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176. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
ℳ 319.
Dienstag, den 30. Dezember.
1913.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
ſchweigs erfüllt werden würden, ſtand ſofort feſt, aber der einandergehen, weniger bedenklich als die jetzigen
Stich=
überwiegende Teil der Oeffentlichkeit verlangte Garan= wahlbündniſſe, weil kein Wähler unmittelbar für eine
tien gegen die Beſtrebungen der hannoverſchen Welfen, andere Partei ſtimmt; nur mittelbar und nur auf dem
Wege der Uebertragung der Reſtſtimmen kann ſeine
Das Wichtigſte vom Tage.
Daß dieſe Garantien nicht in genügendem Maße gegeben Stimme bei der Verteilung der Sitze einem oder dem
wurden, trübte vielen die Freude an der Löſung der anderen Kandidaten einer anderen Vorſchlagsliſte zugute
Die Kaiſerin iſt geſtern zu kurzem Beſuch am herzog= braunſchweigiſchen Frage, doch liegt kein Grund vor, in kommen. Ueber ſonſtige den Verhältniswahlen
zuge=
lichen Hofe in Braunſchweig eingetroffen.
ſchriebene Vorzüge gehen die Meinungen auseinander; der
die Perſönlichkeit des jungen Herzogs, der ſich ſo viel
Annahme, daß bei den Verhältniswahlen die Schärfe
Prinz Wilhelm zu Wied wird bis nach Neujahr Sympathien erworben hat, und in ſeinen feſten Willen des Wahlkampfes gemildert werde, wird die Anſicht
in Neuwied bleiben und ſich dann wieder nach Potsdam
zurückbegeben. Für die endgültige Abreiſe des Zweifel zu ſetzen, ſich den Lockungen der welfiſchen Agita= entgegengehalten, daß die Wahlagitation beſonders in Be=
Prinzen nach Albanien ſind noch keine Dispo=tion fernzuhalten. — Auch in Bayern wurde der Thron zirken, in deren bisher eine Partei eine ſichere Mehrheit
ſitionen getroffen. Als vorläufige Reſidenzſtadt des al=definitiv beſetzt, und innerhalb der blauweißen Grenz= hatte, eine Verſtärkung erfahren würde, wenn jede
baneſiſchen Fürſtentums iſt Durazzo gewählt.
Stimme zur Geltung komme. Auch die Anſicht, „die
Ver=
pfähle wie in ganz Deutſchland herrſcht große Genugtuung hältniswahl mache den Gewählten unabhängiger von ſei=
In Südweſtdeutſchland und Süddeutſchland iſt am Sonn= über die Neuordnung der Dinge.
nen Wählern, hebe ſeine Stellung und damit die
Bedeu=
tag ein ſtarker, von heftigem Sturm begleiteter Schnee=
Das innerpolitiſche Leben war ſehr bewegt, tung der Volksvertretung und ermögliche die Wahl von
fall eingetreten, durch den die Telephon= und Tele= es wurde durch die bisher erwähnten Ereigniſſe, aber auch „Intelligenzen”, begegnet großen Zweifeln.
graphenleitungen zerſtört und Verkehrsſtörungen herbei=
Jedenfalls ſteht dieſen wirklichen oder vermeintlichen
geführt wurden.
durch die gleichfalls ſchon angeführte Stärkung unſerer
Vorzugen der Verhältniswahl eine Reihe von Beden=
Die in Leipzig verſammelten Vertreter des deut= Wehrkraft und durch die Beſchaffung der Mittel hierfür ken gegenüber, zu denen ſie Anlaß gibt. Manche der
ſchen Aerzteverbandes ſtimmten mit geringer ſtark beeinflußt. Alsbald nach Verabſchiedung der Wehr= Einwendungen hängen zwar von der Art der Ausgeſtal=
Mehrheit dem auf der Konferenz im Reichsamt des In=vorlagen erfolgte ein Wechſel in der Perſon des preußi= tung des Wahlverfahrens ab, aber die Anerkennung von
nern feſtgelegten Einigungsentwurf mit den Kranken=ſchen Kriegsminiſters. In zwei größeren Bundesſtaaten,
Wählergruppen, d. i. Parteien, als eines offiziellen
Fak=
kaſſen zu.
tors des öffentlichen Lebens wird bei keinem
Verhältnis=
in Preußen und Baden, fanden Neuwahlen zum Landtage wahlverfahren ganz zu vermeiden ſein, ebenſowenig der
Sir Erneſt Shackleton teilt mit, daß er durch die ſtatt, doch brachten ſie keine weſentliche Verſchiebung in maßgebende Einfluß der Parteivorſtände auf die Ge=
Freigebigkeit eines Freundes in der Lage iſt, endgültig den Parteiverhältniſſen; die eigentliche Tätigkeit des neu= ſtaltung der Vorſchlagsliſten. Am ſtärkſten träte der
Ein=
nächſtes Jahr eine Expedition zur Durchaues
fluß der Parteileitungen, der unter Umſtänden dazu
füh=
rung des Südpolarkontinents zu unter= gewählten preußiſchen Abgeordnetenhauſes beginnt erſt im ren kann, daß beſonders befähigte, keiner Partei
zuge=
nehmen.
Januar. Großes Aufſehen erregte der Fall Krupp, hörende Männer nicht gewählt, dafür aber minderbefähigte
Letzie Nachrichten ſiehe Seite 7 und 8.
deſſen eingehende Verhandlung vor dem Forum des Ge= Parteimänner gewähklt werden, dann hervor, wenn von
richts erfreulicherweiſe den Beweis lieferte, daß von einem der Bildung mehrerer Wahlkreiſe abgeſehen und das ganze
Großherzogtum einen Wahlkreis bilden würde. Bei der
Panama in unſerer Militärverwaltung nicht im entfernte= Liſtenwahl würde der Abgeordnete von ſeinen Wähletn
Das Jahr 1913.
ſten die Rede ſein konnte und daß, nicht einmal ſchwere und ſeinem bisherigen Wahlkreis losgelöſt. Dieſer Nach=
Verfehlungen einzelner Perſonen vorlagen, wie ſie überall teil wird bei der einnamigen Stimmgebung zwar nicht
Deutſchlands innere Politik.
völlig vermieden, aber doch gemildert; bei dieſem Wahl=
*⁎* Ein für unſer innerpolitiſches Leben bedeutungs= vorkommen.
ſyſtem müßte aber den Parteileitungen in gewiſſem Sinne
volles Jahr liegt hinter uns, das gls Jubiläums=
War der Verlauf der Reichstagsverhandlungen wäh= die Einteilung des Landes in Unterbezirke (
Einerwahl=
jahr der Befreiungskriege ſchon von vornherein auf eine rend des ganzen Jahres ein ruhiger geweſen, ſo brachte! kreiſe) und damit eine öffentlich=rechtliche Funktion
über=
beſondere Note Anſpruch erheben durfte. Ein. Hauch der der Schluß noch heftige Stürme aus Anlaß der Vorgänge laſſen werden, und es fragt ſich, ob hierdurch die Partei=
Begeiſterung, mit welcher unſere Vorfahren vor hundert in Zabern, und eine ſchwere innere Kriſe wurde herauf=herrſchaft nicht mehr geſtärkt wird, als ſie ſich durch
Beibehaltubng der Einerwahl mindert. Ein weiterer
Jahren das fremde Joch abſchüttelten, ging auch jetzt beſchworen, die zwar nach und nach an Schärfe einbüßte, Nachteil der Verhältniswahl wird darin
ge=
wieder durch das deutſche Volk, das die feſtlichen Veran= aber leider doch noch in das neue Jahr hinein ihre Wir= funden, daß ſie die Parteienzerſplitterung
för=
ſtaltungen von der Erinnerungsfeier in Königsberg im kung tragen wird. Daß dieſe bald aufhören möchte, wäre dert und auf dieſe Weiſe die Bildung geſchlöſſener, die Ar=
Februar bis zu der großartigen Kundgebung auf dem dringend zu wünſchen, denn große und wichtige Aufgaben beitsfähigkeit des Parlaments ſicherſtellender Mehrheiten
erſchwert. Am ſchwerſten wiegt für die badiſche Re=
Schlachtfelde bei Leipzig vom 18. Oktober mit lebhafter harren der Erledigung und dürfen durch eine Fortdauer gierung das Bedenken, daß bis jetzt noch kein Syſtem der
Anteilnahme verfolgte und ſich im Geiſte jene Zeit ver=ernſter Verſtimmungen zwiſchen den bürgerlichen Parteien Verhältniswahl erprobt iſt, das den an ſich richtigen und
gerechten Gedanken der Verhältniswahl in einwandfreier
gegenwärtigte, wo die Uneinigkeit der deutſchen Stämme nicht in Frage geſtellt werden.
Weiſe zur Durchführung bringt. In Baden aber zu den
das Reich an den Rand des Abgrundes gebracht hatte, bis
anderwärts gemachten, vielfach als mißglückt erkannten
der Uebermut des Korſen jene Bewegung anfachte, die
Verſuchen einen weiteren Verſuch zu machen, der in ſeinen
praktiſchen Ergebniſſen unſicher und gefährlich ſein kann,
Die badiſche Regierung
vom Volke ausging und zur Freiheit führte. Die
Ver=
liegt nach Anſicht der Regierung um ſo weniger ein Grund
gleiche zwiſchen damals und heute, wo Deutſchlands Macht
über die verichintewaſl.
vor, als dagegen auch die Erwägung ſpricht, daß die
Ver=
feſt gefügt iſt, wo an ſeiner Spitze ein Kaiſer ſteht, in
faſſung als Grundgeſetz des Landes einer Aenderung nur
* Die badiſche Regierung hat der Zweiten aus zwingenden Gründen unterzogen werden ſollte.
welchem ſich die Einigkeit und Stärke unſeres Vaterlandes
verkörpern und welcher mit ſeinen Verbündeten im Reiche Kammer eine Denkſchrift über die Verhältniswahl
an deſſen weiterem Ausbau eifrig arbeitet, ſind hoffentlich (Proportionalwahl) zur Kenntnisnahme zugehen laſſen.
Deutſches Reich.
Wenn auch die Regierung zurzeit davon abſehen muß, der
nicht ohne Wirkung geblieben in bezug auf die Kräftigung
Kammer, wie beantragt, einen Geſetzentwurf über die Ein=
Geſetz zur Sicherung der
Bauforde=
der Vaterlandsliebe.
Letztere fand denn auch im verfloſſenen Jahre reiche führung der Verhältniswahl zu unterbreiten und auch die rungen. Wegen der geplanten Einführung des zweiten
Gelegenheit zur Betätigung, als es galt, die Wehrmacht zur Annahme eines ſolchen Geſetzes nötige Zweidrittel=Teiles des Geſetzes zur Sicherung der Bauforderungen
ha=
zu erhöhen und die ganz bedeutenden Koſten dafür auf= mehrheit in der Kammer jetzt nicht vorhanden iſt, ſo ſind ben Beſprechungen ſtattgefunden, zu denen Vertreter der
zubringen. Mit ſeltener Einmütigkeit bewilligte die Volks= die Ausführungen der Denkſchrift über die Verhält=Bodenreformer, der Handelskammer, des Aelteſten=
Kolle=
vertretung die von der Regierung geſtellten Forderungen,niswahl imallgemeinen doch von großem Inter= giums der Berliner Kaufmannſchaft, der Terrainintereſſen=
und mit der Zuſtimmung zum einmaligen Wehrbeitrageeſſe. Verfaſſer der Denkſchrift iſt Geheimrat Glockner, der ten, der Maklervereinigung, der Handwerkskammer, der
Hausbeſitzer uſw. geladen waren. Der überwiegende Teil
gab das deutſche Bürgertum ein erfreuliches Beiſpiel von neue Präſident des Verwaltungsgerichtshofes.
Einleitend beſpricht die Denkſchrift die verſchiedenen der Erſchienenen hat ſich gegen die Einführung des zweiten
Opferwilligkeit; es zeigte, daß auch die heutige Generation
Möglichkeiten der Ausgeſtaltung der Verhältniswahl, be= Teiles des genannten Geſetzes ausgeſprochen. Dafür
wa=
nicht vor Leiſtungen zurückſchreckt, die der Allgemeinheit, ſonders die Frage der Bildung von Wahlkreiſen, die Art
der Sicherung der Wehrkraft des Vaterlandes zugute von Vorſchlagsliſten, die Art der Abſtimmung, die Feſt=ren nur die Bodenreformer, ein Teil der Handwerker, die
ſtellung des Wahlergebniſſes, und würdigt ſodann im ein= Hausbeſitzer und die Baugewerksmeiſter. Jede
Erſchwe=
kommen.
zelnen die im Landtag oder in der Tagespreſſe gemachten rung des Bauens verteuere die Wohnungen, ſo behaupten
Noch ein weiteres Jubiläum war es, in deſſen Zeichen
Vorſchläge, die faſt ausnahmslos von Laien herrühren.
das Jahr 1913 ſtand: das Regierungsjubiläum Der Schwerpunkt der Denkſchrift liegt in der Gegen= die Gegner des genannten Geſetzes. Ein Bauſchwindler
des Kaiſers, deſſen Feier Zeugnis ablegte von der überſtellungder Vorzüge und der Nachteile vermiete Wohnungen zu jedem Preis. Die Konferenz hat
Liebe und Verehrung, deren ſich das Oberhaupt des der Verhältniswahl. Der wichtigſte Vorzug des bei den Teilnehmern, beſonders nach dem Hinweis des Re=
Reiches im geſamten Vaterlande erfreut. Und die An= Proporzes iſt der, daß er jeder Partei und jeder Wähler= gierungsvertreters, auf die nach Einführung des zweiten
gruppe eine Vertretung in dem Maße gewährt, auf das
weſenheit der deutſchen Fürſten bei der Feier bewies von ſie nach ihrer Wählerzahl Anſpruch erheben kann; und nach Teiles des genannten Geſetzes dann ſicher zu erwartende
neuem, wie Haupt und Glieder im Reiche eins ſind, wie einer vielfach verbreiteten, aber keineswegs unbeſtrittenen geſetzliche Regelung der beſtehenden Hypothekenrechte, den
groß das Vertrauen iſt, welches der Kaiſer bei ſeinen Ver= Meinung gelingt das auch meiſtens. Der Proporz führt Eindruck hinterlaſſen, daß zurzeit wenig Ausſicht vorhanden
bündeten genießt, und wie herzlich das Verhältnis zwi= daher in den meiſten Fällen zu einer größeren Wahl= ſei, den zweiten Teil des genannten Geſetzes einzuführen.
beteiligung in denjenigen Wahlkreiſen, die bisher für
Die Münzprägungen für 1914. Der
ſchen ihnen allen ſich entwickelt hat. Es entſprach dem die Minderheiten ausſichtslos waren. Er vermindert die
Wunſche und dem Sinne des hohen Jubilars, daß alle ihm Zahl der nutzlos abgegebenen Stimmen bis auf einen Bundesrat hat einer Vorlage auf Ausprägung von
Zehn=
gewidmeten Jubiläumsgaben in den Dienſt der Wohltätig= Reſt, der in jedem Wahlkreiſe für jede Partei höchſtens pfennigſtücken im Werte von 5 Millionen Mark ſeine
Zu=
der Wahlzahl minus 1 gleichkommt. Die Verhältniswahl ſtimmung erteilt. Während alle Kupfer= und
Nickel=
keit, der Wiſſenſchaft und Technik geſtellt wurden.
ſchränkt ferner die Wirkung des Zufalls bei der Wahl ein
Ein für die innere deutſche Politik wichtiges Ereignis und bewirkt damit eine größere Gleichmäßigkeit münzen, mit Ausnahme der 25=Pfg.=Stücke, geprägt
wer=
iſt aus dem abgelaufenen Jahre beſonders hervorzuheben: in der Zuſammenſetzung der Volksvertretung: durch den den, iſt die Ausprägung der Dreimark=, Zweimark=,
Ein=
die Erledigung der braunſchweigiſchen Frage. Wegfall der Stichwahlen, Erſatz= und Nachwahlen bewirk mark= und Fünfzigpfennigſtücke ſeit längerer Zeit unter=
Teils mit Befriedigung, teils aber auch mit einer gewiſſen ſie eine gewiſſe Vereinfachung des Wahlgeſchäfts und iſt blieben, da ein Bedarf hierfür nicht vorliegt. Von Anfang
bei einem oder einigen großen Wahlkreiſen geeignet, die
Reſerve war von der öffentlichen Meinung die Ausſöhnung Klagen über angebliche oder wirkliche Wahlkreisgeometrie Januar 1914 ab ſoll aber wieder mit der Ausprägung
zwiſchen dem Hohenzollern= und dem Welfenhauſe aus zu beſeitigen. Wahlbündniſſe ſind zwar auch bei der Ver= neuer Dreimarkſtücke begonnen werden, und zwar werden
Anlaß der Verbindung der Kaiſertochter mit dem Prinzen hältniswahl möglich ſind aber kein dringendes Bedürfnis, dies die erſten Dreimarkſtücke ſein, die mit dem neuen
Ernſt Auguſt aufgenommen worden. Daß nun auch die Peil auch ohne Bündnis jede Partei in der Regel zu ihrem Bildnis des Kaiſers verſehen ſind, ſo daß alſo die erſten
Recht kommt. In der Form der Liſtenverbindung iſt eine
Anſprüche des Welfenhauſes auf den Thron Braun= Vereinbarung ſelbſt unter Parteien, deren Diele weit aus= Geldſtücke dieſer Art Anfang 1914 abgeliefert werden kön=
Nummer 319.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Seite 2.
nen. Es iſt anzuehmen, daß auch die Ausprägung ven parlamenariſchen Kreiſen verlautet, daß der Kriegs=Seiu=ſtiub unter Pfaltneugebildet hat, und den aus Seh
Zweimark=, Einmark= und Fünfzigpfennigſtücken im Laufe miniſter die Aufrechterhaltung des Kammerbeſchluſſes be= zeſſioniſten verſchiedener Fraktionen beſtehenden Ekirakukſi,
des nächſten Jahres wieder aufgenommen werden wird. fürworten werde, obgleich mehrere Mitglieder des Budget= zuſammen 40 Mitgliedern, ſowie fünf Wilden. Ein Sitz
Eine Ausprägung von Kronen, deren Beſtand zurzeit ausſchuſſes für einen Vermittelungsvorſchlag eintreten, iſt frei.
Afrika.
707,6 Millionen beträgt, iſt zunächſt nicht beabſichtigt. Da= wonach mindeſtens der Sold der Brigadegeneräle erhöht
Abeſſinien nach dem Tode Meneliks.
gegen werden Zwanzigmarkſtücke nach wie vor ausge= werden ſoll.
Die Tribuna meldet aus Addis Abeba: Der Tod Meneliks
Serbien.
prägt, ſo daß etwa 4333 Millionen umlaufen. Die Aus=
Das Programm der Regierung. In ſei= hat bis jetzt keine Unruhen in Abeſſinien hervorgerufen.
prägung der Nickel= und Kupfermünzen mit Ausnahme des
25=Pfg.=Stückes, von denen 7,5 Millionen im Umlauf ſind nem Expoſé, das Miniſterpräſident Paſitſch auf Veran= Die Regierung liegt in Wirklichkeit in den Händen des
und das nicht weiter zur Ausprägung gelangen ſoll, dürfte laſſung der Regierungspartei erſtattete, legte der Miniſter= Ras Michael, des Vaters des Thronerben Lidſch Jeaſſu.
präſident dar, daß der ſerbiſch=türkiſche Friede noch nicht Die in der Hauptſtadt verſammelten Führer nahmen den
weiter ihren Fortgang nehmen.
— Aerzte und Krankenkaſſen. In einer abgeſchloſſen, die Orientbahnfrage noch nicht gelöſt und die Regierungswechſel in Ruhe und mit Vertrauen auf. Den
von Vertretern aus allen Teilen des Reiches beſuchten orthodore, ſowie die katholiſche Kirchenfrage noch nicht Führern der Landſchaft Tigreh wurde verboten, ihr Ge=
Sitzung des Leipziger Aerzteverbandes in Leipzig wurde geregelt ſeien, ebenſo ſeien weder die ſerbiſch=griechiſche biet zu verlaſſen. Dieſes Verbot iſtegegen den Ras Olie,
beſchloſſen, das vor kurzem zwiſchen den Krankenkaſſen und Grenze noch die ſerbiſch=albaniſche Grenze vollkommen den Bruder der Kaiſerin Taitu, gerichtet, von dem
befürch=
den Aerzten im Reichsamt des Innern geſchloſſene Ab=reguliert. In finanzieller Hinſicht müſſe zunächſt die tet wird, daß er gegen den Ras Michael eine unfreundliche
Deckung des diesjährigen Defizites von 30 Millionen ge= Haltung einnehmen könnte. Ras Michael hat für alle
kommen zu genehmigen.
— Gründung eines „Preußenbundes”. ſucht und die Herſtellung des Gleichgewichts des nächſt= Fälle die Zuſammenziehung größerer Truppenmaſſen an
Vor etwa anderthalb Jahren brachte die Kreuzztg. einen jährigen Budgets angeſtrebt werden. Schließlich müßten der Grenze von Tigreh angeordnet.
Aufruf zur Gründung eines „Preußenbundes”, der alle Geldmittel für die Invalidenverſorgung beſchafft werden!
treuen Preußen vereinigen ſollte. Seit einem Jahre hatte Beſondere Sorge erwecke die allgemeine internationale
* Straßburg, 29. Dez. Die Verhandlung
man nichts mehr davon gehört. Jetzt erklärt aber die Lage, die Serbien zwinge, etwaigen Ereigniſſen ſchlag=por dem Gericht der 30. Dipiſion gegen Oberſt
Kreuzztg., der Preußenbund lebe und mache gute Fort=fertig zu begegnen. Nach der Rede des Miniſterpräſiden= von Reuter und Leutnant von Schadt iſt nunmehr auf den
ſchritte. Aus zwingenden Gründen habe die längſt ge= ten entwickelte ſich eine lebhafte Debatte, in der die Red=5. Januar, vormittags 9 Uhr, angeſetzt. Sie findet im
plante Verſammlung bis zum nächſten Jahre verſchoben ner der Regierung das Vertrauen ausſprachen und den hieſigen Juſtizgebäude am Finkmattſtaden ſtatt. Die
bei=
werden müſſen, aber am 18. Januar werde in Berlin ein Wunſch äußerten, die Regierung möge auch weiter im Amte den Angeklagten vertritt Rechtsanwalt Groſſert.
* Kalkutta, 29. Dez. Die Vorſichtsmaß=
Preußentag ſtattfinden, eine Mitgliederverſammlung, der bleiben und erforderlichenfalls ein Einvernehmen mit den
regeln, die während des Beſuches des
Vize=
eine Vorſtandsſitzung am Tage vorher voraufgehen ſoll. Jungradikalen anſtreben.
königs in der vergangenen Woche getroffen waren, wer=
Dabei würden auch die letzten politiſchen Vorgänge
ein=
den lebhaſt beſprechen. Der Vizekönig nahm in der Stadt
Türkei.
ſelbſt an keiner Feierlichkeit teil. In den Straßen, die
gehend behandelt werden.
Die Deutſchen als militäriſche Lehrer der Zug des Vizekönigs paſſierte, war ein Zuſammen=
— Zum Miniſterwechſel in
Braun=
der Türkei. Der Generalſekretär des Komitees für ſtehen mehrerer Perſonen verboten. Die betreffenden
ſchweig. Die Ernennung des Legationsrats Boden zum
Einheit und Fortſchritt Midhat Schukri Bey erklärte dem Straßen waren durch Polizeiagenten und Soldaten ſcharf
Miniſter des Innern hat, wie die Tägl. Rundſchau be=
Konſtantinopeler Korreſpondenten des Temps: Wir ha= überwacht. Außer den Beamten durfte niemand den
Bahn=
hof betreten. Polizeiagenten mit Fackeln, jeder vier Fuß
richtet, in Berlin große Befriedigung hervorgerufen, weil
ben die deutſche Militärmiſſion angeſtellt, weil die Deut= weit von ſeinem Nachbar entfernt, bewachten die
Eiſen=
der neue Miniſter als ein entſchiedener Gegner der
hanno=
ſchen ſeit dreißig Jahren unſere militäriſchen Lehrer ſind. bahnſtrecke in einer Entfernung von 100 Meilen. Das
verſchen Welfen gilt. Man hofft, daß damit eine endgül= Wir hätten uns ſchwer an jemand anders wenden können, Volk ſah den Vizekönig nicht.
tige Abſage der braunſchweigiſchen Regierung an die
han=
denn wir hätten alles umſtürzen müſſen und uns
über=
noverſchen Welfen dargetan werden ſoll. Irgendwelcher
flüſſigerweiſe und vollſtändig die Deutſchen entfremdet.
Neujahrsempfang oder eine Begrüßung welfiſcher Führer Uebrigens verkünden wir laut, daß wir die Deutſchen für
Zeitungsſchau.
durch den Herzog ſei gemäß den Wünſchen, die von Berlin unſer Unglück im erſten Balkankrieg nicht verantwortlich
Liebesgaben für die 99er. Die Tägl. Rundſchal
und Gmunden der herzoglichen Regierung zugegangen machen. Wir allein ſind an unſeren Niederlagen ſchuld, ſchreibt: Auf die Anregung einiger Blätter hin ſind, wie
ſind, ausgeſchloſſen. Das iſt doch wohl ſelbſtverſtändlich und wir hätten ſiegen können, wenn wir den Ratſchlägen wir erfahren, in dieſen Weihnachtstagen da und dort Lie=
— Eröffnung des elſaß=lothringiſchen und Weiſungen von der Goltz Paſchas treu gefolgt wä= besgaben für die Mannſchaften der beiden Bataillone des
Landtages. Der elſaß=lothringiſche Landtag wird am
Infanterie=Regiments Nr. 99 auf den
Truppenübungs=
ren. War es vielleicht die Schuld unſerer deutſchen In= plätzen Bitſch und Oberhofen geſammelt worden. Eine
6. Januar mit einem feierlichen Feſtakt im Kaiſerpalaſt
ſtrukteure, daß wir zu Beginn des Krieges keinen Inten= ſchöne Sitte, geboren im Krieg gegen Frankreich 1870/71,
eröffnet. Es ſind Eröffnungsgottesdienſte in der Stadt danz= und Sanitätsdienſt hatten? Sie hätten ihn gern aufs neue betätigt in der grimmen Kampfzeit in Südweſt,
geplant. Die Konſtituicrung der beiden Kammern ſoll eingerichtet, aber wir gaben ihnen niemals die Mittel da= wurde damit von gutgeſinnten, heeres= und
vaterlands=
freundlichen Bürgern gegen ſolche betätigt, die offenbar
noch am Nachmittag des Eröffnungstages erfolgen. Derzu. Wir wählten aus techniſchen und politiſchen
Grün=
weitere Kreiſe in einer Art Verbannung, jedenfalls aber
Präſident wird vorausſichtlich wiedergewählt werden.
den das erſte Armeekorps, damit die Deutſchen ein Muſter= in einer gewiſſen Notlage wähnen. So gut dieſe
Samm=
korps daraus machen. Man erhob gegen uns den Haupt= lungen gemeint, ſo freundlich ihr Zweck iſt, ein gewiſſer
Ausland.
vorwurf, daß wir die Politik in die Armee getragen ha= weichlicher Zug liegt doch darin, daß man durch eine
über=
ben. Der Vorwurf iſt bis zu einem gewiſſen Grade be= triebene Wohltätigkeit die 99er auf den beiden elſaß=
Frankreich.
lothringiſchen Truppenübungsplätzen denen gleichſtellen
Die franzöſiſche Militärmiſſion in gründet. Wir wollen vor allem die Politik aus dem Ar= will, die die bittere Not des Krieges auf den Zuſchuß
Griechenland. Der Excelſior meldet aus Athen, daß meekorps von Konſtantinopel heraustreiben, wo ſie am aus der Heimat nahezu anweiſt. Wir wiſſen es gewiß:
die Befugniſſe der franzöſiſchen Militärmiſſion entſpre= gefährlichſten werden kann, und deshalb haben wir das Jene ſind Soldaten genug, um die Trennung aus ihren
chend der Neugeſtaltung des griechiſchen Heeres beträcht= Kommando dem deutſchen General anvertraut, weil wir bisherigen Verhältniſſen lediglich als das zu empfinden,
was es für das militäriſche Gefühl allein ſein kann: Als
lich vermehrt worden ſeien. Der Leiter der Miſſion, Ge=überzeugt ſind, daß dieſer am leichteſten dem politiſchen die einfache Folge eines Befehls, den der oberſte
Kriegs=
neral Eydoux, kommandiere das Armeekorps von Athen, Einfluß entgeht.
herr für notwendig gehalten und gegeben hat. Seit dem
Beſtand des preußiſchen Heeres hat dieſes
Macht=
das ein Muſterkorps bilde und gewiſſermaßen als Aus=
Japan.
wort und der Gehorſam, der ihm auf dem Fuße
bildungsſchule für die Offiziere dienen ſoll. Alle Regi=
Eröffnung und Vertagung des Parla=folgt, unſere Krieger auch ſchon an andere Orte
menter und Dienſtabteilungen dieſes Korps, das auch diements. Kaiſer Joſhuhito eröffnete das Parlament mit geſtellt. Und ob es das äußerſte Thule wäre,
höhere Kriegsſchule, ſowie die beiden Militärſchulen, um= einer Thronrede, in der er betonte, daß die Freundſchaft ihnen hat’s noch immer gleich gegolten. Mit Bitſch und
faſſe, werden von franzöſiſchen Offizieren befehligt. mit China ſeit Anerkennung der Republik durch Japan im Oberhofen braucht man aber wahrlich noch lange nicht die
Vorſtellung von Entbehrungen und Lebensintereſſen zu
General Eydoux werde außer dem Befehl über das Wachſen begriffen ſei. Der Kaiſer kündigte an, daß die verbinden. Oertlich, verkehrstechniſch und militäriſch ſind
Armeekorps in Athen auch die Befugnis haben, im Auf= Krönungsfeier im Laufe des Jahres 1914 ſtattfinden beide Lager an hübſche Kleinſtädte, zugleich langjährige
trage des Königs die übrigen Truppenkorps zu beſichtigen werde. Das Parlament wurde ſodann bis zum 21. Ja= Standorte, angelehnt. Beide ſind, da ſchon vor längerer
und ſo auf die geſamte Armee einen wirkſamen Einfluß nuar vertagt. Es ſetzt ſich zuſammen aus der Regierungs= Zeit errichtet, völlig ausgebaut. Ihrer Unterkunft und
Verpflegung nach unterſcheiden ſie ſich in nichts vom
ausüben.
partei, den Seijukwai, die 203 Mitglieder zählen, der vom
Standort ſelbſt. Ja als ſolcher iſt ſowohl der Truppen=
Die Solderhöhung der Offiziere. Die verſtorbenen Fürſten Katſura gegründeten Partei, den übungsplatz Oberhofen wie der von Bitſch anzuſehen,
Kammer wird ſich abermals mit dem Geſetzentwurf über oppoſitionellen Rikkendoſhikai unter Führung des frühe= nachdem bereits ſeit Jahresfriſt ſich dort neu aufgeſtellte
die Erhöhung des Soldes der Offiziere und Unteroffiziere ren Botſchaſters Kato, mit 91 radikalen Mitgliedern, der Truppenteile bis zur Fertigſtellung ihrer Kaſernen völlig
häuslich eingerichtet haben. Wie ſie, ſo fühlen ſich in
die=
beſchäftigen, da der Senat im Widerſpruch mit der Kam= Kokuminto=Partei unter Führung Unukais mit 41
Mit=
ſer rein militäriſchen Umgebung und nur dem Dienſte
mermehrheit auch die Bezüge der Generale erhöhte. In gliedern, der Chuſenkai=Partei, die ſich aus dem radikalen ihres Königs ſich hingebend, auch die 99er dort wohl. Sie
e Frineſin auch das Keden n die Seiſanei der treige eneenenenten
Carmen Sylog.
den großen Höfen können. in Petersburg, Stockholm, Ber= Auführung im Burgtheater in den neunziger Jahren
lin — Kaiſer Wilhelm 1. war ein rechter Couſin der durch ſeine ſchwungvolle Sprache große Bewunderung,
Zum 70. Geburtstage der Königin von Rumänien.
