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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer hat ſich geſtern früh um 7 Uhr von Bad
Salzbrunn ins Manövergelände begeben.
*
Bei dem Radrennen zu Köln am Sonntag ſind der
Schrittmacher Lawſon und der Rennfahrer
Scheuer=
mann tödlich verunglückt, ein dritter
Renn=
fahrer lebensgefährlich. „
Den Militärzügen, welche die franzöſiſchen
Truppen zu den großen Manövern transportierten,
ſind mehrere ſchwere Unglücksfälle zugeſtoßen.
bei denen einige Soldaten getötet und mehrere
ver=
wundet wurden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Der wolkenloſe Horizont.
*⁎* Ueber eine Unterredung des ruſſiſchen
Mi=
niſterpräſidenten Kokowtzow mit dem Vertreter des
Wiener K. K. Telegraphiſchen Korreſpondenzbureaus wird
mitgeteilt:
In einer Unterredung wurde zunächſt die erfreuliche
Tatſache erwähnt, daß der Gang der politiſchen Ereigniſſe
der abgelaufenen Saiſon den vom Miniſterpräſidenten
Kokowzow in den Februartagen auf dem Höhepunkt
der Kriſe kundgegebenen Wunſch nach einem
vollſtän=
digen Einvernehmen der Großmächte in den
damals noch ſchwebenden Balkanfragen der Erfüllung
be=
deutend näher gebracht habe und auch der gegenwärtige
Stand der Dinge ernſte Störungen der internationalen
Beziehungen nicht erwarten laſſe. Zu den Beziehungen
zwiſchen Rußland und Oeſterreich=Ungarn
übergehend, bemerkte der Miniſterpräſident, daß die ſchon
im Winter konſtatierte Uebereinſtimmung der offiziöſen
Preſſe einer freundlicheren Ausſprache der breiteren
öffentlichen Meinung beider Nachbarſtaaten die Wege
geebnet habe. Wenn es in der abgelaufenen kritiſchen
Saiſon, betonte der Miniſterpräſident, gelungen iſt, die
dem Weltfrieden drohende Gefahr glücklich abzuwenden,
ſo iſt dies vor allen Dingen der Weisheit und
Friedens=
liebe der Monarchen beider Reiche zu danken. Ihrer
ziel=
bewußten hochherzigen Haltung in jenen ſchweren
Ta=
gen kommt die Bedeutung eines
weltgeſchicht=
lichen Ereianiſſes zu, das der Mitwelt und
Nach=
welt in dankbarer Erinnerung bleiben wird.
Dieſe Erklärungen des ruſſiſchen Miniſterpräſidenten
ſind zu den verſchiedenen Kundgebungen berufener
Stel=
len zu rechnen, wonach die gegenwärtige Lage in Eurova
zu irgendwelchen Befürchtungen keinen Anlaß gebe, ja ſie
ſind beſonders bedeutſam wegen der darin enthaltenen
Bemerkungen über die für den europäiſchen Frieden mit
in erſter Linie in Frage kommenden Beziehungen zwiſchen
Rußland und Oeſterreich=Ungarn. Das
Friedensbedürf=
nis der Mächte in ihrer Geſamtheit hat während der
Balkankriſe eine ſo ſchwere Belaſtungsprobe beſtanden,
daß an einer friedlichen Löſung der noch in der Schwebe
befindlichen Fragen, auch wenn ſie noch mancherlei
Schwierigkeiten bieten, nicht zu zweifeln iſt. Dieſen
Standpunkt vertritt auch der ruſſiſche Miniſterpräſident,
trotzdem er weiß, daß die Pariſer Finanzkonferenz noch
gar nicht in die eigentlichen Beratungen eingetreten iſt
und noch viele widerſtreitende Intereſſen, namentlich
ſolche finanzieller Natur, einander nähergebracht werden
müſſen. Aber die Hauptgrundlage für die
Aufrechterhal=
tung des Einvernehmens zwiſchen den Großmächten, die
Uebereinſtimmung zwiſchen Rußland und Oeſterreich=
Un=
garn iſt vorhanden, und dieſem Umſtande mißt auch
Ko=
kowzow große Bedeutung bei.
Daß die Leiden Staaten ſich im letzten Teile der
Bal=
kankriſe nähergekommen waren und daß ſeitdem die
Ge=
fahr eines europäiſchen Konflikts als beſeitigt gelten
konnte, iſt bekannt. Auch in der Frage einer Reviſion des
Bukareſter Friedensvertrages ſtimmten ſie, wenngleich aus
verſchiedenen Beweggründen, überein, und beide gaben
den Reviſionsgedanken ſpäter auf. Die Bedeutung der
Er=
klärung Kokowzows liegt darin, daß inzwiſchen der
bul=
gariſch=türkiſche Zwiſchenſall ſeiner Erledigung
entgegen=
gegangen iſt und angenommen werden kann, daß man
ſo=
wohl in Wien wie auch in Petersburg der vorausſichtlichen
Löſung, dem Verbleiben Adrianopels bei der Türkei, keine
Hinderniſſe in den Weg legen wird. Und wenn diejenigen
beiden Mächte, welche am meiſten am Balkan intereſſiert
ſind, den Dingen ihren Lauf laſſen, d. h. ſich der Verletzung
des Londoner Präliminarfriedensvertrages nicht
wider=
ſetzen wollen, ſo liegt für die übrigen Signatarſtaaten erſt
recht kein Grund vor, ſich für die Aufrechterhaltung dieſes
Vertrages in die Bruſt zu werfen. Die Andauer der
öſter=
reichiſch=ruſſiſchen Einmütigkeit iſt eine Gewähr für die
glatte Abwicklung aller noch ausſtehenden Fragen der
Bal=
kanwirren, und ſie verbürgt überhaupt Europa einen
wol=
kenloſen Horizont, wie er uns jetzt nach langer Zeit wieder
einmal beſchieden ſein könnte, wenn nicht unerwartet neue
Wolken aufſteigen und neue Sorgen bringen.
(c6
Gegenrevolution in Portugal!
— Nach Meldungen, die aus Spanien kommen, hat
man man dort Anzeichen dafür, daß die
portugieſi=
ſchen Royaliſten, die ſich im Grenzgebiet
aufhal=
ten, in der letzten Zeit eine ſehr eifrige Tätigkeit entfalten,
Waffen= und Munitionsdepots angelegt und auch ſonſtige
Maßnahmen getroffen hätten, die darauf hindeuteten, daß
ſie etwas im Schilde führten. Nun iſt es richtig, daß die
Monarchiſten keineswegs die Hoffnung aufgegeben haben,
das republikaniſche Regime zu ſtürzen und die Herrſchaft
der letzten Dynaſtie wiederherzuſtellen, und man weiß,
daß ihnen auch umfangreiche Geldmittel zur Verfügung
ſtehen, die eine fürſtliche Dame, ſowie reiche Ariſtokraten
für den Zweck geopfert haben. Augenſcheinlich hat auch
die jetzt erfolgte Vermählung des Exkönigs Manuel mit
einer Prinzeſſin von Hohenzollern=Sigmaringen den
Royaliſten erneute Anregung gegeben, ihr Glück zu
ver=
ſuchen, wie man urſprünglich wohl auch beabſichtigt hat,
dieſe Heirat politiſch auszunutzen.
Jedenfalls kann man aber mit ziemlicher
Beſtimmt=
heit vorausſagen, daß über kurz oder lang doch der
Ver=
ſucht gemacht wird, auf gewaltſamem Wege einen
Syſtem=
wechfel in Portugal herbeizuführen. Welchen Ausgang ein
derartiger Putſch haben würde, läßt ſich natürlich nicht mit
Beſtimmtheit vorausſagen, andererſeits aber läßt ſich nicht
leugnen, daß eine Gegenrevolution nicht wenige Anhänger
auf ſich vereinigen würde, da die augenblicklichen
Macht=
haber es in keiner Weiſe verſtanden haben, geordnete
Zu=
ſtände im Lande herbeizuführen und eine neue Aera
glück=
licher Entwickelung einzuleiten. Obwohl Republik,
be=
ſteht gewiſſermaßen eine Gewaltherrſchaft, und die
Zen=
ſur wird mit einer Schärfe gehandhabt, wie ſie höchſtens
in Rußland ihresgleichen findet. Man erhält daher auch
kein ungeſchminktes Bild der Lage, wie auch die Gerüchte
über mehrfach ausgebrochene Unruhen ſtets recht unklar
gehalten waren. Die Hoffnungen, daß mit dem Einzuge
des republikaniſchen Regimes der Lotterwirtſchaft ein
Ende gemacht würde, haben ſich keineswegs erfüllt, eher
ſind die Zuſtände noch ſchlimmere geworden. Auch auf
die Armee iſt in keiner Weiſe Verlaß und mit dieſem
Mo=
ment rechnen wohl in erſter Linie die Royaliſten, in der
Hoffnung, daß ein großer Teil der Truppen bei einer
eventuellen Erhebung ſich ihnen anſchließen werde.
So iſt die Situation eine recht mißliche, und es iſt ſehr
wohl möglich, daß die Monarchiſten ſich die Lage zu Nutze
machen und einen Streich wagen, um ſich wieder in den
Beſitz der Herrſchaft zu bringen.
Deutſches Reich.
Beginn der Bundesratsarbeiten. Am
nächſten Freitag werden die Ausſchüſſe des Bundesrats
ihre Arbeiten wieder aufnehmen. Es treten zunächſt die
Ausſchüſſe für Zoll= und Steuerweſen und für Handel
und Verkehr zuſammen, um die vom Reichsſchatzamt
in=
zwiſchen fertiggeſtellten Ausführungsbeſtimmungen zum
Reichsſtempelgeſetz zu beraten. Die Mitwirkung des
Bun=
desrats für die Durchführung dieſes Geſetzes iſt eine ſehr
umfangreiche. In erſter Linie hat er Anordnungen zu
treffen wegen der Anfertigung und des Vertriebes der
Stempelmarken und geſtempelten Formulare nach
Maß=
gabe des Geſetzes und Vorſchriften zu erlaſſen über die
Form der Schlußnoten und über die Art der Verwendung
der Marken. Bei den Geſellſchaftsverträgen muß der
Bundesrat die näheren Beſtimmungen erlaſſen über die
einſtweilige Ausſetzung der Beſteuerung, wenn eine
recht=
zeitige Berechnung nicht möglich iſt. Auch die Beſtimmung
darüber, in welchen Fällen die Feſtſtellung und
Entrich=
tung der Abgabe bei verſchiedenen Behörden erfolgen
kann, hat er zu treffen. Bei Beſteuerung von
Frachturkun=
den ſteht dem Bundesrat die Beſtimmung darüber zu, ob
und in welchen Fällen die Entrichtung bei Abgabe ohne
Verwendung von Stempelzeichen erfolgen darf. Für die
Fahrkartenſteuer kann der Bundesrat beſtimmen, daß bei
Privatbahnen die Abſtempelung der Karten ohne
vor=
gängige Abgabenentrichtung bewirkt und die Entrichtung
erſt nach Verkauf erfolgt. Desgleichen ordnet der Bundes=
rat an, wie die Steuererhebung für im Auslande
aus=
gegebene Fahrkarten, die im Inlande Geltung haben,
er=
folgt. Er kann auch für eine Uebergangszeit bis zu einem
Jahre ein anderes Verfahren bei der Stempelerhebung
zulaſſen. Auch für die Grundſtücksübertragung und die
Verſicherungsverträge hat der Bundesrat eine Reihe von
Ausführungsbeſtimmungen zu erlaſſen.
Ein deutſch=öſterreichiſcher
Wirt=
ſchaftsverband. Zur Pflege und Förderung der
ge=
genſeitigen Handelsbeziehungen zwiſchen Deutſchland und
Oeſterreich=Ungarn iſt von maßgebenden Vertretern des
Handels und der Induſtrie Deutſchlands und Oeſterreich=
Ungarns die Gründung eines deutſch=öſterreichiſch=
unga=
riſchen Wirtſchaftsverbandes geplant, der in erſter Linie
die praktiſche Annäherung der wirtſchaftlichen Kreiſe
bei=
der Länder bezweckt, in der Erkenntnis, daß ein ſolcher
Wirtſchaftsverband eine außerordentlich große
volkswirt=
ſchaftliche Bedeutung habe und beſſer noch als jede
Waf=
fenbrüderſchaft und das ſtärkſte friedliche Bindemittel
zwi=
ſchen engverbündeten Reichen iſt. Von dem Komitee, an
deſſen Spitze der erſte Vizepräſident des Reichstags,
Ge=
heimrat Dr. Paaſche, ſteht, und dem hervorragende
Ver=
treter von Deutſchlands Handel und Induſtrie angehören.
u. a. die Präſidenten und Vizepräſidenten einer Reihe
deut=
ſcher Handelskammern und Vertreter von Großbanken,
er=
geht zum 12. September die Einladung zu einer Tagung
deutſcher und öſterreichiſcher Induſtrieller, die im kleinen
Kongreßſaal der internationalen Baufach=Ausſtellung in
Leipzig ſtattfindet, und ſich auf die deutſch=öſterreichiſchen
Wirtſchaftsfragen erſtreckt, während für die nächſte Zeit
eine Tagung deutſcher und ungariſcher Induſtrieller
ge=
plant iſt.
— Quartiermangel in kleinen
Garni=
ſonen. Eine Reihe kleiner neuer Garniſonen ſind durch
die Aufſtellung von neuen Truppenteilen, die ihnen
zu=
gewieſen worden ſind, in Verlegenheit geraten, da ihnen
die Mitteilung von der Verlegung von Truppen in ihre
Mauern erſt im Juni zugegangen war und für die
Unter=
kunft der neuen Truppenteile nicht genügend geſorgt
wer=
den kann. Kaſernen können vor Jahresfriſt nicht gebaut
ſein; es ſind deshalb mehrere Städte auf ſonderbare
Ein=
fälle gekommen und haben leerſtehende Gebäude,
Armen=
häuſer uſw. für die Unterkunft eingerichtet. Auf
Anord=
nung des Kriegsminiſters haben die neuen Garniſonen
aber für zweckdienliche Unterkunft der Truppen Sorge zu
tragen und bei Mangel an Unterkunft Bürgerquartiere zu
ſtellen. Zu den neuen Garniſonen, die in Verlegenheit
ſind, gehören u. a. Geldern, Eutin, Holzminden, Villingen,
Donaueſchingen, Lublinitz.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Bulgariſche Anleihe in Oeſterreich=
Un=
garn. Die Zeit meldet aus Budapeſt, Graf Berchtold
habe an die Regierung eine dringende Zuſchrift gerichtet,
ſie möge auf die dortigen Großbanken einwirken, damit
ſie trotz anfänglichen, aus der ungariſchen Finanzlage
er=
klärlichen Widerſtrebens einen Teil der Bulgarien
zuge=
dachten Anleihe übernehmen. Die Meldung dürfte richtig
ſein, da Graf Berchtold ſich tatſächlich bemüht, die nach
allen Berichten ſehr günſtige Stimmung für Bulgarien
weiter zu erhalten. Es ſollen Mittel gefunden werden, die
Anleihe für Oeſterreich=Ungarns Induſtrie nutzbar zu
machen.
Italien.
Einwanderung nach Tripolis. Eine
inter=
eſſante Statiſtik veröffentlicht das Handelsminiſterium
über die Einwanderung in die neue Kolonie Tripolis.
Während die Zahl der Eingewanderten im Jahre 1911 nur
1032 betrug, ſtieg ſie im Jahre 1912 auf 7428. In dem
erſten Viertel dieſes Jahres iſt aber die Zahl der
Einge=
wanderten nach Tripolis bereits auf 6500 geſtiegen. In
der Hauptſache handelt es ſich bei den Einwanderern um
Anwohner der Lombardei. Die Steigerung der
Auswan=
derung nach dem italieniſchen Neuland hält auch
weiter=
hin an.
Frankreich.
Eine Beſchleunigung im
Kriegsſchiffs=
bau wird geplant. Die franzöſiſche Marineleitung erhielt
Kenntnis davon, daß die italieniſche Marine vom Jahre
1914 ab in der Lage wäre, alljährlich einen Dreadnought
zu erhalten. Das italieniſche Marinebudget würde dieſem
Bedürfnis Rechnung tragen. Die für Frankreich
bedeut=
ſame Nachricht dürfte, wie in Paris verlautet, eine
Ab=
kürzung des Termins der franzöſiſchen Dreadnought=
Be=
ſtellung zur Folge haben.
Seite 2.
Darmſtädter Tagvlan, Dienstag, den 9. September 1913.
Nummer 211.
Die Frage von Delcaſſés Verbleiben
auf dem Petersburger Botſchafterpoſten ſoll dahin
ent=
ſchieden worden ſein, daß er im Oktober zurückkehrt und
im Dezember nach Paris überſiedeln wird. Es iſt kein
Geheimnis mehr, daß es Delcaſſé nicht gelungen iſt, ſich
in ruſſiſchen Hofkreiſen eine derartige Stellung zu ſichern.
die für den Vertreter der verbündeten Macht notwendig
war.
England.
Die Rüſtungsausgaben. Der
Parlaments=
ſekretär der Admiralität Mac Uamara ſprach in
Peck=
ham und ſagte: Die Finanzpolitik Lloyd Georges ſetzte
England in den Stand, den ſteigenden Koſten der
Landes=
verteidigung in jeder Weiſe gerecht zu werden, was auch
die vornehmſte Pflicht der Regierung ſei. Es ſei ſehr
be=
dauerlich, Geld auf dieſe Weiſe ausgeben zu müſſen, aber
England könne nicht einen Teil ſeiner Rüſtung
vernach=
läfſigen, es hätten ſich denn andere Großmächte zu einem
ähnlichen Verfahren entſchloſſen. Das Marinebudget
be=
deute allerdings eine erſchreckende Belaſtung der
Staats=
mittel, aber es ſei viel beſſer, eine Million zu viel
aus=
zugeben, als eine Million zu wenig, denn dieſes könnte
ſpäter ein nationales Unglück und den Verluſt hunderter
von Millionen herbeiführen.
Spanien.
Private Beſuche des Königs Alfons. Aus
Madrid wird nach Wien berichtet, daß der König ſich mit
dem Plane trägt, im kommenden Herbſt eine Reiſe durch
Europa zu unternehmen, die unter ſtrengſtem Inkognito
durchgeführt werden ſoll und auch zu den verſchiedenen
europäiſchen Höfen führen ſoll. So ſollen Bukareſt, Wien
und Berlin auf alle Fälle beſucht werden. Nach Paris
wird der König nicht gehen, ebenſo nicht nach London,
dagegen ſteht es noch nicht feſt, ob auch dem ſerbiſchen
und dem bulgariſchen Herrſcher ein Beſuch abgeſtattet
wer=
den ſoll. Auch dieſe Beſuche ſollen einen rein privaten
Charakter tragen. Ob der König von ſeiner Gemahlin
be=
gleitet ſein wird, iſt noch nicht bekannt.
Vereinigte Staaten.
Die Tarifbill iſt am Samstag abend von dem
Ausſchuß des ganzen Hauſes im Senat eingebracht
wor=
den. Ihre Annahme wird Dienstag erwartet. Die
Ab=
änderungsanträge, betreffend die Textilſätze, werden am
Montag beraten.
Die Sicherheit im Bahnverkehr. Im
Kon=
greß iſt im Hinblick auf das Neuhavener
Eiſenbahn=
unglück ein Geſetz eingebracht worden, das die
Bereit=
ſtellung von Mitteln in Höhe von 25000 Dollars fordert,
welche der Förderung der Sicherheit im Bahnverkehr
dienen ſollen.
Japan.
Erregung gegen China. Der Premierminiſter
Graf Yamamoto iſt nach Nikko gereiſt, wo er mit dem
Mikado eine Konferenz haben wird, die ſich mit den
Vor=
gängen in Nanking beſchäftigen wird. Der Kriegsminiſter
Graf Yamagata iſt nach Tokio zurückgekehrt. Dieſe
bei=
den Reiſen werden in der Preſſe für die Schwere der
augenblicklichen Situation, die bekanntlich durch die
Er=
mordung mehrerer Japaner durch chineſiſche
Regierungs=
truppen bei der Erſtürmung von Nanking hervorgerufen
wurde, als kennzeichnend betrachtet. Wie übrigens
ge=
meldet wird, ſoll ſich die Zahl der niedergemetzelten
Ja=
paner bedeutend höher ſtellen, als anfangs gemeldet wurde.
Mindeſtens zehn japaniſche Staatsangehörige ſeien den
chineſiſchen Soldaten zum Opfer gefallen. Die Erregung
über die ſchwache Haltung der japaniſchen Regierung
hin=
ſichtlich des Vorfalles in Nanking führte zu
Maſſenver=
ſammlungen in Tokio. Eine ſolche von annähernd 15000
Perſonen fand vor dem Miniſterium des Aeußern ſtatt.
Eine Deputation kletterte über das verſchloſſene Portal
und verlangte eine Unterredung mit dem Miniſter, der
durch ſeinen Privatſekretär zur Beſonnenheit mahnte und
einen energiſchen Proteſt bei der chineſiſchen
Regierung=
verſprach. Der Verband zum Studium Chinas faßte eine
Reſolution, in der gefordert wird, daß Japan Nanking
ſowie ſtrategiſche Punkte der Oſtmongolei und
Süd=
mandſchurei beſetze.
Ching.
Die Frage der Mongolei. Nach einem
Pe=
kinger Telegramm der Korreſpondenz des Fernen Oſtens
vom 5. d. M. hat die Pekinger Zentralregierung den
Gene=
raliſſimus der Mandſchurei dahin verſtändigt, wenn auch
die Verhandlungen mit Rußland über die äußere
Mon=
golei wegen des Aufruhrs am Jangtſe zum Stillſtand
ge=
kommen wären, ſeien ſie doch nie abgebrochen worden.
Im Gegenteil ſei man über die Grenze zwiſchen China und
der Mongolei ſchon einig. In den vorläufigen
Ab=
machungen ſei ausdrücklich ausbedungen, daß die
chineſi=
ſchen Truppen nicht weiter vorrücken, ſondern nur ihre
jetzigen Stellungen behaupten dürften, und daß ſie in der
Verteidigung zu bleiben hätten.
* Beſuch des Kaiſers bei Kaiſer Franz
Joſef? In Wiener Hofkreiſen verlautet, wie das Neue
Wiener Tagblatt meldet, daß der Kaiſer im Laufe des
Oktober, wahrſcheinlich in der zweiten Woche des Monats
dem Erzherzog Franz Ferdinand einen Jagdbeſuch auf
Schloß Konopiſcht abſtatten wird. Von Konopiſcht, wo er
zwei Tage verweilen dürfte, begibt ſich der deutſche Kaiſer
zum Beſuche Kaiſer Franz Joſefs nach Wien, wo er im
Schönbrunner Schloß wohnen wird. Der Aufenthalt des
Kaiſers in Wien wird einen Tag dauern.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. September.
Die Kommandantur der Haupt- und
Reſidenz=
ſtadt Darmſtadt.
