe ich
keine Angſt.
Ja — Sie! Das macht für Sie wohl Reklame?
Ja — tut es auch. Wiſſen Sie, was ein berühmter
Schauſpieler ſagte: Schreiben Sie über mich, meine
Her=
ren, jeden Tag eine Notiz — und wenn Sie ſchreiben, ich
hätte ſilberne Löffel geſtohlen — mir iſt’s recht .
Sehen Sie, ſo ſtehe ich zu der Sache. Ich pfeife auf die
ganze Geſchichte.
Ja, Ihnen ſchadet’s nicht. Aber mir kann es die
Bnifoxm koſten.
Sie ichemn ſe ſe dach nicht nechr an, Mter=
Das verſtehen Sie nicht .
Keinen Streit, meine Herren, unterbrach der
Bau=
unternehmer das Geſpräch. Wir müſſen zuſammenhalten,
und unſeren Freund Rautheim dürfen wir nicht in der
Patſche ſitzen laſſen . .
Eine Glocke ertönte. Gerichtsdiener liefen hin und
her. Eine barſche Stimme rief: Rautheim und Genoſſen.
Aha, jetzt kommen wir an die Reihe, ſagte der
Bau=
unternehmer, und alle drängten nach der Tür des
Ge=
richtsſaales.
In einer Fenſterniſche lehnte Hans und beobachtete
ſchweigend das Treiben um ihn. Er ſah blaß und
abge=
magert aus; ein müdes Lächeln ſchwebte auf ſeinen
Lip=
pen, wie von einem unterdrückten Seufzer. Seine Augen
blickten melancholiſch und teilnahmslos in die Menge,
aber ſeine Haltung war ſtraff, faſt ſtolz emporgerichtet.
Da ſchmiegte ſich eine weiche Hand in die ſeinige.
Eva ſtand neben ihm und ſah lächelnd zu ihm auf.
Weshalb ſo traurig, Hans? ſprach ſie leiſe. Dieſe
Stunde wird auch vorübergehen . .
Ja, wie alles im Leben, Eva, entgegnete er mit
trü=
bem Lächeln. Du haſt recht, es iſt nicht der Mühe wert,
ſich über etwas zu grämen . . . .
Nicht dieſe verzweifelte Stimmung, Hans, bat ſie.
Es wird alles gut werden. Du haſt doch jetzt ſchon wieder
Beſchäftigung gefunden.
Freilich — als Schreiber . . .
Nun, es iſt doch ehrliche Arbeit, Hans.
Ich ſchäme mich ihrer nicht. Dir und Deinen Eltern,
Eva, muß ich vor allem dankbar ſein. Was wäre aus mir
geworden, wenn Ihr mir nicht geholfen hättet!
Srich des nich denider Bir woiſter in dach dai
es Deine Schuld nicht war, daß Du in dieſe Schwierigkeit
geraten biſt.
Es war meine Schuld, mein Leichtſinn, Eva!
Wir wollen es vergeſſen, Hans. Ein neues Leben
liegt vor uns.
Ein neues Leben — wenn es nur auch ein gutes,
er=
folgreiches Leben iſt!
Hans — wir wollen zuſammenhalten.
Von ganzem Herzen, Eva.
Sie drücken ſich heimlich die Hände. An ihrer treuen
Liebe, an ihrem Mut und an ihrer Kraft richtet auch er
ſich wieder auf. Das Schwerſte lag ja ſchon hinter ihm.
Mit ſeinen Gläubigern hatte er ſich abgefunden; durch
den Juſtizrat Walterburg hatte er in dem Kontor einer
Bank eine Beſchäftigung erhalten, durch die er ſein Leben
notdürftig beſtreiten konnte. Carl Adolf Borchers und
ſeine Gattin gaben ihm Koſt und Wohnung, und Evas
treue Liebe warf einen hellen goldigen Schein in ſein
ein=
ſames, arbeitsvolles Leben.
Aber die alte Spannkraft, die frühere
Lebensfreudig=
keit wollten noch immer nicht zurückkehren. Er fühlte noch
immer den Druck der Schuld auf ſeinem Leben, auf
ſei=
nem Denken laſten, und oftmals ſchienen ſich düſtere
Wol=
ken auf ſein Leben zu ſenken, die ihm jeden Weg in die
Freiheit, jeden Weg zum Licht verſperrten.
Es war etwas in ihm erſtorben — die Freude am
Leben — das Vertrauen auf ſich ſelbſt, das erſt langſam
durch treue, liebevolle Pflege wieder zu neuem Daſein
erbbihen konnte.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 114.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
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Der Sport des Sonntags.
sr. Mit dem Vorrücken der Jahreszeit nehmen auch
die rennſportlichen Veranſtaltungen an Zahl
wie an Bedeutung zu. An 9 verſchiedenen Rennplätzen
wird am Sonntag ſchon auf dem grünen Raſen gekämpft;
eine Zahl, die auch zur Zeit der ſportlichen Hochſaiſon im
Mai oder Juni nicht mehr weſentlich übertroffen wird.
Der Flachrennſport iſt jetzt in Hamburg auf ſeiner letzten
Etappe im Reiche angelangt, bevor am nächſten Sonntag
die Kampagne in der deutſchen Trainingszentrale
Hoppe=
garten beginnt. Im Mittelpunkte des zweitägigen
Mee=
tings auf dem Horner Moor ſteht das mit 20000 Mark
ausgeſtatete Frühjahrs=Handikap. In dem Felde des
1800=Meter=Rennens befindet ſich eine ganze Anzahl von
Pferden, die ihre Klingen ſchon in dem vorangegangenen
Ausgleichsrennen gekreuzt haben. Eine erſte Chance beſitzt
Chateauguay, der Vierte aus dem Großen Kölner
Früh=
jahrs=Handikap, der dort ein ſehr unglückliches Rennen
hatte. Seine gefährlichſten Gegner ſtecken in dem
Wein=
bergſchen Pirol und Lockruf. In den übrigen Rennen ſind
Moſel, Aſtarte Potoskaff, Nicolo, Buoy and Gull und
Hamilton in Front zu erwarten. Am Montag ſteht im
Godeffroy=Rennen die erſte bedeutendere Dreijährigen=
Furnen, Spiele und Sport.
* Rad= und Motorrennen in Darmſtadt. Am
Sonn=
tag den 3. Mai, hält der Velocipedtlub auf der hieſigen
Radrennbahn ſeine Eröffnungsrennen ab. Was man
bis=
her vom Velocipedklub ſah, war in jeder Beziehung
ein=
wandfrei. Die diesjährige Rennſaiſon wird mit einem
Programm eröffnet werden, das alle bisher gebotenen
Rennen bei weitem übertrifft. Außer erſtklaſſigen
Flieger=
rennen finden 5 Dauerrennen für Berufsfahrer mit
Mo=
torſchrittmachern ſtatt und ſind wir überzeugt, daß dieſe
auf das ſportliebende Publikum ihre Anziehungskraft nicht
verfehlen werden. (Näh. ſ. Anz.)
* Radrennen. Mainzer Sportplatz. Mit dem
neuen karoſſerierten Fahrrad, dem Brennabor=
Fiſch, der zum erſten Male in Süddeutſchland gezeigt wird,
beſtreitet heute Sonntag, an dem die Eröffnungs=
Rennen ſtattfinden, Pawke=Berlin ein Rennen gegen die
Meiſterfahrer Böſchlin und van Gent.
Piſung dieſes Zahres zur Enſcheldung. Die Graditzerin
Granada hat es in dem 15000 Mark=Rennen hauptſächlich
mit Grazie aus dem Weinbergſchen Stalle und Harmonie
zu tun.
In der Reichshauptſtadt lädt wiederum Karlshorſt zu
Gaſte. Von den beiden Hauptnummern iſt das Hürden=
Rennen der Vierjährigen trotz des anſehnlichen
Prei=
ſes von 15000 Mark ſehr ſchwach beſetzt. In dem Quintett
iſt Exarch zu beachten, da Saul mit 70 Kilogramm trotz
ſeiner Klaſſe ein mehr als hohes Gewicht zu ſchleppen hat.
Stärker beſetzt iſt der Silberne Humpen, eine Herren=
Steeple=Chaſe über 4200 Meter. Der für dieſes=Rennen
aufgeſparte Galbally (Lt. Erbprinz zu Bentheim) ſollte
das Ende unter ſich ausmachen. In den übrigen Rennen
ragen Quodlibet, Schlagwerk, Arnara, Giabar, Pois de
Senteur und Fife Honours hervor. Die anderen Meetings
in Horſt=Emſcher, Leipzig, Frankfurt a. M., Nürnberg,
Oels, Thorn=Mocker und Beeskow weiſen keine
Konkur=
renzen von weitgehenderer Bedeutung auf. — In Wien
wird den öſterreichiſchen Derby=Kandidaten in den Trial=
Stakes zum erſten Male ernſtlich auf den Zahn gefühlt.
Heißer Favorit in dem 46000 Kronen=Rennen iſt Graf G.
