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177. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Reichstag ſetzte geſtern die zweite Leſung des
Etats fort.
In der Budgetkommiſſion des Reichstags
gaben die Staatsſekretäre v. Jagow und v. Tirpitz
Erklärungen ab über das Verhältnis zu
Eng=
land und über die Luftflottenfrage.
Die beiden Reichstagsabgeordneten Pfarrer
Hebel und Stadtpfarrer Pütz wurden von einem
Droſchkenautomobil überfahren. Der eine
wurde zur Seite geſchleudert und der andere kam unter
den Wagen zu liegen. Neben ſchweren
Gehirnerſchüt=
terungen erlitten beide erhebliche äußere Verletzungen.
Der Mörder von Degerloch, Lehrer Wagner,
wurde außer Verfolgung geſetzt und. dauernd in
eine Irrenanſtalt verbracht.
Die internationale Kommiſſion zur
Erfor=
ſchung des Mittelmeeres iſt am Dienstag in
Rom zuſammengetreten.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Deutſch=
engliſche Verſtändigung.
— Nach Londoner Meldungen ſoll zwiſchen
Deutſch=
land und England über die beiderſeitigen
Ein=
flußſphären in den portugieſiſchen
Ko=
lonien eine proviſoriſche Verſtändigung bereits erzielt
ſein. In diplomatiſchen Kreiſen will man wiſſen,
Eng=
land habe Deutſchland das Recht zugeſtanden, Angola
und den Südkongo wirtſchaftlich auszubeuten, während
Deutſchland hierfür England die Ausnutzung von
Mozam=
bique garantiert.
Man weiß, daß dieſe Verhandlungen ſeit Monaten
ſchweben, ohne daß ſie ſo recht vom Fleck kommen wollten,
trotzdem auf beiden Seiten der beſte Wille hierzu von
je=
her dageweſen iſt. Urſprünglich glaubte man, es handle
ſich darum, daß Portugal ſeinen auswärtigen
Kolo=
nialbeſitz aufgeben wolle und daß Deutſchland und
Eng=
land beabſichtigten, ſich gegen entſprechende
Geldentſchädi=
gung und unter gegenſeitiger Verſtändigung in den
Be=
ſitz dieſer Kolonien zu ſetzen. In Portugal entſtand
hier=
über einige Erregung, bis von ſeiten der Regierung
er=
klärt wurde, man denke nicht daran, den Beſitz
aufzu=
geben, es handle ſich nur darum, wirtſchaftliche
Konzeſ=
ſionen zu machen. Im Grunde genommen iſt da kein
allzu großer Unterſchied vorhanden. Portugal bleiht
nomineller Beſitzer während die wirtſchaftliche
Aus=
nutzung der betreffenden Gebiete England und
Deutſch=
land überlaſſen werden ſoll. Bekanntlich war bereits in
den 90er Jahren ein deutſch=engliſcher Afrikavertrag
ab=
geſchloſſen worden, der aber niemals veröffentlicht worden
iſt und überhaupt nicht in Kraft getreten iſt.
Bei den jetzigen Verhandlungen zwiſchen London und
Berlin handelt es ſich darum, jene Vereinbarungen nach
dem heutigen Stande der Dinge zu modifizieren und
et=
was Brauchbares zu ſchaffen. Es fragt ſich nun, ob die
Zugeſtändniſſe, die ſich beide Staaten machen, gleichwertig
ſind und ob Deutſchland nicht dabei wieder zu kurz
kom=
men wird. Ein endgültiges Urteil wird man heute noch
zicht abgeben können, bevor die ganze Angelegenheit bis
in alle Einzelheiten geregelt iſt, und ſo weit iſt man allem
Anſchein nach noch nicht, da es hierzu vor allen Dingen
ja auch noch des portugieſiſchen Einverſtändniſſes bedarſ.
Immerhin aber kann eine Verſtändigung zwiſchen
Deutſch=
land und England über die portugieſiſchen Beſitzungen
in Afrika nur begrüßt werden, und es wäre zu wünſchen,
daß wir uns auch ſonſt noch wegen der beiderſeitigen
Be=
ſitzungen übex wirtſchaftliche Fragen verſtändigten, um
allen Reibungen vorzubeugen.
Eine politiſche Rede Greys.
* Sir Edward Grey hielt am Dienstag ſpät abends
nach einem Diner in der Handelskammer in Mancheſter
eine Rede, in der er die Wichtigkeit der Erhaltung
der offenen Tür betonte und folgendes ausführte:
Die Schwierigkeit, die auswärtigen Märkte
offen zu halten, entſtehe im Falle innerer Wirren und
Revolutionen, wie jetzt in Meriko. Dort habe die
Re=
volution einen ſolchen Umfang angenommen, daß ſie ſich
jeder Kontrolle entzöge. England könne nicht eingreifen,
um die Märkte zu ſchützen, weil der Markt vollſtändig
rui=
niert ſei. In Perſien, wo die Handelsſtraße geſperrt ſei,
könnte England ſie mit einer verhältnismäßig kleinen
Macht offen halten. Man müſſe aber weiter blicken und
die Verpflichtungen des Reiches in Betracht ziehen, die
durch die Entſendung einer bewaffneten Macht entſtänden.
Das wichtigſte Ziel der äußeren Politik ſei, dem Lande
den Frieden zu erhalten, nicht aus Mangel an
Mut, als ob England vor der Idee eines Krieges ſo
zu=
rückſchrecke, daß es ihn unter keinen Umſtänden ins Auge
faſſen könnte, ſondern weil es ſich der verwüſtenden
Fol=
gen eines Krieges voll bewußt iſt. Grey erklärte weiter,
daß der Balkankrieg unvermeidlich geweſen ſei und
nur durch die Einmiſchung der Großmächte hätte
verhin=
dert werden können. Für die Großmächte wäre es aber
ein gefährliches Experiment geweſen, zur Erhaltung des
Friedens ſelbſt Gewalt anzuwenden. Doch erwieſen die
Mächte, indem ſie ſelbſt während der Ballankriſe den
Frieden bewahrten, dieſem den größtmöglichen Dienſt
und er könne ſagen, daß in dieſen ganzen europäiſchen
Kriſen keine Schwierigkeit durch die britiſche Politik
ver=
größert worden ſei. Die britiſchen Bemühungen ſeien,
ſoweit ihr Einfluß reichte, auf die Ausgleichung der
Schwierigkeiten gerichtet geweſen.
Grey kam dann auf die Rüſtungsfrage zu ſprechen und
ſagte, er beabſichtige nicht, eine wichtige Erklärung
ab=
zugeben. Die Urfachen der großen Ausgaben für die
Rüſtungen ſeien nicht allein eine britiſche, ſondern eine
europäiſche Frage. Man müſſe die Rüſtungen zu
Lande und zu Waſſer im ganzen betrachten. England
habe ſeine Seerüſtungen gewaltig vermehrt. Angeſichts
der Vermehrung der geſamten Rüſtungen Europas war
das unvermeidlich. Für England ſei die Flotte das,
was für die kontinentalen Nationen die Armee bedeute.
Eine große Steigerung in dem Bauprogramm eines jeden
europäiſchen Landes wirke ſtimulierend auf die Ausgaben
anderer Länder, während die Verminderung der
Aus=
gaben eines Landes ein anderes nicht notwendig
beein=
fluſſe. Es herrſche die Idee in Europa, daß dies ein
Wettrennen ſei, bei dem man ſchließlich einen Preis
er=
ringen könne, doch ſei das ganz irreführend; wenn das
vorderſte Pferd ſein Tempo verkangſame werden die
an=
deren nicht dasſelbe tun Der britiſche
Flotten=
etat ſei zwar ein bedeutender Faktor für die europäiſchen
Flottenetats, aber die Kräfte, die auf die Vermehrung
hindrängten, entzögen ſich tatſächlich jeder Kontrolle. Durch
den Bau des erſten Dreadnoughts übernahm England
eine gewiſſe Verantwortung, aber die gegenwärtigen
ver=
mehrten Ausgaben für Dreadnoughts ſeien nicht durch
England bedingt. Deutſchland lege Schiffe auf Kiel auf
Grund ſeines Flottengeſetzes das England nicht ändern
könne. Frankreich Oeſterreich=Ungarn. Rußland und
Italien bauten Dreadnoughts nicht Englands wegen.
Wenn England in dieſem Jahre gar nichts baute, würde
das keine Aenderung im europäiſchen. Schiffbau
verur=
ſachen. Für England würde eine enorme Reduktion ein
zu großes Haſardſpiel ſein, ſo lange keine Gewißheit
be=
ſtehe, daß eine entſprechende Wirkung auf das übrige
Europa folge. Auf die zu erwartenden parlamentariſchen
Klagen über die Höhe des Flottenetats Bezug nehmend,
ſagte Grey, daß England den finanziellen Druck nicht
mehr empfinde als andere daß es aber als kaufmänniſche
Nation von der Unproduktivität der Ausgaben
durch=
drungen und von der Beſorgnis wegen der Wirkungen
auf den Kredit nicht nur Englands, ſondern Europas,
er=
füllt ſei. Gegenwärtig könne man indes wenig tun, außer
die Ausgaben Englands in den Grenzen der Sicherheit
und Verpflichtungen gegen andere Reichsteile zu halten.
Grey ſprach ſeine Sympathie mit der Beſchränkung
der Rüſtungen aus, betonte aber daß es keinen
Zweck habe. an andere Nationen einen Appell zu
rich=
ten, der ihnen nicht willkommen ſei und den ſie nicht zu
akzeptieren bereit ſeien. Man müſſe berückſichtigen, daß
ſehr viele Länder die Rüſtungsausgaben als
innerpoli=
tiſche Angelegenheit betrachten und das Verlangen eines
fremden Landes, die Rüſtungsetats ſollten Gegenſtand
von Erörterungen oder Abmachungen ſein. als Anmaßung
übel nehmen. Die Regierung habe das Empfinden,
war=
ten zu müſſen, bis die großen europäiſchen Länder von
dem gleichen Gefühl durchdrungen ſeien wie ſie, daß ein
Einhalten in den Rüſtungsausgaben wünſchenswert ſei.
Grey ſprach zum Schluß die Erwartung aus, daß die
Finanzſchwierigkeiten allmählich eine
Atmo=
ſphäre in Europa erzeugen würden, die ein
Uebereinkom=
men der Nationen über die Rüſtungsausgaben weit
mög=
licher machen würde als gegenwärtig.
Deutſches Reich.
— Reichstagswahl in Offenburg=Kehl.
Bei der Reichstagsneuwahl im 7. Wahlkreiſe Offenburg=
Kehl erhielten, wie ſchon mitgeteilt, Kölſch (natl.) 9616,
Dr. Wirth (Zentr.) 12 259, und Geiler (Soz.) 3032
Stim=
men. Die entſprechenden Zahlen bei der Hauptwahl im
Jahre 1912 waren 8962, 11615 und 3705. Danach erhielt
diesmal nur der ſoz.=dem. Kandidat weniger Stimmen
(— 673), während der nationalliberale 654 und der
Zen=
trumskandidat 644 Stimmen mehr erhielten. In der
Stichwahl im Jahre 1912 ſiegte der nationalliberale
Kölſch mit 12 712 Stimmen über den Zentrumskandidaten,
auf den 12704 Stimmen entfielen. Die Ausſichten für
den Sieg der Nationalliberalen haben ſich verſchlechtert,
da dem Zentrum diesmal nur 389 Stimmen (gegen 1052
im Jahre 1912) an der abſoluten Mehrheit fehlten.
— Der Kolonialgerichtshof. Einer
parla=
mentariſchen Nachrichtenſtelle wird aus Reichstagskreiſen
geſchrieben, es habe durchaus den Anſchein, daß das
Ge=
ſetz zur Errichtung eines Kolonialgerichtshofes auch
dies=
mal wieder nicht zuſtandekommen werde. Es ſei falſch,
wenn in der Preſſe der Anſchein erweckt werde, als ob die
Regierung im letzten Augenblicke ihren Widerſpruch gegen
Hamburg als Sitz dieſes Gerichtshofes aufgeben werde.
Die Wahl Berlins beruhe auf einem wiederholten,
nahe=
zu einmütigen Beſchluſſe des Bundesrates, für den ſehr
wichtige Gründe maßgebend waren. Wer über die
Stim=
mung in Bundesratskreiſen unterrichtet ſei, wiſſe, daß der
Bundesrat gar nicht daran denke, in dieſer Frage
nachzu=
geben; um ſo weniger, als die Gründe, die ſeine bisherige
Stellungnahme veranlaßten, uneingeſchränkt weiter
be=
ſtehen.
— Eine Novelle zum
Zwangsverſtei=
gerungsgeſetz, die einen verſtärkten Schutz der
Hy=
pothekengläubiger herbeiführen ſoll, iſt bei der zuſtändigen
Reichsbehörde fertiggeſtellt und wird jetzt dem Bundesrat
vorgelegt werden. Es iſt demnach zu erwarten, daß der
Reichstag ſich noch in der laufenden Tagung mit dem
Ge=
ſetzentwurf befaſſen wird. Es handelt ſich bekanntlich
um die Abänderung des § 57 des
Zwangsverſteigerungs=
geſetzes.
— Arbeitswilligenſchutz. Die Erörterung
des Arbeitswilligenſchutzes wurde von der Zweiten
ſäch=
ſiſchen Kammer wieder aufgenommen. Entgegen
Ber=
liner Meldungen erklärte Staatsminiſter Graf Vitzthum
von Eckſtädt, daß der ſächſiſchen Regierung von der
Ab=
ſicht der Bundesregierungen, den Schutz der
Arbeitswil=
ligen zum Gegenſtand eines beſonderen geſetzgeberiſchen
Vorgehens zu machen, nichts bekannt ſei.
— Aus Elſaß=Lothringen. Die Auswahl
eines Nachfolgers für den Grafen von Wedel auf dem
Statthalterpoſten in Elſaß=Lothringen iſt bisher nicht
er=
folgt. Die in verſchiedenen Formen der Preſſe zugetragene
Vermutung, daß nach einigen Monaten Graf von Wedel
von dem Reichskanzler Herrn von Bethmann Hollweg
ab=
gelöſt werden ſolle, wird von offiziöſer Seite als irrig
bezeichnet. Auch die Meldungen über die Wahl eines
preußiſchen Prinzen oder überhaupt eines prinzlichen
Statthalters, werden für nicht zutreffend erklärt. — Der
neue Staatsſekretär und der neue Unterſtaatsſekretär ſind
am Diensag mittag wieder nach Berlin zurückgekehrt. Sie
haben ſich in politiſchen Kreiſen dahin ausgeſprochen,
daß ſie die Erledigung wirtſchaftlicher Fragen,
insbeſon=
dere die der Steuerreform, als das zunächſt Wichtige in
Elſaß=Lothringen halten. Eine Politik der Nadelſtiche
würden ſie nicht verfolgen, vielmehr verſuchen, mit Volk
und Parlament in freundſchaftlichem Einvernehmen
zu=
ſammenzuarbeiten. Da Dr. Gregoire das Juſtiz= und
das Staatsſekretariat wahrſcheinlich nicht annehmen wird,
kommen in erſter Linie Miniſterialrat Lauſcher und
Land=
gerichtspräſident Krautmeyer in Saargemünd in Frage.
— Wie man hört, entſprechen die Gerüchte von einer
be=
vorſtehenden Verſetzung des Generals v. Deimling von
Straßburg nach Karlsruhe nicht den Tatſachen. Zu einer
Verſetzung des Generals von Deimling liegt, wie an
un=
terrichteter Stelle verſichert wird, nicht der geringſte
Grund vor. Es darf als beſtimmt angenommen werden,
daß in der Leitung des Straßburger Korps ein Wechſel
in abſehbarer Zeit nicht eintreten wird.
Aus den Kolonien.
Deutſch=Oſtafrika. Der Kaffeebau am
Kilimandſcharo. Die Kaffeepflanzer am
Kilimand=
ſcharo haben ſich nunmehr zuſammengeſchloſſen, um durch
Qualitätsverbeſſerung des Kilimandſcharokaffees der
Ausbreitung dieſes Produktes die Wege zu bahnen. 70
Kaffeepflanzer, das ſind 95 Prozent der Geſamtzahl,
wol=
len eine Genoſſenſchaft gründen, um weiter an der
Ver=
beſſerung des Kaffeebaus zu arbeiten. Welchen Umfang
der Kaffeebau im Kilimandſcharogebiet angenommen hat,
beweiſt folgende Ueberſicht: 1909 gab es 108000 Bäume,
eine Ernte wurde noch nicht erzielt. Der heutige Stand
beträgt 2845000 Bäume, von denen 880000 ertragsreif
ſind. Die Kaffee=Ernte des Jahres 1913 belief ſich auf
8000 Zentner. 1917 werden ungefähr 4880000 Bäume
ertragsreif ſein. Die Kaffee=Ernte des
Kilimandſcharo=
gebietes wird dann die ſehr anſehnliche Summe von 84000
Zentner ausmachen. Wenn der Kaffeebau am
Kilimand=
ſcharo und Viktoriaſee, wo er gleichfalls gut gedeiht, ſich
weiter günſtig entwickelt, wie bisher, kann man damit
rechnen, daß ums Jahr 1925 100000 Zentner Kaffee in
Oſtafrika erzeugt n
en. Es iſt zu hoffen, daß die un=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Nummer 36.
bedingt notwendige Genoſſenſchaft der Pflanzer am
Kili=
mandſcharo und Meru mit amtlicher Unterſtützung bald
ins Leben tritt.
Ausland.
Frankreich.
Die Putilow=Angelegenheit. In der
Sitzung des Kammerausſchuſſes für auswärtige Fragen
erklärte der Deputierte Denis Cochin bei der Erörterung
der Putilow=Angelegenheit, er müſſe ſich fragen, ob
Frank=
reich bei dem Intereſſenſtreit der großen Waffenfabriken
nicht etwa die Rolle des betrogenen Teiles ſpiele. Er ſei
ein entſchiedener Anhänger des Bündniſſes mit Rußland,
aber er würde es bedauern, wenn Frankreich ſeine
Ge=
heimniſſe einer Waffenfabrik ausliefern würde, welche
dieſe Geheimniſſe direkt oder indirekt und vielleicht durch
Vermittelung ihrer franzöſiſchen Geſellſchafter zu einer
Art Erpreſſung benützen würde. Es wäre vielleicht gut,
wenn die franzöſiſche Regierung den letzteren gegenüber
eine beſtimmte Sprache führen würde.
Rußland.
Die Finanzierungspläne der Putilow=
Werke. Von einer der ruſſiſchen Regierung
naheſtehen=
den Seite, die zweifellos die Tatſachen völlig ſachlich
dar=
ſtellt, erfährt die Köln. Ztg. zu den Finanzierungsplänen
der Putilow=Werke folgendes:
Die Werke haben Aufträge angenommen, die ihr
Ka=
pital um etwa das Vierfache überſteigen. Hieraus hat
ſich ſeit längerer Zeit ein Mangel an baren Mitteln
er=
gelen, der vor etwa Jahresfriſt dazu führte, daß
Ver=
handlungen zum Zwecke der Kapitalerhöhung als nötig
erkannt wurden. Es lag nahe, ſich wegen dieſer Gelder
zunächſt an Frankreich zu wenden. Dort wurde der
Zeit=
punkt für eine Emiſſion wiederholt als ungünſtig
be=
zeichnet und nur dem dringendſten Geldbedarf durch
wiederholte Leiſtung von Vorſchüſſen begegnet. Dieſe
Vorſchüſſe haben ſich jedoch niemals zu einer
Bereit=
ſtellung der im ganzen erforderlichen Mittel erhöht. Die
franzöſiſcherſeits anſcheinend abſichtlich immer weiter
hin=
ausgezogenen Verhandlungen riefen bei den an den
Pu=
tilow=Werken intereſſierten Banken eine tiefgehende
Ent=
täuſchung hervor und bewirkten, daß dieſe Banken den
Verſuch machten, den geſamten Geldbedarf an anderer
Stelle zu decken. Zu dieſem Zwecke wandte ſich die
füh=
rende Bank dieſer Gruppe, die Petersburger
Privat=
handelsbank, an ein deutſches Bankinſtitut, um ihm das
Geſchäft als reines Börſengeſchäft vorzuſchlagen. Da
die=
ſes Bankinſtitut nicht in der Lage war, ſich ſofort zu
ent=
ſcheiden, ſo ließ die Privathandelsbank ſich eine 14tägige
Option auf die 20 Millionen Rubel geben. Aus dieſer
mir gegebenen Darſtellung erhellt ohne weiteres, daß die
Firma Krupp in dieſer Angelegenheit keinerlei
Initia=
tive ergriffen hat. Von der franzöſiſchen Preſſe iſt die an
ſich durchaus nicht bedeutende Angelegenheit zu einer
Größe aufgebauſcht worden, die ihr einen gewiſſen
politi=
ſchen Anſtrich gegeben hat. Die Einwürfe von
franzöſi=
ſcher Seite ſind allein deshalb durchaus hinfällig, da
Krupp und Schneider ſeit langem mit den Putilow=
Wer=
ken durch Lizenzverträge, die ſich auf das gleiche Material
beziehen. verbunden ſind. Im übrigen haben die
Fran=
zoſen lange genug Zeit gehabt, das Geſchäft ſelbſt zu
machen Nunmehr läßt ſich allerdings nicht mehr
verken=
nen, daß die ganze Angelegenheit einen gewiſſen
politi=
ſchen Anſtrich erhalten hat. Wenn die ruſſiſche Regierung
tatſächlich unter franzöſiſchem Einfluß verhindern ſollte,
daß dieſes Geſchäft mit Deutſchland abgeſchloſſen wird,
dann kann man darin einen Beweis dafür erkennen, wie
ſtark Frankreich ſeine Rolle als Hauptgeldgeber in
Ruß=
land dazu ausnutzen darf, ſich in innere Angelegenheiten
der ruſſiſchen Regierung einzumiſchen.
Balkanſtaaten.
Die Politik Rumäniens. Laut rumäniſchen
Blättermeldungen erklärte König Carol dem
Korreſponden=
ten des Moskauer Blattes Rußkoje Slowo, der Kurs der
ru=
mäniſchen auswärtigen Politik bleibe der alte. Er glaube
nicht, daß kriegeriſche Ereigniſſe im Anzuge ſeien. Wegen
des ſtarken Geldmangels würden auch nach der
Schnee=
ſchmelze auf dem Balkan keine neuen Schwierigkeiten
entſtehen. In der Inſelfrage würde die Schaffung einer
Autonomie für die Inſeln unter dem Protektorat Europas
das beſte Ausgleichsmittel ſein. Die Türkei habe zwar
viel zu viel in Aſien zu tun, um ſich durch ein Abenteuer
in Europa die Hand binden zu laſſen. Die Anſicht ſei
aber nicht von der Hand zu weiſen, daß ſich gegenwärtig
einige türkiſche Perſönlichkeiten am Ruder befinden, die
eine Gefahr für den Frieden bedeuten könnten. Wenn
aber wider Erwarten ein türkiſch=griechiſcher Konflikt
aus=
brechen würde, ſo würde ſich dieſer nur auf dem Lande
abſpielen, da die von der Türkei in England beſtellten
Kriegsſchiffe erſt im Herbſt geliefert werden könnten. Im
Kriegsfalle werde die Rolle Rumäniens durch die
Bul=
gariens und Serbiens beſtimmt werden. Es werde weder
Bulgarien für die Türkei noch Serbien für Griechenland
aktiv Partei ergreifen dürfen. Nur ein iſolierter
türkiſch=
griechiſcher Konflikt werde den als unverletzbar zu
betrach=
tenden Bukareſter Frieden nicht gefährden.
Neue Bündniſſe? Laut Nowoje Wremja wird
Venizelos in Petersburg auf Betreiben der ruſſiſchen
Diplomatie ein Bündnis mit Serbien unterſchreiben.
Bulgarien werde ſich entſchließen, dem Bund beizutreten.
In Bukareſt ſoll Venizelos den Beitritt Rumäniens zu
er=
reichen ſuchen.
Vereinigte Staaten.
Das Einwanderungsgeſetz. Das
Repräſen=
tantenhaus hat ſämtliche Amendements zur
Einwande=
rungsbill über den Ausſchluß von Aſiaten abgelehnt.
Ehina.
Reform der Landſchaften. Durch ein Edikt
Juanſchilais wurden alle Selbſtverwaltungsorgane der
Provinzen bis zur Reform der Landſchaftseinrichtungen
ſuspendiert mit der Begründung, daß nach der Erklärung
einiger Gouverneure die Landſchaften ihre Befugniſſe
überſchritten, die Geſetze verletzten und Mißbräuche
dul=
deten. — Die Deputiertenwahl für die Kommiſſion zur
Abänderung der Verfaſſung wird planmäßig in drei bis
fünf Monaten durchführbar ſein.
* München, 3. Febr. Für die bisher unter
aus=
ſchließlich ſozialdemokratiſcher Parteiherrſchaft ſtehende
Ortskrankenkaſſe München, die größte Bayerns,
wurde zum erſtenmal wieder ſeit über 20 Jahren ein
nichtſozialdemokratiſcher Vorſtand beſtellt. Die
ſozial=
demokratiſche Herrſchaft in den Kaſſenämtern war
be=
reits durch die letzten Wahlen von den Kaſſenmitgliedern
beſeitigt worden.
* Rom, 3. Febr. Die internationale
Kom=
miſſion zur Erforſchung des
Mittel=
meeres iſt zuſammengetreten. Die Sitzung wurde durch
eine Anſprache des Marineminiſters eröffnet. Anweſend
waren u. a. der Unterſtaatsſekretär des Auswärtigen, die
Delegierten Italiens, Frankreichs, Spaniens. Oeſterreich=
Ungarns, Griechenlands und Tunis. Der Fürſt von
Mo=
naco wohnte der Sitzung nicht bei, da er an Grippe
er=
krankt iſt. Der König und die Miniſter des Aeußern und
der Marine ſtatteten dem Fürſten Beſuche ab.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. Februar.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Major Graf von
Büdingen beim Stabe des Infanterie=Regiments Lübeck
(3. Hanſeatiſchen) Nr. 162, den Hauptmann Geppert im
2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 61, den
Oberleutnant Peters, Adjutant des Kommandos der
Pioniere XVIII. Armeekorps, den Rektor der Techniſchen
Hochſchule Geh. Hofrat Dr. Müller, den Profeſſor Finger
von der Techniſchen Hochſchule, die Kommerzienräte
H. und Th. Heinemann von München, den Bürgermeiſter
Keller von Gießen, den Regierungs= und Baurat Cramer,
Vorſtand des Werkſtättenamts 2, den Regierungs= und
Baurat Rothamel, Vorſtand des
Eiſenbahnbetriebs=
amts 2; zum Vortrag den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld, den Intendanten des Hoftheaters
und der Hofmuſik Dr. Eger.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Ober=Briefträger Georg
Pfeiffer in Ortenberg die Erlaubnis zur Annahme
und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen
Kaiſer, König von Preußen, verliehenen Allgemeinen
Ehrenzeichens (in Silber) erteilt.
* Ernannt wurden durch Entſchließung Großh.
Mi=
niſteriums des Innern die Referendare Walther Nanz
in Steinbach und Friedrich Dahlem in Dexheim zu
Regierungsaſſeſſoren.
D Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdireltion in
Darmſtadt. Verliehen aus Anlaß des Scheidens aus
dem Dienſte das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen dem Poſtſekretär Kämmerer in
Darmſtadt; das Preußiſche Allgemeine Ehrenzeichen (in
Silber) dem Ober=Briefträger Pfeiffer in Ortenberg.
