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176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Werftarbeiterſtreik in Stettin, Hamburg und
Kiel iſt beendet.
Zwiſchen Kaiſer Franz Joſef und König Carol
hat ein herzlicher Depeſchenwechſel ſtattgefunden.
Die ſerbiſchen, griechiſchen, bulgariſchen
und montenegriniſchen Delegierten ſind
von Bukareſt abgereiſt.
Tageskalender zur Geſchichte der
Befreiungskriege.
15. Auguſt 1813: Der Kronprinz von Schweden wird zum
Oberbefehlshaber der Arme Norddeutſchlands
pro=
klamiert.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
Deutſchland und Oeſterreich=
Ungarn.
In einem Teil der Preſſe iſt man bemüht, die
Meinungsverſchiedenheit, die zwiſchen
Deutſchland und Oeſterreich bezüglich der
Frage der Reviſion des Bukareſter Friedensvertrages
zu=
tage getreten iſt, auf perſönliche
Verſtimmun=
gen zwiſchen dem Kaiſer und dem öſterreichiſchen
Thron=
fölger zurückzuführen und beruft ſich auf frühere Berichte
von Vorkommniſſen, die bereits damals als Legenden
be=
zeichnet und inzwiſchen nicht wahrer geworden ſind. Mit
der Aufwärmung derartiger Geſchichten wird weder der
Sache des Dreibundes noch der Diplomatie Oeſterreich=
Ungarns noch Deutſchland gedient, da eine Vertiefung
dieſer Meinungsverſchiedenheit von keiner Seite gewünſcht
wird, vielmehr es im allſeitigen Intereſſe liegt, wenn
dieſe Frage bald wieder aus der öffentlichen Erörterung
verſchwindet, ſo notwendig es auch vielleicht war, dieſe
Meinungsverſchiedenheit, deren Ausgleich hinter den
Ku=
liſſen nicht möglich war, feſtzuſtellen. Auch ſollte eine
kühle Ueberlegung jedem angehenden Politiker ſagen, daß
perſönliche Verſtimmungen, ſelbſt wenn ſie beſtanden
ha=
ben ſollten, doch noch keine derartigen politiſchen Folgen
auslöſen würden, ebenſo wenig wie andererſeits gute
freundſchaftliche Beziehungen der Souveräne politiſche
Differenzen nicht haben verhindern können. Daß dieſe
Gerüchte falſch ſind, und daß von einer ernſten
Verſtim=
mung zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich aus dieſem
Anlaß nicht die Rede ſein kann, dürfte auch am 18. d. M.
der Geburtstag des Kaiſers Franz Joſef beweiſen, den
Kaiſer Wilhelm in Anweſenheit des öſterreichich=
ungari=
ſchen Botſchafters ſtets in Homburg in beſonders
feier=
licher Weiſe zu begehen pflegt.
Ein halbamtliches Rundſchreiben des Wiener
Aus=
wärtigen Amtes beſagt, daß die öſterreichiſche
Re=
gierung ſich entſchloſſen hat, auf eine Reviſion der
Bukareſter Friedensbeſchlüſſe zu
ver=
zichten. Beſtimmend für dies Verhalten Oeſterreichs
ſei die Haltung der ruſſiſchen Regierung, die ſich
entſchloſ=
ſſen habe, von ihrer Forderung der Reviſion
zurückzutre=
ten. Die franzöſiſche Regierung habe Rußland erklärt,
daß Frankreich nicht im Prinzip gegen die Reviſion ſei,
wohl aber gegen eine Abtretung Kawalas und des
Struma=Tales an Bulgarien. Aus dieſem Grunde zog
Rußland ſeine Forderung zurück. Oeſterreich hätte alſo
mit ſeinem Verlangen nach einer Reviſion allein
geſtan=
den. Um dies zu vermeiden, ſehe ſich die öſterreichiſche
Regierung zur Aufgabe ihres Schrittes gezwungen. Die
Wiener Blätter behandeln den Gedanken der Reviſion
be=
reits als erledigt. Die Reichspoſt erklärt dabei, es liege
für Oeſterreich=Ungarn darin, daß die anderen Großmächte
auf ſeinen Rat den Balkan für abſehbare Zeit vor der
Wiederkehr der blutigen Greuel durch ein mäßigendes
Eingreifen Europas zu ſchützen, nicht hören wollen.
keine Demütigung, da es im Konzert der Großmächte nicht
vermögender zu ſein brauche, als es die Großmächte
ge=
genüber der Türkei ſeien.
Bebels Tod.
C Schon ſeit Jahren war Bebel ein Totgeſagter,
dem man es von Monat zu Monat mehr anſah, wie
im=
mer ſeine Kräfte abnahmen, obwohl er ſich mit ſeiner
Rieſenenergie noch immer aufrecht erhielt und gelegent=
lich auch noch im Reichstage das Wort ergriff. Freilich,
daß es ſo ſchnell mit ihm zu Ende gehen würde, hatte
er nicht geahnt, ſondern ſich noch bis zum Schluß mit dem
Gedanken getragen, am Jenger Parteitage teilnehmen zu
wollen.
Durch Liebknecht als urſprünglich patriotiſch geſinnter
Mann in die Gedankenwelt der internationalen
Sozial=
demokratie eingeführt, hat Bebel, der bei ſeiner
demagogi=
ſchen Veranlagung und ſeiner Kampfesnatur der geborene
Oppoſitionsmann war, ſich ſehr bald mit der Leidenſchaft
ſeiner Perſönlichkeit der Verbreitung der
ſozialdemokra=
tiſchen Irrlehre hingegeben und iſt dabei von Anfang an
eigentlich der gleiche geblieben, ohne eine weſentliche
in=
nere Entwickelung durchzumachen. Mit dem Fanatismus,
den man an Renegaten ſo oft beachten kann, hat er die
Tempel und Altäre, an denen er früher geopfert hatte,
ver=
brannt und iſt von Anfang an bis an ſein Lebensende der
folgerichtigſte und unwandelbarſte Feind der bürgerlichen
Geſellſchaft, des nationalen Gedankens und des neuen
Deutſchen Reiches geblieben, dem vielleicht auch einmal die
Sehnſucht ſeiner Jugend gehörte. Wenn in der deutſchen
Soziuldemokratie heute noch der allerdings in der
ſozial=
demokratiſchen Lehre enthaltene Geiſt der
Vaterlands=
loſigkeit lebt und das natürliche Gefühl der
Vaterlands=
liebe überwluchert, ſo iſt das in erſter Linie auf Bebels
Konto zu ſetzen, der eben ſo ſehr ein Prophet des Haſſes
gegen alles Deutſche und alles Nationale geweſen iſt, wie
ein Prophet der marxiſtiſchen Theorie von der Umkehrung
aller bisherigen politiſchen Werte. Auch ſeine Gegner
müſſen in dieſer Hinſicht ſeinen Mut, ſeine Opferwilligkeit
und Konſequenz anerkennen, mit der er, verlacht.
bekämpft und mit Gefängnis beſtraft, doch immer wieder
mit ſeiner alten Kraft und Elaſtizität ſich in den Dienſt
der Sozialdemokratie geſtellt hat.
Was die Sozialdemokratie heute iſt, verdankt ſie zum
größten Teil ihm. Zeitlebens hat er gegen jeden
Revi=
ſionismus und gegen jede Verwäſſerung des
revolutio=
nären Charakters der Sozialdemokratie gekämpft, und
wenn heutigen Tages wieder Radikale an der
Spitze der Partei ſtehen, ſo iſt es zum großen Teil das
Werk Bebels, der rückſichtslos jeden Ketzer auf dem
Par=
teitag bekämpft und auf die Knie gezwungen und aus der
Partei gedrängt hat. Das war für ihn ein Gebiet, auf
dem es keine Nachgiebigkeit gab und auf dem er hinter
keinem orthodoxen Kirchenrichter zurückſtand. Die
unbe=
dingte Aufrechterhaltung der Diſziplin, die vielleicht das
preußiſchſte in der deutſchen Sozialdemokratie iſt, hat
die=
ſer tiefe Haſſer Preußens mit jedem Mittel hochgehalten
und gleichzeitig den Geiſt des Terrorismus großgezogen,
der jetzt in der Sozialdemokratie herrſcht. Daß die
So=
zialdemokratie Bebel zu ihren großen Männern zählt,
kann man ihr wirklich nicht verdenken: wenn aber der
Vorwärts ſein Extrablatt mit den Schillerſchen Worten
unterzeichnet: „Es wird die Spur von ſeinen Erdentagen
nicht in Aeonen untergehen”, ſo iſt das eine arge
Ver=
kennung gegenüber einem Manne, der ſtets nur zerſetzend
gewirkt und ſeine alte Lehre von dem Haß gegen alles
Vaterländiſche am Schluß ſeines Lebens ſelbſt hat
preis=
geben müſſen, ſo daß heutigen Tages ſogar die
Sozial=
demokratie unter dem Deckmantel der Vaterlandsliebe
Ge=
ſchäfte machte. Gewiß war Bebel die Seele der deutſchen
Sozialdemokratie ſeit Jahrzehnten und wird ſie als toter
Mann auch noch lange Zeit hinaus beherrſchen, aber bei aller
Anerkennung deſſen, was er für ſeine Partei getan hat, wird
man ihn doch nicht zu den großen Männern, und vor allen
Dingen nicht zu den großen Männern Deutſchlands
zäh=
len dürfen, das er ſtets bekämpft hat. Stets iſt ihm die
Partei über das Vaterland, nie aber das Vaterland über
die Partei gegangen, und wo ſeine Tätigkeit über die
eigene Partei hinausgriff, da fußte ſie auf
internationa=
lem Boden, nicht aber auf nationalem Boden, und ſo
wird der größte Mann der deutſchen Sozialdemokratie
auch nicht in deutſcher Erde, ſondern in Schweizer Erde
ruhen.
Als Schriftſteller zog Bebel die praktiſchen Folgen aus
dem ſozialiſtiſchen Programm in ſeinem Buche über „Die
Frau”. Nach dieſem Buche iſt auch die Arbeitszeit für
alle Arbeiter dieſelbe. Das häusliche Leben beſchränkt ſich
auf das Zuſammenleben von Mann und Frau. Die
Kin=
der werden auf Staatskoſten in beſonderen Anſtalten
er=
zogen. Die Bereitung der Nahrungsmittel geſchieht durch
Zentralanſtalten, ebenſo die Reinigung und Ausbeſſerung
der Wäſche. Das Buch blendet als Vorbild eines
ſozia=
liſtiſchen Zukunftsſtaates unkritiſche Leſer. Für Bebel
wurde es durch die zahlreichen Auflagen, die es erlebte,
die Exiſtenzgrundlage, die ihm geſtattete, ohne jede
Ent=
ſchädigung aus der Parteikaſſe ſeine Partei= und Agita=
tionsarbeit zu leiſten. Seine Erträgniſſe und weiter die
ſeinerzeit viel erwähnte Kollmannſche Erbſchaft haben
den Proletarier Bebel zu einem Kapitaliſten gemacht, der
in den letzten Jahren ſeines Lebens mehr Steuern zahlte,
als mancher Vorwärtsredakteur Gehalt bezog.
Heutſches Reich.
— Die Ausſichten der Altpenſionäre
im Reich. In letzter Zeit ſind mehrfach Mitteilungen
in der Tagespreſſe erſchienen, die erweiterte Fürſorge für
die Altpenſionäre im Reich würde mit dem 1. April des
nächſten Jahres in Kraft treten. Eine ſolche Behauptung
iſt, wie eine Berliner Nachrichtenſtelle erfährt, nur
geeig=
net, in den beteiligten Kreiſen falſche Vorſtellungen über
den Stand und die Ausſichten der Neuregelung der
Pen=
ſionsverhältniſſe der Altpenſionäre zu erwecken. Sicher
iſt zunächſt nach Mitteilungen der Regierung, daß in der
nächſten Tagung eine Vorlage an den Reichstag kommen
wird, und ſicher iſt weiter, daß alle Parteien mit größtem
Wohlwollen an die Prüfung der Frage herangehen
wer=
den. Aber wer auf dieſem Gebiet etwas Poſitives
zu=
ſtande bringen will, der wird ſich mit Erreichbarem
be=
gnügen müſſen, denn der Grundſatz „alles oder gar nichts”
würde unzweifelhaft dazu führen, daß in abſehbarer Zeit
eine Beſſerſtellung der Altpenſionäre nicht zuſtande
kommt. Und darum werden alle Beteiligten ſich ſchon
jetzt darüber klar werden müſſen, daß eine allgemeine
Feſt=
ſetzung der Penſionen der Altpenſionäre nach den letzten
Beſoldungs= und Penſionsgeſetzen nicht in Frage kommen
kann. Eine ſolche Forderung würde, ſelbſt wenn der
Reichstag ſie vertreten ſollte, niemals die Zuſtimmung des
Bundesrats finden. Aber auch der Reichstag geht in
ſei=
nen Forderungen nicht ſo weit. Es kann nur eine
Er=
höhung der Penſionen in Frage kommen, ſoweit unter
Berückſichtigung des Geſamteinkommens ein Bedürfnis
da=
nach anzuerkennen iſt. Wo hier die Grenze zu ziehen iſt,
darüber muß eine Verſtändigung mit der Reichsregierung
herbeigeführt werden, die aber in dieſer Frage ſelbſt mit
einer gebundenen Marſchroute marſchieren wird. Denn der
Bundesrat wird bei der Prüfung der Vorlage nicht nur
ihre Wirkung auf die Reichsfinanzen, ſondern in noch
höherem Maße ihren Einfluß auf die Bundesſtaaten
prü=
fen. Darum muß für die Beratung der künftigen Vorlage
der Grundſatz gelten, nur Erreichbares zu erſtreben.
— Deutſchland und die Panama=
Aus=
ſtellung. Der augenblicklich in Deutſchland weilende
Generaldirektor des amerikaniſchen Departement for
Do=
meſtic and European Participation in the World
Exhibi=
tion, F. J. Skiff, wird ſofort nach Eintreffen des Kaiſers
in Berlin in Sonderaudienz empfangen werden. Er wird
dem Kaiſer Mitteilungen über Zollerleichterungen und
andere Zugeſtändniſſe machen, die man von Waſhington
aus fremden Teilnehmern an der kommenden Panama=
Pacific=Ausſtellung zu gewähren wünſcht. Herr Skiff
fin=
det mit ſeiner Propaganda für die Ausſtellung in
deut=
ſchen Induſtriekreiſen anſcheinend wenig Gegenliebe und
iſt benachrichtigt worden, daß ſich die Reichsregierung über
eine amtliche deutſche Beteiligung erſt anſangs September
endgültig ſchlüſſig werden kann.
— Zur Frage der Aufhebung des
Je=
ſuitengeſetzes bemerkt die Tägliche Rundſchau, das
preußiſche Staatsminiſterium werde ſich aller
Wahrſchein=
lichkeit nach erſt Ende des nächſten Monats über ſeine
Stellung zu dem Reichstagsbeſchluß ſchlüſſig werden.
Daraus ergebe ſich, daß die Nachricht des Berner Bundes
in der vorliegenden Form nicht richtig ſein könne, wohl
aber könnten alle Dementis nicht wegleugnen, daß im
Schoße der preußiſchen Regierung von verſchiedenen
Sei=
ten Stimmung dafür gemacht wird, bei der im Herbſt zu
erwartenden Abſtimmung im Bundesrat für die
Auf=
hebung des Jeſuitengeſetzes einzutreten, und zwar unter
gewiſſen Kautelen. Es ſeien ganz erhebliche Einflüſſe am
Werk, um das Jeſuitengeſetz zu Fall zu bringen. Sicher
ſei aber auch, daß der Widerſtand im Bundesrate noch
un=
gebrochen iſt und namentlich Sachſen und Württemberg
gegenüber dem bayeriſchen Antrag eine durchaus
ableh=
nende Stellung einnehmen.
— Der Direktor im Reichsjuſtizamt
Dr. Hoffmann, Wirklicher Geheimer Rat, wird am
1. Oktober ds. Js. in den Ruheſtand treten, nachdem er
zehn Jahre als Direktor und im ganzen 40 Jahre
ununter=
brochen bei dieſer Reichsbehörde gewirkt hat. Exzellenz
Hoffmann iſt ein Sohn des bekannten Verfaſſers des
„Struwelpeters”. Er machte den Feldzug 1870/71 gegen
Frankreich als Reſerveoffizier beim 88. Infanterie=
Regi=
ment mit, nahm an den Schlachten von Wörth, Sedan,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Auguſt 1913.
Nummer 190.
ſowie vor Paris teil und erwarb ſich das Eiſerne Kreuz
2. Klaſſe. Hoffmann hat der Rechtsentwickelung neue Wege
gewieſen und ſich ganz beſonders mit der
Handelsgeſetz=
gebung befaßt. Die Geſetze über die Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung, ſowie das Handelsgeſetzbuch kann man
als ſeine eigenſten Schöpfungen anſprechen.
Aus der württembergiſchen
Sozial=
demokratie. Der ſozialdemokratiſche Reichs= und
Landtagsabgeordnete Hildenbrand verabſchiedete ſich
die=
ſer Tage in einer größeren Parteiverſammlung von
ſei=
nen Stuttgarter Freunden; die perſönlichen Angriffe, die
Hildenbrand von radikaler Seite erfuhr, haben ihn
veran=
laßt, als Leiter des literariſchen Bureaus der
Volksfür=
ſorge nach Hamburg zu ziehen. Hildenbrand gab in ſeiner
Abſchiedsanſprache offen zu, daß die perſönlich=verletzenden
Angriffe die Urſache ſeines Scheidens ſeien. Dabei erfuhr
man, daß ihm im Verlaufe des Streiks bei den
Boſchwer=
ken von ſeinen „Parteifreunden” Unterſtellungen gemacht
worden ſind, die der eigentliche Anſtoß zu ſeinem
Fort=
gang geworden ſind. Dieſe Unterſtellungen können ſich
nur auf das Gerücht beziehen, daß Hildenbrands
Reichs=
tagskandidatur von Boſch finanziert werde. Sein
Reichs=
tagsmandat für Stuttgart wird Hildenbrand zunächſt
bei=
behalten.
Rusiand.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Koſten der öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Truppenbewegungen während des
Balkankrieges. Die Koſten für die militäriſchen
Vorkehrungen und die Truppenbewegungen während des
Balkankrieges belaufen ſich für Oeſterreich auf rund 200,
für Ungarn auf rund 114, insgeſamt für die Monarchie
auf 314 Millionen Kronen. Dazu kommen noch
bedeu=
tende Auslagen für militäriſche Anſchaffungen und
Auf=
wendungen. Mit der Deckungsfrage werden ſich die
Par=
lamente der kommenden Herbſtſeſſion zu beſchäftigen
haben.
Fraskreick.
Bewegung unter den Winzern. Die
Auf=
regung bei den Winzern des Aube=Departements, deren
Weine nicht zur Fabrikation des Champagners zugelaſſen
werden, iſt wiederum im Wachſen begriffen, weil das
Parlament auseinandergegangen iſt, ohne ihrem Wunſche
Rechnung zu tragen. Die Bewegung gewinnt nahezu
re=
volutionären Charakter. In der Gemeinde Baroville
nah=
men die Winzer eine Tagesordnung an, in der ſie
er=
klärten, daß ſie ſich als außerhalb der bürgerlichen und
wirtſchaftlichen Geſellſchaft ſtehend und aller ihrer
poli=
tiſchen Rechte beraubt betrachten, den Gemeinderat zur
Niederlegung ſeines Amtes und alle Gemeinden des
De=
partements zur Nachahmung des Beiſpiels auffordern.
