Abonnementspreis
Inſerate
177. Jahrgang
Aonatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden ängenommen in Darmſtadt,
Märts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der wöchentlichen Beilage:
Miren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
chriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Wrgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 8 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
s wird befürchtet, daß ein großer Teil der
kleinen, feebreit von Neu=Yerſey liegenden
Orte vom Hochwaſſer zerſtört und
hinweg=
geſchwemmt wird.
f der Zeche Vollmond in Langendreer wurden
durch giftige Gaſe 5 Bergleute bewußtlos; vier
konnten gerettet werden, einer ſtarb.
n Paris erfolgte beim Untergrundbahnbau ein
Ein=
ſturz. 4 Arbeiter wurden verſchüttet.
einem Bergwerk in Kuldſcha ſind durch
ſchla=
gende Wetter 16 Bergleute umgekommen.
ſeue Stürme und Hochfluten zerſtörten die
Küſtenſtriche in der Nähe von Neu=York. Viele
Strand=
hotels uſw. ſind vernichtet.
Die Weltlage.
*⁎* Wir ſtehen am Beginn eines Jahres, auf das
in nach den verſchiedenſten Richtungen hin große Hoff=
Ulngen ſetzt. Man erwartet u. a. auch eine beſſere
Geſtal=
ling der Konjunktur des geſchäftlichen Lebens, die im ver=
Abſſenen Jahre viel zu wünſchen übrig gelaſſen hatte.
lſſpar werden allzu kühne Hoffnungen durch Auslaſſungen
den Jahresberichten einzelner maßgebender
Korpora=
lſten von vornherein erheblich eingeſchränkt, aber, wie
ſin den Tag nicht vor dem Abend loben ſoll, ſo erſcheint
uns nicht angebracht, dem Peſſimismus gar zu ſehr die
lſſigel ſchießen zu laſſen. Das Wirtſchaftsleben wird
be=
lmtlich in unſerer Zeit durch die internationale Politik,
ürch Kriegs= oder Friedensausſichten weſentlich
beein=
ſßt, und gerade die allgemeine europäiſche Lage war
ja, welche bisher ſo ſchwer auf der geſchäftlichen
Kon=
fimiktur laſtete. Deshalb wäre es unſerer Anſicht
nach=
ſillllig verkehrt, die nächſte Zukunft grau in grau zu mälen,
il es unmöglich iſt, ſelbſt nur für eine kurze Spanne
it vorauszuſagen, wie die internationale Lage ſich ent=
Ackeln wird, denn im Kaleidoſkop des Lebens der Völker
öſſeln die Bilder ungemein ſchnell, wofür die letzten
Uhre die beſten Beiſpiele waren. Niemand vermag zu
lſthen, wie es werden wird, ſondern nur, wie es iſt und
lſe die Gegenwart vielleicht auf die Zukunft wirken
Mnte.
Unleugbar zeigt das neue Jahr an ſeinem Beginn ein
ſiſit freundlicheres Geſicht als das verfloſſene Jahr, wo
Balkan ein einziges Kriegslager bildete und die
Ge=
ör eines ernſten europäiſchen Konflikts ſtetig in der Luſt
ſil. Dieſe Gefahr iſt unſtreitig geſchwunden, und wenn
hr die heutige Situation ziemlich günſtig beurteilen, ſo
geſchieht dies weniger deshalb, weil és keine Gegenſätze
mehr in Europa gibt, ſondern, weil die Großmächte
wie=
der eine neue ſchwere Belaſtungsprobe für ihre
Friedens=
liebe oder doch wenigſtens für ihre Scheu, einen
allge=
meinen Brand auf unſerem Erdteil zu entfachen, abgelegt
haben. Däran zu zweiſeln, daß dieſe Friedensliebe oder
wie man es ſonſt nennen will, auch heute noch fortbeſteht
und vorläufig andauern wird, iſt kein Grund vorhanden.
Zwiſchen den beiden großen Mächtegruppen, die für den
europäiſchen Frieden maßgebend ſind,, dem Dreibunde
und dem Dreiverbande, werden immer hier und da
Diffe=
renzen in wichtigen ſchwebenden Fragen vorkommen, aber
damit iſt nicht geſagt, daß ſie in einen offenen Konflikt
auszuarten brauchen. Das Marokkoproblem iſt gelöſt, die
Tripolisfrage erledigt, dagegen bietet die
Balkanangelegen=
heit noch manche Klippen, an denen die Einigkeit Europas
ſcheitern könnte. Der eine Staat hat dieſe, der andere
Staat jene beſonderen Intereſſen an der Aufteilung der
europäiſchen Türkei und der künftigen Entwickelung des
Osmanenreiches. Die Gegenſätze ſind aber nicht ſo
er=
heblich, daß eine Verſtändigung unüberwindliche
Schwie=
rigkeiten machen könnte, und die Hoffnung iſt berechtigt,
auch bei der Löſung der Inſelfrage, bei der Abwickelung
der albaniſchen Angelegenheit und bei der finanziellen
Auseinanderſetzung auf der Pariſer Konſerenz werde
Europa zuſammenſtehen.
Bei der freundlicheren Auffaſſung der Weltlage leitet
uns auch noch ſpeziell die ungetrübte Fortdauer des
kor=
rekten Verhältniſſes zwiſchen Deutſchland und Frankreich,
ſowie unſerer guten Beziehungen zu Rußland und die
weitere Annäherung an England, die in hohem Grade
ge=
eignet iſt, den Weltfrieden zu ſichern. Sowohl an der
Themſe wie an der Spree ſind die Staatsmänner beſtrebt,
Konfliktspunkte aus der Welt zu ſchaffen, was unſchwer
gelingen wird. Auch die mehr und mehr ſich geltend
ma=
chende Entſpannung zwiſchen Rußland und Oeſterreich=
Ungarn, deren beiderſeitiges Verhältnis während der
Balkanwirren der größten Belaſtungsprobe ausgeſetzt war,
läßt das Beſte für die nächſte Zukunft, namentlich auch für
die definitive Erledigung der Dinge auf dem Balkan,
er=
hoffen. Ob und inwieweit die Aufrollung des
oſtaſiati=
ſchen Problems, die Rußland durch ſein Auftreten in der
Mongolei begonnen hatte, fortſchreiten und die
europäi=
ſchen Mächte beſchäftigen wird, ſteht noch dahin.
Vor=
läufig muß die innere Entwickelung Chinas, das ſeinen
Erneuerungsprozeß noch längſt nicht beendet hat,
abge=
wartet werden.
Nach dieſem allen iſt die Anſicht wohl nicht
unberech=
tigt, daß die Weltlage im gegenwärtigen Augenblick keine
ſichtbaren Gefahren bietet, die insbeſondere den Frieden
Europas bedrohen könnten, zumal auch die Vereinigten
Staaten von Amerika beſtrebt ſind, mit der alten Welt in
Freundſchaft zu leben.
Die wirtſchaftliche
Entwicklung der deutſchen Schutzgebiete
im Jahre 1913
wird in dem ſoeben erſchienenen Jahresbericht der
Ber=
liner Handelskammer günſtig beurteilt. Der
Jahresbericht hebt die Wichtigkeit der fortſchreitenden
Eiſenbahnbauten in den Kolonien und die
Verkehrsbedeu=
tung des deutſchen Kabels Emden-Monrovia-Lome-
Duala, ſowie des Ausbaues der funkentelegraphiſchen
Ver=
bindung von Nauen nach Deutſch=Afrika hervor und fährt
alsdann im weſentlichen folgendermaßen fort: Für die
wirtſchaftliche Entwickelung der Plantagen war die im
allgemeinen günſtige Witterung von Vorteil; nur in Togo
hatte man unter den Nachwirkungen einer längeren
Dürr=
periode zu leiden. Die Preiſe der wichtigſten Prozukte
unſerer Kolonien bewegten ſich überwiegend auf einem
gewinnbringenden Stande. Recht befriedigend war die
Lage für SSiſalhanf. Auch die Oelrohſtoffe, Kopra, Palmöl,
Palmkern, brachten gute Preiſe. Das gleiche gilt für
Kakao. Sehr ſchlecht war dagegen die Lage des
Kautſchuk=
marktes, namentlich in Deutſch=Oſtafrika. Es beſteht
des=
halb die Gefahr, daß hier die Pflanzer gezwungen ſein
werden, den Betrieb einzuſtellen und ſich anderen
Kul=
turen zuzuwenden. Die Zahl der in Deutſch=Oſtafrika
vor=
handenen Kautſchukbäume wird auf 19 Millionen Stück
geſchätzt. Beſonders drückend wurde der Zuſtand auch in
Südkamerun empfunden, wo der Handel faſt ganz auf der
Verwertung des wilden Kautſchuks beruht. Gute
Fort=
ſchritte hat der Baumwollenbau in Oſtafrika
ge=
macht. In Togo hielt ſich die Produktion auf der Höhe
des Vorjahres. Neuerdings zeigen ſich in den
Grasland=
gebieten von Kamerun beachtenswerte Ausſichten für die
Kultur. Die Farmwirtſchaft breitet ſich in
Süd=
weſt= und Oſtafrika weiter aus. Hier gewinnt die
Kaffee=
kultur und dort der Ackerbau an Boden. Von großer
Wichtigkeit ſind unzweifelhaft die Beſtrebungen, den
Hypo=
thekarkredit in Südweſtafrika zu heben. Der Bergbau
brachte in Südweſtafrika befriedigende Erfolge, namentlich
bei der Diamantengewin nung; die
Geſamtför=
derung des Jahres 1913 überſteigt die des Vorjahres
ganz beträchtlich. Die Kontingentierung der Förderung,
von einzelnen Förderern bekämpft, tritt mit Jahresſchluß
in Kraft und wird daher ihre günſtigen Wirkungen auf
Anno dazumal.