Mutter — und auch in Paris, wo gerade damals im Aus= und vor allem machte eine Szene, in der die Sehnſucht
Von Emmo Schmidtchen.
ſtellungsjahre 1867 der dritte Napoleon und Kaiſerin der königlichen Dichterin nach Kinderbeſitz deutlich zum
Nachdruck verboten.
Eugenie auf dem Höhepunkt ihrer Macht und ihres Glan= Ausdruck kam, einen tiefen Eindruck.
Als Königin Eliſabeth von Rumänien iſt ſie nur Mit= zes ſtanden.
Ein Buch Aphortsmen, „Gedanken einer Königin”,
beherrſcherin eines kleinen Landes, das in der Welt keine
Zwei Jahre ſpäter war die Prinzeſſin Braut des im erſchien gleichzeitig in deutſcher und franzöſiſcher Ausgabe
ſehr bedeutende Machtſtellung hat. Im Reiche der Geiſter April des Jahres erſt auf den Thron gelangten Fürſten, „Penſées d’une reine” wurde durch die franzöſiſche
Aka=
beherrſcht ſie als Carmen Sylva die Welt; ſie hat dieſem jetzigen Königs von Rumänien, der, wie die Prinzeſſin, demie durch die Verleihung der goldenen Medaille
ge=
ſelbſtgewählten Dichternamen eine Machtſtellung gegeben, einem ſäkulariſierten Fürſtengeſchlecht, dem Hohenzollern= krönt. Sie überſetzte ſelbſt auch ein berühmtes
franzöſi=
die weit über Rumänien und ihre deutſche Heimat hinaus= Sigmaringenſchen angehörte. Am 15. November 1869 fand ſches Werk, Pierre Lotis „Islandsfiſcher”, ins Deutſche.
reicht. Ihre rumäniſchen Dichtungen ſind in die deutſche die Vermählung ſtatt.
Aber nicht nur als Dichterin verdient Carmen Sylva
Sprache übertragen, ihre deutſch geſchriebenen Dichtungen
Ein Kind war dieſer Ehe entſproſſen, das der Köni= Ruhm. Vor allem auch gehört ihr als Fürſtin Lob und
ſind in verſchiedene lebende Sprachen überſetzt worden. Sie gin das höchſte Glück der Mutterliebe einflößte. Aber, Preis. In der nahezu halbhundertjährigen Tätigkeit in
iſt als Dichterin eine internationale Berühmtheit, und ihre es ward ihr durch Scharlach, als es 5 Jahre alt war, ent=ihrer neuen rumäniſchen Heimat hat ſie den mannigfachen
Schöpfungen ſind nicht etwa nur anerkannt worden, weil riſſen, und dieſen Schmerz hat ihr liebevolles Herz niemals kulturellen Aufgaben Rumäniens ihre treueſte Fürſorge
ſie der Feder einer Königin entſtammen; ſie haben vor der überwunden. Durch ihn, den tiefſten Schmerz, den eine angedeihen laſſen. In allen jenen Vereinen, die den
gebil=
ſtrengſten Kritik ſtandgehalten.
Mutter erleben kann, ward ſie, wie ſie ſelbſt erzählt, erſt deten Frauen eine ſoriale Wirkſamkeit eröffnen, war Car=
Man muß dabei bedenken, daß Carmen Sylva einem eigentlich zur Dichterin. In der ſchöpferiſchen Arbeit men Sylva in vorbildlicher Weiſe tätig, und das war in
Hauſe entſtammt, in dem Kunſt und Wiſſenſchaft ſeit ſuchte ſie Troſt.
einem Lande nicht immer leicht, wo der Boden dafür erſt
langem gepflegt wurden, dem fürſtlich Wiedſchen Geſchlecht.
Wie Eliſabeth von Wied einſt dem Rumänen=Fürſten wirkſam bearbeitet werden mußte und das Verſtändnis
Ihre Urgroßmutter, Fürſtin Marie zu Wied, war eine die Hand reichte, um mit ihm gemeinſam eine Kultur= für die Wichtigkeit ſolcher ſozialen Arbeit erſt geweckt ſein,
begabte Dichterin und geiſtvolle Frau, die mit Wieland arbeit an dem halbaſiatiſchen Rumänenvolke auszuführen, wollte. Sie hat Wohltätigkeitsanſtalten und Krankenhäu=
und Ernſt Moritz Arndt im regem Verlehr ſtand; einſo galt auch ihre erſte größere literariſche Arbeit einer ſer geſtiftet, ſtand und ſteht auch zahlreichen Inſtituten
Groß=Onkel, Prinz Maximilian von Wied, war ein be=ziviliſatoriſchen Aufgabe für das rumäniſche Volk. Sie als Patronin vor, aber nicht nur dem Namen nach, ſons
deutender Botaniker und Weltreiſender, der Vater von ſammelte rumäniſche Volksſagen und Volkslieder und dern mit wahrhafter Fürſorge, und ihre ganzen literari=
Carmen Sylpa war ein begabter Maler und gab verſchie=überſetzte ſie ins Deutſche, Hierbei war ihr ihre Freun= ſchen Honorare und zahlreiche andere Geldmittel floſſen
dene philoſophiſche Werke anonym bei Brockhaus in Leip= din Mite Kremnitz, eine Deutſche und Enkelin des be= ſolchen Anſtalten zu.
zig heraus, und im Elternhauſe — auf dem Schloſſe rühmten Grammatikers Zumpt, behilflich, mit der Car=
Daneben aber iſt die raſtlos tätige Frau auch nöch
Monrepos bei Neuwied erblickte Carmen Sylva am 29. men Sylva dann auch viekes gemeinſam arbeitete. Der in mannigfacher anderer Weiſe tätig. Künſtleriſch hoche
Dezember 1543 das Licht der Welt — verkehrten Gate von Mite Kremnitz war der Leibarzt des Königs begabt wie ihr Vater, malt und ſtickt ſie in kunſtgeübter
Künſtler, Dichter und Gelehrte.
von Rumänien, und Frau Kremnitz war ſchon vor ihren Weiſe, und manches Gotteshaus Rumäniens beſitzt=
Der Tod ihres jüngſten Bruders, des Prinzen Otto, dichteriſchen Beziehungen zu Carmen Sylva als Ueber= Altarſchmuck von der Königin Hand.
brachte der ſiebenjährigen Eliſabeth den erſten großen ſetzerin rumäniſcher Gedichte ins Deutſche tätig.
Gewiß bedarf es ſolcher ſichtbaren Zeichen nicht. daß
Schmerz, zumal da ihre Mutter durch die Aufregungen
Unter dem gemeinſamen Pſeudonhm „Ditto und Königin Eliſabeth von Rumänien ſich bei ihrem Valke
dieſes Todesfalles ſchwer erkrankte. Eliſabeth liebte die Idem” verfaßten beide Frauen gemeinſam Romane. Dann ein unvergeßliches Andenken erwarb. Die Liebe, die das
Mutter zärtlich und begleitete ſie auf allen Reiſen, die ſie! aber ſchrieb auch Carmen Sylva allein Romane und No= rumäniſche Volk ſeiner erſten Königin entgegenbringt
zu der Erhaltung ihrer Geſundheit machen mußte. Den vellen, Gedichte uſw. Beinahe keine Dichtungsform iſt wird Menſchenalter überdauern.
Sommer verbrachte die Familie dann ſtets auf dem Jagd=ihr fremd geblieben, und ihr Trauerſpiel „Meiſter
Ma=
ſchloß
Monrepos=
nole” wirkt zwar mit ſtarken Effekten, und vor allem auch
19.
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ih=
Nummer 319.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember
ſind dort nicht den Drohungen und Beleidigungen einer mögen mannigfacher Art ſein. Vor allem aber wird man
Umgebung ausgeſetzt, die ihnen ihre bisherige Heimat ſie in übereilter oder vorſchneller Eheſchließung zu ſuchen
Zabern verleidet hat.
haben. Zu bedenken iſt auch, daß ein junges Mädchen
2
danach ſtreben muß, ſich auf den „Beruf” als Gattin,
Hausfrau und Mutter vorzubereiten. Das geht nicht von
Die drohende Fauſt. Unter dieſem Stichwort ſchreibt heute auf morgen. Dazu ſind Jahre erforderlich.
Scha=
das Neue Deutſchland, Wochenſchrift für konſervativen den kann es ferner nichts, wenn ſich das junge Mädchen in
Fortſchritt: Die Sozialdemokratie hat ein neues Kampf= irgend einem Beruf betätigt oder ſich ſonſtwie praktiſche
mittel gefunden. Wegen irgend einer belangloſen Ent= Kenntniſſe erwirbt. Sehr oft kommt es vor, daß die Ehe
laſſung, die die Deutſche Bank nicht zurücknehmen wollte, durch den Tod des Mannes aufgelöſt wird. Dann ſteht
hat die „Generalkommiſſion der Gewerkſchaften Deutſch=die Frau vielleicht mit mehreren Kindern da. Was ſoll
lands” von der Deutſchen Bank alle dort ſtehenden Depo= ſie tun, um den notwendigen Lebensunterhalt zu
er=
ſitengelder der Gewerkſchaften abgezogen. Zuerſt behaup= ſchwingen? Wenn ſie weder vermögend iſt, noch
Ange=
tete man, es wären 20 Millionen Mark, ſo hoch aber ſcheint hörige hat, die ſich ihrer annehmen, wird ſie arbeiten
die Summe nicht zu ſein. Doch auf jeden Fall kommen müſſen. Hat ſie aber in ihrer Jugend die Zeit richtig
über 10 Millionen zuſammen. Die Deutſche Bank kann ausgenützt, ſo wird ihr die Erlangung irgend einer
Ar=
natürlich dieſe Summe verſchmerzen, wenn ihr der Fall beitsmöglichkeit nicht allzu ſchwer fallen.”
auch keineswegs angenehm ſein wird. Nehmen wir aber
eine kleinere Bank, wie eiwa die Mitteldeutſche Kreditbank,
auf die jetzt die Gewerkſchaftsgelder zum größten Teil
Stadt und Land.
übertragen worden ſein ſollen, ſo ſind für ein ſolches
In=
ſtitut 10 Millionen mehr oder weniger an Depoſitengel=
Darmſtadt, 30. Dezember.
dern von großer Bedeutung. Damit können die Gewerk=
* Vom Hofe Der Erbgroßherzog, Prinz Ludwig,
ſo=
ſchaften derartige Banken gänzlich in ihre Gewalt bekom= wie Erbprinz Philipp Hermann und Prinzeſſin Anna
men. Eine angenehme Perſpektive eröffnet ſich: eine Agnes zu Solms=Lich ſind Sonntag nachmittag 5.46 Uhr
Tyrannei der ſozialdemokratiſchen Gelder über die Ban= im Neuen Palais eingetroffen. — Die Großherzoglichen
ken, die Zentralen unſeres wirtſchaftlichen Lebens. Was Herrſchaften, ſowie Fürſt und Fürſtin zu Solms=Lich
be=
für Folgen kann das bei Ausbruch eines Krieges haben! ſuchten abends mit Gefolge die Mirakel=Aufführung
Man hat dieſe Gewerkſchaftsgelder die „neue tote Hand” in der Feſthalle zu Frankfurt a. M. Die Ankunft in
Darm=
genannt; es lägen hier wie beim Kirchen= und Stiftungs= ſtadt erfolgte um 12.15 Uhr. (Darmſt. Ztg.)
vermögen Anſammlungen größerer Kapitalien vor, die
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
dem allgemeinen Wirtſchaftsleben entzogen ſeien. Der herzog werden am Mittwoch, den 31. Dezember, weder
Vergleich aber iſt grundfalſch, denn die Gewerkſchafts= Audienzen erteilen, noch Meldungen entgegennehmen.
gelder ſind eben nicht aus dem Wirtſchaftsleben entfernt,
* Hoftrauer. Se. Königl. Hoheit der Großherzog
ſondern ſie dienen, nicht nur im hier beſprochenen Falle, haben wegen des Ablebens Ihrer Königl. Hoheit der
ver=
ſondern überhaupt, zur Störung des Wirtſchaftslebens, witweten Fürſtin Leopold von Hohenzollern
Die alte tote Hand iſt volkswirtſchaftlich ſchädlich, weil eine Hoftrauer vom 28. bis einſchließlich 30. Dezember
ſie abgeſchnürt iſt vom Wirtſchaftsorganismus des Staa= ds. Js. angeordnet.
tes. Die Gewerkſchaftsgelder aber und ebenſo die Ka=
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
pitalien der Arbeiter=Konſumgenoſſenſchaften, die Gelderherzog haben dem Chefredakteur und Verlagsdirektor
der ſozialdemokratiſchen Partei und der ſozialdemokrati= der Stettiner Neueſten Nachrichten, Otto F. Koch, zu
ſchen Volksfürſorge” ſind gerade beſtimmt, im deſtruk= Stettin die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des
tiven Sinne ſtändig in das Wirtſchaftsleben einzugreifen. ihm von Seiner Majeſtät dem Deutſchen Kaiſer, König von
Man könnte dieſe Kapitalien viel beſſer als mit der Be=
Preußen, verliehenen Kronen=Ordens 4. Klaſſe erteilt.
zeichnung „tote Hand” mit dem Namen „drohende Fauſt”
* Kammer für Handelsſachen. Se. Königl. Hoheit der
belegen. Und da wehrt man ſich immer noch dagegen, dieGroßherzog haben den Handelsrichter bei der am
Gewerkſchaftsvermögen haften zu laſſen für die Schäden, Landgericht der Provinz Starkenburg gebildeten Kammer
die die Gewerkſchaften im wirtſchaftlichen Leben anrich= für Handelsſachen mit dem Sitz in Darmſtadt
Kommer=
ten! Wer ſo wie die Gewerkſchaften das wirtſchaftliche zienrat Louis Röder in Darmſtadt auf ſein Nach=
Leben zu beeinfluſſen ſucht, der darf nicht vom Staate ſuchen von ſeinem Amt enthoben.
künſtlich hieb= und ſtichfeſt gemacht werden. Heute haben
Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
wir ein Ausnahmegeſetz zugunſten der Gewerkſchaften: Chriſtian Lerch aus Meerholz, Kreis Gelnhauſen, die
jede natürliche und juriſtiſche Perſon nämlich iſt voll haft= erledigte Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Kortelshütte,
bar für den Schaden, den ſie anrichtet, nur die Gewerkſchaf= Kreis Erbach.
ten genießen infolge ihrer Nichtrechtsfähigkeit das Privi=
* Erledigt iſt eine mit einem evangeliſchen Theologen
leg, mit ihrem Vermögen die ſchärfſten Uebergriffe unter= zu beſetzende Oberlehrerſtelle an der Oberrealſchule am
nehmen zu können, ohne dafür die Verantwortung tragen Stadthaus zu Offenbach. Bewerbungen ſind bei dem
Präſentator, dem Herrn Fürſten zu Iſenburg und
Büdin=
zu müſſen. Das iſt ein unerträglicher Zuſtand.
gen in Birſtein, einzureichen.
*:
Syndikus Engelbach. Geſtern nachmittag wurde der
Gegen ein zu frühes Heiraten der Mädchen wendet langjährige Geſchäftsführer der Heſſiſchen
Handwerkskam=
ſich die Magdeburgiſche Zeitung in einem Aufſatz: Wann mer, Herr Syndikus Engelbach, auf dem hieſigen
wird man alte Jungfer? Das Blatt bemerkt zu dieſer Friedhof unter ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung be=
Frage: „Ein allbekanntes Sprichwort ſagt zwar: Jung erdigt. Aus allen Teilen Heſſens wohnten Vertreter
hand=
gefreit, hat niemand gereut! Sehr wahr! Leider aber wird werklicher und gewerblicher Korporationen und Innungen
die Auslegung des Wortes falſch vorgenommen. Jung der Beerdigung bei. Unter den Leidtragenden befanden
gefreit —, nun — ſo heißt’s — mindeſtens mit den erſten ſich auch die Herren Oberkonſiſtorialpräſident D. Nebel,
zwanziger Jahren. Der die Worte niederſchrieb, hat das! Regierungs= und Baurat Wagner, von der
Bauabtei=
damit ſicherlich nicht gemeint. Iſt man denn zu Beginn lung Großh. Miniſteriums, Kreisrat Dr. Wagner=
Die=
der Dreißiger nicht mehr jung? Ich glaube doch. Unzwei= burg, Beigeordneter Baurat Jäger, Gewerberat
Falk=
felhaft ſteht feſt, daß die Altersgrenze der Brautpaare von Mainz. viele Stadtverordnete uſw. Am Grabe hielt Herr
Jahr zu Jahr geſunken iſt. Jung gefreit! Aber gar viele! Pfarrer Rückert eine ſinnvolle, eindruckstiefe Grabrede
hat’s gereut. Noch letzthin ergab eine Statiſtik, daß die auf Grund des Bibelwortes Evang. Johannes 16, 22.
Zahl der Eheſcheidungen bei uns immer mehr zunehme. Gebet und Segen beendete in üblicher Weiſe die Trauer=
Die Gründe, die zu den Eheſcheidungen geführt haben, andacht am Grabe, an die ſich eine lange Reihe von
egrae
einſt im Mai”. Donnerstag, 1. Jan., ½4 Uhr: „Der ge=
Feuilleton.
ſtiefelte Kater” 7 Uhr: „Wie einſt im Mai” Freitag, 2.:
„Colberg”. Samstag, 3., ½4 Uhr: „Der geſtieſelte Kater”,
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
8 Uhr: Zum erſten Male: „Der Herr Miniſter”, Komödie
— Mirakelaufführung in Frankfurt. in 3. Akten von Andreas Nagy. Sonntag, 4., ½4 Uhr:
Der Sonntagsvorſtellung des „Miratel” wohnten der Groß= „Der geſtiefelte Kater” 7 Uhr: „Der Herr Miniſter”.
Mon=
herzog und die Großherzogin von Heſſen bei. Am Mitt= tag, 5.: „Der Herr Miniſter”.
woch, den 31. Dezember 1913, findet die vorletzte Vorſtel=
* Wochenſpielplan des Großh. Hof= und
lung des „Mirakel” ſtatt. In Anbetracht der Silveſter= National=Theaters Mannheim. Dienstag,
feier iſt der Beginn dieſer Vorſtellung auf 7 Uhr ange= 30. Dez.: „Mignon”. Mittwoch, 31.: „Die Fledermaus”.
ſetzt. Donnerstag, den 1. Januar 1914, beſchließt das Donnerstaa, 1. Jan.: „Ein Sommernachtstraum”. Frei=
Deutſche Theater das Frankfurter Mirakelgaſtſpiel. Die von tag, 2.: „Wenn Frauen reiſen” Samstag, 3.: „Das Tal
vielen Seiten angeregte nochmalige Verlängerung kann des Lebens”. Sonntag, 4.: „Tannhäuſer”. Montag, 5.:
nicht erfolgen, da am 3. und 4. Januar 1914 bereits in „Jedermann”.
Karlsruhe Vorſtellungen von Mirakel ſtattfinden, in denen
das Soloperſonal des Deutſchen Theaters tätig iſt. Die
* Die Frauenſtadt in Mexiko. Die Stadt
Tehuan=
bisherigen Aufführungen waren von 34000 Menſchentepec am gleichnamigen Iſthmus iſt die mexikaniſche
beſucht.
Frauenſtadt: das ganze öffentliche Leben liegt in den Hän=
* Moiſſi als Fauſt. Wir leſen im Wiesbade= den der Frauen, und die Männer haben überhaupt nichts
ner Tagblatt: Am Freitag gab es in der „Fauſt”=Auf= zu ſagen. Sie ſind auch körperlich und geiſtig den Frauen
führung einen intereſſanten Gaſtſvielabend im Mainzer gegenüber unbedeutend. So berichtet der in Mexiko her=
Stadttheater. Alexander Moiſſi ſpielte den Fauſt, Char= umreiſende Kriegsberichterſtatter der Daily Mail,
Ha=
lotte Mahren vom Hoftheater in Meiningen das Gretchen. milton Fyfe, in ſeinem jüngſte Briefe. Es handelt
Moiſſi intereſſierte zunächſt ſtark. Er ſprach den erſten! ſich um ein Indianervolk, deſſen Frauen als außergewöhn=
Monolog ohne jedes Pathos, ganz als der unter der Be= lich ſtattlich und ſchön geſchildert werden. Ihre
Geſichts=
grenztheit unſerer Erkenntnis qualvoll leidende Menſch. züge ſind ſo regelmäßig und der Geſichtsausdruck iſt ſo
Die tiefe Reſignation und verächtliche Bitterkeit, mit der intelligent, daß man, abgeſehen von der nicht allzu
dunk=
dieſer Fauſt reflektierte, ergriff. Dann wurde das Inter= len Hautfarbe, in vielen von ihnen Europäerinnen der
eſſe lauer, ſein Affekt ließ tühl, der gleichbleibende Rhyih= höchſten Stände vermuten könnte. Die Frauen ſind es,
mus ſeiner Rede ermüdete, die ſeltſamen, arienartigen die z. B. den ganzen Handel, den Klein= wie den Groß=
Hebungen und Senkungen ſeiner Rhetorik reizten zum handel, in Händen haben, und die „kleinen und unbedeu=
Widerſpruch. Die Aufaſſung des verjüngten Fauſt, die tenden Männer” haben nichts zu tun, als Zigaretten zu
wohl eine ganz neue Offenbarung bringen ſollte, befrem= rauchen. Zigaretten rauchen die Frauen zwar auch, aber
dete. Das bizarre Koſtüm erregte offene Heiterkeit, die wenn ſie rauchend umhergehen, hat man doch den Eindruck,
begreiflich war, denn der Gaſt ſah aus wie eine alte als ſeien ſie beſchäftigt. Ihr Gang ſoll außerordentlich
Frau. Am merkwürdigſten waren die Liebesſzenen; da anmutig ſein. Ihre Kleidung dagegen wird zwar als
verſchwand der einfache verliebte Goetheſche Fauſt in maleriſch, aber dennoch recht eigentümlich beſchrieben: ſie
einem wahren Geſtrüpp von Manieriertheit. Moiſſi ſtellte tragen meiſtens eine kurze, ſchwarz= und rote
Zuaven=
einen krankhaft erregten Ekſtatiker, einen pathologiſchen, jacke und dazu als Rock ein Stück rotes Baumwollzeug mit
asfetiſch ausſehenden Fanatiker, den die Liebe wie eine einem weißen, eingewebten Strich, das um den Körper
Art Beſeſſenheit beherrſcht und rettungslos unterjocht, geſchlungen iſt, und dadurch feſtgehalten wird, daß man
auf die Bühne. Die Tragödie Fauſts wurde zur Tra= die Ränder und Zipfel in der Hüftlinie nach innen
ein=
gödie des Künſtlers, der ſich in eine unmögliche Auffaſ=ſchlägt. Zwiſchen den beiden Kleidungsſtücken bleibt oft
ein breiter Hautſtreifen ſichtbar. Die Füße bleiben
un=
ſung verrannt hat.
* Wochenſpielplan der Frankfurter bekleidet. Die meiſte Sorgfalt wird auf das Haar gelegt,
Stadttheater. 1. Opernhaus: Dienstag, 30. 1das immer ſehr ſorgfältig gepflegt und mit Bändern ge=
Dez: „Das Glöckchen des Eremiten”. Mittwoch, 31.: ziert iſt. Außerdem ſtecken faſt alle Frauen in Tehuantepec
„Wiener Blut‟ Donnerstag. 1. Jan., ½4 Uhr: „Hänſel Blumen in ihr Haar. In dieſer Kleidung wirken ſie, wie
und Gretel” 7 Uhr: „Cavalleria ruſticana”, „Der Ba= Hamilton Fyfe ſich humoriſtiſch äußert, als wenn ein
jazzo”. Freitag, 2., 6 Uhr: Zum erſten Male: „Parſifal”. Europäer im Badeanzug und Zylinder umherſpazieren
Ein Bühnenweihfeſtſpiel von Richard Wagner (in 3 wollte. Bei der Sonntagstracht kommt zu der geſchilder=
Akten). Samstag, 3.: „Der Wildſchütz”. Sonntag, 4., ten Kleidung noch eine weiße, ſehr kleidſame Spitzenhaube
3¼ Uhr: „Der liebe Auguſtin”, 7 Uhr: „Der Trouba= hinzu, ähnlich der, die die Bäuerinnen in manchen
Gegen=
dour” Montag, 5.:. 6 Uhr: „Parſifal” — 2. Schau= den Hollands tragen, nur iſt dieſe mexikaniſche
Spitzen=
ſpielhaus: Dienstag, 30. Dez., ½4 Uhr: „Der geſtie= haube viel reicher. In der Markthalle von Tehuantepec,
felte Kater” 8 Uhr: „Wenn der junge Wein blüht”. Mitt= einem allſeits offenen Gebäude ſitzen die Frauen mit ihren
woch, 31., ½4 Uhr: „Der geſtiefelte Kater”, 7 Uhr: „Wie Waren in munterem Geplauder da. Ihre Ware, meiſt
1913.
Seite 3.
Kranzniederlegungen, meiſt unter Widmung
herzlicher, die Pflichttreue und Gewiſſenhaftigkeit des
Ver=
ſtorbenen anerkennender Nachrufe ſchloß. U. a. legten Kränze
nieder die Herren Gewerberat Falk namens der
Heſſi=
ſchen Handwerkslammer, Obermeiſter Rockel namens der
Südweſtdeutſchen Konferenz der Handwerkskammern,
Aſſi=
ſtent Schüttler namens des Perſonals der
Handwerks=
kammer Stadtv. Sames im Auftrage der Sterbekaſſe
des Heſſiſchen Landesgewerbevereins und des Verbandes
deutſcher Gewerbevereine, Stadtv. Werner für den
Orts=
gewerbeverein Darmſtadt, Handelskammer=Syndikus Dr.
Human namens des Heſſiſchen Handelskammertages
und namens der Handelskammer Darmſtadt,
Maurer=
meiſter Ganß im Auftrage des Arbeitgeberverbandes
für das Baugewerbe in Darmſtadt, Obermeiſter
Sie=
menſen für die Schneider=Innung, Schloſſermeiſter
Geiſt für den Heſſiſchen Schloſſermeiſterverband. Weiter
ſprachen und legten Kränze nieder Vertreter des
Orts=
gewerbevereins und der Innungen der Stadt Worms,
des Ortsgewerbevereins Lengfeld, der Friſeur=
Innung Darmſtadt, der Ortsgewerbevereine
Rüſſels=
heim und Offenbach. Zahllos war die Reihe der
Freunde, die dem Entſchlafenen die üblichen 3 Schaufeln
Erde auf den Sarg warf.
* Die Freie Landeskirchliche Vereinigung hält
Frei=
tag, den 2. Januar, im „Rummelbräu” zu Darmſtadt
(Allee 61) ihre Hauptverſammlung ab. An den
geſchäft=
lichen Teil, der um 2½ Uhr beginnt und nur Mitgliedern
zugänglich iſt, ſchließt ſich um 3½ Uhr eine öffentliche
Verſammlung, in der Profeſſor D. Martin Rade aus
Marburg über das Thema: „Theologen oder Laien‟
ſprechen wird. Der Zutritt zu dieſem Vortrag ſteht jedem
frei; auch die Teilnahme von Frauen iſt willkommen.
* Die Stenographenvereinigung „Gabelsberger”
eröffnet am 5. Januar einen Lehrgang für Anfänger.
Auf dieſe Gelegenheit zur Erlernung einer im Leben
unentbehrlichen Kunſt ſei an dieſer Stelle nochmals
hin=
gewieſen. (Näheres in der Anzeige.)
Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla”. Aus den Städten
Heſſens, in denen ſonſt der Karneval blüht, aus Mainz
und Worms kamen Nachrichten, daß es ſchwer halte, ein
Komitee von 11 Herren zuſammenzubringen, das die für
einen echten Karnevaliſten allerdings ſchöne, aber
aller=
dings nicht immer dankbare Aufgabe übernimmt, das Reich
des närriſchen Freude bringenden Prinzen Karneval zu
verwalten. Miniſterkriſe überall. Nur nicht in Heſſens
Reſidenz. Hier iſt das altbewährte, rührige Komitee der
Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla”, das immer
noch von Max Anspachs Geiſt erfüllt, unter der
ener=
giſchen und temperamentvollen Leitung Albert Supps
den Karneval in Darmſtadt beherrſcht, ſeit Wochen an der
Arbeit, um auch dem Faſching 1914 in gewohnter,
glänzen=
der Weiſe nach dem alten Wahlſpruch: „Allen recht und
niemand weh!” das Feld zu bereiten. Junge,
vielver=
ſprechende Kräfte haben ſich den alten wackeren Kämpen
im Dienſte Prinz Karnevals hinzugeſellt. Stoff iſt ja
vor=
handen in überreicher Fülle. Er harrt nur noch der
Ver=
arbeitung im Geiſte Narrhalls. Viele ſind hierzu berufen,
aber nur wenige auserwählt. Wer noch als „Berufener”
ſich fühlt, ſei’s als Liederdichter, ſei’s als neu
erſtrahlen=
des Vortragstalent, der ſtelle ſein Licht nicht hinter den
Scheffel. Die Karnevalgeſellſchaft „
Narr=
halla” rechnet zu ihren ſchönſten Aufgaben auch die,
neue Talente zu fördern, immer für jungen Nachwuchs
zu ſorgen, daß die Pflege der heiteren Kunſt, des Humors
und der Satire unter Karnevals Szepter, die ja ſchon ſo
herrliche Blüten in ihrem Schoße getrieben, auch in
Zu=
kunft ſorgſam geübt wird. Präſident A. Supp nimmt
An=
meldungen von Vorträgen noch entgegen. — Sämtliche
Veranſtaltungen der Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla”
fin=
den wieder wie immer im Städtiſchen Saalbau
ſtatt. Das ausführliche Programm wird demnächſt
ver=
öffentlicht werden.
C. Der Schneefall. Der am Sonntag
niedergegan=
gene Schnee, dem ſtarker Regen und etwas Hagel voraus=
Früchte und Gemüſe oder Korn, iſt in bemalten Gefäßen
vor ihnen ausgebreitet. Um ſie herum iſt ein buntes
Ge=
wühl von Hunden, Schweinen und — nackten Kindern.
Wer die Gewohnheiten der Frauen von Tehuantepec nicht
kennt, wundert ſich zunächſt darüber, daß ſie ihren Kindern
noch im Alter von zwei, drei oder mehr Jahren die Bruſt
reichen, und das erſcheint um ſo ſeltſamer, als die Kinder
in dieſem Alter ſchon das Rauchen aus dem ff verſtehen,
und ſich häufig unmittelbar von der Mutterbruſt kommend,
ihre Nachmittagszigarre anbrennen. Die ganze
Bevölke=
rung beſchreibt Hamilton Fyfe als äußerſt
reinlichkeits=
liebend.
* Gegen Feuersgefahr verſicherte Zigarren. Iſt es für
einen Privatmann zweckmäßig, ſeine Zigarren gegen Feuer
zu verſichern? Ein Neu=Yorker Rechtsanwalt legte ſich
dieſe Frage vor einem halben Jahre vor, bejahte ſie, ging
zu einer Verſicherungsgeſellſchaft und ließ ſich 3000
Zigar=
ren auf 600 Dollar gegen Feuer verſichern. Kürzlich kam
er nun, wie der Gaulois berichtet, bei der
Verſicherungs=
geſellſchaft mit der betrübenden Meldung an, ſeine
Zigar=
ren ſeien verbrannt und verlangte die Verſicherungsſumme
ausbezahlt. Die Verſicherungsgeſellſchaft hatte bis dahin
nichts von einem Brande bei dem Rechtsanwalt
vernom=
men und erkundigte ſich nach den näheren Umſtänden. „Die
Sache iſt ganz einfach”, erklärte der Rechtsanwalt, „ich
ſelbſt habe die 3000 Zigarren eine nach der anderen
auf=
geraucht. Hier iſt eine Beſtätigung dafür, die drei Zeugen
ünterſchrieben haben; ihre Unterſchriften ſind überdies
amt=
lich beglaubigt.” Natürlich weigerte ſich die
Verſicherungs=
geſellſchaft, die verbrannten Zigarren zu erſetzen; es kam
zum Prozeß, und die echt amerikaniſche Entſcheidung
lau=
tete, die Zigarren müßten erſetzt werden, weil ſie nach
dem Wortlaute des Verſicherungsſcheines eine gegen Feuer
verſicherte Handelsware ſeien, die durch Feuer vernichtet
worden ſei. In der nächſten Inſtanz kehrte freilich die
Verſicherungsgeſellſchaft den Spieß um, und die Geſchichte
kam dem Rechtsanwalt ziemlich teuer zu ſtehen: die
Ver=
ſicherungsgeſellſchaft wies nämlich nach, daß der klagende
Rechtsanwalt nach ſeinem eigenen Geſtändniſſe „eine durch
Feuer vernichtete, gegen Feuer verſichert geweſene
Han=
delsware böswillig in Brand geſteckt habe!‟ Der Spaß ſoll
ihm auf 5000 Mark zu ſtehen gekommen ſein.
