Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage; ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Per
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Norddeutſchen Eiswerke am Plötzenſee bei
* Berlin wurden am Dienstag abend durch einen
Rie=
ſenbrand heimgeſucht. Ein Knabe kam ums Leben,
mehrere Perſonen wurden ſchwer verletz:
Die Löſung der braunſchweigiſchen Frage
ſoll endgültig Anfang Oktober im Bundesrat erfolgen.
Der Raubmörder Sternickel iſt geſtern in Frankfurt
an der Oder hingerichtet worden.
König Haakon von Norwegen iſt am Dienstag
abend zum Beſuche des deutſchen Kaiſers in
Baleſtrand eingetroffen,
Durch die Londoner Botſchaftervereinigung
wurde die albaniſche Frage in der Weiſe geregelt,
daß Albanien von einem Fürſten regiert
werden ſoll, der innerhalb ſechs Monate ernannt
wer=
den ſoll.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5.
„hen Norwegern
Kaiſer Wilhelm II.‟
*⁎* So lautet die Inſchrift auf der Frithjof=
Statue, welche der deutſche Kaiſer dem
nor=
wegiſchen Volke zum Geſchenk gemacht hat, und in
ſeinem Beiſein heute, Donnerstag, enthüllt werden wird.
Im Juli 1910, wo der Kaiſer wieder auf ſeiner
Nord=
landreiſe weilte, teilte er dem König Haakon von
Bale=
ſtrand aus mit, daß er beabſichtige, Norwegen als Zeichen
ſeines Dankes für den herzlichen Empfang und die
Gaſt=
freundſchaft, die ihm alljährlich zuteil würden, ein
Denk=
mal des ſagenhaften norwegiſchen Nationalhelden
Frith=
jof zu ſchenken. Als Ort der Aufſtellung ſchlug er die
Anhöhe bei Framnäs am Sognefjord vor, wo ſich
Frithjofs Grab befindet. Nachdem der König im Namen
des norwegiſchen Volkes für die Aufmerkſamkeit gedankt
und ſeine Zuſtimmung zu dem vorgeſchlagenen Platze
äusgeſprochen hatte, beauftragte der Kaiſer den Bildhauer
Max Unger mit der Herſtellung. Dieſer ging ungeſäumt
an die Aufgabe heran und fertigte drei Entwürfe, von
denen der Kaiſer einen zur Ausführung beſtimmte. Die
Figur Frithjofs erhielt eine Höhe von 10 Metern, ſie ſteht
auf einem 6 Meter hohen Sockel und dieſer wieder auf
einem 4½ Meter hohen, natürlichen Hügel aus kräftig
geformten Felsblöcken. Der Künſtler hat ein Werk
ge=
ſchaffen, das mit großer monumentaler Kraft
ausgeſpro=
chene Anmut und Schlichtheit in der Auffaſſung verbindet.
Frithjof ſteht, die Hand am Schwertgriff, mit geſpreizten
Beinen da und wendet das mit einer Helmkappe
be=
deckte Haupt nach rechts. Die große Formenſchönheit zeigt
ſich in der prächtigen Ausarbeitung des Körpers und in
der Kompoſition der einzelnen Bekleidungsſtücke, des
le=
dernen Wamſes über dem kurzen Pelzgewand. Das
Denk=
mal wird an ſeinem Standorte auf einer
weitvorſpringen=
den Halbinſel von großartiger Wirkung ſein.
Die Freude und Genugtuung der Norweger über
dies Geſchenk hat gezeigt, daß es ein glücklicher Gedanke
des Kaiſers war, der ſeiner Kenntnis der Volksſeele Ehre
macht, ebenſo aber auch ſeinem Kunſtempſinden. Es
drängte ihn, dem gaſtlichen Volke, in deſſen Gebiet er ſich
alljährlich an Leib und Seele erfriſcht, eine Freude zu
be=
reiten, und er traf das Richtige. Wie lieb ihm dieſes
Volk iſt, hat er oft ausgeſprochen und auch ſchon durch die
Tat bewieſen. Als im Januar 1904 Aaleſund in
Flam=
men aufgegangen war, da organiſierte Kaiſer Wilhelm
eine Hilfsaktion, die durch ihre Schnelligkeit und ihren
Umfang hervorragendes leiſtete. Für den Ausbau der
Drontheimer Kathedrale ſpendet der Kaiſer ſeit Jahren
regelmäßige Beiträge, und auch ſonſt kommt er den
Nor=
wegern immer hilfsbereit entgegen. Ihnen wird ſeine
Perſönlichkeit für alle Zeit ſympathiſch und volkstümlich
ſein, und dadurch werden die alten geiſtigen und
wirt=
ſchaftlichen Beziehungen, die zwiſchen dem nordiſchen und
dem deutſchen Volke beſtehen, eine lebhafte Förderung
erfahren.
Die perſiſche Frage.
Eines jener Völkerprobleme, das noch der Löſung
harrt, iſt zweifellos die perſiſche Frage, an deren
defi=
nitive Regelung über kurz oder lang doch einmal wird
her=
angetreten werden müſſen, da über die trotz verſchiedener
Verträge noch immer unklaren Verhältniſſe nach der einen
oder anderen Richtung hin endlich eine Entſcheidung zu
treffen ſein wird. Die innere Lage iſt dort weit ſchlimmer
als in der Türkei, ſeit Jahren geht es drunter und drüber,
der politiſche Mord iſt an der Tagesordnung, eine
Re=
bellion löſt die andere ab; im ganzen Lande iſt die
Anar=
chie ſozuſagen der normale Zuſtand. Es liegt auf der
Hand, daß unter ſolchen Umſtänden das Land
Mächtige=
ren zur Beute fallen muß, insbeſondere hat Rußland
ja ſeit Jahren ein Auge auf Perſien geworfen und es
möchte das Reich lieber heute als morgen einſacken. Wenn
das bisher nicht möglich war, ſo lag das an England,
das ſeinerſeits gleichfall einen großen Teil von ihm
ver=
ſchlucken möchte. Nun beſteht ja ein Abkommen zwiſchen
beiden Rivalen, aber ſo ganz zufrieden ſcheint man damit
in England nicht zu ſein, zumal es im großen und ganzen
recht allgemein gehalten iſt. England hat ſich zwar den
Süden als Einflußſphäre vorbehalten, aber es muß doch
ſehen, wie ſich die Ruſſen namentlich in der
Haupt=
ſtadt breit machen und in Perſien eine bedeutende
Streit=
macht unterhalten.
Dieſer Umſtand ruft auch an der Themſe
Beklem=
mung hervor, der am Montag Lord Curzon im
engliſchen Oberhauſe Ausdruck gab. Der Lord,
der ehemalige Vizekönig von Oſtindien, hat mit dürren
Worten der Beſorgnis Ausdruck gegeben, daß die ſtarke
ruſſiſche Truppenmacht in Nordperſien die
Un=
abhängigkeit dieſes Landes bedrohe. Lord Curzon
wünſcht die Sicherung der perſiſchen Unabhängigkeit,
fordert infolgedeſſen das Londoner Kabinett auf, die
Autorität der perſiſchen Regierung nicht bloß in einem
Teil der neutralen Sphäre, zu unterſtützen, ſondern im
Bereich der ganzen Sphäre, und beglückwünſcht das
Ka=
binett zur Zurückziehung der engliſchen Truppen aus
Südperſien. Nach der Aufnahme, die dieſe Aeußerungen
Lord Curzons bei dem Lord=Präſidenten des Geheimen
Rates Morley fanden, ſcheint der engliſchen Regierung
die öffentliche Stellungnahme des ehemaligen Vizekönigs
von Oſtindien ſehr erwünſcht geweſen zu ſein. Denn
Lord Morley ſprach ſich mit großem Nachdruck für die
Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit Perſiens und für
die Vermeidung ſeiner wirtſchaftlichen, adminiſtrativen
oder politiſchen Teilung aus. Wenn er in dieſem
Zuſam=
menhange die Notwendigkeit betonte, die
mohammedani=
ſchen Empfindungen in Indien nicht verletzen zu laſſen,
ſo dürfte der Schlüſſel für die perſiſche Politik Englands
weniger in einer ſolchen Rückſichtnahme, als in der
Ab=
neigung beſtehen, der Grenznachbar
Ruß=
lands zu werden. Dieſe Abneigung iſt mittelbar in der
Oberhaus=Debatte vom 28. ds. Mts, deutlich zutage
ge=
treten. Sie iſt ſo begreiflich, daß man Englands
pro=
grammatiſche Erklärung zugunſten der Unabhängigkeit
Perſiens als durchaus aufrichtig gemeint anſehen darf.
Man ſieht, trotz aller ſchönen Ententen traut man dem
Frieden nicht ſo recht, wenn es um die eigenen
Inter=
eſſen geht. Perſien wird tatſächlich einmal den
Zankapfel zwiſchen Petersburg und London bilden,
und eines Tages dürfte das augenblickliche Verhältnis
zwiſchen beiden Mächten in die Brüche gehen. Uns in
Deutſchland kann die Aufrollung der perſiſchen Frage
kei=
neswegs gleichgültig ſein, da wir doch zu gewichtige
wirt=
ſchaftliche Intereſſen zu vertreten haben, die uns
nahe=
legen, uns unter keinen Umſtänden beiſeite ſchieben zu
laſſen.
Die Ausgabe der neuen
Reieleſtaſtenräleine.
* Zur Beſchaffung eines außerordentlichen
Goldbe=
ſtandes von 120 Millionen Mark werden bekanntlich nach
dem Geſetz über Aenderungen im Finanzweſen neue
Reichskaſſenſcheine im Werte von 120
Millionen Mark ausgegeben. Vor der
Sommer=
pauſe hat der Bundesrat noch über die Stückelung dieſer
neuen Scheine einen Beſchluß gefaßt. Schon Ende des
Jahres 1912 iſt über die Stückelung der damals im
Um=
lauf befindlichen Reichskaſſenſcheine im Bundesrat ein
Beſchluß ergangen, nach dem mit Rückſicht auf die ſtarke
Nachfrage nach Scheinen zu 10 Mark der Umlauf in
die=
ſen Scheinen 100 Millionen Mark und in Scheinen zu
5 Mark 20 Millionen Mark betragen ſoll. An dem
glei=
chen Verhältnis iſt auch für die neuen Reichskaſſenſcheine
zur Bildung der Goldreſerve feſtgehalten. Es werden
mithin, wenn die neuen Scheine zur Ausgabe gelangt
ſind, für 200 Millionen Mark Scheine zu 10 Mark und für
40 Millionen Mark Scheine zu 5 Mark im Umlauf ſein.
Der gegenwärtige Zeitpunkt iſt für die Ausgabe der
Scheine als ſehr günſtig anzuſehen, weil einmal die
Nach=
frage nach Reichskaſſenſcheinen, beſonders nach ſolchen im
Werte von 10 Mark, auch weiter geſtiegen iſt, und weil
außerdem der Goldbeſtand der Reichsbank ein ſehr guter
iſt. Im Beginn dieſes Quartals verfügte die
Reichs=
bank über einen Goldbeſtand von mehr als einer
Mil=
liarde Mark Aus dieſen Gründen wird mit der Bildung
des neuen Reichskriegsſchatzes in Gold durch Ausgabe der
Reichskaſſenſcheine ſchon jetzt begonnen werden.
Für die neuen Scheine gelten die
Beſtim=
mungen des Geſetzes vom Jahre 1874 in bezug auf die
Annahme zu Zahlungen bei allen Kaſſen des Reichs und
der Bundesſtaaten, ferner in bezug auf die Einlöſung bei
der Reichshauptkaſſe und die Erſatzleiſtung beſchädigter
oder unbrauchbar gewordener Stücke. Ein
Annahme=
zwang im Privatverkehr beſteht für die Kaſſenſcheine nicht,
da ſie kein geſetzliches Zahlungsmittel ſind. Die Koſten
der Herſtellung der neuen Reichskaſſenſcheine betragen
1¾4 Millionen Mark. Der außerordentliche Goldbeſtand
wird aus Zwanzigmarkſtücken gebildet; er wird in
be=
ſonderen Treſors bei der Reichsbank aufbewahrt.
Leutſches Reich.
Rückgang der Reichseinnahmen. Die
Einnahme des Reichs an Zöllen, Steuern und Gebühren
im erſten Viertel des laufenden Rechnungsjahres ſind, nach
Blättermeldungen, erheblich zurückgegangen.
Mehrein=
nahmen im Geſamtbetrage von 19,2 Millionen ſtehen
Mindereinnahmen im Geſamtbetrage von 38,6 Millionen
Mark gegenüber, ſo daß ein Ausfall von 19,4
Mil=
lionen Mark gegenüber der auf drei Monate fallenden
veranſchlagten Durchſchnittseinnahme, die 415,.6 Millionen
beträgt, zu verzeichnen iſt. Was die
Einnahmeentwicke=
lung im einzelnen betrifft, ſo iſt ein ſtarker Rückgang der
Zollerträge zu verzeichnen. Die Einnahmen der
Reichs=
poſtverwaltung in den erſten drei Monaten des laufenden
Rechnungsjahres haben 188,5 Millionen Mark oder 22,1
Millionen weniger als die vorgeſehene
Durchſchnittsein=
nahme, die Einnahmen der Reichseiſenbahnverwaltung
39,1 Millionen oder 0,7 Millionen Mark mehr als die
vor=
geſehene Durchſchnittseinnahme betragen. Zu dem
Aus=
fall bei den Einnahmen aus Zöllen, Steuern und
Ge=
bühren in Höhe von 19,4 Millionen Mark treten alſo noch
weitere Mindereinnahmen in Höhe von 21,4 Millionen
Mark hinzu, ſo daß im erſten Viertel des laufenden
Rech=
nungsjahres die Erträge dieſer Einnahmezweige des
Reichshaushalts um insgeſamt 40,6 Millionen Mark
hin=
ter den anteiligen Etatsanſätzen zurückgeblieben ſind, ein
Minderertrag, der bei einem anſchlagsmäßigen
Geſamt=
ertrag dieſer Einnahmen in Höhe von 664,6 Millionen
Mark immerhin ins Gewicht fällt.