Verſetzt: Ober=Poſtaſſiſtent Werner von Krefeld nach
Eberſtadt. Angenommen: als Poſtagent Landwirt
Heinzinger in Klein=Auheim und Schuhmacher Küſter in
Grebenau. Freiwillig ausgeſchieden:
Tele=
graphengehilfin Schül in Heppenheim; die Poſtagenten
Ebel in Grebenau und Kemmerer in Klein=Auheim.
Ge=
ſtorben: Telegraphengehilfin Sommer in Offenbach.
g. Strafkammer II. Als Martyrium eines
Mieters könnte man die Vorfälle bezeichnen, die geſtern
durch eine Verhandlung vor der Strafkammer II
aufge=
rollt wurden. Der Fabrikant Ferdinand Lutz in
Offen=
bach hatte am 1. April 1913 ſeine Geſchäftsräume in das
Haus des Holzhändlers Martin Stöcker verlegt. Er
hatte einen dreijährigen Mietvertrag abgeſchloſſen, wurde
jedoch von dem Hauseigentümer anſcheinend ohne jede
rechte Veranlaſſung auf jede Art und Weiſe ſchikaniert,
ſo daß er es vorzog, den Vertrag bereits nach einem halben
Jahre zu löſen. Wie aus den Beleidigungen, die der
angeklagte Hausherr dem Privatkläger bei jeder
Gelegen=
heit an den Kopf warf, zu entnehmen iſt hat jener
An=
ſtoß daran genommen, daß Lutz Alkoholgegner iſt. Aus
dem Beſchimpfungsfeldzug, den Stöcker aus dem offen
ausgeſprochenen Grunde begann, den Lutz
hinauszugrau=
len und wenn es ihm 1500 Mark koſte, ſind bereits ſieben
Beleidigungsklagen und faſt ebenſoviel gerichtliche
Ver=
fügungen uſw. hervorgegangen. Auf alle mögliche Art
hatte Stöcker dem Lutz das Leben erſchwert, ſo die
Fen=
ſter vergittern laſſen, vor der Kontortür eine ſchwere
eiſerne Tür anbringen laſſen und andere Poſſen. Geſtern
lagen der Berufungsverhandlung Vorgänge zugrunde,
wo der Angeklagte den Privatkläger auf offener Straße
beſchimpfte und in das Geſicht ſpie. Das Schöffengericht
Offenbach hatte gegen Stöcker auf 1 Woche Gefängnis
und 30 Mark Geldſtrafe erkannt. Die Strafkammer
er=
höhte die Strafe auf 1 Monat und 3 Tage
Ge=
fängnis.
* Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle im
ſtädtiſchen Hauſe Waldſtraße 6 (Telephon 371) werden für
den Monat Januar folgende Zahlen mitgeteilt: 496 offene
Stellen, 661 Arbeitſuchende, 230 Vermittelungen, darunter
89 Dienſtboten.
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während des
Monats Januar wurde die Leſehalle im ganzen von 4019
Perſonen beſucht (im Januar 1913: 3760), durchſchnittlich
an jedem Tage 129 Beſucher. Aus der Bücherhalle nach
Hauſe entliehen wurden im ganzen 12050 Bände (1913:
11941), darunter 4611 wiſſenſchaftliche und belehrende
Werke. Die Zahl der ſeit 1. April vorigen Jahres neu
eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 4292. An Büchergeſchenken
gingen in dieſem Monat weiter ein: Aus dem Nachlaß des
Herrn Pfarrers Eigenbrodt 10 Bde., von Herrn
Hofuhr=
macher Karp 15 Jahrg. Zeitſchr., von Herrn Lehrer i. P.
J. Klein 3 Bde. und 25 Jahrg. Zeitſchr., von Herrn
Schrift=
ſteller R. Röhle in Jugenheim a. d. B. 2 Bde., von Heern
Rittmeiſter Rogalla von Bieberſtein 15 Bde., von Frl.
Semm 2 Bde. Allen Gebern herzlichen Dank! Weitere
Schenkungen von Büchern, ſoweit ſolche nicht veraltet,
ſind jederzeit willkommen.
* Naturalverpflegungsſtation. Während des Monats
Januar 1914 wurde die Hilfe der
Naturalverpflegungs=
ſtation von 459 Perſonen in Anſpruch genommen.
Die=
ſelben verurſachten ein Koſtenaufwand von 527,85 Mark.
* In Amerika verſtorbene Heſſen.
Reiſemar=
ſchall Feldmann f. Herr Henry Feldmann, einer
der bekannteſten Deutſchen in Neu=York City, iſt am
letz=
ten Mittwoch im Deutſchen Hoſpital nach zwei
Operatio=
nen, infolge Nierenkrankheit, aus dem Leben geſchieden.
Der Dahingeſchiedene, welcher im 72. Lebensjahre ſtand,
ſtammte aus Butzbach Großherzogtum Heſſen, und kam
als Jüngling, zu Anfang des Jahres 1868, nach den
Ver=
einigten Staaten. Er war zuerſt unter General Franz
Siegel Agent der Great Weſtern Lebensverſicherungs=
Wenn Pierpont Morgans
Kunſt=
ſchätze verkauft werden . . .
C.K. Das Gerücht, daß Pierpont Morgans Sohn und
Erbe ſich mit dem Gedanken trage, die Kunſtſchätze ſeines
Vaters zu verkaufen, hat ein berechtigtes großes Aufſehen
hervorgerufen. Dieſe einzigartigen Sammlungen, für die
ungeheuere Summen ausgegeben ſind, ſollten ja nach dem
Wortlaut von Morgans Teſtament „nach meinem Tode zur
Belehrung und Ergötzung des Publikums ausgeſtellt
wer=
den”; aber dahinter findet ſich dann gleich der ominöſe
Satz: „Danach ſoll mein Sohn das Recht haben, damit zu
mächen, was er will‟. Die Ausſtellung der Herrlichkeiten
wird ja nun in dem neuerbauten Flügel des Metropolitan=
Art=Muſeum in Neu=York erfolgen. Vorläufig hat- auch
der neue Herr der Schätze die Verkaufsgerüchte dementiert
und erklärt, daß für den Augenblick von einem derartigen
Entſchluß gar nicht die Rede ſein könnte. Aber immerhin
iſt der Gedanke, daß dieſe mit einem ſo gewaltigen
Auf=
wand zuſammengebrachten Kunſtwerke wieder in alle
Winde verſtreut werden könnten, nunmehr in das Bereich
der Möglichkeit gerückt und regt zum Nachdenken, zum
Weiterdenken an.
Was wäre die Sammlung, die ihrem Erwerber mehr
als 200 Millionen gekoſtet, wohl heute beim Verkauf wert?”
ſo fragte ein Vertreter des Gaulois dieſer Tage einen der
bedeutendſten Kunſthändler von Paris. Wenn man ſie
in Serien verkaufte, zwei oder drei große Verſteigerungen
in drei Jahren” antwortete dieſer, „ſo würde man wohl
ſo viel herausbekommen, wie dafür gezahlt worden iſt;
mehr kaum, denn Piervont Morgan kaufte ſehr teuer.
Manche Stücke würden höhere Preiſe erzielen, andere
wür=
den kaum den Kaufpreis erreichen, denn dabei hat die
Laune des Milliardärs oft ihre Rolle geſpielt. So gab er
ein=
mal ſeinem engliſchen Einkäufer ein Aufgeld von 400000
Francs, weil dieſer ihm eine koſtbare Vaſe in einem Haus
von Vrighten dadurch verſchafft hatte, daß er einfach das
ganze Haus für 450 000 Francs kaufte. Dieſer kühne Streich
entzückte Morgan ſo, daß er ihn königlich belohnte.” „Und
wenn man die ganze Sammlung zuſammen verkaufte?
„Die Lemälde und andere Kunſtwerke des 18.
Jahr=
hunderts würden ihren Preis halten; es ſind da für 30
is 40 Millionen Sachen, und die würden leicht von
ver=
ſchiedenen großen Händlern aufgenommen und
unterge=
bracht werden können. Bei den übrigen Sachen, beſonders
ei den Gegenſtänden, die aus den Ausgrabungen in
Ita=
ien und Aegypten ſtammen, würde der Verluſt bis
zu 50 Prozent betragen. Wenn ſich auch alle Muſeen
der Welt, unterſtützt von den Regierungen, mit aller Kraft
bei dem Ankauf beteiligten, ſo würden doch nicht die
an=
gelegten Summen wieder herauskommen, und jedenfalls
würde der ganze Kunſthandel in eine Verwirrung geraten
die Jahre lang andauern könnte. Ein Verkauf in einzelnen
Abteilungen, bei dem man nicht zu viel verlieren möchte,
würde ſich lange hinziehen, beſonders, da man nach großen
Käufern ſuchen mußte, die ganze Teile nehmen würden.
Solche gibt es ja in Amerika, Aber, es läßt ſich überhaupt
nicht recht vorausſehen, wie ein ſolcher Verkauf ſich
ent=
wickeln würde. Er liegt ja auch noch weit im Felde, denn
die im Teſtament vorgeſehene Ausſtellung wird wenigſtens
ein oder zwei Jahre in Anſpruch nehmen.”
Was der amerikaniſche Milliardär Pierpont
Morgan an Werken der Kunſt in ſeinem leidenſchaftlichen
Sammeleifer zuſammengebracht hat, das iſt kaum zu
über=
ſehen, ſo ungeheuer viel iſt es. Der Katalog ſeiner
Inku=
nabeln allein umfaßt drei große Foliobände. Aber einige
der Hauptwerke genügen, um durch die Angabe ihres
un=
gefähren Kaufpreiſes zu beweiſen, welch ungeheuren Werte
in ſeiner Sammlung ſtecken. Für ſeinen berühmten
Raf=
fael bezahlte er dem Pariſer Kunſthändler Sedelmeyer 2,5
Millionen Francs. Die Frans Hals aus der Sammlung
des Grafen Mniszeck wurden für 2 Millionen Francs
ge=
kauft, die Hubert=Robert aus dem Beſitz des Herrn de
Ver=
neuil für 2,5 Millionen Francs. Für die vier Panneaus
von Fragonard bezahlte Morgan 1898 1,25 Millionen
Francs. Nicht minder große Werte ſind in ſeinen
Bron=
zen und Tapiſſerien angelegt. Für eine Million kaufte er
die Miniaturenſammlung der Mme. Heine. Morgans
einzigartige Sammlung koſtbarer Emailſachen wird auf 3
bis 4 Millionen geſchätzt. Dazu kommt ſeine herrliche
Por=
zellanſammlung, die mehrere Millionen wert iſt; ſeine
Sammlung alter Silberarbeiten, unter denen für die
Kol=
lektion Guttmann allein 3 Millionen bezahlt wurden. Und
dann ſeine Bücher! Die unvergleichliche Sammlung von
Inkunabeln, von Erſtdrucken, von Autographen und
Manu=
ſkripten iſt in ihrem Wert gar nicht abzuſchätzen.
Feuilleton.
* Die Schulden der Prinzeſſin Luiſe. Durch ein
neuer=
liches Abkommen ſind den drei Töchtern des Königs
Leo=
pold nochmals 16½ Millionen Francs zu den früheren 21
Millionen zugefallen. Die vielgenannte Prinzeſſin Luiſe
erhält von dieſen Millionen aber nur eine einzige, der
Reſt geht an die Gläubiger, die auf dieſe Abſchlagszahlung
ſchon lange warten. Die Gläubiger der Prinzeſſin Luiſe
können, ſo plaudert der Brüſſeler Korreſpondent der
B. Z. a. M., in vier Kategorien eingeteilt werden. Die
erſte Kategorie beſteht aus Lieferanten von Putz= und
Modeartikeln, die zweite aus ehrlichen Geldgebern, die
Vorſchüſſe auf die Erbſchaft leiſteten, die dritte aus
raffi=
nierten Geſchäftsleuten, welche Gelder gaben unter den
Bedingungen, die man nicht ſehr zahlungsfähigen
Kava=
lieren zu ſtellen pflegt. Die vierte Kategorie der
Gläu=
biger ſetzt ſich zuſammen aus Advokaten, deren Anſprüche
mehrere Millionen betragen. Unter der erſten Kategorie
findet man Herrn Paquin aus Paris mit einer Forderung
von 74000 Francs, eine andere Schneiderfirma in Paris
verlangt 64000 Francs und eine Londoner Firma 45000
Francs. Dazu kommen unbezahlte Hotelrechnungen im
Betrage von etwa 7000 Francs, ſowie kleinere Schulden
von Schuhgeſchäften und Modiſtinnen in Beträgen, die
zwiſchen 2000 und 10000 Francs variieren. Unter der
zweiten Kategorie findet man an erſter Stelle die
Prinzeſ=
ſin Stephanie mit einer Forderung von 171000 Francs,
die ſich aus vorgelegten Prozeßkoſten zuſammenſetzt. Der
preußiſche Fiskus iſt mit geſtundeten Steuern im Betrage
von 3550 Francs vertreten. Unter der dritten Kategorie
figurieren an erſter Stelle die Eheleute Schneemann aus
Hamburg, die die Kleinigkeit von 5950000 Francs
ver=
langen, eine Summe, die ſie aber ſchon ganz von ſelbſt
während des jüngſt geführten Prozeſſes auf drei Millionen
herabſetzten. An zweiter Stelle verlangt ein Schweizer
Adeliger 1 150000 Francs. Ein Pariſer Bankier folgt mit
1099000 Francs, ein deutſcher Graf v Hohenau
bean=
ſprucht 875000 Francs, ein Münchener Ehepaar 1025000
Francs, eine Wiener Firma 875000 Francs, der bekannte
Berliner Herr Walter Inhoffen annähernd 1½¼ Million,
eine Berliner Immobilien=Geſellſchaft 10000 Francs,
Eine Pariſer Firma mit deutſchklingendem Namen meldet
Nummer 36.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Seite 3.
Geſellſchaft, etablierte ſich aber nach kurzer Zeit ſelbſt und
war 1878—1910 Diſtrikts=Manager der Royal Inſurance
Co. Außerdem war er im Grundeigentums=Geſchäft tätig
und erwarb durch Umſicht und Geſchäftsgeiſt ein
beträcht=
liches Vermögen. In Vereinskreiſen hat Herr Feldmann
ſeit vielen Jahren eine führende Rolle geſpielt. Er war
eines der älteſten Mitglieder des Beethoven=Männerchors,
deſſen Präſident er während eines Termins war.
Außer=
dem gehörte Herr Feldmann dem „Arion” und dem
Heſſen=Darmſtädter Volksfeſt=Verein lange
Jahre als Mitglied an. Eine hervorragende Rolle ſpielte
er in Keglerkreiſen. Er war Mitglied einer ganzen
An=
zahl Kegel=Klubs, Ehrenmitglied des Kegler=Verbandes
in Deutſchland, Ehrenmitglied des Vereinigten
Kegel=
klubs in Neu=York und leitete deren Reiſen zu den
Kegel=
turnieren in Hannover 1891 und Solingen 1904. Die letzte
Geſellſchaftsreiſe, welche Herr Feldmann arrangierte, war
die Reiſe des Heſſen=Darmſtädter Volksfeſt=Vereins von
Neu=York nach der alten Heimat im Jahre 1913. Er
hinterläßt ſeine Gattin Eliſe Schmidt, ebenfalls aus
Butz=
bach ſtammend, mit welcher er ſeit dem 19. November 1869
in glücklichſter Ehe vereint war, einen Sohn und ſechs
Töchter. — In ihrer letzten Wohnung, in Neu=York City,
ſtarb am 18. Januar Frau Juſtina Grimm, gebürtig
aus Babenhauſen. Die Beerdigung fand am 21.
Januar ſtatt. — An den Folgen eines Lungenleidens ſtarb
nach dreimonatiger Krankheit am 16. Januar in Liberty,
Neu=York, Herr Quirin Joſ. Hattemer im Alter von
erſt 33 Jahren. Der Entſchlafene war am 8. Mai 1880
in Gau=Algesheim (Rheinheſſen) geboren und kam
im Jahre 1906 nach Amerika. — General Louis
Wag=
ner einer der bekannteſten Deutſchamerikaner
Phila=
delphias, und unter den Bürgern der Stadt der
hervor=
ragendſten einer iſt in Philadelphia hier nach
kur=
zer Krankheit plötzlich verſchieden. Er erreichte ein Alter
von 76 Jahren. Im Jahre 1849 war Louis Wagners
Vater, um den Nachwehen von 1848 zu entgehen, mit ſeiner
Familie von der deutſchen Univerſitätsſtadt Gießen in
Heſſen=Darmſtadt nach den Vereinigten Staaten
ausge=
wandert. Die Familie Wagner wandte ſich ſofort der
Stadt der Bruderliebe zu, in deren politiſchem,
geſchäft=
lichem und geſellſchaftlichem Leben der junge Deutſche bald
eine hervorragende Rolle ſpielen ſollte. Beim Ausbruch
des Bürgerkrieges ergriff er für das neue Vaterland die
Waffen. Er trat als Leutnant in die Armee ein, wurde in
der zweiten Schlacht von Bull Run ſchwer verwundet und
beſchäftigte ſich im ſpäteren Teil des Krieges mit der
Re=
krutierung und Organiſierung farbiger Soldaten. Nach
dem Friedensſchluſſe nahm er an allen öffentlichen und
ſtädtiſchen Angelegenheiten regen Anteil. Er diente der
Stadt Philadelphia als Council=Mitglied gehörte der
Unterrichtsbehörde an, war Recorder of Deeds, Direktor
der Oeffentlichen Werke und ſtand als Commander an der
Spitze des ſtaatlichen und nationalen Verbandes der
Grand Army; er war außerdem bis zu ſeinem Tobe
Prä=
ſident der Commiſſion ſtädtiſcher Truſtees und ſeit 18
Jahren Präſident der 3. Nationalbank. Der
erſtgenann=
ten Körperſchaft gehörte General Wagner ſeit 42
Jahren an.
— Hausbeſitzer=Verein. Es wird hiermit nochmals
auf die heute abend im Kaiſerſaal ſtattfindende öffentliche
Verſammlung mit dem mit Lichtbildern ausgeſtatteten
Vortrag des Herrn v. Heſſert hingewieſen. Das
Vortrags=
thema dürfte in dieſer Form hier noch nicht behandelt
worden ſein und dürfte ſich daher für jeden Intereſſenten
der Beſuch empfehlen.
* Odenwaldklub. Die 11. Wanderung des laufenden
Vereinsjahres findet am kommenden Sonntag, den
8. Februar, ſtatt. Sie führt die Klubgendſſen von
Hetz=
bach aus durch einen der ſchönſten Teile unſeres
Oden=
waldes über die noch tief verſchneite Tromm nach Wald=
Michelbach. Alles nähere über den Weg und die
Weg=
verhältniſſe iſt am Freitag abend im Klublokal zu erfahren
Den Mitwanderern, die am Bierabend nicht teilnehmen,
wird an dieſer Stelle empfohlen, für die etwas lange
Bahnfahrt ein kleines Frühſtück und für die Wanderung
Eisſporen mitzunehmen.
* Der Geſangverein „Sängerluſt” veranſtaltet am
Samstag, 14. Februar, abends 8.11 Uhr, ſeinen
dies=
jährigen großen Maskenball in ſämtlichen närriſch
dekorierten Räumen des Mathildenhöhſaales. Für
dies=
mal ſind ganz beſondere Ueberraſchungen im Gange.
Schon jetzt ſei verraten, daß der Nebenſaal zu einem
Win=
tergarten mit lauſchigen Wein= und Sektniſchen
eingerich=
tet wird, im großen Saale bieten Verkaufsbuden Blumen,
Luftſchlangen. Leckerbiſſen aller Art feil, ſo daß ein recht
fideles Karnevalstreiben zu erwarten iſt. Eine ſtändig
tätige Liebespoſt befördert Anſichtskarten=Austauſch von
Tiſch zu Tiſch. Auf der Galerie reicht ein Café einen vor
züglichen Kaffee zur Stärkung dar. Wer ſich amüſieren
und einen echten Karnevals=Abend mitmachen will,
ver=
ſäume nicht, dieſen Maskenball zu beſuchen. Ein Kater=
bummel findet am darauffolgenden Sonntage auf die
Ludwigshöhe ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Stenographie. Es wird noch einmal darauf
hinge=
wieſen, daß heute im Damenverein des Gabelsberger
Stenographen=Vereins (gegr. 1861) nachmittags und
abends Anfängerkurſe beginnen.
Heſſiſcher Landesverein vom Roten Kreuz.
g. Im Feſtſaale des Alten Gymnaſiums erfolgte geſtern
die feierliche Ueberreichung von Broſchen
an Helferinnen vom Roten Kreuz. Der
Vor=
ſitzende des Heſſiſchen Landesvereins vom Roten Kreuz,
Generalleutnant a. D. Korwan Exzellenz, begrüßte die
Erſchienenen im Namen des Landesvereins vom Roten
Kreuz und des Alice=Frauenvereins und teilte mit, daß
Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin es auf das
lebhafteſte bedauere, durch die Erkrankung des Prinzen
Ludwig davon abgehalten zu werden, die Ueberreichung
der Broſchen ſelbſt vornehmen zu können. Ihre Königl.
Hoheit habe deshalb Freiin von Nordeck zur Rabenau und
ihn, den Redner, damit beauftragt. Erfreulicherweiſe ſeien
auch die Anmeldungen zu dem heute beginnenden
Lehr=
gang für Helferinnen wieder ſehr zahlreich. Das beweiſe
daß der Gedanke der freiwilligen Krankenpflege in letzter
Zeit mehr und mehr Verbreitung gefunden habe. Um im
Kriege helfen zu können, ſei erforderlich, daß die
Helferin=
nen im Frieden vorgebildst werden, und zwar gut und
gründlich. Dieſe Vorbildußg ſoll theoretiſch und praktiſch
erfolgen. Herr Leibarzt Dr. Happel ſei leider durch die
Erkrankung des Prinzen Ludwig außerſtande, wie
vor=
geſehen, die Vorträge zu halten. Für ihn wird Herr
Gene=
ralarzt Dr. Lindemann die Vorträge erſtatten.
Redner verbreitete ſich hierauf ausführlich über die
Zeit vor dem Abſchluß des Genfer Abkommens und deſſen
allmähliches Werden, um den angehenden Helferinnen die
Bedeutung ihrer ſpäteren Stellung ans Herz zu legen.
Noch in den Kriegen zu Anfang des 19. Jahrhunderts fehlte
es ſo gut wie an allem in der Kriegs=Kranken= und
Ver=
wundetenpflege. Nur der erſte Napoleon hatte einige
praktiſche Anordnungen getroffen, und in ſeinem Heere
wurden zum erſten Male die Feldlazarette eingerichtet.
Doch beherzigte man die damaligen Erfahrungen nicht, und
ſo kam es denn, daß in den Kriegen in der Mitte des
vori=
gen Jahrhunderts es an den allernotwendigſten ſanitären
Vorrichtungen mangelte. Die Zuſtände, die ſich im
Krim=
kriege offenbarten, waren unbeſchreiblich, und die damals
in der Preſſe veröffentlichten grauenhaften Schilderungen
erregten einen Sturm der Entrüſtung, der zu zweckmäßigen
Maßnahmen der engliſchen Ragierung Veranlaſſung gab.
Die Regierung entſandte Miß Florence Nighthingale
nach dem Kriegsſchauplatz mit 39 gut ausgebildeten
Pflegerinnen; damals ein ganz ungewohnter Vorgang, die
Frau in der Verwundetenpflege zu verwenden. Wie recht
die engliſche Regierung gehandelt, zeigte ſich an den
Er=
folgen.
Redner ging ausführlich auf das Wirken dieſer
bedeu=
tenden Frau ein und erzählte dann von den Schrecken des
Krieges der Franzoſen und Sardinier gegen Oeſterreich,
der furchtbaren Schlacht von Solferino, wo es 38000 Tote
und Verwundete gab; der Schlacht bei Magenta, wo für
23000 Verwundete nur 16 Aerzte vorhanden waren, ſo
daß die ſanitären Einrichtungen vollſtändig verſagten.
Endlich, nach der Schlacht von Solferino, erklärte ſich dann
die öſterreichiſche Regierung bereit, private Hilfe
zuzu=
laſſen, und auf deren Veranlaſſung wurden dann etwa
40000 Mann zurückgebracht, worauf man die großen
Vor=
teile der Krankenzerſtreuung erkannte. Henry Dunant,
ein Augenzeuge der Schlacht von Solferino und ihrer
ſchrecklichen Folgen durch Verſagen der
Sanitätseinrichtun=
gen, veranlaßte 1863 eine Zuſammenkunft von
Sachver=
ſtändigen in Genf, die eine Reihe von Beſchlüſſen aufſtellte,
um eine großartige Sanitätseinrichtung für Kriegsfälle zu
ermöglichen. Dieſe Beſchlüſſe bildeten dann die Grundlage
für die am 22. Auguſt 1864 abgeſchloſſene Genfer
Konven=
tion, der ſofort 16 Staaten beitraten, darunter vier deutſche,
nämlich Preußen, Baden, Württemberg und Heſſen.
Noch vor dem Abſchluß der Genfer Konvention, im
deutſch=däniſchen Kriege, war eine beſſere
Sanitätseinrich=
tung durch den Johanniterorden getroffen worden. Redner
ging dann auf den amerikaniſchen Bürgerkrieg ein, durch
den die Bildung der Frauenvereine zur Ausübung der
freiwilligen Krankenpflege einen ſo mächtigen Anſtoß
er=
hielt, und ſchließlich auf die Bewährung der Einrichtungen
des Roten Kreuzes in den letzten Kriegen bis auf den
Balkankrieg. Er erörterte dann noch die Frage der
Ver=
wendbarkeit der Helferinnen und kommt zu dem Schluß,
daß eine aut ausgebildete, pflichtbewußte Krankenhelferin,
die jedes Jahr die Wiederholungskurſe durchmachte, einem
wenia geübten Sanitätsſoldaten vorzuziehen ſei.
Erzellenz Korwan ermahnte zum Schluß die
Helferinnen, ununterbrochen an ihrer Ausbildung zu
ar=
beiten und appellierte an ihr Pflichtgefühl. Sodann
date er den ver Krankenanſalln, die die Kurfe ermig.
lichten, ſowie dem Generaloberarzt, den Aerzten und den
Schweſtern des Alice=Hoſpitals, den Schweſtern des
Stadtkrankenhauſes, des Eliſabethenſtifts und dem
La=
zarett.
Sodann nahmen Exzellenz Korwan und Freiin
von Rabenau die Verteilung der Broſchen vor, und
zwar an folgende Damen: Hilfsſchweſter: Freiin
von Biegeleben; Helferinnen: Fräulein Andre, Frau
Arnold, Frl. Balſer, Frl. Anna Becker, Frl. Clotilde
Becker, Frau Mary Becker, Frl. Bell, Frl. Berndt, Frl.
Blaß, Frl. Bornemann, Frl. Dienſtbach, Frl. Eber Frl.
Edion, Frl. Eppenetter, Frau v. Falkenhayn, Frau Fiſcher=
Dick, Frl. Ganß, Frl. Goebel, Frl. Gottwald, Frl.
Grem=
pel, Frl. Gramlich, Frl. Guyot, Frau Haubach, Frl.
Hild, Frl. Hofmann, Frl. Jung, Frl. Kalkhof, Frl.
Klingemeier, Frl. Kneib, Frl. Kullmann, Frl. Lauber,
Frau Prof. Lenz, Frl. Leydhecker, Frl. Lotheißen, Frau
Sanitätsrat Machenhauer, Frl. Maurer, Frau von Moers,
Frau Müller, Frl. Muth, Frl. Nothnagel, Frl. Petry, Frl.
Pitthan, Frl. v. Randow Frau Geheimerat Römheld,
Frl. Dora Röhrig, Frl. Sandmann, Frl. Schenk, Frl.