* Der Gipfel der Senſation — die Hochzeitsreiſe im
Unterſeeboot. Die Senſation, die amerikaniſche
Journa=
liſten aus der Hochzeit der Tochter des Präſidenten Wilſon
machten, hat den bekannten amerikaniſchen Millionär
und Oberſten Flemming auf den Gedanken gebracht, ſeine
Hochzeitsreiſe in einem Unterſeeboot zu unternehmen.
Seine junge Frau erklärte ſich hiermit einverſtanden, doch
iſt es ihr bisher nicht gelungen, eine Kammerfrau, die an
der Fahrt teilnehmen ſoll, zu erlangen. Eine Kammerfrau,
die ſich verpflichten wollte, beſtand auf einer vorherigen
Verſuchsfahrt. In dem Augenblick, als das Boot
unter=
tauchte, wurde die Kammerfrau von einer Nervenkriſe
befallen, ſo daß man das Boot wieder an die Oberfläche
bringen mußte. An Land gebracht, ergriff die Kammerfrau
eilends die Flucht,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember
Seite 4.
aing, ſiel in großen Flocken, was in der Regel dam der
Vom Fernſprechamt.
Fall iſt, wenn das Thermometer über dem Nullpunkt ſteht.
a) Neue Anſchlüſſe: 1820 Bauer, Ludwig, Schnei=
In der Nacht zum Montag trat leichter Froſt ein, der
be=
wirkte, daß an der Südweſtſeite der Bäume ſich der naſſe dermeiſter, Kiesſtr. 24. 669 Dornbuſch, B Bürſtenwaren=
Schnee in eine Eiskruſte verwandelte. Das Tauwetter am lager, Eliſabethenſtr. 26. 1943 Harres, Ida, Frl., Land=
Montag nachmittag, dem abends wieder Froſt folgte, trug wehrſtr. 3. 682 Hebbinghaus, Julius, M., Rentner,
Schieß=
dann weiter dazu bei, die Laſt zu vergrößern, unter der hausſtr. 124. 1114 Heoderich, Friedrich, Direktor,
Heidel=
ſich Kiefern und Fichten infolge des naſſen Schnees beugen. bergerſtr. 64. 1861 Hedwig, Karl Th. Buch= und Papier=
Iſt dieſer Zuſtand einerſeits nicht ungefährlich ſo iſt es handlung, Dieburgerſtr. 48. 1259 Jünger, Horſt,
Wein=
andererſeits für den Naturfreund jetzt ein Hochgenuß, in handlung, Magdalenenſtr. 1. 2450 Miniſterium der
Fi=
dem verſchneiten Wald zu wandeln, der einem Zauber= nanzen, Großh Mathildenplatz 20. 2177 Rechenberg, von,
palaſt gleicht. Obſchon der Schnee im freien Felde gegen Frhr., Rittmeiſter, Bismarckſtr. 72. 2099 Reſidenztheater,
5 Zentimeter Höhe erreicht hat und auf der Ludwigshöhe Inh. A. Fricke, Kinematograph, Ernſt=Ludwigſtr. 1.
noch etwas höher iſt, ſind die Rodelverhältniſſe in letzte= 1538 Schenck, G., Witwe, Frau, Privatin, Bismarckſtr. 21.
rer Gegend noch mangelhaft. Auf den in Betracht kom= 2084 Schmittmann, Paul Rich., Mitinhaber der Firma
menden Schneiſen ſieht man mehr welke Blätter als Beck u. Roſenbaum Nachf., Ingenieur, Ohlyſtr. 37.
Schnee und ſtellenweiſe tritt auch der bloße Boden zutage. 1341 Stumm, Friedrich, von, ſtud. ing., Hügelſtr. 30.
Eine Aufſicht findet daher bis jetzt noch nicht ſtatt, und 1568 Weber, Oskar B., Dentiſt, Wilhelminenſtr. 29.
die Zahl der Rodler, ausſchließlich kleine Jungen, iſt ge= b) Aenderungen: 1906 Eilboten=Inſtitut Blitz=
Rad=
ring. Dagegen entfaltete ſich am Montag auf der Krafts= ler, Schuchardſtr. 11, jetzt Schloßgartenſtr. 5. 1155
Hand=
ruhe, ſoweit das bei den dortigen beſchränkten Verhält= werkskammer, Georgenſtr. 9, jetzt Saalbauſtr. 60. 1725
niſſen möglich war, ein buntes Treiben, da hier die! Harprecht, Bruno, übertragen an Frau Eliſe Stief. 1961
Schneeverhältniſſe günſtiger ſind. Die Wetterprognoſe für Meinhardt, Erich, übertragen an L. Meinhardt. 267 Mül=
Dienstag lautet auf Aufklärung und Kälte, ſo daß auch ler, J., Inhaber H. Müller, übertragen an Karl Müller.
hoffentlich bald die Schlittſchuhläufer wieder zu ihrem! 751 Derſelbe, übertragen an Dampfziegelei Karl Heinrich
Rechte kommen werden. Für die Rodler wäre freilich noch Müller. 1979 Vömel, Ernſt Karl, übertragen an Karl
Becker, Architekt. — e) Abgebrochene
Sprechſtel=
weiterer Schnee erwünſcht.
len: 1363 Cronau. 2023 Günther. 1760 Kämmerling.
* Orpheum. Heute, Dienstag, 30. Dezember, treten
die Kunſtkräfte des überaus erfolgreichen Weihnachts= 1922 Moßner, von.
Programms letztmalig auf. Morgen, Mittwoch (Silveſter=
UIl. Jahresverſammlung
abend), bleibt das Orpheum geſchloſſen. Am Donnerstag,
1. Januar (Neujahrstag), finden zwei Feſtvorſtellungen des Vereins evangeliſcher Organiſten und
Chor=
ſtatt und wird der Neujahrs=Spielplan den Beſuchern
dirigenten im Großherzogtum Heſſen.
eine ganz beſondere Ueberraſchung bringen. (Näheres
ie! In den Räumen des Reſtaurants „Kaiſerſaal”
folgt.)
* Der Wandkalender für unſere verehrlichen Abon= wurde geſtern vormittag die 7. Hauptverſammlung
nenten liegt in bekannt ſorgfältiger Ausſtattung der heu= des Vereins Heſſiſcher evang. Organiſten und
Chor=
dirigenten abgehalten, die aus allen Teilen des
Heſſen=
tigen Auflage des Tagblatts bei.
h. Der Ein= und Ausbrecher Tomſie, welcher wegen landes zahlreich beſucht war. Der Vorſitzende, Hoforganiſt
eines großen Uhren= und Goldwarendiebſtahls in Lud= und Chormeiſter Müller=Darmſtadt, begrüßte in
herz=
wigshafen verhaftet wurde und hier ars dem Amts= lichen Worten die Verſammlung und gab ſodann ein
ein=
gerichtsgefängnis ausbrach und der nun neuerdings auf gehendes Lebensbild des vom 24. September 1813 bis zum
dem Transport von Gießen nach dem Zuchthauſe Marien= 5. April 1843 an der Schloßkirche zu Darmſtadt mit
größ=
tem Erfolge wirkenden Hoforganiſten Chriſtian Heinrich
ſchloß wieder entſchlüpfte, iſt nun, nachdem er ſich 14 Tage Rink, des Gründers des Kirchengeſangs und der kirch
lang umhergetrieben, in Straßburg
feſtgenom=
men worden. Es iſt ihm ergangen, wie in Lud= lichen Chorſchulen in Heſſen. Auch als Komponiſt
zahl=
reicher Kirchenoratorien und kirchlicher Lieder hat ſich Rink
wigshafen — auch in Straßburg wurde er beim Betreten ein bleibendes Denkmal geſetzt. Der Vortrag wurde mi
des Ladens eines Althändlers bon einem
Kriminalbeam=
ten verhaftet, wo er Kleider verſetzen wollte, die zweifel= reichem Beifall ausgezeichnet. Nach dem Jahresbericht
des Vorſitzenden für das Jahr 1913 ſind dem Verein 18
los geſtohlen ſind. Die Feſtſtellung des Signalements
er=
neue Mitglieder beigetreten, ſo daß die Zahl jetzt 66
be=
gab, daß man den Einbrecher Tomſie vor ſich hatte. Bald trägt. Die Jahresrechnung 1913 zeigt in Einnahme
darauf lief eine Mitteilung von einem Einbruch in Bühl 160,54 M., in Ausgabe 127,84 M. Dem Rechner Runk
in Baden ein, wo der Verbrecher die Sachen geſtohlen Okarben wurde mit Dankesworten Entlaſtung erteilt.
hatte. Seiner Verhaftung ſetzte er mit einem Meſſer Bei der Beſprechung von Organiſationsfragen wurde die
Widerſtand entgegen.
Errichtung von Kirchenmuſikbibliotheken
§ Brand. Am Sonntag abend gegen 7 Uhr iſt in allen Gemeinden, ſowie die Einführung einer
Zentral=
im Hauſe Blumenthalſtraße Nr. 1 in einem im zweiten bibliothek für Kirchenmuſik und Chorgeſang durch das
Stockwerke gelegenen Kinderſpielzimmer ein Brand Großh. Oberkonſiſtorium, im Anſchluß an die ſchon
be=
ausgebrochen, welcher durch die herbeigerufene Feuer= ſtehende Sellſtiftung und des Orgelkurſes in Darmſtadt
wehrwache alsbald gelöſcht wurde.
angeregt und beſchloſſen. Auch die Angliederung einer
Muſikbibliothek an das bereits beſtehende Dr. Diehlſche
Schulmuſeum wurde in Anregung gebracht.
Bei der Beſprechung der Rinkſtiftung in Fried=
Kunſtnotizen.
berg zur Weiterbildung junger talentierter Organiſter
(eber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nacht wurde gewünſcht daß auch die Seminare von Bensheim
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr ürteil vor.
und Alzey mit Prämien bedacht und dieſe nur an evange
— Muſikverein. Am 17. Januar 1914 veranſtal= liſche Seminariſten gewährt werden. Nach den
Beſchlüſ=
tet der Muſikverein im Saalbau ein Winterfeſt. Im ſen der Konferenz preußiſcher Seminar=Direktoren von
erſten Teil des Abends wird neben muſikaliſchen Darbie= 1913 ſoll eine Beſchränkung des Seminar=Muſikunterrichts
tungen ein flottes Theaterſtück in Darmſtädter Mundart insbeſondere im Geigenſpiel, eintreten. Dieſe
Konferenz=
in Szene gehen. Der Verfaſſer, Dr. Georg Büchner, iſt beſchlüſſe wurden abgelehnt und die Einführung von
Mu=
von früheren Feſten des Muſikvereins rühmlichſt bekannt. ſikunterricht durch Fachlehrer an den heſſiſchen Seminarien
Die Regie hat Herr Hofrezitator Knispel in liebenswür= zum Ausdruck gebracht. Den Leitſätzen über kirchliche
Mu=
digſter Weiſe übernommen, die Mitwirkenden gehören ſik im Dienſte des evangeliſchen Gemeindelebens (14. Allg.
ſämtlich dem aktiven Chor an. Weiter werden, von Fräu= Ev.=Luth. Konferenz in Nürnberg) wurde zugeſtimmt.
Ue=
lein Volkert einſtudiert, zwei Koſtümtänze die Beſucher des ber die Förderung der Kirchenmuſik durch die Geiſtlichen
Feſtes erfreuen. Nach Beendigung des offiziellen Pro= referiert Fritz=Offenbach. Er fordert eine intenſive
Betei=
gramms beginnt der Tanz im großen Saale. Unterdeſſen ligung der Geiſtlichkeit an den kirchenmuſikaliſchen
Arbei=
ſpielt im Gartenſaale ein Bauerntheater mit Bauernkapelle ten, ſowie Schaffung von Bezirkskonferenzen mit aus
und in den oberen Räumen iſt eine bunte Bühne einge= ſchließlicher Beſprechung von Muſikfragen unter Zuziehung
richtet, bei der namhafte Kabarettkräfte von hier und aus= der Geiſtlichkeit und des Kirchenmuſikmeiſters und
wärts ihre Mitwirkung zugeſagt haben. An Büffets, im ſtellt einen dahingehenden Antrag, der Annahme fand.
Bierreſtaurant, Café und Seltlauben warten Damen des Ueber die Statiſtik des Orgelweſens in Heſſen referiert
Vereins mit den verſchiedenſten Erfriſchungen auf. Es Pfarrer Knorr. Die hierzu geſtellten Leitſätze wurden
an=
ſei ausdrücklich darauf hingewieſen, daß das Winterfeſt genommen.
auch Nichtmitgliedern zugänglich iſt, wodurch auch Ferner=
Ueber die Organiſtengehalte in Heſſen referierte der
ſtehenden Gelegenheit gegeben werden ſoll, die Geſelligkeit Vorſitzende, der feſtſtellte, daß in Bensheim und Offenbach
im Muſikverein kennen zu lernen. Wegen des Verkaufs eine Gehaltserhöhung für die Organiſten erfolgt ſei. Die
der Eintrittskarten wird auf die beſondere Anzeige ver= Erhöhung des Beitrags für das Korreſpondenzblatt (
An=
wieſen.
trag Roth) wurde abgelehnt. Bei der Vorſtandswahl
nachgemachter und handwerklich zweifelwertiger Kopien
25 Jahre im Dienſte deutſcher alter Muſter zu einem ebenſo unzeitgemäßen, wie
unbe=
haglichen Enſemble. Es war eine Zeit, in der die
künſt=
leriſch Empfindenden ſich gedemütigt fühlten, denn es ſah
Wohnungskultur.
ſo aus, als habe man ſich hoffnungslos in Geiſtloſigkeit
Am 1. Januar 1914 tritt die von Hofrat Alexan= und Unſelbſtändigkeit verrannt. Doch keimten bereits
der Koch=Darmſtadt begründete und herausgege= überall die erſten geünen Hoffnungen. Es ſah ſie nur faſt
bene Kunſtzeitſchrift „Innen=Dekoration” in ihren niemand! Und wer ſie ſah, der glaubte nicht daran. Und
25. Jahrgang. Mit dem geſamten deutſchen Kunſtgewerbe wer daran glaubte, der hatte meiſt ſehr wenig Mut! Sie
und beſonders mit den Gedanken und Taten der Darm= aber hatten Mut — Sie, Herr Alexander Koch! Sie hatten
ſtädter Künſtlerſchaft eng verknüpft, hat die Zeitſchrift in ſogar viel Mut, denn Sie hatten den Glauben, und das
der Geſchichte der neuen deutſchen Wohnkultur Wiſſen, und die Zuverſicht. Und Sie beſchloſſen, der
eine überaus wichtige Rolle geſpielt. Keiner der
bedeu=
jungen Bewegung, die kaum da war, die Sie aber kommen
tenderen Architekten Deutſchlands iſt ohne ihre Förderung ſahen, eine Stütze zu bauen, einen Stab gleichſam, an
geblieben; in Werkſtätten und Ateliers hat ſie unermüdlich dem ſie gehen könne, oder auch eine Stätte, an der ſie ſich
neue Gedanken hineingetragen und zugleich für ihre erproben könne. Und ſo ſchufen Sie Ihre Zeitſchrift „In=
Durchſetzung im Volke mit Nachdruck und Erfolg gear= nen=Dekoration”. Der Name war ein Programm, damals
beitet. Der große Ruf, den die heſſiſche Landeshauptſtadt kaum mehr als ein Programm. Aber von Ihrem ſicheren
als Kunſtmetropole beſitzt, iſt nicht zuletzt durch die un=
Inſtinkte geleitet, wuchs das Programm der Erfüllung zu,
unterbrochene Tätigkeit der von Hofrat Koch vorbildlich mehe und mehr, und ſicherer und ſicherer, von Jahr zu
geleiteten Zeitſchrift gefördert und gefeſtigt worden.
Jahr. Sie wurden einer der größten Mutmacher, die wir
Das ſoeben erſchienene Januarheft, das den Jubi= jemals in deutſchen Landen gehabt haben. Sie wollten
lämsjahrgang mit glänzend gelungenen Veröffent= poſitive Leiſtungen hervorrufen und darum haben Sie
lichungen einleitet, bringt eine große Reihe von Zu= allenthalben das Poſitive und Leiſtungsfähige gefördert.
ſchriften, in denen bedeutende Vertreter des deutſchen Sie ſuchten Ihre Aufgabe nicht in zerſetzender und ver=
Kunſthandwerks und deutſcher Architektur ihre Anſchau= ärgernder Kritik. Ihre einzige Kritik war das
Schwei=
ungen über Weſen und Wirkſamkeit der Darmſtädter gen. Eine ſehr vornehme und gewiß auch ſehr notwen=
Kunſtzeitſchrift ausſprechen. Es iſt ein glänzendes Zeug=dige Kritik die einzig den Zweck verfolgte, dem Guten
nis, das auf dieſe Weiſe der Zeitſchrift und ihrem allezeit und Kulturſchöpferiſchen die Bahn freizuhalten. Und dies
rührigen Herausgeber ausgeſtellt wird. Einige der Stim= haben Sie ſtets getan. Und haben ſich auch nicht
ent=
men ſeien angeführt. So ſchreibt Dr. Franz Ser= mutigen und in Ihrer Ueberzeugung wankend machen
vaes=Wien:
laſſen, wenn einmal die Früchte ſauer oder holzig blieben,
„Als Sie, verehrteſter Herr Hofrat, vor fünfundzwanzig oder wenn, nach hoffnungsvollen Anfängen, vereinzelte
Jahren die „Innen=Dekoration” für Deutſchland ins Leben Irrwege beſchritten wurden, die keiner Entwicklung
zu=
riefen, waren Sie gleichſam ein Prophet Johannes in der zuführen vermochten. Sie haben dann rechtzeitig das
Wüſte. Nur daß Sie nicht Buße predigten, ſondern Schön= wahrhaft Fruchtbringende und Entwicklungsfähige erkannt
heit! Schönheit in der harmoniſchen Innenausgeſtaltung und dieſes, den Fehlſchlägen trotzend, mit deſto größerer
menſchlicher Wohnungen. Was wußte man vor einem Energie und Einſicht gefördert. Und Sie hatten Glück!
Vierteljahrhundert hiervon bei uns? So gut wie nichts: Sie kamen in die Zeit eines großen Aufſchwunges hinein
man wußte bloß etwas von „Stilechtheit” — und darunter Von allen Seiten ſproßten und wuchſen die Talente. Und
verſtand man die bunte Zuſammenwürfelung phantaſielos manche hoben ſich zu ſtarker und üvviger Fülle empor.
Nummer 319.
1913.
wurden der ſeitherige Vorſitzende, Hoforganſt Mülker=
Darmſtadt, ſowie die übrigen Vorſtandsmitglieder durch
Zuruf wiedergewählt. Als Ort für die nächſte Tagung
wurde Frankfurt beſtimmt. Nach dem allgemeinen
Mittagsmahl erfolgte am Nachmittage eine Beſichtigung
und Vorführung der Orgelwerke in der Petruskirche (
Mu=
ſikdirektor Stammler), Martinskirche (Herr Organiſt Ritz)
und Hofkirche (Hoforganiſt Müller), die ungeteilten Beifall
fanden.
Weihnachtsfeiern.
* Auch die Turngemeinde Beſſungen hielt
ihre Weihnachtsfeier ab. Eröffnet wurde die Feier durch
einen Prolog, geſprochen von Fräulein Brilmayer,
dem das Weihnachtslied „O du fröhliche” folgte. Der erſte
Vorſitzende, Herr Profeſſor Kiſſinger, hielt die
Feſt=
rede. Dann folgte ein Weihnachtsmärchen „Die
Tannen=
fee‟ Die erſte Turnerriege turnte einige Uebungen am
Reck, die Zöglingsriegen ſtellten Trapezgruppen. Auch die
Singmannſchaft, unter Leitung ihres allbewährten
Diri=
genten, Herrn Richard Etzold, brachte einige Chöre zu
Gehör. Zum Schluſſe folgte das Theaterſtück „Die
Mai=
bowle” von H. Rütlein, das unter der Regie der Turner
Heeb und Grünewald zur Aufführung kam.
* Geſangverein „Liederkranz”. Im
Or=
pheum beging der Geſangverein „Liederkranz” ſeine
Weih=
nachtsfeier. Wirkungsvoll wurde dieſe durch einen Chor
„Hymne an die Nacht” von Beethoven eingeleitet. Es
folgten lebende Bilder mit begleitendem Text, ein
Melo=
dram, geſprochen von Herrn K. Made und von Frl.
Schmidt am Klavier begleitet. Ein von Herrn Gieſel
klangſchön zum Vortrag gebrachtes Bariton=Solo:
Rezi=
tativ und Arie aus „Undine” erntete reichen Beifall. Zwei
Chöre „Spinn, ſpinn” und „Reiters Morgengeſang” die
vorzüglich einſtudiert waren, wurden ſtürmiſch
applau=
diert. Zwei von Damen und Herren des Vereins unter
der Regie des Herrn L. Scheidler aufgeführte
Theater=
ſtücke: „Heiligabend”, Lebensbild in 2 Akten, und „
Sil=
veſterball” oder „Der Onkel ſchläft” wurden vorzüglich
ge=
ſpielt. Der von Sängern und Sangesfreunden mit
gro=
ßer Spannung erwartete Kunſtchor „Nero”, eine Ballade
von dem bekannten Komponiſten Mathieu Neumann, den
der Dirigent, Herr Stetefeld, einſtudiert hatte, wurde
formvollendet und klangſchön zu Gehör gebracht. Ein
weiteres Baritonſolo Der Wanderer” wurde von Herrn
Koch vorgetragen. Die Humoriſten des Abends, die
Herren Mechler, Ruder, Eiſenhauer und Nebe ſorgten für
die nötige weitere Unterhaltung. Die Klavierbegleitung
für die einzelnen Nummern hatte Herr Kaleve
übernom=
men. Die Leitung der ganzen Veranſtaltung lag in den
Händen des Dirigenten, Herrn Hofmuſiker Stetefeld.
* Die Turngeſellſchaft Darmſtadt hielt
im großen Feſtſaale ihres Turnhauſes ihre
Weihnachts=
feier ab. Der Verein hatte ein ſchönes und
abwechſel=
ungsreiches Programm zuſammengeſtellt. Neben den
Konzertvorträgen der Kapelle des Regiments Nr. 115 und
einem von Frl. Käte Vogel ſchön geſprochenen Prolog.
wechſelten mit den Chören der Turnerſingmannſchaft
ernſtere und heitere Bühnenbilder, wovon beſonders das
von Frl. Tina Emig eingeübte und in Szene geſetzte
Kinderfeſtſpiel „Weihnachſen im Zauberwalld” lobende
Erwähnung verdient. Auch der Turnmannſchaft welche
unter Leitung ihres Turnwarts Gg. Bernhardt ein
Kunſt=
turnen am Hochreck vorführte, wurde rauſchender Beifall
zuteil. Als Glanzpunkt des Feſtes dürfte das
Theater=
ſtück „Singvögelchen” von E. Jakobſon anzuſehen ſein,
das bei vorzüglicher Beſetzung ſehr ſchön geſpielt wurde.
In Anbetracht ihrer 25jährigen ununterbrochenen
Mit=
gliedſchaft wurden die Turner Leonhard Weitzel und
Wilhelm Metz zu Ehrenmitgliedern ernannt. Ein Ball
beſchloß die Feier.
* Der Gabelsberger Stenographen=
Ver=
ein von 1861 nebſt Damen=Verein beging am
Sonntag im „Kaiſerſaal” und „Fürſtenſaal” ſeine
dies=
jährige Weihnachtsfeier. Der Saal und Galerien
waren dicht beſetzt. Eingeleitet wurde die Feier mit einem
Muſikſtück, dem ein Weihnachtsprolog, vorgetragen von
Fräulein Ottilie Schedel, folgte. Als Soliſten waren
für den Abend Fräulein Braumüller (Alt), Herr Rieſinger
(Tenor), Herr Schäfer (Bariton), ſowie der
Salonhumo=
riſt, Herr Kilian, gewonnen worden, die ihre Vorträge
muſtergültig zu Gehör brachten. Ein Weihnachtsſpiel,
be=
titelt „Ein Wunſchzettel” verfaßt vom Mitgliede Herrn
Hans Hein, geſpielt von Fräulein Simon, ſowie Herrn
Willy Hein, wurde mit großem Beifall aufgenommen,
ebenſo das von den Herren Hauf, Rieſinger und Helfmanu
vorgetragene Geſangsterzett „Die 3 fidelen Straßenkehrer
Den größten Erfolg hatte unſtreitbar das von Fräulein
Erbes, ſowie den Herren Rieſinger, Birkenſtein, Dillmann
Deutſchland riß auf dem Gebiete der künſtleriſchen
Innen=
ausſtattung die Führung an ſich. Vor fünfundzwanzig
Jahren war es ein Lernender, überall der Anlehnung Be
dürftiger; heute iſt es ein Lehrender, der maßgebende Faktor
auf dieſem Gebiete, in allen Weltteilen. Dies alles wuchs
Ihnen zu. Sie haben es kommen ſehen. Vielleicht nicht
in der ganzen wunderſamen Fülle, in der es dann
wirk=
lich kam — bis zu ſolcher Vermeſſenheit konnten ſich
da=
mals kaum Jemandens Hoffnungen verſteigen — aber
Sie haben doch gewußt, daß etwas kommen mußte und
während die Anderen zweifleriſch und kleinmütig
ſäum=
ten, ſtanden Sie empfangsbereit da. Sie hatten Ihre Zeit
rechtzeitig erkannt. Dies dünkt mich, verehrter Herr
Hof=
rat, iſt das Geheimnis Ihres großen Erfolges! Und wenn
wir zu dieſem Ihnen heute gratulieren, ſo wiſſen wir vor
allem, daß es ein verdienter war. Gewiß Sie hatten
Glück. Aber Sie haben es auch verſtanden, das Glück ſich
zu zwingen. Heil und immer weiter voran!
Profeſſor Dr. Vetterlein=Darmſtadtt
25 Jahre „Innen=Dekoration” — welchen Wechſel der
künſtleriſchen Anſchauungen bedeuten dieſe Worte! Iſt es
ein Zufall, daß wir heute in das Ende der 80er Jahre den
tiefſten Tiefſtand der künſtleriſchen Kultur verlegen und
daß gerade damals die Gründung der „Innen=Dekoration
erfolgte? War dieſe Tat wohl ein Schrei nach Erlöſung
von hohlem Schein, gebrechlichem Schwindel und protzen
hafter Prahlerei? Mit bitterem Schmerze ſahen die auch
damals vorhandenen feinfühligen Geiſter die Vernichtung
alter, ſtolzer Kultur voranſchreiten. Eilig galt es zu
retten, was zu retten war in dem Wahnſinn der
Stadt=
erweiterungen, der Wohnungsſpekulation und des
Grün=
dertums. Vor allem aber galt es, einer neuen Gene
ration einen neuen — oder vielmehr den alten Sinn
ein=
zuflößen, der bisher zum Aufbau einer Kultur gedient
und deſſen Fehlen zum Zuſammenbruch der vorhandenen
Kultur geführt hatte. Vereinigung aller Kräfte zu ein
heitlichem Wirken in nationalem Sinne, das war die
ſchwerſte, die nötigſte Arbeit! Ihr widmete ſich vor allen
gleichgerichteten Beſtrebungen am tatkräftigſten d
nen=Dekoration”, die aus tiefem Mitleiden 1.
froher Hoffnung geboren wurde. Mit Sto
Hauf und Jöckel geſpielte Singſpiel „Das Roſel vom
Schwarzwald” unter der Regie des Herrn Hauf. Fräulein
Erbes, die muſtergültig die Titelrolle ſpielte, wurde am
Schluſſe durch Ueberreichen eines großen Lorbeerkranzes
ausgezeichnet. Ein Tanz, der die Teilnehmer bis zur
frü=
hen Morgenſtunde beiſammen hielt, ſchloß die ſchön
ver=
laufene Feier.
Turnverein Darmſtadt. Die Weihnachtsfeier des
Turnvereins Darmſtadt findet am 1. Januar (Neujahrs
tag) im Konkordiaſaal ſtatt. Für reichhaltiges Programm
iſt Sorge getragen. (Näheres in der Anzeige.)
* Der=Geſangverein Frohſinn, Weiter
ſtadt, veranſtaltete im Saale „Zum Darmſtädter Hof”
ſeine Weihnachtsfeier. Das gut zuſammengeſtellte Pro
gramm bot den zahlreich Erſchienenen wirkliche
Kunſtge=
nüſſe. Es zeigte ſich wieder, daß unſere ländliche
Bevöl=
kerung gerade an Aufführungen, wie ſie hier gezeigt
wur=
den, größten Genuß findet. Die verſchiedenen Chöre
wur=
den unter der Leitung des erſt ſeit kurzer Zeit den Verein
führenden Dirigenten, Herrn Sturmfels=Darmſtadt,
tadel=
los zu Gehör gebracht. Ebenſo alle Vorträge uſw., ſowie
das Theaterſtück „Weihnachten im Forſthaus” und die
bei=
den von Fräulein Sturmſels=Darmſtadt geſungenen Lie
der. Der Vorſitzende Krämer ſprach allen Anweſenden
und Mitwirkenden ſeinen Dank aus.
* Sängerluſt Weiterſtadt. Der
Geſangver=
ein Sängerluſt veranſtaltete unter Leitung des Herrn
Leh=
rers Schmidt im Gaſthaus „Zum Schwanen” einen
Weihnachtsabend mit Chriſtbaumverloſung. Eingeleitet
wurde die Feier durch den Chor: „Welche Freude, Chriſtus
iſt geboren” von A. Neff. Daran ſchloß ſich das
Weih=
nachtsſpiel „Am Heiligenabend” aufgeführt durch Knaben
und Mädchen der zweiten Klaſſen. Reicher Beifall
be=
lohnte die jugendlichen Darſteller. Es war eine Luſt, den
friſchen Kinderſtimmen zu lauſchen, die mit Verſtändnis
Ernſt und Humor zum wirkungsvollen Ausdruck brachten.
Nachdem der Verein den „Deſerteur von Wörth”
vorge=
tragen hatte, fand die Verloſung des Chriſtbaums unter
die Kinder der Vereinsmitglieder ſtatt, die große Freude
hervorrief. Beſonders von dem Verein beſchenkt wurden
die Darſteller des Weihnachtsſpiels.
Silveſterfeiern.
* Kaufmänniſche
Stenographengeſell=
ſchaft Gabelsberger. Wie alljährlich, veranſtaltet
auch in dieſem Jahre die Abteilung Geſelligkeit der
Kauf=
männiſchen Stenographengeſellſchaft Gabelsberger in der
Silveſternacht in den Räumen des Kaiſerſaals (Grafen
ſtraße) eiren Silveſter=Tanz, wozu die Mitglieder und
Gönner eingeladen ſind. (Siehe Anzeige.)
* Hotel Heß. Zur bevorſtehenden Silveſterfeier
im Hotel Heß ſind bereits große Vorbereitungen getroffen
und verſpricht der Abend ein recht abwechſelungsreiches
Programm zu bjeten. Es empfiehlt ſich, rechtzeitig Tiſche
reſervieren zu laſſen.
* Britannia=Hotel. Im Britannia=Hotel
findet, wie alljährlich, auch in dieſem Jahre eine große
Silveſterfeier ſtatt. In dem weißen Saal wird die
Haus=
kapelle ihre Weiſen ertönen laſſen und das neue Jahr
feierlich begrüßen. Ein auserwähltes Souper iſt
zuſam=
mengeſtellt worden und dürfte ſich die Vorausbeſtellung
von Tiſchen empfehlen, da der Andrang zu dieſer Feiec
ein ſehr großer iſt.
