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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
der Reichstag ſetzte geſtern die zweite Leſung des
Etats der Reichseiſenbahnen fort, der
bis=
auf eine ausgeſetzte Poſition erledigt wurde.
Bei dem Bahnhof Magdeburg=Neuſtadt wurden
ein Weichenſteller und vier Arbeiter durch einen
Eil=
zug überfahren und getötet.
die franzöſiſche Kammer erteilte in ihrer
Frei=
tagsſitzung dem Miniſterium ein
Vertrauens=
votum mit 329 gegen 214 Stimmen.
Aus einem Poſtwagen, der die Poſtſachen von den
Pa=
riſer Poſtämtern nach dem Bahnhof befördert,
wurden Sendungen mit hohem Werte
geſtohlen. Man ſpricht von über einer
Million.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Politiſche Wochenſchau.
** Mit Rückſicht auf Faſtnacht hat der Reichstag
line halbwöchige Pauſe gemacht, ſo daß in den letzten
Tagen die Arbeiten nicht gar zu ſehr gefördert wurden.
Em übrigen herrſcht jetzt in Parlamentskreiſen alles
an=
ſere als Faſchingsſtimmung; man beurteilt im
allge=
heinen die Geſamtlage, ſowie die innere wie die äußere,
jecht ernſt und weiß noch weniger, von wannen das Heil
ſonmen ſoll. Einen Zuſammenſtoß zwiſchen der
Reichs=
ſagsmehrheit und Regierung erwartet man, falls ein
Ent=
birf vorgelegt werden ſollie, der beſtimmt wäre manche
Richte in Elſaß=Lothringen wieder einzuſchränken: der
Konflikt würde dann eine Handhabe liefern, um zur
Reichstagsauflöſung zu ſchreiten. Daß derartige Pläne
hei der Reichsregierung wirklich beſtehen ſolten iſt ſaum
Auzunehmen; pielleicht möchte man ſie von gewiſſer Seite
in dieſer Richtung beinſluſſen. Im preußiſchen
Ulögeordnetenhauſe iſt es beim Etat des
Mini=
ſttriums des Innern zu einer bemerkenswerten Debatte
ſſiter den Geburtenrückgang in Preußen und Deutſchland
ekommen. Gewiß haben wir noch lange nicht derartige
uſtände, wie ſie in Frankreich zutage treten, wo ſeit
hrzehnten keine Bevölkerungszunahme, zuweilen ſogar
liich ein Rückgang, zu verzeichnen iſt: immerhin muß die
Ertwicklung der letzten Jahre die in Deutſchland Platz
jegriffen hat, gegenüber dem früheren Geburtenüberſchuß
iedentlich ſtimmen. Die Gründe für die heutige
Ge=
rrteneinſchränkung ſind oft genug erörtert worden, ſo
eß es ſich erübrigt. an dieſer Stelle darauf einzugehen,
ſiter es muß immer wieder betont werden, daß es nötig
ſt dieſe Sache nicht außer acht zu laſſen, wenn nicht
Gließlich doch unangenehme Konſequenzen eintreten
ollen. Es ſei nur an die nationale Rüſtung erinnert,
benſo an die Gefahren, die aus einem etwaigen Mangel
Arbeitskräften erwachſen würden, worunter ja heute
ton unſere Landwirtſchaft zu leiden hat. Gegen dieſe
efahren beizeiten anzukämpfen, muß ein erſtes Gebot
ür die in Frage kommenden Stellen ſein
In der nächſten Woche wird nun endlich der bisherige
rinz zu Wied in der Lage ſein, ſich nach ſeinem
euen Fürſtentum zu begeben, nachdem er jetzt offiziell
his Krone angenommen hat. Die bei dieſer Gelegenheit
ſhaltenen Reden, die auf das ſorgfältigſte vorbereitet
paren, hörten ſich recht ſchön an, ſowohl das Programm
Wes neuen Fürſten, wie auch die Verſicherungen der
Depu=
arion; es handelt ſich eben nur” darum, wieviel von
iedem in Erfüllung geht. An dem Pflichtgefühl des
Fürſten beſteht kein Zweifel, etwas anderes aber iſt es,
t die Albaner ihm, wie jetzt durch den Mund Eſſad Pa=
Alch=as gelobt, auch auf die Dauer treu bleiben werden. Vor
Untritt der Reiſe nach Durazzo hat der Prinz ſich erſt noch
lach Petersburg auf den Weg gemacht, um dem Zaren
linen Beſuch abzuſtatten und mit den leitenden
Perſön=
lichkeiten zu konferieren. Dieſer Schritt iſt nur zu
be=
nüßen, es hätte ſonſt Befremden erregt und die Miß=
Atirnmung der Ruſſen hervorgerufen, wenn der Prinz
die=
len Höflichkeitsakt unterlaſſen hätte, nachdem er anderen
bkeiligten Monarchen ſeine Aufwartung gemacht
hat=
tes um ſo mehr. als man weiß, daß Rußland es in erſter
imie geweſen iſt, das der Schaffung eines albaniſchen
Lufferſtaates große Schwierigkeiten gemacht hat, weil es
terbien protegierte und dieſem gern ein Stück Landes
n der Küſte geſichert hätte.
In der Politik Rußlands ſelbſt ſcheint man
n der Newa eine Neuorientierung vornehmen zu wollen,
orvohl nach innen wie nach außen. Sehr auffallend iſt
ine Anſprache die der Zar über die innere Politik im
Mfiniſterrat gehalten hat, von der einiges, durchſickert,
während anderes wichtiges vielleicht verſchwiegen bleibt.
er Zar ermahnte die Miniſter zur Einigkeit, was darauf
ſchließen läßt, daß es in den letzten Monaten im
Mini=
ſtrium zu lebhaften Auseinanderſetzungen gekommen ſein
muß, was auch das Ausſcheiden Kokowtzows ſehr
erklär=
llich macht. Des weiteren bemerkte der Kaiſer er wünſche,
heß das Miniſterium gute Beziehungen zur Duma
unter=
hallte, und ſchließlich warnte er vor unnötiger Anwendung
es Notparagraphen bei der Durchbringung neuer
Ge=
ase. Die Veröffentlichung dieſer Erklärung iſt wohl in
beftimmter Abſicht erfolgt, man will bei der Duma gut
Letter machen, da neue Wehrvorlagen anſtehen, die große
ſten erfordern und in den Reihen der Abgeordneten hierfür
lſeime allzu große Geneigtheit beſteht. Bemerkenswerter
Weiſe erſtrecken ſich die geplanten militäriſchen
Maßnah=
men Rußlands auf die Weſtgrenze, die Gefahr im Oſten
ſcheint man ganz vergeſſen zu haben, man will wohl das
Schwergewicht der ruſſiſchen Politik wieder nach Europa
legen, und es ſteht leider zu erwarten, daß man trotz aller
Abkommen und ſchöner Beſuchsreden Rußland nicht an
der Seite Deutſchlands ſehen wird. Der Panſlawismus
hat in Petersburg Oberwaſſer, und hoffnungsvoll ſind
die Blicke nach Frankreich gerichtet.
Bei unſerem weſtlichen Nachbar ſchwebte in den letzten
Tagen das Miniſterlum Doumergue in der
Ge=
fahr nach kurzem Daſein wieder in die Verſenkung zu
verſchwinden. Der entſetzliche Geſundheitszuſtand in einer
ganzen Reihe von Garniſonen war Gegenſtand einer
Kammerinterpellation, und hätte das Kabinett nicht der
verlangten Parlamentskommiſſion zugeſtimmt ſo wäre
ihm wohl ſchwerlich ein Vertrauensvotum erteilt worden.
Wider Erwarten hat es aber am Freitag bei der Debatte
über die Finanzpolitik nochmals ein Vertrauensvotum
er=
halten.
Im Gegenſatz zu Rußland und Frankreich iſt wohl
England. trotz ſeiner Zugehörigkeit zur Tripelentente,
mehr denn je bemüht, mit Deutſchland auf möglichſt gutem
Fuße zu leben. Dies zeigt ſich auch bei den
Verhand=
lungen über die Abgrenzung des Kolonialbeſitzes, die nach
den neueſten Meldungen ſehr günſtig ſtehen ſollen. Damit
wären wir in der Beſſerung der beiderſeitigen
Beziehun=
gen eine Etappe weitergerückt.
Eine neue
Vertrauens=
kundgebung für das franzöſiſche
Minſterſam,
* Die franzöſiſche Kammer beriet am Freitag, wie
bereits mitgeteilt, die Interpellation über die
Finanz=
politik der Regierung.
Nachdem Dubois an die Regierung die Aufforderung
gerichtet hatte, auf die Einkommenſteuer und
Vermögens=
ſteuer, die von den großen Handelsgeſellſchaften verurteilt
würde, zu verzichten, ſtellte Caillaux feſt, daß der
Kre=
dit Frankreichs ſchon in beſſerer Lage ſei als früher. Die
Ausgaben hätten ſeit 1911 derartig ſchnell zugenommen,
daß heute zwiſchen den Hilfsquellen und den Laſten kein
Ausgleich mehr beſtehe. Zur Anleihefrage übergehend,
er=
klärte Eaillaur, er werde je nach Bedürfnis
aufeinander=
folgende kurzfriſtige Anleihen in ſtaffelförmigen
Abſchnit=
ten fordern. Eine große Anleihe befürworte er nicht. Er
werde die Kammer auffordern, ſich klar und deutlich
dar=
über auszuſprechen, ob ſie ſeine Politik billige oder nicht.
Man möge ſeiner Politik eine andere gegenüberſtellen. Die
Kammer ſolle urteilen, die Regierung aber werde die
not=
wendigen Hilfsmittel in der Durchführung der
Einkom=
menſteuer ſüchen. — Briand ſtimmte mit Caillaur darin
überein, daß man die Hilfsquellen bei denen ſuchen müſe,
die bezahlen könnten. Er beglückwünſchte Caillaux dazu,
daß er die Annahme des Grundſatzes der
Einkommen=
ſtener durchgeſetzt habe. Aber er machte ihm Vorwürfe,
weil er nicht verſucht habe, den Kammerentwurf zum
Siege zu führen, als die Frage vor den Senat kam. Hier.
Herr Caillaux, ſagte Briand, haben Sie Ihr eigenes Werk
vor dem Senat im Stich gelaſſen; nicht einer von Ihren
Freunden hat gewagt, den Text der Kammer wieder
ein=
zubringen, und Sie ſelbſt haben ihn nicht verteidigt. —
Caillaur ſagte, er habe immer erklärt, daß er ſich in
den Hauptpunkten der Einkommenſteuer auf nichts
ein=
laſſe, daß jedoch in weniger wichtigen Punkten
Zugeſtänd=
niſſe nötig ſeien. Er bleibe ſeiner Partei tveſtän
Jaurés erklärte, die Freunde Briands ſtimmten gegen
die Einkommenſteuer, um der Regierung etwas in den
Weg zu legen. Jaures erklärte es für unmöglich, die
Frage der Wahlreform von der des Gleichgewichts des
Budgets zu trennen. Er forderte die Mehrheit auf, die
Einkommenſteuer gegen alle Zweideutigkeiten zu
vertei=
digen. — Millerand erklärte. man wünſche die Frage,
die der Kammer und dem Lande vorgelegt werde, zu
prä=
ziſieren. — Caillur und Jaurss erklärten von neuem,
daß man zur Einkommenſteuer ſeine Zuflucht nehmen
müſſe um finanzielle Hilfsquellen zu finden, doch werde
die Einkommenſteuer erſt nach langer Leit angenommen
werden. — Millerand erinnerte daran, daß die Kammer
Abänderungsanträge zugunſten der Entlaſtung des
Grundbeſitzes und für einen Erſatz der Perſonal= und
Mobiliarſteuer durch eine umfaſſende Einkommenſteuer
noch vor dem 1. Januar 1915 angenommen habe, und
for=
derte, daß wenigſtens die erſten Teile der Reform
inne=
gehalten würden. — Der Sozialiſt Colly erklärte, er
und ſeine Freunde würden ſich an keinen Manövern gegen
die Einkommenſteuer beteiligen. — Andre Löfsvre
warf Caillaux vor, noch keine Erklärungen über die dem
Bankhaus Ferrier auferlegte Geldſtrafe abgegeben zu
haben. Caillaur erwiderte: Das zuſtändige Finanzkomitee
iſt mit dieſer Angelegenheit beſaßt worden, und da die
Strafe vier Millionen beträgt, wird die Frage noch
ein=
mal vor den Miniſter kommen, der eine von dieſem Ko=,
mitee feſtgeſetzte Strafe noch nie ermäßigt habe.
Der Präſident verlas dann die verſchiedenen
Tages=
ordnungen. Miniſterpräſident Doumergue erklärte,
daß=
die Regierung nur die bereits gemeldete
Tagesord=
nung Jean Durand annehme, für deren Priorität
ſodann die Kammer ſich mit 329 gegen 214
Stim=
men ausſprach. Die Tagesordnung ſelbſt wurde durch
Handaufheben angenommen und die Sitzung geſchloſſen.
Die Tagesordnung lautet: „Die Kammer billigt die
Er=
klärung der Regierung und rechnet auf ſie für die
Durch=
führung einer gerechten Steuerreform, insbeſondere einer
Erleichterung des Grundbeſitzes.”
Die Kammermehrheit von 329 Stimmen, die
für die Vertrauenstagesordnung ſtimmte, ſetzt ſich
zuſam=
men aus 153 geeinigten Radikalen, 40 Mitgliedern der
radikalen Linken, 20 Mitgliedern der demokratiſchen
Lin=
ken, 17 radikalen Sozialſten, 67 geeinigten Sozialiſten,
29 republikaniſchen Sozialiſten und 3 Wilden. In
radi=
kalen Kreiſen hat der Sieg Caillaux’ große Genügtuung
hervorgerufen.
Das Blatt der Regierung und der geeinigten
Radi=
kalen, der Ra dical, ſchreibt: Dieſe Abſtimmung iſt eine
Antwort auf das Votum, mit dem der Senat den
Zuſatz=
antrag Perchot abgelehnt hat, und während die in dieſem
Antrag ausgeſprochenen Grundſätze, im „Louxembourg”
nur mit fünf Stimmen unterlagen, erhielten ſie im Palais
Bourbon eine Mehrheit von 115 Stimmen. Das zeigt
deutlich, wohin das Zünglein der Wage neigt.
Gleich=
zeitig aber bildet die Kammerabſtimmung eine unheilbare
Niederlage für den Briandſchen Verband der Linken. —
Der Rappel ſagt: Finanzminiſter Caillaux, der in den
letzten 14 Tagen mit den hervorragendſten Vertretern des
Senats und der Kammer die Klinge kreuzte, hat geſtern
mit der rückhaltloſen Unterſtützung Doumergues einen:
entſcheidenden Kampf beſtanden, der mit einem
glänzen=
den Siege des Kabinetts endigte. — Jaurés fragt in
der Humanité: Werden die Regierung und die
Kam=
mermehrheit nunmehr die Kraft haben, um im Senat mit
Hilfe des Finanzgeſetzes die notwendigen Reſormen
durch=
zuſetzen? Werden ſie die Formel der Einkommenſtener
aufrecht erhalten, ohne welche die Entlaſtung des
bäuer=
lichen Grundbeſitzes nur in geringfügiger und unſicherer
Weiſe durchgeführt werden könnte?
Die Gegner des
Kabinetts ſuchen ihre Schkäppe zu beſchönigen und
glau=
ben zu machen, daß der moraliſche Erfalg auf ihrer Seite
war — Der Figaro meint: Die geſttige Sitzung hat
einigen der angeſehenſten Vertretern des Landes geſtattet,
die unwürdige Zweideutigkeit bloßzuſkgen, hinter der ſich
die ganze Politik der Regierung verſteckt. — Das Echo
de Paris behauptet, das Miniſterium habe ſich
nur=
dadurch aus der Schlinge ziehen können, daß es die
For=
derungen ſeiner Gegner angenommen habe. — Petite
Republique ſchreibt: Alle Vertrauenskundgebungen
ändern nichts in der von Briand mit ſeiner gewohnten
Beredſamkeit feſtgeſtellken Tatſache daß Caillaur es nicht
gewagt hat. im Senat zur Verteidigung der
Einkommen=
ſteuer die Vertrauensfrage zu ſtellen und daß er im
Gegen=
teil dieſe Reform durch ſein Vorgehen faſt rettungslos
ge=
fährdet bat.
Deutſches Reich.
Kaiſer Wilhelms Beſuch in Athen.
An kompetenter Stelle in Athen wird verſichert, daß über
den Zeitpunkt der Hochzeit des griechiſchen Kronprinzen
noch nichts endgültiges beſtimmt ſei. Die Hochzeit werde
erſt in einigen Monaten ſtattfinden. Infolgedeſſen ſtehe
der für April in Ausſicht genommene Beſuch Kaiſer
Wil=
helms in Athen in keinem Zuſammenhang mit der
Ver=
mählung, ſondern ſei lediglich eine Erwiderung des
Be=
ſuchs König Konſtantins in Berlin.
— Nachforderungen für die Kolonien.
Unter den im Reichstag eingegangenen
Nachtragsforderun=
gen für die Kolonien befinden ſich 5 Millionen Mark als
erſte Rate zum Bau einer Eiſenbahn von Otjuwarongo
über Outjo nach Okahakana und eine Million Mark zu den
Vorarbeiten für die waſſerwirtſchaftliche Erſchließung
Südweſtafrikas.
— Der Reichsbund
baugewerblicherAr=
beitgeberverbände (Sitz Berlin) hat am 27.
Fe=
bruar unter Leitung ſeines Vorſitzenden, Baumeiſter L.
Popp=Nürnberg, in Berlin ſeine 2. ordentliche
Bundesver=
ſammlung abgehalten. Dem Bund gehören
Arbeitgeber=
zentralverbände an, deren Mitglieder rund 700 Mill. Mark
Löhne im Jahreauszahlen. (Hochbaugewerbe 360 Millionen,
Tiefbaugewerbe 145 Millionen, Holzgewerbe 70 Millionen,
Malergewerbe 60 Millionen, Klempnergewerbe 25
Millio=
nen, Dachdeckergewerbe 10 Millionen, Stuckgewerbe 15.
Millionen, Steinſetzergewerbe 15 Millionen.)Es konnte
mit Befriedigung feſtgeſtellt werden, daß ſich nach dem
Vorbild des Reichsbundes und auf deſſen Anregung im
vergangenen Jahre in zahlreichen größeren Städten
ört=
liche Kartelle des Baugewerbes mit den
Baunebengewer=
ben gebildet haben, die ebenfalls als ihre Aufgabe die
För=
derung der gemeinſamen Arbeitgeberintereſſen betrachten.
Der Bundesverſammlung wurde von der Geſchäftsſtelle
eine Denkſchrift über „Die Erneuerung der Tarifverträge
im Baugewerbe und in den Baunebengewerben im Jahre
1913” vorgelegt, die zu einer Erörterung über die
wichtig=
ſten Lehren aus der letzten Tarifbewegung Veranlaſſung
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 1. März 1914.
Nummer 60.
gab. Im übrigen hatte ſich die Bundesverſammlung nach
der Tagesordnung mit Verwaltungs= und
Fachangelegen=
heiten — u. a. auch mit der Sicherung der
Bauforderun=
gen — zu beſchäftigen.
— Das franzöſiſch=deutſche Abkommen.
Nach offiziellen Meldungen aus Paris iſt die franzöſiſche
Regierung augenblicklich im Begriff, den Text des
fran=
zöſiſch=deutſchen Abkommens zu ſtudieren, das vor 14
Ta=
gen in Berlin feſtgeſetzt wurde. Wahrſcheinlich wird das
Abkommen keinerlei Aenderung erfahren. Jedenfalls
dürfte es Ende März oder Mitte April veröffentlicht
wer=
den, wenn die deutſch=engliſchen und deutſch=türkiſchen
Ver=
träge ihrerſeits unterzeichnet worden ſind.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Abhilfe gegen den Arbeitsmangel.
Ge=
genüber einer Deputation von Arbeitsloſen, welche
unter Führung von ſozialdemokratiſchen
Reichsratsabge=
ordneten beim Miniſterpräſidenten Grafen Stürgkh
er=
ſchien, wies Graf Stürgkh auf die Beſtrebungen der
Re=
gierung hin, dem namentlich durch die Kriſe im
Bauge=
werbe hervorgerufenen Arbeitsmangel durch eine intenſive
Förderung der privaten und ſtaatlichen Bautätigkeit
ab=
zuhelfen. Mit der Beruhigung der auswärtigen Lage
gehe auch eine Beſſerung der wirtſchaftlichen Verhültniſſe
Handin Hand und ſchon ſei eine merkliche Erleichterung
des Geldſtandes bemerkbar, welche dazu beitragen werde,
in der unmittelbar bevorſtehenden Bauſaiſon eine
ent=
ſprechende Milderung der hier noch vielfach ungünſtigen
Verhältniſſe herbeizuführen.
Italien.
Die Ausgaben für die Beſetzung
Li=
byens. Die Kammer ſetzte die Beratung des
Geſetzent=
wurfes über die durch die Beſetzung Libyens verurſachten
Ausgaben fort.
Der Schatzminiſter hob die Schwierigkeiten bei der
Herſtellung der der Kammer vorgelegten Rechnungslegung
hervor. Die Zahl der auf die Kriegsverwaltung
bezüg=
lichen Dokumente überſchreitet vielleicht eine Million, die
Zahl der auf die Marineverwaltung bezüglichen
Doku=
mente betrage faſt 370000 Lire. Der Redner erklärte, die
Ausgaben bis zum 31. Dezember 1913 betrügen
1150000 000 Lire, davon 954 Millionen Lire für Libyen
einſchließlich der Zahlung von 50 Millionen an die Dette
Publique Ottomane, ſowie 138 Millionen für vorhandene
Materialien und für öffentliche Anlagen in den Kolonien
einſchließlich zweier Telegraphenkabel. Die übrige Summe
ſei verausgabt für die Vergrößerung und Verbeſſerung des
Beſitzes der Militärverwaltungen in Italien, für Beſetzung
der Aegäiſchen Inſeln und Albanien. Die effektiven
Aus=
gaben, abgeſehen von denen für Libyen, nahmen ſeit dem
Rechnungsjahre 1898/99 bis zum Rechnungsjahr 1912/13
jährlich um durchſchnittlich 73 Millionen zu infolge der
Be=
dürfniſſe für die Ausdehnung der öffentlichen Dienſte, der
Verſtärkung der Militärorganiſation, für vermehrte
Sum=
men für öffentliche Arbeiten, Poſt, Telegraphen und
Unter=
richt. Auch für die Beſſerung der wirtſchaftlichen Lage
der Staatsbeamten wurden große Summen verausgabt.
Der Miniſter erklärte ſich vollkommen mit Luzzatti in
dem Wunſche einig=zu ſein, von jeder Anleihe in Italien
oder im Auslandesabzuſehen, und hob zum Schluß
her=
vor, trotz möglichſter Meinungsverſchiedenheiten über die
Wahl der Mittel und Abſtufung der Reformen verbinde
alle der Wunſch, unermüdlich dafür zu arbeiten, das
fi=
nanzielle Gleichgewicht ungeſtört zu erhalten und zu
ſtär=
ken. Darauf wurde die Generaldiskuſſion geſchloſſen und
in die Beratung der Tagesordnung eingetreten. Am Schluß
der Sitzung behauptete der Abgeordnete Cugnolio, die
Ausgaben für Libyen wären beſſer für die Hebung der
geſundheitlichen Verhältniſſe in den ungeſunden
italieni=
ſchen Gegenden verwendet worden und er rief Luzzatti
zum Zeugen dafür auf, daß die Regierung ſich verpflichtet
hätte, ſich dieſer Aufgabe zu widmen. Darauf ereignete
ſich ein lebhafter Zwiſchenfall. Luzzatti ſprang auf und
heſtätigte dieſe Verpflichtung Giolittis. Giolitti, Tedesco
und Saechi ſtellten das in Abrede; es handle ſich nicht um
eine Verpflichtung der Regierung, ſondern nur um einen
Austauſch von Gedanken und Beſprechungen privater Na=
tur. Unter lebhaftem Lärm auf der äußerſten. Linken
wurde die Sitzung aufgehoben. Nach Wiedereröffnung
der Sitzung beſtätigte Giolitti, daß es ſich nicht um eine
Verpflichtung der Regierung handle. Darauf wurde die
Sitzung unter andauerndem Lärm geſchloſſen.
Frankreich
Die Marokkoanleihe. Im Senat wurde der
Geſetzentwurf über die Marokkoanleihe von 170250000
Francs für öffentliche Arbeiten und für die noch fälligen
Rückzahlungen an den Maghzen erörtert. Im Laufe der
Debatte erklärte der Miniſterpräſident, es ſeien
Verhand=
lungen eingeleitet worden, um einen Verzicht der
frem=
den Mächte auf gewiſſe Vorrechte zu erreichen. Frankreich,
werde in naher Zukunft in Marokko von Kapitulationen
befreit ſein, ohne etwas von ſeinen Rechten aufgegeben
zu haben. Darauf wurde dem Anleiheentwurf durch
Handaufheben zugeſtimmt.
