Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Das Urteil des Oberkriegsgerichts in Erfurt
gegen die Reſerviſten und Landwehrmänner lautete auf
4 Monate bis 2 Jahren 1 Monat Gefängnis.
Die zur Fliegertruppe kommandierten der 11. Diviſion
zugeteilten Fliegeroffiziere Leutnant von
Ecken=
brecher vom 18. Dragoner=Regiment und Leutnant
Prins vom 83. Infanterie=Regiment ſtürzten bei
einem Probefluge bei Brieg ab. Beide ſind tot.
GGeſtern fand in Sigmaringen die Vermählung
des Exkönigs Manuel von Portugal mit der
Prinzeſſin Auguſte Viktoria von Hohenzollern ſtatt.
Die Königin von Griechenland iſt geſtern mit
ihren jüngſten Kindern in Schloß
Friedrichs=
hof bei Kronberg eingetroffen.
Die 18. Interparlamentariſche Konferenz
wurde im Haag eröffnet. Den Vorſitz führt der
nieder=
ländiſche Deputierte Tydeman.
Durch eine Gasexploſion in Paris wurde ein
Café zerſtört; eine Perſon wurde getötet und
ſechs ſchwer verletzt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Der Kanaltunnel und der Krieg.
** Der Plan, eine Verbindung zwiſchen England und
FFrankreich auf andere Weiſe als per Schiff herzuſtellen,
iſt ja nicht neu, wurde jedoch ſtets auf beiden Seiten des
Kanals von verſchiedenen Geſichtspunkten aus betrachtet.
Die Franzoſen ſahen darin die Möglichkeit wirtſchaftlicher
Vorteile, während die Engländer ihn lediglich von der
Idee aus betrachteten, daß er einen Einfall in England
ermöglicht. Vor ungefähr 18 Jahren ſtellten ſich aber die
Verhältniſſe zwiſchen den beiden weſtlichen Großmächten
etwas freundlicher, und damit regte ſich die Spekulation
in Frankreich, um aus der geplanten Verbindung
Vor=
teile zu ziehen. Es wurden drei Projekte in Paris
ent=
worfen: einen Tunnel, eine Brücke und eine Fähre
herzu=
ſtellen, und Syndikate gegründet, die ſich um die
Konzeſ=
ſion bemühten und daraufhin bereits Anteile ausgaben,
von denen auch viele in Mitteleuropa untergebracht
wur=
den. Dabei waren die Gründer aber wenigſtens ſo
ehr=
lich, zu geſtehen, daß das „Vorkapital” möglicherweiſe
ver=
loren ſein könne.
Allen dieſen ſchönen Plänen machte jedoch der
macht=
volle Spruch Lord Wolſeleys ein Ende, der mit ſeiner
militäriſchen Autorität darauf hinwies, England wäre
nicht imſtande, ſich vor einem Einſall auf einem der drei
erwähnten Wege zu ſchützen. (!!) Darauf ſchlief die ganze
Idee wieder ein, bis jetzt, wo die Franzoſen in Rückſicht
auf die Entente cordiale ihrem Nachbar klar machten, daß
nicht nur durch die neue Verbindung wirtſchaftliche
Vor=
teile erzielt, ſondern auch Englands Sicherheit dadurch
verſtärkt würde. Sie ſagen, daß die deutſchen
Seerüſtun=
gen gar keinen Zweck hätten, wenn dahinter nicht die
Abſicht zu ſuchen ſei, England auf dem Meere zu ſchlagen,
und dann wäre Großbritannien rettungslos verloren.
Wenn aber der Sieger zur See — reete Deutſchland
auf britiſchem Boden eine Armee vorfinden würde, die
ſeinen endgültigen Erfolg zweifelhaft machte, dann wäre
die ganze Situation verändert. Es brauchten auch nicht
mehr ſo enorme Summen für Schiffe verwendet zu
wer=
den, dabei ſei es nicht einmal nötig, mit einer ſtarken
engliſchen Armee zu rechnen, denn wenn es einen Tunnel,
eine Brücke oder Fähre zwiſchen den beiden
Nachbar=
ſtaaten gäbe, könnte die franzöſiſche Armee England zur
Hilfe eilen. Ein Tunnel uſw. unter dem Kanal böte alſo
für Großbritannien nicht die unwahrſcheinliche Chance
eines Eindringens, ſondern eine Garantie gegen ein
Ein=
dringen. Eine Ueberraſchung wäre aber ausgeſchloſſen,
da der neue Verkehrsweg gar leicht zu ſchützen ſei.
Eng=
land hätte für ſeine Sicherheit alſo nur zu fürchten
in=
folge einer Ueberraſchung zur See, was aber bei der
Stärke und Wachſamkeit der britiſchen Flotte unmöglich
erſchiene. Durch den Tunnel werde jedoch auch die
Ver=
ſorgung mit Lebensmitteln unendlich erleichtert.
Natur=
gemäß würde auch das wahnſinnige Wettrüſten zur See
unter den europäiſchen Nationen damit ſein Ende
er=
reichen. (2) Dieſe Argumente haben in England ihren
Eindruck nicht verfehlt, und man iſt dort jetzt entſchieden
dem Plane freundlicher geſtimmt.
Charakteriſtiſch iſt aber, welche Furcht vor einer
In=
vaſion dort noch herrſcht, und in unverbindlichen
Be=
ſprechungen über dieſes Thema zwiſchen den beiden
Re=
gierungen ſind Anſichten zutage getreten, die wirklich von
einer unausxottbaren Angſt Englands vor Deutſchland
Zeugnis ablegen. Die Engländer ſagen nämlich in
ver=
bindlicher Weiſe, daß ein Tunnel ihnen keine Angſt
ver=
urſachen würde, wenn ſie ſicher wären, daß nur die
fran=
zöſiſche Armee in Betracht käme, denn die Freundſchaft
zwiſchen den beiden Völkern ſei keine Sache des
Augen=
blicks, ſondern würde unveränderlich ſein. (!) Aber der
Endpunkt eines Tunnels, Calais, wäre nur 30 engliſche
Meilen von der belgiſchen Grenze, und da Belgien beim
Ausbruch eines Krieges ſeine Neutralität nicht werde
aufrecht erhalten können, würde eine andere Macht
alſo wiederum Deutſchland — entweder Zugang zum
engliſchen Boden finden oder den Tunnel zerſtören können.
Es würde alſo nötig ſein, daß Frankreich ſeine
nordweſt=
lichen Grenzen in derſelben Weiſe ſchützt, wie dies an
der Oſtgrenze geſchehen iſt, und beiſpielsweiſe in
Dün=
kirchen, Calais und Boulogne machtvolle Bollwerke ſchafft.
Es wird intereſſant ſein, zu erfahren, ob die Franzoſen
dieſer beinahe kindiſchen Angſt der Engländer Rechnung
tragen werden, denn davon dürfte wohl das Schickſal des
Tunnels, der Brücke oder Fähre, was auch gebaut werden
mag, abhängen.
Balkanbilanz der ruſſiſchen
Diplomatie.
O Die Tätigkeit der ruſſiſchen Diplomatie während
des Balkankrieges war nicht immer leicht durchſichtig und
machte beſonders für den Fernerſtehenden gelegentlich den
Eindruck, als ob ohne ein feſtes Ziel ſprunghaft und
wechſelvoll gearbeitet werde, und daß Rußland hier keine
Führerrolle geſpielt hat, ſondern ſelbſt von den
Ereig=
niſſen hin= und hergetrieben worden iſt. Weſentlich
an=
ders betrachtet jedoch in der neueſten Nummer der
Grenz=
boten der Ruſſe Dr. Ernſt Sokolowski in Freiburg=Baden
die Bilanz der ruſſiſchen Diplomatie in einem Artikel
„Mit und ohne Waffen”, der zweifellos der Rolle, die
Rußland in dieſem Kriege geſpielt hat, beſſer gerecht wird
und Rußland in weit ſtärkerem Maße als Triebkraft der
Ereigniſſe hinſtellt, was es auch zweifellos geweſen iſt.
Wenn das nach außen hin nicht immer klar hervorgetreten
iſt, ſo iſt das gerade vielleicht auf eine ſehr feine
Selbſt=
beſchränkung der ruſſiſchen Diplomatie zurückzuführen, die
mehr Wert darauf legte, tatſächlich zu führen, als die
Rolle des oftmals nur geſchobenen Führers in der
Oeffentlichkeit zu ſpielen. Daß Rußland bei dieſen
Bal=
kanhändeln gut abgeſchnitten hat, daß die
Kräftevertei=
lung auf dem Balkan der ruſſiſchen Politik nur angenehm
ſein kann und daß Rußland das alles erreicht hat und ſich
dabei die Sympathien aller Beteiligten und außerdem der
meiſten Großmächte erworben hat, wird man nicht gut
beſtreiten können. Die Ausführungen Dr. Sokolowskis
lauten im weſentlichen:
Es iſt nicht nur eine techniſch ſondern auch eine
ſach=
lich weſentliche Leiſtung der ruſſiſchen Diplomatie, daß ſie,
ohne auf Nebenwege zu geraten, ja ohne jegliches Schielen
und Taſten unentwegt das eine Ziel anſtrebte und im
Auge behielt: Abſtimmung des balkaniſchen Gleichgewichts
in dem Sinne, daß der Inhaber der Meerengen — wer
es künftig auch ſein möchte — nicht zu kräftig ſei oder
werde. . . . Daneben iſt die ruſſiſche Diplomatie in der
Wahl ihrer Mittel erſtaunlich erfinderiſch und in deren
Anwendung recht vielſeitig geweſen. Ferner: während es
bei der Verfolgung des bezeichneten und einzigen Zieles
in allen Himmelsrichtungen Europas raſtlos zu tun gab,
hatte man ſich in der Heimat gegen die temperamentvollen
Quertreibereien des Panſlawismus zu wehren. Und man
tat es unbeirrt mit Erfolg. Noch mehr: trotz aller durch
die Verhältniſſe bedingten Wechſel im Tempo und in der
Richtung der politiſchen Maßnahmen hatte die ruſſiſche
Diplomatie zuletzt, d. h. nach dem Siege der
Verbünde=
ten über die Türkei, von allen Seiten und mit Recht
An=
erkennung geerntet: der Dreibund bedurſte der ruſiſchen
Afſiſtenz in mancher Hinſicht und wußte vor allem dem
offiziellen Rußland Dank für deſſen unkriegeriſches und
wenig panflawiſtiſches Verhalten. Im ſpeziellen wurde
Oeſterreich=Ungarn befriediat durch die Richtbehinderung
der Flottendemonſtration vor Antivari, ſowie durch die
Beiſtimmung zu der Autonomie Albaniens. Gleichzeitia
fühlte ſich Italien bei dieſem Anlaß zufriedengeſtellt, weil
es ſich zum erſtenmal der Möglichleit gegenüberſah. ſeine
Sonderintereſſen in Balong wahrzunehmen Die Türkei
ſtellte zu ihrer Beruhigung feſt, daß Rußland am Siegen
und Gedeihen Bulgariens nichts gelegen war. Albanien
jubelte ſeiner autonomen Zukunft entgegen. Montenegro
bekam Getreide und bares Geld. Die Balkanvölker in
Summa fuhren fort, in Rußland ihren Freund und
Gön=
ner zu ſehen. Der Modus, ſich ſpeziell mit Bulgarien
auseinander zu ſetzen, deſſen Siege ſchließlich weit über
das Rußland bequeme Maß hinausgegangen waren, war
vorbereitet durch frühzeitig und ſorgfältig eingeleitete und
gehegte Neutralität Rumäniens. Außerdem war es
ge=
lungen, ſogar eine Stärkung Rumäniens mit einer
Schwächung Bulgariens zu verbinden, und zwar durch
die Beſchlüſſe der Petersburger Botſchafterkonferenz, auf
welcher beſtimmt wurde, Siliſtria mitſamt einem gewiſſen
Territorium von Bulgarien an Rumänien abtreten zu
laſſen. . . . Daß Griechenland und Serbien Verlangen
trugen, die Lorbeeren des allzu mächtig werdenden
Waffenbruders zum eigenen Schmuck zu verwenden, ſchien
wenig Gefahr in ich zu bergen, weil für die
vorausſicht=
liche zukünftige Behinderung dieſer beiden durch das
Kuckucksei Albanien vorgeſorgt worden war.
Daß aber den Siegern des Balkankrieges ermöglicht
wurde, nach dem Niederringen der Türkei übereinander
herzufallen, hat Rußland den großen Vorteil eingetragen,
daß in der Heimat vorläufig Ruhe eintrat, und der allzu
rührige Panſlawismus hatte nun Zeit, ſich angeſichts des
drohenden Bruderkrieges ebenſo von ſeinem Hurrarufen
wie von ſeiner Hetzarbeit zu erholen. Das Zarentele:
gramm und der Vorſchlag eines Schiedsgerichts waren um
ſo bedeutungsvoller, als ſie eine ſelbſtändige Handlung
Rußlands gegenüber dem europäiſchen Konzert darſtellten.
Daß dies getan werden konnte, iſt aber darum ein
diplo=
matiſcher Erfolg, weil England das ſeit Menſchengedenken
mit Sorgfalt alle Schrite Rußlands überwacht und nach
Maßgabe des eigenen Bedarfs hemmt, ungefraat blieb.
Ueberhaupt hat Rußland es durch rechtzeitiges
be=
harrliches Schweigen zuſtande gebracht, mit ſeinem
Ententegenoſſen im Einvernehmen zu bleiben. Frankreich
ſpeziell hat das ruſſiſche Verhalten freilich von Anfang
bis zu Ende nicht begriffen.
Deutſches Reich.
— Die Ueberſiedelung des deutſchen
Kronprinzen nach Breslau bedeutet für
einge=
weihte Kreiſe keine Ueberraſchung. Es ſteht ſchon ſeit
geraumer Zeit feſt, daß der Kronprinz als Oberſt ein
Infanterie=Regiment führen ſoll. Die Wahl, die
zwi=
ſchen Königsberg und Breslau ſchwankte, war ſchon vor
Monaten zugunſten Breslaus entſchieden worden. Die
Ueberſiedelung von Langfuhr nach Breslau dürfte erſt
zu Beginn des neuen Jahres erfolgen. Wie lange der
Kronprinz in Breslau reſidieren wird, ſteht noch nicht
feſt, vorausſichtlich nicht länger als zwei Jahre. Später
ſiedelt der Kronprinz nach Potsdam über und wird im
Gardekorps die Führung einer Brigade übernehmen.
— Ausweiſung von Franzoſen aus dem
Reichslande. Der Berliner Lokalanzeiger meldet
aus Straßburg: Die Regierung von Elſaß=Lothringen
hat dem franzöſiſchen General a. D. Didio und dem
frühe=
ren franzöſiſchen Geniekapitän Wölffel die
Aufenthalts=
erlaubnis im Reichslande verweigert. Beide Offiziere
ſind Elſäſſer von Eeburt. Wölffel beſitzt umfangreiche
Güter im Elſaß, wo er bis jetzt alljährlich einige Zeit
verbrachte.
Deutſchland und die Ausſtellung von
San Franzisko. Wie die Tägliche Rundſchau von
unterrichteter Seite erfährt, kann die Frage, ob
Deutſch=
land an der Ausſtellung in San Franzisko ſich amtlich
beteiligen ſoll, noch nicht als endgültig entſchieden
ange=
ſehen werden. Es ſei vielmehr die ganze Angelegenheit
durch das Eingreifen unſeres Botſchafters, des Grafen
Bernſtorff, ſowie die gleichzeitige Anweſenheit des San
Franziskoer Ausſtellungsbevollmächtigten Dr. Skiff in
Ber=
lin in einen neuen Abſchnitt eingetreten. Danach dürfte es
durchaus nicht für ausgeſchloſſen zu erachten ſein, daß nach
rerneuter perſönlicher Fühlungnahme mit den Intereſſenten
die Reichsregierung den zuerſt von ihr vertretenen
ab=
lehnenden Standpunkt nachträglich noch aufgibt. Die
end=
gültige Entſcheidung dürfte aber wohl erſt in den letzten
Monaten dieſes Jahres, und zwar dann zu erwarten ſein,
wenn die Vereinigten Staaten ihren neuen Zolltarif
her=
ausgebracht haben werden.
— Katholikentag und chriſtliche
Gewerk=
ſchaften. Zum Frieden von Metz äußert ſich nunmehr
auch das Zentralblatt der chriſtlichen Gewerkſchaften
Deutſchlands, indem es ſchreibt, der Katholikentag ſei
nicht die Inſtanz, auf der die maßgebende Entſcheidung
darüber gefällt werden könnte, in welcher Organiſation
und mit welchen gewerkſchaftlichen Mitteln die
katholi=
ſchen Arbeiter ihre berufswirtſchaftlichen Intereſſen
wahr=
nehmen ſollen. Manchen Kreiſen möchte es freilich
er=
wünſcht erſcheinen, wenn auf den Katholikentagen adelige
Landwirte, Induſtrielle, Handwerker, Kaufleute uſw.
dar=
über befinden könnten, wie ſich die katholiſchen Arbeiter
zur Vertretung ihrer Standesangelegenheiten zu
organi=
ſieren hätten. Darüber entſcheiden indeſſen die
Arbeiter=
organiſationen ſelbſt. Für die chriſtlichen Gewerkſchaften
iſt dieſes geſchehen auf den Kongreſſen in Dresden und
Eſſen, und dabei bleibt es. Dem Wunſche nach Frieden,
der in Metz mit ſo großem Beifall ausgeſprochen wird,
wird ſelbſtverſtändlich auch ſeitens der katholiſchen
Ar=
beiter, die den chriſtlichen Gewerkſchaften angehören,
bei=
geſtimmt. Die Friedensbedingungen ſind, ſoweit die
chriſt=
lichen Gewerkſchaften daran intereſſiert ſind, in Dresden
und Eſſen ausgeſprochen worden. Man ſoll die chriſt=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Nummer 208.
llichen Gewerkſchaften in Ruhe laſſen, und der Friede
äiſt da.
— Die Erledigung der
braunſchweigi=
ſchen Frage. Der Voſſ. Ztg. wird zur Löſung der
braunſchweigiſchen Frage folgendes geſchrieben: Die
Vor=
bereitungen für die Uebernahme der Regierung des
Her=
zogtums Braunſchweig durch den Prinzen Ernſt Auguſt
ſind beendigt. Man erwartet, daß das neue Herzogspaar
noch vor Weihnachten in Braunſchweig einziehen wird.
Die Thronfolgefrage wird im Bundesrat im Oktober ſehr
ſchnell erledigt werden, da im Laufe des Sommers alle
Vorbedingungen erfüllt worden ſind. Der gegenwärtige
Regent Herzog Johann Albrecht gibt die Regentſchaft an
den Regentſchaftsrat im Laufe des Oktobers ab. Die
Vorbereitungen für ſeine Ueberſiedelung nach
Mecklen=
burg auf ſein Schloß ſind im Gange. In den letzten
Mo=
naten hat der Regent nur vorübergehend in Braunſchweig
geweilt. Die Krone von Braunſchweig wird dem
Prin=
zen Ernſt Auguſt durch den Regentſchaftsrat angetragen
werden. Das neue Herzogspaar wird nach ſeiner Reiſe
nach England nach Rathenow zurückkehren und von hier
aus vorausſichtlich bereits im November nach
Braun=
ſchweig überſiedeln.
Ausland.
Schweiz.
Volksabſtimmung über Verträge. 6200
Bürger der Schweiz haben an den Bundesrat das
Ver=
langen geſtellt, ſämtliche befriſtete oder für die Dauer von
mehr als 15 Jahren abgeſchloſſenen Verträge mit dem
Auslande in Zukunft dem ſchweizeriſchen Volke zur
Ab=
ſtimmung zu unterbreiten, wenn 30000 Bürger es
ver=
langen. Ueber dies Initiativbegehren, dem weder
Bun=
desrat noch Bundesverſammlung zuſtimmen werden, muß
eine Volksabſtimmung ſtattfinden.
Frankreick.
Die revolutionäre Bewegung der
Win=
zer im Departement Aube gegen das Geſetz, welches ihre
Weine von der Champagnerbereitung ausſchließt, hat in
den letzten Tagen ſehr an Ausdehnung gewonnen. In
ſechs Ortſchaften wurden ſtürmiſch bewegte
Verſamm=
lungen abgehalten, die damit endigten, daß die Maires
und Gemeinderäte ſich bereit erklärten, ihre Aemter
niederzulegen. Die durch dieſe Amtsniederlegung
hervor=
gerufene Unordnung in der Verwaltung ſoll die
Re=
gierung veranlaſſen, die den Winzern verhaßten
Geſetzes=
maßregeln außer Kraft zu ſetzen.
Vereinigte Staaten.
Verſtärkung der Bundesflotte.
Marine=
miniſter Daniels bereitet eine Flottenvorlage zur
Ver=
ſtärkung der Bundesflotte vor. Eine Anzahl
demokrati=
ſcher Mitglieder des Kongreſſes, die bisher für ein kleines
Marinebudget eintraten, ſollen durch die letzten
Vorkomm=
niſſe in Mexiko und Japan für den Flottenausbau
ge=
wonnen ſein. In gut unterrichteten Kreiſen glaubt man,
daß für das laufende Jahr mindeſtens zwei Schiffe
ge=
fordert werden.
Ching.
Verfaſſung und Präſidentenwahl. Der
chineſiſche Reichstag ſollte nach Juanſchikais Willen die
endgültige Verfaſſung und die damit zuſammenhängende
Präſidentenwahl bis zum 8. Auguſt vollzogen haben,
da=
mit China den auswärtigen Gefahren gegenüber möglichſt
bald in ſtändige Verhältniſſe käme. Die Herren
Sun=
jatſen und Hwangtſching haben es mit ihrem
wahnwitzi=
gen Aufruhr anders beſchloſſen gehabt, und da die
Juan=
ſchikai feindlichen Kuomingtang, die im Reichstage,
zu=
mal in ſeinem Oberhauſe, die Mehrheit hatten, ſich bei
Beginn des Aufruhrs langſam verkrümelten, war der
(Reichstag lange nicht beſchlußfähig. Nachdem jetzt der
Aufruhr völlig niedergeſchlagen iſt, haben die
Kuoming=
tang notgedrungen ihren Frieden mit der Regierung
ge=
macht. Mit deren Einverſtändnis hat nach einem
Pe=
kinger Telegramm der Korreſpondenz des Fernen Oſtens
vom 2. September der wieder beſchlußfähige Reichstag
ſeine Sitzungsdauer verlängert. Beiden Häuſern ſchien
eine Friſt von 45 Tagen ausreichend. Man hofft, die
Ver=
faſſung Ende Oktober zur Annahme bringen und die
Wahl des Präſidenten Ende November vornehmen zu
können. Bis dahin ſind allerdings mehr als 45 Tage.
Ueber das Verfahren der Präſidentenwahl herrſcht beim
Oberhauſe und beim Abgeordnetenhauſe
Uebereinſtim=
mung. Die Ausſchüſſe und die Vollverſammlungen beider
Häuſer haben ſchon früher die Amtsdauer des
Präſiden=
ten auf ſechs Jahre und ſeine Wahl durch die zur
Natio=
nalverſammlung zuſammentretenden beiden Häuſer des
Reichstages beſchloſſen. Zur Beſchleunigung der Wahl iſt
jetzt vereinbart worden: anweſend ſein müßten wenigſtens
drei Viertel aller Volksvertreter, Herrenhausmitglieder
und Abgeordneten; gewählt ſei, wer wenigſtens zwei
Drittel der abgegebenen Stimmen, alſo die Hälfte aller
vorhandenen Stimmen, erhalte. Um alle Verſchleppung
zu vermeiden, gelten dieſe Beſtimmungen aber nur für die
erſten etwa nötigen Wahlgänge. Beim dritten und
letz=
ten Wahlgange entſcheidet die einfache Mehrheit.