* Hotel Köhler. Wie alljährlich, findet auch
dieſes Jahr wieder am 31. Dezember große
Silveſter=
feier mit einem auserleſenen Feſt=Souper ſtatt. Hieran
ſchließt ſich ein für intimere Kreiſe beſtimmtes
Tanzvergnü=
gen, bei dem verſchiedene Ueberraſchungen vorgeſehen ſind.
Der 1. Januar bringt dann nachmittags und abends großes
Künſtlerkonzert in ſämtlichen oberen Feſträumen. (Siehe
Anzeige.)
* Im Café „Zur Oper” findet in der
Silveſter=
nacht, von 9 Uhr abends ab ein Künſtlerkonzert, aus
geführt von Mitgliedern der Kapelle des Leibgarde=In
fanterie=Regiments Nr. 115, ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.
W. Gernsheim, 28. Dez. (Unfug.) Heute wurde
aus dem D=Zug 269, der von Mannheim nach Dortmund
fährt, eine Flaſche geworfen. An dem gerade
vorbeifah=
renden Eilgüterzug 6020 wurde durch die Flaſche die
Fenſterſcheibe zertrümmert und dem auf der Lokomotive
befindlichen Lokomotivheizer Vettel aus Worms der linke
Unterarm ſo zerſchnitten, daß nach Anlegung eines
Not=
verbandes die ſofortige Verbringung nach dem Kran
kenhaus in Worms nötig wurde. Die telegraphiſch
ange=
ordnete Unterſuchung nach dem Täter hatte leider keinen
Erfolg.
Offenbach, 28. Dez. (Feuer.) Die durch die Blätter
gegangene Nachricht von einem Schadenfeuer in der
Offenbacher Zelluloid= und Hartgummifabrik von Reich,
auf ihr Werk zurückblicken. Ward doch ihr Mühen reich
belohnt, und wenn es heute wieder künſtleriſchen
Charak=
ter in allen Einzelgebieten der Kultur gibt, ſo darf
ſie=
einen beträchtlichen Teil dieſer Errungenſchaft ſtolz als
Frucht ihrer Erziehungsmethode in Anſpruch nehmen.
Durch Förderung aller Künſtler, die etwas Wahres zu
ſagen haben, durch Beratung der Firmen, die
kunſtge=
werbliche Erzeugniſſe herſtellen und durch Bildung eines
geſunden Geſchmackes im Publikum hat Hofrat Koch mit
ſeinen Zeitſchriften das neue Blühen der Kunſt gefördert
und durch die formvollendete Vorführung der beſten
Lei=
ſtungen alle ſchaffenden Kräfte angeſpornt und angefeuert
und in ſeinen Zeitgenoſſen die Sehnſucht nach höheren
Zielen geweckt. Die zurückliegenden Jahrgänge bilden ein
Muſeum des künſtleriſchen Ringens um ein neues
deut=
ſches Ideal. Und da ſich die Methode und die
Schaffens=
kraft des Führers nicht geändert hat, verſprechen auch die
kommenden Jahresbände einen wertvollen Anteil an der
immer und ohne Unterlaß zu leiſtenden Kulturarbeit zu
nehmen. Dankbar ſollte jeder Deutſche auf ſeine deutſchen
Kunſtzeitſchriften blicken, die ihm nicht ſeichte
Tagesnach=
richten, ſondern hohe Zukunftswerte vor Augen ſtellen
Allen ſolchen veredelnden Zeitſchriften voran marſchiert
Alexander Koch mit ſeinen Darmſtädter Verlagswerken
In hoher Bewunderung ſeiner glänzend erfüllten
Kultur=
miſſion ſei ihm daher am Jubiläumstage ſeiner „Innen=
Dekoration” ein herzliches Glückauf zu neuer Tat
zuge=
rufen!
Dr. E. W. Bredt=München: ... „Für die
Be=
wertung von Perſönlichkeiten und deren Unternehmungen
bietet der Zeitraum von 25 Jahren eine gute
Grund=
lage. Wer ſein Unternehmen ein Vierteljahrhundert
hin=
durch vorbildlich durchzuführen und jeweils auf der Höhe
zeitlicher Forderungen und Ideale zu halten verſtanden
hat darf mit ſeinen Erfolgen zufrieden ſein, hat Anſprüche
auf den Titel eines lulturellen Erfüllers und Förderers.
Ganz beſonders gilt dies von künſtleriſchen
Unterneh=
mungen in unſerer Zeit, mit ihrem ſtürmiſchen
Geſchmacks=
wechſel, ihren verwirrenden künſtleriſchen Gegenſätzen
ihrer unerhörten merkantilen und induſtriellen Expanſions=
Goldmann u. Co., iſt, wie die Fabrikleitung mitteilt, nicht
richtig. Es hat zu der angegebenen Zeit allerdings in
derſelben Straße, in der die Fabrik liegt, ein größeres
Geſchäftshaus mit verſchiedenen Werkſtätten gebrannt,
jedoch liegt dieſes Haus von dem Fabrikanweſen über
100 Meter entfernt und hat mit der Fabrik nicht das
min=
deſte zu tun. — Die 19jährige Krankenwärterin
Marga=
rethe Gertmann wurde in Haft genommen unter de
Beſchuldigung, ihr neugeborenes Kind in den Main
ge=
worfen zu haben.
L. Höchſt i. O., 29. Dez. (Gemeinderatswahl.)
Nachdem die Gemeinderatswahl vom 11. Oktober d. J
infolge eines Formfehlers vom Großh. Kreisamt Erbach
ür ungültig erklärt worden war, erfolgte am 27.
Dezem=
ber eine zweite. Der Wahlkampf war diesmal ſehr
hef=
tig. Von 459 ſtimmberechtigten Bürgern machten über
80 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Der Sieg
fiel der bürgerlichen Fortſchrittspartei zu. Gewählt
wur=
den: M. Weigel, Fabrikant, mit 232, M. Schäfer IV.,
Zimmermeiſter, mit 206, Gg. Hofferberth V Gaſtwirt,
mit 188 und Ad. Göttmann, Kaufmann, mit 185 Stimmen.
Finthen, 29. Dez. (Ein „angenehmer”
Schwa=
ger.) Als ſich der 34jährige Metzger Gg. Doeß von Mainz
während der Weihnachtsfeiertage bei ſeinen
Schwieger=
eltern in Finthen aufhielt, kam es in der Familie zur
Feier des Tages zu Streitigkeiten. Im Verlaufe des
Skandals ergriff ein Schwager des D. ein Beil und ſchlug
ihm damit hinterrücks auf den Kopf. Doeß ſtürzte
be=
wußtlos zuſammen und mußte nach Mainz ins
Rochus=
hoſpital gebracht werden. Die Verletzung iſt lebensge
fährlicher Natur.
Worms, 28. Dez. (Verſchwunden.) Seit
Sonn=
tag letzter Woche wird der 18jährige Albert Betz von hier
vermißt. Es beſteht die Vermutung, daß er Werbern für
die Fremdenlegion in die Hände gefallen iſt. Irgend
welche Gründe für einen Selbſtmord oder Flucht fehlen
Betz, der ungefähr 1,65 Meter groß iſt, trug bei ſeinem
Weggehen braunen Ulſter, dunklen Anzug und ſchwarzen
weichen Filzhut, Kopfhaar braun, Augen blau, längliche
Naſe, dunkle Augenbrauen, graue Unterhoſe, blau=weiß
kariertes Hemd, blau=weiß geſtreiftes Vorhemd, rote
Krawatte, rehbraune Strümpfe, Boxcalfſtiefel, Uhr mit
Sprungdeckel. 100 Mark ſind demjenigen zugeſichert, der
ihn lebend bringt.
Worms, 29. Dez. (Ein adeliger
Promena=
denwächter.) Aus Worms wird berichtet: Am erſten
Weihnachtsfeiertag verſchied im ſtädtiſchen Krankenhauſe
nach zweitägigem Aufenthalt der während ſeiner
lang=
jährigen Dienſtzeit als Promenadenſchütz allgemein
be=
kannte Baron Theodor von Zangen im Alter von 83 Jah
ren. Ueber 20 Jahre verbrachte er im ſtädtiſchen Ver
ſorgungshaus, wo er wegen geſchwächter Geſundheit
da=
mals Unterkunft fand. Herr von Zangen war ein
Ori=
ginal, das mit dem Wormſer Straßenleben wie
verwach=
ſen ſchien.
Nierſtein, 29. Dez. (Zu der Bluttat am
zwei=
ten Weihnachtstage) wird noch mitgeteilt, daf
kurz nach der Tat= die beiden Brüder Franz und Joſeph
Ullrich verhaftet wurden. Die Tat ſelbſt geſchah am
Samstag früh gegen 5 Uhr. Zwei Söhne des Winzers
Adam Nagel und der Winzer Adam Würtz kehrten von
der Tanzmuſik heim. An der Ecke der Bildſtockſtraße
wur=
den die ruhig ihres Weges gehenden Leute von den
Brü=
dern Franz Ullrich und Joſeph Ullrich — die von
Bens=
heim ſtammen und von denen Franz in Mainz und Joſeyh
in Nierſtein wohnt — überfallen. Bei dem Verſuch, ſich
zu wehren, erhielt der 23jährige unverheiratete Winzer
Adam Würtz einen Stich in den Unterleib der die
Schlag=
ader verletzte. Würtz ſchleppte ſich noch in das Haus des
Vaters eines ſeiner Freunde und verblutete hier in
kürze=
ſter Zeit. Der herbeigerufene Arzt konnte nur noch den
Tod feſtſtellen. Außer den verhafteten beiden Brüdern
Ullrich, von denen Franz Ullrich verheiratet und Vater
mehrerer Kinder, Joſeph Ullrich ledig und 23 Jahre alt
iſt, wurde noch ein bei dem Bäckermeiſter Strub
beſchäf=
tigter Geſelle verhaftet, den die Brüder Ullrich
beſchuldig=
ten, den verhängnisvollen Meſſerſtich getan zu haben.
* Gießen, 29. Dez. (Von der
Landesuniver=
ſität.) Der Altphilologe,Profeſſor Dr. Körte, der
der=
zeitige Rektor der Univerſität, hat, wie der Gießener
An=
zeiger erfährt, einen Ruf an die Univerſität Freiburg
er=
halten, wo er den Lehrſtuhl von Eduard Schwartz
ein=
nehmen ſoll. Ob Profeſſor Körte dem Ruf Folge leiſtet,
iſt noch zweifelhaft. — Der Direktor des Hygieniſchen
Inſtituts, Profeſſor Dr. Otto Neumann, hat den Ruf ar
die Univerſität Bonn als Nachfolger Kruſes angenommen
und wird ſein neues Amt im kommenden Sommerſemeſter
antreten
Gießen, 29. Dez. (Zwei ſchwere Einbrüche
wurden hier verübt. Der erſte fand in der neuen
katho=
liſchen Kirche ſtatt, war aber für die Herren Einbrecher
vollſtändig ergebnislos. Anders bei dem zweiten
Ein=
bruch. Die Spitzbuben drangen durch ein Fenſter in das
Maſéſche Obſtgeſchäft in der Bahnhofſtraße ein, von da
durch das Obſtgeſchäft in einen kleinen Waffen= und
Mu=
nitionsladen, wo ſich die Ladenkaſſe befindet. Dieſe öffneten ſie
anſcheinend mit einem Sperrhaken und entwendeten ein
Säckchen mit etwa 75 Mark. Die Ladenſchublade wurde
in dem Seitenraum unter dem geöffneten Fenſter
gefun=
den, durch das der Zu= und Abſtieg ſtattfand. Ein
zu=
fällig des Weges daherkommender Wächter der Wach= und
Schließgeſellſchaft hetzte ſeinen Hund auf die Einbrecher,
dem es auch gelang, einen zu faſſen. Er verbiß ſich in
deſſen Ueberzieher. Dem ſchlauen Burſchen gelang es
aber, aus dem Ueberzieher herauszuſchlüpfen und in dem
Dunkel der Weſtanlage zu verſchwinden, während Hund
und Ueberzieher zurückblieben. Heute morgen nahm der
Polizeihund des Schutzmanns Klös die Spur der
Ein=
brecher auf und es gelang auch, ſolche bis zur Station
Abendſtern zu verfolgen, von wo aus die Verbrecher
an=
ſcheinend die Biebertalbahn benutzten. Erſchwert wurde
die Verfolgung dadurch, daß der vorzüglich dreſſierte
Hund im Eifer ſeines Suchens eines daherkommenden
Fuhrwerks nicht achtete, ſo daß ihm das rechte Vorderbein
überfahren wurde. Trotzdem verfolgte das brave Tier
auf drei Beinen hinkend die Spur. Inzwiſchen traten
Telephon und Telegraph in Tätigkeit und es iſt
begrün=
dete Ausſicht vorhanden, die Verbrecher zu faſſen. Es
kommen, lt. G. Anz., Italiener in Frage, von denen der
eine bereits in Haiger verhaftet wurde.
kraft. Wie viele hat die Zeit verlockt und verführt zu
pe=
riodiſchen Kunſtpublikationen, die längſt jede Bedeutung
verloren, wenn ſie nicht ganz untergegangen ſind. Hofrat
Alexander Kochs „Innen=Dekoration” hat ſich grad in den
ſchwierigſten Jahren zu einem führenden Organ
durchzu=
ſetzen vermocht. Sie ſteht ſeit vielen Jahren allerſeits
an=
erkannt und gefeſtigt da und hat eine Verbreitung
gefun=
den, in der ſich die nie geahnte Internationalität beſter
deutſcher Unternehmungen erkennen läßt. An dieſem
großartigen Erfolge der Kochſchen „Innen=Dekoration”
haben Deutſchlands Künſtler, Kunſtinduſtrielle,
Kunſthand=
werker und Kunſtſchriftſteller reichen Anteil. Aber die
Möglichkeit ſo rühmlichen Anteils gab ihnen doch erſt
Alexander Koch, der klug und ſicher alles Tüchtige zu
ge=
winnen, alle Vorteile und Fortſchritte in Buchweſen und
Illuſtrationstechnik zu nutzen wußte und der dadurch jetzt
als Beherrſcher aller in Betracht kommenden Zeitumſtände
der denkbar beſte Ratgeber deutſcher Wohnungskunſt der
weiteſt gehörte Verkünder geworden iſt deutſcher Kunſt
und künſtleriſcher Induſtrie. — Das erſte Heft des 25
Jahrgangs darf deshalb nicht nur der Verleger und
Her=
ausgeber mit bewußtem Stolze herzeigen — ſondern auch
alle Genießer und Beiträger, alle Darbietenden und
Be=
lehrten — und die allernüchternſten, die ganz praktiſchen
Naturen wiſſen es ſchon längſt — daß kaum eine
Kunſt=
zeitſchrift ſolcher Art ſo ſtark und unermeßlich den Umſatz
gefördert, wie Kochs „Innen=Tekoration”.
Joſ. Ritter von Schmädel=München:
.. . „Wer den Werdegang der vor fünfundzwanzig
Jah=
ren von Hofrat Alexander Koch gegründeten Zeitſchrift
„Innen=Dekoration” aufmerkſam verfolgt hat, dem iſt vor
allem das eine klar, daß ihr Begründer in wahrhaft
pro=
phetiſcher Weiſe den Geiſt der Zeit erfaßt hat, und daß
er es war, der ſich kühnen Mutes als Pionier und Führer
an die Spitze einer neuen Bewegung ſtellte, deren Früchte
nun in den Jahrgängen ſeiner Zeitſchrift aufgeſpeichert
ſind Er hat damit eine Kulturarbeit erſten Ranges in
größtem Stile geleiſtet. Wer ſich die überraſchende
Ent=
wickelung deutſcher Kultur auf dem Gebiete der
Woh=
nungs= und Raumkunſt, ja des deutſchen Kunſtgewerbes
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Dez. Der
König=
liche Hof legte heute für die Fürſtin=Mutter von
Hohen=
zollern 14 Tage Trauer bis einſchließlich den 10. Janual
an. Für den Neujahrstag wird die Trauer abgelegt.
Stadtbaurat Hoffmann hat ſeinen Entwurf für die
Neubebauung der „Inſel” nunmehr ſoweit fertiggeſtellt,
daß er den ſtädtiſchen Körperſchaften zur Genehmigung
vorgelegt werden kann. Auf dem jetzt freiliegenden Dreieck
zwiſchen der Straße An der Fiſcherbrücke und den beiden
Spreearmen ſoll ſich danach eine Architekturgruppe erheben,
die ein mächtiges dreiſtöckiges Gebäude für die
Stadt=
bibliothek an den ſüdlichen Flußlauf, alſo an die neue
Inſelbrücke, und ein kleineres zweiſtöckiges Haus, die in
Ausſicht genommene Dienſtwohnung für den Oberbürger
meiſter, in den Winkel nach der Fiſcherbrücke und dem
Mühlendamm zu ſetzt. Gerade durch die Verſchiedenheit
der Abmeſſungen ſoll eine Wirkung erreicht werden, die
dem maleriſchen Charakter dieſes alten Berliner Viertels
entſpricht. — Der ſeit einigen Tagen verſchwundene
Oberſekundaner Jeß wurde am Sonntag im
Grunewald erſchoſſen aufgefunden. Nach Feſtſtellung der
Polizei liegt Selbſtmord vor. Ueber die Gründe be
ſtehen nur Vermutungen. Die Annahme, daß die ſchlechte
Weihnachtszenſur den Schüler zu der Tat veranlaßt habe,
konnte nicht aufrecht erhalten werden. Ein Freund des
jungen Mannes, der die letzte Nacht vor ſeinem
Ver=
ſchwinden mit ihm verbrachte wobei beide in Begleitung
weiblicher Perſonen ein Nachtcafé aufſuchten, ſoll plötzlich
abgereiſt ſein. — Aus dem Zufluchtshauſe Sichar in
Plötzenſee ließen ſich mehrere weibliche Fürſorgezöglinge
an Stricken aus den Fenſtern herab und entflohen
Eines der entſprungenen Mädchen hatte ſich ſo gut
ge=
führt, daß ihm die Pförtnerſtelle übertragen worden war.
Die Entflohenen wurden von einem Beamten bald
wie=
der zurückgebracht.
29. Dez. Geſtern nacht kurz nach 11 Uhr ſtürzte der
Direktor der Chemiſchen Fabrik auf Aktien (vormals
Schering), Dr. Bauer, in dem Hauſe Neue Kantſtr. 3,
wo er wohnte, aus der vierten Etage mit dem
Fahr=
ſtuhl in den Kellerraum. Er wurde ſchwer verletzt nach
dem Krankenhaus Weſtend gebracht, wo er heute früh
verſtarb
Aus der Pfalz, 28. Dez. (Ein weiteres Sinken
der Fleiſchpreiſ e) macht ſich in der Pfalz bemerkbar.
Erſte Qualität Rindfleiſch wird in den größeren Städten
für 66 bis 76 Pfg. das Pfund verkauft, Schweinefleiſch zu
76 bis 86 Pfg. Eine große Schlächterei in Kaiſerslautern
verkauft ſogar Rindfleiſch zu 60 Pfg.
Rom, 28. Dez. (Das Geheimnis des
ver=
ſchwundenen Teſtaments.) Das Gerücht, daß der
Leichnam des Kardinals Rampolla exhumiert
wer=
den ſoll, weil man befürchtet, daß der Kirchenfürſt einem
Verbrechen zum Opfer gefallen iſt, hat noch keine
Beſtäti=
gung gefunden. Es wird jedoch erklärt, daß der Vatikan
auf keinen Fall die Unterſuchung der Gerichtsbehörden
erſchweren wird. Der Vatikan wird im Gegenteil an
ſtandslos in die Exhumierung des Leichnams willigen,
falls es die Behörden für erforderlich halten. Die Nichte
überhaupt, vor Augen führen will, dem bietet ſich in die
ſem Standard=Werk ein lückenloſer Führer, der nie
ver=
ſagt. Was die kunſtgewerbliche und architektoniſche
Pra=
ris durch Kochs „Innen=Dekoration” an tiefwirkenden
Anregungen gewonnen hat, das iſt von kaum zu über
ſehender Tragweite geweſen. Daß ſo vielen unſerer
ſchöpferiſchen Elemente durch ſie die Bahn geebnet wurde,
wäre allein ſchon genügend, um ihrem Begründer den
Dank des deutſchen Volkes zu ſichern. Dem engen
Kon=
takt mit der werdenden Jugend, wie gleichzeitig auch den
zur Meiſterſchaft gereiften Künſtlern, iſt es zuzuſchreiben,
daß die „Innen=Dekoration” ſeit ihrem Erſcheinen einen
ſtetigen Aufſtieg zu immer größerer Vervollkommnung
und eine Reichhaltigkeit ſondergleichen zu verzeichnen hat.
Sie iſt aber auch in ihrer eigenen Erſcheinung ein glän
zendes Zeugnis deutſcher Buch= und Reproduktionskunſt
das vorbildlich gewirkt hat und wirkt. Das empfindet
jeder, der die mit ſo hervorragendem Geſchick redigkerten
Hefte in die Hand nimmt, die vollauf beweiſen, daß der
Herausgeber auf dieſem Gebiete ſelbſt ein Künſtler und
Meiſter iſt. Unter ſeiner Leitung wurde die „Innen=
Dekoration” die führende Zeitſchrift des modernen
Kunſt=
willens. In ihr ſpiegelt ſich die Kultur der raſtlos
ſchaf=
fenden Zeit in Worten ſowohl, wie in Tauſenden von
Bildern, und indem ſie immer wieder das flutende,
künſt=
leriſche Leben faßt, bleibt ſie ſelbſt voll kraftſtrotzenden
Lebens.
Architekt Heinrich Straumer=Berlin: „Nicht
eine bloße „Berichterſtattung” iſt in dieſen 25 Jahrgängen
der „Innen=Dekoration” niedergelegt, ſondern eine be
wußte poſitive Mitarbeit, der ein bedeutender Einfluß
auf die Geſchmacksbildung von Laienpublikum und
Künſt=
lern rückhaltlos zuerkannt werden muß. Galt es
anfäng=
lich, in der Werdezeit unſeres friſch aufblühenden
Kunſt=
gewerbes, das herauszufinden, was dem wirklichen
inne=
ren Empfinden der Zeit entſprungen, neues ſchöpferiſches
Leben verſprach, ſo war es ſpäter Aufgabe, die gewaltig
anwachſende Produktion einzuwerten und durch ein
objek=
tives Abwägen einer Klärung des Geſchmackes die Wege
zu ebnen. Dieſer Aufgabe iſt die „Innen=Dekoration”
des Kardinals Rampolla, die Herzogin von Campobello,
hat jetzt eine Klage gegen Unbekannt eingereicht
da ſie nach ihrer Behauptung durch das Verſchwinden des
zweiten Teſtaments empfindlich geſchädigt worden ſei.
Die Tatſache, daß das Teſtament wirklich geſtohlen
iſt, wird jetzt allgemein zugegeben. Man fragt ſich jedoch
vergeblich, zu weſſen Gunſten der Diebſtahl eigentlich
aus=
geführt worden ſein ſoll. Gleichzeitig wird daran erinnert,
daß der Neffe des Kardinals, der Herzog von Campobello,
vor einiger Zeit bedeutende Schulden auf den Namen
ſeines Oheims kontrahiert hat. Seit dieſer Zeit hat
Rampolla mit der Familie ſeines Neffen endgültig
ge=
brochen.
Meſſina, 28. Dez. (Eine feierliche
Prozeſ=
ſion), an der die Behörden und alle Schichten der
Be=
völkerung ſich beteiligten, begab ſich heute zu den Gräbern
der Opfer des Erdbebens vom 28. Dezember 1908
und wohnte dort einer Gedächtnisfeier bei. Auch auf
dem Friedhof von Reggio di Calabria wurde der Toten
gedacht.
Paris, 29. Dez. (Verbot des Tango.) Der
Biſchof von Verdun hat einen Hirtenbrief erlaſſen,
in dem er den Tangotanz als für die Sitten höchſt
gefährlich bezeichnet und die chriſtlichen Familien und die
Geiſtlichen auffordert, mit aller Energie dieſen Tanz zu
hekämpfen, der die Sittlichkeit des franzöſiſchen Volkes mit
Zerſetzung bedrohe.
London, 28. Dez. (Vermögen als
Belohn=
ung.) Die für die Wiedererlangung des
Millionen=
perlenhalsbandes von Lloyds ausgeſetzte
Be=
lohnung von 200000 Mark wurde, wie nun genauer
be=
kannt wird, ſo verteilt: Der Agent Quadratſtein erhält
80000 Mark, der Agent Brandſtätter 90000 Mark, der
Agent Sponier 20000 Mark und der Finder des
Hals=
bandes, der Pianofabrikarbeiter Horne, 10000 Mark.
Tokio, 29. Dez. (Hungersnot.) Aus den
Pro=
vinzen Amori und Hokkaido kommen Einzelheiten über
eine Hungersnot, die eine Folge der gänzlichen
Miß=
ernte und der Ertragsloſigkeit der Fiſcherei iſt. Viele
Tauſende ſind dem Hungertode nahe. Eltern verkaufen
ihre Töchter Mädchenhändlern und täglich kommen in
Tokio Trupps von Mädchen an die entweder ins
Aus=
land oder in das Yoſhiwara=Viertel gehen. Die
Regie=
rung gab ſechs Millionen Yen als Unterſtützungsfonds.
Die Weihnachtskataſtrophe von Calumet.
*⁎* Die Einzelheiten über das erſchütternde
Unglück, das ſich am heiligen Abend in der „
Italieni=
ſchen Halle” der Stadt Calumet im Staate
Michi=
gan ereignete, läßt die Kataſtrophe noch tragiſcher
er=
ſcheinen als die erſten kurzen Meldungen das
ankündig=
ten. Die Totenliſte iſt auf 80 Opfer angewachſen; nur 5
davon waren Männer, der Reſt ſetzt ſich aus Frauen und
Kindern zuſammen, ja überwiegend aus kleinen Kindern,
denn die Zahl der bisher feſtgeſtellten getöteten Frauen
wird mit 15 angegeben. In Calumet herrſchte in den
letz=
ten Wochen bittere Not, denn ſeit Monaten wird in den
großen Kupferminen geſtreikt. Von einer
Wohltätigkeits=
organiſation war eine Weihnachtsbeſcherung für die
Kin=
der der Streikenden vorgeſehen, und zu ihr fanden ſich am
heiligen Abend in der Italieniſchen Halle wohl an die 500
Kinder mit 200 Erwachſenen ein. Drei Chriſtbäume
waren in der Halle aufgeſtellt. Die Weihnachtslieder
waren geſungen, und nun erſchien, zum Entzücken der
Kleinen, ein als Nikolaus verkleideter alter Mann im
Saale, um die Geſchenke zu verteilen. Er ſtellte ſich in den
Hintergrund des Saales, die Kinder wurden aufgefordert,
eine Reihe zu lilden und an ihm vorüber zu gehen; jedes
Kind ſollte dann im Vorbeigehen ſeine Weihnachtsgabe
empfangen. Die Prozeſſion der Kleinen hatte gerade
be=
gonnen als ein Unbekannter mit allen Zeichen höchſter
Aufregung in den Raum ſtürzte. „Feuer!” ſchrie er mit
aller Kraft, lief ein paar Schritte weiter, wiederholte den
Alarmruf und verſchwand. Von dieſem Augenblick an
herrſchte im Saale nur noch ein wildes Chaos. Nirgends
war ein Zeichen von Feuer zu erblicken, aber die Panik
war da: ſchreiend und jammernd ſtürmte alles zu dem
einen Ausgang, zu der Tür, die auf eine ſchmale Treppe
und dann nach einem langen Gange auf die Straße führte.
Die Kinder weinten, die Eltern verloren den Kopf,
ſtürm=
ten ebenfalls zum Ausgang, und nach wenigen Sekunden
war die Aufregung ſo gewachſen, daß Männer und
Frauen in der Angſt um ihr Leben die Kinder im Stiche
ließen. Die Kleinen von denen nur wenige das 12.
Lebensjahr erreicht hatten, wurden bei dem wilden
Ge=
dränge erdrückt, zu Boden geworfen, und die Stärkeren
trampelten über die Wehrloſen fort: zum Ausgang,
hinaus! Hinaus!
An der Tür und auf der Treppe häuften ſich die
Kör=
per der zertretenen und erſtickten Kinder, bildeten ganze
Hügel, über die die anderen hinwegkletterten. Als 5
Mi=
nuten nach Ausbruch der Panik Polizei und Feuerwehr
am Platze erſchienen, war es den Beamten unmöglich,
durch das Treppenhaus einzudringen, weil der Zugang
durch die Leichen buchſtäblich verſperrt war. Das
Ret=
tungswerk begann, und von der grauenhaften Szene an
der Tür und im Treppenhaus wird man ſich eine
Vor=
ſtellung machen können, wenn man erfährt, daß die
Feuerwehr aus den Leichenbergen noch an die 100 Kinder,
Frauen und Männer lebend hervorzog Faſt alle Toten,
mit Ausnahme der ganz kleinen Kinder, waren an
Er=
ſtickung geſtorben. Bei den kleineren Kindern ſtellte man
chwere Knochenbrüche feſt, die Schädeldecken waren
ein=
getreten, und die Geſichter durch Abſätze und Tritte ſo
grauenvoll entſtellt, daß die Kleinen an ihren Kleidern
dentifiziert werden mußten. Dabei gab es manche
Ver=
wechſelungen; immer wieder erſchienen im Laufe der
Nacht Eltern, die nach ruhiger Ueberlegung in dem ihnen
übergebenen entſtellten Körper ihr Kind doch nicht
wieder=
erkennen wollten, und die Leiche zurückbrachten. In
einigen Fällen wurden die Kinder gerettet, während Vater
oder Mutter oder beide umkamen. Unter den Toten fand
man Geſchwiſter oder Nachbarkinder, die ſich feſt an den
Händen hielten. Augenzeugen erzählen von einzelnen
Müttern, die ihre Kinder verzweifelt emporhielten, um ſie
zu retten, bis beide in dem wilden Gedränge niederſanken
und untergingen.
Die Szenen, die ſich vor der Halle abſpielten, als die
Panik überwunden und die Eltern wieder zur Vernunft
gekommen waren, ſpotten jeder Beſchreibung. Nur wenige
der Erwachſenen hatten nicht den Kopf verloren, aber ihre
Bemühungen, die Maſſe zu beruhigen blieben fruchtlos
Ein ſtämmiger Bergarbeiter hatte verſucht, ſich während
der Panik an die Tür zu drängen und die Leute zu
über=
zeugen, daß gar kein Feuer wäre: umſonſt, er wurde
nie=
dergeworfen: gräßlich entſtellt fand man ſeine Leiche.
Eine Frau begann Klavier zu ſpielen und ſich mit den in
der Nähe weilenden Kindern zu unterhalten: von dieſen
Kleinen kam nicht ein einziges um. Die ganze Stadt
ſucht jetzt nach dem Manne, der den falſchen Alarm
her=
vorrief und von dem man nicht weiß, ob man es mit
einem Verbrecher oder mit einem Jerſinnigen zu tun hat;
man glaubt, es handle ſich um einen Betrunkenen, der ſich
nur einen ſchlechten Scherz machen wollte. Wenn er den
erbitterten Bergleuten in die Hände fällt, wird Richter
Lynch über ihn den Stab brechen.
Schneeſturm.
* Mainz. 29. Dez. Starke Verkehrsſtörungen
mach=
ten ſich geſtern nachmittag an den hieſigen Bahnhöfen
be=
merkbar. Der Schnee verſtopfte gegen 5 Uhr am
Haupt=
bahnhof die ſämtlichen Weichen, ſs daß trotz der ſofort mit
aller Energie in Angriff genommenen
Aufräumungsarbei=
en, zu denen alle verfügbaren Arbeitskräfte herangezogen
wurden, bald nach allen Richtungen der
Ver=
kehr ſtockte. Die ſämtlichen Züge erlitten ganz
be=
deutende Verſpätungen. Die enormen Verſpätungen im
hieſigen Hauptbahnhofe übertrugen ſich auf alle übrigen
Strecken. Auf den Bahnſteigen harrten oft weit über
tau=
ſend Reiſende, darunter hunderte von Soldaten, die vom
Urlaub zurückkehrten, der Weiterfahrt. Namentlich im
Südbahnhofe herrſchte ein wahres Chaos,
da jede Einfahrt nach dem Hauptbahnhofe auf
unbe=
ſtimmte Zeit verhindert war. Die Paſſagiere wurden von
den Perſonenzügen nach den Schnellzügen überführt, um
ſodann wieder nach dem erſten, ſoeben verlaſſenen Zuge
zurückzukehren, bis zuletzt trotz wiederholten Umſteigens
die gemeinſame Loſung für alle Züge „Warten auf
unbe=
ſtimmte Zeit” hieß. Zuletzt zeigte ſich auch noch die
Wir=
kung der geſtrigen Stürme für die von der Nordſee vom
Anſchluß an den Schiffsverkehr kommenden Züge. So
raf der um 1.08 Uhr nachmittags hier fällige D=Zug aus
Vliſſingen=Köln erſt um 3 Uhr hier ein.
