Darmstädter Tagblatt 1914


N5 18., Sonntag, den 18. Januar.

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177. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Der Reichstag beſchäftigte ſich geſtern mit der zweiten
Beratung des Etats des Reichsamts des
Innern.
Der Giftmörder Hopf in Frankfurt wurde zum
Tode verurteilt.
In Rumänien hat ſich ein neues Kabinett mit
Bratianu als Präſidenten gebildet.
Der ſchwediſche Reichstag iſt durch den König
mit einer Thronrede eröffnet worden, die eine
außerordentliche Wehrſteuer nach deutſchem Vorbilde an=
kündigt
.
Der Ausſtand in Südafrika ſcheint beendet zu
ſein. Die Arbeit iſt vielfach wieder aufgenommen
worden.
Unter Begleitung von Erſchütterungen ſind zwei wei=
tere
heftige Ausbrüche des Vulkans Sa=
kuraſchima
erfolgt. Viele Gebäude ſind ein=
geſtürzt
.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.

Politiſche Wochenſchau.

** In dieſen dunklen Januartagen hat die verheerende
Sturmflut an, unſerer heimiſchen Oſtfeeküſte nicht
minder als die ungeheuren Vulkanausbrüche in
Japan der Menſchheit die Gewalt en feſſelter Natur=
kräfte
mahnend vor Augen geführt und die Aufmerkſamkeit
ein wenig von den politiſchen Kämpfen abgelenkt, an
denen es namentlich in Deutſchland nicht fehlt. Der Preu=
ßenvorſtoß
des Herrenhauſes und die allgemeine
Leſung des preußiſchen Elats zeigten die konſervative Po=
litik
in der Rolle einer überaus heftigen Oppoſition gegen
die Regierung. Während die Rechte des Reichstages in
Uebereinſtimmung mit der konſervativen Preſſe den Miß=
billigungsbeſchluß
der Mehrheit als einen unzuläſſigen
demokratiſchen Vorſtoß bekämpite, entrollten die Konſer=
vativen
beider Häuſer des Landtages eine lange Liſte von
Klagen, deren Geſamtheit auf das entſchiedenſte Miß=
trauensvotum
gegen den leitenden Staatsmann hinaus=
läuft
. Ja, in der Form nahm die konſervative Mißbilli=
gung
ſolche Schärfen an, daß Herr von Bethmann Hollweg
dieſe auskrücklich und mit fühlbarer Empfindlichkeit zu=
rückwies
. Der Widerſpruch zwiſchen der Reichstags= und
Landtagstakik der konſervativen Partei iſt groß genug,
um die Behauptung zu rechtfertigen, daß die Konſerva=
tiven
auf dem Gebiete der Oppoſition eine Sonderſtellung
für ſich in Anſpruch nehmen, die ihnen ſelbſtverſtändlich
nicht zugebilligt werden kann und auch von der Regierung
nicht zugebilligt wird. Eine ihrer Hauptbeſchwerden gilt
der Reichsbeſitzſteuer. Sie wurde von den konſer=
vativen
Fraktionsrednern mit ſo grellen Uebertreibungen
als der Anfang vom Ende alles Beſitzes geſchildert, daß
dieſe Schwarzmakerei allein durch die ruhige Entwicklung
der tatſächlichen Verhältniſſe widerlegt werden wird. Da
aber die Rechte aus der Reichsbeſitzſteuer ein Schreckbild
macht, traf der Reichskanzler ſie doppelt ſchwer, als er
nachwies, welchen Einfluß die Abneigung der Konſerva=
tiven
gegen den Ausbau der Erbſchaftsſteuer. ihre grund=
ſätzliche
Zuſtimmung zur Beſitzſteuer und ihr praktiſches
Widerſtreben gegen die Regierungsvorlage auf die end=
gültige
Verwirklichung des Beſitzſteuergedankens geübt
haben. Daß der verantwortliche Staatsmann die vom
Reichstag angenommene Heeresreform an der Be=
ſitzſteuerfrage
nicht ſcheitern laſſen, wegen letzterer unter
den obwaltenden Umſtänden nicht zur Reichstagsauf=
löſung
ſchreiten durſte, wird kein Unbefangener in Abrede
ſtellen. Die Abwehr der Angriſſe des Grafen Vork von
Wartenburg auf den Reichstag durch eine feierliche Er=
klärung
des Reichstagspräſidenten veran=
ſchaulicht
die Berechtigung des von dem greiſen Patrioten
Exzellenz Hamm ausgeſprochenen Mahnrufes, nicht durch
ein Gegeneinanderſtellen der einzelnen Staaten und
Stämme die Zukunſt des mühſam geeinten Reiches zu
gefährden,
Die welfiſchen Hoffnungen, es könne durch die
Wiederherſtellung des Königreichs Hannover der jetzige
Beſtand des Reiches geändert werden, hat durch die Ab=
ſage
des Herzogs von Braunſchweig, von der
eine Mitteilung des Miniſterpräſidenten dem Abgeord=
netenhauſe
Kenntnis gab, einen ſtarken Stoß erlitten.
Aber das Welfentum will trotzdem den Kampf ums
Recht fortſetzen und beweiſt hiermit, daß das Abhäng’g=
machen
der welfiſchen Herrſchaft in Braunſchweig von dem
Verzicht des Welfenhauſes auf ſeine hannöverſchen An=
ſprüche
und von dem Anſchluß der welſiſchen Parteiführer
an dieſen Verzicht nicht das geringſte genutzt haben würde.
Auch Zabern hat bei der allgeme nen Etatsberatung
des Abgeordnetenhauſes eine große Rolle geſpielt. Na=
turgemäß
konnten die Zaberner Vorgänge, nachdem ſie im
Prozeß Reuter gründlich beleuchtet waren, nicht dieſelbe
Beurteilung wie bei den Reichstagsverhandlungen vom
8. und 4. Dezember finden. Den Slreit hierüber ſollte die
amtliche Ankündigung, daß die Dienſtvorſchrift über den
Waffengebrauch des Militärs nachgeprüſt werden wird,
zum Abſchluß bringen. Da ſich die Zaberner Vor älle ein=
mal
abgeſpielt haben, müſſen die Befugniſſe der Zivil=

und der Militärbehörden näher abgegrenzt werden. Das
kann ohne Umwandlung der Armee in ein Parlaments=
heer
geſchehen. Angeſichts der bevorſtehenden Neurege=
lung
jener Dienſtvorſchrift aber braucht ſich niemand daran
zu ſtoßen, daß die Straßburger Urteile über Oberſt von
Reuter und Leutnant von Forſtner rechtskräſtig werden
ſollen, zumal da unter juriſtiſchen Geſichtspunkten auch
beim Gebrauch der Rechtsmittel nchts anderes als Frei=
ſprechungen
zu erwarten geweſen wären.
Die Erörterung dieſer Urteile und der Zaberner Vor=
gänge
in der elſaß=lothringiſchen Kammer hat
von neuem den Gegenſatz hervortreten laſſen, der in den
Reichslanden zwiſchen den Zivil= und den Militärbehör=
den
beſteht und trotz der Donaueſchnger Weiſungen ohne
einen gründlichen Perſonalwechſel vermutlich fortwuchern
wird. In der Haltung der reichsländiſchen Parteien war
der Dank an den Reichstag faſt das einzig Sympathiſche.
Im übrigen bezeugt die Tonart, die in der Straßburger
Kammer zu Hauſe iſt, und die Forderung der vollen bun=
desſtaatlichen
Selbſtändigkeit für die Reichslande, daß es
der dortigen Volksvertretung an politiſchem Augenmaß
fehlt.
So ſchwer die Sorge um Elſaß=Lothringen auf
Deutſchland laſtet, ſo unwillkommen klang die Kunde, daß
General Liman von Sanders den Oberbeſehl über
das erſte türkiſche Armeekorps mit der Generalinſpektion
über das ganze türkiſche Heer vertauſcht habe. Nach dem
vorangegangenen ruſſiſch=franzöſiſchen Preßfeldzuge gegen
die urſprüngliche Stellung des deutſchen Generals muß
die Veränderung ſeiner dienſtlichen Aufgabe als eine
Schlappe erſcheinen, die Deutſchland am Goldenen Horn
gegenüber Rußland erlitt Die Beförderung Limans zum
Marſchall und de Ernennung eines deutſchen Offiziers
zum ſtellvertretenden Generalſtabschef geben dem Zwi=
ſchenſall
einen verföhnenden Abſchluß. Aber die Haupt=
ſache
bleibt, daß General Liman auch als Generalinſpek=
teur
in der Lage iſt, eine wirklich durchgreifende Heeres=
reform
ins Leben zu rufen. Englands Vorſchlag zur Re=
gelung
der Inſelfrage iſt jetzt von den Mäch=
ten
des Dreibundes in entgegenkommendem Sinne
beantwortet worden. Für den Augenblick jedoch tritt
die Inſelfrage trotz ihrer Wichtigkeit faſt hinter die
arbaniſche zurück, da das Ausſcheiden des zeit=
weiligen
Regierungsoberhauptes Kemal wegen ſeiner
Teilnahme an dem türküchen Putſch notwendig und ſo
ioffenbar wurde, wie ſchwankend die Grundlage des jüng=
ſten
europäiſchen Staatsweſens noch iſt. Schiffsentſen=
dungen
Oeſterreichs und Italiens nach der albaniſchen
Küſte beweiſen die Entſchloſſenheit beider Mächte, jeden
weiteren Putſch der Türken zu verhindern, damit dem
Prinzen von Wied nach Kräften die Uebernahme ſeiner
dornigen Würde erleichtert werde. Der Orient Mittel=
amerilas
, das durch Bürgerkr ege zerrüttete Mexiko, hat
für die nächſten ſechs Monate amtlich ſeine Zahlungs=
unfähigkeit
erklärt. Die zahlreichen Gläubiger der Re=
publik
in Europa können unter ſolchen Umſtänden nur
wünſchen, daß nach türkiſchem Muſter ein internationaler
Fnanzausſchuß mittels verpfändeter Steuern oder Zölle
die Rechte der Gläubiger Mexikos wahrt. In Waſhington
dürſte man nicht ermangeln, den kinanziellen Zuſammen=
bruch
des Nachbarſtaates als Hebel zur Förderung der
nordamerikaniſchen Abſichten zu benutzen, und aus dieſem
Grunde die merikaniſchen Geldverlegenheiten insgeheim
begrüßen.

Die Konferenz im Neuen Palais.

** Der Reichskanzler, welcher dringender Dienſt=
geſchäfte
halber dem Beginn der Donnerstagsſitzung des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes nicht beiwohnen konnte,
war, wie nachträglich bekannt geworden iſt, am Donners=
tag
vormittag nach Potsdam gefahren, um dem Kaiſer
Vortrag zu halten. Das wäre an ſich nicht beſonders auf=
fällig
, aber zur ſelben Zeit weilten auch der Kriegsminiſter
und die Chefs des Militär= und Zivilkabinetts im Neuen
Palais, ſo daß die Annahme berechtigt erſcheint, es habe
zwiſchen dem Kaiſer und den Genannten eine wichtige Be=
ſprechung
ſtattgefunden, die ſich ausſchließlich mit der ge=
genwärtigen
innerpolitiſchen Lage beſchäftigte, welch letz=
tere
ja ſo verfahren iſt wie ſelten und die Befürchtung
wachruft, ſie werde auf den Gang der geſetzgeberiſchen
Arbeiten der Parlamente hemmend einwirken. Die leiten=
den
Kreiſe haben nicht vorausgeſehen, daß die Zabern=
af
äre einen ſolchen Umfang annehmen und eine innere
Kriſe im Reiche herbeiführen könnte. Deshalb wird eifrig
verſucht, einem Ausgleich der Gegenſätze die Wege zu
ebnen. In politiſchen Kreiſen hat man es auch ſehr be=
merkt
, daß der Statthalter der Reichslande, Graf Wedel,
welcher zur Telnahme an der Feier des Schwarzen Adler=
ordens
nach Berlin gekommen iſt, bald nach ſeiner An=
kunft
vom Kaiſer in längerer Audienz empfangen wurde.
Auch das deutet darauf hin, daß wichtige Entſchließungen
vorbereitet werden. Der Befehl des Kaiſers, die Dienſt=
vorſchrift
über den Waffengebrauch des Mlitärs dahin
nachzuprüfen, ob ſie die Befugniſſe der Zivil= und Mili=
tärbehörde
richtig abgrenzt, darf als erſte Maßnahme auf
ſenem Wege gelten, und man geht wohl in der Annahme
nicht fehl, daß in der Konferenz am Donnerstag auch die

künftige Geſtaltung der Dinge in Elſaß=Lothringen ein=
gehend
erwogen worden iſt und daß der Kaiſer am Frei=
tag
dem Statthalter Grafen Wedel von den diesbezüglichen
Abſichten Kenntnis gab, um deſſen Meinung zu hören.
Schon die Entſchlüſſe von Donaueſchingen ließen er=
kennen
, daß der Kaiſer Konflikte vermeiden wollte und
es hat ſch ſeitdem nichts ereignet, was auf eine Aende=
rung
der laiſerlichen Anſchauungen ſchließen könnte. Der
Verzicht des Gerichtsherrn auf Einlegung von Rechtsmit=
teln
gegen die Straßburger Urte le iſt in einer Weiſe be=
einflußt
worden, doch entſpricht dieſer Verzicht dem Sinne
des Kaiſers, der den Umfang, den die Zabernaffäre an=
genommen
hat, und deren üble Wirkung auf unſere innere
Politik ſicherlich lebhaft bedauert. Den weiteren Entſchlie=
ßungen
, die in der Hauptſache auf die Donnerstagskonfe=
renz
im Neuen Palais zurückzuführen ſein werden, darf
man mit Intereſſe entgegenſehen.

Deutſches Reich,

Kriſengerüchte. Die am Freitag abend von
mehreren Seiten verbreiteten Gerüchte über einen bevor=
ſtehenden
Wechſel auf dem Reichskanzlerpoſten, im Aus=
wärtigen
und im Reichskolonialamt, ſowie über eine an=
gebliche
Erkrankung des Reichskanzlers werden an zu=
ſtänd
ger Stelle als müßige Erfindung bezeichnet. Nach
Inſormationen beſteht in Elſaß=Lothringen zurzeit keine
Statthalterkriſe, dagegen trete der Statthalter, wie ſchon
ſeit langem feſtſtehe, in wenigen Monaten zurück und bald
nach ihm oder kurz nach ihm der Staatsſekretär. Für
wahrſcheinlich gilt der baldige Rücktritt des Unterſtaats=
ſekretärs
der Juſtiz, Petri.
Initiativantrag im Reichstag. Von
der Fortſchrittlichen Volkspartei wird gemeinſam mit Na=
tionalliberalen
und Zentrum im Reichstage der ( In’tiativ=
antrag
eingebracht werden, die Frage des Waffengebrau=
ches
des Militärs und ſeiner polizeilichen Beſugniſſe unter
Uebernahme des Artikels 36 der preußiſchen Verfaſſung
und des preußiſchen Geſetzes über den Waffengebrauch
des Militärs vom Jahre 1837 reichsgeſetzlich zu regeln.
Eine Abänderung des Jeſuitenge=
ſetzes
? Beſtem Vernehmen zufolge hat die bayeriſche
Regierung de Herbeiführung einer Milderung der Be=
ſtimmungen
des Jeſuitengeſetzes durch Antragſtellung= im
Bundesrat beſchloſſen.
Aus dem Reichslande. Der kommandie=
rende
General in Straßburg hat durch Korpsbefehl den
Beſuch der Gaſtwirtſchaften und Reſtaurants, in denen
die bekanntgegebenen franzöſiſchen Hetzblätter aufliegen, den
Unteroffizieren und Mannſchaften verboten. Der Beſuch von
nichtpolit ſchen Verſammlungen und Vereinen mit fran=
zöſiſcher
Unterhaltungsſprache iſt den Heeresangehörigen
ohne vorherige Erlaubnis nicht mehr geſtattet.
Der Zuzug von Saiſonarbeitern. In
der Budgetkommiſſion des preußiſchen Abgeordnetenhauſes
äußerte ſich bei dem Etat der landwirtſchaftlichen Ver=
waltung
der Min’ſter von Schorlemer=Lieſer über die
Möglichkeit, daß der Zuzug der Saiſonarbeiter aus
Oeſterreich und Rußland eine Minderung erfahren könnte.
Er wies darauf hin, daß das in Oeſterreich geplante Ge=
ſetz
, betreffend die Auswanderung, allerdings nachteilig
wirken könne; von Deutſchland ſei man jedoch mit der
öſterreichiſchen Regierung in Verbindung getreten, ſo daß
die hieſigen Wünſche Berückſichtigung fnden würden. In
Rußland beſtehe ein Ueberſchuß an menſchlicher Arbeits=
kraft
; ebenſo habe man dort im Intereſſe der Ernährung
keine Veranlaſſung, die Auswanderung zu beſchränken.
So lange der Handelsvertrag beſtehe, ſei Rußland ver=
pflichtet
, den Saiſonarbeitern 10½ Monatspäſſe zu geben.
Wenn der Zuzug von Oeſterreich=Ungarn und Rußland ab=
nähme
, läge drngendes Intereſſe vor, die Rückwanderung
deu ſcher Arbeiter zu fördern. Aus dieſem Grunde habe
er den deutſchen Rückwandererverein bereits weſentlich
unterſtützt und er werde es auch fernerhin tun.
Deutſchland und Mexiko. Der Berliner
Lokal=Anzeiger meldet aus Berlin: Von unterrichteter
Seite wird erklärt, Deutſchland werde ſich zwar der An=
regung
anderer, an der mexikaniſchen Staatsſchuld ſtärker
intereſſierter Mächte über eine gemeinſame Ausſprache über
den Schutz der bedrohten Gläubiger anſchließen und auchſonſt
alles tun, um die drohende Schädigung deutſcher Reichs=
angehöriger
möglichſt hintanzuhalten, aber der erſte
Schritt zu Kollektivſchritten gegenüber Mexiko anläßlich
deſſen Zahlungseinſtellung müſſe von anderer Seite ge=
ſchehen
.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Nummer 78.

Aus den Kolonien.

Zur Frage der Diamantenregie. Die
Mitteilungen der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft veröffent=
lichen
folgende einſtimmig angenommene Entſchließung:
Der Ausſchuß der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft ſpricht
ſein Bedauern darüber aus, daß die Meinungsverſchieden=
heiten
innerhalb der Diamantenregie nicht in Güte beige=
legt
worden ſind und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es
der Kolonialverwaltung gelingen wird, d’e Regelung der
Diamantenregiefrage im vollen Einverſtändnis mit den
Diamantenförderern vorzunehmen.
Aufſchwung des Tabakbaues in Kame=
run
. Am 25. Januar kommen in Bremen neuerdings
884 Ballen Kameruntabake von den Pflanzungen der Bre=
mer
Tabakbaugeſellſchaft Bakoffi m. b. H., der Tabakbau=
und Pflanzungsgeſellſchaft Kamerun A.=G. und der Bre=
mer
Weſtafrika G. m. b. H. in Einſchreibung. Es iſt
dies die größte Menge, die bis jetzt von dieſem neuen,
vielverſprechenden deutſch=kolonialen Tabak zum Verkauf
gekommen iſt, was für die ſteigende Entwickelung des Kam=
meruntabgkbaues
zeugt.

Ausland.

Frankreich.
Marokkaniſches. Der Kammerausſchuß für
auswärtige Angelegenheiten nahm die bereits gemeldeten
Vorſchläge und Kreditentwürfe der Regierung über die
Einrichtung des franzöſiſchen Verwaltungsdienſtes in Ma=
rokko
an.
Die neuen Steuern. Unter den von Finanz=
miniſter
Caillaux geplanten Steuern ſind hervorzuheben:
Erhöhung der Gewerbeſteuer der K nematographentheater,
Erhöhung der Stempelſteuer beim Verkauf von Geſchäften
und bei Möbelverſteigerungen (Erträgnis 15 Millionen
Francs), Erhöhung des Quittungsſtempels (8 Millionen
Francs), Erhöhung der Stempelſteuer auf Wertpapiere
ausländiſcher Geſellſchaften, welche keinen Pauſchalbetrag
bezahlen, von 2 auf 3 Prozent (1090000 Franes), Er=
höhung
der Steuer auf Börſengeſchäfte mit Ausnahme
der franzöſiſchen Rente (5200000 Francs), Abänderung
der Zollſätze auf Kunſtwerke (1500000 Francs), Verdoppe=
lung
der Zuſchlagstaxen auf Abſinth und ähnliche alko=
holiſche
Getränke (8330000 Francs).
Die Berliner olympiſchen Spiele. Der
Miniſterpräſident gab einer bei ihm erſchienenen Abord=
nung
des franzöſiſchen Hauptausſchuſſes für die Berliner
olympiſchen Spiele bekannt, daß dem Erſuchen um eine
Staatsunterſtützung von 600000 Mark nicht Folge gegeben
werden könnte. Der Miniſter des Aeußern ſei bereit, für
die allgemeinen Ausgaben 150000 Francs zu bewilligen.
Dem Miniſter des Innern ſtehe es zu, einen gewiſſen Bei=
trag
für zweckdienliche Ausbildung der Athleten zu bewil=
ligen
, die Frankreich in Berlin vertreten.
Rumänien.
Das neue Kabinett. Nach einer offiziöſen
Mitteilung ſetzt ſich das neue Kabinett folgendermaßen zu=
ſammen
: Joan Bratianu Vorſitz und Krieg, Coſtinescu
Finanzen, Porumbaru Aeußeres, Morgtruſo Inneres,
Autonescu Juſtiz, Conſtantinescu Ackerbau, Duca Unter=
richt
, Radovich Handel, Anghelescu öffentliche Arbeiten.
Schweden.
Eröffnung des Reichstags. Der Reichstag
iſt durch den König feierlich eröffnet worden. Die Thron=
rede
erwähnt in erſter Linie den Tod der Königin=Mutter,
deren Pflichttreue und Arbeit im Dienſte der leidenden
Mitmenſchen hervorgehoben wird. Dann bezeichnet die
Thronrede die Beziehungen Schwedens zu den fremden
Mächten als fortdauernd freundſchaftlich. Ferner wird
mitgeteilt, die Regierung beabſichtige die Einbringung
wichtiger Vorlagen zur Verbeſſerung der Landesverteidi=
gung
. In Verbindung damit wird eine beſondere Wehr=
ſteuer
auf größere Vermögen und größere Einkommen ge=
plant
. Unter den humanitären und ſozialen Geſetzentwür=
fen
hebt die Rede die durchgreifende Veränderung in den
Rechtsbeſtimmungen über den Verkauf geiſtiger Getränke,
ſowie die Maßnahmen gegen die Folgen der Arbeitsloſig=
keit
und die neue Vorlage zur Bekämpfung der Tuber=
kuloſe
hervor. Die Staatseinnahmen ſeien fortgeſetzt gut.

Es ſoll eine Anleihe von 32½ Millionen Kronen abge=
ſchloſſen
, aber ausſchließlich für die Förderung produktiver
Zwecke verwandt werden. Der Budgetentwurf für 1915
balanziert mit 311461200 Kronen. Für das Heer werden
54 216800, für die Marine 17942800 Kronen gefordert.
Für die Erbauung einer neuen ſchwediſchen Kirche in Ber=
lin
ſind 65000 Kronen im Etat vorgeſehen.
Vereinigte Staaten.
Abanderungsantrag zum Truſtgeſetz.
Das Mitglied des Kongreſſes Stanley brachte nach der
Konferenz mit dem Präſidenten Wilſon einen Abände=
rungsantrag
zum Truſtgeſetz ein, der jegliche Monopoli=
ſierung
und Beſchränkung des Handels verbietet. Der
Abänderungsantrag ſoll den von dem Oberſten Gerichtshof
in dem Verfahren gegen die Standard Oil Company we=
gen
Verletzung des Truſtgeſetzes aufgeſtellten Grundſatz
der vernunſtgemäßen Beſchränkung aufheben.
Ching.
Moderne Reformen. Präſident Juanſchikat
nimmt die Moderniſierung jetzt energiſch in Angriff. So
hat er einen Erlaß herausgegeben, in dem den Eltern
verboten wird, ihre noch unmündigen Kinder zu verhei=
raten
. In China exiſt ert der alte Brauch, daß die Eltern
die Verheiratung ihrer Kinder bereits vor der Geburt un=
ter
irgend welchen gewinnſüchtigen Abſichten vornehmen.
Der Heiratsvertrag wird nur dann ungültig, wenn ſich
nach der Geburt herausſtellt, daß die betreffenden Kinder
eines Geſchlechts ſind.

* Straßburg, 16. Jan. Keine Verletzung
des Telegraphengeheimniſſes. Die Unterſuch=
ung
über die angebliche Verletzung des Telegraphenge;
heimniſſes bei dem Telegraphenamt Straßburg ( Bekannt=
gabe
der an Herrn von Jagow und Herrn von Oldenburg
geſandten Telegramme des Gerichtsvorſitzenden) hat, wie
man erfährt, ergeben, daß keine Pflichtverletzung der Tele=
graphenbeamten
in Straßburg vorliegt. Der Bericht=
erſtatter
eines auswärtigen Blattes hat ſich die Kenntnis
von den Telegrammen und ihrem Inhalt ſelbſt verſchafft
und zwar bei der durch den Offizierburſchen bewirkten
Auflieferung. Der Offizierburſche hatte die Telegramme
nämlich am Schalter ausgebreitet, bevor ſie ihm der Be=
amte
abnahm, wobei die Umſtehenden den Inhalt nicht
unſchwer leſen konnten. Zu der Verdächtigung, General
v. Pelet=Narbonne habe die Telegramme bereits vor der
Verkündigung des Urteils aufgeſetzt, iſt folgendes feſtzu=
ſtellen
: Das Gericht hat um 10 Uhr zur Urteilsverkündigung
den Sitzungsſaal betreten und gegen 10.45 Uhr das Urteil
verkündet. General v. Pelet=Narbonne wechſelte hierauf
noch einige Worte mit dem Vertreter des Kriegsmini=
ſteriums
. Erſt dann verließ er den Sitzungsſaal und über=
gab
ſeinem Diener zwei Telegramme an die oben benann=
ten
Perſonen. Eine Titelbezeichnung fehlte vollſtändig,
auch enthielten die Telegramme keinen Glückwunſch. Ihr
Inhalt lautete kurz: Freiſpruch, Pelet. Beide Telegramme
ſind 1520 Minuten nach der Urteilsverkündigung erſt
aufgegeben worden. Es war alſo wieder nichts!
* Bradford. 16. Jan. Der deutſche Botſchafter
Fürſt Lichnowsky war heute abend Ehrengaſt der
hieſigen Handelskammer, die ihm zu Ehren ein Bankett
gab. In Erwiderung auf die Anſprache des Präſidenten
der Handelskammer ſagte der Fürſt: Je mehr er die eng=
liſche
Handelswelt kennen lerne deſto mehr werde
er überzeugt, daß es keine ſtärkeren Anhänger guter und
freundſchaftlicher Beziehungen zu allen Nachbarländern
gäbe, als ſie. Der enorme Wert des engliſch=deutſchen
Handels bilde ein wertvolles Bindeglied zwiſchen beiden
Ländern, und die fortſchreitende Entwickelung beider Na=
tionen
mache die Fortdauer ungeſtörter freundlicher Be=
ziehung
notwendig. Das Wachstum der deutſchen In=
duſtrie
und des Handels ſei kein Hindernis für freundliche
Beziehungen zwiſchen beiden Ländern. Die deutſche In=
duſtrie
habe keine ſolche Konkurrenz und Eiferſucht erregt,
daß die Beziehungen unter der Handelsrivalität leiden
müßten. Am Schluß ſprach der Botſchafter die Hoffnung
aus, daß die nahe Zukunft den Telephondienſt zwiſchen
England und Deutſchland ſehen würde.
* Franzöſiſche Schulſtatiſtik. Der Abge=
ordnete
Compére=Morel hat vor kurzem an den franzöſi=
ſchen
Unterrichtsminiſter eine Anfrage gerichtet über die
Statiſtik der öffentlichen und privaten Elementarſchulen,
ſowie über die Koſten, welche die Verſtaatlichung der ge=
ſamten
noch beſtehenden privaten Schulen dieſer Gattung
verurſachen würde. Unterrichtsminiſter Viviani hat dem
Abgeordneten nun folgenden Beſcheid gegeben: Die Zahl
der öffentlichen Elementarſchulen in Frankreich beträgt
70 646 mit 122338 Klaſſen und 4973 179 Schülern und
Schülerinnen; dieſen ſtehen an Privatſchulen gegenüber:

14 464 mit 35215 Klaſſen und 1148704 Schülern und
Schülerinnen. Somit iſt faſt ein Viertel der geſamten
franzöſiſchen Schuljugend für den Elementarunterricht noch
in Privatſchulen untergebracht, die meiſtens klerikilen
Charakters ſind. Unter Vorausſetzung der Aufhebung dies
ſer Privatſchulen, um ihre Schüler in öffentlichen Anſtale
ten unterzubeingen, müßten nach der Berechnungde
Miniſters 25000 neue Klaſſen gebildet werden, deren Bau
koſten er auf mindeſtens rund 416 Millionen veranſchlagt
Nach den bisherigen an die Gemeinden für den Bau ihren
Schulen vom Staate gewährten Unterſtützungen würden
von obiger Summe rund 183 Millionen auf den Stagl
entfallen. Der Miniſter fügt aber hinzu, daß die geſamten
Baukoſten jedenfalls die Höhe von 450 Millionen erreichen
würden, was natürlich auch eine entſprechende Steigerung
der ſtaatlichen Unterſtützungen bedeutet. Die 25000 neuen
Klaſſen würden aber auch die Einſtellung einer entſpe
chenden Anzahl neuer Lehrer und Lehrerinnen zu Laſte
der Gemeinden und des Staates bedingen und dafür
Millionen Franken jährliche Mehrausgaben an Gehältem
erfordern; ferner endlich noch 7 Millionen Mehrbeträge
für Ruhegehälter zu Laſten der Staatskaſſe. Dieſe angen
gebenen Mehrkoſten laſſen angeſichts der augenblicklichen
Geldlage des Staates die Ausſichten auf das ſtaatlichg
Unterrichtsmonopol noch als recht gering erſcheinen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. Januar.

