Kbonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Veſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Jeſtern begann vor dem Oberkriegsgericht in
Erfurt die Reviſionsverhandlung über das
Erfur=
ter Kriegsgerichtsurteil.
ſer Bundesrat der Schweiz beſchloß, von der früher
beſchloſſenen Einführung der
Vierundzwanzig=
ſtunden=Zählung abzuſehen.
*:
jei dem Eiſenbahnunglück in Aisgill (
Eng=
land) wurden 14 Perſonen getötet und 10 verletzt.
Die Zahl der Opfer des Eiſenbahnunglücks
bei Wallingford (Amerika) beträgt 21, außerdem
wurden 50 verletzt. Bei einem Zuſammenſtoß zweier
Züge auf der Strecke Niſch-Wranja (Serbien) wurden
5 Soldaten getötet und 14 ſchwer verletzt.
*
n Dublin wurden durch den Einſturz zweier
Häuſer, deren Trümmer in Brand gerieten, 13
Fa=
milien verſchüttet. Vier Leichen ſind bereits
ge=
borgen.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
September 1813: Napoleon, der ſich über Bautzen gegen
die ſchleſiſche Armee gewendet, wirft deren Vortruppen.
am 4. bei Bautzen, am 5. bei Reichenbach, zurück.
Treffen bei Mölln, an dem auch Jahn (der
Turn=
vater) mit dem Lützowſchen Korps teilnimmt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
Braganza — Hohenzollern.
*⁎* In der Reſidenz der Fürſten von Hohenzollern,
Sigmaringen, wird heute, Donnerstag, ein Ehebund
ſchloſſen, der das Intereſſe weiter Kreiſe erweckt:
Ex=
nig Manuel II. von Portugal vermählt ſich mit der
rinzeſſin Auguſte Viktoria von
Hohen=
ollern, einer Tochter des Fürſten Wilhelm. Sein
and hat der junge König, der am 15. November 1889
ls zweiter Sohn Dom Carlos’ I. geboren wurde und
i Februar 1908 unter ſo tragiſchen Umſtänden den Thron
tſtieg, ſchon einige Jahre darauf, am 5. Oktober 1910,
urch eine Revolution ſeiner getreuen Untertanen
ver=
ren, und ſeitdem wohnt er in England, ab und zu kurze
eiſen nach dem Kontinent unternehmend, die ihn u. a.
dieſem Frühjahr nach Deutſchland führten, wo er auch
erlin beſuchte und ſich im April in Sigmaringen verlobte.
eine künftige Gemahlin, ſeine Couſine, ein Patenkind
er Kaiſerin, iſt 23 Jahre alt.
Als Manuel II., kaum dem Knabenalter entwachſen,
tr Regierung kam, knüpften die portugieſiſchen
Roya=
ſten an ſeinen Namen kühne Hoffnungen, weil unter
kanuel II., deſſen Regierung freilich 400 Jahre zurücklag,
ir Portugal glänzende Zeiten geherrſcht hatten und
ins=
eſondere der Handel zur kräftigſten Blüte gekommen
ar. Aber die Erfahrung hat wieder einmal gezeigt, daß
ame Schall und Rauch iſt, denn glücklich waren die
egierungsjahre des jungen Manuel weder für dieſen
lbſt noch für ſein Land und Volk, denn ſie bildeten eine
nzige Kette politiſcher und finanzieller Wirrniſſe, ſo daß
er König eigentlich froh ſein kann, der Sorgen der
Re=
erung ledig zu ſein. Aber ob nun ſein eigener oder der
hrgeiz ſeiner Getreuen in Portugal die Triebfeder zu
en fortwährenden Beunruhigungen der portugieſiſchen
epublik iſt, ſei dahingeſtellt, jedenfalls machen die
roya=
ſtiſchen Komplotte immer wieder von ſich reden, und das
and kommt nicht zur Ruhe. Inwieweit dieſen
Be=
rebungen einmal der Erfolg blähen wird, iſt ſchwer zu
igen; von fremder Seite wird König Manuel in der
ieltendmachung von Thronanſprüchen keinerlei
Unter=
ützung finden, namentlich auch von deutſcher Seite nicht,
nd in dieſer Hinſicht wird auch die Vermählung des
önigs mit der Hohenzollernprinzeſſin nichts ändern.
Zu den bevorſtehenden Feierlichkeiten trifft eine Reihe
on Fürſtlichkeiten in Sigmaringen ein. Als Vertreter
es deutſchen Kaiſerhauſes erſcheint Prinz Eitel Friedrich
nd als Vertreter des engliſchen Hofes der ſchon ſeit
eini=
er Zeit in Deutſchland weilende junge Prinz von Wales.
ie Trauung vollzieht der Kardinal=Patriarch von
iſſabon.
Die Inventur des deutſchen
Reichtums.
ei Die „große Schätzung” für den Wehrbeitrag
im Frühjahr 1914 wird über den Vermögensaufbau und
den Reichtum des deutſchen Volkes wichtige Aufſchlüſſe
bringen. Es iſt gleichſam eine große Inventur, die uns
Begriff und Gefühl des Geſamtbeſitzes näherbringt. Als
ſolch „experimentelle Studie über den deutſchen
Reich=
tum” faßt Hermann Friedemann die neue Steuer in einem
an überraſchenden Zuſammenſtellungen reichen Artikel auf,
den er in der bei der Deutſchen Verlagsanſtalt
erſcheinen=
den Zeitſchrift Ueber Land und Meer veröffentlicht. Ganz
plötzlich, gleichſam über Nacht, iſt uns Deutſchen das
Be=
wußtſein unſeres Reichtums aufgegangen. Die
Finanz=
reformen von 1909 zwangen zur Statiſtik; man berechnete
das Nationalvermögen, den Einkommensdurchſchnitt, und
wohl zum erſtenmal in der deutſchen Geſchichte wurde die
Zahl zu einer Art Senſation. Die freilich übertriebene
Schätzung von Steinmann=Bucher, die die geſamte
Ver=
mögensmaſſe in Deutſchland mit 350 Milliarden angab,
wollte uns gar zum reichſten Volke Europas machen. Denn
England beſaß nach Steinmann=Bucher 250, Frankreich
höchſtens 200 Milliarden. Vorſichtigere Berechnungen
er=
gaben dann für 1909 270 Milliarden deutſchen
Volksver=
mögens und für das Jahr 1912 300 Milliarden, denen
ebenſo viel Milliarden des engliſchen und etwa 200
Mil=
liarden des franzöſiſchen Nationalbeſitzes gegenüberſtehen.
Nach ziemlich ſicherer Schätzung wächſt das Vermögen
jährlich um 10 Milliarden. Das Einkommen des
deut=
ſchen Volkes wird auf mehr als 40 Milliarden im
laufen=
den Jahre geſchätzt. Für Großbritannien würde die
entſprechende Zahl annähernd ebenſo viel wie für
Deutſch=
land, für Frankreich 28 Milliarden betragen. Dennoch iſt
dieſer deutſche „Reichtum” doch nur im günſtigſten Falle
eine gemilderte Armut. Auf den Kopf der Bevölkerung
gerechnet, beträgt das deutſche Einkommen 600 bis 700
Mark, d. h. für jeden Haushalt oder ſelbſtändigen
Einzel=
nen etwa 1700 Mark. Der begünſtigteren Schicht mit mehr
als 3000 Mark Familieneinkommen gehören in
Deutſch=
land ſchätzungsweiſe fünf Millionen an, die übrigen 62
Millionen müſſen ſich mit 480 Mark pro Kopf und Jahr,
die 25 Millionen, die unter dem ſteuerpflichtigen Minimum
bleiben, mit höchſtens 350 Mark begnügen.
Die Aufbringung des Wehrbeitrages nun wendet ſich
vor allem an die Reichen. Daß ſie eine „
Millionärs=
ſteuer” darſtellt, ergibt ſich aus folgender Berechnung: Von
den 880 Millionen des ſchätzungsweiſen Ertrages (
Ver=
mögensſteuer der phyſiſchen Zenſiten) zahlen die 10
reich=
ſten Deutſchen 25 Millionen oder 3 v. H., die 100 Reichſten
80 Millionen oder 9 v. H., die oberen 500 des Reichtums
160 Millionen. 1000 Zenſiten (von etwa 7 Millionen)
zahlen 220 Millionen oder den vierten Teil des
Geſamt=
aufkommens. Die Steuerzahler mit mehr als 5
Millio=
nen Vermögen bringen mindeſtens 265 Millionen oder
30 Prozent der Wehrſteuer auf. Mit der unteren
Ver=
mögensgrenze von 1,8 Millionen, entſprechend einem
Kreiſe von 8000 Menſchen, iſt man bei der Hälfte des
Wehrbeitrages angelangt. Millionäre gibt es in
Deutſch=
land 17000 bis 18000; ſie bringen drei Fünftel des
Ge=
ſamtbetrages auf; durchſchnittlich zahlt jeder 33000 Mark.
Die freien Gewerkſchaften
im Jahre 1912.
(2 Ueber die „freien Gewerkſchaften” im Jahre 1912
werden Einzelheiten veröffentlicht, die weitgehendſtes
Intereſſe verdienen.
Im Jahresdurchſchnitt zählten die gewerkſchaftlichen
Zentralverbände 2530 390 Mitglieder gegen 2320 986 im
Vorjahre, was einer Zunahme von 9,02 Prozent gegen
15,05 Prozent im Jahre 1911 entſpricht. Darin findet die
abnehmende Werbekraft des ſozialdemokratiſchen
Gedan=
kens ebenfalls ihren Ausdruck. Die meiſten Mitglieder
zählen heute die Metallarbeiter mit 535 903 Mitgliedern,
ihnen folgen die Bauarbeiter mit 335 560, die
Transport=
arbeiter mit 215 948, die Fabrikarbeiter mit 205 026, die
Holzarbeiter mit 192 645, die Textilarbeiter mit 140 217
und die Bergarbeiter mit 117875 Mitgliedern Bei den
Buchdruckern ſinkt die Mitgliederzahl mit 66 673 bereits
ſehr erheblich unter die 100 000. Die kleinſten
Mitglieder=
zahlen weiſen die Blumenarbeiter mit 1168, die
Noten=
ſtecher mit 445 und die Tylographen mit 428 Mitgliedern
auf. Die Zahl weiblicher Mitglieder iſt in den einzelnen
Verbänden verhältnismäßig hoch. Sie betrug bei den
Tertilarbeitern 53363, bei den Metallarbeitern 26 848, bei
den Fabrikarbeitern 25 146, den Tabakarbeitern 17918 und
den Buchbindern 15979. Unter den Gärtnern befanden
ſich 27 und unter den Friſeuren 2 weibliche Mitglieder.
Die Geſamteinnahmen der Zentralverbände haben ſich
von 72086 957 M. im Jahre 1911 auf 80 233575 M. im
Jahre 1912 gehoben, während die Geſamtausgaben nur
von 60 025 080 auf 61105675 M. ſtiegen. Infolge dieſer
geringeren Ausgaben erhöhten ſich die Vermögensbeſtände
von 62 105 821 auf 80 797786 M. Auf den Kopf der
Mit=
glieder berechnet, betrugen die Einnahmen 31,71 M. gegen
31.06 M. im Vorjahre, die Ausgaben 2415 M. gegen
25.86 M. im Vorjahre und die Vermögensbeſtände 31.93
Mark gegen 26.75 M. im Vorjahre. Das höchſte
Kopfver=
mögen wieſen die Notenſtecher mit 228,12 M. und die
Buch=
drucker mit 151,70 M das geringſte die Handlungsgehilfen
mit 3,61 M. und die Tabakarbeiter mit 291 M. auf.
Eha=
rakteriſtiſch für den Geiſt der freien Gewerkſchaften iſt, daß
von dieſen großen Summen für Bildungszwecke nur
wenig über 3 Millionen, nämlich 3 220911 M. aufgewandt,
wurden gegen 2889 205 M. im Vorfahre. Rund dreimal
ſo hoch ſind die Ausgaben für Agitationen,
Stellenver=
mittelung. Generalverſammlungen und dergleichen, und
noch höher die Verwaltungskoſten, die ſich im Jahre
1911 auf über 10½ Millionen. 1912 auf über 11½
Millio=
nen Mark beliefen, da natürlich ſehr viel „Genoſſen” an
der Parteikrippe geſättigt werden möchten. Die Ausgaben
für Unterſtützungszwecke mit 37 194 412 M. ſind gegen das
Vorjahr mit etwa 1½ Millionen Mark geſunken.
Sehr lehrreich iſt die Verwendung der Unterſtützungen
im einzelnen. Die hauptſächlichſten Poſten ſind
ausge=
geben für Reiſe, Arbeitsloſe, Kranke uſw., und zwar für
Reiſe durchſchnittlich 1 Million, für Arbeitsloſe 6—73,
Milionen. und Kranke 9—11 Millionen Mark. Die
Streikunterſtützungen ſind im Jahre 1912 ganz
außer=
ordentlich geſunken. Während ſie im Jahre 1910 mit über
19½ Millionen Mark die Summe der übrigen
Unter=
ſtützungen noch überſtiegen, wurden im Jahre 1912 nur
etwa 12½ Millionen Mark Streikunterſtützungen
ausge=
zahlt, was etwa der Hälfte der übrigen Unterſtützungen
gleichkommt.
Hinter den Kuliſſendes
engliſch=
japaniſchen Bündniſſes.
TW Aus London, 1. September, wird uns
ge=
ſchrieben: Vor kurzem begann das leitende japaniſche
Blatt Jiji das Tagebuch des Grafen Hayaſchi zu
ver=
öffentlichen, des Geſandten, der ſeinerzeit die
Unterhand=
lungen bezüglich des erſten engliſch=japaniſchen Bündniſſes
führte. Sehr weit kam es mit der Herausgabe jedoch nicht,
die Regierung ſchritt ſofort ein, konfiszierte die Auflage
und verbot das weitere Erſcheinen der Tagebuchblätter.
Sie konnte es aber nicht verhindern, daß die erſte
Ver=
öffentlichung auch im Auslande bekannt wurde, und man
verſteht nun, weshalb ſie keine Fortſetzung wünſchte. Es
geht nämlich aus dem erſten Teil bereits hervor, daß der
Zweibund urſprünglich ein Dreibund und
Deutſch=
land der Dritte ſein ſollte. Bereits im Jahre 1898 hatte
Chamberlain ein Bündnis mit Japan angeregt. Im
Frühjahr 1901 ſchlug nun der deutſche Geſchäftsträger
Deutſchlands Beitritt vor und ſagte dem Grafen Hayaſchi,
daß alle Mitglieder von Lord Salisburys Kabinett,
ein=
ſchließlich Chamberlain, Balfour und Lord Lansdowne,
dem Plan durchaus geneigt ſeien. Es wurde dies dem
Grafen auch durch letzteren beſtätigt, und Japan war es
ſchließlich, das Einwendungen erhob und Deutſchlands
Beitritt nicht wünſchte. Weshalb, erhellt aus der
Ver=
öffentlichung nicht und kommt hier auch nicht in Frage;
klar geht aber hervor, daß noch im Jahre 1901 England
ein Bündnis mit Deutſchland herbeizuführen ſuchte. Und
ein oder zwei Jahre ſpäter galt dieſes plötzlich als der
Feind, und wurde ein Konflikt zwiſchen den beiden
Staaten als unausbleiblich bezeichnet. Deutſchlands
Flottenpolitik hatte alſo nichts damit zu tun, denn dieſe
datiert bereits auf 1900 zurück. Was hat den Umſchwung
herbeigeführt? Man wird wohl nicht fehlgehen in der
Annahme, daß perſönliche Antipathien, die damals hier
an höchſtſtehender Stelle vorherrſchten, ein gewichtiges
Wort mitgeſprochen haben.
Deutſches Reich.
Staatsſekretär Dr. Solf in Kamerun.
Fahrplanmäßig iſt Staatsſekretär Dr. Solf am 29. Auguſt
in Kamerun gelandet. Am 31. Auguſt hat er den Sitz des
Gouvernements in Kamerun, Buea, das auf dem
Götter=
berge über 1000 Meter hoch liegt, beſucht. Am 1.
Sep=
tember iſt er nach Viktoria zurückgekehrt und hat die
An=
lage der Weſtafrikaniſchen Pflanzungs=Geſellſchaft „
Vik=
toria” beſichtigt. Daran anſchließend wird er eine
Be=
ſprechung mit dem Verbande der Kamerun= und Togo=
Pflanzungen haben, bei der der Syndikus des Verbandes,
Rechtsanwalt Dr. Etſcheit=Duala, im Auftrage des
Ver=
bandes die Wünſche und Hoffnungen darlegen wird.
So=
dann wird Staatsſekretär Dr. Solf ſich nach dem Süden
begeben. Der Preisſturz auf dem Gummimarkte droht
das ganze Wirtſchaftsleben in Südkamerun zu vernichten.
Donnerstag, den 4. September
Nummer 207.
Dr. Solf will nun eine Ausſprache mit der dortigen
Kauf=
mannſchaft und der Handelskammer für Südkamerun
her=
beiführen und auch den Verſuch machen, im
Verwaltungs=
wege eventuell durch Aufhebung des Ausfuhrzolles dem
WGummihandel Erleichterung zu verſchaffen, damit er dieſe
iſchwere Zeit leichter überdauern kann.
— Aenderung der Schankgeſetzgebung.
Bei den Beratungen über eine Aenderung der
Schank=
geſetzgebung, über die dem Reichstag ein Geſetzentwurf
zugehen wird, ſind auch Fragen durch den Bundesrat
ge=
prüft worden, die ſich auf eine weitgehende Bekämpfung
des Alkoholismus beziehen. So ſtand in Frage, ob ein
entſchiedeneres Vorgehen gegen die jetzt übliche Praxis
der Konzeſſionierungen von Wirtſchaften durch die
Ein=
führung eines Gemeinde=Beſtimmungsrechtes über den
Ausſchank von Alkohol im Deutſchen Reiche eingeſchlagen
werden kann. Seitens der verbündeten Regierungen iſt
aber Abſtand davon genommen worden, derartige
Be=
ſtimmungen dieſer oder ähnlicher Art in den neuen
Ge=
ſetzentwurf aufzunehmen, indem auf anderem Wege eine
Einſchränkung der Ausſchankſtätten erreicht werden ſoll.
— Das neue Kaligeſetz, das dem Reichstage
ſchon in der bevorſtehenden Tagung vorgelegt werden
ſollte, iſt, Berliner Blättern zufolge, ſehr fraglich
gewor=
den. Ueber eine Reihe der wichtigſten Beſtimmungen des
neuen Geſetzes beſtehen unter den Bundesregierungen
erhebliche Meinungsverſchiedenheiten, und es beſteht
vor=
erſt keine Ausſicht auf Einigung. Vor mehreren Wochen
hat in Berlin eine Beſprechung von Vertretern der
Bun=
desregierungen ſtattgefunden, die die Kalifrage zum
Gegenſtand hatte. Die anweſenden Vertreter der
Bundes=
regierungen wurden mit dem vom Reichsamt des Innern
ausgearbeiteten Entwurf vertraut gemacht. Eine Reihe
wichtiger Beſtimmungen fand aber ſtarken Widerſpruch,
und man iſt übereingekommen, auf dem Wege weiterer
Verhandlungen eine Einigung zu verſuchen. Die ſtärkſten
Meinungsunterſchiede beſtehen bezüglich der geplanten
Aufhebung der Karenzzeit. Wie die Dinge jetzt liegen,
erſcheint es ſehr fraglich, ob es gelingen wird, in
abſeh=
barer Zeit eine Einigung über die neue Kalinovelle
her=
beizuführen.
— Die Bekämpfung der Animierkneipen.
Der in den letzten Jahren wiederholt im Reichstage und
im preußiſchen Abgeordnetenhauſe hervorgetretene Wunſch
nach wirkſamer Bekämpfung der ſogenannten
Animier=
kneipen wird durch die Novelle zur Gewerbeordnung, die
das Schankwirtsgewerbe und damit im Zuſammenhang
ſtehende Gewerbe neu regeln ſoll, erfüllt werden. Die
Landesſitten in den einzelnen Teilen des Reiches ſind
ſo verſchieden, daß eine einheitliche Regelung durch ein
Reichsgeſetz nicht angängig erſcheint. Die Novelle zur
Gewerbeordnung wird deshalb, dem Berliner Lokal=
An=
zeiger zufolge, vorſchlagen, den Landeszentralbehörden
die Ermächtigung zu erteilen, im Intereſſe der
Aufrecht=
erhaltung der guten Sitten beſondere Vorſchriften über
die Zulaſſung und Beſchäftigung weiblichen Perſonals in
Gaſt= und Speiſewirtſchaften zu erlaſſen. Auf dieſe Weiſe
kann den beſonderen Verhältniſſen der einzelnen
Bundes=
ſtaaten Rechnung getragen werden.
Deutſche Pferdeankäufe in
Frank=
reich. Das Echo de Paris behauptet, daß im Laufe der
letzten 12 Monate deutſche Händler in Frankreich 130000
Pferde angekauft haben, die größtenteils für die deutſche
Armee beſtimmt waren. Durch ſchweizeriſche, italieniſche
und ſpaniſche Zwiſchenhändler ſollen die Deutſchen weitere
40—50000 Pferde erworben haben. Aus dem Gebiete von
Oaen ſeien im Monat Mai allein 5000 Pferde nach
Deutſchland ausgeführt worden.
-
Vom Werftarbeiterſtreik. Der
Vor=
ſitzende des Verbandes der Bremer Holzarbeiter,
Me=
linger, hat ſein Amt niedergelegt, weil er vergebens dafür
eingetreten war, daß auch die Holzarbeiter nach dem
Bei=
ſpiel der Metallarbeiter die Arbeit auf den Werften
wie=
der aufnehmen ſollten. Die Holzarbeiter werden am
Donnerstag beraten, ob ſie die Arbeit wieder aufnehmen
ſollen oder nicht.
— Abſchaffung des Perſonaladels in
Württemberg. Eine königliche Verordnung hebt den
Perſonaladel in Württemberg für die Zukunft auf. Die
Verordnung beſtimmt: „Mit der Zugehörigkeit zu einer
der vier oberſten Rangſtufen, mit dem Beſitz einer der vier
oberſten Klaſſen des Ordens der württembergiſchen Krone
und mit dem Beſitz des Militärverdienſtordens iſt künftig
der Perſonaladel nicht mehr verbunden. Diejenigen
Per=
ſonen, welche auf Grund der bisher beſtehenden
Beſtim=
mungen zur Führung des Perſonaladels berechtigt ſind,
behalten dieſes Recht auch fernerhin bei.
Ausland.
Schweiz.
Die Vierundzwanzigſtunden=Zählung.
Auf einen Antrag der ſchweizeriſchen Bundesbahnen hin,
der die Einführung der Vierundzwanzigſtunden=Zählung
auf ihrem Gebiete begehrte, veranſtaltete der ſchweizeriſche
Bundesrat eine Umfrage unter den Kantonen, die ergab,
daß von 25 Kantonsregierungen 17, darunter Zürich und
St. Gallen, der Neuerung ſympathiſch gegenüberſtanden,
während acht Regierungen entweder grundſätzlich oder mit
Rückſicht darauf, daß Deutſchland und Oeſterreich dieſe
Neuerung noch nicht eingeführt haben, gegen die
Einfüh=
rung der neuen Zählung waren. Ein ähnliches
Verhält=
nis ergaben die Anfragen bei den Transportanſtalten und
bei den Sektionen des ſchweizeriſchen Handels= und
In=
duſtrievereins. Ebenſo erklärte ſich auch die Poſt= und
Telegraphenverwaltung entſchieden für die Neuerung. Der
ſchweizeriſche Bundesrat beſchloß darauf im Januar dieſes
Jahres, die Einführung der neuen Zählung zu verfügen,
unter der Vorausſetzung, daß auch Oeſterreich und
Deutſch=
land die neue Zählung einführen würden. Dieſe
Voraus=
ſetzung hat ſich indeſſen nicht erfüllt, und ſo kommt der
ſchweizeriſche Bundesrat dazu, ebenfalls von der
Ein=
führung der Vierundzwanzigſtunden=Zählung abzuſehen.
