Inſerafe
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176. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Geſtern iſt die Strafrechtskommiſſion zu ihrem
letzten Sitzungsabſchnitt zuſammengetreten, der
voraus=
ſichtlich Ende Oktober beendet ſein wird.
Kaiſer Franz Joſef hat an ſeinem Geburtstage
den Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand
zum Generalinſpekteur der geſamten
bewaff=
neten Macht ernannt.
Auf den königlichen Kommiſſar in Agram, Baron
SSker=
lecz, wurde durch einen Studenten ein Attentat
verübt. Er wurde verletzt.
Bulgarien richtete eine neue Note an die
Groß=
mächte, in der es gegen das Vorrücken der Türken in
Thrazien proteſtiert.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Deutſchland und die
Welt=
ausſtellung in San Franzisko.
*⁎* Die Frage, ob Deutſchland ſich an der
Weltaus=
ſſtellung in San Franzisko offiziell beteiligen werde, iſt
nun alſo in verneinendem Iinne entſchieden worden, was
wohl den Anſchauungen des überwiegenden Teiles der
öffentlichen Meinung entſprechen dürfte. Wir glauben der
Verſicherung der halbamtlichen Auslaſſung, daß der
Reichsregierung dieſer Entſchluß nicht leicht geworden iſt,
und eingehende Erwägungen und Vorträge beim Kaiſer
mögen ihm vorangegangen ſein. Es iſt ja bekannt, wie
großen Wert der Kaiſer perſönlich auf die Wahrung eines
guten Einvernehmens mit den Vereinigten Staaten legt
und wie ſchon die Beteiligung in St. Louis zu einem
großen Teile auf ſeine Einwirkung zurückzuführen war;
denn ſchon damals war die Neigung unſerer induſtriellen
Kreiſe, nach Amerika zu gehen, nicht erheblich, und nur
zögernd entſchloß man ſich dazu. Diesmal hat die
Re=
gierung eingeſehen, daß bei allem guten Willen, ſich den
Vereinigten Staaten gefällig zu erweiſen, die Ablehnung
geboten war. Eine offizielle Beteiligung des Reiches hätte
eine ausgedehnte Beſchickung der Ausſtellung durch
In=
duſtrie, Kunſt und Wiſſenſchaft zur Vorausſetzung gehabt.
Dieſe iſt aber nicht vorhanden, und man kann es
insbeſon=
dere unſerer Induſtrie kaum verdenken, daß ſie die
ge=
waltigen Koſten ſcheut, welche die Ausſtellung ihrer
Er=
zeugniſſe in der Metropole im äußerſten Weſten Amerikas
verurſacht. Die Erfahrungen, die man vor neun Jahren
in St. Louis machte, wirken auch nicht ſehr ermutigend,
und wenn ſich Deutſchland zur Beteiligung an der
Brüſſe=
ler Ausſtellung bewegen ließ, ſo waren hier die
Schwierig=
kkeiten und Koſten für uns weniger groß.
Obgleich die ſchon lange herrſchende
Ausſtellungs=
müdigkeit der Induſtrie immer wieder durch den Ehrgeiz.
bei den großen Weltwettkämpfen vertreten zu ſein, beſiegt
wird, ſo hat dies doch auch ſeine Grenzen. Was
Deutſch=
land in ſeinen Fabrikbetriebn zu leiſten vermag, iſt
übri=
gens der Welt bekannt, und das wiſſen auch die
Ameri=
kaner, ohne daß wir nach San Franzisko kommen. In
einflußreichen Kreiſen iſt ſogar der Ausdruck gefallen, daß
Weltausſtellungen meiſtens mehr ſchaden als nützen. Wenn
wir uns dieſe Anſicht auch nicht ohne Einſchränkung zu
eigen machen wollen, ſo meinen wir doch, daß nationale
Teilausſtellungen einzelner Induſtrien, der Künſte und
Wiſſenſchaften eher den Zweck erfüllen. Deshalb verdient
die Entſcheidung der Reichsregierung hinſichtlich der
Be=
ſchickung der Ausſtellung in San Franzisko volle Billigung.
Ein Miniſterium für Sport
in Rußland.
** In die Reihe der Nationen, die bei der
gegenwär=
tigen europäiſchen Renaiſſance des Sportſinnes
entſchloſ=
ſen dem Staat die Pflicht auferlegen, ſich auch aktiv für die
Ausbreitung und Stärkung des Sinnes für körperliche
Uebungen einzuſetzen, tritt nun auch Rußland. Ein Ukas
des Zaren ſetzt ein eigenes Miniſterium ein, das
die Aufgabe haben wird, in ganz Rußland propagandiſtiſch
für die Pflege des Sportes und der
Kör=
perübungen zu wirken, und zum Leiter dieſes neuen
Miniſteriums hat der Zar den Generalmajor Woyekoff
ernannt. Mit welche Eifer die ruſſiſche Regierung die
Pflege des=Sportes übernimmt, zeigt ſich bereits darin,
daß die Armee, die bisher ſtets als die konſervativſte
Einrichtung des Zarenreiches galt, ermächtigt und
er=
mutigt wird, in ihren Reihen Tennis und Fußball zu
pfle=
gen. Der neuernannte Sportsminiſter des ruſſiſchen
Rei=
ches wird nicht nur über einen großen Stab von
Mitar=
beitern verfügen, er wird auch, was noch wichtiger iſt, zur
Ausführung aller Pläne über bedeutende Geldſummen
be=
ſtimmen können. Eine ſeiner erſten Amtstaten war die
Bildung eines großen olympiſchen Rates, dem
die maßgebenden Sportsleute und Sportsförderer
Ruß=
lands angehören und der bereits etwas zuſtande gebracht
hat, was bisher nie gelingen wollte: eine
Zuſammen=
arbeit, ja geradezu ein Bündnis zwiſchen den beiden
ri=
valiſierenden Hauptſtädten Petersburg und Moskau.
Einen der Gründe, die für die Errichtung eines eigenen
Sportsminiſteriums maßgebend waren, bildet zweifellos
die ſchlechte Rolle, die Rußland bei den olympiſchen
Spie=
len in Stockholm ſpielen mußte. Nun herrſcht überall der
leidenſchaftliche Wille, ſchon 1916 in Berlin dieſe Scharte
wieder auszuwetzen, und überall ermutigt der Staat
da=
hinzielende Beſtrebungen.
Daneben aber mag auch, ſo führt ein engliſcher
Korre=
ſpondent aus, die Erkenntnis eine Rolle geſpielt haben,
daß das Sportsleben und der Sportsgeiſt in den breiteren
Volksſchichten, ganz beſonders aber bei der Petersburger
und Moskauer Arbeiterſchaft, gegen revolutionäre
Strömungen nicht ohne Einfluß ſein wird, ja in
vie=
llen Fällen einen ſtarken Einfluß bereits bewieſen hat.
Außerdem aber wird das
Zuſammengehörig=
keitsgefühl zwiſchen Offizieren und Mannſchaft in
der Armee eine erwünſchte Steigerung erfahren. Seit
undenklichen Zeiten trennten die tiefſten Klüfte Offizier
und einfachen Soldaten. Bisher konnten bei den
Regi=
mentswettkämpfen Offiziere nicht teilnehmen aus dem
ein=
fachen Grunde, weil ſolche Spiele und Wettkämpfe
über=
ſhaupt nicht beſtanden. Offizieren und Soldaten war
ſſtreng verboten, ihre Uniform abzulegen und auch nur auf
wenige Stunden mit einem Sportsgewande zu
vertau=
ſchen. Aber vor wenigen Wochen erlebte man, zuerſt in
Riazan, bereits die erſten Fußballkämpfe ruſſiſcher
Regi=
menter und ſah hier Offiziere und Soldaten im Zeichen
des Sportes gemeinſam um die Palme ringen.
Wie günſtig die Pflege des Sportsgeiſtes
wirken kann, beweiſen aber vor allem die Erfahrungen in
den großen Induſtriezentren. Vor einigen Jahren kam
ein in Rußland arbeitender engliſcher Fabrikdirektor auf
die Idee, für die Arbeiterſchaft ſeiner Fabriken einen
gro=
ßen Sportplatz zu ſtiften. Er hatte beobachtet, daß die
Freiſtunden ſeiner Leute dem Alkoholteufel oder politiſcher
Agitation gewidmet waren. Sport ſchien ihm das beſte
Mittel, unruhige Geiſter zur Diſziplin zu erziehen. Ein
Fußballklub wurde begründet und fand ſo großen
An=
klang, daß ſeitdem der Alkoholkonſum immer mehr
zurück=
gegangen iſt. Andere Fabriken folgten dieſem Beiſpiele,
und überall erlebte man die gleichen Erfolge. Aber an dem
Wiedererwachen des Sportsſinnes beteiligten ſich bald
auch die Univerſitäten und die Schulen, mit der Praxis
wuchs die Freude, und heute findet der neue ruſſiſche
Sportsminiſter bereits ein Arbeitsfeld, auf dem alles zu
fruchtbarem Wirken ſchon vorbereitet und angebahnt iſt.
Der neue Vorſtoß der Türkei.
* Die Voſſiſche Zeitung ſchreibt zu dem neuen Vorſtoß
der Türken: Die tatenluſtige türkiſche
Militärpar=
tei bereitet ihrer eigenen Regierung arge Verlegenheiten.
Von einer Zivilgewalt im osmaniſchen Reiche kann im
gegenwärtigen Augenblick vielleicht noch weniger die Rede
ſein, als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt ſeit der
Wiedereinführung der Verfaſſung, die, beiläufig bemerkt,
ſeit der im vorigen Jahre erfolgten Auflöſung der
jung=
türkiſchen Partei völlig in der Luft ſchwebt. Die
jung=
türkiſchen Offiziere ſelbſt haben aber anderes zu tun, als
die überzeugten Konſtitutionellen zu ſpielen. Die
Zivil=
regierung muß tanzen, wie es der Militärgewalt beliebt,
und das Parlament hätte auch dann nichts zu ſagen, wenn
ein ſolches vorhanden wäre. Die Regierung iſt allmählich
ein bloßer Entſchuldigungsapparat für die Eigenmächtig=
(keiten der Armee geworden. Den Marſchnach
Adria=
nopel konnte die Regierung mit guten Gründen
immer=
hin noch decken, und ſie hatte das Glück, daß nach einigen
Schwankungen das Ausland die Arme verſchränkte und,
wenn auch unter Proteſt, die Rolle des paſſiven Zuſchauers
übernahm. Man gewöhnt ſich ja vielleicht auch an die
Griechen in Kawala, an die Serben in Iſtip und an die
Türken in Adrianopel, nur an unaufhörliche Reizungen
gewöhnt man ſich nicht. Indem die türkiſchen Offiziere in
ihrer Selbſtherrlichkeit die Armee über die Grenze hinaus
nach Neu=Bulgarien führen, überſpannen ſie den Bogen
und fordern die ſchärfſten Preſſionen des
Aus=
landes, die ihnen ſonſt vielleicht erſpart geblieben
wären, gegen die Türkei heraus. Es iſt nicht zu
bezwei=
feln, daß ſie zu einer vorläufigen Räumung des
Land=
ſtriches weſtlich der Maritza ſchließlich bemüßigt ſein
wer=
den, und damit wird auch die Adrianopelfrage wieder ſtark
in den Vordergrund treten.
Den Beſchwerden Bulgariens wegen der
türkiſchen Wiederbeſetzung von Adrianopel
ſcheint kein Erfolg bei den europäiſchen Kabinetten zu
blühen. Die Ueberſchreitung der Maritza durch die Türken
iſt der nackte Friedensbruch. Schon als vor etwa acht
Tagen die Nachricht eintraf, daß die Türken die Ortſchaft
Sofli am rechten Maritza=Ufer beſetzt hätten, iſt hier
auf die Unzweckmäßigkeit dieſes Verfahrens hingewieſen
worden. Inzwiſchen ſind die Türken noch weiter nach
Weſten marſchiert. Dieſer Marſch liegt, wie immer er
von der Militärpartei begründet und von der
Zivil=
regierung entſchuldigt wird, keineswegs im Intereſſe des
osmaniſchen Reiches. Er zwingt die Kabinette und die
öffentliche Meinung gegen die Türkei für die Bulgaren
Partei zu ergreifen. Der Uebermut der Militärpartei iſt
daher bedauerlicherweiſe nur geeignet, die Poſitionen der
Türkei zu ſchwächen.
Die bulgariſche Regierung überreichte den
Geſandtſchaften der Großmächte eine Note, in
wel=
cher ſie die Mächte in Kenntnis ſetzt, daß die türkiſchen
Truppen unter dem Vorwande, die Bevölkerung in den
von der griechiſchen Armee geräumten Gebieten ſchützen
zu wollen, nach der Beſetzung von Muſtapha Paſcha,
Di=
motika, Sufili, Kuſchukavak, 16 Kilometer weſtlich der
Ma=
ritza, erreichten und auf Kirdjalue Gümüldjina ziehen.
Die Note macht daruf aufmerkſam, daß die Tatſache, daß
die Türken die erwähnten Gebiete beſetzten, noch bevor
die bulgariſchen Truppen wieder von ihnen Beſitz
genom=
men hatten, klar beweiſe, wie wenig der von der Pforte
angeführte Grund den Tatſachen entſpreche. Um vor den
Großmächten die Wahrhaftigkeit ihrer Erklärungen und
die vollkommene Aufrichtigkeit zu bezeugen, ſowie um
neuen Anklagen vorzubeugen, ſchlägt die Regierung vor,
daß die Wjederbeſetzung der fraglichen
Ge=
biete in Gegenwart der Militärattachés ſtattfinde,
welche ſo lange dort bleiben könnten, wie ſie es für nützllich
hielten. Die Note ſchließt mit der Erklärung: Die
bul=
gariſche Regierung ſei überzeugt, die Großmächte
würden es ſich angelegen ſein laſſen, mit den geeignetſten
Mitteln das Verbleiben der ottomaniſchen Truppen
dies=
ſeits der Linie Midia-Enos, ſowie einen neuen
Vormarſch zu verhindern, der die Gefahr des
Zu=
ſammenſtoßes mit den bulgariſchen Truppen in ſich birgt
und ernſte Zwiſchenfälle herbeiführen kann und womöglich
einen Zuſtand ſchafft, der an und für ſich und durch
viel=
fache ernſte Rückwirkungen das Werk der Gerechtigkeit und
des Friedens, das ſie unternommen, noch ſchwieriger
fmachen kann.
Leutſches Reich.
Die Arbeiten der
Strafrechtskom=
miſſion. Geſtern, Montag, hat der letzte
Sitzungsab=
ſchnitt der Strafrechtskommiſſion begonnen. Das
vorlie=
gende Arbeitspenſum befaßt ſich mit den „Uebertretungen”
und „Vergehen”, welch letzter Teil noch redigiert werden
muß. Die Arbeiten ſollen mit allem Nachdruck weiter
ge=
fördert werden, und man hofft, daß der Schluß der
Sitzun=
gen Ende Oktober erfolgen kann, worauf dann die
Auf=
löſung der Strafrechtskommiſſion zu gewärtigen iſt. Der
fertiggeſtellte Vorentwurf zum Strafgeſetzbuch dürfte
zu=
nächſt den Bundesregierungen zur Stellungnahme
zu=
gehen. Was die Ausarbeitung eines Einführungsgeſetzes
zum neuen Strafrecht anbetrifft, ſo dürfte dies erſt
aufge=
ſtellt werden, wenn der neue Strafgeſetzentwurf in ſeinen
Grundzügen feſtſteht, was naturgemäß geraume Zeit in
Anſpruch nehmen dürfte. Der Einführungsgeſetzentwurf
an ſich erfordert recht umfangreiche Arbeiten, was daraus
hervorgeht, daß die geſamte Reichsgeſetzgebung, ſo weit
es=
möglich und erforderlich iſt, durch entſprechende
Ergän=
zungen mit den neuen Beſtimmungen des Strafgeſetzbuches
in Einklang zu bringen iſt. Weiter dürfte es die
Beſtim=
mungen über das Inkrafttreten des neuen Strafrechts,
ſo=
wie einzelner Vorſchriften desſelben enthalten, die für die
Aburteilung vorher begangener Delikte in Betracht
kom=
men. Außerdem iſt als weitere Arbeit, die mit dem neuen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Auguſt 1913.
Nummer 193.
Strafgeſetzbuch verknüpft iſt, die Ausarbeitung der „
Mo=
tive” zum neuen Strafgeſetzbuch notwendig. Mit ihnen
kann gleichfalls im weſentlichen erſt begonnen werden,
wenn die Grundzüge des Strafgeſetzbuches amtlich
feſtge=
legt ſind. Zur Aufſtellung des endgültigen
Strafgeſetz=
buchentwurfes wird vorausſichtlich eine kleinere
Kommiſ=
ſion berufen werden, der nur Vertreter der beteiligten
Dienſtſtellen angehören werden, nicht auch außerhalb der
beteiligten Reſſorts und Miniſterien ſtehende Fachgelehrte
und Juriſten.
— Den Abſchluß der Flottenneubauten
in dieſem Jahre haben die beiden Kreuzer „
Karls=
ruhe” und „Roſtock” zu machen, die jetzt auf der
Ger=
maniawerft in Gaarden und den Howaldtswerken bei Kiel
ihrer Fertigſtellung entgegenſehen. Der jetzt beendete
Werftarbeiterſtreik wird für die programmäßige
Abliefe=
rung dieſer Flottenneubauten ohne jeden Einfluß ſein.
In dem Kreuzer „Karlsruhe” der als Erſatz für die
heim=
berufene „Bremen” zur Beſetzung der amerikaniſchen
Flot=
tenſtationen beſtimmt worden iſt, hat der erſte kleine
Tur=
binenkreuzer zum dauernden Aufenthalt im Auslande die
Reiſe anzutreten; gleichzeitig kommt in dem Schiff der erſte
kleine Kreuzer mit Panzerſchutz zur Entſendung nach dem
Auslande. Zu erſten Kommandanten für die Kreuzer ſind
bereits ernannt worden: Korvettenkapitän Thilo von
Trotha für die „Roſtock”; Fregattenkapitän Erich Köhler
für „Karlsruhe‟. Die Indienſtſtellung dieſer beiden
Kreuzer bildet gleichzeitig den Abſchluß des
Probefahrts=
programms des Jahres 1913.
— Ein Geſetzentwurf über die
Neu=
verteilung der Zollentſchädigungen für
die Bundesſtaaten iſt, wie wir Berliner Blättern
entnehmen, in der Vorbereitung begriffen und bereits den
Bundesregierungen zur Aeußerung zugeſandt worden.
Es iſt alſo damit zu rechnen, daß ſich Bundesrat und
Reichstag in abſehbarer Zeit mit einer entſprechenden
Vorlage beſchäftigen werden.
Nach den beſtehenden geſetzlichen Vorſchriften ſind den
einzelnen Bundesſtaaten die Verwaltung und Erhebung
der Zölle und Steuern für das Reich übertragen worden.
wofür ihnen nach beſtimmten Sätzen Vergütungen ſeitens
des Reichsfiskus zuſtehen. Da ſich ſeit längerem
heraus=
geſtellt hat, daß die Verteilung der zu zahlenden
Entſchä=
digungen auf die Bundesſtaaten einer Abänderung
be=
darf, da ſie ungleichmäßig iſt und zu vielen Klagen
Ver=
anlaſſung gegeben hat, ſo war eine Abhilfe geboten. Die
Neuregelung der Materie dürfte eine Abänderung der
Verfaſſung zur Folge haben, da durch dieſe zum Teil die
Höhe der Entſchädigungen der Bundesſtaaten durch das
Reich feſtgeſetzt worden iſt. Im übrigen iſt dies durch die
einzelnen Steuergeſetze erfolgt, in denen jeder Steuerzweia
beſonders behandelt iſt. Die Schwierigkeiten, die ſich aus
einer Neuregelung ergeben, beſtehen darin, daß die
Be=
amten, die in den Bundesſtaaten die Ueberwachung der
Abgaben nach den beſtehenden Geſetzen zu beſorgen haben.
nicht nur die Rechte des Reichsfiskus, ſondern auch die
des betreffenden Landesfiskus wahrnehmen müſſen. Es
iſt demnach ſchwer feſtzuſtellen, welcher Teil der
Arbeits=
leiſtung des einzelnen Beamten auf die Tätigkeit für das
Reich oder aber für den Bundesſtaat anzuſprechen iſt. Die
Neuverteilung der Entſchädigungen hat ſich nicht nur für
Preußen und andere Bundesſtaaten als nötig herausge
ſtellt, ſondern beſonders für Elſaß=Lothringen, wo ſich
be=
ſondere Mißſtände in dieſer Hinſicht geltend gemacht haben
die in dem neuen Entwurf beſonders berückſichtigt werden.
Wienn von einer Seite der Vorſchlag gemacht wurde,
in=
nerhalb des ganzen Reichsgebiets Reichsbevollmächtigte
für Zölle und Steuern zu beſtellen, ſo iſt dieſer Gedanke
nicht durchführbar, da der Artikel 36 der Reichsverfaſſung
dem widerſpricht. In ihm wird ausdrücklich ausgeführt.
daß die einzelnen Bundesſtaaten für die Erhebung der
Zölle und Steuern zu ſorgen haben.
— Die Preußiſch=Süddeutſche
Klaſſen=
lotterie. Vor kurzem wurde mitgeteilt, daß der Abſatz
der Loſe der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie in
Bayern nicht der Quote entſprochen habe, die dem
Ver=
trag mit der Lotterieverwaltung zugrunde gelegt worden
war, und daß die gegenwärtig laufende Lotterie
neuer=
dings noch erheblich weiter an den bayeriſchen
Losver=
kaufsſtellen hinter dieſer Quote zurückbleibe. Dieſer
Mit=
teilung widerſpricht das Organ der bayeriſchen
Staats=
regierung, indem es ſchreibt:
„Allerdings iſt der Abſatz in der 1. Klaſſe der
laufen=
den Lotterie gegenüber der 5. Klaſſe der
vorausgegange=
nen um etwa 3½ Prozent zurückgeblieben. Dies darf aber
nicht auffallen, wenn beachtet wird, daß erfahrungsgemäß
der Abſatz von Loſen im Laufe einer Lotterie, je mehr ſie
ſich der Ziehung der 5., der Hauptklaſſe, in der weitaus die
meiſten und höchſten Gewinne ausgeſpielt werden, nähert,
nicht unerheblich ſteigt. Vergleicht man aber den Abſatz
von Loſen in Bayern bei der 1. Klaſſe der laufenden mit
dem Abſatz der 1. Klaſſe der vorausgegangenen Lotterie,
ſo ergibt ſich bei erſterer eine Steigerung des Abſatzes
um über ¼ Tauſend Loſe. Im übrigen hat der Losabſatz
in Bayern der bayeriſchen Regierung weder
Ueberraſchun=
gen noch Enttäuſchungen gebracht; er hat vielmehr bis auf
etwa 350 Loſe die Zahl erreicht, die nach den wiederholten
Erklärungen der bayeriſchen Regierung im Landtage für
die erſten Jahre als Höchſtgrenze erwartet werden durfte.”
