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177. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
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Rheinſtraße 28, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der wöchentlichen Beilage:
Kuren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
ut. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
önig Ludwig III. von Bayern feierte geſtern
ſeinen 69. Geburtstag, der in Bayern diesmal
be=
ſonders feſtlich begangen wurde.
Am dritten Verhandlungstage in dem Prozeß gegen
den Oberſten v Reuter wurde in der
Verneh=
mung der Zeugen fortgefahren. Vor dem
Gerichtsge=
bäude herrſcht vollkommene Ruhe.
Auf dem deutſchen Petroleumdampfer
„Geeſtemünde” fand eine Exploſion ſtatt.
Mehrere Perſonen wurden getötet. Der am
Schiffs=
rumpf angerichtete Schaden iſt ſehr beträchtlich.
Am der Oſtſeeküſte iſt durch Südweſtſturm ein
rneues Hochwaſſer eingetreten und hat bei
Wis=
rmar und Roſtock Ueberſchwemmungen
hervor=
gerufen.
Lei dem Untergang einer Bark auf dem
Fra=
ſer=Fluß ſind 25 Menſchen ums Leben
ge=
kommen.
*
Lie Eiſenbahner Südafrikas beſchloſſen, den
Ausſtand heute um Mitternacht beginnen zu laſſen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Deutſchland und Frankreich.
— Dieſer Tage weilte, ohne daß es in der weiteren
Oeffentlichkeit beſonders bemerkt worden wäre, einer der
uegeſehenſten franzöſiſchen Politiker in der
Hauptſtadt des Deutſchen Reiches, Herr Rozet, der
korſitzende der franzöſiſchen Kammerkommiſſion für
aus=
pirtige Angelegenheiten. Ueber das, was er in Berlin
uternommen hat, iſt ſo gut wie nichts bekannt
gewor=
dem, und aller Wahrſcheinlichkeit nach wird es heißen,
daß der Beſuch Berlins lediglich privaten Charakter
ge=
ragen habe; das dürfte aber kein Hindernis dafür
ge=
ſweſen ſein, daß er vielleicht doch — ſo nimmt man
wenig=
ſtims in Paris an — mit einigen maßgebenden deutſchen
Politikern Fühlung genommen hat, namentlich im
Hin=
blick auf die ſchwebenden Verhandlungen wegen der
Orientfragen.
Es iſt allgemein aufgefallen, daß hierüber in der oben
rvähnten Kammerkommiſſion der Miniſter des Aeußern
n ſeinem Expoſé mit Schweigen hinweggegangen iſt,
nd es iſt mit Sicherheit vorauszuſetzen, daß die
Kom=
niſſion Gelegenheit nehmen wird, dies nachzuholen und
ſen: Miniſter über die deutſch=franzöſiſchen
Be=
iehungen zu befragen. Herr Rozet dürfte dann wohl
iff Grund ſeiner Berliner Erfahrungen das Wort
er=
reifen, und es wäre erfreulich, wenn der als ein
ge=
näßigter Politiker geltende Herr Rozet dahingehend eine
Eimwirkung erzielen könnte, daß die augenblicklich
vor=
amdene gereizte Stimmung nachläßt. Es muß mit
Be=
altern konſtantiert werden, daß augenblicklich in
Frank=
lleich die Herren Chauvins wieder gewaltig Oberwaſſer
aben, und eine gewiſſenloſe Preſſe hetzt luſtig darauf
oi=, in der Hoffnung, Schwierigleiten zwiſchen beiden
Lkämdern hervorzurufen und dann womöglich endlich
Re=
llariche zu nehmen. Wir in Deutſchland denken weit
küh=
ſſer, uns liegt jede gewollte Abneigung gegenüber
Frank=
lleich vollſtändig fern und wir würden es mit Freuden
be=
rüßen, wenn dort endlich die Vernunft ſiegen und man
icht mehr dem Revanchegedanken nachlaufen würde. So
ber wie es jetzt iſt, müſſen wir in Deutſchland auf der
but ſein, und wenn es auch hieß, daß die letzte große
ſtuſtungsvermehrung durch den Balkankrieg hervorgerufen
i, ſo waren es wohl weniger dieſe Wirren, als vielmehr
hre Begleitumſtände, die es angezeigt erſcheinen ließen,
uf der Wacht zu ſein, um nicht in unangenehmſter Weiſe
berrumpelt zu werden. War es doch auch Frankreich,
as uns mit dem Plan der Heeresvermehrung voranging
nd nicht umgekehrt, wie man es ſo gern an der Seine
ſlauben machen wollte. Solange aber jenſeits der
Vo=
eſen ehrgeizige Politiker ausſchlaggebend ſind und die
ffentliche Meinung durch eine gewiſſenloſe Preſſe
Deutſch=
ſind gegenüber vergiftet wird, wird es bei dem jetzigen
erhältnis bleiben müſſen, obwohl darunter auch die
irtſchaftlichen Beziehungen ungemein zu leiden haben.
Das deutſche
Einfuhrſchein=
ſyſtem,
das bekanntlich auch im Inland vielfach bekämpft wird,
wird immer mehr zu einem internationalen
Streitgegenſtand. Nachdem Rußland gegen die
wirtſchaftlichen Nächteile, die ſeiner eigenen
Landwirt=
ſchaft durch dieſes Syſtem entſtehen, Abwehrmaßregeln
angekündigt hat, wollen jetzt auch die Vereinigten
Staaten von Nordamerika in Anwendung der
Be=
ſtimmungen des neuen Zolltarifs das unter dem Schutze
der indirekten Ausfuhrprämien in Amerika eingeführte
Getreide mit einem beſonderen Zuſchlagszoll
be=
legen. Eine ſolche Maßnahme würde natürlich die
Vor=
teile, welche die deutſche Landwirtſchaft aus der Ausfuhr
nach der Union zieht, vollkommen illuſoriſch machen. Doch
iſt dieſe Ausfuhr bei weitem nicht ſo groß, wie die
deutſche Getreideeinfuhr aus Nordamerika. Es würden
ſich alſo deutſcherſeits, wenn man nun einmal nicht auf
das Einfuhrſcheinſyſtem verzichten will, ähnliche
Kampf=
maßregeln ermöglichen laſſen, wie ſie etwa Rußland
gegenüber lausführbar ſind, jedoch iſt hier die Lage
ſchwie=
riger, als die deutſche Induſtrie, die nach der Einführung
des amerikaniſchen Zolltarifs für die Erweiterung ihres
Abſatzgebietes jenſeits des großen Waſſers ſehr viel
auf=
gewendet hat, durch ein mittelbares Hineinziehen in den
Wirtſchaftskampf empfindlich geſchädigt werden müßte.
Es bleibt demnach abzuwarten, welche Maßnahmen die
deutſche Regierung zu treffen gedenkt, um den Gefahren
der neuen Verordnung des Schatzamtes der Union aus
dem Wege zu gehen.
Deutſches Reich.
— Der Kronprinz und die Affäre von
Zabern. Die Behauptung der Frankfurter Zeitung,
der deutſche Kronprinz habe ſchon vor den Ereigniſſen
von Zabern an den kommandierenden General v.
Deim=
ling ein Telegramm geſchickt, das die Aufforderung zu
einem ſcharfen Vorgehen enthielt, wird auch der
Tele=
graphen=Union von beſtunterrichteter Seite als durchaus
unrichtig bezeichnet. Richtig iſt einzig und allein, daß
der Kronprinz dem Oberſt von Reuter für ſein Eintreten
für die Ehre und das Anſehen der Armee ſeine
Anerken=
nung ausgeſprochen hat.
— Der Reichstag und die Beſteuerung
der Zündholizerſatzmittel. Die Beſteuerung
der Zündholzerſatzmittel wird zurzeit von einer Reihe
Handelskammmern mit beſonderer Dringlicheit gefordert.
Die gegenwärtige Lage iſt folgende: Der Reichskag,
ins=
beſondere die Kommiſſion, hat ſeinerzeit bei der Beratung
des Antrages auf Einführung der Zündholzſteuer auch
die Frage der gleichzeitigen Beſteuerung der
Zündholz=
erſatzmittel erwogen. Man hat aber davon Abſtand
ge=
nommen, in der Annahme, daß als Zündholzerſatzmittel
nur verhältnismäßig koſtſpielige Feuerzeuge in Betracht
kämen, die ihrem Preiſe nach den Zündhölzern kaum
ernſthaften Wettbewerb bereiten würden. Dieſe Annahme
hat ſich aber im Laufe der Zeit als unzutreffend
erwie=
ſen, da die Induſtrie ſchnell ihre Technik auszudehnen
und brauchbare Feuerzeuge als Maſſenartikel zu billigem
Preiſe herzuſtellen vermochte. Nach allen
Wahrnehmun=
gen ſteigert ſich die Ingebrauchnahme ſolcher
Zündholz=
erſatzmittel fortgeſetzt in erheblichem Umfange, ſo daß
tatſächlich der Verbrauch von Zündhölzern neuerdings
bedeutend zurückgeht und die Zündholzinduſtrie geſchädigt
wird. Im Zuſammenhange damit ſind die Erträge der
Zündholzſteuer für die Reichskaſſe im Rückgange und als
unvermeidlich weitere Folge ergibt ſich eine Herabſetzung
des Kontingents für die beteiligten Fabriken. Bei dieſer
Sachlage gewinnt die Frage der Beſteuerung der
Zünd=
holzerſatzmittel eine ſoziale und finanzielle Bedeutung
als Ausgleichsmittel gegenüber der ſteuerlichen Belaſtung
der Zündhölzer. Die Frage wird demnächſt im
Reichs=
tage erörtert werden. Da ein Teil der Fraktionen nicht
öllig geſchloſſen in dieſer Sache iſt, laſſen ſich die
Aus=
ſichten einer Novelle zum Geſetz über die Beſteuerung
der Zündwaren ſchwer überſehen.
— Der Generalpardon im
Wehrbei=
tragsgeſetz wegen früherer Steuerhinterziehung
be=
zieht ſich nicht nur auf ſolche Steuerpflichtigen, die
Wehr=
beitrag leiſten müſſen, ſondern, wie das Reichsſchatzamt
bekannt macht, auch auf ſolche Steuerpflichtigen, die unter
das Wehrbeitragsgeſetz nicht fallen. Die Wohltaten des
Generalpardons kommen ſomit auch den Steuerpflichtigen
zugute, die weniger als 5000 Mark Einkommen verſteuern
und im Gegenſatz zu früheren Steuererklärungen ihr
Ein=
kommen jetzt richtig angeben.
Ausland.
Italien.
Zur römiſchen Frage. Großes Aufſehen für
die politiſche Welt hatte der Erzbiſchof von Udine auf
der Sozialen Woche der Katholiken in Mailand erregt,
als er erklärte, daß anſtelle der gegenwärtigen Lage eine
Neuordnung treten müſſe, wodurch die Unabhängigkeit
des Papſtes auf internationalem Wege verbürgt werde.
Im Grunde läuft die Aeußerung darauf hinaus, daß die
Kirche ſich in die ſeit 1870 beſtehenden Verhältniſſe fügen
und ſie anerkennen wolle, wenn das italieniſche
Garantie=
geſetz vom 13. Mai 1871 die internationale Garantie
erlange. Der ſtreng kirchliche Standpunkt verharrt
da=
gegen noch immer auf den Anſprüchen auf den früheren
weltlichen Beſitz des Papſtes. Im Anſchluß daran wurde
in Mailand über die Löſung der römiſchen Frage viel
hin und her geredet, und ebenſo in den Blättern aller
Völker darüber geſchrieben. Das vatikaniſche Organ, der
Oſſervatore Romano, verſprach dann, er werde ſich ſpäter
einmal zu geeigneter Zeit dazu äußern. Er tut das
jetzt, ſpricht aber nicht über die Löſung der Frage, ſondern
hält der Meinung, als ob der Vatikan ſeine alten
An=
ſprüche auf den Kirchenſtaat und ſeine bisherige
Un=
beugſamkeit aufgegeben und eine andere Haltung in der
viel umſtrittenen Angelegenheit angenommen hätte, kurz
und bündig entgegen, bis heute habe ſich nichts an der
Sache geändert, und wenn Erörterungen über die Löſung
der römiſchen Frage ſtattgefunden hätten, ohne daß der
Vatilan ſich dagegen gewehrt hätte, ſo ſei das auch ſchon
früher geſchehen. Im übrigen werde dieſe verſchiedene
Auffaſſung der Frage fortdauern. Auf der einen Seite
würden die Unbeugſamen, die nicht im geringſten
nach=
geben wollten, auf der anderen die liberalen Katholiken,
die zu Zugeſtändniſſen bereit ſeien, auch in Zukunft auf
ihrem Standpunt verharren.
Frankreich.
Erſparungen im Budget. Der
Finanz=
miniſter Caillaux richtete an den Obmann des
Budget=
ausſchuſſes, Cochery, ein Schreiben, in dem er ihm
mit=
teilt, daß es ihm dank der Mithilfe der übrigen Miniſter
gelungen ſei, für das Budget des Jahres 1914
Erſpa=
rungen im Betrage von 50 Millionen zu erzielen, ohne
die einzelnen Dienſtzweige im geringſten zu ſchädigen,
oder ſich der Gefahr eines Nachtragskredites auszuſetzen.
Das Miniſterium habe den ſeſten Willen, auf dieſem Wege
zu beharren. Der Radical, das Blatt Caillaux’, ſchreibt.
daß dieſe 50 Millionen für Frankreich ein um ſo
ſchätzens=
werteres Neujahrsgeſchenk bilden, als es ſich bei dieſen
Erſparungen um die ſchwierige Aufgabe handelte, einen
bereits dem Parlamente vorgelegten Budgetentwurf
ab=
zuändern.
Gegen die Geſchworenengerichte. Der
Pariſer Deputierte Berry hat unter Hinweis auf die
Wahrſprüche der Geſchworenen, die teils durch ſkandalöſe
Milde, teils durch unbegreifliche Strenge Aergernis und
Aufſehen erregt hätten, einen Zuſatzartikel 267 des
Strafprozeßverfahrens beantragt, wonach der Präſident
des Schwurgerichts die Geſchworenen in ihren
Bera=
tungsſaal begleiten und ihnen auf ihr Verlangen ſeine
Anſicht über das Strafausmaß mitteilen ſoll.
Die Probe auf die
Leiſſtungsſähig=
keit der Oſtbahnen. Am Dienstag nachmittag
wurden auf Anordnung des Kriegsminiſters, welcher
die Leiſtungsfähigkeit der Oſtbahnen prüfen wollte, 12000
Militärurlauber von Paris in 12 Sonderzügen in ihre
Garniſonen an der Oſtgrenze befördert. Mehrere Blätter
bemerken, daß dieſes Experiment nichts beweiſe, da ja bei
einer Mobiliſierung auch Pferde, Kriegsmaterial uſw. zu
befördern ſeien.
England.
Trübe Ausſichten. Gegen die bisher von
allen Seiten als außerordentlich erfolgreich bezeichnete
auswärtige Politik Sir Edward Greys wird jetzt
beſon=
ders von konſervativer Seite auf einmal Sturm gelaufen.
Die Daily Mail bringt einen Artikel ihres
diplo=
matiſchen Mitarbeiters, der ſich höchſt peſſimiſtiſch über
die engliſchen Erfolge auf dem Gebiete der auswärtigen
Politik ausläßt. Sowohl in der Inſelfrage wie in
Süd=
albanien habe England nicht gut abgeſchnitten. Die all=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Nummer 8.
gemeine Lage ſei keineswegs weder für jetzt noch für die
Zukunft zufriedenſtellend.
Griechenland.
Die Reiſe Venizelos. Der nach Rom
abge=
reiſte Miniſterpräſident Venizelos ſoll vom König
Kon=
ſtanen ein Handſchreiben an den König von Italien
er=
halten haben.
Türkei.
Veränderungenn in der Armee. Der
Chef des Generalſtabs und etwa 200 andere Generale,
Oberſten und Oberſtleutnants ſind penſioniert worden.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalſtabes Zia
wurde zum Kommandeur des 10. Korps ernannt. Im
Generalſtab ſind wichtige Veränderungen eingetreten.
Afrika.
Die Eiſenbahnkriſe in Südafrika. Nach
einer langen Konferenz zwiſchen den Vertretern der
Eiſen=
bahnarbeiter und dem Eiſenbahnminiſterium in Pretoria,
die erfolglos verlief, beſchloß der Exekutivausſchuß der
Eiſenbahner, wenn nicht die Regierung die entlaſſenen
Leute wieder einſtellte, für Donnerstag den Streik zu
er=
klären.
CD Geſundbeter und
Strafrechts=
reform. Der traurige Fall der Hofſchauſpielerin Nuſcha
Butze, die nach der öffentlichen Angabe ihres Arztes von
den Geſundbetern zu Tode gebetet worden iſt, veranlaßt
den Berliner Landgerichtsrat Dr. Ernſt Sontag, in den
neueſten Greneboten auf die gefährliche Zunahme des
Geſundbeterunfugs und auf die Tatſache hinzuweiſen, daß
weder der Vorentwurf zum neuen deutſchen Strafgeſetzbuch
noch der Gegenentwurf das Geſundbeten, Wahrſagen uſw.
unter Strafe ſtellen. Haben aber die Urheber beider
Ent=
würfe geglaubt, auch gegen die Geſundbeterei und dergk.
mit dem Betrugsparagraphen auskommen zu können, ſo
weiſt Sontag nach, daß dieſe Auffaſſung aus juriſtiſchen
Gründen ſich meiſtens als irrtümlich herausſtellen wird.
Denn der Betrugsparagraph ſetzt voraus, daß der
Ge=
ſundbeter uſw. ſich bezahlen ließ, falſche Tatſachen
vor=
ſpiegelte, bezw den Beſucher argliſtig täuſchte und von der
Unrichtigkeit oder Unwirkſamkeit ſeines bezahlten Tuns
überzeugt war, wenn der von ihm erlangte
Vermögens=
vorteil ein rechtswidriger ſein ſoll. Zweckmäßigerweiſe
enthalten daher die Strafgeſetze mehrerer Kulturſtaaten
(z. B. ſchweizeriſcher Kantone, Italiens, Ungarns,
Eng=
lands. Spaniens) Beſtimmungen gegen Wahrſagerei,
Traumdeuterei und ähnlichen Mißbrauch des
Aberglau=
bens. Würde das neue deutſche Strafrecht dieſem Beiſpiel
folgen, dann würde es damit zugleich an den Entwurf
des Allgemeinen preußiſchen Landrechts anknüpfen, aus
dem, wie Sontag in Erinnerung bringt, ähnliche
Straf=
beſtimmungen nur durch den Einfluß der frömmelnden
Roſenkreuzer im Intereſſe eines Wöllner und
Biſchoffs=
werder entfernt worden ſind. Sontag ſchlägt folgende
Beſtimmung vor: „Wer um Vorteile oder Gewinnes
willen wahrſagt, geſundbetet oder die Leichtgläubigkeit
des Publikums auf ähnliche Weiſe mißbraucht, wird mit
Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldſtrafe bis zu
3000 Mark beſtraft.”
* Die Inſelfrage. Der Ideenaustauſch der
Dreibundmächte über die Inſelfrage hat Berliner
Meldungen zufolge bereits in der vorigen Woche
zu einer Verſtändigung geführt. Die
Dreibund=
mächte ſtellen ſich auf den Standpunkt, daß eine
pla=
koniſche Aufforderung der Großmächte an Griechenland,
die griechiſche Beſatzung von Chios und Mytilene
zurück=
zuziehen, erfolglos bleiben würde und daß die
Groß=
mächte nicht das Mandat übernehmen können, die
Räu=
mung der Inſeln zugunſten der Türkei zu erzwingen.
Unwahrſcheinlich iſt nach Meinung diplomatiſcher Kreiſe,
daß die Türkei einen neuen Krieg mit Griechenland
be=
ginnt, ſolange ſie noch nicht auf den tatkräftigen Beiſtand
Bulgariens rechnen könne.
* Peſt, 6. Jan. Die Mitteleuropäiſche
Wirtſchaftskonferenz ſetzte heute die Beratung
über die Frage der Vereinheitlichung und Vereinfachung
der Eiſenbahntransportbedingungen fort. Nach der
De=
batte erklärte der Präſident Wekerle die unterbreiteten
Reſolutionen für angenommen, außer die Punkte über
die Parität der Meiſtbegünſtigung, wo es nicht gelungen
iſt, eine Einigung zwiſchen den deutſchen, öſterreichiſchen
und ungariſchen Referenten herbeizuführen. Als vierten
Punkt der Tagesordnung behandelte die Konferenz die
Vereinheitlichung der Beſtimmungen über die
Erwerbs=
geſellſchaften. Der Präſident Wekerle hielt ſodann die
Schlußrede. Er warf einen Rückblick auf die
Verhand=
lungen und ſprach den Regierungen den Dank für das
durch die Entſendung von Vertretern bekundete Intereſſe
aus. Er dankte insbeſondere dem Herzog Ernſt Günther
zu Schleswig=Holſtein für ſein Erſcheinen. Der Herzog
verſicherte die Konkerenz ſeines ſteten Intereſſes und
dankte dem Präſidenten Wekerle für die Leitung der
Verhandlungen. Im Anſchluß an die Verhandlungen der
Wirtſchaftskonferenz fand eine vertrauliche Beſprechung
der Vorſitzenden der Wirtſchaftsvereine Deutſchlands.
Oeſterreichs und Ungarns ſtatt, die unter Hinzuziehung
ervorragender Fachleute im Hinblick auf die
bevor=
tehende Erneuerung der Handelsverträge ſich mit der
handelspolitiſchen Lage beſaßte. Zu Ehren der Konferenz
fand abends ein Bankett ſtatt, bei dem Präſident Dr.
We=
kerle den erſten Trinkſpruch auf Kaiſer Franz Joſef, auf
Kaiſer Wilhelm und den König Albert von Belgien
aus=
brachte. Dieſe Herrſcher, führte der Redner aus ſeien
erſönliche Vertreter der Friedensidee. Das Bündnis
Oeſterreich=Ungarns und Deutſchlands ſei um ſo
beſtän=
diger, als es auch ein Volksbündnis ſei. Finanzminiſter
Teleſzky führte aus, im verfloſſenen Jahre habe außer
der Friedensliebe der Herrſcher auch die Solidarität des
Wirtſchaftslebens Europa den Frieden geſichert. Herzog
Ernſt Günther zu Schleswig=Holſtein toaſtete auf die
un=
gariſche Regierung, wobei er in anerkennenden Worten
der Entwicklung Ungarns gedachte. Dann folgten nock
weitere beifällig aufgenommene Trinkſprüche. An dem
Bankett nahmen 200 Perſonen teil.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Januar.
* Vom Hofe. Prinz Waldemar von Preußen
iſt Dienstag vormittag 10,03 Uhr zum Beſuch im Neuen
Palais eingetroffen; ferner trafen im Laufe dieſes
Tages ein: Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen mit
Gefolge, Prinz und Prinzeſſin Reinhard zu Solms=Lich
und Prinzeſſin Viktoria zu Leiningen. Ihre Königl.
Hoheit die Großherzogin empfingen um 11,30 Uhr im
Neuen Palais Freifrau von Rabenau, Witwe des
Ober=
ſtallmeiſters. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen wurde dem Lokomotivführer in
der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Karl
Wenner zu Frankfurt (Main) das Erinnerungszeichen
für 40jährige Dienſtzeit.
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion in
Darmſtadt. Verliehen wurde aus Anlaß des
Schei=
dens aus dem Dienſte die Krone zum Ritterkreuz erſter
Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen,
ſowie der Königlich Preußiſche Kronenorden dritter Klaſſe
dem Ober=Poſtkaſſen=Rendanten Rechnungstrat Bönning
in Darmſtadt; der Königlich Preußiſche Kronenorden
vierter Klaſſe dem Poſtſekretär Kleinſchmidt in Darmſtadt;
das Heſſiſche Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchriſt
„Für langjährige treue Dienſte” dem Ober=Poſtſchaffner
Weber in Fürth und das Preußiſche Allgemeine
Ehren=
zeichen (in Silber) dem Ober=Poſtſchaffner Köhler in
Darmſtadt; ferner der Rang der Räte vierter Klaſſe dem
Poſtdirektor Traiſer in Bingen (Rhein); der Charakter
als Rechnungsrat dem Ober=Poſtkaſſenkaſſier Happel in
Darmſtadt und dem Ober=Poſtſekretär Baxmann in Mainz;
der Charakter als Telegraphenſekretär dem Ober=
Tele=
graphenaſſiſtenten Erbe in Mainz; der Titel Ober=
Poſt=
aſſiſtent den Poſtaſſiſtenten Röhm in Mainz und Theiß in
Offenbach. — Verſetzt: Poſtinſpektor Michels von
Offenbach nach Erkelenz unter Uebertragung einer
Poſt=
direktorſtelle, Ober=Poſtpraktikant Pfeiffer von Stettin
nach Offenbach unter Ernennung zum Poſtinſpektor, Ober=
Poſtkaſſenkaſſier Vierke von Hamburg nach Darmſtadt
unter Uebertragung der Rendantenſtelle der Ober=
Poſt=
kaſſe, Ober=Poſtpraktikant Schaumann von Darmſtadt nach
Düſſeldorf, Ober=Poſtaſſiſtent Lang von Berlin nach
Darm=
ſtadt, die Poſtaſſiſtenten Jakob Ahlheim von Darmſtadt
nach Philippsruhe=Keſſelſtadt, Knoos von Frankfurt
(Main) nach Darmſtadt, Richter von Langwedel nach
Darmſtadt, und Vetter von Schlitz nach Pforzheim, die
Telegraphenaſſiſtenten Henning von Frankfurt (Main)
nach Mainz und Stroh von Darmſtadt nach Köln. —
Uebertragen: eine Ober=Poſtſekretärſtelle bei der
Ober=Poſtdirektion dem Poſtſekretär Kilian in Darmſtadt;
eine etatmäßige Sekretärſtelle dem Poſtſekretär Wirth in
Mainz. — Beſtanden: die Telegraphenſekretärprüfung:
Telegraphenaſſiſtent Horn in Mainz. —
Angenom=
men: als Telegraphengehilfin: Ackermann in Darmſtadt,
Hecker und Kätzner in Mainz; als Poſtagentin: Frau
Bar=
bara Fritz in Harheim und Fräulein Berta Schacker in
Gundernhauſen. — Freiwillig ausgeſchieden:
die Telegraphengehilfinnen Kling in Darmſtadt und
Kor=
cell in Mainz. — In den Ruheſtand tritt:
Poſt=
ſekretär von der Schmitt in Lauterbach k. W. Mühlheim
(Main) und Ober=Poſtaſſiſtent Rupp in Gießen. —
Ge=
ſtorben: Poſtagent Fritz in Hacheim und Poſtagentin
Schacker in Gundernhauſen.
-g. Strafkammer II. Der 20jährige Fabrikarbeiter
Georg Bernhard Fiſcher von Ansbach kam anfangs
Juli nach Verbüßung einer Gefängnisſtrafe von 8
Mo=
naten, die er wegen Raubes erhalten hatte, nach
Offen=
bach. Er frug hier am 3. Juli in einer Fabrik nach
Ar=
beit nach und als er erfolglos herauskam, nahm er das
im Vorraum der Fabeik ſtehende Fahrrad des Kaufmanns
G. Keil von Frankfurt mit und veräußerte es für 15 Mark.
Die Strafkammer verurteilte geſtern den Angeklagten
wegen Rückfallsdiebſtahls zu 6 Monaten
Gefäng=
nis abzüglich 4 Wochen der Unterſuchungshaft. — Der
36jährige Portefeuiller Philipp Wilhelm Nagel II. von
Offenbach, der gegenwärtig eine Gefängnisſtrafe von vienr
Monaten wegen Diebſtahls verbüßt, logierte ſich am 22
September v. J. bei dem Spengler Rathgeber in Offens
bach ein unter der Angabe, er arbeite in der Chemiſchen
Fabrik Fechenheim. Dieſe Angabe war jedoch falſch und
nachdem er vier Tage dort gewohnt hatte, verſchwand en,
hne die 2 Mark Schlafgeld zu bezahlen. Die
Strafkam=
mer erkennt wegen Betrugs im Rückfall auf 3 Monats
Gefängnis und bildet mit den 4 Monaten eine Ges
ſamtſtrafe von 5 Monaten Gefängnis. — Der das
mals 17jährige Fabrikarbeiter Fritz Friedrich von
Offen=
bach ſtellte im September v. J. Strafantrag gegen den
84jährigen Werkmeiſter Georg Joſeph Schmidt wegen
Körperverletzung. Friedrich iſt in der Lederfabrik von
Gebrüder Becker beſchäftigt und der Angeklagte hat die
Aufſicht in ſeiner Werkſtatt. Am 2. September v. J. nur
hänſelte Friedrich im Verein mit anderen jugendlichen
Arbeitern einen verwachſenen Kollegen, was dieſer dem
Schmidt meldete, worauf dieſer den Uebeltätern eine Buße
on 2 bezw. 3 Mark auferlegte. Friedrich verantwortet
ſich nun in frecher Weiſe, worauf ihm Schmidt mit einem
Blechſtreifen, den er gerade in der Hand hatte, einmal
über die Schulter ſchlug. Vor dem Schöffengericht, das
uf eine Freiſprechung erkannte, gab Schmidt an, ihm ſei
durch den Meiſter geſagt worden, der Vater wünſche, daß
der Junge gezüchtigt werde, wenn er nicht gut tue. Der
als Nebenkläger zugelaſſene Friedrich verfolgte Berufung
die der Staatsanwalt zu verwerfen beantragte. Dier
Strafkammer verwarf die Berufung als unbegründet. Die
Koſten des Verfahrens, einſchließlich der dem Angeklagten
erwachſenen notwendigen Auslagen fallen dem
Neben=
kläger zur Laſt.
Von der Techniſchen Hochſchule. Dem Dr.=Ing
Friedrich Martin zu Darmſtadt wurde die venig
legendi für Chemie an der Großh. Techniſchen Hochſchule
zu Darmſtadt erteilt.
* Vortragszyklus. Bezüglich der angekündigten
Vor=
tragsreihe „Stilſtrömungen” von Profeſſor De. Pinden
ſei noch bemerkt, daß ſich Herr Profeſſor Pinder durch ſeing
zahlreichen wiſſenſchaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der
Kunſt und Kunſtgeſchichte in Fachkreiſen einen beſonders
hrenvollen Namen erworben hat. Wir nennen nur: „Die
deutſchen Dome” und „Deutſcher Barock” (Verlag
Lange=
wieſche in Königſtein i. Taunus), ſowie „Mittelalterliche
Plaſtik Würzburgs” (bei Kurt Kabitzſch in Würzburg)
rwähnt ſei auch, daß die 3 Vorträge durch eine Reihe
ausgewählter Lichtbilder Veranſchaulichung finden.
* Evangeliſcher Bund (Zweigverein Darmſtadt.) De
am Sonntag, 18. Januar, im Saalbau ſtattfindende
Familienabend wird am Geburtstage des Deutſchen
Reiches das Bild eines echt deutſchen Mannes in Worte
Lied und Deklamation den Hörern nahe bringen, nämlich
Ernſt Moritz Arndt. Die Feſtrede des Abends ha
ein gewandter Redner, Herr Pfarrer Becker aus Fürth,
zütigſt übernommen.
— Vogelsberger Höhenklub Darmſtadt. Wie aus dem
Anzeigenteil erſichtlich iſt, findet der in Ausſicht
genom=
mene „Bunte Abend” nun am Samstag, 10. Januar 1914
ſtatt am 17. Januar), abends 8 Uhr 29 Min. im Saale
des Schützenhofes ſtatt. Der Abend wird, gleichwie im
Vorjahre Abwechſelungen jeglicher Art bieten und den
Teilnehmern einige vergnügte Stunden bereiten.
ſehr rührige und gerne gehörte V. H.=K.=Hauskapelle,
wie die flotte Künſtlerſchar wird ihr Beſtes zu leiſtenhe
ſtrebt ſein. Alle V. H.=Ker nebſt Familien ſind hie
herzlichſt eingeladen. Gäſte können durch Mitglieder
geführt werden. Am 20. Januar 1914 wird alsdann
Lichtbilder=Vortrag des Herrn Meiſinger im Saale
Landesbaugewerkſchule hier ſtattfinden.
* Zur Gründung eines Landes=Verbandes Heſſiſch=
Tanzlehrer ſchreibt man uns: Auf dem Heſſiſchen Tanzt
lehrer=Tag am 16. November vorigen Jahres wurde
Gründung eines Landes=Verbandes im Großherzogtum
Heſſen angeſtrebt. Der hieſige Lokalausſchuß hat für
Son=
tag, 11. Januar, vormittags 11 Uhr, im Bahnhoks=Hotel
Darmſtadt eine allgemeine Verſammlung einberufen und
hierzu die in Betracht kommenden gewerblichen
Fach=
kollegen, ſowie Lokalvereinigungen im Großherzogtum
Heſſen eingeladen. Der Gründung voraus wird ein
Reſt=
rat gehen von Herrn Tanzlehrer A. Schrimpff=
Darm=
ſtadt über: Die Kulturgeſchichte der Tanzlehrkunſt”.B
dem Intereſſe, das allenthalben für die Gründung eines
Landes=Verbandes Heſſiſcher Berufs=Tanzlehrer ſich kund
gibt, iſt ein guter Beſuch der Verſammlung ſicher zuen
warten. Siehe auch heutige Anzeige. (Die Preſſein
gebeten um Nachdruck dieſer Notiz.)
* Im Orpheum herrſcht jeden Abend die
ausge=
laſſenſte Laune bei den luſtigen Spiel= und Tanzſzenen der
übermütigen Fliegerpoſſe „Parkettſitz Nr. 10” die das
Mar Walden=Enſemble ſo vorzüglich zur Aufführung
bringt. Ein fröhlicher Auftritt folgt dem anderen, ein
Scherz kündet den nächſten an und auf eine hübſche
Me=
lodie folgt ſofort ein anderer Schlager. So erklärt ſich
die große humoriſtiſche Wirkung auf die Zuſchauer,
aus dem Lachen nicht herauskommen. — Infolge des ſtal
ken Erfolges verbleibt ſomit „Parkettſitz Nr. 10” noch
ehrere Tage auf dem Spielplan. (Siehe Anzeige.)
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft wird
uns geſchrieben: Im Monat Dezember ergaben die fon
Ein Zuwel
der Berliner Rokokokunſt.
