Darmstädter Tagblatt 1914


N 25., Sonntag, den 25. Januar.

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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 22 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Reichstag erledigte geſtern Initiativanträge, die
von einzelnen Parteien eingebracht waren, und ver=
tagte
ſich bis Mittwoch.
Der griechiſche Miniſterpräſident Venizelos iſt am
Samstag früh aus London in Paris eingetroffen.
Der Präſident der proviſoriſchen Regierung in Alba=
nien
Ismail Kemal legte ſein Amt nieder. Die
Regierungsgewalt, wurde von der internatio=
nalen
Kontrollkommiſſion übernommen.
Im japaniſchen Parlament gab der Miniſter des
Aeußern Makino eine Erklärung über Japans aus=
wärtige
Politik ab.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Politiſche Wochenſchau.

** Die Rede des Reichskanzlers im Reichs=
tag
anläßlich der Zabern=Interpellation be=
rechtigt
zu der Erwartung, daß die Nachprüfung der Vor=
ſchriften
über den Waffengebrauch des Militärs eine Ab=
grenzung
zwiſchen den Befugniſſen der Zivil= und der Mi=
litärbehörden
mit der gebotenen Klarheit herbeiführen
wird. Da hierbei eine Uebereinſtimmung für alle Kon=
tingente
der in den Reichslanden ſtehenden Truppen er=
zielt
werden ſoll, iſt für eine ungerechtfertigte Verkürzung
der den Zivilbehörden zuſtehenden Befugniſſe um ſo we=
niger
zu fürchten, als die notwendige Mitwirkung der Re=
gierungen
Bayerns und Württembergs in dieſer Hinſicht
dafür bürgt, daß die ſüddeutſche Regelung von Einfluß
auf die neuen Beſtimmungen wird. Was der Reichskanz=
ker
juriſtiſch über die Kabinettsorder von 1820 ſagte, iſt
durchaus geeignet, der wegen dieſer Kabinettsorder ent=
ſtandenen
und vielfach künſtlich geſchürten Beunruhigung
entgegenzuwirken. Die Tatſache, daß Anordnungen dieſer
Kabinettsorder ſeit ihrem Beſtehen erſt ein einziges Mal
praktiſch wurden, muß von jedem Unbefangenen für die
ganze Angelegenheit gewürdigt werden. Wieviel Er=
regung
hätte ſich verhüten laſſen, wenn ſchon die erſten
Interpellationen über Zabern vom Reichskanzler ſo, wie
es heute geſchah, beantwortet worden wären! Man darf
heute wohl ſagen, daß die frühzeitige Beantwortung jener
Interpellationen der Kardinalſehler war, weil ſie verhin=
derte
, aus dem Gange der Preßerörterungen die Geſichts=
punkte
zu entnehmen, die für die Beruhigung der erregten
Gemüter hauptſächlich ins Gewicht fielen. Die Rede des
Reichskanzlers iſt ferner aus dem Grunde zu begrüßen,
weil ſie beweiſt, daß weder er noch der Kriegsminiſter
partikulariſtiſche Beſtrebungen unterſtützen wollen. Ohne
den Preußentag unmittelbar zu nennen, hat der Reichs=
kanzler
mit Entſchiedenheit vor der Aufpeitſchung des
Partikularismus gewarnt und dem Reichsgedanken das
ihm gebührende Recht gewahrt. Auch dem Reichskanzler
widerſtrebt wie dem Kriegsminiſter die Verwendung bes
Militärs zur Unterdrückung innerer Unruhen. Endlich
hat der Reichskanzler für Elſaß=Lothringen ſelbſt jeder
überſtürzten Unterdrückungspolitik eine Abſage erteilt,
gleichzeitig jedoch die notwendige Ergänzung folgen laſſen,
daß die Politik in den Reichslanden auch einheitlich und
feſt ſein muß. Nach den jüngſten Straßburger Kammer=
verhandlungen
erſcheint es in hohem Maße zweifelhaft, ob
die führenden Männer der Straßburger Regierung im=
ſtande
ſind, ſich in den Dienſt einer ſolchen Politik zu ſtel=
ken
. Mit einer glücklichen Abwehr der ſoztaldemokratiſchen
Uebertreibungen und Verhetzungen hat der Reichskanzler
ſeine Rede geſchloſſen. Er konnte mit Recht feſtſtellen, daß
das Schreckgeſpenſt eines in Deutſchland angeblich beſtehen=
den
Säbelregiments durch den gewaltigen Aufſchwung
von Gewerbe, Handel und Induſtrie, ſowie aller ſonſtigen
Werke des Friedens gründlich widerlegt wird, und geißelte
mit verdienter Schärfe die Bloßſtellung Deutſchlands vor
dem Auskande, in der leider nicht nur der ſoziale, ſondern
auch ein Teil des bürgerlichen Radikalismus ſich gefällt.
Angeſichts der günſtigen Aufnahme, die die Kanzlerrede
ſowohl beim Zentrum als auch bei den Nationalliberalen
gefunden hat, darf man darauf rechnen, daß der Zaberner
Zwiſchenfall in erſprießlicher Weiſe ausklingen wird.
Die Verhandlungen des Preußentages, über die
nur ein ziemlich unzulänglicher Bericht veröffentlicht wor=
den
iſt, haben in Bahern viel böſes Blut gemacht, und
ſelbſt die offizielle Bayeriſche Staatszeitung hat ſich zum
Wort gemeldet und auch im Landtag iſt die Angelegenheit
zur Sprache gekommen wobei aus dem Munde des Kriegs=
miniſters
recht herbe Worte gefallen ſind. Nun wird von
ſeiten der in Frage kommenden Perſonen beſtritten, daß
irgendwelche gehäſſige Worte gefallen ſeien und daß die
Bewegung irgendwelchen partikulariſtiſchen Charakter
trage. Gleichwohl ſind die Gemüter zu erregt, als daß
die Affäre ſo ſchnell in Vergeſſenheit geraten wird, zumal
auch die Betonung des Preußentums bei den jüngſten De=
batten
im Landtage in den anderen Bundesſtaaten nicht
gern vermerkt worden iſt. Es mögen da manche
Mißverſtändniſſe mit unterlaufen, immerhin ſollte man
aber gerade in den ſchwierigen Zeiten wie den jetzigen al=
les
vermeiden, was ſolche Mißlichkeiten heraufzubeſchwören
geeignet iſte

Die zweite Leſung des Etats im Reichstage und
im Abgeordnetenhauſe erſtreckt ſich, wie der Stoff
es erfordert, auf eine ſo große Menge von Fragen, daß es
unmöglich iſt, an dieſer Stelle ihrer zuſammenfaſſend zu
gedenken. Hier kann nur die Erklärung des Staatsſekre=
tärs
Delbrück feſtgehalten werden, daß die Regierung die
bewährten Grundſätze unſerer Wirtſchaftspolitik
nicht ändern und die beſtehenden Tarifverträge nicht
kündigen will. Das erſte Echo auf dieſe höchſt bedeutſame
Mitteilung kam aus Oeſterreich, wo das halbamtliche
Fremdenblatt den Wunſch nach Zuſätzen zum geltenden
Tarifvertrage ausſprach. Die Einigung über derartige
einzelne Zuſätze iſt ohne Zweifel leichter, als die über
einen ganzen Vertrag, und deshalb bedeutet der Stand=
punkt
der Reichsregierung, die Tarifverträge nicht kün=
digen
zu wollen, eine verſtärkte Gewähr für die ununter=
brochene
Fortdauer unſerer handelspolitiſchen Beziehungen
zu den Vertragsſtaaten. Fällt dies für das praktiſche Wirt=
ſchaftsleben
gegenwärtig weniger ins Gewicht, weil unſere
Verträge mit den wichtigſten Ländern noch für die Dauer
von zwei Jahren in Kraft bleiben müſſen, ſo iſt die
Herabſetzung des Zinsſatzes bei der Reichs=
bank
, der Bank von England und einer Reihe anderer
Zentralbanken geeignet, befruchtend auf den allgemeinen
Geſchäftsgang zu wirken.
Beeinträchtigt freilich wird dieſe Wirkung durch die
fortdauernde Unſicherheit der Lage am Balkan. Die
Pforte ſperrt ſich gegen die von England vorgeſchlagene
Löſung der Inſelfrage, und der geſcheiterte jungtür=
kiſche
Handſtreich in= Albanien verrät, daß am Golde=
nen
Horn eine Politik der Abenteuer nicht ausgeſchloſſen
iſt. Da aber die Türkei einen Krieg gegen Griechenland
in der Hauptſache zur See führen muß, iſt der Ausbruch
eines neuen Balkankrieges vor der Hand deshalb kaum
zu befürchten, weil der in türkiſchen Beſitz übergegangene
Dreadnought Braſiliens vor dem Monat Juni nicht in
Dienſt geſtellt werden kann. Ob Frankreich die Ver=
handlungen
, die es mit der Türkei über eine große Anleihe
führt, nicht dazu benützt, einen Druck zugunſten des eng=
liſchen
Vorſchlages in der Inſelfrage auszuüben, hat man
bisher nicht erfahren; bei der Begünſtigung Griechen=
lands
durch Frankreich aber iſt es wahrſcheinlich, daß
dies geſchieht. Auch auf die beklagenswerte Entwicke=
lung
, die die Angelegenheit der deutſchen Militär=
miſſion
genommen hat, dürfte das Geldbedürfnis der
Türkei von beträchtlichem Einfluß geweſen ſein. Darum
hätte es ſich vielleicht empfohlen, mit der Abordnung deut=
ſcher
Offiziere nach der Türkei noch zu warten. Eine an=
dere
für Deutſchland unangenehme Sache, die Bankrott=
erklärung
Mexikos, iſt anſcheinend mehr auf poli=
tiſche
Gründe als auf die tatſächliche Zahlungsunfähigkeit
Merikos zurückzuführen. Denn da die Mitte Januar fäl=
lige
Zinsrate nach Europa abgeſchickt worden iſt, wurde
die Bankrotterklärung inſofern mindeſtens durchlöchert,
als nunmehr bereits ein Drittel der zum April notwen=
digen
Zahlung von Mexiko bereits geleiſtet iſt. Ange=
ſichts
dieſer Tatſache iſt es nicht unwahrſcheinlich, daß die
Bankrotterklärung ein Trick Huertas war, die Mächte zu
ſeinen Gunſten eingreifen zu ſehen. Es kann ſich aber für
die mexikaniſchen Machthaber nach berühmtem Muſter
auch um ein Börſenmanöver gehandelt haben, bei
dem es auf die Ausnützung des für die mexikaniſchen Pa=
piere
eingetretenen Kursſturzes abgeſehen war.

Albanien.

* Nach einer Meldung der Agenzia Stefani aus
Valona hat die internationale Kontrollkommiſſion den
Miniſtern in einer Verbalnote mitgeteilt, daß ſie die Re=
gierungsgewalt
von Ismail Kemal übernommen habe.
Die Miniſter erklärten ihr Einverſtändnis und das Ka=
binett
hat ſich aufgelöſt. Der bisherige Mi=
niſter
des Innern, Fewzi Bei, wurde mit der Leitung
der Regierungsgeſchäfte in Valona betraut.
Die anderen bisherigen Miniſter werden ihm als Reſſort=
Direktoren unterſtehen. Die Behörden in Berat und El=
baſſan
ſind telegraphiſch aufgefordert worden, Fewzi Bei
als Vorgeſetzten anzuerkennen. Die Abdankung Ismails
hat einen günſtigen Eindruck gemacht.
Ueber die Urſachen der Demiſſion Js=
mail
Kemals wurde dem Vertreter des Wiener Kor=
reſpondenzbureaus
folgendes mitgeteilt:
Angeſichts der ſeit geraumer Zeit ſchwierigen Lage
Albaniens ſchlug Ismail Kemal vor zwei Wochen der
Kontrollkommiſſion vor die Ankunft des Fürſten
von Albanien möglichſt zu beſchleunigen, oder daß
der Fürſt, falls er den Moment ſeiner Thronbeſteigung
noch nicht für gekommen erachte, einen bevollmächtigten
Kommiſſar entſende, oder daß die Großmächte die Kon=
trollkommiſſion
als ihre Repräſentantin ermächtigen, bis
zur Ankunft des Fürſten die Regierung zu übernehmen.
Auf. Grund des Einverſtändniſſes der Großmächte erhielt
die Kontrollkommiſſion die Vollmacht die Regierung in=
terimiſtiſch
zu übernehmen und teilte dies den Mitgliedern
der proviſoriſchen Regierung mit. Daraufhin erklärte
Ismail Kcmal, er ſei gleichen Sinnes mit den übrigen
Mitgliedern der Regierung, wenn er erkäre, in dieſem
Vorgang das Heil des Landes zu erblicken. Er dankte
den Großmächten, daß ſie neuerlich einen Beweis ge=
liefert
hätten, wie ihnen das Wohl des neuen Staates
am Herzen liege. Die Kontrollkommiſſion ernannte hier=

auf Fewzi Bei zum Regierungsdirektor für das geſamte
der Regierung von Valona unterſtehende Gebiet. Die bis=
herigen
Regierungsmitglieder, ausgenommen Ismail
Kemal, deſſen Funktionen die Kontrollkommiſſion über=
nimmt
wurden mit Rückſicht auf die Schwierigkeiten, die
ihr Geſamtrücktritt herbeiführen würde, erſucht, die Lei=
tung
ihrer Reſſorts weiterhin beizubehalten, wozu ſie ſich
bereit erklärten.
Der zurückgetretene Präſident der proviſoriſchen Re=
gierung
, Ismail Kemal, richtete an den öſterreichi=
ſchen
Miniſter des Aeußern, Grafen Berchtold, ein
Telegramm, in dem er ſeinen Dank dafür ausſpricht, daß
die öſterreichiſche Regierung ſeiner Bitte willfahrte, die
internationale Kommiſſion mit der Leitung
der Regierungsgeſchäfte in ganz Albanien zu betrauen,
worin das einzige Mittel liege, die Einheitlichkeit=
der
Regierung zu verwirklichen, ohne die die
Ordnung nicht hergeſtellt werden konnte. Ismail Kemal
bittet ſodann nochmals, dem tapferen unglücklichen Volke
beizuſtehen und ſeine von den Feinden ſo wenig geachteten
Rechte verteidigen zu wollen.
Im übrigen lauten die Nachrichten aus Albanien an=
dauernd
beunruhigend, werden jedoch nicht für gefährlich
gehalten. Die Frage der Entſendung von Kriegsſchiffen
ſeitens der Mächte an die albaniſche Küſte iſt wohl aufge=
worfen
worden, doch beſteht keine Begeiſterung, ein Ver=
fahren
einzuſchlagen, das die Lage verſchärfen könnte.
Man hofft und glaubt, daß ein ſolcher Schritt nicht not=
wendig
ſein werde. Gleichzeitig haben einige Mächte ſich
bereit erklärt, ein Schiff zu entſenden, wenn es ſich als
notwendig herausſtellen ſollte. Die Beſprechungen zwi=
ſchen
den Mächten über die Frage der albaniſchen Anleihe
ſind noch im Gange. Die allgemeinen Anzeichen ſcheinen
auf eine gemeinſame Garantie der Mächte hinzudeuten.

Deutſches Reich.

Dr. Solf als Nachfolger v. Jagows?
Wie die Poſt aus zuverläſſiger Quelle erfährt, hat der
Staatsſekretär des Reichskolonialamts Dr. Solf. ſeinen
Urlaub vorzeitig abgebrochen. Dieſe Unterbrechung hängt
aufs engſte zuſammen mit dem bevorſtehenden Rücktritt
des Staatsſekretärs des Auswärtigen Amtes v. Jagow,
an dem nicht mehr gut gezweifelt werden könne. Als
Nachfolger des Herrn v. Jagow iſt Dr. Solf in Ausſicht
genommen, an deſſen Stelle Freiherr v. Rechenberg, der
frühere Gouverneur von Deutſch=Oſtafrika, treten ſoll.
Bau von Kleinwohnungen. Dem Reichs=
tag
wird demnächſt eine Vorlage zugehen, durch die die
Reichsregierung ermächtigt wird, zur Förderung des
Baues von Kleinwohnungen für Arbeiter und gering be=
ſoldete
Beamte Bürgſchaften zu übernehmen. Dieſe Maß=
nahme
iſt gedacht als eine Ergänzung der bisherigen
Förderung der Herſtellung von Kleinwohnungen für Be=
amte
und Arbeiter durch Gewährung von Darlehen an
gemeinnützige Bauvereine und Private, ſowie des Er=
werbes
geeigneten Baugeländes zur Herſtellung ſolcher
Wohnungen. Gegenwärtig werden für dieſen Zweck all=
jährlich
Millionen bereitgeſtellt, im ganzen ſind bisher 49
Millionen Mark dafür aufgewendet worden. Da es nun
nicht angängig erſcheint, für dieſe Darlehen die bisher
gewährte Summe zu erhöhen, ſoll in Zukunft das Reich
auch noch Bürgſchaften übernehmen, die ſich auf zweite
Hypotheken erſtrecken. Hierdurch erhalten ſolche Hypo=
theken
naturgemäß eine vollkommene Mündelſicherheit,
und die gemeinnützigen Baugeſellſchaften werden dadurch
in die Lage verſetzt, ſich den notwendigen Hypotheken=
kredit
unter weit günſtigeren Bedingungen zu verſchaffen,
als ohne eine ſolche Bürgſchaft des Reiches.
Wechſel in der Regierung Elſaß=
Lothringens. Durch die deutſche Preſſe geht die
Nachricht, daß der kaiſerliche Statthalter in einem Mi=
niſterrat
als das Ergebnis ſeiner Berliner Reiſe mitge=
teilt
habe, der erwartete Miniſterwechſel in Elſaß= Lothrin=
gen
werde erſt Ende Frühjahr erfolgen. Daß der Mi=
niſterrat
ſtattgefunden hat, iſt richtig. Die Angabe da=
gegen
darüber, was in dem Miniſterrat verhandelt wurde,
entſpricht, wie die Tägl. Rundſchau erfährt, nicht den Tat=
ſachen
. Allerdings beſteht in Straßburg kein Zweifel
darüber, daß die Herren Zorn von Bulach, Mandel und
Petri dem Ende ihrer miniſteriellen Tage nahe ſind, ja
man nimmt vielfach an, daß nur durch den bevorſtehenden
Kaiſersgeburtstag ihr Ausſcheiden noch verzögert wird.
Ebenſo rechnet man beſtimmt damit, daß als Nachfolger
in erſter Linie Männer in Betracht kommen, die in der
Schule des preußiſchen Beamtentums groß geworden und

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer 25.

eine beſtimmte Zeit bei der Truppe abzudienen, um zu
einem höheren Grade befördert werden zu können. Die
Sitzung wurde darauf geſchloſſen.
Zur Frage der Verproviantierung von
Paris für den Kriegsfall erklärte der Unter=
ſtaatsſekretär
im Kriegsminiſterium Manginot einem Be=
richterſtatter
, das Problem beſtehe darin, die Hauptſtadt.
vom 8. bis zum 20. Tage einer Mobiliſierung mit Lebens=
mitteln
zu verſorgen, denn nach dieſem Zeitraum würde
die Verproviantierung wieder in normaler Weiſe vor ſich
gehen können. Für die erſten acht Tage ſeien ausreichende
Getreide= und Mehlvorräte vorhanden. Um die Verpro=
viantierung
vom 8. bis zum 20. Tage zu ſichern, habe die
Regierung mit Rückſicht darauf, daß der tägliche Ge=
treideverbrauch
von Paris etwa 10000 Zentner betrage,
die Errichtung eines Docks von 100000 Zentnern verlangt.
Behufs Hintanhaltung einer mißbräuchlichen Spekulation
ſollen die Kaufabſchlüſſe allmählich erfolgen, und um eine
möglichſt große Anzahl von Kaufleuten für das Projekt zu
gewinnen, ſoll die bisherige Prämie von 3 auf 4 Francs
für den Zentner erhöht werden.
England.
Der Beſuch Venizelos in London. Wie
das Reuterſche Bureau erfährt, beabſichtigt der griechiſche
Miniſterpräſident Venizelos, am Sonntag Paris zu ver=
laſſen
und ſich nach Berlin, Petersburg, Wien und Buka=
reſt
zu begeben. Venizelos lehnte es ab, über die Er=
gebniſſe
ſeines Beſuches in London zu ſprechen, doch geht
aus einer Mitteilung von anderer zuſtändiger Seite her=
vor
, daß Venizelos mit ſeiner Miſſion zufrieden war.
Vie erklärt wird, iſt der Entwurf einer Note vorbereitet
worden, in welcher die Entſcheidung der Mächte über
den Epirus und die ägäiſchen Inſeln in Konſtantinopel
und Athen mitgeteilt werden ſoll. Dieſer Entwurf werde
den Mächten unterbreitet, indeſſen herrſcht in diplomati=
ſchen
Kreiſen der Eindruck vor, daß gegenwärtig das Da=
tum
der Räumung Südalbaniens durch Griechenland an
Bedeutung verloren hat, da allgemein die Meinung be=
ſteht
, daß Griechenland keine andere Abſicht habe, als eine
gemäßigte und friedliche Politik zu verfolgen.
Rußland.
Geſetzentwurf zur Bekämpfung der
Trunkſucht. Der Reichsrat begann mit der Beratung
des Geſetzentwurfs, betr. die Bekämpfung der Trunkſucht.
Graf Witte legte in längerer Rede dar, ſeine Nach=
folger
im Amte als Finanzminiſter hätten ſein Werk, das
Branntweinmonopol, das die Unterdrückung der Trunk=
ſucht
erzielen ſollte, entſtellt. Das Volk bezahle für den
Monopolſchnaps über eine Milliarde, während für Volks=
aufklärung
nur 160 Millionen verausgabt würden. Seit
zehn Jahren ſeien die Monopoleinnahmen um eine halbe
Milliarde geſtiegen. Es ſei nicht zu verwundern, daß da=
durch
ein großer Barbeſtand gebildet worden iſt, doch
das Mittel, durch welches dieſer vornehmlich für die
Landesverteidigung beſtimmte Barbeſtand erzielt ſei, ſei
anormal, und es wäre beſſer, die Monopoleinnahmen zu
fixieren und die Ueberſchüſſe zur Bekämpfung des Volks=
übels
zu verwenden. Mittel zur Landesverteidigung
müßten bereit gehalten werden, ſie dürfen aber nicht durch
die Förderung der Volksſchwäche geſammelt werden, die
anderen müßten durch neue Anleihen und Steuern be=
ſchafft
werden. Der Miniſterpräſident erwiderte, die
Ziele des Grafen Witte ſeien nicht vergeſſen und würden
wie früher gefördert. Der Schnapskonſum pro Kopf ſei
in den letzten zehn Jahren nicht geſtiegen. Die Einkünfte
des Monopols ſeien nicht nur durch die Erhöhung des
Alkoholabſatzes, ſondern auch durch die Preiserhöhung
des Branntweins und durch die Herabſetzung der Ex=
ploitationsausgaben
infolge techniſcher Vervollkommnun=
gen
vermehrt worden. Die Maßnahmen zur Bekämpfung
der Trunkſucht würden ebenſo energiſch fortgeführt wie
zu Wittes Zeiten. Eine dieſer Maßnahmen bilde der vor=
liegende
Geſetzentwurf.
Japan.
Die auswärtige Politik Japans. Der
Miniſter des Aeußern Baron Makino erklärte bei der
Einbringung des Etats im Parlament:
Die Beziehungen des Reiches zu den Ver=
tragsmächten
werden immer vertraulicher und herz=
licher
. Beſonders in China konnten wir hinſichtlich der
allgemeinen Lage zu unſerer großen Freude mit dien
Großmächten zuſammenwirken, um die Ordnung in Oſt=
aſien
aufrecht zu erhalten, wie es denn überhaupt ein

imſtande ſind, deſſen Geiſt in der Verwaltung des Reichs=
landes
voll zur Herrſchaft zu bringen.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Armeefragen. Im öſterreichiſchen Abgeordneten=
hauſe
beantwortete Landesverteidigungsminiſter Georgi
eine Interpellation über die Soldatenſelbſtmorde und er=
klärte
, Mißhandlungen ſeitens der Vorgeſetzten oder Ka=
meraden
kommen ſehr vereinzelt als Selbſtmordmotive
vor. Die Militärverwaltung wandte alle Mittel zur Ein=
ſchränkung
der Zahl der Selbſtmorde an. Eine Unter=
ſuchung
der von den Abgeordneten mitgeteilten Selbſt=
mordfälle
infolge von angeblichen Mißhandlungen ergab,
daß von 40 Fällen bloß einer auf Mißhandlung zurück=
zuführen
war. In Beantwortung einer Interpellation,
betr. die Zugehörigkeit von Kadetten und Offizieren der
Reſerve zu ſtudentiſchen Korporationen, die prinzipiell den
Juden Satisfaktion verweigern, betonte der Miniſter, daß
die grundſätzliche Verweigerung der Genugtuung gegen=
über
Angehörigen der jüdiſchen Konfeſſion den in der
Armee herrſchenden Ehrbegiffen widerſpreche. Der Offi=
zier
habe ſich den Angehörigen jeder Nationalität und
jeder Konfeſſion gegenüber gleich zu verhalten. Auf
den Beitritt der Reſerveoffiziere und Kadetten zu politi=
ſchen
Vereinen könne die Kriegsverwaltung keinen Ein=
fluß
nehmen, da der Beitritt weder dem Militärreglement,
noch dem Geſetze widerſpreche. Die nächſte Sitzung findet
im Falle der Erledigung des Budgetproviſoriums im
Budgetausſchuß am Donnerstag ſtatt.
Die deutſch=tſchechiſchen Ausgleichs=
konferenzen
wurden am Freitag durch beſondere Be=
ſprechungen
des Miniſterpräſidenten mit den Vertretern
der tſchechiſchen Landespartei und mit den Vertretern des
Verbandes der deutſch=böhmiſchen Abgeordneten wieder
aufgenommen. Der Miniſterpräſident erläuterte die Ab=
ſichten
der Regierung und übergab den Konferenzmitglie=
dern
die vorbereiteten Regierungselaborate, ſtellte die
noch erforderlichen Ergänzungen in Ausſicht und fügte
hinzu, daß er ſich vorbehalte, den Miniſter des Innern
Frhrn. v. Heynold und den Statthalter von Böhmen
Fürſten Thun zu weiteren Verhandlungen einzuladen.
Die Konferenzteilnehmer erklärten, daß ſie nach Prüfung
des Regierungsklaborats ihre Stellungnahme in der
nächſten Konferenz bekanntgeben wollen.
Frankreich.
Die militäriſche Luftſchiffahrt. Im Senat
brachte Reymond eine Interpellation über die militäriſche
Luftſchiffahrt ein. Er verglich die Zahl und Stärke der
deutſchen und der franzöſiſchen Luftſchiffe und ſtellte feſt,
daß die deutſchen Luftſchiffe eine ſehr ſtarke Kriegswaffe
darſtellten. Reymond kritiſierte ſodann die Langſamkeit
der Ausführungen des franzöſiſchen Bauprogramms für
Luftſchiffe und unterzog die Frage der Ballonhülle und
des Waſſerſtoffes einer techniſchen Prüfung. Er wies
darauf hin, daß es in Frankreich keine ſtaatliche Waſſer=
ſtoff
=Fabrik gebe, eine Fabrik ſei die Filiale einer deut=
ſchen
Fabrik. Frankreich ſtehe Deutſchland nach in der
Zahl und den Einrichtungen der Luftſchiffhallen und der
Häufigkeit der Aufſtiege. Reymond fuhr fort, man hätte
das Flugweſen ſoweit entwickeln müſſen, daß kein deut=
ſches
Luftſchiff weder nach Frankreich hinein könnte, noch
aus Deutſchland heraus könnte. Frankreich tat nichts, um
ſeinem Flugweſen Mittel zur Vernichtung der Luftſchiffe
zu geben. Redner machte auf die ungenügende Anzahl
der Fliegeroffiziere aufmerkſam. Kriegsminiſter Noulens
warf ein, daß alle Waffengattungen im Jahre 1913 ihre
Offiziere notwendig gehabt hätten wegen des Dreijahrs=
geſetzes
. Der Miniſter fügte hinzu, daß 38 Geſuche von
Offizieren zur Aufnahme in die Fliegertruppe im März
angenommen werden würden. Reymond bemängelte die
Art der Ergänzung der Fliegeroffiziere und beklagte ſich
über gewiſſe Korpskommandanten, die ihren Untergebenen
abrieten, ſich in die Fliegertruppe aufnehmen zu laſſen
Redner bemängelte ferner, daß die höheren Offiziere als
Befehlshaber von Flugzeugführern teilweiſe verſagten
Man müßte die Flieger von der Verpflichtung entbinden,

fundamentaler Grundſatz unſerer Chinapolitik iſt, die Un=
abhängigkeit
und Integrität Chinas zu ſichern. Der Ge=
genſtand
des Bündniſſes mit Großbritannien war, prak=
tiſch
dasſelbe Grundprinzip hochzuhalten, und die Wieder=
herſtellung
von Friede und Ruhe in China war nicht
zum wenigſten das Verdienſt der Exiſtenz des japaniſch=
engliſchen
Bündniſſes. Was die Fragen betrifft, die ſich
auf ſolche Gebiete Chinas beziehen, wo ſie japaniſche und
ruſſiſche Intereſſen berühren, ſo arbeitete die Regierung
entſprechend der zwiſchen den beiden Ländern beſtehenden
Konventionen unabläſſig an einer Verſtändigung mit
Rußland. Ich kann mit Befriedigung feſtſtellen, daß die
Beziehungen zwiſchen den beiden Kaiſerreichen immer
inniger werden. In der Südmandſchurei, der öſtlichen
und der inneren Mongolei nimmt Japan kraft ſeiner Ver=
träge
und aus anderen Gründen eine beſondere Stellung
ein. Wir unterließen es nicht, von Zeit zu Zeit, je nach
Bedürfnis, angemeſſene Erklärungen abzugeben, um un=
ſere
ſpezielle Lage in jenen Gegenden ſicherzuſtellen. Wir
bemerken ferner zu unſerer Freude, daß wir nicht nur
mit China als einem Ganzen innig verbunden ſind, ſon=
dern
daß ſich die Baſis unſerer Macht in wirtſchaftlicher
Beziehung neuerdings ſtark befeſtigt hat, daß wir bemer=
kenswerte
Fotſchrtte in Handel und Schiffahrt machten
und daß die Zahl der in China lebenden Japaner ein
ausgeſprochenes Wachstum aufweiſt. Da die Grundlagen
unſerer Stellung in ganz China nunmehr in ſchnellem
Zunehmen an Stärke begriffen ſind, ſo zeigen die wirt=
ſchaftlichen
Beziehungen zwiſchen den beiden Ländern die
Tendenz, inniger zu werden wie je zuvor. Die Rede be=
rührte
ſodann die Erledigung der Yenchow=, Hankau= und
Nanking=Angelegenheiten, ſowie die Frage der Anerken=
nung
der chineſiſchen Republik und gab weiter eine Dar=
legung
des Sachverhalts bei der Entſendung der Jzumo
nach Mexiko. Die kaiſerliche Regierung entſandte am 20.
November des Vorjahres den Kreuzer Jzumo nach
Mexiko. Dieſer ſteht jetzt mit dem Geſandten in Mexiko
in Verbindung, ſo daß jede mögliche Vorſorge getroffen
iſt, um die in Mexiko lebenden Japaner zu ſchützen. Fer=
ner
haben die in der Stadt Mexiko lebenden Japaner im
Verein mit den anderen Bewohnern ein Freiwilligen=
korps
organiſiert. Die kaiſerliche Regierung hofft auf=
richtig
, daß der Friede und die Ruhe ſobald wie möglich
in Mexiko wiederhergeſtellt ſein wird und die Bewohner
dieſes Landes, Eingeborene wie Fremde, frei von Be=
ſorgniſſen
werden leben können.