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Deutſchböhmen. Eine Reſolution, welche
der deutſchböhmiſche Vertrauensmännertag geſtern
ein=
ſtimmig angenommen hat, beſagt: Das deutſche Volk
Böhmens erwartet von dem deutſchen Nationalverband
eine energiſche Betätigung in dem Sinne, daß er aus der
gegenwärtigen Regierungsmajorität austritt und in
ſchärfſter Weiſe gegen die Regierung Stellung nimmt, bis
die berechtigten Forderungen der Deutſchen Böhmens
er=
füllt ſind. Von den deutſchen Abgeordneten Böhmens
er=
wartet der Vertrauensmännertag, daß ſie auf alle Fälle
in die ſchärfſte Oppoſition treten. Ferner wurde eine
Re=
ſolution Langenhan über die auswärtige Politik
ange=
nommen. Dieſe Reſolution bezeichnet die Erfolge der
auswärtigen Politik als unerfreulich und erklärt, daß nur
eine auswärtige Politik, welche neben der Wahrung der
Großmachtſtellung und der Bündniſſe des Reiches die
Be=
dürfniſſe der erwerbenden Bevölkerung in vollſtem Maße
berückſichtige, den berechtigten Wünſchen der Deutſchen
Böhmens entſprechen könne. Da der in der letzten Zeit
eingeſchlagene Weg der äußeren Politik dies nicht
berück=
ſſichtige, könne die Verſammlung der auswärtigen Politik
der Monarchie kein Vertrauen entgegenbringen.
Frankreich.
Antimilitariſtiſche Unruhen in Paris.
Der große Zapfenſtreich in Paris gab zu Manifeſtationen
Anlaß. Den ganzen Weg entlang, den die Muſik nahm,
kam es ununterbrochen zu Handgemengen. Die
Antimili=
tariſten beabſichtigten mit ihrem Vorgehen ohne Zweifel,
die Militärbehörde zu zwingen, dieſen Zapfenſtreich
ein=
zuſtellen. Beim Verlaſſen der Kaſerne wurde die Muſik=
Kapelle mit dem Ruf: „Nieder die Armee!” empfangen
und kaum war dieſer Ruf erklungen, als ſchon die erſten
Verhaftungen vorgenommen wurden. So ging es den
ganzen Weg weiter und hier und dort entſtanden
Prüge=
leien zwiſchen den Sozialiſten und Patrioten. Nachden
der Zapfenſtreich auf dem Boulevard Lenoir ſein Ende
gefunden hatte, gerieten etwa 400 Sozialiſten mit
Natio=
naliſten in Streit. Die Polizei hatte nicht die Macht, die
Streitenden zu trennen. Ein Poliziſt wurde ſchwer
ver=
wundet und mußte ins Hoſpital geſchafft werden.
Nun=
mehr erſchien eine Abteilung berittener Nationalgarde,
die ſofort blank zog. Zwei Schüſſe wurden auf die
Mili=
tär=Abteilung abgefeuert, doch niemand verletzt. Den
Na=
tional=Gardiſten gelang es ſchließlich, die Volksmenge
auseinanderzutreiben. Unterdeſſen waren Schlägereien
an anderen Stellen der Stadt entſtanden. Erſt um
Mit=
ternacht trat auf der Straße wieder Ruhe ein.
Amerika.
Zur Eröffnung des Panamakanals.
Präſident Wilſon wird alle Seemächte einladen, im Jahre
1915 Schiffe auf die Hartfordrede zu ſenden, die die
ame=
rikaniſche Flotte durch den Panamakanal begleiten und bei
der Eröffnung der Ausſtellung in San Franzisko zugegen
ſein ſolllen.
Mexiko und die Vereinigten Staaten.
Eine Depeſche aus Mexiko beſagt, daß der mexikaniſche
Miniſter des Auswärtigen die von Lind überbrachte
Bot=
ſchaft des Präſidenten Wilſon annehmen und nach
ein=
gehender Beratung beantworten werde.
* Köln, 18. Aug. Eine geſtern von etwa 40
Frem=
denlegionären beſuchte Verſammlung in Köln beſchloß,
im nächſten Monat große Kundgebungen gegen
den Eintritt in die Fremdenlegion zu
eran=
ſtalten. Zu den Verſammlungen ſollen namentlich die
militärpflichtigen jungen Leute eingeladen werden, um
ſie vor dem Eintritt in die franzöſiſche Fremdenlegion zu
warnen, und ſie mit den Greueltaten, den Entbehrungen
und den Widerwärtigkeiten in der Legion bekannt zu
machen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 19. Auguſt.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften beſuchten am Sonntag vormittag 10 Uhr mit
Gefolge den Gottesdienſt in Egelsbach.
Prinz
Heinrich der Niederlande nahm am Sonntag
mit Gefolge an der Frühſtückstafel in Jagdſchloß
Wolfs=
garten teil. (Darmſt. Ztg.)
*Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Mittwoch, den 20. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen entgegennehmen.
Die Vorträge der Miniſter pp. finden ſtatt.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben nachſtehenden Perſonen die
Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihnen von
Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer und König von Preußen
verliehenen Ordensauszeichnungen erteilt, und zwar: dem
Leibkutſcher Karl Schneider des Allgemeinen
Ehren=
zeichens, den Hofkutſchern Auguſt Ermel und Heinrich
Zimmer, ſowie dem Hofreitknecht Heinrich Rauſch
der Kronenorden=Medaille; ferner dem Oberlehrer an der
Volksſchule zu Worms Rektor Philipp Hembel
anläß=
lich ſeines 60 jährigen Dienſtjubiläums die Krone zu dem
Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen, ſowie dem Weichenſteller Philipp Schopp
zu Gundersheim und dem Bahnwärter Jakob Schober
zu Hofheim i.R., beide in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft, aus Anlaß ihrer Verſetzung in den
Ruheſtand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
„Für treue Dienſte” verliehen.
Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Regierungsbaumeiſter Karl Röhrich in
Darmſtadt zum Hauptlehrer an der
Landesbaugewerk=
ſchule in Darmſtadt.
* Techniſche Hochſchule. Unſere Leſer machen wir
auf die im Anzeigenteil unſeres Blattes enthaltene
Bekanntmachung der hieſigen Techniſchen Hochſchule
aufmerkſam. Dieſe gewährt eine vollſtändige
wiſſen=
ſchaftliche und künſtleriſche Ausbildung für den
tech=
niſchen Beruf. In beſonderen Abteilungen werden
Archi=
tekten, Bau=Ingenieure, Kultur=Ingenieure, Maſchinen=
Ingenieure, Papier=Ingenieure, Elektro=Ingenieure,
Che=
miker, Elektro=Chemiker und Apotheker ausgebildet;
des=
gleichen in der allgemeinen Abteilung Lehrer für
Mathe=
matik und Naturwiſſenſchaften, ſowie Geometer. Auch
Frauen werden zum Studium zugelaſſen. Akademiſch
gebildete Perſonen und ſelbſtändige Männer, die ihrer
äußeren Lebensſtellung nach nicht als Studierende oder
Hörer eintreten können, ebenſo Frauen können als
Gäſte zum Beſuch einzelner Vorleſungen und Uebungen
zugelaſſen werden. Die Techniſche Hochſchule hat das
Recht, auf Grund beſonderer Prüfungen den
Grad=
eines Diplom=Ingenieurs und die Würde eines Doktor=
Ingenieurs zu erteilen. Infolge Vertrags zwiſchen der
Großh. Heſſiſchen und Königl. Preußiſchen
Landes=
regierung beſteht Gleichſtellung und gegenſeitige
An=
erkennung für die Vorprüfung und erſte Hauptprüfung
für den Staatsdienſt im Hochbau=, Ingenieurbau=, und
Maſchinenbaufache ſowohl hinſichtlich der ſeitherigen
vor dem Techniſchen Prüfungsamte abgelegten
Staats=
prüfungen als auch hinſichtlich der an deren Stelle
ge=
tretenen auf Grund neuer Diplomprüfungsvorſchriften
abzuhaltenden Diplomprüfungen. Ferner werden an der
Techniſchen Hochſchule Fachprüfungen abgehalten. Für
die Reichsprüfung der Apotheker iſt der Beſuch der
Techniſchen Hochſchule dem einer Univerſität
gleich=
geſtellt; auch iſt der pharmazeutiſchen
Prüfungs=
kommiſſion zu Darmſtadt durch Bundesratsbeſchluß die
Berechtigung zur Erteilung für das ganze Reich gültiger
Approbationen gegeben worden. Die Vorbereitung zum
höheren Staatsdienſt des Großherzogtums Heſſen im
Forſtfach kann teilweiſe auf der Techniſchen Hochſchule
erlangt werden; für die Vorbereitung zum Gymnaſial=
und Real=Lehramt, ſoweit dieſelbe Mathematik und
Naturwiſſenſchaften betrifft, wird das Studium an der
Techniſchen Hochſchule dem Studium an Univerſitäten
bis zu drei Halbjahren gleichgerechnet. Beſonders iſt
noch hervorzuheben, daß durch die eingerichteten Herbſt=
und Oſterkurſe es möglich iſt, zu Oſtern oder im Herbſt
mit dem Studium zu beginnen und ſomit ohne
Zeit=
verſäumnis nach je vier Semeſtern die Vorprüfung
und nach je acht Semeſtern die Hauptprüfung
ab=
zulegen.
* Hohes Alter. Man ſchreibt uns: Geſtern
er=
eignete ſich in der Martinskirche der ſeltene Fall, daß
eine Urgroßmutter ihren Urenkel über die Taufe
hielt. Die Urgroßmutter erfreut ſich noch einer rüſtigen
Geſundheit, ſo daß ſie am Sonntage ſogar die Reiſe
aus dem Odenwald nicht geſcheut hat.
* Darmſtadt im Blumen= und Pflanzenſchmuck. Die
Prämiierungsrundfahrt der Preisrichter des
Komitees Darmſtadt im Blumen= und Pflanzenſchmuck
hat nunmehr ſtattgefunden. Die Beteiligung war in
die=
ſem Jahre beſonders ſtark, wohl die ſtärkſte ſeit Beſtehen
des Komitees, und es iſt ſehr erfreulich, daß dieſe ſchönen
Beſtrebungen immer mehr Unterſtützung und Förderung
durch die hieſige Einwohnerſchaft genießen. Einige be=
wie ein Goldſchatz vom
Meeres=
boden gehoben wird.
** Zahlreiche Verſuche ſind bereits unternommen
worden, um den Millionenſchatz, der ſeit 1799 im
Rumpf der Fregatte „Lutine” auf dem Meere am
Ein=
gang der Zuiderſee ruhſ, zu heben; während aber
bisher alle Mühe vergeblich war, ſcheinen nunmehr die
Anſtrengungen doch zu einem glücklichen Reſultate zu
führen. Wie Sauvaire Jourdan in der Nature ausführt,
iſt man ſeit 1912 mit allen Mitteln der fortgeſchrittenen
Technik an der Arbeit, der See ihre Beute noch nach 113
Jahren zu entreißen, und die hier getroffenen
Vorkehr=
ungen bieten ein anſchauliches Bild für die Methode, mit
der man heutzutage Schätze vom Meeresboden zu heben
ſucht.
Der Schatz der „Lutine” beſteht aus 1900
Gold=
barren, 500 Silberbarren und barem Geld; alles in allem
belief ſich der Wert der hier aufgeſpeicherten Schätze auf
80 175000 Francs. Das Schiff mit ſeiner koſtbaren
Lad=
ung war bei der älteſten aller
Seeverſicherungsgeſellſchaf=
ten, Lloyds, verſichert, und als die „Lutine” mit ihrer
reichen Ladung ſo nahe vor dem Ziel geſunken war, mußte
die Verſicherung der holländiſchen Firma, die
Eigentüme=
rin war, gegen 22 Millionen auszahlen. Lloyds hat
nie=
mals die Hoffnung ganz aufgegeben, in den Beſitz der 30
vom Meer verſchlungenen Millionen zu gelangen;
Ver=
ſuche ſie zu heben, wurden 1855, dann wieder in größerem
Maßſtabe 1900 unternommen, und nunmehr hat man zu
dieſem Zweck ein beſonderes Dampfſchiff
kon=
ſtruiert, den „Lyons”, der ſeine Aufgabe im vorigen
Jahre in Angriff genommen hat. Bald nach dem
Schiff=
bruch, bei dem die Mannſchaft mit Ausnahme eines
ein=
zigen Matroſen ertrank, wurde der Anſpruch auf Hebung
des Schatzes vom König von Holland auf Grund des
Strandrechtes erhoben, und im Auftrag des Königs
bil=
dete ſich eine Geſellſchaft zur Hebung der Millionen.
Nach=
dem aber alle Verſuche vergeblich geweſen waren, machte
der König von Holland 1823 freigebigſt die „Lutine”, deren
Rumpf von den Wogen der Zuiderſee allmählich zu Sand
zerrieben wurde, dem König Georg IV. von England zum
Geſchenk. Georg IV. übertrug die ſo erhaltenen Rechte
wieder an Lloyds. Die holländiſche Geſellſchaft, die ſich
damals gebildet hatte, exiſtiert aber auch noch heute und
hat auf ihre Anſprüche keineswegs verzichtet. Die
Lon=
doner National Salvage Aſſociation, die ſeit zwei Jahren
die Hebung in einer großartigen Form aufgenommen hat
hat ſich mit beiden Unternehmungen auseinandergeſetzt
und ſich verpflichtet, von den geborgenen Schätzen 15
Pro=
zent an den Lloyds und 15 Prozent an die holländiſche
Geſellſchaft auszuzahlen. 1912 ſtellte das ſchlechte Wetter
den Arbeiten ſchwere Hinderniſſe entgegen. Man konnte
wirkſam nur im ganzen 278 Stunden arbeiten, die aber
ſehr nutzbringend angewandt wurden
Im Juli vorigen Jahres entdeckte ein Taucher im
unteren Teile des Schiffsrumpfes der „Lutine” ein Loch
durch das er ſeinen Arm ſtecken und die Goldbarren
be=
rühren konnte. Die Dimenſionen dieſer Barren betragen
nach ſeiner Schätzung 18 Zentimeter Länge, 6 Zentimeter
Breite und 3 Zentimeter Höhe. Unglücklicherweiſe war
einige Tage ſpäter das Wrack in die durch die Pumpen
gebildete Höhlung geglitten und der Zugang zu der
Oeff=
nung unmöglich. Um die Anhäufung von Sand zu
ver=
meiden, den die Ströwungen der Zuiderſee immer wie=
der, auch wenn die mächtigen Pumpen ihn beſeitigt hatten,
in großer Fülle herbeiführten, hat man einen tiefen
Gra=
ben von 1850 Meter Länge bis zu dem Wrack hin und
über dieſes hinweg gezogen. Die Strömung der
Zuider=
ſee, die bis 7 Knoten erreich, ſtürzt ſich nun in dieſen
Graben und ſpült den Sand mit fort. Dieſe großartige
Arbeit erforderte die Wegſchaffung von faſt 1½
Mil=
lionen Tonnen Sand. Die größte Schwierigkeit,
die gegenwärtig noch beſteht, liegt in einer ungeheuren
Maſſe von Kugeln und Ballaſt, die durch den Roſt zu
einem kompakten Haufen zuſammengeballt ſind und in
deren Mitte der Schatz wie eingeſchloſſen ruht. Die
Me=
tallbarren waren nämlich bei der Einſchiffung vor 113
Jahren in den Schiffskammern unter Haufen von Kugeln
gelegt worden. Bei den Bergungsarbeiten von 1855 fand
ein Taucher eine Menge ſpaniſcher Taler, und Kugeln von
mehr als 1 Meter Dicke. Später ſtieß man auf eine
ge=
waltige Maſſe von Silberbarren und verroſtetem Eiſen,
die zu ſchwer war, um ſie zu heben
Bei den Arbeiten in dieſem Jahre ſollen nun äuch
dieſe Schwierigkeiten gehoben werden. Man bedient ſich
dabei eines Magnets, der imſtande iſt, drei Tonnen zu
heben. Die Metallmaſſen werden in Stücke zerbrochen,
die der Magnet emporheben kann. Die Verſuche, die man
in einem Londoner Dock angeſtellt hat, ergaben, daß man
in fünf Tagen 90 Tonnen Metall mit dem Magneten ans
Licht ziehen konnte. Die Glocke, die auf der „Lutine‟
war, iſt übrigens ſeit langem gehoben und hängt heute
im Gebäude von Lloyds, wo ſie bei traurigen Ereigniſſen
geläutet wird. Jedenfalls beſteht begründete Ausſicht,
daß die ſeit mehr als 113 Jahren im Sande der Zuiderſee
ſchlummernden Millionen wieder ans Tageslicht gehoben
werden.
Nummer 193.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Auguſt 1913.
Seite 3.
ſonders ſchön gelungene Ausſchmückungen ſollen im
Auf=
trage des Komitees photographiert und ausgeſtellt
wer=
den. Es ſoll damit eine weitere Anregung zur
Verſchö=
nerung des Straßenbildes gegeben werden, und es wäre
in erſter Linie die einheitliche Durchführung der
Aus=
ſchmückung ganzer Straßenfronten zu erſtreben.
Hervor=
zuheben iſt die Ausſchmückung der Train= und
Artillerie=
kaſerne in der Heidelberger Straße, die wirklich einen
prächtigen Eindruck machen. Zur Prämiierung ſind dem
Komitee ſchon eine große Anzahl Ehrenpreiſe und
Stif=
tungen zugegangen, und es wäre für die Beſtrebungen des
Komitees ſehr erſprießlich, wenn, wie in früheren Jahren.
noch weitere Stiftungen zur Verfügung geſtellt werden
könnten. Solche werden jederzeit auf dem Verkehrsbureau
gern entgegengenommen.
* Kath. Geſellen=Verein. Mit ſeiner erſten Aufführung
des Schauſpiels „Aus großer Zeit” oder „Lützow
und ſeine Helden” hat der katholiſche Geſellenverein den
wollſten Beifall der Zuſchauer gefunden. Sind es auch
keine Schauſpieler von Beruf, welche die einzelnen
Per=
ſſonen aus dem Heldenzeitalter der deutſchen
Freiheits=
kkämpfe von 1813 darſtellten, ſo baben die Geſellen doch
ihre Sache vortrefflich gemacht. Man ſah es der
Auffüh=
rung an, daß derſelben ein ſleißiges Einſtudieren
voraus=
gegangen war; denn die Spieler hatten ſich ganz in ihre
RRollen eingelebt. Geradezu meiſterhaft ſtellten der Senior
des Vereins, Herr Wilhelm Griesheimer, und Herr
Sergeant Kern die beiden Hauptperſonen des
Schau=
ſpiels — Lützow und Theodor Körner — dar. Man kann
dem Spielleiter, Herrn Unteroffizier Savelsberg.
Lob und Anerkennung ſpenden für das, was er hier mit
einfachen Dilettanten erreicht hat. Alles, bis auf die
Trompetenſignale und die Wiedengabe des Gewehrfeuers
ſtimmte vortrefflich. Der ſorgfältigen und ſachkundigen
Leitung iſt darum in erſter Linie das Gelingen des
Spie=
les zuzuſchreiben. Die nächſte Aufführung findet am
Mittwoch, den 20. Auguſt, im Geſellenhaus (
Friedrich=
ſſtraße 30) ſtatt. Karten ſind im Vorverkauf im
Geſellen=
haus und im Pfarrhaus St. Ludwig zu haben.
* Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Seine
fünfte Programmtour unternahm am Sonntag
die hieſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs nach
Die=
bura-Zipfen. War auch den 110 beteiligten
Wander=
genoſſen kein heiterer Sonnentag beſchieden, ſo blieben
ſie anderſeits vom Regen verſchont und prächtig ließ es
ſich wandern bei der ſonſt günſtigen und zum Wandern
geeigneten Witterung. Programmäßig ging die Tour
vonſtatten, von Dieburg durch den Forſtwald nach
Groß=Umſtadt; von da führte ſie auf herrlichen
Wander=
pfaden zur Burg Breuberg, wo die erſte längere Raſt,
nachdem man ſchon vorher einige Erholungspauſen
ge=
macht hatte, gehalten wurde. Von der Burg wanderte
man durch den prächtigen Tannenhochwald gemütlich
nach dem Endziel Zipfen, der Gründungsſtätte des
Klubs. Im Gaſthaus Gebrüder Becker war den
Klub=
igenoſſen dann ein ſchmackhaftes Mahl bereitet. Herr
Bureaudirektor Daub begrüßte hier die Teilnehmer
und gedachte der Gründung des Klubs an der
altver=
trauten Stätte. Nach gemütlichem Zuſammenſein
wanderte man dann noch durch die Felder zum
Bahn=
hof Lengfeld, von wo hochbefriedigt die Heimfahrt
an=
getreten wurde.
* Priv. Schützengeſellſchaft. Das Ritterſchießen
erfreute ſich eines außerordentlich ſtarken Beſuches.
Schwarzritter wurde Herr Chr. Müller, Hauptritter
Herr Georg Götz, Nachritter Herr Fritz Schmidtmann.
Den Wanderbecher, geſtiftet von Carl Schmitt, erhielt
Herr Chr. Müller, der auch den Ekertbecher errang,
während der Heinrich Wenzel=Becher von Herrn Aug.
Gunſchmann erſchoſſen wurde. Nach Schluß des Schießens
ſbrachte der erſte Schützenmeiſter Herr Georg Schmitt
das Großherzogshoch aus, dann blieb man noch einige
Stunden in vergnügter Stimmung zuſammen. Klavier=
und Geſangsvorträge von Gäſten und Mitgliedern trugen
viel dazu bei, daß man ſich erſt in ſpäter Stunde trennte
in dem Bewußtſein, daß es wieder einmal ſchön im
Schießhaus mar.
* Darmſtädter Turnerſchaft. Als Vorübung der
Stafettenläufe, die am 18. Oktober ds. Js.
anläß=
lich der Einweihung des Völkerſchlachtdenkmals von der
Deutſchen Turnerſchaft geplant ſind, veranſtaltete die
Turngemeinde Beſſungen am Sonntag mit
25 Zöglingen einen Stafettenlauf von dem Turnhauſe
der Turngemeinde Beſſungen. Heidelberger Straße, nach
der Turnhalle der Turngemeinde Nieder=Ramſtadt. Die
über ſechs Kilometer lange Strecke wurde in 20 Minuten
von den jungen Leuten bewältigt, gewiß eine ſchöne
Leiſtung, zumal es meiſt jüngere Zöglinge waren und der
einzelne 240 bis 250 Meter zu laufen hatte.
* Zum Jungdeutſchlandfeſt ſigreibt man uns: Die
Firma Maggi=Geſellſchaft in Berlin hat durch ihren
Vertreter, Herrn Kunz hier, die koſtenloſe Verpflegung
der Mitglieder der Jungdeutſchlandvereine am Sonntag,
den 24. Auguſt, zugeſichert. Die Firma läßt in einer
Feldküche Erbſen mit Schinken kochen und ohne
Ent=
geld an ſämtliche am Jugendfeſt beteiligten
Jungmann=
ſchaften verteilen.