) Der Ankauf des ſogen. „Ermelerſchen
Hau=
ſes” durch die Stadt Berlin ſichert die Erhaltung eines
der ſchönſten Patrizierhäuſer des Rokoko, das nun auch
weiterhin der Nachwelt das gan= einzigartige Bild einer
großen Vergangenheit im ſchönſten Rahmen darbieten
wird. Die meiſten der prachtvollen Baudenkmäler, die
das berühmte Rokoko Friedrichs des Großen in Berlin
entſtehen ließ, ſind ja in dem zerſtörenden Drängen der
Großſtadt der Spitzhacke zum Opfer gefallen, und ſo hat
der vornehme Bau in der Breiten Straße kaum
ſeines=
gleichen mehr.
Der Erbauer war der „Hof=Lieferant und Goldſticker”
Peter Friedrich Damm, der dem alten Fritz nicht nur
die Stickerei für Litzen und Treſſen, ſondern auch
Leder=
zeug und Monturen für die Armee lieferte. Er kaufte,
wie Dr. Hedwig Michaelſohn in einem die Geſchichte und
künſtleriſche Bedeutung des Ermelerſchen Hauſes
darlegen=
den Aufſatz des Groß=Berliner Kalenders mitteilt, im
Jahre 1760 das Grundſtück in der Breiten Straße und
baute ſich hier das Haus, das die Familie nach einer
An=
gabe des „Adres=Calenders auf das Jahr 1762” nach
zwei Jahren beziehen konnte. Der Bauplatz in der
da=
maligen „vornehmſten Straße von Cölln” den Damm
für 20000 Taler erworben hatte, war nun mit einem Haus
geſchmückt, das zu der ganzen herrlichen Baugruppe paßte.
War doch von altersher die Breite Straße, die früher auch
die „große” hieß, die Verbindung zwiſchen der ſtolzen
Reſidenz der Hohenzollern und der Stadt, und Friedrich
Nicolai erzählt in ſeiner Beſchreibung Berlins von 1769,
daß „die Straße mit vielen ſchönen Häuſern prangt”. Das
Inneve des Hauſes wurde mit allem Luxus und Komfort
der Zeit ausgeſtattet und zeigt die Wohnungskultur des
Rokoko auf ihrer Höhe: die Anordnung des Grundriſſes,
die Zuführung von Luft und Licht, die großartige und
doch diskrete Dekoration der Räume — all das iſt
unüber=
trefflich. Die ganze Geſchicklichkeit und Anmut, die in der
Kunſt und dem Kunſthandwerk des deutſchen Rokokos ſich
in ſo glänzendem Lichte offenbaren, wurden aufgerufen,
um das Heim dieſes beſcheidenen Bürgers zu ſchmücken.
Die farbigen Marmorkamine, die zartgeſchwungenen
goldbronzenen Türſchlöſſer, die feingeſchnitzten lackierten
Türen und Wandtäfelungen, das zierliche Muſchel= und
Rankenwerk der Hohlkehlen und Decken — das alles atmet
den köſtlichen Duft und den verführeriſchen Zauber dieſer
heute wieder ſo hoch geſchätzten Kunſt.
Zu einem beſonderen Glanzgebilde des
triumphie=
renden Rokokos aber wird die Innendekoration dieſes
Hauſes durch die reiche Wandmalerei, die ſchon im
Treppenflur, wo vausbäckige Puppen krausverzierte
La=
ternen (jetzt mit elektriſchem Licht) halten in bunten
Far=
ben grüßt. Koſtbare Szenen Alt=Berliner Kultur von
hüchſtem geſchichtlichem Reiz ſind hier feſtgehalten, ſo in
der Schilderung der Dammſchen Familie, die ihr Gut
Dammsmühle beſucht; Landſchaften dehnen ſich aus und
maleriſche Ruinen in der verträumten und gefühlvollen
Grazie jener Zeit; das luſtige mythologiſche Spiel der
Venus und ihres roſigen Puppengefolges lächelt verliebt
von der Decke des großen Saales, der überhaupt ein
Muſter der reizvollſten Innendekoration darſtellt. Die Vir=
tuoſität des flinken Pinſels gefällt ſich in phantaſtiſche
Scheinarchitekturen, in allerhand Kunſtſtückchen der
Per=
ſpektive; ein weißer Seidenſpitz hütet den Eingang, und
man meint, er werde zu bellen anfangen, bis man merk
daß er gemalt iſt. Ueber den Beſen, der unvorſichtt
gegen die Treppe geſtellt zu ſein ſcheint, könnte man ſtol
pern, wär’s nicht auch nur ein keckes Stückchen Malereig
Der Schöpfer dieſer bunten und luſtigen Wunderwelh
die aus dem Dammſchen Haus ein wahres Juweld
Rokokokunſt macht, war Karl Friedrich Fechhelmdel
Aeltere, ein weitgereiſter „Königlicher Theater=Mahler
der nach dem Adres=Calender „in der Breiten Straße
wohnt, in des Schneiders Schulzen Hauſe” alſo Damm
Nachbar war. Die Damms durften ſich in dieſem
Schmül=
käſtchen eines vollen und langen Glückes erfreuen.180
kaufte dann Johann Friedrich Neumann das Haus von
den Dammſchen Erben und baute rückwärts eine Tahal
fabrik an; 1824 übernahm dann Haus und Fabrik Will
helm Ermeler, der ſchon vorher das gleiche Geſchäft
mit großem Glück betrieben hatte und dem „Ermelerſche
Tabak” eine gewiſſe Berühmtheit in deutſchen Landen
ſchaffte. Damals ſind einzelne Züge des Empire und
Biedermeiertums dem Werk des Rokoko zugeſetzt worden
ohne aber den reinen und harmoniſchen Eindruck zu ſtöre
Das „Ermelerſche Haus” wie es nunmehr hieß, wald
bis in unſere Tage pietätvoll und feinſinnig erhalten
wurde ſo zu jenem heute einzig daſtehenden unvergleich
lichen Denkmal Alt=Berliner Kulturblüte, das nundeiſ
glücklicher Stern auch der Nachwelt in ſeiner entzückenden
Schöne treu bewahren wird.
aufenden Reviſionen unſerer Nachtwachbeamten folgende
Fülle: 345 offene Haustüren und Tore vorgefunden;
mal brannte Licht in Geſchäfts= und
Bureaulokali=
ſärren, Kellern und Bodenräumen, bezw. wurde vergeſſen,
uesſelbe zu löſchen; 17 defekte Schlöſſer und Türen, ſowie
lcakengebliebene Schlüſſel vorgefunden; 7 offenſtehende
Parterrefenſter ermitteit; 15 Hausbewohnern, die ihre
thlüſſel vergeſſen hatten, geöffnet; 1 Waſſerrohrbruch
nedeckt.
-gs. Unfall. Geſtern vormittag kurz vor 12 Uhr fiel
n einem Neubau am Lukasweg aus etwa 8 Meter Höhe
ivem Hilfsarbeiter ein Backſtein auf den
opf. Der Arbeiter erlitt eine ſchwere Kopfver=
Gung. Die Rettungswache brachte den Verunglückten
ach Anlegung eines Notverbandes mittels
Krankenkraft=
biagens in das Städtiſche Krankenhaus. Er hat
anſchei=
ſernid eine ſchwere Gehirnerſchütterung erlitten. Sein
Zu=
jamd iſt nicht unbedenklich.
Kinetophon=Vorführung im Neuen Palais.
St. Im Neuen Palais fand geſtern nachmittag auf
uranlaſſung Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs vor
in em Kreis Geladener eine Privatvorführung der
neue=
en Erfindung Thomas Alva Ediſons, des
kitnetophon” ſtatt, die ſicher auf alle Anweſenden in
llſichem Maße ſtaunende Bewunderung wie lebhafteſtes
in tereſſe erregte. Ihre Kgl. Hoheiten der Großherzog
nd die Großherzogin und die zu Beſuch hier
wei=
mden Fürſtlichkeiten, ferner Fürſt und Fürſtin
Iſenburg=
huarſtein, Fürſt und Fürſtin Löwenſtein=Wertheim=
Freu=
enberg, der Präſident der Erſten Kammer Graf von
litz gen. von Görtz, zahlreiche weitere Standesherren
nic ihren Gemahlinnen, insgeſamt etwa 50 Perſonen,
Uhnten der ungefähr einſtündigen Vorführung bei. Auch
n den Vertreter unſeres Tagblattes war eine Einladung
gangen.
Von der neueſten Erfindung des berühmten
Ameri=
mers, der der Welt das Telephon, den Kinematographen,
: Phonographen, den Nickelakkumulator, die elektriſche
fllihlampe uſw. geſchenkt hat, iſt ja auch an dieſer Stelle
hon mehrfach die Rede geweſen. Wie vieles, übertrifft
wer auch hier die Wirklichkeit alle Schilderungen. Gewiß,
handelt ſich eigentlich nur um, ſagen wir — einen
ſprechen=
kei: Kinematographen. Aber das iſt ſchließlich doch nichts
uechr und nichts weniger, als ein Stück Wirklichkeit
gewor=
eice Unſterblichkeit! Man kann ruhig ſagen, daß nun
dirklich das Mittel gegeben iſt, dem Menſchen die
Ewig=
ti zu ſchenken, mit ſeiner Erſcheinung, ſeiner Bewegung,
limer ruhigen, wie ſeiner leidenſchaftlichen Geſte, mit
tem minimalſten Teile ſeiner Aktion ſowohl, wie dem
ſturm und Ungeſtüm ſeines Weſens — und das alles in
Wirkung geſteigert, nein, wirklich erſt lebendig gemacht
ſtich ſeine Stimme, ſeine Sprache, ſein Lachen und
Wei=
en=, ſowie durch jede noch ſo leiſe Schattierung ſeines
emes. Man denke, was das heißt! Zum Beiſpiel, welch
n koſtbares Erbe für die ganze Menſchheit es wäre, wenn
elheute noch ſolche ſprechenden Bilder von Goethe und
ſchiller beſäße, von Kant, Richard Wagner, Bismarck uſw.
y grammophoniſchen Archiv unſerer Akademie der
Wiſ=
nchaften iſt neben vielem anderen die Stimme unſeres
ſa ſers aufbewahrt zu finden. Welch eine Errungenſchaft
ied es ſein, wenn man in Zukunft den Menſchen von
kute — und wie ſollte da nicht jeder zunächſt an das, was
m das Teuerſte iſt, denken! — in Wahrheit nicht mehr
loß im Bilde beſitzen, ſondern wenn man ſeinen
Schat=
m. wie um die Bewegung, ſo auch um das ungeheuere
ltument der Stimme bereichert, faktiſch lebend ſehen,
fak=
ſar ſprechen hören wird! Welch ein Fund war es einſt,
s es dem erſten Maler oder Bildſchnitzer gelang, die
üge eines Menſchen feſtzuhalten und ſein Andenken der
llergänglichkeit zu entreißen. Nun kommt der große
Unerikaner und gibt uns mit ſeinen ſprechenden Bildern
e wohltuendſte aller Wunder: nämlich die Dauer des
nzen Menſchen bis über das Grab hinaus.
In der Tat, es grenzt ans Wunderbare, was hier —
lſiederum mit Hilfe der Elektrizität — Menſchengeiſt
er=
hiff. Wir ſehen auf der Leinwand eine ganze Anzahl
Undelnder Perſonen und hören ſie ſprechen. Nicht etwa
re: Sprache, ihren Geſang von irgendwo anders her
er=
ſnen; das müßte ja gleich den früheren Verſuchen, ein
llir mmophon zum Lichtbild ſprechen zu laſſen unnatürlich
ſirken. Nein, wirklich ſprechen. Man ſieht, fühlt deutlich,
liit der hinter den Lippen gebildete Laut ertönt, ſobald
ſich öffnen. Ja — faſt klingt’s wie Sinnestäuſchung,
aber Wirklichkeit — das Auge wird erſt durch das
Ge=
r geleitet, wenn eine Perſon etwa rechts auf dem Bilde
ſin Mund ſchließt und eine andere links zu ſprechen
be=
lint. D. h., der Ton kommt deutlich aus den verſchie=
Inen Stellen des Bildes! Es will angeſichts dieſer
Tat=
ſche nichts bedeuten, daß der Stimmenklang nicht
im=
lſet ganz ſcharf das Ohr des Hörenden traf. Das kann
ſich in der immerhin proviſoriſchen Inſtallierung gelegen
ben. Die Weiterentwickelung dieſer Erfindung öffnet
ungeahnte Ausſichten. Kaum ſind der Phantaſie Grenzen
gezogen.
Ueber das Weſen des „Kinetophon” ſelbſt
ent=
tehmen wir einer den Anweſenden überreichten
Erläute=
rung das folgende: Seitdem die kinematographiſche
Auf=
nahme erfunden wurde, ging die allgemeine Sehnſucht
da=
hin, das lebende Bild auch ſprechend zu machen.
Demzu=
olge bemühte man ſich vielfach, eine Verbindung zwiſchen
Bildaufnahme und Schallapparat herzuſtellen, durch welche
die Illuſion erweckt werden ſollte, daß die im Film
dar=
geſtellten Figuren auch vor uns und zu uns ſprechen.
In=
deſſen blieben dieſe Verſuche ohne Erfolg, weil es nicht
gelang, Bild und Schall in jedem Augenblick mit der
nöti=
gen Präziſion zuſammenfallen zu laſſen, ſo daß bei der
Reproduktion entweder der Ton der augenblicklichen
Situ=
ation, oder dieſe letztere, dem Ton, ſei es auch nur um ein
kleines Zeitatom, vorausging. Und zwar war dies eben
ine Folge des Umſtandes, daß die Herſtellung einer
leichzeitigen und einheitlichen Aufnahme, und dann einer
leichzeitigen und einheitlichen Wiedergabe der beiden
Elemente: Bild und Ton, nicht gelang. Nun hat ſich
Thomas Alva Ediſon mit der Sache beſchäftigt. Es ſind
iele Jahre her, daß der große Erfinder ſich an das
Stu=
ium des Problems, ſeine beiden Lieblingserfindungen
das bewegliche Bild und den Phonographen, miteinander
in Verbindung zu bringen, machte. Kurz ſei
vorausge=
ſchickt, daß Ediſon bereits vor drei Jahren im Prinzip
mit ſeinem Kinetophon fertig war. Und nun hat er, in
aſtloſer Fortentwickelung des erſten Fundes, ſein neues
Werk in ſolcher Vollendung konſtruiert, daß die
ab=
olute Gleichzeitigkeit bei der Aufnahme, wie bei der
Wie=
ergabe von Bild und Schall geſichert wird, ſo daß in
keinem Moment mehr eine Inkongruenz zwiſchen der
Be=
vegung auf dem Film und dem gleichzeitig vom
Schall=
apparat wiedergegebenen Tone: ſei es Rede oder Geſang,
oder welche ſonſtige phonetiſche Zugehörigkeit immer,
merkbar wird. Aus dieſer Andeutung ergibt ſich unter
anderem, daß Ediſon dabei auch ein Problem bezüglich
er Schallaufnahme zu löſen verſtanden hat. Es
iſt nämlich klar, daß er, wenn er mit ſeiner Erfindung
hinter dem heutigen Filmbild nicht zurückbleiben, ſondern
gleich dieſem die kinematographiſche Wiedergabe des
Ob=
ektes in der vollen Freiheit der Bewegung erzielen wollte,
zugleich im vornhinein genötigt war, auf die Anwendung
es Phonographen in der bisherigen Beſchaffenheit zu
verzichten. So mußte denn Ediſon, um dem Objekt auch
gegenüber ſeinem Apparat die Möglichkeit breiteſter
Ent=
faltung von Aktion und Bewegung zu wahren, dasſelbe
auch bei der Schallaufnahme von der Nähe des
Schall=
ängers emanzipieren. Und daß ihm dies gelungen iſt,
eweiſt die Tatſache, daß ſein Kinetophon alles
auffängt ſelbſt wenn ſich Schallfänger
und Bildfänger (wenn dieſes letztere neue Wort
ge=
ſtattet iſt) 40 Fuß — 12 Meter weit vom aufzunehmenden
Objekt entfernt befinden. Oder mit anderen Worten: er
bringt es zuſtande, alles gleichzeitig in Ton wie
m Bilde auf das genaueſte feſtzuhalten und
tatürlich auch wiederzugeben, was auf einer 12 Meter
ntfernten Bühne ſpielt, ſingt, ſich tummelt, ſich
regt und bewegt. Nebenbei ſei bemerkt, daß der
Synchro=
nismus zwiſchen den beiden Teilen des Apparates teils
uf mechaniſchem, teils auf elektriſchem Wege bewirkt wird.
Genau ſo wie im wirklichen Leben, und genau mit
dem=
elben Aktionsraum, wie auf einer unſerer mittleren
Schau=
ühnen kann man ſich alſo jetzt vor dem kinetophoniſchen
Aufnahmeapparat bis zur genannten Entfernung hin
be=
vegen, und das Reſultat iſt die ſtets gleich treue, bildliche
und phonetiſche Wiedergabe des ſich bewegenden Objektes.
Das Theater des kleinen Mannes geht ſeiner
Voll=
endung entgegen. Unſere Bühnen werden damit rechnen
nüſſen.
Im Märchenlande.
g. Eine dankbare und dankenswerte Aufgabe hat ſich
Herr He is Weila mit ſeinem Unternehmen geſtellt, das
im Hauſe Grafenſtraße Nr. 12 (Ecke Rheinſtraße) ſeine
Pforten geöffnet hat. Er hat es unternommen, der
Ju=
gend geheimnisvolles Wunderland, die Märchenwelt, in
teuer, anmutiger Gewandung zu neuem moderniſierten
Leben zu erwecken. Daß ihm dies im vollen Maße geglückt
bewies am beſten der Jubel der kleinen und der größeren
Kinder über die farbenfreudigen, phantaſievollen Künſtler=
Bilder, die das, was wohl ſonſt die Mutter mit beredten
Worten den geſpannt aufhorchendAn Kindern erzählte und
m Geiſte erſtehen ließ, in meiſterhafter Weiſe zur
Dar=
tellung bringen. Auf der weißen Leinwand erſcheinen hier
alle die Geſtalten, die der Jugend ſo beliebt und vertraut
ind, in handgreiflicher Deutlichkeit, als da ſind „
Rotkävp=
hen”, „Hans im Glück” „Die Heinzelmännchen” uſw. Im
anzen werden 25 Lichtbilderſerien in täglich wechſelnder
Auswahl von fünf Serien vorgeführt. Das geſtrige
Er=
ffnungsprogramm brachte als erſtes Märchen „Frau
Holle” mit ganz ausgezeichneten Bildern von E. Kunz.
In anſprechender, auch für die Kleinen gut verſtändlicher,
langſamer Rede rezitiert Herr Heinz Weila den Tert
des Märchens zu den Bildern. Es folgt der
Lebenskünſt=
ler „Hans im Glück” mit Bildern von Hans Schrödter=
Karlsruhe, „Heinzelmännchen” mit Bildern von Arpad
Schmidhammer und „Rotkäppchen” mit Bildern vom
gleichen Künſtler. Als letzte Darbietung kamen Bilder
us den „Drei Helden” von A. Schmidhammer zur
Vorfüh=
rung; „Hänschen”, „Fritzchens Aquarium” und „Peters
Reiſe‟ In der Pauſe gibt es muſikaliſche Unterhaltung.
Ein Beſuch des Märchentheaters iſt nur zu empfehlen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Crwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Max Regers Variationen und Fuge
für zwei Klaviere, Opus 86. An die klangvollen
Namen Bach, Mozart, Chopin, Schumann, Liſzt, Saint=
Saéns, Grieg, Sinding, welche die Muſik für 2 Pianoforte
mit bedeutenden Spenden bedacht haben, reiht ſich nun
auch der hochbedeutende Namen Max Regers an. Sein
Variationen=Werk, deſſen Krone in einer gewaltigen
Schlußfuge beſteht, Opus 86, über ein Thema von
Beetho=
ven (B=Dur=Bagatelle, Opus 119), welches am Montag,
den 12. Januar, im dritten Kammermuſikabend
des Darmſtädter Streichquartetts zum erſten
Male in Darmſtadt zur Aufführung gelangt, zeichnet ſich
aus durch markante Eigenart, verblüffende Kraft, gewaltige
Steigerung und kontrapunktiſche Meiſterſchaft. In allen
Kunſtzentren des In= und Auslandes, wo das Werk bis
jetzt zur Aufführung gelangte, fand es begeiſterte
Auf=
nahme. Das Darmſtädter Streichquartett glaubt daher,
ſich ein beſonderes Verdienſt zu erwerben, indem es die
Wiedergabe des hochbedeutenden Werkes in einem ſeiner
Abende vermittelt. Da es nur von ganz vorzüglichen, mit
in gleicher Weiſe techniſch wie muſikaliſch hochſtehenden
Pianiſten zu bewältigen iſt, ſo wurde neben dem hier als
ausgezeichneten Künſtler längſt geſchätzten Direktor des
Schumacherſchen Konſervatoriums in Mainz, Fred M.
Voß, deſſen Freund und erſter Lehrer für Klavier an
die=
ſem Inſtitut, Ludwig Sternitzki, gewonnen.
— Der Deſſoffſche Frauenchor aus
Frank=
furt a. M. wird in ſeinem am nächſten Mittwoch, den 14.
Januar, in der hieſigen Stadtkirche ſtattfindenden Konzert
ein erleſenes Programm zur Ausführung bringen. Es
enthält die 4ſtimmigen Frauenchöre mit Orgelbegleitung
von Heinrich Schütz: „Ich ruf zu Dir” (aus den „Kleinen
geiſtlichen Konzerten”) und „Weib, was weineſt du” (aus
der „Cantueus sacrae‟), ſodann die a capella-Chöre alter
Meiſter: „Pueri Hebraeorum” (vierſtimmig) von Jacobus
Gallus, „Crueifixus” (dreiſtimmig) von Antonius Caldara
und „Duo seraphim clamabont (vierſtimmig) von Dr.
Vittoria. Den erſten Teil des Konzertes beſchließt der
ſtets gerne gehörte 23. Pſalm von Franz Schubert. Den
zweiten Teil des Programms bildet eine Neuheit=
„Von ewiger Freude” Kantate für Frauenſtimmen (
Dop=
pelchor und Soli) mit Begleitung von Orgel und zwei
Harfen von Hans Gäl (geb. 1890). Die einſätzige,
muſika=
liſch in mehrere Abſätze gegliederte Kompoſition wird durch
ein breit ausgeführtes Orgelvorſpiel eingeleitet, dem die
Schilderung des irdiſchen Aufenthaltes der Seele folgt.
Muſikaliſch beſonders originell iſt der Mittelteil des
Wer=
kes: der Aufſchwung der Seele zu getheriſchen Höhen und
die Schilderung der Himmelsſtadt. Durch geſchickte
Gegen=
überſtellung und Miſchung der Soli und des Chores iſt
eine große Mannigfaltigkeit der Klangwirkungen
gewon=
nen, die in Verbindung mit der hübſch erfundenen,
un=
geſucht naiven Ausdrucksweiſe Inhalt und Stimmung
des alten Kirchenliedes anſchaulich widerſpiegeln — Der
Vorverkauf der Eintrittskarten hat bei Johannes Waitz und
im Verkehrsbureau begonnen.
— Reſidenztheater am Weißen Turm.
Man ſchreibt uns: Das aktuelle dreiaktige Luſtſpiel der
Vitaſcope „Die Tango=Königin” mit der populären Hanni
Weiſe in der Titelrolle ſteht im Mittelpunkt des heutigen
Spielplanes. Dieſem Film kann man eine wirklich luſtige
Handlung nachſagen, die ſich auf die Tango=Manie und
den Tango=Wahnſinn unſerer Tage aufbaut. Der Film
gewinnt noch ungemein durch das Spiel der Hanni Weiſe,
dem typiſchen Berliner Mädel, das ſich ſchnell in ſeine neue
Lage hineinzufinden verſteht. Manche Bilder wirken wie
Karikaturen von Zille. Alles in allem ein amüſanter
Meiſterfilm, der hauptſächlich zeigen wird, was Tango iſt
und — wie er getanzt wird. Das große Schauſviel in
vier Akten „Die Film=Primadonna”, mit Aſta Nielſen,
wird ab heute nur einmal täglich, und zwar nachmittags
Uhr, gezeigt. um denen Gelegenheit zu geben, welche bis
jetzt verſäumt haben, dieſes kinematographiſche
Meiſter=
werk ſich anzuſehen. Einige Humoresken und Dramen
beſchließen die einzelnen Vorſtellungen.
* Weiterſtadt, 7. Jan. (Im Silberkranz.) Am
Donnerstag, den 8. Jan., feiert Steinmetz Adam Heß X.
Feuilleton.
sh. Ein neues Heim des deutſchen Kronprinzenpaares.
ſu dem bereits gemeldeten Ankauf einer Villa, die dem
trmprinzenpaar ſeitens der Stadt Zoppot zur
Ver=
ligung geſtellt werden ſoll, erfährt die Danziger Zeitung
lgende Einzelheiten: Die Anregung für den Beſchluß
r Stadt Zoppot ergab ſich in der Unterhaltung der
emprinzeſſin mit Frau Bürgermeiſter Woldmann
ge=
hemtlich des Wohltätigkeitsfeſtes im Schützenhaus am
Dezember. Damals äußerte die Kronprinzeſſin ihr
ohlgefallen an der Danziger Bucht, insbeſondere an
ppfpot und Adlershorſt. Die Kronprinzeſſin bezeichnete
Amals ſelbſt das jetzt angekaufte Haus, das ihr bei See=
Uhr ten in der Bucht aufgefallen war, als das, welches
rih etwas iſolierte und ſchöne Ausſicht bietende Lage
rem Wünſchen am meiſten entſprechen würde. Auf
rund jener Unterredung kam die Kronprinzeſſin zwei
lüge ſpater, am Vormittag des 20. Dezember, in die Villa
ſd wurde dort von Frau Bürgermeiſter Woldmann und
ſim Beſitzer des Hauſes, Herrn Werminghoff,
umher=
führt. Die Kronprinzeſſin fand ihre Annahme von der
weckmäßigkeit des Hauſes, insbeſondere von der
Aus=
ſht, noch weit übertroffen. Sie war ſo überraſcht, daß
ſich ſchnell wieder ins Auto ſetzte und ihren Gemahl,
In Kronprinzen, herzuholte. Der Kronprinz war von
ſr Idee, hier einen ſommerlichen Aufenthalt
aufzuſchla=
m, nicht minder eingenommen. Der Plan verdichtete
ſy dann im Laufe der nächſten Tage zu der von der Stadt
hppot gewählten Form. Es wurde in der
Stadtver=
dnetenverſammlung zugleich beſchloſſen, einen für
Auto=
rkehr bequemen Zuweg zur Chauſſee zu ſchaffen, ſo daß
s Kronprinzenpaar abſeits von den großen
Verkehrs=
gen Zugang zu dem Anweſen hat und dort vor
zudring=
hhen Augen verſchont bleibt. Andererſeits hat es die
Ee ganz dicht vor Augen und kann in kürzeſter Zeit an
den Strand, zu den Sportplätzen und mitten in den
gro=
ßen Verkehr hinein gelangen. Die Stadt Zoppot bleibt
übrigens Beſitzerin der Villa und ſtellt ſie dem
Kronprin=
zenpaar nur zur Verfügung.
* Vom modernen Kiſſen. Die Wahl der Kiſſen
ver=
langt in dieſem Jahre die beſondere Aufmerkſamkeit der
eleganten Frau, denn man erkennt ihren Geſchmack aus
den originellen Formen, die ihr die Mode in reichem
Maße darbietet. Eine kräftige Farbigkeit und reiche
Bunt=
heit muß vorherrſchen, und die türkiſchen und perſiſchen
Kiſſen mit ihrer prachtvollen Ornamentik zeigen die
Vor=
liebe für den Orient auch auf dieſem Gebiet. Strenger
und feierlicher wirken die ſchwarzen Samtkiſſen, die
ſil=
berne und goldene Inkruſtationen aufweiſen; ein luſtiges
Gegengewicht für ſie ſchaffen die großen Biedermeierkiſſen
aus Leinen mit bunten Beſätzen, die die merkwürdigſten
Inſchriften tragen, wie: „Vorwärts, mit friſchem Mut!”
oder: „Komm! Ich erwarte Dich!” oder Sprüche voll
Naivität und Treuherzigkeit, oder gar die Anfänge von
Kinderliedchen.
* Eine Stadt ohne Trinkwaſſer. Durch die
Sturm=
flut am Silveſtertage war Seewaſſer in die Oberwarnow
und durch die Ueberflutung des Mühldammes in die
Vor=
ratsbecken der Roſtocker Waſſerwerke und von dort in
das Rohrnetz und die Hausleitungen gekommen.
Da=
durch nahm das Trinkwaſſer einen ſalzigen
Ge=
ſchmack an, wurde ungenießbar und auch zum Kochen
unbrauchbar. Man ſuchte dem Uebelſtande dadurch
abzu=
helfen, daß man die wenigen in Roſtock noch
vorhande=
nen Brunnen wieder in Betrieb nahm. Infolge der
gro=
ßen Inanſpruchnahme ſind jedoch dieſe Pumpen bald
waſſerlos geworden, ſo daß jetzt Roſtock ohne
Trink=
waſſer iſt. Infolgedeſſen gibt es in vielen
Haushaltun=
gen ſchon ſeit Tagen keinen Kaffee und Tee mehr.
Die großen gewerblichen Betriebe, z. B. die Brauereien,
haben ihren Betrieb einſtellen müſſen und ſind völlig
lahmgelegt. Das Waſſerwerk verſucht ſein möglichſtes,
das Salzwaſſer aus den Rohrleitungen herauszupumpen
und neues, brauchbares Waſſer auffüllen zu laſſen, doch
ſind dieſe Bemühungen bis jetzt noch nicht erfolgreich
ge=
weſen. Der Salzgehalt des Waſſers iſt zwar ſchon etwas
geringer geworden, doch hofft man erſt in den nächſten
Tagen den Uebelſtand völlig beheben zu können.
* Das Fenſter ohne Fenſterkreuz. Im Berliner
Pa=
laſt Friedrich Wilhelms III. gegenüber dem Zeughauſe
befindet ſich auf der dem Prinzeſſinnenpalaſt zugewendeten
Seite in der Oberwallſtraße ein Fenſter, das nur eine
ein=
zige große Scheibe beſitzt, während alle übrigen kleinere
Scheiben und Fenſterkreuze haben. Die Berliner
Volks=
ſage erklärt, wie Otto Monke im Monatsblatt
Branden=
burgia erzählt, dies folgendermaßen: König Friedrich
Wilhelm III, war ein auter Familienvater und liebte
ſeine Töchter zärtlich. Wenn er zu ihnen hinüberſchauen
wollte, ſtörte ihn das Fenſterkreuz. Darum ließ er es
herausnehmen und eine einzige große Spiegelſcheibe
ein=
ſetzen; die mußte der Diener jeden Morgen ſpiegelblank
putzen. Das Fenſter hat man ſo gelaſſen bis auf den
heu=
tigen Tag; die Scheibe wird noch immer ſo blank geputzt,
daß jede Hausfrau, die die Scheibe ſieht, ihre helle Freude
daran haben muß.
* Ein ſchweres Weihnachtsgeſchenk. Ein Bäckermeiſter
in Paſſau ſammelte ſeit etwa zwei Jahren alle
Kupfer=
münzen, die er erhielt, um den Wunſch ſeiner Gattin,
deren Lieblingsſpruch war: „Wenn ma nur alleweil an
Pfennig ham!” in genügender Weiſe zu erfüllen. Der
Meiſter brachte bis 3. Dezember insgeſamt 15872
Pfennig=
ſtücke und 5966 Zweipfennigſtücke, die einen Zentner
wogen, zuſammen. Mit Stolz übergab er dann das Geld,
das einen Betrag von 278,04 Mark ausmacht, der Gattin
ils Weihnachtsgeſchenk.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Jan 1914.
Nummer 8.
mit ſeiner Ehefrau Eliſabeth geb. Heß das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
—Erzhauſen, 7. Jan. (Vortrag) Herr Dr. Lotz
von Bochum, der von hier gebürtig iſt, hielt geſtern abend
in dem hieſigen Verein für ländliche Wohlfahrt= und
Hei=
matpflege einen hochintereſſanten Vortrag über ein
Kohlenbergwerk und führte recht anſchauliche
Licht=
bilder vor. Er führte zunächſt aus, wie die Steinkohlen
entſtanden, wie ſie lagern und wie ſie verbreitet ſind.
An der Hand der Lichtbilder führte er die Anweſenden
durch ein Kohlenbergwerk und beſchrieb, wie Stollen und
Schächte ausgeführt und befeſtigt würden, ſodann die
Kohlenbeförderung und Maſchinen, die hierbei tätig ſind.
Zuletzt beſprach er die ſchlagenden Wetter, den
Kohlen=
ſtaub, wie die Wetter entſtehen und wie ſie verhindert
werden können. Für alle Zuhörer war dieſer Vortrag
etwas ganz Neues. Der Vorſitzende, Herr Dr. Spiro,
ſprach dem Vortragenden den Dank aus.
Hofheim, 7. Jan. (Durch Feuerwerkskörper
verurſachter Brand.) Zu dem am Neujahrstage
um die Abendzeit in der an das Wohnhaus grenzenden
Scheuer der Witwe Heinrich Lenz ausgebrochenen
Brande, der jedoch durch das raſche Eingreiſen der
Freiwilligen Feuerwehr auf ſeinen Herd beſchränkt
wurde, ſind durch Vertreter des Amtsgerichts in Lorſch
etliche hieſige noch ſchulpflichtige Knaben, die durch
Spie=
len mit Feuerwerkskörpern den Brand verurſacht haben
ſollen, einem Verhör unterzogen worden. Ob man die
Knaben für den entſtandenen Schaden verantwortlich
machen kann, iſt abzuwarten.