Andraſſys Had laſſuk. Paris bringt Longchamps im Prix
Biennial ebenfalls eine wertvolle Dreijährigen=Prüfung,
und im La Coupe eine mit 25000 Francs ausgeſtattete
Steherprüfung, die für den Beſitzer des Siegers einen
Ehrenpreis im Werte von 10000 Francs vorſieht.
Auffallend ſchwach iſt es mit dem Radſport
be=
ſtellt, da in Deutſchland lediglich an drei Plätzen
Bahn=
rennen ſtattfinden. Das Goldene Rad von Friedenau, ein
100 Kilometer=Rennen in zwei Läufen von je 50 Kilometer,
gelangt zum zweiten Male in Treptow zur Entſcheidung.
Miquel, Janke, Demke und Stellbrink gehören zu den
Be=
werbern. In den Fliegerrennen dürfte wieder Lorenz
dominieren. In Erfurt ſtarten Nettelbeck. Kjeldſen,
Alt=
wein und Timmermann, während ſich in Main z
Böſch=
lin, Pawke und van Gent begegnen. Auf der Landſtraße
wird der Große Straßenpreis von Hannover, veranſtaltet
von der Allgemeinen Radfahrer=Union, entſchieden. Das
300 Kilometer=Rennen ſieht als Neuheit zum erſten Male
eine Gruppe der Militärfahrer unter den Startern. —
Deutſche Fahrer befinden ſich in Mailand, wo ſich Arend,
Stabe und Wegener an den Eröffnungs=Rennen
beteili=
gen. Auf der Pariſer Buffalobahn wird die Hauptnummer
biehmat nicht hinter Moloren, ſonderm mit
Tandenſüh=
rung, ausgefahren. Die franzöſiſchen Straßenfahrer
be=
gegnen ſich auf der Strecke Paris=Menir, während die
Belgien ſich an der in Brüſſel beginnenden Rundfahrt
durch Belgien beteiligen.
Im Fußballſport fällt die Entſcheidung der noch
ausſtehenden Meiſterſchaften von Südoſt= und
Mittel=
deutſchland. In den Schlußſpielen ſtehen ſich in Forſt i. L.
Askania=Forſt und Sportfreund=Breslau, und in Leipzig
Verein für Bewegungsſpiele und die Spielvereinigung
gegenüber. Von den verſchiedenen Geſellſchaftsſpielen iſt
die Begegnung zwiſchen Holſtein=Kiel und Herta=Berlin
in der Reichshauptſtadt, von Viktoria in Prag mit dem
dortigen Deutſchen Fußballklub und von dem Berliner
Ballſpielklub in Hannover mit Eintracht hervorzuheben.
In Amſterdam findet der Länderwettkampf zwiſchen
Hol=
land und Belgien ſtatt.
Der Hockeyſport bringt die Entſcheidung um die
Berliner Meiſterſchaft, die am Sonntag vormittag zwiſchen
Teutonia=Volksſport und Berliner Sportklub vor ſich geht.
— Einen glänzenden Verlauf verſpricht das internationale
Schwimmfeſt des Magdeburger S. C. 1896 zu
neh=
men, zu deſſen zweitägiger Veranſtaltung ſich Schwimmer
aus England, Belgien, Oeſterreich und Ungarn
eingefun=
den haben.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
ſeinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 del
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Auf einigen ſtädtiſchen Aemtern iſt ein Stadtplan
von Darmſtadt im Maßſtab 1:5000 aufgehängt. Es iſt
dies das neueſte Erzeugnis des ſtädtiſchen
Vermeſſungs=
amtes, und iſt dieſer Plan gewiß mit großen Unkoſten
her=
geſtellt worden. Auf Befragen, wo man den Plan
echal=
ten könne, wurde mir geſagt, der Plan ſei nur in einigen
Exemplaren und nur für ſtädtiſche Zwecke hergeſtellt
wor=
den. Ich frage deshalb an, warum wird dieſer, für jeden
Gewerbetreibenden Geſchäftsmann uſw. äußerſt
brauch=
bare Plan nicht in größerer Maſſe hergeſtellt und verkauft?
Es könnten hiermit wenigſtens die Koſten für die
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Nr. 14.
Sonntag, 26. April.
1914.
Berliner Stimmungsbilder.
Von Paul Lindenberg.
(Nochdruck verboten.)
Frühlingsboten. — Die erſten Kongreſſe. — Lücken. — Zur
Kritik Berlins. — Der vorurteilsloſe Herr Profeſſor.
Berliner und ruſſiſche Verhältniſſe. — Glückliches
Zaren=
land. — Was uns ſonſt der Lenz noch bringt. — Ein
Ge=
ſellſchaftskapital. — Die Freude an der Natur. — Auf dem
grünen Raſen. — Die Buchmacherkrankheit. —
Weltſtadt=
ſzenen. — Erlebte Romane.
Wenn die Blätter ſpießen und die Knoſpen ſich
zwi=
ſchen ihnen leis hervorwagen, wenn der Frühling auch
in=
mitten der Weltſtadt endloſen Häuſerreihen ſeinen holden
Zauber entfaltet, dann kommen außer den Verlobungen
und gelegentlichen geſellſchaftlichen Skandälchen noch
an=
dere Ergebniſſe winterlicher ſtiller Arbeiten ans
Tages=
licht: die Kongreſſe. Ihr Vortrab iſt ſchon bei uns
erſchienen, indem ſich hier die Chirurgen und die
Mitglie=
der der deutſchen Röntgen=Geſellſchaft zu wichtigen
Ver=
ſammlungen mit bedeutſamen wiſſenſchaftlichen
Erörte=
rungen und Vorträgen vereinten. Und nun wird ſich ihnen
gar raſch eine lange Gefolgſchaft anſchließen, iſt doch
Ber=
lin beſonders beliebt zu derartigen Veranſtaltungen, da
man hier bekanntlich ſo außerordentlich günſtige
Gelegen=
beit zur gemeinſamen anſtrengenden und anregenden
Ar=
beit hat! So anſtrengend und anregend, daß manchen
Kongreßteilnehmern von all’ den Mühen und Plackereien
noch am nächſten Morgen der Kopf brummt und ſie ſo müde
ſind, daß ſie erſt in der friſchen Luft des Tiergartens oder
Grunewalds Erholung ſuchen müſſen zu weiteren
Forſch=
ungen im Zauberbanne Berlins.
So zahlreich aber auch die Kongreſſe ſein werden, die
in den nächſten Monaten hier ſtattfinden, es dürften doch
noch einige Lücken auszufüllen ſein, zu denen wir uns mit
der bekannten Hochachtung dieſen und jenen Vorſchlag
er=
lauben. So wäre ein Kongreß ſicherlich ſehr intereſſant,
auf welchem die ſchlechten Eigenſchaften der
Berliner gründlich kritiſiert und Mittel zur
Verbeſſe=
rung ihres Charakters vorgeſchlagen werden. Als
ver=
ſtändnisvollſter Redner dürfte Herr Profeſſor Werner
Sombart das große Wort führen, denn dieſer
hervor=
ragende Zeitgenoſſe hat dieſer Tage in einem vielgeleſenen
hieſigen Blatte die Berliner und Berlinerinnen ganz
ge=
hörig mitgenommen, und zwar im Vergleich mit ruſſiſchen
Zuſtänden, die dem betreffenden Herrn Profeſſor vielfach
in roſigem Licht erſcheinen. Nun die deutſchen Luftſchiffer,
die man ſchon ſeit Monaten in Perm feſthält und andere
Reiſende, die ſich auch ein bischen auf dem Erdball
umge=
ſehen, dürften anderer Meinung ſein, aber was will das
ſagen gegen ein Wort dieſes berühmten Lichtes der
Natio=
nalökonomie und aller ſonſtigen Weltweisheit! Er findet
eben breite Maſſen der Berliner Bevölkerung brummig
und flegelhaft er wird in unſeren Reſtaurants und
Ge=
ſchäften ſehr ſchlecht bedient, die Kutſcher ſchneiden ihm
Grimaſſen, die Friſeure antworten nicht auf ſeine
wiß=
begierigen Fragen, die Portiers weiſen jeden Nickel=
Händedruck mit beißender Satire zurück, jede ihm erwieſene
Dienſtleiſtung wird nur verächtlich und widerwillig
ge=
tan. Das iſt eben der neue Mittelſtand”, der nach der
An=
ſicht des bedeutenden Gelehrten „unſere ganze Kultur ver=
kitſcht‟. In Rußland iſt das alles ganz anders, da ſind die
Leute höflich, gebildet, hochkultiviert, oh, du glückliches
Rußland und du armſeliges Berlin! Ja, wie ſteht’s denn
aber dann, wenn Herr Profeſſor Werner Sombert hier im
Winter ſeine Vorträge hält, für die ganz gehörig die
Trom=
mel gerührt wird — verzichtet er da auf den unſere
Kul=
tur verkitſchenden Mittelſtand, der nach allgemeiner
An=
ſicht bildungsluſtiger und =fähiger wie in jeder anderen
Weltſtadt iſt? Denn dieſer Mittelſtand gibt auch gern Geld
aus, wenn er Neues und zugleich Wiſſenswertes zu hören
bekommt, aber nach den obigen Proben der ſcharfen, ſo
gründlichen Beobachtungsgabe des Herrn Profeſſors wird
er es ſich wohl reiflich überlegen, ob er den Worten dieſer
Berühmtheit im Studium der Völker und Weltſtädte auch
fernerhin lauſchen ſoll.
