Inſerate
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176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der 20. deutſche Ortskrankenkaſſentag in
Breslau wählte als Ort ſeiner nächſtjährigen Tagung
Darmſtadt.
Der Katholikentag in Metz iſt geſtern
geſchloſ=
ſen worden. Die nächſte Generalverſammlung der
deutſchen Katholiken findet in Münſter i. W. ſtatt.
Die Vereinigung der Stettiner
Eiſenindu=
ſtrieller ſtellte die Annahme der Arbeiter für
die drei Stettiner Werften wieder ein.
Geſtern wurde im Haag die 20. internationale
Weltfriedenskonferenz eröffnet.
Der franzöſiſche Miniſter des Innern hat
die Errichtung von ſogenannten
Kommunalgar=
den angeordnet, die im Falle eines Krieges in
Wirk=
ſamkeit treten ſollen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
Handwerk und Submiſſion.
*⁎* Die auch auf dem letzten Handwerks= und
Gewerbe=
kammertage in Halle wieder erhobenen Klagen über die
Handhabung des behördlichen Verdingungsweſens werden
in den intereſſierten Kreiſen weiter lebhaft erörtert.
Halb=
amtlich waren die Beſchwerden als nicht berechtigt
be=
zeichnet worden, worauf ſeitens des Vorſitzenden der
Ber=
liner Handwerkskammer eine ſcharfe Entgegnung erfolgt
iſt und mehrere konkrete Fälle angeführt werden, in denen
nachgeordnete Behörden gegen den Sinn der über das
Verdingungsweſen herausgegebenen Miniſterialerlaſſe
ge=
fehlt haben.
Seit Jahren ſpielt die hier angeſchnittene Frage in den
Handwerkerorganiſationen eine große Rolle, und auch die
Parlamente haben ſich oft damit beſchäftigt und den
Wunſch zum Ausdruck gebracht, daß bei Vergebung
ſtaat=
licher Arbeiten und Lieferungen die Handwerker,
insbe=
ſondere diejenigen des Leiſtungsortes, tunlichſt zu
berück=
ſichtigen ſind und beim Zuſchlage nicht allein der billige
Preis maßgebend ſein ſoll. Dem trug auch ein Ende 1905
veröffentlichter preußiſcher Regierungserlaß Rechnung,
jedoch kehrte die Klage immer wieder, daß die unteren
Verwaltungsorgane dieſen Erlaß nicht gehörig beachteten.
Indeſſen läßt ſich nicht leugnen, daß die
Handwerkskam=
mern es verſtanden, einen erheblichen Einfluß auf die
Ver=
beſſerung des Verdingungsweſens, auf die ſtetig
zuneh=
mende Berückſichtigung auch des kleinen Handwerkers bei
der Vergebung von Staats= und Gemeindeaufträgen
aus=
zuüben. Unterſtützt wurden dieſe Beſtrebungen ſehr
weſentlich durch Beſchlüſſe der Parlamente, wie z. B. des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes, das einſtimmig den
Grundſatz aufſtellte, daß bei Submiſſionen die Vergebung
an denjenigen, der dem angemeſſenen Preiſe am nächſten
kommt, ſittlich und wirtſchaftlich ein wertvolleres Prinzip
bilde, als die Vergebung an einen der Mindeſtfordernden.
Dieſe Anſchauungen machte ſich auch ein Erlaß des
preu=
ßiſchen Arbeitsminiſters vom September vorigen Jahres
an die Eiſenbahndirektionen und die übrigen ihm
unter=
ſtellten Behörden, ſowie die Oberpräſidenten zu eigen.
In dieſem Erlaß wurde nachdrücklich der Gedanke
betont, bei der Vergebung von Leiſtungen und
Lieferun=
gen im Sinne einer geſunden Mittelſtandspolitik tunlichſt
die Intereſſen der kleinen Unternehmer und namentlich
auch des Handwerkerſtandes im Auge zu haben. Nicht die
niedrigſte Forderung ſolle beim Zuſchlage entſcheidend
ſein, ſondern dieſer dürfe nur auf ein in jeder Hinſicht
annehmbares, die tüchtige und rechtzeitige Ausführung
der betreffenden Lieferung gewährleiſtendes Gebot erteilt
werden. Insbeſondere ſeien nur ſolche Bewerber zu
be=
rückſichtigen, die für die Erfüllung ihrer Verpflichtungen
gegenüber ihren Handwerkern und Arbeitern die
erforder=
liche Sicherheit böten. Die Behörden wurden ausdrücklich
darauf hingewieſen, ſie hätten namentlich bei der
Ver=
gebung von handwerksmäßig auszuführenden Arbeiten
des Grundſatzes eingedenk zu ſein, daß einer tüchtigen
Arbeit auch ein entſprechender Lohn werden ſolle.
Aus alledem geht hervor, daß die leitenden Stellen
den beſten Willen haben, bei Submiſſionen die Intereſſen
des Handwerks zu fördern und deſſen Wünſchen auf
die=
ſem Gebiete tunlichſt nachzukommen. Gegenüber den
Kla=
gen über geringe Willfährigkeit nachgeordneter Behörden
und Beamten kann nur der Rat wiederholt werden, jeden
ſolchen Einzelfall zur Kenntnis der oberſten Stelle zu brin=
gen, die nicht verſäumen wird, Abhilfe zu ſchaffen. Sind
doch unſere maßgebenden Kreiſe von der feſten
Ueber=
zeugung durchdrungen, daß das Handwerk dem Volke
er=
halten bleiben müſſe, weil es eine weſentliche Stütze der
Volkswohlfahrt bildet.
*
*
Der Hanſabund teilt mit: „Der Reichstag hat
eine Kommiſſion zur reichsgeſetzlichen Regelung des
für Induſtrie, Handel und Handwerk ſo wichtigen
Sub=
miſſionsweſens eingeſetzt, die auch in ihren
Verhand=
lungen erfreuliche Fortſchritte gemacht hat. Während die
Vorſchläge des Hanſabundes und ſeiner
Submiſſions=
zentrale davon ausgingen, unter allen Umſtänden für eine
reichsgeſetzliche Regelung dieſer Materie zu wirken,
war von anderer Seite gegen dieſen Gedanken gearbeitet
worden; insbeſondere verlangte man eine Regelung durch
die Landesgeſetzgebung. Nunmehr hat die
For=
derung des Hanſabundes eine weitere Stärkung erfahren.
Der Ausſchuß des Deutſchen Handelstages
hat in ſeiner letzten Sitzung in Breslau ſich für eine
pri=
märe Regelung des Submiſſionsweſens durch Reichsgeſetz
ausgeſprochen, und ebenſo hat der „Innungsverband
deut=
ſcher Baugewerkmeiſter” im Sinne des Hanſabundes
Stellung genommen. In einem an die
Reichstagskom=
miſſion gerichteten Schreiben teilt der geſchäftsführende
Ausſchuß des Innungsverbandes mit, daß dieſer nach
übereinſtimmender Anſicht ſeiner leitenden Perſonen in
den Vorſchlägen des Hanſabundes Anregungen ſieht, die
durchaus geeignet ſind, das ſchwere Problem der
Re=
gelung des Submiſſionsweſens in befriedigender Weiſe
zu löſen. Aus der Stellungnahme des Deutſchen
Han=
delstages iſt ferner die wichtige Anerkennung des
Vor=
ſchlages des Hanſabundes hervorzuheben, wonach der
Handelstag für die Schaffung von Submiſſionszentralen
durch das Reich bezw. durch die Einzelſtaaten mit
halb=
amtlichem Charakter eintritt.”
Der Vorſitzende der Berliner Handelskammer,
Land=
tagsabgeordneter Rahardt, hat ſich zu einem
Mitarbei=
ter des Tag über die Auslaſſung der Norddeutſchen
All=
gemeinen Zeitung geäußert und u. a. bemerkt:
„An das Kriegsminiſterium haben wir vor fünf
Wo=
chen uns mit einer Eingabe gewandt, bei der Vergebung
der durch die neue Wehrvorlage notwendig gewordenen
Arbeiten ſich mit uns in Verbindung zu ſetzen. Bisher
wurden wir keiner Antwort gewürdigt. Innerhalb der
Verwaltungen ſelbſt macht man ſich ſeine eigenen
Ge=
danken über dieſe Zuſtände. Höhere Beamte ſind zu mir
gekommen, um Rat zu holen, wie hier geholfen werden
könne. Sie mußten dann ihre Ohnmacht einſehen und
mußten zuſehen, wie dem Billigſten die Arbeit
zugeſchla=
gen wurde. Unſere Kammer hat im letzten Jahr 30 000
Mark für Unterrichtszwecke ausgegeben, damit die
Ge=
hilfen und jüngeren Meiſter kalkulieren lernen Unter den
heutigen Erfahrungen iſt das Geld, ſoweit öffentliche
Auf=
träge in Frage kommen, ſo gut wie zwecklos vertan. Aber
wir Handwerker werden dieſen Verhältniſſen ein Ende
machen. Wir haben den gewiegteſten Kalkulator aus dem
Hochbauamt des Berliner Magiſtrats in unſere Dienſte
genommen. Er wird alle Submiſſionen daraufhin
nach=
prüfen, ob es möglich war. zu den Preiſen, zu denen der
Zuſchlag erfolgte, mit reellen Gedanken reelle Arbeit zu
liefern. Und wir werden jedem Fall nachgehen und ihn,
wenn er uns verdächtig erſcheint, der breiteſten
Oeffent=
lichkeit übergeben. So hoffen wir endlich, dem Handwerk.
ſoweit es ſich um Regierungs= oder Kommunalbauten
handelt, wenn auch keinen goldenen, ſo doch einen reellen
Boden für ſeine Schaffenskraft zu bereiten.”
Die neue Kriegsgefahr.
Man ſchreibt uns aus Berlin: Im Gegenſatz zu
einem Teile der Preſſe, der bereits einen neuen
Bal=
kankrieg zwiſchen der Türkei und Bulgarien angeſichts
des erneuten türkiſchen Vorgehens am Horizont erblickt,
betrachtet die deutſche Diplomatie die Lage
we=
ſentlich ruhiger und fährt in ihrer bisherigen Politik, ſich
angeſichts der Balkanvorkommniſſe im Hintergrunde zu
halten, fort. Man glaubt nicht, daß die Türkei wirklich
zu einer Beſitzergreifung bulgariſchen Gebietes und einem
großen Rachekriege gegen Bulgarien entſchloſſen iſt,
ſon=
dern nimmt an, daß der Vorſtoß, von dem übrigens die
Mächte von der Pforte bereits in Kenntnis geſetzt ſind,
nur den Zweck hat, Bulgarien zu Verhandlungen und zu
einem formellen Abtritt Adrianopels zu veranlaſſen. Bei
dieſer Beſchränkung dürfte wohl auch Rußland von
irgend=
welchen Maßnahmen gegen die Türkei Abſtand nehmen,
und Bulgarien wird wohl nichts anderes übrig bleiben,
als auf dieſen türkiſchen Wunſch einzugehen, wenn auch
unter Hoffnung auf ſpätere beſſere Zeiten, da es
gegen=
wärtig zu einer größeren kriegeriſchen Aktion nicht
im=
ſtande iſt.
In diplomatiſchen Kreiſen Wiens iſt man noch
immer geneigt, anzunehmen, daß die Türkei nicht ernſtlich
daran denkt, Beſetzungen jenſeits der Maritza und
Adria=
nopels vorzunehmen, und daß ſie durch etwaige
militäri=
ſche Maßnahmen weſtlich der Maritza und nördlich von
Adrianopel nur beabſichtigt, Bulgarien zu unmittelbaren
Verhandlungen und Anerkennung der Verſchiebung der
türkiſchen Grenze bis Adrianopel zu
zwin=
gen. Man glaubt auch nicht, daß Rußland gegen das
Ver=
bleiben der Türken in Adrianopel etwas unternehmen
werde. Für den Fall eines weiteren Vordringens der
Türkei hält man es indes für wahrſcheinlich, daß Rußland
mit dem Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen zur
Türkei drohen werde.
Die franzöſiſche Regierung wird, wie der
dem Auswärtigen Amte naheſtehende Petit Pariſien zu
melden weiß, auf keinen Fall darin einwilligen, daß die
Türkei Gebietsteile auf dem rechten Maritza=Ufer
zurück=
erhält. Mit einer gewaltſamen Vertreibung der Türken
aus Adrianovel ſcheint man in Paris angeſichts der
großen Schwierigkeiten, die ſich einer direkten Aktion der
Mächte gegen die Türkei entgegenſtellen würden, nicht zu
rechnen. Sollten die diplomatiſchen Vorſtellungen bei der
Pforte gänzlich ohne Erfolg bleiben, will man ſich in
Pa=
ris ſchließlich mit der Wiederbeſetzung Adrianopels durch
die Türkei einverſtanden erklären,
Der Berliner Lokalanzeiger ſchreibt über das
Ent=
gegenkommen der Türken in der Adrianopelfrage aus
London: Ich erfuhr heute von einem hervorragenden
Diplomaten, daß die Pforte erklärt habe, ſie wünſche
drin=
gend, die Adrianopelfrage zu einem Abſchluß zu
bringen, und ſei eventuell bereit, auf den Vorſchlag
zu=
rückzukommen, welchen ſeinerzeit Kiamil=Paſcha machte,
das heißt, den nördlichen Teil Adrianopels an Bulgarien
abzutreten, wenn man ihr den Stadtteil mit den
Sultans=
gräbern und Moſcheen und den anderen
Nationalheilig=
tümern belaſſe. Die Türkei denke gar nicht daran, die ihr
von den Griechen überlaſſenen Plätze zu behalten, und ſie
ſei bereit, ſich mit der Grenze Enos-
Adria=
nopel- Kurnuburu zu begnügen. Es ſei den
Türken gar nichts anderes übrig geblieben, als die Plätze
proviſoriſch zu beſetzen, die die Griechen verlaſſen wollten,
da überhaupt keine bulgariſchen Truppen vorhanden
ge=
weſen ſeien. Mein Gewährsmann glaubt, daß die
Herz=
lichkeit der Beziehungen zwiſchen der Türkei und
Griechen=
land überſchätzt würden, was auch daraus hervorgehe, daß
die Türkei mit höchſter Energie beſtrebt ſei, ſich eine Flotte
zu ſchaffen, die doch nur gegen Griechenland beſtimmt ſein
könnte. Die Pforte beabſichtigt eine große Propaganda
in der ganzen Welt des Islams zu entfalten, um die
Mit=
tel für die Flotte zu erhalten. Sie habe aus Aegypten
bereits große Zeichnungen erhalten.
Im Gegenſatz zu anderen Meldungen wird aus
Pe=
tersburg telegraphiert: Saſonow hat den
ruſſi=
ſchen Botſchafter in Konſtantinopel beauftragt, den
Groß=
weſir um eine bündige Erklärung zu erſuchen, ob und
wann die türkiſche Armee die durch den Bukareſter
Frieden den Bulgaren zugewieſenen Gebiete
räu=
men werde. Weiter wurde dem Großweſir mitgeteilt,
daß die Türken weder Dedeagatſch noch Lagos beſetzen
dürften, widrigenfalls die Türkei für die Folgen ihrer
doppelzüngigen Politik voll einſtehen müßte. Der
Bot=
ſchafter hat dieſen Auftrag bereits ausgeführt und alle
Einwendungen des Großweſirs ſcharf zurückgewieſen.
Rußland werde, ſo heißt es weiter, gegebenenfalls ſeinen
Botſchafter abberufen und dann mit energiſcheren Mitteln
als diplomatiſchen Noten ſeine Forderungen unterſtützen.
Deutſches Reich.
— Der neue Kriegsminiſter und das
neue Spionagegeſetz. Als dem Reichstage im
Mai das neue Spionagegeſetz mit ſeinen einſchränkenden
Beſtimmungen für den Preſſedienſt vorgelegt wurde,
wur=
den dieſe Beſtimmungen, wie bekannt, von der deutſchen
Preſſe einhellig bekämpft. Dieſer Kampf ſcheint bei den
maßgebenden Inſtanzen nicht ohne Eindruck geblieben zu
ſein, wenigſtens iſt die Berechtigung der von der Preſſe
angeführten Gegengründe anerkannt worden. Wie man
hört, beſteht die Ausſicht, daß bei Beratung des Entwurfes
im Reichstage die Regierung, vor allem der neue
Kriegs=
miniſter, einer Milderung der bekämpften Beſtimmungen
über Mitteilungen der Preſſe zuſtimmen wird, ſie
vor=
ausſichtlich ſogar anregen wird.
Der Reichszuſchuß zur
Hinterblie=
benenverſicherung. Nach den bisherigen
Erfah=
rungen iſt anzunehmen, daß der Zuſchuß des Reiches zur
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Auguſt 1913.
Nummer 195.
Hinterbliebenenfürſorge für 1913 mit 1950000 M. dem=
Bedürfnis entſprechen wird. Dieſer Zuſchuß iſt mit
Rück=
ſicht darauf in der Höhe bemeſſen worden, da ſich die
Wahrnehmung gezeigt hat, daß nach Einführung eines
neuen Verſicherungszweiges von den in einem Jahre
an=
ſpruchsberechtigt gewordenen Perſonen nur ein Teil
tat=
ſächlich Anſprüche geltend macht. In den nächſten Jahren
wird mit einer Aenderung dieſer Sachlage und mit einer
Erhöhung des Reichszuſchuſſes gerechnet werden müſſen.
— Der Erſatzbau für die Kaiſerjacht
„Hohenzollern”, der zurzeit für die 1892 gebaute alte
„Hohenzollern” mit einem Koſtenaufwande von 10
Mil=
lionen Mark gebaut wird, ſoll bereits im nächſten Jahre
vom Stapel laufen. Es iſt noch unwahrſcheinlich, ob die
neue Jacht bereits 1914 in Dienſt geſtellt wird,
wahrſchein=
lich wird die nächſte Nordlandreiſe noch auf der alten
Jacht erfolgen. Für den inneren Ausbau der neuen Jacht
ſind die Pläne im einzelnen jetzt feſtgelegt. Die Kaiſer=
Zimmer werden vollſtändig nach den Wünſchen des
Kai=
ſers, teilweiſe nach eigenen Zeichnungen des Kaiſers,
aus=
geführt werden. Der Neubau der „Hohenzollern” nähert
ſich in ſeinen Maßen mehr dem modernen Kreuzer, er iſt
länger, breiter und tiefer wie die alte Jacht. Die neue
Jacht wird im übrigen als Hilfskreuzer gebaut. Ueber
die Verwendung der alten „Hohenzollern” iſt für ſpäter
noch keine Beſtimmung getroffen. Als Kriegsfahrzeug iſt
ſie veraltet, ſie wird wahrſcheinlich 1915 gänzlich außer
Dienſt geſtellt werden. Die Jacht iſt dann 22 Jahre alt.