Offenbach, 7. Jan. (Die Bevölkerungs=
Be=
wegung.) Nach den bei dem ſtädtiſchen Steueramt
ge=
machten ſtatiſtiſchen Aufzeichnungen beträgt die
Ein=
wohnerzahl der Stadt Offenbach
einſchließ=
lich des Stadtteils Bürgel und unter Berückſichtigung der
Ueberſchüſſe der Geburtsfälle über die Sterbefälle am
1. Januar 1914: 81 380. Am 1. Dezember 1910 zählte
Offenbach 15 448 Familien und 68932 Einwohner und
Bürgel 1358 Familien und 6661 Einwohner, zuſammen
16800 Famillien und 75593 Einwohner. Am 1. Januar
1914 zählte Offenbach 17158 Familien und 74494
Ein=
wohner und Bürgel 1508 Familien und 6886 Einwohner,
zuſammen 18666 Familien und 81380 Einwohner. Nach
Konfeſſionen geordnet, wohnen gegenwärtig in
Offen=
bach=Bürgel 46 214 Evangeliſche, 29091 Katholiſche, 2272
Iſraelitiſche, 722 Altkatholiſche, 2364 Freireligiöſe, 641
Konfeſſionsloſe, 4 Griechiſch=Katholiſche, 72 Angehörige
ſonſtiger Sekten, zuſammen 81380. — (Unbekannte
Leiche.) Am Untergraben der Offenbacher Schleuſe
bei Oberrad wurde die Leiche eines unbekannten 55 bis
60 Jahre alten Mannes geländet. Der Tote hatte
grau=
meliertes Haar, eine ſtarke Glatze und einen ebenfalls
graumelierten Schnurrbart und Spitzbart. Links am
Munde war noch eine ſogenannte Haſenſcharte zu ſehen.
Bekleidet war der Unbekannte mit einer blau und ſchwarz
karrierten Hoſe und Weſte und einem dunkelgrauen Rock.
Er trug noch ziemlich neue Schnürſtiefel. Bei dem Toten
fand man eine Uhr mit Kette und ein Portemonnaie mit
42,93 Mark Inhalt, zwei Taſchenmeſſer und eine Brille,
Die Leiche wurde nach der Frankfurter Friedhofshalle
gebracht.
H. Lampertheim, 6. Jan. (Leichtſinniger
Schütze.) Auf dem hieſigen Bahnhof hat ſich heute früh
in dem um 8 Uhr 4 Min. aus Weinheim eintreffenden
Perſonenzug ein Herr aus Viernheim, jedenfalls aus
Un=
achtſamkeit bei der Sicherung, mit ſeinem Revolver in den
linken Fuß geſchoſſen. Die Kugel durchſchlug den Fuß
und wurde von Herrn Dr. med. Kraus hier entfernt.
Mainz, 7. Jan. (Einnahmen der erſten
„Parſifal”=Aufführung.) Die erſte Aufführung
von „Parſifal” am Freitag ergab nach dem Neueſt. Anz.
eine Kaſſeneinnahme von 8000 Mark. —
(Unter der Straßenbahn.) Ein älterer hieſiger
Invalide lief geſtern abend auf dem Schillerplatz direkt
vor einen fahrenden Straßenbahnwagen. Dem
Wagen=
führer gelang es noch restzeitig, zu bremſen; der alte
Mann wurde durch den heftigen Stoß zur Erde
geſchleu=
dert. Er erlitt eine Gehirnerſchütterung und eine
Kopf=
verletzung. Die Sanitätswache brachte den
Verunglück=
ten ins Rochushoſpital.
Oppenheim, 6 JJan. (Verunglückt) iſt ein bei
dem Realſchuldiener Hunsdorff zu Beſuch anweſendes
Mädchen aus Darmſtadt. Bei einem Sturz an der Steig
zerſchmetterte es ſich die Knieſcheibe und erlitt ſchwere
Bruſtverletzungen. — (Die Rechner der
Kranken=
kaſſen) des Kreiſes Oppenheim hielten heute im
Hil=
bigſchen Saale eine Verſammlung ab. Der
Vor=
ſitzende, Kreisamtmann Draudt, erläuterte die
Be=
ſtimmungen der neuen Krankenkaſſenorganiſationen und
ihre praktiſche Anwendung. An die Beratungen ſchloß ſich
ein gemeinſchaftliches Eſſen.
Nierſtein, 7. Jan. (Der Brand in der
Malz=
fabrik) hat mehr Schaden angerichtet, als man anfangs
annahm. Bei den jetzt kräftig in Angriff genommenen
Aufräumungsarbeiten zeigt es ſich, daß ſehr große
Vor=
räte Braugerſte und Malz völlig vernichtet ſind. Auch
ſind faſt alle Maſchinen verbrannt, darunter auch eine vor
wenigen Tagen erſt neu eingetroffene Gerſtenputzmaſchine
im Werte von 6000 Mark. Der Fabrikbetrieb geht
unge=
ſtört weiter.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Jan. Der Kaiſer hat
heute vormittag dem Photographen Obergaßner aus
München in der Bildergalerie des hieſigen Königlichen
Schloſſes zu einer Aufnahme geſeſſen. Es handelt ſich um
die Zuſammenſtellung eines etwa vier Geviertmeter
gro=
ßen Bildes, auf dem alle an der Kelheimer
Jahrhundert=
feier beteiligten deutſchen Fürſten vereinigt ſein ſollen.
Wie die Voſſiſche Zeitung aus Braunſchweig erfährt, wird
die Herzogin Viktoria Luiſe ihren Gemahl, wie
vorauszuſehen war, nicht zum Ordensfeſt nach Berlin
be=
gleiten. — Die Trauung der reichſten Erbin
Deutſch=
lands, Fräulein Marie=Anne v Friedländer=Fuld,
mit dem Honourable John Mitford dem Sohne des Lord
Rodesdale, wurde heute um 2 Uhr nachmittags in der
Dreifaltigkeitskirche in Berlin vollzogen. Das kleine
Got=
teshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Fräulein
von Friedländer=Fuld ſchritt am Arme ihres Vaters in
einem Hochzeitskleide von ſchlichtem, glattem weißem
Atlas mit einem Schleier aus koſtharen Spitzen.
Paar=
weiſe folgten ihr die Verwandten und Freunde des
Hau=
ſes, unter ihnen die Grafen Auguſt Bismarck und Hutten=
Czapſki. Rechts und links vom Brautpaar nahmen
Braut=
führer und Brautjungfern Aufſtellung. Die Brautjunzfern
waren alle hellblau gekleidet. Generalſuperintendent
La=
huſen hielt die Traurede. In der Wohnung am Pariſer
Platz nahm das neuvermählte Paar die Glückwünſche
ent=
gegen. Die Flitterwochen wird das junge Paar am
Mit=
telmeer verleben. Es nimmt dann ſtändigen Wohnſitz im
Hauſe Bendlerſtraße 6 in Berlin, das Geh. Rat
Fried=
länder=Fuld ſeiner Tochter als Morgengabe geſchenkt hat.
— Nach dem Berliner Tageblatt beſteht der Plan,
ſuche britiſcher Angeſtellter und Arbe
in Berlin zu veranſtalten. Zu dem erſten dieſe
ſuche ſind bisher die Tage vom 18. bis 22. Mai in
ſicht genommen. Ein Gegenbeſuch deutſcher Ange r
und Arbeiter in England ſoll im nächſten Jahre erf.
7. Jan. Prinz Friedrich Leopold
Preußen, der ſeit längerer Zeit leidend iſt, mu f
Anraten der Aerzte den diesjährigen Hoffeſtlich n
fernbleiben. — Heute vormittag fand bei ſehr zahlt
Beteiligung in der Kirche des Invalidenhauſes in=
Scharnhorſtſtraße die Trauerfeier und
ſodan=
dem Invalidenfriedhof die Beiſetzung des Pr
denten des Oberverwaltungsgerichts
Bitter ſtatt. Eine Kompagnie des zweiten Gard
ments zu Fuß ſtellte mit Muſik und Fahne die T.
parade. Mehrere Miniſter und viele hohe Beamte
anweſend. Zahlreiche Kränze waren am Sargen
gelegt, darunter Kränze des Kaiſers, der Seehandlun
Oberverwaltungsgerichts, der Generalſynode der Pr
Poſen und der Deutſchen Geſellſchaft für Kunſt und
ſenſchaft in Poſen. Die Gedächtnisrede hielt der
Pfarrer Geh. Konſiſtorialrat Conrad. — Das Schö
gericht Berlin=Mitte verkündete heute nach
Verhandlung gegen Rudolf Schildkraut des
teil. Von der dem Angeklagten zur Laſt gelegter
drohung mit dem Verbrechen des Totſchlags konnte
Rede ſein. Es liegt nur eine fahrläſſige Körperverl
vor. Das Urteil lautete auf 30 Mark Geldſtrafe eve
ſechs Tage Gefängnis. Von den übrigen Delikten
Schildkraut freigeſprochen bezw. wurde das
Ver=
wegen Zurücknahme des Strafantrages eingeſtellt.
handelt ſich um einen Vorfall vor drei Jahren, bei w.
Schildkraut in der Theaterkanzlei des Deutſchen
Th=
in der Erregung eine Fenſterſcheibe einſchlug und
den Rendanten verletzt hatte. Schildkraut war ſein
wegen dieſes Vorfalles verhaftet worden. — In
Hotel am Potsdamer Platz hat ſich geſtern der 37
ilte Apotheker Dr. phil. Lothar Kaute, der Inhab
Apotheke „Zum goldenen Adler” in der Alexandrinen
erſchoſſen. Dr. Kaute war Beſitzer des Hauſes
letzter Zeit machte es ihm große Sorge, und als ihr
auch noch eine Hypothek von 30000 Mark gekündigt
verlor er völlig den Kopf. In ſeiner Verzweiflung
er ſich in das Hotel, mietete ſich ein Zimmer und
ſich durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Er
hin=
eine Witwe imit zwei kleinen Kindern.
Frankfurt, 7. Jan. (Die Univerſität.) Der
Rat der Akademie hielt heute eine Sitzung ab, in n
entgegen dem früheren Beſchluſſe, ſich mit einem lä
Proviſorium zu begnügen, den in einigen
Punkten=
änderten Bauplänen von Baurat Neher die
Genehn=
erteilt und die ſofortige Ausführung eines Erw
rungsbaues des Jügelhauſes auf deſſen
ſeite beſchloſſen wurde. Für das Winterſemeſter 1, wie man annimmt, die bisherigen
Räumlia=
ausreichen; bis Frühjahr oder Sommer 1915
aber=
der Erweiterungsbau vollendet ſein. Dem Entwurf
Vertrages mit der Senckenbergiſchen Naturforſa=
Geſellſchaft über Bauten für das Zoologiſche
und die vorläufige Unterbringung der Steinir=
(Mineralogie und Geologie=Paläontologie) hat der =ße
Rat zugeſtimmt. An die Stelle von Stadtrat Dr.
der ausgeſchieden iſt, wurde Geheimrat Dr. Oswalt n
Verwaltungsausſchuß der Akademie gewählt.
Biedenkopf, 7. Jan. (Unterſchlagung.) ch
dem Tode des Kreis=Kommunalkaſſenrendanten op
Jäger wurde kürzlich in der von dieſem verwaltetenſe
in Fehlbetrag von 6000 Mark feſtgeSt,
die, wie Jäger auf dem Sterbebett ſeinen Angeb en
mitgeteilt hat, von dem Verſtorbenen veruntreut ſin=
Straßburg, 6. Jan. (Wackes=
Demonſtr=
nen.) Als Leutnant v. Forſtner mit zwei Kam=n
gegen 8 Uhr abends das Gerichtsgebäude verlaſſen
wurde er von einer Volksmenge die ihn
er=
zum Bahnhof begleitet. Als jemand rief: Da ziehr er
den Säbel, wurden Pfuirufe und heftige Schimpte
laut. Der Pöbel verfolgte den Straßenbahnwagen u
den die Offiziere geſtiegen waren, zum Bahnhou
gleicher Zeit langte Oberſt von Reuter in einem n
vor dem Bahnhof an, wurde aber weniger beachtet=vn
anderer Seite wird zu dieſer pöbelhaften Szene mitet:
Vor den Pforten des Landgerichtsgebäudes warter ch
dem Abſchluß der hättigen Gerichtsverhandlung e
große Menſchenmenge bis Leutnant v.
ner, der ſich in Begleitung von Kameraden befan
ſchien. Der Offizier ging mit dieſen durch die b-
Straßen nach dem Bahnhof. Er wurde von
einiger=
gierigen verfolgt, denen ſich allmählich
andern=
ſchloſſen, ſo daß ſchließlich eine anſehnliche
Me=
menge hinter ihm herſchritt. Am Alten Baumarkte a
dreihundert Meter vom Bahnhof entfernt, hielten
Offiziere für geraten, ihren Weg nicht zu Fuß
fortz=
ſondern beſtiegen eine Elektriſche. In dieſem
Aua=
wurden laute Hohn= und Pfuirufe laut. D
lizeibeamten, die hinter den Offizieren
herginge=
mochten nicht (?) dieſe vor der Szene zu bewahren
München, 7. Jan. (Neue Kardinäle.) Sie
den Münchener Neueſten Nachrichten aus vatike en
Kreiſen Roms telegraphiert wird, ſteht die Ern ng
des Erzbiſchofs von Köln, Dr. Hartmann, und des
ſt=
lichen Nuntius Frühwirth in München zum K al
unmittelbar bevor.
München, 7. Jan. (Neue Briefmarken In
Bayern werden Anſang März Königsmarken, dieer
noch nicht exiſtieren, ausgegeben werden. Zurzeit er
in der bayeriſchen Staatsdruckerei noch Verſue it
einem neuen Verfahren im Kupfertiefdruck gema=
Karlsruhe, 7. Jan. (Tötlicher Unfall.)
rn
nachmittag halb 6 Uhr geriet der verheiratete Ra er
Wilhelm Galliau beim Rangieren zwiſchen die er
zweier Wagen, wobei ihm der Bruſtkorb eingedrü nd
der rechte Unterſchenkel gebrochen wurde. Der T. at
auf der Stelle ein.
Gelſenkirchen, 7. Jan. (Exploſion im Ge
nis.) Im Gefängnis explodierte geſtern eine Pet
er
lampe. Ein Gefangener wurde ſo ſchwer verletzt,
nach kurzer Zeit ſtarb.
Flensburg, 7. Jan. (Verbotener Vor g.)
In Flensburg ſollte am Freitag abend auf Verar ng
der Flensburger Sozialdemokraten der Präſide Ser
Sozialdemokratiſchen Partei in Dänemark, Vizep Dent
des däniſchen Folkesthing und Stadtverordneter
So=
penhagen Stauning einen Vortrag halten üb as
Thema: „Das Wahlrecht in Dänemark und deſſen
or=
ſtehende Erweiterung im Vergleiche zum Wahlr in
Preußen‟ Der Regierungspräſident in Schlesnat
das Auftreten des däniſchen Sozialdemokraten ur gt.
Er darf in Flensburg weder in däniſcher noch
ut=
ſcher Sprache reden.
Parchim, 7. Jan. (Großes Aufſehen)
hier der geheimnisvolle Tod eines Offiziers. In
Wohnung wurde geſtern früh der Dragonerleumant
Frei=
herr von Heintze erſchoſſen aufgefunden.Der= Oifizier ſoll
bereits geſtern abend Kameraden gegenüber
dunkleAn=
deutungen von einem gewaltſamen Tode gemachtehl
Es iſt noch nicht feſtgeſtellt, ob Selbſtmordodererbrch
vorliegt.
Marienbad, 7. Jan. (Erblindet.) Infolgee
Nierenleidens iſt der Reichstagsabgeoednete Witt=Stumm
Marienwerder erblindet. Die Aerzte hoffen jedochihn
wieder ſehend zu machen. Witt gehört derReich
partei an.
Graz, 7. Jan. (Der Bauernſchreck) wurde ni
von Amts wegen pardoniert. Die Regierung hat alsn
gebnis einer von der Statthalterei im bedrohten Gehil
angeordneten Konferenz die bisher ſtramm ins Werk 66
ſetzte Verfolgung des Bauernſchrecks eingeſtellt. Für dieſe
Einſtellung war folgende Erwägung maßgebend: Das
Raubtier — deſſen Art leider noch immer nicht
einwand=
frei feſtgeſtellt werden konnte — iſt wider Erwarten auch
nach Eintritt des Winters nicht in die Niederungen
herab=
gewechſelt, ſondern in den höher gelegenen Gebieten der
Koralpe verblieben und ſeit dem Abtrieb des Weideviehs
wird nur mehr Wild verfolgt und geriſſen, ſo daß es
ge=
echtfertigt erſcheint, von weiteren ſicherheitspolizeilichen
Vorkehrungen abzuſehen und die zu treffenden jagdlichen
Maßnahmen den Inhabern jener großen Jagdgebietez
iberlaſſen, in denen ſich das Raubtier ſeit einigen Wochen
ausſchließlich aufhält.
Laibach, 6. Jan. (Die Heilige von Laibach)
Vor dem hieſigen Landgericht endete eine
Wunder=
ffäre mit der Verurteilung der Angeklagten zu zehn
Monaten ſchweren Kerkers wegen Betruges,
Die 28jährige Dienſtmagd Johanna Jerowſek war in
inem Kapuzinerkloſter zu Fiume und ſpäter in einem
Pfarchauſe bei Laibach als „Heilige” aufgetreten. Sie
verfiel wiederholt in Verzückungen, wobei ſie aus den
ſo=
genannten „Wundmalen Chriſti” Blut ſchwitzte. Das
Auftreten des Mädchens hatte ſtets eine förmliche
Wall=
fahrt der Landbevölkerung zur Folge, und mit dem Blute
der angeblichen Heiligen wurde ein förmlicher religiöſer
Kultus getrieben. Dſie „Heilige” behauptete auch, mit
dem Jenſeits in Verbindung zu ſtehen und nahm auch
Geld für Meßſtiftungen an. Endlich gelang es in Laibach
inem Droſchkenkutſcher, die Schwindlerin zu entlaryen,
indem er nachwies, daß ſie wiederholt im Schlachthofe zu
Laibach Kälberblut gekauft habe. Die ſchließliche
Auf=
deckung des ganzen Betruges führte ein Mönch herbei, der
as Mädchen bei einem Verzückungszuſtand von der
um=
hüllenden Decke befreite und dabei eine Flaſche mit
Kälber=
blut und eine Schere auffand, mit der es ſich die „
Wund=
male” beigebracht hatte.
Genf, 7. Jan. (Eine ſchwere Exploſion)
er=
eignete ſich in der Lackfabrik Verniſol bei
Ve=
ey die vollſtändig vom Feuer zerſtört wurde. Die
Benzinfäſſer konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht
wer=
den, ſo daß weitere Exploſionen vermieden wurden. Das
Perſonal konnte ſich retten. Die Feuerwehr mußte ſich
darauf beſchränken, die benachbarten Häuſer zu ſchützen.
Mailand, 7. Jan. (Die Kälte) hat in der
verga=
genen Nacht faſt in ganz Oberitalien 10 Grad erreicht.
Brüſſel, 7. Jan. (Mord.) In der Nähe des
Nold=
bahnhofes wurde die Zimmervermieterin Suavrain iſt
ihrer Wohnung erdroſſelt aufgefunden. Ein bei ihr
woh=
nender Engländer namens Wilſon, der jetzt verſchwunde
iſt, gilt als der Mörder.
Paris, 7. Jan. (Exploſion.) Geſtern nachn
gegen 6 Uhr ereignete ſich in der Pulverfabrik von Vo
bei Dijon eine heftige Exploſion, die den Einſturz
Fabrikgebäudes zur Folge hatte. Die Befürchtung,
eine große Anzahl Arbeiter unter den Trümmern begraßſ
ſein würde bewahrheitete ſich nicht. In der Zeit zwiſchen
der Exploſion und dem Einſturz konnten ſich die meiſteh
noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Nur zwei Perſonen
wurden getötet und einige verletzt. Die Urſache der
ploſion iſt noch nicht aufgeklärt.
Toulon, 7. Jan. (Exploſion auf einem
Kriegsſchiff.) Auf dem Panzerkreuzer „Gaulo
explodierte geſtern nachmittag ein Keſſelrohr. Vier Man
der Beſatzung, die durch umherfliegende Teile verletzt
wurden, und zwei andere, die durch die ausſtrömenden
heißen Dämpfe ſchwere Brandwunden erlitten, mußten
ins Hoſpital geſchafft werden.
Gerichtszeitung.
Prozeß gegen den Oberſten v. Reuter.
3. Verhandlungstag.
* Straßburg, 7. Jan. Vor dem Gerichtsgebäube
herrſcht vollkommene Ruhe. Bisher iſt es zu keinen Zwi
ſchenfällen gekommen. In der Verhandlung wurde mit
der Zeugenvernehmung fortgefahren, darunter
Schutz=
leute, Gendarmen, Beamte und Bürgersleute aus Zabern.
Auf Antrag des Vertreters der Anklage werden noch
weitere fünf Zeugen geladen, darunter die
Land=
gerichtsräte Kaliſch und Beemelmann und der
Staatsanwalt Kleinböhmer. Infolge dieſer
Erwei=
terung des Zeugenapparats iſt kaum mehr zu hoffen, daß
die Verhandlung heute zu Ende geführt werden kant.
Bei der Vernehmung des erſten Zeugen. Kreiskommiſſars
Müller aus Zabern, kommt es zu einem
peinlichen Zwiſchenfall.
Zeuge behauptet, daß er ſich des Eindrucks nicht erwehre.
könne, daß bei der Vorvernehmung ſeine Ausſagen in
eine beſtimmte Richtung gelenkt werden ſollten und daß
ihm ſogar Worte in den Mund gelegt worden ſeien, die
er nicht gebraucht habe. Kriegsgerichtsrat Dr.
Oſſian=
der verwahrt ſich entſchieden gegen den Vorwurfde
Fälſchung des Protokolls und beantragt die Ladungd
damaligen Protokollführers.
Kreiskommiſſar Müller erklärt, u. a. gehör
haben, daß ein Dienſtmädchen des Hauptmanns Roggeil
Parolebuche geleſen habe, daß für den 28. Novemhe
abends von 5 bis 12 Uhr die Maſchinengewehre ber
zu ſtellen ſeien, v. Forſtner ſoll auch geſagtehaben
„Blaue Bohnen ſollen fliegen!
Oberſt v. Reuter erklärtzeDas=Aufkommen
artiger Gerüchte iſt begreiflich. Ich hatte angeorn
die Wache zu verſtärken und die Maſchinengewehre ber
zu ſtellen. Wir erwarteten, daß der Herr Kreisdirektm
uns zu Hilfe rufen würde, wenn es not tue. Wir mußen
alſo jedenfalls bereit ſein. Unterblieb dieſe Mitteilun
des Kreisdirektors, dann mußten wir dem Geſetzen
ſprechend eingreifen. Wir ſind in Zabern. um unſerRe
giment kriegsfertig auszubilden Dort Polizeidienſte
tun, hat uns wahrhaftig keine Freude gemacht.
Kreiskommiſſar Müller ſtellt im übrigen im Lauf
ſeiner Ausſagen feſt, daß an den kritiſchen
Tagen=
pfiffen und gejohlt worden iſt, Undrauchedaß ereden
„Vive la France!” gehört hat. Zeuge=Polizeiwacht
Mutſchler, 75 Jahre alt und ſeit Sahren
Nummer 8.
Darmſtädter Tagl
Donnerstag, den 8. Januar 1914,
Seite 5.
bern, betont, daß es ſich bei den Anſammlungen doch nur
um Neugier der Leute gehandelt habe, nicht um
Bös=
artigkeit. Der Zaberner ſei bieder und ordnungsliebend.
„Vive la France!” habe er nicht rufen hören. Auf den
Vorhalt, daß es doch gewiß wenig harmlos ſei, wenn
auf Polizei und Gendarmen mit Steinen geworfen
werde, bezeichnet er es als Kinderei und Unüberlegtheit.
Daß die Zaberner durch die Artikel im Zaberner
An=
zeiger ſehr erregt worden ſeien, gibt der Zeuge zu. Zeuge
Polizeidiener Deutſch will Rufe wie „Dreckiger
Schwob!” oder Vive la France!” nicht gehört haben.
Beigeordneter Kaufmann Guns ſchildert die Vorgänge
am Abend des 28. November und beſtätigt auf Befragen,
daß ihn als Stellvertreter des Bürgermeiſters nie ein
Offizier um Schutz angegangen habe. Zeuge iſt der
Be=
ſitzer des Hauſes, deſſen Tür am 29. November morgens
von den Leuten des Leutnants Schadt eingeſchlagen
wurde, die einen dorthin geflüchteten Lehrling, der
ge=
höhnt hatte, feſtzunehmen ſuchten. Nicht er, ſondern
Re=
gierungsrat Großmann habe den Leutnant erſucht, das
Haus zu verlaſſen. Gegen den Regimentskommandeur
hat Zeuge nachher Strafantrag geſtellt wegen
Hausfrie=
densbruchs. Im übrigen hat Guns am 28. November
von Verhöhnungen nichts gehört, vielleicht daß er
ein=
mal eine mauvaise mine geſehen habe; er hat auch nicht
johlen hören. vielleicht nur laut ſprechen. Leutnant
Schadt ſtellt feſt, daß er die Gunsſche Wohnung
ver=
laſſen habe, nachdem ihm Amtmann Großmann verſichert
hatte, daß er den betreffenden jungen Menſchen feſtnehmen
laſſe. Zeuge Buchdruckereibeſitzer Gilliot berichtet
vor=
nehmlich über die Vorkommniſſe am 28. November
abends, wo auch er, als er bei einem Poſtgange die
Pa=
trou llenkette durchſchreiten wollte, feſtgenommen, aber
kurz darauf freigegeben wurde. Auch er hatte gegen Oberſt
v. Reuter Straxantrag wegen Mißhandlung und
Frei=
heitsberaubung durch das Militär geſtellt. Im übrigen
beſtätigt Zeuge auf Wunſch des Verteidigers, daß ihm
bei einer Differenz wegen ſeines Bruders, des
Einjäh=
rigen Gilliot, der Oberſt in loyaler Weiſe
entgegengekom=
men ſei.
Zeuge Kriegsgerichtsſekretär Frommel beſtätigt als
ſeinerzeitiger Protokollführer, daß bei der Vernehmung
des Zeugen Kreiskommiſſars Müller der
Kriegsgerichts=
rat Oſſiander die Protokollierung ſehr eingehend und
peinlich genau, aber ſtreng korrekt
vorge=
nommen habe, während Müller ſehr zurückhaltend und
zögernd deponiert habe; das Protokoll habe Müller
unter=
ſchrieben und dadurch als richtig anerkannt. Daß Müller
gegen die Art und Weiſe der Protokollierung energiſch
Einſpruch erhoben habe, wie er heute angibt, deſſen kann
ſich Frommel nicht erinnern.
Gegen 11 Uhr werden die Zeugen Guns, Gilliot,
Mutſchler, Deutſch und Frommel vereidigt und enklaſſen.
Gendarmeriehauptmann Schotten äußert ſich über die
an die Gendarmerie in den kritiſchen Zaberner Tagen
er=
gangenen Weiſungen. Das Zaberner Kommando
unter=
ſtehe der Kreisdirektion, welche die Befehle zu erteilen
hat. Zeuge orientierte ſich an Ort und Stelle über die
Sachlage. Aufgefallen ſei ihm, daß den Gendarmen
ge=
ſagt worden ſei, ſie ſollten ihre Pferde zu Hauſe laſſen
Zeuge gibt Kenntnis von einer Mitteilung des
Brigade=
ſchreibers Schröder, wonach Kreisdirektor Mahl mit
ein=
zelnen Gendarmen Rückſprache in Sachen ihrer
Verneh=
mung genommen habe. Die Geendarmen hätten aber ihm
(dem Zeugen) gegenüber auf Befragen erklärt: Wie kommt
Schröder zu dieſer Behauptung? Das Gericht beſchließt,
den Brigadeſchreiber als Zeugen zu laden. Zeuge
Ober=
lehrer Brucker, der in der Nähe des Schloßplatzes
wohnt, äußert ſich eingehend über ſeine Wahrnehmungen.
Die Vorgänge am 29. November hätten eines gewiſſen
Humors nicht entbehrt. In der Folge nahmen die
Vor=
kommniſſe allerdings einen bedenklichen Charakter an.
Wiederholt habe er beobachtet, daß Offiziere beläſtigt
wurden, ſo daß man ſchließlich das Eingreifen der
Mili=
tärbehörde verſtehen konnte. Zeugin Görke teilt ihre
Wahrnehmungen am 9. November mit. Es ſeien
haupt=
ſächlich Männer geweſen, die ſich angeſammelt und
ge=
ſchimpft hätten. Kinder hätten mit Straßenkot nach den
Offizieren geworfen. Zeugin hat nur einen Gendarmen
geſehen. Sie glaubt, daß bei energiſchem Einſchreiten
der Gendarmerie es nicht zu den Auftritten gekommen
wäre. Zeuge Oberlehrer Brocke trägt nach, daß
wieder=
holt Leute vor der Kaſerne ſtanden, auf die Offiziere
warteten und deren Erſcheinen mit den Worten: „Sie
kommen!” weitergaben. Unteroffizier der Reſerve
Ahrens bezeugt, daß Oberſt v. Reuter am 8. November
die Menge vor dem „Karpfen” zu beruhigen ſuchte. Die
Sache wurde unterſucht, und die Schuldigen wurden
be=
ſtraft. Einer der Leute rief, indem er die Fäuſte ballte:
„Der Teufel ſoll alle Schwobe holen!” Aſſiſtenzarzt
Vogt erzählt, wie er mit Leutnant v. Forſtner am
9. November im Reſtaurant „Karpfen” auf dem Wege zum
Kaſino beläſtigt wurde. Man hat etwa 20 Steine nach
ihnen geworfen. Die johlende Menge verſuchte ganz dicht
an die Offiziere heranzukommen. Zwei weitere Zeugen
bekunden dasſelbe. Polizei und Gendarmen ſeien nicht
zur Stelle geweſen. Banlkaſſierer Kahn, der am 26.
November durch Leutnant Schadt verhaftet wurde,
er=
klärt, daß er dem Leutnant keine Veranlaſſung hierzu
gegeben habe und daß er vor allem nicht gelacht habe.
Zeuge hat Strafantrag wegen Freiheitsberaubung und
Nötigung geſtellt. Die Leutnant Schadt begleitenden
Musketiere behaupten dagegen, daß Kahn gelacht bezw.
eine lächerliche Miene gemacht habe. — Nach Vereidigung
einer Reihe von Zeugen vertagt ſich das Gericht auf
4 Uhr nachmittags. Der Platz vor dem Juſtizgebäude iſt
durch ein ſtarkes Polizeiaufgebot abgeſperrt.
Vor Beginn der Nachmittagsſitzung iſt der
Platz vor dem Juſtizgebäude wie bisher ſtark
abge=
ſperrt. Als erſter Zeuge, auf eigenen Antrag geladen,
tritt erſter Staatsanwalt Wittmann aus Zabern vor
und vertritt energiſch eine Angelegenheit, in der die
ſpa=
zierengehenden Damen von Zabern eine Rolle ſpielen, und
ebenſo eine andere, eine in Pfalzburg ſeinerzeit
vorgekom=
mene, einen Diebſtahl betreffende Angelegenheit, über die
ſich der weitere Zeuge, Staatsanwalt Krauſe=Zabern, ſo
eingehend verbreitet, daß der Verhandlungsleiter wie der
Anklagevertreter wiederholt betonen, daß dieſe Dinge doch
eigentlicheals perſönliche Momente nicht hierher gehören.
Die Auslaſſung dieſer beiden Zeugen, wie die des
folgen=
den Zeugen Kleiböhmer richten ſich zunächſt gegen eine
ſeinerzeit von dem Oberſten v. Reuter gemachte Aeußerung,
wonach die Staatsanwaltſchaft in Zabern ihre
Schuldig=
keit nicht getan habe: Zeuge Staatsanwalt
Kleiböh=
mer ſchildert ſeine Beobachtung und die der
Landgerichts=
räte Kaliſch und Beemelmann. Er ſei wohl ſeiner
damali=
gen Bemerkung wegen: „Das iſt unerhört” auf des Leut
nants Befehl feſtgenommen worden.Bei der
Wiederent=
laſſung habe der Leutnant geſagt: „Ja, hätten Sie ſich
gleich vorgeſtellt, dann wären Sie nicht verhaftet worden.”
Oberſt Reuter habe bei der Verabſchiedung der in dem
Kaſinozimmer ſiſtierten Juſtizbeamten erklärt, er könne ſich
auf eine weitere Kritik ſeines Vorgehens nicht einlaſſen.
Dann gab der Oberſt den Befehl, jeden der ſtehen bleibe,
feſtzunehmen. Der ganze Platz waraber menſchenleer.
Auf Befragen
Verteidigers erklärte der Zeuge, daß
ihm das Vork en von Beläſtigungen und Steinwürfen
gegen Offizier
annt geweſen ſei. Das Vorgehen des
Militärs an
Abend betrachtet der Zeuge als eine
Anmaßung de
vilgewalt, da eine Rechtsgrundlage für
dieſes Vorgeh
m nicht bekannt war und eine
Requiſi=
tion durch die
tsanwaltſchaft nicht vorlag. Der Zeuge
bemerkt ausdr
h, daß Kreisdirektor Mahl ſich die
denk=
bar größte M
gegeben habe, um Ausſchreitungen zu
begegnen.
Leutnant adt: Der Vorgang der Verhaftung
ſpielte ſich etne anders ab. Ich forderte gerade eine
Gruppe von ern auf, auseinanderzugehen.
Staats=
anwalt Kleibn
ſagte: „Ich bleibe hier ſtehen!‟ Das
war für mich — lufforderung an das Volk, den Geſetzen
Widerſtand
ten. Ich verſuchte dann, durch einen
Gendarmen, errn zum Weitergehen zu veranlaſſen.
Der Gendarm ierte aber nicht darauf. Dann erfolgte
ſeitens des
rs die erwähnte Vorſtellung, und da
ſagte ich: Jan Sie ſich gleich vorgeſtellt hätten, dann
wäre die Ver ing nicht erfolgt. Von einem
Wort=
wechſel mit hmer weiß Leutnant Schadt nichts.
Zeuge Staats lt Kleiböhmer weiß ſich auf den
Aus=
druck nicht zu ern: „Ich bleibe hier ſtehen” und
ver=
wahrt ſich gege r dem Vorwurfe, daß die ſtrafrechtliche
Verfolgung
usſchreitungsfälle vom 28. November
nur deshalb
igſam fortſchreite, weil der
Ziviljuſtiz=
behörde in
de=
ſten Fällen eine kurze ſchriftliche
Meld=
ung vorliege weitere Akten fehlten. — Zeuge
Land=
gerichtsrat B elmann ſchildert ebenfalls die
Vor=
gänge jenes
s, ſoweit ſie ſeine Verhaftung und die
der beiden An egen betreffen. Oberſt von Reuter
ver=
bat ſich, als di i Herren im Kaſinozimmer der Kaſerne
ihre Verwahr
vorbrachten, jede weitere Kritik ſeines
Vorgehens.
einer formellen Entlaſſung aus jenem
Haftverhältnis
ihm nichts bekannt. Kaliſch habe
ein=
fach die Kaſerr t ihnen verlaſſen. Um nicht wiederholt
verhaftet zu w—, ging Zeuge mit dem Landgerichtsrat
Spieker und d andgerichtspräſidenten vom Platz.