Denn, ſchließt er, wenn Oeſterreich und Deutſchland auf
ihrem Gebiete die neue Zählung nicht einführen, ſo
wür=
den die heute an der weſtlichen und ſüdlichen Grenze der
Schweiz herrſchenden Uebelſtände (Italien wie Frankreich
haben die Vierundzwanzigſtunden=Zählung) lediglich auf
die beiden anderen verkehrsdichteren Grenzen übertragen
werden.
England.
Armee=Manöver. Der König wird den
eng=
liſchen Manövern vom 22. bis 26. September als
Zu=
ſchauer im Hauptquartier des Feldmarſchalls Sir John
French beiwohnen. Die Manöver ſetzen ſich aus zwei
Teilen zuſammen, aus dem Vormanöver, das ſchon
be=
gann, und der Hauptübung. Die Hauptübung wird
ent=
gegen der bisherigen Gepflogenheit, wonach zwei Heere
gegeneinander operierten, diesmal von einer großen
Ar=
mee, beſtehend aus vier Diviſionen und einer Kavallerie=
Diviſion, gegen eine Scheinarme geführt werden. Zweck
der Uebung iſt es, den Offizieren Gelegenheit zu geben,
praktiſche Erfahrungen in der Bewegung großer
Truppen=
maſſen auf einer einzigen Straße und deren Verpflegung
zu ſammeln. Die braune oder Angriffs=Armee ſoll gegen
die weiße Armee vorrücken, die nur aus einigen
Mann=
ſchaften beſteht, aber durch verſchiedenartige Bewegungen
immer neue Situationen ſchafft und ſo die Offiziere vor
immer neue Aufgaben ſtellt.
Rußland.
Der Rücktritt Delcaſſés. Die Nowoje
Wremja, die den bevorſtehenden Rücktritt Delcaſſés
ent=
ſchieden leugnete, gibt jetzt zu, daß Delcaſſé den
Peters=
burger Poſten nur zeitweilig angenommen hat, und ſchenkt
dem Bericht von der bevorſtehenden Ernennung des
fran=
zöſiſchen Geſandten in Bukareſt, Blondels, zum Botſchafter
in Petersburg die größte Beachtung.
Die Auslandsreiſe Kokowzows. In de
Preſſe findet ſich die Meldung, der ruſſiſche Miniſterprä
ſident Kokowzow werde auf ſeiner Auslandsreiſe, die e
demnächſt antritt, zuerſt nach Berlin kommen. Das ſtimm
nicht. Kokowzow wird zunächſt nach London und Pari
gehen und ſich dann nach Vichy begeben. Dort wird
e=
auch den Beſuch franzöſiſcher Staatsmänner erhalten
Wenn er zurückkommt, wird er vermutlich auch einen kür
zeren Aufenthalt in Berlin nehmen. Davon, daß er abe
ſchon auf der Ausreiſe nach Berlin kommen wird, weiſ
man dort nichts.
Amerika.
Chile. Die Kammern ſtimmten einem Vertrage zu
der einer öſterreichiſch=ungariſchen Geſellſchaft für die Ver
längerung ihrer Dampferlinie nach den chileniſchen Häfer
jährlich 7200 Pfund Sterling bewilligt, um den Austauſc
mit den Mittelmeerländern und Oeſterreich=Ungarn zu be
günſtigen und den Transport von Nitraten zu erleichtern
Ching.
Anleihe für die Kriegsmarine. Di
Niederöſterreichiſche Eskomptegeſellſchaft, die Kreditanſtal=
und die Länderbank in Wien übernahmen von der chine
ſiſchen Regierung 1 200000 Pfund 6prozentige Schatzbond
mit durchſchnittlich vierjähriger Laufzeit. Die Anleil
wurde auf Grund der Ermächtigung der Nationalverſamm
lung von der chineſiſchen Zentralregierung abgeſchloſſen
Für dieſe Anleihe wurden als Spezialgarantie die jähr
lichen Einnahmen aus den Immobiliarübertragungsge
bühren beſtellt. Der größere Teil des Erlöſes der Anleih
wird zur Anſchaffung von drei Kreuzern für die chine
ſiſche Kriegsmarine verwendet, deren Lieferung der Can
tiere Navale in Monfalcone, vereinigt mit den
Skoda=
werken in Pilſen, übertragen werden ſoll.
Niederwerfung der Revolution. Nan
king iſt gänzlich im Beſitze der Regierungstruppen Di
Rebellen räumten den Löwenhügel, bevor noch die Trup
pen Fengikuochangs herangekommen waren. Bei der
Südtor iſt die ganze Nacht hindurch erbittert gekämp
worden. Hierbei fielen 200 Rebellen. Jetzt iſt die Stad
geſäubert. Strenge Maßnahmen ſind getroffen worder
um eine Plünderung zu verhüten. Nach einem Telegramn
aus Wuhu iſt die Revolution zuſammengebrochen. Di
Rebellen, erſchreckt durch die Annäherung einer ſo große
Zahl von Regierungstruppen, nahmen von den
Kauflen=
ten 30000 Dollar als Entſchädigung dafür, daß ſiedie
Waffen niederlegen. Die Regierung kann jetzt im ganze
Yangtſetal als Herr der Lage angeſehen werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. September.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog empfingen am Mittwoch den Rektor Geheime
Hofrat Profeſſor Müller, den Maler Illner, den Profeſſo=
Dr. Koeppe von Gießen; zum Vortrag den Staats
miniſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den Mi
niſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtan
des Kabinetts Geheimerat Römheld, den Intendante
des Großh. Hoftheaters Dr. Eger.
Se. Königl. Hoheit de
* Juſtizperſonalien.
Großherzog haben den Amtsrichter bei dem Amts
gericht Groß=Gerau Amtsgerichtsrat Dr. Emil Hof zu
Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmſtadt II und de
Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorſch Franz
Gro=
zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen, beide mi
Wirkung vom 1. Oktober 1913, ernannt; ferner den Amts
richter bei dem Amtsgericht Gernsheim Amtsgerichtsra
Chriſtoph Maſer auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtan
verſetzt.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Pad
meiſter in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaf
Sebaſtian Römer zu Worms.
Erledigte Stelle. Eine mit einer katholiſchen
Lehrerin zu beſetzende Schulſtelle zu Viernheim
Kreis Heppenheim.
* Zum Tode von Hergets. Den Hinter
bliebenen des Generals v. Herget in Bon
hat der Generaladjutant des Großherzogs vo
Ein Muſeum der Lebensmittels
fäſſcher.
Von Franz Farga=Paris.
Die Zollwächter der Pariſer
Stadt=
grenze ſind joviale Leute und ihre drolligen
Be=
hauſungen ſind allen Ausflüglern wohlbekannt. Man
ſieht da beiſpielsweiſe am Tor von Boulogne einen
phan=
taſtiſchen Bau aus Tropfſtein, Tuff und buntfarbigen
Steinen, an der Verſailler Linie gibt es Zollhäuschen, die
bis über das Dach hinaus ſo von den verſchiedenartigſten
Schlingpflanzen umwuchert ſind, daß man kaum die
Fenſter gewahrt, und in Asniéres wiederum kann man
dem ſeltſamſten Vogelkonzert anwohnen, da ſich an den
Wänden des „oetroi” einige Dutzend Käfige befinden und
Stare, Elſtern, Papageien mit den urwüchſigſten
Gaſſen=
hauern und den erheiterndſten Monologen aufwarten,
unter denen das traditionelle „Vousn’avez rien à
déclarer” unzähligemal wiederkehrt. Die
Zoll=
wächt er ſelbſt ſind ſtets zu Späßen aufgelegt, weil ihr
Metier darin beſteht, den Schmugglern und
Fäl=
ſchern auf die Schliche zu kommen und es da an
Kurz=
weil nicht mangelt. Uebrigens würde man unter ihnen
auch ungewöhnlich intelligente Leute finden, ſelbſt Poeten
und Fabrikanten populärer Volksromane, und der vor
einem Jahre verſtorbene A. Rouſſeau war durch ein
Jahr=
zehnt hindurch der Stolz der „Indépendants” und ſeine
etwas naiven, primitiven Gemälde ſind unlängſt in einer
retroſpektiven Ausſtellung bei Bernheim von der Kritik
mit Recht gerühmt worden. Nun haben die Direktoren
des „octroi” die Herren Quennec und Millet, in einem
Saal der Adminiſtration ein Muſeum inſtalliert, das
wohl einzig in ſeiner Art iſt, da es all die verſchiedenen
und meiſt ſehr ingeniöſen Inſtrumente und Behelfe
ver=
einigt, die im Laufe der letzten Jahre den ertappten
Schmugglern abgenommen wurden.
Bei der ziemlich hohen Taxe, der in Paris Alkohol,
Benzin und Oel unterworfen ünd, iſt es leicht erklär=
lich, daß es vor allem dieſe Artikel ſind die man in die
Hauptſtadt zu bringen ſucht. In dem Muſeum würden
uns hauptſächlich eine Unzahl von Objekten auffallen, die
von den Gummifabrikanten zu dem Zwecke hergeſtellt
wer=
den, um den weiblichen Reizen aufzuhelfen, eine Fülle
vorzutäuſchen, die ſeit jeher zu den erſtrebenswerteſten
Attributen des zarten Geſchlechts zählt. Es gibt da die
verſchiedenartigſten Modelle von Buſen, Hüften,
Schen=
keln, voluminöſen Sitzteilen und mächtig ausladenden
Schilden für ein Embonpoint, das die neueſte Mode
wieder zu Ehren bringen will. Bei näherer Beſichtigung
würden wir aber wahrnehmen daß dieſe Objekte
durch=
weg aus ſehr dünnem Blech angefertigt ſind. Sie
wur=
den Damen weggenommen, die trotz ihrer imponierenden
Fülle den Zollwächtern auf die Frage: „Nichts zu
ver=
zollen?” mit dem unſchuldigſten Lächeln und verneinenden
Kopfſchütteln antworteten. Aber die „gabelous” ſind
ge=
witzte Leute und beeilten ſich, die Delinquenten einer
bär=
beißigen Aufſeherin zu überliefern, die im Handumdrehen
eine Entfettungskur praktiziert, wie ſie die renommierteſten
Maſſageinſtitute in einigen Monaten nicht erzielen
wür=
den. Denn alle dieſe Objekte ſind hohl und können bis zu
mehreren Litern faſſen; man zeigt da außerdem
Unter=
röcke, die an der Innenſeite eine große Anzahl kleinerer
Taſchen aus Kautſchuk enthalten und deren Gewicht bei
völliger Füllung zwölf Kilogramm beträgt. Den Preis
unter dieſen Toiletteſtücken würde eine Schlepprobe
da=
vontragen, die aus Seide gefertigt iſt, aber ein
Doppel=
futter aus Kautſchuk und waſſerdichter Leinewand enthält
und die einer Weltdame, einer authentiſchen Komteſſe
ge=
hörte, die von ihrer Villa in St. Cloud zweimal des
Tages im Auto nach Paris kam und den Benzinſchmuggel
vielleicht noch heute in einträglichſter Art ausüben würde,
falls einem der Wächter nicht der Mangel an Koketterie
aufgefallen wäre, der eine ſo vornehme Dame das ganze
Jahr hindurch die ſelbe Robe tragen ließ. Neben dieſen
verfänglichen Dingen findet man die verſchiedenſten
Ge=
brauchsgegenſtände: ſo die Aktentaſche eines Advokaten
mit doppelten Wänden und mehreren in Leder gebundenen
Büchern, von denen jedes in Wirklichkeit ein ſchmales
Blechgefäß iſt; ein Papierballen von halber Manneshöhe,
mit einem Blechgefäß von 50 Liter Inhalt; einige Dutzend
hohler Ziegelſteine die ſelbſt ein Maurer als unverdäch
tig paſſieren ließe; maſſige Holzſcheite, ebenfalls hohl; zwe
Kutſchierwagen, deren Sitz, Kiſſen, Seitenwände und ſelbi
die Deichſel verſchließbare Blechröhren enthalten; ein
jener kurzen Leitern, wie ſie von Weinhändlern benütz
wird, um die Fäſſer vom Wagen herabzurollen und die
unter ihrer Holzverkleidung kleine Zinkbüchſen für der
Alkoholſchmuggel birgt, und als drolligſter Einfall zwe
ungeheure Grabkränze aus künſtlichen Veilchen und Moos
welcher Aufputz aber je einen Zylinder von hinreichent
großem Durchmeſſer birgt, um in jedem der Kränze zehn
Liter Benzin zu faſſen! Dies iſt nur eine kleine
Auswah=
der merkwürdigen Schätze, die das Muſeum birgt, inden
die angehenden Zollwächter ihre Studien machen.
Man=
kann ſich da ganz ſonderbaren und ſehr lehrreichen
Be=
trachtungen hingeben, in welchem Maße dieſe
Induſtri=
ausgeübt wird. Denn es iſt in der Tat eine Induſtrie
neben dem Schmuggel haben die Beamten des „octroi‟
ihr Augenmerk auch auf jene Waren zu richten, die mar
wohl verzollt, die aber mit dem angegebenen Inhalt nu
eine ſehr entfernte Aehnlichkeit haben. Die Lebens
mittelfälſchung floriert in Frankreich vielleicht i
größerem Maße als in anderen Ländern; zu welchen
Elend die verſchiedenen Praktiken der Weinfälſchung di
Winzer in der Provence und in der Champagne geführ
haben, iſt ja bekannt, da ſich vor vier Jahren der fran
zöſiſche Süden in hellem Aufruhr befand, zwei Regimente
meuterten und im Vorjahr die Champagne beinahe der
Anſchluß an Deutſchland gefordert hätte. Dies gab de
Regierung einen kräftigen Anſporn, um gegen die Fäl
ſcher mit doppelter Strenge vorzugehen, und es kam zu
dem unerhörten Fall, daß ein Weinhändler von Epina
wegen jahrzehntelanger Betrügereien zu vier Millioner
Francs verurteilt wurde. Einem Eſſighändler wurd
nachgewieſen, daß er drei geheime Magazine mit Aus
gängen nach verſchiedenen Straßen hatte, die aber durd
ein unterirdiſches Röhrennetz verbunden waren, ſo daf
der Fabrikant zwei Drittel der jährlichen Erzeugung
vo=
den Zollwächtern geheim halten konnte. Der Verbraudk
von Mineralwäſſern iſt in Paris koloſſal, aber in einen
Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913.
Seite 3.
Heſſen nachträglich folgendes Beileidstelegramm
eſandt: „Seine Königliche Hoheit der Großherzog
prechen Ihnen und allen Hinterbliebenen herzliche
Leilnahme aus und werden dem in Krieg und Frieden
ewährten Entſchlafenen ein dauerndes Andenken
be=
oahren. v. Hahn.
g. Geſchworenenausloſung. Zu der am Montag, den
9. September, unter dem Vorſitz des Großh.
Land=
erichtsrats Conradi beginnenden 3.
Schwurgerichts=
eriode wurden geſtern folgende Herren zu Geſchworenen
usgeloſt: Landwirt Georg Ewald in Trebur,
Bei=
eordneter Johann Kreth in Lauerbach,
Bauunterneh=
ter Friedrich Auguſt Haſſelbach in Offenbach,
Bei=
eordneter Ernſt Kiefer in Wimpfen, Landwirt Eduard
auerwein in Schaafheim, Fabrikant Moritz
rumm in Offenbach, Bäcker Friedrich Bernhard
1 Biſchofsheim, Landwirt Friedrich Wilhelm
Man=
ert VIII. in Geinsheim, Bauunternehmer Ernſt
Hein=
ich Dechert in Götzenhain, Oberingenieur Johann
eorg Hermann in Guſtavsburg, Malermeiſter Georg
Ernſt Ehrhardt Groß in Offenbach, Fabrikant Chriſtian
küller III. in Sprendlingen, Bürgermeiſter Ludwig
chmidt V. in Neckarſteinach, Holzhändler Ernſt Horſt
Goddelau, Kaufmann Michael Michel in Wald=
Nichelbach, Prokuriſt Auguſt Daniel Hecht in Offenbach,
andwirt Johann Büchner in Habitzheim, Landwirt
Lhilipp Schüler III. in Hembach, Dreher Georg
Lud=
ig Rodenhauſen in König, Schreinermeiſter
Hein=
iſch Bährends in Langen, Landwirt Adam Funk VII.
* Crumſtadt, Bäcker Friedrich Nieratzki in Erbach,
Schloſſermeiſter Gottlieb Schäflein in Neu=Iſenburg,
ſuchdrucker Karl Heinrich Kühn in Langen, Landwirt
rnſt Valentin Cornelius in Bobſtadt, Fabrikdirektor
mil Ludwig Kaiſer in Offenbach, Fabrikant Heinrich
onte in Offenbach, Fabrikant Wilhelm Opel in
üſſelsheim, Landwirt Adam Rückmann I. in
Bür=
dt, Müller Wilhelm Adam Schwöbel in Traiſa.
B. Sedanfeier der Vereinigten Kriegervereine.
er Sedantag wurde wieder gemeinſam von ſämtlichen
eſigen Haſſiavereinen in Verbindung mit der
Turn=
meinde Darmſtadt gefeiert. Zahlreicher denn je waren
ie Kameraden mit ihren Angehörigen erſchienen, ſo daß
r Saal ſchon frühzeitig beſetzt war. Die Herren
ffiziere der Garniſon hatten, ſoweit ſie nicht durch das
Kanöver am Erſcheinen verhindert waren, am
Ehren=
ſch Platz genommen. Der muſikaliſche Teil wurde von
er Kapelle des Großh. Heſſ. Trainbataillons Nr. 18
sgeführt. Die Begrüßungsanſprache hielt im Namen
er Vereinigten Kriegervereine unde der Turngemeinde
r 2. Sprecher der Turngemeinde, Herr Maurer.
eine Anſprache klang in einem Hoch auf Kaiſer und
broßherzog aus. Nachdem die Kapelle eine patriotiſche
eſt=Ouvertüre vorgetragen, ergriff Herr Kamerad
Bruch=
äuſer, Vorſtandsmitglied des Kriegervereins Darmſtadt,
s Wort, um in einer längeren Feſtanſprache auf die
edeutung des heutigen Tages hinzuweiſen. Es folgten
ebungen einer Turnerriege an den Schaukelringen,
elche mit großer Sicherheit ausgeführt wurden. Der
on der Turnerſingmannſchaft vorgetragene
Männer=
or: „Reiters Morgenlied” unter Leitung des Dirigenten
errn Wilhelm Etzold fand berechtigten Beifall. Einen
rinkſpruch auf Heer und Flotte brachte der Vorſitzende
s Kavallerievereins. Herr Leutnant a. D. Monnard,
1s. Es folgten ſodann nach einigen Muſikvorträgen ſehr
ön geſtellte Leiterpyramiden, ausgeführt von Turnern
r Turngemeinde, welche große Gewandtheit zeigten.
amerad Oberbürgermeiſter Schäfer ermahnte die
an=
eſenden Kameraden in einer kurzen Anſprache, doch ihre
öhne einer dem Jungdeutſchlandbunde angeſchloſſenen
orporation zuzuführen, um aus ihnen dem Reich einſt
ützliche, allen Anforderungen des Lebens gewachſene
känner heranzubilden. In ehrender Weiſe gedachte
tedner einigen ehemaligen Krankenpflegerinnen aus
em Feldzuge 1870/71, welche am Ehrentiſche Pfatz
ge=
ommen hatten und widmete denſelben ein dreifaches
och. Nachdem noch der 1. Vorſitzende, Herr
Haupt=
ann a. D. Waldecker, den Anweſenden für ihr
Er=
heinen und den Mitwirkenden für ihre liebenswürdige
nterſtützung gedankt hatte, beendete die Kapelle nach
arbietung einiger hübſcher Muſikſtücke das für dieſen
bend aufgeſtellte Programm.
* Zur Stadtverordnetenwahl. Die techniſchen
erbände hielten am Dienstag abend im „Perkeo”
ne gemeinſame Beſprechung ab, um Stellung zu
ehmen zu den bevorſtehenden
Stadtverordneten=
ahlen. Sieben techniſche Beamten= und
Angeſtellten=
rbände hatten Vertreter entſandt, zwei weitere ſtellten
re Beteiligung in Ausſicht. Es beſtand Einigkeit
trüber, daß die techniſchen Berufe ſich diesmal aktiv an
r Vorbereitung zur Stadtverordnetenwahl beteiligen
ſollen, da die Zahl ihrer Angehörigen viel größer iſt,
als die mancher Erwerbsgruppen, die heute auf dem
Rathaus zum Teil mehrfach vertreten ſind, oder die eine
Vertretung doch mit allen Mitteln erſtreben. Nach kurzer
Ausſprache wurde einmütig beſchloſſen, daß von jedem
Verband ein Delegierter zur Bildung eines Ausſchuſſes
beſtimmt werde. Dieſer Ausſchuß, dem noch ein
be=
ſonderer Vorſitzender zugewählt wurde, ſoll das weitere
in die Wege leiten, und bezüglich der Kandidatenfrage mit
anderen Körperſchaften ins Benehmen treten.
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat Auguſt ergaben die fortlaufenden Reviſionen
der Nachtwachbeamten folgende Fälle: 317 offene
Haus=
türen und Tore vorgefunden, 78 mal brannte Licht in
Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern und
Boden=
räumen bezw. wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen,
18 defekte Schlöſſer und Türen, ſowie ſteckengebliebene
Schlüſſel vorgefunden, 19 offene Parterrefenſter
er=
mittelt, 42 Hausbewohnern, die ihre Schlüſſel vergeſſen
hatten, geöffnet.
Pfungſtadt, 2. Sept. Bei der geſtern ſtattgehabten
Erſatzwahl zum Stadtvorſtand ſiegten die fünf
von der ſozialdemokratiſchen Partei aufgeſtellten
Kandida=
ten. Es wurden außer den drei ſeitherigen dieſer Partei
angehörigen Gemeinderäten noch Herr Georg Fey XIV
und Gaſtwirt Georg Vögler I. hinzugewählt. Das
Stadtkollegium beſteht vom nächſten Jahre ab aus neun
Vertretern der bürgerlichen Parteien und ſechs
ſozialdemo=
kratiſchen Mitgliedern. — Auf der Flucht vor den ſie
verfolgenden hieſigen Flurſchützen die nachts das
Obſt in der Nähe der Torfgrube bewachen, geriet einer der
Obſtfrevler in eine tiefe Grube, in die in der Dunkelheit
auch der Schütze nachſprang. Beide riefen um Hilfe,
wor=
auf der andere Feldſchütze ſie aus dem Waſſer zog. Die
Obſtdiebe ſind aus Bickenbach.
H. Gundernhauſen, 2. Sept. Nächſten Sonntag und
Montag wird die hieſige Kirchweihe abgehalten.
Für den zurückgetretenen wohlverdienten Beigeordneten
Herrn Heinrich Henſtein findet Samstag, den 13. Sept.,
Neuwahl ſtatt. Wie bei der Gemeinderatswahl, ſo
ſollen auch bei der Beigeordnetenwahl etliche Kandidaten
auftreten. Als Kandidat, der Ausſicht auf Erfolg haben
dürfte, gilt der Landwirt Herr Heinrich Breidenbach.
Dieburg, 3. Sept. Ein Dummerjungenſtreich
wurde dem im nahen Langſtadt wohnenden Landwirt
Chriſtoph Selzer geſpielt. Derſelbe hatte die
Dreſch=
maſchine in ſeiner Hofreite, um ſeine Ernte zu dreſchen.
Plötzlich ertönten im Dreſchwagen mächtige
Schüſſe, ſo daß ſich die Arbeiter weigerten, noch weiter
Hand anzurühren. Im ſelben Augenblick ſtand
auch ſchon der Dreſchwagen in Flammen, die
jedoch bald erſtickt wurden. Man ſuchte nach der Urſache
und fand, daß ein Unhold ein Paket, etwa 20 Stück
ſcharfe Patronen zuſammengebunden, mit einem
Stück Zunder verſehen, in die Garben gelegt hatte.