— Krankenkaſſen und Aerzte. Den
Blät=
tern geht folgende Mitteilung zu: „Der Bayeriſche
Staatsanzeiger veröffentlicht Mitteilungen über eine
„Einigung zwiſchen Krankenkaſſen und Aerzten in
Bayern”, aus denen vielfach gefolgert worden iſt, daß
dieſe Einigung bereits vollzogen ſei. Demgegenüber muß
feſtgeſtellt werden, daß es ſich hierbei lediglich um
unver=
bindliche Beſprechungen zwiſchen Vertretern von
bayeri=
ſchen Aerzten und bayeriſchen Krankenkaſſen gehandelt
hat. Die Zuſtimmung der beiderſeitigen Verbände, alſo
auch der Krankenkaſſenverbände, iſt bei den
Verhandlun=
gen über den vorgelegten Entwurf eines Abkommens
aus=
drücklich vorbehalten worden. Die beteiligten
Kranken=
kaſſenverbände haben bis jetzt dem Abkommen nicht
zuge=
ſtimmt. Dem Vernehmen nach beſtehen auch bei den
Krankenkaſſenverbänden ſehr gewichtige Bedenken gegen
dieſes Abkommen. Die Veröffentlichung desſelben in dem
Bayeriſchen Staatsanzeiger iſt daher zum mindeſten
ver=
früht und die Schlüſſe, die daraus gezogen werden, ſind
unrichtig.”
Ueber die Ergebniſſe der
Hand=
werkerkonferenz, die kürzlich bei der zuſtändigen
Reichsbehörde ſtattfand, ſind in der Preſſe Nachrichten
ver=
breitet, die ſich auf allerhand Berichte der für die
Konfe=
renz abgeordneten Vertreter des deutſchen Handwerks
ſtützen ſollen. Die Veröffentlichungen entbehren zum
größten Teil der tatſächlichen Grundlage. Dies dürfte
zum Beiſpiel bezüglich des § 100g zutreffen, der die Preis=
feſtſetzungen für Waren und Leiſtungen von Mitgliedern
der Zwangsinnungen betrifft. Hierüber fanden ſehr
aus=
gedehnte Verhandlungen ſtatt. Richtig iſt, daß zu hoffen
ſteht, daß eine Veränderung im Wortlaut dieſes
Para=
graphen vorgenommen wird, die ihm die jetzt von einem
großen Teil des Handwerks zugeſchriebene Härte nimmt,
indem ſie in dieſer Beziehung die Zwangsinnungen den
freien Innungen gleichſtellt. Weiter iſt u. a. nicht nur die
Frage der Abgrenzung von Fabrik und Handwerk zur
Sprache gebracht worden, ſondern auch die der Stellung
des Handwerks im Handelsregiſter. Weſentlich von
Inter=
eſſe dürfte auch ſein, daß, nachdem noch Vertreter von
Handel und Induſtrie im Herbſt über die ſich
berühren=
den Punkte der Denkſchrift des deutſchen Handwerks= und
Gewerbekammertages gehört ſind, ein Vorentwurf
bezüg=
lich Grundſätze für eine Novelle zur Gewerbeordnung
veröffentlicht werden ſoll, um ſie der öffentlichen Kritik
zu unterbreiten.
— Die braunſchweigiſche Frage. Die
Täg=
liche Rundſchau meldet aus Berlin: Die Löſung der
braunſchweigiſchen Frage wird endgültig Anfang Oktober
im Bundesrat erfolgen. Es wird eine der erſten
Auf=
gaben des Bundesrat nach der Sommerpauſe ſein, die
braunſchweigiſche Thronfolgefrage zu regeln. Es
ver=
lautet, daß ſchon in den nächſten Wochen eine vertrauliche
Fühlungnahme zwiſchen Berlin und Braunſchweig
ſtatt=
finden wird, einen gemeinſamen preußiſch=
braunſchwei=
giſchen Antrag im Bundesrat vorzubereiten. In
einge=
weihten Kreiſen iſt man überzeugt, daß das junge
Her=
zogspaar ſchon im November ſeinen Einzug in
Braun=
ſchweig halten wird.
— Der Krupp=Prozeß. Wegen Verrats
mili=
täriſcher Geheimniſſe, Beſtechung und Ungehorſam gegen
militäriſche Befehle haben ſich heute, Donnerstag, in der
Krupp=Angelegenheit vor dem Kriegsgericht vier
Zeug=
leutnants, zwei Feuerwerker und ein
Intendanturſekre=
tär zu verantworten. Der öffentliche Ankläger glaubt,
nach der Voſſiſchen Zeitung, daß die Verhandlungen in
einem Vormittage zu Ende gebracht werden können. Der
Verhandlungsführer meint, die Sache könne ſich auf acht
Tage erſtrecken.
— Ueber die Stellung des Zentrums zur
Rechten und zur Linken ſchreibt die Kölniſche
Volkszeitung:
„Das Zentrum wird ſich niemals in einen Block
hin=
einzwängen laſſen, weder mit der Rechten noch mit der
Linken. Als programmatiſche Mittelpartei, wie ſie das
Zentrum ſeit ſeiner Gründung war, iſt es dazu nicht
ge=
eigenſchaftet. Unſere Stellung zu den Konſervativen iſt
eine gegebene auch nach der letzten parlamentariſchen
Ak=
tion im Reichstage, bei der die Konſervativen gegen uns
ſtimmten. Wir werden jederzeit in kulturellen Fragen
ein Zuſammengehen mit den Konſervativen ſuchen müſſen.
Leider haben allerdings in letzter Zeit die Konſervativen
auch in dieſen Fragen zuweilen Zuverläſſigkeit vermiſſen
laſſen. In mancherlei anderen Fragen werden wir, wie
in früheren Zeiten, ſo auch in Zukunft, mit den Liberalen
zuſammengehen können und müſſen, um eine geſunde
fort=
ſchrittliche Weiterentwickelung unſeres Staats= und
Wirt=
ſchaftslebens zu fördern.
— Der Offizier im Erwerbsleben. Das
erwähnte Rundſchreiben des preußiſchen Kriegsminiſters
an die Handelskammern, in dem Handel, Gewerbe und
Induſtrie um tunliche Berückſichtigung verabſchiedeter
Offiziere bei der Vergebung geeigneter Poſten erſucht
werden, hat in Handlungsgehilfenkreiſen Beunruhigung
hervorgerufen. So hat jetzt der Verein für
Handlungs=
kommis von 1858 an eine Reihe von Handelskammern
eine Eingabe gerichtet, worin hervorgehoben wird, daß
durch Anſtellung verabſchiedeter Offiziere die an ſich nicht
beſonders günſtigen Entlohnungsverhältniſſe im
Han=
delsgewerbe noch weiter herabgedrückt werden, und daß
ſchon gegenwärtig Ueberfüllung des kaufmänniſchen
Be=
rufes, Ueberangebot brauchbarer und tüchtiger Kräfte in
Handel, Gewerbe und Induſtrie zweifellos vorhanden iſt.
Ueberdies ſeien bereits heute in zahlreichen Betrieben
penſionierte Offiziere tätig. Die Eingabe ſchließt deshalb
mit der Bitte, die berufenen Träger von Gewerbe, Handel
und Induſtrie mögen dem Kriegsminiſter einen
ablehnen=
den Beſcheid erteilen und nach Tunlichkeit dafür Sorge
tragen, daß die Handlungsgehilfen, die von der Pike auf
gedient haben und ſchwer um ihre wirtſchaftliche Exiſtenz
kämpfen und ringen müſſen, in erſter Linie als
Mitarbei=
ter für Handel, Gewerbe und Induſtrie herangezogen
werden.
— Stagnation in der Sozialdemokratie.
Dem Vorwärts iſt jetzt der erſte Teil des Berichts des
ſozialdemokratiſchen Parteivorſtandes für den Parteitag
in Jena beigegeben. In dieſem heißt es:
Die Organiſation hat im abgelaufenen Geſchäftsjahr,
was die Mitgliederzahl anlangt, nicht die Fortſchritte
ge=
macht, die erwartet wurden. Die Mitgliederzahl, die am
1. Juli 1912 970112 betrug, iſt bis zum 30. März 1913
nur auf 982850 Mitglieder geſtiegen, eine Zunahme um
12748 oder 1,3 Prozent. Das Hauptkontingent zu dem
Mitgliederzuwachs ſtellten die weiblichen Mitglieder, die
um 10 744 zugenommen haben. Dann werden die
Pro=
zentzahlen angeführt, um die die ſozialdemokratiſche
Or=
ganiſation in den früheren Jahren gewachſen iſt. Vom
Jahre 1906/07 beginnend, wuchs die ſozialdemokratiſche
Organiſation im Jahre um 38 Prozent, 10,7 Prozent,
7,8 Prozent, 13,6 Prozent, 16,1 Prozent. Im Jahre
1911/12 betrug das Wachstum 15,9 Prozent und im
ab=
gelaufenen Geſchäftsjahre nur 1,3 Prozent. Darnach
haben wir, ſo heißt es in dem Bericht weiter, im letzten
Geſchäftsjahre, das ſich allerdings nur auf 9 Monate
er=
ſtreckt, eine ſo geringe Mitgliederzunahme zu verzeichnen,
wie nie zuvor; eine Zunahme, die in ihrer Geringfügigkeit
an Stagnation grenzt. Die Zahl der männlichen
Mit=
glieder hat ſich faſt gar nicht erhöht. In 15 Bezirken und
164 Wahlkreisorganiſationen hat die Mitgliederzahl ſogar
abſolut abgenommen. Auch die Zahl der Abonnenten
unſerer Parteipreſſe hat, wie in einem ſpäteren Teil des
Berichts zahlenmäßig feſtgeſtellt wird, eine Abnahme
er=
fahren. Am 30. Juni 1912 hatte die ſozialdemokratiſche
Preſſe 1478042 Leſer, am 31. März nur noch 1 465 212, ſo
daß ſich alſo die Abonnentenzahl um 12830 verringert hat.
Die Jugendbewegung hat ſich gut entwickelt. Die Zahl
der Landes= und Bezirksſekretäre beträgt jetzt 50.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Zwangsverwaltung in Böhmen.
Bei der Vereidigung der Mitglieder der
Landesverwal=
tungskommiſſion hielt Präſident Graf Schönborn eine
Rede, in der er erklärte, die Kommiſſion habe infolge des
außerordentlichen und vorübergehenden Charakters ihrer
Aufgaben die Pflicht, ihre Tätigkeit auf die laufenden
An=
gelegenheiten zu beſchränken. Ihre Tätigkeit müßte rein
ſachlich ſein und politiſche Streitigkeiten vermeiden.
Un=
bedingte Unparteilichkeit gegenüber allen
Geſellſchafts=
klaſſen, insbeſondere gegenüber den beiden Nationalitäten,
müßte die erſte Pflicht der Kommiſſion bilden. Weite
Kreiſe der Bevölkerung, ſagte der Präſident, kommen uns
nicht mit beſonderem Vertrauen entgegen; wir müſſen
uns dieſes Vertrauen erwerben. Schließlich ſprach der
Redner die Hoffnung aus, daß in der Landesverwaltung
Böhmens ſobald wie möglich normale Verhältniſſe
wie=
derkehren möchten. — Die Vorſtandsſitzung des
ehemali=
gen Deutſchen Landtagsverbandes ſtellte nach eingehender
Beratung eine Erklärung feſt, die beſagt, daß die
Beſeiti=
gung des tſchechiſchen Landesausſchuſſes als ein Erfolg
der deutſchen Politik anzuſehen ſei. Mit der
Zuſammen=
ſetzung der kaiſerlichen Verwaltungskommiſſion, heißt es,
können ſich die Deutſchen keinesfalls einverſtanden
er=
klären, weil die Zuſammenſetzung eine Benachteiligung
der Deutſchen darſtellt. Die Regierung wird für etwaige
deutſchfeindliche Maßnahmen der Kommiſſion von den
Deutſchen verantwortlich gemacht, was ſich auch, wie
ein=
mütig feſtgeſtellt wurde, in der Wiener Reichsratspolitik
auszudrücken hat. In nächſter Zeit wird ferner durch
Wahlen eine Körperſchaft von dreihundert
Vertrauens=
männern eingeſetzt. Bezüglich des Ausgleichs wurde
feſt=
geſtellt, daß die deutſchen Abgeordneten ſich an die
bis=
herigen Abmachungen mit den Tſchechen nicht gebunden
er=
achten. Für die Neuanknüpfung von Verhandlungen wird
erklärt, daß eine Junktur zwiſchen der Geſetzgebung des
böhmiſchen Landtags und der Reichsratsgeſetzgebung wie
bisher auf Wunſch der Tſchechen nicht mehr anerkannt
werde und auch nicht zuläſſig ſei. — Die böhmiſchen
Lan=
desausſchußbeiſitzer überreichten dem Statthalter Fürſten
Thun einen Proteſt gegen die die Landesordnung
ver=
letzende Einſetzung einer Landesverwaltungskommiſſion.
Frankreich.
Das Dreijahrs=Geſetz. Die
Armeekom=
miſſion des Senates hat den Schlußbericht Doumers über
das Dreijahrsgeſetz angenommen. Der Berichterſtatter
wurde beauftragt, dem beſtimmten Wunſche der
Kommiſ=
ſion Ausdruck zu geben, nach der Votierung die
zahl=
reichen Unvollkommenheiten des Geſetzes verbeſſert zu
ſehen.
Die Annahme des Budgets. Der Senat
nahm das Geſamtbudget an, ferner mit 223 gegen 68
Stimmen den Reſolutionsentwurf, der den Entſchluß
be=
kräftigt, in der nächſten Seſſion den Geſetzentwurf zu
be=
raten, der eine allgemeine progreſſive Einkommenſteuer
vorſieht.
Die Fremdenlegion. Der Temps
veröffent=
licht intereſſante Einzelheiten über die Engagements für
die Fremdenlegion in den letzten Jahren. Es geht daraus
hervor, daß ſich 1912 2282 Ausländer der Fremdenlegion
verpflichtet haben, im Jahre 1911 dagegen 2265 und im
Jahre 1910 2118. Die Engagements im Jahre 1913
dürf=
ten nach der bisherigen Ueberſicht noch zahlreicher ſein
als die der letzten Jahre. Der Temps erklärt, daß faſt alle
Ausländer in den Bureaus an der Oſtgrenze Frankreichs
ſich anwerben laſſen, ſo im Jahre 1912 in Nancy 289, in
Paris 246, in Mezieres 259 und in Belfort 235. Dieſe
Zahlen ſprechen für ſich. Es geht aus ihnen hervor, daß
neun Zehntel aller Fremdenlegionäre Deutſche ſind und
daß die Werbebureaus ihre Pforten ſchließen könnten,
wenn die deutſche Jugend endlich hinreichend aufgeklärt
würde.
Aus Marokko. Nach einer Blättermeldung aus
Tanger geſtaltet ſich die Lage von Tetuan immer
bedroh=
licher. Die von den Spaniern angeworbenen Rifſchützen
verüben namentlich in dem Judenviertel Plünderungen
und Gewalttätigkeiten aller Art. Unter den ſpaniſchen
Truppen herrſcht große Entmutigung.
Japan.