* Ein neuer Sproß des Hauſes Bona=
parte
. Wie aus Brüſſel gemeldet wird, wurde dem
Prinzen Viktor Napoleon, der mit der Prin=
zeſſin
Klementine von Belgien vermählt iſt, am Freitag
ein Sohn geboren. Damit iſt der ſehnlichſte Wunſch des
im 52. Lebensjahre ſtehenden Prinzen Viktor, Chefs des
zum ehemaligen Kaiſerlichen Hauſe von Frankreich ge=
hörigen
Hauſes Bonaparte, in Erfüllung gegangen. Der
Prinz vermählte ſich erſt nach dem Tode des Königs der
Belgier Leopold II., da dieſer ſeine Genehmigung zu der
Heirat nicht erteilt hatte, mit deſſen jüngſter Tochter Kle=
mentine
im November 1910, die damals ſchon im 38.
Lebensjahre ſtand. Im März 1912 wurde ihnen eine
Tochter geboren. Jetzt hat nun das Haus Bonaparte
einen neuen Prätendenten erhalten.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 25. Januar.
Das Hallenſchwimmbad.
(Aus dem Bericht des Oberbürgermeiſters.)
* Der Beſuch ſowie die Einnahmen des ſtädtiſchen
Hallenſchwimmbades haben auch in dem abgelaufenen
Jahre wieder eine Zunahme zu verzeichnen. Die Be=
triebseinnahmen
betragen zirka 105000 Mark,
gegen 95000 Mark des Vorjahres. Hiervon entfallen auf:
1. Schwimmbäder 1913: zirka 32000 Mk. (1912: 29000
Mk.), 2. Wannenbäder 38000 Mk. (33000 Mk.), 3. Brauſe=
bäder
4100 Mk. (4000 Mk.), 4. Heilbäder 13500 Mk.
(14000 Mk.), 5. Hundebäder 1200 Mk. (1000 Mk.), 6.
Wäſche und verſchiedene Einnahmen 16200 Mk. (14000
Mark).
Es wurden 280126 Bäder abgegeben, gegen 256835
Bäder im Vorjahr. Dieſelben verteilen ſich: 1. Schwimm=
bäder
1913: 168503 (1912: 153 493), 2. Wannenbäder.
71204 (64 328), 3. Brauſebäder 31 787. (30510), 4. Heil=
bäder
8632 (8504). Der durchſchnittliche Tagesbeſuch ſtellt
ſich auf 778 Badende, gegen 713 des Jahres vorher. Der
durchſchnittliche Tagesbeſuch war in den Schwimmhallen
1913: 467 Perſonen (1912: 426), Wannenbädern 198 (179),
Brauſebädern 89 (84), Heilbädern 24 (23).
Wie im vorigen Jahre wurden wiederum Freikarten
für Volksſchüler ausgegeben. Von 320 Kindern konnten
105 Knaben, dagegen nur 7 Mädchen die Freiprobe im
Schwimmen ablegen. Die Verlegung des Volksbadetages
für die Wannenbäder (von Samstag auf Dienstag) hat=

Das Reich Gottes.

C2) Als das Ziel aller Menſchheitsgeſchichte bezeichnen
wir das Reich Gottes. Was verſtehen wir darunter? Nun,
eine durch Liebe erneuerte Menſchheit, in der die Schwach=
heiten
unſerer Natur, die Mißſtände unſeres ſozialen
Lebens, die Gebrechen der eigenen Perſönlichkeit über=
wunden
ſind. Einen Zuſtand, in dem die geiſtige Kraft
endgültig über die dumpfe Naturgebundenheit geſiegt und
ihre Feſſeln zerſprengt hat. Eine Zeit, in der ein mächtig
geſammelter Menſchheitswille Herr geworden iſt über die
Maſſe von Gemeinheit, die uns anhängt und hemmt. Das
Reich Gottes iſt das Reich der wahren Menſchlichkeit, weil
in ihm der Menſch ſeine tiefſte Beſtimmung, die ihm Gott
eingepflanzt hat, erreicht hat. Es iſt der ideale Schluß=
punkt
aller Entwickelung
Dieſes Ziel iſt das höchſte, das überhaupt gedacht wer=
den
kann. Alle Werte, die die Menſchheit bis jetzt geſchaf=
fen
hat, alle Siege, die ihr gelungen ſind, alle Fortſchritte,
die ſie gemacht hat, ſind Vorſtufen zu dem Reich. Alle
Kämpfe, die heute durchgefochten werden, müſſen ſeiner
Verwirklichung dienen. Wir fühlen, auch die großen Auf=
gaben
, um deren Löſung ſich unſere Zeit müht, ſoziale
Frage, Frauenfrage, Miſſion, ſind wichtige Etappen auf
dem Wege zum Endzuſtand.
Das Reich Gottes kommt. Langſam durch die Jahr=
hunderte
wird es kommen. Nichts kann ſeinen Gang auf=
halten
. Die Sache des Guten muß ſich durchſetzen. Denn
es iſt Gottes Sache. Jeder, der zu dieſem Siege etwas
beiträgt, iſt ein Mitarbeiter am Bau des Reiches und ein
Helfer Gottes. Wie ſchön und erhebend iſt es, ſich dieſes
ſagen zu dürfen: Ich lebe nicht nur für mich und meine
enge Welt, ſondern, ſoweit ich das Gute tue, diene ich der
größten Angelegenheit der Menſchheitsgeſchichte.

Das neue Berliner Opernhaus.

Die Ausſtellung der Entwürfe.
Ludwig Hoffmanns Pläne für das neue
Berliner Opernhaus ſind in dieſen Tagen der
5udgetkommiſſion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes
vorgelegt worden. Der mühſame Kampf um dieſes ge=
waltige
Bauwerk, der gefährliche Formen anzunehmen
drohte, iſt damit durchgefochten. Denkt man zurück an
die Planungen von Gentzmer, Mittmann und Grube, ſo
hat die proteſtierende Oeffentlichkeit ein architektoniſches
Debakel verhütet. Krone und Miniſterium hat ſie vor
einem offenſichtlichen Mißgriff bewahrt, den zu begehen
man bis zum letzten Augenblick nur allzu gern bereit ge=
weſen
iſt. Hoffmanns neuer Bau iſt ſchließlich auch ein
Werk überlegenſter Kritik. Selbſtverſtändlich konnte der
Architekt die rieſigen Vorarbeiten, die hier geleiſtet wor=
den
waren, nicht unbeachtet laſſen. Mit all den verfehlten
und unzureichenden Verſuchen mußte er ſich auseinander=
ſetzen
, um zu einem Entwurf zu gelangen, deſſen weſent=
liche
Eigenſchaft darin zu ſuchen iſt, daß ein erfahrener
Baumeiſter das gegebene Programm von allen Schlacken,
die ihm irgendwie anhafteten, gereinigt hat.
Hoffmann erſtrebte gegenüber den komplizierten Ver=
hältniſſen
die allergrößte Einfachheit. Der Bau mit dem
bei allen früheren Entwürfen führenden Aufſatz für das
Bühnenhaus ſollte eine einheitlich geſchloſſene Maſſe wer=
den
. Steigerungen ſollten nicht durch äußere Zutaten, ſon=
dern
durch die richtige Gegeneinanderſtellung der Raum=
maſſen
erzielt werden. Im Innern ſollte der Zuſchauer=
raum
und nicht, wie bei den früheren Entwürfen, ein
monumentales Treppenhaus die Dominante werden. Hand
in Hand damit geht das Beſtreben, die rieſige Baumaſſe
für das Empfinden leichter, feſtlicher zu machen. War bei

den früheren Entwürfen an der Faſſadenfront ein Rieſen=
giebel
von annähernd 90 Meter Breite zu finden, ſo be=
gnügt
ſich Hoffmann damit, die beiden Ecken durch kleine,
gut durchgeführte Giebel zu betonen, und läßt in der Mitte
den bis zur Front vorgezogenen Bühnenaufbau wirken,
In gleicher Weiſe verkleinert er die Säulen, die man vor=
dem
vom Königsplatz bis zum Dachgeſims rieſenhoch auf=
wachſen
ſah. Er ſetzt ſie, wie am Reichstagsgebäude, auf
einen ſieben Meter hohen Sockel und führt ſie damit auf
ein menſchlich=gefälliges Format zurück. Dadurch ver=
meidet
er das peinliche Gefühl der Enttäuſchung, das man
immer erlebt hätte, wenn man durch eine ſo reine Säulen=
architektur
in die niedrige Vorhalle eingetreten wäre. Jetzt=
gibt
die Vorhalle den Beſuchern den Maßſtab. Durch ſie
tritt er in ein Treppenhaus, das nicht allzu groß iſt, das
aber im Gegenſatz zu dem früheren Projekt eine klarere
Richtungstendenz bekommen hat. Es ſtrebt in einer ſchmal
angelegten Halle dem Zuſchauerraum zu, der als Ziel=
punkt
dieſer überlegten Steigerungskunſt machtvoll monu=
mental
wirken muß. Die Zugänge zu den beiden Parketts=
und Rängen ſind klare, gerade Achſen, die von der Vors
halle ihren Ausgangspunkt nehmen und durch ihre Klar=
heit
auch vom feuerpolizeilichen Standpunkt verſöhnen
mit dem Verzicht auf die offenen Höfe, die im Verlaufe
dieſes Wettbewerbes als ein beachtenswerter Gedanke auf=
getaucht
waren.
Den diffizilen Punkt: die Anordnung der kaiſerlichen
Räume im erſten Ranggeſchoß, hat Hoffmann mit genialer
Einfachheit gelöſt. Es handelt ſich darum, durch eine An=
zahl
Räume eine Verbindung zwiſchen der kaiſerlichen
und Proſzeniums= und der großen Hofloge zu ſchaffen,
ohne die eine Hälfte der erſten Rangbeſucher abzuſchnüren,
Zur Iſolierung dieſer Hofräume ſind die ſchwierigſten
Verſuche gemacht worden. Bald wurden für den Hof, bald
für die Leute des erſten Ranges Brücken, Tunnel, Zwi=

[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Seite 3.

ſich ſehr gut bewährt. Beſonders iſt der Beſuch der
Frauenabteilung ein regerer geworden.
Es haben ſich außer den zwei beſtehenden Schwimm=
vereinen
noch weitere zwei Schwimmvereine gebildet,
welchen ebenfalls je ein Uebungsabend unter den üblichen
Bedingungen im Schwimmbad zugeſtanden wurde.
Außerdem ſteht die Gründung eines Damenſchwimm=
vereins
in Ausſicht.

* Vom Hofe. Prinzeſſin Antoinette zu Iſenburg=
Birſtein nahm am Freitag an der Frühſtückstafel im
Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Major v. Tresckow
beim Stabe des Infanterie=Regiments Prinz Carl
(4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, den Oberleutnant v. Küchler
vom Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 115, den Fabrikanten Banning von Düren, den
Pfarrer Page von Undenheim, die Direktoren der Deut=
ſchen
Bank Spaeth und Dr. v. Heyden von der Filiale
Frankfurt a. M., den Goldſchmied Wende, den Haupt=
mann
a. D. Frhrn. v. Nordeck zur Rabenau von Frank=
furt
a. M., den Forſtaſſeſſor Schäfer von Laubach, den
Kaufmann Köhler von Offenbach a. M., den Pfarrer
Schönewolf von Burggräfenrode, den Handelsrichter
Kaufmann Kölb: zum Vortrag den Staatsminiſter
v. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Oberjägermeiſter
Frhrn. van der Hoop, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld, den Ordenskanzler Oberſt z. D.
Frhrn. Röder v. Diersburg.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift Für Verdienſte dem Feldwebel der
Landwehr II Weitzel, ſeither im 5. Großh. Heſſ. In=
fanterie
=Regiment Nr. 168, verliehen.
g. Kaiſers Geburtstag. Se. Kgl. Hoheit der Groß=
herzog
werden auch in dieſem Jahre die Parade an
Kaiſers Geburtstag ſelbſt abnehmen.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung zur Sitz=
ung
des Provinzialausſchuſſes der Provinz Starkenburg
am Samstag, den 31. Januar, vormittags halb 10 Uhr,
lautet: 1. Klage des Holzhändlers H. Lingelbach II. zu
Bürſtadt gegen einen Polizeibefehl Großh. Kreisamtes
Bensheim vom 12. Dezember 1913. 2. Geſuch des H. Marx
Ehefrau zu Langen um Genehmigung zum Betrieb einer
Privatentbindungsanſtalt. 3. Geſuch des Konrad Reil zu
Elmshauſen um Erlaubnis zum Verkauf von Selterswaſſer
uſw. 4. Klage des L. Fleckenſtein von Michelſtadt i. Odw.
gegen einen Strafbeſcheid des Kreisamtes Erbach vom
21. Oktober 1913.
Vom Großh. Hoftheater. Am Montag gelangt als
Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen Paul Linckes
Operette Grigri zur Aufführung. Der Vorverkauf
findet am Montag im Verkehrsbureau und an der Tages=
kaſſe
des Hoftheaters ſtatt. Als Feſtvorſtellung zur Feier
des Allerhöchſten Geburtsfeſtes des Kaiſers geht am
Dienstag bei feſtlich erleuchtetem Hauſe Engelbert Hum=
perdincks
Märchenoper Königskinder unter muſi=
kaliſcher
Leitung von Hofkapellmeiſter Willem de Haan in
Szene. Die Vorſtellung, die um halb 8 Uhr beginnt, fällt
der A=Abonnementsſerie zu. Zur Feſtvorſtellung wird
während der Hymne kein Einlaß in den Zuſchauerraum
gewährt. Am Mittwoch wird die erfolgreiche Schwank=
Neuheit Der Feldherrnhügel von Karl Rößler
und Roda Roda zur dritten Wiederholung gelangen. Der
Grillparzer=Zyklus wird am Donnerstag mit der Neu=
inſzenierung
von Sappho weitergeleitet werden.
Generalleutnant z. D. Hans Bendemann . Geſtern
vormittag verſtarb zu Heidelberg der Generalleutnant z. D.
Hans Bendemann im 62. Lebensjahre nach längerer
Krankheit. Der Verſtorbene war Inhaber des Eiſernen
Kreuzes zweiter Klaſſe. Er war am 28. Februar 1852 in
Stettin als Sohn des Wirkl. Geh. Oberbergrates B. ge=
boren
. Seine Schulausbildung erhielt er in Stettin und
Berlin, trat am 4. Auguſt 1870 in das Inf.=Regt. Nr. 95,
wurde 1871 Leutnant, trat 1873 in das Seebataillon, 1879
ſin das Grenadier=Regt. 110 ein. 1885 wurde B. als Haupt=
rmann
in den Generalſtab berufen und 1890 zum Kom=
tpagniechef
im Inf.=Regt. 25 ernannt. 1892 kam er wieder=
rum
als Major in den Großen Generalſtab, wurde 1893 in
lden Generalſtab der 21. Diviſion, 1894 in den Generalſtab
rdes Gouvernements Mainz, 1895 in den Generalſtab der
25. Diviſion nach Darmſtadt verſetzt. 1897 wurde er
Bataillonskommandeur im Inf.=Regt. 69, 1898 Chef des
Weneralſtabs des zweiten Armeekorps, im gleichen Jahre
wurde er zum Oberſtleutnant, 1901 zum Oberſt, 1902 zum
Kommandeur des Grenadier=Regts. 5, 1904 zum General=
major
und Kommandeur des 61. Inf.=Regts. ernannt. 1907
wurde B. als Generalleutnant zur Dispoſition geſtellt und
wohnte ſeitdem in Heidelberg. Der Verſtorbene war mit
einer Tochter des früheren Staatsminiſters Rothe ver=
heiratet
.
Geſetzliche Geſellenprüfungen. Zu den demnächſt
vor dem Geſellenprüfungsausſchuß des Ortsgewerbever=
eins
ſtattfindenden Geſellenprüfungen müſſen die Anmel=
Dungen alsbald und ſpäteſtens bis Ende Januar an den
Worſitzenden, Hofſpenglermeiſter Eberhard. Nieder=
Ramſtädter Straße 11, eingereicht ſein. Der Prüfungs=

ausſchuß iſt zuſtändig für alle Lehrlinge, die in Darmſtadt
in der Lehre ſtehen. Es haben auch alle Prüflinge, die
auswärts wohnen und hier ihre Lehrzeit beenden, ſich in
Darmſtadt zur Geſellenprüfung anzumelden. Für Geſel=
len
, die freiwillig ihre Geſellenprüfung nachträglich ablegen
wollen, iſt der Prüfungsausſchuß des Ortsgewerbevereins
gleichfalls zuſtändig, ſofern ſie ſich in Darmſtadt während
der drei letzten Monate vor der Prüfung aufgehalten
haben. Diejenigen Prüflinge, für deren Gewerbe Innun=
gen
beſtehen, haben ihre Geſuche um Zulaſſung zur Ge=
ſellenprüfung
an den Prüfungsausſchuß der betreffenden
Innung zu ſenden. In Betracht kommen das Bäcker=,
Konditoren=, Friſeur=, Metzger=, Schneider=, Tapezier=,
Uhrmacher= und Photographengewerbe.
Die Kinetophon=Geſellſchaft teilt uns folgendes
Schreiben des Großh. Hofmarſchallamtes mit: Unter Be=
zugnahme
auf Ihr letztes Schreiben, welches wir Seiner
Königlichen Hoheit dem Großherzog vorgelegt haben, be=
ſtätigen
wir Ihnen, daß die Großherzoglichen Herrſchaf=
ten
ſowie die geladenen Gäſte den von Ihrem Herrn Di=
rektor
Paſchka am 7. d. M. im Neuen Palais veran=
ſtalteten
Kinetophon=Vorführungen mit großem Intereſſe
gefolgt ſind und ſich in ſehr lobender Weiſe über dieſelben
ausgeſprochen haben Seine Königliche Hoheit der Groß=
herzog
läßt Ihnen noch beſonders für die ſchöne Veran=
ſtal
ung vielmals danken. Mit vorzüglicher Hochachtung
Frhr. v. Sternberg m. p.
* Warnung vor den Kaffeeſchwindlern. Es wird uns
mitgeteilt, daß es der Hamburger Polizei vor kurzem ge=
lungen
iſt, zwei dieſer Betrüger feſtzunehmen. Nach dem
dritten Mann, der vor wenigen Tagen in Elberfeld=
Barmen aufgetaucht iſt, wird eifrig geſucht. Er iſt von
großer Geſtalt, zirka 30 Jahre alt, hat ein ſchmales Ge=
ſicht
mit engliſchem Schurebart und trägt einen oliven=
farbenen
Ulſter blaue Hoſen ſowie ſchwarzen ſteifen Hut.
Dringend geboten iſt es, im Intereſſe der Allgemeinheit
gegebenenfalls ſofort die Polizei zu benachrichtigen.
* Kälte. In der vergangenen Woche waren morgens
7 Uhr folgende Kältegrade in Celſius zu verzeichnen:
Montag: 3,3 Grad, Dienstag: 4,1 Grad, Mittwoch
7,1 Grad, Donnerstag: 10,4 Grad, Freitag: 11,8
Grad, Samstag: 9,8 Grad. Das tiefſte Minimum, 11,8
Grad, war am Freitag, den 23., feſtgeſtellt.
* Verband evangeliſch=kirchlicher Frauenvereine im
Großherzogtum Heſſen. Die 18. Frauenkonferenz
war überaus gut beſucht. Die Teilnehmerinnen brachten
den im Mittelpunkt ſtehenden Vorträgen über Krüp=
pelfürſorge
ein warmes Intereſſe entgegen. Mit
kurzen einleitenden Worten über die Ziele der Krüppelfür=
ſorge
gab Dr. Wolf=Darmſtadt die Definition des Be=
griffes
Krüppel, um dann zur Schilderung derjenigen
Krankheiten überzugehen, die als Urſache für die Ver=
krüppelungen
in Frage kommen. Der Vortrag wurde
unterſtützt durch Demonſtration von noch nicht und ſchon
geheilten Kindern. Vorgeſtellt wurden Fälle von ſchweren
Verkrümmungen der Beine infolge engliſcher Krankheit,
drei Fälle von Lähmungen, vom Gehien ausgehend, zwei
davon geheilt, der dritte noch nicht operiert, zwei Fälle
von ſpinaler Kinderlähmung (Lähmung beider Beine,
durch Operation gehfähig geworden) und ein geheiltes
Kind mit Lähmung beider Beine, infolge von Wirbel=
ſäuletuberkuloſe
. Eine Anzahl herumgereichter Bilder,
Photographien, zeigte den Zuſtand der Kinder vor der
Operation. Die Zuhörer waren erſtaunt über die enor=
men
Erfolge, die die moderne orthopädiſch=chirurgiſche
Behandlung erzielt. Anſchließend an dieſe Ausführungen
des Herrn Dr. Wolf beantwortete Herr Pfarrer Mem=
mert
der anſtelle des verhinderten Herrn Pfarrer Wei=
mar
, Leiter der Epileptiſchen Anſtalt und des Krüppel=
heims
, das Referat übernommen hatte, die Frage, wie
kann und ſoll Krüppelfürſorge getrieben werden. Er ſchil=
derte
die Not der Krüppel, die in den meiſten Fällen über=
all
im Wege ſind, häufig der Armenpflege zur Laſt fallen
und ſchließlich verkommen, wenn ſich ihnen nicht die er=
barmende
Liebe ihrer Mitmenſchen annimmt und Hilfe
bringt. Um ein ſolch unglückliches Menſchenkind zu hei=
len
, ſind 3 Faktoren notwendig; der Arzt, der ſich mit
ſeinem körperlichen Leiden befaßt, der Lehrer, der ihm die
für ihn notwendige Schulbildung vermittelt und der Hand=
werker
, der ihm ſpäter die Fertigkeit eines Handwerks
beibringt das er bei ſeinem Gebrechen ausüben kann.
Unter ſolchen Bedingungen können ½ aller Krüppel er=
werbsfähig
gemacht werden. Dieſe Aufgaben können nur
befriedigend gelöſt werden in beſonderen Anſtalten, die
Klinik, Schule, Werkſtatt und Heim enthalten. In Nieder=
Ramſtadt wurde im Jahre 1910 der erſte praktiſche Ver=
ſuch
gemacht und 8 Kinder in einer zu dieſem Zweck beſon=
ders
ausgeſtatteten Baracke untergebracht, deren Zahl ſich
ſchon auf 18 erhöht hat. Hier mitzuhelfen und Bauſteine
beizutragen, daß das begonnene Werk ausgebaut und er=
weitert
werde, bedarf es der Hilfe warmherziger Menſchen=
freunde
, die die Liebe Chriſti dränget, ihren unglücklichen
Mitmenſchen zielbewußt zu helfen. Es gilt hier das Ge=
hörte
zu verbreiten, die Eltern der Krüppel aufzuklären,
daß ſie die Scheu überwinden, ihr Kind wegzugeben und
es möglichſt früh einem Krüppelheim zu überlaſſen. Zum
Schluſſe ſei noch darauf hingewieſen, daß man Mitglied
des Krüppelheims durch einen Mindeſtbeitrag von 2 Mark

werden kann. Anmeldungen an Pfarrer Weimar in
Nieder=Ramſtadt.
Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Am Freitag abend
fand in der Aula der Landesbaugewerkſchule, unter An=
weſenheit
der Vertreter der Regierung, der Zentralſtelle
für die Gewerbe, mehrerer Stadtverordneten, des Direk=
tors
der Volksbank und einer zahlreichen Zuhörerſchaft der
Lichtbildervortrag: Leipzig und die Inter=
nationale
Baufach=Ausſtellung ſtatt. Der
erſte Vorſitzende, Herr Stadtverordneter Sames, begrüßte
die Erſchienenen. Er wies darauf hin, daß die Redner des
Abends auf Koſten einer hochherzigen Stiftung der Darm=
ſtädter
Volksbank die Ausſtellung beſucht hatten und nun
mit dem heutigen Vortrag Bericht erſtatten wollten. Die
Stiftung wird alljährlich an junge, ſelbſtändige Handwer=
ker
zum Beſuch oder Beſchickung einer gewerblichen Aus=
ſtellung
vergeben. Der erſte Redner, Herr Malermeiſter
Georg Kraus, gab zunächſt einen kurzen Ueberblick
über die Entſtehung und Bedeutung der Internationalen
Baufachausſtellung. An Hand von prachtvollen Lichtbil=
dern
ſchilderte er die Stadt Leipzig mit ihren hiſtoriſchen
und neueren Bauwerken, Straßen und Anlagen. Zur Aus=
ſtellung
ſelbſt beſprach er noch ſein Fach und berührte die
wichtigſten Materialien, u. a. ſchilderte er an Hand von
zahlreichen Lichtbildern eine Lackfabrik. Der zweite Red=
ner
, Herr Schreinermeiſter Karl Seipp, ſchilderte in
großen Zügen die Ausſtellungsgebäude. Der dritte Red=
ner
, Herr Schreinermeiſter Beſt, widmete ſeinen Vortrag
insbeſondere den Innenausſtattungen in bezug auf künſt=
leriſche
und praktiſche Ausführungen. Seine Ausführun=
gen
ſchloſſen mit dem Appell an das Publikum, ſich ſtets
vertrauensvoll an den Handwerker zu wenden, der ja auch
hier wieder Zeugnis von ſeinem Können abgelegt habe.
Der letzte Redner, Herr Schloſſermeiſter Karl Heinzer=
ling
, ſchilderte dann die Beziehungen des Eiſens zum
modernen Betonbau. Eingehend erklärte er mehrere neue
Erfindungen, wie den Müllſchlucker, die Oelfeuerungen,
eine Uhr, die das Licht in den Treppenhäuſern anzündet
und wieder verlöſchen läßt, das Tor abends ſchließt, ſo
daß ſich der Hausherr um nichts mehr zu kümmern braucht.
Der erſte Vorſitzende, Herr Sames, ſprach dann im Namen
des Ortsgewerbevereins der Darmſtädter Volksbank den
Dank des Vereins aus. Auch er beſprach noch einiges der
Ausſtellung und betonte insbeſondere die Ausſtellung des
heſſiſchen Staates, der auch für ſeine hervorragenden Leiſt=
ungen
mit dem höchſten Staatspreis bedacht wurde.
* Die hieſige Ortsgruppe des Bundes der techniſch=
induſtriellen
Beamten hielt eine von Mitgliedern und
Gäſten zahlreich beſuchte Verſammlung ab in der Herr
Ingenieur Sandrock=Berlin das zurzeit brennende Thema
behandelte: Der Feldzug der Arbeitgeber gegen das
Koalitionsrecht Bei der anſchließenden lebhaften freien
Ausſprache fand eine Entſchließung einſtimmig Annahme,
die ſchärfſten Widerſpruch erhebt gegen den in letzter Zeit
beſonders ſtarken Sturm gegen die Koalitionsfreiheit und
die die maßgebenden Körperſchaften um einen Ausbau
der in Frage kommenden Paragraphen bittet, zu einem
wirklichen Koalitionsrecht.
Darmſtädter Studenten ſiegreich. Geſtern vormittag
fand auf dem Hoherodskopf eine akademiſche Ski=
ſtafette
ſtatt über 10000 Meter, an der ſich Mar=
burger
, Gießener und Darmſtädter Studierende beteiligten.
Die Mannſchaft der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt ſiegte
mit 2,45½. Die Leitung hatte der Gießener Akademiſche
Skiklub.
* Allgemeiner deutſcher Frauenverein (Ortsgruppe
Darmſtadt). Man ſchreibt uns: In dem Zyklus Die
Stellung der Frau im Wandel der Zeiten wird, wie
ſchon bekannt gegeben, den dritten Vortrag: Die Frau
im Altertum (Griechenland und Rom) Frau Marianne
Weber aus Heidelberg halten. Begreiflicherweiſe ſieht
man in weiten Kreiſen dieſem Abend mit freudiger Span=
nung
entgegen, denn Marianne Webers Name hat ja
überall da einen beſonderen Klang, wo man überhaupt
etwas von Frauenfragen weiß. Dieſe bedeutende Frau
abey die uns aus ihren wiſſenſchaftlichen, ſtets ſo maß=
vollen
und immer intereſſanten Ausführungen längſt be=
kannt
iſt, nun einmal von Angeſicht zu Angeſicht kennen
zu lernen hat ſicher für viele einen ſpeziellen Reiz und
wir weiſen deshalb hiermit noch ganz beſonders auf den
Abend hin. (Donnerstag, den 29. Januar, abends 8 Uhr,
im Mozartſaal; das Nähere ſiehe die Anzeige.) Auch für
den vierten Vortrag iſt es dem veranſtaltenden Verein
gelungen, in der Perſon des Herrn Profeſſors Dr. Finke=
Freiburg einen hervorragenden Gelehrten zu gewinnen,
der auf dieſem Gebiete: Die Frau im Mittelalter als
verdienſtvoller Forſcher weithin bekannt iſt.
* Die Fortſchrittliche Volkspartei veranſtaltet nächſten
Samstag, den 31. Januar, im Kaiſerſaal einen Familien=
abend
, verbunden mit Muſik= uſw. Vorträgen, Tombola=
verloſung
und Tanz, wozu alle Freunde und Mitglieder
eingeladen werden. Herr Landtagsabgeordneter Pfarrer
Korell wird dabei einen Vortrag halten.
* Sommernachtfeſt im Winter. Nachdem die Mitglie=
der
des Mozartvereins durch die Ungunſt des Him=
mels
auf den Genuß des vorjährigen Sommernachtfeſtes
verzichten mußten, ſoll das letztere, nach der neueſten Ent=
ſchließung
der Feſtkommiſſion, nunmehr die Programm=
idee
für das am 7. Februar ſtattfindende Winterfeſt

ſchengeſchoſſe u. a. angelegt. Hoffmann bleibt bei der
urſprünglichen Programmſkizze, legt mitten in den erſten
Rang die große Hofloge mit ihren Salons und läßt ganz
einfach für die ſeltenen Fälle, in denen dieſe Loge benutzt
wird, die Möglichkeit, den Durchgangsraum für Augen=
felicke
abzuſperren. Ebenſo verhält es ſich bei dem großen
Foyer, das die Programmſkizze ohne eigentliche Begrün=
dung
in fünf ungleichartige Räume aufteilt. Er macht
Maraus eine einzige Säulenhalle von etwa 90 Meter Länge
und ſchafft ſich ſo durch ein Zurückgehen auf die allerein=
ſrachſte
der Möglichkeiten eine architektoniſche Situation
von zwingender Größe.
Man ſieht, wie Hoffmann, als der erfahrene Bau=
meiſter
, überall darauf aus war, Kompliziertheiten zu ver=
meiden
, auf das Einfachſte und Selbſtverſtändlichſte zu
kommen und dadurch eben bedeutend zu wirken. Auch das
Aeußere des Werkes iſt ſo angelegt. Das Opernhaus bil=
det
mit den beiden zugehörigen Nebengebäuden eine ein=
hzeitliche
Maſſe, die in ſich klug geſteigert iſt. Sockel und
Loachgeſims geben mächtige Horizontalen, zwiſchen denen
am den Seiten Pilaſter, an den Eckpartien Dreiviertelſäulen
umd in der Mitte ſchließlich als ſtärkſter Akzent ganze Säu=
leen
vorgeſehen ſind. Die Baumaſſe ſelbſt iſt ziemlich frei
voon plaſtiſchem Schmuck gehalten, dafür ſind die Dach=
linien
mit einer großen Anzahl Figuren beſetzt. Das
Ganze hat dadurch einen ſtark barocken Ton bekommen;
ein Barock, durchgefühlt von einem fein empfindenden
Beaumeiſter. Alſo nicht das, was einem vorſchwebt, wenn
man eine Architektur des 20. Jahrhunderts verlangte, aber
eine glückliche Löſung dieſer Kompromißaufgabe, auf
barocken Anſprüchen ein zweckmäßig modernes Opernhaus
Paul Weſtheim.
zi entwickeln.