Aus Darmſtadts Induſtrie.
* Wenn man die neue Bleichſtraße nach dem Haupt
bahnhofe zugeht, ſo fällt den Paſſanten, wenn ſie den Blick
nach Norden richten, im Fabrikviertel ein Neubau auf,der
für Darmſtädter Verhältniſſe ganz gewaltige Dimenſionen
aufweiſt. Dieſer Neubau wurde von der Firma Cauſ
Schenck, G. m. b. H., Eiſengießerei und Maſchinen=
fabrik
, errichtet. Infolge Einengung des Fabrikgeländes
durch den Bahndamm der Main=Neckar=Bahn war aſ
eine Ausdehnung auf dem alten Fabrikgelände nicht zu
denken. Erſt durch das Fallen des Bahndammes konnte
die Firma darangehen, paſſendes Gelände zu erwerben
und das alte und neue Gelände zweckentſprechend auszu=
bauen
. Der jetzt errichtete Neubau iſt eine dreiſchiffige
Halle von zuſammen 3480 Quadratmeter Grundfläche. Die
Mittelhalle dient reinen Montagezwecken, während die
beiden Seitenhallen, durch Geſchoßdecken unterteilt, der
Bearbeitung und Kleinmontage dienen. Luftige, helle Ar=
beitsräume
, ausgedehnte Waſch= und Abort=Anlagen, die
den Anſprüchen der Arbeiterſchaft vollauf genügen, gute
Verkehrsmöglichkeiten, alle dieſe Faktoren ergeben neben
erhöhter Arbeitsluſt der Arbeiter große Ueberſicht in der
Fabrikation und große Vorteile im Betrieb. Von dieſem
Grundſatze wurde auch bei der Einrichtung der Weik=
ſtätte
ausgegangen. Die ganz vorzügliche Tagesbeleuche
tung des Raumes wird bei Dunkelheit durch in den Dach=
reitern
angebrachte Intenſiv=Flammbogenlampen und
durch zirka 250 Glühlampen erſetzt. Das Gebäude wird
durch eine Luftheizung beheizt; dieſe iſt ſo angeordnet,
daß ſie im Sommer als Ventilation benutzt werden kan
Die Oberlichter ſind an der Sonnenſeite blau abgetönt,
Die natürliche Lüftung der Werkſtätte wird durch zahl=
reiche
, bequem bedienbare Lüftungsklappen in den Seiten=
fenſtern
und Oberlichtern kräftig geſteigert.
Der Platz für den Betriebsingenieur und die Meiſter
iſt hochgelegt und ſo angeordnet, daß er eine gute Ueber=
icht
geſtattet. Die Werkſtätte iſt mit leiſtungsfähigen
Hebezeugen ausgeſtattet, die ſämtlich elektriſch betrieben
werden. Die aufgeſtellten Arbeitsmaſchinen haben vor=
wiegend
Gruppenantrieb, zum Teil elektriſchen Einzelan=
trieb
. Die Haupttransmiſſionswellen ſind an den Decken=
unterzügen
montiert, während eigene, leichte Träger zwi=
ſchen
den Gebäudeſäulen für die Vorgelege angebracht ſind.
Die geſchickt angeordnete Klemmbefeſtigung der Trans=
miſſionsteile
ermöglicht es, jeder Platzänderung einer=
Maſchine ohne weiteres Rechnung zu tragen. Als Strom=
art
für die Hebe= und Transporteinrichtungen, Antriebs=
motoren
für die Transmiſſionen und Maſchinen und Be=
leuchtung
wurde Drehſtrom gewählt. Es wurde ein Ans
ſchluß an das Hochſpannungsnetz der Heag, die Dreh=
ſtrom
von 6000 Volt bei 50 Perioden liefert, erſtellt. Der
hrchgeſpannte Strom wird einem Transformator zuge=
führt
, der Sekundärſtrom mit 220 Volt für den Betrieh
liefert.
Mit den Bauarbeiten wurde im April vorigen Jahres
begonnen, und bereits im Dezember wurde der Bauein
Betrieb genommen. Die Fundierung des erſten Teiles
des Baues war wegen der ſchlechten Grundverhältniſſe
mit großen Schwierigkeiten verbunden. Es ſind hier
Fundamente von neun Meter Tiefe angelegt worden. Mit
Rückſicht auf die ſchlechten Bodenverhältniſſe ſind das
Abortgsbäude und das Transformatorenhaus auf Eiſen=
betonplatten
geſetzt worden. Die ſämtlichen Entwürfe für
den Bau und die maſchinelle Einrichtung wurden in dem
eigenen Bureau der Firma Schenck gefertigt. Die Aus=
führung
der Bauarbeiten erfolgte zum größten Teile durch
hieſige Handwerksmeiſter.

Leoncavallos Wagners
Erinnerungen.

** Leoncavallo, der jetzt aus Amerika nach Florenz
zurückgekehrt iſt, bereitet einen Band Erinnerungen
vor, der in kurzem bei Bemporad erſcheinen ſoll. Ein be=
ſonders
feſſelnder Abſchnitt darin iſt Richard Wag=
ner
gewidmet, von deſſen Kunſt der italieniſche Kompo=
niſt
viel gelernt hat. Leoncavallos Erinnerungen beziehen
ſich vor allem auf die Zeit der 70er Jahre in Bologna,
wo er als Student als glühender Parteigänger für Wag=
ner
an den erregten Kämpfen um deſſen Kunſt teilnahm.
Wie alle Wagnerianer, ſo erzählt Leoncavallo, geriet
ich in Verzückung, als im Jahre 1876 der Meiſter zur Auf=
führung
des Rienzi durch Marino Mancinelli nach Bo=
logna
kam. Man weiß, daß der Meiſter von dieſer ſeiner
Jugendoper nicht gerade begeiſtert war. Und ich erinnere
mich, wie ich von meinem Platze aus die Grimaſſe des
Abſcheus beobachtete, die der in der Loge nebenan ſitzende
Wagner bei dem Trompetenſolo im zweiten Akt machte.
Dann ſagte er halblaut, gleichſam um ſich vor ſich ſelbſt zu
rechtfertigen; Es iſt eine Jugendfünde! Ein unvergeß=
liches
Schauſpiel war bei dieſem Anlaß für mich das
öffentliche Bankett, das zu Ehren des Großen im Hotel
Brun veranſtaltet wurde. Als die Zeit der Toaſte heran=
kam
, erhob ſich Mancinelli, um auf das Gedächtnis Angelo
Marianis zu trinken, des großen Direktors des Stadt=
theaters
, der 1871 als erſter Wagner in Italien durch
Lohengrin bekannt gemacht hatte. Wagner erhob ſich

und ſagte zu Mancinelli, der ihm zur Seite ſaß: Sie
Schelm! Das haben Sie getan, damit ich auf Ihre Geſund=
heit
trinke. Dann fuhr er mit lauter Stimme fort: Ich
trinke auf den würdigen Nachfolger Angelo Marianis.
Als der Kaffee ſerviert wurde, kam die Kapelle des
Masſtro Antonelli, um unter den Fenſtern den Tann=
häuſermarſch
zu ſpielen. Aber die Tempi waren nicht ge=
rade
in Ordnung, und Wagner ſaß wie auf Kohlen, wütete
und krümmte ſich immer mehr, bis er ſchließlich die Ge=
duld
verlor und ans Fenſter ſtürzte: Masſtro langſamer,
langſamer! Dabei verſuchte er durch den Ton ſeiner
Stimme dien Tadel zu mildern und gab ſchließlich ſelbſt
den Takt an. Zum Schluß erhob man ſich und zerſtreute
ſich durch die Nachbarſäle, um zu rauchen. Wagner nahm
Mancinelli am Arm und entfernte ſich langſam, eine Vir=
ginia
im Mundwinkel haltend, ohne jedoch zu rauchen. Als
er zu einem Klavier kam, blieb er davor ſtehen, und auf
den Arm Mancinellis geſtützt, ſpielte er mit nur drei
Fingern der freien Hand ganz wunderbar das Finale der
Norma, wobei er mit einem tief traurigen Ausdruck be=
merkte
: Das kann Wagner nicht ſchreiben! Wenn man
ſo etwas machen kann dann pfeift man auf alle Harmonie=
lehren
und Möglichkeiten der Orcheſtrierung. In meiner
jugendlichen Begeiſterung folgte ich ihm immer nach, und
plötzlich benutzte ich mit einer Kühnheit, die mir im ſpäteren
Alter als einen Wahnſinn erſchienen wäre, einen Augen=
blick
des Schweigens, um das Wort an ihn zu richten und
ihm naiv zu erzählen: Auch ich, Meiſter, habe eine
muſikaliſche Trilogie geplant. Er war nicht entrüſtet
über die Kühnheit, lachte auch nicht über die Anmaßung,
ſondern fragte väterlich freundlich: Und über was für ein

Thema? Die große Erſcheinung der politiſchen Renaiſ=
ſance
in Italien, der mühſeligen und von tauſend Schwle=
rigkeiten
behinderten Schöpfung des Staatsmannes im
Einquecento des Fürſten. Es würde eine Trilogie von
hohem philoſophiſchem und patriotiſchem Gehalt, aber
realiſtiſch geſtaltet, alſo das Gegenteil von Ihrem Werk,
in dem die Philoſophie in Symbolen und Allegorien er=
ſcheint
. Nach einer kleinen Pauſe antwortete der Meiſter
mit einem Seufzer bei meinem Enthuſiasmus: Nun
ſchön, haben Sie guten Mut und kämpfen Sie! Und in
dem er eine weiße Haarlocke unter ſein klaſſiſches Samt=
barett
ſtrich, fügte er hinzu: Sehen Sie, ich kämpfe
noch.
Wer könnte den Eindruck vergeſſen, den dieſe Worte
der Entmutigung hervorriefen? Leoncavallo erzählt
dann weiter von dem Mißerfolg der erſten Aufführung
des Fliegenden Holländers der durch die Abgeſandten
eines übelwollenden Verlegers und durch eine Ungeſchick=
lichkeit
der Regie verurſacht war, am zweiten Abend ſich
aber in einen Triumph verwandelte, und ſpricht dann von
ſeiner Wallfahrt nach Bayreuth die dem jungen
Künſtler durch die Großmut der italieniſchen Verlegerin
der Werke Richard Wagners ermöglicht wurde. So konnte
ich der Wagner=Tetralogie in Bayreuth beiwohnen und er=
hielt
davon einen Eindruck, mehr von tiefer Beſtürzung
als Bewunderung; ich bekenne freimütig, daß ich faſt nichts
in dieſer Muſik verſtand, ſo weit war ſie von alledem ent=
fernt
was ich bis dahin gehört und erdacht hatte. Und ich
bemerkte damals, daß mit dieſer Tetralogie meine Tri=
logie
nichts zu tun hatte. . .

[ ][  ][ ]

ſammer 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Seite 3.

Das Armen= und Fürſorgeweſen
der Stadt Darmſtadt.

(Aus dem Bericht des Oberbürgermeiſters.)
Die mit einer ſtädtiſchen Subvention bedachte Zen=
für
Mutter= und Säuglingsfürſorge, die ihre Tätig=
ſrade
in unſerer Stadt in hervorragender Weiſe ent=
t
und auf dem Gebiete der Pflegelinderauſſicht und
Werſönlichen Arbeit bei der Berufsvormundſchaft Aus=
Wchnetes leiſtet, hat zu Beginn des Jahres für ihre
Air Kinderärzte angeſtellt. Dem Anſinnen der Zen=
, dieſen Aerzten, ſoweit ſich ihre Tätigkeit auf Kinder
Meäuglingsalter erſtreckt, die im Armenweg verpflegt
Win oder für deren eventuell nötige ärztliche
Widlung die Armenpflege aufzukommen hätte, die
Akſion der Armenärzte zu übertragen, haben wir gern
Aſochen. Es wurde damit erreicht, daß die geſamte
ſühihe Arbeit auf dem Gebiete der Säuglingsfürſorge
italiſiert und von einer Stelle aus zielbewußt und
Elſſeistlich durchgeführt werden kann.
Auf dem Gebiete der Jugendfürſorge iſt die Stelle
EirFürſorgedame bei dem Armen= und Fürſorgeamt
Mitiv errichtet und der ſeitherigen Inhaberin, Fräu=
Bradwohl, definitiv übertragen worden.
die Frage der Unterbringungsmöglichkeit jugend=
k
Mädchen, denen das Armen= und Fürſorgeamt ſich
ählrgend einer Weiſe anzunehmen hat, iſt im Laufe des
kres Gegenſtand eingehender Erörterung geworden,
Mnlaßt durch den Wunſch der beteiligten Vereine, das
bihnen gegründete Aſyl in der Mauerſtraße der Stadt
düſſe genen Verwaltung zu überlaſſen. Die Stadtverwal=
i
war nicht in der Lage, dem Wunſche zu entſprechen.
Aglaubte es nicht verantworten zu können, ſich mit
Mt unweſentlichen dauernden Ausgaben zu belaſten,
Un ſich ihr die Möglichkeit bot, durch entſprechende Ver=
Andung ihrer eigenen Einrichtungen dem ja zweifellos
ſhenden Bedürfnis abzuhelfen. Man hat in dem An=
Ien des Armenhauſes aber getrennt von dem Be
o desſelben und in dem ſtädtiſchen Pfründnerhaus
dnde luftige Räume mit entſprechender Ausſtattung
Miſtellen können, die zur Aufnahme und vorübergehen=
Verſorgung ſolcher Mädchen durchaus geeignet ſind.
Ein Aſyl in der Pallaswieſenſtraße ſteht die Wirtſchafte=
mdes
Armenhauſes vor, im Pfründnerhaus werden die
Mdchen unter Leitung des Oberverwalters und der
eſter verwendet. Für die weitere Unterbringung und
Wſorgung, für die Einleitung der erforderlichen Er=
Aunigsmaßnahmen trägt die Fürſorgedame Sorge. Die
Mrichtung hat den unbeſtreitbaren Vorteil, daß ſie die
Aelichkeit bietet, einmal die Mädchen zu geordneter Be=
Pfigung heranzuziehen, ſowie eine Differenzierung nach
A ualität der unterzubringenden Mädchen vorzunehmen,
Alio den mancherlei Gefahren vorzubeugen, die durch
Zuſammenſein ſo verſchiedenartiger Elemente natur=
büß
entſtehen müſſen. Es gereicht der Verwaltung zur
Wrderen Genugtuung, feſtſtellen zu können, daß die
Michtung den Beifall und die Zuſtimmung aller betei=
Mer Faktoren, die ſie bis jetzt geſehen haben, gefun=
hzat
.
Einem weiteren, ſchon längſt empfundenen Bedürfnis
ſhure in den letzten Jahren ebenfalls Rechnung getragen
Ien. Krankheitsfälle und andere Schickſalsſchläge
Uigen für manche Familien nicht nur äußere Not, die
Wwingt, fremde Hilfe in Anſpruch zu nehmen; ſie geben
Mauch die Veranlaſſung, daß ſich die Familiengemein
füſt auflöſt. Welche große Schäden daraus entſtehen
Abeſondere wie oft darin der Grund liegt für eine Ver=
hhrloſung
der heranwachſenden Kinder, weiß jeder, der
Megenheit hat, auch nur einen oberflächlichen Blick in
iſhe Verhältniſſe zu werfen. Die Erhaltung der Fa=
Aie iſt die vornehmſte Aufgabe jeder Fürſorgearbeit.
Mittel, das dieſer Aufgabe dient, iſt die Haus=
Alege oder Haushilfe. Die hierüber mit der
Wßh. Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſorge ge=
lüien
Verhandlungen haben zu dem Ergebnis geführt,
die Zentrale die Schaffung und Organiſation einer
hen Einrichtung übernimmt und zugleich dafür Sorge
Agidaß die ſeither ſchon in der Tätigkeit einzelner Ver=
vorhandenen
Anſätze zu dieſer Arbeit herangezogen
ſeden, um ſie zu einheitlicher Betätigung zu vereinigen
Zentrale hat ſich mit einer Reihe geeigneter Frauen
AVerbindung geſetzt, die ihr zur Ausübung der Arbeit
ſ Verfügung ſtehen. Sie engagiert die Frauen und ent=
adet
ſie in die betreffenden Haushaltungen. Die Armen=
A Fürſorgeverwaltung übernimmt für diejenigen Fälle
f entſtehenden Koſten, deren geſamte wirtſchaftlichen
ſd perſönlichen Verhältniſſe ein Einſchreiten zuläſſig er=
inen
laſſen. Daß der Stadt daraus erhöhte Aufwen=
Uügen entſtehen, liegt auf der Hand. Damit hat man
der Schaffung von Wohlfahrtseinrichtungen ſelbſtver=
lndlich
zu rechnen. Die Art der Einrichtung ſelbſt hält
Stadtverwaltung für außerordentlich zweckmäßig. Sie
Dr von Anfang an der grundſätzlichen Anſicht, daß man
Avermeiden müſſe, die Stadt ſelbſt zur Trägerin der
Unrichtung zu machen, um von vornherein die Meinung
iht aufkommen zu laſſen als handele es ſich lediglich

um eine den ſpeziellen Zwecken der Armenpflege dienende
Maßnahme.
Im übrigen hat die mannigfaltige Arbeit auf dem
Gebiete des Armen= und Fürſorgeweſens einen normalen
Verlauf genommen.
Der Geſamtaufwand entwickelte ſich natur=
gemäß
in ſteigender Linie. Die Geſamtkoſten betrugen im
Rechnungsjahre 1912 423 129,63 Mk. oder auf den Kopf
der Bevölkerung berechnet 4,79 Mk. (im Rechnungsjahr
1905 war das Ergebnis: 283982,31 Mk. oder 3,41 Mk.)
Im gleichen Zeitraum ſind jedoch auch die Erſatzpoſten
und eigenen Einnahmen geſtiegen. Sie betrugen 1912:
115 879,36 Mk., gegen rund 62000 Mk. in 1905. Ueber die
einzelnen Unterſtützungsarten iſt folgendes zu ſagen: Die
Aufwendungen für die ſtändigen Wochenunterſtützungen
hielten ſich auch dieſes Jahr wieder unter dem ſeit Jahren
beſtehenden Voranſchlagsbetrag. Es wurden an 1068
ſtändig Unterſtützte 92 491,63 Mk. verausgabt.
Auch die einmaligen außerordentlichen
Unterſtützungen haben gegen das Vorjahr nur eine
geringe Steigerung erfahren und hielten ſich in normalen
Grenzen. Sie betrugen 14336,73 Mk., gegen rund 13000
Mark im Vorjahre. Auch die Zahl der Unterſtützungen
ſelbſt iſt kleiner geworden. Der Aufwand der offenen
Armenpflege betrug, auf den Kopf der Bevölkerung aus=
gerechnet
im Jahre 1905 1,43 Mk. und für das Jahr 1912
1.51 Mk.
Etwas geſtiegen ſind die Aufwendungen in der ge
ſchloſſenen Pflege. Es hat dies ſeinen Grund in
der Steigerung der Lebenshaltung, die naturgemäß zur
Erhöhung der Pflegeſätze der einzelnen Anſtalten führen
mußte. Der Geſamtaufwand betrug, auf den Kopf der
Bevölkerung ausgerechnet, für 1905: 84 Pfg., für 1912/13:
1,04 Mk.
Am meiſten angeſtiegen ſind die Anforderungen für
die Fürſorge in Krankheitsfällen. Sie betrugen insgeſamt
in 1912: 144 227,28 Mk. (1905: 72741 46 Mk.), oder, auf
den Kopf der Bevölkerung berechnet, 1912: 1,63 Mk.. 1905:
87 Pfg. Seit 1905 wurden über 100 Prozent mehr an
Medikamenten und Stärkungsmitteln abgegeben. Die Kran=
kenhauspflege
nimmt von Jahr zu Jahr an Umfang zu:
ein Teil der Mehraufwendungen iſt allerdings verurſacht
durch die erfolgte Erhöhung des Krankenhaustarifs. Die
Krankenhauspflegekoſten beliefen ſich im letzten Rechnungs=
jahr
auf 77606,82 Mk., gegen 64149,45 Mk. im Vorjahre.
Die Anforderungen für Kurzwecke, die man vor 10
Jahren noch nicht kannte, bilden heute eine ſtändige Ru=
brik
. Sie betrugen 1912 zu Laſten der Armenkaſſe: 8856,80
Mark. aus Stiftungen: 8363,21 Mk. Insgeſamt konnten
74 Perſonen Kuren oder Heilſtättenbehandlung gewährt
werden.
Die Kinder= und Jugendfürſorge nimmt
von Jahr zu Jahr größere Formen an. Der Geſamt=
koſtenaufwand
betrug 1905: 8186.03 Mk., 1912: 19 263,71
Mark, oder, auf den Kovf der Bevölkerung ausgerechnet,
1905: 9 Pfg., 1912: 22 Pfg. Die Zahl der Armenpflege=
kinder
betrug 179, wovon 107 in der Stadt und 72 auf
dem Lande untergebracht waren, mit einem Geſamtkoſten=
aufwand
von 14 392,86 Mk.
Auf Grund des Geſetzes über die Zwangserziehung
müſſen zurzeit 383 Zöglinge verſorgt werden, und zwar
303 in Familien und 80 in Anſtalten.
Hand in Hand mit der kommunalen Jugendfürſorge
geht die Berufsvormundſchaft. Die von dieſer zu leiſtende
Arbeit läßt ſich in zwei Arten gruppieren: die rechtliche
Vertretung des Mündels und die perſönliche Fürſorge
des Kindes. Es beſtehen zurzeit 640 Vormundſchaften
An Alimenten ſind ſeit Beſtehen der Berufsvormundſchaft
(1. Juli 1908) insgeſamt 14506294 Mk. eingezogen wor=
den
, wovon 83996,83 Mk. verzinslich angelegt werden
konnten.
* Vom Hofe. Fürſt und Fürſtin zu Solms=Lich,
ſowie Fürſt und Fürſtin zu Leiningen nehſt Prinzeſſin=
Tochter ſind am Freitag abgereiſt. (Darmſt. Zta.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Generalleutnant
Freiherrn v. Lüttwitz, Kommandeur der Großh. Heſſ.
(25.) Diviſion, den Oberleutnant Freiherrn von Loén
von der Reſerve des Güraſſier=Regiments Herzoa Eugen
von Mürttemberg (Weſtpreußiſches) Nr. 5, kommandiert
zur Dienſtleiſtung beim Garde=Dragoner=Reaiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Architekten Profeſſor Körner,
den Regierungsrat Dr. Michel, den Kanzleidiener i. P.
Dubberke, den Förſter Robert vom Forſthaus Heide, den
Kommerzienrat Helle von Mainz, den Profeſſor Geyer
von Gießen, den Profeſſor Dr. Bonin von Worms, den
Pfarrer Correvon von Frankfurt a. M., den Forſtmeiſter
Stephan von Groß=Bieberau, den Direktor Dr. Knapp
von Umſtadt, den Oberlandesgerichtsrat Holzapfel, die
Pfarrer Müller und Fuldat von Offenbach a. M., den
Geh. Juſtizrat Dr. Oppenheim und den Geh. Kommerzien
rat Hommel von Mainz, den Schulrat Backes von Groß=
Gerau: zum Vortrag den Staatsminiſter v. Ewald
den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Kabinettsſekretär Dr. Wehner.

. Krankenverſicherung der Dienſtboten. Es ſei noch=
mals
darauf hingewieſen, daß die Dienſtboten ſeit dem
1. Januar 1914 Mitglieder der Allgemeinen
Ortskrankenkaſſe ſind. Die Krankmeldung ge=
ſchieht
jetzt nach den für die Mitglieder dieſer Kranken=
kaſſe
geltenden Beſtimmungen. Der erkrankte Dienſtbote
ſucht nicht, wie ſeither, das Städtiſche Krankenhaus auf,
er wendet ſich vielmehr an das Bureau der Allgemeinen
Ortskrankenkaſſe, Blumenthalſtraße 7. Dort wird ihm ein
Ausweis behändigt, auf dem die Aerzte verzeichnet ſind.
die in Anſpruch genommen werden können. Mit dieſem
Ausweis begibt ſich der Erkrankte zu dem von ihm aus=
gewählten
Arzt. In dringenden Fällen kann der Ausweis
nachgeholt werden. Bei Unglücksfällen oder wenn ſonſt
Gefahr im Verzuge iſt, kann zur erſten Hilfeleiſtung der
Arzt genommen werden, der am ſchnellſten zu erreichen
iſt, auch wenn er nicht Kaſſenarzt iſt. Ein ferneres Ver=
bleiben
in deſſen Behandlung kann aber nur auf Koſten
des Erkrankten ſtattfinden.
* 4prozentige Offenbacher Stadtanleihe. Wie aus
dem Anzeigenteil der Nummer 16 vom Freitag erſichtlich
iſt, findet auf die neue 4prozentige, bis 1920 unkündbare,
reichsmündelſichere Anleihe der Stadt Offen=
bach
a. M. von 1914, I. Serie im Betrage von 7000000
Mark, am 20. Januar die Zeichnung zum Preiſe von 93,75
Prozent am hieſigen Platze bei der Bank für Handel
und Induſtrie, Landgraf=Philipp=Anlage Nr. 6 und
deren Abteilung Wilhelminenſtraße 14, ſtatt. Nach dem
Stand am 1. April 1913 betrug das reine Vermögen der
Stadt rund 18,5 Millionen Mark. Die ordentlichen Ein=
nahmen
beziffern ſich nach dem Voranſchlag für 1913 auf
rund 8800000 Mark; hierin ſind an Gemeindeumlagen
rund 5 100000 Mark enthalten.
Vom Großh. Hoftheater. Am Dienstag nimmt
der Grillparzer=Zyklus mit der Neuinſzenierung
von Medea ſeinen Anfang. Die Vorſtellung, zu welcher
die kleinen Preiſe gelten, gehört der Abonnementſerie A
und beginnt um 7½ Uhr. Die Zykluskarten für
die vier Grillparzer=Abende gelangen bis ein=
ſchließlich
Dienstag an der Tageskaſſe des Hoftheaiers
zur Ausgabe. Am Tage der Vorſtellung beginnt der Kar=
tenverkauf
für die Einzelvorſtellungen. Die ſzeniſche Lei=
tung
der Medea hat Regiſſeur Hacker. Die Titelrolle
wird von Hertha Alſen zur Darſtellung gebracht werden.
Am Mittwoch gehen Cavalleria ruſticana und Bajäzzo
als B=Abonnementsvorſtellung in Szene. Die nächſte Vor=
ſtellung
des Grillparzer=Zytlus Die Ahnfrau iſt für
Freitag anberaumt. Am Donnerstag findet die
erſte Wiederholung des neuen Schwanks Der Feldheren=
hügel
von Rößler und Roda Roda ſtatt.
Das Künſtlerfeſt, das am Samstag, den 31. Januar,
in ſämtlichen Räumen des Städtiſchen Saalbaus ſtattz=
finden
wird, bietet im erſten Teil ein großſtädtiſches
Varieté=Programm, das ausſchließlich von Mit=
gliedern
des Großh. Hoftheaters beſtritten
werden wird. Von den Darbietungen mögen bereits er=
wähnt
werden die internationale Ringkampfkonkurrenz,
das einmalige Gaſtſpiel eines berühmten Mimikers und
Verwandlungskünſtlers, das Auftreten eines indiſchen
Hexenmeiſters, die Darſtellung lebender Statuen uſw. Der
zweite Teil des Feſtes bringt die beliebten Attcaktionen,
wie z. B. das Kabarett, das Münchener Oktoberfeſt, das
Karuſſell. Der Feſtausſchuß veranſtaltet eine Schön=
heitskonkurrenz
, zu welcher von den erſten Firmen
der Stadt und Privatleuten zahlreiche wertvolle Preiſe
geſtiftet wurden. In den nächſten Tagen gelangen die
Preiſe für die Schönheitskonkurrenz zur öffentlichen Aus=
ſtellung
. Auch der Vorverkauf für das Feſt, für welches
ſich in dieſem Jahre ein außergewöhnlich lebhaftes In=
tereſſe
kundgibt, wird in den nächſten Tagen eröffnet wer=
den
, und zwar werden Eintrittskarten im Vorverkauf bet
den Firmen Gg. Thies. Nachf. L. Schutter, Eliſabethen=
ſtraße
(Saal= und Eſtradekarten), und bei Heinrich Ar=
nold
Wilhelminenſtraße (Vorſaal= und Galeriekarten)
erhältlich ſein.
* Wehrbeitrag. Der Kaufmänniſche Verein macht,
wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, ſeine Mitglieder auf
den am Dienstag, den 20. Januar, abends halb 9 Uhr, im
Kaiſerſaal ſtattfindenden Vortrag des Bankprokuri=
ſten
Seipp=Darmſtadt üher den Wehrbeitrag aufmerkſam
und empfiehlt den Beſuch dieſer aktuellen Veranſtaltung
Für Kaufleute iſt von beſonderem Intereſſe, wie die Be=
triebsvermögen
, dem eine beſondere Rubrik in dem Dekla=
rationsformular
gewidmet iſt, berechnet werden muß.
Ueber das gleiche Thema hat vor einiger Zeit Herr Han=
belskammerſyndikus
Dr. Human bereits geſprochen. Lei
der waren damals die Formulare für die Vermögenser=
klärung
noch nicht verſchickt. Der mehrfach geäußerte
Wunſch, den Gegenſtand nochmals an der Hand des For=
mulars
erläutert zu ſehen, gab den Anlaß zu dem neuer=
lichen
Vortrag, an den ſich eine Ausſprache ſchließen ſoll.
Es empfiehlt ſich, die erhaltenen Formulare mitzubringen.
Der Vortrag iſt allen Intereſſenten Damen und Herren
zugänglich. Bekanntlich müſſen die Erklärungen bis
zum 28. Januar abgegeben werden.

Feuilleton.

CK. Drahtloſe Telegraphie auf der Flugmaſchine.
Achtige drahtloſe Verſuche mit Flugmaſchinen ſind in
rr letzten Zeit von Marconi gemacht worden. Ein
gbßer Zweidecker, der mit einem verbeſſerten drahttoſen
parat ausgeſtattet iſt und einen Piloten ſowie einen
Blegraphiſten trägt, macht in der Gegend des Flugplatzes
bin Hendon ſeine Flüge. In einer großen Entfernung iſt
ehe drahtloſe Station angelegt, die nun mit dem Flug=
gſparat
in Verbindung tritt. Die vorläufigen Schwierig=
kten
beſtehen vor allem in der Schwere des Apparates,
de der eines Paſſagiers gleichkommt, und in der An=
hſingung
der Drähte, die bei dem Flug hinter dem Flug=
zug
hergeſchleift werden müſſen, um die Botſchaften auf=
Anehmen. Dabei beſteht immer die Gefahr, daß dieſe
ligen Drähte ſich in den Propeller verwickeln und ein
iglück hervorrufen, beſonders bei Maſchinen, an denen
de Schraube hinter den Piloten iſt. Marconi hofft jedoch,
die Verbindung auch ohne die lang nachſchleppenden
Jähte herſtellen zu können, die bequem zwiſchen den
Fagflächen angebracht werden. Ein ſchweres Hindernis
hi der Aufnahme der Nachrichten liegt auch darin, daß
ds Geräuſch der Maſchine die Hörbarkeit der Signale
ſhr abſchwächt und der Telegraphiſt ſie ſchwer hören kann.
Joch hofft man, dieſen Fehler durch die Erfindung eines
bſonderen Helms zu beſeitigen, der alle fremden Ge=
ſüſche
ablenkt und durch den die elektriſchen Signale direkt
gleitet werden.
Neue Tänze aus dem alten China. Während der
Lngo noch recht lebendig iſt, wird ihm ſchon ein Nach=
ſilger
beſtimmt, und zwar geſchieht dies in offizieller
ſorm von der Pariſer Akademie der Tanzlehrer, die einen
tuen Modetanz ankündigt, der alle Reize des Tango

haben ſoll ohne ſeine Fehler. Dieſe neue choresgra=
phiſche
Botſchaft kommt aus dem Lande, das der modernen
Welt ſchon ſo manches Kulturgeſchenk gemacht hat aus
China. Der mutmaßliche Ueberwinder des Tango iſt der
Ta=Tao, was im Chineſiſchen Die große Harmonie‟
bedeutet. Dieſer ſchon ſeit dem Jahre 2450 v. Chr. in
China beliebte Tanz iſt ein langſames anmutiges Schrei=
ten
voll merkwürdiger Pas und langgedehnter knirender
Bewegungen. Die ganze Haltung des vieltauſendjährigen
Tanzurvaters atmet gehaltene Würde Er iſt durchaus
nicht ſinnlich. Die franzöſiſchen Choreographen heben
beſonders hervor, daß bei dieſem Tanz der Herr die Dame
nicht um die Taille faßt, ſondern daß die Beiden ſtets eiwa
12 Zoll voneinander entfernt bleiben. Ein anderer Vor=
zug
vor dem Tango iſt der, daß der Ta=Tao niemals
entarten kann; davor ſchützt ihn die ſtrenge und feſte
Regelmäßigkeit ſeiner Touren. Der Herr ſteht der Dame
gegenüber und hält ihre beiden Hände in den ſeinen, wo=
bei
er Daumen und Zeigefinger aufwärts geſtreckt hat. In
langſamen Schwingungen gleiten dann die Paare würde=
voll
dahin, von einer harmoniſchen langſamen Muſik be=
gleitet
. Aber dieſer feierlichen Promenade, die an das
Menuett erinnert, ſind doch auch Bewegungen des Tango
eigen, das Beugen der Knie, das Niederknien, das hier eine
Art Knix iſt, das Schleifen der Füße und das Balancieren
auf einem Fuß. So wäre alſo der Ta=Tao wirklich der
Idealtanz und nach ihm ſoll dann noch ein anderer chine=
ſiſcher
Tanz eingeführt werden Die große Hya ein
Rundtanz für mehrere Paare mit verſchiedenartigen
Schritten, dem man ebenfalls große Popularität verheißt.
* Die Frau in der Diplomatie. Die erſte Frau, die
berufen iſt, einen diplomatiſchen Poſten zu bekleiden, iſt
ſoeben in Chriſtiania ernannt worden. Frl. Henriette
Hoegh, eine ſchöne Frau von 27 Jahren, hat den Poſten
einer erſten Sekretärin bei der mexikaniſchen Geſandtſchaft

in Chriſtiania erhalten. Vor zwei Jahren beendete Frl.
Hoegh ihre akademiſchen Studien, die ſie zum Teil auch
in Deutſchland machte. Als erſte Geſandtſchaftsſekretärin
wurde ihr ſogar das Tragen der Uniform geſtattet, aus=
genommen
der Galadegen und die goldbetreßten Hoſen.
B. Die Mode der Halsketten. In manchen Nüancen
der Toilette entfaltet die Mode in dieſem Jahr eine über=
raſchende
und anmutige Mannigfaltigkeit. So hat die
Schleife in den künſten Formen japaniſcher Bindekunſt
bei uns Anhängerinnen gefunden, und nun tritt die Hals=
tette
als ebenbürtige Rivalin auf, um der Damenkleidung
einen neuen aparten Reiz zu verleihen. Auch hier ein
Einfluß des Orients in der Vorliebe des ſtarren Prunks
und leuchtender Buntheit. Die großen Kugelketten waren
lange Zeit als unfeiner Plunder verachtet worden; heute
entwickelt die Dame gerade in dieſem auffälligen Schmuck
eine pikante Originalität. In wenigen Monaten iſt dieſe
Mode in London auf ihrem Höhepunkt angelangt. Die
Auslagen der Juweliere ſind voll von unzähligen For=
men
dieſer Ketten, die für wenige Mark und für viele
Hunderte gekauft werden können. Einer beſonderen Vor=
liebe
erfreut ſich der Bernſtein. Die Nachfrage iſt ſo
ſtark, daß die Preiſe für Bernſtein in den letzten drei Mo=
naten
um mehr als 25 Prozent in die Höhe gegangen
ſind. Die reichſten Ariſtokratinnen Englands haben ſich
ganze Sammlungen von koſtbaren Halsketten angelegt, an
denen die Steine nicht bunt, nicht leuchtend und groß ge=
nug
ſein können. Den Anlaß zum Tragen dieſer ſchweren
und prächtigen Schmuckſtücke gab zunächſt die halsfreie
Mode und bald haben die Damen bemerkt, daß man auf
dieſe Weiſe eine perſönliche und beſondere Note in die
Kleidung bringen kann. Und die Frau ſucht ja in unſerer
gleichmachenden Zeit gerade ſolche Dinge mit Eifer auf, in
denen ſie den individuellen Zauber ihrer Erſcheinung er=
höhen
und xecht originell ſein kann.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Nummer 18.