(*) Körperverletzungen. In der Nacht von
Sonn=
tag auf Montag wurde auf dem Kapellplatz ein
Schloſſergehilfe von einem Unbekannten am Kopfe
erheblich verletzt, ſo daß er nach dem Städtiſchen
Krankenhaus verbracht werden mußte. — In einer
Wirtſchaft in der Altſtadt fand in der Nacht von
Sonntag auf Montag gegen 3 Uhr eine Schlägerei
ſtatt. Hierbei trug ein Kellner eine Verletzung am
Kopfe davon. Er mußte ſich im Städtiſchen
Kranken=
haus verbinden laſſen. — In derſelben Nacht gegen
2 Uhr wurde im Speſſartring nach vorausgegangenem
Wortwechſel ein Taglöhner von einem Techniker durch
zwei Schüſſe an beiden Oberſchenkeln derart verletzt,
daß deſſen Verbringung in das Städtiſche Krankenhaus
erfolgen mußte.
§ Geſtohlene Fahrräder. Am Freitag vormittag
iſt ein Fahrrad Marke „Wanderer” welches vor einem
Hauſe in der Friedrichſtraße auf kurze Zeit aufgeſtellt
war, geſtohlen worden. Das Fahrrad hat ſchwarze
Felgen. — Am Samstag mittag kurz nach 12 Uhr
wurde ebenfalls ein Fahrrad, welches auf kurze Zeit
vor dem Hauptpoſtgebäude in der Rheinſtraße
auf=
geſtellt war, geſtohlen. Das Fahrrad, Marke Allreight,
hat ſchwarzen Rahmenbau, ſchwarze Felgen und trägt
die Polizeinummer ſchwarz D 9315.
* Konzerte. Hugenſchütz’ Felſenkeller. Die
Kapelle des Leibgarde=Regiments gibt heute Dienstag das
letzte diesſommerliche Militärkonzert vor
dem Ausrücken des Regiments zu den Manövern. Die
Veranſtaltung iſt zugleich eine vaterländiſche Gravelotte=
Feier; die Vortragsordnung iſt dementſprechend gehalten.
Den Beſchluß des Konzertes bildet das Saroſche
Tonge=
mälde „Deutſchlands Erinnerungen an die ruhmreichen
Kriegsjahre 1870/1871” mit Schlachtenmuſik, großem
Zapfenſtreich uſw. unter Mitwirkung der Spielleute des
Regiments. (Siehe Anzeige.)
Regelung des weiblichen Lehrlingsweſens.
— Die Beſchlüſſe der 18. Plenarverſammlung der
Handwerkskammer, betr. die Regelung des
weib=
lichen Lehrlingsweſens, haben nunmehr die
Ge=
nehmigung Großh. Miniſteriums des Innern gefunden.
Hierdurch ſind Kontrollvorſchriften endgültig feſtgelegt,
die die Handwerkskammer in die Lage verſetzen, die
Lehr=
lingsverhältniſſe in weiblichen Handwerksbetrieben zu
überwachen und Verſuchen vorzubeugen, die geſetzlich
feſt=
gelegten Lehrzeiten zu umgehen. Insbeſondere kommt
hierbei die Beſchäftigungsweiſe von Mädchen, die ſich in
einem weiblichen Handwerkszweige nur einige Kenntniſſe
für den eigenen Hausgebrauch erwerben wollen, in
Be=
tracht. Von Lehrverhältniſſen im Sinne der
Gewerbe=
ordnung kann in ſolchen Fällen nicht geſprochen werden.
Dieſe Beſchäftigungsart wurde jedoch nur allzu oft von
Perſonen, die ſich von der Notwendigkeit der
Heranbil=
dung eines ordnungsmäßig ausgebildeten Nachwuchſes
nicht überzeugen wollten, dazu benutzt, die beſtehenden
Vorſchriften über den Abſchluß zwei= oder dreijähriger
Lehrverträge zu umgehen. Es erwies ſich weiter nötig,
die Uebergangsbeſtimmung für Ablegung der
Geſellen=
prüfung im weiblichen Handwerk zu verlängern, um auch
den Perſonen, die vor Unterſtellung der tweiblichen
Hand=
werksbetriebe unter die Gewerbeordnung die Lehre
be=
endeten, die Teilnahme an der Meiſterprüfung noch zu
ermöglichen.
Nunmehr iſt beſtimmt: Gewerbetreibende, die in den
Betrieben der Kleidermacherei,=Putzmacherei, in der
Weiß=
näherei, Stickerei und in Friſeurbetrieben ſolche weibliche
Perſonen aufnehmen, die das (Gewerbe nurfür ihren
eigenen Hausgebrauch erlernen wollen, ſind
ver=
pflichtet, der Handwerkskammer binnen vier
Wochen nach dem Eintritt hiervon unter
Be=
nutzung des von der
Handwerkskam=
mer zu beziehenden Formulars (
Lehr=
anzeige) Anzeige zu erſtatten. Des Abſchluſſes eines
Lehrvertrages und Zahlung der Einſchreibgebühr bedarf
es in ſolchen Fällen nur, wenn die Dauer der
Be=
ſchäftigung ſechs Monate überſteigt. Der
Lehrvertrag muß dann über die Dauer der geſetzlich
feſt=
gelegten Lehrzeit abgeſchloſſen werden und wird die
be=
reits verbrachte Zeit in Aufrechnung gebracht. Im
übri=
gen haben die Vorſchriften zur Regelung des gewerblichen
Lehrlingsweſens auch auf die Lehrverhältniſſe in
weib=
llichen Handwerksbetrieben ebenmäßige AAnwendung zu
finden. Die Uebergangsfriſt für Ablegung der
Geſellen=
prüfung ohne Nachweis einer ordnungsmäßigen Lehrzeit
wird bis 1. Oktober 1914 erſtreckt, jedoch iſt für Zu=
laſſung zur Geſellenprüfung eine mindeſtens dreijährige
Tätigkeit in dem betreffenden Handwerkszweig
Voraus=
ſetzung.
Gedächtnisfeier der Vereinigten Kriegervereine.
nn. Wie ſeit vielen Jahren, ſo fanden auch geſtern
morgen um 8 Uhr Gedächtnisfeiern der
ver=
einigten Kriegervereine auf dem Darmſtädter
und Beſſunger Friedhof zum Andenken an die in dem
großen Kriege von 1870/71 gefallenen und verſtorbenen
Kämpfer an deren Gräbern ſtatt. Zu der Feier hatten
ſich die hieſigen Kriegervereine, viele Offiziere und
Depu=
tationen der hieſigen Garniſon, ſowie ein zahlreiches
Pu=
blikum eingefunden. Punkt 8 Uhr bewegte ſich ein
im=
poſanter Zug der Kriegervereine mit ihren Fahnen nach
dem auf das prächtigſte mit Blumen geſchmückten Denk
mal auf dem hieſigen Friedhof. Nach dem Choral „Jeſus
meine Zuverſicht” hielt Herr Pfarrer D. Waitz eine tief
ergreifende Gedächtnisrede, in der auf die ſchweren
Zei=
ten vor 100 Jahren und 1870/71 hingewieſen wurde, in
der hunderttauſende tapferer Krieger ihr Gut und Blut
für das deutſche Vaterland hingaben, wozu auch die
heſſiſche Diviſion unter der glorreichen Führung
Groß=
herzogs Ludwig IV beitrug. Redner knüpfte an die an
dem Heſſen=Denkmal bei Metz im Bois de la Cuſſe
ein=
gemeißelten Bibelwörte: „Iſt unſere Zeit gekommen ſo
wollen wir ritterlich ſterben um unſerer Brüder willen”
und wies hin auf die ſchweren Gefahren, die dem damals
mit blutigem Kitt aufgebauten Deutſchen Reiche heute
ringsum drohen. Die großen Opfer von 18870/71 ſeien der
heutigen Generation leider aus dem Gedächtnis
gekom=
men. Pflicht der Eltern und des Staates ſei es, ſich
der=
ſelben zu erinnern und auch unſere Jugend zu ſolchen
Helden heranzuziehen zum Schutz und Schirm unſeres
großen und ſchönen deutſchen Vaterlandes. Nach einem
Schlußgebet, Niederlegung prächtiger Lorbeerkränze durch
die Vorſitzenden der einzelnen Vereine und mit dem
Choral „Wie ſie ſo fanſt ruhen”, begab ſich der Zug nach
dem ebenfalls mit Blumenſchmuck gezierten Denkmal der
hier verſtorbenen franzöſiſchen Krieger, denen Herr Pfarrer
D. Waitz ebenfalls tief zu Herzen gehende
Gedächtnis=
worte widmete. Auch deren Grabſtätte wurde mit dem
wohlverdienten Lorbeer geſchmückt.
Auf dem Beſſunger Friedhof fand an dem dortigen
Denkmal eine gleiche Feier ſtatt, wobei Herr Pfarrer
Rückert eine tiefempfundene Gedächtnisrede hielt und
die einzelnen Kriegervereine ebenfalls Lorbeerkränze mit
Widmung niederlegten. Um 10 Uhr waren die
erheben=
den Gedächtnisfeiern beendigt.
Griesheim, 18. Aug. In der letzten
Gemeinde=
ratsſitzung ſtand auf der umfangreichen
Tagesord=
nung auch ein Geſuch der Militärbehörde zwecks Ankaufs
eines der Gemeinde gehörenden Geländes im Diſtrikt
Dürrer Kopf” zur Erbauung eines
Soldaten=
heims, das etwa 2500 bis 3000 Quadratmeter umfaſſen
ſoll. In der Sitzung wurde der Preis hierfür auf 1 Mark
pro Quadratmeter feſtgeſetzt: das abzuſchlagende Holz fällt
der Gemeinde zu.
L. Griesheim, 18. Aug. Im Juni nächſten Jahres
begeht der Geſangverein „Liederkranz” der
älteſte Geſangverein am hieſigen Platze ſein 50
jäh=
riges Beſtehen und verbindet damit einen großen
Geſangs=Wettſtreit. Wie vor zwei Jahren bei
der ebenfalls mit einem Geſangs=Wettſtreit verbundenen
30jährigen Jubelfeier des Geſangvereins „Germania”,
ſo ſteht auch diesmal die ganze Gemeinde dem
Unter=
nehmen ſehr ſympathiſch gegenüber und ſind dem Verein
jetzt ſchon ſehr namhafte Geld= und Ehrenpreiſe in ſichere
Ausſicht geſtellt. Auch beſteht begründete Hoffnung auf
einen Großherzogspreis. Die an dem Wettſtreite
teil=
nehmenden Vereine, die recht zahlreich angemeldet
werden, haben trotzdem alſo alle Ausſicht, ihre Mühen
entſprechend belohnt zu ſehen. An einer guten Aufnahme
der wettſtreitenden Sänger und der an dem Feſt
teil=
nehmenden Gäſte fehlt es ebenfalls nicht, denn unſer Ort
erfreut ſich als Feſtort ſchon von jeher eines
ausgezeich=
neten Rufes.
Bensheim, 18. Aug. Auf dem hieſigen Bahnhof wurde
am Samstag abend der Bäckermeiſter Oehlſchläger
vom Zuge überfahren und getötet.
Oehl=
ſchläger ging am Samstag von zu Hauſe weg, zunächſt
nach Zell und von da nach Bensheim. Unterwegs hielt
er mehrnals Einkehr und war auf einer auf dem
Bahn=
ſteig ſtehenden Bank eingeſchlafen. Mit dem Zug 10.04 Uhr
wollte er nach Heppenheim fahren, um von da nach Hauſe
Unter=Hambach, zurückzukehren. Als der Zug einlief
wurde Oe. von anderen Paſſanten geweckt, und
ſchlaf=
trunken ſprang er auf und rannte direkt unter die Loko=
Feuilleton.
* Deutſchlands längſte Tunnels Die im Bau
be=
griffene Strecke Weidenau-Siegen-
Dillen=
burg, die die Strecke nach Süddeutſchland über
Frank=
furt von Siegen an um etwa 23 Kilometer verkürzen wird.
erhält den viertlängſten Tunnel Deutſchlands da der
zwiſchen den Dörfern Rudersdorf und Bodenbach
not=
wendig gewordene Durchſtich eine Länge von 2.645
Kilo=
meter hat. Den längſten Tunnel in Deutſchland hat die
Moſeltalbahm in dem Kaiſer4Wilhelm=Tunnel bei
Cochem mit 4,2 Kilometer; dann folgt die Od enwald
bahn mit dem zwiſchen den Ortſchaften Schöllenbach und
Hetzbach in Heſſen gelegenen Krähbergtunnel von 3,3
Kilometer Länge. An dritter Stelle ſteht der
Fahr=
nauer Tunnel in Baden mit 3,17 Kilometer; der
viertlängſte war bis jetzt der neue Königſtuhl=
Tunnel bei Heidelberg mit 2,5 Kilometer, der aber nach
Fertigſtellung der Eiſenbahn Weidenau-Siegen-
Dillen=
burg an die fünfte Stelle rückt.
* Vierzig Jahre Hüter des Reichskriegsſchatzes. Von
ſeiner militäriſchen Wiege bis an ſeine Bahre
iſt der am Samstag auf dem Berliner
In=
validenkirchhof zu Grabe getragene Kommandant von
Spandau, Generalleutnant v. Horn, Hüter des
Reichs=
kriegsſchatzes geweſen. Als Wachthabender der
Schloß=
wache in Berlin war der damalige Sekondeleutnant im
Zweiten Garde=Regiment zu Fuß v. Horn der letzte
Offi=
zier der Berliner Garniſon, der die vierzig Millionen
Taler bewacht, die kurze Zeit nach der Goldausprägung
in der Münze in den Kellern des Berliner Schloſſes
unter=
gebracht waren. Die Ueberführung der eiſenbeſchlagenen
Kiſten mit den vielen Zehn= und Zwanzigmarkſtücken nach
der Spandauer Zitadelle geſchah im Jahre 1873, wobei
dem Hauptmann des Garde=Train=Bataillons, der den
Transport leitete, das Mißgeſchick widerfuhr, auf der
da=
mals ſehr ſchlechten Straße über den Spandauer Berg
einen der koſtbaren und gewichtigen Kaſten vom Wagen
zu verlieren und ihn erſt durch einen ehrlichen Finder
wiederzuerhalten Mit Exzellenz v. Horn iſt einer der
letz=
ten und wenigen Kriegsteilnehmer zur Großen Armee
eingegangen, die von der Rangliſte des Jahres 1913 noch
als im aktiven Dienſt verzeichnet werden.
CK. Ein ganzes Dorf verhungert. Aus Petersburg
wird berichtet: Von der Inſel Nowaja Semlja kommt
die Kunde von einer furchbaren Tragödie; abgeſchnitten
von jeder Hilfe hat ein kleines Fiſcherdorf einen
furcht=
baren Kampf gegen den Hungertod geführt, der damit
endete, daß die ganze Anſiedlung, gegen 100 Fiſcher mit
ihren Familien, ein grauenvolles Ende fand. Vor vier
Jahren errichtete die Fiſcherei=Geſellſchaft von Archangel
auf Nowaja Semlja ein Depot und bald blühte eine kleine
Anſiedelung auf. In unregelmäßigen Zwiſchenräumen
wurde die abgelegene kleine Siedelung von Fahrzeugen
der Fiſcherei=Geſellſchaft aufgeſucht, die dann die
Bewoh=
ner mit den nötigen Vorräten an Nahrungsmitteln
ver=
ſahen und die geräucherten Fiſche nach Rußland wieder
mitbrachten. Der letzte Winter aber war ganz beſonders
hart. Es war unmöglich, neue Vorräte zu erlangen; da
das Meer zufror, entſchwand auch die Ausſicht, durch
Fiſchfang Nahrungsmittel zu erlangen. Man vernahm in
Rußland nichts mehr von der kleinen Kolonie; erſt kürz
lich, als eine wiſſenſchaftliche Expedition die Inſel
be=
ſuchte, erfuhr man von dem entſetzlichen Schickſal, dem die
Kolonie verfallen war. Nicht ein lebendes Weſen war in
dem Dorfe übrig geblieben. Leer und verlaſſen, von den
Stürmen halb zerſtört, fand man die Hütten; im Freien
aber lagen die Skelette der Fiſcher, der Frauen und der
Kinder, lagen dort, wo die Sterbenden kraftlos
hinge=
ſunken waren, um das Ende zu erwarten. In einer Hütte
fand man das Tagebuch eines Fiſchers, das ein
furcht=
bares Bild von dem Leiden gab, dem die unglückliche
Be=
völkerung erlag. Unter den letzten Eintragungen lieft
man: „Unſere Vorräte ſind zu Ende. Heute ſchien ein
Schiff zu kommen, aber es war nur ein Traumbild. Es
iſt furchtbar unſere Kinder am Hunger dahinſterben zu
ſehen. Sie kommen, betteln um etwas zu eſſen, aber wir
haben nichts, nichts.” Und ſpäter heißt es: „Die Kinder
ſind tot. Nun leben nur noch 4 Fiſcher und 2 Frauen.
Unſere Leiden ſind unbeſchreiblich. Zwei Männer ſind
eben geſtorben. Sie verſuchten ihren Hunger zu ſtillen,
indem ſie das Fleiſch ihrer toten Kameraden aßen.‟ Die
letzten Worte des Tagebuches lauten: „Ich Genow bin
der letzte Ueberlebende und wenn auch ſehr ſchwach,
ſchreibe ich doch noch dieſe Zeilen. Ich zittere und Hände
und Augen verſagen mir ihren Dienſt
** Prähiſtoriſche Zahnheilkunſt. Aus Neu=York
wird berichtet: Der Profeſſor für Archäologie an der
Columbia=Univerſität Marſchall Seaville hat während der
Ausgrabungsarbeiten, die er im nordweſtlichen Equator
in der Provinz Esmeralda veranſtaltete, eine Reihe von
Funden gemacht, die einen Beweis dafür bilden, daß die
Zahnheilkunſt bereits in prähiſtoriſchen Zeiten bei den
Ureinwohnern Südamerikas zu einer geradezu
erſtaun=
lichen Vollkommenheit entwickelt war. Seaville fand
bei den Ausgrabungen eine Anzahl Schädel, die von den
Urbewohnern des Landes herrühren, von den Stämmen,
die vor der Zeit der Inkas in jenen Gegenden lebten.
Die Unterſuchung der Schädel ergab daß bei vielen von
ihnen recht komplizierte Zahnoperationen vorgenommen
worden waren; das Gebiß zeigte Goldplomben und
Gold=
kronen, die in ihrer ausgezeichneten Ausführung neben
den beſten Leiſtungen moderner Zahnheilkunde durchaus
beſtehen können. Bei vielen Zähnen, beſonders bei den
Vorderzähnen, entdeckte man Ornamente aus feinen Gold
geweben, die in ihrer Form Sterne oder Halbmonde
dar=
ſtellten.
* Leider nur „Wilhelm” Bei dem Wettſingen, das
vor etlichen Monaten in Frankfurt am Main vor dem
Kaiſer ſtattfand, verſahen einige Primaner der höheren
Schulen den Dienſt als Pagen. Der Kaiſer, der es liebt,
mit der Jugend zu ſcherzen, fragte einen dieſer Pagen
nach ſeinem Namen. „Körner, Majeſtät,” war prompt
die gegebene Antwort. „Dann heißen Sie gewiß mit
dem Vornamen: Theodor?” „Leider nur Wilhelm.
Das herzliche Lachen, das dieſe Antwort beim Kaiſer
aus=
löſte, brachte dem jungen Manne ſeinen „Faux pas” erſt
zum Bewußtſein. (Jugend.)
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Auguſt 1913.
Nummer 193.
motive, die ihn ſofort tötete. Er ſtammt aus Kreidach
und hatte ſich naſch Hambach verheiratet, wo er nun eine
Witwe mit ſechs unmündigen Kindern hinterläßt.
Erbach, 18. Aug. Man ſchreibt uns: Das
Schu=
bertſche Quartettt, hier rühmlichſt bekannt durch
den letzten Sängerwettſtreit, bei dem es als Sieger
hervorging und den Grafenpreis errang, hatte
ge=
ſtern im Schützenhof ein Konzert veranſtaltet, über
das jeder Sangesfreund und Muſikverſtändige tiefe
Freude empfinden mußte. Es war ein wahrhafter Genuß,
vom Schubert=Quartett ernſte Weiſen, wie Mutterliebe
von Voigt und Mutterſegen von Opladen, zu hören. Von
den heiteren Weiſen ſeien nur das Schneiderlied von
Dre=
gert und die falſche Pepita genannt, die beſonders auch
durch vorzügliche Sprachtechnik bemerkenswert waren.
Die vortrefflich zum Vortrage gebrachten Koſchatlieder
fanden natürlich auch dankbarſte Aufnahme. Den
Glanz=
punkt des Programms bildeten die Jägerlieder. Ganz.
beſonders ſei der Jäger aus Kurpfalz von Othengraven
genannt. Dies Lied wurde mit einer Klangſchönheit und
Friſche zu Gehör gebracht, daß man ſich unwillkürlich zu
fröhlicher Jagd und Hörnerklang in den grünen Wald
verſetzt glaubte. Alles in allem: das Schubert=Quartett
und ſeinen ſtrebſamen Dirigenten, Hofmuſiker Adam, wird
man in beſter Erinnerung behalten.
A Beerfelden, 17. Aug. Geſtern geriet das
acht=
jährige Söhnchen des Fuhrmanns W. hier unter einen
beladenen Erntewagen, wobei ihm ein Rad ein Ohr
abquetſchte und einen Teil des Schädels ſkalvierte,
außer=
dem entſtanden weitere Verletzungen geringerer Art. Die
Reinigung und Inſtandſetzung der verletzten Teile nahm
längere Zeit in Anſpruch, wurde jedoch von dem Kleinen
gut überſtanden. Dieſer Vorfall mahnt wieder zur
Vor=
ſicht. — Die hieſige Ortsgruppe des
Kreisobſtbau=
vereins hat veranlaßt, daß am 2., 3. und 4. September
hier unter der Leitung des Obſtbautechnikers Herrn Behne=
Darmſtadt ein Einkochkurſus ſtattfindet.
Lützel=Wiebelsbach, 18. Aug. Am 24. Juli iſt im hohen
Alter von 86 Jahren in Dayton, O., ein geachteter
deutſch=
amerikaniſcher Pionier genannter Stadt, Michael
Freudenberger, friedlich entſchlummert. Er wohnte
mit ſeiner greiſen Lebensgefährtin Nr. 2612 Oſt 5. Str.,
wo ein Wäldchen ſich befand, als das Ehepaar vor über
50 Jahren ſich dort anſiedelte. Herr Freudenberger hatte
in dieſem Hauſe, nach ſeiner Verheiratung, eine Milcherei
gegründet und es zu Wohlſtand und Anſehen gebracht.
Der Verblichene wurde am 25. November 1826 in Lützel=
Wiebelsbach geboren. Er wanderte im Jahre 1852
nach Amerika aus. Auf dem Schiffe lernte er Magdalena
Sauer kennen, die aus Fürſtengrund ſtammte, und mit
dieſer wurde er am 7. November 1858 in der ev.=luth.