Der Gemeinderat von Baroville demiſſionierte, ſo daß
jetzt keine Gemeindeverwaltung beſteht.
England.
Die Rüſtungsausgaben. Bei der dritten
Leſung des Finanzgeſetzes im Unterhauſe erklärte Lloyd
George in bezug auf die vermehrten Ausgaben aller
Reſ=
ſorts, es ſei nicht die geringſte Ausſicht auf eine
Ermäßi=
gung der Rüſtungsausgaben vorhanden, das Gegenteil ſei
der Fall. Es wäre nutzlos, dieſe Tatſache zu
verheim=
lichen. Alle Länder hätten ſich gegenſeitig zu großen
Ausgaben gereizt. Ehe nicht eine vollkommene
Verſtän=
digung und ein vollſtändiges Zuſammenarbeiten unter
den Ländern hergeſtellt ſei, um den Rüſtungsausgaben
Einhalt zu tun, ſei keine Möglichkeit vorhanden, dieſe
ein=
zuſchränken. Ein Land allein würde dadurch ſich in eine
zu große Gefahr begeben. George fuhr fort: Vielleicht ſei
ein internationales Zuſammenwirken nicht unmöglich,
be=
ſonders nach den Ereigniſſen des laufenden Jahres, wo
es der öffentlichen Meinung zum Bewußtſein gekommen
ſei, wie ſchrecklich und verderblich der Krieg für das
in=
duſtrielle und ſoziale Leben der betroffenen Länder ſei.
Bis ein ſolches Zuſammenwirken geſichert ſei, habe man
nichts anderes zu erwarten, als vermehrte Ausgaben.
Dieſe wahnſinnige Aufregung habe eine Atmoſphäre ge
ſchaffen, in der die Völker die Dinge nicht verſtändig
be=
urteilen können. Ihre Gemütsverfaſſung ſei niemals
nor=
mal geweſen. Infolge der erregten Unruhe, die ihr Blut
erfüllte, konnten die Völker ihre nationale Lage nicht ſo
beurteilen, wie es ein ruhiges verſtändiges Volk tun ſollte.
Das Ergebnis ſei ein Argwohn, der unter Umſtänden zu
einer furchtbaren Kataſtrophe führen könne. Wenig Leute
wüßten, wie nah man ihr in den letzten 12 Monaten
ge=
weſen ſei. Lloyd George fügte hinzu, daß die ſoziale
Reform Fortſchritte machen müßte.
Amerika.
Die Affäre Sulzer. Der Gerichtshof, der die
gegen den Gouverneur Sulzer erhobene Anklage
unter=
ſuchen ſoll, iſt auf den 18. September einberufen worden.
Vizegouverneur Glynn hat erklärt, er werde ſich in keinen
phyſiſchen Kampf mit Sulzer einlaſſen, um ihn zu
zwin=
gen, das Kapitol zu räumen; auch werde er hierzu keine
militäriſche Aktion unternehmen. Dieſe Erklärung erfolgte
angeſichts der Meldungen, daß Glynn Sulzer gegenüber
Gewalt anwenden werde und daß Sulzer die Staatsmiliz
um Schutz angehen könnte. Sulzer iſt entſchloſſen, den
Verſuch, ihn vom Amte zu ſuspendieren, zu bekämpfen,
bis das Unterſuchungsverfahren gegen ihn beendet iſt.
Er wird ſich wahrſcheinlich weigern, vor Gericht zu
er=
ſcheinen, mit der Begründung, die Legislative habe kein
Recht gehabt, eine Anklage gegen ihn in außerordentlicher
Seſſion zu erheben.
Oeffentliche Arbeiten in Chile. Das
chileniſche Kabinett hat einen Plan über öffentliche
Ar=
beiten, der ſich auf 10 Jahre, von 1914 an, erſtreckt,
gut=
geheißen. Es wird beabſichtigt, 37 neue Eiſenbahnlinien
zu bauen, in 67 Städten Waſſerwerke und in 28 Städten
Kanaliſationsanlagen zu errichten. In 11 Häfen ſollen
Hafenarbeiten ausgeführt und 275 Brücken und 159 andere
Bauten ſollen errichtet werden. Für
Bewäſſerungsan=
lagen ſollen 13 Millionen Francs ausgegeben werden.
Auſtralien.
Das Programm der Bundesregierung.
Das Bundesparlament trat wieder zuſammen. Das
Pro=
gramm der Regierung umfaßt folgende Hauptpunkte:
Keine Bevorzugung von gewerkſchaftlich organiſierten
Arbeitern bei Staatsbauten; Reviſion der Zolltarife, und,
wo ſolche im Intereſſe der auſtraliſchen Induſtrie
er=
wünſcht ſcheinen, Abſchließung von Handelsverträgen;
Ausbau der Flotte und Flottenſtationen; ſtaatliche
Ver=
ſicherung der Arbeiter; Reformen zur Entwickelung des
Nordterritoriums, namentlich durch Eiſenbahnbauten;
Maßregeln gegen Handelsmonopole; Beförderung der
Einwanderung.
Eking.
Sunyatſen als Gegner Juanſchikais.
Der Vater der chineſiſchen Revolution Dr. Sunyatſen, der
nach Mißlingen des ſüdchineſiſchen Aufſtandes nach Japan
geflüchtet iſt, hat von dort aus einen Brief mit äußerſt
heftigen Angriffen gegen den Präſidenten Juanſchikai
ge=
richtet, den er des Verrates an der Sache des Volkes und
der Republik beſchuldigt. In dem Briefe heißt es:
„Das Volk, das ſich von der Herrſchaft der
Mand=
ſchus befreit hat, hat Ihnen Vertrauen geſchenkt und
Ihnen die oberſte Stelle der Republik anvertraut. In
der letzten Zeit hat das Volk Ihnen deutlich gezeigt, daß
es Sie nicht mehr dieſes Vertrauens für würdig hält.
Wäre es Ihnen ernſt um die Sache des Volkes, ſo hätten
Sie als ein wahrer Diener des öffentlichen Wohles ſofort
abdanken müſſen. Wie können Sie nun, geſtützt auf die
Werkzeuge der Tyrannei, die wir mit zahlloſen Opfern
abgeſchüttelt haben, Leben und Blut des Volkes opfern.
nur um Ihrem Drange nach Macht Genüge zu tun und
Ihre Stellung zu behaupten? Es iſt eines großen Man=
nes unwürdig, als Fundament ſeiner Herrſchaft die
Lei=
chen Unſchuldiger zu benützen. Die Sache des Volkes iſt
diesmal unterlegen, aber das Volk wird nicht ruhen, und
es wird die neue Tyrannei ſtürzen, wie es die Tyrannei
der Mandſchus zu Fall gebracht hat.
* Der Papſt und der Deutſche
Katholiken=
tag. Das Lokalkomitee des diesmaligen
Katho=
likentages in Metz hatte an den Papſt unter dem
5. Juli d. J. eine Adreſſe gerichtet, auf die jetzt das
Brevier des Papſtes eingegangen iſt. Die vom
Präſiden=
ten des Metzer Lokalkomitees unterzeichnete Adreſſe
er=
innert an das Mailänder Edikt, durch das vor 1600
Jah=
ren Kaiſer Konſtantin der Große der Kirche die Freiheit
gewährte, und geht dann zu den vornehmſten Zielen der
Tagung über, zur Perſon und Stellung des Papſtes, den
religiöſen Orden und Kongregationen, den Rechten der
Kirche, den katholiſchen Miſſionen, und den Zielen der
Gegner. Die Adreſſe verweiſt dann auf den Tagungsort
Metz, der ſich ſeit den Anfängen des Chriſtentums
un=
erſchüttert ſeinen katholiſchen Glauben bewahrt und im
Jahre 1907 den glanzvoll verlaufenen 18. Internationalen
Euchariſtiſchen Kongreß in ſeinen Mauern geſehen habe.
Schließlich bittet die Adreſſe den Papſt um ſeinen Segen.
— In dem Antwortſchreiben dankt der Papſt für
den Bericht und das Verſprechen, die Verſammlung mit
einem offenen Bekenntnis des Glaubens an Chriſtus und
des Gehorſams gegen ſeinen Stellvertreter beginnen zu
wollen. Mit Recht wolle die Tagung die Jubelfeier der=
Erlangung der kirchlichen Freiheit dadurch begehen, daß
ſie ſich durch die Erinnerung an ſie anfeuern laſſe zur
Gegenwartsarbeit zum Wohle der Kirche. Der Papſt dankt,
daß der Katholikentag nachdrücklichſt von neuem verlangen
wolle, daß der Papſt in den Beſitz der vollen Freiheit ge
ſetzt und die Kirche von den ſie hemmenden Feſſeln befreit
werde. Weiter lobt er das in Ausſicht geſtellte Beſtreben
für die religiöſen Orden und Kongregationen und für die
unveräußerlichen Rechte der Kirche in den öffentlichen
Schulen eintreten zu wollen. Er hege die Hoffnung, daß
die Verſammlung die beſten Früchte für das katholiſche
Leben Deutſchlands zeitigen werde, und bitte Gott, daß er
der Generalverſammlung Weisheit verleihe und ihr mit
ſeinen Gnadenſchätzen beiſtehe. Als Gewähr und
Unter=
pfand hierfür erteilt der Papſt dann ſeinen apoſtoliſchen
Segen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 15. Auguſt.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Dienstag nachmittag 3½ Uhr
im Jagdſchloß Wolfsgarten Frau Staatsminiſter Rothe
Exzellenz. (Darmſt. Ztg.)
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs an Otto Grom zu
Ortenberg.
*
Ordensauszeichnungen. Se. Maj. der Kaiſer
verliehen u. a. folgende Ordensauszeichnungen: den
Roten Adlerorden 2. Klaſſe mit Eichenlaub: Gen.=Maj.
Elſtermann v. Elſter, Kdr. der 42. Inf.=Brig., Gen.=
Maj. Schmiedecke, Kdr. der 2. Eiſenbahn=Brig., und
Gen.=Maj. v. Ruville, Kommandant der Feſtung
Mainz; den Roten Adlerorden 3. Klaſſe mit der Schleife!
Oberſt Frhr. v. Frentz, Kdr. des Inf.=Leibregts. Nr. 117
den Roten Adlerorden 4. Klaſſe: Hauptm. v. Goetze
im Inf.=Regt. Nr. 115, Hauptm. Henrici und Hauptm.
Stettin im Inf.=Regt. Nr. 117; den Kronenorden
4. Klaſſe: Oberlt. Coulmann im Inf.=Regt. Nr. 116;
das Allgemeine Ehrenzeichen in Silber: Wallmeiſter
Munding bei der Fortifikation Mainz, Vizefeldwebel=
Beyer im Inf.=Regt. Nr. 115; das Allgemeine
Ehren=
zeichen in Bronze: Vizefeldwebel Göllner im Inf.=Regt,
Nr. 117 und Vizefeldwebel Pape im Inf.=Regt. Nr. 117
* Erledigte Stelle. Die Stelle des
Pfand=
meiſters des Beitreibungsbezirks Zwingenberg.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 17,
enthält: 1. Verzeichnis der Vorleſungen, Uebungen und
Praktika, welche im Winterſemeſter 1913/14 in den ſechs
Fachabteilungen der Großh. Techniſchen Hochſchule zu
Darmſtadt abgehalten werden. 2. Ueberſicht der von
Großh. Miniſierium des Innern genehmigten Umlagen
des iſraelitiſchen Friedhofverbandes Dalsheim im Kreiſe
Worms für 1913. 3. Ueberſicht der von Großh.
Mini=
ſterium des Innern für das Rechnungsjahr 1913 zur
Erhebung genehmigten Umlagen zur
Beſtreitung=
der Kommunalbedürfniſſe der iſraelitiſchen
Religions=
gemeinden des Kreiſes Büdingen. 4. Ueberſicht der für
1813.
Jubiläumsnotizen von Willi Dünwald.
Der Herbſtfeldzug:
Ende des Waffenſtillſtands. — Neue Alliierte. — Politik
und Ziel der einzelnen Staaten. — Die Rüſtungen
Napo=
leons und der Alliierten. — Der Operationsplan.
Der am 11. Auguſt zum 17. Auguſt aufgekündigte
Waffenſtillſtand war das Zwiſchenſpiel eines
all=
gemeinen, blut= und lärmloſen Kriegs der europäiſchen
Kabinette. Die hitzigen Redeſchlachten galten wohl in
ihrem Endziel einmütig dem Sturze Napoleons, waren
aber in ihren peinlichen Details nichts als das gierige
Verlangen, auf oft maßloſen Einzelintereſſen zu beſtehen
und ſie vertragsmäßig genügend ſichern zu laſſen.
Inter=
eſſen ſtießen ſich an Intereſſen. Ein widerwärtiges
diplo=
matiſches Feilſchen begann und es dauerte geraume Zeit,
bis der Kuhhandel endlich zuſtande gekommen war.
Es hatte ſich bei Möckern, Großgörſchen und Bautzen
ergeben, daß die Rütligenoſſen den Napoleon allein nicht
niederzuringen vermochten; ſein Genie bot eine
Ueber=
legenheit ohnegleichen. Es mußten daher neue
Kampfge=
noſſen geworben werden. In Betracht kamen Schweden.
England und Oeſterreich; in Betracht kam nicht der
Rhein=
bund, der nach Napoleons neuem Waffenglück mehr denn
je dem franzöſiſchen Bündnis Treue hielt und in Betracht
kam nicht Dänemark, das ſich, vor Schweden Schutz
ſu=
chend, Frankreich gerade angegliedert hatte.
Der ſchwediſche Kronprinz rechnete kühl, aber kühn.
Sein Streben, von ſeinem Volke nicht begriffen, war:
ein mächtiges Skandinavierreich zu gründen. Er hatte
die nach Napoleons unglücklichem ruſſiſchem Feldzug
kom=
mende Situation gut erwittert und war ſchnell bei der
Hand geweſen, das däniſcher Krone zugehörige Norwegen
ſich als künftigen Beſitz in petto zu halten. Er hatte
da=
mals, um Napoleon ganz klein zu machen, die
Angliede=
rung Oeſterreichs und Preußens an die beſtehende
ſchwe=
diſch=ruſſiſche Allianz erſtrebt; vorausgeſetzt, daß ihm
Nor=
wegen zugeſtanden würde. Oeſterreich und Preußen aber
hielten ob ſeiner ehrgeizigen Pläne die Ohren ſteif. Und
der Zar hätte auch nicht gemocht, aber der beſtehende
Ver=
trag verpflichtete ihn. Er verſuchte, mit gar keinem Glück,
zwiſchen Schweden undnuvermitteln, letzteres
um gutwilliges Abtreten Norwegens zu bewegen. Dieſen
Unſinn machte der ſchwediſche Kronprinz nicht lange mit;
als ihm die kneifende Haltung Rußlands zu dumm wurde,
ging er ſcharf ins Geſchirk und ſtellte gegen Dänemark
Truppen auf, die, 17000 an der Zahl, in Pommern
lande=
ten. Von Rußland aber verlangte er endlich die
vertrag=
lich zugeſicherte Unterſtützung von 35000 Mann.
In=
zwiſchen waren Großgörſchen und Bautzen unerfreulich
er=
ledigt worden und weil Not ſogar beten lehrt, die
ſchwe=
diſche Hilfe aber immer weniger entbehrlich wurde, konnte
der Zar namens der Verbündeten dem ſchwediſchen
Kronprinzen Erfüllung ſeiner Wünſche betreffs Norwegen
verſprechen wenn er ſich dem preußiſch=ruſſiſchen
Bünd=
nis anſchließe. Der Kronprinz tat’s; verſprach den
An=
griff auf Dänemark zu verſchieben, und war, nachdem
35.000 Ruſſen ſich ſeinen Schweden angegliedert, fortab
ein forſcher Verbündeter. Von ihm, ſeiner Perſönlichkeit
und ſeiner Feldherrſchaft wird in einem anderen, die
Nordarmee behandelnden Artikel mehr zu ſagen ſein.
England, das mit ſeinen Kriegsvölkern in Spanien
und in den Vereinigten Staaten ausgiebigſt engagiert war,
konnte keinesfalls dem Bündnis aktiv beitreten; von ihm
waren nur geldlich und induſtrielle Leiſtungen zu
erwar=
ten. Englands Volk und Regierung waren auch dazu
bereit und das Parlament hatte die Forderung bewilligt
— aber Englands König war als Kurfürſt von Hannover
in deutſchen Landen Intereſſent. Er wollte Hannover, das
ihm Napoleon genommen, nicht nur in urſprünglicher
Form, ſondern vergrößert zurückhaben und die Welfen
ihrerſeits dachten an ein Welfenreich von der Elbe bis
zur Schelde. Weil ſich ſolche Hausintereſſen mit
preußi=
ſchen Volksintereſſen rieben, wollten die Beziehungen nicht
gedeihen, bis Freiherr vom Stein dazwiſchen trat. Die
Welfen beſchnitten ihre Forderung und begnügten ſich mit
der Rückgabe Hannovers, dem Fürſtentum Hildesheim
nebſt Beihau bis zu 300000 Seelen. England entlohnte
dies Opfer an Preußen mit 666 666 Pfund Sterling (3½
Millionen Taler) Hilfsgelder, die von ihm allein
zurück=
zuzahlen waren; Rußland bekam 2 Millionen und
Schwe=
den hatte ſchon eine auf Pump. Auch die Waffen und
Ausrüſtungen wurden nur entliehen, nicht etwa geopfert;
nicht nur zollfreie Einfuhr ward verlangt, ſondern auch
ein hoher, nach dem Kriege zu zahlender Kaufpreis. „In
ſo krämerhafter Weiſe” entrüſtete ſich ſpäter Heinrich von
Treitſchke, „handelte unter dem Einfluſſe welfiſcher
Staatsmänner das Miniſterium, welches die Geſchäfte des
opferbereiten britiſchen Volkes führte; das reiche
Eng=
land, welches ſich ſtolz den Vorkämpfer der Freiheit
Euro=
pas nannte, ließ ſeine tapferſten Bundesgenoſſen
monate=
lang in unerträglicher Geldbedrängnis und benutzte ſeine
traurige Lage, um in wucherhafter Weiſe um Schillinge
und Seelen zu feilſchen.”
Und nun zu Oeſterreich und ſeinem Grafen Metternich,
dem Intriganten in dieſem völkiſchen Schauſpiel, der bis
dahin unverbindlich jedem, Napoleon wie den
Verbünde=
ten, ſeine Referenz gemacht. Die Intereſſen Oeſterreichs
wollten wohl die Uebermacht Napoleons gebrochen ſehen,
nicht aber zugunſten einer neuen, und zwar einer ruſſiſchen
Großmacht. Ausgleichend ſollte ein erſtarktes Oeſterreich
mit einem wiederhergeſtellten Preußen wirken, wobei aber,
bei Gott, verhindert werden ſollte, daß Preußen ſich etwa
zu einem norddeutſchen Staat auswüchſe. Entſprechend
war die bis dahin getriebene und während des
Waffen=
ſtillſtandes fortgeſetzte zweideutige Politik. Die
Frie=
densverhandlungen, die Oeſterreich betrieb, waren einzig
und allein ihm günſtig, von Napoleon und den
Verbün=
deten keineswegs annehmbar; nur hatte der Vertrag von
Reichenbach den einen faktiſchen Wert, daß ſich Oeſterreich
zur Kriegsbeteiligung verpflichtet hatte, während er für
Preußen und Rußland unverbindlich war. Man konnte
mit den Unterlagen dieſes Vertrages, ganz ruhig die
Frie=
densverhandlungsoperette von Prag mitmachen:
Napo=
leon, das war gewiß, würde ſich nicht einen ſolchen
Frie=
den diktieren laſſen.