* Der Kampf um den freien Sonntag. Der gegen=
wärtig
im Reichstag zur Verhandlung ſtehende Geſetz=
entwurf
der reichsgeſetzlichen Sonntags
ruhe hat in den Kreiſen der Geſchäftsinhaber und An=
geſtellten
bittere Enttäuſchung hervorgerufen. Die So=
ziale
Arbeitsgemeinſchaft der Kaufmänniſchen Verbände
hat deshalb für dieſe Woche eine große Proteſtver=
ammlung
vorbereitet, um ganz beſonders gegen den
§ 18 und deſſen Nachſatz Stellung zu nehmen. In dieſer
Verſammlung wird vorausſichtlich der Reichstagsabgeord=
nete
Marquart, einer der Führer der Verbände,
ſprechen.
C) Matinee Heſſe=Schramm im Saale Zur Traube‟.
Auf die heute vormittag um 11 Uhr im Saal des
Hotels Zur Traube ſtattfindende Matinee der Lie=
der
= und Oratorienſopraniſtin Anna Heſſe und des
Pianiſten Paul Schramm wird hierdurch nochmals
hingewieſen.
2) Gertrud Leiſtikow, die ebenſo eigenartige wie künſt=
leriſch
intereſſante Tanzkünſtlerin, die bekanntlich
in vergangener Saiſon auf Einladung der Freien Lite=
rariſch
=Künſtleriſchen Geſellſchaft ein Gaſtſpiel mit größ=
tem
Erfolge bei Publikum und Preſſe abſolvierte, wird,
wie wir hören, demnächſt hier im Städtiſchen Saalbau
einen eigenen Tanzabend veranſtalten. Weitere
Mitteilungen folgen.
* Das Künſtlerpaar Lieſelott und Konrad Berner,
das mit großem Erfolge in vielen Großſtädten Deutſch=
lands
konzertiert hat, wird zum erſten Male in Darmſtadt
am Montag, den 26. Januar, im Saal des Hotels Zur
Traube ein Konzert veranſtalten, in welchem Lieder
zur Laute und Viola d’amour, ſowie Soli für Viola
damour und Violine von Paganini uſw. zu Gehör
kommen.
* Der Frauenverein der Johannesgemeinde veranſtal=
tet
ſein diesjähriges Konzert zum Beſten ſeinee
Kinderanſtalten am Sonntag, den 15. Februar,
nachmittags 5 Uhr, in der Johanneskirche. Bei demſelben
werden als Soliſten die Großh. Hofopernſängerin Fräu=
lein
Anna Jacobs (Alt), Fräulein Gectrud Schäfer
(Violine) aus Frankfurt und Herr Hoforganiſt Reallehrer
H. Müller (Orgel) mitwirken. Außerdem ſingt der
Kirchengeſangverein der Gemeinde unter Leitung des
Herrn Hofmuſikers Adam verſchiedene Chöre. Am 27.
Januar hält der Frauenverein einen Vortragsabend ab,
bei welchem Herr Pfarrer Liz. Lueken aus Frankfurt
einen Lichtbildervortrag im Gemeindehaus halten wird
über: Die religiöſe Revolution in China‟ Der Vortrag
iſt jedermann zugänglich. Nähere Anzeigen erfolgen in
den Blättern.
* Die Nationalliberale Partei veranſtaltet am Mitt=
woch
, den 21. Januar, abends halb 9 Uhr, im Kaiſerſaal
(Grafenſtraße) eine öffentliche Verſammlung, in
der Referendar Eduard Dingeldey über die Reichs=
finanzpolitik
ſprechen wird (vgl. Anzeigen und Plakate)
Die Verſammlung hat nicht etwa den Zweck, die Steuer=
technik
und die Einzelbeſtimmungen der jüngſt entſtandenen
Geſetze über den Wehrbeitrag uſw. zu erörtern. Das iſt
in Vorträgen und in der Preſſe ausgiebig geſchehen. Viel=
mehr
ſoll die finanzpolitiſche Entwickelung im Reich, die
Frage der Beſitzſteuern und der indirekten Steuern, kritiſch
gewürdigt werden. Die politiſchen Probleme, die den
Reichstagswahlkampf beherrſchten, die finanzpolitiſche und
damit eng verbunden die allgemein=politiſche Entwicklung
im Reich ſeit der Reichsfinanzreform ſoll zur Diskuſſion
geſtellt werden. Eine freie Ausſprache gibt uuch
den Gegnern der Nationalliberalen Partei Gelegenheit zur
Vertretung ihres Standpunktes.
* Darmſtädter Schwimmklub Jung=Deutſchland,
18. Januar. Zu den vielen Welt= und deutſchen Meiſtern,
die am Start ves Schwimmfeſtes zu erwarten ſind, geſellt
ſich nun ein weiterer. Nach telegraphiſcher Nachricht ſtar=
tet
auch Lützow vom Magdeburger Schwimmklub 1896,
der vielfache Meiſter im Bruſtſchwimmen, der mit einer
Mannſchaft ſeines Klubs im Herbſt dieſes Jahres in Eng=
land
war und dort die Engländer auf der ganzen Linie
geſchlagen hat; ebenſo ſtartet noch der erſte Frankfurter
Schwimmklub, der in Vogeley und Korten zwei der ſchnell=
ſten
Schwimmer, der eine auf lange, der andere auf kurze
Strecken, beſitzt. Die Begegnung der Meiſter Bretting,
Lützow, Luber und Lang mit den Frankfurter Schwim=
mern
dürfte zu ſpannenden Kämpfen führen. Zahlreich
ſind die Ehrenpreiſe, die dem Klub geſtiftet wurden.
Außer dem Ehrenpreis Sr. Königl. Hoheit des
Großherzogs und des Prinzen Otto zu
Schaumburg=Lippe ſind noch Preiſe geſtiftet von
dem Herrn Oberbürgermeiſter der Stadt Darmſtadt, den
Herren Kommerzienräten L. und E. Trier, dem Gymna=
ſialſchwimmverein
Wiesbaden, von Herrn Geheimrat
Münch, von Herrn Profeſſor Dr. Maurer, von Herrn
Hotelbeſitzer Reuter, von Herrn Hotelbeſitzer Tröller, von
Frau Greiner, von Frau Max Sander, von Herrn L.
Vietor, von der Penſion W., von Herrn Leutnant von
Moßner, von Herrn General Freiherrn von Heyl, von
der Ortsgruppe des Bezirks Darmſtadt=Stadt des Jung=
Deutſchlandbundes, von Herrn Stud. Reichenheim, von
Frau Oberlandesgerichtsrat Pfannmüller u. a. Die Ehren=
preiſe
ſind in dem Schaufenſter der Firma E. und L.
Trier, Wilhelminenſtraße, ausgeſtellt. Nach alledem
verſpricht das Feſt ein beſonders glanzvolles zu werden,
und es empfiehlt ſich, ſich alsbald bei dem Verkehrs=
bureau
oder an der Kaſſe des Hallenſchwimmbades mit
Karten zu verſehen.
* Der Damenfriſeur= und Perückenmacher=Gehilfen=
Verein weiſt nochmals auf ſein neuntes Stiftungs=
feſt
im Kaiſerſaal hin. Der Kartenverkauf hat ſchon
begonnen. Nach Schluß des Programms findet Ball ſtatt.
(S. Anzeige.)
K. Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Darmſtadt.
Wie aus dem Anzeigenteil hervorgeht, wird am Diens=
tag
, den 20. Januar, der V. H. C.=Wandermeiſter Herr
Meiſinger im Saale der Landesbaugewerkſchule
Neckarſtraße 3 (Eingang links vom Gewerbemuſeum)
einen Lichtbilder=Vortrag über ſeine im vergan=
genen
Sommer quer durch die Alpen unternommene Wan=
derfahrt
halten. Der Vortrag wird Zürich, Davos und
das Unter=Engadin berühren, ſodann eine Schilderung
einiger größerer Touren in den Ortleralpen (Payerhütte,
Schaubachhütte, Schöntaufſpitze) geben. Weiter geht es
dann über Meran und Bozen zum Gardaſee; auf der Rück=
fahrt
wird noch die Starkenburg=Hütte in den Stubaier
Alpen, Innsbruck und München beſucht. Zu dieſem hoch=
intereſſanten
Vortrag, der durch etwa 120 Lichtbilder, dar=
unter
zahlreiche farbige, illuſtriert wird, werden die Mit=
glieder
nebſt Angehörigen und Freunde der V. H. C.
Sache eingeladen.
* In Amerika verſtorbene Heſſen. Nach kurzem Lei=
den
ſtarb am 25. Dezember in Brooklyn. N. Y., Frau
Maria Eliſabetha Moritz, geborene Reichwein, im
Alter von 78 Jahren. Die Entſchlafene war aus Als=
Aus Saginaw,
feld, Heſſen=Darmſtadt, gebürtig.
Mich., wird unterm 18. Dezember berichtet: Frau Mary

Himmelein ſtarb Montag nacht in ihrem Hauſe an Alters=
ſchwäche
. Sie war 1826 im Kreiſe Alzey, Rheinheſſen,
geboren und hatte ſich in Neu=York mit Georg Himmelein
verheiratet. Nach dem Tode ihres Gatten war ſie nach
Saginaw gekommen.
* Damen= und Herrenſitzung des Großen Rats der
Turngemeinde. Der Vorverkauf für die heute, Sonntag,
zur närriſchen Zeit 7.11 Uhr, im Feſtſaal der Turnhalle
am Woogsplatz beginnende große und glanzvolle
Damen= und Herrenſitzung des Großen Rats der
Turngemeinde hat gut eingeſetzt, ſo daß ein guter Beſuch
der Veranſtaltung zu erwarten iſt. Das vielſeitige und
reichhaltige Programm bürgt dafür, daß ein paar Stun=
den
heiterer karnevaliſtiſcher Luſt geboten werden. Die
Saalöffnung erfolgt um 6 Uhr. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Man ſchreibt uns:
Das große Ereignis der Karnevalſaiſon iſt be=
kanntlich
allein die von allen Narrhalleſen ſtets
mit Spannung und freudiger Ungeduld erwartete
große glanzvolle Damen= und Herren=
Sitzung. Es bedarf keiner beſonderen Betonung,
daß dieſe Sitzung alle ſonſtigen karnevaliſtiſchen Veran=
ſtaltungen
hell überſtrahlt. Das iſt naturgemäß, denn wer
jemals einen Blick hinter die Kuliſſen zu werfen Ge=
legenheit
hatte, der weiß, daß die Vorbereitung und Durch=
führung
einer ſo großzügig angelegten Sitzung, wie es die
der Karnevalgeſellſchaft Narrhalla ſtets ſind eine ungeheure
Summe an Arbeit und Opfer an Zeit und Geld erfor=
dern
; daß dieſe Arbeit, bei der ſo viel Takt zu wahren
und ein großer Apparat in Bewegung zu ſetzen iſt, lange
Erfahrung im karnevaliſtiſchen Tun. genaueſte Kenntniſſe
der kommunalen Verhältniſſe und last not least Humor
und Witz und Satire vorausſetzen und daß dieſe Arbeit
ſich nicht ſo neben anderen Vereinsgeſchäften erledigen
läßt, ſondern die ganze Leiſtungsfähigkeit des Komitees
in Anſpruch nimmt, ſoll die Sitzung wirklich großzügig
und rein karnevaliſtiſch durchgeführt werden. Die Ga=
rantie
hierfür bietet in weiteſtgehendem Maße die Karne=
valgeſellſchaft
Narrhalla, deren einzige große
Damen= und Herren=Sitzung am Sonn=
tag
, den 1. Februar, im Städtiſchen
Saalbau ſtattfindet, worauf ſchon jetzt hingewieſen ſei.
Es wird ganz Hervorragendes geboten werden, ſowohl
auf redneriſchem wie muſikaliſchem und karnevaliſtiſch=
künſtleriſchem
Gebiete, welch letzteres die Narrhalla be=
kanntlich
beſonders pflegt. Weitere Mitteilungen folgen
demnächſt.
* Karneval im Hanauer Hof. Man ſchreibt uns: Die
karnevaliſtiſchen Veranſtaltungen im Brauerei=Ausſchank
Hanauer Hof erfreuen ſich jeden Sonntag eines ſo regen
Beſuches, daß für mehr Sitzgelegenheit geſorgt werden
mußte. Das jeweils Gebotene iſt auch tatſächlich äußerſt
amüſant, witzig und reichhaltig; Jung und Alt machen
ſtets mit, dem Humor iſt Tür und Tor geöffnet. Um dem
Ganzen das richtige Gepräge zu geben, ſoll jetzt jeder Be=
ſucher
, ob männlich oder weiblich, ſich mit Karnevalsab=
zeichen
verſehen. Das aus Stammgäſten beſtehende rüh=
rige
Komitee hat ſich in uneigennütziger Weiſe in den
Dienſt der Sache geſtellt und iſt ſtets beſtrebt, immer etwas
Neues, Urwüchſiges und jedem etwas zu bieten, was ihm
bis jetzt auch gelungen iſt. Von nun an fungiert als Con=
ferencier
und Stimmungsmacher der bekannte Lokalhumo=
riſt
Auguſt Heldmann, genannt die Spargel, der mit
den neueſten Schlagern aufwarten wird. Daß es Meiſter
Mickley mit ſeiner vortrefflichen Artilleriekapelle, die er
perſönlich dirigiert, nicht fehlen läßt, ſein Beſtes zu bieten,
iſt ſelbſtverſtändlich. Zu dem heutigen rheiniſchen
Karnevalsfeſt iſt außerdem noch das rühmlichſt be=
kannte
Rheingold=Quartett gewonnen worden.
welches durch ſeine beſten humoriſtiſchen Geſänge wohl
einen Glanzpunkt des Abends bilden dürfte.
* Orpheum. (Max Walden=Enſemble.) Die letzten
Aufführungen der Operette Das Farmermäd=
chen
finden heute, Montag und Dienstag ſtatt. Mitt=
woch
, 23. Januar, geht als aktuelle Neuheit erſtmalig die
Geſangs= und Tanzpoſſe Nu ſchlägts 13 in Szene, worin
u. a. der Tango vom geſamten Perſonal getanzt wird.
(Siehe Anzeige.)
* Im Märchenlande. Nun ſind auch die ſchönen Stun=
den
im Märchenlande bald zu Ende. Sonntag und Mon=
tag
ſind die letzten Märchenvorführungen von
Heinz Weila, und wer die letzten Tage mit dem ſchönen
neuen Programm noch einmal benutzen will, der verſäume
dieſe Gelegenheit nicht, denn nicht ſo ſchnell wird ſie für
Darmſtadt wiederkehren. In anderen Städken werden
auch dieſe Bilder gewünſcht, und ſo wird Heinz Weila,
welcher zuerſt gar nicht ſo lange hat in Darmſtadt) bleiben
wollen, weiter wandern und ſein Scheiden wird ſicher leb=
haft
bedauert von allen, welche den tieferen Wert ſeiner
Veranſtaltung empfunden haben und den Kindern gern
dieſe ſchönen Stunden im Märchenlande von Herzen
gönnten.
* Konzerte. Rummelbräu. Wie bereits bekannt
konzertiert am Sonntag, 18. Januar, abends 8 Uhr, die
Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Herrn
Obermuſikmeiſter Webers Leitung. Das Programm iſt
populär gehalten und bringt für jeden etwas. Beſonders
intereſſieren dürfte eine Novität, betitelt: Mein Para=
dies
Walzerlied von Leopold Maaß, welches der Firma
M. Steiner und Sohn (Paradies=Bettenfabrik) in Fran=
kenberg
gewidmet iſt. Dieſes Stück erhält jeder Beſucher
obigen Konzerts für Klavier gratis überreicht. (Siehe
auch Anzeige.)
Ludwigshöhe. Heute Sonntag konzertiert die
Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Herrn
Obermuſikmeiſter Webers Leitung. Das Programm iſt
zum Teil aus dem Anzeigenteil erſichtlich. Mein Pa=
radies
Walzerlied von Leopold Maaß ein reizen=
des
Stückchen wird für Klavier an die Beſucher gratis
verteilt. Die oberen Räume ſind für Nichtkonzertbeſucher
reſerviert. (Siehe auch Anz.)
Schützenhof. Die humoriſtiſchen Sonntagskonzerte
erfreuen ſich eines außerordentlich guten Beſuches. Es
findet wiederum am Sonntag, den 18. Januar, von halb 6
Uhr ab bei freiem Eintritt ein Konzert ſtatt. (S. Anz.)
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expedi=
tion
(Rheinſtraße 23) ſind folgende Bilder neu ausgeſtellt:
Militäriſche Hilfsmannſchaften im Ueberſchwemmungs=
gebiet
an der Oſtſee. Winter im Jungfraugebiet; grön=
ländiſche
Polarhunde in der Schweiz. Nordanſicht von
Valona in Albanien Empfang katholiſcher Geſellen aus
Deutſchland durch Papſt Pius X. in Rom.
* Schlachtungen. Nach dem Monatsberichte des
Fleiſchbeſchauamts ſind während des Monats Dezember
im hieſigen Schlachthaus geſchlachtet worden: 140
Ochſen, 2 Bullen, 282 Kühe, 20 Jungrinder, 1007 Kälber,
2651 Schweine, 213 Schafe, 6 Ziegen und 25 Pferde.
Beanſtandet wurden: 85 Ochſen, 198 Kühe, 10
Jungrinder, 1* Kälber, 470 Schweine, 65 Schafe und
5 Pferde. Minderwertig wurde erklärt das Fleiſch
von: ¾ Ochſen, 6¾ Kühen, 1 Jungrind und 9¾ Schweinen.

Bedingt tauglich war das Fleiſch von: Ochſen,
Kühen, ½ Kälbern und ¾ Schweinen. Untaug=
lich
waren: 2 Kühe, 1 Jungrind, 1511 Organe, 176 kg
Fett und 68 kg Fleiſch von 849 Tieren. Auf
Trichinen wurden unterſucht: 2661 im Schlachthaus
geſchlachtete Schweine, ſowie 4142 kg für hieſige Metzger
eingeführtes friſches Fleiſch von 211 Schweinen Der
Nachunterſuchung unterzogen wurden: 673. Sen=
dungen
eingeführtes Fleiſch, enthaltend: 11357.kg
Rindfleiſch, 4373 kg Schweinefleiſch, 250 kg Kalbfleiſch,
690 kg Hammelfleiſch, 401 kg Ziegenfleiſch und 335kg
Pferdefleiſch.
8 Zimmerbrand. Am Freitag nachmittag kurznch
4 Uhr iſt im Hauſe Martinſtraße Nr. 64 ein Zimm
brand ausgebrochen, welcher durch die Hausbewohn
isbald wieder gelöſcht wurde. Die herbeigerufene Feue
wehrwache hatte nicht mehr in Tätigkeit zu treten.

Provinzialausſchuß.

g. Die Stadtverordneten=Verſammlung zu Darmſtadt
hatte am 16. November 1911 den Ausbau des Wei=
terſtädter
Weges zu einer Straße in bauplanmäßi=
ger
Breite beſchloſſen, da ſich, beſonders auch ſeit Eröffnung
des neuen Bahnhofs, der Verkehr, insbeſondere
der Fuhrwerksverkehr, in ganz erheblicher Weife geſteiger
hatte. Die Vergrößerung des dortigen Induſtrieviertels
dürfte auch in Zukunft weitere Fortſchritte machen. Die
Koſten der zu der Verbreiterung der Straße benötigten
Geländeflächen haben nach den beſtehenden Beſtimmungen
die anliegenden Grundbeſitzer für eine Straßenbreite bis
zu 16 Meter zu tragen, während der Aufwand über dieſe
Breite hinaus durch die Stadt zu übernehmen iſt. Da
die Straße 20 Meter Breite betragen ſoll, handelt es ſich
um Streifen von 4 Metern. Die beteiligten Grundbeſitzer
haben die unentgeltliche Abtretung abgelehnt. Um
eine gütliche Einigung zu erzielen, bot die Stadt den
Eigentümern Preiſe an, die zwiſchen 27 Mark für den
Quadratmeter ſchwanken. Auf dieſer Grundlage kam mit
einer Anzahl Grundeigentümer eine Einigung zuſtande,
Nur etwa 7 Grundbeſitzer waren damit nicht einverſtanden;
zum Teil verlangen ſie weſentlich höhere Beträge, zum
Teil ſind ſie im Termin überhaupt nicht erſchienen. Der
Provinzial=Ausſchuß erkannte dahin, die Entſcheidung
wird am 14. Februar verkündigt werden.
Der Ortsarmenverband Reichelsheim
i. Odw. klagt gegen den Ortsarmenverband Ober=
Schönmattenwag wegen Erſtattung von Unter=
ſtützungskoſten
für die Jakob Antonioli Witwe in
Reichelsheim. Die Witwe Antonioli iſt in Reichelsheim
ſeit 1908 wohnhaft. Durch zwei Entſcheidungen des Kreis=
ausſchuſſes
, zuletzt am 29. Dezember 1912, wurde feſtge=
ſtellt
, daß Ober=Schönmattenwag der Unterſtützungswohn=
ſitz
iſt. Da Ober=Schönmattenwag beantragte, die Unter=
ſtützungsbedürftige
nach Italien auszuweiſen, erklärte dieſe
am 15. April, auf die Unterſtützung verzichten zu wollen,
Da jedoch ihr Sohn lange Zeit arbeitslos wurde, ward
ſie wieder unterſtützungsbedürftig und erhielt ſeit dem
1. April 1913 eine bare Unterſtützung von 1,50 Mark pro
Woche, und im Winter muß dieſe Unterſtützung verdoppelt
werden. Ferner ſind Arztkoſten in Höhe von 27,50 Marl
und Apothekerkoſten von 29,85 Mark entſtanden, ſo daß
Reichelsheim dieſe Auslagen von Ober=Schönmattenwag
zurückverlangt. Der Provinzialausſchuß beſchließt Be=
weiserhebung
über die Notwendigkeit der Unterſtützung
und die Möglichkeit der Unterſtützung durch Sohn un
Tochter.
Philipp Hufnagel zu Offenbach a. M. klagt gegen
die Stadt Offenbach wegen Heranziehung zur Be=
zahlung
von Fußwegherſtellungskoſten. Der
Kläger erhielt, wie durch die Akten feſtgeſtellt wurde, am
3. Juni 1913 eine Aufforderung von insgeſamt 169630
Mark für Fußwegherſtellung vor zwei Hofreiten und zwei
Bauplätzen. Da die Fußwegherſtellung vor den Bau=
plätzen
unter den Vorbeſitzern erfolgte, legte er in einem
Schreiben vom 13. Juni gegen dieſe Heranziehung Ver=
wahrung
ein. Auf eine gemeinſchaftliche Eingabe mit
mehreren Anliegern, die ſich in gleicher Lage befanden,
rfolgte ſeitens der Stadt nur an einen der Be=
teiligten
ablehnende Antwort, von der Hufnagel
leine Kenntnis erhielt. Als er nun am8
Oktober auf ſeine Beſchwerde hin Antwort erhielt, reichte
er am 10. Oktober Klage ein. Durch die Verzögerung
war nun aber die 8wöchige Friſt nicht gewahrt worden,
ſo daß der Provinzialausſchuß auf Abwei=
ſung
der Klage aus formellen Gründen erkennen
mußte.

Darmſtädter Wochenmarkt.

Marktpreiſe am 17. Januar 1914.
1,30 M. Gelberüben, ½ kg . 5 Pf.
Butter, ½ kg
in Partien, ½ kg 1,25 M. Schwarzwurz, ½ kg 30 Pf.
Eier, Stück . . . 813 Pf.
Geflügel, Wildbret:
Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf.
Handkäſe, Stück 410 Pf. Gänſe, ½ kg . 8590 Pf.
Kartoffeln, Ztr. 2,00-2,25 M. Enten, Stück 3,504,00 M.
Kumpf (10 Liter) 3540 Pf. Hahnen, Stück 1,202,50 M.
Hühner, Stück 2,503,00 M.
. 34
½ kg
Mäuschen, ½ kg 910 Pf. Tauben, Stück 6070 Pf.
Haſen, Stück 2,504,00 M.
Lapins, Stück 0,901,00 M.
Obſt u. dergl.:
Aepfel, ½ kg . 1225 Pf. Ziegenfleiſch, ½ kg 50 Pf.
Fiſche:
Zitronen, Stück . 45 Pf.
Apfelſinen, Stück 48 Pf. Hecht, ½ kg . . 90 Pf.
Birnen, ½ kg 000 Pf. Aal, ½ kg 0,901,00 M.
Nüſſe, ½ kg .0000 Pf. Karpfen, ½ kg 7080 Pf.
Kaſtanien, ½ kg 0000 Pf. Andere Rheinfiſche,
½ kg . . . . 3560 Pf.
Salat, Gemüſe uſw.:
Rotzungen, ½ kg 50 Pf.
Kopfſalat, Stück 1516 Pf. Schollen, ½ kg 3040 Pf.
Endivien, Stück 56 Pf. Kabeljau ½ kg. 3035 Pf.
Feldſalat, Körbchen 10-12 Pf. Schellfiſche ½ kg . . 35 Pf.
Radieschen, Bündel 3 Pf.
Rettiche, Stück . 310 Pf. In den Fleiſchſtänden:
Meerrettich, Stück 1030 Pf. Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf.
Roterüben, ½ kg 56 Pf. Hackfleiſch, ½ kg 76 Pf.
Zwiebeln, ½ kg . 12 Pf. Rindsfett, ½ kg . 56 Pf.
Tomaten, ½ kg 2025 Pf. Rindswürſtchen, Stück 15 Pf.
Spinat, ½ kg . 1520 Pf. Schweinefleiſch, ½ kg 85 Pf.
Weißkraut, Stück 515 Pf. Geſalzenes und Koteletts,
96 Pf.
Rotkraut, Stück 830 Pf.
kg .
Blumenkohl, Stück4060 Pf. Schwartemagen u. Fleiſch=
. 85 Pf.
Wirſing, Stück . 310 Pf. wurſt, ½ kg
Grünkohl, Stück 56 Pf. Leber= und Blutwurſt,
.70 Pf
Roſenkohl, ½ kg 2530 Pf. ½ kg

S. Schönberg, 16. Jan. (Die Puppe.) Unter Be=
zugnahme
auf eine Notiz, die vorige Woche durch die Blät=
ter
ging, werden wir um gefällige Aufnahme folgender
Mitteilung erſucht: Es handelte ſich nicht um eine aus=
geſtopfte
und aufgehängte Puppe, die den Anſchein eines
Gehenkten erweckte, ſondern bloß um eine Geſichtslarve,

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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Seite 5.