Familien=Roman aus den Jahren 1812 und 1813.
Von Oskar T. Schweriner.
Alle Rechte vorbehalten.
Copyright 1913 by Carl Duncker in Berlin.
(Rachdruck verbolen.,
Er ging zum Tiſch hinüber und holte die Kerze. Sie
lſerte ſichtbar in ſeiner Hand, als er zurückkam. Beugte
über das Bett und leuchtete in das Geſicht des
henden. Im nächſten Moment entfiel die Kerze ſeiner
Eleinden Hand. Zum Glück erloſch ſie dabei; ſonſt hätte
Adas Bett entzündet.
Entſetzt war Ruth den Bewegungen des alten Dögen
Plat.
Was iſt?! — Sagen Sie — was iſt —?1
Statt jeder Antwort ließ Dögen den Kopf auf die
Aiſt ſinken und Träuen rollten über ſeine Wangen.
Lautloſes Schweigen — und dann ein fürchterlicher
rei aus Ruth Bruſt.
Vater!
In wilder Verzweiflung hatte ſie ſich über das Bett
rfen. Mathias Dögen wandte ſich an ſeine Tochter.
Laufe zum Arzt, Lieſelotte. Laufe, mein Kind!
Und während das Mädchen in die finſtere Nacht
Mursſtürzte, um einen Arzt zu holen, ſank Dögen neben
h auf die Knie und betete leiſe ein „Vaterunſer”.
Mete, wie er in ſeinem Leben nie zuvor gebetet hatte.
Ferdinand wohnte in der Roſenſtraße; dort fühlte er
ſ gerade wegen des ſchlechten Rufes dieſer Straße am
färſten. Und dort teilte er Zimmer und Bett mit Franz.
AAls ſie ſich an dieſem Abend, ahnungslos der
Ereig=
mi in der Heiligengeiſtſtraße, zur Ruhe begaben, meinte
Mdinand befriedigt:
unſer anger Geid zut des Wöiglihen und des Pfed,
das wir dem Bauer auf der Landſtraße abkauften, ja
ver=
ſchlungen. Aber wahrhaftig, ich hätte das Doppelte
ge=
geben, hätte ich’s gehabt.
Was Franz mit den Worten beſtätigte:
Wer weiß, ob ohne den Bauer Ruth je ihren Vater
und ich je meine Lieſelotte wieder geſehen hätte.
Dreizehntes Kapitel.
Exzellenz, melde jehorſamſt, drei Mann wollen Ihnen
ſprechen!
Deutſche?
Zu Befehl Exzellenz! Sogar ein Berliner dabei!
Dann ſollen ſie eintreten.
Generalleutnant von York ſah dem Eintritt der drei
Deutſchen von denen „einer ſogar ein Berliner” war, mit
Spannung entgegen. Ahnte er doch, was ſie bringen
konnten, und ſein ſtahlgraues Auge funkelte bei dem
Ge=
danken. So wie das große Auge „des alten Fritz”
ge=
funkelt haben mochte, wenn er ſich für einen ſeiner kühnen
Pläne entſchied. Der „große Fritz”, mit dem York im
Geſicht und Haltung eine merkwürdige Aehnlichkeit
auf=
wies.
Erkennungszeichen und Loſungswort waren bald
ge=
wechſelt und es war York, der die erſte Frage ſtellte.
Was ſagt General von Grawert?
Er will nicht, Exzellenz.
York ſchlug ungeduldig die auf dem Rücken gefalteten
Hände ineinander.
Und was hat der Bund beſchloſſen?
Ihn zu zwingen! ſagte Fritz Dögen in feſtem Tone.
Der Gencral wurde ſehr nachdenklich. Genau ließ er
ſich, obwohl er in die Abſichten des Bundes aufs
gründ=
lichſte eingeweiht war, doch noch die verſchiedenen
Son=
deraufträge der einzeluen Abgeſandten erklären. Am
meiſten begeiſterte ihn der Wortlaut der Botſchaft Pfuels.
Die Fackel, die bis nach Berlin leuchten ſoll! Ich
verſtehe! Was ſagt General von Grawert dazu?!
Ich habe ihm dieſe Botſchaft noch nicht überbracht,
erwiderte Georg Sander. Nach ſeinem wiederholten
ab=
ſchlägigen Beſcheid wollte ich erſt Eurer Exzellenz Bericht
erſtatten.
Und was ſoll ich tun? fragte York.
Fritz blickte ihm feſt in die Augen.
Das wiſſen Eure Exzellenz genau ſo gut wie wir!
Eine lange, ſchwüle Pauſe entſtand. Plötzlich ſtreckte
York, wie nach einem feſten Entſchluß, den anderen ſeine
Rechte entgegen.
Es ſei! Möge die Welt mich richten!
An dieſem Abend fand dann die Beſprechung bei
General von Grawert ſtatt, deren Folgen bald in
Preu=
ßen einen begeiſterten Widerhall finden ſollten.
Um den runden Tiſch herum ſaßen der General von
Grawert, Edmund von Roſen, Fritz Dögen und Georg
Sander. Der General hatte gerade Pfuels Botſchaft
wiederholt.
Die Ruſſen erbieten ſich alſo: General Diebitſch
ver=
einigt ſich bei Beginn der Erhebung ſofort mit dem
preu=
ßiſchen Korps und General von Pfuel ſetzt alles daran,
die in das Innere gelockte franzöſiſche Armee
zurückzu=
halten und einzuſchließen, ſagte Roſen.
Unſererſeits erbieten wir uns, im gegebenen Moment
die wohlvorbereitete Erhebung ins Werk zu ſetzen und zu
Ihnen zu eilen. Und damit Eure Exzellenz ſehen, wie
vortrefflich wir vorbereitet ſind und daß wir auch ſo zu
ſprechen, wie ich ſpreche, die Ermächtigung haben, habe
ich Ihnen dieſes Schriftſtück zu übergeben.
Damit überreichte Fritz dem General das Papier, das
ihm an jenem denkwürdigen Tage in Berlin der „
Pro=
feſſor” übergeben hatte. General von Grawert prüfte es
ſorgfältig und nickte dann ein vaar Mal mit dem Kopfe.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Januar 1914.
die Preisgeſtaltung erſt im nächſten Jahre äußern. Auch
die Verwertung der Kupfererzvorkommen ergab
einen ausreichenden Nutzen. In Kiautſchou brachte
das Jahr 1913 eine unzweifelhafte Beſſerung. Mit der
Konſolidierung der politiſchen Verhältniſſe Chinas ging
ein Aufſchwung des Handels Hand in Hand. Die Einfuhr
iſt namentlich in Anilinfarben ganz erheblich geſtiegen.
Was die Ausfuhr betrifft, ſo gelang es, den Handel in
Seidenſtoffen, die früher ausſchließlich über Tſchifou
aus=
geführt wurden, mehr und mehr nach Tſingtau zu ziehen.
Die Betriebe der Schantung=Eiſenbahn entwickelten ſich
zufriedenſtellend. Es iſt zu erwarten, daß die nunmehr
als chineſiſche Staatsbahnen zu erbauenden Strecken von
Tſinanfu nach Tſchuntfa und von Kaumi nach Itſchanfu
der Schantung=Eiſenbahn und damit auch dem
Schutzgebiet reichen Verkehr neu zuführen werden.
Politiſche Tagesneuigkeiten.
Deutſchland.
Die preußiſche Regierung und der
Herzog von Cumberland. Der welfiſche
Reichs=
tagsabgeordnete Freiherr von Scheele hatte auf einer
Ge=
neralverſammlung des deutſch=hannoverſchen Vereins in
Nienburg u. a. geſagt, der Herzog von Cumberland
wün=
ſche, daß die Welfenpartei den Kampf um die
Wieder=
herſtellung des Königreiches Hannover weiter fortſetze.
Gleichzeitig verlautete, daß eine Erklärung des Herzogs
zu der Nienburger Rede auf keinen Fall erfolgen würde.
Nach Meldungen der Linzer Tagespoſt, die Beziehungen
zu Schloß Gmunden unterhält, ſollen nun von der
preu=
ßiſchen Regierung Vorſtellungen beim Herzog von
Cum=
berland wegen der letzten Auſſehen erregenden Erklärung
des hannoverſchen Welfenführers erhoben worden ſein.
Die Nachricht bedarf indeſſen der Beſtätigung.
Oeſterreich=Ungarn.
Albaniſch=öſterreichiſche
Neujahrs=
wünſche. Die Politiſche Korreſpondenz erfährt: Der
Präſident der proviſoriſchen albaniſchen Regierung,
Js=
mail Kemal Bey, richtete an den Grafen Berchtold
fol=
gendes Telegramm:
„Ich ſchätze mich glücklich, die erſten Wünſche des
al=
baniſchen Staates für das neue Jahr durch Eure Exzellenz
der kaiſerlichen, königlichen Regierung zu übſermitteln.