Die alte Jacht iſt 116 Meter Meter lang, 14 Meter breit,
hat 6 Meter Tiefgang, 344 Mann Beſatzung und läuft 21
Seemeilen.
— Deutſchland und die Ausſtellung
von San Franzisko. Nachdem eine offizielle
Be=
teiligung Deutſchlands an der Weltausſtellung in San
Franzisko durch die deutſche Regierung abgelehnt
wor=
den iſt, hat Generaldirektor Ballin, wie die Hamburger
Beiträge melden, auf eine Anfrage erklärt, er werde den
Verſuch machen, nunmehr ohne Mitwirkung der deutſchen
Reichsregierung eine deutſche Ausſtellung zuſtande zu
bringen.
— Neue Goldfunde in Deutſch=
Oſt=
afrika. Die Deutſch=Oſtafrikaniſche Zeitung verzeichnet
Nachrichten über ausſichtsreiches Goldvorkommen am
Vik=
toriaſee im Hinterlande von Schirati. Bezirksaſſeſſor
Zingel hat ſich zur Prüfung der Funde dorthin begeben.
Nach den bisherigen Erfahrungen iſt gegenüber ſolchen
Meldungen Vorſicht am Platze.
Ausland.
Frankreich.
Errichtung einer Kommunalgarde. Der
Miniſter des Innern hat die Errichtung von ſogenannten
Kommunalgarden angeordnet, welche aus nicht
dienſt=
pflichtigen körperlich rüſtigen Leuten beſtehen ſoll. Dieſer
Garde, die keine Uniform trage, ſoll im Kriegsfalle die
Ueberwachung der Eiſenbahn und die Erhaltung der
öf=
fentlichen Ordnung in den Ortſchaften übertragen werden.
Sie habe nicht die Eigenſchaft von Kriegführenden und
ihre Funktionen erlöſchen, ſobald der Feind die betreffende
Ortſchaft betritt.
Zivilärzte für das Militär. Um einem
eventuellen Mangel an Militärärzten während der
Pe=
riode vom November 1913 bis April 1914 vorzubeugen,
hat der Kriegsminiſter die Korpskommandos beauftragt,
in verſchiedenen Garniſonen Zivilärzte unter beſonderer
Bevorzugung der geweſenen Militärs zur Unterſtützung
der Militärärzte heranzuziehen.
Zur Hebung der Kindernot. Das zur
Hebung der Geburtenziffer in Frankreich erlaſſene Geſetz
zur Unterſtützung kinderreicher Familien enthält folgende
jetzt veröffentlichte Ausführungsbeſtimmungen: Jedes
Familienhaupt, das mehr als drei Kinder zu ernähren
hat, erhält nach der Geburt des vierten Kindes Anrecht
auf öffentliche Zuweiſungen, wenn es ſeine Bedürftigkeit
nachweiſen kann. Verlieren die Kinder den Vater und
fallen ſie der Mutter zur Laſt, dann beginnt die
Unter=
ſtützung bereits beim zweiten Kinde. Ein Witwer hat
vom dritten Kinde an Anſpruch auf Beihilfe. Der Staat
verpflichtet ſich, dieſe Unterſtützung bis zum vollendeten
16. Jahr zu gewähren, wenn das Kind in das
Erwerbs=
leben eintritt. Die Höhe der Unterſtützung wird für die
einzelnen Gemeinden vom zuſtändigen Gemeinderat
feſt=
geſetzt. Sie iſt in den Großſtädten höher als in den
Land=
orten. 60 Francs ſoll der Mindeſtbetrag, 90 Francs der
Höchſtbetrag pro Jahr und Kind ſein. Die Unterſtützung
wird halbmonatlich ausgezahlt.
Der frühere franzöſiſche Geſandte in
Marokko, Eugén Regnault, iſt zum Botſchafter der
Re=
publik in Tokio ernannt worden.
Belgien.
Annahme des neuen Steuergeſetzes.
Die Kammer hat mit 80 gegen 25 Stimmen bei 14
Stimm=
enthaltungen den erſten Artikel des neuen
Steuergeſetz=
entwurfes angenommen, deſſen zweiter Abſatz die Steuer
feſtſetzt auf die Einkünfte der Aktiengeſelſchaften im
Aus=
lande und im Kongo, die in Belgien eine oder mehrere
Niederlaſſungen haben.
Holland.
Miniſterkriſe. In offiziellen Kreiſen glaubt
man nicht, daß die Miniſterkriſe noch in dieſem Monat
zum Ausbruch kommen wird. Man erwartet dieſe
viel=
mehr erſt für den November. Folglich wird die Eröffnung
des Friedenspalaſtes und die übrigen für den Monat
Auguſt geplanten Veranſtaltungen noch unter der Leitung
des jetzigen Miniſteriums erfolgen.
England.
Englands Beteiligung an der
Welt=
ausſtellung in San Franzisko. Die Ablehnung
Deutſchlands, ſich an der Weltausſtellung von San
Fran=
zisko zu beteiligen, hat, wie vorauszuſehen war, einen
großen Teil der engliſchen Preſſe veranlaßt, die engliſche
Regierung zu beſtürmen, ihre ausgeſprochene Abſicht der
Nichtbeteiligung in Wiedererwägung zu ziehen und noch,
ehe es zu ſpät iſt, Sorge für eine offizielle Beteiligung
Englands zu tragen. Der bekannte Teekönig Thomas
Lipton frägt in einem Brief an die Times: „Warum
ſol=
len wir uns nach Deutſchland richten, wenn 27 andere
Staaten in San Franzisko ausſtellen? Wenn überhaupt
ein beſonderes Argument für die Beteiligung Englands
nötig wäre, ſo liegt dieſes gerade jetzt in der
Nichtbetei=
ligung Deutſchlands. Der kleine Kommis in der City
würde ſofort erkannt haben, welche glänzende Gelegenheit
die Abweſenheit Deutſchlands der engliſchen Induſtrie
bietet. Eine Nation, die ſich ſolche Vorteile entgehen
ließe, würde bald aufhören, an der Spitze des
Welthan=
dels zu ſtehen.”
Zur Verſtärkung der
Landesverteidi=
gung werden demnächſt neue Maßnahmen durchgeführt
werden. Sämtliche Küſtenbefeſtigungen und befeſtigten
Plätze ſollen Luftſchiff=Stationen erhalten. Jede
Flotten=
ſtation ſoll ein lenkbares Luftſchiff, ſowie Land= und See=
Flugzeuge zugeteilt erhalten, die im Kriegsfalle eine
un=
unterbrochene Verbindung zwiſchen Land= und
Seeſtreit=
kräften aufrecht erhalten ſollen.
Spanien.
Ein neues Bündnis. Der Abſchluß eines
Bündniſſes zwiſchen England, Spanien und Frankreich
nimmt ſeit dem letzten Beſuch König Alfons in Paris in
der öffentlichen Meinung immer feſtere Geſtalt an. Vor
einigen Tagen hat der König ſelbſt, als die Delegation
der Kammer ihm zu ſeinem Geburtstage gratulierte, eine
Anſpielung auf die von dem verſtorbenen König Eduard
vorausgeſehene Allianz gemacht, der alles getan habe, um
deren Zuſtandekommen zu erleichtern. Es handelt ſich um
einen Dreiverband, der in den Kreis des anderen eintreten
wird, um deſſen Aktion zu erweitern.
Griechenland.
Ausbau der griechiſchen Flotte durch
England. Der griechiſche Marineminiſter Stratos
teilte in einer Unterredung mit dem Vertreter des
Indé=
pendant mit, daß ein techniſcher Ausſchuß von 16
eng=
iſchen Marineoffizieren mit dem Admiral Kerr an der
Spitze zuſammen mit einem Ausſchuß griechiſcher
Offi=
ziere ein Programm für einen umfaſſenden Ausbau der
griechiſchen Flotte und für die Erneuerung aller
Dienſt=
zweige der Marine ausarbeiten werde. Als Leiter für
die zu gründende Staatswerft werde der engliſche Oberſt
Raban von dem Arſenal in Quebec im September nach
Athen kommen und ſofort mit den Vorarbeiten beginnen.
Dieſer Flottenbaſis würden ſich Nebenſtützpunkte für
Kreuzer= und Torpedobootsflottillen anreihen.
Amerika.
Die Vereinigten Staaten und Mexiko.
Die Spannung, die in den offiziellen Kreiſen wegen
Mexiko vorgeherrſcht hat, hat etwas nachgelaſſen infolge
des Empfanges eines Telegrammes der amerikaniſchen
Botſchaft und einer Meldung Linds, nach denen die
Ver=
handlungen noch fortdauern.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 21. Auguſt.
Jugendtag.
Zum zweiten Jugendtag der Ortsgruppe
Darmſtadt des Heſſiſchen Landesverbandes „
Jung=
deutſchland” am Sonntag, den 24. d. M., iſt ſoeben
ein kleines Programmheftchen erſchienen, das die
Auf=
gaben des Bundes Jungdeutſchland beleuchtet, ein
Ver=
zeichnis der körperſchaftlichen Mitglieder der Ortsgruppe
Darmſtadt enthält — es ſind dies 46 —, ſowie die
Zug=
ordnung des Feſtzuges und das vollſtändige Programm
des Jugendtages. Danach finden ſtatt: vormittags von
11½—1 Uhr: Schwimmübungen im Großen Woog
in vier Gruppen unter Leitung der Gruppenführer G.
Maurer und Dr. Bopp. Nachmittags von 4—6 Uhr:
Schauübungen auf dem Exerzierplatz. Hierzu
iſt der Exerzierplatz in zehn Felder eingeteilt, die den ein= Korporationen überwieſen ſind. Ein dem Büchlein
beigegebener Plan ermöglicht leicht die Auffindbarkeit
der Felder und damit der verſchiedenen Gruppen.
Vorge=
führt werden auf Feld I durch die Darmſtädter
Tur=
nerſchaft (Gruppenführer W. Hofferbert) Freiübungen
für Turner und Turnerinnen, Riegenturnen,
Sonoervor=
führungen und Spiele aller Art. Auf Feld II durch die
Liebigs=Oberrealſchule (Gruppenführer
Refe=
rendar Koch) Fauſt= und Schleuderballſpiele, Stafettenläufe
uſw. Auf Feld III durch die Evangeliſchen
Jugendvereinigungen Darmſtadts (Gruppens
führer Pfarraſſiſtent Müller und O. Wambold) Stab= und
Turnübungen, Spiele und Läufe. Auf Feld IV durch
den Velozipedklub Darmſtadt (Gruppenführer=
Hax) Radpoloſpiele und Radreigen. Auf Feld V (
Grup=
penführer Helfmann und Heß) Fußballſpiele durch
Jung=Conſtantia, Darmſtädter Sportklub 1905, Sportklub=
Haſſia 1908 und Turngemeinde Beſſungen. Auf Feld M
durch den Darmſtädter Sportklub 1905 (Grups
penführer Meß) Fußballſpiele und leichtathletiſche
Uebun=
gen, letztere in Gemeinſchaft mit dem Fußballklub Olympign
Auf Feld VII durch den Deutſchvölkiſchen Turns
verein Jahn (Gruppenführer Stein) freie Uebungeng
Läufe, Sprünge und Turnen. Auf Feld VIII durch
Jung=Darmſtadt (Gruppenführer Hauptmann Deiß
und Lang) Spiele, Nehmen der Hindernisbahn, Läufe uſw.
Auf Feld IX durch den Pfadfinderbund, Orts= Darmſtadt (Gruppenführer Lorey) Zeltlager,
La=
gerſpiele, Abkochen und Sanitätsübung. Auf Feld X durch
die Ortsgruppe Darmſtadt des deutſch=nationalen
Handlungsgehilfen=Verbandes (
Gruppen=
führer Seifert) Lagerleben, Lagerſpiele und Abkochen.
Während der Vorführungen konzertiert die Kapelle
des Trainbataillons Nr. 18. Um 6 Uhr werden auf ein
Trompetenſignal die Uebungen abgebrochen. Die Vereine
ſammeln ſich vor dem Exerzierhauſe längs der Anlagen.
Hier erfolgt die Verkündigung der Sieger aus dem
Stafet=
tenlaufen, Stafettenſchwimmen uſw., und zum Schluß der
Abmarſch durch die Stadt zum Paradeplatz, wo die
Auf=
löſung des Zuges erfolgt.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Dienstag vormittag 9 Uhr
30 Minuten in Jagdſchloß Wolfsgarten den
Bürger=
meiſter Metzger aus Langen. — Die Großherzoglichen.
Herrſchaften begaben ſich am Dienstag mittag
12 Uhr mit Gefolge im Auto zum Beſuche des deutſchen
Kaiſerpaares nach Bad Homburg, nahmen an der
Früh=
ſtückstafel teil und kehrten nachmittag 3 Uhr 45 Minuten
ach Jagdſchloß Wolfsgarten zurück. — Prinzeſſiſt,
Ludwig von Battenberg nebſt Prinzeſſin
Luiſe und dem Prinzen Ludwig Franz ſind
am Mittwoch früh 6 Uhr 17 Minuten zum Beſuche in
Jagdſchloß Wolfsgarten eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberbürgermeiſter
Dr. Göttelmann und den Beigeordneten Gündert von
Mainz; zum Vortrag den Geheimerat Beſt, den
Vor=
ſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld und den
Inten=
danten des Großh. Hoftheaters Dr. Eger.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem iſraelitiſchen
Religions=
lehrer Leopold Wertheimer in Heldenbergen die Krone
zum Silbernen Kreuz des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen verliehen.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu
Wall=
dorf, Kreis Groß=Gerau. — Die mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Maibach, Kreis Friedberg. Mit
der Stelle iſt Organiſten= und Lektordienſt verbunden.
Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.
Die Stelle des Finanzamtsgehilfen bei Großh.
Finanz=
amt Mainz I.
* Militärdienſtnachricht. Netz (geb. Darmſtädter),
im Infar terie=Reoiment 132, zum Leutnant befördert.
(*) Ins Manöver rücken in dieſen Tagen die
Regi=
menter. Da nun aber der naßkalte Sommer die Ernte=
Die Che als Lebenselixier.
** Jenes geheimnisvolle Lebenselixier, das die
Adep=
ten der Geheimwiſſenſchaften mit dem Stein der Weiſen
zur Verlängerung ihrer Exiſtenz zu erlangen hofften, hat
ein amerikaniſcher Gelehrter in einer durchaus nicht
unge=
wöhnlichen, aber in dieſer Hinſicht noch wenig beachteten
Einrichtung unſeres Daſeins gefunden: in der Ehe. Wer
lange leben will, der heirate, das iſt der Rat, den Prof.
Walter F. Willcox auf Grund ſeiner ſtatiſtiſchen
Feſt=
ſtellungen erteilt.
Er hat im Jahre 1909 die Statiſtiken des Staates
Neu=York und 1910 die der ganzen Vereinigten Staaten
daraufhin ſtudiert, wie ſich die Lebensdauer bei
Verehe=
lichten und bei Unverehelichten verhält. Seine Reſultate,
die in einem Bericht des Neu=Yorker Geſundheitsamtes
veröffentlicht werden, laſſen keinen Zweifel darüber, daß
die Ehe das Leben verlängert. Bei den Männern
offen=
bart ſich dieſer Segen der ehelichen Gemeinſchaft noch
deut=
licher als bei den Frauen. Faſt in allen Altersgruppen iſt
die Zahl der Todesfälle bei den Ehemännern geringer als
bei den Junggeſellen. Im Alter von 20—30 Jahren
be=
trägt die Zahl der Todesfälle bei den Verehelichten 4,2,
bei den Unverehelichten 6,6; in dem Jahrzehnt von 30—40
hält ſich die Todesziffer bei den Verheirateten unter 6, bei
den Junggeſellen erreicht ſie faſt 13. Von 40—50 iſt der
Unterſchied noch größer; die Ehemänner erſcheinen hier
mit 9,5. die Junggeſellen mit 19,5. Von 50—60 tritt der
Unterſchied weniger ſtark hervor, aber die Verheirateten
haben doch 11 Tote auf das Tauſend pro Jahr weniger.
Zwiſchen 60—70 beträgt die Todesziffer der Verheirateken
weniger als 32, die der Junggeſellen 51. Als Gründe für
dieſe Erſcheinung führt der Gelehrte zunächſt den Umſtand
an, daß Leute im Vollbeſitz ihrer Geſundheit leichter
hei=
raten als ſolche, die krank ſind, oder ſich zu ſchwach fühlen,
um die Bürde und Verantwortung des Familienlebens
auf ſich zu nehmen. Ein anderer wichtiger Faktor liegt
ſodann ſicherlich darin, daß Ehemänner in der Regel viel
geordneter und ſolider leben und ſo die Gefahren einer
unregelmäßigen Lebensführung vermeiden. Mit Rückſicht
auf ihre Frau und ihre Familie hüten ſie ſich vor
Schä=
digungen und laſſen ſich nicht auf gefährliche Abenteuer
und waghalſige Unternehmungen ein. Der franzöſiſche
Gelehrte Jacques Bertillon, der die Beziehungen zwiſchen
Beruf und Sterblichkeit ſo eingehend unterſucht hat,
fin=
det die geringſte Sterblichkeit in Berufen, in denen der
Einzelne unter einer möglichſt ſtrengen Aufſicht ſteht. Die
Entwicklung des Verantwortlichkeitsgefühls, wie es bei
Bankbeamten und ſonſtigen Vertrauensſtellungen der Fall
iſt, wirkt auf die Lebensdauer günſtig ein. Der gleiche
Einfluß läßt ſich nun in der Ehe konſtatieren. Der
Ehe=
mann, der ſich ſeiner Frau gegenüber verantwortlich fühlt
iſt um ſeine Geſundheit und um ſein Leben beſorgter als
der Junggeſelle.