tie an einem kleinen, gegen den hinteren Garten gehenden,
en der Hauptvertehrsſtraße nicht ſichtbaren Fenſter an=
ſübracht
war um für diejenigen, welche ſchon wiederholt
ſ oſenſröcke uſw. entwendet haben, den Anſchein zu
ſtmecken, als ſehe jemand aus dem Hauſe. Das Gerücht
ſdn einem Seibſtmord hätte gar nicht aufkommen können,
ſtenn der Herr Burgermeiſter nicht verreiſt geweſen ware,
em die vorübergehende Abwejenheit und der Aufenthalt
Pes Herrn Bolz verannt waren. Die Nachricht ging uver=
Prupt von einer Seite aus, die dem arbeitſamen Manne
duwas Unangenehmes anhangen wollte.
Heppenheim a. d. B., 16. Jan. ( Amtseinfüh=
ung
.) In der Gemeinderatsſitzung fand heute durch
n Kreisrat v. Hahn die feierliche Einführung und
lerpflichtung des neuen Bürgermeiſters, Herrn Poſtmeiſter
ſund Landtagsapgeordneten Wiegand, ſtatt, der trotz
ſänes hohen Allers und der nahezu 50 Jahre, die er im
ſpoſtdienſt hinter ſich hat, das Gemeindeweſen von
ggeppenheim wieder auf die alte Höhe zu brngen gedentt.
P. Erfelden, 16. Jan. (Ertrunken.) Heute nach=
ſhrittag
fand der 12jährige Sohn des Jcan Will den Tod
ſi: dem Rheine durch Einbrechen des Eiſes. Mögen doch
ſde Eltern und ſonſtige Erwachſene ein ſchärferes Auge
ſhaben und die Kinder warnen.
sd. Bürſtadt, 15. Jan. (Roheit.) Auf dem Wege vom
Fahnhof nach ſeiner Wohnung wurde geſtern abend der
Favrikarbeiter Martin Ott von hier angefallen, zu Boden
geworfen und geſchlagen, ſo daß er bewußtlos zuſammen=
brach
. Die Täter ſind drei junge Burſchen von hier, die
von einer Wirtſchaft nach Hauſe gingen und betrunken
ſparen. Sie ſind ermittelt und feſtgenommen.
sd. Lorſch, 17. Jan. (Gauner.) Hier wurde dieſer
Tage von einem Knecht der Firma Bentheim Söhne in
ſxannheim Mehl zu auffallend billigen Preiſen verkauft.
etzt ſtellte es ſich heraus, daß dieſer Knecht mit einem
ganzen Wagen voll Mehl ſchon vor acht Tagen in Mann=
heim
fortgefahren iſt und den Erlös bis jetzt noch nicht
zarückgebracht hat. Er hat das Mehl auf eigene Fauſt
verkauft, hat die Pferde in einer Wirtſchaft eingeſtellt und
jſt mit dem Erlös durchgebrannt.
Mainz, 16. Jan. (Vermißt.) Seit 30. November
1. J. werden der in dem benachbarten Hechtsheim wohn=
hafte
38jährige Taglöhner Peter Schwinn und ſeine
heiden Kinder vermißt. In enem aus Mainz
hatierten Brief an ſeine Frau hatte Schwinn mitgeteilt,
haß er aus Nahrungsſorgen mt den Kindern in den Tod
gehe. Dieſer Tage iſt nun die Leiche des einen Kindes
aus dem Rhein geländet worden, während man von dem
zweiten Kind und dem Lebensmüden ſelbſt noch keine
Spur hat.
* Wald=Uelversheim, 17. Jan. (Politiſche Ver=
ſammlung
.) Hier fand eine vom hieſigen National=
Lberalen Verein einberufene öffentliche politiſche Ver=
fammlung
ſtatt, die von mehr als 150 Perſonen, darunter
Barteifreunden aus Weinolsheim und Eimsheim, beſucht
war. Der Geſchäftsführer der Freien Vereinigung heſ=
fſcher
Nationalliberaler, Dr. Otto Linſe=Mainz, gab in
iwa einſtündigem Vortrag einen Ueberblick über die
Entſtehung des Wehrvorlagegeſetzes und die Art der
Loſtendeckung. Die neue Heeresverſtärkung ſei lediglich
ils Sicherung des Friedens, der durch die Verſchiebung
her politiſchen Machtverhältniſſe gefährdet geweſen, ge=
ſchaffen
worden, ohne jede aggreſſive Tendenz gegen
hie anderen Länder. Bei Erledigung der Deckungsfrage
ſeien die Grundſätze des gerechten Opferausgleichs zum
Ourchbruch gekommen. Ausführungen über die Stellung
der verſchiedenen politiſchen Parteien zur Landwirtſchaft
vervollſtändigten das Referat. Der zweite Redner des
Abends, Herr Dr. Keller=Oppenheim, behandelte ebenfalls
das Thema des Wehrbeitrags unter Ausſchaltung der
parteipolitiſchen Geſichtspunkte und unter Berückſichtigung
der weltpolitiſchen Lage. In außerordentlich intereſſan=
ter
Weiſe ſtreifte der Redner in dieſem Zuſammenhang
die Vorgänge in Zabern. Die praktiſche Seite des Wehr=
ſteuergeſetzes
, die Art der Steuerdeklaration, beleuchtete
der Vorſitzende des Nationalliberalen Vereins Wald=
Uelversheim und Leiter der Verſammlung, Herr Emil
SStallmann, in geſchickter und klarer Weiſe an Hand
einer Reihe inſtruktiver Beiſpiele. Sämtlichen Rednern
dankte die Verſammlung für ihre Ausführungen durch
reichen Beifall.
Gießen, 16. Jan. (Elektriſche Ueberland=
anlage
der Provinz Oberheſſen.) Der
Schneeſturm in der Nacht vom 28. auf den 29. De=
zember
hat in ganz Mitteldeutſchland große Störungen
ſowohl in den Telegraphen= und Telephonleitungen, als
auch in den Starkſtrom=Leitungen hervorgerufen. Im Ge=
biet
der elektriſchen Ueberlandanlage der Provinz war in
der genannten Nacht der Betrieb in faſt allen Gemeinden,
mit Ausnahme derer, die an der Kabelſtrecke Wölfersheim=
Friedberg liegen, unterbrochen. Es wird intereſſie=
ren
, die Störungsurſachen im einzelnen
kennen zu lernen. An den Fernleitungen, die gegenwär=
tig
350 Kilometer lana ſind, ſind Störungen an 11 Punk=
ten
auſgetreten. Davon ſind 8 durch Bäume entſtan=
den
, und zwar entweder dadurch, daß Bäume umbrachen
und auf die Leitungen fielen, oder daß ſich Baumäſte auf
die Leitungen ſenkten, oder daß die Leitungen infolge der
Schneelaſt ſich ſoweit durchhingen, daß ſie Berührung
mit darunter befindlichen Baumäſten erhielten. Eine
weſtere Störungsurſache war, daß im ſüdlichen Teil des
Stromverſorgungsgebietes eine Reihe von Holz=
maſten
, die längs eines Waſſergrabens aufgeſtellt wa=
ren
, umfiel. Der Leitungsweg war auf beſonderen
Wunſch der Gemeinde dem Waſſergraben entlang ange=
legt
. Die Standfeſtigkeit der Maſten iſt jedoch, wie ſich
gezeigt hat, in dem ſumpfigen Untergrund zu gering.
Von den drei übrigen Störungsurſachen in den Fern=
leitungen
liegt eine im Reißen eines Nietver=
binders
infolge der Schneelaſt. In den beiden an=
deren
Fällen hat das über den Leitungen hinführende
Blitzſeil Berührung mit den Hochſpannungsleitungen
erhalten. Die Störungen in den Ortsnetzen entſtanden
in der Hauptſache durch das Herabfallen unzähliger Te=
lephondrähte
. Außerdem wurden an manchen Stel=
len
auch die Ortsnetzleitungen und ihre Geſtänge durch
den Schneedruck direkt beſchädiat.
(*) Gießen. 16. Jan. (Mit der elektriſchen
Straßenbahn Gießen-Wieſeck) ſcheint es jetzt
endlich ernſt zu werden. Die Pläne ſind vollendet und
liegen im hieſigen Rathaus und auf der Bürgermeiſterei
Wieſeck offen. Die landespolizeiliche Prüfung des Pro=
jekts
findet am 30. Januar ſtatt.
(*) Gedern, 16. Jan. (In höchſte Lebens=
gefahr
) geriet der Bahnbedienſtete Hofmann. An einer
Biegung der Vogelsbergbahn kam ihm plötzlich der
Schneepflug entgegen Da der Schnee an der Strecke faſt
zwei Meter hoch lag, ſo kannte der Mann nicht ausweichen
und lief rückwärts. Faſt hatte ihn der Schneepflug er=
reicht
, als dieſer plötzlich ſtoppte und hielt. Der wachſame
Maſchinenführer hatte im letzten Augenblick den Mann
bemerkt.

Automobilunfall.

* Am Freitag abend zwiſchen 8 und 9 Uhr hat ſich auf
dem Wege von Geinsheim nach Groß=Gerau ein
ſchweres Automobilunglück ereignet. Der Be=
triebswagen
der Ueberlandzentrale Mainz, in dem ſich
außer dem Chauffeur der Vorſteher des Betriebsbureaus
in Groß=Gerau, Ingenieur Schlott, befand, ſtieß mit
einem Fuhrwert zuſammen. Die beiden Inſaſſen
des Kraftwagens wurden hierbei ſchwer terletzt.
Ingenieur Schlott trug dabei ſo ſchwere Verletzungen
davon, daß er alsbald nach ſeiner Verbringung in
das Krankenhaus von Groß=Gerau erlag. Das Auto=
mobil
wurde vollſtändig zertrümmert. Angeblich ſoll das
Pferdefuhrwerk ohne Licht gefahren ſein. Als das Auto=
mobil
herannahte, ſcheuten die Pferde und rannten auf das
Automobil los. Die Pferde kamen jedoch mit wenigen
Abſchürfungen davon

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 16. Jan. Die Kron=
prinzeſſin
iſt mit ihren Söhnen heute nachmitlag
1 Uhr 26 Min. von Danzig abgereiſt. Vor dem Bahnhof,
ſowie auf dem Bahnſteig hatte ſich ein zahlreiches Pu=
blikum
eingefunden. Ferner war eine große Anzahl von
Offizieren der dortigen Garniſon, vornehmlich der Leib=
huſaren
=Regimenter, anweſend. Die wegen Meineids
in dem Garriſon=Prozeß angeklagte Kontoriſtin
Hedwig Kunze wurde geſtern vom Schwurgericht frei=
geſprochen
. Als der Staatsanwalt und der Verteidiger
auf Freiſprechung plädierten, brachen Geſchworene und
Zuhörer in Beifallsbezeugungen aus. In einer Pauſe,
noch vor Schluß der Beweisaufnahme, trat einer der Ge=
ſchworenen
an den Rechtsanwalt der Angeklagten heran
und überreichte ihm eine Summe von 150 Mark als Ertrag
einer von den Geſchworenen während der Verhand=
lungen
vorgenommenen Sammlung für die Angeklagte,
damit dieſe mit ihrem Kinde vor der äußerſten Not be=
wahrt
bleibe. Der Rechtsanwalt teilte dies der Angeklag=
ten
mit, die in Tränen ausbrach. Ein aufregen=
der
Vorfall hat ſich auf dem Bahnhof Weſtend ereignet.
Der Lokomotivführer Raske hatte einen Güterzug vom
Potsdamer Güterbahnhof nach Charlottenburg zu führen.
Vor dem Bahnhof Weſtend müſſen dieſe Züge halten, um
auf ein anderes Gleis geführt zu werden, damit mehrere
Eil= und D=Züge paſſieren können. Obwohl R. die Strecke
ſchon ſehr oft befahren hatte und genau Beſcheid wußte,
hielt er geſtern zum größten Erſtaunen des Heizers ſeinen
Zug nicht an. Trotz aller Warnungszeichen gab er immer
mehr Dampf, ſo daß der lange Güterzug in ziemlich ſchnel=
ler
Fahrt auf ein Gleis zu hielt, auf dem im nächſten
Augenblick ein Schnellzug herannahen mußte. Schließlich
merkte der Heizer aus dem ſonderbaren Verhalten und den
Antworten des Lokomativführers ſuß dieſer offenbar
nicht im Vollbeſitz ſeiner geiſtigen Kräfte war. Er drängte
ihn mit Gewalt von ſeinem Poſten und gab Gefahrbremſe.
Es war die höchſte Zeit. Unmittelbar vor der Weiche
konnte der Güterzug zum Stehen gebracht werden und im
nächſten Augenblick ſauſte der Eilkzug vorbei. Auf die
Meldung des Heizers wurde ſofort der Bahnarzt zurate
gezogen, der bei Raske plötzlich ausgebrochenen Irrſinn
feſtſtellte.
17. Jan. An der Ecke der Bad= und Grünthalerſtraße
ereignete ſich heute morgen nach 9 Uhr ein Straßen=
bahnzuſammenſtoß
, bei dem ein Wagenführer
lebensgefährliche Verletzungen und ein Fahrgaſt einen
Nervenchok erlitten.
Frankfurt a. M., 17. Jan. (Stiftung.) Der kürzlich
verſtorbene frühere Bürgermeiſter von Frankfurt a. M.,
Dr. Heußenſtamm, hat der Stadt eine Stiftung von 150000
Mark für wohltätige Zwecke vermacht.
Frankfurt a. M., 17. Jan. ( Bevölkerungszu=
nahme
.) Nach Mitteilung des Statiſtiſchen Amtes iſt
die Volkszahl für den Stadtkreis Frankfurt a. M. unter
Berückſichtigung der ſeit der letzten Volkszählung polizei=
lich
gemeldeten Zu= und Abwanderungen ſowie des ent=
ſprechenden
Ueberſchuſſes der Geburten über die Sterbe=
fälle
am 1. Januar ds. Js. mit rund 445000 anzu=
nehmen
.
Weinheim a. d B., 16. Jan. ( Verkehrsaus=
ſchuß
der badiſchen Bergſtraße.) Unter Vorſitz
des Bürgermeiſters Dr. Wettſtein von hier tagte heute
nachmittag im Prinz Wilhelm=Saale eine Verſamm=
lung
von Vertretern der Verkehrsvereine
aus Mannheim, Heidelberg, ſowie aus dem Neckartal und
von der badiſchen und heſſiſchen Bergſtraße,
um zur Frage der Gründung eines Verkehrs=
ausſchuſſes
der badiſchen Bergſtraßenorte
gemäß der Eberbacher Konferenz Stellung zu nehmen.
Nach Begrüßungsworten von Bürgermeiſter Dr. Wettſtein
und Stadtrat Karl Zintgräf=Weinheim ſprach der Vor=
ſitzende
des Verkehrsausſchuſſes der heſſiſchen Bergſtraße.
Gemeinderat Paul Sieben=Auerbach, den Wunſch eines
guten Gelingens des vorliegenden Planes und die Auf=
rechterhaltung
freundnachbarlicher Beziehungen aus. Der
Leiter des ſtädtiſchen Verkehrsbureaus Heidelbera, Herr
Dufner, wünſcht Zuſammenſchluß der Verkehrsvereine des
Neckartales und der badiſchen Bergſtraße zu geſchloſſenen
Organiſationen unter der Führung von Heidelberg. Es
ſeien ſchon über 100 Zuſtimmungserklärungen aus dem
ganzen Verbandsbezirk, aus Heſſen und ſogar aus Speyer,
eingegangen. Major Hufſchmidt=Heidelberg referierte
über praktiſche Förderung des Fremdenverkehrsweſens,
Direktor Nettel=Mannheim teilte mit, daß die elektriſche
Bahn Mannheim=Weinheim zu Beginn des Sommers
1914 eröffnet und anſchließend daran mit der Errichtung
der elektriſchen Bahnen Mannheim=Heidelberg und Wein=
heim
=Heidelberg begonnen werden wird. Mit der Stadt
Heidelberg ſeien bereits Verhandlungen wegen Durchfüh=
rung
des zweigleiſigen Betriebes der Nebenbahn durch
die Stadt im Gange. Unterſtützt durch die Mannheimer
Stimmen, wird ſchließlich der Antrag Weinheim zum Be=
ſchluß
erhoben, wonach die badiſchen Bergſtraßen=
orte
einen ſelbſtändigen Verkehrsaus=
ſchuß
bilden, der unter geeigneten Bedingungen den
Anſchluß an die Nachbarſtädte anſtrebt. In den neuen
Verkehrsausſchuß wurden gewählt: Darmſtädter= Mann=
heim
, Dufner und Dr. Bierbach=Heidelberg, Ernſt= Groß=
ſachſen
, ſowie die Bürgermeiſter Hartmann=Sulzbach und
Stein=Wald=Michelbach.
Metz, 17. Jan. (Kammerſänger Otto Brucks .)
In Metz iſt der Theaterdirektor und Kgl. bayriſche Kam=
merſänger
Otto Brucks geſtern nachmittag am Herzſchlag
geſtorben. Der Künſtler, der einer der gefeierteſten Barito=
niſten
der deutſchen Bühne war, machte durch ſeine roman=
tiſche
Eheſchließung mit der Freifrau v. Wallerſee, der
Tochter des Herzogs Ludwig in Bayern, die in erſter Ehe
mit dem Grafen von Lariſch=Mönnich verheiratet war, viel
von ſich reden.
Freiburg i. Br., 17. Jan. (Zum 80. Geburtstage)
des in Frankfurt a. M. geborenen bekannten Zoologen

und Geologen Exzellenz Auguſt Weismann
ſchickten der Großherzog, ferner die badiſche Regierung,
viele Hochſchulen und Körperſchaften, auch ſolche des Aus=
ländes
, Glückwünſche. Die akademiſche und naturforſchende
Geſellſchaft ernannten den Gelehrten zum Ehrenmit=
glied
. Viele Abordnungen erſchienen zur Gratulation.
Bonn, 17. Jan. (Das Rheinuferbahnunglück
auf dem Eller Bahnhof), das ſich in der Nacht
zum 1. Oktober vorigen Jahres ereignete und bei dem ein
Fahrgaſt ſofort getotet und 29 mehr oder minder ſchwer
verletzt wurden, hatte vor der hieſigen Strafkammer ein
gerichtliches Nachſpiel. Sämtliche Angeklagte, Fahrer,
Zugführer Schaffner und Weichenſteller, wurden freige=
ſprochen
, da ihnen die zur Laſt gelegten Verſchulden nicht
nachgewieſen werden konnten. Der Fahrer hatte bekannt=
lich
angegeben, daß er von einem Unwohlſein befallen wor=
den
ſei. Die Beweisaufnahme konnte das Gegenteil nicht
feſtſtellen.
Leipzig, 17. Jan. (Im Spionageprozeß) vor
dem Reichsgericht gegen den Kaufmann Richter wurde der
Angeklagte wegen vollendeten Verbrechens im Sinne des
Paragraphen 3 des Spionageſetzes zu 2 Jahren Zucht=
haus
, 5 Jahren Ehrverluſt und Stellung unter Polizeiauf=
ſicht
verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es, daß
es als erwieſen gilt, daß der Angeklagte ſeit längerer Zeit
mit einem ruſſiſchen Nachrichtenbureau in Verbindung war
und für ſeine Dienſte Bezahlung erhielt. Ferner iſt feſt=
geſtellt
, daß der Angeklagte in Königsberg von Bekannten
drei geheimzuhaltende militäriſche Schriftſtücke erwarb in
der Abſicht, ſie an das ruſſiſche Nachrichtenbureau auszu=
liefern
.
Neukölln, 17. Jan. (Handtaſchenräuber.) Am
Schalter eines Poſtamtes entriß ein etwa 17jähriger
Burſche einer Dame die Handtaſche mit ungefähr 65 Mk.
Er entkam trotz aufgenommener Verfolgung.
Schwerin, 17. Jan. (Der Brand des Schloſſes)
hat nach dem Gutachten der Sachverſtändigen einen
Schaden von 1700000 Mark verurſacht, den eine
Reihe von Verſicherungsgeſellſchaften erſetzt haben.
Hamburg, 17. Jan. (Schiffbruch.) Nach einer bei
der Hamburg=Amerika=Linie eingelaufenen Meldung aus
Punta Arenas ſind von einem Segelfahrzeug im
Kanal Moat die Leichen des dritten Offiziers, ſowie
des Magazinverwalters vom Dampfer Acilia aufge=
funden
worden. Ferner wurden Teile des Wracks
und ein Rettungsring angetrieben. Die dort an=
ſäſſigen
Indianer ſagen aus, daß ein großer Dampfer ge=
ſunken
ſei.
Poſen, 17. Jan. (Ueber die Schreckensnacht
auf Dakowy Mokre) wird jetzt eine den Grafen
Mielzynski weniger belaſtende Darſtellung verbreitet. Da=
nach
ſei der Graf durch ein Geräuſch wach geworden, habe
geglaubt Diebe ſeien im Hauſe und habe eine Doppelflinte
geladen und ſei im Finſteren durch verſchiedene Zimmer
gegangen. Im Ankleidezimmer der Gräfin habe er eine
Männerſtimme vernommen und gleichzeitig ſei die Türe
ein wenig geöffnet worden. Darauf habe der Graf das
erſtemal geſchoſſen und als die Perſon floh, noch ein
zweitesmal. Im Garderobezimmer der Gräfin ſeien die
ſtark kompromittierenden Briefe gefunden worden. Das
Gericht hat konſtatiert, daß der Graf nicht ſehen konnte,
auf wen er ſchoß.
Krakau, 17. Jan. (Mord.) Nach einer Feier in
der Wohnung des Artilleriehauptmanns Hausmann wurde
dieſer von dem Oberleutnant Ziegler beleidigt. Er rief
darauf, laut Morgenpoſt, ſeinen Burſchen ins Zimmer
und drückte ihm einen Revolver mit dem Befehl in die
Hand den Oberleutnant niederzuſchießen,
was der Burſche auch tat. Der Getroffene war ſofort tat.
Der Hauptmann und der Burſche wurden verhaftet.
Graz. 17. Jan. (Der Setzerſtreik.) Die Mehrzahl
der Buchdruckereien Steiermarks hat den erhöhten
Setzertarif angenommen, womit der Tarifkampf
in Steiermark für beendet anzuſehen iſt.
Fiume, 17. Jan. (Der Stapellauf des Dread=
noughts
Scent Iſtwan) iſt heute feierlich voll=
zogen
worden. Erzherzogin Maria Thereſia taufte das
Schiff.
Rom, 17. Jan. (Selbſtmord.) Die in Saſſari
wohnende amerikaniſche Schriftſtellerin Elien Tilles hat
ſich angeblich aus unglücklicher Liebe erſchoſſen, während
ſie vor ihrem Schreibtiſch ſaß.
Paris, 17. Jan. (Starker Schneefall.) In
Südfrankreich ſind infolge des ſtarken Schnee=
falles
zahlreiche Verkehrsſtörungen eingetreten. Nach
einer Meldung aus Montpellier ſoll der Schnellzug von
Bordeaux nach Cette in einem Tunnel ſtecken geblieben und
die Lage der Reiſenden kritiſch ſein.
Barcelona, 17. Jan. (Exploſion.) Im Tunnel bei
Gerrafe de Torio explodierten die Zylinder einer
Bohrmaſchine. Drei Perſonen wurden getötet
und zehn verwundet.
London, 17. Jan. (Beſtechungsprozeß.) Acht
Offiziere und acht Angeſtellte oder ehemalige An=
geſtellte
der bekannten Nahrungsmittelfirma Lipton
Limited unter denen ſich der Direktor John Cons=
field
befindet, erſchienen heute vormittag vor dem Polizei=
gericht
in der Bowſtreet. Sie ſind wegen Beſtechung
angeklagt, deren ſie ſich bei dem Abſchluß von Liefe=
rungsverträgen
für die Heereskantinenverwaltung ſchuldig
gemacht hatten. Es handelt ſich um die Zahlung und An=
nahme
ungeſetzlicher Kommiſſionsgelder.
Maßluis, 17. Jan. (Strandung eines Damp=
feers
.) Der niederländiſche Paſſagierdampfer Bata=
via
III der von London nach Amſterdam unterwegs
war, iſt bei Nebel bei Hoek van Holland geſtrandet.
Das Wetter iſt ſchön. Es beſteht keine Gefahr.
Wie ſich jetzt, nach einer ſpäter eingetroffenen
Meldung, herausſtellt, iſt nicht der niederländiſche
Dampfer Batavia III‟ geſtrandet, ſondern der Damp=
fer
Clackton der Harwich=Linie. Das Fun=
kentelegramm
der Batavia III war verſtümmelt. Der
Dampfer Clackton hat Hilfe abgelehnt. Er wird
wahrſcheinlich bei der nächſten Flut wieder flott. Der
Paſſagierdampfer Batavia III iſt in Hoek van Holland
eingetroffen.
Neu=York, 16. Jan. (Schiffsbrand.) Der Kapitän
der Luiſiana, hat geſtern abend telegravhiſch gemeldet,
daß er die aus acht Mann beſtehende Mannſchaft des
Schoners Mayflower der in der Nähe Schottlands
in Brand geraten war, gerettet habe.
Kap Haitien, 16. Jan. (Drei Leichterboote)
mit Kolonialprodukten für die Calabria von der Hamburg=
Amerika=Linie ſind untergegangen. Der Schaden
wird auf 60000 Mk. geſchätzt.

[ ][  ][ ]

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 17. Jan. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 11.17 Uhr. Zunächſt werden die
Geſuche um Erteilung der Genehmigung zur Er=
hebung
der Anklage gegen die Abgg. Schiffer=
Borken (Ztr.), Davidſohn (Soz.) und Behrens
(Wirtſch. Vgg.) entſprechend dem Kommiſſionsantrag ab=
gelehnt
, obwohl Abg. Schiffer=Borken (Ztr.) bittet, aus
verfönlichen Gründen die Genehmigung für ſeine Ange=
legenheit
zu erteilen. Es folgt die
zweite Beratung des Etats des Reichsamts des Innern.
Zur Geſchäftsordnung ſchlägt Abg. Gothein ( Fort=
ſchrutliche
Vpt.) vor um eine Zerſtückelung der Materie
zu vermeiden zunächſt die ſozialpolitiſchen Fragen und
dann die wirtſchaftspolitiſchen zu verhandeln. Abg.
Gröber (Ztr.) iſt mit einer derartigen Trennung ein=
verſtanden
, bittet jedoch, zuerſt die wirtſchaftspolitiſche
Debatte vorzunehmen. Abg. Scheidemann (Soz.)
ſchließt ſich der Anregung des Abg. Gothein an. In der
Abſtimmung ſpricht ſich das Haus dafür aus, zunachſt in
die Erörterung ſozialpolitiſcher Fragen einzutreten.
Abg. Schmidt=Berlin (Soz.): Wir können nicht zu=
geben
, daß der Umſchwung in unſeren wirtſchaftspoliti=
ſchen
Verhältniſſen als Erfolg unſerer nationalen Wirt=
ſchaftspolitik
zu bezeichnen iſt. (Glocke. Präſident Dr.
Kaempf bittet den Redner, ſich an die ſoeben gefaßten
Beſchlüſſe des Reichstags zu halten. Als der Redner ſeine
wirtſchaftspolitiſchen Ausführungen darauf fortſetzt, for=
dert
ihn der Präſident wiederholt auf, dieſen Teil ſeiner
Ausführungen zu unterlaſſen. Heiterkeit.) Abg. Schmidt=
Berlin fortfahrend: Ich meine, der Einfluß der großen
wirtſchaftlichen Intereſſengruppen auf die Sozialpolitik iſt
von außerordentlicher Bedeutung. Der Zentralverband
beutſcher Induſtrieller und der Bund der Landwirte wir=
ken
ſyſtematiſch darauf hin, großen Einfluß auf die deutſche
Preſſe zu gewinnen, und ſymptomatiſch iſt es, daß der
Reichskanzler den Zentralverband erſucht haben ſoll, 17
Millionen zur Verfügung zu ſtellen, um den Berliner
Lokalanzeiger nicht in den Ullſteinſchen Verlag übergehen
zu laſſen. (Hört, Hört, bei den Sozialdemokraten.) Darauf
ſind auch die Otto von Gottbergſchen einſeitigen Krupp=
und Zabern=Artikel zurückzuführen. Der Hintergrund hier=
für
iſt die enge Verbindung zwiſchen Induſteie, Regie=
rung
und Preſſeerzeugniſſen. Es zeigt ſich eine vollſtän=
dige
ungleichmäßige Behandlung zwiſchen Unternehmern
und Arbeitern, insbeſondere auch in der Landwirtſchaft.
Kommen in der Landwirtſchaft Streitigkeiten vor, die in
Tätlichkeiten ausarten, ſo kann der Beſitzer getroſt zur
Waffe greifen. Es wird ihm ſtets die Notwehr zuge=
hilligt
, zum mindeſten die Putativ=Notwehr. Die Woh=
nungsverhältniſſe
der Grubenarbeiter und die Lohnver=
hältniſſe
ſind durchaus unzureichend. In der Sozial=
politik
ſehen wir einen Stillſtand und ſogar ein Zurück=
drängen
der notwendigſten Anforderungen. In der Preſſe
leſen wir häufig, man möge endlich Schluß und Halt
machen. Die Anſichten ſtammen aus dem literariſchen
Bureau der großen Unternehmervereinigungen. Die Sonn=
tagsruhe
in der Binnenſchiffahrt ließe ſich gleichfalls er=
möglichen
. Sogar in Holland iſt ſie durchgeführt worden.
Wir wünſchen, daß die verbündeten Regierungen auf
der internationalen Regierungskonferenz, die im Herbſt
1914 in Bern tagen wird, dahin wirken, daß der Schutz
der Jugendlichen und der Arbeiterinnen weiter ausge=
dehnt
und der Zehnſtundentag als Maximum der Arbeits=
zeit
feſtgeſetzt wird. Auch die Ausnahmebeſtimmungen,
wie ſie der bisherige Entwurf der internationalen Ver=
einbarungen
für die Glasinduſtrie und andere Zweige
vorſieht, müſſen beſeitigt werden. Durchaus notwendig
iſt die Ausdehnung des Schutzalters für Jugendliche auf
das 18. Lebensjahr und vollſtändiges Verbot der Nacht=
arbeit
für Jugendliche bis zum 18. Jahr, ohne Rückſicht
auf die Größe oder die Art des Betriebes. Wir verlangen
ferner ein Geſetz, das die Arbeitszeit und die Ruhepauſen
für alle Angeſtellte des Gaſtwirtsgewerbes unter beſon=
derer
Berückſichtigung der im Gewerbe beſchäftigten Ju=
gendlichen
regelt. Die in Gärtnereibetrieben beſchäftigten
Perſonen müſſen der Gewerbeordnung unterſtellt werden.
Die Rechtſprechung hat noch nie auf einem derart nier=
rigen
Niveau geſtanden wie heute. Jetzt bemühen ſich die
Richter im Intereſſe einer beſtimmten Kaſte, das Recht
auszulegen. (Glocke des Präſidenten. Vizepräſident Dr.
Paaſche: Derartige generelle Behauptungen, die für
den Richterſtand beleidigend ſind, kann ich nicht zulaſſen.
Zuruf von den Sozialdemokraten. Paaſche weiter: Auch
wenn es Ihre perſönliche Auffaſſung iſt.) Abg. Schmidt
fortfahrend: Generell dies auszuſprechen, wäre ungerecht.
Den Landarbeitern muß das Koalitionsrecht gegeben
werden, damit wir auch im Oſten beſſere Lohnverhältniſſe

Großherzogliches Hoftheater.

Samstag, 17. Januar.
Der Waffenſchmied.
. Wl. In dem Rahmen einer Volksvorſtellung ging
heute abend Lortzings komiſche Oper Der Waffenſchmied‟
in Szene. Wenn wir auf dieſe Volksvorſtellung zurück=
kommen
, ſo geſchieht es beſonders deswegen, weil in der
Rolle des Grafen Liebenau ein Gaſt, Herr Wieſen=
danger
vom Stadttheater in Poſen, ſich um das Fach
des lyriſchen Baritons bewarb. Der Gaſt verfügt über
anſcheinend ausreichende ſtimmliche Mittel und iſt ein
guter Durchſchnittsſänger. An den Vertreter dieſes Faches
werden in unſerem Repertoire aber bedeutende Anfor=
derungen
geſtellt. Daß er dieſen jetzt ſchon gewachſen ſei,
können wir nach dieſem Gaſtſpiel nicht unbedingt ’be=
jahen
; mindeſtens müßte er noch in einer anſpruchsvolleren
Partie, etwa als Don Juan oder Figaro, die er doch zu
ſingen haben würde, auftreten. Auch würde es ſich empfeh=
len
, noch weitere Bewerber gaſtieren zu laſſen.
Als ſchwäbiſcher Ritter Adelhof hatte Herr Weber
die Erbſchaft Riechmanns angetreten, die ihn künſtleriſch
ſchwer belaſtete. Es iſt bewundernswert, wie Herr Weber
ſich mit dieſer ſeiner neuen Aufgabe abfand, und zwar ſo,
als hätte er dieſe Rolle von jeher geſungen. Die Rolle der
Marie, die früher durch Frl. Schaub erfolgreich vertreten
war, war auf Frau Beling=Schäfer übergegangen,
die ſie mit unfehlbarer Sicherheit beherrſchte und mit
vielem Charme ſpielte und ſang. Treffliche und humor=
volle
Leiſtungen boten wieder Herr Schützendorf als
Meiſter Stadinger und Frau Müller=Rudolph als
Irmentraut. Herr Thomſen als Knappe Georg war
zwar etwas robuſt, ſpielte und ſang ſeine Rolle aber
racht hübſch.
Herr Kapellmeiſter Kleiber leitete die Aufführung
mit gewohntem Temperament. Das dankbare Publikum
ſpendete nach jeder Geſangsnummer und nach den Akt=
ſchlüſſen
ſehr lehhaften Beifall.

erzielen können. Der kapitaliſtiſchen Ausbeutung muß ein
Ziel geſetzt werden. (Beifall bei den Sozialdemokraten.)
Abg. Doormann (Fortſchr. Vpt.): Es iſt weder rich=
tig
, daß in der Sozialpolitik ſchon genug geſchehen ſei,
noch daß eine Stagnation eingetreten ſei. Die Reichsver=
ſicherungsordnung
und auch die Angeſtelltenverſicherung
bedeuten eine Fülle neuer ſozialpolitiſcher Maßnahmen,
die erſt noch durchgeführt werden müſſen. Die ländlichen
Gemeindebehörden haben ſich bei der Errichtung von
Landkrankenkaſſen durchaus bewährt. Auch wir empfin=
den
, daß der Beirat für Arbeiterſtatiſtik mehr und mehr
auf die Seite gedrängt wird. Die Arbeitszeit im Binnen=
ſchiffahrtsgewerbe
und in den Waſch= und Plättanſtalten
muß geregelt werden. Die Forderung, daß den Gewerbe=
inſpektoren
Polizeibefugnis eingeräumt wird, iſt bedenk=
lich
, wenn auch das Verfahren abgekürzt werden würde
Die Gewerbeinſpektoren arbeiten gut und ſie arbeiten
durchaus objektiv. Das Zuſtandekommen der Volksver=
ſicherung
haben wir mit Freuden begrüßt. Leider iſt durch
die Spaltung der große Erfolg verkleinert worden. Eine
Fülle von ſozialpolitiſchen Maßnahmen iſt noch nicht ge=
löſt
. Von einer Stagnation kann keine Rede ſein. Ein
Ueberſtürzen des Tempos darf aber auch nicht eintreten.
In der Hand des Staatsſekretärs des Innern iſt die So=
zialpolitik
gut aufgehoben. Wir können volles Vertrauen
zu ihm haben. (Beifall links.)
Darauf wird auf Vorſchlag des Präſidenten die Wei=
terberatung
auf Montag nachmittag 2 Uhr vertagt.
Schluß ¼3 Uhr.