St. Johanneskirche an Sears Straße von Paſtor Borchard
getraut. Vor fünf Jahren konnte das Paar geſund und
rüſtig ſeine goldene Hochzeit feiern. Freudenberger war
32 Jahre lang in ſeiner Milcherei tätig geweſen und dann
genoß er den wohlverdienten Ruheſtand. Seine
Hinter=
bliebenen ſind die greiſe Gaktin und ſeine Kinder Luiſe,
Celia, Eliſabeth (Frau William C. Kette), Albert, Auguſt
und Ida, ſowie mehrere Enkelkinder.
Wimpfen, 18. Aug. Aus Syracuſe (Neu=York) wird
unterm 1. Auguſt gemeldet: Seit fünf Jahren kränklich
und unfähig zur Arbeit, machte Karl Joſ. Lechner
am 24. Juli in ſeiner Wohnung, 231 Hier Ave., ſeinem
Leben freiwillig ein Ende. Er war am 21. Mai 1842 in
Wimpfen geboren und erreichte ein Alter von 71
Jah=
ren. Im Jahre 1866 war er in Amerika angelangt und
ſiedelte ſich alsbald in Syracuſe an. Am 21. Mai 1882
verheiratete er ſich mit Frau Margarete geb. Schäfer, die
ihm aus ihrer erſten Ehe zwei Kinder mitbrachte. Ihm
ſelbſt wurden drei Kinder von ihr geboren, ein Sohn und
zwei Töchter. Das Begräbnis fand am 27. Juli vom
Sterbehauſe aus ſtatt.
Offenbach, 18. Aug. Den Maſchinenbauſchülern der
techniſchen Lehranſtalten Friedr. Bechthold von
Frank=
furt a. M. und Karl Künzig von Aſchaffenburg wurde
auf Grund beſonderer Konſtruktionsarbeiten, die ſie in
der Maſchinenbauſchule nach vollendetem Studium
ausge=
führt haben, die Vergünſtigung des § 89, Abſatz 6a, der
deutſchen Wehrordnung zuerkannt. Während in früheren
Jahren vorzugsweiſe die Beſucher der Kunſtgewerbe= und
Baugewerksſchule dieſe Auszeichnung erwarben, war es
in neuerer Zeit wiederholt möglich, durch Zuſtimmung der
Großh. Heſſiſchen Zentralſtelle für die Gewerbe, auch
Schü=
lern der Offenbacher Maſchinenbauſchule, die ſich durch
Tüchtigkeit auszeichneten, dieſe Vergünſtigung zu
ge=
währen.
Mainz, 18. Aug. Ein junger Mann aus Mainz war
aauf Reklamation als einziger Ernährer ſeiner
erwerbsun=
fähigen Mutter vom aktiven Militärdienſt befreit und der
Erſatzreſerve überwieſen worden. Zwei Jahre ſpäter ver=
Heiratete er ſich und ließ ſeine Mutter im Stich, ſo daß
dieſe auf private und öffentliche Armenpflege angewieſen
war. Die Militärbehörde hat nun dem pflichtvergeſſenen
Sohne eine Einberufungsorder zur Ableiſtung des
zweijährigen Militärdienſtes zugehen laſſen.
— Auf dem Begräbnisplatz der Kirche in Weiſenau, die
an der Stelle errichtet worden iſt, wo einſt das Stift
St. Viktor ſtand, wurde ein Grabſtein aus der
Re=
naiſſancezeit gefunden. Der Fund geſchah an dem
Platze, der einem Flügel des Kreuzganges des Stiftes
entſpringt. und war dem Rektor des Stiftes Eberhard
Orth gewidmet. Auf dem roten Sandſtein iſt der
Ver=
torbene in Relief dargeſtellt. Die Formen ſind nicht ohne
künſtleriſchen Wert. Der ſehr igut erhaltene Stein iſt zwei
Meter hoch und einen Meter breit. Die lateiniſche
In=
ſchrift lautet ins Deutſche überſetzt: „Eberhardt Orth,
die=
ſes Stiftes Leiter, der ein vollkommenes Beiſpiel der
Tu=
gend den Nachkommen hinterläßt, iſt unter dieſem Stein
am 21. Mai, im 40. Jahre ſeines Lebens, begraben.”
Rechts von dem Kopf befindet ſich das heraldiſch
inter=
eſſante Wappen des Verſtorbenen mit einem Hecht (
Hechts=
heim) und die Buchſtaben E. O., links die Jahreszahl
1540. Der Stein ſoll an geeigneter Stelle in der Nähe des
ſogenannten „Jägergrabes” auf dem Weiſenauer Kirchhof
aufgeſtellt werden. Die Bergung des Steines geſchah
unter Aufſicht des Großh. Heſſ. Denkmalpflegers.
Mainz, 18. Aug. Eine große
Förderbahn=
übung wird gegenwärtig vom Fußartillerie=Regiment
Nr. 3 von hier ausgeführt. Es handelt ſich unn die
Er=
bauung einer Feldbahn vom hieſigen
Artillerie=
depot am Rhein über den Großen Sand, durch den
Gon=
ſenheimer Wald nach den Pulvermagazinen auf dem
Uhlerborn. Die Uebung nahm geſtern vormittag ihren
Anfang und wird 14 Tage dauern. — Die
Eiſenbahn=
direktion Mainz wird im kommenden Winter bei
freiwilliger Teilnahme auf Koſten der Verwaltung einen
Unterricht in der franzöſiſchen oder engliſchen Sprache für
Beamte des Verwaltungs=, Abfertigungs= oder
Betriebs=
dienſtes errichten.
Worms, 18. Aug. In der Horchheimer Straße wurde
am Samstag nachmittag ein achtjähriger Knabe durch ein
Fuhrwerk überfahren, wobei er mehrere
Rippen=
brüche und eine Kopfverletzung erlitt. Der Knabe hatte
dort einen Papierdrachen ſteigen laſſen, infolgedeſſen das
Pferd des betreffenden Fuwrwerks ſcheute und ſeitwärts
ſprang. Hierbei geriet der Knake unter das Fuhrwerk.
das über ihn ging. Der Verletzte wurde in das
Kranken=
haus gebracht. — Bei einem Streite, der am Samstag
nachmittag zwiſchen Bewohnern in einem Hauſe der
Landwehrſtraße ſtattfand, erlitten ein beteiligter
Fabrik=
arbeiter und deſſen Sohn verſchiedene Verletzungen. Der
verletzte Vater mußte in das Krankenhaus gebracht
wer=
den. Lebensgefahr beſteht nicht.
Nierſtein, 18. Aug. Da öfter der Verkehr zwiſchen
dem linken und rechten Rheinufer durch die Fähre beim
Durchfahren von Schleppdampfern mit Anhängeſchiffen
wegen des Drahtſeiles, das ſich über dem Waſſerſpiegel
befindet, ſtocken mußte, wird, um dieſes für die Zukunft
zu vermeiden, ein Querkabel angebracht, das ſo
tief gelegen iſt, daß jederzeit die Fähre überſetzen kann.
auch wenn Schiſſsverkehr herrſcht.
Gimbsheim (Rheinheſſen), 18 Aug. Frau
Made=
laine Dinehard iſt am 25. Juli d. J. in Amerika
geſtorben. Geboren am 22. Mai 1822 zu Gimbsheim,
kam ſie 1848 nach Amerika, woſelbſt Liverpool (Neu=York)
ihr zur zweiten Heimat wurde. Demnach iſt mit der
Ent=
ſchlafenen die älteſte Anſiedlerin jenes Städtchens
dahin=
gegangen, welche zugleich die geſchichtliche Entſtehung der
dortigen luth. Gemeinde von ihren Uranfängen an mit
erlebt hat. Großmutter Dinehard erfreute ſich bis in ihr
hohes Alter hinein einer ausgezeichneten Geſundheit bis
ein unglückſeliger Fall aus jüngſter Zeit die mutmaßliche
Veranlaſſung ihres Todes infolge der erlittenen
Verletz=
ungen wurde. Es bleiben zurück, teilweiſe in Syracuſe,
3 Söhne, 5 Töchter, 25 Enkel, 18 Urenkel u. a. m. Die
Beiſetzung der ſterblichen Hülle fand am 27. Juli ſtatt.
(*) Münſter bei Butzbach, 16. Aug. Der Blitz ſchlug
in die Kirche welche erſt 1912 neu hergeſtellt wurde.
Er beſchädigte das Dach des Turmes, drang ins Innere
der Kirche und richtete Beſchädigung an der Kanzel und
einer Türe an
(*) Grünberg, 17. Aug. Infolge der
fortgeſetz=
ten Einbrüche wird es den Bewohnern unſerer
Ge=
gend faſt unheimlich. In Ruppertenrod wurde geſtern in
einer Wirtſchaft eingebrochen; man holte den Gendarmen
Ulrich aus Grünberg, der mit dem Polizeihund eintraf.
In Saaſen brachen am Donnerstag bei Gaſtwirt Schepp
die Spitzbuben ein und hießen Wurſt und Fleiſch
mit=
gehen. Aehnlich wie in Beltershain brachen ſie von der
Scheuer ein Gefach heraus, um ſo in die Speiſekammer zu
gelangen. Auch einen Korb nahmen ſie mit, in dem ſie
die Wurſt davontrugen. Sie ſind zu Fuß bis Gießen
marſchiert; bei dem Bahnwärter an der Leppermühle
kehrten ſie ein, der ahnungsloſe Mann gab den
Fuß=
gängern gerne das gewünſchte Waſſer. Dem Landwirt
Karl Petri=Beltershain gingen geſtern von Gießen aus
die geſtohlenen 5000 Mark Wertpapiere wieder per Poſt zu.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 17. Aug. Zum erſten Male
ſeit ſeinem Beſtehen mußte geſtern wegen des ſchlechten
Wetters und des dadurch bedingten unbefriedigenden
Be=
ſuches das Freibad Wannſee geſchloſſen
wer=
den. — Die Anzahl der kürzere oder längere Zeit in
Ber=
in lebenden Japaner iſt bereits ſo angewachſen, daß eine
beſondere japaniſche Kolonie ſich im Weſten
ent=
wickelte, in der Motzſtraße bei der Lutherſtraße und zum
Teil in der letzteren ſelbſt. Wohl zum erſten Male in
Berlin ſieht man dort auch japaniſche Firmenſchilder, und
zwar gleich zwei untereinander. Dieſe Firmenſchilder,
die wegen ihrer Fremdartigkeit ſehr auffallen, geben an,
daß dort ſich ein japaniſches Reſtaurant und ein
japani=
ſches Penſionat befinden, und bezeichnen gleichzeitig den
Namen des Inhabers, natürlich auch eines Japaners.
Der Betrieb dieſes Penſionats iſt übrigens ſchon ſo
an=
gewachſen, daß der Inhaber außer den urſprünglichen
Räumen bereits zwei weitere Wohnungen für dieſen
Zweck einrichten konnte. — Das Füſilier=Bataillon des
Kaiſer Alexander=Garde=Grenadier=Regiments Nr. 1
be=
ſaß ſeit längerer Zeit eine zahme Krähe, die auf dem
Kaſernenhofe frei umherſpazierte, allgemein gegen die
Marsjünger ſehr zutraulich war und auch von dieſen mit
großer Liebe und Sorgfalt gepflegt wurde. Geſtern
vor=
mittag hat nun ein bisher noch nicht ermittelter roher
Menſch vom Nachbargrundſtück Alexanderſtraße 55 aus
das zahme Tier mit einem Teſching erſchoſſen, als
ge=
rade eine Abteilung Mannſchaften auf dem Hofe übte,
Die ſo meuchlings ums Leben gekommene Krähe hat
wiederholt vor dem Kaiſer bei Beſichtigungen auf dem
Kaſernenhofe in ſtolzen Sprüngen Parademarſch”
ge=
macht. Viele Male hat man ſie im Bilde feſtgehalten, wie
ſie auf dieſe Weiſe den oberſten Kriegsherrn durch ihre
grotesken Bewegungen ergötzte.
Ein neues
gro=
ßes Schwindelmanöver durch das eine
Leip=
ziger Großbank um 180000 Mark geſchädigt werden ſollte,
iſt im letzten Augenblick durch die Verhaftung des
Schul=
digen in Berlin vereitelt worden. Weil er durch
Spekulationen tief in Schulden geraten war, kam der 25
Jahre alte Bankbeamte Kerke, der bei einem großen
Bank=
inſtitut in Leipzia angeſtellt war, auf den Gedanken, ſich
mit Hilfe eines Spießgeſellen in Neu=York in den Beſitz
einer größeren Geldſumme zu ſetzen. Er ließ an die Bank
chiffrierte Telegramme abſenden mit dem Erſuchen, an
einen Charles Rupper 45000 Dollars auszuzahlen. Es
lief dann bei der Leipziger Bank ein Brief des
angeb=
lichen Rupper ein, worin dieſer, da er nicht nach Leipzig
kommen könnte, um Ueberſendung zweier Schecks nach
Berlin poſtlagernd bat. Inzwiſchen hatte das Leipziger
Bankinſtitut nach Feſtſtellung, daß auf dem Neu=Yorker
Telegramm das Viſum fehlte, durch Rückfrage in Neu=
York die Mitteilung erhalten, daß von der dortigen Bank
keine Geldanweiſung auf den Namen Rupper erfolgte.
Sofort wurde ein Telegramm an die Berliner Großbank,
bei der die Schecks zahlbar waren, abgeſandt und
gleich=
zeitig die Berliner Kriminalpolizei benachrichtigt. Dieſe
nahm den jungen Mann Kerke feſt, als er den Brief der
Bank auf einem Poſtamt abholen wollte. — Eine
bit=
tere Enttäuſchung hatte eine Bande jugendlicher
Einbrecher bei einem Einbruch erlebt, der ſie neben einer
Reihe anderer Straftaten geſtern vor den Strafrichter
führte Wegen ſchweren und einfachen Diebſtahls waren
17= bis 20jährige Arbeiter bezw. Fürſorgezöglinge
ange=
klagt. Bei einem Schaufenſtereinbruch in Charlottenburg
hatten ſie die Schaufenſterſcheibe eines
Wurſtwarenhänd=
lers eingedrückt und mehrere appetitlich ausſehende Würſte
geſtohlen. Als ſie dieſe behaglich verſchmauſen wollten.
entdeckten ſie, daß die Würſte mit Sägeſpänen gefüllt
waren. — In dem Hauſe Horſtweg 23 in Charlottenburg
erſchoß der Hauswirt Hilſcher ſeinen Mieter, den 40
Jahre alten Kutſcher Michael Koza, Vater von acht
Kin=
dern. Der Hauswirt wurde verhaftet; er behauptet, in
der Notwehr gehandelt zu haben.
Homburg v. d. H., 18. Aug. Heute morgen um 8 Uhr
34 Minuten iſt der Reichskanzler in Begleitung
ſeines Adjutanten, des Oberleutnants Freiherrn v. Sell
hier eingetroffen. Der Geſandte v. Treutler empfing den
Reichskanzler am Bahnhofe und geleitete ihn nach dem
Königlichen Schloß, wo der Reichskanzler Wohnung
nahm. Gleichzeitig traf der Staatsſekretär des
Aus=
wärtigen v. Jagow hier ein. Er iſt in „Ritters
Park=
hotel” abgeſtiegen. Der Kaiſer hörte heute vormittag
den Vortrag des Reichskanzlers. Mittags fand anläßlich
des Geburtstages des Kaiſers Franz Joſef beim Kaiſer
im Königlichen Schloſſe eine Tafel ſtatt.
Groß=Auheim, 18. Aug. Einen originelllen
SSitzungsſaal beſitzt die Gemeindevertretung im
hie=
ſigen Rathauſe. Der Saal liegt zu ebener Erde und iſt,
laut M. J., vom Zuhörerraum vollſtändig abgeſchloſſen.
WWill man aber als Zuhörer den Sitzungen beiwohnen. ſo
wird ein Schiebefenſter in der Wand geöffnet, durch das
man dann allerdings in der Lage iſt, den Bürgermeiſter
und etliche Räte zu ſehen, die übrigen Herren hört man
nur. Wenn eine geheime Sitzung iſt, dann wird das
Fenſterchen einfach zugemacht, und die Oeffentlichkeit iſt
ausgeſchloſſen. Das originelle Lokal mit ſeinem
Schalter=
fenſter für die Zuhörer führt im Volksmunde den Namen
„Poſtkutſche‟
Biebrich, 18. Aug. Die Firma Kalle u. Co. in
Biebrich, die die Feier ihres 50jährigen Beſtehens
begeht, hat anläßlich dieſes Jubiläums an Stiftungen
und Jubiläumsgaben 130000 Mark ausgeſetzt. Die
Feier=
lichkeiten wurden geſtern durch einen Feſtakt im
Arbeiter=
ſaale des neuerrichteten Wohlfahrtsgebäudes eingeleitet,
an welchem Vertreter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen
Be=
hörden teilnahmen. Die Techniſche Hochſchule zu Dresden
hat dem Geheimrat Kalle die Würde eines Dr.=Ing. h. e.
verliehen
Bad Dürkheim, 18. Aug. Der hieſigen Gendarmerie
gelang es, hier zwei Hochſtapler feſtzunehmen, die
unter dem Namen eines Freiherrn v. Weidner und
Ge=
ſellſchafter Karl Schub ſeit einiger Zeit im hieſigen
Kur=
hotel als Penſionäre wohnten und weite Autofahrten
unternahmen, die ſie bis Saarbrücken ausdehnten, wo ſie
bei dem Gatten einer zur Kur hier weilenden Dame
einen Betrug auszuüben verſuchten, der ihnen aber
miß=
lang. Der eine entpuppte ſich als der ſtellenloſe Kaufmann
Friedrich Räder, deſſen Eltern in London wohnen, der
andere iſt ein Vergolder namens Joachim aus Augsburg,
von wo aus beide wegen Betrügereien verfolgt werden.
Beide haben hier bedeutende Schulden hinterlaſſen und
ſich auch der Wechſelfälſchung ſchuldig gemacht.
Cannſtatt, 18. Aug. In das Bezirkskrankenhaus
wurde geſtern in bewußtloſem Zuſtande ein Feilenhauer
aus Malſch bei Ettlingen in Baden und bis jetzt
unbe=
kannten Namens eingeliefert, der unter
merkwürdi=
gen Verhältniſſen im Walde zwiſchen dem Jägerhaus und
Stetten aufgefunden worden war. Er war an Händen
und Füßen gefeſſelt und trug um den Hals eine
Selbſtbinderkrawatte, die ihm den Atem raubte.
Pilze=
ſuchende fanden ihn auf und benachrichtigten den
Gendar=
men, der alles weitere ſofort veranlaßte. Die Tat iſt
an=
ſcheinend von mehreren Perſonen verübt worden, die ihr
Opfer in den Wald ſchleppten und es in einen Graben zu
ſtürzen verſuchten.
Göppingen, 18. Aug. Heute nacht geriet der Reiſende
Doſter aus Tiſchart, Oberamt Nürtingen, mit dem die
Bahnhofsſperre verſehenden Hilfsweichenwärter Boß von
hier in Streit, weil Doſter ohne Fahrkarte die Sperre
durchſchreiten wollte. Im Verlauf des Streites zog
Doſter einen Revolver und ſchoß den Boß nieder, der
gleich tot war. Der Erſchoſſene hinterläßt eine Witwe und
fünf Kinder. Doſter wurde von den Zeugen des
Vor=
falles derart verprügelt, daß er zunächſt ins Krankenhaus
geſchafft werden mußte. Die Staatsanwaltſchaft hat eine
Unterſuchung eingeleitet.
Poſen, 18. Aug. Der Direktor der polniſchen
Volks=
bank in Kotſchen iſt nach Veruntreuung von 70000
— Der Rendant der pol=
Mark verhaftet worden.
niſchen Volksbank in Neuenburg (Weſtpreußen) ſoll
ver=
ſchwunden ſein.
Wien, 17. Aug. In der Kaſerne des Leibgarde=
In=
fanterie=Regiments feuerte heute ein Offiziers= auf einen Hauptmann, ſowie auf eine bei ihm
zu Beſuch weilende Dame. Die Dame iſt tot, der
Haupt=
mann ſchwer verletzt. Ein zu Hilfe eilender Offizier
wurde durch einen Schuß leicht verwundet. Der
Offi=
ziersdiener ſtürzte ſich aus dem Fenſter der Kaſerne auf
den Hof, wo er ſchwer verletzt liegen blieb. Die
Verwun=
deten wurden in das Garniſonzalarett gebracht. Der
Offiziersdiener ſcheint geiſtesgeſtört zu ſein.
Teplitz, 17. Aug. Der Taglöhner Seth in Weipem
bei Teplitz, der ſechs Kinder hat, erhielt am Samstag
einen Brief, in dem ihm die amtliche Mitteilung gemacht
wurde, daß er von einem vor langen Jahren nach Amerika
ausgewanderten Verwandten zum Erben ſeines über
800000 Kronen betragenden Vermögens eingeſetzt
wor=
den ſei. Während er den Brief las, ſtürzte der Mann
plötzlich tot zuſammen; ein Herzſchlag hatte ſeinem
Leben ein Ende gemacht.
Prag, 17. Aug. Tſchechiſche Blätter melden, daß bei
der kürzlich von der Regierung ſuspendierten
Stadtver=
tretung der böhmiſchen Stadt Laun größere
Unter=
chleife vorgekommen ſeien. Die Reviſion der
Städti=
ſchen Sparkaſſe habe ein Defizit von dreiviertel Millionen
Kronen ergeben.
Paris, 17. Aug. Seit dem am 19. Auguſt 1873
erfolg=
ten Tode des Erzherzogs Karl von
Braun=
ſchweig, des ſogenannten Brillantenherzogs, ſchwebt
zwiſchen dem franzöſiſchen Fiskus und der zur
Univerſal=
erbin eingeſetzten ſchweizeriſchen Stadt Genf ein Prozeß
wegen Beſteuerung der Erbſchaft von 6½ Millionen in
Höhe von 3 240000 Francs. Auf dieſe Summe erhebt
Frankreich noch heute Anſpruch mit der Begründung, daß
der Herzog im Augenblick ſeines Ablebens ſeine Pariſer
Wohnung nicht aufgegeben hatte, demnach als in
Frank=
reich domizilierend zu betrachten geweſen ſei. Der
Pro=
zeß erhielt ſoeben eine neue Wendung. In einer Stadt
im Departement Aisne ſtarb jetzt ein Rentner namens
B., der ſein ganzes Beſitztum im Werte von etwa einer
Million Francs ebenfalls der Stadt Genf vermachte. Der
franzöſiſche Finanzminiſter ließ nun auf die
Liegenſchaf=
ten des Verſtorbenen Beſchlag legen, um einen Teil der
alten Erbſchaftsſteuerforderung zu decken. Sehr zufrieden
mit dieſer Maßnahme dürften nur die beiderſeitigen
Advo=
katen ſein.