Liautey über die Lage in Marokko. Der
von ſeiner Beſichtigungsreiſe nach Weſtmarolko in Paris
eingetroffene Generalreſident Liautey hielt auf einem ihm
zu Ehren veranſtalteten Bankett eine Rede, in der er er
klärte, daß Frankreich in Marokko eine große
Kraftanſtren=
gung ausgeführt habe, aber man müſſe ſich vor
übertrie=
benem Optimismus ſchützen und nicht glauben, daß das
Werk der Pazifizierung vollendet ſei. Im Gegenteil, es
bleibe eigentlich noch alles zu tun übrig. Wir haben —
ſagte Liautey — gegenwärtig nur die Ebene in unſerer
Hand und ſobald wir Taza beſetzt haben, werden wir
ge=
nötigt ſein, das Gebirge anzugreifen. Ueber dem ſüdlichen
Gebirge zieht ſich ein großes Unwetter zuſammen. Wir
haben dort von einem einflußreichen Marabut alles zu
be=
fürchten. Die Blicke der Marokkaner ſind auf dieſen Mann
gerichtet, der vielleicht ihr Vereingetorix werden wird. Er
hat ſich in der letzten Zeit ziemlich ruhig verhalten, aber
nach Beendigung der Regenperiode wird er vielleicht
mit einer zahlreichen Schar ins Feld ziehen. Es ſind noch
zahlreiche Kämpfe zu befürchten, aber wir dürfen darüber
nicht in Aufregung geraten. Das iſt die unvermeidliche
Folge unſerer Beſitzergreifung von Marokko.
England.
Der Kanaltunnel. Unter den Auſpizien des
Kanaltunnelkomitees des Unterhauſes fand eine große
Verſammlung von Geſchäftsleuten in London ſtatt, an
der Vertreter des Kriegsminiſteriums und andere
Re=
gierungsmänner teilnahmen. Die Verſammlung nahm
ein=
ſtimmig einen Beſchluß an zugunſten des Baues eines
Ka=
naltunnels und gab der Anſicht Ausdruck, daß der Tunnel
die herzlichen Beziehungen Englands zu Frankreich und
anderen Kontinentalmächten ſteigern werde. Von
zahl=
reichen bedeutenden Perſönlichkeiten wurden Zuſchriften
verleſen, in denen der Bau des Tunnels befürwortet wird.
Es wurde betont, daß der Tunnel für Englands Handel
von großem Nutzen ſein werde, während er in Kriegszeiten
leicht mit Dynamit zerſtört werden könnte.
Rußland.
Der Fürſt von Albanien ſprach ſich ſehr
be=
friedigt über den ſehr herzlichen Empfang bei den
Maje=
ſtäten in Zarskoje=Selo und über den Verlauf der
Unter=
redung, die er nachmittags mit dem Miniſter des Aeußern
Saſonow hatte, aus. Nach dem Diner in der deutſchen
Botſchaft fand ein Empfang ſtatt, zu dem auch Saſonow
und mehrere Botſchafter erſchienen.
Südafrika.
Geſetzlicher Schutzgegendie Aufreizung
der Arbeiter. Die Bill zur Erhaltung des
Landfrie=
dens, eine Novelle zum Geſetz über aufrühreriſche
Ver=
ſammlungen und deren Auflöſung und zugleich eine
No=
velle zum Strafgeſetz, iſt im Unterhauſe eingebracht
wor=
den. Die Vorlage gibt der Regierung weitgehende
Macht=
befugniſſe zur Erhaltung der öffentlichen Ordnung und
Sicherheit. Die Polizei wird ermächtigt, jeden, der des
Hochverrats oder der Aufreizung däzu verdächtig iſt, ohne
Haftbefehl zu verhaften. Die Vorlage enthält Maßnahmen
über den Schutz von Arbeitern gegen Einſchüchterungen,
Strafen für Perſonen im öffentlichen Dienſte für Ver=, wodurch die öffentliche Sicherheit gefährdet
wird, und ermächtigt die Regierung, aufrühreriſche
Zuſam=
menrottungen zu verbieten und aufzulöſen, endlich gibt ſie
der Regierung das Recht, Perſonen, die wegen Aufruhr
oder Aufreizung dazu verurteilt worden ſind, auszuweis
ſen, wenn ſie keine geborenen Südafrikaner ſind.
Ching.
Errichtung funkentelegraphiſcher Sta=. Die Verhandlungen zwiſchen der chineſiſchen
Regierung und der britiſchen Marconigeſellſchaft über die=
Errichtung mächtiger funkentelegraphiſcher Stationen än
Plätzen, die die Regierung auswählen wird, ſind dem Abs
ſchluß nahe. Die Stationen werden von der Marconigeſells,
ſchaft betrieben werden. Dieſe ſtellt auch das nötige Kau
pital, däs durch 5prozentige in 25 Jahren zurückzahlbare
gärantierte chineſiſche Bonds ſichergeſtellt wird.
* Berlin 28. Febr. Das von der Frankfurter Zeis
tung mitgeteilte Gerücht von dem Einwirken den
preußiſchen Regierung aüf das heſſiſche
Miniſterium in der Lehrerbeſoldungsfrage
entbehrt jeder tatſächlichen Unterlage.
* Frankfurt a. M., 28. Febr. Nach einem. Beg
ſchluß des Magiſtrats ſoll die ſtädtiſche
Arbeits=
loſenunterſtützung zum 1. März eingeſtellt
werden. Nach der wöchentlichen Statiſtik der Arbeitsloſen
wurden in der letzten Woche nur noch 500 Arbeitsloſe in
Frankfurt a. M. gezählt.
* Hamburg, 27. Febr. Die hieſige Polizeibehörde
hat auf Grund des Preßgeſetzes und des Geſetzes für den
Straßenhandel das Anheften der Plakate, die zum Beſuch
der Kirchenaustritts=Verſammlungen am
nächſten Sonntag einladen, verboten. Dieſes Verbot
erregt gerade in Hamburg, wo ſich Staat und Behörde
bisher nie in irgend welche kirchlichen oder kirchengegneris
ſchen Angelegenheiten eingemiſcht haben, und wo ja auch
Staat und Kirche getrennt find, ein gewiſſes Aufſehen.
* Neuer Gouverneur von Metz. Schnelle
als man erwartet hatte, iſt nach dem plötzlichen Tode des
neuernannten Generalleutnants von Lindenau, der ſeinen
Poſten noch gar nicht angetreten hatte, die freigewordee
Stelle des Gouverneurs der wichtigſten Feſtung des
Reiches, Metz, wieder beſetzt worden. Der Generalleutnam
und Kommandeur der 17. Diviſion, v. Winterfeldch
in Schwerin, iſt zum Gouverneur ernannt worden:
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. März.
* Empfänge. Der Großherzog empfing an
Samstag den Leutnant v. den Brincken vom Leibgarde=
Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den
Kammerherrn Frhrn. v. Nordeck zur Rabenau von
Frank=
furt a. M., den Geh. Baurat Profeſſor Pützer, den Pfarrer
Velte, den O. Stockhauſen, den Landwirt Cullmann von
Groß=Zimmern, den Bürgermeiſter Eidmann von Richen,
den Notar, und Rechtsanwalt Kleinſchmidt von Groß=
Gerau, den Staatsanwalt Dr. Schmitt von Gießen, den
Kreisrat Dr. Merck von Schotten; zum Vortrag den
Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun,
den Ordenskanzler Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Dierse
burg, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Ordensverleihungen. Der Großherzog hat
dem Mitinhaber der Firma F. G. Banning & Seybold
in Düren (Rheinland) Felix Banning das Ritterkreuz
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
Der König von Preußen hat dem Hauptman
Rieck im Infanterie=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh=
Heſſ.) Nr. 116 den Roten Adler=Orden 4. Klaſſe mitder
Königlichen Krone verliehen,
* Ernannt wurden durch Entſchließung Großh. der Juſtiz die Referendare Ludwig Fiſcher
in Gießen, Max Liocher daſelbſt, Karl Micklerem
Darmſtadt, Arthur Rode in Alsfeld, Reinhold Schlamp
in Offenbach, Philipp Volk in Darmſtadt zu Gerichts
aſſeſſoren.
Kampf ums Daſein.
C) Es gibt einen Kampf ums Daſein. Das iſt
zwei=
fellos. Und er wütet unter der glatten Oberfläche der
Ziviliſation vielleicht verbitterter, als in den Urwäldern
bei den reißenden Tieren. Wir merken alle etwas
da=
von. Es kann ſich ſo leicht keiner davon ausnehmen. Er
ſcheint wie ein unerbittliches Weltgeſetz auf allem Leben
zu laſten und den Einzelnen ſelbſt wider ſeinen Willen
in den allgemeinen Streit hineinzuziehen.
Und nun erhebt ſich die Frage: Warum iſt das Leben
ſo? Was hat das für einen Sinn, ſich gegenſeitig zu
zer=
fleiſchen, ſich entgegenzuarbeiten und die Kraft in
quäle=
riſchem Mühen nutzlos zu vergeuden? Iſt der Kampf ums
Daſein ein ſinnlos=ſchreckliches Schickſal? Nicht doch. Wir
ſehen einen tiefen Sinn in ihm. Es gibt ein altes Wort:
Der Kampf iſt der Vater aller Dinge. Er bringt Kräfte
zur Entfaltung, die ohne ihn ſtets unentdeckt blieben; er
zwingt uns zur Anſpannung, zur Steigerung, zur
Höher=
entwickelung. Er hat bildende Gewalt. Der Kampf
mei=
ſelt die Seele zum Charakter. Er iſt der Schöpfer der
Helden und der ſtillen Geduldsmenſchen. Die großen
heroiſchen Tugenden des kühnen Wagemuts und des
tapfe=
ren Aushaltens im Leid ſind gleicherweiſe aus ihm
ge=
boren. Was wären wir ohne den Kampf? Verweichlichte
Geſellen, deren beſtes Teil nicht offenbar geworden wäre.
Wir wollen ihm dankbar ſein, unſerem großen Erzieher
und Lehrmeiſter, der ſeine ſtarke Hand über uns hält.
Wir brauchen den Kampf. Und doch: Herrlicher als
der eherne Lärm des Kriegs klingt uns die ſüße Melodie
der Liebe. Wir heben das Haupt auf und horchen in die
Ferne. Und wir ahnen in der Zukunft eine Zeit, da der
Kampf überwunden iſt. Da wir nicht mehr die Peitſche
eines gewaltſamen Schickſals nötig haben, das uns treibt
und ſpornt, ſondern aus freiem Herzen und feſtem Willen
heraus das Rechte tun. So, wie das Kind zum Manne
reift und der Rute nicht mehr bedarf, um gut zu ſein,
fo wird ſich auch die Menſchheit aus dem Kindheitsalter,
in dem ſie jetzt ſteht, herausarbeiten und einer Zeit
rei=
ner Humanität entgegengehen. Der Kampf wird
unter=
gegangen ſein in lauter Liebe. Das iſt die uralte
Hoff=
nung der Menſchheit.
Himmelserſcheinungen
im März.
Mit ſeltener Pünktlichkeit, am aſtronomiſchen Datum
März 21, Oh, d. h. am bürgerlichen Datum des 21. März,
gerade zu Mittag, durchſchreitet die Sonne diesmal den
Aequator von Süden nach Norden; ihre
Deklina=
tion wandelt ſich daher zu dieſem Zeitpunkte von
ſüd=
licher in nördliche und beträgt am 1. März —7% 48
32.‟3, am 21. März 0" und am 31. März —3 55' 22.‟5.
nimmt alſo im Monat um 11‟ 44' zu. Am 21. März ſtehl
infolgedeſſen die Sonne für alle Beobachter auf der
„Linie”, wie man in der Praxis den Erdäquator nennt,
um 12 Uhr mittags Ortszeit im Zenit, teilt mithin auf
der ganzen Erde den Tag in zwei gleiche Hälften, — wir
haben Aequinoktium, Tag= und Nachtgleiche. Auf
der nördlichen Halbkugel beginnt damit der Frühling,
auf der Südhalbkugel der Herbſt.
Aus den angeführten Deklinationswerten der Sonne
ergeben ſich die ſchon recht bedeutenden Mittagshöhen
des Tagesgeſtirns; dieſe ſind für den Parallel von 54.
(Norddeutſchland) 28‟ 11' am 1. und 40% 55' am 31. März,
für den Parallel von 51 (Mitteldeutſchland) 31‟ 11' am
1. und 43 55' am 31. März, endlich für den Parallel von
48 (Süddeutſchland und Oeſterreich, etwa die Breite von
Wien) 44‟ 11' am 1. und 46 55 am 31. März. Die
Tages=
länge erfährt damit eine Zunahme von 10½ auf 12¾
Stunden im nördlichen, von 10¾ auf 12¾4 Stunden im
mittleren und von 11 auf 12¾ Stunden im ſüdlichen
Gebiet.
Unſer Mond ändert ſeine Geſtalt zu folgenden
Zei=
ten: Erſtes Viertel am 5. März, um 6 Uhr 3 Min. vorm.,
Vollmond am 12. März, um 5 Uhr 18 Min. vorm.,
Letz=
tes Viertel am 18. März, um 8 Uhr 39 Min. nachm., und
Neumond am 26. März, um 7 Uhr 9 Min. nachm. Der
Mond befindet ſich in ſeiner Erdnähe am 12. März, um
11 Uhr nachm., und in ſeiner Erdferne am 27. März, um
4 Uhr nachm. Von den in dieſem Monat ſtattfindenden
drei Sternbedeckungen iſt nur die letzte vorteilhaft zu
beobachten. Sie betrifft den Stern Rho des „Löwen”
(Größe 3.8), der am Morgen des 11. März vom Monde
bedeckt wird; ſein Eintritt erfolgt für Berlin um 4 Uhr
34.4 Min., ſein Austritt um 5 Uhr 8.4 Min. Gegen6
Uhr geht der Mond unter.
Am 12. März ereignet ſich eine in unſerer Gegend
ſichtbare partielle Mondfinſternis. Sie
ber=
ginnt um 3 Uhr 42.0 Min. vorm., erreicht ihre Mitte um
5 Uhr 13.1 Min. und endigt um 6 Uhr 44.2 Min. Diel
Größe der Verfinſterung in Teilen des Monddurchmeſſers
iſt gleich b.916. Sichtbar iſt die Finſternis in Arabien und
Kleinaſien, in Europa, Afrika, dem Atläntiſchen Ozeat
Amerika und dem öſtlichen Teile des Großen Ozeans
Von den großen, für das unbewaffnete Auge ſicht
baren Planeten beherrſchen im März drei, Venus, Märs
und Saturn, den Abendhimmel, Merkur und Jupiter bleis
ben verborgen. Im einzelnen geſtalten ſich die
Verhält=
niſſe folgendermaßen: Merkur durchtläuft am 10. Mähz
um 5 Uhr nachmittags, ſeine untere Sonnenkonjunktion,
ſteht dann alſo zwiſchen Sonne und Erde. Am nächſten
iſt er der Erde am 13. März, an dem ſein Abſtand=O.613
Erdbahnhalbmeſſer oder Einheiten à 149.48 Millionen
Kilometer beträgt, während dieſer am 1. März noch 0.76
und am 31. März wieder 0.78 Einheiten groß iſt.
Venus tritt am Ende des Monats aus den Strahlen
der Abenddämmerung hervor. Ihre Entfernung von der
Erde beläuft ſich zuerſt auf 1.71, zuletzt auf 1.67 Einheiten;
ihr ſcheinbarer Durchmeſſer nimmt demgemäß zu von 9.8
bis auf 10.‟0. Am 27. März, um 11 Uhr abends, hat der
Mond mit Venus Konjunktion, wobei der Mond 4½ Grad
nördlich von dem Planeten ſteht; vorher befindet ſich die
feine Sichel des jungen Mondes noch ein wenig weſtlich
— Den rötlichen Mars, der ſich vorläufig im Bildeder
„Zwillinge” fortbewegt, findet man beim Eintrittder
Dunkelheit ſchon hoch im Süden; er bleibt am Anfäng
des Monats bis nach 5, am Schluſſe bis gegen 3½=Uhr
über dem Horizont. Von der Erde trennt ihn ſchon einer
Strecke, die etwa gleich der Strecke Sonne-Erde iſt und
am 1. März 0.94, am 31. März 1.23 Erdbahnhalbmeſſer
beträgt. Damit geht ſein Scheibendurchmeſſer von 9.9
bis auf 7.‟6 herab, Werte, die für die Beobachtung del
zarteren Gebilde auf der Oberfläche des Planeten ſchün
zu klein ſind. Am 7. März, um 4 Uhr vormittags, hat=del
Mond mit Mars Konjunktion; der über das Erſte Viertel
vorgeſchrittene Mond weilt dann nur 1* Grade nördlich
Nummer 60.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 1. März 1914.
Seite 3.
eg. Strafkammer I. Einen unerwarteten
Aus=
ſing hatte für einen hier im Ruheſtand lebenden
Pfar=
eine Berufungsverhandlung. Der Angeklagte hatte
s 1902 dies Leitung eines Unterſtützungsverbandes inne.
As in dieſem Jahre der Verband umgeſtaltet wurde und
alch eine neue Leitung erhielt, übernahm er ſatzungsgemäß
aſch das vorhandene Vermögen. Der Angeklagte lebt nun
der Idee und kämpft ſei Jahren mit ſtarrer Energie
Ffür, daß dieſes Vermögen an die alten Mitglieder
ver=
lt werde, da er der Ueberzeugung iſt, daß ein neuer
rband gegründet worden ſei und demzufolge das
vor=
ündene Geld, etwa 16000 Mark, an die Mitglieder hätte
urteilt werden müſſen. Die neuen Vorſtandsmitglieder
ürtreten jedoch die Anſicht, daß nur eine
Satzungsände=
lung vorgenommen wurde. Im Verlaufe der
Auseinan=
drſetzungen hat nun der Angellagte in einem Brief an
de beiden Vorſtandsmitglieder deren Handlungsweiſe be=
Uigeriſch und unehrlich genannt. Das Schöffengericht
htte darauf den Angeklagten wegen Beleidigung zu einer
ſringen Geldſtrafe verurteilt, gegen die der Angeklagte
und die Staatsanwaltſchaft Berufung verfolgten. Die
Eraſkammer gab der Berufung des Angeklagten ſtatt und
ſrach ihn frei, freilich nicht, weil er ſich etwa kei=
Beleidigung ſchuldig gemacht hätte, ſondern — wegen
Rurechnungsfähigkeit. (§ 51 des Strafgeſetzbuches,
ſonach eine ſtrafbare Handlung nicht vorhanden iſt, wenn
hr Täter zur Zeit der Begehung der Handlung ſich in
hiem Zuſtande von Bewußtloſigkeit oder krankhafter
Stö=
ung der Geiſtestätigkeit befand, durch welchen ſeine freie
killensbeſtimmung ausgeſchloſſen war.) Der Angeklagte
htte, allem Zureden zum Trotz, erklärt, ſogar den
Wahr=
ſitsbeweis für ſeine Behauptungen antreten zu wollen.
— Vom Hoftheater. Der heutige Vortrag Hermann
fahrs über „Schauſpielkunſt” beginnt um 11½ Uhr
nd findet im Foyer des Hoftheaters ſtatt. Die reſtlichen
hrten werden an der Tageskaſſe, des Hoftheaters
abge=
ſhen, die bereits um 9½ Uhr vormittags geöffnet wird.
ler Kartenverkauf für die
Nachmittagsvorſtel=
lſuing zu ermäßigten Preiſen „Die fünf Frankfurter” iſt
i heutigen Tage ausſchließlich an der Tageskaſſe. Die
forſtellung beginnt um 3 Uhr nachmittags. Am Abend
ſlangt, neu einſtudiert Puccinis Madame Butter=
1y” im A=Abonnement zur Aufführung. Beginn 7 Uhr.
im Montag geht zum erſten Male „Der Feldherrnhügel”
bi aufgehobenem Abonnement zu Volksvorſtellungspreiſen
1 Szene Vorverkauf im Verkehrsbureau und an der
Lageskaſſe des Hoftheaters. Beginn 7½ Uhr. Am
Diens=
g eröffnet Walter Soomer ſein Gaſtſpiel als „Se=
Uhſtiano” in Eugen d’Alberts Muſikdrama „Tiefland”
ſie Vorſtellung findet im A=Abonnement ſtatt. Als zweite
Und letzte Gaſtdarſtellung Soomers folgt am Donnerstag
Pavalleria ruſticana” und „Bajazzo”, mit dem berühmten
ſaſt als „Alfio” reſpektive „Tonio”.
* Darmſtadt im Blumenſchmuck. Man ſchreibt uns:
im Anſchluß an den am 12. Februar d. J. gehaltenen
fortrag des Herrn Gartenarchitekten Gerlach über: „Gar=
Inkunſt einſt und jetzt” der ſich ſeitens der zahlreich
er=
hienenen Zuhörer eines lebhaften Beifalles erfreuen
ſrfte, hält derſelbe Redner am Dienstag, den 3. Mäcz,
binds 8½ Uhr, in der Aula der Landes=Baugewerkſchule
lnen weiteren Vortrag über: „Balkon= und
Fenſterblu=
ſerſchmuck der Häuſer” der durch eine große Anzahl Licht=
Ilder erläutert wird. Wenn auch ſeitens der Städte
hon ſehr viel für die gartenkünſtleriſche Ausgeſtaltung
Pi Straßen geſchieht, ſo liegt es doch im Intereſſe des
ſausbeſitzers, durch Blumenſchmuck ſein Eigentum zu
ver=
hönern zu ſeiner eigenen Freude und zur Zierde der
ktraße, Ein durch Blumenſchmuck verſchönertes
Straßen=
d erfreut nicht nur die Einwohner der Stadt, ſondern
lach jeder Fremde erinnert ſich ſtets gerne der ſchönen
ptlichen Blumenſtadt. Das ſchönſte Haus kann ohne
Affranzen= und Blumenſchmuck niemals den angenehmen
n freundlichen Eindruck hervorrufen, wie ein mit Blu=
Apen geſchmücktes. Wir machen deshalb alle Intereſſenten
u dieſen Vortrag, zu welchem der Eintritt frei iſt, auf=
Afeskſam.
Im Silberkranz. Am kommenden Dienstag
. März) begehen der bekannte Reſtaurateur des „Chauſſee=
Mhu ſes” Georg Brück und Frau, geb. Reichardt, das
Aett der Silbernen Hochzeit. — Herr Wilhelm Wagner,
roßh. Pfandmeiſter, und Frau, Mollerſtraße 27III,
ſiern am gleichen Tage ihre Silberhochzeit.
Konzert des Hoftheater=Chors Die Proben zu
lem Konzert des Hoftheater=Chors, das am Samstag, den
März, in der Turnhalle ſtattfindet, ſind in vollem
ſſſemge. Die Leitung des Konzertes hat Hofchordirektor
Robert Preuß. Nach Beendigung des Programms wird.
ein großer Feſtball abgehalten.
* Deutſcher Frauenverein vom Roten Kreuz für die
Kolonien (Abt. Darmſtadt). Man ſchreibt uns: Seit
Monaten hat die Jugendgruppe ihre Arbeit wieder
aufge=
nommen. Bisher haben die jungen Mädchen
erfinde=
riſchen Geiſtes viele geſchmackvolle und praktiſche Dinge
gefertigt, die demnächſt als Verkaufsgut dienen ſollen.
Jetzt aber rüſten ſie ſich fröhlich zu Spiel und Tanz, zum
Kolonialfeſt am 18. März. Unter ſachverſtändig
künſtleriſcher Anleitung bereiten ſie ſich, dem Abend ein
farbenfroh bewegtes Gepräge zu geben. Das Feſt iſt als
Teeabend in den Räumen der Vereinigten Geſellſchaft
ge=
dacht, um 6 Uhr beginnend. Die Einteittskarte berechtigt
zur Entgegennahme von Tee. Limonaden mit Beigaben.
Am Schluß ſoll allgemeiner Tanz die Feſtteilnehmer
ver=
einigen. Da, den Räumen der Vereinigten Geſellſchaft
entſprechend, nur eine beſtimmte Zahl von Karten
aus=
gegeben werden kann, ſo iſt es gut, ſich dieſe ſchon jetzt
durch Einzeichnung in die bei Schlapp aufgelegte Liſte zu
ſichern. (Siehe Anzeige.) Wie die vorjährige, ſoll dieſe
Veranſtaltung einen Bauſtein liefern zu unſerem Heſſ.
Georg=Ludwigsgarten in Swakopmund.
Es iſt eine nationale Notwendigkeit, daß die zarten
Men=
ſchenknoſpen, die unſerem Reiche drüben in den Kolonien
erblühen, ſchon von klein auf unter deutſchem Einfluß
ſtehen und dadurch in Sprache und Sitte dem Vaterland
erhalten bleiben.
* Der kath. Kirchengeſangverein St. Ludwig
veran=
ſtaltet am Donnerstag, den 19. März d. J., im Städt.