Schläger, Frl. Schlapp, Frau Schneider Frau Steurer,
Frl. Steurer, Frl. Stiebritz, Frl. Uhrig, Frau Volz, Frl.
Wallauer, Frl. Watzinger Frl. Weber, Frl. Wecker, Frl.
Wickop. Frl. Wiegand, Frl. Wulkow, Frl. Zauſch, Frl.
Zeißler.
Exzellenz Korwan richtete hierauf noch eine kurze
Anſprache an die Helferinnen und ſprach zum Schluß die
Hoffnung auf baldige Geneſung des Prinzen Ludwig aus
und ſchloß mit einem beifällig aufgenommenen Hoch auf die
Großherzogin, womit die Feier ihren Abſchluß gefunden
hatte.
Die Ausſtattung des Feſtſaales hatte die Firma
Feidel, Hügelſtraße, freundlichſt übernommen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktio.; ihr Urteil vor.
Konzert Ida Baur=Egelhaaf-Willem
de Boer. Im Konzertſaal des Hotels „Zur Traube‟
wird heute Donnerstag, den 5. Februar, abends 8 Uhr, ein
Konzert der berühmten Sängerin Ida Baur=Egelhaaf und
des Violinvirtuoſen Willem de Boer ſtattfinden, das einen
erleſenen Kunſtgenuß verſpricht. Das ebenſo reichhaltige
wie künſtleriſch intereſſante Programm des Abends wird
beherrſcht von Beethoven, Schumann, J. S. Bach, Johs.
Brahms, Cyril Scott, M. Schillings, R. Strauß, M. Reger
und N. Paganini. Am Klavier wirkt Chr. G. Eckel=
Frank=
furt a. M. Es liegen uns zahlreiche Kritiken über das
Künſtlerpaar aus jüngſter Zeit vor. Von Ida Baur=
Egelhaaf heißt es da u. a.: Ein edles, überaus
bieg=
ſames und geſchmeidiges Organ, das im mezza vore bei
aller Weichheit doch ſatt gefärbt klingt, iſt ein höchſt
wert=
voller Beſitz der Sängerin, die in ihrem ureigenſten
Aus=
drucksgebiet wirklich reſtlos darzuſtellen und nachzuſchaffen
vermag . Und von Willem de Boer: Er ſtand
über ſeiner Aufgabe und brachte die Vorzüge des Werkes
zur vollen Geltung. Noch tiefer wirkte er in der ſchönen
Solo=Violin=Sonate von Reger. . . . de Boers ſauberes,
reines, klares Spiel, ſeine tadelloſe Technik, die Kraft und
Eleganz des Striches, der ſchöne tragende Ton in der
Kantilene, der der Innigkeit nicht entbehrt, erfreuten in
hohem Maße und geben beredtes Zeugnis von den
Quali=
täten dieſes Geigers, der trotz ſeiner Jugend ſchon zu den
hervorragenden Vertretern ſeines Inſtruments zu zählen
iſt. — Karten bei G. Thies Nachf. (L. Schutter),
Eliſa=
bethenſtraße 12, und an der Abendkaſſe.
* Robert Kothe=Abend. Ueber den Erfolg
des Münchener Künſtlers ſchreibt das Hamburger
Frem=
denblatt: „Wie ein fahrender Geſell kam er daher, über
der Schulter am buntbemalten Band die lieblich ſüße Laute,
auf den Lippen ein ſchelmiſches Land. Und um ihn
herum ſtanden und ſaßen im Schatten der Dorflinde die
Buben und Mädel, die Alten und Jungen, entzückt
lau=
ſchend und ihn durch rauſchenden Beifall zu immer neuen
volksliedhaften Weiſen ermunternd. Pfälziſche und
öſter=
reichiſche, ſchwäbiſche und fränkiſche Verſe und Melodien
klangen da in die Stille hinein. Robert Kothe ſang ſie
wie einer, der da ſingen muß, aus fröhlich bewegter Bruſt
heraus, ohne Zierde, ohne Uebertreibung. Und wenn ſich
auch über ihm ſtatt breitäſtiger Linde eine bemalte
Saal=
decke wölbte und der Dorfplatz das nüchterne
Konzert=
podium in der Muſikhalle war, ſie ließen ſich alle von ihm
bezaubern und unterlagen willenlos der reizenden
Sinnes=
täuſchung. Als das Programm erſchöpft war, drängte alles
nach vorne zum Sänger und umringte ihn, wie dereinſt in
der Weſerſtadt die Kinder den Rattenfänger von Hameln,
und begehrten mehr und mehr. Und ich wette, wenn er
nit ſeiner Laute vorangegangen wäre, in den feuchten
Herbſtabend hinein, ſie wären ihm alle willig gefolgt, ſo.
ſehr hatte er ſich ihnen ins Herz geſungen.‟ — Für den am
Donnerstag, 12. Februar, hier ſtattfindenden Kothe=Abend
ſind Karten in der Hofmuſikalienhandlung Heinrich Arnold,
Wilhelminenſtraße 9, erhältlich.
* Roßdorf, 4. Febr. (Turnertagung.) In dem
Saale des Gaſthauſes Zur Germania” tagte die 37.
Jah=
resverſammlung des hieſigen Turnvereins, die ſehr
zahl=
reich beſucht war. Nach Worten herzlicher Begrüßung durch
den verdienſtvollen Vorſitzenden Herrn Lehrer Emmerich
erſtattete der erſte Turnwart Löffler Bericht über den
Turn=
betrieb, aus dem hervorgeht, daß der Verein im
verfloſ=
ſenen Jahre die meiſten turneriſchen Erfolge ſeit Beſtehen
aufzuweiſen hat. Alsdann gab der Rechner Rückert die
Einnahmen und Ausgaben bekannt, aus denen zu erſehen
iſt, daß er 1233,34 Mark vereinnahmt und 1152,27 Mark
ver=
ausgabt hat, bleibt ſomit ein Ueberſchuß von 81 Mark
07 Pfg. Rechnet man nun den Reingewinn der Verloſung
hinzu, welche dieſes Jahr ausnahmsweiſe erſt am 15. Febr.
ſtattfindet, ſo kann der Verein auch mit ſeinem finanziellen
Erfolge zufrieden ſein. Beſonders freudig wurde bei der
Rechnungsablage die Opferwilligkeit mehrerer Mitglieder
und Turnfreunde begrüßt, wurden doch im verfloſſenen
Jahre nahezu 100 Mark an freiwilligen Spenden dem
Ver=
eine zugewieſen. Die Bücher befinden ſich nach dem Bericht
der Prüfungskommiſſion in beſter Ordnung, und wurde
dem Rechner, nachdem ihm der Dank des Vereins
ausge=
ſprochen, Entlaſtung erteilt. Nach dem Bericht des
Zeug=
warts Becker beſitzt der Verein zurzeit ein Vermögen von
15653 Mark, welches mit 10050 Mark belaſtet iſt als
Hypo=
thek, von welcher Schuld jedes Jahr mindeſtens 200 Mark
abgetragen werden. Aus den Niederſchriften der übrigen
Vorſtandsmitglieder geht hervor, daß der Verein zurzeit
aus 161 Mitgliedern beſteht, und zwar aus 115 über und
46 unter 18 Jahren. Außerdem hat der Verein eine
Damenabteilung von 12 und eine Knabenabteilung von
42 Perſonen. Bei der Wahl des Vorſtandes wurden acht
Vorſtandsmitglieder mit großer Majorität wieder= und
wei neu hinzugewählt. Neu eingetreten ſind im Laufe des
400000 Francs an, eine zweite 149000 Francs, eine dritte
157000 Francs, ein anderer in London wohnender Geld
geber beanſprucht die runde Summe von 200000 Francs,
ein Londoner Privatbankier 174000 Francs, ein Peſter
Bankier 128000 Francs und ein Berliner Bankier 375000
Francs. Dann kommen noch die Vermittler mit hohen
Proviſionsanſprüchen. Sie wohnen in Frankreich,
Eng=
land, Deutſchland und Oeſterreich und beanſpruchen zum
Teil Summen bis zu 100000 Francs. Als Honorar für
Anwälte notieren wir der Reihe nach: 12500 Francs,
21557,48 Francs, 68 250 Francs, 146000 Francs, 800
Francs, 37000 Francs, 312500 Francs, 5250 Francs,
100000 Francs, 156 250 Francs, 3000 Francs, 3000 Francs,
10000 Francs, 14000 Francs, 1200 Francs, 5000 Francs,
3323,18 Francs, 6000 Francs. Das ſind nette Summen,
welche die Prinzeſſin bezahlen ſoll. Nach der zwiſchen
den Advokaten und den Gläubigern abgeſchloſſenen
Kon=
vention wird jede einzelne Forderung auf ihre
Begrün=
dung geprüft. Gegen die Entſcheidung der Schiedsrichter
kann Berufung beim Appellgericht in Brüſſel eingelegt
werden. Man kann daraus Schlüſſe ziehen, wie lange es
noch dauern wird, bis die Gläubiger ihr Geld bekommen.
CK. Eine Entfernungsmeſſung zwiſchen Berlin und
Waſhington. Das deutſche geodätiſche Inſtitut in
Pots=
dam und die amerikaniſche „Coaſt and Geodetio Survey”
in Waſhington haben ſich zu einer intereſſanten
gemein=
ſamen Unterſuchung verbündet: auf Grund der neueſten
und feinſten Vermeſſungsmethoden ſoll die genaueſte
Ent=
fernung zwiſchen Amerika und der deutſchen
Reichshaupt=
ſtadt feſtgeſtellt werden und dabei auch die genaue
Ent=
fernung zwiſchen den amerikaniſchen und europäiſchen
Erdteilen. Die neuen Vermeſſungen gehen von der Theorie
aus, daß die Erdelaſtizität gewiſſe Verſchiebungen in den
Entfernungen hervorruft; die Geographen zweifeln
neuer=
dings die Unveränderlichkeit ſolcher Entfernungen an.
Während die amerikaniſchen Behörden die Entfernung von
Waſhington und Horta nach den Azoren feſtſtellen, wird
das Potsdamer Inſtitut die Entfernung von den Azoren
nach Berlin neu vermeſſen
** Vom Siegeszug der bunten Perücken. Die
Lei=
denſchaft für grüne, blaue, roſa und purpurne Perücken,
die gegenwärtig in Paris unter den modernſten
Mode=
damen herrſcht, beginnt ſich nun auch in London und Neu=
York zu verbreiten. In der britiſchen Hauptſtadt hat eine
Schauſpielerin dieſer exotiſchen Mode die Bahn
gebro=
chen, Madge MeIntoſh, die als Heldin in dem neuen
er=
folgreichen Einakter „Die Muſikkur” von Shaw mit einer
grasgrünen Perücke auftrat und mit großem Beifall die
Luſt zur Nachahmung erweckte. Die Dame erzählt, daß ſie
die Bühnenanweiſung des Dichters, der eine grüne Perücke
vorſchreibt, zunächſt mit nicht geringem Entſetzen erfüllte.
Aber Shaw beſtand auf ſeiner Anordnung, und als er ſie
in dem grünen Haarſchmuck erblickte, ſagte er: „
Ausgezeich=
net!” Und das Publikum war ſeiner Anſicht. Seitdem
mehren ſich die großen Beſtellungen, die in Paris auf bunte
Perücken gemacht werden, und am meiſten werden
licht=
blaue und blaßrote Werke der Friſeurkunſt verlangt, da
ſie zur Blondheit der engliſchen Miß am beſten paſſen.
Dunkle Schöne ziehen ein tiefes Purpur vor, und man
iſt entzückt von den ſeltſamen Lichtſpielen, die die
elektri=
ſchen Lampen des Abends in dieſen farbigen Wundern
entfeſſeln. Immerhin ſind die Ausſichten, daß ſich dieſe
Mode der farbigen Coiffüren in weite Kreiſe ausbreite
nur ſehr gering. Die Perücken ſind nämlich recht teuer; ſie
koſten gegen 200 Mark und mehr, und außerdem muß die
Dame im bunten Lockenſchmuck natürlich eine koloriſtiſch
fein abgeſtimmte Toilette haben, die zu den Farbentönen
der Friſur paßt, und eigentlich müßte ſie auch ihre Räume
damit in Harmonie bringen.
* Der Schlitzrock. Aus Wien wird berichtet, daß den
Damen, die zu den diesjährigen Hoffeſtlichkeiten zugelaſſen
ſeien, vom Hofmeiſteramt die Mitteilung gemacht
wor=
den iſt, daß es unbedingt verboten ſei, zu den höfiſchen
Veranſtaltungen in einer Toilette zu erſcheinen, die den
ſogen. geſchlitzten Rock aufweiſe und zeitweilig das Knie
erſcheinen laſſe. Die Beamten der Hofmeiſterei ſeien
an=
gewieſen, derart gekleidete Damen aus dem Schloſſe zu
weiſen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Nummer 36.
Jahres 21, ausgetreten 8 Mitglieder; zum Militär traten
4 Turner ein.
Münſter b. Dieburg, 4. Febr. (Vom eigenen
Fuhrwerk überfahren.) Als der 42jährige
Bauersmann J. Kreher von hier heute nachmittag mit
ſeinem leeren Pfuhlfuhrwerk vom Felde heimfuhr, ſcheute
das Pferd und rannte davon. Kreher kam ſo unglücklich
dabei zu Fall, daß er eine weite Strecke mitgeſchleift
wurde und ſich dadurch ſehr erheblich verletzte. An ſeinem
Aufkommen wird gezweifelt. Ein beherzter Fuhrknecht
konnte das wilde Pferd zum Stehen bringen.
Offenbach a. M., 4. Febr. (Hartnäckige
Selbſt=
mörder in.) Montag abend wollte eine in Heuſenſtamm
wohnhafte Frau von der Mainbrücke aus in den Main
ſpringen. Der Brückenwärter, der dies bemerkte, hielt die
Frau jedoch von ihrem Vorhaben ab. Nach wenigen
Mi=
nuten ſtürzte die Genannte ſich unterhalb der Brücke in den
Main. Mit Hilfe einiger Leute verſuchte der
Brücken=
wärter nun, die Lebensmüde aus dem Waſſer zu ziehen.
Dies gelang aber erſt etwa 150 Meter unweit der Stelle,
an der die Frau in den Main geſprungen war. Die
ſo=
fort angeſtellten Wiederbelebungsverſuche blieben
erfolg=
los. Dem Brückenwärter gegenüber hatte die Frau
vor=
her angegeben, daß ſie in einer Unterſuchungsſache, die
zurzeit die Behörde in Heuſenſtamm beſchäftigte, falſch
ausgeſagt haben ſolle.
Biſchofsheim, 4. Febr. (Zu einem der größten
Rangierbahnhöfe Süddeutſchlands) wächſt
ſich der Güterbahnhof in Biſchofsheim aus. Obwohl er
erſt in den letzten Jahren Erweiterungen erfuhr, ſollen
jetzt wieder ſehr umfangreiche Vergrößerungen
vorgenom=
men werden. Noch im Laufe dieſes Jahres wird der
Bahnhof um zwei Kilometer gegen den Hof
Schönau hin verlängert. Dazu kommen
Gleis=
erweiterungen, um für den ſtetig wachſenden Güterverkehr
Raum zu ſchaffen. Die jetzige Blockſtation Hof Schönau
wird im nächſten Jahre nach Fertigſtellung der neuen
Gleisanlagen in eine Halteſtelle umgewandelt. Dieſe
Neuerung wird von allen umliegenden Orten wie Aſtheim,
Trebur, Königſtädten, Bauſchheim und Rüſſelsheim mit
Freuden begrüßt.
Worms, 4. Febr. (Die
Stadtverordneten=
ſitzung) bewilligte geſtern für die ſtädtiſchen Gas= und
Waſſerwerke 98000 Mark, für die Mutterberatungsſtelle
415 Mark, zur Erhöhung des ſeitherigen Zuſchuſſes für die
Gewerbeſchule (von 12000 Mark) 1175, und für die
Ein=
führung von Fachunterricht für Müller an der
Gewerbe=
ſchule 1815 Mark. Beim ſtädtiſchen Arbeitsnachweis
wurde das Prinzip der Unentgeltlichkeit inſofern
aufge=
hoben, als bei der Vermittelung landwirtſchaftlicher
Ar=
beiter von den Arbeitgebern eine Gebühr erhoben werden
darf. Es entſpricht dies einem Antrag der
Landwirt=
ſchaftskammer. Des weiteren iſt die Erhöhung der
Armenunterſtützungsſätze erfolgt. Die höchſten Sätze von
5 bezw. 4 Mark ſind auf 6 bezw. 5 Mark, für Mann und
Frau von 7 auf 8,50 Mark erhöht worden.
Oppenheim, 4. Febr. (Zur Hebung des Klein=
Winzerſtandes) iſt von der Regierung ein namhafter
Betrag zur Verfügung geſtellt worden, der in erſter Linie
dazu verwendet werden ſoll, um Söhnen unbemittelter
Winzer durch Gewährung von Stipendien den Beſuch der
Wein= und Obſtbauſchule zu ermöglichen, vorausgeſetzt,
daß neben der Staatshilfe gleichzeitig auch von den in
erſter Linie intereſſierten Gemeinde= und
Kreisver=
tretungen entſprechende Mittel zu dem Zweck zur
Ver=
fügung geſtellt werden. Wenn mit der Ausbildung einer
genügenden Anzahl junger Leute für die Folgezeit eine
feſte Baſis für den rationellen Betrieb des Weinbaues
ge=
ſchaffen iſt, bleibt es weiteren Erwägungen maßgebender
Stellen vorbehalten, inwieweit muſterhaft angelegte
Wein=
berge zu prämiieren oder Subventionen zu Anlagen von
Muſterweinpflanzungen zu gesen ſein werden. Die
Ge=
währung von Stipendien hat im gegenwärtigen
neun=
monatigen Lehrgang für acht Beſucher der Schule
Anwendung gefunden.
Bingen, 4. Febr. (Eisſprengungen.) Nachdem
nach vielen Sprengungen und längerer Arbeit in der feſten
Eisdecke an der Nahemündung eine breite Rinne gebrochen
worden iſt, ſind hier die Sprengarbeiten zu Ende.
Da=
gegen ſind ſie heute bei Dietersheim aufgenommen
wor=
den, da dort augenblicklich die größte Gefahr vorhanden
iſt. Vor allem wird das Eis vor dem ſogenannten
Sam=
ſchen Wehre beſeitigt werden.
(*) Gießen, 3. Febr. (Dichter Schäfer f.) Der
heſſiſche Volkserzähler und Schriftſteller Rentamtmann G.
Schäfer iſt im Alter von 73 Jahren geſtorben. Er war in
Schaafheim geboren, wurde in Friedberg Lehrer und
ſtudierte dann Kameralwiſſenſchaft. Von 1885 bis 1902
ſtand er im heſſiſchen Staatsdienſt. An ſeine Amtszeit in
Bingenheim erinnert beſonders ſeine Volkserzählung „Die
Hexe von Bingenheim” an den Odenwald „Die ſilbernen
Glocken von Mörlenbach” und „Der letzte Wodansprieſter”
(*) Laubach, 3. Febr. (Ein bedauerliches
Un=
glück) trug ſich bei dem Holzhauen im Walde zu. Als
ein Baum ins Stürzen kam, glitten drei Mann infolge des
Eiſes aus, fielen zu Boden und wurden von dem
ſtürzen=
den Baum getroffen. Einer erlitt ſchwere innere
Ver=
letzungen, der zweite einen Schädelbruch und der dritte
leichtere Verletzungen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. Febr. Vom Ausſchuß
der Stadtverordneten zur Vorberatung des
ſozial=
demokratiſchen Antrages über die Bewilligung von 500000
Mark zur Unterſtützung von Berliner
Ar=
beitsloſen wurden unter Ablehnung dieſes Antrages
folgende Anträge angenommen: Die
Stadtverordnetenver=
ſammlung wolle beſchließen, den Magiſtrat zu
ermäch=
tigen, 300000 Mark zu verwenden zur Gewährung von
unverzinslichen Darlehen an Perſonen, die infolge
wirt=
ſchaftlichen Niederganges in vorübergehende Not geraten
ſind. Vorausſetzung der Bewilligung der Darlehen iſt ein
einjähriger Aufenthalt in Berlin. In der Regel ſollen
nur verheiratete und ſolche Perſonen unterſtützt
wer=
den, welche eine Familie zu unterhalten haben und
fort=
laufende Armenunterſtützung nicht beziehen. Der
Magi=
ſtrat ſoll ferner erſucht werden, die Verwaltung der
ſtädti=
ſchen Rieſelgüter zu beauftragen, Arbeitsloſe gegen den
ortsüblichen Tagelohn in möglichſt großem Umfange zu
beſchäftigen. Ferner ſei die ſtädtiſche Güterverwaltung
zu beauftragen, einen Organiſationsplan in bezug auf
die Koloniſation ſtädtiſcher Oedländereien vorzubereiten.
— Die Kranken= und Invaliditätsbeiträge
für Dienſtboten ſind für Berlin infolge einer
Ent=
ſcheidung des Verſicherungsamtes, da eine neue Feſtſetzung
der Sachbezüge erfolgt, erheblich herabgeſetzt
worden. — Der Direktor des Oberverſicherungsamtes
Potsdam, Egenolf Freiherr Röder von
Diers=
burg, iſt im Krankenhauſe Hermannswerder an den
Fol=
gen einer Operation im Alter von 50 Jahren geſtorben
Der Verewigte gehörte zum Kollegium der Königl.
Re=
gierung und bewies in der Leitung des ihm unterſtellten
Oberverſicherungsamtes einen weitſchauenden Blick und
großes ſozialpolitiſches Verſtändnis. — Der
außerge=
wöhnlich ſtarke Schneefall an den letzten
Dezember=
tagen des vorigen Jahres hat, wie in der heutigen
Sitzung der Straßenreinigungsdeputation mitgeteilt
wurde, der Stadt Berlin 410000 Mark Koſten
ver=
urſacht. Die durchſchnittliche Schneehöhe betrug 31
Zenti=
meter. Die Abfuhr koſtete 310500 Mark. d. ſ. 82 Pfg. für
den Kubikmeter.
4. Febr. (Verunglückte
Reichstagsabge=
ordnete.) Heute vormittag 8.45 Uhr wurden die beiden
Vertreter der Zentrumsfraktion des Reichstages Benedix
Hebel, Vertreter des Kreiſes Schwaben 4, und der
Geiſt=
liche Rat, Dekan und Stadtpfarrer Johann Puetz,
Vertre=
ter des Kreiſes Schwaben 2, an der Kreuzung der Blücher=
und Mittenwalder Straße von einem Droſchkenautomobil
umgefahren und zur Seite geſchleudert. Sie wurden beide
ſchwer verletzt nach dem St. Hedwigs=Krankenhauſe
ge=
ſchafft, wo ſie zurzeit noch bewußtlos und nicht
verneh=
mungsfähig daniederliegen.
Frankfurt, 4. Febr. (Eine Wildweſt=Szene
in den Straßen Frankfurts.) Die gute Stadt
Frankfurt a. M. hat heute ein Schauſpiel geſehen, wie ſie
es abenteuerlicher bisher wohl kaum erlebt hat. Und das
kam ſo: Der Cowboytrupp der Zirkus=Carré=Feſtſpiele,
die gegenwärtig im Zirkus der Fünfzehntauſend
ſtattfin=
den, war mit ſeinen Pferden zum Morgenritt ausgezogen
und hatte auf dem Rückwege einige Straßen der inneren
Stadt berührt. Die farbenfrohe Abenteuerlichkeit der etwa
30 Cowboys, Indianer, Mulatten und Neger war nicht
nach dem Geſchmack der Frankfurter Polizei. Als der
Trupp an der Konſtablerwache angekommen war, da ſtand
ſchon eine lange Kette von Schutzleuten, die die Straße
abgeſperrt hatten und ſofort die Cowboys umzingelten.
Als die freiere Sitten gewöhnten Amerikaner nicht gleich
begriffen was man von ihnen wollte, wurden
Polizei=
ſäbel blank gezogen. Zwei Cowboys, die nicht deutſch
ſprachen und der Polizei darum wohl als die
Gefähr=
lichſten erſchienen, wurden ſofort verhaftet und ſogar
ge=
feſſelt; ſie mußten allerdings nach kurzem wieder
freige=
geben werden. Natürlich hatte die Wildweſtſzene aber
in den Straßen einen ungeheuren Auflauf zur Folge, der
lange Zeit jeden Verkehr unterband; die Polizei hatte
alſo ungefähr das Gegenteil von dem erreicht, was ſie
beabſichtigt hatte. Die Leitung der Feſtſpiele beabſichtigt,
ſcharf gegen das rigoroſe Vorgehen der Polizeibeamten
zu proteſtieren.
Wiesbaden, 4. Febr. (Bei dem Wettbewerb
zur Erlangung von Entwürfen) für den
Neu=
bau der Naſſauiſchen Landesbank wurde der erſte Preis
in Höhe von 30000 Mark dem Regierungsbaumeiſter a. D.
Karl Moritz in Köln, der zweite Preis in Höhe von
20000 Mark den Architekten Bielenberg und Moſer
in Berlin und der dritte Preis in Höhe von 10000 Mark
dem Architekten Leonhard in Frankfurt a. M.
zuer=
kannt.
Stuttgart, 4. Febr. (Zum Mord in San Remo.)
Der Polizeibericht meldet: Der angebliche Ingenieur
Longfield=Wolf, der nach Zeitungsnachrichten an
der am 30. v. M. in San Remo verübten Mordtat
be=
teiligt war, wurde am letzten Samstag in der Perſon
des ledigen Mechanikers Albert Wolf, geboren am 22.
September 1894 in Thamm, Oberamt Ludwigsburg
(Württemberg) — nicht Thann in Bayern — amtlich
er=
mittelt. Wolf war bis vor kurzem hier wohnhaft und
in dem Geſchäft ſeines Vaters tätig. Seine angebliche
Frau iſt ebenfalls Stuttgarterin. Wolf hatte ſich ſchon
ſeit längerer Zeit als Sohn eines reichen
Ananasplan=
tagenbeſitzers in Santa Roſa ausgegeben und zuletzt unter
Schädigung hieſiger Perſonen auf großem Fuße gelebt.
Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß durch ihn noch weitere
Perſonen als die bereits feſtgeſtellten geſchädigt
wor=
den ſind.
Karlsruhe, 4. Febr. (Prinzeſſin Wilhelm.)
Die Beſſerung im Befinden der erkrankten Prinzeſſin
Wil=
helm von Baden hält an.
Straßburg, 3. Febr. (Ueber einen Zwiſchen
fall in Kolmar) wird der Straßburger Poſt gemeldet:
Am Montag iſt in Kolmar ein Rekrut des Dragoner=
Regiments Nr 14 von einem unbekannten Ziviliſten in
die Hand geſchoſſen und von einem Offizier in ärztliche
Behandlung gebracht worden. Die Kugel iſt noch nicht
entfernt worden. Nähere Aufklärungen des Vorfalls
blei=
ben abzuwarten.
Memmingen, 3. Febr. (Das Queckſilber im
Limburger Käſe.) Ein eigenartiger Fall beſchäftigte
am 23. Oktober vorigen Jahres das hieſige Landgericht.
Dieſes hatte den Käſer Benedikt Betz wegen fahrläſſigen
Vergehens gegen das
Nahrungsmittelge=
ſetz zu einer Gefängnisſtrafe von 14 Tagen verurteilt.
Der Angeklagte war in einem größeren Betriebe tätig und
hatte ſo eines Vormittags im März 1913 Käſe zu bereiten
Während er die ſaure Milch erwärmte und die Temperatur
mit dem Thermometer maß, zerbrach das letztere und das
Queckſilber fiel in das Gefäß mit Milch. Dieſer Umſtand
bekümmerte nun den Angeklagten in keiner Weiſe; er fuhr
vielmehr in der Anfertigung des Käſes fort, als ob nichts
geſchehen ſei. Der geſamte Inhalt des Gefäßes wurde zu
Limburger Käſe verarbeitet und dieſer kam in den Handel.