Wie noch erinnerlich ſein dürfte, hat der Reichstag
während der letzten Beratungen des Heeresetats
be=
ſchloſſen, daß die Kommandanturen in den Reſidenzſtädten
aller Bundesſtaaten vom 1. Oktober 1913 ab in Wegfall
kommen. Für Darmſtadt aber iſt hierfür in den Etat
der Heeresverwaltung neu eingeſtellt worden die
Stelle eines Kommandanten des
Truppen=
übungsplatzes Darmſtadt, welcher zugleich
Kommandant von Darmſtadt ſein ſoll. Es
wird unſere Leſer intereſſieren, daß die Kommandantur
Darmſtadt ſeit 1767, alſo faſt eineinhalb Jahrhunderte
lang, beſteht. Die Kommandantur Darmſtadt bleibt alſo
auch weiter beſtehen. Es tritt für unſere Reſidenzſtadt
nur inſofern eine Aenderung ein, als die Stelle des
Kommandanten mit der des Kommandanten
des Truppenübungsplatzes vereinigt wird.
Tatſächlich war dies auch bisher ſchon der Fall, nur war
für Darmſtadt die Stelle des Kommandanten eines
Trup=
penübungsplatzes bisher im Reichshaushaltsetat nicht
vorgeſehen. Dieſe Stellen (bisher 16, vom 1. Oktober d. J.
ab 21 im Etat der preußiſchen Heeresverwaltung) werden
ämtlich aus Etatsrückſichten mit zur Dispoſition geſtellten
Generälen beſetzt. Wie wir hören, wird Herr
General=
major v. Randow in Darmſtadt verbleiben und von
hier aus ſeine Amtsgeſchäfte als Kommandant der beiden
Stellen weiter führen.
Die Großherzogliche Kommandantur Darmſtadt wurde,
wie oben ſchon erwähnt, errichtet im Jahre 1767. Ihre
Vorſtände waren teils Gouverneure und teils
Komman=
danten. dem Range nach Major, Oberſtleutnant, Oberſt,
Generalmajor und Generalleutnant. Als erſter wurde
1767 Generalmajor Joh. Jak. v. Steinling zum
Kom=
mandanten der Reſidenz ernannt. Ihm folgten 1775
Gene=
ralleutnant Rehe, 1790 Major Kaſpar de Neufville, 1791
Generalmajor v. Schaumburg, gleichzeitig von
Freuden=
berg, als II. Kommandant, 1796 Oberſtleutnant v. Werner,
1803—1806 Generalleutnant v. Werner, Gouverneur, dem
1805—1806 Oberſt Stockmar als Kommandant
beigeord=
net war. 1808 Oberſt Hopfenblatt, 1818 Oberſtleutnant du
Hall, 1825 Generalmajor Frhr. v. Follenius, 1837—1848
Generalleutnant Pulz von Karlſen. Kommandant. 1840
bis 1844 Generalleutnant Frhr. v. Dalwigk, Gouverneur,
1848 Generalmajor Pfaff, 1. Januar 1853 Generalleutnant
v. Bechtold, 15. Mai 1853 Generalleutnant v. Wachter,
1862 Generalleutnant Gräcmann, 1866 Generalleutnant
Keim, 1868 Generalmajor Kehrer, 1880 Generalmajor
Frhr. Röder v. Diersburg, 1891 Generalmajor Otto, 1896
Generalmajor v Daum, 1902 Generalmajor v. Lyncker,
1906 Generalmajor v. Eckenbrecher, 1910 Generalmajor
v. Randow. General v. Lyncker lebt noch im
Ruhe=
ſtand in Darmſtadt, General v. Eckenbrecher iſt einige
Zeit nach ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand nach
Mann=
heim verzogen.
St.
* Verleihung von Rettungsmedaillen. Der Gürtler
Friedrich Karl Jacoby zu Mainz hat am 8. Juni
einen Knaben vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als
Anerkennung hierfür iſt ihm von Sr. Königl. Hoheit
dem Großherzog die Rettungsmedaille verliehen
worden. — Der Kaufmannslehrling Joſef Schmahle
zu Worms hat am 2. Auguſt einen Menſchen vom Tode
des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür iſt
ihm von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog die
Rettungsmedaille verliehen worden.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 21,
enthält: Oeffentliche Anerkennung. 2. Bekanntmachung,
die Brennholztaxe für die Großh. Domanialwaldungen
für das Rechnungsjahr 1914 betreffend. 3. Errichtung
von Kirchengemeinden und Pfarreien, ſowie Aenderungen
der Bezirke derſelben. 4. Dienſtnachrichten 5.
Charakter=
erteilungen.
— Vom Großh. Hoftheater. Leo Slezak, der
mit Enrico Caruſo eine Ausnahmeſtellung an der
Metropolitain=Oper in Neu=York einnimmt und der
zu den gefeiertſten Tenoriſten der Gegenwart gehört, wird
nunmehr auch vor dem Publikum der Reſidenzſtadt
er=
ſcheinen. Der Hoftheaterleitung iſt es gelungen, den
Künſtler mit großen Opfern für ein zweimaliges
Auf=
treten zu gewinnen, das in den erſten Tagen des
Oktobers ſtattfinden wird. Slezak wird außer einer
Verdioper auch eine Wagneroper ſingen, was aus
dem Grunde bemerkenswert iſt, da der Künſtler, wie
auch Caruſo es tut, ſeit ſeinem Abgang von der Wiener
Hofoper, auf Gaſtſpielreiſen ausſchließlich Partien ſeines
italieniſchen und franzöſiſchen Repertoires ſingt. Heute
gelangt im Dienstag=Abonnement Leoncavallos „Der
Bajazzo” und Mascagnis „Cavalleria rusticana” zur
Aufführung. Der Beginn der Vorſtellung, zu
welcher=
die gewöhnlichen Preiſe gelten, iſt auf 7½ Uhr angeſetzt,
Für Mittwoch und Donnerstag ſind mit der Aufführung
des erſten Teils der Fauſt=Tragödie die Eröffnungs
vorſtellungen des Schauſpiels angeſetzt.
* Der frühere Pedell am Neuen Gymnaſium
hier, Herr Friedrich Brückmann, der erſt vor wenigen
Wochen nach mehr als 50jähriger an verdienter
An=
erkennung reicher Dienſtzeit in den Ruheſtand getreten
war, iſt am 4. September in Karlsruhe, wohin er
über=
geſiedelt war, geſtorben.
* Der Verband evangeliſch=kirchlicher Frauenvereine
im Großherzogtum Heſſen hielt kürzlich im Saale der
Re=
ſtauration „Zum Heiligenkreuz” eine Verſammlung ab=
Nach kurzer Begrüßung der ſehr zahlreich Erſchienenen gab
Herr Profeſſor Weimar zunächſt eine Einladung zur
Tagung des Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins (in
Gießen vom 6. bis 8. Oktober) bekannt und forderte dann
dazu auf, daß die Frauenvereine ſich die Fürſorge für die
Jungfrauen in ihren Gemeinden eifrig angelegen ſein
laſſen möchten. Frau Pfarrer Strack=Birkenau gah
Aufſchluß über die Errichtung von Wäſchedepots für das
„Rote Kreuz” ſeitens der Frauenvereine und betonte, daß
der Verband bereit iſt, die gewünſchten Vorräte für ſolche
Depots zu vermitteln. Sodann ſprach Herr Pfarrer
Knöpp von König i. O. über das Thema „Wie zeig
man Bilder in einem ländlichen Jungfrauenverein?‟ Et
führte zunächſt aus, daß man in ſolchem Kreiſe nicht di
künſtleriſche Technik eines Bildes beſprechen dürfe. De
ſchlichte Sinn der Landleute ſehe ein Bild darauf anz
was geſchieht, und betrachte dann erſt die einzelnen Per
ſonen. Darauf habe man beim Vorzeigen und Beſprechen
von Bildern Rückſicht zu nehmen. Der Redner zeigt
dann ſechs Wandſprüche mit Bildern von Steinhauſen vor
und brachte mit ſeinen warm empfundenen Ausführungen
der lautlos lauſchenden, ſichtlich eingenommenen
Zu=
hörerſchar zum Bewußtſein, was dieſe „Hausſegen”
ſinni=
gen Beſchauern zu ſagen vermögen. Der allſeitige reich
Beifall bewies, wie tief die belehrenden und erhebenden
Darbietungen des Vortragenden alle Hörer ergriffen
hatten. Einige von Damen des Kirchenchors der
Paulus=
gemeinde vorgetragene Lieder fanden bei den
Verſammel=
ten beifällige Aufnahme. Herr Profeſſor Weimar
empfahl noch das bei Bertelsmann in Gütersloh erſchie
nene Liederbuch „Mit Herz und Mund” zum Gebrauchein
Frauen= und Jungfrauenvereinen und ſchloß mit Worten
herzlichen Dankes für den Redner wie für die
Sängerin=
nen die überaus anregend und erhebend verlaufene
Ver=
ſammlung.
— Der Brieftaubenklub „Gut Flug‟ Darmſtadt=
Beſ=
ungen hielt am Sonntag ſeinen Preisflug mit
dies=
jährigen jungen Tauben ab. Dieſelben flogen diesmal
die Tour Kirchhain-Darmſtadt (102 Kilometer)=
Der Zeitunterſchied zwiſchen der Ankunft der erſten und
der letzten Preistaube betrug nur 14 Minuten. Ein
Ver=
luſt der geſetzten Tauben war überhaupt nicht zu
verzeich=
nen, und iſt dies ein Zeichen des guten, leiſtungsfähigen
Materials, das der Klub in der kurzen Zeit ſeines
Be=
ſtehens durchgezüchtet hat. Preiſe erhielten die Herren:
Fr. Weigold den 1. und Ehrenpreis, W. Wittmann den
2. Preis und die ſilberne Jubiläumsmedaille des Verban=
Abgründe der Seele.
** Die grauſige Bluttat des württembergiſchen
Lehrers Wagener der 16 Menſchen ermordet,
zahl=
reiche ſchwer verletzt und ein Dorf in Brand geſteckt hat,
erfüllt nicht nur die beiden vorher ſo friedlichen Ortſch.
f=
ten, die der Unhold heimgeſucht, ſondern auch jeden, der
davon hört, mit einem Gefühl lähmenden Entſetzens.
Unſere Menſchenwürde ſträubt ſich dagegen, in einem
ſol=
chen Verbrecher ein gleichgeartetes Weſen zu erblicken,
und wir retten uns hinter die Ausflucht, daß nur ein
ge=
ſtörtes Hirn ſolche Greuel ausdenken, nur eine entmenſchte
wahnſinnige Natur ſo Ungeheuerliches vollbringen konnte.
Doch dieſe zuerſt ſo beſtimmt auftretende Nachricht von
dem Wüten eines Irrſinnigen iſt bald erſchüttert worden,
und man muß annehmen, daß man es nicht mit einem
Geiſteskranken, ſondern mit einem Menſchen zu tun hat,
deſſen Geiſt zwar nicht normal, aber doch auch nicht krank
iſt, ſondern ſich in jenem gefährlichen Zwiſchenzuſtand
be=
findet, aus dem die grauſigſten Verbrechen geboren werden.
Einen Einblick in dieſe Abgründe der Menſchenſeele,
die, in tiefe Schatten gehüllt, dem Mitmenſchen zumeiſt
ver=
borgen bleiben und nur in unbegreiflichen Scheußlichkeiten
ſich bisweilen blitzſchnell enthüllen, gewähren die
Unter=
ſuchungen des hervorragenden Pſychologen der Harvard=
Univerſität Prof. Hugo Münſterberg, der zwei
ſol=
cher Maſſenmörder, einen männlichen und einen weiblichen,
genau beobachtet und auf Grund ſeiner mannigfachen
Studien eine Pſychologie dieſer Verbrechen
aufgeſtellt hat. Die Urſachen für ſolche dem normalen
Empfinden ganz unverſtändlichen Bluttaten findet der
Ge=
lehrte in einem eigenartigen Seelenzuſtand, den er
„emotionally dead” „gefühlstot” genannt hat. Solch
eine Gemütslage, die Münſterberg in wechſelnder Stärke
bei den meiſten Kapitalverbrechern feſtſtellen konnte, zeigte
ſich beſonders deutlich bei dem amerikaniſchen
Maſſen=
mörder Orchardſon, mit dem der Profeſſor eine Reihe
be=
merkenswerter Verſuche vornahm, die ſich auf ſein Gedächt=
nis, Aufmerkſamkeit, Urteil, die Gefühlsbetonung des
Aſſoziationsprozeſſes und die Suggeſtibilität bezogen.
„Ich fand, daß er „gefühlstot” war, womit jedoch
keines=
wegs geſagt iſt, daß er Gefühlsregungen ſich völlig
unzu=
gänglich zeigte. Nur ſtand ſeine Empfindungsfähigkeit
wie bei den meiſten Mördern tieſ unter dem Durchſchnitt.
Ein ſtarker Nadelſtich z. B. ergab keinerlei Reaktion; ſein
Taſtſinn zeigte ſich abgeſtumpft, während Geſicht und
Ge=
hör ſehr gut entwickelt waren. Er zeigte auch durchaus die
Fähigkeit, die Leiden anderer wahrzunehmen; aber wenn
er ſeine Höllenmaſchinen unter Türen und Treppen legte
und die entſetzlichſten Exploſionen verurſachte, ſo dachte er
dabei ebenſo wenig an die Leiden ſeiner Opfer, wie etwa
ein Spielwarenfabrikant an die Freuden, die ſeine Waren
den Kindern bereiten. Er war „gefühlstot”.
Ein weibliches Gegenſtück zu dieſer „Beſtie in
Menſchengeſtalt” war Mrs. Guineß, der „weibliche
Blau=
bart” die auf ihrer einſamen Farm jahrelang Verbrechen
auf Verbrechen häufte und gegen 180 Menſchen ermordete
und verſcharrte. Der Pſychologe fand bei der
Unterſuch=
ung dieſer Frau deutliche Anzeichen einer ausgebildeten
Hyſterie; ſie beſaß nicht die normalen
Hemmungsvor=
ſtellungen, die beim Auftauchen eines verbrecheriſchen
Ge=
dankens von deſſen Ausführung zurückzuhalten, ſondern ſie
handelte unter einem Zwange, deſſen gefühlsmäßige
Be=
dingungen ihr völlig unbekannt waren. Prof.
Münſter=
berg widerſpricht den Anſchauungen Lombroſos; er glaubt
nicht an den geborenen Verbrecher. Irgend ein Gefühl,
das wir nicht kennen, hat vielmehr die Tätigkeit des
geſun=
den Organismus, des Fühlens und Handelns geſtört: der
Gehirnweg, durch den die gefühlsbetonten Empfindungen
eindringen iſt geſperrt. Der Verbrecher fühlt nicht die
normalen Erregungen von Mitleid und Schrecken beim
Anblick des Blutes, weil er gefühlstot iſt. Dieſer Zuſtand,
der tauſend Entſtehungsmöglichkeiten hat, iſt die Quelle
der meiſten Verbrechen. Die Hemmungsvorſtellungen
ſchwinden, das „Gleichgewicht der Gefühle” iſt aufgehoben.
Verbrecher werden nicht „geboren” ſondern es ſind
Men=
ſchen mit ſchwach arbeitendem Geiſt.”
Feuilleton.
* Mahnruf zur Erhaltung wertvoller Erbſtücke. Es iſt
heute Mode, alten bäuerlichen Hausrat zu ſammeln, und
ſo ſucht denn ſo ziemlich jeder, der Gelegenheit dazu hat,
durch viele ſchöne Worte und wenig Geld die Bauern zur
Hergabe der alten Zinn= und Porzellanſachen, Truhen uſw.
zu bewegen, auch wenn er gar kein tieferes Verſtändnis
dafür hat. Sie müſſen dann daheim die Wohnung „
ver=
zieren‟ Der „Sport” dieſes Sammelns iſt auch
militäri=
ſchen Kreiſen nicht ferngeblieben, und die Manöverzeit
gibt nur allzu gute Gelegenheit dazu. Eine
beachtens=
werte allgemeine öffentliche Mahnung in dieſer Beziehung
hat übrigens der Oberpräſident der Provinz
Heſſen=Naſſau erlaſſen. Er macht die Bevölkerung
darauf aufmerkſam, daß der ſachverſtändige Rat des
Kon=
ſervators allen Beſitzern von Kunſtſachen in gleichem Maße
wie den Behörden unentgeltlich zur Verfügung ſtehe.
Es=
wird ferner den Beſitzern beſonders dringlich ans Herzgelegt,
ſich vor einer Verſchleuderung wertvollen Familienbeſitzes
wie Truhen, Zinngegenſtände, alter Bilder, alten
Por=
zellanes uſw. ſorgſam zu hüten. Außerdem ſind alle
Eigen=
tümer und Verweſer öffentlicher Denkmalswerte, wie
Bau=
werke, Kunſtgegenſtände, Kirchengeräte, Ausſtattungsſtücke,
geſchichtliche Merkwürdigkeiten von neuem auf die Pflicht
aufmerkſam gemacht, in allen Fällen die Genehmigung der
vorgeſetzten Behörde einzuholen, wo es ſich um
Veräuße=
rung, Vernichtung und Veränderung ſolcher
Denkmals=
werte handelt.
— Ein rigoroſes Rezept. Eine Pariſer
Telephon=
geſchichte erzählt der Gaulois und verbürgt ſich für die
Echtheit. Die handelnden Perſonen ſind ein ſehr
bekann=
ter Pariſer Schriftſteller M. D., ein bekannter Arzt Dr. B.
und — nun eben, ein Unbekannter. Der Schriftſteller,
deſſen Frau ſich plötzlich ſehr krank fühlt, telephonierte am
Dienstag den Arzt an. Das Geſpräch beginnt. „Lieber
Doktor, meine Frau fühlt ſich ſehr ſchlecht, und vor allem
klagt ſie über ſtechende Schmerzen in der linken Hüfte. Was
Nummer 211.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. September 1913.
Seite 3.
I ich tun?‟ Der Arzt: „Legen Sie einſtweilen heiße
Der Reſt erſtickt in einem
ompreſſen auf, dann ..
nattern des Telephons. Aber die kleine Störung geht
mell vorüber und der lauſchende beſorgte Gatte hört
eiter: „24 Stunden lang abkühlen laſſen dann ſchlagen
ie mit einem Hammer die Schmutzkruſte ab. Den
Grund=
inn gründlich auswaſchen, am beſten mit einer
Garten=
ritze, bei möglichſt ſtarkem Druck. " Man hatte ihn
it einem Heizinduſtriellen oder Ofenrohrleger verbunden.
as Rezept wurde nicht befolgt.
** Wie man in Spanien Millionär wird. Eine der
rühmteſten Perſönlichkeiten des heutigen Spaniens,
Bom=
ta, der gefeiertſte Stierkämpfer, zieht ſich ins Privatleben
rück. Der große Torero, der erſt 34 Jahre alt iſt, hat
ährend ſeiner 15jährigen Tätigkeit in den Arenen der
aniſchen Welt genug erworben, um die Lebenszeit, die
m nun noch gegönnt iſt, nicht nur in Ruhe und Behagen,
ndern auch in hohem Wohlſtande zu verbringen. Er iſt
ährend ſeiner an Triumphe reichen Laufbahn
durchſchnitt=
h 65 Mal im Jahre dem Stier entgegengetreten und
t im ganzen 3000 Stiere mit ſeinem berühmten
Degen=
ß erlegt. Das Vermögen, das er ſich geſammelt hat,
ird auf 2½ Millionen Mark geſchätzt. Bombita hat
nun=
ehr ſein „unwiderruflich letztes Auftreten” für den 19.
ktober feſtgeſetzt: zum letzten Mal will er an dieſem Tage
der Madrider Arena erſcheinen und Abſchied nehmen
dem Publikum, das ihn gefeiert und verehrt hat, wie
an nur in Spanien einen großen Torero feiern kann.
eſondere Ehrungen werden vorbereitet, aber im Stillen
fffen alle Verehrer des Stierkampfes, daß Bombita doch
cht für immer ſeiner Kunſt entſagen wird.
* Rebhühner nach Jägerart. O dieſe Nimrode! Mit
elchen Mitteln ſie dochegelegentlich das Glück und den
uhm zu korrigieren ſuchen! Erſcheint da letzthin in
hem hocheleganten Wildpretladen ein tapferer
Jägers=
ann und verlangt zwei Rebhühner. „Aber bitte friſch.”
er Verkäufer reicht ihm zwei tadelloſe Hennen. „
Wün=
zen Sie nach Jägerart?” „Nach Jägerart? Was iſt
nn das?” „Ach, Sie wiſſen doch — mit einem
kunſtge=
chten Schuß! Das macht ſich ausgezeichnet!‟ Der Jäger
verſteht, zahlt noch eine Zulage von 50 Pf., und im Hofe
ertönen zwei Schüſſe, die das mörderiſche Blei in die Bruſt
der armen Tiere jagen. Stolz zieht der Jäger mit ſeiner
Beute ab. Um am Abend, bei Tiſch, im Freundeskreis.
erzählt er mit leuchtenden Augen: „Wißt Ihr, wie ich
die beiden Rebhühner geſchoſſen habe? Ich will es gleich
erzählen: Früh morgens, vor Sonnenaufgang, zogen
wir . . . .
* Der Schrei nach dem Manne. Am Freitag abend
mußte der um 7.25 Uhr von Rüdesheim nach Frankfurt
gehende Zug kurz nach dem Verlaſſen des Bahnhofs auf
offener Strecke plötzlich halten. Erſchreckt eilten die
Paſſa=
giere nach den Fenſtern, um nach der Urſache der
Ver=
kehrsſtörung zu forſchen. Da ſahen ſie haſtig eine
Abteil=
türe aufreißen und eine junge Frau herausſtürmen, die
unter lautem Heulen fortgeſetzt nach ihrem Manne rief.
Schon glaubte man, derſelbe ſei verunglückt, als endlich
aus der troſtloſen Frau herausgebracht werden konnte, ihr
Mann ſei in Rüdesheim nicht mit ihr in den Wagen
ein=
geſtiegen, weshalb ſie die Notbremſegezogen habe.
Auf der nächſten Station fand man den verloren
gegange=
nen Ehemann ruhig in einem der letzten Wagen des Zuges
ſitzend vor. Nachdem alsdann das beſorgte junge
Ehe=
geſpons unter dem Gaudium der Mitreiſenden zu ſeinem
Manne verbracht worden und der Name der Zieherin der
Notbremſe feſtgeſtellt war, konnte der Zug endlich
unge=
ſtört weiter dampfen. Das dicke Ende wird bald in Geſtalt
eines gepfefferten Strafmandates nachfolgen.
* Altes Papier! Vor einigen Tagen wurde, wie aus
Muſo auf Korſika gemeldet wird von der dortigen
Stadt=
verwaltung ein großer Poſten alter Akten verſteigert. Die
Papiere wurden zum Tagespreiſe für altes Papier — das
Pfund ein Centime — verkauft. Der Käufer ein alter
Lehrer, hat ſich die Mühe gemacht, die einzelnen Papiere
durchzugehen, wobei er eine große Anzahl heute ſehr
ge=
ſuchter Autogramme von Racine, Corneille, Alfred de
Muſſet, Balzac und auch von einigen Miniſterpräſidenten,
ſo auch eines ſchon von — Falliéres, fand. Der alte Herr
hat eine Sammlung der Autogramme zuſammengeſtellt,
die er demnächſt in Paris zu verkaufen gedenkt.
des, H. Horſt den 3. und Ehrenpreis, W. Jäger den 4., H.