* Berlin, 29. Dez. In Berlin ſetzte geſtern abend
bei drei Grad Kälte ein ſtarkes Schneetreiben ein,
das bis in die ſpäte Nacht andauerte und
Verkehrs=
ſtörungen aller Art herbeiführte. Die telephoniſchen
und telegraphiſchen Verbindungen mit dem Weſten und
Süden des Reiches ſind vielfach unterbrochen.
* Frankfurt 29. Dez. Der ſtarke
Schnee=
fall vom Sonntag hat mancherlei Störungen im Gefolge
gehabt. Im Hauptbahnhof trafen die Züge geſtern abend
und heute früh mit großen Verſpätungen ein. Der D=Zug
Berlin=Frankfurt=Baſel, der hier um 11.40 Uhr nachts
fäl=
lig iſt, traf, der Frankf. Ztg. zufolge, erſt um 2 Uhr früh
ein. Er fand die Strecke bei Bronzell durch umgeworfene
Telegraphenſtangen geſperrt. Telegraphen= und
Telephon=
leitungen ſind in großen Mengen geſtört. Mehr als der
Ortsverkehr hat der Fernverkehr unter dem Schneeſturm
zelitten. Von 240 Fernleitungen waren heute vormittag
160 außer Betrieb, darunter 12 Leitungen nach Berlin.
Nach Köln, Düſſeldorf, Hamburg gab es heute vormittag,
gar keinen telephoniſchen Anſchluß. Auch die
Straßen=
bahn war da und dort durch die Schneemaſſen an ihrem
Fortkommen behindert.
* Koblenz, 28. Dez. Seit heute morgen iſt
un=
ausgeſetzt ſo ſtarker Schnee gefallen, wie es ſeit Jahren
hier nicht der Fall geweſen iſt.
* Stuttgart, 29. Dez. Bei, ſehr tiefem
Baro=
meterſtand trat geſtern gegen 6 Uhr abends ein
orkan=
artiger Sturm auf, der nach den hier eingegangenen
Nachrichten in ganz Süddeutſchland großen Schaden
angerichtet hat. Durch den Sturm ſind erhebliche
Verkehrs=
ſtörungen verurſacht worden. Die telephoniſchen
und telegraphiſchen Verbindungen nicht nur
mit dem Ober= ſondern auch mit dem Unterland und dem
Schwarzwald ſind geſtört; ebenſo iſt der
außerwürttem=
bergiſche Telephonverkehr nach Berlin, Köln, Frankfurt
g. M., Mannheim, ferner mit Elſaß=Lothringen und Baden
und zum Teil auch mit Bayern lahmgelegt.
Stuttgart, 29. Dez. Der geſtrige Orkan hat in
der Umgegend von Freudenſtadt beſonders
ſchwe=
ren Schaden angerichtet. In den Stadtwäldern
wur=
den 3000 Feſtmeter Tannenbäume umgeworfen. Das Dach
der Kloſterkirche in Kloſter Reichenbach wurde ſtark be=
In Rippoldsau wurde ein
ſiebzehnjäh=
ſchädigt.
riges Mädchen vom Sturme von der Brücke in den Fluß
geworfen. Es fiel auf den Kopf, ſo daß der Todſofort
eintrat.
* Karlsruhe, 29. Dez. Geſtern abend von 5 bis
8 Uhr wütete in ganz Südweſt=Deutſchland ein
furchtbarer Schneeſturm, der überall
beträcht=
lichen Schaden verurſachte. In Karlsruhe wurden
zahl=
reiche Dächer abgedeckt. Auf der Straßenbahn entſtanden
große Verkehrsſtörungen. Die Feuerwehr mußte
wieder=
holt eingreifen. Die Telephonleitungen ſind unterbrochen.
Im Schwarzwald wütet gleichfalls ſtarker Schneeſturm, der
mehrere Schutzhütten umgeriſſen hat.
* Metz, 29. Dez. Die Moſel iſt infolge des
ſtar=
len geſtrigen Schneeſturmes und des folgenden Tauwetters
ſeit geſtern um etwa 1½ Meter geſtiegen. In Trier
tieg die Moſel in den letzten 24 Stunden um mehr als
2 Meter. Sie ſteigt noch andauernd: Auf dem Hochwald
und in der Eifel liegt der Schnee einen halben Meter hoch.
Der Verkehr iſt unterbunden. Die Züge
erlei=
den Verſpätungen, die Drahtleitungen ſind vielfach geſtört.
* Fulda, 29. Dez. Hier iſt ein koloſſaler
Schneefall eingetreten. Die Rhönzüge erleiden
Ver=
ſpätung. Die Drahtleitungen ſind geſtört. In den Forſten
herrſcht Schneebruch.
* Kaſſel, 29. Dez. Durch ſtarkes Schneeger
ſtöber und Schneeverwehungen wurde in den
heſſiſchen Bergen und Wäldern großer Schaden angerichtet.
Sämtliche Eiſenbahnzüge erleiden große Verſpätungen.
Die Durchgangszüge nach Berlin und Hamburg hatten
Verſpätungen von faſt zwei Stunden. Bei der
Einfahrt=
in den Vorſtadtbähnhof Bettenhaufen entgleiſte die
Loko=
motive eines Perſonenzuges: Mehrere Paſſagiere de
Zuges erlitten leichte Verletzungen. Der Telephonverkehr
iſt teilweiſe geſtört. Die Fulda mit ihren Nebenflüſſen
und die Oberweſer ſind im Steigen begriffen und haben
teilweiſe die Ufer überflutet. Das Schneegeſtöber dauert
auch heute noch an.
* Kuxhapen, 29. Dez. Das ſchwere
Sturmwet=
ter hält noch an. Die Hagelboen werden immer
häu=
figer. Bei dem unſichtigen Wetter kollidierte in der
Elbe=
mündung der Hamburger Dampfer „Helene Blumenfeld‟
und der engliſche Dampfer „Daventry”, der ſchwer
be=
ſchädigt wurde.
240
Paris, 29. Dez. In Paris und Vororten fiel
heute morgen ziemlich viel Schnee. Die telegraphiſche
und telephoniſche Verbindung mit dem Inlande und
Aus=
lande iſt teils unterbrochen, teils erſchwert.
Saratov, 29. Dez. Nach einem Schneeſturm,
der den ganzen Tag angehalten hatte, wurden in der
Um=
gegend. 10 vom Jahrmarkt heimkehrende Bauern
eir=
froren aufgefunden. 20 weitere Bauern werden noch
vermißt.
Luftfahrt.
* Johannisthal, 29. Dez. Der Flieger
Re=
mus von der 1. Kompagnie des Flieger=Bataillons
Döberitz ſtürzte heute nachmittag kurz nach 4 Uhr mit
einem Argo=Doppeldecker aus etwa 800 bis 1000
Meter Höhe infolge Flügelbruches ab. Der Sturz
wurde dadurch weſentlich gemildert, daß der Apparat ir
Bäume fiel. Der Flieger wurde ſchwer verletzt in
das Kreiskrankenhaus nach Britz übergeführt.
nicht allein gerecht geworden, ſondern darüber hinaus hat
Alexander Koch durch eine fortwährende Auswahl nur
des Allerbeſten zu einer Verfeinerung des Gefühls und
zur Steigerung der Anſprüche im vornehmſten Sinne
bei=
getragen. Mit einem ſeltenen Verſtehen für wirklich
ſchöpferiſches Leben hat Koch ſeinen Blättern immer
wie=
der neue Energien zu finden gewußt, ſo daß jedem ſeiner
Hefte friſcheſtes Leben entſtrömt und dieſelbe Erregung
aus=
löſt, wie ein eigenes künſtleriſches Erleben. Eine
fünf=
undzwanzigjährige unermüdliche Arbeit macht die Blätter
zu einem Stück verfeinerter Geſchmackskultur ſelbſt, und ſo
gelten die Glückwünſche, die ich ausſpreche, in gleichem
Maße dem bereits Erreichten, wie auch dem Wert, welchen
dieſe Blätter für die zukünftige Entwickelung unſerer
Wohnkultur darſtellen.”
Univerſitätsdozent. Dr. Emil Utitz=Roſtock: „Beim
Durchblättern der ſtattlichen Bände der „Innen=
Dekora=
tion” muß wohl einem jeden die Ueberzeugung kommen,
daß ſie getreu die Entwickelung der modernen
kunſtgewerb=
lichen Bewegung widerſpiegeln, und zwar in gerechter
Würdigung aller ihrer Strömungen. Friſche
Entdecker=
freude junger Begabungen und verſtändnisinnige Pflege
wertvoller Tradition vereinigen ſich hier in glücklichſter
Weiſe. Die techniſche Herſtellung des
Abbildungsmate=
riales, ſowie ſeine Auswahl ſtehen auf der vollen Höhe
der Zeit und ſind durchaus muſtergültig. . . . Die „Innen=
Dekoration” — als längſt verehrte und unentbehrliche
Be=
raterin zahlreicher Firmen und Künſtler und als
Führe=
rin des Publilums —
ſtand immer in der vorderſten
Reihe, wo es den Kampf für gute neue Kunſt galt. Möge
ſie ſtets dieſen Ehrenplatz behalten und bewahren!“
Geh Hofrat Prof. Max Littmann=München:
„Mit Stolz können Sie zurückblicken auf die kampf= und
ſegensreiche Arbeit eines Vierteljahrhunderts, in welchem
auch Ihre „Innen=Dekoration” an dem großen
Umwand=
lungsprozeß unſerer angewandten Kunſt einen lebhaften
Anteil genommen hat.
Die Publikationen der „Innen=
Dekoration”, an denen Sie mit unermüdlichem Eifer und
einer ſeltenen Sachkenntnis gearbeitet, ſind Markſteine in
der Entwickelung deutſcher Kunſt, für die Ihnen von
deren Freunden immer zu danken ſein wird.
Möchte
ſich Ihre Zeitſchrift weiter entwickeln und unter Ihrer
weitſichtigen Führung auch in Zukunft ein klares
Spie=
zelbild des Schaffens deutſcher Künſtler ſein!
Direktor Prof. Dr. Guſtav Pazaurek=
Stutt=
gart: . . . „Ein Vierteljahrhundert einer vornehmen
Kunſt=
zeitſchrift — alle Hochachtung! Wenn es ſich nun gar nicht
im eine ruhig=kontemplative, kunſtwiſſenſchaftliche
Bände=
folge handelt, ſondern um eine im turbulenten Getriebe
des Alltags ſtehende Begleiterin und Schrittmacherin einer
gärenden Zeit, in welcher ein neues Kunſtwollen nach
Ausdrucksmöglichkeiten ringt, dann doppelter Reſpekt, denn
Kampfjahre zählen doppelt! Was Alexander Koch
lange bevor die erſten Stürmer und Dränger die „
Darm=
ſtädter Mathildenhöhe” zu einem Wallfahrtsort der
kunſt=
liebenden Menſchheit gemacht hatten — in der vordem ſo
beſchaulich ruhigen heſſiſchen Reſidenz geſchaffen,
ver=
dient und findet allſeitige Anerkennung! — Das Einſt
und das Jetzt lehrt am beſten ein Vergleich zwiſchen dem
erſten und letzten Jahrgang der „Innen=Dekoration”. Aus
dem „Gegenbeiſpiel” einer noch unſelbſtändigen Zeit
wurde durch natürliche Zuchtwahl und durch liebevollſte
Pflege der hoffnungsvollſten friſchen Keime eine
Brut=
anſtalt des guten Geſchmacks, der eine gleich gedeihliche
Fortentwickelung auch in der Folgezeit gegönnt ſein möge,
zur Ehre des Herausgebers wie zum Heile des ganzen
deutſchen kunſtgewerblichen Schaffens.
Baurat Hans Schliepmann=Berlin:
. „Wenn
eine Zeitſchrift fünfundzwanzig Jahre durchhält, ſo
be=
weiſt das, daß ſie nicht nur ein Bedürfnis für ihre Zeit
war, ſondern auch dies Bedürfnis dauernd befriedigt hat.
Und wenn ein Vergleich der erſten mit den letzten Heften
der „Innen=Dekoration” erkennen läßt, was ſie aus kleinen
Anfängen geworden, wie der Fortſchritt der Zeit auch ihr
Fortſchritt war, ſo daß ſie geradezu ein Spiegel unſerer
Entwickelung, ein Archiv der angewandten Kunſt eines
Vierteljahrhunderts wurde, ſo bedarf es keiner
Prophe=
tengabe, um vorauszuſehen, daß ſie auch ferner ihren
her=
vorragenden Platz in unſerem Kunſtleben behaupten wird.
Ein weiteres Rühmen ſteht einem alten „Mitarbeiter”
nicht wohl an. Er darf nur den herzlichen Wunſch
hinzu=
fügen: Weiter noch empor!“
Graf Kuno von Hardenberg=Dresden:
„Die „Innen=Dekoration”: „Immer reich, immer neu,
immer anregend, dem Laien ſo wertvoll, wie dem
Fach=
mann. — Was Sie am deutſchen Hauſe unſerer Zeit
ge=
tan, wird unvergeſſen ſein in der Kunſt und
Kultur=
geſchichte.”
Und mit gewohnter Kürze, aber nicht minder treffend,
ſpricht ſich Profeſſor Franz von Stuck aus: „Ueber
den Wert der Arbeit der „Innen=Dekoration” noch ein
Wort des Lobes ſagen zu wollen, hieße Eulen nach Athen
tragen.”
In ähnlichem Sinne äußern ſich Geh.
Oberregierungs=
rat Albert=Berlin, Peter Behrens, Geh.
Bau=
rat L. Hoffmann=Berlin, Geh. Hofrat Max
Mar=
terſteig=Leipzig, Profeſſor William Loſſow=
Dres=
den, Domkapitular Dr. Alex. Schnütgen=Köln und
viele andere Vertreter deutſcher Kunſt, deutſcher
For=
ſchung, deutſchen Gewerbefleißes.
Ausſtattung und Inhalt des Januarheftes ſind
von gewohnter, hervorragender Qualität. Glänzende
Ab=
bildungen unterrichten über baukünſtleriſche Leiſtungen
aller Art: Landhaus Bauer (Arch. Campbell und
R. Drach), Hotel Continental=München (Arch=
Ferd. Götz), Café mit Bar (Ferd. Götz),
Klein=
häuſer (Arch. H. Straumer=Berlin), Herrenhaus
Auermühle (Arch. Siebrecht=Hannover). Den Schluß
machen zahlreiche Abbildungen nach neuen
Beleuch=
tungskörpern, Stickereien, Arrangements ges
deckter Tiſche uſw.
Denen, die der „Innen=Dekoration” zu ihrem
Jubi=
läumsjahrgang ihren fachmänniſchen Beifall ausgedrückt
haben, ſchließen endlich auch wir uns aus
vollem Herzen an. Es iſt im eigenſten Intereſſe
unſerer kunſtberühmten Reſidenzſtadt empfunden, wenn wir
dem Wunſche Ausdruck geben, daß der „Innen=
Deko=
ration” unter der umſichtigen und wahrhaft
großange=
legten Leitung von Hofrat Alexander Koch noch lange
Jahre ſegensreicher Wirkſamkeit beſchieden ſein möchten,
Das Eiſenbahnunglück im Cochemer
T
innel.
* Cochem, 28. Dez. Der Kaiſer Wilhelm=
Tunnel, in dem ſich der Eiſenbahnunfall ereignet hat,
iſt ſchon immer das Schmerzenskind der
Eiſenbahnverwal=
tung geweſen, einmal wegen der häufigen Notwendigkeit,
die von Rauch und Feuchtigkeit fortgeſetzt ſtark
angegrif=
fenen Schienen zu erneuern, dann wegen der
Schwierig=
keit der Entlüftung. Der Rauch und Qualm in dem 4205
Meter langen Tunnel iſt ſehr ſchlecht zu entfernen, und
es iſt erſt einigermaßen damit beſſer geworden, ſeitdem
eine große Maſchinenanlage am öſtlichen Ausgang
er=
richtet worden iſt. Zurzeit wird zur weiteren
Beförde=
rung des Rauchabzugs noch ein Luftſchacht gebaut.
Alle dieſe Arbeiten und die tägliche Unterhaltung des
Tunnels haben ſchon viel gekoſtet. Nach der Koblenzer
Seite liegt vor dem Tunnel die Station Cochem, nach der
Trierer zu die kleine Station Eller. Der Tunnel ſchneidet
eine 22 Kilometer lange Moſelſtrecke, den ſogenannten
Krampen, ab. Die Geſamtbaukoſten haben faſt 9 Millionen
Mark betragen. Der Bau wurde im Frühjahr 1874
begon=
nen und im Mai 1877 beendet.
* Koblenz, 29. Dez. Der durch den
Eiſen=
hahnunfall im Cochemer Tal vollſtändig geſtörte
Verkehr an der Moſel wird vor morgen nicht wieder
aufgenommen werden können. Die
Aufräumungsarbei=
ten werden zwar mit aller Kraft betrieben, ſind aber im
Tunnel recht ſchwierig.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 29. Dezember. Auftrieb durch Händler 223
Schweine, Auftrieb durch die Bezugsvereinigung 70
Schweine. Schlachtgewicht 50 Kilogramm. Preiſe: erſte
Qualität 75 M., zweite Qualität 74 M., dritte Qualität
73 M. Marktverlauf: rege, Ueberſtand.
— Frankfurt a. M., 29. Dez. (
Schlachtvieh=
markt.) Auftrieb: Rinder 1101, Ochſen 325, Bullen 28,
Kühe 748. Kälber 277, Schafe 122, Schweine 2332.
Markt=
verlauf: Rinder langſam, Kälber lebhaft, Schale ruhig;
ausverkauft. Schweine mäßig, rege, Ueberſtand. Ochſen:
1. 50—55 (91—96), 2. 48—50 (87—91), 43—46 (79—85);
Bullen: 1. 48—50 (80—83), 2. 45—47 (78—81); Kühe:
1. 47—50 (84—90) 2. 45—48 (84—86), 3. a) 40—45 (77—87
b) 40—45 (74—84), 4. 32—39 (64—78), 5. 23—31 (52—67);
Kälber: 1. 64—68 (108—115), 2. 58—63 (98—107);
Schafe: 1. 43—44 (90—92), 2. 37 (88); Schweine:
1. 57—58,50 (72—75), 2. 56—58 (71—74), 3. 56,50—59 (72
bis 74), 4. 56,50—59 (72—74).
Handel und Verkehr.
* Berlin, 29. Dez. Von der Verwaltung der
Stettiner Vulkanwerke naheſtehender Seite wird
mitgeteilt: In den letzten Tagen iſt es gelungen, die
Dif=
ferenzen, welche zwiſchen den Vulkanwerken und der
Hamburg=Amerika=Linie wegen des „
Impe=
rators” beſtanden haben, zu regeln. Man darf
anneh=
men, daß der Bruttogewinn des Jahres 1913 nicht voll
ausreicht, um den bei dem Bau des „Imperator”
enkſtan=
denen Schaden auszugleichen. Der fehlende Betrag wird
aus den vorhandenen Reſerven zu entnehmen ſein, welche
auch die ordnungmäßigen Abſchreibungen, auf welche nicht
verzichtet werden darf, zu beſtreiten, haben. Die
Verwal=
tung drückt die Ueberzeugung aus, daß mit Beginn des
Jahres 1914 für die Geſellſchaft die Rückkehr zu normalen
Zuſtänden mit ziemlicher Sicherheit in Ausſicht geſtellt
werden darf. Im Maſchinenbau iſt die Stettiner und die
Hamburger Werft zu auskömmlichen Preiſen bis weit in
das Jahr 1915 voll beſetzt und Stettin im Schiffsbau unter
den gleichen Bedingungen ebenſolange.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
rund des § 21 Abſ. 2 bei
ſeinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf
Preßgeſetzes in völlem Umfange der Einſender verantwortlich.!
Vor dem Orpheum iſt dank der Fürſorge der
ſtädti=
ſchen Straßenbaubehörde nunmehr durch teilweiſe
Zu=
ſchüttung des Bahnausſchnittes ein ſchöner freier Platz
geſchaffen worden, der das früher oft lebensgefährliche
Ab= und Anfahren, ſowie Wenden der Wagen und
Auto=
mobile nun recht bequem ermöglicht und dem
Etabliſſe=
ment ſelbſt ein ganz anderes Ausſehen gibt. Unſchön
und dringend reformbedürftig blieb nur der rechtsſeitige
verwahrloſte Pfahldrahtzaun, deſſen Beſeitigung reſp.
entſprechende Erſetzung dringend zu wünſchen bleibt.
Und=
dann der Hohle Weg ſelbſt! Dieſe durchaus
ungeeig=
nete und unwürdige Zufahrt zum Orpheum. War es denn
wirklich nicht möglich, dieſe Straße gleichzeitig herzuſtellen,
deren Zuſtand gerade jetzt bei dem ſudeligen Wetter
wie=
der unter aller Kritik iſt. Es müßte ſich doch
ermög=
lichen laſſen, dieſe Straße zu verbreitern, die doch nun
einmal die Hauptzugangsſtraße zu dem Varieté=Enſemble
bildet. Wenn, was dem Einſender unbekannt, das
vielleicht an den zu hohen Forderungen einiger
Anwoh=
ner ſcheitern ſollte, ſo iſt doch hier — es handelt ſich
zwei=
fellos um ein öffentliches Intereſſe — das
Enteignungs=
verfahren angebracht. Denn der ganze Hohle Weg iſt bei
glitſchigem Wetter tatſächlich eine Gefahr für Autos und
X.
durch dieſe für die Fußgänger.
Zabern.
* Zabern, 29. Dez. Die amtliche
Unter=
ſuchung hat nunmehr ergeben, daß die am Freitag abend
in der Dunkelheit gefallenen Schüſſe nicht von diesſeits
des Kanals bei der Schloßkaſerne lamen, ſondern
zweifel=
los auf der anderen Seite des Baſſins gefallen ſind, und
zwar, wie zuverläſſig feſtſteht, von einem dort befindlichen
Holzlager aus, welches etwa 125 Meter entlernt iſt. Vier
Leute haben ausgeſagt, daß ſie gegen 6½ Uhr abends von
dieſem Holzlager her zwei Schüſſe gehört und auch den
Feuerſchein wohl geſehen haben. In Anbetracht der
Ent=
fernung und der herrſchenden Dunkelheit war es gar nicht
möglich, den jenſeits des Kanals und der Schloßmauer
pa=
trouillierenden Poſten zu ſehen, und es iſt ganz
ausge=
ſchloſſen, daß der Poſten unter ſolchen Umſtänden von
dem Holzlager aus hätte getötet werden können. Von
einem Attentat auf den Poſten kann ſomit
keine Rede ſein.
* Straßburg, 29. Dez. Kreisdirektor Mahl von
Zabern hat infolge der Angriffe gegen die Zaberner
Zivil=
behörde, insbeſondere wegen der gegen ihn perſönlich
ge=
richteten, die auf den Vorwurf hinausgehen, inbezug auf
die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in Zabern
verſagt zu haben, gegen ſich ſelbſt eine
diſzipli=
nariſche Unterſuchung beantragt. Das
Mi=
niſterium hat dem Antrage ſtattaegeben.
Carmen Sylvas 70. Geburtstag.
Bukareſt, 28. Dez. Die Königin
Eliſa=
beth empfing heute vormittag den
öſterreichiſch=
ungariſchen Geſandten Grafen von Ezernin, in
Audienz, der ihr das zu ihrem 70. Geburtstage von Kaiſer
Franz Joſef verliehene Großkreuz des Eliſabethordens
und ein allerhöchſtes Glückwunſchſchreiben überreichte.
Sodann empfing die Königin in Anweſenheit des Grafen
Czernin und des deutſchen Geſandten Dr. von
Waldthauſen, der Vertreter der beiden Schutzmächte der
evangeliſchen Kirchengemeinde, den Vorſtand dieſer
Ge=
meinde, ſowie Vertreter des männlichen und weiblichen
Lehrkörpers der deutſchen Schulen. Ein deutſcher
Kna=
ben= und Mädchenchor und ein Schülerorcheſter brachte der
Königin ein Ständchen dar,, worauf der Präſident der
Kirchengemeinde der Königin eine Adreſſe überreichte, in
der mitgeteilt wird, daß die Kirchengemeinde eine
Stif=
tung mit dem Namen „Königin
Eliſabethſtif=
tung” gegründet hat, deren Erträgnis für eine dauernde
Freiſtelle im Mädchenpenſionat der evangeliſchen Gemeinde
beſtimmt iſt. Sodann folgte unter Führung des
Protek=
tors Grafen Czernin das Präſidium des
öſterreichiſch=
ungariſchen Hilfsvereins, des Präſidenten Freiheren von
Bornemiszo, der der Königin eine Adreſſe überreichte, in
der mitgeteilt wird, daß der Verein zum
Geburtstagſ=
der Königin eine Stiftung errichtet hat, deren aus
einem Kapital von 20000 Kronen ſich ergebenden Zinſen
zur Unterſtützung von Armen jeder Konfeſſion
beſtimmt ſind. Am Nachmittag fand ein feierlicher
Got=
tesdienſt in der evangeliſchen Kirche ſtatt, den der
deutſche und öſterreichiſch=ungariſche Geſandte, die Hercen
der beiden Geſandtſchaften und Konſulate, ſowie die
Mit=
glieder der beiden Kolonien beiwohnten.
Die ſchwebende Schuld Bulgariens.
* Sofia, 29. Dez. Die Direktion der öffentlichen
Schuld veröffentlicht eine Darſtellung des
Stan=
des der ſchwebenden Schuld. Darin wird
kon=
ſtatiert, daß der bulgariſche Staatsſchatz infolge
der beiden Balkankriege in eine beträchtliche Verſchuldung Main ereignet. Dort befanden ſich an einem Abhange
geraten iſt. Die ſchwebende Schuld belief ſich vom 7. bis zahlreiche Knaben, die ſich mit Rodeln vergnügten;
20. Dezember auf 720946 189 Francs; darunter befinden unter ihnen das ſiebenjährige Söhnchen eines hieſigen
bewilligten Spezialkrediten und durch Emiſſion von tens um den Hals geſchlungen, und als er nun bei einer
Schatzbonds und durch Ausgaben von Noten der bulgari= Rodelfahrt die Herrſchaft über den Schlitien verlor und
ſchen Nationalbank realiſiert wurden. Ferner befinden in den Main hineinfuhr, wurde er durch die
Ge=
ſich in der genannten Summe 55 Millionen Francs Aus= walt des Schlittens ſofort in die Tiefe hinabge=
und Häfen pro 1911 bis 1912 und 1912 bis 1913, von denen zur Stunde konnte auch ſein Leichnam noch nicht geborgen
die auf das erſte Jahr entfallenden 25 Millionen ſchon werden.
vor dem erſten Balkankriege durch Schatzbonds gedeckt
wurden. Auf 300 Millionen Francs belief ſich der ge= Berlin: Die von London gemeldeten Angaben, denen
ſamte Betrag der für Requiſitionen ausgegebenen Bonds. zufolge die Antwort der Dreibundmächte auf
Dieſe ſollen mittels einer inneren, vom Lande
aufzuneh=
tige Obligationen die Requiſitionsteile erſetzen würden.
an 550000 Familien zurück. Die Steuerrückſtände
werden auf 39 Millionen Francs berechnet. Die Beglei= gleichen Wortlaut. Die Annahme des Londoner
Bericht=
wirtſchaftliche Bank, die mit 30893 361 Francs ebenfalls
in der Geſamtſumme der ſchwebenden Schuld enthalten
iſt, wird als nicht dringend bezeichnet, ebenſo wenig die
Bezahlung von 25 Millionen Francs Rückſtände aus den
Koſten der im Bau begriffenen Eiſenbahnlinie Mezdra—
Widin. Die aus den Spezialkrediten für die
Krieg=
führung ſich ergebende Schuld ſoll durch eine im
Auslande zu begebende konſolidierte Anleihe von 300
Millionen Francs gedeckt werden. Man glaubt, daß dieſe
Anleihe bis zur Einlöſung der emittierten Schatzbonds
im Betrage von 146602 148 Francs, die zur Begleichung
der Schuld an die bulgariſche Nationalbank im Betrage
von 149 404 310 Francs dienen ſoll, in Frankreich
untergebracht werden kann. Die Nationalbank erhält
da=
durch wieder Mittel zur Unterſtützung ihrer induſtriellen
und kommerziellen Klientel.
Im übrigen hat die durch die beiden Balkankriege
hervorgerufene Desorganiſation der
Staats=
finanzen vom volkswirtſchaftlichen Geſichtspunkte keinc
kataſtrophalen Folgen für Bulgarien gehabt, das mit 80
Prozent landwirtſchaftlicher Bevölkerung ein
ausgeſpro=
chener Agrarſtaat iſt. Ein Stillſtand im
landwirtſchaft=
lichen Betrieb iſt nirgends eingetreten. Von den
Kredi=
ten für die Kriegführung ſind 75 Millionen in Banknoten
für die Offiziersbeſoldungen verausgabt worden. Viele
Offiziere haben von ihren erhöhten Kriegsbezügen
Er=
ſparniſſe gemacht, ſo daß der Beſtand der
Sparkaſſendepo=
ſiten gegenüber der Zeit vor dem Kriege um 9 Millionen
geſtiegen iſt.
Vermiſchtes.
— Die Folgen der Zulaſſung als
Erſatz=
kaſſe. Vom 1. Januar 1914 ab ſind alle
Kaufmanns=
lehrlinge krankenverſicherungspflichtig, ferner alle
Hand=
lungsgehilfen, deren Jahresarbeitsverdienſt 2500 Mark
nicht überſteigt. Jeder hiernach Verſicherungspflichtige iſt
nach dem neuen Geſetz vom Arbeitgeber bis zum 3.
Ja=
nuar der zuſtändigen Zwangskrankenkaſſe anzumelden.
Der Verſicherungspflichtige kann aber bei der
Zwangs=
krankenkaſſe das Ruhen ſeiner Rechte und Pflichten
be=
antragen, wenn er vor dem 1. Januar einer zugelaſſenen
Erſatzkaſſe beigetreten iſt. Das gleiche gilt auch für
die=
jenigen Verſicherungspflichtigen, die einer Erſatzkaſſe ſchon
länger angehören. Die Kranken= und Begräbniskaſſe des
Vereins für Handlungs=Commis von 1858, Sitz Hamburg,
eine der leiſtungsfähigſten und billigſten kaufmänniſchen
Erſatzkaſſen, iſt am 19 d. M. vom Reichsverſicherungsamt
als Erſatzkaſſe zugelaſſen worden. Damit hat ſie laut
Be=
ſcheid des Reichsamts des Innern die Befugnis erhalten,
die Anträge auf Ruhen der Rechte und Pflichten für ihre
Mitglieder zu ſtellen. Sie wird demgemäß die Anträge
Kaſſe zu dieſer Antragſtellung ermächtigen und die ihnen
zu dieſem Zweck geſandte Karte ſofort nach Empfang
aus=
gefüllt und unterſchrieben zurückſenden. Die 58er Kaſſe
haftet dann für ſofortige Stellung des Antrages. Iſt der
Antrag rechtzeitia geſtellt, ſo hat nur der Arbeitgeber für Verluſte.
ſeinen Teil an die Zwangskrankenkaſſe Beitrag zu zahlen.
Von dieſem Arbeitgeberanteil werden der 58er Kaſſe nach
Hundert auf den Beitrag gutſchreiben wird.
— Wichtiger Beſchluß für das deutſche
Einheitsſyſtem. Dem Unterausſchuß (der aus
einem Vertreter des Gabelsbergerſchen und des Stolze=
Schreyſchen Syſtems, der Nationalſtenographie, des
Stolze=
benden Syſteme beſteht) wurden zur Beachtung
über=
wieſen: a) Ein Entwurf der Schule Gabelsberger, b) ein die Ruhe wieder herzuſtellen.