* Breslau, 3. Sept. Der Allgemeine
Deut=
che Beramannstag wurde heute vormittag in der
Aula der Univerſität im Beiſein des Staatsminiſters Dr.
Sydow, des Oberberghauptmanns v. Velſen, des
Ober=
präſidenten der Provinz Schleſien, v. Günther, der
Regie=
rungspräſidenten von Breslau und Liegnitz, ſowie
ſtädti=
ſcher Vertreter eröffnet. Berghauptmann Schmeißer
begrüßte den Bergmannstag und rief den Teilnehmern
ein herzliches Glückauf zu, Profeſſor Dr.=Ing. Schenk, der
Rektor der Techniſchen Hochſchule, entbot ſeinen Gruß und
gab bekannt, daß die Abteilung Berg= und Hüttenbau
ein=
ſtimmig beſchloſſen habe dem Berghauptmann Schmeißer
in anbetracht ſeiner großen Verdienſte, die er ſich um die
Entwickelung des ſchleſiſchen Bergbaues erworben habe,
zum Dr.=Ing. honoris causa zu ernennen. Namens der
Stadt begrüßte Bürgermeiſter Trentin, namens der
Uni=
verſität Rektor Arnold die Tagung. Die nächſte Tagung
findet 1916 in Braunſchweig ſtatt. Bei dem Feſtmahl, das
abends den deutſchen Bergmannstag beſchloß, hielt der
Handelsminiſter Dr. Sydow dem Lokal=Anzeiger
zu=
folge, eine Rede in der er ſagte: Die Periode der
Hochkonjunktur geht zu Ende. Das iſt ein natürlicher
Vor=
gang. Es beſteht die begründete Hoffnung, daß der
Nie=
dergang ohne Erſchwerung des Wirtſchaftslebens durch
die Aufwärtsbewegung ausgeglichen wird. Unſer
Wirt=
ſchaftsleben iſt durch und durch geſund. Die Kaufluſt des
Inlands iſt im Wachſen und der Wohlſtand ſteigt.
Lei=
tende und Angeſtellte haben daran Anteil, indem ſie für
das Wohl der wirtſchaftlichen Unternehmen ihre ganzen
Kräfte eingeſetzt haben. Aber alle Mühen wären
ver=
gebens, wenn nicht dem Deutſchen Reiche der Frieden
be=
ſchert wäre. Das verdanken wir dem Kaiſer, der die
Po=
litik in ruhige Bahnen lenkte und noch in neueſter Zeit
darauf hinwirkte, daß im Südoſten Europas durch
dauern=
den Frieden unſer Land vor Schädigungen bewahrt
wurde.
* Haag, 3. Sept. Die 18.
Interparlamen=
tariſche Konferenz wurde heute eröffnet. Lord
Weardale, der Präſident des Interparlamentariſchen
Rates, ſchlug vor, den Deputierten Tydeman.
Mit=
glied der niederländiſchen Gruppe, zum Vorſitzenden zu
ernennen. Die Konferenz ſandte ein Huldigungstelegramm
an die Königin Wilhelmine. Tydeman ſtellte in der
Er=
öffnungsrede feſt, daß die Zunahme der Rüſtungen
an=
dauere, er glaube indeſſen nicht, daß der Einfluß der
in=
terparlamentariſchen Union abnahm; aber man müſſe
gegen Traditionen kämpfen, gegen den Chauvinismus
und gegen materielle Intereſſen, um eine Umwälzung in
den Ideen herbeizuführen. Er hoffe, daß die Konferenz
an der Erſetzung der Gewalt durch das Recht mitwirke
zum Nutzen der ganzen Menſchheit. Miniſterpräſident
Cort van der Linden hieß die Konferenz namens
der Regierung willkommen und beſprach die
Schwierig=
keiten, die den Beſtrebungen der interparlamentariſchen
Union entgegenſtänden. Das Ziel ſei um ſo edler, je
ſchwieriger es erreichbar ſei, er hoffe, daß die Konferenz
einen wichtigen Schritt auf dem Wege zur
Verwirklichu=
der allgemeinen Wohlfahrt verzeichnen könne, die du
gutes Einvernehmen den Frieden unter den Völkern
reichbar mache. Die Konferenz hat einſtimmig verſch
dene Beſchlüſſe gefaßt. Zunächſt eine Reſolution, betr
fend das Regime über die Meerengen und Seekanäle
Grund eines Referates des Grafen Penha Garcia=Port
gal. Auf Grund der Reſolution wird der nächſten Kon
renz der endgültige Entwurf eines völkerrechtlichen Ve
trages über die Grundſätze, die ſchon jetzt für die Kultr
ſtaaten annehmbar ſind. vorgelegt werden. Darauf wand
ſich die Konferenz der Frage, betreffend die Erklärung?
ewigen Neutralität, zu. Referent iſt Münch=Dänema
Ferner wurden die Rechte und Pflichten der Neutral
während eines Seekrieges behandelt. Berichterſtatter v
Houten=Niederlande gab heute nachmittag dem Verwe
tungsrat des internationalen Schiedsgerichtshofes ein
Empfang im Friedenspalaſt. Lord Weardale dankte
mens der Konferenz für die Aufnahme, die ſie
gefund=
habe. Der Präſident des Verwaltungsrates, Cort vand
Linden, verlas eine Depeſche des Zaren, in der dieſerſ.
nen Dank für die Huldigung des Verwaltungsrates
legentlich der Eröffnung des Friedenspalaſtes ausſprie
* Madrid, 3. Sept. Der König hat ſechs zu
Tode Verurteilte, darunter Sanchez Alegre, der e
13. April das Attentat auf den König verübte, b
gnadigt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. September.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen Her
ſchaften begaben ſich am Mittwoch 1,30 Uhr nac
mittags mit Gefolge im Auto nach Lich zur B.
ſetzung des am 30. Juni d. Js. in Pagan (Südſe
verſtorbenen Prinzen Maximilian zu Solms=Hohe
ſolms=Lich. Die Rückkehr nach Jagdſchloß Wolfsgart
erfolgte um 9,15 Uhr abends. (Darmſt. Ztg.)
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit d
Großherzog haben dem Steuerboten Anton Reut
zu Bensheim aus Anlaß ſeiner am 5. September 19
zurückgelegten fünfzigjährigen Dienſtzeit das Allgemei=
Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für langjährige tre
Dienſte” verliehen.
Wie der Preuß. Staatsanzeiger meldet, hat
König von Preußen dem Großh. heſſiſchen außerorden
lichen Geſandten und bevollmächtigten Miniſter
Berlin, Geheimen Staatsrat und Kammerherrn Dr.=In
Freiherrn von Biegeleben, den Königl. Krone
orden erſter Klaſſe verliehen.
* Auszeichnung eines Lebensretters. Der Geomet
I. Klaſſe Leo Gunder zu Darmſtadt hat am 15. Jn
1913 einen Menſchen vom Tode des Ertrinkens gerett
Als Anerkennung hierfür iſt ihm von Sr. Königl. Hohe
dem Großherzog die Rettungsmedaille verlieh
worden.
* Steueramtsperſonalien. Der Militäranwärt
Vizefeldwebel Ludwig Eller aus Dolgesheim wur
vom 19. September lfd. Js. an zum Steueraufſeh
ernannt und ihm eine Steueraufſeherſtelle bei Groß
Hauptſteueramt Mainz zugewieſen; der Militäranwärt
Vizewachtmeiſter Adam Kraß aus Ellenberg (Kre=
Melſungen) wurde vom 5. Oktober lfd. Js. an zu
Steueraufſeher ernannt und ihm eine Steueraufſeherſte
bei dem Hauptſteueramt Bingen zugewieſen.
* Verſetzt wurde der Pfandmeiſter für den B
treibungsbezirk Michelſtadt, Konrad Weppler
Michelſtadt, vom 1. Oktober d. J. an in gleicher Dien
eigenſchaft in den Beitreibungsbezirk Zwingenberg.
* Erledigte Stellen. Die mit einem evang
liſchen Lehrer zu beſetzende erſte Lehrerſtelle an d
Gemeindeſchule zu Vonhauſen, Kreis Büdinge
Mit der Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden. D.
Präſentationsrecht ſteht dem Herrn Fürſten zu Yſenbu=
und Büdingen in Büdingen zu. — Die Stelle des Pfan
meiſters für den Beitreibungsbezirk Michelſtadt zu
1. Oktober d. Js.
* Militärdienſtnachricht. Schneider I (Darn
ſtadt), Unt.=Apoth. des Beurlaubtenſtandes, zum Obe=
Apotheker befördert.
* Miniſter des Innern von Hombergk zu Va
iſt aus ſeinem Urlaub zurückgekehrt und hat ſeine Dien
geſchäfte wieder übernommen.
g. Ferienſtrafkammer. Der 29jährige Hilfsarbeit
Johann Karl Krebs von Heritz, der in Ermangelun
einer Arbeitsgelegenheit ſich den Lebensunterhalt mit Be
teln verdiente, machte im Juli in Offenbach die Bekann
Der Selbſtmord einer Stadt.
K Eine erſchütternde Tragödie, deren Opfer eine ganze
blühende Stadt war, hat ſich in dieſen Tagen, wie bereits
kurz gemeldet, in Mazedonien abgeſpielt: die Bewohner
von Melnik haben, um nicht Bulgaren zu werden, wie
es der Vertrag von Bukareſt ihnen auferlegte, ihren
Wohl=
ſitz in Brand geſteckt und ihn dann verlaſſen, um in
Grie=
chenland, ihrem bisherigen Vaterland, Zuflucht zu ſuchen.
Der Korreſpondent der Illuſtration, Jean Leune, teilt
nähere Einzelheiten mit über dieſen herrlichen Fleck Erde,
der nun durch einen Akt heroiſcher Selbſtverwüſtung zu
einem öden Trümmerhaufen geworden iſt. Die alte ſchöne
und reiche Griechenſtadt, deren Gründung bis in die Tage
von Byzanz zurückreicht, hatte durch die fruchtbare Spende
ihres Bodens einen beſonderen Segen erhalten. Ein
be=
rühmter Wein gedieh hier und machte das Leben der
Bewohner der Stadt leicht und angenehm. Es gab keine
Armen in Melnik. Die Legende erzählt, daß, bevor die
Stadt etnſtand, hier eine entzückende Prinzeſſin lebte, von
Barbaren gefangen gehalten. Sie ſtarb aus Kummer, und
die Erde, die die reizende Tote bedeckte, erhielt dadurch
geheime Kräfte, die lebendig wurden in dem ſüßen Feuer
und dem ſchweren Duft der emporwachſenden Reben. An
dem ſteilen Geſtade, durch das ein reißender Strom ſich
Bahn bricht, entſtand dann in byzantiniſcher Zeit eine
jener zahlreichen Feſtungen, die die Kaiſer von Byzanz
errichteten, um das Land gegen die Einfälle der
bulgari=
ſchen Horden zu ſchützen. Die Ruinen ragten als ein
Wahrzeichen über die Stadt, die ſich zu Füßen der Felſen
immer blühender und glücklicher entfaltete. Melnik ward
damals ein Verbannungsort für die Großwürdenträger, die
ſich den Unwillen der byzantiniſchen Herrſcher zugezogen
hatten. Jeder von ihnen baute ſich ein prächtiges Haus
und für ſeinen perſönlichen Gebrauch eine Kapelle; 48
dieſer alten Gotteshäuſer ſtanden noch, und die 3—4000
Einwohner waren ſtolz auf dieſe Denkmäler einer großen
Vergangenheit, bewahrten mit frommer Andacht zahlreiche
ſehr wertvolle Kirchenſchätze, goldene Kruzifixe, ſilberne
Weihbecken und herrlich geſtickte Kirchengewänder. Im
Ge=
ſtein liegen viele von Reben überſponnene Höhlen; Galerien
führten über dieſe Grotten, und all das gab der Stadt
einen maleriſchen, unvergeßlichen Zauber, eine=Stimmung,
gewoben aus dem Glanz altbyzantiniſcher Herrlichkeit und
fruchtbarer Lebensfülle der Gegenwart..
Und dies liebliche Juwel iſt nun vernichtet. Wo die
lachende alte Stadt lag, da gibt es nur noch Aſche und
geſchwärzte Ruinen. So ſehr die Einwohner von Melnik
an dem glücklichen Fleck Erde hingen, in dem ihre Väter
und Großväter den ewigen Schlaf ſchlafen, ſie fühlten ſich
doch vor allem als Griechen und wollten keine
Bul=
garen werden. So opferten ſie denn ihrer
Vater=
landsliebe alles, was ihnen ſonſt noch heilig und teuer
war. In gemeinſamem Entſchluß kamen ſie zu der
Ueber=
zeugung ihre Stadt verlaſſen zu müſſen.
Nach=
dem ſie das Beſte ihrer Habe zuſammengepackt hatten,
führten die Männer ihre weinenden Frauen und Kinder
aus den Häuſern. Mit zitternden Händen zerſchlugen ſie
die großen Fäſſer, aus denen das Rebenblut in Strömen
floß, und die Erde wieder trank, der es entſproſſen; ſie
gaben ſo gleichſam dem Lande die Seele wieder, die ſie
ſo lange erfreut und beglückt. Dann zerſtörten ſie die
Weinberge, riſſen die einzelnen Stöcke heraus und
ver=
wüſteten die Felder. Und danach legten ſie ſelbſt den
Brand an die Stadt, die ſie geboren und die ihre Toten
barg. Sie ſchürten die Flammen und blickten von den
Höhen, auf die ſie ſich vereinigt aus dem Flammenmeer
gerettet, mit zerriſſenem Herzen hernieder in das lohende
Feuer, das ihr teures Melnik in ſeinem blühenden Grabe
begrub. Dann zogen ſie fort mit dem Wenigen, was ihnen
geblieben, arm und ſtolz einer ungewiſſen Zukunft, aber
zugleich auch dem geliebten Vaterlande entgegen.
Der Eckzahn der älteſten Frau
der Welt.
** Erſt auf dem letzten Internationalen Mediziniſchen
Kongreß in London gab es unter den Gelehrten einen
heißen Meinungsſtreit über die Folgerungen, die ſich an
den vor einiger Zeit von Charles Dawſon in den
Kalk=
gruben von Piltdown in Suſſex gefundenen Schädel des
prähiſtoriſchen Urmenſchen knüpfen ließen. Es handelt ſich
dabei um den älteſten bisher der Forſchung zugänglich
gewordenen menſchlichen Schädel; ſein Alter wird aus
gegen 200000 Jahre geſchätzt und in ſeiner Form bildet
er ein Mittelglied zwiſchen Menſch und Affe, das von
beſonderem Intereſſe iſt, weil die Geſtaltung des Schäde
dem Affen noch näher ſteht als dem Menſchen. Dawſt
hatte den Fund als den Schädel einer Frau beſtimmt un
ihn der Pliozän=Periode zugewieſen.
Die von Dr. Smith Woodward vom Naturhiſtoriſche
Muſeum in Southkenſington vorgenommene
Rekonſtru=
tion, die von einigen Seiten in ihren Einzelheiten ang
fochten wurde, hat jetzt eine intereſſante Stütze, die eit
Beſtätigung der Woodwardſchen Theorie zu
erbring=
cheint, durch einen neuen Fund erfahren. Dawſon
h=
in der Zwiſchenzeit mit zwei Freunden die
Nachforſchu=
gen und Ausgrabungen in jener Kalkſchicht, in der
ſeinerzeit den Schädel des nach ihm benannten Eoanthr
pos Dawſoni entdeckte, fortgeſetzt, und am Samstag wurt
die Mühe belohnt; man fand einen zu dem Schädel gehör
gen Eckzahn der „älteſten Frau der Welt‟ D
Zahn ähnelt in ſeiner Form durchaus der Woodwardſch=
Rekonſtruktion, iſt aber etwas kleiner und ſpitzer. Wie al=
Eckzähne iſt die Rückſeite ſehr ſchräg. Form und Zuſtar
weiſen darauf hin, daß er zum Kauen von Wurzeln un
faſerigen Subſtanzen diente; er beſtätigt damit die au
den Schneidezähnen des gefundenen Kiefers abgeleitet
Annahmen. Der Fund, ſo bemerkt dazu das engliſc
Blatt, das über die Entdeckung berichtet, bringt uns wi
der einen kleinen Schritt weiter auf dem Wege zur Kenr
nis der Lebensweiſe dieſer älteſten „Urahnen” Schön
ſie nicht geweſen. Die Schädelwölbung nähert ſich bereit
der menſchlichen Form, das Geſichtsprofil aber iſt no
affengleich. Eine Sprache war noch nicht ausgebildet, d
Stimme wird ſich auf die Nachahmung einiger Naturlau
beſchränkt haben. Ueber ihren menſchlichen Charakte
können wir nur wenig ahnen; ihr Temperament we
wahrſcheinlich kalt; verwöhnt wurde ſie nie, zu ihrer Ze
gab es kein geheiligtes Familienleben, und von klein a
mußte ſie für ihre Nahrung ſelbſt ſorgen.
Wahrſcheinli=
ertigte ſie ſich eine kleine Steinaxt an, mit der ſie de
kleinen Tiere niederſchlug, um Kleidung zu erlangen, un
mit der ſie beſonders harte und zähe Wurzeln — ihre
Nal=
rung — bearbeitete. Unausgeſetzt war ſie in Gefahr, de
rieſigen Maſtodons zum Opfer zu fallen. Dieſe herbe Er
ziehung wird auf ihr Temperament und ihren Charakte
nicht gerade mildernd eingewirkt haben; liebenswürdi
und freundlich iſt dieſe Urmutter, dieſe Venus von Suſſee
ganz gewiß nicht geweſen.
Nummer 208.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
eite 3.
ſchaft des Inhabers des Waſſerhäuschens in der
Wald=
ſtraße, um ſeiner Geldnot gewaltſam abzuhelfen. Als
dieſer am 20. Juli mit dem Eismann verhandelte, ſchlich
ſich der Angeklagte in das Häuschen, nahm das geſamte
Bargeld an ſich und verſchwand damit. Nach langen
Be=
mühungen gelang es, den Angeklagten in Oberrad auf
dem Tanzboden feſtzunehmen. Von den erbeuteten 36
Mark wurden nur noch 22 Mark bei ihm vorgefunden.
Das übrige Geld hatte er zur Begleichung von
Wirts=
hausſchulden und zu einigen vergnügten Tagen
verwen=
det. Das Gericht verurteilte ihn zu 1 Jahr6 Monaten
Zefängnis, die 14 Tage Gefängnis wegen Bettelns
vurden auf die Unterſuchungshaft angerechnet.
Der 24jährige Kaufmann Heinrich Lohr von
Dorn=
heim liebte es, den Gent zu ſpielen und ſich auf Koſten
einer Mutter und anderer Leute von der Arbeit zu drücken.
Fr gab ſich überall als Dr. Heinz Lohr aus und nahm
inen umfangreichen Kredit für ſich in Anſpruch. Eine
Zeit hindurch hatte die Mutter des Angeklagten die
Schul=
en immer wieder gedeckt, bis bei einem größeren Streich
ges Angeklagten ihr die Geduld verging und ſie den
un=
ſankbaren Sohn anzeigte. Lohr hatte ſich im Juli in
nem hieſigen Hotel einlogiert, und um Kredit zu
erlan=
en, hatte er das Sparkaſſenbuch ſeiner Mutter, auf das
100 Mark eingezahlt waren, vorgezeigt. Das Buch hatte
rſeiner Mutter unberechtigterweiſe weggenommen und
uf Grund gefälſchter Quittungen 200 und 500 Mark
ab=
ehoben; als er das dritte Mal den Verſuch machte, wurde
ie Urkundenfälſchung entdeckt. Der Kellner hatte ihm
ach Vorzeigung des Sparkaſſenbuchs 15 Mark
Zarvorſchuß gegeben, die er heute ebenſo noch
bekommen hat, wie der Hotelier ſein Geld. Von einem
uwelier hatte er ſich einen Ring für 200 Mark auf Kredit
eben laſſen, den er in Frankfurt für 70 Mark verkaufte.
chließlich ſpiegelte er ſeiner Mutter vor, er habe eine
tellung in Italien erhalten und brauche 2400 Mark zur
tellung einer Kaution, die er in Frankfurt in wenigen
agen verjubelte. Das Gericht verurteilte den
Angeklag=
n wegen Unterſchlagung, Betrugs und
Urkundenfälſch=
ngen zu 1 Jahr 10 Monaten Gefängnis,
ab=
iglich 1 Monat der Unterſuchungshaft. Er erkannte das
rteil an.
Der 43jährige Taglöhner Anton Hermann von
nter=Hambach (Kreis Heppenheim) hat am 16. März in
teinbach bei Erbach die Scheibe eines Schaukaſtens
ein=
drückt und eine Gamaſche und andere Kleinigkeiten an
h genommen. Die Gamaſche will er verloren haben und
i der Tat betrunken geweſen ſein. Der Angeklagte hatte
ch weiter wegen mehrerer Betteleien zu verantworten.
as Gericht verurteilte ihn unter Einbeziehung einer
Ge=
ngnisſtrafe von 1 Monat, die er in Langen erhalten
itte, zu 6 Monaten 2 Wochen Gefängnis und
egen Bettelns zu 4 Wochen Haft und Ueberweiſung an
e Landespolizei (Arbeitshaus).
Der 15jährige Heinrich M. von Crumſtadt iſt am 4.
bai zu dem Vater ſeines Dienſtherrn gegangen und hat
m aus dem Vertiko das er mit dem richtigen Schlüſſel
tfſchloß, 10 Mark entwendet, die er beim „Kartenſpielen”
rbrauchte. Acht Tage ſpäter machte er einer in
Stock=
dt verheirateten Crumſtädterin einen Beſuch. Da die
amilie nicht im Hauſe war, ſtieg er über das
eingren=
nde Mäuerchen, ſchloß die Haustür auf und entnahm
nem Schreibpult 13 Mark. Das Gericht verurteilte ihn
egen eines einfachen und eines ſchweren Diebſtahls zu
Tagen Gefängnis.
Der 56jährige Taglöhner Peter Brand von
Alten=
ch (Kreis Heidelberg), der einen faſt lückenloſen
Lebens=
tf über Gefängnis= und Zuchthausaufenthalt ausweiſen
nnte, hat am 21. Juli in Heppenheim gebettelt und
da=
i einen Regenſchirm mitgehen heißen. Er konnte aber
ch an demſelben Tage in Laudenbach feſtgenommen
wer=
n. Damals in vollem Umfange geſtändig, gibt er in
geſtrigen Verhandlung an, daß nicht er den
Dieb=
hl begangen, ſondern ſein Wanderkollege, der das gleiche
tsſehen habe wie er ſelbſt. Das Gericht verurteilte ihn
gen Diebſtahls im wiederholten Rückfall zu 6
Mo=
iten Gefängnis und wegen Bettelns zu 4 Wochen
ift und Ueberweiſung an die Landespolizei.
Das 16jährige Dienſtmädchen Roſa Röder von
versfeld (Kreis Aſchaffenburg), der bereits einmal eine
rafe wegen Diebſtahls bedingt erlaſſen wurde, hat einer
hlafkollegin eine Bluſe entwendet. Sie war nach ihrer
igabe durch eine längere Krankheit in Not geraten und
ellung konnte ſie nicht finden. Da kam ſie auf den
Aus=
g, zur Allgemeinen Ortskrankenkaſſe Offenbach zu gehen,
rt den Namen eines ihr bekannten Dienſtmädchens, das
itglied der Kaſſe war, anzugeben und auf deren Namen
krank ſchreiben zu laſſen. Sie nahm dann auch gegen
uittung das Krankengeld von 4.08 Mark in Empfang
d quittierte mit dem fremden Namen. Vierzehn Tage
iter verſuchte ſie denſelben Trik mit einem anderen
imen. Der Arzt ordnete jedoch an, daß ſie ſich ins
ankenhaus begeben ſollte. Da ſie dort bekannt war,
rzichtete ſie auf Ausführung des Betruges. Das
Ge=
ht verurteilte die Angeklagte wegen Diebſtahls
quali=
ierter Urkundenfälſchung und Betrugs zu 1 Monat
2 Wochen Gefängnis, abzüglich 1 Monat der
Unter=
ſuchungshaft.