Dieſe Anſchauungen werden beſtätigt durch die
Sterb=
lichkeit unter verheirateten Männern, die ihre Frauen
durch Tod oder Scheidung verloren haben. Die Todes=
ziffer unter Witwern und Geſchiedenen iſt beträchtlich
höher als die unter Ehemännern des gleichen Alters, ja
ſogar in der Regel höher als die der Junggeſellen des
gleichen Alters. So ſterben z. B. in dem Jahrzehnt von
20—30 von Männern, die ihre Frauen verloren haben,
doppelt ſo viel als von Beweibten, und dieſes Verhältnis
herrſcht mit einigen Einſchränkungen in allen
Alters=
geuppen. „Wenn Gatten ihre Frauen verlieren,” ſo meint
der Gelehrte, „dann verlieren ſie viel von der Ausſicht auf
Langlebigkeit, die ihnen die Heirat ſicherte, und im
allge=
meinen verlieren ſie umſo mehr, je jünger ſie ſind.” Bei
Frauen tritt dieſes „Lebenselixier der Ehe” zunächſt
weniger hervor. In der Gruppe von 20—30 Jahren
ſterben mehr verheiratete Frauen als unverheiratete, und
zwar im Verhältnis von 5 zu 4. Dieſe höhere
Sterblich=
keit iſt ſicherlich auf Rechnung der Kinder zu ſetzen, durch
die die verheirateten Frauen in dieſem Alter gefährdet
ſind. Von 30—40 iſt dann die Zahl der Todesfälle bei den
verheirateten Frauen ſchon viel geringer als bei den alten
Jungfern, und dieſe Ueberlegenheit wird mit der Höhe
des Alters immer deutlicher. Die Lebensdauer der Frauen,
die durch Tod oder Scheidung ihren Mann verlieren, wird
nicht ſo ungünſtig beeinflußt, wie bei den Männern. Die
Sterblichkeit der Witwen und geſchiedenen Frauen iſt
zwar höher als die der Ehegattinnen, aber der Unterſchied
tritt nicht ſo ſtark hervor. Von den Selbſtmördern ſind
vier Fünftel unverheiratet. Im allgemeinen erweiſt die
Statiſtik unzweifelhaft, daß die Freuden und Leiden der.
Ebe als ein rechtes Lebenselixier wirken.
Nummer 195.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Auguſt 1913.
Seite3.
arbeiten ſo ſehr behindert hat, ſo mußten auf Wunſch der
Bewohner des diesjährigen Manövergeländes die erſten
Einquartierungen zum größten Teile abgeſagt, bezw.
ab=
gekürzt werden. Dies geſchah bei mehreren Regimentern,
die nun ihr Regiments= und Brigadeexerzieren auf
Uebungsplätzen, z. B. Griesheim abhalten müſſen. Erſt
um den 27. Auguſt gehts ins eigentliche
Manöver=
gelände nach dem ſüdlichen und ſüdöſtlichen Vogelsberg,
dem ſüdlichen Teil des Kreiſes Fulda, Kreis Schlüchtern,
Gelnhauſen und der Gegend von Wächtersbach, Bad Orb,
Büdingen und Steinau. Die Regimenter der 21. Diviſion
ſollten am 22. Auguſt in der Gegend Büdesheim,
Bön=
ſtadt (81er), Burg=Gräfenrode (27er Artillerie), Groß=
Karben, Heldenbergen, Ilbenſtadt, Kaichen eintreffen. Die
42. Infanterie=Brigade hat ihr Brigadeexerzieren im
Manövergelände abgeſagt. Das Scharfſchießen der 25er
Artillerie ſoll am 25. Auguſt zwei Kilometer weſtlich
Hitz=
kirchen im Gelände zwiſchen Wenings Gelnhaar,
Bind=
ſachſen und Kefenrod ſtattfinden. Auch die übrigen
Artillerie=Regimenter rücken in dieſen Tagen aus. Die
Diviſionsmanöver der 25. Diviſion werden ſich im ſüdlichen
Kreis Lauterbach bis zum oberen Kinzigtal abſpielen.
Freienſteinau wird das Zentrum der Kämpfe ſein. Hier
ſollen Proviantämter, Feldküchen und Feldbäckereien
er=
richtet werden. Die Korpsmanöver ziehen ſich mehr
ſüd=
wärts in die Kreiſe Büdingen. Gelnhauſen und Hanau.
In den Nächten vom 9. zum 10. und 10. zum 11.
Septem=
ber wird die ganze Infanterie biwakieren. Nur bei ganz
ſchlechtem Wetter ſollen Notquartiere bezogen werden.
* Eine intereſſante Rechtsfrage iſt, Blättermeldungen
zufolge, von der Kaiſerlichen Oberpoſtdirektion
beim Finanzminiſterium angeſchnitten worden.
Im Großherzogtum iſt es von jeher Gebrauch, daß die
Finanzämter die Steuerzettel ausfertigen und für die 1.
Abteilung in verſchloſſenen Umſchlägen, alſo in Form von
Briefen, an die Gemeinden zur Zuſtellung an die
einzel=
nen Steuerpflichtigen ausfertigen laſſen. Die Austragung
dieſer Briefe beſorgt der Polizeidiener, alſo ein Beamter,
der bezahlt wird. Dieſer Gang der Sache verſtößt aber
gegen das Geſetz, gegen das Poſtregal. Die Poſt verlangt
nicht mehr nicht weniger, als daß der Steuerfiskus
durch ſeine Grenſtſtellen, genau wie jeder Private oder
jede andere Behörde, dieſe Steuerbriefe mit einer Marke
verſehen an die Adreſſaten durch die Poſt beſorgen läßt.
Es wird nun intereſſant ſein, ob der Steuerfiskus dazu
angehalten wird, ſich dem Poſtgeſetz zu fügen.
Von der Heag. Seit einigen Tagen ſind auf
dem Marktplatz vor dem Schloß die Oberleitungsmaſte
der elektriſchen Straßenbahn entfernt worden, wodurch
der Platz augenſcheinlich ein bedeutend freieres und
ſchöneres Ausſehen erhalten hat. Der ganze Marktplatz
erſcheint größer und die Ausſicht auf das Schloß iſt
nunmehr vollkommen frei, was aus äſthetiſchen Gründen
nur mit Freuden begrüßt werden kann. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog hat ſeiner Zeit die Genehmigung
zur Anbringung von Roſetten an dem Schloſſe erteilt,
wodurch die Fortnahme der fünf Oberleitungsmaſte
und der erforderliche Umbau der Leitungsanlage
er=
möglicht wurde. Hoffentlich wird es der Heag möglich
ſein, auch an anderen Stellen die unſchönen Maſte mehr
und mehr aus dem Straßenbild zu entfernen.
* Darmſtadt als Kongreßſtadt. Wie uns
tele=
graphiert wird, wurde Darmſtadt vom
Kranken=
kaſſentag Breslau für die nächſtjährige Tagung
gegen Straßburg gewählt.
Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 16. Auguſt l. J.
männ=
lich 9472, weiblich 6496, zuſ. 15 968, in Prozenten 59,32,
40,68. Der Krankenſtand betrug am 16. Auguſt I. J.
männlich 467, weiblich 265, in Prozenten 4,93, 4,08.
An Krankengeld wurden ausgezahlt in der Woche
vom 11. Auguſt bis 16. Auguſt l. J. 5867,12 Mk. An
Wöchnerinnen waren vorhanden am 16. Auguſt
I. J. 24. Sterbefälle kamen vor in der Woche
vom 11. Auguſt bis 16. Auguſt I. J. 0.
* Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”
hielt ſeine Monatsverſammlung ab. Vor
Ein=
tritt in die Tagesordnung ergriff der zweite Vorſitzende
das Wort. Er gedachte der Silbernen Hochzeit des
lang=
jährigen erſten Vereinsvorſitzenden, Herrn Schömer.
Redner hob beſonders deſſen große Verdienſte um den
Verein, dem er bereits ſeit Gründung (14. Februar 1900)
als erſter Vorſitzender angehöre, unter dem Ausdrucke ganz
beſonderen Dankes rühmend hervor. Seitens des
Ver=
eeins ſei dem Jubelpaar am Feſttage ein bleibendes
Anden=
ken überreicht worden. Die Vorſtandsmitglieder
erfreu=
ten des Jubelpaar außerdem durch eine ſinnige
Blumen=
ſpende. Mit einem „Glückauf” zur „Goldenen” und einem
dreifachen Hoch auf das Jubelpaar endete die kurze, aber
herzliche Anſprache des zweiten Vorſitzenden. Herr
Schö=
mer dankte in bewegten Worten für die Ehrung. Hierauf
wurde in den geſchäftlichen Teil eingetreten. Nach
Ver=
leſung der Niederſchriften beſchloß man, von Erledigung
der Tagesordnung abzuſehen und dieſen Abend zu einem
„gemütlichen” zu geſtalten. Nur allzu ſchnell verfloß die
Zeit. Zum Schluß wurde die übliche Verloſung von
lebenden Hühnern, Tauben und Futterartikeln
vorge=
nommen.
* Muſik=Verein Darmſtadt. Man ſchreibt uns:
Der nunmehr im 82. Vereinsjahr ſtehende hieſige
Muſik=Verein iſt der einzige Verein in Darmſtadt
und der näheren Umgebung, der die großen muſikaliſchen
Schöpfungen der Vergangenheit und Gegenwart für
Chor und Orcheſter (geiſtliche und weltliche Oratorien
und verwandte Werke) zur Aufführung bringt. Um
auch den Muſikfreunden außerhalb Darmſtadts
Gelegen=
heit zu geben, ohne allzugroße beſondere Geldopfer an
dieſen Konzerten teilzunehmen, iſt vor kurzem für
aus=
wärtige Mitglieder ein geringerer
Jahres=
beitrag feſtgeſetzt worden. Während die Darmſtädter
Mitglieder jährlich 18 Mk. bezahlen, ſollen Auswärtige
nur 14 Mk. Beitrag leiſten. Für dieſen erhalten die
auswärtigen inaktiven (hörenden) Mitglieder wie die
hieſigen zu den vier ordentlichen Konzerten jedes
Winters je eine Karte zur Benutzung eines numerierten
Platzes, außerdem für die vier am Tage vor den
Konzerten unter Mitwirkung aller Soliſten uſw.
ſtatt=
findenden Hauptproben je eine Karte, die eine Perſon
zum freien Eintritt zur Hauptprobe berechtigt.
Aus=
wärtige aktive (ſingende) Mitglieder zahlen ebenfalls
14 Mk. Jahresbeitrag und für jedes weitere demſelben
häuslichen Verband angehörige Familienglied, das
gleichfalls aktives (ſingendes) Mitglied wird, 7 Mk. Der
Mitgliedskarte auch der Auswärtigen Aktiven iſt ein
Abſchnitt beigefügt, der eine Perſon zum freien Eintritt
in die Hauptproben der vier Konzerte berechtigt. So
iſt für einen Mitgliederbeitrag zwei Perſonen
Gelegen=
heit gegeben, die aufgeführten Werke kennen zu lernen.
Der Verein hofft, daß die Freunde ernſter und guter
Muſik außerhalb Darmſtadts von dieſem Anerbieten
recht zahlreich Gebrauch machen werden. Anmeldungen
für den Muſik=Verein ſind erbeten an Herrn Sanitätsrat
Dr. Maurer, Darmſtadt, Steinſtrage 32.
* Der Männergefangverein „Coneordia” feiert
am Sonntag ſein 30jähriges Stiftungsfeſt in
Form eines Familien=Ausfluges mit Muſik nach
Lichtenberg i. O. Die Abfahrt erfolgt morgens 8,19 Uhr
ab Roſenhöhe bis Ober=Ramſtadt, von da zu Fuß über
Rohrbach, Asbach (Frühſtück), Schnakenmühle,
Lichten=
berg (daſelbſt Einkehr im Hotel Schellhaas). Rückfahrt
von Reinheim abends 7,32 Uhr. Freunde und Gönner
des Vereins ſind freundlichſt eingeladen.
* Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein
Darm=
ſtadt. Nach mehrwöchiger Pauſe ergeht an alle
Mit=
glieder und Freunde des Vogelsberger Höhenklubs
wieder der Ruf zu einer Wanderung. Sie wird durch
ein Gebiet führen, das allen Wandersleuten als
außer=
ordentlich lohnend bekannt iſt, aber doch von
Darm=
ſtädter Touriſten nur ſelten beſucht wird, nämlich von
Cronberg auf direktem Wege zum Feldberg und über
die hohe Mark nach Oberurſel. Da die Führer auch
ſehr ſorgfältige Vorbereitungen getroffen haben, ſteht
eine genußreiche Wanderung bevor. (Näheres ſiehe
An=
zeige in der heutigen Nummer.)
Automobil=Unfall. Auf der Straße zwiſchen
Hox=
hohl und Brandau i. O. ſtieß geſtern vormittag zwiſchen
11 und 12 Uhr das Geſchäftsautomobil der Firma Gg.
Keil, Elektrotechniſches Inſtitut, Darmſtadt, mit dem
Poſtfuhrwerk der Poſthalterei Ackermann, Ober=
Ram=
ſtadt, zuſammen. Die Führung des Autos hatte Herr
Keil übernommen, bei welchem auf dem Führerſitz der
Direktor der A.=G. für elektriſche Unternehmungen, Herr
Hans Heuberger=München, ſaß. Die Urſache des
Unfalls iſt, wie durch Herrn Oberwachtmeiſter
Zimmer=
von der Gendarmerieſtation Ernſthofen feſtgeſtellt wurde,
folgende: Das Poſtfuhrwerk, welches von der
entgegen=
geſetzten Seite kam und direkt links fuhr, rannte mit
vol=
ler Wucht auf das bereits zum Stehen gebrachte
Auto=
mobil. Die Pferde gingen mit den Vorderfüßen in die
Höhe und direkt auf das Auto wodurch dasſelbe ſchwer
beſchädigt wurde. Die Deichſel des Poſtfuhrwerkes ſtieß
den Herrn Direktor Heuberger in die linke Seite und
verletzte ihn ſchwer, während die anderen Inſaſſen mit
dem Schrecken davon kamen. Es iſt feſtgeſtellt, daß die
Schuld an dem Unglück allein den Kutſcher trifft, da
die=
ſer nicht vorſchriftsmäßig gefahren iſt.
g. Feſtgenommen. Der am 25. März aus dem
Pro=
vinzialarreſthaus ausgebrochene Taglöhner Robert
Pfeil aus Althütte bei Backnang iſt am Montag von
der Stuttgarter Polizeibehörde feſtgenommen
wor=
den. Der gefährliche Verbrecher, der ſich auch Laubinger
nannte, wurde in Groß=Gerau auf eigenartige Weiſe bei
einem Fahrraddiebſtahl feſtgenommen. Es ſtellte ſich dann
ſpäter heraus, daß es ein von mehreren
Staatsanwalt=
ſchaften geſuchter Burſche iſt, der zuletzt eine
Geſamtzucht=
hausſtrafe von 8 Jahren verbüßt hatte. Es gelang ihm,
während der Unterſuchungshaft aus dem
Provinzial=
arreſthaus zu entſpringen, indem er mit einem Teil ſeiner
eiſernen Bettſtelle die Mauer durchbrach und über die
Hof=
mauer kletterte. Er wurde am Tage darauf noch in der
Nähe von Darmſtadt geſehen und war dann ſpurlos
ver=
ſchwunden. Jetzt wurde er nun bei Verübung eines
Ein=
bruches feſtgenommen.
Verein der Detailliſten von Darmſtadt.
* In der Vorſtandsſitzung des Detailliſten=Vereins
erſtattete der Vorſitzende, Herr W. Kalbfuß, einen
ein=
gehenden Bericht über die ſeitherige Tätigkeit der Ge=
ſchäftsſtelle der vereinigten Detailliſten. Bekanntlich haben
ſich der Detailliſten=Verein, der Rabatt=Spar=Verein, der
Heſſiſche Detailliſten=Verband, ſowie die Ortsgruppe
Darmſtadt des Hamburger Textil=Verbandes zu einer
Arbeitsgemeinſchaft zuſammengeſchloſſen. Die
Geſchäfts=
ſtelle iſt im Hauſe des Vorſitzenden, Marktplatz 10I, und
wird ſchon ſehr lebhaft von den Mitgliedern der
genann=
ten Vereinigungen in Anſpruch genommen. Wie der
Vor=
ſitzende mitteilt, handelt es ſich in den meiſten Fällen um
Rat bei Veranſtaltung von Ausverkäufen, Abfaſſung
von Annoncen und um Auskunftserteilung in den
verſchie=
denen ſozialen Verſicherungen. Der Vorſtand beſchloß,
um die Mitglieder über die Tätigkeit des Vereins noch
mehr als ſeither zu unterrichten, in zwangloſer Folge
Mitteilungen an die Mitglieder zu verſenden. Dieſe
Mit=
teilungen werden dann eingehende Berichte über die
Tätigkeit der verſchiedenen Vereine enthalten.
Wie immer, ſtanden auch in dieſer Sitzung eine große
Zahl von Uebertretungen des unlauteren Wettbewerbes
zur Beſprechung. Gegen einen hieſigen Möbelhändler,
der ein Etagengeſchäft betreibt und in ſeinen
Ankündig=
ungen den Anſchein erweckt, als ob es ſich um
Privatver=
käufe handele, hat der Staatsanwalt nunmehr die
An=
klage erhoben. Ebenſo gegen ein Zigarrengeſchäft wegen
Vor= und Nachſchubes bei einem Ausverkauf.
Bei den bevorſtehenden Stadtverordnetenwahlen wird
der Detailliſten=Verein gemeinſam mit den anderen
hieſi=
gen kaufmänniſchen Korporationen für die Aufſtellung von
Kandidaten aus Kaufmannskreiſen eintreten.
k. Roßdorf, 20. Aug. Am Sonntag feiert die
Frei=
willige Sanitätskolonne Roßdorf=Nieder=
Ramſtadt ihr 10. Stiftungsfeſt. Am Sonntag
findet morgens Kirchenparade ſtatt. Der Uebung iſt
zu=
grunde gelegt: Am 23. findet zwiſchen Roßdorf und Ober=
Ramſtadt ein Gefecht ſtatt. Die Verwundeten werden in
die Krugsmühle bei Roßdorf gebracht, die zum
Feld=
lazarett hergerichtet iſt. Am Sonntag werden die
Ver=
wundeten mittels Leiterwagen nach dem Bahnhof
Roß=
dorf gebracht und hier verladen, um nach Darmſtadt
ge=
bracht zu werden.
-k. Gundernhauſen, 20. Aug. Die dem hieſigen
Militärverein vom Kaiſer verliehene Fahnenſchleife
wurde am Sonntag durch einen Vertreter der
Kreis=
behörde feierlich überreicht. Der ganze Ort nahm teil an
der ſchönen patriotiſchen Feier.
Von der Bergſtraße, 20. Aug. Durch das
Schöffen=
gericht in Weinheim wurde den Milchpantſchern
ein abſchreckendes Exempel ſtatuiert, indem ein
Groß=
bauer mit 1500 Mark in Strafe genommen
wurde, da er ſeit Jahren ſchon die Milchpantſcherei in
großem Stile betrieb. Nun aber ſteht dem Betreffenden
noch ein weiteres übles Nachſpiel bevor. Mehrere
Milch=
abnehmer nämlich, die ſchon ſeit Jahren von dem
Be=
treffenden ihre Milch beziehen, werden Schadenerſatz
verlangen, da ſie ihre Milch als Vollmilch bezahlten,
aber minderwertige Milch geliefert bekamen. Durch die
bei den Gerichtsverhandlungen zutage getretenen
Fälſch=
ungen läßt ſich nämlich der den Milchabnehmern zugefügte
Schaden feſtſtellen.