Wiemer den 5., Ph. Haun den 6. und Fr. Stein den 7.
Preis. Bei dem vor einigen Tagen ſtattgefunden
Preis=
flug von Sternberg (526 Kilometer) mit älteren Tauben
erhielten die Herren W. Wittmann den 1. und H. Horſt
den 2. Preis.
Schützengeſellſchaft „Tell” Am Sonntag
machte die Schützengeſellſchaft „Tell” ihren diesjährigen
Familienſpaziergang, der ſich eines zahlreichen
Beſuches zu erfreuen hatte. Durch den Park gings nach
Meſſel, wo man bei Gaſtwirt Herberer Einkehr hielt.
Nur allzuraſch vergingen bei Tanz und bei humoriſtiſchen
Vorträgen die ſchönen Stunden.
§. Sturz vom Fahrrad. Sonntag nachmittag
gegen 5 Uhr iſt ein Kaufmannslehrling in der Allee
beim Einbiegen in die Feldbergſtraße vom Fahrrad
geſtürzt, wobei er ſich einen Bruch des rechten
Unterſchenkels zugezogen hat; er wurde durch die
Rettungswache in das Städtiſche Krankenhaus gebracht.
Verkehrsverein.
* Nach einer zweimonatigen Sommerpauſe hielt der
Vorſtand des Verkehrsvereins im Hotel Darmſtädter Hof
eine gut beſuchte Sitzung ab, die einen anregenden und
ntereſſanten Verlauf nahm. Als Mitglied wurde Herr
Kultusbeamter Lippmann aufgenommen. Die Direktion
er Bank für Handel und Induſtrie hat in Anerkennung
der gemeinnützigen Beſtrebungen des Verkehrsvereins
inen Jahresbeitrag von 100 Mark überwieſen und gibt
dieſe Tatſache dem Vorſitzenden Veranlaſſung, der
Direk=
ion auch an dieſer Stelle verbindlichſten Dank für die
atkräftige Unterſtützung auszuſprechen. Die rückſtändigen
Nitgliederbeiträge wurden einer genauen Durchſicht
unter=
ogen und hierbei bedauert, daß ſo viele Beiträge bisher
tneingelöſt blieben. Man hofft jedoch, noch einen großen
Leil der Rückſtände hereinbringen zu können. Es iſt
unbe=
freiflich, daß gerade ſo viele Geſchäftsleute, Architekten
iſw. den Verkehrsverein nicht durch ihre Mitgliedſchaft
interſtützen, wo doch dieſer Verein faſt der einzige iſt, der
tur im Intereſſe der hieſigen Geſchäftsleute arbeitet und
roße wirtſchaftliche Werte ſchafft. Wer an dem Aufſchwung
inſerer Stadt Intereſſe hat, kann in vielen Vereinen
ehlen, nur im Verkehrsverein nicht.
Auf verſchiedene Eingaben wurde von der Direktion
er „Heag” mitgeteilt, daß den geäußerten Wünſchen
ntſprechend, die Aufſichtsbehörde nunmehr die
Beförde=
ung von Hunden auf allen Strecken der elektriſchen
traßenbahn geſtattet habe, ebenſo ſei den Wünſchen
be=
üglich der Bezeichnung einzelner Halteſtellen und der
Ein=
ichtung einer neuen Halteſtelle an der Ahaſtraße
ent=
rochen worden. Ganz ſind jedoch unſere Wünſche nach
alteſtellen in der Heidelbergerſtraße noch nicht erfüllt
orden, es fehlt immer noch diejenige an der
Riedeſel=
raße und hofft man, daß auch dieſe dringend notwendige
alteſtelle noch eingerichtet wird. Die ſeit einigen Tagen
n den Wagen der Straßenbahn angebrachten
Nummern=
iternen finden nicht den Beifall des Vorſtandes. Obwohl
tan die Anordnung, die Nummern von zwei Seiten zu
hen, ſehr anerkannte, wurden jedoch die Zahlen als viel
t klein befunden, erſcheinen dieſelben doch ſchon bei einer
ntfernung von 30—50 Meter ganz verſchwommen und
nd nicht immer zu erkennen. Andere Städte haben gerade
ierin ſehr praktiſche Einrichtungen, die wohl als
Vor=
ild hätten dienen können. Als beſte
Unterſcheidungs=
töglichkeit der einzelnen Strecken wurden immer noch die
irbigen Signallaternen gehalten und nur dadurch iſt es
löglich, die einzelnen Strecken auf weitere Entfernungen
t erkennen. Eine Beſchwerde wegen Erbauung einer
entralwerkſtätte am Böllenfalltor konnte der Vorſitzende
ahin beantworten, daß nie beabſichtigt war, die Werkſtätte
tvergrößern.
Der vom Volizeiamt vorgeſchlagenen Verlegung der
alteſtelle der Straßenbahn am Hauptbahnhof, damit der
lick nach der Morneweg= bezw. Bleichſtraße frei bleibt,
mnte der Vorſtand auch zuſtimmen, ebenſo der Verlegung
es Haltevlatzes der Automobildroſchken am Bahnhofe.
Der Vorſitzende teilt mit, daß er Herrn Geheimerat
ilbrand in Anbetracht der vielen großen Verdienſte
eer ſich um die Beſtrebungen des Verkehrsvereins ſowohl
ſeiner amtlichen Eigenſchaft, als auch als Vorſitzender
s Verſchönerungsvereins erworben habe, die herzlichſten
lückwünſche des Vereins zu ſeinem 50jährigen
Dienſt=
biläum ausgeſprochen habe. Verſchiedentlich kamen
lagen, daß in den Kurhäuſern von Bad=Nauheim nur
ne Zeitung von Darmſtadt aufliege; die
roßh. Kurverwaltung wurde um Auflegung mehrerer
armſtädter Blätter gebeten. — In der letzten Zeit
gelang=
n verſchiedentlich anonyme Zuſchriften an den
orſtand, in denen über Mißſtände der verſchiedenſten
rt geklagt wurde. Um jedoch eine Abſtellung derſelben
folgreich betreiben zu können, iſt es erforderlich, daß
ſolche Mißſtände unter voller Nennung des Namens dem
Vorſtande mitgeteilt werden. Nur dann iſt es dem
Vor=
ſtande möglich, Schritte dagegen einzuleiten. Ueber die
Beleuchtung des Weges vom Böllenfalltor nach
der Ludwigshöhe wurden wiederholt lebhafte Klagen
laut, welche Veranlaſſung zu einer Eingabe an die
Direk=
tion des ſtädtiſchen Gaswerkes gaben. Auch bezüglich des
Oberwaldhauſes wurden verſchiedene Wünſche geäußert
und ſollen dieſe der Stadtverwaltung zur Berückſichtigung
unterbreitet werden. Ein Artikel aus der Zeitung Der
Motorfahrer, welcher über Verkehrserſchwerungen für
Automobile und Motorfahrer klagte, brachte Gelegenheit
zu einer eingehenden Ausſprache über den Verkehr
von Autos und Motorfahrrädern in Darmſtadt.
Hierbei kam zum Ausdruck, daß die vorgeſchriebene
Ge=
ſchwindigkeit von 15 Kilometer wohl kaum eingehalten
werden kann, vielfach würde jedoch ein Tempo von Autos
und Motorfahrern eingeſchlagen, das weit über das
hinausgehe, was man doch als erlanbt anſehen könne.
Wenn weiter auch der ausgiebige Gebrauch der Hupe zur
Vermeidung von Unglücksfällen unbedingt erforderlich iſt,
ſo würde jedoch auch hierin viel geſündigt, namentlich zur
Nachtzeit. Der Anſicht des Artikelſchreibers, unſere Stadt
ei automobilfeindlich, kann jedoch der Vorſtand nicht
bei=
pflichten und haben wir alles Vertrauen, zu dem hieſigen
Polizeiamt, welches beſtrebt iſt, in zweckdienlicher Weiſe
die Verkehrsbeſtimmungen zu handhaben. Die in
Vorbe=
reitung befindliche Fuhrordnung wird hoffentlich bald
kommen und allen Verhältniſſen Rechnung tragen.
Bei der Eiſenbahnverwaltung wurde man wegen
Verbeſſerung der
Eiſenbahnverkehrsver=
hältniſſe wiederholt vorſtellig, ebenſo wegen
Auf=
hebung der Sonntagsfahrkarte nach Auerbach, gültig auch
über Seeheim oder Jugenheim. Auch wegen der
geplan=
ten Reform des Fahrkartenverkaufs im Hauptbahnhof
wurden Schritte getan. Die Anſchaffung und Aufſtellung
eines Automaten im Hauptbahnhof zum Verkauf des
großen und des kleinen Führers ſowie des Pharusplanes
wurde beſchloſſen. Auf Erſuchen des Stadtbauamtes iſt
geſtattet worden, auf der dem Verein gehörigen
Reklame=
tafel am Hauptbahnhof einen Hinweis auf das
Hallen=
ſchwimmbad anzubeingen. Bei der Stadtverwaltung
wurde die Aufſtellung von Ruhebänken am
Verkehrs=
bureau beantragt, welche Einrichtung vom Publikum
jedenfalls dankbar begrüßt würde. Ein in der
Illuſtrier=
ten Rundſchau in Hannover erſchienener Artikel über
Darmſtadt und die Bergſtraße erweckte großes Intereſſe.
Derartige Veröffentlichungen bringen immer guten Erfolg.
Der Verkehrsausſchuß der Bergſtraße hat einen
Wettbewerb zur Erlangung von gutem
Bildmaterial von Künſtlern und Amateuren
ausge=
ſchrieben, an welchem ſich auch der Verkehrsverein beteiligt.
Der Vorſtand bewilligte 200 Mark für Geldpreiſe,
außer=
dem ſtehen noch einige Ehrenpreiſe zur Verfügung und
können die Bedingungen zur Beteiligung an dem
Wettbewerb durch den Verein oder direkt bei dem
Ver=
kehrsausſchuß der Bergſtraße in Auerbach bezogen werden.
Weitere Ehrenpreiſe werden gerne entgegengenommen.
Dem Preisrichterkollegium gehören der Vorſitzende und
Herr Finanzrat Emmerling an. Man hofft, daß dieſer
Veranſtaltung durch Erlangung von ſchönen brauchbaren
Aufnahmen uſw. ein voller Erfolg beſchieden ſein wird.
Die ſeit langer Zeit als dringend notwendig anerkannte
Vergrößerung des Verkehrsbureaus hat
leider unter großen Schwierigkeiten zu leiden. In der
Ausſprache gab der Vorſtand einſtimmig der Anſicht
Aus=
druck, mit allen Kräften eine Vergrößerung des Bureaus
anzuſtreben und kamen hierfür neue Geſichtspunkte zutage,
die eine leichtere Löſung dieſer ſchwierigen Frage erhoffen
laſſen.
Eine ſehr angeregte Debatte entſtand bei der Frage:
Kartenverkauf für das Großh. Hoftheater.
Der Vorſtand beſchloß, den Tageskartenverkauf für
ſämt=
liche Vorſtellungen zu übernehmen. Wenn der Verein auch
dadurch wieder eine ſehr große Arbeit übernimmt, hofft
man jedoch das Großh. Hoftheater tatkräftig zu
unter=
ſtützen und durch den Kartenverkauf den ganzen Tag über
dem Publikum eine große Erleichterung zu bieten.
Da=
gegen hat der Vorſtand dem Wunſch der Hoftheater=
Inten=
danz, kei ne Abonnementskarten mehr zu
ver=
aufen, entſprochen. Bei der langen Debatte kam zum
Ausdruck, daß das Publikum alle Veranlaſſung habe, mit
dem wiederholten Entgegenkommen der Hoftheaterleitung
zufrieden zu ſein und daß bei den bekanntlich ſehr billigen
Eintrittsſpreiſen und den anerkannt vorzüglichen
Leiſt=
ungen unſeres Hoftheaters das Publikum auch durch
häu=
figen Beſuch dem Hoftheater ſeine Unterſtützung nicht
ver=
ſagen dürfe. Die Neueinteilung der Abonnementskarten.
ein Vorſchlag des Verkehrsvereins wurde ſehr begrüßt
und hofft man durch dieſe Neueinrichtung auf einen vollen
Erfolg für das Hoftheater. Ueber die neuen Bilder
und Pläne im Hauptbahnhof welche nur ver=
ſuchsweiſe aufgehängt waren, berichtet der Vorſitzende und
teilte mit, daß dieſelben eine Aenderung erfahren, wodurch
allen Wünſchen Rechnung getragen wird. Lebhafte Klagen
wurden laut über die Verunreinigung der Straßen durch
weggeworfene Programme und Zettel von den Kinos. Nach
Beſprechung einiger interner Vereinsangelegenheiten gab
der Vorſitzende noch eine Einladung zu der am Sonntag,
den 28. September d. J., in Bingen a. Rh.
ſtatt=
findenden Hauptverſammlung des Verbandes Heſſiſcher
Verkehrsvereine bekannt, und bat um recht zahlreiche
Be=
teiligung. Erſt kurz vor 12 Uhr fand die Sitzung, für die
ein ſo reichhaltiges und intereſſantes Material vorlag, ihr
Ende.
* Groß=Gerau, 8. Sept. (Selbſtmordverſuch.)
Am 1. September erſchien eine Notiz von Groß=Gerau.
nach der ſich ein 13jähriger Schüler infolge einer
Beſtra=
fung in der Schule mit einem Teſching in den Kopf
ge=
ſchoſſen habe. Wie man uns mitteilt, hat die Schule
mit dem bedauernswerten Vorfall auch nicht das Geringſte
zu tun.
Offenbach, 8. Sept. (Ueberfahren.) Am
Eiſen=
bahnübergang an der Sprendlinger Landſtraße ereignete
ſich heute nachmittag kurz vor 3½ Uhr ein ſchreckliches
Unglück. Ein Milchfuhrwerk wurde von dem
Schnell=
zug 219 Frankfurt-Nürnberg erfaßt und zur Seite
ge=
ſchleudert. Der Führer des Wagens wurde getötet,
zwei andere Perſonen wurden ſchwer verletzt. Nach einer
weiteren Meldung ſoll der Bahnwärter die Schranken zu
ſpät geſchloſſen haben. Das Milchfuhrwerk befand ſich
be=
reits auf den Schienen und konnte dem heranbrauſenden
Schnellzug nicht mehr ausweichen. Vor den Augen der
entſetzten Zuſchauer erfaßte der Zug das Fuhrwerk und
ſchleuderte es auf die Seite. Wie es heißt, ſind außer
dem Wagenführer, der auf der Stelle getötet wurde, noch
mehrere Perſonen ſchwer verletzt worden. — Die in der
Samstagsnummer als verſchwunden angegebene 19jährige
Magdalene Gardon wurde heute vormittag unterhalb
der Schleuſe aus dem Main geländet. Was das junge
blühende Mädchen zu der unglückſeligen Tat veranlaßte.
iſt vollſtändig rätſelhaft.
* Reichenbach i. O., 8. Sept. (
Gemeinderats=
wahl.) Einen glänzenden Sieg hatten die bürgerlichen
Parteien bei der Gemeinderatswahl zu verzeichnen. Ihre
Kandidaten erhielten 239, 237, 223, 216 und 215 Stimmen,
während die ſozialdemokratiſchen es nur auf 139, 131, 124.
118 und 115 Stimmen brachten. Die Wahlbeteiligung war
ſehr ſtark. Von 387 Wahlberechtigten ſtimmten 360 ab.
A Beerfelden, 8. Sept. (Obſt= und
Gemüſe=
verwertungskurſus.) Im Laufe der letzten Woche
hielt im Auftrage der Landwirtſchaftskammer Herr
Obſt=
bautechniker Behne=Darmſtadt hier einen Obſt= und
Gemüſeverwertungskurſus ab, der von 40
Damen beſucht wurde. Die Teilnehmerinnen waren höchſt
befriedigt über das Gebotene.
Heppenheim a. d. B., 8. Sept. (
Erpreſſungs=
verſuch.) Gegen Wilhelm Höhn von hier wurde ſo=,
eben ein Steckbrief erlaſſen, weil angenommen wird,
daß er in Gemeinſchaft mit dem in Haft befindlichen
Schneider aus Krefeld (alias von Straeten) von einer
Doktorsfrau hier 1700 Mark erpreſſen wollte. In dem
bezüglichen Haftbefehl wird auch geſagt: „Höhn hat ſich
in den letzten zwei Jahren viel in Paris und Monte Carlo
aufgehalten. Er verkehrt viel in Cafés und
Spielwirt=
ſchaften und iſt leidenſchaftlicher Spieler. Er führt ſtets
falſchen Namen und hat im Gaſthaus „Zur Götterhalle” in
Frankfurt vom 10. bis 25. Auguſt unter dem Namen
Worthmann gewohnt. Bei ſeiner Abreiſe hat er
Legiti=
mationspapiere ſeines in Haft befindlichen Komplizen
mit=
genommen, und iſt anzunehmen, daß er auf deſſen Namen
reiſt oder ſich irgendwo aufhält. — Die
Gemeinde=
rats=Erſatzwahl findet hier am 16. September ſtatt.
Es ſind ſechs Mitglieder zu wählen. — Die
Wein=
berge hier werden am 11. September geſchloſſen, wass
in verſchiedenen Lagen des ſchlechten Behanges wegen
kaum nötig iſt.
Aus dem Kreiſe Heppenheim, 8. Sept. (
Gemeinde=
ſteuern.) Nach den ſoeben bekannt gegebenen Umlagen
des Kreiſes ſind in Viernheim und
Heppenheim=
für 1913 zu erheben: In Viernheim mit ſeinen 9300
Ein=
wohnern betragen die Gemeinde=Umlagen 165000 Mark,
während der Steuerwert des Vermögens dort 24007500
Mark beträgt. Die ſtaatliche Einkommenſteuer beträgt in
Viernheim 37224 Mark. Von einer Mark dieſer
Staats=
ſteuer werden 210,9 Pfennig Umlagen erhoben. In
Hep=
penheim mit ſeinen 7000 Einwohnern werden 155000
Mark Umlagen erhoben, während der Steuerwert des
Vermögens 26635 400 Mark beträgt. Die ſtaatliche
Ein=
kommenſteuer beträgt 42203 Mark. Von einer Mark
Staatsſteuer ſind 162,1 Pfennige Umlagen zu entrichten.
Die höchſten Umlagen bezahlt Darsberg mit 308 Prozent
der Staatsſteuer. Alsdann folgen Gorxheim mit 290,
Wahlen mit 289, Siedelsbrunn mit 251, Hartenrod mit
257, Ober=Laudenbach mit 250 Prozent.
Viernheim, 8. Sept. (Ungetreuer
Buchhal=
ter.) Wie der hieſige Anzeiger berichtet, wurde der bei
der Firma L. Wolf beſchäftigte Buchhalter Bender
ver=
haftet. Er ſoll 25000 Mark unterſchlagen haben.
Alzey, 8. Sept. (In Amerika geſtorben.) Ein
angeſehener Rheinheſſe, Herr Jakob Dörhöfer, iſt in.
Paterſon, N. J., geſtorben. Der Entſchlafene, der ein
Alter von 45 Jahren erreichte, war aus Alzey gebürtig
und betrieb eine Weinhandlung, verbunden mit
Wirt=
ſchaft, mit dem beſten Erfolg. Am Abend des 26. Auguſt
fand in dem Trauerhauſe die Leichenfeier ſtatt, an
welcher ſich neben den nächſten Angehörigen,
Ver=
wandten und Freunden die Vereine, welchen derſelbe
im Leben als beliebtes Mitglied angehörte, ſowie die
Mitglieder der Paterſon Lodge, Nr. 553 Loyal Order
of Mooſe, beteiligten. Die Beerdigung fand am
27. Auguſt von dem Trauerhauſe aus nach dem
Laurell Grove unter großer Beteiligung von
Leid=
tragenden ſtatt.
Heidesheim, 8. Sept. (Genoſſenſchaftliches.)
Die Generalverſammlung der Landwirtſchaftlichen Spar=
und Darlehenskaſſe Heidesheim hatte mit geringer
Mehr=
heit beſchloſſen, zur Deckung des Defizits aus den
Ver=
untreuungen des früheren Rechners Jakob Bieber von
jedem Mitgliede eine Haftſumme von 350 Mark zu
er=
heben. In einer am Samstag abend abgehaltenen, von
zahlreichen Mitgliedern der Kaſſe beſuchten Verſammlung
wurde beſchloſſen, die Zahlung der Haftſumme zu
ver=
weigern und durch gerichtliches Urteil feſtſtellen zu laſſen,
ob nicht in erſter Linie der Vorſtand und der Aufſichtsrat
für das durch die Veruntreuungen des Rechners und die
Verluſte der 2. Hypothek auf das Bieberſche Anweſen
ent=
ſtandene Defizit mit ihrem ganzen Vermögen haftbar zu
machen ſind.
Gießen, 8. Sept. (Zum Fall Roſenthal und
Bärmann). Dem Gieß. Anz. wird mitgeteilt, daß
Roſenthal der ihm zur Laſt gelegten Straftaten im
großen und ganzen geſtändig iſt und der Termin zur
Hauptverhandlung am 23. d. Mts. anſteht. Der
Ange=
ſchuldigte Willi Bärmann hat kein Geſtändnis abgelegt,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. September 1913.
Nummer 211.
er iſt aber durch die. Vorunterſuchung in mehreren
Fällen der Mitſchuld bei einzelnen Straftaten ſeines
Schwagers überführt. Es wird jedoch von der
Beweisauf=
nahme in der mündlichen Verhandlung abhängen,
in=
wieweit man Bärmann ſtrafrechtlich zur Verantwortung
ziehen kann. Der Staatsanwaltſchaft ſind nachträglich
noch mehrere Straffälle gegen die Angeſchuldigten zur
Kenntnis gekommen, deretwegen aber nicht verhandelt
werden kann, weil ſie dieſerhalb von der Schweiz nicht
ausgeliefert ſind.
Büdingen, 8. Sept. (Geſchädigte
Stadtver=
waltung.) Durch eine Verkettung eigenartiger
Um=
ſtände hat die Stadt 80000 Mark eingebüßt. Sie hatte
vor etwa 10 Jahren 100000 Mark, die ſie augenblicklich
nicht verwenden konnte, bei dem Bankhauſe Max
Wert=
heimer, hier, gegen Wertpapiere deponiert und von der
Summe etwa 20000 Mark bis 1908 abgehoben. 1908 brach
das Bankhaus zuſammen. Als die Stadt ihre Papiere
ab=
forderte, ſtellte es ſich heraus daß der Bankinhaber,
Hof=
rat Rothſchild, dieſe im Laufe der Jahre gegen wertloſe,
bereits ausgeloſte Obligationen vertauſcht hatte, darunter
waren auch für 40000 Mark wertloſe Papiere der
Zucker=
fabrik Stockheim. Die Stadt hat nun im Prozeßwege von
Stockheim das Geld zu erlangen verſucht, da ſie geltend
machte, daß Stockheim für die Vernichtung der Papiere
ſorgen mußte. Das Gericht entſchied aber in zwei
In=
ſtanzen zuungunſten Büdingens. Dieſes hat jetzt von
wei=
teren Klagen abgeſehen.