Man vermutet, daß es auf das Anweſen des Selzer
ab=
geſehen war, denn es konnte ja niemand wiſſen, ob und
auf welcher Maſchine S. dreſchen ließ; die Patronen
müſſen alſo ſchon auf dem Acker in die Garben geſteckt
worden ſein. Anzeige iſt erſtattet.
Aus dem Ried, 3. Sept. Die Grummeternte hat
in den Wieſengründen des Rieds bereits ihren Anfang
genommen. Sie liefert Erträge, wie ſolche den älteſten
Leuten hier nicht erinnerlich ſind. Das Gras ſteht überaus
dicht und hoch, wie beim erſten Heuſchnitt. Da auch der
Er=
trag an Kleeheu in dieſem Jahre überaus reich iſt, ſo
ver=
mögen die Scheunen kaum die großen Futtervorräte zu
faſſen, was zur Folge hat, daß viele Landwirte ſchon jetzt
große Mengen Heu in den benachbarten Großſtädten
ab=
ſetzen. Auch an Grünfutter herrſcht Ueberfluß,
und in jedem Bauernhauſe ſucht man dieſem durch
Ver=
mehrung des Viehbeſtandes Rechnung zu tragen.
* Offenbach, 3. Sept. Am 7. September d. J. um
2 Uhr nachmittags wird im Vortragsſaal der Techniſchen
Lehranſtalten die erſte Ausſtellung eröffnet, die der
Offenhacher Verein für Kunſtpflege in Verbindung mit
den= Techniſchen Lehranſtalten veranſtaltet. Plakate,
Packungen, Zeitungsreklame, Geſchäfts=Empfehlungen,
Etiketten uſw. werden in ſtrenger Auswahl des rein
Künſtleriſchen vorgeführt und werden beweiſen, welche
Höhe des Geſchmacks und der treffenden Wirkung unſere
deutſche Reklamekunſt bereits erreicht hat. Die
Aus=
ſtellung kam zuſtande dank dem liebenswürdigen
Ent=
gegenkommen einiger Firmen, die ihre Sammlungen,
reſp. eigenen Erzeugniſſe zur Verfügung ſtellten, und
denen dafür auch an dieſer Stelle gedankt ſei, in erſter
Linie den Herren Gerſtung und Klingſpor in Offenbach,
Flinſch und Stempel in Frankfurt, Feinhals in Köln,
Leibniz in Hannover und dem Maler Lucian Bernhard
in Berlin. Am 7. September um 11 Uhr findet eine
Vorbeſichtigung durch geladene Gäſte unter Führung des
Kunſtpflegers von Offenbach, Dr. Schmidt, ſtatt.
Offenbach, 3. Sept. Ein ſchwerer Unfall
ereig=
nete ſich geſtern nachmittag gegen 4 Uhr in der
Maſchinen=
fabrik von Faber u. Schleicher. Dort brach in einem
Nebenmagazin ein mit Eiſen beladener Ständer
zuſam=
men, und von den herunterſtürzenden Eiſenmaſſen
wur=
den zwei dort beſchäftigte Arbeiter begraben. Der 38
jäh=
rige Schloſſer Anton Zeier zog ſich dabei neben inneren
Verletzungen einen komplizierten Bruch beider Beine
zu. Der ebenfalls verheiratete 34jährige Schloſſer Philipp
Simon erlitt einen Bruch des linken Beines
und Kopfverletzungen. Anton Zeier iſt heute morgen
im hieſigen Stadtkrankenhauſe ſeinen Verletzungen
erlegen. — Die von dem Beigeordneten Rech
ausge=
arbeitete Denkſchrift mit Satzungsentwurf über die nach
dem Genter Syſtem einzuführende
Arbeitsloſen=
fürſorge der Stadt Offenbach bildete die Grundlage
für die geſtern wieder aufgenommene Beratung des
Ver=
faſſungsausſchuſſes über dieſen Gegenſtand. Es wurde
beſchloſſen, für dieſes Jahr lediglich die für
Barunter=
ſtützung Arbeitsloſer voranſchlagsmäßig bereitgeſtellten
Mittel unter Anwendung der entworfenen Grundſätze zur
Verteilung gelangen zu laſſen. Es ſollen im Winter
mög=
lichſt viel Leute bei den Arbeiten zur Weiterführung der
Umwandlung eines Teils des ehemaligen Bürgeler
Ge=
meindewaldes in einen Waldpark beſchäftigt werden. Auch
ſoll die kürzlich beſchloſſene Herſtellung des Heuſenſtammer
Wegs als Notſtandsarbeit ausgeführt werden. Weiter
will der Oberbürgermeiſter verſuchen, bei der Kgl.
Eiſen=
bahndirektion Frankfurt die Ausführung der umfangreichen
Erdbewegungsarbeiten ſchon für dieſen Winter zu
er=
reichen, um auch hierdurch der drohenden
Maſſenarbeits=
loſigkeit vorzubeugen.
Hirſchhorn, 3. Sept. Ein Bubenſtück wurde in
der Nacht von Sonntag auf Montag hier verübt. Am
Montag morgen ſah der Pächer der Fiſchjagd in
Uffen=
bach, Herr Fabrikan Gernandt, hier, ungefähr 500
Fiſche, meiſtens Forellen, tot auf dem Waſſer
treiben. Die Fiſche waren durch in den Bach
gewor=
fenes Kleeſalz vergiftet worden.
Mainz, 3. Sept. Feſtgenommen wurde ein
auswär=
tiger Schiffer, der geſtern abend in einer Wirtſchaft auf der
Großen Bleiche verſuchte, einen fremden jungen
Mann zum Dienſte in der Fremdenlegion
anzuwerben.
— Ein neues Bild zeigt ſich vor den
alten Feſtungswerken. Die ſchmalen Gleiſe, die vom Fort
Weiſenau kommen und nach allen Richtungen, ſo nach
Hechtsheim, Ebersheim, Zornheim, Eſſenheim uſw.,
füh=
ren und auf denen man bisher nur kleine, für Sand= und
Erdtransporte geeignete Kippwagen laufen ſah, haben ſich
neu belebt. Stattliche Perſonenwagen, die bis zu
25 Perſonen bequem aufnehmen können, und auch
Güter=
wagen verkehren jetzt täglich auf dieſen Schienenwegen.
Ganz Hechtsheim war auf den Beinen, als dieſe
Fahr=
zeuge zum erſten Male die Hauptſtraße dieſes Ortes
durch=
fuhren. Freude herrſchte überall über dieſen Beweis, daß
auch Hechtsheim im Zeichen des Verkehrs ſteht. Wenn
auch dieſe, den Anſprüchen der Neuzeit entſprechenden
Wagen zunächſt nur für militäriſche Zwecke aus=,
genutzt werden, ſo iſt doch ſicher zu hoffen, daß ſie in nicht
zu langer Zeit dem friedlichen Verkehr der an der
Feſt=
ungsbahn liegenden Gemeinden mit der
Provinzialhaupt=
ſtadt dienen werden.
Worms, 3. Sept. Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe hat beſchloſſen, zu den Koſten der
Ra=
diumbeſchaffung einen feſten Beitrag von
50 Prozent, d. i. ungefähr 25000 Mark, zur
Verfüg=
ung zu ſtellen. Damit iſt die Ausſicht, die zur
Be=
ſchaffung des Radiums erforderliche Summe von ungefähr
50000 Mark aufzubringen, erheblich geſtiegen. Die
frei=
willigen Zuwendungen ſind inzwiſchen auf 8692 Mark
an=
gewachſen. Iſt dieſes Ergebnis bis jetzt auch ſehr
erfreu=
lich, ſo reicht es doch noch nicht zur Deckung der Koſten hin.
Oppenheim, 3. Sept. Der Kampf um das
Landskronfeſt, das beliebte volkstümliche Wetturnen
des Turngaues Rheinheſſen, dürfte auf dem
Herbſt=
turntag in Oſthofen zur Entſcheidung kommen.
Während in Oppenheim der Platz zur Abhaltung des
Landskronfeſtes durch die von Jahr zu Jahr ſteigende
Zahl der Teilnehmer zu klein geworden iſt, iſt die Stadt
Oppenheim bis jetzt nicht bereit, die zur Vergrößerung
des Platzes nötigen bedeutenden Mittel, nahezu 20000
er vornehmſten Reſtaurants fiel es einem Gaſt auf, daß
r Kellner aus einer Vichyflaſche einen Kork zog, der die
arke von Evian trug, und auf ſeine Anzeige hin wurde
ne Unterſuchung eingeleitet, die ergab, daß in einer
An=
hl der feinſten Häuſer die Flaſchen einfach an der
aſſerleitung nachgefüllt wurden, daß in den
Labora=
rien der Apotheken die verſchiedenſten Marken der
Mi=
eralwäſſer künſtlich erzeugt werden und daß eine einzige
irma im Laufe von vierzehn Monaten an die zwei
Mil=
onen Flaſchen mit St. Galmier vertrieben hatte, von
enen die betreffende Brunnendirektion nicht eine einzige
eliefert hatte. Und es geht einem wirklich ein Schauder
t, wenn man nach den Statiſtiken des ſtädtiſchen
Labo=
toriums erwägt, welche Unmengen von verwäſſerter
tilch, unechtem Olivenöl, mit Talk vermengtem Mehl,
ſchokolade aus Stärkemehl, Wurſtwaren aus Pferde= und
undefleiſch, Margarinebutter, Konfitüren mit Gelatine,
ognak aus Kornbranntwein, alljährlich in Paris in
Um=
tz kommen.
Was vor allem die Weinfälſchung anbelangt, ſo iſt ſie
on ehrwürdigſtem Alter. Bereits Martial ſprach uns in
nem biſſigen Epigramm von Munna, der in Marſeille
s Pantſcher tätig war. In Südfrankreich ſind denn auch
e geriebenſten Fälſcher daheim, und man hat ſeinerzeit
uch gewiſſe Formeln veröffentlicht, die ſich in ihren
tüchern fanden und die auf den erſten Blick
unverſtänd=
ch erſcheinen. wie: Zu einem Zehnhektoliterfaß gehören
N, 3 A, 2 R und 1 P, was beſagen will: vier Zehntel
Lein aus Narbonne, drei von Algier, 2 Rouſillon und
in Zehntel Waſſer (eau). In einer anderen Formel
ndet ſich die Zahl 120 was ein Wortwitz iſt, denn in
er Ausſprache bleibt ſich eent vingt und sans vin, das
eißt „ohne Wein” völlig gleich. Nr. 120 iſt alſo Waſſer.
die dortigen Winzer waren durch dieſe Praktiken und die
lntätigkeit der Regierung ſo verzweifelt, daß ſie zur
elbſthilfe ſchritten und gegenwärtig ein Syndikat von
0000 Mitgliedern bilden, deren Jahresbeitrag die Summe
on 1700000 Francs repräſentiert, wovon vierzig
kgenten beſoldet werden, die das ganze Jahr hindurch
inter den Fälſchernher ſind. Dieſe Einrichtung ergab ſo
gute Reſultate, daß ſie von allen übrigen Weingegenden
imitiert wurde, und gegenwärtig gibt es auch ein
Syn=
dikat der Milchhändler, Terpentinerzeuger, der
Olivenöl=
produzenten uſw. In Paris ſelbſt exiſtieren mehrere
Polizeibrigaden, von denen die eine den Markthallendienſt
verſieht und hierbei in löblicher Weiſe mit größter Strenge
vorgeht, die anderen aber täglich in den „Crémeries” bei
den Drogiſten, Krämern, Weinwirten, Obſthändlern und
Selchern unangemeldet Beſuche machen und jede
Ueber=
tretung zur Anzeige bringen, was im Wiederholungsfalle
die Schließung des Geſchäftes nach ſich zieht. So wurde
unlängſt ein Chemiker zu einer längeren Gefängnisſtrafe
verurteilt, weil er den Wirten angeblich ein
weinſtein=
löſendes Mittel verkaufte, das aber in Wirklichkeit jene
Ingredienzen enthielt die dem Wein durch Waſſerzuſatz
entzogen werden.
Am ſtrengſten geht man ſelbſtverſtändlich mit den
Milchpantſchern ins Gericht; es wird nicht nur die
ver=
wäſſerte Milch, mögen es noch ſo große Quamitäten ſein,
in die Kanäle gegoſſen, ſondern man ſpürt die Fälſcher in
den Dörfern ſelbſt auf. Auch da kommt es zu den
über=
raſchendſten Entdeckungen; ſo konnte man einem
Groß=
händler, der verwäſſerte Milch lieferte, lange nicht auf die
Schliche kommen, trotzdem man ſeinen Lieferanten
auf=
lauerte und die Milch ſofort kontrollierte. Endlich fand
man in ſeinen Büchern einen gewiſſen Lecomte, der täglich
eine beſtimmte Qualität lieferte, aber die Nachforſchungen
ergaben, daß dieſer Lecomte gar nicht exiſtierte und die
imaginäre Milchmenge durch reines Waſſer erſetzt wurde.
Bei einem anderen Händler richteten ſich die Agenten im
Hauſe ein und waren ſogar bei der Melkung der Kühe
anweſend, aber die noch dampfende Milch zeigte jedesmal
einen erheblichen Waſſerzuſatz, bis endlich einem der
Auf=
ſeher in dem noch halbdunklen Stall gewiſſe verdächtige
Geſten auffielen und man den melkenden Bauer einer
Leibesviſitation unterzog, wobei ſich herausſtellte, daß er
einen mit Waſſer gefüllten Schlauch unter die Weſte
ge=
ſchnallt trug und durch Preſſen deſſen Inhalt in den
Milch=
zuber rinnen ließ.
Feuilleton.
* Der Blumenſtrauß als Kunſtwerk. Soeben hat eine
Franzöſin ein intereſſantes Büchlein über den
Blumen=
ſtrauß als Kunſtwerk herausgegeben. Sie ſtützt
ſich namentlich auf die Erfahrungen und
For=
derungen der Japaner, die auf dieſem
Ge=
biete ſeit Jahrhunderten die größte Erfahrung
be=
ſitzen. Bereits 1648 hat ein japaniſcher Philoſoph Sin
Kiu Tſchin ein beſonderes Werk über dieſes Thema
ver=
öffentlicht. Und noch heute gilt eine Japanerin, die keine
künſtleriſchen Blumenſträuße zuſammenſtellen kann, für
unvollkommen. Das Geheimnis der japaniſchen
Blumen=
ſtraußkunſt beſteht in der Ausarbeitung intereſſanter,
ſchar=
fer Silhouetten, in der Vermeidung jeder gleichmäßigen
oder langweiligen Anordnung und in der ſorgſältigen
Harmonie zwiſchen Strauß und Gefäß, Unter= und
Hin=
tergrund. Ein Blumenſtrauß muß leicht, graziös,
origi=
nell zuſammengeſtellt ſein. Jeder Schwulſt iſt ſtreng zu
vermeiden. Die Silhouette des Straußes muß mit der
Linie des Gefäßes harmonieren, die Farbe der Blumen
muß mit der des Gefäßes, des Unter= und Hintergrundes
fein übereinſtimmen. Je nach dem Blumenſtrauß iſt die
Vaſe zu wählen, ſei es Bronze oder Stahl, Porzellan oder
Ton, Korb oder Bambus. Man muß zu gleichartige
Far=
benſtimmungen und zu große Kontraſte vermeiden. Der
Stil des Blumenſtraußes iſt natürlich ſtets von den
Blu=
men, im Grunde genommen alſo von der Jahreszeit,
ab=
hängig.
C. K. Tierſchutz und Straußenfeder. Selbſt die
leiden=
ſchaftlichſten Anhängerinnen der Tierſchutzbewegung
kön=
nen jetzt mit ruhigem Gewiſſen ihre Pleureuſen tragen,
denn die engliſche Geſellſchaft zur Abwehr von
Grauſam=
keit bei Tieren gibt ihnen in der neueſten Nummer der
Animal World ihren Segen. Ein Fachmann F. W.
Fitz=
ſimons antwortet hier auf die Frage, ob die Beraubung
ihres Federſchmuckes den Tieren Schmerzen verurſache,
mit einem bündigen Nein. „Ich wünſche feſtzuſtellen,”
ſchreibt er, „daß mit der Gewinnung der Straußenfedern
auch nicht die geringſte Grauſamkeit verbunden iſt. Die
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913.
Nummer 207
Mark, zu bewilligen. Auf der anderen Seite iſt man in
Ingelheim bemüht, das Landskronfeſt auf die Waldeck
zu bekommen, und iſt bereit, den Platz koſtenlos zur
Ver=
fügung zu ſtellen. Da das Landskronfeſt ſtatutengemäß
auf der Landskrone abgehalten werden muß, wird
vor=
ausſichtlich auf dem Herbſtturntag ein Antrag auf
Sta=
tutenänderung und Verlegung des
Landskron=
feſtes nach der Waldeck geſtellt werden.
K. Nieder=Saulheim, 2. Sept. Man ſchreibt uns: Wie
fanatiſch ſich die zwei durch die Bürgermeiſterwahl
hervor=
gerufenen Parteien einander gegenüberſtehen, beweiſen
die Wahlen innerhalb der Ortsvereine. Selbſt im Krieger=
und Soldatenverein, wo doch ſo etwas gar nicht
aufkom=
men ſollte, hat man verdienſtvolle, in Ehren ergraute
Män=
ner, die ſchon Jahrzehnte in echt patriotiſchem Sinne für
das Wohl des Vereins tätig waren, als
Vorſtandsmitglie=
der — teilweiſe noch Veteranen — glatt aus dem Vorſtand
gewählt. Nicht anders erging es ſogar im evangeliſchen
Kirchenvorſtand, wo zum erſten Male gedruckte Wahlzettel
erſchienen und wo dann einige ehrenwerte alte Männer,
wie der Herr Gemeindeeinnehmer Blum und der kürzlich
verſtorbene Ortsälteſte Herr Nik. Schlamp, mit großer
Minorität hinausflogen. Ein Segen wäre es für ſolche
Gemeinden, wenn endlich die Kammern ſich zur Abhilfe
geneigt zeigen würden.
— Griesheim, 3. Sept. Der Heſſiſche
Volks=
ſchriftenverein hat ebenſo wie kürzlich in Arheilgen
auch in Griesheim mit Unterſtützung des Heſſiſchen
Vereins für ländliche Wohlfahrts=,
Hei=
mats= und Kunſtpflege eine
Bilderausſtel=
lung veranſtaltet, die heute eröffnet wurde und die bis
zum 8. September dauert. Sie iſt in zwei von der
Ge=
meindeverwaltung zur Verfügung geſtellten Sälen des
8. Schulhauſes untergebracht und wies bei der Eröffnung
einen außerordentlich zahlreichen Beſuch auf. In
ein=
leitenden Worten wies der Vorſitzende des Heſſiſchen
Volksſchriftenvereins, Herr Oberlandesgerichtsrat Lang
auf die Bedeutung der Beſtrebungen des Vereins hin, der
den Kampf gegen den Schund in Wort und Bild
haupt=
ſächlich in der Weiſe zu führen wünſcht, daß er dem
Be=
dürfnis des Volkes nach gutem Leſeſtoff und
geſchmack=
vollen Bildwerken durch Ausſtellung von Büchern und
Bildern und belehrende Vorträge entgegenzukommen und
durch zweckmäßige Anleitung es auch den
Minderbemittel=
ten zu ermöglichen ſucht, ſich eigene gute Bücher und
Bilder zu erwerben, die den Schund zu verdrängen
ge=
eignet ſind. Um das Zuſtandekommen der
Aus=
ſtellungen im Kreiſe Darmſtadt hat ſich Herr
Kreis=
ſchulinſpektor Prof. Dr. Frenzel in hervorragender Weiſe
verdient gemacht, auf deſſen Anregungen
insbeſon=
dere die Lehrerſchaft ihre wertvollen Dienſte im Intereſſe
der Volksbildung und Volkserziehung zur Verfügung
ge=
ſtellt hat. Bei der Ausſtellung in Griesheim iſt die
ge=
ſchmackvolle Gruppierung der Bilder hervorzuheben; eine
Arbeit, der ſich die hieſigen Lehrer mit großem Eifer und
Verſtändnis unterzogen haben. — Der erſte Schriftführer
des Heſſiſchen Volksſchriftenvereins, Herr Lehrer
Haſ=
ſinger=Darmſtadt, hielt auch hier einen nach Form und
Inhalt vortrefflichen Vortrag über die Bedeutung und
den Wert eines guten Bildes und feſſelte die Zuhörer durch
feinſinniges Eingehen auf die Empfindungen, die ein gutes
Bild bei dem Beſchauer weckt und ihn für Augenblicke die
Leiden und Sorgen des Alltags vergeſſen läßt. In
ſinni=
ger Weiſe wurde die Erläuterung einzelner Bilder
unter=
ſtützt durch Geſang der Schulkinder der oberen Klaſſen, die
dem Gedankeninhalt des Bildes entſprechende Volkslieder
vortrugen. — Es iſt zu wünſchen, daß dem Heſſiſchen
Volksſchriftenverein, dem neben zahlreichen
Einzelmitglie=
dern faſt alle Kreisausſchüſſe des Großherzogtums,
ver=
ſchiedene größere Kommunalverbände und andere
Ver=
einigungen angehören, noch recht viele Freunde und
För=
derer der guten Sache zur Seite treten.
Tiere werden in eine kleine Umzäunung getrieben; der
Strauß läßt ſich willig eine Art Srrumpf über den Kopf
ziehen und ſteht ganz ruhig, wenn er erſt ein einziges Mal
die Operation durchgemacht hat. Die Federn am Schwanz
und an den Flügeln werden mit beſonders konſtruierten
Scheren ſo abgeſchnitten, daß es das Tier kaum merkt;
die Stumpfe der Kiele bleiben ſtehen, und ſo wird jede
Empfindlichkeit vermieden. Alles geht vor ſich ohne die
Verletzung eines einzigen Blutgefäßes. Der ganze Prozeß
iſt völlig ſchmerzlos, und was der Strauß dabei
empfin=
det, läßt ſich höchſtens mit den Gefühlen vergleichen, die
wir beim Abſchneiden unſerer Fingernägel haben.”
ml. Brief=Möven. Wir haben bereits Brieftauben,
hätten beinahe Briefraben bekommen, und wir ſollen jetzt
gar Brief=Möven erhalten. Der Gedanke iſt an ſich gewiß
eigenartig genug, und wenn der Erfolg der aufgewandten
Mühe entſpricht, ſo dürfte er berufen ſein, den Seeleuten
große Dienſte zu leiſten. Nachdem man bisher eine
An=
zahl Möven mit unendlicher Mühe und Geduld
abgerich=
tet hat, iſt man dabei, den praktiſchen Beweis für die
Brauchbarkeit des Nachrichtendienſtes zu erbringen. Bei
dieſen Probeflügen ſind ſechs Seemöven aufgelaſſen
wor=
den, von denen fünf den Beſtimmungsort erreicht haben.
Eine einzige hat ſich verflogen und iſt ſchließlich zum
Aus=
gangspunkt zurückgekehrt. Die erzielten Ergebniſſe können
durchaus als ein hoffnungsvoller Erfolg betrachtet
wer=
den, der den Dreſſeuren alle Ehre macht. Die Dreſſur iſt,
wie man ſich denken kann, nicht einfach, denn die
See=
möve iſt ungleich widerſpenſtiger und ſelbſtändiger als
die Taube. Zu wünſchen bleibt dabei nur, daß ſich die
Brief=Möven von denen der Gaulois erzählt, nicht am
Ende als Zeitungsenten entpuppen, die die verſpätete
Hundstagshitze ausgebrütet hat.