Auf die Mitteilung hin, die Verbündeten wären auf
Friedensverhandlungen eingegangen, erbat Napoleon den
Grafen Metternich zu ſich nach Dresden. In einer
neun=
ſtündigen Unterredung hätte Herr von Metternich etliche
Male vor Scham rot werden können, wenn er das noch
vermocht hätte. Napoleon wußte alles, durchſchaute dier
Intrigen und war aufs äußerſte empört. Er ſagte
Met=
ternich auf den Kopf zu, welch ein Doppelſpiel er treibe:
daß Oeſterreich den Vermittler geſpielt und ihn zum
Waf=
fenſtillſtand gedrängt, um ſeinen Ehrgeiz und ſeiner
Rach=
ſucht genug tun zu können; daß dieſe Vermittelung ferner
nur den Erfolg gehabt, dem Feinde England und
Schwe=
den zuzuführen. „Sie wollten Zeit gewinnen; ſie haben
mir in verräteriſcher Weiſe Ihre Vermittelung angeboten
und mich zum Waffenſtillſtand gedrängt. Und heute, daſ
es Ihnen gelungen iſt, hinter den böhmiſchen Bergen,
das Jahr 1913 (Rj.) genehmigten Umlagen zur
Be=
ſtreitung der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen
Religions=
gemeinden des Kreiſes Alzey. 5. Berichtigung.
* Militärdienſtnachricht. Bruſt, Oblt. d. Landw.
a. D., zuletzt von der Landw.=Inf. 2. Aufg. (Gumbinnen),
die Erlaubnis zum Tragen der Uniform der Reſ.=Offiziere
des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115 an
Stelle ſeiner bisher. Uniform erteilt.
nn. Arbeitsjubiläen. Geſtern waren 25 Jahre
verfloſſen, daß der Hobler Georg Daniel aus
Darm=
ſtadt bei der Firma K. Schenck (Wagenfabrik) in Arbeit
getreten iſt. Aus dieſer Veranlaſſung fand geſtern
morgen in den Fabrikräumen eine kleine Feier ſtatt,
wobei die Firma Herrn Daniel einen namhaften
Geld=
betrag und ſeine Mitarbeiter eine ſchöne Taſchenuhr unter
herzlicher Anſprache überreichten. Am Abend vorher hatte
der Geſangverein Liederhalle” in ſeinem
Probe=
lokal bereits eine Vorfeier veranſtaltet, wobei der
Vor=
ſitzende, Herr Fiſchlein, bekannt gab, daß Herr Daniel
außer ſeinem Arbeitsjubiläum auch ſein 25jähriges
Jubiläum als aktives Mitglied des Geſangvereins
„Liederhalle” begehe und hob ſeine Pünktlichkeit als
Sänger im Verein ganz beſonders hervor. Der
Sängerchor ehrte den Doppeljubilar mit zahlreichen
Glück=
wünſchen und Darbringung einer Reihe von Chören.
Fräulein E. Mauer im Hauſe Karl Schürmann
u. Co. feiert heute das Jubiläum ihrer 30jährigen
Tätig=
keit, dieſelbe trat am 15. Auguſt 1883 beim damaligen
In=
haber des Geſchäfts, Herrn W. Hornemann, als
Verkäufe=
rin ein.
m. Das Liebigdenkmal hat jetzt ſeinen neuen Standort
in der Landwehrſtraße vor der Liebigs=Oberrealſchule
er=
halten. Die Nord=Süd ziehende Mauer des Schulgartens
iſt niedergelegt worden, ſo daß das Denkmal frei ſteht.
Die Bronze=Büſte iſt gereinigt worden, ſo daß ſie wieder
wie neu glänzt.
Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Die
5. Programm=Tour führt am Sonntag, den 17. Auguſt,
nach Dieburg=Zipfen. Die Abfahrt erfolgt mit
dem D=Zuge ab Hauptbahnhof Darmſtadt 6 Uhr 38 Min.
nach Dieburg, die hier beginnende Wanderung führt von
Dieburg durch den Forſtwald nach Groß=Umſtadt. Nach
Beſichtigung des erneuerten Rathauſes geht es zum
Heinrichsberg mit ſchöner Ausſicht, woſelbſt nach
zwei=
ſtündiger Wanderung das Frühſtück eingenommen wird.
Von hier auf breitem Fahrweg mäßig auf zum
Pflanz=
garten, dann zum Sauſtieg mit gefaßter Quelle, deren
Trunk den Wanderern eine erfriſchende Labung bieten
wird. Dann führt der Weg weiterhin auf zum
Heide=
ſtock, an der Lungenheilſtätte Sandbach vorbei, mit
prächtigen Ausblicken nach dem Mümlingtal und der
Burg Breuberg. Auf der Burg iſt zur Beſichtigung
eine dreiviertelſtündige Raſt vorgeſehen, die gleichzeitig
zur Einnahme eines Kaffees mit Kuchen dienen ſoll.
Nach der Raſt geht es weiter, die Lungenheilſtätte links
liegen laſſend, auf ſchönen Waldwegen zum Rondell,
dann durch prächtigen ſchattigen Tannenhochwald nach
dem Endziel Zipfen, der Gründungsſtätte unſeres Klubs.
Hier wird den Wanderern in dem allbekannten
Gaſt=
hauſe der Gebr. Becker ein gutes Mittageſſen geboten
und nach gemütlichem Zuſammenſein wird dann die
kleine Wanderung nach dem Bahnhofe Lengfeld zur
Heimfahrt angetreten. Die Tour ſelbſt hat nur ganz
mäßige Steigungen, ſo daß ſie große Anſtrengungen
nicht bietet. Es können ſich daher auch ungeübte und
ältere Wanderer beteiligen. Es wird gebeten, die
Tiſch=
karten möglichſt im voraus bei Herrn Bergmann,
Wilhelminenſtraße 19, zu löſen; die Führer verkaufen
Tiſchkarten nur auf dem Bahnſteig. — Freitag, den
15. Auguſt, findet Bierabend in der Brauerei Fay,
Gartenſaal, ſtatt; die Führer ſind dabei gerne bereit,
jede gewünſchte nähere Auskunft zu erteilen.
* Der Geſangverein Harmonie hält ſein alljährliches
Sommerfeſt am Sonntag, den 17. Aug., im
Schützen=
hof, und dürfte der Beſuch desſelben für Familien zu
empfehlen ſein. Konzert der Kapelle Hauske,
Geſangs=
vorträge, Tombola, Preisſchießen und Gratis=
Kinder=
lampionzug dürften jeden Beſucher befriedigen. (S. Anz.)
Jungdeutſchlandfeſt am 24. Auguſt. Auch in dieſem
Jahre wollen, wie ſchon mitgeteilt, die hieſigen in
Jung=
deutſchland vereinigten, Körperpflege treibenden Vereine
vor der breiten Oeffentlichkeit Zeugnis von ihrem Können
ablegen. Wochenlang ſind ſchon die Vorbereitungen zu
dem diesjährigen Jugendfeſt im Gange. Das
endgül=
tige Programm iſt geſtern vom techniſchen Ausſchuß
feſtgelegt worden. Wir entnehmen demſelben folgendes:
Die Veranſtaltungen beginnen Sonntag, am 24. Auguſt,
vormittags pünktlich um ½12 Uhr, am Großen Woog mit
Schwimmübungen des Darmſtädter Schwimmklubs
„Jungdeutſchland” in Gemeinſchaft mit den Schwimmern
der Darmſtädter Turnerſchaft. Ordnungsſchwimmen,
Waſſerſpringen, Stafettenſchwimmen und Waſſerballſpiele
werden dargeboten. Nachmittags 3½ Uhr ſetzt ſich, wie
voriges Jahr, der Feſtzug vom Hoftheaterplatz aus durch
die Rheinſtraße nach dem Exerzierplatz in Bewegung
Hier beziehen die einzelnen Vereine ihre Spielfelder,
worauf die ſportlichen Darbietungen beginnen.
Turne=
riſche Darbietungen, Fauſtball=, Fußball=, Lager=
Neck=
uſw. Spiele wechſeln mit radſportlichen Vorführungen.
Stafettenläufe, Mauerſpringen, Hindernislaufen, Sprünge
mit Gepäck, Zeltlager, Abkochen, Sanitätsübungen u. a.
wird dargeboten. Beſonders intereſſant dürften die
Sta=
fettenläufe der Schulen und Vereine werden, welche in
dieſem Jahre eingeſchoben werden und ausgezeichnet
wer=
den ſollen. Nach den Vorbereitungen wird auch dieſes
Feſt den vorhergegangenen ſich würdig anreihen.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 9. Auguſt l. J.
männ=
lich 9527, weiblich 6490, zuſ. 16017, in Prozenten 59,54,
40,51. Der Krankenſtand betrug am 9. Auguſt l. J.
männlich 483, weiblich 281, in Prozenten 5,07, 4,33
(1912: 4,13 5,12). An Krankengeld wurden
aus=
gezahlt in der Woche vom 4. Auguſt bis 9. Auguſt I. J
5902,55 Mk. (1912: 5723,37 Mk.) An Wöchnerinnen
waren vorhanden am 9. Auguſt l. J. 26.
Sterbe=
fälle kamen vor in der Woche vom 4. Auguſt bis
9. Auguſt I. J. 0.
§ Epileptiſcher Anfall. Ein Taalöhner aus
Heilgen=
rod wurde am Mittwoch auf dem Marktplatz von einem
epileptiſchen Anfall betroffen. Er mußte durch die
Sanitätswache nach dem Städtiſchen Krankenhaus
ver=
bracht werden.
* Unfall. Geſtern vormittag zog ſich ein Dragoner
bei einer Reitübung durch einen Sturz vom
Pferde Verletzungen zu. Er wurde mit dem
Auto=
mobil der Fliegerſtation nach dem Garniſonlazarett
gebracht.
Aus der Haft entlaſſen wurde der
Zahn=
techniker Felix Fiedler aus Breslau, der mit zwei
anderen Zahntechnikern einer hieſigen Witwe einen
Expreſſerbrief ſchrieb. Ein Fluchtverdacht iſt nicht
gegeben, da der Mann ſeine Stellung und Familie
hier hat.
Selbſtmord. Ein 40 Jahre alter Kaufmann iſt
am Mittwoch nachmittag gegen 6 Uhr in der Tanne
etwa 400 Meter ſüdlich des Dornheimer Wegs tot
auf=
gefunden worden. Derſelbe hatte ſich einen
Revolver=
ſchuß in die rechte Schläfe beigebracht. Der Mann
hatte ſich bereits ſeit Montag aus ſeiner Wohnung
entfernt.
* Konzerte. Konzertgarten Hugenſchütz'
Felſenkeller. Heute Freitag konzertiert die
vollzäh=
lige Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61. Neben
dem aus heiteren Stücken beſtehenden Programm ſei
er=
wähnt, daß Herr Obermuſikmeiſter M. Weber das
Konzert perſönlich leitet, und da die Herbſtübungen
dem=
nächſt wieder ihren Anfang nehmen, ſei ſchon heute darauf
hingewieſen, daß Herr Tod die Konzerte, ſo lange die
Wit=
terung dies geſtattet, durchführen läßt. Näheres hierüber
folgt noch. — Café Metropole: Bauernſchänke.
Der Aufbau der Bauernſchänke im Café Metropole iſt
heute vollendet und findet die Eröffnung heute um 6 Uhr
ſtatt. Alle Freunde eines geſunden Humors ſeien auf die
Gaſtſpiele aufmerkſam gemacht.
* Griesheim, 15. Aug. Morgen Samstag finder
hier die Wahlen zum Gemeinderat ſtatt. Da
Herr Maus ſein Amt niedergelegt hat, ſo müſſen diesmal
ſieben Neuwahlen vorgenommen werden. Nach den
ver=
öffentlichten Liſten bewerben ſich 14 Kandidaten um dieſe
Aemter, die teils von dem Bürgerverein, teils von der
ozialdemokratiſchen Partei aufgeſtellt wurden.
Offenbach, 14. Aug. An einzelnen Schulgruppen der
hieſigen Bürgerſchulen war für verſchiedene Tage
der ungeteilte Unterricht am Vormittag
ein=
geführt und die Stundenpläne hierzu auch von der
vor=
geſetzten Schulbehörde ſtillſchweigend genehmigt worden.
Kreisſchulinſpektor Schulrat Scherer verordnete jedoch,
daß der Unterricht an Vor= und Nachmittagen abzuhalten
ſei. Daraufhin hat der Offenbacher Lehrerverein der
ober=
ſten Schulbehörde einen Antrag auf Einführung
des ungeteilten Unterrichts am Vormittag
unterbreitet. Das Miniſterium des Innern hat daraufhin
verordnet, daß bis zur Erledigung des neuen Schulgeſetzes
an Vor= und Nachmittagen Unterricht zu erteilen ſei.
Offenbach. 14. Aug. Der 44 Jahre alte verheiratete,
in der Mainſtraße wohnende Handarbeiter Franz W.
wurde ſeit Samstag vermißt. In der letzten Zeit hatte
ſich W. ziemlich ſtark dem Trunke ergeben. Dieſerhalb
kam es mehrmals zwiſchen ihm und ſeinen Angehörigen
zu Auseinanderſetzungen. Nach einer ſolchen, in der er
wegen ſeines Trunkes zur Rede geſtellt worden war, hatte
er auch am Samstag mittag ſeine Wohnung verlaſſen, und
blieb ſeitdem verſchwunden. Heute früh wurde ſeine
Leiche an der Mainfähre geländet. Er hatte ſich,
wie berichtet wird, auf einen Sandhaufen am Main
ge=
legt, war eingeſchlafen und im Schlafe heruntergekollert
und in das Waſſer gefa llen. Die Leiche wurde
ſofort nach dem Friedhofe gebracht.
Beerfelden, 14. Aug. Geſtern nachmittag gegen
4 Uhr überflog ein von Nordweſten kommender
Luft=
ballon unſer Städtchen und landete diesſeits an der
Sensbacher Höhe. Die Bemannung beſtand aus 3
Offi=
zieren die von der Parade in Mainz aufgeſtiegen
waren; die Landung und Bergung geſchah ohne jegliche
Beſchädigung des Ballons, und lockte zahlreiche Zuſchauer
herbei
Worms, 14. Aug. Auf der Mainzer Straße unweit
der Kühnſchen Gärtnereiſtieß geſtern abend gegen 10 Uhr
ein Auto des Elektrizitätswerkes Rheinheſſen mit einem
Radfahrer zuſammen. Der letztere erlitt
Verletz=
ungen am Kopfe und an den Füßen und mußte in dem
Krankenhaus verbunden werden, von wo er ſpäter in ſeine
Wohnung in der Sporergaſſe gebracht wurde. Das Auto,
in dem außer dem Chauffeur 3 Perſonen ſaßen, ſtürzte
infolge des plötzlichen Bremſens und des Anpralles an
eine Telephonſtangenſtütze ſeitwärts in den
Straßen=
graben während die Inſaſſen auf einen anſtoßenden
Kartoffelacker geſchleudert wurden. Das Auto wurde
ziemlich ſtark beſchädigt. Die Verletzungen des Radfahrers
ſind nicht lebensgefährlich.
Ein
Eiſenbahnun=
glück wurde geſtern nachmittag nach 6 Uhr am
Bahn=
übergang der Frankenthaler Straße durch die
Geiſtes=
gegenwart des betreffenden Lokomotivführers verhütet.
Es war nämlich die Schließung der Schranken unterlaſſen
worden und es befanden ſich, als der Zug von Bobenheim
heranbrauſte, verſchiedene Fuhrwerke und eine Anzahl
Perſonen auf dem Bahnkörper. Im letzten Augenblicke
gelang es dem Lokomotivführer, den Zug zum Stehen zu
bringen, ſo daß keinerlei Schaden entſtand.
Nieder=Ingelheim, 14. Aug. Der Ingelheimer
Wald im Hunsrück hat nach amtlichen Feſtſtellungen
einen Wert von 1764895 Mark. Eine Million wurde
ſeinerzeit von Dr. Kirſch=Purizelli für den Wald geboten.
Die Gemeindevertretung hat daraufhin beſchloſſen, beit
einem eventuellen Verkaufe nicht von den amtlichen
Schätz=
ungen abzugehen.
Heidesheim, 14. Aug. Ein 15jähriger Junge, welcher
von der Wanderluſt ergriffen wurde, verließ unter
Mit=
nahme von 150 Mk., welche ſein Vater vor einigen Tagen
für ein verkauftes Schwein erlöſt hatte, das elterliche
Haus. Zur Wiedererlangung des Jungen mit dem Geld
haben die Eltern die Hilfe der Gendarmerie angerufen.
Ober=Saulheim, 14. Aug. Ein Radikalmittel
zur Beſeitigung der läſtigen Fliegen erfand ein hieſiger
Einwohner. Er räucherte ſeinen Stall, der voller
Mücken war, mit einem brennenden Strohwiſch aus.
Das Ungeziefer fand wohl durch dieſen Streich den Tod,
aber auch der Stall wurde ein Raub der Flammen.
(*) Gießen, 13. Aug. Schwer verletzt wurde in
die Klinik der Lehrer Lickhof aus Niedershauſen
ge=
bracht. Er war an einer Straßenbiegung mit einem
Automobil zuſammengeſtoßen. Er durchſchlug die
Glas=
cheibe und flog über das Auto und überſchlug ſich. Mit
ſchweren Kopfverletzungen blieb er bewußtlos liegen.
Gießen, 14. Aug. Ein augenblicklich im hieſigen
Pro=
vinzialarreſthaus in Unterſuchungshaft
befind=
licher, mit langjährigen Zuchthaus= und Gefängnisſtrafen
vorbeſtrafter Verbrecher namens Stefan Will aus
Burckhards bei Schotten entſprang heute nacht. Will,
der wegen ſchwerer Verbrechen ſteckbrieflich verfolgt iſt,
war in der Nähe von Schotten verhaftet worden.
Gießen, 14. Aug. Zur Gießener Affäre Roſenthal
ſchreibt man dem G. Anz.: Die Unterſuchung gegen den
Immobiliar=Agenten Iſaak Roſenthal und deſſen
Schwa=
ger und Prokuriſten Willi Bärmann, die vom
Unterſuch=
ungsrichter Landgerichtsrat Schmahl geführt wird iſt ſchon
abgeſchloſſen. Wie man aus Kreiſen, die mit Roſenthal
verkehrt haben, erfährt, hat dieſer nicht unerhebliche
Be=
träge bei Pferderennen förmlich gewerbsmäßig geſetzt, in
der trügeriſchen Hoffnung, dabei einmal einen größeren
„Schlager” zu machen. Es wird behauptet, daß R. bei
allen großen europäiſchen Turfs ſtets auf verſchiedene
Pferde geſetzt hat, und zwar, wie er ſelbſt ſcherzend
er=
zählte, je 25 Pfennig, womit er wohl ſoviele Mark
ge=
meint hat. Roſenthal ſoll durch die ſchlechte
wirtſchaft=
liche Lage, die ſeit Jahren auf dem Immobilienmarkt
200000 Mann zu ſammeln, die bereit ſind, den Kampfplatz
zu betreten — heute kommen Sie zu mir, um mir Ihre
Geſetze zu diktieren!‟ Doch, Napoleon wollte die
öſter=
reichiſche Neutralität erkaufen. Und Herr Metternich, der
mit den Verbündeten bereits im Bündnis ſtand, ging zur
Landkarte und umfuhr mit ſchamloſem Finger den
Frie=
denskreis: Illyrien, halb Italien und den Rheinbund.