Saalbau ein größeres Konzert. Das gute Anſehen des
aus zirka 70 aktiven Mitgliedern beſtehenden gemiſchten
Damen= und Herrenchors, ſowie die Namen
hervorragen=
der Kräfte laſſen auf eine künſtleriſch intereſſante
Verin=
ſtaltung ſchließen. Als Soliſten wurden die geſchätzten
Mitglieder unſeres Hoftheaters Fräulein Gertrud
Geyersbach und Herr Kammerſänger Weber
ge=
wonnen. Außerdem hat Frl. Lilli Hickler (Violine)
in liebenswürdiger Weiſe ihre Mitwirkung zugeſagt. Eine
Rezitation mit Chor: Schillers „Kraniche des Ibykus”
(Sprecher: Herr Fredy Wiener) dürfte ihre Wirkung
nicht verfehlen. Sämtliche Nummern des Programms
werden mit Orcheſterbegleitung (Kapelle des
Leibgarde=Regiments Nr. 115) unter Leitung des Großh.
Muſikdirektors M. Klaſſert zu Gehör gebracht. Da
der Reinertrag des Konzerts für gute Zwecke beſtimmt iſt,
ſo wäre auch in materieller Hinſicht ein guter Beſuch
wünſchenswert. (Näheres ſiehe Anzeige in heutiger
Nummer.)
* Milchkränzchen. (Jubiläumskonzert) zum
Beſten der Verabreichung eines warmen Frühſtücks an
arme und kränkliche Schulkinder. So lautet die Einladung
für das Konzert, welches der Tradition gemäß am
Samè=
tag den 7. März 1914, abends 8 Uhr im renovierten
Saale des Chauſſeehauſes, Heidelbergerſtraße, ſtattfindet.
Es haben bei dieſem Konzert ihre Mitwirkung in
liebens=
würdigſter Weiſe gütigſt zugeſagt: Frau Käthe Schneider=
Gothe, Großh. Hofſchauſpielerin, Fräulein Käthe Specht,
die Herren Hofſchauſpieler Schneider und Jürgas. Herr
Kammermuſiker und Kornet à Piſton=Virtuos Louis
Küm=
mel und Herr Hans Fiſcher. (Kompoſition.) Das Orcheſter
ſtellt wie immer die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts.
Nr. 61 unter Herrn Obermuſikmeiſter Webers Leitung.
Da nun alles aufgeboten iſt, gerade das Jubiläumskonzert
würdig zu geſtalten, ſei hiermit die Bitte an alle gerichtet,
durch den Beſuch die Wohltätigkeit zu unterſtützen. Der
Kartenverkauf hat heute eingeſetzt und ſind auch Karten
an der Kaſſe erhältlich. Bemerkt ſei noch, daß nach dem
Konzert ein Ball ſtattfindet. (Näheres ſolgt.)
* Hausfrauenverſammlung. Man ſchreibt uns: Am
Freitag abend verſammelte ſich im Kaiſerſaal eine
An=
zahl Vorſtände hieſiger Frauenvereine zu einer
Beſprech=
ung über eine demnächſt abzuhaltende
Hausfrauenver=
ſammlung. Es wurde der Beſchluß gefaßt, in kürzeſter
Friſt eine ſolche anzuberaumen, um Stellung zu nehmen
zu der Frage: „Ortskrankenkaſſe oder ſtädtiſche
Dienſt=
botenverſicherung ?”
— Martinsviertel. Wie wir hören, hat der 1.
Vor=
ſitzende des „Bezirksvereins Martinsviertel”
Herr Kaufmann Joh. Hch. Möſer, ſein Amt als
Vorſitzender dieſes Vereins niedergelegt.
* Gabelsbergerfeier. Die Stenographen=Vereinigung
Darmſtadt veranſtaltet am 7. März im Kaiſerſaal eine
Gabelsbergerfeier, beſtehend aus Konzert und Ball.
Wie immer, ſo wird auch an dieſem Abend der Ver=
gnügungsausſchuß den Mitgliedern und Gäſten einige
genußreiche Stunden bereiten.
§ Unfall. Ein Kutſcher wurde Samstag vormittag
kurz nach fünf Uhr beim Durchgehen ſeines Pferdes in der
Kirchſtraße vom Wagen geſchleudert und hat infolgedeſſen
ſchwere Verletzungen davongetragen. Der Kutſcher mußte
durch die Sanitätswache mittelſt Krankenautomobils in
das ſtädtiſche Krankenhaus verbracht werden.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expedi=
tion (Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu ausgeſtellt:
Die deutſche Militärmiſſion für die ſüdamerikaniſche
Re=
publik Paraguay. — Die albaniſche Sondergeſandtſchäft
beim Prinzen zu Wied. — Mitglieder des albaniſchen
Hofſtaats in Durazzo. — Rettung der Beſatzung des an
der Küſte von Neu=Jerſey geſtrandeten engliſchen
Damp=
fers „Queen Louiſe” mit Hilfe eines Raketenapparates.
* Orpheum. Wir verweiſen an dieſer Stelle
noch=
mals auf das intereſſante Haskel=Gaſtſpiel, deſſen Premiere
heute Sonntag, den 1. März, ſtattfindet. Verſchiedene
erſt=
klaſſige Spezialitätenkräfte werden das ſehr große
Pro=
gramm vervollſtändigen. (Siehe Anzeige.)
* Konzerte uſw. Schützenhof. Heute Sonntag,
den 1. Mäcz, findet wiederum ein großes Konzert der
Kapelle des Feldart.=Regts. Nr, 61 (Obermuſikmeiſter
Weber) in den Kellerlokalen bei freiem Eintritt ſtatt.
(Siehe Anzeige.)
Allee=Reſtaurant Rummelbräu. Heute
Sonntag konzertiert nachmittags von 4—7 Uhr zum
Kaffee=
konzert bei freiem Eintritt eine Abteilung der Kapelle des
Artillerie=Regiments Nr. 61 und abends die genannte
Kapelle unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſter Weber.
Nachdem die Karnevalsklänge verrauſcht, ſoll wieder eine
gediegene Muſik geboten werden, wobei dem Geſchmack
des Publikums Rechnung getragen werden ſoll. Das
Konzert trägt den Charakter eines Frühlingskonzerts,
wobei Joh. Strauß mit „Frühlingsſtimmen” (Walzex),
Mendelsſohn=Bartholdy mit ſeinem berühmten
Frühlings=
lied desgleichen Chr. Gounod vertreten ſein werden.
(Näh. ſ. Anz.)
Hanauer Hof. Heute Sonntag findet großes
erſt=
klaſſiges Militär=Streichkonzert, ausgeführt von der
Ka=
pelle des Großh. Artilleriekorps Nr. 25, unter Leitung des
Herrn Obermuſikmeiſters Franz Mickley ſtatt. Die
Deko=
ration vom geſtrigen Maskenball bleibt auch heute
noch=
mals beſtehen und wird den Konzertbeſuchern Gelegenheit
geben, dieſelbe in ihrer kunſtvollen Ausführung zu
be=
wundern. Herr Obermuſikmeiſter Mickley wird dem
Pu=
blikum zur fröhlichen Unterhaltung und als Kunſtgenuß
die Schlager der neueſten Operetten und Opern uſw. zum
Vortrag bringen. (Siehe Anz.)
Verwaltungsgerichtshof.
g. Am 6. Februar 1913 wurde die
Gemeinde=
jagd zu Unter=Schönmattenwag öffentlich
ver=
ſteigert. Da jedoch nur ein Höchſtgebot von 900 Mark
erzielt wurde, genehmigte der Gemeinderat die
Verſteige=
rung nicht und beſchloß eine abermalige Ausſchreibung und
Verpachtung. Es wurde gleichzeitig beſchloſſen, in das
Verpachtungsprotokoll eine Beſtimmung aufzunehmen
da=
hin, daß die Wahl unter den drei Letztbietenden für den
Zuſchlag vorbehalten bliebe. Dieſe Beſtimmung
geneh=
migte das Kreisamt und ordnete gleichzeitig auf Grund
der Miniſterialverordnung vom 24. Oktober 1852 an, daß
dem Kreisrat die Zuſchlagerteilung vorzubehalten ſei.
Bei der zweiten Verſteigerung. am 20. Februar d. J.,
blieb Höchſtbietender mit 2510 Mark Privatier Anders in
Stuttgart, zweiter mit 2509 Mark A. Kühner in Brüſſel
und dritter mit 2508 Mark wieder Anders in Stuttgart.
Unterm 23. Februar fügte die Bürgermeiſterei dem
Ver=
ſteigerungsprookoll eine Berichigung bei, wonach die drei
Letztbietenden ſeien: 1. Anders mit 2510, 2. Kühner mit
2509 und 3. K. Rothmann=Erfelden mit 2507 Mark. Das
eine Gebot des Anders mit 2508 Mark falle weg, nachdem
dieſer ein höheres Gebot eingelegt habe. Der
Gemeinde=
rat von Unter=Schönmattenwag beſchloß, aus nicht
ange=
gebenen Gründen, dem Rothmann mit 2507 Mark den
Zü=
ſchlag zu erteilen. Der Kreisrat des Kreiſes Heppenheim
legte die Entſcheidung über die Zuſchlagserteilung dem
Kreisausſchuß vor und dieſer erteilte am 8. April dem
Höchſtbietenden Anders mit 2510 Mark den Zuſchlag, da
keine wichtigen Gründe vorlägen, dem Höchſtbietenden den
Zuſchlag nicht zu erteilen. Dagegen legte Juſtizrat Dr.
Oſann für Rothmann=Erfelden ſofort Rekurs ein und
nach Ausfertigung des Urteils für die Gemeinde Berufung
om Mars. — Jupiter iſt dem unbewaffneten Auge
der Morgendämmerung immer noch nicht ſichtbar, er
ſiicht erſt im nächſten Monat aus dieſer hervor. Sein
brtand von der Erde nimmt von 5.93 bis auf 5.60
Ein=
eiben ab, ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 33."7 bis auf
5.'7 zu. Eine Konjunktion des Mondes mit Jupiter
ndet am 22. März, vorm. 10 Uhr, ſtatt. — Saturn
be=
erkt man im Bilde des Stiers” abends ſchon hoch im
ſiden; ſein Untergang erfolgt anfangs gegen 2½ zuletzt
egen 12½ Uhr. Von ihm entfernt ſich die Erde; der
Ab=
ſaad beträgt am 1. März 8.95, am 31. März 9.43 Einhei=
UIn, und demgemäß verkleinert ſich auch der ſcheinbare
urchmeſſer des Saturnkörpers äquatorial von 18.65 auf
153 und polar von 17.11 auf 16.‟20, während die große
cſe der Ringellipſe von 41.‟95 auf 39.‟81 und die kleine
lch ſe von 18."68 auf 17.‟85 abnimmt. Die uns ihre
Süd=
zine zukehrenden Ringe erſcheinen alſo nahezu in ihrer
rö ßten Breite, die ſie immer nach 14 Jahren, abwechſelnd
on Süden und Norden ſichtbar, erreichen, während ſie
n lder Mitte dieſes Zeitraumes, nun in 8 Jahren, ihre
ſarttenanſicht zeigen; denn viermal (nach je 7½ Jahren)
m Verlaufe des ganzen Saturnjahres — 29½
Erden=
uhrren, wechſelt der Planet ſeine Geſtalt. Am 5. März,
mm 4 Uhr vormittags, hat der Mond mit Saturn
Kon=
uniktion, er ſteht während der Nacht zum 5. nordweſtlich
ſſon dem Planeten. — Uranus bleibt im Lichte der
ergendämmerung verborgen. Sein Abſtand von der
hrwe vermindert ſich von 20.70 bis auf 20.35 Einheiten.
Neptun iſt im Bilde der „Zwillinge” für große
In=
ru mente günſtig zu beobachten; er kulminiert anfänglich
ſaldd nach 9 Uhr, am Monatsſchluß gegen 7¼ Uhr abends.
keine genauen Oerter ſind: am 2. März Rektaſzenſion
50m 38.08s und Deklination — 20‟ 34' 47.‟6, am 30.
Märrz Rektaſzenſion 7h 49m 19.20s und Deklination
20% 38' 54.‟9; ſein ſcheinbarer Durchmeſſer iſt gleich 2.‟6.
die Erde entfernt ſich vom Neptun von 29.27 auf 29.71
imheiten.
Am Fixſternhimmel, deſſen Glanz in der erſten
o natshälfte das Mondlicht beeinträchtigt, ſehen wir die
ſhoenen Winterſternbilder ſchon recht früh am weſtlichen
ſorizont verſchwinden. Gegen 10 Uhr, wenn der
Wid=
ſer” untergeht, finden wir den ihm folgenden „Stier”
hhon am Weſthimmel, wogegen die „Zwillinge” noch recht
ſoch im Südweſten thronen. Unter dieſen, im Südweſten,
ſſeigt ſich der aufrecht ſtehende Rieſe „Orion” bereits dem
Horizonte zu, und auch der „Große Hund” mit Sirius
ſtreicht ſchon ſehr tief im Südſüdweſten. Höher erblicken
wir den „Kleinen Hund” mit Prokyon. Oeſtlich (links) von
dieſem funkelt hoch im Südſüdoſten Regulus im „Löwen”
und nahe dem Oſtſüdoſthorizonte Spica in der „
Jung=
frau” Im Oſten gewahren wir den farbenſprühenden
Arctur, im „Bootes” darüber, unweit des Zenits, den
„Großen Bären.” Am Oſtnordoſthorizonte ſteht Wega in
der „Leier”, am Nordhorizonte Deneb im „Schwan” Die
Milchſtraße ſchmücken im Nordnordweſten das W der
„Caſſiopeja” im Weſten Perſeus” und „Fuhrmann”; am
Nordweſthorizonte endlich ſtrahlen die drei aufwärts
ge=
richteten hellen Sterne der „Andromeda”
Feuilleton.
* Ein gelungenes Gaunerſtückchen. Aus Vierſen
be=
richtet die Deutſche Inſtrumentenbau=Zeitung: Einem
ge=
riebenen Schwindel fiel ein hieſiger Metzgermeiſter zum
Opfer. Ein junger Mann trat in ſeinen Laden und
for=
derte für 20 Pfennig Leberwurſt. Als es ſich jedoch ums
Bezahlen handelte, hatte er ſein Portemonnaie in einem
benachbarten Geſchäft verſehentlich liegen laſſen. Ganz
außer ſich, zog er eine Geige unter ſeinem Rock hervor
und bot ſie dem Ladeninhaber als Pfand an, um ſchnell
ſeine Börſe zurückzuholen. Selbſtverſtändlich hatte der
Metzgermeiſter nichts dagegen einzuwenden. Kaum hat
der Fremde den Laden verlaſſen, ſo tritt ein Zweiter ein
und kauft auch Wurſt. Ganz zufällig ſieht er die Geige
auf dem Tiſch liegen. Sie erregt ſeine Aufmerkſamkeit; er
prüft ſie mit Kennerblick und ſagt dann mit ehrlichem
Er=
ſtaunen: „Donnerwetter, Meiſter, ein wertvolles altes
In=
ſtrument! Gebe Ihnen auf der Stelle 50 Mark dafür.” Zu
ſeinem großen Bedauern muß der Metzgermeiſter ihm
jedoch bedeuten, daß er die Violine aus dem angegebenen
Grunde nicht abtreten dürfe. Der Muſikfreund bezahlt,
bemerkt aber im Hinausgehen, daß er wegen des
Inſtru=
mentes am folgenden Tage noch einmal wieder kommen
werde. Bald darauf kommt der erſte erfreut zurück; er hat
ſein Geld wieder erhalten. Mittlerweile hat der
Metzger=
meiſter Appetit an der ſo gewaltig gelobten Violine
be=
kommen, und er ſtellt die Frage, ob ſie nicht käuflich ſei.
Weil der Unbekannte in Geldnot iſt, will er ſie
ausnahms=
weiſe ſchweren Herzens für 30 Mark veräußern, obſchon
ſie einen bedeutend höheren Wert habe. Der Handel iſt
bald perfekt. Der Metzgermeiſter iſt hochbefriedigt ob des
vermeintlichen vorteilhaften Geſchäftes. Erſt am nächſten
Tage kamen ihm Zweifel, da der zweite Unbekannte
aus=
blieb und ein Fachmann feſtſtellte, daß die Geige gerade
5 Mark wert ſei. Wahrſcheinlich werden die Gauner
die=
ſen Schwindel auch anderorts zu wiederholen ſuchen.
Die begeiſterten Steuerzahler. Seitdem die
Ver=
einigten Staaten die Einkommenſteuer eingeführt haben,
iſt über Nacht den Amerikanern der Geſchmack am
Steuer=
zahlen gekommen; ſie begeiſtern ſich geradezu für die
Steuerzahlung und blicken mit Verachtung auf die
Bür=
ger der alten Welt herab von denen böſe Zungen
behaup=
ten, daß gar viele von ihnen ſeufzen oder ein ſchiefes
Ge=
ſicht machen, wenn der Termin zur Steuerzahlung
heran=
rückt. In den amerikaniſchen Großſtädten, in denen jetzt
die Einkommenſteuerliſten aufgenommen werden, werden
die Steuerſtellen geradezu geſtürmt, nicht etwa von
Leu=
ten, die Berufung einlegen wollen, ſondern von
begeiſter=
ten Steuerzahlern, die ſchlafloſe Nächte verbringen, weil
ſie fürchten, die Behörde könnte ſie bei der Aufſtellung der
Liſten überſehen. Wie erklärt ſich dieſe Freude am
Steuex=
zahlen? Ach, die Antwort iſt gar einfach. Das neue
Ein=
kommenſteuergeſetz beſteuert bei Junggeſellen erſt ein
Ein=
kommen von 12000 Mark an, bei Ehepaaren, die
gemein=
ſam wohnen, gar erſt 16000 Mark; und nun iſt es der Ehrs
geiz aller Amerikaner, zu zeigen, daß ſie mehr als 12000
bezw. 16000 Mark im Jahre durch ihre Tüchtigkeit
ver=
dienen. In die Steuerliſte kommen, das bedeutet ſo viel
wie eine Erhöhung der Kreditwürdigkeit, und vielleicht
auch eine Erhöhung der geſellſchaftlichen Geltung; ſeitdem
die bevorſtehende Veröffentlichung eines amerikaniſchen
„Wer iſt’s” aller Steuerzahler angekündigt iſt,
wollen alle ehrgeizigen Leute in dieſem Buche figurieren.
In Neu=York wiſſen ſich die Steuerämter kaum noch zu
retten; auf einen derartigen ſtürmiſchen Andrang und
auf eine derartige Ungeduld, möglichſt ſchnell beſteuert zu
werden, hatten ſelbſt die größten Optimiſten nicht
geréch=
net. Ueber 40000 Bürger haben bereits den Antrag auf
Beſteuerung eingereicht, und man nimmt wohl nicht mit
Unrecht an, daß ſich unter ihnen viele befinden, deren
Ein=
kommen die Steuergrenze nicht erreicht und die ein
grö=
ßeres Einkommen angeben, nur um in die Steuerliſte zu
lommen und ihren Kredit zu beſſern. Vereine haben
ſich gebildet, die für ihre Mitglieder die Eintragungen
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 1. März 1914.
Nummer 60.
beim Provinzialausſchuß, und zwar mit der Begründung
der Gemeinderat habe mit ſeinem Beſchluſſe die Intereſſen
der Gemeinde gewahrt. Der Unterſchied zwiſchen dem
Höchſtgebot von 2510 Mark und 2507 Mark, welch letzteres
Rothmann eingelegt habe, könne nicht entſcheidend ſein,
nur dem Höchſtbetrag die Genehmigung zu erteilen.
Der Provinzialausſchuß der Provinz
Star=
kenburg, der ſich am 9. Oktober mit der Angelegenheit
be=
faßte, gab der Berufung des Rothmann und der Gemeinde
ſtatt und hob die Entſcheidung des Kreisausſchuſſes auf
unter Verurteilung der Berufungsbeklagten in die Koſten
des Verfahrens, einſchließlich der Koſten der anwaltlichen
Vertretung, der Berufungskläger, unter ſolidariſcher
Haft=
barkeit. Der Provinzialausſchuß ging von der Erwägung
aus, daß durch die Miniſterialverordnung vom 24.
Okto=
ber 1852, auf Grund deren ſich der Kreisrat die
Zuſchlags=
erteilung vorbehielt, in das Selbſtverwaltungsrecht der
Gemeinden eingegriffen werde. Zur Gültigkeit einer
der=
artigen ſtaatsrechtlichen Handlung, ohne weiter die
Be=
rechtigung zu prüfen, ſei zum mindeſten die
Veröffent=
lichung im Regierungsblatt erforderlich. Da dies hier
nicht vorliege, ſei auch jene Miniſterialverordnung
un=
gültig.
Der Verwaltungsgerichthof hatte ſich nun
geſtern eingehend mit der Reviſion dieſes Urteils zu
be=
ſchäftigen. Von den Vertretern des Anders und Kühner,
Juſtizrat Hallwachs und Rechtsanwalt Dr. Schuck=
Heidelberg, ſowie dem Vertreter des Staatsintereſſes
wurde abweichend von der Entſcheidung des
Provinzial=
ausſchuſſes die Anſchauung zum Ausdruck gebracht, daß
die fragliche Miniſterialverordnung von 1852 nicht eine
ſtaatsrechtliche Bedeutung, ſondern lediglich eine
Ange=
legenheit der Verwaltung war, die ſomit der
Veröffent=
ichung im Regierungsblatt nicht bedurfte. Das
Jagdge=
ſetz von 1848 ſei eine lex specialis und könnten deshalb die
allgemeinen Verwaltungsgeſetze keine Anwendung finden.
Der Verwaltungsgerichtshof wird das
Urteil in dieſer Sache am Samstag, den 14. März, im
Sitzungsſaal des Verwaltungsgerichtshofs verkünden.
Provinzialausſchuß.
g. Joſeph Löffler aus Haßfurth ſucht um
Er=
laubnis zum Betriebe einer
Schankwirt=
ſchaft im Hauſe Mathildenplatz 10 nach. In dem Hauſe
wird ſeit 1907 eine Wirtſchaft betrieben und die Inhaber
haben häufig gewechſelt. Seit 1. Oktober 1913 iſt die
Wirt=
ſchaft geſchloſſen. Wirtſchafts=Deputation und
Gaſtwirte=
verein haben die Bedürfnisfrage verneint. Der
Pro=
vinzialausſchuß weiſt das Geſuch ab.
Ludwig Krug von Ober=Roden ſucht um die
Er=
teilung eines Wandergewerbeſcheins nach.
Er iſt wiederholt abgewieſen worden, weil er einen feſten
Wohnſitz nicht hat. Sein erneutes Geſuch war vom
Kreis=
amt Dieburg abermals abgewieſen worden da er wegen
Diebſtahls im Jahre 1912 beſtraft worden ſei. Der
Pro=
vinzialausſchuß weiſt ſeine Klage gegen dieſen
Ent=
ſcheid a b.
Ebenfalls einen Wandergewerbeſchein wollen
die Philippine Handwerker und Johannes
Den=
ner zu Heppenheim haben. Die beiden, jetzt Ehepaar,
wollen mit neuen Regenſchirmen hauſieren. Vom
Kreis=
amt Hepenheim war ihnen der Wandergewerbeſchein
ver=
weigert worden, weil ſie keinen feſten Wohnſitz hätten. Zur
Begründung ihrer Klage führen ſie an, daß ſie inzwiſchen
in Heppenheim feſte Wohnung genommen habe. Der
Provin=
zialausſchuß gab der Klage ſtatt. Die
Wander=
gewerbeſcheine werden erteilt. Die Koſten des Verfahrens
wurden der Staatskaſſe auferlegt.
Es wurde hierauf nochmals über das Geſuch der
Ehe=
leute Marx in Langen zum Betriebe einer
Entbin=
dungsanſtalt verhandelt. Es wurde abermals
Beweis=
aufnahme beſchloſſen.
Zur Beſoldungsvorlage.
* Die Darmſt. Ztg. veröffentlicht folgende
Richtig=
ſtellung: In verſchiedenen Zeitungen findet ſich eine
Auseinanderſetzung über die letzten Verhandlungen der
Zweiten Kammer, in der geſagt wird, die bekannte
Re=
gierungserklärung über die Gehalte der Volksſchullehrer
komme „völlig überraſchend” man habe mit Recht
anneh=
men können, „daß ſich auch die Regierung einer eventuellen
Einigung der beiden Ständekammern über die erhöhte
Lehrerbeſoldung anſchließen würde und zwar um ſo mehr,
als ſie bei den bisherigen Verhandlungen und Beſchlüſſen
des Finanzausſchuſſes Zweiter Kammer ruhig zugehört
und keinerlei Veto dagegen eingelegt hatte.”
Dieſe Darſtellung iſt völlig unzutreffend. Die Großh.