Stockholm, 18. Aug. Geſtern vormittag entſtand aus
unbekannter Urſache in dem Holzlager der
Dampf=
ägemühle in Sandvik bei Halmſund Feuer, durch
das der geſamte Holzvorrat und die Lager= und
Geſchäfts=
häuſer zerſtört wurden. Infolge des ſtarken Windes
breitete ſich das Feuer auf den etwa einen Kilometer
ent=
fernten Dampfſchiffkai aus, wo ein Packhaus und ein
Wohnhaus niederbrannten. Das Feuer ſprang ſodann auf
eine etwa 200 Meter entfernte Inſel über, auf der ſich
mehrere in Reparatur befindliche Fahrzeuge und
Holz=
vorräte befanden, die vernichtet wurden. Auf einer
be=
nachbarten größeren Inſel, wohin das Feuer ebenfalls
durch den Wind getrieben wurde, geriet ein Wald in
Brand.
Neu=York. 17. Aug. Die furchtbare Hitze in
Kanſas Miſſouri und Oklahoma dauert an. Di
Quellen ſind größtenteils eingetrocknet. Lange Bahn=
Nummer 193.
züge mit Tankwagen liefern Waſſer, doch reicht alles nicht
aus. Die Bewohner verlaſſen die Häuſer und ſchlagen
ſich im Freien Lager auf. Tauſende ſchlafen auf freiem
Felde. Namentlich die Kinder leiden unbeſchreiblich. Die
Tagestemperatur ſchwankt ſeit etwa zwölf Tagen zwiſchen
40 und 50 Grad Celſius. Verſchiedene
Minenverwalt=
ungen haben wegen Waſſermangels den Betrieb vorläufig
eingeſtellt. Die Ernten ſind meiſt auf dem Halm verdorrt
und zahlreiche Brände konnten wegen Waſſermangels
nicht gelöſcht werden. Um einen Trunk Waſſer kommt es
manchmal zu erbitterten Kämpfen. Von Kanſas aus iſt
ein regelmäßiger Sonderzug eingerichtet worden, der zu
einem etwa 50 Kilometer entfernt liegenden Gebirgskamm
führt. Täglich läßt ſich der wohlhabende Teil der
Be=
völkerung in den Abendſtunden dorthin fahren, um in der
etwas kühleren Höhe die Nacht zu verbringen. Morgens
gehts dann wieder in die Gluthitze der Stadt zurück. Die
Farmer in Nebraska und Miſſouri haben ungeheure
Ver=
luſte an Vieh erlitten, das maſſenhaft auf den Weiden
zu=
ſammenbricht.
Neu=York, 18. Aug. Harry Thaw, der vor 5
Jah=
ren in dem aufſehenerregenden Prozeß wegen Mordes
des ehemaligen Liebhabers ſeiner Frau verurteilt
wor=
den war, iſt aus dem Irren=Zuchthaus in Mattzawan
entkommen. Er ſoll durch die offene Tür entſchlüpft
und mit einem Automobil abgefahren ſein.
Trinkſpruch des Kaiſers auf den Kaiſer
Franz Joſef.
Homburg v. d. H., 18. Aug. Der
öſterreichi=
ſche Botſchafter und die Herren der Botſchaft
wur=
den in kaiſerlichen Wagen vom Hotel zum Schloſſe und
zurück befördert. Der Kaiſer, der die Uniform eines
öſterreichiſchen Generals angelegt hatte, hielt bei der
Ta=
fel einen Trinkſpruch. Die Muſik des hier
garniſonieren=
den dritten Bataillons des Füſilier=Regiments v.
Gers=
dorff, welches die Tafelmuſik ſtellte, ſpielte nach dem Toaſt
die öſterreichiſche Hymne. Nach der Tafel hielten die
Ma=
jeſtäten längeren CCercle. Der Trinkſpruch des
Kaiſers hat folgenden Wortlaut: Euer Exzellenz! Seit
wir zum letztenmal, wie alljährlich, zur Feier des
Ge=
burtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs Franz
Joſef, meines treuen Bundesgenoſſen und väterlichen
Freundes, verſammelt waren, ſind rauhe Stürme über
den Südoſten Europas dahingebrauſt, und wenn es
ge=
lungen iſt. den Frieden Europas gegen alle Brandungen
erfolgreich zu ſchützen, ſo danken wir das nicht zum
we=
nigſten der hohen Weisheit Sr. Majeſtät des Kaiſers und
Königs Franz Joſef. Als treue Bundesgenoſſen
Oeſter=
reich=Ungarns empfinden wir darüber beſonders hohe
Freude und blicken frohen Auges in die Zukunft, denn
das alterprobte Bündnis, das auf unerſchütterlicher
Grund=
llage beruht, wird auch fernerhin zum Segen der Welt
ſeine Kraft und Wirkung bewahren. Mit dieſen Gefühlen
bitte ich den Allmächtigen, daß er Ihrem allergnädiaſten
Herrn noch lange Jahre glücklicher Regierung zum Heile
und Segen ſeiner Völker und zur dauernden Macht, zum
Glanze und zur Größe ſeines Reiches gewähren möge.
Wir erheben unſere Gläſer und trinken auf das Wohl Sr.
Majeſtät des Kaiſers und Königs Franz Joſef.
Katholikentag.
* Metz 18. Aug. Geſtern ſprach in der Turnhalle
Biſchof Dr. Faulhaber=Speyer nach dem Feſtzug der
ver=
ſammelten Arbeiter. In der Arbeiterverſammlung in der
Clemenskirche ſprach Biſchof Dr. Korum=Trier Er
betonte, er habe während ſeiner 33jährigen Tätigkeit als
Biſchof oft Gelegenheit gehabt, mit den Herzen der
katho=
liſchen Arbeiter ſich bekannt zu machen. Er kenne
beſon=
ders ihre Abneigung gegen revolutionäre Ideen und
er=
mahnte ſeine treuen Diözeſanen, auf dem durch die
Enzy=
klika des Papſtes Pius X. gewieſenen Weg auszuharren.
Es ſei ſein Recht als Seelenhirte geweſen, gegen die
erl=
ſchen Lehren aufzutreten. Schließlich empfahl der
Biſchof den Arbeitern, tätig zu ſein in Friede und
Ein=
tracht.
* Metz 18. Aug. Heute vormittag fand nach dem
feierlichen Pontifikalamt ein Umzug der hier tagenden
katholiſchen Sludentenverbindungen in
Wichs mit Fahnen durch die Stadt ſtatt, wobei am
Denk=
mal Kaiſer Wilhelms I. ein Kranz niedergelegt wurde.
Um 9¼ Uhr begann in der Feſthalle die Verſammlung
der Organiſation der Katholiken Deutſchlands zur
Ver=
teidigung der chriſtlichen Schule und Erziehung unter dem
Vorſitz des Oberlandesgerichtsrats Marx. Erſter Redner
war Dr. Cuny=Montigny, der im Namen des
katho=
liſchen Volkes die konfeſſionelle Volksſchule verlangte unter
der Mitaufſicht der Kirche. Ferner ſprach noch
Waiſen=
hausdirektor Mauel=Köln über „Die Volksſchule in
ihrem Verhältnis zu Kirche und Staat” und Hauptlehrer
Weyhaupt=Straßburg über „Vaterländiſche und
kon=
feſſionelle Erziehung”.
* Metz, 18. Aug. Heute vormittag fand die
Gene=
alverſammlung der Union Populaire
(Volksverein) für die Katholiken Elſaß=
Loth=
ringens ſtatt. Im Anſchluß daran fand in demſelben
Saal des „Terminus” die zweite geſchloſſene
Ver=
ſammlung ſtatt, der die Biſchöfe von Metz und
Luxem=
burg beiwohnten. Präſident Fürſt Löwenſtein ſprach
zu Beginn ſeinen Schmerz über den Tod des Abt=Primas
der Benediktiner Hemptinne aus Graf Droſte=
Viſchering erſtattete den Bericht des Generalkomitees,
aus dem zu erwähnen iſt, daß der Gedanke, eine ſtändige
transportable Halle für die Generalverſammlungen zu
ſchaffen, zurzeit ernſtlich erwogen werde, aber es traten ſo
ſchwerwiegende Bedenken auf, namentlich bezw. der
Geld=
frage, daß daran der Plan wohl ſcheitern dürfte. Die
Zahl der ſtändigen Mitglieder betrage heute 5000. Am
Schluß dankte der Redner allen, die zu den glänzenden
Vorbereitungen der Tagung beigetragen hätten.
Nun=
mehr begann die Beratung der geſtellten Anträge
zunächſt derjenigen, deren Verweiſung in die Ausſchüſſe
für unnötig erachtet wurde; unter die erſteren fallen die
Anträge betreffend die römiſche Frage. Es wurde
einſtimmig und ohne Debatte mit brauſenden Bravorufen
eine Reſolution gut geheißen, die dem Heiligen Vater
Treue gelobt und unverbrüchlichen Gehorſam, aber ihren
Schmerz ausdrückt über die bedrängte Lage der Kirche,
ſie proteſtiert gegen die fortdauernde Beeinträchtigung der
Freiheit des Papſtes und fordert zur Unterſtützung der
Sammlungen des Peterspfennigs auf. Ebenſo einmütig
und begeiſtert wurde debattelos eine Reſolution betreffend
die Jeſuitenfrage angenommen, die mit allem
Nachdruck die alsbaldige vollſtändige und vorbehaltloſe
Aufhebung des Reichsgeſetzes gegen die Jeſuiten und die
ihnen verwandten Organiſationen verlangt, das ein
Aus=
nahmegeſetz darſtelle und eine ſchwere Verletzung der
ge=
währleiſteten Religionsfreiheit und der ſtaatlichen
Gleich=
berechtigung des katholiſchen Glaubensbekenntniſſes.
Luftfahrt.
* Darmſtadt, 18. Ang. Heute nachmittag ſtellte
ſich auf dem hieſigen Flugplatz beim Landen ein
Aviatik=Doppeldecker auf den Kopf. Führer
war Leutnant Arntzen Beobachter Leutnant Fehler.
Der Beobachter wurde herausgeſchleudert und erlitt
einige Fleiſchwunden und leichte
Quetſch=
ungen. Gefahr beſteht nicht. Der Führer blieb
un=
verletzt.
* Bremen, 18. Aug. Einem beim hieſigen Verein
für Luftſchiffahrt eingetroffenem Telegramm zufolge iſt
der franzöſiſche Flieger Helen heute morgen 4 Uhr
von Biarritz abgeflogen. Er machte in Paris
eine Zwiſchenlandung und flog dann weiter. Er
beab=
ſichtigt, in Namur eine zweite Zwiſchenlandung
vorzu=
nehmen und in Bremen zu landen, um nach Oel= und
Benzineinnahme ſeinen Flug fortzuſetzen. Er bewirbt ſich
um den Pommerypokal.
* Petersburg, 18. Aug. Der Flieger Janoir
traf 6 Uhr 50 Min., von Riga kommend, auf dem
Peters=
burger (Aerodrom ein und iſt glatt gelandet.
Rennen in Frankfurt.
Auguſtmeeting des Frankfurter Rennklubs=
Sch. Frankfurt, 18. Auguſt.
Der Montag, der Haupttag des Meetings brachte
dem Frankfurter Rennklub in ſportlicher und
geſellſchaft=
icher Hinſicht einen vollen Erfolg. Ein nach Tauſenden
zählendes Publikum hielt die großangelegten
Zuſchauer=
lätze beſetzt, und die erſten Geſellſchaftskreiſe Frankfurts
und ſeiner näheren und weiteren Umgebung waren
außer=
gewöhnlich zahlreich vertreten. Die warme, etwas ſchwüle
Witterung hatte ſchöne Sommertoiletten aus dem Schrank
gelockt in denen ſich ſtolze und ſchöne Frauen zeigten.
Daneben konnte man auch die neueſten Herbſtmoden
be=
wundern, denn nach altem Brauch bevorzugen die Damen
der Frankfurter oberen Zehntauſend die Rennen, die auf
Wochentage fallen, mit ihrem Beſuch. Dieſem vornehmen
geſellſchaftlichen Rahmen entſprach der gebotene Sport,
der im allgemeinen gut beſetzte Felder brachte. Das
Hauptereignis, das Alexander=Rennen, war ein
groß=
artiges Rennen, trotzdem ſich nur zwei Ställe, Haniel
und Weinberg, die drei Konkurrenten ſtellten, um den
Preis von 25000 Mark bewarben.
Es war aber eine Freude, zu ſehen, wie Archibald die
Patricktochter bis zur Geraden in dem flott gerittenen
Rennen illug zurückhielt und dann mit einer Gewalt
vor=
brach, daß er am Ziel die Favoritin Fabella um
faſt drei Längen überholt hatte. Die drei
Herren=
reiten des Tages brachten dem ausſichtsreichſten
Bewerber um das (Championat dieſes Jahres, dem
Leutnant v. Moßner, zwei glänzend gerittene Siege,
im Prinzen Hermann von Sachſen=Weimar=Memorial und
im Preis von Kronberg. Daneben konnte der ſchneidige
Darmſtädter Dragoner noch im Preis von Iſenburg den
zweiten Platz belegen. Auf der Rennbahn liegen eben
Glück und Unglück noch näher zuſammen, als ſonſt im
Leben. Am Sonntag mußte Moßners „Madame Foutſi”
als Opfer des Roſenberg=Jagdrennens ihr Leben laſſen
Ein Schuß des Tierarztes erlöſte die Stute, die die Feſſel
gebrochen hatte, von ihrem Leiden. Am Montag errang
ihr Beſitzer auf der gleichen Bahn reiche Ehren. Im
allge=
meinen bildete das Verſagen der Favoritin die Signatur
des Tages So zahlte auch der Toto recht anſehnliche
Quoten aus, und die Klugen, die gar nicht gewettet hatten,
gingen wohl mit den reichſten Gewinnen heim. Die
Er=
gebniſſe der einzelnen Rennen waren:
Preis von Schwanheim. 7000 Mark. 1200
Meter. 1. C. v. Großmanns Hasdrubal (Slade),
2. Weinbergs Nicoto (Bullock), 3. Oppenheims Mephiſto;
Ferner: Prinz von Sagan, Marokko, Ismehe. 63: 10;
27, 22.:10. ¼ L., 1½ L.
Mitteldick=Handicap. 6000 Mark. 2000
Me=
ter. 1. A. und C. v. Weinbergs Poltergeiſt (Bullock)
2. Balduins Eau de Cologne (Davies), 3. Neumanns
Buoy and Gult (Torke). Ferner: Coup d’Oeil, Boiling
Hot, Mielleur, Paradox. 30:10; 12. (15, 15: 10. 1 L.,
1½ L.
Preis von Iſenburg. 5000 Mark. 2800 Meter.
1. Baron van Itterſums Haematite (Lt. Knel), 2.
Bal=
duins Triſtan (Lt. v. Moßner), 3. Goeſchens Aladdin
(Lt. Freyer). Ferner Gleam, Bona, Coney Island,
Ty=
lander, Oberleutnant, Over the Matter, Putty Swift.
63 : 10; 23. 16, 41: 10. 1½ L., 2 L.
Alexander=Rennen. 25000 Mark. 2000
Me=
ter. 1. Haniels Tampa (Archibald), 2. Weinbergs
Fa=
bella (Bullock), 3. Weinbergs Metaſtaſio (Burns). 20 : 10.
2½ L., 4 L.
Prinz Hermann von Sachſen=Weimar=
Erinnerungsrennen. 6000 Mark, 4000 Meter:
1. Then Berghs Lamhult (Lt. v. Moßner). 2. Rittm.
v. Kummers Adler (Lt. Knel), 3. Dr. Rieſes Doma (Beſ.).
Ferner: Sukkurs, Wolfram. 29110; 15, 17110. ¾ Lg.,
3 Längen.
Preis von Frankenſtein. 6500 Mark, 1400
Meter: 1. A. v. Köppens Rauhreif (H. Teichmann)
Oppenheims Azur (Archibald), 3. Weinbergs Ortler
(Bullock). Ferner: Patſy, Iſa, Ordnung, Scipio,
Afri=
kanus, Rohrſperling, Landsknecht, Wahrheit. 59110; 17,
14, 20110. 2 Lg., ½ Lg.
Preis von Kronberg. 5500 Mark, 3000 Meter:
1. Frhrn. v. Rombergs La Ceritto (Lt. v Moßner)
2. Kochs Lawrenny (H. Herfeldt), 3. Noethers Micado III
(Lt. v. Petzer). Ferner: Shirley, Lovely Grace, Sunbath,
Coral Wave, Mirlam, Tempète III, Shillelah, Argile.
65:10; 19, 29, 78:10. 3 Lg., 2 Lg.
Automobilunfälle.
* Frankfurt, 18. Aug. Geſtern abend gegen 6 Uhr
ereignete ſich in der Nähe der Trambahnhalteſtelle
Weiß=
kirchen ein ſchweres Automobilunglück. Herr
Dr. Schnapper, ſeine Frau und zwei Kinder befanden
ſich in ihrem Automobil auf dem Wege nach Frankfurt
wo ſie wohnen. Die Fahrſtraße wird an der Halteſtelle
Weißkirchen zurzeit geſchottert, ſodaß nur ein Teil
be=
fahrbar iſt, während auf dem anderen Teil Teerfäſſer,
Schotter uſw. lagern. Der Chauffeur des Herrn Dr
Schnapper verſuchte einen an dieſer Stelle in
entgegen=
geſetzter Richtung fahrenden Automobil
auszuwei=
chen, wobei er gegen die Teerfäſſer fuhr. Dr. Schnapper
wurde aus dem Automobil in den Straßengraben
ge=
ſchleudert; er brach das Genick und war ſofort
tot. Seine Frau erlitt einen Armbruch und innere
Ver=
letzungen; die beiden Kinder und der Chauffeur blieben
unverletzt. Sanitätsrat Dr. Neuroth von Oberurſel
leiſtete die erſte Hilfe. Dr. Schnapper wurde auf einer
Tragbahre von der Oberurſeler Sanitätskolonne in das
Totenhaus in Weißkirchen gebracht, während das
Privat=
automobil, dem man hatte ausweichen wollen, Frau Dr.
Schnapper und ihre Kinder nach Frankfurt zurückbrachte.
Auch die Rettungswache des ſtädtiſchen Krankenhauſes
fand ſich mit zwei Automobilen an der Unfallſtelle ein.
Dr. Eduard Schnapper war der Verleger des in
Frank=
furt erſcheinenden „Zentralblattes der Reichsverſicherung”
Der 34 Jahre alte Chauffeur Wilhelm Dwenk, der
ſeit November bei Dr. Schnapper in Stellung iſt, ſſchildert
den Unfall in folgender Weiſe: Um 4 Uhr nachmittags
fuhren wir nach Homburg ab. In dem 30pferdigen
Wa=
gen befanden ſich Dr. Schnapper mit ſeiner Frau, die
acht=
jährige Tochter und der zehnjährige Sohn eines
Frank=
furter Arztes. Um 6 Uhr wurde die Heimkehr angetreten.
Zwiſchen Oberurſel und Weißkirchen wollte ich ein vor
mir fahrendes Auto überholen und mußte daher links
vorbeifahren. Das Tempo in dem mein Auto fuhr,
be=
trug auf der freien Chauſſee 60 bis 65 Kilometer. Als
ich wenige Meter hinter dem vorauffahrenden Auto bin
und dieſes eben überholen will, platzt plötzlich der
Schlauch vom linken Vorderrad. Durch den Stoß wird
das Auto nach links geſchleudert, und die Nabe des linken
Vorderrades bleibt an Teerfäſſern hängen, die auf
der linken Straßenſeite ſtanden. Mit Mühe brachte ich
den Wagen an den Teerfäſſern vorbei, plötzlich ſtürzte
er in den Graben und überſchlägt ſich im Sturz=
Einige Minuten blieb ich ohne Beſinnung liegen, dann
erwachte ich und ſah mich nach den Inſaſſen des Autos
um. Dr. Schnapper lag im Chauſſeegraben auf dem
Rücken; er ſtarb nach wenigen Minuten. Das Auto war
total zertrümmert.
* Köln, 18. Aug. Ein ſchweres
Automobil=
unglück ereignete ſich dieſe Nacht zwiſchen 12 und 1 Uhr
auf der Landſtraße bei Hoven bei Zülpich. Ein
Chauf=
feur aus Mechernich hatte ohne Vorwiſſen ſeines Herrn
eine Vergnügungsfahrt mit fünf jungen Leuten gemacht.
Das Auto fuhr auf einen in derſelben Richtung fahrenden
Wagen eines Zülpicher Fuhrunternehmers. Die Inſaſſen
des Automobils wurden herausgeſchleudert. Einer von
ihnen erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß er nach wenigen
Minuten ſſtarb Von den übrigen wurden zwei
erheb=
lich, zwei und der Kutſcher des Wagens leicht verletzt.
HB Bonn, 18. Aug. In Obercaſſel im
Sieg=
kreiſe ereignete ſich ein ſchweres Automobil=
Un=
glück. Dort ſtieß ein mit vier Herren und drei Damen
beſetztes Auto gegen einen Baum. Sämtliche Inſaſſen
und der Chauffeur wurden herausgeſchleudert und ſchwer
verletzt, die drei Damen lebensgefährlich.
* Leonberga, 18. Aug. Geſtern früh 5 Uhr wurde
der 38 Jahre alte Ortsvorſteher Bühler von Flacht durch
ein Autounglück getötet. Der Eigentümer des
Autos, Architekt Hecker, und ein anderer Inſaſſe wurden
ſchwer verletzt. Ein weiterer Mitfahrer kam ohne
Scha=
den davon. Das Unglück wurde durch einen Radbruch
ver=
urſacht.
Attentat in Agram.
* Agram, 18. Aug. Als der königliche Kommiſſar
Baron Skerlecz die Kathedrale verließ, wo anläßlich
des Gebuctstages des Kaiſers Gottesdienſt ſtattgefunden
hatte, ſchoß ein Student auf ihn. Skerlecz wurde
verletzt. Einzelheiten fehlen noch.
* Agram 18. Aug. Baron Skerlecz iſt am
Oberarm leicht verletzt worden. Der Täter der
angeblich, um den Anſchlag zu verüben, eigens aus
Amerika gekommen iſt, wurde verhaftet.
Literariſches.
— Deutſchlands Wehr und Waffen Mit
zahlreichen textlichen Beiträgen hervorragender
Militär=
ſchriftſteller und außerordentlich reichem Bilderſchmuck,
darunter mehrere farbige Kunſtblätter nach Originalen
erſter Künſtler. Mit vierfarbigem Titelbild nach einem
Gemälde von Angelo Jank. Preis 1,20 Mk. Die kürzlich
erſchienene deutſche „Wehr=Nummerder
Illuſtrir=
ten Zeitung” war trotz erheblich erhöhter Auflage in
kurzer Zeit vergriffen, ſo daß ſich der Verlag unter
Be=
nutzung des redaktionellen Teils jener Sondernummer
zur Herausgabe der obengenannten Veröffentlichung
ent=
ſchloſſen hat. Das 44 Seiten ſtarke Werk in Großfolio
bietet eine überreiche Fülle von ſchwarzen und farbigen
Abbildungen und intereſſanten, allgemeinverſtändlichen
Ar=
tikeln berufener Perſönlichkeiten, die den vielgeſtaltigen
Organismus unſerer Wehrkraft nach allen Richtungen
ein=
gehend erläutern.