Die kaliforniſche Landfrage. Es wird
jetzt bekannt, daß die Antwort Amerikas in der
kaliforni=
ſchen Landfrage nicht befriedigend lautet. Die
Bundes=
regierung lehnt es ab, zu intervenieren. Japan wird in
kurzem eine dritte Note an die amerikaniſche Regierung
ſenden. Inzwiſchen hat die Yokohama Specie Bank die
Einrichtung getroffen, daß Japaner, die in Kalifornien
Land erwerben wollen, ehe die Akte in Kraft tritt, Geld
geliehen erhalten können.
* Zum Kaiſerbeſuch in Poſen. Das
Kaiſer=
paar wird nach dem jetzt feſtgeſtellten Programm zur
Teil=
nahme an der Einweihung des renovierten Rathauſes in
Die Volksheilſtätte vom
Roten Kreuz in Hohenlychen.
Von Paul Lindenberg.
Nachbruck verboten..
In dieſen ſtillen Tagen, die nach langen und
arbeits=
reichen Monden erſehnte Ruhe bringen, kann man ſich
endlich auch außerhalb Berlins umſehen, ohne daß man
den näheren Bannkreis der gewaltigen Stadt verläßt. Und
ſo folgte ich kürzlich gern der Aufforderung, Hohenlychen
einen Beſuch abzuſtatten, um des näheren kennen zu
ler=
nen, welch ſegensreiche Tätigkeit unſer Rotes Kreuz
auch im Frieden in halbverborgener und doch ſo emſiger,
zielbewußter Arbeit ausübt.
Hohenlychen — vor einem Jahrzehnt war der
Name nur wenigen jener bekannt, die, abſeits der
viel=
beſuchten Touriſtenſtraße, den intimen landſchaftlichen
Reizen der brandenburgiſchen Mark nachſpürten. Heute
hat dieſer Name hallenden Klang erworben und erweckt
das freundlichſte Echo bei allen, die den Beſtrebungen des
Roten Kreuzes Sympathie und Verſtändnis
entgegen=
bringen, nicht minder bei Tauſenden und Abertauſenden
unſerer Mitmenſchen, die, nicht auf der Sonnenſeite des
Lebens geboren, in dieſem ſtillen Erdenwinkel dank der
Sonne echter Menſchenfreundlichkeit und warmen
Mit=
empfindens Geneſung von ſchweren Leiden fanden. Ein
zielbewußter, umſichtiger Sohn des uralten Städtchens
Lychen, das uns ein Stück trutziger, kampfdurchbebter
brandenburgiſcher Geſchichte verkörpert, der frühere
Ober=
ſtabsarzt Dr. Gotthold Pannwitz, war es, der zuerſt die
Aufmerkſamkeit der einſchlägigen Kreiſe auf dieſe idylliſche
Gegend lenkte, die, von Berlin in zwei Bahnſtunden
er=
reichbar, ſich ganz beſonders zur Errichtung von
Heil=
ſtätten eignete. In welligem Gelände dehnen ſich
meilen=
weite, dichte Waldungen aus, durchzogen von zahlreichen
Seen, in deren einem ſich die Türme und Mauern des
oben genannten Städtchens widerſpiegeln; die reine,
wür=
zige Luft wird nirgends durch Rauch und Staub
verdor=
den, die ſchaffensdrängende Induſtrie hat hier keine
Stätte gefunden, die dichten Tannenforſten mit
wechſeln=
gem Einſchlag von Laubbäumen ſorgen für reichen
Ozon=
ehalt.
Einem Wunſche der Kaiſerin folgend, daß ſich der
Volksheilſtätten=Verein vom Roten Kreuz beſonders der
Bekämpfung der Tuberkuloſe im Kindesalter widmen
vöchte, wurden im Hohenlychener Wald am Zensſee, einem
Teil der dortigen zehn Kilometer langen Seekette, im
Jahre 1902 drei Baracken aufgeſtellt, die verſuchsweiſe
einigen Dutzend Kindern zum Sommerferienaufenthalt
unter ärztlicher Aufſicht dienten. Heute nun erblickt man
hier ſtaunenden Auges eine ganze Reihe in den
Waldun=
gen zerſtreut liegender ſtattlicher Bauten, die auch in
ihrem Aeußeren ſehr gefällig wirken und in ihrem Innern,
je nach ihrer Beſtimmung, muſtergültig eingerichtet ſind.
An ſchmucken Gartenanlagen mit duftenden Blumen und
blühenden Gebüſchen fehlts nicht, ebenſowenig an
ge=
ſchützten Spielplätzen und lauſchigen Ruheſitzen; hier
tum=
meln ſich Kinder fröhlich umher, deutſche Heimatlieder
ſingend, dort ſehen wir ſie in emſiger und williger
Tätig=
keit bei ländlicher Arbeit, da ſind die jugendlichen
Kran=
ken in langgeſtreckten, offenen Hallen auf Ruhebetten
untergebracht, die Heilkraft der allgütigen Mutter Sonne
genießend. Mit unſerer Bewunderung halten wir nicht
zurück, wenn wir hören, daß hier innerhalb der kurzen
Spanne eines Dezenniums bereits 10000 Kinder längere
Zeit hindurch mit geringen Mitteln auf das ſorgſamſte
gehegt und gepflegt wurden, und daß dieſe Geſamtanlage
jetzt einen Wert von mehr denn drei Millionen Mark
vertritt, die hauptſächlich durch private Wohltätigkeit,
durch die Förderung der Behörden, namentlich des
preu=
ßiſchen Kultusminiſteriums, und die Unterſtützung der
Kommunen aufgebracht wurden. Hierzu geſellte ſich die
hingebende und aufopferungsvolle Tätigkeit verſchiedener
hervorragender Aerzte, an ihrer Spitze der jetzige Geh.
Sanitätsrat Profeſſor Dr. Pannwitz, ſowie einzelner
Damen und Herren, die materiell und ideell die ernſten
und tiefgehenden Beſtrebungen dieſer Kinderheilſtätten
verwirklichten, was in wahrhaft muſterhafter Weiſe
ge=
lungen iſt. Und zwar nicht in willkürlicher Art, ſondern
nach zielbewußtem Plan, jede neue Schöpfung die andere
rgänzend, worüber nicht die ſteten Vervollkommnungen
und Vergrößerungen der vorhandenen Anlagen
vernach=
läſſigt wurden.
So entſtanden aus den oben angeführken drei
leich=
ten Sommerbaracken alsbald zwei feſtgegliederte
Kinder=
heilſtätten mit beſonderen Schlafhäuſern für Knaben und
Mädchen, ſowie einem Hauptgebäude mit Speiſeſälen und
Kücheneinrichtung und einem Wirtſchaftsgebäude für den
maſchinellen Betrieb, die Wäſcherei und Desinfektion. Jetzt
konnten die Kinder auch während des Winters hier
ver=
bleiben, während man die freigewordenen Baracken zu
einer Ferienkolonie für 50 Kinder einrichtete, die
natür=
lich räumlich vollkommen getrennt von den Pfleglingen
der auf den Namen Viktoria Luiſe getauften Kinderheil=
ſtätte blieben. Im nächſten Jahre 1904, ward eine
länd=
liche Kolonie, Königin Luiſe=Andenken, ins Leben
geru=
fen, die den dazu geeigneten, gut erholten Kindern leichte,
von ihnen gern geſuchte Beſchäftigung gewährte und die
ſchon bald erweitert werden mußte, für die Mädchen durch
eine Haushaltungs=, für die Knaben durch eine
Gärtnerei=
ſchule. Zu der 1904 eingeweihten Kirche, in der
vierzehn=
täglich Gottesdienſt ſtattfindet, geſellte ſich ein mehr und
mehr geregelter, wenn irgend angängig, im Freien
ab=
gehaltener Schulunterricht, der jetzt in drei Stufen von
einem beſonderen Anſtaltslehrer in dreimal wöchentlich
ſechs Stunden erteilt wird. Eine weitere Abteilung, und
zwar eine ſolche für knochen= und gelenktuberkulöſe
Kin=
der, konnte im Herbſt 1907 eröffnet und bezogen werden.
Gleichzeitig hatte die Kinderheilſtätte eine abermalige
Vermehrung und Ergänzung gefunden, während die
Fe=
rienkolonie in einem entfernter von dem Heilſtättenbetriebe
gelegenen beſonderen Gebäude untergebracht wurde und
ſeitdem in jedem Sommer fünfmal 112 Kinder auf je vier
Wochen beherbergt. In den letzten Jahren entſtand das
anmutige Heim der Helferinnenſchule, in der Auguſta=
Helferinnen für den Krankendienſt einen ſechsmonatigen
Kurſus durchmachen, der hübſche Bau der
Mädchenfort=
bildungsſchule und jener einer Buchdruckerei und
Buch=
binderei für Knaben, und ſchon regen ſich wiederum
flei=
ßige Hände, um auf einem prächtigen Punkt mit dem
herrlichen Blick auf Wald und See und die alten,
male=
riſchen Backſteinbauten Lychens ein Krankenhaus mit
Schweſternſchule erſtehen zu laſſen.
In jener eben angeführten Fortbildungsſchule und
Buchdruckerei, denen Sanitätsrat Dr. Karl Fränkel ſeine
emſige Arbeitskraft zur Verfügung ſtellte und ſtellt, wird
eine beſtimmte Anzahl von Mädchen und Knaben, etwa
vom 14. bis zum 17. Jahre, aufgenommen, die als völlig
geſundet die Heilſtätten verließen. Durch dieſe
Einricht=
ung will man verhüten, daß die nach monatelanger Pflege
Geneſenen nicht ſogleich wieder in den Zwang einer engen
und ſelbſtverſtändlich hygieniſch ſehr mangelhaften
Häus=
lichkeit und damit zugleich faſt immer in eine angeſtrengte
induſtrielle oder gewerbliche Tätigkeit gelangen,
anderer=
ſeits aber wollte man auch für ihre fernere Ausbildung
auf geeigneten Erwerbsgebieten ſorgen, damit ihnen dieſe
Jahre des Lernens nicht verloren gehen und ſie ſpäter,
ins Leben entlaſſen, ſogleich auf eigenen Füßen ſtehen
können. In der Haushaltungsſchule ſind vorläufig 24
junge Mädchen untergebracht, die alles unentgeltlich
er=
halten, auch Kleidung uſw; ſie werden teils im Sticken
und Nähen, aber alle in ſämtlichen Zweigen des Haus=
Poſen dort am Vormittag des 26. Auguſt eintreffen, und
der Kaiſer wird ſich ſofort nach dem großen
Exerzier=
platz begeben, um die Parade über die Poſener Garniſon
abzunehmen. Abends findet im Reſidenzſchloſſe eine
Pa=
radetafel ſtatt. Am 27. Auguſt beſucht das Kaiſerpaar das
Rathaus. Für den Abend hat der Kaiſer zugeſagt, daß
der Poſener Provinzial=Sängerbund ihm im Ehrenhofe
des Reſidenzſchloſſes eine Serenade darbringe. An dieſer
Kaiſer=Serenade werden ſich etwa 800 Sänger beteiligen.
Unter Leitung des Bundes=Chormeiſters Muſikdirektor
Blume werden vier Volkslieder aus den Kaiſerbüchern
geſungen. Für den Vormittag des 28. Auguſt iſt unter
Führung des Kaiſers eine große Garniſonübung
vorge=
ſehen. Nachmittags erfolgt die Abreiſe.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 31. Juli.
* Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
Freiwilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs Adam Kehr I., Johannes
Gölz II., Johannes Hertling, Johannes Kiſſel III.,
Johannes Kiſſel XVII., ſämtlich zu Biblis.
* Erledigte Stellen. In Offenbach ſind elf
Schulſtellen definitiv zu beſetzen; drei ſollen
evange=
liſchen Lehrern, drei enangeliſchen Lehrerinnen, vier
katholiſchen Lehrern und eine ſoll einer katholiſchen
Lehrerin übertragen werden. — Die mit einem
evan=
geliſchen Lehrer zu beſetzende vierte Lehrerſtelle zu
König i. O. — Eine mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Lehrerſtelle zu Nieder=Ingelheim.
Einem Bewerber, der die erweiterte Prüfung abgelegt
hat, könnten die Funktionen eines Hauptlehrers
über=
tragen werden. — Die mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Lehrerſtelle zu Metzlos=Gehaag.,
Kreis Lauterbach. Die Stelle iſt mit Kantordienſt
ver=
bunden und hat Ortszulage.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Das Programm
für das Studienjahr 1913/14 iſt erſchienen und zum
Preiſe von 50 Pfennig käuflich. Die Verſendung erfolgt
gegen poſtfreie Einſendung von 60 Pfennig (Ausland 80
Pfennig), die auch in Briefmarken eingeſandt werden
können, vom Sekretariat der Techniſchen Hochſchule. Im
Winterſemeſter beginnen die Einſchreibungen am
17. Oktober und endigen am 17. November. Beginn der
Vorleſungen und Uebungen am 21. Oktober 1913. Im
Sommerſemeſter beginnen die Einſchreibungen am 17.
April und endigen am 18. Mai. Beginn der Vorleſungen
und Uebungen am 21. April 1914. Die Rektorats=
Ueber=
gabe erfolgt am 21. Oktober 1913.
* Erfolg eines Darmſtädter Künſtlers. Für
einen neuen Stuttgarter Friedhof war unter deutſchen
Künſtlern ein Wettbewerb ausgeſchrieben worden, zu
dem 57 Arbeiten eingelaufen waren. Das Preisgericht
hatte vier Preiſe und einen Ankauf zu verteilen. Von
dieſen erhielt Profeſſor Pützer (Darmſtadt) einen
dritten Preis.
* Ausſtellung Roſegger. Im Schaufenſter der
Buchhandlung L. Saeng iſt ein großes Bildnis
von Peter Roſegger, der heute 70 Jahre alt wird,
ausgeſtellt, auch liegen die meiſten ſeiner Schriften aus.
— Straßenbahn und Fuhrwerksverkehr. In
letzter Zeit kamen wieder verſchiedene
Zuſammen=
ſtöße von Fuhrwerken, Automobilen und
Radfahrern mit Wagen der elektriſchen Straßenbahn
vor. Die Zeugenvernehmungen ergaben in der Regel,
daß der ſchuldige Teil der Zuſammenſtöße die Lenker
dieſer Fuhrwerke ꝛc. waren. Hauptſächlich wird gegen
§ 3 und § 7 der Polizeiverordnung, betreffend
Maß=
regeln zur Verhütung von Unglücksfällen und
Verkehrs=
ſtörungen aus Anlaß des Betriebs der Straßenbahnen
in der Stadt Darmſtadt vom 15. Auguſt 1899, verſtoßen.