Regierung hat ſtets und insbeſondere auch in den Ver=
handlungen des Finanzausſchuſſes der Zweiten Kammer
darauf hingewieſen, daß die vom Finanzausſchuß
vorge=
ſchlagene Erhöhung der Bezüge der Volksſchullehrer über
die Regierungsvorlage hinaus von ihr nicht gebilligt
wer=
den könne. Die gleiche Erklärung iſt von den zuſtändigen
Miniſtern im Plenum der beiden Kammern wiederholt
ab=
gegeben worden. So führte in der Zweiten Kammer
Staatsminiſter Dr. von Ewald am 9. Dezember v. J. aus:
„Im Rahmen meiner allgemeinen Bemerkungen
möchte ich hervorheben, daß die Großh. Regierung nicht
in der Lage iſt, der Erhöhung der Lehrergehalte, wie
ſie Ihr Ausſchuß vorſchlägt, zuzuſtimmen: . . . . Wenn
der Ausſchuß über die Vorſchläge (der Regierung) für
Lehrer und Lehrerinnen weit hinausgeht, ſo muß die
Großh. Regierung dem entſchieden widerſprechen:
Eine ſo weitgehende Verbeſſerung der Lehrerbezüge iſt
ſchon um deswillen nicht veranlaßt, weil ſie über die
vergleichsweiſe für die übrige Beamtenſchaft vorgeſehene
Aufbeſſerung weit hinausgeht. Sie iſt auch finanziell
nicht möglich.
In der Rede des Finanzminiſters Dr. Braun vom
gleichen Tage findet ſich u. a. folgende Stelle:
„Es muß daher in dieſem Zuſammenhang
nachdrück=
lich wiederholt werden, was Seine Exzellenz der Herr
Staatsminiſter geſagt hat, daß ſich eine derartige
Er=
höhung in den Bezügen des Lehrerperſonals ſchon aus
finanziellen Gründen verbietet.”
An derſelben Stelle erklärte endlich Miniſter von
Hom=
bergk am 16. Dezember v. J.:
„Nach dem allen, was ich eben hier ausgeführt habe
möchte ich hier nochmals empfehlen, im Intereſſe des
Zuſtandekommens der ganzen Vorlage nicht über die
Regierungsvorlage bezüglich der Lehrergehalte
hinaus=
gehen zu wollen.”
In der Sitzung der Erſten Kammer vom 10. Februar
1914 äußerte ſich Staatsminiſter Dr. von Ewald
folgender=
maßen:
Zu dem Geſetzentwurf über die Gehalte der
Volks=
ſchullehrer empfiehlt Ihr Ausſchuß, den Beſchlüſſen der
verehrlichen Zweiten Kammer nicht beizutreten,
viel=
mehr die Regierungsvorlage wieder herzuſtellen. Die
Großh. Regierung ſieht in dieſen Vorſchlägen die
Rich=
tigkeit der Haltung beſtätigt, die ſie ſelbſt aus ſachlichen
und finanziellen Gründen, wie auch aus Rückſicht auf
die übrige Beamtenſchaft einnehmen mußte.”
Nach dieſen amtlichen Darlegungen konnte über die
Haltung der Regierung zu der Frage der
Volksſchullehrer=
gehalte bei den übrigen geſetzgebenden Faktoren keinerlei
Zweifel beſtehen. Wenn der Verfaſſer des eingangs
er=
wähnten Artikels etwas anderes behauptet, ſo iſt er
offenbar über die Verhandlungen der
letz=
ten Monate wenig unterrichtet. Im Intereſſe
einer glücklichen Löſung der beſtehenden Schwierigkeiten
würden aber derartig unbegründete
Behaup=
tungen in der Oeffentlichkeit beſſer
unter=
bleiben.
Vom Landesmuſeum.
O In der ethnographiſchen Abteilung des
Landesmuſeums haben die Inſelgruppen des Stillen
Ozeans bis vor wenig Jahren — man kann ſagen — ſo
gut wie keine Rolle geſpielt. Nur die Neu=Guineabeſtände
der großen Roſenbergſchen Sammlung aus den 60er
Jah=
ren und Einiges, was man ſchon damals auf dem Wege
des Eintauſches gegen Dubletten eben dieſer
Roſenberg=
ſchen Schenkung erworben hatte, deutete zaghaft den
merk=
würdigen ethnologiſchen Formenkreis an, welcher jenſeits
des Bandaſee beginnt.
Da ſchenkte 1903 die Neu=Guinea=Compagny durch
Herrn von Plönnies eine Reihe ausgeſuchter Waffen uſw.
Die kleine Sammlung zog Ausſtralien und einige
poly=
neſiſche Inſeln zur Abteilung heran, jedoch nur mit
einem, allerdings prachtvollen Stück, einem großen
Schnitzwerk von Neu=Mecklenburg, den deutſchen
Ko=
lonialbeſitz in der Südſee. Nach wie vor fehlte
Mela=
neſien, das heißt Deutſch=Neu=Guinea, der ganze
Bis=
marckarchipel und die Salomonsinſeln. Die gewaltige
Lücke wurde 1905 und 1907 durch die prachtvollen und mit
einem gediegenen Blick für das Echte und Wichtige
zu=
ſammengebrachten Beſtände der beiden Schenkungen
ge=
füllt, welche Herr Geometer Rudolf Schmitt aus
Gerns=
heim dem Landesmuſeum machte. Dazu traten
neuer=
dings die ſchönen Stücke der nicht großen, aber mit
Sicher=
heit und viel Geſchick angelegten Schenkung des Herrn
Dr. Wilhelm Vix in Darmſtadt, die auch Einiges aus
Oſtafrika brachte, darunter ein über die Handfertigkeit der
Naturvölker ſo belehrendes Stück, wie die kleine, noch im
Zuſtand der Herſtellung befindliche geflochtene Taſche, mit
der aus einer Fiſchgräte beſtehenden Flechtnadel. Herr=
Leutnant Richard Deeken aus Miltenberg will,
nach=
dem er uns mit einigen Stücken aus Samoa bedacht hat,
durch weiteres Sammeln an Ort und Stelle unſere
Be=
ſtände ergänzen und den deutſchen Kolonial=Kreis der
Südſee für unſere Abteilung ſchließen helfen.
Dazu braucht es nicht mehr viel, ſeit in jüngſter Zeit
auch Mikroneſien, das heißt die Marianen und
Ka=
rolinen, von deren ethnographiſchem Beſitz bisher im
Muſeum nichts zu ſehen war, gut und inſtruktiv vertreten
ſind. Herr Geheimer Regierungsrat Georg Fritz aus
Alzey, der Sammler und freundliche Geber dieſer die
Be=
ſtände der Abteilung aufs glücklichſte ergänzenden Dinge,
hat ſie während ſeiner Amtsjahre — er war
Bezirksamt=
mann auf Saipan und Ponape — geſammelt. Er hat
nicht verſucht, ein engbegcenztes Gebiet ganz zu erſchöpfen,
eine eigentliche Spezialſammlung alſo nicht angelegt; er
hat vielmehr ſein Intereſſe dem geſamten Inſelgebiet in
gleichem Maße zugewandt und überall dasjenige
heraus=
gegriffen, was wichtig und deutlich illuſtrierend ſchien.
Die Inſel Yap intereſſiert durch ihre mannigfachen
Arten von Muſchel= und Steingeld, Palau und Tobi durch
Muſchel= und Schildpattſchmucke und Geräte,
Sonſerol=
durch Tücher aus feinem Baſt= oder Faſergewebe; Truk
und Sorol haben hohe Steckkämme, Kettenohrgehänge aus
Holzringen und ausgeſägten Schildpattſcheiben, Gürtel,
Ketten und anderes beigeſteuert. Das Wertvollſte der
Schenkung kommt von den Marianeninſeln Saipan und
Rota: Ruinenfunde aus vorſpaniſcher Zeit (vor 1667), die
zum einen Teil einer reinen Steinkultur angehörigen
(man vergl. die nahverwandten prähiſtoriſchen
Stein=
werkzeuge in der archäologiſchen Abteilung des Muſeums),
zum anderen aber — es handelt ſich um patinierte, wie
ornamentale Köpfe von großen Nägeln ausſehende
Bronze=
gegenſtände — alter japaniſcher oder chineſiſcher
Import=
kultur zu entſtammen ſcheinen. Wir ſind gewöhnt, „Natur=” (wir nennen ſie Naturvölker, obwohl ihre Kultur
in gleichem Maße Gegenſtand unſerer Neugier iſt wie ihre
Natur) als in der Zeit beharrend und unveränderlich zu
betrachten, ſo daß Funde welche in ihre Vergangenheit
weiſen, wie mit einem Blitz das Vorurteilsvolle
einer=
ſolchen „geſchichtsloſen” Betrachtungsart erhellen.
Dieſer Teil ſeiner Sammlung war denn auch Georg
Fritz ſo wichtig, daß er ihn 1904 im Ethnologiſchen
Notiz=
blatt veröffentlicht hat.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nacht
ſtehenden Crwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Helene Odilon in Darmſtadt. Die
ge=
feierte Künſtlerin trat vor einigen Tagen ſeit längerer
Zeit wiederum im großen Muſikvereins=Saale in Wien
vor das Publikum und hatte bei einem ausverkauften
Saale einen geradezu ſenſationellen Erfolg. Die Wiener
Preſſe ſpricht in begeiſterten Worten über die vollendeten
Leiſtungen ihres Lieblings. Wie wir erfahren, wird die
Künſtlerin zuſammen mit ihrem Gatten Dr. von Radwan
auch am 8. März ds. Js. (Kaiſerſaal) zu uns kommen.
Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 28. Februar 1914.
Butter, ½ kg 1,20—1,30 M.
in Part., ½ kg1,35-1,40 M.
9—10 Pf.
Eier, Stück
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück 4—10 Pf
Kartoffeln, Ztr. 2,75-3,00 M
Kumpf (10 Liter)50—55 Pf
4 Pf.
½ kg .
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg 12—25 Pf
4—5 Pf.
Zitronen, Stück
Apfelſinen, Stück 5—6 Pf.
Birnen, ½ kg . 20—30 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 14—15 Pf
Endivien, St. 6—12 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10 Pf.
Radieschen, Bündel 00 Pf
Rettiche, Stück
. 5 Pf
Meerrettich, Stück 10—25 Pf.
Roterüben, ½ kg . 10 Pf.
Zwiebeln ½ kg 14—15 Pf.
Tomaten, „ kg 45—50 Pf
Spinat, ½ kg 35—40 Pf.
Weißkraut, Stück 8—30 Pf.
Rotkraut, Stück 10—30 Pf.
Blumenkohl, Stück 20—50 Pf.
Wirſing, Stück . 5—20 Pf
Grünkohl, Stück 5—6 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 30—35 Pf
Gelberüben, ½ kg 5—6 Pf.
Schwarzwurz, ½ kg 25-30 Pf
Weißerüben, Stück . 3 Pf.
Kohlrabi, Stück 10—15 Pf.
Topfſchnittlauch . . 25 Pf,
Geflügel, Wildbret=
Gänſe, ½ kg . 89—90 Pf.
Enten, Stück 3,00—4,00 M.
Hahnen, Stück 2,50—3,50 M.
Hühner, Stück 2,00—3,00 M.
70 Pf.
Tauben, Stück
Haſen, Stück 3,50—4,50 M.
Lapins, Stück 1,00—1,20 M.
Zicklein
3—4 M.
Fiſche:
Hecht, ½ kg . 0,90—1 Ma
1 M.
Aal, ½ kg
Karpfen, ½ kg
70 Pf.
Andere Rheinfiſche,
. 35—60 Pf.
½ kg.
Rotzungen, ½ kg
60 Pf.
50 Pf.
Schollen, ½ kg
30 Pf.
Kabeljau ½ kg.
30 Pf.
Schellfiſche ½ kg
zum Braten ½ kg 25 Pf.
In den Fleiſchſtänden
Rindfleiſch, ½ kg . 66 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 80 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
½ kg . . . . 86 Pf.
Schwartemagen u.
Fleiſch=
wurſt, ½ kg . . 80 Pf,
Leber= und Blutwurſt,
. . 60 Pf.
½ kg . .
k. Erzhauſen, 27. Febr. (Der Heſſiſche
Volks=
ſchriftenverein) hat im Saale „Zur Ludwigshalle‟
eine Ausſtellung von guten und gediegenen
Volksſchriften veranlaßt. Herr Lehrer
Haſſin=
ger, der rührige Vorſitzende des Darmſtädter
Volks=
ſchriftenvereins, hielt geſtern abend bei gut beſetztem Saale
einen Vortrag über Schundliteratur und ihre ſchädlichen
Wirkungen. Der Vortragende führte in beredten Worten
aus, daß unſerem deutſchen Volke ungefähr 50 Millionen
für Schundliteratur aus den Taſchen geſtohlen werden,
und daß dieſer Schmutz und Schund unſäglichen Schaden
bei den jugendlichen, unerfahrenen Leſern anrichte und
manchen auf die Verbrecherlaufbahn führe. Er fordert alle
zum Schutze gegen dieſen Schmutz auf und bat die
Anwe=
ſenden, von den ausgelegten Büchern, die für billiges Geld
zu haben ſind, recht viel auszuwählen.
R. Dietzenbach, 27. Febr. (Die Arztfrage.)
In hieſiger Gemeinde iſt die Arztfrage nun eine brennende
geworden. Der ſchon ſeit 18 Jahren hier anſäſſige Arzt
Dr. Heumann, deſſen Vertrag anfangs Januar
abge=
laufen war, verlangte ſtatt der früheren Sätze von 3. 5
und 8 Mark für die Familienbehandlung nunmehr die
vom Aerzteverband feſtgeſetzten Sätze zu 5. 10 und 15
Mark. Dieſe Forderung erſchien den Krankenkaſſen und
dem Sanitätsverein zu hoch, weshalb dieſe in
Gemein=
ſchaft mit dem Gemeinderat beſchloſſen, von dem Abſchluß
eines neuen Vertrags mit Dr. Heumann abzuſehen und
die Stelle auszuſchreiben. Zugleich beſchloß der
Gemeinde=
rat, den Arzt von der Gemeinde aus anzuſtellen und zu
bezahlen. Als demzufolge die Stelle mit 6000 Mark Ge=
in die Steuerliſte durchſetzen; und für die Mitglieder
wer=
den Vereinsabzeichen ausgegeben, die gleich einem
Ordens=
bande im Knopfloch zu tragen ſind und jedem
Vorüber=
gehenden ſagen: Reſpekt, da kommt ein Steuerzahler, ein
Mann mit mehr als 12000 oder 16000 Mark Einkommen
Die höchſte Steuerſumme wird zweifellos Neu=York
er=
bringen, wohnen doch hier die meiſten Dollarmagnaten
Die Einkommenſummen, die von den bekannteſten
Multimillionären verſteuert werden, ſchätzt man
wie folgt: Carnegie 60 Millionen Mark Einkommen;
William Rockefeller 52 Millionen; Morgan 30 Millionen;
George F. Baker 20 Millionen; William Clark 16
Millio=
nen; Vincent Aſtor 15 Millionen; Jay Gouldſche
Ver=
mögensverwaltung 15 Millionen; Hetty Green 12
Millio=
nen; W. K. Vanderbilt 10 Millionen; ob John D.
Rocke=
feller, der reichſte Mann Amerikas, deſſen Einkommen auf
180 Millionen geſchätzt wird, ſeine geſamten Einnahmen
in Neu=York verſteuert, oder in anderen Steuerbezirken,
in denen er Wohnſtätten unterhält, iſt noch nicht beſtimmt.
— Das Fiasko des Frauenſtimmrechts in Chikago.
Die amerikaniſchen Frauenrechtlerinnen ſind von dem
Ver=
lauf der Wahlen, die am Dienstag in Chikago ſtattfanden,
aufs bitterſte enttäuſcht. Chikago hat bekanntlich den
Frauen das unbeſchränkte Wahlrecht gewährt. Die erſten
Wahlſtunden brachten auch eine ziemlich rege
Wahlbeteili=
gung der Frauen; aber dann, da der Reiz der Neuheit
verflogen, flaute das Intereſſe der Frauenwelt für ihr
Wahlrecht bedenklich ab. Trotz der verzweifelten
Be=
mühungen der Suffragetten gelang es, von den 158000
wahlberechtigten Frauen nur 47529 zur Wahlurne zu
ſchleppen. Zwei weibliche Wahlkandidaten wurden von
der progreſſiven Partei von vornherein aufgeſtellt, keine
Gegenkandidaten traten ihnen entgegen, und ſie wurden
gewählt, aber die beiden anderen weiblichen
Wahlkandi=
daten, in deren Bezirken männliche Gegenkandidaten
auf=
geſtellt waren, wurden mit überwältigender Mehrheit
ge=
ſchlagen. Eine der Unterlegenen, Frau Marie Gerhardt,
erklärt, ſie ſei nunmehr zur Anti=Suffragettenbewegung
bekehrt: „Eine Unmenge von Frauen bot mir für 5
Dollar ihre Stimmen an, einige erklärten, ſie hätten bereits
für dieſe Summe in anderen Bezirken abgeſtimmt. Ich
habe durch dieſe Erfahrungen die Ueberzeugung
gewon=
nen, daß die Frauen noch mehr wie die Männer dazu
nei=
gen, ihre Büraerehre zu vergeſſen und ihre Stimme meiſt=
bietend zu verkaufen. Meine Beobachtungen lehren mich,
daß es für das Land wahrſcheinlich doch beſſer wäre, wenn
das Frauenwahlrecht, für das ich ſo lange gekämpft habe,
nicht eingeführt würde.‟ Die älteſte Frau, die ihre Stimme
abgab, war die 91jährige Mrs. Pratt. Sie kam im
Roll=
ſtuhl zum Wahllokal. Mrs. Ironton Scior wirkte als
weiblicher „Wahlmann” mit, während ihr Mann zu Hauſe
die Kinder beaufſichtigte. Viele Frauen kamen in
Be=
gleitung ihrer Männer, die Männer übernahmen es dann,
ihre Frauen in der Ausübung ihres Wahlrechtes zu
unter=
weiſen. Es iſt kein Zweifel, daß ein ſehr großer
Prozent=
ſatz der wählenden Frauen Verwandte, Angehörige und
Bekannte von Berufspolitikern waren und nach den
Wei=
ſungen dieſer Männer ihre Stimme abgaben.
** Von kleinen Freuden und Leiden plaudert der
Figaro. Was ſchmeichelt? Eine Wohnung zu beſichtigen,
die für 20000 Mark zu vermieten iſt, und von einem
Por=
tier geführt zu werden, der es offenbar keineswegs für
ausgeſchloſſen hält, daß du Mieter wirſt. — Was ärgert
dich? Wenn du in den Händen aller deiner Bekannten
die=
ſelbe Anſichtskarte findeſt, die du allein empfangen zu
haben glaubteſt und die von dem gemeinſamen Freund
ſtammt, der „niemals ſchreibt”. — Was intereſſiert immer?
Wenn du in das Gerichtsgebäude kommſt und gerade in
dieſem Augenblick ſiehſt, wie zwei Schutzleute einen mit
Handſchellen gefeſſelten, ſehr eleganten und diſtinguiert
ausſehenden Herrn vorüberführen. — Was macht dich
wütend? Wenn du beim Antritt einer Reiſe deinen Platz
mit unzähligen Paketen und Taſchen ſorglich belegt
fin=
deſt und dem Schaffner noch ein ſtattliches Trinkgeld
ge=
geben haſt, damit er ja den „Rückſitz” frei halte — und
wenn du nach der nächſten Station plötzlich merkſt, daß
der Zug umrangiert iſt und du vorwärts fährſt.
* Das militäriſche „Arm in Arm‟ Durch
Parole=
befehl hat, wie aus Kaſſel berichtet wird, der neue
Kom=
mandierende des 11. (heſſiſch=thüringiſchen) Armeekorps,
Generalleutnant von Plüskow, ſich ſcharf dagegen
aus=
geſprochen, daß auf der Straße, im Ballſaal, im
Theater=
foyer uſw. die Offiziere, Unteroffiziere und Mannſchaften
des Korps ſich an ihrer weiblichen Begleitung
führen. Das Einhängen wird künftighin nur der Frau
oder dem Mädchen geſtattet. Für den Soldaten iſt es als
unmilitäriſch ausſehend verboten.
Nummer 60.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 1. März 1914.
Seite 5.
halt und freier Wohnung ausgeſchrieben wurde, meldeten
ſich 28 Aerzte, die aber faſt alle dem Aerzteverband
ange=
hörten und, da von dieſem Verband über Dietzenbach die
Sperre verhängt wurde, ihre Meldung alsbald wieder
zurückzogen, bis auf Dr. Karl Roth, der zuletzt in
Mann=
heim und Straßburg praktizierte und die Stelle heute
angetreten hat. Dr. Heumann, der ſich im Vorjahre eine
eigene Villa baute, iſt nun hier vollſtändig ohne Praxis,
da den neue Arzt jeden Ortseinwohner, ſei er
verſiche=
rungspflichtig oder nicht, frei behandeln muß, nachdem er
aus der Gemeindekaſſe bezahlt wird. Allerdings iſt
die=
ſer Beſchluß des Gemeinderats von mehreren
Steuer=
zahlern angefochten worden, doch ſteht die Entſcheidung
der Verwaltungsgerichte hierüber noch aus.
* Nierſtein, 27. Febr. (Rheinheſſiſche
Miſ=
ſionskonferenz.) Geſtern. fand in unſerer
evangeli=
ſchen Kirche die Frühjahrsverſammlung der
Rheinheſſi=
ſchen Miſſionskonferenz ſtatt. Nach der Begrüßung durch
Herrn Geh. Oberkonſiſtorialrat Euler, welche beſonders
auch die Miſſion der Tat, die ärztliche Miſſion als
notwen=
dige Lebensäußerung der chriſtlichen Gemeinde erwies,
hielt Miſſionsarzt Dr. Schreiber=Sumatra einen ſehr
lehr=
reichen einſtündigen Vortrag über ſeine bereits 15jährige
Tätigkeit unter den Battak. Der Vortrag zeigte zunächſt,
wie übel es dort beſtellt iſt mit den geſundheitlichen
Ver=
hältniſſen. Die Wohnung der Battak thront über einem
Sumpf, empfängt kein Licht noch Luft durch Fenſter, iſt
voller Schmutz, wie auch ſeine Bewohner ſelbſt. Nahrung
ſind vielfach gefallenes Vieh, verdorbene Fiſche und
unzu=
trägliche Speiſe mancher Art. Opium und Tabak,
Palm=
wein und Siring=Kauen ſind ſeine bedenklichen
Genuß=
mittel. Die Folge iſt ein hoher Prozentſatz von Kranken.
Es erkrankten z. B. 35 Prozent an Malaria; es ſtarben
40 Prozent aller Kinder, doppelt ſo viel Wöchnerinnen
als bei uns. Es graſſierten auch Ruhr, Hautkrankheiten.
Augenleiden, Ausſatz u. a. Die Pflege der Kranken ſpottet
jeder Beſchreibung. Im zweiten Teil des Vortrags zeigte
Dr. Schreiber die Arbeit der ärztlichen Miſſion. Der
Miſſionsarzt hat großen Zulauf, an einzelnen Tagen bis
zu 500 Beratungen. In Sumatra baute man bald ein
Spital und ſpäter auch Filialkrankenhäuſer. Man treibt
ſauch Außenpraxis in den Häuſern, gibt Aufklärung durch
Wort und Schrift, erzieht zur Reinlichkeit und ſauberer
Kleidung. Von beſonderem Segen ſind die Kurſe für
Heb=
ammen. Im Blick auf die große Krankheitsnot und das
noch größere Defizit an Aerzten ſchloß der Vortragende
im Namen der Battak mit dem Wort: „Gedenke an mich,
wenn es dir gut geht.‟ Es folgte noch eine kurze
Beſpre=
chung und zuletzt der Jahresbericht über das Jahr 1913.
Die Miſſionsgaben betrugen 80 Mark.
Hamm, 28. Febr. (Ein gebeſſerter Dieb) hat
einer hieſigen Familie eine unerhoffte Freude bereitet.
Vor vier Jahren wurden dieſer Familie 20 Mark, die ſie
gerade für Lieferung von Milch erhalten hatte, geſtohlen,
ohne daß der Täter ermittelt werden konnte. Jetzt traf
ein Brief an die Beſtohlenen ein, in dem der Unbekannte
die damals entwendeten 20 Mark zurückſchickte.
Dietersheim, 28. Febr. (Großfeuer.) Donnerstag
abend nach 7½ Uhr brach in der Wohnung des
Lademei=
ſters Dory Feuer aus, das ſich alsbald auf die
anſto=
ßenden Anweſen der Eiſenbahnarbeiter Jacober und
Stumm ausbreitete und auch dieſe Wohnhäuſer ſamt
Nebengebäuden in Aſche legte. Ueber die
Entſtehungs=
urſache iſt nichts bekannt. Der Schaden iſt ſehr bedeutend.
Die funkelnagelneue Spritze wollte lange nicht
funktio=
nieren.
Gießen, 28. Febr. (Unvollſtändiges
Stadt=
parlament.) Die hieſige
Stadtverordnetenverſamm=
lung iſt infolge der angefochtenen Neuwahlen vom
No=
vember v. J. nur noch ein Rumpfparlament und beſteht
ſtatt aus den geſetzlich vorgeſchriebenen 36 Mitgliedern
nur aus 23 Stadtverordneten, von denen zur Beſchluß=
Fähigkeit 19 anweſend ſein müſſen. Obgleich heute auf der
Tagesordnung die Aufnahme einer neuen ſtädtiſchen
An=
leihe von 4½ Millionen Mark ſtand, fanden ſich
nur 16 Mitglieder der Verſammlung ein, ſo daß das
Kol=
legium beſchlußunfähig war und die Beratung auf
Mon=
tag verſchoben werden mußte.