Dieſe Frechheit quittierte Napoleon, nach langer Hin= und
Herrede endlich mit einer Beleidigung, die den
Intrigan=
ten totenbleich färbte. Der ſonſt ſo höfliche Herr von
Met=
ternich unterließ ſogar, den zur Erde gefallenen Hut des
Kaiſers aufzuheben.
Was ſich in dieſer Unterredung erwieſen, war, daß
Napoleon auch nicht im geringſten daran dachte, ſich ſein
europäiſches Herrentum kürzen zu laſſen. Er konnte und
durfte es nicht, wollte er ſeine eigene Herrſcherexiſtenz und
ſeine Dynaſtie nicht in Frage ſtellen. Eine
Selbſterkennt=
nis ohnegleichen hatte er Metternich erregt ins Geſicht
ge=
ſchrien: „In welche Lage will mich denn der Kaiſer dem
franzöſiſchen Volke gegenüber bringen? Er iſt, in ſtarkem
Irrtum, wenn er glaubt, auf einem verſtümmelten Throne
könne in Frankreich ſeine Tochter und ſeine Enkel ruhia
herrſchen. Eure auf dem Throne geborenen Fürſten
kön=
nen ſich zwanzigmal ſchlagen laſſen und doch in ihre
Hauptſtädte zurückkehren; ich kann dies nicht, weil ich nur
ein emporgekommener Soldat bin. Meine Herrſchaft
über=
dauert den Tag nicht, an dem ich aufhöre, ſtark und
ge=
fürchtet zu ſein.”
„Die Heirat war nur eine politiſche Angelegenheit;
ſie bindet nicht für die Zukunft” hatte Fürſt
Schwarzen=
berg einmal im Rededuſel in Paris geäußert. Ergo
er=
klärte der öſterreichiſche Kaiſer ſeinem Schwiegerſohn am
12. Auguſt den Krieg und genierte ſich nicht.
Weil keiner ernſtlich an das Zuſtandekommen des
Friedens geglaubt, hatte alles eifrig weitergerüſtet.
Preu=
ßiſcherſeits war die Infanterie um 40000 Mann vermehrt,
der Kavallerie 13 Eskadrons beigeſtellt und die Artillerie
beinahe verdoppelt. Gneiſenau mit abkommandierten
Li=
nien=Offizieren hatte die Ausbildung der offizier= und
unteroffizierloſen Landwehr übernommen, ſo daß zum
Wiederbeginn des Krieges 100000 Wehrmänner ſchlag=
und ſchußfähig daſtanden. Ein preußiſches Geſamtbeer
von 270000, 112000 Landwehrleute mitgerechnet, ſah den
neuen Ereigniſſen entgegen.
Dem ruſſiſchen Heer kam aus der Heimat ſtete
Ver=
ſtärkung zu, aber die neuhinzukommenden 70000
Infan=
teriſten und 14000 Kavalleriſten konnten die ſtarke
Schwä=
chung des Heeres, das nun die Zahl 297000 ausmachte
nicht vollſtändig beheben. Den Soldaten fehlte der Blick
und das Verſtändnis für die Aufgabe, die ſich nach 1812
von einer nationalen zu einer internationalen
ausgewach=
ſen hatte. Und die Offiziere, deren Amt war, dieſen Geiſt
zu pflanzen, waren fremdländiſch, meiſt deutſch und daher
von den ruſſiſchen Kriegsvölkern beargwöhnt.
Was Oeſterreich an Streitern aufbrachte, war ſchnell
zuſammengeſchuſtert. Seit 1809 finanziell über alle
Maßen geſchwächt, hatte man in den folgenden Jahren
zumal am Kriegskörper geſpart; hatte mit kecker Rede
Po=
litik getrieben und Napoleon einen unverſchämten
Frie=
den diktiert, ohne auch nur ein entſprechend militäriſches
Rückgrat zu haben. Man verfügte ſage und ſchreibe über
nur 60000 mobile Leute. Aber der Präſident des
Hof=
kriegsrates, Feldmarſchall Graf Bellegarde, und der
Ober=
kommandeur Fürſt Schwarzenberg regten ſich derart, daß
die Zahl ſchnell vervier= und verfünffacht wurde;
aller=
dings von grasgrünen Rekruten, denen nicht nur Mäntel
und Schuhwerk, ſondern auch der Soldaten=Katechismus
vollſtändig fehlte.
Die annähernd 30000 ſchwediſchen Mannſchaften
wa=
ren zum Teil Söldlinge oder belehnte Dienſtpflichtige:
waren aber als wohldiſziplinierte und gut ausgerüſtete
Kriegshandwerker im Felde etwas wert.
Die vier verbündeten Mächte hielten mit 6000
Meck=
lenburgern und 9000 Engländern ein völkiſches Heer von
500000 Mann ſtreitbereit.
Weil Gott mit den ſtärkſten Bataillonen iſt, hatte auch
Napoleon das Aeußerſte getan, um ſein Heer auf eine
gottwohlgefällige Stärke zu bringen. Allein, man kann
in der Handfläche keine Haare ziehen. Was in Frankreich
neu ausgehoben und nach Deutſchland kam, war unreife
Jugend. Sie zu bekleiden und auszubilden, unmöglich.
Und noch ſchwerer war, ſie und das übrige Heer zu
er=
nähren. Es fehlte an Geld. Und ſo kam es, daß, als der
Krieg aufs neue beginnen ſollte, das franzöſiſche Heer
90000 Mann als Kranke in unzulänglichen, erbärmlichen
Lazaretten liegen hatte. Was der Kaiſer dem Tod ab=
ringen konnte, tat er mit übermenſchlicher Anſtrengung:
doch die Tatſache war nicht fortzuleugnen, daß die Armee,
obgleich ſie ſich mehr als verdoppelt und die Dänen als
Bundesgenoſſen bekommen, eher ſchlechter als beſſer
ge=
worden. Aber die imaginäre Kraft der 450000 Mann
war nicht gering anzuſchlagen: ſie glaubten an Napoleon.
In Trachenberg hielt man im Juli Kriegsrat und
kam endlich, nachdem Kriegspläne gemacht und wieder
verworfen, zu einem letzten Reſultat. Die zur Verfügung
ſtehenden Streitkräfte wurden zu drei Armeen formiert.
Weil man Napoleons erſten Ausfall auf Oeſterreich
ver=
mutete, ſollten Preußen und Ruſſen Oeſterreichs
Kriegs=
körper bis über 200000 Mann hinaus verſtärken und eine
Hauptarmee in Böhmen bilden. Zwei Nebenarmeen
ſoll=
ten in der Mark und in Schleſien ſtehen; die eine 120000
und die andere 50000 ſtark. Allen zur Aufgabe gemacht,
war, drauf und dran zu gehen, und nur die ſchwache
ſchle=
ſiſche Armee ſollte ſich auf nichts einlaſſen.
Dieſer Trachenberger Operationsplan war noch von
Oeſterreich zu genehmigen. Nun, Radetzky, der Chef des
öſterreichiſchen Generalſtabs, war nicht fürs drauf und
dran gehen; nicht nur die ſchleſiſche, ſondern alle drei
Armeen ſollten ſich auf nichts einlaſſen. Und die
Verbün=
deten mußten ſich fügen.
Napoleon ſah drei Heere vor ſich und mußte ſich
fra=
gen: auf welches zuerſt! Jeder Schachzug aber ſchien
be=
denklich, konnte die ſchlimmſten Folgen nachziehen. Und
ſo ließ er den Gedanken an Offenſive ſchweren Herzens
fallen und entſchloß ſich für einen Verteidigungskrieg. Er
ſammelte ſeine Streitkräfte in Sachſen und Schleſien zu
einer Einheit, die nach jeder Seite hin einem Angriff der
Verbündeten ſchnell begegnen konnte. Doch, weil ihm
Vorgehen im Blute lag, und er wußte, daß aller
Schlach=
tenſegen aus der Offenſive kommt, bildete er die Armee
de Berlin, die unter dem Marſchall Oudinot auf die
Ar=
mee in der Mark, vom ſchwediſchen Kronprinzen geführt
und Nordarmee genannt, losgehen ſollte Die Pflicht, die
Rückzugslinie dieſer Armee bedroht zu haben, oblag dem
Korps Davout, das bei Hamburg ſtand.
So war denn alles gerichtet, der Waffentanz konnte
aufs neue beginnen.
herrſcht, bei ſeinen Vermittlungsgeſchäften in den letzten
4—5 Jahren kaum noch ſoviel Geld verdient haben, wie
er Unkoſten im Geſchäft hatte. Das Ende des Treibens
des Roſenthal und Bärmann wurde dadurch herbeigeführt,
daß man anfangs des Jahres den Leuten hinter die
Schliche gekommen war. Die täglich fällig werdenden
Wechſelſummen waren nicht mehr durch Verausgabung
neuer Wechſel zu beſchaffen und es ſtand zu befürchten,
daß das Spiel der Angeklagten ſchon damals verloren
gehen würde. In dieſer Situation erfand man einen
neuen Trick; man nahm einem Briefträger ſeine
Erſpar=
niſſe für 11000 Mark Wertpapiere ab, in gleicher Weiſe
glückte dies bei einer Beamten=Witwe und zwar in Höhe
von 5500 Mark; eine andere Witwe in Heuchelheim wurde
um 4000 Mark erleichtert. Einer Wirtswitwe ſchwindelte
man 11500 Mark Wertpapiere ab und deckte mit dieſen
Beträgen einen Teil der laufenden Wechſel, um Luft zu
bekommen. Die Wirtswitwe bekam aber Reue, daß ſie
an Roſenthal eine ſo große Summe aus der Hand gegeben
hatte; ſie verlangte ziemlich ungeſtüm ihre Papiere zurück,
ging zu einem Anwalt, der nun glaubte, durch ſcharfes
Vorgehen und mit der Drohung, die Sache der
Staats=
anwaltſchaft zu unterbreiten, ſeiner Auftraggeberin das
Geld retten zu können. In die Enge getrieben und um
ſich einer ihnen angedrohten Verhaftung zu entziehen,
flüchteten Roſenthal und Bärmann nach der Schweiz, von
wo ſie aber unfreiwillig zurückkommen mußten, zum
Leid=
weſen vieler ihrer Gläubiger, denen es unangenehm iſt,
nicht nur ihr Geld verloren zu haben, ſondern nun auch
noch zugeſtehen zu müſſen, wie viel Zinſen ſie beim
An=
kauf der faulen Wechſel von R. bekommen haben.
(*) Aus dem Kreiſe Gießen, 13. Aug. Das
Ueber=
handnehmen der Landſtreicher und
Spitz=
buben wird nahezu beängſtigend. Kaum iſt der ſchwere
Einbruch in Beltershain ausgeführt, da haben
anſchei=
nend die zwei gleichen jugendlichen Gauner eine neue
Un=
tat ausgeführt, und zwar im Pflanzgarten zwiſchen
Gar=
benteich und Lich. Als hier mitten im Walde mehrere
Mädchen mit dem Verpflanzen von Bäumchen uſw.
be=
ſchäftigt waren, trat plötzlich ein gut gekleideter junger
Menſch in den Pflanzgarten. Er fragte nach dem
För=
ſter, und als die ahnungsloſen Mädchen ſagten, er ſei fort,
erklärte er, daß er und ſein Freund ſie jetzt alle
er=
ſchießen würde. (!) Die Mädchen flüchteten auf der
anderen Seite des Gartens hinaus und liefen nach
Gar=
benteich zu, hinter ihnen die beiden Spitzbuben mit
Re=
volvern, aus denen ſie mehrere Schüſſe abgaben. Ein
auf dem Felde arbeitender Mann ergriff mit den
Mäd=
chen die Flucht. Die Spitzbuben verfolgten die
Fliehen=
den bis vor das Dorf, um dann wieder im Walde zu
ver=
ſchwinden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 13. Aug. Auf das Drängen
zahlreicher Filialiſten iſt nunmehr in dem Konkurſe
Schlieben & Co. Anzeige wegen Betruges, und
teil=
weiſer Unterſchlagung von Kautionen bei der
Staatsan=
waltſchaft erſtattet worden. Die Paſſiven ſollen über vier
Millionen Mark betragen. — Als geſtern im Dynamowerk
von Siemens & Schuckert am Nollendorfdamm ein
Mo=
tor auf ſeine Elaſtizität geprüft wurde, flog er plötzlich
bei einer Kreisgeſchwindigkeit von 4000 Touren
ausein=
ander und zerſtörte einen Teil der maſſiv gebauten
An=
lagen. Von 20 Ingenieuren und Monteuren, die ſich in
der Halle befanden, wurde niemand verletzt. — Der
Bril=
lantendiebſtahl zu Wilmersdorf, wo
Ein=
brecher angeblich für 70000 Mark Schmuckſachen raubten,
harrt noch immer der Aufklärung. Die Kriminalpolizei iſt
bisher lediglich auf die Ausſagen der Wohnungsinhaberin
und ihres langjährigen Dienſtmädchens angewieſen. Die
beiden erklärten übereinſtimmend, von den Einbrechern
nichts bemerkt zu haben. Die in der Wohnung
vorgefun=
denen Einbruchswerkzeuge ſind völlig neu, können alſo
erſt kurz vor dem Einbruch gekauft worden ſein. Die
Sach=
lage iſt zurzeit noch undurchſichtig. Es iſt jedoch nicht
aus=
geſchloſſen, daß bald eine überraſchende Aufklärung,
er=
folgt. — Ein Auto=Expreßverkehr Hamburg-
Berlin iſt dieſer Tage von einer Hamburger Firma
eingerichtet worden. Dieſe Neuerung will die Mängel
beſeitigen, die trotz des Eilgüterverkehrs bei der
Eiſen=
bahn herrſchen. Das gewaltige Güterauto verläßt
Mitt=
wochs und Samstags nachmittags Hamburg und beſtellt
Donnerstags und Montags vormittags die
mitgenom=
mene Fracht. Nachmittags fährt das Auto mit neuer
Fracht nach Hamburg zurück. Da die Neuerung ſehr ſtark
in Anſpruch genommen wird, ſo iſt geplant, unter
Ein=
ſtellung eines zweiten Autos die Fahrten täglich
durchzu=
führen.
Frankfurt, 13. Aug. Der in der Zietenſtraße
woh=
nende 19 Jahre alte Chauffeur Karl Griebel aus
Mei=
ningen ſtürzte geſtern mittag gegen 1 Uhr in der
Schloß=
ſtraße beim Aufſpringen auf einen in der Fahrt
befind=
lichen Wagen der Straßenbahn und geriet unter
die Räder. Er erlitt einen Schädelbruch, dem er nach
ſeiner Einlieferung ins Städtiſche Krankenhaus alsbald
erlag.
Langenburg, 13. Aug. In dem Schloſſe des
Für=
ſten Hohenlohe wurde ein Einbruchsdiebſtahl
ver=
übt. Der Täter entwendete verſchiedene Taſchenuhren,
Orden und Schmuckgegenſtände. Die geſtohlenen
Schmuck=
ſachen haben für das fürſtliche Haus als Familienſtücke
hohen Wert. Trotz Zuziehung eines Polizeihundes iſt
es noch nicht gelungen, den Täter zu ermitteln.
Eſſen, 14. Aug. An einem Automobil brach die
Steuerung und das Auto rannte mit großer Wucht gegen
einen Milchwagen. Der Lenker des Fuhrwerks wurde
vom Bock geſchleudert. Er ſchlug mit dem Kopf auf das
Pflaſter und wurde tödlich verletzt. Der Reiſende Otto
Salzmann warf ſich dem Pferde in die Zügel. Dabei kam
er zu Fall und wurde ebenfalls lebensgefährlich verletzt
Bocholt, 14. Aug. An der neuerbauten
Liebfrauen=
kirche ſollte die Turmſpitze angebracht werden. Die
Spitze ſtürzte ab, erſchlug einen Arbeiter und
ver=
letzte zwei ſchwer.
Zürich, 14. Aug. Die Leiche des deutſchen
Reichs=
tagsabgeordneten Auguſt Bebel wird heute nachmittag
2.05 Uhr auf dem Züricher Hauptbahnhof eintreffen und
dort von einer Abordnung der Züricher Arbeiterſchaft
ab=
geholt und zum Volkshauſe geleitet werden, wo ſie bis
Samstag mittag aufgebahrt bleibt. Alsdann wird ſie in
das Trauerhaus am Schanzenberg, der Privatwohnung
der Tochter Bebels, übergeführt werden. Nach der
Züricher Poſt hat Bebel in ſeinem Teſtament Ullmann zum
Teſtamentsvollſtrecker beſtimmt. Die ſozialdemokratiſche
Partei erhält eine namhafte Summe vermacht, außerdem
von einem gewiſſen Zeitpunkt das ausſchließliche
Verlags=
recht der von Bebel ſelbſtverlegten Werke übertragen.
London, 13. Aug. Vorgeſtern erließ die
Staats=
anwaltſchaft gegen den Beamten der Schatzverwaltung,
Joſeph Philipps, einen Verhaftungsbefehl wegen
Unterſchlagung von mehreren Hunderttauſend Mark
in Staatspapieren, Unterſchlagungen, die er in ſeiner
Eigenſchaft als zweiter Sekretär der Bank von England
begangen hat. Dieſe Angelegenheit datiert indeſſen
Mo=
nate zurück. Die Gerüchte von dieſen
Rieſenunterſchlag=
ungen und das gleichzeitige Verſchwinden eines
Mitange=
ſtellten in verantwortlicher Stellung erregten ſeinerzeit
be=
trächtliches Aufſehen. Die Bankleitung zeigte ſich äußerſt
zurückhaltend und ließ die Unterſuchung über die Höhe
der veruntreuten Summen in aller Stille führen. Gegen
Philipps wurde geſtern Konkursantrag geſtellt, wobei es
ſich herausſtellte, daß er noch andere große Verfehlungen
begangen hat. Er wurde vorgeſtern abend in Boxmoor
wo er in ſehr beſcheidenen Verhältniſſen lebte, verhaftet
und dem Richter geſtern zugeführt. Die Verhandlung
hatte jedoch nur formellen Charakter und wurde nach
kur=
zer Zeit auf Dienstag vertagt.
Neu=York, 13. Aug. Bei Richfield im Staate
Ne=
braska ſtieß heute nacht der aus 40 Wagen beſtehende
Sonderzug des Zirkus Barnum=Bailey
mit einem Perſonenzug zuſammen. Mehrere
Zir=
kuswagen ſtürzten um, 13 Perſonen wurden ſchwer
ver=
letzt. Die Verwirrung wurde durch das Brüllen der
wil=
den Tiere, die ſich in den Menageriewagen befanden, noch
geſteigert und erreichte ihren Höhepunkt, als es mehreren
Löwen und Tigern gelang, ſich aus den Trümmern
zu befreien und das Weite zu ſuchen. Eine Kompagnie
Miliz iſt abgegangen, um die Beſtien einzufangen.