Entwurf von Dr. Mautzel=Schrey, e) ein Entwurf des
d) die National=
Stolze=Stenotachygraphiſchen Blocks
ſtenographie, ſowie 3 andere vokalſchreibende
Syſtem=
entwürfe.
Literariſches.
* Fenien. Illullſtrierte Monatsſchrift für Literatur
und Kunſt. Leipzig. (Im Kenien=Verlag. Das Semeſter
3 Mark, Einzelheft 60 Pfg.). Das Dezemberheft enthält:
Dr. Werner Wolff: Ein Beſuch bei Conſtantin Meunier
(mit 8 Abb.). Dr. Julius Kühn: Wilhelm von Scholz
als Lyriker. Elſe Wenzig: Formale Zuſammenhänge der
impreſſioniſtiſchen Malerei und der Kunſt Hodlers mit
ein=
zelnen Werlen moderner Romanſchriftſteller. Max Krell:
Der bunte Tod. Dr. Thaſſilo von Scheffer: Stück=Kultur.
Wilhelm Dreecken: Dichter und Künſtler. Theaterberichte.
Literariſche Berichte.
— Schachſpielkunſt. Von K. J. S. Portius.
Dreizehnte, vermehrte und verbeſſerte Auflage von Dr.
Hermann v Gottſchall. Mit vielen Textabbildungen. In
Leber
Ganzleinenband 2,50 Mark. Verlag von J. J.
(Illuſtrirte Zeitung) in Leipzig. Kein anderes Lehrbuch
des Schachſpiels kann ſich rühmen eine gleich hohe Anzahl
von Auflagen erlebt zu haben. Dieſer Erfolg beweiſt
zu=
gleich, wie recht der Bearbeiter der neuen Auflage hat,
wenn er im Vorwort ſchreibt: „Der alte Portius hat
Generationen von Schachſpielern herangebildet, ſein Ruhm
als Lehrmeiſter iſt unerſchütterlich. Das Buch iſt in erſter
Linie für den Anfänger beſtimmt, aber auch der
vorge=
ſchrittene Spieler wird es gern in die Hand nehmen, da
es neben den allgemeinen Spielregeln eine Blütenleſe
prächtiger Endſpiele und geiſtreicher Probleme, ſowie eine
ſorgfältige, reichhaltige Auswahl glänzender
Meiſterpar=
tien enthält.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telege. Korreſp.=Bureau.)
*Höchſt a. M., 29. Dez. Ein erſchütternder
Vorfall hat ſich heute nachmittag gegen ½5 Uhr am
ſich 310052 788 Francs, die aus den für die Kriegskoſten Braumeiſters. Der Knabe hatte die Schnur eines
Schlit=
fälle in dem außerordentlichen Budget für Eiſenbahnenzogen. Das Kind konnte nicht gerettet werden. Bis
* Köln, 29. Dez. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
die Vorſchläge Sir Edward Greys durch die
menden Anleihe gedeckt werden, deren ſechsprozen= Londoner Botſchafter der Dreibundmächte bereits der
eng=
liſchen Regierung überreicht worden ſei, erweiſen ſich als
Ungefähr 210 Millionen Francs gelangen auf dieſe Weiſe’ verfrüht. Allerdings ſteht die Ueberreichung nahe
be=
vor. Die Antwort der drei Mächte hat vorausſichtlich den
chung der Schuld an die Nationalbank und an die Land=1 erſtatters der Tribuna, daß die Antwort auf die
Einzel=
heiten der Inſelfrage nicht eingehe, dürfte zutreffen.
* Gmünden, 29. Dez. Prinzeſſin Max von
Ba=
den mit Kindern iſt heute mittag hier eingetroffen.
* Braunſchweig, 29. Dez. Heute mittag 12 Uhr 35
Minuten iſt die Kaiſerin mittels Sonderzuges, von
Wildpark kommend, zu kurzem Beſuch hier eingetroffen.
Der Herzog und die Herzogin waren zum Empfang
auf dem Bahnhof erſchienen. Die Herzogin überreichte
der Kaiſerin einen prachtvollen Fliederſtrauß. Die hohen
Herrſchaften begaben ſich nach der Ankunft mittels
Auto=
mobils nach dem Schloſſe. In den Straßen hatte ſich ein
zahlreiches Publikum angeſammelt, das die Fürſtlichkeiten
ehrfurchtsvoll begrüßte. In der Begleitung der Kaiſerin
befand ſich Hofſtaatsdame von Keller und Kammerherr
von Winterfeld. Die Abreiſe der Kaiſerin erfolgte heute
abend 7 Uhr 59 Minuten.
* Höxter, 29. Dez. Bei der heutigen
Landtaigs=
erſatzwahl für Warburg=Höxter iſt der
Guts=
beſitzer Schönkäs=Altenheerſe (Zentr.) mit ſämtlichen 242
abgegebenen Stimmen gewählt worden.
* Lembera, 29. Dez. Infolge des Setzerſtreiks
haben die hieſigen Druckereien ihren Betrieb eingeſtellt.
Sechs polniſche Zeitungen veranſtalteten heute gemeinſam
eine Ausgabe im Umfange von 4 Seiten, welche in dieſer
Form während der Dauer des Streiks erſcheinen ſoll.
Die rutheniſchen Blätter dürften vorläufig auch nicht
er=
ſcheinen.
Paris, 29. Dez. Die Kammer nahm in ihrer
heu=
tigen Sitzung den Geſetzentwurf über die
Sold=
erhöhung in der vom Senat abgeänderten Faſſung
mit 483 gegen 22 Stimmen an.
* Brüſſel, 29. Dez. Der belgiſche Hof hat wegen
des Ablebens der verwitweten Fürſtin Leopold von
Hohenzollern eine Hoftrauer von 4 Wochen angenommen.
* Belgrad. 29. Dez. In der heutigen Sitzung der
Skupſchtina waren 86 Abgeordnete anweſend, ſo daß
die beſchlußfähige Anzahl erreicht war. Trotz der
Abwe=
ſenheit der Oppoſition nahm die Kammer die Vorlage,
betreffend die proviſoriſche Bewilligung des
Budgetzwölftels für Januar und Februar mit den
Krediten für die neuerworbenen Gebiete an. Die
Regie=
rung brachte einen Entwurf über die Annexion der neuen
Gebiete und ihre Verwaltung ein, der ebenfalls
angenom=
men wurde.
* Konſtantinopel. 29. Dez. Wie Tasfir=i=Efkiar meldet,
habe der Miniſterpräſident Doumeraue bei ſeiner
letz=
ten Unterredung mit Rifaat Paſcha erklärt, die
freund=
ſchaftlichen Gefühle Frankreichs gegen die
Türkei ſeien unverändert. Doumerque habe die
Hoff=
nung ausgeſprochen, daß die noch ſchwebenden politiſchen
Fragen im Intereſſe der Türkei gelöſt werden würden.
Die Politik Frankreichs beruhe auf dem Grundſatz der
Er=
für ihre Mitglieder ſtellen. Die Mitglieder müſſen die 1 haltung der Unabhängigkeit und des Anſehens der Türkei.
* Neu=York, 29. Dez. Einem Telegramm aus
Guaya=
quil zufolge haben die Regierungstruppen von
Ecuador am Samstag 400 Rebellen in der Provinz
Carchi zurückgeworfen. Die Rebellen hatten große
* Peking, 29. Dez. In Talifu (Provinz Jünan)
ha=
ben am 8. Dezember drei Regimenter gemeu=
Anordnung des Bundesrats Vierfünftel überwieſen, dietert, die Offiziere niedergeſchoſſen, die Waffenlager und
ſie ihren verſicherungspflichtigen Mitgliedern zu 95 vom die höheren Schulen überfallen. Ein Profeſſor, smehrere
Studenten und Bürger wurden getötet und darauf im
Namen Sunyatſens die Unabhängigkeit erklärt. Die
Meu=
terer führten hierauf in der Provinz eine
Schreckens=
herrſchaft. Viele Perſonen wurden getötet, nur
die Fremden wurden geſchützt. Vor etwa 14
Stenotachygraphiſchen Blocks und der anderen vokalſchrei= Tagen haben loyale Truppen Taliſu wieder genommen.
Starke Truppenaufgebote ſind nach Taliſu abgegangen, um
Seite S.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Nummer 319.
Deutſche Inſtrukteure für Paraguay.
* Berlin, 29. Dez. Die Republik Paragnay ſteht
ſeit einiger Zeit durch ihren Berliner Generalkonſul, Herrn
Ludwig Rehwinkel, mit der kaiſerlich deutſchen Regierung
wegen Ueberlaſſung von deutſchen
Inſtruk=
tionsoffizieren für ihr Heer in Unterhandlungen,
die nunmehr zu einem definitiven Abſchluß gekommen
ſind. Es gehen acht deutſche aktive Offiziere der
verſchie=
denſten Waffengattungen unter vorteilhaften
Bedingun=
gen als Inſtrukteure zunächſt mit einem Kontrakt für drei
Jahre nach Paragnay. Sobald die Auswahl der
Offi=
ziere getroffen und die kontraktlichen Bedingungen beim
Generalkonſul gezeichnet ſind, wird die Militärmiſſion
unter Führung des Miſſionschefs die Reiſe nach Paraguay
antreten.
Joſeph Giampietro F.
* Berlin, 29. Dez. Der Schauſpieler Joſeph
Giam=
pietro iſt heute vormittag geſtorben. Er iſt noch
geſtern abend im Metropoltheater aufgetreten.
Brandkataſtrophe.
* San Sebaſtian, 29. Dez. Eine ungeheuere
Feuersbrunſt hat das Theater, den Zirkus Paté und
einige Häuſer zerſtört. Infolge des herrſchenden
Stur=
mes war es unmöglich, die anderen bedrohten Gebäude
zu ſchützen. Die Truppen haben die dem Feuerherd
be=
nachbarten Kaſernen geräumt. Die Einwohner ſind von
einer Panik ergriffen worden
— Berlin, 29. Dez. Die Annahme, daß der
Ober=
ſekundaner Jeß Selbſtmord verübte, wird durch die
an=
geſtellten Ermittelungen beſtätigt. Es iſt bereits
gelun=
gen, die Uhr und einen Ring wieder zur Stelle zu ſchaffen,
während das Sparkaſſenbuch und ein zweiter Ring
fehlen.
— Dortmund, 29. Dez. Die St.
Reinoldi=
gemeinde wird ſich bei der Verſagung der Beſtätigung
des als Traubs Nachfolger gewählten Pfarrers Lic.
Fuchs in Rüſſelsheim durch das Konſiſtorium zu
Mün=
ſter nicht beruhigen, ſondern den Kampf um den
von ihr Erkorenen weiterführen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Bereiche des großen Tiefdruckgebietes über
Nord=
europa hatten wir geſtern trübes Wetter mit Regen=
und ſtarken Schneefällen. Das Tiefdruckgebiet wandert
oſtwärts weiter, ſo daß wir auf ſeiner Rückſeite zunächſt
wechſelnde Bewölkung mit vereinzelten Niederſchlägen,
ſpäter aufheiterndes, meiſt trockenes, kühleres Wetter
erwarten dürfen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 30.
De=
zember: Zunächſt wechſelnd bewölkt, ſpäter aufheiternd,
meiſt trocken, kühler, nordweſtliche Winde.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
K.5 K 555R8 885 83555535856
30
K
8
K
8.
8
Ein
8
8
8
s Neujahrswunsch-
K.
8
Inserat
8
8
8
8
5
8
K
8
8.
65
8
8
8
8
8
in dem „Darmstädter
Tagblatt” enthebt Sie
jeder mündlichen oder
schriftlichen Gratulation.
Die Nummer mit den
Neujahrs-Wünschen
er-
scheint am 1. Januar
:: früh morgens ::
8.
6.
8
K
5
3
5
5
K.
8
8
do Sul über Rio de Janeiro und Victoria nach
Ham=
burg. „Pruſſia‟ 22. Dez. 6 Uhr abends in Bahia,
aus=
gehend. „Sieglinde” von Braſilien, 22. Dez. 8 Uhr
morgens in Neu=York. „Silvia” 23. Dez. morgens in
Buenos Aires.— Verſchiedene Fahrten: „Almeria” nach
Perſien, 23, Dez. morgens Perim paſſiert. „Ekbatana”.
von Perſien kommend, 23. Dez. von Port Said. „
Oſt=
mark” von Indien kommend, 23. Dez. morgens Perim
paſſiert. „Rhenania” 23. Dez. von Laurenzo Marques.
Familiennachrichten.
Oogegesesososeeege
D
C
O
C
Dankſagung.
O
G
89 5 5 8 5 5 5 5 5 55 5588 58 58 58.
Geſund und krank: ein Wechſelſpiel, das ſich
uner=
ſchöpflich wiederholt und dem auch die Stärkſten
unterliegen. Das Geheimnis der Geſundheit liegt in der
§ Vorbeugung. Die weitaus größten Gefahren erſtehen aus
Erkältungen der Luftwege. Wer da wirkſam vorbeugen
und Vernachlöſſigungen vermeiden will, der gewöhne ſich
daran, Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen, die aus
zum Kurgebrauch benützten Sodener Gemeindeheilquellen
ſtammen, regelmäßig zu verwenden. Die Schachtel koſtet
285 Pf., man hüte ſich aber vor Nachahmungen.
Be=
ſonderes Kennzeichen: Amtl. Beſcheinigung d. Bürgerm.=
Amtes Bad Soden a. T. auf weiß. Kontrollſtreifen. (I, 26910
Unſerer heutigen Stadtauflage iſt wiederum
ein Poſpekt der in weitem Umkreis bekannten
Firma Inlius Obernzenner, Frankfurt a. M.,
bei=
gegeben. Derſelbe bietet die beſte Gelegenheit zu äußerſt
günſtigen Einkäufen und ſei daher unſeren Leſern zur
gefl. Beachtung beſtens empfohlen.
(VI,26930,21
G
G
C
G
C
C.
G
G
Allen, welche in ſo anerkennender Weiſe zu
meinem Ehrentage meiner gedacht haben,
ſage ich auf dieſem Wege meinen herzlichſten
(26995
und innigſten Dank.
Glückliches Neujahr!
Frau Elise Weichsel-Brohm
Hebamme, Alexanderſtr. 16.
euh ed en
Se
Geesssgesegsossose
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Arcadia”, von Baltimore kommend,
23. Dez. 10 Uhr 30 Min. abends in Hamburg. „
Bar=
celona” 23. Dez. 6 Uhr abends in Newport News.
„Cincinnati” von Neu=York, 23. Dez. 10 Uhr morgens
in Genua. „Cleveland” vom Mittelmeer, 23. Dez.
12 Uhr 30 Min. mittags in Neu=York. „Hornſund‟
nach Neu=York. 23. Dez. 11 Uhr 30 Min. abends von
Hamburg. „Pallanza” von Philadelphia kommend,
23. Dez. 5 Uhr nachm. in Hamburg.
Südamerika,
Weſtküſte Amerikas: „Bethania” von der Weſtküſte
Amerikas kommend, 24. Dez. 12 Uhr 15 Min. nachts
in Hambura. Motorſchiff „Chriſtian X.” von Santos
nach Neu=York, 21. Dez. in Bahia. „Habsburg” nach
Mittelbraſilien, 23. Dez. 3 Uhr nachm. in Oporto
„Hohenſtaufen” von Santos kommend, 22. Dez. 6 Uhr
abends von Bahia über Madeira und Liſſabon nach
Hambura. „Palatia” 23. Dez. morgens von Rio Grande
Unterfertigter CC erfüllt hiermit die traurige
Pflicht, ſ. I. All All und aiaCB aiacß von
dem am 26. Dez. 1913 zu Butzbach erfolgten
Ableben ſ. I. AHl
Dipl.-Ing. August Braun
(rez. 1901)
Regierungsbaumeiſter
(26959
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Der Cc der „Chattia‟.
Mit corpsbrüderlichem Gruß
J. A.: von der Bey XXX
Die Beerdigung findet in Butzbach, Dienstag,
den 30. Dezember, 3 Uhr, vom Trauerhauſe,
Langgaſſe 30, ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Geſtern abend 8½ Uhr verſchied ſanft nach
langem, ſchwerem, mit großer Geduld
er=
tragenem Leiden mein lieber Gatte, unſer
guter Bruder, Schwager und Onkel (26960
Herr Friedrich Kraft
im Alter von 62 Jahren.
Um ſtille Teilnahme bittet
Dorothea Kraft,
geb. Wenz.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1913.
Die Beerdigung findet am Mittwoch,
nachmittags 2¼ Uhr, vom Sterbehauſe
Lange=
gaſſe 6 aus, ſtatt. Die Einſegnung eine
Viertel=
ſtunde vorher.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Nachricht.)
Hierdurch die traurige Mitteilung, daß
mein lieber Mann, unſer lieber Schwager und
Onkel
(26924
Herr
Georg Schnabel
Heizer
dahier, Wenckſtr. 66, im Alter von 60 Jahren
am 28. Dezember 1913 nach kurzem, ſchwerem,
aber mit Geduld ertragenem Leiden ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Anna Schnabel,
Familie W. Jüngling, Werkmeiſter
zu Arheilgen bei Darmſtadt,
Familie W. Thiede, Schirrmeiſter,
Darmſtadt,
Pb. Chr. Doſch, Büro=Gehilfe.
Die Beerdigung findet am 30. Dez. 1913,
nach=
mittags um 3½ Uhr vom Portale des
Fried=
hofs aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Hiermit die traurige Nachricht, daß geſtern
mittag 1 Uhr unſere gute Mutter (B26926
Marg. Werner
nach längerem Leiden im 80. Lebensjahre ſanft
entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Lina Werner.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, vormittags
11 Uhr, von der Leichenhalle aus, ſtatt
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes,
(26992
unſeres guten Vaters
Herrn Wilhelm Werner
Oberlehrer i. P.
ſagen wir tiefgefühlten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1913.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden meiner lieben Gattin, unſerer
guten Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Schweſter und Tante
Frau Elise Kling
(26943
ſagen wir unſeren innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1913.
Lankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem ſchweren Verluſte bei dem Hinſcheiden
unſerer teueren, unvergeßlichen Tochter, Schweſter,
(26961
Schwägerin und Tante
Greichen
ſagen wir Allen unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Insbeſendere danken wir ihren Altersgenoſſen
für die erwieſene letzte Ehre am Grabe und die
Niederlegung eines Kranzes.
Wir bitten, der teuren Entſchlafenen ein treues
Andenken bewahren zu wollen.
Weiterſtadt, Groß=Gerau, 29. Dez. 1913.
Familie Ad. Darmſtädter III., Witwe,
Ad. Darmſtädter.
Tageskalender.
Dienstag, 30. Dezember.
Großh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende 10½
Uhr (Ab. B): „Die Fledermaus”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert um 8 Uhr im Café „Metropole‟
Aufführung „Das Mirakel” um 8 Uhr in der
Feſt=
halle zu Frankfurt.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 31. Dezember.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Reſtaurant „Zum
heiligen Kreuz”.
Getreide=Verſteigerung um 10 Uhr zu Unter=
Moſſau (Zuſammenkunft an der Hofreite G. J. Hörr).
Beſſunger Bücherhalle (Beſſungerſtraße 48). Uns
entgeltliche Verleihung von Büchern an jedermann.
Ge=
öffnet: Dienstag, Donnerstag und Samstag abends
von 7½—9 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil: Max Streeſe; für den Inſeratenteil,
Inſeratbeilagen und Mitteilungen aus dem
Geſchäfts=
leben: Carl Iriedrich Romacker, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts”
zu adreſſieren.
Etwaige Honorarforderungen ſind beizufügen;
nachträg=
liche werden nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſtridte
werden nicht zurückgeſandt.
Nummer 319.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Glücksfiguren zum Giessen, Stück 5 ₰ Glücksfiguren zum Giessen 1 Dutzend mit Löffel im Karton 75 ₰ Knallbonbons Dtzd. 80, 65, 58, 40, 25 ₰ Orangen Stück 5₰ . . Dtzd. 55 ₰ Citronen Stück 5₰ . . . ½ Dtzd. 28 ₰ Gewürzplätzchen ¼ Pfd. 20 ₰ Anisplätzchen . . ½ Pfd. 25 ₰ Pfeffernüsse . . ¼ Pfd. 18 ₰ Halbe Flasche
Schlummer-Punsch
Rum-Punsch
95₰
Arrak-Punsch
inklusive Glas
. Ganze Flasche
Schlummer-Punsch .
Rum-Punsch
1.75
Arrak-Punsch
inklusive Glas
Flasche
Cognac-Verschnitt
Arrak-Verschnitt
1.25
Rum-Verschnitt . .
Weingläser
45, 30, 12, 9 ₰
Römer
.. . 45, 25 ₰
Sektbecher
. . 30, 10 ₰
Bowlengläser
35, 28 ₰
Likörgläser
15, 10, 8 ₰
Bierbecher .
28, 18, 12, 9 ₰
Teegläser
. 18, 12₰
Steinbowlen
3.45, 2.95
3.75
Glasbowlen mit 12 Gläsern
12.50
ff. bemalt .
Seht!
Ganze Flasche, inklusive Steuer
und Glas, Marke „Cabinet‟ . .
Obstschaumwein
vorzügliche Marke,
Steuer und Glas
inklusive
1.50 Schf!
26997
Casino-Restaurant
(für Nichtmitglieder)
Ecke Rhein- und Neckarstrasse (Eingang Neckarstr.)
Die erlesensten Naturweine
der Grossh. Hess. Weinbau-Domäne u. Hess. Winzergenossenschaften Die feinste Küche
Münchener Augustinerbräu
Pfungstädter Bier
NB. Weinpreisliste gratis. Lieferung aller Weine Telephon 358. H. Pfeil.
(22342a
frei Haus an Jedermann.
Zur Abhaltung von Festlichkeiten, Hochzeiten usw. stehen entsprechende säle zu
kulanten Bedingungen zur Verfügung.
Mte ene Zen
Herberge zur Heihat
Für die zu unſerer Weihnachtsbeſcherung
ein=
gegangenen Beiträge und Spenden ſagen wir hiermit
(26931
allen edlen Gebern herzlichſten Dank.
Für den Vorſtand:
Ehrhardt, Oberhofprediger.
Kurſe vom 29. Dezember 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf.
85,00
76,80
99.00
75,70
97,40
91,50
81,00
In Proz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,10
3½ Deutſche Reichsanl.
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg.
3½ do. Conſols . . . 85,20
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . .
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 97,40
83,50
do.
3½
75,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 97,50
4 do. do. (unk. 1918) 96,70
83,20
do.
3½
73,10
do.
3 Sächſiſche Rente .
4 Württemb. (unk. 1921) 97,00
do. v. 1875 92,40
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,00
1½ Griechen v. 1887
-
4 Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente 86,20
4 do. Goldrente . . . 87,70
4 do. einheitl. Rente . 82,70
3 Portug. unif. Serie I 62,00
3 do. unif. Serie III 64,00
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . —
v. 1890 . . —
4 do.
v. 1905 . . 86,00
4 do.
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 87,60
4 do. v. 1902 . . . . 90,10
4½ do. v. 1905 . . . . 99,90
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort v. 1895 79,30
4 Türk. Admin. v. 1903 78,20
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,80
4 Ungar. Goldrente . . . 84,10
4 do. Staatsrente . . 81,75
76,10
In Proz.
Zf.
98,60
5 Argentinier
do.
4
4½ Chile Gold=Anleihe. 88,60
5 Chineſ. Staatsanleihe. 97,50
90,20
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 90,40
5 Innere Mexikaner . . . 66,00
do.
3
4 Gold=Mexikaner v. 1904 71,00
5 Gold=Mexikaner . .
3½ Buenos Aires Prov. 66,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten
8 Hamb.=Amerika=Paket=
. . . . 131,50
fahrt .
3 Nordd. Lloyd . . . . . 115,80
6 Südd. Eiſenb.=Geſell. . 121,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 .
8 Baltimore und Ohio . 92,00
6 Schantungbahn . . . . 126,50
6½ Luxemb. Prince Henri 161,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21,75
6 Pennſylvania R. R. . 110,00
Induſtrie=
Letzte
Aktien.
Divid.
64.00
3 Brauerei Werger.
25 Bad. Anilin= u. Soda=
553,00
Fabrik
14 Chem. Fabrik Gries=
244,60
heim . . . . . .
610,00
27 Farbwerke Höchſt
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 331,00
8 Cement Heibelberg . . 148,25
32 Chem. Werke Albert 427,50
12½ Holzverkohl.
Kon=
ſtanz . . . . . . . 296,75
4 Lahmeyer . . . . . . . 120,00
Letzte
Divid:
7 Schuckert, Nürnberg . . 149,00
12 Siemens & Halske . 217,00
12 Bergmann Electr. .
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 165,50
25 Gummi Peter . . . . 87,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 363,50
12 Maſchinenf. Badenia 128,20
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 147,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 218,00
12½ Bad. Zucker=Wag=
198,00
häuſel . . . . .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 93,25
54,00
3 Südd. Immobilien
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 155,30
12 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 207,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 130,10
10 Gelſenkirchener . . . . 179,00
7 Harpener . . . . . . . 172,70
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 232½
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro . . . . . . . 61,00
4 Laurahütte . . . . . . 149,50
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 185,40
10
5 South Weſt Africa . 113,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 83,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 88,90
Franz=Joſefs=Bahn . . 85,50
3 Prag=Duxer ..
. . 71,60
5 Oeſterr. Staatsbahn . 101,05
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,60
do.
74,80
3
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,20
4 Oeſt. Südb. (Lomb.) . .
76,00
86,00
In Proz.
Bf.
26/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,80
3 Raab=Oedenburg .
4 Kronprinz Rudolfbahn 85,00
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 86,10
4½ Mbskau=Kaſan . . . 96,50
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,40
Rjäſan Koslow . . . . 86,00
3 Portugief. Eiſenb. . . . 68,70
do.
. . 68,80
*/10 Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir. . 62,80
4 Bagdadbahn . . . . . . 79,10
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,50
4 Miſſouri=Pacific . . .
4 Northern=Pacific. . . . 92,30
4 Southern=Pacific . . . 88,70
5 St. Louis und San
Francisco . . . . .
5 Tehuantepec . . . . . . —
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .
8½ Bergiſch Märkiſche
Bank . . . . . . . 143,10
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 155,00
6½ Darmſtädter Bank . 115,50
12½ Deutſche Bank. . . 249,50
6 Deutſche Vereinsbank . 118,00
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 113,00
10 Diskonto=Kommandit 185.70
8½ Dresdener Bank
149,75
Frankf. Hypoth.=B. 207,20
9
6½ Mitteld. Kreditbank 114,60
7 Nationalb. f. Deutſchl. 116,25
5½ Pfälziſche Bank. . . 121,50
6.45 Reichsbank . . . . . 136,75
7 Rhein. Kreditbank.
126,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein .
100,50
7½ Wiener Bankverein . 133,80
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 94,00
3½ Frankſ. Hypoth.=Banl
.. . . 84,50
S. 19
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank .
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . .
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23 . . . .
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
S. 3—5 . . . . . . .
S. 9—11. . . . . .
4 Meininger Hyp.=Bank
do.
3½
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 93,20
3½ do. (unk. 1914).
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
do.
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . .
do.
3½
Frankfurt . . . . .
do.
3½
4 Gießen . . . .
3½ do.
Heidelberg . . . .
do.
3½
Karlsruhe . . . . .
do.
3½
4 Magdeburg . . . . . .
4 Mainz . . . . . . . .
do.
3½
4 Mannheim . . . . . .
3½ do.
4 München . . . . . .
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg . . . . . . .
3½ do.
4 Offenbach . . . .
95,00
84,00
97,20
84,20
96,60
96,60
84,00
84,10
95,00
84,00
82,90
97,00
86,20
86,50
95,60
96,50
94,00
85,50
94,00
85,50
94,00
85,50
96,00
94,80
94,25
84,50
96,40
84,50
95,80
85,10
2.
3½ Offenbach . . . . . . 87,00
4 Wiesbaden . . . . . . 95,75
do.
3½
95,20
4 Worms . . . . . . .
84,20
do.
3½
4 Liſſabonner v. 1888 . 75,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 177,20
½ Cöln=Mindner „ 100 141,39
3 Holl. Komm. . fl. 100 113,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 139,59
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,50
3 Oldenburger . . . . .
Raab=Grazer fl. 150 —
2½
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,80
Braunſchweiger Tlr. 20 205,20
Freiburger . . . . Fs. 15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs. 10 40,00
Meininger . . . . . fl. 7 34,80
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 600,00
do. v. 1858 fl. 100 522,00
Ungar. Staats . . fl. 100 438,50
Venediger . . . . Fs. 30 65,50
Türkiſche . . . . Fs. 400 167,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,46
20 Francs=Stücke . . . . 16,15
Amerikaniſche Noten . . . —
Engliſche Noten . . . . . 20,50
Franzöſiſche Noten . . . . E81,00
Holländiſche Noten . . . . 169,15
Italieniſche Noten . . . . 80,70
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,95
50
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard 3sl. 6%
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Nummer 319.
n
A
22
2
Beſtellungen von unſeren Stadtabonnenten auf die
Wochen=
Chronik=
monatlich 20 Pfennia
(einzelne Nummer 10 Pfg.) nehmen unſere Trägerinnen und unſere Expedition jederzeit entgegen. Die
Chronik wird 8ſeitig mit reichem Bilderſchmuck in Tiefdruck und in tadelloſer Ausführung erſcheinen,
ſo daß ſie fortlaufend eine Illuſtrierung der hervorragenden Ereigniſſe der letzten Woche bietet und eine
Ergänzung des mehr feuilletoniſtiſch gehaltenen Illuſtrierten Unterhaltungsblattes darſtellt.
(26918
Geſucht ſofort oder ſpäter eineſ gw: Diener,led, in Herſchafts
Weiblich
Perſekte tüchtige Verkäuſerin
ſucht Stellung auf 1. oder 15.
Jan=
uar, übernimmt auch Filiale. Off.
unter T 87 an die Expedition
(*18352oi
dieſes Blattes.
Sräulein, welches ſchon als Kon=
2 toriſtin tätig war u. la
Zeug=
niſſe hat, würde das Beitragen
von Büchern übernehmen. Gef
Offerten unter V 5 an die Er=
(B26950
pedition.
Zo. Frau ſ. Laufdienſt, g. a. waſch.
u. putz. Gr. Kaplaneigaſſe 42. (*
Mädch. m. g. Zeugn. ſ. a. ſof.o. 15.
Jan g. St. Karo lina Beck, gewerbsmäßige
Stollenvermittler u, Flisabethenstr. 22, II.(2
Jung. ſaub. Mädchen ſucht Lauf=
Hornung, Ballonplatz 10. (*18392
Sräulein mit ſchöner Handſchrift
übernimmt ſchriftliche
Ar=
beiten. Gefl. Off. unt. U 4 an die
Exp. d. Bl. erbeten.
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Amtsverkündiaungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
A 144.
Dieustag, 30. Dezenber.
1913.
Bekanntmachung.
I. Wir machen darauf aufmerkſam, daß nach der Verordnung vom 21. September
1905 (Reg.=Bl. 1905 S. 251) die Abgabe von Sprengſtoffen an Perſonen, von welchen
ein Mißbrauch derſelben zu befürchten iſt, insbeſondere an Perſonen unter
16 Jahren verboten iſt.
Zu dieſen Sprengſtoffen ſind u. a. zu rechnen: Pulver,
Kartuſchen, Petarden, Feuerwerkskörper (Kanonenſchläge, Fröſche, Schwärmer
u. dergl.), ſprengkräftige Zündungen (Sprengkapſeln, Zündplättchen).
Wer ſolche Sprengſtoffe feilhalten will, hat hiervon der Ortspolizeibehörde
Anzeige zu machen.
Wer mit Pulver (Sprengſalpeter, brennbarem Salpeter), Feuerwerkskörpern
und Zündplättchen Handel treibt, darf
1. im Kaufladen nicht mehr als 2½ Kilogramm,
2. im Hauſe außerdem nicht mehr als 10 Kilogramm vorrätig halten.
Die Aufbewahrung muß in einem auf dem Dachboden (Speicher) belegenen,
mit keinem Schornſteinrohre in Verbindung ſtehenden abgeſonderten Raume erfolgen,
welcher beſtändig unter Verſchluß gehalten und mit Licht uicht betreten wird.