Mainz, 20. Aug. Vor einigen Tagen ſtarb hier ein
lediger 78jähriger penſionierter Bahnreviſor, der
42 Jahre in einem Zimmer eines Hauſes der Mittleren
Bleiche gewohnt hatte. Bei der Nachlaßfeſtſtellung ergab
ſich, daß der Verſtorbene über 100000 Mark in
Wertpapie=
ren hinterlaſſen; außerdem fanden ſich wie Backſteine
auf=
geſetzt 10000 Stückchen Kaffeezucker, die ſich der
Geizhals beim Morgenkaffee am Munde abgeſpart und
aufbewahrt hatte. Sonſt ſah es in dem Zimmer des
Ver=
ſtorbenen recht troſtlos aus. Das hinterlaſſene Geld, ein
Teſtament war nicht vorhanden, fällt an Verwandte, die
es gut gebrauchen können. Auch der Steuerfiskus bekommt
ein Teil davon ab. — Die Einwohnerzahl der
Stadt Mainz belief ſich Ende Juli auf 121752
Per=
ſonen. Nach den polizeilichen Meldungen zogen im
Mo=
nat Juli insgeſamt 1430 Perſonen zu. Als weggezogen
wurden insgeſamt 1451 Perſonen gemeldet.
Worms, 20. Aug. In der geſtrigen
Stadtverordne=
tenverſammlung wurde ein Schreiben des Freiherrn
von Heyl bekannt gegeben, wonach dieſer der Stadt
eine Schenkung in Geſtalt eines
Siegfried=
brunnens machte und Herr Profeſſor Hildebrandt=
München mit deſſen Errichtung beauftragt wurde. Für
die Waſſerſpeiſung wird ein Betrag von 410 Mark
gefor=
dert, der bewilligt wurde.
Oſthofen, 20. Aug. In der letzten
Gemeinde=
ratsſitzung wurde als Wahltermin für die Stelle
eines weiteren Beigeordneten der 23. September, als
Ter=
min für die Gemeinderatswahl der 4. November beſtimmt.
Es ſcheiden aus die Herren Peter Hack, Jean Knierim
und Jakob Weiß; für den verſtorbenen Heinrich Knierim
iſt Erſatzwahl vorzunehmen. Weiter wurden für die
Er=
neuerung und Ergänzung der Schläuche und neuer
Kop=
pelungen der Feuerwehren 1000 Mark bewilligt. — Im
Hintergebäude des Holzmannſchen Hauſes in der
Sickin=
genſtraße brach vorgeſtern mittag gegen 3 Uhr Feuer
aus. Durch raſche Hilfe der Nachbarn konnte das Feuer
bald gelöſcht werden.
Feuilleton.
St. Das ewige „Puppchen” Eine Leſerin unſeres
Blat=
kes ſchreibt uns: Ich kenne „Puppchen” nicht. Ich will
„Puppchen” auch nicht kennen lernen, niemals. Es
ge=
nügt mir, daß „Puppchen” exiſtiert und ſich allgemeiner
Beliebtheit erfreut Die ſchwungvolle Kompoſition eines
modernen Komponiſten verdient es ſo! Ich kenne nur die
eine Melodie, der das „Puppchen” wohl ſein langes Leben
verdankt. Ich höre ſie täglich, ſtündlich, minütlich, — im
Gartenkonzert, auf der Straße, im Hauſe, — geſpielt,
ge=
ſungen, gepfiffen. — Kinder, Bengels und Mädels, haben
„Puppchen” in ihr puppenfreundlich Herze geſchloſſen, wie
könnte es auch anders ſein! (Wir haben am Sonntag in
Auerbach erlebt, daß ein kleines Mädel, das kaum erſt
laufen und ſprechen gelernt hatte, das „Puppchen” vor ſich
hin plärrte.) Die ewigen Volkslieder ſind ja zu
abge=
droſchen! Warum ſollen wir „denn Heimatland, ade‟
ſingen, das wir ja nicht zu verlaſſen im Sinne haben
was gehen uns an „Der gute Kamerad” irgend eines
Sol=
daten oder „Aennchen von Tharau” die wir nicht kennen?
Aber „Puppchen”! Puppchen kann jedem eine beſtimmte
Perſönlichkeit ſein, denn „einen Augenſtern, den man gar
zu gern hat,” weiß doch ein jedes, auch das Kind von
heute! — O Jugend! Wie biſt du zu modern geworden!
Du fällſt mir auf die Nerven mit deinem geiſtloſen
Sing=
ſang, mit deiner Empfänglichkeit für wertloſe Melodien,
die gereimt worden ſind von einem ebenſo wertloſen
Muſiker, deſſen Kopf berechnend, deſſen Herz leer iſt, und
deſſen Tonſätze ſchal ſind. Das kindlich=Wahre, Echte,
Tiefe iſt in deinem Gemüt untergraben, moderne Jugend!
Hüte dich vor der Lauheit und Oberflächlichkeit, die dich
umwehen! Wenn auch die Winter keine Strenge und die
Sommer keine kraftvolle Wärme mehr kennen, — werde
nicht auch du lau! Vielleicht kommt das große
Erzieh=
ungsmittel „Der Krieg” einmal über dich, deutſcher
Jüng=
ling! Dann würdeſt du wieder ſingen lernen von der
„Freiheit, die ich meine (minne!), die mein Herz erfüllt”
und dem Vaterlande „Lieb Vaterland, magſt ruhig ſein!
Und ihr kleinen Mädchen, ſingt mir einmal wieder das
Lied vom „Vöglein im hohen Baum,” und das „von den
unzähligen Sternlein, die da wandern am Himmelszelt”
und „vom Maiglöckchen, das den anderen Blümchen zum
Tanze läuten ſoll”! Und gemeinſam lernt wieder preiſen
im Chor die herrliche Natur und ihren Schöpfer: „O
Täler weit, o Höhen o ſchöner grüner Wald! Du meiner
Luſt und Wehen andächt’ger Aufenthalt,” „Wer hat dich
aufgebaut ſo hoch da droben? Wohl, den Meiſter will ich
loben, ſolang noch mein’ Stimm erſchallt!” Und ſingt ſie
in Wehmut, die Lieder „vom Lindenbaum” und „von der
Mühle im kühlen Grunde” und das holde Scheidelied=
„Nun leb wohl, du kleine Gaſſe, — nun ade, du ſtilles
Dach!” — Moderne Jugend, werde wieder ein wenig
alt=
modiſch und bring’ mir zurück die lieben alten
Lieder!
* Der Kaiſer und das Hunsrücker Bäuerlein. Bei der
Parade der Veteranen und Kriegervereinler vor dem
Kai=
ſer bei der Einweihung des Denkmals des Jägers aus
Kurpfalz hat ſich folgende Epiſode zugetragen. Der
Kai=
ſer ſprach einen biederen mit dem eiſernen Kreuz
geſchmück=
ten Bauer vom Hunsrück an und frug ihn, wo er gedient
habe. Der Veteran, der anſcheinend ſchwerhörig war,
verſtand den Kaiſer nicht und meinte landläufig: He?
Auf die zweite Frage erfolgte dann die Antwort: Was?
Erſt als der ſchwerhörige Veteran aufgeklärt war,
er=
widerte er: „Ei bei de Auguſchta‟ (Er meinte das
Kob=
lenzer Garde=Regiment Kaiſerin Auguſta.) Der Kaiſer,
dem die Sache großen Spaß machte, frug den Veteran
weiter, wo er den Orden her habe. Diesmal erwiderte
der Brave in ſeinem Hunsrücker Deutſch: „Ei vun Ihne”.
Aehnliche Vorfälle hat die Parade noch mehr zutage
ge=
fördert.
* Der Kronprinz und der Herr Ortsgendarm. Man
ſchreibt den Münch. N. Nachrichten: Es war zur
Som=
merszeit auf einem mecklenburgiſchen Rittergut. Nach
einer fröhlichen Jagd, an der auch Kronprinz Friedrich
Wilhelm teilnahm, ließ man die Jugend des Dorfes
kom=
men und bewirtete ſie. Der Kronprinz ließ einen großen
Korb voll Orangen mitten in die Kinderſchar ſtellen.
Alles drängte ſich heran, um möglichſt viel von der
köſt=
lichen Frucht zu erhaſchen. Da naht der Gendarm im
Glanze ſeiner beſten Uniform und mit dem blinkenden
Helm auf dem Haupte. Haſtig drängt er ſich durch die
Kinderſchar, um zu verhindern, daß Seine kaiſerliche und
königliche Hoheit gar zu ſehr bedrängt werden. Dieſe
be=
hördliche Einmiſchung war dem Kronprinzen aber gar
nicht recht. Um ſeinem Mißvergnügen ſichtbaren Ausdruck
zu geben, griff er in den Korb nahm eine große Orange
heraus und drückte ſie blitzſchnell auf die in der Sonne
glänzende Spitze der Pickelhaube des Herrn Gendarmen,
der unter dem Hallo der Kinder und dem herzlichen
Lachen des fürſtlichen Beamtenbeleidigers mit ſeiner
Orange auf dem Kopf den Schauplatz verließ.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Auguſt 1913.
Nummer 195.
Nierſtein, 20. Aug. Der 6jährige Sohn des Winzers
Anton Engel wurde von ſeiner Großmutter aufs Schiff
mitgenommen, um dem Enkelkind die Freude einer
Rheinreiſe zu machen. In der Nähe von Duisburg muß
der Knabe ſich in einem unbewachten Augenblick zu weit
über Bord gelehnt haben und ſtürzte in den Rhein.
Obwohl ſofort Rettungsverſuche unternommen wurden,
konnte der Knabe nur noch als Leiche aus dem Strom
ge=
zogen werden.
*) Heldenbergen, 20. Aug. Fünfzig Jahre ſind heute
verfloſſen, ſeit Lehrer Wertheimer an der hieſigen
iſraelitiſchen Volksſchule tätig iſt, und alle hier geborenen
iſraelitiſchen Einwohner, mit Ausnahme der älteſten, ſind
ſeine Schüler geweſen. Da Herr Wertheimer von 1856
bis 1863 in Lich als Lehrer wirkte, ſo blickt er jetzt auf
57 Dienſtjahre zurück; er iſt alſo einer der älteſten,
viel=
leicht gar der dienſtälteſte Lehrer des
Groß=
herzogtums Heſſen. Daß der alte, noch ſehr rüſtige
Herr ſich allgemeiner Beliebtheit und Hochachtung erfreut,
zeigte die heutige goldene Jubelfeier, welche die
iſraelitiſche Gemeinde und die politiſche Gemeinde ihm zu
Ehren veranſtalteten. Die Vertreter der Behörden, des
Kreisamtes, der Kreisſchulkommiſſion, der Lehrervereine,
ſämtlicher hieſigen Vereine, der Gemeinderat, der
katho=
liſche Geiſtliche uſw. nahmen an der Feier teil. Geſtern
abend veranſtalteten die hieſigen Vereine, der Turnverein
und die drei Geſangvereine, einen Fackelzug und
brach=
ten dem Jubilar ein Ständchen. Heute um 11 Uhr
fand die kirchliche Feier in der Synagoge ſtatt.
Pro=
vinzial=Rabbiner Dr. Hirſchfeld=Gießen hielt die
Feſtpre=
digt. Die geſamte iſraelitiſche Gemeinde nahm an der
Feier teil. Um 12 Uhr war Feſtakt im Rathaus.
Als offizielle Vertreter waren erſchienen Kreisrat
Schliephake=Friedberg, der eine Ordensauszeichnung
vom Großherzog überreichte, der Vertreter der
Kreisſchul=
kommiſſion, Obmann Huff=Darmſtadt vom Landes=
Lehrerverein, Reallehrer Salomon=Gießen u. a.
(*) Lauterbach. 19. Aug. In die Fremdenlegion
entflohen iſt ein hieſiger junger Menſch, der ſchon
ein=
mal wegen Betrug und Fahnenflucht acht Monate
Ge=
fängnis verbüßt hat. Damals konnte er noch an der
Grenze gefaßt werden. Der abermals Entflohene hat
die=
ſer Tage aus dem 1. Regiment in Algier an ſeine
Ange=
hörigen geſchrieben. Er war zur Fußartillerie
ausge=
hoben.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 19. Aug. Prinz Ernſt
Au=
guſt und Prinzeſſin Viktoria Luiſe, Herzog und
Herzogin zu Braunſchweig und Lüneburg, haben ſich heute
nachmittag 5 Uhr von Rathenow nach Berlin begeben und
werden hier zwei Tage verweilen. Das Herzogspaar hat
Heute in
im Hotel Eſplanade Wohnung genommen.
der neunten Abendſtunde ſtieß die Lokomotive eines
in voller Fahrt befindlichen Zuges Halle-Berlin in der
Nähe von Trebbin auf ein Hindernis. Die
Erſchüt=
terung war ſo heftig, daß der Lokomotivführer die
Ueber=
zeugung gewann, daß ein ſehr ſchwerer Gegenſtand ſich auf
den Schienen befunden haben müſſe. Er ließ halten und
es ergab ſich, daß eine Eiſenbahnſchwelle quer über die
Schienen gelegt worden war, die bei dem Anprall der
Loko=
motive zur Seite geſchleudert wurde. Von den
Zugbeam=
ten und den Paſſagieren iſt niemand verletzt worden.
In ſpäter Nachmittagsſtunde rief die Nachricht von einem
Mord am Hermannsplatze in Neu=Kölln große
Aufreg=
ung hervor. Der Arbeiter Bruno Bongſch hatte
nachmit=
tags ſeine Geliebte, die Aufwärterin Adam, im Streit
er=
würgt. Nach der Tat verließ er die Wohnung und trief
ſich in verſchiedenen Gaſtwirtſchaften herum und erzählte
ganz offen, er habe ſeine Frau getötet. Als die Nachbarn
in die Wohnung der Adam eindrangen, fanden ſie die
Leiche. Die ſofort herbeigerufene Mordkommiſſion ſtellte
ſtarke Würgemale feſt. B. benahm ſich auf dem Transport
zur Polizei ſehr renitent und mußte gefeſſelt werden.
Geh. Sanitätsrat. Dr.
Frankfurt a. M., 20. Aug.
Theodor Neubürger der heute ſein diamantenes
Doktorjubiläum begeht, empfing aus Anlaß des
Jubiläums zahlreiche Glückwünſche und Ehrungen. Vom
Kaiſer wurde ihm das Prädikat „Profeſſor” verliehen.
Oberbürgermeiſter Dr. Voigt hatte im Namen des
Frank=
furter Magiſtrats ſchriftliche Glückwünſche geſandt. Ebenſo
gratulierte die mediziniſche Fakultät der Berliner
Uni=
verſität, bei der der Jubilar vor 60 Jahren promoviert
hatte.
Bad Homburg v. d. H., 20. Aug. Der Kaiſer ließ
ſich heute morgen Pläne für die Erweiterung des
Kur=
parkes von Bad Homburg vorlegen. Zugegen waren der
Chef des Zivilkabinetts Wirkl. Geh. Rat v Valentini,
Regierungspräſident Dr. v. Meiſter, Landrat Ritter von
Marx, Oberbürgermeiſter Lübke,
Stadtverordnetenvor=
ſteher Dr. Rüdiger und Kurdirektor Graf Zeppelin.
Köln. 20. Aug. Ein Tiſchlermeiſter fand in
einem alten Schrank, den er zum Aufpolieren erhalten
hatte, Banknoten im Werte von 10000 Mark, die der
Be=
ſitzer ſeit Jahren vermißte.
Düſſeldorf, 19. Aug. Der ſeit Mai beurlaubte, ſeitdem
unauffindbar geweſene Franziskanerpater Ottomar
ſtellte ſich in Pilſen der Polizei mit der Angabe, in
Düſſel=
dorf 60000 Mark Kirchengelder unterſchlagen
zu haben. Die hieſige Kloſterleitung beſtreitet die
Unter=
ſchlagung und behauptet, es lägen nur unrichtige
Buchun=
gen vor.
Eſſen a, d. R., 20. Aug. Weil er beim Spiel eine
größere Geldſumme gewonnen hatte, wurde ein junger
Mann in Spellen von ſeinen Mitſpielern aus Aerger
totgeprügelt. Die Täter ſind verhaftet worden.
Dresden, 20. Aug. In der Kaſerne der Oſchatzer
Ulanen wurden am Sonntag abend ſechs Karabiner
aufgefunden, aus denen die Schlöſſer entfernt worden
waren. Es wird vermutet, daß es ſich um Spionage
han=
delt. Andernfalls glaubt man, daß es ſich wohl auch um
einen Sabotageakt handeln könne.
Guben, 19. Aug. Auf den Rechtsanwalt Mehl wurde
heute nachmittag in ſeinem Bureau ein Mordanſchlag
verübt. Der frühere Baumeiſter Paul Stöhr, der den
Rechtsanwalt in einer Prozeßſache konſultierte, gab im
Verlaufe der Unterredung drei Schüſſe auf den Anwalt ab,
durch die dieſer am Kopf und dem rechten Arm ſchwer
verletzt wurde. Nach der Tat erſchoß ſich Stöhr.
Wien, 20. Aug. Wie die Blätter melden, haben ein
Ingenieur aus Hamburg und ein Juriſt aus Berlin bei
der Wiener=Neuſtädter Staßtsanwaltſchaft
Straſſan=
zeige gegen die Prinzeſſin Luiſe von Koburg
und ihren Begleiter Mattachich geſtellt und um deren
Ver=
haftung erſucht. Die Anzeiger behaupten, daß ſie durch
die Prinzeſſin und Mattachich um 5 Millionen Kronen
geſchädigt worden ſeien.
Prag, 19. Aug. Bei Wrana fand in Anweſenheit
des Statthalters und der militäriſchen Würdenträger die
Enthüllung eines anläßlich der Jahrhundertfeier der
Befreiungskriege errichteten Denkmals ſtatt.
Das Denkmal ſteht=an der Stelle, von der aus am 19.
Auguſt 1813 die öſterreichiſchen Truppen nach der Heerſchau
vor den verbündeten Monarchen Oeſterreichs, Preußens
und Rußlands ihren Siegeszug antraten. Das Denkmal
iſt mit Reliefs der verbündeten drei Monarchen geſchmückt.
Turin, 20. Aug. Stampa meldet aus Kargil: Der
italieniſche Alpiniſt Mario Piacenza, der
gegen=
wärtig eine Forſchungsreiſe durch den Himalaya mit
Führern aus dem Tal Aoſta unternimmt, erreichte den
bisher von niemand erſtiegenen, 7200 Meter hohen Gipfel
des Numkam nach ſehr ſchwierigem Aufſtiege und hißte
dort eine kleine italieniſche Fahne. Piacenza und ſeine
Begleiter übernachteten ſechs Nächte in einer Höhe von
6500 Metern und hatten mit hohem Schnee und ſtrenger
Kälte zu kämpfen. Piacenza plant noch andere wichtige
Beſteigungen.