Das zweite Geſchlecht. Roman von Fedor
von Zobeltitz. Illuſtriert von M. Barascudts. Preis
geheftet 3 Mk., gebunden 4 Mk. Karl Krabbe Verlag,
Erich Gußmann, Stuttgart. — Die Tendenz des Romans
wendet ſich gegen das alte Wort von den „Sünden der
Väter‟: Das „zweite Geſchlecht iſt die Zukunft, die eigene
Kraft, die Selbſtändigkeit. Nun iſt aber der Verfaſſer
kein Erzähler, der ſeine Theſen in langwierigen
Aus=
einanderſetzungen verficht; ſeine darſtelleriſche Begabung
iſt ſo groß, daß die Tendenz nie aufdringlich wirkt. Der
Leſer wird gefeſſelt durch die glänzenden
Geſellſchafts=
bilder, die ſich vor ihm aufrollen; die Szenen im
Grafen=
ſchloſſe, auf dem Manöverfelde, im Förſterhaus und in den
Berliner Salons. Die im raſchen Fluſſe ſich abſpielende
Erzählung wird dem Verfaſſer viele neue Freunde
er=
werben.
— Ein Frühling. Von Wilhelm Raabe.
In der urſprünglichen Faſſung der erſten Auflage neu
herausgegeben von Paul Waſſerfall. In der Reihe
5. Auflage. Preis 3 Mark, geb. 4 Mark. Berlin, Otto
Janke. Die Tatſache, daß die erſte Faſſung formell und
inhaltlich die künſtleriſch vollendetere und zugleich für das
Verſtändnis der literariſchen Entwickelung des Dichters
unentbehrlich, dabei aber auch im antiquariſchen
Buch=
handel überaus ſelten geworden iſt, rechtfertigt es, wenn
„Ein Frühling” hiermit nochmals den Raabefreunden in
der urſprünglichen Form dargeboten wird.
Die Lage auf dem Balkan.
Die Grauſamkeiten der Bulgaren.
* Paris, 18. Aug. Der Miniſter des Aeußern,
Pichon, hat den Brief des Abgeordneten George
Berry, der die franzöſiſche Regierung zum Proteſt
gegen die durch die bulgariſchen Truppen
ver=
übten Grauſamkeiten auffordert, durch einen
Brief erwidert, in dem es heißt: „Sobald die franzöſiſche
Regierung durch die Berichte von Augenzeugen und die
Proteſte der griechiſchen Regierung Kenntnis von den
Tatſachen erhielt, hat ſie nichts verſäumt, um gegen die
barbariſchen Praktiken, welche keinerlei
Kriegsnotwendig=
keit rechtfertigen, aufzutreten, und nicht aufgehört, die
Auf=
merkſamkeit der bulgariſchen Regierung darauf zu lenken
welche Verantwortlichkeit ſie auf ſich lüde, wenn ſie die
Greuel begünſtige oder vorſchütze, ſie nicht zu kennen. Die
Regierung hat dem Legationsrat Du Haguet von der
Ge=
ſandtſchaft in Athen und dem Oberleutnant Lépidi
Auf=
trag zu einer Unterſuchung an Ort und Stelle über die
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Augnſt 1913.
Nummer 193.
von Bulgaren an der wehrloſen Bevölkerung in
Mazedo=
nien verübten Greueltaten gegeben. Der Bericht iſt mir
noch nicht zugegangen, aber ich habe Grund, zu
befürch=
ten, daß er die Klagen, mit denen die öffentliche
Meinung beſchäftigt worden iſt, beſtätigen wird. Ich
behalte mir vor, zu prüfen, welche Folgen die Ergebniſſe
der Unterſuchung haben werden, deren Veröffentlichung
zweifellos den wirkſamſten Proteſt gegen die von den
Bulgaren verübten Greueltaten bilden wird. Uebrigens
hat die bulgariſche Regierung ihrerſeits zu
wiederholten Malen Gewalttaten zur Anzeige gebracht,
zu denen ſich griechiſche und türkiſche Soldaten gegen die
bulgariſche Bevölkerung in den von ihnen beſetzten oder
wiederbeſetzten Gebieten hinreißen ließen. Daraus geht
lleider hervor, daß im Laufe des letzten Krieges alle
Kriegführenden, welchem Volke ſie auch angehörten, allzu
oft die Geſetze der Menſchlichkeit durch Grauſamkeiten
verletzten, welche weder der Wunſch des Sieges noch die
Verzweiflung der Niederlage rechtfertigen können.
Die Ausführung der Friedensbeſtimmungen.
* Bukareſt, 15. Aug. Der Miniſterrat beſchloß, daß
die Ratifikation des Friedensvertrages
von Bukareſt demnächſt durch ein königliches Dekret
erfolgen ſoll und beauftragte Offiziere des
militärgeogra=
phiſchen Inſtituts, die Feſtſetzung der neuen Grenzlinien
zu beginnen.
* Belgrad, 18. Aug. Die Vertreter der
Großmächte überreichten geſtern nachmittag dem
Mi=
niſterpräſidenten Paſitſch die Kollektivnote,
betref=
fend die endgültige Räumung Albaniens
durch die ſerbiſchen Truppen, ſowie betreffend den Schutz
der Minoritäten.
Letzte Nachrichten.
* Saloniki, 18. Aug. Eine bulgariſche
Bande griff heute bei Melnic eine griechiſche
Truppenabteilung an. Der Führer und einige
Soldaten fielen. Die Griechen nahmen ſofort die
Ver=
folgung auf und machten die Bulgaren zu Gefangenen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Zwickau, 18. Aug. Infolge des unaufhörlichen
Regens führen die Flüſſe des Vogtlandes und des
Erz=
gebirges Hochwaſſer. Die Göltzſch überſchwemmte
bei Falkenſtein weite Flächen. Auch die Mulde iſt bei
Rautenkranz über die Ufer getreten und hat die
angren=
zenden Wieſen und Felder zu einem großen See gemacht.
Die Staatsſtraße Jägersgrün-Rautenkranz iſt unter
Waſſer.
* Helgoland, 18. Aug. Heute vormittag fand auf der
Düne von Helgoland die feierliche
Grundſteinleg=
ung für ein Denkmal zu Ehren der untergegangenen
Beſatzungen der Torpedoboote „§ 178 und
„E 171” und des bei der Bergung von „§ 178”
unterge=
gangenen Hebeſchiffes „Unterelbe” in Gegenwart der
Ver=
tretung der Helgoländer Garniſon ſtatt. Nach einem
Choral gab Direktor Simeon=Aachen, als Vertreter
des Denkmalausſchuſſes, des Verbandes der
Marinever=
eine von Rheinland=Weſtfalen und des Rheiniſchen
Pro=
vinzialverbandes des Deutſchen Flottenvereins und des
Marinevereins Aachen, in Anweſenheit vieler Rheinländer
einen Rückblick über den Anlaß zur Errichtung des
Denk=
mals. Die Weihe des Grundſteins wurde von dem
kaiſer=
lichen Kommandanten von Helgoland dem Konteradmiral
Jacobſen, vorgenommen, welcher die Urkunde für den
Denkſtein verlas und mit einem dreifachen Hurra auf den
Kaiſer ſchloß.
* Wien, 18. Aug. Der Offiziersdiener, der
geſtern einen Anſchlag gegen den Hauptmann
Eiſen=
kolb verübte, iſt geſtorben. Die von ihm erſchoſſene
Dame war eine der drei Töchter der Hauptmannswitwe
Gräfin Bolza. Gräfin Marianne Bolza, die in Budapeſt
in Stellung war, iſt in Wien eingetroffen. Eiſenkolb liegt
im Sterben.
* Bad Iſchl, 18. Aug. Heute nachnittag fand in der
Villa des Kaiſers Familiendiner ſtatt, an dem alle
Mitglieder der kaiſerlichen Familie und der Hofſtaat
teil=
nahmen. Prinz Leopold von Bayern brachte einen
herz=
lichen Glückwunſch aus. Der Kaiſer dankte in beſter
Stimmung.
* Rom, 18. Aug. Entgegen den Meldungen
auswär=
tiger Blätter, die Gräfin Tarnowska ſei in Rußland
in einem Eiſenbahnzuge erhängt aufgefunden worden
meldet die Agenzia Stefani, die Gräfin befinde ſich noch
im Gefänanis zu Trani.
* Tokio, 18. Aug. Die Rebellenführer
Sun=
jatſen, Tſchengtſchi und Huangſing, die ſich
heimlich auf dem Dampfer „Eriomaru” einſchifften, ſind
nachts 12 Uhr auf dem Wege nach Tokio in Yokohama
ein=
getroffen.
* Hongkong, 18. Aug. Geſtern wütete ein Taifun,
der die außerordentliche Geſchwindigkeit von 105 Meilen
in der Stunde hatte. Mehrere chineſiſche Fahrzeuge ſind
geſunken.
H. B. Homburg v. d. H., 18. Aug. Im Parkhotel zu
Homburg wurden heute nacht einem Gaſt Juwelen im
Werte von 30000 Mark geſtohlen. Von dem Täter hat
man noch keine Spur. Auch die Frankfurter
Kriminal=
polizei hat ſofort die Recherchen nach dem Dieb
aufge=
mommen.
H. B. Mannheim, 18. Aug. Am Samstag abend
er=
ſchien bei dem Juwelier Drepfus ein Herr, der ſich als
Adliger vorſtellte und ſich veeſchiedene Juwelen
vor=
legen ließ. Der Betreffende kaufte einen Gegenſtand und
gab die Weiſung, ihn im Parkhotel für ihn abzugeben,
wo er wohne, da er nicht genügend Geld bei ſich habe.
Als der Juwelier die vorgelegten Gegenſtände nachſah,
fehlte ein Uhrgehänge im Werte von 4300 Mk. Im
Park=
hotel war der betreffende Unbekannte nicht und alle
wei=
teren Nachforſchungen vergeblich. Auch aus Straßburg
und Zürich wird über Juwelendiebſtähle gemeldet, bei
denen der Dieb in der gleichen Weiſe verfuhr. Es dürfte
ſich alſo um ein und dieſelbe Perſon handeln.
— Bremen, 18. Aug. Der Werftarbeiterſtreik
iſt hier endgültig beendet. Nachdem die
Arbeit=
geber beſchloſſen hatten, die Arbeitsnachweiſe wieder zu
ſchließen, wenn ſich nicht alle Werftarbeiter an den
Nach=
weiſen meldeten, haben inzwiſchen ſämtliche Arbeiter des
Unterweſerbezirks beſchloſſen, die Arbeit wieder
aufzuneh=
men. Auch in Geeſtemünde bei Bremen erfolgt die
Wie=
deraufnahme der Arbeit.
Swinemünde, 18. Aug. Das letzte Opfer der
Swinemünder Bootskataſtrophe, der Goldſchmied
Pores, wurde geſtern in Oſternothafen geländet und
ge=
borgen.
H. B. Danzig, 18. Aug. Auf dem großen
Salon=
dampfer „Hela‟
der Danziger Aktiengeſellſchaft
„Weichſel” entſtand geſtern abend während einer Paſſa=
gierfahrt von Danzig über Zoppot nach Hela infolge
Ver=
ſagens der den Keſſel ſpeiſenden Waſſerpumpe in den
Keſſelanlagen ein Brand, der bald auf das Deck und
die Kommandobrücke übergriff. Infolge der
emporſchla=
genden Flammen und des dichten Qualmes entſtand unter
den Paſſagieren eine große Panik. Es gelang der
Beſatz=
ung mit der an Bord befindlichen Dampffeuerſpritze in
kurzer Zeit den Brand zu löſchen, doch blieb der Dampfer
manövrierunfähig zwiſchen Neufahrwaſſer und Zoppot
liegen. Erſt nach mehreren Stunden kamen Hilfsboote
herbei, die die Paſſagiere an Land brachten. Der
ſchwer=
beſchädigte Dampfer wurde nach Danzig geſchleppt.
— Zürich, 18. Aug. An der ſchweizeriſch=italieniſchen
Grenze am Luganer See verletzte ein aus Lybien
zurück=
gekehrter, anſcheinend wahnſinniger Soldat zwei
Ziviliſten durch Revolverſchüſſe ſchwer und tötete einen
Zollwächter, der ihn verhaften wollte.
Madrid, 18. Aug. Geſtern wurden auf eine
Pro=
zeſſion Revolverſchüſſe abgegeben; 20
Teilneh=
mer wurden verletzt. Es ſoll auch Tote gegeben haben.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Aus dem Geſchäftsleben.
Prämiierungsverloſung der Firma C.
Lorſch. Kürzlich fand die Ziehung der von der Firma
Carl Lorſch hier zur Gratis=Verloſung geſtellten Prämien
ſtatt. Die 1. Prämie fiel auf die Nr. 522, die 2. Prämie
auf Nr. 571, die 3. Prämie auf Nr. 1015, die 4. Prämie
auf Nr. 410, die 5. Prämie auf Nr. 609, die 6. Prämie
auf Nr. 894. Ferner erhielten die Nummern 36, 1602
und 120 je einen Troſtpreis.
Man ſchreibt uns: Die Seife wird teuer! Die
enorme noch nie dageweſene Preisſteigerung der Fette
und Oele, welche heute zum allergrößten Teil von der
Kunſtbutter=Induſtrie zu den höchſten Preiſen aus dem
Markte genommen werden, hat die Seifenfabrikanten
gezwungen, die Preiſe für Seifen in den letzten Wochen
um 1 bis 2 Pfg. pro Pfund zu erhöhen. Da trotz
dieſer Erhöhung ſich die Seifenpreiſe immer noch ziemlich
tief unter den Herſtellungskoſten befinden, wird mit
einem weiteren Preisaufſchlag für alle Seifen zu
rechnen ſein.
Dampfernachrichten.
Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: „Antonina” 14. Aug. 4 Uhr 15 Min. nachm.
von Neworleans nach Hamburg. — Weſtindien, Mexiko:
„Frankenwald” nach Havana und Meriko, 14. Aug.
6 Uhr abends von Vigo. „Mecklenburg” nach
Weſt=
indien” 14. Aug. 1 Uhr nachm. von Antwerpen
„Sachſenwald”, von Weſtindien kommend, 14. Aug.
9 Uhr abends in Havre. „Virginia” von Weſtindien
kommend, 14. Aug. 6 Uhr abends in Hamburg. —
Oſt=
aſien: „Arabia” 14. Aug. 10 Uhr abends von Antwerpen
nach Hamburg. — Verſchiedene Fahrten: „Kronprinzeſſin
Cecilie‟, Aerzteſtudienfahrt, 14. Aug. 7 Uhr morgens in
Leith. „Kurmark” 13. Aug. von Madras nach Kalkutta.
Vergnügungsdampfer „Meteor”, von der ſiebenten
Nord=
landfahrt kommend, 15. Aug. 5 Uhr 25 Min. morgens
auf der Elbe. „Togo” nach Afrika, 14. Aug. 7 Uhr
15 Min. abends in Vliſſingen. „Windhuk” 13. Aug.
von Daresſalam.
Familiennachrichten.
Statt Karten!
Die glückliche Geburt eines gesunden
JUNGEN
zeigen hocherfreut an
(17380
Albert Libmann und Frau
Jettchen, geb. Rosenthal.
Hierdurch die traurige Mitteilung, daß
unſere teure Mutter
(17365
Frau
Ernestine Pauer
geb. Andreae
infolge eines Schlaganfalles geſtern abend ſanft
entſchlafen iſt.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Max Pauer.
Jugenheim a. d. B., 18. Auguſt 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. d. M.,
nachmittags 4 Uhr, ſtatt.
Nachruf.
Nach langjährigem Leiden entſchlief
Sams=
tag nacht unſer allverehrter Senior=Chef
Herr
Philivp Böcher
Hofbuchbinder.
Wir werden dem Dahingeſchiedenen ein
ehrendes Andenken bewahren.
(*6004
Das Personal
der Firma Ph. Böcher.
Sür die vielen Beweiſe liebevoller Teilnahme,
die wir bei dem Heimgang meines teuren
Mannes, unſeres guten Vaters und Großvaters
des Großh. Real=Gymnaſiallehrers i. P.
Prof. Dr. Ludwig Weis
erfahren haben, ſagen wir unſeren herzlichſten
Dank.
(17345
Darmſtadt, Memmingen und Offenbach a. M.,
den 18. Auguſt 1913.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Für die überaus herzliche Teilnahme bei dem
Hinſcheiden meiner innigſtgeliebten Gattin
Frau Margarethe Imhof
geb. Pfeuffer
ſage ich Allen, insbeſondere dem Geſangverein
„Freundſchaft” für den ſchönen Grabgeſang,
für=
die ſo zahlreichen Blumenſpenden, ſowie allen
Denen, die ihr durch ihr Geleit zur Ruheſtätte
die letzte Ehre erwieſen haben, auf dieſem Wege
meinen tiefgefühlteſten Dank.
(17385
Der trauernde Gatte:
Georg Imhof.
Darmſtadt, den 18. Auguſt 1913.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr auf Hugenſchütz’ Felſenkeller.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 20. Auguſt.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr Ernſt=
Ludwigſtraße 1.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Obſt=Verſteigerung um 9 Uhr an der Straße von
Bahnhof Roſenhöhe bis Meierei.
Dünger=Verſteigerung um 11 Uhr in der
Ar=
tillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil=und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſanst.
Nummer 193.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Auguſt 1913.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Auguſt 1913.
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aus Marxzell, unter gütiger Mitwirkung der Konzertſängerin
Fräu=
lein Eswein aus Heidelberg und des Konzertſängers Herrn Kögele
aus Karlsruhe.
Die Klavierbegleitung hat Frau Cora Schulz aus Alsbach gütigſt
übernommmen.
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Film, dass die berühmte
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geniale Regisseur die
ver-
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sind. Ein Drama von
hin-
reissender Wirkung. Der
Absturz eines
Künstler-
ehepaares von der höchsten
Stufe des Ruhmes bis zur
tiefsten Sphäre des
Ver-
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Erinnerungen
an seine Jugend
Ganz hervorragendes Drama.
Piekke speist vornehm
Die Perle des Humors.
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Komödie. Alles lacht!
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zur Vorführung. (*6005
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Hocharistokratie.
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itali-
enischen Künstler vereinigt.
Ein Drama, wie es noch nie
gezeigt wurde, zieht an unseren
Augen vorüber. Meisterhaft
haben es die Künstler
ver-
standen, alles zur Geltung zu
bringen, um ein erstklassiges
Meisterwerk zu schaffen.
Die Sensation des Filmmarktes!
Das pittoreske
Schweden
Herrliche Naturaufnahme.
Der
dreizehnte Mann
Ergreifendes amerik. Drama.
Große Schlager-Einlage
Die Beiden
Mon
Brader
Grosses Drama in 3 Akten.
Wir geben unserm Publikum
diesen Film als eine
erst-
klassige Einlage. Glänzende
Spielweise, hervorragende
Inszenierung, sind die
Glanz-
punkte dieses Films.
3 weitere Einlagen.
Schärfste Projektion.
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Vollendung.
Rheinstr. 6: Telephon 173.
S92
Heute
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und folgende Tage:
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der sozialdemokratischen
Arbeiterpartei.
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es geht viel Farb’ fort! Ein
Gönner” durch meine Türſpalte
geſchoben, bin ich großen Dank
ſchuldig. Eine Annäherung zum
Zwecke des perſönlichen Danks
würde ich ſehr begrüßen und bitte
daher Ihre geſch. Adreſſe u. J2 i. d.
*5768soi
Exp. d. Bl. niederl. zu wollen. (*
finden ſtreng
diskr. liebevolle
Aufnahme bei
Daien deutſcher
Heb=
amme a. D.
kein Heimbericht, kein Vormund
erforderlich, was überall unum
(VII, 16524
gänglich iſt.
Witwe L. Baer, Nancy
(Frankreich), Rue Paſteur 36.
Verloren
Brillantring
am Sonntag abend im Saale des
„Perkeo‟ Ehrlichen Finder bittet
man, denſelben bei hoher
Be=
lohnung auf der Expedition dieſes
Blattes abzugeben. (*5945im
oldene Damenuhr mit
Sprung=
deckel u. ſilberner Kette am
Sonntag, den 17. cr., bei einem
Spaziergange durch die innere Stadt
verloren. Der ehrliche Finder
wolle dieſelbe gegen gute
Be=
lohnung auf dem Polizeiamt
ab=
geben.
(17347im
Wodg, am 1. Anguſ 1901.
Waſſerhöhe am Pegel 3,80 m.
Luftwärme 14‟ C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 170 C.
Woog=Polizei=Wache.
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des 18. Armeekorps
am 13. August 1913 in Mainz.
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über 400 Mk. Für den 1.
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bar. Es darf nur mit kleinen
Kugeln geworfen werden. Um
jeder weiteren Anfeindung von
Seiten nicht in Betracht kommender
Konkurrenz für immer zu
entgeg=
nen, genügen die Unterſchriften.
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Inhaber des „Roten Löwen”
und i. V.
Friedrich Jacobi.
NB. Das 1. Preiskegeln war in
12 Tagen aus, das Jetzige iſt ſchon
über die Hälfte geworfen. (*6029
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Anguſt 1913.
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Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
24
Brigitte ſuchte vergebens Anita zur Wiederaufnahme
der gemeinſamen Spaziergänge zu bewegen. Sie brauche
nicht zu befürchten, ihren Bruder Wolf zu treffen. Der
habe eingeſehen, daß es beſſer ſei, er meide ihren Umgang.
Und warum ſollten die zwei Frauen denn auf ihre
Erhol=
ungsſpaziergänge verzichten?
Ich muß die freie Zeit wahrnehmen, um neue
Ge=
ſangsſtücke einzuſtudieren und meine Garderobe für die
arbeitsreiche Zeit des Winters inſtand zu bringen, ſagte
Anita. Doch da ſie ihre Sachen immer in Ordnung hielt,
gab es wenig zu tun für ſie, und ſie empfand auch geradezu
einen Widerwillen, eine Hand für ſich zu rühren. Doch
auch zu ſingen und zu ſpielen war ſie nicht fähig. Eine
ſonderbare Ruheloſigkeit jagte ſie immer wieder empor zu
zweckloſer Tätigkeit im Haushalt, oder ſie ſaß ſtundenlang
vor ſich hinbrütend und den Stimmen der inneren Angſt
lauſchend. Die mahnten und bohrten, wie es werden
ſollte, und machten ihr bittere Vorwürfe über ihren
Müßiggang. Sie ſchämte ſich, aber ſie beſaß nicht die
Macht, ſich zu ändern.