Friedberg, 28. Febr. (Tödlicher Unfall.)
Ge=
ſtern abend ereignete ſich zwiſchen dem Südausgang des
Stadtteils Fauerbach und dem dortigen Friedhof auf der
Landſtraße gegen 9 Uhr ein ſchwerer Unfall. Der Bäcker
Friedrich Schnabel von Aſſenheim wollte, auf der
Heim=
öfahrt begriffen, einem entgegenkommenden Fuhrwerk
aus=
ſweichen. Dabei geriet ſein Wagen mit zwei Rädern auf
die dort liegenden Blockſteine. Dadurch ſchlug der Wagen
um. Schnabel wurde herabgeworfen und kam unter den
Wagen zu liegen, der ihn totdrückte.
(*) Wallernhauſen, 27. Febr. (Hier löſt ein
Streik den andern ab.) Zuerſt hatten wir den
Schulſtreik, dann ſtreifte aus Verbitterung darüber der
Bürgermeiſter und nun, nachdem der Landwirt Schleuning
zum neuen Ortsoberhaupt erwählt worden iſt, ſtreikt der
Beigeordnete Schmidt, weil er nicht die
Stimmenmehr=
heit erhielt. In Kürze wird alſo auch Beigeordnetenwahl
ſtattfinden müſſen. Und das alles wegen dem „böſen”
Lehrer.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. Febr. Frau Wentzel=
Heckmann, die am 5. Februar verſtorbene Mäcenin
der Wiſſenſchaft, hat ſicherem Vernehmen nach in ihren
letztwilligen Verfügungen eine Reihe von Zuwendungen
zu gemeinnützigen und wohltätigen Zwecken vermacht,
durch die das große Lebenswerk der Verſtorbenen weiter
ausgebaut werden ſoll. Man beziffert dieſe
Zuwendun=
gen, mit denen ſich Frau Wentzel=Heckmann ein ſchönes
Denkmal geſetzt hat, auf ungefähr 2 Millionen Mark.
— Eine luſtige Elefantenjagd ſpielte ſich heute
vormittag, wie ſchon gemeldet, auf dem Güterbahnhof
in Weißenſee ab. Der für den Zirkus Barnum hierher
transportierte große Elefant weigerte ſich mit aller
Ent=
ſchiedenheit, ſeinen Salonwagen zu verlaſſen. Offenbar
ſtörte ihn der breite Spalt zwiſchen Wagen und Rampe,
der ihm wohl nicht ganz geheuer ſchien. Die
hinüberge=
legte Ladebrücke ſchob er kurzerhand mit dem Rüſſel zur
Seite und ebenſo Heu und Stroh, mit dem verſucht wurde,
die ominöſe Kluft zu überbrücken. Alle Mühe war
ver=
geblich. Mit einem Male aber wurde die Sache dem
Dick=
häuter ſelbſt zu langweilig, er kam plötzlich aus dem
Wa=
gen heraus ſetzte ſich dann aber in Trab und trottete
über die Schienen. Wärter und Beamte hinterher, die
er jedoch mit ſeinem Rüſſel in reſpektvoller Ferne zu
hal=
ten wußte. Einem, der ſich zu nahe herantraute,
gab=
er eine kleine Probe ſeiner Kraft, indem er ihn hoch in
die Luft hob und dann wieder ſanſt zur Erde gleiten ließ.
Schließlich gelang es einer großen, raſch
zuſammenge=
trommelten Jagdgeſellſchaft, das Tier vom Bahnkörper
auf das Gelände der ſtädtiſchen Gasanſtalt zu treiben
und hier zu feſſeln. Es wurde dann ein Rollwagen
re=
quiriert, hinter dem der Dickhäuter in ſeinen Stall
ge=
zogen wurde. — Zwei Frauen aus Nowawes,
die ſich heute in den Wald begeben hatten. um Holz zu
ſuchen, wurden mittags mit Kratzwunden im Geſicht und
durchſchnittener Kehle in der Nähe des Teufelsſees tot
aufgefunden. Die Tat wurde im Anſchluß an ein
Sittlichkeitsverbrechen begangen. Von den Mördern fehlt
jede Spur. Hierzu wird noch gemeldet, daß die beiden
Frauen offenbar mit einem Knüppel erſchlagen worden
ſind. Bei Frau Schwark, die augenſcheinlich hinterrücks
getroffen wurde, muß der Tod ſofort eingetreten ſein.
Da=
gegen hat zwiſchen Frau Witte und dem Täter
anſchei=
nend ein kurzer Kampf ſtattgefunden, denn ein mit Holz
gefüllter Tragkorb lag umgeſtürzt am Boden. In der
Nähe der Mordſtelle wurde eine Touriſtenmütze gefunden.
Ein Polizeihund iſt auf die Spur geſetzt worden, doch ſind
die Streifen einſtweilen ergebnislos. Der
Regierungs=
präſident von Potsdam hat für die Ermittelung
des oder der Täter bei dem Doppelmord in dem
Pots=
damer Forſt eine Belohnung von 1000 Mark
aus=
geſetzt.
Magdeburg, 28. Febr. Amtliche Meldung. (Vom
Zug überfahren.) Heute vormittag 9 Uhr wurden
bei dem Bahnhof Magdeburg=Neuſtadt bei einer
Kabel=
legung durch den Eilzug 38 der Aushilfsweichenſteller
Herbſt und vier Arbeiter des Unternehmers Schmidt
überfahren. Der die Aufſicht führende Herbſt und drei
Arbeiter wurden ſofort getötet, der fünfte Mann erlag
ſeinen ſchweren Verletzungen kurze Zeit ſpäter.
Hannover, 28. Febr. (8 Millionen für
Oed=
landkultur.) Der hannoverſche Provinziallandtag
be=
ſchloß, ſich mit einem Kapital von 2 Millionen Mark
an der Hannoverſchen Anſiedlungsgeſellſchaft zu beteiligen,
wovon eine Oedlandkultur im großen Maßſtabe
betrieben werden ſoll. Weitere 2 Millionen Mark ſind
be=
reits von anderen Korporationen gezeichnet worden. Das
Landwirtſchaftsminiſterium hat vier Millionen Mark in
Ausſicht geſtellt.
Stade, 28. Febr. (Hinrichtung.) Auf dem Hofe
des hieſigen Landgerichtsgefängniſſes wurde heute der in
Berlin geborene, zuletzt in Harburg a. Elbe wohnhafte
30jährige Barbier Kaiſer hingerichtet. Kaiſer
ver=
übte am 1. Juli 1913 an der 5jährigen Hildegard Kruspau
einen ſcheußlichen Mord.
Leipzig, 28. Febr. (Ausſtand.) Die hieſigen
Kraftdroſchkenführer ſind heute früh in den
Ausſtand getreten, da ihre Forderungen auf
Ver=
beſſerung ihrer Löhne und Arbeitsverhältniſſe,
insbeſon=
dere eine Erhöhung des Prozentzuſchlages, von den
Arbeit=
gebern nicht erfüllt worden ſind. Im Hinblick auf den heute
beginnenden Meßverkehr dürfte ſich der Ausſtand
beſon=
ders fühlbar machen
Düſſeldorf, 28. Febr. (Eine Ausſtellung „Das
Kind”.) Unter dem Ehrenvorſitz des
Regierungspräſi=
denten Dr. Kruſe und unter Leitung des Lehrers dee
Kinderheilkunde an der hieſigen Akademie für praktiſche
Medizin Profeſſor Schloßmann, wird im Anſchluß an die
große Düſſeldorfer Ausſtellung 1915 eine Ausſtellung
„Das Kind” veranſtaltet werden. In Anerkennung der
Wichtigkeit aller mit dem Kinde, als dem Träger der
Zu=
kunft in Deutſchland zuſammenhängenden Fragen, wurden
dem Regierungspräſidenten aus allen Teilen des Bezirks
von den führenden Frauen Mittel zur Durchführung der
Ausſtellung zur Verfügung geſtellt.
Rom, 28. Febr. (Kaſſenſchrank geſtohlen.)
Aus dem Schloſſe des Grafen Denideri bei Piomhino
wurde geſtern nacht während eines furchtbaren
Südweſi=
ſturmes der ſchwere Kaſſenſchrank der
Gutsver=
waltung geſtohlen und im Walde erbrochen. Den
Dieben fielen etwa ¼ Million Mark in die Hände.
Neapel, 27. Febr. (Beſuch der Berliner
Lie=
dertafel.) Heute vormittag 10,30 Uhr traf der Dampfer
„Prinz Heinrich” des Norddeutſchen Lloyd mit den
Sän=
gern der Berliner Liedertafel an Bord, von
Genua kommend, hier ein. Die Sänger wurden an Bord
durch den Konſul begrüßt. Bei der Landung herrſchte
Sturm und Regenwetter. Einige Sänger gingen an Land
und machten eine Rundfahrt durch die Stadt. Der
Damp=
fer ſetzt nachmittags die Fahrt nach Aegypten fort.
Florenz, 28. Febr. (Ein Gemäldefund.) In
dem Palaſt des Grafen Della Stufe wurde ein zwei Meter
breites Gemälde von Caraveggio, ein Konzert
darſtellend, entdeckt, das aus dem Jahre 1590 ſtammt.
Paris, 28. Febr. (Die Telegraphenbeamten,)
die eine Erhöhungihres Gehalts auf 300 Franken
monatlich fordern, haben geſtern mittag, als die
Ablö=
ſung erfolgen ſollte, in allen Sälen des Zentralamts
Pfei=
fen ertönen laſſen. Die Beamten und auch die
Beamtin=
nen verließen die Säle und drängten ſich auf die Treppen
und in die Wandelgänge. Dort trafen ſie auf eine Gruppe,
die die Abgelöſten erſetzten ſollte. Mit dieſer zuſammen
ließen ſie ¾ Stunden lang im Takt den Ruf ertönen:
„Gebt uns die 300 Franken!‟ Der geſamte telegraphiſche
Verkehr von Paris war eine Stunde lang unterbrochen.
Paris, 28. Febr. (Poſtraub.) Aus einem
Poſt=
wagen, der die Poſtſachen von den Aemtern nach dem
Bahnhof befördert, wurden heute früh Sendungen von
hohem Werte, man ſpricht von über einer Million,
ge=
ſtohlen.
Lyon, 27. Febr. (Die Leichen der drei
Ski=
fahrer aus Lyon) ſind auf dem Jolyberg
gefun=
den worden. Es bedurfte längerer Arbeit, um ſie aus der
hohen Schneeſchicht zu befreien.
Maubeuge, 28. Febr. (Ueberfahren.) Drei
Eiſen=
bahnarbeiter ſind infolge Nebels von einem Güterzuge
überfahren worden.
Kalkutta, 28. Febr. (Ein Opfer der
Wiſſen=
ſchaft.) Der auſtraliſche Gelehrte Dr. Fox, der kürzlich
vor Vertretern der Wiſſenſchaft ſein Antitoxin gegen
Schlangenbiſſe vorführte, iſt heute nach einer
prakti=
ſchen Vorführung ſeines Mittels im Zoologiſchen Garten
geſtorben. Er war von einer Giftſchlange an 5 Stellen in
die Hand gebiſſen worden. Fox, der ſich öfter von
Gift=
ſchlangen hatte beißen laſſen, um die Wirkung ſeines
Anti=
toxin vorzuführen, machte an vier Giftſtellen Einſchnitte,
überſah aber die fünfte. Am ſpäten Nachmittag zeigten
ſich die Vergiftungserſcheinungen. Als man die fünfte
Bißſtelle entdeckte, war es jedoch zu ſpät, da das
Anti=
toxin nur wirkt, wenn es unmittelbar nach dem Biß
an=
gewandt wird.
Die Auslegung des Beſitzſteuergeſetzes.
C In der letzten Sitzung der Erſten Kammer machte
Staatsrat Dr. Becker über die Auslegung des
Beſitz=
ſteuergeſetzes und die Veranlagung uſw. u. a. folgende
Aus=
führungen: Das Beſitzſteuergeſetz beſteuert den
Wertzu=
wachs, der entſteht von dem Wert, der für den 31.
De=
zember 1913 feſtgeſtellt wird bis zu dem Wert, der für den
31. Dezember 1916 feſtgeſtellt wird, den Wertzuwachs alſo.
der zwiſchen dieſen beiden Veranlagungen ſich rechneriſch
ergibt. Nun iſt die Frage entſtanden: kann derjenige, der
für den 31. Dezember 1913 ſich nach dem Ertragswert
ver=
anlagen läßt, im Jahre 1917 rückwärts verlangen, daß
ſein Vermögensſtand für den 31. Dezember 1913 nach dem
gemeinen Wert veranlagt werde, wenn es ſich nämlich im
Jahre 1917 herausſtellt, daß das für ihn günſtiger wäre,
der gemeine Wert höher iſt als der Ertragswert im Jahre
1913? Die Anfrage, wie das zu behandeln ſei iſt im
Reichstag vor einigen Wochen geſtellt, und dahin
beant=
wortet worden — und ich halte dieſe Antwort für
zutref=
fend — daß das, was rechtskräftig als Wert am 31.
De=
zember 1913 feſtgeſtellt worden iſt, unter allen Umſtänden
auch die Grundlage bildet für die Veranlagung der
Be=
ſitzſteuer im Jahre 1917, daß alſo nicht im Jahre 1917
jemand kommen und ſagen kann: ja, damals war mir der
niedrige Ertragswert für den Wehrbeitrag recht,
denn der hat mir einen niedrigeren Wehrbeitrag gebracht;
nunmehr aber iſt es für die Feſtſtellung des Wertzuwachſes
und damit für die Feſtſtellung der Beſitzſteuer für mich
günſtiger, wenn die Höhe des gemeinen Wertes für
den 31. Dezember 1913 feſtgeſtellt wird: deshalb verlange
ich, daß ihr rückwärts den gemeinen Wert annehmt. Das
geht nicht. Was rechtskräftig am 31. Dezember 1913
feſt=
geſtellt worden iſt, gilt für die Berechnung des Zuwachſes.
Wer heute den Ertragswert wählt, muß den ſo
feſtgeſtell=
ten Wert auch ſpäter gelten laſſen: wer heute ſich für den
gemeinen Wert entſcheidet, muß ihn auch im Jahre 1917
gelten laſſen als Grundlage für die Wertzuwachsſteuer.
Verwechſelt wird damit manchmal die andere Frage,
ob, wenn jemand am 31. Dezember 1913 nach dem
Er=
tragswert veranlagt worden iſt, er im Jahre 1917 für die
Feſtſtellung des höheren Wertes am Ende des Jahres
1916 nach irgend einer Richtung gebunden iſt; ob wenn
er für 1913 den Ertragswert wollte, er auch für 1916 den
Ertragswert wollen muß. Das iſt nicht der Fall. Im
Jahre 1917 hat der Steuerzahler für die Feſtſtellung des
zweiten Wertes, um es ſo auszudrücken, das freie
Wahl=
recht; da kann er, ſoweit das Geſetz den Ertragswert
zu=
läßt, den Ertragswert wählen, obgleich er jetzt den ge.
meinen Wert gewählt hat, und er kann auch den gemeinen
Wert wählen, obgleich er jetzt den Ertragswert gewählt
halte. In der Beziehung hat er freies Wahlrecht; er hat
aber nicht mehr freies Wahlrecht rückwärts für die
Feſt=
ſtellung am 31. Dezember 1913. Was damals
rechtskräf=
tig feſtgeſtellt wurde, gilt unter allen Umſtänden für 1917,
und ich glaube, das iſt eine ſo vernünftige Regelung, daß
man nichts dagegen einwenden kann.
Was ich vorhin geſagt habe bezüglich der Wahl der
Steuerpflichtigen und des Ausſchluſſes der Wahl des
Steuerpflichtigen, das gilt genau für die
Steuer=
behörde. Was für den 31. Dezember 1913 feſtgeſetzt iſt,
das ſteht rechtskräftig feſt, davon iſt auszugehen. Im
Jahre 1917 hat der Steuerpflichtige unter Umſtänden das
Recht, den Ertragswert für 1916 zu verlangen; die
Steuer=
behörde kann ihm dieſes Wahlrecht nicht verſchränken; ſie
kann im Jahre 1917 nicht etwa kommen und ſagen: du
haſt zwar 1913 verlangt nach dem gemeinen Ertragswert
veranlagt zu werden, wenn ich aber damals nach dem
Ertragswert veranlagt hätte, käme ein höherer
Beſitzzu=
wachs heraus, alſo veranlage ich dich rückwärts nach dem
Ertragswert. Das gibt es auch nicht. Was im Jahre
1913 rechtskräftig feſtgeſetzt wurde, ſteht ein für allemal
feſt. Was das Jahr 1917 betrifft, ſo hat der
Steuerpflich=
tige das Recht zu wählen; er iſt nicht durch das gebunden,
was im Jahre 1913 geſchehen iſt. Die Steuerbehörde hat
kein Wahlrecht, es iſt Sache des Steuerpflichtigen. Sie
hat im Jahre 1917 nicht mehr das Recht an dem, was im
Jahre 1913 geſchehen iſt, etwas zu ändern; ſie hat im
Jahre 1917 die Freiheit, ſoweit das Geſetz ihr überhaupt
Freiheit gibt, ſich zu entſchließen für 1917, nicht für 1913.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 28. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 12 Uhr 20 Minuten. Als Vorlage
iſt eingegangen die Novelle zum
Beamtenbeſol=
dungsgeſetz. Auf der Tagesordnung ſteht zunächſt
die erſte Beratung der Rechnung über den
Haushalt des Schutzgebietes Kiautſchou
für das Rechnungsjahr 1908. Die Vorlage geht ohne
De=
batte an die Kommiſſion. Sodann wird die zweite
Be=
ratung des
Etats der Reichseiſenbahnen
fortgeſetzt. Abg. Dr. Weill (Soz.): Unſere poſitive
Mit=
arbeit zeigt ſich am deutlichſten in der Verbeſſerung der
Lage der Eiſenbahnarbeiter, wie ſie aus dieſem Etat
her=
vorgeht. Dieſe Verbeſſerungen ſind auf unſere Kritik
zurückzuführen, denn auf den Miniſter wirken ſolche
Kri=
tiken beſſer, als die gefliſſentlichen Komplimente, wie ſie
ihm Herr Ickler erwieſen hat. Relativ iſt die Sicherheit
auf unſeren Eiſenbahnen günſtig. Auch wir erkennen die
großen Beſtrebungen an, dieſe Sicherheit nach
Möglich=
keit zu fördern und Unfälle zu vermeiden. Es bleibt aber
immer noch viel zu tun übrig, das zeigt der Unglücksfall
bei Metz vom 2. Januar d. J., wobei ſieben Soldaten ums
Leben kamen. Der Lokomotivführer hat das Halteſignal
überfahren. Dieſes Halteſignal iſt aber von dem
Geſtell=
haus nahezu verdeckt. Der Führer iſt außerdem
ortsun=
kundig geweſen und damit iſt bei dieſem Zuge gegen die
ſonſtigen beſtehenden Beſtimmungen in der dortigen
Ge=
gend verſtoßen worden.
Chef der Reichseiſenbahnen Miniſter v.
Breiten=
bach: Hinſichtlich der Kataſtrophe des Urlauberzuges bei
Metz muß ich mir eine gewiſſe Reſerve auferlegen, weil
die Unterſuchung im vollen Gange iſt. Der betreffende
Bahnhof, wo das Unglück paſſiert iſt, iſt ein durchaus
moderner Bahnhof. Ob und wem die Schuld beizumeſſen
iſt, wird das Gericht feſtſtellen. Unrichtig iſt, daß der
Lokomotivführer ortsunkundig geweſen wäre. Auch trifft
nicht zu, daß der Führer dieſen Zug noch nicht gefahren
hat. Ich hoffe, daß volle Klarheit durch das Gericht
ge=
ſchaffen wird und daß Mängel in der Verwaltung nicht
feſtgeſtellt werden können Erfreulich war es für mich, zu
hören, daß auch Dr. Weill die Betriebsſicherheit unſerer
deutſchen Eiſenbahnen anerkannte. Tatſächlich ſtehen wir
hierin an der Spitze der Bahnen der ganzen Welt. Die
Anerkennung des Abg. Ickler, daß ſich meine Verwaltung
auf dem richtigen Wege befinde, um berechtigten
Wün=
ſchen der Arbeiterſchaft Rechnung zu tragen, war für mich
außerordentlich erfreulich. Er kennt ja die Verwaltung
aus eigener Erfahrung. Die neue Lohnordnung iſt im
vollen Einvernehmen mit den Vertretern der
Arbeieer=
ſchaft geſchloſſen worden und ſie iſt geeignet, allgemeine
Zufriedenheit zu ſchaffen. Wenn Herr Ickler ſich darüber
beſchwerte, daß den Arbeitern zu billige Medizin
verab=
folgt werde, ſo kommt es doch lediglich darauf an, daß die
Medizin wirkſam iſt, und das zu beurteilen, iſt Sache der
Aerzte. Auf eine Kontrollierung der Kranken kann im
Intereſſe der Kaſſen nicht verzichtet werden. Dem Abg.
Kiel habe ich zu entgegnen, daß ich mein Amt als Chef
der Reichseiſenbahnen nicht im Nebenamt ausübe, ſondern
genau ſo ſorgfältig, wie mein Miniſterium. Der
vier=
gleiſige Streckenausbau wird, wo er nötig iſt, ausgeführt.
Auf der Strecke Straßburg-Baſel erſcheint er
notwen=
dig. Die Forderung der Einſtellung der dritten Klaſſe in
alle Schnellzüge iſt grundſätzlich berechtigt. Dadurch
würde aber die Schnelligkeit beeinträchtigt werden. Bei
Seite 6,
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 1. März 1914.
Nummer 60.
der ſtändigen Vervollkommnung unſerer Fahrpläne iſt die
Einſtellung der dritten Klaſſe nicht möglich. Das
Ge=
dränge bei dem Aus= und Einſteigen in den D=Wagen läßt
ſich bisher nicht vermeiden. Das Publikum zeigt ſich zu
wenig geneigt, den Anordnungen der Verwaltung ſich zu
fügen.
Abg. Dr. Schatz (Elſäſſer): In der Gegend von
For=
bach=Saargemünd fehlt es auf dem Lande faſt völlig an
Fahrtverbindungen. Will man die kleinen Bauern
lebens=
fähig erhalten, ſo muß man ihnen auch in dieſer Hinſicht
entgegenkommen. Nachdem der Redner mehrere lokale
Wünſche hinſichtlich des Ausbaues des Eiſenbahnnetzes
vorgetragen hatte, fuhr er fort: Dem Wunſch der
Wagen=
meiſter, zu Oberwagenmeiſtern befördert zu werden, muß
entgegenkommen werden. Allzu lange Dienſtſtrecken der
Bahnwärter müſſen vermieden werden. Der
Lokomotiv=
führerſtand muß weiter gefördert werden. Auch die
Fach=
ſchulen ſind auszubauen. Freie Aerztewahl iſt auch für
die Eiſenbahnbeamten und =arbeiter notwendig. — Abg
Jickler (natlb.): Wo Kritik am Platze iſt, übe auch ich ſie,
ich erkenne aber auch das an wenn ich etwas
anzuerken=
nen in der Lage bin. Das Koalitionsrecht verfechte auch
ich, lehne aber das Streikrecht ab. Würde ein ſolcher
Streik ausbrechen, würde der geſamten Volkswirtſchaft
und auch den Privatarbeitern, deren Vertreter Sie — zu
den Sozialdemokraten — zu ſein vorgeben, der
aller=
ſchwerſte Schaden zugefügt. (Sehr gut!) Auch in der
Pri=
vatarbeiterſchaft, das kann niemand leugnen, nimmt das
Vertrauen zu den bürgerlichen Parteien zu. (Bravo! bei
den Nationalliberalen, Lachen bei den Sozialdemokraten.)
Wir hoffen, daß wir auch weitere Fortſchritte machen
werden.
Damit ſchließt die Debatte. Titel I, „Chef der
Reichs=
eiſenbahnen ohne Gehalt” wird bewilligt. Ebenſo
wer=
den die übrigen Poſitionen des Ordinariums bewilligt
Bei den einmaligen Ausgaben liegen zu Titel „Ausbau
der Strecke Straßburg-Baſel” mehrere
Abän=
derungsanträge vor. Abg. Dr. Hägy (Elſäſſer)
befür=
wortet einen Abänderungsantrag, der für Vorarbeiten
zur Erſchließung des Rieds und der Haardt, ſowie des
Scher=Andlau=Gebietes zwiſchen Straßburg, Molsheim
und Schlettſtadt 50000 Mark fordert und eine
Seiten=
linie der Strecke Straßburg-Baſel (Riedwaldbahn)
ver=
langt. Die Ausführung dieſes Projekts würde den
Wün=
ſchen der Bevölkerung entſprechen. — Miniſter v.