Genua, 20. Aug. Bei dem Anlegen eines Dampfers
in Serravalla Scrivia brach die Landungsbrücke
unter der Laſt der auf ihr ſtehenden Perſonen zuſammen
und ſtürzte in den Scrivia=Fluß. Zwei Perſonen
er=
tranken, 10 wurden teils ſchwer, teils leicht verletzt.
Paris. 20. Aug. Seit Monaten ſind in Paris
zahl=
reiche Diebſtähle von Kunſtgegenſtänden
vor=
gekommen. Die Wertſachen wurden mit der größten
Sach=
kenntnis ausgewählt und man hat deshalb den Dieben,
die bisher nicht ermittelt werden konnten, den Namen
„Kunſtſammler” gegeben. Die Polizei glaubte nun, einen
Schlupfwinkel der Diebe ausfindig gemacht zu haben und
ließ das betreffende Haus umſtellen. Es wurden zehn
Perſonen, 7 Männer und 3 Frauen, verhaftet. Eine
Haus=
ſuchung förderte zahlreiche geſtohlene Gegenſtände, ſowie
eine große Menge Diebeswerkzeug zutage.
London, 19. Aug. Während der Regatta des
Royal Dorſet Jachtklubs in Weymouth war die
Segel=
jacht des Kaiſers. „Metor” vom Unglück
ver=
folgt. Die beiden dentſchen Jachten „Meteor” und „
Ger=
mania” überholten die Schiffe des vorhergehenden
Ren=
nens. Der „Meteor” kollidierte dabei mit der Jacht
„Sonya”, deren Bugſpririet zerbrach. Dann ſtieß der „
Me=
teor” mit dem Markierboot zuſammen, das unterging. Die
Kaiſerjacht iſt mit knapper Not ohne Schaden
davongekom=
men. Sie gab das Rennen auf. Die Fortſetzung der
Re=
gatta mußte abgeſagt werden.
London, 20. Aug. Der vorgeſtern geſunkene
Dam=
pfer „State of California verließ Seattle am
letzten Mittwoch. In den 3 Minuten, die zwiſchen dem
Auflaufen und dem Sinken verſtrichen, wurde noch ein
drahtloſer Hilferuf in die Welt geſchickt und auch von dem
in der Nähe befindlichen Dampfer „Jefferſon” der Algska=
Dampfſchiffahrts=Geſellſchaft aufgenommen. Der Dampfer
war ſchon in 20 Minuten an der Unglücksſtelle und nahm
die in den Rettungsbooten befindlichen Leute auf. Viele
hatten durch die Kälte, der ſie ausgeſetzt waren, derart
gelitten, daß jetzt 10 der Geretteten im Sterben liegen.
Die genaue Zahl der Toten kann erſt feſtgeſtellt werden,
wenn der Dampfer mit den Geretteten am Donnerstag in
Seattle eintrifft, da ſämtliche Schiffspapiere mit dem
Schiff untergegangen ſind.
Ottawa, 19. Aug. Die Einwanderungsbehörde hat
er=
klärt, Thaw würde über die Grenze geſchafft
werden. Die Verhaftung erfolgte in dem Eiſenbahnzug,
mit dem er in Begleitung zweier Freunde die Küſte und
den Europa=Dampfer zu erreichen hoffte. Da Thaw auf
Grund des ſogenannten Verſchwörungsgeſetzes verfolgt
und verhaftet wurde, iſt mit ziemlicher Sicherheit
anzu=
nehmen, daß ſeine Helfershelfer, darunter ein
bekann=
ter Politiker, in kurzem hinter Schloß und Riegel kommen
werden.
Katholikentag.
* Metz, 19. Aug. Zu Anfang der zweiten
fran=
zöſiſchen Verſammlung heute nachmittag nahm
Direktor Collin vom Metzer „Lorrain” das Wort im
Namen der franzöſiſch ſprechenden Kongreßteilnehmer,
und gab in deren Namen eine Erklärung ab betreffend
der geſtrigen Worte des Präſidenten Fürſten zu
Löwen=
ſtein über die Gewerkſchaftsfrage Er ſprach ſeine Freude
aus, daß Metz gerade der Ort dieſer Tagung ſei, auf der
dieſe Rede gehalten wurde, und gab dem Wunſche
Aus=
druck, daß der Friede von Metz zum Wohle der deutſchen
Katholiken dienen möge. Dieſe Erklärung der franzöſiſch
ſprechenden Kongreßteilnehmer rief ſehr lebhaften Beifall
hervor. Lebhaft begrüßt, ſprachen ſodann Domkapitular
Louis=Metz über die ſozialen Pflichten der Katholiken
und Profeſſor Müller=Straßburg i. E. über Religion,
Familie und Schule. In der zweiten
General=
verſammlung heute nachmittag ergriff zunächſt Biſchof
Koppes=Luxemburg das Wort über die bedauerliche
Lage der katholiſchen Kirche in Luxembura, namentlich auf
dem Gebiete der Schule, auf dem die Freimaurerei die
Herrſchaft erlangt habe.
Sie habe ſich deshalb genötigt
geſehen, den Geiſtlichen die Erteilung des
Religions=
unterrichts in der Schule zu verbieten, aus der die Kirche
herausgedrängt wurde. Dr. Schweitzer=Köln ſprach
dann über Adolf Kolping, den Bahnbrecher der chriſtlichen
Sozialpolitik, und ſchloß mit dem Gelöbnis der
katho=
liſchen Geſellenvereine, das Erbe Kolpings, ihres großen
Stifters, ewig heilig zu halten und treu zu ſchützen. Der
Vorſitzende verlas ſodann mehrere
Begrüßungstele=
gramme, darunter eines vom deutſch=öſterreichiſchen
Ka=
tholikentag in Linz. Alsdann ſprach Chefredakteur
Bamberger=Zürich über moderne Volksbildung,
ihren Segen und ihre Sorgen. Als letzter Redner
kenn=
zeichnete Stiftspropſt De Kaufmann=Aachen die
Stellung der deutſchen Katholiken zur Fortbildungsſchule.
* Metz, 20. Aug. Heute vormittag fand in der
Feſt=
halle eine große Miſſionsverſammlung unter
dem Vorſitz des Prälaten Müller=Simonis=Straßburg
ſtatt. Erſter Redner war Generalleutnant z. D. v.
Stein=
äcker=Berlin, der die Bedeutung der Miſſion behandelte,
der reichen Spende für die Miſſion aus Anlaß des Kaiſer=
Jubiläums gedachte und dabei rühmend hervorhob, daß
der Kaiſer allezeit die Fahne des Erlöſers hochgehalten
habe. Die beſondere Bedeutung dieſer Spende liege aber
in dem ofſenen Bekenntnis von Kaiſer und Volk, daß es
notwendig ſei, zu miſſionieren und einen Anſtoß zu neuer
kräftiger Unterſtützung der Miſſionstätigkeit zu geben.
Redner verbreitete ſich dann über die religiöſe und ſittliche
Bedeutung der Miſſion und ihr Verhältnis zur
Koloni=
ſation, die ſich gegenſeitig unterſtützen müßten. Weiter
behandelte der Franziskanerpater Ortſiever=Düſſel
dorf das Thema „Die gegenwärtige Bedeutung
der Miſſion in China” und legte dar, daß China
jetzt mitten in einer Umwälzung ſtehe und daß es ſich
darum um die Frage handle, welches die künftige Religion
des Volkes ſei, das die bisherige Staatsreligion von ſich
zu werfen beſtrebt ſei. Da gelte für die Deutſchen das
Wort: Die Deutſchen vor die Front! Vor allem durch die
Gründung von Schulen und Univerſitäten! Die
Katho=
liken hätten hier vieles nachzuholen, da ſie gegenüber der
proteſtantiſchen Miſſion ganz bedeutend im Rückſtande
ſeien. Fürſt zu Löwenſtein ließ dann durch den
Schriftführer Mitteilung machen von dem Ergebnis der
nunmehr abgeſchloſſenen Kaiſerjubiläums=Miſüonsſpende.
Die katholiſche Spende habe eine Geſamtſumme von
414615 Mark ergeben; an der Spitze ſtänden die
Diö=
zeſen Paderborn, Freiburg, Breslau, Rottenburg, Köln
und Bamberg mit je über 100000 Mark. Der Fürſt nahm
noch Veranlaſſung, die Kritik gegen das erſte Ergebnis
aus der Metzer Diözeſe als verfrüht und bedauerlich
zu=
rückzuweiſen, und betonte dabei, daß die Metzer Diözeſe,
wie das ſpätere Reſultat zeigte, 11500 Mark aufgebracht
habe. Er wünſche nun, daß die Generalverſammlung den
Erfolg haben möge, daß die Katholiken von ganz
Deutſch=
land ſolche Opferfreudigkeit beweiſen möchten, wie dies die
Diözeſe Metz ſchon ſeit vielen Jahren für die
Miſſions=
ſache getan habe.
* Metz, 20. Aug. In der vierten
geſchloſſe=
nen Verſammlung im Hotel „Terminus” die unter
dem Vorſitz des Rechtsanwalts Trunk=Karlsruhe
ſtatt=
fand. trat man in die Beratung der Ausſchußanträge, betr.
die Innere Miſſion, ein. Zu dem Punkt „Fürſorge für
die Zuziehenden und Caritas” ſprachen Dr. Pieper,
Giesberts=M.=Gladbach, Pfarrer Maxen=Hannover,
Pfar=
rer Meyer=München, Monſignore Schweitzer=Köln und Dr.
Fleiſcher=Berlin. Parrer Meyer bemerkte u. a. für ſeine
Perſon und als Seelſorger, daß bei der Frage für die
Organiſation ſelbſtverſtändlich die Arbeiter zunächſt den
katholiſchen Arbeitervereinen zugeführt werden müßten,
aber ohne die Gewerkſchaftsorganiſationen im Rücken
könne man den Mitgliedern keine Arbeit verſchaffen. Der
Vorſitzende betonte ſpäter ausdrücklich, daß der Redner
nur ſeine perſönliche Auffaſſung vorgetragen habe. Im
übrigen bitte er die folgenden Redner entſchieden, die
Frage, wie man ſich organiſieren ſolle, ganz auszuſchalten.
Daran knüpfte Dr. Fleiſcher als Vertreter der katholiſchen
Arbeitervereine an und lehnte es gleichfalls ab, Stellung
zu der Frage der Art der Organiſation zu nehmen, da
dieſer Punkt durch die päpſtliche Enzyklika erledigt ſei.
wie vorgeſtern auch der Präſident Fürſt Löwenſtein
dar=
gelegt habe.
Zum Werſtarbeiterſtreik.
* Stettin 19. Aug. Der Oſtſeezeitung zufolge
fanden heute nachmittag vier große
Werftarbeiter=
verſammlungen ſtatt. Nachdem die
Organiſations=
leitung und die Obmänner der Arbeitsausſchüſſe
verhan=
delt hatten, beſchloſſen die heutigen Verſammlungen mit
Majorität, die Arbeit wieder aufzunehmen.
Dafür ſtimmten 1901, dagegen 1517 Arbeiter. Die
Ar=
beiter erklärten ſich unter dem Druck der Verhältniſſe
be=
reit, den Arbeitsnachweis der Werften zu benutzen.
Aller=
dings kam in den Verſammlungen zum Ausdruck, daß
Maßregelungen unter allen Umſtänden zu vermeiden ſind
und daß die Werften ihre Verſprechungen auch einhalten.
Die Holzarbeiter haben in einer heute morgen
ab=
gehaltenen Verſammlung die Arbeitsaufnahme
abge=
lehnt. Das Verhalten der Holzarbeiter ſteht im
Wider=
ſpruch zu den allgemeinen Gepflogenheiten.
* Stettin, 20. Aug. Von der Vereinigung
der Stettiner Eiſeninduſtriellen wurde heute
mittag folgender Anſchlag bekannt gegeben: Da die
Ar=
beiterſchaft in Stettin und den anderen Werftorten nicht
den geſtellten Anforderungen entſprechend ſich zur
Wieder=
aufnahme der Arbeit meldete, ſehen wir uns unter Bez
g=
nahme auf die Bekanntmachung vom 18. Auguſt
veran=
laßt, die Annahme der Arbeiter für die drei
Stet=
tiner Werften bis auf weiteres wieder
einzu=
ſtellen.
H.B Hamburg, 20. Aug. Der geſtern in
Ham=
burg und Bremen bekannt gewordene Beſchluß des Ver
bandes der Metall=Induſtriellen, ihren
Arbeitsnach=
weis zu ſchließen, alſo keine Arbeiter mehr
anzu=
nehmen, hat natürlich in Arbeiterkreiſen die Aufregung
noch geſteigert. Möglicherweiſe wird eine neue allgemeine
Arbeitsniederlegung erfolgen. In Arbeiterkreiſen wird
ebenſo wie bei der Verbandsleitung das Verhalten der
Holzarbeiter nicht gebilligt, weil vorher ausdrücklich
erklärt wurde, daß die Holzarbeiter ſich dem Beſchluß des
Metallarbeiterverbandes unterwerfen ſollten.
* Bremen, 20. Aug. Auf den
Weſerwerften=
herrſcht, nachdem die Arbeitsnachweiſe wieder geſchloſſen
worden ſind, nur eine beſchränkte Tätigkeit. Der Teil der
Arbeiterſchaft, der bis geſtern Abend durch die
Arbeits=
nachweiſe wieder die Arbeit aufgenommen hat, bildet noch
nicht 20 Prozent der vollen Beſetzung.
Luftfahrt.
* Straßburg, 20. Aug. Heute vormittag 9 Uhr
38 Min, landete auf dem Flugplatz Polygon ein
Al=
batros=Doppeldecker (Sechs=Zylitlder Mercedes), der in
Gotha heute früh 5 Uhr 35 Min. mit dem Elſäſſer Piloten
Stöffler und dem Kapitänleutnant Berthold als
Beobachter aufgeſtiegen war. Die Fahrtdauer von Gotha
nach Straßburg betrug vier Stunden. Auf dem Wege
von Gotha bis zum Rhein diente der Kompaß zur
Orien=
tierung, von da der Rheinlauf.
* Paris, 20. Aug. Der Aviatiker Pegoud führte
geſtern in der Nähe von Verſailles zum erſten Male die
praktiſche Erprobung des von Bonnet erfundenen
Fall=
chirmes aus. Pegoud verließ ſeinen Eindecker in der
Höhe von 300 Metern und gelangte mittels des
Fall=
ſchirmes unverſehrt zur Erde. Das Flugzeug,
welches ſich ſelbſt überlaſſen blieb, ging einige Minuten
ſpäter in einem Walde in der Nähe von Verſailles nieder.
Sport, Spiel und Turnen.
* Das 4tägige Golfturnier, veranſtaltet von der
Kur=
direktion Bad Nauheim und den Herren Jarr und
Dr. Honau, fand Dienstag ſeinen Abſchluß. Es hatten
ich 20 Spieler gemeldet. Für die Spiele waren 14 Preiſe,
ſowie ein Ehrenpreis der Kurdirektion und ein
Sonder=
preis des Mr. Page geſtiftet. Sonderpreis und Ehrenpreis
errangen Vater und Tochter, Colonel Colſton und Miß=
Colſton aus Cincinnati. Eine große Anzahl von Gäſten
und Spielfreunden wohnte täglich dem Verlauf der
inter=
eſſanten Wettſpiele bei.
Vermiſchtes.
Vom Frankfurter Palmengarten.
Für den Blumenfreund iſt der Anzuchtgarten jetzt ſehr
anziehend, wo den Sommerblumen eine Stätte bereitet
iſt, an der ſie ſich in günſtiger Weiſe entwickeln können.
Es gibt ſo viele hübſche Sachen unter dieſen inbezug auf
die Behandlung meiſt ſehr anſpruchsloſen Pflanzen, daß
man ihnen gerne einen Platz in dem Garten gönnt. Sie
haben ein verhältnismäßig kurzes Daſein, ſie erſtehen,
wachſen, blühen und bringen Samen in einer
Vege=
tationsperiode, die erſten Fröſte zerſtören ſchon die ganze
Pracht. Aber trotzdem tritt uns eine große
Mannigfaltig=
keit nicht nuc in Form und Farbe der Blumen, ſondern
Nummer 195.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Anguſt 1913.
Seite 5.
auch in der Geſamterſcheinung entgegen. Hoch und nieder
wachſend, breit ausladend oder ſchlank emporſtrebend
fin=
den wir ſie, darunter auch viele alte Bekannte, die ſchon
die Gärten unſerer Voreltern ſchmückten und heute noch
überall zu ſehen ſind, wo man Freude an einer einfachen
Blume hat. Da ſind die Kornblumen in verſchiedenartiger
Form und Farbe, Abkömmlinge unſerer blauen
Feldkorn=
blume, die ſchönen Chineſer= und Heddewigs=Nelken,
an=
mutig, wenn auch duftlos, die Jungfer im Grünen, auch
Braut in Haaren genannt, mit den hübſchen blauen, in
einem fein zerteilten Blätterkranz ſteckenden Blumen,
Ska=
bioſen mit hochgebautem Blütenſtand, die zierlichen
klei=
nen Nemeſien in leuchtenden Farben, das gelbe,
braun=
getigerte Schöngeſichtchen, Phlox, Linum u. a. m. Ein
Teil der Rabatten iſt nur mit gelbblühenden
Sommer=
blumen beſetzt, da ſieht man die verſchiedenen Spielarten
der gemeinen Sonnenblume mit dem gelben
Strahlen=
kranze, dann die kleinblumigen Helianthus
eueumeri-
folius, weiter Abarten der Sammetblume (Tagetes), unter
denen beſonders die ſatten Farben der aufrecht
wachſen=
den auffallen, die Ringelblume, die Wucherblume und
Zinnie. Auf anderen Feldern hat ſich der Flor der
Dahlien entfaltet. In den Schauhäuſern nimmt das
kro=
piſche Waſſerpflanzenhaus die beſondere Aufmerkſamkeit
in Anſpruch. Die Victoria regia blüht jetzt regelmäßig,
die Blume iſt deshalb intereſſant, weil ſie in zweierlei
Farben erſcheint, am erſten Tage rein weiß, am zweiten
Tage roſa; ein feiner Duft kündet das Aufgehen dieſer
herrlichen Seeroſe an. Geradezu wunderbar entwickelt
ſind die Schlingpflanzen dieſes Hauſes. Schönen
Frucht=
anſatz zeigen die Reispflanzen, intereſſant ſind die
leuch=
tendroten, langſchwänzigen Blütenſtände der aus Neu=
Guineg ſtammenden Acalypha bispida und die
Hänge=
pflanzen, von denen die indiſche Erdbeere, die weißbunte
Gundelrebe und die Tradescantien genannt ſeien. Auch
in den anderen Häuſern ſind wertvolle Pflanzenſchätze
untergebracht: Begonien, Gesnerien, Orchideen,
Brome=
lien und Fuchſien.