Eine Antwort auf ihren Brief an den Notar hatte ſie
nicht erhalten. — Warum auch ſollte man ſich die Mühe
des Schreibens machen? Man würde abwarten, bis die
Zeit der Einſchulung Heinis gekommen ſei und dann zu
Handlungen ſchreiten. Dann erſt würde der rechte Kampf
für ſie beginnen — und ſie war jetzt ſchon ſo müde.
Harto ſchüttelte den Kopf, wenn er Anita ſo energie=
und intereſſelos ihren Tag durchleben ſah; wenn ſie oft ſo
niedergedrückt war, daß ſelbſt Heini die Mutter nicht
auf=
zuheitern vermochte.
Warum malen Sie nicht, wenn Sie nicht Luſt zum
Spielen und Singen haben? mahnte er.
Ich kann nicht! entgegnete ſie und dabei blieb es.
Wir müſſen ihr wieder Arbeit ſchaffen, je mehr, deſto
beſſer, ſagte er zu Brigitte. Sie iſt von Jugend auf an
anſtrengendes Schaffen gewöhnt und beſitzt vielzuviel
Tätigkeitsdrang, um eine unfreiwillige Muße nicht eher
als Strafe, denn als Glück zu empfinden.
Aber als Brigitte eines Tages kam, um Anita im
Namen der Gräfin Steinberg, einer Tante der Steltzes,
eine Einladung zu einem Gartenfeſt zu überbringen, mit
der ſpeziellen Bitte, einige Lieder ſingen zu wollen, ergriff
Anita dieſe Gelegenheit zur Betätigung durchaus nicht
mit Begeiſterung.
Es wird auf dem Feſt eine Verloſung zugunſten eines
Arbeiterinnenheims veranſtaltet. Sie werden alſo Ihre
Kunſt gewiſſermaßen, wie Sie wünſchen, in den Dienſt
der Wohltätigkeit ſtellen, ſchloß Brigitte, ihr Zögern
be=
merkend.
Die Gräfin kennt mich ja gar nicht, ſagte Anita. Sie
weiß nicht, ob ich ihr mit meinem Geſang nicht das ganze
Programm verderbe.
Sie kennt Sie durch Ihre Schülerin, die Baroneſſe
Schölterlin, Außerdem genügt meiner Tante meine
Emp=
fehlung.
Dann haben Sie die Gräfin ſicher gebeten, mich ſingen
zu laſſen? — Es klang ſehr mißtrauiſch, aber Brigitte
er=
klärcte mit vollkommener Ruhe, daß ihre Tante in großer
Verlegenheit geweſen ſei, weil die meiſten der ihr
bekann=
ten Künſtler und Künſtlerinnen, die ſonſt auf ihren Feſten
mitgewirkt hätten, ſchon abgereiſt wären. Da habe ſie
Anitas Namen nur zu nennen brauchen
Sie hat durch die Baroneſſe Schölterlin ſchon
viel Gutes und Schönes von Ihnen gehört, Anita,
und ich habe ihr ausdrücklich verſprechen müſſen, daß Sie
ſich als Gaſt der Gräfin für das ganze Feſt betrachten
wollen und nicht etwa nur kommen, um zu ſingen.
Anita dachte einen Augenblick nach: Man wird für
ein Sommerfeſt natürlich wünſchen, daß ich leichte, heitere
Lieder vortrage, und das gelingt mir jetzt nicht.
Wie wäre es denn mit Volksliedern?
Ja, die könnte ich ſingen.
Herrlich! Das ſind ja gerade Ihre Glanznummern!
Alſo Sie werden kommen?
Anita zögerte noch ein Weilchen, dann reichte ſie
Bri=
gitte herzlich die Hand. Es iſt ſo undankbar von mir,
nicht ſofort freudig zuzuſtimmen. Sie mühen ſich um mich,
ich erkenne das aufrichtig an, aber es wird mir ſchwer,
von der mir liebgewordenen Gewohnheit des Alleinſeins
zu laſſen und wieder unter Menſchen zu gehen. Doch ich
will kommen. Ich ſehe ja ein, daß es notwendig für
mich iſt.
Und nachdem ſie ſich erſt einmal zu dem Entſchluß
auf=
gerafft hatte, nahm er bei ihrem impulſiven Naturell auch
ſofort ihre Gedanken gefangen.
Seite 10
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Auguſt 1913.
Nummer 193.
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(17286soi
„Ich mußte mich vor 2 Jahren
am Hals wegen einer
Brasen
anſchwellung operieren laſſen. Die
Wunde iſt längſt vernarbt, trotzdem
waren die Drüſen im Januar wieder
ſtark angeſchwollen. Auf ärztl.
Rat trank ich Altbuchhorster
Mark-Sprudel Starkquelle
(Jod=Eiſen=Mangan=
Kochſalz=
quelle). Der Erfolg war
über=
raſchend. Schon nach 6 Fl. waren
die Drüſen zu meiner größten
Freude völlig zurückgegangen. Ich
werde den Markſprudel immer
trinken er ſchmeckt prachtvoll, wirkt
appetitanregend,
verdauungför=
dernd und blutverbeſſernd und
be=
kommt mir viel beſſer als Lebertran,
den ich früher trank. H. G.‟ Aerztl.
warm empf. Fl. 65 u. 95 Pf. in der
En=
gros=Niederlage Friedr. Schaefer
u. in d. Hofdrogerie Chr. Schwinn,
Rheinſtraße 8.
(IV,11047,26
Das Feſt ſollte bereits in einer Woche ſtattfinden, und
ſie hatte vollauf zu ſchaffen, um ohne fremde Hilfe und
mit möglichſt wenigen Unkoſten eine elegante Toilette für
den Zweck herzurichten. Denn ſie mußte durchaus
auf=
itreten, wie es der Witwe eines Drewensberg gebührte,
wenn ſie auch nur eine einfache Muſiklehrerin war.
Sie werden hoffentlich nicht vollkommen ſchwarze
Ge=
wänder für den Feſttag wählen, ſagte Harto, als Anita
Wolken von ſchwarzem Tüll um ſich aufſtapelte. Sie
ver=
derben ja den Leuten die Stimmung, wenn Sie am
ſonni=
gen Sommertag unter ihren farbenfreudigen Geſtalten
wie eine Nonne umherwandern. Und man wird meinen,
Sie wollten ſich nur möglichſt intereſſant machen.
Pfui, Harto, wie können Sie mir das ſagen! Ich
werde überhaupt nicht mehr andere wie ſchwarze Kleider
tragen, aber die Laune will ich keinem damit verderben.
Und ſie unternahm die große Arbeit, in den glatten
Tüll mit Silberfäden zierliche Aehren zu ſticken. Das
nahm dem ſchwarzen Stoff das Düſtere und gab ihm
et=
was ſommerlich Feſtliches. Es wurde ein Kleid von
aparter und wahrhaft feenhafter Wirkung.
Sie beſaß von der Zeit her, in der ſie als blutjunges
Mädchen in Gemeinſchaft mit der Mutter mit derlei
Stickereien den Lebensunterhalt verdienen mußte, noch
genügend Uebung, daß das Werk ihr raſch von Händen
ging. Aber ſie mußte doch täglich bis in die halbe Nacht
hinein arbeiten, um es zu ſchaffen. Hartkopf ließ ſie ſtill
gewähren. Sie ſah trotz der Anſtrengung jetzt friſcher aus
als vorher bei der unfreiwilligen Raſt.
11. Kapitel.
Einige Tage vor dem Feſt gab Anita ihre Karte bei
der Gräfin ab, wurde angenommen und ſehr herzlich
empfangen. Sie habe ihren verſtorbenen Mann gekannt,
ihlte
Gräfin, und
ch auch d=
Frau die Hand drücken zu können.
Anita erſchrak. Wenn die Gräfin ihren Mann
ge=
kannt hatte, würde ſie vielleicht auch um die
unerquick=
lichen Familienverhältniſſe wiſſen, und vielleicht würden
noch andere Herrſchaften auf dem Feſt anweſend ſein, die
mit den Drewensbergs bekannt, befreundet oder gar
ver=
wandt waren. Daran hatte ſie bis zu dieſem Augenblick
nicht gedacht.
Sie hatte die fünf Jahre ihrer Ehe ſehr ſtill und
häus=
lich mit ihrem Mann verlebt, zufrieden, wenn ſie ihm
un=
geſtört angehören durfte. Die Berührung mit ſeinen
Kreiſen brachte gewöhnlich nur Aufregung, Aerger und
Kümmerniſſe für ſie mit ſich, darum mieden ſie ſich lieber.
Als jetzt Anita zu der Erkenntnis kam, daß es für ihren
Beruf notwendig ſei, in den vornehmen Kreiſen
Bekannt=
ſchaften zu machen, war ihr merkwürdigerweiſe gar nicht
der Gedanke gekommen, daß ſie da Freunde der Familie
Drewensberg treffen könne. Ein ſo altes, bekanntes
Adels=
geſchlecht aber hat unter den Standesgenoſſen Beziehungen
und Verbindungen nach allen Seiten. Durfte ſie es auf
unliebſame Begegnungen ankommen laſſen?
Doch zu dieſen Erwägungen war es für diesmal zu
ſpät. Hier gab es kein Zurück mehr. Die Gräfin hatte
ihr Feſtprogramm mit Berückſichtigung von Anitas
Ge=
ſangsvorträgen zuſammengeſtellt und würde durch ihre
Abſage in große Verlegenheit geraten
Und dann kam auch ihr Stolz. Brauchte ſie ein
Zu=
ſammentreffen mit dem Anhang der Drewensbergs zu
fürchten? Brauchte ſie vor einem einzigen Menſchen die
Stirn zu ſenken?
In einem Augenblick hatte ſie das überdacht, und
jetzt hob ſie den Kopf mit der ihr eigenen Geſte voll Stolz
Lürde, die einen ſo feſſelnden Kontraſt zu dem
lie=
benswürdigen Ausdruck ihres Geſichts bildete, und ſagte
lächelnd:
Ich fürchte, Frau Gräfin werden ſehr enttäuſcht ſein.
Ich habe wenig geſungen in letzter Zeit und kann nur mit
einigen anſpruchsloſen Volksliedern debütieren.
Gott ſei Dank, daß Sie das Feingefühl haben, meine
liebe Drewensberg, uns auf einem Feſt im Freien nicht
mit Koloraturen aufwarten zu wollen. Aber nach dem,
was ich von Ihnen gehört habe, durfte ich das allerdings
erwarten. Sie haben einen beredten Anwalt in meiner
Nichte Brigitte.
Ich bin Fräulein von Steltz viel Dank ſchuldig, ſie
nimmt ſich meiner nach jeder Richtung an.
Wer? fragte die Gräfin verwundert
Fräulein von Steltz. Die Gräfin beſann ſich plötzlich.
Ach ja . . . ja, ſagte ſie, wir ſprechen ja von der
Bri=
gitte.
Das Schlößchen der Gräfin lag außerhalb Berlins
in einem wundervollen großen Park. Brigitte und Anita
wurden vom Wagen der Gräfin abgeholt, zuerſt Brigitte,
und als er dann bei Anita hielt, huſchte ſie ſelber die
Treppe hinauf, um die Freundin zu rufen.
Brigitte trug ein koſtbares Spitzenkleid, ein
Familien=
erbſtück. Der gelbliche Ton der Spitzen und das weiche,
ſchmiegſame Material harmonierten vortrefflich mit ihrem
zarten, leichtverblühten Teint und den mattroſa Roſen, die
Brigitte am Gürtel befeſtigt hatte. Dazu das feine, ſchmale
Geſicht mit den ernſten, verſonnenen Augen, der blaſſe,
herb geſchloſſene Mund, das reiche aſchblonde Haar, es
war das Bild einer in Leid verklärten, diſtinguierten
Schönheit.
(Fortſetzung folgt.)
„ 56.
Dienstag, 19. Auguſt.
1913.
An die Schulvorſtände der Landgemeinden des Kreiſes.
Trotz mehrfacher Warnungen durch die Behörden iſt der grobe und gefährliche
Unfug, nach vorüberfahrenden Fuhrwerken und Fahrzeugen, insbeſondere
Auto=
mobilen, mit Steinen zu werfen, noch nicht beſeitigt. Beſonders ſind die geſchloſſenen
Automobile dieſer Beläſtigung ausgeſetzt, und häufig dann, wenn die Inſaſſen mit
Rückſicht auf den Straßenverkehr durch die Ortſchaften langſam fahren.
Ebenſo ſind ſonſtige Beläſtigungen des Fuhrverkehrs, insbeſondere das
abſichtliche Stehenbleiben auf der Fahrbahn bei herannahenden Fahrzeugen,
das Anſchreien vorüherfahrender Fuhrwerke und Fahrzeuge, das Nachlaufen
und Anhängen an die Fuhrwerke ungehörig und oft ſehr gefährlich.
Dieſem Unweſen kann nur dann wirkſam geſteuert werden wenn ihm neben
den polizeilichen Behörden auch die Schulverwaltungsſtellen mit allem Nachdruck
ent=
gegentreten.
Wenn Schulkindern die Obhut kleiner Kinder anvertraut iſt, wie dies auf dem
Lande häufig vorkommt, ſo haben dieſelben ihr beſonderes Augenmerk darauf zu
richten, daß die Kinder von der Fahrbahn wegbleiben und daß ſie die Fahrbahn nur
dann überſchreiten, wenn keine Fuhrwerke, insbeſondere keine Kraftfahrzeuge, in der
Nähe ſind.
Wir empfehlen Ihnen daher wiederholt, mit allen Mitteln der Belehrung, der
Verwarnung und, ſofern erforderlich, der Beſtrafung auf die Schuljugend entſprechend
einzuwirken und dabei namentlich auch daran zu erinnern, daß für etwa angerichteten
Schaden die Eltern im vollen Umfange aufzukommen haben würden, ebenſo wie die
Eltern auch, wie aus der nachſtehend abgedruckten Vorſchrift des Heſſiſchen
Polizei=
ſtrafgeſetzes hervorgeht, in Strafe genommen werden können.
Darmſtadt, den 1. Auguſt 1913.
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Auszug aus Artikel 44 des Heſſiſchen Polizeiſtrafgeſetzes.
Wenn Eltern, Vormünder oder andere Perſonen, deren Obhut Kinder unter
12 Jahren oder ſonſtige unzurechnungsfähige Perſonen (§§ 51 und 55 des Deutſchen
u
ſehlen laſſn und dieſe während der Zeit, wolſie ohne ſolche Aufſicht waren eine mit
Polizeiſtrafe bedrohte Handlung begangen haben, ſo werden die zur Beaufſichtigung
verpflichteten Perſonen beim erſten Fall polizeilich verwarnt, im Wiederholungsfalle
aber bis zu einem Dritteile der auf die Uebertretung ſelbſt geſetzten Strafe belegt.
An die Ortspolizeibehörden der Landgemeinden und die Gendarmerie
des Kreiſes.
Sie wollen nachdrücklich darauf achten, daß von den durch die Ortſchaften
fahrenden Kraftfahrzeugen die vorgeſchriebene Fahrgeſchwindigkeit (15 Kilometer
in der Stunde) nicht überſchritten wird. Bei Zuwiderhandlungen iſt das Kennzeichen
zu notieren und Anzeige zu erheben. Auch Pferdefuhrwerke dürfen durch die
Ort=
ſchaften nicht übermäßig ſchnell fahren.
In engen Ortsſtraßen, desgleichen beim Bergabfahren auf ſteilen Ortsſtraßen,
ſowie beim Ein= und Ausfahren in oder aus Höfen oder Häuſern und an Orten,
wo die Paſſage durch den Zuſammenfluß von Menſchen verengt wird, darf niemand
anders als im Schritt fahren oder reiten.
Darmſtadt, den 1. Auguſt 1913.
(17267
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die Ortsdurchfahrt Eberſtadt (Heidelbergerſtraße) von der Modaubrücke
bis zur Schulſtraße iſt behufs Einlegens eines Entwälſerungskanals von Montag,
den 18. d. Mts. ab auf ca. 2 Wochen für Fuhrwerke, Automobile, Motorräder und
dergl. geſperrt. Der Verkehr geht auf dieſe Dauer durch die Kirchſtraße.
Die Großh. Bürgermeiſtereien Eberſtadt, Bickenbach, Seeheim und Pfungſtadt
wollen Vorſtehendes in ortsüblicher Weiſe bekannt geben.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
(17194si
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 deutſche Schäferhunde. 1 ſchottiſcher Schäferhund,
1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
10 Uhr, ſtatt.
(17363
Bekanntmachung.
Die Bruſtſeuche in der Pferdeſtallung des Hauſes
Eſcholl=
brücker Straße Nr. 10 iſt erloſchen.
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1913.
(17362
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Oeffentliche Impfung.
Unentgeltliche Impf= und Nachſchautermine finden, ſolange
Be=
dürfnis, jeden Mittwoch, nachmittags von 5—6 Uhr, im
Schul=
haus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr geborene, ſowie für
Atere mit der Impfung im Rückſtande verbliebenen Kinder ſtatt.
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
(14133a
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 20. Auguſt I. J., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich in meinem Verſteigerungslokal am weißen Turm
Ernſt=Ludwigſtraße Nr.
auf freiwilligen Antrag, wegen Auflöſung des Haushaltes, folgende
Gegenſtände:
2 Sofas mit je 2 Seſſel, 1 Diwan, 1 Salonſchrank, 1 Dipl.=
Schreibtiſch, 1 Trumeau mit Spiegel, 1 Teppich, 1 Gobelin,
1 Büfett, 1 Serviertiſch, 1 Ausziehtiſch, 2 kompl. Betten,
1 Waſchkommode, 2 Nachttiſche, 2 Kleiderſchränke, 1
Kom=
mode, 1 kleines Schränkchen, 2 Tiſche, verſchiedene Stühle,
2 Bauerntiſche, 1 Nähtiſch, 2 Etageren, 1 Regulator, 1
Flur=
garderobe, 1 Spiegel, Bilder, Vorhänge und Portiéren,
1 weißlackierte eiſerne Bettſtelle mit Matratze und Bettwerk,
1 Nähmaſchine, noch ſehr gut, 1 Linoleum=Vorlage, 1
Waſch=
maſchine, 1 Zinkbadewanne, 1 Weinſchrank, ferner die ganze
Kücheneinrichtung nebſt Gasherd u. a. m.
Die ſämtlichen Gegenſtände ſind ſehr gut erhalten.
Eine Partie Damenkleider werden gleichfalls ausgeboten.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(17220si
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1913.
Erast Wolkk, Amtsgerichtstarator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 20. Auguſt 1913, vormittags 11 Uhr
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration „zur
Roſenhöhe‟) dahier folgende Pfänder:
Kleiderſchränke, Sofas, Spiegelſchränke, Vertikos, Tiſche,
Sekretäre, Schreibtiſche, Trumeauxſpiegel, 1 Jalouſieſchrank,
1 Ruhebett, 1 Schreibmaſchine, 1 Fahrrad. 1
Sprech=
apparat, Amboſſe, Bohrmaſchinen, Schraubſtöcke, 1
Eiſen=
ſcheere, 1 Handkarren und 1 Landauer
durch den Unterzeichneten verſteigert.
(17376
Berbert, Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.
Verſteigerung von Moosſtreu.
Donnerstag, den 21. Auguſt I. Js., vormittags 10 Uhr,
ſollen im Rathaus dahier ca. 116 Haufen Moosſtreu aus Diſtrikt
Klingsackertanne öffentlich meiſtbietend verſteigert werden.
Eberſtadt, den 13. Auguſt 1913.
(17350
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Volkert’s Anstands- und Tanzlehr-Institut
Elisabethenstr. 17, I., Ecke Wilhelminenstrasse.
Liste zum Einzeichnen für die Winterkurse liegt jederzeit offen
Sämtliche mabgebenden Neuerscheinungen, auf dem
Gebiete des gesellschäftlichen Tanzes sind in unseren Lehrplan
aufgenommen.
(16532a
H. Volkert und Tochter.
Privat-Unterricht jederzeit. —
Unterricht in modernen Tänzen.
Vor-steep, One-steep,
Ragtime. Pariser und Berliner Tango.
Schreinerarbeiten.
Das Liefern und Verlegen von
150 am Fußboden aus
vitch-
pine in der Stadtknabenſchule I
am Ballonplatz ſoll vergeben
werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Mittwoch, 27. Auguſt 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(17381im
Darmſtadt, 18. Auguſt 1913.
Stadtbauamt.
Burbaum.
Bekanntmachung.
Dienstag, 26. Auguſt I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die der Firma Bruſt & Poſt,
vormals P. Graef, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung, zu
Darm=
ſtadt zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur S. am
XVI 175 3382 Hofreite im
Bach=
gang 20,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(B52/13
verſteigert werden.
Darmſtadt, 16. Juli 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,15746
Die auf der Labdeſtraße des
frühe=
ren Heſſiſchen Ludwigs=
Bahn=
hofs in Darmſtadt (Zugang von
der Lagerhausſtraße) lagernden,
fürEiſenbahnzwecke unbrauchbaren,
hölzernen Schwellen ſollen am
Freitag, den 29. Auguſt,
vor=
mittags 9 Uhr, an Ort und
Stelle öffentlich verſteigert
wer=
den. Zum Verkauf kommen
un=
gefähr 1100 Bahnſchwellen und
1000 m Weichenſchwellen. Die
Be=
dingungen werden im Termin
be=
kannt gegeben.
(IV,17356,73
Großh. Heſſ.
Eiſenbahnbau=
abteilung Darmſtadt.
Vergebung von
Küchenbedürfniſſen.
Die Küchenbedürfniſſe für das
III. Bataillon 2. Reſerve=
Infan=
terie=Regiments XVIII.
Armee=
korps, das vom 24 September
bis 7. Oktober ds. Js. auf dem
Truppenübungsplatz bei
Darm=
ſtadt zuſammengezogen wird,
ſo=
wie Spülicht und Küchenabfälle
des genannten Bataillons ſollen
(17346im
vergeben werden.
Angebote ſind im verſchloſſenen
Umſchlag mit entſprechender
Auf=
ſchrift an die Kaſſenverwaltung
des II. Bataillons Infanterie=
Regiments Nr. 118 in Worms
bis zum 28. Auguſt einzureichen.
ee
Dünger=Verkauf.
Donnerstag, den 21. Auguſt,
von 8 Uhr vormittags ab,
wird auf dem vorderen Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend=
(17349im
verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23.
Ein vornehmes herrſchaftliches
Geſpann
ungariſche Fuchswallache,
neun=
jährig, 1,70 m hoch, tadellos einge=
fahren, abſolut ſtadt= u. autoſicher,
(*5493dsi
iſt preiswert zu verk.
Näheres beim Kutſcher, Prinz
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, 20. Auguſt 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Lndwigshalle” (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Schreibtiſch mit Aufſatz, 1 Weißzeugſchränkchen,
1 Chaiſelongne, 1 zweitürigen polierten Kleiderſchrank,
1 eintürigen Kleiderſchrank, 1 Waſchtiſch mit Marmor=
und Spiegelaufſatz, 1 Spiegelſchrank, 1 Büfett,
1 Diwan, 2 Vertikows, 1 vollſtändiges Bett, 1
Bett=
ſtelle mit Sprungrahmen und dreiteiliger Matratze,
6. Stühle mit hoher Lehne, 2 Sofas, 1 Uhr (
Frei=
ſchwinger), verſchiedene Bilder und ſonſtige
Haus=
mobilien, 1 Nähmaſchine, 1 Ladentheke, 1 Ladenkaſſe,
2 Dezimalwagen, 1 zweirädigen Handkarren, 3
Jahr=
räder (darunter 1 Damenrad).