Zu anderen Ergebniſſen über die Berliner kommt der
Mitarbeiter eines der größten Londoner Blätter, der in
mehreren Aufſätzen unſer geſelliges Leben
be=
leuchtet und hervorhebt, in welch beſonderer Weiſe da
Ber=
lin ſeine viel älteren Schweſtern an der Seine, Themſe
und Donau übertrumpft. Der Engländer wundert ſich
immer von neuem über die Fülle leckerer und ſeltener
Dinge, die in den den Anforderungen des Magens
dienen=
den Geſchäften ausliegen. Nicht bloß an einzelnen Stellen,
wie in Paris und London, von Wien ganz zu ſchweigen,
ſondern an vielen Dutzenden, über die ganze Stadt
ver=
ſtreuten Plätzen. Entfernungen ſcheinen in der
Heran=
bringung all’ des Schönen überhaupt keine Rolle mehr zu
ſpielen; wenn der Winter noch ſeine Herrſchaft ausübt.
leuchten uns ſchon friſche Kirchen und Erdbeeren und
Pfirſiche entgegen, von der Riviera und dem ſüdlichen
Frankreich kommend Afrika ſchickt uns ſeine ſchönſten,
grad’ gepflückten Feigen, Kalifornien ſeine Grape=Früchte,
Auſtralien ſeine köſtlichen Pflaumen; Spargel und ſonſtige
junge Gemüſe, die man hier früher nur im Sommer
be=
kam, ſind überhaupt nicht mehr an die Saiſon gebunden,
auf den durch die Straßen gezogenen Handwagen türmen
ſich zu ganzen Bergen Apfelſinen und Bananen, die zu
bil=
ligſten Preiſen angeboten werden. Bezüglich der
Tafel=
freuden wird hier ſicher ein Zuviel getrieben und den
leiblichen Genüſſen ein gar zu großer Wert beigemeſſen.
Das erſchwert vielfach die Geſelligkeit und mutet jenen
Familien, die ſie nicht entbehren können oder wollen, recht
beträchtliche Ausgaben zu, die durchaus nicht immer mit
den Einnahmen harmonieren. Es iſt daher zu verſtehen,
daß der Kaiſer den Wunſch geäußert hat, es möchten
be=
züglich dieſer gaſtronomiſchen Freuden gewiſſe
Einſchrän=
kungen eintreten und man möchte auch endlich mit der alten
Unſitte brechen, daß meiſt nach Beendigung der Tafel die
Damen und Herren ſich abſondern, letztere um dem geliebten
Havannakraut und dem kühlen Naß aus Pilſen oder
München zu huldigen.
Vorläufig iſt ja dies Kapitel des Berliner Lebens
ab=
geſchnitten; jetzt huldigen die Berliner dem Frühling!
Die Freude an der Natur iſt, trotz manch gegenteiliger
Anſichten, bei dem Großſtädter lebhaft ausgeprägt, das
zeigt uns jeder dieſer ſchönen Apriltage von neuem.
Be=
ſucht mal jetzt die äußeren Stadtteile, namentlich in den
Abendſtunden, nachdem dort die ſchrillen Pfiffe der
Fabri=
ken das Ende regſamer Tagestätigkeit verkündet; beſucht
jene langen Straßenzüge, die ſich längs der Ringbahn
ausſtrecken, bis zu weiten Flächen, die der Bebauung
har=
ren. Die gewaltigen, vierſtöckigen Häuſer enthalten meiſt
nur zweizimmerige Wohnungen, aber die Mehrzahl iſt
mit einem kleinen Balkon verſehen, der jetzt von Groß und
Klein mit rührender Sorgfalt ausgeſchmückt wird, mit
billigen Blumen in ſelbſtgezimmerten, grün geſtrichenen
Käſten, mit Efeu= und Weingerank, mit Schlingpflanzen,
die ſpäter die berühmte und erſehnte Laube hoch über dem
Straßengetümmel bilden ſollen. Und wie zeigt ſich nun
erſt jene Liebe zur Natur an den Sonntagen, an denen
Hunderttauſende das Weichbild der Stadt verlaſſen und
mit Kind und Kegel hinausſtrömen nach allen Richtungen
der Wündroſe. Beſonders ſtark jetzt nach Werder,
deſſen Obſtgärten in märchenhafter Blütenpracht ſtehen
und mit ihrem lichten Schimmer die aufnahmefreudigen
M ree
mit einem halbvergeſſenen Märchen aus ferner, ſchöner
Kinderzeit beglücken.
Freilich, es gibt auch viele Tauſende in unſerer
Bevöl=
kerung, die nicht der Natur wegen hinauspilgern, ſondern
um einzig dem Sport und noch mehr der Wettluſt zu
fröh=
nen. Wie verheerend letztere oft wirkt, zeigt uns ja in
recht betrübender und bedenklicher Weiſe der gegenwärtig
hier zur Verhandlung ſtehende Beſtechungsprozeß
gegen mehrere Gendarmeriewachtmeiſter, die den
Buch=
machern williges Gehör geliehen und ihre Hände ebenſo
willig geöffnet. Nach einigen Zeugenausſagen muß es
in unſerer Einwohnerſchaft eine ganze Schicht von
Buch=
machern geben, die ſich auf Tauſende von Angehörigen
dieſes modernen Erwerbszweiges beläuft. Wer hier und
da und dort Einblicke gewonnen, nicht nur draußen auf
dem grünen Raſen, ſondern innerhalb unſeres
Stadtgebie=
tes, in Hunderten harmloſer Geſchäfte mit ſtillen
Hinter=
ſtübchen, in denen ſich die Wettluſtigen verſammeln, der
weiß, daß die Polizei ſtets nur einige „Opfer”
heraus=
greifen kann, daß ſie aber im großen und ganzen machtlos
gegen dieſe „Krankheit” wie an Gerichtsſtätte die
Buch=
macherſucht genannt ward, iſt. Das wird ja weſentlich
beſſer werden, wenn erſt das neue Wettgeſetz zur
Einfüh=
rung gelangte, das mit ſeinen Beſteuerungen der Wetten
und Wettenden dem Staat eine hübſche Einnahme
ver=
ſpricht.
Auch andere Weltſtadtſzenen entrollen ſich jetzt
dort, wo die Themis thront, Szenen, die wie einem
Kol=
portageroman entnommen zu ſein ſcheinen. Selbſt der
Titel „Der Raub der Javanerin” paßt dazu und
übt von Anfang an ſeine Spannung aus. Eine ganze
Familie ſteht vor Gericht, Vater, Mutter und Töchter,
an=
geklagt, eine junge Javanerin, die Tochter eines deutſchen
Arztes und einer Eingeborenen, lange Zeit verſteckt
ge=
halten zu haben, um erhebliche Summen von der Mutter
des braunäugigen Kindes der Tropen zu erpreſſen. In der
Tat, der phantaſievollſte Romanſchriftſteller kann bei dieſer
Würklichkeit in die Schule gehen und viel lernen; er hätte
ſich kaum getraut, einen Silveſterabend zu ſchildern, wie
er hier ſtattgefunden hat: daß der Vater der jungen
Java=
nerin in Gegenwart ſeiner Tochter und deren Freundinnen
ſich eine Kugel in den Kopf ſchießt, während eines der
jugendlichen Mädchen, ſeiner Bitte nachkommt und das
Händelſche „Largo” ſpielt in welch hehre Weiſen ſich der
Klang der Glocken von der Kaiſer Wilhelm=
Gedächtnis=
kirche und plötzlich der Revolverſchuß miſchen.
Ja, ja, mit dem Griff ins volle Menſchenleben hat’s
noch immer ſeine Richtigkeit. Das beweiſt abermals die
Entlarvung des zweiten Bürgermeiſters
von Köslin, der jahrelang ſeine angeſehene Stellung
ausgeübt hat, unter falſchem Namen und auf Grund
ge=
fälſchter Papiere, während ihn überall verſchiedene
Poli=
zeibehörden ſuchten und ſein Steckbrief immer wieder
ver=
öffentlicht ward. Bis er ſich endlich von ſelbſt verrät, auch
hier infolge einer galanten Erinnerung aus ſeiner
Jung=
geſellenzeit, auch hier alſo das übliche „cherchez la
femme!‟ Nur die richtige Gattin jenes Hochſtaplers, der
anfangs der Wloche in Berlin verhaftet wurde, iſt zu
be=
dauern, da ſie, die einer ſehr angeſehenen Beamtenfamilie
entſtammt, keine Ahnung von dem Vorleben ihres=bereits
mit Gefängnis beſtraften Mannes hatte Es muß für ſie
eine furchtbare Stunde geweſen ſein, als ihr plötzlich die
nötigen Eröfnungen gemacht wurden; glaubte ſie doch
ihren Mann auf einer wichtigen Dienſtreiſe in Berlin,
von der er am folgenden Tage zurückkehren wollte,
wäh=
rend er nun hier in Unterſuchungshaft ſitzt. Der Roman
hat nicht das zufriedenſtellende Ende, wie es ſonſt ſeitens
unſerer Schriftſteller beliebt iſt!