Literariſches.
Olympiſche Spiele Stockholm 1912.
Unter Mitwirkung von Baron P. de Coubertin (Präſident
des Internationalen Olympiſchen Komitees), Kriſt.
Hell=
ſtröm (Generalſekretär des Schwediſchen Olympiſchen
Organiſationskomitees), H Bachmann (Karlsruhe), Kurt
Bretting (Nordhauſen), W. Dörr (Frankfurt a. M.). F.
Groh (Leipzig). J. Lönnegren (Berlin), Guido Meß
Frankfurt a. M.), Cunnar Widholm (Stockholm)
her=
ausgegeben von Jul. Wagner. Mit 200 Jlluſtrationen
nach Photographien und Originalzeichnungen, 10
Voll=
bildern und 1 Kunſtbeilage. Bearbeitet von A.
Eichen=
berger. Großquart 154 Seiten. Kunſtdruckpapier, in
Glanzleinenband 6 Mark, broſchiert mit fünffarbigem
Titel 3 Mark. Das vornehm ausgeſtattete Werk ſchildert
in Wort und Bild den gewaltigen Wettkampf der Völker
im nordiſchen Stadion. Ueber 4000 Sportsleute — die
Wägſten und Beſten von 22 Staaten der fünf Weltteile
beteiligten ſich an dem heißen Ringen um den olympiſchen
Lorbeer. Und enorm waren die Leiſtungen auf dem reich
verzweigten Gebiete des geſamten Sports. Das Werk
verdient nicht nur das Intereſſe der geſamten Sportswelt,
ſondern die Beächtung der Allgemeinheit. Die den
hoch=
intereſſanten Inhalt ergänzende künſtleriſche Illuſtration,
die tadelloſe und reiche Ausſtattung ſtempeln es zu einem
Prachtwerk von beſonderem Wert; dem Gebotenen
gegen=
über iſt der Preis des Buches überaus mäßig.
Unſere Jugend in Wald und Flur, von
Hauptmann v. Petery. Phönix=Verlag in Kattowitz,
Das über 100 Seiten ſtarke mit vielen Abbildungen
ver=
ſehene Büchlein iſt mit Friſche geſchrieben und öffnet
Augen und Herz für ſo viele Dinge in Natur und Leben,
daß man es nur in recht zahlreiche Hände und Köpfe
wünſchen kann. Es iſt von großem praktiſchen Wert und
zum Preiſe von nur 1 Mark durch jede Buchhandlung zu
beziehen.
Die Lage auf dem Balkan.
Die Türkei und Bulgarien.
* Konſtantinopel, 20. Aug. Geſtern richtete die
Pforte an ihre Botſchafter eine Zirkulardepeſche mit
dem Auftrag, den Mächten eine neue Liſte bulgariſcher
Greueltaten in Thrazien, beſonders in den von den
griechiſchen Truppen geräumten Gebieten, die vollſtändig
verwüſtet ſind zu unterbreiten und die Mächte um ernſte
Schritte in Sofia zwecks Abſtellung dieſes Zuſtandes zu
erſuchen.
* Sofia, 19. Aug. (Agence Bulgare.) Die
tür=
kiſchen Truppen haben geſtern nach einem lebhaften
Gefecht mit der kleinen bulgariſchen Garniſon den Ort
Kutſchukawa endgültig beſetzt. Die muſelmaniſche
Bevöl=
kerung der Gegend hat ſich der türkiſchen Armee
ange=
ſchloſſen, ſich bewaffnet und unter den bulgariſchen
Sol=
daten und der bulgariſchen Bevölkerung ein Blutbad
angerichtet. Die bulgariſche Regierung hat die
Aufmerkſamkeit der Vertreter der Mächte auf dieſe
Tat=
ſache gerichtet und von neuem darauf gedrungen, daß bei
der Wiederbeſetzung der Gebiete durch die Bulgaren die
ausländiſchen Militärattachés anweſend ſein möchten,
denn man habe hier ſichere Informationen, daß die
grie=
chiſchen Truppen den Türken die Ortſchaften nennen, die
ſie zu räumen beabſichtigen, damit die Türken ſie dann
nach ihrem Abmarſch beſetzen können.
Die Rückkehr des Königs Konſtantin.
— Athen, 20. Aug. In einem Bericht über die
Be=
geiſterung in der griechiſchen Hauptſtadt heißt es: Nach
dem Gottesdienſt begab ſich der König mit ſeinem
Ge=
folge ins Palais; dabei kam er auch bei der deutſchen
Geſandtſchaft vorbei. Es dürfte wohl das erſtemal
in Griechenland ſein, daß die Volksmenge während der
Vorbeifahrt des Königs und der Königin abwechſelnd
neben den üblichen Hochrufen auf den König auch riefen:
„Hoch Deutſchland, unſer Freund!” und „Hoch der Kaiſer!”
Freudig blitzten die Augen der Königin und auch der
König lachte und winkte der Menge grüßend zu. Um
7 Uhr abends begaben ſich der König und die Königin
durch die prächtig illuminierte Stadt nach Tatoi, dem
Sommeraufenthalt des verſtorbenen Königs Georg.
* Belgrad, 20. Aug. König Peter hat durch einen
Frlaß den Friedensvertrag ratifiziert.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 19. Aug. Die Nordd. Allgemeine Zeitung
emerkt zu dem Fall des Fremdenlegionärs
ans Müller: Die amtliche Unterſuchung der
franzö=
ſchen Regierung hat ergeben, daß in der Tat im Jahre
910 ein Legionär der 13. Kompagnie des erſten Regiments
der Fremdenlegion wegen Deſertion vor dem Feinde zum
Tode verurteilt und kriegsgerichtlich erſchoſſen worden
iſt. Der Erſchoſſene war als Auguſtin (nicht Hans)
Mül=
ler in den Liſten eingetragen. Nach dieſen Eintragungen
war er am 20. Juli 1890 in Zürich geboren. Ein anderer
Soldat iſt im Jahre 1910 in Udja nicht zum Tode
ver=
urteilt worden. Auch iſt ſeit 1910 in dieſer Stadt kein
Todesurteil vollſtreckt worden. Die in den deutſchen
Zei=
tungsnachrichten über den Fall Müller enthaltenen
Be=
hauptungen, Müller ſei bei ſeiner Feſtnahme verwundet
geweſen und ſei deshalb im Krankenhaus untergebracht
worden, wo er bis zur Vollſtreckung des Urteils ſeine
Wie=
derherſtellung abwarten mußte, ſind von franzöſiſcher Seite
nicht als richtig anerkannt worden. Müller befand ſich
vielmehr im Gefängnis von Udja. Es ſteht feſt, daß die
Eltern des Erſchoſſenen, die nach Zeitungsmeldungen die
Begnadigung erſtrebten und die Reiſe nach Algier nicht
ſcheuten ſich bisher nicht gemeldet haben, um zur
Klärung der Sachlage beizutragen. Die
Staatsangehörig=
keit des Erſchoſſenen konnte bisher trotz der angeſtellten
Ermittelungen mit Beſtimmtheit nicht feſtgeſtellt werden.
* Berlin, 20. Aug. Das Landgericht I verurteilte
heute den Kaſſenboten Winkler von der Kommerz= und
Diskontobank wegen Unterſchlagung von 60000 Mark bei
der genannten Bank zu drei Jahren und den
Wein=
händler Fritz Hartung wegen Begünſtigung zu einem
Jahr Gefängnis.
* Bad Homburg, 20. Aug. Der Kaiſer machte heute
nachmittag mit Gefolge im Automobil einen Ausflug nach
dem kleinen Feldberg, wo er das neue Höhen=
Obſervato=
rium des Phyſikaliſchen Vereins Frankfurt a. M.
beſich=
tigte, das unter anderem eine Erdbebenwarte und ein
meteorologiſches Inſtitut enthält. Heute abend 7 Uhr
beſuchte das Kaiſerpaar ein Kirchenkonzert in der
Erlöſer=
kirche.
* Sobernheim, 20. Aug. Das Automobil des
Arztes Dr. Eſch aus Monzingen ſtürzte heute nachmittag
durch Anprall an ein Laſtfuhrwerk eine hohe Böſchung
auf der Straße zwiſchen Sobernheim und Monzingen
hinab. Dr. Eſch und der Gymnaſiallehrer Cauer aus
Traben=Trarbach wurden lebensgefährlich
ver=
letzt, der Chauffeur leichter. Das Automobil iſt
voll=
ſtändig zertrümmert.
* Greifenberg i. Schl., 20. Aug. Heute nachmittag
fuhr auf der Straße Greifenbera-Hirſchberg das
Auto=
mobil des Agenten Brettſchneider in eine Gruppe
ſpielender Kinder. Der Sohn des Schuhmachers
Hoffmann wurde ſofort getötet, zwei weitere Kinder
leichter verletzt. Den Chauffeur trifft keine Schuld
* Petersburg, 20. Aug. Die Kaiſerfamilie iſt
heute mittag von Peterhof nach der Krim abgereiſt.
* Kiew, 20. Aug. In dem Garten des „Chateau de
Fleurs” ſollte geſtern eine Feſtvorſtellung
ſtatt=
finden. Etwa 15000 Zuſchauer hatten ſich eingefunden,
ſo daß die Polizei weiteren Zutritt unterſagte. Das
Publikum ließ ſich aber nicht abweiſen und drang in den
Garten. Dabei brach das Geländer einer Treppe
und die Andrängenden ſtürzten übereinander. 26
Per=
ſonen wurden verletzt
Neu=York, 20. Aug. Die mexikaniſche
Regie=
rung hat allen Geſandtſchaften eine Note übermittelt, in
der erklärt wird, daß die Verhandlungen zwiſchen
Lind und Huerta in herzlicher Weiſe weitergehen.
H. B. Frankfurt a. M., 20. Aug. In einem der
geſtri=
gen Abendzüge Hanau-Frankfurt ſtarb in den Armen
ſeiner Muter ein kleines, etwa ein Jahr altes Mädchen,
Anna Niebling aus Darmſtadt. Anſcheinend erlitt das
Kind einen Gehirnſchlag.
H. B. Kaſſel, 20. Aug. Seit Samstag wird Leutnant
Getzel vom Infanterie=Regiment 167 in Kaſſel
ver=
mißt. Von dem Vermißten, der ſeit fünf Jahren
Offi=
zier iſt, vermutet man laut Frankf. Generalanz., daß er
fahnenflüchtig geworden iſt.
H. B. Bingerbrück, 20. Aug. Der 19 Jahre alte Sohn
einer Familie aus Barmen, die hier Sommeraufenthalt
genommen hatte, iſt geſtern vor den Augen ſeiner Eltern
beim Baden im Rhein ertrunken.
Wahrſchein=
lich wurde er von einem Herzſchlag betroffen.
Schöneberg, 20. Aug. In der Kolonnenſtraße ſchoß
der Automobildroſchkenbeſitzer Schütze auf ſeine Frau
vier Revolverſchüſſe ab, die ſämtlich fehlgingen. Als man
ihm den Revolver abnehmen wollte, ging der fünfte Schuß
los, der Schütze leicht verwundete. Schütze, der verhaftet
wurde, erklärte, die Tat aus Eiferſucht und anderen
Grün=
den begangen zu haben.
— Fürſtenwalde. 20. Aug. Die
Zigeunermuſi=
kanten Eduard Weiß und ſein Bruder Auguſt gaben
auf der Promenade und dann von ihrer Wohnung aus auf
die Paſſanten und dann auf die Polizeibeamten eine große
Anzahl Revolverſchüſſe ab, die alle nicht trafen. Die
beiden Revolverhelden konnten verhaftet werden.
— Schmiedefeld i. Th., 20. Aug. Hier ſind gleichzeitig
zehn Familien ſchwer erkrankt. Die Urſache dürfte
im Genuß von vergiftetem Brot zu finden ſein.
— Haag, 20. Aug. Heute früh wurde im Ritterſaale
die internationale 20.
Weltfriedenskonfe=
renz eröffnet. Der Miniſterpräſident Heemskerk, der
deutſche Geſandte v. Müller und andere Mitglieder des
diplomatiſchen Korps, bekannte Friedensprovagandiſten
aus der ganzen Welt, Ferid=Bey als Vertreter der
ägyp=
tiſchen Friedensfreunde und andere ſind erſchienen.
De Pinto der Vorſitzende der Gruppe, hielt die
Be=
grüßungsrede. Auf ſeinen Vorſchlag wurde der
Rechts=
profeſſor Dr. Louter=Utrecht zum Vorſitzenden des
Kongreſſes ernannt. Er entwickelte dann in einer
ein=
ſtündigen Rede den Gang der Friedensbewegung.
Hier=
auf ſprach der Miniſter Heemskerk und der frühere
Miniſterpräſident Goeman Borgeſius, welcher ausführte:
Wenn auch die Hoffnung aller Kongreſſe, daß in wenigen
Jahren die Zahl der Kriege abnehmen würde, nicht
er=
füllt wurde, ſo haben doch die Kongreſſe das Gute gehabt,
denjenigen die Augen zu öffnen, die früher gleichgültig
über die Kriege dachten.
— Paris, 20. Aug. Die Polizei verhaftete zehn
Perſonen, die offenbar einer Diebesbande angehören
die in den letzten Monaten zahlreiche Kunſtdiebſtähle in
Paris und der Umgebung verübte. Bei den Verhafteten
wurden eine Menge geſtohlener Gegenſtände und
Diebes=
werkzeuge gefunden.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Die Beerdigung findet Freitag, den 22. Auguſt,
nachmittags 3½ Uhr, von der Friedhofskapelle
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Beileidsbeſuche dankend verbeten.
Kriegerverein
Darmſtadt.
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Die Beerdigung unſeres Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Bankdirektor Wilhelm Eschborn
findet am Donnerstag, den 21. ds. Mts.,
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mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von
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mann bis Dußmann, ſowie des 6.
Be=
zirks, ſich dort zu verſammeln. Der Vorstand.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Heimgang meines Gatten, unſeres Vaters,
Schwiegervaters und Großvaters
(17491
2
Phillbp Socher
Hofbuchbinder
ſagt innigen Dank
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Böcher.
Darmſtadt, den 21. Auguſt 1913.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Während ſich das nordweſtliche Hochdruckgebiet ſtark
verflacht hat, iſt die nordöſtliche Depreſſion etwas
nord=
weſtwärts gewandert. Von Südweſten her breitet ſich ein
Tiefdruckgebiet aus und ſtellt uns einen
Witterungsum=
ſchlag in Ausſicht. Doch werden wir morgen noch mit
meiſt trockenem, vielleicht etwas kühlerem Wetter zu
rech=
nen haben
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 21. Auguſt:
Wolkig, meiſt trocken, etwas kühler.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandtae
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Auguſt 1913
Nummer 195.
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Nummer 495.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Anguſt 1915.
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4 Bad. Staatsanleihe . . 97,70
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do.
3½
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3
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4 Hamburger Staatsanl. 97,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,20
3 do. do. (unk. 1918) 96,20
3½
do.
70
72,30
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3 Sächſiſche Rente:
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4 Württemberg unk. 1921 97,50
3½
do. v. 1875 94,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 97,00
1¾ Griechen v. 1887 . 57,00
Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 86,10
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do. einheitl. Rente 81,50
3 Portug. unif. Serie I 61,50
3 do. unif. Ser. III —
3 do. Spezial . . . . —
5 Rumänier v. 1903 . .
4 do.
v. 1890 . . 94,10
4 do.
v. 1905 . . 88,00
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do. v. 1902 . . . . 89,80
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4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 78,00
4 Türk. unifiz. v. 1903
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Zi.
In Prot.
5 Argentinier . . . . . . 98,00
4
82,60
do.
4½ Chile Gold=Anleiße .
5 Chineſ. Staatsanleihe. 97,50
4½
90,70
do.
4½ Japaner . . . . . .
91,10
5 Innere Mexikaner . . . 80,70
do.
4 Gold=Merikanerv. 1904 73,80
5 Gold=Mexikaner . . . .
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6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 127,50
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Transportanſtalten.
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Mannheim . . . . 335,50
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6 Deutſche Effekt.= und
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111,50
10 Diskonto=Kommanbit 182,00
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10 Frankf. Hypoth.=B. 205,50
6½ Mittelb. Kreditbank 113,25
7 Nationalb. für Deutſchl. 114,00
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . . 133,00
7 Rhein. Kreditbank. . .127,00
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3½
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
3½
84,40
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 .
96,80
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Auguſt 1913.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Auguſt 1913.
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*26
Die Geſchwiſter Steltz hatten das Teehäuschen für ſich
und einige wenige Freunde reſerviert. Als Anita dort
anlangte, war ſie ganz echauffiert. Wolfgang, der ſie
kom=
men ſah, ging ihr ein Stück entgegen.
Sie ſehen aus, als ob ſie ſich auf der Flucht befänden,
gnädige Frau, ſagte er halb luſtig, halb beſorgt. Haben
Sie die Mittagsfee, die im Garten umgehen ſoll, getroffen?
Das kann möglich ſein, verſuchte ſie auf ſeinen Ton
einzugehen. Die Dame iſt mir leider noch nicht vorgeſtellt;
ich würde ihre aber lieber begegnen, als manchen Menſchen.
Da bedauere ich unendlich, aus allgemeinen und
be=
ſonderen Gründen nicht die Rolle der Mittagsfee der
gnä=
digen Frau gegenüber ſpielen zu können . . . denn
viel=
leicht gehöre ich auch zu jenen „manchen Menſchen”.
Nein, Herr von Steltz — das wiſſen Sie ja ſelber gut
genug . . . aber Scherz bei Seite: es war eine
Unüber=
legtheit von mir, hierher zu kommen, und ich wünſchte, ich
hätte erſt meiner Pflicht der Hausfrau gegenüber genügt
und könnte heimgehen. Haben Sie keine Ahnung, wann
ich ſingen ſoll?
Sicher erſt am Abend, wenn die Botſchafter mit ihren
Damen erſchienen ſind. Es werden auch einige
Fürſtlich=
keiten erwartet, ſogar exotiſche — doch, gnädige Frau, ich
verſtehe Sie nicht.
Ich hätte mich wenigſtens nicht unter dem Namen
Drewensberg einführen laſſen ſollen — aber das
wider=
ſtrebt mir . . . Nein, das würde ich nie tun, den Namen
meines Mannes verleugnen, den ich mit Stolz trage und
auf den durch meine Schuld nie ein Schatten fallen ſoll.
In Wolfgangs Augen ſtrahlte es auf. Das iſt recht,
gnädige Frau, daß Sie den Namen Drewensberg
hoch=
halten, das freut mich außerordentlich. Er ſagte es ſo
begeiſtert, daß ſie ihn erſtaunt anblickte. Im Grunde
konnte ihn das doch nicht berühren — ja, eigentlich hätte
es ihn bei ſeiner Schwärmerei für ſie verdrießen müſſen.