Brei=
tenbach: Ich bitte Sie, dem Antrag der
Budgetkommiſ=
ſion beizutreten und neben den Beträgen für Vorarbeiten
betr. Herſtellung eines dritten und vierten Gleiſes auf der
Strecke Straßburg-Baſel einen Betrag von 50000 Mar!
für Vorarbeiten zur Erſchließung des Rieds und der
Haardt zu bewilligen. Wenn die elſäſſiſchen
Abgeordne=
ten nun auch eine Scheer=Andlau=Bahn fordern, ſo paßt
das nicht in den geſamten Bauplan. Ebenſo könnten dann
noch andere Linien verlangt werden. Ich bitte, es bei den
Beſchlüſſen der Kommiſſion zu belaſſen. — Abg.
Thu=
mann. (Elſäſſer): Das von uns geforderte Projekt iſt
eine alte Forderung des früheren Landesausſchuſſes, der
auch die Militärverwaltung großes Intereſſe
entgegen=
brachte.
Damit ſchließt die Debatte. Bei der ſchwachen
Be=
ſetzung des Hauſes wird auf Vorſchlag des Präſidenten die
Abſtimmung ausgeſetzt.
Zu den Einnahmen fordert bei Titel
Güterver=
kehr (118760000 Mark) Abg. Dr. Weill (Soz.) die
Kanaliſation der Moſel und der Saar und
führt aus: Die gewaltige Entwickelung der Induſtrie im
Gebiete der Moſel und der Saar ſpricht allein ſchon für
die Forderung dieſer Kanaliſationsarbeit. Es handelt
ſich äber nicht ällein um eine Frage der Großinduſtrie. Der
Mittelſtand und die Arbeiterklaſſe ſind erheblich an dieſem
Projekt intereſſiert. Es beſteht die lebhafte Befürchtung
in weiten Kreiſen der dortigen Bevölkerung, daß im
Kriegsfalle die Verſorgung der Bevölkerung mit
Lebens=
mitteln in arge Bedrängnis gerate. Schon von dieſem
Ge=
ſichtspunkte aus müßte die preußiſche Staatsregierung
mehr Verſtändnis für die ungeheure Notwendigkeit und
Zweckmäßigkeit der Saar= und Moſel=Kanaliſation
zei=
gen, zumal ſofort vom erſten Tage der Mobilmachung an
eine außerordentliche Zufuhr von Lebensmitteln nach
die=
ſein Gebiete unumgänglich wäre. Die Befürchtung des
Miniſters, die Induſtrie würde aus dem Ruhrrevier in das
Saargebiet abwandern und Weſtfalen würde veröden, iſt
grundlos. Viele Werke haben ſich ſchon dort angekauft.
Weite intereſſierte Kreiſe und auch die übrigen
Rheingegen=
den haben keine Bedenken mehr gegen die Moſel= und
Saar=Kanaliſation. Dem darf ſich auch der Miniſter nicht
mehr entgegenſtellen. Die Schädigung des Niederrheins
würde behoben werden gerade durch die Kanaliſation der
Moſel. Die Verhältniſſe liegen dort genau ſo, wie am
Oberrhein, wo Männheim von der Kanaliſation
befürch=
tete, die Konkurrenz. Straßburgs nicht aushalten zu
können. Auch hier ſind ganz andere Verhältniſſe
einge=
treten, als zuerſt befürchtet wurde. Und dazu kommt, daß
Frankreich daran geht, ſeinen Nordoſtkanal zu bauen,
wel=
cher die Verſorgung dieſes Teiles von Frankreich mit
engliſcher, ſtatt, wie bisher, mit Ruhrkohle bewirken
würde und der andererſeits auch für unſere Induſtrie
hoch=
wichtige große Mengen franzöſiſchen Eiſens in das übrige
Ausland führen würde. Man ſollte endlich die uralte
Be=
fürchtung aufgeben, daß die Waſſerſtraßen eine ernſthafte
Konkurrenz der Eiſenbahnen wären, und man ſollte
wirk=
lich großzügige Verkehrspolitik treiben. — Abg.
Baſſer=
mann (natlb.): Den nationalen Intereſſen iſt mit dem
Ausbau unſeres Kanalnetzes nur gedient. Unſere große
Schiffahrtsſtraße Berlin=Stettin, wie auch diejenigen im
Weſten der Monarchie ſind Kulturleiſtungen unſerer
Tech=
nik, auf die wir ſtolz ſein müſſen. Leider will aber in
Elſaß=Lothringen eine großzügige Waſſerſtraßenpolitik
nicht einſetzen. Gerade die jetzt ihrer Vollendung=
ent=
gegengehende Verbindung zwiſchen dem Main, Dortmund
und Hannover und die Kanaliſation der Lippe haben eine
gewaltige Förderung der niederrheiniſchen Gebiete im
Gefolge. Aus dem Landesverteidigungsintereſſe heraus
will man das Eiſenbahnnetz in Elſaß=Lothringen zunächſt
weiter ausbauen, andererſeits iſt die wachſende
Befürch=
tung der Bevölkerung, daß für den Fall eines Krieges bei
der dadurch notwendig werdenden Verpflegung eines nach
Millionen zählenden Truppenkörpers die Nahrungszufuhr
für die Bevölkerung mangelhaft ſein würde, durchaus
be=
rechtigt. Wenn neue Wege und neue
Niederlaſſungsmög=
lichkeiten geſchaffen werden, dann werden ſich immer
ge=
wiſſe Verſchiebungen ergeben; aber eine Abwanderung,
wie man ſie als Folge der Kanaliſation befürchtet, wird
nicht eintreten. Jedenfalls haben ſich die induſtriellen
Werke in Rheinland und Weſtfalen durch Ankauf in Elſaß=
Lothringen ſich ſelbſt ſchon auszudehnen geſucht. Auch der
elſaß=lothringiſche Landtag hat ſich warm für dieſes
Ka=
nalprojekt eingeſetzt, und wenn die Regierung in den
Reichslanden großzügige Kanaliſationspolitik treiben
würde, dann würde die Reichsfreudigkeit der dortigen
Bewohner bedeutend geſtärkt werden. Fiskaliſche
Inter=
eſſen müſſen zurücktreten, wenn es ſich um wichtige
natio=
nale Intereſſen und vor allem um eine Förderung des
Mittelſtandes handelt, wie dies bei der Moſel= und Säar=
Kanaliſierung der Fall iſt. Die Haltung des Herrn
Mi=
niſters in dieſer Frage iſt falſch und ungerecht. Sie
läßt=
ſich nicht rechtfertigen vom Standpunkte der
Lebensmittel=
verſorgung und läßt gegenüber wichtigen nationalen
Ge=
ſichtspunkten eine falſche fiskaliſche Politik in den
Vorder=
grund treten. Ich habe aber die Ueberzeugung, daß der
nationale Gedanke doch ſchließlich ſiegen wird.
Miniſter v. Breitenbach: Hier iſt eine Frage
an=
geſchnitten worden, über welche ich mich erſt vor einigen
Tagen im Abgeordnetenhaus ausgeſprochen habe. Ich
ſtehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß aus
wirt=
ſchaftspolitiſchen Gründen die Kanaliſierung der Moſel
und Saar nicht geboten iſt. Die preußiſche Regierung hat
dieſe Frage oftmals ſehr wohl erwogen während res
wechſelvollen Schickſals. Weite Kreiſe der beteiligten
In=
duſtrie haben ſich gegen das Projekt ausgeſprochen. Wenn
ſich jetzt Handelskammern für die Kanaliſation
ausſpre=
chen, ſo muß man bedenken, daß dieſe Körperſchaften
oft=
mals mehr die Intereſſen des Handels als der Induſtrie
wahrnehmen. Die Auffaſſung, daß im niederrheiniſchen
Revier ein Wechſel der Meinungen eingetreten ſei, iſt
trü=
geriſch. Es beſteht die Anſicht, daß die Kanaliſierung die
Abwanderung zu einer plötzlichen machen würde und das
würde nicht nur für die Induſtriebarone, ſondern auch für
die anſäſſige Arbeiterſchaft und die großen und kleinen
Kommunen, die ſich auf der großen Eiſeninduſtrie
auf=
hauen, einen empfindlichen Schaden bedeuten. Aber dieſer
wirtſchaftliche Standpunkt iſt es, der in erſter Linie die
preußiſche Staatsregierung zu ihrer Stellung veranlaßt
hat. Fiskaliſche Intereſſen ſind nicht ausſchlaggebend.
Preußen würde bei Aufgabe ſeines ablehnenden
Stand=
punktes ein übergroßes Opfer beingen. Auch der
drin=
gende ideelle Wunſch, die inneren Beziehungen zwiſchen
den Reichslanden und den übrigen Reichsteilen zu beſſern,
muß ſeine Grenze haben. Die Aeußerungen des
Kriegs=
miniſters und des Generalſtabchefs unterſtützen die
For=
derung der beiden Vorredner durchaus nicht. Die
mili=
täriſchen Intereſſen liegen auf dem Gebiet des Ausbaus
des Eiſenbahnnetzes. Ich habe in erſter Linie die
In=
tereſſen des Friedensverkehrs wahrzunehmen und deshalb
werde ich verſuchen, durch Staffeltarife für den
Güterver=
kehr bei der Eiſenbahn das zu erreichen, was man mit der
Kanaliſation erreichen will. Es ſind ſchwerwiegende
Ta=
rifermäßigungen in Ausſicht genommen, die alsbald in
Geltung treten werden und zwar für Erze und Koks. Dieſe
Waren umfaſſen mindeſtens 80 Prozent aller Güter, die
auf den kanaliſierten Flüſſen ſchwimmen würden. Der
Verwaltung wird durch dieſe Frachtermäßigung ein
Aus=
fall entſtehen, der ſich auf mindeſtens 10½ Millionen pro
Jahr beziffert, welche Summe ſomit allen an den
Frach=
ten beteiligten Kreiſen als Reingewinn zugute kommt.
Näheres darüber zu ſagen, verbietet mir das
Geſchifts=
geheimnis. Damit wird dem nationalen Geſichtspunkt
durchaus Rechnung getragen. Bezüglich der Verſorgung
des Moſel= und Saargebiets mit Lebensmitteln im
Kriegs=
falle ſieht die Regierung, die dieſe Frage ſehr genau
bear=
beitet hat, keine Gefahr. Aus naheliegenden Gründen
kann ich mich darüber nicht äußern. Wenn das Reichsland
zur Selbſthilfe greifen will und die obere Moſel kanaliſiert
und mit dem Rhein bei Straßburg verbinden will, ſo
dürfte dieſes Projekt angeſichts der ermäßigten
Frachten=
tarife eine Konkurrenz nicht darſtellen können. Der
fran=
zöſiſche Nordoſt=Kanal bietet ebenfalls keine ſo dringende
Gefahr. Luxemburg bekommt, ohne den Finger zu rühren
oder eine Mark auszugeben, gewaltige Vorteile aus der
Tarifermäßigung. Auch würde der franzöſiſche Kanal
nicht gefährlich werden, da er nuc für kleine Schiffsgefäße
leiſtungsfähig wird.
Elſaß=lothringiſcher Miniſterialrat Dr. Nobis:Wir
müſſen für die Kanaliſation eintreten, weil die Intereſſen
des Reichslandes es verlangen. Der Staatsſekretär Graf
v. Roedern hat auch ſchon Gelegenheit genommen, dieſen
Standpunkt zu vertreten. Aber andererſeits verlangt es
die Loyalität, anzuerkennen, daß die Gründe, welche die
preußiſche Regierung gegen das Projekt geltend macht,
ſchwerwiegender Natur ſind. (Sehr richtig, rechts.)
Trotz=
dem hoffen wir, daß das Projekt ſchließlich doch noch
zu=
ſtande kommt und dieſe Hoffnung baut ſich darauf auf,
daß Preußen daran gewöhnt iſt, nach dem Grundſatz:
hoblesse oblige zu handeln. (Sehr richtig, rechts; Lachen
bei den Soz. und dem Zentrum.) Ich kenne dieſe
Ge=
pflogenheit beſſer, ſie iſt nicht immer auf wirtſchaftlichem,
ſondern auch auf nationalem Gebiet zu erkennen geweſen.
Ich bitte Sie, helfen Sie mit, Elſaß=Lothringen
wirtſchaft=
lich zu heben. Das iſt der beſte, ſicherſte und vielleicht
ein=
zige Weg dieſes ſchöne, reiche und mit koſtbarem Blut
er=
kaufte Land mit dem deutſchen Vaterland zu verſchmelzen.
(Lebhafter Beifall.)
Abg. Koßmann (Ztr.): Bezeichnend iſt, daß
Luxem=
burg ſchon jetzt Anſchluß an den franzöſiſchen Kanal ſucht,
da ihm dadurch mehr geboten wird als von Preußen.
Dieſe Tatſache mit ihren Folgen ſollte von den Gegnern
der Saar= und Moſel=Kanaliſation mit als wichtiger
Grund angeſehen werden, ihren Standpunkt erneut zu
prüfen und aufzugeben. Wir fordern die Kanaliſation
nicht nur im Intereſſe der Induſtrie, ſondern auch
beſon=
ders für die ſonſt herabſinkende Kaufmannſchaft, den
Hand=
werkerſtand und auch für die Arbeiterſchaft. Durch das
Zugeſtändnis der Tarifermäßigung hat die
Staatsregie=
rung die Berechtigung unſerer Kanalforderung anerkannt.
Der Winzerſtand an der Saar und an der Moſel liegt
ſchwer danieder. Ich bitte den Miniſter, Lothringen nicht
ſchlechter zu behandeln als die weſtfäliſchen Gebiete. Wir
zahlen auch Steuern. Täuſchen Sie daher nicht unſere,
wenn auch nur geringe Hoffnung. (Beifall.) — Abg. Dr.
Oertel (konſ.): Die von den Gegnern der Regierung
und von dem Vertreter der Reichslande gemachten
Aus=
führungen haben manches für ſich. Aber was der Miniſter
geſagt hat in Widerlegung dieſer Herren, war für mich
überzeugend. Der Standpunkt der preußiſchen
Eiſenbahn=
verwaltung ſcheint durchaus einwandfrei zu ſein und ich
möchte dem Vertreter der elſaß=lothringiſchen Regierung
die Ausführungen des Miniſters zur gebührlichen
Be=
achtung empfehlen. (Heiterkeit und Beifall.) — Abg. Dr.
Schatz (Elſ.=Lothr.): Der Miniſter mag die Verhältniſſe
an der Moſel und an der Saar vom Standpunkt des
Mittelſtandes aus anſehen, der einen Großſchiffahrtsweg
von Saargemünd bis zur Nordſee unbedingt haben muß.
— Abg. Ledebour (Soz.): Abg. Dr. Oertel zeigt ſich
als Partikulariſt im Intereſſe Preußens oder Sachſens,
je nach dem Wahlkreis, den er vertritt. Neulich hat er
in der Kommiſſion Dr. Solf und heute hier dem
elſaß=
lothringiſchen Vertreter den Zylinderhut aufgebügelt.
(Heiterkeit.) Hoffentlich nimmt ſich der
Regierungsver=
treter die ſchwarze Note, die er ihm gab, nicht allzuſehr zu
Herzen. Der Einwand der plötzlichen Abwanderung iſt
hinfällig. Dieſer Einwand könnte allen
Verkehrsverbeſſe=
rungen entgegengehalten werden. Der Ruf: noblesse
oblige iſt bei der preußiſchen Regierung in den Rauch
ge=
ſchrieben.
Damit ſchließt die Debatte. Der Etat wird bis auf
die ausgeſetzte Poſition bewilligt. Ueber die
Peti=
tionen, zu denen die Abg. Fuchs (Soz.) und Schwäbach
(natl.) kurz ſprachen, wird in dritter Leſung
abgeſtimmt=
werden. Sodann wurde vertagt. Nächſte Sitzung
Mon=
tag 2 Uhr: Beſoldungsgeſetz, Nachtragsetat, Poſtetat,=
Poſtſcheckgeſetz. — Schluß 4 Uhr.
* Berlin, 28. Febr. Die Budgetkommiſſion
des Reichstags bewilligte die zur
Fortführung=
der Uſamſbarabahn vorgeſehenen 5400000 Mark
mit der Erweiterung, der Betrag könne eventuell zur Er=,
werbung der Sigibahn mit verwandt werden.
Ergänzung des
Reichsbeſoldungs=
geſetzes.
* Berlin, 28. Febr. Dem Reichstag iſt heuts
der Entwurf der dritten Ergänzung des Bes
ſoldungsgeſetzes zur Beſchlußnahme zugegangen:
Demnach treten in der dem Beſoldungsgeſetz vom 15. Juli
1909 beiliegenden Beſoldungsordnung u. a. folgende
Aenderungen ein: In dem Abſchnitt A., „Aufſteigende
Gehälter” erhöht ſich in den Klaſſen 1, 2, 3 a. 3b, 4a, 4B
und 6a das Unterbeamtengehalt in jeder Staffel um 100,
Mark; für Klaſſe 21 wird das Gehalt feſtgeſetzt auf 1800,
2100, 2350, 2600, 2650, 3100, 3350, 3600 Mark. In die Klaſſe
21 werden neu einbezogen: Bureaubeamte 2. Klaſſe bei
der Reichspoſt= und Telegraphenverwaltung, die
Lagerver=
walter und Bauſchreiber bei der Reichspoſt= und Telez
graphenverwaltung, Oberpoſtaſſiſtenten,
Obertelegraphen=
aſſiſtenten, Poſtaſſiſtenten, Telegraphenaſſiſtenten und
Poſt=
verwalter. Hinſichtlich der Oberdeckoffiziere und Deckoffis
ziere tritt an die Stelle der bisherigen Feſtſetzungen
fol=
gendes: Vom erſten bis dritten Jahre 2100, vom
vierten=
bis ſechſten Jahre 2298, vom ſiebten bis neunten Jahre
2502, vom zehnten bis zwölften Jahre 2700, vom
drei=
zehnten bis fünfzehnten Jahre 2850 und vom ſechzehnten
Jahre ab 3000 Mark. Sie erhalten neben dem
Gehalt=
den Wohnungsgeldzuſchuß nach der Tarifklaſſe 4.
In der Begründung des Entwurfes heißt.
es: Seit der letzten Ergänzung des Beſoldungsgeſetzes
haben ſich in der Organiſation des Reichsdienſtes
wiederum Aenderungen ergeben, die eine Ergänzung oder
Aenderung des Beſoldungsgeſetzes notwendig machen. In.
Verbindung damit ſollen auch die Bezüge der Deckoffiziere
gemäß der dem Reichstag gegebenen Zuſage neu
geregelt=
werden. Ferner iſt infolge der durch Geſetz vom 29. Juli
1913 eingetretenen Erhöhung des Gehaltes für die
Beam=
ten der Poſtaſſiſtenten= und Poſtſchaffnerklaſſe es
notwen=
dig geworden, auch den anderen Beamtenklaſſen in ent= Weiſe eine Aufbeſſerung ihrer Bezüge
zuteil=
werden zu laſſen. Soweit dabei Beamte der Reichseiſenbahnte
verwaltung beteiligt ſind, ſollen ihnen die aus Kap. 87 Tit. 12
des Reichshaushaltsetats gewährten nichtpenſionsfähigen
Zuſchüſſe auf die Gehaltserhöhungen angerechnet werden.
Um ferner den Klagen der penſionierten und als Beamte
wieder angeſtellten Deckoffiziere über Benachteiligung in
ihrem Geſamteinkommen gegenüber früher ausgeſchiedenen
Militäranwärtern in gleichen Stellungen nach Möglichkeit
zu begegnen, iſt eine Beſtimmung aufgenommen worden,
die den Deckoffizieren mit einer längeren Dienſtzeit aals
ſolchen einen Ausgleich für ihr Verbleiben im aktiven
Dienſte gewährt.
Gerichtszeitung.
— Thorn, 28. Febr. In dem Beleidigungs
prozeß gegen den Arzt Dr. Schacht=Kulm, der in einer
Broſchüre unter dem Titel „Dreyfuſiaden in Deutſchland‟
gegen die Leitung der Irrenanſtalt in Conradſtein und
die dortigen Aerzie ſchwere Beſchuldigungen verhoben
hatte, wurde der Angeklagte nach mehrſtündiger Beratung
freigeſprochen, weil er in teilweiſer Wahrung
be=
rechtigter Intereſſen gehandelt habe.
* Wien, 28. Febr. Nach zweitägiger Verhandlung
wurde Alexander Jandrio des Verbrechens
der Spionage für ſchuldig befunden und zu 4 Jahe
ren 9 Monaten ſchweren Kerkers veru
teilt. Außerdem wurde über ihn die Landesverweiſung
verhängt.
Luftfahrt.
* Mannheim 28. Febr.: Das=Militärlufts
ſchiff „S. L. 2" unternahm heute vormittag 11 Uhr ſeine
erſte Werkſtättenfahrt. Das Schiff iſt in ſeinen Dimenſios
nen größer als das erſte Modell. Es hat vier
Maſchinen=
gondeln mit vier Propellern, und vörne eine Führers
gondel, während das alte nur zwei Propeller hatte. Um
11,20 Uhr kreuzte das Luftſchiff in guter Fahrt und bes
trächtlicher Höbe über Mannheim.
* Mannheim, 28. Febr. Das Militärlufte
ſchiff. S. L. 2” iſt um 11 Uhr 40 Min. vor der Halle=in
Bühl glatt gelandet.
Die deutſch=böhmiſchen
Ausgleichs=
verhandlungen.
* Wien, 28. Febr Miniſterpräſident Graf Stürgkh
hat an den Abgeordneten Pacher als Obmann des
Ver=
bandes der deutſchen Abgeordneten aus Böhmen ein
Schreiben gerichtet, in dem er darauf hinweiſt, daß die
von der Regierung für den Ausgleich vorgelegten
Mä=
terialien, welche in der einleitenden Beſprechung des
Mi=
niſterpräſidenten mit den deutſchen Ausgleichsparteien
nicht als Vorſchläge der Regierung, ſondern lediglich als
ein Verſuch der Zuſammenfaſſung des im weſentlichen
be=
reits erörterten Verhandlungsſtoffes bezeichnet wurden,
zum Gegenſtand einer außerordentlich ſcharfen Kritik und
eines übereinſtimmend abfälligen Urteils von ſeiten der
deutſchen Parteien gemacht worden ſeien. Er halte es
je=
doch für ratſam und zweckmäßig, jene Punkte, zum
min=
deſten die wichtigſten Verhandlungen, welche nach
Anſchau=
ung der Vertreter der deutſchen Parteien zu jener
Beur=
teilung Anlaß geboten hätten, unter Gegenüberſtellung
der eigenen Anſchauungen einzeln zu erörtern: In der
Abſicht, auf dieſem Wege eine Klärung anzubahnen,
er=
ſuche er den Abgeordneten Pacher, die Vertreter der
deutſchen Parteien einzuladen, ihre weſentlichen Bedenken
zum Zwecke unbefangener Prüfung und näherer
Erörte=
rung der Regierung im einzelnen mitzuteilen.
Das Attentat in Debreczin.
* Peſt 28. Febr. Der Detektivchef Magy erſtattete
der Polizei über die Unterſuchung in der Debrecziner
Attentatsaffäre folgenden Bericht: Die bisher
ver=
nommenen Zeugen haben aus der Handſchrift des an den
Biſchof Mikloſſy geſandten Paketes unzweifelhaft die von
Mandrescu und Avram erkannt. Es iſt zweifellos, daß
die beiden die Abſender der Bombe ſind. Ihre wahren
Namen könnten jedoch nur aus ihren Päſſen feſtgeſtellt
werden. In Ezernowitz iſt feſtaeſtellt worden, daß die bei=
Nummer 60.
Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 1. März 1914.
Seite 7.
hnr am 19. d. Ms, aus Numänien nach Deſtereich
gekom=
ten ſind und am 20. wieder nach Rumänien zurückreiſten.
ſie Ezernowitzer Polizei hat außerdem feſtgeſtellt, daß die
hiden vermutlichen Täter in Buskujen mit einer Frau
ſſammengetroffen ſind Avram iſt ein übelbeleumdetes
Idididuum und als Maſſendieb und Paletotmarder
be=
innt.
* Peſt, 28. Febr. In der Angelegenheit des
De=
recziner Attentats ſucht die Polizei jetzt einen aus
geſſarabien ſtammenden Studenten, der ſich vermutlich in
ſiew aufhält. Seine Verhaftung ſoll bevorſtehen.
Der Eiſenbahnerſtreik in Liſſabon.
* Madrid, 28. Febr. Obwohl die telegraphiſchen
ſerbindungen mit Portugal jetzt vollkommen
unterbro=
hen ſind, ſo liegen doch von aus Liſſabon kommenden
keiſenden genügende Nachrichten vor, um ſich über die
Auſtände in Portugal ein einigermaßen klares
fild machen zu können. Aus den Berichten der Reiſenden
ſeht unwiderlegbar hervor, daß der Streik der
kiſenbahner einen durchaus
revolutionä=
en Charakter angenommen hat. Die portugieſiſche
Regierung ſoll von der Bewegung vollkommen überraſcht
borden ſein. Sehr viele Streikende, unter denen ſich auch
ire Anzahl Anarchiſten befindet, ſind verhaftet worden.