Feuilleton.

C. K. Napoleons letzter Abſchied von Frau und Kind.
Am 25. Januar 1814 reiſte Napoleon zu ſeinen
Cruppen ab und begann damit perſönlich den Winterfeld=
zug
, während er vorher die militäriſchen Bewegungen nur
von Paris aus geleitet hatte. Vorher nahm er von ſeiner
Gattin Marie Luiſe, die er als Regentin zurückließ, in
Anweſenheit der höchſten Würdenträger des Hofes und
der Offiziere der Pariſer Nationalgarde feierlichen Ab=
ſchied
. Für den 23. Januar war die Zeremonie angeſetzt,
die ſich zu einem ergreifenden Ereignis geſtaltete. Im
Thronſaal der Tuilerien waren die Flügeltüren weit ge=
öffnet
. Eine Deputation der Nationalgarden erwartete
ihren Herrſcher. Zuerſt traten die Großmarſchälle ein,
dann die anderen Großwürdenträger in langem Zuge,
und zuletzt erſchien der Kaiſer in einfacher Jägeruniform,
mit dem Stern der Ehrenlegion auf der Bruſt; er führte
die Kaiſerin am Arm, die den kaum zweijährigen König
von Rom trug. Eine tiefe feierliche Stlle herrſchte. Na=
poleon
trat unter den Thronhimmel, und gegen die her=
kömmliche
Gewohnheit ſetzte er ſich nicht nieder. Unbedeck=
ten
Hauptes blieb er ſtehen. Dann richtete er eine
packende Anſprache an die Verſammlung. Der Feind,
ſo hob er mit feſter, doch von einer innerlichen Rührung
tiefbewegten Stimme an, hat einen Teil franzöſiſchen Ge=
bietes
mit Krieg überzogen. Ich eile, mich an die Spitze
meines Heeres zu ſtellen, und hoffe, ihn mit der Hilfe
Gottes und durch die Tapferkeit meiner Truppen über die
Grenze zurückzutreiben. Ich gehe mit Vertrauen, denn ich
laſſe unter der Obbut meiner gerenen Stadt Paris das

Teuerſte, was ich auf Erden beſitze, die Kaiſerin und
meinen Sohn! Der Herzog von Conegliano überreichte
darauf der Kaiſerin eine ſchriftliche Antwort auf des Herr=
ſchers
Anſprache, in der die Nationalgarden Napoleon
ihrer Treue und Ergebenheit verſicherten und dem feſten
Glauben an ſeinen Sieg Ausdruck gaben. Reiſen Sie,
Sire, heißt es in dieſer Erklärung, in Ruhe ab. Mit der
Stärke Ihrer Waffen, mit der Macht Ihres Genies ver=
einigen
wir die Stärke des öffentlichen Geiſtes, die Macht
des Nationalſtolzes, welcher ſich bei dem unverſchämten
Hochmut der Fremden empört. Bald werden die Feinde
die Torheit ihrer Unternehmungen und die Täuſchung
ihrer Hoffnungen einſehen. Sire, Sie haben Frankreich
vor fünfzehn Jahren gerettet, Sie werden es auch diesmal
retten. Napoleon umarmte dann die Kaiſerin mit vieler
Zärtlichkeit; die hohe Frau weinte bitterlich und der kleine
König von Rom fing zu ſchreien an, da er den Kummer
ſeiner Mutter ſah. Eine tiefe Rührung hatte alle An=
weſenden
ergriffen, ſo daß ſie eine Weile ſtill und faſſungs=
los
daſtanden, bevor ſie in ein lautes einſtimmiges Vive
Empereur! ausbrachen. Damit war die Zeremonie zu
Ende. Feſten Schrittes verließ Napoleon den Saal; er
hatte Frau und Kind zum letzten Mal geſehen. Es war
ein Abſchied für immer.
Der Kampf um den Modephiloſophen. Der Hörſaal
des franzöſiſchen Philoſophen Henri Bergſon wurde
dieſer Tage zum Schauplatz erregter Szenen, in denen es
ſich aber um keinen Kampf der Geiſter, ſondern um einen
Streit der Studenten mit der eleganten Welt von
Paris handelte. Bergſons Philoſophiekollege gehören
gegenwärtig in der Seineſtadt zu den Veranſtaltungen,
vei denen man dabei ſein muß‟. Die Lehre des geiſtvol=

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer 25

bilden. Der herrliche Garten des Saalbaues mit ſeinem
Blätter= und Blütenſchmuck wird in die weiten Saalräume
verlegt, und in Verbindung mit einer glänzenden Illumi=
nation
ein Ganzes geſchaffen, wie es dieſelben noch kaum
erlebt haben. Es iſt ſomit zu erwarten, daß dieſes
Sommernachtfeſt, ungeſtört von den Unbilden des launigen
Wettergottes, in allen ſeinen Teilen in der geplanten,
großzügigen und vielgeſtalteten Weiſe ſich abwickeln und
den Feſtteilnehmern auch in dieſem Jahre wieder eine
Fülle des Schönen und Eigenartigen bieten wird. Weitere
Mitteilungen folgen.
* Lichtbilder=Vortrag. Im Frauenverein der
Johannesgemeinde hält Herr Pfarrer Lie. Lucken am
Dienstag einen Vortrag über Die religiöſe Revolution
in China. (Näheres ſ. Anz.)
* Konzerte. Reſtaurant Rſummelbräu. Heute
Sonntag wird das Abendkonzert von der Kapelle des
Leibgarde=Infanterieregiments unter Direktion des Ober=
muſikmeiſters
Hauske gegeben. Die Vortragsordnung iſt
der Faſchingszeit entſprechend vorherrſchend heiter gehal=
ten
und wechſeln Stücke aus den modernen Operetten mit
anderen Neuheiten in bunter Reihenfolge. (Siehe Anz.)
Hanauer Hof. Wie aus dem Anzeigenteil der
heutigen Nummer erſichtlich, veranſtaltet das rührige Ko=
mitee
heute ein internationales Wiener Karnevals=
feſt
. Hierzu hat der bekannte Humoriſt Heldmann gen.
Spargel die Leitung übernommen und ein urfideles Pro=
gramm
zuſammengeſtellt. Die Muſik ſtellt heute die
Kapelle des Leibgarde=Inf.=Regts. Nr. 115 ( Obermuſik=
meiſter
Hauske), und wird ſich unter deren Klängen ein
echtes närriſches Wiener Praterleben entfalten.
Schützenhof. Auf die an jedem Sonntag 5½ Uhr
im Kellerlokal ſtattfindenden Konzerte wird hiermit noch=
mals
hingewieſen. (Siehe Anzeige.)
* Illuſtrierte Wochenchronik. Aus dem zukünftigen
Reiche des Prinzen Wied bringt die Nummer 4 unſerer
Tiefdruckbeilage Illuſtrierte Wochenchronik
eine große Anzahl hochintereſſanter Bilder, die als Illu=
ſtrationen
zu einer Plauderei von Otto C. Altbauer=Wien
dienen und, zum erſten Male in einer deutſchen Zeit=
ſchrift
erſcheinend, ſehr anſchaulich Land und Leute in dem
jüngſten europäiſchen Staat ſchildern. Die Abordnung
von Albaniern, die ſich zum Prinzen zu Wied begeben
hat, um ihm die Wünſche ihrer Landsleute zu übermit=
teln
, iſt ebenfalls in einer photographiſchen Aufnahme
in der neuen Nummer veröffentlicht, ferner auch Eſſad
Paſcha, der dem erwählten Herrſcher, vielleicht noch manche
Schwierigkeiten bereiten dürfte. Von politiſchen Perſön=
lichkeiten
von Tagesintereſſe bringt unſere Tiefdruckbei=
lage
Mahmud Mukhtar Paſcha, der von Enver Paſcha
ſeines militäriſchen Poſtens enthoben wurde, trotzdem
aber einſtweilen ſeine Tätigkeit als türkiſcher Botſchafter
in Berlin weiter ausüben wird. Außerdem ſind abge=
bildet
: Ch. Ferguſon, des Präſidenten Wilſon Sonder=
delegierter
, der mit der Reichsregierung wegen des Truſt=
problems
und anderer wichtiger Finanzfragen Fühlung
nehmen ſoll, und der franzöſiſche Deputierte Rozet, der
Vorſitzende des franzöſiſchen Kammerausſchuſſes für aus=
wärtige
Angelegenheiten; er weilt gegenwärtig in Ber=
lin
, um die Förderungen der deutſch=franzöſiſchen Be=
ziehungen
wirkungsvoll zu beſchleunigen. In das Reich
der Frau führen mehrere hübſche Bilder, die die neueſten
ſchiefen Hutmoden, die feſchen und praktiſchen Skitrachten
zeigen. Eine der Photographien gibt zwei zierliche Ja=
panerinnen
in ihrer drolligen Wintervermummung
wieder. Eine ſehr intereſſante Aufnahme beweiſt, in wel=
cher
Weiſe Frankreich, das unter allen Ländern in der
Aviatik am weiteſten iſt, auf Kriegsſchiffen Aufenthalts=
räume
für Hydroplane geſchaffen hat. Einen neuen prak=
tiſchen
Beiwagen Typ für drei Paſſagiere zeigt ein
in London aufgenommenes Bild. Beſonders hinweiſen
möchten wir noch auf verſchiedene Momentphotographien
aus den von der zweiten Hochwaſſerkataſtrophe an der
Oſtſee heimgeſuchten Ortſchaften. Es ſind Bilder, die mit
kraſſer Deutlichkeit die Not und die beklagenswerte Lage
der Bewohner jener Gegend ſchildern.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Ex=
pedition
(Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu ausge=
ſtellt
: Die erſte Verſammlung des neugegründeten
Preußenbundes im preußiſchen Abgeordnetenhaus.
Der Rhein im Winter: Starker Eisgang bei Köln.
Ausübung des Schneeſchuhſports im deutſchen Heer.
Ferdinand Burg, ehemals Erzherzog Ferdinand Karl und
ſeine Frau.

Strafkammer.

-g. Wegen fahrläſſiger Tötung hatte ſich
geſtern der 43jährige Landwirt Johann Michael Ben=
der
von Klein=Gerau vor der hieſigen Strafkammer zu
verantworten. Er iſt beſchuldigt, am 29. Oktober den Tot
des zweieinhalbjährigen Heinrich Wannemacher in Erz=
hauſen
verſchuldet zu haben. Der Angeklagte fuhr am
29. Oktober v. J. mit ſeinem Krautwagen durch die Bahn=
hofſtraße
von Erzhauſen, um nach Egelsbach zu fahren.
Es war vormittags gegen 11 Uhr und die Straße infolge
des Schulſchluſſes von Kindern ſehr belebt. Wie durch

Zeugen feſtgeſtellt wurde, fuhr Bender im Trabe. Die
Kinder, die das Herannahen des Fuhrwerks hörten,
flüchteten, nur der zweieinhalbjährige Heinrich Wanne=
macher
ſpielte arglos auf dem Straßendamm. Der Wagen
des Angeklagten erfaßte das Kind und überfuhr die rechte
Kopf= und Bruſtſeite. Nach etwa einer Stunde erlag das
Kind den erlittenen Verletzungen. Der Tod war hervor=
gerufen
durch eine Zerreißung der Lunge, die durch die
Quetſchung entſtanden war. Der Angeklagte gab zu ſeiner
Entſchuldigung an, daß er in langſamem Tempo gefahren
ſei. Unmittelbar vor dem Unfall ſcheute ſein Pferd, als
er an einem Zimmerplatz vorbeifuhr. Er habe dadurch
ſein Pferd nicht mehr in der Gewalt gehabt. Dem wider=
ſprechen
aber die Zeugenausſagen, aus denen hervorgeht,
daß Bender im Trabe fuhr. Er hatte ausdrücklich dieſen
Weg gewählt, um auf der Chauſſee ſchnell fahren zu kön=
nen
. Nach dem Unfall machte er noch einige rohe Bemer=
kungen
, die nicht von einer Reue über ſeine Faheläſſigkeit
zeugen. Zu einem Zeugen äußerte er, er habe gedacht, er
käme noch vorbei, darum ſei er nicht langſamer gefahren.
Staatsanwalt Dr. Bernhards beantragte unter Berück=
ſichtigung
des ſchweren Erfolges der Vernachläſſigung der
dem Angeklagten obliegenden Sorgfalt und der beinahe an
Vorſatz grenzenden Leichtfertigkeit 9 Monate Gefäng=
nis
. Das Gericht erkannte demgemäß.
Wegen fahrläſſiger Gefährdung eines Eiſen=
bahntransportes
war der Fuhrmann Ludwig
Müller von hier vom Schöffengericht zu 10 Mark Geld=
ſtrafe
verurteilt worden, gegen welche Verurteilung er
durch Berufung Einſpruch erhob. Der Angeklagte hatte
am 31. März vorigen Jahres einen beladenen Möbel=
wagen
im Gewicht von 140 bis 150 Zentnern von der
Moltkeſtraße der Villenkolonie Eberſtadt nach Darmſtadt
zu fahren. Da die abſchüſſige Straße durch Regen durch=
weicht
war, mußte er die Pferde antreiben. Als er etwa
3,50 Meter von den Schienen der Dampfſtraßenbahn ent=
fernt
war, ſah er einen Zug herannahen. Da der Möbel=
wagen
im ſchnellen Fahren war und nur ſehr ſchwer zum
Stehen zu bringen war, hielt es Müller für geraten, die
Schienen ſchnell zu paſſieren. Er ſchlug auf die Pferde ein
und hatte auch ziemlich die Strecke überfahren, doch wurde
das rechte Hinterrad noch von der Lokomotive erfaßt und
der Wagen umgeworfen. Die Lokomotive entgleiſte.
Außer einer zertrümmerten Laterne war der Lokomotive
nichts paſſiert. Der Angeklagte gibt an, daß nach ſeiner
Anſicht nichts paſſiert wäre, wenn der Zugführer etwas
mehr gebremſt hätte. Der Zugführer gibt an, daß es nicht
möglich war, auf die kurze Entfernung den Zug zum
Stehen zu bringen. Im Augenblick des Zuſammenſtoßes
war der Zug beinahe zum Halten gebracht. Die Straf=
kammer
verwarf die Berufung.

Darmſtädter Wochenmarkt.
Marktpreiſe am 24. Januar 1914

Butter, ½ kg . . 1,30 M
in Partien, ½ kg 1,25 M.
. 812 Pf.
Eier, Stück .
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück 411 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,25-2,50 M.
Kumpf (10 Liter)4045 Pf.
45 Pf
½ kg
Mäuschen,½ kg1012 Pf.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 1425 Pf.
Zitronen, Stück . 45 Pf.
Apfelſinen, Stück 58 Pf
Birnen, ½ kg . 0000 Pf.
Nüſſe, ½ kg . . 0000 Pf.
Kaſtanien, ½ kg 0000 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Kopfſalat, Stück 1718
Endivien, ½ kg 3540 Pf
Feldſalat, Körbchen 10-12 Pf.
Radieschen, Bündel 00 Pf.
Rettiche, Stück . 510 Pf.
Meerrettich, Stück 1030 Pf.
Roterüben, ½ kg 67 Pf
Zwiebeln ½ kg 1213 Pf
Tomaten, ½ kg 25 30 Pf.
Spinat, ½ kg 3540 Pf.
Weißkraut, Stück 615 Pf.
Rotkraut, Stück 830 Pf.
Blumenkohl, Stück4060 Pf.
Wirſing, Stück . 410 Pf.
Grünkohl, Stück 67 Pf.
Roſenkohl, ½ kg 2830 Pf.

Gelberüben, ½ kg 67 Pf
Schwarzwurz, ½ kg 30 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Gänſe, ½ kg . 8590 Pf.
Enten, Stück 3,504,00 M.
Hahnen, Stück 1,502,50 M.
Hühner, Stück 2,503,00 M.
Tauben, Stück 6070 Pf.
Haſen, Stück 2,504,00 M.
Lapins, Stück 0,901,00 M.
Ziegenfleiſch, ½ kg 55-60 Pf.
Fiſche:
. 90 Pf
Hecht, ½ kg
Aal, ½ kg 0,901,00 M.
Karpfen, ½ kg 7080 Pf.
Andere Rheinſiſche,
4060 Pf
½ kg.
Rotzungen, ½ kg 5055 Pf
Schollen, ½ kg 3540 Pf.
Kabeljau ½kg. 3540 Pf.
Schellfiſche kg 3540 Pf.
kl. ½ kg 30 Pf.
In den Fleiſchſtänden:
Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Hackfleiſch, ½ kg . 76 Pf.
Rindsfett, ½ kg . 56 Pf
Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Schweinefleiſch, ½ kg 85 Pf.
Geſalzenes und Koteletts,
½ kg . . . . . 96 Pf.
Schwartemagen u. Fleiſch=
wurſt
, ½ kg . . 85 Pf.
Leber= und Blutwurſt,
½ kg .
. . 70 Pf.

* Nieder=Ramſtadt, 24. Jan. (Kriegerverein.)
Am Samstag, den 31. d. M., feiert der hieſige Krieger=
und Veteranenverein den Geburtstag des deutſchen Kai=
ſers
im Saale zum Schützenhof (Kamerad Vogt).
A. Roßdorf, 24. Jan. (Von der Volksſchule.)
Durch den Beſchluß des Gemeinderats, bezüglich Errich=

tung einer neuen Schulſtelle haben wir von Oſtern ab
12 Lehrkräfte an hieſiger Volksſchule. Ebenſo iſt ein Er=
weiterungsbau
am neuen Schulhauſe vorgeſehen.
M. Gundernhauſen, 23. Jan. (Im Silberkranz.)
Die Eheleute Georg Hanſtein II. feierten heute im engeren
Verwandtſchaftskreiſe das Feſt der Silbernen Hochzeit.
* Groß=Zimmern, 24. Jan. (Die Waldjagd), die
bis jetzt der ruſſiſche Kammerherr Baron Bioncourt inne
hatte, ging bei der geſtrigen Verſteigerung an Herrn Rent=
ner
Bonté aus Darmſtadt zum Preiſe von 4440 Mark
über, was für die Gemeinde einen jährlichen Mehrerlös
von 240 Mark bedeutet.
* Reinheim, 24. Jan. (Dekorierungsfeſt.) Man
ſchreibt uns: Das Feſt nahm auch in dieſem Jahre wieder
den denkbar beſten Verlauf. Kaum faßte der feſtlich ge=
ſchmückte
Saal des Gaſthauſes Buxmann die Menge der
Gäſte. Der Vorſitzende durfte 5 Vertreter des Zentral=
ausſchuſſes
und 7 Ortsgruppen mit zum Teil ſehr ſtatt=
licher
Teilnehmerzahl begrüßen. Die herzliche Begrüßung
gipfelte in einem Friſch auf auf die Heimat und das
Vaterland. Muſikvorträge der 61er Kapelle wechſelten
mit gemeinſamen Liedern, die zum Teil mit lebenden Bil=
dern
ausgeſchmückt waren. Herr Lehrer Lautenſchläger
trug durch Vortrag zweier hübſcher Lieder zur Verſchöne=
rung
des Feſtes bei. Dann ging ein kleines Theaterſtück
Des Förſters Töchterlein in Szene. Die Mitwirkenden
gaben ſich alle Mühe; reicher Beifall war ihr Lohn. Das
Ehrenmitglied der Ortsgruppe, Herr Oberamtsrichter
Wünzer, ſprach namens des Zentralausſchuſſes ſeinen
Dank für die Einladung und beſonders für das treue
Wirken der Ortsgruppe aus, indem er den Vorſitzenden der
Ortsgruppe duoch ein Andenken auszeichnete. Herr Dr. Röſer
trug durch ein humorvolles Poem ſehr zur Hebung der
Feſtesſtimmung bei. Der Dekorierungsakt, in poetiſcher
Form von der Gattin des Vorſitzenden abgefaßt und von
Fr. Scciba wirkungsvoll vorgetragen, zeichnete einen
Herrn zum 1., drei Herren zum 4. und drei Herren zum
5. Male aus. Beſondere Freude wurde den zum 5. Male
Dekorierten zuteil durch Verleihung von Wanderſtöcken.
Mit herzlichem Dank an alle, die zum Gelingen des Feſtes
beigetragen, ſchloß der Vorſitzende den 1. Teil des Abends.
Daß dann aus Abend Morgen wurde, ohne daß es man=
chem
jüngeren und älteren Klubgenoſſen auffiel, iſt ſehr
begreiflich.
Offenbach, 24. Jan. (Diſziplinarverfahren.)
Das gegen den ehemaligen Hafenmeiſter Wilhelm Arm=
bruſter
eingeleitete Diſziplinarverfahren mit
den Endziel der Dienſtentlaſſung ohne Gewährung von
Penſion, beſchäftigte geſtern in nahezu fünfſtündiger Ver=
handlung
den Kreisausſchuß. Das Verfahren
gegen den Beſchuldigten, der bereits früher einmal wegen
Achtungsverletzung mit 100 Mk. Geldſtrafe diſziplinariſch
beſtraft worden iſt, ſtützt ſich einmal auf gröbliche Unbot=
maßigkeiten
ſeinen Vorgeſetzten gegenüber, zum anderen
hat er ſeine Stellung als Hafenmeiſter fortgeſetzt miß=
braucht
und ſich von den Geſchäften, die im Hafen Kohlen=
lager
unterhalten, finanzielle Vorteile dadurch zu verſchaf=
fen
gewußt, daß er Kohlenlieferungen annahm, ohne da= Zahlung zu leiſten. Durch die umfangreiche Beweis=
führung
wurden dieſe Behauptungen einwandsfrei erwie=
ſen
. Nach längerer Beratung entſchied der Kreisausſchuß
dahin daß der Klage des Oberbürgermeiſters der Stadt
Offenbach gegen den ſtädtiſchen Hafenmeiſter Armbruſter
inſoweit ſtattgegeben wird, daß er ſeines Dienſtes ent=
laſſen
iſt unter Zahlung des ihm zuſtehenden Ruhegehalts
auf die Dauer von drei Jahren. Die Koſten hat Arm=
bruſter
zu tragen. Das Gehalt dieſes Beamten Getrüg
zurzeit 4000 Mk., ſo daß die jährliche Penſion 2184 Mk.
ausmachen wird.
Mainz, 24. Jan. (Anfechtung der Stadtrats=
wahl
.) Heute vormittag neun Uhr fanden vor dem
Kreisausſchuß die Verhandlungen über den Einſpruch
ſtatt, der gegen die Stadtverordnetenwahl in Mainz, und
in Kaſtel gegen die Wahl des Sozialdemokraten Hirſch=
biegel
erhoben worden iſt. Der Einſpruch begründet
ſich darauf, daß Hirſchbiegel von Kaſtel verzogen und erſt
am 1. April 1912 wieder nach Kaſtel gezogen iſt, daß er
demnach keinen dreijährigen Aufenthalt in Mainz hatte,
Außerdem verlange der Eingemeindungsvertrag, daß der
gewählte Stadtverordnete mindeſtens zwei Jahre in
Kaſtel wohne, was bei Hirſchbiegel nicht erfüllt iſt.
Rechtsanwalt Dr. Pagenſtecher begründete den Ein=
ſpruch
gegen die Wahl Hirſchbiegels damit, daß Hirſch=
biegel
nach der Städteordnung nicht wählbar ſei, da er
ſeinen Aufenthalt in Kaſtel aufgegeben habe. Seine Ein=
tragung
in die Wählerliſte ſei irrig. Die Wahlanleitung
laſſe aber darüber keinen Zweifel, daß durch irrige Ein=
tragung
in die Wählerliſte kein paſſives Wahlrecht ge=
geben
werde. Hirſchbiegel iſt kein eingetragener Kaſteler
Ortsbürger, was allerdings auch nebenſächlich ſei, weil
durch die Novelle zur Städteordnung die Vorrechte der
Ortsbürger aufgehoben worden ſind. Nach längerer Be=
ratung
verkündete Regierungsrat Muhl das Urteil: Die
Wahl Hirſchbiegels wird für ungültig erklärl
und an ſeiner Stelle hat Herr Fabrikant Otto Dyckerhoff
als gewählt zu gelten. Die Koſten müſſen je zur Hälfte
von Hirſchbiegel und der Stadt Mainz getragen werden.
Worms, 24. Jan. (Ausbau der Elektriſchen.)
Der Vorſtand des Vereins ſelbſtändiger Kaufleute und Ges
werbetreibender hat in ſeiner Sitzung, an der auch Mit=
glieder
der Großh. Handelskammer und des Verkehrsver=
eins
teilnahmen, folgende Entſchließung gefaßt: Der Vorc
ſtand des Vereins ſelbſtändiger Kaufleute und Gewerbe=
treibender
dankt dem Herrn Oberbürgermeiſter für dier
Vorlage über die ſoſortige Erbauung der elektriſchen Strag
ßenbahnlinien nach Horchheim, Lampertheim, Herrnsheim
und Pfeddersheim. Er bedauert jedoch, daß die Erbauung
der wichtigen Linie durch das Induſtriegebiet am Rhein
nach Rhein=Dürkheim unberückſichtigt geblieben iſt.
erachtet es als dringendes Bedürfnis, daß dieſe Linie in
das Projekt mit einbezogen wird und mit den genannten
Linien zur Ausführung kommt.
Bingen, 24. Jan. (Feſtgenommen) wurde hie
ein Gelegenheitsarbeiter aus Büdesheim. Obwohl keine
direkten Beweiſe vorliegen, iſt der Mann dringend ver
dächtig, den Raubanfall am Draisbrunnen verübt
haben. Der Verhaftete leugnet ſeine Schuld.
* Nieder=Saulheim, 23. Jan. (Bei der Ges
meinderatswahl), bei der die beiden beſtehenden
Bürgermeiſterwahlparteien ihre Kandidaten aufſtellten
wurden die Herren Mich. Harth, Aug. Kröhle und
Kröhle wiedergewählt mit ganz kleiner Majorität.
Friedberg, 24. Jan. (Selbſtmord durch elel
triſchen Strom.) Einen Selbſtmord verübte gegen
abend der 16jährige Gärtnerlehrling Joſef Klein
ſchmitt. Kleinſchmitt, der elternlos iſt, war als Lehl=
ling
ſeit etwa einem Jahr in Bad=Nauheim. Er kletter
an der Hochſpannleitung hinauf und kam mit der Leitun
in unmittelbare Berührung, ſo daß die Flammen aus ihm
herausſchlugen und ſtürzte dann zur Erde. In der Nähe
beſchäftigte Leute fanden ihn teilweiſe bis aufdie
Knochen verbrannt ſo daß die Fleiſchteile am
per herumhingen. Er war noch bei Beſinnung und wurde

len Denkers iſt augenblicklich große Mode und die Her=
ren
und Damen der guten Geſellſchaft ſtrömen in den Saal
des College de France um Bergſon ſprechen zu hören.
Wie ſtets bei Mode=Epidemien, iſt der Eifer bei dieſem
verſpäteten Univerſitätsbeſuch leidenſchaftlich und die Hart=
näckigkeit
, beſonders der Damenwelt, groß. Die elegante=
ſten
Frauen ſitzen da ſchon eine Stunde vorher, um nur
einen Platz zu bekommen, und man erzählt ſich von der
grenzenloſen Verwunderung eines gelehrten Sanſkritiſten,
der zufällig das Kolleg vor dem Bergſons in demſelben
Saale las, und nun plötzlich ſeine altindiſche Weisheit, die
früher nur wenige Hörer gefunden hatte, vor einem glän=
zenden
Auditorium vortrug. Er glaubte natürlich zunächſt,
daß dieſer mondäne Beſuch ihm gelte, und ſeine Enttäu=
ſchung
war nachher um ſo ſchlimmer, als er merkte, daß
man ihn nur um Bergſons willen mit in Kauf nahm. Die
Studenten ſind nun über dieſen Einbruch von tout=Paris
in die Hallen ihrer Alma mater ſehr entrüſtet; ſie ſelbſt
kommen dadurch um den Genuß, ſich an der Leuchte ihrer
Univerſität zu erbauen; da aber das College de France‟
ein nationales Inſtitut iſt, gibt es keine rechtliche Hand=
habe
, um die läſtigen Eindringlinge zu entfernen. Jüngſt
füllte nun wieder die reichgeſchmückte und parfümierte Ko=
rona
der Philoſophie=Amateure Bergſons Auditorium bis
auf den letzten Platz, und die Studenten, die keine Zeit
haben, eine ganze Stunde vorher dazuſitzen, ſondern noch
andere Vorleſungen hören müſſen, ſtauten ſich in einem
gewaltigen Knäuel an den Türen, um beim Eintreten alles
beſetzt zu finden. Schreien und Schimpfen brach los; es
kam zu unliebſamen Zwiſchenfällen, und ſchließlich erſchien
der Rektor Maurice Croiſet, verſchaffte ſich mit Mühe
Ruhe und richtete an die Herrſchaften die Bitte, den Stu=
denten
Platz zu machen, die ein begründetes Anrecht auf
dieſe Vorleſungen hätten. Sein Appell blieb jedoch frucht=
los
; die Herren und Damen blieben ützen, und die Stu=

denten hatten das Nachſehen. Auf Grund dieſer Vorgänge
iſt nunmehr eine heftige Proteſtbewegung gegen die zu=
dringlichen
Bergſonianer im Gange.
** Aufgekrempelte Damenröcke. Die Sehnſucht, die
in gewiſſen Kreiſen unſerer Frauenwelt lebt, es den Män=
nern
in allem nach und gleich zu tun, bringt auch in der
Mode ſeltſame Einfälle und Neuheiten hervor. Das
jüngſte Stückchen dieſer Frauenemanzipation auf dem Ge=
biete
der Toilette iſt der aufgekrempelte Damenrock Wie
ſich der Dandy die Beinkleider ſchon von ſeinem Schnei=
der
umſchlagen läßt, ſo ſoll auch der Rock der Frau nun
dieſe Verſchönerung erhalten. Der Saum des Rockes er=
hält
einen ſauber gefalteten Umſchlag, der etwa einen Zoll
breit iſt und ein wenig von dem Rock abſtehen muß. Die
weiche ſchmiegſame Linie der Toilette geht freilich dadurch
verloren; der Rock erhält etwas Starres und Strenges.
Man iſt zu dieſer Neuerung auch bisher nur in dem
Tailor made=Kleidern vorgedrungen; die eleganteren
Toiletten werden bisher noch von dieſer männlichen
Note verſchont.
** Auch ein Beitrag zur Verelendung‟. Ein
Arbeiter=Jagdklub iſt die neueſte ſozialdemokratiſche Ver=
einsgründung
. Eine Anzahl Arbeiter der Porzellanfabrik
in Veilsdorf an der Werra hat ſich zu einem ſolchen Jagd=
klub
zuſammengeſchloſſen und die Gemeindejagd gegen
eine Pacht von jährlich 1200 Mark auf mehrere Jahre für
ſich gewonnen. Gegenwärtig gehören dem Klub zwölf
Arbeiter an. Rechnet man zu dem auf jedes Mitglied ent=
fallenden
Anteil von 100 Mark Pacht die Koſten für den
Jagdſchein, für die Ausrüſtung und den dem Jagdver=
gnügen
verſchiedentlich zum Opfer zu bringenden Ar=
beitsverdienſt
hinzu, ſo dürfte jedem Mitgliede das Jagd=
vergnügen
jährlich auf reichlich 250 Mark zu
ſtehen kommen.