Ich benütze die Gelegenheit, um Eurer Exzellenz die tiefe
Dankbarkeit des albaniſchen Volkes, ſowie meine
Erkennt=
lichkeit für Ihre wohlwollende Unterſtützung auszudrücken,
dank welcher Albanien ſeine Unabhängigkeit erlangte.”
Graf Berchtold antwortete:
„Ich beeile mich, Eurer Exzellenz den aufrichtigen
Dank der Regierung auszudrücken für die freundlichen
Wünſche anläßlich des neuen Jahres. Ich bitte Sie, die
wärmſten Wünſche zu empfangen, welche die Regierung
für das Glück und die Wohlfahrt der tapferen albaniſchen
Nation hegt.”
Bulgarien.
Der Rücktritt des Kabinetts iſt ohne tiefere
Bedeutung. Er ſoll vielmehr ein Ausdruck der Anpaſſung
an die Verfaſſung ſein, deren Grundſätze einen
Kabmnetts=
rücktritt verlangen, ſobald die Regierung nicht die
abſo=
lute Mehrheit hat. Inzwiſchen iſt der Vorſtand der
Kam=
mer aus den Mitgliedern der Regierungspartei gewählt
worden. Sobald der König mit dem neuen Vorſtand über
die Löſung der Kriſis ſich beraten hat, kann ihm nur eine
Kombination mit der jetzigen Regierungspartei, alſo eine
Neubildung des alten Kabinetts vorgeſchlagen werden.
Türkei.
Kriegsminiſter Enwer Bei. Der Rücktritt
des Kriegsminiſters Iſſed Paſcha gilt in unterrichteten
Kreiſen als Folge ſeines Widerſtandes gegen die vom
jungtürkiſchen Komitee durchgeſetzten Reformen in Heer
und Flotte, insbeſondere gegen den Ankauf des „Rio de
Jäneiro”, worin er eine bedenkliche Benachteiligung des
Heeresbudgets erblickte. Die Ernennung Enwer Beis
begegnet in Heereskreiſen wegen der Jugend des Oberſten
verſchiedenen Bedenken.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. Januar.
sk. Unregelmäßigkeiten beim Verkauf einer
Buchhand=
lung. (Urteil des Reichsgerichts vom 3. Januar 1914.)
Der Buchhändler Friedrich Heberlein in Darmſtadt
ſatte im Jahre 1907 eine Sortimentsbuchhandlung ſamt
einem Kochbuchverlag erworben, wollte ſie aber im Jahre
1911 wieder verkaufen und offerierte ſie dem
Buchhänd=
ler E. Dabei gab er der Wahrheit zuwider an, daß
Um=
ſatz und Reingewinn ſtabil ſeien und jener ſich auf
unge=
fähr 24000 Mark, dieſer auf 3000—4000 Mark belaufe.
E. ſchenkte dieſen Mitteilungen Glauben und erwarb am
13. September 1911 Buchhandlung und Verlag zu einem
Kaufpreis von 10000 Mark, wovon er 8000 Mark ſogleich
bezahlte. Schriftlich vereinbart wurde hierbei, daß
Heber=
lein die Geſchäftsſchulden aus dem erhaltenen Kaufpreis
zu tilgen habe. Er ſah bald ein, daß das neu erworbene
Geſchäft ſeine Erwartungen nicht erfüllte. Der Umſatz
erreichte nur 16000 Mark; ferner ergab ſich eine weitere
Schuldenlaſt, die Heberlein ihm verſchwiegen hatte. Da
Heberlein ſie trotz ſeiner Vertragspflicht nicht tilgte, ſah
E. ſich genötigt, ſelber einen Teil dieſer neu an ihn
heran=
tretenden Forderungen zu befriedigen, um nicht ſeine
un=
entbehrlichſten Lieferanten zu verlieren. Bald darauf
ver=
anlaßte E. ein Strafverfahren gegen Heberlein, weil er
ſich von ihm hintergangen fühlte. Am 29. Juli 1913 hat
dann das Landgericht Darmſtadt den Heberlein wegen
Be=
trugs zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er in
rechtswidriger Bereicherungsabſicht das Vermögen des E
durch Vorſpiegelung falſcher (Rentabilität) und
Unter=
drückung wahrer Tatſachen (Schuldenbelaſtung) und
ſo=
mit durch Irrtumserregung beſchädigt habe. Den
Scha=
den des E. ſchätzte dieſer ſelber auf 5000 Mark. ein
Sach=
verſtändiger auf 2000—3000 Mark. Gegen ſeine
Verur=
teilung legte Heberlein Reviſion beim Reichsgericht mit
der Begründung ein, daß laut Vertragsbeſtimmung E. es
ja gar nicht nötig gehabt habe, die Schulden zu tilgen,
daß er daher auch ihm, dem Heberlein, keine betrügeriſche
Handlungsweiſe zur Laſt legen könne. Der Reichsanwalt
wies demgegenüber darauf hin, daß die Täuſchung hin
reichend feſtgeſtellt ſei, ferner daß E., wenn ihn auch
recht=
lich nichts dazu verpflichtete, ſo doch im Intereſſe der
wei=
teren Exiſtenz des Geſchäftes die Schulden habe decken
müſſen. Das Reichsgericht hat indeſſen das
Ur=
teil aufgehoben und die Sache an die
Vor=
inſtanz zurückverwieſen, da die Feſtſtellung des
dem E. zugefügten Vermögensſchadens unzulänglich und
zum Teil rechtsirrtümlich ſei.
— Hofmuſikkonzert. Es ſei nochmals darauf
hin=
gewieſen, daß ausnahmsweiſe die Hauptprobe am
Montag erſt um 11 Uhr beginnt.
* Vortrag über den Wehrbeitrag. Indem nochmals
darauf hingewieſen wird, daß der Vortrag des Herrn
Handelskammerſyndikus Dr. Human über den „
ein=
maligen außerordentlichen Wehrbeitrag
unter gleichzeitiger Berückſichtigung der
künftigen Vermögenszuwachsſteuer” heute
abend 8½ Uhr im Mathildenhöhſaal, Dieburger Straße
Nr. 26, ſtattfindet, wird darauf aufmerkſam gemacht, daß
der Beſuch dieſer öffentlichen Verſammlung deshalb
dop=
pelt ratſam iſt, weil richtige Vermögens= und
Einkommen=
erklärungen ſeitens der Wehrſteuerpflichtigen nur dann
abgegeben werden können, wenn ſich dieſelben vollſtändig
im klaren ſind, welche Perſonen bezw. Vermögen und
Einkommen überhaupt wehrbeitragspflichtig ſind und
hauptſächlich, was unter dem Begriff des „ſteuerpflichtigen
Vermögens” zu verſtehen iſt. Auch der Zuſammenhang
der künftigen Vermögenszuwachsſteuer mit dem einmaligen
außerordentlichen Wehrbeitrag bedarf ſchon jetzt
vollkom=
menſter Erläuterung und Klarlegung, da durch falſche
be=
ziehungsweiſe mangelhafte Vermögensdeklaration die
Be=
treffenden bei der künſtigen Erhebung der
Vermögens=
zuwachsſteuer (Beſitzſteuer) empfindlichen Schaden
erlei=
den können.
* Fremdſprachliche Vorträge. Herr Herbert Wright,
der vom vorigen Jahre her in guter Erinnerung bei uns
ſteht, wird nächſten Mittwoch den vierten Vortrag halten.
(S. Anz.)
Kunſtnotizen.
Uleber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nacht
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor,
— Ueber Franz von Vecſey, der am nächſten
Samstag, 10. Januar, erſtmalig vor das Darmſtädter
zublikum treten wird, leſen wir im Feuilleton der
Münchener Zeitung: „Franz von Vecſey war neben
Hubermann der einzige, der das berechtigte Vorurteil gesl
gen Wunderkinder durch ſein eigenes Beiſpiel widerlegt
hat, und er iſt heute (wiederum neben Hubermann) der
einzige, der die allgemeinen — nicht minder berechtigten
Beſorgniſſe um die weitere Entwicklung der=
Wunder=
kinder erfreulich enttäuſcht. Er iſt ein Meiſter der Geige
geworden, der in Technik und Tongebung heute ſchon zu
den ganz Großen gehört, als Interpret bald zu ihnen ges
hören wird. Sein Spiel ſpottet aller Schwierigkeiteng
Er muſiziert ſtets natürlich, intelligent und temperamente
voll, ohne daß dieſe drei Eigenſchaften ſich gegenſeitig im
geringſten beeinträchtigen. Und was das herrlichſte iſte
in ſeinem Vortrag lebt eine beſtrickende, ſinnliche
Schön=
heit. Wir hören wieder ſeine Töne voll reifer, ſchweren
Süße, wie ſie uns ſeit Saraſates und Hugo Heermanns
beſten Tagen keiner mehr vernehmen ließ.” — „Seinen
erſten Konzert am Montag ließ der Geiger Franz von
Vecſey raſch ein zweites folgen, und ſo ſchnell hatte ſich
der Ruf ſeiner unvergleichlichen Kunſt ausgebreitet, daß
diesmal ein ausverkauftes Haus ſeinen Darbietungen zu
ubelte. Mit den Hörern vereinigt ſich auch die Kritiki
Staunen und Bewunderung. Bei Franz von Vecſey iſt
Kunſt Natur, das Unmögliche Ereignis geworden. Selbſtl
die Virtuoſenſtücke, darunter auch eine reizvolle Humoresk
eigener Kompoſition, adelt ſein Vortrag und hebt ſie
durch die unvergleichliche techniſche Wiedergabe in höherg
Sphären. Seine eminente Muſikalität zeigte ſich wiedel
in der rhythmiſchen Bewertung auch des unſcheinbarſten Nöh
chens. Daß das Publikum in eine ganz ungewohnte Bel
geiſterung und dionyſiſche Stimmung verſetzt wurde
merkte man ſchon nach der Ciaconne von Bach; mit elen
mentarer Gewalt kam dies zum Ausbruch beim E=Moll
Konzert von Mendelsſohn und den drei letzten Nummern
welche Dacapo verlangt wurden. Der ſtürmiſche Beifall
am Schluß erzwang noch die Es=Dur=Nocturne voſ
Chopin, welche das Auditorium vor dem Podium ſtehen
anhörte. Alles in allem, ein Elite=Abend, deren man nich
allzu viele in der Saiſon erlebt.” — Franz von Vecſeh
wird ſein in München vorgetragenes Programm am 10.a
nuar auch in Darmſtadt ſpielen.