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verſammlung geſtatten wir uns, die Vereinsmitglieder ergebenſt
einzuladen.
Tagesordnung:
1. Entgegennahme des Geſchäftsberichts.
2. Abnahme und Genehmigung der Jahresrechnung.
3. Wahl des Vorſtandes.
4. Wahl von 2 Rechnungsprüfern für das laufende Geſchäftsjahr.
Darmſtadt, den 26. April 1914.
(10689
Der Vorſtand des Vereins Walderholungsſtätte.
Mueller, I. Vorſitzender.
Kautmannischer-Verei Darmstaut (E. V.
Außerordentliche Generalversammlung
Samstag, 9. Mai, abends 9 Uhr
im Vereinslokal.
Tagesordnung: Beitragserhöhung.
Der Vorstand.
10684)
Oeffentlicher Vortrag
Am Dienstag, den 28. April, abends 8½ Uhr,
ſpricht
Dr. med. Oberdörffer, Schloss Rheinburg
ärztlicher Leiter des Inſtituts „Aenes Leben‟
:: :: Darmſtadt, Neckarſtraße 10 :: ::
im Gartenſaal des ſtädt. Saalbaues, Saalbauſtr.
über:
Die Bedeutung gesunder u. kranker Derven
für körperliche u. geistige Tätigkeit.
Nähere Erläuterungen anhand von Tafeln
über:
(10662go
Bau und Funktioh des Nervenſyſtems, krankhafte
Ver=
änderung, deren Urſachen, ſowie vollſtänd. Wiederherſtellung
Nach dem Vortrag: Fragenbeantwortung.
Reſervierter Platz Mk. 1.—
Eintritt Mk. 0.50.
Verein für naturgemässe Lebens= u.
Heil-
weise (Daturheilverein) e. O. Darmstadt.
Donnerstag, den 30. April, abends 8¼ Uhr,
wird Herr E. Sommer, ſtaatlich geprüfter Turnlehrer und
Schrift=
ſteller für Körperkultur aus
Frankfurt a. Main, im „Kaiſerſaal”, Grafenſtraße, einen
Oeffentlichen Vortrag
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„Ideale Körperbildung und wie man ſie erlangt”.
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Geſichtspunkten und in äußerſt feſſelnder und anregender Weiſe
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kretende Mitglieder haben zu dem Vortrag freien Zutritt.
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vielen Beſuchern unſeres Luftbades willkommen ſein.
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tsin (Entréelied des
Gra-
fen Niki).
Leise, ganz leise.
Ich hab’ einen Mann.
Ichhab’mit Freud.angehört.
I bin a Weaner Madel.
Ein Mädel, das so lieb’
und brav.
Ach, die arme Dynastie
u. a. m. 10654
Heueste
Tanz-Platten
(Gesp. v. Tanz-Orchester.)
La vraie Furlana.
Boston-Glocken
(Valse Boston).
Belle-Blonde (Valse Cente!
von Joachim Albrecht
Prinz von Preussen.
O Vatapa (Maxixe
Brési-
lienne).
Jamais Trop! (Fischtanz.)
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Bandgarnierung und farbigen Blüten
1
Florentiner, hellblau ausgeschlagen mit flotter Band-
Garnitur und Rösſchen .
Foldfarb. ausgeschlagener Hut mit aparten Blumen-
,
ranken . .
Tombefarb. aparter Hut mit immer blauem
Stroh-
rand und flotter Rosen-Garnitur .
Schicker jugendlicher Hut mit schottischem Band
und Blumen .
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Freie literariſche Geſellſchaft
[ ← ][ ][ → ]Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Nummer 114.
Frankfurter Kursbericht vom 25. April 1914.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
2
Staatspapiere.
100,20
Dt. Reichsschatzanw.
9860
Dt. Reichsanleihe p. 1918:
99,10
do. . . . . p. 1925
86,75
do. . . . . . . . . . . .
77,90
(o. . . . . . . . . .
100,20
Preußische Schatzanw.
9110
Staffelanleihe . . .
Consols . . . .
77,70
(0....
Badische Staats-Anleihe: 4 96,75
. .3½ 89,00
do. v. 9294 .
do. . . . . . . . . . . . . . 3 —
97,00
Baverische Ablös.-Rente
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906 4 97,20
do. unkdb. p. 1918 .
4 97,20
4 97,20
de. unkab. p. 1920
E.-B.- u. Allgem. Anl.
4 97,60
unkdb. p. 1930
3½ 8500
Jo. Anleihe .
do.
3 75,90
e
Homburger Staats-Anl. . 4 97,00
do. v. 1887/94 . .
.3½ —
do. .. . . .........
79,20
Hessische Staats-Anleihel 4 97.75
do. unkdb. p. 1921 . . . 4 97,50
do. . . . . . . . . . . . . .3½l 84,70
do. . . . . . . . . . . . . . 37 75,20
Bächsische Staats-Rente 3 77.80
Württembg. Staats-Anl.
(unkdb. v. 1921). . . . 4 98,20
do. v. 79190 . . . . . . . 3½ 87.,70
(0. . . . . . . . . . . . . .
77,50
Bulgarische Gld.-Anl. . . 5 96,00
Griech. Anl. v. 1890 . . . . 1.61 51.50
do. V. 1887 Monopol 1% 51,50
Italienische Rente . . . . . 3½
Osterr. Staats-R. v. 1913 . 4½ 91,00
do. Silber-Rente . .
85,85
do. Papier-Rente . .
do. Gold-Rente . . .
86,30
do, einheitl. Rente
8150
Portug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97,50
do, inn. amort. 1905 . . 4½
do. unif. Serie I
61,30
do.
III. . 3
do. Spézial Titel. .
Rumänen v. 1903 . . . . . . 5 1100,00
do. Gold v. 1913. .
4½) 91,40
do. Schatzsch. v. 1913 4½100,00
do. conv..
4 85,00
do. v. 1890
4 9860
do. v. 1891
4 87,20
do, v. 1905
4 85,00
do. v. 1908 .
4 1 85,30
do, V. 1910
4 85,20
Russische St--Anl. V
4½ 98,00
do, kons. v. 1360
4 85,75
do, Gold v. 1890
4
do. v. 1902.
489,50
Schweden v. 1880. .
3½
do. v. 1886 .
85,50
Schweden v. 1890. . . . . .3½
Serben steuerfrei . . . . . 4½ 86,70
do, amort. v. 1895 .
78,10
Türk. Bgypt. Tribut
do. kons. steuerfreie
do. Admin. v. 1903 . . . 4 76,30
do. unif. v. 1903. . .
do. v. 1905 . . . . . . . . 4 72,70
Ungarische Staats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 90,00
Ungar. Staatsk.-Scheine
98,50
V. 1913. . . . . . . ..
8250
do, Gold-Rente.
80,30
do. Staats-Rente 1910.
Nr. 4 18030
do.
Argent. innere Göld-Anl.
v. 1887 5
5 98.00
do. äußere v. 1890
do. innere r. 1888
4½
do. äußere v. 1888 . . . 4½
do. v. 1897 . . . . .
Chile Gold-Anl. v. 1911. . 5 94,00
4½
do. v. 1889 .
4½ 88,80
do. v. 1906
Chines. St.-Anl. v. 1895.
7
do. v. 1896
do. Reorg. Anl..
587,60
do. v. 1898 .
4½
4½ 89,30
Japaner
Innere Mexikaner
59,50
Außere do.
v. 1899 5 80,50
Mexikan. Gold v. 19
4 66,50
do. cons. .
3 39,75
do. Irrigat.-Anleihe .4½ 61,70
3½ 64,00
Buenos-Aires Pro
5
Tamaulipas . .
5
Sao Pauſo E.-B.
5 96,70
do. v. 1913 .
Siam v. 1907.
4½ 95,50
Prioritäts-
Obligationen.
Südd. Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895/973½ 84,30
v. 19043½ 81,50
Fess. Eisenb.-Akt. Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
4 93,95
Darmstadt. . . . . . .
Nordd. Lloyd-Obligat. . . 4½ 100,00
92,00
Donau-Dampfschitf. v. 82
4 91,05
Llisabethbahn . . . . .
4
Franz-Josef-Bahn . . .
Kaschau-Oderberger v. 89) 4
Prag-Duxer . . . . . . . . . 3 71,60
Osterreich. Staatsbahn . 5 101.65
do, . . .
* . „
73,25
do,
do, Südbahn (Lomb.)
97,90
do. do.
70,50
do. do.
o 50,50
Raab-Oedenburg
76,10
Kronprinz Rudolfbahn .