Luftfahrt.
sr. Der dritte Tag des Oſtpreußiſchen
Rundfluges brachte noch am Nachmittag einen
Bom=
benwurf=Wettbewerb in Allenſtein. Als Ziel
waren zwei Vierecke von 200 mal 100 Meter und von
100 mal 50 Meter markiert. Treffer im größeren Ziel
wur=
den mit einem Punkt, im kleineren Ziel mit zwei Punkten
gewertet. Jeder Flieger hatte drei Würfe frei. Als
Ge=
ſchoſſe wurden 10 Kilogramm ſchwere Metallbomben
ver=
wendet, die aus mindeſtens 500 Meter Höhe geworfen
werden mußten. Caspar auf Gotha=Taube (Begleiter Lt
Plagemann) erzielte mit zwei Würfen einen Treffer, Kühne
auf Albatros=Taube (Oberlt. Nordt) erzielte einen Treffer,
während Friedrich auf Etrich=Eindecker (Oberlt.
Zimmer=
mann) keine Bombe ins Ziel befördern konnte. Infolge
heraufziehender Gewitter wurden die Wettbewerbe
vor=
zeitig abgebrochen. — Am vierten Tage der Konkurrenz
flogen die Offizierflieger von Inſterburg nach Königsberg,
die Zivilpiloten von Allenſtein nach Königsberg. Es
be=
teiligten ſich Lt. Pretzell (Albatros=Taube), Lt. Geyer
(Aviatik=Dopppeldecker), Oberlt. Hantelmann (Rumpler=
Taube) und Lt. Mahncke (L. V. G.=Doppeldecker). Von
den Zivil=Fliegern ſtarteten Friedrich (Etrich=Eindecker).
Caspar (Gotha=Taube), Kühne (Albatros=Taube) und
Roth (Harlan=Eindecker). Die offiziellen Flugzeiten
lie=
gen noch nicht vor.
— Stuttgart 14. Aug. Auf eine Anregung der
Luftſchiffbaugeſellſchaft „Zeppelin” wird auf einem bei
Biberach zu errichtenden Ausſichtsturm ein
elektri=
ſches Leuchtfeuer zur Sicherung des
Luft=
ſchiffverkehrs eingerichtet werden. Dieſes
Leucht=
feuer ſoll das Vorbild für weitere im Intereſſe der
Luft=
ſchiffahrt zu errichtende Leuchtfeuer in ganz Deutſchland
dienen.
* Petersburg, 14. Aug. Der Aeroklub erhielt ein
Telegramm, nach welchem der franzöſiſche Flieger
Ja=
noir zum letzten Male geſtern vormittag um 8 Uhr 40
Minuten in der Nähe der Eiſenbahn, 100 Kilometer ab
Riga, geſehen wurde. Man befürchtet, daß er geſtürzt
iſt oder ſich verirrt hat.
Sporf, Spiel und Turnen.
* Vom Keglerfeſt in Frankfurt. Der letzte Tag brachke
wieder einen außerordentlich ſtarken Andrang zu den
Bahnen. Um 5 Uhr wurden die Konkurrenzen geſchloſſen.
Am Abend wurde im Speiſereſtaurant ein großer
Schluß=
kommers veranſtaltet, bei dem der Bundesvorſitzende
Thomas=Dresden einige Worte der Begrüßung und der
Feſtausſchußvorſitzende W. Schneider die Reſultate
be=
kanntgab, die wir nachſtehend veröffentlichen: Die
Meiſter=
ſchaft der Keglervereinigung für Süd= und
Mitteldeutſch=
land errang J. Behning=Hannover, 250 Punkte mit 15
Ku=
geln, er erhält die goldene Meiſterſchaftsmedaille. 2. Höfft=
Frankfurt, 250 Punkte mit 18 Kugeln, ſilberne
Meiſter=
ſchaftsmedaille, 3. A. Fiſcher=Leipzig, 250 Punkte mit 18
Kugeln, bronzene Meiſterſchaftsmedaille. — Ehrenbahn:
Ehrenpreis der Stadt Frankfurt: 1. E. Bünger=Remſcheid,
79 Holz. Bahn 1, Aſphalt: 1. Löb=Schwanheim, 32 Holz.
Bahn 2, Aſphalt: 1. F. Beſter=Leipzig, 38 Holz. Bahn 6,
Schere: 1. Heller=Düſſeldorf, 32 Holz. Bahn 7, Bohle:
1. J. Geh=Berlin, 51 Holz. Bahn 8, Bohle: 1. A. Noß=
Barmen, 51 Holz. Bahn 9, Sand: 1. Näher=Schwanheim,
33 Holz. Eine Fortſetzung des Preiskegelns findet nicht
ſtatt.
Landwirtſchaftliches.
— Frankfurt, 14. Aug. Schlachtviehmarkt.
(Amtlicher Bericht.) Auftrieb: Rinder 82, darunter
Ochſen 10, Bullen 5, Färſen und Kühe 67, Kälber 737,
Schafe 73, Schweine 1610. Marktverlauf: Kälber lebhaft,
Schafe ruhig; ausverkauft. Schweine ſchleppend,
Ueber=
ſtand. Kälber: 1. feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte
Saugkälber. Lebendgewicht 68—70 Mark, Schlachtgewicht
113—117 Mark, 2. mittlere Maſt= und aute Saugkälber,
Le=
bendgewicht 64—67, Schlachtgewicht 108—114, 3. geringere
Saugkälber, Lebendgewicht 58—61, Schlachtgewicht 98 bis
103.—
Schafe: Maſtlämmer und jüngere Maſthammel,
Lebendgewicht 46—47.
Schlachtgewicht 96—98.
Schweine: 1. Fettſchweine über 3 Ztr., Lebendgewicht
63—66, Schlachtgewicht 82—84, 2. vollfleiſchige Schweine,
über 2½ Ztr., Lebendgewicht 62—64, Schlachtgewicht 8
bis 82. 3. vollfleiſchige Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht
63—66, Schlachtgewicht 80—83, 4. vollfleiſchige Schweine
bis zu 2 Ztr., Lebendgewicht 63—66, Schlachtgewicht 63 bis
66, Schlachtgewicht 80—83 Mark.
Beendigung des Werftarbeiterſtreiks.
* Stettin, 13. Aug. Die hieſigen
Werftarbei=
ter beſchloſſen heute nachmittag in einer von 3200
Arbei=
tern beſuchten Verſammlung, die Arbeit wieder
aufzunehmen, entſprechend den Beſchlüſſen der
Ber=
liner Zentrale. Für die Wiederaufnahme ſtimmten 2550,
dagegen 672, ungültig waren 84 Stimmen. Die Arbeiter
betrauten die Vorſtände gleichzeitig, mit dem Verband der
Induſtriellen in Verbindung zu treten wegen der Form
der Arbeitsaufnahme. Die hieſigen Werften ließen in dem
Arbeitsnachweis einen Anſchlag erfolgen, daß die
Ar=
beitsaufnahme nur durch den Arbeitsnachweis erfolge.
Damit erklärten ſich die hieſigen Arbeiter nicht
einverſtan=
den. Sie wollen gleichzeitige Arbeitsanſtellung unter
Um=
gehung des Arbeitsnachweiſes genau ſo vorgenommen
haben, wie im Jahre 1910. Gleichzeitig ſprachen ſich auch
die Hirſch=Dunckerſchen Gewerkſchaften in einer im Neuen
Kaſino abgehaltenen Verſammlung ohne Abſtimmung für
Wiederaufnahme der Arbeit aus. Auch hier wurden die
Vorſtände beauftragt, mit dem Verband der Induſtriellen
wegen der Form der Wiederaufnahme der Arbeit in
Ver=
bindung zu treten. Der Bund der hieſigen Ortsgruppe
des Verbandes Deutſcher Metallarbeiter erhielt aus
Ham=
burg die Mitteilung, daß dort die Wiederaufnahme der
Arbeit beſchloſſen worden ſei, und zwar durch den
Ar=
beitsnachweis. Die Einſtellung erfolgte glatt.
Maßregel=
ungen der Arbeiter ſind nicht zu verzeichnen. Auch aus
Kiel wird gemeldet, daß die Wiederaufnahme der Arbeit
in gleicher Weiſe wie in Stettin beſchloſſen worden iſt.
* Kiel, 13. Aug. Die hieſigen Werften
began=
nen heute mit der Wiedereinſtellung der
Ar=
beiter. Sie erfolgt jedoch allmählich, da ſämtliche
Be=
triebe nicht auf einmal eröffnet werden können.
Feuilleton.
* 200000 Mark Trinkgelder. In der letzten Woche
des Monats Juli pflegen die wohlſituierten Bewohner
Londons in unermeßlichen Scharen ihr geliebtes
Themſe=
babel zu verlaſſen, um ſich an der See, auf dem Lande
oder in ausländiſchen Modebädern zu erholen. Zur
Be=
wältigung des beängſtigend anwachſenden Reiſeverkehrs
müſſen auf allen Bahnhöfen zahlreiche Aushilfsbeamte
eingeſtellt werden. Beſonders ſind gar nicht
annähernd=
genug Gepäckträger herbeizuſchaffen. Fenſterputzer,
Wagenreiniger und alle in den Reparaturwerkſtätten
ent=
behrlichen Arbeiter werden herangezogen, um dem
An=
ſturm einigermaßen zu begegnen. Ein Heer von
minde=
ſtens 3000 Kofferträgern iſt von Montag bis Samstag
emſig tätig. Ein Zeitungsreporter hat feſtgeſtellt, daß ein
Gepräckträger mit Durchſchnittsleiſtungsfähigkeit 10 bis
15 Schilling täglich während dieſer Woche an
Trink=
geldern einheimſt. Rechnet man noch die „Tips” hinzu
die den Schaffnern für kleine Dienſtleiſtungen zugeſteckt
werden, dann dürfte die Geſamtſumme, die von
abreiſen=
den Londonern in dem genannten kurzen Zeitraum an
Trinkgeldern verausgabt wird, ſich auf wenigſtens 200000
Mark belaufen. Und jeder gibt mit einer Freudigkeit, die
man am britiſchen Reiſenden ſonſt nicht gerade
wahr=
nehmen kann. Mancher greift in die „Kleingeldtaſche‟
und läßt eine Handvoll Pennies, unter denen ſich nicht
ſelten ein Sixpence=Silberſtück befindet, ungezählt und
un=
beſehen in die ſchwielige Hand gleiten, die ſein Gepäck
gut verſtaut hat. In England gibt man ſeine Koffer
be=
kanntlich nicht auf, ſondern muß ſelber dafür Sorge
tra=
gen, daß ſie im Gepäckwagen untergebracht werden. Beim
Umſteigen hat man das Vergnügen, ſeine Effekten aus
der Kofferburg herauszuſuchen und für die
Weiterbeför=
derung zu ſorgen, bevor man ſich auf die Jagd nach einem
Platz im anderen Zuge machen kann. Ohne die Hilfe
eines umſichtigen Trägers würde da wohl oft ein Anſchluß
verpaßt werden.
2 Die Glocke von Sebaſtopol. Eine dichte
Menſchen=
menge hatte ſich am Montag in Paris vor der Notre
Dame=Kirche verſammelt und beobachtete die Verladung
einer gewaltigen eiſenbeſchlagenen Kiſte. Was geſchah?
Man brachte die berühmte große Glocke von Sebaſtopol,
die die ſiegreiche Armee Napoleons III. aus dem
Krim=
krieg mitgebracht hatte, auf den Weg nach — Rußland.
Seit nahezu 60 Jahren hing die prächtige Glocke als
Trophäe franzöſiſcher Siege über die Ruſſen im
Glocken=
ſtuhl von Notre Dame und rief mit ehernem Munde die
Franzoſen zur Andacht, bis plötzlich in dieſem Frühjahr
die Ruſſen ihren lieben Verbündeten das Verlangen
vor=
trugen, in Anbetracht der Entente Cordiale die einſt in
Sebaſtopol eroberte Glocke möglichſt bald
zurückzuerhal=
ten. Was ſollte man tun? „Die Regierung,” berichtet der
Gaulois, „beſchloß, ſich der ruſſiſchen Regierung gefällig
zu erweiſen.” Man baute ein großes Gerüſt, ſorgſam
hob man die Glocke aus ihrem Gehänge in Notre Dame,
ſenkte ſie zu Boden und verpackte ſie, und jetzt iſt die ſchöne
Kriegstrophäe, dem Verlangen Rußlands entſprechend,
bereits auf dem Wege nach Sebaſtopol. Dieſes
Meiſter=
werk des Glockenguſſes, das jetzt auf deutſchen Bahnen
Rußland entgegenrollt, hat ein Gewicht von 2500
Kilo=
gramm.
Der Schlitzrock der Poliziſtin. Die neugebackenen
Poliziſtinnen von Chikago genießen ihre Popularität in
vollen Zügen, aber es ſind Bedenken aufgetaucht, ob der
Rock die Poliziſtinnen im Falle einer Verfolgung nicht am
ſchnellen Laufen hindern würde, Man hat daher ein
neues Rockmodell für Poliziſtinnen erſonnen, und die
Po=
lizeibehörde erprobt jetzt die Brauchbarkeit dieſes
weib=
lichen Uniformſchnittes. Der neue Rock iſt aus blauem
Sergeſtoff, beſitzt eine Taſche zur Mitführung eines
Re=
volvers und unterſcheidet ſich äußerlich kaum von einem
gewöhnlichen Damenrock. Allein in dem Augenblick, da
die Notwendigkeit entſteht, einen flüchtigen Sünder zu
verfolgen, zieht die Poliziſtin an einer am Rockgurt
an=
gebrachten kleinen Strippe: und mit einem einzigen Ruck
iſt der Rock plötzlich wie durch ein Wunder in eine
Pump=
hoſe verwandelt, die es der Wächterin der öffentlichen
Ordnung ermöglicht, die Behändigkeit ihrer Beine vollauf
auszunützen. Iſt die Aufgabe dann gelöſt und der
Ver=
brecher dingfeſt gemacht, ſo kann in wenigen Minuten die
vermeintliche Pumphoſe wieder in einen gewöhnlichen
Rock verwandelt werden, die Poliziſtin wird wiederum
zur Dame.
C. K. 25 neue Statuen in Paris. Die Denkmälerwut
in der Seineſtadt ſcheint trotz der Kaſſandrarufe, die in
jüngſter Zeit von verſchiedenen Seiten erhoben wurden,
noch im Wachſen begriffen zu ſein. Die Verwaltung der
ſchönen Künſte hat ſich dieſer Tage mit dem Plan zur
Er=
richtung von 25 neuen Statuen beſchäftigen müſſen, die ſo
bald als möglich Paris ſchmücken ſollen. Es handelt ſich
um zahlreiche große Perſönlichkeiten der galliſchen
Geiſtes=
welt, die durch Monumente verewigt werden ſollen, um
Mme. de Staél. um Barbey d’Aurevilly, Villiers de I'Isle=
Adam, Edouard Colonne u. a. m. Daneben aber kommen
auch abſtrakte Begriffe zu ihrem Recht. Die Flugkunſt
zum Beiſpiel erhält ihr Denkmal, und der „Ruhm der
Kolonien‟ Dann werden ganze Verbände verherrlicht, ſo
„die Frauen von 1870/71‟. Solch hübſcher Ideen gibt es
noch mehrere. Der Figaro aber bittet angeſichts dieſer
neuen Denkmalwut, man ſolle doch wenigſtens auch noch
etwas Platz für die Zukunft übrig laſſen. „Unſere Enkel
werden auch ihre großen Männer haben; denn es gibt
deren jetzt mehr und mehr. Wo werden ſie ſie hinſetzen?”
Vermiſchtes.
— Der in dieſen Tagen zwiſchen Darmſtadt
und Frankfurt a. M. vorgekommene Raubmord
im Eiſenbahnabteil, ſowie der ſchwere
Eiſenbahn=
unfall in Jütland laſſen uns die Aufmerkſamkeit wiederum
auf das im vorigen Jahre im Buchhandel erſchienene
Werk: „Die Vorſicht auf Reiſen und Verkehr,
Verlag und Druckerei der Deutſchen Alpenzeitung,
G. m. b. H., München” lenken, welches an der Hand von
Erlebniſſen und Erfahrungen Ratſchläge erteilt, wie wir
uns gegen dergleichen Unfälle ſchützen oder wie wir ſolche
vermeiden können. Die meiſten Lebenslagen, die den
Menſchen auf Reiſen ſowohl wie im öffentlichen Verkehr
in Unheil und Gefahr bringen können, ſind in dem Buche
erwähnt und für alle ſind Ratſchläge zur Verhütung
die=
ſer Gefahren, ſowie für das Benehmen in Lebensgefahr
und für Rettung aus Gefahr gegeben. Das Werk hat vor
der Drucklegung dem preußiſchen Herrn Miniſter der
öffentlichen Arbeiten vorgelegen. Dasſelbe iſt beſonders
für den Eiſenbahnbuchhandel in Ausſicht genommen und
kann nur aufs neue dem weiten Publikum in Erinnerung
gebracht werden.
Die Lage auf dem Balkan.
Ein neuer Balkanbund?
* Bukareſt, 13. Aug. Die heutigen Morgenblätter
veröffentlichen einen Aufruf, in der der
Zuſammen=
ſchluß der Völker im Nordoſten Europas in
Form einer Liga gefordert wird, um auf dieſer Baſis eine
Annäherung zwiſchen allen Balkanvölkern zum Zweck einer
ſegensreichen Fortentwicklung der einzelnen Länder
her=
beizuführen. Der Aufruf iſt unterzeichnet von allen
her=
vorragenden rumäniſchen, griechiſchen und ſerbiſchen
Per=
ſönlichkeiten, darunter auch von ſämtlichen hier
anweſen=
den Abgeſandten dieſer Länder. Bulgarien hat ſich bisher
ausgeſchloſſen, doch beſteht die größte Hoffnung, daß auch
die bulgariſchen leitenden Kreiſe ſich mit dem Gedanken
einer Annäherung befreunden werden, wenn ſich die
ver=
ſchiedenen noch ſchwebenden Fragen erledigt haben.
Depeſchenwechſel zwiſchen Kaiſer Franz Joſef und König
Carol
* Bukareſt, 13. Aug. (Agence Roumaine.) Kaiſer
Franz Joſef hat an König Carol folgendes
Telegramm gerichtet: Ich bitte Dich, meine
herzlich=
ſten Glückwünſche aus Anlaß des unter Deiner Leitung
zuſtande gekommenen Pazifizierungswerkes
entgegenzu=
nehmen, welches dem Blutvergießen auf dem Balkan ein
Ende bereitet und Deinem Lande den Frieden geſichert hat.
Wie bisher, nehme ich auch fernerhin lebhaften Anteil an
allem, was Dir und dem Wohlergehen Deines Landes
zugute kommt. — König Carol erwiderte: Deine
ſo herzlichen Glückwünſche und warme Anteilnahme aus
Anlaß des erfolgten Friedensſchluſſes in meiner
Haupt=
ſtadt haben mich ſehr erfreut, und aus vollem Herzen danke
ich Dir für dieſen erneuten Beweis Deiner treuen
Freund=
ſchaft, die Du mir beſonders in ſchwierigen Augenblicken
ſtets bezeugt haſt. Möge der Friede ein dauernder ſein
und endlich auf der Balkanhalbinſel, die im letzten Jahre
ſo heimgeſucht wurde, Ruhe eintreten zum Segen unſerer
Staaten.