Das Großh. Polizeiamt hat durch eine
Bekannt=
machung vom 28. Juli dieſe Polizeiverordnung unter
entſprechendem Hinweis erneut in Erinnerung gebracht.
Im Intereſſe der glatten Abwickelung des
Straßenver=
kehrs iſt zu wünſchen, daß die Vorſchriften der
Polizeiverordunng künftig beſſer befolgt
werden.
* Taubſtummengottesdienſt. Nächſten Sonntag,
3. Auguſt, nachmittags 2 Uhr wird im Gemeindehaus,
Kiesſtraße 17, von Profeſſor D. Dr. Diehl aus
Fried=
berg Taubſtummengottes dienſt gehalten werden.
* Die Heſſiſche Zimmerſchützen=Vereinigung hält
am Sonntag, den 3. Auguſt, in der Reſtauration
„Windmühle‟ (Pallaswieſenſtraße) ihr Sommerfeſt
ab und ſind jedem Beſucher, durch die Reichhaltigkeit
des Gebotenen (Preisſchießen, Tombola, Kinderpolonäſe,
ſowie Volksbeluſtigungen und Tanz) einige genußreiche
Stunden, bei freiem Eintritt, in Ausſicht geſtellt. (Siehe
heutige Anzeige.)
* Das vom Schützenklub Feurio veranſtaltete
große öffentliche Preisſchießen wurde beendet. Bei
der Preisverteilung, welche mehr als 60 wertvolle
Preiſe enthielt, erhielten folgende Herren die erſten
10 Preiſe: 1. Preis Ohm, 2. Preis Schardt (Feurio),
3. Preis Harres (Feurio), 4. Preis Wenz (Waldesluſt),
5. Preis Franke (Waldesluſt), 6. Preis Stephan (Feurio),
7. Preis Vock (Waldesluſt), 8. Preis Abt, 9. Preis Kunkel
(Feurio), 10. Preis Kaiſer (Feurio). Das Stechen und
die Preisverteilung verlief bei herrlichem Wetter in
beſter Weiſe, wozu insbeſondere auch die vorzüglichen
Leiſtungen des Muſikorcheſters des Herrn Kapellmeiſters
Otto beitrugen.
* Aus der Haft entlaſſen wurden von den drei am
Montag feſtgenommenen Zahntechnikern, die einen
Erpreſ=
ſungsverſuch gegen eine Witwe machten, der Zahntechniker
Rolle und der Zahntechniker Ruppert.
=gs. Unfall. Geſtern vormittag kurz nach 11 Uhr
ſtürzte eine Mauer von einem in Abbruch
be=
findlichen Haus um, unter welche ein hieſiger
Tag=
öhner kam. Er trug einen Wirbelbruch davon
und wurde durch die Rettungswache mit dem
Kranken=
kraftwagen in das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht.
* Konzerte. Städtiſcher Saalbau. Aus dem
Programm für das 7. Donnerstagskonzert der Kapelle des
Leibgarde=Regiments ſei beſonders hervorgehoben: Fr.
Liſzts ſymphoniſche Dichtung „Les Preludes” Fragmente
aus Leoncavallos „Bajazzo”; R. Strauß' Salomes Tanz
aus dem Drama Salome” und Rubinſteins ebenſo
ele=
gante wie feurige Valſe caprice. Selbſtverſtändlich
ringt der Abend außerdem eine Reihe von Stücken
leich=
terer Art. (Siehe auch Anz.). — Rummelbräu. Am
heutigen Donnerstag werden wieder die ſo beliebten
Konzerte im obigen Gartenlokal beginnen. Herr
Obermuſikmeiſter Mickley wird an dieſem Abend ein
durchaus abwechſelndes Programm zu Gehör bringen.
nter anderen wird Meiſter Koſchat mit ſeinen heimiſchen
Quartetten vertreten ſein. Der alte Berner Marſch,
wel=
cher durch ſeine originelle Charakteriſtik bei allen
Konzert=
veranſtaltungen einen durchſchlagenden Erfolg hat, wird
auch in dieſem Programm zum Vortrag gelangen. Den
Schluß des Programms wird eine Wiener Abteilung
bilden. (Siehe Anzeige.)
Nieder=Modau, 30. Juli. Bei der
Gemeinderats=
wahl wurden zum erſten Male die Kandidaten der
ſozialdemokratiſchen Liſte gewählt. Dieſes Ergebnis iſt
zweifellos eine Folge des Zuſammenbruches der Nieder=
Modauer Kaſſe. Eine Anzahl Bürger konnte
nicht wählen, weil über ihr Vermögen der Konkurs
verhängt iſt, und ein großer Teil wählte aus
Verärge=
rung nicht.
Offenbach, 30. Juli. Durch die Verhaftung des
Geſchäftsführers Ph. A. Hiller am Sonntag
mittag, deſſen frühere eigene Firma K. Hiller vor
mehre=
ren Jahren von dem bekannten Großinduſtriellen Math.
Stinnes übernommen wurde, ſind
Unterſchlagun=
gen aufgedeckt worden, deren Höhe von der Firma auf
mindeſtens 80000 Mark angegeben wurden. Der
Verhaftete gab die mögliche Richtigkeit dieſer
Feſtſtellun=
gen zu. Die Unterſchlagungen erſtrecken ſich auf eine Reihe
von Jahren und waren mit großem Geſchick durchgeführt
worden. Der entlaſſene Buchhalter iſt nachträglich wieder
eingeſtellt worden, da er an den Unterſchlagungen keinen
Anteil hatte. Hiller wird ſich wegen Veruntreuung und
Urkundenfälſchung zu verantworten haben.
WLampertheim, 30. Juli. Die Gemeindevertretung
bewilligte zur Veranſtaltung einer
gemein=
ſamen Feier zum 25jährigen Regierungsjubiläum
des Kaiſers und der 100jährigen Wiederkehr der
Befrei=
ungskriege einen Beitrag von 300 Mark. Die Feier findet
am 31. Auguſt ſtatt. Am Vorabend iſt ein Fackelzug
geplant. — Der Tabak der durch den ſtarken Regen in
ſeinem Wachstum gelitten hatte, hat ſich jetzt kräftig
ent=
wickelt. Man erhofft eine gute Ernte.
Lampertheim, 30. Juli. Der Arbeiter Valentin Zieb
von hier ſuchte ſich mit Rattengift zu vergiften, wurde
aber von ſeinem Logiswirt daran verhindert, der ihm
mehrmals das Gift wegnahm. Als er aber einen
Augen=
blick das Zimmer verließ, holte Z. aus einem Verſteck eine
größere Portion des Giftes hervor und verſchluckte ſie.
In ſehr bedenklichem Zuſtande wurde er in der Nacht noch
in das Krankenhaus gebracht.
Alsheim, 30. Juli. Der Weichenſteller Jakob
Eber=
hard hatte in ſeiner Kommode einen größeren
Geldbetrag in Verwahrung. Während ſeiner
Ab=
weſenheit wurden ihm 120 Mark in Gold und Silber
ge=
ſtohlen. Das Papiergeld hatte der Dieb liegen laſſen.
Heute nahm die Gendarmerie Unterſuchung vor. Dem
Dieb ſoll man auf der Spur ſein.
Gießen, 30. Juli. Der ſeit einigen Wochen vermißte
Volontär=Aſſiſtent am hieſigen Univerſitätslaboratorium
Robert Schmalz wurde geſtern im Stadtwalde tot
aufgefunden. Der hoffnungsvolle junge Mann iſt
freiwillig durch Vergiftung aus dem Leben geſchieden.
Bad Nauheim, 30. Juli. Geſtern nachmittag trafen
60 amerikaniſche Aerzte mit ihren Damen hier
ein. Kurdirektor Oberſt v. Frankenberg empfing die Gäſte
und hielt eine in warmen Worten gehaltene
Begrüßungs=
anſprache. Die Aerzte werden ſich einige Tage hier
auf=
halten und die Badeanlagen in Augenſchein nehmen.
(*) Alsfeld, 29. Juli. Ein ſchweres Unglück
ereignete ſich auf dem geſtrigen Pferdemarkt. Eines
der zur Prämiierung vorgeführten Pferde zeigte ſich
beſonders aufgeregt, plötzlich ſchlug es aus und traf
zwei Knaben, die bewußtlos liegen blieben.
Der eine erhielt eine ſchwere Kopfwunde, den andern
traf der Schlag gegen die Bruſt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 29. Juli. Seiner
gan=
zen Barſchaft in Höhe von 750 Rubeln wurde ein von
Rußland in Berlin eingetroffener ruſſiſcher Auswanderer
beraubt. Der 27jährige Schuhmacher Gradowitz war
nit ſeinem Hab und Gut nach Deutſchland gefahren, weil
er hier ein beſſeres Fortkommen zu haben glaubte. Am
Bahnhof Friedrichſtraße wurde er von einem jungen
Menſchen angeſprochen, der ſich ſeiner annahm. Er nannte
ſich Hermann Leipzig und überredete den Ruſſen dazu, das
epäck am Bahnhof zu laſſen und mit ihm gemeinſam
urch die Stadt zu gehen. Man wollte eine gute
Arbeits=
ſtelle ſuchen. Ahnungslos ließ ſich der Fremde auch durch
den jungen Menſchen durch die Straßen führen. Man
lan=
dete ſchließlich im Tiergarten. In der Nähe des
Zoo=
logiſchen Gartens fiel der Begleiter plötzlich hinterrücks
über den Auswanderer her, verſetzte ihm einen heftigen
Fauſtſchlag gegen den Kopf und raubte ihm den Geldbeutel
mit 750 Rubel. Der Täter ergriff ſodann die Flucht und
entkam in der Richtung nach Charlottenburg zu. Seine
Kopfbedeckung, einen ſchwarzen ſteifen Hut, hat er bei dem
Ueberfall am Tatort zurückgelaſſen. Es handelt ſich um
einen kaum zwanzigjährigen Burſchen. — Während einer
Fahrt im Stadtbahnzuge wurde in der Nacht der
Fabrikant Martin G von einem dreiſten Fledderer
be=
raubt. G. war auf Bahnhof Alexanderplatz in einen
Süd=
ringzug eingeſtiegen, um nach Charlottenburg zu fahren.
Unterwegs ſchlief er ein. Als er in Charlottenburg wieder
erwachte, merkte er zu ſeinem Schrecken, daß er von einem
Stadtbahnräuber beſtohlen worden war. Der Dieb hatte
dem Schlafenden unbemerkt die goldene Uhr nebſt Kette
im Werte von etwa 600 Mark aus der Weſtentaſche
heraus=
geſtohlen und auf der nächſten Station den Zug verlaſſen.
Während eines Kintoppbeſuches die
Wohnung ausgeräumt wurde dem Glaſermeiſter
Storchneſt aus der Cantianſtraße. Der betagte Mann
war mit ſeiner Frau am Sonntag gegen 8 Uhr in einen
Kintopp in der Gaudyſtraße gegangen. Nach Schluß um
11 Uhr ging das Ehepaar dann noch mit dem Inhaber des
Kinematographentheaters in ein Café, wo ſie bis kurz nach
12 Uhr verblieben. Als es jetzt ſeine im erſten Stock des
Vorderhauſes belegene Wohnung aufſuchen wollte fand es
die Flurtür, die vorher verſchloſſen war, nur eingeklinkt.
Als die alten Leute die Stube betraten, fanden ſie hier
alles durcheinander geworfen. Einbrecher hatten ihre
Ab=
weſenheit dazu benutzt, alles zu erbrechen und zu
durch=
wühlen. Im ganzen hatten ſie für ungefähr 3000 Mark
Kleidungsſtücke, Wäſche und Schmuckſachen, ſowie 300
Mark bares Geld fortgeſchleppt. Bis jetzt fehlt noch jede
Spur von den Dieben.
Frankfurt, 29. Juli. Im Alter von 78 Jahren ſtarb
heute nach längerem Leiden Bürgermeiſter a. D. Dr. Karl
Heußenſtamm. Er war als Sohn des
Hypotheken=
buchführers Dr. Georg Jakob Heußenſtamm in Frankfurt
geboren. Im Jahre 1880 wurde er zum zweiten
Bürger=
meiſter gewählt, welches Amt er bis 1899 bekleidete.
Frankfurt, 30. Juli. Aus den verſchiedenen
Belei=
digungs=Prozeſſen, die der Giftmiſcher und
Mör=
der Hopf gegen mehrere Zeitungen und die Monatsfrau
durchführte, die ſeine Schwiegereltern von ſeinem
un=
heimlichen Treiben verſtändigte, hat man erfahren, daß
man Hopf ſchon vor Jahren in Niederhöchſtadt des
Gift=
mordes verdächtigte. Allein die unmenſchliche Art, mit
haltungsdienſtes, alſo im Waſchen, Ausbeſſern,
Wohn=
ungsſäubern, Kochen uſw. uſw., unterrichtet, ſo daß neben
den gutbezahlten Stickerinnen ein Stamm von tüchtigen
Dienſtboten herangebildet wird. Die Knaben erlernen
die ſchwarze Kunſt Gutenbergs, auch alle
Buchbinderarbei=
ten, einzelne Zweige des graphiſchen Gewerbes ſollen ſich
anſchließen; dieſe Druckereiſchule will in keinen
Wett=
bewerb mit anderen Druckereien treten, ſondern nur die
Aufträge des Roten Kreuzes ausführen; man hofft, daß
bald die Ausgaben durch die Einnahmen gedeckt werden.
Ueberflüſſig iſts wohl, beſonders hervorzuheben, daß
ſo=
wohl bei den Mädchen wie bei den Knaben die
Arbeits=
leiſtungen durchaus nicht anſtrengende ſind, und daß für
ſtete Bewegung im Freien Sorge getragen iſt, neben den
in jeder Hinſicht vollkommenen Arbeits=, Schlaf=,
Geſellig=
keitsräumen. Hierbei ſei hervorgehoben, daß bei der
Mädchenfortbildungsſchule Zöglinge angenommen
wer=
den, die gegen eine einmalige Zahlung von 240 Mark für
drei Jahre Unterkunft erhalten; man will dadurch den
Töchtern aus dem Mittelſtande Gelegenheit bieten, ſich
gegen geringes Entgelt eine ſpätere Exiſtenz zu
ver=
ſchaffen.