* Vom Großh. Hoftheater. Der Vorverkauf für
die erſte Spielwoche wird täglich an der Tageskaſſe des
Großh. Hoftheaters fortgeſetzt. Die Spielzeit beginnt
am Sonntag, den 7. September, mit einer Aufführung
von Richard Wagners „Tannhäuſer und der
Sänger=
krieg auf Wartburg‟. Die Oper wurde in Fortführung
des neuinſzenierten Wagnerzyklus’ neu einſtudiert und
neu ausgeſtattet. Die Leitung haben Kapellmeiſter Paul
Ottenheimer und Regiſſeur Otto Nowack. Der
Vor=
ſtellungsbeginn iſt auf 6½ Uhr feſtgeſetzt; die Vorſtellung
gehört im Abonnement dem Buchſtaben C.
Städtiſche Schulzahnklinik, Waldſtr. 21.
Sprech=
ſtunden: 9—12 Uhr und 2—5 Uhr, Samstags von
2—4 Uhr. Im Auguſt wurden behandelt: 670 Kinder
(433 Mädchen, 237 Knaben) mit 809 Konſultationen
Gefüllt wurden 1103 Zähne, ausgezogen wurden
524 Zähne (475 Milchzähne, 49 bleibende Zähne). Zahl
der Tage, an denen Sprechſtunden abgehalten wurden: 26.
** Einbruch. Wiederholt wurde nachts die
Er=
friſchungshalle am Exerzierplatz erbrochen und
Eßwaren und Zigaretten in bedeutendem Werte
ge=
ſtohlen. Es handelt ſich wahrſcheinlich um jugendliche
Burſchen, die ſich in den Anlagen umhertreiben, um
einen paſſenden Augenblick abzuwarten. Leider iſt es der
Polizei noch nicht gelungen, den oder die Täter zu
ermitteln.
* Kinotheater. Reſidenztheater. Man ſchreibt
uns: Nun weiß man endlich, wer er iſt, der rätſelhafte
Coletti. Morgen wird das Geheimnis in dem
Reſi=
denztheater gelöſt werden. Man ſieht ihn an der weißen
Wand, den großen Meiſterdetektiv, dem es gelang, ſich
vierundzwanzig Stunden lang in Berlin unauffindbar zu
machen, das allerdings viele fertig bringen dürften —
aber ſie machen ihr Erwiſchtwerden auch nicht zu einem
Preisrätſel mit 100000 Mark Belohnung. Wer einmal
recht lachen will, gehe ab morgen ins Reſidenztheater.
(Siehe Anzeige.)
* Konzerte. Konzertgarten Hugenſchütz?
Felſenkeller. Der außergewöhnlich ſtarke Beſuch
der letzten Konzerte hat gezeigt, daß dieſe ſich beim
hieſigen Publikum großer Beliebtheit erfreuen, ſie ſollen
deshalb bei günſtiger Witterung durchgeführt werden.
Für Freitag, den 5. September, ſind nun die
Kom=
poniſten Joh. Strauß, Paul Lincke und Jean Gilbert
vorgeſehen. Zum Schluß das alle Schlager enthaltende
Potpourri: „Berlin wackelt”.
* Wixhauſen, 4. Sept. Man ſchreibt uns: Die
zweite Bezirks=Geflügelausſtellung des
Unterverbandes Darmſtadt-Land des „Starkenburger
Geflügelzüchterverbandes” findet dieſes Jahr in unſeren
Mauern ſtatt, und zwar in den Tagen vom 17. bis
19. Oktober. Der Geflügelzuchtverein hat keine Mühe
und Koſten geſcheut, um die auswärtigen Ausſteller,
welche hoffentlich ihr Beſtes zur Schau bringen,
zu=
friedenzuſtellen. Ein ſehr guter Preisrichter wurde zur
Prämiierung gewonnen und eine große Anzahl
Ehren=
preiſe von Privaten und Vereinen geſtiftet. Der
Land=
wirtſchaftskammerausſchuß für die Provinz Starkenburg
ſtiftete einen größeren Geldbetrag zur Prämiierung der
von ihm anerkannten Nutzraſſen. Wenn der Staat, und
die einzelnen Vereine und Perſonen die heimatliche
Ge=
flügelzucht unterſtützen, ſo muß der letzte
Gemeinderats=
beſchluß, der das Geſuch des Geflügelzuchtvereins um
Stiftung eines Gemeindeehrenpreiſes ablehnte,
be=
remden. Um ſo mehr, als andere Gemeinden, wo eine
ſolche Schau ſtattfand, ſtets bereitwilligſt derartige
Geſuche genehmigten.
— Groß=Umſtadt, 4. Sept. In Verbindung mit dem
am 18. September von der Stadt Groß=Umſtadt
abzuhal=
tenden Pferde=, Fohlen=, Faſel= und
Zucht=
viehmarkt veranſtaltet der Landwirtſchaftskammer=
Ausſchuß für Starkenburg eine Zuchtpferde= und
Fohlenſchau, verbunden mit Prämiierung. Aus den
vom Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß,
Landespferde=
zucht=Verein und der Stadt Groß=Umſtadt für dieſe
Prä=
miierung vorgeſehenen Mitteln werden Preiſe zuerkannt
für: 1. Mutterſtuten mit Fohlen, welche im laufenden
Jahre geboren ſind: Arbeitsſchlag: 4 Preiſe, 3
Anerken=
nungen, insgeſamt 230 Mark; Wagenſchlag: 230 Mark.
2. Hengſt= Stut= und Wallachfohlen, 3 jährig.
Arbeits=
ſchlag: insgeſamt 210 Mark: Wagenſchlag 210 Mark.
3. Hengſt=, Stut= und Wallachfohlen, 2jährig, Arbeitsſchlag:
insgeſamt 140 Mark; Wagenſchlag 140 Mark. Die
Prä=
miierungsmittel des Landespferdezucht=Vereins im Betrage
von 250 M werden zur Bildung von Ehrenpreiſen in
Klaſſe I an Mitglieder dieſes Vereins verwendet. Die zur
Prämiierung vorgeführten Stuten und Fohlen müſſen
mindeſtens 5 Monate im Beſitze des Züchters bezw.
Land=
wirtes ſein. Händler können in vorſtehenden
Prämiie=
rungsklaſſen nicht mitkonkurrieren. Die Anmeldungen von
Stuten und Fohlen zur Prämiierung haben bis ſpäteſtens
16. September laufenden Jahres an die Großh.
Bür=
germeiſterei Groß=Umſtadt zu geſchehen.
Faſel= und Zuchtviehmarkt. Mit dem Markt
findet gleichzeitig eine unentgeltliche Körung der aufge=
triebenen männlichen Zuchttiere ſtatt. Für die
Prämiie=
rung von reinraſſigen, angekörten Simmentaler
Zucht=
faſeln ſind vorgeſehen: 2 erſte Preiſe à 30 M., gleich
60 Mark, 5 zweite Preiſe à 20 M., gleich 100 M., 8 dritte
Preiſe à 10 M., gleich 80 M., 12 Wegegelder à 5 M.,
gleich 60 M. Für die Prämiierung von angekörten Ebern
des deutſchen Edelſchweines und Böcken der weißen,
horn=
loſen Starkenburger Edelziege werden Preiſe im
Geſamt=
betrage bis zu 50 M. für erſtere und 50 M. für letztere
bereitgeſtellt. Die Prämiierung des aufgetriebenen
weib=
lichen Zuchtviehs erfolgt ſeitens der Gemeinde Groß=
Um=
ſtadt und ſind für dieſen Zweck bis zu 300 M. vorgeſehen.
Ferner ſind zur Prämiierung von Zuchtvieh bereitgeſtellt:
Von dem landwirtſchaftlichen Bezirksverein Groß=Umſtadt
200 M. — Zu allen weitern Auskünften wende man ſich
an die Großh. Bürgermeiſterei Groß=
Um=
ſtadt.
Offenbach, 4. Sept. Ein bedauerlicher Unfall
trug ſich geſtern abend gegen 7 Uhr in dem Betrieb der
Firma Mayer u. Schmidt, Waldſtraße, zu. Nach
Beendig=
ung der Gießerarbeiten wurden die Schlacken unter dem
Schmelzofen entfernt. Hierbei fiel ein größerer Teil
Schlacken, der ſich etwas geſtaut hatte, auf feuchte Erde,
wodurch ſich exploſive Dämpfe entwickelten und die
Schlacken umhergeſchleudert wurden. Durch die Dämpfe
erlitten Arbeiter erhebliche Brandwunden, die
ihre Ueberführung in das Stadtkrankenhaus erforderlich
machten.
R. Heubach, 4. Sept. Die rauhen Tage anfangs
des Erntemonats Auguſt, die zu mancher Beſorgnis
Anlaß gaben, mußten bald warmen und ſonnigen
Tagen weichen, ſo daß die Ernte wie das
Grummet=
gras jetzt glücklich unter Dach und Fach ſind. Die
Er=
träge entſprechen den gehegten Hoffnungen, da Qualität
wie Quantität durchaus befriedigend ſind. Die Fluren
müßte jetzt milder Regen erquicken, damit auch
Kar=
toffeln und ſonſtige Futterpflanzen reichen Ertrag
ein=
bringen könnten.
Rüſſelsheim, 4. Sept. Im Schwimmbad ertrank
der 12jährige Sohn eines hieſigen Fabrikbeamten. Die
Leiche konnte nach mehreren Stunden geborgen werden.
WLampertheim, 4. Sept. Zu der am 22. September
ſtattfindenden Bürgermeiſterwahl wird bereits
jetzt eine umfaſſende Agitation entfaltet. Neben dem
bis=
herigen Bürgermeiſter, Herrn Boxheimer, der
wie=
derum kandidiert, iſt der Dreſchmaſchinenbeſitzer Guſtav
Feldhauſen als Kandidat aufgeſtellt worden. — Die
Kirchweihe findet in dieſem Jahre am 14. und 15.
September ſtatt.
Mainz, 4. Sept. Vor der Mainzer Strafkammer
hatten ſich mehrere Angeklagte wegen verbotener
Vermittelung von Rennwetten zu
verant=
worten. Sie hatten ſogar ein Zimmer mit
Telephon=
anſchluß dazu eingerichtet. Die Strafkammer erkannte auf
folgende Strafen: Simon, Bär und Lapp je 1000 M.,
Scheller, Jung, Rode und Urnſtein je 600 M., Spritzer
200 M., Krieger und Sanzenbacher je 100 M. und Emke
50 M. Geldſtrafe. Die Angeklagten Lucas und Frau
wur=
den freigeſprochen. In der Begründung wurde
ausge=
führt, daß die Verhandlung keinen Beweis dafür ergeben
hätte, daß gewerbsmäßiges Glücksſpiel vorliege. Auch ſei
nicht erwieſen, daß einer der Angeklagten ſelbſt
Buch=
macherei betrieben. Demnach liege auch keine Beihilfe
zur Buchmacherei vor. Es ſei lediglich feſtgeſtellt, daß
die Angeklagten Wetten in Empfang genommen und
wei=
tergegeben hätten. Sie ſeien deshalb wegen
geſchäftsmäßi=
ger Wettenvermittelung zu ſtrafen. Um dem daraus
ent=
ſtandenen Unfug zu ſteuern, ſei auf hohe Geldſtrafen zu
erkennen. — Ein trauriges Bild von einem Menſchen
konnte man geſtern abend in Kaſtel beobachten. Gegen
Abend kam ein ganz herabgekommener fremder Mann
dort an, der, wie aus ſeinen Papieren zu erſehen war.
10 Jahre in der franzöſiſchen
Fremden=
legion gedient hatte. Im halben Mai war er
ent=
laſſen worden. Außer ſeinen frühzeitig ergrauten Haaren
hatte er aus dem franzöſiſchen Dienſt nichts mitgebracht.
Der Mann, von Beruf Maurer, iſt jetzt 40 Jahre alt und
hat ſeine ſchönſten Jahre bei der Legion zugebracht.
Worms, 4. Sept. Der Beſuch des Deutſchen
Feſtes wird nach vorläufiger Berechnung mit über
40000 zahlenden Perſonen und nahezu 20000
Nicht=
zahlenden (Kindern) angenommen.
Gimbsheim, 4. Sept. Eine eigenartige
Naturerſchein=
ung iſt an einem Apfelbäumchen des Herrn Joh. Rehn
im „Sande” zu ſehen. Das Bäumchen trägt faſt ganz
reife Früchte und ſteht zu gleicher Zeit in voller
Blüte.
Oppenheim, 4. Sept. Ueber das
Landskronturn=
eſt verlautet von unterrichteter Seite, daß die Löſung
der Frage wahrſcheinlich ſo erfolgt, daß alle zwei Jahre
auf der Landskrone das volkstümliche Turnen des Gaues
ſtattfindet. In dem ausgefallenen Jahr findet dann auf
der Waldeck bei Ingelheim ebenfalls ein Turnfeſt ſtatt,
das alle Jugendvereinigungen, wie Jungdeutſchland uſw.,
ebenfalls zu volkstümlichem Turnen vereinigt mit der
Turnerſchaft des Gaues.
Gaulsheim, 4. Sept. Der elfjährige Sohn des
Land=
wirts Kloos ertrank beim Baden im Rhein.
Wörrſtadt, 4. Sept. Die hieſige Gemeinde plant die
Errichtung eines eigenen
Elektrizitäts=
werkes. Die Koſten werden auf ungefähr 64000 Mark
Feuilleton.
* Ein Tierdarſteller. Bernard Shaws neues Stück
ndroclus und der Löwe” fand bei der Uraufführung in
ndon ſtarken Beifall. Die bekannte Fabel wird darin
Illuſtration ſeeliſcher Strömungen der erſten Chriſten
matiſch verwendet. Die Rolle des Königs der Tiere
rde von Sillward dargeſtellt, der mehrere Wochen
Londoner Zoologiſchen Garten in Geſellſchaft von
aw den Gang, die Bewegung und das Gebaren des
nigs der Wüſte ſtudierte, deſſen Gebrüll er zum
Ver=
chſeln getreu wiedergab. Sillward ſvielt ſeit 16 Jahren
ts als Tierrollen, in erſter Reihe Rollen von Hunden,
tzen und Eſeln. Beſonders berühmt iſt er als
Affen=
ſteller, und man erzählt, daß, als er vor Jahren in der
ckleidung eines Gorilla bei einem Maskenball in Covent
rden erſchien, die anweſenden Damen durch ſeine
ver=
ffende Naturechtheit ſo erſchreckt wurden, daß mehrere
Ohnmacht fielen und die Direktion genötigt war, ihn
n Verlaſſen des Lokals aufzufordern.
BB. Illuſtrierte Wohnungs=Angebote bilden das
teſte Mittel, mit dem die Hauswirte in den Vororten
rlins die Abwanderung aus Berlin und die
Ueberſie=
ung in ihren Ort fördern wollen. Die Mietsluſtigen,
ſich noch nicht für eine Wohnung entſchieden haben
il ſie damit rechnen, daß kurz vor Quartalsſchluß die
ieten noch billiger werden, erhalten jetzt in Mengen
che illuſtrierten Führer aus den Vororten, wo der
Lage=
in der Wohnung mit allen Einzelheiten koloriert
ver=
chnet iſt. Vielfach ſind in die Räume die hauptſäch=
lichſten Möbelſtücke eingezeichnet, ſo daß der Mietsluſtige
ein genaues Bild von den Vorzügen der Wohnung
gewin=
nen kann. Ferner verpflichten ſich die Wirte in dieſen
illuſtrierten Wohnungsangeboten, nicht nur das Fahrgeld
zur Beſichtigung der Räume zurückzuerſtatten, ſondern ſie
erbieten ſich auch in vielen Fällen, die Umzugskoſten ganz
oder teilweiſe zu tragen, je nach Länge des
abzuſchließen=
den Mietsvertrages. Durch derartige Lockmittel werden
zu jedem Ziehtermin tauſende von Mietern in die Vororte
gezogen, wo die Wohngelegenheit in ſanitärer und
hygie=
niſcher Hinſicht, wie auch in puneto Wohnlichkeit und
Be=
quemlichkeit bedeutend beſſer als in Berlin iſt.
* Das modernſte Reſtaurant. Soeben iſt in London
das modernſte und glänzendſte Reſtaurant eingeweiht
wor=
den. Es liegt im Weſtend und trägt den ſonderbaren
Namen „Y. und K.‟ Der ganze Betrieb iſt elektriſch
ein=
gerichtet. Jeder Tiſch iſt an die elektriſche Leitung
ange=
ſchloſſen. Die Gäſte können ihren Toaſt ſelbſt röſten, ſie
können eine Platte ſelbſt wärmen oder den Kaffee erhitzen.
Eine elektriſche Lampe ſteht mit der Küche in Verbindung,
wohin ſie durch beſondere Lichtzeichen die einzelnen
Wün=
ſche übermittelt. In der Küche wird ſelbſtverſtändlich auch
alles auf elektriſchem Wege betrieben: die Kochherde, die
Hackmaſchinen, die Kaffeeröſtmaſchinen, die Spülmaſchinen
uſw. Um den Wünſchen der Gäſte ganz beſonders
ent=
gegenzukommen, können während der Mahlzeit die
Bat=
terien elektriſcher Automobile wieder geladen werden. Das
Ueberraſchendſte an dieſem Reſtaurant iſt, daß die Preiſe
durchaus in beſcheidenen Grenzen gehalten ſind.
* Ein Preis für eheliche Treue. In der Grafſchaft
Eſſex hat ſich ein ſonderbarer alter Brauch bis auf heute
erhalten. Jedes Jahr wird ein Preis für diejenigen
Gat=
ten ausgeſetzt, die vor einem Preisrichterkollegium ihre
völlige eheliche Treue während des letzten Jahres beweiſen
können. Auch dieſen Sommer hat ſich das Preisgericht
wieder verſammelt. Drei Paare hatten ſich angemeldet.
Mit Pfeifen und Trommeln wurden ſie durch den Ort
geführt und in das Rathaus geleitet, wo das Preisgericht,
das aus gleich viel Junggeſellen und Jungfern beſtand,
feierlichſt aufgeſtellt war. Die Paare wurden peinlich
ge=
nau verhört, die Zeugen vernommen und dann das Urteil
gefällt. Der Preis beſtand aus einem prachtvollen
Schin=
ken, der unter die Paare, die alle der Prämiierung für
würdig befunden worden ſind, geteilt werden mußte. Iſt
denn in der Grafſchaft Eſſex eheliche Treue etwas
Außer=
gewöhnliches?
* Begehrte Wirtſchaften. Daß manche Wirtſchaften
noch ihren Mann ernähren, beweiſen die Bewerbungen
um die Fuldaer Bahnhofswirtſchaft und die Kantine der
neuen Garniſon zu Friedberg. Für Fulda meldeten ſich,
wie die am Samstag erfolgte Angebotseröffnung ergab,
64 Bewerber, deren Angebot zwiſchen 6000 und 18000 Mk.
ſchwankte. Um die Bataillonskantine in Friedberg
be=
mühen ſich bis jetzt 100 Perſonen. Der Pachtpreis beträgt
hier 7200 Mark und iſt vom Militärfiskus feſtgeſetzt.
* Drillinge in einer Kompagnie. In einem Vororte
von Paris wurden von der Geſtellungskommiſſion die 20 Drillinge Bernheim als dienſttauglich erklärt. Die
Brüder baten, in einer Kompagnie dienen zu dürfen.
Und das in dem kinderarmen Frankreich!
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Nummer 208.
veranſchlagt. — Am Sedanvorabend fand hier
wieder eine kleine Feier auf der Wörrſtädter Höhe ſtatt.
Im Dunkel des Abends verſammelten ſich auf einem
Stoppelfeld Kinder und Erwachſene. Ein mächtiger
Holz=
ſtoß wurde mit Pferd und Wagen angefahren und
auf=
geſchichtet. Kinder der oberſten Knaben= und
Mädchen=
klaſſen ſagten Gedichte auf und ſangen Lieder. Nach
Heilrufen auf das Vaterland lohten die Flammen empor,
die 10—20 benachbarten Höhenfeuer lange grüßend.
Alzey, 4. Sept. Das geſtrige Gewitter, von dem
wir hier in Alzey nur einige Donnerſchläge hörten, hat in
den Gemarkungen Morſchheim, Ilbesheim, Mauchenheim
und Freimersheim großen Schaden angerichtet. Die mit
Hagel vermiſchten wolkenbruchartigen Regengüſſe
über=
ſchwemmten, wie aus Freimersheim gemeldet wird, den
ganzen Ort, die Keller ſtanden unter Waſſer und das
Vieh mußte aus den Ställen geholt werden, um es vor
dem Ertrinken zu retten. Die Geilſche Mühle ſtand faſt
ganz unter Waſſer. Der hohe Eiſenbahndamm zwiſchen
Freimersheim und Morſchheim geriet ins Rutſchen
und gefährdete die Züge Alzey-Kirchheimbolanden.
Sämtliche Rottenarbeiter der Strecke wurden telephoniſch
zuſammengerufen und arbeiteten die ganze Nacht an der
Ausbeſſerung des Dammes
Kempten i. Rheinh., 4. Sept. Einem plumpen
Schwindel iſt geſtern ein armer Knecht von hier zum
Opfer gefallen. Zu dem Dienſtherrn des letzteren, einem
hieſigen Fuhrwerksbeſitzer, kam ein unbekannter junger
Mann, der ſich als neu eingeſtellter Ingenieur beim neuen
Brückenbau hier ausgab und den Auftrag erteilte, ſein
Gepäck an der Eilgüterabfertigungsſtelle zu holen. Als
der Knecht an den Güterbahnhof kam, erſuchte ihn der
„Ingenieur” um die Vorlage von 13 Mark zur Einlöſung
der Gepäckſtücke, da er ſeine Börſe vergeſſen habe. Der
Knecht gab dem Gauner das Geld, ohne von dieſem und
dem Herrn „Ingenieur” nochmals etwas zu ſehen.
Natür=
lich war auch keinerlei Gepäck für den Betrüger
ange=
kommen.
Gießen, 4. Sept. Seit einiger Zeit werden in Großen=
Buſeck und den umliegenden Ortſchaften fortwährend
Einbrüche verübt. Es ſind bereits einige
Verhaft=
ungen vorgenommen worden, aber die eigentlichen Täter
ſcheinen bis jetzt noch unentdeckt zu ſein. Nun erhielt der
in Reiskirchen ſtationierte Gendarmerie=Wachtmeiſter der
ſpeziell mit den Nachforſchungen zur Aufdeckung der
Täter=
ſchaft betraut iſt, durch die Poſt ein Brieflein, das
folgenden poetiſchen Erguß enthielt:
„In der Zahl ſind wir dreißig,
Des Nachts ſind wir fleißig,
Am Tage ſchau’n wir zum Fenſter hinaus
Und lachen die ganze Gemeinde aus.”
Ob der „Dichter” wirklich mit den Einbrüchen etwas
zu tun hat? Hoffen wir, daß die Sonne alles an den Tag
bringen wird. (G. A.)
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 3. Sept. Auf dem Lehrter
Bahnhof wurden große Diebſtähle entdeckt, an
denen mehrere Eiſenbahnbeamte beteiligt geweſen ſind.