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Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Seite 5.

ins Hoſpital gebracht. Als Grund der Tat gab er an, daß
er mehrfach geſchlagen worden ſei.
Aus dem Vogelsberg, 24. Jan. (Eine Bomben=
natur
) hat ein junger Bergarbeiter aus Groß=Eichen.
In der Silveſternacht ſchoß ihm ſein Freund eine Kugel
in den Leib. Er verbiß den Schmerz, arbeitete noch zwei
Wochen im Ilsdorfer Bergwerk, bis die Wunde ihn aufs
Krankenlager zwang. Zufällig entdeckten des Burſchen Ge=
ſchwiſter
die ſchwere Verletzung der junge Mann hatte
bis jetzt nichts geſagt und veranlaßten ſeine Ueberfüh=
rung
ins Krankenhaus.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 23. Jan. Die unter dem
Protektorat des Staatsminiſters v. Podbielski ſtehende
Allgemeine Bauausſtellung wurde heute mittag in
den Ausſtellungshallen am Zoo eröffnet. Als beſon=
dere
Bauten verdienen verſchiedene Konſtruktionen für die
Luftſchiffahrt hervorgehoben zu werden. Wieder iſt
hier ein Theater zuſammengebrochen. Diesmal
handelt es ſich um das Deutſche Schauſpielhaus, das im
Herbſt vorigen Jahres aus Gregors Komiſcher Oper ent=
ſtand
. In dieſem Jahre hatte es beſſere Geſchäfte gemacht,
namentlich mit Georg Engels Heiterer Reſidenz‟ Doch
konnte das Defizit nicht mehr gedeckt werden. Lantz hat die
Direktion niedergelegt. Das Theater heißt von nun ab
Theater an der Weidendammer Brücke und wird von
Opernſänger Sigmund Kunſtadt bis zum Ende der Saiſon
geleitet. Auf der Karlshorſter Rennbahn wurde geſtern
die Leiche eines älteren Mannes gefunden, der ſich durch
einen Schuß in den Kopf getötet hatte. In den Ta=
ſchen
des Toten fand man Papiere, die auf den früheren
ſchleſiſchen Rittergutsbeſitzer und jetzigen Rentier Weichſel
in Wilmersdorf lauteten.
Frankfurt a. M., 24. Jan. Nun ſind es noch wenige
Tage, dann wird die bisherige Feſthalle der Stadt
Frankfurt als Zirkus der Fünfzehntauſend
wieder ihre Tore öffnen. Am 27. Januar trifft in drei
Extrazügen der gewaltige Troß ein, der nun einmal zu
den Zirkus=Feſtſpielen gehört, die 300 Pferde, 500 Artiſten
und Angeſtellte, 250 Menagerietiere. In der Feſthalle
ſelber ſind darum Hunderte von fleißigen Händen eifrig
dabei, ſo raſch wie möglich die zwei Manegen und die
Rernbahn einzubauen. Wie von der Feſtſpielleitung mit=
geteilt
wird, ſind die Verhandlungen mit einem bekannten
Frankfurter Flieger zum Abſchluß gelangt. Der Flieger
wird mit ſeinem Taube=Pfeil=Eindecker, der auf der Unter=
ſeite
in großen Buchſtaben die Worte Zirkus Carré‟
trägt, vorausſichtlich Sonntag mittag Reklameflüge
in der Umgegend unternehmen. Er wird in etwa 290 Me=
ter
Höhe fliegen und von oben kleine Reklamezettel aus=
werfen
, die auf die Bedeutung der Zirkus=Feſtſpiele hin=
weiſen
.
Straßburg, 24. Jan. (Das Urteil gegen den
Souvenir Alſacien=Lorrain.) In Sachen des
Rekurſes des Präſidenten Jean vom Souvenir Alſacien=
Vorrain wurde heute vormittag von dem Kaiſerlichen Rat
das Urteil verkündet. Der Rekurs wurde als unbegründet
zurückgewieſen. Die Koſten, einſchließlich einer Pauſchal=
umme
von 20 Mark, fallen dem Rekurrenten zur Laſt. Der
Kaiſerliche Rat hat feſtgeſtellt, daß vom Bezirkspräſiden=
tren
die auf Grund des Paragraphen 7 des R.VG. not=
wendige
Begründung voll gegeben war und daß der Ver=
ein
Souvenir Alſacien Lorrain nichts weiter als eine Fort=
ſetzung
des Souvenir Frangais ſei.
München, 24. Jan. (Ludwig Rexhäuſer) iſt
Donnerstag nacht im Krankenhauſe zu Füſſen in Bayern
geſtorben. Rexhäuſer hatte, wie kürzlich gemeldet, die
Frau eines Buchdruckereibeſitzers entführt, und war ſchließ=
lich
nach einem Selbſtmordverſuch mit erfrorenen Füßen
ims Krankenhaus nach Füſſen gebracht worden, wo er jetzt
von ſeinen Leiden erlöſt worden iſt.
Dresden, 23. Jan. (Entführung einer jun=
ſen
Rumänin.) Großes Aufſehen erregt in Dresden
die Entführung der bildſchönen Tochter eines rumä=
n
iſchen Oberſten namens Margineanu. Die Mutter
des Mädchens lernte auf der Reiſe von Bukareſt nach Dres=
den
, wo ſie ihre Tochter, die dort in einem vornehmen
Benſionat untergebracht war, beſuchen wollte, einen jungen
Kumänen kennen, der ſich als Zeitungsdirektor Fortunescu
uusgab und der bald die Neigung der Mutter gewann.
Beide logierten ſich in einem Hotel in Dresden ein, und
lſer lernte der angebliche Zeitungsdirektor auch die 17 jäh=
tüge
Aurore Margineanu kennen, verliebte ſich in ſie und
leritführte ſie eines Tages. Bisher ſind alle Verſuche, der
beiden hafthaft zu werden, vergeblich geweſen. Es iſt nicht
lausgeſchloſſen, daß der angebliche Zeitungsdirektor ein
Mädchenhändler iſt.
Dresden, 24. Jan. (Großfeuer in einer Ta=
biakfabrik
.) In der vergangenen Nacht brach in einer

Tabak= und Rohproduktenhandlung in der
Palmſtraße aus unbekannter Urſache ein Großfeuer
aus. Etwa 1600 Zentner Rohtabak, ſowie große Vorräte
von Holz und Tabak verbrannten. Der Schaden iſt durch
Verſicherung gedeckt. Ein Mann, der oft dort nächtigte.
wird vermißt. Bisher konnte nicht feſtgeſtellt werden, ob
er in den Flammen umgekommen iſt.
Paris, 24. Jan. (Picquarts Leichenbegäng=
nis
.) Heute vormittag fand das feierliche Leichen=
begängnis
des Generals Picquart auf Staats=
koſten
ſtatt. Präſident Poincaré war perſönlich zugegen,
als der Sarg mit dem Entſchlafenen auf dem Nordbahnhof
eintraf. Der Zug erreichte zwiſchen dem Spalier einer
zahlreichen Menge hindurch den Friedhof Pére=Lachaiſe,
wo die Einäſcherung ſtattfand. Unter dem Trauergefolge
wurden außerdem bemerkt der frühere Präſident Falliéres
alle Miniſter, das diplomatiſche Korps, die geſetzgebenden
Körperſchaften, Alfred Dreyfus u. a.
Paris, 24. Jan. (Der Luxuszug Paris- Ca=
lais
) ſtieß geſtern nachmittag im Bahnhof von Marquiſe
mit einem Güterzug zuſammen, der gerade rangiert
wurde. Ein Schaffner wurde getötet und mehrere Rei=
ſende
leicht verletzt.
Paris, 24. Jan. (Unfallauf einer Drahtſeil=
bahn
.) Auf der Drahtſeilbahn in Belleville bei
Paris ereignete ſich ein Unglück, bei dem neun Perſonen,
darunter fünf ſchwer, verletzt wurden. Der Unfall
wurde dadurch verurſacht, daß während des Betriebes der
Bahn ein Drahtſeil riß. Der Wagen ſauſte den Berg her=
ab
, entgleiſte und ſtürzte, nachdem er mehrere Wagen an=
gefahren
, auf zwei andere Wagen der Drahtſeilbahn, die
er mit raſender Schnelligkeit den Berg hinunter bis zum
Place de la Revublique mit ſich riß. Durch den Schaffner
gelang es, den Wagen anzuhalten. Unterwegs wurde einem
Autoomnibus, der die Bahn kreuzte, die hintere Plattform
zerſtört. 13 Perſonen ſind verletzt worden. Sie konnten
nach Anlegung von Verbänden ſämtlich ihre Wohnungen
aufſuchen.
Paris, 24. Jan. (Geſtändige Mörderin.) Wie
aus Cambrai gemeldet wird, hat die Bäuerin Octavia
Lacompte ihr Verbrechen geſtanden, doch erklärt ſie,
daß ſie ihren Vater und ihren Bruder nicht aus gewinn=
ſüchtiger
Abſicht beſeitigt habe. Sie habe ſich der beiden
nur deswegen entledigt, weil ſie ihre Kinder mißhandelten.
Glasgow, 24. Jan. (Bombenexploſion.) Im
Treibhaus des Botaniſchen Gartens in Glasgow erfolgte
heute morgen eine Bombenexploſion. Ein Wächter
entdeckte zugleich eine andere Bombe mit brennender
Lunte. Kurz nachdem er dieſe Höllenmaſchine unſchädlich
gemacht hatte, explodierte eine andere Bombe. Das Ge=
bäude
wurde teilweiſe zerſtört und viele ſeltene Pflanzen
wurden vernichtet. Der Schaden wird als ſehr groß ge=
ſchildert
. Verletzt wurde niemand. Man vermutet, daß
Suffragetten die Urheberinnen des Verbrechens geweſen
ſind.
Tanger, 24. Jan. (Mord.) Der franzöſiſche diplo=
matiſche
Agent Chevandier de Valdrome iſt geſtern von
ſeinem Koch erſchoſſen worden. Valdrome gab
abends ein Diner, bei dem der Koch ſich weigerte, zu ſer=
vieren
. Valdrome ſagte hierauf zu ihm, daß er ihn ent=
laſſen
würde. Er begab ſich ſodann in den Salon zu ſei=
nen
Gäſten. Der Koch folgte ihm dorthin und gab zwei
Schüſſe auf ihn ab. Valdrome wurde in den Nacken ge=
troffen
und ſtarb nach wenigen Minuten. Der Täter iſt
verhaftet worden.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 23. Jan. Abg. Baſſermann (ntl.)
führte in ſeiner heutigen (nur kurz angedeuteten D. Red.)
Rede aus: Wir ſind heute in der erfreulichen Lage, die
Ausführungen des Herrn Reichskanzlers für uns akzep=
tieren
zu können. Das gilt für die Zuſage der Prüfuna
der Rechtsgültigkeit der Kabinettsorder von 1820 und gilt
für die warme Zugehörigkeitserklärung des Reichskanz=
lers
zum Reichsgedanken. Wir ſtimmen auch dem Appell
des Reichskanzlers zu. An uns iſt es, uns zuſammenzu=
ſchließen
, um die Wunde von Elſaß=Lothringen zu heilen.
Es iſt richtig, daß die ſozialdemokratiſche Preſſe ſehr viel
ſchuld iſt an der falſchen Information des Auslandes.
Es iſt aber ebenſo richtig, daß die konſervative Preſſe
dacan ſchuld trägt, wenn ſie behauptet, daß durch unſer
Parlament, Deutſchland einer demokratiſchen Herrſchaft
ausgeliefert werde. Armee und Bürgertum in Deutſch=
land
ſind eng verbunden bei uns, dafür ſorgt die allge=
meine
Wehrpflicht. Immer ſtärker wächſt das Bürger=
tum
mit dem Offiziersſtande zuſammen. Wir haben durch
unſere Abſtimmung am 4. Tezember nirgendwie ſeine
Stellung gegen die Armee eingenommen. Das weiſe ich
entſchieden zurück. Herr van Calker hat in ſeinen Aus=
führungen
vom 4. Dezember die Armee in keiner Weiſe

angegriffen. Es fällt uns nicht ein, die Kommando=
gewalt
anzutaſten. Neben der Kommandogewalt ſteht
aber das Budgetbewilligungsrecht des Reichstags. Feſt
ſteht nach den Verhandlungen in Straßburg, daß in mehr
als einer Beziehung die Zivilverwaltung verſagt hat.
(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) In der Erſten
Kammer iſt auch die gefährliche Wirkung der Hetze der
elſaß=lothringiſchen Preſſe zugegeben worden. Dieſe Miß=
ſtände
können die Elfäſſer am beſten ſelbſt beſeitigen.
Wenn wirklich ein Konflikt zwiſchen Militär= und Zivil=
verwaltung
beſtehen ſollte, iſt es Sache des Reichskanzlers,
hier energiſchen Wandel zu ſſchaffen. Das Verſagen der
Zivilbehörde im Grenzlande iſt eine Tatſache, die allen
Patrioten für den Fall kriegeriſcher Verwicklungen ernſte
Sorge macht. Elſaß=Lothringen iſt Aufmarſchgebiet, even=
tuell
Schlachtfeld, da iſt es unbedingt notwendig, daß alles
Perſonal treudeutſch geſinnt und pflichtbewußt iſt. Bet
der Auswahl der Beamten muß für energiſche und kluge
Perſönlichkeien geſorgt werden. Gegenüber den Beſchimp=
fungen
des Reichstags durch den Preußentag kann ich nur
bedauern, daß anweſende Mitglieder des Reichstags kein
Wort zur Verteidigung gefunden haben. Man klagt über
die wachſende Bedeutung des Reichstags. Sein Einfluß
muß wachſen in Zeiten wo ſo große Forderungen an ihn
geſtellt, ſo große Bewilligungen von ihm verlangt werden.
Wir bedürfen eines angeſehenen Reichstags zur Erhal=
tung
unſerer Stärke. Wir wiſſen, wie hoch die Bedeutung
Preußens für das Reich einzuſchätzen iſt. So ſehr wie
Preußen ſchätzen,’ſo lebhaft müſſen wir gegen die Be=
tonung
des partikulariſtiſchen Geiſtes proteſtieren. Der
partikulariſtiſche Geiſt, der immer mehr im Abnehmen be=
griffen
war, darf nicht wieder erweckt werden. Das wäre
eine ſchwere nationale Gefahr. In dem Zuſammenwirken
des deutſchen Reichstag und der Regierung allein war es
möglich, Weltpolitik zu treiben, eine ſtarke Kriegsflotte zu
bauen, die Armee auf der Höhe zu erhalten.
* Berlin, 24. Jan. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 10 Uhr 20 Minuten. Auf der Ta=
gesordnung
ſteht zunächſt die erſte Beratung eines von
den Fortſchrittlern eingebrachten
Geſetzentwurfs, betr. die Befugniſſe der bewaffneten Macht
zur Ausübung der ſtaatlichen Zwangsgewalt.
Auf Vorſchlag des Präſidenten werden hiermit verbun=
den
die Initiativanträge der Elſäſſer, der
Sozialdemokraten, der Nationalliberalen
und des Zentrums, die ſich auf die Regelung der Be=
fugniſſe
der bewaffneten Macht, Aufhebung der Militär=
gerichtsbarkeit
und Nachprüfung der Dienſtvorſchrift über
den Waffengebrauch des Militärs vom Jahre 1988 be=
ziehen
.
Abg. Dr. Müller=Meiningen (Fortſchr. Volkspt.);
Ich beantrage, den Antrag des Zentrums auf Regelung
der Befugniſſe der bewaffneten Macht ſofort anzunehmen
und die übrigen Anträge an eine Kommiſſion von 21 Mit=
gliedern
zu verweiſen. Der Reichskanzler hat zwar eine
entgegenkommende Haltung eingenommen, er hat aber
nicht geſagt, was geſchehen ſoll, damit ſolche Ereigniſſe,
wie ſie ſich in Zabern ereignet haben, in Zukunft ver=
mieden
werden. Es genügt nicht, hier eine Reſolution zu
faſſen. Aus den Worten des Reichskanzlers im Herren=
hauſe
ſcheint hervorzugehen, daß er auf die Anregungen
des Reichstages überhaupt nichts zu tun beabſichtigt. Wir
haben ja aus der Zuſammenſtellung der Beſchlüſſe des
Bundesrats über die Reſolutionen des Reichstages ge=
ſehen
, daß dies zutrifft. Bei dieſer Gelegenheit muß ich
dagegen proteſtieren, daß auf die Wünſche des Reichstages
nicht eingegangen iſt. Wir proteſtieren gegen eine der=
artige
Behandlung. (Lebhafte Zuſtimmung.) Die Ant=
worten
des Bundesrats ſind eine ununterbrochene Kette
von Provokationen des Reichstages. (Stürmiſche Zu=
ſtimmung
.) Es ſcheint, als ob der Konflikt vom Zaune
gebrochen werden ſoll. Ich freue mich daher über den
Antrag des Zentrums, und ich ſchließe daraus, daß auch
ſie Zentrumspartei gegen dieſe Behandlung der Be=
ſchlüſſe
des Reichstages proteſtiert. (Sehr richtig!) Das
tleiche gilt von dem nationalliberalen Antrag. Wenn je
eine parlamentariſche Solidarität notwendig iſt, ſo iſt es
im jetzigen Zeitpunkt. Auch für die Zukunft dürfen wir
uns eine derartige Behandlung nicht gefallen laſſen. Aus
dieſem Grunde haben wir den Weg der geſetzlichen Ini=
tiative
betreten. Wir wollen den Frieden zwiſchen Mili=
tär
= und Zivilbehörde, der Kommandogewalt und Polizei
ſchaffen. Ich bitte deshalb, den Zentrumsantrag anzu=
nehmen
und die übrigen Anträge einer 21gliedrigen Kom=
miſſion
zu überweiſen. (Beifall)
Abg. Fehrenbach (Ztr.): Ich ſchließe mich den
letzten Worten des Vorredners an, zumal der Reichs=
anzler
eine zuſtimmende Haltung dazu eingenommen hat.
Angeſichts der Erfahrungen bei der Behandlung unſerer
Reſolutionen iſt es aber angebracht, der Regierung nicht
lind zu vertrauen, ſondern einen energiſchen Druck auf

Kunſthalle am Rheintor:

,
Der Juryfreien die dem Verkauf zum Weihnachtsfeſt
dienen ſollte und die in buntem Gemiſch Gutes und
Sechlechtes zeigte, iſt eine weſentlich intereſſantere, künſt=
leriſch
höher zu bewertende, aber nicht minder bunte Aus=
ſtellung
gefolgt. Bunt darf hierbei in doppeltem Sinne
verſtanden werden, denn dem bunten Gemiſch des Ge=
ſa
mteindruckes ſteht eine Buntheit des Kolorits zur Seite;
eie Farbenfreudigkeit, die nicht immer die künſtleriſchen
Errenzen innehält und die, einem Rauſche gleich, auch
Kinſtler erfaßt zu haben ſcheint, die ſonſt ruhiger ver=
ltiefter
arbeiteten und in der Technik in die Anfänge ihres
Veirkens zurückzufallen ſcheinen, was jedoch, ſo hoffen wir,
den Anfang zu neuem Aufſtieg bedeuten kann. Wenn
dieſe Hoffnung nicht trügt, darf der Rückfall begrüßt wer=
dan
. Im übrigen herrſcht nach wie vor die Moderne!
L egt’s an der Auswahl, an dem Geiſt, der die Jury des
Krunſtvereins beherrſcht, oder an was ſonſt? Wir wiſſen’s
niacht, aber es iſt Tatſache. Trotz energiſcher Vorſtöße ſei=
tents
der Kritik und des Kunſtpublikums und trotzdem
Künſtlerkreiſen ſelbſt das Beſtreben ſich Bahn bricht, zu
am im allſeitigen Intereſſe liegenden Brauch zurückzu=
ehren
, nur ausſtellungsreife Werke zur Ausſtel=
lumg
zu bringen. Ein Streben, in dem allerdings vorerſt
ſnorch der Wille ſtärker iſt, als die Tat.
Die Künſtlervereinigung Moſaik
die ihren Sitz in München hat, bietet nach den Worten
hres Vorſitzenden Rudolf Hauſe einen Verſuch, ohne
Voreingenommenheit und Einſeitigkeit eine Gruppe von
Kunſtlern aller Parteien zu bilden, die es mit ihrer Kunſt
Urmſt meinen. Ein Hauptgeſichtspunkt für ihre Ausſtellun=
lern
ſoll es ſein, möglichſt ausgereifte Kunſtwerke
harzubieten, die die Bezeichnung Bild verdienen. Daß
Auff dieſe Weiſe eine Ueberwindung des Skizzenhaften und
leim Impreſſioniſtiſchen ſich allmählich herausbilden wird,
ſt eine Notwendigkeit. Die Moſaik ſteht aber auf dem

Standpunkte, daß dieſe Entwickelung nicht durch plötzliches
Abbrechen aller Traditionen glücklich gefördert werden
kann, ſondern durch eine ruhige, aber zielbewußte Weiter=
entwickelung
des bereits Errungenen. Man hofft, daß
ſchon die erſte in Darmſtadt gezeigte Kollektion dies
Beſtreben erſichtlich macht.
Das Programmatiſche dieſer Aeußerung iſt durchaus
unterſtützungswert. Denn es kann nicht geleugnet werden,
und iſt an dieſer Stelle ſchon öfter zum Ausdruck gebracht
worden: Das Skizzenhafte, Unfertige und rein Impreſſio=
niſtiſche
, dem man in unſeren Tagen leider allzu oft in den
ſtets gaſtlich geöffneten Hallen der Ausſtellungen begegnet,
hat jetzt ſchon eine ſo heilloſe und unheilvolle Verwirrung
angerichtet, daß dem Laien, der bisher noch über einen
gewiſſen Geſchmack, ein eigenes, wenn auch nicht immer
ausgeprägtes, Stilgefühl verfügte, dieſes vollends ertötet
wurde. Denn ſo nur iſt es zu erklären, daß in der Mo=
dernen
ſo unendlich mehr wie in irgend einer Kunſtepoche
ein Stümpertum ſich breit machen konnte, das unter der
Maske des Neuartigen, des Suchens nach neuem Kunſtſtil,
die eigene künſtleriſche Impotenz geſchickt verbarg. Mehr
wie in irgend einem Kunſtzweig iſt das in der Malerei
möglich geweſen. Grüner Himmel, rote Wieſen, gelbes
Meer und blaue Bäume ſind ja, gottſeidank, heute, Danl
dem letzten Endes doch immer noch erfreulich geſunden
Empfinden der Kunſtfreunde, wohl überwunden; aber
noch immer gilt es zu kämpfen gegen jede Verleugnung
des Gegenſtändlichen und des Perſpektiviſchen im Bilde
zugunſten rein farbiger Wirkung. Ein gutes Bild muß
beides vereinen. Auch der gute Impreſſionismus ver=
leugnet
nicht jede Zeichnung, jede Formengebung. Wie
man jede Hilfe auf dieſem Gebiete als zur Geſundung
unſerer Kunſt führend begrüßen ſollte, ſo ſoll auch die
Künſtlervereinigung Moſaik und ihr Streben dankbar
anerkannt werden, wenn auch die Tat, wie geſagt, noch zu
wünſchen übrig läßt.
Es muß anerkannt werden, daß Rudolf Hauſe
der obengenannte Vorſtand der Künſtlervereinigung, das
Streben nach Fertigem und Reifem beſonders betont.
Seine Bilder ſind impreſſioniſtiſch geſehene Landſchaften.

Gewiß! Aber es ſind auch Landſchaften, nicht nur im=
preſſioniſtiſche
Farbeneindrücke, von dieſer vermittelt.
Zweifellos faßt er ſeine Aufgabe in erſter Linie maleriſch
auf; aber aus dieſen Bildern ſpricht doch deutlich und
klar, daß er auch die Landſchaft kennt, daß er Formen fühlt
Bei aller Zartheit des Kolorits ſind die von lichtem leich=
ten
Dunſtſchleier zurückgedrängte Eichengruppe das Bild
Frühling am Chiemſee uſw. doch Landſchaften, Gemälde,
in denen ein Wollen ſich ausdrückt, das mit dem menſch=
lichen
, nicht dem überirdiſchen, Auge Geſehene im Bilde
zu geben. Sie zeigen eine Bildwirkung, in der Stimmung
feſtgehalten iſt, die nicht dem rein Maleriſchen, Farden=
Dekorativen zuzuſchreiben iſt, ſondern dem Naturempfin=
den
. Aber iſt das z. B. bei Eduard Muencke=Dachau
noch der Fall? Ich zweifle. Die Ueberfülle von Farben,
of: zur Erzielung rein dekorativer Wirkung nebeneinander
geſetzt, täuſcht nicht hinweg über den Mangel an Verinner=
lichung
. Kraſſe Farbeneffekte ſind an die Stelle der Dar=
ſtellung
des Gegenſtändlichen geſetzt. So gibt man keinen
Bildinhalt. Es gehört mehr zu einem Gemälde, als ein
mehr oder weniger großes Quantum Farbe. Dabei aber
ſpricht aus den Schöpfungen dieſes Künſtlers zweifellos,
Begabung, ein Können, das zu Hoffnungen berechtigt, das
aber in einer nach meinen unmaßgeblichen Begriffen
irrigen Auffaſſung eben eigene Wege geht.
Gleiches oder doch ähnliches kann von anderen geſagt
werden. Von Lothar Hoffmann z. B., der trotz
rugenſcheinlich gleicher Schule eine unverkennbare Indi=
vidualität
in ſeinen Werken verrät, die in wieder anderer
maleriſcher Auffaſſung ſich äußert und in einigen Bildern,
in dem beſonders ſympathiſchen Abend unter der Brücke‟
zum Beiſpiel, zu ganz anderen anerkennenswerten Aus=
drucksmitteln
und Reſultaten kommt. Dann auch von
Adalber t Wimmenauer der in ſeinem Bilde
Felſen bei Nervi in dieſer Kollektion neben dem Iſar=
ufer
zweifellos das Beſte, ſehr deutlich zeiſt, daß er das
Beſtreben der Moſaik wohl verſteht, aber noch nicht in
allen Werken zeigt; ferner von Martha Pilliet
uſw., auf deren Werke noch zurückgekommen werden ſoll.
M. St.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer 25.

die Haltung der Regierung auszuüben. Abg. Dr. Mül=
ger
=Meiningen (Fortſchr. Volkspt.) zur Geſchäftsord=
nung
: Wir ſind auch bereit, den Antrag Baſſermann ſofort
anzunehmen. Abg. Fehrenbach (Ztr.): Wir auch.
Abg. Haaſe (Soz.): Die energiſchen Worte Dr. Mül=
lers
ſind zwar erfreulich, ohne energiſche Taten heen ſie
ber keine Bedeutung. Der Antrag Baſſermann ſagt faſt
nichts, iſt aber unbedenklich, und wir nehmen ihn wie die
übrigen Anträge an. Ahg. Hauß (Elſäſſer): Wir ſind
angeſichts des Verſprechens des Reichskanzlers doch noch
nicht geneigt, den Tag vor dem Abend zu loben. Wir
hoffen aber, aus der Erklärung des Reichskanzlers ſchlie=
ßen
zu können, daß ein Verſuch gemacht wird, den ſchwan=
kenden
Rechtsboden in Elſaß=Lothringen wieder zu feſti
en. Wir müſſen durchzuſetzen ſuchen, daß in Elſaß=
Lothringen wieder Recht und Geſetz gelten. Abg.
Baſſermann (natlib.): In Ausnahmefällen muß
dem Militär das Recht vorbehalten bleiben, ſelbſtändig
einzuſchreiten. Es kann vorkommen, daß die Zivilbehör=
den
überhaupt nicht mehr am Platze ſind. Ich bitte Sie
die Anträge möglichſt einmütig anzunehmen.
Damit ſchließt die Debatte. Die Abſtimmung er=
gibt
die Annahme der Anträge des Zentrums und
der Nationalliberalen mit großer Mehrheit gegen die
Stimmen der Rechten mit Ausnahme der des Abg. Gra=
fen
Poſadowsky, der für den Zentrumsantrag ſtimmt.
Der Geſetzentwurf der Fortſchrittlichen Volkspartei,
die Anträge der Sozialdemokraten und der Elſäſſer wer=
den
einer Kommiſſion von 21 Mitgliedern überwieſen.
Damit ſind dieſe Gegenſtände erledigt. Nächſter Punkt
der Tagesordnung iſt die Fortſetzung des Etats des In=
nern
. Es wird aber ein Vertagungsantrag gegen die
Stimmen der Rechten mit lauten Beifallskundgebungen
angenommen.
Nächſte Sitzung Mittwoch, den 28. Januar, 2 Uhr:
Etat des Innern. Schluß 11 Uhr vormittags.

Zu den Interpellationen über Zabern.