Was jeden ſo wohltuend berührt, der dieſes
Hohen=
lychener Gebiet edler Menſchenfreundlichkeit und inniger
Mithilfe betritt, das iſt neben der aufrichtigen
Anerken=
nung des hier Geleiſteten die Freudigkeit und
Dankbar=
keit, die aus den Mienen der Kinder, aber auch aus jenen
ihrer Pflegerinnen, Lehrer und Lehrerinnen wie der
Aerzte entgegenleuchtet. Das Gefühl hat man, daß aus
vieſem walddurchrauſchten Fleckchen ſchöner Gotteserde
die ſeltenen Blumen der Erkenntlichkeit und
Zufrieden=
heit emporblühen, daß hier ein Stück ſozialer
Liebes=
tätigkeit geleiſtet wurde und fortgeſetzt geleiſtet wird, auf
welches nicht nur das Rote Kreuz, ſondern auch unſer
gan=
zes Vaterland ſtolz ſein darf. Möchte in jenen Kreiſen,
die in der Lage ſind, den Bedrängten und Bedrückten Hilfe
zu bringen, das Verſtändnis hierfür ſtets tiefere
Wur=
eeln faſſen und ſeine ſegenbringende Betätigung finden
auch hierin kann man ſeine Vaterlandsliebe beweiſen,
nicht, was recht leicht iſt, in äußerlich demonſtrativer,
ſon=
dern in ſtiller, aber deſto fruchttragenderer Art.
Feuilleton.
C.K. Wie Kawala gerettet wurde. Durch die kühne
Tat eines armen kleinen türkiſchen Fiſchers, deſſen
Name noch unbekannt geblieben iſt, iſt in dieſen Tagen
Kawala glücklich davor bewahrt geblieben, das grauſige
Schickſal jener Städte und Dörfer zu teilen, die von den
erbitterten Bulgaren gebrandſchatzt und vernichtet
worden ſind. Da die in Kawala liegende bulgariſche
Armee in Gefahr geriet, vom Norden her abgeſchnitten
zu werden, wurde die Stadt von den Truppen geräumt
und nur eine kleine Abteilung, weniger als eine
Kom=
pagnie, blieb unter dem Befehle eines Leutnants zurück.
Die Aufgabe, die dieſen letzten Bulgaren in Kawala
ge=
ſtellt war, lautete einfach: ihr Amt ſollte es ſein, am
näch=
ſten Tage die Stadt zu plündern und nach dem
Vorbild von Nigrita und Serres in Brand zu ſtecken
Die entſetzte Bevölkerung, ſo meldet ein auf dem
Kriegs=
ſchauplatz weilender engliſcher Korreſpondent, kannte das
Schickſal, das ihrer harrte, und als am Abend die
Trup=
pen abgezogen waren, verkroch man ſich in den Häuſern,
verrammelte die Türen und verbarrikadierte die Fenſter,
um dem Maſſakre womöglich zu entgehen. Man erfuhr,
daß die in den die Stadt beherrſchenden Forts
einquar=
tierten letzten Bulgaren große Petroleummengen
bereit=
ſtellten. Der wehrloſen Bevölkerung winkte keine
Hoff=
nung und im raſtloſen Gebete harrte man der
kommen=
den Ereigniſſe.
In dieſer Nacht ſchlich ſich ein kleiner türkiſcher Fiſcher
langſam zum Hafen hinab. Am Kai zogen die Patrouillen
auf und ab, kein Boot durfte den Hafen verlaſſen, und
überall hin glitten ſuchend und lauernd die Scheinwerfer
der Bulgaren. Im Dunkel auf allen Vieren kriechend,
gelang es dem Fiſcher, den Kai zu erreichen. Leiſe machte
er ſein kleines Boot los glitt hinein und begann mit
um=
wickelten Rudern dem Meere zuzuſtreben. Niemand hatte
ihn geſehen, und das Glück wollte, daß die über die
Waſſerfläche hin= und hergleitenden Scheinwerfer wie
durch eine Fügung des Schickſals das kleine Fahrzeug
nicht trafen. Es war, ſo erzählte der türkiſche Boots=
mann ſpäter, als hätte ſich eine gewaltige Hand über ihn
ausgebreitet und ſein Boot ringsum in Schatten
gebor=
gen. Er kam glücklich aus der Bai, befreite ſein Ruder
von der Umwickelung und legte ſich nun mit aller Kraft
in die Riemen. Weithin über das Meer, mehr als 18
eng=
liſche Meilen von Kawala entfernt, lag in der Bai von
Thaſos die griechiſche Flotte unter Dampf. Sie wollte
der Fiſcher erreichen. Langſam kroch das winzige
Fahr=
zeug über die Wogen, Stunde um Stunde verrann, die
Entfernung ſchien nicht geringer zu werden, die Arme
des Fiſchers begannen zu erlahmen, aber immer wieder
raffte er ſich auf und der Gedanke an das Schickſal ſeiner
Stadt und der Tauſende von Menſchen hielt ihn aufrecht.
Es war noch dunkel, als er in früher Morgenſtunde den
Hafen von Thaſos vor ſich liegen ſah. Die großen Schiffe
lagen vor Anker, und die Rauchwolken, die ihren Schloten
entſtrömten, verrieten, daß ſie unter Dampf lagen. Mit
letztem Kraftaufwand trieb der Türke ſein Boot an die
Bordſeite eines Schiffes, und die erſtaunten Matroſen,
die über die Reeling herabblickten, hörten nur, wie aus
dem Dunkel ein Hilferuf emporklang: „In Allahs Namen
und im Namen Eures Gottes, kommt ſchnell, denn mit
Sonnenaufgang brandſchatzen die Bulgaren die Stadt..
In Kawala ſchlichen die Stunden inzwiſchen in bleierner
Langſamkeit voran. Ueber ihren ſchlafenden Kindern
weinten hilfloſe Mütter, und die Männer preßten die
Zähne aufeinander und konnten nicht helfen. Zwei Leute
hatten ſich glücklich im Schatten der Häuſer zur Kirche
geſchlichen, und es war ihnen gelungen, den Kirchturm
zu erklimmen. Durch die Nacht ſtarrten ſie hinaus auf die
leeren Waſſer, die ſeit Monaten kein Schiff gekreuzt hatte.
Aber als die Dämmerung heraufzog, ſahen ſie plötzlich
hinter dem Vorgebirge eine dichte ſchwarze Rauchwolke
aufſteigen. Was mochte das ſein? Wenige Augenblicke
ſpäter ſchoß der Bug eines Schiffes um die Spitze des
Vorgebirges, und, dichte Rauchwolken ausſtoßend, rauſchte
mit Volldampf ein langgeſtrecktes graues Fahrzeug in den
Hafen. Es war ein Torpedojäger. Am Heck flatterte
etwas, was man nicht erkennen konnte. Aber doch, Gott
ſei’s gedankt, es war Blau mit einem weißen Kreuze.
Und im nächſten Augenblick begann die Turmglocke zu
der der Verbrecher ſeine Gegner verfolgte, hielt viele
zu=
rück, etwas gegen ihn zu unternehmen. Ein Zeuge in
dieſen Prozeſſen gegen Hopf ſchildert den Frankfurter
Nach=
richten in eingehenden Ausführungen die unſäglichen
Lei=
den, die er durch die Nachſtellungen und Denunziationen
dieſes Menſchen zu erdulden hatte, der auch die Gerichte
düpierte. Nicht nur, daß er im Amt und Stellung
geſchä=
digt wurde, er geriet auch in ſchwere finanzielle
Bedräng=
nis. Zuerſt waren dieſer Zeuge und ſeine Frau, als ſie
nach Niederhöchſtadt zogen, mit Hopf befreundet. Als aber
die Frau des Hopf, der damals in zweiter Ehe lebte, unter
verdächtigen Erſcheinungen erkrankte, wurden ſie ſtutzig,
zumal ſie inzwiſchen die Gerüchte gehört hatten, die über
den Tod der erſten Frau umliefen. Sie mußten dann auch
das Kind ſterben ſehen, und Hopf wies dabei die Frau
des Zeugen ſchroff zurück, als ſie dem armen Weſen
Lin=
derung verſchaffen wollte. Dieſer Zeuge war es auch, der
einen fremden Arzt auf die Krankheitserſcheinungen der
Frau Hopf hinwies und deren Eltern verſtändigte, ſo daß
ſie ihre Tochter zu ſich heimholten. Das alles zog ihm
den unverſöhnlichen Haß von Hopf zu. Dazu kam, daß
dieſer Zeuge in dem Prozeß, den Hopf gegen die
Monats=
frau angeſtrengt hatte, keinerlei Rückſicht übte, ſondern
über alle ſeine Wahrnehmungen Mitteilung machte. Der
Ehrenmann Hopf ging jedoch aus dieſem Prozeſſe
bekannt=
lich als Sieger hervor; die Monatsfrau wurde beſtraft,
und die Zeitungen, die über Hopfs Treiben geſchrieben
hatten, brachten Berichtigungen und Entſchuldigungen oder
wurden verurteilt. Auch in anderen ſchmutzigen Fällen
erzielte dieſer ſcheußliche Menſch Verurteilungen ſeiner
Prozeßgegner und Ehrenerklärungen für ſich.
Biedenkopf, 30. Juli. Reichstagsabgeordneter Liz.
Mumm, der ſich auch um die Erbauung der Hinterlandbahn
bemüht hat, empfing dieſer Tage vom Miniſter der
öffent=
lichen Arbeiten folgende Zuſchrift: Im Verfolg meines
Schreibens vom 13. Januar d. J. teile ich Eurer
Hoch=
ehrwürden anläßlich des Abſchluſſes der Vorermittelung für
eine Eiſenbahnverbindung von
Batten=
berg über Gladenbach nach Wetzlarbezw. Gießen
ergebenſt mit, daß dem Bau dieſer Bahn mit Rückſicht auf
die große Zahl dringender Projekte zurzeit nicht
nähergetreten werden kann.”
Eſſen (Ruhr), 30. Juli. Sieben von einer
Verſamm=
lung in Recklinghauſen zurückkehrende Burſchen
über=
fielen in Gladbeck einen friedlich mit ſeinem Kinde
heim=
kehrenden Bergmann und brachten ihm mehrere tödliche
Stiche bei.
Frankfurt a. O., 30. Juli. Der Raubmörder
Sternickel wurde heute früh 6 Uhr durch den
Scharf=
richter Schwietz aus Breslau hingerichtet. Sternickels
ebenfalls zum Tode verurteilte Komplizen bei dem
drei=
fachen Morde in Ortwig, der 19jährige Franz
Schlie=
wenz und der 23jährige Georg Kerſten wurden in
letzter Stunde zu lebenslänglichem Zuchthaus
begnadigt. Nachdem bekannt war, daß die Reviſion
der mitverurteilten Kerſten und Schliewenz verworfen
war, begann in verſchiedenen Blättern eine öffentliche
Agitation, die darauf abzielte, die jugendlichen Komplizen
des Sternickel vor dem Beile des Henkers zu retten. Es
wurde darauf hingewieſen, daß die beiden Mittäter kaum
dem Knabenalter entwachſen waren (?) und unter dem
dämoniſchen Einfluß Sternickels geſtanden hätten.
Görlitz, 30. Juli. Auf der Chauſſee zwiſchen
Markers=
dorf und Schlauroth verunglückte ein mit vier Perſonen
beſetztes Automobil indem es gegen einen Baum
fuhr. Der Kaufmann Otto Schimpf. Mitinhaber der
Kognakfabrik von Bähr, wurde getötet. Eine Kellnerin
erlitt einen Armbruch.
Innsbruck, 30. Juli. Hage lſchlag vernichtete im
Sareatale in Südtirol in wenigen Minuten 80 Prozent
der Obſternte. Der Schaden wird amtlich auf eine
Mil=
lion Kronen geſchätzt.
Peſt, 30. Juli. In verſchiedenen ungariſchen Städten
ſind Familien nach dem Genuß von Schwämmen
heftig erkrankt; mehrfach trat alsbald der Tod ein.
Paris 30. Juli. Infolge des Auftrages der
Staats=
anwaltſchaft von Vienne (Dep. Iſere) wurde der Bäcker
Biſſy in St. Prieſt verhaftet, weil er große Mengen von
Baryt mit Mehl vermiſcht und daraus Brot
ge=
backen hatte. An 100 Perſonen waren infolge des
Ge=
nuſſes dieſes Brotes erkrankt.
Paris, 30. Juli. In Luché=Pringé (Dep. Sarthe)
kenterte auf dem Loire=Fluß ein mit 7 Perſonen
be=
ſetztes Boot. Vier ertranken.
Cowes, 29. Juli. Prinz Heinrich von Preußen
iſt hier auf der Jacht „Carmen” zur Regatta eingetroffen.
Neu=York, 30. Juli. Bei der Tochter des
Eiſenbahn=
königs Harriman iſt ein Einbruch verübt worden;
es wurden Schmuckſachen im Werte von 300000 Mark
ge=
raubt.
Der Raubmord im
Eiſen=
bahnzuge.
* Darmſtadt, 30. Juli. Die unausgeſetzt
ange=
ſtellten Ermittelungen der Frankfurter Kriminalpolizei
haben noch immer keine neuen Tatſachen üher
die Perſon des Raubmörders feſtſtellen können. Die
Maßnahmen der Polizei erſtrecken ſich beſonders auf die
Beobachtung verdächtiger Perſonen und eine genaue, aber
unauffällige Beobachtung der Frankfurter Bahnhöfe. Da
dieſe Beobachtung unmittelbar nach Entdeckung der Tat
einſetzte, nimmt man an, daß ſich der Verbrecher noch
immer in Frankfurt aufhält. Da die Zeit
zwiſchen 6 und 7 Uhr, als Uhr und Kette verſetzt wurde,
und der wahrſcheinliche Zeitpunkt der Tat etwa 6
Stun=
den auseinanderliegen, nimmt man an, daß der Mörder
verſucht hat, die geraubten Gegenſtände auch an anderer
Stelle zu verkaufen oder zu verpfänden. Als möglich gilt
auch, daß der Mörder als Gelegenheitsverbrecher ein
Mo=
natsabonnement auf der Strecke Darmſtadt=Frankfurt
be=
ſaß oder ſich ein ſolches zu verſchaffen wußte. Andernfalls
hätte er in Darmſtadt eine neue Karte löſen müſſen. Die
diesbezügliche Unterſuchung iſt noch nicht abgeſchloſſen.
Unter Umſtänden iſt der Mörder mit demſelben Zug, in
dem ſein Opfer lag, wieder nach Frankfurt zurückgefahren.
Wie verlautet, will die Witwe des Ermordeten von
der Eiſenbahnbehörde eine Entſchädigung von 200000 M.
beanſpruchen.