* Mignon=Broſſeau. Eine 17 Jahre zurückliegende
Kindesentführung durch Zigeuner hat in
dieſen Tagen in Amerika einen Abſchluß gefunden, der
den trauernden einſamen Eltern ihr längſt verloren
ge=
glaubtes Kind wiedergegeben hat. Am 14. Oktober 1896
ging der ſieben Jahre alte kleine Frederick Broſſeau von
ſeinem Elternhauſe in Siſſonville in der Grafſchaft St.
Lawrence auf die Straße, um ſeinem Vater, der um dieſe
Zeit von ſeiner Arbeit heimzukehren pflegte, bis zum
Dorfrande entgegenzueilen. Seitdem blieb das Kind
ver=
ſchwunden, alle Nachforſchungen endeten ohne Erfolg und
die gebrochenen Eltern betrauerten ihren einzigen Sohn
als tot. Vor etwa einer Woche entfloh ein junger Mann
in den kanadiſchen Wäldern einem Trupp Zigeuner und
ſuchte Zuflucht bei den Mönchen von Oka, deren einſames
Kloſter 40 Meilen von Montreal entfernt iſt. Er konnte
ſich ſeiner Vergangenheit nicht mehr entſinnen, er wußte
nur, daß er vor der Entführung durch die Zigeuner als
kleines Kind Fred genannt worden war und früher im
nördlichen Neu=York gelebt hatte. Die Nachforſchungen
ergaben, daß er der 1896 geraubte kleine Fred Broſſeau iſt.
Verkehrsausſchuß der Bergſtraße.
— Auerbach, 3. Sept. Der „Engere Ausſchuß” des
Ver=
kehrsausſchuſſes der Bergſtraße hielt im Gaſthauſe „Zur
Bergſtraße” ſeine letzte Sitzung im laufenden
Geſchäfts=
jahr unter dem Vorſitz des Herrn Rentners Sieben=
Auerbach ab. Die recht lebhafte Diskuſſion der Beratung
und Feſtſetzung des Voranſchlages für 1913/14
er=
gab die Aufſtellung desſelben in etwa dem gleichen
Rah=
men wie 1912/13. Es wurde hervorgehoben, daß die mit
den aufgewendeten Mitteln erzielten Erfolge, ſowohl was
den Fremdenverkehr als auch den Immobilienverkehr
an=
geht, außerordentlich zufriedenſtellend ſeien, daß es jedoch
infolge des ſtetig wachſenden Geſchäftsverkehrs der
Zen=
tralſtelle und zur Erreichung der Ziele, die ſich der
Ver=
kehrsausſchuß geſetzt hat, ſehr erwünſcht und notwendig
wäre, die angeſetzten Beiträge wirklich in der im
Vor=
anſchlag vorgeſehenen Höhe und auch pünktlich zu leiſten.
Zum Wettbewerb „Die Bergſtraße im
Bilde” teilte der Vorſitzende mit, daß die Beteiligung
ſeitens der Künſtlerſchaft eine große zu werden verſpricht.
Neuerdings haben Verhandlungen mit der „Freien
Ver=
einigung Darmſtädter Künſtler” ſtattgefunden, der die 40
erſten Künſtler Heſſens angehören, mit dem Reſultat, daß
ſich dieſe Herren an unſerem Wettbewerb beteiligen. Auf
Vorſchlag des Vorſitzenden Herrn Prof. Beyer tritt Herr
Georg Altheim=Darmſtadt dem Preisgericht bei, um
die Preisrichter als Sachverſtändiger zu beraten. Dem
Preisgericht gehören Herren an, die im praktiſchen
Ver=
kehrsleben ſtehen und als hervorragend gelten, die
einge=
gangenen Bilder auf ihre künſtleriſche Ausführung und
Auffaſſung auf maleriſche Geſamtwirkung, in Verbindung
mit ihrer praktiſchen Verwendbarkeit für die Zwecke des
Verkehrsausſchuſſes, zu beurteilen. Durch die Beteiligung
der vorerwähnten angeſehenen Darmſtädter Vereinigung
gewinnt unſer Wettbewerb noch mehr den Charakter einer
durchaus ernſten, künſtleriſchen Veranſtaltung, ſo daß ſich
einzelne Orte veranlaßt geſehen haben, die angeſetzten
Preiſe für Bilder ihres Ortes zu erhöhen. Es werden rund
zirka 2000 Mark an Preiſen zur Verfügung ſtehen, was
zu=
nächſt ſchon als ein außerordentlich guter Erfolg unſeres
Vorhabens angeſehen werden kann. Auf Vorſchlag von
Darmſtadt tritt ferner noch Herr Finanzrat
Emmer=
ling dem Preisgericht bei. — Zu Punkt 4 der
Tagesord=
nung wurde beſchloſſen, das Aufnahmegeſuch der
Bürger=
meiſterei Gernsheim a. Rh. anzunehmen, und wurde
der Vorſitzende ermächtigt, die Verhandlungen weiter zu
führen. — Die vom Vorſitzenden hergeſtellte
Zuſammen=
ſtellung ausgewählter Drucke aus Verkehrsſchriften im
Um=
fange von 50 großen Kartons, womit er auf die durch den
Wettbewerb „Die Bergſtraße im Bilde” anzuſtrebenden
Ziel hinweiſen und zeigen wollte, welche Mühe
und Sorgfalt von anderen Orten aufgewendet würden, um
den Verkehr an ſich zu ziehen, fand großes Intereſſe. Es
iſt dies eine außerordentlich intereſſante
Zuſammenſtel=
lung, welche zeigt, welche künſtleriſchen Kräfte in die
Be=
wegung der Verkehrshebung hineingezogen werden und
wie wichtig es iſt, alle Sorgfalt anzuwenden, um bei
Her=
ausgabe neuen Materials unſere landſchaftlichen
Schönhei=
ten in der denkbar vollendetſten Form dem großen
Publi=
kum vor Augen zu führen. Nur ſo kann der auf dieſem
Gebiet herrſchenden Konkurrenz entgegengetreten werden.
Die Generalverſammlung des
Verkehrsaus=
ſchuſſes wurde auf Samstag, den 25. Oktober, in
Heppen=
heim feſtgeſetzt, wozu Einladungen noch beſonders ergehen
werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Sept. Heute abend um
6 Uhr fand bei dem Kaiſerpaar im Weißen Saale
Paradetafel ſtatt. Nach der Tafel hielt das
Kaiſer=
paar Cercle, wobei die ſchwediſche Sondermiſſion von der
Kaiſerin empfangen wurde. Um 8 Uhr war im Opernhaus
Paradevorſtellung. Im erſten Rang ſah man die
fremd=
herrlichen Offiziere, dabei auch die italieniſchen und die
argentiniſchen Manövergäſte des Kaiſers, ſowie die
ſchwe=
diſche Sondermiſſion. Von dem Generalintendanten
ge=
führt, erſchienen in der großen Seitenloge das Kaiſerpaar,
die Prinzen Alfons und Franz von Bayern, Herzog
Albrecht von Württemberg und die Prinzen des königlichen
Hauſes. Gegeben wurde Lauffs Oper „Der große König”
— In eigenartiger Weiſe wurde heute die Stimmung der
Berliner Börſe beunruhigt. Die
Beunruhig=
ung ging diesmal weder vom Montan=, noch vom
Schiff=
fahrts=, noch vom Bankenmarkte aus, ſondern von dem an
die Börſenſäle grenzenden Reſtaurant. Dort zog plötzlich
kurz nach Beginn der Börſe die Büfettmamſell, während
ſie mit der einen Hand einem Gaſt einen Teller reichte, mit
der anderen einen Revolver unter dem Büfettiſch hervor und
ſchoß ihn mit den klaſſiſchen Worten: „Jetzt iſt Schluß!”
gegen ſich ab. Der Schuß verurſachte gewaltige Aufregung
und eine große Zahl der Börſenbeſucher eilte nach dem
Reſtaurant. Wenn auch die Mamſell ſofort nach dem Schuß
zu Boden ſank, ſo war die Sache doch nicht ſo gefährlich
wie ſie ausſah. Eine leichte Streifung der Hüfte war die
harmloſe Folge des Schuſſes. Während ſich der Heilgehilfe
der Börſe und ein Arzt der Mamſell annahmen, forſchte
man nach dem Grunde des Selbſtmordverſuchs. Es ſtellte
ſich heraus, daß die Büfettdame ſeit längerer Zeit eine
Liebſchaft mit einem Börſenbeſucher unterhielt, die jedoch
eine Trübung erfahren hatte. Es ſcheint, als habe ſie ſich
nicht ernſtlich das Leben nehmen, ſondern nur eine
drama=
tiſche Kundgebung veranſtalten wollen, als ſie ihren
Lieb=
haber ſah; alſo eine neue, aber nicht ſchöne Art von
Bör=
ſenmanöver! — Die im Tegeler Forſt
aufgefun=
dene Ermordete wurde als die am 24. November
1874 in Georgsdorf gebürtige Näherin Emma Bertha
Schäfer, Berlin, Swinemünder Straße 39 wohnhaft,
iden=
tifiziert.
Wiesbaden, 3. Sept. Der Privatier Karl Lotz in der
Albrechtſtraße wurde, als er ſich über ein Waſſerfaß beugte,
um einen Rettich abzuſpülen, von einem Unwohlſein
be=
fallen und fiel kopfüber in das Waſſerfaß. Als er
herausgezogen wurde, war er bereits tot.
Kaſſel, 3. Sept. Infolge der unter den Pferden des
Feldartillerie=Regiments (Kurheſſ.) Nr. 11 in Kaſſel
aus=
gebrochenen Krankheit der Bruſtſeuche iſt das ganze
Regiment heute nacht ſamt der reitenden Abteilung
Fritz=
lar aus dem Manövergelände bei Rudolſtadt i. Th. in die
Garniſonen zurückbefördert worden, ohne an den
Diviſions= und Korpsmanövern teilgenommen zu haben.
München, 2. Sept. In Gaſtolshofen bei Ried in Bayern
brach ein Balkon auf dem ſechs Frauen ſtanden,
zu=
ſammen. Die Frauen fielen in die Tiefe. Drei von ihnen
waren ſoforttot, zwei ſchwer und eine leicht verletzt.
Partenkirchen, 3. Sept. Eine Führer=Expedition fand
den Berliner Gerichtsaſſeſſor Dr. Hans Rechfall und
den Telegraphenbeamten Hirſchberger in den Bergen
tot auf. Sie wurden ſeit Anfang voriger Woche
ver=
mißt, nachdem ſie eine Beſteigung der Zugſpitze angetreten
hatten. Beide Verunglückte waren in Bergſteigerkreiſen
als vorſichtige Touriſten bekannt. Nähere Nachrichten
übe=
den Todesſturz fehlen noch.
Chemnitz, 2. Sept. Ein Feſtzug, der heute in
Gegen=
wart des Königs von Sachſen im Rahmen eines
Korn=
blumentages zugunſten von Veteranen abgehalten
wurde, erlitt durch einen ſchweren Unfall eine
Stör=
ung. Als der Zug das Königszelt paſſierte, ſcheuten vier
Pferde eines Wagens und warfen den Wagen um. Meh
rere Zuſchauer erlitten mehr oder weniger ſchwere Verletz
ungen. Der Schutzmann Aftermann warf ſich den
ſcheuen=
den Pferden entgegen, konnte ſie aber nicht aufhalten. Die
Wagendeichſel drang dem Schutzmann in den Leib. Ey
trug ſchwere Verletzungen davon.
Rathenow 3. Sept. Der ſeit mehreren Tagen zum
Sedanfeſt vorbereitete Vorbeimarſch der geſamten
Rathe=
nower Schuljugend vor der prinzlichen Villa wurde geſtern
in letzter Stunde wegen Erkrankung der
Prin=
zeſſin abgeſagt. Die Kaiſerin hat ſich ſofort im
Auto nach Rathenow begeben.
Graz, 1. Sept. Seit länger als zwei Monaten treibt
ſich, wie wiederholt gemeldet wurde, auf der Stubaialp in
der Steiermark ein geheimnisvolles Raubtier
herum, das in den dortigen Viehherden ſchon einen rieſigen
Schaden angerichtet hat, ohne daß es bisher gelingen
konnte, die Beſtie auch nur zu Geſicht zu bekommen. Daß
es kein Wolf iſt, darüber war man ſich gleich zu Anfang
klar; allem Anſcheine nach handelt es ſich um ein aus einen
wandernden Menagerie entſprungenes exotiſches Raubtiel
Nun berichtet die Grazer Tagespoſt aus Voitsberg, daß
der Jagdaufſeher Schaffer, als das Raubtier wieder eine
Menge Vieh in der verfloſſenen Woche geraubt hatte, m
fünf Schützen zuſammen eine Jagd auf dasſelbe
veran=
ſtaltete. Die Hunde wurden durch die Loſung auf die
Fährte des Raubtieres gebracht und ſtöberten es auch auf
ſo daß der eine Jäger, namens Sprenger, es auf eine
Ent=
fernung von etwa 30 Metern undeutlich zwiſchen Gebüſch
im Walde ſehen konnte. Er wagte es aber nicht, zu ſchies
ßen, ſondern, am ganzen Leibe vor Angſt zitternd, riefer
den heranſchleichenden Jagdgefährten zu: „Nicht ſchießen
Sonſt wer’n ma alle hin!” Inzwiſchen war das Tier mit
mächtigen Sprüngen wieder aus dem Geſichtskreiſeden
Jäger entkommen, und ſeine Spur konnte nicht
mehrige=
funden werden. Sprenger behauptet, es war ein gelbes
„Vieh” von etwa zwei Metern Länge und einem Meter
Höhe mit einem langen Schwanze und einer Quaſte daran
Danach müßte alſo das geheimnisvolle Raubtier ein Löwe
oder eine Löwin ſein. Es wird jetzt erwogen, eine
am=
faſſende Treibjagd gegen dieſe unheimliche Beſtie
zusber=
anſtalten, wozu man Militär aus der Grazer Garniſon
verwenden will.
Paris, 3. Sept. In Nantes ſtarb, 68 Jahre alt,der
penſionierte Forſtbeamte Alexander Gautier, der im
Jahre 1870 dem 12. berittenen Jäger=Regiment als
Unter=
offizier angehörte. Es gelang Gautier und ſeinen Leuten
in den erſten Tagen des Krieges, jene deutſche Patrouille
gefangen zu nehmen, welche der damalige Dragonerleut
nant Graf Zeppelin, der heutige Luftſchifferbauer
kommandierte und der dieſer, dank der Geſchwindigkeit
ſeines Pferdes, entrinnen konnte.
London, 2. Sept. Wie das Reuterſche Bureau heute
abend mitteilt, hielt die hieſige Polizei in Verbindung mi
dem bekannten Diebſtahl des
Perlenhalsban=
des fünf Männer feſt.
Kopenhagen, 3. Sept. Während der däniſchen
Flottenmanöver ereignete ſich heute an Bord eines
Torpedobootes ein Unglücksfall. Die Torpedobodts;
Flottille fuhr heute morgen nach dem Oere=Sund, woldie
Boote einen Angriff auf eine markierte gegneriſche Flotte
zu forcieren ſuchten. Auf dem Torpedoboot „Hvalroſſen
war man gerade dabei, ein Torpedo in das Lanzierrohr
zu bringen, wobei das Geſchoß aus unaufgeklärter
Ur=
ſache explodierte. Zwei Offiziere und ein Männ
wurden verwundet. Das Boot wäre in Stücke geriſſen
worden, wenn der Torpedo ſcharf geladen geweſen wäre,
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
g. Darmſtadt, 3. Sept. Heute mittag 2 Uhr tra
der Kommandeur der weſtlichen Stationen, Major Sier
gert, auf dem hieſigen Bahnhof an. Leutn. v. Hide
deßen flog ihm mit einem Euler=Doppeldecker von den
Station entgegen und landete auf dem
Infan=
terie=Exerzierplatz in der Nähe des Oktroihäus
chens zum Empfang des Kommandeurs. Er nahm Majon
Siegert als Paſſagier auf und flog dann mit dem Kom
mandeur nach der Station. — Am Abend flog abermals
Leutnant v. Hiddeßen; er machte aus größerer Höhe
Gleitflüge, Ferner flogen Leutn. v. Oſteroht und Leum
Koch.
Ein gelungenes tollkühnes Flugmanöver.
* Der Flieger Pegout, der neulich im Flug ſeinen
Apparat verließ und mit einem Fallſchirm den Boden er
reichte, hat, wie bereits mitgeteilt, ein noch kühneres Ex
periment ausgeführt. Er ließ einen Blérioteindecker
wäh=
rend eines Gleitabſtiegs auf 1000 Meter Höhe ſich über
ſtürzen, ſo daß dieſer auf dem Rücken flog, und
brachte dann, die begonnene Schleife vollendend, den
Appa=
rat wieder in ſeine normale Lage, um endlich glattzu
landen. Der tollkühne Verſuch, den Pegout und der
Flug=
zeugkonſtrukteur Blériot ſchon ſeit einigen Wochen
plan=
ten, fand am frühen Morgen im Aerodrom von Juviſyſtatt
Um 7 Uhr erhob ſich Pegout, der, ebenſo wie Blériot, vot
dem Gelingen des Experiments feſt überzeugt wargau
dem beſonders konſtruierten, mit aufgebogenen
Trag=
flächenrändern verſehenen Apparat. Der Apparat ſtie
raſch in die Höhe. In 1000 Meter Höhe nahm
Pegou=
noch eine Wendung vor. Dann ſah man den Eindecken
ſich vornüberneigen, der Motor ging ſchwächer, die
Schraube krenzte langſamer, mehr und mehr hob ſich das
Hinterteil des Apparates empor und ſenkrecht ſchoß de
Eindecker nieder. Nichts ſchien ſeinen Sturz noch hemmen
zu ſollen. Plötzlich ſenkte ſich das Hinterteil nach der an
deren Seite gegen den Boden nieder und der Appara
flog auf dem Rücken. Man ſah deutlich den nach unter
hängenden Körper des Piloten. Nach etwa 15 Sekunder
kehrte ſich die Spitze des Eindeckers wieder vornüber. De=
Apparat überſchlug ſich neuerlich in einem regelrechter
Halbkreis und erlangte ſo, etwa 200 Meter über dem Bo
den, die normale Lage wieder. Pegout nahm dann noch
einige Wendungen vor und ging ſchließlich im Gleitflug
nieder. Der Flieger äußerte ſich nachher zu den ihn Be
glückwünſchenden, daß ihm das Steuer vollſtändia gehorck
hätte. Der Apparat ſei auch auf dem Rücken völlig ſtabi
geblieben.
Blériot erklärte, daß ſein Beſtreben darauf abzie
einen Apparat zu bauen, der in der Luft gewiſſermaße
„unverſinkbar” wäre. Das gute Flugzeug muß ſich ſeitl
Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913.
Seite
oder vorn umkehren können, ohne deshalb ſofort zu
ſtür=
zen, und ſein Pilot muß in der Lage ſein, es immer wieder
aufzurichten und weiterzufliegen. Weitere ſenſationelle
Experimente ſollen in den nächſten Tagen erfolgen.
In=
zwiſchen will Pegout den Verſuch vor einer militäriſchen
Kommiſſion wiederholen.
* Berlin, 3. Sept. Das Paſſagierluftſchiff „Hanſa”
erzielte geſtern einen Rekord. Es beförderte in drei
Aufſtiegen 55 Perſonen und legte im ganzen 300
Kilo=
meter zurück.
* Straßburg, 3. Sept. Der Fliegerunteroffizier
Kahl, der geſtern bei einem Probeflug in Mülhauſen
ab=
ſtürzte, iſt geſtern abend ſeinen Verletzungen erlegen.
* Reims, 2. Sept. Kapitänleutnant Lefranc
unternahm geſtern abend mit der Frau des Leutnants
Lefebvre als Paſſagier auf einem Zweidecker einen
Flug. Bei der Landung ſtürzte das Flugzeug um und der
Benzinbehälter geriet in Brand. Lefranc und Frau
Le=
febvre erlitten ſchwere Brandwunden.
* Paris, 3. Sept. Der Flieger Olivier iſt bei
einem Nachtfluge in der Nähe von Melun abgeſtürzt.
Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Sein Fahrgaſt,
ein Kaufmann, wurde getötet.
Sporf, Spiel und Turnen.
* Automobilſport. Man ſchreibt uns: In den großen
internationalen Werſtrennen wurde Joerns
auf ſeinem kleinen Opel in Klaſſe I der Rennwagen
Sieger. Der Opelwagen legte einen Werſt in der
un=
glaublich kurzen Zeit von 27 Sekunden zurück und fuhr
damit eine weit beſſere Zeit als die Rennwagen der
nächſtſtärkeren Klaſſe. — Ein weiteres Telegramm meldet
den Sieg des Herrenfahrers Hamel auf 6/16=PS.=
Opel=
touren=Wagen in der Fernfahrt des Norddeutſchen
Automobil=Klubs nach Rothenburg. Hamel gewann
gleichzeitig den Tourenpreis für größte Kilometerzahl
und den Boſchpokal.
Vermiſchtes.
Hundertjahrfeier 1813—1913 und
Deutſche Turnerſchaft. Allenthalben im
Deut=
ſchen Vaterland regt es ſich mächtig, um die Erinnerung
an die Befreiung unſeres Volkes von dem Joche des
fremden Eroberers vor 100 Jahren feſtlich zu begehen.
In Breslau, wo die Sammlung der Freiheitskämpfer
ſtattfand, an der Katzbach, wo Blücher den großen Sieg
errang, bei Wöbbelin an dem Grabe des jugendlichen
Helden und Sängers Theodor Körner, in Kelheim,
wo die hercliche Befreiungshalle zur Erinnerung an die
Heldentaten unſerer Vorfahren ſich erhebt, haben
vater=
ländiſche Gedenkfeiern ſtattgefunden. Die gewaltigſte
Feier zur Erinnerung an jene große Zeit wird am 18.
Ok=
ober veranſtaltet werden: die Einweihung des
Völkerſchlachtdenkmals bei Leipzig, jenes
nächtigen Wahrzeichens deutſcher Heldentugenden. Eine
eigenartig und großzügig angelegte Beteiligung an der
Feier des 18. Oktobers hat die Deutſche
Turner=
chaft beſchloſſen die gewaltige Millionenkörperſchaft zur
Pflege des Deutſchen Turnens, vaterländiſcher
Geſinn=
ing und deutſchen Volksbewußtſeins. In großen
Eil=
botenläufen wird ſie mit einem Aufgebot von etwa 40000
Turnern aus allen Teilen des deutſchen Vaterlandes und
darüber hinaus von den Erinnerungsſtätten deutſcher
Ge=
chichte Freudenbotſchaften nach Leipzig bringen: von
Memel, von Rügen von der Dreikaiſerecke in
Nyslowitz, von Kelheim, von der
Hohen=
ollernburg, von Gravelotte, von Waterloo,
on Ems und Naſſau, vom Niederwald, von
Vöbbelin, von Weſel vom
Hermannsdenk=
nal und vielen anderen geſchichtlich denkwürdigen
Punk=
en werden die deutſchen Turner eilenden Laufes überall
ie Gedenkſtätten vaterländiſcher Erinnerung grüßend dem
ölkerſchlachtdenkmal zuſtreben, um zu zeigen, daß ſie
all=
eit treue Söhne ihres Vaterlandes ſein und bleiben
vollen in dankbarem Gedenken an die gewaltige
Volks=
rhebung vor 100 Jahren, an der auch die Turner unter
Altvater Jahns Führung ihr Teil mitgearbeitet haben.
— Spiritus oder Elektrizität! Wie aus
München gemeldet wurde, iſt die Gattin des bekannten
Kkarikaturiſten Eduard Thöny in ihrer Wohnung in
Holz=
hauſen am Ammerſee beim Hantieren mit einem
Spiritus=
ocher tödlich verunglückt. Mit Spiritusapparaten ſind
chon ſoviel Unglücksfälle vorgekommen, daß man endlich
ieſen gefährlichen Dingern das Betreten der Wohnungen
interſagen ſollte. Man kann heutzutage überall, wo
elek=
riſche Leitungsanſchlüſſe vorhanden ſind, mit Hilfe der
Elektrizität kochen, und zwar mit kaum größeren Koſten
ils mit Spiritus dagegen mit einer unvergleichlichen
Sicherheit und Gefahrloſigkeit. Das Gleiche gilt von dem
Spiritus=Reiſebügeleiſen, das man im eigenen Intereſſe
urch ein gefahrloſes elektriſches erſetzen ſollte; der
Strom=
verbrauch desſelben iſt ſo minimal, daß die geringen
Aus=
aben gar nicht in Betracht kommen.