Offenbach, 4. Jan. (Eine hochherzige Schen
lung.) Die Erben der Kommerzienrat Georg Heyn
Eheleute haben für Zwecke der Säuglingsfürſorge in
Stadttrankenbaus 25000 Mark zur Verfügung geſtellt.
Verwendung der Mittel ſoll nach Vorſchlägen des
Kran=
fenhausdirektors, als des berufenen ſachmänniſchen Ber
ters der Stadt, erfolgen. Die Entſcheidung über die Ve
wendung im einzelnen Fall hat ſich der Vertreter der
milie Heyne vorbehalten.
WErbach i. O., 3. Jan. (Unfall.) Heute nach
mittag ereignete ſich in der Weberei der Kumpfſchen Tuch
fabrik ein bedauernswerter Unglücksfall. Das Schiffe
eines mechaniſchen Webſtuhls glitt aus und wurde den
Weber Leonhard Volk ſo heftig an die Stirn geſchleuden
daß er auf der Stelle zuſammenbrach und das Blut aus
Mund und Naſe herauslief. Man verbrachte ihn ſofo
in das Kreiskrankenhaus.
Reichelsheim i. O., 5. Jan. (Wappenfund.)Be
einer Durchſicht der alten auf dem hieſigen Rathauſe auft
geſtapelten Akten wurde in einem Gerichtsbuch vom Jahle
1695 ein Siegellackſtempel vorgefunden, der das alte Rei
chelsheimer Gemeindewappen trägt. Das Wappen zeig
drei Sterne nebſt einem Eichenkranz. Schon in früheren
Jahren wurde in den Archiven von Erbach und
Darm=
ſtadt nach einem Reichelsheimer Wappen nachgeſucht, abe
ohne Erfolg. Man glaubte daher, daß ein ſolches nich
exiſtiert habe. Das nunmehr entdeckte Wappen ſoll u
hergeſtellt und wieder als Siegel zur Verwendung kom
men. Auch am Rathauſe ſoll es angebracht werden.
Lindenfels 4. Jan. (Die Gemeinderech
nung für 1912/13) ſchließt mit einer Einnahme vo
66873 Mark, einer Ausgabe von 63 537 Mark ab, ſo däßl
ein Ueberſchuß von 3336 Mark verbleibt. — Die Ernenn
rungsarbeiten an unſerer elektriſchen Lichtleztung ſind in
mer noch nicht beendigt. Da die Arbeiter täglich bis zum
Einbruch der Dunkelheit beſchäftigt ſind und daher bis
um dieſe Zeit kein Strom zu haben iſt, machen ſich
damit verbundenen Störungen in den Haushaltunge
Und Eurer Exzellenz endgültige Antwort?! fragte
Fritz, nachdem der General wiederholt das Papier
durch=
gelefen hatte.
Dieſer erhob ſich; die anderen folgten ſeinem Beiſpiel.
Ich kann nicht anders! So helfe mir Gott, ich kann
nicht anders!
Dabei entging es ihm nicht, wie ſchmerzlich ſich ſein
Entſchluß auf den Zügen der drei jungen Männer
aus=
prägte.
Sie müſſen, Exzelkenz! Es gibt keinen anderen
Aus=
weg! Entweder Sie führen uns der Freiheit entgegen
oder
Oder —
Oder ein anderer wird es am Ihrer Stelle tun!
General von Grawert trat unwillkürlich einen Schritt
zurück.
Der wäre?
Generalleutnant von York.
Der General preßte die Lippen aufeinander.
Sie haben bereits mit ihm geſprochen?
Wir haben mit ihm geſprochen! Und ehe der General
noch ein Wort erwidern konnte, ſügte Fritz Dögen
eindring=
lich hinzu:
Eure Exzellenz halten das, was wir Ihnen zumuten,
als mit Ihrer Ehre nicht vereinbar und weiſen es deshalb
zurück. Das können wir verſtehen; — es iſt der einzige
=Standpunkt, den ein preußiſcher General einnehmen kann.
Steht nun aber ein anderer preußiſcher General auf einem
anderen Standpunkt, ſo iſt es Ehrenpflicht dieſes anderen
Generals, auch ſeinerſeits nach ſeiner Ueberzeugung zu
hhandeln. Dieſer andere iſt General von York; ſeine Ueber=
Ezeugung läuft der Ihren ſtrikt entgegen. Und da wir alle
überzeugt davon ſind, daß unſer Vorhaben zur
Wiederge=
burt des Vaterlandes führen wird, ſo müſſen wir Sie im
da der König Ihnen leider
Namen des Vaterlandes,
einen derartigen Befehl nicht erteilen kann, — erſuchen,
Platz zu machen dem andern. Das, Eure Exzellenz, iſt mit
Ihrer Ehre vereinbar. Die künftigen Geſchlechter aber
werden nicht ſagen können, daß der General von Grawert
der Wiedergeburt des Vaterlandes im Wege ſtand.
Der General hatte ruhig zugehört.
Wiedergeburt des Vaterlandes! wiederholte er bitter.
So ſagen wir — dem Verſuch zur Wiedergeburt des
Vaterlandes!
Es erging dem General von Grawert wie es York
er=
ging; er faßte kurzer Hand ſeinen Entſchluß. Mochte
viel=
leicht auch froh ſein, ſo aus der ſchweren Verantwortung
herauszukommen. Nur, da er nicht der Feuerkopf gleich
York war, machte er die Einwendung:
Wenn ich plötzlich mein Kommando niederlege und
wenn dann gar noch General von York an meine Stelle
tritt, dann werden der ewig mißtrauiſche franzöſiſche
Kai=
ſer und der nicht minder mißtrauiſche Marſchall Macdonald
Verdacht ſchöpfen.
Auch daran haben wir gedacht, Exzellenz! Und unſer
Plan iſt bereits entworfen. Sie müſſen krank werden.
Krank?
Krank! Heute noch! Dann übernimmt General von
York als Rangälteſter von ſelbſt Ihr Kommando. Ihre
Krankheit verſchlimmert ſich und in wenigen Tagen können
Sie den Kriegsſchauplatz verlaſſen haben.
Ganz geſchickt, murmelte der General und fügte hinzu:
Und der Arzt?
Der Eure Exzellenz behandeln wird, gehört zu uns.
Es entſtand eine kurze Pauſe. Dann entſchied der
General:
Es ſei!
Mit feſtem Händedruck wurde die Abmachung beſiegelt
Noch an demſelben Tage wurde General von Grawert
krank. York übernahm ſein Kommando. Schon am näch
ſten Tage rückte York nach Mitau ab und legte ſo zwiſche
ſeinen und Marſchall Macdonalds Truppen eine größe
Entfernung.
Wochen waren vergangen. Fritz Dögen, Edmund vol
Roſen und Georg Sander waren hinter Yorks Truppe
her nach Mitau gegangen und hatten ſich dort im Wir
haus einquartiert. Mit General von York kamen ſie wen
zuſammen; es galt, kein Aufſehen zu erregen. So ſaße
ſie und warteten auf das Fackelſignal aus Moskau.
Indeſſen ſchien es unvermeidlich, daß es zwiſch
York und den Ruſſen bald zu einem Gefecht kommen muß
Die ruſſiſchen Generale Eſſen und Steinheil ſtanden
Riga. Etwas mußte geſchehen. Und ſiehe da, es geſchal
Die Ruſſen unternahmen einen Angriff, die Preußen
chen vor der großen „Uebermacht” zurück. Die Ruſſen
beuteten über hundert Geſchütztze.
Die drei Freunde lächelten ruhig in ihre Bierkrü
hinein, als ſie von dieſem „Verluſt der Preußen” hörten
So kam der neunundzwanzigſte September hera
York, der etwas unternehmen mußte, griff die Ruſſen aſ
Dieſer Kampf bei Mitau dauerte bis in die Nacht hinei
und endete mit dem Rückzuge der Ruſſen. Der Verluſt
auf beiden Seiten gering geweſen, denn York hattev
ſeiner Ueberlegenheit an Reiterei „keinen Gebrauch
macht”. Am nächſten Tage wurde das Gefecht fortgeſe
mit denſelben Ergebniſſen.
Und wieder lächelten Fritz, Edmund und Georg
Wirtshaus in ihre Bierkrüge hinein, als ſie von dem
gang dieſes Gefechtes hörten. Es war klar; die Verbill
dung zwiſchen den Preußen und Ruſſen war hergeſtell
bekämpften ſich nicht mehr ernſthaft.