Vom Manöver.
(*) 7. Sept. Ein neues wichtiges Ereignis iſt im
Ma=
növergelände zu verzeichnen: die Fliegerabteilung
von Darmſtadt iſt in Stärke von 15 Offizieren und
125 Mann geſtern in Gelnhauſen eingetroffen und wird
hier während der Dauer des Korpsmanövers verbleiben.
Es läßt ſich alſo daraus ſchließen, daß ein großer Teil der
jetzt folgenden Uebungen ſich um Gelnhauſen abſpielen
wird. Zahlreiche Zuſchauer finden ſich fortgeſetzt an der
Fliegerſtation ein, um die Apparate zu ſehen, die in
Zel=
ten untergebracht ſind. Montag früh werden ſie ihre
Tä=
tigkeit beginnen und erſtmalig im Aufklärungsdienſt bei
der 21. Diviſion mitwirken. Auch die 24er Dragoner ſind
im Manövergelände angekommen. — Die 21. Diviſion
ſo=
wohl als auch die 25. Diviſion hatten am Freitag die
Brigademanöver begonnen. Dieſer erſte Abſchnitt der
eigentlichen Manöver iſt am Dienstag beendet. Die 42.
Infanterie=Brigade hatte am Freitag und Samstag heftige
Gefechte bei den Orten Heldenbergen, Windecken.
Büdes=
heim, Kaichen, Roßdorf. Die rote Partei führte Oberſt
von Drabich=Wächter, die blaue Oberſt Treuſch von
Butt=
lar. Blau kam aus der Gegend von Hanau; an der Nidder
ſtießen die Gegner aufeinander, bei Roßdorf ſtand Blau.
und bei Windecken begann der Kampf. Die Roten waren
nicht raſch genug entwickelt und mußten ſchließlich unter
großen Verluſten das Feld räumen. Ihr Rückzug ging
über Heldenbergen bis zur Kaicher Höhe an der alten
Römerſtraße. Da es am Freitag in Strömen regnete.
ſo rückten die Parteien in Notquartiere, nur die Vorpoſten
bezogen ihre naſſen Biwaks. Samstag begann der Kampf
an der Kaicher Höhe und ſetzte ſich im Niddertal fort.
Mon=
tag iſt letzter Tag im Brigademanöver, und Dienstag ſetzen
die Diviſionsmanöver ein. Sie ſpielen ſich für die 21.
Diviſion zwiſchen Hanau und Mainkur-Fechenheim ab.
Dabei finden Uebungen mit Ueberſchreiten des Maines
bei Keſſelſtadt-Rumpenheim ſtatt. Das Hanauer
Eiſen=
bahner=Regiment hat eine beſondere Brücke bei Groß=
Auheim erbaut, auf der Artillerie über den Main geht;
die Fußtruppen werden zum Teil auf Nachen übergeſetzt.
Der Stab der 42. Infanterie=Brigade liegt in
Helden=
bergen, die 81er befinden ſich in Ilbenſtadt (
Regiments=
ſtab), Heldenbergen, Kaichen, Bönſtadt. die 63er Artillerie
in Aſſenheim, Bruchenbrücken. Der Stab der 21.
Divi=
ſion hat ſein Quatier im Schloß zu Büdesheim. In
dieſem Orte liegt auch die jetzt eingetroffene Korps=
Tele=
graphenabteilung. Die 80er haben ihre Quartiere
zwi=
ſchen Hanau und Windecken.
Bei der 25. Diviſion übt die 49. Brigade auf den
An=
höhen um das Flüßchen Fliede. Bei den Orten Rommerz.
Ellers und Flieden, nördlich vom Dieſtelraſen, wird ſeit
Freitag gekämpft; das Gefecht dauert bis zum Montag.
Die drei Regimenter 115, 116 und 168 hatten um Opperts
und Schweben im füdlichen Kreis Fulda große Biwaks.
Montag ziehen ſich die Gefechte gegen Wallroth. Dann
vereinigen ſich die drei Regimenter, um im beginnenden
Diviſionsmanöver gegen die vereinigten 117er und 118er
zu marſchieren. Die 50. Brigade hat in den letzten Tagen
zwiſchen Freienſteinau und Büdingen gefochten; die 118er
lagen in Freienſteinau, die 117er um Büdingen, Kefenrod
und Wolferborn. In dem Gelände zwiſchen Fiſchborn,
Niederſeemen und Burgbracht kam es zu Gefechten. Der
Regimentsſtab der 25er Artillerie liegt in Krainfeld. Der
Diviſionskommandeur der heſſiſchen Diviſion wird am
10. September in Freienſteinau Quartier beziehen.
Süd=
lich dieſes Ortes wird wahrſcheinlich das
Diviſionsmanö=
ver ſeinen Anfang nehmen. Starke Einquartierungen
ſtehen den heſſiſchen und preußiſchen Orten zwiſchen
Gre=
benhain und Steinau vom Mittwoch ab bevor. Bemerkt
ſei noch, daß das 3. Bataillon der 168er zum letztenmal
aus Reſerviſten gebildet worden iſt, denn am 1. Oktober
wird das 3. Bataillon zu Friedberg errichtet.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. Sept. Der Kgiſer hat
der deutſchen Jugendwehr anläßlich ihrer
Bres=
lauer Kaiſerparade für das ihr von dem Monarchen
ge=
ſtiftete Erholungs= und Uebernachtungsheim im Fort
Spitzberg auf der Feſtung Silberberg zu den bereits
ge=
ſtifteten 10000 Mark weitere 20000 Mark überwieſen.
Der Berliner Magiſtrat hat bekanntlich vor einiger Zeit
20000 Mark für mietweiſe Beſchaffung von
Meſotho=
rium zur Verfügung geſtellt. Nachdem ſich inzwiſchen
die Gelegenheit zur Beſchaffung einer genügenden Menge
von Radium für die ſtädtiſchen Krankenhäuſer geboten hat,
ſind in der letzten Magiſtratsſitzung weitere 222000 Mk.
für Ankauf von Radium bewilligt worden. Die
Zuſtim=
mung der Stadtverordnetenverſammlung wird
unverzüg=
lich eingeholt werden. — Geſtern morgen erkrankte
nach dem Genuß einer Butterſtulle die 43
Jahre alte Ehefrau Johanna des Gaſtwirts Jäckel aus der
Ratiborſtraße 13 ſo heftig, daß ſie ſich wegen der
Schmer=
zen, die ſie plötzlich im Magen verſpürte, niederlegen
mußte. Der Ehemann ließ ſofort einen Arzt kommen, der
aber die Urſache der Erkrankung nicht feſtſtellen konnte und
die Ueberführung der Frau nach dem Krankenhaus
an=
ordnete. Ehe indeſſen noch der Krankenwagen
angekom=
men war, war die Frau ſchon verſchieden. Von dem Brot
und der Butter hatten auch die änderen Familienmitglieder
gegeſſen, ohne nachteilige Folgen zu verſpüren. Ein
Selbſtmord der Frau durch Vergiftung iſt ausgeſchloſſen.
Ein unbekannter Ausflügler wurde auf Mariendorfer
Gebiete auf der Lichtenrader Chauſſee von einem ſehr
ſchnell fahrenden Automobil überfahren.
Die Automobilſten hielten ihren Wagen ſofort an und
ſchleppten den Beſinnungsloſen auf das benachbarte Feld,
um zu verhindern, daß er von Paſſanten unmittelbar
dar=
auf aufgefunden und daß die Verfolgung raſch
aufgenom=
men werde. Vorübergehende wurden durch das Röcheln
des Schwerverletzten aufmerkſam und ſorgten für ärztliche
Hilfe. Die Automobiliſten, die aus Berlin kamen, konnten
Heute nacht iſt die
ſich der Feſtſtellung entziehen.
68 Jahre alte Schneiderin Haberlandt in der Lützowſtraße
bei einem Wohnungsbrande vollſtändig
ver=
brannt.
Frankfurt, 8. Sept. (Verhaftung einer
Ein=
brecher= und Hehlerbande.) Der Kriminalpolizei
iſt es gelungen, eine gefährliche Einbrecher= und
Hehler=
bande hinter Schloß und Riegel zu bringen. Auf
Anord=
nung der hieſigen Polizei wurden in Schwäbiſch=Gmünd
der 39jährige Spengler Heinrich Peter aus Kilianſtädten
und ſeine Braut Eliſe Wahl aus Schwäbiſch=Gmünd
ver=
haftet. Peter hatte hier mit einem gewiſſen Renner
Ein=
brüche in hieſigen Häuſern ausgeführt, wo ihm für etwa
10000 Mark Schmuckſachen und Silbergeſchirr in die Hände
fielen. Peter hatte die Sachen zu ſeiner Braut nach
Schwäbiſch=Gmünd gebracht, da er ſie hier nicht abſetzen
konnte. Bei Hausſuchungen in den Wohnungen des
Ren=
ner und der Mutter des Peter wurden viele Gegenſtände
gefunden, die aus verſchiedenen Wohnungseinbrüchen
ſtammen. Renner und die Mutter Peters wurden
gleich=
falls in Haft genommen.
Mannheim, 8. Sept. (Der Mannheimer
Atten=
täter geiſteskrank.) Der Tapezierer Adolf Jung,
der bei dem letzten Mannheimer Pferdrennen auf den
Großherzog ein Attentat verſuchte, iſt nunmehr von
der Heidelberger Univerſitätsklinik für unheilbar
geiſtes=
krank erklärt und in der Irrenanſtalt Wiesloch interniert
worden.
Schwiebus, 8. Sept. (Vom Auto überfahren.)
Geſtern abend 8 Uhr wurde von einem ohne Licht
fahren=
den Auto ein Mann überfahren und getötet. Die Inſaſſen
legten den Toten in den Straßengraben und fuhren
da=
von. In Sternberg wurden die Automobilfahrer, ein
Herr und eine Dame aus Berlin, angehalten und ihre
Per=
ſonalien feſtgeſtellt.
Bremen, 8. Sept. (Beſuch des Fürſtenpaares
von Bülow.) Auf der Rückkehr von der
Jahrhundert=
feier der Schlacht bei Dennewitz weilte das Fürſtenpaar
von Bülow geſtern in Bremen. Vormittags beſichtigte das
Fürſtenpaar die Sehenswürdigkeiten und fuhr durch den
Bürgerpark. Im Anſchluß hieran folgte das Fürſtenpaar
einer Einladung des Chefredakteurs der Weſer=Zeitung,
Fitger, zum Frühſtück, an welchem vom Senat die
Bür=
germeiſter Barckhauſen und Stadtländer und Senator
Biermann, vom Norddeutſchen Lloyd Präſident Achelis
und Direktor Heineken und außerdem einige andere Herren
teilnahmen. Nach 2 Uhr reiſte das Fürſtenpaar über
Ol=
denburg nach Wilhelmshaven.
Rom, 8. Sept. (Zwiſchenfälle beim
katho=
iſchen Turnfeſt.) Das heutige Turnfeſt katholiſcher
Turnvereine iſt trotz des vorherigen Palizeiverbotes, alle
politiſchen Demonſtrationen zu unterlaſſen, mit einigen
Störungen verbunden geweſen. Die Turner, die am
Mor=
gen in der Baſilika des Laterans gemeinſam die Meſſe
gehört hatten, begaben ſich von dort, wie behördlich
an=
geordnet war, in kleinen Gruppen ohne Abzeichen zum
Vatikan. Auf dem Wege dorthin waren die belgiſchen und
Düſſeldorfer Turner Gegenſtand antiklerikaler
Kundgebun=
gen. Dieſe galten offenbär den Wienern, mit denen ſie
wegen ihrer ähnlichen Abzeichen leicht verwechſelt werden
konnten. Kurz vor St. Peter kam es zu Prügeleien. Nur
das ſehr geſchickte Eingreifen der Polizei und des
Mili=
tärs, das den Petersplatz abſperrte, verhinderte, daß der
Radau einen großen Umfang annahm. Viel bemerkt
wurde, daß mit dem Banner der Turner von Catania zum
erſten Male die italieniſche Trikolore im Damaskushof des
Vatikans vor dem Papſt entfaltet wurde. Dieſer empfing
die Turner am Mittag und ſegnete ſie von der
Raffael=
loge aus.
Neapel, 8. Sept. (Abhanden gekommenes
Perlenkollier.) Die Operettenſängerin Lola Byron
verlor auf einem Spaziergang ein Perlenkollier im Werte
von 20000 Francs, das ihr einſt der König von Spanien
geſchenkt hatte. Die Sängerin gab bei der Polizei der
Ueberzeugung Ausdruck, daß ſie das Opfer internationaler
Diebe geworden ſei.
Gent, 8. Sept. (Panik in einer Menagerie.)
In einer Menagerie der Weltausſtellung wurde der
Domp=
teur bei der Vorſtellung von einem Bären
ange=
griffen und durch Biſſe ſchwer verwundet. Auch ein
junges Mädchen wurde ſchwer verletzt. Unter den
Zu=
ſchauern brach eine Panik aus, bei der mehrere Perſonen
verletzt wurden.
Belfaſt, 8. Sept. (Zugentgleiſung.) Auf der
Strecke Londonderry-Strebane entgleiſte, der Zug,
wobei eine Perſon getötet und 12 verletzt wurden.
Hot Springe, 8. Sept. (Der Rieſenbrand.) Die
Gebäude einer ganzen Straße und noch zwölf andere
Häuſergevierte ſind durch den Rieſenbrand zerſtört. Die
Feuerwehr ſprengte die Häuſer mit Dynamit, um vas
weitere Umſichgreifen der Flammen zu verhüten. Es tobte
ein heftiger Sturm. Man ſchätzt den durch die
Feuers=
brunſt angerichteten Schaden auf 10 Millionen Dollar,
Das Feuer wütete in einer Ausdehnung von einer Meile
in der Länge und einer halben Meile in der Breite.
Zwei=
tauſend Menſchen ſind obdachlos. In der Hauptſache ſind
große Hotels und die Villen von Millionären, die in dem
vornehmen Viertel wohnen, ein Opfer der Flammen
ge=
worden. Die Feuerwehr war dem wütenden Elemente
gegenüber vollſtändig machtlos. Sofort regte ſich auch die
Plünderungsluſt von allerlei Diebesgeſindel, das in die
Häuſer eindrang und ſie teilweiſe ausraubte. Die Polizei
war den Räubern gegenüber machtlos, bis das Standrecht
über die Stadt erklärt wurde. Die durch das Unglück
ob=
dachlos gewordenen Angehörigen der beſten
Geſellſchafts=
kreiſe ſind gezwungen, unter freiem Himmel zu hauſen. Da
das Feuer auch das elektriſche Kraftwerk zerſtört hat, iſt
die Stadt vollſtändig in Dunkel gehüllt. Hilfszüge mit
Aerzten und Vorräten ſind ſofort an die Stätte des
Un=
glücks geeilt. Hot Springs iſt einer der bekannteſten und
vornehmſten Badeorte in Nordamerika.
Luftfahrt.
* Bad=Nauheim, 7. Sept. Ein heute morgen
von Darmſtadt kommender Eindecker wollte in der
Nähe von Bad=Nauheim eine Zwiſchenlandung
vorneh=
men, wobei ſich der Apparat in dem durch den Regen
auf=
geweichten Boden überſchlug. Beide Inſaſſen, der
Pilot Walter Kuhn und ſein Fahrgaſt Georg Peters=
Frankfurt, wurden herausgeſchleudert, erlitten aber
keiner=
lei Verletzungen. Der Apparat wurde nur wenig
be=
ſchädigt.
* Baden=Oos, 8. Sept. Das Luftſchiff „
Vik=
toria Luiſe” iſt um 6 Uhr 50 Min. zur Fahrt nach
Frankfurt a. M. aufgeſtiegen, von wo es am Freitag oder
Samstag auf einige Tage hierher zurückkehren wird.
* Darmſtadt, 8. Sept. Das Luftſchiff „Viktoria
Luiſe” paſſierte Darmſtadt um 10 Uhr.
* Frankfurt a. M., 8. Sept. Das Luftſchiff
„Viltoria Luiſe” landete um 11 Uhr glatt vor
der Halle und ſtieg ſodann zu einer Fahrt über die Stadt
und die nähere Umgebung wieder auf, von der es um
1 Uhr zurückkehrte. Heute nachmittag unternahm das
Luſſchiff mit 18 Paſſagieren einen Aufſtieg.
* Wanne, 7. Sept. Der Flieger Reichelt mit
Paſſagier iſt auf ſeinem Harlan=Eindecker um ¾6 Uhr
abends auf dem Flugplatz Wanne gelandet. Er war über
den Harz geflogen und iſt ohne Zwiſchenlandung bis
hier=
her gekommen. Das Wetter war für ihn überaus
un=
günſtig. Infolge des ſtarken niederdrückenden Windes
ſetzte ſein Apparat beim Landen zu ſtark auf und der
Reifen des Fahrgeſtells platzte. Der Flieger, der ſich um
die Nationalflugſpende bewirbt, hofft innerhalb der
vor=
geſchriebenen Zeit, 24 Stunden, Paris zu erreichen
* Wanne, 8. Sept. Der Flieger Reichelt iſt mit
ſeinem Neffen Huehnel als Paſſagier heute morgen um
7 Uhr zum Weiterflug nach Paris
aufge=
ſtiegen.
Sporf, Spiel und Turnen.
* Leichtathletik. Bei dem am Sonntag von dem
Sportklub Alemannia hier veranſtalteten 10
Kilo=
meter=Lauf wurden 1. Richard Wallrapp=Oberurſel,
2. Max Wettermann=Darmſtadt, 3. Ludwig Rückert=
Darm=
ſtadt, 4. Guſtav Neff=Darmſtadt, 5. Peter Eiſenhauer=
Darmſtadt, 6. Ernſt Bäcker=Darmſtadt.
Landwirtſchaftliches.
* Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 8. Sept. Auftrieb durch Händler 166 Stück, durch
die Bezugsvereinigung 76 Stück. Preiſe für 50 Kilogramm
Schlachtgewicht (ausgeſuchte Ware): 1. Qualität 83 Mark,
2. Qualität 82 M., 3. Qualität 81 M. Marktverlauf: mäßig,
Ueberſtand.
Frankfurt a. M., 8. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1309 Rinder
(einſchl. 23 aus Oeſterreich), darunter 451 Ochſen, 50 Bnls
len, 808 Färſen und Kühe, ferner 253 Kälber, 112 Schafe
und 2235 Schweine. Preiſe für 1 Ztr. Lebendgewicht
(Schlachtgewicht) in Mark: Ochſen: vollfleiſchige,
aus=
gemäſtete höchſten Schlachtwertes im Alter von 4 bis 7
Jahren 53—59 (97—102), junge, fleiſchige, nicht
ausge=
mäſtete und ältere ausgemäſtete 50—52 (91—95), mäßig
genährte junge und gut genährte ältere 47—49 (87—91);
Bullen: vollfleiſchige, ausgewachſene höchſten
Schlacht=
wertes 50—52 (83—86), vollfleiſchige jüngere 47 (80—81)
Färſen und Kühe: vollfleiſchige, ausgemäſtete Färſen
höchſten Schlachtwertes 50—53 (89—95), vollfleiſchige,
aus=
gemäſtete Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren
48—51 (89—91), wenig gut entwickelte Färſen 43—4e
(83—92), ältere, ausgemäſtete Kühe und wenig gut
ent=
wickelte jüngere Kühe 41—47 (76—87), mäßig genährte
Kühe und Färſen 34—40 (68—80), gering genährte Kühe
und Färſen 26—30 (59—67); Kälber: mittlere Maſte
und beſte Saugkälber 62—66 (105—112), geringere Maſt
und gute Saugkälber 57—60 (97—102), geringe Saugkälbel
50—54 (85—92); Schafe: Maſtlämmer und Maſthammel
47 (98); Schweine: vollfleiſchige von 160 bis 200 Pfd
Lebendgewicht 63—66 (82—83), vollfleiſchige unter 16
Pfund Lebendgewicht 63—65½ (81—83), vollfleiſchige von
200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 63—66 (81—83), vollflei
ſchige von 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 63—66 (81—83)
Marktverlauf: Der Rindermarkt wird bei lebhaften
Handel nicht ganz geräumt. Kälber werden bei gedrücktem
und Schafe bei ruhigem Handel ausverkauft. An
Schweinemarkt lebhaftes Geſchäft und geringer
Ueber=
ſtand.
Die Hamburg-Amerika=Linie und die
Ausſtellung in San Franzisko.
* Hamburg, 7. Sept. Die Hamburg=
Ame=
rika=Linie hatte an mehrere wirtſchaftliche Vereinig
ungen, darunter auch an die Ständige
Ausſtel=
lungskommiſſion für die deutſche Indu
ſtrie in Berlin, das Erſuchen gerichtet, ſich gemeinſam
mit der Hamburg=Amerika=Linie um eine Vertretung der
deutſchen Induſtrie auf der Weltausſtellung in San
Fran=
zisko, auch ohne Unterſtützung der Reichsregierung, zu
be=
mühen. Ihr Erſuchen war u. a. begründet worden mit
einem Hinweis auf die außerordentlich große Bedeutung
dieſer Ausſtellung für die Entwickelung des deutſchen
Ex=
ports nach der geſamten amerikaniſchen Weſtküſte.
Darauſ=
hat die Ständige Ausſtellungskommiſſion geantwortet, daß
ſie der Anregung nicht Folge leiſten könne die amtliche
Ablehnung der Einladung ſei im Einvernehmen mit der
Ständigen Ausſtellungskommiſſion und nach deren
Be=
fragung erfolgt, wobei ſich ergeben habe, daß ſich die
Vor=
ſtandsmitglieder in überwiegender Mehrheit gegen eine
Beteiligung ausſprachen; es ſei unmöglich, daß die
Kom=
miſſion ſich hiermit durch irgend welche Mitwirkung an
einer privaten Beteiligung in Widerſpruch ſetze. Dieſe
Antwort hat die Hamburg=Amerika=Linie
ver=
anlaßt, das nachſtehende Schreiben an die
Ständige Ausſtellungskommiſſion zu richten
„Wir empfingen Ihr Schreiben vom 23. v. Mts. und
bemerken dazu, daß wir uns mit Ihrer Auffaſſung nicht
einverſtanden erklären können. Nach unſerer Anſicht hatte
die Ausſtellungskommiſſion gar nicht das Recht ſich
mit=
der amtlichen Ablehnung der Beteiligung an der
Ausſtel=
lung in San Franzisko einverſtanden zu erklären. Die ir
der Ausſtellungskommiſſion vertretenen deutſchen
Inter=
eſſen, die für eine ſolche Beteiligung ſprechen, ſind
der=
artig groß, daß, wenn die Ausſtellungskommiſſion ſie für
unbeachtlich gehalten hat, das nur einem bedauerlichen=
Mangel an Sachkenntnis zuzuſchreiben ſein könnte.