Die Flucht vor den Bulgaren.
* Sofia 14. Aug. Die Agence Bulgare meldet:
Die Athener Nachrichten über die Auswanderung von
Griechen und Mohammedanern aus dem Bulgarien
zu=
fallenden Teile Mazedoniens und Thraziens ſind
voll=
ſtändig falſch (?) Sie ſind tendenziös in der zu deutlichen
Abſicht verbreitet, die bulgariſche Verwaltung
herabzu=
würdigen und gewiſſermaßen die grauenhaften
Ausſchrei=
tungen der Griechentruppen und Baſchibozuks zu
recht=
fertigen. Uebrigens zählt jener Teil Mazedoniens kaum
Griechen. Die mohammedaniſche Bevölkerung iſt weit
entfernt, zu den Griechen zu flüchten, ſucht vielmehr Schutz
bei den bulgariſchen Truppen, um den Grauſamkeiten der
griechiſchen zu entgehen. Es ſind auch neue türkiſche
Flüchtlinge hier angekommen. Wenn übrigens ſich
grie=
chiſche Elemente aus Thrazien in Griechenland anſiedeln
wollen, ſo iſt daran nichts beſonderes. Die Griechen
können der Welt nicht glauben machen, daß es eine
allge=
meine Auswanderung ſei.
Albanien und die Aegäiſchen Inſeln.
* Rom 14. Aug. Ueber die wahrſcheinliche
Hal=
kung Italiens in der Frage der Aegäiſchen
Inſeln dürften folgende Geſichtspunkte von Bedeutung
ſein, die der „Corriére della Sera” in ſeiner
Morgenaus=
gabe vom 11. dieſes Monats in einem wahrſcheinlich von
amtlicher Seite eingegebenen Aufſatz als die Auffaſſung
der italieniſchen Regierung bringt. Es ſei vor allem nicht
angängig, was Frankreich zugunſten Griechenlands
unter=
nehme: die Abgrenzung Albaniens nach Süden hin in
irgend welchen Zuſammenhang mit der endgültigen
Ent=
ſcheidung über das Schickſal der zwölf Inſeln zu bringen
Italien beſtehe jedenfalls auf ſeinem Recht
bei einer etwa möglichen künftigen Verhandlung über dieſe
Inſeln mitzureden, und müſſe den dabei einzunehmenden
Standpunkt dahin kennzeichnen, auf die Erhaltung der
Integrität der aſiatiſchen Türkei hinzuwirken. Das ſei
übrigens nur die Folgerung aus dem Vertrag von
Lauſanne und der gegenwärtigen Lage; denn niemand
werde beſtreiten, daß die Tatſache der Beſetzung dieſer
Inſeln durch Italien, die nicht geringen Opfer an Geld
und die Aufwendung einer ununterbrochenen eifrigen
Tätigkeit, um den Inſeln eine neue Ordnung zu geben,
ihren Handel zu vermehren und ihren Wohlſtand zu
heben, ein Vorrecht Italiens feſtlege, ſich um das
Schickſal der zwölf Inſeln zu bekümmern. Die
endgültige Löſung dieſer Frage müſſe daher darauf
Rück=
ſicht nehmen. Das Mailänder Blatt drückt dann die
Hoff=
nung aus, daß ſich eine Entſcheidung unter Achtung der
Anſprüche und Anrechte Italiens ſchließlich doch
herbei=
führen laſſe.
König Konſtantin in Saloniki.
HB. Saloniki, 14. Aug. König Konſtantin
iſt heute in Begleitung der Flotte, von Kawala kommend
an Bord des Panzerſchiffes „Aweroff” hier eingetroffen
Der König ging um 9 Uhr vormittags an Land und
wurde mit Geſchützſalut empfangen. Die Menſchen
maſſen, die ſich überall angeſammelt hatten, jubelten dem
König begeiſtert zu. Nach der offiziellen Begrüßung
be=
gab ſich der König nach der Hagia Sofia=Kirche, wo ein
Tedeum abgehalten wurde. An den Triumphpforten
hatte man bulgariſche Gewehre als Kriegstrophäen
an=
gebracht. Nach dem Tedeum begab ſich der König nach
der Reſidenz. Der König ſah trotz der überſtandenen
Kriegsmühen recht wohl aus und freute ſich ſichtlich über
den herzlichen Empfang ſeitens der Bevölkerung. Die
Abreiſe nach Athen dürfte morgen ſtattfinden
Die Haltung der Türkei.
HB. Petersburg, 14. Aug. Die Weigerung
der Türkei, Adrianopel und Thrazien zu
räumen, hat in Petersburger Finanz= und Börſenkreiſen
einige Aufregung hervorgerufen. Ruſſiſche Finanziers
hatten ſich mit der Frage an den Finanzminiſter
Kokow=
zow gewandt, ob es wahr ſei, daß Rußland Bulgarien
ein bindendes Verſprechen gegeben habe, ihm Adrianopel
wieder zu verſchaffen. Die Antwort der ruſſiſchen
Re=
gierung lautete wörtlich: Wenn Rußland das einſtimmige
Mandat Europas erhalten ſollte, die Türken aus
Thra=
zien und Adrianopel zu vertreiben, wobei Rußland von
den Großmächten garantiert wird daß es keinerlei
Nach=
teil erleiden wird, ſo wird Rußland vortreten. Sollten
die Kabinetts in dieſer Frage zu keinerlei
Uebereinſtim=
mung gelangen, ſo wird Rußland zur Vermeidung
inter=
nationaler Verwickelungen allein nicht vortreten. Da in
dieſer Frage aber keine Uebereinſtimmung zwiſchen den
Großmächten herrſcht und Frankreich und Deutſchland
gegen alle Gewaltmaßregeln ſind, ſo ſcheint die ruſſiſche
Diplomatie ſich nur noch von einem finanziellen Druck
auf die Pforte gewiſſe Erfolge zu verſprechen.
Letzte Nachrichten.
HB. Konſtantinopel, 14. Aug. Laut
Blätter=
meldungen hat an der türkiſch=bulgariſchen Grenze bei
Koſchikavak ein heftiger Kampf zwiſchen einer
türkiſchen Truppenabteilung und einem
bul=
gariſchen Detachement, das etwa 80 Mann zählte
ſtattgefunden. Es gab auf beiden Seiten eine Anzahl
Tote und Verwundete. Die Bulgaren ſollen von den
Türken faſt gänzlich gefangen genommen worden ſein.
* Petersburg, 14. Aug. Wie der Rjetſch aus
Regierungskreiſen erfährt, wird Rußland keine Schritte
zur Vertreibung der Türken aus Adrianopel unternehmen,
wenn es kein europäiſches Mandat dazu erhält. Es wird
nicht iſoliert vorgehen, damit internationale
Verwickel=
ungen vermieden werden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
* Eſſen (Ruhr), 14. Aug. Auf der Zeche „Ludwig”
in Eſſen-Rellinghauſen explodierte beim Abteufen
eines neuen Schachtes geſtern abend ein bei
Bohr=
arbeiten bloßgelegter bei früheren Sprengarbeiten
nicht losgegangener Sprengſchuß. Durch umherfliegende
Geſteinsmaſſen wurde ein Bergmann getötet, ein anderer
ſchwer und drei leicht verletzt.
* Bremen, 14. Aug. Der Schnelldampfer des
Norddeutſchen Lloyds, „Kronprinzeſſin Cecilie‟
ſchlug auf ſeiner letzten Reiſe nach Neu=York den deutſchen
Rekord für die Ozeanfahrt zwiſchen Cherbourg und dem
Ambroſe Channel=Feuerſchiff. Er fuhr mit einer
Durch=
ſchnittsgeſchwindigkeit von 23,4 Knoten und legte die
Ozeanfahrt in fünf Tagen, 14 Stunden und 24 Minuten
zurück.
* Zürich, 14. Aug. Der Zug mit der Leiche
Be=
bels traf mit ¾ſtündiger Verſpätung kurz vor 3 Uhr im
Züricher Bahnhof ein, erwartet von einigen hundert
Ge=
noſſen mit den Fahnen der deutſchen Sozialdemokraten,
der Typographen, der Zimmerleute und Bäcker, der
Holz=
arbeiter und des Grütli=Turnvereins. Auch war
zahlrei=
ches Publikum anweſend. Die Leiche wurde vom
Bahn=
hof nach dem Volkshauſe gebracht, wo ſie im prächtig
ge=
ſchmückten Volkshausſaale aufgebahrt wurde.
— Berlin, 14. Aug. Die Neue Geſ. Korreſpondenz
verbreitete die Nachricht, daß die liberalen Parteien und
das Zentrum entſchloſſen ſeien, ſofort beim Beginn der
Reichstagstagung eine neue Abgrenzung der
Reichstags=Wahlkreiſe zu beantragen und zwar
in dem Sinne, daß wenigſtens die Rieſen=Wahlkreiſe
zer=
ſchlagen und dadurch die Abgeordneten um etwa zwei
Dutzend vermehrt würden. Die Nachricht iſt zweifellos
falſch. Da die Fraktionen jetzt nicht zuſammen ſind,
kön=
nen ſie ſich gar nicht über ein gemeinſames Vorgehen
ver=
ſtändigen.
— Weimar, 14. Aug. Zum Direktor des
Landes=
muſeums wurde Dr. Anton Mayer=Berlin gewählt.
H. B. Zürich, 14. Aug. In Luchſingen im Kanton
Glarus hat der Naturarzt Rothardt ſeine Frau, ſeine
beiden Kinder, ein Mädchen von 6 und ein Knabe von
5 Jahren, und ſich ſelbſt wegen Nahrungsſorgen durch
Opium vergiftet. Rothardt ſtammt aus der
Um=
gebung von Berlin. Er war nach Argentinien
ausgewan=
dert, wo er in Roſario ein deutſches Fräulein Heiz
hei=
ratete. Die Familie ſiedelte in dieſem Jahre nach
Luch=
ſingen über. Dem Apotheker, dem Rothardt das Opium
entwendete, hatte er durch ein Schreiben von ſeinem
Vor=
haben in Kenntnis geſetzt. Ebenſo verſtändigte er durch
ein Telegramm ſeinen Schwiegervater in Darmſtadt von
der beabſichtigten Tat. Hilfe kam aber zu ſpät.
Briefkaſten.
Eiſenbahn. Die Entlaſſung nach der Uebung iſt kein
Urlaub im Sinne dieſer Fahrkartenbeſtimmung. Sie
waren ja doch ſicher auch in Zivil. Die Strafe müſſen Sie
zahlen.
K. K. Wenden Sie ſich doch an die Großh. Zentrale
für Mutter= und Säuglingsfürſorge.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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Jnnnaumet zu velangen. (15944a
Familiennachrichten.
Statt Karten
Die glückliche Geburt eines prächtigen
Töchterchens zeigen hocherfreut an
Baurat Wagner und Frau Karoline
geb. Kloeß
Darmſtadt, Liebigſtr. 25, 14. Auguſt 1913
17144)
Dankſagung.
Bei dem ſo plötzlichen Hinſcheiden meines
einzigen, innigſtgeliebten Sohnes
(*5736
Faul Feitn
ſind mir ſo viele Beweiſe aufrichtiger
Anteil=
nahme zugegangen, daß es mir nicht möglich iſt,
für alle Blumenſpenden und troſtreichen Worte
einzeln zu danken. Auf dieſem Wege ſpreche ich
daher für die herzliche und innige Anteilnahme
an dem ſo ſchweren Verluſte meinen tiefgefühlten,
herzlichen Dank aus.
Frau Sophie Feith, geb. Krimm
nebſt Angehörigen.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 15. Auguſt:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Samstag, den 16. Auguſt:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt 9 Uhr
20 Min. Sabbatausgang 8 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 16. Auguſt:
Vorabend 7 Uhr 10 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 8 Uhr 35 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 17. Auguſt, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Hoher Druck bedeckt faſt ganz Europa, nur über der
Nord= und Oſtſee liegt eine Depreſſion, auf deren
Weſt=
ſeite wir trübes regneriſches Wetter haben. Sie wird
ſich langſam nach Südoſten verlagern, ſo daß wir auch
morgen vorwiegend unter ihrem Einfluß bleiben werden.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 15. Auguſt: Meiſt
trüb, Regenfälle, kühl, nordweſtliche Winde.
Tageskalender.
Konzerte: Katholikenverein um 6 Uhr. — Hugenſchütz!
Felſenkeller um 8 Uhr. — Reſtaurant „Metropole” um
6 Uhr.
Wander=Ausſtellung. „Das Kind”,
Alexander=
ſtraße 20 (geöffnet von 2—9 Uhr)
Verſteigerungskalender.
Samstag, 16. Auguſt.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Auguſt 1913.
Nummer 190.
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Kurſe vom 14. Auguſt 1913.
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Staatspapiere.
4 Diſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,30
74,20
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,70
3½ do. Conſols . . . 84,40
74,30
3 do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,70
90,50
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,00
83,00
3½
do.
3
74,20
do.
4 Hamburger Staatsanl. 97,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 98,20
3 do. do. (unk. 1918) 96,50
do.
3½
72,60
do.
3 Sächſiſche Rente.
75,60
4 Württemberg unk. 1921 97,50
3½
do. v. 1875 94,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 96,00
Griechen v. 1887
56,00
1½
Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 86,
do. Goldrente . . . 92,40
4 do. einheitl. Rente . 81,90
3 Portug. unif. Serie I 61,60
3 do. unif. Ser. III
-
3 do. Spezial . . . .
4 do. , „ do.
v. 1905
4 -
, „ 4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,20 do. v. 1902 . . .. 90,00 4½ do. v. 1905 . . . . 99,60
3½ Schweden . . .
Serbier amort. v. 1895 80,75
4 Türk. Admin. v. 1903 78,00
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 86,00
4 do. Staatsrente. . . 82,45
In Proz.
5 Argentinier . . . . . . 98,00
82,50
91,20
50,50
e
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,50
5 Chinef. Staatsanleihe. 97,70
4½
do.
4½ Japaner . . . . . .
91,50
5 Innere Mexikaner..
80,30
do.
4 Gold=Merikanerv. 1904 73,00
5 Gold=Mexikaner . . .
3 Buenos Aires Provinz 65,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 137,75
7 Nordd. Lloyd . . . . . 115,30
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 125,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 113,30
6 Baltimore und Ohio . 99½
6 Schantungbahn . . . . 121,80
8 Luxemb. Prince Henri 163,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 27,10
6 Pennſylvania R. R. .
Letzte Induſtrie=
Aktien.
Divid.
4 Brauerei Werger
60,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
545,00
14 Chem. Fabrik Gries
heim .
. .233,00
30 Farbwerke Höchſt . . 618,75
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 335,00
10 Cement Heidelberg . . 148,00
30 Chem. Werke Albert 440,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 320,00
5 Lahmeyer. . . . . .
Letzte
In Proz.
Divid
8 Schuchert, Nürnberg 151,60
12 Siemens & Halske 215,00
5 Bergmann Electr. . . 126,75
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 164,50
0 Gummi Peter . . . . 70,00
0 Kunſtſeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerke
403,00
Kleyer
9 Maſchinenf. Badenia 145,00
0 Wittener Stahlröhren 131,70
9 Steana Romana Petr. 158,20
15 Zellſtoff Waldhof . . 220,80
12,83 Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . 204,90
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 70,00
0 Südd. Immobilien 50,00
Bergwerks=Aktien.
10 Aumeß=Friede . . . . 169,20
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 219,30
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 144,90
10 Gelſenkirchener . . . . 183%
9 Harpener . . . . . . . 187,25
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 255,00
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 76,50
6 Laurahütte
. . . . 166,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
Weſteregeln 186,75
13
7½ South Weſt Africx 113,60
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Sübd. Eiſenb.=Gef. 87,50
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . —
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 72,90
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,70
4 Oeſterr. Staatsbahn . 87,80
75,25.
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 96,70
do.
In Prot,
Bf.
2¾/ Oeſt. Säbb. (Lomb.) 52,80
3 Raab=Oedenburg .
74,30
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 85,10
4½ Moskan=Kaſan . .
84,70
do.
4 Wladichawchas . . . . 86,00
4 Rjäſan Koslow . . . . 85,00
3 Portugieſ. Eſenh. .. 74,40
4½
85,00
do.
Livorneſer . . . . . 68,50
3 Salonique=Monaſtie
62,00
4 Baadadbahn.
79,30
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 91,80
4 Miſſouri=Paciſic. . .
4 Northern=Paciſie . . . 95,50
4 Southern=Pacific . . . 91,00
5 St. Louts und San
Franeisco. . . . . —
-
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,50
7½ Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
143,50
9½ Berlin. Handelsgef. .159,00
6½ Darmſtädter Bank . 114,30
12½ Deutſche Bank . . . 244,20
6 Deutſche Vereinsbank . 115,30
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 111,90
10 Diskonto=Kommandit 18
20
8½ Dresdener Bank . . 147,90
10 Frankf. Hypoth.=B. 206,00
6½ Mittelb. Kreditbank 113,40
7 Nationalb. für Deutſchl. 114,50
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank . . . . 132,75
7 Rhein. Kreditbank. . .127,25
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 107,00
7½ Wiener Bankverein . 132,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94,70
3.
InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19. .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
34
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
3½
84,40
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 .
96,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . .
96,80
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 84,40
S. 3—5 . . . . . . . . 84,20
S. 9—11 . . . . . . . 84,30
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
3½
do.
84,40
4 Rhein. Hyvothek.=Bank
(unk. 1917) 94,60
3½ do. (unk. 1914) . . 83,40
.. 85,20
4 Südd. Bd.=Kr.=Br.=Pf. 97,60
3½
do.
84,80
Städte=Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . 94,60 31
do. 86,30 4 Frankfurt. . . . . . 96,20 3½
do. 95,50 Gießen . . . . . . . . do. 84,50 Heidelberg . . . . . 93,70 31
do. 84,50 4 Karlsruhe . . . . . 95,00 31
do. Magdeburg. . . . . - 3½
do. - 4 Mainz . . . . . . . . 3½
do. 84,60 4 Mannheim . . . . . 93,90 31
do. 89,00 1 München . . . . . . 94,80 3½ Nauheim . . . . . . Nürnberg. . . . . . . 98,00 3½
do. 84,25 4 Offenbach. 94,50
In Proz.
Zf.
3½ Offenbach . . . . . . —
4 Wiesbaden . . . . . . —
-
3½
do.
4 Worms. . . . . . . . 94,09
85,00
3½
do.
4 Liſſaboner v. 1886 . 74,80
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 —
3½ Cöln=Mindner 100 154,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 —
3 Madrider . . Fs. 100 (
4 Meininger Pr.=Pfand=
135,25
briefe . . . .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,00
126,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . .
Braunſchweiger Tlr. 20 —
Freiburger . . . . Fs.15 —
Mailänder . . .. Fs.45 —
. . . . Js. 10
do.
fl. 7 34,80
Meininger . . .
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,00
do. v. 1858fl. 100 502,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Venediger . . . . Fs. 30 75,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 157,80
Gold, Silber und
Banknoten.
20,38
Engl. Sovereigns . .
20 Franks=Stücke . . . . 16,22
Amerikaniſche Noten. . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,40
Franzöſiſche Noten, . . . 80,95
Holländiſche Noten. . . . 168,40
79,00
Italieniſche Noten . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,65
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto.
Reichsbank=Lombard Zöf. 7%.
Nummer 190.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Auguſt 1913.