Gerichtszeitung.

Prozeß Hopf.
* Frankfurt a. M., 17. Jan. Die heutige Ver=
handlung
im Hopfprozeß begann mit der Formulie=
rung
der Schuldfragen. In den Anklagen we
gen des Todes von Hop’s Vater, Hopfs unehelichem Kind,
bopfs Knd aus zweiter Ehe und von Hopfs Mutter
auten die Schuldfragen auf Mord oder Mordver=
ſuch
. Gegenüber ſeiner erſten Frau lautet die Schuld=
frage
auf Mord oder Mordverſuch, oder auf Beibringung
von Giften, durch die der Tod der betreffenden Perſon
herbeige ührt wurde. (§ 229 des Strafgeſetzbuches). Nur
auf Mordverſuch lauten die Schuldfragen in den Fäller
von Hopfs zweiter und dritter Frau.
Staatsanwalt Dr. Bluhme füllrte in ſeinem.
Plaidoyer aus, daß dieſer Prozeß der ſenſationellſte
ſei, der je in Deutſchland geführt wurde. Der Giftmord=
ſei
die feigſte Art des Mordes und Hopf habe nur aus
ſchnöder Habgier und mit raffinierter Ueberlegung alles
aus dem Wege geſchafft, um Geld zu bekommen. Er habe
auch nicht in einem einz gen Falle im Affekt gehandelt
und ſei vollſtändig zurechnungsfähig. Hopf ſei kein
Menſch mehr. ſondern ein Unmenſch. Dieſer gemeinge=
fährliche
Schädling müſſe aus der menſchlichen Geſell=
ſchaft
ausgerottet werden. Nemand würde ihm eine
Träne nachweinen. Er beantrage, auf Mord in vier
Fällen und Mordverſuch in drei Fällen zu
erkennen. Um 1 Uhr tritt eine Pauſe en.
Die Geſchworenen ſprachen den Angeklagten
des Mordes an ſeiner erſten Frau ſchuldig;
in den vier anderen Fällen bejahten ſie nur die Frage auf
Mordverſuch. Der Staatsanwalt hatte Todesſtrafe
und 15 Jahre Zuchthaus beantragt. Es
wurde entſprechend dem Antrage des
Staatsanwalts erkannt. In der Anklage we=
gen
Mordverſuchs auf ſeine Eltern erfolgte Freiſprechung.
Der Angeklagte nahm das Urteil ruhig auf.
Der dritte Krupp=Prozeß.
* Berlin, 17. Jan. Vor dem Oberkriegs=
gericht
wurde heute zunächſt Zeugleutnant Tilian ver=
nommen
. Er war früher in der Feldzeugmeiſterei beſchäf=
tigt
und gab Brandt auf ſein Erſuchen über Neuanſchaf=
fungen
und Konkurrenzpreiſe Auskunft. Der Angetlagte
gibt an, er glaube nicht, daß er ſich hierbei des Ver=
brechens
des militäriſchen Verrats ſchuldig gemacht habe,
da Brandt über alles genau orientiert geweſen ſei und ihm
ußerdem bekannt war, daß es vor der Firma Krupp keine
nilitäriſchen Geheimniſſe gebe. Beſonders aber habe er
Brandt ohne Bedenken Auskunft erteilt, da die Angelegen=
heiten
, worüber er Auskunft gegeben habe, entweder ſchon
m Militärwochenblatt, oder in der Tagespreſſe Gegenſtand
der Erörterung waren. Wenn man ſage, daß ein auslän=
diſcher
Generalſtabsoffizier aus dieſen Mitteilungen
Schlüſſe ziehen konnte auf die Neubewaffnung uſw., ſo
veiſe er darauf hin, daß dieſe Punkte doch ſchon in der
reſſe beſprochen worden ſeien. Brandt bezahlte teilweiſe
für ihn die Zeche mit, da ſie ſich vielfach in Reſtaurationen
rafen; außerdem habe er von Brandt kleine Darlehen er=
halten
in Beträgen bis zu 30 Mark. Dieſe habe er aber
allmonatlich pünktlich zurückgezahlt. Der Verteidiger,
Rechtsanwalt Thurm bemerkt, er könne für die Be=
hauptung
, daß die von Tilian weitergegebenen Mitteilun=
gen
bereits in der Preſſe veröffentlicht ſeien, den Beweis
antreten. Der Vertrerer der Anklage weiſt demgegenüber
darauf hin, daß dies erſt nach Anhorung der militariſchen
Sachverſtändigen geſchehen könne. Zeugleutnant
Schleuder bekundet auf Befragen, er ſei Brandt von
Tilian vorgeſtellt worden. Brandt war über alles ſo gut
unterrichtet, daß er Brandt ohne weiteres alles beſtätigt
reſp. über alles Mitteilungen gemacht habe, insbeſondere
über Neuanſchaffungen und Konkurrenzpreiſe. Er gebe
zu, daß hierdurch vielleicht die Heeresverwaltung in ihrem
Anſehen geſchädigt werden konnte und er hierdurch einen
militäriſchen Ungehorſam beging, beſtreite aber, daß das
Reich durch die Angaben materiell geſchädigt werden
konnte, da Krupp die Kenntnis von den Konkurrenzpreiſen
nicht dazu benutzte, ſeine Preiſe zu erhöhen, ſondern zu
ermäßigen.
Zeugleutnant Hinſt bekundet, er habe umſoweniger
Bedenken getragen, Brandt die Mitteilungen zu machen,
da dies ſeine beiden Vorgänger ebenfalls getan hätten. Er
beſtreitet auch nicht, daß er von Brandt für die ihn aufge=
wendete
Zeit Beträge hin und wieder in Höhe von 150
bis 250 Mark erhalten habe. Dies erkläre ſich daraus, daß
er in ſeiner Nebentätigkeit die Herſtellung trigonometriſcher
Berechnungen für das Reichskolonialamt darſtellte und die
täglich 6 bis 7 Mark eingebracht habe, für Brandt aufgab.
Es handele ſich alſo lediglich um ein Entgelt für die für
Brandt aufgewandte Zeit. Er habe dies in keiner Weiſe
als eine Beſtechung aufgefaßt. Hinſt erklärt weiter, er
machte anderen Firmen wie Krupp keine Mitteilungen,
obwohl mehrmals andere Firmen mit der=
artigen
Erſuchen an ihn herantraten. Der
Vertreter der Anklage machte darauf aufmerkſam, daß die
Angaben hierüber ſehr weſentlich ſeien. Der Zeuge will
dies aber nicht ſofort tun, ſondern erſt mit ſeinen Bekann=
ten
Rückſprache nehmen, er werde vielleicht Montag die

Firmen nennen. Der Angeklagte Tilian beſtätigt die
Erfahrungen des Angeklagten Hinſt und nennt eine Firma
in Witten. Wer der Vertreter dieſer Firma geweſen iſt,
könne er nicht ſagen, er könne nur angeben daß es ein
älterer Herr war, der auf dem Korridor an ihn herantrat=
und ihn über Geſchoſſe um Auskunft bat. Er wies ihn
aber ſtets ab, wie die Vertreter anderer Firmen. Es er=
ſcheint
nunmehr die Zeugin Frau Brandt. Sie will
nicht den Eindruck gehabt haben, daß ihr Gatte dem Au
geklagten Pfeiffer und den anderen Angeklagten Be=
ſechungsgelder
gegeben habe. Mit Pfeiffer vertehrte ih
Gatte beſonders freundſchaftlich. Die Zeugin bekundg
weiter, daß ihr Mann, ſeit ihm eine eiferne Kurbel auf den
Kopf gefallen war, ſehr an Gedächtnisſchwäch
leide. Zurzeit befinde er ſich in einem Sanatorium.
gehe ihm ſehr ſchlecht; trotzdem werde er wohl, ſchon im
Intereſſe der Angeklagten, als Zeuge erſcheinen. Aufe
Fragen des Verreidigers erzählt Frau Brandt, daß die
Angeklagten nach ihrer Freilaſſung in der Wohnung ihres
Mannes erſchienen ſeien, ſie könne aber auf dasBe=
ſtimmteſtererklären
, daß die Angeklagten nicht den Verſuch
machten, ihren Mann zu einer günſtigen Zeugenausſage
für ſie zu veranlaſſen.
Hierauf wird Polizeirat Koch vom Berliner Polizei=
präſidium
vernommen. Er berichtet eingehend über die
von den Beamten gemachten Beobachtungen. Da der Verg
handlungsführer ihn hierbei darauf aufmerkſam macht,
daß er doch ohne weiteres nicht behaupten könne, wie ſich
die von den Beamten geſchilderten Vorgänge abgeſpielt
haben erklärt der Zeuge, wenn man an ſeinen Worten
zweifle, möge man die mit der Beobachtung der Ange=
lagten
betrauten Beamten als Zeugen laden. Ueber die
Geſpräche, die bei den Zuſammenkünften zwiſchen Brandt
und den Angeklagten geführt wurden, könne er nichts ause
ſagen. Die Zuſammenkünfte hätten in verſchiedenen=
Reſtaurants, vornehmlich aber im Habsburger Hof ſtatt=
gefunden
, er könne aber ſo viel ſagen, daß die Geſpräche
derartig waren, daß man entnehmen konnte, es ſeien ge
heime Dinge im Spiel. Bei einem dieſer Geſpräche ſei
auch der Name Vinchenbach genannt worden, womit die
Perſon gekennzeichnet wurde, die ſich als Vertreter der
argentiniſchen Republik ausgab. Vinchenbach ſei bei einer=
der
Zuſammenkünfte zugegen geweſen. Bei der Unter=
ſuchung
habe Brandt anfänglich keine Namen nennen wol=
ſen
. Als ihm jedoch geſagt wurde, daß er mit einem Be=
amten
des Kriegsminiſteriums beobachlet wurde, habe
Brandt den Namen Pfeiffer genannt. Es entſpinnt
ſich eine längere Erörterung über die Frage, ob und in
welcher Weiſe der Name Pfeiffer gefallen ſei. Darauf
tritt gegen Mittag 1 Uhr eine Pauſe ein. Nach Wieder=
eröffnung
der Verhandlung wird nach längerer Diskuſe
ſion die Oeffentlichkeit fürden Reſt des Tages
ausgeſchloſſen. Es ſoll über die Kornwalzer vers
handelt werden. Die nächſte öffentliche Sitzung findet ain
Montag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
* Köln, 17. Jan. In dem Kölner Polizei
prozeß, der ſeit voriger Woche vor der dritten Straf=
kammer
gegen den Redakteur Sollmann von der Rhei=
niſchen
Zeitung wegen Beleidigung der Köd
ner Polizeibehörde und Staatsanwalt=
ſchaft
in dem unter Anklage ſtehenden Backſchiſche
Artikel verhandelt wurde, erfolgte heute mittag 12 Uhr
die Urteilsverkündung. Vor der letzteren wur=
den
noch Erklärungen abgegeben. Polizeipräſident vol
Weegmann überreichte dem Gericht u. a die Perſonalakten
des Inſpektors Kautz und erklärte, daß er ſofort nach Pu=
blikation
des Urteils die entſprechenden Anträge zur Ein=
leitung
eines Diſziplinarverfahrens gegen den beſchuldig=
ten
Beamten bei der Behörde ſtellen werde. Mit aller
Entrüſtung wies der Polizeipräſident den von dem In=
ſpektor
Kautz gegen ihn erhobenen Vorwurf des Mein=
eids
nochmals zurück, ſowie den verſchiedentlich geäußer=
ten
Anwurf, daß er hochmögenden Leuten gegenüber ſei=
nes
Amtes nicht gewaltet habe. Das Urteil lautete in der
Begründung dahin, daß der Angeklagte bei ſeinem Bil=
dungsgrad
das Bewußtſein eines ehrenkränkenden Cha=
rakters
ſeiner Behauptungen hatte, daß er aber durch eine
Ehrenerklärung gegenüber dem Polizeipräſidenten und den
Beamten der Staatsanwaltſchaft ſeine Vorwürfe, für=die
er keine Beweiſe der Wahrheit hatte, zurückgenommen
habe. Der Schutz des § 193 ſei dem Angeklagten zuge=
billigt
worden, ſowie mildernde Umſtände, ſoweit ſeitte
Lehauptungen, betr. die Polizeiinſpektoren, Kommiſſare,
Polizeibeamte und Kriminalbeamte, erwieſen ſeien. Frei=
ſprechung
konnte jedoch auch wegen dieſer bewieſenen Be=
hauptungen
nicht erfolgen, weil aus der Faſſung des Ar=
tikels
die Abſicht der Beleidigung hervorging. Das Ur=
teil
lautete wegen öffentlicher, in der Preſſe begangener
ſtrafbarer Handlungen auf 500 Mark Geldſtrafe
und Tragung der Koſten des Verfahrens. Außerdem
wurde den Polizeibehörden und der Stagtsanwaltſchaft
die Publikationsbefugnis des Urteils auf Koſten des An=
geklagten
in den Kölner Blättern zugebilligt.
* Straßburg, 17. Jan. Vor dem Kaiſerlichen
Rat (Rekurs=Gericht) wurde heute vormittag der Re=
kurs
des Präſidenten des Souvenir Al=
ſacien
Lorraine gegen die Auflöſung dieſes
Vereins verhandelt. Als Rekursträger trat heute der
Vizepräſident des Vereins, Rechtsanwalt Helmer=Kolmar,
auf. In 3½ſtünd ger Verhandlung wurde in ausführ=
licher
Weiſe die Betätigung des Souvenir Francais und
auch des Souvenir Alſacien Lorraine zur Sprache gebracht
und von dem Anklagevertreter, Geh. Regierungsrat
Reinhard, an Hand zahlreicher Beweismittel ausgeführt,
die Regierung habe die Ueberzeugung, daß der Souvenir
Alſacien Lorraine die Fortſetzung des Souvenir Francais
war und ebenſo wie dieſer nicht ausſchließlich die Pflicht
des Totenkultes bezweckte, ſondern politiſche Beſtre=
bungen
, die eine Losreißung vom deutſchen Vater=
lande
herbeiführen ſollte. Auf Grund deſſen ſei auch am
23. Januar 1913 die Auflöſung des Souvenir Alſacien
Lorraine verkügt worden. Rechtsanwalt Helmer wandte
ſich in ſcharfer, und ſehr erregter Weiſe gegen dieſe Auf=
löſung
und insbeſondere gegen das Urtel der Strafkam=
mer
von Metz, die am 23. November 1913 das Urteil des
Schöffengerichts aufhob und wegen Nichteinreichung der
Mitgliederliſte den Präſidenten Herrn Jean zu 50 Mark
Geldſtrafe verurteilte. Der Anklagevertreter hielt dem
Rekursträger als dem Vizepräſidenten des Vereius einen
Brief von ſeiner Hand, am 24. Januar 1912 geſchrieben,
vor, den er als ein Scheinmanöver bezeichnet. in welchem
den ehemaligen Mitgliedern des Souvenir Francais
in Elſaß=Lothringen nahegelegt wurde, Mitalied des
Souvenir Alſacien Lorraine zu werden. In dieſem
Bref ſieht der Anklagevertreter den Beweis, daß der
Souvenir Alſacien Lorraine in Wirklichkeit die Fort=
ſetzung
des Souvenir Francais ſei, deſſen politiſche Be=
ſtrebungen
zur Evidenz erwieſen worden ſeien. Die Ur=
teilsverkündung
wurde auf den 24. Januar feſt=
geſetzt
.

[ ][  ][ ]

Nummer 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Seite 37.

Ausſtellung zum Kampf gegen
den Schmutz und Schund
in Wort und Bild.

Vom 17. Januar bis 8. Februar.
In den Räumen des Ausſtellungsgebäudes auf der
Aſathildenhöhe wurde geſtern nachmittag unter ungewöhn=
Ulch zahlreicher Beteiligung intereſſierter Damen und Her=
lten
die vom Heſſ ſchen Volksſchriftenverein (Verein zur
ßekämpfung von Schmutz und Schund in Wort und Bild
Adurch Empfehlung, Beſchaffung und Verbreitung von gu=
ſtrn
und nicht zu teueren Büchern und Bildern) veranſtal=
Airte Ausſtellung von Bildern, Büchern und kinematogra=
siſchen
Filmausſchnitten eröffnet. Die Ausſtellung ſoll
ltem Zwecke dienen, die Notwend’gkeit der Bekämpfung
bes literariſch=k nematographiſchen Schmutzes und Schundes
tarzutun, wenn ja noch ein Zweifel darüber beſtehen
ſiollte, und gleichzeitig auch Wege und Mittel zeigen zu
iem, was an die Stelle des zu bekämpfenden Schlechten
Gsutes geſetzt werden kann, ohne eine Lücke zu hinterlaſſen.
les gelangen zu dieſem Zwecke zur Ausſtellung empfeh=
lanswerte
Volks= und Jugendſchriften, die Sammlung des
Uevürerbundes zur Bekämpfung der Schundliteratur, ſowie
Flakate von Filmausſchnitten, die auf die Ziele des
Frampfes gegen den Kino=Schund hinweiſen. Beſonders
lmmziehend wird die Ausſtellung durch eine im Intereſſe
deer Verbreitung eines gediegenen Bildſchmucks zuſam=
mengeſtellte
Bilderſammlung von Künſtlerſteinzeichnungen,
Original=Lithographien, Radierungen und Holzſchnitten,
berrührend von Mitgliedern des Karlsruher Künſtler=
trundes
.
Die Eröffnung.
Zur Eröffnung hatten ſich u. a. eingefunden Se. Exz.
ſier Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach,
Staatsrat Süffert, der Leiter der Schulabteilung,
Oberfinanzrat Balſer, Provinzialdirektor Fey, Prä=
lat
D. Flöring, Regierungsrat Gennes. Bürger=
tieiſter
Mueller, ferner Kreisrat Dr. Wagner und
endere Kreisräte, der Rektor der Techn’ ſchen Hochſchule,
ſie Leiter höherer Lehranſtalten, der Volksſchulen uſw.
Nach Begrüßung der Vertreter von Behörden, der
Stadt Darmſtadt, der Lehrerſchaft, von Vereinen, der
Arbeiterſchaft und der Preſſe führte der Vorſitzende des
Golksſchriſtenvereins, Oberlandesgerichtsrat Lang, etwa
ſolgendes aus: Die Tätigkeit unſeres Heſſiſchen Volks=
ſchriftenvere
ns weiß ſich frei von jeder Parteitendenz
und jeder konfeſſionellen Tendenz. Unſere Arbeit ſoll ge=
tragen
werden allein von dem Geiſte der Nächſtenliebe,
tllein von dem Geiſte der Liebe zu unſerem deutſchen
Volke. Es iſt nicht meine Abſicht, ausführlicher über die
Tätigkeit des Volksſchriftenvereins und ſeiner Ziele zu
ſprechen, um nicht die der Ausſtellung zu widmende Zeit
ſadurch zu kürzen. Ich will nur mitteilen, was pro=
grammatiſch
. Der erſte Paragraph unſerer Statuten da=
von
ſagt, indem es heißt: Der Verein, der ſeine Tätig=
ſeit
vorläufig auf das Großherzogtum Heſſen beſchränkt,
ſat den Zweck, den für das Volkswohl notwend’gen
Kampf gegen Schund und Schmutz in Wort und Bild nicht
allein durch bloße Warnungen und Abwehrmaßregeln,
ſondern auch durch tätiges Eingreifen in der Weiſe, zu
führen daß er durch Empfehlung, Beſchaffung und Ver=
preitung
von guten und nicht zu teueren Volks= und Ju=
gendſchriften
und Bildern insbeſonderes auch in den Krei=
ſen
der Minderbemittelten das vorhandene Leſebedürfnis
befriedigen hilft und dem Verlangen nach geſchmackvol=
ſer
Ausſchmückung von Haus und Heim entgegenkommt
Die Beſtrebungen des Vereins richten ſich auch gegen die
Auswüchſe der kinematographiſchen Darſtellungen. Zur
Erreichung ſeiner Ziele veranſtaltet der Verein insbeſon=
dere
Vorträge, Bücher= und Bilderausſtellungen, unter=
ktützt
Volks=, Schul= und Arbeiterbiblotheken, fördert die
Ausſchmückung von Schulen und anderen, für gemein=
ützige
Zwecke beſtimmten Räume durch Zuweiſung guter
Bilder und gibt ſelbſt volkstümliche Schriften heraus.
So ſehr Abwehrmaßregeln im Kampfe gegen das
Wolksgift in Wort und Bild geboten ſind und getroffen
wverden müſſen, ſo ſtehen wir auf dem Standpunkt, daß
Abwehrmaßregeln nicht ausreichen, ſondern daß dem
keſe= und kunſtbedürftigen Volke aus dem reichen Schatze
unſerer Literatur und Kunſt etwas dargeboten wird, wo=
von
es Genuß und Befriedigung hat. Es gilt uns dabei
mamentlich den Wehrloſen, die nicht mit den Waffen einer
reicheren Erfahrung und einer tieferen Bildung verſehen
ſind, den richtigen Weg zu zeigen, und insbeſondere den
gering bemittelten Volksgenoſſen zu zeigen, daß man auch
mit beſcheidenen Mitteln ſich Schätze zu eigen machen kann, de=
nen
die Schundprodukte weichen müſſen, die bei genaue=
gem
Zuſehen noch viel teurer ſind wie jene. Dazu ſoll
auch unſere Ausſtellung dienen. 120 Wanderausſtellungen
ähnlicher Art in kleinem Maßſtabe werden in dieſem Win=
ter
in den drei Provinzen unſeres Landes veranſtaltet.
Wenn wir außer dem Schrifttum auch noch Bildwerke und
die Kinobilder in den Bereich unſerer Ausſtellung aufge=
nommen
haben, ſo handelt es ſich hier um kaum zu tren=
nende
Gebiete. Ich denke dabei eines Spruches unſeres
Altmeiſters Goethe in ſeinen zahmen Fenien, wo er im
Gegenſatz zu Wort und Schrift ſagt:
Uebles aber vor’s Auge geſtellt
Hat ein magiſches Recht.
Weil es die Sinne gefeſſelt hält,
Bleibt der Geiſt ein Knecht.
Und ſo möchten wir denn alle unſere Volksgenoſſen
keilnehmen laſſen an dem, was gute Volkskunſt und Volks=
literatur
uns bietet, wenn ſie namentlich zum Gemüte
ſpricht und die Liebe zur Heimat weckt. Vor allem aber
follen die, die nicht mit auf die Höhen des Lebens ſtei=
gen
können und unter harter Arbeit ſtehen, mitgenießen,
was echte bodenſtändige Volkskunſt und Schrifttum zu
ſchenken vermag, und ich wünſche auf ſie anwenden zu
können, was in ſeiner Zueignung Goethe von der Poeſie
ſagt:
Dem Glücklichen kann es an nichts gebrechen,
Der dies Geſchenk mit ſtiller Seele nimmt.
Aus Morgenduft gewebt und Sonnenklarheit,
Der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit.
Und wenn es Dir und Deinen Freunden ſchwüle.
Am Mittag wird, ſo wirf ihn in die Luft,
Sogleich umſäuſelt Abendwindes Kühle
Umhaucht euch Blumen=Würzgeruch und Duft.
Es ſchweigt das Wehen banger Erdgefühle
Zum Wolkenbette wandelt ſich die Gruft,
Beſänktiget wird jede Lebenswelle,
Der Tag wird lieblich und die Nacht wird helle.
Möge die heutige Ausſtellung unſere Hoffnungen und
Wünſche erfüllen und unſerem Heſſenlande zum Segen
gereichen!
Den Rundgang durch die Ausſtellung
leitete Herr Kunſtmaler Puhonny== Karlsruhe mit
einer Erläuterung der im Ehrenſaal aufgehängten, ganz
prächtige Blätter bergenden Kollektion von Bildern aller

Art ein, die als muſtergültiger Wandſchmuck der deutſchen
Bürgerswohnung dienen ſollten. Der Redner verbreitete
ſich eingehender über die Karlsruher Künſtlergraphik, um
gleich zu Anfang jenen Künſtler zu nennen, der den An=
ſtoß
zur Betätigung auf dem Gebiete dieſer Künſtlerſtein=
zeichnungen
gegeben hat, Graf Kalckreuth. Unter ſeinen
Schülern an der Karlsruher Akademie befand ſich der nach=
malige
Profeſſor Langhein, der als gelernter Lithograph
die Beſtrebungen Kalckreuths unterſtützen konnte. Aus dem
kleinen Bäumchen, das damals gepflanzt wurde, iſt in=
zwiſchen
ein Baum mit reichen Früchten geworden. Einige
der Hauptvertreter der Karlsruher Künſtlerlithographie
ſind in der Ausſtellung vereint, ſo Thoma, Steinhauſen,
von Volkmann, Bieſe, Kampmann uſw. Von Jahr zu
Jahr kommen zahlreiche Blätter in den Verlag ein
halbes Dutzend raſtloſer Schnellpreſſen neben den Hand=
preſſen
der Kunſtdruckerei Künſtlerbund Karlsruhe iſt ein
Beweis dafür, daß die hier geleiſtete Künſtlerarbeit nicht
aufs Ungewiſſe geht. Das Jahr 1902 iſt ein wichtiges
Jahr für die Entwickelung der Karlsruher Steinzeich=
nung
geweſen. Auf der damals in Berlin ſtattfindenden
Ausſtellung Die Kunſt im Leben des Kindes wurden
auch Möglichkeiten gezeigt, originale Kunſt unters Volk
zu bringen. Billiger Wandſchmuck beſtand damals faſt
nur aus Reproduktionen (mechan. Wiedergaben) von oft
recht fragwürdigem künſtleriſchen Werte. Da war es
Profeſſor Langhein wieder, der die beiden Verleger Teub=
ner
und Voigtländer veranlaßte, eine Konkurrenz für
Wandbilder auszuſchreiben, was von großer wirtſchaftli=
cher
Bedeutung für die Karlsruher Künſtlerſchaft war.
Teubner und Voigtländer hatten Publikationen ausge=
ſtellt
, die ſich mit den Karlsruher Abſichten deckten. Die
Arbeit der Karlsruher war bahnbrechend. Die Konkur=
renz
griff natürlich bald auch die Sache auf und ſchon
gibt es verſchiedene Verlage. Neue wichtige Momente
ſind aber dadurch nicht hinzugekommen und Karlsruhe
ſteht nach wie vor an erſter Stelle.
In den folgenden drei Räumen iſt dann zuſammen=
geſtellt
, was die Literatur vor allem der Geſchäftsgeiſt
ſtrupelloſer Verleger und Dichter, an Schund in allen
möglichen Aufmachungen hervorgebracht hat. Hier gab
der Schriftführer des Vereins, Herr Lehrer Haſſinger,
die erforderlichen Erläuterungen, ſoweit die Ausſtellung,
mas in überwiegendem Maße der Fall iſt, nicht deutlich
und eindringlich für ſich ſelbſt ſpricht. Zunächſt war der
Schund geſammelt und mit intereſſanten ſtatiſtiſchen Dar=
ſtellungen
über Verbreitung uſw. verſehen. Es iſt ge=
radezu
erſtaunlich, welche Summen Geldes die Schund=
literatur
, vor allem die Kolportageromane, verſchlingen.
Hoch in die Millionen gehen die Summen, die hierdurch
dem Volke entzogen werden, gar nicht zu ſprechen von dem
unſchätzbaren Schaden an Seele und ſittlichem Bewußt=
ſein
, den das Volk, vor allem die Jugend, erleiden muß.
Daran ſchließen ſich dann die Bücher und Schriften, die
man als empfehlenswerte Geiſtesnahrung anſtelle des
Schundes dem Volke bietet. Wir kommen darauf noch
näher zurück. Aber das darf heute ſchon konſtatiert wer=
den
: Es iſt erſtaunlich und erfreulich viel,
wases Gutes und Hervorragendes auf dem
deutſchen Büchermarkt gibt. Kein Volk der Erde
hat ähnliches aufzuweiſen. Nur ſchade, daß manches die=
ſes
Guten noch im Verborgenen blüht, während der
Schmutz ſich bläht und breit machen konnte.
Das Kino von heute eine Volksgefahr.
Nach der Führung folgte im großen Oberlichtſaal ein
intereſſanter Vortrag. Herr Profeſſor Dr. Brunner,
pädagogiſcher und literariſcher Beirat am Königlichen
Polizeipräſidium in Berlin, ſprach unter kinematographi=
ſcher
Vorführung von Filmausſchnitten, die bei der kine=
matographiſchen
Zenſur geſammelt wurden, über das
Thema: Der Kinematograph von heute eine Volks=
gefahr‟
Der Vortragende behandelte ſein Thema
vom allgemeinen kulturellen Standvunkt aus und betonte
ausdrücklich, daß dies nicht von lokaler Bedeutung ſein ſolle.
Die lokalen Kinoverhältniſſe ſeien vielmehr verhältnis=
mäßig
gut. Die als Ausſchnitte vorgeführten Films waren
ein ſprechender Beweis dafür, daß der Kinematograph
von heute in ſittlicher, ethiſcher und äſthetiſcher Beziehung
eine ſchwere Gefahr für unſer Volk bildet, in welcher Feſt=
ſtellung
die Ausführungen des Vortragenden gipfelten.
Wir werden auf den Vortrag noch zurückkommen. Das
Publikum ſpendete den über zweiſtündigen Ausführungen
dankdaren Beifall.

Winterfeſt des Muſikvereins.