* Berlin, 24. Jan. Die Norddeutſche All=
gemeine
Zeitung ſchreibt: In der geſtrigen Inter=
pellationsdebatte
ſind die durch die Zaberner
Vorgänge aufgeworfenen Rechtsfragen in den Mittelpunkt
gerückt worden, und ſie wurden von den verſchiedenſten
Seiten im weſentlichen kühl und nüchtern erörtert. Der
Abg. v. Liſzt bewegte ſich faſt bis zum Schluß ſeiner
Begründung der fortſchrittlichen Interpellation auf dem
Gebiete juriſtiſcher Deduktionen. Der Reichskanzler
folgte ihm in ſeiner Antwort ſofort eingehend auf dieſes
Gebiet und entwickelte überſichtlich die Lage, wie ſie ſich
aus der Verfaſſung, dem Geſetz und den allgemeinen
Rechtsgrundſätzen ergibt. Verfaſſungsmäßiges
Recht iſt der Grundſatz, daß das Militär regelmäßig erſt
auf Erſuchen der Zivilbehörde einſchreitet. Daß es
von dieſem Grundſatz Ausnahmen gibt iſt
anerkannt. Außer den allgemein geregelten Fällen
der Selbſthilfe, der Selbſtverteidigung, des Kriegs= und
Belagerungszuſtandes kommt das ſelbſtändige Eingreifen
des Militärs zur Sicherung ſeiner ſtaats=
hoheitlichen
Funktionen und weiter, wenn die
Zivilbehörde überwältigt oder aus anderen Gründen
außerſtand geſetzt iſt, die Requiſition zu erlaſſen, in Be=
tracht
. Inſoweit beſtehen keine Zweifel und iſt auch die
Rechtsgültigkeit der in den Dienſtvorſchriften verwerteten
Kabinettsorder von 1820 nicht anzufechten. Strittig da=
gegen
iſt die Frage, ob ſie mit der Verfaſſung, dem Ge=
ſetz
und den allgemeinen Rechtsgrundſätzen im Einklang
iſt, wenn die Dienſtvorſchrift von 1899 mit den Worten
der Kabinettsorder von 1820 beſtimmt, daß das (Militär
auch ohne Requiſition einſchreiten darf, wenn
die Zivilbehörde mit der Anforderung um Militärbei=
ſtand
zu lange zögert, indem ihre Kräfte nicht zureichen,
die Ruhe herzuſtellen. Hier ſind Zweifel und Mißver=
ſtändniſſe
möglich. Deswegen iſt eine Prüfung ſange=
ordnet
, ob die Dienſtanweiſung von 1899 bei der Ver=
wertung
der Kabinettsorder für das requiſitionsloſe Ein=
ſchreiten
des Militärs die maßgebenden Rechtsgrundſätze
klar und zweifelsfrei wiedergibt. Dies iſt der Kern der
rechtlichen Ausführungen des Reichskanzlers. Demnach
iſt es unverſtändlich, daß in einem Teil der Preſſe klare
Darlegungen grundſätzlicher Art vermißt werden. Zum
Teil ſcheint dies darin eine Erklärung zu finden, daß
einige Parlamentsberichte die Kanzlerrede irrtümlich mit
dem Satz beginnen laſſen, er werde dem Vorredner und
Begründer der fortſchrittlichen Interpellation in den ju=
riſtiſchen
Ausführungen nicht folgen. Daß die juriſti=
ſchen
Betrachtungen bei den bürgerlichen Par=
teien
, auch ſolchen, die an dem Mißbilligungsvotum im
Dezember teilgenommen haben, zutreffend erkannt
ſind, ergibt ſich ſowohl aus den Aeußerungen des Abg.
Fahrenbach wie des Abg. Baſſermann. Von
der Sozialdemokratie war nichts anderes
als Brandreden zu erwarten. Der Unterſchied zu
den Dezemberdebatten trat aber in der Haltung klar zu=
tage
, die von allen bürgerlichen Parteien gegenüber dieſen
Reden eingenommen wurde; ſie zogen zwiſchen ſich und
der Sozialdemokratie einen deutlichen Strich. Im Vor=
wärts
erhalten ſie dafür heute morgen die höhniſche
Quittung, die wohl keinen Zweifel darüber läßt, daß die
Sozialdemokratie den Anſturm gegen die Armee diesmal
ſelber als geſcheitert erkennt.

Der freie Sonntag der kaufmänniſchen
Angeſtellten.

* Im Kaiſerſaal fand am Freitag abend eine vom
der Sozialen Arbeits gemeinſchaft der ver=
einigten
Darmſtädter Kaufmänuiſchen
Vereine einberufene, zahlreich beſuchte Verſammlung
ſtatt, der auch die Landtagsabgeordneten Dr. Oſann und
Henrich, Stadtverordnete, Vertreter des Handelsvereins
und der Handelskammer beiwohnten. Stadtverordneter
Dr. Noellner ſprach über die Notwendigkeit
der völligen Sonntagsruhe, beſonders
vom ärztlichen Standpunkt. Er führte etwa
au
Völlige Sonntagsruhe iſt für einen Arzt die einzig
richtige Löſung. Der Arzt hält dieſen Zuſtand für um ſo
erſtrebenswerter, als er ihm ſelbſt ja doch niemals ver=
gönnt
iſt. Und wie wohl tut es jedem, nach der Woche
Laſt und Mühe eine recht lange Zeit in Gottes freier Natur
zu verbringen. Nerven und Atmungsorgane werden er=
friſcht
; das Gemüt wird angenehm angeregt ſchon durch
das Gefühl, einmal den Beruf weit hinter ſich laſſen zu
dürfen und einen Tag vor ſich zu haben, den man mit fri=
ſchen
Menſchen draußen verbringen darf. Mit Neid ſieht
gar oft der Kaufmann am Beamten, am Lehrer hinauf,
deſſen Erholungszeit er auch für ſich erſtreben möchte.
Vieles iſt ja auf dieſem Gebiete beſſer geworden; gar
viele große Geſchäfte ſchließen mit einer Ueberſtunde am
Samstag vormittag den Betrieb für 1½ Tage. Sicherlich
wird dadurch nicht nur die Geſundheit, ſondern auch die
Arbeitsfreudigkeit ihrer Angeſtellten verbeſſert. Dieſe Ge=

ſchäfte nützen durch ſolche Maßnahmen nicht nur ihren An=
geſtellten
, ſondern ſich ſelbſt. Ihre Krankenkaſſen werden
weniger beanſprucht und ihre Penſionskaſſen bedürfen ge=
ringeren
Zuſchuſſes. Gerade mit Rückſicht auf letzteren Punkt
mutet es einem eigentümlich an, daß jetzt, wo jeder Pri=
vatangeſtellte
einer ſtaatlichen Reichsverſicherung angehört,
die ihm im Falle der Invalidität eine Penſion auszahlt,
daß jetzt eine Geſetzesnovelle herauskommt, die ſpeziell bei
uns in Darmſtadt eine weſentliche Verſchlechte=
rung
der ſeit ſechs Jahren beſtehenden Ver=
hältniſſe
zur Folge haben muß. Die haſtende
Zeit erfordert mehr Nervenkraft, als vor 50 Jahren. Das
ganze Geſchäftsleben iſt ein anderes geworden; aufreiben=
der
iſt der Beruf des Kaufmanns geworden, und die durch
die ſcharfe Konkurrenz bedingte Gefahr bringt Nervenreize,
die man früher nicht kannte. Nervoſität, Kopfſchmerzen
und dergleichen ſind oft ſchon eine Plage der Jugend. Aber
auch rein körperliche Gebrechen, Lungenaffektionen, Rachen=
katarrhe
treten oft auf direkt als Folge unhygieniſcher
Räume, unhygieniſcher Arbeit. Gerade die in offenen Ge=
ſchäften
tätigen Herren ſind oft am ſchlimmſten daran. Die
lange Arbeitszeit läßt ſich nicht weiter kürzen, wenn auch
der Achtuhrladenſchluß manche Auswüchſe des Geſchäfts=
lebens
verbannt hat; alles konnte er nicht verhüten. Bar
ft wird auch noch heute nach dieſer Zeit der Angeſtellte
zurückgehalten, und kommt ſpät zum Abendeſſen und legt
ſich todmüde bald zu Bett. Wo bleibt da in der Woche
die Zeit zu körperlicher und geiſtiger Erholung? Nur der
Sonntag ſoll dieſe Erholung bringen.
Daß ich den neuen Geſetzentwurf, wie er vorliegt, vom
Standpunkte des Arztes im Hinblick auf die jetzige viel
günſtigere Situation in Darmſtadt lebhaft bedauere, möchte
ich nochmals betonen. Kurz geſagt, ich bin für möglichſt
völlige Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, weil ich da=
durch
eine Verbeſſerung der Geſundheitsverhältniſſe aller
derer erhoffe, die dieſe völlige Sonntagsruhe nützlich ver=
werten
. Weniger nützlich freilich wird dieſe Sonntags=
ruhe
für den, der mit einem gründlichen Frühſchoppen den
Sonntag beginnt und den Nachmittag bis ſpät in die Nacht
hinein im dumpſen Tanzlokal verbringt, um dann am
Montag, ſtatt erfriſcht, mit einem tüchtigen phyſiſchen und
vielleicht auch moraliſchen Katzenjammer ſeine Tätigkeit
wieder beginnt, um am nächſten Sonntag die angeſpon=
nenen
Fäden weiter zu knüpfen. Glücklicherweiſe iſt in
dieſer Hinſicht durch die Jugendvereinigungen manches
anders geworden, und gute Beobachter, die ſeit Jahrzehn=
ten
die Umgebung von Darmſtadt im engeren und wei=
teren
Umkreis durchſtreifen, verſichern, daß ſeit Einführung
der völligen Sonntagsruhe viel mehr fröhliche Wanderer
draußen zu ſehen ſind, als vor dieſer Zeit. So liegen
die Verhältniſſe bei uns, und darum haben die Darm=
ſtädter
Herren beſonderen Grund zur Unzufriedenheit mit
dem neuen Geſetzentwurf. Die Leute, die es ſo ſchlecht
bisher hatten, würden vielleicht ſogar mit dem Zuſtand
ſehr zufrieden ſein, den wir hier in Darmſtadt vor 1908
hatten, der eine gewiſſe Aehnlichkeit mit dem neuen Geſetz
bietet. Wenn ich vorhin ausgeführt habe, daß ich für völ=
lige
Sonntagsruhe bin, ſo verſchließe ich mich dabei doch
nicht den Schwierigkeiten, die eine ſolche Einrichtung, aus=
gedehnt
auf das ganze Deutſche Reich, bietet. Auch hier in
Darmſtadt iſt man fchrittweiſe vorgegangen; freilich, man
hat ſchließlich mit Rieſenſchritten alle anderen überholt,
indem die Großſtadt Frankfurt als Muſter diente. Viele
Bedenken wurden damals übergangen; aber für manche
Branchen brachte die völlige Sonntagsruhe auch Schäden,
und zwar im weſentlichen dadurch, daß eben das Orts=
ſtatut
nur in Darmſtadt beſtand und beſteht und für die
anderen Städte es beim alten blieb. Die Landkundſchaft
blieb hier aus, und in den kleinen und größeren Orten
und Städten der Umgebung entſtanden größere Geſchäfte
die Darmſtadts Abſatz und Umſatz ſicherlich nicht vermehr=
ten
. Allmählich verſtummten dieſe Klagen, und wenn Sie
heute die früheren ſchärfſten Gegner fragen, ſo ſagen ſie faſt
alle: Wir ſind froh, daß wir die völlige Sonntagsruhe
haben.
Wenn ich nun den Geſetzentwurf in ſeinen einzelnen
Paragraphen überſehe und dabei an eine Korrektur denke,
dann möchte ich vor allem wünſchen, daß der Paragraph 9
anders gefaßt wird. Beſchränkungen durch Ortsſtatut müſ=
ſen
darin zugelaſſen werden, und im Zuſammenhang da=
mit
wäre wohl im § 18 die Möglichkeit vorzuſehen, daß
Ortsſtatute, die eine größere Beſchränkung der Sonntags=
arbeit
bieten, als ſie das Geſetz vorſieht, beſtehen blei=
ben
können. Weiterhin muß aber in das Geſetz ein Paſſus
aufgenommen werden, daß jeder Angeſtellte, falls eine
völlige Sonntagsruhe nicht ortsſtatutariſch feſtgeſetzt iſt,
mindeſtens jeden zweiten Sonntag völlig frei hat und ihm
für den Arbeitsſonntag, an dem er eine oder mehrere
Stunden beſchäftigt war, durch einen freien halben oder
ganzen Tag in der Woche entſchädigt wird. Dieſe Beſtim=
mungen
müſſen in das Geſetz, denn ein bis zum Kammer=
gericht
in Berlin durchgeführter Fall hat ergeben, daß ein
Ortsſtatut, das ſolche Beſtimmungen enthält, als ungeſetz=
lich
außer Kraft zu ſetzen iſt. Der § 3, welcher ſich mit
den außerordentlichen Verhältniſſen in ſtrenggläubig jüdi=
ſchen
Geſchäften befaßt, ſtand auch hier bei Erlaß des letz=
ten
Ortsſtatuts zur Beratung, wurde aber abgelehnt. Ein
ſehr bedenklicher Paragraph iſt der § 15 des Geſetzes, der
eine Ausnahmeſtellung für die Prokuriſten vorſieht. Da
wird wohl mancher Prokuriſt erſtehen, der ſonſt nicht die=
ſen
Ehrentitel bekäme, weil man ihn Sonntags dann un=
geſtraft
heranholen kann. Da iſt der § 2 des Ortsſtatuts
in Mannheim vom 1. Auguſt 1904 präziſer gefaßt, wo es
heißt: Auf Prokuriſten, ſoweit ſie tatſächlich in Vertret=
ung
des Geſchäftsinhabers das Geſchäft leiten, bezieht ſich
das Verbot der Sonntagsarbeit nicht. In dieſer Form iſt
der Paragraph annehmbar. Ich will mich nicht weiter
über die einzelnen Geſetzesparagraphen verbreiten und
möchte zum Schluß kommen. So ſehr ich dem Deutſchen
Reich eine möglichſt ausgiebige Sonntagsruhe wünſchen
möchte, ſo ſehr ich gern bereit bin, warm für dieſen Wunſch
jederzeit einzutreten, falls er mir als Stadtverordneter
nechmals zur Beſchlußfaſſung unterbreitet werde, bin ich
nicht ganz ohne Bedenken, ob die völlige Sonntagsruhe
im Handelsgewerbe jetzt ſchon erreichbar iſt. Verkehrsfeind=
lich
wird ſie von manchen Seiten genannt, unmöglich für
die Landorte ruft der andere. Der Empfang der Vorlage
ſeitens des Reichstages am 15. Januar war kein ſehr aus=
ſichtsvoller
, wenigſtens hinſichtlich des Wunſches nach völ=
liger
Sonntagsruhe. Erreichen Sie durch Ihre Agitation,
daß Ortsſtatute erlaſſen werden können ſtatt Geſetze für den
ganzen Bundesſtaat, iſt die Arbeit leichter, und was in
Darmſtadt vor ſechs Jahren gelang, wird auch anderswo
gelingen. Setzen Sie aber ihre Agitation fort, bis Sie
das Ideal erreicht haben, nach dem Sie ſtreben: eine völ=
lige
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, die Ihnen jeder
Wohlmeinende von Herzen gönnt. (Lebhafter Beifall.)
An der ſich anſchließenden Ausſprache beteiligte
ſich als Vertreter der Handelskammer Dr. Human, und
Kaufmann Heß. Landtagsabgeordneter Henrich er=
klärt
, daß die Stadtverwaltung auch in Zukunft, wenn die
Frage wieder an ſie herantrete, für die Intereſſen der
Beteiligten eintreten werde. Landtagsabgeordneter Dr.

Oſann erörterte den Standpunkt, den ſeine Parteigenoſ=
ſen
im Reichstage in der Frage eingenommen haben. Auch
er werde, wie ſeither, für die volle Sonntagsruhe eintre=
ten
. Es wird dann folgende Reſolution einſtimmig
angenommen:
Die auf Veranlaſſung der unterzeichneten Verbände
am 23. Januar 1914 im Kaiſerſaal zahlreich verſammelten
Mitglieder der Kaufmänniſchen Verbände und Vereine,
ſowie viele Inhaber hieſiger Verkaufs= und Engrosgeſchäfte
legen ſchärfſten Proteſt ein gegen die von der Reichsregie=
rung
beabſichtigte Neuregelung der Sonntagsruhe. Die
geringfügige Verkürzung der Arbeitszeit auf 3 reſpektive
4 Stunden, die Zulaſſung von 610 Ausnahmeſonntagen,
die uneingeſchränkte Beibehaltung der Ausnahmen für die
Bedürfnisgewerbe, die völlige Preisgabe des bereits früher
von der Regierung aufgeſtellten Grundſatzes völliger
Sonntagsruhe im Großhandel, können keineswegs als
Fortſchritt bezeichnet werden. Schärfſten Einſpruch erhebt
die Verſammlung insbeſondere gegen die vorgeſehene Son=
derſtellung
der jüdiſch=orthodoxen Kaufleute und gegen
eine Ausnahmeſtellung der Prokuriſten. Energiſch verwah=
ren
ſich die Anweſenden dagegen, daß durch den § 18 des
Geſetzes die hier bereits auf örtlichem Gebiet erreichten
Verbeſſerungen außer Kraft geſetzt werden ſollen. Die
völlige Sonntagsruhe kann, wenn der Wille dazu vorhan=
den
iſt, ohne jede Schädigung irgend welcher Intereſſenten
durchgeführt werden. Dies iſt gerade hier in Darmſtadt
durch die langjährigen Erfahrungen, die ſchon gemacht
worden ſind, bewieſen. Die Verſammelten erwarten des=
halb
vom deutſchen Reichstag, daß er den Regierungsent=
wurf
ablehnt und für völlige Sonntagsruhe im Handels=
gewerbe
eintritt. Soziale Arbeitsgemeinſchaft des Kauf=
männiſchen
Vereins E. V. Darmſtadt, Verein für Hand=
lungskommis
1858, Bezirk Darmſtadt, Verband Deutſcher
Handlungsgehilfen. Leipzig, Bezirk Darmſtadt, Kaufm.
Verein Frankfurt, Bezirk Darmſtadt.
Der Jungdeutſchlandbund, der Odenwaldklub, der
Vogelsberger Höhenklub, der Allgemeine Frauenverein und
der Evangeliſche Frauenbund hatten zu der Verſammlung
eigene Vertretungen entſandt und ließen Sympathieerklärs
ungen abgeben.

Eiſenbahner=Verſammlung.

St. Im Reſtaurant Rummelbräu tagte geſtern
Abend eine zahlreich beſuchte Verſammlung von Eiſen=
bahnern
, inſonderheit der Ortsgruppe Darmſtadt des
Verbandes Deutſcher Eiſenbahn=Handwerker und= Ar=
beiter
(Sitz Berlin). Auf der Tagesordnung ſtanden:
Die Forderung des Staatsarbeiter=Rechts, Lohnerhöhung
der Eiſenbahn=Betriebs=, Oberbau= und Güterboden=
arbeiter
, ſowie die ſiebenjährige Verſtaffelung. Auch
Landtagsabgeordneter Henrich wohnte der Verſamm=
lung
bei. Den Vorſitz führte Herr Heinrich Schnei=
der
=Darmſtadt, der die Erſchienenen herzlichſt begrüßte
und zunächſt Herrn Schneider=Betzdorf das Wort er=
teilte
.
Redner übermittelte die herzlichſten Grüße der Zen=
tralſtelle
und den Wunſch, daß die Ortsgruppe Darmſtadt
ſich in Zukunft doch etwas ruhiger verhalten müßte und zu=
nächſt
einmal in ſich ſelbſt ruhig und ſachlich verhan=
deln
. Von keiner Ortsgruppe feien ſo oft Referenten von
der Zentralſtelle verlangt worden, als von Darmſtadt.
Das könne nicht ſo weiter gehen. Der Referent verbreitete
ſich eingangs ſeines eigentlichen Referats über die ſoziale
Lage der Eiſenbahnarbeiter im allgemeinen und beſonders
über die Lohnverhältniſfe. Er ſtellte feſt, daß dinkbar
anzuerkennen ſei daß die Eiſenbahnbehörde wiederholt
Lohnzulagen bewilligt habe, doch ſei dieſe noch durchaus
unzureichend. Sie habe in keiner Weiſe Schritt gehalten
mit der ungeheueren Verteuerung der Lebenshaltung, wie
Lebensmittel, Wohnungsmiete uſw. Dankbar anzuerken=
nen
ſei auch, daß die Eiſenbahnverwaltung ihren Arbei=
tern
eine geſicherte Exiſtenz biete, daß keine Lohnabzüge
bei ſchlechter Konjunktur erfolge uſw. Ueber örtliche
Lohnverhältniſſe zu ſprechen mußte Redner mangels ge=
nügender
Einſichtsnahme ablehnen. Er behandelte dann
eingehender die Verhältniſſe der Eiſenbahnunterhaltungs=
arbeiter
, deren Tagelohn 2,50 bis 3. Mk. beträgt gemäß
dem ortsüblichen Tagelohn. Dieſer komunal ortsübliche
Tagelohn dürfte aber für die Eiſenbahnbehörde nicht maß=
gebend
ſein. Die Löhne der Oberbauarbeiter ſind durch=
weg
ſehr reformbedürftig. Dieſe Arbeiter, als die geringſt
bezahlten Eiſenbahnarbeiter, leiden vielfach unter Unter=
ernährung
. Auch der Lohn der Lokomotivputzer iſt zu ge=, auch wenn die Stellenzulage hier hinzuzurechnen iſt,
die übrigens neuerdings gekürzt wurde. Meiſtens ſei der
Wille des Herrn Miniſters und der Direktion der beſte,
aber die unteren Stellen handeln meiſt nicht entſprechend=
dieſem
Willen. Die Güterbodenarbeiter haben noch unter
einem gewiſſen Akkordſyſtem zu leiden, über das vielfach=
ſehr
geklagt wird, und zwar mit Recht, weil dieſe Arbeit
in ſich ſehr verſchieden iſt, was zu Unſtimmigkeiten bei der
Prämienverdienung führen muß. Auch auf das Wohl=
wollen
der Beamten kann es hierbei ankommen. Es iſt
deshalb der allgemeine Wunſch, dieſes Akkordſyſtem abzu=
ſchaffen
. Dankenswerter Weiſe habe der Herr Eiſenbahn=
miniſter
Reform zugeſagt, ſo daß wohl Verbeſſerungen hier
zu erwirken ſind. Die Rangierer und Hemmſchuhleger ſind
ebenfalls ungenügend bezahlt. Der Beruf der Rangierer
iſt wohl der gefahrvollſte im ganzen Eiſenbahnbetrieb, das
rechtfertigt eine höhere Zulage. Für die Handwerker der
Betriebswerkſtätten beſteht noch immer die zehnſtündige
Arbeitszeit. Dieſe muß auf eine neunſtündige herabgeſetzt
werden. Das Akkordſyſtem, wie es in den Hauptwerk=
ſtätten
beſteht, iſt ebenfalls zu verwerfen, weil ſich die Ar=
beiten
hier nicht ſchematiſieren laſſen. Dank des wiederholt
anzuerkennenden ſozialen Verſtändniſſes des Herrn Eiſen=
bahnminiſters
iſt ja auch hier ſchon eine Reform einge=
treten
, durch die den älteren Arbeitern Rechnung getragen
wurde. Jedoch hat auch das jetzige Syſtem noch Mängel.
Der Unterſchied zwiſchen dem früheren Stück= und heutigen=
Zeitſyſtem beſteht nur darin, daß es früher an Geld, und
heute an Zeit mangelt. Doch darf man auch hier wohl=
noch
Beſſerung erwarten. Unrecht iſt es, daß Darmſtadt
mit Kaſſel in derſelben Ortsklaſſe ſteht, daß die Löhne
aber noch um 23 Pfg. zuungunſten Darmſtadts diffe=
rieren
. Endlich iſt noch die ſiebenjährige Vorſtaf=
felung
zu beanſtanden, bei der Darmſtadt ebenfalls
ziemlich ſchlecht abgeſchnitten habe. Die Direktion Frank=
furt
a. M. iſt in dieſer Beziehung als vorbildlich hinzu=
ſtellen
. In Darmſtadt werden leider noch ungerechtfertigte
Unterſchiede in der Anrechnung der Vordienſtjahre ge=
macht
. Es iſt zu hoffen, daß der anweſende höhere Eiſen=
bahnbeamte
nicht nur hergekommen iſt, um Polizeiaufſicht
zu üben, ſondern, daß er dieſe Wünſche der Eiſenbahndirek=
tion
übermitteln wird. (Lebh. Bravo.)
Weiter beſprach Redner das Verſicherungsweſen gegen
Krankheit und Invalidität. Dankbar anzuerkennen ſei die
ſtaatliche Verſicherung. Mit Freuden wurde ſeinerzeit die
ſogenannte Kaſſeler Krankenkaſſe begrüßt; zu bedauern iſt=
aber
die ſpäter eingefügte Beſtimmung, daß das Kranken=
geld
den Lohnausfall während der Bezugszeit nicht über=

[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Seite 7.

ſteigen darf. Der allgemeine Wunſch der Verſicherten geht
dahin, daß die dreitagige Karenzzeit fallen möge. Die
Krankenkaſſen würden überdies bei der Abſchaffung dieſer
Karenzzeit beſſer abſchneiden, da mancher Arbeiter, um den
Perdienſt nicht entbehren zu müſſen, ſeine Krankheit
ſchlimmer werden läßt und dann oft wochenlang der Kran=
kenkaſſe
zur Laſt fällt. Der Fehler liegt hier aber an der
Geſetzgebung und das iſt umſomehr zu bedauern, als Ar=
beiter
an dem Geſetz mitgearbeitet haben. (Sehr gut!)
Bei den Krankenkaſſen kann viel gebeſſert werden, wenn
überall die geeigneten Vertreter gewählt werden. Auch
das Arztſyſtem iſt zu bemängeln. Es iſt aber zu begrüßen,
daß das Reichsverſicherungsamt beſchränkt freie Aerzte=
wahl
eingeführt habe. Die ganze freie Aerztewahl ſei
durchaus nicht zu empfehlen, weil dadurch die Kaſſen zu
ſehr belaſtet würden. Die Arbeiterpenſionskaſſe iſt als
ein ſegensreiches Inſtitut zu bezeichnen, trotzdem muß die
Rente gegenüber den hohen Beiträgen als zu gering, als
nicht ausreichend bezeichnet werden. Bei dem hohen Ver=
mögen
von 50 Millionen Mark muß ſich eine Steigerung
der Rente erreichen laſſen. Auch hier muß aber das Wohl=
wollen
der Verwaltung, beſonders des leider zu früh ver=
ſtorbenen
Miniſters Budde dankend anerkannt werden. Zu
den Arbeiterausſchüſſen übergehend, ſtellt Refe=
rent
feſt, daß dieſe eine durchaus notwendige Einrich=
tung
ſind, es kommt aber ſehr darauf an, daß die richtigen
Leute in die Ausſchüſſe hineingewählt werden. Wenn die
Arbeiterausſchüſſe nicht ſo ſind, wie ſie ſein ſollen, liegt das
nicht an den Direktionen und nicht am Eiſenbahnmini=
ſterium
. Zu bemängeln iſt die Beſtimmung, daß nur 50
Arbeiter der gleichen Art, die einem Amt unterſtellt ſind,
einen Ausſchuß wählen dürfen. Es müßten gemeinſame
Ausſchüſſe zugelaſſen werden. Vielfach wird hierin auch
zu bureaukratiſch gehandelt. Es darf aber gehofft werden,
daß auch in dieſer Beziehung das Wohlwollen der Ver=
waltung
noch zur erwünſchten Beſſerung führt. Der Er=
holungsurlaub
iſt auch ebenfalls dankbar zu begrüßen,
bedauerlicherweiſe hat die Gewährung dieſes Urlaubs
aber eine neue Kategorie geſchaffen, den Oberbauarbeiter,
der mehr oder weniger von dieſem Erholungsurlaub aus=
geſchloſſen
iſt. Man ſollte doch hier keine Unterſchiede
machen. Eine Verlängerung des Erholungsurlaubs wie
ſie z. B. in Baden beſteht, iſt dringend anzuſtreben. Der
Referent ermahnt, in all dieſen Fragen eine Verſtändigung
mit der Verwaltung zu ſuchen.
Er wendet ſich dann der Frage des Staatsarbeiter=
rechts
zu und ſtellt feſt, daß die Eiſenbahner unter allen
Umſtänden auf das Recht der Arbeitsniederle=
gung
(Streik) verzichten müſſen aus nationalen
Gründen. Das Gewaltverhältnis des Privatarbeiters
muß ein Rechtsverhältnis für den Staatsarbeiter werden.
Die Schaffung des Staatsarbeiterrechts muß eine der
Hauptaufgaben des Verbandes bleiben, der mit der Ver=
wwaltung
Hand in Hand daran arbeiten will, daß unſere
Staatsbetriebe Muſterbetriebe werden. (Lebh. Beifall.)
Der Vorſitzende ſprach dem Referenten herzlichſten
Dank aus und eröffnet nach kurzer Pauſe eine
Diskuſſion.
Kollege Hartmann beſprach kurz die Lage der Werk=
ſſtättenarbeiter
und kritiſierte beſonders das Akkordſyſtem,
weſſen gänzliche Abſchaffung anzuſtreben ſei. Die 7jährige
Vorſtaffelung mußte einheitlich für jedermann geregelt
rverden. Zu bedauern ſei, daß noch ſo viele Kollegen der
Organiſation fernbleiben. Der Vorſitzende teilt
mit, daß nach einer Mitteilung des Reichstagsabgeord=
neten
Ickler die Vorſtaffelung im Direktionsbezirk Mainz
wahrſcheinlich am 1. April eingeführt wird, Kollege
Damm bedauert ebenfalls, daß die Organiſation noch
nicht durchgreifend genug ſei. Es iſt deshalb nicht richtig,
naß der Zentralvorſtand weitere Unterſtützung reſp. Re=
ſerenten
verſagen will. Der Vorſitzende ſtimmt dem
zu und nimmt die Ortsgruppe Darmſtadt in Schutz gegen
ien Vorwurf, daß ſie zu ſtürmiſch und unruhig ſei. Es
ccheine, als ob die Zentralſtelle doch die Verhältniſſe im
Direktionsbezirk Mainz nicht genügend kenne.
Landtagsabgeordneter Henrich führt aus, er ſei
ſchon mehrfach in den Verſammlungen der Eiſenbahner
geweſen und habe immer Vorteile davon gehabt. Es
ſccheine, als ob der Direktionsbezirk Mainz immer in be=
ſoonderem
Maße von ſich reden mache. Der Herr Referent
heat anerkannt, daß das Miniſterium ſtets wohlwollend ſich
verhalte, daß aber auf dem Wege bis zur Direktion Mainz
manches verſickere. Das iſt bedauerlich. Es wäre wün=
ſchenswert
, daß die Direktion Mainz als die am nächſten
lbegende an der Spitze marſchiere, leider iſt das nicht ſo.
ſtührig genug iſt ja die Direktion Mainz, das erhellt daraus,
ſaaß ſie eigene Vertreter in die Verſammlungen ſchickt und
daß ſie ſich auch mit ſeiner, des Redners, Perſon befaßte,
in einer Weiſe allerdings, die man als wohlwollende Be=
lehrung
, aber auch dahin auffaſſen kann, daß ihm der Be=
ſuch
der Verſammlung verekelt werden ſoll. (Hört,
hört!) Zum Fall Heinrich will ſich Redner nicht weiter
auslaſſen, dieſer werde an anderer Stelle zu beſprechen
ſein. (Lebhaftes Bravo.) Daß ſtets Wünſche vorhanden
ſind iſt naturgemäß, es liegtdas in der allgemeinen Ent=
peickelung
. Wenn dabei einmal die Form nicht ſo gewahrt
wird, ſei das nicht ſo ſchlimm. Jede Berufsorganiſation
hart ihre Kinderkrankheiten durchzumachen. Daß der Herr
Raeferent die nationale Pflicht betont hat, ſei anzuerkennen.
Der Wunſch, den Erholungsurlaub nach dem Alter zu
rageln, ſei berechtigt, ebenſo der Wunſch nach einem
Ertaatsarbeiterrecht. Das Wohlwollen ſei zwar ſehr ſchön
und gut, aber es kann kein Recht erſetzen. (Lebh. Bravo.)
Der Vorſitzende ſprach dem Vorredner herzlichen
Dank aus und ſchlug dann folgende
Reſolution
ver, die einſtimmig angenommen wurde. Die heute im
Reeſtaurant Rummelbräu tagende Verſammlung von 400
lEiſenbahnern bittet die Verwaltung ergebenſt, die Lohn=
lerhhöhung
der Bahnhofs=, Betriebs=, Oberbau= und Güter=
Abü=denarbeiter auf 40 Pfennig pro Stunde einzuführen.
Die Werkſtättenarbeiter bitten um gleichmäßige Anrech=
mung
der Militärzeit und Vorſtaffelung von 7 Jahren
llarsßerhalb der in Staatswerkſtätten vollbrachten Dienſt=
zeit
.
Nach weiterer längerer Diskuſſion wurde die Ver=
ſarnmlung
gegen 10 Uhr geſchloſſen.