Als in einem derſelben Queckſilber vorgefunden wurde,
beſchlagnahmte ihn die Behörde und leitete das Verfahren
gegen den Schuldigen ein. In der Hauptverhandlung
machte der Angeklagte geltend, er habe die Beſeitigung der
durch das Queckſilber verunreinigten Milch unterlaſſen,
weil der Oberkäſer, dem auch einmal ein Thermometer
zer=
brochen ſei, ihm geſagt habe, es mache nichts aus, wenn
etwas Queckſilber in die Milch komme. Der als Zeuge
vernommene Oberkäſer hat jedoch erklärt, daß es ſich um
einen ganz anderen Fall gehandelt habe, in welchem
ledig=
lich in das Milchwaſſer für die Schweine etwas
Queck=
ſilber geraten war. Das Landgericht hat angenommen,
daß der Angeklagte gewußt hat, daß Queckſilber ein Gift ſei
und daß er, indem er es in der Milch beließ, ein
Nahrungs=
mittel derart hergeſtellt hat, daß es geeignet war, der
menſchlichen Geſundheit zu ſchaden. Die Reviſion des
Angeklagten, welche dieſe Annahme bekämpfte, wurde
geſtern vom Reichsgericht verworfen.
Neuſtadt a. d. Haardt, 4. Febr. (Die Ermordung
des Lehrers Hauck.) In bezug auf die Meldung,
daß der am Sonntag hier erſchoſſen aufgefundene
Hilfs=
lehrer Hauck von dem in Haft genommenen Lamvel
aus Rache erſchoſſen worden ſei, weil der Erſchoſſene ein
Liebesverhältnis mit ſeiner Frau unterhalten habe, wird
mitgeteilt, es ſei bis jetzt nur feſtgeſtellt worden, daß
Lam=
pel ſeine Frau am Sonntag in Saarbrücken ſuchte, und für
die Annahme, daß Hauck ein Liebesverhältnis mit der
Frau unterhalten habe, jede Anhaltspunkte fehlen.
Braunſchweig, 4. Febr. (Eiſenbahnunfall.)
Amtlich. Auf dem Bahnhof Braunſchweig=Oſt in der
Nähe der Helmſtedter Ueberwege fuhr am 3.
Februar=
gegen 1 Uhr 30 Minuten nachts ein Rangierzug
einem von Magdeburg kommenden
Güter=
zug in die Flanke. Ein Heizer und ein Schaffner
wurden leicht verletzt. Etwa 12 Wagen und eine Lokomo=
tive entgleiſten und ſtörten beide Hauptgleiſe. Das
Haupt=
gleis in der Richtung Magdeburg-Braunſchweig war
heute früh gegen 7 Uhr 20 Minuten wieder fahrbar. Das
Hauptgleis in der Richtung Braunſchweig-Magdeburg
wird vorausſichtlich heute mittag wieder frei. Die
Unter=
ſuchung über die Schuldfrage iſt noch nicht abgeſchloſſen.
Harburg, 4. Febr. (Selbſtanzeige.) Ende des
Monats Januar ſtellte ſich bei der Gendarmerie Harburg
der Feilenhauer Max Lommel von Remſcheid mit des
Beſchuldigung, er habe einen Mord begangen. L. gas
an, daß er am 2. Februar 1913 bei Höchſt a. M. mit zwei
Helfern einen Arbeiter ausgeraubt und den Mann An den
Main geworfen habe. Lommel wurde dem Amtsgericht
Donauwörth zugeführt. Es ſind Erhebungen eingeleitet,
inwieweit die Angaben des Verhafteten der Wahrheit
ent=
ſprechen.
Radeberg (Sachſen), 4. Febr. (
Eiſenbahnun=
fall.) Amtlich. Auf dem Staatsſtraßenübergang am
Bahnhof Radeberg fuhr geſtern abend ein von
Dres=
den kommender Kraftwagen durch die
ge=
ſchloſſene Schranke in den einfahrenden
Perſonen=
zug 707. Der Kraftwagen wurde vollſtändig zertrümmert.
Ein Inſaſſe, der Mechaniker Herwarth aus Dresden,
er=
litt einen Schädelbruch und ſchwere Knochenbrüche. Er
wurde beſinnungslos in das Radeberger Krankenhaus
übergeführt, wo er bald verſtarb.
Breslau, 4. Febr. (Aerzte und Krankenkaſſen.)
Nach den Morgenblättern iſt die Ausführung des
Beſchluſ=
ſes des Vereins der Breslauer Aerzte vom 30. Januar, daß
die Aerzte die private Behandlung von Mitgliedern der
dem erſten Verband angehörenden Krankenkaſſen ablehnen
ſollen, bis auf weiteres vertagt, da der Vorſitzende des
Leipziger Aerzteverbandes am Wochenende von neuem
Verhandlungen mit dem Vorſitzenden des erſten
Kranken=
kaſſenverbandes, Fräßdorf=Dresden, wahrſcheinlich unter
Mitwirkung des Handelsminiſteriums, beginnt.
Lemberg, 4. Febr. (Der Buchdruckerſtreik.)
Nachdem die Differenzen im Buchdruckereigewerbe
beige=
legt ſind, iſt der Betrieb in den Buchdruckereien wieder
aufgenommen worden.
Luxemburg, 3. Febr. (Um eine Wildente!) An
der deutſch=luremburgiſchen Grenze bei Stadt=Bredimus
an der Moſel hatten luxemburgiſche Jäger eine
Wildente geſchoſſen, die auf dem deutſchen Ufer
nieder=
fiel. Als zwei Mann in einem Nachen die Jagdbeute
holen wollten, kam ein Jagdhüter von Palzem, um ſie
feſt=
zunehmen. Die Jäger wollten mit der Ente weglaufen,
als Einwohner von Palzem, größtenteils halbwüchſige
Burſchen, dem Förſter zu Hilfe kamen. Die Jäger wurden
inſultiert und geſchlagen. Nach einigen Angaben ſollen
Kollegen der Jäger vom luxemburgiſchen Ufer aus
geſchoſ=
ſen haben, was von dieſen beſtritten wird. Der Förſter
ließ die Jäger gegen eine Kaution frei. Als ſie ihren
Nachen wieder beſteigen wollten, wurden ſie mit Steinen
bombardiert.
Paris, 4. Febr. (Zur Fremdenlegion.) Einer
hieſigen Agentur=Meldung zufolge ſind geſtern in der Nähe
von Nancy, in Blamont, zwei deutſche Ulanen beritten
und in voller Uniform angekommen. Sie haben ſich auf
dem dortigen Bureau für die Fremdenlegion anwerben
laſſen und erklärten, infolge ſchlechter Behandlung deſertiert
zu ſein. (2)
Glasgow 4. Febr. (Die
Stimmrechts=
weiber.) In dem Schloſſe Aberchill bei Crieff
brach heute vormittag Feuer aus das von
Anhänge=
rinnen des Frauenſtimmrechts angelegt worden ſein ſoll.
Der Saal mit den koſtbaren Gemälden und Möbeln
iſt=
zerſtört worden. Auch ein anderes in dieſer Gegend
ge=
legenes unbewohntes Landhaus wurde durch eine
Feuersbrunſt heimgeſucht.
Neu=York, 4. Febr. (Aufſehen erregende
Ver=
haftung.) Großes Aufſehen erregt die Verhaftung des
Millionärs Oktavio Guinle, die auf Antrag der
Schauſpielerin Monika Borden erfolgte. Dieſe hatte ihn
auf 50000 Dollar Entſchädigung für ein gebrochenes
Ehe=
verſprechen verklagt. Guinle wurde wegen Fluchtverdachts
verhaftet, jedoch gegen 50000 Dollar Kaution wieder
frei=
gelaſſen. Er iſt Inhaber einer großen braſilianiſchen
Firma.
Darlamentariſches.
Der Hauptvoranſchlag im Finanzausſchuß.
St. Die Beratung des Hauptvoranſchlages gemeinſam
mit der Regierung wurde im Finanzausſchuß geſtern
fort=
geſetzt. Die drei Miniſter, Staatsrat Dr. Becker,
Mi=
niſterialräte Hölzinger, Schliephake Geh. Oberfinanzrat
Dr. Rohde wohnten den Verhandlungen bei. Beim
Ka=
pitel 17 Landes=Muſeum wurde die Frage
behan=
delt, ob es zuläſſig ſei, Schenkungen, die dem
Landes=
muſeum gemacht wurden reſp. aus ſolchen
Schen=
kungen Gegenſtände zu veräußern. Der
Mi=
niſter des Innern legte dar, daß ſich bei einer Schenkung
eine Reihe von Gegenſtänden befunden hätte, die einen
be=
ſonderen wiſſenſchaftlichen Wert nicht gehabt haben, und
die darum zur Aufſtellung im Muſeum nicht geeignet
waren. Die Veräußerung dieſer Gegenſtände ſei, nachdem
eine Begutachtung durch verſchiedene Autoritäten
vorge=
nommen worden und als zuläſſig erachtet wurde, von dem
Miniſterium genehmigt worden. Für den Erlös von
38000 Mark, ſei ein ſehr wertvolles Holzbildwerk
ange=
ſchafft worden, deſſen Anſchaffung ſonſt unmöglich geweſen
wäre. Derartige Veräußerungen bezw. Verſteigerungen
ſeien auch früher anſtandslos vorgenommen worden, doch
werde man in Zukunft bei Aufnahme von Geſchenken den
Vorbehalt machen, daß ſie, im Falle ihre Aufſtellung nicht
angängig iſt, auch veräußert werden dürften. Das
Mu=
ſeum ſei laut Stiftungsurkunde als Fideikommiß des
Großherzogs bezeichnet worden und ſollte
Stagtseigen=
tum werden zur Benutzung des Publikums. In dem
Ausſchuß wurde darauf hingewieſen, daß der rechtliche
Charakter ſehr zweifelhaft erſcheine, weil Fideikommiß=
Vermögen nicht ins Einvernehmen mit Staatseigentum
gebracht werden könne. Weiter wurde darauf hingewieſen,
daß bei Schenkungen die Abſicht der Schenker jedenfalls
nicht dahin geht, dem Muſeum eine
Veräußerungsmög=
lichkeit zuzuwenden, ſondern daß die Abſicht der Schenker
wohl die ſei, die Zuwendungen dem Muſeum zu machen,
damit die Gegenſtände auch aufgeſtellt werden. Es ſeien
auch Beſchwerden darüber gekommen, daß früher
vorhan=
dene Bilder jetzt nicht mehr zu ſehen ſeien, weil ſie
viel=
leicht leihweiſe an öffentliche Anſtalten oder Gebäude des
Landes abgegeben ſeien, jedenfalls aber jetzt nicht mehr
be=
ſichtigt werden können. Der Kunſtgeſchmack ſei ein
wech=
ſelnder und es müſſe mit der Veräußerung oder Weggabe
von zum Landes=Muſeum gehörenden Gegenſtänden
äußerſt vorſichtig verfahren werden.
Längere Zeit verweilte der Ausſchuß bei der
Erörte=
rung der Organiſation des Geometerweſens,
Kapitel 69, 74, 98, 102. Von allen Seiten wurde im
Aus=
ſchuß die Erhöhung der Gebühren der Geometer von
täg=
lich 17 auf 21 Mark bekämpft, weil das nur eine
Abwäl=
zung auf die Gemeinden, oder die Intereſſenten, und hier
Nummer 36.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Seite 5.
im weſentlichen auf die ländlichen Gemeinden bedeute.
Zwar ſei früher bei Schaffung des Kreisgeometer=
Inſti=
tuts der Grundſatz aufgeſtellt worden, daß es ſich ſelbſt
er=
halten müſſe, allein, da die Einnahmen des Inſtituts
fort=
während zurückgingen, die Ausgaben aber, insbeſondere
auch durch die neue Beſoldungsordnung ſteigen, werde
ein Zuſchuß von 43000 Mark erforderlich, der aber
keines=
wegs von den Gemeinden übernommen werden könnte.
Es bleibt kaum etwas anderes übrig, als dieſe 43000
Mark auf die Staatskaſſe zu übernehmen. Weiter wurde
die Lage der Feldbereinigungs= und Kataſtergeometer
be=
ſprochen. Bei erſteren wurde deren ausgedehnte Tätigkeit
anerkannt und gefordert, daß noch neue Stellen verwilligt
werden, da die Arbeit ſicherlich nicht im Abnehmen
be=
griffen ſei. Für die Kataſtergeometer werde auch in der
Kürze eine andere Regelung ſich als nötig erweiſen, weil
die Kataſterarbeiten in ihrem Umfange fortwährend
zurück=
gingen und bisher die Kataſtergeometer lediglich auf
Ge=
bühren angewieſen ſeien. Die Regierung legte dar, daß
das ſeitherige Verhältnis der Angliederung an die
Kreis=
ämter von den Kreisämtern nicht als günſtig bezeichnet
worden ſei, und daß manche Kreisgeometerſtellen an die
Finanzämter angegliedert worden ſeien, weil damit auch
die notwendigen Dienſträumlichkeiten beſchafft werden
konnten. Eine Vereinigung der Kataſtergeometer mit den
Feldbereinigungsgeometern werde ſicherlich mit der Zeit
eintreten müſſen, weil auch die Verdienſte der
Kataſter=
geometer erheblich im Schwinden begriffen ſeien.
Bekämpft wurde im Ausſchuß die Vereinigung der
Kreisgeometerſtelle in Bensheim mit der in
Zwingen=
berg als eine Benachteiligung von Bensheim.
In dem Budget ſind anſtatt ſeither 5 Kreisgeometer=
Gehilfenſtellen 10 ſolcher Stellen angefordert. Die
Kreisgeometer, die in ihren Avancementsverhältniſſen
ſehr ſchlecht geſtellt ſind, ſollen darin entſchädigt werden,
daß beim Kataſteramt drei weitere Stellen für
Ver=
meſſungsanſtalten geſchaffen werden ſollen.
Sodann gab die Regierung zu Kapitel 42 a.,
Jugendpflege, Auskunft über die Verwendung der
Gelder in Höhe von 15000 Mark. Es wurden u. a.
ge=
geben für Jungdeutſchland: 9000 Mark, Deutſche
Turner=
ſchaft: 500 Mark, Heſſiſcher Lehrerturnverein: 500 Mark,
Verein Jugendwohlfahrt: 500 Mark, Evangeliſcher und
katholiſcher Jünglingsverein je 2000 Mark. Fortſetzung
der Beratung morgen.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 4. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 18 Minuten mit folgenden
Worten: Auch bei Beginn der heutigen Sitzung muß ich
Ihnen eine unerfreuliche Mitteilung machen. Die
bei=
den Kollegen Hebel und Pütz ſind heute morgen in
der Nähe ihrer Wohnung von einem Kraftfahrzeug
umgefahren und zu Boden geſchleudert worden.
Beide ſind verletzt und in das St. Hedwigskrankenhaus
gebracht worden. Auf meine telephoniſche Anfrage habe
ich erfahren, daß das Befinden des Herrn Kollegen Pütz
verhältnismäßig gut, dagegen das des Herrn Kollegen
Hebel weniger günſtig ſei. Ich glaube in Ihrer
aller Namen zu ſprechen (die Abgeordneten hatten ſich
erhoben), wenn ich beiden Herren baldige
Wiederher=
ſtellung und Geneſung wünſche. — Die
zweite Leſung des Etats des Reichsamts des Innern
wird fortgeſetzt, und zwar mit der Beſprechung der bei
der Generaldebatte zurückgeſtellten Reſolutionen
des Zentrums, der Polen und der
Sozial=
demokraten, betr. das Vereinsrecht. Abg.
Dr. v. Laſzewski (Pole): Der Sprachenparagraph iſt
ein politiſches Ausnahmegeſetz gegen die Polen. Wir
ver=
langen gleiches Recht für alle und fordern, daß es jedem
Zugehörigen einer beſtimmten Nationalität unbenommen
bleibt, ſeine Mutterſprache zu gebrauchen, namentlich bei
Beſprechungen mit Stammesbrüdern. Der
Sprachen=
paragraph muß aufgehoben werden. Um den Gebrauch
der polniſchen Sprache verbieten zu können, erklärt man
unſere ſämtlichen Vereine als politiſche. Dieſe
Hand=
lungsweiſe widerſpricht dem Sinne des Geſetzes, mit
dem dadurch ein direkter Mißbrauch getrieben wird. (Sehr
richtig! bei den Polen.) Die Entſcheidung über
Reviſio=
nen und Beſchwerden muß dem oberſten Landesgericht
überwieſen werden. Von einer freiheitlichen Anwendung
des Geſetzes, wie ſeinerzeit zugeſagt war, iſt wenigſtens
uns Polen gegenüber keine Rede. Mit Gewalt kann
man ein Land erobern, nicht aber auf die Dauer regieren,
(Beifall bei den Polen.)
Abg. Legien (Soz.): Jede ſchikanöſe Anwendung
des Vereinsrechts ſoll nach den früheren Zuſicherungen
des jetzigen Reichskanzlers unterbleiben. Die liberalen
Parteien hätten, wenn ſie die Entwickelung vorausgeſehen
hätten, dem Sprachenparagraphen ſicherlich nicht
zuge=
ſtimmt. Die Polizeibehörde in Eſſen hat ſich eine Abſchrift
der Mitgliederliſte des Transportarbeiterverbandes
ver=
ſchafft und die ihm angehörenden Eiſenbahnarbeiter
denunziert. Die Polizeibehörde hat dabei nichts anderes
als einen Einbruchsdiebſtahl begangen. (Hört! hört) Dis
betreffenden Arbeiter wurden entlaſſen. So ſieht das
libe=
rale Vereinsrecht aus. Auch die Gewerkſchaften ſind der
Einmiſchung der Polizei ausgeſetzt, da ihre
Veranſtaltun=
gen als politiſche angeſehen werden. Wir wollen das
ganze Ueberwachungsrecht der Polizei beſeitigt wiſſen.
Es wird widerrechtlich angewandt und widerrechtlich von
den Gerichten ſanktioniert. Es mutet auch höchſt ſonderbar
an, daß für die ſchriftliche Genehmigung einer
Verſamm=
lung unter freiem Himmel ſeitens gewiſſer
Polizeibehör=
den eine Gebühr erhoben wird, da doch im § 7 des
Ge=
ſetzes ſteht, daß ein ablehnender Beſcheid koſtenfrei
blei=
ben ſoll (Heiterkeit) und ſomit für eine Genehmigung
doch ſelbſtredend auch keine Gebühr erhoben werden darf.
Wir verlangen, daß die für politiſche Vereine gegebenen
Beſtimmungen auf diejenigen Vereine zu beſchränken ſind,
welche die Erörterung politiſcher Angelegenheiten in
Verſammlungen bezwecken. Heutzutage werden auch alle
Sportvereine, die nur loſe im Zuſammenhang mit der
Sozialdemokratie ſtehen, als politiſche Vereine bezeichnet,
während Turn= und andere Sportvereine der bürgerlichen
Parteien unbehelligt bleiben. Ebenſo verhält es ſich mit
den gewerkſchaftlichen Organiſationen. Wenn es nach
der Polizei ginge, gäbe es überhaupt keine unpolitiſchen
Vereine in Deutſchland, denn jeder Verein iſt gelegentlich
gezwungen, zu irgendeiner ihn intereſſierenden Frage in
ſeinem Vereinsorgan Stellung zu nehmen. Auch der
Po=
lizeipräſident von Berlin, Herr Dr. v. Jagow, hat in
dieſen Fragen Gutachten abgegeben, von denen man nicht
weiß, ob man ſich mehr über ſeine juriſtiſche Unkenntnis
oder über ſeinen Mangel an Gewiſſenhaftigkeit wundern
ſoll. (Vizepräſident Dr. Paaſche rügt dieſen Ausdruck und
erſucht den Redner, ſich in ſeiner Kritik zu mäßigen.)
In ſeinem Gutachten über die Zuſammenſetzung und die
Betätigung der Generalkommiſſion gibt Polizeipräſident
v. Jagow einen falſchen Bericht. Das Gutachten iſt zu
vergleichen mit einer eidlichen Ausſage vor Gericht, und
ier hätte ſich leicht überzeugen können, daß das Gutachten
eine Unwahrheit enthält. (Glocke. Vizepräſident Dove:
Wollen Sie behaupten, daß der Polizeipräſident unter
Eid die Unwahrheit geſagt hat?) Abg. Legien: Es war
nur ein Vergleich. (Heiterkeit.) An den Sitzungen des
Aktionsausſchuſſes hat die Generalkommiſſion niemals
teilgenommen, wie in dem Gutachten behauptet wird,
und dieſes Gutachten wird dem Urteil des
Oberverwal=
tungsgerichts zugrunde gelegt, um die Gewerkſchaften zu
politiſchen Vereinen zu ſtempeln und ihnen die
Mitglied=
ſchaft der Jugendlichen zu entziehen. Wie das
Reichsver=
einsgeſetz gehandhabt wird, das iſt Rechtsbeugung. Es iſt
Zeit, gut zu machen, was an unſerer Arbeiterbewegung,
an unſeren Jugendlichen, geſündigt wird. Auch für
Deutſch=
land wird die Zeit kommen, wo das wahre Recht an die
Stelle der Rechtsbeugung treten wird. (Beifall bei den
Sozialdemokraten.)
Abg. Marx (Zentr.): Es iſt die höchſte Zeit, an eine
freiheitlichere Aenderung des Reichsvereinsgeſetzes
heran=
zutreten. Auch gegen die chriſtlichen Gewerkſchaften und
katholiſchen Vereine iſt zeitweilig von den Polizeibehörden
zu Unrecht vorgegangen worden. Höchſt bedauerlich iſt es,
daß von freiſinniger Seite, wie es Dr. Potthoff in der
So=
zialen Praxis getan hat, erklärt wird, daß Berufsvereine
politiſche Vereine ſeien. Dadurch werden ja den
Polizei=
behörden Waffen gegen dieſe Vereine in die Hand gegeben.
Wir verlangen vor allem die Aufhebung des ſogenannten
Sprachen=Paragraphen. Recht und Gerechtigkeit erfordert,
daß das Verbot des Gebrauchs einer nichtdeutſchen Sprache
in öffentlichen Verſammlungen beſeitigt wird. Ich erinnere
nur an das Verbot gegenüber dem Nordpolfahrer
Amund=
ſen, ſeinen Vortrag in Deutſchland in däniſcher Sprache
halten zu dürfen. Die radikalen Beſtrebungen in der
Po=
lenbewegung werden wir nach wie vor energiſch
bekämp=
fen. Dringend wünſchenswert iſt es, daß in den Zeiten vor
den Reichstagswahlen die öffentliche Bekanntmachung
einer Verſammlung in einer Zeitung, die in dem
betreffen=
den Wahlkreis herausgegeben wird, als genügend erklärt
wird. Auch den Beamten muß das Recht gegeben werden,
ſich in wirtſchaftlichen Vereinen zuſammenzuſchließen. Das
Vorgehen gegenüber den Berliner Schutzleuten war
rigo=
ros. Es iſt Zeit, endlich an eine dauernde Verbeſſerung
des Reichsvereinsgeſetzes heranzutreten. (Beifall im
Zen=
trum.)
Miniſterialdirektor Lewald: Wie bei faſt allen
Reichsgeſetzen, ſo liegt auch bei dem Reichsvereinsgeſetze
die Ausführung in den Händen der Einzelſtaaten. Es gibt
keine Reichsbeamten, die mit der Ausführung direkt etwas
zu tun haben. Ebenſo iſt auch die Reichsleitung nicht in
der Lage, einzuſchreiten (Unruhe und Widerſpruch links),
außer wenn von den Einzelſtaaten
Ausführungsbeſtim=
mungen gegeben werden, die mit dem Geſetz in
Wider=
ſpruch ſtehen. Sie werden zugeben müſſen, daß die
Behör=
den von dem Willen und dem Wunſche getragen ſind
das Vereinsgeſetz frei von Schikanen durchzuführen.
(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Es iſt recht
bezeich=
nend, daß die ganze Debatte ſich nicht wie früher gegen
die Auslegung der Maßnahmen der Exekutivbehörden
richtet (Lachen links), ſondern lediglich gegen die
Ausleg=
ung durch die Gerichte. Es iſt nicht zu leugnen, daß, wenn
auch von einander abweichende Entſcheidungen getroffen
werden, ſich heute da doch im Laufe der fünf Jahre eine
größere Sicherheit der Auslegung gebildet hat. Heute
be=
ſteht keine Neigung zur Einbringung einer Novelle zum
Vereinsgeſetz. (Hört, hört!) Verwahrung muß ich
ein=
legen gegen die Behauptung des Abg. Laszewski, das
Oberverwaltungsgericht habe einen Rechtsbruch
vorgenom=
men. Die Gerichte begehen keinen Rechtsbruch. (
Schallen=
des Gelächter links, Bravo! rechts.) Was den Sprachen=
Paragraphen angeht, ſo will ich nur auf den Fall Roald
Amundſen eingehen. Amundſen ſtand der ganzen Sache
fern. Es war Sache der Konzertdirektion Sachs.
Amund=
ſen ſollte Vorträge in deutſcher und norwegiſcher Sprache
halten. Flensburg iſt eine durch und durch deutſche Stadt.
Man wollte nur eine däniſche Heerſchau halten. (
Wider=
ſpruch.) Der Regierungspräſident hat deshalb eine
poli=
tiſche Agitation angenommen. Amundſen ſelbſt hat ſich
gar nicht beſchwert. Er wollte nur Geld verdienen zu
wei=
teren Forſchungsreiſen. Schließlich hat der Miniſter des
Innern die Entſcheidung des Regierungspräſidenten
zu=
rückgenommen. (Unruhe links.) Entweder beſchweren Sie
ſich, wenn eine Entſcheidung nicht zurückgenommen wird;
jetzt beſchweren Sie ſich, daß die Entſcheidung
zurückge=
nommen iſt. (Sehr gut! rechts.) Ferner iſt hier geklagt
worden, daß landwirtſchaftliche Vereine als politiſche
Ver=
eine erklärt und unter das Vereinsgeſetz geſtellt worden
ſind. Bei der Frage, was ein politiſcher Verein iſt,
ent=
ſcheidet nicht, was in den Satzungen ſteht; da kann alles
mögliche darin ſtehen, ſondern was ein Verein tut und
will. (Sehr richtig! rechts.) Ich gebe zu, daß es bei der
Beratung des Vereinsgeſetzes in der Kommiſſion den
ver=
bündeten Regierungen nicht gelungen iſt, eine Definition
zu finden, was politiſche Vereine ſind. Man hat deshalb
davon abgeſehen, und hat dieſe Frage der Judikatur
an=
heimgeſtellt. Es iſt aber doch ſehr gut denkbar, daß ein
landwirtſchaftlicher Verein politiſche Beſtrebungen
ver=
folgt. Dann fällt er eben unter das Reichsvereinsgeſetz.
Dasſelbe gilt auch von anderen Vereinen: Turn=, Geſang=
und Enthaltſamkeitsvereinen uſw. (Heiterkeit.) Bei dem
vom Abg. Legien hier erwähnten Turnverein handelt es
ſich um einen Verein, der in erſter Linie den politiſchen
Kampf erſtrebt und dann erſt die körperliche Ausbildung.
(Widerſpruch und Zurufe bei den Soz.). Außer der
ſozial=
demokratiſchen gibt es nur eine deutſche Turnerſchaft, die
auf nationalem Boden ſteht und ſich im einzelnen von
poli=
tiſchen Beſtrebungen fernhält. (Lachen und Widerſpruch
bei den Soz.) Abg. Legien hat nicht geſagt, wer die
Gut=
achten der Polizeibehörden eingefordert hat. Zu
behaup=
ten, der Polizeipräſident v. Jagow habe bewußt die
Un=
wahrheit berichtet, dazu würde mir der Mut fehlen.