Die Behälter, in denen dieſe Stoffe aufbewahrt werden, müſſen von geeigneter, in 86
Abſ. 1 und 2 der oben vermerkten Verordnung näher bezeichneten Beſchaffenheit und
mit ſtets feſtgeſchloſſenem Deckel verſehen ſein.
Das Feilhalten von phosphorhaltigen Feuerwerkskörpern (Radaukörner,
Krawallſteine, Kracher uſw.) iſt nach § 3 Ziffer 5, b, cc genannter Verordnung
verboten.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Vorſchriften ſind nach § 36 oben erwähnter
Verordnung mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haftſtrafe bedroht.
II. An bewohnten oder von Menſchen beſuchten Orten iſt das Abbrennen von
Feuerwerkskörpern verboten.
Zuwiderhandlungen werden nach § 367 Ziffer 8 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit
Geldſtrafe bis 150 Mark oder mit Haft bis zu 6 Wochen beſtraft.
Wenn Eltern, Vormünder oder andere Perſonen, deren Obhut Kinder nnter
12 Jahren oder ſonſtige unzurechnungsfähige Perſonen anvertraut ſind, es an
der erforderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen und dieſe Perſonen während der
Zeit, wo ſie ohne ſolche Aufſicht waren, eine derartige Uebertretung begangen haben,
ſo werden nach Art. 44 des Heſſiſchen Polizeiſtrafgeſetzes die zur Beaufſichtigung
verpflichteten Perſonen beim erſten Falle polizeilich verwarnt, im
Wiederholungs=
falle bis zu einem Dritteil der auf die Uebertretung ſelbſt geſetzten Strafe belegt.
Darmſtadt, den 23. Dezember 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Darmſtadt, den 23. Dezember 1913.
An die Ortspolizeibehörden der Landgemeinden und die Gendarmerie
des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, den Befolg obiger Vorſchriften, ſowie überhaupt diejenigen
der Verordnung vom 21. September 1905 (Reg.=Bl. von 1905 S. 251) (vergl. auch die
Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern vom 5. Auguſt 1904 im Reg.=Bl.
(20808si
Nr. 62) zu überwachen.
Großherzogliches Kreisamt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 8 Dezember d Js.
(Reichsgeſetzblatt Seite 777) betreffend Beſtimmungen über die Beſchäftigung von
Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien und Anlagen zur
Her=
ſtellung von Dinasſteinen, Schamotteſteinen und anderen Schamotteerzeugniſſen
bringen wir hiermit zur Kenntnis der Beteiligten. Wir weiſen darauf hin, daß dieſe
Beſtimmungen mit Wirkung vom 1. Januar 1914 an die Stelle der durch
Be=
kanntmachung des Reichskanzlers vom 15. November 1903 (Reichsgeſetzblatt Seite 250)
verkündeten Beſtimmungen treten und daß die letzteren mit dieſem Zeitpunkte
ihre Geltung verlieren.
Die neuen Beſtimmungen enthalten mehrere Abweichungen von den ſeitherigen
Vorſchriften, auf die hiermit hingewieſen wird:
1. Die neuen Beſtimmungen ſind nicht mehr auf=Grund der §§ 139a, 154 Abſ. 2,
ſondern auf Grund des § 120e der G.O. erlaſſen, da ſie lediglich dem Schutze des
Lebens und der Geſundheit dienen ſollen. Dadurch wird zugleich einem von
verſchie=
denen Seiten ausgeſprochenen dringenden Wunſche Rechnung getragen und das
An=
wendungsgebiet der Beſtimmungen auf ſämtliche Z’egeleien erſtreckt, während die
derzeitigen Vorſchriften nur für Ziegeleien mit mindeſtens 5 Arbeitern gelten.
2. Im Abſchnitt 1 ſind an Stelle der Worte geinſchließlich der
Schamotte=
fabriken” die Worte „und Anlagen zur Herſtellung von Dinasſteinen,
Schamotte=
ſteinen und anderen Schamotteerzeugniſſen” getreten. Die Aenderung war erforderlich,
weil der Fabrikbegriff durch die Novelle zur G.O. vom 28. Dezember 1908 aus der
Arbeiterſchutzgeſetzgebung beſeitigt worden iſt und weil die neuen Beſtimmungen auf
alle Betriebe Anwendung finden ſollen, nicht nur auf die, welche als Fabriken in
dem früher gebräuchlichen Sinne bezeichnet werden können.
Ferner ſoll durch Erſatz des Wortes „verwendet” durch „beſchäftigt” im Eingang
von I zum Ausdruck gebracht werden, daß die unter la bis d bezeichneten
Beſchäf=
tigungen für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter gänzlich verboten ſein ſollen.
3. In ka ſind unter die für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter verbotenen
Beſchäftigungsarten auch die „Abraumarbeiten” aufgenommen worden. Sie gehören
Da ſie jedoch in § 10 der
Bekannt=
eigentlich mit zur „Gewinnung der Rohſtoffe.”
machung, betreffend die Einrichtung und den Betrieb von Steinbrüchen und Stein=
31. Mai 1909 (R. G. Bl. S. 471) neben der Steingewinnung geſondert
„ 955)
hauereien, vom 20. Nov. 1911 („ „.
genannt ſind, ſo erſchien es zweckmäßig, um jeden Zweifel auszuſchließen, ſie auch in
den neuen Beſtimmungen für Ziegeleien beſonders aufzuführen.
4. le enthält das Verbot, Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter zu allen Arten
von Arbeiten in den Oefen, einſchließlich der Erdringöfen, heranzuziehen. Der Be=
dieſer Erdringöfen Bock und
gewiſſe Verbreitung gefunden haben, bringt die Abdichtung der abzubrennenden
Steine mit einer ziemlich dicken Schicht von Sand, Ziegelmehl und dergl. mit ſich,
die beim nachfolgenden Entleeren des warmen Brennkanals zu einer erheblichen
Staub=
entwicklung Anlaß gibt, welche die Geſundheit der Ausräumenden gefährdet.
Das in lo weiter aufgenommene Beſchäftigungsverbot bei der Beförderung
von Kohlen in Schiebkarren auf die Oefen entſpricht der unter Id vorgeſehenen
Ein=
ſchränkung.
5. In Id iſt vorgeſehen, daß Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter bei der
Beförderung geformter Steine nur noch beſchäftigt werden dürfen ſoweit dieſe nicht
durch Abtragen von Hand oder mittels Tragbrettern oder in Rollwagen, die auf
einem feſtverlegten, wagrechten Geleiſe oder auf einer Hängebahn laufen, erfolgt.
Hierdurch ſoll den vielfach beobachteten Mißſtänden bei der Beförderung von Steinen
in Schiebkarren und ähnlichen Transportmitteln vorgebeugt werden, die durch den
häufigen Mangel einer wirklich harten ebenen Fahrbahn verurſacht wurden.
6. In Abſchnitt II iſt ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die zuſtändigen
Behörden (Kreisamt, in Gemeinden mit Städteordnung Bürgermeiſterei oder
ſtagt=
liche Polizeiverwaltung) befugt bleiben, im Weg der Verfügung gemäß § 120d, § 120f
der G.O. für einzelne Anlagen weitergehende Vorſchriften, als die neuen
Beſtim=
mungen enthalten, zu treffen.
7. Durch die in Abſchnitt III angeordnete Verpflichtung zum Aushang eines
Abdrucks der Bekanntmachung wird die dem Arbeitgeber nach § 198a Abſ. 2 im
Zuſcmmenhang mit § 154 Abſ. 2 der G. O. obliegende Verpflichtung nicht berührt.
Werden alſo in Ziegeleien mit in der Regel mindeſtens 5 Arbeitern Arbeiterinnen
oder jugendliche Arbeiter beſchäftigt, ſo ſind nehen dem Abdruck der Beſtimmungen
vom 8. Dezember 1913 der im § 217 der Ausführungsverordnung zur G.O,
vorge=
ſchriebene Auszug aus den allgemeinen Beſtimmungen über die Beſchäftigung der
Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter und, ſofern jugendliche Arbeiter beſchäftigt
werden, außerdem das ebenda erwähnte Verzeichnis der jugendlichen Arbeiter
aus=
zuhängen.
Darmſtadt, den 23. Dezember 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Beſtimmungen über die Beſchäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen
Arbeitern in Ziegeleien und Anlagen zur Herſtellung von Dinasſteinen,
Schamotte=
ſteinen und anderen Schamotteerzeugniſſen. Vom 8. Dezember 1913.
Auf Grund des § 120s der Gewerbeordnung hat der Bundesrat die
nach=
ſtehenden Beſtimmungen über die Beſchäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen
Arbeitern in Ziegeleien und Anlagen zur Herſtellung von Dinasſteinen,
Schamotte=
ſteinen und anderen Schamotteerzeugniſſen erlaſſen.
In Ziegeleien und Anlagen zur Herſtellung von Dinasſteinen,
Schamotte=
ſteinen und anderen Schamotterzeugniſſen dürfen Arbeiterinnen und jugendliche
Arbeiter nicht beſchäftigt werden:
a) bei den Abraumarbeiten, bei der Gewinnung, der Verladung und der
Be=
förderung der Rohſtoffe einſchließlich des eingeſumpften Lehmes,
b) bei der Handformerei (dem Streichen oder Schlagen) der Steine mit
Aus=
nahme von Dachziegeln (Dachpfannen) und von Bimsſandſteinen (
Schwemm=
ſteinen),
c) bei der Beförderung von Kohlen in Schiebkarren auf die Oefen, beim
Be=
feuern der Oefen und bei allen Arbeiten in Oefen einſchließlich der
Erdring=
öfen, jedoch mit Ausnahme des Füllens und Entleerens der oben offenen
Schmauchöfen,
d) bei der Beförderung geformter (auch getrockneter und gebrannter) Steine,
ſoweit dieſe nicht durch Abtragen von Hand oder mittels Tragbrettern, oder
in Rollwagen, die auf einem ſeiſtverlegten, wagerechten Gleiſe oder auf einer
Hängebahn laufen, erfolgt.
II.
Unberührt durch die vorſtehenden Beſtimmungen bleibt die Befugnis der
zu=
ſtändigen Behörden, im Wege der Verfügung für einzelne Anlagen gemäß § 120d,
§ 120k Abſ. 2 der Gewerbeordnung weitergehende Anordnungen zum Schutze des
Lebens und der Geſundheit der Arbeiter, beſonders der Arbeiterinnen und der
jügend=
lichen Arbeiter, zu treffen.
III.
In den unter I bezeichneten Anlagen muß an einer in die Augen fallenden
Stelle ein deutlicher Abdruck dieſer Bekanntmachung aushängen.
Dieſe Beſtimmungen treten am 1. Januar 1914 in Kraft und an die Stelle der
durch die Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 15. November 1903 (Reichs=
Ge=
ſetzbl. S. 286) verkündeten Beſtimmungen.
Berlin, den 8. Dezember 1913.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers
277691s
Delbrück.
Bekanntmachung.
Betreffend: Feſtſetzung des Wertes der Sachbezüge nach § 160 R. V.O.
Gemäß § 160 Abſ. 2 der Reichsverſicherungsordnung wird der Wert der häufiger
vorkommenden Sachbezüge wie folgt feſtgeſetzt:
1. Koſt pro Jahr:
a) für männliche Verſicherte . . . . . . . 300 Mk.
. . . . . 250 Mk.
b) für weibliche Verſicherte
2. Wohnung, Heizung und Beleuchtung pro Jahr: 50 Mk.
Der Wert anderer Sachbezüge wird von dem Verſicherungsamt von Fall zu
Fall beſtimmt. Dieſes kann auch Abweichungen von obigen Feſtſetzungen zulaſſen,
wo dies nach Lage des Einzelfalles gerechtfertigt erſcheint.
(26932
Darmſtadt, den 29. Dezember 1913.
Großherzogliches Kreisamt (Verſicherungsamt) Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Bekanntmachung.
Wir bringen in Erinnerung, daß das Schießen, ſowie das
Abbrennen von Feuerwerkskörpern innerhalb der Straßen und
Hofreiten der Stadt verboten iſt.
Zuwiderhandlungen ſind in § 367 und § 368 des
Reichsſtraf=
geſetzbuches mit Geld= oder Haftſtrafe bedroht. Auch tritt Wegnahme
der Schußwaffe ein.
Gleichzeitig machen wir die Händler mit exploſiven Stoffen,
Feuerwerkskörpern uſw. wiederholt darauf aufmerkſam, daß das
Abgeben ſolcher Stoffe an Perſonen, von welchen ein Mißbrauch
der=
ſelben zu befürchten iſt, insbeſondere an alle Perſonen unter
16 Jahren, verboten iſt (Verordnung, den Verkehr mit Sprenge
ſtoffen betreffend, vom 21. September 1905, § 26). Zuwiderhandlungen
gegen dieſe Vorſchrift werden nach § 367 des Reichsſtrafgeſetzbuches
mit Geldſtrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft beſtraft.
(26793sgi
Darmſtadt, den 20. Dezember 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Holzverſteigerung.
Donnerstag, den 8. Januar, vormittags von 9 Uhr an
wird in der Turnhalle dahier (Woogsplatz Nr. 5) aus der
Forſt=
wartei Böllenfalltor das zerſtreut ſitzende und Dürrholz (Abzählungs=
Nummern 60—637) verſteigert und zwar:
Scheiter Rm.: 353 Buchen, 42 Eichen, 3 Birken, 12 Kiefern;
Knüppel Rm.: 360 Buchen, 42 Eichen und Birken, 28 Kiefern;
Reiſig Hdt. Wellen: 53 Buchen, 6 Eichen, 3 Kiefern;
Stöcke Rm.: 72 Buchen, 17 Eichen, 3 Kiefern.
Steigliebhaber werden erſucht, das Holz vorher einzuſehen.
Nähere Auskunft erteilt der Gr. Förſter Klipſtein zu Böllenfalltor.
(26908is
Darmſtadt, den 20. Dezember 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Daab.
Seilügel u.
Wild.
Prima Gänſe, Puten, Enten,
Kapannen, Hähne,
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hühner nur eigener Maſt. Rehe,
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kauf im Hauſe. Dienstags u.
Mittwochs auf dem Markt.
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Die Schreinerarbeiten, die Schloſſerarbeiten,
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für den 14klaſſigen Schulhausneubau der Gemeinde Arheilgen ſollen
im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden.
Zeichnungen, Arbeitsbeſchreibung nebſt Bedingungen liegen
auf dem Schulhausneubaubureau in Arheilgen (im alten Schulhaus)
vom 2. Januar 1914 ab während der Dienſtſtunden zur Einſicht offen,
Angebotsformulare werden dort zum Selbſtkoſtenpreis abgegeben.
Die Angebote ſind bis zum Donnerstag, den 8. Januar 1914,
vormittags 19½ Uhr, verſchloſſen und mit entſprechender Aufſchrift
verſehen, auf obenbezeichnetem Bureau einzureichen, wo ſie in
Gegen=
wart etwa erſchienener Bewerber geöffnet werden. Später einlaufende
Angebote finden keine Berückſichtigung.
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
(26909
Arheilgen, den 23. Dezember 1913.
Der Großh. Kreisbauinſpektor.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 31. Dezember 1913, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Fahrräder, 1 gold. Ring, 1 Kaſſenſchrank, eine Partie
Schnittwaren ſowie Hausmobilien durch alle Rubriken.
Hieran anſchließend auf freiwilligen Antrag:
3 Betten, 1 Herrenſchreibtiſch u. verſchiedene Hausmobilien.
Kapp, Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt
26976)
Georgenſtraße 1.
[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Nummer 319.
30
2
Ger
1
esen
Spezialität:
Anfertigungen
nach besonderen
Angaben
(26827gi
Leachier
Geschäftsbücherfabrik
Ernst-Ludwigsplatz 2.
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich nachſtehendes
Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes vereinbart
iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten Mietzins
(26944imd
an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichten.
Darmſtadt, den 24. Dezember 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
hörung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom 2. November 1906 zu Nr. M. d. O
37271 folgendes Orsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in
Kraft treten.
1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
vierteljahres, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
e) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des
fol=
genden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im §1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur mit
der Beſchränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und
et=
waigem Zubehör beſtehen, zwei Zimmer
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
tags, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miet=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen,
ſo finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
ver=
tragsmäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
neten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die Räumung
ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder einen
ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die Stelle des
Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
Wegen der mit der Uebernahme meiner Geschäfte durch die
Deutsche Bank Zweigstelle Darmstadt
verbundenen Arbeiten bleiben meine Geschäftsräume an
Mittwoch, den 31. Dezember d. J.
von 1 Uhr ab
geschlossen!
26906
FERDINAND SANDER, Hofbankier
Godeoa
C
Bekanntmachung.
Der Voranſchlag der Gemeinde Schneppenhauſen für 1914
liegt vom 31. Dezember 1913 bis einſchließlich 6. Januar 1914 auf
dem hieſigen Bürgermeiſtereibureau zu Jedermanns Einſicht offen.
Zu den zur Erhebung kommenden Umlagen werden auch die Aus=
(26957
märker herangezogen.
Schneppenhauſen, den 29. Dezember 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Schneppenhauſen.
Kunz.
An Ul. Bezeiver
nachmittags
bleibt unser Geschäftslokal wegen der Inventurarbeiten
geschlossen.
Darmstädter Volksbank
eingetragene Genossenschaft mit beschränkter
Haftpflicht.
(26974
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
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Familien=Roman aus den Jahren 1812 und 1813.
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(Naudr. erboten.)
Es war ſelbſt für einen Menſchen wie Gaſton kein
angenehmer Gedanke. Zudem, was würde ſein Leutnant
ſagen? Auf ein totes Mädchen rechnete der ſicher nicht.
Gaſton ſteckte den Kopf zum Fenſter hinaus.
He — Kamerad!
Was gibt’s
Haſt Du nicht Luſt auf einen guten Trunk?
Hätte ſchon, Kamerad!
Dann wollen wir beim erſten Wirtshaus am Wege
unhalten.
Wär’ nicht übel, Kamerad. Aber dürfen wir’s wagen?
Das dürfen wir ſchon! Vielleicht erwacht indeſſen
auch das Mädel hier! Ich glaube nämlich es iſt tot!
Der Soldat auf dem Bock ließ einen lauten Fluch
hören.
Das würde uns unſer Leutnant entgelten laſſen!
Er hieb auf das Pferd ein; ſchneller als bisher ging
es vorwärts.
Eine halbe Stunde ſpäter erreichten ſie in der Tat ein
einſames Wirtshaus. Sie hielten an, ſtiegen ab und
be=
ſtellten ſich Branntwein.
Nun will ich mal ſehen, ob das Mädel wirklich tot iſt!
Sie ließen ſich von dem Wirt — es war indeſſen finſter
geworden — eine Laterne geben, gingen hinaus und
öff=
neten den Wagenſchlag. Der Soldat leuchtete Ruth ins
Geſicht, während Gaſton ihr ein halbes Glas voll der
meite auſteit de lche ntegt. Aus beite
und ſchlug langſam die Augen auf, um ſie gleich darauf
wieder zu ſchließen.
Sie lebt, und das iſt die Hauptſache! Trinken wir
noch einen Schluck, und dann fahren wir unſerer Wege!
Zurück ging es in die Gaſtſtube. Sie tranken noch
einen — und da der Schnaps in dieſem Krug ganz
be=
ſonders gut gebrannt zu ſein ſchien —, noch einen und
noch einen, bis ſie ſchließlich ſelbſt nicht mehr wußten,
wie lange ſie ſchon verweilten.
Einmal meinte Gaſton zu dem anderen:
Das Mädel da draußen wird doch nicht davonlaufen?
Die hätte Angſt, in dieſer Finſternis den Wagen zu
verlaſſen, ſelbſt wenn ſie’s könnte. Aber ich wette, ſie iſt
noch bewußtlos.
Geh’ mal nachſehen!
Geh’ Du! Hier ſitzt es ſich zu gemütlich.
So gingen ſie beide nicht.
Es verging wieder geraume Zeit, bis der Wirt
plötz=
lich erſchreckt aufblickte.
Was iſt das?
Die beiden Franzoſen lauſchten und hatten ſchnell
er=
faßt, „was das war”: das Geräuſch näherkommender
Sol=
daten. Gaſton war im Moment auf den Füßen; der
ge=
linde Rauſch, der ihn bisher umnebelte, war verſchwunden.
Nom du diable! Die Truppen!
Er packte ſeinen Kumpan beim Arm.
Schnell!
Was denn?
Die Truppen! Wir müſſen fort!
Sie liefen zum Wagen hinaus, der um ſein Geld
jam=
mernde Wirt hinter ihnen her.
Ss ſchnet komen wir den Tuppen nict vorantelitn.
Sie werden uns einholen, und dann—
Eſel! rief Gaſton. Wer will voraus?
Und ſchon hatte er das Pferd beim Zügel gepackt und
führte es mit dem Wagen um den Krug herum in den
Hof des Gaſthauſes.
Und hier fein ſtill gehalten, bis ſie vorüber ſind!
Aber dann kommen wir doch noch ſpäter an als der
Leutnant, mahnte der andere.
Das ſchadet nichts! Iſt jedenfalls viel beſſer, als vom
Oberſten abgefaßt zu werden!
Der Wirt, beruhig,t daß ihm ſeine Gäſte nicht
davon=
gelaufen waren, blieb in der Tür der Wirtsſtube ſtehen,
um den Vorbeimarſch der Truppen abzuwarten. Denn
auch er hatte jetzt das immer näher kommende, ſtärker
wer=
dende Geräuſch erkannt.
Da waren ſie auch ſchon. In unregelmäßigen
Schrit=
ten ging es vorüber; fünf Minuten, zehn Minuten, eine.
Viertelſtunde. Dann verhallten die Schritte in der Ferne.
Inzwiſchen hatte Gaſton in die Kaleſche hineingeblickt.
Ruth lag noch immer mit geſchloſſenen Augen und
vorn=
über gebeugtem Kopf in ihrer Ecke. Da ſprang der eine
Soldat wieder auf den Bock, der andere, Gaſton, in den
Wagen.
Vorwärts!
Als ſie an der Tür des Gaſthauſes vorbeifuhren und
nicht anhielten, ſondern ihren Weg fortſetzten, machte der
Wirt ſoch einen letzten Verſuch, zu ſeinem Gelde zu
kommen.
Payez, payez! rief er, ſein ganzes Franzöſiſch
zu=
ſammennehmend,
Ein lautes Lachen war die Antwort.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
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An der verabredeten Stelle ſtand Ferdinand, ein Paket
in der Hand und wartete. Unweit von ihm zogen die
Truppen die Straße entlang. Deutlich konnte er noch die
Knöpfe ihrer Unifomen, ihre Epauletten, die Beſchläge
ihrer Kopfbedeckungen in der ſich herabſenkenden
Däm=
merung zwiſchen den Bäumen hindurchblitzen ſehen.
Er wartete; wartete noch, als die Truppen ſchon
län=
gere Zeit vorüber waren, wartete mit zuſammengezogenen
Augenbrauen und feſt aufeinandergepreßten Lippen.
Nur eins konnte paſſiert ſein: es war Fritz Dögen
unmöglich geworden, unbemerkt von ſeinem Truppenteil
ſich zu entfernen. Zu dumm, daß ſie dieſe Möglichkeit
nicht erwogen hatten! Es ſchien ihm aber auch jetzt noch
unerklärlich, wie eine ſolche Möglichkeit hatte eintreten
können.
Das einzig Richtige ſchien ihm unter dieſen
Umſtän=
den, den Truppen zu folgen. Hierin deckte ſich alſo ſein
Gedankengang mit dem Fritz Dögens.
Er machte ſich alſo auf den Weg, gewann bald die
Chauſſee und marſchierte nun in einiger Entfernung
hin=
ter den Truppen her. Irgendwo würden ſie doch einmal
Halt machen müſſen. Dann mußte er ſich bemühen, Fritz
zu finden und damit die Erklärung zu erhalten.
Die Nacht war hereingebrochen. Wenn Ferdinands
Augen auch die vor ihm her marſchierenden Soldaten
nicht mehr recht erkennen konnten, ſo wußte er ſie doch in
ſeiner Nähe. Alſo ſchritt er wacker aus. Wie lange, wußte
er ſelbſt nicht, ob Minuten oder Stunden, denn er hing
ſeinen Gedanken nach. Er ſah ein befreites Vaterland
im Geiſte auferſtehen, ſah die Franzoſen aus dem Lande
verjagt, ſah die Schmach gerächt, den Franzoſenkaiſer
ge=
demütigt und — ſich ſelbſt unter den Hufen eines Pferdes
liegend.
He! Ihr da! Ihr da, könnt Ihr nicht aufpaſſen?!
Ich konnte Euch ebenſowenig ſehen, wie Ihr mich,
erwiderte Ferdinand, der ſich durch einen Seitenſprung
außer Gefahr gebracht hatte. In dunklen, unbeſtimmten
Umriſſen ſah er ein Pferd und einen Wagen vor ſich mit
einem Soldaten auf dem Bock. Und zum Fenſter an
ſei=
ner Seite ſah der Kopf eines anderen Soldaten heraus.
Wo fahrt Ihr hin?
Das geht Euch den Teufel etwas an!
Nichts für ungut! Aber ich bin müde! Wenn Ihr
mich mitnehmen würdet eine Strecke Weges
Nichts da! rief der Soldat im Wagen. Vorwärts,
Ka=
merad!
Es mußte Ferdinand natürlich daran liegen, ſo ſchnell
wie möglich vorwärts zu kommen, zumal er nicht wiſſen
konnte, welche Anſtrengungen noch an ihn geſtellt werden
dürften, ehe er ſein Ziel erreichte.
Ich gebe Euch jedem einen Fünffrankentaler!
Bis jetzt war das Geſpräch ſo geführt worden, daß
Ferdinand mit dem Wagen Schritt gehalten hatte. Nun
hielt der Soldat das Pferd an.
Nehmen wir ihn doch mit, Kamerad, was kann es uns
ſchaden, rief er.
Ferdinand hatte ſchon in ſeine Taſche gegriffen und
die beiden Silberſtücke hervorgeholt. Ohne eine Antwort
abzuwarten, reichte er einem jeden das Geld.
Meinethalben! brummte der im Wagen. Aber nicht
hier herein! Auf den Bock!
So fuhren ſie dahin. Ferdinand, der fließend
Fran=
zöſiſch ſprach, machte ſich ſogleich mit dem Soldaten gut
Freund.
Warum ſollte ich denn durchaus nicht in den Wagen
hinein?
Der unterwegs reichlich genoſſene Schnaps umnebelte
dem Soldatenkutſcher noch immer das Hirn. Er zwinkerte
mit den Augen.
Ah! — Galantes Abenteuer?
Der Soldat lachte.
Für unſeren Leutnant, murmelte er geheimnisvoll.
Ferdinand wäre kein Mann geweſen, wenn eine ſolche
Entdeckung ihn nicht neugierig gemacht hätte. Aber alls
Verſuche, die er anſtellte, um das Rätſel zu löſen, waren
vergeblich; aus dem Kutſcher war kein Wort weiter
her=
auszubekommen. Seine Antworten beſtanden immer nur
im Grinſen und in geheimnisvollen Grimaſſen. Um ſo
feſter ſtand es daher bei ihm, daß er die ſchöne Unbekannte
von Angeſicht zu Angeſicht ſchauen müſſe. Und raſch
machte er ſeinen Plan.
Am Wege tauchte ein Wirtshaus auf. Durch die
nie=
drigen Fenſter ſchimmerte noch Licht.
Hier können wir uns ſtärken, meinte er. Ich halte
Euch beide frei!
Ich möchte ſchon gern! Aber der Kamerad im Wagen
wird ja nicht wollen.
Fragen wir ihn!
Der Kutſcher beugte ſich weit zum Wagenfenſter hinab=
Monſieur will am Wirtshaus einen Trunk ſpendieren=
Wollen wir abſteigen?
Es geht nicht! Das Frauenzimmer iſt wach.
Was meint Euer Kamerad?
Er möchte nicht ausſteigen.
So haltet hier. Ich werde ausſteigen und das
Ge=
tränk herausbringen.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Nummer 319.
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§ 310.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Nummer 319.
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jahre war das diesjährige
Weihnachts=
geſchäft in Kaffee Hag, ein ſtändig ſich
wiederholender Beweis für die ſteigende
Beliebtheit des coffeinfreien
Bohnen=
kaſfees.
Der Tango=phobe.
Von Arnold Rumpelmeyer.
Schauplatz: Wohnzimmer des Herrn von Ueberbein.
Ort: Eine Reſidenzſtadt. — Perſonen: Die Frau Rat, eine
reizende Dame zwiſchen 30 und 40 Jahren. Die Tochter,
blond, ſchlank, das Familientalent. Herr Rat von
Ueber=
bein, groß, elegant, weltmänniſch vergrämt.
Die Frau Rat: Wir haben auch eine Einladung zu
Platterns zum Tango=Abend bekommen! Männchen,
was meinſt Du, wollen wir hingehen?
(Vater lieſt die Frankfurter Zeitung.)
Tochter (intereſſiert): Was, zu was? Tango?
Frau Rat: Laß mich, Kind; wir wollen hören, was
der Vater . .
Der Vater (aus den naßkalten Abgründen eines
Leit=
artikels gegen das Schulminiſterium auftauchend):
Tango? Nee, erlaube mal. Du weißt doch, was ich
davon halte.
Die Tochter: Aber, Väterchen, er wird doch jetzt
über=
all getanzt.
Die Mutter: Ja, hier ſind allerdings verſchiedene
Kurſe geweſen; Tangokurſe, und es ſoll alles in
Ordnung ſein.
Der Vater: Was, Ordnung? Der Tanz iſt
unmora=
liſch; es iſt ſo eine Art von . .. na, wie ſoll ich ſagen:
eine Art von Bauchtanz. Kurz und gut, meine
Toch=
ter tanzt keinen Tango.
(Es ſchellt, Oberleutnant Smart wird eingelaſſen,
ſehr elegant und offenbar unglaublich wohlhabend,
die Hoffnung der Mütter.)
Smart: Ah, guten Tag, meine Gnädigſte; Mein gnädiges
Fräulein. Herr von Ueberbein, mein Kompliment.
Sie haben neulich geſprochen auf dem Herrenabend!
Alles war hingeriſſen.
(Herr von Ueberbein lächelt matt, aber deutlich
geſchmeichelt; er zieht ſeine graue Weſte herunter.)
Smart: Ich komme gerade von einem Tangotee.
Wun=
derbar! Das iſt ein Tanz! glänzend — Fräulein von
Roſenbein tanzt ihn wie ein Engel Boticellis.
Früh=
lingsgeſtalten ſind plump dagegen; Walzer iſt eine
Brutalität.
(Auf der Stirn der Tochter erſcheinen einige
be=
denkliche Fältchen betreffend „die Roſenbein”.)
Tochter: Das iſt nett, daß Sie dort waren; wer hat
denn noch getanzt?
Smart: Ach, eine ganze Maſſe; Sie hätten übrigens
die alten Rumplers ſehen ſollen; ſie hatten ſo etwas
wie Bauchtanz erwartet. Alles lachte wieder mal
heimlich über ſie.
Mutter: Alſo, es iſt ein ganz richtiger, anſtändiger
Tanz?
Smart: Anſtändig, ja, um Gotteswillen, gnädige Frau,
anſtändig! Ja, was meinen Sie denn damit? Sie
ſei! Sie, meine Gnädigſte, Sie tanzen doch ſelbſt wie
eine Elfe. Wiſſen Sie nicht, daß man ihn übergll
tanzt, wo man noch Sinn für Grazie hat?!
Tochter: Mutter hat ja nur Spaß gemacht.
Vater: Ja, ſie macht manchmal ein Späßchen.
Uebri=
gens, Smart, kommen Sie auch zu Platterns? Wir
haben vorhin zugeſagt.
Smart (mit einem Blick auf die Tochter): Aber natür= Co, vollkommen unabhängiges Unternehmen ſei, und heute
lich.
(Ueberbein ſteckt ſich eine Zigarette an. Smart
zeigte der Tochter die erſten Pas. Die Mutter
lächelt zufrieden und der Vorhang fällt unter den
Klängen des Tango=argentino.)
Luftfahrt.