An=
geregt durch
Frage des Verhandlungsleiters erklärt
Landgerichtsra emelmann, den Eindruck einer
Revo=
lution habe
uht gehabt. Ich bin ſchon lange, ſeit
meiner Kindhe er im Elſaß. Von verſchiedenen
Sei=
ten habe ich
rholt gehört, daß, wie die Verhältniſſe
liegen, uns
der Kaiſer helfen kann. (Große
Be=
wegung.)
Zeuge Lan ichtsrat Kaliſch, Offizier des
Beur=
laubtenſtandes ärt: Mit den jungen Leuten, wie ich
ſie da mit and kam es mir etwas ungewöhnlich oder
faſt ungeheue vor. Ein derartiges Vorgehen des
Militärs fandungeſetzlich. Der Aufforderung, weiter
zu gehen, konn nicht nachkommen, da jeder Weg vom
Militär abgeſ war, was mich veranlaßte, ſtehen zu
bleiben. Da cht weiter ging, befahl der Leutnant:
Verhaften Sie
Mann! Ich würde ſicher auch heute
wieder ſo har wenn es veranlaßt wäre. Ich bin
davon überzeu nich meinem Gefühl als Juriſt, daß das
Vorgehen des itärs ungeſetzlich war. Rechtsanwalt
Schaufler rt: Ich bin bei dem Vorgehen des
Militärs am Srovember zugegen geweſen. Ich hörte
kein Johlen, ſenen Auflauf und keinen Aufruhr.
Es=
herrſchte eine ne wie immer in Zabern, aber jeder
hatte die Auffea, daß das Militär und die Leutnants
Schadt und vorſtner provozierten. Letztere beiden
gingen fortwä e durch die Straßen. Dabei wäre es
doch zweckmäßgeweſen, wenn v. Forſtner für einige
Zeit verſchwungngeweſen wäre. Rechtsanwalt Vetter
verließ um ½ abends das Amtsgericht. v. Forſtner
ging über den Soßplatz. Der Platz war faſt
menſchen=
leer. v. Forſt==ichien ziemlich aufgeregt. In einiger
Entfernung fo die Begleitmannſchaft. An der Ecke
der Hobertſtra und ein junger Mann, der, als er ſich
umblickte, von — Soldaten, die das Seitengewehr
auf=
gepflanzt hatte eſtgenommen wurde. Leutnant von
Forſtner be dazu, daß der junge Mann den
Aus=
druck Bettſch. agebraucht habe. Referendar
Gärt=
ner bekundet falls, daß auf dem Schloßplatz und in
den umliegend=traßen vollkommene Ruhe herrſchte,
und er konnte icht erklären, warum der junge Mann
verhaftet wurd Er hatte, wie er ſchon in der
Vor=
unterſuchung a den Eindruck, daß das Vorgehen des
Leutnants geer war, die Bevölkerung zu reizen.
Es folgt aereidigung der Herren Rechtsanwalt
Schaufler atsanwalt Vetter, Landgerichtsrat
Beemerleid Landgerichtsrat Kaliſch.
Staats=
anwalt Kleibö erklärt noch, daß das Vorgehen des
Militärs darau ausging, die Rechte der Polizei an ſich
zu reißen.
e Musketiere ſagen aus, daß gerufen
wurde. Zahln Görke bekundet, daß er am 28.
November aber von ſeinem Dienſtzimmer aus großen
Lärm gehört Zeuge Kormann erklärt, daß er
vom Leutnant dt ohne Grund derart mit der Fauſt
ins Geſicht geſen worden ſei, daß er einen Zahn
ver=
loren habe. Kr in hat Strafantrag wegen
Körperver=
letzung geſtellt. tnant Schadt kann ſich des Vorfalles
nicht mehr erin=
Unter groß wvannung erfolgt die Vernehmung der
Gendarmen. Kwirektor Mahl beſtreitet auf Befragen,
auf die einzelneeugen irgendwie eingewirkt zu haben.
Die Zeugen Lo nd Schröder behaupten, daß ihnen
von Wachtmeiſu Schmidt II. der Inhalt einer
Unter=
redung mit der — eisdirektor Mahl erzählt worden ſei.
Schmidt II. gil, daß ihm von dem Kreisdirektor
ge=
ſagt worden ſei Leute ſollten ſo ausſagen, wie es die
Wahrheit iſt. — rhandlungsleiter: Haben Sie Ihren
Kameraden in m Betreff vom Kreisdirektor
Anwei=
ſung gegeben, w = ausſagen ſollen? Zeuge Schmidt II.:
Es muß ein M —ſtändnis ſeitens der Zeugen Loſe und
Es wurde damals nur von den
Schröder vorl=
Zaberner Vorfä geſprochen. — Loſe und Schröder
blei=
ben bei ihren agen. Der Verhandlungsleiter ſtellt
feſt, daß hier e ilösbarer Widerſpruch beſteht und
macht die Zeugeidringlich auf die Folgen eines
Mein=
eides aufmerkſa Zeuge Schmidt II.: Der Herr
Kreis=
direktor hat m Verſetzung beantragt, aber ich habe
keinen Anlaß, d errn Kreisdirektor eins auszuwiſchen.
Um 8 Uhr die Weiterverhandlung auf
Donners=
tag 9 Uhr ve
7. Jan. Vor dem Gerichtsgebäude
* Straß
der Verhandlung im Reuter=Prozeß
hatten ſich nach
ch Gruppen Neugieriger
an=
gegen 8 Uhrn
von Schutzleuten bald zerſtreut
wur=
geſammelt, die
ingen irgend welcher Art iſt es heute
den. Zu Ausſ.
abend nicht gek
dwirtſchaftliches.
a. M., 7. Jan. Schlachtvieh=
Frank
markt. (Amt Bericht.) Auftrieb: 1473 Schweine:
Lebendgewicht (Schlachtgewicht) Mk.
Preiſe für 1 Z6
3 Zentner 56½—58 (72—75), b) voll=
) Fettſchweine
fleiſchige Schwel über 2½ Zentner 56½—58 (72—75),
eine über 2 Zentner 56—58½ (72 bis
c) vollfleiſchige
75), d) vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Zentner 56—58½
(72—75). Marktverlauf: Ziemlich lebhaft, bleibt
Ueber=
ſtand.
Vermiſchtes.
* Mitteldeutſcher
Arbeitsnachweisver=
band. Soeben iſt der ſechſte Jahresbericht des
Mitteldeutſchen Arbeitsnachweisverbandes (Sitz Frankfurt
a. Main), umfaſſend das Großherzogtum Heſſen,
die Provinz Heſſen=Naſſau, das Fürſtentum Waldeck und
die Kreiſe Kreuznach und Wetzlar, erſchienen. Der ſehr
umfangreiche Bericht bietet eine Fülle von Material zu
dem Problem der Arbeitsvermittelung, insbeſondere der
zweckmäßigen Art der Verſorgung auch des platten
Lan=
des und der Kleinſtadt mit Arbeitskräften. Das
Zuſam=
menarbeiten von Stadt und Land in der Frage der
Ar=
beitsvermittelung hat ſich gut bewährt und zeigt, daß die
Gegenſätze zwiſchen dem ſtädtiſchen und dem ländlichen
Arbeitsmarkt durchaus nicht unüberbrückbar ſind. So
wurden von den Arbeitsnachweiſen in größeren Städten
wieder eine große Anzahl von Arbeitern, in der Hauptſache
Durchreiſende, auf das Land vermittelt. Im ganzen
wur=
den an Orte außerhalb des Sitzes der Arbeitsnachweiſe
21977 Arbeitskräfte vermittelt. Die landwirtſchaftliche
Vermittelung iſt von 8141 im Jahre 1911/12 auf 9956 im
Jahre 1912/13 geſtiegen. Auch die
Lehrſtellenver=
mittelung, der ſich der Verband ſeit zwei Jahren
annimmt, entwickelt ſich günſtig. Im ganzen wurden im
Berichtsjahre von den Arbeitsnachweiſen des Verbandes
und den mit ihm zuſammen arbeitenden Organiſationen
1468 Lehrſtellen beſetzt. Alle Fragen des
Arbeitsnachwei=
ſes wurden mit den Berufsvertretungen, insbeſondere den
Landwirtſchaftskammern, den Handwerkskammern, mit
Vertretern der Kreiſe und Städte, und zwar der großen
Städte ſowohl wie der mittleren und kleinen, in
wieder=
kehrenden Beratungen auf das Eingehendſte behandelt, um
die Organiſation des Arbeitsnachweiſes ſtets im Einklang
mit den beſonderen Intereſſen der Landwirtſchaft und der
einzelnen Gewerbe zu halten. Ein reiches ſtatiſtiſches
Ma=
terial, das im Statiſtiſchen Amt der Stadt Frankfurt a. M.
zuſammengeſtellt iſt, ergänzt den Bericht.
* Automobilſtatiſtik. Eine intereſſante
Sta=
tiſtik über die Fortſchritte des=Automobils im
öffentlichen Fuhrweſen, berechnet in Prozenten zur
Ein=
wohnerzahl der größten deutſchen Städte, veröffentlicht
Regierungsbaumeiſter W. Schütte=Hannover. Obenan in
der Statiſtik ſteht Berlin, das für nur 888 Einwohner eine
Automobildroſchke beſitzt, während ſich in den anderen
deutſchen Großſtädten erheblich mehr Perſonen in ein Auto
teilen müſſen. So kommen auf einen Kraftwagen in
Mün=
chen 1530, in Hamburg 2980, in Frankfurt a. M. 4030, in
Köln 4060, in Leipzig 5650, in Dresden 5700 und Breslau
gar 10 240 Perſonen.
** Der gefilmte Veſuv. Das kühne Wagnis
eines Abſtieges in den Krater des brennenden Veſuvs,
das vor kurzem ein italieniſcher und ein deutſcher Gelehrter
im Dienſte der Wiſſenſchaft unternahmen, iſt jetzt mit Hilfe
von drei italieniſchen Führern von einem engliſchen
Film=
photographen wiederholt worden. Der durch ſeine kühnen
Klettertouren im Hochgebirge bekannt gewordene
Berg=
ſteiger der britiſchen und kolonialen Kinematographen=
Geſellſchaft, Frederick Burlingham, begann ſeinen
Veſuvabſtieg am 21. Dezember ganz im geheimen, da man
fürchtete, daß die italieniſchen Behörden ſonſt dieſe
ge=
wagte kinematographiſche Expedition verhindert haben
würden. Die Schwierigkeiten, die ſich den vier kühnen
Kletterern in den Weg ſtellten, waren um ſo größer, da
man die ganze kinematographiſche Ausrüſtung, die nicht
wenig umfangreich und ſchwer iſt. mit in die Kratertiefen
hinabtragen mußte. Als Erſter ſtieg Burlingham hinab,
dann folgten die drei Italiener; gleich am Anfang mußten
ſie an ſteiler Kraterwand über 20 Minuten lang
regungs=
los ausharren, da die aufſteigenden Rauchwolken und Gaſe
ine Richtung nahmen, die den verwegenen Männern auf
eine Zeitlang ſowohl das Vordringen wie den Rückzug
unmöglich machten. Das Taſchentuch über das Geſicht
ge=
bunden, klammerten ſie ſo, mühſam atmend, an der
Fels=
wand, bis es endlich möglich wurde, weiterzukommen.
„Zwiſchen zwei Rauchmauern ſtiegen wir hinunter, und
bald kamen wir in das Bereich jener heißen Dämpfe, die
unaufhörlich aus den Fumarolen aufſteigen. In einer
Tiefe von 1000 Fuß unter dem oberen Kraterrand ſtieß
man auf die neue Krateröffnung, die ſich im Juni gebildet
hatte. Profeſſor Malladra hatte hier gewaltige
Hitzeent=
wickelungen feſtgeſtellt. Von dem Platze aus, an dem die
Männer nun ſtanden, hörten ſie unter ſich deutlich das
Getöſe der kochenden Lava; in aller Eile wurden die
Appa=
rate aufgeſtellt und ein 600 Meter=Film aufgenömmen.”
„Obgleich wir kein Sonnenlicht hatten” berichtet
Bur=
lingham, der inzwiſchen nach London zurückgekehrt iſt,
„hatten wir ziemlich viel reflektiertes Licht. Wir
arbeite=
ten, ſo ſchnell als wir konnten. Die glühende Lava dort
unten ſtrahlte eine ſo gewaltige Glut aus, daß ich in
weni=
gen Sekunden von einer Bronchitis, an der ich ſeit einigen
Tagen litt, wie durch Zauber geheilt wurde. Die
chemi=
ſchen Ausſtrahlungen der Gaſe ſchwärzten das Metall
unſerer Apparate und hinderten die Atmung; bisweilen
glaubten wir zu erſticken. Jeden Augenblick mußten wir
den Ausbruch einer Exploſion befürchten. Einer der
Füh=
rer, Alfonſo Sannino, wagte es, bis zum Rande der
Kra=
terhöhlung vorzukriechen. Nach einer angeſtrengten Arbeit
von 20 Minuten traten wir wieder den Aufſtieg an. Die
größte Gefahr war die lockere Beſchaffenheit des
vulkani=
ſchen Geſteins; die kleinſte Erſchütterung konnte hier
Tau=
ſende von Tonnen Geſtein zum Abſturz bringen. Die ganze
Zeit hindurch erſchütterte ein ewiger, dumpfer, rollender
Donner die Luft. Es klang wie ein mächtiger Hochofen.
Ich habe alle Gefühle und Senſationen, die das
Hochge=
birge dem Bergſteiger gewährt, kennen gelernt; aber dies
war etwas nie Erlebtes. Auf die glühende Lava
hinab=
zublicken und das donnernde Ziſchen zu hören, das war
etwas Einzigartiges und Neues, und ich wundere mich,
daß abenteuerluſtige Alpiniſten noch nicht auf den Einfall
gekommen ſind, dieſen Kraterabſtieg ſchon früher zu
vagen.‟ Die Expedition währte im ganzen vier Stunden.
Der Film wird im Laufe des Februar zur Vorführung
kommen.
C.K. Der allgemeine Volksunterricht in
China. Der chineſiſche Unterrichtsminiſter Wang
Tah=
ſieh hat, wie aus Peking gemeldet wird, einen
entſcheiden=
den Schritt in der Schulreform des Himmliſchen Reiches
getan, indem er den obligatoriſchen Volksunterricht zum
Geſetz erhob und die einzelnen Provinzen anwies, für die
Durchführung dieſer entſcheidenden Anordnung zu ſorgen.
Es wird die Errichtung von Schuldeputationen in den
ein=
zelnen Städten und Dörfern verfügt, und dieſe lokalen
Be=
hörden ſollen dann die Organiſation der Schulen in die
Wege leiten. Eltern, die Knaben über acht Jahre nicht in
die Schule ſchicken, ſollen beſtraft werden, ebenſo die
Schul=
deputation, die ſchulpflichtige Kinder nicht zum Schulbeſuch
anhält. In jedem Bezirk werden zwei Mädchenſchulen
er=
richtet, und andere werden folgen, wenn die Ausdehnung
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Nummer 8.
mit ſeiner Ehefrau Eliſabeth geb. Heß das Feſt der
Silbernen Hochzeit.
— Erzhauſen, 7. Jan. (Vortrag) Herr Dr. Lotz
von Bochum, der von hier gebürtig iſt, hielt geſtern abend
in dem hieſigen Verein für ländliche Wohlfahrt= und
Hei=
matpflege einen hochintereſſanten Vortrag über ein
Kohlenbergwerk und führte recht anſchauliche
Licht=
bilder vor. Er führte zunächſt aus, wie die Steinkohlen
entſtanden, wie ſie lagern und wie ſie verbreitet ſind.
An der Hand der Lichtbilder führte er die Anweſenden
durch ein Kohlenbergwerk und beſchrieb, wie Stollen und
Schächte ausgeführt und befeſtigt würden, ſodann die
Kohlenbeförderung und Maſchinen, die hierbei tätig ſind.
Zuletzt beſprach er die ſchlagenden Wetter, den
Kohlen=
ſtaub, wie die Wetter entſtehen und wie ſie verhindert
werden können. Für alle Zuhörer war dieſer Vortrag
etwas ganz Neues. Der Vorſitzende, Herr Dr. Spiro,
ſprach dem Vortragenden den Dank aus.
Hofheim, 7. Jan. (Durch Feuerwerkskörper
verurſachter Brand.) Zu dem am Neujahrstage
um die Abendzeit in der an das Wohnhaus grenzenden
Scheuer der Witwe Heinrich Lenz ausgebrochenen
Brande, der jedoch durch das raſche Eingreiſen der
Freiwilligen Feuerwehr auf ſeinen Herd beſchränkt
wurde, ſind durch Vertreter des Amtsgerichts in Lorſch
etliche hieſige noch ſchulpflichtige Knaben, die durch
Spie=
len mit Feuerwerkskörpern den Brand verurſacht haben
ſollen, einem Verhör unterzogen worden. Ob man die
Knaben für den entſtandenen Schaden verantwortlich
machen kann, iſt abzuwarten.
Offenbach, 7. Jan. (Die Bevölkerungs=
Be=
wegung.) Nach den bei dem ſtädtiſchen Steueramt
ge=
machten ſtatiſtiſchen Aufzeichnungen beträgt die
Ein=
wohnerzahl der Stadt Offenbach
einſchließ=
lich des Stadtteils Bürgel und unter Berückſichtigung der
Ueberſchüſſe der Geburtsfälle über die Sterbefälle am
1. Januar 1914: 81 380. Am 1. Dezember 1910 zählte
Offenbach 15 448 Familien und 68932 Einwohner und
Bürgel 1358 Familien und 6661 Einwohner, zuſammen
16800 Famklien und 75593 Einwohner. Am 1. Januar
1914 zählte Offenbach 17158 Familien und 74494
Ein=
wohner und Bürgel 1508 Familien und 6886 Einwohner,
zuſammen 18 666 Familien und 81380 Einwohner. Nach
Konfeſſionen geordnet, wohnen gegenwärtig in
Offen=
bach=Bürgel 46 214 Evangeliſche, 29091 Katholiſche, 2272
Iſraelitiſche, 722 Altkatholiſche, 2364 Freireligiöſe, 641
Konfeſſionsloſe, 4 Griechiſch=Katholiſche, 72 Angehörige
ſonſtiger Sekten, zuſammen 81380. — (Unbekannte
Leiche.) Am Untergraben der Offenbacher Schleuſe
bei Oberrad wurde die Leiche eines unbekannten 55 bis
60 Jahre alten Mannes geländet. Der Tote hatte
grau=
meliertes Haar, eine ſtarke Glatze und einen ebenfalls
graumelierten Schnurrbart und Spitzbart. Links am
Munde war noch eine ſogenannte Haſenſcharte zu ſehen.
Bekleidet war der Unbekannte mit einer blau und ſchwarz
karrierten Hoſe und Weſte und einem dunkelgrauen Rock.
Er trug noch ziemlich neue Schnürſtiefel. Bei dem Toten
fand man eine Uhr mit Kette und ein Portemonnaie mit
42,93 Mark Inhalt, zwei Taſchenmeſſer und eine Brille.
Die Leiche wurde nach der Frankfurter Friedhofshalle
gebracht.
H. Lampertheim, 6. Jan. (Leichtſinniger
Schütze.) Auf dem hieſigen Bahnhof hat ſich heute früh
in dem um 8 Uhr 4 Min. aus Weinheim eintreffenden
Perſonenzug ein Herr aus Viernheim, jedenfalls aus
Un=
achtſamkeit bei der Sicherung, mit ſeinem Revolver in den
linken Fuß geſchoſſen. Die Kugel durchſchlug den Fuß
und wurde von Herrn Dr. med. Kraus hier entfernt.
Mainz, 7. Jan. (Einnahmen der erſten
„Parſifal”=Aufführung.) Die erſte Aufführung
von „Parſifal” am Freitag ergab nach dem Neueſt. Anz.
eine Kaſſeneinnahme von 8000 Mark. —
(Unter der Straßenbahn.) Ein älterer hieſiger
Invalide lief geſtern abend auf dem Schillerplatz direkt
vor einen fahrenden Straßenbahnwagen. Dem
Wagen=
führer gelang es noch restzeitig, zu bremſen; der alte
Mann wurde durch den heftigen Stoß zur Erde
geſchleu=
dert. Er erlitt eine Gehirnerſchütterung und eine
Kopf=
verletzung. Die Sanitätswache brachte den
Verunglück=
ten ins Rochushoſpital.
Oppenheim, 6 JJan. (Verunglückt) iſt ein bei
dem Realſchuldiener Hunsdorff zu Beſuch anweſendes
Mädchen aus Darmſtadt. Bei einem Sturz an der Steig
zerſchmetterte es ſich die Knieſcheibe und erlitt ſchwere
Bruſtverletzungen. — (Die Rechner der
Kranken=
kaſſen) des Kreiſes Oppenheim hielten heute im
Hil=
bigſchen Saale eine Verſammlung ab. Der
Vor=
ſitzende, Kreisamtmann Draudt, erläuterte die
Be=
ſtimmungen der neuen Krankenkaſſenorganiſationen und
ihre praktiſche Anwendung. An die Beratungen ſchloß ſich
ein gemeinſchaftliches Eſſen.
Nierſtein, 7. Jan. (Der Brand in der
Malz=
fabrik) hat mehr Schaden angerichtet, als man anfangs
annahm. Bei den jetzt kräftig in Angriff genommenen
Aufräumungsarbeiten zeigt es ſich, daß ſehr große
Vor=
räte Braugerſte und Malz völlig vernichtet ſind. Auch
ſind faſt alle Maſchinen verbrannt, darunter auch eine vor
wenigen Tagen erſt neu eingetroffene Gerſtenputzmaſchine
im Werte von 6000 Mark. Der Fabrikbetrieb geht
unge=
ſtört weiter.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Jan. Der Kaiſer hat
heute vormittag dem Photographen Obergaßner aus
München in der Bildergalerie des hieſigen Königlichen
Schloſſes zu einer Aufnahme geſeſſen. Es handelt ſich um
die Zuſammenſtellung eines etwa vier Geviertmeter
gro=
ßen Bildes, auf dem alle an der Kelheimer
Jahrhundert=
feier beteiligten deutſchen Fürſten vereinigt ſein ſollen. —
Wie die Voſſiſche Zeitung aus Braunſchweig erfährt, wird
die Herzogin Viktoria Luiſe ihren Gemahl, wie
vorauszuſehen war, nicht zum Ordensfeſt nach Berlin
be=
gleiten. — Die Trauung der reichſten Erbin
Deutſch=
lands, Fräulein Marie=Anne v Friedländer=Fuld,
mit dem Honourable John Mitford, dem Sohne des Lord
Rodesdale, wurde heute um 2 Uhr nachmittags in der
Dreifaltigkeitskirche in Berlin vollzogen. Das kleine
Got=
teshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Fräulein
von Friedländer=Fuld ſchritt am Arme ihres Vaters in
einem Hochzeitskleide von ſchlichtem, glattem weißem
Atlas mit einem Schleier aus koſtharen Spitzen.
Paar=
weiſe folgten ihr die Verwandten und Freunde des
Hau=
ſes, unter ihnen die Grafen Auguſt Bismarck und Hutten=
Czapſki. Rechts und links vom Brautpaar nahmen
Braut=
führer und Brautjungfern Aufſtellung. Die Brautjungfern
waren alle hellblau gekleidet. Generalſuperintendent
La=
huſen hielt die Traurede. In der Wohnung am Pariſer
Platz nahm das neuvermählte Paar die Glückwünſche
ent=
gegen. Die Flitterwochen wird das junge Paar am
Mit=
telmeer verleben. Es nimmt dann ſtändigen Wohnſitz im
Hauſe Bendlerſtraße 6 in Berlin, das Geh. Rat
Fried=
länder=Fuld ſeiner Tochter als Morgengabe geſchenkt hat.
— Nach dem Berliner Tageblatt beſteht der Plan,
Be=
ſuche britiſcher Angeſtellter und Arbeiter
in Berlin zu veranſtalten. Zu dem erſten dieſer
Be=
ſuche ſind bisher die Tage vom 18. bis 22. Mai in
Aus=
ſicht genommen. Ein Gegenbeſuch deutſcher Angeſtellter
und Arbeiter in England ſoll im nächſten Jahre erfolgen.
7. Jan. Prinz Friedrich Leopold von
Preußen, der ſeit längerer Zeit leidend iſt, muß auf
Anraten der Aerzte den diesjährigen Hoffeſtlichkeiten
fernbleiben. — Heute vormittag fand bei ſehr zahlreicher
Beteiligung in der Kirche des Invalidenhauſes in der
Scharnhorſtſtraße die Trauerfeier und ſodann auf
dem Invalidenfriedhof die Beiſetzung des
Präſi=
denten des Oberverwaltungsgerichts von
Bitter ſtatt. Eine Kompagnie des zweiten
Garderegi=
ments zu Fuß ſtellte mit Muſik und Fahne die
Trauer=
parade. Mehrere Miniſter und viele hohe Beamte waren
anweſend. Zahlreiche Kränze waren am Sarge
nieder=
gelegt, darunter Kränze des Kaiſers, der Seehandlung, des
Oberverwaltungsgerichts, der Generalſynode der Provinz
Poſen und der Deutſchen Geſellſchaft für Kunſt und
Wiſ=
ſenſchaft in Poſen. Die Gedächtnisrede hielt der erſte
Pfarrer Geh. Konſiſtorialrat Conrad. — Das
Schöffen=
gericht Berlin=Mitte verkündete heute nach kurzer
Verhandlung gegen Rudolf Schildkraut des
Ur=
teil. Von der dem Angeklagten zur Laſt gelegten
Be=
drohung mit dem Verbrechen des Totſchlags konnte keine
Rede ſein. Es liegt nur eine fahrläſſige Körperverletzung
vor. Das Urteil lautete auf 30 Mark Geldſtrafe eventuell
ſechs Tage Gefängnis. Von den übrigen Delikten wurde
Schildkraut freigeſprochen bezw. wurde das Verfahren
wegen Zurücknahme des Strafantrages eingeſtellt. Es
handelt ſich um einen Vorfall vor drei Jahren, bei welchem
Schildkraut in der Theaterkanzlei des Deutſchen Theaters
in der Erregung eine Fenſterſcheibe einſchlug und dabei
den Rendanten verletzt hatte. Schildkraut war ſeinerzeit
wegen dieſes Vorfalles verhaftet worden. — In einem
Hotel am Potsdamer Platz hat ſich geſtern der 37 Jahre
alte Apotheker Dr. phil. Lothar Kaute, der Inhaber der
Apotheke „Zum goldenen Adler” in der Alexandrinenſtraße
erſchoſſen. Dr. Kaute war Beſitzer des Hauſes. In
letzter Zeit machte es ihm große Sorge, und als ihm nun
auch noch eine Hypothek von 30000 Mark gekündigt wurde.
verlor er völlig den Kopf. In ſeiner Verzweiflung begab
er ſich in das Hotel, mietete ſich ein Zimmer und tötete
ſich durch einen Schuß in die rechte Schläfe. Er hinterläßt
eine Witwe mit zwei kleinen Kindern.
Frankfurt, 7. Jan. (Die Univerſität.) Der Große
Rat der Akademie hielt heute eine Sitzung ab, in welcher,
entgegen dem früheren Beſchluſſe, ſich mit einem längeren
Proviſorium zu begnügen, den in einigen Punkten
abge=
änderten Bauplänen von Baurat Neher die Genehmigung
erteilt und die ſofortige Ausführung eines
Erweite=
rungsbaues des Jügelhauſes auf deſſen
Weſt=
ſeite beſchloſſen wurde. Für das Winterſemeſter 1914/15
werden, wie man annimmt, die bisherigen Räumlichkeiten
ausreichen; bis Frühjahr oder Sommer 1915 aber wird
der Erweiterungsbau vollendet ſein. Dem Entwurf eines
Vertrages mit der Senckenbergiſchen Naturforſchenden
Geſellſchaft über Bauten für das Zoologiſche Inſtitut
und die vorläufige Unterbringung der Steininſtitute
(Mineralogie und Geologie=Paläontologie) hat der Große
Rat zugeſtimmt. An die Stelle von Stadtrat Dr. Fleſch,
der ausgeſchieden iſt, wurde Geheimrat Dr. Oswalt in den
Verwaltungsausſchuß der Akademie gewählt.
Biedenkopf, 7. Jan. (Unterſchlagung.) Nach
dem Tode des Kreis=Kommunalkaſſenrendanten Philipp
Jäger wurde kürzlich in der von dieſem verwalteten Kaſſe
ein Fehlbetrag von 6000 Mark feſtgeſtellt,
die, wie Jäger auf dem Sterbebett ſeinen Angehörigen
mitgeteilt hat, von dem Verſtorbenen veruntreut ſind.
Straßburg, 6. Jan. (Wackes=
Demonſtratio=
nen.) Als Leutnant v. Forſtner mit zwei Kameraden
gegen 8 Uhr abends das Gerichtsgebäude verlaſſen hatte,
wurde er von einer Volksmenge, die ihn erkannte,
zum Bahnhof begleitet. Als jemand rief: Da zieht einer
den Säbel, wurden Pfuirufe und heftige Schimpfworte
laut. Der Pöbel verfolgte den Straßenbahnwagen, auf
den die Offiziere geſtiegen waren, zum Bahnhof. Zu
gleicher Zeit langte Oberſt von Reuter in einem Wagen
vor dem Bahnhof an, wurde aber weniger beachtet. Von
anderer Seite wird zu dieſer pöbelhaften Szene mitgeteilt:
Vor den Pforten des Landgerichtsgebäudes wartete nach
dem Abſchluß der hätigen Gerichtsverhandlung eine
große Menſchenmenge, bis Leutnant v.
Forſt=
ner, der ſich in Begleitung von Kameraden befand,
er=
ſchien. Der Offizier ging mit dieſen durch die belebten
Straßen nach dem Bahnhof. Er wurde von einigen
Neu=
gierigen verfolgt, denen ſich allmählich andere
an=
ſchloſſen, ſo daß ſchließlich eine anſehnliche
Menſchen=
menge hinter ihm herſchritt. Am Alten Baumarkt, etwa
dreihundert Meter vom Bahnhof entfernt, hielten es die
Offiziere für geraten, ihren Weg nicht zu Fuß fortzuſetzen,
ſondern beſtiegen eine Elektriſche. In dieſem Augenblick
wurden laute Hohn= und Pfuirufe laut. Die
Po=
lizeibeamten, die hinter den Offizieren hergingen,
ver=
mochten nicht (?) dieſe vor der Szene zu bewahren.
München, 7. Jan. (Neue Kardinäle.) Wie
den Münchener Neueſten Nachrichten aus vatikaniſchen
Kreiſen Roms telegraphiert wird, ſteht die Ernennung
des Erzbiſchofs von Köln, Dr. Hartmann, und des
päpſt=
lichen Nuntius Frühwirth in München zum Kardinal
unmittelbar bevor.
München, 7. Jan. (Neue Briefmarken.) In
Bayern werden Anſang März Königsmarken, die bisher
noch nicht exiſtieren, ausgegeben werden. Zurzeit werden
in der bayeriſchen Staatsdruckerei noch Verſuche mit
einem neuen Verfahren im Kupfertiefdruck gemacht.
Karlsruhe, 7. Jan. (Tötlicher Unfall.) Geſtern
nachmittag halb 6 Uhr geriet der verheiratete Rangierer
Wilhelm Galliau beim Rangieren zwiſchen die Puffer
zweier Wagen, wobei ihm der Bruſtkorb eingedrückt und
der rechte Unterſchenkel gebrochen wurde. Der Tod trat
auf der Stelle ein.
Gelſenkirchen, 7. Jan. (Exploſion im
Gefäng=
nis.) Im Gefängnis explodierte geſtern eine
Petroleum=
lampe. Ein Gefangener wurde ſo ſchwer verletzt, daß er
nach kurzer Zeit ſtarb.
Flensburg, 7. Jan. (Verbotener Vortrag.)
In Flensburg ſollte am Freitag abend auf Veranlaſſung
der Flensburger Sozialdemokraten der Präſident der
Sozialdemokratiſchen Partei in Dänemark, Vizepräſident
des däniſchen Folkesthing und Stadtverordneter in
Ko=
penhagen Stauning einen Vortrag halten über das
Thema: „Das Wahlrecht in Dänemark und deſſen
bevor=
ſtehende Erweiterung im Vergleiche zum Wahlrecht in
Preußen‟. Der Regierungspräſident in Schleswig hat
das Auftreten des däniſchen Sozialdemokraten unterſagt.
Er darf in Flensburg weder in däniſcher noch in
deut=
ſcher Sprache reden.
Parchim, 7. Jan. (Großes Aufſehen) erregt
hier der geheimnisvolle Tod eines Offiziers. In ſeiner
Wohnung wurde geſtern früh der Dragonerleutnant
Frei=
herr von Heintze erſchoſſen aufgefunden. Der Offizier ſoll
bereits geſtern abend Kameraden gegenüber dunkle
An=
deutungen von einem gewaltſamen Tode gemacht haben.
Es iſt noch nicht feſtgeſtellt, ob Selbſtmord oder Verbrechen
vorliegt.
Marienbad, 7. Jan. (Erblindet.) Infolge eines
Nierenleidens iſt der Reichstagsabgeordnete Witt=Stumm=
Marienwerder erblindet. Die Aerzte hoffen jedoch, ihn
wieder ſehend zu machen. Witt gehört der
Reichs=
partei an.
Graz, 7. Jan. (Der Bauernſchreck) wurde nun
von Amts wegen pardoniert. Die Regierung hat als Ers
gebnis einer von der Statthalterei im bedrohten Gebien
angeordneten Konferenz die bisher ſtramm ins Werk
ge=
ſetzte Verfolgung des Bauernſchrecks eingeſtellt. Für dieſe
Einſtellung war folgende Erwägung maßgebend: Das=
Raubtier — deſſen Art leider noch immer nicht
einwand=
frei feſtgeſtellt werden konnte — iſt wider Erwarten auch
nach Eintritt des Winters nicht in die Niederungen
herab=
gewechſelt, ſondern in den höher gelegenen Gebieten der
Koralpe verblieben und ſeit dem Abtrieb des Weideviehs
wird nur mehr Wild verfolgt und geriſſen, ſo daß es ges
rechtfertigt erſcheint, von weiteren ſicherheitspolizeilichen
Vorkehrungen abzuſehen und die zu treffenden jagdlichen
Maßnahmen den Inhabern jener großen Jagdgebietezu
überlaſſen, in denen ſich das Raubtier ſeit einigen Wochen
ausſchließlich aufhält.