In ebenſo gediegenem wie intereſſantem und an
künſtleriſchen Darbietungen mancherlei Art reichhaltigem
Rahmen feierte geſtern abend der Muſikverein Darmſtadt
im Städt. Saalbau ſein Winterfeſt. Der Saal war
mit Einſchluß der Galerien dicht beſetzt, beſonders von
einem reichen Flor anmutiger Damen. Der Marſch
Unter der Linde aus dem Filmzauber von der Ka=
pelle
des Feldartillerie=Regiments Nr. 61 unter Ober=
muſikmeiſter
Weber gewohnt flott und ſchneidig geſpielt,
eröffnete den Reigen der Darbietungen. Nach einigen
weiteren Muſikpiecen folgten Geſangsvorträge eines klei=
nen
gemiſchten Chors, der unter der Leitung des Herrn
Konzertſängers Franz Müller 6 Liebeslieder von
Brahms ſang, die mit feinem Verſtändnis für den innig=
keiterfüllten
Textgehalt der Lieder und einwandfreiem ge=
ſanglichem
Können zum Vortrag gelangten. Die ſchwie=
rige
vierhändige Klavierbegleitung wurde von Fräulein
v. Willmann und Herrn Dr. Kratz mit künſtleriſchem
Verſtändnis durchgeführt. Ein Holländertanz, von vier
Paaren in ſtilechter Tracht in Holzſchuhen getanzt, bot
ebenſo charakteriſtiſche wie farbenfrohe hübſche Bilder und
mußte auf ſtürmiſches Verlangen wiederholt werden.
Dann ſang Fräulein Eva Unger vom Großh. Hof=
theater
drei Lieder für Sopran: Widmung von Schu=
mann
und Vergebliches Ständchen und Der Schmied‟
von Brahms. Fräulein Ungers von guter Schulung zeu=
gender
Geſang und kunſtgerechter lebendiger Vortrag
ließen die Lieder trefflich gelingen. Dem rauſchenden
Beifall wurde durch die Spendung von Blumen noch be=
ſonderer
Ausdruck verliehen. Die Begleitung hatte auch
hier Herr Franz Müller.
Der Clou des Programms war die Aufführung der
einaktigen Poſſe Der Garantieſchein in Darmſtädter
Mundart von Dr. Georg Büchner. Den älteren Muſik=
vereinsmitgliedern
iſt dieſe reizende, humorvolle Poſſe
ein tyviſches Darmſtädter Muſikvereins=Stück voll reizen=
der
Einfälle, noch bekannt. Herr Dr. Büchner hatte, da
ſie in der gleichen Weiſe wie vor 15 Jahren geſpielt
wurde, einen Prolog dazu gedichtet, der die Perſonal=
union
zwiſchen damals und heute rechtfertigte und den
Fräulein Auauſte Voat in unverfälſchtem Heiner=
dialekt
als Blechwecks Marie ganz vortrefflich ſprach.
Das von Herrn Hofſchauſpieler Hermann Knispel mit
hervorragendem Verſtändnis einſtudierte Stück wurde recht
flott und wirkungsvoll geſpielt. Der Spielzettel verzeich=
nete
folgende Perſonen: Lebrecht Blechweck, Rentner:
Wilhelm Völſing, Amalie, ſeine Frau: Auguſte Vogt

Guſtel, Mietze, beider Töchter: Marie Luiſe Mahr, Roli
Schroeder, Aſſeſſor Rumpf: Friedrich Weiffenbach,
Dr. Liebermann: Karl Friedrich, Marie. Dienſtmäd=
chen
bei Blechweck: Elſa Lauckhard, Ruppig, Vereins=
diener
: Fritz Nodnagel. Das Publitum dankte mit
rauſchendem Beifall für die ausgezeichnete Aufführung.
Der Autor, Herr Dr. Büchner, wurde ſtürmiſch vor die
Rampe gerufen. Ein flotter Bauerntanz, von 12 Paaren
getanzt, beſchloß das Programm. Die Leitung der Tänze
lag in Händen von Fräulein Volkert. Die Orcheſter=
und Ballmuſik ſtellte die Kapelle des Großh. Feldartillerie=
Regiments Nr. 61 unter der Leitung des Herrn Ober=
muſikmeiſters
M. Weber.
Dem künſtleriſchen Programm folgte nach kurzer Pauſe
Tanz im großen Saal. Ein Bauerntheater im
Gartenſaal mit Schrammelmuſik. Solovorträgen, Tänzen,
Quartettgeſängen und der Aufführung einer Bauern=
komödie
in einem Akt uſw. fand lebhaften Zuſpruch. Eine
Reihe junger Damen bot Blumen, Karten und Loſe zur
Tombola feil, die reißend Abſatz fanden. Im Muſikzim=
mer
war eine Bunte Bühne etabliert, die wiederholt
ausverkauft war. Mitwirkende: Erſtklaſſige Kabarett=
kräfte
. In Wein= und Sektlauben, Cafés uſw. in den
oberen Räumen walteten Vereinsdamen ihres ſchwierigen
und einträglichen Amtes. Der Betrieb dauerte bis in
die frühen Morgenſtunden. Es bedarf keiner beſonde=
ren
Erwähnung, daß das Feſt ſo ſchön verlief, wie es
arrangiert war und wie man es vom Muſikverein ge=
wohnt
iſt.
M. St.

Liederabend der Darmſtädter Männer=
Geſangvereine.

g. Die Darmſtädter Männer= Geſang=
vereine
traten geſtern, einem ſeit Jahren geübten
Brauch folgend, im Saale der Turnhalle am Woogs=
platz
zu ihrem 13. Liederabend zuſammen, um in
friedlichem Wettſtreit ſich gegenſeitig zu weiterem Streben
anzueifern und in gewiſſem Sinne der Oeffentlichkeit
Zeugnis abzulegen von den in unermüdlicher Jahres=
arbeit
errungenen Fortſchritten. Der Beſuch des Abends
war ein außerordentlich ſtarker. Es hatten ſich insgeſamt
21 Geſangvereine gemeldet, darunter, im Intereſſe des
Geſanges beſonders erfreulich, auch wieder der Sänger=
chor
des Mozart=Vereins, der mit 81 Sängern die Bühne
betrat. Der Vorſitzende des Ausſchuſſes, Herr Künzel,
eröffnete den Abend mit einer herzlichen Begrüßung der
erſchienenen Ehrengäſte und der außerordentlich zahlreich
erſchienenen Sänger und deren Angehörigen. Insbeſon=
dere
begrüßte er den Komponiſten Muſikdirektor. Son=
net
. Herr Profeſſor Kiſſinger begrüßte ebenfalls
als erſter Sprecher des den Vorſitz führenden Vereins,
der Singmannſchaft der Turngemeinde Beſſungen, die
Erſchienenen und widmete der Bedeutung des deutſchen
Männergeſanges, wie er in den Darmſtädter Vereinen ſo
berufene Vertreter beſitzt, einige poetiſche Worte. Hierauf
begannen die Vereine mit den einzelnen Chören. Es
wurde folgende abwechſelungsreiche Vortragsfolge
zur Ausführung gebracht:
1. Orthſches Männerquartett (Dirigent: K. Grim)
Germanias erſter Sieg von Sonnet. 2. Singmannſchaft
der Turngemeinde Darmſtadt (Dirigent: W. Etzold):
Heimatroſen von Opladen. 3. Geſangverein Lieder=
zweig
(Dirigent: F. Brückmann): Rudolf von Werden=
berg
von Hegar. 4. Sängerchor des Mozart=Vereins
(Dirigent: Fr. Rehbock): Pilgerchor aus Tannhäuſer
von R. Wagner. 5. Geſangverein Teutonia (Dirigent:
H. Becker): Die Matroſenbraut von Gaßmann. 6. Sing=
mannſchaft
der Turngemeinde Beſſungen (Dirigent: R.
Etzold): Heimatſehnen von Sonnet. 7. Bürgerverein
Beſſungen (Dirigent: K. Grim): Morgenwanderung
von Sonnet. 8. Geſangverein Liederkranz (Dirigent:
M. Stetefeld): Nero (Ballade) von Neumann. 9. Ge=
ſangverein
Frohſinn (Dirigent: G. Gims): Schweden
ritt von Werth. 10. Wilhelm Etzoldſches Männerquartett
Dirigent: W. Etzold): Abſchied von Müller, 11. Män=
nergeſangverein
Concordia (Dirigent: R. Etzold)
Waldfrieden von Sonnet. 12. Geſangverein Sänger=
luſt
(Dirigent: K. Grim): Scheiden und Meiden von
Sonnet. 13. Männerquartett Beſſungen (Dirigent: S.
Grim): Blücher bei Caub von Sonnet. 14. Geſang=
verein
Germania (Dirigent: P. Hinze): Das verrenkte
Herz von Schütz=Weſterfeld. 15. Geſangverein Freund=
ſchaft
(Dirigent: O. Schrader): Sommernacht von Son=
net
. 16. Geſangsabteilung des Militäranwärter=Vereins
(Dirigent: R. Etzold): Der ſchwarze Huſar von Wen=
gert
. 17. Geſangverein Olympia (Dirigent: R. Handke):
Das Geiſterſchiff von Wengert. 18. Geſangverein,
Einigkeit (Dirigent: O. Schrader): Der Trommler von
Schrttland von Baumann. 19. Männergartett Loreley
(Dirigent: R. Handke): Die Braut des Afrikakämpfers
von Pauli. 20. Darmſtädter Männergeſangverein ( Diri=
gent
: H. Becker): Das Lied von Wengert. 21. Geſang=
verein
Liedertafel (Dirigent: G. Adam): Vor den
Türen von Podbertsky.
Es war erfreulich, zu konſtatieren, daß die Ausbildung
in den einzelnen Vereinen gute Fortſchritte gemacht hat.
Ein jeder Verein ſetzte alle Kraft ein, um, den Verhält=
niſſen
entſprechend, mit Ehren zu beſtehen. Die Abwech=
ſelung
des umfangreichen Programms nahm eine geraume
Zeit in Anſpruch, was aber bei den wechſelnden Vorträgen
nicht unangenehm empfunden wurde. Die Darmſtädter
Männer=Geſangvereine können auf die diesjährige Ver=
anſtaltung
mit berechtigtem Stolze zurückblicken.

Das Ordensfeſt in Berlin.

* Berlin 17. Jan. Heute vormittag fand im
Schloſſe das Feſt des hohen Ordens vom
Schwarzen Adler ſtatt. In feierlichem Zuge be
gaben ſich die Ordensritter in den Ritterſaal, an deſſen
Türen die Garde du Corps Poſten ſtanden und in wel=
chem
ſich die geladenen Feſtgäſte verſammelten. Unter
Fanfarenklängen beſtieg der Kaiſer den Thron, wäh=
rend
die Ritter davor einen Halbkreis bildeten. Sodann
begaben ſich auf Befehl des Kaiſers die zu den Parxains
der neu aufzunehmenden Ritter beſtimmten Kapitelmit=
glieder
, Prinz Eitel Friedrich und Prinz Adalbert von
Preußen, unter dem Vortritt der Ordensherolde, geführt
von dem Ordenszeremonienmeiſter, in die Brandenbur=
giſche
Kammer und geleiteten die dort Harrenden, den
Prinzen Friedrich Leopold (Sohn), den Prinzen Heinrich
von Bayern und den Herzog von Braunſchweig vor die
Stufen des Thrones. Nachdem der Ordensſekretär die
Beſtimmungen über das Ordensgelöbnis verleſen hatte,
leiſteten die neuen Ritter dem Kaiſer als Ordens=
großmeiſter
auf das Ordensſtatutenbuch das Gelöbnis
und wurden unter den Klängen der Fanfare von den Par=
rains
mit dem Ordensmantel bekleidet, worauf ſie, vor
dem Throne kniend, von dem Kaiſer die Ordenskette und
die Accolade empfiugen. So inveſtiert, wurden ſie zur
Handreichung geführt und nahmen die Plätze unter den
fürſtlichen Ordensrittern ein. Unter den gleichen Zere=
hna
=Schlobitten, die
monien wurden nunm

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Nummer 18.

Generale der Infanterie von Kluckl und von Loewen=
feld
, und der General der Infanterie z. D. Freiherr von
Scheffer=Boyadel inveſtiert, denen als Parrains General=
oberſt
von Pleſſen und der General von Moltke zur
Seite ſtanden. Nach Beendigung des Aufnahmeaktes ver=
ließen
die Ritter in feierlichem Zuge den Saal, voran
die Neuaufgenommenen und am Schluß hinter dem älte=
ſten
Ritter der Kaiſer. Im Kap’telſaal hielt der Kaiſer
mit fünfzig Rittern ein Ordenskapitel ab und be=
gab
ſich dann an der Spitze des Zuges in die Schwarze
Adlerkammer, wo die Ordensmäntel abgelegt wurden.
* Berlin, 17. Jan. Heute abend fand im Schloß
bei Ihren Majeſtäten anläßlich der Feier des
Schwarzen Adlerordens Tafel ſtatt, an der
auch der Statthalter Graf v. Wedel teilnahm.

Untergang eines engliſchen
Unterſeebootes.

* Plymouth, 16. Jan. Das Unterſeeboot
A 7 manövrierte mit anderen Unterſeebooten in der
Bai von Cowesſands, die ungefähr ſechs Meilen von
Plymouth entfernt iſt. Nach einigen Manövern merkte
man, daß das Unterſeeboot A 7 ſehlte. Es ſollen zwölf
Mann und ein Leutnant an Bord geweſen ſein. Von
Plymouth wurde Hilfe erbeten. Rettungsboote ſind ſo=
fort
nach der Unglücksſtätte abgegangen. Ueber das
Schickſal der Beſatzung iſt noch nichts bekannt.
* Plymouth 16. Jan. Das geſunkene Unter=
ſeeboot
A 7 liegt 17 Faden unter Waſſer. Die Be=
mühungen
, es zu heben, waren bis 7 Uhr abends er=
folglos
. Infolge der langen Zeit, die das Unterſeeboot
unter Waſſer iſt beſteht nur noch ſehr geringe Hoffnung,
die Beſatzung lebend zu bergen.
* Plymouth, 16 Jan. Bis abends 8 Uhr waren
die Bemühungen, das Unterſeeboot zu heben, erfolglos.
Obwohl erklärt wird, daß die Beſatzungen der Unterſee=
boote
dieſes Typs zwölf Stunden unter Waſſer leben kön=
nen
, haben amtliche Kreiſe alle Hoffnung aufgegeben.
* Plymouth, 16. Jan. Um 9 Uhr abends wur=
den
die Rettungsarbeiten eingeſtellt; ſie
werden erſt morgen früh wieder aufgenommen werden.
Als Taucher zuerſt hinabgeſtiegen waren, klopften ſie an
den Rumpf des Unterſeebootes und empfingen Antwort
von der Beſatzung. Als ſie aber um 6 Uhr zum zweiten
Male hinabſtiegen, empfingen ſie auf ihre Zeichen keine
Antwort. Man glaubt, daß die Urſache des Unglücks auf
ein Verſagen der Pumpen, welche die Waſſerbehälter hät=
ten
leeren wollen, zurückzuführen iſt.

Der Mordanſchlag auf Scherif Paſcha.

* Paris, 17. Jan. Die in der Wohnung des Ur=
hebers
des Attentats auf Scherif Paſcha
vorgenomene Durchſuchung hat keinerlei Anhaltspunkte
dafür ergeben, daß der Name Ali Djewad, unter dem er
ſich unter Rue de Carmes eingemietet hatte, auch wirk=
lich
ſein richtiger Name war. Unter den beſchlagnahmten
Papieren iſt jedenfalls kein auf dieſen Namen lautender
Paß gefunden worden. Die Polizei hat feſtgeſtellt, daß
der angebliche Ali Djewad vor einigen Tagen im latei=
niſchen
Viertel einer jungtürkiſchen Verſammlung beige=
wohnt
hat, deren Zweck bisher nicht ermittelt werden
konnte. Der verhaftete Schauſpieler Burham Edin,
deſſen Bruder der türkiſche Geſandte in Brüſſel iſt, be=
teuert
hartnäckig ſeine Unſchuld. Er ſtand aber jedenfalls
zu dem Attentäter in Beziehungen, wie aus einem in der
Wohnung Ali Diewads vorgefundenen Schreiben Burham
Edins hervorgeht. Die Polizei hat ſtrenge Maßnahmen
zum Schutze Scherif Paſchas getroffen, deſſen Leben in
der Tat von 10 jungtürkiſchen Verſchwörern bedroht ſein
ſoll. Nach einer der Sicherheitsbehörde erſtatteten An=
zeige
beabſichtigten die Verſchwörer, Scherif Paſcha, der
täglich im Automobil auszufahren pflegte, während einer
Spazierfahrt zu überfallen. Unter den Verſchwörern, die
erſt vor wenigen Tagen aus Konſtantinopel nach Paris
abgereiſt ſeien, ſollen ſich Polizeibeamte, politiſche Fa=
natiker
, ſowie mehrere Strolche befinden, die für Geld
zu allem zu haben ſind. Bezüglich des verhafteten Isken=
der
Bei ſoll feſtgeſtellt worden ſein, daß er tatſächlich ruſ=
ſiſcher
Abſtamuna ſei und urſprünglich Alexander Roſen=
berg
geheißen habe.

Der Ausſtand in Südafrika.

* Bloemfontein, 16. Jan. 9 Uhr 20 abends.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß der Citreik zu=
ſammenbricht
. Die Behörden haben die Erlaubn’s
zu einer Verſammlung der Streikenden verweigert. Die
Arbeitswilligen müſſen ſich einzeln bis heute abend zur
Arbeit melden. 250 Arbeiter ſnd zur Arbeit zurückge=
kehrt
. Die Milizreſerve iſt heute abend entlaſſen worden.
* Kapſtadt, 16. Jan. Obwohl die Berichte aus
den verſchiedenen Zentren ein allmähliches Zurückkeh=
ren
zur Arbeit melden, dauert das Kriegsrecht
fort. Die Regierung beabſichtigt es aufrecht zu erhalten,
bis normale Zuſtände zurückgekehrt ſind. Aus Durban,
Braamfontein, Pretoria und anderorts werden weitere
Verhaftungen von Arbeiterführern gemeldet.
* Johannesburg, 16. Jan. Die Polizei hielt
im Hauptquartier der Arbeiterpartei während
einer Sitzung der Abgeordneten der Setzergewerkſchaft
eine Hausſuchung ab und verhaftete alle Delegierte,
im ganzen 62 Perſonen, wegen Verletzung des Geſetzes
über den Belagerungszuſtand, welches eine Verſammlung
ohne Genehmigung der Behörden unterſagt.
* Pretoria, 16. Jan. Hier iſt alles ruhig. Die
Ausſtändigen nehmen die Arbeit noch nicht wieder
auf. Die Ausſtändigen an den übrigen Punkten des
Eiſenbahnnetzes der Union kehren allmählich zur Arbeit
zurück.
* Pretoria, 16. Jan. Das Hauptquartier der
Miliz hat bekannt gemacht, daß die Aufgebote der
Burghers nach ihrer Entlaſſung von der Truppe an
Stelle von Streikenden eingeſtellt werden müſſen.
* Durban, 16. Jan. Der Streik der Koh
lenarbeiter im nördlichen Natal iſt anſcheinend ſei=
nem
Ende nahe. Die Kohlengrubenbeſitzer melden, daß
die Hälfte der Arbeiter arbeitet.
* Petermaritzburg, 16. Jan. Der Belage=
rungszuſtand
macht dem Streik ein Ende. Viele
Heizer ſind zur Arbeit zurückgekehrt.

* Johannesburg, 17. Jan. Infolge eines
Irrtums wurde ein junger Freiwilliger durch
den Schuß eines Kameraden getötet.
* Johannesburg, 17. Jan. Hier erklärten ſich
genügend Angeſtellte der Straßenbahnen zur Wieder=
aufnahme
der Arbeit bereit, ſo daß der Ver=
kehr
am Montag wieder in vollem Umfange aufgenommen
wird
* Durban, 17. Jan. Faſt alle ſtreikenden
Bahnarbeiter haben die Arbeit wieder aufge=
nommen
.
* Kapſtadt, 17. Jan. 1 Uhr früh. Geſtern abend
ſind folgende Meldungen der Gruben eingegan=
gen
Eſtrand, Proprietary, Conſolidated: Normal; Kroon
Mines: Wie am Donnerstag; Goldfields=Gruppe: Lage
ganz zufriedenſtellend; Knight Deev: So gut wie alle
Arbeiter haben um Wiedereinſtellung nachgeſucht. Man
erwartet, daß die Arbeit auf der Conſol dated Langlaſte
morgen wieder aufgenommen werden wird. Alle ande=
ren
Gruben der Gruppe, mit Ausnahme von Van Ryn
Deep, arbeiten. Die Lage am Weſtrand iſt im allgemei=
nen
etwas beſſer. Alle Streikenden auf den Whitbank
Kohlengruben haben die Arbeit wieder aufgenommen.
* London, 17. Jan. Der Nationalausſchuß der
unabhängigen Arbeiterpartei faßte folgende
Reſolution: Wir proteſtieren gegen das deſpotiſche
Vorgehen der ſüdafrikaniſchen Regierung, die
unter der Mtſchuld des Generalgouverneurs Lord Glad=
ſtone
und des Kolonialamts im Intereſſe des Kapitalis=
mus
und der Klaſſenherrſchaft Gewerkſchaftsführer ver=
haften
ließ, die Verfaſſung unterdrückte und das Kriegs=
recht
erklärte. Wir hegen das Vertrauen, daß die organi=
ſierten
Arbeiter des ganzen Dominiums geme nſame Sache
machen, und in geeinter Front dieſem neueſten Verſuche,
britiſche Einrichtungen zu ruſſifiz eren, Widerſtand ent=
gegenſetzen
werden. Eine Abſchrift der Reſolution
wurde dem Kolonialſekretär überſandt.

Der Vulkanausbruch in Japan.

* London, 17. Jan. Auf der Vulkaninſel
Sakuraſchima ſind 33 Perſonen noch lebend aufge=
funden
worden. Sie ſaßen eng aneinandergedrückt in
einer Felſenhöhle. Die Matroſen der zur Hilfeleiſtung
eingetroffenen Kriegsſchiffe wateten knietief durch die
Maſſen um die Höhle zu erreichen.
* Tokio, 16. Jan. Nach den letzten Meldungen aus
Kagoſchima ſind bei der Kataſtrophe im ganzen 600
Menſchen umgekommen. Am Ufer und an der
Bucht von Kagoſchima ſind alle Häuſer, etwa 30000, be=
ſchädigt
worden. Die Heftigkeit der Erdſtöße hat nachge=
laſſen
, die Gefahr ſcheint vorüber zu ſein.
H. B. London, 17. Jan. Wie die Times aus Tokio
melden, ſind die Berichte über die Kataſtrophe
von Sakuraſchima in unerhörter Weiſe übertrie=
bon
worden. Die japaniſche Regierung hat feſtſtellen
laſſen, daß insgeſamt in Kagoſchima nur 10 Perſonen um=
gekommen
und 7 verwundet worden ſind, und nicht 70, wie
urſprünglich gemeldet wurde. Weiter ſind auch nur 85
Häuſer eingeſtürzt, weitere 126 wurden beſchädigt. Auf
der Inſel Kagoſchima beträgt die Zahl der Todesopfer
nur 200. Die falſchen Berichte der europäiſchen Korreſpon=
denten
haben in Tokio das allergrößte Aufſehen hervor=
gerufen
. Der Kapitän eines Dampfers, der ſich zur Zeit
der Kataſtrophe in der Nähe von Sakuraſchima befand,
berichtet, daß ein unterirdiſches Beben bemerkt worden
ſei, und daß er geglaubt habe, ſein Schiff ſei auf ein Riff
geſchleudert worden. Er habe erſt ſpäter von dem Vulkan=
ausbruch
Kenntnis erhalten.
* Kagoſchima, 17. Jan. Die normalen Zu=
ſtände
treten mit Schnelligkeit wieder ein. Zahlreiche
Vermißte kehren in ihre Wohnorte zurück. Man
glaubt, daß die Zahl der Umgekommenen ſehr viel nie=
driger
iſt, als nach den erſten Verluſtziffern angenommen
wurde.

Vom Balkan.

Die Lage in Albanien.
* Wien, 17. Jan. Von unterrichteter Stelle wird
dem Vertreter des Wolffſchen Telegraphenbureaus über
die Lage in Albanien mitgeteilt, zur Beunruhi=
gungſſei
gar keine Veranlaſſung, ſo lange
zwiſchen den Großmächten keine Unſtimmigkeiten herrſch=
ten
, die in der Tat nicht vorhanden ſind. Die von griechi=
ſcher
Seite kommenden Nachrichten der Agence d Arhènes
über die Unruhen in Albanien ſeien unzutreffend. Es iſt
nicht wahr daß Eſſad Paſcha auf dem Vormarſch gegen
Elbaſſan iſt; ebenſo unwahr ſind die Nachrichten von der
Flucht albaniſcher Notabeln auf griechiſches Gebiet. Es
iſt wohl eine ſtarke Propaganda zugunſten
Eſſad Paſchas im Gange, doch geſchieht dies nicht
durch Gewalt und nicht zu dem Zweck, ihm zu der Fürſten=
würde
zu verhelfen. Vielmehr will er ſich ſo einflußreich
wie möglich machen, um mit Erfolg für den Prinzen zu
Wied einzutreten, deſſen baldige Ankunft er angeſichts der
Stimmung im Lande für dringend nötig hält. Was
Ismail Kemal betrifft, ſo gab ſein durch das Kriegs=
gericht
aufgedeckter Briefwechſel mit den kompromittierten
Perſönlichkeiten zu Bemerkungen Anlaß. Daraufhin er=
klärte
Ismail er wolle ſeine Demiſſion geben, falls
ihm kein Vertrauen mehr geſchenkt werde. Da von den
Mächten bisher keine Entſcheidung hierüber getroffen
wurde, ſei er tatſächlich noch als Präſident der proviſo=
riſchen
Regierung anzuſehen. Uebrigens würde ſein Rüa=
tritt
nicht mehr Bedeutung haben, als der einer anderen
politiſchen Perſönlichkeit, um ſo mehr, als es doch nur noch
eine kurze Friſt bis zur Ankunſt des Prinzen zu Wied
ſei, der dann ein neues Kabinett bilde. Zu der An=
weſenheit
öſterreichiſch=ungariſcher Kriegsſchiffe vor Valona
wird erklärt, daß zurzeit nur der demnächſt von dem
Torpedobootzerſtörer Cſepel abzulöſende kleine Kreuzer
Panther dort befinde. Was die Räumung des
Epirus durch die Griechen betreffe, dürfte ſie ſicher
allerdings zu dem gegebenen Termin nicht erfolgen, doch
habe Griechenland, wie bekannt, bereits mit der Räumung
begonnen und eine befriedigende Erklärung abgegeben,
ſo daß die Großmächte ſich mit einer gewiſſen Verzögerung
abfinden würden.
* Belgrad, 17. Jan. (Wiener Korr.=Bureau.)
Der ſerbiſche Geſandte in Wien Jowanowitſch wurde

heute vom König und Miniſterpräſdenten Baſitſch
empfangen. Es verlautet, daß Jowanowitſch zur Auf=
nahme
von direkten Verhandlungen mit der
Orientbahngeſellſchaft bevollmächtigt wird.
* Saloniki, 17. Jan. Zwei kretiſche Batail=
lone
ſind von Koritza zurückgezogen und in Salonik
nach Kreta eingeſchifft worden. Die Regierung ließ
die Freiwilligen, welche nach Ankunft in Koritza ſich nicht
in die Heiligen Bataillone einreihen laſſen, ſondern un=
abhängige
Banden bilden wollten, unter einer Eskorte
wieder hierher bringen.
* Athen, 17. Jan. Infolge einer Anzeige iſt bei
kannt geworden, daß ein bulgariſches Komitel
in Sofia in geheimer Sitzung die Ermordung del
Königs von Griechenland beſchloſſen h
und daß vier Männer, die durch das Los auserwähll
wurden, dazu beſtimmt ſind, das Attentat auszuführen
Davon befinden ſich Mitzeff und Angheloff in Saloni
die zwei anderen noch in Bulgarien. Mitzeff wurde ſo
fort ausgewieſen. Angheloff behauptet, italieniſchen
Untertan. zu ſein.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telege. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 17. Jan. Der Sohn des Kronprinzen,
bertus iſt am Keuchhuſten erkrankt.
* Köln, 17. Jan. Wie die Köln. Ztg. von zuſtändigen
Stelle erfährt, hat der Regierungspräſident gegen die in
dem Kölner Beleidigungsprozeß genannten
Polizeiinſpektoren Votſch, Landſchutz und Eiben
das Diſziplinarverfahren mit dem Zweck den
Entſernung aus dem Amt und ſofortiger Amtsſuspenſion
verfügt. Ueber die gegen Inſpektor Kautzſch zu er=
greifenden
Maßnahmen hat der Regierungspräſident in
Hannover zu befinden.
* Düſſeldorf, 17. Jan. Der Rheinſtrom führt
jetzt auch in ſeinem Unterlauf Treibeis, was ſeit eini=
gen
Jahren nicht mehr der Fall war. Das Eis iſt ziemlich
plötzlich aufgetreten, ſo daß die in Fahrt befindlichen
Schiffe in den Häfen Schutz ſuchen mußten. Die Schiff=
fahrt
iſt auf dem ganzen Strom lahmgelegt.
* Hagen (Weſtf.), 17. Jan. Beim Paſſieren einer
Weiche im Güterbahnhof entgleiſte der zweitletzte
Wagen des Perſonenzuges Nr. 423 und fiel um
Drei Reiſende wurden leicht verletzt.
* Luxemburg, 17. Jan. Der bisherige deutſche
Geſandte in Luxemburg, Graf Schwering
wird von ſeinem bisherigen Poſten abberufen und
anſtelle des aus Geſundheitsrückſichten zurücktretenden Ge=
ſandten
v. Bülow zum preußiſchen Geſandten in Dresden
ernannt.
* Paris, 17. Jan. Infolge der Schneefälle iſt
der Bahnverkehr bei Perpignan und Cerbere unter=
brochen
; 1200 aus Spanien kommende Reiſende liegen
in Cerbere feſt.
* Viktoria (Kamerun), 17. Jan. Die Linien=
ſchiffe
Kaiſer und König Albert ſowie der kleine
Kreuzer Straßburg haben heute Viktoria ver=
laſſen
. Die Aufnahme war in allen Kreiſen der
Kolonie ſehr herzlich. Die Parade des Landungs=
korps
in Duala machte großen Eindruck. Die Haltung der
Mannſchaften war trotz der erheblichen Hitze vortrefflich=
Nach beendeter Kohlenübernahme erhielten die Beſatzz
ungen reichlichen Urlaub in die herrliche Umgebung. Ein
weitgehendes Entgegenkommen allerſeits ermöglichte den
zahlreichen Beſuch der intereſſanten Pflanzungen.
Offiziere wurden in Buea und Soppo durch Beamte der
Schutztruppe herzlich empfangen.
Schwerin, 17 Jan. Der Erblandmarſchall von
Lützow, Kloſterhauptmann des Kloſters Debbertin,
Führer der Oppoſition im Landtag gegen
die Verfaſſung, iſt geſtorben.)
Der abgelehnte Reichszuſchuß für die Olympiſchen Spiele
Berlin 1916.
* Berlin, 17. Jan. Die Norddeutſche Allgemeine Zei=
tung
ſchreibt: Am Donnerstag lehnte die Budgetkom=
miſſion
den von der Regierung geforderten Zuſchuß
zu den Koſten der im Jahre 1916 in Berlin ſtattſinden=
den
Olympiſchen Spiele ab, ein überraſchender
Beſchluß angeſichts der erſt im Sommer gefaßten Reſo=
lutionen
, die dem Reichskanzler die Förderung aller auf
die körperliche Ausbildung der deutſchen Jugend gerich=
teten
Beſtrebungen dringend ans Herz legen. So emp=
findlich
der Entgang des mit Sicherheit erwarteten
Zuſchuſſes unſeren Turn= und Sportvereinen ſein würde,
ſo wäre er zu verſchmerzen, und würde ſicher aus frei=
willigen
Spenden gedeckt werden. Unerträglich
will es aber ſcheinen, daß der Deutſche Reichstag dem
überall im deutſchen Lande mit freudiger Zuſtimmung
aufgenommenen Unternehmen ſein Intereſſe verſagen und
abſeits ſtehen ſollte, wenn die Jugend aller Kulturnatio=
nen
zu uns zu Gaſte kommen will. Man wird hoffen
dürfen, daß das Plenum dem bedauerlichen Vorſchlage
der Budgetkommiſſion nicht folgen wird.
Genere
3
Bei
M
Aporhekar Offos
ärztlich
IFROVERIE bevorzugt.
234
9
Dampfernachrichten.
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
reter
: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Auſtralien=Linie: Roon 12. Jan. 5 Uhr nachm. von
Southampton nach Bremen abgegangen. Kön gin
Luiſe 13. Jan. 2 Uhr vorm. in Colombo angekommen.
Weſtfalen 11. Jan. 6 Uhr vorm. von Sydney ab=
jegangen
. Lothringen 12. Jan. 10 Uhr vorm. Dover
paſſiert. La Plata=Linie: Sigmaringen 13. Jan.
Dungeneß paſſiert. Sierra Salvada 11. Jan. von
Vigo nach Bremen abgegangen. Gießen 11. Jan. von

Llsauu
M
Da Rier für die Famstie. Unerreicht in seiner Wohlhekommlichkeit.
(981a

[ ][  ][ ]

Nummer 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Seite 9.

MRio de Janeiro abgegangen. Goburg: 1. Jan. von
Woulogne abgegangen. Kuba=Linie: Borkum 11. Jan.
rin Havanna angekommen. Olivant 13. Jan. in Ant=
werpen
angekommen. Braſilien= Linie: Crefeld
H1. Jan. in Rio de Janeiro angekommen. Eiſenach
H2. Jan. von Funchal abgegangen, Alexandrien=
Linie: Prinz Heinrich 12. Jan. 9 Uhr vorm. in
Marſeille. Prinz=Regent Luitpold 12. Jan. 9 Uhr
Auſtral= Japan=
worm
. in Alexandrien angekommen.
-inie: Prinz Sigismund 13. Jan. 9 Uhr vorm. in
Kobe angekommen. Prinz Waldemar 12. Jan. 6 Uhr
nachm. von Brisbane nach Yokohama abgegangen.
die im Montags=
Todesanzeigen, blatt Aufnahme
ffinden ſollen, bitten wir an Sonntagen in unſeren Brief=
Raſten vorn am Hauſe, Rheinſtraße 23, zu werfen.
Expedition des Tagblatts.
Familiennachrichten.