Die Nationalflugſpende 1914.
der Nationalflugſpende die Neuausſchreibungen für die Reichstags dieſen Optimismus teilen wird, iſt eine andere
Städte= und Rentenflüge, deren Einrichtung 1913 ſo
her=
der bisherigen Ausſchreibung liegt vor allem im Wegfall neuem nach allen Seiten hin gründlich erwogen wird. Es
Achſtundenſtug mit 1500 Mark, und der
Zwölſunden=
flug mit 24500 Mark ausgezeichnet werden. Die Flüge decken, wogegen der Exportüberſchuß lediglich von den
Re=
dürfen nicht in Rundflügen auf Flugplätzen beſtehen,
ſon=
mindeſtens 30 Kilometer voneinander entfernt ſein. Die
zweite Kategorie der Flüge ſind die Rentenflüge.
Hiernach erhält der deutſche Flugzeugführer, der die längſte
Zeit, mindeſtens aber ſechs Stunden, ununterbrochen
ge=
flogen hat, ſo lange eine monatliche Rente von 2000 Mark
bis zu dem Geſamtbetrage von 10000 Mark, bis ein an= ches aus den früheren guten Jahren gedeckt. Wie unter
derer ſeine Flugzeit übertrifft. Die zweite Rente iſt
be=
ſtimmt für den Flugzeugführer, der innerhalb 24 Stunden
vom Aufſtieg an die in der Luftlinie gemeſſene längſte
Ent=
fernung über Land durchfliegt, dieſer erhält als Prämze
Höchſtbetrage von 20000 Mark, bis ein anderer deutſcher
Flugzeugführer dieſe Leiſtung überbietet. Als
Mindeſt=
leiſtung wird eine Geſamtſtrecke von 500 Kilometer
gefor=
dert. Um durch dieſe Prämienflüge der Heeresverwaltung
tüchtige Kräfte zuzuführen, iſt wieder die Beſtimmung
ge=
troffen, daß die Annahme einer Prämie den
Flugzeug=
führer verpflichtet, ſich für den Kriegsfall unbeſchränkt, im
Frieden während des folgenden Jahres für eine 3wöchige
Uebung der Heeresverwaltung zur Verfügung zu ſtellen.
Deutſche Flugzeugführerinnen erhalten bei gleichen
Leiſt=
ungen gleiche Prämien, natürlich ohne Uebernahme dieſer
Verpflichtung. Militärflieger erhalten an Stelle der
Geld=
preiſe beſondere Ehrenpreiſe. Jeder Bewerber kann die
Preiſe und Zuſatzpreiſe nur einmal, die Rente aber
be=
liebig oft erhalten. Der Anſpruch auf Zahlung eines
Preiſes iſt nicht mehr gegeben, ſobald die hierfür
zurück=
geſtellten 400000 Mark ausgezahlt ſind. Es iſt zu hoffen,
daß auch dieſe Ausſchreibungen wieder einen lebhaften
Wettbewerb unter den deutſchen Fliegern hervorrufen
wer=
den, deſſen Ergebniſſe uns helfen werden, die vorhandene
Vormachtſtellung Deutſchlands in der internationalen
Luft=
fahrt auch weiterhin zu behaupten.
Handel und Verkehr.
* Zu den Ausſichten eines
Petroleum=
monopols. Das Hamburger Handels= und
Börſen=
blatt ſchreibt: Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung
be=
ſtätigte kürzlich daß die Reichsverwaltung
nie=
mals mit der Texas Oil Co. über Lieferungen an die zu
errichtende Leuchtöl=Vertriebsgeſellſchaft verhandelt habe.
Angeblich ſoll dies ſchon aus dem Grunde unterblieben
ſein, weil man nie recht gewußt habe, in welchem
Ver=
hältnis dieſe Texas Oil Co, zum Standard Oil Truſt
ſtehe. Daß dieſe Erkenntnis erſt neueren Datums iſt,
dürfte ſchon daraus hervorgehen, daß Herr Regierungsrat
Dr. Keſtner vom Reichsſchatzamt, der als einer der Väter
der Monopolvorlage gilt, in ſeinem am 10. November in
Frankfurt a. M. gehaltenen öffentlichen Vortrage über
„Das Petroleum, ſein Vorkommen und die Organiſation
ſeines Vertriebes, insbeſondere die Monopol=
Beſtrebun=
gen”, unter anderem etwa das Folgende geſagt hat:
„In den letzten Jahren hat ſich tatſächlich in Amerika,
beſonders im Südoſten, eine vollkommen von der
Stan=
dard Oil Company unabhängige Konkurrenz etabliert, die
ihren Sitz hauptſächlich in dem Midkontinent und den
Caddo=Fields hat. Die Gulf Refining Company und die
Texas Oil Company haben eine wirklich unabhängige
Produktionsinduſtrie ins Leben gerufen. Es ſind auch
vornehmlich im Südoſten einige von der Standard Oil
Company unabhängige Pipelines entſtanden. Die neuen
Raffinerien haben ſich nicht zerſplittert, ſondern gehen
gemeinſam gegen die Standard Oil
Com=
können doch nicht glauben, daß der Tanz nicht dezentpany vor. Das alte Mittel der Standard Oil
Com=
pany, dieſe Geſellſchaften durch Unterbietungen
niederzu=
konkurrieren, läßt ſich wohl nicht mehr ſo rückſichtslos wie
früher anwenden, und das Abſchneiden des Rohölbezuges
iſt durch die unabhängigen Pipelines ebenfalls erſchwert
und teilweiſe zur Unmöglichkeit gemacht.”
Am 10. November hat man alſo noch ganz genau
ge=
wußt, daß die Texas Oil Co. ein von der Standard Hil
ſagt man, man habe eigentlich nie recht gewußt, in
wel=
chem Verhältnis die Texas Oil Co. zum Standard Oil
Truſt ſteht. Dieſer Widerſpruch berührt jedenfalls
eigen=
artig. Uebrigens ſcheint man ſich regierungsſeitig
nun=
mehr auch davon überzeugt zu haben, daß auf eine
Bei=
hilfe in der Leuchtölverſorgung Deutſchlands durch
Ruß=
land, dem jährlich mindeſtens 75000 Tonnen zugedacht
waren, überhaupt nicht mehr gerechnet werden kann. Auch
dieſen Ausfall hofft man leicht durch verſtärkte Lieferungen
aus anderen Gebieten erſetzen zu können. Ob die Ende
* Für das kommende Jahr erläßt jetzt das Kuratorium Januar wieder zuſammentretende Leuchtölkommiſſion des
Frage. Jedenfalls wäre es mehr als wünſchenswert, daß
vorragende Leiſtungen gezeitigt hat. Der Unterſchied von dieſe äußerſt wichtige Verſorgungsfrage alsdann von
der Prämie für den Einſtundenflug, der heute keine beſon= dürfte ſich auch dabei herausſtellen, daß ebenfalls auf
ders zu belohnende Leiſtung mehr darſtellt. Die Skala für Oeſterreich=Ungarn, das jährlich mindeſtens 60000 Tonnen
die Städteflüge beginnt daher mit dem Preiſe von Leuchtöl an die Deutſche Monopol=Vertriebsgeſellſchaft
1000 Mark für einen Zweiſtundenflug und erhöht ſich nach liefern ſollte, nur noch ſehr ſchwache Hoffnungen zu ſetzen
dem Verhältnis der Länge des Fluges, ſo daß etwa der! ſind. Die Rohölprodnktion Oeſterreich=Ungarus reicht
nämlich ſchon jetzt kaum aus, um den Inlandsbedarf zu
ſerven früherer Jahre gedeckt wird, die aber ſchon in
ab=
dern Aufſtieg= und Landeplatz müſſen für die Flugſtunde ſehbarer Zeit völlig erſchöpft ſein dürften. Dieſe
Rohöl=
reſerven betrugen Anfang 1913 noch etwa 800000 Tonnen
und Mitte dieſes Jahres nur noch etwa 450000 Tonnen.
In einem halben Jahre iſt alſo nahezu die Hälfte
aufge=
braucht worden. Tatſächlich hat Oeſterreich=Ungarn in
den letzten Jahren etwa ein Drittel ſeines
Rohölverbrau=
ſolchen Verhältniſſen die überaus wichtige
Verſorgungs=
frage als auch nur einigermaßen gelöſt betrachtet werden
kann, iſt unerfindlich.
Schiffsliſte für billige Briefe nach
ſo lange eine monatliche Rente von 4000 Mark bis zum den Vereinigten Staaten von Amerika (10
Pfg. für je 20 Gramm): Die Portoermäßigung erſtreckt ſich
nur auf die Briefe, nicht auch auf Poſtkarten, Druckſachen
uſw. und gilt nur für Briefe nach den Vereinigten
Staa=
ten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten
Ameri=
las, z. B. Kanada: „Kronprinzeſſin Cecilie” ab Bremen
6. Januar, „Graf Walderſee” ab Hamburg 8 Januar,
„König Albert” ab Bremen 10. Januar, „Prinz Oskar”
ab Hamburg 11. Januar, „George Waſhington” ab
Bre=
men 17. Januar, „Preſident Grant” ab Hamburg 22. Jan.,
„Kaiſer Wilhelm der Große” ab Bremen 27. Januar,
„Kaiſerin Auguſte Victoria” ab Hamburg 29. Januar,
„Prinz Friedrich Wilhelm” ab Bremen 31. Jan., „Amerika”
ab Hamburg 5. Februar. (Poſtſchluß nach Ankunft der
Frühzüge.) Alle dieſe Schiffe, ausgenommen „Graf
Wal=
derſee” „Prinz Oskar” und „Preſident Grant” ſind
Schnelldampfer oder ſolche, die für eine beſtimmte Zeit vor
dem Abgang die ſchnellſte Beförderungsgelegenheit bieten.
Es empfiehlt ſich, die Briefe mit einem Leitvermerk, wie
„direkter Weg” oder „über Bremen oder Hamburg”, zu
verſehen.
Vermiſchtes.
C.K. Das Kleidergeld der Millionärin. Eine Million
Mark jährlich — ſo viel beträgt das Toilettenbudget einer
amerikaniſchen Millionärin, wenn wir den Angaben einer
Pariſer Modezeitſchrift glauben wollen. Ja, wenn man
dieſe Aufſtellung lieſt, möchte man faſt meinen, daß es eine
wirklich elegante Dame, bei der es aufs Geld nicht
an=
kommt, „darunter garnicht machen” kann. Zunächſt die
Kleider für den Morgen. Sie braucht wenigſtens vier
Tailor made=Koſtüme, die unter 640 Dollar nicht zu
be=
ſchaffen ſind, zwei Reitkoſtüme und ein Jagdkoſtüm, die
800 Dollar koſten, dann Sporttoiletten der verſchiedenſten
Art und Zubehör, worauf wenigſtens 1000 Dollar zu
rech=
nen ſind. Die Promenadentoiletten für den Nachmittag
ſind pro Stück nicht unter 250 Dollar anzuſetzen; ein
Spitzenkleid für die Tango=Tees koſtet ſogar 750 Dollar,
und da ſie unbedingt 50 ſolcher Kleider im Jahre haben
muß, ſo beträgt die Geſamtſumme dafür bei dem mäßigen
durchſchnittlichen Anſatz von 240 Dollar pro Stück 12000
Dollar. Die großen Abendtoiletten verſchlingen natürlich
viel mehr. Die Dame kann ſie höchſtens zwei= oder
drei=
mal anziehen und jede koſtet 2000—3000 Dollar. Das
teuerſte Kapitel iſt aber das der Mäntel. Ein echter
Zobel=
mantel koſtet allein 60000 Dollar; außerdem muß die
Millionärin aber auch noch einen von Hermelin für 6000
bis 20000 Dollar haben. Mit Leichtigkeit gibt ſie daher im
Jahre für Pelze allein 50000—100000 Dollar aus.
Rech=
net man die verſchiedenen eleganten Negligees und
Deſhabillés mit 250—300 Dollar pro Stück, ſo muß man
8000 Dollar dafür jährlich anſetzen. Nächſt den Pelzen
verſchlingen die Hüte ſehr viel, denn eine koſtbare
Aig=
rette allein koſtet 500—1000 Dollar. Um ſich alle die in den
vier Saiſons und Zwiſchenſaiſons nötigen
Kopfbedeck=
ungen anzuſchaffen braucht die Dame alſo ihre 30000
Dollar. Und die Wäſche? Sie koſtet noch mehr als die
Hüte, und ſie iſt zudem ſo fein, daß ſie ein häufiges
Waſchen nicht aushält. Gibt man für ein Taghemd 30
Dollar und für ein Nachthemd 40 aus, ſo kann man wohl
auf 60000 Dollar im Jahre kommen. Unter 5 Dollar
gibt es kein Paar Strümpfe, und jährlich werden ſie mit
einem Poſten von 300 Dollar geführt. Ein Korſett koſtet
800—1000 Dollar, und mit einem iſt es nicht getan,
ſon=
dern es müſſen ſehr viele ſein. Jeder Schirm koſtet 250
Dollar. Man begreift, daß bei ſolchen Aufwendungen
eine Viertel Million Dollar oder eine Million Mark nicht
zu hoch gegriffen ſind.
* Heſſiſche Erfinder. (Mitgeteilt von Dipl.=Ing.
Klemens Herszberg u. Co., Patent= und Ingenleur=
Bureau, Darmſtadt, Rheinſtraße 19.) 1. Patent=
An=
meldungen: 30h. M. 51855. Verfahren zur
Herſtel=
lung eines klarlöslichen Agar=Agar=Präparats. E. Merck,
Chemiſche Fabrik, Darmſtadt. 21. 6. 13. 8 m. Sch. 43 885.
Verfahren zum Färben von Alizarin und dergleichen
Farbſtoffen. Dr. Ludwig Schreiner, Darmſtadt,
Nicolai=
weg 5. 14. 5. 13. — 2. Patent=Erteilungen: 28a.
268 837. Verfahren zum Enthaaren und Reinmachen von
Häuten oder Fellen. Dr. Otto Röhm, Darmſtadt,
Weiter=
ſtädterſtraße 4—6. 23. 12. 10.
Gegen das
Auf-
springen der Haut
im Herbst und Winter ist wohl
das beste Mittel ein regelmässiger
Gebrauch von Lecina-Seife‟. Ihr
Gehalt an Lecithin wirkt günstig
auf den gesamten Kreislauf, fördert
die Blutzirkulation und erhält die
Haut dauernd weich und
geschmei-
dig. — Da es Nachahmungen gibt,
Certta
M
achte man beim Kauf genau auf den
ges. gesch. Names Lecina und
weise andere Erzeugnisse zurück. —
Lecina-Seife gibt selbst in kaltem
Wasserwunderbarweichen Schaum,
ist diskret parfümiert und sehr
aus-
giebig im Gebrauch.
In allen einschlägigen Geschäften erhältlich.
Preis 50 Pfg.; 3 Stück M 1.40.
Alleiniger Fabrikant:
Ferd. Mülhens, Köln a. Rhein (Gegr. 1792).
Nummer 319.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Seite 19.
Husik Veren Darmstadt
hllterlest
Samstag, den 17. Januar 1913, abends 8 Uhr, in sämtlichen Räumen des Städtischen Saalbaues:
I. Musikal. Darbietungen, Theater, Kostümtänze (im grossen Saal)
II. Bauerntheater, Tombola, Bunte Bühne (in den übrigen Räumen)
III. TANZ.
(26942iog
Eintrittspreise: Familienkarten für 3 Personen (3 numerierte Saalplätze): Mk. 5.50, besonderer Sperrsitz Mk. 3.30, Saal Estraden, Balkon I. Reihe (numeriert)
Mk. 2.20, Vorsaal, Balkon, Estraden (nicht numeriert) Mk. 1.50, Studentenkarten Mk. 1.10 (sämtliche Preise einschl. Billetsteuer)
Karten-Vorverkauf für die Vereinsmitglieder (aktive u. inaktive): Montag, den 5. Januar u. Dienstag, den 6. Januar nachm. von 2½—4 Uhr im Vereinshause
Allgemeiner Karten-Vorverkauf vom 8. Januar ab bei Herrn Fritz Hufeld (neben Hofbankier Sander, obere Rheinstrasse), und abends an der Kasse.
Freie Landeskich, Verenlgung
für das Großherzogtum Hessen.
Oeffentlicher Vortrag
von Professor D. Martin Rade aus Marburg:
„Tbeologen und Latene
Freitag, den 2. Januar, 3½ Uhr
im Rummelbräu, Allee 61.
Eintritt unentgeltlich.
Die dem Vortrag vorausgehenden geschäftlichen Verhandlungen
(2½—3½ Uhr) sind nur Mitgliedern zugänglich. (26937
gsesesssssegeeesggasenasssssssss
Turnverein Darmſtadt
(3
Eingetragener Verein.
Heute
9
Aus Mnukel
von Karl Vollmoeller. Muſik von Engelbert Humperdinck.
Regie: Mar Reinhardt.
Feſthalle.
Frankfurt a. M.
8 Uhr abends
Preiſe der Plätze Mk. 1 bis Mk. 15 (III,26916
Vorverkauf in Frankfurt a. M. Kaiſerſtraße 23.
Morgen, 31. Dezbr., vorletzte Aufführung, Beginn 7 Uhr.
Vorverkauf in Darmſtadt: Leopold Schutter,
Georg Thies Nachf., Hofmuſikalienhandlung, Eliſabethenſtr. 12.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Stener) Mk. 2.—
(B20527
ſind zu haben im Verkehrsburegu und an der Kaſſe.
Aenen ratet
Donnerstag, den 1. Januar (Neujahrstag)
abends 8 Uhr
im Konkordiaſaal, Waldſtraße
Weihnachtsfeier mit Ball.
Für ſchönes und abwechſelndes Programm iſt, wie auch
in den früheren Jahren, Sorge getragen.
Zu recht zahlreichem Beſuch ladet höflichſt ein.
M ne ce e
Okrnzon
MTel.
389
26940)
Der Vorſtand. 6
g
Mitwoch, den 31. Der. (Sürester)
(26915im
von abends 8½ Uhr ab, im
„Kaisersaal‟, Grafenstraße
Silvester=Tanz
wozu wir unsere Mitglieder, sowie Freunde u.
Gönner unserer Gesellschaft freundl. einladen.
Kaufmännische Stenographen-Gesellschaft
„Gabelsberger‟- Abtellung Geselligkelt.
Er Slnik StihEr GEand
ür Grammophonbesitzer
Neu-Aufnahmen
aus
Heute
Dienstag, 30. Dez. 1913
Letzter Tag
des grossartigen
nam
achte
Weihnachts-Programms.
Eine auserlesene Serie
erster Kunst-Kräfte
Mittwoch, 31. Dzbr.: Geschlossen
UNN
Britannla-Hotel
Vornehme
Silvester-Feier (26965
— Auserwähltes Souper.
Künstler-Konzert.
Vorausbestellung von Tschen erbeten.
1
(Wagner)
„Fllmzauber‟
„Wie einst im Mal‟
L, Tango-Prinzessin
„Der lachende
Ehemann‟
66
„Kino-Königin
„Die Reise umdie
Erde in40 Tagen
Tangos, Boston
Katre
Silvester-Platten
Bonnerstag, 1.Januar
1914
Neujahrs-Premiere
2 Fest-Vorstellungen?
H
Num. Park. bei Hugo de Waal,
Rheinstrasse 14. (26981
essesssessseesosse eseresee:
Vorverkauf und Preise wie bek.
1 Sperrsitz B
(Mittwoch) f. d. Reſt d. Spielzeit 1.15 ℳ, II. Galerie 65 Z.
abzug. Herderſtr. 18, I. (*18391
abends Sonaten ꝛc.?
CaféMetropol
Tugt. Ronzert
der berühmten Künstler-Bamen-Kapelle
7 Damen.
„Barbarossa‟
Mittwoch, den 31. Dezember
naionale Sihester-
Georgenstr. 11
Telephon 2579.
Darmstadts erste und
grösste Verkaufsstelle
der D. G.A. Berlin-Han-
3 Herren.
nover.
(26075
mit andauernden Ueberraschungen.
Anfang abends 8 Uhr.
(*18442
An gut. bürgerl. Priv.=Mittaas= u. An gut. bürg. Privat-Mittag- u. Abend-
21 Abendtiſchkönn. 10Herr u Dam. A tlach k. n. einige beſ. Herren teiln.
ill. teilnehm. Kaſinoſtr. 21, I. (26807a Nieder-Ramstädterstr. 31, I. I. (26874a
„Zur Reichspost‟
Grafenstr. 8
Heute Dienstag
Metzel=
Mled
2
Suche-he
suppe
(*18368
wozu freundl. einladet
Karl Wagner.
Billig! Billiel Billig
Orangen eſſen, dann kommen! Mittwoch, 31. Dez. Nachm. 3 U.:
Sie in den
Kirchſtraße 17
Friſch eingetroffen ein Waggon
ſpan. Orangen
beſte Qualität.
allerbeſte 1.00 Mk.
Wiederverkäufern gewähre
Spezialpreis.
Gr. Spezialitäten in
laga Tafel=Roſinen ſpan. Feigen,
Orangen, Zitronen, und allen Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Sorten ſpaniſcher Weine.
Miquel Frau
Großherz. Hoftheater.
Dienstag, den 30. Dezember 1913
79. Abonnem.=Vorſtell. B 20.
Die Fledermaus.
Opereite in3 Auf, v. Joh. Straus.
Muſikal. Leiter: Erich Kleiber.
Spielleiter: Bruno Harprecht.
Perſonen:
Gabriel von Eiſen=
. Georg Weher
ſtein
Roſalinde, ſ. Frau Joſefine Becker=
Gerder
Frank, Gefängnis=
Hans Bertram
direktor.
Prinz Orlofsky . Anna Jacobs
Alfred, ſein Ge=
. Otto Thomſen
ſangslehrer .
Dr. Falke, Notar Paul Peterſen
Dr. Blind. Advok. L. Schützendorf
Adele, Roſalind.
Stubenmädchen . Marg. Beling=
Schäfer
Froſch, Gerichts=
. Adolf Jordan
diener
Murray, Amerik. Auguſt Kräger
Ramuſin,
Geſandt=
ſchafts=Attaché . Frz. Herrmann
MarquisCariconi,
. Emil Kroczak
Spanier
Aly=Bey, Egypter Heinrich Geyer
. Käthe Gothe
Ida..
Ellen Widmann
Sidi . . . .
Minni . . . . Luiſe Sturmfels
Fauſtine. . . . Luiſe Kümmel
Felicitas. . . . Lydia Riethof
Silvia . . . . Emmy Schulz
Sabine . . . . Frieda Herbach
Hermine . . . . Agnes Kräger
. V. Ungibauer
Natalie . .
Jvan, Kammerd.
Adolf Klotz
des Prinzen
Chöre: Robert Preuß.
Vorkommende Tänze,
arrangiert v. Hedwig Ehrle.
Im 2. Aufz.: a) Spaniſch, getanzt
von Grete Kumpf, Klara Höhne,
Frieda Lederer und Marg. Lücke,
b) Schottiſch, getanzt von Auguſte
Martin, Franzi Salden, Wally
Harreus und Grete
Metzger=
e) Polniſch, getanzt von Marie
Baranoff, Luiſe Rehr Frieda
Goetzmann und Eliſabeth Müller.
d) Böhmiſch, getanzt von 4
Kin=
dern der Ballettſchule, e)
Unga=
riſch, getanzt von Sybille Huber
und Adelheid Eroneberg.
Preiſe der Plätze (Kleine
Preiſe): Sperrſitz: 1.—13. Reihe
3.70 ℳ, 14.—20. Reihe 3.20 ℳ,
Parterre: 1. bis 5. Reihe 2.35 ℳ,
6.—8. Reihe 1.95 ℳ,
Proſzeniums=
loge 5.20 ℳ, Mittelloge 5.20 ℳ,
Balkonloge 4.70 ℳ, I. Rang 4.20 ℳ,
II. Rang: 1.—6. Reihe 2.15 ℳ,
7. u. 8. Reihe 1.75 ℳ, I. Galerie
Kartenverkauf: an der
Tages=
kaſſe im Hoftheater von 9½—1½
Wer ſpielt mit Geiger Uhr und eine Stunde vor Beginn
der Vorſtellung; im Verkehrsbüro
von 8—1 Uhr und von 2½ Uhr
Off. u. U 15 an die Exv. (*18449 bis kurz vor Beginn der
Vor=
ſtellung. (Im Verkehrsbüro
wer=
den auch telephoniſch
Kartenbe=
ſtellungen entgegengenommen.
Telephon Nr. 1582.)
Anf. 7½ Uhr. — Ende 10½ Uhr.
Wollen Sie wirklich ſüße, ſaftige Vorverkauf für die Vorſtellungen:
(*18439Außer Ab. Sonder=Vorſtellung
für hieſige Volksſchüler. „
Aſchen=
brödel.” (Zu dieſer Vorſtellung
Spantſchen Garten ſindet kein Kartenverkauf ſtat)=
Abends 7½ Uhr. Außer Abonn.
Silveſter=Vorſtellung zu Volks=
und in die Filiale Rheinſtr. 14. Vorſtellungspr. „Die
ſpani=
ſche Fliege.”
Donnerstag, 1. Jan. 1914.
Nach=
mittags 2½ Uhr. Außer Abonn.
17. Volksvorſtellung zu ermäßigten
Preiſen. „Hänſel u. Gretel”.
Verkaufspreis Stck. 3 bis 10 Pfg. Vorverkauf bis einſchl. Mittwoch,
Pr. Dtd, 25, 55, 70, 80, 90 Pfg. 31. Dezbr., nur im Verkehrsbürg,
Ernſt=Ludwigsplatz. Verkauf der
Bei 25 Stck. großer Preisnachlaß= etwa noch vorhandenen Karten
auch an der Tageskaſſe im
Hof=
theater am Tage der Vorſtellung
vorm. von 11 Uhr ab. — Abends
Haſelnüſſen, franz. Walnüſſen, 17½ Uhr: 80. Ab.=Vſt. C20 Zum
Paranüſſen, ſpan. Erdnüſſen, erſten Male wiederholt: „Film=
Prinzeß Tafel=Mandeln, Ma=zauber.” Gewöhnliche Preiſe.
Freitag, 2. Jan. 81. Ab.=Vſt.
marokk. Datteln, Weintrauben, D 21. Zum erſten Male
wieder=
blau und weiß, Mandarinen, holt: „König Karl”. Gew.
Aus dem Spielplan.
Samstag, 3. Jan. 82. Ab.=Vſt.
A 21. Der Ring des Ribelungen.
Vorabend: „Das Rheingold”.
Telef. 2218. Telef. 2218. Wotan: Walter Sogmer.
Gew. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.!
Seite 26
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 30. Dezember 1913.
Mittwoch, den 3. Dezember, von abends 8 Uhr an:
E
m.
val,
AURATION
Nach dem Couper (Gedeck H. 2.) um 11 Uhr
beginnt im Haupt=Restaurant
RESTAURATION
wolcher eingeleitet wird durch
von dem bekannten Langelehrer Herrn A. Schrimpff u. Frau gelanzt.
Die Sylvester=Poler im Hotel Messée ist der Sammelpunkt der
Darmstädter Gosellschaft in der Neujahrsnacht. Das Sylvester-Couper
im Hoteleas ist Zeit Jahren anerkannt als eine erstklassige Loistung
der Küchenkunst. Vorausbestellung rechtzeitig erbeten.)
Donnerstag, den 1. Januar 194, von abends 6 Uhr an:
Guahrs=Feſe
TAUT in den Festsällen.
Eintritt frei,
26966
zuruar,
Andulden Auf heshöhne Ladungsl
Gründlicher Anterricht im Lango, ſowie in allen
modernen Rund= und Geſellſchafts=Tänzen jederzeit.
Zu dem im Januar beginnenden dritten Tanzkurſus
nehme noch Anmeldungen entgegen.
261692
Der Unterricht wird in meinem Privatſaal, Saalbauſtraße 13, erteilt.
Gefl. Anmeldungen erbeten Kranichſteinerſtr. 44, parterre.
Hon früher Großh.
Hof=
ontane Gel zukel, Colotänzerin.
Die mit Ablauf des 31. Dezember l. J. fällig werdenden Renten
können von da an gegen Uebergabe der mit Lehensbeſtätigung
des Mitglieds und mit Quittung verſehenen Rentenſcheine Coupons.
ohne jeglichen Abzug bei dem unterzeichneten Vertreter der Anſtalt
erhoben werden. Coweit ein Dividendenanſpruch beſteht, entfallen
auf je eine volle Mark Rente 3 Pfennig Dividende.
Beitrittserklärungen werden jederzeit entgegengenommen.
Die Generalvertrettung für Heſſen, Heſſen=Naſſau und die Pfalz.
Auguſt Verbenich in Darmſtadt, Zimmerſtraße 3. 12601,
Nummer 319.
Joſthie hie=
Hilveſter und Neujahr,
meine anerkannt vorzüglichen, 269 im
per Literfl. 80 M.
Heerenweine, ohne Glas.
W. Bei Abnahme von 10 Literfl. Preisermäßigung. -
Beerenwein.
Mauerſtraße 34
Telebhon 821.
Aus
Der ſagt, keiterei
zuge=
Ananas, Orange, Rotwein- und Tes-
Kunsch-Essenzen,
nach Originalvorschrift des Apotheker E. Scriba
empfiehlt die
Einhorn Apotheke.
Jahlin,
lass die unschessenzen d.
Bessunger Drogerie (Ecke
Hei=
mannstrasse) die wohlbe.
kömmlichsten sind.
Arraß, Kum= und
Burgunder=Punsch
Essenzen
Begunger brogerie
Fol. 17.
essungerstr.
Schwarzweisse Rabattmarken.
G
empfehle prima
Bulir reich
von bekannter Güte
von früh 6 Uhr bis nachts 12 Uhr
alle halbe Stunde friſches Gebück.
Ebenfalls ab Silbeſter:
Täglich friſche (ssim
Kreppel.
Ludw. Brückner,
Brot= und Feinbäckerei
Telenhon 833. Roßdorferſtr. 8.
Leichter Poſten, ff. Eriſtenz;
1 Wer Zeit u. 200 M.
Betrieb=
kapital hat, der ſende ſ. Adr. ſof. and.
Exp. ds. Bl. unt. Gewinn 300 ein.
Wir vergeben für Darmſtadt u.
Um=
gebung d. Alleinverkauf einiger leicht
verkäuflicher Artikel (D. R. P.) und
zahlen 30 Mr. Wohnungszuſchuß
pro Monat. Paßt auch für den
einfachſten Mann, da keine
Kennt=
niſſe erforderlich und doch ſofor
Verdienſt bringt.
[1839
Ein faſt neuer Petroleum=Ofen
billig abzugeben
1830 im
Moſerſtraße 8. 2. Stock.
REGION
keine
Minut=
ſo verläun
und kaufe dieſes von Milli
onentäglich gebrauchte Huſten.
mittel Es hilft Dir bei Huſten,
Heiſerkeit, Katarrh,
Ver=
ſchleimmung, Krampf= und
Keuchhuſten.
Zeugniſſe von Aeraten
6100 und Privaten. V.
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wenn Du eine Kaiſer=Cara
melle im Munde haſt. Pake:
25 Pfennig, Doſe 50 Pfo
Achte auf die Schutzmark
[42602
3 Tannen.
zu haben in Darmſtadt bei
Mr. Schwinn. Drogerie, näm=
Ank, Drogerie, Weinbergſtr. 2
kr. Seibarl. Dron.
Pallas=
wieſenſtr. 34, Karl Sieinhänger,
N.=Ramſtädterſtr., Hr. Becken.
haub, Ece Schul= u. Kirchſtr.
C. Walzinger, Drogerie,
Wil=
helminenſtr. 11, Ader Progrie,
Frankfurterſtr. 12114, Pr.
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kr, Emanuel Fuld, Peter Reil,
Es Petr. Roßdorferſtr. 52
Ph. Auwert, Ecke Wieners= u.
Roßdorferſtr. 21, g. Geld,
Roßdorferſtr. 35, Ant. Braunwarth
Ernſt=Ludwigſtr. Wilh. Ritserl
r. Grüner Weg 30, Otto Erb,
H. Wagenbrenner, Heidelberger,
ſtr. 17. Carl Block in Nied.=
Ram=
ſtadt, Adam Kartmann in Frank=
Trumbach, C. L. Friedrich in
Brensbach. Friedrich Becker II.
u. G. H. Stühlinger, Reinheim.