Der Haupträdelsführer, ein auf dem Lehrter Güterbahnho”
angeſtellter Beamter, iſt bereits verhaftet worden. Es ſind
Wagenladungen, die für ein Warenhaus beſtimmt waren,
beſonders Porzellanladungen, in der letzten Zeit von der
Diebesbande ſyſtematiſch beſtohlen worden. — Der
Schnei=
der Max Kirſchſtein, der am Sonntag im Tegeſe
Forſt die Näherin Emma Schäfer ermordete, wurde
kurz vor Mitternacht in der Wolliner Straße erkannt und
von Kriminalbeamten verfolgt. Er gab auf die Beamten
einige Schüſſe ab, die jedoch fehlgingen. Als er keinen
Ausweg mehr ſah, gab er einen Schußauf ſich ſelbſt
ab. Die Kugel ging ihm durch den Unterkiefer und
durch=
ſchlug den Naſenflügel. Auf der Polizeiwache gab
Kirſch=
ſtein an, daß er der geſuchte Frauenmörder ſei. Wie die
Blätter berichten, wurde Kirſchſtein am Vinetaplatz von
einem Bekannten, dem Schneider Heſter, erkannt, als dieſer
gleichzeitig mit dem Mörder die Bekanntmachung über den
Mord an der auf dem Vinetaplatz befindlichen Anſchlag
ſäule las. Als Kirſchſtein den Heſter bemerkte, verſuchte
er, auf einen vorüberfahrenden Straßenbahnwagen zu
entkommen. Die Schußwunde, die er ſich bei ſeiner
Ver=
haftung beibrachte, iſt ſchwerer geweſen, als anfänglich
an=
genommen worden war. Kirſchſtein iſt heute früh in
Charlottenburg, wohin man ihn gebracht hatte, ſeiner
Verletzung erlegen. — Ein nichtswürdiger
Bubenſtreich iſt an zwei angeſehenen Familien
ver=
übt worden. Am vergangenen Samstag begaben ſich
Stadtſekretär Friederichs und der Hauseigentümer Otto
Keiner, Peſtalozziſtraße 92 wohnhaft, zur Jagd nach
Rep=
pen. Am Montag vormittag wurde ein Charlottenburger
Magiſtratsbeamter, ein Bekannter des Herrn F., von
Rep=
pen aus telephoniſch angerufen und ihm die Mitteilung
gemacht, daß der Stadtſekretär Friederichs auf der Jagd
tödlich verunglückt ſei. Nunmehr begaben ſich zwei Herren
aus dem Bureau, in dem F. tätig geweſen iſt, zu ſeiner
Gattin und bereiteten ſie ſchonend auf das furchtbare
Un=
glück vor. Während die Herren noch bei Frau F. weilten,
traf wiederum telephoniſche Meldung aus Reppen ein, die
beſagte, daß Herr Friederichs von Herrn Keiner erſchoſſen
worden ſei und daß auch K. aus Verzweiflung ſich das
Leben genommen habe. Nun blieb nichts übrig, als auch
der Gattin dieſes Herrn die Hiobspoſt zu überbringen,
und die beiden armen Frauen brachten nun, wie ſich denken
läßt, eine furchtbare Nacht zu. Sie wollten noch mit vem
Nachtzuge nach Reppen fahren, um die Leichen ihrer
Ehe=
männer zu holen, doch wurden ſie von dieſer Fahrt noch
zurückgehalten. Am Dienstag morgen aber erſchienen
Stadtſekretär Friederichs und Herr Keiner vergnügt und
geſund in ihren Wohnungen, natürlich ohne Ahnung von
dem Vorgefallenen. Deſto größer war die Freude der
Frauen, die bereits in tiefer Trauer zur Abfahrt nach R.
gerüſtet waren. Inzwiſchen war die Nachricht vom „
tragi=
ſchen Ende der beiden Herren” bereits veröffentlicht
wor=
den. Sofort wurde die Charlottenburger
Kriminalpolize=
benachrichtigt, die nun den elenden Burſchen ermitteln ſoll
der zwei Familien mutwilligerweiſe der Verzweiflung
nahegebracht hatte.
Frankfurt, 4. Sept. Die Angelegenheit des
Waldver=
kaufs der Stadt Bad=Orb an die Militärverwaltung zur
Errichtung eines Truppenübungsplatzes für
das 18. Armeekorps ſcheint nunmehr einem
befrie=
digenden Abſchluß entgegengehen zu wollen. Die
beider=
ſeitigen Obergutachter haben ſich geeinigt, als
Entſchädig=
ungsſumme für den abzutrennenden Waldkomplex 2 570000
Mark feſtzuſetzen, wobei noch etwa 100 Hektar Wald in
ſtädtiſchem Beſitze bleiben. Die früher vereinbarte
Kauf=
ſumme belief ſich auf 2800000 Mark. Die endgültige Ent
ſcheidung der Militärbehörde iſt, wie gemeldet wird,
dem=
nächſt zu erwarten.
Kaiſerslautern, 4. Sept. Die Strafkammer
ver=
urteilte heute früh den Gendarmenmörder Klin=
gel wegen zweier Diebſtähle in einem Warenhauſe und
in einer Waffenhandlung, bei welchem letzteren er die
Browningpiſtole ſtahl, mit der er ſeinerzeit den
Gendar=
men Lindner erſchoß, zu 3 Jahren 6 Monaten Zuchthaus
und 10 Jahren Ehrverluſt. Wegen eines weiteren
Dieb=
ſtahls wurde er freigeſprochen. Demnächſt wird vor dem
pfälziſchen Schwurgericht in Zweibrücken gegen Klingel
wegen des Mordes an dem Gendarmen Lindner
verhan=
delt werden.
Bonn, 4. Sept. In vergangener Nacht wurde auf der
Landſtraße bei Bonn ein Attentat auf
Automo=
bile verübt, indem quer über die Straße ein ſtarkes Seil
geſpannt worden war. Ein Radfahrer, der um
Mit=
ternacht die Stelle paſſierte, konnte ſich nur dadurch retten,
daß er von ſeinem Rade abſprang. Dagegen fuhr ein
Automobil aus Köln in voller Fahrt gegen das Seil, das
glücklicherweiſe zerriß. Von den Attentätern hat man
bis=
her keine Spur.
Hohenſalza, 4. Sept. Geſtern nachmittag ſchlug der
Blitz in der Nähe von Piezki in eine Kinderſchar,
die auf dem Felde zuſammengekauert daſaß. Zwei Kinder
im Alter von 12 und 13 Jahren wurden getötet, eins
betäubt.
Ratzeburg, 4. Sept. In der Spar= und
Dar=
lehenskaſſe Ratzeburg ſind große
Unregel=
mäßigkeiten vorgekommen. Die Verwaltung der
Landes=Genoſſenſchaftskaſſe teilt mit, daß die zwei
Vor=
ſtandsmitglieder der Ratzeburger Darlehenskaſſe, Palma
und Schmidt, zu hohe Kredite entnommen haben und
daraufhin ihrer Stellung enthoben worden ſind. Die
Kre=
dite ſelbſt waren ordnungsmäßig vom Ausſichtsrate
ge=
nehmigt worden. Das dritte Vorſtandsmitglied, der
Se=
nator Voß in Kiel, hat ſich aus Anlaß dieſer Vorgänge
vergiftet. Voß ſelbſt hat keinen Kredit genommen. Seit
einigen Tagen weilt ein Reviſor bei der Darlehenskaſſe
in Ratzeburg. Die gewährten Kredite ſollen nach den
bisherigen Ermittelungen mindeſtens 200000 Mark
be=
tragen.
Paris, 3. Sept. In der letzten Nacht drangen
Ein=
brecher in die Wohnung der Herzogin von
Treviſo in Paris, erbrachen die Schränke und ſtahlen
zahlreiche Koſtbarkeiten. Die Herzogin iſt augenblicklich
von Paris abweſend und telegraphiſch benachrichtigt wor
den. Der Wert der geſtohlenen Gegenſtände iſt noch nicht
feſtſtehend.
Paris, 4. Sept. Fünf Telephonfräuleins ſind
vor das Diſziplinargericht zitiert worden, weil ſie einem
Getreidemakler vor allen anderen Abonnenten die
Verbind=
ungen hergeſtellt haben und ſeine Konkurrenten während
der Börſenſtunden ſtundenlang vom Verkehr abſchnitten
indem ſie die von dieſen gewünſchten Nummern ſtets als
beſetzt bezeichneten. Der Getreidemakler bezahlte die
An=
geklagten reichlich, und erſt nach Monaten ſind die
Durch=
ſtechereien durch einen Zufall entdeckt worden.
Paris, 4. Sept. Dem polniſchen Grafen Goliclof”
wurden, wie aus Oſtende gemeldet wird, in einem
dor=
tigen Hotel Juwelen im Werte von 11000 Francs
ge=
ſtohlen. Man hat einen engliſchen Ingenieur namens
Warder im Verdacht, der mit dem Grafen befreundet war,
aber gleich nach dem Verluſt der Edelſteine verſchwand.
Wie es heißt, ſoll Warder nach Köln abgereiſt ſein. Der
Name iſt, wie die Polizei annimmt, falſch
London, 3. Sept. Fünf Perſonen wurden geſtern auf
einer Bahnſtation feſtgenommen und nach Bowſtreet
gebracht. Sie werden beſchuldigt, das bekannte
Per=
lenhalsband auf dem Wege von Paris nach London
geſtohlen zu haben. Zwei derſelben, Wilverman und
Gut=
werth, werden als öſterreichiſche Untertanen bezeichnet und
leben als Diamantenhändler in London. Die
Verhand=
lung der Angelegenheit wurde auf acht Tage vertagt. Ein
Geſuch um Entlaſſung der Verhafteten gegen Bürgſchaft
wurde abgelehnt. Die Polizei iſt von ihrer Schuld feſ
überzeugt und glaubt, die Führer der Diebesbande
ſeſt=
genommen zu haben. Bei ihrer Verhaftung fand man die
ſchönſten Perlen des Halsbandes in ihrem Beſitz. Drei
von ihnen ſetzten dem Polizei=Inſpektor Ward von
Scot=
land Yard, der ſie längere Zeit beobachtet hatte und ſie auf
der Untergrundbahnſtation Britiſh Muſeum verhaften ließ,
heftigen Widerſtand entgegen. Ihre Verhaftung erregte
großes Aufſehen. Die beiden anderen Diebe wurden in
einem Lokal in Hatton Garden verhaftet
London, 3. Sept. Der deutſche Handlungsangeſtellte
Kremmerskothen, der dem Lord Rothſchild einen
Brief zuſandte, in dem er 30000 Pfund verlangte, iſt jetzt
zu 15 Monaten Zwangsarbeit verurteilt worden.
Dublin, 3. Sept. In der Kirchſtraße, in einem der
älteſten Teile der Stadt, ſind geſtern abend zwei ſchon
vor einiger Zeit zum Abbruch beſtimmte, aber immer
noch bewohnte Häuſer eingeſtürzt. Dreizehn
Fa=
milien bewohnten die Häuſer. Viele Bewohner befanden
ſich zur Zeit des Einſturzes in den Betten; andere
ſtan=
den vor den Häuſern oder ſaßen auf den Hausſchwellen.
Ohne jede vorherige Warnung trat das Unglück ganz
plötzlich auf. Unter fürchterlichem Getöſe ſtürzten die
Häuſer in ſich zuſammen. Die in den Betten befindlichen
Perſonen wurden unter den Trümmern
begra=
ben, ebenſo der größte Teil der vor dem Hauſe
weilen=
den Leute. Die angrenzenden Häuſer, die ebenſo
bau=
fällig ſind, wurden nun von den Bewohnern fluchtartig
verlaſſen. Polizei und Feuerwehr eilten herbei und
ar=
beiteten fieberhaft an der Rettung der Verunglückten. Die
Rettungsmannſchaften konnten, da die Trümmer
nach=
gaben, nur mit äußerſter Vorſich vorgehen. Gegen 11 Uhr
waren zwei Perſonen unverſehrt geborgen. Bis heute
morgen hatte man weiter ſieben unter den Trümmern
hervorgezogen, die jedoch teils tot waren, teils auf dem
Wege nach dem Krankenhauſe ſtarben. Unter den
Trüm=
mern liegen noch weitere 53 Perſonen. Das
Rettungs=
werk wird mit Hilfe von Militär eifrig fortgeſetzt. Ein
13jähriger Knabe, der aus einem Fenſter ſchaute, blieb
bei dem Unglück unverletzt. Der Vater, der im ſelben
Zimmer lag, wurde erſchlagen.
Sherbrooke (Quebec), 3. Sept. Das Gericht hat
Thaw in Freiheit geſetzt. Er wurde ſofort von
der Einwanderungsbehörde wieder verhaftet und
wird wahrſcheinlich wieder in die Irrenanſtalt Matteawan
zurückgebracht werden. Die Anwälte Thaws beabſichtigen
jedoch, ihren Klienten in einem bereit gehaltenen
Privat=
automobil einer kanadiſchen Irrenanſtalt zuzuführen, um
ihm von dort ſpäter die Freiheit zu erwirken.
Petersburg, 3. Sept. Der ſchwediſche Offizier
von Eſſen wurde hier wegen
Spionagever=
dachts verhaftet. Der Generalſtabsoffizier von
Eſſen lebte ſeit Monaten im Lager von Kraſnoje Sſelo,
beobachtete und photographierte die Bewegungen der
ruſ=
ſiſchen Truppen. Angeblich will er ſich in Petersburg nur
um die ruſſiſche Sprache zu erlernen aufgehalten haben.
Die konfiszierten Briefſchaften beweiſen, wie es heißt, daß
er im geheimen Auftrag des ſchwediſchen Generalſtabes
gehandelt hat. Eine Verwendung des ſchwediſchen
Ge=
ſandten für von Eſſen war bisher erfolglos.
Newport=News, 3. Sept. Während eines Orkans
ſind drei Unteroffiziere und fünf Mann des
Schlacht=
ſchiffes „Nebraska” durch Kentern der Pinaſſe ertrun=
ken. — Einer unbeſtätigten Meldung zufolge iſt de
Dampfer „Mohacsk” mit ſeiner Mannſchaft und einige
Paſſagieren geſunken.
Gerichtszeitung.
Das Erfurter Kriegsgerichtsurteil in
zweiter Inſtanz
— Erfurt, 3. Sept.
Das Oberkriegsgericht in Kaſſel, das der Koſter
erſparnis halber nach hier gekommen war,
verhandel=
heute in den Räumen des Kriegsgerichts der 38. Diviſio
gegen die ſieben Reſerviſten und Landwehrmänner, d
ſeinerzeit wegen militäriſchen Aufruhrs vom Kriegsgeric
zu ſchweren Zuchthaus= und Gefängnisſtrafen verurtei
worden waren. — Es handelt ſich um die Reſerviſten un
Landwehrmänner See, Hagemeier, Ropte, Gorges, Lan
helm, Schirmer und Kolbe, die am 16. April dieſes Jahre
gelegentlich der Kontrollverſammlung in Rürleben nac
dem Genuß reichlicher Alkoholmengen mit einem Polize
ſergeanten in Streit gerieten und ſich auch den
Genda=
men, die der Polizeibeamte zu ſeiner Hilfe geholt hatt
unter großem Lärm widerſetzten, ſo daß die Gendarme
ſchließlich von ihrer Waffe Gebrauch machen mußten. D.
Kriegsgericht hatte gegen die Angeklagten auf ins
geſamt 15 Jahre neun Monate Zuchthaus und
Jahre ſechs Monate Gefängnis erkannt. Das Urte
wurde, wie erinnerlich, gelegentlich der Beratung d
Wehrvorlage im Reichstag einer abfälligen Kritik unte
zogen. In der Folge wurde denn auch vom Bundesr
der Geſetzentwurf gebilligt, wonach in das Militärſtra
geſetzbuch der Begriff der mildernden Umſtände einge
führt wurde. Um den Angeklagten die Wohltaten dieſe
neuen Beſtimmungen zuteil werden zu laſſen, wurde de
bereits angeſetzte Verhandlung vor dem Oberkriegsgeric
auf heute verſchoben. Da die inkriminierten Straftate
ſich unmittelbar nach Schluß der Kontrollverſammlung
e=
eigneten und die Kontrollpflichtigen auch nach beendet=
Kontrolle noch unter den Beſtimmungen des Militärſtra
geſetzbuches ſtehen, mußten gegen ſie die Strafbeſtin
mungen bezüglich des militäriſchen Aufruhrs
angewend=
werden.
Vom Kriegsminiſterium iſt zu der Verhandlung de
Geh. Kriegsgerichtsrat Moeller entſandt worden. De
Vorſitz führt Oberſtleutnant Schollmeyer, die Verhand
lung leitet Oberkriegsgerichtsrat Gratz. Zu Beginn de
Verhandlung gibt der Verhandlungsführer eine
Da=
ſtellung des Falles. Nach der Kontrollverſammlung ware
die Angeklagten in das Lokal „Rüxleben=Zoll” gegange=
Dort kam es zu Streitigkeiten zwiſchen ihnen und de=
Burſchen von Wolkramshauſen und Hainrode.
Polize=
ſergeant Müller und Gendarm Stock wurden zu Hilfe ge
rufen und nun kam es zu den Vorgängen, die zude
kriegsgerichtlichen Anklage führten. Dieſe Anklage
wurk=
erhoben, weil die Angeklagten gegenüber dem Mülle
Rufe ausſtießen, wie: er habe überhaupt nichts zu ſager
er ſolle die Schnauze halten, heute wäre Kontrollverſamm
lung, da hätten nur ſie etwas zu ſagen uſw. Die Ang
klagten ſollen ſich dann zuſammengerottet haben und ſolle
gegen militäriſche Vorgeſetzte tätlich vorgegangen ſein. E
fielen beſchimpfende Worte und Redensarten wie: „
Da=
laſſen wir Arbeiter uns nicht gefallen! Wir müſſen
m=
ſchweren Steuern euch alle ernähren!” uſw. Das Krieg
gericht der 38. Diviſion hat ſich am 27. Juli mit dieſe
Sache beſchäftigt und iſt zur Erhebung der Anklage wege
Widerſtands gegen die Staatsgewalt, Beleidigung un
militäriſchen Aufruhrs gekommen. — Es wird in
die Vernehmung der Angeklagten
eingetreten. Der Angeklagte See iſt Landwehrman
erſten Aufgebots und wegen Körperverletzung und Haus
friedensbruchs vorbeſtraft. Er gibt an, gewußt z
haben daß er am Tage der Kontrollver
ſammlung unter den Militärgeſetze
ſtehe, er ſei aber ſo betrunken geweſen, ſo daß ihm da
nicht zum Bewußtſein gekommen ſei. Er ſei mit de
übrigen Angeklagten und noch einigen anderen nach der
Rüxlebener=Zoll gegangen und habe dort gezecht. Es’ſ
dort Sitte geweſen, daß diejenigen, die zum erſtenma=
und diejenigen, die zum letztenmal zur Kontrollverſamm
lung gehen, je ein Faß Bier mit 120 Liter Inhalt bezal
len mußten. Wenn dieſes Bier ausgetrunken war, mußt
jeder, das, was er noch weiter trank, ſelbſt bezahlen. S
ſei es auch an dieſem Tage geweſen. Er bekundet weiter
der Poliziſt ſei von den Wirtsleuten zu Hilfe gerufen wor
den und hätte ihn und ſeine Kameraden aus dem Lok
herausgedrängt. — Verhandlungsleiter: Das haben Si
ſich nicht gefallen laſſen und ſind auch wegen Widerſetzlich
keit verurteilt worden. Was geſchah dann auf de
Straße? Angeklagter: Das weiß ich nicht genau. Ve
handlungsleiter: Sie wollten wieder in das Haus hinei
und haben geſchimpft? Angeklagter: Ja, wir haben alle
ge=
ſchimpft, weil wir betrunken waren. Verhandlungsleiter
Sie haben geſagt, daß die Beamten alle Hungerleide
ſeien und von Ihren Steuern leben müßten. Angeklagter=
Jawohl. Verhandlungsleiter: Wieviel Steuern bezahle=
Sie? Angeklagter: 9 Mark Staats= und 12 MarkG
meindeſteuern. Verhandlungsleiter: Na, ſoviel wird de
Gendarm wohl auch bezahlen. Haben Sie auch Aeuße
rungen getan, wie: „Wir ſind Sozialdemokraten und frei
Arbeiter, uns hat keiner etwas zu ſagen?” Angeklagter
Nein. Verhandlungsleiter: Haben Sie dergleichen gehört
Angekl.: Nein, das hat niemand geſagt. Verhandlungsleiter
Sie ſind auch gegen den Gendarm tätlich vorgegangen? An
gekl.: Ja, ich habe ihn aber nicht geſchlagen. Verhandlungs
leiter: Das iſt nicht nötig. Der militäriſche Aufeuhr lieg
darin, daß Sie gegen militäriſche Vorgeſetzte bewußt vor
gegangen ſind und ſeinen Befehlen nicht Gehorſam leiſte
ten. Angeklagter: Ich habe nicht gewußt, daß der Gen
darm unſer militäriſcher Vorgeſetzter iſt. Verhandlungs
leiter: Sie haben das wohl gewußt, Sie meinen aber, ei
ſei Ihnen das wegen Teunkenheit nicht zum Bewußtſei
gekommen. Angeklagter: Wenn ich nüchtern geweſen wärt
wäre das nicht paſſiert. Verhandlungsleiter: Das i
immer ſo, wenn ihr euch vollſauft, macht ihr ſolche Ge
ſchichten, zumal wenn ihr von hinten her imme
gehetzt werdet. Wer war denn das? Ich glaube de
Angeklagte Schirmer war das Hauptkarnickel. Wievie
haben Sie getrunken? Angeklagter: 25 bis 30 Glas Bier
Verhandlungsleiter: Das iſt allerdings ein bißchen viel
Angeklagter: Herr Oberkriegsgerichtsrat, das ſoll uns
allen eine Warnung ſein.
Der zweite Angeklagte Hagemeier iſt
Landwehr=
mann zweiten Aufgebots und wegen Körperverletzung
vorbeſtraft. Er bekundet, an der Kneiperei teilgenommer
zu haben, will aber außerdem noch reichlich Schnaps ge
trunken haben. In der Wirtſchaft entſtand ein Streit mi:
den Burſchen aus Hainrode und der Polizeiſergean
Nummer 208.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
eite 5.
Müller habe ihn aufgefordert, das Zimmer zu verlaſſen.
Er ſei nicht gleich gegangen und der Sergeant habe ihn
aus der Stube herausgedrängt. Davon, daß er geſchimpft
habe, will der Angeklagte nichts wiſſen.
Verhandlungs=
leiter: Es beſteht der Verdacht, daß gerade Sie es geweſen
ſeien, der ſagte, es hätte Ihnen niemand etwas zu ſagen,
ſie ſeien freie Arbeiter und Sozialdemokraten.
Angeklag=
iter: Das habe ich nicht geſagt. Verhandlungsleiter: Das
iſt aber ſehr komiſch. Einmal ſollen Sie alle geſagt haben
Sie ſeien freie Arbeiter, ein andermal heben Sie hervor,
Sie ſeien Soldaten und ein gewöhnlicher Poliziſt habe
Ihnen gar nichts zu ſagen. Sie leugnen alſo
alles? Sie haben keinen Widerſtand geleiſtet, Sie
haben den Gendarm nicht beſchimpft, Sie haben auch
den Gendarm nicht geſchlagen, Sie haben auch nicht
ver=
ſucht, wieder in das Haus einzudringen? Angeklagter:
Nein. Verhandlungsleiter: Sie ſind aber deshalb vom
Kriegsgericht verurteilt worden. Angeklagler: Ich bin
nicht beteiligt geweſen, wohl aber habe ich geſehen, wie
die anderen einſchlugen, darunter See, Ropte und
Lang=
helm. Auf die Frage des Verteidigers erklärt der
An=
geklagte noch, er wiſſe, daß die Gendarmen
militäriſche Vorgeſetzte ſeien, es ſei ihm das
ſaber in der Aufregung und infolge des ſtarken
Alkohol=
genuſſes nicht zum Bewußtſein gekommen. Der dritte
Angeklagte Schirmer iſt ebenfalls Landwehrmann. Er
gibt zu, gewußt zu haben, daß die Gendarmen
militäriſche Vorgeſetzte ſeien, will aber
eben=
falls nicht daran gedacht haben. Er hätte, wie die anderen
auch, viel getrunken, ſo daß ſich „alles um ihn gedreht
habe”. Auf Einzelheiten könne er ſich überhaupt nicht
er=
innern. Er gibt weiter zu, geſagt zu haben, die Poliziſten
ſeien Hungerleider und müßten von den Steuern leben,
die die Arbeiter bezahlen. Verhandlungsleiter: Was für
Steuern bezahlen Sie denn? Angeklagter: Gar keine.