Rus. Südwest.
4 84,10
Moskau-Kasan . . . . . . .4½
do. . . . . . . . . .
Wladikawkas. . .
4 1 85,70
Rjäsan-Koslow. .
Portugies. Misonb. v.
§65,10
do. . . . . .
4½
Livorneser . . . . .
69,50
Salonique Monastir.
62,30
Bagdadbahn . . . . . . . . 4 77,50
Anatolische Eisenbahn .4½ 90,00
Missouri-Pacitic I.
4 90,00
do. do, V. 1905
4 57,50
Northern-Pacific.
4 95,20
Southern-Pacific.
4 91,10
St. Louis & San Francisco) 5 —
5 —
Tehuantepec
Ungar. Lokalbahn . .
5 98,50
Provinz-Anleihen.
4 96,40
Rheinprov. Obl. Em. 20/
3½ 86,60
do. Em. 10
3 83,50
do. „ 9.
3½
Posen Prov.
4 95,90
Westfalen Prov. V.
4 95,90
Hess. Prov. Oberhessen 31
do. Starkenburg . .
Städte-
Obligationen.
4 94,60
Darmstadt.
3½ 87,20
4o. . . . .
4 9650
Frankfurt
3½ 87,00
do. . . .
*4 94,50
Gießen . . .
.... 3½ 57,00
do. . . . . . .
4294,30
Heidelberg.
73½ —
do. . . . . . . .
4½ 94,90
Karlsruhe . . .
3½ 86,50
(0. . . . . . .
4—
Magdeburg . .
4 95,00
Mainz . . . . . .
3½ 87,00
do. . . . . . .
4 9450
Mannheim . . .
3½ 86,50
do. . . . . . .
4 96,50
München . . . .
3½
Nauheim . . . . .
4 95,20
Nürnberg . . .
do. . . . . . . .
13½
4—
Offenbach . . .
494,30
do. v. 1914 .
3½ 87,80
G0.
4—
Wiesbaden. .
.3½
(o. . . . . .
42
Worms . . . .
do. . . . . . . .
Lissabon v. 1888
75,00
Moskau v. 1912 .
.. .4½ 94,00
Stockholm v. 1880 . .
Wien Komm. . . . . . . . . 5
Wiener Kassenscheine .4½ 98,80
Zürich v. 1889 .
Buenos Stadt v. 1892 . . . 6%
Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. .
101,00
3860
do. unkäb. 1918.
8875
1919.
d0.
94,75
1921
do.
6,5
do.
1922..
... . . 3½, 83.50
do. .. ..
9500
do. Komm.-Obl. unk. 1918
Frankf. Hyp.-Bk. pr. 1910) 4 95.00
1915 .. . . 4 96,00
4o.
1920 . . . 1 4 1 9650
do.
dc. Ser. 12—19. . . . . . 3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
unkab. 1910 . . . . . . . 3½ 86,50
Frankf. Hyp.-Kred.-Ver.
Ser. 15—42
94,00
43—45
9190
do. . . . .
960
do. unk. 1922 „ 52
do. „ 1913. . . . . . . 3¾/ 88.60
..3½ 86,50
do. Ser. 45 . . .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
Ser. 12, 13, 16) 4 96,90
14, 15, 17
96,90
do. . . .
do. unkäb. 1920 . . . . 4 97,40
1923 . . . . 4 97,50
do.
do. Ser. 1, 2, 6—8 . . . . 3½ 84,30
do. „ 3—5 . . . . . . . 3½ 84.50
do. kündb. 1915
. 3½ 8t,30
do. Komm. unk. 1913
96,90
do.
96,90
„ 1914
„ 1916
97,10
do.
„ 1920
97,40
do.
„ 1923) 4 97,50
do.
do. verlosb. u. kündb..
84,20
unkab. 1915l 3½ 84.50
do.
94,60
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
4 95,80
do. unkdb. 1922..
do.
3½ 86,00
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
unkäb. 1917
94,00
1919
94,00
do. . . .
94,10
1921
do. . . .
96,20
do.₰
1924
84,70
do. . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
96,00
1924
do.
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
96,60
do. . . . . . . .
88,00
Bank-Aktien.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 192,50
2150,30
Berg.-Märkische Bank.
Berliner Handelsges. . . . 8½ 152.00
Darmstädter Bank . . . . 6½ 1117,10
Deutsche Bank. . . . (12½44149
Deutsche Vereinsbank. . 6 118.25
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 1112,10
Disk.-Kommand.-Ant. .. 10 185,.00
Dresdner Bank. . . . . . .8½ 150,10
Frankf. Hypothek.-Bank 10 212.75
do. do. Kred.-Ver., 8½ (154,90
Mitteldeutsche Kred.-Bk 6½ 1116,70
111,00
Nation.-Bank f. Deutschl.
Pfälzische Bank . . . . . . 7 (12300
. . . . .8.43 135,25
Reichsbank .
Rheinische Kredit-Bank . 7 (127.75
(166,5
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver..
8 (130,40
Wiener Bank-Verein . .
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 (127,00
Norddeutscher Lloyd. . . 8 1110,40
Frankfurt. Schleppschitf. 4 1116,00
Südd. Eisenb.-Gesöllsch. . 6½ 1128,20
Anatol. Lisenb. 60%-Akt. 5½
6 37.o0
Baltimore . . . . . . . . .
Canada . . . . . . . . . . . 10 1905)
7½ 1138,10
Schantung . . . . . . . . .
8 155,00
Prinz Henry. . . . . . . .
Lombarden . . . . . . . . . 0 20,25
Pennsylvania . . . . . . . . 6 1111,50
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 629,60
Chem. Fabrik Griesheim 14 (262,50
30 (636,75
Farbwerke Höchst . .
Ver. chem. Fabr. Mannh., 20 314,50
10 148,25
Zement Heidelberg
Chemische Worke Albert 30 1449,00
Holzverkohl. Konstanz . 15 1303,25
6 128,00
Lahmeyer . . . . . . . . .
Schuckert, Nürnberg. . . 8 145,40
Siemons & Halske. . . . . 12 (213,75
5 122,25
Bergmann Elektr. . . . .
14 (2427/
Allg. Elektr.-Gesellsch.
25 1331,50
Hagen Akkum. . .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 (175,00
Gummi Peter . . . . . . . . 0 1 80,00
Adler-Fahrradwerke . . . 25 335,80
(133,00
Maschinenfabr. Badenia
Wittener Stahlröhren ..
Motoren, Oberursel . . .8½ 1155,50
9 (1900
Gasmotoren, Deutz . . .
Siemens Glas-Industrie . 15 1236,50
23 1287,50
Enzinger Filter . . . .
Steaus Romana . . . . . . 10 (148.50
Zellstoff Waldhof . . . . . 15 1194,50
Bad. Zucker-Waghäusel .12,831220,50
80,00
Neue Boden-Aktien-Ges. .
Süddeutsche Immobilien! 0 58.00
Bergwerks-Aktien.
12 1159,50
Aumetz-Friede . .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 220,50
Leonhard, Braunkohlen . 9 1161,50
Konkordia Bergbau .
23 (344,75
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 (128.75
10 222,50
Eschweiler . . . . . . .
Dr.
Gelsenkirchen Bergw. . . 11 180½
Harpen Bergbau. . . . . .11 179,50
Kaliwerke Aschersleben . 10—
Kaliwerke Westeregeln . 13 201,00
Königin Marienhütte . . 6 8100
Laurahütte . . . . . . . . . 8 143,50
6 82,00
Oberschles. Eisenbed.
Oberschl. Eisen-Industrie 3 65,00
Phönix Bergbau .
18 1235,75
Rheinische Braunkohlen 10 /230,00
Riebeck Montan . . . . . . 12 (195,20
South West.-Afr. Shares . 5
Verzinsliche
Anlehenslose. (Zt.
Badische . . . . . TIr. 100 4
Cöln-Mindener . Tlr. 1003½142,50
Holländ, Komm. . f. 100 3
Madrider . . . . . Frs. 100 3 77,00
Meininger Präm.-Pfäbr. . 4 140,40
Osterreicher 1860er Lose.
17950
Oldenburger. . . . TIr. 40 3 (127,50
Raab-Grazer . . . . 11. 15012½ 99,20
Mk.
Unverzinsliche
Anlehenslose.
p. St
Augsburger
.A.7
Braunschweig
Tlr. 20 203,50
Iailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininger
.. A. 7 36,40
H. 100
Osterreicher v.
V.
A. 100 (540,00
do.
Ungar. Staats .
A. 100 442,20
Venediger
Fs. 30 76,00
Türkische ::
Fs. 400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. . .
2041
20-Franks-Stücke . . . . .
16,28
Amerikanische Noten .
4,19
Englische Noten. . . .
20,47
Französische Noten. .
81,40
Holländische Noten . .
169,25
Italienische Noten . . . . .
81,05
Osterr.-Ungarische Noten. . 85,15
Russische Noten . . . . . .