Literariſches.
— Es gibt in unſerem Vaterlande Gegenden, in die
er große Strom des Reiſeverkehrs nicht gelangt, die aber
uch ſonſt wenig gekannt und gewürdigt werden. Zu ihnen
ſehört die Eifel, die indes ſoviel Abwechſelung, ſo viel
in=
ime Reize bietet, daß es ſich wohl verlohnt, ſie
aufzu=
uchen und kennen zu lernen. Ein gutes Bild von dem,
vas den Wandersmann dort erwartet, bringt ein Artikel
der Gartenlaube (Nr. 35). Der Verfaſſer iſt
Her=
nann Ritter, ein genauer Kenner der Gegend und ihrer
iſtoriſchen Vergangenheit. Sein Name bürgt ſchon für
ie Gediegenheit des Textes Den Wert des Artikels
er=
ſöht noch eine Reihe von Bildern, ſo die farbige
Wieder=
gabe eines Gemäldes von Conrad Leſſing, ferner
Repro=
zuktionen nach Bildern von F. von Wille, G. Kampmann
ind H. R. von Volkmann. — In derſelben Nummer
be=
ſinnt der Abdruck einer neuen, längeren Novelle von dem
Altmeiſter Paul Heyſe, die uns den Dichter noch ganz auf
der Höhe ſeines Schaffens zeigt. Den zahlreichen
Ver=
hrern ſeiner Muſe wird dieſe Nachricht gewiß
willkom=
nen ſein, denn Paul Heyſe hat uns auch heute noch
mmer etwas zu ſagen.
Das zweite Jahrbuch der
Schopen=
auer=Geſellſchaft iſt im Verlag von Schmidt und
Klaunig in Kiel erſchienen. Das ſtattliche, geſchmackvoll
gebundene Werk enthält als Kunſtbeigaben ein Exlibeis
Schopenhauers und Abbildungen der beiden Häuſer in
Frankfurt, Schöne Ausſicht 17 und 16, welche Schopen=
hauer bewohnt hat. Auch inhaltlich iſt das zweite
Jahr=
buch bedeutend reichhaltiger als das erſte. Es enthält in
14 Kapiteln Beiträge von Mitgliedern, eine Schopenhauer=
Biographie für die Jahre 1910—12 von Rudolf Borch,
Abhandlungen über das Schopenhauer=Archiv ꝛc., ſowie
ein intereſſantes Fakſimile eines Briefes, das
Schopen=
hauer 48 Tage vor ſeinem Tode an ſeine
Verlagsbuch=
handlung ſandte.
— Schreibers kleine Atlanten aus den
Gebieten der Naturwiſſenſchaften. Neue
Bändchen: Schreibers Kleiner Atlas der Anatomie
des Menſchen und Schreibers Kleiner Atlas
der Fiſche. Je 20—24 Seiten Text und 12
Farben=
drucktafeln mit zahlreichen Abbildungen. Verlag J. F.
Schreiber=Eßlingen. Preis pro Heft 60 Pfg. — Was in
dieſen „Kleinen Atlanten” zu einem Pfennigpreis geboten
wird, iſt einfach ſtaunenswert. Bildertafeln wie man ſie in
viel teuereren Handbüchern nicht beſſer und naturgetreuer
finden kann. Das Bändchen „Anatomie” macht uns in
ſachkundiger Bearbeitung, unterſtützt von den zahlreichen
farbigen Abbildungen. mit dem Bau des menſchlichen
Körpers und ſeiner Organe bekannt. Der „Kleine Atlas
der Fiſche” bringt nicht nur neben den vielen
naturge=
treuen Abbildungen von See= und Süßwaſſerfiſchen eine
kurze charakteriſtiſche Beſchreibung der abgebildeten Arten,
ſondern auch gleichzeitig eine Anweiſung zur praktiſchen
Verwertung billiger Seefiſche nebſt Fiſchkochrezepten und
Rezepten für Fiſchſaucen.
Streikausſchreitungen in Dublin.
* Dublin, 2. Sept. Der Umfang der
Ausſchrei=
tungen, die in den letzten drei Tagen in Verbindung
mit dem Straßenbahnerſtreik ſtattfanden, iſt
er=
kennbar in der Zahl der Verletzten. Geſtern abend und
heute früh wurden 750 Perſonen verletzt, darunter
45 Polizeibeamte. Heute fanden neue Ausſchreitungen
ſtatt; jedoch haben dieſe keinen ſolchen Umfang wie an
den vergangenen Tagen angenommen. Bemerkenswert
iſt, daß bisher kein Gebrauch von Feuerwaffen gemacht
wurde. Die Ausſtändigen warfen mit Steinen nach der
Polizei, die mit Knüppeln gegen die Menge vorging.
Eiſenbahnunfälle.
* London 2. Sept. Der Zuſammenſtoß in
Aisgill hatte ſchreckliche Szenen im Gefolge. Es
reg=
nete und die Gegend war in Finſternis gehüllt. Der erſte
Schnellzua (fahrplanmäßige) erreichte den Gipfel des
Pennine=Hügels faſt und der Lokomotivführer tat ſein
Möglichſtes, um genügenden Dampf zu haben, um den
letzten Anſtieg zu bewältigen. Ein Schaffner ſah die
Funken des herannahenden anderen Zuges und eilte durch
die Gänge, um die Reiſenden zu wecken. Vier Wagen
fin=
gen alsbald Feuer. Mehrere Reiſende kamen in den
Flammen um. Die Geretteten machten heroiſche
Anſtren=
gungen, um die unter den Wagen Feſtgeklemmten zu
be=
freien. Die Hitze war ſo ſtark, daß die Schienen ſich
ver=
bogen.
* London 2. Sept. Nach den letzten Meldungen
wurden bei dem Eiſenbahnunglück bei Aisgill vierzehn
Perſonen getötet und zehn verletzt. Die
Ueberlebenden geben anſchauliche Darſtellungen von
Schreckensſzenen, welche die Kataſtrophe, eine der
ſchwer=
ſten auf den engliſchen Bahnen, im Gefolge hatte. Alles
hatte ſich verſchworen, die Schrecklichkeit des Unglücks zu
erhöhen, da zurzeit ein ſchrecklicher Sturm herrſchte und
das einzige Licht von der furchtbaren Glut des
brennen=
den Wagens kam. Viele Tote ſind noch nicht identifiziert.
Die Schuldfrage iſt noch nicht feſtgeſtellt. Augenſcheinlich
trägt die Verantwortung entweder der Signalwärter oder
der Lokomotivführer des zweiten Expreßzuges.
* Neuhaven 2. Sept. Zu dem
Eiſenbahn=
unglück bei Wallingford geben die Bahnbeamten
bekannt, daß dreizehn Perſonen getötet wurden. Der
Zu=
ſammenſtoß fand, wie ſich jetzt herausſtellt, zwiſchen dem
Vorzuge Weiße=Berge=Expreß und dem Hauptzuge Bar=
Harbour=Expreß ſtatt. Erſterer durchſtieß zwei
Schlaf=
wagen am Ende des letzteren und ſtieß den dritten
Schlaf=
wagen den Bahndamm hinunter. Die Getöteten befanden
ſich ſämtlich in den Schlafwagen. Das Unglück ſoll durch
Nebel verurſacht worden ſein.
* Neuhaven 2 Sept. Die Zahl der Opfer des
Eiſenbahnunglücks bei Wallingford
be=
trägt jetzt 18. Außerdem wurden 60 Reiſende verletzt,
dar=
unter eine Anzahl tödlich. Bei der Kataſtrophe wurden
zwei Waggons vollſtändia zu Splittern zertrümmert. Die
Toten und Verletzten ſind in entſetzlicher Weiſe
verſtüm=
melt. Unter den Verunglückten befinden ſich auch
Mit=
zlieder der Pfadfinder=Vereinigung, die von ihrem Lager
in den Gebirgen Neu=Englands zurückkamen.
* Belgrad 2. Sept. Auf der Bahnſtrecke Niſch=
Wranja fand heute früh um 5 Uhr ein heftiger
Zuſam=
menſtoß zwiſchen einem Leerzuge von Niſch und einem
mit Soldaten gefüllten Zuge von Wranja ſtatt. Fünf
Soldaten wurden getötet, 14 ſchwer verletzt.
Vom Balkan.
Die türkiſch=bulgariſchen Verhandlungen.
* Konſtantinopel, 2. Sept. Die ottomaniſchen
Delegierten für die Verhandlungen mit
Bulga=
rien wurden offiziell noch nicht ernannt. Vermutlich iſt
der frühere Geſandte in Cetinje, Alfred Ruſtem Bilinski=
Bey, zu einem Delegierten beſtimmt.
* Sofia, 2. Sept. Die Generale Sawow und
Toſchew denen als Beiräte Oberſt Papadopow und
Oberſt Koſſew beigegeben ſind, reiſten heute mittels
Son=
derzuges nach Konſtantinopel, wo ſie morgen
ein=
treffen. Dort ſchließt ſich Natſchewitſch der Delegation an.
H.B. Petersburg, 3. Sept. Hieſige bulgariſche
Diplomaten legen die Miſſion Natſchewitſch in
Konſtantinopel dahin aus, daß Natſchewitſch auf
ein türkiſch=bulgariſches Bündnis hinarbeitet. Allerdings
dürften fürs erſte nur günſtige Vorbedingungen für eine
künftige Entente geſchaffen werden können, weil viele
bul=
gariſche Politiker dieſem Plane Natſchewitſch’
entgegen=
arbeiten. Der Vertreter der Nowoje Wremja in
Konſtan=
tinopel hatte eine Unterredung mit Talaat Bey, dem
tür=
kiſchen Miniſter des Innern und Herrn der Lage in der
Tückei. Ich und der Großweſir, ſagte Talaat Bey, tun
alles mögliche, um unſere Beziehungen zu Rußland zu
beſſern. Alle Gerüchte, daß wir Thrazien weſtlich der
Ma=
ritza annektieren wollen, ſind grundlos. Ich erkläre
kate=
goriſch, daß unſere Truppen weder in Dedeagatſch noch
in Gümüldſchina eingezogen ſind. Es waren Griechen, die
die bulgariſche Garniſon vertrichben. Unſere
Verhand=
lungen mit Bulgarien dürften zur beiderſeitigen
Zufrie=
denheit abgeſchloſſen werden.
Serbien und Albanien.
* Belgrad, 2. Sept. Die Vertreter der
Groß=
mächte überreichten Dr. Spalaikowitſch dem
in=
terimiſtiſchen Miniſter des Aeußern, das an Serbien
ge=
richtete Erſuchen, den Bewohnern der albaniſchen
Grenzſtriche freien Zugang zu den Märkten von
Dibra und Djakowitza zu belaſſen. Sie machten geltend,
daß die Märkte von ungeheurer Wichtigkeit für das
wirt=
ſchaftliche Daſein der nahe an den albaniſchen Grenzen
wohnenden Bevölkerung ſeien. Es ſei ſelbſtverſtändlich,
daß dieſe Bevölkerung unter die Zoll= und Polizeigeſetze
Serbiens geſtellt würde. Spalaikowitſch antwortete, daß
Serbien der Befriedigung der wirtſchaftlichen und
kom=
merziellen Bedürfniſſe der Bevölkerung keine
Schwierig=
keiten in den Weg legen werde, jedoch nur unter der
Be=
dingung, daß die ſerbiſchen Geſetze befolgt würden, wie
dies auch von den Vertretern der Mächte erwähnt
wor=
den ſei.
Die Kriegsgreuel.
* Sofia, 2. Sept. Trotzdem Serbien und
Grie=
chenland der internationalen Unterſuchungskommiſſion
Carnegies gegenüber eine feindſelige Haltung
eingenom=
men haben, fordert die bulgariſche Regierung
von der internationalen Unterſuchungskommiſſion eine
Unterſuchung der in Mazedonien begangenen
Greuel=
taten.
* Athen, 2. Sept. Durch königliche Verordnung iſt
das Hauptquartier aufgelöſt worden. Der
Ge=
neralſtab wurde wieder hergeſtellt. Die Reſerviſten der
Jahresklaſſe 1901/1908 werden ſofort entlaſſen. Das
Moratorium wird bis Ende September verlängert.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 3. Sept. Der Herzog der Abruzzen
trifft übermorgen in Berlin ein und nimmt mittags an der
kaiſerlichen Frühſtückstafel teil. Den Abend verbringt der
Herzog in der italieniſchen Botſchaft.
* Sigmaringen, 3. Sept. Um 12 Uhr 30 Min. kam
von Radolfszell das Großherzogspaar von
Ba=
den an, das von der fürſtlichen Familie herzlich
empfan=
gen wurde. Um 12 Uhr 32 Min. mit dem Eilzug von Ulm
traf der Prinzvon Wales in Begleitung des Majors
Cadogan hier ein und wurde gleichfalls von der fürſtlich
Hohenzollernſchen Familie empfangen. Mit dem gleichen
Zuge kamen der Herzog und die Herzogin von Aoſta, der
Infant und die Infantin Don Carlos von Spanien, Prinz
Johann Georg von Sachſen, der Herzog von Oporto. Die
Fürſtlichkeiten fuhren durch die feſtlich geſchmückten
Stra=
ßen der Stadt und wurden von einer großen
Menſchen=
menge ſtürmiſch begrüßt.
* Erfurt, 2. Sept. Heute vormittag begann vor dem
Oberkriegsgericht des 11. Armeekorps als
Be=
rufungsinſtanz die Verhandlung gegen die am 25.
Juni wegen militäriſchen Aufruhrs uſw.
abge=
urteilten Reſerviſten und Landwehrleute. Die Anklage
lautet auf aufrühreriſche Zuſammenrottung.
Mißhand=
lung, Beleidigung und Widerſtand gegen die
Staatsge=
walt. Die Verhandlung leitet Oberkriegsgerichtsrat Platz,
die Anklage vertritt Kriegsgerichtsrat Schröder, als
Ver=
teidiger fungieren die Rechtsanwälte Schneichel=Erfurt
und Barnau=Berlin. Zwei zu Gefängnisſtrafen
Ver=
urteilte verzichteten auf Berufung. Die Verleſung der
An=
klage dauerte faſt eine Stunde. Nach Verleſung der
Be=
rufungsgründe begann die Vernehmung der Angeklagten.
Das Oberkriegsgericht des 11. Armeekorps, das ſeinen
Sitz in Kaſſel hat, iſt eigens für die heutige Verhandlung
nach Erfurt gereiſt.
* Trieſt, 3. Sept. Der König von
Griechen=
land mit ſeiner Familie iſt heute morgen an Bord der
Königsjacht „Amphitrite” hier eingetroffen.
Berlin. 3. Sept. Der Ausnahmetarif für
friſches Fleiſch, deſſen Geltungsdauer Ende dieſes
Jahres ablaufen ſollte, iſt bis zum 31. Dezember 1914
verlängert worden.
Berlin, 3. Sept. Der Schneider Kirſchſtein,
welcher als Mörder der Näherin Schäfer in
Be=
tracht kommt, dürfte den Mord vollführt haben, weil die
Schäfer ihn mit einer Anzeige wegen Betruges bedrohte,
da er ſie um mehrere hundert Mark betrogen hatte. Der
Mörder hat die ihn belaſtenden Dokumente beſeitigt.
HB. Heilbronn, 3. Sept. Ueber das Vermögen des
geflüchteten Stadtpflegers Burger iſt der Konkurs
verhängt worden. Gleichzeitig hat die Staatsanwaltſchaft
Heilbronn einen Steckbrief hinter Burger erlaſſen.
— Regensburg, 3. Sept. Der Pfarrer Münſterer,
der ſich an den von ihm verwalteten Geldern vergriffen
hatte, wurde heute vor dem Landgericht zu 4 Jahren
Gefängnis verurteilt.
HB. Lindau, 3. Sept. Der frühere Offizier Chriſtian
von Motz aus Berlin, ein etwa 30 Jahre alter Mann,
der in einem Hotel in Lindau am Bodenſee logierte, iſt in
der Nacht zu geſtern auf myſteriöſe Weiſe ums Leben
gekommen. Ein Wächter hatte ihn in der Nähe der
Trajekt=Anſtalt ſpazieren gehen ſehen. Da er ſich an
ver=
botener Stelle befand, rief der Wächter Herrn von Motz
an. Dieſer erwiderte, er komme gleich. Darauf verſchwand
er plötzlich und wurde nicht mehr geſehen. Später fand
man ihn als Leiche auf dem Waſſer treibend. Man weiß
noch nicht, ob Herr von Motz in der Dunkelheit ins Waſſer
geſtürzt iſt oder ob er ſich das Leben genommen hat.
— Breslau, 3. Sept. Unter Hinterlaſſung von 60000
Mark Schulden iſt der Inhaber der Firma Sandmann
und Zimpel, Rudolf Sandmann. geflohen.
Zarrentin i. M., 3. Sept. In dem benachbarten
Großzecher ſind 4 Mann des 9. Trainbataillons von
Rendsburg bei einem Stallbrand ſchwer verletzt
worden.
— Aoſta, 3. Sept. Auf der Straße über den kleinen
St. Bernhard ſtürzte ein Kraftwagen, in dem ſich
zwei Amerikanerinnen befanden, in den Abarund. Die
beiden Damen wurden ſterbend in das Hoſpiz gebracht.
— Antwerpen, 3. Sept. Von einem ſinkenden
Leichter, auf dem ſich der Schiffer, ſeine Frau und die
beiden Kinder befanden, konnte der Schiffer nur ein Kind
retten; die Frau und das zweite Kind ertranken.
HB. Paris, 3. Sept. Die Einſtellung der 20 Rekruten hat bisher ein ſehr günſtiges
Ergebnis gehabt und die Vorausſagen der Peſſimiſten
wiberlegt. In den vier Pariſer Arrondiſſements, deren
Ziffern vorliegen, ſind 80 Prozent der 20jährigen jungen
Leute nach ziemlich ſtrenger Unterſuchung für tauglich
be=
funden worden, d. h. alſo faſt ebenſo viel, wie bei der
Ein=
ſtellung der Einundzwanzigjährigen.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913.
Nummer 207.
Briefkaſten.
Anfrage: Geehrte Redakſon! Auf eine Wette hin
mögte ich durch Briefkaſten anfragen, ob Drängſoldat 2
Jahre dient oder Dränggemeiner 2 Jahr dient. Auf
bal=
digſte Auskunft hofft Ph. N., Abonnet Ihres Blattes,
Löffelgaſſe.
Antwort: Trainſoldaten dienen 1 Jahr,
Train=
gemeine 2 Jahre.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
20 P
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erprobtes, vorzügliches Waſchmittel. Es beſteht in der
Hauptſache aus einer Kernſeife beſter Qualität und
ent=
hält, wie die Analyſen bedeutender Chemiker feſtgeſtellt
haben, keinerlei Beſtandteile, die ſchädlich auf die Wäſche
wirken könnten. Bei Verwendung von Dr. Thompſon’s
Seifenpulver erhält man ohne Raſenbleiche blendend
weiße Wäſche. Ueber die Anwendung belehrt die jedem
Pakete aufgedruckte Gebrauchsanweiſung. In der aus
Dr. Thompſon’s Seifenpulver hergeſtellten Lauge löſt
ſich der Schmutz ohne viel mühſames Reiben von ſelbſt.
Man ſpart daher bei größter Schonung der Wäſche
Arbeit, Zeit und Geld. Die Wäſche erhält durch Dr.
Thompſon’s Seifenpulver einen angenehmen, friſchen
Geruch. Auch zum Reinigen der Hände nach grober,
ſchmutziger Arbeit und zum Reinigen und Scheuern
beim Hausputz gibt es kein beſſeres Mittel. Es iſt zu
haben in den meiſten Drogen=, Kolonialwaren= und
Seifengeſchäften. Man achte auf den Namen „Dr.
Thompſon” und auf die Schutzmarke „Schwan”.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1
Nordamerika: „Armenia”, von Neu=York kommend,
30. Aug. 4 Uhr 35 Min. morgens auf der Elbe. „
Ham=
burg” 29. Aug. 10 Uhr morgens von Genua über Neapel
nach Neu=York. „Pallanza” von Galveſton kommend
30. Aug. 12 Uhr 45 Min. nachts in Hamburg. „Prinz
Oskar” 28. Aug. 11 Uhr morgens von Philadelphig
direkt nach Hamburg. „Ziildijk”, von Kanada kommend,
29. Aug. abends in Hamburg. — Südamerika,
Weſt=
küſte Amerikas: „Acilia” nach der Weſtküſte Amerikas=
25. Aug. in Punta Arenas. „König Friedrich Auguſt”
von Buenos Aires kommend, 28. Aug. 11 Uhr abends
von Montevideo. „König Wilhelm II.” nach dem La
Plata, 28. Aug. 9 Uhr abends von Southampton=
„Rugia”, von Nordbraſilien kommend, 29. Aug. 11 Uhr
15 Min. abends in Hamburg. — Verſchiedene Fahrten:
„Markomannia” nach Perſien, 29. Aug. 10 Uhr morgens
in Antwerpen. „Nicaria” 29. Aug. von Buſhire. „
Nico=
media”, von Perſien kommend, 29. Aug. in Suez. „Nordmark”
nach Indien, 28. Aug. 11 Uhr abends Gibraltar paſſiert
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14a
„George Waſhington” 31. Aug. 9 Uhr abends in Neu=
York angekommen. „Caſſel” 30. Aug. 7 Uhr morgens
in Galveſton angekommen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Auf der Rückſeite der über der Oſtſee nach Oſten
wandernden Depreſſion hatte unſer Bezirk geſtern bei
meiſt weſtlichen Winden und wechſelnder Bewölkung
trockenes Wetter. Die Depreſſion hat ſich weiter oſtwärts
verlagert; hoher Druck bedeckt ganz Nord= und
Mittel=
europa. Ueber Südfrankreich wandert eine Depreſſion
Wir werden morgen unter Hochdruckeinfluß bleiben und
meiſt heiteres, trockenes Wetter haben.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
4. September: Meiſt heiter und trocken, warm.
Tageskalender.
Vortrag von Profeſſor D. Dr. Weinel von 4½—6 Uhn
im Hörſaal 330 der Techniſchen Hochſchule (
Lehrer=
verein).
Monatsverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”.
Abendſpaziergang des Vogelsberger Höhenklubs
(Abmarſch um 7½ Uhr Kranichſteinerſtraße am Viadukt
der alten Odenwaldbahn).
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 5. September.
Acker= uſw. Verſteigerung des Hch. Phil. Jacoby
um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Hochzeitsturm. Turmzimmer und Ausſtellungs
räume, täglich geöffnet von 9—12 und 3—6 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckereig
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Aax Streeſex
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
nach Pilsner Art
nach Münchner Art
Hell Export GuGe
—feinste Tafelbiere
in Flaschen und Syphons=
826a3
Kurſe vom 3. September 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
St.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 83,90
74,00
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,60
3½ do. Conſols . . . 83,75
do.
do.
3
97,70
4 Bad. Staatsanleihe .
92,40
do.
3½
do.
80,00
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,50
82,60
do.
3½
73,80
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,60
98, 10
4 Heſſ. Staatsanleihe
4 do. do. (unk. 1918) 96,60
do.
82,20
3½
do.