Der Raubmord hat die Eiſenbahnverwaltung
veran=
laßt, neue Beſtimmungen über die Unterſuchung der Züge
und Wagen zu erlaſſen. Bei ſämtlichen auf der Endſtation
einer Bahnſtrecke einlaufenden Zügen müſſen jetzt die
Aborträume und Bremſerhäuschen ſofort
nachge=
ſehen werden. Sollte es dem begleitenden
Zuaper=
ſonal wegen Kürze der Zeit nicht möglich ſein, die
Revi=
ſion vorzunehmen, ſo hat das Stationsperſonal den Zug
zu unterſuchen. — Es wird natürlich jetzt vielfach die
Frage erörtert, was die Eiſenbahnverwaltung tut, um
ſolche Vorkommniſſe zu verhüten. Dazu iſt zu bemerken,
daß die preußiſch=heſſiſche Eiſenbahnverwaltung ſeit
Jah=
ren bemüht iſt, die Möglichkeit von Ueberfällen in
Eiſen=
bahnabteilen dadurch zu verhindern, daß ſie Wagen
mit für ſich abgeſchloſſenen Abteilen
gar nicht mehr in Verkehr ſtellt und die
vor=
handenen möglichſt umbaut, damit die Abteile
unterein=
ander eine Verbindung haben. Gerade in den
Direktions=
bezirken von Frankfurt und Mainz ſind in den letzten
Jah=
ren zahlreiche Wagen umgebaut und neue mit
durchgehen=
den Abteilen eingeſtellt worden. Daß ein
Durchganas=
wagen, der ſchlecht beſetzt iſt, wie das im Winter in erſter
und zweiter Klaſſe meiſt der Fall iſt, auch nicht abſolut
ge=
gen Ueberfälle ſchützt, iſt ſelbſtverſtändlich. Immerhin
verkehren durch den Seitengang auch während der Fahrt
zahlreiche Perſonen, ſo daß ein Hilferuf ſicher gehört
würde. Verſuche. Klingeln zum Zugführer in einzelnen
Abteilen als Notſignale einzuführen, haben ſich nicht
be=
währt, ſofortige Hilfe erreicht man durch Ziehen der
Not=
bremſe, in deren Nähe ſich Alleinreiſende und im Abteil
allein bleibende Perſonen ſetzen ſollten. Am beſten iſt es
aber, ſich nicht menſchenſcheu zurückzuziehen, ſondern ein
Abteil zu wählen, wo ſchon eine oder mehrere
vertrauens=
würdig ausſehende Perſonen darin ſitzen.
Luftfahrt.
Ein neues Marineluftſchiff.
Berlin 29. Juli. Die deutſche Marine wird
ingefähr Ende Auguſt, wie ſchon mitgeteilt, ein neues
Zeppelin= Luftſchiff, den „L. 2‟, übernehmen,
das in verſchiedener Hinſicht bemerkenswerte
Abweichun=
gen vom bisherigen Typ aufweiſt. Das neue Luftſchiff
beſitzt einen erheblich größeren Durchmeſſer und damit
eine größere Faſſungskraft für Gas, etwa 27000
Kubik=
meter; ferner eine viel größere Motorenſtärke. Eine
weſent=
liche Neuerung iſt ferner, daß der „L. 2‟ nicht wie die
bis=
herigen Luftſchiffe zwei, ſondern drei Gondeln beſitzt.
Bis=
her waren in der hinteren Gondel nur Maſchinen, in der
vorderen nebſt Maſchinen auch der Führerſtand
unter=
gebracht. Bei dieſer Anordnung hat ſich der Lärm des
Motors im Führerſtand ſo ſtark bemerkbar gemacht, daß
die Navigation darunter zu leiden drohte. Dem iſt nun
dadurch abgeholfen, daß man den Führerſtand von dem
vorderen Maſchinenraum getrennt und in der vorderſten
Gondel für ſich allein untergebracht hat. Natürlich kann
ſich der „L. 2” mit ſeinem größeren Gasinhalt und ſeinen
ſtärkeren Motoren erheblich länger in der Luft halten und
ſicherer gegen ſtarken Wind arbeiten.
* Gatſchina (Rußland), 29. Juli. Der
Militär=
flieger Tſamai iſt aus 200 Meter Höhe abgeſtürzt
und war ſofort tot.
Kaiſer Wilhelm und König Haakon.
* Kriſtiania, 29. Juli. König Haakon reiſte
heute morgen über Myrdal nach Flaam, wo das
Panzer=
ſchiff „Norge” bereit liegt, um den König nach Barholm
zu bringen. Der König wird auf der Reiſe vom Miniſter
des Aeußern Irgens, ſowie vom Hofmarſchall Ruſtad und
mehreren Adjutanten begleitet. — Heute findet an Bord
der „Hohenzollern” große Tafel zu Ehren König Haakons
ſtatt. Die Zuſammenkunft der beiden Herrſcher dauert
drei Tage. — Staatsminiſter Mikkelſen reiſte geſtern
auf ſeiner Jacht nach Baleſtrand, um als Gaſt Kaiſer
Wil=
helms der Enthüllung des Frithjof=Denkmals
beizu=
wohnen.
* Baleſtrand 29. Juli. König Haakon traf
mit dem Miniſter des Aeußern Irgens und dem Gefolge
um 11.15 Uhr abends hier ein und wurde mit großer
Be=
geiſterung begrüßt. Staatsminiſter Mikkelſen traf um
10 Uhr an Bord ſeiner Jacht hier ein. Das Wetter iſt
prachtvoll.
* Baleſtrand, 30. Juli. Der Kaiſer ſah geſtern
zur Abendtafel außer den aus Kriſtiania eingetroffenen
Mitgliedern der deutſchen Geſandtſchaft den Konſul Mohr
nebſt Gemahlin bei ſich. Der König von Norwegen
wird heute mittag zur Frühſtückstafel erſcheinen. Das
Wetter iſt ſehr ſchön. An Bord iſt alles wohl.
* Baleſtrand, 30. Juli. Um 8 Uhr morgens
vurde zwiſchen den norwegiſchen und deutſchen
Kriegsſchiffen Salut ausgetauſcht. Um 10 Uhr
be=
ſuchte König Haakon in deutſcher Admiralsuniform
den Kaiſer auf der „Hohenzollern‟ Der Kaiſer in
nor=
wegiſcher Admiralsuniform erwiderte darauf den Beſuch
an Bord des Panzerſchiffes „Norge‟. Das Wetter iſt
rächtig. Am Fjord herrſcht großes Leben.
Großfeuer.
* Berlin, 29. Juli. Heute abend gegen 9 Uhr brach
in dem Rieſenſpeicher der Norddeutſchen
Eis=
werke am Nordufer des Plötzenſees Großfeuer
aus. Das leicht brennbare Gebäude war in kurzer Zeit
völlig von den Flammen vernichtet. Die Berliner und die
Charlottenburger Wehr, die beide zur Stelle waren, muß=,
ten ſich auf den Schutz der umliegenden Gebäude
be=
ſchränken.
* Berlin, 30. Juli. Die Morgenblätter melden
weiter: Der Rieſenbrand am Plötzenſee, der
geſtern in der achten Abendſtunde ausbrach, konnte bis
heute morgen nicht völlig gelöſcht werden. Das Feuer
entſtand vermutlich durch Kinder, die entweder Stroh oder
den Zaun der das Terrain der Norddeutſchen Eiswerke
nach der Jungfernheide zu abſchließt, mit Streichhölzern
in Brand ſetzten. Der Wind trieb die Funken auf die
Eisſchuppen, die 60 Meter lang, 40 Meter breit und 20
Meter hoch ſind, die alsbald in hellen Flammen ſtanden.
Auf die Meldung Großfeuer erſchienen außer den Wehren
der Nachbarſchaft alsbald auch 6 Züge der Berliner
Feuer=
wehr. Inzwiſchen war das Feuer von den Schuppen auf
einen Stall übergeſprungen, in dem 80 Pferde aus Angſt
wild um ſich ſchlugen. Mit Hilfe von Mannſchaften des
zweiten Luftſchifferbataillons gelang es den größten Teil
des Pferdebeſtandes in Sicherheit zu bringen. In dem
trockenen Holz der Schuppen fand das Feuer reichliche
Nahrung. Viele Meter hohe Stichflammen und beißender
Qualm erſchwerten die Löſcharbeiten. Das Bedenklichſte
war die Exploſionsgefahr des mächtigen Keſſels im
Ma=
ſchinenraum; durch rechtzeitiges Ausblaſen des Feuers
wurde ſie verhütet. Die Ammoniakvorräte
explodier=
en mit mächtigen Detonationen. Durch einen durch den
Luft=
druck, oder wie es heißt, durch die Hitze, durch einen in die
Luft geſchleuderten Balken, wurde ein Knabe, der ſich
hinter dem Zaune befand, getroffen und getötet. Zwei
ſeiner Spielkameraden kamen mit ſchweren Verletzungen
davon. Ein weiteres Opfer forderten die Flammen bei
den Löſcharbeiten ſelbſt. Der Feuerwehrmann Balſer
ſtürzte von einem Gerüſt in die Glut und trug ſchwere
Brandwunden davon. Der gewaltige Feuerſchein, der
bis nach Tempelhof zu ſehen war, hatte viele tauſende von
Zuſchauern nach der Brandſtelle gelockt. In der Menge
befanden ſich Halbwüchſige beiderlei Geſchlechts. Die
poli=
zeilichen Abſperrungen wurden wiederholt durchbrochen.
Es mußte eine Kompagnie des 4. Garde=
Regi=
ments alarmiert werden, die die Menſchenmenge
zurücktrieb. Wie rückſichtslos viele aus der Menge ſich
be=
nahmen, geht daraus hervor, daß die Schläuche der
Feuer=
vehr beſchädigt und dadurch ſtellenweiſe die Löſcharbeiten
in Frage geſtellt wurden. Die Eisſchuppen, Stallungen
und andere Anlagen wurden von dem Feuer vollſtändig
zerſtört. Der Schaden dürfte ½ Million überſteigen.
— Berlin, 30. Juli. Im Virchowkrankenhauſe
wurde geſtern ein Mann tot eingeliefert, der auf der
Brandſtätte in Plötzenſee verunglückt ſein ſoll. Es
brennt noch in Plötzenſee; große Menſchenmengen ziehen
nach der Brandſtätte.
Landwirtſchaftliches.
Frankfurt, 30. Juli. (Schweinemarkt.)
(Amtlicher Bericht.) Auftrieb 1695 Stück. Marktverlauf:
ziemlich rege; bleibt Ueberſtand. Preiſe: a) 63.66 bezw.
81.83 Mark, b) 63.65 bezw. 80.82 Mark, c) 63.66 bezw.
81.83 Mark, d) 63.65 bezw. 80.82 Mark.
Vermiſchtes.
— Hundertjährige. Alle Statiſtiken laſſen
dar=
auf ſchließen, daß die Frau im allgemeinen länger lebt
als der Mann, und daß es unter dem ſchwächeren
Ge=
ſchlecht mehr Hundertjährige gibt. Man begreift das,
wenn man an das regelmäßigere Leben, die geringeren
Ausſchweifungen, das ruhigere und weniger aufreibende
Leben der Frau denkt. Daß irgendeine Raſſe beſonders
bevorzugt iſt in der Lebensdauer, läßt ſich nicht feſtſtellen.
Wie verſchieden groß aber bei den einzelnen Völkern die
Zahl der Hundertjährigen iſt, beweiſt eine Statiſtik des
Berliner Geſundheitsamtes. Danach zählt Bulgarien 3883
Leute, die das 100. Jahr überſchritten haben, Rumänien
1074, Serbien 573, Spanien 410, Frankreich 213, Italien
197, England 92, Rußland 89. Deutſchland 76, Norwegen
23, Schweden 10, Belgien 5 und Dänemark 2, die Schweiz
keinen. Daraus geht die außerordentliche
Lebensfähig=
keit der Balkanvölker hervor, von denen in Bulgarien
10 Prozent über 100 Jahre alt werden. Innerhalb der
einzelnen Berufe erlangen nach Caſpers die Theologen
die höchſte Lebensdauer mit durchſchnittlich 65 Jahren;
Beamte erreichen durchſchnittlich 61,7, Ackerbauer 61,6,
Soldaten 59,6, Aerzte 56,1 Jahre. Nach einer Statiſtik
Legrands ſchneiden die Politiker gut ab, die
durchſchnitt=
lich eine Lebensdauer von 69 Jahren erreichen. Nach
dem Amerikaner French leben die Bewohner des Landes
länger als die Städter; die erſteren erreichen durchſchnitt=
dröhnen und vom Turme herab riefen die beiden: „Die
griechiſche Flotte! Die griechiſche Flotte!” Wie durch
Zau=
ber raſſelten in der Stadt unten die Läden beiſeite, Türen
öffneten ſich und eine ſchreiende, weinende Menge ſtürmte
hinab zum Hafen. Das Schiff hatte geſtoppt, ein Boot
wurde ausgeſetzt und der Kapitän ans Land gerudert.
Als er den Kai betrat, packten ihn 50 ſtarke Arme, hoben
ihn empor und auf den Schultern trug man den Offizier
durch die jubelnde Stadt, während hinter der Menge,
zu=
frieden nickend, ein kleiner türkiſcher Fiſcher, den roten
Fez auf dem Haupte, beiſeite ſchlich. Es war der Retter
von Kawala.
— Amerikaniſche Gehälter. Ein glücklicher Sterblicher
iſt Herr Howard Elliott; als er als junger Menſch als
ſchlichter Kommis ſeine Eiſenbahnerkarriere begann, hätte
er gewiß lächelnd den Kopf geſchüttelt, wenn man ihm
erzählt hätte, daß dereinſt Hunderttauſende von
Ange=
ſtellten ihn beneiden würden. Am Samstag erhielt er
die Nachricht, daß der Aufſichtsrat der Neu=York-Neu=
Haven= und Hartford=Eiſenbahn beſchloſſen hat, ihm das
Amt der Leitung dieſer Bahn anzubieten, die eine der
Lieblingsunternehmungen Morgans war. Herr Howard
Elliott iſt damit freilich nur „Angeſtellter” aber bei den
Gehältern, die die amerikaniſche Induſtrie und
amerika=
niſche Eiſenbahnen hohen Beamten ausſetzen, wird er ſein
Los mit Würde tragen, denn das Gehalt, das er beziehen
wird, beträgt nicht weniger als 600 000 Mark Fixum
im Jahre. Als Präſident der Northern=Pacific=Eiſenbahn
mußte er ſich bisher mit einem Jahresgehalt von 300000
Mark begnügen; eine Konkurrenzlinie bot ihm zwar
400000, aber auf den Rat Pierpont Morgans lehnte
Elliott dieſen Antrag ab, denn er wußte, daß Morgan
für ſein weiteres „Fortkommen” ſorgen würde. Bis jetzt
iſt das auch geſchehen, aber einen Rekord kann Howard
Elliott trotzdem nicht für ſich beanſpruchen. Im
Gegen=
teil, er iſt noch weit von den höchſten Gehaltsſtufen
ame=
rikaniſcher Induſtriefeldherren entfernt. Als Direktor des
Carnegieſchen Stahltruſtes hat es Charles M. Schwab
zu dem hübſchen feſten Jahresgehalt von 3 200 000
Mark gebracht, wobei man freilich nicht verſäumte,
durch Tantiemen das limitierte Einkommen des Direktors
aufzubeſſern.