Ihr Blick machte ihn verlegen. Ich — meinte nur—
weil der Name Ihnen ſoviel Kummer bereitet hat.
Was iſt all der Kummer gegen die Jahre des Glücks.
die ich meinem Mann verdanke? — Aber wir wollen nicht
Trübſal blaſen, wo alle heiter ſind! — Ich will einmal
für ein paar Stunden alles hinter mich werfen und nicht
nach dem Morgen fragen.
Recht ſo, gnädige Frau! In jedem Fall ſtehen Sie
unter meinem Schutz — übrigens ſind meine Schweſter und
ich übereingekommen, möglichſt unter uns bleiben zu
wol=
len, wenn es Ihnen recht iſt.
Sie dankte ihm dieſe Rückſichtnahme von Herzen und
ſprach es ihm aus. Es iſt ein Opfer für Sie, Sie haben
ſo viele gute Bekannte hier!
Frau Anita, Sie wiſſen, daß es kein größeres Glück
für mich geben könnte, als mich immer und ausſchließlich
Ihnen widmen zu dürfen . . . aber, bitte, ſetzen Sie nicht
dieſe ſtrafende Miene auf, ich ſchweige ſchon. Es iſt ja
nun einmal das Los der Geſchwiſter Steltz, zu ſchweigen
und zu tragen. Doch, unterbrach er ſich und foreierte einen
heiteren Ton, Ihren Arm können Sie mir getroſt reichen.
Ich ſtehe dafür ein, daß Ihnen die Familie Drewensberg
keinen Vorwurf daraus machen wird.
Herr von Steltz, Sie wiſſen nicht, wie weh Sie mir
tun, wenn Sie ſo ſprechen. Ich habe Sie und Ihre
Schwe=
ſter ſo herzlich lieb, als wenn Sie meine nächſten Ange=
hörigen wären — und ich weiß Liebe wahrhaftig zu
ſchätzen, denn ich habe wenig im Leben kennen gelernt.
Darf ich Ihnen die Hand küſſen, gnädige Frau?
Sie reichte ſie ihm mit einem verzeihenden Lächeln.
Sie ſtanden allein im Schutz einer Hecke, und er zog
die Hand ſtürmiſch an ſeine Lippen und bedeckte ſie mit
heißen Küſſen. Dann preßte er ſie an ſeine Augen, und
ein ſchluchzender Laut drang aus ſeinem Munde.
Herr von Steltz! mahnte ſie. Da gab er ſie ſofort frei.
Das war der Abſchied, Frau Anita, Sie ſollen von jetzt ab
nie mehr Veranlaſſung haben, ſich über mich zu beklagen.
Sie dürfen ſich in meinem Schutz ſo ſicher fühlen wie in
dem eines Bruders.
Es waren nur wenige nähere Bekannte und
Verwandte der Geſchwiſter Steltz mit ihnen im
Tee=
häuschen verſammelt: ein Onkel von ihnen, ein alter
General, den Wolfgang ihr im vertrauten Neckton als
„Onkel Exzellenz” vorſtellte und der Anita mit einem
ſcharfen Blick muſterte, um ihr dann mit einer Art
En=
thuſiasmus die Hand zu küſſen.
An der Huldigung eines ſo alten Krauters, wie ich
es bin, kann der Gnädigſten nichts gelegen ſein, ſonſt
würde ich mich ſofort zu ihrem Ritter erklären.
Ein ältliches Stiftsfräulein, Baroneſſe Zeſina von
Kirchborn, die ſich ziemlich reſerviert verhielt, überhaupt
wenig ſprach, dafür aber, wie Anita zu bemerken meinte,
ſie aus klugen, klaren Augen in einem wenig anziehenden
Geſicht fortgeſetzt heimlich zu beobachten ſchien. Zuletzt
ein Künſtler, ein bekannter Maler, mit ſeiner ſchönen
Frau, einer geborenen von Steltz, luſtige, liebe Menſchen,
die einen friſch=fröhlichen Ton in die Unterhaltung
brach=
ten. Brigittes und Wolfgangs Mutter war nicht
an=
weſend. Sie war leidend, und ſeit dem Tode ihres zwei=
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Auguſt 1913.
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Gg. F. Frank, Parfüm. (II, 11923,27
ten Gatten hatte ſie Geſellſchaften überhaupt nicht mehr
beſucht.
Das Geſicht des Generals war Anita ſofort
merk=
würdig vertraut erſchienen, und je mehr ſie es anſah,
deſto mehr verſtärkte ſich dieſer Eindruck. Sie mußte dem
alten Herrn ſchon irgendwo begegnet ſein. Auch der Name
Zeſina erweckte Erinnerungen in ihr. Heinz hatte ihr
öfter von einer Tante Zeſina geſprochen, die in ihren
jungen Jahren als enfant terrible gegolten, ſpäter aber
ſcheinbar hübſch im Schritt und Tritt der Drewensbergs
gehen gelernt hatte. Sie war ſehr unabhängig von
Be=
nehmen und demokratiſch von Geſinnung geweſen und
eines Tages durchgebrant, um ſich für das Theater
aus=
zubilden. Sie beſaß aber kein Talent, und nach einigen
Irrfahrten war ſie, mürbe gemacht, wieder in den Schoß
der Familie zurückgekehrt.
Du ſiehſt, ich bin nicht das einzige räudige Schaf und
Du biſt nicht die einzige Schauſpielerin in der illuſtren
Familie Drewensberg, hatte ihr Mann lachend die
Er=
zählung geſchloſſen.
Das war die Zeſina von Drewensberg geweſen. Jene
andere Zeſina von Kirchborn ſah nach dem erſten
flüch=
tigen Eindruck nicht aus, als ob ſie je demokratiſche
Nei=
gungen beſeſſen hätte. Der Name Zeſina ſchien aber doch
öfter vorzukommen, als Anita gemeint hatte.
Das Teehäuschen, lauſchig ins Grüne gebettet, war
ein reizender Pavillon in japaniſchem Geſchmack auf einer
kleinen Anhöhe, von der aus man die Terraſſe vor der
Villa und das ſich auf ihr entwickelnde feſtliche Treiben
überſchauen konnte. Ein glanzvolles, vielgeſtaltiges Bild,
alle die Damen in duftigen, hellen Sommertoiletten mit
koſtbaren blumen= und federgeſchmückten Hüten und
ele=
ganten Sonnenſchirmen, die ſie ſehr geſchickt zum
wirk=
ſamen Hintergrund für ihre Geſichter zu machen wußten.
Dazwiſchen die Herren in Zivil oder Uniform,
über=
wiegend in Uniform, viele hohe Militärs mit
ordenge=
ſchmückter Bruſt; einige Chineſen in ihrer heimiſchen
Künſtler ſtets eine Gefahr und ein Hemmnis. Wenn ich
nur nicht gar zu ſehr enttäuſche! Obwohl der Geſang
mein Beruf iſt, habe ich noch niemals öffentlich geſungen.
Haben Sie nicht entſetzliches Lampenfieber? fragte
naiv die Frau des Künſtlers.
Da miſchte ſich plötzlich die Stiftsdame ins Geſpräch.
Das iſt wohl nicht zu befürchten. Frau von Drewensberg
iſt ja kein Neuling auf den Brettern.
Ein peinliches Schweigen, einen Augenblick lang ſtockte
Anita der Atem, dann hatte ſie ſich auch ſchon gefaßt.
Ganz ruhig antwortete ſie:
Ich war Schauſpielerin, gnädiges Fräulein, und es
iſt doch immer etwas ganz anderes, wenn man danach
als Sängerin debütiert. Man tritt da wieder als Novize
vor das Publikum — aber trotzdem — Lampenfieber habe
ich nicht.
Das brauchen Sie auch nicht zu haben, gnädigſte Frau,
rief der Maler begeiſtert, wenn Sie nur erſcheinen, ſiegen
Sie!
In dem Beſtreben, die Wirkung der peinlichen
Aeuße=
rung Baroneſſe Zeſinas abzuſchwächen, hatte er ein
be=
ſonderes Feuer in die Verſicherung gelegt. Ueber das
häßliche Geſicht der Stiftsdame flog ein ironiſches Lächeln.
Daran zweifeln wir nicht im geringſten, Verehrteſter.
Die Schönheit iſt oft ein wertvollerer Bundesgenoſſe für
eine Künſtlerin, als das Talent. Und in einer
burſchi=
koſen Weiſe, die man ihr nach dem erſten Eindruck nicht
zugetraut hätte, fuhr ſie fort: Da ſitzt er nu mit das
Ta=
lent und kann es nicht verwerten, ſagt ſchon Kaliſch. Es
iſt bekanntlich nicht genug, daß man Talent habe, es
ge=
hört mehr dazu, um geſcheit zu ſein.
Das unterſchreibe ich, ſagte die Exzellenz mit
ironi=
ſchem Augenzwinkern. Das Talent ſcheint mir überhaupt
nicht ſo hoch anzuſchlagen zu ſein. Ich kenne wenigſtens
Leute, die, ohne einen Funken davon zu beſitzen, doch
große Künſtler werden wollten.
(Fortſetzung folgt.)
Tracht; die mit weißem Burnus bekleideten Geſandten
eines Araberſtaates, braune, ſehnige Geſtalten mit
in=
telligenten Geſichtern; auch einige kleine, ſchmächtige
Ja=
paner mit lebhaften, verſchmitzten Augen.
Anita intereſſierte das bunte Hin und Her auf der
Terraſſe. Seitdem ſie heimlich aus der herzoglichen
Re=
ſidenz entwichen war, hatte ſie nie mehr eine größere
glänzende Geſellſchaft beſucht. So war ihr das bewegte,
farbenfreudige Bild da unten ungewohnt und feſſelte ſie
außerordentlich. Sie liebte ſchöne Kleider und ſchöne
Menſchen, und da war manche diſtinguierte Erſcheinung,
die ihre Bewunderung erregte. Für den Augenblick
ver=
gaß ſie alle ihre Beunruhigungen und Befürchtungen und
gab ſich ganz dem Zauber des Augenblicks hin.
Im Garten konzertierte eine Militärkapelle. Sie ſaß
in einem Gebüſch verborgen, und die Muſik drang
ange=
nehm gedämpft herüber. Diener gingen lautlos ab und
zu und reichten Erfriſchungen und Tee. Die Damen im
Teehäuschen hatten es ſich in Korbſtühlen bequem
ge=
macht, die Herren ſaßen auf niedrigen Hockern.
Wolfgang lehnte in der Tür neben Anita und ſummte
die Melodie aus „Cavalleria Ruſticana”, die die Muſik
ſpielte, mit: „O, ſüße Lilie, zahlloſe Engel ſah ich nachts
erſcheinen — doch ach, ſo ſchön wie er, gewahrt ich keinen.”
Er unterbrach ſich und meinte lachend: Ein männlicher
Engel wäre nun gerade nicht nach meinem Geſchmack,
und wenn mich meine Lola „ſüße Lilie” nennen wollte,
ließe ich mich erbarmungslos von ihr ſcheiden.
Es käme darauf an, was für eine Lola das wäre,
neckte die Frau des Malers.
Wie ich gehört habe, wird von Frau von
Drewens=
berg uns den Genuß bereiten, zu ſingen, ſagte der
Gene=
ral. Ich bin ſchon jetzt entzückt! Meine Nichte Brigitte
hat mir ſo viel wunderbares von der Stimme der
Gnä=
digſten erzählt.
O, Exzellenz, eine Voreingenommenheit, ganz gleich,
ob zum Guten oder Schlimmen, iſt für den ausübenden
Nummer 195.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Augnſt 1913.
Seite 11.
6
5
Oesterr.-Ungart Baats Lisehbann-Gosenschalt
Wir sind beauftragt, die am I. September ds. Js. fälligen Coupons sowie
die verlosten Stücke vom Verfalltage ab einzulösen.
(17495
Darmstadt, im August 1913.
Bank für Handel und Industrie.
ete ete e eſte eitete etete
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 3 Dobermänner. 1 ſchottiſcher
Schäfer=
hund, 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
(17519
D,
Ortsbauſtatut und Baupolizeiordnung für
die Bruchwieſenſtraße und die Bruſtſtraße.
Für vorbezeichnete Straßen hat die Stadtverordneten=
Verſamm=
lung die nachſtehend abgedruckten Nachträge zu dem Ortsbauſtatut
und der Baupolizeiordnung angenommen.
Einwendungen gegen ſie ſind bei Meidung des Ausſchluſſes
während der Zeit vom 15. bis einſchließlich 30. d. Mts. bei dem
Stadtbauamte, Grafenſtraße Nr. 30, vorzubringen.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
(17039dd
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Ortsbauſtatut.
§ 1.
Für die Bruchwieſenſtraße und die Bruſtſtraße wird die
ge=
ſchloſſene Bauweiſe gemäß den §§ 9, 10 und 11 des für den
Gemarkungs=
teil zwiſchen Beſſunger Straße, der ſüdlichen Fortſetzung des
Donners=
bergrings, der Landskronſtraße mit Eſchollbrücker Weg und der neuen
Main=Neckarbahn=Linie erlaſſenen Nachtrags zu dem Ortsbauſtatut
vom 4. Mai 1911 feſtgeſetzt.
(Dieſe für den Gemarkungsteil nächſt der Beſſunger Straße
gil=
tigen Beſtimmungen lauten, in ſinngemäßer Anwendung für die beiden
vorerwähnten Straßen, wie folgt:
8. 9.
Die einzelnen Bauplätze ſind tunlichſt bis zu den beiderſeitigen
Grenzen zu überbauen. Eine Ausnahme von dieſer Beſtimmung kann
erfolgen, wenn ein Gebäudeabſtand von mindeſtens 6 m gewahrt
und die Seitenfronten dem Faſſadenmotiv entſprechend ausgebildet
werden.
§ 10.
Es iſt geſtattet, an der Bruchwieſenſtraße außer dem Erdgeſchoß
ein Obergeſchoß unterhalb der Haupttraufkante zu errichten; in der
Bruſtſtraße iſt die Errichtung von drei Geſchoſſen unterhalb der
Haupttraufkante zuläſſig.
Darüber iſt die Haupttraufkante in kräftig betonter Weiſe
durch=
zuführen und im unmittelbaren Anſchluß an die Haupttraufkante muß
die Dachfläche mit der für das Dach charakteriſtiſchen Neigung einſetzen.
Oberhalb der Haupttraufkante iſt nur ein bewohnbares
Dach=
geſchoß zuläſſig. Ueber dieſem Dachgeſchoß können mit Zuſtimmung
der Baupolizei, welche die Entſcheidung im einzelnen Falle nach
pflichtmäßigem Ermeſſen, insbeſondere unter Beachtung aller etwa
erforderlichen hygieniſchen und feuerpolizeilichen Bedingungen zu
treffen hat, einzelne Wohnräume für Dienſtboten zugelaſſen werden.
Hinter der Außenwand zurückſitzende Dachaufbauten ſind nur
bis zu ½ der Gebäudeſeiten zuläſſig.
§ 11.
Hinter= und Seitengebäude zu gewerblichen und Wohnzwecken
ſind zuläſſig, dürfen aber nur ein Erd= und ein Obergeſchoß erhalten;
über dieſen Geſchoſſen dürfen keine bewohnbaren Räume eingerichtet
werden.)
Baupolizeiordnung.
§ 32h.
Die in § 32c enthaltenen Beſtimmungen haben auch Giltigkeit
für die Bruchwieſenſtraße und die Bruſtſtraße.
(Dieſe Beſtimmungen lauten:
1. Wenigſtens ½ der Geſamtfläche eines jeden Bauplatzes muß
unbebaut bleiben. Für Eckgrundſtücke kann die frei zu laſſende
Fläche bis auf ½ ermäßigt werden.
2. Die unbebaubare Fläche muß unmittelbar an der Rückſeite des
Vorderhauſes beginnen und ein geſchloſſenes Ganzes bilden.
3. Für die Berechnung der unbebaubaren Flächen gelten folgende
Grundſätze:
a) Offene Veranden, Terraſſen, Freitreppen und dergl.
wer=
den nicht in Abzug gebracht.
b) Vorgärten werden in die bebaubare Fläche nicht eingerechnet.)
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 21. Augnſt 1913, nachm. 4 Uhr,
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1 Geige, 2 Stück Bettzeug, 1 Dampfkeſſel pp.;
b) ferner auf Grund des § 383 B. G. B. gegen Barzahlung:
1 Pferd (vierjährige Schimmelſtute).
(17506
Darmſtadt, den 20. Auguſt 1913.
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Bleichſtraße 9.
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Leiter: Oskar Dierker.
Die Handelskurse für Fortbildungsschüler
beginnen am 1. September. (Der Unterricht befreit von der
obligatorischen Schule.) Privat-Handelskurse für Damen und
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Herren beginnen am 1. Oktober.
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Gründliche Ausbildung im Hochbau und Tiefbau. Pflege der
heimatlichen Bauweiſe.
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Die Abgangszeugniſſe der Großh. Landes=Baugewerkſchule ſind
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jenigen der Königl. Preußiſchen Baugewerkſchulen gleichgeſtellt.
Semeſterdauer 20 Wochen. Unterrichtsgeld 100 Mk.
Das Winterſemeſter beginnt am 15. Oktober ds. Js.
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Programme und Anmeldeformulare ſind durch die Direktion,
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Darmſtadt, 19. Auguſt 1913.
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VI 183 20/0 Grabgarten
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delbergerſtr.,
VI 184 33 Grasgarten
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delbergerſtraße,
VI 185 163 Hofreite
Heidel=
bergerſtr. Nr. 100,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Darmſtadt, 5. Auguſt 1913.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 21. Auguſt 1915.
Nummer 195.
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Das Deutſche Dorf.
—Einer uns vorliegenden Denkſchrift des
National=
komitees für die Errichtung des „Deutſchen Dorfes”
ent=
nehmen wir, daß dieſes Volksmuſeum — ein ſolches iſt
es im beſten Sinne des Wortes — nunmehr am ſtillen,
maleriſchen Gördenſee bei Brandenburg a. d. Havel
er=
ſtehen wird. Alle Bauernhäuſer aus Oſt und Weſt, aus
Nord und Süd des Reiches, werden hier in ihrer
charakte=
riſtiſchen Eigenart vertreten ſein. Durch geſchickte Anlage,
und durch Baumgruppen getrennt, bildet jedes Gehöft ein
abgeſchloſſenes Ganzes; die Inneneinrichtung ſoll uns die
Lebensweiſe unſerer Altvordern vor Augen führen — nur
die zu der betreffenden Wirtſchaft notwendigen Haus= und
Ackergeräte werden dort Aufſtellung finden, ſo daß das
Ganze ein lebenswahres Kulturbild bietet. Invaliden in
alter Bauerntracht beaufſichtigen die Häuſer, welche ihnen
gleichzeitig ein gemütliches Heim für ihren Lebensabend
bieten. Nach landſchaftlichen, kunſtgeſchichtlichen und
geo=
graphiſchen Geſichtspunkten erfolgt die Gruppierung der
Häuſer: Hier die niederſächſiſchen Haustypen, auf der
an=
deren Seite die oſtelbiſchen Häuſer, in der Mitte die mittel=
und ſüddeutſchen Häuſer, weiterhin die Häuſer der
Alpen=
länder; das märkiſche Dorf macht den Schluß. Die
ſchmuck=
loſen und doch ſo anheimelnden Häuſerchen gruppieren
ſich um die mit alten Linden beſtandene Dorfaue, und die
gedrungene, aus Findlingen erbaute Dorfkirche mit ihrem
maſſigen Turm überſchaut die kleine Welt.