Laibach, 6. Jan. (Die Heilige von Laibach)
Vor dem hieſigen Landgericht endete eine Wunder
affäre mit der Veructeilung der Angeklagten zu zehn
Monaten ſchweren Kerkers wegen Betruges
Die 28jährige Dienſtmagd Johanna Jerowſek war in
einem Kapuzinerkloſter zu Fiume und ſpäter in einem
Pfarchauſe bei Laibach als „Heilige” aufgetreten. Sie
verfiel wiederholt in Verzückungen, wobei ſie aus den
ſo=
genannten „Wundmalen Chriſti” Blut ſchwitzte. Das
Auftreten des Mädchens hatte ſtets eine förmliche Walle
fahrt der Landbevölkerung zur Folge, und mit dem Blute
der angeblichen Heiligen wurde ein förmlicher religiöſen
Kultus getrieben. Die „Heilige” behauptete auch, mit
dem Jenſeits in Verbindung zu ſtehen und nahm aucht
Geld für Meßſtiftungen an. Endlich gelang es in Laibach
einem Droſchkenkutſcher, die Schwindlerin zu entlarven,
indem er nachwies, daß ſie wiederholt im Schlachthofe zu
Laibach Kälberblut gekauft habe. Die ſchließliche Aufg
deckung des ganzen Betruges führte ein Mönch herbei, der
das Mädchen bei einem Verzückungszuſtand von der
um=
hüllenden Decke befreite und dabei eine Flaſche mit
Kälber=
blut und eine Schere auffand, mit der es ſich die „Wunda
male” beigebracht hatte.
Genf, 7. Jan. (Eine ſchwere Exploſion)
er=
eignete ſich in der Lackfabrik Verniſol bei e
vey, die vollſtändig vom Feuer zerſtört wurde. Die
Benzinfäſſer konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht
wer=
den, ſo daß weitere Exploſionen vermieden wurden. Das
Perſonal konnte ſich retten. Die Feuerwehr mußte ſich
darauf beſchränken, die benachbarten Häuſer zu ſchützen,
Mailand, 7. Jan. (Die Kälte) hat in der
vergan=
genen Nacht faſt in ganz Oberitalien 10 Grad erreicht.
Brüſſel, 7. Jan. (Mord.) In der Nähe des
Nord=
bahnhofes wurde die Zimmervermieterin Suavrain in
ihrer Wohnung erdroſſelt aufgefunden. Ein bei ihr
woh=
nender Engländer namens Wilſon, der jetzt verſchwundn
iſt, gilt als der Mörder.
Paris, 7. Jan. (Exploſion.) Geſtern nachni
gegen 6 Uhr ereignete ſich in der Pulverfabrik von Vons
bei Dijon eine heftige Exploſion, die den Einſturz
Fabrikgebäudes zur Folge hatte. Die Befürchtung,
eine große Anzahl Arbeiter unter den Trümmern begraben
ſein würde, bewahrheitete ſich nicht. In der Zeit zwiſchen
der Exploſion und dem Einſturz konnten ſich die meiſten
noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Nur zwei Perſonen
wurden getötet und einige verletzt. Die Urſache
der=
ploſion iſt noch nicht aufgeklärt.
Toulon, 7. Jan. (Exploſion auf einem
Kriegsſchiff.) Auf dem Panzerkreuzer „Gaulo
explodierte geſtern nachmittag ein Keſſelrohr. Vier Mann
der Beſatzung, die durch umherfliegende Teile verletzt
wurden, und zwei andere, die durch die ausſtrömenden
heißen Dämpfe ſchwere Brandwunden erlitten, mußten
ins Hoſpital geſchafft werden.
Gerichtszeitung.
Prozeß gegen den Oberſten v. Reuter.
3. Verhandlungstag.
* Straßburg, 7. Jan. Vor dem Gerichtsgebäude
errſcht vollkommene Ruhe. Bisher iſt es zu keinen
Zw=
ſchenfällen gekommen. In der Verhandlung wurde mit
der Zeugenvernehmung fortgefahren, darunter
Schul=
leute, Gendarmen, Beamte und Bürgersleute aus Zaber
Auf Antrag des Vertreters der Anklage werden noch
weitere fünf Zeugen geladen, darunter die Land
gerichtsräte Kaliſch und Beemelmann unden
Staatsanwalt Kleinböhmer. Infolge dieſer Erwel
terung des Zeugenapparats iſt kaum mehr zu hoffen, dah
die Verhandlung heute zu Ende geführt werden kanſ
Bei der Vernehmung des erſten Zeugen. Kreiskommiſſan
Müller aus Zabern, kommt es zu einem
peinlichen Zwiſchenfall.
Zeuge behauptet, daß er ſich des Eindrucks nicht erwehren
lönne, daß bei der Vorvernehmung ſeine Ausſagen in
eine beſtimmte Richtung gelenkt werden ſollten und daß
ihm ſogar Worte in den Mund gelegt worden ſeien,de
er nicht gebraucht habe. Kriegsgerichtsrat Dr. Oſſian
der verwahrt ſich entſchieden gegen den Vorwurf del
Fälſchung des Protokolls und beantragt die Ladungde
damaligen Protokollführers.
Kreiskommiſſar Müller erklärt, u. a. gehört
haben, daß ein Dienſtmädchen des Hauptmanns Roggein
Parolebuche geleſen habe, daß für den 28. Novembel
abends von 5 bis 12 Uhr die Maſchinengewehre bereil
zu ſtellen ſeien. v. Forſtner ſoll auch geſagt haben
„Blaue Bohnen ſollen fliegen!“
Oberſt v. Reuter erklärt: Das Auſkommen der
artiger Gerüchte iſt begreiflich. Ich hatte angeordnen
die Wache zu verſtärken und die Maſchinengewehre bere
zu ſtellen. Wir erwarteten, daß der Herr Kreisdirekto
uns zu Hilfe rufen würde, wenn es not tue. Wir mußkel
alſo jedenfalls bereit ſein. Unterblieb dieſe Mitteilun
des Kreisdirektors, dann mußten wir dem Geſetz en
ſprechend eingreifen. Wir ſind in Zabern. um unſer
giment kriegsfertig auszubilden. Dort Polizeidienſt
tun, hat uns wahrhaftig keine Freude gemacht.
Kreiskommiſſar Müller ſtellt im übrigen im Lauf
ſeiner Ausſagen feſt, daß an den kritiſchen Tagen
pfiffen und gejohli worden iſt, und auch, daß er denRu
„Vive la France!” gehört hat. Zeuge Polizeiwachtmeiſtel
Mutſchler, 75 Jahre alt und ſeit 41 Jahren in
Nummer 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Seite 5.
rn, betont, daß es ſich bei den Anſammlungen doch nur
in Neugier der Leute gehandelt habe, nicht um
Bös=
täigkeit. Der Zaberner ſei bieder und ordnungsliebend.
Vive la France!” habe er nicht rufen hören. Auf den
forhalt, daß es doch gewiß wenig harmlos ſei, wenn
f Polizei und Gendarmen mit Steinen geworfen
erde, bezeichnet er es als Kinderei und Unüberlegtheit.
ß die Zaberner durch die Artikel im Zaberner
An=
iger ſehr erregt worden ſeien, gibt der Zeuge zu. Zeuge
olizeidiener Deutſch will Rufe wie „Dreckiger
hwob!” oder „Vive la France!” nicht gehört haben
ßeigeordneter Kaufmann Guns ſchildert die Vorgänge
n Abend des 28. November und beſtätigt auf Befragen,
(B ihn als Stellvertreter des Bürgermeiſters nie ein
fizier um Schutz angegangen habe. Zeuge iſt der
Be=
ter des Hauſes, deſſen Tür am 29. November morgens
n den Leuten des Leutnants Schadt eingeſchlagen
urde, die einen dorthin geflüchteten Lehrling, der
ge=
ihnt hatte, feſtzunehmen ſuchten. Nicht er, ſondern
Re=
ierungsrat Großmann habe den Leutnant erſucht, das
Aaus zu verlaſſen. Gegen den Regimentskommandeur
ct Zeuge nachher Strafantrag geſtellt wegen
Hausfrie=
eisbruchs. Im übrigen hat Guns am 28. November
m Verhöhnungen nichts gehört, vielleicht daß er
ein=
al eine mauvaise mine geſehen habe; er hat auch nicht
oplen hören. vielleicht nur laut ſprechen. Leutnant
achadt ſtellt feſt, daß er die Gunsſche Wohnung
ver=
ſen habe, nachdem ihm Amtmann Großmann verſichert
kte, daß er den betreffenden jungen Menſchen feſtnehmen
iſe. Zeuge Buchdruckereibeſitzer Gilliot berichtet
vor=
ihmlich über die Vorkommniſſe am 28. November
lends, wo auch er, als er bei einem Poſtgange die
Pa=
ruillenkette durchſchreiten wollte, feſtgenommen, aber
z darauf freigegeben wurde. Auch er hatte gegen Oberſt
Reuter Strafantrag wegen Mißhandlung und
Frei=
ertsberaubung durch das Militär geſtellt. Im übrigen
ſertätigt Zeuge auf Wunſch des Verteidigers, daß ihm
einer Differenz wegen ſeines Bruders, des
Einjäh=
igen Gilliot, der Oberſt in loyaler Weiſe
entgegengekom=
ſn ſei.
Zeuge Kriegsgerichtsſekretär Frommel beſtätigt als
einerzeitiger Protokollführer, daß bei der Vernehmung
s Zeugen Kreiskommiſſars Müller der Kriegsgerichts=
Oſſiander die Protokollierung ſehr eingehend und
ſeinlich genau, aber ſtreng korrekt
vorge=
mmen habe, während Müller ſehr zurückhaltend und
gernd deponiert habe; das Protokoll habe Müller
unter=
trieben und dadurch als richtig anerkannt. Daß Müller
egen die Art und Weiſe der Protokollierung energiſch
imſpruch erhoben habe, wie er heute angibt, deſſen kann
c Frommel nicht erinnern.
Gegen 11 Uhr werden die Zeugen Guns, Gilliot,
ſutſchler, Deutſch und Frommel vereidigt und enklaſſen.
ndarmeriehlauptmann Schotten äußert ſich über die
n die Gendarmerie in den kritiſchen Zaberner Tagen
er=
farigenen Weiſungen. Das Zaberner Kommando
unter=
ehe der Kreisdirektion, welche die Befehle zu erteilen
gk. Zeuge orientierte ſich an Ort und Stelle über die
achlage. Aufgefallen ſei ihm, daß den Gendarmen
ge=
igt worden ſei, ſie ſollten ihre Pferde zu Hauſe laſſen.
tuge gibt Kenntnis von einer Mitteilung des
Brigade=
chneibers Schröder, wonach Kreisdirektor Mahl mit
ein=
men Gendarmen Rückſprache in Sachen ihrer
Verneh=
nung genommen habe. Die Geendarmen hätten aber ihm
em Zeugen) gegenüber auf Befragen erklärt: Wie kommt
cröder zu dieſer Behauptung? Das Gericht beſchließt
et Brigadeſchreiber als Zeugen zu laden. Zeuge
Ober=
hrer Brucker, der in der Nähe des Schloßplatzes
zhnt, äußert ſich eingehend über ſeine Wahrnehmungen.
de Vorgänge am 29. November hätten eines gewiſſen
mors nicht entbehrt. In der Folge nahmen die
Vor=
hmmniſſe allerdings einen bedenklichen Charakter an.
ederholt habe er beobachtet, daß Offiziere beläſtigt
burden, ſo daß man ſchließlich das Eingreifen der
Mili=
ürbehörde verſtehen konnte. Zeugin Görke teilt ihre
Lahrnehmungen am 9. November mit. Es ſeien
haupt=
chlich Männer geweſen, die ſich angeſammelt und
ge=
hämpft hätten. Kinder hätten mit Straßenkot nach den
ffizieren geworfen. Zeugin hat nur einen Gendarmen
ſehen. Sie glaubt, daß bei energiſchem Einſchreiten
r Gendarmerie es nicht zu den Auftritten gekommen
ſare. Zeuge Oberlehrer Brocke trägt nach, daß
wieder=
olt Leute vor der Kaſerne ſtanden, auf die Offiziere
arteten und deren Erſcheinen mit den Worten: „Sie
ömmen!” weitergaben. Unteroffizier der Reſerve
hrens bezeugt, daß Oberſt v. Reuter am 8. November
ie Menge vor dem „Karpfen” zu beruhigen ſuchte. Die
ache wurde unterſucht, und die Schuldigen wurden
be=
ſraft. Einer der Leute rief, indem er die Fäuſte ballte:
Der Teufel ſoll alle Schwobe holen!” Aſſiſtenzarzt
ogt erzählt, wie er mit Leutnant v. Forſtner am
„November im Reſtaurant „Karpfen” auf dem Wege zum
koſino beläſtigt wurde. Man hat etwa 20 Steine nach
nen geworfen. Die johlende Menge verſuchte ganz dicht
n die Offiziere heranzukommen. Zwei weitere Zeugen
ſekunden dasſelbe. Polizei und Gendarmen ſeien nicht
ür Stelle geweſen. Banlkaſſierer Kahn. der am 26.
kovember durch Leutnant Schadt verhaftet wurde,
er=
ärt, daß er dem Leutnant keine Veranlaſſung hierzu
egeben habe und daß er vor allem nicht gelacht habe.
euge hat Strafantrag wegen Freiheitsberaubung und
ſö tigung geſtellt. Die Leutnant Schadt begleitenden
Mtsketiere behaupten dagegen, daß Kahn gelacht bezw.
ine lächerliche Miene gemacht habe. — Nach Vereidigung
iner Reihe von Zeugen vertagt ſich das Gericht auf
Uhr nachmittags. Der Platz vor dem Juſtizgebäude iſt
ſurch ein ſtarkes Polizeiaufgebot abgeſperrt.
Vor Beginn der Nachmittagsſitzung iſt der
latz vor dem Juſtizgebäude wie bisher ſtark
abge=
perrt. Als erſter Zeuge, auf eigenen Antrag geladen,
itt erſter Staatsanwalt Wittmann aus Zabern vor
nd vertritt energiſch eine Angelegenheit, in der die
ſpa=
erengehenden Damen von Zabern eine Rolle ſpielen, und
benſo eine andere, eine in Pfalzburg ſeinerzeit
vorgekom=
ume, einen Diebſtahl betreffende Angelegenheit, über die
ſch der weitere Zeuge, Staatsanwalt Krauſe=Zabern, ſo
ingehend verbreitet, daß der Verhandlungsleiter wie der
nklagevertreter wiederholt betonen, daß dieſe Dinge doch
igentlich als perſönliche Momente nicht hierher gehören.
ie Auslaſſung dieſer beiden Zeugen, wie die des
folgen=
ſen Zeugen Kleiböhmer richten ſich zunächſt gegen eine
einerzeit von dem Oberſten v. Reuter gemachte Aeußerung,
vonach die Staatsanwaltſchaft in Zabern ihre
Schuldig=
it nicht getan habe. Zeuge Staatsanwalt
Kleiböh=
ter ſchildert ſeine Beobachtung und die der
Landgerichts=
äte Kaliſch und Beemelmann. Er ſei wohl ſeiner
damali=
en Bemerkung wegen: „Das iſt unerhört” auf des
Leut=
mts Befehl feſtgenommen worden. Bei der
Wiederent=
uſſung habe der Leutnant geſagt: „Ja, hätten Sie ſich
ſleich vorgeſtellt, dann wären Sie nicht verhaftet worden.”
dberſt Reuter habe bei der Verabſchiedung der in dem
gſinozimmer ſiſtierten Juſtizbeamten erklärt, er könne ſich
tf eine weitere Kritik ſeines Vorgehens nicht einlaſſen.
ann gab der Oberſt den Befehl, jeden, der ſtehen bleibe,
ſtzunehmen. Der ganze Platz war aber menſchenleer.
Auf Befragen des Verteidigers erklärte der Zeuge, daß
ihm das Vorkommen von Beläſtigungen und Steinwürfen
gegen Offiziere bekannt geweſen ſei. Das Vorgehen des
Militärs an jenem Abend betrachtet der Zeuge als eine
Anmaßung der Zivilgewalt, da eine Rechtsgrundlage für
dieſes Vorgehen ihm nicht bekannt war und eine
Requiſi=
tion durch die Staatsanwaltſchaft nicht vorlag. Der Zeuge
bemerkt ausdrücklich, daß Kreisdirektor Mahl ſich die
denk=
bar größte Mühe gegeben habe, um Ausſchreitungen zu
begegnen.
Leutnant Schadt: Der Vorgang der Verhaftung
ſpielte ſich etwas anders ab. Ich forderte gerade eine
Gruppe von Arbeitern auf, auseinanderzugehen.
Staats=
anwalt Kleiböhmer ſagte: „Ich bleibe hier ſtehen!‟ Das
war für mich eine Aufforderung an das Volk, den Geſetzen
Widerſtand zu leiſten. Ich verſuchte dann, durch einen
Gendarmen, den Herrn zum Weitergehen zu veranlaſſen.
Der Gendarm reagierte aber nicht darauf. Dann erfolgte
ſeitens des Militärs die erwähnte Vorſtellung, und da
ſagte ich: Ja, wenn Sie ſich gleich vorgeſtellt hätten, dann
wäre die Verhaftung nicht erfolgt. Von einem
Wort=
wechſel mit Kleiböhmer weiß Leutnant Schadt nichts.
Zeuge Staatsanwalt Kleiböhmer weiß ſich auf den
Aus=
druck nicht zu erinnern: „Ich bleibe hier ſtehen” und
ver=
wahrt ſich gegenüber dem Vorwurfe, daß die ſtrafrechtliche
Verfolgung der Ausſchreitungsfälle vom 28. November
nur deshalb ſo langſam fortſchreite, weil der
Ziviljuſtiz=
behörde in den meiſten Fällen eine kurze ſchriftliche
Meld=
ung vorliege und weitere Akten fehlten. — Zeuge
Land=
gerichtsrat Beemelmann ſchildert ebenfalls die
Vor=
gänge jenes Abends, ſoweit ſie ſeine Verhaftung und die
der beiden Amtskollegen betreffen. Oberſt von Reuter
ver=
bat ſich, als die drei Herren im Kaſinozimmer der Kaſerne
ihre Verwahrung vorbrachten, jede weitere Kritik ſeines
Vorgehens. Von einer formellen Entlaſſung aus jenem
Haftverhältnis ſei ihm nichts bekannt. Kaliſch habe
ein=
fach die Kaſerne mit ihnen verlaſſen. Um nicht wiederholt
verhaftet zu werden, ging Zeuge mit dem Landgerichtsrat
Spieker und dem Landgerichtspräſidenten vom Platz.
An=
geregt durch eine Frage des Verhandlungsleiters erklärt
Landgerichtsrat Beemelmann, den Eindruck einer
Revo=
lution habe er nicht gehabt. Ich bin ſchon lange, ſeit
meiner Kindheit, hier im Elſaß. Von verſchiedenen
Sei=
ten habe ich wiederholt gehört, daß, wie die Verhältniſſe
liegen, uns nur der Kaiſer helfen kann. (Große
Be=
wegung.)
Zeuge Landgerichtsrat Kaliſch, Offizier des Beur
laubtenſtandes, erklärt: Mit den jungen Leuten, wie ich
ſie da mit anſah, kam es mir etwas ungewöhnlich oder
faſt ungeheuerlich vor. Ein derartiges Vorgehen des
Militärs fand ich ungeſetzlich. Der Aufforderung, weiter
zu gehen, konnte ich nicht nachkommen, da jeder Weg vom
Militär abgeſperrt war, was mich veranlaßte, ſtehen zu
bleiben. Da ich nicht weiter ging, befahl der Leutnant:
Verhaften Sie den Mann! Ich würde ſicher auch heute
wieder ſo handeln, wenn es veranlaßt wäre. Ich bin
davon überzeugt nach meinem Gefühl als Juriſt, daß das
Vorgehen des Militärs ungeſetzlich war. Rechtsanwalt
Schaufler erklärt: Ich bin bei dem Vorgehen des
Militärs am 28. November zugegen geweſen. Ich hörte
kein Johlen, ſah keinen Auflauf und keinen Aufruhr. Es
herrſchte eine Ruhe wie immer in Zabern, aber jeder
hatte die Auffaſſung, daß das Militär und die Leutnants
Schadt und v. Forſtner provozierten. Letztere beiden
gingen fortwährend durch die Straßen. Dabei wäre es
doch zweckmäßiger geweſen, wenn v. Forſtner für einige
Zeit verſchwunden geweſen wäre. Rechtsanwalt Vetter
verließ um ½8 Uhr abends das Amtsgericht. v. Forſtner
ging über den Schloßplatz. Der Platz war faſt
menſchen=
leer, v. Forſtner ſchien ziemlich aufgeregt. In einiger
Entfernung folgte die Begleitmannſchaft. An der Ecke
der Hobertſtraße ſtand ein junger Mann, der, als er ſich
umblickte, von den Soldaten, die das Seitengewehr
auf=
gepflanzt hatten, feſtgenommen wurde. Leutnant von
Forſtner bemerkt dazu, daß der junge Mann den
Aus=
druck Bettſch... .. gebraucht habe. Referendar
Gärt=
ner bekundet gleichfalls, daß auf dem Schloßplatz und in
den umliegenden Straßen vollkommene Ruhe herrſchte,
und er konnte ſich nicht erklären, warum der junge Mann
verhaftet wurde. Er hatte, wie er ſchon in der
Vor=
unterſuchung angab, den Eindruck, daß das Vorgehen des
Leutnants geeignet war, die Bevölkerung zu reizen.
Es folgt die Vereidigung der Herren Rechtsanwalt
Schaufler, Rechtsanwalt Vetter Landgerichtsrat
Beemerlein und Landgerichtsrat Kaliſch.
Staats=
anwalt Kleiböhmer erklärt noch, daß das Vorgehen des
Militärs darauf hinausging, die Rechte der Polizei an ſich
zu reißen. Einige Musketiere ſagen aus, daß gerufen
wurde. Zahlmeiſter Görke bekundet, daß er am 28.
November abends von ſeinem Dienſtzimmer aus großen
Lärm gehört habe. Zeuge Kormann erklärt, daß er
vom Leutnant=Schadt ohne Grund derart mit der Fauſt
ins Geſicht geſchlagen worden ſei, daß er einen Zahn
ver=
loren habe. Kormann hat Strafantrag wegen
Körperver=
letzung geſtellt. Leutnant Schadt kann ſich des Vorfalles
nicht mehr erinnern.
Unter großer Spannung erfolgt die Vernehmung der
Gendarmen. Kreisdirektor Mahl beſtreitet auf Befragen,
auf die einzelnen Zeugen irgendwie eingewirkt zu haben.
Die Zeugen Loſe und Schröder behaupten, daß ihnen
von Wachtmeiſter Schmidt II. der Inhalt einer
Unter=
redung mit dem Kreisdirektor Mahl erzählt worden ſei.
Schmidt II. gibt an, daß ihm von dem Kreisdirektor
ge=
ſagt worden ſei, die Leute ſollten ſo ausſagen, wie es die
Wahrheit iſt. — Verhandlungsleiter: Haben Sie Ihren
Kameraden in dieſem Betreff vom Kreisdirektor
Anwei=
ſung gegeben, wie ſie ausſagen ſollen? Zeuge Schmidt II.:
Es muß ein Mißverſtändnis ſeitens der Zeugen Loſe und
Schröder vorliegen. Es wurde damals nur von den
Zaberner Vorfällen geſprochen. — Loſe und Schröder
blei=
ben bei ihren Ausſagen. Der Verhandlungsleiter ſtellt
feſt, daß hier ein unlösbarer Widerſpruch beſteht und
macht die Zeugen eindringlich auf die Folgen eines
Mein=
eides aufmerkſam. Zeuge Schmidt II.: Der Herr
Kreis=
direktor hat meine Verſetzung beantragt, aber ich habe
keinen Anlaß, dem Herrn Kreisdirektor eins auszuwiſchen.
Um 8 Uhr wird die Weiterverhandlung auf
Donners=
tag 9 Uhr vertagt.
* Straßburg, 7. Jan. Vor dem Gerichtsgebäude
hatten ſich nach Schluß der Verhandlung im Reuter=Prozeß
gegen 8 Uhr mehrfach Gruppen Neugieriger
an=
geſammelt, die aber von Schutzleuten bald zerſtreut
wur=
den. Zu Ausſchreitungen irgend welcher Art iſt es heute
abend nicht gekommen.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt a. M., 7. Jan.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1473 Schweine:
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) Mk
a) Fettſchweine über 3 Zentner 56½—58 (72—75), b)
voll=
fleiſchige Schweine über 2½ Zentner 56½—58 (72—75),
c) vollfleiſchige Schweine über 2 Zentner 56—58½ (72 bis
75), d) vollfleiſchige Schweine bis zu 2 Zentner 56—58½
(72—75). Marktverlauf: Ziemlich lebhaft, bleibt
Ueber=
ſtand.
Vermiſchtes.
* Mitteldeutſcher
Arbeitsnachweisver=
band. Soeben iſt der ſechſte Jahresbericht des
Mitteldeutſchen Arbeitsnachweisverbandes (Sitz Frankfurt
a. Main), umfaſſend das Großherzogtum Heſſen,
die Provinz Heſſen=Naſſau, das Fürſtentum Waldeck und
die Kreiſe Kreuznach und Wetzlar, erſchienen. Der ſehr
umfangreiche Bericht bietet eine Fülle von Material zu
dem Problem der Arbeitsvermittelung, insbeſondere der
zweckmäßigen Art der Verſorgung auch des platten
Lan=
des und der Kleinſtadt mit Arbeitskräften. Das
Zuſam=
menarbeiten von Stadt und Land in der Frage der
Ar=
beitsvermittelung hat ſich gut bewährt und zeigt, daß die
Gegenſätze zwiſchen dem ſtädtiſchen und dem ländlichen
Arbeitsmarkt durchaus nicht unüberbrückbar ſind. Sc
wurden von den Arbeitsnachweiſen in größeren Städten
wieder eine große Anzahl von Arbeitern, in der Hauptſache
Durchreiſende, auf das Land vermittelt. Im ganzen
wur=
den an Orte außerhalb des Sitzes der Arbeitsnachweiſe
21977 Arbeitskräfte vermittelt. Die landwirtſchaftliche
Vermittelung iſt von 8141 im Jahre 1911/12 auf 9956 im
Jahre 1912/13 geſtiegen. Auch die
Lehrſtellenver=
mittelung, der ſich der Verband ſeit zwei Jahren
annimmt, entwickelt ſich günſtig. Im ganzen wurden in
Berichtsjahre von den Arbeitsnachweiſen des Verbandes
und den mit ihm zuſammen arbeitenden Organiſationen
1468 Lehrſtellen beſetzt. Alle Fragen des
Arbeitsnachwei=
ſes wurden mit den Berufsvertretungen, insbeſondere der
Landwirtſchaftskammern, den Handwerkskammern, mit
Vertretern der Kreiſe und Städte, und zwar der großen
Städte ſowohl wie der mittleren und kleinen, in
wieder=
kehrenden Beratungen auf das Eingehendſte behandelt, un
die Organiſation des Arbeitsnachweiſes ſtets im Einklang
mit den beſonderen Intereſſen der Landwirtſchaft und der
einzelnen Gewerbe zu halten. Ein reiches ſtatiſtiſches
Ma=
terial, das im Statiſtiſchen Amt der Stadt Frankfurt a. M
zuſammengeſtellt iſt, ergänzt den Bericht.
* Automobilſtatiſtik. Eine intereſſante
Sta=
tiſtik über die Fortſchritte des=Automobils im
öffentlichen Fuhrweſen, berechnet in Prozenten zur
Ein=
wohnerzahl der größten deutſchen Städte, veröffentlicht
Regierungsbaumeiſter W. Schütte=Hannover. Obenan in
der Statiſtik ſteht Berlin, das für nur 888 Einwohner eine
Automobildroſchke beſitzt, während ſich in den anderen
deutſchen Großſtädten erheblich mehr Perſonen in ein Auto
teilen müſſen. So kommen auf einen Kraftwagen in
Mün=
chen 1530, in Hamburg 2980, in Frankfurt a. M. 4030, in
Köln 4060, in Leipzig 5650, in Dresden 5700 und Breslau
gar 10 240 Perſonen.
** Der gefilmte Veſuv. Das kühne Wagnis
eines Abſtieges in den Krater des brennenden Veſuvs
das vor kurzem ein italieniſcher und ein deutſcher Gelehrter
im Dienſte der Wiſſenſchaft unternahmen, iſt jetzt mit Hilfe
von drei italieniſchen Führern von einem engliſchen
Film=
photographen wiederholt worden. Der durch ſeine kühnen
Klettertouren im Hochgebirge bekannt gewordene
Berg=
ſteiger der britiſchen und kolonialen Kinematographen=
Geſellſchaft, Frederick Burlingham begann ſeinen
Veſuvabſtieg am 21. Dezember ganz im geheimen, da man
fürchtete, daß die italieniſchen Behörden ſonſt dieſe
ge=
wagte kinematographiſche Expedition verhindert haben
würden. Die Schwierigkeiten, die ſich den vier kühnen
Kletterern in den Weg ſtellten, waren um ſo größer, da
man die ganze kinematographiſche Ausrüſtung, die nicht
wenig umfangreich und ſchwer iſt. mit in die Kratertiefen
hinabtragen mußte. Als Erſter ſtieg Burlingham hinab,
dann folgten die drei Italiener; gleich am Anfang mußten
ſie an ſteiler Kraterwand über 20 Minuten lang
regungs=
los ausharren, da die aufſteigenden Rauchwolken und Gaſe
eine Richtung nahmen, die den verwegenen Männern auf
eine Zeitlang ſowohl das Vordringen wie den Rückzug
unmöglich machten. Das Taſchentuch über das Geſicht
ge=
bunden, klammerten ſie ſo, mühſam atmend, an der
Fels=
wand, bis es endlich möglich wurde, weiterzukommen.
„Zwiſchen zwei Rauchmauern ſtiegen wir hinunter, und
bald kamen wir in das Bereich jener heißen Dämpfe, die
unaufhörlich aus den Fumarolen aufſteigen. In einer
Tiefe von 1000 Fuß unter dem oberen Kraterrand ſtieß
man auf die neue Krateröffnung, die ſich im Juni gebildet
hatte. Profeſſor Malladra hatte hier gewaltige
Hitzeent=
wickelungen feſtgeſtellt. Von dem Platze aus, an dem die
Männer nun ſtanden, hörten ſie unter ſich deutlich das
Getöſe der kochenden Lava; in aller Eile wurden die
Appa=
rate aufgeſtellt und ein 600 Meter=Film aufgenömmen.”
„Obgleich wir kein Sonnenlicht hatten” berichtet
Bur=
lingham, der inzwiſchen nach London zurückgekehrt iſt,
„hatten wir ziemlich viel reflektiertes Licht. Wir
arbeite=
ten, ſo ſchnell als wir konnten. Die glühende Lava dort
unten ſtrahlte eine ſo gewaltige Glut aus, daß ich in
weni=
gen Sekunden von einer Bronchitis, an der ich ſeit einigen
Tagen litt, wie durch Zauber geheilt wurde. Die
chemi=
ſchen Ausſtrahlungen der Gaſe ſchwärzten das Metall
unſerer Apparate und hinderten die Atmung; bisweilen
glaubten wir zu erſticken. Jeden Augenblick mußten wir
den Ausbruch einer Exploſion befürchten. Einer der
Füh=
rer, Alfonſo Sannino, wagte es, bis zum Rande der
Kra=
terhöhlung vorzukriechen. Nach einer angeſtrengten Arbeit
von 20 Minuten traten wir wieder den Aufſtieg an. Die
größte Gefahr war die lockere Beſchaffenheit des
vulkani=
ſchen Geſteins; die kleinſte Erſchütterung konnte hier
Tau=
ſende von Tonnen Geſtein zum Abſturz bringen. Die ganze
Zeit hindurch erſchütterte ein ewiger, dumpfer, rollender
Donner die Luft. Es klang wie ein mächtiger Hochofen.
Ich habe alle Gefühle und Senſationen, die das
Hochge=
birge dem Bergſteiger gewährt, kennen gelernt; aber dies
war etwas nie Erlebtes. Auf die glühende Lava
hinab=
zublicken und das donnernde Ziſchen zu hören, das war
etwas Einzigartiges und Neues, und ich wundere mich,
daß abenteuerluſtige Alpiniſten noch nicht auf den Einfall
gekommen ſind, dieſen Kraterabſtieg ſchon früher zu
wagen.‟ Die Expedition währte im ganzen vier Stunden.
Der Film wird im Laufe des Februar zur Vorführung
kommen.
C.K. Der allgemeine Volksunterricht in
China. Der chineſiſche Unterrichtsminiſter Wang
Tah=
ſieh hat, wie aus Peking gemeldet wird, einen
entſcheiden=
den Schritt in der Schulreform des Himmliſchen Reiches
getan, indem er den obligatoriſchen Volksunterricht zum
Geſetz erhob und die einzelnen Provinzen anwies, für die
Durchführung dieſer entſcheidenden Anordnung zu ſorgen.
Es wird die Errichtung von Schuldeputationen in den
ein=
zelnen Städten und Dörfern verfügt, und dieſe lokalen
Be=
hörden ſollen dann die Organiſation der Schulen in die
Vege leiten. Eltern, die Knaben über acht Jahre nicht in
ie Schule ſchicken, ſollen beſtraft werden, ebenſo die
Schul=
eputation, die ſchulpflichtige Kinder nicht zum Schulbeſuch
auhält. In jedem Bezirk werden zwei Mädchenſchulen
er=
ichtet, und andere werden folgen, wenn die Ausdehnung
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Nummer 8.
des Mädchenunterrichts ſich bewährt. Die Koſten ſollen
durch Beiträge der einzelnen Ortſchaften aufgebracht
wer=
den. Die Anſicht Miniſter Wangs, daß der
Volksſchul=
unterricht die Grundlage jeder Kultur iſt, iſt zwar mit
ent=
ſchiedener Zuſtimmung begrüßt worden, doch heben
Sach=
kenner die Schwierigkeiten hervor, die der Durchführung
feines Erlaſſes im Wege ſtehen. In China müſſen auch
die jungen Kinder ſchon Brot verdienen, und der äußerſt
armen Bevölkerung wird es deshalb ſehr ſchwer werven,
ſie, die ſchon Miternährer der Familie ſind, regelmäßig in
die Schule zu ſchicken. Außerdem geht es nicht an, Kinder
der verſchiedenſten Geſellſchaftsklaſſen in dieſelbe Schule
zuſammenzuſtecken. Die Regierung dürfte nicht alles den
nokalen Behörden überlaſſen, ſondern müßte die Errichtung
und Erhaltung der Schulen in einer gleichmäßigen und
praktiſchen Form ſelbſt in die Hand nehmen.