* Die richtige Behandlung. Zum Auguſtheft ſeines
Heimgarten ſteuert P. Roſegger u. a. auch folgendes
Tagebuchblatt bei: Es iſt Nachfrage nach dem
Zimmer=
mann Chriſtian. Nun, der war eines Tages ſo ſchwer
krank geworden, daß der Doktor geholt werden mußte.
Es war der neue, erſt aus der Studie gekommene. Der
Kranke lag in der dumpfigen Stube im Schüttelfroſt und
ächzte. Der Doktor riß ſofort das Fenſter auf. Das Weib
des Kranken jammerte: „Mein Gott, wenn es nur nicht
ſchadet!” Nachdem der Arzt den Kranken unterſucht hatte,
war ſein Dafürhalten: Lungenentzündung! Er
verordnete kalte Umſchläge, womöglich Eis. Sonſt nichts.
Das Weib war darüber völlig gebrochen. „Keine
Medi=
zin? Ja, du lieber Himmel, wie kann er denn geſund
wer=
den, wenn er keine Medizin kriegt! Und kaltes Waſſer, Eis!
Das muß ihn ja umbringen! Kalte Umſchläge! Bei einer
Lungenentzündung!” Am fünften Tage ſtarb der
Zim=
mermann. Während des Leichenzuges führten die Leute
unter dem lauten Gebet leiſe Geſpräche. „Kunnt auch
noch leben, der gute Chriſtel.” — „Wenn er richtig
behan=
delt worden wäre.” — „Die jungen Aerzte ſollte man
wohl in den Sack ſtecken und ins Waſſer ſchmeißen.”
„Kalte Umſchläge! Bei einer Lungenentzündung!“ —
So=
viel verſteht eine alte Kuh, daß das gefehlt iſt. Bei uns
daheim, wir haben bei ſo was halt warmen Kuhfladen
aufgelegt. Iſt das Allerbeſte. Da wär’ er ſicher
davon=
gekommen, ſicher!” Hernach beim Totenmahl gab’s zu
trinken. Die Witwe tröſtete ſich, ſo gut ſie konnte. Sie
wurde hübſch aufgeräumt, und als wieder von den kalten
Umſchlägen geſprochen wurde, ziſchelte ſie einer Nachbarin
zu: „Aber was glaubts denn! Ich werd ihm kalte
Um=
ſchläg geben! Ich han’s ja nit tan, a ſo a Dummheit. —
Kuhfladen aufgelegt han ich.”
flich 66 Jahre, die letzteren 45—52 Jahre. Daß ſoziale
Bedingungen zur Langlebigkeit beitragen, beweiſt die
Feſt=
ſtellung Caſpers, nach der unter den Siebzigjährigen 235
Reiche gegen 117 Arme und von den Neunzigjährigen
15 Reiche gegen 4 Arme ſtanden. Könige werden nicht
alt; die Statiſtik ſtellt feſt, daß ihr Durchſchnittsalter 58,7
Jahre beträgt. Hundertjährige ſtammen gewöhnlich aus
langlebigen Familien, in denen die Greiſe ſehr zahlreich
ſind; am älteſten werden Menſchen, deren Vater zwiſchen
25—40 Jahren und deren Mutter zwiſchen 25—35 Jahren
war. Leibesgröße iſt zum 100 Jahre alt werden nicht
er=
forderlich, denn Zwerge erreichen häufig ein hohes Alter.
Im allgemeinen iſt dem, der die Kunſt, 100 Jahre alt zu
werden, erlernen will, ein mäßiges und geordnetes Leben
zu empfehlen, das Vermeiden jeder Ueberernährung und
Ueberanſtrengung des Körpers.
Veröffentlichungen zur
Tauſend=
jahrfeier Kaſſels. Die Stadt Kaſſel hat zur
Ein=
leitung ihres vom 27. bis 29. September ſtattfindenden
Jubiläums durch das Verkehrsamt zwei geſchmackvolle,
reich illuſtrierte Hefte herausgegeben. Ausgabe 1 befaßt
ſich mit Kaſſels Handel und Wandel, während 2 der
Kunſt=
pflege gewidmet iſt und wertvolle Beiträge enthält über:
Jubiläumskunſtausſtellung, Gemäldegalerie, Muſeum,
Kunſtakademie, Hoftheater, Kunſt und Natur in Kaſſel=
Wilhelmshöhe, Ausbildung der weiblichen Jugend u. a.
In einem Moſaik wird auf die wichtigſten Beſtandteile
des Feſtprogramms verwieſen, das ſich zu einem
Heimat=
feſte in beſtem Sinne geſtalten ſoll. Die beiden
Veröffent=
lichungen werden gegen Einſendung von je 40 Pfg. nach
dem Inland, von 55 Pfg. nach dem Ausland portofrei
überſandt durch den Verlag Gebrüder Gotthelft, Kaſſel.
— Der Reichsverband zur Unterſtützung
deutſcher Veteranen hat als eines ſeiner
Haupt=
ziele ins Auge gefaßt, den Zuſammenſchluß aller
derjeni=
gen Organiſationen, die ſich mit der Veteranenfürſorge
be=
ſchäftigen. Augenblicklich iſt er dabei, ein Sammelwerk
zuſammenzuſtellen, das ein Verzeichnis darſtellen ſoll aller
dieſer Vereine und Verbände der Bedingungen, unter
Idenen ſie Veteranen unterſtützen, der Mitgliederzahl,
Zweigvereine und Vermögensbeſtände. Da es zur
Her=
beiführung des Zuſammenſchluſſes und gemeinſamen
Vor=
gehens in der Veteranenfürſorge dringend notwendig iſt,
daß dieſes Sammelwerk ein möglichſt vollſtändiges
Ver=
zeichnis aller Veteranen=Unterſtützungsverbände darſtellt,
ſo werden alle diejenigen Vereine und Verbände, die ſich
mit der Veteranenfürſorge befaſſen, gebeten, dem
Reichs=
verband zur Unterſtützung deutſcher Veteranen, Berlin
W. 9. Potsdamerſtraße 126, obige Auskunft freundlichſt zu
verteilen, ſowie möglichſt ihre Satzungen beizufügen. Zur
Vereinfachung der Bearbeitung hat der Reichsverband
einen Fragebogen herſtellen laſſen, der den in Frage
kom=
menden Vereinen und Verbänden auf Anfordern gern
koſtenlos zur Verfügung geſtellt wird.
Literariſches.
Das neueſte Heft der Wiener Mode (Heft 21,
XXVI. Jahrg.) iſt als Spezialheft für Damenwäſche
er=
ſchienen. Was die Mode auf dieſem Gebiete Neues und
Praktiſches gebracht hat, iſt in dem Heft in reichſter
Aus=
wahl enthalten. Auch die erſten Vorläufer der
Herbſt=
mode findet man ſchon in dieſem ſehr reichhaltigen und
ſchön ausgeſtatteten Heft. Ein Schnittmuſterbogen, die
Wiener Kinder=Mode und die Beilage Für Haus und
Küche ſind dem Hefte als Gratisbeilagen beigegeben.
Sommer in der Schweiz. Bürgis
illuſtrier=
ter Reiſeführer. Herausgegeben unter Mitwirkung von
Paul Altheer, H. Behrmann, a. Nat.=Rat Dr. A. Gobat,
H. Hartmann, F. Haſſelbrink, J. C. Heer, Geh. Rat Prof.
Dr. A. Nolda. Dritte Auflage, erweitert und verbeſſert
von A. Eichenberger. Mit 325 Illuſtrationen, 12
Kunſt=
beilagen, 9 Karten 1:400000 und einer Ueberſichts= und
Routenkarte der Schweiz. 650 Seiten 8' auf
Kunſtdruck=
papier, Ganzleinenband. Verlag von Bürgi u. Wagner,
Zürich. Preis 4 Mk. Daß nach drei Jahren ſchon die
dritte Auflage erſcheint, ſpricht für die Beliebtheit des
Reiſehandbuches. Die Zahl der Illuſtrationen und der
Karten hat ſich bedeutend vermehrt, der Text iſt um 80
Seiten erweitert worden. Auch die praktiſche Einteilung
des Buches verdient alle Anerkennung. Die 12 regionalen
Reiſegebiete gliedern ſich in 135 Reiſerouten die den
Rei=
ſenden durch die Täler, auf die Berge und über die
Alpen=
päſſe geleiten. Bei der ungewöhnlich reichen Ausſtattung
des Werkes iſt der Preis ſehr billig bemeſſen.
— Erlebniſſe und Betrachtungen aus
dem Muſikleben der Gegenwart. Von Dr.
Leopold Schmidt. Preis elegant gebunden 3 M.
Ver=
lag von A. Hofmann u. Co. in Berlin SW. 68. Das Buch
iſt eine Sammlung von Aufſätzen über allerlei Fragen
und Erſcheinungen des modernen Muſiklebens, die von
allgemeinem Intereſſe ſind. Es behandelt die Probleme
der Opernbühne, hervorragende Werke der Konzert= und
Bühnenliteratur und ſchöpferiſche Perſönlichkeiten in
ihren Beziehungen zur Gegenwart. Das Buch dürfte bei
ſeinem wertvollen Inhalt, bei ſeiner gediegenen
Ausſtat=
tung und dem bbilligen Preiſe von 3 M. allen
Muſikfreun=
den willkommen ſein.
— A. Halbert: Die Frau des
Komödian=
ten. A. Halbert hat in dieſem Buche ſtarke Wirkungen
erreicht, indem er die ſtärkſten Kontraſte gegenüberſtellte:
Die Inſel der Ariſtokraten in einem kleinen Badeorte
mit all’ ihren lauten Freuden und ſtillen Lügen, ihrem
Prunk und ihrer Klatſchſucht; und auf der anderen Seite:
einen Komödianten, der ein Grab für ſeine ertrunkene
Frau ſucht. Dieſe Frau, die Tote, iſt die eigentliche Heldin.
Ihr ſtrahlendes Leben wirkt nach, führt und leitet den
Mann. Es ſind Bilder von ſuggeſtiver Kraft in dieſem
Roman. Sie verflechten ſich zu einer großen, wirkſamen
und doch künſtleriſchen Spannung. Hans Sachs=Verlag
in München.
— Gottfried Keller: Kleider machen
Leute. „Volksbücher” der Deutſchen Dichter=
Gedächt=
nis=Stiftung, Heft 34. Mit einer Einleitung von Dr.
Jakob Boßhart und Bildern von Hans Schroedter. 76
Seiten. Preis geh. 30 Pfg., geb. 70 Pfg. So recht
volks=
tümlich ſind Kellers Werke noch nicht geworden, und das
liegt einzig und allein daran, daß dieſe Werke für die
meiſten geradezu unerſchwinglich teuer ſind. Nun iſt es
der Deutſchen Dichter=Gedächtnis=Stiftung gelungen, eine
der ſchönſten Erzählungen aus den „Leuten von
Seld=
wyla” für eine billige Ausgabe frei zu bekommen.
Der neue Balkankrieg.
Die Regelung der albaniſchen Frage.
London, 29. Juli. Wie das Reuterſche Bureau
t, wurde in der heutigen Sitzung der
Botſchafterver=
ei
ung, die drei Stunden dauerte, die Frage des alva=
niſchen Statuts endgültig geregelt. Albanien
ſoll von einem Fürſten regiert werden, der
innerhalb von ſechs Monaten ernannt werden wird.
In=
zwiſchen ſoll die Verwaltung Albaniens organiſiert
wer=
den. Zu dieſem Zweck ſenden die Mächte eine Kommiſſion,
beſtehend aus einem Vertreter Albaniens und einem
Ver=
treter jeder Großmacht, die die Grundzüge der
Gemeinde=
verwaltung und der anderen Arten der Verwaltung, die
jetzt ſchon im Lande beſtehen, kennen lernen und dann den
Mächten Vorſchläge für die künftige Organiſation machen
ſoll. Die Gendarmerie ſoll von ſchwediſchen Offizieren
befehligt werden. Die Botſchaftervereinigung wird ſich
in der nächſten Sitzung am Freitag mit der Frage der
Südgrenze Albaniens beſchäftigen. Wie die Agenzia
Stefani meldet, erledigte die Botſchaftervereinigung in
ihrer heutigen Sitzung außer der Frage der inneren
Or=
ganiſation Albaniens auch diejenige der finanziellen
Unterſtützung Montenegros und ſetzte das offizielle
Pro=
tokoll feſt, durch das der Zugang Serbiens zum
Adriati=
ſchen Meer geregelt wird.
Die Friedensverhandlungen in Bukareſt.
* Bukareſt, 29. Juli. Die bulgariſchen
Ver=
treter auf der Friedenskonferenz haben nicht
verabſäumt, durch die Vermittelung der hieſigen
Ge=
ſandten der Großmächte die tadelloſe Haltung der
rumä=
niſchen Truppen in Bulgarien anzuerkennen. In
politi=
ſchen Kreiſen wurde mit Befriedigung feſtgeſtellt, daß alle
Vertreter der Friedenskonferenz abſolute
Voll=
macht haben, ſo daß man hofft, ohne allzu große
Schwie=
rigkeiten in nicht allzu langer Zeit mit den
Buka=
reſter Verhandlungen zu Ende zu kommen. Die offiziöſe
Preſa ſchreibt in ihrem Leitartikel: Rumänien wird in der
wichtigen Rolle eines mäßigenden Friedensſtifters
fortfahren, eine Rolle, für die Rumänien weder eine
ma=
terielle noch eine moraliſche Hegemonie verlangt, die es
übernimmt, um die Genugtuung erfüllter Pflicht zu haben.
* Bukareſt, 30. Juli. Die Delegierten haben
beſchloſſen, über den ſachlichen Inhalt ihrer Sitzungen
keine Mitteilungen an die Preſſe gelangen zu
laſſen. Ueber die Beſprechungen der Delegierten
unter=
einander verlautet, daß vor allem die Einſtellung
der Feindſeligkeiten vor dem Beginn der
Kon=
ferenz erörtert worden ſei. In dieſer Beziehung wirkte
die Ankunft Venizelos mäßigend auf die Anſprüche
Ser=
biens, ſo daß gehofft wird, daß die Konferenz nicht unter
dem Donner der Kanonen eröffnet wird. Die
Verbün=
deten erklären, daß ſie ihre Bedingungen gemeinſam
ſtellen, um es dadurch den Bulgaren unmöglich zu machen,
mit einem allein Frieden zu ſchließen. Die allgemeine
Stimmung bezüglich des Verlaufes und der Dauer der
Konferenz iſt günſtig. Es beſteht die Hoffnung, daß man
in 10 bis 14 Tagen am Ziele ſei.