Aber=
auch wenn die Kommiſſion die Intereſſen nicht für grof
genug hielt, um ſich daraufhin für eine Beteiligung der
Regierung gegenüber auszuſprechen, war ſie unſeres Er
achtens nicht berechtigt, das Gegenteil zu tun und dami
die Intereſſen eines Teils ihrer Mitglieder zu ſchädigen
Es wird der Kommiſſion nicht unbekannt geblieben ſein
daß Vorbereitungen für eine private Beteiligung an der
Ausſtellung im Fluſſe ſind. Wir dürfen von der Ausſtel
lungskommiſſion erwarten, daß ſie ihrer Aufgave
entſpre=
chend dieſer Bewegung wohlwollende Förderung nicht
ver=
ſagt. In vorzüglicher Hochachtung Hamburg=Amerika=
Linie (gez.) Ballin.”
Nummer 211
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. September 1913.
Seite 5.
Die neuen Bauten am
Bahnhofsplatz.
Die Verlegung der Bahnhöfe weit vor die bisherige
Bannmeile der Stadt bedeutete den Anfang einer neuen
Zeit für die Entwickelung unſeres Gemeinweſens und
er=
ſchloß dem Verkehr und dem Leben der Stadt neue Ge
biete und Wege. Wenn auch naturgemäß durch die
hier=
durch entſtehenden Verkehrsverſchiebungen für die erſte
Zeit ein Teil unſerer alten, gut eingeführten Geſchäfte in
ihrem Wirkungskreiſe eingeſchränkt wurden, ſo ſind auf
der anderen Seite wieder neue Bedürfniſſe entſtanden, die
geeignet ſind, neue Kräfte zu wecken, deren Entfaltung
durch die bislang unterbundene Entwickelung der Stadt
nach Weſten möglich gemacht wird und ſo ausgleichend
auf das Leben der Stadt für das Wohl und zum Segen
der Allgemeinheit zurückwirken. Es fehlten in erſter Linie
Wohngelegenheit und Erfriſchungsmöglichkeit in der Nähe
der Bahnhöfe, und hat es die Firma Diſchinger
unter=
nommen, in dieſer Richtung in nicht alltäglich zu
nennen=
der Weiſe auf dem ihr gehörigen Gelände vor dem neuen
Hauptbahnhof dieſen Bedürfniſſen Rechnung zu tragen
und ſowohl Wohngebäude wie auch Hotel= und Reſtaura=
Sie ſtellte hierdurch
tionsetabliſſements zu ſchaffen. —
ür die Architekten eine Aufgabe, wie ſie in dieſem
Um=
fange nur ſelten in Städten von Größe der unſeren
ge=
tellt werden.
Die Architekten Mahr und Markwort haben im
Auf=
trage der Firma Diſchinger für den ganzen ihr
gehöri=
gen Geländeteil einen Geſamtentwurf aufgeſtellt und ſtellt
der bis jetzt hergeſtellte Bauteil nur Teile der
Geſamt=
anlage dar, die im übrigen baldmöglichſt fertig ausgebaut
werden ſoll. In den bis jetzt erſtellten Bauteilen ſind
enthal=
en: Im ſüdlich gelegenen Gebäudetrakt in rund 75 Meter
Frontlänge das Bahnhofshotel. Dasſelbe nimmt die ganze
ſüdweſtliche Ecke des Geländes ein und enthält in den
z Obergeſchoſſen außer einem Geſellſchaftsſaale,
Schreib=
zimmer uſw. über 20 ein= und zweibettige
Fremdenzim=
ner in modernſter Ausſtattung, fließendes Waſſer, Bäder
und ſonſtigen Komfort.
Dem Hotel iſt eine Reſtauration angegliedert, deren
Räumlichkeiten die geſamten Erdgeſchoßräume in Anſpruch
tehmen. Neben dem Haupteingang iſt ein Laden mit
Ladenzimmer angeordnet und ſteht ein weiterer Teil des
Erdgeſchoſſes zur Vermietung, etwa an eine Konditorei
zur Verfügung. Der nordweſtlich gelegene Bauteil
ent=
ält das Poſthotel, in deſſen Erdgeſchoßräumen ebenfalls
Reſtaurationsbetrieb, wenn auch einfacher, als im
Bahn=
hofshotel, ſo doch mit allem, was die Neuzeit verlangt
usgeſtattet, ſich befindet. Es enthält in ſeinen
Wohn=
geſchoſſen 14 Fremdenzimmer mit teils 1, teils 2 Betten.
die übrigen Teile der Häuſergruppen ſind in Wohnungen
ingeteilt, deren Einrichtungen derart getroffen ſind, daß
ieſelben, ohne der Wohnlichkeit Abbruch zu tun, ſpäter
benfalls mit wenig Abänderungen zu Hotelzwecken
nutz=
ar gemacht werden können.
Die Geſamtanlage, von den Architekten Mahr und
Markwort entworfen und durchgeführt, beweiſt, wie
glück=
ich Bauherr und Architekten zuſammenarbeiteten, um
in dem Platze und ſeiner Rangordnung im Stadtbilde
ntſprechendes Gebäude zu errichten, für deſſen
Durchführ=
ing die Bauherrin, um eine großzügige Anlage zuſtande
u bringen, weſentliche Opfer für die Allgemeinheit
brin=
gen mußte. Es iſt zu wünſchen, daß dieſer ſich in dem
lnternehmen ausdrückende tatkräftige Wagemut denn auch
urch den Erfolg belohnt wird, was für Bauherrn wie
lrchitekten die größte Genugtuung ſein würde.
Die Architekten wurden bei Erbauung des ſeinen
Neiſter lobenden Werkes durch die Mitarbeit in der
auptſache Darmſtädter Handwerksmeiſter unterſtützt,
eren jeder mit ſchönem Erfolg bemüht war, nur
Muſter=
fültiges zu leiſten und ſo jeder an ſeinem Teile zum
Ge=
ingen des am Eingange der Stadt den Fremden
gegen=
ber als erſte Kundgebung der künſtleriſchen Beſtrebungen
ind Leiſtungsfähigkeit ihrer Bürger auftretenden
Bau=
verkes beizutragen.
Die ausführenden Firmen
varen: Architektur: Mahr und Markwort, Darmſtadt
erdarbeiten: Delp und Söhne, Pfungſtadt;
Maurer=
rbeiten: Fr. Vogel, L. Wagner, L. Weber, Darmſtadt;
etonarbeiten; Rheiniſche Betonbaugeſellſchaft, Mainz;
Steinhauerarbeit: Bachem und Co., Königswinter;
kunſtſteine: Konr. Wittmann, Darmſtadt;
Zimmerarbei=
en: J. Konr. Mahr, C. Haury, Adam Krickſer, Darmſtadt;
Jachdeckerarbeiten: H. Weiler, J. Keller, Gebr. Müller,
armſtadt; Spenglerarbeiten: K. Zahrt, L. Breitwieſer
armſtadt, Karl Tänzer; Grobſchloſſerarbeit: G. Donges,
darmſtadt; Heizungsanlage: Heinr. Fritz, Darmſtadt,
jeck und Poſt, Frankfuri; Blitzableitung: J. Jakobi,
armſtadt; Inſtallation: Gebr. Becker, K. Zahrt, L.
Breit=
vieſer, L. Pohl. Darmſtadt; elektriſche Inſtallation:
Hartmann, W. Schöller, Darmſtadt. Modelle: Karl
Scholl, Darmſtadt; Bildhauerarbeit: Daniel Dell,
Gries=
eim; Glaſerarbeit: K. Kahrhof, Darmſtadt, Fr. Werner
lrheilgen, F. A. Fließ, Eberſtadt; Stuckarbeit: L.
Berg=
räßer, Joſ. Zabel, Darmſtadt; Bimsdielwände: Joh
Schubert. Darmſtadt; Malerarbeit: Gebr. Nover, Th.
lump, Darmſtadt; Weißbinderarbeit: K. Hermann, Joh.
Schubert, Thomas und Zimmermann, J. H. Weber, W.
lein, Heiner und Stier, ſämtlich Darmſtadt, L. Spieß,
Ffungſtadt; Linoleumſtrich: Konr. Wittmann,
Telephon=
nlage: vorm. J. Berliner. Mannheim; Treppenſtufen:
ernſt Zehrlaut, Mainz; dieſelben verlegen: Peter Karn,
Darmſtadt; Kunſtmarmor: Oberheſſiſche Kalk= und
Stein=
nduſtrie, Butzbach; Marmorarbeiten: Bercher und
Ger=
auſer, Alten=Gronau; Plattenarbeiten: Gg. Grün, Th.
sloch, Darmſtadt; Ofenarbeiten: J. Kienzle, K. Kohl,
darmſtadt; Schreinerarbeit: Jul. Glückert, K. Bickhardt
. Riedlinger, H. Kraft, Karl Kahrhof, Fr. Jakobi, Ph.
unz, L. Schmitt. Guſt. Thomä, L. Debus, Fr.
Hühner=
art, G. Müller, ſämtlich Darmſtadt; Holzbildhauer:
Bern=
ard Pitro; Terrazzo: Karl Mion, Darmſtadt:
Parkett=
öden: Karl Amend, Oppenheim; Linoleum: L. Alter,
3h. Jungmann, Darmſtadt. Gebr. Kalkhof, Mainz;
Klapp=
iden: H. Kraft, Darmſtadt; Schloſſerarbeiten: J. Huhn,
Jg. Hillgärtner, H. Emmel, A. Köhler, Darmſtadt;
Kunſt=
hloſſer: Fr. Oerterer, Darmſtadt; Anſchlagarbeiten: Fr.
Jeyer, Darmſtadt; Schloßlieferung: W. Hublitz, J. Scheid,
harmſtadt; Baubeſchläge: Isleib und Bebel, Leipzig=
Steinholzböden: J. Schuchmann. Darmſtadt;
Tapeten=
ieferung: C. A. Stützer Nachf. Ph. Jungmann, H.
Luck=
ardt. Darmſtadt; Tavezierarbeiten: C. Glückert, H.
Ben=
er, Fr. Eigenbrodt, Fr. Luckhaupt, W. Hein, Darmſtadt;
Zeleuchtungskörver: K. A. Seiffert, Müggeln: Möbel und
orhänge: L. Alter, Darmſtadt: Möbel: J. Glückert,
armſtädter Möbelfabrik, Darmſtadt; Läufer:
Teppich=
abrik Hallensleben, Hanau: Herdlieferung: Gebr. Röder,
Darmſtadt.
Der Kaiſer und der König der Hellenen.
* Berlin, 8. Sept. Der Norddeutſchen Allgemeinen
Zeitung zufolge richtete der Kaiſer bei der
Ueber=
reichung des Feldmarſchallſtabes an den
König der Hellenen folgende Anſprache: „Eure
Majeſtät heiße ich von Herzen hier willkommen. Zugleich
gebe ich meiner Freude Ausdruck, daß ich Eurer Majeſtät
in Gegenwart meiner Generale, als Vertreter meines
Heeres, den auf dem Schlachtfeld erworbenen Stab der
Feldmarſchälle nunmehr perſönlich übergeben darf. Eure
Majeſtät haben die Gnade gehabt, während und nach dem
Kriege — wiederholt und öffentlich — zu bekunden, daß
die großen Erfolge, die Eurer Majeſtät zu erringen mit
Gottes Hilfe vergönnt waren, nächſt der heroiſchen
Tapfer=
keit und der opferfreudigen Hingabe aller griechiſchen
Truppen, den bewährten preußiſchen Grundſätzen über
die Kriegsführung zu verdanken ſeien. Dieſe ſeien von
Eurer Majeſtät und den Offizieren allerhöchſt Ihres
Sta=
bes in Berlin beim 2. Garde=Regiment zu Fuß und auf
der preußiſchen Kriegsakademie erworben worden und
hätten, in die Praxis umgeſetzt, ſich glänzend bewährt.
Mein Heer iſt ſtolz auf dieſes Urteil Eurer Majeſtät,
wel=
ches eine Anerkennung für unſere militäriſche Geiſtesarbeit
enthält, und zugleich dafür einen ſchlagenden Beweis
er=
bringt. daß die von unſeren Generalen und unſeren
Trup=
pen gepflegten Prinzipien bei richtiger Anwendung ſtets
den Sieg verbürgen. Wollen Eure Majeſtät nunmehr aus
meinen Händen den Feldmarſchallſtab entgegenzunehmen.”
Der König der Hellenen erwiderte: „Eurer
Majeſtät ſpreche ich mit bewegtem Herzen meinen Dank
für die große Ehre aus, die mir zuteil wird durch die
Verleihung des Feldmarſchallſtabes. (Zu den Generalen
gewendet): Ich ſtehe nicht an, noch einmal laut und öffent
lich auszuſprechen, daß unſere Siege nächſt der
unüber=
windlichen Tapferkeit meiner Eriechen den Grundſätzen
über Krieg und Kriegführung zu danken ſind, welche ick
und meine Herren hier in Berlin bei meinem lieben
Garde=Regiment zu Fuß, der Kriegsakademie und in dem
Verkehr mit dem preußiſchen Generalſtab uns angeeignet
haben. Ich danke Seiner Majeſtät dem hochſeligen großen
Kaiſer Wilhelm I., daß er die Gnade hatte, mir zu
ge=
ſtatten, koſtbare Monate hindurch hier in der Truppe und
auf der Akademie die militäriſchen Kenntniſſe mir an
eignen zu dürfen, welche mir im Kriege nachher ſo
glän=
zende Erfolge gebracht haben.”
Vom Kaiſermanöver.
* Freiburg i. Schl., 7. Sept. Freiburg hat
zur Ankunft der Manöverleitung und zahlreicher
Manöver=
gäſte reichen Flaggenſchmuck angelegt. Prinz
Wal=
demar als Chef des Freiwilligen Automobilkorps iſt
be=
reits hier eingetroffen, ebenſo die Generalſtabschefs Con
rad von Hötzendorff und Pollio Abends traf Graf
Zeppe=
lin, von der Bürgerſchaft und den Schulkindern begeiſtert
empfangen, ein. v. Hötzendorff und Pollio beſuchten am
Nachmittag die Schlachtfelder von Hohenfriedberg und
Leuthen, wo ihnen Vorträge über die Schlachten gehalten
wurden. Die Manöverleitung betont, daß auch bei den
diesjährigen Kaiſermanövern wie ſtets der Preſſe in
wei=
teſtem Maße entgegengekommen werden ſoll.
* Breslau, 7. Sept. Prinz Rupprecht von
Bayern iſt heute abend 9.30 Uhr hier eingetroffen und
hat beim Fürſtbiſchof Dr. Kopp Wohnung genommen.
Im Schloſſe Sibyllenort traf heute 11,13 Uhr der König
von Sachſen mit Generalmajor von Tettenborn nebſt
weiteren Herren des Gefolges, ſowie dem General der
In=
fanterie von Löwenfeld als Ehrendienſt ein.
* Bad Salzbrunn, 8. Sept. Der Kaiſer iſt
mit dem Könige und dem Kronprinzen von Griechenland
heute abend 8½ Uhr in Bad Salzbrunn i. Schl. zu den
Kaiſermanövern eingetroffen.
* Breslau, 8. Sept. Die Kaiſermanöver haben
heute morgen ihren Anfang genommen. Um 7½ Uhr trafen
der Kaiſer und der König von Griechenland
im Automobil im Manövergelände ein. Sie begaben ſich
darauf zu Pferde auf den Töpferberg. In der Nähe
des=
ſelben hatten ſich zahlreiche Fürſtlichkeiten und Vertreter
der Generalität eingeſunden. Die blauen Truppen
muß=
ten ſich nach kurzem Gefecht zurückziehen. Während des
Gefechts kreuzten viele Flugmaſchinen und einige
Zeppe=
line über den Kämpfenden.
* Freiburg i. Schl., 8. Sept. Die allaemeine
Kriegslage iſt folgende: Die rote Armee, etwa ſechs
Armeekorps, dringt aus Oberſchleſien über die Oder in
Schleſien ein. Die Maſſe erreichte am 6. abends die Linie
Strehlen=Patſchkau in der Gegend ſüdöſtlich von Breslau.
Vor ihrer Front gelangte die rote Kavallerie am 7. bis
Koberwitz=Schweidnitz=Friedland, nachdem ſie im Laufe
des Tages bei Schweidnitz im Gebirge blaue
Grenzſchutz=
truppen zurückgeworfen hatte, die aus Oberſchleſien vor
dem Anmarſch der roten Armee zurückgewichen waren. Die
blauen Grenztruppen gingen am 7. auf die Linie
Landes=
hut=Hohenfriedberg, hinter das Striegauer Waſſer im
Anſchluß an die armierte blaue Feſtung Breslau bis
Canth zurück. Hinter ihnen iſt die blaue Armee zwiſchen
dem Rieſengebirge und der Oder in einer Stärke von etwa
fünf Armeekorps in der Verſammlung begriffen. Ihre
Maſſe hatte am 6. ihren Vormarſch noch nicht angetreten.
Das 5. Armeekorps kämpft im Verbande der blauen, das
6. Armeekorps im Verbande der roten Armee. Die
bei=
den Armeekorps ſind Korps der Mitte ihrer Armeen. Die
rechts und links von ihnen anzunehmenden
Anſchlußtrup=
pen werden durch Volltruppen anderer Armeekorps, am
8. und 9. auch durch Flaggen dargeſtellt.
* Freiburg i. Schl., 8. Sept. Die
Manöverlei=
tung teilt eine Reihe von Geſichtspunkten für die
Beob=
achtung der Manöver mit, aus welchen
folgen=
des hervorgehoben ſei: Es handelt ſich um den Kampf
zweier auf beiden Seiten angelehnter Armeekorps
gegen=
einander. Daher werden die beiden kommandierenden
Generäle durch Armeebefehle in der Leitung vor
be=
grenzte Aufgaben geſtellt. Zum Ausdruck kommen wird
die Kunſt des Führers, in dem enabegrenzten Raum ſeine
Truppen in rückſichtsloſeſter Offenſive reſtlos an den Feind
zu bringen und in brutalem Kampf den Sieg zu
erzwin=
gen. Oberſter Schiedsrichter iſt der Kaiſer und
Ober=
ſchiedsrichter Freiherr von der Goltz. Es iſt zu erwarten.
daß Rot den Vormarſch fortſetzt und Blau den Vormarſch
antritt und beim Aufſuchen des Gegners durch rote
Kaval=
lerie erneut auf den Widerſtand der blauen Grenzſchutz
truppen ſtößt. Die Anlage des Manövers läßt erkennen,
daß es ſich nicht an kriegsgeſchichtliche Vorgänge anlehnt.
wenn es ſich auf dem Boden glorreicher Taten der
preu=
ßiſchen Waffen abſpielt. Einzelheiten über die Lage des
Gegners werden bei dem 5. bezw. 6. Korps erſt morgen
abend bekannt. Die Infanteriebataillone ſind durch
Re=
ſerviſten in den erhöhten Stand gebracht worden. Die
Ba=
taillone der Anſchlußtruppen haben die Friedensſtärke. Bei
der Kavallerie werden Radfahr=Abteilungen auftreten und
es werden Gefechtsbagagen. Fernſprechgeräte und
Brücken=
trains verwendet. Ausgedehnte Verſuche auf den
Ge=
bieten der Verpflegung, des Munitionserſatzes und der
Bekämpfung der Luftfahrzeuge ſtehen bevor. Blau erhält
„Z. 1" und Rot „Z. 4‟. Beide Korps erhalten Flugzeuge
in erheblicher Zahl. Auch Generalſtabsoffiziere werden
als Beobachter von Flugzeugen Verwendung finden. Die
feindlichen Luftfahrzeuge werden bei den Begegnungen
ſich kriegsmäßig benehmen. Der Abwurf von Bomben
kann zur Darſtellung gelangen. Dem Manöver wohnt
auch der Chef des bayeriſchen Generalſtabes, General
Krafft von Dellmenſingen, bei.
* Freiburg i. Schl., 8. Sept. Die erſten
Zu=
ſammenſtöße zwiſchen den feindlichen Parteien
erfolg=
ten auf dem landſchaftlich ſchönen und hiſtoriſch
inter=
eſſanten Gelände der Schlacht bei Hohenfriedberg vor den
Spitzbergen bei Striegau in dem hügeligen Terrain
öſt=
lich der Hohenfriedberger Höhen. Das Wetter iſt
herr=
lich. Der Kaiſer in Leibküraſſieruniform paſſierte mit
dem König der Hellenen um 7 Uhr Freiburg im
Automo=
bil, begrüßte auf dem Neumarkt den Generalſtabschef von
Moltke und wurde vom Publikum ſtürmiſch bejubelt. Um
7½ Uhr ſtieg der Kaiſer zwiſchen Oelſe und Ullersdorf
zu Pferde und hielt ſpäter auf den Töpferbergen weſtlich
von Striegau. Die fremdherrlichen Offiziere ſind in
der=
ſelben Gegend verſammelt; ſie wurden hier vom
Kriegs=
miniſter von Falkenhayn begrüßt. Die Luftſchiffe „Z. 1"
und „Z. 4‟, ſowie mehrere Flugzeuge ſind an der Arbeit.
Die blauen Grenzſchutztruppen beſetzten die Linie
Hohen=
friedberg-Striegau, um den Anmarſch der blauen
Haupt=
truppen zu verſchleiern. Bei Halbendorf und Teichau lag
das blaue 5. Jägerbataillon und andere Truppenteile
mit der Front gegen Südoſt. Auf dieſe ſtieß von
Schweid=
nitz her die gegen Nordweſten anrückende rote Kavallerie.
Um 8 Uhr wechſelten ſie die erſten Schüſſe. Drei rote
Ka=
valleriebrigaden rückten allmählich nach, durchbrachen die
ſchwache blaue Kette und drangen weiter weſtlich von
Striegan in nordweſtlicher Richtung auf Günthersdorf
vor, während das rote 6. Jägerbataillon auf die
ſtand=
haltenden Teile der blauen Kette von Königszelt her einen
Angriff machte.
Die Mühlhauſener Schreckenstat.
* Mühlhauſen a. d. Enz, 7. Sept. Unter großer
Beteiligung, namentlich von Bewohnern der nächſten und
weiteren Umgebung, wurden heute die neun Opfer
der Schreckenstat des Lehrers Wagener in
Mühl=
hauſen beerdigt. Der Ortsgeiſtliche Reichardt betonte
in ſeiner Grabrede beſonders, daß der fortſchreitende
Un=
glaube im Volke für die ruchloſe Tat mit verantwortlich
gemacht werden müſſe. Er verlas ein Telegramm des
Königs, in dem er beauftragt wird, der Gemeinde und
allen Beteiligten die herzlichſte und aufrichtigſte Teilnahme
zu bekunden, von der das Königspaar angeſichts des
er=
chütternden ſchweren Unglücks, das die Gemeinde
be=
troffen, erfüllt ſei. Am Grabe ſprachen noch der Vorſtand
des Kriegerverbandes. Graf Leutrum, und Oberamtmann
Regierungsrat Dr. Hofecker=Vaihingen.