Todes=Anzeige.
Tieferſchüttert teile ich Freunden und Be=
kannten
hierdurch mit, daß mein herzensguter,
unvergeßlicher Gatte und unſer Vater (2201
Johannes Walter Xl.
plötzlich nach langem Leiden aus dem Leben
geſchieden iſt.
Frau Marie Walter u. Kinder.
Lengfeld, 17. Januar 1914.
Die Beerdigung findet Montag, den 19. Jan.,
3 Uhr nachmittags, in Lengfeld ſtatt.

Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe inniger Teilnahme
beim Ableben unſerer lieben Schweſter und
Schwägerin ſprechen wir unſeren herzlichſten
Dank aus.
(B2241
Die trauernden Hinterbliebenen:
Geschwister Aßmuth,
Christoph Josef Angeli.

Todes=Anzeige.
Geſtern abend 5½ Uhr entſchlief nach
kurzem, ſchwerem Leiden im 65. Lebensjahre
unſere liebe Schweſter, Schwägerin u. Tante
Fräulein
Louise Hisserich.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 17. Januar 1914.
Gutenbergſtraße 27.
(2244
Die Beerdigung findet Montag, nachmittags
3 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin und
Tante
(2283
Frau Kataster-ingenieur
Marie Göbel, Ww.
geb. Friedrich
ſagen herzlichſten Dank
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Idſtein i. T., Ober=Ingelheim,
Regensburg, den 18. Januar 1914.

Schneebericht.

Felsberg: 26 Zentimeter, lückenlos, alter Schnee
gefroren. Neunkirchen: 32 Zentimeter, lückenlos, Ro=
del
= und Skibahn gut. Lindenfels: 12 Zentimeter,
lückenlos, gefroren, Rodelbahn vereiſt. Wal d= Michel=
bach
: 15 Zentimeter, lückenhaft, alter Schnee, Rodelbahn
aut. Beerfelden: 22 Zentimeter, lückenlos, alter
Schnee gefroren, Rodelbahn gut. Michelſtadt:
2 Zentimeter, lückenhaft, alter Schnee, gefroren.

Wetter.

Wetterausſichten in Heſſen für Sonntag, den 18.
Januar: Noch ziemlich heiter und trocken, weitere Ab=
nahme
des Froſtes, öſtliche Winde.

Tageskalender.

Sonntag, 18. Januar.
Großh. Hoftheater, Anſang 2½ Uhr, Ende gegen
5½ Uhr (Volksvorſtellung): Die verſunkene Glocke‟.
Abendvorſtellung: Anfang 7½ Uhr, Ende gegen 10½
Uhr (außer Abonnement): Tosca
Vorſtellungen um 4 und 8¼ Uhr im Orpheum.
Matinee von Anna Heſſe und Paul Schramm um
11 Uhr im Hotel Zur Traube‟.
Ernſt Moritz Arndt=Abend um 8 Uhr im Saal=
bau
(Evangeliſcher Bund).
Vortrag von Evangeliſt Dölker um 8½ Uhr Mauer=
ſtraße
17.
Geburtstagsfeier S. M. des Kaiſers um 7 Uhr
im Schützenhof (Krieger= und Militärverein Blücher).
Schwimmfeſt des Schwimmklubs Jung=Deutſchland
um 4 Uhr im Hallenſchwimmbad.
Damen= und Herrenſitzung der Turngemeinde
Darmſtadt um 7.11 Uhr im Turnhauſe.
Stiftungsfeſt des Damer=Friſeur= und Perücken=
macher
=Gehilfenvereins um 7 Uhr im Kaiſerſaal
Ausflug der Stenographen=Vereinigung Gabelsber=
ger
nach Eberſtadt (Abmarſch um 2½ Uhr am Lud=
wigsmonument
).
Konzerte: Ludwigshöhe um 4 Uhr. Café Metro=
vole
um 4 und 8 Uhr. Schützenhof um ½6 Uhr.
Hanauer Hof um 6.11 Uhr. Rummelbräu um 8 Uhr.
Ausſtellung zum Kampf gegen den Schmutz und
Schund in Wort und Bild im Ausſtellungsgebäude auf
der Mathildenhöhe.

Verſteigerungskalender.

Montag, 19. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Georg Friedrich
Rettig (Niederſtraße 23) um 10 Uhr auf dem Orts=
gericht
II.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 2½ Uhr Lieb=
frauenſtraße
91.
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Stammholz=Verſteigerung um 10 Uhr im
Schaafheimer Gemeindewald (Zuſammenkunft im Di=
ſtrikt
Schwarzwaſſer im Holzſchlag).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäfts=
leben
: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträg=
liche
werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.

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Tagblatt Ausgabe B.
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Schweizer Stickereien.
(2172gs

Guse Liköre sind teuer
geworden und nicht überall erhältlich, häufig genug bekommt man heute
auch ſtark verwäſſerte und geringwertige Spirituoſen. Deshalb gehen
die auf ihre Kaſſe und einen guten Tropfen Bedachten immer mehr
zur reellen
mit den be=
und billigen Selbstbereitung rühmten
Original=Reichel=Eſſenzen über. Bereits viele Millionen ſind
aufgeklärt und machen ſich die damit verbundenen und einmal er=
kannten
Vorteile zunutze. Die beſten Likörſpezialitäten ſind her=
ſtellbar
, vollkommen originalgetreu, gehaltvoll und kräftig, aber
um das Doppelte und Dreifache, zum Teil bis Zehnfache billiger.
Garantie für abſolute Reinheit liegt in der Selbſtbereitung.
Nach einmaligem Verſuch läßt man alles bisher Genommene
beſtimmt fallen und ſich durch nichts wieder von Reichel=Eſſenzen
abbringen. Sie erhalten zum näheren Aufſchluß in Ihrer Dro=
gerie
oder portofrei von Otto Reichel, Berlin, Eiſenbahnſtr. 4,
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für ſämt=
wertvolles
Rezeptbuch gratis liche Liköre,
einfache und feinſte, Cognac= und Rum=Verſchnitte, Branntweine jeder
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40, mit gutem Einkommen, ſucht
die Bekanntſchaft eines beſſeren
Mädchens, anf. 40, mit etwas Ver=
mögen
, zwecks Heirat. Witwe
ohne Kind nicht ausgeſchl. Off.
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2 Diebesheirat?
Es iſt allgemein bekannt, daß manche Herren und Damen in Liebesangelegenheiten ganz
verblüffende Erfolge erzielen. Sie kommen, ſehen, ſiegen! Ihnen zu widerſtehen iſt un=
möglich
, ob man will oder nicht, man muß ſolche Perſonen lieben. Woran das liegt, kann man
ſich meiſt nicht erklären, da die Betreffenden weder durch große Schönheit noch etwa durch hervor=
ragende
Geiſtesgaben ſich vor anderen auszeichnen. Oft iſt ſogar das Gegenteil der Fall, indem
ſchönen und klugen Menſchen der oder die Geliebte abſpenſtig gemacht werden durch einen Neben=
buhler
, der häßlich und geiſtig minderbegabt iſt. Dieſe ſonderbaren Geheimniſſe des Liebes= und
Seelenlebens hat nun ein bekannter Pſychologe, Dr. F. Amos, gründlich erforſcht und iſt dabei
zu dem überraſchenden Schluſſe gelangt, daß dieſe geheimnisvolle Macht ſich jede Perſon aneignen,
daß alſo jeder Herr die Zuneigung einer jeden Dame und jede Dame die Zuneigung eines
jeden Herrn erringen kann. Wie es gemacht wird, hat er in einem Buche genau beſchrieben.
Wer die darin gegebenen Regeln befolgt, erobert die Herzen im Sturme und zwingt die geliebte
Perſon zur Zuneigung. Der Titel des Buches lautet: Das Geheimnis der perſönlichen
Unwiderſtehlichkeit Zu beziehen iſt es diskret in geſchloſſenem Kuvert gegen Voreinſendung
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Redakteur Remspecher,
zur Zeit Darmſtadt, poſt=
lagernd
. Herausgeber des
Stenogr. Jahrhunderts
Berlin W. 35. Unterrichts=
erfolg
wird garantiert. Vor=
kenntn
. nicht erforderl. (*1381

Kurſe vom 17. Januar 1914.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

In Proz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 85,40
75,70
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99.70.
85,50
3½ do. Conſols .
75,60
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,40
92,10
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 96,75
83,70
do.
3½
75,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,20
4 Heſſ. Staatsanleihe 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 96,70
83,10
do.
3½
73,25
do.
3
76,30
3 Sächſiſche Rente .
4 Württemb. (unk. 1921) 98,60
3½
do. v. 1875 92,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 95,90
1¾ Griechen v. 1887 .
4 Italiener Rente . . . . 97,50
4½ Oeſterr. Silberrente
4 do. Goldrente . . . 88,40
4. do. einheitl. Rente . 82,50
3 Portug. unif. Serie I 62,00
3. do. unif. Serie III 64,00
9,6)
3 do. Spezial
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
4 do. v. 1890 . . 94,00
4 do. v. 1905 . . 85,40
87,75
4 Ruſſen v. 1880
89,70
4 do. v. 1902
98,70
4½ do. v. 1905
3½ Schweden .
4 Serbier amort v. 1895 78,70
4 Türk. Admin. v. 1903 77,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,50
4 Ungar. Goldrente . . . 84,10
4 do. Staatsrente . . 82,00

In Proz
3t
5 Argentinier
.100,00
do.
81,70
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,50
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,80
do.
90,80
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner.
61,25
3
do.
39,80
4 Gold=Mexikaner v. 1904 64,09
5 Gold=Mexikaner
77,25
3½ Buenos Aires Prov. 67,00
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 137,50
3 Nordd. Lloyd . . . . . 118,80
6 Südd. Eiſenb.=Geſell. . 122,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 116,00
8 Baltimore und Ohio . 92,50
6 Schantungbahn . . . . 128,40
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 217
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
3 Brauerei Werger. . . 67,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . 579,90
14 Chem. Fahrik Gries=
. . 251,00
heim
27 Farbwerke Höchſt. . . 629,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 337,00
8 Cement Heidelberg . . 151,50
32 Chem. Werke Albert 450,00
12½ Holzverkohl. Kon=
ſtanz
. . . . . . . 311,75
4 Lahmeyer . . . . . . . 120,50

Leste
In Pro,
Dioid.
7 Schuckert, Nürnberg . . 144,90
12 Siemens & Halske . 214,25
12 Bergmann Electr. . . 129,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 167,80
25 Gummi Peter . . . . 93,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . . 369,00
12 Maſchinenf. Badenia 131,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana=Romana Petr. 148,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 224,00
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 211,00
10 Neue Boden=A. A.=Gef. 91,00
3 Südd. Immobilien 56,80
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 160,20
12 Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
. . 219,20
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
.. . 135,50
10 Gelſenkirchener .
.191,75
7 Harpener . . . . . . . 180,25
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 238½
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro .
61,50
4 Laurahütte .
156,25
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 189,60
10
5 South Weſt Africa .114,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,20
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 98,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 88,60
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 85,40
3 Prag=Duxer . . . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,50
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,75
do.
75,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,70
4 Oeſt. Südb. (Lomb.) . .

ZnPost.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,40
76,40
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 85,30
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 86,20
4½ Moskau=Kaſan .
86,60
do.
4 Wladichawchas . . .
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 68,75
83,50
do.
24/10 Livorneſer . . . . . 71,50
3 Salonique=Monaſtir. . 63,75
4 Bagdadbahn . . . . . . 79,80
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,90
91,60
4 Miſſouri=Pacific
94,50
4 Northern=Paciſic
91,00
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 101,00
5 Tehuantepec . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 187,00
8½ Bergiſch= Märkiſche
Bank .
144,50
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 157,00
6½ Darmſtädter Bank . 117,80
12 Deutſche Bank . . . 250,50
6 Deutſche Vereinsbank . 120,50
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 113,50
10 Diskonto=Kommandit 188,80
8½ Dresdener Bank . . 153,25
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,00
5½ Mitteld. Kreditbank 118,25
7 Nationalb. f. Deutſchl. 117½
5½ Pfälziſche Bank. . . 123,00
6.48 Reichsbank . . . . . 138,75
7 Rhein. Kreditbank . . . 128,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 101,60
7½ Wiener Bankverein . 134,80
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,00

In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Ban!
S. 19
84,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 1519, 2126 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
do.
84,20
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,50
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
36,50
1823 .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 . . . 84,20
S. 3
84,00
S. 911
84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
3½
do.
84,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,40
3½ do. (unk. 1914) . . 83,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,90
do.
86,50
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . .
3½ do.
4 Frankfurt.
95,70
3½ do.
97,30
4 Gießen
3½ do.
84,00
4 Heidelberg
94,10
3½ do.
84,50
4 Karlsruhe
3½ do.
85,30
4 Magdeburg
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
94,10
3½ do.
84,80
4 München
96,30
3½ Nauheim
83,00
4 Nürnberg.
96,00
do.
84,60
4 Offenbach .

In Proz.
3½ Offenbach
,
4 Wiesbaden .
94,80
3½ do.
85,60
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſabonner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 141,80
3 Holl. Komm. . fl. 100 116,30
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
141,90
briefe . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 178,00
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20
. Fs. 15
Freiburger
. Fs. 45
Mailänder
do.
Fs. 10
.fl. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100
do. v. 1858 fl. 100 564,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30 75,50
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,45
20 Francs=Stücke .
16,18
Amerikaniſche Noten . . . 4,191.
Engliſche Noten . . . . . 20,51
Franzöſiſche Noten . .
81,25
Holländiſche Noten . . . . 169,50
Italieniſche Noten . . . . 80,90
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,05
Ruſſiſche Noten . . . . . 215,00
Schweizer Noten . . . . . 81,15
Reichsbank=Diskonto . .
Reichsbank=Lombard 3sf. 6%

[ ][  ][ ]

Nummer 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

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Amt iche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
lcher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund 1 Pinſcher, 1 Jagdhund (zugelaufen). Die
Dunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus=
gelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
nortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(2205

Bekanntmachung

über die Behandlung der Zugtiere im Winter.
An alle Beſitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken
tüchten wir die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte
ſgnſtlich darauf Bedacht zu nehmen, daß de Zugtiere vor den nach=
jeiligen
Einflüſſen der Witterung nach Möglichkeit geſchützt
werden, daß namentlich:
1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich
und niemals unbedeckt im Freien ſtehen gelaſſen werden,
2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor
dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und
3. die Hufeiſen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten
gehörig geſchärft oder mit Stollen verſehen ſind.
Darmſtadt, den 15. Januar 1914.
(2131sg
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.

Bekanntmachung.

Betreffend: Den Fahrverkehr auf dem Luiſenplatz.
Zur Aufrechterhaltung eines geordneten Fahrverkehrs in den
Straßen der Stadt weiſen wir darauf hin, daß nach der Polizei
veroronung vom 20. Februar 1904 über den Verkehr von Fuhrwerken
m der Haupt= und Reſidenzſtadt alle Fahrzeuge, alſo insbeſondere
Wagen jeder Art, Automobile, Handkarren, Fahrräder uſw. ſtets
die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten haben. Nach der
underen Seite der Fahrbahn darf nur, wenn dort angehalten werden
voll, und nicht früher als notwendig, abgebogen werden. Zuwider=
handlungen
können mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis
zu 14 Tagen beſtraft werden.
Mik Rückſicht auf den ſtarken Verkehr auf dem Luiſenplatz
ſt die Schutzmannſchaft angewieſen worden, darauf zu wiren, dan
alle Fahrzeuge, die die Rheinſtraße herauf= oder herunterfahren,
ſets rechts am Ludwigsdenkmal vorbeifahren und auch hierbei
die rechte Seite der betreffenden Fahrbahn einhalten.
Darmſtadt, den 15. Januar 1914.
(2132sg
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Bekanntmachung.

Betreffend: Zuſatz zu § 10 der Baupolizeiordnung.
Nach Anhörung der Stadtverordneten=Peiſimmlung wird,
unter Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes, mit Gene migung Großh.
Miniſteriums des Innern vom 13. September 1913, zu Nr. M. d. J. 14951,
auf Grund der Artikel 30 und 3 der allgemeinen Bauordnung,
folgender Zuſatz zu § 10 der Baupolizeiordnung für die Stadt Darm=
Labt erlaſſen, deſſen Beſtimmunzen ſofort in Kraft treien:
In Straßen, bei denen die zwiſchen den Bau= und Straßen=
luchtlin
en liegende Grundfläche ausdrücklih als Vorhof im Sinne
der Vorſchriften in den §§ 9 und 10 der Baupolizeiordnung in dem
Ortskauplan zugeliſſen iſt, kann die vorgeſehne Grundfläche durch
Vorbauten jeder Art teilweiſe oder vollſtändig überbaut werden. Die
Höhe der Vorbau en muß jedoch zur Geſumtgebäudehöhe in ange=
ineſſenem
Verhältnis ſteben und ſich ihr unterordnen. In den
Oberen Stockwerken ſind gleichfalls Vorbauten bis zur Straßenflucht=
linie
vorſpringend geſtattet.
(2199
Die Vorſchriften in § 48 des Ortsbauſtatuts gelten auch hier.
Dies bez eht ſich insbeſondere auf die Geſtaltung des Uebergangs
an den Grenzen. Hierüber, ſowie darüber, ob und in welcher Weiſe
das unbenutzte Vorbautenland einzufriedigen und zu befeſtigen iſt.
kann die Baupolizeibehörde im Baubeſcheid nähere Beſtimmungen
treffen.
Darmſtadt, den 15. Januar 1914.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Jaeger.

Woggen, Hafer= und Roagenſtrob (Flegel., Maſchineng at= und
R Preßlangſtroh) wird gekauft.
(IV,2198
Heuankauf bis auf weiteres eingeſtellt.
Proviantamt Darmſtadt.

Stamm= u. Stangenholz=Verſteigerung.
Im Gemeindewald Ober=Ramſtadt werden an Ort und Stelle
verſteiger:
Freitag, den 23. Januar Ifd. Js., vorm. 9 Uhr,
im Diſtrikt Schorrsberg:
129 Fichte=Stämme v. 1428 cm mittl. Durchm., 818 m Länge
1216 m
28 Fichtederbſtangen v. 1011 om mi
Samstag, den 24. Januar lfd. Js., vorm. 9 Uhr,
in den Diſtrikten Finſterhöllenberg, Griesbach, Eichelberg und Gün=
keikach
:
148 Fichte=Stämme v. 1531 cm mittl. Durchm., 1018 m Länge,
Zuſammenkunft am erſten Tag am Diſtrikt Schorrsberg auf
der Kreisſtraße Ober=Ramſtadt-Nieder=Modau. Am zweiten Tag
am Diſtrikt Finſterhöllenberg auf dem Bezinalweg Nieder=Ramſtadt-
(2163gid
Nieder=Modau, auf der ſog. Kreuzſtraße.
Ober=Ramſtadt, 16. Januar 1914.
Großherzogl. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von folgen=
den
Früchter und Verbrauchsgegen=
ſtänden
in der Zeit
vom 1. bis 15. Januar 1914.
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 19. bis 22.
Korn
16. 17.
Gerſte
16. 18.50
Hafer
17.50 18.
Butter ½ Kilo Mk 1.30
Butter in Partien Mk. 1.20
Eier per Stück 11 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Me. 2.50
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 5.00
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 1.25
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 2.75
Heu per 50 Kilo Mk. 3.75
Darmſtadt, 17. Januar 1914.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Steuer=Erhebung.
Das V. Ziel der Gemeinde=
ſteuern
für das Rechnungsfahr
1913 iſt, bei Vermeidung der Mah=
nung
, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8 bis 12½ Uhr, hierher zu ent=
richten
.
Im Intereſſe raſcheſter Ab=
fertigung
an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder abge=
zählt
bereit zu halten.
Darmſtadt, 3. Januar 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (1331a
versteigerungen
und Taxationen
von Nachläſſen, Haushaltungen
u. Waren aller Art übernimmt
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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.
Seite 12.
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Nummer 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Jauuar 1914.

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Das Tippfräulein.
Roman von Gertrud Stokmans.

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Er zählte jetzt 26 Jahre und war ein ernſter, ſplider,
gewiſſenhafter Menſch, der ſeine Studienjahre gut ange=
wandt
hatte und mehr wußte als die meiſten ſeines
Alters= und Standesgenoſſen. Was ihm abging, war
eine gewiſſe Leichtigkeit und Beweglichkeit. Er war zu
ſenſiv nahm alles zu ſchwer und ging gern ſeinen eige=
nen
Weg.
Sein Weſen erſchien liebenswürdig und beſcheiden,
aber er wußte ganz genau, was er wollte, und war im
Einzelfalle ſchwer zu beeinfluſſen. Dieſe Eigenſchaft konnte
ihm noch einmal verhängnisvoll werden.
So wünſchte er zum Beiſpiel, jung zu heiraten und
dauernd auf ſeinem ſchönen Beſitz zu leben. Gegen dieſe
löbliche Abſicht war vernünftigerweiſe auch gar nichts ein=
zuwenden
, aber die Theorien, die er bei der Wahl einer
Gattin für maßgebend hielt, waren ungewöhnlich und
eigenartig und bildeten für ſeine Zukunft eine ernſte
Gefahr.
Er hatte es ſich nämlich in den Kopf geſetzt, nur ein
ganz einfaches. unebenbürtiges Mädchen zu heiraten, das
die köſtliche Friſche und Urkraft des Volkes auf ſeine Fa=
milie
übertragen und das alte, vornehme Geſchlecht der
Treſſenſteins rechtzeitig vor dem Verfall und Niedergang
bewahren ſollte. Obgleich vorläufig noch alle Anzeichen
für einen ſolchen Niedergang fehlten, mußten ſie, ſeiner
Anſicht nach, doch unfehlbtr bald eintreten wenn er ſich

wiekenm, wie ale ſeine Boſahren, mit ehnem var=
nehmen
, blaublütigen Fräulein vermählte, und ſelbſt der
Umſtand, daß er ſich ſeit Jahren für ein ſolches inter=
eſſierte
, machte ihn in ſeinem Entſchluß nicht wankend.
Mit heiligem Eifer und heißem Bemühen ſuchte er über=
all
, außer in Dienſtbotenkreiſen, nach dem naiven, kern=
geſunden
, unverdorbenen und unverbildeten Geſchöpf, das
ihm ſeine Ideale verkörpern ſollte, und im Geiſte ſah er es
bereits als die prächtige Stammutter eines neuen Ge=
ſchlechts
, das den Namen Treſſenſtein trug und als ein
friſches grünendes Reis an dem alten morſchen Stamm
emporwuchs.
Gerade jetzt hatte der Graf reichlich Gelegenheit, ſich
umzuſchauen, denn eine militäriſche Uebung feſſelte ihn für
acht Wochen an eine größere Stadt, aber zu ſeinem
Schmerz wollte das Schickſal ihm noch immer nicht die=
jenige
zuführen, welche würdig ſund (geeignet erſchien,
ſeine Gemahlin zu werden. Wohl traf er hier und da eine
Perſönlichkeit, welche ſeine Aufmerkſamkeit erregte und
ihn mehr oder weniger anzog, bei näherer Bekanntſchaft
fühlte er ſich aber immer wieder ernüchtert und enttäuſcht,
und ſein Herz blieb ſtumm, ſo lange ſein äſthetiſches Ge=
fühl
täglich und ſtündlich in Gefahr geriet, mehr oder
weniger verletzt zu werden. Berechnende, raffinierte
Frauen, welche geglaubt hatten, den ſonderbaren Schwär=
mer
leicht einfangen zu können, mußten einſehen, daß ſie
ſich geirrt hatten, und die ſogenannte Unſchuld vom Lande
erwies ſich, bei geauer Prüfung, auch als ungeeignet
für ihn.
Seine Stiefmutter, der er alles mitteilte, frohlockte
heimlich. SSie hatte eigentlich nichts anderes erwartet,

denn nur eine leidenſchaftliche, himmelſtürmende Liebe
kann Gegenſätze vereinen und Abgründe überbrücken, aber
der Zufall macht zuweilen alle Berechnungen zunichte, und
Vorſicht war auch jetzt noch geboten. So bedauerte ſie.
ſcheinbar ſeinen Mißerfolg, lud ihn aber zugleich ein, ſich
von den Anſtrengungen des Dienſtes in Hellborn zu er=
holen
und an ihrem Zuſammenleben mit den Gäſten teil=
zuehmen
. Hier, wo jede verhängnisvolle Bekanntſchaft
von vornherein ausgeſchloſſen ſchien, hoffte ſie ſeine nieder=
geſchlagene
Stimmung zu ſeinem eigenen Heil ausnutzen
zu können und ſeine gefährliche Marotte für immer zu be=
ſiegen
. Nicht durch offenen Kampf und Widerſpruch, ſon=
dern
durch Klugheit und Liſt und jene höheren, edlen Ge=
walten
, welche ſchon manchen Starrkopf bekehrt haben.
Unter den Gäſten, welche die Gräfin geladen hatte,
befand ſich nämlich die verwitwete Baronin v. Troſſach mit
ihrem Sohn und ihrer anmutigen Tochter Margitta, und
dieſe Tochter war, wie ihr Bruder, ſeit Jahren mit Graf
Dietrich eng befreundet. Er brachte ihr eine herzliche un=
verhüllte
Neigung und unbedingtes Vertrauen entgegen,
und ſie liebte ihn ſeit ihrer Backfiſchzeit mit einer ſtillen,
tiefen, beharrlichen Liebe, welche ſich durch nichts und nie=
manden
abſchrecken und beirren ließ. Sie war in jeder
Weiſe die rechte Frau für ihn, und wäre ſeine fire Idee
nicht geweſen, hätte ihrer glücklichen Vereinigungenichts
im Wege geſtanden. So aber fand Graf Dietrich in diesbe=
züglichen
Studien und Beobachtungen immer neue Nah=
rung
für ſeine Theorien über die Verbeſſerung der Raſſen,
und wie ein Damoklesſchwert hing die Möglichkeit über
den Troſſachs und Treſſenſteins, daß er eines Tages eine
ungeheure Torheit begehen und den Eltern eine Schwie=

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

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Klnichter glſhen veide, veihe in die vonehnen r=
hältniſſe
durchaus nicht hineinpaßte, ihn auf die Dauer
nicht beglücken konnte und ſelbſt einem traurigen Schickſal
an ſeiner Seite entgegenging.
Es fehlte den beiden Familien, die nun vereint in
Hellborn waren, auch nicht an Bundesgenoſſen, die in die
Angelegenheit, ſoweit wie nötig, eingeweiht wurden und
in dieſer, wie in mancher andern, den Winken und Wün=
ſchen
der Gräfin unbedingt folgten.
Außer den Troſſachs gehörten zu den Gäſten eine
Stiftsdame, die weder jung noch ſchön, aber ſehr amüſant
war, eine kinderloſe junge Witwe, deren Hauptreiz in
einer rührenden Anſpruchsloſigkeit und einem großen Ver=
mögen
beſtand, zwei Fräulein von Laubach, die nur Sinn
hatten für Sport und Spiel, und zwei Künſtlerinnen, ein
Malweibchen und eine Sängerin, welche ebenfalls nicht
daran dachten, Margitta Konkurrenz zu machen.
Auch an Herren fehlte es nicht. Dafür ſorgte die
Gräfin. Der Baron Buſſig und der Generalkonſul Barth
waren alte Freunde des Grafen, der junge Troſſach ihr
Adjutant. Dazu kam ihr Neffe, der Rittmeiſter v. Vieth,
der ſich nach einem Sturz mit dem Pferde in Hellborn er=
holen
ſollte und ein anderer Verwandter, ein junger Re=
ferendar
. Sie alle ſahen dem Erſcheinen Graf Dietrichs
mit einer gewiſſen Spannung entgegen. Nach den trüben
Erfahrungen, die er ſoeben gemacht hatte, mußte ihrer
Meinung nach die blühende, lockende Wirklichkeit, Mar=
gitta
v. Troſſach genannt, endlich über die grauen Theorien
des wunderlichen Mannes ſiegen, und niemand ahnte, daß
eine neue Gefahr gerade hier ſeiner harrte, welche, größer

ais uie berſenenigenet, di. Fihn de ingen Muter
ernſtlich bedrohte.
So ſtanden die Dinge, als Gabi, am ſechſten Tage ihrer
Anweſenheit, in ihrem verſteckten Krautgärtlein ſaß und
ſinnend vor ſich hinblickte. Die Feder war eingetaucht, die
Briefmappe lag aufgeſchlagen vor ihr, aber ſtatt zu be=
ginnen
, beobachtete ſie ein paar Amſeln, die auf dem mit
Buchsbaum eingefaßten Wege umherliefen und ſich immer
näher heranwagten. Dabei atmete ſie mit Behagen die
reine, würzige Luft. Sie liebte den ſtarken Duft der Kräu=
ter
und Blumen, liebte die eigenartige Poeſie, die über die=
ſem
Stückchen Erde lag, und fühlte ſich ſchon ganz heimiſch
in ihrem kleinen Reich.
Da fuhr ſie plötzlich aus ihrem Sinnen erſchreckt
empor.
Jenſeits der Mauer hörte ſie Schritte, und zugleich
ſchlug eine Stimme an ihr Ohr, die ſeit langen Jahren
für ſie verklungen war und die ſie vermeinte, ſchon einmal
hier in Hellborn gehört zu haben. Sie hatte den Eindruck
für eine zufällige Aehnlichkeit, eine flüchtige Halluzination
gehalten und ihn ſchnell vergeſſen. Diesmal zeigte er ſich
ſtärker, dauernder und mit angehaltenem Atem lauſchte ſie
hinüber.
Indeſſen, war es wirklich möglich? Irrte ſie ſich nicht
zum zweiten Male? Konnte der Mann, der dort, nur
wenige Schritte von ihr entfernt, mit der Tochter des
Hauſes, der Gräfin Treſſenſtein, ſprach, wicklich und wahr=
haftig
ihr einſtiger Verlobter, der Baron Werner v. War=
denburg
, ſein? Weilte er nicht im Auslande? War er
nicht ſeit ſieben Jahren verſchollen?
Sie ſprang ſchnell empor, eilte geräuſchlos die An=

dehe dunf und biche verſchig durch die inf derndt
hängenden Zweige einer Trauerweide, die ſie wie ein
grüner ſchützender Schleier umgaben, hinsber auf die
Wege des Parkes.
Zuerſt konnte ſie nichts ſehen, die beiden befanden ſich
zu dicht an der Mauer, dann ging die Gräfin auf die Bank=
zu
, die etwas weiter hin ſtand, machte eine einladende Be=
wegung
gegen ihren Begleiter und ſagte lächelnd:
Kommen Sie nur, Wardenburg, wir wollen einmal
offen miteinander reden, und hier ſind wir ganz ungeſtört.
Man wird Ihrer ſo ſelten habhaft, daß man die gute Ge=
legenheit
benutzen muß. Nun ſagen Sie mal, weshalb
verhalten ſie ſich ſo ablehnend gegen uns und weichen, ſeit
wir Beſuch haben, jeder Einladung beharrlich aus? Wir
alle bedauern das von ganzem Herzen und meinen, ein
wenig Abwechſelung müßte Ihnen gut tun. Wenn man ſo
jung iſt wie Sie, darf man ſich noch nicht von jedem ge=
ſelligen
Verkehr zurückziehen.
Wardenburg nahm den angebotenen Platz neben der
Gräfin nicht an. Seitwärts, auf einen Stuhl geſtützt, blieb
er vor ihr ſtehen, und Gabi konnte ihn nun ganz genau=
ſehen
und beobachten. Ihr Herz zog ſich zuſammen bei
ſeinem Anblick.
Kein Zweifel, das war der Mann, den ſie einſt ſo heiß
geliebt und dann ſo tief verachtet hatte, dem ſie nie mehr
begegnen wollte und der nun hier weilte, gerade hier, wo
ihr alles daran lag, ihr Inkognito zu bewahren. Wenn er
ſie bei einem zufälligen Zuſammentreffen eckannte, wie
peinlich mußte das ſein und wie gefährlich, wenn er ſie
verriet. Rückſicht war nicht mehr von ihn zuarin
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 45.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Seite 12.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Nummer 18.

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[ ][  ][ ]

Wie man der Bidung von Magenfäure
und Gärungen vorbeugt.