(Heiterkeit.) Verhandlungsleiter: Na alſo! aber reden
müßt Ihr ſo etwas, Ihrſeid durch eure Zeitung
aufgehetzt. Da leſt ihr, daß die Gendarmen von euch
gefüttert werden. Dann müßten ſie aber wohl verhungern.
Der vierte Angeklagte Kolbe iſt wegen Störung des
Got=
tesdienſtes mit Gefängnis vorbeſtraft. Auch er erklärt, zu
wiſſen, daß Gendarmen militäriſche Vorgeſetzte ſeien. Er will
aber geglaubt haben, daß er den Militärgeſetzen nicht
unterſtehe, weil er in Zivil geweſen ſei. Er ſei der
Mei=
nung geweſen, daß er nur während der
Kontrollverſamm=
lung ſelbſt den Militärgeſetzen unterſtehe, nicht aber
wäh=
rend des ganzen Tages. Weiter gibt er an, er leide an
Krämpfen und habe damals viel getrunken gehabt, ſo daß
er von der ganzen Affäre heute nicht mehr viel wiſſe. Von
dem Rufe: „Wir ſind freie Arbeiter und
Sozialdemo=
kraten!” will er nichts gehört haben.
Der Angeklagte Gorges ſagt im weſentlichen
das=
ſelbe aus, wie die übrigen. Es wurde ſodann in die
Zeugenvernehmung eingetreten. Polizeiſergeant
Müller bekundet: Der Wirt habe ſie aus dem Lokal
ge=
wieſen, ſie ſeien jedoch nicht gegangen. Der Zeuge habe
dann die Angeklagten ſelbſt aufgefordert, das Lokal zu
räumen, worauf ein großes Gejohle entſtanden ſei, wobei
gerufen wurde: „Wir ſind Soldaten, du haſt gar nichts zu
agen!” Außerdem wurde alles mögliche geſchimpft. Der
Zeuge hat dann den Angeklagten Hagemeier gefaßt und
aus dem Lokal hinausgeſchoben, während die anderen
hinter ihm herzogen, ihn ſchoben und ſtießen; geſchimpft
hätten ſie hierbei alle. Das Wort „Luntemann” bedeute
richt Lumpenſammler, ſondern „Lump” Bei der
Schiebe=
ei habe Hagemeier dem Gendarmen den Umhang
heruntergeriſſen, während Schirmer von hinten her hetzte.
Die Leute waren allerdings betrunken, aber, da ſie an
Bier gewöhnt ſind, nicht ſo, daß ſie nicht gewußt hätten,
vas ſie taten. Gendarm Stock ſagt aus, er ſei
telepho=
tiſch von Sergeant Müller zu Hilfe gerufen worden. Er
zabe die Leute aufgefordert, ruhig das Lokal zu verlaſſen,
abe ihnen klargemacht daß er ihr
Vorge=
etzter ſei und daß ſie ſich große Unannehmlichkeiten
juziehen könnten und ſchließlich habe er ihnen ſogar den
dienſtlichen Befehl gegeben, das Lokal zu verlaſſen. Sie
hätten aber keine Folge geleiſtet, ſo daß er genötigt
ge=
veſen ſei, ſie gewaltſam zu entfernen. Kaum waren ſie
erausgebracht, ſtürmten ſie wieder neuerdings in das
Lokal zurück, wobei der Zeuge tätlich angegriffen wurde,
o daß er ſeinen Säbel zog und dem Angeklagten See zwei
Schläge verſetzte. In dieſem Augenblick ſei gerufen
wor=
en: „Was? der Lump zieht den Säbel, der will uns
chlagen?‟ Der Zeuge habe mit einem Stock Schläge über
vie Hand bekommen und der Angeklagte Schirmer habe
a bereits zugegeben, daß er dieſe Schläge geführt habe
luf der Straße hätten die Angeklagten geſcheien: Kommt
hr nur, wir ſchlagen euch die Knochen kaput, daß ihr ſie
m Taſchentuch nach Hauſe tragen müßt. Der Vorgang im
Innern des Hauſes dauerte nur 10 Minuten, auf der
Straße dagegen etwa eine halbe Stunde. Beide
Haupt=
eugen, Schutzmann Müller und Gendarmeriewachtmeiſter
Stock, bekundeten, daß die Angeklagten wiederholt gerufen
ſaben: „Wir ſind freie Arbeiter und Sozialdemakraten.
ns kann keiner etwas ſagen, ihr Lumpenpack, euch
nüſſen wir ja erſt erhalten!‟ Der Gemeindevorſteher von
Volkramshauſen ſtellte den Angeklagten ein günſtiges
Zeugnis aus. Gegen ½6 Uhr wurde die Verhandlung
ruf morgen 9 Uhr vertagt. Der Verhandlung wohnte der
Abteilungschef des Juſtizdepartements im
Kriegsminiſte=
ium Dr. Mörler bei.
* Erfurt, 4. Sept. Zur heutigen Verhandlung
varen 17 neue Zeugen geladen. Der als erſter Zeuge
ver=
iommene Friedrich Schulze bekundet, daß nach ſeiner
Wahrnehmung die Angeklagten vor dem Lokal keinen
Viderſtand geleiſtet hätten. Der Zuckerkocher Paul Gorges
n Wolkramshauſen, der Vater des Angeklagten, hat
ſei=
ten Sohn bei der Rückkehr vom Gaſthauſe in Rüxleben
ſetroffen und ihn für ſtark betrunken gehalten, da er ihm
tichts Zuſammenhängendes mehr ſagen konnte. Der
Gaſt=
virt Paul Bock, in deſſen Lokal die Sache ſich
abgeſpielt=
ſat, ſagt aus, daß an dem Tage von den Leuten in ſeinem
Lokal viel getrunken worden ſei, wenn auch nach ſeiner
Meinung keiner ſinnlos betrunken geweſen ſei. Es war
o lange alles in Ordnung, bis gegen 6 Uhr abends der
Polizeibeamte Müller erſchien und ihn, den Zeugen
auf=
orderte, den Leuten den Hausflur zu verbieten. Die
tächſten Zeugen können nichts Beſtimmtes über die
Vor=
älle ausſagen, da ſie alle erſt nach Beendigung des
Auf=
rittes hinzukamen. Sie haben nur geſehen, daß die
Be=
eiligten ſtark betrunken waren. Der Eiſendreher Otto
Schilling hat geſehen, daß der Polizeibeamte und der
Gen=
armeriewachtmeiſter auf die vor der Tür ſtehenden Leute
nit blanker Waffe eindrangen. Der Zeuge Schmied
Franz Schulze iſt hinzugekommen, als die beiden
Be=
limten auf die Reſerviſten eindrangen. Der Schmied=
Auguſt Unbehaun kam hinzu. als die beiden Beamten auf
die Leute eindrangen und mit der Waffe zwiſchen die
Zu=
ückweichenden ſchlugen. Andere Zeugen ſagen ebenfalls
rus, daß die Beamten auf die Reſerviſten eingeſchlagen
haben. Der Zeuge Unbehaun hat weiter geſehen, wie
See den Stock, den er in der Hand hatte, ſelbſt zerbrach,
und wie der Gendarmeriewachtmeiſter den Mantelumhang
ſelbſt auf die Seite legte und rief, man möge ihn
auf=
heben. Architekt Klauß aus Wolkramshauſen ſtellt den
Angeklagten See und Hagemeier ein gutes Zeugnis über
ihre Führung aus.
Damit war die Vernehmung der Zeugen
be=
endet. Auf Erſuchen des Anklagevertreters müſſen ſich
die beiden Hauptzeugen Polizeibeamter Müller und
Gen=
darmeriewachtmeiſter Stock noch einmal äußern. Müller
bleibt entgegen den anders lautenden Zeugenausſagen bei
ſeiner früheren Behauptung, daß der Angeklagte
Hage=
meier mit dem Stock auf den Gendarmen eingeſchlagen
habe und daß er, Zeuge, als er den Hagemeier habe
hin=
ausbringen wollen, von den anderen mit zur Tür des
Wirtshauſes hinausgedrängt wurde.
* Erfurt, 4. Sept. Das Oberkriegsgericht fällte
heute abend nach zweitägiger Verhandlung folgendes
Ur=
teil: Hagemeier wurde zu 2 Jahren 1 Monab
Ge=
fängnis, See zu 2 Jahren 1 Monat Gefängnis.
Gor=
ges zu 1 Jahre 9 Monaten, Kolbe zu 4 Monaten und
Schirmer zu 2 Jahren 1 Monat Gefängnis verurteilt.
Den Angeklagten Hagemeier, See, Gorges und Schirmer
wurden 9 Wochen und Kolb 5 Wochen der
Unterſuchungs=
haft angerechnet. Kolb wurde von der Anklage des
mili=
täriſchen Aufruhrs freigeſprochen und nur wegen
Belei=
digung verurteilt.
Die Hochzeit in Sigmaringen.
* Sigmaringen, 3. Sept. Heute abend um 5 Uhr
fand im Schloß ein Feſtdiner ſtatt. Der König von
Portugal führte die Prinzeſſin Auguſte Viktoria zur Tafel,
der Prinz von Wales die Prinzeſſin Karl von
Hohenzol=
lern, Fürſt Wilhelm von Hohenzollern die Königin Amalie
von Portugal, der Herzog von Genua die Großherzogin
von Baden, der Herzog von Montpenſier die Prinzeſſin
Maria Antoinette von Hohenzollern, der Großherzog von
Baden die Prinzeſſin Stephanie von Hohenzollern, Infant
Don Carlos von Spanien die Herzogin von Aoſta.
* Sigmaringen, 3. Sept. Bei dem heutigen
Galadiner hielt Fürſt Wilhelm von
Hohen=
zollern folgende Rede: „Es iſt mir ein
tiefempfun=
denes Herzensbedürfnis, allen hohen und erlauchten
Ver=
wandten und Gäſten von dieſer Stelle aus meinen
wärm=
ſten Dank dafür auszuſprechen, daß Sie meiner Einladung
ſo bereitwillig gefolgt ſind, um der morgigen Vermählung
meiner vielgeliebten Tochter anzuwohnen, und mit ganz
beſonderer Freude erfüllt es mich, Sie, erlauchte Vettern,
in ſo großer Zahl herzlichſt willkommen heißen zu dürfen.
Ganz beſonderen Dank ſchulde ich aber Ihren Majeſtäten
dem deutſchen Kaiſer und den Königen von
Großbritan=
nien, Italien, Spanien und Sachſen, die durch die
Ent=
ſendung von Prinzen ihrer erlauchten Häuſer ihre warme
und herzliche Anteilnahme an der morgigen Familienfeier
bekundet haben. Dieſem Danke möchte ich aufrichtigen,
herzlichen Ausdruck verleihen und ihn dadurch bekräftigen,
daß ich mein Glas erhebe auf das Wohl und die
Geſund=
heit der erhabenen Souveräne, die heute hier vertreten
ſind, und meiner erlauchten fürſtlichen Gäſte.”
* Sigmaringen. 4. Sept. Heute vormittag um
10 Uhr fand im Schloß die Ziviltrauung des
Kö=
nigs von Portugal mit der Prinzeſſin Auguſte
Viktoria von Hohenzollern ſtatt. Bei
bedeck=
tem Himmel, aber ſommerlich warmem Wetter ſetzte ſich
gegen halb 12 Uhr der Brautzug vom Portal des Schloſſes
in Bewegung. Voran ſchritt das Brautpaar, dann folgten
der Fürſt von Hohenzollern mit der Königin von
Portu=
gal, Prinz Auguſt Wilhelm von Preußen mit der
Groß=
herzogin von Baden, der Prinz=von Wales mit der
Her=
zogin von Aoſta und die übrigen fürſtlichen Gäſte mit
Gefolge. Am Portal der einfach geſchmückten Kirche wurde
der Zug von Kardinal Netto und der geſamten
Geiſtlich=
keit empfangen und in die Kirche geleitet. Das=Brautpaar
nahm vor dem Altar Platz, die Fürſtlichkeiten rechts und
links daneben. Kardinal Netto nahm die kirchliche
Trau=
ung vor. Hierauf hielt Fürſtabt Thomas Boſſard von
Einſiedeln die Traurede. Er erinnerte an die
verwandt=
ſchaftlichen Beziehungen zwiſchen dem Königlichen Hauſe
von Portugal und dem Fürſtlichen Hauſe Hohenzollern,
überbrachte dem Brautpaare die Segenswünſche aus St.
Meinrads Enadenſtätten und ſprach in Anknüpfung an
die Worte: Dieſes Geheimnis iſt groß (Eph. 5, V. 32).
Be=
der Rückkehr von der Kirche zum Schloß wurde der Braut
von 50 in maleriſche Nationaltracht gekleideten Mädchen
aus der Gegend von Haigerloch ein Blumenſtrauß überreicht.
Im Schloß fand darauf in der portugieſiſchen Galerie
Frühſtückstafel ſtatt mit derſelben Sitzordnung wie bei der
geſtrigen Galatafel. Gegen 1 Uhr werden der König
Ma=
nuel und die Königin Auguſte Viktoria von Portugal
Sigmaringen verlaſſen.
Nach der kirchlichen Feier fand im Schloß
Gratu=
lationscour ſtatt, an die ſich ein Galadiner ſchloß,
bei welchem Fürſt Anton von Hohenzollern einen Toaſt auf
das neuvermählte Paar ausbrachte, das dann gegen halb
3 Uhr nach Ulm abreiſte.
Luftfahrt.
Todesſturz deutſcher Fliegeroffiziere.
* Brieg, 4. Sept. Die zu der Fliegertruppe kom
mandierten, der elften Diviſion zugeteilten Fliegeroffiziere
Leutnant v. Eckenbrecher vom 18. Dragonerregiment
und Leutnant Prins vom 83. Infanterieregiment,
unter=
nahmen heute vormittag um 10 Uhr auf dem Heidauer
Exerzierplatz bei Brieg einen Probeflug mit einer
Rump=
lertaube, nachdem der Apparat unmittelbar vorher neu
auf=
montiert war. In etwa 100 Meter Höhe hakte ſich die linke
Tragfläche aus und der Apparat überſchlug ſich und ſtürzte
zur Erde. Beide Offiziere ſind tot. Der
Appa=
rat wurde zertrümmert.
* Köln, 3. Sept. Das Militärluftſchiff
„Z. 2” hat in der letzten Nacht einen Aufſtieg
unternom=
men. Als es heute früh gegen 6 Uhr nach der Halle
zurückkehrte und niedergehen wollte, war der Nebel ſo
ſtark, daß die Orientierung über die Entfernung von der
Erde erſchwert wurde. Durch Zurufen eines
Unter=
offiziers, der ſich bei der Halle aufhielt, iſt es dem
Füh=
rer des Luftſchiffes noch im letzten Augenblick gelungen,
das Höhenſteuer zu ziehen und ſo einem Unglück zu
ent=
gehen. Die eine Gondel ſchlug auf das Dach der Halle
auf. Dann erhob ſich das Schiff zu einer neuen Fahrt,
von der es erſt am Mittag zurückkehrte und glatt landete.
* Poſen, 4. Sept. Der heute morgen 3 Uhr in
Königsberg aufgeſtiegene „Z. 9‟, der an den Kaiſermanö=
vern teilnimmt und während dieſer Zeit hier ſtationiert
wird, iſt kurz nach 9 Uhr gelandet.
Gartenbauverein.
St. Der Gartenbauverein Darmſtadt hielt geſtern abend
nach längerer Pauſe wieder eine
Monatsverſamm=
lung ab, die erfreulich zahlreich beſucht war. Im
Vor=
ſaal des Fürſtenſaales hatte die Großgärtnerei Henkel
eine Ausſtellung winterharter
Blütenſtau=
den aus ihren eigenen Kulturen veranſtaltet, die
allge=
meine Bewunderung ob ihrer Reichhaltigkeit und ob der
Schönheit und Eigenart des Blütenflors fand. Die etwa
60 verſchiedene Arten zeigende Kollektion, die in
entſpre=
chender Zuſammenſtellung den ganzen Sommer hindurch
Blüten zeigen würde, war von Herrn Gartenarchitekten
Gerlach dem gartenkünſtleriſchen Leiter der Firma
Henkel, geſchmackvoll und überſichtlich arrangiert.
Die Verſammlung wurde durch den Vorſitzenden Herrn
Profeſſor Völſing mit herzlicher Begrüßung der
Er=
ſchienenen eröffnet. Der Vorſitzende ermahnte zu regem
Beſuch der Vereinsabende und zur Teilnahme am
Ver=
einsleben überhaupt. Er erteilte ſodann dem Redner des
Abends, Herrn Gartenarchitekten Gerlach, das Wort zu
ſeinem Vortrag über „Winterharte
Blüten=
ſtauden‟
Der Vortragende wandte ſich zunächſt gegen die
Ver=
nachläſſigung der einheimiſchen Flora zugunſten der
exoti=
ſchen Blumen, die lange Jahre den heimiſchen Blüten
vor=
gezogen wurden. Erfreulicherweiſe iſt es in unſerer Zeit
der Rückkehr zur Natur anders und beſſer geworden, nicht
zum wenigſten dank der Fürſorge der
Denkmalſchutzbeſtre=
bungen. Die einheimiſchen winterharten Blütenſtauden
ſind ſehr zahlreich und verſchiedenartig und ihre Pflege iſt
verhältnismäßig leicht und einfach. Es gibt Sumpf=,
Trocken=, Schatten= und Felſenſtauden jeweils in
verſchie=
denſten Variationen. Die Hauptwirkung der Stauden
liegt in der Farbe der Blüten und dann in der Höhe der
Stauden, worauf bei der Anpflanzung natürlich Rückſicht
zu nehmen iſt. Am ſchönſten entfaltet ſich die Staude erſt
im zweiten Jahre, wenn ſie ſich an den fremden Boden
gewöhnt hat. Winterharte Blütenſtauden ſind krautartige
Pflanzen, deren unterirdiſches Wurzelwerk, ſeien es
Knollen, Zwiebeln, Rhizome oder Wurzelballen, teils auch
ihre oberirdiſchen Stengel draußen im Park und Garten
unterm Schnee überwintern, um dann im Frühling
kraft=
voll wieder auszutreiben und oft jahrzehntelana ihre volle
Schönheit entfalten, ohne an Pflege und Kultur beſondere
Anſprüche zu ſtellen. Eine gewiſſe individuelle Pflege
verlangt jede Pflanze, ſo auch die winterharten Stauden
doch iſt die Pflege ſo gering und mühelos, daß ſie keine
beſonderen Schwierigkeiten bereitet. Zur geſunden
Ent=
wicklung iſt es vor allen Dingen erforderlich, daß man
bei der Anpflanzuna die Anſprüche der einzelnen Arten
berückſichtigt. Der Gartenfreund lebt ſich ſchnell in
erfolg=
reiche Anwendung der Stauden ein, und anfänglichen
Fehlern geſtattet ihre Lebenszähigkeit genügend
Spiel=
raum. Ueber die Verwendung der Blütenſtauden laſſen
ſich allgemeine Regeln nicht aufſtellen. Wir haben hier
ein Gebiet der Praxis, das nur durch Erfahrung und
Anſchauung gelernt ſein kann. Die Hauptwirkung der
Blumen liegt in der Farbe, und überall dort, wo ſie uns
freundlich entgegenleuchten, wird Leben, Fröhlichkeit und
Unterhaltung herrſchen. Daher kommt es auch, daß die
neuzeitlichen, modernen Gärten mit ihrer reichen
Blüten=
fülle einen gewiſſen Frohſinn in weite Kreiſe tragen;
des=
halb darf man auch den Blumenſchmuck nicht als Lurus
betrachten, ſondern muß ihm ſogar in gewiſſem Sinne
eine ſoziale Bedeutung beimeſſen, deren Wert noch durch
die beſtändigen winterharten Blütenſtauden weſentlich
er=
höht wird. Man kann dieſe Stauden in der
mannigfaltig=
ſten Weiſe in Park und Garten gruppieren. z. B. im
bun=
ten Durcheinander zur Belebung der Raſenfläche im Park;
es entſteht dann die Blumenwieſe. Hierzu eignen ſich
Schneeglöckchen, Scilla. Narziſſen und Crocus. Ferner
als Vorpflanzung vor Baum= und Strauchgruppen. Hier
beſteht die Wirkung der Stauden in einer weiſen
Be=
ſchränkung der Farbenwahl, um ein ruhiges Blütenbild
zu erzielen. Die für dieſe Zwecke geeigneten Sorten
um=
faßt eine große Zahl, wie Phlox. Pfingſtroſen,
Schwert=
lilien, Mohn, Anemonen, Herbſtaſtern uſw. Zur Belebung
und Ausſchmückung von Felspartien und Trockenmauern
eignet ſich die genügſame, winterharte alpine Flora, wie
Enzian, Edelweiß, Primula anticula uſw. Zur
erfolg=
reichen Anpflanzung und dekorativen Wirkung iſt die
rich=
tige Sortenwahl die Hauptſache.
An Hand zahlreicher Bilder, in denen der Vortragende
eine große Zahl der verſchiedenſten Blütenſtauden
vor=
führte, verbreitete er ſich in verſtändlicher Weiſe über die
Pflanzung und Pflege der verſchiedenen Arten und gab
beherzigenswerte Winke und Fingerzeige für den
Garten=
freund. Er ſchloß: So ein Staudengarten bietet dem
Beſitzer ein dankbares Feld der perſönlichen Betätigung;
denn ſoll die Blütenpracht der Stauden in Schönheit ſich
entfalten, ſo gibt es mancherlei zu tun. Hier ſind verblühte
Blumen auszuſchneiden, dort müſſen wir einer vom Wind
zerzauſten Delphinium=Staude eine Stütze geben; welke
Blätter ſind zu entfernen, und bei trockener Witterung muß
gegoſſen werden. Doch für dieſe geringen Mühen wird
uns ein ſchöner Lohn zuteil. Unaufhörlich entfalten ſich
Blüten auf Blüten; Schmetterlinge ſchwirren durch die
Luft, bunte Falter ſchaukeln ſich auf den Blütenzweigen,
ſilbern funkeln die Tautropfen auf den Blättern und
Bienen ſummen von Blume zu Blume, emſig nach Honig
ſuchend. Abends aber wehen die lauen Lüfte uns den
Wohlgeruch der Blumen entgegen, und im Dickicht der
Hecke ſchlägt die Nachtigall. Das iſt echte Poeſie des
Stau=
dengartens, die wir Gartenarchitekten auch dem deutſchen
Garten mit Hilfe der winterharten Blütenſtauden zu eigen
machen wollen. Möge der heutige Abend zur allgemeinen
Verbreitung dieſer anſpruchsloſen Gewächſe beitragen,
denn überall, ſei es in öffentlichen oder Privatgärten,
Krankenhaus= oder Schulaärten, bilden ſie eine beſondere
Zierde. Auf heimatlicher Scholle aber, im eigenen Garten,
liefern uns alle Stauden ein vortreffliches
Schnittblumen=
material, ſo daß wir auch die Innenräume unſerer
Wohn=
ſtätten täglich mit Blüten ſchmücken können, wodurch der
langerſehnte innige Zuſammenhang von Haus und
Gar=
ten, Blumen und Menſchen zur vollen Wahrheit wird.