(Bravo! rechts.) Das Gericht, das Zeugen vernehmen kann,
kann ſich das Urteil auch anders, als auf Grund eines
Gut=
achtens bilden. Bebel hat geſagt, die Gewerkſchaften
hät=
ten die proletariſche Klaſſenbewegung zu leiten. Welcher
Unterſchied beſteht denn da zur ſozialdemokratiſchen
Or=
ganiſation? Mit zweierlei Maß wird nicht gemeſſen. Iſt
nicht neuerdings auch ein Kommerzienrat, der am Grabe
eine Rede gehalten hat, in Strafe genommen worden. Was
das Verbot der Koalition der Berliner Schutzmannſchaft
betrifft, ſo muß der Diſziplinarbehörde das Recht
vorbe=
halten werden, einen ſolchen Verein zu verbieten, gerade
wie ein Biſchof eine Vereinigung von Klerikern verbieten
darf. (Sehr gut! rechts.) Die Schutzmannſchaft, die über
Leben und Eigentum von Millionen von Einwohnern zu
wachen hat, bedarf einer ſtrengen Diſziplin. Auch der
Poli=
zeipräſident von London hat ein gleiches Verbot erlaſſen
und den Beifall der engliſchen Preſſe gefunden. (Beifall
rechts.)
Abg. Dr. v. Veit (konſ.): Wir ſind überzeugt, daß das
Reichsvereinsgeſetz richtig angewendet wird. (Lachen
links.) Zu einem Fallenlaſſen des Sprachen=Paragraphen
ſind wir nicht geneigt. Ich bin weiter dafür, daß gegen
die ſozialdemokratiſche Jugendbewegung mit aller Kraft
eingeſchritten werden muß. Würde der ſozialdemokratiſche
Antrag angenommen, ſo würde vom ganzen Vereinsgeſetz
nchts übrig Pleihen. Daun hebt man doch ſchon lieber das
ganze Geſetz auf. Das Geſetz entſpricht aber den
derzeiti=
gen Anforderungen und wir lehnen alle
Abänderungsan=
träge ab. (Lebhafter Beifall.) — Abg. Mertin (
Reichs=
partei): Bezüglich der Judikatur in Sachen des
Reichsver=
einsgeſetzes halten wir die bisherige Zuſtändigkeit der
Oberlandesgerichte als Reviſionsinſtanz für das beſte und
lehnen den polniſchen Antrag, der die Frage anders regeln
will, ab. Daß die Befugniſſe der Polizeibehörden
bezüg=
lich der Ausführung des Reichsvereinsgeſetzes zu groß
ſeien, kann ich nicht anerkennen. Die Jugendpflege beſteht
nach unſerer Anſicht darin, daß man die Jugend
hinaus=
führt in die Natur und ſie nicht mit politiſchen Dingen
beſchäftigt. (Sehr richtig!) Wir wollen die Autorität
ſchützen und nicht ſchwächen.
Darauf wird die Weiterberatung auf Donnerstag
1 Uhr vertagt. — Schluß gegen halb 7 Uhr.
* Berlin, 4. Febr. Die 19. Kommiſſion des
Reichstages zur Beratung des Entwurfes,
betr. den Verrat militäriſcher Geheimniſſe,
nahm den erſten Abſatz des Paragraphen 1 in folgender
Faſſung an: Militäriſche Geheimniſſe im Sinne des
Ge=
ſetzes und Schriften, Zeichnungen und andere Gegenſtände
(die in den Entwurf einbezogenen „Nachrichten”
wer=
den geſtrichen), deren Geheimhaltung im Intereſſe der
Landesverteidigung erforderlich ſei. (Die geſtrichene Stelle
hätte hauptſächlich die durch die Preſſe verbreiteten
Nach=
richten betroffen.)
Das Verhältnis zwiſchen Deutſchland
und England.
* Berlin, 4. Febr. Bei dem Marineetat in
der Budgetkommiſſion des
Reichstags=
wurden das Verhältnis zu England und die
Luftflottenfrage erörtert. Der Staatsſekretär des
Auswärtigen v. Jagow erklärte, das Verhältnis
zu England könne als recht gut bezeichnet
werden. Die Entſpannung und die Annäherung ſchreite
fort. Die Beziehungen der beiden Kabinette ſeien
durch=
aus vertrauensvoll. Staatsſekretär v. Tirpitz erklärte:
Was die marinetechniſche Seite betreffe, ſo habe er ſeinen=
Ausführungen vom Vorjahre nichts hinzuzufügen und
nichts von ihnen abzuziehen. Er betonte, daß die von
England angebotene Relation von 16:10 auch heute noch
annehmbar ſei, daß dagegen der nur gelegentlich einer
Wahlrede erwähnte Feierjahrsgedanke nicht
verwirklicht werden könne. Nach weiteren
Aus=
führungen hierzu betonte der Staatsſekretär, daß poſitive
Vorſchläge an uns bis jetzt nicht herangetreten ſind.
Ge=
ſchehe dies, würden ſie ſicherlich wohlwollend geprüft.
Weiter gab der Staatsſekretär Aufſchluß über das
An=
wachſen der Marineetats der verſchiedenen
Mächte in den letzten fünf Jahren, wobei ein ſehr viel
ſtärkeres Anwachſen bei den fremden
Staaten feſtzuſtellen ſei. Hiernach ſteigerten ſich die
Ausgaben in den letzten fünf Jahren in Deutſchland um
55 Millionen Mark, in England, das ſchon damals eine
doppelt ſo ſtarke Flotte hatte als wir, um 216 Millionen,
d. i. um das Vierfache, ungerechnet den noch zu
erwarten=
den Nachtragsetat von 60 Millionen, in Frankreich um
134 Millionen, d. i. das Zweifache, in Rußland um 302
Millionen, d. i. das Fünffache, und zwar faſt nur für
die Oſtſeeflotte.
Der Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes v.
Ja=
gow führte im einzelnen aus, daß ſich auf dieſer Linie
Entſpannung und Annäherung glücklich weiter
entwickel=
ten. Der Grundton der öffentlichen Meinung ſei ein
anderer geworden als vor Jahren. Man könne ſich dem
Eindruck nicht verſchließen, daß in der allgemeinen
Stim=
mung ein gewiſſer Wandel eingetreten ſei. In
bei=
den Ländern habe die Erkenntnis an Boden gewonnen,
daß ſie in vielen Punkten und Fragen mit= und
neben=
einander arbeiten könnten und daß ſich ihre Intereſſen
vielfach berühren. Die Ereigniſſe der letzten Zeit, die
Vorgänge auf dem Balkan und die Verhandlungen in
London trugen manches hierzu bei. In England habe
man ſich überzeugen können, daß von deutſcher Seite keine
aggreſſive Politik getrieben werde. Mit England habe
Deutſchland daran arbeiten können, zwiſchen den beiden
Mächtegruppen ausgleichend zu wirken und
internatio=
nale Konflikte zu vermeiden. Daraus hätten ſich gewiſſe
Annäherungen ergeben. Die Beziehungen zwiſchen den
beiden Kabinetten ſeien vertrauensvoll und loyal und von
gegenſeitigem Entgegenkommen getragen.
Es würden ferner, wie bekannt, Verhandlungen über
Einzelfragen geführt werden. Dieſe Verhandlungen, die
von dem Wunſche geleitet ſeien, auf dem Gebiete des
wirtſchaftlichen und kolonialpolitiſchen Wettbewerbs
In=
tereſſengegenſätze zu vermeiden, nähmen ihren Fortgang,
ſeien aber noch nicht zu Ende geführt. Es ſeien viele
Wünſche und Gegenwünſche abzuwägen, und es ſpielten
auch die Intereſſen anderer Staaten hinein. Man dürfe
erwarten, daß das Ergebnis, wenn es auch nicht gegen
jede Kritik gefeit ſein werde, in beiden Ländern mit
Be=
friedigung aufgenommen werden würde. Hinſichtlich des
Feierjahres beſtätigte der Staatsſekretär v. Jagow, daß
amtliche Vorſchläge nicht an die deutſche Regierung
ge=
langt ſeien, und es ſcheine ihm auch ſchwer zu
ſein, einen Weg zur Verwirklichung des
Churchillſchen Vorſchlages zu finden, der
übrigens ſeines Wiſſens in der öffentlichen Meinung
Englands ſelbſt keinen beſonders lebhaften Anklang gen
funden habe.
Ein Mitglied des Zentrums hielt den Gedanken des
Feierjahres im Flottenbau für erledigt,
nachdem der engliſche Vorſchlag lediglich in die
Oeffent=
lichkeit geworfen worden ſei, nicht aber Gegenſtand von
Verhandlungen zwiſchen beiden Regierungen war. Bei
einer ernſthaften Behandlung dieſer Frage müßten doch
auch die Mächtegruppierungen in Betracht gezogen
wer=
den — Ein Fortſchrittler begrüßte mit Genugtuung die
Beſſerung der Beziehungen zu England, die im Intereſſe
der beiden großen Staaten läge. Deutſchlands Rüſtungen
trügen keinen aggreſſiven Charakter. Erfreulich ſei, daß
der Staatsſekretär etwaige Vorſchläge von engliſcher Seite
über die Herſtellung einer gewiſſen Relation der
Kampf=
ſchiffe ernſthaft prüfen wolle und in dieſem Punkte an
den vorjährigen Anſchauungen feſthalte. Auch er würde
ein Abkommen mit England lebhaft begrüßen. Aber
ge=
rade England ſei es, das fortwährend zu neuen Rüſtungen
treibe. Deutſchland halte an ſeinem Flottengeſetz feſt.
Bedenklich mache ihn, daß Rußland ſeine Oſtſeeflotte in
hohem Maße ausbaue — Ein ſozialdemokratiſcher
Abge=
ordneter meinte, die Ausführungen des Staatsſekretärs
hinſichtlich einer Relation von 16:10 hätten ihn
ſym=
pathiſch berührt.
Ein nationalliberaler Abgeordneter begrüßte es, daß
die Beziehungen zu England und der Ton der
engli=
ſchen Preſſe manierlicher geworden ſeien. Er möchte
aber die Worte des Referenten von dem „geſunden
Miß=
trauen” kräſtig unterſtreichen. In der Frage der
deut=
ſchen Militärmiſſion in der Türkei habe
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Nummer 36.
England die franzöſiſch=ruſſiſchen Einſprüche unterſtützt.
Er wünſche nicht, daß bei der Regelung einer Reihe von
Fragen am Balkan und in Aſien aus zu weitgehender
Rückſichtnahme auf England die deutſchen Intereſſen dort
Schaden litten. Ein anderer Redner der Fortſchrittlichen
Volkspartei glaubte, daß, wenn auch mit England eine
Vereinbarung in den Rüſtungsfragen zuſtande käme,
Frankreich und Rußland nicht verpflichtet ſeien, weniger
zu rüſten. Bei der Einlegung eines Feierjahres würden
den deutſchen Werften und ihren Arbeitern
Schwierig=
keiten erwachſen — Ein Mitglied der Konſervativen
er=
klärte ſich befriedigt von den Erklärungen der
Regierung und wünſchte, daß unſere Beziehungen
zu England immer gute ſeien; daß aber unter allen
Um=
ſtänden ein Abkommen zuſtande kommen müſſe, ſolle
da=
mit nicht geſagt ſein. In jedem Falle müßten die
deut=
ſchen Intereſſen gewahrt werden und die Worte des
Reichskanzlers wahr ſein, daß nicht gegen Konzeſſionen
in Aſien und Afrika deutſche Intereſſen preisgegeben
werden dürften.
Staatsſekretär v. Tirpitz antwortete auf einzelne
von den Vorrednern angeſchnittene Fragen, indem er
ausführte, daß wir bezüglich der Kaliberfrage dem
Vor=
gehen anderer Staaten gefolgt und bei der Steigerung
des Kalibers durch die Verminderung der Geſchützzahl
beſtrebt geweſen ſeien, an der unteren Grenze des
De=
placements zu bleiben. Was die Steigerung des Etats
anbetreffe, ſo müſſe man auch die natürliche
Preisſteige=
rung und das Sinken des Geldwertes berückſichtigen. Auf
die Erwähnung der ablehnenden Haltung der deutſchen
Regierung in der Frage der Beſchickung der San
Franzisko=Ausſtellung erklärte der
Staatsſekre=
tär des Auswärtigen Amtes, daß für dieſe Haltung, wie
ſeinerzeit dargelegt worden ſei, keine politiſchen, ſondern
lediglich wirtſchaftliche Gründe, insbeſondere die
ableh=
nende Haltung unſerer Induſtrie, maßgebend geweſen
ſeien.
Auf eine weitere Frage erwiderte der Staatsſekretär:
Ueber die Beibehaltung des
Mittelmeergeſchwa=
ders kann gegenwärtig noch kein Beſchluß gefaßt
wer=
den. Dies hängt von der weiteren Entwicklung der
poli=
tiſchen Lage ab die noch nicht zu überſehen iſt. — Ein
Mitglied der Fortſchrittlichen Volkspartei ſtellte feſt, daß
bezüglich des Rüſtungsabkommens
poſi=
tive Vorſchläge von keiner Regierung
vor=
lägen, daß aber die Kommiſſion bereit ſei, ſolche
Vor=
ſchläge ernſthaft zu prüfen. — Staatsſekretär v. Tirpitz
betonte, daß ohne das Maß von der Flottenſtärke, wie
es im Flottengeſetz zum Ausdruck komme, die Anbahnung
beſſerer Verhältniſſe zu England wahrſcheinlich nicht
ein=
getreten wäre. Wir hätten daher allen Grund, an
un=
ſerem bewährten Flottengeſetz feſtzuhalten. Der
Staats=
ſekretär hob nochmals hervor, daß Deutſchland bezüglich
des Deplacements und des Kalibers niemals der Treiber
geweſen ſei und auch niemals der Treiber ſein werde.
Letzteres erkannte auch ein ſozialdemokratiſcher
Abgeord=
neter als richtig an. — Hierauf wurde der Titel „Gehalt
des Staatsſekretärs” bewilligt. Weiterberatung am
Don=
nerstag.
Luftfahrt.
* Mannheim, 4. Febr. Nach der Neuen Badiſchen
Landeszeitung iſt die in auswärtigen Blättern verbreitete
Meldung, daß das zweite Militärluftſchiff
Syſtem Schütte=Lan z zur Fahrt bereitliege und noch
in dieſer Woche ſeine erſte Probefahrt unternommen
wer=
den ſolle, ſowie daß bereits eine militäriſche
Abnahme=
kommiſſion eingetroffen, vollſtändig unrichtig. Nach
ein=
gezogenen Erkundigungen bei Herrn Profeſſor Schütte iſt
das neue Luftſchiff noch nicht fertiggeſtellt. Man hat ſich
noch keineswegs damit befaßt, eine Zeitbeſtimmung für
die erſte Probefahrt zu treffen. Auch die Angaben über die
Größenverhältniſſe des Luftſchiffes, die im übrigen
mili=
äriſches Geheimnis ſind, werden als gänzlich falſch
bezeich=
net. An dem Luftſchiff wird eifrig gearbeitet. Nach
Fertig=
ſtellung des Luftſchiffes wird ſofort mit den Probefahrten
begonnen werden.
* Friedrichshafen, 4. Febr. Die Probefahrten
mit dem Militärluftſchiff 3. 7‟ ſind jetzt
abge=
ſchloſſen. Die neuen Abzugsvorrichtungen für die
aus=
ſtrömenden Gaſe haben ſich bewährt. Die Ueberführung
nach Dresden wird demnächſt erfolgen.
* München, 4. Febr. Heute vormittag iſt ein
Unter=
offizier des Fliegerbataillons Oberſchleißheim aus 200
Meter Höhe auf den Kaſernenhof des Eiſenbahnbataillons
geſtürzt. Er war ſofort tot. Das Flugzeug iſt
zer=
trümmert.
* Helgoland, 4. Febr. Das Luftſchiff „
Sach=
ſen” überflog heute mittag die Hafenanlagen, umkreiſte
die Inſel, flog über die Düne zu dem hinter der Düne
liegenden Geſchwader und verſchwand dann in dichtem
Nebel. Das Schiff führte die Reichsdienſtflagge.
Landung deutſcher Fliegeroffiziere in Frankreich.
* Paris, 4. Febr. Im Gegenſatz zu der Meldung
der Agence Havas wird von einzelnen Berichterſtattern
behauptet, daß die beiden deutſchen Militärflieger,
Leut=
nant Preſtin und Leutnant Gerſtner, Luneville nicht
ver=
laſſen haben. Das Flugzeug, welches die Marke der
Alba=
troswerke trug, wurde auf Erſuchen der Offiziere von
Sol=
daten des achten Artillerie=Regiments zerlegt und nach
dem Bahnhof in Luneville gebracht, um nach Metz
be=
fördert zu werden. An Bord des Flugzeuges hat ſich nichts
Verdächtiges befunden. Beide Offiziere ſpeiſten, einer
freundlichen Einladung entſprechend, im Militärkaſino und
ſprachen ſodann dem General Varin und allen Offizieren
der Garniſon Luneville ihren Dank für die ihnen bereitete
Aufnahme aus. — Nach einer anderen Darſtellung reiſten
die Offiziere um 11 Uhrſüber Pagny=ſur=Moſelle nach Metz
ab. Andere Berichterſtatter behaupten, daß ſie ſich um 1½
Uhr nachts noch immer in der Kaſerne der
Kavalleriedivi=
ſion im Schloſſe von Luneville befunden hätten. Die
Er=
mächtigung zur Abreiſe werde ihnen erſt nach der
Unter=
ſuchung erteilt, welche der heute erwartete Vertreter des
Kriegsminiſteriums über die Angelegenheit anſtellen ſoll.
(Notiz des W. T.=B.: Bis heute früh halb 8 Uhr waren
die beiden Offiziere bei ihrer zuſtändigen Flugſtation in
Metz noch nicht eingetroffen.)
* Paris, 4. Febr. Entgegen einer Meldung aus
Nancy, daß die beiden geſtern auf franzöſiſchem Boden
ge=
landeten deutſchen Fliegeroffiziere nach
Deutſch=
land abgereiſt ſeien, ſtellt eine Depeſche der Agence Havas
feſt, daß ſich die beiden Offiziere noch immer in
Lune=
ville befinden.
* Paris, 4. Febr. (Agence Havas.) Die
Unter=
ſuchung der Militärbehörden von Lunéville ergab
nichts Belaſtendes für die deutſchen
Offiziers=
flieger. Der Kriegsminiſter gab daraufhin bezüglich der
Abreiſe einen günſtigen Beſcheid. Der Miniſter des
Innern übermittelte dem Präfekten des Departements
Meurthe=et=Moſelle die Inſtruktion, daß die Offiziere
nach Deutſchland zurückkehren könnten. Der
abmontierte Apparat wird mit der Bahn zurückgeſchafft.
* Paris, 4. Febr. Die deutſchen
Militär=
flieger ſind um 4 Uhr im Automobil nach der
Grenzeabgereiſt. Bei der Abfahrt hat ſich keinerlei
Zwiſchenfall ereignet.
* Metz, 4. Febr. Von Deutſch=Avricourt aus
tele=
phonierten die Offiziersflieger nach Metz, daß
ihnen um 2 Uhr 30 Minuten geſtattet worden ſei,
Frankreich zu verlaſſen. Um 9 Uhr 56 Minuten
würden ſie in Metz eintreffen.
* Straßburg i. E., 4. Febr. Der abmontierte
Albatros=Doppeldecker der Metzer
Fliegeroffi=
ziere liegt zurzeit am Bahnhof Lunéville.
* Straßburg i. E., 4. Febr. Die beiden Metzer
Fliegeroffiziere, die bei Lunéville gelandet waren, ſind
um 6.55 Uhr abends in Deutſch=Avricourt
ein=
getroffen und um 7.20 Uhr nach Metz weitergereiſt.
Sport, Spiel und Turnen.
Ein heſſiſcher Staatspreis für Fußball. Es iſt eine
bekannte und anerkannte Tatſache, daß der heſſiſche Staat
mit beſonderem Entgegenkommen auch die Pflege des
Sports und der Leibesübungen unterſtützt und fördert, und
zwar beſonders auch der akademiſchen Jugend. Es darf
auch wohl eine Anerkennung der Tatſache, daß die Pflege
von Sport und Spiel an Unwerſität und Hochſchule
ziel=
bewußt betrieben wird, darin erblickt werden, daß das
Großh. Miniſterium des Innern einen
Staats=
preis für ein Fußballwettſpiel geſtiftet hat.
Der Preis ſoll in einem Wettſpiel zwiſchen Mannſchaften
der Landesuniverſität Gießen und der Techniſchen
Hoch=
ſchule Darmſtadt zum Austrag gebracht werden, das am
Sonntag, den 8. Februar, 3 Uhr nachmittags, auf dem
Olympiaſportplatz in Darmſtadt ſtattfinden wird. — Der
Großherzog hat ſein Erſcheinen zu dem Wettſpiel in
Ausſicht geſtellt.
Der Maſſenmörder Wagner für irrſinnig
erklärt.
* Heilbronn, 4. Febr. Hauptlehrer Wagner
iſt infolge Beſchluſſes der Strafkammer im Einverſtändnis
mit der Königl. Staatsanwaltſchaft außer
Verfol=
gung geſetzt und dauernd in eine
Irren=
anſtalt verbracht worden.
* Heilbronn, 4. Febr. Der Beſchluß der
Straf=
kammer, den Hauptlehrer Wagner in eine
Irren=
anſtalt zu verbringen, ſtützt ſich auf die pſychiatriſchen
Gutachten von Profeſſor Gaupp=Tüdingen und
Pro=
feſſor Wollenberg=Straßburg. Beide Gutachten kommen
übereinſtimmend zu dem Ergebnis, daß der Angeſchuldigte
zur Zeit der Begehung der Straftaten ohne allen Zweifel
an chroniſchem Verfolgungswahnſinn
ge=
litten hat. Dieſer Auffaſſung iſt das Gericht beigetreten,
indem es die volle Ueberzeugung erlangt, daß der
An=
geſchuldigte ſeine Straftaten unter dem Zwange einer die
freie Willensbeſtimmung ausſchließenden krankhaften
Störung der Geiſtestätigkeit begangen habe, daß er alfo
ſtrafrechtlich nicht verantwortlich gemacht
werdin könne. Eine abſchließende Hauptverhandlung
hätte unmöglich zu einem anderen Ergebnis führen
kön=
nen. Deshalb ſoll von einem Hauptverfahren abgeſehen
und der Angeklagte dem Antrage der Staatsanwaltſchaft
gemäß außer Verfolgung geſetzt werden. Da der
Angeſchul=
digte als gemeingefährlich erſcheint, ſo iſt gleichzeitig ſeine
dauernde ſichere Verwahrung in einer Irrenanſtalt
ver=
anlaßt worden. Die Anſtalt iſt bis jetzt noch nicht bekannt
gegeben.
Literariſches.
St. Max=Reger=Karikaturen von
Wil=
helm Thielmann. Der junge, auch in Darmſtadt
beſtens bekannte Künſtler Wilh. Thielmann=
Willings=
hauſen, den wir als einen in ſeiner Kunſt ebenſo
fein=
ſinnigen wie ausdrucksvollen Schöpfer originellſter
Holz=
ſchnitte und feiner Radierungen ſchon lange ſchätzen, deſſen
Ausſtellungen in der Kunſthalle am Rheintor mehrfach
eingehende und anerkennende Beſprechungen in dieſem
Blatte fanden, hat ſich auch mit ganz erſtaunlichem
Er=
folge auf ein anderes Gebiet, das der Karikatur, begeben.
Er hat eine Mappe mit Max=Reger=Karikaturen
im Kunſtverlag von N. G. Elwert in Marburg erſcheinen
laſſen, die zweifellos ſowohl allen Freunden des
berühm=
ten Komponiſten, den ja bekanntlich beſonders enge
künſt=
leriſche Beziehungen mit Darmſtadt verknüpfen, eine
ebenſo willkommene Gabe ſein wird, wie den Freunden
der Kunſt Wilhelm Thielmanns. Wer die Radierungen
des Künſtlers kennt, von denen unſer Landesmuſeum
eine ganze Reihe beſitzt, die bei aller Feinheit eine
außer=
gewöhnliche Ausdruckskunſt offenbaren, der weiß zwar,
was der Künſtler in ſeiner Zeichnung, in ſeiner
Beherr=
ſchung der linearen Ausdrucksmittel zu ſagen vermag,
dennoch müſſen die vorliegenden Karikaturen überraſchen.
Sie ſind auf das Mindeſtmaß der Linie beſchränkt und
bieten dabei eine Charakteriſierung des Komponiſten, die
geradezu meiſterhaft wirkt. Und ein ſo feiner Humor
pricht aus den etwa 20 Blättern, eine ſo geſunde,
be=
zeichnende, aber in keiner Weiſe verletzende Satire, daß
ſich Wilhelm Thielmann mit dieſen neuen Perlen ſeines
Talents mit einem Schlage einen Platz neben den beſten
Karikaturiſten unſerer Zeit erobert hat. Ein Erfolg, zu
dem man dem ſtrebſamen Künſtler herzlich gratulieren
darf.
Vom Balkan.
* Bukareſt, 4. Febr. Der Kronprinz von
Griechenland iſt heute mittag hier eingetroffen und
auf dem Bahnhofe von dem Thronfolger, den Miniſtern
und dem griechiſchen Geſandten empfangen worden. Der
Kronprinz begab ſich in das königliche Schloß, wo er
Gaſt des Königs iſt.
* Köln, 4. Febr. Ein Berliner Telegramm der
Kölniſchen Zeitung bezeichnet die Nachrichten über die
Balkanbündniſſe insbeſondere die Meldung
Wie=
ner Blätter über ein Bündnis zwiſchen Griechenland
und Rumänien, dem wahrſcheinlich Deutſchland
nahe=
ſtände, als Kombination. Es ſei nichts davon zu
merken geweſen, daß Venizelos in Berlin mit dem
Kron=
prinzen von Rumänien und dem rumänifchen Geſandten
über ein Bündnis verhandelte, ebenſo wenig laſſen ſich hier
Anzeichen feſtſtellen, daß Deutſchland den Abſchluß eines
ſolchen Bündniſſes und den Beitritt dazu beabſichtige,
* Wien, 4. Febr. Eſſad Paſcha erklärt in der
Neuen Freien Preſſe: Zwiſchen mir und der
Kontroll=
kommiſſion wurde ein vollkommenes
Einver=
ſtändnis erzielt. Die Kontrollkommiſſion kommt
nunmehr zu ihrem ſtändigen Aufenthalt nach Durazzo. Ich
werde meinen Platz weiter behalten. Sobald mir die
Kontrollkommiſſion offiziell mitteilt, daß der Prinz zu
Wied zur Abreiſe nach Albanien bereit iſt, werde ich an
der Spitze einer Deputation nach Potsdam
reiſen. Wahrſcheinlich werde ich den Prinzen zu Wied
von Potsdam nach Wien und Rom begleiten, während die
übrigen Mitglieder der Deputation von Potsdam direkt
nach Albanien zurückreiſen.
* Paris, 4. Febr. Nach einer Meldung aus Athen
haben ſich die Vertreter der griechiſchen Regierung nach
Lariſſa begeben, um ſich mit dem dort eingetroffenen
In=
genieur der franzöſiſchen Bauunternehmung über die
Tracierung der Verbindungslinie zwiſchen
dem griechiſchen und dem internationalen Eiſenbahnnetz zu
verſtändigen.
Zur Lage in Mexiko.