72,00
3 Sächſiſche Rente.
75,25
4 Württemberg unk. 1921 97,40
3½
do. v. 1875 92,60
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,00
1¾ Griechen v. 1887
57,60
-
Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 85,50
do. Goldrente . . . 90,50
4
4 do. einheitl. Rente 81,60
3 Portug. unif. Serie I 62,30
3 do. unif. Ser. III 64,50
3. do. Spezial . . . . 10,50
5 Rumänier v. 1903 . . 99,40
do.
v. 1890 . . 93,80
4
4 do.
v. 1905 . . —
4 Ruſſen v. 1880 . . . . —
do. v. 1902 . . . . 91,00
4 do. v. 1905 . . . . 99,80
3½ Schweden . . . . .
-
4 Serbier amort. v. 1895 —
4 Türk. Admin. p. 1903 78,50
4 Türk. uniſiz. v. 1903 87,60
4 Ungar. Goldrente . . . 85,10
4. do. Staatsrente. . . 82,004
Zſ.
InProt.
5 Argentinier . . . . . . 98,00
4
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 89,50
5 Chineſ. Staatsanleiße. 97,80
4½
91,80
do.
4½ Japaner . . . . . .
91,40
74,205 Innere Mexikaner..
79,50
50,00
do.
4 Gold=Merikanerp. 1904 75,50
5 Gold=Merikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 65,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 142,00
7 Nordd. Lloyd . .
122,80
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 127,50
Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenh. 60½
Einz. Mk. 403 . . 114,50
6 Baltimore und Ohis . 96,75
6 Schantungbahn . . . . 125,40
8 Luxemb. Prince Henri
Oeſt. Südbahn (Lomb.); *27,90
6 Pennſylvania R. R. .
getzte Induſtrie=
Divid. Aktien,
Brauerei Werger . . 60,00
28 Bad. Anilin= u. Sodz
Fabrik . .
545,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 239,00
30 Farbwerke Höhſt . . 618/75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . .
10 Cemeni Heidelberg . . 145,50
30 Chem. Werke Albert 440,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 301,00.
5 Lahmeyer. . . . . .
In Proz.
Letzte
Tivid
8 Schuchert, Nürnberg 151,50
12 Siemens & Halske 215,80
5 Beramann Electr. . . 12800
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 167,10
0 Gummi Peter . . . 74,00
-
0 Kunſtſeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerke
409,50
Kleyer . . . . .
9 Maſchinenf. Badenix 145,00
0 Wittener Stahlröhren 131,00
9 Steana Romana Petr. 163,40
15 Zellſtoff Waldbof . . 219,75
12,83 Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 204,50
O Neue Boden=A. A.=Beſ. 70,00
0 Südd. Immobilien 49,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 170,25
14 Bochumer Berg5. u.
Gußſt. . . . . . . 221,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 148,00
10 Gelſenkirchener . . . . 184½
9 Harpener . . . . . . . 191,50
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 260,50
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 75,80
6 Laurahütte . . . . . . 171,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 143,00
Weſteregeln 185,50
13
7½ South Weſt Africa 114,10
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Bloyd=Obl. 97,10
4 Eliſabethhahn, freie . .
Franz=Joſefs=Bahn . . 84,20
3 Prag=Durer . . . . .
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn .
.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,90
do.
72,70
InProz.
Bf.
2¾/ Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,90
75,00
3 Raab=Oedenburg .
4 Kronprinz Rudolfbahn 83,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 85,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 93,80
4
84,80
do.
4 Wladichawchas .. .. 86,00
4 Rjäſan Koslow . . . . 85,00
3 Portugieſ. Eiſenb. .. 73,00
4½
85,00
do.
2"
1 Vivorneſer . . . . . 69,10
3 Saloniaue=Monaſtix . 62,40
4 Baadadbahn .
79,10
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 92,20
4 Miſſouri=Paciſic. ..
90,00
4 Nocthern=Paciſie . . . 94,00
4 Southern=Pacifie . .
90,50
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . —
5 Tehnantepee . . . . . . —
Bank=Aktien.
10 Bank für elektrifche
Untern. Zürich . . 195,00
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 144,00
9½ Berlin. Handelsgef. .161,00
6½ Darmſtädter Bank . 114,50
12½ Deutſche Bank . . . 248,10
6 Deuiſche Vereinsbank 116,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 111,50
10 Diskonto=Kommandit 184, 10
8½ Dresdener Bank 150,10
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,00
6½ Mitteld. Kreditbank 113,30
7 Nationalb. für Deutſchl. 115,75
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . 134,75
7 Rhein. Kreditbank. . .127,20
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 107,50
7½ Wiener Bankverein . 135,20
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94.50
Zf.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,00
S. 19.. . . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
3½
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,20
3½
84,20
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . .
96,60
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,20
S. 3—5 . . . . . . . . 84,00
S. 9—11 . . . . . . . 84,10
4 Meininger Hyp.=Bank 95,00
3½
do.
84,10
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(mk. 1917) . . 94,30
3½ do. (unk. 1914) .
83,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,60
3½
do.
85,20
Städte=
Obligationen.
-
4 Darmſtadt . . . .. . 86,10
3½
do.
Frankfurt. . . . . . . 96,25
3½
do.
95,70
Bießen . . . . . ..
do.
86,00
,
4 Heidelberg . . . . . . 93,25
3½
do.
4 Karlsruße . . . . . . 95,00
3.
do.
85,10
Magdeburg. . . . . . —
31
4 Mainz . . .. . . .. —
3½
do.
85,50
Mannheim . . . . . . 94,00
3½
do.
89,00
München . . . . . . . 97,60
3½ Nauheim . . . . . .
Nürnberg. . . . . . . 96,00
31
do.
4 Offenbach. . . . . . 7— —
In Proz.
Zf.
86,30
3½ Offenbach . . . . .
Wiesbaden . . . . . .
-
3
do.
4 Worms. . . . . .. . 94,00
85,50
do.
3½
4 Liſſaboner v. 1886 . 74,70
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . Tlr. 100 180,00
3½ Cöln=Mindner , 100 135,25
3 Holl. Komm. . fl. 100 112,50
3 Madrider . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 181,00
3 Oldenburger . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 110,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . ſl.
Braunſchweiger Tlr. 20 196,00
Freiburger . . . . Fs.15
-
Mailänder . . . . Fs.45
do. . . . . Fs.10 39,40
Meininger . . . . ſl. 7. 34,80
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,00
do. v. 1858fl. 100 502,00
Ungar. Staats . . fl. 100 385,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 165,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereians . . . . 20,38
20 Franks=Stücke . . . . 16,17
Amerikaniſche Noten. . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . . 20,42
Franzöſiſche Noten. . . . 80,90
Holländiſche Noten. . . . 168,45
Italieniſche Noten . . . . 79,85
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
Ruſſiſche Noten . . . ..
Schweizer Noten . . . . . 80,95
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard 38f.=7%
Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Danuerstag, den 4. September 1913.
Seite 7.
Weiblich Fraufeneſetzten Alters, aus guter Familie,
uletzt 9 Jahre als Geſellſchafterin
n Herrſchaftshaus in Stellung
eweſen, (Haushalt wurde wegen
Todesfall aufgelöſt) im geſamten
hausweſen, inkl. Kochen, perfekt,
ucht Stellung zur Führung eines
haushalts, auch bei älterem Herrn,
v. auch wieder als Geſellſchafterin
der Hausdame. Gefl. Zuſchriften
rb. u. N 44. an die Exp. (*7481 Me
(8
nimmt noch
Friseuse Kunden an.
Luiſenſtraße 30, Hth. I. (*7573ds Perfekte Weißzengnäherin, die
uch akkurat ausbeſſert, nimmt noch
inige Kunden an.
7580
Zu erfragen in der Expedition. Schneiderin empf. ſich in und
ußer dem Hauſe. Zu erfragen
kuthsſtr. 19, I.
(*7544ds Pie
9f
Guchtige Schneirrm
eht ins Haus. Jackenkleider
chneiderarbeit. Off. unt. N 62
n die Expedition erbeten. (18292a eee
ſucht Stellung als
Nädchen Stütze bei allein=
ehender Dame oder älterem
hepaar. Gefl. Anerbieten unter
49 an die Exped. (18276mdf Jg. Frau ſ. tägl. 2—3 Std. Laufd.
lappacherſtr. 66½, 1. St. (B18266 Jung. Mädchen ſucht Laufdienſt.
andwehrſtr. 31, Vdh., II., I. (*7469md Gut empfohlenes
Kinderfräulein
icht Stelle hier od. auf dem Lande,
fort od. zum 15. Sept. (18150ids
Näheres Dieburgerſtr. 21. Junge Frau ſucht Laufdienſt
Heinheimerſtr. 23, Mſd. (*7533 Gut empfohlene Frau, Köchin,
cht Aushilfsſtelle. Zu erfragen
der Expedition.
(*7538 eſſ. Mädchen ſucht für 15. Sept.
. 1. Okt. Stellg. in kl. f. Haus=
ilt, wo Köchin vorh., am l. nach
tsw. Off. u. N 65 Exped. (*7543 leiß, ſaub. Mädch. ſ. Laufdienſt.
587) Mathildenplatz 2, Stb., II. Unabh. Frau ſ. nachm. Waſch. od.
utz. oder Aush. in Hotel. (*7575
Näh. Soderſtraße 48, Hinterh. Der Katholiſche
Mädchenschutz
Verein
Nieder=Ramſtädterſtraße 30
iglich von 3—5) empfiehlt per
fort oder 1. Oktober ältere perfekte
öchin., Hausmädchen, Kinder=
äulein und= Mädchen. (18313 Ein 25jähriges Mädchen ſucht
telle als Haushälterin bei
leinſtehendem Herrn oder Witwer
it Kindern, da kinderlieb. Offert.
iter N 73 an die Expedition
eſes Blattes.
(*7568 Frau nimmt Waſchen u. Putzen
i Riegerplatz 14, Mſd. (*7612 Mehrere Mädchen, weiche kochen
nnen, u. jüngere Mädchen ſuchen
tellen. Katharina Jäger, früher
öckel, gewerbsmäßige Stellen=
rmittlerin, Luiſenſtr. 34. (*7606 in kräftiges Mädchen, 16 Jahre
t, welches ſchon gedient hat, ſucht
telle für 1. Okt., ſieht weniger auf
ohn als auf gute Behandlung.
ff. u. N 82 a. d. Exped. (*7613 Männlich Ein zuverläſſiger Mann
cht in beſſerem Hauſe Stelle als
ausmeiſter. Derſelbe kann mit
r Zentralheizung umgehen, ſowie
ufende Reparaturen an Gas= u.
Jaſſerleitung uſw. ſelbſtänd. ausf.
ff. unt. N 11 a. d. Exp. (*7342imd enſ. Beamter, w. l. Jahre Ver=
auensp. geh. u. gute Zeugn. beſitzt, ſ.
ebenbeſch. Off. u. N 69 Exp. (*7545df Solv. Geſchäftsmann über=
mmt Inkaſſo bei geringem
rozentſatz. Offert. unter N 84
n die Exped. ds. Bl. erb. (*7617 Ollenrte
Fräulein
in einfacher Buchführung und
Kaſſeweſen bewandert, zu mögl.
bald. Eintritt geſucht.
Selbſt=
geſchriebene Offert. mit Angabe
der ſeitherigen Tätigkeit u.
Ge=
haltsanſprüche unter N 87
an die Exped. ds. Bl. (18359
tüchtige
aat
Weiche Schneiderin
übernimmt am Platze Arbeitsſtube
e. Damen=Konfektionsgeſchäfts?
Beſte ſelbſtänd. Exiſt. ohne Riſiko.
Off. unt. M 94 an die Exp. (18340
ehet
Ein Lrhrmädchen aus
acht=
barer
Familie für Oktober geſucht (*1425md
Schulſtr. 6, Elekt.=Geſchäft.
geſucht (18188ids
H. Berger, Ernſt=Ludwigſtr.
eß
Tücht.,
öze in kleinen
fleiß., Mägehen Haushalt
ſof. geſucht. Hugo Keßler,
Wies=
baden, Hellmundſtr. 22. (18153imd
Ein tüchtiges, nicht zu junges
Mädchen für alle häusliche
Ar=
beiten ſofort geſucht
(*7379mdf
Kirchſtraße 7.
Junges Mädchen oder
Kindergärtnerin
zur Beaufſichtigung mein. 2 Jungen
von 5 und 6 Jahren tagsüber per
1. Okt. geſ. Zu melden v. 12—2 Uhr
Frau Zahnarzt Stroh, Heidelbergerstr. 7 (*md
Tücht. Laufmädchen od. Frau
geſucht Wienersſtr. 80, I. (*7386md
Ein tüchtiges und ſolides
Weiblich
Tüchtige, freundliche
Verkäuferin
r Schweinemetzgerei zum 1. Okt.
ſucht. Off. zu richten unt. N 78
die Exped. ds. Bl. (18344dsi
Sauberes Mädchen von halb 7
hr bis nachmittags 5 Uhr geſucht.
udwigshöhſtr. 13½, I. (B18283
Einfaches Mädchen
das ſchneidern kann u. in
Haus=
arbeit gründlich iſt, zu 2 groß.
Kind. (10 und 12 Jahre) geſucht.
7576ds) Eliſabethenſtr. 14, II.
ennmmmmmnnc
G
Jünger Hausbursche
geſucht. Paul März, Landwehr=
(18348
ſtraße 19½.
Lehrling für Kontor geſucht.
Hans Remmert, Baumaterialienhandlung,
(*7605
Heidelbergerſtr. 63.
vermittelt Kauf,
Betei=
ligung eines beſſeren Kohlen=,
Speditions= oder ähnlichen
Ge=
ſchäfts in Darmſtadt. Gefl. Offert.
erbitte unter Zuſicherung ſtrengſter
Diskretion unter A M 98 an die
Expedition ds. Bl.
(*75620fs
W
I,18305)
Mädchen die koch. könn, Hausm.
u. Alleinm. m. gut. Zeugn. erh. ſehr
gute Stell. 25, 28, 30 Mk. Lohn per
Monat. Frau Suſanna Röſe,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Kiesſtraße 35, 1. Stock.
(*7581
das womöglich ſchon in beſſerem
Haushalt gedient hat, zum 1. Okt.
geſucht. Näheres Neckarſtraße 18,
2. Stock rechts.
(*7432mdf
Ein tüchtiges,
älteres — Mädchen,
das den Haushalt vollſtändig
allein führen kann, gegen guten
Lohn per Oktober geſucht (*7494md
Schulſtraße 6, 1. Stock.
Geſucht zum 1. Oktober, event.
früher, tüchtige Haus=, Allein= u.
jüngere Mädchen, einfache Stütze
zu einzelner Dame Nähe
Darm=
ſtadts, gute bürgerl. Köchinnen in
Offiziershäuſer nach Hagenau und
Trier. Emma Frank, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Karlſtr. 31. (18277md
Suche zum 1. Okr. ſolide, zuverläſige,
,
einfache Stutze
oder beſſeres Mädchen, das kochen
kann, in aller Hausarbeit erfahren
iſt und mit Kindern gut
umzu=
gehen verſteht. Mädchen für grobe
Arbeit wird gehalten.
Vorzu=
ſtellen 12—4 Uhr, 8—9 Uhr abends
Roßdörferſtraße 89, II. (17962ids
Geſucht zum 1. Okt. in Küche u.
Hausarbeit erfahrenes
Allein=
mädchen mit guten
Ze=
eugniſſen
Steinſtr. 37, part. (*7324ids
Beſſ. Fräulein zur Führung des
Haushalts in kinderl. Familie
ge=
ſucht. Vorzuſtellen abends v. 5 5is
6 Uhr bei Rühl, Waldſtr. 9. (*7300ids
Laufmädchen von 7 Uhr bis n. d.
Spülen geſ. Landwehrſtr. 11, pt. (*
die etwas kochen
*e
Aushilſe, kann, ſofort für
September geſucht, oder tüchtiges
Alleinmädchen, das 1. Oktober
mit nach Berlin überzieht. Näheres
(*7546
Ohlyſtraße 77, part.
pigin oder Frau
farge
Aelteres Frauforn zur Führung
eines bürgerlichen Haushaltes
ge=
ſucht. Näheres Expedition. (*7556
Beſſeres Mädchen zu zwei
Kindern aushilfsweiſe geſucht
Bleichſtraße 26, II. (*7550
40
foria zur ſelbſtändigen
Hanshällere Führung des
Haushaltes eines älteren Herrn
geſucht. Lauffrau vorhanden. Beſte
Empfehlungen erforderlich.
Näheres Hochſtr. 61, I.,
vor=
mittags bis 1 Uhr.
(*7537ds
Eochks nach Maing ſofort oder
Düche 1. Oktober Köchin, welche
etwas Hausarbeit übernimmt,
od. einf. Stütze, die koch. kann u.
neben Waſchfrau bei der Wäſche
hilft. Zeugniſſe u. Gehaltsanſpr.
an Frau Major von Tabouillot, z. Zt.
Berchtesgaden, Villa Neuhäusl. (*7590ds
Ordl. Mädchen tagsüber geſucht.
7591)
Hochſtraße 26, I.
Zuverl. Mädchen für Kinder
u. leichte Hausarbeit ſofort geſucht.
7584) Gutenbergſtr. 50, part.
Intleine Familie ſolid., fleißiges
Alleinmädchen mit guten
Zeug=
niſſen für 1. Oktober geſucht.
Stiftſtraße 7, II.
(*7588ds)
hoß od. unab=
Sauberes Mädchen hängige
Frau für vormittags für
Milch=
geſchäft gegen guten Lohn für
ſo=
fort geſucht. Vorzuſtell. von 2 Uhr
mittags ab Wendelſtadtſtraße 31
(*7596df
Gartenhaus, 1. St.
Es wird ein junges Mädchen
tagsüb. geſ., w. z. Hauſe ſchlaf. kann.
Soderſtraße 134, 2. Stock. (*7566dfs
Saubere gründliche Lauffrau
*7565
ſofort geſucht.
Wittmannſtraße 35, parterre.
Suche große Anzahltücht. Mädchen
m. g. Zeugn. hier u. auswärts und
1 Herrſchaftsdiener ſof. u. 1. Okt.
ohannette Weißmanntol, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Karlstr. 30, Tel. 1909. (*
Suche perfekte u. bürgerl. Köchinnen,
Hausmädchen, welche ſchneidern,
nähen, bügeln, ſervieren,
Allein=
mädchen, welche kochen u. nicht kochen
können, in Privathäuſer für ſofort
u. 1. Okt. für hier u. auswärts. Frau
Minna Lingelein, gewerbsmäßlge
Stellen-
vermittlerin, Elisabethenstr. 5, Tel. 531. (8
S„
Solorl gesucht
erfahrene, ehrliche Köchin mit guten
Zeugniſſen. Näh. Exped. (B18354
,
Junges Mädchen
das zu Hauſe ſchlafen kann, für alle
Hausarbeit gegen hohen Lohn geſ.
Allee 61.
18349dfs)
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N 64 an die Exped. (*7542dfs
M
z für Engr.=Geſch.
Tcht. Kammis geſ. Off. m.
Ge=
haltsanſpruch u. N 86 Exp. (*7624
Jüngerer Mannfakturiſt für
Buchhaltung u. kleinere Reiſen ge=
*7317id
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913.
Nummer 207.
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wird kagsüber in Pflege
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Näheres Sandbergſtraße 49, I.
Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund. 1 Spitzhund, 1 Dachshund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(18301
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir serneut zur
allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 2. September 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Polizeiverordnung
für die Stadt Darmſtadt, die Beaufſichtigung der Hunde betreffend.
Auf Grund des Artikels 56 Abſatz 2 Ziffer 1 des Geſetzes,
betreffend die Städteordnung für das Großherzogtum Heſſen, vom
13. Juni 1874 wird nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung
der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Genehmigung des
Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 16. März 1909, zu
Nr. M. d. J. II 1247, die nachſtehende Polizeiverordnung für den
Gemeindebezirk Darmſtadt erlaſſen:
§ 1. Innerhalb der Stadt müſſen auf öffentlichen Straßen
und Plätzen, ſowie an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen,
1. biſſige Hunde mit einem das Beißen verhindernden Maulkorb
verſehen ſein und an einer kurzen Leine geführt werden,
2. Hunde der nachſtehenden Raſſen:
a) Bernhardiner,
b) Neufundländer,
c) Leonberger,
d) Doggen (Deutſche, Ulmer, Däniſche und Bulldoggen),
e) Barſoys (große ruſſiſche Windhunde),
k) Maſtiffs
und alle aus Kreuzungen dieſer Raſſen hervorgegangenen Hunde
an einer kurzen Leine geführt werden.
§ 2. Alle Hunde ſind an der Leine zu führen
1. in den dem Publikum geöffneten Großherzoglichen Hofgärten,
2. in den Anlagen weſtlich der früheren Main=Neckar=Bahn,
3. in den neuen Bahnhofsanlagen zwiſchen Allee, Stirn= und
Dornheimer Weg,
4. in den Bahnhöfen,
5. in Wirtſchaften und Wirtsgärten.
§ 3. Die Begleiter von Hunden haben dafür Sorge zu tragen,
aß dieſe in den öffentlichen Anlagen, in denen ſich Raſenplätze
Zlumenbeete oder Gebüſchanpflanzungen befinden, nicht außerhalb
er Wege umherlaufen.
§ 4. Außerhalb der Stadt müſſen alle biſſigen Hunde mit
inem das Beißen verhindernden Maulkorb verſehen ſein.
§ 5. Kranke Hunde und läufige Hündinnen müſſen auf der
Straße und an Orten, wo Menſchen zu verkehren pflegen, ſtets an
er Leine geführt werden.
Mit anſteckender Krankheit, insbeſondere Hautkrankheit behaftete
unde, müſſen zu Hauſe eingehalten werden.
§ 6. Es iſt verboten, zur Nachtzeit, d. h. in der Zeit von
0 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, Hunde ohne Aufſicht auf der
straße frei umherlaufen zu laſſen.
§ 7. Das Mitbringen von Hunden auf Friedhöfe, den Wochene
tarkt und die Meſſe, ſowie in öffentliche Dienſtgebäude, in die
adehäuſer oder an die Badeplätze des Woogs, zu öffentlichen
Feier=
chkeiten und in Räume, in denen Nahrungs= oder Genußmittel
ilgeboten werden, iſt verboten.
§ 8. Die Beſitzer und Begleiter von Hunden haben die
erforder=
chen Maßregeln zu treffen, damit die Ruhe nicht durch andauerndes
ebell oder Geheul ihrer Hunde geſtört wird, und insbeſondere das
nbellen von Perſonen, Zug= und Reittieren durch ihre Hunde zu
erhindern.
§ 9. Das Polizeiamt kann den Aufenthalt bösartiger, biſſiger
nd kranker Hunde auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen
inz verbieten.
§ 10. Für jeden Hund, der in das nach § 1 der Verordnung
om 4. November 1899, die Hundeſteuer betreffend, von der Großh.
ürgermeiſterei zu führende Hunderegiſter eingetragen iſt, erhält der
eſitzer des Hundes eine Blechmarke mit einer Nummer, die der
und, ſolange er ſich außerhalb eines Hauſes, geſchloſſenen
Grund=
icks oder ſonſtigen umſchloſſenen Raumes befindet, ſtets am
Hals=
ind zu tragen hat.
§ 11. Wer den vorſtehenden Beſtimmungen zuwiderhandelt oder
e ihm darin auferlegten Verbindlichkeiten nicht erfüllt, wird, inſoweit
cht andere Strafbeſtimmungen zur Anwendung zu kommen haben,
1f Antrag des Großh. Polizeiamts mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark
ſtraft.
§ 12. Die Polizeibehörde hat ferner das Recht, alle Hunde,
entgegen den Beſtimmungen dieſer Polizeiverordnung nicht
an=
leint oder nicht mit einem das Beißen verhindernden Maulkorb oder
cht mit der in § 10 vorgeſchriebenen Blechmarke verſehen ſind, durch
n Hundefänger einfangen zu laſſen, falls der Beſitzer nicht zur
telle iſt und den Hund in Gewahrſam nimmt.