Literariſches.

Die Reklamemarkenbewegung aus aller Welt iſt in
Voort und Bild von verſchiedenen namhaften Fachſchrift=
tellern
ausführlich und hochintereſſant dargeſtellt
n der ſoeben zur Ausgabe gelangten achtzig
Seiten umfaſſenden Propaganda=Nummer der
inter Mitwirkung der Brücke erſcheinenden Halbmonats=
ſſchrrift
Weltarchiv (Verlag München=Paſing). Preis
ro Jahr 4 Mk. Der reiche Inhalt mit 46 teils hochkünſt=
eräſchen
und offiziellen Markenbeilagen orientiert in zu=
herläſſiger
Weiſe über Zweck, Wert und ungeahnte Aus=
ehonung
dieſes neuen Sammelſportes. Dieſe gewiß jeder=

man intereſſierende Sondernummer iſt mit allen Marken=
beilagen
gegen Einſendung von 50 Pfg. in Briefmacken
von obigem Verlag erhältlich.
Gottfried Haberkorfs Irrtum und
andere Geſchichten. Von Bernhard Flemes.
Hannover, Adolf Sponholtz, Verlag G. m. b. H. Geheftet
2,20 Mark, gebunden 3 Mark. Literariſchen Feinſchmeckern
werden die Novellen beſonders ihrer klaren, fein rhythmi=
ſchen
Sprache wegen, die jede Stimmungsnüance mit
eigener Färbung gibt und eine ſchöne Bildhaftigkeit kul=
tiviert
, Genuß bereiten. Und um alle Geſchehniſſe ſteht,
nicht in willkürlichen Schilderungen, ſondern als Weſens=
eigentümlichkeit
der einzelnen Geſchöpfe, die Natur, rau=
ſchen
Wälder, blüht der Sommer, glänzt und glitzert der
weiße Winter.
Max Kretzer Das Mädchen aus der
Fremde. Roman. Preis 4 Mark, geb. 5 Mark. Ver=
lag
von B. Eliſcher Nachfolger in Leipzig. Es iſt ein
friſch=reſolutesPaſtorentöchterlein, dieſes, Madchen aus der
Fremde ein Provinzmädel, das dank ſeinem geſunden In=
ſtinkt
und mehr als einer fürſorgenden mannlichen!
Hand die gefahrbergenden Strudel Berliner Lebens heil
durchſchwimmt, ja zuguterletzt als beata victrix von der
Millionenſtadt ein veritables Menſchenopfer für ſich
fordert.

Sport, Spiel und Turnen.

* Fußballſport. Vorausſichtlich am 8. Februar wird
ein Fußballwettſpiel zwiſchen den Mannſchaften
der Hochſchulen Darmſtadt und Gießen auf dem Platz des
Jußballklubs Olympia ſtattfinden.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 24. Jan. Der Kaiſer, die Kaiſerin, die
Königin der Hellenen, Prinz und Prinzeſſin Friedrich
Karl von Heſſen beſuchten die heutige Aufführung des
Parſifal im Königlichen Opernhauſe.
* Karlsruhe, 24. Jan. Das Großherzogspaar
wird ſich morgen abend ½9 Uhr zur Feier von Kai=
ſersgeburtstag
nach Berlin begeben. Während der
Großherzog bereits am 29. Januar zurückkehrt, wird die
Großherzogin erſt am 1. Februar zurückerwartet.
* Karlsruhe, 24. Jan. Das Thermometer ging heute
Nacht in der Rheinebene bis auf 17 Grad unter
Null zurück, die niedrigſte Temperatur ſeit mehreren
Jahren, während in den höheren Lagen die Temperatur
ziemlich bis an den Nullpunkt ſtieg.
* Leipzig, 24. Jan. Das Gerücht, infolge der großen
Winterübung bei Grimma lägen 100 Soldaten mit
erfrorenen Gliedmaßen im Lazarett, ent=
behrt
jeder Begründung. Wie vom General=
kommando
des 19. Armeekorps mitgeteilt wird, iſt von
den zehn Regimentern von der 24. Diviſion und der
Garniſon Altenburg, die an der Winterübung am 14.
und 15. Januar teilnahmen, lediglich ein Mann vom
19. Huſaren=Regiment wegen erfrorener Füße in das
Lazarett eingeliefert worden.
* Schwerin, 24. Jan. In das Großh. Staats=
miniſterium
wurden infolge des am 1. April bevor=
ſtehenden
Ausſcheidens des Staatsminiſters Graf Baſſe=
witz
=Levetzow und des Staatsrats vonPrezſentin neu=
berufen
: Staatsrat Dr. Langfeld als Miniſter=
präſident
, Staatsminiſter, Vorſtand der Miniſterien, der
auswärtigen Angelegenheiten, des Großh. Hauſes und
der Juſtiz, Geh. Kammerrat v. Blücher als Staatsrat
und Vorſtand des Finanzminiſteriums, Amtshauptmann
Freiherr v. Meerheimb als Staatsrat und Vorſtand des
Miniſteriums des Innern.
* Budapeſt, 24. Jan. Der Immunitätsaus=
ſchuß
des Abgeordnetenhauſes verhängte wegen Wider=
ſetzlichkeit
gegen den Präſidenten über den Grafen Julius
Andraſſy eine fünftägige Ausſchließung
von den Sitzungen, beſtätigte dieſelbe Strafe gegen
den Grafen Alader Zichy und den Abgeordneten Johann
Juſth und erteilte dem Abgeordneten Ludwig Beck, der
trotz ſeiner Ausſchließung im Abgeordnetenhaus erſchienen
war, eine Rüge zu Protokoll.
* Dublin, 24. Jan. Mehrere ſyndikaliſtiſche
Arbeiter griffen einen Nichtorganiſierten an und brach=
ten
ihm ſchwere Verletzungen am Schädel bei;
ſein Zuſtand iſt bedenklich.
* Pretoria, 24. Jan. Die Preſſezenſur und
andere Beſſchränkungen für Pretoria ſind aufgehoben.
* Rabat, 24. Jan. Von unterrichteter Seite wurden
die Gerüchte von der Unterwerfung El Hibas
dementiert. Regengüſſe haben die Wege nach Caſa=
blanca
, Rabat, Fez und Mekines ungangbar gemacht.
Giftmörder Karl Hopf.
* Frankfurt, 24. Jan. Wie verlautet, hat der
zum Tode verurteilte Karl Hopf keine Reviſion ein=
gelegt
. Die Friſt zur Einlegung der Reviſion iſt heute
abend abgelaufen.
Auflöſung des rumäniſchen Parlaments.
* Bukareſt, 24. Jan. Der Miniſterpräſident
verlas in der heutigen Sitzung des Parlaments einen
Erlaß wodurch das Parlament aufgelöſt
wird. Die Neuwahlen ſind auf den 28. Februar anbe=
raumt
, und das neue Parlament wird am 6. Mäcz zu=
ſammen
treten.
Ein engliſcher Beſtechungsprozeß.
* London, 24. Jan. Heute vormittag wurde in der
bekannten Beſtechungsaffäre in der Militär=
kantinenverwaltung
vor dem Polizeigericht ver=
handelt
. Der Staatsanwalt teilte die Ladung von drei
neuen Angeklagten mit. Der eine iſt der Oberſt With=
aker
, der frühere Kommandeur des 2. Jorkſhire= In=
fanterie
=Regiments, der, wie in einem Antwortbrief ge=
ſagt
wird, von der Firma Lipton Zahlungen erhalten hat.
Zugleich erklärte der Anklagevertreter, es lägen Beweiſe
vor, daß Withaker, als das Regiment nach Sheffields
ging, einen Vertrag abgeſchloſſen habe, durch den die
Firma Lipton unverhältnismäßig begünſtigt worden ſei.
Weiter ſind neu angeklagt der frühere Abteilungschef der
Firma Lipton, Minto, und der Direktor Crans=
field
, ebenfalls von der Firma Lipton.
Erdbehen.
* Neu=York, 24. Jan. Der Seismograph des Chebot
Obſervatoriums in Oakland am Oſtufer der San Fran=
ziskobay
zeigte geſtern abend um 7 Uhr 33 Minuten
ein leichtes Erdbeben an. In San Franzisko
und Oakland klirrten dieFenſterſcheiben. Schaden iſt nicht
angerichtet worden.

Letzte Nachrichten.

Ein Hausmacher Haarwaſſer von großartiger
Wirkung.
Im Laufe der letzten Jahre konnte man hin und wie=
der
leſen, wie ſich ein wirklich gutes Haarwaſſer herſtellen
laſſe, und es iſt ein Vergnügen, zu hören, wie viele das
Rezept angewandt haben und mit welch’ bemerkenswerten
Erfolgen. So ſchreibt eine Dame, ſie habe ſich, ſofort nach=
dem
ſie davon geleſen, das Rezept beim Apotheker nach
Vorſchrift zuſammenſtellen laſſen: 85 gr. Bay Rum, 30 gr.
Livola de Composée, 1 gr. krist. Menthol, denn ihr Haar=
ausfall
war einfach ſchrecklich. Sie nahm es alſo mit nach
Hauſe, wandte es einige Zeit an und war nicht wenig er=
ſtaunt
und entzückt, zu ſehen, wie raſch der Haarausfall
aufhörte und der Haarwuchs ſelbſt wieder gefördert
wurde. Tatſächlich ſei ihr Haar in zwei Monaten um
beinahe 20 Zentimeter länger geworden. Ihr Haar ſei
dabei heller, glänzender und üppiger, als es je geweſen,
und ſein Wachstum daure fort. In den erſten drei
Wochen habe ſie die Miſchung zweimal täglich leicht in die
Kopfhaut eingerieben, ſeitdem wende ſie es aber nur noch
einmal täglich an. Beſonders intereſſant iſt es noch, die=
ſen
und anderen Berichten zu entnehmen, daß dieſe
Miſchung nicht nur den Haarwuchs bedeutend fördert, ſon=
dern
auch die Schuppenbildung vernichtet, die Irritation
der Kopfhaut lindert und Haarwurzeln und Kopfhaut in
eſundem und normalem Zuſtand erhält.
VIII,2773

Ue

apofheker Otto
ärztlich
Svanile bevorzugt.
Ab. I. P. Atchf

Eine reizende Neuheit, welche die Kinder ſpielend
Geſchicklichkeit erlangen läßt und gleichzeitig An=
regung
verſchafft, erhält auf Wunſch jeder Leſer dieſer
Zeilen koſtenfrei von Neſtle’s Kindermehl= Geſell=
ſchaft
, Berlin W. 57. Es iſt dies eine Ausſchneidepuppe
mit dre verſchiedenen, allerliebſten Gewändern, womit
die Kinder ſehr gern und lange ſpielen. Auf Wunſch
wird auch eine Probedoſe des berühmten Kindermehls
umſonſt beigefügt.
(I,2823

Hilfe
für die durch Sturm und Unwetter
geschädigten Bewohner
der Ostseeküste!

Die letzten großen Stürme und Ueber=
ſchwemmungen
haben über eine große An=
zahl
deutſcher Familien an der Oſtſeeküſte
Not und Elend gebracht. Vielen ſind die
Wohnſtätten, anderen die Exiſtenzmittel ver=
nichtet
worden. Schnelle Hilfe allein ver=
mag
die größte Not bei der anhaltend ſtrengen
Kälte zu lindern. Die Expedition des Darm=
ſtädter
Tagblatt Rheinſtraße 23, hat eine
Zeichnungsliſte für Beiträge aufgelegt.
Quittung erfolgt öffentlich.
(2597fsg
Doppelt gibt, wer ſchnell gibt!
Weiter eingegangen ſind: O. L. 10 . W. H. 2 .
Frau Dr. W. 3 . Prof. Dr. Geiſt 5 . Geng=
nagel
3 . Darmſtädter Kegel=Klub 1911 10 .
P. L. 1 . Hugo Ortmann 5 . S. H. 10 . Dr. W.
3 . L. Hugenſchütz II 3 . A. Z. 5 . H. O. 1 .
W. Z. 5 . Schuchardt 20 . Ungenannt 3 . A. S.
1 . Frau Wilh. Diefenbach 20 . Brück 3 . Braden
1 . Frau v. B. 3 . Frl. E. C. 2 . Frau L. Grüne=
wald
Wwe. 10 . Frl. L. Peter 2 . L. C. Wittich’ſche
Hofbuchdruckerei 20 . Fam. Ritſert 3 . Ungenannt
1.50 . Feldmann, Griesheim, 2 . Frl. Pfnor 5 .
Ungenannt 10 . N. N. 3 . Ungenannt Grube Meſſel
2 . Hörle 3 . Ungenannt 5 . Major Selzam
10 . Frau Elmira Selzam 5 . Frau Diviſionspfarrer
Liedtcke 5 . Karl Lich 2 . Ungenannt 2 . Un=
genannt
2 .
Indem wir im Namen der Betroffenen allen Gebern
herzlichſt danken, bitten wir um weitere frdl. Zuwendungen.
Darmſtädter Tagblatt
Geſchäftsſtelle.

Dampfernachrichten.

Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
treter
: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Neu=York=Boſton=Philadelphia=Linie: Barbaroſſa‟
19. Jan. 11 Uhr vorm. Biſhop Rock paſſiert auf der
Fahrt nach Bremen. Großer Kurfürſt 20. Jan. 1 Uhr
nachm. in Bremerhaven angekommen. Prinzeß Alice‟
20. Jan. 8 Uhr vorm. in Genua angekommen. Oſtaſien=
Linie: Lützow 20. Jan. 7 Uhr vorm. in Hongkong
angekommen. Prinz Ludwig 20. Jan. 7 Uhr vorm.
in Yokohama angekommen. Kleiſt 19. Jan. 10 Uhr
vorm. von Algier abgegangen. Tübingen 19. Jan.
7 Uhr vorm. Dover paſſiert. Auſtralien=Linie: Fried=
rich
der Große‟ 19. Jan. 12 Uhr mittags von Southampton
abgegangen. Weſtfalen 20. Jan. 6 Uhr vorm. von
Vrisbane abgegangen. Rheinland 19. Jan. 7 Uhr
vorm. in Sydney angekommen. La Plata=Linie:
Sierra Nevada 19. Jan. in Montevioeo angekommen.
Braſilien=Linie: Würzburg 10. Jan. Vliſſingen
paſſiert. Aachen 19. Jan. von Funchal nach Oporto
abgegangen. Alexandrien= und Japan=Linie: Painz
Heinrich 19. Jan. 12 Uhr mittags in Alexandrien an=
gekommen
. Prinz=Regent Luitpold 19. Jan. 4 Uhr
vorm. in Marſeille angekommen. Coblenz 20. Jan=
5 Uhr nachm. von Brisbane nach Sydney abgegangen.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
Rotterdam 19. Jan. 12 Uhr 40 Min. vorm. Lizard
paſiſert. Nieuw. Amſterdam 20. Jan. vorm. von
Neu=York abgegangen. Noordam 21. Jan. vorm. in
Neu=York eingetroffen. Ryndam 2. Jan. nachm. in
Rotterdam eingetroffen. Potsdam 17. Jan. nachm.
in Rotterdam eingetroffen

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer *5.

Amtlicher Wetterbericht.

Unter dem Einfluß hohen Druckes herrſchte geſtern
in unſerem Bezirk heiteres, trockenes Froſtwetter ( Lauter=
bach
: Minimum 17%). Das Tief über Jsland hat ſich
verſtärkt und dringt ſüdoſtwärts vor. Auf dem Feſtlande
hat der hohe Druck heute noch an Stärke zugenommen,
ſo daß wir morgen noch nicht von den Randwirbeln der
nördlichen Depreſſion beeinflußt werden, ſondern mit
Fortdauer der beſtehenden Witterung rechnen dürften.
Ausſichten in Heſſen für Sonntag, den 25. Jan.:
Vorwiegend heiter und trocken, Froſtwetter, Winde aus
öſtlichen Richtungen.

Schnesbericht.

Felsberg, 26 Zentimeter lückenlos und alt gefroren.
Neunkirchen, 32 Zentimeter lückenlos, 30 Zentimeter
alter Schnee und 2 Zentimeter Neuſchnee. Rodel= und
Skibahn gut. Lindenfels, 9 Zentimeter lückenlos, alt
und gefroren. Wald=Michelbach, 10 Zentimeter lücken=
haft
, alt und gefroren. Rodelbahn gut. Beerfelden,
22 Zentimeter lückenlos, alt und gefroren. Rodelbahn gut.

Unſere liebe, treue Schweſter

iſt geſtern abend nach mehrwöchiger Krankheit
im Eliſabethenſtift verſchieden.
Die Beerdigung findet Montag, 26. Jan.,
nachmittags 2¾ Uhr, vom Stift aus ſtatt;
die Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Ludwig Nodnagel,
Geh. Oberſchulrat,
Heinrich Nodnagel.
Darmſtadt, den 24. Januar 1914.
Von Kondolenzbeſuchen bitten wir abſehen zu
wollen.
(B2869

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Am 24. Januar verſchied nach längerem
Leiden im faſt vollendeten 62. Lebensjahre
mein innig geliebter Mann, unſer treuſorgender
(2846
Vater
der Kgl. Preuß. Generalleutnant z. D.

Hans Bendemann

Inhaber des Eiſernen Kreuzes II. Klaſſe.
In tiefer Trauer:
Marie Bendemann, geb. Rothe,
Karl Bendemann,
Marie Bendemann,
Margarete Bendemann,
Johanna Bendemann.
Heidelberg, den 24. Januar 1914.
Die Beiſetzung erfolgt in aller Stille.

Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Be-
kannten
die schmerzliche Nachri M.
dass es Gott dem Allmächtigen ge-
fallen
hat, unseren lieben, unver-
gesslichen
Sohn, Bruder, Schwager
und Onkel
Herrn Haus Haas
Bankbeamten
im 24. Lebensjahre, fern von der
Heimat, in ein besseres Jenseits ab-
zurufen
.
Er starb gestern in Brüssel,
wohlversehen mit den Tröstungen
seiner heiligen Religion, infolge einer
Lungenentzündung.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Philipp Haas.
Darmstadt, 24. Januar 1914.
Frankfurterstr. 19.
Tag und Stunde der Beerdigung auf dem
hiesigen Friedhof werden noch bekannt
gegeben.
(2845

Todes=Anzeige.
Nach kurzem, ſchwerem Leiden verſchied in
Brüſſel unſer treues Mitglied
(2873
Herr
Hans Haas.
Wir betrauern den Verluſt eines vortreff=
lichen
Freundes und guten Kameraden, deſſen
Andenken bei uns ſtets fortleben wird.
Darmſtadt, den 24. Januar 1914.
Fussballklub ,OL.VMPLA‟
Darmstadt.

Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Ableben meines
guten Mannes, unſeres Vaters, Schwie=
gerſohnes
, Schwagers und Vetters
Josef Petermann
Ober=Apotheker der Reſerve a. 3.
und die überaus zahlreichen Blumen=
ſpenden
, ſagen wir hierdurch unſeren
innigſten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.

(B2835

Tageskalender.
Sonntag, 25. Januar.

Großh. Hoftheater, Anfang 2½ Uhr, Ende gegen
5½ Uhr (Volksvorſtellung): Wenn ich König wäre‟
Abendvorſtellung: Anfang 7½ Uhr, Ende gegen 10½
Uhr (Ab. A): Filmzauber
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Zuſammenkunft der Mitwirkenden beim Winter=
feſt
des Muſikvereins um 7 Uhr Steinſtraße 24.
Geburtstagsfeier des Kaiſers um 7½ Uhr im
Schützenhof (Kavallerie=Verein).
Generalverſammlungen: Turngeſellſchaft um
3 Uhr im Vereinslokal. Geſangverein Liederzweig‟
um 4 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz. Sterbe=
kaſſeverein
Einigkeit I um 3 Uhr in der Ludwigshalle,
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Hotel Heß um
4 Uhr. Café Metropole um 4 Uhr. Rummelbräu
um 8 Uhr. Schützenhof um 5½ Uhr. Hanauer Hof
um 7 Uhr.
Wahl der Vertreter und Erſatzmänner zur
Ortskrankenkaſſe von 81 Uhr, Blumenthalſtraße 7.
Tanzkränzchen um 4 Uhr in der Stadi Djungſtadt.
Kaninchen=Ausſtellung im Heſſiſchen Hof.
Verſteigerungskalender.
Montag, 26. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Gg. Friedrich
Rettig (Frankenſteinſtraße 42) um 10 Uhr auf dem Orts=
gericht
ll.
Holzverſteigerung um 8½ Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Stammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Pfung=
ſtädter
Gemeindewald (Zuſammenkunft auf dem See=
heimerweg
am Bahnwärterhaus).
Großh. Porzelkanſammlung im Prinz=Gorgs=
Palais (Schloßgartenplatz). Geöffnet Sonntagssyon
111 Uhr. Eintritt 50 Pfg.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Itriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

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Neben der Krone‟.

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[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Seite 9.

Saison-Ausverkauf

Schluss Dienstag, den 27. Januar:
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etwas von der Küche verſteht, für
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mädchen
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wigſtraße
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Freitag:
Sonnabend:
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[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer 25.

2844
Montag, den 26. Januar 1914
unseres
Letzter Tag diesjährigen Inventar-Ausverkaufs.
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und werden vielfach ärztlich
verordnet bel Kerz-, Mier n.
Nern enleiden, Cicht n. Rheu-
matismus
, sowie Elufarmut.
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civilen Preisen. (I,2107
Geschäftsführer:
langjähriger
D. Kohlhepp, Kachenchei=

[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Seite 11.

Nr. 350000000P/ unstosbare Preüßiſche Schahanwerſungen

Es gelangen zur Ausgabe Mark 400 Millionen
4% zum Neunwert auslosbare Preußiſche Schatzanweiſungen von 1914
Eingeteilt in 16 Serien zu je Mark 25 Millionen und in Stücke von 100000, 50000, 20000, 10000, 5000, 2000, 1000,
500, 200 und 100 Mark; Zinslauf April/Oktober, der erſte Zinsſchein iſt am 1. Oktober 1914 fällig.
Tilgung durch Ausloſung von jährlich Einer Serie zu Mark 25000000.
Die Ausloſungen finden im Oktober jedes Jahres, beginnend im Oktober 1914, die Rückzahlungen am 1. April des folgenden
Jahres ſtatt. Welcher Serie die einzelne Schatzanweiſung angehört, iſt aus ihrem Texte erſichtlich.
Von dieſen Schatzanweiſungen ſind Mark 50 Millionen bereits feſt begeben worden. Der Reſt von
Mark 350000000
wird namens des Uebernahme=Konſortiums
bis Donnerstag, den 29. Januar d. J., mittags 1 Uhr
zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt.
Der Zeichnungspreis iſt auf 97 % unter Verrechnung von 4% Stückzinſen bis zum Abnahmetage feſtgeſetzt.
Die Zeichner können die ihnen zugeteilten Beträge vom 14. Februar d. J. ab jederzeit voll bezahlen, ſie ſind jedoch verpflichtet:
30% des zugeteilten Betrages . . . . am 14. Februar d. J.
40%
ſpäteſtens 23. März d. J.
(IV,2801
30%
15. April d. J.
zu bezahlen. Zeichnungsbeträge bis 3000 Mark einſchließlich ſind am 14. Februar d. J. ungeteilt zu berichtigen.
Die näheren Bedingungen ſowie Zeichnungsſcheine ſind bei den Reichsbankanſtalten und den anderen bekannten Zeichnungs=
ſtellen
ſowie durch Vermittlung der Bankiers, von denen auch Zeichnungen angenommen werden, erhältlich.
Königliche Seehandlung (Preußiſche Staatsbank).

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Boxer, 2 Kriegshunde (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(2825

Oktrot fur Brennholz.

Die Schießhausſtraße, der Heinrichswingertsweg, die Lands=
kron
=, Moosberg= und Ludwigshöhſtraße ſind für oktroipflichtige
Gegenſtände geſperrt.
Zur Erleichterung der Holzabfuhr wird hiermit den Bewohnern
ſüdlichen Stadtteiles geſtattet, dieſe Straßen zu benutzen, wenn ſie
den Oktroi beim Hinausfahren in den Wald an die Erhebſtelle in
der Klappacher Straße auf Grund des Abfuhrſcheines entrichten, ſo
daß beim Einfahren in die Stadt die Fuhrleute im Beſitz der Quittung
ſind, die den ſtädtiſchen Aufſichtsbeamten auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Der Oktroi für das durch die Eſchollbrücker= und die Beſſunger
Straße in die Stadt einzuführende Holz iſt vorher an die Oktroi=
erhebſtelle
Heidelberger Straße 17 bezw. 112 zu entrichten.
Für das Holz, das nicht in die Stadt eingebracht, ſondern auf
die in der Gemarkung Darmſtadt liegenden Grundſtücke geſetzt wird,
iſt ebenfalls der Oktroi beim Hinausfahren in den Wald zu entrichten.
Gegen Zuwiderhandelnde wird auf Grund des Oktroi= Regle=
ments
Anzeige erhoben.
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
(1445sss
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Schmitt.

Großh. Landes=Heil= und Pflege=Auſtalt.

Nachbenannte Bedürfniſſe für die Zeit vom 1. April 1914 bis
B1. März 1915 ſollen auf dem Wege öffentlichen Angebots vergeben
werden.
1. 38 Mille Zigarren, 2. die Schreibmaterialien, 3. die Por=
zellan
= und Glasgeräte, 4. ſämtliche Bürſtenwaren, 5. ca.
120 Stück Fenſterputzleder, 6. ca. 52 Dutzend Kämme, 7. ca.
200 Pack Kloſettpapier, 8. ca. 400 kg Makulatur, 9. ca.
3000 kg Kernſeife, 10. ca. 50 kg Mandelſeife, 11. ca. 3500 kg
Schmierſeife, 12. ca. 5500 kg Soda, 13. ca. 400 Stück Waſch=
lappen
von Baumwolleflanell, 14. ca. 130 m Baumwolle=
bieber
, 15. ca. 125m Baumwolleflanell, 16. ca. 150 m Baum=
wollezeug
, 17. ca. 80 m Bettbarchent, 18. ca. 600 m Druck=
zeug
, 19. ca. 430 m Sarſenet, 20. ca. 260 m Wolletuch und
Buckskin, 21. ca. 120 kg Wollegarn, 22. ca. 18 kg Bett=
federn
, 23. ca. 85 Stück Betteppiche, weiß und grau, 24. ca.
25 Stück Halstücher von Wolle für Frauen, 25. ca. 50 Stück
Strohhüte für Männer, 26. ca. 60 Stück Schirmkappen,
27. ca. 240 Stück Sacktücher, 28. die Anfertigung von Klei=
dungsſtücken
für männliche Pfleglinge, 29. die Anfertigung
und Reparatur des Schuhwerks, 30. die Backwaren, 31. das
Ochſen=, Kalb= und Hammelfleiſch, 32. das Schweinefleiſch
und die Wurſtwaren 33. die Milch, 34. ca. 3800 kg Butter,
35. ca. 45 000 Stück Eier, 36. ca. 7000 Stück Handkäſe, 37. ca.
550 Stück Rahmkäſe, 38. ca. 70 kg Schweizerkäſe, 39. ca.
35000 kg Eßkartoffeln, 40. ca. 60 hI Bier, 41. ca. 3½ hl
Weißwein, 42. die Abfälle, als: a) das Geſpül und Gekrötz,
b) die Knochen, c) die Lumpen.
Die in der Anlage A des Erlaſſes Großh. Miniſteriums des
Innern vom 16. Juni 1893, das Verdingungsweſen betreffend ent=
haltenen
Bedingungen, ſowie die Lieferungsbedingungen und Muſter
ſind auf dem Bureau der Anſtalt am 5., 6. und 7. Februar 1fd. Js.,
normittags von 812 und nachmittags von 25 Uhr, einzuſehen
und Offerten verſchloſſen und mit der Aufſchrift verſehen Sub=
miſſion
zu der am 22. Januar 1914 ausgeſchriebenen Lieferung bis
zum Eröffnungstermin, 20. Februar 1914, vormittags 10 Uhr, hierher
eänzureichen.
Die Bedingungen und Angebotsformulare können gegen Er=
ſo
attung der Selbſtkoſten bezogen werden; dagegen findet der Verſand
von Muſtern nach auswärts nicht ſtatt.
Die von den Submittenten vorzulegenden Muſter müſſen ge=
tmrennt
von der Submiſſion verpackt und beſonders adreſſiert werden,
Aluch dürfen dieſen Muſtern weder Preiſe noch Namen der Sub=
mittenten
oder deren Firmenſtempel beigefügt werden, vielmehr nur
Leichen, die in dem Submiſſionsangebot zu wiederholen ſind. Die
Bedingungen ſind in den Angebotsformularien anzuerkennen.
Zuſchlagsfriſt 4 Wochen.
(2792
Heppenheim a. d. B., am 22. Januar 1914.
Großh. Direktion der Landes=Heil= und Pflegeanſtalt.
J. A.: Liſtmann, Großh. Hausverwalter.

Jagdverpachtung.

Samstag, den 31. d. Mts., nachmittags 2 Uhr,
rfird in dem Rathaus zu Niedernhauſen die Gemeindeiagd, eirca
4577 ha groß, worunter 200 ha Wald, mit gutem Rehſtand, auf
6. Jahre öffentlich verpachtet. Die Jagdgrenze iſt 3 Kilometer von
dar Bahnſtation Groß=Bieberau entfernt.
Niedernhauſen, den 22. Januar 1914.
(2793gi
Großh. Bürgermeiſterei Niedernhauſen.
Beilſtein.
billig Kleiderſtänder, Kopf.= u. Fubkeil,
Stegante
Darmige Gaskroné abzugeb.! 9. kl. Tiſch u. Käfig z. verkaufen.
(*1893
RHeinſtraße 44, part. (2422mo Beckerſtr. 33, I. rechts.

Bekanntmachung.