Schweizer Noten. . . . . . . . 81,25
Reichsbank-Diskont .
do. Lombard Zsf. . .
Tendenz:
Erholt.
Handel und verkenr.
— Frankfurt, 25. April. (Börſe.) Obwohl ſich
die Spekulation infolge der unklaren politiſchen Lage auch
heute große Zurückhaltung auferlegte, zeigte ſich die Börſe
bei Eröffnung doch ſehr widerſtandsfähig und einzelne
Werte konnten ſich auf Deckungskäufe um etwa 1 Prozent
erholen. Die beſſere Stimmung konnte ſich auch im
wei=
teren Verlaufe der Börſe behaupten, zumal, auch meil der
Reichsbankausweis einen befriedigenden Eindruck
hinter=
ließ. Teilweiſe nahm das Geſchäft einen lebhafteren
Cha=
rakter an und konnte man insbeſondere auf dem Kaſſa=
Induſtriemarkt Deckungs= und kleine Meinungskäufe
be=
merken. Die beſſere Stimmung hielt auch am Schluß des
offiziellen Verkehrs an. Höher notieren Anilinfabrik 1,60.
Prozent, Chemiſche Werke Albert 1,50 Prozent, Ediſon
1¼ Prozent, Adlerwerke Kleyer 2 Prozent, Daimler=
Mo=
toren 3½ Prozent. Dagegen niedriger Heidelberger
Ze=
ment 1¾ Prozent, Chemiſche Griesheim 2½ Prozent,
Holzverkohlung 1½ Prozent, Enſinger Filter 4½ Prozent.
Tendenz erholt.
— Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
m. b. H., am 31. März 1914. Aktiva. 1. a) Kaſſa,
Sorten und Kupons M. 166 162.76; b) Guthaben bei der
Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 42906.09. Zuſ.
M. 209 068.85. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 336 002.73.
3. Bankverkehr=Konto M. 747162.35. 4. Lombard=Konto
M. 372 808.02. 5. Effekten=Konto M. 485 995.30, a)
inlän=
diſche Staatspapiere Nom. M. 276 800.—; b) ſonſtige bei
der Reichsbank und anderen deutſchen Notenbanken
beleih=
bare Wertpapiere M. 190 800.—; e) ſonſtige Wertpapiere
M. 87 100.—. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämtlich gedeckt)
M. 3070 910.27. 7. Vorſchuß= und Vorſchußwechſel=Konto
M. 684 194.95. 8. Beteiligung am Schutzverein für Nieder=
Modau M. 3000.—. 8a. Haus= und Immobilien=Konto
M. 305956.19. 9. Mobilien=Konto M. 18. 10.
Schrank=
fächer=Konto M. 1.— 11. Haus= und Immobilien=
Unter=
haltungskoſten=Konto M. 225.73. 12. Verwaltungskoſten=
Konto M. 17 713.55. Sa. M. 6 233 056.94. — Paſſiva.
1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1434 567.89. 2. Reſervefonds=
Konto I M. 368 285.66. 3. Reſervefonds=Konto II,
Im=
mobilien=und Effektenreſerve M. 117903.32. 4. Delkredere=
Konto M. 50000.—. 5. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=
Konto M. 204 405.92. 6. Darmſtädter Volksbank=
Stiftungs=
fonds=Konto M. 12 500.—. 7. Darmſtädter Volksbank=
Stiftungsfonds=Zinſen=Konto M. 166.65. 8. Hypotheken=
Konto M. 66000.—. 9. Akzeptationen= und Aval=Konto
M. 93145. 70. 10. Bankverkehr=Konto M. 25 461.58. 11.
Konto=Korrent=Konto M. 124 986.64. 12. Sparkaſſen=
und Scheck=Konto M. 3 693 661.69. 13. Dividende=Konto
M. 19 528.47. 14. Zinſen=Konto M. 19063.39. 15.
Ver=
ſchiedene Beiträge und Vergütungen M. 3380.03. Sa.
M. 6 233 056 94 Umſchlag im März M. 6 120 811.74.
Zahl der Mitglieder 1973.
— Zentralkaſſe der heſſiſchen
landwirt=
ſchaftlichen Genoſſenſchaften zu Darmſtadt.
Dem Bericht über das erſte Geſchäftsjahr 1913 iſt folgendes
zu entnehmen: Der durch die Verluſt= und
Gewinnrech=
nung und die Vermögensbilanz ausgewieſene Reingewinn
in Höhe von 15 286,77 Mark hat die Erwartungen für das
erſte Geſchäftsjahr übertroffen. Da gemäß § 46 des
Sta=
tuts in dem erſten Geſchäftsjahr eine Dividende nicht
ver=
teilt werden darf, wird vorgeſchlagen, den Reingewinn aus
1913 ſo zu verwenden, daß 7500 Mark dem Reſervefonds
und 7786,77 Mark der Betriebsrücklage überwieſen
wer=
den. Am 31. März 1914 betrugen: die Forderungen an die
Genoſſenſchaften in laufender Rechnung 3514000 Mark,
auf Wechſelkonto 2899000 Mark, die Kreditleiſtung an die
Genoſſenſchaften daher zuſammen 6 413000 Mark: die
Ge=
ſchäftsguthaben der Genoſſenſchaften 383000 Mark, die
Guthaben der Genoſſenſchaften in laufender Rechnung
1377000 Mark, das Guthaben der Landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaftsbank 1932000 Mark, das Guthaben der
Preußiſchen Zentral=Genoſſenſchaftskaſſe in laufender
Rechnung 90000 Mark und auf Wechſelkonto 1541000 M.,
zuſammen 1 631000 Mark, das Guthaben des Großh.
Heſſiſchen Fiskus 1240000 Mark. Der Höchſtkredit, der
bei der Preußiſchen Zentral=Genoſſenſchaftskaſſe jemals in
Anſpruch genommen worden iſt, betrug rund 4800000 M.
Der Geſamtumſatz in den erſten drei Monaten des
Ge=
ſchäftsjahres 1914 machte 57 Millionen Mark aus. Am
Tage des Abſchluſſes dieſes Berichtes gehören der
Zentral=
kaſſe 321 Genoſſenſchaften mit 804 Geſchäftsanteilen an.
Zum Schluß heißt es in dem Bericht: Glauben wir
inner=
halb Jahresfriſt in ſchwerer Zeit gewiſſe Reſultate
ausge=
wieſen zu haben, ſo bleibt uns nur noch die Pflicht, der
Preußiſchen Zentral=Genoſſenſchaftskaſſe, der Großh.
Heſſiſchen Staatsregierung und den beiden heſſiſchen
Ständekammern aufrichtig zu danken für die Hilfe, die ſie
uns bei der Wiederaufrichtung einer Geldausgleichſtelle für
die heſiſchen landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften geleiſtet
haben. So geräuſchvoll ſich der Zuſammenbruch der
Land=
wirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank geſtaltet hat, ſo ſtill
vollzog ſich während derſelben Zeit der Aufbau unſerer
Zentralkaſſe. Schon iſt die Heſſenkaſſe in der Lage, ihren
Genoſſenſchaften dieſelben, wenn nicht zum Teil
günſti=
gere Geſchäftsbedingungen bieten zu können, als ihre
Vor=
gängerin. Bleibt nur zu hoffen, daß die gewiß nicht leichte
Abwickelung der Geſchäfte der Landwirtſchaftlichen
Ge=
noſſenſchaftsbank ſich doch noch raſcher vollzieht, als man
den Umſtänden nach heute anzunehmen wagt, und daß die
Gläubiger der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank 50
Prozent ihrer Guthaben zurückerhalten. Erfüllen ſich dieſe
Erwartungen möglichſt bald, dann wird auch der Schrecken,
der das landwirtſchaftliche Genoſſenſchaftsweſen Heſſens
getroffen hat, wieder weichen. Die Lehren aus der
Genoſ=
ſenſchaftskriſis werden hoffentlich nie vergeſſen werden!
* 5proz. Deutſch Luxemburg.
Obligatio=
nen. Das Konſortium hat die Option auf die reſtlichen
10 Millionen Mark ausgeübt und wird zur Auflöſung
gelangen, ſobald die Schlußabrechnung vorliegt.
Landwirtſchaftliches.