(Fortſetzung folat.)
Nummer 3.
darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Januar 1914.
Seite 3.
jußerſt unangenehm bemerkbar. — Der junge Mann
m benachbarten Schlierbach, der an Weihnachten daſelbſt
In anderen Burſchen überfallen, geſtochen und dann in
den Bach geworfen wurde liegt immer noch
lebens=
gefährlich danieder. Zur weiteren Behandlung mußte
heute in eine Klinik nach Darmſtadt verbracht werden.
Mainz, 4. Jan. (Große Gefahr für den
ſainzer Dom?) Die in Berlin erſcheinende Bauwelt
ſſthreibt: Eingehende Unterſuchungen über die Bedrohung
ſes Mainzer Domes haben ergeben, daß die bauliche
Ge=
jhrdung größer iſt, als bisher angenommen wurde.
In=
lge des neu angelegten Mainzer Längskanals haben ſich
die Grundwaſſerverhältniſſe völlig geändert, ſo daß das
Erdreich unter dem Dom ſich beträchtlich geſenkt hat.
Außerdem iſt der alte Pfahlroſt, auf dem der Oſtturm
ſtrht, zerbröckelt und verwittert, infolgedeſſen ſind hier
e Grundmauern ohne jeden Halt. Schnellſte Hilfe tut
ſeher not. Die beträchtlichen Mittel für die Ausbeſſerung
herden durch eine vor kurzem genehmigte Lotterie be=
Ur afft.
Orpheum.
Gaſtſpiel des Max Walden=Enſembles.
Die Direktion unſeres Varietés trägt alljährlich
ſtit dem Einſetzen der Karnevalſaiſon der tollen,
ausge=
iſenen und eben auf „Karneval” geſtimmten aus
leinen Laune Rechnung und ſorgt auch im Orpheum für
tmor. Dieſes um die Zeit des Faſtens ſehr beliebte
lixier kann man in vielerlei Aufmachung genießen und
s wird um ſo wirkſamer ſein, je vielſeitiger und abwechs
lungsreicher es ſerviert wird. Dieſe Vielſeitigkeit bringt
n das Mar Walden=Enſemble in ganz beſonderem Maße.
Epiel, Geſang und Tanz wechſeln in bunter Reihenfolge
ſd ſorgen in ausgedehntem Maße dafür, daß Auge und
r in gleicher Fülle genießen können. Freilich,
literari=
he Anſprüche darf man an das, was geboten wird, nicht
Pllen. Aber iſt das denn immer nötig? Man darf doch
uch einmal lachen, ohne ſich erſt in tiefſinnigen Gedanken
grüber ergehen zu müſſen, was der oder die Autoren wol=
Sind ſie doch ehrlich genug, zu geſtehen, daß ſie eben
uchts anderes wollen, als lachen machen. Und das
er=
lichen ſie in ſehr ausgedehntem Maße.
Es iſt ein tolles Ding, dieſer „Parkettſitz Nr. 10‟
iegerpoſſe mit Geſang und Tanz in einem Vorſpiel und
elkten nach einem gleichnamigen Schwank von Mar Neal
d Hans Gerbeck, bearbeitet von Hermann Haller und
lli Wolff. Muſik von W. Goetze. Viele Köche
verder=
len ſonſt den Brei. Hier iſt es nicht ſo und die 5
Auto=
ſ, zu denen Mar Walden ſelbſt als ſechſter zu zählen iſt,
d ja ſchließlich auch keine Köche. Es ſcheint, daß einer
en anderen immer zu übertreffen ſuchte an tollen,
lau=
ſiten Einfällen, und ſo wurde ein Schlager” aus dieſem
Markettſitz Nr. 10” der ſeine Durchſchlagskraft allem
An=
hein nach auch hier bewähren wird. Die erſten
Vor=
ellungen vor faſt ausverkauftem Hauſe beweiſen das.
hon wie ſie ſich einführt, die Fliegerpoſſe, iſt originell
d wirkſam. Nach berühmtem Reinhard=Muſter beginnt
nämlich im Zuſchauerraum, mitten unterm Parkett=
Pblikum, in dem „Vorſpiel im Theater” nämlich.
Und=
hen — doch halt, was dann kommt, ſoll lieber nicht
ver=
ſten ſein. Es könnte die Pointe töten.
Die Aufführung war, von ganz wenigen, durch
Neu=
ſtſetzung bedingten Ausnahmen abgeſehen, ausgezeichnet.
ie Geſangs= und Tanzſchlager, von denen beſonders er
ſähnt ſeien: „Wir kommen her aus Pi=Pa=Poſemuckel”
chatzi woll’n wir mal‟. Erziehung zur Ehe” „
Luft=
harſch” „Rodelduett” „Der Wackel=Tanz” „So zu zweien
die Lüfte zu ſteigen” ſowie eine Walzer=Einlage (Text
Muſik von Ferry Körner) wurden vielfach da capo
Atangt. Die Hauptrollen ſind gut beſetzt Allen voran
e des Vitus Bollerſtädt durch Mar Walden ſelbſt,
mit ſeinem trockenen, draſtiſchen Humor und in vor=
Alicher Maske direkt zündend wirkt. Dann Heinz
Uehlerking als Eduard Sammtberger, ein
ausgezeich=
ſter Darſteller, deſſen friſches, temperamentvolles Spiel
Aſrnders ſympathiſch wirkt, und Otto Otbert als
Hotel=
lſitzer Rütli, deſſen routiniertes Spiel vielen
Darm=
ſidtern noch von ſeiner Tätigkeit am Hoftheater bekannt
in dürfte, und C. M. Schäfer, der den Flieger ſehr
tt verkörpert. Von den Damen ſeien beſonders
hervor=
ſrufen Marie Bartling, die mit gleicher Vollendung
ſielt, ſingt und tanzt, Julie Mohrmann Ghriſte
ſſofffmann Hilde Siemerling uſw. Reizend iſt
s Sextett der Kellnerinnen mit den Damen Heller
Aoog und Skora an der Spitze. Auch die ſonſtigen
Awirkenden Karl Bödecker als von Bär, Oskar
Akora (Gefängnisauſſeher), Otto Schwarze (
Schutz=
ürten Beetz), Theo Brüſer (Theaterſekretär) uſw. waren
Mhl an ihrem Platze.
Reich und Ausland.
Stuttgart, 4. Jan. (Ein ſchweres
Rodelun=
ück) ereignete ſich geſtern abend in der Klopſtockſtraße.
In Taxameter dog von der Schwabſtraße in
Klopſtockſtraße ein, wo Kinder rodelten.
Uner der mit Kinder beſetzten Schlitten fuhr
lekt in den Tarameter. Von den Kindern wurde ein
elfjähriger Knabe ſofort getötet, ein Knabe und ein
Mädchen ſchwer verletzt.
Salmünſter, 4. Jan. (Zu der Wahnſinnstat
des Gymnaſiaſten Wolf) iſt zu melden, daß ſeine
von ihm verletzte Mutter bereits geſtorben iſt. Seine
Tante und ſein Bruder liegen in lebensgefährlichem
Zu=
ſtand im Krankenhaus.
Bremen, 4. Jan. (Rettungaus Seenot.) Die
Rettungsſtation Rügenwaldermünde der Deutſchen
Geſell=
ſchaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphiert: Am 3.
Januar von dem Stettiner Dampfer „Wolgaſt” Kapitän
de Buhr, geſtrandet bei Vittertief, leer von Königsberg
nach Stettin beſtimmt, elf Perſonen gerettet durch den
Raketenapparat der Station.
Bremerhaven, 4. Jan. (Schiffsunglück.) Aus
Bolüngavik am Iſa=Fjord wird gemeldet: Der
Fiſchdamp=
fer „Alice Buße” von der Reederei Buße und der
Fiſch=
dampfer „Karoline Köhne” von der Reederei Löffke in
Geeſtemünde wurden im Iſa=Fjord von ſchwimmenden
Eismaſſen aneinander gedrückt und ſind geſunken. Die
Mannſchaften wurden gerettet.
Graz, 4. Jan. (Mord ?) Im Bahnhof von Aleſſio
übergab ein elegant gekleideter Fremder einem
Hoteldie=
ner eine Reiſetaſche mit dem Bemerken, er werde bald in
das Hotel kommen. Da der Fremde ſich jedoch nicht
blik=
ten ließ, wurde die Taſche geöffnet und man fand darin
einen bereits in Verweſung übergegangenen Mannskopf,
der aufgeſchnitten war, ſowie eine Frauenhand, die zwei
wertvolle Brillantringe trug. Bisher konnte noch nicht
er=
mittelt werden, wer der Unbekannte iſt. Man iſt der
An=
ſicht, daß es ſich hier wohl um ein Eiferſuchtsdrama
handelt.
Marſeille, 4. Jan. (Auf Grund geraten.) Der
Poſtdampfer „Manſourah” iſt an der tuneſiſchen Küſte bei
Mahdia auf Grund geraten. Die Verſuche, das Schiff
wieder flott zu bekommen wurden aufgegeben, bis die
Sec ſich beruhigt hat. „Manſourah” befand ſich auf der
Fahrt von Tripolis über Tunis nach Marſeille. Beſatzung
und Paſſagiere ſind wohlauf.