Seite 7.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Jagdhund. 1 Foxterrier (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde finde
(17132
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags 10 Uhr, ſtatt.
Klee= und Grummetgras=Verſteigerung.
Montag, den 18. Auguſt, nachmittags 3 Uhr beginnend,
wird die Kleenutzung von ca. 2 Morgen des ſtädtiſchen Geländes
am Pfarrwieſenweg und die Grummetgrasernte von der ſtädtiſchen
Pallaswieſe an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft auf dem Pfarrwieſenweg, zunächſt der
Baumſchule, ſodann am Wieſenwärterhaus.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
Der Oberbürgermeiſter
(17080ds
I. V.: Jaeger.
Aufnahme der Viehbeſtände in Ausführung
des Reichsviehſeuchengeſetzes.
Die Liſte der hieſigen Beſitzer von Rindvieh, die nach den
Be=
ſtimmungen des Ausführungsgeſetzes zum Reichsviehſeuchengeſetz
und des Geſetzes über die Entſchädigung für an Maul= und
Klauen=
ſeuche gefallenes Rindvieh beitragspflichtig ſind, liegt vom 13. bis
einſchließlich 20 ds. Mts. im Stadthaus, Zimmer Nr. 56, offen.
Einwendungen ſind ebendaſelbſt während der Offenlage vorzubringen.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
(17002mso
I. V.: Jaeger.
Großherzogl. Landes=Baugewerkſchule
Darmſtadt.
Die Schule iſt eine Staatsanſtalt und umfaßt je fünf Klaſſen
Gründliche Ausbildung im Hochbau und Tiefbau. Pflege der
heimatlichen Bauweiſe.
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Die Abgangszeugniſſe der Großh. Landes=Baugewerkſchule ſind
den=
jenigen der Königl. Preußiſchen Baugewerkſchulen gleichgeſtellt.
Semeſterdauer 20 Wochen. Unterrichtsgeld 100 Mk.
Das Winterſemeſter beginnt am 15. Oktober ds. Js.
Schluß der Anmeldefriſt
1. Oktober.
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Darmſtadt, Neckarſtraße 3, zu erhalten.
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in Fragen des Arbeiterſchutzes, der
Arbeiterverſiche=
rung, in Miets=, gewerblichen Streitigkeiten und
Privatangelegenheiten.
Die Inanſpruchnahme des Sekretariats iſt für
Jedermann koſtenlos.
Das Bureau des Sekretariats iſt geöffnet Montag
Mittwoch, Freitag, Samstag von 12—1 Uhr
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mittags von 5—7 Uhr nachmittags.
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Die Lieferungs=Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamt,
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werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, 22. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(17127fs
Darmſtadt, 14. Auguſt 1913.
Tiefbauamt=
Keller.
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter,
Ab=
teilung A, wurde heute bezüglich
der Firma:
Darmſtädter
Eiergroß=
handel Mathias
Roſen=
ſtock zu Darmſtadt
folgendes eingetragen:
Ephraim, genannt Fritz Schäfer,
Kaufmann in Darmſtadt, iſt zum
Prokuriſten beſtellt.
(17131
Darmſtadt, 12. Auguſt 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Stekkorieſ.
Der unten näher bezeichnete, zur
Dispoſition der Erſatzbehörden
entlaſſene, ehemalige Musketier
Valentin Diefenbach vom
Land=
wehrbezirk I Darmſtadt iſt der
unerlaubten Entfernung verdächtig.
Sämtliche Militär= und
Zivil=
behörden werden gebeten, den
ſelben im Ergreifungsfalle an die
nächſte Militärbehörde abzuliefern.
Darmſtadt, 14. Auguſt 1913.
gez.: v. Falkenhayn.
Oberſt z. D. und
Bezirks=
kommandeur.
Beſchreibung:
Größe: 1,595 m.
Beruf: Taglöhner
Geboren: am 20. Januar 1889
zu Griesheim, Kreis
Darm=
ſtadt, Heſſen.
(17142
Beſondere Kennzeichen:
Täto=
wierung am rechten
Ober=
arm.
Dünger=Verkauf.
Samstag, den 16. Auguſt,
von 95 Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
(17058df
verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23.
Am Dienstag, den 19. d. M.
um 8 Uhr vormittags,
wird in der Kaſerne am Beſſunger
Weg die Matratzenſtreu aus drei
Batterieſtällen öffentlich und
meiſt=
bietend verſteigert. (17070dfso
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Seite Se
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Auguſt 1913.
Nummer 190.
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Nummer 190.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Auguſt 1913.
Seite 9.
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ſchmerzen u. jede Luſt zum Arbeiten
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Arzt ſagte, es ſei ein veraltetes
Heren
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daneben Darmträgheit infolge
ſitzender Lebensweiſe. Auf ärztl.
Rat trank ich Altbuchhorster
Mark-Sprudel Starkquelle
(Jod=Eiſen=Mangan=
Kochſalz=
quelle). Schon nach einigen Flaſchen
fühlte ich mich als ganz anderer
Menſch. Die Urinabſonderung
wurde lebhaft und ſchmerzlos und
blieb es ſeitdem. Ich trinke den
Markſprudel jetzt täglich, habe mich
nie ſo wohl und geſund gefühlt
wie heute. H. B.‟ Aerztl. warm
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übernommen habe. Es wird mein Beſtreben ſein, meine Gäſte in
jeder Beziehung wirklich ſolid und gewiſſenhaft, bei mäßigen Preiſen
zu bedienen. — Gleichzeitig lade ich die werten Herrſchaften zu dem
am 17. d. M. ſtattfindenden Militärkonzert bei freiem Eintritt,
ſowie zu dem am 24. Auguſt ſtattfindenden Kirchweihfeſt ganz er=
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Wie wir vergeben unſern
Schnläigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
21
Harto geben Sie ſich doch nicht den Anſchein, als ob
Sie nicht merkten, was dahinter ſteckt. Die Hauptſache iſt
ihnen, das Kind erſt einmal meinem Einfluß zu entziehen,
um dann freies Spiel mit ihm zu haben. Möglich, daß
ſie ſich überzeugt haben, ſie werden Heini das Majorat
rechtlich nicht vorenthalten können, dann wird aber immer
die Bedingung für den Antritt bleiben, daß er ſeiner
Mut=
ter entſagt . . . und dazu wird man ihn natürlich eher
bewegen können, wenn man ihn ſchon vorher ſeiner
Mut=
ter entfremdet hat. Das aber, das wird nie geſchehen!
Ich laſſe mir nicht meinen Sohn rauben, ich laſſe mich
nicht an die Seite drängen, und wenn ich mit allen
Mit=
teln meine Mutterſchaft verteidigen müßte.
Sie brach wieder in Tränen aus. Das iſt doch nicht
Egoismus von mir, Harto! Wenn ich die Gewißheit hätte,
mein Kind ſei ohne ſeine Mutter ebenſo glücklich wie mit
ihr, würde ich mir auch das Opfer noch abringen können,
ihn hinzugeben. — Was vermöchte eine Mutter nicht für
das Wohl ihres Kindes! — Aber das kleine, anhängliche,
nach Liebe dürſtende Geſchöpfchen wollen ſie unter lauter
männliche Genoſſen und Erzieher ſtecken? Es ſoll ohne
die Sorgfalt und Hingabe einer Frau aufwachſen, viel=
Er
leicht überhaupt ohne Teilnahme und Verſtändnis?—
mit ſeinem empfänglichen Gemüt, ſeiner impulſiven Natur
ſoll gedrillt, in eine Schablone gepreßt werden! —
Heinis
Vater haßte die Maſſenerziehungsinſtitute, insbeſondere
die Kadettenhäuſer, „„Nie ſoll mein Sohn in ſolch eine
Menſchenpreſſe kommen”, hat er ſtets geſagt, „er ſoll ſich
frei entfalten können.” — So dürfte ich ſchon um des
Toten willen das nicht zugeben.
Heini, der die Mutter weinen ſah und von alledem
doch ſo viel verſtanden hatte, daß es ſich darum handelte,
ihn von ſeiner heißgeliebten Mutti zu trennen, ſchlang
ſeine beiden Aermchen feſt um ihren Hals und jammerte:
Mutti, Mutti, Heini nicht fortſchicken! Heini will auch
artig ſein — ganz gewiß! Und Anita preßte ihn mit
hei=
ßer Zärtlichkeit an ſich.
Wir bleiben zuſammen, mein Lieber, Süßer! Du mein
Leben und Sonnenſchein!
Hartkopf lief mit ſeinen langen, bedächtigen Schritten
auf und ab im Zimmer. Seine Lippen waren
zuſammen=
gekniffen, in ſeinen tiefliegenden Augen war ein heißes
Glühen. Er ſagte eine Weile nichts. Endlich ſtieß er
her=
vor: Ich verſtehe Eberhardt von Drewensberg nicht.
Das iſt doch wahrhaftig nicht ſchwer, Harto! Er hat
ſich eben überzeugen müſſen, daß ich mich mit dem ſchlau
ausgeworfenen Köder ſeiner Liebenswürdigkeit nicht
ein=
fangen laſſe, und nun nimmt er die Maske ab. Hartkopf
blieb ſtehen.
Nein, Anita, das ſieht Eberhardt von Drewensberg
nicht ähnlich. Ich möchte mich dafür verbürgen, daß er
von dieſer Sache nichts weiß.
Anita ſtieß einen Ton aus, der wie ein zorniges
Auf=
lachen klang.
Das iſt eine ſehr leichtfertige Bürgſchaft, Harto. Was
wiſſen denn Sie von Eberhardt von Drewensberg?
Sie haben ihn kaum einmal flüchtig geſehen.
Einen Augenblick ſchien der Alte betroffen, aber er
faßte ſich ſofort und ſagte: Ein alter Schauſpieler hat
Uebung im Studium der Menſchengeſichter. Eberhardt
den Dermenhdern veiß don deſen leten ſeiner Bans
auf Ihre Seelenruhe nichts. — Dafür lege ich meine Hand
ins Feuer.
Dann werden Sie ſie ſicher einbüßen, Harto! Es
klang hart. Eberhardt von Drewensberg war es, haben
Sie das vergeſſen, der mir hier in dieſem Zimmer ſagte,
ſeine Familie würde alles verſuchen, ſelbſt eine
Beſchimpf=
ung meiner Frauenehre, um ſich meiner zu entledigen.
Nun hat ſie bereits einen Schritt in der Richtung getan:
die Mutter iſt nicht würdig, ihren Sohn zu erziehen.
Einſtweilen wagt man noch nicht, direkt meine Ehre
an=
zutaſten, aber das wird bald nachfolgen . . . totſicher,
ver=
laſſen Sie ſich darauf.
Anita — Anita! Sie ſchelten die Drewensbergs von
Vorurteilen geblendet und ſind doch ſelber nicht imſtande,
ihnen gerecht entgegenzutreten. Wenn Sie fortfahren, in
dieſer ſinnloſen Erregung gegen ſich ſelber zu wüten . .
Keine Sorge, Harto! Ich bin ſchon wieder
ganz ruhig — muß es ja ſein, damit die
Drewens=
bergs nicht noch verſuchen, mich als
unzurechnungs=
fähig ins Irrenhaus zu ſperren — eigentlich ein
ſehr bequemer Ausweg! Es wundert mich, daß ſie noch
nicht auf ihn verfallen ſind!
Heini drückte noch einmal ſein Muttichen feſt, ganz feſt
an ſich, dann ließ er ſich von ihrem Schoß gleiten und
lief zu ſeinen Spielſachen. Die Mutti weinte nicht mehr,
und was ſie mit Väterchen Harto verhandelte, verſtand er
doch nicht. Aber ſchon mit ſeinen Soldaten beſchäftigt,
fragte er plötzlich:
Kommt Onkel Eberhardt nun bald, Mutti? Sein
Name war von der Mutter nur Hartkopf genannt worden,
und das hatte das Gedächtnis an den Onkel bei ihm
auf=
gefriſcht.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 15. Anguſt 1913,
Nummer 190.
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Es wäre gut, er käme und die Mutter würde ſich
nur einmal bezwingen, in Ruhe mit ihm zu beraten. Ich
bin verſichert, in kurzer Zeit wären alle Mißverſtändniſſe
beſeitigt.
Mißverſtändniſſe? fragte Anita und maß Hartkopf
mit einem vorwurfsvoll erſtaunten Blick.
Mißverſtänd=
niſſe, wo es ſich um Sein oder Nichtſein handelt? — Ich
verſtehe Sie jetzt manchmal nicht, Hartkopf!
Ich bin alt geworden, Anita, und Sie wiſſen ja, was
Goethe ſagt: Das Alter iſt ein kaltes Fieber, im Froſt
von grillenhafter Not”.
Aber Goethe ſagt auch: „Ein herzlich Anerkennen iſt
des Alters zweite Jugend! — und ich vermiſſe jetzt oft,
daß meiner Not die richtige Anerkennung von Ihnen wird.
Mein Kind, was ich vor allem anderen anerkenne,
iſt Ihr Recht auf Jugend und Leben, und das verkümmern
Sie ſich ſelber durch Ihren Starrſinn. Bei Ihnen heißt’s
ſtets: Alles oder nichts! Das iſt Ihre Macht und Ihre
Schwäche zu gleicher Zeit.
Anita mußte an dieſem Tage alle ihre Stunden
ab=
ſagen laſſen. Ein wütender Kopfſchmerz peinigte ſie und
zwang ſie, ſtill im dunklen Zimmer zu liegen. Hartkopf,
der nur wenige Häuſer entfernt ſein Heim aufgeſchlagen
hatte, kam öfter, um nach ihr zu ſehen. Und nachdem
er ſein Stundenpenſum in der Bühnenſchule erledigt
hatte, holte er Heini zum Spaziergang ab.
Während ſeiner Abweſenheit erſchien Brigitte von
Steltz und ließ ſich von der Mutter Müllern nicht
abwei=
ſen. Sie müſſe Frau von Drewensberg ſprechen. Leiſe
trat ſie in das Ruhebett, ſtrich Anita ſanft liebkoſend über
die Stirn und ſagte mit einem Ton inniger Teilnahme:
Ich ſorgte mich, weil Sie mir die Stunde abſagen
ließen, und kam, um nach Ihnen zu ſehen. Da traf ich
Herrn Hartkopf mit Heini und erfuhr von ihnen, daß Sie
nicht wohl ſeien. Nun mußte ich doch wiſſen, wie es
Ihnen ginge und ob ich nichts für Sie tun kann.
In Wahrheit war Hartkopf ſchon am Vormittag bei
ihr geweſen und es hatte eine lange, ſehr erregte
Konfe=
renz zwiſchen ihnen gegeben.
Aber, liegen Sie ganz ſtill, Anita, ich ſitze hier ruhig
neben Ihnen, nur wiſſen ſollen Sie, daß eine teilnehmende
Freundin Ihnen nahe iſt.
Sie ſaß auch wirklich ſtill, fragte nichts, erzählte
nichts, hielt nur liebevoll Anitas Hand und ſtreichelte ſie
von Zeit zu Zeit ſanft, wie man ein kummervolles Kind
liebkoſt. Dieſe zarte Art ihrer Teilnahme rührte Anita
und machte ihr Herz weich. Und plötzlich fing ſie an zu
weinen, aber das waren andere Tränen, als die der
Er=
bitterung, des Haſſes und Zornes am Morgen, erlöſende
Tränen, die allen Trotz aus ihrem Herzen
hinweg=
ſchwemmten. Jetzt war ſie nur noch das tiefunglückliche,
in ſeinen heiligſten Gefühlen gekränkte junge Weib, das
ergebungsvoll ſein Schickſal auf ſich nimmt.
Denken Sie, Brigitte, man will mir meinen kleinen
ſüßen Heini nehmen und ihn einem
Maſſenerziehungs=
inſtitut übergeben, wo er doch nichts iſt als eine Nummer
von vielen. Er wird ſich krank nach mir ſehnen, und ich
ſoll hier ganz allein und verlaſſen bleiben, um aus
Ver=
zweiflung vielleicht wahnſinnig zu werden — können Sie
ſo viel Hartherzigkeit verſtehen?
Meine liebe Anita, vielleicht — vielleicht iſt es doch
wirkliche Fürſorge von den Drewensbergs, ſuchte
Bri=
gitte vorſichtig zu begütigen, aber Anita ſchüttelte heftig
den Kopf.
Das glauben Sie ja ſelber nicht! — Ich habe nichts
Beſſeres von dem alten Baron von Drewensberg erwar=
tet, er kennt mich und Heini nicht, und ich würde mich
über ſein Vorgehen nicht ſo furchtbar aufregen, wenn ſich
Eberhardt von Drewensberg nie in die Sache gemiſcht
hätte. Wenn der jetzt, nachdem er mich kennen gelernt hat,
geſtattet, daß ſein Vater mich für keine geeignete
Er=
zieherin meines Sohnes erklärt, ſo iſt das ein Schimpf für
mich. Und wenn er imſtande iſt, den herzigen Buben
trotz=
ſeiner Verſicherung, er liebe ihn und wünſche von ihm
wiedergeliebt zu werden, in ſo zartem Alter unter
wild=
fremde Menſchen in ein Erziehungsinſtitut zu geben, ſo
zeigt er damit ſeine Falſchheit und Gemütsroheit. Wenn
man dem Herrn Eberhardt von Drewensberg zumuten
wollte, ein kleines Vögelchen, ehe es flügge geworden iſt,
aus dem elterlichen Neſt zu reißen, würde er das mit
Ent=
rüſtung von ſich weiſen, aber er iſt gewiſſenlos genug,
ein kleines Menſchenkind in die rauhe Welt zu ſtoßen.
Anita — iſt Ihnen noch nicht der Gedanke gekommen,
daß das doch vielleicht eine eigenmächtige Handlungsweiſe
des alten Baron ſein kann, und daß Ihr Schwager —
Herr Eberhardt von Drewensberg, verbeſſerte ſie ſich
raſch, als ſie den gequälten Ausdruck in Anitas Geſicht
ſah — daß er nichts von dem Vorgehen des Vaters weiß?
Nein, das werde ich nun und nimmermehr glauben.
Er hat mir damals zwar geſagt, ſein Vater wiſſe nicht,
daß er bereits mit mir in Verbindung getreten ſei, zugleich
aber verſichert, als Abgeſandter des Vaters zu kommen.
Er hat auch ganz in ſeinem Sinn mit mir verhandelt . .
und nach ſeinem Sinn mich beleidigt und herabgeſetzt.
Wenn er wirklich von dem Vorgehen ſeines Vaters gegen
mich vorher nichts erfahren hat, ſo wird er es doch
nach=
träglich vollkommen billigen. Daran zweifle ich nicht
einen Augenblick.
(Fortſetzung folgt.)
Kongreſſe und Verbandstage.
15. Deutſcher Handwerks= und
Gewerbe=
kammertag.