* Berlin. 25. April. (Wöchentlicher
Saa=
tenſtandsbericht der Preisberichtſtelle des
Deutſchen Landwirtſchaftsrats.) Auch
wäh=
rend der letzten acht Tage herrſchte in ganz Deutſchland
nahezu ununterbrochen ſonniges, trockenes Wetter. Dabei
war es anfangs verhältnismäßig kühl, beſonders in Oſt=
und Mitteldeutſchland kamen ziemlich zahlreiche
Nacht=
fröſte vor. Seit dem 20. ſtieg die Temperatur bei lebhaften
öſtlichen Winden indeſſen mit jedem Tage höher empor,
auch die Nächte wurden allmählich milder. Erſt am
Schluſſe der Berichtswoche erfolgte nach Uebergang des
Windes nach Weſt eine merkliche Abkühlung doch kam es
nur vereinzelt zu leichten Strichregen. Der Einfluß
die=
ſer Witterungsverhältniſſe auf den Felderſtand wird ſehr
verſchieden beurteilt. Im allgemeinen waren die kalten
Nächte und ſcharfen Oſtwinde dem Wachstum nicht
för=
derlich, doch haben die Weizenſaaten nicht gelitten, ſich
bei der warmen Witterung der letzten Tage vielmehr
weiter gekräftigt, ſo daß ihr Stand nach wie vor günſtig
beurteilt wird. Dagegen iſt beim Roggen vielfach eine
Verſchlechterung eingetreten. Aus der Mehrzahl der
Ge=
biete wird berichtet, daß der Roggen ein ſpitzes Ausſehen
angenommen habe, und daß ſeine Beſtockung infolge der
herrſchenden Trockenheit namentlich auf leichten Böden zu
wünſchen übrig laſſe. Für eine gedeihliche
Weiterentwick=
lung wird allgemein ſchon Regen herbeigeſehnt. Die
Fut=
terpflanzen und Wieſen haben ihren guten Stand
beibe=
halten, dürften aber auch bald eine Anfeuchtung brauchen.
Die Frühjahrsbeſtellung hat gute Fortſchritte gemacht;
die Körnerausſaat iſt meiſt erledigt und auch die Beſtellung
der Rüben= und Kartoffeläcker geht flott von ſtatten. Die
frühbeſtellten Sommerſaaten ſind gut aufgelaufen,
aller=
dings droht die jetzt herrſchende Trockenheit die
Weiter=
entwicklung bezw. den Aufgang der Spätſaaten zu
beein=
trächtigen.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Seite 24.
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 26. April 1914.
Nummer 114.
Briehinkels Sunndags=
Noochmitdags=Bedrachtunge.
Des Geſchlecht der Hausbeſitzer un des Kohr der
Mieder. — Die Kinner ſin for die Hausherrn en
iwwer=
wundener Standpunkt. — Dodezu muß ich mich aißern.
Deß Gedicht, wo ſich hinne ſo verworſchtelt reimt, daß
mer’s heechſtens bloß ſinge kann. — Ja, die Kinner, ja
die Kinner! — Hausherrliche Anehmlichkeite. — Neiſte
Sehenswerdichkeit.
Nemlich die Sach is die. Wer in letztererer Zeit
uff=
merkſam dorch die Zeidunge gange is, der hott valleicht
eraus gefunne, daß zwiſche dem Geſchlecht der
Hausbe=
ſitzer un dem Kohr der Mieter widdermol en Kambf
aus=
gebroche is uff Läwe un Dod. — Un, was dhun die
krie=
cheriſche Baddeie in dem Fall? Sie gehn uffenanner los,
mit Eigeſandte un ſo, daß die Schwart kracht. Jeder dunkt
voller Eifer die Fedder ins Dintefaß, daß die Funke devo
fahrn, un es ſcheenſte is — jeder hott recht.
Dißmol hannelt ſichs um die Kinner. Die ſin nemlich
de meiſte Herrn Hausherrn en Dorn im Aag, und ſie dhete
ſe am liebſte abſchwörn beim Vermiete. Eme Bekannte
vun mir, dem hott’s jo drotzdem nie an ere Wohnung
ge=
mangelt, denn warum? Er hat genau ſex un e vertel
Dutzend vun dem klaane Gezäwwels, un wann ſo e
Haus=
türrann in ſeim Bollezeiſchargong gefragt hatt: Hawen
Sie Kinndärr? Dann hott mei Bekannter ganz dreiherzich
geſſagt: Noin! Un do is jeder Hausbeſitzer druff enei
gefalle und hott mit alle ſeine Aage geguckt, wann die
Wohnung ſchee eigeraumt war und zuguterletzt is der
dann mit ſeine neu Staarn agerickt kumme.
Freilich, um damit daß mer die Hausherrn neilege
kann, kann ſich doch net jeder neu Kinner aſchaffe, dann
wie e Gewidder gibts errdimmlicher Weiſe zehe,
nnoch=
her ſtimmts doch net un mer is erſt recht de Gebritſchte.
Annerſeitz is mir die Sach aach vieler zu ernſt, un ich
ſeh gornet ei, daß mer ſchbaßhalwer ſo lang ſei arme Bälg
verduckele ſoll, bis de Möwelwage widder fort is. Un
alſo, weil mir die Sach zu ſehr am Herze liggt, un weil
ich mer ſchbeter mol kaa Vorwurf mache loſſe will,
dohie=
gehend, daß es am End haaße dhet, ſo un ſo, un de
Briehinkel is an allem ſchuld, der hott die Sach gafach
uff die leichte Axel genumme, deſſentwege will ich mich
jetzt beizeit zu dem Fall vernemme loſſe, und will mei
Maul uffdhu, un mei Gudachte driwwer abgewe.
Na=
dierlich, wie immer, in verbundener Rede. Allerdings, ſie
is dißmol e bißche arg verbunne, un aus dem verzwerjelte
Versmaß, wann do aaner draus kimmt, der kann ſich
„von” ſchreiwe. Ei, deß reimt ſich hinne ſo verworſchtelt,
daß ich beim ſchkandiern ſogar ſelwert iwwer mei Finger
geſchtolwert bin un hab mer uff de Daume gedrete.
Awwer deß is net mei Schuld, ſundern deß kimmt doher,
ich war die Woch im „Filmzauwer” — ſage un ſchreiwe:
im „Filmzauwer”. Nadierlich ſchtandesgemäß zweiter
Gallerie, dann unner uns geſagt fimfunſiebzig Fennig
ingluſiefeh Bier is dodefor grad Geld genug. Nemlich des
ganzige, wos ich aus dem faule Zauwer — aus dem
Filmzauwer wollt ich ſage — deß ganzige, was ich draus
behalte hab, deß war die Melodie „Un=tern Lin=denn,
un=
tern Lin=denn” un wann ich valleicht zufellig in de
Maa=
ſterſinger geweſe weer, hett ich jedenfalls uff die Melodie
vum Preislied losgelegt: Morſchendlicht leuchtet un ſo.
Awwer, wie geſagt, die Dunnerkeilsmelodie is mer net
aus em Kobb gange, un ſo werds halt aach deß beſte ſei,
wann ſe mei Gedicht ſinge, do klabbts am beſte. Die
Muſick ſchbielt widder en Vers vor un des Lied ſchteicht:
In die Zukunft ſieht mit Bange,
Jetzt das Deitſche Reich,
Dann der Storch, der is ſchun lange
Net mehr ganz beim Zeich.
Däglich lieſt mer in de Zeidung
Große Uffſätz voll Bedeidung,
Daß es ſchlimmer — werd jetzt immer
In fein Kinnerdeich.
Geht die Sach ſo weiter,
Ach, dann werd’s noch heiter.
Deitſchland ſchterbt, es is en Graus,
Nooch un naach ſo langſam aus,
Selbſt der Stamm der Heiner,
Der werd immer kleiner.
Die Dreibrunne werrn geſchunne,
Kaaner kimmt mehr raus.
Ja, die Kinner, ach die Kinner,
Werrn in Deitſchland ewe ror,
Langſam kimmt mer jetzt dehinner,
Un ſchiebt ſchnell en Riegel vor;
Deutſchland, Deutſchland iwwer alles!
Solls doch haaße, jeden Falles,
Awwer ſo geht ſicherlich,
's Rennomeh noch in die Brich.
Guckt, in Frankreich kennt ihr ſehe,
Wohi ſo was fiehrt,
Dort ließ mer’s ſchon lang geſchehe,
Daß der Storch pauſiert.
Doch, jetzt ſetze die Franzoſe
Sich voll Eifer uff die Hoſe,
Kinnerſege — allerwege,
Werd ſogar brämiert!
Doch, der Storch mit Lache,
Dhut ſich nix draus mache,
Un er ſeegt: Es leihd mer uff!
Steicht mer mol em Buckel nuff!
Doch, wem’s noch e Fraad is
Dem bring ich ſe gradis,
Wer for Geld ſich
Aans beſtellt ſich,
Kann lang worte druff.
Ja, die Kinner, ja, die Kinner,
Sin for Frankreich e Malehr,
Die Bevölkerung werd ſtets dinner,
Kaum noch langt’s for’s Milledehr.
Ja, ich mach derr Eich e Wettung,
De Franzoſe noch ihr Rettung,
Is dann ſchließlich hinnedrei
De Profeſſor Döderlei!
Zwar in Deitſchland, ohne Frage,
Is deß noch kaa Muß,
Dann bei uns is ſozuſage
Noch der Kram im Schuß.
Awwer, weil’s aach heechſte Zeit is,
Hofft mer, daß der Storch bereit is,
Werd vernimfdich — un beißt kimfdich
In die harte Nuß.
Dhut vor alle Dinge
Widder Kinner bringe,
Wie es frieher ieblich war:
Immer aans — doch alle Jahr
Dhut bei Arm un Reiche
Er ſich pinktlich zeige,
Uff der Höhe — kennt ihr ſehe
Dann den deitſche Ar.