Limoges, 4. Jan. (Unfall durch Glatteis.)
Infolge von Glatteis entgleiſte in der Nähe der Stadt
ein aus dtei Wagen beſtehender Straßenbahnzug. Die
Wagen legten ſich quer über die Straße. Zwei
vorüber=
gehende Perſonen wurden getötet und etwa zwanzig
Fahraäfte verletzt.
Brüſſel, 3. Jan. (Die Genter
Tertilindu=
ſtriellen) haben beſchloſſen, die Betriebseinſchränkung,
welche die Geſchäftslage jüngſt notwendig machte, für
Ja=
nuar und Februar aufrechtzuerhalten.
Rabat, 4. Jan. (Folgen des Felsſturees.)
Von den durch herabgeſtürzte Steinmaſſen
Verſchütteten ſind, wie ſchon gemeldet, 22 Menſchen
als Leichen geborgen worden. Man fürchtet, daß noch
mehr Opfer unter den Trümmern liegen. Die
Aufräu=
mungsarbeiten werden durch Schneefall aufgehalten und
dürften infolgedeſſen mehrere Tage dauern. Einige der
herabgeſtürzten Felsblöcke wiegen über 100 Tonnen. Die
hohe Zahl der Opfer erklärt ſich aus dem Umſtande, daß
große Blöcke auf ein mauriſches Café fielen, in dem ſich
zahlreiche Gäſte befanden.
Parlamentariſches.
* Das Miniſterium der Juſtiz hat der Zweiten
Kam=
mer den Entwurf eines Geſetzes betreffend
die Losgeſellſchaften, die Veräußerung von
In=
haberpapieren mit Prämien und den Handel mit
Lotterie=
loſen nebſt Begründung zugehen laſſen. In der
Be=
gründung heißt es: Trotz aller Vorſchriften, deren
Zweck es hauptſächlich iſt, die Spielleidenſchaft
einzu=
dämmen und einer ungehörigen Ausnutzung der Spielluſt
und des Leichtſinns vorzubeugen, iſt es nicht gelungen,
ge=
wiſſe neuzeitliche Erſcheinungen auf dieſem Gebiete, die
darauf hinauslaufen, die Spielluſt meiſt ärmerer und
un=
erfahrener Bevölkerungsklaſſen auszubeuten, mit Erfolg
zu unterdrücken. Namentlich ſind es ſogenannte
Losgeſell=
ſchaften, die neuerdings in gemeinſchädlicher Weiſe ihre
Tätigkeit über das ganze Land hin entfalten und
aus=
breiten. Die Form. in der dieſe Ausbeutung der
Bevöl=
lerung meiſt betrieben wird, iſt die Veranſtaltung von
Prämien= oder Serienlosgeſellſchaften. Die zuſtändigen
Miniſterien in Heſſen haben bereits in den Jahren
1906/1907 die Polizei= und ſtaatsanwaltſchaftlichen
Be=
hörden angewieſen, auf das gemeinſchädliche Treiben jener
Losgeſellſchaften ein beſonderes Augenmerk zu haben und
ihm mit allen Mitteln, welche die Geſetze an die Hand
geben, entgegenzutreten. Seitdem iſt ein Nachlaſſen der
Tätigkeit der betreffenden Geſellſchaften im
Großherzog=
tum bemerkbar: allein eine vollſtändige Einſtellung der
verderblichen Tätigkeit iſt nicht eingetreten und auch nicht
zu erwarten, ſolange der erfinderiſche Geiſt der
Veran=
ſtalter und Förderer der Losgeſellſchaften ſtets neue
For=
men für ihr gemeinſchädliches Tun und Treiben findet,
die ven den beſtehenden lückenhaften und zu der heutigen
Entwickelung des Verkehrs auf dem hier fraglichen
Ge=
biete nicht mehr ganz paſſenden Geſetzen nicht getroffen
werden.
Dieſe unerfreulichen Erſahrungen haben eine Reihe
von Bundesſtaaten, wie Preußen, Hamburg. Lübeck,
Ol=
denburg, Braunſchweig, neuerdings veranlaßt, geſetzliche
Maßnahmen gegen die ſchädlichen Auswüchſe auf dem
Ge=
biete des Lotterie= und Ausſpielungsweſens, insbeſondere
gegen die wucheriſche Ausbeutung des leichtgläubigen
Publikums durch die Losgeſellſchaften zu treffen. Die
Ge=
fahr iſt außerordentlich naheliegend, daß die Unternehmer
von Losgeſellſchaften allmählich ganz ihre Tätigkeit in die
Staaten verlegen, in denen das Publikum durch die
Ge=
ſetzgebung vor ihren Ausbeutungen nicht oder weniger
ge=
ſichert iſt. Es erſcheint deshalb unerläßlich, dem Beiſpiele
jener Staaten im Großherzogtum zu folgen, wie dies auch
von den Großherzoglichen Staatsanwaltſchaften auf
Grund ihrer Erfahrungen dringend befürwortet worden
iſt.
* Der Abgeordnete Hauck und Genoſſen
be=
antragen: Hohe Kammer wolle beſchließen. Großh.
Regierung zu erſuchen, auf dem Wege der Verordnung
feſt=
zuſtellen, welche Behörde in jedem einzelnen Falle mit der
Verwendung des Urkundenſtempels betraut
werden ſoll.
Luftfahrt.
* Kopenhagen, 4. Jan. Anläßlich des geplanten
Hydroäroplanfluges Warnemünde=
Kopen=
hagen=Chriſtiania fand eine Beſprechung zwiſchen
dem Vertreter des deutſchen Luftfahrtverbandes und den
Vertretern der däniſchen äronautiſchen Geſellſchaft ſtatt.
Es wurde beſchloſſen, den Flug zwiſchen dem 15. und
23. Auguſt zu veranſtalten. Die Flugſtrecke ſoll von
Warnemünde über Kopenhagen=Aarhaus=Frederikshaven
oder Skagen mit einer Landung in einer ſüdnorwegiſchen
Stadt nach Chriſtiania gehen, vorausgeſetzt, daß die
Aeroklubs der drei Länder 50000 Mark für Prämien
aufbringen. Sollte Schweden ſich beteiligen wollen, iſt
auch eine Landung in Malmö geplant.
Vermiſchtes.
C.K. Die Eiſenbahn über die Anden. Aus
London wird berichtet: In der jüngſten Sitzung des
briti=
ſchen Inſtitutes der Ingenieure erſtattete Brodie Haldane
Henderſon Bericht über die gewaltigen techniſchen
Schwierigkeiten, die die vor kurzem vollendete
Eiſenbahn über die Anden der Kunſt des Ingenieurs
ſtellte, und über die intereſſante Art, in der die Technik
dieſer Aufgaben Herr wurde. Die Bahn führt von
Men=
doza über die Anden bis nach Santa Roſa de Los Andes
in Chile. Bald ſtellte es ſich heraus, daß bei den
gewal=
tigen Steigungen eine gewöhnliche Eiſenbahn nicht
aus=
reichen könnte, und ſo kam man ſchließlich zur
Konſtruk=
tion einer Bahn mit gemiſchtem Betrieb: man mußte eine
ganze Reihe von Etappen als Zahnradbahn einſchieben.
Auf der argentiniſchen Seite entſtanden auf dieſe Weiſe
ſieben verſchiedene Zahnradſtrecken von zuſammen rund
15 Kilometer Länge, auf der chileniſchen Seite 6 derartige
Etappen von rund 28 Kilometer. Die höchſte Steigung
iſt dabei 1112½. Auf dieſe Weiſe wurde die Bahnſtrecke
bis zu ihrem höchſten Punkte dem ſogen. „Gipfeltunnel”
hinaufgetrieben, wo die Linie am Uspallatapaß die Höhe
ven 10 521 engliſchen Fuß erreicht und ſomit den höchſten
Punkt der Gotthardbahn um nicht weniger als 6700 Fuß
überbietet. Durch die Felſen der Cordilleren wurden
eine ganze Reihe von Tunnels geſchlagen. Die
Schwie=
rigkeit beſtand dann nach Vollendung der Arbeit in der
Beſchaffung eines für den Doppelbetrieb geeigneten
Lo=
komotivenmaterials. Nach langwierigen Verſuchen führte
man zwei eigenartige neue Typen ein, die gleichzeitig auf
der gewöhnlichen Strecke und auf der Zahnradſtrecke
ar=
beiten; das eine dieſer Lokomotivenmodelle, das die brie
tiſche Bahnbaugeſellſchaft für den argentiniſch=chileniſchen
Verkehr einführte, iſt deutſchen Urſprungs und ſtammt aus
einer großen ſüddeutſchen Maſchinenfabrik.
Literariſches.
— Haus Erlwein: Das italieniſche
Dörf=
chen in Dresden. 12. Sonderheft der Architektur des
20. Jahrhunderts. Text von Cornelius Gurlitt. 16
Sei=
ten mit 46 Abbildungen und 7 Farbentafeln. Verlag von
Ernſt Wasmuth, A.=G., Berlin. Preis 7,50 Mk.
Vor=
zugspreis für Abonnenten 4,50 Mk. Zu der im
Wasmuth=
ſchen Verlage ſchon erſchienenen umfangreichen Serie von
Monographien unſerer hervorragendſten modernen
Bau=
künſtler bringt das Werkchen über Dresdens bekannten
Stadtbaurat eine neue wertvolle Erweiterung. Archſtekt,
Bildhauer und Maler haben in wechſelſeitiger Ergänzung
und in verſtändigem Zuſammenarbeiten hier ein Werk
ge=
ſchaffen, das modern iſt und dabei doch von tiefer
Ver=
ehrung für das Alte Kunde gibt.