Desgleichen können alle Hunde eingefangen werden, die an den
§7 genannten Orten, in öffentlichen Anlagen außerhalb der Wege
er zur Nachtzeit ohne Aufſicht frei umherlaufen.
§ 13. Die eingefangenen Hunde werden in Verwahrung und
lege genommen und 5 Tage lang zur Auslöſung durch den Beſitzer
reit gehalten.
Die Herausgabe erfolgt an die Perſonen, die ſich als
empfangs=
rechtigt ausweiſen, gegen Erſtattung des Betrags, der von dem
olizeiamt als Entſchädigung für die durch das Einfangen und die
erpflegung der Hunde der Polizeikaſſe erwachſenen baren Auslagen
tgeſetzt wird.
Ounde, welche die in § 10 vorgeſchriebene Blechmarke mit
immer tragen, ſind den Eigentümern innerhalb 24 Stunden nach
n Einfangen gegen Erſtattung einer beſonderen Gebühr in Höhe
n 50 Pfennig zuzuführen.
Hunde, die innerhalb der 5tägigen Friſt nicht ausgelöſt ſind,
rden entweder zu Gunſten der Polizeikaſſe veräußert oder getötet.
§ 14. Durch die Beſtimmungen des § 12 wird das wegen
bertretung der Vorſchriften dieſer oder der in § 10 erwähnten
rordnung einzuleitende Strafverfahren nicht berührt.
§ 15. Die Polizeiverordnung vom 4. Auguſt 1891, die
Beauf=
ſtigung der Hunde betreffend, wird aufgehoben.
Die Polizeiverordnung für den Kreis Darmſtadt vom 29.
No=
nber 1911, das Fahren mit Hunden betreffend, wird durch die
rſchriften dieſer Polizeiverordnung nicht berührt.
§ 16. Dieſe Polizeiverordnung tritt am 15. April 1909 in Kraft.
Darmſtadt, den 24. März 1909.
(18343df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Faſeleber-Verkauf.
ſontag, den 8. September 1913, vormittags 11½ Uhr,
d ein gutgemäſteter, zur Zucht untauglich gewordener Faſeleber
dem Submiſſionswege verkauft. Bedingungen liegen auf unſerem
reau zur Einſicht offen. Offerten ſind, mit entſprechender Auf
ift verſehen, bis zu dem obengenannten Termin bei uns
ein=
eichen.
(18314ds
Pfungſtadt, den 2. September 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Laug.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von
folgen=
den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 15. bis 31. Auguſt 1913:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 20.50 bis 24.50
Korn
„ „ 17.50 „ 18.-
Gerſte
„ „ 18.— „ 20.−
Hafer
18.50 „ 21.—
Butter ½ Kilo Mk. 1.35
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.—
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 6.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 1.75.
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.—
Heu per 50 Kilo Mk. 4.—
Darmſtadt, 3. September 1913.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Donnerstag, 18. Sept. 1913,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den:
1. Wilhelm Klein zu
Darm=
ſtadt,
2. Wilhelm Lohfink, Sohn des
Jakob Lohfink zu Bad
Nau=
heim, gehörigen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr. qm
VI 183 20¾10 Grabgarten
Hei=
delbergerſtr.,
VI 184 33 Grasgarten
Hei=
delbergerſtraße,
VI 185 163 Hofreite
Heidel=
bergerſtr. Nr. 100
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe ver
ſteigert werden.
Darmſtadt, 5. Auguſt 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (VI,16638
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß
wird hierdurch zur öffentlichen
Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen des Jakob
Schroth, Inhaber der Firma
A. Merz in Darmſtadt,
Schul=
ſtraße, wird heute, am 1.
Septem=
ber 1913, vormittags 11½ Uhr,
das Konkursverfahren eröffnet, da
die Firma Rheingold Söhnlein &
Co. in Schierſtein den Antrag auf
Konkurseröffnung geſtellt und ihre
Forderungen glaubhaft gemacht
hat und auch die
Zahlungsun=
fähigkeit des Schroth genügend
dargetan iſt.
Der Rechtsanwalt Dr. Brücher in
Darmſtadt wird zum
Konkursver=
walter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
18. Oktober 1913 bei dem
Ge=
richte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung
über die Beibehaltung des
er=
nannten oder die Wahl eines
ande=
ren Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines
Gläubigeraus=
ſchuſſes und eintretenden Falls
über die in § 132 der
Konkurs=
ordnung bezeichneten Gegenſtände
auf
Freitag, 3. Oktober 1913,
vormittags 11½ Uhr,
und zur Prüfung der
angemel=
deten Forderungen auf (18321
Freitag, 7. November 1913,
vormittags 11 Uhr.
vor dem unterzeichneten Gerichte,
neues Gerichtsgebäude, 1. Stock,
Zimmer Nr. 219, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur Konkursmaſſe
etwas ſchuldig ſind, wird
aufgege=
ben, nichts an den
Gemeinſchuld=
ner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt,
von dem Beſitze der Sache und von
den Forderungen, für welche ſie aus
der Sache abgeſonderte
Befriedig=
ung in Anſpruch nehmen, dem
Kon=
kursverwalter bis zum 27.
Sep=
tember 1913 Anzeige zu machen.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I
zu Darmſtadt.
Samstag, 6. September 1913,
vormittags 95 Uhr,
wird auf dem Hofe der
Train=
kaſerne in der Eſchollbrückerſtraße
Nr. 24 die Matratzenſtreu der
1. Kompagnie verſteigert. (18316
Train=Bataillon Nr. 18.
See 5
E
EinRöch
Apparate, Gläſer, Saftpreſſen,
Saftbentel, Haarſiebe,
Meſſing=
keſſel empf. in groß. Ausw. (*7552
Ernst Crämer, Ludwigſtr. 7.
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1 Badeofen (Kohlenfeuer.) und
=Wanne, 1 eintür. großer
Kleider=
ſchrank zu verk. Anzuſ. vorm.
Liebigſtr. 39, part.
*7536)
Guterhaltene ¾ Geige zu
ver=
kaufen. Näheres in der
(18297ids
Expedition.
Ankauf von Faſelvieh.
Für den Faſelſtall, Arheilgerſtraße 43, ſoll ein junger Bulle)
Simmenthaler Raſſe, angekauft werden.
Das Tier muß bereits gekört und erfolglos mit Tuberkulin
geimpft ſein. Angebote, bei Freilieferung des Tieres in den Stallg
ſind bis längſtens Montag, den 8. ds. Mts. vormittags 10 Uhr,t
in dem Stadthauſe, Rheinſtraße 16, abzuliefern.
(18342df
Darmſtadt, den 2. September 1913.
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Jager.
Mt
Vergebung von Bauarvenen.
Die nachſtehenden Rohbauarbeiten für den Neubau eines Ver=”
waltungsgebäudes der Landwirtſchaftskammer in der Allee zu
Darm=
ſtadt werden unter Hinweis auf den Miniſterialerlaß vom 16. Juni
1893 und deſſen Nachtrag vom 24. Februar 1911 zum Wettbewerb
ausgeſchrieben:
Erd= und Maurerarbeiten, 840 cbm Erdaushub, 416 cbm
Bruchſteinmauerwerk, 1130 cbm Backſteinmauerwerk, 323 qm
Fach=
werkswände, 320 qm Iſolierung, 630 qm Balken= und Sparrenfelder
mit Tuffſteinen auszurollen uſw. — Steinhauerarbeit, 52 cbm
Hau=
teine, wie Tür= und Fenſterumrahmungen, Geſimſe, Säulen, Pilaſter,
Treppentritte uſw., 54 qm Sockelverblendung, 35 qm Werkſteine in
Baſaltlava, 22 cbm Kunſtſteine. — Beton= und Terrazzoarbeit,
2083 qm Eiſenbetondecken, 108 lfd.m Stockwerkstreppen, 112 lfd.m
Hauptdachgeſims, ca. 25 cbm Betonſtürze, 467 qm Betonboden,
55 qm Terrazzoboden uſw. — Zimmerarbeiten, 70 cbm
Tannen=
holz, 3750 m Holz abzubinden, 104 lfd. m Dachbruchgeſims, 438 qm
rauhen Fußboden, 397 qm Deckenſchalung, Stockwerkstreppe mit
60 Stufen. — Grobſchloſſerarbeiten, ca. 800 kg Kleineiſenzeug.
Dachdeckerarbeiten, ca. 990 qm Schieferdach, 102 lfd.m
Schneefang=
gitter. — Spenglerarbeit, 116 lfd.m Hängekandel, 92 lfd.m Abfall=
— Blitzableiteranlage, ca‟
rohre, ca. 10 qm Zinkabdeckung uſw.
115 lfd. m Leitungsdraht, 60 Stück Leitungsträger.
Die Zeichnungen und Verdingungsunterlagen liegen von
Samstag, den 6. ds. Mts. ab während der Dienſtſtunden auf unſerem
Amte (Rheinſtraße 34, II.) zur Einſicht offen. Angebotsformulare
werden gegen Erſtattung der Selbſtkoſten abgegeben. Ein Verſand
der Unterlagen nach auswärts findet nicht ſtatt. Die Angebote ſind
verſchloſſen, portofrei, mit entſprechender Aufſchrift verſehen bis
Samstag, den 20. ds. Mts., vormittags ½10 Uhr, an uns
einzureichen, an welchem Tage die Eröffnung der Angebote im
Bei=
ſein der erſchienenen Bewerber erfolgt.
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
(18312
Darmſtadt, den 3. September 1913.
Bauberatungsdienſt der Landwirtſchaftskammer
für das Großherzogtum Heſſen.
Thaler.
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Donnerstag, den 4. Septbr. 1913, nachm. 4 Uhr,
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b) vorausſichtlich: 2 Pianinos, 2 Büfetts, 8 Diwans, 6 Sofas,
12 Vertikos, 3 Spiegel=, 8 Kleider=, 2 Waren= und 2
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ſchränke, 3 Schreibtiſche, 4 Kommoden, 1 Partie Kokos= und
Ledermatten, 1 Partie Teppiche, 2 Schreibſekretäre, 3
Waſch=
tiſche, 1 Landauer, 1 Viktoriawagen, 2 Landſchaftsbilder,
1 Spiegel pp.;
e) ferner auf Grund des § 383 B. G. B.:
1 Pferd (brauner Wallach).
Darmſtadt, den 3. September 1913.
(18293
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Nachlaß=Verſtergerung
in Mannheim
Friedrichsplatz Nr. 9, Entreſol.
Freitag, den 5. Sept.,
nachmittags 3 Uhr,
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913,
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913.
Seite 13.
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IV1UE1
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Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
8
Mein Gewiſſen iſt rein in bezug auf Eberhardt von
Drewensberg, ſo wahr mir Gott helfe, ſchrieb ſie. Ich bin
inſchuldig daran, daß ich der Familie Drewensberg zum
Fluch geworden bin, und ich würde mich mit Freuden
auf=
pfern, wenn dadurch alles das ausgelöſcht werden könnte,
vas durch mich über ſie gekommen iſt. — Heinz iſt
geſtor=
en in der Hoffnung, daß ſein Vater, den er am höchſten
ſielt von allen Menſchen, ſich doch noch überwinden würde,
n ſeinem verwaiſten Kinde Vaterſtelle zu vertreten, aber
r hat damit nicht zugleich ſeinem Kinde die Mutter, der
ſutter ihr einziges Glück auf Erden rauben wollen. Sie
eiden als Vater — und gerade darum — und weil ſie ein
Nitglied des Geſchlechtes Drewensberg ſind, das auf ſein
Janier geſchrieben hat: Pro aris et kocis. für Altar und
Familie —, wage ich zu hoffen, daß Sie einer Mutter Herz
icht werden brechen wollen. Laſſen Sie mir meinen
Sohn! Ich will ſeine Erziehung unter Ihre ſtete Auſſicht
ellen; Ihre Wünſche ſollen gelten und Ihren Rat will ich
inholen — aber laſſen Sie ihn mir. Gewähren Sie
hrem Enkel ſein Recht — ich entſage freiwillig feierlichſt
jedem Anſpruch auf die Familie Drewensberg für jetzt
und immer.
Herr Baron, auch ich habe gelitien — ſchwer gelitten
durch Sie. Unſerer Ehe hat ohne Ihren Segen der
Sonnenſchein gefehlt, Ihrem Sohn iſt das Sterben
un=
ſäglich ſchwer geworden, weil er Weib und Kind ſchutzlos
dem Zorn ſeiner Familie überantwortet ſah. Wenn Sie
ſich rein fühlen von jeder Unterlaſſungsſünde, ſo heben
Sie den Stein gegen mich auf und ich will ergeben
ſtill=
halten. Sollte aber doch vielleicht eine leiſe Stimme in
Ihrem Innern Sie allzu großer Härte zeihen, ſo vergeben
und vergeſſen Sie, und es ſollen auch alle Tränen
ver=
geſſen ſein, die meine Liebe zu meinem Mann mich
ge=
koſtet hat.
Hartkopf legte ſtill den Brief aus der Hand. Er ſtand
am Bettchen des Kindes, das ahnungslos ſchlief, ein
Engelsbild mit ſeinen roten Pausbäckchen und der wirren
braunen Lockenfülle. Und er ſtreichelte leiſe ſein Händchen.
Wenn ſie dich nur erſt geſehen haben — wenn du nur erſt
einmal Großväterchen und Großmütterchen zu ihnen geſagt
haben wirſt in dem Schmeichelton, mit dem du den alten
Harto Väterchen nennſt, werden ſie dich gutwillig nie mehr
laſſen.
Es war noch am Vormittag desſelben Tages, als
Anita Brigitte auſſuchte. Sie geſtattete dem Mädchen
nicht, ſie anzumelden, ſondern ließ ſich nur des gnädigen
Fräuleins Zimmer zeigen.
Brigitte ſaß, mit einer Handarbeit beſchäftigt, im
Erker, als ſich die Tür öffnete und jemand ſtill hereintrat.
Eine ſchwarze Geſtalt ſtand an der Schwelle, und als
Bri=
gitte ſich ihr erſtaunt zuwandte, blickte ſie in ein paar
feuchtſchimmernde bittende Augen, und ein Mund, um den
ein verlegenes Lächeln ſchwebte, ſagte innig: Pater
peccavi.
Im nächſten Augenblick hielten ſich die beiden Frauen
umſchlungen und weinten zuſammen.
Nun mußt du endlich auch meine Mutter kennen
ler=
nen, ſagte Brigitte, nachdem ſie eine lange Zeit
nebenein=
ander geſeſſen und ſich gegenſeitig ihr Herz ausgeſchütter
hatten. Sie hat es ſchwer genug empfunden, daß ſie ſich
vor dir verborgen halten mußte und daß ſie unſeren
Heini nicht ſehen konnte, von dem ich ihr täglich ſoviel
berichtete; aber die Aehnlichkeit . . du weißt, die beiden
Brüder Drewensberg, dein Schwiegervater und mein
Vater, hatten zwei Schweſtern geheiratet, und meine
Mut=
ter gleicht deiner Schwiegermutter ſo ſehr, daß es nicht
möglich geweſen wäre, den Betrug noch länger vor dir
aufrechtzuerhalten, nachdem du ſie geſehen haſt.
Frau von Steltz war eine kleine, zarte Frau mit den
Spuren körperlichen Leidens in dem feinen Geſicht, das
allerdings frappierend an ihre Schweſter, die Baronin
Darmmoter Tagolatt, Donnersrag, wen 4. Sepremper 1913.
Nummer 207.
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er kategoriſch, das iſt unwürdig und abſcheulich, und ich
habe mich geſchämt wie ein Schuljunge, als ſie mich nach
meinem Vater fragte. Lieber gehe ich ihr gar nicht mehr
vor die Augen.
Anita mußte unwillkürlich lächeln. Ich kann ihm das
Zeugnis ausſtellen, daß er kein großer Künſtler im Lügen
iſt. Ich kam auf ganz ſonderbare Gedanken, als ich ſeine
Verlegenheit merkte.
Und dann ſollte das Feſt bei der Tante Steinberg
endlich Klarheit ſchaffen. Eberhardt meinte: Sie muß
ſich jetzt überzeugen laſſen, daß wir nur ihr Beſtes wollen,
wir dürfen es nun wagen, ihr offen entgegenzutreten.
Aber dies Lavieren, damit nicht vor dem rechten
Augen=
blick die Enthüllung kam. Die Gräfin war natürlich
ein=
geweiht. Sie hielt ſie bei ſich und ſchickte Maria und Wolf
voraus in die Geſellſchaft, damit ſie nicht in deiner
Gegen=
wart als Drewensbergs begrüßt würden. Wolf oder
Maria wollten ſich dann Eberhardt zuführen, der dir
Auf=
klärung geben ſollte, aber natürlich kam Zeſina dazwiſchen.
Sie ſpielte wieder einmal ihre eigene Rolle; eine
herzens=
gute Perſon iſt ſie, aber noch immer etwas enfant
terrible. Und dann — dann machteſt du den dicken Strich
durch alle unſere ſchönen Hoffnungen und Berechnungen
— und um ein Haar wäre das ganze Spiel mit einem
Mal zu Ende geweſen.
Wenn meine treue Brigitte — mir iſt der Name lieb
geworden und ich möchte ihn beibehalten — nicht als meig
guter Engel an meiner Seite geſtanden hätte! Aber .
wenn das Spiel auch nicht aus iſt — wird es nicht doch in
jedem Fall verloren ſein?
Das wird allein von dir abhängen, Kind. Aber nun
ſchweigen wir von den unerquicklichen Dingen. Erzähle
mir von unſerm ſüßen Heini. Er iſt ſchon jetzt das
Familienkind. Du mußt ihn mir noch heute mit Vater
Harto ſenden, den muß ich auch kennen lernen, den guten
Alten.
16. Kapitel.
Es vergingen einige Tage, die Anita viel
Familien=
beſuch brachten. Maria weilte ſtundenlang bei ihr und
ihrem Herzensjungen. Ihre Mutter kam in Wolfgangs
Geſellſchaft und zuletzt ſtellte ſich auch der General ein.
Er erſchien in voller Uniform, mit Orden und
Ehren=
zeichen, und führte ſich ganz etikettegemäß bei ihr ein; aber
nachdem dieſe Zeremonie in gebührender Feierlichkeit
be=
endet war, lachte er vergnügt und meinte:
Jetzt, meine liebe Nichte, machen Sie gefälligſt
Toi=
lette und begleiten Sie Ihren alten würdigen Onkel zu
einem gemütlichen Diner zu Dreſſel. Die Steltzes
erwar=
ten uns dort, und die Malersleute ſind auch geladen. Sie
ſchwärmen nämlich beide in allen Tonarten von der
neuen herzigen Verwandten. Das ſtammt von der kleinen
Frau. Wir wollen die offizielle Aufnahme dieſer neuen
herzigen Verwandten in die Familie Drewensberg
feier=
lich begehen. Ich habe nur das eine Bedenken, ſetzte er
ſchelmiſch hinzu, wir werden bei Dreſſel keine ſaure Milch
bekommen können.
Ach — Exzellenz!
Onkel Friedrich Wilhelm heiße ich.
Mich beängſtigt das .
Wegen der ſauren Milch?
Sie lachte wider Willen. Auf die kann ich ſchon heute
allenfalls verzichten, aber — wie darf ich mich als
Fa=
milienmitglied fühlen, ſolange mein mein
Schwieger=
vater gegen mich iſt. Zum erſten Mal nannte ſie den
Ba=
ron von Drewensberg Vater, und es klang gezwungen
und ſcheu, als ob ſie fürchtete, er könne ſofort dagegen
Proteſt erheben.
(Fortſetzung folgt.)
von Drewensberg, erinnerte. Sie kam Anita mit
ausge=
ſtreckten Händen entgegen.
Seien Sie mir herzlich willkommen, mein liebes
Kind! Ich habe ſehnlichſt auf dieſen Augenblick gewartet.
Anita ergriff gerührt die Hände und wollte ſie küſſen,
aber Frau von Steltz zog ſie in ihre Arme zurück.
Sie ſind ja doch mein richtiges Nichtchen — und da
ſehe ich eigentlich nicht ein, warum wir uns nicht gleich
Du nennen ſollen.
Ihr ſeid alle ſo gütig zu mir, ſagte Anita mit
über=
ſtrömendem Gefühl, ihr beſchämt mich ſo tief. — Ich habe
Unheil über euch gebracht und ihr öffnet miec bereitwillig
großmütig Haus und Herz.
O nein, ſagte Frau von Steltz mit feinem Lächeln, ſo
bereitwillig iſt es doch nicht geſchehen. Vor einigen
Mo=
naten noch würdeſt du wahrſcheinlich eine verſchloſſene
Tür bei uns gefunden haben — aber gleicher Schmerz
führt zuſammen und das Leid iſt ein mächtiger
Friedens=
apoſtel.
Und ein feſter Kitt für die Freundſchaft, fiel Brigitte
kein. Sie ſchlang ihren Arm um Anita und führte ſie zum
Sofa, und Frau von Steltz ſetzte ſich zu ihr und nahm ihre
Hände mit mütterlicher Vertraulichkeit.
Du glaubſt nicht, wie ſehr meine Kinder darunter
ge=
litten haben, eine falſche Rolle dir gegenüber ſpielen zu
müſſen. Ihres Stiefvaters Namen zu tragen, iſt ihnen
kan ſich nicht ſchwer geworden, denn ſie haben an meinem
zweiten Mann einen rechten Vater gefunden. Aber die
ewige Sorge, ſich dir zu verraten, die Angſt, ſie könnten in
deiner Gegenwart Bekannte treffen, die ſie mit ihrem
wahren Namen anreden würden — ſo daß dann
wahr=
ſcheinlich aller Erfolg der Liſt vorbeigeweſen wäre es
war aufreibend. Nach jenem Ausflug nach Pichelswerder
war Wolf ganz rabiat. Ich tue nicht mehr mit, erklärte
Nummer 207.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 4. September 1913.
Seite 15.
Sport, Spiel und Turnen.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Am Sonntag findet
kauf dem Sportplatz an dem Alten Schießhauſe nach langer
Pauſe wieder ein hochintereſſanter Fußballwettkampf ſtatt.
Der Spielleitung des D. S.=K. 05 iſt es gelungen, den
Alt=
meiſter F.=K. Hanau 93 nach hier zu verpflichten. Die
Liga=Mannſchaft des F.=K. Hanau 93 iſt in Darmſtadt ein
gern geſehener Gaſt, da ſie auch über hervorragendes
tech=
niſches Können verfügt. Sportklub tritt mit ſeiner
neu=
aufgeſtellten Mannſchaft an.
sr. Akademiſche Olympia. Der Ausſchuß der
Deutſchen Burſchenſchaft zur Förderung
der Leibesübungen hat kürzlich in Leipzig eine
Sitzung abgehalten zur Beſprechung über die Beteiligung
der Deutſchen Burſchenſchaft an dem Akademiſchen Olympia
zu Leipzig 1913, ſowie zur Stellungnahme der Mitwirkung
beim deutſch=akademiſchen Bund für Leibesübungen. Es
waren ſowohl die Berliner Burſchenſchaft, die Leipziger
Burſchenſchaft, die V. A. B.=Leipzig, wie die Jenenſer
Burſchenſchaft und der Ausſchuß vertreten. Einem
An=
trage des Herrn Dr. Rießer=Königsberg zufolge wurde die
Verwaltung des Ausſchuſſes nach Berlin verlegt und der
Ausſchuß wie folgt beſetzt: Vorſitzender des Ausſchuſſes
Sanitätsrat Dr. Wulſten=Berlin, ſtellvertretender
Vor=
ſitzender und Obmann der Vertrauensmänner Dr. Rießer=
Königsberg, Schriftführer Rechtsanwalt Dr. Spiller=
Ber=
lin. Es wurde feſtgeſtellt, daß eine ſtattliche Anzahl von
Meldungen zu dem Akademiſchen Olympia bereits
vor=
liegt, auch wurde beſchloſſen, anzuregen, daß ſeitens der
Burſchenſchaft Preiſe geſtiftet werden ſollen. Die
Mit=
wirkung des Ausſchuſſes an den Beſtrebungen des
deutſch=
akademiſchen Bundes für Leibesübungen wurde ſeitens der
Verſammlung den Ausſchußmitgliedern angelegentlichſt
empfohlen. Auch wurde beſchloſſen, energiſch dahin zu
wirken, daß bei dem Hundertjahrfeſt der Deutſchen
Bur=
ſchenſchaft in Jena 1915 ein burſchenſchaftliches Olympia,
wie es bereits von dem Burſchentage Eiſenach 1913 auf die
Feſtordnung geſetzt ſei, in eindringlicher Weiſe von dem
Wirken des Ausſchuſſes und damit der Deutſchen
Burſchen=
ſchaft auf dem Gebiete der Leibesübungen ein Bild gebe.
sr. Der auſtraliſche Keulenſchwinger Burrow
unter=
nahm in London einen Verſuch, ſeinen Weltrekord im
Keulenſchwingen von 107 Stunden auf 120 Stunden zu
verbeſſern. Wie nicht anders zu erwarten, war die
Rekord=
ſtätte Tag und Nacht von Neugierigen umlagert, die dieſer
unglaublichen Leiſtung beiwohnen wollten. Nachdem
Bur=
row zirka 70 Stunden lang geſchwungen hatte, machten ſich
Zeichen von Schwäche bei ihm bemerkbar. Die Anfälle
gingen aber vorüber und Burrow ſchwang rüſtig weiter.