Auch die alte dörfliche Kunſt und Gewerbetüchtigkeit
darf nicht fehlen: Im ſchleſiſchen Hauſe wird die
welt=
berühmte Tätigkeit der ſchleſiſchen Weber eine Stätte
fin=
den; im Schwarzwaldhaus ſehen wir einen Uhrmacher
aus der guten alten Zeit der „Wäldleruhren” bei der
Ar=
beit; im oberbayeriſchen Hauſe kann man die künſtleriſche
Hand des Holzſchnitzers bewundern; in einem kaſſubiſchen
Hauſe wird Kunſtflechterei ausgeübt; dem
thüringiſch=
fränkiſchen Hauſe iſt eine Töpferei angegliedert uſw. Sehr
wertvolle Vorſchläge für den weiteren Ausbau dieſes
volkstümlichen Freilichtmuſeums liegen noch vor. Auch
der Kaiſer entwickelte als er das vom Architekten Paul
Karchow entworfene Modell des „Dorfes” beſichtigte,
ver=
ſchiedene intereſſante Ideen. Hauptſächlich hob er hervor,
daß ein ſolches Volksmuſeum nach den verſchiedenſten
Richtungen hin jedermann nützliche Anregungen zu geben
vermöge; nicht nur den Künſtlern, Baumeiſtern uſw
ſon=
dern beſonders unſeren Bauern ſelbſt — damit dieſe
ler=
nen, den eitlen ſtädtiſchen Ausputz in ihren Neubauten zu
meiden und wieder bodenſtändig zu bauen. Die eingangs
erwähnte Denkſchrift, welche namens des
Arbeitsausſchuſ=
ſes vom Konſul Bothmer und Architekten Karchow
her=
ausgegeben wurde, vertritt die Anſicht — um wohl den
Klagen zu begegnen, daß die ſchöne Idee des „Deutſchen
Dorfes” nicht in der „Nähe” Berlins verwirklicht worden
iſt —, daß ein derartiges Volksmuſeum, um in den
Be=
ſuchern die rechte Stimmung auszulöſen, fernab von dem
Getriebe der Großſtadt erſtehen mußte. In der Tat, das
einfach Schöne und Markige, welches unſeren alten
Bauernhäuſern innewohnt, können wir nur in der Stille
der Natur richtig würdigen. Ein idealeres Gelände aber,
wie das von Brandenburg am ſtimmungsvollen
Görden=
ſee zur Verfügung geſtellte, war für das Werk kaum zu
finden: Waſſer, Wieſe, Kiefern= und Laubwald, darunter
mächtige, vielhundertjährige Eichen, Erlen, Birken und
Weiden bieten den Bauernhäuſern den geeigneten Rahmen.
Seit Begründung des „Germaniſchen Muſeums” zu
Nürnberg dürfte das deutſche Volk wohl kaum je wieder
zu einem gleich bedeutſamen Nationalwerk wie es dieſes
„Deutſche Dorf” iſt, aufgefordert worden ſein. Hunderte
führender Männer und Frauen aus allen deutſchen Gauen
deutſche Fürſtlichkeiten an der Spitze — haben ſich zu
gedeihlicher Arbeit zuſammengefunden.
Kongreſſe und Verbandstage.
20. Deutſcher Ortskrankenkaſſentag.
— Breslau, 19. Aug. In den fortgeſetzten
Ver=
handlungen des 20. Deutſchen Ortskrankenkaſſentags ſprach
heute zunächſt der ſozialdemokratiſche Landtagsabgeordnete
Fräßdorf=Dresden über „Stand der neuen
Organi=
ſationen der Krankenkaſſen und deren Verhältnis zu
Aerz=
ten‟. Er legte eine Entſchließung vor, in der der gute
Wille der Kaſſen, die Wirkſamkeit der Aerzte zu würdigen,
betont und unter anderem verlangt wird, daß die
Verhält=
niſſe zwiſchen Krankenkaſſen und Aerzten auf dem Boden
der Gleichberechtigung in friedlicher Beſprechung zu regeln
ſeien. Weiterhin wird entſchieden gegen die Forderung
einer generellen Verpflichtung zur Einführung der freien
Arztwahl ſeitens des Leipziger Aerzteverbandes Stellung
genommen, ebenſo gegen die Verechnung von
Einzel=
honorar. Schließlich wird an die Vertreter der
Orts=
krankenkaſſen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, wie Beamte
die Aufforderung gerichtet, in den zu erwartenden Kämpfen
mit allem Nachdruck gegen die ungebührlichen
Anforderun=
gen an die Kaſſen Stellung zu nehmen. — Das „
Verhält=
nis der neuen Organiſationen der Krankenkaſſen zu den
Apotheken” behandelte Apotheker Skaller=
Charlotten=
burg, der ebenfalls eine Reihe von Leitſätzen aufſtellte. Die
in Ausſicht genommene Erhöhung der Reichsarzneitaxe ſei
ganz entſchieden zu bekämpfen, da ſie geeignet ſei, den
Rezeptrabatt eventuell ganz illuſoriſch zu machen. Es möge
dem Ortskrankenkaſſenvorſtand überlaſſen bleiben, bei der
Beratung der Arzneitaxe ſelbſt Sachverſtändige aufzuſtellen
und die Beratungen möglichſt der Oeffentlichkeit
zugäng=
lich zu machen. Den Ortskrankenkaſſen möge bei den
behörd=
lich herauszugebenden Verkaufstaxen ein
Mitbeſtimmungs=
recht eingeräumt werden und bei der Feſtſetzung der Preiſe
unterſchieden werden zwiſchen den dem freien Verkehr
überlaſſenen Mitteln und den zum Apothekermonopol
ge=
hörenden Mitteln. Verträge mit Apotheken ſeien nur dann
zu empfehlen, wenn ſie für die Kaſſen wirkliche Vorteile
bieten. Einer Verpflichtung, den Geſamtbedarf an
Arz=
neien in Apotheken zu decken, widerriet der Referent
ganz entſchieden. — Die Leitſätze der beiden Referenten
fanden Annahme.
Hierauf behandelte Juſtizrat Dr. Mayer=
Franken=
thal das Thema „Vereinigungs= und Verſammlungsrecht
der Krankenkaſſen‟. Er wies zunächſt auf die Bedeutung
des Koalitionsrechts und der Koalitionsfreiheit für die
Krankenkaſſen hin und empfahl die Errichtung von
Arbeits=
gemeinſchaften unter den verſchiedenen Kaſſenarten oder
ihren Verbänden. Er betonte dann nachdrücklich, daß der
Hauptverband alle politiſchen Richtungen zur Geltung
kom=
men laſſe, da ein Verband, der lediglich die bürgerlichen
Krankenkaſſen umfaſſen wolle, ſeinen eigentlichen Zielen
nicht gerecht werden könne. Der Redner empfahl
ſchließ=
lich die Bildung von Verſammlungskaſſen und die
Ueber=
nahme der Koſten für die Verſammlungsdelegierten auf
den Verband, der die Verſammlung veranſtalte, und
wandte ſich ganz entſchieden gegen eine badiſche
Miniſte=
rialverfügung, wonach den Arbeitgebern zu ſolchen
Tag=
ungen höhere Entſchädigungen und Wagenklaſſen gewährt
werden, wie den Arbeitnehmern. —
In der Diskuſſion
wurde das verſchiedenartige Verhalten der Behörden in
Nord= und Süddeutſchland gegenüber den Krankenkaſſen
betont und ſodann die Leitſätze des Referenten, ſowie
einige hierzu vorliegende Anträge angenommen und dann
die Verhandlungen auf morgen vertagt.
Luftfahrt.
sr. Die Gewinne des Oſtpreußiſchen
Rundfluges ſind jetzt verteilt worden: Der Albatros=
Pilot Kühne, der insgeſamt 162 Punkte erzielte, gewann
an Preis= und Etappengeldern insgeſamt 15000 Mk.
Fried=
rich (Etrich=Taube), der es auf insgeſamt 187 Punkte
brachte, gewann außer dem Großen Preis von 12000 Mk.
noch zirka 11000 Mk. an Etappengeldern. Caſpar (Gotha=
Taube) gewann zirka 6500 Mk.; Roth (Harlan=Eindecker)
erhielt außer 700 Mark an Etappengeldern noch einen
Extrapreis von 1000 Mark und ein Ehrengeſchenk von 1300
Mark. Stiploſchek (Jeannin=Stahl=Taube) wurden 500
Mark zugeſprochen. Suwelack (Kondor=Eindecker) erhielt
außer 500 Mark an Etappengeldern noch 500 Mark als
Troſtpreis, ſowie einen Ehrenpreis im Werte von 500 Mk.
Im Wettbewerb der Militärflieger erhielt Leutn. Pretzel
(Albatros) 34 Gutpunkte, Leutn. Geyer (Aviatik=
Doppel=
decker) 30 Punkte, Leutn. Hantelmann (Rumpler=Taube
5 Gutpunkte und Leutn. Mahnke (L. V. G.=Doppeldecker)
1 Schlechtpunkt.
Das Aeroplan=Turnier in Gotha wurde
am Dienstag vormittag mit einem Photographie=
Wett=
bewerb zum Abſchluß gebracht. Die Witterungsverhältniſſe
waren ſehr günſtige. Es beteiligten ſich Stoeffler (
Alba=
tros=Eindecker), Ingold (Aviatik=Eindecker) und Beck (
Kon=
dor=Eindecker), mit denen Offiziere als Paſſagiere flogen.
Es mußten verſchiedene Aufnahmen gemacht werden. Die
Reſultate werden erſt abends bekannt gegeben. — Am
Montag konnten, nachdem urſprünglich eine Verſchiebung
des Turniers geplant war, ſchließlich doch noch einige
Flüge ausgeführt werden, und zwar konkurrierten zunächſt
im Bombenwurf=Wettbewerb die Aviatiker Stoeffler
(Albatros=Eindecker), Beck (Kondor=Eindecker), Ingold
(Aviatik=Eindecker) und Kohnert (Harlan=Eindecker). Es
glückte aber nur dem Paſſagier von Ingold, Leutn.
Hein=
richshofen, zwei Treffer zu landen. Zum erſten Male
wurde bei dieſem Wetbewerb der Totaliſator geöffnet. Die
Wettluſt des Publikums war aber nur eine ſehr ſchwache.
Als Favorit hatten ſich die Zuſchauer Stoeffler erwählt,
der aber enttäuſchte. Auf Ingold konnte der Totaliſator
ſo 38:10 zahlen. Ferner fand noch ein Schnelligkeitsrennen
über 20 Kilometer ſtatt, das ebenfalls keine günſtigen
Re=
ſultate zeitigte. In der Klaſſe für Maſchinen mit Motoren
über 80 Pferdeſtärken ſiegte wiederum Ingold in 14 Min.
59 Sekunden. E. Stoeffler wurde Zweiter in 45:58. Beck
(Kondor=Eindecker), Kohnert (Harlan=Eindecker) und
Schiedeck (A. F. G.=Taube) verflogen ſich. In der zweiten
Klaſſe für Maſchinen mit Motoren unter 80 Pferdeſtärken
konkurrierte nur Hennig auf Schwade=Doppeldecker. Er
verflog ſich aber gleichfalls und konnte ſo den Preis nicht
an ſich bringen.
Bei dem Aeroplan=Rundflug um
Eng=
land erlitt auch der Erſatzmann für Hawker, der
auſtra=
liſche Flieger Sidney Pickles, Schiffbruch. Es
gelang ihm, bei hohem Seegange nicht, vom Waſſer
frei=
zukommen. Die Schwimmer des Doppeldeckers wurden
beſchädigt, ſo daß der Weiterflug aufgegeben werden
mußte. Das Flugzeug iſt per Bahn nach Southampton
zurückbefördert worden.
Sport, Spiel und Turnen.
* Vom deutſchvölkiſchen Turnverein „Jahn” wird
uns mitgeteilt: In Eger wurde gelegentlich des 6.
Bun=
desturnfeſtes des Deutſchen Turnerbundes unter
Beteilig=
ung von Tauſenden deutſcher Turner aus allen Gauen
Deutſchlands und Oeſterreichs ein neues Jahn=Denkmal
eingeweiht. Der deutſchvölkiſche Turnverein
„Jahn‟=Darmſtadt war bei dieſem erhebenden Feſte
durch 9 Turner vertreten, welche ſich an den allgemeinen
Freiübungen beteiligten und eine 7 Mann ſtarke
Muſter=
riege in Stab= und Freiübungen ſtellten. Am allgemeinen
Wetturnen nahm ein Turner teil, mußte jedoch infolge
Unfalls den weiteren Wettbewerb aufgeben. Vom
Süd=
weſtdeutſchen Gau, welchem der Verein angegliedert iſt,
errang beim volkstümlichen Wetturnen Oskar Leiſtner=
Heidelberg den 19. Sieg. Wir können mit dem erſtmaligen
Auftreten des Vereins und Gaues zufrieden ſein und
hoffen auf weitere Erfolge im Deutſchen Turnerbund.
sr. Lawn=Tennis. Die Lawn=Tennis=
Meiſter=
ſchaft von Deutſchland. Die Schlußſpiele wurden
durch die ungünſtige Witterung weiter hinausgezogen. In
der Damen=Meiſterſchaft haben Frl. Köring und Frau
Herta die Schlußrunde zu ſpielen. Im Herren=Einzelſpiel
um die Deutſche Meiſterſchaft ſchlug Kinzl ſeinen
Lands=
mann C. v. Weſſely mit 6:2 2:6 6:4. Kinzl wird nun mit
dem Sieger des Treffens H. Schomburg-Darnoc- zu
ſpielen haben. O. v. Müller wird übrigens den
Meiſter=
titel verteidigen, obwohl ſeine Handverletzung immer noch
nicht gehoben iſt. Das gemiſchte Doppelſpiel um die
deutſche Meiſterſchaft liegt zwiſchen Frl. Köring=H.
Schom=
burg und Frau Herta=Darnoc=. Frl. Köring=H.
Schom=
burg konnten Frl. Rieck=O. v. Weſſely mit 3:6 6:3 6:3
ver=
hältnismäßig leicht abfertigen.
Landwirtſchaftliches.
* Groß=Gerau, 19. Aug. Zu dem letzten
Fer=
kelmarkte waren 838 Tiere aufgetrieben. Zu Anfang
des Marktes ſetzte ein lebhafter Geſchäftsgang ein, der
je=
doch am Schluſſe etwas abflaute, was ſich dann auch in
dem Rückgange der Preiſe bemerkbar machte. Ferkel
wur=
den mit 14—22 Mark und Springer mit 25—35 Mark pro
Stück bewertet. Einleger waren nicht vorhanden. — Der
nächſte Ferkelmarkt findet Montag, den 25. d. M., ſtatt.
Frankfurt a. M., 20. Aug.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 1580 Schweine.
Preiſe für 1 Zentner Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in
Mark: vollfleiſchige Schweine über 2½ Zentner
Lebend=
gewicht 63—66 (81—84), vollfleiſchige Schweine über 2
Zentner Lebendgewicht 62—64 (80—82), vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Zentnern Lebendgewicht 63—66 (81 bis
84), fleiſchige Schweine 63—66 (81—84). Marktverlauf:
Mittelmäßig, bleibt Ueberſtand.
Literariſches.
Handbuch der Kunſtwiſſenſchaft.
Her=
ausgegeben von Dr. Fritz Burger=München in Verbindung
mit den Profeſſoren Curtius=Erlangen. Egger=Graz,
Hart=
mann=Straßburg, Herzfeld und Wulff=Berlin, Neuwirth=
Wien, Pinder=Darmſtadt, Singer=Dresden. Graf Vitzthum=
Kiel, Wackernagel=Leipzig, Weeſe=Bern, Willich und
Ober=
bibliothekar Leidinger=München. Mit zirka 2000
Abbildun=
gen. Lieferung 4: Wulff, Altchriſtliche und
byzan=
tiniſche Kunſt, Heft 2. Zum erſten Male wird hier
eine grundlegende Geſchichte der altchriſtlichen und
byzan=
tiniſchen Kunſt gegeben. Der hervorragendſte Kenner dieſer
Kunſtepoche, Profeſſor Dr. Wulff, der bekannte Kuſtos am
Kaiſer Friedrich=Muſeum und eine Zierde der Berliner
Univerſität, hat es unternommen, im Rahmen des „
Hand=
buch der Kunſtwiſſenſchaft” dieſe für die geſamte
Kunſt=
entwickelung ſo wichtige und für den ganzen chriſtlichen
Kulturkreis ſo ehrwürdige Periode zu ſchildern wobei er
beſonders die aktuellen Beziehungen zwiſchen Orient und
Okzident klar und anſchaulich vor Augen führt. Die
Re=
produktion der in größter Fülle vorhandenen Abbildungen,
die wir nie in ſchönerer, alle Feinheiten wiedergebender
Ausführung geſehen haben, iſt techniſch vollendet, ſo
daß=
wir nur unſere vollſte Anerkennung über die gediegene
Ausſtattung ausſprechen können; dürfte doch kaum ein
Werk exiſtieren, das in bezug auf koſtbare Pracht dieſem
zur Seite geſtellt werden kann.
Obstkuchen-mit Hefe gebacken
Siludenkarund Sonibekonnet
Man mache einen Verſuch nach folgendem Rezept: Mürber Kuchenteig zu allen Obſtkuchen: Zutaten ½ Pfd. Mehl
1 Ei, 50 g Butter (Kunſtbutter), 15 g friſche Hefe oder 1 Päckchen Dauerhefe „Florylin”, eine Priſe Salz und
Zucker, Milch nach Bedarf. Aus den Zutaten macht man einen Teig, den man in einer Schüſſel zugedeckt aufgehen
läßt. Nachdem wird er ausgerollt, auf ein gefettetes Kuchenblech gelegt, nochmals gehen laſſen, dann mit beliebigen
Früchten belegt, und gargebacken. Rezeptbücher mit 199 Rezepten nebſt einer leicht faßlichen Anleitung für das Backen
mit Hefe verſendet der Verband Deutſcher Preßhefefabrikanten, Berlin SW 11, gratis und franko an jedermann.
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