Die Lieferung der Brennmaterialien für die ſämtlichen ſtaat=
lichen
Anſtalten und Behörden im Großherzogtum Heſſen auf die
Zeit vom 1. April 1914 bis 31. März 1915 ſoll nach Maßgabe des
Erlaſſes Großh. Miniſteriums vom 16. Juni 1893, das Verdings=
weſen
betr., vergeben werden. Die Lieferung umfaßt etwa:
Steinkohlen (verſch. Sorten) 18661 1
1294 t
Anthrazit
268 t
Anthrazit=Eiformbriketts .
Zechenkoks (verſch. Sorten) . 6369 t
2048 t
Gaskoks
36 t
Steinkohlenbriketts
329 t
Braunkohlenbriketts
Verſiegelte, mit der Aufſchrift Kohleneinkauf verſehene An=
gebote
ſind portofrei bis ſpäteſtens 17. Februar 1914, vormittags
10 Uhr, an unterzeichnete Bergwerksdirektion einzureichen, zu welchem
Zeitpunkte Eröffnung der eingelaufenen Angebote ſtattfindet.
Die für die Lieferung geltenden Beſtimmungen ſamt Ver=
teilungsplan
uſw. liegen auf unſerem Amtszimmer, Gutenbergſtr. 1,
zur Einſicht offen, ſie können auch, ſolange Vorrat reicht, gegen porto=
freie
Einſendung von 3,50 Mk. in bar bezogen werden.
Friedberg (Heſſen), den 22. Januar 1914.
(2675sg
Großh. Bergwerksdirektion.
Schulz, Großh. Bergrat.

Jagdverpachtung.

Montag, den 2. Februar d. Js., vorm. 11½ Uhr
werden in dem Schulhauſe zu Fürth die Gemeindejagden von Fürtk
öffentlich, meiſtbietend auf 9 Jahre verpachtet, und zwar:
Jagdbezirk 1, Gemarkung Fürth rechts der Weſchnitz, ca. 350 ha
Feld mit Faſanenhecken (Haſen, Faſanen, Feldhühner, Füchſe);
Jagdbezirk 2, Gemarkung Fürth links der Weſchnitz, ca. 350 ha Feld
und 250 ha Wald (Rehe, Haſen, Faſanen, Feldhühner, Füchſe);
Jagdbezirk 3, Gemarkung Fürther Centwald, 260ha Wald (Rehe,
Haſen, Füchſe, Birkwild und einen guten Auerwildſtand).
Die Jagdbezirke 1 und 2 werden zunächſt einzeln, dann zu=
ſammen
ausgeboten. Mitten in beiden liegt der Bahnhof Fürth.
Jagdbezirk 3 iſt von Fürth aus 5 km entfernt und per
Poſt, mit Wagen und zu Fuß gut zu erreichen, auch iſt Gelegenheit
geboten, im und unmittelbar am Fürther Centwald zu übernachten.
Pachtliebhaber, deren Lugliſikation bei uns nicht bekannt iſt,
wollen ſich vor der Verpachjung ſentſprechend ausweiſen.
Fürth i. O., am 21. Januar 1914.
(2795
Großh. Bürgermeiſterei Fürth i. O.
Lennert.

Autz= und Brennholz=Verſteigerung.

Donnerstag, den 29., Freitag, deu 30. und Samstag,
den 31. Januar 1914, vorm. 9 Uhr anfangend,
werden in dem Ober=Ramſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Griesbach,
Abt. 7 und 8, nachſtehende Holzſortimente verſteigert:
43 Eichenſtämme von 1639 cm Durchm. und 610 m Länge,
700 rm Buchenſcheiter,
47 rm Eichenknüppel,
60 rm Eichenſcheiter,
183 rm Buchenſtöcke,
150 rm Buchenknüppel,
22 rm Eichenſtöcke.
Am erſten Tag kommt das Nutzholz und Brennholz bis zu
Nr. 1450 zur Verſteigerung. An den beiden übrigen Tagen wird
nur Brennholz verſteigert.
Die Zuſammenkunft iſt an jedem Tag in der Griesbach auf
dem Waſchenbach-Ober=Ramſtädter Vizinalweg.
Ober=Ramſtadt, 22. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
(2794gim

Schreinerarbeien,

Die bei Errichtung des Eintritts=
gebäudes
im Stadtkrankenhaus
vorkommenden Schreinerarbeiten
ſollen vergeben werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Samstag, 31. Januar 1914.
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(2837gi
Darmſtadt, 24. Januar 1914.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Vergebung
von Fuhrleiſtungen.

Die in den Rechnungsjahren
1914, 1915 und 1916 bei der Stadt=
gärtnerei
vorkommenden Fuhr=
leiſtungen
ſollen verdungen wer=
den
.
Arbeitsbeſchreibungen und Be=
dingungen
liegen im Geſchäfts=
zimmer
der Stadtgärtnerei, Rhein=
ſtraße
16/18, Zimmer 65, wäh=
rend
der Dienſtſtunden zur Ein=
ſicht
offen.
(2838
Angebotsformulare werden dort
abgegeben.
Angebote ſind bis
Montag, den 16. Februar,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle abzu=
geben
.
Darmſtadt, 24. Januar 1914.
Stadtgärtnerei.
I. V.: Klier.

Weißbinderarbeiten.


Die bei Erbauung eines Kre=
matoriums
beim neuen Friedhof
vorkommenden inneren Weiß=
binderarbeiten
ſollen vergeben
werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Samstag, 31. Januar 1914
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(2791gi
Darmſtadt, 24. Januar 1914.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Stamm= und Breunholz=Verſteigerung.

Freitag, den 30. Januar, vormittags 9½ Uhr
werden auf dem Rathaus zu Roßdorf aus dem Roßdörfer Gemeinde=
wald
, Diſtrikt Mark, der Abhieb an den Gertrudenäcker:
13 Stück Eichenſtämme v. 1445 Ztm. mittl. Durchm., 47 Mtr. Länge
Scheiter Rmtr. 5 Buchen 32 Eichen 42 Birken
20
38
Knüppel

450
Reiſig, Well. Stck. 100 740
12
14
Stöcke Rmtr.
Auf dem Tannenkopf von Nr. 42 bis Nr. 251:
Scheiter Rmtr. 63 Buchen
Knüppel 41

Stöcke 24 53 Kiefern verſteigert.
Das Stammholz kommt am Anfang der Verſteigerung zum
Ausgebot.
Roßdorf, den 22. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.
(2861go

Trackanz, Gehrock u. Straßen=
Ganz., mittl. Fig., all. g erh., bill. z.
verk. Gervinusſtr. 39, II. r. (*1853

Kopierpreſſe kaufen

zu ver
*1855gms) Schuknechtſtr. 55, Hof.

Die Arbeiten und die Lieſe=
rung
der Materialien zur

Pflaſterung der Ladeſtraße auf
Mäterlarten zur
Bahnhof Bensheim ſoll in drei
Loſen getrennt vergeben werden:
Los I: Lieferungvonrd 3600qm
Granitpflaſterſteinen
II. Sorte.
Los II: Pflaſterarbeiten rd. 4100
am Reihenpflaſter.
Los III: Schloſſerarbeiten7 tFluß=
eiſen
für Einfaſſung
der Ladeſtraße.
Verdingungsunterlagen ſind bei
dem unterzeichneten Amt einzu=
ſehen
und können auch, ſoweit der
Vorrat reicht, gegen poſtfreie Ein=
ſendung
von 0,50 Mk. in bar (nicht
in Briefmarken) für jedes Los be=
zogen
werden.
(IV,2696
Angebote mit entſprechender Auf=
ſchrift
ſind bis Donnerstag, den
5. Februar ds. Js., vormittags
11 Uhr, einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 4 Wochen.
Eiſenbahnbetriebsamt
Darmſtadt 3.

Mittwoch, 4. Februar 1914,
vormittags 11 Uhr,

findet im Geſchäftszimmer der
unterzeichneten Verwaltung
Riedeſelſtraße 60 die Verdingung
der Lieferung der für 1914 erfor=
derlichen
Mandel=, Kern= und
Schmierſeife, Soda, Brennſpiri=
tus
und Makulaturpapier ſtatt.
Die Bedingungen liegen im
Geſchäftszimmer der Verwaltung
aus, können auch gegen Erſtat=
tung
der Schreibgebühr bezogen
(IV,2619
werden.
Garniſonverwaltung Darmſtadt.

Schwellen=Verkauf.
Am Donnerstag, den 5. Febr.
1914, nachmittags 2½ Uhr,

werden 800 alte Holzſchwellen an
der Blockſtelle Stockſchneiſe, Strecke
Darmſtadt-Weiterſtadt meiſtbie=
tend
verſteigert. Die Bedingungen
liegen bei der Bm. 86 in Weiter=
ſtadt
zur Einſicht offen und wer=
den
im Termin bekannt ge=
(IV,2803
geben.
Großh. Betriebs=Amt 1.

Mälungefalber
ſehr gut erh., nußb pol. Büfett,
faſt neue kompl. Schlafzimmer=
Einrichtung, pol. Bücherſchrank,
pol. Vertiko, Trumeau= u. andere
Spiegel, Flurgarderoben, Schreib=
Sekretär, einige ſ. gut erh. Sofas,
2tür. Kleiderſchränke, Küchenmöb.,
Betten und einzelne Teile, faſt
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L. Grünfeld. Schloßg. 8.

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Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer 25.

Kurſe vom 24. Januar 1914.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

In Proz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 86,60
77,00
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99.90
86,30
3½ do. Conſols
77,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,40
91,70
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 96,75
84,40
do.
75,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,30
4 Heſſ. Staatsanleihe .
4 do. do. (unk. 1918) 96,75
83,70
do.
3½
73,80
do.
3 Sächſiſche Rente . . . 76,70 Aktien ausländiſcher
4 Württemb. (unk. 1921) 98,70
½ do. v. 1875 92,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887
4 Italiener Rente . . 100,50 (7½ Schantungbahn . . 128,10
4½ Oeſterr. Silberrente 87,40
4 do. Goldrente
89,00
4 do. einheitl. Rente . 83,39
3 Portug. unif. Serie I 62,50
3 do. unif. Serie III 64,20
3 do. Spezial . . . . 9,50
5 Rumänier v. 1903 . . 100,50 28 Bad. Anilin= u. Soda=
4 do. v. 1890 . . 94,00
4 do. v. 1905 . . 85,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 87,80
4 do. v. 1902 . . . . 90,50
4½ do. v. 1905 . . . . 98,80
3½ Schweden .
4 Serbier amort v. 1895 79,00
4 Türk. Admin. v. 1903 77,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,50
4 Ungar. Goldrente . . . 84,40
4 do. Staatsrente . . 82,60

Zf.
In Proz.
5 Agentinier . . . . . . . 100,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,20
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,90
do.
91,50
4½ Japaner . . . . . . . 91,60
5 Innere Mexikaner . . . 67,25
do.
44,80
4 Gold=Mexikanerv. 1904 69,80
5 Gold=Mexikaner . . . . 86,70
3½ Buenos Aires Prov. 68½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 134,00
7 Nordd. Lloyd. . . . . 115,20
6½ Südd. Eiſenb.=Geſell. 122,50
Transportanſtalten.
5½ Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 .
6 Baltimore und Ohio 96,75
8 Luxemb. Prince Henri 156,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22,00
6 Pennſylvania R. R.. 112,75
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger. . . 67,00
Fabrik . . . . . 579,80
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

. . 260,00
30 Farbwerke Höchſt. . . 628,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim .
341,25
10 Cement Heidelberg . . 151,30
33 Chem. Werke Albert 447,50
12 Holzverkohl. Kon=
ſtanz

. . 314,25
6 Lahmeyer
. . 120,50

Eete
In Proz.
Divid.
8 Schuckert, Nürnberg 146,10
12 Siemens & Halske . 215½
4 Bergmann Electr. . . 128,00
11 Deutſch. Ueberſee Electr. 172,75
89,00
0 Gummi Peter
30 Adler=Fahrradwerke
364,00
Kleyer.
9 Maſchinenf. Badenia 131,00
0 Wittener Stahlröhren
10 Steana Romana Petr. 149,00
15 Zellſtoff Waldhof 226,50
12.83 Bad. Zucker=Wag=
208,00
häuſel .
0 Neue Boden=A. A.=Geſ. 91,00
0 Südd, Immobilien 56,80
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 163,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 221,50
10 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 136,75
10 Gelſenkirchener . . . . 192½
11 Harpener . . . . . . . 185½
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 240,10
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro
. 63,00
8 Laurahütte . . . . . . 156,00
0 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 191,75
13
5 South Weſt Africa . 116,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,10
4 Eliſabethbahn, freie . . 89,10
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 86,40
3 Prag=Duxer . . . . . . 72,00
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn 88,00
3
do.
75,10
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,00
4 Oeſt. Südb. (Lomb.) .

Zußwn
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,50
3 Raab=Oedenburg .
76,60
4 Kronprinz Rudolfbahn 86,40
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 86,20
4½ Moskau=Kaſan
86,60
do.
4 Wladichawchas
86,50
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 68,50
41
do.
24/10 Livorneſer . .
71,50
3 Salonique=Monaſtir. . 62,00
4 Bagdadbahn . . . . . . 79,50
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,90
4 Miſſouri=Pacific . .
4 Northern=Pacific . . . 94,60
4 Southern=Pacific . . . 92,50
5 St. Louis und San
.101,00
Francisco . .
5 Tehuantepec .
90,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
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6 Deutſche Effekt.= und
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6½ Mitteld. Kreditbank 119,50
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7 Pfälziſche Bank
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Nummer 25

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

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Das Tippfräulein.
Roman von Gertrud Stokmans.
(Nachdruck verboten).
15

Der junge Graf ſtreifte die hochmütige Berichterſtat=
ttrin
mit einem flüchtig erſtaunten Blick, ging zu Gabi,
die ein paar Schritte zurückgetreten war, zog den Hut und
ſagte ruhig: Mein Fräulein, geſtatten Sie mein Name
in: Treſſenſtein. Ich gehöre ſeit kurzem zu den Gäſten des
Hauſes und hatte ſoeben Gelegenheit, Ihre Anmut und
Eiicherheit zu bewundern. Sie ſcheinen viel Uebung im
Tennisſpiel zu beſitzen.
Gabi ſchlug vor dem hohen Herrn züchtig die Augen
Ungeder und lachte innerlich. Weniger Uebung als Paſ=
ſſſiten
, ſagte ſie ſchüchtern. Ich habe als Kind ſehr viel ge=
ſſpäelt
. Jetzt fehlt mir Zeit und Gelegenheit. Die Schreib=
maſchine
verträgt ſich mit dem Rakett nicht.
Sind Sie hier ſo angeſtrengt beſchäftigt? fragte er
anell.
Nein, meinte ſie, bei dem Herrn General arbeite ich
tur am Vormittag von acht bis eins, aber für die An=
zektellten
des Hauſes exiſtiert der Tennisplatz ja nicht,
md ich hatte nie gehofft, ihn betreten zu können. Es
Avur ſehr gütig von Fräulein von Laubach, ſich meiner
Pheutte zu erinnern. Jetzt, wo ſie beſſere Geſellſchaft hat,
Auuß ich mich wohl zurückziehen.
Nadine war herangekommen, eine kleine Falte zwi=
Ahen den Brauen. Ja, ſagte ſie kühl, wir wollen auf=
öcen
, Fräulein. Graf Treſſenſtein darf zwar heute nicht
Aner ſvielen, ihm iſt nicht wohl, aber ich will ihm we=

nigſtens Geſelſchafſt leiſten, und es käntet auch ſchon zum
Abendeſſen für den Kammertiſch. Da müſſen Sie ſich
gewiß pünktlich einfinden.
In Gabis Augen blitzte es verräteriſch auf, aber ſie
legte das Rakett ruhig auf die Bank und ſagte mit ge=
machter
Gelaſſenheit:
Pardon, gnädiges Fräulein! Ich gehöre nicht zu den
Dienſtboten und eſſe darum auch nicht am Kammertiſch.
Indeſſen, ich will noch einen Spaziergang machen, und
ſo wird es auch für mich Zeit, zu gehen. Ich empfehle
mich den Herrſchaften.
Mit einer allerliebſten leichten Verneigung verab=
ſchiedete
ſie ſich, und Nadine, welche ſoeben eine kleine
Lektion erhalten hatte, ſah ihr mit ſehr gemiſchten Ge=
fühlen
nach. Ja, es klang beinahe, als hätte ſie das Wort
Frechdachs gemurmelt, aber Graf Dietrich war von
Fräulein Flotts Stellvertreterin geradezu begeiſtert, und
ſobald ſie ſich außer Hörweite befand, ſagte er lebhaft:
Ich bitte Sie, Nadine, das iſt ja ein ganz entzücken=
des
Mädel! Dieſer natürliche Anſtand und dabei dieſe
wahrhaft rührende Beſcheidenheit. In ſo vollkommener
Vereinigung ſah ich dieſe beiden Eigenſchaften noch nie.
Das iſt doch endlich mal ein wirklich naives, unverbil=
detes
Geſchöpf, das zugleich den richtigen Takt und das
erforderliche Selbſtgefühl beſitzt.
Seine Begleiterin zuckte die Achſeln. Mir ſcheint, die=
ſes
Selbſtgefühl iſt bereits etwas ſtark ausgeprägt bei
der kleinen Tippmamſell und die berühmte Beſcheidenheit
nicht ganz echt. Auch ihr Aeußeres beſticht mich nicht.
Es iſt ntſchieden unfein und ſoubrettenhaft.

Guf Danig ſante die Verneſte eine Sarder=
genoſſen
und Fräulein Laubachs hochmütige Launen. Er
merkte, ſein begeiſtertes Lob richtete nur Unheil an, und
um Nadinis Widerſpruch nicht noch mehr herauszufordern,
ſchwieg er ſehr bald. Um ſo mehr plauderte dieſe. Sie
wollte offenbar den günſtigen Eindruck, den Gabi auf ihn
gemacht hatte, durch ihre Unterhaltung abſchwächen und
verdrängen und im Keime erſticken, was für ihre Freun=
din
Margitta eine Gefahr werden konnte. Das gelang ihr
auch ſcheinbar, denn der junge Graf kam auf den kleinen
Zwiſchenfall nicht mehr zurück, im ſtillen dachte er aber
um ſo mehr daran, und zugleich empfand er die Notwen=
digkeit
, alle weiteren Maßnahmen ſchützend mit, dem
Schleier des Geheimniſſes zu umgeben. Er wöllte die
kleine Klapperſchlange bald näher kennen lernen, das ſtand
bei ihm feſt, aber er mußte im Anfange äußerſt geſchickt
und vorſichtig vorgehen, ſonſt ſchickte man Fräulein Schacht
ohne weiteres weg, und er hätte nicht nur Aerger, ſondern
vor allem das Nachſehen. Wie Nadine, dachten die meiſten
Damen in Hellborn, und ſelbſt ſeine Mutter war nicht
ganz vorurteilsfrei.
So ſagte er am Abend beim Auskleiden zu ſeinem
Diener, der ihn überallhin begleitete und ſein Vertrauen
genoß:
Andreas, hören Sie mich an! Ich habe ſoeben eine
Entdeckung gemacht, verfolge wieder eine neue Spur. Hier
im Hauſe iſt ein junges Mädchen, das nicht zu den Gäſten
meiner Mutter gehört, aber mir ſehr gut gefällt. Mein
Großvater, der General, hat die junge Dame für das
Archiv und die Schreibmaſchine engagiert. Bei ihm iſt
ſie den Vormittag über beſchäftigt. Bringen Sie iv. Kr=

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

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fahrung, wie und wo ſie ihren Nachmittag und Abend
verbringt, und erkunden Sie etwas über ihre Perſonalien.
Ich möchte öfter in unauffälliger Weiſe mit ihr zuſammen=
treffen
, und eingehend mit ihr plaudern. Die Frau Gräfin
und die anderen Herrſchaften brauchen vorläufig nichts
davon zu wiſſen. Es würde ſie beunruhigen.
Andreas ſagte: Zu Befehl, Herr Graf! und geſtattete
ſich dabei ein leiſes Lächeln. Einen ähnlichen Auftrau
hatte er ſchon oft erhalten und ihn immer mit Diskretion
und Geſchick durchgeführt. Er wußte, daß ſein Herr nichts
Schlimmes wollte, es aber nicht laſſen konnte, zu experi=
mentieren
. Gewöhnlich fanden ſeine Beſtrebungen und
Illuſionen ein jähes Ende, mitunter wurden ſie auch gleich
im Anfang vernichtet, durch die Aufſchlüſſe, welche er
brachte. In der großen Stadt waren dieſe Nachforſchun=
gen
nicht immer leicht, hier in Hellborn ergab ſich eigent=
lich
alles von ſelbſt. Durch geſchickt geſtellte, ſcheinbar
ganz zufällige Fragen und Bemerkungen erfuhr er im
Wirtſchaftsflügel alles, was er wiſſen wollte, und wo ſich
eine Lücke zeigte, ergänzte er das Fehlende durch Kom=
bination
. Schon am nächſten Mittag konnte er dem Gra=
fen
Bericht erſtatten.
Fräulein Schacht wohnt neben dem Plättzimmer,
ſagte er. Sie iſt aus Berlin und nur zur Stellvertretung
hier, kann alſo jeden Tag abgelöſt werden und reiſt dann
ſelbſtverſtändlich wieder nach Hauſe.
Der Graf horchte geſpannt. Wie fatal! meinte er.
Da muß ich mich ja beeilen, ſie näher kennen zu lernen.
An Gelegenheit dazu wird es nicht fehlen, warf der
Diener beruhigend ein, beſonders, wenn wir das ſchöne
Wetter, das wir jetzt haben, behalten, Fräulein Schacht
lebt ſehr regelmäßig. Sie ſpeiſt auf ihrem Zimmer, und
nach dem Eſſen geht ſie immer in den kleinen Gemüſegar=
ten
, der dicht am Hauſe liegt und den die Herrſchaften nie
betreten. Jedenfalls iſt ſie dort immer allein. Von vier
bis ſechs oder halb ſieben muß ſie der Baroneſſe vorleſen,

und dann macht ſie einen weiten Spaziergang, von dem
ſie manchmal erſt halb zehn wiederkommt.
Der Graf nickte. Das paßt ganz vorzüglich. Ich kann
ihr überall folgen und ſie ohne Zeugen ſehen. Was ſagen
die Leute denn von Fräulein Schachts Weſen und Cha=
rakter
?
Daß ſie ſehr artig und freundlich iſt, aber auch ſehr
zurückhaltend und, wie es ſcheint, nicht wenig ſtolz. Je=
denfalls
wollte ſie nicht wie ihre Vorgängerinnen am
Kammertiſch eſſen, und das haben ihr die Leute übel ge=
nommen
. Sie ſpricht auch nie von ihren eigenen Ange=
legenheiten
.
So weiß man nichts über ihre Familie, ihre Verhält=
niſſe
und Vergangenheit?
Nein, aber vielleicht ſchenkt ſie dem Herrn Grafen
mehr Vertrauen als unſereinem. Solide und ordentlich
ſcheint ſie ja zu ſein, und patent und adrett ſieht ſie im=
mer
aus, das muß man ſagen.
Gut, dann will ich gleich heute Fräulein Schacht nach
dem Eſſen aufſuchen. Man ſieht ja, ich habe keine Zeit zu
verlieren.
Gräfin Gabi war nicht wenig erſtaunt, als Graf Die=
trich
Treſſenſtein am Nachmittag dieſes Tages in ihrem
verſteckten Eden erſchien unter dem Vorwande, ihr einen
Zeitungsbericht über ein intereſſantes Tennisturnier zu
bringen. Daß ſie Eindruck auf ihn gemacht hatte, war
ihr ſchon am Vorabend klar geworden, aber ſie hatte nicht
geglaubt, daß er ſie direkt aufſuchen werde. Sie fand ſich
auch nicht veranlaßt, ſeine höfliche Annäherung abzuweh=
ren
. Er war ſo reſpektvoll in ſeinem Verhalten, ſo lie=
benswürdig
und heiter in ſeiner ganzen Art, ſich zu geben,
daß ſie ſich dadurch unmöglich gefährdet oder verletzt füh=
len
konnte, und die ganze Gelegenheit, hier in Hellborn
mit einem Herrn ihres Standes unbefangen plaudern
zu können, war ihr vor allem willkommen und angenehm.
Graf Dietrich war auch ein hübſcher, eleganter Menſch.

Sehr blond, ſehr zart und nicht ſehr männlich ausſehend,
aber vornehm und ſympathiſch in jeder Weiſe. Etwas
Ritterliches lag in ſeinem Weſen, das auch dem kleinen
Tippfräulein gegenüber zum Ausdruck kam, und dabei gab
er ſich freier, offener, unbekümmerter als unter feinen
Standesgenoſſen. Gabi empfand das mit befriedigter
Neugier. Der Ton, in dem er zu ihr ſprach, war über=
haupt
intereſſant und neu. Die Ehrerbietung, welche man
ihr von ſeiten der jungen Herren als Gräfin Gartenhauſen
entgegenbrachte, fehlte gänzlich. Statt deſſen war etwas
ganz anderes da, das halb Herablaſſung, halb Vertrauen
ſchien und die Wärme der Empfindung ſogleich verriet.
Die Grenzen waren von Anfang an weiter gezogen als
ſonſt, der Zwang nicht ſo fühlbar, und bald lachten und
plauderten ſie miteinander wie alte Bekannte.
Eine halbe Stunde mochte vergangen ſein, da fragte
Gabi: Wird man Sie nicht vermiſſen, Herr Graf? Nach
den Eindrücken, die ich geſtern abend hatte, glaubte ich
nicht, daß die Herrſchaften mir Ihre Geſellſchaft gönnen.
O, meinte er lächelnd, ſeien Sie unbeſorgt, man weiß
gar nicht, wo ich bin. Für dieſe Nachmittagsſtunde habe
ich mich ein für allemal freigemacht. Nach dem anſtrengen=
den
militäriſchen Dienſt ſoll ich mich hier offiziell ſchonen
und ausruhen, und ſo verſchwinde ich nach Tiſch in meine
Gemächer, wo mich niemand zu ſtören wagt. Hier in die=
ſem
lauſchigen, romantiſchen Winkel kann ich mich am
allerbeſten erholen, und wenn Sie geſtatten, Fräulein
Schacht, finde ich mich öfter zu einem Plauderſtündchen
hier ein. Ich möchte nur nicht aufdringlich erſcheinen=
Das iſt doch Ihr eigenes Reich, nicht wahr?
Sie nickte. Ja, inſofern, als ich die Einſamkeit dem
Verkehr mit den Kammerkätzchen und Leibjägern vor=
ziehe
und hierher flüchte, um allein zu ſein. Im übrigen
habe ich keinerlei Rechte an dieſes grüne Paradies. Es
kann mir jeden Tag verſchloſſen werden.
(Fortſetzung folgt.)

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Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Seite 15.

Einige Zweifelsfragen zum Wehr=
beitragsgeſetz

von Miniſterialrat Jünger=Darmſtadt.
Ueber das Wehrbeitragsgeſetz iſt in den letzten Tagen
ſoviel geredet und geſchrieben worden, daß es beinahe
überflüſſig erſcheinen möchte, noch ein Wort darüber zu
verlieren. Und doch, wenn man die Beitragspflichtigen
selbſt hört, oder wenn ſie bei Ausfüllung der Erklärungen
um Rat fragen, merkt man ſo recht, wie viele Lücken das
Geſetz bei der Ueberführung in die Praxis hat. In meinem
ſoeben erſchienenen Buche habe ich eine leichtverſtändliche
Darſtellung des Geſetzes, insbeſondere auch der Anleitung
zur Bewertung des Vermögens gegeben. Ich habe darin
auch verſchiedene Zweifelsfragen erörtert; inſofern hätte
ich eigentlich den Beſitzern meines Buches nichts neues zu
ſagen. Trotzdem will ich heute noch einmal drei wichtige
Fragen anſchneiden, über die nicht nur bei den Steuer=
zahlern
, ſondern auch anſcheinend bei Steuerveranlagungs=
beamten
ſelbſt Unklarheit herrſcht.
Zunächſt möchte ich den vieldeutigen Begriff Ein=
kommen
erörtern. Das Wort Einkommen hat näm=
lich
richtig ausgerechnet im Geſetz eine dreifache Bedeu=
tung
. Erſtens verſteht es darunter das ſteuerlich feſt=
geſtellte‟
. Einkommen, inſoweit es der Beitrags=
flicht
ſelbſt unterliegt, und dieſe beginnt in Heſſen
mit einem Einkommen von 5500 Mark, in Baden mit 5100
Mark, in Württemberg mit 5200 Mark und in Preußen
Aanſcheinend (Preuß. Ausführungsanweiſung) ſchon mit
5000 Mark. Schon daraus geht hervor, daß das Geſetz
ungleich wirkt, je nachdem, in welchem Bundesſtaat ein

Steuepflichtiger wohn. Zweitens verſeht es darunter
das wicklich beitragspflichtige Einkommen, das heißt,
dasjenige Einkommen, welches übrigbleibt, wenn man von
dem ſteuerlich feſtgeſtellten Einkommen die fünfprozentige
Verzinſung des Vermögens abzieht ich wiederhole noch=
mals
: das beitragspflichtige Einkommen iſt faſt regel=
mäßig
nichts anderes, als das im Staatsſteuerzettel ſteuer=
lich
für 1914 feſtgeſtellte Einkommen. Einige Ausnahmen
übergehe ich. Aus dieſem Grunde war eine beſondere Ein=
kommenserklärung
zum Wehrbeitrag auch nich) erforderlich.
Drittens verſteht das Geſetz unter Einkommen das
wirtſchaftliche wenn nämlich feſtgeſtellt werden
ſoll, ob Perſonen mit Vermögen bis einſchließlich 50000
Mark beitragspflichtig ſind oder nicht. Wollte man auch
hier das ſteuerlich für 1. April 1914 veranlagte Einkommen
zugrunde legen, dann würde das nicht nur ungerecht wir=
ken
, ſondern auch geradezu dem Geſetze widerſprechen. Für
die Beitragspflicht iſt unbedingt bei allen Ver=
mögen
von 1000030000 Mark feſtzuſtellen, ob der Be=
ſitzer
am 31. September 1913 mehr oder weniger wie 4000
Mark Einkommen hatte; ebenſo bei Vermögen von mehr
als 3000050000 Mark, ob der Beſitzer an dieſem Tage
mehr oder weniger wie 2000 Mark Einkommen hatte.
Einige Beiſpiele mögen dies ergänzen: Ein Beitrags=
pflichtiger
habe 29000 Mark Vermögen und ſei in Heſſen
ſteuerlich mit 3900 Mark veranlagt; an dem wirtſchaftlichen
Einkommen von 4300 Mark könnten 400 Mark Verſiche=
rungsprämie
abgezogen werden. In Baden wäre er
pflichtig, da dort Prämien nicht abgezogen werden dürfen,
in den anderen Staaten aber frei. Hätte er in Heſſen
4100 Mark ſteuerlich veranlagtes Einkommen, aber 600
Mark Prämien zu bezahlen, dann wäre er nur in Preußen
frei, in den anderen Staaten aber beitragspflichtig.
Ein Beamter habe noch am 31. Dezember 1913 3800
Mark Einkommen bei genau 30000 Mark Vermögen. Nach
dem 1. Januar 1914 bekommt er eine Zulage von 300
Mark, ſagen wir vom 1. April 1914 ab. Würde man bei
Beurteilung der Steuerpflicht das für 1914 veranlagte
Einkommen zugrunde legen, dann wäre er beitragspflich=
tig
, weil er jetzt über 4000 Mark, nämlich 4100 Mark hat.
Nach meiner Anſicht iſt das falſch und ich finde mich darin
beſtärkt durch die beiden Kommentatoren Hoffmann und
Zimmermann. Jede andere Auslegung führt zu den

ſteuerlichen Ungerechtigkeiten, ſie hat eine Rechtsunſicher=
heit
zur Folge, die die Freude am Wehrbeitrag gewiß
nicht fördert.
Weiter möchte ich die Frage noch kurz erörtern, ob ein
Beitragspflichtiger etwa der Vater oder die Mutter
das Vermögen vor dem 31. Dezember 1913 teilweiſe den
Kindern ausliefern kann. Kein Menſch kann die Eltern
hindern, das zu tun. Und dieſe Abtretung bedarf noch nicht
einmal der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung.
Ohne Sang und Klang kann das geſchehen. Wie nun,
was kann denn da die Steuerbehörde wollen? Muß ſie
den danach abgegebenen Erklärungen nicht Glauben
ſchenken? Gewiß iſt das die Anſicht auch mancher Steuer=
beamten
. Und da ſage ich: Wenn dies die Meinung der
Steuerbehörde offiziell (amtlich) iſt, dann halte ich den
Steuerpflichtigen für arg gutmütig, wenn er nicht danach
ſein Vermögen ſofort noch teilt, wenn er eine Erklärung
noch nicht abgegeben hat. Damit wären dann die ehrlichen
Steuerzahler wieder am übelſten dran und die Steuer=
behörde
, die ſo urteilte, wie angegeben würde ſelbſt die
Hand zur Hinterziehung darbieten. Daß eine derartige
Auslegung aber nicht richtig ſein kann, iſt doch wohl klar.
Oberſter Grndſatz der Steuerveranlagung iſt Gerechtig=
keit
. Und danach hat die Steuerbehörde nicht nur das
Recht, ſondern auch die Pflicht, Beweiſe dafür einzufor=
dern
, ob eine Vermögensabtretung nicht etwa nur zum
Schein geſchehen iſt Man darf eben das öffentliche
Recht nicht mit dem Privatrecht verwechſeln.
Endlich möchte ich auch hier noch einmal den vielbe=
ſprochenen
Generalpardon erwähnen. Danach wird
allen reuigen, ſelbſt den verſtockteſten Steuerſündern eine
Gnadenfriſt gewährt und dieſe dauert nur noch bis zur
Zuſtellung des Veranlagungsbeſcheides. Wer bis dahin
offen und ehrlich ſeine Einkommens= und Vermögensver=
hältniſſe
klarlegt, bleibt für alle abgelaufenen Jahrt bis
einſchließlich 1. April 1914 von allen Strafen und Nach=
trägen
frei. Wo das Vermögen, wo das Einkommen heo=
gekommen
iſt, danach darf nicht gefragt werden. Niemals
kehrt eine ſolch günſtige und billige Gelegenheit wieder.
Dies ſind die drei öfters auftauchenden Zweifels=
fragen
, die ich im Rahmen eines kleinen Zeitungsaufſatzes
nur kurz berühren konnte.

dem warter von HagstS Sapper

VIII,2789)

iſt die einfache Kochanweiſung aufgedruckt. Weil dieſe aber naturgemäß nicht für alle 43 Horten die gleiche
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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer 25.