Literariſches.
— Moderner Schmuck in den entzückenden Formen, die
die Goldſchmiedekunſt heute mit den vollendetſten
künſtle=
riſchen Ausdrucksmitteln in immer eigenartigerer
Abwechs=
lung auf den Markt bringt, iſt des Intereſſes unſerer
Frauenwelt ſicher. Heft 12 der Illuſtrierten Familien= und
Modenzeitung Häuslicher Ratgeber (Hermann
Hillger Verlag, Berlin W. und Leipzig) bringt, mit reichem
Bildſchmuck verſehen, einen Aufſatz über die
ſelbſtentwor=
fenen und ausgeführten Schmuckſtücke eines weiblichen
Goldſchmiedemeiſters, Marga Jeß. Eigenartige
Hand=
arbeiten, die doppelſeitige Modentafel mit einer immens
reichen Auswahl von Koſtümen, Bluſen, Kinderkleidchen,
mit künſtleriſchen Illuſtrationen geſchmückt, bilden nebſt
vielen anderen intereſſanten Beiträgen den Inhalt von
Heft 12. Für 15 Pfg. iſt das Heft in jeder Buchhandlung
zu beziehen. Probenummern verſendet der Verlag
Ber=
lin W. 9 koſtenlos und portofrei.
Die Buchausgabe der „Verkündigung” von
Paul Claudel, einer Art mittelalterlicher Legende,
iſt im „Hellerauer Verlag” in Dresden erſchienen. Nach
einer erſten flüchtigen Durchſicht ſchon hat man den
Ein=
druck von etwa Bedeutendem, Einſamem, Großem. Das
franzöſiſche Original ſeiner Verkündigung hatte innerhalb
ſechs Monaten zehn Auflagen, und wer das Werk kennt,
wird erfreut zugeſtehen, daß dieſer Erfolg ebenſo ſehr
unſerer Zeit wird dieſem wirklich großen Dichter zur Ehre
gereicht. Preis 3. Mk., geh. 4 Mk.
— Den meiſten Reiſenden iſt es eine liebe Gewohnheit,
das beabſichtigte Reiſeziel oder die Urlaubsroute auf einer
Ueberſichtskarte zu verfolgen und zu dieſem Zwecke iſt die
im Maßſtabe von 1:2000000 bearbeitete „Liebenow,
Eiſenbahn= und Reiſekarte des Deutſchen
Reiches” (Gea=Verlag, G. m. b. H., Berlin W. 35)
beſtens geeignet. Die Karte iſt in vielfarbigem
Flächen=
kolorit erſchienen und der billige Preis von 50 Pf. gefalzt
in Umſchlag ermöglicht die Anſchaffung jedermann.
— Im Verlag für Kunſt und Wiſſenſchaft, Albert Otto
Paul, Leipzig, ſind ſoeben die beiden Hefte Nr. 200/204
und 650/654 der allgemein bekannten Miniatur=Bibliothek:
Praktiſche Pilzkunde von Hans Blücher in
einem weſentlich verbeſſerten Neudruck ausgegeben
wor=
den. Wer Blüchers beſchreibenden Text genau geleſen hat
und dann die in ſorgfältigſtem Dreifarbendruck nach
vor=
trefflichen Originalen hergeſtellten Abbildungen zum
Ver=
gleich heranzieht, der wird ſich beim Sammeln der Pilze
in geſunder Waldesluft für wenige Pfennige ein köſtliches,
nahrhaftes Gericht zum Mittagstiſch beſchaffen können.
Der billige Preis von 50 Pfg. für jedes Bändchen
ermög=
licht auch dem Unbemittelten die Anſchaffung.
— Die beſte Gelegenheit zur Anſchaffung wirklich
guter Bücher in gediegener Ausſtattung zu ſehr mäßigen
Preiſen bietet der „Verein der Bücherfreunde‟
Geſchäftsleitung Berlin SW. 47. Der jetzt beginnende 23.
Jahrgang bringt für den Jahrespreis von 18 Mark acht
Bücher erſter deutſcher Schriftſteller, ſo daß jedes Buch nur
2,25 Mark koſtet. Der ſoeben erſchienene erſte Band
„Sporn und Kiel” von Landgerichtsdirektor Fr.
Jacobſen iſt ein bedeutender Roman, der das deutſche
Offiziersleben im Landheer wie in der Marine
behan=
delt. Der Roman iſt „der deutſchen Wehr” gewidmet und
kann in jeder Beziehung als ein ſehr gutes Buch
bezeich=
net werden.
* Neu erſchienene Broſchüren: Chroniſch
kalte Füße, Weſen, Wirkung, Verhütung und Heilung.
Von Dr. Orlob und Dr. Walſer (30 Pfg.) Achte Auflage.
Hofverlag von Edmund Demme, Leipzig. — Dr. Johannes
Heldwein: Die Jeſuiten und das deutſche Volk. 40 Seiten
in Oktav mit Umſchlag. Verlag von Paul Müller,
Mün=
chen. 35 Pfg. — Freimark, Wege und Umwege zur
Theo=
ſophie. Preis geb. 75 Pfg. Verlag von Wilh. Heims in
Leipzig. — Was jedermann von der Erkennung der
Krank=
heiten und der Vorausſage des Krankheitsverlaufes aus
dem Urin wiſſen muß. Neu bearbeitet von Dr. med.
Meyer, prakt. Arzt. 60 Pfg. Fünfte Auflage. Hofverlag
von Edmund Demme, Leipzig. — Die politiſche Kultur der
Deutſchen; Feſtrede, gehalten auf dem Bismarck=Kommers
zu Berlin am 29. März 1913 von Ludwig Bernhard, Prof.
der Staatswiſſenſchaften an der Univerſität Berlin. Preis
50 Pfg. Verlagsbuchhandlung von Julius Springer. —
Treibt Sport. Ein Weck= und Mahnruf an Deutſchlands
Jugend von Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg. 106.
bis 125. Tauſend. Preis 20 Pfg. Verlag von Grethlein
& Co., Leipzig.
Heſſiſcher Jagdklub.
(2 Auf Veranlaſſung des Heſſiſchen Jagdklubs
hielt geſtern abend im ſtädtiſchen Saalbau Herr
Regie=
rungsrat Dr. Reinhart einen hochintereſſanten
Vor=
trag über „Jagdrechtliche Fragen”, zu dem
zahl=
reiche Mitglieder und Jagdfreunde erſchienen waren. Der
Redner behandelte zunächſt als einen der wichtigſter
Punkte des Jagdgeſetzes die „Jagdverpachtung” über die
die Geiſter ſchon ſo oft aufeinandergeplatzt und ſchon
Ströme von Tinte vergoſſen wurden. Eingehend
behau=
delte er hierauf die Gemeindejagdverpachtung, und
be=
onte, daß es für die Gemeindekaſſen bedauerlich ſei, wenn
ier ein Ausfall eintreten ſollte. Die Jagderträgniſſe in
den einzelnen Kreiſen in Heſſen ergaben für die
Gemein=
den eine Einnahme im Jahre 1907 von 1146000 Mark
dieſe Zahlen reden für die wirtſchaftliche Bedeutung der
agd in Heſſen eine eingehende Sprache. Sie ſollten auch
enen die Augen öffnen, die darauf hinarbeiten, den
Jagd=
ſport und die Jägerei zu untergraben. Redner beſprac
ſodann die Jagdverpachtungen und
Jagdverpachtungsvor=
ſchriften in Starkenburg und Oberheſſen. Hier ſind im
Laufe der Zeit in den Jagd=Verpachtungsprotokollen von
den Gemeinden eigenmächtige Zuſätze oder Aenderungen
bezüglich des Raubwildes, ohne die Genehmigung des
Großh. Miniſteriums, vorgenommen worden. Eingehend
ehandelte er ferner den Kampf der Jagdpächter gegen die
wilden Kaninchen, die von den Jagdpächtern und nicht
von den Gemeindeförſtern energiſcher betrieben werden
ollte. Erſt dann, wenn dieſes nicht ausreiche ſei der
Ar=
tikel 13 des Jagdgeſetzes von 1848 anwendbar. Welche
Blüten die Vertilgungswut der Kaninchen an manchen
Stellen treibe, zeige ein Antrag auf Schaffung einer
Schonzeit für Füchſe, Turmſalken, Buſſarde und
Feld=
mäuſe. Eine Entſchließung über dieſen Antrag ſei bis
jetzt noch nicht erfolgt. Im neuen Jagdgeſetz ſei eine
Ver=
kürzung der Jagdpachtzeit auf 9 Jahre anzuſtreben, um
den ſo beliebten Schiebungen vorzubeugen. Für die
heſſiſchen Jäger ſei es von großem Wert, wenn das neue
Jagdgeſetz noch nicht ſo bald eingeführt werde. Redner
beſprach ſodann noch einige beſondere jagdliche
Vorkomm=
niſſe und Gegenſätze im Kreiſe Darmſtadt zwiſchen den
be=
uflichen Hütern des Waldes und den Jagdpächtern, und
wandte ſich mit großer Entſchiedenheit gegen eine
plan=
mäßige Verminderung des Wildbeſtandes in den
einzel=
nen Jagdbezirken. Damit würde unſer ſchöner Wald ſeinen
ganzen Reiz verlieren, wenn im Intereſſe der Waldkultur
er Wildſtand herabgemindert würde. Er ſchloß den mit
reichem Beifall ausgezeichneten Vortrag mit den Worten:
Deutſcher Wald und deutſches Wild, hat Gott zuſammen
gegeben! Nimmſt du dem deutſchen Wald ſein Wild, ſo
nimmſt du ihm ſein Leben! Der Vorſitzende des Heſſiſchen
Jagdklubs, Herr Kommerzienrat Hickler ſprach dem
Redner den Dank des Vereins aus und Here Profeſſor
Zimmer widmete ihm ein dreifaches kräftiges „
Horri=
doh”! Mit einer Beſprechung verſchiedener jagd= und
weidmänniſcher Fragen und über Jagdwaffenpäſſe wurde
der Vortragsabend geſchloſſen.
Luftfahrt.
Orville Wrights neueſte Erfindung.
* Neu=York, 7. Jan. Die hieſige Preſſe
ver=
öffentlicht lange Berichte über die Verſuche, die Orville
Wright in Dayton in Ohio mit ſeinem automatiſchen
Stabiliſator unternommen hat. Danach ſcheinen tatſächlich
die letzten Schwierigkeiten der Flugtechnik überwunden zu
ſein. Wright umfuhr verſchiedene Male den Flugplatz von
Dayton mit großer Geſchwindigkeit, ohne mit den Händen
die Lenkvorrichtung des Aeroplans zu berühren. In jeder
Lage fand das Flugzeug ſein Gleichgewicht wieder. Mit
Hilfe der Wrightſchen Vorrichtung ſoll jedermann imſtande
ſein, in der kurzen Zeit von einer halben Stunde die
Hand=
habung des Flugzeuges zu erlernen.
* Paris, 7. Jan. Nach einer Meldung aus Kairo
iſt der franzöſiſche Flieger Pourpe geſtern bis Luxor
gelangt. Er will noch heute nach Wadi Halfa fliegen und
hofft am Samstag Khartum erreichen zu können.
Schiffsunfälle.
* Neu=York 6. Jan. Kapitän Aſpinall vom
Dampfer „Gregory” berichtet, er habe, nachdem das
Ret=
tungsboot des „Oklahoma” geſichtet worden war, ſein
Schiff an die Leeſeite des Rettungsbootes gebracht in der
Hoffnung, die rieſigen Wellen möchten es auf das Deck des
„Gregory” werfen, und ſo die Inſaſſen retten. Er ſchätzt
die Geſchwindigkeit des Windes auf 70 Meilen in der
Stunde. Als das Rettungsboot nahe kam, bemerkte man,
daß ſich ſechs Mann an ihm feſthielten; ſie waren aber
durch das wiederholte Kentern des Bootes ſo erſchöpft, daß
ſie nicht mehr in das Boot klettern konnten. Dieſes wurde
immer wieder umgeſtürzt und in die wütende See
ge=
ſchleudert. Der dritte Maat, der erſte und zweite Offizier
ſprangen in die See und ſchwammen gegen das Boot und
ſicherten es mit Seilen, die ihnen zugeworfen wurden.
Zwei Stunden dauerte es, bis ſie die Schiffbrüchigen
ge=
rettet hatten. Wiederholt wurden ſie von den Wellen
gegen das Schiff geſchleudert. Einer der Schiffbrüchigen
war erfrocen. Das Befinden des dritten Maates und des
zweiten Offiziers des „Gregory” iſt heute ſchlechter als das
der Geretteten.
* Boſton, 7. Jan. Kapitän Gunter mit ſieben
Ueberlebenden des Dampfers „Oklahoma” iſt an Bord
der „Bavaria” hier angekommen. Er erklärte, daß keing
Exploſion ſtattgefunden habe. Der Kapitän zollte dem
Mute der Seeleute der „Bavaria” großes Lob.
* London, 6. Jan. Die Zeitungen veröffentlichen
ein Telegramm aus Neu=York, daß bei dem
Unter=
gang einer Bark auf dem Fraſer=Fluß in der Nähe
des Forts George in Britiſch=Kolumbia 75 Perſonen
ertrunken ſind.
* Neu=York, 6. Jan. Nach weiteren Meldungen
ſind bei dem Unglück auf dem Fraſer=Flußl
nur 25 Menſchen ums Leben gekommen. Die
Quelle für den Bericht iſt ein italieniſcher Arbeiter aus
Winnipeg, der angibt, als einziger gerettet worden zu ſein
* Winnipeg, 7. Jan. Der Umfang der
Bootskataſtrophe auf dem Fraſer=Fluß iſt
größer als man zuerſt annahm. Das den Fluß kreus
zende Flachboot ſuhr infolge ungeſchickter Steuerung auf
eine Klippe, in der Nähe von Fort Georges auf und ſan
in wenigen Minuten, bevor Hilfe zur Stelle war. Die
ertrunkenen Arbeiter ſind größtenteils Italiener und
Krogten.
Vom Balkan.
Ein Bündnis zwiſchen Serbien und Rumänien.
* Peſt 7. Jan. Peſti Hirlap veröffentlicht heute
den Wortlaut eines angeblich zwiſchen
Ru=
mänien und Serbien abgeſchloſſen, den
territoria=
len Beſtand der Monarchie, in erſter Reihe Ungarns,
be=
drohenden Vertrages deſſen Vorhandenſein während
der Delegationen vom Miniſter des Aeußern Grafen
Berchtold in Abrede geſtellt wurde. Der Vertrag, der aus
16 Punkten beſtehe, ſei in Bukareſt am 10. Juni 1913 vom
Miniſter des Aeußern Majorescu, dem Generalſtabschef
Averescu, Oberſtleutnant Chriſtescu von rumäniſcher und
vom Miniſterpräſidenten Paſitſch und dem Generalſtabschef
Putnik von ſerbiſcher Seite unterzeichnet worden. Der
Ver=
trag ſei ein Defenſiv=Bündnis für den Fall, daß einer dert
beiden Staaten von einem ſtärkeren Staate angegriffen
werden ſollte. Der Vertrag beſtimmt dieſer Meldung
zu=
folge im ſechſten Punkte, daß Rumänien Serbin in
unbe=
ſchränkter Weiſe, Serbien aber Rumänien mit 200000
Mann zu unterſtützen verpflichtet iſt. Daß es ſich nicht um
ein ad hoe=Bündnis handelt, beweiſt der 16. Punkt,
wo=
nach der Vertrag auf zehn Jahre lautet und ein Jahr vor
dem Ablauf erneuert werden kann. Der 11. und 12. Punkt
handelt direkt von der Aufteilung Ungarns, indem
die nördlich von der Donau und den Siebenbürger Alpen
iegenden Gebietsteile, die von Rumänen bewohnt ſind,
zum Intereſſenkreis Rumäniens, die nördlich von der
Donau und weſtlich von der Theiß gelegenen Gebiete zum
Intereſſenkreis Serbiens erklärt werden. Der 15.
Punkt=
des Vertrages beſtimmt den Zaren als
Schieds=
richter in ſtrittigen Fragen und ſtellt auch deſſen diplos
matiſche und militäriſche Hilfe in Ausſicht. — Der Urheber
dieſes Vertrages iſt der frühere ruſſiſche Geſandte in
Bu=
kareſt und derzeitige Wiener Botſchafter Schebeko. Peſti
Hirlap knüpft an ſeine ſenſationelle Enthüllung die Erkläs
rung, daß nun ein weiteres Verhandeln der ungariſchen
Regierung mit Rumänien eine Unmöglichkeit ſei. (Eine
Beſtätigung dieſer Meldung bleibt abzuwarten.)
* Peſt 7. Jan. Die im Peſti Hirlap erfolgte
Publi=
kation eines angeblichen auf die Aufteilung Ung
garns Bezua habenden Vertrages zwiſchen
Rumänien und Serbien erregt in politiſchen Kreiſen
nach=
haltiges Aufſehen. Miniſterpräſident Graf Tisza
ſchreibt=
der ganzen Angelegenheit keine Bedeutung zu; ihn
über=
raſche keine Lüge. Die Nachricht ſei übrigens ſchon vor
einigen Tagen in der Nowoje Wremja erſchienen. Graf
Julius Andraſſy glaubt nicht an die Echtheit des
Vertra=
ges. Eine gewiſſe Verſtimmung zwiſchen Rumänien und
der Monarchie ſei zweifellos vorhanden, doch könne dieſe
nicht ſo weit gehen.
* Valona, 7. Jan. (Wiener Korr.=Bur.) Ueber
Va=
lona iſt geſtern der Belagerungszuſtand verhängt
worden.
* Konſtantinopel, 7. Jan. Die genaue Zahl der
in den Ruheſtand verſetzten höheren
Offi=
ziere beträgt 280. — Für militäriſche Ausgaben wurde
bis Ende des Etatsjahres am 13. März ein Nachtragskredit
von 3 210000 Pfund bewilligt.
* Brindiſi 7. Jan. (Agencia Stefani.) In dem
Hotel International ſollen ſich drei unbekannte
Per=
ſonen aus Durazzo aufhalten, die vermutlich von
Eſſad Paſcha beauftragt ſind, mit den Abgeſandten
Izzet Paſchas, die morgen aus Konſtantinopel eintreffen
ſollen, zuſammenzukommen. — Im Hafen befindet ſich
kein Schiff mit verdächtiger Ladung.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegc. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 7. Jan. Der König hat der Königinden
Hellenen die Rote Kreuz=Medaille erſter Klaſſe
ver=
liehen.
* Frankfurt a. M., 7. Jan. Der Prinzgemahl
Heinrich der Niederlande traf heute abend zu
mehrmonatigem Aufenthalt im Sangtorium von Profeſſon
Friedländer auf der Hohemark im Taunus ein. Die
Kö=
nigin Wilhelmina der Niederlande wird im Frühjahr zum
Beſuch ihres Gemahls erwartet.
* Straßburg, 7. Jan. In der heutigen
Nachmittags=
ſitzung der Zweiten Kammer des elſaß=
lothrin=
giſchen Landtages erklärte ſich die Regierung zur
Beantwortung der Interpellation betreffend
die Vorgänge in Zabern und den
Bauarbeiter=
ſtreik in der kommenden Woche bereit. —
Unterſtaatsſekre=
tär Köhler verbreitete ſich über den Haushaltsetat. Die
derzeitige Finanzlage ſei ſchlechter denn je infolge der
er=
höhten Mehrausgaben im Jahre 1913 und der Abwande
rung des Kapitals ins Ausland; andererſeits nehme das
Reich mehr und mehr die indirekten Steuern an ſich, ſo daß
wohl nur die direkten Steuern eine Beſſerung der
Finanz=
lagen erhoffen ließen. Die Regierung habe daher erwogen,
ob nicht die Einſchätzung zum Wehrbeitrag die Grundlage
zu einer Steuerreform bieten ſollte. In der Debatte
er=
klärten die Abgeordneten Martz (Zentrum) und Böhle
(Soz.), daß für die Abwanderung des Kapitals in, das
Ausland die Maßnahmen des Unterſtaatsſekretärs
Man=
del ſchuld ſeien, ebenſo der Wehrbeitrag.
* London, 6. Jan. Wie das Reuterſche Bureau erfährt,
hat der argentiniſche Geſandte Inſtruktion erhalten, die
Gerüchte über den wahrſcheinlichen Verkauf eines
argentiniſchen Kriegsſchiffes zu dementieren
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, den 7. Januar.
Siegfried.
W-l. Die in Theaterkreiſen oft aufgeſtellte
Behaup=
tung, daß bei dem heutigen Publikum nur Richard
Wag=
ner und die Operetten „ziehen” ſcheint Berechtigung zu
haben. Auch die heutige „Siegfried”=Aufführung fand,
obwohl ſie ſchon um 6 Uhr begann und in fünfſtündiger
Dauer an die Aufnahmefähigkeit und Ausdauer des
Publikums die denkbar höchſten Anforderungen ſtellt,
vor faſt ausverkauſtem Hauſe ſtatt.
Die Aufführung fand in der in voriger Saiſon
ge=
ſchaffenen neuen und ſtilvollen Inſzenierung ſtatt, an der
faſt nichts oder nur ſehr wenia geändert worden war.
Den Jung=Siegfried ſang Herr Becker, der die über alle
Maßen anſtrengende, die ganze Skala ſtimmlicher
Aus=
drucksmittel vom weichſten lyriſchen Schmelz bis zum
höchſten dramatiſchen Pathos durchmeſſende Partie mit
bewundernswerter Ausdauer und ſicherer Beherrſchung
ſeiner Aufgabe ſang und am Schluſſe dieſer Rieſenleiſtung
noch dieſelbe ſtimmliche Friſche zeigte wie am Anfang.
Den Mime ſang Herr Bernhardt mit der
ausge=
prägten ſtimmlichen Charakteriſtik, die dieſe Partie
ver=
langt, und mit verſtändnisvoller Auffaſſung und
einheit=
licher Durchführung ſeiner ſchwierigen Aufgabe. Ein
ſtimmlich gewaltiger und dämoniſcher Alberich iſt Herr
Schützendorf. Das Zankduett zwiſchen beiden, das
den Höhepunkt muſikaliſcher Realiſtik bezeichnet, wurde in
Darſtellung und Geſang heute noch weit ſchärfer
poin=
tiert als früher. Den Fafner und die Erda ſangen, wie
früher, Herr Stephani und Frl. Jacobs, die
Stimme des Waldvogels Frau Kallenſee.
Der philoſophierende Wotan=Wanderer, der
Haupt=
vertreter der „göttlichen Längen” des „Siegfried” wurde
erſtmalig von Herrn Perkins geſungen, der im
Hin=
blick darauf, daß er überhaupt zum erſten Male in dieſer
Geſtalt auf den Brettern wandelte, eine achtunggebietende
Leiſtung bot. In der Tiefe ließ das Organ noch das
für dieſe Partie nötige Pathos und der Vortrag oft noch
die unterſchiedliche Charakteriſtik vermiſſen, ein Vorzug
dagegen iſt, namentlich für einen Wagner=Sänger, die
deutliche (wenn auch noch nicht immer bühnengerechte)
Ausſprache. Eine vornehme, durch die harmoniſche
Ver=
einigung von Spiel und Geſang dem hohen Stil Richard
Wagnerſcher Kunſt entſprechende Vertreterin der zum
Weibe erwachten Walküre war Frau Callwey, in der
wir wieder eine intelligente und ſehr ſympathiſche
Wagner=Sängerin gewonnen haben, die ſich heute auch
ſtimmlich keine Zurückhaltung mehr auferlegte.
Die Regie führte Herr Regiſſeur Nowack,
muſikali=
ſcher Leiter der Aufführung war Herr Hofkapellmeiſter
Ottenheimer, deſſen perſönliche Note als Dirigent
ſich im letzten Akt in der Pracht inſtrumentaler
Klang=
entfaltung und dem temperamentvollen Schwung des
grandioſen Schlußduetts offenbarte.
Nummer 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Seite 7.
* Neu=York, 6. Jan. J. P. Morgan erſchien heute
vor der Kommiſſion zur Reorganiſation der
Reſervebanken, die von Waſhington hierher geſandt
wurde, um die Anſichten der Bankiers über die
Provinz=
banken zu hören, die unter dem Geldumlaufsgeſetz errichtet
werden ſollen. Morgan empfahl, drei Provinzbanken an
der Atlantiſchen Küſte, drei im Zentrum und drei an der
pazifiſchen Küſte zu errichten. In einem Bezirk, der Neu=
Hork einſchließt, müſſe eine große Reſervebank gegründet
werden, die ſich der Achtung der europäiſchen Bankwelt
erfreuen würde.
— Berlin, 7. Jan. Der Reichstagsabgeordnete Graf
Mielczynski hat ſein Mandat niedergelegt
— Berlin, 7. Jan. Unter dem 11. Dezember wird aus
Daresſalam gemeldet: Dieſer Tage legten die indiſchen
Handwerker der Kaiſerlichen Flottille die Arbeit
nieder, um gegen Abänderungen der Arbeitsordnung,
Ver=
längerung der Arbeitszeit und eingetretene Lohnkürzungen
u proteſtieren. Dieſer Streik iſt um ſo bemerkenswerter,
als vor einiger Zeit auch die indiſchen Arbeiter der
Oſtafri=
laniſchen Eiſenbahngeſellſchaft aus den gleichen Gründen
geſtreikt haben, und als die Flottille infolge der
Verpach=
tung an die Bahngeſellſchaft unter der gleichen Oberleitung
ſteht wie die letztere ſelbſt. Anläßlich des Streiks wurden
inſolge der alsbaldigen Intervention des
großbritanni=
ſchen Vizekonſuls Verhandlungen eingeleitet, die aber nur
einen Teilerfolg hatten, ſo daß, wenn nicht eine Einigung
durch Nachgeben auf beiden Seiten erzielt wird, der
Flot=
tillenbetrieb wohl einen großen Teil altbewährter Arbeiter
verlieren wird. Auffallend iſt nur, daß die
Landesverwal=
tung, die infolge der Beſtimmungen des Pachtvertrages
an den geſchäftlichen Reſultaten des Flottillen= und
Werft=
betriebes auf das lebhafteſte intereſſiert iſt, es bis jetzt
lnicht der Mühe wert gefunden zu haben ſcheint, ſich
ver=
mittelnd ins Zeug zu legen, zumal da nach zuverläſſigen
Informationen die von den Arbeitern ergriffenen
Maß=
nahmen teilweiſe wirklich beſſer unterblieben wären.
Un=
verſtändlich war auch, daß das hieſige Lokalblatt in
ſcharf=
macheriſcher Weiſe die Beſtrafung der Inder wegen
Kon=
ſtraktbruches ankündigte, ehe überhaupt die Ergebniſſe der
ſnotwendigen Unterſuchung vorlagen.
Neues Hochwaſſer.
* Wismar, 7. Jan. Seit heute nachmittag 4 Uhr
herrſcht bei ſtarkem Südweſtſturm Hochwaſſer.
Die am Hafen gelegenen Straßen ſind überflutet und das
Waſſer iſt in die Häuſer eingedrungen.
* Roſtock, 7. Jan. Infolge von Südweſtſtürmen iſt
die Warnaw abermals im Steigen begriffen.
Die Flut hat am Gerberbruch und in den angrenzenden
Straßen die Keller überſchwemmt.
Irrfahrten eines deutſchen Schiffes.
* London 7. Jan. Der deutſche Schoner „Alma”
rit Flaſchenladung von Bremen kam nach 33tägiger
Fahrt in Granton in Schottland an. Das Schiff war
hald nach der Abfahrt nach 14tägiger Reiſe durch die
Zwere See bis zur deutſchen Küſte zurückgetrieben.
Als=
dann wurde die Fahrt von neuem aufgenommen. Der
choner geriet aber von neuem in Sturm und verlor das
Schonerſegel und den Baum. Mit zerſetzten Segeln und
eſchädigter Steuerung kam der Schoner nun in
Gran=
hn an. Er hatte nur noch für zwei Tage Ration.
Eiſenbahnerausſtand in Südafrika.
* Pretoria, 6. Jan. Der Eiſenbahnminiſter
urton hat eine Bekannimachung an alle
Eiſen=
bahnangeſtellten erlaſſen, in der er erklärte, daß
die Eiſenbahnverwaltung genötigt geweſen ſei, ihre
Aus=
z ben einzuſchränken. Sie habe aber nur 70 Leute bei
ſiner Geſamtzahl von 35000 europäiſchen Angeſtellten
ent=
eiſen, deren Vertrag durchweg eine 24ſtündige Kündigung
nthielt und die mit einer Ausnahme erſt im Jahre 1907
ſingeſtellt worden waren. Weitere Entlaſſungen ſeien nicht
hrabſichtigt. Auch andere Arbeitgeber hätten überall in
Südafrika ſich zu ähnlichen Maßnahmen entſchließen
Inſſen.
* Pretoria, 7. Jan. An alle Unterverbände des Eiſen=
Dahnerverbandes erging heute der förmliche Befehl, den
usſtand um Mitternacht beginnen zu laſſen.
Nach Schluß der heute vormittag abgehaltenen Sitzung des
Miniſterrats reiſten die Miniſter Smuts und Malan, ſowie
her Chef der Polizei eiligſt nach Johannesburg. Die
Re=
hierung hat ihre Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der
Ordnung vervollſtändigt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet, das geſtern faſt ganz Mittel= und
Rordeuropa bedeckte, iſt weiter oſtwärts gewandelt; auf
ſeiner Rückſeite iſt hoher Druck vom Ozean her gefolgt.
Won Island her iſt eine neue Depreſſion im Anzuge. Wir
verden morgen bei vorwiegend nordweſtlichen Winden
ſind wechſelnder Bewölkung zeitweiſe Schneefälle und Froſt
haben.
Vorausſichtliche Witterung in Heſſen am
Donners=
lag, den 8. Januar: Wechſelnde Bewölkung, zeitweiſe
Schneefälle, Froſt, nordweſtliche Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Geheimnisvolle Kräfte!
Durch lange, ſchwere Krankheit war ich bis zum
Skelett abgemagert und hochgradig nervös. Nachdem
ſch auf Anraten meines Arztes eine Zeitlang ſtändig
Bioſon getrunken hatte, war mein Körpergewicht von
16 auf 110 Pfund geſtiegen. Ich habe wieder Kraft,
Schaffensfreude und beſſeres Ausſehen, ſo daß Bioſon
lus mir wieder einen vollwertigen Menſchen
ge=
nacht hat. Frau Hedwig Wackerhagen,
Altenwed=
ſingen, Rgb. Magdeburg, Neueweg 220. Unterſchrift
heglaubigt: Auguſt 13. Amt Altenweddingen. Bioſon,
as Paket, mehrere Wochen ausreichend, Mk. 3.— in
(III,1326
Apotheken, Drogerien.
flerverrogend sind
Wüberfläblefen
dazugeeicnel die unch
gerehinen Nebererschel:
rungen desRauchens zu
bekämfen-Wüberf-
läblet=
ſensindvorrätigm allen
Zpo=
fekenund Drogerien-Preis
der Originalschacfel-TE
hell, ſparſam, ge=
Elektra=Kerzen, ruchlos. Pak. 65.
Hier: F. B. Crodhaus, Seifenf. a. w. Turm. (IX.294
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Ludwigsplatz.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Armenia” 3. Jan. 5 Uhr nachm. von
Philadelphia nach Hamburg. „Bavaria” 4. Jan. 1 Uhr
nachm. von Philadelphia nach Boſton. „Belgia” 3. Jan.
10 Uhr morgens in Baltimore. „Duala” nach Neu=
York, 3. Jan. 7 Uhr 30 Min. morgens Lizard paſſiert.
„Fürſt Bismarck” nach Boſton, 4. Jan. 2 Uhr 25Min.
nachm. Cuxhaven paſſiert. „Pallanza” nach Philadelphia
und Newport News, 4. Jan. Beachy Head paſſiert.
Preſident Grant” 3. Jan. 12 Uhr mittags von Neu=York
über Plymouth nach Hamburg. „Steigerwald” von
Mexiko, 3. Jan. morgens in Galveſton. — Weſtindien.
Mexiko: „Antonina” nach Havanna und Mexiko, 4. Jan.
4 Uhr nachm. von Bilbao. „Cheruskia” nach Weſtindien,
4. Jan. 7 Uhr morgens von Antwerpen. „Corcovado”
3. Jan. von Veracruz, heimkehrend. „Mecklenburg” von
Weſtindien kommend, 4. Jan. 7 Uhr 45 Min. abends
in Hamburg. „Spreewald”., von Weſtindien kommend,
3. Jan. 6 Uhr abends in Hamburg. „Wasgenwald”
von Mexiko und Havanna kommend, 3. Jan. 1 Uhr
nachm. in Antwerpen. „Weſterwald” 2. Jan. in
Tam=
pico. „Ypiranga” nach Havanna und Mexiko, 4. Jan.
1 Uhr 45 Min. morgens Cuxhaven paſſiert. — Oſtaſien:
„Altmark” 2. Jan. 5 Uhr nachm. von Singapore nach
Colombo. „Brisgavia” 4. Jan. in Marſeille,
heim=
kehrend. „Emden” 4. Jan. in Schanghai, heimkehrend.
— Oſtaſien: „Fürſt Bülow” 3. Jan. nachm. in Singapore,
heimkehrend. „Goldenfels” 3. Jan. in Schanghat,
heim=
kehrend. „Hoerde” 5. Jan. 3 Uhr 30 Min. morgens
Dover paſſiert. „Macedonia” 4. Jan. morgens Queſſant
paſſiert, heimk. „Sachſen” 3. Jan. 1 Uhr 30 Min. znachm.
Queſſant paſſiert, ausgehend. „Scandia” 4. Januar
7 Uhr abends in Emden, ausgehend. „Senegambia‟
4. Jan. von Suez nach Sabang. „Sileſia” 3. Jan. in
Kobe, ausgehend. „Spezia” 3. Jan. von Suez nach
Penang. „Uckermark” 4. Jan. morgens Perim paſſiert,
heimkehrend. „Weſtphalia” 3. Jan. von Port Said
nach Malta.