Fedoch befinden ſich die Rädelsführer noch in Freiheit.
beſtern abend beſetzten Truppen alle ſtrategiſchen Punkte
liſſabons. In den äußeren Stadtteilen hörte man
deut=
lch Gewehrfeuer. An vielen Straßenecken explodierten
Bomben Kavalleriſten mußten wiederholt mit blanker
Waffe gegen die erregte Volksmenge vorgehen, die auf
ſer Seite der Streikenden ſteht. Dynamitattentate
ſind=
in der Tagesordnung. Die Anarchie iſt ſo groß, daß der
fffentliche Sicherheitsdienſt völlig gelähmt iſt.
* Madrid 28. Febr. Nach amtlichen Meldungen
ſus Portugal iſt die Lage dort unverändert.
die Sabotage dauert an. Präſident de Arriaga droht,
ſie Syndikate aufzulöſen, wenn ſie verſuchen ſollten, den
Ausſtand noch weiter auszudehnen. Wie Reiſende
er=
jählen, ſind die Ausſtändigen reichlich mit Geld verſehen.
Alle Telegraphen= und Telephonlinien ſind unterbrochen.
* Madrid, 28 Febr. Der portugieſiſche
Geſchäfts=
käger erklärt, die Eiſenbahnen ſeien wieder in
ſollem Betrieb bis auf die Linie bei Mafra, welche
ſon nicht zum Bahnperſonal gehörigen Perſonen
beſchä=
ſigt wurde.
* Liſſabon 28. Febr. Das Syndikat der
Eiſenbahner hat die Streikbewegung
ver=
ſagt. Auf allen Linien iſt der Dienſt normal.
* Paris 28. Febr. Wie aus Liſſabon
gemel=
det wird, hat der Miniſterpräſident und Miniſter des
leußern Bernardino Machado an die portugieſiſchen
Beſandtſchaften eine Depeſche gerichtet, in welcher erklärt
wird, daß die im Ausland über Portugal verbreiteten
Nachrichten durchaus unbegründet ſeien. Die beim
letzten Eiſenbahnerſtreik entlaſſenen Arbeiter hätten einen
Streikverſuch unternommen und Sabotageakte
berübt, denen jedoch niemand zum Opfer gefallen ſei. Der
Eiſenbahnverkehr ſei nicht unterbrochen geweſen. Im
gan=
ßen Lande herrſcht vollkommene Ruhe.
Zur Lage in Mexiko.
Waſhington, 27. Febr. Das Kabinett hielt
leute eine Sitzung ab, nach deren Schluß angekündigt
wurde, daß auf der Denkſchrift Mexikos, betreffend den
Lod Bentons, keine Antwort erteilt würde. Ferner
Aburde bekannt, daß die Vereinigten Staaten der Anſicht
in.d, daß Huera für die Hinrichtung des Amerikaners Ver=
Ajera Genugtuung zu leiſten habe.
* Waſhington 28. Febr. Staatsſekretär Bryan
bat erklärt, daß die Vorbereitungen für die Abſendung
iner Kommiſſion nach Chihuahua zur Unterſuchung der
Liche des Engländers Benton bald beendet ſein
wer=
dim. Seiner Meinung nach könne man die Frage der
Ueberführung der Leiche bis zu der ärztlichen Unterſuchung
berſchieben.
* Neu=York 28. Febr. Trotzdem Präſident
ilſon hofft, daß der Rebellengeneral Villa
ldie Leiche des Engländers Benton ausliefern wird, wird
hier betont, daß Villa bisher noch nichts verſprochen habe.
Allgemein wird geglaubt, Villa ziehe die Sache in die
Länge, um Zeit zu gewinnen.
* Ciudad Juarez, 28. Febr. Ein von
Gene=
al Villa hier eingetroffener Befehl ordnet an, daß die
Konſtitutionaliſten von jetzt an dem amerikaniſchen
Kon=
ſil ſofort von der Verhaftung irgend welcher
Ausländer Mitteilung zu machen haben. Es wird
be=
labſichtigt, dem General Caranza, der in den nächſten
Ta=
len hier erwartet wird, die Unterſuchung bezüglich der
Ausländer zu übergeben.
Literariſches.
— Griebens Reiſeführer. Band 106:
Ve=
nedig. 5. Auflage. Mit drei Karten und zwei
Grund=
liſſen, (1,50 Mk.) Verlag von Albert Goldſchmidt,
Ber=
lim W. 35 Soeben erſchien in der bekannten Sammlung
von Griebens Reiſeführern die fünfte Auflage des Bandes
Lenedig, von dem in der Dogenſtadt langjährig tätigen
Echriftſteller L. Broſch, einem der beſten Kenner der Stadt
und ihrer Geſchichte, ſorgfältig neu bearbeitet. Dabei wurde
der geſamte Text des Buches, der in knapper Form alles
Wiſſenswerte vermittelt, aufs gründlichſte revidiert und
mit dem neueſten Stand in Uebereinſtimmung gebracht.
1 ie vorliegende neue Auflage entſpricht ſomit allen
Anfor=
derungen, die von Beſuchern Venedigs an ſie geſtellt
wer=
den können und iſt durchaus zu empfehlen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
*=Breslau, 28. Febr. Der Breslauer
Generalanzei=
geer, der jüngſt einen Artikel des Geheimrats Neißer gegen
die Angriffe auf Salvarſan veröffentlicht hatte,
teilt mit, daß eine große Zahl hervorragender
Fachmän=
ner der ganzen Welt ihr Einverſtändnis mit den
Neißer=
ſchen Ausführungen erklärt hätten, darunter 82 Direk=
toren von Univerſitätskliniken, ſowie die Leiter und
Ober=
ärzte ſtädtiſcher Krankenhaus=Abteilungen aus allen Teilen
Deutſchlands, Oeſterreich=Ungarns, Rußlands
Rumä=
niens, Dänemarks, Schwedens, Hollands und ferner 123
Spezialärzte.
* Solingen, 28. Febr. Eine geſtrige Verſammlung
der Waffenarbeiter des
Induſtriearbeiter=
verbandes, an der auch intereſſierte Mitglieder des
Mctallarbeiterverbandes teilnahmen, beſchloß, über =
Waffenfabrik C. Eickhorn die Sperre zu verhängen,
wreil die Fabrik Waffenteile von auswärts bezieht. Der
Arbeitgeberverband der Solinger Waffeninduſtrie ſtellte
den Arbeitern eine Friſt, bis zum Dienstag, morgens 10
Uhr, bis zu der ſie auf den Streik verzichten ſollen,
wid=
rigenfalls ſämtliche Arbeiter der Solinger
Wafffeninduſtrie, insgeſamt gegen 1000,
ausge=
ſperrt werden ſollen.
* Wien, 28. Febr. Der Kaiſer empfing heute
mittag 1 Uhr Eſſad Paſcha und 17 Mitglieder der
albaniſchen Deputation in Schönbrunn in beſonderer
Au=
dienz. Er verlieh Eſſad Paſcha das Großkreuz des
Franz Joſefs=Ordens. Um 2 Uhr war Eſſad
Paſcha und die albaniſche Abordnung bei dem Grafen
Berchtold zum Frühſtück geladen. Bei Schluß der Audienz
der albaniſchen Abordnung ſagte der Kaiſer: Ich
habe mich ſehr gefreut, Sie zu ſehen, meine Herren, und
hoffe, daß Sie von nun an einig ſeien und einig für Ihr
Vaterland arbeiten werden. Wenn die Albaner einig ſind,
iſt das Heil Albaniens geſichert.
* Rom, 28. Febr. Zu Beginn der heutigen
Kammer=
ſitzung ſprachen Sacchi und Giolitti, um die
Tat=
ſachen klarzulegen, um die es ſich bei dem geſtrigen
Zwi=
ſchenfall handelte. Luzzatti nahm davon
Kennt=
nis, die äußerſte Linke war von der Löſung des
Zwiſchen=
falles nicht befriedigt. Mehrere Abgeordnete der
äußer=
ſten Linken griffen die Regierung an und riefen
Zwiſchenrufe und Gegenrufe hervor. Der Lärm war
ſchließlich ſo groß, daß der Präſident die Sitzung
auf=
heben mußte. Auf den Gängen wurden die Meinungen
weiter in erregter Wenſe ausgetauſcht. Ein ſehr lebhafter
Zwiſchenfall ereignete ſich zwiſchen Balſano und
Marche=
ſano, wobei es zu Tätlichkeiten kam. Der Zuſammenſtoß
wird vorausſichtlich weitere Folgen haben. Darauf wurde
die Sitzung in ruhiger Stimmung aufgenommen und die
Tagesordnung über die Ausgaben für Libyen fortgeſetzt.
* Paris, 28. Febrs Im Miniſterrat teilte der
Mi=
niſter Renault mit, daß der Streik der
Bergarbei=
tex abnehme.
* Paris. 28 Febr. Der Marineminiſter
emp=
fing heute die Abordnung der ausſtändigen
Maſchiniſtenobermaate und legte ihnen noch
ein=
mal dringend ans Herz, ihre Forderungen einem
Schiedsgericht vorzulegen. Die Abordnung
verſprach dem Miniſter, am nächſten Dienstag eine
end=
gültige Antwort zu erteilen. Offiziös wird es heute als
unrichtig bezeichnet, daß die Regierung die Abſicht gehabt
habe, der Meſſageries Maritimes Maſchiniſtenobermaate
der Kriegsflotte zur Verfügung zu ſtellen. Die
Kriegs=
marine, ſo wird erklärt, beſitze gegenwärtig nur die
durchaus notwendige Anzahl von Maſchiniſtenobermaaten
und es wäre deshalb unmöglich, auch nur einen kleinen
Teil derſelben einem Privatunternehmer zu überlaſſen.
* Madrid, 28 Febr. Die Mitglieder der
republikani=
ſchen und ſozialiſtiſchen Vereinigung beſchloſſen, in der
Cortes Obſtruktion zu machen, ſolange der Krieg
in Marokko dauere.
Dalenein, 23. Fehr. Die Unordnungen
wieder=
holten ſich. Aus der Menge wurde geſchoſſen und eine
Höllenmaſchine zur Exploſion gebracht.
Die Polizei ſchritt ein und zerſtreute die Manifeſtanten
gewaltſam.
* Athen, 28. Febr. Die griechiſche Regierung
hat die Räumung des Diſtriktes von
Chi=
maro angeordnet.
* Petersburg, 28. Febr. Der Fürſt von Albanien
wurde heute von der Kaiſerin=Witwe
empfan=
gen und ſtattete hierauf der Großfürſtin Maria
Paw=
lowna einen Beſuch ab und frühſtückte bei ihr.
H. Mannheim, 28. Febr. Bei der heutigen
Land=
tagserſatzwahl im 29 Landtagswahlkreis
Offen=
burgStadt wurde Muſer (Fortſchr. Vpt.) mit
1423 gegen 1341 Stimmen, die auf Betriebsinſpektor
Hau=
ſer=Lauda (Ztr.) entfielen, gewählt. Die Mehrheit,
mit der Muſer gewählt wurde, beträgt 82 Stimmen. Die
Sozialdemokraten hatten ſofort die Parole für Muſer
aus=
gegeben. In der Hauptwahl am 21. Oktober porigen
Jahres war Hauſer im erſten Wahlgang gewählt
wor=
den, wegen Unſtimmigkeiten die Wahl jedoch für ungültig
erklärt worden.
Eine katholiſche Partei in Frankreich.
* Paris, 28. Febr. In der heutigen
Gründungs=
verſammlung der katholiſchen Partei wurde
folgendes Mindeſtprogramm aufgeſtellt:
Wiederherſtel=
lung der diplomatiſchen Beziehungen zum Heiligen Stuhle,
geſetzliche Anerkennung der Rechte der Kirche in
Frank=
reich. Wiederherſtellung des Kirchenvermögens im
Ein=
vernehmen mit Rom, Rückkehr der vertriebenen
Ordens=
kongregationen, Wiederverwendung der geiſtlichen
Kran=
kenpflegerinnen in den Spitälern, Schutz der Rechte des
katholiſchen Unterrichts und Erhaltung der katholiſchen
Schulen aus dem Unterrichtsbudget und ſchließlich
Ab=
ſchaffung des Eheſcheidungsgeſetzes.
Das deutſche Geſchwader in den ſüdamerikaniſchen
Ge=
wäſſern.
* Rio de Janeiro, 28. Febr. Die deutſchen
Kriegsſchiffe fanden allerſeits eine begeiſterte
Aufnahme, eine gute Preſſe und ein beſonders
auf=
merkſames Entgegenkommen von ſeiten der braſilianiſchen
Marine. Zu dem Empfang war der braſilianiſche
Kreu=
zer anweſend. In Gegenwart des deutſchen Geſandten,
des Miniſters des Aeußern, des Marineminiſters und des
Admirals und des Kommandanten fand ein
offiziel=
ler Empfang beim Präſidenten ſtatt, dem
der Admiral von Rebeur=Paſchwitz die Grüße des
deut=
ſchen Kaiſers übermittelte. Am nächſten Tage beſichtigten
der Präſident und der Marineminiſter die deutſchen
Schiffe und frühſtückten an Bord. Sie ſprachen ſich über
alles Geſehene ſehr günſtig aus. Danach wurden die
deutſchen Offiziere von dem Präſidenten zur
Rekrutenver=
eidigung zugezogen. Der Marineminiſter veranſtaltete
einen Ausflug gemeinſam mit den braſilianiſchen
Offi=
zieren. Das braſilianiſche Geſchwader war, vom
Manö=
ver kommend, zur Begrüßung eingelaufen, und iſt am
Mittwoch mit der Diviſion zuſammen ausgelaufen, wobei
der bereits gemeldete herzliche drahtloſe Telegrammwechſel
zwiſchen dem Präſidenten, dem Marineminiſter und dem
deutſchen Admiral ſtattfand. Die Begeiſterung der
Deut=
ſchen fand in vielen Feſten ihren lebhaften Ausdruck.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Mutter, wenn Du Dein Kind lieb haſt,
halte Dir „Caliſig” im Hauſe,
denn es gibt nun einmal nichts beſſeres, wonn es ſich
darum handelt, etwas für den Stuhlgang zu tun, um
die läſtige, chron. Verſtopfung zu beſeitigen. Nicht nur,
weil die Kleinen dieſen ſüßen „Californiſchen Feigen=Syrup”
ſo willig und gerne nehmen, ſondern beſonders auch
deswegen, weil die gründlich reinigende Wirkung des
„Califig” ſich in ſo milder, beſchwerdeloſer Weiſe äußert,
daß die zarten Organe in keiner Weiſe angegriffen werden.
Aerzte verordnen daher „Califig” mit Vorliebe bei Kin=
(I,5469
dern und Frauen.
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(5374a
Hämorrhoidalleiden.
ſind die Folgen von Verdauungs= und Darmſtörungen,
ſowie hartnäckiger Verſtopfung, und werden beſeitigt
durch Sanitätsrat Dr. Wegeners Thee, wodurch eine
normale Verdauung erzielt und Verſtopfung beſeitigt
wird, welche Störungen die Grundurſachen von
Hämor=
rhoidalleiden ſind. Preis Mk. 1.50 das Paket, in
Apotheken erhältiich.
(I,5552
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Darmſtädter Tagblatt, Samstag, den 1. März 1914.
Nummer 60.
Han-
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Frankfurt a. M. wr 23. April.
Das Vorleſungsverzeichnis, ſowie die
Prüfungs=
ordnungen für die kaufmänniſche Diplom=, die Handelslehrer=
und die Verſicherungsverſtändigen=Prüſung werden
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lich von der Quäſtur zugeſandt.
Die Eröffnung der Univerſität Frankfurt a. M.
findet im Oktober ſtatt. Die Handels hochſchul=Einrichtungen
bleiben unverändert beſtehen.
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St. Catherines Point paſſiert. „Kaiſerin Auauſte
Vietoria” nach Neu=York, 26. Febr. 10 Uhr 30 Min.
morgens Cuxhaven paſſiert. „Piſa” 26. Febr. 7 Uhr
morgens von Boſton nach Hamburg. — Weſtindien,
Mexiko: „Dania” von Weſtindien kommend, 26. Febr.
4 Uhr 50 Min. nachm. Dover paſſiert. „Frankenwald‟
26. Febr. in Veracruz. „Sardinia”, von Weſtindien
kommend, 27. Febr. 1 Uhr morgens in Hapre. „
Weſter=
wald” nach Havanna und Mexiko, 26. Febr. 3 Uhr
nachm von Gijon. „Ypiranga” von Mexiko und
Ha=
vanna kommend. 26. Febr. 6 Uhr abends in Vigo. —
Südamerika, Weſtküſte Amerika2: „Blücher” nach dem
La Plata, 26. Febr. 3 Uhr nachm. von Teneriffa. „
Habs=
burg”, von Mittelbraſilien kommend 26. Febr. 12 Uhr
nachts in Hamburg. „König Friedrich Auguſt” 26. Febr.
10 Uhr morgens von Buenos Aires, heimkehrend. „Va=
leſas nach Braſien, . Rebr. 10 Uhr abends von
Liſſabon. — Verſchiedene Fahrten: „Numantia‟ 26. Febr.
von Basra. „Rhenania” nach Afrika, 26. Febr. von Marſeille.
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Doppelſchraubenpoſtdampfer „König Albert: 26. Febr.
4 Uhr morgens in Neu=York angekommen.
Doppel=
ſchraubenpoſtdampfer „Main” 25. Febr. 11 Uhr vorm.
in Baltimore angekommen.
die im Montags=
Todesanzeigen, blatt Aufnahme
finden ſollen, bitten wir an Sonntagen in unſeren
Brief=
kaſten am Hauſe, Rheinſtraße 23, zu werfen.
Expedition des Tagblatts.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Heute ſtarb nach längerem Leiden unſer
lieber Bruder, Schwager und Onkel (5569
Professor
Johannes Leonhard.
Darmſtadt, den 28. Februar 1914.
Die trauernden Angehörigen.
Die Beerdigung findet ſtatt am Montag, den
2. März, nachmittags 3½ Uhr, vom
Sterbe=
hauſe Grünerweg 5 aus.
Kriegerverein
Darmſtadt.
(5509
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds
Herrn Kaufmann Hans Schönert
findet am Sonntag, den 1. März, nachmittags
4 Uhr, vom Portal des Darmſtädter Friedhofs
aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von
Acker=
mann bis Dußmann ſich dort zu verſammeln.
Der Vorſtand.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme, die
zahlreichen Blumenſpenden und die troſtreichen
Worte des Herrn Pfarrer D. Waitz bei dem
Hin=
ſcheiden unſerer lieben, guten Mutter ſagen
innigſten Dank.
(5567
Familie Jean Schuchmann,
Familie Edmund Schlereth.
Darmſtadt, den 28. Februar 1914.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Hinſcheiden
un=
ſeres unvergeßlichen Mutterchens,
ſo=
wie für die zahlreichen
Blumenſpen=
den danken herzlich.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Julie und Elſe Boclo.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Unter dem Einfluß des feſtländiſchen Hochs hatten
wir am Freitag heiteres, tags mildes, nachts kühleres
Wetter. Der hohe Druck hat ſich weiter ausgebreitet und
verſtärkt. Von Island her naht eine neue Depreſſion,
die aber unſere Witterung noch nicht weſentlich beeinfluſſen
wird.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, 1. März:
Vot=
wiegend heiter und trocken, wechſelnde Bewölkung, ruhig.
Tageskalender.
Sonntag, 1. März.
Großh. Hoftheater, Anfang 3 Uhr, Ende nach 5 Uhr
(Volksvorſtellung). „Die fünf Frankfurter” —
Abend=
vorſtellung: Anfang 7 Uhr, Ende nach 9½ Uhr (Ab. A):
„Madame Butterfly”.
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Matinee der Kammermuſikvereinigung um 11½ Uhr
im Saale des Muſikvereins.
Verſammlung des Landes=Pferdezuchtvereins um
11 Uhr im Bahnhofs=Hotel.
Bibelſtunde um 4 Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”
Vortrag von Frl. Dr. Schuette um 11¼ Uhr in der
Landesbaugewerkſchule (Neckarſtraße).
Vortrag von Diätchemiker Richter um 8½ Uhr im „
Für=
ſtenſaal” (Mazdaznan=Vereinigung).
Damen= und Herrenſitzung des Sportvereins
„Germania” im Reſtaurant „Zur Windmühle‟
Maskenball des Odenwaldklubs „Frankonia” um
7.11 Uhr im „Kaiſerſaal”.
Tanzkränzchen der Geſellſchaft „Columbia” um 4 Uhr
im „Mathildenhöhſaal”.
Wanderung des Vogelsberger Höhenklubs nach Höchſt
(Abfahrt 6.59 Uhr)
Konzerte: Hotel Heß um 3 und 8 Uhr. — Ludwigs
höhe um 4 Uhr. — Bürgerkeller um 4 Uhr. — Caſ
„Metropole” um 4 und 8 Uhr. — Reſt. Maul. — Pere
um 4 und 8 Uhr. — Rummelbräu um 4 und 8 Uhr.
Schützenhof um 7½ Uhr. — Hanauer Hof.
Verſteigerungskalender.
Montag, 2. März.
Aktien=Verſteigerung um 2 Uhr der Spar= und
Darlehenskaſſe zu Griesheim.
Holzverſteigerung um 9 Uhr in der Güntherſchen
Gaſtwirtſchaft zu Roßdorf.
Brennholz=Verſteigerung um 10 Uhr im
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Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtelz für den übrigen
redaktionellen Teil Max Streeſe; für den Anzeigenteil
Anzeigenbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſierelle
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Seite 11.
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be=
ſnden ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Egentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſtigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
yrmittags 10 Uhr, ſtatt.
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Autz= und Brennholz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 5. März, vormittags 9 Uhr
bginnend, ſollen im Traiſaer Gemeindewald, Diſtrikt Haide und
Zippelshofwald, nachſtehende Holzſortimente an Ort und Stelle
yrſteigert werden:
I. Nutzholz:
a) Stämme: 5 Stück Eichen III. Kl. — 4,14 cbm
15
IV. „ — 7,98
V.
— 0,48.
Kirſchbaum IV.
— 0,64
Fichten
IV. „ — 2,18
V.
— 6,72
b) Derbſtangen: 5
Lärchen
0,47
Fichten
— 0,71
II. Brennholz:
a) Scheiter: 62 rm Buchen, 42 rm Eichen, 1 rm Kirſchbaum,
11 rm Kiefern;
b) Knüppel: 37 rm Buchen, 19 rm Eichen, 1 rm Kirſchbaum,
51 rm Kiefern, 4 rm Fichten;
c) Reiſig, Wellen: 7,20 Buchen, 7,70 Eichen, 5,70 Kiefern,
0,90 Fichten;
d) Stöcke: 8 rm Buchen, 25 rm Eichen und 4 rm Kiefern.
Zuſammenkunft im Diſtrikt Haide am Bahnübergang.
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herkt wird, daß bei den Eichen=Scheitern ſich gutes Werkholz befindet.
Großh. Bürgermeiſterei Traiſa.
Walter.
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Brennholz=Verſteigerung.
Rontag, den 9. März 1914, vormittags 9 Uhr
nfangend, werden auf hieſigem Rathauſe aus dem Pfungſtädter
bemeindewald, Diſtrikt Malchertanne,
34 rm Kiefern=Scheiter,
101 rm Kiefern=Stöcke,
401. rm „ Knüppel,
4920 Stück „ Wellen
ne iſtbietend verſteigert.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Weingärtner.
Pfungſtadt, den 26. Februar 1914.
(5448go
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Vergebung von Kohlen
Die für das Elektrizitäts=Werk Pfungſtadt pro
Rechnungs=
jahr 1914 benötigten Kohlen ſollen im öffentlichen Wettbewerb
ſergeben werden.
Bedingungen über die Anlieferung der Kohlen liegen auf der
hroßherzoglichen Bürgermeiſterei Pfungſtadt ab 1. März 1914 zur
Einſicht auf und ſind für auswärtige Intereſſenten von dort zu
nziehen.
Angebote ſind mit entſprechender Aufſchrift verſehen bis zum
10, März 1914, vormittags 11½ Uhr, ebendaſelbſt einzureichen.
Pfungſtadt, den 26. Februar 1914.
Städtiſches Elektrizitäts=Werk Pfungſtadt.
gez. Lang.
(5413sg
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 5. und nötigenfalls Freitag, den
16. März 1914, jedesmal vormittags 9 Uhr
an=
lfangend, verſteigere ich im Weißen Saale der
Reſtauration „Zur Stadt Pfungſtadt‟
Eliſa=
bethenſtraße 2, im Auftrage des Herrn Rechtsanwalts
Buss dahier,-als Verwalter im Konkurs über das
Vermögen der Firma Val. Hebermehl die zur
Konkurs=
maſſe gehörigen Warenreſtbeſtände, nämlich:
Eine große Partie Spezerei= und
Kolo=
nialwaren, Zigarren, Weine und Spiri=
(5536
tuoſen
meiſtbietend gegen Barzahlung.
Verſteigerung beſtimmt.
Kapp,
Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
Georgenſtraße 1.
Die Holz=Verſteigerung
vom 26. Februar iſt genehmigt.