— Das liebe Ich. Grundriß einer neuen Diätetik
der Seele. Von Dr. med. Wilhelm Stekel. Preis 3
Mark. Verlag von Otto Salle in Berlin W. 57. Es hat
lange gedauert, bis man eingeſehen hat, daß die
ſogenann=
ten Nervenkrankheiten Seelenkrankheiten ſind. Stekel hat
ſich zur Aufgabe geſtellt, die Erlebniſſe und das Milieu
des Neurotikers zu erforſchen, ihm ſeine krankhafte
Ein=
ſtellung zur engeren Umgebung und zur ganzen Welt zu
korrigieren, ihm ſeine unerfüllbaren Phantaſien bewußt zu
machen, ihn mit der Wirklichkeit auszuſöhnen und ihn nach
dem Erkennen zu belehren, zu führen und zu weiſen.
— Moltke. Von Franz C. Endres. (Aus
Na=
tur und Geiſteswelt. Sammlung wiſſenſchaftlich=
gemein=
verſtändlicher Darſtellungen aus allen Gebieten des
Wiſſens. 415. Bändchen.) Verlag von B. G. Teubnec
in Leipzig und Berlin. 8. 1913. Geh. 1 Mk., in Leinwand
geb. 1,25 Mk. Das Streben des Verfaſſers, dem deutſchen
Volke einen im guten Sinne „populären Moltke” zu
ſchenken, konnte kaum, das muß zuſammenfaſſend geſagt
ſein, in ſachkundigerer und feſſelnderer Weiſe erfüllt
werden.
Soeben erſchien: Vom Wiſſen zum Glauben.
Grundlagen einer einheitlichen Welt= und
Lebensanſchau=
ung. Von einem Gottſucher. Groß=Oktav 106 Seiten.
Preis 2 Mk., geb. 3 Mk. Verlag von F. Leineweber in
Leipzig, Könneritzſtraße 49. Der Inhalt iſt: 1. Einleitung.
2. Das Lebloſe. 3. Das Leben. 4. Das Ueberleben. 5.
Das freie Spiel der Kräfte. 6. Das Leid. 7. Der freie
Wille. 8. Die Selbſtſucht. 9. Die Selbſtzucht. 10. Kurz
zuſammenfaſſender Ueberblick. Aus dem 10. Abſchnitt geht
hervor, daß es ſich in dem Buche zum Teil um ganz neue
Gedanken über Welt und Leben handelt.
Vom Balkan.
* Bukareſt, 4. Jan. In der Kammerdebatte über
die Adreſſe zur Thronrede konſtatierte
Miniſterpräſi=
dent Majoreseu in Erwiderung auf die von mehreren
Rednern geübte Kritik die Uebereinſtimmung in den
An=
ſchauungen innerhalb der Regierung und ihr
Zuſammen=
arbeiten in allen Fragen der auswärtigen
Poli=
tik. Die Regierung, führte der Miniſterpräſident aus.
Wroßherzogliches Hoftheater.
Sonntag, den 4. Januar.
Die Walküre.
W-l. In nahezu fünfſtündiger Aufführung ging heute
mnd „Die Walküre” in Szene. Muſikaliſcher Leiter der
Afführung war, wie am erſten Abend, Herr
Hofkapell=
irer de Haan, Spielleiter Herr Regiſſeur Nowack.
fr erſte Akt verlief in dem bekannten Rahmen und in
früheren Beſetzung. Herr Becker als Siegmund war
hr gut disponiert und mit der geſanglichen Ausführung
Partie beſonders glücklich und erfolgreich. Frl
versbach ſang, obwohl ihre Stimme etwas ermüdet
Aſein ſchien, die Partie der Sieglinde ſehr ſchön. ein
ſiſtergültiger Vertreter des Hunding iſt Herr
Ste=
lani. Das Geſangstrio erntete nach dem Aktſchluß
be=
lſterten Beifall. Die Inſzenierung iſt ſtimmungsvoll
und ſchön, die in unmöglichen bunten Farben gemalte
Wpetenlandſchaft, die den „lachenden Lenz” darſtellen
, würde aber beſſer entfernt. Wundervoll inſzeniert
im 2. Akte die Kampfſzene, in der die (diesmal nach
n anſtatt ſeitwärts) heraufziehenden düſteren Wolken
iſ verblüffender natürlicher Wirkung ſind. Daß die
Er=
älung Wotans zu Anfang des Aktes ungekürzt kaum
er=
lich iſt, darf man ja wohl ſagen, ohne in den Verdacht
Ketzerei zu kommen. Auch der dritte Akt iſt in der
en Inſzenierung ſehr wirkungsvoll, bis auf die
Schluß=
e. in der Loge die Geheimniſſe des Rundhorizontes
Ellfehr bloßſtellte und in ſeiner tückiſchen Art auch noch
Schſenſchatten auf ihn warf. Dieſe Anſtände können der
Inſzenierung des Ganzen als hochkünſtleriſcher Leiſtung
aber keinen Abbruch tun
Herr Kammerſänger Walter Soomer aus Dresden
ſang auch heute den Wotan mit markigem Organ, ſchönem
Pathos und ſouveräner künſtleriſcher Beherrſchung
ſei=
ner Aufgabe. In großem Stil gehalten war ſowohl die
Szene mit Fricka als auch die Abſchiedsſzene von
Brünn=
hilde. Daß er vorübergehend mit einer anſcheinend etwas
behinderten Tongebung zu kämpfen hatte, konnte den
Ein=
druck und den Wert ſeiner darſtelleriſch und geſanglich
hochbedeutenden Darbietung und die Freude an ihr nicht
beeinträchtigen. Frau Callwey, die wir zum erſten
Male hier als Brünnhilde hörten, iſt mit dem hohen=Stil
der Richard Wagnerſchen Kunſt vertraut und vereinigt
mit einer vornehmen Art individueller Betätigung ihrer
Kunſt eine vorzügliche Deklamation, was gerade in
Wag=
ner=Partien als ein großer Vorzug zu bezeichnen iſt. Die
Todesverkündigung ſang ſie „ſchön und ernſt” und die
Ab=
ſchiedsſzene mit zwar etwas zurückgehaltener, aber edler
Tongebung und gereifter Kunſt.
Die ewig jugendliche und energiſche Fricka ſang Frl.
Jacobs, die der Szene, in der ſie mit Wotan um die
Macht kämpft und in der Siegvater ſchmählich unterliegt,
den nötigen Nachdruck verlieh, obwohl ihre jugendliche
und ſanfte Erſcheinung mit ihrem ſtrengen Regiment
etwas im Widerſpruch ſtand. Das Walkürenſemble, das
ſchwer zu beſetzen iſt, war diesmal einheitlicher und
ge=
ſchloſſener. als früher.
Das Publikum war von der Aufführung hochbefrie
digt und gab dieſer ſeiner Befriedigung durch begeiſt:
ten Beifall Ausdruck.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Januar 1914.
Nummer 5.
dürfe nach dem Bukareſter Frieden nicht, wie Bratianu es
verlangt habe, zurücktreten, da ſie die ganze
Verantwor=
tung auf ſich genommen und um das Vertrauen des
Par=
laments gebeten habe. Sie müßte über ihre Aktion
Re=
chenſchaft ablegen und über die am Grünbuch geübte Kritik
Rede ſtehen. Die Behauptung von der politiſchen
Ab=
hängigkeit Rumäniens von Oeſterreich=Ungarn erklärte der
Miniſterpräſident für unrichtig und führt als Beweis
deſ=
ſen ein an den rumäniſchen Geſandten in London
gerichte=
tes Telegramm an, in dem dieſer aufgefordert wird, einzig
und allein die Intereſſen Rumäniens zu wahren und ſich
von keiner Macht ins Schlepptau nehmen zu laſſen. Man
verlangte von uns, führte der Miniſterpräſident weiter
aus, mit Serbien gegen Bulgarien zuſammenzugehen.
Aber im September des vorigen Jahres wußten wir,
daß ein ſerbiſch=bulgariſches Bündnis mit einer ſeindlichen
Tendenz ſowohl gegen Rumänien wie gegen Oeſterreich=
Ungarn beſtand. Wir hatten ſomit dieſelben Intereſſen,
wie Oeſterreich=Ungarn und gingen deshalb den gleichen
Weg. Es iſt unrichtig, daß Oeſterreich=Ungarn nicht
Ru=
mäniens Freund war und Bulgarien begünſtigte. Im
Gegenteil, Graf Berchtold riet Bulgarien, ſich mit uns zu
verſtändigen. Als Oeſterreich=Ungarn in die Lage verſetzt
wurde, in der zwiſchen Rumänien und Bulgarien
ſchwe=
benden Frage ſich auszuſprechen, ſprach es ſich für
Ru=
mänien aus.