Den Vortragenden dankte rauſchender Beifall, den der
Vorſitzende in herzliche Worte kleidete. — Eine Verloſung,
zu der zirka 80 Gewinne zur Verfügung ſtanden, zu denen
noch die Blumen der Ausſtellung geſtiftet wurden, beſchloß
den Abend.
Literariſches.
— Paul von Hohenau: Lachendes Leben
und andere Novellen. Mit einem Titelbilde von Arthur
Scheiner. Wien 1913. Verlag Paul Knepler,
Wallis=
hauſſerſche k. u. k. Hofbuchhandlung. Ein Bändchen
wirk=
lich gediegener Novellen beſchert uns wieder Paul von
Hohenau in ſeinem neueſten Werke „Lachendes Leben”
Man kennt dieſen feinſinnigen Schriftſteller aus ſeinen
früheren Werken: „Blätter im Winde” und „Briefe einer
Saie 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Nummer 208.
Wienerin‟. Es ſind wiederum Meiſterwerke literariſcher
Kleinkunſt, die durch glänzende Stiliſtik und ſpannende
dramatiſche Formengebung weit über den Durchſchnitt
emporragen. Das lebenswahre Buch wird jedem Leſer
engenehme Stunden bereiten.
Gasexploſion in Paris.
* Paris, 3. Sept. Eine heftige Gasexploſion
fand heute nachmittag in der Rue Salneuve ſtatt. Eine
Perſon wurde getötet, fünf wurden ſchwer verletzt.
* Paris, 3. Sept. Die Gasexploſion in der Rue
Salneuve zerſtörte ein Café vollſtändig, deſſen
Fußboden einbrach und deſſen Schaufenſter nach außen
ge=
ſchleudert wurden. In den benachbarten Häuſern wurden
erhebliche Verwüſtungen angerichtet. Es wurden zwei
Läden zerſtört und mehrere Perſonen unter den Trümmern
begraben; eine iſt tot. Sechs Perſonen wurden ſchwer,
ſechs leicht verletzt.
Vom Balkan.
Proklamation des Königs von Montenegro.
* Cetinje, 3. Sept. (Amtlich.) In der
Demobili=
ſierungsproklamation ſpricht der König ſeiner
tapferen Armee für ihre heldenmütige Haltung in den
zwei innerhalb einem Jahre geführten Kriegen ſeine tiefe
Dankbarkeit aus und ſagt mit Bezug auf Skutari: Als
das irregeleitete Europa verlangte, daß unſere Fahne
vom Maſt heruntergeholt werde, haben wir trotzdem nicht
auf unſere hiſtoriſchen Rechte verzichtet. Der König hebt
ferner die Mithilfe der Griechen hervor und ermahnt die
Soldaten, ſich jetzt der friedlichen Kulturarbeit zu widmen,
aber die Waffen ſtets bereit zu halten. Der König ſchloß
mit den Worten: Es leben meine Falken, die Hoffnung.
des Vaterlandes und die Freude und der Stolz meiner
alten Tage!
Die ſerbiſch=montenegriniſche Grenzfrage.
* Belgrad, 3. Sept. Serbiſches Preſſebureau.) Der
montenegriniſche Miniſterpräſident Wukotitſch, der in
der letzten Zeit zwecks Feſtſetzung der Grenze
zwiſchen Serbien und Montenegro ſich in
Belgrad aufhielt, mußte zur Erledigung der laufenden
Geſchäfte heute nach Cetinje zurückkehren. Die Regelung
der Grenzfrage iſt auf ſpäter verſchoben worden und wird
ſich auf Grund des bisher zwiſchen Serbien und
Mon=
tenegro beſtehenden Uebereinkommens vollziehen;
andern=
falls iſt ein Schiedsgericht in Ausſicht genommen.
* Belgrad, 3. Sept. Das Amtsblatt veröffentlicht
eine umfangreiche königliche Verordnung über die
Ver=
waltung der neuerworbenen Gebiete, welche
bis zu der legislativen Angliederung dieſer Gebiete in der
nächſten ordentlichen Skupſchtina=Seſſion Geſetzeskraft
be=
halten ſoll.
Die Unterſuchung über die Kriegsgreuel.
* Belgrad, 3. Sept. Wie das ſerbiſche
Preſſe=
bureau mitteilt, erklärt die ſerbiſche Regierung.
kategoriſch, daß ſie ſich niemals gegenüber einer
Unterſuch=
ungskommiſſion ablehnend verhielt, ſondern im Gegenteil
wünſche, daß eine unparteiiſche Kommiſſion Unterſuchungen
über die bulgariſchen Grauſamkeiten anſtelle,
unter denen die Serben und Griechen ſoviel litten.
Ser=
bien und Griechenland hätten alles Intereſſe daran, die
bulgariſchen Grauſamkeiten der ganzen ziviliſierten Welt
zur Kenntnis zu bringen. Wenn das Werk der
Kommiſ=
ſion fehlgeſchlagen ſei ſo liege der Grund dafür in einem
der Kommiſſionsmitglieder, einem erklärten Feinde
ſo=
wohl Serbiens als Griechenlands, der durch
ſeine feindſelige Haltung ihnen gegenüber in Wort und
Schrift bereits bekannt ſei. Uebrigens ſei die
Zuſammen=
ſetzung der Kommiſſion erſt bekannt geworden, als ſie ſich
in Belgrad vorgeſtellt habe. Kein Land könnte in einer
ſolchen Kommiſſion ein Mitglied dulden, deſſen parteiiſche
Voreingenommenheit und feindſelige Geſinnung
be=
kannt ſei.
Entſchädigung Rumäniens an Bulgarien.
* Sofia, 3. Sept. Die bulgariſche und die
rumäniſche Regierung ſind übereingekommen, daß die
durch die rumäniſchen Truppen der bulgariſchen
Bevölke=
rung zugefügten Schäden von gemiſchten
Lokalkommiſ=
ſionen und, falls Meinungsverſchiedenheiten entſtehen,
durch eine höhere Kommiſſion abgeſchätzt werden ſollen.
Die höhere Kommiſſion beſteht aus Delegierten der
bul=
gariſchen und rumäniſchen Regierung, ſowie der
Lokal=
behörden. Die Entſcheidungen werden endgültig ſein.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Frankfurt a. M., 4. Sept. Als heute nachmittag
¼4 Uhr der 13jährige Willi Schentenmeyer von
einem Backſteinwagen herunterſprang, geriet er unter
die Räder und wurde ſo ſchwer verletzt, daß der Tod
alsbald eintrat.
* München, 4. Sept. Die griechiſche
Königs=
familie iſt heute vormittag hier eingetroffen. Der
König und der Kronprinz bleiben vorläufig hier, die
übrigen Mitglieder der königlichen Familie ſind nach
Kronberg im Taunus abgefahren.
* Kronberg, 4. Sept. Die Königin von
Griechenland iſt mit den Prinzeſſinnen Helene und
Irene, ſowie den Prinzen Alexander, Paul und
Theo=
bolis um 3½ Uhr mit dem Automobil von Frankfurt am
Main kommend, auf Schloß Friedrichshof eingetroffen.
* Stockach, 4. Sept. Geſtern abend brach in dem
be=
kannten Gräflich Douglasſchen Stammſchloß
Langenſtein Großfeuer aus, das die
umfang=
reichen Oekonomiegebäude, die Spiritusbrennerei, das
Rentamt und die Beamtenwohnhäuſer (ein Komplex von
etwa 200 Meter Länge) in Aſche legte. Das Schloß ſelbſt
und die Wirtſchaftsgebäude konnten gerettet werden.
Das Feuer ſoll durch Kinder verurſacht worden ſein. Der
Schaden wird auf über 150000 Mark geſchätzt.
* Swinemünde, 4. Sept. Der ruſſiſche
Tor=
pedojäger „Novik” deſſen Deplacement 1400 Tonnen
beträgt und nach den Plänen der Vulkanwerke in
Ham=
burg und Stettin gebaut und mit einer von den
Vulkan=
werken hergeſtellten Turbinen= und Keſſelanlage
ausge=
rüſtet iſt, erzielte bei der geſtrigen offiziellen Meilenfahrt
mit vorſchriftsmäßiger Belaſtung eine mittlere
Geſchwin=
digkeit von 37 Knoten und die höchſte gemeſſene
Geſchwin=
digkeit von 37,3 Seemeilen pro Stunde. Während der
gan=
zen Fahrt zeigte ſich an den Schornſteinen der durchweg
mit Heizöl gefeuerten Keſſel nicht die geringſte
Rauch=
ientwickelung. Auch im übrigen verlief die Fahrt, wobei
trotz der enormen Geſchwindigkeit die Maſchinen und
Keſſel durchaus nicht bis an die Grenze ihrer
Leiſtungs=
fähigkeit beanſprucht wurden, ohne jede Störung zur
größten Zufriedenheit der Abnahmekommiſſion, welche
aus einer Anzahl hoher ruſſiſcher Seeoffiziere und
Marine=
beamten ſich zuſammenſetzte. Hiermit hält der „Novik”
den Weltrekord als ſchnellſtes Schiff.
* Innsbruck, 4. Sept. Drei Prager Touriſten,
ein Dr. Steiner und zwei Studenten, deren Namen noch
unbekannt ſind, verunglückten geſtern nach einer
Be=
ſteigung des Habichts in den Stubaier Alpen beim
Ab=
fahren über ein ſteiles Schneefeld. Die beiden
unbekann=
ten Touriſten haben ſchwere innere Verletzungen, Dr.
Steiner einen Schenkelbruch erlitten. Alle drei wurden in
die Innsbrucker Hütte gebracht.
* Stockholm, 4. Sept. Anläßlich der heutigen
Mit=
teilung des Berliner Lokalanzeigers aus Petersburg, daß
ein ſchwediſcher Generalſtabsoffizier, der Sohn des
ehe=
maligen Reichsmarſchalls v. Eſſen, in Petersburg unter
dem Verdacht der Spionage verhaftet worden ſei, teilt
das Miniſterium des Aeußern mit, daß bei ihm ein
Tele=
gramm der ſchwediſchen Geſandtſchaft in Petersburg
ein=
gelaufen iſt, wonach ein ſchwediſcher Offizier, der
Huſaren=
leutnant Guſtav v. Eſſen, ein Glied des adligen Geſchlechts
Eſſen, unter dem Verdacht der Spionage in der Nähe
von Krasnoje Sſelo verhaftet worden iſt. Der
Verhaf=
tete gehört nicht zur Familie des Reichsmarſchalls.
* Philadelphia, 4. Sept. Der Obmann des Komités
für den Empfang des engliſchen Lordgroßkanzlers
Hal=
dane erklärte, dieſer habe ihn ermächtigt, mitzuteilen,
ſeine, Haldanes Rede, ſei eine offizielle
Kund=
gebung der engliſchen Politik an die Welt.
Sir Grey habe die Rede geprüft und jedes Wort mit der
amtlichen Billigung verſehen.
Potsdam, 4. Sept. Bei den Jägerſchießſtänden
warf ein plötzlich hervortretender Mann einen Sach
Arbeitszeug vor ein Automobil. Es gelang
dem Führer, den Wagen zum Stehen zu bringen. Der
Mann wurde ſpäter verhaftet.
— Münſter, 4. Sept. In einem Abteil zweiter Klaſſe
eines von Hamm eingetroffenen Zuges wurde die Frau
eines Chauffeurs aus Dortmund beſinnungslos
aufgefunden. Nachdem ſie zur Beſinnung gebracht worden
war, erklärte ſie, ein unbekannter Mann habe plötzlich die
Wagentür von außen geöffnet und ſie gewürgt. Sie
ver=
miſſe ihr Handtäſchchen mit 25 Mark.
HB. Poſen, 4. Sept. Ein Zug, der in der Richtung
nach Poſen fuhr, zermalmte zwiſchen Hohenſalza und
Amſee die 82jährige Mutter und die dreijährige Tochter
des Streckenwärters Ernſt. Beide waren ſofort tot.
— Zürich, 4. Sept. Hier wurde der von Bremen aus
wegen bedeutender Wechſelfälſchungen
ſteck=
brieflich verfolgte Braumeiſter Richard Buſch
ver=
haftet.
H.B. Paris, 4. Sept. Die Durchſtechereien im
Pariſer Telephondienſt, die geſtern bekannt
wurden, erregen begreiflicherweiſe lebhaftes Aufſehen.
Die durch die widerrechtlichen Praktiken der
Telephoniſtin=
nen geſchädigte Firma iſt das Haus Bloch=David,
und ihr Inhaber iſt einer der größten Getreide= und
Fou=
rage=Spekulanten des franzöſiſchen, ja vielleicht des
gan=
zen kontinentalen Getreidemarktes. Ein anderer
Speku=
lant, der vorläufig nur als Dr. Z. angedeutet wird,
ge=
wann durch Beſtechung die Mitwirkung von 8
Telephoni=
ſtinnen, die ihn durch entſprechende Schaltungen mit
Bloch=David, natürlich ohne deſſen Willen, in direkte
Ver=
bindung ſetzten und ihm ſo die Möglichkeit gaben, die
Geſpräche des Groß=Spekulanten mit ſeinen Kunden zu
belauſchen.
HB. London, 4. Sept. 400 Arbeitgeber in
Dublin hielten geſtern eine Verſammlung wegen des
Streiks ab. In einer einſtimmig angenommenen
Reſo=
lution wurde die durch die Irländer Transportarbeiter
geſchaffene Situation als gefährlich für den Handel und
als unerträglich bezeichnet. Die Arbeitgeber beſchloſſen, nur
nichtorganiſierte Arbeiter einzuſtellen;
ein Beſchluß, der geſtern in Kraft trat. Dadurch wird faſt
die ganze Arbeiterſchaft Dublins in Mitleidenſchaft
ge=
zogen. Wie verlautet, haben ſich auch große Reedereien
dieſer Bewegung angeſchloſſen. Man befürchtet, daß dieſer
Beſchluß, der unter der organiſierten Arbeiterſchaft große
Aufregung hervorruft, zu weiteren Ausſchreitungen führen
dürfte.
Briefkaſten.
Stammtiſch „Frankfurter Hof‟. General der
In=
fanterie.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
allllhetimmmmmmmmmammimmmimhmalug
J .gnC
0
.
werinoher Gunstise ge.
D C2
mif seidenen
Jammel=
. Wappenbildem
2
Siimimierkahtuiimmmiamneisaimimmlllliſe
I.15061
Dampfernachrichten.
100 000e Familien benützen die prakt. Nachttisch-Einlagen gegen den
Geruch der Nachttische. Töten Kraükheitskeime; 5 St. 1 Mk. ab Fabrik.
In Drog., Haushaltungsgesch. Chem. Fabrik, G. m. b. H., Bietigheim, Württ.
(I,18373)
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
„Kronprinzeſſin Ceeilie” 2. Sept. 10 Uhr abends in
Neu=York angekommen. „Frankfurt”
2. Sept. 10 Uhr
abends in Neu=York angekommen. „Breslau” 2. Sept.
Uhr nachm. in Philadelphia angekommen. „Prinzeß
Alice‟ 1. Sept. in Colombo. „Bülow‟ 2. Sept. mittags
in Hongkong. „Lützow” 31. Aug. 11 Uhr vorm. in
Yokohama. „Franken” 1. Sept. in Melbourne. „
Göt=
tingen” 1. Sept. in Fremantle. „Manila” 31. Aug.
in Singapore.
An meinem 95. Geburtstage ſind mir ſo viel
Glückwünſche ꝛc. zugegangen, daß es mir nur
auf dieſem Wege möglich iſt, herzlichen Dank
hier=
für zu ſagen.
Darmſtadt, den 4. September 1913.
Philipp Roßmann.
(*
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Samstag, 30. Auguſt 1913 iſt unſere treue
Schweſter
(18415
Julie
Witwe des Grossherzoglichen Obersten
Ferdinand Habermehl zu Darmstadt
von ſchwerem Leiden durch einen ſanften Tod
erlöſt worden.
In Ausführung ihrer letztwilligen
Anord=
nung hat ohne vorherige Bekanntmachung in
aller Stille Feuerbeſtattung der Leiche zu Mainz
und Beiſetzung der Aſche auf dem Friedhof zu
Darmſtadt ſtattgefunden.
Wir bitten um ſtille Teilnahme.
Die trauernden Geſchwiſter:
Friedrich Purgold, Geheimer Justizrat,
Amalie Purgold.
Darmſtadt, den 3. September 1913.
Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute morgen 1 Uhr entſchlief ſanft nach
ſchwerem Leiden meine innigſtgeliebte,
unver=
geßliche Frau, unſere liebe, treubeſorgte Mutter,
Großmutter, Schwiegermutter, Schwiegertochter,
Schweſter und Tante
(18389
A
(e
rau Emile Bechtold
geb. Erck
im 54. Lebensjahre.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Bechtold, Werkmeiſter.
Darmſtadt, den 4. September 1913.
Die Beerdigung findet Samstag, den 6. Sept.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2)
Freitag, den 5. September:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr.
Samstag, den 6. September:
Morgengottesdienſt 8
Uhr 30 Min. Sabbatausgang
7 Uhr 45 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 6. September:
Vorabend 6 Uhr 30 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min=
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 7 Uhr 45 Min=
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 7. September, an
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr 45 Min.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das nördliche Hochdruckgebiet hat ſich verſtärkt und
iſt ſüdwärts vorgedrungen, während ſich das Tief über
Rußland weiter oſtwärts verlagert hat. Ueber Frankreich
liegt eine Zyklone, unter deren Einfluß heute morgen bei
uns Trübung eintrat. Wir werden morgen aber unter
Hochdruckeinfluß bleiben und meiſt trockenes Wetter
er=
warten können.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 5. Septembert=
Meiſt heiter und trocken, warm, öſtliche Winde.
Tageskalender.
Vortrag von Profeſſor D Dr. Weinel von 4¼—6 Uhr
im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule (
Lehrer=
verein).
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Bürgerkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage in unſerer Expedition
(Rheinſtraße 23): Von der Jahrhundertfeier in Kelhein
Zur Einweihung des Haager Friedenspalaſtes
Die Rückkehr der bulgariſchen Armee nach Sofia
Feierlicher Einzug des Königs von Griechenland in
Athen.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 6. September.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Trainkaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich=für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſex
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige,
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werdennicht
zurückgeſandt.
Nummer 208.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Seite 7.
Die Fortbildungsſchule für die aus der Volksſchule entlaſſene
mäunliche Ingend, hier Beginn des Unterrichts für die
kauf=
männiſchen Klaſſen.
Für die kaufmänniſchen Klaſſen (Kaufleute und Schreiber)
der obligatoriſchen Fortbildungsſchule beginnt der Unterricht in dieſem
Jahre Montag, den 8. September, nachmittags 2 Uhr.
Der Unterricht findet ſtatt an zwei Nachmittagen der Woche
von 1½—4½ Uhr und dauert vom 8. September 1913 bis 19. März
1914, mit Unterbrechung vom 1. bis 19. Oktober (Herbſtferien) und
vom 12. Dezember bis 4. Januar (Weihnachtsferien). Die am
fran=
zöſiſchen Unterricht teilnehmenden Schüler haben an drei Nachmittagen
Schule. Es iſt wünſchenswert, daß die Schüler, die den franzöſiſchen
Unterricht beſuchen wollen, ſich hierfür ſchon am 8. September anmelden.
Der Unterricht iſt für alle Schüler unentgeltlich.
Die Fortbildungsſchulpflichtigen aus den Jahrgängen 1911
und 1912, die im vorigen Winter die kaufmänniſchen Klaſſen in
dem Schulhauſe am Ballonplatz (Lehrer Simon und Eß) beſucht
haben, haben ſich Montag, den 8. September, 2 Uhr nachmittags,
in der Turnhalle der Ballonſchule einzufinden.
Zur gleichen Zeit haben ſich daſelbſt alle diejenigen zu ſtellen,
die Oſtern 1913 aus den Stadtknabenſchulen 1 und II, aus der
Bezirksſchule in der Lagerhausſtraße und aus den
Knabenmittel=
ſchulen I und II entlaſſen worden ſind und ſich dem
kaufmänni=
ſchen oder Schreiberberuf gewidmet haben, ebenſo die von
aus=
wärts zugezogenen ſchulpflichtigen Lehrlinge dieſer
Berufs=
gruppen.
Die im Bezirk der ehemaligen Gemeinde Beſſungen
woh=
nenden Kaufmanns= und Schreiberlehrlinge aus den Jahrgängen
1911, 1912 und 1913 können auf Wunſch ebenfalls dieſen Klaſſen,
deren Unterricht im Schulhaus am Ballonplatz ſtattfindet, zugeteilt
werden, wenn ſie ſich Montag, den 8. September um 2 Uhr daſelbſt
einfinden.
Vom Beſuche der obligatoriſchen Fortbildungsſchule befreit
ſind die Schüler der kaufmänniſchen Schule (Schulſtraße) und
die=
jenigen jungen Leute, die anderen genügenden Schulunterricht
ge=
nießen. Ferner ſiud befreit die ehemaligen Schüler höherer
Lehr=
anſtalten, die ein Jahr lang die Obertertia beſucht und in den
weſentlichen Lehrfächern das Klaſſenziel erreicht haben.
Geſuche um gänzliche oder teilweiſe Befreiung vom Beſuche
er Fortbildungsſchule ſind bei Meidung der Nichtberückſichtigung
alsbald ſchriftlich an Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion
Darm=
ſtadt (Neckarſtraße 3) zu richten. Die Geſuche müſſen von den
Schülern ſelbſt verfaßt, geſchrieben und unterſchrieben ſein und
An=
gaben enthalten über Alter, Heimatort, Name und Geſchäft der
Eltern, ſeitherigen Schulbeſuch und dermaligen Arbeitsherrn des
Schülers. In den Eingaben ſind die Gründe anzuführen, aus
wel=
hen Befreiung erbeten wird; außerdem ſind Art, ſowie wöchentliche
Stundenzahl etwaigen anderen Unterrichts und die dieſen Unterricht
erteilenden Lehrer zu bezeichnen.
Für die übrigen Berufsgruppen beginnt der Unterricht Montag,
den 20. Oktober. Beſondere Bekanntmachung hierüber erfolgt
an=
angs Oktober.
Darmſtadt, den 29. Auguſt 1913.
(18095oms
Der Vorſitzende des Schulvorſtandes:
Dr. Gläſſing.
Darmstädter Sprach- u. Handelsschule
Leiter: Emil Held und Hieron. Schneider.
Am 7. Oktober beginnen neue:
Jahres-Kurse Halbjahres-Kurse kürzere Kurse
in allen kaufmännischen Fächern, Stenographie
und Maschinenschreiben, sow. fremden Sprachen.
Für Fortbildungsschüler: Beginn neuer
Kurse am 1. September. — Befreiung vom
obligatorischen Unterricht.
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2
2
9
an
its
Weiblich
Beamterſuchtfür ſeine 171, Jahre
alte Tochter m. guter Schulbildung,
in der kaufm. Buchführung,
Steno=
graphie, Handhabung der
Schreib=
maſchine vollſtändig ausgebildet,
Stellung auf dem Kontor
eines größeren Geſchäftes. Gefl.
Offerten unter N 93 an die
Ex=
pedition d. Bl. erbeten. (18385fs
Fräulein mit la Zeugn., perſ. in
Gabelsberger Stenogr.,
Schreib=
maſchine, kl. Buchführ., ſow. ſonſt.
Büroarb. ſucht per ſof. ev. a. ſp.
Stellung. Off. unt. O. 2 an die
(*7693fso
Expedition.
Fräulein, perfekt in Buch= und
Kaſſenführung, mit prima
Zeug=
niſſen, ſucht per ſofort, event. auch
ſpäter, Filiale zu übernehmen.