Verſteigerung vorausſichtlich beſtimmt.
(17377
Darmſtadt, den 18. Auguſt 1913.
Kapp.
Großh. Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt.
ges
Grossh. Techn. Hochschule zu Darmstadt.
Abteilungen für Architektur Ingenieurwesen, Maschinenbau,
Papieringenieurwesen, Elektrotechnik, Chemie (Elektrochemie und
Pharmazie). Allgemeine Abteilung (insbesondere für Mathematik
und Naturwissenschaften). Kursus für Geometer I. Klasse.
Prü-
fungen zur Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs und
der Würde eines Doktor-Ingenieurs, Fachprüfungen,
Reichs-
prüfung für Pharmazeuten und Nahrungsmittel-Chemiker (
Gegen-
seitige Anerkennung der Diplom-, Vor- und Hauptpritung in
Hessen und Preussen für den Staatsdienst im Hochbau-,
Inge-
nieurbau- und Maschinenbaufache). Beginn des Studiums im
Herbst oder zu Ostern. Aufnahmen vom 17. Oktober bis 17.
No-
vember. Beginn des Unterrichts 21. Oktober. Programm gegen
postfreie Einsendung von 60 Pfg., Ausland 80 Pfg. (IV,17343,131
Das Rektorat.
„Cyps
Darmstädter Sprach- u. Handelsschule
Leiter: Emil Held und Hieron. Schneider.
Am 7. Oktober beginnen neue:
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in allen kaufmännischen Fächern, Stenographie
und Masehinenschreiben, sow. fremden Sprachen.
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Kurse am 1. Sepfember. — Befreiung vom
obligatorischen Unterricht.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Auguſt 1913.
Nummer 193.
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Dr. Heyer, Hügelſtr. 57,
Dr. Leydhecker, Heinrichſtr. 23,
S.-R. Dr. Maurer, Steinſtr. 32,
S.-R. Dr. L. Orth,
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ſtraße 57,
Dr. Sior, Hochſtr. 60.
S.-R. Dr. W. Orth
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Dr. Leydhecker, Heinrichſtraße 23
S.-R. Dr. Habicht, Kaſinoſtraße 2
S.-R. Dr. Maurer, Steinſtraße 32
Dr. Heyer, Hügelſtraße 57
S-B. Dr. Orth IV., Bismarckſtraße 57
Dr. Sior, Hochſtraße 60
die Güte haben mich zu vertreten.
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1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
„§ 193.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 19. Auguſt 1913.
Nummer 193.
Luftfahrt.
sr. Das Gothaer Aeroplan=Turnier das
durch den zum erſten Male bei einem Flugmeeting in
Aktion tretenden Totaliſatorbetrieb ein beſonderes
Inter=
eſſe erhält, nahm am Samstag nachmittag bei ſtürmiſchem
Wetter und mäßigem Beſuche ſeinen Anfang. Von den
Teilnehmern wagte ſich als Einziger Stoeffler auf
Alba=
tros=Doppeldecker für Bombenwurf=Wettbewerb heraus.
Er erreichte bald eine Höhe von 600 Metern, von wo aus
er fünf Geſchoſſe warf, von denen zwei ihr Ziel erreichten.
Nachdem Stoeffler wieder gelandet war, wurde das
Wet=
ter noch ſchlechter, ſo daß ſich die Leitung des
Luftfahrver=
eins Gotha, die Veranſtalterin des Meetings entſchloß, die
Konkurrenz abzubrechen. Der Totaliſator trat
naturge=
mäß infolge dieſes einzigen Bewerbers nicht in Kraft.
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(Maſſon), 2. Adlershorſt (Naſh), 3. Mansfeld (
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haupt). Tot. 95:10, Pl. 24, 13, 14:10. Unpl.: Kaſſander
(4), Little Red Rat, Gondola, Vanitas, Sarolta, Totchic.
Ueberlegen, 6—4—3 Lg. — Ehrenbogen=Rennen; 13000
Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn E. von Bennigſens
Floh (Liſter), 2. Harmonia (Ted Rice), 3. Herzeleid
(Warne). Tot. 134:10, Pl. 39, 42, 70:10. Unpl.:
Palaſt=
dame (4), Coeur Dame, Winni, Alabaſter, Rabenſteiner,
Panna, Pracht Ueberlegen 2 Lg.-Kopf-1½ Lg.
Rubin=Hürdenrennen; 4500 Mark, Diſtanz 2400 Meter:
1. Herrn H. Wenckes Samhara (Weishaupt), 2.
Hammer=
ſchlag (Wurſt), 3. Reform (Lufta). Tot. 149:10, Pl. 44,
24, 57110. Unpl.: Quodlibet (4), Dulderin (gef.), Caſa,
Schneid (ausgebr.), Sarah (gef.), Abdul, Carina,
Wan=
derluſt, Haſard. Leicht, 4—3—6 Lg. — Auguſt=Handikap:
5000 Mark, Diſtanz 1800 Meter: 1. Herrn Perchners
Pil=
gramsberg (O. Müller), 2. Vogelfrei (Bleuler), 3.
Lyſan=
der (Slade). Tot. 58110, Pl. 22, 21, 18:10. Unpl.: Pacific
(4), Pakt, Bürgermeiſter, Longfellow, Kaſſala, Sherlock
Holmes, Querulo. Leicht, 2—1½—4 Lg. —
Fortuna=
Preis; Ehrenpreis und 120000 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1. Herrn W. Reichſteins Pilgrim (Weishaupt), 2. Ovation
(Ault), 3. Brabant (V. Roſak). Tot. 27110, Pl. 17, 34:10.
Unpl.: Clown (4), Auguſt von Wichendorf (gef.), Sühne.
Sehr ſicher, 2—1½—4 Lg. — Tribünen=Rennen; 5000 Mk.,
Diſtanz 1200 Meter: 1. Herrn J. Beutlers Kluge Elſe
(Rice), 2. Friſchgeſell (Slade), 3. Varus (Warne). Tot.
48:10, Pl. 15, 20, 12110. Unpl.: Saturn (4), Orakel,
Theo=
doſius, Matze, Graubart. Kampf, Kopf-1½—½ Lg.
Preis von Oranienburg; 6000 Mark, Diſtanz 3000 Meter:
1. Herrn F. von Schmidt=Paulis Dandalo (Weishaupt),
2. Reichsritter (Theilen), 3. Klara (Martin). Tot. 191:10,
Pl. 32, 16, 28:10. Unpl.: Huſarenliebe, Lohengrin II
Mainau II, Fiſchotter, Die letzte (gef.), Ortrud. Leicht,
1½—3 Lg.
Magdeburg. Panduren=Jagdrennen; Ehrenpreis
und 2000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Herrn E. v. Lieres
Lantry (Leutn. Prinz Bentheim), 2, Americana (Leutn.
Frhr. von Wangenheim), 3. Lagadere (Leutn. v. Zobel).
Tot. 25:10, Pl. 15, 29110. Unpl.: Le Sicambre, Queens
Flight, Dan Mac Gregor. Sicher, 1 Lg.-Kopf. — Graf
Renard=Jagdrennen; Ehrenpreis und 4000 Mk., Diſtanz
4000 Meter: 1. Leutn. Graf Bethuſy=Hues Bulawayo (Lt.
Graf Holck), 2. Feſtival (Leutn. von Platen), 3. Alike
(Leutn von Herder). Tot. 16110, Pl. 12. 14, 23:10. Unpl.:
Goldrock, Haarkünſtler, Banagher II, Ejjel Nappal.
Hunters Flachrennen; Ehrenpreis und 2800 Mark, Diſtanz
3000 Meter: 1. Herrn P. Mecklenburgs Sigurd (Leutn.
von Moßner), 2. Zandvoort (Leutn. von Keller), 3.
Gon=
dolier (Leutn. von Hohberg). Tot. 29110, Pl. 12, 11, 15:10.
Unpl.: Jaque, Caroling, Maupaſſant, Herkus Monte.
Kronprinzen=Preis; Ehrenpreis und 64000 Mark, Diſtanz
5000 Meter: 1. Herrn A. R. Olſens College (Leutn. von
Platen), 2. Wackerlos (Leutn. Graf Holck), 3. Hadwiga
(Leutn. v. Egan=Krieger). Tot. 682:10, Pl. 144, 23, 32:10.
Unpl.: Hart (4), Perdita (5), Flittergold (ref.),
Turan=
dot, Pilis (gef.), Florian, Haſchich, Kommandant,
Chan=
tecler, Prognoſe. Sicher, 1½ Lg.-Hals. — Fürſt zu
Stol=
berg=Wernigerode=Steeple=Chaſe; Ehrenpreis ſund 10000
Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. Rittmeiſter Graf Strachwitz’
South (Leutn. Graf Saurma), 2. Emma Olivia (Herr
Herfeld), 3. Yamethen (Leutn. von Platen). Tot.:
Peri=
phraſe (4), Samum (ausgebr.). Kampf, Kopf—3—½ Lg.
Verkaufs=Jagdrennen; Ehrenpreis und 3000 M., Diſtanz
3200 Meter: 1. Leutn. von Wangenheims Mr. Girdle (
Be=
ſitzer), 2. Bakers Lad (Lt. von Moßner), 3. Boryſthene
(Leutn. von Schlotheim). Tot. 30110, Pl. 15, 16, 38:10.
Unpl.: Szeszely (4), Queens Kirk, Micado IV, Billy Gogt
Llandludno, Chauri. Leicht, 2—3 Lg. Roſenberg=
Jagd=
rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 4000 Meter:
1. Herrn W. von Kellers Mimi (Leutn. Graf Holck), 2
Saint Nihiel (Leutn. Graf Saurma), 3. Snewdons
Knight (Leutn. von Hohberg). Tot. 24:10, Pl. 12, 12110.
Unpl.: Paſſing Fair (4), Mark Gamp (angeh.). Leicht,
1½—8—3 Lg.
sr. Radrennen. Friol, Fliegermeiſter von
Frankreich. Auf der Pariſer Prinzenparkbahn gelangte
am Sonntag die Fliegermeiſterſchaft von Frankreich zur
Entſcheidung. In den einzelnen Vorläufen ſiegten
Per=
chicot, Hourlier, Friol, Poulain, Pouchois, Dupré,
De=
voiſſoux, Simeoni und Schilles. Im erſten Zwiſchenlau
unterlag Perchicot, den den Titel zu verteidigen hatte,
überraſchenderweiſe mit nicht weniger als drei Längen
gegen Poulain. Simeoni wurde Dritter. Den zweiten
Zwiſchenlauf gewann Hourlier mit einer halben Länge
gegen Dupré und Schilles, und in dem dritten
Zwiſchen=
laufe ſiegte Friol gegen Puchois und Devoiſſour. Im
Endlauf errang Friol mit einer Länge gegen Hourlier und
Poulain einen ſicheren Sieg. Das Malfahren holte ſich
Texier vor Fournous mit einer Länge und Sergeant,
während der eben erſt aus Amerika zurückgekehrte Berliner
Packebuſch den fünften Platz beſetzte. An dem über zehn
Runden führenden Prämienfahren beteiligten ſich 55
Fah=
rer. Dupré (20 Meter Vorgabe) gewann gegen Ricaud
(230 Meter) und Appelhans (85 Meter).
sr. Fußball. Deutſche Fußballſpieler in
Schweden ſiegreich. Die Expedition des
Hannover=
ſchen Sportvereins 1896 nach Stockholm hat mit einem
ſchönen Erfolg geendet. Die Hannoveraner ſpielten am
Sonntag gegen den ſchwediſchen Meiſter Djurgardens
Idrott Sförening und gewannen nach ausgezeichnetem
Spiele mit 5:3 (Pauſe 4:1). Dagegen unterlag am erſten
Tag die von der Reiſe ſehr mitgenommene deutſche
Mann=
ſchaft mit 2:3 (Pauſe 1:2) gegen den Allmänner
Idrots=
klubben. Etwa 6000 Zuſchauer wohnten den Kämpfen bei.
sr. Die deutſchen Leichtathletik=Meiſterſchaften
gelang=
ten am Sonntag in Breslau auf dem Platze des
Ver=
eins für Bewegungsſpiele im Rahmen der Jahrhundert
Ausſtellung zum Austrag. Reſultate: Diskuswerfen:
1. Willführ=Berlin 39,47,5 Meter, 2. Buchgeiſter=
Charlot=
tenburg 39,21 Meter, 3. Kerker=Seegeberg 38,28 Meter.
Weitſprung: 1. Hagen=Charlottenburg 6,78 Meter, 2.
Zim=
mermann=Braunſchweig 6,77 Meter, 3. Weinſtein=Berlin
6,56 Meter. — 1500 Meter=Laufen: 1. Mickler=
Charlotten=
burg 4112,1, 2. Sorber=Hamburg 15 Meter, 3. Ernſt=
Berlin 20 Meter zurück. — 100 Meter=Laufen: 1. Kern=
München 11,1 Sek., 2. Hermann=Berlin ½ Meter, 3. Rau=
Charlottenburg ½ Meter zurück. — 3000 Meter=Gehen:
1. Buckow=Berlin 13:31, 2. Knothe=Berlin 175 Meter, 3.
Dehner=Ratibor 500 Meter zurück. — Kugelſtoßen: 1. Halt=
München 12,88 Meter, 2. Buchholz=Charlottenburg 12,88
Meter (durch Stichkampf entſchieden). — Stabhochſprung:
1. Harry-L=Duisburg 3,50 Meter, 2. Schickram=Berlin
3,40 Meter, 3. Wege=Charlottenburg 3,10 Meter. — 400
Meter=Laufen: 1. Hermann=Berlin 52,4 Sek., 2. Burkowitz=
Charlottenburg 3 Meter, 3. Hagen=Charlottenburg 4 Meter
zurück. — 3000 Meter=Hindernislaufen: 1. Pauli=Dresden
10447,6, 2. Neumann=Breslau 130 Meter. — 100 Meter=
Hürdenlaufen: 1. Martin=Leipzig 16,1 Sek., 2. Röhr=
Char=
lottenburg. — Hochſprung: 1. Lieſche=Eimsbüttel 1,77
Meter, 2. Förſter=Magdeburg 1,74 Meter, 3. Fredi==
Berlin 1,54 Meter. — Speerwerfen: 1. Buchgeiſter=
Char=
lottenburg 44,85 Meter, 2. Herbſt=Berlin 40,77 Meter,
3. Halt=München 39,10 Meter.
7500 Meter=Laufen:
1. Wagner=Leipzig 24:44,1, 2. Jordan=Berlin 25:02,4,
3. Vietz=Charlottenburg. — 200 Meter=Laufen: 1. Kern=
München 23,6 Sek., 2 Hermann=Berlin 2 Meter, 3. Wilde=
Berlin. — 800 Meter=Laufen: 1. Mickler=Charlottenburg
1:58,4, 2. Amberger=Straßburg 2 Meter, 3. Ernſt=Berlin
25 Meter zurück.
* Allgemeines Lawn=Tennis=Turnier in Bad
Nau=
heim. Unter dem Protektorate Ihrer Königlichen Hoheit
der Großherzogin von Heſſen veranſtaltet der Tornier=
Vorſtand Bad Nauheim am Mittwoch, 20. Auguſt, und
folgende Tage ein Allgemeines Lawn=Tennis=Turnier. Es
finden folgende Wettſpiele ſtatt: Ohne Vorgabe: 1.
Her=
ren=Einzelſpiel, offen nur für aktive und inaktive
Offi=
ziere der Großherzoglich Heſſiſchen Diviſion. Ehrenpreis
Seiner Königl. Hoheit des Großherzogs von Heſſen und
bei Rhein. 2. Herren=Einzelſpiel, Staatspreis des Großh.
Heſſen. 3. Damen=Einzelſpiel, Ehrenpreis der Stadt
Bad Nauheim. 4. Herren=Doppelſpiel, Ehrenpreis der
Bad Nauheimer Tennisfreunde. 5. Damen= und Herren=
Doppelſpiel, Ehrenpreis der Großh. Bade= und
Kurver=
waltung. Mit Vorgabe: 6. Herren=Einzelſpiel. 7. Damen=
Einzelſpiel. 8. Herren=Doppelſpiel. 9. Damen=
Doppel=
ſpiel. 10. Damen= und Herren=Doppelſpiel. Die
Konkur=
renzen 6, 7, 8, 10 werden, ſoweit erforderlich, in zwei
Klaſſen ausgeſpielt. In den Konkurrenzen 3. 4, 5, 8, 9
werden erſte und zweite, in den übrigen Konkurrenzen
auch dritte Preiſe gegeben. Bei ausreichender
Beteilig=
ung werden, falls genügend Zeit vorhanden, Veteranen=,
Junioren= und Troſtſpiele eingeſchoben.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt am 18. Auguſt. Auftrieb durch Händler 101 Schweine,
durch die Bezugsvereinigung 52 Schweine. Schlachtgewicht
50 Kg. Preiſe, 1. Qualität, ausgeſuchte Ware, 84 M.,
2. Qualität. 83 M., 3. Qualität 82 M. Marktverlauf:
Ruhig. Ueberſtand.
— Frankfurt a, M., 18. Aug.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) 1. Rinder: a) vollfleiſchige,
ausgemäſtete höchſten Schlachtwertes, im Alter von 4
bis 7 Jahren, Lebendgewicht 52—57 Mk. (Schlachtgewicht
95—98 Mk.), b) junge fleiſchige, nicht ausgemäſtete und
ältere ausgemäſtete 47—51 Mk. (85—93 Mk.), e) mäßig
ge=
nährte junge, gut genährte ältere 42—46 Mk. (77—85 Mk.).
Bullen: a) vollfleiſchige, ausgewachſene höchſten
Schlacht=
wertes 50—54 Mk. (83—90 Mk.), b) vollfleiſchige, jüngere
46—48 Mk. (80—83 Mk.). Färſen und Kühe: a)
voll=
fleiſchige, ausgemäſtete Färſen höchſten Schlachtwertes
48—50 Mk. (86—89 Mk.), b) vollfleiſchige, ausgemäſtete
Kühe höchſten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 48—51 Mk.
(89—91 Mk.), e) 1. wenig gut entwickelte Färſen 42—47
Mark (81—90 Mk.), 2. ältere, ausgemäſtete Kühe und
wenig gut entwickelte jüngere Kühe 41—47 Mk. (76—87
Mark), d) mäßig genährte Kühe und Färſen 33—40 Mk.
(66—80 Mk.), e) gering genährte Kühe und Färſen 28 bis
32 Mk. (64—73 Mk.). 2. Kälber: a) mittlere Maſt= und
beſte Saugkälber 63—67 Mk. (107—114 Mk.), b) geringere
Maſt= und gute Saugkälber 58—62 Mk. (98—105 Mk.).
3. Schafe: a) Maſtlämmer und Maſthammel 47 Mk. (98
Mark). 4. Schweine: a) vollfleiſchige Schweine von 80
bis 100 Kg. (160 bis 200 Pfund) 63—66 Mk. (81—84 Mk.),
b) vollfleiſchige Schweine unter 80 Kg. (160 Pfund) 63 bis
65 Mk. (80—82 Mk.), e) vollfleiſchige von 100 bis 120 Kg.
(200 bis 240 Pfund) 63—66 Mk. (81—84 Mk.), d)
voll=
fleiſchige von 120 bis 150 Kg. (240 bis 300 Pfund) 63—66
Mark (81—84 Mk.), e) Fettſchweine über 150 Kg. (3 Ztr.)
63—66 Mk. (81—84 Mk.). Auftrieb: Rinder 1473 Stück,
darunter Ochſen 535. Bullen 92, Färſen und Kühe 846,
Kälbeg 271, Schafe 135, Schweine 2260. Marktverlauf:
Rinder langſam, Schweine mäßig, welche beide
Ueber=
ſtand; Kälber, Schafe ruhig, ausverkauft.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.;
Zur Beſoldungsreviſion.
Es wird unter obiger Spitzmarke in Nr. 191 d. Bl.
an zwei vor etwa 14 Tagen erſchienenen Ausführungen
Kritik geübt, die nicht durchweg ſachlich iſt. Die
betreffen=
den Darlegungen ſind zum Teil wortgetreu einem zu
An=
fang dieſes Jahres in der ſüddeutſchen Beamtenzeitung
erſchienenen Artikel entnommen, der den Titel führt „Die
Schullehrer” und in weiten Kreiſen mißbilligt wurde, da
er den Lehrerſtand zu diskreditieren und in dem Erfolg
ſeines berechtigten Strebens zu ſchädigen ſuchte. Ich
halte es für verkehrt, auf ſolchen wiederholt aufgewärmten
Stoff näher einzugehen und bin der Anſicht, daß die
Aus=
laſſungen bezüglich der Beſchäftigung der Lehrer während
der Ferien, Ernennung von Militäranwärtern zu
Turn=
lehrern und dergleichen nicht ernſt genommen werden
können. Meine Angaben in Nr. 181 und 182 d. Bl. halte
ich aufrecht. Sie ſind frei von jeder Spitze gegen einen
anderen Stand und geben bei objektiver Betrachtung
kei=
nerlei Veranlaſſung zu den aggreſſiven Auslaſſungen in
Nr. 191 d. Bl., durch die der Verfaſſer ſeiner Sache einen
ſchlechten Dienſt erweiſt.
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würde ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen, von deſſen
Vorzügen und völliger Unſchädlichkeit ich mich nicht zuvor überzeugt
hätte. Ich habe vielfach Gelegenheit gehabt, zu ſehen und zu hören,
daß die Dunpräparate mit nie verſagendem Erfolg bei offenen Wunden,
Katarrhen, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus, Iſchias=
Lungen= und Rippenfellentzündung, Blinddarm= und Vauchfell,
entzündung u. a. angewandt werden. Mir ſelbſt haben die
Dun=
ſalbe und Dunpillen gegen Rheuma und Anſchwellung der Beine
treffliche Dienſte geleiſtet.
Schweſter K. Sedlmair.
Darmſtadt, 3. Juni 1910.
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Zu haben in den Apotheken in Darmſtadt, oder durch
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lung der Fabrik Hans Heiß, Darmſtadt, Roßdörferſtraße 22. Pro=
(VII1137
ſpekt koſtenlos und frei!
dt.: Dun-Salbe Cerat. resin.
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Strümpfe werden bilig an= und
neugeſtrickt. Näh. Pankratius=
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ſtraße 30½, Hth., part.
Kohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
VII14146) J. Müller, Kiesſtr. 20.
ät. Auſpol. v. Möd.
Spezialltat, uſw., ſowie alle
vorkomm. Schreinerarbeiten (977a
Adolf Zeller. Schützenſtraße 8.
eißnähen u. Sticken w. angen.
Näh. in der Exp. (*5936ims