Der Miniſterpräſident kritiſierte ſodann die Angriffe
einer gewiſſen Preſſe gegen Oeſterreich=Ungarn. Die
Re=
gierung habe dieſe Haltung in aller Form mißbilligt. Es
ſei natürlich geweſen, daß Oeſterreich=Ungarn für die
Re=
viſion des Bukareſter Vertrages eintrat, was übrigens
auch Rußland getan habe. Staatsſekretär Grey habe
ebenfalls erklärt, daß die Mächte ein Recht hätten, den
Bukareſter Vertrag zu prüfen, denn dieſer berühre auch
das Gebiet der europäiſchen Türkei und ſomit europäiſche
Intereſſen. Daher mußte die Einbeziehung türkiſchen
Ge=
biets in den Bukareſter Vertrag vermieden werden.
Ru=
mänien habe ſomit die Forderung der Türkei, an den
Bukareſter Verhandlungen teilzunehmen, zurückgewieſen
mit dem Hinblick darauf, daß es ſich nur um
Gebietsver=
änderungen zwiſchen den chriſtlichen Staaten und nicht um
ſolche in ihren Beziehungen zur Türkei handelte. Auf dieſe
Weiſe ſei die Reviſion vermieden worden.
* Belgrad, 4. Jan. König Peter hat die
De=
miſſion des Kabinetts nicht angenommen in der
Erwägung, daß kein Grund hierfür vorliege. Die Kriſe
kann als beigelegt gelten.
* Belgrad, 4. Jan. Die Skuſchtina nahm mit
38 gegen eine Stimme in letzter Leſung das
Budget=
proviſorium für Januar und Februar an und
ver=
tagte ſich bis zum 4. Februar. Die Oppoſition war der
Sitzung ferngeblieben.
* Belgrad, 4. Jan. Der ruſſiſche General
Holmſen iſt hier eingetroffen und vom König und dem
Miniſterpräſidenten Paſitſch in Audienz empfangen
worden. Er wird ſich zur Schlichtung des
ſerbiſch=
bulgariſchen Grenzſtreites an die Grenze
bege=
ben. Der Streitfall, der auf mangelhafte Karten
zurück=
zuführen iſt, dürfte baldigſt in freundſchaftlicher Weiſe
ge=
regelt werden.
* Janina, 4. Jan. (Agenzia Stefani.) Die Nachricht
aus Athen von einem Kampf zwiſchen Albanern
und Griechen bei Tepelen iſt unbegründet.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* München, 4. Jan. Die Korreſpondenz Hoffmann
meldet: Der König empfing heute vormittag die
Staats=
miniſter Freiherrn v. Hertling, Freiherrn v. Soden=
Fraunhofen, v. Thelemann, v. Breunig und
den Kriegsminiſter Freiherrn Kreß v. Kreſſenſtein,
ſowie die erſten Präſidenten der beiden Kammern des
Landtages in Audienz, um ihnen hierbei die anläßlich des
allerhöchſten Geburtstages verliehenen
Auszeichnun=
gen bekanntzugeben. Der erſte Präſident der Kammer
der Reichsräte, Graf Fugger von Glött, wurde in den
erb=
lichen Fürſtenſtand der Vorſitzende des Miniſterrates
Frei=
herr v. Hertling in den erblichen Grafenſtand erhoben.
Staatsminiſter v. Soden=Frauenhofen erhielt das
Groß=
kreuz des St. Michael=Verdienſtordens, der Keiegsminiſter
das Großkreuz des Verdienſtordens der bayeriſchen Krone;
Juſtizminiſter v. Thelemann und Finanzminiſter v.
Breu=
nig wurden in den erblichen Adelsſtand erhoben. Der
Präſident der Kammer der Abgeordneten v. Orterer
er=
hielt den Titel und den Rang eines Geheimen Rates mit
dem Prädikat Exzellenz.
* Sigmaringen, 4. Jan. Der Kaiſer beſuchte die
evangeliſche Kirche und machte einen Spaziergang durch
die Stadt. Er beſuchte ſpäter die rumäniſchen
Herrſchaf=
ten im prinzlichen Palais. Um 3 Uhr nachmittags erfolgte
die Abreiſe im Sonderzug nach Berlin.
* Wien, 3. Jan. Erzherzogin Zite iſt heute abend
von einer geſunden Prinzeſſin entbunden worden.
* Petersburg, 4. Jan. Im Palaſt des Großfürſten
Alexander Michailowitſch fand die Verlobung der
Prinzeſſin Irina Alexandrowna mit dem Grafen
Felix Sumarokom=Elſton ſtatt. Die Kaiſerin=
Witwe, die Töchter des Kaiſers, die Großfürſten und
Großfürſtinnen und die Eltern des jungen Paares
wohn=
ten der Feier bei.
* Kuldſcha, 4. Jan. In einem dem Kaufmann
Muſſabajew gehörenden Bergwerk ſind infolge ſchlagender
Wetter 16 Bergleute umgekommen.
* Buenos Aires, 4. Jan. Der Senat nahm das
Budget für 1914 an.
Rio de Janeiro, 4. Jan. Der Vizeadmiral Huet
Bacellar wurde wegen der Veröffentlichung eines
Brie=
fes, in dem die Abtretung des Kriegsſchiffes „Rio de
Janeiro” durch die Regierung an die Pforte getadelt
wird, verhaftet. Huet Bacellar war früher Chef der
Kommiſſion zur Ueberwachung des Baues des „Rio de
Janeiro”.
Ungelöſte Aufgaben der europäiſchen Diplomatie.
* Berlin, 4. Jan. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
kung ſchreibt: Die europäiſche Diplomatie übernimmt aus
dem alten Jahr eine Reihe ungelöſter Aufgaben. Es gilt
mancherlei Verhandlungen zum Abſchluß zu bringen, für
welche wertvolle Arbeiten ſchon geleiſtet ſind. Alle
euro=
päiſchen Großmächte und eine größere Anzahl kleinerer
Staaten ſind an den Verhandlungen beteiligt; im
Mittel=
punkt ſteht die Türkei. Ungebrochen durch
Schickſals=
ſchläge im letzten Jahre ſucht das Osmanenreich durch
Reformen im Innern wie durch Klärung ſeiner
Beziehun=
gen zu den Großmächten ſeine Stellung zu befeſtigen, und
es entwickelt dabei eine bemerkenswerte nationale
Energie. Der Ernſt dieſer Beſtrebungen und die
per=
ſönlichen Eigenſchaften der gegenwärtigen leitenden
Män=
ner in Konſtantinopel berechtigen zu der Hoffnung, daß
es der Türkei gelingen wird, in einigen Jahren der Ruhe
ihre wirtſchaftlichen und politiſchen Kräfte zu erneuern.
Geſtärkt wird dieſe Hoffnung durch die erfreuliche
Stei=
gerung der Staatseinnahmen in der aſiatiſchen
Türkei und in den dem Halbmond verbliebenen
euro=
päiſchen Gebieten, die aus den Ausweiſen der türkiſchen
Staatsſchuldenverwaltung erkennbar iſt. Das Vertrauen
des europäiſchen Kapitals, deſſen die Türkei für die
Kon=
ſolidierung bedarf, hat ſie ſich durch Korrektheit und
Pünkt=
lichkeit, mit der ſie auch in den Zeiten ſchwerſter
Bedräng=
nis ihre Verpflichtungen gegen die Staatsgläubiger
er=
füllte, in einer überall anerkannten Weiſe zu wahren
ver=
ſtanden.
In Beantwortung der von Sir Edward Grey
gege=
benen Anregung haben die Dreibundmächte ſich damit
einverſtanden erklärt, daß die Friſt für die Räumung
Südalbaniens durch die noch dort befindlichen
grie=
chiſchen Truppen bis zum 18. Januar verlängert wird.
Die Zwiſchenzeit kann für den Aufbau der albaniſchen
Gen=
darmerietruppe und für Beſprechungen unter den
Groß=
mächten in der Inſelfrage benutzt werden. Dieſe
Frage wird nicht durch Notenwechſel zwiſchen dem
Drei=
bund und dem Dreiverband, ſondern in einem
euro=
päiſchen Gedankenaustauſch weiter zu behandeln und auf
Grund des Einvernehmens der Großmächte zu löſen ſein.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Religiöſer Vortrag von Profeſſor Dunkmann
8¼ Uhr im „Kaiſerſaal”.
Vortrag von Handelskammerſyndikus Dr. Human
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11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdrucke
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrige
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratente
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem Geſchäft
leben: Carl Iriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadts
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungeni
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſiete
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen nachträl
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriſſl
werden nicht zurückgeſandt.
Das Geschäft ist von 1—215 Uhr geschlossen.
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Darmstadt, den 4. Januar 1914.
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Stein, geb. Klamroth.
Die Beerdigung auf dem Darmstädter Friedhof findet statt: Mittwoch,
den 7. Januar, vormittags 11½ Uhr: Einsegnung im Hause ¾/11 Uhr.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Januar 1914
Nummer 5
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[ ← ][ ][ → ]Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Januar 1914.
Nummer 5.
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Nummer 5.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Januar 1914.
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Nähere Auskunft erteilt der Großh. Förſter Klipſtein zu
Böllenfalltor.
Darmſtadt, 2. Januar 1914.
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am 8. Januar 1914.
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Dienstag, 6. Januar 1914,
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wieſenſtraße.
Nähere Auskunft erteilt
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ſchütz Vierheller,
Pallaswieſen=
traße 119.
Darmſtadt, 29. Dezember 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jgeger.
Bekanntmachung.
Montag, 16. Februar 1914,
vormittags 11 Uhr,
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dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
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Darmſtadt, 31. Dezember 1913.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 5. Januar 1914.
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