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter: Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
„Caſſel” 2. Jan. 11 Uhr abends in Neuorleans
angekom=
men. „Kronprinzeſſin Cecilie” 6. Jan. 2 Uhr nachm.
von Bremerhaven nach Neu=York abgegangen.
„Köln” 6. Jan. 5 Uhr 30 Min. vorm. Lizard
paſſiert. Bremen” 5. Jan. 10 Uhr nachm. Dover
paſſiert. „Rhein” 4. Jan. 12 Uhr mittags in Baltimore
angekommen. „Prinz Eitel Friedrich” 5. Jan. 1 Uhr
vorm. in Bremen angekommen. „Derfflinger” 5. Jan.
12 Uhr mittags von Algier abgegangen. „Roon” 5. Jan.
nachm. von Genua abgegangen. „Thüringen” 4. Jan.
10 Uhr vorm. in Antwerpen angekommen. „Alrich”
5. Jan. 1 Uhr nachm. in Brisbane augekommen. „Sierra
Ventana” 5. Jan. in Montevideo angekommen. „
Schles=
wig” 4. Jan. 10 Uhr vorm. von Benedig abgegangen.
Städtiſches Muſeum (Schloßgraben 9). Geöffnet
Sonn= und Feiertags, ſowie Mittwochs und Freitags
von 11—1 und 2—4 Uhr, bei freiem Eintritt.
Dienstags, Donnerstags und Samstags von 10—1 Uhr
(Eintritt 30 Pfg.).
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß geſtern abend 7 Uhr
unſer liebes Kind, Bruder, Enkel und Neffe
Ludwig Katzenbach
im 7. Lebensjahre nach kurzem, ſchwerem
Lei=
den ſanft verſchieden iſt.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Hch. Katzenbach,
„ Ludw. Bangert.
Darmſtadt, den 7. Januar 1914.
Kaſtanienallee 22.
*e51
Die Beerdigung findet ſtatt: Freitag, 9. Jan.,
nachmittags 2¼ Uhr, vom ſtädt. Friedhof aus.
Todes=Anzeige.
Heute früh 9 Uhr entſchlief ſanft nach
langem ſchwerem Leiden unſer lieber Vater,
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager,
und Onkel
Herr Schuhmachermeiſter
Joh. Georg Röder II.
im 78. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 7. Januar 1914.
Grafenſtraße 17.
Die Beerdigung findet Samstag, 10. Januar,
nachmittags 3½ Uhr, vom Portal des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
(1366
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem herben Verluſte meiner lieben Frau, unſerer
unvergeßlichen Mutter, Schwiegermutter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
(B1347
Magdalene
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſten
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 6. Januar 1914.
Tageskalender.
Donnerstag, 8. Januar.
Großh. Hoftheater: Anfang 7 Uhr, Ende nach
10 Uhr (Ab. C): „Prinz Friedrich von Homburg”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Pinder um 8¼ Uhr im
Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule (
Volksbildungs=
verein).
Vortrag von Gartenarchitekt Gerlach um 8 Uhr im
„Kaiſerſaal”.
Hauptverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”
Geburtstagsfeier des Königs Ludwig III. von
Bayern um 9 Uhr im Reſtaurant „Zur Sonne” (
Bayern=
verein).
Märchenvorträge um 3 und 5 Uhr im
Lichtbild=
theater, Grafenſtraße 12.
Konzerte: Bürgerkeller um 8 Uhr. — Perkeo um 8 Uhr,
Verſteigerungskalender.
Freitag, den 9. Januar:
Weißwaren= uſw. Verſteigerung um 10 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Pferdeverſteigerung um 11 Uhr in der
Train=
kaſerne (Eſchollbrücker Straße).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Friedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte
werden nicht zurückgeſandt.
nach Pilsner Art 0
nach Münchner Art
Hell Export aune
—feinste Wafelbiere —
in Flaschen und Syphons.
1371a
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Nummer 8.
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[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
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Donnerstag, 8. Januar.
1914.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende, am 1. April v. Js. in Kraft getretene Polizeiverordnung
bringen wir wiederholt mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß die
Polizei=
organe angewieſen worden ſind, dieſelbe ſtreng zu handhaben. Die
Großherzog=
lichen Bürgermeiſtereien der Ländgemeinden wollen die Beſitzer von Fuhrwerken
und Fahrzeugen ſowie die Radfahrer auf die Vorſchriften der Polizeiverordnung
durch amtliche Bekanntmachung beſonders hinweiſen.
Darmſtadt, den 5. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(1359dd
Polizei=Verordnung
über den Verkehr von Fuhrwerken und Fahrzeugen im Kreiſe Darmſtadt
Auf Grund des Artikels 64 des Geſetzes, betreffend die innere Verwaltung und
die Vertretung der Kreiſe und der Provinzen vom 12. Juni 1874, in der Faſſung der
Bekanntmachung vom 8. Juli 1911, ſowie des § 366, Ziffer 10 des
Reichsſtrafgeſetz=
buches, wird unter Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes und mit Genehmigung Grozh.
Miniſteriums des Innern vom 17. März 1913 zu Nr. M. d. J. 4674 für den Kreis
Darmſtadt folgendes verordnet:
§ 1.
Alle auf öffentlichen Straßen verkehrende Fuhrwerke und Fahrzeuge haben,
ſofern die Beſchaffenheit der Straßen es geſtattet, die rechte Seite der Fahrbahn
einzuhalten.
Die Vorſchriften über das Ausweichen werden hierdurch nicht berührt.
Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer Wendung,
nach links in weitem Bogen zu fahren
Fahrzeuge im Sinne dieſer Polizei=Verordnung ſind insbeſondere auch alle
Kraftfahrzeuge und alle Fahrräder, ſofern dieſe die Fahrbahn benutzen.
§
Der Führer eines Fuhrwerks oder Fahrzeugs hat ſeinen Sitz auf dem Fuhrwerk
oder Fahrzeug ſo zu wählen, daß er die Fahrbahn auch ſeitlich des Fuhrwerks oder
Fahrzeugs ſtets gut überſehen kann.
§ 3.
Während der Dunkelheit ſowie bei ſtarkem Nebel müſſen alle auf öffentlichen
Straßen oder Plätzen befindlichen Fuhrwerke mit hellbrennenden Laternen verſehen
ſein. Der Gebrauch von Laternen mit farbigen Scheiben iſt unterſagt.
Fuhr=
werke, weiche nach ihrer Bauart vorzugsweiſe der Perſonenbeförderung dienen, müſen
auf der Vorderſeite oben rechts und links mit Laternen verſehen ſein, die ſo eingerichtet
und angebracht ſind, daß ihr Lichtſchein von Entgegenkommenden und Ueberholenden
deutlich wahrgenommen werden kann. Ausnahmsweiſe kann bei Perſonenfuhrwerken
von dem Kreisrat eine von vorerwähnter Beleuchtungsart abweichende Beleuchtung
für ausreichend erachtet und zugelaſſen werdere
Bei Fuhrwerken anderer Art genügt in der Regel die Anbringung einer Laterne.
Dieſe iſt an der oberen linken Seite des Fuhrwerks zu befeſtigen und nur, wenn
die Art der Ladung (Feuergefährlichkeit uſw.) die Befeſtigung am Wagen ſelbſt
aus=
ſchließt, an der linken Seite des Zugtieres (bei zwei Zugtieren des linken Zugtieres)
anzubringen.
Außer dieſer einen Laterne iſt aber in folgenden Fällen noch eine zweite zu
führen:
a) wenn der Lichtſchein der einen Laterne von rückwärts nicht deutlich
wahr=
genommen werden kann;
e e
bringender Weiſe hervorſteht (z. B. Langholzfuhrwerke, Möbelwagen uſw.),
und zwar an dem hervorſtehenden Teil der Ladung.
§ 4.
Fuhrwerke müſſen im Schrittmaß fahren auf allen Strecken, für welche das
Schrittfahren durch Lokalpolizei=Verordnung und durch öffentlichen Anſchlag
ange=
ordnet iſt.
§ 5.
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften dieſer Polizei=Verordnung werden
mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
§ 6.
Dieſe Polizei=Verordnung tritt am 1. April 1913 in Kraft. In Kraft
bleibt neben den vorſtehenden Beſtimmungen die Polizei=Verordnung, betreffend
den Verkehr von Fuhrwerken in der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt vom
20. Februar 1904.
Mit Wirkung vom 1. April 1913 treten außer Kraft:
1. die Lokalpolizei=Verordnung, betreffend Vorkehrungen gegen Beſchädigung
durch Fuhrwerke zur Nachtzeit, vom 5. Februar 1575;
2. die Polizei=Verordnung vom 19. Juni 1890, betreffend Sicherung des
Ver=
kehrs auf der Landſtraße;
3. die Polizei=Verordnung vom 12. Juni 1893, betreffend die Verwendung rot
und grün leuchtender Laternen an Straßenfuhrwerken.
Darmſtadt, den 25. März 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Verfügung Großh. Miniſteriums des Innern bringen wir zur
allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 4. Januar 1914.
Großherzogliches Kreisamt (Verſicherungsamt) Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
Nach § 7 Abſ. 2 der Bekanntmachung, die Ausführung der landwirtſchaftlichen
Unfallverſicherung betreffend, vom 30. Mai 1913 (Reg.=Bl. S. 131) iſt auf Antrag
Be=
teiligter dieſen von der Gemeindebehörde ein Auszug aus dem Umlagekataſter gegen
eine von dem Miniſterium des Innern feſtzuſetzende Gebühr zuzuſtellen.
Wir beſtimmen hiermit, daß dieſe Gebühr für Auszüge aus dem
Umlage=
kataſter beträgt
a) für einen Auszug bis zu 5 Parzellen 30 Pfg.
von 6—10
b) „
35 „
c)
„11—15
40 „
„16—20
45 „
d)
50 „
uſw. für je weitere 5 Parzellen weitere 5 Pfg.
Die allgemeinen Beſtimmungen der Bekanntmachung, die Vergütungen für
vor=
wiegend im Intereſſe Privater erfolgende Amtsgeſchäfte der Bürgermeiſter der
Land=
gemeinden betreffend, vom 13. November 1913 (Reg.=Bl. S. 310) finden auf die
vor=
erwähnte Gebühr ſinngemäße Anwendung.
Wir empfehlen Ihnen, entſprechende Bekanntmachung in den Kreisblättern zu
erlaſſen.
(1360
J. V.: Schliephake.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
Einden ſich: 1 Wolfshund. 1 ſchottiſcher Schäferhund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag vormittags 10 Uhr ſtatt.
(1376
Bekanntmachung
über die Abgabe der Vermögenserklärungen für die
Veranlagung des Wehrbeitrags.
Nach § 36 des Wehrbeitragsgeſetzes vom 3. Juli 1913 iſt jeder,
der ein Vermögen von mehr als 20 000 Mk., oder jeder, der bei mehr
als 400 Mk. Einkommen mehr als 10000 Mk. Vermögen hat, zur
Abgabe einer Vermögenserklärung verpflichtet. Alle danach
Ver=
pflichteten werden hiermit aufgefordert, innerhalb der Friſt vom
15.—28. Januar 1914 die geſetzlich vorgeſchriebene Vermögenserklärung
bei den Finanzämtern abzugeben. Zu dieſen Erklärungen ſind die
vorgeſchriebenen von dem Finanzamt zu beziehenden Vordrucke zu
verwenden. Die Einſendung der Erklärung durch die Poſt iſt
zu=
käſſig, geſchieht aber auf Gefahr des Abſenders und deshalb
zweck=
mäßig mit Einſchreibebrief.
Sofern in der Vermögenserklärung nur Angaben zu wieder=
Holen wären, die in einer für das laufende oder für das kommende
Steuerjahr in Landesſteuerſachen abgegebenen Vermögensanzeige
gemacht worden ſind, genügt es, wenn hierauf mit der ausdrücklichen
Erlärung Bezug genommen wird, daß die dort gemachten Angaben
dem Vermögensſtand am 31. Dezember 1913 entſprechen.
Der Beitragspflichtige kann zur Abgabe der Vermögenserklärung
mit Geldſtrafen bis zu 500 Mk. angehalten werden. Weiter kann ihm,
wenn er die ihm obliegende Vermögenserklärung nicht innerhalb
obiger Friſt abgibt, ein Zuſchlag von 5—10 vom Hundert des
ge=
ſchuldeten Wehrbeſtrags auferlegt werden.
Wer als Beitragspflichtiger oder als Vertreter eines
Beitrags=
pflichtigen der Veranagungsbehörde wiſſentlich unrichtige oder
un=
pollſtändige Angaben macht, die geeignet ſind, eine Verkürzung des
Wehrbeitrags herbeizuführen, wird mit einer Geldſtrafe bis zum
20fachen Betrage des geforderten Wehrbeitrags beſtraft. Neben der
eGeldſtrafe kann unter Umſtänden auf Gefängnis bis zu 6 Monaten
erkannt werden.
Gibt ein Beitragspflichtiger bei der Veranlagung zum
Wehr=
beitrag Vermögen oder Einkommen an, das bisher der Beſteuerung
durch einen Bundesſtaat oder eine Gemeinde entzogen worden iſt, ſo
bleibt er von der landesgeſetzlichen Strafe und der Verpflichtung zur
Nachzahlung der Steuer für frühere und für das laufende Jahr frei.
Freiwillige Wehrbeiträge werden von den Bezirkskaſſen und der
Hauptſtaakskaſſe entgegengenommen.
Der einmalige Wehrbeitrag iſt zu ½ mit der Zuſtellung des
Veranlagungsbeſcheids fällig und binnen 3 Monaten zu entrichten.
Das zweite Drittel iſt bis zum 15. Februar 1915, das letzte Drittel
bis zum 15. Februar 1916 zu entrichten. Den Beitragspflichtigen
ſteht es frei, die ſpäteren Teilbeträge im voraus zu zahlen. Erfolgt
die Zahlung mindeſtens 3 Monate vor dem geſetzlichen
Zahlungs=
tage, ſo iſt der Beitragspflichtige berechtigt, 4 vom Hundert
Jahres=
zinſen vom Tage der Einzahlung bis zum geſetzlichen Zahlungstage
in=Abzug zu bringen.
(1006id
Darmſtadt, den 3. Januar 1914.
Die Vorſitzenden der Veranlagungskommiſſionen
für die Finanzämter
Darmſtadt I.
Darmſtadt II.
Langen.
Stroh.
von Diemar.
Doerr.
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— Liebigstrasse 36, II.
Stener=Ghelung,
Das V. Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr
1913 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8 bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 3. Januar 1914.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (1331a
Pfennigſperkaſſe Darmſtadt.
Diejenigen Pfennig=Marken=
Blätter, welche eine auf volle Mark
abgerundete Geſamteinlagebis zum
Ende des abgelaufenen
Viertel=
jahres nachweiſen, ſind nebſt den
ſtädtiſchen Sparkaſſebüchern
Samstag, 10. Januar 1914,
an die Herren Stationserheber zur
Veranlaſſung der Ueberſchreibung
abzuliefern.
(1206
Darmſtadt, 7. Januar 1914.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Netz, Direktor.
Die Holz=Verſteigerung
vom 5. Januar 1914 iſt genehmigt.
Abaabe der Abfuhrſcheine am
13. Januar 1914, Ueberweiſung am
am 14. Januar 1914. (1323
Ober=Ramſtadt, 6. Januar 1914.
Großherzogl. Oberförſterei Ober=
Ramſtadt.
Hoffmann.
An unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Ein=
träge vollzogen:
Am 12. Dezember 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Joh. Löffler, Darmſtadt.
Heinrich Löffler iſt am 10.
De=
zember 1913 volljährig geworden
und ſomit die
Vertretungsbefug=
nis der Johannes Löff er Witwe
in Darmſtadt für ihn erloſchen.
Am 17 Dezember 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Heſſ. Ungeziefer=
Vernich=
tungs=Zentrale Karl W.
Schäfer, Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Heſſ. Ungeziefer=
Vernich=
tungs=Juſtitut Karl W.
Schäfer.
Am 23. Dezember 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Carl Wilhelm, Darmſtadt.
Die Firma iſt erloſchen. (1301
Darmſtadt, 30. Dezember 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Dadellos
erhalt. Herrengarderobe
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zu verkaufen
Ballonplatz 3, Vorderh. part.
Städt. Leihamt Darmſtadt.
Betr. Erneuerung der Verſatzzeit von Pfändern.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 13889 bis einſchließlich
Nr. 37918 (altes weißes Formular) werden aufgefordert die
Ver=
ſatzeit der Pfänder von jetzt ab erneuern zu laſſen. Bis Ende
Februar d. J. iſt die einfache, vom 1. bis 10. März 1914 die doppelte
Erneuerungsgebühr zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzeit bis 10. März d. J. nicht erneuert
wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 18. April d. J., vormittags
11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 20. April d. J. ab, werden
die verfallenen Pfänder verſteigert.
Darmſtadt den 6. Januar 1914.
Städtiſche Leihamtsverwaltung.
Paul.
(1327a
Für die Unterhaltung der Kreisſtraßen ſoll die Anlieſerung von
2 Sand und Kies auf dem Wege des öffentlichen Wettbewerbs
vergeben werden, und zwar:
a) die Anlieferung von 820 cbm gewöhnlichen bündigen Sand
zum Einwalzen neuer Decklagen auf den Kreisſtraßenſtrecken
Darmſtadt-Mörfeiden und Ober=Ramſtadt-Nieder=Modau;
b) die Anlieferung von 807 obm Kies zum Bekieſen von
Fuß=
pfäden der Kreisſtraßen.
Die Bedingungen liegen in den Geſchäftsräumen des
Unter=
zeichneten (Neckarſtraße 3) an den Vormittagen offen, woſelbſt
ſchrift=
iche Angebote bis ſpäteſtens
Montag, den 19. Januar 1914, vormittags 10 Uhr,
entgegengenommen werden.
Darmſtadt, den 6. Januar 1914.
(1298
Der Großh. Kreisbauinſpektor.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 9. Januar 1914, vorm. 10 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 dahier (Reſtauration
zur Roſenhöhe)
eine große Partie Weißwaren, darunter Damaſttücher,
Handtücher Taſchentücher, Kiſſen und Deckbettbezüge,
Bettücher Tiſchdecken, Kaffeedecken u. dgl. m.
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert.
(1356
Berbert, Gerichtsvollzieher.
Wir zeigen hiermit an, dass wir die
Zinsvergütung auf
Scheck-Konto
bis auf Weiteres auf 2½ Prozent
fest-
gesetzt haben.
Für Gelder mit bestimmter
Kündigungs-
frist bleibt besondere Vereinbarung wegen
der Zinsvergütung vorbehalten.
Darmstadt, den 6. Januar 1914.
Vereinigung Darmstädter Banken
ie Matliern.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Nummer 8.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 8. Januar 1914, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt: 3 Mille Zigaretten und 2 Spazierſtöcke;
b) vorausſichtlich: 1 Pianino, 1 Büfett, 6 Diwans, 8 Sofas,
10 Vertikos, 3 Trumeaus, 4 Schreib= und 3 Waſchtiſche,
12 Kleider=, 2 Spiegel=, 2 Bücher= und 2 Küchenſchränke,
2 Betten, 1 Schreibmaſchine, 2 Fahrräder, 1 Landauer,
1 Halbverdeck, 1 Partie Korſette, Krawatten und Hemden,
14 Wirtstiſche, 6 Seſſel, 2 Uhren uſw.
Darmſtadt, den 7. Januar 1914.
(1317
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Holzverſteigerung.
Mittwoch, 14. Januar I. J., vormittags 9 Uhr
werden in der Wirtſchaft zur Ludwigshalle in Erzhauſen aus den
Diſtrikten Tannacker, Birken, Mühleck der Forſtwartei Bayerseich
verſteigert:
Scheiter rm: 18 Buchen I Kl., 27 Buchen II. Kl., 44 Eichen,
20 Kiefern, 3 Fichten; Knüppel rm: 148 Buchen, 3 Hainbuchen,
74 Eichen, 94 Kiefern, 11 Fichten; Knüppelreiſig rm: 22 Eichen,
1 Kiefer; Reiſig, Wellen: 3610 Buchen (hierunter 850 Stammreiſig).
Das Holz ſitzt zwiſchen Bayerseichſchneiſe und Dreiſchlägerallee
und iſt nach der Frankfurterſtraße hin gut abzufahren. Blau
unter=
ſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Auskunft erteilt
Forſt=
wart Klippſtein zu Bayerseich, Poſt Egelsbach.
(1302
Darmſtadt, den 6. Januar 1914.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Büu= und Lahhol=Beeſteigerung.
Montag, den 12. Januar und Dienstag, den 13. Januar
d. Js. werden im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt
Klingsacker=
tanne, nachverzeichnete Holzſortimente öffentlich meiſtbietend an Ort
und Stelle verſteigert. Es gelangen zum Ausgebot:
385 Stück Kiefern=Stämme von 4—15 m Länge und
24—56 cm Durchmeſſer.
Die Zuſammenkunft der Steigerer findet am 1. Tage
vormit=
tags um 9½ Uhr auf der Schlangenſchneiſe am Uebergang der Staats=
Eiſenbahn und am 2. Tage, vormittags um 9½ Uhr, auf dem
Bäcker=
weg am Eingang des Waldes ſtatt. Es wird bemerkt, daß ſich unter
dieſen Stämmen ſehr ſchönes Schnittholz befindet.
Nähere Auskunft erteilen die Forſtwarte Pfeiffer und
Kirſchner in Eberſtadt.
Eberſtadt, den 5. Januar 1914.
(1304ds
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.
Im Gemeindewald Ober=Ramſtadt, in den Diſtrikten
Tann=
acker und Buchwald, werden an Ort und Stelle verſteigert:
Dienstag, den 13. Januar lfd. Js.
Stämme: 9 Eichen Kl. III, IV und V, 118 Eſchen Kl. IV
V und VI, 3 Buchen Kl. II und III, 36 Fichten Kl. IV
und V.
Mittwoch, den 14. Januar
Scheiter, Rm: 36 Buchen, 7 Eichen, 6 Eſchen (2 Erlen=
Rundſcheit), 64 Kiefern.
Knüppel, Rm: 44 Eſchen, 3 Erlen, 141 Kiefern, 8 Fichten,
7 Schwarzkiefern.
Stöcke, Rm.: 19 Buchen, 9 Eichen, 13 Eſchen, 17 Kiefern,
9 Fichten.
Zuſammenkunft an beiden Tagen jedesmal vormittags 10 Uhr
im Diſtrikt Tannacker, an der Kronetswieſe, oberhalb den
Schachen=
mühlen.
(989idg
Ober=Ramſtadt, den 2. Januar 1914.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
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Im letzten Jahrzehnt (1903—1912) verteilte Dividenden:
11, 12, 12, 12, 12, 12, 12½, 12½ 12½ 12½%.
Filialen:
BREMEN, BRÜSSEL, DRESDEN, FRANKFUIRT a. M., HAMBURG,
KONSTANTINOPEL, LEIPZIG, LONDON, MÜNCHEN, NÜRNBERG.
Zweigstellen:
AudsBURG, CHEMNITZ, MEISSEN, WIESBADEN,
ab Frühjahr 1914: HANAU, OFFENBACH a. M.
Darmstadt: Deutsche Bank Zweigstelle Darmstadt
Ecke Rheinstraße und Luisenplatz.
Bis zur Fertigstellung des Neubaues: Luisenplatz 6, Hotelz. Traube.
Eröffnung von laufenden Rechnungen. Depositen- und Scheckverkehr.
An- und Verkauf von Wechseln und Schecks
auf alle bedeutenderen Plätze des In- und Auslandes.
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Europas und der überseeischen Länder unter Benutzung direkt. Verbindungen.
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zahlbar an allen Hauptplätzen der Welt, etwa 2000 Stellen.
Einziehung von Wechseln und Verschiffungsdokumenten auf alle
über-
seeischen Plätze von irgendwelcher Bedeutung.
Rembours-Akzept gegen überseeische Warenbezüge.
Bevorschussung von Warenverschiffungen.
Vermittelung von Börsengeschäften an in- und ausländischen Börsen, sowie
Gewährung von Vorschüssen gegen Unterlagen.
Versicherung von Wertpapieren gegen Kursverlust im Falle der Auslosung.
Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren.
Die Deutsche Bank ist mit ihren sämtlichen Filialen und Zweigstellen
amtliche Annahmestelle von Zahlungen für Inhaber von Scheck-Konten bei
dem Kaiserl. Königl. Oesterreichischen Postsparcassen-Amte in Wien.
Die Deutsche Bank ist auf Wunsch bereit, zum Zwecke der
Wehr-
beitrags- wie der Einkommenserklärung die Ausrechnung von
Wert-
papierbeständen und deren Erträgen gegen eine geringe Gebühr zu übernehmen.
(1307
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Kurſe vom 7. Januar 1914.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,10
3½ Deutſche Reichsanl. 85,25
75,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99.00
3½ do. Conſols . . . 85,40
76,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,40
92,10
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 97,10
84,00
do.
3½
74,70
do,
4 Hamburger Staatsanl. 97,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 97,75
4 do. do. (unk. 1918) 97,00
83,60
3½
do.
73,50
do.
76,40
3 Sächſiſche Rente .
4 Württemb. (unk. 1921) 98,30
do. v. 1875 92,50
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 96,70
¾ Griechen v. 1887
4 Italiener Rente . . . . 97,50
½ Oeſterr. Silberrente 86,70
do. Goldrente . . . 88,80
do. einheitl. Rente . 83,25
3 Portug. unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Serie III 64,00
3 do. Spezial . .
9,80
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
4 do. v. 1890 . . 94,00
4 do. v. 1905 . . 85,40
4 Ruſſen v. 1880
88,10
90,75
4 do. v. 1902
98,80
4½ do. v. 1905
3½ Schweden . .
4 Serbier amort v. 1395 79,20
4 Türk. Admin. v. 1903 78,25
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,80
4 Ungar. Goldrente . . . 84,50
4 do. Staatsrente . . 82,90
In Proz.
Zf.
99,60
5 Argentinier
81,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe. 98,30
do.
91,50
4½ Japaner . . . . . . . 91,00
5 Innere Mexikaner . . . 67,10
do.
4 Gold=Mexikaner v. 1904 73,50
5 Gold=Mexikaner . . .
3½ Buenos Aires Prov. 67½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 133,80
3 Nordd. Lloyd . . . . . 117,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſell. . 122,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 117,00
8 Baltimore und Ohio 89,25
6 Schantungbahn . . . . 128,50
6½ Luxemb. Prince Henri 157,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 22,50
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger. . . 67,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 581,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 247,50
27 Farbwerke Höchſt. . . 630,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 332,00
8 Cement Heidelberg . . 151,00
32 Chem. Werke Albert 440,00
12½ Holzverkohl.
Kon=
ſtanz . . . . . . . 305,25
4 Lahmeyer . . . . . . . 118,00
etzte
In Proz.
Divid.
Schuckert, Nürnberg . . 154,80
12 Siemens & Halske . 225,75
12 Bergmann Electr. . . 128,00 4 Kronprinz Rudolfbahn
10 Deutſch. Ueberſee Electr.
25 Gummi Peter . . . . 91,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . . 360,00
12 Maſchinenf. Badenia 130,00 3 Portugieſ. Eiſenb. . . . 68,80
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 149,60
15 Zellſtoff Waidhof . . 219,70
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 91,50
3 Südd. Immobilien 58,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 160,20
12 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 215,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb.
. . . 134,00
10 Gelſenkirchener .
187,20
7 Harpener .
. . . 176,40
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 237,30
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro .
. . . . 62,00
4 Laurahütte . . . . . . 155,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 149,50
Weſteregeln 188,00
10
5 South Weſt Africa „115½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 84,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 89,00
4 Franz=Joſefs=Bahn . . 85,50
3 Prag=Duxer . . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn .
do.
74,80
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 98,00
4 Oeſt. Südb. (Lomb.) . .
In Pos.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,00
76,10
3 Raab=Oedenburg
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 86,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
86,60
do.
86,60
4 Wladichawchas . .
4 Rjäſan Koslow
83,50
do.
70,50
29/10 Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir. . 62,90
78,90
4 Bagdadbahn . .
4½ Anatoliſche Eifenb. . 91,60
4 Miſſouri=Pacific
93,00
4 Northern=Pacific
90,00
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
101,00
Francisco . . .
87,50
5 Tehuantepec .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 186,00
8½ Bergiſch= Märkiſche
Bank . . . . . . . 142,50
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 157,00
6½ Darmſtädter Bank . 115,90
12½ Deutſche Bank . . . 250,30
6 Deutſche Vereinsbank . 119,00
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 113,50
10 Diskonto=Kommandit 187,00
8½ Dresdener Bank . . 153%
9½ Frankf. Hypoth.=B. 208,70
6½ Mitteld. Kreditbank 117,00
7 Nationalb. f. Deutſchl. 117,30
5½ Pfälziſche Bank. . . 121,75
6.48 Reichsbank . . . . . 137,25
7 Rhein. Kreditbank . . . 126,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 101,90
7½ Wiener Bankverein . 134,25
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,00
Zf.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . 84,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
84,20
. do.
3
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,50
S. 12, 13, 16 .
S. 14, 15, 17, 24/26
96,50
18—23
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
84,20
S. 1 u. 2, 6—8
S. 3—5
84,00
84,10
S. 9—11.
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
84,00
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,20
do. (unk. 1914) . . 83,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 96,90
do.
3½
86,00
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 94,20
3½ do.
87,00
4 Frankfurt.
95,80
3½ do.
97,00
4 Gießen
94,00
3½ do.
86,50
4 Heidelberg
93,50
3½ do.
84,50
4 Karlsruhe.
94,20
3½ do.
85,30
4 Magdeburg
4 Mainz
95,00
3½ do.
86,80
4 Mannheim
94,00
3½ do.
86,80
4 München
96,40
3½ Nauheim
83,00
4 Nürnberg.
96,00
3½ do.
84,90
4 Offenbach
-
Zf.
In Proz.
3½ Offenbach
84,50
4 Wiesbaden
95,00
3½ do.
86,00
4 Worms .
do.
86,00
4 Liſſabonner v. 1888 .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 141,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 118,70
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 141,20
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,60
3 Oldenburger . . . . . . 127,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 110,59
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 —
Braunſchweiger Tlr. 20 —
Fs. 15 —
Freiburger
. Fs. 45 —
Mailänder
Fs. 10
do.
ſt. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 608,09
do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 445,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Ft. 400 170,60
Gold, Silber und
Banknoten.
20,46
Engl. Sovereigns .
16,1775
20 Francs=Stücke .
Amerikaniſche Noten .
4,19
Engliſche Noten .
20,50
Franzöſiſche Noten
81,15
Holländiſche Noten.
169,35
80,85
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,00
Ruſſiſche Noten
215,00
81,05
Schweizer Noten .
Reichsbank=Diskonto . . . 50
Reichsbank=Lombard Zsf. 6%
Nummer 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
ainzer Warenhaus
Seite 13.
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Familien=Roman aus den Jahren 1812 und 1813.
Von Oskar T. Schweriner.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright 1913 by Carl Duncker in Berlin.
(Nachdruu verboten.)
34
Wie ſah es aus in den Straßen und auf den Plätzen
Berlins! Elende und Zerlumpte, Kranke und
Verkrüp=
pelte, Bettler und Verſtümmelte, — ein Jammer und ein
Grauen, — an allen Ecken und Enden! Wo war das
glänzende Bild, das Fritz Dögen erſt vor wenigen
Mo=
naten hier zurückgelaſſen hatte? Denn als er in den erſten
Tagen des Januar 1813 in Preußens Hauptſtadt
einge=
troffen war, fand er noch Reſte der großen Armee, die
dvierzehn Tage zuvor auf ihrem Zuge nach Frankreich hier
durchgekommen waren. Tief betrübt war er nach der
Neu=
mannsgaſſe geeilt.
Alle hatte er zu Hauſe angetroffen — Vater und
Mut=
lter; ſelbſt Franz. Nur Lieſelotte hatte gefehlt; ſie ſagten
ſihm, ſie ſei ausgegangen und würde bald zurückkehren.
Ueberhaupt ließ ſich Franz bei Dögens jetzt ganz
ſoffen blicken, da merkwürdigerweiſe weder nach ihm noch
nach dem Sohn nachgefragt worden war. Das ließ ſich
nur ſo erklären, daß die Militärbehörden mit wichtigeren
Dingen als mit der Suche nach Deſerteuren zu tun hatten.
Mie Freude nahm Fritz die Ausſöhnung wahr, die zwiſchen
ſſeinem Vater und Franz ſtattgeſunden hatte. Dann aber
zog ihn ſein Herz nach der Heiligengeiſtſtraße.
Schonend bereitete ihn Franz, der ihn begleitete,
un=
terwegs vor. Erzählte ihm von der ſchweren Krankheit
des alten Bankiers, von Lieſelotte, die jetzt ſtändig bei
Ruth wohne, und deren aufopfernde Pflege den Alten,
ſchon dem Tode geweihten, wieder dem Leben gewonnen
habe, und von Ruth ſelbſt, die gleich einem Schatten ihres
einſtigen Ich ausſähe. Tief erſchüttert hörte Fritz zu.
Lange ſchon ſaßen Ruth und Fritz in der Niſche am
Fenſter; ſtill und ſtumm.
Fritz konnte die Blicke nicht abwenden von dem
ab=
gehärmten Geſicht des geliebten Mädchens. Wie anders
hatte er ſich dieſes Wiederſehen gedacht. Er beugte ſich
nach vorn und ergriff ihre Hände.
Noch iſt nicht aller Tage Abend, Ruth! — Es lebt
ein Gott der Vergeltung!
Und glaubte, einen leiſen Gegendruck zu ſpüren.
Fünfzehntes Kapitel.
Wſieder waren die guten Berliner nach den „Linden”
geſtrömt und hatten ſich vor dem beſcheidenen Palais des
geliebten Königs aufgeſtellt. Es war der
zweiundzwan=
zigſte Januar 1813. Viele wußten, daß der König
ab=
reiſen wolle. Gewiſſes wußte man jedoch nicht; die einen
ſagten, er fahre nach Dresden zu Beſuch, die anderen, er
fahre nach Breslau. Aber das wußten alle, daß die
Fran=
zoſen den König nicht gern die Stadt verlaſſen ſahen und
daß ſie es dennoch nicht verhindern konnten.
Die Berliner aber, die in Scharen nach den Linden
geeilt waren, jubelten ihrem König zu, wie ſie es noch
nie zuvor getan hatten. Denn ſie alle ahnten es; dieſe
Ab=
reſſe des Königs bedeutete den Anfang vom Ende der
Fremdherrſchaft. Bedeutete die Freiheit.