* Vaihingen a. d. Enz, 8. Sept. Die bei der
Bluttat in Mühlhauſen Verletzten befinden
ſich den Umſtänden entſprechend wohl, und man darf jetzt
die begründetſte Hoffnung hegen, daß alle am Leben
blei=
ben werden. Insbeſondere die Baderſchen Eheleute, deren
Kind geſtern beerdigt wurde und von denen man ſchon
einige Tage ſagte, daß es nicht gelingen werde, ſie zu
retten, befinden ſich auf dem Wege der Beſſerung.
Wa=
gener ſelbſt wird heute friſch verbunden und bleibt
ſo=
lange im Krankenhauſe, bis er vollſtändig ausgeheilt iſt.
Er zeigt immer noch keine Spur von Reue. Er kann ſich
in ſeiner Zelle nach Belieben bewegen, doch hat man ihm
den Verband derart angelegt, daß es ihm unmöglich iſt,
irgendwelche Fluchtverſuche zu unternehmen oder ſich ſonſt
irgendwie zu betätigen, um ſich ſeinem Richter zu
ent=
ziehen.
* Mühlhauſen a. d. Enz, 8. Sept. Heute
nachmit=
tag 3 Uhr fand in Gegenwart eines ſehr großen
Trauer=
gefolges die Beiſetzung der Frau und der vier
Kinder des Lehrers Wagener in demſelben Grabe
ſtatt, in dem geſtern die anderen Opfer beerdigt worden
ſind. Der Ortsgeiſtliche hielt die Trauerrede, Schulkinder
Mühlhauſens begleiteten den Zug und ſangen am Grabe.
* Mühlhauſen, 8. Sept. Der Maſſenmörder
Wa=
gener beabſichtigte, auch dem Ort Georgsheim ein
gleiches Schickſal wie Mühlhauſen zu bereiten. Er
beſuchte von Degerloch aus ſeinen Bruder, einen
Georgs=
heimer Klempnermeiſter, beſichtigte ſämtliche Räume des
Hauſes und vergrub im Stall 300 Patronen. Er ließ ſich
auch den Schlüſſel geben mit der Bemerkung, er käme erſt
ſpät nachts zurück. Die Feſtnahme in Mühlhauſen
ver=
eitelte dieſen Plan.
Unglücksfälſe bei den franzöſiſchen
Manövern.
* Paris, 8. Sept. Den Militärzügen, welche
die Truppen zu den großen Manövern im Südweſten
Frankreichs transportierten, ſind mehrere ſchwere
Un=
glücksfälle zugeſtoßen. Am Samstag abend entgleiſte
infolge einer falſchen Weichenſtellung im Bahnhof
Be=
darieux der Zug, der das 96. Linienregiment enthielt
wobei ein Korporal getötet wurde. Einem Militärarzt
wurden beide Beine zerſchmettert, außerdem wurden ſechs
Reſerviſten verwundet. An dieſen Unfall hat ſich am
Sonntag ein zweiter angeſchloſſen. Infolge der
Beſchä=
digung der Strecke traf ein Zua, der die Truppen des 81.
Linienregiments von Montbellier nach St. Sulpice im
Departement Tarn transportierte, im Bahnhof von St.
Amans=Soult mit dreiſtündiger Verſpätung ein. Der
Stationschef ließ die Telegramme, welche ihn baten, die
Weiterexpedierung zu verſchieben, unberückſichtigt. Kaum
war der Zug abgelaſſen, da ſtieß er 300 Meter vom
Bahnhof entfernt mit einem von Mazames
kommen=
den Zug, welcher Arbeiter zur Weinleſe im Süden
transportierte, zuſammen. Der Militärzug wurde
ſchwer beſchädigt. Ein Korporal, zwei Soldaten und zwei
Pferde wurden getötet. Die Zahl der Verwundeten,
welche bedeutend zu ſein ſcheint, iſt noch unbekannt.
In=
folge des Unfalls war das 81. Regiment gezwungen, ohne
Obdach auf freiem Felde in ſtrömendem Regen zu
über=
nachten. Der Stationschef von St. Amans=Soult iſt
ver=
haftet worden.
Vermiſchtes.
— Der Guſtav=Adolf=Verein wird dieſes
Jahr ſeine Hauptverſammlung in den Tagen des 15. bis
18. Septembers in Kiel abhalten. Dem Feſtprogramm
entnehmen wir folgendes: Die Feſtpredigten werden an
Vorabend von Generalſuperintendent D. Nottebohm=
Breslau, von Pfarrer D. Mahnert=Marburg (Steiermark)
und von Paſtor Otto=Leipzig, am Hauptfeſttag aber von
Generalſuperintendent Blau=Poſen und Hofprediger Dr.
Hoffmann=Stuttgart gehalten. Gleichzeitig mit den
Haupt=
feſtgottesdienſten ſollen für die an dieſem Tage ſchulfreie
Schuljngend Kiels in allen übrigen Kirchen der Stadt
Kin=
dergottesdienſte abgehalten werden, in denen u. a. Paſtor
D. Zauleck=Bremen, Pfarrer D. Blanckmeiſter=Dresden und
Pfarrer Fauſt=Dornfeld (Galizien) ſprechen werden. Der
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den
geſchloſſnen Abgeordetenverſamntung wird ein Vortrag
des zurzeit auf einer Viſitationsreiſe in Deutſch=
Süd=
weſtafrika befindlichen Mitglieds des Evangeliſchen Ober=
Kirchenrats, Geh. Oberkonſiſtorialrat Dr. jur. Kapler=
Ber=
lin, über das Thema: Unſere Aufgaben gegenüber den
evangeliſchen Deutſchen in den Kolonien unter beſonderer
Berückſichtigung von Deutſch=Südweſtafrika” dargeboten
werden. In den öffentlichen Verſammlungen aber
wer=
den neben den Anſprachen des Vorſitzenden der
Jahres=
bericht des Generalſekretärs, die Abſtimmung über das
große Liebeswerk und der Vortrag des Pfarrers D.
Zöck=
ler=Stanislau über die evangeliſche Diaſpora in Galizien
im Vordergrunde ſtehen. Außerdem ſollen beſonders in
den geplanten 4 volkstümlichen Abendverſammlungen
zahlreiche Diaſporaredner zu Worte kommen. Etwaige
Anmeldungen zur Rednerliſte nimmt der Zentralvorſtand
in Leipzig, Weſtſtraße 4, entgegen.
Literariſches.
— Schwererziehbare Kinder Ein Ratgeber
für alle, die es angeht. Von Guſtav Major, Berlin.
Verlag Carl Marhold, Verlagsbuchhandlung, Halle a. S.
143 S. Preis 2,50 Mark. Nicht nur die moraliſch ſchwer
erziehbaren Kinder geben uns Rätſel und kaum zu löſende
Aufgaben auf, ſondern auch die körperlich und geiſtig ſich
nicht normal entwickelnden Kinder ſind ſchwer erziehbar.
auch ſie ſtellen oft große, ja nicht ſelten größere
Anfor=
derungen an die Geduld Liebe. Konſequenz, Umſicht und
an den pſychologiſchen Scharfblick des Erziehers, als die
anderen. Je früher aber die ungeſunde oder anormale
Entwicklung erkannt und behandelt wird, deſto ſicherer iſt
der Erfolg., Und in dieſen Richtung will vorliegendes
Buch ein Ratgeber ſein.
Vom Balkan.
Die Türkei und Bulgarien.
* Konſtantinopel, 7. Sept. Gegenüber den in
der Preſſe veröffentlichten Erklärungen der
bul=
gariſchen Delegierten Sawow und Natſchewitſch
betonen die offiziöſen Blätter, daß ein Feilſchen unnütz
ſei. Die Pforte beharre auf ihren Vorſchlägen, nach
denen die Orte Dimotika Ortakoej und Kirk=Kiliſſe der
Türkei verbleiben. Die Preſſe nimmt die Erklärung von
einer zukünftigen türkiſch=bulgariſchen Entente kühl auf.
In unterrichteten Kreiſen glaubt man allgemein, die
Pforte werde auf dem Beſitz der Eiſenbahn nach
Adria=
nopel mit Punkten, welche deren Verteidigung ſichern,
be=
harren und Bulgarien eine dreieckige Zone nördlich von
Kirk=Kiliſſe zugeſtehen, welche Malkotirnovo umfaßt und
am Schwarzen Meer bis Iniada reicht.
* Konſtantinopel, 8. Sept. Aus unterrichteter
türkiſcher Quelle wird verſichert, daß trotz der
Erklärun=
ungen der bulgariſchen Delegierten in der Preſſe die
Ver=
handlungen den türkiſchen Forderungen gemäß beendet
würden. Vor der Ankunft der Delegierten erklärte
Natſchewitſch ſich im Laufe der Vorbeſprechungen
damit einverſtanden, der Türkei das Maritzaufer und
das Gebiet um Adrianopel zu überlaſſen. Das genügte
für die Verteidigung der Grenzlinie, die von einem
ſüd=
lich von Adrianopel gelegenen Punkte ausgehen und an
der alten Grenze enden ſolle. Von hier würde ſich die
Grenzlinie dem Schwarzen Meer zuwenden, wobei Kirk=
Kiliſſe den Türken überlaſſen würde. Die Delegierten
werden ſich jetzt mit dieſen unverbindlichen Abmachungen
beſchäftigen.
Japan und China.
* Tokio, 8. Sept Petersburger Telegraphenagentur.
Der Premierminiſter erklärte offiziell. die
Regie=
rung erachte die Kreuzer „Chioda” und „Niitaka” für
ge=
nügend zum Schutze der Japaner in Nanking.
Die Gerüchte von Entſendung von Landtruppen ſind
un=
begründet.
* London, 8. Sept. Die Times meldet aus
Peking: Die japaniſche Aktion wegen der
Nan=
kinger Zwiſchenfälle beſchränkt ſich darauf der
chineſiſchen Regierung die Tatſachen zur Kenntnis zu
bringen und ihre Aufmerkſamkeit auf den ernſten Charakter
der Vorkommniſſe zu lenken. Die japaniſche Geſandtſchaft
wartet gegenwärtig Inſtruktionen ab, um Vorſtellungen
zu erheben, die, wie man annimmt, derart ſein werden, daß
ſie die öffentliche Meinung in Javan befriedigen.
H. B. Berlin 8. Sept. Wie verlautet, betrachtet
man in Berliner diplomatiſchen Kreiſen die
Entwicke=
lung des chineſiſch=japaniſchen
Gegen=
ſatzes mit einiger Beſorgnis. Die japaniſche Regierung
hat nicht nur eine Genugtuungs=Forderung an China
ge=
ſtellt, ſondern hält auch Truppen bereit, um dieſer
Forde=
rung den entſprechenden Nachdruck zu verleihen. Die
Re=
gierung in Tokio möchte zwar den Konflikt gern friedlich
löſen, muß aber auf die ſtarke chineſenfeindliche Bewegung
in dem japaniſchen Volke Rückſicht nehmen, die ernſte
Maß=
regeln verlangt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin 8. Sept. Gemäß dem im Herbſt in der
Marine üblichen Stellenwechſel iſt Konteradmiral
Souchon, zweiter Admiral des zweiten Geſchwaders,
unter Aufhebung des Kommandos zur Verfügung des
Chefs der Marineſtation der Oſtſee zum Chef der anläßlich
der Kriegswirren auf dem Balkan aus Schiffen der
Hoch=
ſeeflotte gebildeten Mittelmeerdiviſion ernannt worden.
Er löſt den Konteradmiral Trummler ab, der zur
Dienſtleiſtung bei der Inſpektion der Küſtenartillerie und
des Minenweſens kommandiert iſt.
Perlin, 3. Sept. Anf dem Vorfigwerke
wur=
den vier Bergleute ſeit Mittwoch auf der Hedwig Wunſch=
Grube vermißt. Von einer Rettungskolonne wurden ſie
geſtern auf einer alten Strecke erſtickt aufgefunden.
* Paris, 8. Sept. Präſident Poincaré iſt heute
vormittag in Begleitung des Juſtizminiſters Ratier und
des Unterſtaatsſekretärs für Schöne Künſte, Berard, nach
Limouſin abgereiſt.
— Berlin, 8. Sept. In der Nähe des Nazareth=
Kirch=
hofes ereignete ſich ein Zuſammenſtoß zwiſchen einer
Autodroſchke und einem Straßenbahnwagen.
Ein von der Droſchke umgeworfener Keſſel voll
kochen=
den Teers geriet in Brand, wobei 2 Arbeiter
Brandwun=
den erlitten.
H. B. Karlsruhe, 8. Sept. Dem ſozialdemokratiſchen
Volksfreund wird gemeldet: Geſtern entſtand in einem
Lokal in Ittersbach bei Pforzheim, in dem eine
ſozialdemokratiſche Verſammlung ſtattfinden
ſollte, ein Tumult unter einer im Lokal anweſenden
Schirmflicker=Geſellſchaft. Als anweſende Gäſte den mit
Revolvern bedrohten Wirt ſchützen wollten, fingen drei,
der wie raſend ſich geberdenden Schirmflicker an, blisdlings
unter die Gäſte ſcharf zu ſchießen, ſo daß dieſe, unter
ihnen der ſozialdemokratiſche Reſerent Sigmund aus
Karlsruhe, flüchten mußten. Dann verfolgten die
Revol=
verhelden die Leute auf den Straßen und ſchoſſen wie aus
einer Schützenlinie aus dem Graben auf die Paſſanten,
dann flüchteten ſie in den Wald. Mehrere Schirmflicker
wurden verhaftet.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Am Südrande des Hochdruckgebietes über
Nord=
europa hatte unſer Bezirk bei öſtlicher Luftſtrömung
vorwiegend heiteres, trockenes und ziemlich warmes
Wetter. Heute morgen dauert dieſelbe Witterung fort.
Nachts ſanken die Temperaturen infolge ſtarker
Aus=
ſtrahlung bedeutend (Lauterbach minus 2%). Das
Hoch=
druckgebiet hat ſich verflacht und etwas ſüdweſtwärts
verlagert, doch werden wir morgen unter ſeinem Einfluß
gutes Wetter haben.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 9. Sept.:
Meiſt heiter und trocken, warm; Gewitter nicht
aus=
geſchloſſen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
(250
EISARENT
ml. seidmen Saee
appenbilder -eifagen.
I,15308
Der albelannte Milchſlammert bereitet
mit Eiern,
Milch und 1Rtekaumt
bleibt ſtets der beſte.
Es gibt kein künſtliches Puddingpulver, das
dem Flammeri ſo den Sahnegeſchmack verleiht wie
Mondamin. Es war ſchon der Stolz zu
Groß=
mutters Zeiten. Mondamin eignet ſich vorzüglich
für alle Arten von Flammeris, Puddings
Auf=
läufe ꝛc. Dazu geſchmortes Obſt ſerviert, hat die
Hausfrau ein nahrhaftes Zwiſchengericht. Schreiben
Sie ſofort um das „B"Kochbüchlein, welches gratis und franko
erhältlich iſt vom Mondamin=Kontor, Berlin O. 2.
VI, 12511
Hugenschütz Felsenkeller
Heute Dienstag, 9. September, abends 8 Uhr:
M2 V S G 65fe
Iiiiiur Ronzert.
Leitung: Herr Obermusikmeister M. Weber.
Nur Werke von: I. Teil Ich. Strauss.
II. Teil Paul Lincke, III. Teil Jean Gilbert.
Zum
Schluss: Berlin wackelt
Neuestes Potpourri von C. Muena. (18741
Eintritt mit Programm 15 Pfg.
Familienackrickten.
Statt beſonderer Anzeige.
Es hat Gott gefallen,
Gatten und unſeren Bruder
meinen geliebten
(18702
Medizinalrat
Dr. Ludwig Römheld
Direktor der Grossh. Landes-Heil- u.
Pflege-
anstalt zu Alzey
heute nach längerem Leiden aus dieſem Leben
abzurufen.
Ludwigsmühle bei Zimmern,
Unter=
franken und Darmſtadt, 7. Sept. 1913.
Pauline Römheld, geb. Bapst,
Marie Römheld,
Gustav Römheld, Geheimerat.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme beim Hinſcheiden unſeres unvergeßlichen
Sohnes und Neffen
(18725
Rudolf Hof
ſprechen wir unſeren tiefgefühlten Dank aus.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Carl Hof, Lehrer
und Frau Auguſte, geb. Hof.
Darmſtadt, den 8. September 1913.
Dankſagung.
Herzlichen Dank ſage ich Allen, die mir ihre
Teilnahme bewieſen haben bei dem
Heimgang=
unſeres ſeel. Vaters, ſowie für die vielen
Blumen=
ſpenden; auch den Herren von der Großh.
Hof=
muſik und dem Geſangverein „Liederkranz”
für=
den erhebenden Grabgeſang.
(18711
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Toni Bickerle.
Darmſtadt, den 8. September 1913.
Danksagung.
Für die ſo überaus herzliche
Teil=
nahme an unſerem ſchweren,
unerſetz=
lichen Verluſt ſagen wir hiermit unſeren
tiefgefühlten Dank.
(18693
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Bechtold.
Darmſtadt, 8. September 1913.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereic
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für des Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
Mnimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmammmmmmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmimmmmmmmmmmmmmmmmmmiim
Das bDarmſtädter Taablatte
erſcheint vom 1. Oktober an
lebennur Wocktennat.
Zilmnmimmmmmmmmmmmmmmmhanmmmmmmmmmmmii
Imimmmmmmmmmmmmhmmmmimmmmmimiimmmmmmmmimmmmmmmmmimmmmmmmmmmm
Oder mit Hanſa= und Baumbrücke in Stettin aus der
Vogelſchau. Siegesfeierlichkeiten in Serbien, König
Peter dekoriert den heimkehrenden Kronprinzen
Alexander.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 10. September.
Hofreite=Verſteigerung des Hch. Phil. Jacoby
(Parcusſtraße 5) um 9 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Tageskalender.
Jroßh. Hoftheater, Anfang 7½ Uhr, Ende gegen
10½ Uhr (Ab. A): „Cavalleria Ruſticana”, hierauf „Der
Bajazzo”
ilder vom Tage (Auslage Expedition
Rhein=
ſtraße 23): Von der Herbſtparade in Berlin,
Vorbei=
marſch der Garde=Infanterie. Die tollkühne
Flugleiſt=
ung des Fliegers Pegoud, der Flieger Pegoud im
Appa=
rat, der ſich überſtürzende Apparat in der Luft. Die
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Tram=
kaſerne (Heidelbergerſtraße).
Patentſchriften=Auslegeſtelle in der
Ge=
werbe=Bibliothek, Neckarſtraße 3. Zeit der Benutzung:
an allen Wochentagen von 10—12½ und 3—5½ Uhr
(Samstag mittag ausgenommen).
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Bad. Staatsanleihe . . 97,70
92,50
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Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,00
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do. v. 1875 92,20
Bulgaren=Tabak=Anl. 96,50
Griechen v. 1887 . 57,80
½
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do. Goldrente . . . 90,40
do. einheitl. Rente . 81,70
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v. 1890 . . 93,60
do.
v. 1905 . . 88,00
Ruſſen v. 1880 . . . . 89,00
do. v. 1902 . . . . 91,00
do. v. 1905 . . . . 100,00
½ Schweden . . . . . . 86,28
Serbier amort. v. 1895 —
Türk. Admin. v. 1903 79,00
Türk. unifiz. v. 1903
Ungar. Goldrente . . . 85,20
do. Staatsrente. . . 82,10
In Vror.
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98,00
5 Chineſ. Staatsanleihe
4½
92,00
do.
4½ Japaner . .
91,60
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3
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. . . 208,00
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51,00
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10 Aumeß=Friede . . . . 169,00
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11 Deutſch=Luremburg.
Bergb. . . . . . . 146,75
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3 Prag=Duxer . . . . . . 71,00
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn . 88,20
77,50
3
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,90
do.
4
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4
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3 Portugieſ. Eſenb. .. 73,30
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do.
4½
½ Livorneſer . . . . . 69,30
2,60
3 Salonique=Monaſtir
9,70
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4½ Anatoliſche Eiſenb. . 92,25
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9½ Berlin. Handelsgef.
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9,25
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12½ Deutſche Bank .
6 Deutſche Vereinsbank . 116,20
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 111,76
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8½ Dresdener Bank 150,00
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,00
6½ Mittelb. Kreditbank 113,90
Nationalb. für Deutſchl. 116,20
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,70
5,95 Reichsbank . . . . . 134,00
7 Rhein. Kreditbank. . .127,00
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S. 16 u. 17. . . 94,50
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S. 19. . . . . .
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S. 15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
34
84,00
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3½
84,20
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Banſ
E. 12, 13, 16
96,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 36,60
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
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Seite 3.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. September 1913.
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an Frl. E. Walewski, Auerbach (Heſſ.)
Heidelbergerſtr. 39.
(18699
Frau ſucht vormittags Laufſtelle,
geht auch halbe Tage Waſch. u. Putz.
Eisenhauer, Kirchſtraße 4, Htb. (*7994
Nette Landmädch. ſuch. in
Darm=
ſtadt Stellen. Fr. Berta Nebling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Ludwigſtraße 8.
(*7987imd
Aelt. Mädchen, weliches kochen u.
alle Hausarbeit gut verſteht, beſte
Zeugniſſe beſitzt, ſucht Stelle in
ein=
fachem Haushalt unt. beſcheidenen
Anſprüchen. Emma Frank,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Karlſtraße 31.
(*7972
An=
20 Jahre
ſtändiges Mädchen, alt, ſucht
Stellung in kleinen Haushalt Flickfrau geſucht.
Wendelſtadtſtr. 27, part. (*8043
nimmt Stelle als Aush. an, vor= einfache Stickarbeiten an?
u. nachm. Weinbergſtr. 45, III. (B18722 Off. unt. O. 71 an die Exp. (*7968 Ein ordent= V
ſucht
liches, braves Mädhen Stelle=
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78
laneigaſſe 14 bei Gustav Hofrichter. (*3 Alleinſt. Witwe, zuv. perſ. i. d. ſein.
Küche, m. g. Z. u. Emf ſ. ſelbſt. Stell., Angeh. Arbeiterin u. Lehrmäd=
w. Hilf. f. gr. Arb. vh. Off. u. P9 Exp. (* Mehr. Allein=Hausm. ſ. g. St. Karo= ſchneiderei per ſofort geſucht
Iina Beck, gewerbsmäßige Stellen=
vermittlerin, Eliſabethenſtr. 22, II. (* Gebildete Witwe ſucht paſſende
Stellung zur ſelbſtändiger Führung
d. Haush. bei einz. H. od. wo Mutter Jüngeres Fräulein wünſcht tags=
über die Beaufſichtigung größerer
Kinder. Offerten unter P 8 an
die Expedition.
(*8069 Ein j. ſaub. Frau geht halbe Tage
Putzen oder 3 Stunden vormitt.
Laufſtelle.
Frau Eliſ. Luſt,
Lauteſchlägerſtraße 6.
(*8066 Männlich Bautechnike: Anfertig. v.
Zeichn. u. ſtat. Ber. f. Hoch= und
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Gefl. Angeb. unt. N 58 an die
Expedition.