* Mexiko, 4. Febr. Der Geſchäftsträger
der Vereinigten Staaten. O’Shaugneſſy,
benachrichtigte alle Fremden indirekt von der Freigabe
der Waffenausfuhr nach Mexiko durch ſeine
Regierung. Viele Fremde bereiten ſich zur Abreiſe vor.
— Präſident Huerta äußerte, er laſſe O'Shaugneſſy die
Päſſe aus dieſem Anlaß nicht zuſtellen; die Freigabe des
Waffenhandels würde ſeine Haltung gegenüber den
Ver=
einigten Staaten und den Nordamerikanern in Mexiko
nicht beeinfluſſen.
* Neu=Orleans, 4. Febr. Nachdem die
Verord=
nung, die den Waffenhandel in Mexiko
frei=
giht, veröffentlicht worden war, erfuhr man, daß hier
und in den Nachbarſtädten 14000 Gewehre, 15 Millionen
Patronen, 60 Revolverkanonen und 4 Maſchinengewehre
lagerten, um nach Mexiko durchgeſchmuggelt zu werden.
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 4. Februar.
Die Jüdin von Toledo.
W-l. Grillparzers Trauerſpiel „Die Jüdin von
Toledo”, mit dem heute der Grillparzer=Zyklus
abſchloß, iſt erſt aus dem Nachlaſſe des im Jahre 1872
verſtorbenen Dichters herausgegeben worden, und die
letzte Feile fehlt ihm. Mehr als in anderen
Grillparzer=
ſchen Stücken überwiegt in ihm die Rhethorik zum
Nach=
keile der Geſchloſſenheit der Handlung. Als) Vorlage
diente Grillparzer ein Stück von Lope de Veja, mit der
er aber ganz frei und ſelbſtändig verfuhr.
Der junge König Alfonſo, der, von pedantiſchen
Lehrern erzogen, bisher an der Seite ſeiner
tugend=
haften und ſtolzen Gattin ein gleichmäßiges, von dem
Hauch der Leidenſchaft unberührtes Leben geführt hat,
wird von der ſchönen Jüdin Rahel, einem Ausbund
weiblicher Koketterie, mit den Feſſeln einer ſinnlichen
Lei=
denſchaft umſtrickt, der er ganz verfällt. Zu ſpät erwacht
in ihm der Mann. „Er fühlte ſich glücklich in dem
unge=
ſtörten Gleichgewichte ſeines Weſens, die Welt hatte ihn
noch nicht in ihre ſtrenge Lehre genommen. Alles iſt gut,
da erſcheint jene Jüdin, und etwas wird in ihm rege,
von deſſen Daſein er bis jetzt keine Ahnung gehabt hat.”
Die Leidenſchaft für das üppige Weib ergreiſt ihn und
verwandelt ſein ganzes Weſen. Er weiß ſich indeſſen
von dieſer Leidenſchaft frei zu machen und geht ſiegreich
und ſittlich geläutert aus dem Kampfe ſeiner Leidenſchaft
hervor. Dieſe Läuterung des Königs iſt nur durch den
grauſamen Tod der Rahel möglich, von der ſich der
König nach ihrem Tode entſetzt abwendet. Man hat ſich
von dieſem Schluß früher abgeſtoßen gefühlt; geiſtreich
bemerkt Heinrich Laube, der gewiegte Praktiker, zu dieſer
zwar konſtruierten, aber hochgenialen Schlußwendung:
„Selbſt die auffallende Schlußwendung iſt ganz richtig;
es fragt ſich nur, ob dieſe Richtigkeit im Theater genügen,
ob die Nichtachtung der aufgeregten Gefühle das
Publi=
kum nicht verſtimmen werde. Denn die Zuhörerſchaft im
Theater bedarf immer ſchließlich einer Genugtuung für
ihre Gefühle und geſtattet nicht leicht, daß zu einer
höhe=
ren Tagesordnung nüchtern übergegangen werde.”
Erſt ſpäter hat ſich dieſe richtige Auffaſſung von dem
hohen ſittlichen Ideal des Dichters, der die Befreiung
von der Leidenſchaft wie die Heilung von einer Krankheit
aufgefaßt wiſſen wollte, Geltung verſchafft, unter welchem
Geſichtspunkte dann das Stück nach Verdienſt bewertet
worden iſt.
Den Darſtellern der Hauptrollen, des Königs und der
Rahel, ſtellt das Schauſpiel wegen der Kompliziertheit der
Charaktere ſchwere Aufgaben. Wie in der Rolle des Jaſon
und des Phaon muß der Darſteller des Königs es
ver=
ſtehen, dem problematiſchen Grundzug dieſes Charakters
gerecht zu werden und den immerfort wechſelnden, oft ins
Gegenteil umſchlagenden Empfindungen und Stimmungen
pſychologiſche Glaubwürdigkeit zu verleihen, dabei auch
noch die Klippe des deklamatoriſchen Pathos vermeiden.
Herr Ehrle bewährte ſich in der geſchickten und
takt=
vollen Löſung dieſer ſchwierigen und vielſeitigen Aufgabe
als echter Künſtler. Aus den ſich ſcheinbar
widerſprechen=
den Zügen der Rahel — Natürlichkeit und Koketterie.
Kind=
lichkeit und Falſchheit, Einfältigkeit und Raffiniertheit,
Nachgiebigkeit und Trotz, ein Weib, das ſich „zehnmal mit
jedem Atemzuge widerſpricht” — ein einheitliches
Charak=
terbild zu ſchaffen, iſt außerordentlich ſchwer und kann nur
der Genialität einer Perſönlichkeit gelingen, der man es
ohne weiteres glaubt, denn ſie iſt mehr ein Problem, als
ein Charakter. Frau Meißner kehrte in der Darſtellung
dieſer ſchönen Hexe mehr die berechnende Kokette und die
Fehler hervor, die der König ſelbſt mit den Worten
charak=
teriſiert:
Nimm alle Fehler dieſer weiten Erde,
Die Torheit und die Eitelkeit, die Schwäche,
Die Liſt, den Trotz, Gefallſucht, ja die Habſucht,
Vereine ſie, ſo haſt Du dieſes Weib.
Die ſtolze und tugendhafte Königin, neben der Eſther
der einzige imponierende Charakter, der inmitten aller
zwiſchen Extremen wechſelnden Perſonen zielbewußt und
feſt daſteht, wurde durch Frl. Pils ſehr ſympathiſch
ver=
körpert. Die tragikomiſche Rolle des Jſaak, der als Vater
der Königsbuhle hohle Hände macht, ſpielte Herr
Weſter=
mann mit ſcharf ausgeprägter und mit Humor
untermiſch=
ter Charakteriſtik. Ernſt und würdevoll war der Manrique
des Herrn Heinz, friſch und ſympathiſch der Garceran
des Herrn Schneider. Die Rolle der Eſther, meiſt
pathetiſcher Art, wurde von Frl. Alſen mit
verſtändnis=
vollem Takt geſprochen und dargeſtellt.
Das Haus war gut beſucht. Die Regie hatte Herr
Baumeiſter. Die Inſzenierung des Stückes verriet
viel Geſchmack; nur die Landſchaft des Luſtſchloſſes paßte
ſich dem modernen Stil ſchlecht an.
Nummer 36.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Seite 7.
Darmſtadt, 5. Februar.
C) Lichtbilder=Vortrag der Deutſchen
Kolonialgeſell=
ſchaft und des Deutſchen Flottenvereins. Der geſtern abend
in dem Feſtſal des Hotels „Zur Traube” von der
Ab=
teilung Darmſtadt der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft und
dem Deutſchen Flottenverein (Kreisgruppe Darmſtadt)
veranſtaltete Lichtbilder=Vortrag des Oberleutnants a. D.
Dr. Schultze=Berlin über ſeine Erforſchungsreiſe
mit Herzog Adolf von Mecklenburg vom Kongo durch
Neu=Kamerun bis zum Tſchadſee war außerordentlich
zahlreich beſucht und bot für die Zuhörerſchaft einen
hoch=
intereſſänten und lehrreichen Vereinsabend. Der Redner
der als Begleiter des Herzogs Adolf von Mecklenburg an
der Erforſchungsreiſe in unſere neuen Reichskolonien
teil=
genommen hatte, ſchilderte in feſſelnder Weiſe an Hand
zahlreicher Lichtbilder Land und Leute des von Frankreich
eingetauſchten neuen Kolonialgebietes insbeſondere die
dort vorhandenen Urwaldverhältniſſe die eine
Ausdeh=
nung von etwa 2500 Meilen haben. Die erſte Kenntnis
hiervon brachte der Afrikaforſcher Stanley, der hier
wiſſen=
ſchaftlich vieles geleiſtet, aber ungerechterweiſe viel
ange=
feindet wurde. In dem ganzen Urwaldgebiet herrſchten
fortgczetzt Ueberſchwemmungen, ſo daß die Bäume viele
Meter unter Waſſer ſtehen. Eingehent ſchildert der
Red=
ner die Zuſammenſetzung des Urwaldes und die
vorhan=
denen Nutzpflanzen. von denen der Kauiſchukbaum, die
Rafſia= und die Frikuspalme, wegen ihrer wertvollen
Eigenſchaften zum Kolonialexport am geeignetſten ſind.
Beſonders wertvoll aber ſind die Oelpalmen unter deren
Schatten man tagelang wandern kann. Auch der
Kakao=
baum findet ſich in den Niederungen Neukameruns ſehr
zahlreich und ſeine Erträgniſſe und Güte ſtehen dem
otf=
afrikaniſchen Produkt in keiner Weiſe nach. Die
Tier=
welt, insbeſondere das Wild iſt ſehr ſchwach vertreten und
der Jäger würde hier keine Be,riedigung finden. Dagegen
beherrſcht der Gorilla und der Schimpanſe auf weite
Strecken den Urwald und bringen die Bewohner in ſtete
Gefahr. Auch Vögel findet man ſehr wenig, dagegen ſind
die Inſekten, insbeſondere Schmetterlinge um ſo ſtärker
vertreten. Die letzteren erreichen oft die Größe einer Hand.
Die Bewohner Neu=Kameruns ſtehen auf einer ſehr tiefen
Kulturſtufe; ſie ſind ſehr klein und reichen dem Eucopäer
kaum bis an die Bruſt, und die Wohn= und
Lebensver=
hältniſſe ſind primitivſter Art. Sie huldigen teilweiſe noch
dem Kannibalismus, dem jedoch von der Regierung bereits
ſcharf entgegen getreten wird. Eingehend ſchilderte der
Redner noch das Küſtengebiet Neu=Kameruns, das in
ſeiner landſchaftlichen Schönheit mit unſeren Kolonien
wetteifert und von zahlreichen Völkerſchaften beſiedelt iſt.
Zum Schluß ſeines Vortrags beſprach er noch das Leben
des Euroväers im Urwald und die Urwald=Faktoreien.
auf denen die Züchtung von Rindvieh im Vordergrund
ſteht. Dabei gab er der Hoffnung Ausdruck, daß es
deut=
ſchem Wagemut und Ausdauer gelingen werde, auch
die=
les Neuland des Reiches nach und nach zu koloniſieren.
Reicher Beifall und Dank wurde dem Redner zuteil, dem
auch der Vorſitzende der Kolonialgeſellſchaft in Darmſtadt
in trefflichen Worten Ausdruck gab.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 4. Febr. Wie das W. T. B. von zuſtändiger
Seite erfährt, iſt das Gerücht von einem bevorſtehenden
Wechſel in der Leitung des Geheimen
Zivil=
kabinetts des Kaiſers vollſtändig
gegen=
ſtandslos.
* Berlin, 4. Febr. Dem Berl Lokalanzeiger zufolge
iſt Generalleutnant Freihrrr v. Richthofen, bisher
Kommandeur der Gardekavallerie=Diviſion, in
gleicher Eigenſchaft zur 6. Diviſion in Brandenburg a. H.
verſetzt worden. Mit der Führung der
Gardekaval=
lerie=Diviſion wurde Generalmajor v. Pelet=
Norbonne beauftragt, bisher Kommandeur der 30.
Kavalleriebrigade in Straßburg. Er war der Vorſitzende
im Kriegsgericht gegen den Oberſten v. Reuter.
* Berlin, 4. Febr. Der Seniorenkonvent des
Abgeordnetenhauſes unterhielt ſich über die
Frage der Kontingentierung der
Etatsbera=
tung, ohne zu einem ſicheren poſitiven Ergebnis zu
kommen. Dagegen hat ſich die Verſammlung bereit
ge=
funden, einer Erweiterung der Sitzungen um eine halbe
bis eine Stunde zuzuſtimmen, um den Etat ſoweit als
imöglich vor Oſtern zu fördern. Uebereinſtimmung herrſchte
darüber, daß von einer Verabſchiedung des Etats vor
Oſtern nicht die Rede ſein kann und daß man im
äußer=
ſten Fall zufrieden ſein müßte, wenn auch nur die zweite
Leſung des Budgets vor Oſtern zum Abſchluß gebracht
werde.
* Metz, 4. Febr. Zum Gouverneur von Metz
anſtelle des Generalleutnants von Oven iſt der
bis=
herige Kommandeur der 16. Diviſion in Trier,
Generalleut=
nant von Lindenau ernannt worden.
* Stuttgart, 4. Febr. Die Zweite Kammer nahm
heute einen Antrag an, in dem die Regierung erſucht
wird, im Bundesrat für eine möglichſt baldige
Aufhebung der Fahrkartenſteuer einzutreten
unter der Vorausſetzung, daß der dadurch entſtehende
Ausfall ohne Erhöhung der Matrikularbeiträge gedeckt
wird. Miniſterpräſident Dr. v. Weizſäcker erklärte,
daß er mit dieſem Antrage einverſtanden ſei, da er der
Regierung im Bundesrat eine Stütze bieten werde, wenn
dort wieder einmal die Frage der Aufhebung zur Sprache
komme. Vielleicht werde die Steuer noch
einmal abgeſchafft werden. Einer Erhöhung
der Matrikularbeiträge würde ſich die Regierung mit aller
Entſchiedenheit widerſetzen.
* Karlsruhe, 4. Febr. Der heute mittag ausgegebene
ärztliche Bericht über das Befinden der
Prinzeſſin Wilhelm von Baden beſagt: Im
Befinden Ihrer Königlichen Hoheit beſtand heute morgen
noch die Beſſerung wie am Tage zuvor, doch ſtellten
ſich im Laufe des Vormittags wieder große
Schwäche=
erſcheinungen ein, die von neuem ernſte
Be=
ſorgniſſe erwecken.
* Karlsruhe, 4. Febr. Nach dem vorläufigen
amt=
lichen Ergebnis der Erſatzwahl im 7. badiſchen
Reichstagswahlkreis wurden insgeſamt 24913 gültige
Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf Profeſſor Dr.
Wirth=Freiburg (Zentr.) 12259, auf Kaufmann und
Stadtrat Kölſch=Karlsruhe (natlib.) 9616 und auf
Redak=
teur Geiler=Mülhauſen i. Elſ. (Soz.) 3032 Stimmen;
zer=
ſplittert waren 6 Stimmen. Somit iſt Stichwahl nötig
zwiſchen Kölſch (natlib.) und Dr. Wirth (Zentr.).
* Bremen, 4. Febr. Der frühere langjährige
Präſi=
dent des Norddeutſchen Lloyds, Geo Plate, iſt im Alter
von 70 Jahren auf ſeinem Gute Neuglobſow (Mark)
ge=
ſtorben.
* Wien, 4. Febr. Das Neue Wiener Tagblatt ſtellt ſeſt,
daß Oeſterreich=Ungarn in der Frage der
Orientbahn den Standpunkt weiter vertritt, daß die
ſerbiſche Regierung zunächſt den Betrieb der in den neu
erworbenen Gebieten gelegenen Strecken an die
Orientbahn=
geſellſchaft zurückzuſtellen habe, worauf weitere
Verhand=
lungen ſtattfinden können. Nichts deſtoweniger nahm
man hier mit gewohnter Konzilianz den
franzöſi=
ſchen Vermittelungsvorſchlag ſehr ſympathiſch
auf. Die bezüglich der Orientbahnen zwiſchen Oeſterreich=
Ungarn und den deutſchen Intereſſentenkreiſen ſchwebenden
Fragen ſeien rein finanzieller Natur und dürften bald eine
allſeits befriedigende Löſung finden.
* Peſt, 4. Febr. Das Ungariſche Korreſpondenzbureau
meldet: Der panſlawiſtiſche Agitator Graf
Bobrinsky iſt in Begleitung zweier ruſſiſcher
Jour=
naliſten in Marmaros Sziget eingetroffen. Das Geſuch
um ein freies Geleit war vom Juſtizminiſter abgelehnt
worden. Graf Bobrinsky meldete ſich in dem
Landesver=
ratsprozeß, der jetzt in Marmaros Sziget verhandelt wird,
freiwillig als Zeuge. Die Vernehmung wird morgen
vor=
mittag ſtattfinden. Eaf Bobrinsky wird vom
Ezerno=
witzer Gerichtshof wegen politiſcher Umtriebe
ſteckbrief=
lich verfolgt. — Anläßlich der Anweſenheit des
Gra=
fen Bobrinsky in Ungarn ſchreibt die Wiener Allgemeine
Zeitung: Hier werde die Angelegenheit Bobrinsky
nicht als eine Affäre betrachtet, mit der man ſich vom
diplomatiſchen Standpunkte aus zu befaſſen hätte. Die
Angelegenheit gehe nur jene öſterreichiſchen
Gerichtsbehör=
den an, die ſeinerzeit den Steckbrief hinter Bobrinsky
er=
ließen. Von ihrem Ermeſſen hinge es ab, ob ſie ſich wegen
der Auslieferung des Grafen an die ungariſchen Behörden
wenden wollten.
* Paris, 4. Febr. Gegenüber der von mehreren
Blät=
tern in einem Bericht über die letzte Sitzung des
höheren Marinerats gebrachten Meldung, daß
durch die vom Marineminiſter Monis vorgeſchlagene
Ver=
änderung eine Verzögerung des
Flottenpro=
gramms verurſacht worden ſei, erklärt eine amtliche
Note, daß von einer ſolchen Verzögerung
nie=
mals die Rede geweſen ſei und auch nicht die
Rede ſein könne. Einzelne Blätter kritiſieren lebhaft den
auf Anſuchen des Marineminiſters gefaßten Beſchluß des
Budgetausſchuſſes, wonach die drei Aufklärungskreuzer,
deren Kiellegung im Laufe dieſes Jahres erfolgen ſoll,
in „Führungsſchiffe kleiner Geſchwader” umgewandelt
werden ſollen.
* Paris, 4. Febr. Der Direktor des Paſteurſchen
In=
ſtituts Roux gab heute zu Ehren des Geheimrats Prof.
Dr. Ehrlich ein Frühſtück, welchem die Mitglieder
dieſes Inſtituts ſowie andere hervorragende Forſcher
bei=
wohnten. Dr. Rour beglückwünſchte in ſeinem Trinkſpruch
Profeſſor Ehrlich zu ſeiner Entdeckung, wobei der
Frank=
furter Gelehrte in herzlichen Worten für die Unterſtützung
dankte, die er bei den Schülern Paſteurs gefunden habe.
* Paris, 4. Febr. Aus Madrid wird gemeldet:
Der Miniſterrat hat ſich mit der Lage der
franzöſi=
ſchen Staatsangehörigen in Mexiko
beſchäf=
tigt und beſchloſſen, beim amerikaniſchen Botſchafter in
Madrid Schritte zu unternehmen, damit ſeine Regierung
gegebenenfalls für den Schutz der Spanier und der
ſpaniſchen Untertanen ſorge.
* Petersburg, 4. Febr. Ein Tagesbefehl an
das Militär erwähnt die jüngſt vorgekommenen
Ausſchreitungen von Offizieren die einen
Mangel an moraliſcher Einwirkung und die Sorgfalt
ſei=
tens der Kommandierenden und der älteren Kameraden
erkennen ließen. Der Kaiſer wandte dieſer Erſcheinung
die ernſteſte Aufmerkſamkeit zu. Er befahl dem
Kriegs=
miniſter, die ſtrengſten Maßnahmen zu ergreifen, um
ſol=
chen Ausſchreitungen vorzubeugen. Der Kriegsminiſter
ſeinerſeits lenkt die Aufmerkſamkeit der Befehlshaber
darauf, daß die Mängel in der militäriſchen Erziehung
der Offiziere auf eine mangelhafte innere Ordnung in dem
betreffenden Truppenteile hinweiſe, deſſen Kommandeur
ſeiner Aufgabe nicht gewachſen erſcheine.
* Petersburg, 4. Febr. Venizelos und Paſitſch
frühſtückten heute beim Miniſter des Aeußern. Darauf
fand ein Bankett der griechiſchen Kolonie zu
Ehren Venizelos ſtatt, der ſich heute abend nach
Buka=
reſt begibt.
* Petersburg, 4. Febr. Nach Bekanntmachung im
Ruſſiſchen Finanzanzeiger unter dem 28. Dezember 1913
hatte das ruſſiſche Zolldepartement verfügt,
daß die Leitwege Djulfa-Täbris und Askabad für den
Tranſit=Poſtpaketverkehr nach Perſien vom
1. Februar 1914 n. St. ab zu ſperren ſind. Das
Zoll=
departement hat jetzt bekannt gegeben, daß dieſe
Beſchrän=
kung bis auf weiteres aufgehoben ſei.
* Petersburg, 4. Febr. Heute begann die zweitägige
Gedenkfeier des Leibgarde=Koſaken=Regiments zur
Erinnerung der Teilnahme an den
Befreiungskrie=
gen gegen Napoleon. An den Kaiſergräbern wurden
Kränze niedergelegt. Zahlreiche Deputationen nahmen an
der Feier teil.
* London, 4. Febr. In Saint Fillans, Grafſchaft
Perth, ſind wertvolle Möbel in den dem Präſidenten der
Antiſuffragettenliga gehörenden Häuſern verbrannt.
Dies iſt heute der dritte Anſchlag von Anhängern
des Frauenſtimmrechts in Schotttand.
* Sheffields, 4. Febr. Während eines großen
Fuß=
ballſpiels, zu dem eine große Zuſchauermenge erſchienen
war, brach eine Mauer ein und begrub viele
Menſchen unter ſich. 16 Verletzte wurden ins
Krankenhaus gebracht.
Unruhen in Peru.
* Neu=York, 4. Febr. Aus Lima wird gemeldet: Der
Miniſterpräſident Varela wurde bei einem heftigen
Kampfe, der auf die Eroberung des Palaſtes des
Präſi=
denten folgte, getötet. Dr. Auguſte Durand, der
frühere Führer der Revolutionäre, iſt Herr des Palaſtes.
Es heißt, daß er eine neue Regierung bilden wird.
* Neu=York, 4. Febr. Nach einer Depeſche aus Lima
iſt der Präſident von Peru von den Aufſtändiſchen
gefangen genommen worden, die unter dem Oberſten
Benavides den Palaſt des Präſidenten angegriffen hatten.
* Neu=York. 4. Febr.. Nach Meldungen aus Lima
begann der Angriff auf den Palaſt heute morgen
4 Uhr 30 Minuten. Tauſende der Bevölkerung wurden
durch die Schüſſe aufgeſchreckt und begaben ſich auf die
Straßen. Die Soldaten erhielten den Befehl, in die Luft
zu ſchießen, um zu große Menſchenanſammlungen zu
ver=
hüten. Ein Ziviliſt wurde getötet. In der
Stadt herrſcht große Aufregung. Die Banken und Läden
ſind geſchloſſen. Präſident Billinghurſt wird als
Ge=
fangener nach Calao gebracht, um außer Landes verwieſen
zu werden.
Amtlicher Wetterbericht.
Die Wetterlage hat ſich nicht geändert. Hoher Druck
bedeckt den ganzen Kontinent und beherrſcht ausſchließlich
unſere Witterung. Eine Aenderung iſt vorerſt nicht zu
erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
5. Februar: Meiſt heiter, vielfach Dunſt und Nebel, keine
weſentliche Temperaturänderung, Nachtfroſt, ziemlich ruhig.
A
Kafarrhbrcuchen Sie-s
nich zuhdbendaöhner:
O
Wopeträblelen
Schulz beferorräfig 8
mallenApofreken und
Drogerien-Preeisder.
Origindischachfel-NI
Die heutige Versammlung im
„Kaisersaal‟, 8½ Uhr, ist für
Hauspesnizer
überaus wichtig.
Fehle also Keiner!
Hausbesitzer-Verein.
(3672
Oin hohen Alter noch möglichſt rüſtig zu ſein, iſt der
Wunſch wohl aller Menſchen. Sachgemäße Ernährung
unter Zuziehung möglichſt nährſtoffreicher
Kräftigungs=
mittel helfen am eheſten dieſes Ziel zu erreichen. Der
altbekannte Kaſſeler Hafer=Kakao genießt als derartiges
Kräftigungsmittel großes Anſehen und wird deshalb
auch gern ärztlich empfohlen.
Geſchäftliches.
Das weltberühmte St. Bennobier aus der
Aktienbrauerei Löwenbräu in München, größte Brauerei
Deutſchlands mit über 800000 Hektoliter Umſatz, iſt
wie alljährlich im Reſtaurant G. Schmitz, Luiſenſtraße,
ſowie im Hotel Prinz Heinrich, Bleichſtraße, im
Ausſchank. Freunde dieſes vortrefflichen Starkbieres
ſeien hierauf aufmerkſam gemacht.
Todes=Anzeige.
Statt jeder beſonderen Mitteilung.
Heute nacht ſtarb nach längerem Leiden
unſere treugeliebte Mutter, Großmutter und
Schweſter
(3669
Frau
Fäumie Blueh
geb. Simon.
Paris, London, Darmſtadt,
4. Februar 1914.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Freitag, den 6. Febr.,
vormittags 11 Uhr, vom Trauerhauſe
Alice=
ſtraße 16 aus, ſtatt.
Blumenſpenden und Trauerbeſuche dankend
verbeten.
nach Pilsner Art 5
nach Münchner Art
Hell Export 600u
feinste Wafelbiere
in Flaschen und Syphons.
1371a
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Nummer 36.
Bäcker=Junung Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Den werten Kollegen die traurige
Mit=
teilung, daß unſer langjähriges Mitglied, die
Kollegin
(3628
Kath. Hechler
plötzlich in die Ewigkeit abgerufen wurde.
Die Beerdigung findet am Donnerstag,
den 5. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom
Trauerhauſe Schloßgraben 11 aus, ſtatt.
Darmſtadt, den 4. Februar 1914.
Der Vorſtand.
Todes=Anzeige.
Heute früh wurde mein lieber Gatte, unſer
guter Vater, Großvater und Bruder (3653
Herr Wilhelm Franck
Pfarrer
nach längerem, ſchwerem Leiden durch einen
ſanften Tod erlöſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Julie Franck, geb. Wendeberg,
Marie Bernhard, geb. Franck,
Willi Franck, Pfarrvikar,
Ludwig Bernhard, Pfarrer,
Emmi Heuſer,
George Franck.
Rohrbach, am 4. Februar 1914.
Die Beerdigung findet am Freitag,
nach=
mittags um 2½ Uhr ſtatt.
Tageskalender.
Donnerstag, 5. Febeuar.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr, Ende gegen
10½ Uhr (Ab. C): „Figaros Hochzeit”
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Konzert von Ida Baur=Egelhaaf und Willem de Boer
um 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟
Vortrag von A. v. Heſſert um 8½ Uhr im „Kaiſerſaal”
(Hausbeſitzerverein).
Monatsverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Café „Zur Oper”
um 8 Uhr. — Rummelbräu um 8 Uhr. — Bürgerkeller
um 8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender,
Freitag, 6. Februar.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9½ Uhr in
der „Ludwigshalle‟
Nutz= unnd Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (
Zu=
ſammenkunft am Diſtrikt Finſterhöhlenberg der
Wald=
mühle gegenüber).