Vierzehn Tage waren vergangen, ſeit Fritz das
ſchick=
ſalsſchwere Schreiben Yorks eigenhändig dem König
über=
geben hatte. Er hatte nachher den Seinen die Szene
ge=
ſchildert; wie leutſelig der König geweſen war, wle er ſich
nach all den Einzelheiten, die zu dieſem Brief Veranlaſſung
geweſen waren, erkundigt hatte und wie er ihm ſchließlich
die Hand gedrückt und ihm mit vor Erregung ztternder
Stimme gedankt habe. Oh, wie waren ſie alle ſtolz
ge=
weſen auf ihren Fritz. Der Vater und die Mutter,
Lieſe=
lotte und ſelbſt Franz und nicht als letzte Ruth.
Es waren gar arbeitsvolle Tage, dieſe vierzehn Tage
nach der Rückkehr Fritz Dögens. Kaum daß er hin und
wieder ein Stündchen Zeit erübrigen konnte, bei der
Ge=
liebten oder im Elternhauſe zu weilen. Das war ein
Kommen und Gehen, ein Verreiſen und Zurückkehren. Und
jedesmal, wenn Fritz von einer ſolchen Reiſe zurückkam,
dann ſagte er zum Vater:
Bald, Vater, bald!
Und dann umarmte und küßte ihn der Vater. Auch
zu Ruth ſagte Fritz an ſolchen Tagen:
Bald, Ruth, bald!
Nur, daß er dann noch hinzufügte:
Bald ſeid ihr gerächt; Du und Dein Vater! Dann
traten ſie wohl ans Krankenbett und drückten dem Alten
ſtumm die Hände.
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Nur einen gab es in dem Kreiſe, der immer trauriger
und ſtiller wurde, je glücklicher und froh erregter die
an=
deren wurden. Das war Franz. Der einſtige franzöſiſche
Offizier konnte den Tatſachen gegenüber nicht blind ſein.
Er ſah, wie die Dinge ſtanden. Wenn der Krieg ausbrach,
was dann? Hätte er ſeinem Herzen ohne weiteres zu
folgen gewagt, ſo wäre der Weg leicht geweſen. Dann
hätte er eben die Waffen ergriffen und für Preußen
ge=
kämpft. Aber er wagte es nicht. Vorausſichtlich hätte er
auf ſeine eigenſten Landsleute ſchießen müſſen; — er, ein
Rheinbündler. Und ſo verbrachte er die Zeit im
auf=
reibenden Kampf mit ſich ſelbſt. Bald wird er ſich
ent=
ſcheiden müſſen: wird entweder auf preußiſche Seite treten
müſſen, als Geliebter Lieſelottes und zukünftiger
Schwie=
gerſohn des alten Dögen, und aus dieſer Liebe heraus
ge=
zwungen ſein, gegen Brüder zu kämpfen. Oder er wird
endgültig auf Lieſelotte verzichten müſſen.
Und er konnte ſich weder zu dem einen, noch für das
andere entſchließen. Er ſah keinen anderen Ausweg, als
den Tod.
Fritz Dögen bemerkte wohl die Verzweiflung und
Seelenqual des ihm lieb gewordenen jungen Mannes, die
er ſehr gut verſtehen konnte. Denn er fühlte ſich ſchuldig.
Hatte er ſelbſt ihn nicht zuerſt ganz ſeinen eigenſten Plänen
opfern wollen?! Ihm geſchmeichelt, geheuchelt, damit er
ihn ſpäter um ſo leichter — er hatte ſelbſt noch nicht recht
gewußt, wie — für ſeine Pläne benutzen könne. Und
die=
ſer Mann war jetzt ſein lieber Freund, der Verlobte
ſei=
ner Schweſter, einen Mann, dem er zu ewigem Dank
ver=
pflichtet war. Und dieſes alles war ganz wie von ſelbſ
gekommen; ſo einfach; ſo ohne jegliches Zutun
ſeiner=
ſeits.
Franz litt. Deshalb litt auch Fritz. Und er mochte
ſein Hirn anſtrengen, wie er wollte, — er konnke keinen
Ausweg finden aus dieſen Schwierigkeiten.
Etwa zwölf Tage, nachdem er dem Könige den Brief
des Generals von York überreicht hatte, kam Fritz wieder
einmal nach dreitägiger Abweſenheit nach Hauſe zurück.
Sein Geſicht ſtrahlte; ſeine Augen blickten in die Welt mit
einer Begeiſterung, die große Dinge verkündete.
Sein erſter Weg führte ihn nach Hauſe; der zweite
nach der Heiligengeiſtſtraße zu Ruth. Hier ſtand ihm noch
eine große, unerholfte Freude bevor; Vater Salomon
hatte zum erſtenmal nach ſeiner ſchweren Krankheit das
Bett verlaſſen dürfen.
Endlich, Herr Salomon! Welch ein Glück! Da können
Sie gleich teilnehmen an den Beratungen heute abend!
Oder fühlen Sie ſich noch nicht ſtark genug?
Der Alte erwiderte leiſe den Druck der Hand und nickte
mit dem Kopfe.
Doch! Doch!
Am Abend kamen dann die von Fritz einberufenen
Freunde nach der Heiligengeiſtſtraße zuſammen. Vater
und Mutter Dögen, Georg Sander, Edmund von Roſen,
Leutnant von Müller und auch Ruth und Lieſelotte und
Franz. Ein richtiger Kriegsrat um den großen
Maha=
gonitiſch herum, in der traulichen Wohnſtube. Und als
ſtummer, aber aufmerkſamer Zuhörer — der alte
Salo=
mon.
Um neun Uhr hatten ſich alle eingefunden. Fritz
machte ſeine drei Bundesbrüder mit den anderen bekannt.
Leutnant von Müller berichtete erſt noch einiges von ſeinen
Erlebniſſen auf der Rückkehr aus Rußland; über das
un=
ſägliche Elend, das er überall angetroffen; aber auch von
der ſtillen Hoffnung und Begeiſterung für die Befreiung
des Vaterlandes.
Dann ſtand Fritz auf, ſah ſorgfältig nach, ob alle
Türen verſchloſſen und kein Lauſcher in der Nähe ſei;
prüfte auch die Fenſter, um zu ſehen, ob njemand von
außen hineinblicken könnte. Dann nahm er wieder Platz
und begann feierlich:
Meine Lieben, ich habe Euch hierher
zuſammenberu=
fen, um Euch Mitteilung zu machen von großen
bevor=
ſtehenden Dingen. Uebermorgen wird unſer geliebter
Kö=
nig Berlin verlaſſen und ſich nach Breslau begeben.
Alle rückten ein wenig mit ihren Stühlen. In
lauf=
loſer Spannung hingen aller Blicke an ſeinen Lippen. Fritz
fuhr fort:
Was ich Euch erzähle, weiß außer einigen
Auserleſe=
nen noch niemand. Unſere guten Berliner werden es erſt
im letzten Moment, wenn jetzt überhaupt, erfahren. Der
König reiſt nach Breslau, um von dort einen Aufruf an
ſein Volk zu richten und es zu den Waffen zu rufen.
Atemloſe Stille.
Und damit Ihr es gleich wißt; alles iſt bereit. Unſer
Bund ſteht auf der Wacht. — Kaum wird der König
ge=
ſprochen haben, werden Tauſende und Abertauſende zu
den Waffen eilen. Das haben wir unſerem tapferen York
zu danken!
(Fortſetzung folat.!
Nummer 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Seite 15.
Vorträge.
— Vortragskurſus für praktiſche
Land=
wirte in Darmſtadt. Der zweite Tag des von der
Landwirtſchaftskämmer veranſtalteten Vortragskurſes
war wiederum außerordentlich zahlreich beſucht. Ec
wurde eröffnet durch den ſtellvertretenden Vorſitzenden der
Landwirtſchaftskammer Oekonomierat Hahn=Heßloch. Als
erſter Redner behandelte Profeſſor Dr. Giſevius=
Gießen „die Fortſchritte des Pflanzenbaues im letzten
Jahrzehnt” unter Vorführung von Lichtbildern. Der
Re=
ferent wies auf die außerordentlichen Steigerungen der
Erträge unſerer landwirtſchaftlichen Kulturpflanzen in den
letzten 10 Jahren hin. Die Urſachen dieſer Steigerung ſind
in den Fortſchritten der landwirtſchaftlichen Technik, des
Maſchinenweſens und der Nutzbarmachung
wiſſenſchaft=
licher Forſchungen zu ſuchen. Die Bodenbearbeitung wird
heute vom Landwirt unter Benützung verſchiedenſter
Ge=
räte beſſer gehandhabt wie früher. Die Verwendung der
künſtlichen Düngemittel nach Menge und Art hat ſich er=
hebich geteigert. Troßdem leteres gungz beſonders der
Fall iſt, muß noch eine weitere Steigung des
Kunſt=
düngemittelverbrachs eintreten. Außerordentliche
Um=
wälzungen hat die Ausbildung des landwirtſchaftlichen
Maſchinenweſens gebracht. Die Heranzucht neuer Sorten,
die Prüfung derſelben auf ihre Anbauwürdigkeit und die
Vermehrung derſelben, um das Saatgut der großen Maſſe
der Landwirte zur Verfügung ſtellen zu können, in
Saat=
bauſtellen, hat weſentlich zur Ertragsſteigerung beigetragen
und wird auch in Zukunft als wichtiges Mittel zur
För=
derung des Pflanzenbaues in Frage kommen. Lebhafter
Beifall lohnte den Redner.
An zweiter Stelle ſprach Profeſſor Dr. Lehmann=
Göttingen über „die Ernährung der Zucht= und
Maſt=
ſchweine‟. Dieſes immer, beſonders aber in
gegen=
wärtiger Zeit, aktuelle Thema wurde von dem Referenten
auf Grund ſeiner langjährigen Verſuchsergebniſſe in
ein=
gehender Weiſe behandelt. Die Ausführungen brachten
den Landwirten vieles Neue über die zweckmäßigſte Art
der Fütterung und der zur Verwendung kommenden
Futtermittel. Aber auch die Schwierigkeiten, welche ſich
einer ratonelln Schweinemaſt engegenſtellen, ſind nicht
geringe. Trotzdem dürfte es ſich für das Großherzogtum
Heſſen empfehlen, der Schweinezucht und der Maſt größere
Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Reicher Beifall folgte den
Ausführungen des Vortragenden. Nachmittags 3 Uhr
fand über dieſe beiden Vorträge eine ſehr rege und
aus=
gedehnte Diskuſſion ſtatt, wobei auch die praktiſchen
Er=
fahrungen der Landwirte zum Ausdruck gebracht wurden.
Am Donnerstag werden ſprechen: Geh. Hofrat
Pro=
feſſor Dr. Wagner über die Kalidüngung im Bilde neuer
Forſchungsergebniſſe, und Profeſſor Dr. Pohle über die
neuere Entwicklung von Großbetrieb und Kleinbetrieb
in der Landwirtſchaft.
Der letzte Vortragstag, der Freitag, bringt
Intereſſan=
tes über die Pferdezucht in einem Vortrag über „die
Zucht des kaltblütigen Pferdes” von Direktor Schumacher=
Köln a. Rh und über Weinbau in einem Vortrag von
Profeſſor Dr. Muth=Oppenheim a. Rh. über: „Welche
Urſachen haben die 1913er Mißernte im Wein bewirkt,
und wie iſt denſelben zu begegnen?”
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[ ← ][ ][ → ]Teite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
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30 8.
Donnerstag, 8. Januar.
1914.
zur Förderung der beruflichen Intereſſen der
Berufs-Tanzlehrerim GroßherzogtumHeſſen.
Am 16. November v. Js. iſt eine Anzahl Berufskollegen
aus dem Großherzogtum Heſſen zuſammengetreten, um über den
ſchon ſo oft angeregten Gedanken zu beraten, daß ſich wie in
anderen Landesteilen und größeren Städten, ſo auch hier in
Heſſen=Darmſtadt alle die zu einem Verbande zuſammenfinden,
die dem Tanzlehrer=Berufe angehören.
Es wurde beſchloſſen, die Abſicht nun auch auszuführen.
Der Verband bezweckt den Schutz, die Förderung der Rechte
und Intereſſen, ſowie durch eine eingerichtete Fachſchule die weitere
Ausbildung der Kolleginnen und Kollegen.
Es iſt, da mit geringen Beiträgen lediglich die obengenannten
Ziele verfolgt werden, jede Konkurrenz mit bereits beſtehenden
Fachvereinen ausgeſchloſſen.
Die Unterzeichneten laden alle heſſiſche Berufskolleginnen
und=Kollegen ein, ſich kommenden
Sonntag, 11. Januar 1914, vormitt. 11 Uhr, im
Konferenz=
ſaale d. Bahnhofshotels(gegenüb. d. neuen Hauptbahnhof)
zu einer Verſammlung zuſammenzufinden, um mit ihnen einen
Landesverband Heſſiſcher Tanzlehrer zu gründen, und über
alle Fragen zu beraten, die erörtert werden müſſen.
Kollegen, Kolleginnen, welchen keine beſondere Einladung
zu=
ging, wollen auf dieſen Aufruf Bezug nehmen und heißen wir ſie
herzlich willkommen.
Mit kollegialem Gruße:
(1338
Der proviſoriſche geſchäftsführende Lokal=Ausſchuß:
A. Schrimpff, Darmſtadt Friedrich Meisinger, Darmſtadt
I. Präſident
I. Schriftführer
Neckarſtraße 22.
Lauteſchlägerſtraße 17.
Aufruf
Gartenkunst-Ausstellung.
Auf Wunſch des Gartenbauvereins veranſtalten wir, anſchließend
an den Lichtbildervortrag des
Herrn Gartenarchitekten Hans Gerlach
rüber die Gartenkultur des 20. Jahrhunderts und ihre ſoziale Bedeutung
am Donnerstag, den 8. Januar 1914
im Kaiſerſaal (Grafenſtraße), abends 8 Uhr,
eine Gartenkunſt=Ausſtellung
und laden hiermit zum Beſuche dieſer Veranſtaltung ergebenſt ein.
Eintritt frei.
W. Cossmann Nachf.
Wirtz & Eicke, Gartenarchitekten,
Darmſtadt, Neckarſtraße 11. (844a
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Donnerstag, den 8., Dienstag, den 13. und Dounerstag, den
15. Januar 1914, abends 8¼ Uhr,
im Hörſaal 330 der Techn. Hochſchule (Eing. Weſtportal)
5 vorträge
von Herrn Professor Dr. Pinder, Darmstadt:
„Stilſtrömungen in der Kunſt des 13., 14. und
15. Jahrhunderts”.
Die Vorträge ſind Ergänzungen der vorjährigen Ausführungen
von Herrn Profeſſor Dr. A. E. Berger: „Ueber mittelalterliche
Kulturgeſchichte‟.
Eintrittskarten für die 3 Vorträge zu 80 Pfg., für
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glieder zu 50 Pfg. am Verkehrsbüro und bei J. Mylius, Herd=
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Montag, den 12. Januar 1914, abends ½8 Uhr:
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Donnerstag, den 8. Januar 1914.
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Prinz Friedrich v. Homburg
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Die Schlacht bei Fehrbellin.
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von Heinrich v. Kleiſt.
Spielleiter: Hans Baumeiſter.
Perſonen:
Friedrich Wilhelm,
Kurfürſt v.
Bran=
denburg.
Die Kurfürſtin . Herta Alſen
Prinzeſſin Natalie
von Oranien, ſ.
Nichte, Chefeines
Feldmarſch.
Dörf=
ing
Prinz Friedr.
Ar=
thur von
Hom=
burg, General d.
Reiterei. . . . Frz. Schneider
Obriſt Kottwitz, v.
Regim. d. Prinz.
von Oranien. . Emil Jannings
Hennings Oberſt. A. Waſſermann
Truchß /d. Inf. Auguſt Kräger
Graf
Hohenzol=
lern, v. d. Suite
des Kurfürſten . Hs. Baumeiſter
Rittmeiſter v. der
Golz . . . . . Richard Jürgas
Graf Georg von
Sparren Rittm. Br. Harprecht
Stranz, Rittm. . Hans Debus
Siegfried v.
Mör=
ner, Rittmeiſter . Heinrich Hacket
Graf Reuß, Rittm. Emil Kroczak
Ein Wachtmeiſter Adolf Klotz
Erſter
Paul Peterſen
Offizier
Zweiter ).
Irinz Sylvani
Hofkavalier.
. Br. Waigandt
Hofdame
. Agn. Wisthaler
Page d. Kurfürſten Ellen Widmann
Page d. Prinzeſſin Luiſe Kümmel
Heiduck
. Fr. Jachtmann
Bauer.
Ludwig Hinkel
Bäuerin:
. . Agnes Kräger
Eine Wache . . Frz. Herrmann
Krank: Kurt Ehrle.
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Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Par=
terre: 1.—5. Reihe 2.35 ℳ, 6.—8.
Reihe 1.95 ℳ, Proſzeniumsloge
5.20 ℳ Mittelloge 5.20 ℳ,
Bal=
konloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
1.15 ℳ, II. Galerie 65 ₰.
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kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen. —
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Anf. 7½ Uhr. Ende nach 10 Uhr.
Vorverkauf f. die Vorſtellungen:
Freitag, 9. Jan. 87. Ab.=Vorſt.
D 23. „Filmzauber.: Gew.
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 10. Jan. Außer Ab.
VIII. Sonder=Vorſtellung. „
Ro=
bert und Bertram.” Anfang
8 Uhr. (Zu dieſer Vorſtellung
findet kein Kartenverkauf ſtatt.)
Sonntag, 11. Jan. Nchm. 2 U.
Auß. Abon. 19. Volksvorſtellung
zu ermäß. Preiſen. „Die
ſpa=
niſche Fliege.” Vorverkauf
bis einſchl. Samstag, 10. Jan.,
nur im Verkehrsbüro, Ernſt=
Lud=
wigspl. Verkauf der etwa noch
vorhandenen Karten auch an der
Tageskaſſe im Hoftheater am Tage
der Vorſtellung, vorm. von 11 Uhr
ab. — Abds. 6 Uhr. 88. Ab.=Vſt.
C 22. Der Ring des Nibelungen.
Dritter Tag: „
Götterdäm=
merung‟. Gew. Preiſe.
Montag, 12. Jan. Außer Ab.
Vorſtellung zu
Volksvorſtellungs=
preiſen. Zum Beſten der
Wohl=
fahrtskaſſen d. Deutſchen
Bühnen=
vereins. „Krieg im Frieden.”
Anfang 7½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 13. Jan. 89. Ab.=Vſt.
A 23. „Das Phantom.”
Ge=
wöhnl. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 8. Januar 1914.
Nummer 8.
Freie landeskirchliche Vereinigung
für das Großherzogtum Heſſen.
— Man ſchreibt uns verſpätet: Die auf den 2. Januar
einberufene Hauptverſammlung tagte diesmal in
Darmſtadt und war ſehr gut beſucht. Der durch den
ſtell=
vertretenden Vorſitzenden, Dekan Zaubitz=Bensheim,
erſtattete Jahresbericht erwähnte zunächſt die letzten
Vor=
gänge im deutſchen Proteſtantismus, ſoweit ſie die
heſſi=
ſchen landeskirchlichen Beſtrebungen berühren — die
Grün=
dung des Bundes deutſcher Proteſtanten, den Laienaufruf
wider den Bekenntniszwang, die nationale Miſſionsſpende
beim Kaiſerl. Regierungsjubiläum, den Tod von Pfarrer
Jatho und von Karl Schrader — und ging dann näher
auf die ſpeziell heſſiſchen Angelegenheiten ein, die Tagung
der Landesſynode und ihren Ertrag, die Wiederbeſetzung
der 2. Profeſſur am Predigerſeminar, die Süddeutſchen
Blätter für Kirche und freies Chriſtentum, die Vorträge
in den Ortsgruppen, insbeſondere die von Traub in
Darmſtadt und Mainz uſw. Im Anſchluß an die
einge=
hende Beſprechung des Berichts, in der auch die Arbeit
für den Allgemeinen evangeliſch=proteſtantiſchen
Miſſions=
verein und für den Heſſ. Diakonieverein gewürdigt und
empfohlen wurde, richtete namens der kirchlich=liberalen
Vereinigung in Baden Stadtpfarrer Schöpfer=
Mann=
heim herzliche Worte der Begrüßung an die
Verſamm=
lung. Den Bericht über die Kaſſe, deren Stand
befriedi=
gend iſt, erſtattete Pfarrer Scriba=Groß=Gerau. In
den Vorſtand wurden neu gewählt: die
Kreisſchul=
inſpektoren Andres in Lauterbach und Profeſſor Dr. Fren=
zel in Darmſtadt, ſowie Pfarrer Schmidt=Grünberg. Für
die Bezirksverſammlung des nächſten Jahres ſchlug
Pfarrer Freundlieb=Vilbel eine Reihe von
Verhandlungs=
gegenſtänden vor. Sodann fand ein Vortrag von
Profeſſor D. Martin Rade aus Marburg über
Theologen und Laien” ſtatt.
In der Diskuſſion, an der ſich Theologen und Laien
beteiligten, wurden verſchiedene, durch die mit lebhaftem
Dank und Beifall aufgenommenen Ausführungen des
Redners angeregte Fragen erörtert.
In der nach Beendigung der Diskuſſion wieder
auf=
genommenen geſchloſſenen Verſammlung wurde zunächſt
der „Fall Fuchs” beſprochen und folgende
Entſchlie=
ßung gefaßt: „Die Freie landeskirchliche Vereinigung
für das Großherzogtum Heſſen bedauert im Intereſſe der
evangeliſchen Kirche und Frömmigkeit, 1. daß das
Konſi=
ſtorium in Münſter eine deutſche evangeliſche Gemeinde
nach langjähriger Kampfeszeit nicht zu ruhigem
Gemeinde=
eben kommen läßt; 2, daß es Pfarrer Fuchs von dem
Amt, zu dem er einſtimmig erwählt war, ferngehalten hat
wegen eines Proteſtes gegen ein Kirchengeſetz den er aus
Gewiſſensgründen und aus Liebe zur evangeliſchen Kirche
erhoben hatte; 3., daß es einem evangeliſchen Pfarrer die
Zumutung geſtellt hat, einen aus religiöſen Gründen
er=
hobenen Proteſt zu widerrufen, um ſich den Zugang zu
dem Dortmunder Pfarramt zu eröffnen. — Die Freie
lan=
deskirchliche Vereinigung ſpricht Pfarrer Fuchs, deſſen
religiöſe Kraft und ſegensreiche Arbeit in der Heſſiſchen
Kirche für ſie außer Zweifel ſteht, ihr herzliches Vertrauen
aus.”
Den Schluß der Verhandlungen bildete die Erörterung
der Leitſätze, die der Vorſtand zu der bevorſtehenden
Re=
viſion des heſſiſchen Volksſchulgeſetzes aufgeſtellt hat und
mit denen er ſich noch weiter beſchäftigen wird. Sie fanden
die Billigung der Verſammlung und werden demnächſt
veröffentlicht werden.
Vorträge von Profeſſor D. Dunkmann.
I.
Am Abend des 5. Januar ſprach Prof. D
Dunk=
mann im „Kaiſerſaal” vor einem zahlreichen Kreiſe
auf=
merkſamer und dankbarer Hörer über das Thema: „Der
lebendige Gott” Folgendes waren die
Hauptgedan=
ken des durch überzeugende Beweiskraft und kriſtallene
Klarheit ausgezeichneten Vortrags:
Die Erkenntnis des lebendigen Gottes beruht auf dem
doppelten Bewußtſein, daß Gott wirklich iſt, und zwar
von unſerem Denken völlig unabhängig, und daß er in
lebendiger Gemeinſchaft mit uns ſteht. Gewiß ſind die
Vernunftbeweiſe, wodurch man dieſe Erkenntnis
hat begründen wollen, nicht ſtichhaltig, und ſelbſt, wenn
ſie es wären, würden ſie für unſere Gemeinſchaft mit Gott
keine Bedeutung haben. Das Gotteserlebnis im
Ge=
fühle aber, worauf ſeit Schleiermacher von vielen alles
Gewicht gelegt wird, gibt uns nicht die Gewißheit eines
lebendigen Gottes. Die Religion hat es ja nicht bloß mit
Gefühlen und Stimmungen äſthetiſcher und verwandter
Art zu tun, wie man im Banne des Subjektivismus
viel=
fach meint ſondern in erſter Linie mit der Wirklichkeit
einer jenſeitigen, unabhängigen Macht, von der wir ſelber
abhängen. Zu ſolcher Gewißheit können wir allein vom
ſittlichen Willen aus durch Pflichtgefühl und
Schuldbewußtſein kommen. In der Erkenntnis in ſeiner
Sünde berührt ſich das ſittliche und das religiöſe
Le=
ben. Gerade in dieſem Punkte aber ſcheiden ſich die
An=
ſichten der Theologen, weil keine Uebereinſtimmung über
das Weſen der Sitlichkeit, beſonders über den Begriff
der ſittlichen Freiheit, herrſcht. Im Gegenſatz zur
Auf=
faſſung der kirchlichen Theologie überſpannt man auf der
modern=liberalen Seite in einſeitiger Weiſe den
Freiheits=
begriff, indem man vergißt, daß Sittlichkeit nicht von
Gebundenheit zu trennen iſt. In der Tatſache der Pflicht
und der durch ihre Verletzung herbeigeführten Schuld ſteht
ein fremder, gebietender Wille vor mir, dem ich freiwillig
zuſtimme. Wahre Freiheit iſt freiwillige Gebundenheit,
Unterwerfung unter das Geſetz der Liebe. In dieſem
und in keinem anderen Sinne iſt Luther für die Freiheit
des Gewiſſens eingetreten. Der Freiheitsbegriff vieler
moderner Theologen würdigt nicht die Stellung des
Menſchen in der Gemeinſchaft mit anderen und iſt vom
politiſchen Gebiete — letzlich aus dem
Gedanken=
kreiſe der franzöſiſchen Revolution — auf das religiöſe
übertragen.
Iſt aber wirklich die Sittlichkeit unbedingt von der
Religion abhängig? Dieſe Frage muß rückhaltlos
ver=
neint werden. Das Pflichtgebot gilt für alle, und
auch unter denen, die von der Religion nichts wiſſen
wollen, gibt es ohne Zweifel Leute genug, die ein
ehr=
bares und rechtliches Leben führen. Danach könnte es
ſcheinen, als ob die Befürworter einer religionsloſen
Moral recht hätten und die Religion ein Luxusartikel für
wenige beſonders Geartete wäre. In Wahrheit aber
führt infolge perſönlicher Erfahrung der Weg von der
Sittlichkeit zur Religion. Das Weſen der Sittlichkeit
be=
ſteht nicht in Aeußerlichkeiten, ſondern in der Geſinnung,
in der Ueberwindung aller Selbſtſucht, wie Jeſus in
un=
erreichter und für alle Zeiten gültiger Weiſe in der
Berg=
predigt gezeigt hat. Iſt dazu ein Menſch wirklich im
Stande? Mag ſich auch mancher damit tröſten, daß man
s in ſittlicher Hinſicht nicht zu genau nehmen, daß man
nicht Uebermenſchliches von Menſchen fordern dürfe, wer
etwas ernſter denkt, wird immer und immer wieder ſeine
Pflichtverſäumnis als einen inneren Zwieſpalt
ſchmerz=
lich empfinden. Die übermenſchliche Forderung kommt
nicht von uns; hier ſtehen wir vor dem lebendigen
Gott. Wer mit dem ſittlichen Leben Ernſt macht, wird
zur Religion getrieben, wird vor den lebendigen Gott
ge=
tellt, der ſeine Sünde richtet. Dieſes Erlebnis und
der Umſtand, daß er die Perſöhnung mit Gott gefunden
hat, iſt für Luther in der Kloſterzelle von entſcheidender
Bedeutung geworden. Auch höchſt geeignet für die
Ge=
genwart iſt dieſer Glaube, der auf die Heiligung der
Ge=
ſinnung und die Ueberwindung der Selbſtſucht dringt.
Indeſſen offenbart ſich uns Gott nicht nur als Richter
unſerer Sünde, ſondern auch noch in anderer Weiſe.
Da=
von ſoll im nächſten Vortrage die Rede ſein.
G.
Sport, Spiel und Turnen.
Sr. Das Pariſer Ringkampfturnier im freien Stil
(catch=as=catch=can), „Das Championat der Champions”
genannt, das ſich über 3 Monate hinzog, iſt nunmehr
be=
endet. Für den Entſcheidungskampf hatten ſich die beiden
polniſchen Ringkämpfer Zbysko und Wladeck Cyganiwicz
qualifiziert, doch kam es zu keinem Kampf. Zbysko, der
in Fachkreiſen als der ſtärkſte und zurzeit beſte
Profeſſio=
nalringer der Welt galt, bezeichnete nämlich vor dem
Pu=
blikum ſeinen jüngeren Bruder als ihm überlegen und
ülerließ dieſem den erſten Preis. Der erſt 22jährige
Wladeck beſitzt neben außerordentlichen Körperkräften eine
bei den ſchweren Profeſſionalringern ſonſt fehlende
tech=
niſche Vollendung.
Ich bin ſo nervös
Dieſen Verzweiflungsruf hört man oft und mitſo troſtloſer
Stimme ausſtoßen, als ob es gar kein Mittel gegen dieſen
allerdings ſehr läſtigen Zuſtand gebe. Und doch haben die
Forſchungen auf dem Gebiet der Phyſiologie und der
Nerven=
lehre in den letzten Jahren den ſicheren Weg gezeigt, wie man
Nervoſität und ihre Folgezuſtände in verhältnismäßig kurzer
Zeit beheben kann.
Die normale Funktion unſeres Nervenapparates, zu
welchem im weiteren Sinn auch Gehirn und Rückenmark
gehören, iſt abhängig von dem genügenden Vorhandenſein
einer Subſtanz, die man Lecithin nennt. Was das
Ei=
weiß für den Muskel, iſt das Lecithin für den Nerv. Bei
ungenügender Eiweißzufuhr erſchlafft und degeneriert der
Muskel, bei Abnahme ſeines Lecithingehaltes wird das
Nervenſyſtem außerſtande geſetzt,
ſeine lebenswichtigen Funktionen
zu erfüllen. Die Folgen ſind im
letzteren Fall viel verhängnisvoller
als im erſteren, denn eine ganze
Reihe ſchwerer Erkrankungen des
Körpers wie des Geiſtes iſt auf eine
Zerrüttung des Nervenſyſtems,
ver=
urſacht durch ſeine Verarmung an
Lecithin, zurückzuführen.
Der Weg zur Abhilfe iſt ſomit von
Querſchnitt eines ge= ſelbſt gegeben. Wer gut nährt,
ſunden Nervenbündels heilt gut, ſagte der berühmte ver=
ſtorbene Kliniker Prof. Dr. von Leyden. Und ſo gilt es denn
auch hier, den Nerven denjenigen Nährſtoff wieder
zuzu=
führen, deſſen ſie zu ihrer Kräftigung bedürfen. Wie die
wiſſenſchaftlichen Arbeitenzahlreicherfranzöſiſcherund ſpäter
auch deutſcher Autoren gezeigt haben, bewirkt die Zufuhr
von phyſiologiſch reinem Leeithin einen ſofort bemerkbaren
außerordentlich günſtigen Einfluß auf das Verhalten des
ganzen Nervenſyſtems. Nervöſe Schmerzen verſchwinden;
Schwäche und Energieloſigkeit machen einem wohltuenden
Kraftgefühl, erneutem Lebensmut Platz. Kurz, die
Wand=
lung iſt eine ſo augenfällige, wie ſie etwa entſteht, wenn ein
durch Hunger Entkräfteter plötzlich durch eine kräftige
Mahl=
zeit geſättigt wird. Es liegen ja in der Tat auch dieſelben
Verhältniſſe vor, denn das Lecithin, wie es im Biocit
inent=
halten iſt, iſt kein Medikament, ſondern ein aus dem Dotter
des Hühnereies gewonnener Nährſtoff, der die wertvolle
Eigenſchaft beſitzt, ſpeziell die Nerven
zu ernähren und ihren Beſtand an
Nervenſubſtanz zu vermehren.
Nach dem patentierten Verfahren
des Herrn Profeſſor Dr.
Haber=
mann gelangt ſeit einigen Jahren
unter dem Namen Biocitin ein
Lecithinpräparat in den Handel, das
ſich wegen ſeiner reinen Beſchaffen=
Querſchnitt eines
dege=
heit, ſeiner prompten, ſtets
gleich=
nerierten
Nerven=
büudels; ein großer mäßigen Wirkung und ſeines an=
Teil der Nervenfaſern genehmen Geſchmacks die Gunſt
iſt vollſtänd. zugrunde der Aerzte und des Publikums im
gegangen.
Flug erobert hat. Im Biocitin
beſitzen wir nunmehr ein Mittel, durch das wir unſere
Nerven in einer Weiſe kräftigen können, daß ſie den
ſchädigen=
den Einflüſſen des modernen Lebens, den übermäßigen
An=
forderungen des Berufes, des Vergnügens uſw. ſtandhalten
können.
Aber nicht bloß die Nerven, ſondern der ganze
menſch=
liche Körper wird durch Biocitin gekräftigt. Denn neben
ſeinem hohen Gehalt an Lecithin enthält das Biocitin
auch noch andere wertvolle Nährſtoffe in konzentrierter
Form, die Blut und Muskel neu bilden und den ganzen
Organismus kräftigen. Im Verein mit dem Leeithin
be=
wirken dieſe hochwertigen Nährſubſtanzen eine ſchnelle
Aufbeſſerung des Ernährungs= und Kräftezuſtandes bei
ſchwächlichen Perſonen jeden Alters, Rekonvaleszenten nach
ſchwerer Krankheit, bei geiſtigen und körperlichen
Er=
müdungszuſtänden, gleichviel, durch welche Umſtände ſie
hervorgerufen ſein mögen.
Biocitin iſt das einzige Präparat, welches nach dem
patentierten Verfahren von Profeſſor Dr. Habermanſ
hergeſtellt wird. Wir bitten daher, unbedingt minders
wertige Nachahmungen und loſeabgewogenes Präparat
zurückzuweiſen. Biocitin iſt nur in Originalpackungen in
Apotheken und Drogerien käuflich. Falls nicht erhältlich
oder etwas anders angeboten wird, wende man ſich direk
an uns. Der Verſand erfolgt ohue Berechnung von Porto
(I,1141
nud Verpackungsſpeſen.
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