(*7513msi Junger Mann mit ſchöner Hand=
ſchrift, welcher am linken Arm etwas
ſteif iſt, wünſcht Stellung auf Büro
oder dergl. gegen geringen Lohn.
Off. u. O. 93 a. d. Exped. (*8039 Zuverläſſiger älterer Mann über=
nimmt das Austragen und Ein=
kann geſtellt werden. Gefl. Off.
unter O. 75 an die Exped. (*7980 Mfe
Weiblich Zum 1. Otober 1. J. jüngere
Maſchinenſchreiberin, w. ſteno=
graphieren kann u. gute Schulbild.
beſitzt, geſ. St. dauernd. Gehalts=
anſpr. ſind anzugeb. Off. u. O. 51
an die Expedition.
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geſucht. Off. zu richten unt. N 78
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(*8004
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ſucht C. W. Leske. (*8037 Lagnahf ſof. mehrere Frauen, um
Gosucht vorm. Zettelauszutragen.
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ſchon in beſſ. Häuſern ged., alle
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kaſſieren v. Rechnungen ꝛc. Kaution zum 1. Oktober geſucht (*7701fsi
Frankfurterſtr. 90, I. Anſt. Laufmädchen oder Frau
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Haushalt übernehmen kann. Gefl.
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Snkaha für alle häusl. Arbeiten per 1. Okt.
geſucht. Gute Behandlung zugeſich.
*8018imd) Schulſtraße 8, 1. St. Jung. ſol. Mädchen, welches
Luſt zum Kochen hat, kann ſich
melden. Bedingung: ein Jahr Lehr=
zeit ohne gegenſeitige Vergütung.
Näheres in der Exp.
(*8013 Tüchtige Kellnerin geſucht.
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(*8002 Mädchen, welche kochen können
gute Zeugniſſe beſitzen, erhalten
recht gute Stellen. Beiköchinnen,
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lernen. Frau Berta Neßling,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Ludwigſtraße 8.
(*7988imd
Aeltere Frau ſelbſtändig
o. Mädchen,
im Kochen und Hausarbeit, als
einf. Haushälterin in kleine ruhige
Familie geſucht bei gutem Lohn.
Näh. Heinrichſtr. 105, pt. (*7991id
Ein tüchtiges Mädchen für
tagsüber ſofort geſucht
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tagsüber per ſofort geſucht (18735
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Köchin., Allein= u. Hausm. i. g. St. geſ.
Karolina Beck, gewerbsmäßige
Stellen-
vermittlerin, Eliſabethenſtr. 22, II. (*8076
Lagnaht v. 2 Damen z. bald. Eintr.
Gesucht 1. Okt ein beſſeres älteres
tüchtiges Mädchen, welches den
Hausſt. ſelbſt. zu führ. im Stande iſt,
2tes Mädch. vorh. Off. m.
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abſchr. u. O. 98 an die Exp. (*8054
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für Hausarbeit per ſofort oder
ſpäter gegen hohen Lohn geſucht.
Bismarckſtraße 5, 1. Stock. (*8061imd
Suche Köchinnen, Hausmädch.,
Alleinmädch., welche koch. können,
für ſof. u. 1. Okt. Frau Minna
Dingel-
dein, gewerbsmäßige
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mittlerin, Eliſabethenſtr. 5, Tel. 531. (*
für Ausgänge ge=
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etwas kochen kann, ſofort geſucht.
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kom=
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. September 1913.
Nummer 211.
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(18685
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
§ 105.
Dienstag, 6. Sehtenber.
1913.
Bekanntmachung.
Das von den Firmen Jonas Meyer und Reinhardt & Co, dahier angelegte
induſtrieanſchlußgleis in der Weiterſtädter Straße iſt fertiggeſtellt.
Termin für die landespolizeiliche Abnahme der Gleisanlage wird auf
ſamstag, den 20. September d. Js., vormittags 10 Uhr, an Ort und Stelle
nberaumt.
Etwaige Einwendungen gegen die planmäßige Ausführung der Anlage ſind
ei Meidung des Ausſchluſſes in dieſem Termin vorzubringen.
Darmſtadt, den 5. September 1913.
(18681
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Die in Heſſen wohnenden und nach Heſſen zuziehenden Angehörigen anderer
undesſtaaten machen wir darauf aufmerkſam daß ſie nur bei Erwerb der heſſiſchen
ſtaatsangehörigkeit wahlberechtigt zu den Wahlen des Landtags ſind und daß der
rwerb der heſſiſchen Staatsangehörigkeit ein Aufgeben einer anderen
Staats=
ngehörigkeit nicht bedeutet.
Darmſtadt, den 4. September 1913.
(18680
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Dem Heinrich Mees in Griesheim bei Darmſtadt, dort geboren am 20. April
378, iſt die Erlaubnis zum Geſchäftsbetrieb einer Auswanderungsagentur für die
amburg=Amerika=Linie in Hamburg erteilt worden. Die Erlaubnis berechtigt zum
eſchäftsbetrieb in den Gemeinden Griesheim und Weiterſtadt des Kreiſes Darmſtadt.
Darmſtadt, den 5. September 1913.
(18715
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Ahl.
Bekanntmachung.
Dem Jakob Zimbrich in Pfungſtadt, geboren am 27. September 1879 in
ſchollbrücken, iſt die Erlaubnis zum Geſchäftsbetrieb einer Auswanderungsagentur
ir die Hamburg=Amerika=Linie in Hamburg erteilt worden. Die Erlaubnis berechtigt
im Geſchäftsbetrieb in den Gemeinden Pfungſtadt, Eberſtadt, Eſchollbrücken, Eich
nd Hahn des Kreiſes Darmſtadt.
Darmſtadt, den 5. September 1913.
(18716
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Ahl.
Au die Großherzegliczen Zagerneſereien des Kriſts.
Unter Hinweis auf den nachſtehend abgedruckten Artikel 39 Ziffer 2 des
Feld=
ſtrafgeſetzes vom 13. Juli 1904 beauftragen wir Sie, den Zeitraum, während deſſen
die Tauben demnächſt eingeſchloſſen zu halten ſind, alsbald zu beſtimmen und in
Ihren Gemeinden wiederholt öffentlich bekannt zu machen. Bei der Bekanntmachung
wollen Sie ausdrücklich darauf hinweiſen, daß mit Rüchſicht auf die Schäden, die
von Tauben zur Saatzeit angerichtet zu werden pflegen, eine genaue Beobachtung
der Vorſchrift im landwirtſchaftlichen Intereſſe verlangt werden muß.
Dem Polizei= und Feldſchutzperſonal iſt die Durchführung Ihrer
Anord=
nung anzuempfehlen.
(18420si
Darmſtadt, den 2. September 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Artikel 39 Ziffer 2 des Feldſtrafgeſetzes.
Mit Geldſtrafe bis zu 30 Mk. oder mit Haft bis zu einer Woche wird beſtraft:
„Wer Tauben zur Saat= oder Erntezeit innerhalb des durch die Ortspolizeibehörde
beſtimmten und öffentlich bekannt gemachten Zeitraums nicht eingeſchloſſen hält.”
Bekanntmachung.
Durch Bekanntmachung vom 8. Auguſt 1913 hat das Großh.
Oberverſicherungs=
amt auf Grund der §§ 149 ff. der Reichsverſicherungsordnung den Ortslohn für
die Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt mit Wirkung vom 1. Januar 1914 an
wie folgt feſtgeſetzt:
Der Ortslohn gewöhnlicher Tagarbeiter beträgt für
Verſicherte
Verſicherte
Verſicherte
unter 16 Jahren
über 21 Jahre
von 16 bis 21 Jahren
weiblich
weiblich
männlich
männlich
weiblich
männlich
1.40
3,30
1,80
1,90
240
20
Darmſtadt, den 5. September 1913.
Großherzogliches Kreisamt (Verſicherungsamt) Darmſtadt.
(18713
J. V. Dr. Michel.
Die bei Verechnung der Lieſerungen für die Arme zugrunde zu legenden
Durchſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Auguſt 1918 für Hafer
(1874
20 Mk., für Heu 7 Mk., für Stroh 5 Mk. pro 100 Kilo betragen.
Anſiche Rachricten des Groſth. Polgeiamts Darmſicdt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
cher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
nden ſich: 1 Dobermann. Die Hunde können von den
Eigen=
imern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſtei=
erung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
ormittags 10 Uhr, ſtatt.
(18700
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange
zedürfnis, jeden Mittwoch, nachmittags von 5 bis 6 Uhr, im
Schulhaus in der Rundeturmſtraße, für im Vorjahr geborene,
zwie für ältere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen
Kin=
er ſtatt.
(14133a
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
55
Gelandeenteignung.
Gemäß Verfügung Großh. Kreisamts vom 30. v. Mts. liegt
er Antrag auf Enteignung von Gelände des Bodenheimer’ſchen
eſitztums Ecke Wendelſtadtſtraße=Bismarckſtraße in der Zeit
om 9. bis einſchließlich 23. ds. Mts. auf dem Stadthaus, Zimmer 47,
ur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 8. September 1913.
(18710
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jgeger.
Bekanntmachung.
(18672oim
Die in dieſem Jahre ausgehobenen, in Darmſtadt wohnhaften
ekruten und Freiwilligen haben ihre Geſtellungsbefehle in der Zeit
om 10. bis 20. September ds. Js., von 8—12 Uhr mittags
und 3—6 Uhr nachmittags, beim Bezirkskommando I Darmſtadt,
Neue Niederſtraße 18, I., Zimmer Nr. 4, perſönlich abzuholen.
Die Rechnung der Johannesgemeinde
iber 1912 liegt nebſt Urkunden von heute ab 8 Tage im Pfarrhauſe,
Kahlertſtraße 24, offen.
Darmſtadt, 8. September 1913.
(18692
Der Kirchenvorſtand der Johannesgemeinde.
VA
Verſteigerungs-Anzelge.
Mittwoch, den 10. Septbr. 1913, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (
Ober=
zaſſe) zwangsweiſe gegen Barzablung:
1 Pianino, 1 Geige ſamt Kaſten, 1 Kaſſenſchrank, 1
Schreib=
tiſch, eine Partie Schnittwaren (Kleider=, Hemden= und
Futterſtoff, Leinen und Damaſt), Hausmobilien durch alle
Rubriken, zwei Dezimalwagen und ein zweiräder. Karren.
(18734
Darmſtadt, am 8. September 1913.
Kapp, Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
(9
Mbdrl=Seininae zu Darmſtadt
Bildungs=Anſtalt
in keieſe eseiniten n0 fangertmenmn,
Mittwoch, 8. Oktober, beginnt ein neuer Kurſus,
zu dem ſchon jetzt Anmeldungen von Schülerinnen
im Alter von 15—30 Jahren entgegengenommen
wer=
den. — Reflektäntinnen haben die beſte Ausſicht, nach
vollendeter Ausbildung lohnende Stellung durch den
Heſſiſchen Fröbel=Verein zu erhalten.
(18490soi
Proſpekte ſtehen jederzeit zur Verfügung.
Sprechſtunden Montag und Donnerstag von 10 bis
12 Uhr, bei vorheriger Anmeldung auch zu anderer Zeit.
Th. Schultz-Gora, Bismarckstr. 18.
Bekanntmachung.
Dienstag, 23. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Jakob Gebhardt
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr.
qm
II 1220 118 Hofreite Neue
Ireneſtr. 3,
II 1229 37 Grabgarten
da=
ſelbſt,
35 Grasgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K66/12
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das
einge=
legte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, 6. Auguſt 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Miller. (V,16875
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 1. September 1913.
Neu eingetragen die Firma:
Anna Flach, Darmſtadt.
Inhaberin: Heinrich Flach,
Gar=
deſergeant Ehefrau, Anna, geb.
Götz, in Darmſtadt.
Hinſichtlich der Firma:
Dr. Emanuel Merck,
Darm=
ſtadt.
Felix Gruſchwitz,
Apothekenver=
walter in Darmſtadt, iſt zum
Pro=
kuriſten beſtellt.
Am 2. September 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Beck & Roſenbaum
Nach=
folger, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma iſt auf Carl
Becker, Ingenieur in Darmſtadt;
Paul Richard Schmittmann,
In=
genieur in Darmſtadt, als
perſön=
lich haftende Geſellſchafter
über=
gegangen.
Der Uebergang der in dem
Be=
triebe des Geſchäfts begründeten
Verbindlichkeiten und Forderungen
iſt bei dem Erwerbe des Geſchäfts
durch Carl Becker und Paul
Richard Schmittmann
ausge=
ſchloſſen.
Edmund Joſeph Klein,
Kauf=
mann in Darmſtadt, iſt zum
Pro=
kuriſten beſtellt.
Die Kommanditgeſellſchaft hat
am 1. September 1913 begonnen.
Die Vertretung der Geſellſchaft
erfolgt durch die beiden
Geſell=
ſchafter gemeinſchaftlich oder durch
einen von ihnen in Gemeinſchaft
mit einem Prokuriſten.
Es ſind zwei Kommanditiſten
(18689
vorhanden.
Darmſtadt, 6. September 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt, I.
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Annahme von Verſteigerungen, Verkäufen u. Taxationen.
Bekanntmachung.
In unſerem
Genoſſenſchafts=
regiſter wurde bei der
Landwirt=
ſchaftlichen Bezugs= und
Abſatz=
genoſſenſchaft E. G. m. b. H. in
Gräfenhauſen folgendes
einge=
tragen:
Jakob Mager IV. von
Gräfen=
hauſen iſt aus dem Vorſtand
aus=
geſchieden. An ſeiner Stelle iſt
bis zur nächſten
Generalverſamm=
lung Philipp Mager II. von da
(18728
beſtellt.
Darmſtadt, 4. September 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.
6
Slemotit.
Der unten näher bezeichnete, zur
Dispoſition der Erſatzbehörden
ent=
laſſene — ehemal. Dragoner
Georg Nickel vom
Landwehrbe=
zirk 1 Darmſtadt iſt der
unerlaub=
ten Entfernung verdächtig.
Sämtliche Militär= und
Zivil=
behörden werden gebeten, denſelben
im Ergreifungsfalle an die nächſte
Militärbehörde abzuliefern.
Darmſtadt, 6. September 1913.
gez.: von Falkenhayn,
Oberſt z. D. und Kommandeur des
Landwehr=Bezirks I Darmſtadt.
Beſchreibung:
Größe: 1.565 m.
Beruf: Schreiner.
Geboren: am 25. Juli 1892 zu
Pfungſtadt, Kreis
Darm=
ſtadt, Heſſen.
(18730
Beſondere Kennzeichen: Narbe
am rechten Mittelfinger.
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futter f. ein. groß. Hund abzug.
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In unſerem Handelsregiſter
wurde heute bei der Firma David
Brubacher in Pfungſtadt
folgen=
des eingetrogenz.
Geſchäft und Firma iſt überges
gangen auf Philipp Peter Bieber
in Pfungſtadt. Aktiven und
Paſ=
ſiven ſind nicht übernommen,
Bieber führt das Geſchäft
unter=
der Firma „David Brubacher=
Nachf. Philipp Peter Biebert.,
(18729
weiter.
Darmſtadt, 4. September 1913.
Großherzogliches Amtsgericht II.!
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fühlte ich mich als ganz anderer
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wurde lebhaft und ſchmerzlos und
blieb es ſeitdem. Ich trinke den
Markſprudel jetzt täglich, habe mich
nie ſo wohl und geſund gefühlt
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um im Film den Tod in
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greifend und spannend sind
die Wirkungen der modernen
Kriegstechnik. Nebenbei hat
dieses Drama einen tiefen
dramatischen Inhalt. Selten
gute und natürliche
Wieder-
gabe haben diesem Drama
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Die Sensation der Sensationen.
Augustin wird ertappt
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Für die Ehredes Hauses
Tief ergreifendes Drama
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Die Perle der bayerischen
Bäder und Kurstädte.
Der grosse Einlage-Schlager:
Ein verterenes
Eeben
Drama in 3 Akten,
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Drama.
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Beste geleistet. Nicht leicht
zu übertreffende
Inszenier-
ung, bestechende Spielweise
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diesem Drama für jeden
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Weitere Einlagen
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Trüßer Stende
Drama in 3 Akten
Der Revolutionär flüchtet
aus dem Kerker u. wird von
den Gefängnisbeamten
ver=
folgt, wobei er ſich in einem
Mühlgraben verſteckt hält.
Spannend von Szene
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Johns Sommerurlaub
große Komödie.
Vor den Richtern
ein tiefergreifendes Drama,
Adolar n. die schöne Sängerin
eine Komödie zum Totlachen.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. September 1913.
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12
Da erſchrak Anita und beſann ſich auf ſich ſelber. Tante
Zeſina hatte ja recht. Sobald ein Kind mit dem
begin=
genden Schulbeſuch ſeinen erſten Schritt ins Leben hinein
tut, iſt es nicht mehr das ausſchließliche Eigentum ſeiner
Mutter. Jede Mutter muß dies Opfer bringen, wie durfte
ſie etwas Beſſeres verlangen? Der Repräſentant eines
altadligen Geſchlechts mußte eine ſeiner Stellung
ent=
ſprechende Erziehung erhalten — ob das durch einen, zwei
oder noch mehr Erzieher bewerkſtelligt wurde, beſtimmte
der Geldbeutel ſeiner Angehörigen, kam auch gar nicht in
Betracht. In ſeinen freien Stunden gehörte Heini ihr, da
ließ ſie ihn ſich nicht rauben. So lernte ſie allmählich ſich
fügen. Aber das Gefühl, ohne rechten Lebenszweck,
eigent=
lich ganz unnütz auf der Welt zu ſein, blieb.
Und das ſei es auch, meinte ſie, was mit ſo ſchwerem
Druck auf ihr lag und eine ewige geheime, ſcheue Angſt
in ihr wach hielt. Dieſe quälende Unruhe hinderte ſie an
jeder freiwilligen ernſthaften Tätigkeit. Sie mochte nicht
malen und leſen, nicht, was ſie früher immer gewünſcht
hatte, ſich in den Wiſſenſchaften fortbilden, nicht einmal
Muſik treiben wollte ſie. Wenn Zeſina des Abends bat:
Singe uns ein Schubertſches Lied, dann erklärte ſie: Ich
kann nicht. Ich . . . ich habe das Gefühl, als ob ich hier
nicht ſo laut ſein dürfte — ich bin doch nur geduldet.
Dann wurde Zeſina böſe, ſchalt ſie einen Kindskopf
und beichieſte Geriohft hr ides Dramiſches
vorn=
leſen, oder eine Partie Schach mit ihr zu ſpielen.
Das war Anita gerade erwünſcht. Es gab ihr
Ge=
legenheit, ſich in den Garten zu ſtehlen und in den dunklen
Gängen entläng zu eilen, als ob ſie ſich auf einem
Diebes=
gange befände, immer demſelben Ziel zu, einem kleinen
Altan an der Gartenmauer, einem Lugaus, von dem aus
man bei Mondlicht jenſeits eines Sees über dichten
Laub=
kronen die Zinnen eines alten, impoſanten Gemäuers
er=
blickte — der Drewensburg. Am Tage mied ſie dieſen
Platz, wie ſie es vermied, mit einem Wort auf die
Dre=
wensburg und ihre Bewohner hinzuweiſen, aus derſelben
Scheu heraus, die ſie zuſammenfahren ließ, ſobald Zeſina
im Laufe des Geſprächs in ganz harmloſer und
ſelbſtver=
ſtändlicher Weiſe auf die Verwandten kam.
Und doch lauſchte ſie fieberiſch geſpannt. Würde bei
einer ſolchen Gelegenheit denn niemals auch Eberhardt
ge=
nannt werden? Würde ſie denn nie erfahren, wo er ſich
befand? — Als ob er vom Erdboden verſchwunden wäre
nein, als ob er nie gelebt hätte, ſo ſchien ſein Andenken
ausgelöſcht in der Familie Drewensberg. Von einem
To=
ten ſpricht man rückdenkend, ja ſelbſt einem verlorenen
Sohn widmet man eine Klage oder Träne — Eberhardt
von Drewensberg exiſtierte einfach nicht für die Seinen.
Selbſt die alten Diener befolgten dieſelbe Taktik, für
die ſie wahrſcheinlich eine Weiſung erhalten hatten, und
auch Heini, der jetzt ſoviel anderes zu denken und zu
ſchauen hatte und durch das Bild des Vaters nicht mehr an
den Onkel erinnert wurde, hatte ihn vergeſſen.
Nur einmal, als Anitas Wohnungseinrichtung
einge=
troffen war und das Bild wieder an der Wand hing,
dämmerte Heini die Erinnerung an den Onkel auf und
er fante biötlich die Ranat Konht Oout Gberhndt
chen auch hier nicht zu uns, Mutti?
In demſelben Augenblick richtete Zeſina eine Frage
an ſie. So war Anita der Antwort enthoben, und Heini
kam nicht wieder auf das Thema zurück.
Aber obwohl ſie nie von Eberhardt hörte, war ihr
ſelber unbewußt, der Gedanke an ihn unausgeſetzt in ihr.
Er bildete gewiſſermaßen den Unterton zu allen ihren
Empfindungen. Er war ihr Gewiſſen. Das nagte und
bohrte und erzeugte die Angſt in ihr, das Gefühl des
Ver=
laſſen= und Ueberflüſſigſeins, und dies ungewiſſe leiſe
Sehnen, das keinen Gegenſtand wußte, auf den es ſich hätte
richten können, und doch vorhanden und ſo ſchmerzhaft
fühlbar war.
Sie konnte nicht an die Bewohner der Drewensburg
denken, ohne mit jähem Schreck die Geſtalt Eberhardks
vor=
ſich auftauchen zu ſehen. Sie war ſchuld daran, daß die
alten Eltern da drüben einſam waren, ſie hatte ihnen den
Sohn aus dem Hauſe getrieben, und ſie hielt ihn ihnen
fern. Dafür genoß ſie nun jetzt unter ihrem Dach die
Gaſtfreundſchaft ſeiner Familie und verlangte wohl noch
gar, daß ſie kommen und ſich beglückt zeigen ſollten, ſie
an Stelle des Sohnes in ihrem Schoß hegen zu dürfen.
In ſolchen Augenblicken empfand ſie, welch großes Opfer
ihr Schwiegervater ihr gebracht hatte, als er ihr das
Lin=
denhaus öffnete, und ein brennendes Gefühl, ſich ihm
dankbar zu zeigen, erfaßte ſie.
Was ſollte ſie tun, um das nagende Schuldbewußtſein
loszuwerden? Selber wieder gehen, Heinis Zukunft aufs
Spiel ſetzen, damit der Vertriebene zurückkäme? — Es
würde ihr nichts nützen. Sie könnte ihm ſchreiben, ihn
an=
flehen, heimzukehren, er würde ſie wohl kaum einer Ant=
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. September 1913.
Nummer 21.