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im „
Darm=
ſtädter Hof” zu Griesheim.
Stammholz=Verſteigerung um 10 Uhr in
Ober=
förſterei Langen (Zuſammenkunft am Ernſt=
Ludwigs=
tempel, Forſtwartei Koberſtadt).
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Büttelborner Gemeindewald (Zuſammenkunft
auf der Chauſſee nach Darmſtadt am Eingang des
Waldes).
Jagdverpachtung um 4½ Uhr im Rathaus zu
Dietesheim.
Gewerbebibliothek (Bibliothek,
Vorbilderſamm=
lung und Patentſchriftenauslegeſtelle) geöffnet Werktags
von 9—12½ und 3—6 Uhr, ausgenommen Samstag
nachmittags. — Bibliothek=Abende Dienstags
und Freitags von 8—10 Uhr abends.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Htreeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
Freisraiser
des
esidenz-Theaters
am weißen Turm.
Wie lautet der Titel uns. demnächstigen
Srossen Lastspleis!
Aus nachſtehenden 113 Buchſtaben:
aaaaaa, à, b, ecacc, eeeeeeee, ffff, gggg, hh
hhhhhhhhh, iiiiliiiliiiti, kk, I1I111I, mm,
Inunnnnnnnn, ooooooooocoo, TT, 38 8 8 8 88 8,
itititittitt, au, s
ſind 13 Worte zu bilden, und derart in die unten ge‟
zeichnete Figur einzuſetzen, daß die mittelſte
Reihe=
von oben nach unten geleſen, den Titel unſeres
Luſt=
ſpiels ergibt, und demzufolge auch in die mittelſte
Querreihe zu ſetzen iſt.
Die Worte bezeichnen: 1. Reihe: Buchſtabe, 2. Raum
am Hauſe, 3. Fußbekleidungsſtück, 4. Fernſprechapparat,
5. Verkehrsmittel im Winter, 6. Stadt in Norwegen,
7. Beliebtes Feſt, 8. Der Titel unſeres demnächſt
er=
ſcheinenden großen Luſtſpiels, 9. Kolonie in den
Vor=
orten Berlins, 10. Reiche Dame, 11. Notwendiger
Signalbeſtandteil eines Kriegsſchiffes, 12. Ruhetag
in der Woche, 13. Schmerzhafte Verletzung, 14. Jüngſt
verſtorbener japaniſcher Fürſt, 15. Buchſtabe.
Zur Erleichterung ſei erwähnt, daß der oberſte
Buchſtabe ein H, der mittelſte Buchſtabe der ganzen
Figur ein N, und der unterſte Buchſtabe ein O ſein muß.
Rheinſalm
Weſerſalm
Silberſalm
Lachsforellen Karpfen
Seezungen
Steinbutt
Rotzungen
Heilbutt
Lebend
Frisch
Hummer
Forellen
Hechte
Schleien
Zander
Stockfiſch
Nordſee=
Schellfiſch
Nordſee=
Sablau
Iertur
Schollen
Auſtern
Gabrat
Brat=Bückling
Muſcheln
Für die richtige Löſung dieſes Preisrätſels haben wir
50 Preise
ausgeſetzt. — 1. Preis: 2 Abonnements 1. Platz;
2. Preis: 1 Abonnement 1. Platz; 3. Preis: 1
Abon=
nement 2. Platz, u. 47 Troſtpreiſe: Je 1 Billett 1. Platz.
Sämtliche Löſungen müſſen bis Montag, den
9. d. Mts., abends, in unſerem Beſitz ſein. Das
Reſultat geben wir am Dienstag, den 10., in der
Zeitung bekannt. Die ausgeloſten Preisträger werden
denſelben Abend im Theater bekannt gegeben. Man möge
dieſes Inſerat ausſchneiden, an unſer Theater ſenden,
oder an der Kaſſe abgeben, verſehen mit
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Die „Freie Studentenſchaft Darmſtadt” iſt
am 1. Februar 1914 aufgelöſt worden.
Alle Forderungen an die obengenannte Organiſation oder ihre
Abteilungen und Aemter: Fechtabteilung, photographiſche Abteilung,
Schießabteilung, Tanzabteilung, Tennisabteilung, Bücheramt,
Exkur=
ſionsamt, Feſtamt, Vortragsamt, ſind bis zum 12. Februar
einzu=
reichen an
Wilh. Berger, cand. mach., Taunusstr. 3, II.
Spätere Forderungen können nicht berückſichtigt werden. Die Adreſſe:
„Freie Studentenſchaft, Techniſche Hochſchule” iſt mit dem 1. Februar
aufgehoben.
(*2550imd
Das Zeitungsamt iſt unverändert an den Freiſtudentiſchen
Gauverband für Heſſen und Heſſen=Naſſau, übergegangen.
Die Kommiſſion der aufgelöſten „Freien Studentenſchaft”
zur Regelung der Geſchäfte.
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Hermannsches Institat.
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verbunden mit Sprachſeminar.
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Nummer 36.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Seite 9.
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(Violine) aus Wien und
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(Klavier) aus Aachen.
Programm: 1. Sonate in C-moll, op. 30, Nr. 2 von Ludwig van
Beethoven. 2. Sonate in A-dur, op. 162 von Franz Schubert. 3. Zu
Richard Wagners Gedächtnis (gest. 13. Februar 1883):
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5 Mk., Saalkarten zu 3 Mk. Numerierter Balkon zu 3 Mk. und
Galerie zu 1.50 Mk., Studentenkarten zu 1 Mk. und Schülerkarten
zu 50 Pfg. bei Heinrich Arnold, im Verkehrsbureau und
abends an der Kasse. (Die städtische Billettsteuer wird von der
Vereinskasse getragen). — Beitrittserklärungen für das
laufende Vereinsjahr, die noch vor dem obigen
Kon-
zerte erfolgen, berechtigen zu dessen freiem
Be-
suche. Der Jahresbeitrag beträgt 12 Mk.
Der Vorstand.
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Direktion: Anna Dengg Wwe.
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abends 8.10 Uhr.
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von Benno Rauchenegger und Rich. Manz.
Abends 8.10 Uhr:
Der Herrgottschnitzer von Ammergau
Volksstück mit Gesang u. Tanz in 5 Aufzügen von Dr. L. Ganghofer
und Hans Neuert. Musik von F. M. Prestele.
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Kassa-Eröffnung 1 Stunde vor Beginn der Vorstellung.
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num. Mk. 1.10, Saal-Entree (III. Platz) 55 Pfg.
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Theater-
kasse vormittags von 10—12 Uhr und von 2½ Uhr ab.
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Kanns do mer nen Daler
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Donnerstag, den 5. Februar 1914.
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Muſikal. Leiter: Willem de Haan.
Spielleiter: Otto Nowack.
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Grafen .
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Antonio, Gärtner Auguſt Kräger
Bärbchen, ſ. Tocht. Hede Schaub
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Lydia Riethof
Chöre: Robert Preuß.
Krank: Annemarie Liſchke.
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
14.20 ℳ, 14.—20. Reihe 3.40 ℳ,
Parterre: 1.—5. Reihe 2.90 ℳ,
6.—8. Reihe 2.35 ℳ,
Proſzeniums=
loge 6.20 ℳ, Mittelloge 6.20 ℳ,
Balkonloge 5.20 ℳ, 1. Rang 4.70 ℳ,
2. Rang: 1.—6. Reihe 2.70 ℳ, 7. u.
8. Reihe 2.15 ℳ, 1. Galerie 1.35 ℳ,
2. Galerie 0.75 ℳ.
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7 Uhr. — Ende geg. 10½ Uhr.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Freitag, 6. Febr. 106. Ab.=Vſt.
D 27. „Filmzauber”. Gew.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 7. Febr. Außer Ab.
25. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. „Die luſtige Witwe.”
Anfang 7½ Uhr. Vorverkauf bis
einſchl. Samstag, 7. Febr., im
Ver=
kehrsbüro (Ernſt=Ludwigsplatz).
Verkauf der etwa noch vorhand.
Karten am Tage der Vorſtellung
auch an der Tageskaſſe im
Hof=
theater zu den übl. Kaſſeſtunden.
Sonntag, 8. Febr. Nachm. 2½
Uhr. Auß. Ab. 26. Volksvorſtell.
zu ermäß. Preiſen. Neu einſtud.:
„Der dunkle Punkt”.
Vor=
verkauf bis einſchl. Samstag, den
7. Febr., nur im Verkehrsbüro,
Ernſt=Ludwigsplatz. Verkauf der
noch vorhanden. Karten am Tage
der Vorſtellung an der Tageskaſſe
im Hoftheater vorm. von 11 Uhr
ab. — Abends 7 Uhr. Auß. Ab.
Einmal. Gaſtſpiel von Madame
Charles Cahier. Neu einſtud. u.
neu inſzeniert: „Samſon und
Dalila‟ Dalila: Mad. Charles
Cahier. Gew. Preiſe.
Aus dem Spieltlan.
Montag, 9. Febr. Außer Ab.
X. Sonder=Vorſtellung. „Die
ſpaniſche Fliege.” Anfang
8 Uhr. (Zu dieſer Vorſtellung
findet kein Kartenverkauf ſtatt.)
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Nummer 36.
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Darmstadt, Rheinstraße 1.
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Gesangverein „Sängerlust
Inhaber der Medaille für Kunst und Wissenschaft.
Samstag, den 14. Februar, abends 811:
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Wein-, Sekt-Lauben — Café — Liebespost. Sonstige Ueberraschungen.
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Herren: Friseur Hch. Schnebele, Schustergasse 19; Friseur Daniel Scherer, Arheilgerstr. 7;
Johann Treusch, Zigarrengeschäft, Mollerstr. 17 und Verkehrsbüro, Ernst-Ludwigsplatz.
Abends an der Kasse: Herren: Mk. 1.65 und Damen Mk. 1.10.
Maskenabzeichen nur für Mitglieder unentgeltlich bei Herrn Wilh. Kläden, Schützenstr. 8, I.
NB. Katerbummel mit Tanz: Sonntag, den 15. Februar auf der
(3612dd
Ludwigshöhe, oberer Saal. Abmarsch ½3 Uhr vom Kapellplatz.
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Samstag, den 7. Februar 1914
von 8½ Uhr ab
Noommernach. Jest
im Winter
in den sämtlichen
glänzend illuminierten u. zu einem Gartenhaine
umgewundelten Räumen des Saalbaues.
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I. Teil:
Buntes Brettl.
Sekt- und Bierausschank
II. Teil:Fest-Ball mit Fackelpolonaise.
Für auswärtigen Besuch sowie für junge Herren,
welche noch kein selbständiges Einkommen besitzen,
erhalten die Mitglieder des Vereins Eintrittskarten zu
den üblichen Preisen: Donnerstag, den 5. Februar
und Samstag, den 7. Februar von 3—5 Uhr im
Vereinshause Schulstrasse Nr. 8.
Die Teilnahme von hier ansässigen Nichtmitgliedern
ist in iedem Falle strengstens ausgeschlossen.
Ohne Vorzeigung der Karten lst
der Eintritt Alemand gestattet.
Vereinsauskunftsstelle bei den Herren Müller & Rühle,
Elisabethenstr. 5.
Anmeldungen zur Mitgliedschaft finden
noch vor dem Feste Erledigung, wenn solche spätestens
bis zum 5. Februar unter der Postadresse: „Vorstand
des Mozart-Vereins” eingereicht werden.
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Krieger-u. Militär-Verein, Blücher
(Hassia-Verein.)
In ſämtlichen Räumen des Kaiſerſaales
Sonntag, 8. Februar — Aufang präzis 7 Uhr 71½ Minuter
Aaskenbarz.
Der Glanzpunkt
Neudes Karnebals 1914 Neu:
Hochinteressante
spannende Tanlz-Wettbewerbe.
Treffpunkt der geſamten Darmſtädter Tanzwelt.
Alles ſtaunt. — Jeder amüſiert ſich. — Alles iſt überraſcht.
Internationale Tango-Konkurrenz
Wiener Walzer-Konkurrenz
Rheinländer-Konkurrenz
Francaise-Konkurrenz
(3207
Schönheits-Konkurrenz
Es kommen je nach Beteiligung 6 erſtklaſſige, hochfeine Damen=
und Herren=Uhren mit Goldrand zur Verteilung, außerdem noch
eine große Anzahl wertvoller II. und III. Preiſe.
Jeder Anweſende hat Stimmrecht.
berrenkarte 55 Pfg. — Damenkarte 35 Pfg.
Eintritt:
Mitglieder frei.
Kein Weinzwang. Kein Weinzwang.
Maskenkarten für Mitglieder erhältlich beim 1.
Vor=
ſitzenden, Herrn Kneip, Kiesſtraße 34, I.
Vereinigte Geſellſchaft
Samstag, den 7. Februar,
abends 8 Uhr
Iuskenbattt
Karten für das Balleſſen werden bis 7. Februar, mittags
1 Uhr, durch den Geſellſchaftswirt zum Preiſe von 2 Mk. ausgegeben.
Hierbei werden zugleich für maskierte Perſonen die Abzeichen
ver=
abfolgt. Für nicht mit Karten verſehene Teilnehmer erhöht ſich der
Preis auf 2.50 Mk.
(3610
Im Intereſſe geordneten Servierens wird gebeten, die Löſung
von Tiſchkarten nicht zu verſäumen. Galeriekarten werden nur für
Mitglieder und nicht mehr als drei für je einen Haushalt abgegeben.
Bayern=Verein.
Samstag, 7. Februar, abends 8 Uhr 31 Min.,
im Perkeo, Alexanderſtraße 12:
Großer Haskenban
Mla-kiria
(3206sd
Alles Nähere ſiehe Plakate.
Eintritt: Herren=Masken 1.10 ℳ, Damen=Masken 55 ₰,
Nicht=
masken: Herren 1.10 ℳ, eine Dame frei, jede weitere Dame 55 ₰
(inkl. Steuer).
Vorverkauf bei: J. Söllner, Schuchardſtr. 9, Chr. Kelſch,
Ernſt=Ludwigſtr. 8, II, T. Schild’s Hutmagazin, Eliſabethenſtr. 22
Restadrahr Zum Weilschuster
Kiesstrasse 32
Donnerstag, den 5. Februar, abends: (3601md
wozu ergebenſt einladet
Herzelsuppe
Carl Seipp.
Restaurant Perkeo
3598md) Donnerstag, den 5. Februar:
osses
Rod.
Sehlachtrest
(Italienerin
Maskenkostüme u. ſpaniſcher
Zigeuner) zu verl. od. zu verk
2963) Gutenbergſtr. 61, 3. St.
hübſche Maskenkoſtüme bill.
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Schwanenſtr. 7. 1 St. links.
Maskenanzüge bill. zu verleihen.
W (*2957ds) Schloßgaſſe 32, I.
Schwarz. Domino billig zu verl.
S) Kranichſteinerſtr. 41, Hth., I.r.
leg. Damenmaske bill. zu verl. od.
Gu verk. Riedeſelſtr. 72, p. (*2566ids
36 16.
Donnerstag, 3. Februgr.
1914.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppenübungs=
platz Darmſtadt bringen wir hiermit zur allgemeinen Kenntnis=
(3657
Darmſtadt, den 30. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=Aebungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 5. bis 6. Februar 1914.?
Die
Dauer der
Truppenteil
Tag
Datum
1 Abſperrung) Bemerkungen
Abſperrung
erſtreckt ſich
von bis
5. Febr. Donnerstag1 Fußartillerie= 90 V.
Bis zum
Regt. Nr. 18 11.B. 5= N. Landgraben
6. „ Freitag
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir bringen die unten abgedruckte Bekanntmachung aus dem
Regierungs=
blatt Nr. 1 vom 8. Januar 1914 zu Ihrer Kenntnis. Der Zweckverband iſt damit
genehmigt und rechtskräftig.
Die erſte Ansſchußſitzung (Mitgliederverſammlung) findet am Dienstag, den
10. Februar 1914, nachmittags 3½ Uhr im Sitzungsſaal des Kreisamts ſtatt. Nach
§ 9 der genehmigten Satzung haben ſich dazu die Vertreter der unten genannten
Ver=
bandsgemeinden, nämlich der Großh. Bürgermeiſter oder wenn verhindert der geſetzliche
Stellvertreter, einzufinden.
In der Sitzung iſt der Vorſtand zu wählen und der Rechner zu beſtellen.
Ueber die bis jetzt bereits eingelaufenen Baugeſuche iſt Beſchluß zu faſſen.
Darmſtadt, den 30. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Piſtor.
Bekanntmachung
die Gründung eines Zweckverbandes der Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt
für den Bau billiger Eigenhäuſer betreffend.
Vom 31. Dezember 1913.
Auf Grund der Artikel 196, 197 des Geſetzes, die Landgemeindeordnung betreffend,
vom 8. Juli 1911 iſt der Satzung des von den Gemeinden Arheilgen, Eberſtadt,
Griesheim, Hahn, Nieder=Ramſtadt, Ober=Ramſtadt, Roßdorf Weiterſtadt und
Wirhauſen zum Zweck der Beſchaffung biliger, geſunder und zweckmäßig hergerichteter
Wohnungen in eigens erbauten, angekauften oder gemieteten Häuſern gegründeten
Verbandes die Beſtätigung erteilt worden.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1913.
Großherzogliches Miniſterium des Innern.
J. V.: Schliephake.
(2627
Gee reneter den geſt. geinent Setiat.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde! In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. 1 Ulmer Dogge (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(3621
Bekanntmachung.
Unter den Pferden der 5. Eskadron des Leib=Dragoner=
Regi=
ments Nr. 24 iſt die Bruſtſeuche feſtgeſtellt worden.
(3620
Darmſtadt, den 2. Februar 1914.
Großherzogliches Polizeiamt.
J. V.: Stumpf.
Beſichtigung von Mietwohnungen und Feuerſtätten.
Die Wohnungs= und Feuerſtättenbeſichtigung findet
gegen=
wärtig im erſten Polizei=Revier ſtatt.
(3591mdf
Darmſtadt, den 29. Januar 1914.
Das Baupolizeiamt.
Steinberger
Lieferung von Kreide, Schwämmen und Tinte
für die ſtädt. Schulen in 1914/15.
Obige Lieferung ſoll vergeben werden. Angebote nebſt Muſtern
ſind bis längſtens Montag, den 9. Februar 1914, vormittags
10 Uhr, bei mir einzureichen.
Die Lieferungsbedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer Nr. 39,
zur Einſicht offen.
(3379ids
Darmſtadt, den 30. Januar 1914.
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Vergebung von Fuhrleiſtungen.
Die in den Rechnungsjahren 1914, 1915 und 1916 bei der
Stadt=
gärtnerei vorkommenden Fuhrleiſtungen ſollen verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen liegen im
Geſchäfts=
zimmer der Stadtgärtnerei Rheinſtraße 15/18, Zimmer 65, während
der Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Angebotsformulare werden dort abgegeben. Angebote ſind bis
Montag, den 16. Februar, vorm, 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle abzugeben.
(2838
Darmſtadt, den 24. Januar 1914.
Stadtgärtnerei.
J. V.: Klier.
Für die Ausſührung von Kleinpflaſter auf den Kreisſtraßen
Gber=
ſtadt-Bickenbach und Eberſtadt-Seeheim ſollen im öffentlichen
Wettbewerbe die nachſtehend aufgeführten Fuhrleiſtungen und
Lie=
ferungen in 3 Loſen vergeben werden, und zwar:
a) das Anfahren von 985 cbm Walzſchotter, 348 cbm
Walz=
gries, 230 cbm Wandſteine, 695 cbm Steinmehl und
97 Waggons Kleinpflaſterſteine;
b) die Anlieferung von 1075 chm gewöhnl. Pflaſter= und
Walzſand, 140 cbm Steingeröll und 40 cbm Bankettkies.
Die Bedingungen liegen in den Geſchäftsräumen des
Unter=
zeichneten (Neckarſtraße 3) an den Vormittagen offen, woſelbſt
ſchrift=
liche Angebote bis ſpäteſtens Samstag, den 14. I. Mts., vorm.
10 Uhr, entgegengenommen werden.
(3634
Darmſtadt, den 3. Februar 1914.
Der Großh. Kreisbauinſpektor.
Großer freiwiliger Möbel=Verkauf
im Auktions= und Möbelhaus
Telephon 1774 Bleichstrasse Nr. 1 Telephon 1774.
Täglich ununterbrochen geöffnet.
Im gefl. Auftrage zu Versteigerungspreisen:
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dunk. eich. m. vorgebautem Büfett, Kredenz,
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Küchenſchrank und Küchenbüfett m. Kunſt=
1 Küche, pitſch=Pine: verglaſung und Linoleumbelag.
Gasbadeofen, mod., mit Brauſevorrichtung,
Kaſſenſchrank, groß. Schlafzimmer, dunkel pol., engl.
Bett=
ſtellen, la Einlage, Bücherſchränke, gr. Kleiderſchrank, zweitür.,
Dipl.=Schreibtiſche, Sekretär, geſchn. Bult, Vertiko,
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ſchränkchen, Umbau f. Diwan, ſchwarz, Diwan m. Umbau, eich.,
Diwan, Chaifelongues, Klubſeſſel (Rindl.), Serviertiſch,
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u. einf. Stühle, Waſchkommode m. Spiegel, Büfett, nußb., eiſ.
Bettſtelle, weiß, Waſchmaſchine, Oefen u. Lüſter f. Gas, Salon=
Lüſter, elektr., Regulatuhr, Wollmatratzen, Trumeaux, Spiegel ꝛc.
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Schränke, Truhen, Kirſchbaum=Kommode, Roll=
(3659
Antike Möbel: putt, Delgemälde, Zinnteller uſw.
Auktionator und
Taxator.
Johannes Krummeck,
Annahme von Verſteigerungen, Verkäufen u. Taxationen.
Bekanntmachung.
Nach den für die Abgabe von
Waſſer aus dem Waſſerwerk
be=
ſtehenden Satzungen werden als
Großabnehmer angeſehen
dieieni=
gen Induſtriellen,
Gewerbetreiben=
den und Grundſtückbeſitzer, welche
pro Jahr mehr als 1000
Kubik=
meter Waſſer verbrauchen und
ſich vor Beginn des
Verwaltungs=
jahres hierzu auf ein Jahr
ver=
pflichten. Es iſt hierbei
gleich=
gültig, ob der Waſſerverbrauch an
einer Stelle ſtattfindet, oder ob
der Abnehmer mehrere eigene
Ver=
brauchsſtellen beſitzt. Im letzteren
Falle wird er indeſſen zum Erſatz
der Koſten herangezogen, welche
der Stadt durch die Ausführung
derweiteren Zuleitung nebſt
Waſſer=
meſſer uſw. erwachſen ſind.
Diejenigen Waſſer=Abnehmer,
welche gemäß dieſer Beſtimmungen
im Verwaltungsjahr 1914 auf den
Großabnehmerpreis Anſpruch zu
machen gedenken, werden erſucht,
bindende ſchriftliche Erklärungen
bis 15. März l. J. an die
Städti=
ſche Waſſerwerksverwaltung
ge=
langen zu laſſen.
Die ſeitherigen Großabnehmer
ſind bei weiterer Beanſpruchung
des Großabnahmepreiſes zur
Er=
neuerung ihrer Erklärung
inner=
halb gedachten Termins
ver=
bunden.
(3224a
Denjenigen Abnehmern, welche
keine Erklärung abgeben, wird das
Waſſer im Verwaltungsjahr 1914
zum gewöhnlichen Preis,
bezieh=
ungsweiſe zur feſtgeſetzten
Mini=
maltaxe berechnet.
Darmſtadt 29. Januar 1914.
Städt. Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 26. Februar I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die der Witwe des
Zimmer=
manns Jakob Appelmann, Anna
Margarete, geb. Montag, dahier
und deren Kindern zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 594¾/10 222 Hofreite
Rhön=
ring Nr. 15,
III 594 67 Grasgarten
(Vorgarten)
daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(B733
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
* Darmſtadt, 16. Januar 1914.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (VIII,2531
Bekaunimachung.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Valentin
Fuchs I. von Pfungſtadt wird
Termin zur Abnahme der
Schluß=
rechnung, zur Erhebung von
Ein=
wendungen gegen das
Schlußver=
zeichnis, zur Prüfung der
nach=
träglich angemeldeten Forderungen
und zur Genehmigung der vom
Verwalter betätigten
Grundſtücks=
verkäufe beſtimmt auf: (3674
Dienstag, den 3. März 1914,
vormittags 10 Uhr,
Zimmer Nr. 114.
Darmſtadt, 28. Januar 1914.
Großherzogliches Amtsgericht II.
antik., billig zu verkaufen
Sofd, Karlſtr. 54, Stb. I. ſ. (*2918ds
Altertümliche
Bilder. Bücher, geſchnitztes
Wandſchränkchen, Pfeifen ꝛc.,
billig zu verkaufen. (3681dfs
Näheres Expedition.
Güchenmöb, Tiſche, Seſſ,
Bücher=
geſtell, Garderob., Nähmaſch. zu
verk. Wendelſtadtſtr. 8, I. (*2847
Holz-Verſteigerung.
Mittwoch, 11. Februar I. J., vormittags ½9 Uhr,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen das Brennholz
von der Abtriebsfläche in Luderplatte 13, ſowie das ganze Dürr=
und Windfallholz der Forſtwartei Kalkofen (Nr. 1—19 und 527—1060)
verſteigert:
Scheiter, rm: 68 Buchen I. Kl., 134 Buchen II. Kl.,
2 Hainbuchen, 86 Eichen (hiervon 6 rund), 177 Birken,
0,8 Eſchen, 6 Pappeln, 6 Erlen, 6 Kiefern, 2 Lärchen,
12 Fichten; Knüppel, rm: 241 Buchen, 72 Eichen, 210
Bir=
ken, 18,8 Erlen, 2 Linden, 15 Kiefern, 32 Fichten; Reiſig,
Wellen: 2120 Buchen; Stöcke, rm: 62 Buchen, 75 Eichen.
Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert.
Aus=
kunſt erteilt Förſter Loeſch zu Kalkofen, Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, den 3. Februar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(3608
Holz=Verſteigerung.
Donnerstag, den 12. Februar, vormittags
von 9 Uhr an
ſollen in der Turnhalle, Woogsplatz 5 dahier, aus dem Diſtrikt
Glasberg (15 Minuten vom Oſtbahnhof entfernt) verſteigert werden:
Scheiter, rm: 279 Buchen, 32 Eichen;
Knüppel, rm: 200 Buchen, 38 Eichen, 1 Birke, 2 Fichten;
Reiſig, Hdt. Wellen: 50 Buchen, 7 Eichen;
Stöcke (fein geſpalten) rm: 33 Buchen, 24 Eichen.
Zur Verſteigerung kommt die Nummernfolge 639 bis 982.
Die blau unterſtrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot.
Nähere Auskunft erteilt der Großh. Forſtwart Kolb zu Beſſunger
Forſthaus.
Darmſtadt, den 3. Februar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Daab.
(3516ds
Holzverſteigerung.
Freitag, 6. Februar, vormittags 9 Uhr anfangend,
werden im Ober=Ramſtädter Gemeindewald in den Diſtrikten
Finſterhöllenberg und Eichelberg nachbenannte Holzſortimente an
Ort und Stelle verſteigert:
30 Stück Lärchen=Derbſtangen von 7 cm mittl. Durchmeſſer;
130 Stück Lächen=Reisſtangen von 5 em mittl. Durchmeſer;
510 Stück Fichten=Reisſtangen (Bohnenſtangen), 3—5 cm Durchm.
34 rm Buchen=, 7 Eichen= und 41 Kiefern=Scheiter; 19rm Kiefern=
Knüppel; 240 Stück Buchen=, Eichen=, Kiefern= und Fichten=
Wellen; 41 rm Buchen=, 11 Kiefern= und 28 Fichten=Stöcke.