— Halle a. S., 13. Aug. In der heutigen zweiten
öffentlichen Sitzung des 15. Deutſchen Handwerks=
und Gewerbekammertages referierte
Hand=
werkskammerſyndikus Dr. Wienbeck=Hannover über
das Thema: „Schutz den Arbeitswilligen‟ Er
betonte die Notwendigkeit eines erhöhten geſetzlichen
Schutzes gegen den zunehmenden Mißbrauch des
Koali=
tionsrechtes, der durch willkürliche Arbeitseinſtellungen,
Bedrohung Arbeitswilliger, Verleumdung von
Arbeit=
gebern uſw. immer häufiger ausgeübt und zu ſchweren
Schädigungen vieler Handwerksmeiſter führe. Zudem
be=
folgen manche Berufsverbände die Taktik, einzelne
Hand=
werksbetriebe durch die Preſſe und mit Unterſtützung
ein=
zelner Bevölkerungsſchichten zu boykottieren. Die
bis=
herigen Geſetze und Verordnungen haben nicht vermocht,
dem Handwerk hiergegen einen wirkſamen Schutz zu
geben, weshalb es notwendig ſei, das Koalitionsrecht
unter ein Sondergeſetz zu ſtellen, ähnlich wie es zum Schutz
der Bauforderungen oder des lauteren Wettbewerbs auf
anderen Gebieten geſchehen iſt. In ſeinen weiteren
Aus=
führungen betonte der Referent, daß hinſichtlich des
Streik=
poſtenſtehens das Reichsgericht zu einem mehr als
mil=
den Urteil gekommen ſei und dasſelbe ſogar als zuläſſig
erklärt habe, und daß die Verſuche, die Gewerkſchaften
für entſtandene Schäden haftbar zu machen, ſtets nur einen
ſehr fragwürdigen Erfolg gehabt hätten. Daß die
viel=
geprieſenen Tarifverträge auch kein geeignetes „
Friedens=
inſtrument” ſeien, wie man ſie genannt habe, ſei im
jüng=
ſten Werftarbeiterſtreik aufs neue zutage getreten. Im
Reichstag haben nur die Konſervativen und vereinzelte
Abgeordnete anderer Parteien für einen erhöhten Schutz
der Arbeitswilligen geſtimmt, ſo daß ſogar in
Abgeord=
netenkreiſen das Wort gehört wurde, das
Reichsparla=
ment folge in ſeiner Mehrheit nur der Doktrin der
Ge=
werkſchaften. Der Referent ſchloß mit einer Aufforderung
zu einiger, gemeinſamer Weiterarbeit, die zum Ziele
füh=
ren werde.
In der Diskuſſion betonte Abgeordneter v.
Malke=
witz=Stettin, daß die beiden Schuldigen, gegen welche
ſich die Anklagen des Referenten richteten, die Regierung
und der Reichstag ſeien. Wenn die Regierung ſich nicht
bald auf ihre Pflicht beſinne, werde ſie die Arbeiter direkt
der Sozialdemokratie in die Arme treiben. Er ſchloß mit
der Hoffnung, daß die Regierung ſich rechtzeitig noch
be=
ſinnen werde; er werde dann der erſte ſein, der die Anklage
gegen ſie und den Reichstag zurücknehmen werde.
Der
Zentrumsabgeordnete Malermeiſter Irl=Erding
bezeich=
nete als dritten Schuldigen an der ganzen Miſere den
Handwerkerſtand ſelbſt, namentlich jene
Hand=
werksmeiſter, die lieber einen
Sozialdemo=
kraten in den Reichstag ſchicken, als einen
Vertreter der rechtsſtehenden Parteien. —
Unter lauten Bravorufen der Verſammlung wurden
hier=
auf die von dem Referenten aufgeſtellten Leitſätze
ein=
ſtimmig angenommen.
Ueber „Abſchätzung und Beleihung vor
Grundſtücken” referierte ſodann der Vorſitzende der
Handwerkskammer Danzig, Maurer= und Zimmermeiſter
Herzog, der in ſeinen Leitſätzen als die Grundlage
einer Geſundung des ganzen Bodenkreditweſens die
Ge=
ſundung der Grundſtücksabſchätzung bezeichnete, die aber
nur zu erlangen ſei durch kollegiale Nachprüfung ſeitens
unter ſtaatlicher Aufſicht ſtehender Taxämter, die von
höhe=
ren techniſchen Staatsbeamten geleitet werden müſſen. Zur
Durchführung der von ihm näher erörterten
Einrichtun=
gen verlangte der Referent die Errichtung von Tax= und
Grundſchuldämtern, und zwar nicht nur vorübergehend,
ſondern für dauernd. — Der Korreferent,
Handwerks=
kammerſyndikus Schröder=Wiesbaden, trat dieſen
Anſchauungen durchaus bei. Die Leitſätze wurden dem
Ausſchuß als Material überwieſen. — Schreinermeiſter
Pfluger, Vorſitzender der Handwerkskammer
Regens=
burg, behandelte ſodann die „Unterſtellung von
Berufskrankheiten unter die
Unfallver=
ſicherung”. Er vertrat die Anſicht, daß in der
Hinter=
bliebenen=, Kranken= und Invaliditätsverſicherung für ge
werbliche Berufskrankheiten ausreichend geſorgt ſei,
wes=
halb eine weitere Ausdehnung der Unfallverſicherung auf
gewerbliche Berufskrankheiten nicht zu empfehlen ſei. In
der Diskuſſion betonte Maurermeiſter Sames=
Darmſtadt, daß wichtiger als dieſe die
Reichsverſiche=
rung berührenden Fragen die Krankenverſicherung,
und namentlich die Einführung eines
Krankenverſicher=
ungszwanges für die Handwerker ſei, ähnlich, wie ein
ſolcher Zwang für die Arbeiter beſteht. In der
Reichs=
verſicherungsordnung werde dem Handwerksmeiſter zwar
eine gewiſſe Verſicherungsberechtigung gewährt, dieſelbe
verſucht aber der Leipziger Aerzteverband wieder zunichte
zu machen, indem er die Verſicherungsberechtigten von der
Krankenhilfe ausſchließen will. Gegen dieſes unſoziale
Beſtreben des Leipziger Aerzteverbandes, das von deſſen
ſo viel betontem „ethiſchem” Standpunkt beträchtlich
ab=
weicht, ſollten alle Handwerkskammern bei den
Oberver=
ſicherungsämtern Sturm laufen. — Gewerberat Falk=
Mainz, der Vorſitzende der Darmſtädter
Handwerkskam=
mer, empfahl, von einer Beſchlußfaſſung abzuſehen,
da=
gegen dafür zu ſorgen, daß der Ausſchuß der deutſchen
Berufsgenoſſenſchaften noch ein weiteres Mitglied des
Handwerks= und Gewerbekammertages kooptiere. —
Ge=
neralſekretär Dr. Meuſch wies darauf hin, daß bereits
vom Verband deutſcher Innungskrankenkaſſen ausgegen das
Vorgehen und die Angriffe des Leipziger Aerzteverbandes
Stellung genommen worden ſei, daß aber auch der
Deutſche Handwerks= und Gewerbekammertag ſich mit
dieſer Frage noch zu beſchäftigen haben werde. Die
Leit=
ſätze des Referenten wurden darauf angenommen.
Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die
Betei=
ligung der Handwerks= und
Gewerbekam=
mern an der Ausſtellung „Das deutſche
Handwerk 1915” zu Dresden. Hierzu betonte der
ſtellvertretende Stadtverordnetenvorſteher
Buchbinderober=
meiſter Unraſch=Dresden, daß ſich der 15. Deutſche
Handwerks= und Gewerbekammertag dahin ausſprechen
ſolle, daß er mit einer Beteiligung der deutſchen
Hand=
werks= und Gewerbekammern an dieſer Ausſtellung
ein=
verſtanden ſei, alle Handwerks= und Gewerbekammern um
Unterſtützung erſuche und erwarte, daß die Kammern alle
Handwerker und Gewerbetreibenden ihrer Bezirke auf die
Ausſtellung aufmerkſam machen und denſelben behilflich
ſein werden. — Die Verſammlung ſtimmte dem Referen=
Hierauf wurde der 15. Deutſche
ten einſtimmig zu
Handwerks= und Gewerbekammertag durch den
Vorſitzen=
den, Obermeiſter Plate=Hannover, für geſchloſſen
erklärt.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Pferde=Rennen. Das Horſter Criterium,
die Hauptnummer der Rennen zu Horſt=Emſcher, endete
am Mittwoch mit einer Ueberraſchung, da der Favorit
Talmi des Herrn R. Haniel nur den zweiten Platz und
die ebenfalls viel gewettete Echte Perle nur den vierten
Platz beſetzen konnte. Die Reſultate: Guthoffnungs=
Jagd=
rennen; 2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Hrn. J. Oldes
Strohblume (Kühl), 2. Simon (Dyhr), 3. Lecmoos (
Theile=
mann). Tot. 91:10. Pl. 35, 53110. Unpl.: Hellſeherin
(gef.), Querſchlag (angeh.), La Tour (angeh.). Ueberlegen
6—8 Lg. — Eccolo=Rennen: 4000 Mark. Diſtanz 1200
Meter: 1. Hrn. Dr. F. Wittes Granville (Ludwig), 2.
Par=
vati (Davies), 3. Twiggetit (Blades). Tot. 61:10. Pl. 22,
24, 42110. Unpl.: Corvette, Kreuzer, Meg Dods, Drakon,
Iſa, Waſſerrecht, Nelſon. Kampf Hals—¾4 Lg. —
Fried=
rich Leopold=Fürſtenberg=Memorial; Ehrenpreis und 2000
Mark, Diſtanz 3600 Meter: 1. Gr. E. Bylandts Golden
Amor (Lt. Knel), 2. La Ceritto (Lt. v. Moßner), 3. Argile
(Lt. Gr. Holck). Tot. 20110. Pl. 15, 22110. Unpl.: Small
Boy (4), Binty, Pinion. Kanter ¾—3 Lg. — Horſter
Criterium; Ehrenpreis und 15000 Mark. Diſtanz 1000
Meter: 1. Hrn. F. C. Krügers Lapalie (Raſtenberger), 2.
Talmi (Archibald), 3. Rübezahl (O. Müller). Tot. 84:10.
Pl. 40 15:10. Unpl.: Echte Perle (4). Sieſta, Najade
Leicht 1½—2—1½ Lg. — Schloß=Preis; Ehrenpreis und
3000 Mark, Diſtanz 2600 Meter: 1. Hrn A. Aldags Little
Ben (Lt. Knel), 2. Voie Lactee (Lt. v. Moßner), 3. Europa
(Lt. v. Moſch). Tot. 40110. Pl. 13. 11:10. Unpl.: Beni
Mora, Soupeur. Leicht ¾—¾4 Lg.. — Hippolyt=
Han=
dicap; 6000 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Gr. A. Henckels
Rancho (Blades), 2. Black Swan (Torke), 3. Blue in Blue
(Davies). Tot. 58110. Pl. 18, 15, 17:10. Unpl.: Rowdy
(4), Premier, Dandolo, Pro Patria, Chutbeh, Fantaſie
Ueberlegen 2½—
Rotgold=Jagdrennen: 4000
Lg.
Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Baron v. Itterſums
Avon=
croft (Smith II), 2. Beau Manoir (R. Francke), 3.
Gros=
venor Gardens (E. Francke). Tot. 43:10. Pl. 18, 28,
33:10. Unpl.: Jris (4), Talmont (5), Waddles, Faboan
Way, Iſtvan. Mir. Sicher ¾—3 Lg.
sr. Lawn=Tennis. Das Internationale Lawn=
Tennis=Turnier zu Heiligendamm konnte
infolge Regenwetters immer noch nicht zum Abſchluß
ge=
bracht werden. Entſchieden iſt inzwiſchen das Herren=
Einzelſpiel, offen für Reichsdeutſche. In der Schlußrunde
ſiegte Darnock gegen Kleinicke mit 6:8, 7.5, 9:7.
* Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier zu Braunſchweig geht bereits ſeinem
Abſchluß entgegen. Das Herren=Einzelſpiel um die
Mei=
ſterſchaft von Braunſchweig gewann Grimm gegen von
Wilm mit 610, 6:2, 6:2. Das Herren=Einzelſpiel ohne
Vorgabe fiel an Schomburgk, der in der Schlußrunde
Lüdke mit 4:6, 6:3, 610 abfertigte. Mit Lüdke als
Part=
ner gewann Grimm das Herren=Doppelſpiel um den Hanſa=
Pokal; das Herren=Doppelſpiel mit Vorgabe fiel an
Piper=Koch.
* Das Lawn=Tenn is=
Meiſterſchafts=
turnier in Hamburg nahm mit den
Vorkonkurren=
zen ſeinen Anfang. Es wurden zunächſt nur unweſentliche
Kämpfe im Herren=Einzelſpiel um die Meiſterſchaft von
Hamburg und im Herren=Einzelſpiel um die Meiſterſchaft
von Deutſchland entſchieden. Das Meldeergebnis war
ein recht günſtiges, wenn ſich auch Spieler der Extraklaſſe
wie Froitzheim, Kreuzer, Rahe und Kleinſchroth wieder
von den Meiſterſchaften fernhielten. In der Herren=
Mei=
ſterſchaft ſind die bedeutendſten Konkurcenten Darnock —
Otto von Müller, H. Schomburgk, von Weſſely, von Kinzel,
in der Damen=Meiſterſchaft dürften Frl. Rieck und Frl.
Köring, welche den Meiſtertitel zu verteidigen hat, die
Entſcheidung unter ſich ausmachen. In der Meiſterſchaft
im Herren=Doppelſpiel ragen die Paare Darnock=Dr. Hob,
Otto v. Müller=H. Schomburgk und Kinzel=O. v. Weſſely
hervor. Die Meiſterſchaft im gemiſchten Doppelſpiel
be=
ſtreiten u. a. die Sieger der beiden letzten Jahre, Hertha
(Frau v. Satzger)=Darnock und Frl. Köring=H.
Schom=
burgk, ferner Frl. Rieck=C. v. Weſſely, Frau Bruns=O. von
Müller und Fel. Poterſen=Kinzel. Schließlich ſind außer
Konkurrenz um die Herren=Meiſterſchaft von Hamburg
noch hervorzuheben Otto v. Müller, von Weſſely, Kinzel,
Darnock und H. Schomburgk.
* Darmſtädter Sportklub 1905. Man ſchreibt
uns: Die am kommenden Sonntag ſtattfindenden
olym=
piſchen Wettkämpfe des Darmſtädter Sportklubs werden
der Sammelpunkt hervorragender Leute ſein. Die
Veran=
ſtaltung wird in Anbetracht der diesjährigen guten
fuß=
ballſportlichen Erfolge, Meiſterſchaft des Bezirks II der
A=Klaſſe, beſonders großzügig angelegt ſein und alle
an=
deren früheren Sportfeſte des Klubs bei weitem
über=
treffen. Die koſtbaren Wander= und Ehrenpreiſe geſtiftet
zum größten Teil von Freunden und Gönnern des
Ver=
eins, werden ihre Anziehung nicht verfehlen. Von ſeiten
der heſſiſchen Regimenter ſind ſchon viele Meldungen
ein=
gelaufen, ſo daß auch auf dieſem Gebiete ſehr intereſſante
Kämpfe zu erwarten ſind. Die Leitung des Feſtes liegt in
den Händen erfahrener Sportsleute und unterſteht der
Aufſicht der deutſchen Sportbehörde. Für eine raſche
Ab=
wickelung und gutes Aufeinanderfolgen der Uebungen
wird die größte Sorge getragen werden.
Handel und Verkehr.
— Zeichn ungseinladung auf 4
prozen=
tige Pfandbriefe des Brandenburgiſchen
Pfandbriefamtes für Hausgrundſtücke. Das
Amt legt weitere 3 Millionen ſeiner mündelſicheren
Pfand=
briefe zum Kurſe von 95,10 Prozent für freie Stücke und
von 95,00 Prozent für Sperrſtücke (6 Monate) zur
Zeich=
nung auf. Der Zinsgenuß beginnt am 1. Juli 1913.
An=
meldungen werden bis einſchließlich 25. Auguſt 1913 von
dem Amt ſelbſt, ſowie faſt allen örtlichen Depoſitenkaſſen
und Bankgeſchäften entgegengenommen. Sperrſtücke
fin=
den vorzugsweiſe Berückſichtigung. Die Abnahme hat bis
zum 9. September 1913 zu erfolgen.
Landwirtſchaftliches.
* Der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß
für die Provinz Starkenburg veranſtaltet am
Samstag, den 30. Auguſt I. J., vormittags 9 Uhr
begin=
nend, auf dem Pferdemarktplatz in Darmſtadt einen
Faſelmarkt, verbunden mit Prämiierung. Mit dem
Markt findet gleichzeitig eine unentgeltliche Körung ſtatt.
Für die Prämiierung der angekörten Faſeln des
Simmen=
taler Schlages ſind vorgeſehen: 2 erſte Preiſe à 30 Mk.
60 Mk., 4 zweite Preiſe à 20 Mk. — 80 Mk., 6 dritte
Preiſe à 10 Mk. — 60 Mk., 8 Weggelder à 5 Mk. — 40 Mk.
Der Auftrieb zum Markt findet am Markttage, vormittags
von 8—9 Uhr, ſtatt. Neben Rindviehfaſel iſt auch der
gleichzeitige Auftrieb von Ziegenböcken geſtattet, indes iſt
eine Prämiierung der letzteren nicht vorgeſehen. Die
Züch=
ter in der Provinz Starkenburg werden zur Beſchickung
dieſer Veranſtaltung hiermit eingeladen.
* Schweinemarkt am 13. Auguſt. Auftrieb durch
Händler 169 Schweine. Preiſe: 1. Qualität, ausgeſuchte
Ware (Schlachtgewicht 50 Kg.) 84 Mk., 2. Qualität 83 Mk.,
3. Qualität 82 Mk. Marktverlauf: lebhaft, Ueberſtand.
Schweinemarkt am 14. Auguſt. Auftrieb durch
Händler 100 Schweine. Preiſe: 1. Qualität, ausgeſuchte
Ware (Schlachtgewicht 50 Kg.) 84 Mk., 2. Qualität 83 Mk.,
3. Qualität 82 Mk. Macktverlauf: mäßig, Ueberſtand.
Kälbermarkt am 14. Auguſt. Auftrieb durch Händler
159 Kälber. Preiſe je nach Qualität (Lebendgewicht 50 Ka.)
61—65 Mk. Marktverlauf: rege.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund
21,Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender ve=
Radfahrer, ſeid vorſichtig, wenn Ihr über die
Brücke am neuen Bahnhof fahrt! Am Ende der Brücke,
nach Griesheim zu, ſind an der Rampe rechts große Löcher,
entſtanden gleich nach Vollendung der Brücke durch
Erd=
rutſchungen und ſtändig an Größe zunehmend durch die
Regengüſſe der beiden letzten Jahre. Die Gefahr für
Leben und Rad iſt in der Tat ziemlich bedeutend, zumal
gegen Abend. Da die zuſtändige Behörde die Reparatur
unterläßt, wäre es vielleicht angebracht, wenn die
Rad=
fahrervereine die Angelegenheit in die Hand nehmen,
eventuell Warnungstafeln anbringen laſſen würden.
Reparaturen
an allen
Grammo=
phonen, Spieldoſen
Drehorgeln ꝛc.
Er-
satzteile.
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Tricht. von 22 Mk. an. Größtes
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Kriegervereine Darmſtadts
Montag, 18. Auguſt 1913, vorm. 8 Uhr
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auf dem Darmſtädter und Beſſunger Friedhof
an den Gräbern der gefallenen uſw. Krieger von 1870/71, wozu wir
höflichſt einladen. Die Gedächtnisreden werden gehalten: auf dem
Darmſtädter Friedhof von Herrn Pfarrer Dr. Waitz und auf dem
Beſſunger Friedhof von Herrn Pfarrer Rückert.
(17105
Sammlung am Eingang des Darmſtädter Friedhofs.
Der Vorstand.
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