Die meiſten Leüte, welche über Magenſtörungen klagen,
gaben einen ganz normalen, geſunden Magen. Die eigent=
riche
Urſache aller Beklemmungen und der erſchwerten Ver=
wauung
iſt in etwas überſchüſſiger Magenſäure zu ſuchen,
die gewöhnlich durch Gärung des Speiſebreies hervorge=
Sufen oder verſchlimmert wird. Die Säure reizt die zarten
Schleimhäute des Magens, die Gärung erzeugt Gaſe,
welche den Magen bedrücken und ein Gefühl der Völle ver=
urſachen
. Auf dieſe Weiſe erſchweren und verzögern beide,
Säure und Gärung, den Verdauungsvorgang. Der ſonſt
normale und geſunde Magen wird durch dieſe fremden
Slemente überreizt, was natürlich nicht ohne Schmerzen
nbgeht. In ſolchen Fällen iſt vor allem eine Neutrali=
fierung
der überſchüſſigen Säure und die Beſeitigung der
Gärung angebracht, und das erreicht man mit einem halben
Teelöſfel voll biſurirter Magneſia, welche man in etwas
earmem oder kaltem Waſſer ſofort nach dem Eſſen ein=
mimmt
. Das iſt zweifellos eines der beſten und wirkſam=
rten
Mittel zur Neutraliſierung der Säure und Beſeitigung
Her Gärung. Der Magen kann faſt ſofort wieder ſeine ge=
bunden
, normalen Verdauungsfunktionen aufnehmen.
Notabene! Ein Apotheker weiſt darauf hin, daß
es ſich hierbei nicht etwa um die gewöhnliche, ſondern um
Hiſurirte Magneſia handele, die nur in genau etiket=
Lierten, blauen Flakons verkauft wird, mit Biſurirte
Magneſia in das Glas ſelbſt eingeblaſen. (VIII,2213

Vorträge.

Im Ortsgewerbeverein ſprach Freitag
abend vor einer zahlreichen Zuhörerſchaft Herr Profeſſor
Dr. Kollmann von der hieſigen Techniſchen Hochſchule
über das Thema: Handwerk und Maſchine‟ In
der Einleitung wurden die allgemeinen Vorteile des Ma=
chinenbetriebes
hervorgehoben und darauf hingewieſen,
daß durch die Maſchine die im Handwerksbetriebe zu lei=
ſtende
Arbeit in eine niedere, rein mechaniſche Arbeit und
eine höhere das Denken und den Kunſtſinn des Menſchen
oder beide Qualitäten erfordernde Arbeit, eingeteilt werde.
Ein großer Teil der anſtrengenden körperlichen Arbeit
wird dem Handwerker durch die Maſchine abgenommen,
der Handwerker gewinnt alſo Zeit, ſich mehr der vorbe=
zeichneten
höheren Arbeit zu widmen und ſeinen Erzeug=
niſſen
, ſelbſt im Falle der Maſſenfabrikation, einen kunſt=
gewerblichen
Charakter zu verleihen. Die Arbeitsmaſchine
paßt indeſſen nicht für jeden Handwerksbetrieb, es muß
deshalb der Beſchäffung jeder Maſchine eine genaue tech=
niſche
Unterſuchung und eine Kolkulation für den gege=
benen
Fall vorausgehen. Eine ſolche Kalkulation wurde
an dem Beiſpiel des Tiſchlerhandwerks durchgeführt, und

war wurden die Herſtelungeloſen von dier Klider=
ſchränken
gewöhnlicher Ausführung in einem rein hand=
werksmäßigen
Betriebe und in einem mit Maſchinen ver=
ſehenen
Handwerksbetriebe gegenübergeſtellt. Meiſtens
ſind die Handwerker über den Kraftbedarf und über die
Benutzungsdauer der für ihren Betrieb in Betracht kom=
menden
Maſchinen nur oberflächlich informiert, ſie können
deshalb dem Maſchinenfabrikanten auch nur ungenaue
Angaben machen und auf dieſe Weiſe kommen häufig
unrationelle Maſchinenanlagen zuſtande. Es wären des=
halb
genaue technologiſche Unterſuchungen von muſtergil=
tigen
Handwerksbetrieben im höchſten Grade erwünſcht.
Unterſuchungen dieſer Art ſind von der Ausſtellung Das
deutſche Handwerk, Dresden 1915 in Ausſicht genommen.
Der Redner erörterte ſodann die Begriffe von Handwerk
und Fabrik, in welcher Beziehung noch große Meinungs=
verſchiedenheiten
beſtehen, und äußerte ſich dahin, daß man
bei alleiniger Berückſichtigung der in dieſem Betriebe ver=
wendeten
Maſchinenkräfte die beiden Begriffe durch mathe=
matiſche
Ausdrücke unterſcheiden könne. Man brauche nur
die Zahl der in einem Betriebe von Menſchen geleiſteten
Arbeitsſtunden mit den von den Maſchinen geleiſteten
Arbeitsſtunden zu vergleichen und finde dabei daß der
Quotient beider Zahlen einen um ſo größeren Wert dar=
ſtelle
, je mehr man ſich dem Handwerksbetriebe nähere.
Eine ganze Reihe von Beiſpielen aus der Induſtrie und
dem Handwerk wurde für dieſe Unterſcheidung herange=
zogen
. Zum Schluſſe des Vortrags wurde ausgeführt,
daß die Beſtrebungen im modernen Maſchinenbau dahin
gehen, die für den Kleinbetrieb erforderlichen Maſchinen
ebenſo rationell zu bauen und leiſtungsfähig zu machen,
wie die Maſchinen für den Großbetrieb. Die Zeit iſt nicht
mehr fern, in der auch für den handwerksmäßigen Betrieb
die wiſſenſchaftlich=techniſche Grundlage ausſchlaggebend
ſein wird.
Mit beſonders lebhaftem Intereſſe folgten die Zuhörer
dem Vortrage der durchweg lobenswerte Anregungen
gab und für jeden Beteiligten mit doppelter Genugtuung
und Befriedigung aufgenommen wurde. Lauter Beifall
wurde denn auch dem Herrn Vortragenden zuteil und mit
herzlichem Danke für die hervorragenden lehrreichen Aus=
führungen
ſchloß ſich der Vorſitzende, Herr Stadtverord=
neter
Samnes, an, die Hoffnung hier anknüpfend, daß ſich
Herr Profeſſor Dr. Kollmann noch oftmals in den Dienſt
des Handwerks ſtellen möge. In der ſich anſchließenden
Ausſprache ergriff Herr Direktor Paech das Wort, um als
Leiter der von der heſſiſchen Handwerkskammer und dem
heſſiſchen Landesgewerbeverein, ſowie unter ſtaatlicher
Mithilfe gegründeten heſſiſchen Handwerker=Zentral= Ge=
noſſenſchaft
die Gelegenheit wahrzunehmen, die überaus
vorzüglichen Ausführungen des Herrn Vortragenden zu
unterſtreichen. Er verweiſt darauf hin, daß in der Zen=
tralgenoſſenſchaft
ein zur Förderung des Handwerks er=

mme eee
ſich die Beſchaffung von Maſchinen, Motoren und Werk=
zeugen
zu möglichſt billigen Preiſen, ſowie die unentgelt=
liche
Belehrung des Handwerkers bei Anſchaffung von
Maſchinen zur Aufgabe gemacht habe.
Zu Beginn des Vortrages hatte der Vorſitzende noch
einige geſchäftliche Mitteilungen gebracht. Er gedachte
zunächſt des Ablebens des langjährigen Vorſtandsmitglie=
des
, des Herrn Syndikus Engelbach und widmete dieſem
einen warmen Nachruf. (Zum Zeichen des treuen Geden=
kens
des Verſtorbenen erhoben ſich die Anweſenden von
ihren Plätzen.) Des weiteren brachte er u. a. noch zur
Kenntnis, daß der Ortsgewerbeverein für dieſes Jahr
eine größere Veranſtaltung zur Feier des 75jährigen Be=
ſtehens
desſelben vorbereiten werde. Mit Dankesworten
wurde ſchließlich, nachdem ſich niemand mehr zum Wort
gemeldet, die anregend verlaufene Verſammlung ge=
ſchloſſen
.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die entrüſtete Bismarckverehrerin, die ſich in Nr. 16
zu dem Artikel Volkskunſt und Denkmalpflege geäußert
hat, erlaubt ſich der Verfaſſer dieſes letzteren als willkom=
mene
Geſinnungs= und Bundesgenoſſin zu begrüßen. Der
verehrten Dame war es offenbar entgangen, daß jener
Artikel von Anfang bis zu Ende ironiſch gemeint war.
Hoffentlich wird nun von der zur Denkmalpflege in die=
ſem
Sinne berufenen Stelle dafür geſorgt, daß ein der=
artiger
Unfug nicht wieder vorkommt. Geſchieht dies, ſo
iſt der Zweck der beiden Eingeſandts erreicht.
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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

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Sonntag, den 18. Januar, abends 8 Uhr: 11
der Kapelle des Artillerie-Regiments Nr. 61.
Im Programm: Operetten- und Possenmusik.

Nummer 18.

Leitung: Obermusikmeister M. Weber.
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Sonntag den 18. Januar, nachmittags 4 Uhr
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Kapelle des Großh. Heſſ. Artill.=Regts. Nr. 61
Leitung: Obermuſikmeiſter M. Weber
Im Programm: Die ſchöne Galathe, Wenn ich
König wäre, Bettelſtudent, Zigeunerbaron, Das Farmer=
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Montag, 26. Januar, abends 8 Uhr:
Tanz-Abend
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von Kapelmeister Frünz Sauter (Klavier)

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Hamoristisches Ronzert
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in Wien.
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Muſikal. Leiter: Willem de Haan.
Spielleiter: Otto Nowack.
Perſonen:
Floria Tosca, be=
rühmte
Sängerin Franz. Callwey
Mario Cavara=
doſſi
, Maler . . Georg Becker
Baron Scarpia,
Chef der Polizei
Ceſare Angelotti. Alfred Stephani
Der Meſſner . . L. Schützendorf
Spoletta, Agent
der Polizei . . Karl Bernhardt
Sciarrone, Gen=
. Auguſt Kräger
darm
Ein Schließer . . Adolf Klotz
. Clement. Feiſtle
Ein Hirt.
Baron Scarpia: George
Baklanoff.
Chöre: Robert Preuß.
Preiſe der Plätze: Sperrſitz
5.70 , Parterre 3.70 , Pro=
ſzeniumsloge
8.20 , Mittelloge
8.20 , Balkonloge 8.20 , 1. Rang
6.70 , 2. Rang 3.70 , 1. Gal.
2.15 , 2. Galerie 1.15 .
Kartenverkauf: an der Tages=
kaſſe
im Hoftheater von 10½ bis
1½ Uhr und eine Stunde vor Be=
ginn
der Vorſtellung; im Ver=
kehrsbüro
von 9 bis 1 Uhr.
(Im Verkehrsbüro werden auch
telephoniſch Karten=Beſtellungen
entgegengenom. Tel. Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. Ende geg. 10¼ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Montag, 19. Jan. Außer Ab.
IX. Sonder=Vorſtellung. Die
luſtige Witwe. Anf. 8 Uhr.
(Zu dieſer Vorſtellung findet kein
Kartenverkauf ſtatt.)
Dienstag, 20. Jan. 92. Ab.=Vſt.
A 24. Grillparzer=Zyklus. Erſter
Abend: Medea (neu einſtud.).
Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Mittwoch, 21. Jan. 93. Ab.=Vſt.
B 23. Cavalleria rusticana.
Hierauf: Der Bajazzo Ge=
wöhnl
. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.

[ ][  ][ ]

Der Vorſtand.

Münchner Theater- und Konzertdirektion GEBRÜDER HiRsch, München.

Nummer 18.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Seite 19.

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im Grossherzogtum Hessen.
Einladung zur 18. Frauenkonferenz
auf
Donnerstag, 22. Januar 1914, nachm. 3 Uhr,
im Feierabend‟, Stiftstrasse 51 (Strassenbahntinie Nr. 9).
1. Geschäftliches.
(2173
2. Vortrag über Krüppelfürsorge um 4 Uhr.
Referenten: Dr. Wolf, Spezialist für Orthopädie am Krüppel-
heim
in Nieder-Ramstadt, und Pfarrer Memmert
in Darmstadt, mit Vorstellung geheilter Kinder.
Gäste willkowmen?
Eintritt frei!

Das moderne Weltbild und der Wunderglaube‟
Montag, den 26. Januar, 81 Uhr abends
wird im Mathildenhöhſaale (Dieburgerſtr. 26, Halteſtelle der elektr.
Bahn) zu Darmſtadt
Prof. D. Bachmann aus Erlangen
über das oben angegebene Thema ſprechen. (2178gg
Eintritt frei für jedermann. Reſervierte Plätze zu 1 Mk. an der Kaſſe.

Sseverein Einigkeit 1.-Darmstadt
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Einladung

24. Generalverſammlung
am Sonntag den 25. Januar 1914, nachmittags 3 Uhr
in der Ludwigshalle‟ (Nebenſälchen), Obergaſſe 12
Tagesordnung:
1. Tätigkeitsbericht. 2. Verles der Protokolle. 3. Rechnungsablage
pro 1913. 4. Erledigung etwa eingelaufener Anträge (ſ. § 27 der
Statuten). 5. Neuwahl des Vorſtandes. 6. Verſchiedenes.

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Soupers etc.
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Montag, den 19. Jan.,
um 3 und 5 Uhr:

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von Heinz Weila mit neuen
Lichtbildern. (2232
Abschiedsprogramm
Dornröschen m. Bildern von
Prok. Diez.
Schneewittchen mit Bildern
von F. Jüttner.
Aschenputtel mit Bildern
von Prof. Münzer.
Brüderchen u. Schwester-
chen
.
Gut geheizter Saal. mn

Sonntag, den 18. Januar
vormittags 11½ Uhr ab auf dem
Paradeplatz Konzert der Kap.
des Großh. Art.=Korps (Nr. 25).
1. Parademarſch Nr. 1 von
Möllendorf. 2. Fantaſie aus Das
Glöckchen des Eremiten von
Maillart. 3. Thüringer Blumen,
Walzer von Chriſtern. 4. Früh=
lings
Erwachen‟. Romanze von
Bach.5 Friederiens Rext Marſch

Saalbau Darmstadt
Donnerstag, den 22. Januar 1914, abends 8 Uhr
S K918 Z MRM2
Kgl. Württ. Kammersängerin,
Hedy lracema-Brügelmann,
Stuttgart

und

Werner F. von Siemens, München
unter gütiger Mitwirkung der
Grossherzoglichen Hofkapelle Darmstadt.

PROGRAMM:
1. Ouvertüre zu Coriolan, op. 62
2. Acht Gesänge für eine hohe Stimme u, Orchester

a) An einem Grabe (Mathias Claudius),
b) Virgo et Mater (Friedrich Hebbel),
c) Aus dem dreissigjährigen Krieg (Ricarda Auch)
d) Aus dem Wiener Prater (Friedrich Hebbel),
e) Liebster, nur dich sehn, dich hören (Fr. Rückert),

L. van Beethoven
Hermann W. von Waltershausen

f) Romanze aus der Postkutsche (Julius Otio
Stoeger),
g) Das verschwundene Sternlein (Mathias Claudius),
h) Wenn Gott sich erhebt (Friedr. Gottl. Klopstock)
Zum ersten Male.

PAUSE.

3. Vierte Symphonie E-moll, op. 98
Allegro non froppo. Andante moderaio. Allegro giocoso.

Joh. Brahms.
Allegro energico e passionafo.

Preise der Plätze: I. Parkett M. 4.40, II. Parkett M. 3.30, Saal M. 2.20, Vorsaal oder
Galerie M. 1.10, Estrade: I. Reihe M. 3.30, Estrade: II. u. III. Reihe M. 2.20, Galerie: I. Reihe
M. 3.30, Galer e: II. u. III. Reihe M. 2.20.
Kartenvorverkauf bei Musikalienhandlung LEOPoLp schtrfEk, Darm-
stadt
, Elisabethenstr. 12. Tel. 815.
(1799mgd
Abendkasse-Eröffnung 7½ Uhr.

Gecohentenz
Vereits=Schh
findet am 31. Januar 1914
im Saale des Herrn Oſtertag (Schützenhof) ſtatt.
Fremdenkarten werden nur bei Herrn Ph. Möſer,
Magdalenenſtraße 13, ausgegeben.
Der Vorſtand.
(2170gg
Der Damen=Friſenr=, Verückenmacher=
Gehilfen=Verein
feiert am Sonntag, den 18. dieſes Monats
in den unteren Sälen des
Kaisersaal- Fürstensaal
ſein
IX. Stiftungsfest
verbunden mit
Grossem Mode-Schaufrisieren
und nachfolgendem

Kaſſeöffnung ½7 Uhr.

Eintritt 50 Pfg.

(1869mfg
Anfang 7 Uhr.

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Unsere Mitglieder können zu dem vom Darm-
städter
Vortragsverband auf Freitag, 23. Januar
1914, abends 8¼ Uhr, im Saal der Turngemeinde
angesetzten Vortrag des Herrn Max Hofpauer
(Heiterer Deutscher Dichterabendunentgeltlich
Eintrittskarten erhalten bei Herrn Buchhändler
Saeng, Kirchstrasse 20.
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Montag, den 19. Januar 1914,
abends 8½ Uhr, (2243
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Der Vorstand.

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Freitag, 23. Januar, abends 81
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Eintrittskarten: Numerierter Platz à Mk. 2.; nicht-
numerierter
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Heinrich Arnold, Wilhelminenstrasse.
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[ ][  ][ ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Nummer 18.

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Dienstag, 20. Januar 1914, abends 3½ Uhr
hält Herr Bankprokurist Otto Seipp, Darmstadt im
Kaisersaal
einen Vortrag über den
Wehrbeitrag
2
dessen Besuch wir unsren Mitgliedern glauben angelegentlich
empfehlen zu sollen.
Der Vorstand.
2203

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Als nächſte Volksvorſtellungen ſind vorgeſehen:
Sonntag, den 25. Januar, nachmittags 2½ Uhr:
Wenn ich König wäre‟
Montag, den 26. Januar, abends 7½ Uhr:
Grigri‟.
Vorausbeſtellungen für dieſe Vorſtellungen können bei dem
Verkehrsbüro und den betreffenden Vereinsſtellen bis ſpäteſtens
Mittwoch, mittags 12 Uhr, gemacht werden. Der allgemeine
Kartenverkauf beginnt Donnerstag, den 22. Januar, vormittags.
Verkehrsverein.
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früher Fritz Eydel übernommen habe.
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[ ][  ][ ]

Nummer 18.

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Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

Seite 21.

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Keine Kochkenntniſſe Off. u. B 68
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[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Sonntag, den 18. Januar 1914.

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o ſag nix mehr. Awwer es ſoll mer jo kaaner es Redde
Ierbiete. De Graf Bibbi. Em Reichskanzler wolle ſe
f de Kobb ſchbucke. Was ich do dhet. Immer noch
PPawern. Vollidiſche Stormflut. Werkliche Storm=
flut
. Un was geſchehe muß.
Alſo ich ſag nix mehr, ich ſag gornix mehr, awwer
ſag bloß ſoviel: in Deitſchland is kaa Ding unmeg=
iſp
, mit Ausnahm vun dem, wos mer net for menſch=
ſſumöglich
halte ſollt, un deß wer’ ich doch noch ſage derfe,
Atwohr, odder maane Sie ich hett iwwerhaubt nix zu
nage? Oho, deß wer noch ſcheener, ich dhu mein Schnawel
efälligſt uff, wann mer wos net baßt, dann dodefor bin
4 Berjer un Steierzahler, un den will ich ſehe, der wo
Inr deß Recht beſchneide will, der kemt mer grad ge=
dtliche
, Himmelkreitzgreitzſchleitzlowendſchteinſachſekoborg=
zitthaſchwarzborgrudolſtadtdunnerkeil
noch emol, deß dhet
Io grad noch fehle, wann mer mit ſeine Maanung hinnerm
Berg halte mißt, do kennt wege meiner de Herr Graf
8 bbi Sunndagsnoochmitdagsbedrachtunge ſchreiwe!
Arvwer deß leßt er bleiwe, dann der kimmerd ſich de Dei=
Avel drum, wos Sunndags morjens im Dagblättche ſteht,
ue ob die Leſer befriedricht werrn odder niſcht, indem daß
Herr Graf Bibbi ewe iwwerhaubt kaa Zeit dezu hott,
illeſofiſche Sunndagsnoochmitdagsbedrachtunge zu
ſchereiwe, weil er erſtensmal ſein Laſt hott, bis er um die
Aehrſteier drum erum is, un weil er zweitensmal im prei=
öſſche
Herrenhaus dem Bethmann wege ſeine ſchlabbe
haltung gegeniwwer vun de deitſche Volksverdretung uff
Ubr Kobb ſchbucke muß, daß de Herr Bethmann froh is un
ſcaft in de Reichsdag, wo ſem awwer dorchaus net beſſer
ſeht, indem daß ſe dort grad uff en gewart hawwe, um
brmit daß ſem emol grindlich die Nägel ſchneide kenne.
Amwer ich, wann ich de Herr Bethmann weer, ich dhet
cer die Herrn emol e bische kaaſe und dhet en emor de
Leiwel im Glas zeige un dhet zu en ſage: Was, ihr her=
geloffene
Volksvertreterer, ihr ſchebbaanige, wos wollt
dann ihr, ihr kummt mer grad geſchliche, wann ihr glaabt,
der kennt uff mei Koſte Dkäte ſchinne, dann werds aach
ſchbed, un wann mer jetzt noch emol aaner afängt zu
ſtachele vun wege Zabern un ſo, dann nemm ich en am
Schlawiddich un ſtumben emol uff daß em die Baa die

Apel erans kumme m daß er mit em Kod zwiche de
Ribbe erausguckt wie e Schbitzbub aus de Drallje! Deß
dhet ich ſage, wann ich Reichskanzler weer.
Awwer freilich, de Herr Bethmann. Gott, der befind
ſich halt immer noch in ſeim alte Zuſtand nemlich uff em
Holzwähk, un ich will em jo gewiß nix Schlechtes nooch=
ſage
, awwer wann ich em en gude Rat gewe derf, ſo
maan ich als, es weer jetzt noch Zeit un er kennt jetzt noch
umſaddele, un wann er Eckonohm werrn dhet, do kennt
ich em heit ſchun brofezeie, daß ſei Kadofſel brämiert
dhete werrn, uff jeder vorurteilsloſen Landwertſchafts=
ausſtellung
.
Schbaß beiſeid. Is der Zuſtand net werklich zum
Greine. Hawwe mir dann Goddverdebbel nix annerſter
zu dhu, als wie als deß verflixte Zawern hie un her zu
zärre. Hawwe die bollidiſche Kamaſchaknebber nix anner=
ſter
zu dhu, als wie em Reichsdag die Zeit abzuſtehle,
um damit, daß ſe dem deitſche Volk ihr Brinzibiegail vor=
reite
kenne? Hawwe die Sabberemendsbadeibolledicker
net mein Adickel geleſe, den wo ich vor e Wochener ſechs
oder acht iwwer den Fall Zawwern geſchriwwe hab?
Odder glaawe die Herrn, ich ſchreib mei Adickel for die
Gens, un daß mer die Zeidung zum Eiwickele nimmt,
odder zu ſunſt wos?
Naa die gerrn hawwe allmitnanner mein Adickel
geleſe, aach die Elſäßer, un ſie hawwe mer allmitnanner
recht gewe, fuffzehdauſend Poſtkadde hab ich krickt, wo’s
druff geſtanne hott (es kenne aach e paar weniger geweſe
ſei, aber deß kimmt in dem Fall gor net ſo genau
druff a). Ich hab damals ſchun geſagt, macht mer de
Schimmel net ſchei, die ganz Sach is weiter nix wie de
Stoff zu ere luſtige Obberädd, awwer die bollidiſche
Knorrnkebb wolle abſelud e Drachödje draus mache un
dhun den ſcheene Stoff bladd ſchlage in ihrne Baddei=
blädder
. Rechts haaßt’s, es geſamdte deitſche Kriegspolk
weer beleidigt worrn; un Links haaßt’s, de deitſche Ber=
jer
dhet for ere Säwelherrſchaft ſtehe! Und dodebei geht’s
de Rechte un de Linke wie dem klaane Heiner, der wo nei=
lich
bei 6 Grad unner Zällsjuß mit freidiger Genugtuung
geſagt hott: So, deß geſchieht meim Vadder ganz recht,
daß mich’s jetzt an die Hend friert, er hett mer ja e paar
Handſchuh kaafe kenne!
Nadierlich merke die bollidiſche Kimmelſpalter gor
net, daß ſe druff un dra ſin, ſich mitſamſt em deitſche
Reich grindlich zu blammiern, un zwar ſo grindlich zu
blammiern, daß deß bißche Reſchbäckt, wo’s Ausland vor
uns hatt, widder in die Briche geht. In ihrm Eifer
merke ſe aach net, daß ſe mit ihrne Erörderunge bloß em
Dreck e Ohrfeig gewe, un daß uff die Art des ganze Bräß=
diſchee
vum Juweljohr 1913 die Krenk krickt.
No, ich ſag nix, ich ſag gornix, ich ſag bloß: jetzt mißt
ich Reichskanzler ſei, ich dhet dene Kwehrdreiwer ebbes
verzehle. Ich dhet aafach ſage: So, meine Herrn, dhet ich
ſage, ich bin jo de Reichskanzler, dhet ich ſage, un wann
Se was uf em Herze hawwe, dann mache Seis nor eraus,
ich will Ihne ſchun kumfermiern, un wann Se grad kaa
anner Dringlichkeitsafrag hawwe un wann Ihne ausge=
rechent
nir annerſter mehr eifällt als wie Zawern, un
noch emol Zawern, un immer widder Zawern, dann dhun
Se mol ihr Blicke uff de Oſtſee werfe, ich maan, die hett
en greeßere Schade agericht, wie die bocksbaanige Zifill=
un
Milledehrverwaltunge im Elſaß. Un wann Se mich
da frage: Iſt es dem Herrn Reichskanzler bekannt . . . un
was gedenkt er dagegen zu dhun, dann bin ich mit Herz
un Hand bebei, un wann mer deß Unglick, deß wo die
arme Bevölkerung do owe bedroffe hott, gaach net mehr
abwende kenne, ſo wolle mer doch all mitnanner fleißig
dra geh. die Nod un den Schade zu lindern. Deß dhet ich
dene Herrn ſage, wann zufellig ich Reichskanzler wer.
Awwer freilich, do hocke die Herrn in dem Reichsdag
fröhlich beinanner un ſtreite ſich erum, wer im liene
deitſche Reich mehr zu ſage hott, ’s Milledehr odder ’s
Zifill, un ſe merke gor net, wie e Stick vun ihrm liewe
deitſche Reich aafach eweg geſchwemmt werd, un die brave
Bewohner kenne kaum des nackte Lewe rette. Ich glaab.
die ans Unglick gewehnte Fiſcher, die dhete jetzt gern mit

14. Nummer 63.
e drucke Bettlad, wo ſe ſich mit ihrne Sorje un mit ihre
rambonierte Ehr eneilege kenne.
Deshalb maan ich halt, mer ſollte jetzt emol den ganze
Wackesſchlammaſſel iwwer Bord werfe, un es ganze deit=
ſche
Volk ſoll widder mol ſei Ob erfreidigkeit zeige un ſoll
dene arme Fiſcher unner die Aerm greife. Domit, daß
mer in de illuſtrierte Zeidunge die Abbildunge bringt un
macht Beileidsgedichtcher, domit is nir gedha; un wann
mer im Kino ſitzt und bedracht ſich den Schade, den die
Oſtſee und de Storm do owe agericht hawwe, un ſeifzt
debei Ach! un Ohl un denkt im ſtille, was kannſte ſo froh
ſei, daß de do hunne uff em ſichere Binneland ſitzt, wo ſich
heechſtens als emol e paar Wolkebrüch un Hagelſchlag un
Hochwaſſer unliebſam bemerkbar mache, domit is es gach
net gedha. Ganz im Gegedaal, jetzt muß widder e Hilfs=
begeiſterung
dorchs deitſche Land geh wie ſelwigsmol
beim Zebbelin, Arm un Reich muß beiſteiern, damit die
Oſtſeebewohner net an Gott verzweifele, ſundern ſich ſage,
wo die Not am greeßte un ſo. Noochher krickt aach ’s Aus=
land
widder Reſchbäckt for uns, wann ſe ſehe un ſich ſage
miſſe: Ja, die Deitſche, wann’s aach bollidiſche Kammaſche=
knebber
ſin, awwer in de Not, do ſtehe ſe doch z’ſamme
wie Brieder, do kann ſich die Welt e Muſter abgucke!
Wann mer awwer warte wolle, bis ſich der gane
odder der annere vun unſere Reichsdagsabgeordnete emol
awends mit ere ziemliche Bettſchwere in de Kahn legt un
wacht am annern Morjend mit eme Mordsjammer uff
un beſtellt ſich en Bismarckhering un muß ſich vum Kell=
ner
ſage loſſe, daß die momendan ausgange ſin, weil die
Sturm lut alles vernicht hott un er erſehrt uſf die Art
erſt wos vun dem große Unglick, un er geht dann hie un
ſtellt ſich braadſchburia uff’s Rednerpodäſtche un ſeegt: Iſt
es dem Herrn Reichskanzler bekannt . . . un ſo ich
maan emol meinerſeiz, dann weer’s zu ſpet.
R. Sch.

Vermiſchtes.

C.K. Bettelei im Großbetrieb. Haben Sie die ge=
waltige
Menge von Bettlern, von Krüppeln, von Kranken
und Elenden bemerkt, die am Neujahrstage in Scharen
die großen Pariſer Verkehrsadern erfüllten und mit zit=
ternder
Stimme, mit rührender und verzweifelter Gehärde
die Wohltätigkeit der Vorübergehenden anflehten? So
fragt der Gaulois und gibt zugleich die Antwort für dieſe
Ueberflutung von Paris mit Bettlern, die ſo plötzlich mit
dem Anfang des neuen Jahres hereingebrochen iſt. Es
war eine umfaſſende Organiſation, ein Großbetrieb. dee
hier von einem geſchäftstüchtigen Unternehmer eröffnel
wurde. Der größte Teil dieſer Männer mit Holzfüßen,
dieſer Einarmigen und Unglücklichen, die mit ſchrecklichen
Geſchwüren bedeckt ſchienen kommt aus der Bretagne, aus
den Pyrenäen und den Alpen, und ſie werden in ganzen
Trupps unter der Führung eines Bettelagenten
nach Paris gebracht. Sie erhalten freie Fahrt und ſind
dafür verpflichtet, einen beſtimmten Prozentſatz der Tages=
einnahme
an den Unternehmer abzuliefern. Dieſe Armee
der Unglücklichen ſtellt nach den Angaben der franzöſiſchen
Zeitung eine einzige große Maskerade dar. Jung oder
Alt, ſie alle ſind Virtuoſen in der Kunſt, ſich in Krüppell
und Kranke zu verwandeln. Die einen enthüllen den
Blicken der entſetzten Spaziergänger ſcheußliche Schwären,
die ſehr geſchickt mit Farben angemalt ſind, die andern
ſtrecken ihnen Armſtümpfe aus Pappe entgegen oder ver=
fallen
vor ihnen in konvulſiviſche Zuckungen, winden ſich
in Krämpfen, heucheln Blindheit. Sie alle haben nur
einen Wunſch und ein Streben: die guten Pariſer reinzu=
legen
, indem ſie ihr Mitleid und ihre Freigebigkeit an=
regen
. In einigen Tagen denn die Schutzleute drücken
in dieſer Feſtwoche ein Auge zu und laſſen ſelbſt dieſen
Handelszweig gelten, wird ſich dann dieſe Heerſchar der
Bettler wieder in alle Himmelsrichtungen zerſtreuen, mit
reicher Ernte beladen und mit dem Gelübde im Herzen,
im nächſten Jahr wiederzukommen.

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(911a

Vorüg. 20 Ptivaimntags=
tiſch
für beſſ. Herren u.
Damen Hölgesſtr. 1, 1. St. (1053a

Lorsſiglich. Mtragdtiſch öhne
2 Trinkzwang. Reſt. Martins=
glöckchen
, Riegerplatz. (1962a