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Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

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Gabelsberger-Stenographenverein von 1861.
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Regiment Nr. 24.
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Regiment Nr. 115.
Damenverein Gabelsberger‟.
Gabelsbergerscher Stenographenverein im Artillerie=
Regiment Nr. 25.
Kaufmännische Stenographengesellschaft Gabelsberger.
Damenabteilung der kaufmännischen Stenographen-
gesellschaft
Gabelsberger‟.
Militärabteilung beim Leibgarde-Dragoner-Regt. Nr. 23.
Stenographenvereinigung Gabelsberger‟.
Damen-Stenographenvereinigung Gabelsberger‟.
Jugendvereinigung Gabelsberger‟.
(2840

Verein für Verbreitungvon Volksoildung.
Donnerstag, den 29. Januar 1914, abends 8¼ Uhr
im Kaiſerſaal, Grafenſtraße
Vortrag
des Herrn Dr. med. et phil. M. Kranz=Buſch,

Wiesbaden:

Bedeutung, Wesen und historische
Entwicklung der Heuischen Stenograpmie
mit Vorführung von Lichtbildern
(ein Gang durch die ſtenographiſchen Jahrhunderte).
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Frauenverein der Johannes
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Vortrag mit Lichtbildern
von Herrn Pfarrer Lic. Lueken aus Frankfurt a. M.

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Die religiöse Revolution in China.
am Dienstag, den 27. Januar 1914, abends 8 Uhr, im Ge=
meindehaus
, Kahlertstr. 26. Eintritt für Mitglieder u. deren
Angehörige frei, für Nichtmitglieder 30 Pfg.
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Allg. Deuischer Frauenverein (Urisgr. Darmsraate
Die Stellung der Frau im Wandel der Zeiten.
III. Vortrag: Donnerstag, den 29. Januar, abends 8 Uhr,
Mozartsaal (Schulstrasse)
Frau Marianne Weber, Heidelberg
Die Frau im Altertum‟
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[ ][  ][ ]

Nummer 25.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Seite 19.

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Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer 25.

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35 J. ev. Waiſe . . 12000
41 J. kath. Halbwaiſe 19000
43 J. ev. Waiſe . . 13000
dergl. mehr, meiſt unabh. v. hierd.
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Heute Sonntag, den 25. lfd. Mts.

Der Karneval in wien
(Wiener Prater=Abend.)
Confereneier: Humoriſt Auguſt Heldmann, gen. Die Spargel.
Das Neueste vom Allerneuesten.
Grosses Wiener Schrammel-Konzert
der Kapelle des Leibgarde=Inf.=Reg. Nr. 115
Obermuſikmeiſter Hauske)
mit karnevaliſtiſchen Ein= und Auslagen.
Es wird geſchrammelt, es wird geſungen, es wird
gepfiffen, es wird geſcherzt und viel gelacht, aber
nicht gejohlt wie in Zabern.
Motto: In der Nacht, ihr allerliebſten Dingerchen.
Apell ſämtlicher Narren und Närrinnen,
Wiener Zwöckel, Wiener Droſchkenkutſcher und
Wiener Feuerwehr.
Parole: Wer nicht luſtig iſt, der muß raus!
Eintritt 19 Pfg. Kaſſenöffnung 6 Uhr.
Herzlichſt eingeladet ſeien alle vom
Meschuggenen Komitee.
*1912)

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Sonntag, 25. Januar, abends 5½ Uhr

(Kellerlokal) (*1749
Eintritt frei. Eintritt frei.
Die Konzerte finden Sonntags regelmässig statt.

An einer
Kegelgeſellſchaft
Freitags abends v. 68 Uhr können
ſich noch einige Herren beteil. Gefl.
Off. u. D 49 an die Exp. (*1870gm
Geckelrüde, hirſchrot, wachſam u.
zimmerrein, bill. abzug. (*1906
Thierolf, Eſchollbrückerſtr. 24.

Verloren
kl. ovale ſchwarze mattgold um=
ränderte
Broſche m. 3 kl. in Silb.
gefaßt. Diamant. Geg. Belohnung
abzug. Caſinoſtr. 12, I., r. (2811go

Verloren
Anhängeherzchen(Goldfüſſelſtein)
Dasſelbe iſt dem Beſitzer als An=
denken
wertvoll. Abzugeben geg.
Belohn. Gervinusſtr. 30, pt. (*17745g
Wem iſt ;
junger ſchott. Schäferhund
(Collie=Rüde) entlaufen? Näheres
in der Expedition. (*1914
Sunger brauner Windhund ab=
handen
gekommen. Vor An=
kauf
wird gewarnt. Abzugeben
*1868) Heinrichſtr. 97, part.

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Eintritt:

1.10 Mk. im Vorverkauf bei Robert Schneider,
Zigarren-Handlung, Ecke Hoch- u. Nieder- Ramstädter-
strasse
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Plätze 2.20 Mk. nur im Verkehrsbüro. An der
Abendkasse jeder Platz 2.20 Mk.

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Mittwoch, den 28. Januar, von Mittags 3½ Uhr ununterbrochen.

Nachstehendes Anerkennungsschreiben wurde vom Grossherzoglichen
Hofmarschallamt an die Deutsche Edison-Kinetophon-Gesellschaft gerichtet.
Grossherzogliches Hofmarschallamt.
Darmstadt, den 19. Jan. 1914.
Unter Bezugnahme auf ihr letztes Schreiben, welches wir Seiner
Königlichen Hoheit, dem Grossherzog vorgelegt haben, bestätigen wir
Ihnen, dass die Grossherzoglichen Herrschaften sowie die geladenen
Gäste den von Ihrem Herrn Direktor Paschka am 7. ds. Mts. im
Neuen Palais veranstalteten Kinetophon-Vorführungen mit grossem
Interesse gefolgt sind und sich in sehr lobender Weise über dieselben
ausgesprochen haben.
Seine Königliche Hoheit der Grossherzog lässt Ihnen noch be-
sonders
für die schöne Veranstaltung vielmals danken.
Mit vorzüglicher Hochachtung
gez. Frhr. v. Sternberg.

Es kommen 6 Edisons sprechende Films zur Vorführung.
Die Vorführung dauert 2 Stunden. Durch die enormen Un-
kosten
, welche uns dieses 3tägige Gastspiel auferlegt, sind wir
gezwungen, die Preise wie folgt zu erhöhen:
III. Platz 55 Pf., II. Platz 1 Mk., I. Platz 1.50 Mk.,
Balkon 2 Mk., Loge 2.50 Mk.
Vorzugskarten irgend welcher Art haben während diesem
Gastspiele keine Gültigkeit.
(2870

[ ][  ][ ]

36 25.

Sonntag, 25. Januar.

1914.

Stimmen aus dem Publikum.

Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
Keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 bes
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die Milchhändler haben bisher auf die Einge=
randts
, betr. den Milchpreis nicht geantwortet, müſſen
uber nun doch mit wenigen Worten dazu Stellung nehmen,
weil verſchiedene Abnehmer das Schweigen als Zuge=
Kändnis aufgefaßt haben. Keinem Menſchen fällt es ein,
em Verkäufer irgend einer anderen Ware oder eines an=
deren
Gegenſtandes ſeinen Verdienſt nachzurechnen oder
vorzuwerfen, ſelbſt wenn er 20mal ſo hoch iſt, wie der
wes Milchhändlers den Milchhändler glaubt man aber
nerurteilen zu dürfen, wenn er angeblich einen Pfennig
zmviel verdient. Dabei legt man aber Zahlen zugrunde
hei Berechnung der Differenz zwiſchen Einkaufs= und Ver=
kaufspreis
, die grundfalſch ſind. Fragen Sie doch einmal
hei den Produzenten nach, um wieviel teurer als angege=
bzen
das Liter dem Händler berechnet wird. Und bie
Fracht aus der aus weiterer und näherer Entfernung be=
förderten
Milch, die bis 2¼ Pfg. pro Liter ausmacht, und
die Geſchäftsunkoſten für Gefäße, Wagen, Pferde, Perſo=
nal
uſw., ſind die nicht auch vom Reingewinn in Abzug
zu bringen? Und wer hat den Ausfall berechnet, der ſich
ergibt aus der ſchwankenden täglichen Abnahme und der
ierfolgedeſſen übrig gebliebenen Milch, die dann zur Käſe=
bereitung
uſw. verwendet wird und bedeutend geringere
Preiſe erzielt? Darum prüfe, mein lieber Einſender, und
gehe der Sache auf den Grund, ehe Du ſolche Vorwürfe
elhebſt und ungerechte Urteile über einen ganzen Stand
fallſt, die nur geeignet ſind, denſelben zu ſchädigen und
ſennen ohnehin ſchon kargen Verdienſt noch zu ſchmälern.
Der Milchhändler=Verein Darmſtadt und Umgebung.
Fleiſch=, Milch= und Brotpreiſe.
Auf die verſchiedenen Eingeſandts, die Fleiſch=, Milch=
und Brotpreiſe betreffend, ſei folgendes erwidert:
Die Preiſe für Vieh, beſonders Schweine, gehen zurück
und ſind deshalb die verehrlichen Hausfrauen zu bitten,
ſich wegen der Fleiſchpreiſe an die Metzger zu wenden.
Taas den Milchpreis anbelangt, ſo ſind die Landwirte be=
lcäts
um ein Pfennig pro Liter, und zwar von 19 auf 18
pfennig bezw. von 18 auf 17 Pfennig, zurückgegangen. Eine
Ermäßigung der Verkaufspreiſe iſt bis jetzt jedenfalls des=
lhalb
nicht eingetreten, da die Milchhändler erklären, daß
lie nur mit einer Preisdifferenz von 6 Pfennig pro Liter
lleriſtieren können. Dieſe Forderung hat in Anbetracht der
ulhen Anforderungen, welche an den reellen Milchhändler
reſtellt werden, eine gewiſſe Berechtigung. Die Einſender
derr Notiz in Nr. 17 und 20, beſonders aber in Nr. 21 und
ſcheinen kein Intereſſe an einem guten Einvernehmen
miſchen Stadt und Land zu haben. Dieſer Einſender kennt
Anuch die Verhältniſſe im Milchhandel nicht. Der Produ=
emt
iſt zufrieden, wenn er einen reellen Milchhändler als

Sport, Splel und Furnen.

* Militäriſche Vorbereitungen zur Olympiade. Soeben
begannen die erſten Sportlehrerkurſe innerhalb des 18.
Armeekorps die der Frankfurter Verband für Turnſport
durch W. Dörr veranſtalten läßt. Vorläufig iſt nur
Unterricht an Offiziere vorgeſehen. Die erſten Kurſe wer=
den
gleichzeitig in Mainz und Darmſtadt veran=
ſtaltet
. In Mainz nehmen etwa 30 Offiziere daran teil,
in Darmſtadt ebenſoviel. Der Mainzer Unterricht iſt
in die Turnhalle und das angrenzende Gelände der alten
Pionierkaſerne verlegt worden. Dort findet auch ein
Abendkurſus an Mitglieder von Turn= und Sportvereinen,
ſowie an Unteroffiziere ſtatt. Der bekannte Mainzer Tur=
ner
Mühl unterſtützt den Sportlehrer bei den notwendi=
gen
praktiſchen Vorführungen in dankenswerter Weiſe.
Weitere Kurſe an Offiziere finden in Kürze noch in Gießen,
Hanau und Frankfurt ſtatt. In den beiden erſteren Städten
fſollen noch Abendkurſe arrangiert werden; in Frankfurt
dürfte ebenfalls ein Kurſus für die Vereinsmitglieder
rtattfinden. In den größeren Garniſonen werden im An=
ſſchluß
an die Kurſe Offizier=Sportklubs ins Leben ge=
erufen
. Der Mainzer Klub dürfte einige Hundert Mit=
glieder
ſtark werden und ſchließt ſich vorausſichtlich dem
Turnverein von 1817 an. Zu dem Abendkurſus in Mainz
werden noch Teilnehmer zugelaſſen. Intereſſenten wollen
ſich kommenden Sonntag, vormittags 10 Uhr, in der
Pionierkaſerne einfinden. Beſonders Leute, die ſich ums
deutſche Sportabzeichen bewerben wollen, werden aus den
Lehren Nutzen ziehen können.

Z
Milch an dem Konſumenten oft große Verluſte hat, ſo
hat der Milchproduzent dieſelben häufig noch viel größer
an dem Milchhandel. Die Produzenten wären dem Ein=
ſender
daher auch ſehr dankbar, wenn er ihnen eine Ver=
ſicherungsgeſellſchaft
angeben könnte, die ſolche Verluſte
gegen beſtimmte Prämien übernimmt. Dieſe Verſiche=
rungsgeſellſchaft
könnte dann auch die Verluſte überneh=
men
, die entſtehen bei der Verarbeitung der Milch zu
Butter und Käſe, anſtatt dieſe friſch zu liefern. Denn Lie
im Kopfe des Einſenders von Nr. 24 beſtehenden Ver=
ſicherungsgeſellſchaften
beſtehen bis heute noch nicht.
Die Einſender, wie überhaupt die ſtädtiſche Bevölke=
rung
, ſeien nun aber darauf aufmerkſam gemacht, daß die
Schlußfolgerungen aus einer guten Futterernte auf einen
billigen Milchpreis verkehrt ſind. Die Milchproduktion
und damit insbeſondere der Milchpreis hängt nicht allein
von der Futterernte des Landwirts ab, ſondern von wei=
teren
, viel ſtärker einwirkenden Momenten. Die Futter=
ernte
des Jahres 1913 war im Großherzogtum Heſſen
durchſchnittlich eine mittlere bis gute. Aber der Einſen=
der
wird wiſſen, daß er verhälnismäßig wenig Tage hatte
im letzten Jahr, an welchen er bei Sonnenſchein ſpazieren
gehen konnte. Der Landwirt wäre erfreut darüber ge=
weſen
, wenn er mehrere ſolcher Spaziergänge hätte unter=
nehmen
können, denn dann hätte die Sonne auch dafür ge=
ſorgt
, daß ein an Qualität erheblich beſſeres Futter ge=
erntet
worden wäre Der Nährwert des Futters aus dem
Jahre 1913 iſt aber ein ſehr geringer, infolge der naßkal=
ten
Witterung. Die Milchkühe können aber aus der Roh=
faſer
im Heu und in Futterrüben keine Milch produzieren,
ſondern aus dieſen nur dann, wenn auch ſonſtige Nähr=
ſtoffe
in genügender Menge darin enthalten ſind. Um die
nötigen Milchmengen zu erzielen, iſt daher gerade bei dem
Futter aus 1913 eine ſtärkere Beigabe von Kraftfutter
nötig, welche ja bei einer richtigen intenſiven Milchvieh=
haltung
überhaupt erforderlich iſt. Die Landwirte, welche
Milchwirtſchaft treiben, müſſen in der Hauptſache mit zu=
gekauften
Futtermitteln ihre Tiere ernähren, ſonſt wäre
der Geſtehungspreis der Milch noch höher.
Von erheblichem Einfluß auf die Milchpreiſe ſind
aber auch die Preiſe der Milchkühe, welche die Milchwirt=
ſchaften
unbedingt nötig haben. Und dieſe Preiſe ſind
nicht zurückgegangen, ſondern erheblich geſtiegen. Dabei
muß man noch das große Riſiko berückſichtigen, das die
Landwirte beim Einſtellen dieſer Milchkühe haben, beſon=
ders
mit Rückſicht auf die Seucheneinſchleppung und die
größere Gefahr für die Geſundheit der Tiere bei der
nötigen ſtarken Fütterung. Auch die Kraftfuttermittel=
preiſe
haben keine Erniedrigung erfahren, die eine weitere
Herabſetzung des Milchpreiſes rechtfertigen. Sollte man
eine ſolche zu erzwingen verſuchen und zwar unter die
oben angegebenen Preiſe, welche der Landwirt heute für
ſeine Milch franko erhält, dann würde ein Rückgang der
Milchproduktion eintreten müſſen, denn man kann vom
Landwirt nicht verlangen, gerade ſo wenig wie von ande=
pen
Geſchäftsleuten, daß er mit Verluſt arbeitet. Der heu=
tige
, dem Produzenten gezahlte Milchpreis kann nicht als
ein hoher bezeichnet werden, das geht ja ſchon daraus her=
vor
, daß gerade größere Landwirte ihren Milchviehbeſtand
eingeſchränkt oder abgeſchafft haben, da ſie keine Rente da=
bei
fanden. Andere haben die einſeitige Milcherzeugung
aufgegeben, und ſind zu einer veränderten Betriebsweiſe
übergegangen, die ihnen geringeres Riſko bringt, natür=
lich
bei niederer Geſamtmilcherzeugung.
Und wenn ſchließlich der Milchpreis heute ein höherer
iſt, wie vor einigen Jahren, hat dies nicht ſeine Berech=
tigung
? Haben außer den oben genannten Tatſachen
nicht noch andere Verhältniſſe einen Einfluß auf die Ge=
ſtaltung
des Milchpreiſes? Man muß doch, wenn man
objektiv ſein will, zugeben, daß der Landwirt, für alles
was er einkauft, höhere Preiſe bezahlt, wie früher weil
die Erzeuger dieſer Stoffe ebenfalls die Preiſe geſteigert
haben. Die Steuern Abgaben, höhere Löhne ſind gleich=
falls
in erheblichem Maße in der Landwirtſchaft geſtiegen
wie auch ſonſt. Und die neue Krankenverſicherungsgeſetz=
gebung
bringt dem Landwirt außerordentliche Laſten. Er
kann nicht ſeinen Dienſtboten den geſetzlichen Anteil dieſer
Koſten am Lohn abziehen, wie dies andere Gewerbe=
treibende
und Induſtrielle können, ſondern er muß ſie voll=
ſtändig
ſelbſt tragen. Der Dienſtbote verlangt heute, daß
er alle ſozialen Einrichtungen koſtenlos in Anſpruch neh=
men
kann. Wenn ſich die Fabrikanten, oder Verkäufer aller
ſonſtigen zum Leben nötigen Bedürfniſſe ſchon vor Jah=
ren
zuſammengeſchloſſen haben, um eine den heutigen
Geſtehungskoſten entſprechende Preiserhöhung vorzu=
nehmen
, warum ſoll der Landwirt und auch der Milch=

handel die unter derſelben Sonne wohnen und in gleichem
Maße erhöhte Ausgaben haben gegen früher, wie dieſe,
nicht ebenfalls das Recht beſitzen auf einen höheren Preis
der Produkte.
Die Einſender, welche zum Teil ihre jedenfalls nicht
große Liebe zur landwirtſchaftlichen Bevölkerung durch
ihre Eingeſandts zum Ausdruck gebracht haben, würden
in Intereſſe eines guten Verhältniſſes zwiſchen Stadt
ud Land beſſer tun, wenn ſie ſich über die Verhältniſſe
auf letzteren orientieren wollten.
Wenn ſie aber allein das Intereſſe der Allgemeinheit
im Auge haben, dann empfehlen wir auch den Brotpreiſen
eine entſprechende Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Die Preiſe
für Brotgetreide ſind erheblich zurückgegangen. Weizen
iſt geradezu unverkäuflich und trotzdem haben die Konſu=
menten
noch immer hohe Mehl=, und infolgedeſſen auch
hohe Brotpreiſe zu bezahlen.
Ueber die gegen die Truſts in Amerika getroffenen
und wirkſamen Maßnahmen iſt der Einſender in Nr. 24
ebenfalls nicht genau orientiert. Will er aber auch in
Deutſchland Maßnahmen gegen Vereinigungen zur ge=
meinſamen
Feſtſetzung der Ein= und Verkaufspreiſe, dann
empfehlen wir ihm auch diejenigen zu berückſichtigen,
welche die Erzeuger oder Verkäufer aller anderen für das
Leben ſo wichtigen Nahrungsmittel und Bedürfniſſe ge=
troffen
haben, ſo der Groß=Mühlen, Mälzerei, Bier=
brauerei
ferner für Seifen, Hüte. Stiefel, Eiſenwaren,
Stahl, Blechwaren, Kohlen und vieles andere mehr.
Verwertungsgenoſſenſchaft
für landwirtſchaftliche Erzeugniſſe, e. G. m. b. H.
Es iſt fſo unendlich viel, die langen Jahre gegen
die hohen Fleiſchpreiſe geſchrieben worden, ohne daß ein
Abſchlag erzielt wurde. Zwar nach dem Futtermangel
von 1911, mußte viel Vieh abgeſchafft werden, es iſt aber
doch jetzt wieder Erſatz dafür da. Aber Milch und Butter
hätten nach den zwei futterreichen Jahren ſchon längſt
billiger werden müſſen. Und erſt recht, das Brot der
Hauptnahrungszweig. Der Preis bleibt immer auf der=
ſelben
Höhe, wo es ſelbſt 1911 ſo gute Frucht gegeben hat,
geſchweige von den ſegensreichen letzten Jahren, wo ſo
eine reichliche Ernte war. Es wäre endlich mal an der
Zeit daß von geeigneter Stelle ernſtlich Schritte getan
würden, um die nötigſten Lebensmittel zu verbilligen.
Viele Hausfrauen.

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Ingenieur Klemens Herszberg E Co., Patent= und
Ingenieur=Bureau, Darmſtadt, Rheinſtr. 19.) Patent=
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ſchneiden
des Kartoffelkrautes und einem Schar zum Auf=
heben
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mern
bei Darmſtadt. 29. 10. 12. 50 e. H. 61 269. Vorrich=
tung
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durch Düſen im Staubabzugsrohr in den Weg des Staub=
trägers
geſpritzt wird. Karl Fr. Hillesheimer, Offen=
bach
a. M., Feldſtraße 1. 30. 1. 13. Patent= Er=
teilungen
. 45i. 269955. Federnder Einlage= Befeſti=
gungsbügel
im Hufeiſen. Karl Kratz, Darmſtadt, Beſſun=
gerſtraße
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[ ][  ]

Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 25. Januar 1914.

Nummer 25.

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Sonntag, 25. Januar 1914.

Inh.: E. Ekey.

Anfang 800 Uhr.

Militär-Streichkonzert

der Kapelle des Leibgarderegiments. 6000 Leitung: Herr Obermusikmeister Hugo Hauske. e Heiteres Programm. d Moderne Operetten.

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von Mk. 2. werden bis 26. ds. Mts., mittags 1 Uhr, durch den
Gesellschaftswirt ausgegeben. Für Teilnchmer ohne Karten erhöht
sich der Preis des Gedeckes auf Mk. 2.50. Im Interesse
geordneten Servierens wird gebeten, die Lösung von Tischkarten
nicht zu versäumen.
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Spielleiter: Otto Nowack.
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. . . . . Otto Semper
Goa
Prinz Kadoor, ſein
. . . Georg Weber
Vetter .
. Aug. Globerger
Zephoris
Fiſcher
. Karl Bernhardt
Piféar
Zizél, Küſtenauf=
. . . L. Schützendorf
ſeher .
Atar, Kriegsmin. Auguſt Kräger
Neméa, Kuſine d.
Königs . . . . . . Olga Kallenſee
Zelide, Schweſter
des Zephoris . . Hede Schaub
Iſſalim, Leibarzt
des Königs . . . Hans Debus
Der Großadigar . Frz. Herrmann
Erſter
Fritz Lang
Zweiter 2 . . . Br. Waigandt
Dritter
. Adolf Klotz
(52
Vierter
.Heinrich Geyer
Ein Sklave . . . . Harry Harris
Chöre: Robert Preuß.
Preiſe der Plätze: Sperr=
ſitz
: 1.13. Reihe 1.65 , 14.20.
Reihe 1.15 , Parterre 1.15 .
Proſzeniumsloge 2.15 , Mittel=
loge
2.15 , Balkonloge 2.15 ,
I. Rang 2.15 , II. Rang 1.15 ,
I. Galerie 55 , II. G lerie 45 .
Kartenverkauf der noch vorhan=
denen
Karten erfolgt an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater am Tage der
Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr ab.
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Muſikal. Leiter: Erich Kleiber.
Perſonen:
Erſtes Bild.
Franz und Fränze‟.
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht

Fränze Pavendieck Karhe Goliſe
ax Rademacher Frz. Schneider
Wanda Hammer=

ſchmidt.
Eufemia Breit=
ſprecher
. .
Anaſtaſius .
v. Klemczinski

Hede Schaub
Minna Müller=
Rudo ph
. Paul Peterſen
. Rich. Jürgas

Maria Geſticulata Charlotte Pils
Clement. Feiſtle
Erſtes
Louiſe Kümmel
Zweites
Drit es 1 Tipp= Lydia Riethof
Viertes (fräulein Evelyn Moore
Fünftes
L. Sturmfels
Sechſtes)
Eva Unger
Zweites Bild.
Napoleon
und die Mullerstochter.
Friedrich Auguſt
Käſebier . . . Adolf Jorda;
Cordula, ſ. Frau Sofie Doſtal
Adalbert Muſen=
fett
.
. Br. Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Maz Rademacher Frz. Schneider
Wanda Hammer=
ſchmidt
.
. Hede Schaub
Maria Geſticulata Charlotte Pils
Eufemia Breit= Minna Müller
Rudolph
ſprecher .
Anaſtaſius . . . Paul Peterſen
Thomas Rind=
fleiſch

. Adolf Klotz
(In der Filmaufnahme: Die Völ=
kerſchlacht
bei Leipzig.)
Napoleon( Muſen=
fettz

. Br. Harprecht
Müllerstochter
. Käthe Gothe
(Fränze)
Marketenderin 1 Minna Müller=
(Eufemia) . . 7 Rudolph
Der meldende
Heinrich Geyer
Offizier.
Der Spion . . . Fr. Jachtmann
Drittes Bild:
Hab’n wir uns nicht ſchon
mal kennen gelernt?
Geheimrat Papen=
dieck
.
. Heinrich Hacker
Fränze, ſ. Tocht. Käthe Gothe
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Friedrich Auguſt
Käſebier
. . Adolf Jordan
Wanda Hammer=
. Hede Schaub
ſchmidt .
Max Rademacher Frz. Schneider
v. Klemezinski Richard Jürgas
Eufemia Breit= 1 Minna Müller=
ſprecher
. . . 7 Rudolph
Viertes Bild:
Otto der Faule.
Adalb. Muſenfett Br. Harprecht
Fränze Papendieck Käthe Gothe
Friedrich Auguſt
. Adolf Jordan
Käſebier
Cordula Käſebier Sofie Doſtal
Max Rademacher Frz. Schneider
Wanda Hammer=
. Hede Schaub
ſchmidt .
v. Klemezinski . Rich. Jürgas
Eufemia Breit=1 Minna Müller=
Rudolph
ſprecher
Thomas Rind=
. Adolf Klotz
fleiſch
Anna, Stuben=
mädchen

. Ellen Widmann
Preiſe der Plätze (Gewöhnl.
Preiſe): Sperrſitz: 1.13. Reihe
4.20 , 14.20. Reihe 3.40 ,
Parterre: 1.5. Reihe 290 ,
6.8. Reihe 2.35 , Proſzeniums=
loge
6.2) , Mittelloge 6.20 ,
Balkonloge 5.20 ℳ½, 1. Rang 4.70 ,
2. Rang: 1.6. Reihe 2.70 , 7. u.
8. Reihe 2.15 , 1. Galerie 1.35 ,
2. Galerie 0.75 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 10½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor Be=
ginn
der Vorſtellung; im Ver=
kehrsbüro
von 5 bis 1. Uhr.
(Im Verkehrsbüro werden auch
telephoniſch Karten, Beſtellungen
entgegengenom. Tel. Nr. 1582)
Anf. 7½ U. Ende geg. 10½ U.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Montag, 26. Jan. Au er Ab.=
23. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen Grigri. Anfang 7½
Uhr. Vorverkauf bis einſchließl.
Montag, 26. Jan., nur im Ver=
ehrsbüro
, Ernſt=Ludwigsplatz.
Verkauf der etwa noch vorhandenen
uarten am Tage der Vorſtellung
auch an der Tageskaſſe im Hof=
theater
zu den übl. Kaſſeſtunden.
Dienstag, 27. Jan. 98. Ab.=Vſt.
A 26. Feſtvorſtellung bei feſtlich
beleuchtetem Hauſe. Zur Feier des
Allerhöchſten Geburtsfeſtes Seiner
Majeſtät des Deutſchen Kaiſers.
Köniaskinder‟. Gewöhnl.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 28. Jan. 99. Ab.=Vſt.
B 24. Der Feldherrn=
hügel
. Gewöhnliche Preiſe.
Anfang 7½ Uhr