Abgabe der Abfuhrſcheine am
4. März. — Ueberweiſung am
5. März.
Ober=Ramſtadt, 27. Febr. 1914.
Großherzogliche Oberförſterei
Ober=Ramſtadt.
Hoffmann. (5482
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9½ Uhr, verſteigere ich an Ort u. Stelle Georgenſtr. 4
freiwillig auf Antrag des Nachlaßverwalters des
ver=
ſtorbenen Fräulein Auguſte Neukirch gegen
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zahlung für beſtimmt:
1 Schreibſekretär (Altertum), 1 Weißzeugſchrank.
3 Kleiderſchränke, 5 Tiſche, 8 Stühle, 2 Kommoden,
1 Waſchtiſch, 2 Sofas, 6 gepolſterte Stühle, 1
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maſchine, 1 Nähtiſch, 2 Seſſel, 6 Spiegel, 2 vollſt.
Betten mit Roßhaarmatratzen, 1 Bettſtelle, 1
Stand=
uhr (Altertum), 4 Etageren, 1 Ziertiſchchen, 1
Blu=
meutiſch, 1 vollſtändige Kücheneinrichtung, beſtehend
aus: Küchenſchrank, Anrichte, 1 Küchentiſch, Töpfe,
Teller, Taſſen, Schüſſeln ꝛc.; 1 große Partie
Weiß=
zeug und Frauenkleider, 14 Regenſchirme, 1
Spiel=
doſe, 1 Handkoffer, verſchiedene Schließkörbe, 1 große
Partie Bücher, 1 Partie Bilder (darunter mehrere
Stiche), 1 Partie Teppiche, Vorlagen, Vorhänge,
Bettkolter, Handtaſchen, Nippſachen, 1 Partie
Meſſer und Gabeln (darunter ſilberne), 1
Gas=
krone, 3flammig, uſw.
Darmſtadt, den 28. Februar 1914.
(5485
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verdingung.
Für das am 13., 14. und 15. Juni 1914 ſtattfindende
70 jährige Fahnen=Jubiläum und Stiftungsfeſt des Geſang=
Vereins „Frohſinn” Eberſtadt iſt folgendes zu vergeben:
1. Schmückungsarbeiten
2. Plätze für drei Bier= und eine Weinwirtſchaft
3. Kaffee= und Bäckerei=, ſowie Metzgerſtand
4. Karouſſel u. Schiffsſchaukel, Schieß= u. Schaubuden,
Galanterie= Zucker= und Waſſerſtand.
Offerten ſind bis zum 10. März 1914 bei dem Unterzeichneten
einzureichen, woſelbſt auch die Bedingungen einzuſehen ſind. (5493gg
Der Bau= u. Wirtſchafts=Ausſchuß.
Der Obmann:
Ludwig Dächert VI., Maurermeiſter, Eberſtadt b. D.
Lieferungs-Vergebung.
Für die Provinzial=Pflegeanſtalt der Provinz Starkenburg bei
Eberſtadt ſollen als Bedarf bis Ende März 1915 auf dem Wege des
öffentlichen Anerbietens zur Lieferung vergeben werden:
15000 Zentner Ruhr=Nußkohlen III
300
Briketts, Marke „Union”.
Die Lieferungsbedingungen liegen auf dem Geſchäftszimmer
des Hausverwalters in der Anſtalt am Mittwoch, den 4. März 1914,
vormittags von 8—12 Uhr, offen. Ein Verſand nach auswärts findet
nicht ſtatt.
Angebote ſind verſchloſſen und verſehen mit der Aufſchrift:
„Angebot zu der am 1. März 1914 ausgeſchriebenen Lieferung” bis
zum Eröffnungstermin, Donnerstag, den 12. März 1914,
vor=
mittags 8 Uhr, poſt= und beſtellgeldfrei einzureichen. In den An=
(5480
geboten ſind die Bedingungen anzuerkennen.
Eberſtadt, den 1. März 1914.
Direktion der Provinzial=Pflegeanſtalt.
Dr. Teptor.
Bekanntmachung.
Die Abſchaffung eines zu Zuchtzwecken nicht mehr verwendbaren
Faſelochſen ſoll im Wege des Kauf=Angebots erfolgen.
Verkaufs=
bedingungen liegen täglich während der Geſchäftsſtunden bei uns zur
Einſicht offen. Schriftliche Angebote werden bis zum 7. März d. J.,
nachmittags 5 Uhr, in Arheilgen entgegengenommen. Die Beſichtigung
des Tieres kann täglich nach vorheriger Meldung beim Faſelwärter
erfolgen.
Arheilgen, den 27. Februar 1914.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Arheilgen.
Benz.
(5479
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
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fortzuräumen. Bei den Weibern is immer kein
Fertig=
werden.
Jawohl, jawohl, ſie iſt fort, erwiderte, ſich vom Fenſter
wegwendend Rechtsanwalt Bauer zerſtreut, ſuchte etwas
geiſtesabweſend nach Hut und Stock und ſchlenderte ein
paar Minuten ſpäter in ebenſolchem Zuſtand die vom
Rat=
hauſe nach der Außenſtadt führende ſchon
abenddämme=
rige Promenade entlang, wo er nach kurzer Weile
ziem=
lich unſanft gegen einen dort gleichfalls luſtwandelnden
Herrn anprallte. Pardon! — Ach, Du biſt’s, Helldorf?
Wie Du ſiehſt, erwiderte der ſchöne Oberlehrer nicht
allzu freundlich. Du ſchienſt ja recht in Gedanken zu ſein.
Ich? Der Doktor juris Bauer hieb mit dem Stock nach
einem ſeitab wachſenden Unkrautpflänzchen. I nee! ſagte
er langſam.
Hatte aber doch den Anſchein, beharrte Artur Helldorf
verdrießlich. Wo kommſt Du denn her? — Sprechſtunde
für Unbemittelte im Rathaus? Na, ich danke! Mußt’s ja
hölliſch dick haben, daß Du Dich ſolchen philanthropiſchen
Zwecken opferſt, die auf Gottes Erdboden nichts einbringen.
Das kannſt Du ja gar nicht wiſſen, ob und was ſie
vielleicht einbringen, mein Lieber, widerſprach der Doktor
Bauen luſtig.
ue, unsmt
Und Du ſcheinſt in nichts weniger als roſiger Laune
zu ſein. Dabei kaum von der wundervollen ſpaniſchen
Reiſe zurückgekehrt, von der die halbe Stadt ſpricht!
Das Neſt! ſagte der ſchöne Oberlehrer verächtlich.
Und ne blödſinnige Maſſe Geld geht gleich drauf bei ſo
nem bißchen Reiſen, an allen Ecken und Enden muß man
ſich danach ſo und ſo lange den notwendigen Komfort
verſagen.
Aha! Der Doktor juris Bauer tat einen Pfiff des
Ver=
ſtändniſſes. Daher die düſtere Miene! Ja, mein Lieber,
wenn man aber auch ſo viel Komfort notwendig hat wie
Du! Weißt Du was: Anbeterinnen haſt Du ja genug, Du
ſollteſt heiraten.
Heiraten! Der ſchöne Oberlehrer zuckte verärgert die
Achſeln. Was von den Mädeln hier einigermaßen Geld
hat iſt ſonſt ſo, daß man’s wirklich nicht mag. Und was
man im übrigen vielleicht allenfalls möchte, das hat
natür=
lich wieder keinen roten Heller!
Schlimm! lachte der Rechtsanwalt. Dann bleibt nur
noch übrig, daß Du auch eine Erbſchaft machſt.
Blech! ſagte der ſchöne Artur Helldorf grob. Wer
macht denn „aueh” eine? forſchte er, aufmerkſam geworden.
Aantsgcheint, Serchriſter,
Unſinn! Ich bin doch wahrhaftig keine Klatſchbaſel
— Alſo?
Der Doktor juris Bauer war ſchon wieder zerſtreuz,
während er neben ſeinem Freund dahinſchritt.
Eine Witwe iſt’s — Regiſtratorswitwe Arnold — mit
drei Töchtern. Die Aelteſte iſt Lehrerin — wenn ich nicht
irre —
Arnold? — Thea Arnold?!
Ja, ich glaube, ſo heißt ſie — und die Jüngſte Mizzi.
— Du kennſt ſie, fragte er, als der andere eine raſche
Be=
wegung machte.
Jawohl, ich kenne den Fratz ſagte Oberlehrer Helldorf
giftig. Und die — die Kirchenmäuſe ſollen erben? —
Wo=
her denn? — Viel?!
Beträchtlich. Von einer ſchon ſeit fünfzig Jahren
toten Seitenverwandten, deren Exben bis dahin unbekannt
waren. Durch Zufall haben ſie den Aufruf gefunden.
Und das — die Erbſchaft — iſt ihnen ſicher?
Ziemlich wahrſcheinlich zum mindeſten. Wenn auch
vielleicht noch nicht gleich haute oder morgen die
Entſchei=
dung fallen wird.
-ung folat.)
MNummer 60.
Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. März 1914.
Seite 15.
Prankfarter Karsbericht Vom 2e. Febpuur 19rz.
Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. (Darmstädter Bank.)
Staatspapiere.
M. Reichsschatzänw.
4./10000
N. Reichsanleihe v. 1918.
98,50
Ido. . . . . p. 1925
99,00
do. . . . ..
86,60
(do. .
..
1805
Leußische Schatzanw.
100,16
Staffelanleiho. .
*90,410
Consols . . . . .
8660
do. . . . . . . . . .
780
Adische Staats-Anleihe.
9650
Ido. v. 92/91 . .
8950
Ide. . .
Bverische Ablös.-Rente.. 4.I. 97,00
E.-B.-Anl. kdb. ab 1906
97.10
do. unkdb. p. 1918.
497.10
do. unkdb. p. 1920 . . . 4 1 97,10
E.-B.- u. Allgem. Anl.
unkdb. p. 1930 . . . .
*97,10
Go. Anleihe . . . . . . . 3½l 85,10
6o.
. . ... . . . 3 75,70
Lmburger Staats-Anl. 4 98.70
ſlo. v. 1887/94 . . . . . .3
8,50
. .,
ko. . . .
79,50
jetsische Staats-Anleihel 4
Ko. unkäb. p. 1921 . . . 4 97,20
(0. . . .. . . . . . . . .
(o. . . . . . . . . . . . . .
75,10
Kchsische Staats-Rentel
7150
Fürttembg. Staats-Ahl.
(unkdb. p. 1921). . ..
98,10
do. v. 79/80 ₰. . . . . .
8820
do. . .
77.40
. .. . . .
Julgarische Gid.-Anl. . . 5 97,50
Frioch. Anl. v. 1890 . . . . 1.6
do. v. 1887 Monopoll18/ 53,50
Aälienische Rente...
Eterr. Staats-Rz v. 1913 .4½. 93.00
do. Silber-Rente . . . .4½ 87,60
do. Papier-Rente . . .4½
do. Gold-Rente . . ., . 4 90,90
do. Einheitl. Rente . . 4 1 83,80
fortug. Tab-Anl. 1891 . .4½ 97,00
do. inn. amort. 1905 . .4½
do, unif, Serie I . .
61.00
do.
6480
III.
do. Spezial Titel. . .
9,70
Zumänen v. 1903 . . . . .
100,10
do. Gold v. 1913. . .
4g 9150
do. Schatzsch. v. 1913 4½100.25
do. Conv. . .
85350
do. v. 1800 .
t5400
do. v. 1891 . .
4 87.501
dg. v. 1905
8500
do. v. 1908 .
1
do, v. 1910
4 86,00
jussische St.-Anl. v. 190
½ 98,60
do. kons. v. 1880 ₰
87,20
do. Gold v. 1890 .
do. v. 1902 . .
*90,75
ſchweden v. 1880:. . . . ..
do. v. 1.
Schweden v. 1890. .
Serben steuerfrei .
(05
do, amort. v. 1895
Türk. Egypt. Tribut . . .
85,00
do. kons. steuerfreie .
75380
do. Admin. v. 1903 . . .
86.00
do. unif. v. 1903. . . . .
do. v. 1905. . . . . . . .
73,00
Ungarische Stnats-Rente
1913 unkdb. bis 1923 . . 4½ 91,10
Ungar. Staatsk.-Scheinel
ur. 1913.
. . . 4½ 100,00
do. Gold-Rente.
84,25
82.60
do. Staats-Rente 1910
d0.
Kri 4 8605
Argent. innere Gold-Anl.
V. 1887 5
do. äußere v. 1890 . . . 5./100,50
do. innere v. 1888 . . . 4½
do. äußere v. 1888. . . .4½ 9480
do. v. 1897
95,10
Chile Gold-Anl. v.4911:
e
do. v. 1889 . . . . .
do. v. 1906
92,00
Chines. St.-Anl. v. 1895.
*9900f
do. v. 1896 .
88,410
do. Reorg. Anl.
do. v. 1808
92,35
91,40
Japaner . . .
63,00
Innere Mexikaner .
81.75
Kußere do.
70,50
Mexikan. Gold v. 1904 . .
do. cons. . . . . .
68.50
do. Irrigat.-Anteihe.
Buenos-Aires Prov..
65,00
Tamaulipas .
Sao Paulo E.-B.
98,40
do, v. 1918 . . .
4½ 96,00
Siam v. 1907 . . .
Prioritäts-
Obligationen.:
Südd, Eisenb.-Gesellsch.
v. 1895097
85,00
82,50
v. 1904 3½
Hess. Eisenb.-Akt.-Ges.
Oblig., gar. v. d. Stadt
94,25
Darmstadt
Nordd. Lloyd-Obligat. . . 4½ 98,50
90,40
Elisabethbahn
87,00
Franz-Josef-Bahn.
73650
Prag-Duxer . . . . .
Osterreich. Staatsbahn .5
4 89,50
do. . . . . .
3 76,25
do. . . . . . . . . . . .
do. Südbahn (Lomb.) . 5
do. do.
20/1 52,15
do. do.
78,50
Raab-Oedenburg
Kronprinz Rudolfbahn .
86,10
Russ. Südwest
Moskau-Kasan . .
4½ 95,40
do.:
486.20
Wladikawkas..
87,00
Rjäsan-Koslow..
Vortugies. Eisenb. v.
68,60
do.:
Livorneser .
0 69,95
Salonioue Monastir. .
(270
Bagdadbahn
7905
Anatolische Eisenbahn
91.20
Missouri-Pacitic
98,50
Forthern-Paciie:
4 95,00
Southern-Pacitic
4 9200
St. Louis & San Francisco
Tehnantepec . ..
250
Ungar. Lokalbahn.
5
Provinz-Anleihen.
Rheinprov. Obl. Em. 20/21
96,20
do. Em. 10 . .
86,30
83,30
do. . 9. . . .
Posen Prov. . . . . . . . . .3½ —
Westfalen Prov. V. .
4 96,00
Hess. Prev. Oberhessen .
96,00
do.-Starkenburg . .
86,30
Städte-
Obligationen.
4 95,40
Darmstadt . .
do. ..
..... 3½,
Frankfurt . . . . . . . . . . 4 96,40
do. . .. . . . . . . . . . . .3½ 89,50
Gießen . ... . . . . . . . . . 4 94.50
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 86,00
Heidelberg . . . . . . . . . . 4 94.90
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 86.00
Karlsruhe . . . . . . . . . . 4 95,20
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 87,40
Magdeburg . . . . . . . . . 4
Mainz . . . . . . . . . . . . . 4
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 87,30
Mannheim . . . . . . . . . . 4 96,10
do. . . . . . . . . . . . . .3½ 88.00
München . . . . . . . . . . . 4 97.80
Nauheim . . . . . . . . . . .31/
Nürnberg . . . . . . . . . . 4 95,40.
do. . . . . . . . . . . .. .3½ 86,60
Offenbach . . . . . . . . . . 4
do. V. 1914 . . . . . . . .4.
do. . . . . . . . . . . . . . 3½ 86,30
Wiesbaden . . . . . . . . . . 4
do. . . . . . . . . . . . . .3½
Worms, . . . . . . . . . . . . 4 95,10
do. .. . . .. . . . . . . .3½ 87,20
Lissabon v. 1888 . . . . . . 4 75,50
Moskau v. 1912 . . . . . . .4½ 93,50
Stockholm v. 1880 . . . .. . 4
Wien Komm. . . . . . . . .
Wiener Kassenscheine .4½ 98,70
Zürich v. 1889 .
(6*1101.50
Buenos Stadt v. 18
Pfandbriefe.
Berliner Hyp.-Bk.-Pf. . . 4½ 101,10
9825
. do, unkäb. 1918 . . .
9400
1919. ..
do.
94.50
do.
1921..
3600
do.
1922. ...
8350
da. . . ..
..
do. Komm.-Obl. unk. 1918 4 95,25.
Frankf. Iy p.-Bk. . .
4 95,00
do. unkdb. 1910
96,00
do. „ 1915
4 9650
1920
do.
dc. Ser. 12—19. . . . . . 3½ 86,40
Kommunal-Oblig. Ser. 1,
.. 3½ 86,50
unkdb. 1910 .
Frankf. Hyp.=Kred.-Ver.
94,00
Ser. 15—42
54,50
„ 18—49
do. . .
96,00
do. unk. 1922 „ 52.
2850
d0. „ 1915.,
86,00
30
do. Ser. 45 . . .
Hess. Land.-Hyp.-Bk. Pf.
96,70
Ser. 12, 13, 16
96,70
14, 15, 17
do. . .
97,30
do. unkdb. 1920 . . . .
97,40
40. „ 1923
84,20
dg. Ser. 1, 2, 6—8 . . . .
84,20
d0. „ 3—5 . . . . . . .
3½g 84.20
do. kündb. 1915.s
do. Komms unk. 1913j. 4‟ 96,70
„ 1914 4. 96,70
do.
„ 1916f 4 96.90
do.
„ 1920) 4 9750
do.
„ 1923 4 97,40
do.
84.20
do. verlosb. u. kündb..
84,20
(6.
unkäb. 1915
94,50
Meininger Hyp.-Bk. Pfdb.
95,80
do. ünkdb. 1922.. .
3½ 86,00
do.
Rheinische Hyp.-Bk. Pfb.
94.50
unkab. 1917
94,50
1919
do. . . .. .
9450
1921
do. . . . . .
96,20
1924
do. .. .. .
85.50
do. . . . . . . .
95,20
do. Komm. unk. 1923
96,00
do.
.1924
96,40
Südd. Bod.-Kred.-Pfdbr.
83,00
do. . . . . . . .
Bank-Aktien.
Bank für elektr.
Unter-
nehmungen Zürich . . 10 195,00
Berg.-Märkische Bank.
Berliner Handelsges. . . . 9½ 1163,25
Darmstädter Bank . . . . 6½123.00
.12½250.25
Deutsche Bank. . .
Deutsche Vereinsbank. . 6 122.40
Dt. Effekt.- u. Wechs.-Bk. 6 118.5
Disk.-Kommand.-Ant. 10 (197.80
8½ 158.00
Dresdner Bank .
Frankf. Hypothek.-Bank 10 216,50
Mitteldeutsche Kred.-Bk. 6½ 124,00
Nation.-Bank f. Deutschl.
(17.10
Pfälzische Bank . . . . .
128,50
Reichsbank .
.. . 16.95 1140,00
Rheinische Kredit-Bank.
133,00
A. Schaaffhaus. Bk.-Ver.
(106,25
Wiener Bank-Verein .. . 7½ 140,00
Aktien von
Trans-
port-Anstalten.
Hamb.-Amerika-Packetf. 10 1144,40
Norddeutscher Lloyd..
7 (127,00
Fränkfurt. Schleppschiff. 4 (116.00
Südd. Eisenb.-Gesellsch. . 6½. 128,50
big (1,50
Anatol. Eisenb. 600-Akt.
Baltimore . .
9505
10 215½
Canada . ..
. (14140
Schantung.
(16300
Prinz Henry.
0 228/
Lombarden .
6 (11560
Pennsylvanie:.....
Industrie-Aktien.
Badische Anilin-Fabrik . 28 1649,00
Chem. Fabrik Griesheim 14 268,50
Farbwerke Höchst . . . . 30-1657,00
Ver. chem. Fabr. Mannh.. 20 345,00
10 (153580
Zement Heidelberg . .
Chemische Werke Albert 30 452.00
Holzverkohl. Konstanz . 15 321,10
127,00
Lahmeyer . . . . . . . .
15300
Schuckert, Nürnberg . .
Siemens & Malske. . . . . 12 2200
5 (126,50
Bergmann Elektr. . . .
Allg. Elektr.-Gesellsch. . 14 250,45
25 344,00
Hagen Akkum. . .
Deutsch. Übersee-Elektr. 11 1178,30
8280
Gummi Peter . . . . .
50 (2975
Adler-Fahrradwerke . .
1131,00
Maschinenfabr Badenia:
Wittener Stahlröhren .(
Gasmotoren, Oberursel .8½ (156,25
124,50
Gasmotoren, Deutz . . . .
Siemens Glas-Industrie . 15
Enzinger Filter . . . .. . 23 321,50
Steaus Romans . . . . . . 10 15020
Zellstoff Waldhof . . . 15 (226,00
Bad. Zucker-Waghäusel,12,831212,00
9400
Neue Boden-Aktien-Ges.:
Süddeutsche Immobilien 0 61,30
ergwerks-Aktien.
12 1169,00
Aumetz-Friede . .
Bochum. Bergb. u. Gußst. 14 (227,50
Leonhard, Braunkohlen. 9 (15560
Konkordia Bergbau . . . 23 359,00
Deutsch-Luxemb. Bergb. 10 145,25
10 221
Eschweiler:
Gelsenkirchen Bergw. . . 10 197,00
Harpen Bergbau.
II 118800
Kallwerke Aschersleben . 10 160,00
Kallwerke Westeregeln 113 20800
Königin Marienhütte . . 6 86,00
8 164,00
Laurahütte .
Oberschles. Eisenbed.
6 92,00
Oberschl. Eisen-Industrie 3 72.00
18 245,95
Phönix Bergbau ..
Rheinische Braunkohlen 10 208.00
Riebeck Montan ..
12 1200,00
South West.-Afr. Shares . 5 1119,00
Verzinsliche
Anlchenslose.
Badische.
TIr-100) 4
Cöln-Mindener . Tlr. 1003½141,25
Holländ. Komm. . A. 100 3 118.85
Madrider.
Frs. 100 3 78.70
Meininger Präm.-Pfdbr. . 4 140,80
Osterreicher 1860er Lose .
18050
Oldenburger . . . . IIr. 40) 3. 129,25
Raab-Grazer . . . . H. 150/2½
Unverzinsliche
Mk.
Anlehenslose.
ſp. St.
.A. 7 34,50
Augsburger
TIr. 20 (29000
Braunschweiger
Ps. 45
Malländer
do.
Ps. 10
. A. 7 34,70
Meininger .
Osterreicher v. 1864: M. 100
d6. v. 188 7 A. 100
. H. 100 436,00
Ungar. Staats . .
Venediger . . . . . . . Fe. 30
Türkische . . . . . . Fs. 400 169,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns. . . . .
20,41
20.Franks-Stücke 2.. . . . . . 16,26
Amerikanische Noten. . . . . 14,19½
Englische Noten . . . . . . . . 20,46
81,20
Französische Noten. . . .
16935
Holländische Noten . .
8105
IItalienische Noten . . . .
Osterr.-Ungarische Noten . . 85,00
Russische Noten . . . . . ..
Schweizer Noten . . . . . . . . 81,10
Reichsbank-Diskont
Lombard Zsf..
do,
Tendenz:
Ziemlich fest.
Handel und verkehr.
Frankfurt a. M., 28. Febr. Die Börſe ſetzte
ſei ruhigem Geſchäft zu behaupteten Kurſen ein. Die
Beſ=
krung der Neu=Yorker Börſe und die Ausſicht auf eine
ſ. Erledigung der Mexikaner=Affäre veranlaßte einige
Reinungskäufe, ohne daß jedoch eine ausgeſprochen feſte
illgemeine Tendenz zuſtande kam, die angeſichts der beſſe=
ren Neu=Yorker Kurſe wohl. vielfach erwartet worden
war, Recht feſt lagen auch heute wieder ruſſiſche
Ban=
ken, ferner waren Aluminium gut beachtet. Größeres
Ge=
ſchäft war jedoch auf keinem Maxkte zu konſtatieren. Die
Kurſe bröckelten auf den meiſten Gebieten bei ſchleppenden
Geſchäft ſchließlich ab. Der Kaſſamarkt war nicht
ein=
heitlich. Höher waren u. a. Scheideanſtalt 10 Prozent,
Anilin 4 Prozent, chemiſche Goldenberg 1,50 erholt.
Niedriger waren u. a. Motoren Oberurſel 2.25 Prozent,
Enzinger Filter 2 Prozent, Maſchinenfabrik Eßlingen
3 Prozent.
Notiz: Aus Mannheim wird uns gemeldet, daß
der Zulaſſungsantrag zur Einführung von 22 Millionen
Mark Benzaktien an dortiger Börſe nunmehr genehmigt
iſt. Die erſte Notiz dürfte im Laufe der nächſten Woche
erfolgen.
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 1. März 1914.
Nummer 60.