Off. u. O. 3 a. d. Exped. (*7697fs
Tüchtige Schneiderin
geht ins Haus. Jackenkleider
Schneiderarbeit. Off. unt. N 62
an die Expedition erbeten. (18292a
Tücht. Haush. ſ. St. b. einz. Dame
od. Herr, übern. a. leichte Krankenpfl.
Off. u. N 50 a. d. Exped. (*7489mf
ſucht Stellung als
Mädchenl Stütze bei
allein=
ſtehender Dame oder älterem
Ehepaar. Gefl. Anerbieten unter
N49 an die Exped. (18276mdf
ſucht Lauftelle für
Mädchen vormittags (*7644
Magdalenenſtr. 11, Hth., pt.
ſucht für tags=
Mädchen über Stellung
Schwanenſtr. 8, Mſd. (*7642
Gut empfohlene Frau ſucht
Laden oder Büro zu reinigen.
Näheres in der Expedition. (*7631
Jung. Mädchen vom Lande
ſucht per 1. Okt. Stellung. Näh.
bei Nübling, Mühlſtr. 24. (18403a
Mädchen ſucht Laufdienſt nachm.
Stiftſtraße 79, I. (*7704
Junges, gut empf. Mädchen,
das ſchneidern gelernt und ſchon in
Herrſchaftshaus gedient, ſucht zum
1. Oktober Stellung als
Haus=
mädchen. Offerten erbeten unter
O. 7 an die Expedition. (*7702fsi
ſucht Aushilfs=
Kaufmann poſten für dieſen
Monat. Sprachenkundig. (*7667
Kahlertſtraße 41, part.
Penſ. Beamter, w. 1. Jahre
Ver=
trauensp. geh. u. gute Zeugn. beſitzt, ſ.
Nebenbeſch. Off. u. N 69 Exp. (*7545df
eiblich
Eh
P
Sangeres Frauien
für Stenographie, Schreibmaſchine
und Regiſtratur ſofort geſucht.
Offert. an Baubüro der Rhein.
Schuckert=Geſellſchaft,
Rein=
heim, erbeten.
(18134a
Zum 1. Oktober
ſuchen wir
eine erfahrene und
eine jüngere
Bewerberinnen, die in der
Spielwaren= oder
Lederwaren=
branche tätig waren, bevorzugt.
(18399)
Slichere Erſten findet gebildeie
Dame als Teilhaberin einer
Familienpenſion bei kleiner
Ein=
zahlung. Offerten unter N 89
an die Expedition.
(*7637fs
Stickerin für einfache Stickereien
geſucht, Privatleute bevorzugt.
Offerten mit Preisangabe unter
N 98 an die Expedition. (*7672
Stellen ſuchen: Wirtſchafterin,
Stützen, Kinderfräulein, ältere
Köchinnen, Alleinmädchen, welche
koch. können, Hausmädch., jüngere
Mädch.; Köchin nach Metz, Köchin
nach Hanau, Köchin. u.
Haus=
mädch. nach Wiesbaden, Stützen
in Hotels für 1. Okt. Frau Minna
Dingeldein, gewerbsmäßige
Stellen=
vermittlerin, Eliſabethenſtraße 5.
Telephon 531.
(*7712
Für 1Zjähr. Mädch., welch nähen
kann, wird tagsüber Stell. geſucht
Wienersſtr. 52, Stb., 1. St. r. (*7718
Gutempf., jg. Mädch., w. koch. u.
weißnähen k., Hausarb. übern. u. ſ.
kinderl. iſt, ſ. St. f. 1. Okt. i. beſſ. H.
als Alleinm. Zu erfr.
Mathilden=
ſtraße 5, II., zw. 11 u. 1 Uhr. (*7711
Männlich
Jg. Kaufmann, Fakturiſt,
Expe=
dient u. Lageriſt, in Stenogr. und
Maſchinenſchreib. bewandert, ſucht
per 1. Okt. Stellung. Off. u. N 43
an die Expedition erbeten. (*7482mf
Ein tüchtiges, nicht zu junges
Mädchen für alle häusliche
Ar=
beiten ſofort geſucht
(*7379mdf
Kirchſtraße 7.
Ein tüchtiges und ſolides
Allenrmädchen
das womöglich ſchon in beſſerem
Haushalt gedient hat, zum 1. Okt.
geſucht. Näheres Neckarſtraße 18,
2. Stock rechts.
(*7432mdf
Es wird ein junges Mädchen
tagsüb. geſ., w. z. Hauſe ſchlaf. kann.
Soderſtraße 134, 2. Stock. (*7566dfs
edentl. rüher,
Zum 1. Oktober, ſuche eine
tüchtige Stütze für Haushalt
und teilweiſe ins Geſchäft. Off.
mit Zeugnisabſchriften und
Ge=
haltsanſprüchen unter N 90 an
(*7640fs
die Exvedition ds. Bl.
Suche Köchinnen,
Hausmäd=
chen in gute Häuſer Karolina Beck,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Eliſabethenſtraße 22, II. (*7689fs
wöchentlich drei=
Saubere Fau mal vormittags
2—3 Stunden geſucht.
(*7654
Seitersweg 8, I.
Für unſere
Schreib= und Papierwaren-Abteilung
ſuchen wir zum ſofort. Eintritt eine branchekund.,
2
ungere verkauferi
und für unſer Kontor ein
Lehrmädchen
mit ſchöner Handſchrift.
(18383
Offerten mit Bild und Zeugnisabſchrift an
S. Wronker & Co. Nachf-
Junges Mädchen
das zu Hauſe ſchlafen kann, für alle
Hausarbeit gegen hohen Lohn geſ.
18349dfs)
Allee 61.
mähaſgen geſucht (*7278imf
Alleinmaucllen Saalbauſtr. 69.
Laufmädchen oder auch unabh.
Lauffrau für vor= u. nachm. geſ.
Lichtenbergſtr. 58, III. (*7633
Geb. evang. Fräulein
als Stütze u. Geſellſch. z. einzeln.
Dame für 1. Okt. geſ. Off. a. d.
Verein f. Hausbeamtinnen,
Hoff=
mannſtr. 4. Sprechſt. tägl. von
3—5 Uhr, außer Mittwoch und
Samstag.
(18405
nae Sau
Kapfnänſgin ſofort
Tüchubes Ser Vfer Haufolugeſucht
Obergaſſe 3, Ratskeller. (*7706fs
Ordentliches Mädchen, welches
ſchon in beſſ. Häuſern ged., alle
Hausarb. verſt., bei hohem Lohn
zum 1. Oktober geſucht (*7701fsi
Frankfurterſtr. 90, I.
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Sauberes junges Mädchen
für gut bürg. Haush. per 1. Okt.
geſ. Heidenreichſtr. 21, pt. (*7707fso
Tüchtiges älteres Mädchen,
das alle Hansarbeit verſieht und
gut kochen kann, wird zu altem
Herrn geſucht. Eintritt 1. Oktober.
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*7657)
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BäckereiWalter, Dieburgerſtr. 50. (*fs
Junger Fahrburſche für
Fleiſch=
transport geſucht.
(*7662fs
B. Lengfelder, Blumenthalſtr. 115.
C
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Betei=
ligung eines beſſeren Kohlen=,
Speditions= oder ähnlichen
Ge=
ſchäfts in Darmſtadt. Gefl. Offert.
erbitte unter Zuſicherung ſtrengſter
Diskretion unter A M 98 an die
Expedition ds. Bl.
(*7562dfs
Per ſofort
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(*7663
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(*769.
Verloren
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grauen Zacken. Abzug. geg. Belohn=
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Zwiſchen Pareus= u. Grafenſtr
Brief verloren.
Bitte ehrl. Find., denſ. geg. Belohn=
Kaſinoſtr. 18, part. abzug. (*7685
Tonntag, 17. Auguſt, Koral
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Manſchetten=
knopf verloren. Gegen
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abzug. Landwehrſtr. 24, III. (*7675
Mittelgroßer, tigergrauen
Kater entlaufen. Gegen Be
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62966
Gen
Mag die Sonne jetzt noch ſo hell leuchten und mögen uns
I
noch ſo ſchöne Tage beſchieden ſein, keine rechte Frau wird
vergeſſen, daß der Herbſt vor der Tür ſteht und es nun bald
gilt, ſich die nötigen Aebergangs= und Herbſttoiletten zu be=
ſchaffen. Iſt man mit etwas Sinn fürs Draktiſche und
zu=
gleich Schöne begabt, ſo fällt es nicht ſchwer, aus der reichen
Fülle der diesjährigen Modelle etwas Geeignetes herauszu=
S
finden. Eine jede Frau muß nur wiſſen, was ſie braucht und
frfre
was ſie tragen kann. Die Frau in reiferen Jahren und mite
voller Figur ſoll — das kann nicht oft genug betont werden —
ſich ebenſo modiſch und elegant anziehen, wie ihre jüngeren und ſchlankeren
Schweſtern, nur muß ſie Toiletten wählen, die neu ſind, ohne extrem zu ſein,
deren Linien für volle Figuren
geeignet ſind und welche die
Vorzüge einer ſolchen Geſtalt
wirkungsvoll hervorheben.
Die diesjährigen eleganten
Dromenadenkoſtüme weiſen faſt
alle die weichen Linien auf, die
manſchon an den eleganten Jacken
des vorigen Winters geſehen hat.
Die ganze Jacke wird nur loſe
angepaßt und einzig durch einen
Gürtel oder durch eine Schärpe
leicht eingehalten. Die modernen
Dariſer Röcke zeichnen ſich
durch eine vorn aufgeraffte
Draperie aus, welche die Füße
ſehen läßt, in der Taillenlinie
Falten bildet und hinten in der
Gegend der Fußgelenke etwas
eingehalten iſt. Natürlich werden
auch anders geformte Röcke in
Daris getragen, aber die eben
be=
ſchriebene Form iſt die beliebteſte.
Mäntel und Amhänge, die zu
einem beliebigen Kleide getragen
werden können, gehören zu den
erfreulichſten Gaben, die uns die
Herbſtmode beſchert hat.
Die Weſtenbluſe iſt
augen=
blicklich der Schwarm aller
Dariſerinnen, die dieſe
Bluſen=
art zu ihren geſchneiderten
Ko=
ſtümen tragen. Bluſenkragen und
Bluſenreverſe werden über die
Jacken gelegt. Bei den neueſten
Kleidern fällt uns noch auf, daß
der Kimo=
etwa 2m mißt, alſo zum Spazierengehen ſehr gut zu verwenden iſt. Die
paneelartigen Vorder= und Hinterbahnen erfreuen ſich dank ihrer
Kleid=
ſamkeit einer ſteten Beliebtheit. Der Rock iſt im übrigen aus vier Teilen
geſchnitten und hat eine Falke an jeder Seite des Vorder= und Hinter=
paneels. Er kann in runder Länge oder kürzer gehalten ſein und zeigt
die leicht gehobene Gürtellinie. Für mittelgroße Figuren berechnet man
3,05 m Stoff 88 cm breit. Muſter 62511 iſt in 8 Größen, von=
56—91 cm Taillenſchluß und 94—134 cm Hüftenmaß, erhältlich.
O
Beinkleider, wie unter Nr. 62 966 eins abgebildet iſt, ſind weitaus
praktiſcher als alle anderen. Sie ſind geſchloſſen und werden auf jeder Seite
geknöpft. Sie ſind vorn etwas und hinten ziemlich reich eingereiht und
ra
werden oben durch einen glatten Taillenbund abgeſchloſſen. Madapolam
tasct.
Hemdenkuch, Leinen, Schirting oder Gradel wird zumeiſt zur Herſtellung
verwendet, und Spitze oder Stickereikankchen dienen zur Verzierung. Eine
hübſche Idee iſt es, ſehr kleine Säumchen an den Beinkleidteilen anzubringen. Man
berechnet für ein Kind von 10 Jahren 1,00 m Stoff 88 cm breit, mit 1,05m Einſatz=
und 1,60 m Spitze für das in der Vorderanſicht gezeichnete Beinkleid, nebſt 80 cm Stoff=
88 cm breit für das Hemdchen und 1,40 m Stoff 70 cm breit für das Beinkleid in
Rückanſicht. Muſter 62966 iſt in
noärmel ſich
Mt
A
ſeinefrühere
Beliebtheit
zurück=
erobert hat,
62911 & 62511
und der
pliſſierte Schoßanſatz den eleganten Kleidern eine beſondere
Elisabeth.
Note verleiht.
5 Größen, für 6—14 Jahre, erhältlich.
Nr. 62 444. Das elegante Dariſer
Modell, welches hier im Bilde
wieder=
gegebeniſt, dürfte unſtreitig zu den
aparteſteu und originellſten der Saiſon
gezählt werden. Die Bluſe iſt aus
ge=
muſterter Seide und mit langen, glakt
eingeſetzten und dem Ankerarm knapp
angepaßken Aermeln gearbeitet, doch
werden Damen, die ſich beim
Ko=
pieren des Muſters für kürzere
Aermel entſcheiden, auch keinen
Fehl=
griff tun. Den kleinen Halsausſchnitt
umrahmt ein flach zurückgelegter
Kragen, der gleich der Weſte und
dem Nock aus Seidenratin geſchnitken
iſt. Als Abſchluß des Kragens dient
eine ſchmale, engliſche Samtſchleife,
die ſich vorn am Gürtel wiederholt,
doch iſt das hier verwendeke Band
breiter. Die Bluſenteile ſind, wie
man es in dem zurzeit modernen
Ruſſengenre viel ſieht, loſe und falkig
arrangiert, ſie können aber, was für
ſtärkere Figuren unbedingt
vorteil=
hafter iſt, auch feſt in die Taille
geſpannt werden. Das Modell,
welches auf einer feſtanliegenden
Futterkaille gearbeitet iſt, hat
Knopf=
verſchluß an der vorderen Mitte.
Der Rock iſt dreiteilig, kann aber,
wenn das dafür verwendete Gewebe
nicht breit genug ſein ſollte, auch aus
vier Teilen zuſammengeſtellt werden.
Hinken wird der Rock längs der
Oberkanke in leichte Falten
ge=
reiht, bevor man ihn in normaler
Gürkellinie an die Bluſe fügt.
Der Rock dürfte längs der
Anter=
kanke ungefähr 1,60 cm meſſen.
Man berechnet für das Kleid mit
Schoßanſatz
Beſchreibung zu unſeren Abbildungen.
Muſter 62911 ſtellt eine loſe Sackjacke vor, die in 84 oder
in 115 cm Länge angefertigt werden kann. Sie wird dem
perſönlichen Geſchmack entſprechend entweder mit einem
einge=
ſchnitkenen oder mit einem Schalkragen ausgeſtattet. Die Aermel
werden glatt eingenäht und rund ausgeplättet, oder man reiht
ſie vor dem Einnähen längs der Oberkanke etwas ein. Ein knapp
unterhalb der Taillenſchlußlinie angebrachter Gürkel und an den
Seiten aufgeſteppte Taſchen vervollſtändigen das Modell. Rau
the
Wollſtoffe, Tennisflanell, Natin, Serge oder ähnliche Gewebe
jwerden ſich zur Herſtellung der Jacke beſonders eignen, doch
kann man die Jacke in Verbindung mit einem glakten Rock auch
zu einem ſchicken Leinenkoſtüm verarbeiten. Mittelgroße Damen
berechnen für die 84 cm lange Jacke 3,50 m Stoff 88 cm breit,
nebſt 35 cm abſtechendem Stoff 52 cm breit. Muſter 62911 iſt
in 7 Größen, von 81—112 cm Oberweite, erhältlich.
Muſter 62511 ſtellt einen ſehr hübſchen und kleidſamen Rock
dar, deſſen Linien die elegante, ſchlanke Silhouekte zeigen, der aber
doch bei ausgezogenen Falten an der Anterkanke in Mittelgrößen
3,65 m Stoff
110 cm breit,
mit 30 cm
abſtechendem
Stoff 70 cm
breit. Muſter
62444 iſt in 8
Größen von
81—117 cm
Oberweite
er=
hältlich.
62422
Nr. 62422. Ein paar glatte engliſche Hemdbluſen gehören
nach wie vor zu den notwendigſten Beſtandteilen der Garderobe
einer jeden Dame und bilden auch immer die zweckentſprechendſte
Komplettierung des Straßenkoſtüms, mag dieſes nun aus
Leinen oder Ratin, aus leichteren oder ſchwereren Wollſtoffen
oder ſogar aus Seide ſein. Je nach der Eleganz des Koſtüms
ändert ſich wohl das für die Bluſe verwendete Material; der
Schnitt und die glatte Ausführung der Bluſe wird aber unter
allen Amſtänden und immer am Dlatze ſein. Anter Muſter 62422
iſt eine Vorlage zu einer äußerſt kleigſamen engliſchen Bluſe
ge=
geben, die mit Rückenpaſſe, mit langen Schultern und mit glatt
eingenähten Aermeln gearbeitet iſt. Man kann das Muſter
ent=
weder mit glattem oder mit Faltenverſchluß anfertigen und es
ſowohl mit kleinem Halsausſchnitt und umgelegkem Kragen als
auch hochgeſchloſſen und mit Stehbündchen zum Anknöpfen
ver=
ſchiedener Kragen arbeiten. Mittelgroße Damen berechnen für
das Modell mit langen Aermeln 2,30 m Stoff 88 cm breit.
Muſter 62 422 iſt in 8 Größen, von 81—117 cm Oberweite,
er=
hältlich.
Nachdruck auch mit Quellenangabe verboten.
Nr. LIII.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 208.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
cher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
nden ſich: 1 Spitzhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
rigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
eigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
ig, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(18379
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir erneut zur
llgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 2. September 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung
ir die Stadt Darmſtadt, die Beaufſichtigung der Hunde betreffend.
Auf Grund des Artikels 56 Abſatz 2 Ziffer 1 des Geſetzes
etreffend die Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen, vom
. Juni 1874 wird nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung
r Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung des
roßherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 16. März 1909, zu
r. M. d. J. II 1247, die nachſtehende Polizeiverordnung für den
emeindebezirk Darmſtadt erlaſſen:
§ 1. Innerhalb der Stadt müſſen auf öffentlichen Straßen
7d Plätzen, ſowie an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen,
1. biſſige Hunde mit einem das Beißen verhindernden Maulkorb
verſehen ſein und an einer kurzen Leine geführt werden,
2. Hunde der nachſtehenden Raſſen:
a) Bernhardiner,
b) Neufundländer,
c) Leonberger,
d) Doggen (Deutſche, Ulmer, Däniſche und Bulldoggen),
e) Barſoys (große ruſſiſche Windhunde),
k) Maſtiffs
und alle aus Kreuzungen dieſer Raſſen hervorgegangenen Hunde
an einer kurzen Leine geführt werden.
§ 2. Alle Hunde ſind an der Leine zu führen
in den dem Publikum geöffneten Großherzoglichen Hofgärten,
2. in den Anlagen weſtlich der früheren Main=Neckar=Bahn,
3. in den neuen Bahnhofsanlagen zwiſchen Allee, Stirn= und
Dornheimer Weg,
4. in den Bahnhöfen,
5. in Wirtſchaften und Wirtsgärten.
§ 3. Die Begleiter von Hunden haben dafür Sorge zu tragen,
iß dieſe in den öffentlichen Anlagen, in denen ſich Raſenplätze,
lumenbeete oder Gebüſchanpflanzungen befinden, nicht außerhalb
r Wege umherlaufen.
§ 4. Außerhalb der Stadt müſſen alle biſſigen Hunde mit
nem das Beißen verhindernden Maulkorb verſehen ſein.
§ 5. Kranke Hunde und läufige Hündinnen müſſen auf der
traße und an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen, ſtets an
r Leine geführt werden.
Mit anſteckender Krankheit, insbeſondere Hautkrankheit behaftete
unde, müſſen zu Hauſe eingehalten werden.
§ 6.: Es iſt verboten, zur Nachtzeit, d. h. in der Zeit von
Uhr abends bis 5 Uhr morgens, Hunde ohne Aufſicht auf der
traße frei umherlaufen zu laſſen.
§ 7. Das Mitbringen von Hunden auf Friedhöfe, den Wochene
arkt und die Meſſe, ſowie in öffentliche Dienſtgebäude, in die
adehäuſer oder an die Badeplätze des Woogs, zu öffentlichen
Feier=
hkeiten und in Räume, in denen Nahrungs= oder Genußmittel
ilgeboten werden, iſt verboten.
§ 8. Die Beſitzer und Begleiter von Hunden haben die
erforder=
hen Maßregeln zu treffen, damit die Ruhe nicht durch andauerndes
ebell oder Geheul ihrer Hunde geſtört wird, und insbeſondere das
nbellen von Perſonen, Zug= und Reittieren durch ihre Hunde zu
rhindern.
§ 9. Das Polizeiamt kann den Aufenthalt bösartiger, biſſiger
d kranker Hunde auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen
nz verbieten.
§ 10. Für jeden Hund, der in das nach § 1 der Verordnung
m 4. November 1899, die Hundeſteuer betreffend, von der Großh.
ürgermeiſterei zu führende Hunderegiſter eingetragen iſt, erhält der
eſitzer des Hundes eine Blechmarke mit einer Nummer, die der
und, ſolange er ſich außerhalb eines Hauſes, geſchloſſenen
Grund=
icks oder ſonſtigen umſchloſſenen Raumes befindet, ſtets am Hals
nd zu tragen hat.
§ 11. Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwiderhandelt oder
ihm darin auferlegten Verbindlichkeiten nicht erfüllt, wird, inſoweit
cht andere Strafbeſtimmungen zur Anwendung zu kommen haben,
f Antrag des Großh. Polizeiamts mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark
ſtraft.
§ 12. Die Polizeibehörde hat ferner das Recht, alle Hunde
entgegen den Beſtimmungen dieſer Polizeiverordnung nicht
an=
leint oder nicht mit einem das Beißen verhindernden Maulkorb oder
cht mit der in § 10 vorgeſchriebenen Blechmarke verſehen ſind, durch
n Hundefänger einfangen zu laſſen, falls der Beſitzer nicht zur
telle iſt und den Hund in Gewahrſam nimmt.
Desgleichen können alle Hunde eingefangen werden, die an den
§ 7 genannten Orten, in öffentlichen Anlagen außerhalb der Wege
er zur Nachtzeit ohne Aufſicht frei umherlaufen.
§ 13. Die eingefangenen Hunde werden in Verwahrung und
flege genommen und 5 Tage lang zur Auslöſung durch den Beſitzer
reit gehalten.
Die Herausgabe erfolgt an die Perſonen, die ſich als
empfangs=
rechtigt ausweiſen, gegen Erſtattung des Betrags, der von dem
olizeiamt als Entſchädigung für die durch das Einfangen und die
erpflegung der Hunde der Polizeikaſſe erwachſenen baren Auslagen
tgeſetzt wird.
Hunde, welche die in § 10 vorgeſchriebene Blechmarke mit
ummer tragen, ſind den Eigentümern innerhalb 24 Stunden nach
m Einfangen gegen Erſtattung einer beſonderen Gebühr in Höhe
50 Pfennig zuzuführen.
Hunde, die innerhalb der 5tägigen Friſt nicht ausgelöſt ſind
erden entweder zu Gunſten der Polizeikaſſe veräußert oder getötet.
§ 14. Durch die Beſtimmungen des § 12 wird das wegen
bertretung der Vorſchriften dieſer oder der in § 10 erwähnten
erordnung einzuleitende Strafverfahren nicht berührt.
§ 15. Die Polizeiverordnung vom 4. Auguſt 1891, die
Beauf=
htigung der Hunde betreffend, wird aufgehoben.
Die Polizeiverordnung für den Kreis Darmſtadt vom 29.
No=
mber 1911, das Fahren mit Hunden betreffend, wird durch die
orſchriften dieſer Polizeiverordnung nicht berührt.
§ 16. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 15. April 1909 in Kraft.