Nach weiteren 24 Stunden fing jedoch eine alte Verrenkung
am rechten Fuß wieder zu ſchmerzen an und trotz größter
Anſtrengungen, die Schmerzen zu überwinden, mußte der
Auſtralier ſeinen Rekordverſuch nach 97 Stunden 35 Min.
abbrechen.
Luftfahrt.
sr. Im Wettbewerb um den Michelin=
Pokal ſetzte der franzöſiſche Aviatiker Fourny auf M.
Farman=Doppeldecker ſeinen Flug fort. Wie an den ſechs
vorhergegangenen Tagen ſo legte er auch am ſiebenten Tag
rund 700 Kilometer zurück und brachte es auf eine
Geſamt=
leiſtung von 4900 Kilometer.
* Der Pommery=Pokal iſt jetzt Guillaux
zugeſprochen worden, nachdem durch genaue Nachrechnung
eſtgeſtellt worden war, daß er auf ſeinem letzten Fluge
1386,7 Kilometer bewältigte, während es Brindejonc de
Moulinais nur auf 1382,6 Kilometer gebracht hatte.
Landwirtſchaftliches.
* Groß=Gerau. 2. Sept. Bei dem letzten
Fer=
kelmarkt ſind infolge des ſehr großen Auftriebes von
165 Tieren die Preiſe ſehr zurückgegangen. Obſchon die
Käufer in großer Anzahl anweſend waren, konnten wegen
des überaus ſtarken Angebots nicht alle Tiere abgeſetzt
werden. Die Preiſe betrugen für Ferkel 8—17 Mark und
für Springer 19—23 Mark pro Stück. Einleger waren
nicht aufgetrieben. Montag, den 8. September, findet der
tächſte Ferkelmarkt ſtatt.
W. Lampertheim, 3. Sept. Der heutige
Prämiierungsferkelmarkt war mit 220 Tieren
efahren, eine ſchon recht ſtattliche Anzahl, wenn man
be=
ückſichtigt, daß für den Auftrieb faſt nur Lampertheimer
Züchter in Frage kommen. Der Markt hatte wiederum
tarken Zuſpruch zu verzeichnen, ſo daß faſt alle Tiere flott
bgeſetzt werden konnten. Die Preiſe bewegten ſich
zwi=
chen 24—35 Mark pro Paar; einzelne Tiere, die ſehr ſtark
waren, konnten ſogar für 40 Mark verkauft werden. Für=
Prämiierungszwecke wurden 75 Mark aufgewendet. Es iſt
noch zu bemerken, daß die Schweinezucht in ſtetem
Wach=
ſen begriffen iſt. Nächſter Ferkelmarkt Dienstag, 16. Sept.
— Frankfurt a. M., 3. Sept.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb 1397 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
Mark: Fettſchweine über 3 Zentner Lebendgewicht 63—65
(82—83), vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebend=
gewicht 63—64 (81—83), vollfleiſchige Schweine über 2
Zentner Lebendgewicht 63—65 (81—83), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentnern Lebendgewicht 63—65 (81 bis
83). Marktverlauf: Geſchäft langſam, bleibt Ueberſtand.
H. Frankfurt a. M., 3. Sept. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt war der Verkehr ein ruhiger,
aber die Preiſe für Landweizen und Landroggen bei
reich=
lichem Angebot weiter nachgiebig. Auch Hafer war
billi=
ger und dabei ſtärkeres Angebot vorhanden. Ebenſo
ſtell=
ten ſich ausländiſche Brotfrüchte niedriger. In Mais und
Gerſte fand nur geringes Geſchäft zu faſt unveränderten
Preiſen ſtatt. Futtermittel ruhig. Die Forderungen für
Mehl ſind mäßig herabgeſetzt.
Der Mannheimer Getreidemarkt blieb
ziemlich behauptet. An der Berliner
Produkten=
börſe war die Tendenz für September=Weizen und
=Roggen matter auf Andienungen infolge des ſchönen
Wetters und nur geringer Kaufluſt; ſpäter jedoch herrſchte
beſſere Nachfrage nach greifbarer Ware. Angedient
wur=
den bis jetzt 1700 Tonnen Roggen und 500 Tonnen
Wei=
zen. Spätere Sichten ſind kaum verändert; auch Hafer
ruhig und behauptet; neue Ernte war reichlicher
ange=
boten, jedoch nicht billiger. Nach den letzten
Kabelnachrich=
ten von den amerikaniſchen Getreidemärkten
Chikago und Neu=York) waren Weizen und Mais
ſchließ=
lich befeſtigt auf den hauſſelautenden Saatenbericht von
Oklahoma, die höheren Preiſe der Lokomärkte und das
geringere Angebot der Farmer. Auch ſtimulierten
Meld=
ungen über Froſt im Nordweſten von Kanada. Die
ſicht=
baren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von 45,45
Millionen Buſhels auf 44,89 Millionen Buſhels und die
Maisvorräte von 2,62 Millionen Buſhels auf 2,61
Millio=
nen Buſhels zurückgegangen. Ebenſo gingen die
Weizen=
vorräte in dieſer Woche von 4 Millionen Buſhels auf
2,64 Millionen Buſhels zurück.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen, hieſiger und Wetterauer 20—20,15,
Norddeut=
ſcher 20—20,15, Kurheſſiſcher 20—20.15, Ruſſiſcher 22,25
bis 23,25 La Plata 22,50—23, Rumäniſcher 22,75—23,50,
Kanſas 23—23,25, Manitoba 22,75—23,25, Redwinter 22,50
bis 23, Walla Walla 22,25—23; Roggen, hieſiger 16,65
bis 16,75, Bayeriſcher 16,65—16,75, Ruſſiſcher 17,50—18,
Amerikaniſcher — Rumäniſcher 17,50—18; Gerſte,
Pfäl=
zer 17—17,50, hieſige und Wetterauer 16,75—17,25,
Ried=
gerſte 17—17,50, Ungariſche 23—24.50, Fränkiſche 17,25 bis
17,50; Hafer, hieſiger 16,50—17, Bayeriſcher 16,50—17,25,
Ruſſiſcher 18,50—20,20 Amerikaniſcher 17,50—18,50
Rumä=
niſcher 18,50—20,25; Mais mixed 14—14,25, Ruſſiſcher
14,50—14,75, Donaumais 14,50—14,75, Rumäniſcher 14,40
bis 14,70, La Plata 14,40—14,60, weißer Mais 14,35 bis
14,60. Weizenſchalen 9—9,50, Weizenkleie 9.50—9,75,
Rog=
genkleie 10—10,50, Futtermehl 12—14, Biertreber,
ge=
trocknet, 12,50—13, Futtergerſte 14—14,25; Weizenmehl,
hieſiges (Baſis ab Mannheim), Nr. 0: 30,75—31, feinere
Marken 31,25—31,50, Nr. 1: 29,50—29,75, feinere Marken
30—30,25, Nr. 2: 28—28,25, feinere Marken 28,50—28,75,
27—27,25, Nr. 4: 22,50
Nr. 3: 26,50—26,75, feinere Marken
bis 22,7.
5, feinere Marken 23—23,25; Roggenmehl,
hieſi=
ges, Nr. O: 25,50—26, Nr. 1: 23,50—24, Nr. 2: 20,75—21.25.
Vermiſchtes.
* Der größte Bahnhof der Welt. Nach zehnjähriger
Arbeit wird in der nächſten Zeit in Neu=York der Bau des
Zentralbahnhofes, des größten der Welt, zu Ende geführt,
für welchen ein ganzes Wohnviertel der großen
amerika=
niſchen Metropole demoliert werden mußte. Der Bahnhof
umfaßt ein Areak von 31 Hektar und hat 900 Millionen
gekoſtet. Nicht nach der Art der üblichen Wolkenkratzer
her=
geſtellt, beſitzt er nur zwei Stockwerke, von welchen das eine
ſich im Niveau der Straße, das zweite unterhalb desſelben
befindet. Die beiden Stockwerke ſind von 68
Schienen=
ſträngen durchſchnitten, deren Schienenlänge 53,5 Kilometer
beträgt und welche für den täglichen Verkehr von 1000
Zügen dienen. Hierbei umfaßt das zweite Stockwerk 42
Stränge für die Fernzüge und das erſte 26 für die
Vorort=
züge. Dieſes ungeheuere Schienengeflecht, zu deſſen
Her=
ſtellung drei Millionen Kubikmeter Erde und zwei
Mil=
lionen Kubikmeter Felſen ausgehoben werden mußten,
ſteht unter dem Schutze einer zentralen Signalſtelle,
wel=
cher die ſchwere Verantwortlichkeit für die Leitung der
Bewegung der täglich über 100000 Perſonen
befördern=
den Züge obliegt. Ein Wunder der Eiſenbahntechnik
ent=
hält das vier Stock hohe Signalhaus, zwei Stationen zu
420 und 362 Hebeln. Der Antrieb aller Hebel iſt elektriſch
und die Betätigung ſo einfach, daß ſelbſt ein
Weichen=
ſteller mit größter Leichtigkeit 40 Hebel bedienen kann.
Man hat aber beim Bau des „Grand Central Terminal”
trotz ſeiner Größe auch die architektoniſche Ausgeſtaltung
nicht vergeſſen und eine beſondere Sorgfalt auf das Aeußere
der Hauptfaſſade verwendet. Der mittlere Teil derſelben,
in der Geſtalt eines Triumphbogens, iſt im halb gotiſchen
und halb Renaiſſanceſtil gebaut, deſſen ſtrenge
Regel=
mäßigkeit durch einfache und elegante Ausſchmückung
ge=
mildert iſt. Treten wir in das Innere des Gebäudes, ſo
gewinnen wir die Ueberzeugung, daß das praktiſche Genie
des Amerikaners hier den ganzen Komfort zu vereinigen
verſtanden hat. Wir finden hier ein Muſeum, ein Theater,
eine Konzerthalle, Banken, ein Krankenhaus und
Kauf=
häuſer. Den „Clou” des ganzen bildet aber die 90 Meter
lange, 36 Meter breite und 36 Meter hohe Zentralhalle,
deren Wände und Boden aus weißem Marmor beſtehen.
Die Decke der Halle, eine Sehenswürdigkeit Neu=Yorks,
ſtellt auf einem türkisblauen Felde einen Teil der
Him=
melskugel dar, welche von Oſten nach Weſten durch zwei
breite, die Sonnenbahn und den Aequator bildende
Goldſtreifen durchquert iſt. Alle Figuren und Zeichen ſind
auf einem von einem Ende zum anderen der Decke ſich
er=
ſtreckenden Kreisſegmente angeordnet und nehmen in bezug
auf die Sonnenbahn und den Aequator, ſowie in bezug
aufeinander genau dieſelbe Lage wie auf dem Himmel
ein. Die Umriſſe der Sternbilder ſind genau bezeichnet
und die 2500 Sterne nachts durch elektriſche Flammen
be=
leuchtet. Die Ankunft und Abfahrt der Züge wird in den
Wartehallen durch elektriſch beleuchtete Tafeln angezeigt.
Alle Züge umringen den Bahnhof, wodurch das Aus=
und Einſteigen der Reiſenden erleichtert und die
Auf=
ſtauungen auf den Bahnſteigen vermieden werden. Zur
Beförderung des Gepäcks iſt unterhalb der Vorortzüge
eine rohrförmige, elektriſche Ringeiſenbahn eingerichtet,
welcher Aufzüge die Gepäckſtücke zuführen. Dieſe
wer=
den nun durch die Rohrbahn den Aufzügen der
gewünſch=
ten Bahnlinie zugeführt. Die Krone des Ganzen bildet
die direkte Verbindung des Bahnhofes mit dem
wichtig=
ſten Verkehrsmittel der Stadt, mit der Untergrundbahn,
welche die ganze Stadt durchquert und bis nach Brooklyn
führt. Tatſächlich können die Amerikaner auf ihren „
Cen=
tral Terminal” ſtolz ſein, durch welchen ſie nicht nur ein
Vorbild eines Zentralbahnhofes, ſondern auch ein
Meiſter=
werk in ſeiner Art geſchaffen haben. (Mitgeteilt vom
Internationalen Patentbureau Ing. Karl Fr. Reichelt=
Berlin SW. 48.).
Literariſches.
— Das ſoeben erſchienene 2./3. Heft des 6. Bandes
der „Zeitſchrift für Politik” (Berlin, Carl
Hey=
manns Verlag), bietet wiederum außerordentlich
inter=
eſſante und gediegene Beiträge. Miniſterialrat Dr. Egon
Zweig, Wien behandelt eine bisher noch niemals
aus=
führlicher erörterte Frage nämlich das parlamentariſche
Enqueterecht. In das Parlamentsrecht ſchlägt auch ein
anderer großer Beitrag des Heftes: die Abhandlung von
Dr. Johannes Blum über Budgetrecht und
Finanz=
praxis. Einen höchſt feſſelnden Beitrag bietet der Berliner
Hiſtoriker Prof. Otto Hintze mit Ausführungen über die
ſchwediſche Verfaſſung und das Problem der
konſtitutio=
nellen Regierung. Ein brennendes Problem erörtert
der Greifswalder Staatsrechtslehrer Prof. Hubrich mit
ſeinem Aufſatz „Die Miſchehenfrage in den deutſchen
Ko=
lonien” — Als Gratisbeilage zur „Zeitſchrift für Politik”
erſcheint gleichzeitig das 3. Heft der „Parteien” das
den erſten Band dieſes bedeutſamen neuen Unternehmens
abſchließt. Der Bezugspreis beträgt für die „Zeitſcheift
für Politik” (inkl. „Parteien”) 16 Mark pro Band von
4 Heften, für die „Parteien” bei apartem Bezuge 10 Marki
pro Band von zirka 3 Heften.
Der Balkankrieg in der Karikatur.
Herausgegeben von Otto Keßler. 48 Strichzeichnungen
mit unterlegtem Text. (Reflektor=Verlag, Leipzig, Preis
60 Pfennige.)) Neben den zahlreichen Büchern über den
Balkankrieg, die den Markt augenblicklich überſchwemmen,
iſt dieſe Karikaturen=Sammlung bemerkenswert. Ein
wertvoller Karikaturen=Beitrag zu den vergangenen
ſorgenvollen Zeiten auf dem Balkan.
Die neuen Entwürfe zum Berlinen
Königlichen Opernhaus. Als 12. Sonderheft der
Berliner Architekturwelt (Verlag Ernſt Wasmuth, A.=G.,
Berlin W. 8, Markgrafenſtraße 35), erſchien mit einer
Ab=
handlung von Hans Schliepmann eine Sammlung den
Entwürfe zum Berliner Königlichen Opernhaus. Der
um=
fangreiche Band bringt in drei Abteilungen die Ergebniſſe
des Wettbewerbs von 1910, den engeren und den
allge=
meinen Wettbewerb von 1912, und iſt ſo ein wichtiger
Markſtein im Theaterbau unſerer Zeit.
Zahn=Créme
Mundwasser-
Körper=Kultur
ist eine der Hauptforderungen der modernen Aerzte und Pädagogen.‟ Das
heranwachsende Geschlecht kann daher nichts besseres tun als Körper und Geist
im gleichen Verhältnis zu pflegen. „Lecina-Seife‟ ist wohl das beste Mittel,
dem Körper eine weiche Geschmeidigkeit zu geben, die als Schönheits-Ideal
der Antike geschildert wird. — Die Bestandteile der Seife, namentlich ihr Gehalt an Lecithin
fördern die Blutzirkulation und erhöhen damit die Schönheit der Hauf, die Schönheit des
Körpers. — Da ausserordentlich mild und ohne jede Reizwirkung, kann sie als ideale
Bade-
iseile bezeichnet werden. Ihr steter Gebrauch kommt dem gesamten Organismus zu gute,.
In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Preis 50 Pfg.; 3 Stück M 1.40.−
Alleiniger Fabrikant: Ferd. Mülhens, Köln a. Rh. (Gegr. 1792).I
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Piasavabesen .
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1825
[ ← ][ ][ → ]1
[ ← ][ ] A. Theoretisch:
I. Anatomie, Physiologie und Hygiene der Leibesübungen (fachärztlicher
Unterricht).
2. Lehre vom Körperbau (Studium nach lebendem Modell; der Unterricht
wird in der Kgl. Kunstakademie von einem Professor derselben erteilt).
B. Praktisch:
I. Lungengymnastik durch planmäßige Atemübungen, die Schule der
Gesundheit.
richtsübungen 1-2 Stunden bestimmt. Ein Vormittag bleibt für
gemein-
same Wanderung oder Sport vorbehalten.
Das Unterrichtshonorar beträgt für jeden Kursus von fünf Monaten
500 Mark und kann auf Wunsch in zwei Teilbeträgen gezahlt werden.
Zur Aufnahme als Schülerin des Seminars ist erforderlich: ehrenhafter
Charakter, unanstößiges Vorleben, Neigung und Begabung zur Gymnastik,
Lyzeal- oder entsprechende Allgemeinbildung, ein Alter von 17-35 Jahren.
Der gemeinnützige Charakter der Ausbildungsstätte und der (einen
ideellen und materiellen Rück-
2. Muskel- und
Nervengym-
nastik:
a) Statische Gymnastik
(n. Bess-Mensendieck)
die SchulederAusdauer,
b) Deutsches Turnen, die
Schule der Kraft;
c)
Schlagfertigkeitsübun-
gen (Sport,
Stoßfech-
ten), die Schule der
Geistesgegenwart;
3. RythmischeGymnastiklnach
Jacques Dalcroze),
Gesell-
schafts- und Kunsttanz, die
Schule der Gewandtheit;
4. Harmonische Gymnastik (n.
Frangois Delsarte u.
Gene-
viéve Stebbins):
Obungs-
elemente, Obungsreihen
und gymnastische
Vortrags-
stücke, beide mit
Musik-
begleitung, die Schule der
Anmut.
5. Gymnastische
Komposi-
tionsschule: Erfinden
eige-
ner gymnastischer Obungs-
und Vortragsstücke neben
Studium und Ausführung
musterhafter
gymnasti-
scher Kompositionen und
Prüfung der im Seminar und
von Bundesmitgliedern neu
geschaffenen
Komposi-
tionen.
6. Unterrichtsübungen mit
Kin-
dern (im ersten Semester)
und mit jungen Mädchen
(zweites Semester), teils
allein, teils unter Leitung
einer Obungslehrerin.
7. Sonderkurse in
Heilgym-
nastik (deutsche,
schwedi-
sche, dänische und
ortho-
pädische Heilgymnastik;
Massage) nach Bedarf.
Der praktische Unterricht
halt der beruflich tätigen
Lehrerinnen gewährleistende)
Bund für klassische Gymnastik
in Verbindung mit dem
Um-
stande, daß es sich um Neuland,
und zwar um aussichtsreiches
Neuland handelt, berechtigen
Seminar und Bund, Damen, die
Lust und Geschick zur
Gym-
nastik und zugleich
Lehrbefä-
higung haben, zur Ausbildung
und Betätigung in der
klassi-
schen Gymnastik einzuladen.
Besondere angeborene
Beweg-
lichkeit und Grazie des Körpers
sind natürlich eine angenehme
Mitgabe, aber keineswegs
Be-
dingung; eben gerade dadurch
nicht zum wenigsten hat schon
jetzt die klassische Gymnastik
ihren Wert bewiesen, daß
sie steife und ungelenke
Per-
sönlichkeiten überraschend
schnell körperlich
umgewan-
delt hat. Über die Freude aber,
die eine, Gesundheit, Kraft und
Anmutharmonischmiteinander
verbindende Gymnastik
Aus-
übenden und Zuschauenden
ge-
währt, bedarf es keines Wortes.
Anfragen und Anmeldungen
sind an die Mathilde Zimmer-
Stiftung, e. V., Berlin-
Zehlen-
dorfKönigstraße 19, zu richten.
Die Anmeldungen müssen
ent-
halten:
a) eine selbstverfaßte und
selbstgeschriebene,
eini-
germaßen eingehende
Lebensskizze;
b) einen Nachweis über die
erlangte Schulbildung
(in Abschrift);
0) ein amtliches
Sitten-
zeugnis unter
dienst-
lichem Verschluß;
findet, einem Privatunterricht ähnlich, in kleinen Gruppen statt, damit
jede einzelne Schülerin aufs genaueste beobachtet und beraten werden
kann. Klassenunterricht ist nur für die theoretischen Fächer vorgesehen.
Für den praktischen Unterricht sind täglich 3 (anfänglich weniger), für
den theoretischen Unterricht 1 Stunde, für die eigene Obung und die Unter-
d) bei Minderjährigen: Einwilligung der Eltern oder des Vormundes;
e) die ausgefüllte und unterschriebene Anmeldung;
f) ein ärztliches Zeugnis nach besonderem Formular.
ue
Ofe
E
I. Erziehungsanstalten für die weibliche Jugend gebildeter Stände:
a) Zimmersche Töchterheime (Mädchenpensionate zur wissenschaftlichen, sprachlichen und technischen Weiterbildung, zur hausfraulichen
Berufsausbildung und zur Einführung in die soziale Arbeit und in die Formen des gesellschaftlichen Lebens), zur Zeit elf, in Berlin-
Zehlendorf, Cassel, Cassel-Wilhelmshöhe, Darmstadt, Dresden, Eisenach und Gotha; dazu ein unter Aufsicht des Kurators stehendes
selbständiges Töchterpensionat in Bad Suderode:
b) Asyl für schwachbegabte und krampfkranke junge Mädchen gebildeter Stände.
II. Schriften und Lehrmittel zur Lebenserziehung: Mathilde Zimmer-Haus, G. m. b. H., Verlagsabteilung, in Berlin-Zehlendorf
(Sammelwerke: I. Lebenserziehung, 2. Volksgesundung durch Erziehung, 3. Aus den Zimmerschen Töchterheimen, 4. Jugendbühne, 5.
Lehr-
mittel und Lehrbücher.
III. Berufsschulen für Berufe, die der weiblichen Natur entsprechen: Schulen für Säuglingspflegerinnen, Krankenpflegerinnen,
Lehre-
rinnen der klassischen Gymnastik, für kaufmännische Berufe mit höherer wirtschaftlicher Ausbildung (Anstaltsleiterinnen).
IV. Organisationen für beruftreibende Frauen gebildeter Stände: Frauendienstjahrverband, e. V., Schwesternschaft Deutscher
Frauen-
dienst, e. V., Bund für klassische Gymnastik, e. V.
V. Unterstützungskasse der Mathilde Zimmer-Stiftung, e. V., zur Förderung der Erziehung der heranwachsenden Jugend.
Kupfertiefdruck der Fremdenblatt=Druckerei, Hamburg.