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Bedingung — und die konnte ſie ihm nicht erfüllen. Jetzt
noch weniger als vorher. Damals hatte nur die Sorge,
ihm und Heini zu ſchaden, ſie zurückgehalten, nun aber
durfte ſie es auch um des alten Herrn auf der
Drewens=
urg willen nicht tun. Es wäre ein ſchlechter Dank für
ſein Entgegenkommen und eine Niedrigkeit von ihr, denn
er hatte ihr Wort, daß ſie nie und nimmermehr Teil haben
wollte an ſeines Sohnes Leben.
In dieſer zerriſſenen Gemütsſtimmung war es ihr faſt
unmöglich, den Anblick des Bildes ihres Mannes zu
er=
tragen. Sie mied das Zimmer, floh es förmlich, das
frü=
her ihr Tuskulum geweſen war, und wählte ein kleines
Eckzimmerchen zu ihrem Aufenthalt, das einen beſonders
ſchönen Blick in die Parkwildnis geſtattete. Ihren
Schreil=
tiſch ließ ſie herüberſchaffen und ihn an Stelle eines
an=
deren dort ſtehenden an das Fenſter mit der ſchönen
Aus=
ſicht rücken. Da ſaß ſie oft ſtundenlang müßig und ſtarrte
grübelnd hinaus, die Wohltat der grünen Stille unbewußt
empfindend.
Eines Tages kam ihr Mädchen herein, ein junges,
luſtiges und ſehr geſprächiges Ding, das aus der Gegend
ſtammte, aber erſt mit Anitas Einzug ihren Dienſt in der
Familie Drewensberg angetreten hate. Anita ſaß wie
ge=
wöhnlich in ihre Gedanken vertieft und fuhr bei der
An=
rede des Mädchens erſchrocken zuſammen. Verzeihen,
gnä=
dige Frau, ich wollte nur melden, daß der Wagen wartet.
Ihre Herrin erhob ſich mechaniſch und ließ ſich den
Staub=
meitel um die Schultern legen. Sie war noch immer
nißt ganz in die Wirklichkeit verſetzt.
Gnädige Frau haben ſich an dem herrlichen Blick
er=
quickt, ſchwatzte die=Jungler. Frau Köhler ſagt, es iſt die
ſchönſte Ausſicht von allen Fenſtern im Lindenhaus, und
wenn der junge Herr von der Drewensburg manchmal
wochenlang hier wohnte, hat er auch ſtets da am
Schreib=
tiſch geſeſſen.
Welcher junge Herr?
Der Herr Eberhardt von Drewensberg. Die Frau
Köhler ſagt .
Bitte, holen Sie mir den Sonnenſchirm, ſchnitt Anita
ihr kurz das Wort ab, und das Mädchen eilte hinaus. Es
war nicht eingeweiht, wie die alten Diener, und wußte
nicht, daß der Name Eberhardt verboten war vor den
Ohren der jungen gnädigen Frau.
Alſo Eberhardt hatte hier gewohnt und ſein
Schreib=
tiſch dort geſtanden . . . und ſie hatte ihn hinwegnehmen
laſſen und den ihren hingeſtellt, gerade wie im Leben! Da
hatte ſie den Menſchen Eberhardt ebenſo verdrängt, um
ſich an ſeine Stelle zu ſetzen.
Als das Mädchen zurückkam, ſagte ſie wie in Haſt,
um den Wagen nicht länger warten zu laſſen, kurz: Sie
haben recht, der Anblick iſt ſchön, aber die Stare in ihrem
Kaſten an der Linde vorm Fenſter machen einen
unerträg=
lichen Lärm. Laſſen Sie meinen Schreibtiſch wieder
hin=
überſtellen, während ich weg bin, und bringen Sie den
an=
deren an den alten Platz.
Könnten wir nicht vielleicht nur den Starkaſten an
einen etwas entfernteren Baum hängen, gnädige Frau?
Warum nicht gar, die Vögel ſtören! —— Nein, es bleibt,
wie ich geſagt habe.
18. Kapitel.
Sie fuhren nach dem Fichtenberg, einem landſchaftlich
wunderſchönen Punkt in den Drewensbergſchen Wäldern.
Heini jaß wie gewöhnlich neben der kutſchierenden Tante
Zeſina, Anita und Hartkopf auf dem zweiten Sitz. Einen
Bedienten nahmen ſie auf dieſen Ausfahrten nicht mit:
Zeſina fuhr ſicher und gewandt und ſchonte den
Otto=
kar nicht. Es tut ihm not, daß er etwas Fett verliert,
da=
mit ihm die Luſt zu Kapriolen vergeht, ſagte ſie und ließ
ihn tüchtig ausgreifen.
Sie hatten auf ihren Fahrten durch die weiten Wälder
niemals einen Bewohner der Drewensburg getroffen,
überhaupt kaum einen Menſchen, ausgenommen dann und
wann einen oder den anderen der Förſter, mit dem Zeſina
dann jedesmal ein gemütliches Schwätzchen hielt. Die
Beamten ſtanden alle ſchon lange Jahre in den Dienſten
des Barons Drewensberg. Ein ſtreng konſervativer Geiſt
ſchien in der Verwaltung der Drewensbergſchen Güter zu
herrſchen, aber es mußte doch ein Geiſt ſein, mit dem es
ſich leben ließ, ſonſt würden die Beamten ſich ihm wohl
nicht ſo lange freiwillig gefügt haben.
Alte Getreue der Drewensbergs waren die Förſter,
und während ſie der Baroneß Rede und Antwort ſtanden.
wanderten ihre Blicke verſtohlen zu dem Enkel ihres
Herrn, der mit großen, lebhaft intereſſierten Augen zu den
bärtigen Männern in der grünen Joppe hinabſchaute.
Man ſah, wie ihre Blicke aufleuchteten, wenn ſie das
ſüße Kindergeſicht trafen, und das Verlangen in ihnen
war, ihrem kleinen jungen Herrn nähertreten zu dürfen.
Aber Zeſina, der es nicht darauf ankam, im Verkehr mit
ihresgleichen, die Ettikette zu mißachten, geſtaktete ſich
keine Zwangloſigkeit der Untergebenen gegenüber, Sie
fuhr weiter, ohne auch nur mit einem Wort darauf
hinzu=
deuten, daß der kleine Mann an ihrer Seite der künftige
Majoratsherr ſei.
(Foriſetzung folgt.)
Nummer 211.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 9. September 1913.
Seite 15.
estes
Mundwasser
Melt
der
Man begreife das
un=
gemein Bedeutſame der
merk=
würdigen Wirkungsweiſe des
Odols. Während andere Mund=
S
und Zahnpflegemittel, ſoweit ſie für
tägliche Zahnpflege überhaupt in Betracht kommen,
ſiglich während der wenigen Sekunden des
Mund=
nigens ihre Wirkung ausüben, wirkt das Odol noch
indenlang, nachdem man ſich die Zähne geputzt hat,
ch. Durch dieſe ganz eigenartige Dauerwirkung des
ols werden die zahnzerſtörenden Gärungs= und
iulnisprozeſſe im Munde ſtundenlang gehemmt bezw.
terdrückt.
(I,18458
Preis: ¼ Flaſche (Monate ausreichend) Mk. 1.50,
Flaſche Mk. —. 85.
Kongreſſe und Verbandstage.
Alldeutſcher Verbandstag.
— Breslau, 7. Sept.
Unter überaus zahlreicher Beteiligung ſeiner
Mitglie=
r trat hier der Alldeutſche Verband zu ſeiner
diesjähri=
n Hauptverſammlung zuſammen, die mit einer
itzung des Geſamtvorſtandes eingeleitet wurde.
i erſter Stelle der Tagesordnung berichtete der
Vor=
jende Rechtsanwalt Claß=Mainz über die politiſche
age. Der Redner gab zunächſt einen Ueberblick über
eöſterreichiſche Politik während des Balkankrieges. Das
eutſchtum der Donaumonarchie hat ſchwere Tage hinter
h. Die Deutſchen Oeſterreichs ſind aufs ſchwerſte von
n wirtſchaftlichen Verluſten und den Laſten getroffen
orden, die die lange Mobilmachung und die ganze
Un=
herheit der Lage im Gefolge hatte. Gleichwohl haben
ſich willig auf die Seite ihres Staates geſtellt, weil ſie
e Ueberzeugung hatten, damit dem geſamten Deutſchtum
dienen, ſein Wohl, ſein Daſein gegen den ſlawiſchen
nſturm zu verteidigen. Die auswärtige Politik
Oeſter=
ichs zeigte in diefer Zeit jene Zwieſpältigkeit und
Un=
herheit, die ſeine innere Politik ſeit Jahrzehnten
kenn=
ichnet. Die letzten Monate haben wiederholt den Beweis
liefert, wie falſch die Marokko=Politik der deutſchen
Regie=
ing war, wie mangelhaft ihr Ergebnis. Neu=Kamerun mit
inen Sümpfen, ſeiner Unwirtlichkeit, ſeinen feindſeligen
ingeborenen iſt, rein als Landzuwachs betrachtet, kein
och ſo ſchwacher Entgelt für das, was wir in Marokko
ufgegeben haben. Für die nächſte Zeit kann man keine
gründete Hoffnung für eine beſſere äußere Politik
egen. Wer die Mitteilungen der Preſſe über die
deutſch=
ngliſchen Verhandlungen verfolgt hat, der muß befürchten,
aßewir wieder einmal von England umgarnt worden
nd, vielleicht noch mehr, daß wir an einem Wendepunkt
nſerer äußeren Politik angelangt ſind. Wir Alldeutſchen
lauben, daß alle Gegnerſchaften, die unſerem Vaterlande
iden letzten Jahren zu ſchaffen machten, in aller Schärfe
och vorhanden ſind, mögen England und Rußland zurzeit
uch in der Form ſanft und friedlich ſein. Wir haben ein
utes Gewiſſen für die Vergangenheit und ſind überzeugt,
uch heute unſerem Volke zu nützen und der Regierung
vöhl zu raten, wenn wir verlangen, daß ſie ſich abwende,
on einer Politik des Entſagens und übergeht zu einer
olchen des Wollens und des Handelns.
Als Korreferent behandelte dasſelbe Thema
General=
najor a. D. Keim=Berlin. Er ſchilderte zunächſt die
Neuorganiſallen des Heres in Deuſchland und
Frank=
reich und konſtatierte, daß vom 1. Oktober 1915 ab die
franzöſiſche Heeresſtärke 898000 Mann betragen wird,
während Deutſchland im allergünſtigſten Falle zum ſelben
Zeitpunkt 826000 Mann aufweiſt. Schon jetzt ſteht feſt,
daß die militärpolitiſche Lage des Dreibundes keine
gün=
ſtigere geworden iſt und daß ſie außer Deutſchland auch
ganz beſonders Oeſterreich=Ungarn die Pflicht auferlegt,
ihre Heere ſchon im Frieden auf die denkbar höchſte Stufe
zu bringen. Es müßte geradezu ſträfliche politiſche
Leicht=
fertigkeit genannt werden, an einem planmäßigen und jetzt
ſchon genau feſtgelegten Zuſammengehen Rußlands mit
Frankreich im Kriegsfalle zu zweifeln. Was Italien
an=
geht, ſo iſt wohl auf eine raſche und ſichere, wie
belang=
reiche Hilfe Frankreich gegenüber nicht zu rechnen. Nach
meiner unerſchütterlichen Ueberzeugung müſſen wir noch
einmal auf den Schlachtfeldern um unſere nationale,
wirt=
ſchaftliche und ſoziale Zukunft in ſchwerem Kampfe ringen.
Hierauf kann das deutſche Volk nicht zeitig genug und nicht
ernſt genug ſchon in Friedenszeiten hingewieſen werden.
Hierauf wurde nach einem Referat des
Hauptgeſchäfts=
führers v. Vietinghoff=Scheel zur Welfenfrage
fol=
gende Entſchließung angenommen: „Der
Geſamtvor=
ſtand des Alldeutſchen Verbandes erblickt in der Tatſache,
daß von den in Betracht kommenden Perſonen des
welfi=
ſchen Hauſes vor dem Zuſtandekommen der
Familienver=
bindung mit der Tochter unſeres Kaiſerhauſes
Erklärun=
gen nicht herbeigeführt wurden, die eine endgültige
Ab=
findung der Welfen mit den geſchichtlichen Ereigniſſen
be=
kunden, eine Schädigung des Reichswohles und des
preu=
ßiſchen Staatsintereſſes. Er ſpricht die Ueberzeugung aus,
daß die Thronbeſteigung des Prinzen Ernſt Auguſt in
Braunſchweig nur dann zugelaſſen werden darf, wenn der
Herzog von Cumberland und Prinz Ernſt Auguſt der
Wel=
fenpartei eine unzweideutige Abſage erteilen und wenn
des weiteren der Prinz und ſeine Schweſtern für ſich und
alle Nachkommen ausdrücklich auf alle Anſprüche auf
Han=
nover verzichten. Der Geſamtvorſtand glaubt, daß die
Erfahrungen, die jetzt in der Frage der braunſchweigiſchen
Thronfolge gemacht wurden, die Notwendigkeit dartun,
alle Fragen der Erbfolge auf den Thron eines deutſchen
Bundesſtaates im Falle des Ausſterbens der regierenden
Familie dem Privatfürſtenrechte zu entziehen und ſie ſtatt
deſſen reichsgeſetzlich zu regeln.” — An letzter Stelle ſprach
Dr. Ritter=Mainz über die Fremdenlegion. In
den Geſamtvorſtand wurden neu gewählt: General
der Kavallerie z. D. Freiherr von Gebſattel (Bamberg),
Regierungsbaumeiſter a. D. Reißmüller (Breslau), Paſtor
Reuß (Hamburg) und Alfred Roth (Hamburg,
Vorſtands=
mitglied des deutſch=nationalen
Handlungsgehilfenverban=
des). — Damit hatte die Sitzung ihr Ende erreicht.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Pferdeſport. Auflöſung des Frhr. von
Reiſchachſchen Rennſtalles. Die ohnehin ſo kleine
Zahl der größeren deutſchen Rennſtälle wird von neuem
um ein wertvolles Mitglied verringert. Freiherr Hans
von Reiſchach löſt ſeinen erſt vor wenigen Jahren
gegrün=
deten umfangreichen Rennſtall wieder auf und bringt
ſo=
wohl ſeine Rennpferde wie ſeine Mutterſtuten und
Jähr=
linge am 17. September in Hoppegarten zur Verſteigerung.
Rennen zu Hoppegarten. Ermunterungs=
Rennen der Hengſte; 5000 Mark, Diſtanz 1000 Meter:
1. Herrn v. Weinbergs Angelico (Shaw), 2. Germaniſt
(F. Bullock), 3. Orpheus (Schläfke). Tot. 55110, Pl. 15,
12. 21:10. Unpl.: Cervus (4), Dahlem, Poſeidon,
Friſch=
geſell, Freimut. Kampf, Hals—½—2½ Lg. — Lockvogel=
Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Leutn.
Stahl=
knechts Donners Bruder (Rice), 2. Taftjoy (Liſter), 3.
Naſeweiß (Scheffer). Tot. 50:10, Pl. 16, 17, 15:10. Unpl.:
Marzipan (4), Haſcham, Jacob, Villa, Prinz Kuku.
Gegen=
wehr, ¾—2½—½ Lg. — Renard=Rennen; 28000 Mark,
Diſtanz 1200 Meter: 1. Frhrn. S. A. von Oppenheims
Ariel (Archibald), 2.— Cyanit (F. Bullock), 2.—
Droſſel=
bart (O. Müller). Tot. 12:10, Pl. 16, 6,6:10. Unpl.:
Lap=
palie. Verhalten, 3—5 Lg. — Omnium; 25000 Mark,
Diſtanz 3000 Mark: 1. Herrn A. von Schmieders Roſella
(O. Müller), 2. Nuſcha (Cleminſon), 3. Auſterlitz (
Gar=
rigan). Tot. 69110, Pl. 30, 80, 67110. Unpl.: Cola Rienzi
(4), Eiſenmenger, Nonſens, Huſarenliebe, Hubertus, Hock,
Stuten=Bien=
Anker, Quirl. Leicht, 2½—1½—/4 Lg. —
nial 1913/14; 13000 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Herrn
von Weinbergs Melba (Shaw), 2. Ilſebill (O. Müller),
3. Miramare (Archibald). Tot. 36:10, Pl. 15, 20, 13:10.
Unpl.: Granada, Meſſalina, Alabama, Sonnenwende,
Flying, Thoughts, Sieſta, Santa Patricia. Kanter, 4 bis
Force Majeure=Rennen; 7300 Mark, Diſt.
1½—/ Lg. —
200 Meter: 1. Herrn v. Großmanns C=Moll (Scheffer),
2. Magdalena (Slade), 3. Eichenblatt (Schläfke). Tot.
31:10, Pl. 14, 32, 14:10. Unpl.: Mon Plaiſir, Goldcaville,
Sternthaler, Ave Maria, Eden, Theodoſius. Leicht, 1—2½
Längen. — Beruhigungs=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1400
Meter:
1. Herrn Korns Smaragd (Schläfke), 2. Otter
(Cleminſon), 3. Jutta (F. Bullock). Tot. 55.10, Pl. 17,
14, 24:10. Unpl.: Ordner, Mondſtein, Sekret, Perle,
Glo=
riette, Balkan, Third Ace, Drachenkopf. Kampf, Hals bis
* Länge.
Schwere Unglücksfälle beim Radrennen zu Köln.
Radrennen zu Köln. Im Großen Deutſchen
Steher=Preis über 100 Kilometer ereigneten ſich ſchwere
Unglücksfälle. Die Fahrer Guignard, Scheuermann,
Günther und Stellbrink erhielten in dieſer Reihenfolge
Anſchluß an ihre Motoren. Gleich zu Beginn des
Ren=
nens begann aus dem Hinterreifen der
Schrittmacher=
maſchine von Guignard die Luft zu entweichen und ein
Sturz war unvermeidlich. Lawſon, der Schrittmacher von
Guignard, ſtürzte und rollte mit ſamt ſeinem Motor die
Bahn hinunter. Guignard vermochte noch rechtzeitig
aus=
zuweichen. Anders dagegen der nachfolgende
Scheuer=
mann. Er fiel mitſamt ſeinem Schrittmacher Meinhold
über Lawſon hinweg. Alle drei Fahrer hatten ſchwere
Verletzungen erlitten; Lawſon eine ſchwere
Gehirnerſchüt=
terung, wahrſcheinlich Schädelbruch, ferner doppelten
Arm=
bruch und ſchwere innere Verletzungen, ſo daß an ſeinem
Aufkommen gezweifelt wird. Meinhold und
Scheuer=
mann wurden ebenfalls mit ſchweren inneren Verletzungen
aufgehoben und ins Hoſpital gebracht. Das Rennen iß
ſofort abgebrochen worden. — In dem vorhergegangenen
Kolonia=Preis für Fahrer der Klaſſe B über 50 Kilometer
ſiegte Jakob Eſſer in 40 Minuten 47,1 Sekunden vor
Kal=
len, Zeisler und Ahrens. Am Dienstagabend wird als
Erſatz ein Stundenrennen mit der Beſatzung Stellbrink,
Guignard und Günther gefahren.
* Köln, 8. Sept. Von den bei dem geſtrigen
Rad=
rennen Verunglückten ſind der Schrittmacher Guignards,
Lawſon, und der Rennfahrer Scheuermann
ge=
ſtorben. Auch das Befinden des Schrittmachers
Mein=
hold=Steglitz iſt ernſt.
Rütt gewinnt den Großen Preis von
Deutſchland für Flieger. Nachdem Ellegaard den
erſten Zwiſchenlauf gegen Perchicot, Otto Meyer, den
zwei=
ten gegen Hourlier und Rütt, den dritten gegen Peter
gelandet hatte, brachte Wegener den Befähigungslauf an
ſich, in dem er 600 Meter vor dem Ziele dem Felde ausriß
und einen uneinbringlichen Vorſprung gewann. Im
End=
lauf führte Otto Meyer bei der Glocke vor Wegener,
Elle=
gaard und Rütt; in dieſer Reihenfolge begannen die
Fahrer auch den Spurt in der Gegengeraden. Rütt, der
mit Ellegaard vor ſich, einige Längen zurück folgte, rückte
in der Kurve zu den vor ihm liegenden Fahrern auf,
paſ=
ſierte in der Zielſeite Wegener und Ellegaard und konnte
im Ziel auch noch den ſich brillant ſchlagenden Otto Meyer
gerade noch um eine Handbreite abfangen. Rütt feierte im
Tandemrennen noch einen Halbſieg, indem er mit
Peter=
als Partner totes Rennen gegen Wegener-Lorenz
her=
ausfuhr. Die Reſultate: Großer Preis von Deutſchlands
Erſter Zwiſchenlauf: 1. Ellegaard von Perchicot und
Lo=
renz. Zweiter Zwiſchenlauf: 1. Otto Meyer vor Hourlier
und Wegener. Dritter Zwiſchenlauf: 1. Rütt vor Peter
und Pouchois. Befähigungslauf: 1. Wegener. Endlauf:
1. Rütt, 2. O. Meyer, Handbreite zur.; 3. Ellegaard, 4.
We=
gener. — Preis von Karlshof: Erſter Lauf, 10 Kilometer:
. Seres 7:35,2, 2. Walthour, 1430 Meter zurück. Zweiter
Lauf, 10 Kilometer: 1. Nettelbeck 733, 2. Seres, 20 Meter
zurück. Dritter Lauf. 10 Kilometer: 1. Nettelbeck 7220,2,
2. Walthour, 490 Meter zurück. Vierter Lauf, eine halbe
Stunde: 1. Nettelbeck, 41,090 Kilometer; 2. Seres, 40,480
Kilometer; 3. Walthour, 39,270 Kilometer. — Klaſſement:
Nettelbeck 3, Seres 5, Walthour 7 Punkte. — Inländer=
Preis, 800 Meter: 1. Lorenz, 2. O. Meyer, 3. Peter.
Ausländer=Preis, 800 Meter: 1. Perchicot, 2. Hourlier,
3. Pouchois. — Büchner-Seidel=Preis, Tandem=Rennen;
1200 Meter: 1. Rütt-Peter, und Lorenz-Wegener totes
Rennen, 3. Ellegaard-Pouchois. — Prämienfahren: 1.
Techmer, 2. Schwab, 3. Arend.
Bei den Radrennen in Zürich ſiegte der
Ber=
liner Saldow im 10 Kilometer=Rennen in 7 Minuten 45
Sekunden vor Miquel 250 Meter, Hall 1050 Meter und
Ebert 1700 Meter zurück. In den beiden Halbſtunden=
Rennen hatte Saldow dagegen Pech, da er in beiden
Ren=
nen zweimal von Defekten ereilt wurde und das Rad
wechſeln mußte. Miquel ſiegte das erſte Mal mit 38,706
Kilometern vor Saldow mit 37,966 Kilometern, Ebert mit
34,533 Kilometern und Hall mit 34,468 Kilometern. Im
zweiten Halbſtunden=Rennen ſtellte Miquel mit 39,150
Kilometern einen neuen Bahnrekord auf. Saldow brachte
es auf 37,410 Kilometer. Ebert auf 35,650 Kilometer und
Hall gab auf. Das Fliegermatch gewann Ritzenthaler=
Straßburg vor Rheinwald und Hönes.
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