Darmſtadt, den 24. März 1909.
(18343df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
4e
Aa. 34
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Schriftliche Angebote bis Montag, den 8. September,
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ittags 10 Uhr, erbeten.
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Roſenhöhe nach der Steinbrückerteichſchneiſe.
Auskunft erteilt unterzeichnete Stelle oder Großh. Forſtwart
chmidt, Faſanerie.
(18329
Darmſtadt, den 3. September 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
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Darmſtadt, 28. Juli 1913.
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Bekanntmachung.
Betr.: Die Wahlen zum Landtag und zur Stadtverordneten=
Verſammlung.
Nach Art. 7 Ziff. 9 des Geſetzes, die Landſtände betr., vom
3. Juni 1911, bezw. nach Art. 39 des Geſetzes, die Städteordnung
betr., vom 8. Juli 1911 ſind bei den Landtags= und
Stadtverordneten=
wahlen vom Stimmrecht ausgeſchloſſen Perſonen, die zur Zeit der
Wahl mit der Entrichtung der direkten Staats= oder Gemeindeſteuer
länger als zwei Monate ſich im Rückſtande befinden.
Da vielfach Zweifel darüber beſtehen, was im Sinne dieſer
Geſetzesſtellen als „Rückſtand gilt, bringe ich hiermit zur öffentlichen
Kenntnis, daß das Stimmrecht nur dann ausgeübt werden kann,
wenn ſämtliche mehr als zwei Monate fälligen Steuerziele
des laufenden Rechnungsjahres, ſowie die aus dem Vorjahre
noch rückſtändigen Gemeindeſteuerbeträge entrichtet ſind. „
Er=
laſſene‟ Steuern ſind als Rückſtand nicht anzuſehen.
Darmſtadt, den 1. September 1913.
(18401fs
Der Oberbürgermeiſter
Dr. Gläſſing.
Ankauf von Faſelvieh.
Für den Faſelſtall, Arheilgerſtraße 43, ſoll ein junger Bulle,
Simmenthaler Raſſe, angekauft werden.
Das Tier muß bereits gekört und erfolglos mit Tuberkulin
geimpft ſein. Angebote, bei Freilieferung des Tieres in den Stall,
ſind bis längſtens Montag, den 8. ds. Mts. vormittags 10 Uhr,
in dem Stadthauſe, Rheinſtraße 16, abzuliefern.
Darmſtadt, den 2. September 1913.
(18342df
Der Oberbürgermeiſter:
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Der für ſein Alter noch ſehr temperamentvolle General
ſprang bei ſeinem Eintritt ſofort auf und ging ihm mit
ausgeſtreckter Hand entgegen.
Sie kommen gerade recht, Herr Hartkopf, zu einem
Familien= und Verbrüderungsfeſt. Ich heiße Sie als den
Pflegevater meiner Nichte Anita herzlich in der Familie
Drewensberg willkommen. Wenn Sie meinem Neffen
Eberhardt nicht ſo treu beigeſtanden hätten, wer weiß, ob
der Familienzwiſt dann je gelöſt worden wäre.
Iſt er denn gelöſt, Exzellenz? — Da iſt wohl noch ein
Berg zu überſteigen?
Zeſina von Drewensberg iſt auf dem beſten Wege,
ihn zu erklettern, und wir warten nur auf den rechten
Augenblick, ihr zu Hilfe zu ſpringen, dann nehmen wir
ihn im Sturm.
Anita ſagte nichts. Das erſte Mal war wieder der
Name Eberhardts in ihrer Gegenwart ausgeſprochen
wor=
den, und es überlief ſie heiß und kalt dabei. Niemand
hatte ſeiner bisher erwähnt. Sie wußte nicht, wo er ſich
befand, was aus ihm geworden war, und erſehnte doch
fieberhaft eine Nachricht über ihn.
Heini hatte ſich von Mutter Müller ausziehen laſſen
und kam nun hereingeſprungen.
Mutti, die Mutter Müllern ſagt, ein Onkel mit
blan=
ken Knöpfen und einem ganz langen Säbel . . . ſprudelte
er ſchon in der Tür heraus, verſtummte aber erſchrocken
beim Anblick des Generals und kam zögernd, das
Finger=
chen verlegen im Munde, näher.
Ente Duit Entlenh gien ah. Heüt, uchie die
Mutter, aber Heini hatte vom Onkel Wolfgang gelernt,
daß man einen Offizier mit Honneur begrüßen müſſe. Er
gab ſich einen ganz vorſchriftsmäßigen Ruck, legte das
linke Händchen an die Hoſennaht und die Finger der
rech=
ten ſalutierend an die Stirn und ſtand ſtramm vor dem
Onkel. Beſſer hätte er ſich bei dem alten Soldaten nicht
einführen können, um ſein Herz im Sturm zu erobern.
Junge! rief er in überſtrömendem Entzücken, du biſt
ja noch ein viel größeres Wunder, als ſie dich mir
be=
beſchrieben haben. Prachtbub du! Komm’ her, Schlingel,
auf meinen Schoß, und gib dem Onkel einen Schmatz
Solch alter Junggeſelle verſteht zwar nicht mit kleinen
Kindern zart umzugehen, aber du ſiehſt nicht aus, als ob
du von Marzipan wärſt. Und dein Großvater, weißt du,
was der iſt? . . . Na, ich werde es doch lieber nicht ſagen,
du könnteſt es dir am Ende merken und ihn eines Tages
mit dem Ehrentitel begrüßen. Mit zu Dreſſel kannſt du
heute leider nicht kommen, aber morgen hole ich dich zu
einer Autofahrt ab. — Was ſagſt du dazu?
Ach — Autos ſtinken! meinte Heini mit
Indig=
nation, und man kann ſich nicht einmal hinten anhängen
— Pferde ſind viel netter, Onkel.
Der General war einfach entzückt. Den Jungen kann
man für Geld ſehen laſſen, ſagte er. Wenn der Vetter auf
der Drewensburg nicht bald zur Vernunft kommt,
adop=
tiere ich ihm den Enkel vor der Naſe weg.
Anita war ſo viel jetzt von der Familie in Anſpruch
Seite 13.
Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
19
Mein liebes Kind! Er wied nicht ſo töricht ſein,
jegen die ganze Familie Front zu machen! — Und da iſt
die Zeſina als Zwickmühle bei ihm. Sie kann in dieſer
Eigenſchaft etwas leiſten Der Himmel bewahre mich
vor ihr. Wir werden bald Anzeichen ihrer Wirkſamkeit
erfahren, verlaſſen Sie ſich darauf. — Aber wo iſt denn
das Familienkind? unſer Heini, wie die Steltzes höchſt
inmaßend ſagen, und der alte Herr, den mir die Maria
ils ihren getreuen Eckhart bezeichnet hat. Ich muß ihm
die Hand drücken er darf heute zwiſchen uns nicht fehlen.
O ja, wenn Sie das möchten, den Vater Harto zu uns
zitten . . . Ich verdanke ihm ſo unendlich viel — faſt
illes. Ich würde niemals die Aufnahme in die Familie
Drewensberg annehmen können, wenn Hartkopf
ausge=
chloſſen ſein ſollte.
Er kehrte ſoeben mit Heini von dem üblichen
Spazier=
gang zurück und trat herein mit ſeinen gemeſſenen, ein
venig feierlichen Bewegungen, gehaltenen Ernſt in dem
haraktervollen Schauſpielergeſicht. Der ſchwarze, etwas
vertragene, aber tadellos propere Rock, der blanke
Zylin=
der in ſeiner Hand, die Würde und ſchlichte Vornehmheit
der Erſcheinung — auf den erſten Blick erkannte man: das
war eine Verſönlichkeit,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Nummer 208.
[ ← ][ ][ → ]Seite 14
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Hen Stierer Bebradeien
der schlechtes Wetter verträgt, etwas
aushält und sich strapazieren lässt,
und doch seine elegante Form behält.
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der alle diese Vorzüge besitzt. In jeder
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Wir erklären ausdrücklich, dass
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Neugaſſe 1.
der Obhut ſeiner Mutter bleibe, aber nur unter der
Be=
dingung, daß dieſe ſich ſeinen Anordnungen füge. Die
lauteten: Ueberſiedelung in das der Familie
Drewens=
berg gehörige Witwenſchloß „Lindenhaus” Annahme
einer vom Baron beſtimmten engliſchen Erzieherin und
ſpäter eines Erziehers; Aufgabe jeder Erwerbstätigkeit
von ſeiten Anitas und eine Lebensführung nach Maßgabe
der dafür von ihm ausgeſetzten Rente — das hieß mit
einem Wort: ſeine Schwiegertochter ſollte ihre
Selbſt=
ſtändigkeit vollkommen opfern und in ein
Abhängigkeits=
verhältnis von der Familie Drewensberg treten.
Dagegen bäumte ſich noch einmal aller Stolz in Anita
auf. Ich kann nicht — kann nicht darein willigen, Harto!
Bedenken Sie doch, ich gebe mich ja vollkommen in die
Gewalt des mir übelgeſinnten Mannes. Er kann mich
hungern laſſen, um mich gefügig zu machen; er kann Heini
unerträglichen Zwang antun, und ich darf nicht einmal
einſchreiten; er kann eines Tages ſagen: Ihr habt meine
Erwartungen nicht erfüllt, geht wieder — und was fange
ich dann an? Wird meine Kraft dann noch ausreichen,
mir ein eigenes neues Leben zu gründen?
Und ich bin an Selbſtändigkeit gewöhnt. Ich habe
immer, ſolange ich überhaupt fähig bin, mir mein Brot
zu verdienen, auf eigenen Füßen geſtanden. Sie wiſſen
Harto, wie ich ſogar heimlich hinter dem Rücken meines
Mannes habe verdienen helfen, um uns zu dem
Not=
wendigſten auch das Angenehme zu ſchaffen. Jetzt ſoll ich
müſſig gehen und mich füttern laſſen von jemand der es
nur widerwillig tut und mir ſtatt Brot lieber einen Stein
reichen würde? — Er will mich mit ſeiner ſcheinbaren
Großmut unſchädlich machen.
Hartkopf war ratlos. Ex konnte ſich nicht verhehlen,
daß Anitas Einsmdungen berechtigten Grund hatten.
Was nützte ihr ſchließlich die Freundſchaft der ganzen
übrigen Familie Drewensberg, wenn deren Senior
fort=
fahren ſollte, ſich ihr ſyſtematiſch feindlich
gegenüber=
zuſtellen? Es ſtand kein Wort der Verſöhnung in ſeinem
Brief, überhaupt kein freundliches Wort, das überredend
hätte wirken können. Dieſes Schreiben konnte ſowohl ein
erzwungenes Zugeſtändnis, als auch eine Falle bedeuten
aber allerdings auch ebenſogut eine Probe auf die=
Stärke der Mutterliebe Anitas und das Vertrauen der
Schwiegertochter in die ehrenwerte Geſinnung des Vater?
ihres Mannes.
Brigitte kam ganz verſtört. Ich weiß — ich weiß
ſagte ſie, als Anita ihr ihre Not klagen wollte. Wir haben
uns alle verpflichten müſſen, mit keinem Wort deinen
Ent=
ſchluß zu beeinfluſſen. Ich kann dir nur das eine ſagen,
Tante Zeſina wohnt auch im Lindenhaus.
Tante Zeſina? Anitas Augen weiteten ſich unter
einer aufſtrahlenden Hoffnung.
Tante Zeſina hat das Herz auf dem rechten Fleck,
wenn ſie auch noch immer ein wenig enfant terrible iſt,
hatte Brigittes Mutter geſagt, und das wußte ja auch
Anita ſchon aus eigener Erfahrung. War es nicht Zeſinas
Werk, daß der Baron überhaupt dies Zugeſtändnis
ge=
macht hatte,
Und plötzlich richtete ſie ſich energiſch auf. Gehen Sie
mit mir, Harto? — Wenigſtens für die erſte Zeit?
Hartkopf zögerte. Wenn der Baron es geſtatten ſollte,
ſelbſtverſtändlich.
Er wird, verſicherte Brigitte.
Dann . .. dann werde ich das Opfer bringen, um
Heinis willen!
(Foxtjetzung folgt.)
genommen, daß ſie gar nicht daran denken konnte,
Stun=
den zu geben, und merkwürdig, ſie hatte auch nicht einmal
den Trieb dazu. Nach allen den Aufregungen der letzten
Zeit war ein Gefühl gänzlicher Erſchöpfung über ſie
ge=
kommen; aber ſie empfand es mehr als eine Wohltat, denn
als Qual, und ſie gab ſich ihm willig hin.
Sie hatte die Empfindung, als ob ſie lange Zeit
ge=
laufen wäre mit Anſpannung aller Kraft, ohne rechts und
links zu blicken, immer ſinnlos geradeaus, und nun an
einem Ruheplätzchen angelangt ſei, auf dem ſie Atem
ſchöpfen durſte zu neuer Anſtrengung. Daß das noch nicht
das Ziel war, wußte ſie. Aber das Grauen vor der
Zu=
kunft lag doch nicht mehr wie ein Alp auf ihr. Sie hatte
da jetzt Freunde, die für ſie ſorgten. Sie ſelber konnte
nicht mehr überlegen und denken, und wollte es auch nicht,
damit nicht auch der Gedanke heraufbeſchworen wurde,
vor dem ſie in feiger Anſt floh — der Gedanke an
Eber=
hardt. — Sie wollte nicht aus der Erſtarrung aufwachen
zum Leben, weil dann auch wieder die Wunde in ihrem
Innern anfangen würde zu bluten, die ſie ſich ſelber zu
verleugnen mit aller Kraft und Angſt bemüht war.
So lebte ſie dahin wie im Traum, von einem Tag
zum andern auf eine Antwort von dem Großvater Heinis
wartend, die ohne Hoffnung und ohne Ungeduld. Sie
war weder enttäuſcht, wenn ſie nicht eintraf, noch
ſonder=
lich beglückt über die ihr noch gewährte Friſt. Sie hatte
überhaupt keinen Wunſch und kein Verlangen. — Wenn
ſie ſo im Halbſchlafe dahinvegetieren dürfte bis an ihr
Ende, ſie hätte nichts dagegen gehabt.
Aber dann kam eines Tages doch endlich ein Brief,
ſund nun war das Erwachen da mit einem Schlage. Der
Baron hatte wieder eigenhändig geſchrieben — ganz kurz:
Er werde geſtatten, daß ſein Enkel einſtweilen weiter unter
Nummer 208.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Seite 15.
Sport, Spiel und Turnen.
* Lawn=Tennis. Turnier in Baden=Baden.
Unter den Teilnehmern der Herren=Einzelſpiele gab es
mehrere bemerkenswerte Entſcheidungen. Albrecht hatte
keinen guten Tag und verlor zunächſt im Vorgabeſpiel
gegen OHara Murray, dem er auch wohl etwas zu viel
vorgeben mußte, und dann in der offenen Konkurrenz
gegen Groos=Koblenz, H. Schadow wurde von van de
Laveleye geſchlagen. Im Damen=Einzelſpiel ſind Frl.
Salin, Frau Lent und Frl. Flinſch bis zur Vorſchlußrunde
gekommen. Um den noch freien Platz in der
Vorſchluß=
runde kämpften Frau Schurig und Frau Robinſon. Im
offenen gemiſchten Doppelſpiel ſind die beiden erſten
Runden nunmehr erledigt und damit die ſchwächeren
Paare ausgeſchieden. Ford ſpielte bereits weſentlich beſſer
als am erſten Tage; er gewann u. a. mit Frl. Zorn von
Bulach zwei Runden im gemiſchten Doppelſpiel und ſchlug
im Einzelſpiel mit Vorgabe ſeinen Landsmann Godſell
trotz einer Vorgabe von —15, — 15½. Im übrigen ſeien
von den Vorgabeſpielen folgende erwähnt: Frau Walluf
(*) ſchlug Frl. Müller (15½) 6:0, 6:4, Frau Menke (15½)
ſchlug Frau Lent (—40) 6:5, 6:2, de Laveleye und F. Nano
(*/) ſchlugen Albrecht und Ford (—30½) 6:2, 6:5, Frau
Lent und Lindpaintner (—15) ſchlugen Frl. Scheitlin-Dr.
Curtius (15,1), und Frl. Galen-Grüder (15½) ſchlugen
Frl. Zorn v. Bulach-Bretz (½) 622 ,6:5.
Landwirtſchaftliches.
—Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
narkt am 3. September. Auftrieb durch Händler 106
Schweine, durch die Bezugsvereinigung 00 Schweine.
Preiſe: 1. Qual., ausgeſuchte Ware (Schlachtgewicht 50
Kilogramm) 83 Mk., 2. Qual. 82 Mk., 3. Qual. 81 Mk.
Marktverlauf: Flau. — Schweinemarkt am 4.
Sep=
ember. Auftrieb durch Händler 136 Schweine, durch die
Bezugsvereinigung 00 Schweine. Preiſe: 1. Qual.,
aus=
geſuchte Ware (Schlachtgewicht 50 Kilogramm) 83 Mk.,
. Qual. 82 Mk., 3. Qual. 81 Mk. Marktverlauf: Flau,
leberſtand. — Kälbermarkt am 4. September.
Auf=
rieb durch Händler: 132 Kälber, 2 Ziegen, 1 Schaf. Preiſe,
e nach Qual. (Lebendgewicht 50 Kilogramm) 60—65 Mk.
Marktverlauf: Schleppend.
Vermiſchtes.
C. K. Der Kulturfortſchritt der Neger in den
Vereinig=
en Staaten. Einen bezeichnenden Ueberblick über die
kulturfortſchritte, die die Neger der Vereinigten Staaten
im Verlaufe der letzten fünf Jahrzehnte aufzuweiſen
haben, gibt eine intereſſante neue, von dem Tuske=
Inſti=
tut herausgegebene Publikation, das „
Negerjahr=
buch” das Monroe N. Work redigiert hat. Es zeigt, daß
das ſchwierige Problem der Negerraſſe in der Union ſich
mit dem Standpunkt verändert, von dem aus man es
be=
trachtet; von der einen Seite her kann es als vollkommen
hoffnungslos gelten, von der anderen aber birgt es doch
manche weitgehende Verheißungen. Noch vor 50 Jahren
umfaßte das geſamte Kirchengut der amerikaniſchen
Schwarzen kaum ein paar Tauſend Dollar, heute
reprä=
ſentiert es einen Wert von über 57 Millionen Dollar; und
in dieſer gewaltigen Entwickelung zeigt ſich nicht nur die
wachſende wirtſchaftliche Erſtarkung der ſchwarzen Raſſe,
ſondern die als Symptom für das Erſtarken des
Geiſtes=
lebens bedeutſame Anteilnahme des Negervolkes an
gei=
ſtigen und religiöſen Dingen. Und das beſtätigt ein Blick
auf die „ſchwarze” Schul= und Unterrichtsſtatiſtik. 1867,
un=
mittelbar nach der Aufhebung der Sklaverei, zählte man
in den Vereinigten Staaten 1800 Schulen für befreite
Sklaven, mit 2000 Lehrern und 111000 Schülern. Im
vergangenen Jahre belief ſich die Zahl der in den
öffent=
lichen Schulen der Südſtaaten unterrichteten Negerkinder
auf 1700000; in den höheren Schulen und in den
Colle=
ges arbeiteten 100000 ſchwarze Zöglinge an der
Berei=
cherung und Vertiefung ihrer Bildung, und die Zahl der
Lehrer in den Negerbildungsanſtalten iſt auf 34000
ge=
wachſen. Dem entſpricht auch die wirtſchaftliche
Ent=
wickelung der Raſſen. Vor 50 Jahren waren die meiſten
Neger abhängige Landarbeiter und nur ſehr wenige
be=
ſaßen eigenen Boden. Heute finden wir in allen
Berufs=
zweigen Neger, und die Zahl der ſchwarzen
Farmen=
beſitzer iſt auf 900000 gewachſen. Der Grundbeſitz der
Neger iſt größer als der ganze Staat Carolina. In
Han=
del und Gewerbe haben ſich über 30000 Neger ſelbſtändig
gemacht, man zählt 64 Negerbanken mit einem
eingezahl=
ten Kapital von 6½ Millionen Mark. Dieſe Fortſchritte
zeigen, um wieviel die Neger der Union vorangekommen
ſind, und wenn man den falſchen Vergleich mit der
weißen Raſſe aufgibt und die Neger in Amerika mit ihnen
gleichwertigen Raſſen in anderen Weltteilen vergleicht,
er=
ſcheint das Erreichte doch als ein wertvoller Beweis für
die Entwickelungsfähigkeit der ſchwarzen Raſſe.
Literariſches.
Karl Roller, Die ſchulgeſchichtliche
Bedeutung Joſeph Furttenbachs des
Ael=
teren (1591—1667) in Ulm. Darmſtadt,
Winter, 1913. 119 Seiten. In meinem
drei=
bändigen Werke: „Die Schulordnungen des
Großherzog=
tums Heſſen” ſowie in Band 15 der „Heſſiſchen
Volks=
bücher” habe ich den Satz vertreten, daß die zweite Hälfte
des dreißigjährigen Krieges keineswegs die Zeit des
all=
gemeinen Niedergangs (war, als die ſie gewöhnlich
be=
trachtet wird, daß ſie vielmehr auf manchen Gebieten,
vorab dem der Schulwiſſenſchaft und der Schulpraxis, in
vielen Beziehungen als Zeit eutſchiedenen Fortſchritts
gewertet werden muß. An Widerſpruch gegen dieſe Theſe
hats nicht gefehlt. Man wird es deshalb begreifen, daß
ich allemal erfreut bin, wenn ein Forſcher ſich dazu ent=
ſchließt, von irgend einem Geſichtspunkte aus ſich
ein=
gehend mit dieſer Zeit zu beſchäftigen. Bin ich doch
da=
von überzeugt, daß er dann zu denſelben Reſultaten
ge=
langt, die ſich mir ergeben haben. Karl Roller hat dies
in der vorliegenden Arbeit, einer Habilitationsſchrift zur
Erlangung der Venia legendi für Pädagogik an der
Großh. Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt, getan. Er
iſt dem Werk nachgegangen, das in dem 30jährigen Krieg
der 1591 zu Leutkirch in Schwaben geborene und 1667 in
Ulm verſtorbene Baumeiſter Joſeph Furttenbach
der Aeltere auf dem Gebiete des Schulbauweſens durch ſeine
Schulbauentwürfe vollbracht hat. Das Reſultat iſt: daß
eine Fülle von Problemen auf dieſem Gebiete, deren
Er=
örterung nach der herkömmlichen Anſicht erſt durch unſere
Zeit „aufs Tapet gebracht” worden iſt, bereits von dieſem
Mann aus alten Zeiten erwogen, und gleichzeitig
durch=
aus beachtenswerte Vorſchläge zu ihrer Löſung gemacht
worden ſind. Furttenbach weiß bereits, daß der Raum,
in dem ein Kind ein gut Teil ſeines Lebens zuzubringen
hat, nach den Geſetzen der Schönheit, Zweckmäßigkeit und
Hygiene zu geſtalten iſt. Er entwirft Schulanlagen, die
man heute noch als Muſter gelten laſſen kann und weiß
ſehr viel von den Dingen, die für uns Menſchen von heute
den Charakter von „modernen Schulproblemen” tragen,
wie der Anlage von Schulgärten u. a. m. Wir empfehlen
die äußerſt leſenswerte Arbeit allen, die in der Gegenwart
mit dieſen Problemen ringen; daneben auch allen, die
das Bedürfnis haben, ihre Begriffe über die jammervolle
zweite Hälfte des 30jährigen Krieges in etwas zu
revi=
dieren. Beide werden viel Neues erfahren, abgeſehen
da=
von, daß ihnen in Joſeph Furttenbach ein Mann
gegen=
übertreten wird, an deſſen „Witz und Verſtand” man ſeine
helle Freude hat.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 5. September 1913.
Nummer 208