Ja, die Kinner, ja, die Kinner,
Sin jo doch das greeßte Glick,
Werd der Zuwachs immer dinner,
Geht die ganz Natzion zurück.
Deß weer Deitſchlands greeßter Schade,
Dann de Kaiſer brauch Saldade,
Liewer Storch, drum ſtreng dich a‟,
Beiß uns fleißig in die Baa.
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Darmſtädter Tagblatt,=Sountag, den 26. April 1914.
Seite 23.
Nur — die Sach hot e Bedenke,
Un dodruff kimmts a,
Dhut der Storch uns Kinner ſchenke,
Sin mer iwwel dra;
Hott mer ſiwwe uffzuweiſe,
Kann mehr ſich e Baa ausreiße,
Zur Belohnung — ohne Wohnung
SSteht mer noochher da.
Dann die Hausbeſitzer,
Sin kaa Unnerſtitzer,
Un is die Famillje groß,
Schittle ſe des Köbbche blos,
Doch, ſie dhun ſich hiete,
Wohnung zu vermiete,
Ohne Zage dhun ſe frage,
Ob mer kinnerlos.
Dann, die Kinner, ja die Kimmer,
Sin de Hausherrn ihr Malehr,
Un drum kimmt mehr aach dehinner,
Warum ſo viel Wohnung leer.
An de Hausherrn dhuts nor lieje,
Wann die Leit kaa Kinner krieje,
Un de Storch in aller Wut
Jetzt in Deitſchland ſtreike dhut.
Drum, ihr Hausherrn, ſeid vernimfdich,
Es liegt bloß an Eich,
Un dann is de Storch aach kimfdich,
Widder ſchee beim Zeig.
Kummt in Punkto Kinnerſege
Eire Mieter jetzt entgege,
Dann kimmt jeder vun Eich ſpeter
Aach ins Himmelsreich. —
Macht dem Storch bei Zeite
Nor kaa Schwierigkeite,
Dann ſunſt gibt es, o Mälehr,
Iwwerhaupt kaa Kinner mehr,
Speter fehlt’s im Lendche
An de nöt’ge Menſche.
Ich prof’zei es: — eier Bajes
Stehn dann genzlich leer.
Doch, die Kinner, nur die Kinner,
Rette Eich vor dem Ruin,
Jetzt kummt ihr valleicht dehinner,
Daß ſe werklich nötig ſin;
Deshalb loßt ganz unbenumme
Alle Kindlein zu Eich kumme,
Un dann ſteht Eich, merkt die Lehr,
Kinfdich nie e Wohnung leer.
Alſo, wann die Herrn Hausherrn dodruffhie net
winnelwaaſch werrn, dann waaß ich net. — Jetzt hab ich en
doch gewiß die Folge vum Geburterickgang leicht un
blauſiewel ausenanner poſſamendiert, un an meine
Rech=
nung ſieht jeder, daß ich kaa Hausbeſitzer bin — ſunſt
weer eventuell die Rechnung e bische annerſter ausgefalle.
Vordehand ſag ich mer awwer deß: ſin viel Kinner do,
werrn ſchbeter aach emol viel Wohnunge gebraucht; gibt’s
mmer weniger Kinner, dann fehlts ſpeter an de Menſche
un die Herrn Hausherrn könne ſich ihr Wohnung eiſalze
mit un ohne elektriſch Licht, Gaß, Bleichplatz, Veranda,
Bad un alle Bequemlichkeitsſchickahne. Deß is emol ſo
klar wie Kleesbrieh. Alſo die Hausbeſitzer hawwe
mei=
nes Erachtens des greeßte Inträſſe am Kinnerzuwachs
Freilich kenne ſe net verlange, daß die Mieter die Unkoſte
vun de Kinner allaa drage, un da ſe doch ans Bezahle
ge=
wehnt ſin, do kenne ſe ruhig zu de Kinndaaf, zum
Schul=
geld un ſo ebbes beiſteiern.
Wohl gemerkt, ich bin kaa Hausbeſitzer, un mei
Ur=
daal is deſſentwege dorch Sachkenntnis dorchaus net
ge=
driebt. Awwer ſoviel is ſicher: hott e Hausherr in jedem
Loſchie e Famillje wohne mit eme Haufe Kinner, dann
hott er faſt gor kaa Unanehmlichkeite, weil jed Famillje
felſefeſt devo iwwerzeigt is, daß ihr Bälg am beſte
er=
zoge ſin, heechſtens daß er im Laaf vum Johr alleritt e
paar klaane Ausgawe hott, dann ſo Kinner loſſe als gern
die Rollläde e bische runnerfalle, daß de ganze
Fenſter=
rahme aus em Leim geht, un dann rutſche ſe aach als gern
die Oelfabb e bische vum Gelender runner, un
ver=
ſchameriern als e bische ’s Lingruſta im Drebbehaus,
odder e Fenſterſcheib geht als e bische kapudd; aach dhun
ſe mit Vorlieb allerhand unverdaute Gegeſtend,
Blauklötz=
cher un Kohleſchibbe un ſo, ins Gloſädd ſchtobbe, daß
mer’s als e bische uffreiße muß loſſe, awwer no: Jugend
hatt keine Tugend un muß ſich ausdowe, un e
vernimf=
dicher Hausherr ſeegt do aach nix driwwer, dann meiſtens
hotts aach gor kaan Wert, weil’s iwwerhaubt kaans
ge=
weſe war un jed Famillje im Bruſtton dieſſter
Iwwer=
zeigung behaubt: Unſere Kinder dhun ſo was niſcht!
Un hott e Baddei valleicht aftervermiet un der
Loſchie=
mann kimmt nachts haam un dröbbſelt mit ſeim Stebbelche
Stärien ’s ganze Drebbehaus voll, dann macht’s e
ver=
nimfdicher Hausherr morjens vor Tau un Tag eweg, daß
es die anner Baddeie net ſehe, un is froh, daß er dem
Loſchiemann net aach noch die Stiwwel wixe muß.
Aach wann die Dochter vun’s Herr Mayers mit ihrm
Braidiſchamm als awends e halb Stund lang im
Haus=
gang ſteht, weil ſe abſelud des Schlüſſelloch net finne
kann, un die Fraa Müller kimmt aus em Theater haam
un ſtolwert iwwer deß Päärche, deß wo deß Schlüſſelloch
als noch net gefunne hott, un dhut „in de Dod enei
er=
ſchrecke” dann — muß de Herr Hausherr erſcheine, muß
die Fraa Müller beruhige un dem verdatterde Päärche
es Schlüſſelloch ſuche. Iwwerhaubt als Friedensengel
muß er ſtets am Platz ſei, wann er gewinſcht werd. Sei
beſuner Aagemerk muß er uff die Weſchkich, de Bleichplatz
un die Weſchlein hawwe, deß ſind die drei Eisheilige am
wöchentliche Hauskallenner, do muß er ſtets wie e
Feier=
wehrsmann, odder wie e Sanidäder in voller Ausriſtung
uff em Sprung ſteh un muß im Ernſtfall Oel uff die Woge
der Erregung gieße.
No un ſo hott er de ganze Dag ſei Unnerhaltung un
brauch kaane Vergniege nooch zu laafe. Nooch Homborg
odder gar nooch Karlsbad brauch er im Lewe net,
heech=
ſtens als e bische nooch Sandbach, un dort is es Lewe net
ſo deier. Uff die Art ſchbart ſoe Hausbeſitzer net bloß
en Haufe Geld, oh Kondrolehr, im Gegedaal, er kann ſich
ſogar noch neweher e bische wos verdiene, indem daß er
her geht un leßt ſich ſehe, in de Meß odder ſo, als
Abnor=
mididhät, un er kann ganz beruhigt uff ſei
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programm ſchreiwe:
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— Die Verkäuferin. Lehr= und Lernhefte für
Schule und Praxis. Verkaufskunde (Berufskunde
1. Teil). Von Wilhelm Heering und Elfriede Steuer.
(IV und 44 S.) 8 ſteif geheftet 45 Pfg. Verlag von B.
G. Teubner, Leipzig und Berlin, 1914. In der heutigen
Zeit ſcharfen Wettbewerbes und damit immer rationellerer
Ausgeſtaltung des Geſchäftsbetriebes, beginnen Schule und
Praxis, der Ausbildung der Verkäuferinnen als des für
den geſchäftlichen Erfolg oft ausſchlaggebenden Perſonals
immer mehr Beachtung zu ſchenken. Das vorliegende Heft
ſucht dieſe Beſtrebungen zu unterſtützen, indem es in
knap=
per, aber durch lebensvolle Beiſpiele anſchaulich gemachter
Form die „Verkaufskunde” als Lehre vom richtigen
Um=
gang mit der pſychologiſch und ſozial ſo mannigfach
ge=
arteten Kundſchaft darſtellt.
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Kaufmannsleben. Mit einer Einleitung von Dr.
Fritz Roſe und Schattenriſſen von Wilhelm Repſold.
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