Zuſammenkunft am Diſtrikt Finſterhöllenberg, der Waldmühle
gegenüber.
Ober=Ramſtadt, 30. Januar 1914.
(3405id
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Voranſchlag der Gemeinde Roßdorf für 1914.
Der Voranſchlag der Gemeinde Roßdorf für 1914 liegt vom
6. Februar bis 12. Februar 1914 von 8 bis 12 Uhr vorm. und von
2 bis 6 Uhr nachm. auf dem Bureau des Bürgermeiſters zu
Jeder=
manns Einſicht offen. — Einwendungen gegen den Voranſchlag können
bei dem Bürgermeiſter ſchriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden.
Es wird darauf aufmerkſam gemacht, daß eine Umlage von
40 000 Mk. beſchloſſen worden iſt, zu der auch die Ausmärker heran=
(3616
gezogen werden ſollen.
Roßdorf den 31. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 5. Februar 1914, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) für beſtimmt: 2 Rundſchneidmaſchinen, 1
Kleider=
ſchrank, 1 Pfeilerſchrank, 1 Diſch, 3 Stühle, 1 vollſt.
Bett, 1 Bettſtelle, 1 Spiegel, 1 Anrichte u. 1 Topfbrett;
b)vorausſichtlich: 5 Büfetts, 1 Pianino, 3
Schreib=
tiſche, 6 Vertikos, 8 Diwans, 2 Sofas, 7 Betten, 1
Stand=
uhr, 3 Spiegel=, 2 Kleider= und 2 Kaſſenſchränke, 2
Rube=
betten, 2 Nähmaſchinen, 1 Fahrrad, 1 Landauer, 1
Halb=
verdeck, 1 Partie Korſetts, Krawaten u. Hemden, 2
Schreib=
maſchinen, 2 Dampfmaſchinen pp.
(3655
Darmſtadt. den 4. Februar 1914.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Modernste Reste . für
Anzüge, Hoſen u. Ueberzieher ſeh
billig. Ludwigspl. 2. 2. St. (*2853
Glavierſtimmer Emil Schultze,
K. Kammermuſiker Herderſtr. 11.
Aufträge auch bei Fräul. Walther,
Wilhelminenſtraße 13. (2662a
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Nummer 36.
Weiblich
Kaufm. gebild.
jüngeres Fräuiein
aus beſſerer Familie ſucht zum
1. od. 15. April paſſ.
Wirkungs=
kreis, wo ſie teils auf d. Bureau,
teils im Detail. Beſchäftigung
findet. Offerten unter E 13
an die Expedition. (*2883dsi
Kontoriſtin, geübt im
Maſchinen=
ſchreiben, Stenographie, ſow. allen
üblichen Kontorarbeiten, ſucht ſich
zum 1. April zu veränd. Off. unt.
63 an die Exped.
*2920
Junge Beamten-Wwe.
wünſcht Filiale
zu übernehmen
od. ſonſt. geeig. Nebenbeſchäft., für
den nachm. Gefl. Offerten unter
G 50 an die Exp. erbeten. (3619
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ſich in und außer dem Hauſe
Riedeſelſtr. 42, parterre, I. (*2873ds
nimmt
Tücht. Weißſtickerin noch
Kund. an. Wo? ſagt die Exp. (*2868
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a. d. Hauſe Gartenſtr. 18 III (3357a
Perf. Büglerin nimmt Kunden
in u. außer dem Hauſe, auch wird
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Poſtkarte gen. Karlſtr. 112. (3649a
Tüchtige Schneiderin,
langj. Direktrice, empf. ſich im
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fert. v. Kleidern, Bluſen, Röcken
auch Aenderungen w. tadellos u
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Tlickfrau empf. ſich in Weißzeug
7 u. Kleider, ſow. Herrenkleider.
Gardiſtenſtraße 9, I.
(*2887
berf. Schneiderin empf. ſich im
P Anfert. feiner Damengarderobe.
*2931)
Wienersſtr. 47, III.
Süchtiges Mädchen ſucht
tags=
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Gardiſtenſtraße 17.
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übernimmt Ver=
Geb. Fräul. tretung d.
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frau, auch halbe Tage. Offerten
unter G 52 an die Exped. (*2876
ſehr ehrl.
Suche f. meine Lauttrau u. fleißig
noch einige nachm. Beſchäftigung.
Zu erfrag., mitt. zwiſch. 2 u. 4 Uhr,
bei Neu, Heinrichſtr. 65, I. (*2870
ſucht p. 1. März Stellung;
über=
nimmt evtl. Aushilfe. Prima
Zeugniſſe aus erſtem Hauſe zu
Dienſten. Gefl. Offerten unter
& 56 an die Exped. erb. (3635
in all. häusl. Arb.
Kräft. Frau bew., ſucht
tags=
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Eckhardtſtraße 35.
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platz bevorzugt. Näh. Exp. (*2944
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morg. u. nachm. je 2 Stund. (*2943
Magdalenenſtraße 3, Hths. part.
Jg. Frau ſucht morgs. 2 St.
Lauf=
dienſt Beſſungerſtr. 34. (B3667
Männlien
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Beſte Bedienung. Mäßig. Preis.
Ausbeſſerungen, auch für Herren.
R. Tuscha, Arheilgerſtr. 83.
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Jo. vh. Mann ſ. ſ. St. gl. w. Branche.
Reitz, Magdalenenſtr. 6, p. l. (*2889
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und Eiſenbetonbau, ſucht, geſtützt
auf gute Zeugniſſe, per bald oder
ſpäter Stellung. Gefl. Angeb. unt.
6 68 an die Exved.
(*2907ds
Junger Mann (militärfrei),
tüchtig, ausgebild. im
Kaufmanns=
fach, auch Büro u. Lageriſt, mit den
beſten Empfehlungen, ſucht ſeine
Stellung am 1. April zu ändern.
Nähere Auskunft erteilt (2951df
Operninſpizient Fleiſchmann,
Lichtenbergſtraße 69, part.
Selbſt. perf. Schneid. ſucht Stil
als Direktrice. Off. u. G. 61 an
die Expedition.
*2930
19jähr. Mann ſ. ſof. St., Radf.,
pr. Zeugn. Sandbergſtr. 46. (B3666
Tuche f. m. Sohn., m. Einſ=Freiw.=
S Berecht., kaufm. Lehrſt. Off.
unter G 48 an die Erped. (*2861
15 jähr. Junge, Radſ. ſ. Beſchäft.
Kranichſteinerſtr. 7, Stb. II. (*2942
e Stellen
Weiblich
mit guter Schulbild.
Fräulein und ſchöner Schrift
für leichte Büroarbeiten nachmitt.
geſucht. Offerten mit
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anſpruch und Altersangabe unter
F35 an die Exped. ds. Bl. (*2904
Reinl. junge Mädchen
und Knaben (3589md
bis zu 16 Jahren für leichte Arbeit
geſucht. Näh. Wehner & Fahr,
Schokoladenfabrik, Holzhofallee 1.
Modes!
Zuarbeiterin, die auch etwas im
Verkauf bew. iſt, geſ. E. Hohmann,
Modes, Eliſabethenſtr. 16. (*2867
Perfekte
Jacken-
Arbeiterinnen
f. unſere Aenderungs=Ateliers
(3662
geſucht
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 36.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
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Das Tippfräulein.
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(Nachdruck verboten).
26
Graf Dietrich mochte das nicht hören. Sie brauchen
bei fremden Damen keine Anleihen zu machen, Fräulein
Schacht, meinte er eifrig. Sie haben anderes, Eigenes und
Beſſeres, auf das Sie ſtolz ſein können, und zur Baroneſſe
gewendet, ſagte er: War Wardenburg nicht einmal mit
dieſer Gräfin Gartenhauſen in Berlin verlobt?
Ja, leider, war die Erwiderung. Die Familie ſoll
ihm übel mitgeſpielt haben, und allerlei Mißverſtändniſſe
verſchärften die Situation.
Na, meinte Pechtold, das war lange vor meiner Zeit,
ich weiß nur ſoviel: Die kleine Gräfin iſt an ſich ein ganz
reizendes Mädel und in ihrem Hauſe alles tipptopp, aber
heiraten möchte ich ſie nicht um die Welt, trotz ihres vielen
Geldes. Sie iſt nämlich hölliſch eigenſinnig, von den
Brü=
dern verzogen und kalt wie eine Hundeſchnauze.
Jeden=
falls hat ſie bis jetzt ihr Herz noch nicht entdeckt.
Alle lachten über dieſe kurze und derbe Charakteriſtik,
Gabi ſelbſt nicht am allerwenigſten, und Graf Dietrich
meinte, ſofort lebhafter werdend:
Dieſe Mängel und Unarten ſind bei vornehmen
Frauen durchaus nicht ſelten. Ein naives, volles und
warmes Empfinden findet man eben nur in anderen
Kreiſen.
Die eie dame beſrit das ſeheſt und lichenswülctg,
und während die Unterhaltung ſich auf dem Gebiet
fortbe=
wegte, ſchien Fräulein Flotts Stellvertreterin ſamt der
überraſchenden Aehnlichkeit vergeſſen zu ſein. Beim
Ab=
ſchied kam Pechtold aber ganz nahe an Gabi heran, reichte
ihr die Hand und fixierte ſie dabei in einer Weiſe, welche
ihr das Blut in die Wangen trieb. Zweifel und
Arg=
wohn lagen wieder in ſeinem Blick, und als er dann mit
Graf Dietrich den langen Korridor hinabſchritt, ſagte er
nachdenklich: Du haſt recht, dieſes kleine Tippfräulein hat
bei aller Beſcheidenheit vornehme Allüren und ein
beſon=
ders angenehmes, gut geſchultes Organ. Sie iſt auch ſehr
niedlich und ihre Aehnlichkeit mit der Gabi Gartenhauſen
geradezu verblüffend. Wenn es nicht Unſinn wäre, würde
ich glauben, ſie ſei es ſelbſt. Vielleicht beſtehen, von ihr
ſelbſt ungeahnt verwandtſchaftliche Beziehungen zwiſchen
den beiden Mädchen und Fräulein Schacht iſt ein wildes
Reis von einem edlen Stamm.
Der junge Graf fuhr ganz entrüſtet auf: O, bitte ſehr,
ſagte er im Hinblick auf ſeine reellen Abſichten mit Gabi.
Fräulein Flotts Stellvertreterin iſt die Tochter ehrbarer
Eltern. An ihrer Geburt haftet kein Makel. Ihre
Fa=
milienverhältniſſe ſind beſcheiden, aber tadellos.
Pechtold lachte. Woher weißt Du denn das, mein
guter Ditt?
Von ihr ſelbſt mein Junge.
Das iſt keine ſehr zuverläſſige Quelle.
Jedenfalls eine, die mir vollkommen genüge.
Dan aunitere ich Dir zu Dinmn ſindihen
Br=
trauen.
Das kannſt Du auch. Ich habe es bisher noch nicht
verſchwendet. Wo es nicht angebracht iſt, warnt mich
ſo=
fort mein Gefühl.
Pechtold lächelte mitleidig. Du biſt ein Idealiſt, Ditt,
und Idealiſten werden immer betrogen. Dieſe ſchlaue
kleine Berlinerin kann Dir vorreden, was ſie will. In
Deiner Verliebtheit haſt Du gar nicht den richtigen
Maß=
ſtab für ſie. Möchten Deine Erfahrungen nicht zu bitter
ſein.
Graf Dietrich erging ſich noch des weiteren über Gabis
unvergleichliche Vorzüge, und Pechtold zweifelte dieſelben
an; aber am nächſten Morgen reiſte der junge Ofifzier nach
Berlin zurück, und Gabi atmete wieder erleichtert auf.
Immerhin hatte dieſe gefährliche Epiſode noch ein ſehr
un=
angenehmes Nachſpiel.
Schon am nächſten Morgen traf Pechtold in der
Ka=
ſerne mit Hans Hermann, Gabis Bruder, zuſammen. Er
erzählte ihm von ſeinem Aufenthalt in Schleſien, erwähnte,
wieviel Böcke er geſchoſſen habe, und ſagte dann plötzlich:
Uebrigens Gartenhauſen, ich habe in den letzten Tagen
lebhaft Ihrer gedacht. Ein Zufall führte mich mit meinem
alten Freunde Treſſenſtein zuſammen, und er nahm mich
auf ein paar Tage mit nach Hellborn. Prachtvolles Gut=
Gehört dem Vater ſeiner Stiefmutter, dem Baron
Haſſel=
mann, und dieſer Haſſelmann hat zurzeit ein Tippfräulein,
ich ſage Ihnen, Ihre Schweſter, wie ſie leibt und lehr!
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Nummer 36.
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Ein ſcoenbſande aehrtchtet ſ ntr ueß nieht
verge=
kommen. Ich war ganz ſtarr, und wenn die Kleine
wie=
der hier iſt, möchte ich die beiden jungen Damen einmal
nebeneinander ſehen. Iſt die Gräfin Gabi jetzt noch in
Berlin?
Hans Hermann, der korrekte junge Mann, der jeden
Eklat ſo glühend haßte, hatte Mühe, ſeine heftige
Erreg=
ung zu meiſtern. Sollte Pechtold die Wahrheit ahnen, das
Unheil bereits auf dem Wege ſein? Er mußte es
abwen=
den mit aller Kraft, und ſo ſagte er ſcheinbar ruhig und
gleichgültig: Ja, der Zufall ſpielt manchmal ſelten.
Meine Schweſter iſt bereits abgereiſt. Heinz, Herbert und
ſie gehen zwar erſt ſpäter nach Tirol. Zwei von uns
beglei=
ten ſie immer auf ihrer Sommerfahrt, aber ſie wollte nicht
warten, bis die Brüder Urlaub haben, und macht
in=
zwiſchen eine Vetternreiſe in Sachſen und Thüringen
Dieſer Tage wollte ſie in Dresden ſein.
Sie reiſt alſo ganz allein?
Freilich, bei den Verwandten kann ſie unſere
Beglei=
tung ſehr gut entbehren, und wir gehen lieber wo anders
hin. Begreiflich, nicht? Was übrigens die Aehnlichkeit
anbelangt, ſo würde ich das betreffende Tippfräulein auch
gern einmal ſehen, ſchon um die Unterſchiede zu
konſtatie=
ren, die ſchließlich doch immer vorhanden ſind. Bleibt das
intereſſante Weſen noch lange in Hellborn?
Das weiß ich nicht, war die Antwort. Mir wurde
ge=
ſagt, ſie ſei nur zur Vertretung in Hellborn, und zwar
von einem Fräulein Flott oder Tott, das Ihre Schweſter
auch kennen will. Von der können Sie gewiß Ihre Adreſſe
erfahren.
Hans Hermann ſchien ſich zu erinnern. Ach ja, die
Flott, ſagte er, von der ſpricht Gabi noch dann und wann.
Wie heißt denn Ihre Doppelgängerin?
Aoien Schucht. Sie mirſchäbet ſih mn duns
ihr Weſen und ihre Toilette von Gräfin Gabi und trägt
Madonnenſcheitel à la Cleo de Merode. Aber niedlich iſt
ſie, ſogar ſehr niedlich, und der Treſſenſtein iſt ganz
ver=
ſchoſſen in ſie.
Na, meinte Hans Hermann, das iſt ja weniger
ange=
nehm. Schließlich handelt es ſich in einem ſolchen Fall
doch nur um eine Liebelei.
Doch nicht, entgegnete Pechtold ernſt, wenigſtens nicht
im gewöhnlichen Sinne. Der Menſch iſt imſtande, ſie zu
heiraten. Er hat ſo allerhand verrückte Ideen über
Raſſen=
aufbeſſerung und ſcheint eine ebenbürtige Gemahlin zu
verſchmähen. Na, aus der Kleinen läßt ſich was machen
und ſie kann ſich gratulieren, wenn er ſie nimmt. Er iſt
ein uranſtändiger, kindguter Menſch, und dabei hat er den
nötigen Mammon.
Was iſt er denn?
Halb Gelehrter, halb Großgrundbeſitzer. Er lebt auf
ſeinem ſchönen Gut in der Lauſitz und hat wenig
Nach=
barſchaft. Darum will er auch bald heiraten. Seine
El=
tern haben natürlich andere Abſichten in bezug auf ſeine
künftige Frau, und wie eine Aeußerung der Gräfin mir
verriet, iſt man auf das gefährliche Tippfräulein bereits
aufmerkſam geworden. Sonſt hätte ſich kein Menſch um ſie
gekümmert, denn ſie bleibt unter den Kuliſſen und das
Haus iſt voll von Gäſten. Nun aber, da ſie auf den Sohn
und Erben, der ſie zufällig kennen lernte, eine ſo ſtarke
An=
ziehungskraft ausübt, erſcheint ſie mit einem Male
wich=
tig und intereſſant und wird von allen Seiten beobachtet.
Ich glaube, am liebſten ſchickte man ſie ſchleunigſt weg.
Weshalb tut man das nicht?
Ich weiß es nicht, kann mich auch in meiner Annahme
irren. Uebrigens iſt in Hellborn noch eine andere Perſön=
ſchet, ie nr dier gowiſie Sestchuig gu öhe mnie
ſteht, Gartenhauſen. Ihre Schweſter war doch ſchon
ein=
mal verlobt, nicht wahr?
Ja, vor vielen Jahren.
Und ihr Verlobter war ein Freiherr v. Wardenburg,
der kurz nach der Trennung zuſammenbrach?
Allerdings, er ging ins Ausland und iſt verſchollen.
Nun hören und ſtaunen Sie! Eben dieſer Herr von
Wardenburg iſt jetzt in Hellborn.
Nicht möglich! Als was iſt er da? Als Gaſt des
Barons?
Nein, als eine ArtOberinſpektor und Güterdirektor mit
unumſchränkter Machtvollkommenheit. Seit ſieben Jahren
ſchon. In der Geſellſchaft läßt er ſich nicht blicken, aber die
Haſſelmanns und Treſſenſteins halten große Stücke auf
ihn, und Dietrich geht zuweilen bei ihm noch in die Lehre.
Er ſoll ein großartiger Landwirt und energiſcher, famoſer
Menſch ſein. Was war er den früher?
Ungefähr das Gegenteil, unſerer Anſicht nach.
Das wundert mich. Er macht jetzt einen ſehr guten
Eindruck.
Hans Hermann ſchwieg einen Augenblick. Dann
meinte er zögernd:
Wie erfuhren Sie, daß er der Verlobte meiner
Schwe=
ſter war? Rühmte er ſich deſſen?
O nein, erwiderte Pechtold ruhig. Ich ſelbſt habe ihn
nur flüchtig geſprochen. Die Rede kam ganz zufällig auf
ihn und ſeine einſtige Braut, als ich die Aehnlichkeit
zwi=
ſchen Fräulein Schacht und Gräfin Gabi erwähnte. Da
meinte die alte Dame, die Schweſter des Barons, Herrn
von Wardenburg ſei ſie auch gleich aufgefallen uſw.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 36.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 5. Februar 1914.
Seite 15.
eccHELr
Vorträge.
Sektion Darmſtadt Deutſcher und
Oeſterreichiſcher Alpenverein. Bei dem hohen
Intereſſe, das dem Skiſport von allen Seiten
entgegenge=
bracht wird, ſah man dem Vortrag der letzten
Monats=
verſammlung mit großer Erwartung entgegen. Und dieſe
Erwartung wurde durch die Darbietungen des Redners
weit übertroffen. Es ſprach Freiherr v. Bernuth,
Mit=
glied der Sektion Bayerland, als Gaſt über Wintertouren
m Gebiete des Groß=Glockners und Venedigers. Nach
mehr vorbereitenden Touren auf das als Ausſichtsberg
günſtig gelegene Kitzſteinhorn (2304 Meter) und andere
Höhen am Zellerſee gewann man auf der im Sommer ſo
harmloſen Straße nach dem Mooſerboden jetzt im Winter
nur unter großen Schwierigkeiten den Zugang zur
Hoch=
gebirgswelt. Für mehrere Tage bot alsdann die
Ober=
walder Hütte auf dem Großen Burgſtall (2965 Meter) in
großartigſter Umgebung Unterkunft und Schutz vor dem
eiſigen Schneeſturm. Der Aufſtieg zum Johannisberg
(3467 Meter) am Ende der Paſterze, auf die Glockerin (3425
Meter) und das Wiesbachhorn (3579 Meter) waren ſtolze
Leiſtungen, die der Erſteigung des Groß=Glockners (3798
Meter) über die Adlersruh (3465 Meter) vorausgingen.
Es war die zweite Wintererſteigung dieſes Königs der
Tauern. Die Ausſicht bei Abendbeleuchtung von der
Adlersruh gewährte reichen Lohn für die Mühen des
Auf=
ſtiegs. Nach dem ſchwierigen Abſtieg über das
Ködnitz=
kees hinunter nach Kals gings nach Windiſch=Madrei zur
Bezwingung der Dreiherrenſpitze (3505 Meter) über die
Klarahütte im Umbaltal in ſchwer zu erreichender Lage.
Nach vielen vergeblichen Verſuchen im Jahre 1912
er=
reichte der Redner die Spitze erſt im Jahre 1913 zuſammen
mit ſeinem Bruder, nachdem ſie Scharſchmitt und Preuß
ſchon im April 1912 erzwungen hatten. Der Redner gab
ein anſchauliches Bild von den hohen Reizen der Winter=
landſchaft in den Höhen über 3000 Meter, von dem
Hoch=
gefühl des Aufenthaltes in der reinen klaren Bergluft, den
Wirkungen der Beleuchtung und dem wallenden
Nebel=
meer, aber er betonte auch, daß nur der geſtählte und
wohl=
ausgerüſtete Alpiniſt im Beſitze der erprobteſten Technik
und Vorſicht berufen ſei, den Gefahren von Sturm und
Kälte in den Hochgebirgsregionen im Winter zu trotzen
und das beſeligende Glücksgefühl reinſter Naturſchönheit
zu genießen. Prächtige photographiſche Aufnahmen
ver=
halfen dem formvollendeten Vortrag zur höchſten
Anſchau=
lichkeit. Der Redner erntete reichen Beifall bei der
zahl=
reichen Verſammlung und der Vorſitzende der Sektion
ſprach ihm den wohlverdienten Dank aus.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Die Winter=Prüfungsfahrt des Allgemeinen
Deut=
ſchen Automobil=Klubs im Oberharz ſollte am Montag
noch einen Wettbewerb für die vierräderigen Wagen
brin=
gen, nachdem die Motorräder und die Dreiradwagen
be=
reits am Sonntag ihr volles Penſum abſolviert hatten.
Vorgeſehen war für dieſen zweiten Tag eine 50 Kilometer
lange Strecke, die eine Bergprüfung über 10 Kilometer
von Seeſen nach Lautenthal umfaßte. Da die Oberleitung
nur feſtgeſtellt hatte, daß kurz vor Lautenthal die Straße
völlig vereiſt ſei und an ein Paſſieren der Wagen nicht zu
denken ſein würde, entſchloß man ſich, dieſe Prüfung
ab=
zubrechen und auf einer anderen Straße nach Goslar
zurückzukehren, die keinerlei beſondere Schwierigkeiten bot.
Das Klaſſement für die Automobile ſteht noch nicht feſt.
Die Berechnung der Leiſtungen an Hand der
Strecken=
bücher der Unparteiiſchen dürfte auch noch mehrere Wochen
in Anſpruch nehmen. 8 bis 9 Konkurrenten blieben ohne
Strafpunkte und haben Anwartſchaft auf erſte Preiſe. Für
zweite Preiſe kommen 6 bis 7 Teilnehmer in Frage, die
bis zu 20 Strafpunkte auf ihrem Konto haben.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 4. Febr. (
Kartoffel=
markt.) Man notierte: Kartoffeln im Waggon 4,50—5
Mark, Kartoffeln im Detail 6—6,50 Mark. Alles
pro 100 Kilo.
— Frankfurt a. M., 4. Febr. (
Schlachtvieh=
markt.) (Amtlicher Bericht.) Auftrieb 1343 Schweine.
Preiſe pro 50 Kilogramm Lebendgewicht: Fettſchweine
über 3 Zentner Lebendgewicht 53—56 Mk. (Schlachtgewicht
69 Mk.), vollfleiſchige Schweine über 2,5 Zentner
Lebend=
gewicht 53—56 Mk. (68—69 Mk.), vollfleiſchige Schweine
über 2 Zentner Lebendgewicht 53—56 Mk. (68—69 Mk.),
vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 53—56
Mark (68—69 Mk.). Marktverlauf ziemlich rege; bleibt
Ueberſtand.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Einſender dieſes iſt Abonnent der elektriſchen
Stra=
ßenbahn und fährt morgens früh mit dem zweiten Wagen,
ſowie nachmittags den Wagen kurz nach 1 Uhr von
der Landskrone nach dem Hauptbahnhof. Die Wagen ſind
regelmäßig voll beſetzt und müſſen die Fahrgäſte, welche
an der verſchloſſenen Tür ſitzen, warten, bis der Wagen
langſam leer wird. Iſt der letzte Fahrgaſt aus dem
Wagen, dann erſt wird auch die vordere Tür geöffnet. Die
Fahrgäſte, welche den paſſenden Zug benützen wollen oder
pünktlich an der Arbeitsſtelle ſein ſollen, müſſen beides
im Trabe zu erreichen ſuchen. Könnte man nicht,
nach=
dem der Wagen am Bahnhof angelangt iſt, auch die
vor=
dere Tür gleich öffnen, damit ſich derſelbe ſchneller
ent=
leeren kann?
Ein langjähriger Abonnent.
Einſenderin erklärt ſich mit dem Artikel in Nr. 34
vollſtändig einverſtanden. Anläßlich der Wahlen hatte ſie
Gelegenheit, mit verſchiedenen Frauen des Mittelſtandes
über die neuen Beiträge der Krankenkaſſe Rückſprache zu
nehmen. Alle waren ſich einig, daß das Krankengeld eine
drückende Laſt für ihr Haushaltungsbudget ſei. „Aber
was will man machen?” hieß es. „Die oberen Stände
werden das ganze Krankengeld für ihr Perſonal zahlen,
und zwingen uns, das gleiche zu tun.‟ Darum, ihr
Haus=
frauen aller Stände, heraus aus eurer Gleichgültigkeit!
Und wenn der Ruf zu einer Hausfrauenverſammlung
er=
ſchallt, erſcheint vollzählig. Die geeignetſte Zeit zu der
Abhaltung einer ſolchen Verſammlung wäre wohl der
Nachmittag. Dann kann ſich gewiß jede Hausfrau ein
Eine Hausfrau.
Stündchen frei machen.
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feiner, gutgehender
Fremdenpen=
ſion beteiligen. Evenk. rationelle
Vergrößerung, auch durch
Haus=
kauf oder Mietung für dieſen
Zweck. Gefl. Off. unter E 60
(2625
an die Expedition.
Für dieſe Woche empfehlen in
beſter, friſcheſter Nordſe=Ware
Allerfeinſten
Angel=Schellſiſch
Tabliau
im ganzen Fiſch und Schnitt.
Hochfeine
Nordſee=Kotzungen.
Lebendfriſchen
Tafelzander
Oſtender Steinbutt u.
Seezungen
Heilbutt, Goldbarſch
Seeforellen, Merlans.
Hochfeiner
Beilm
im Ausſchnitt.
Lebende Karpfen, Schleien
Forellen
Breſem, Hechte, Weißſiſche
alles andere billigſt.
Räucherwaren, Marinade,
Fiſchkonſerven.
Fischhalle
neitiager & Biechschmict
Hoflieferanten (3663
19 Eliſabethenſtraße 19
Telephon 543.