* Bukareſt, 30. Juli. Der König empfing geſtern
den türkiſchen Geſandten Sofa Bey und den ſerbiſchen
Miniſterpräſidenten in Audienz. Heute empfängt der
König vormittags den Miniſterpräſidenten Wukowitſch
und den griechiſchen Miniſterpräſidenten Venizelos.—
Im Laufe des Dienstags fanden Beſprechungen
der Delegierten der Verbündeten untereinander
ſtatt, ferner zwiſchen Venizelos und Majorescu und
zwi=
ſchen Majorescu und Tontſchew. Heute nachmittag wird
Tontſchew vom König empfangen werden.
Adrianopel und die Türkei.
* Konſtantinopel, 30. Juli. Der
Thron=
folger und Prinz Zia Eddin ſind geſtern vormittag
in Adrianopel eingetroffen, vom Wali, den Zivil= und
Militärbehörden, ſowie den geiſtlichen Oberhäuptern und
den Notabeln empfangen. Die Truppen erwieſen
Ehrenbezeugungen. Die Bevölkerung bereitete den
Prinzen einen begeiſterten Empfang. Der
Thron=
folger hielt eine Rede, in der er ſagte: „Es war
ſchmerz=
lich für uns, Adrianopel, die zweite Hauptſtadt des
Rei=
ches, die von meinem Ahnherrn erobert worden war, in
den Händen des Feindes zu ſehen. Ich danke Gott, daß
die Stadt durch den Mut unſerer Armee wieder erobert
worden iſt.” — Am Nachmittag fand unter dem Vorſitz des
Mufti eine Verſammlung ſtatt, dje dem Wunſche der
Be=
völkerung Ausdruck verlieh, daß Adrianopel der
Türkei verbleibe. — Der Thronfolger hat an den
Sultan telegraphiert: Es iſt unmöglich, die Freude der
Ottomanen Adrianopels zu beſchreiben, daß ſie die heilige
Stadt gerettet und dem Feinde wieder abgenommen
haben.”
* Paris, 30. Juli. Der Sonderberichterſtatter des
Matin telegraphiert aus Adrianopel, daß ihm der
tür=
kiſche Thronfolger u. a. folgendes erklärt habe:
„Ich kann nicht glauben, daß Europa wirklich den Willen
hat, uns Adrianopel wegzunehmen, und daß es
den noch nicht ratifizierten Londoner Vertrag als
end=
gültia anſieht, während es die ſchiedsgerichtliche
Entſchei=
dung von Petersburg annulliert. Das Mißgeſchick der
Waffen hat uns für einen Augenblick aus Adrianopel
ver=
trieben. Die Tapferkeit der Muſelmanen hat dieſe Stadt
zurückerobert. Dies iſt die Gerechtigkeit des Himmels nach
der Ungerechtigkeit der Menſchen. Adrianopel iſt heute für
uns heiliger denn je. Man möge in Europa aber nicht
glauben, daß wir nach einer Rückeroberung
muſelmani=
ſchen Gebietes uns abenteuerſüchtig von dem Reformwerk
abwenden werden, welches wir in unſerem aſiatiſchen
Reiche unternehmen. Die Rückeroberung
Adria=
nopels bedeutet für mein Vaterland die Hoffnung auf
Wiedergeburt und das Unterpfand des göttlichen
Bei=
ſtandes.” — Enver Bey erklärte demſelben Berichterſtatter:
„Wir werden Adrianopel niemals räumen. Hier ſind wir,
hier bleiben wir. Wir werden uns bis auf den letzten
Mann töten laſſen, wenn es ſein muß, das iſt der
Ent=
ſchluß der Armee, und Europa möge dieſes wiſſen.”
Letzte Nachrichten.
* Saloniki, 30. Juli. (Agence d’Athènes.) Nach
telegraphiſchen Meldungen aus Kawala und Seres
weigern ſich die Banken und Kaufleute, bulgariſches Geld
anzunehmen, da ſie den Umlaufswert nicht kennen.
Tür=
kiſches und griechiſches Geld iſt nicht vorhanden, ſo daß
der Handel ſtark leidet. Mehrere Perſonen ſind
außerſtande, ſich Lebensmittel zu verſchaffen, weil ſie nur
bulgariſches Geld beſitzen. Deshalb befahl der
General=
gouverneur von Mazedonien dem Zollamt von Kawala,
bulgariſches Geld bei der Zahlung der Gebühren
anzu=
nehmen mit einer Kursherabſetzung von 20 Prozent, was
dem wirklichen Werte des bulgariſchen Geldes auf dem
Markte in Saloniki entſpricht.
* Belgrad, 30. Juli. Das ſerbiſche Preſſebureau
iſt ermächtigt, zu erklären, daß die bulgariſchen
Meldun=
gen über angebliche Siege der Bulgaren bei
Kotſchana vom 20. bis 23. Juli, ſowie beſonders über
die Durchbrechung des Zentrums der ſerbiſchen Armee
gänzlich unbegründet ſind, ferner, daß daſelbſt zwar
täg=
lich von den Bulgaren hervorgerufene Kämpfe ſtattfinden,
daß aber dieſe bulgariſchen Angriffe bis jetzt immer
er=
folgreich abgewieſen worden ſind und daß die ſerbiſche
Armee ihre Poſitionen unverrückt inne hat, ja ſogar
ſtellen=
weiſe, durch die bulgariſchen Angriffe veranlaßi, im
Vor=
rücken beariffen iſt.
* Konſtantinopel, 30. Juli. Die in Athen
ſtattfindenden Verhandlungen wegen der
Wiederauf=
nahme der diplomatiſchen Beziehungen
ſtehen vor dem Abſchluß. Der Rechtsbeiſtand des
Mi=
niſteriums des Aeußern, Reſchid Bey, begibt ſich morgen
nach Athen, um mit Galib Kemal die Akte betreffend
Wiederaufnahme der diplomatiſchen Beziehungen
zwi=
ſchen der Türkei und Griechenland zu unterzeichnen.
* Wien, 30. Juli. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Bukareſt: Es verlautet, Griechenland und Serbien
ſtimmten auf Drängen Rumäniens einem
fünftägi=
gen Waffenſtillſtand zu.
Die Unruhen in China.
* London, 30. Juli. Die Times meldet aus
eking vom 29. ds. Mts.: Die Provinz Hunan hat
m letzten Freitag ihre Unabhängigkeit erklärt. Sie hat
dieſen Schritt nicht in der Abſicht getan, um an dem
Kampfe gegen Juanſchikai teilzunehmen, ſondern
nur, um ſich nach allen Seiten zu ſchützen. Truppen, die
nach verſchiedenen Schätzungen 1400—8000 Mann betragen,
ſind mit 16 Feldgeſchützen in Jotſchau aufgeſtellt, um
An=
griffe abzuwehren.
* Schanghai 30. Juli. Infolge der Einſtellung des
gewöhnlichen Dienſtes der Handelsdampfer ſind die
Fremdenniederlaſſungen von einem Mangel
an Lebensmitteln bedroht. Die fremden Konſuln erhoben
bei den Admiralen der Flotte der Nordpartei wegen des
Bombardements in Schanghai während der letzten Nacht
energiſchen Proteſt. Möglicherweiſe wird eine
Flotten=
aktion der internationalen Streitkräfte erfolgen.
* Mukden, 30. Juli. Der
Generalgouver=
neur hat von Peking aus die ſchleunige
Formie=
rung von zwei neuen Diviſionen befohlen, ferner eine
ſtrenge Ueberwachung der Nationaliſten angeordnet und
über die innere Mongolei den Kriegszuſtand verhängt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Mannheim, 30. Juli. Wie die Neue Badiſche
Lan=
deszeitung erfährt, hat der bei der Getreidegroßfirma
Ge=
brüder Zimmern angeſtellt geweſene Buchhalter Mayer
bereits vor einigen Wochen ein Geſtändnis abgelegt,
wonach er im Laufe der letzten Jahre mehr als 100000 M.
durch Unterſchlagung von Schecks veruntreut habe.
Von den unterſchlagenen Geldern hatte Mayer ſich in
Mannheim ein Haus und in der Nähe ein kleines Gut
ge=
kauft und ſich an einer Druckerei beteiligt.
* Sasbach i. B., 30. Juli. Die Beerdigung des
Prä=
laten Dr. Lender iſt auf morgen nachmittag 3 Uhr
feſt=
geſetzt. Der Großherzog von Baden, Großherzogin Luiſe
von Baden, der Kultusminiſter Dr. Böhm, ſowie der
badiſche Bundesratsbevollmächtigte Geheimer Rat Nieſer=
Berlin ſandten in herzlichen Worten gehaltene
Beileids=
telegramme, desgleichen Erzbiſchof Dr. Nörber und
Weih=
biſchof Dr. Knecht=Freiburg.
* Paris, 30. Juli. Die Kammer nahm den
Ge=
ſetzentwurf über die Amneſtie in der
Faſ=
ſung des Senats an.
* Barcelona, 30. Juli. Der Ausſtand iſt ſeit heute
allgemein. Zahlreiche Gruppen Arbeiter und
Arbei=
terinnen auch aus den Fabriken der Vorſtädte San
Mar=
tin und Saus, zogen nach Barcelona, bewarfen die
Fa=
briken mit Steinen und zwangen ſie zur Einſtellung der
Arbeit.
* Barcelona, 30. Juli. Seit heute iſt der Ausſtand
allgemein. Zahlreiche Gruppen von Arbeitern und
Arbeiterinnen, auch aus den Fabriken der Vorſtädte St.
Martin und Sans, zogen nach Barcelona und bewarfen
die Fabriken mit Steinen und zwangen ſie zur
Einſtellung der Arbeit.
H. B. Berlin, 30. Juli. Einige Blätter berichten über
Vorgänge, die ſich angeblich in dem Sennelager in
Weſtfalen abgeſpielt haben ſollen. Dort ſollen bei den
Uebungen, an welchen neben einer Reſerve=Artillerie=
Ab=
teilung auch die Infanterie=Regimenter Nr. 56 und 57
teilnahmen, plötzlich infolge großer Hitze etwa 50 Mann
ermattet zuſammengeſunken ſein. Während die meiſten
ſich bald erholten, ſeien zwei Reſerviſten an Hitzſchlag
ge=
ſtorben. Dieſe Mitteilungen ſtellen ſich, wie das Depeſchen=
Bureau Herold an zuſtändiger Stelle erfährt, als ſtarke
Uebertreibung dar. Wahr iſt, daß am 14. d. M. ein
Re=
ſerviſt aus dem Landwehrbezirk Geldern während der
Brigade=Uebungen einen Hitzſchlag erlitt, an deſſen
Folgen er geſtorben iſt, und daß vom Infanterie=Regiment
Nr. 57 14 Leute, darunter 10 Reſerviſten, von einer
Ohn=
machtsanwandlung befallen wurden, aber bereits am
fol=
genden Tage wieder dienſtfähig waren. Bei dem
In=
fanterie=Regiment Nr. 56 haben nur 8 Reſerviſten über
Unwohlſein, wunde Füße und dergleichen geklagt, aber
gleichfalls ſämtlich ſchon am nächſten Tage wieder Dienſt
getan. Es war damals nach vorangegangenem
regneri=
ſchem und kühlem Wetter plötzlich eine drückende Hitze
ein=
getreten. Die Marſchleiſtungen der Regimenter betrugen
an dem fraglichen Tage, am 14. Juli, 28 Kilometer Es
kann alſo von einer übergroßen Anſtrengung der
Mann=
ſchaften auch nicht im entfernteſten die Rede ſein, ſo daß
die hieran geknüpften Kommentare hinfällig erſcheinen.
— Berlin, 30. Juli. Aus der Straußenfedernfabrik
von Crohn in der Hohenſtaufenſtraße wurden heute
nacht mittels Einbruchs Federn, Pleureuſen und Reiher
im Werte von 8000 Mark geſtohlen.
HB. Wiesbaden, 30. Juli. Ein Automobil ſtieß
geſtern abend in der Nähe der Eiſernen Hand mit einem
Bauernfuhrwerk zuſammen. Dabei wurde eine im
Auto=
mobil ſitzende Dame aus Frankfurt ſchwer und deren
acht=
jähriger Sohn leichter verletzt.
HB Koblenz, 30. Juli. Eine Gerichtskommiſſion hat
feſtgeſtellt, daß es ſich bei dem in der Nähe von Koblenz
tot aufgefundenen jungen Mann um
Selbſtmord handelt. Er ſtammt aus Berlin und
heißt Werner Heyter.
HB. Homburg, 30. Juli. Der Kaiſer welcher am
7. Auguſt von ſeiner Nordlandreiſe zurückkehren wird,
wird ſich, nach neueren Beſtimmungen, nicht ſofort nach
Homburg begeben, ſondern dort erſt am 13. Auguſt
ein=
treffen. Der Kaiſer verbleibt dann mit der Kaiſerin bis
zum 24. Auguſt auf dem Homburger Schloß.
Briefkaſten.
Geſtellungspflichtiger. Wenn Sie ins Ausland wollen,
müſſen Sie beim Bezirkskommando um Auslandsurlaub
einkommen.
Lohnabzug. Die Beſtimmung, daß 1—. Arseitsver=
Kuumie bis zu zwei Stunden ein Lohnabzug nicht erfolgen
darf, bezieht ſich nur auf die zur Erfüllung
ſtaatsbürger=
licher Pflichten erforderliche Zeit. Wenn Sie zum Arzt
gehen, iſt der Arbeitgeber zum Abzug berechtigt.
Wonhungs Einrichtungen.
500.− Mk. bis 3000.− Mk.
sind unsere Spezial-Preislagen für gediegen gearbeitete,
formvollendete, komplette Ausstattungen. Wir bieten
darin eine großartige Auswahl bei billigsten Preisen und
bitten Interessenten, sich durch einen unverbindlichen
Besuch unserer Ausstellungsräume davon zu überzeugen.
Gebrüder Fischer
Alexanderstraße 10.
(16260a.
Während der Reiſezeit
ſenden wir auf Verlangen unſeren verehrlichen
Abonnenten das
„Darmſtädter
Tagblatt=
nach allen Orten des Deutſchen Reiches und des
Auslandes. Die Nachſendung kann überallhin
durch Kreuzband erfolgen. Poſtüberweiſungen
ſind nur im Deutſchen Reiche zuläſſig und
empfehlen ſich dann, wenn der Aufenthalt an
einem Platze länger als 3 Wochen dauert und
zu Anfang eines Monats beginnt.
Die tägliche Zuſendung durch Kreuzband
koſtet innerhalb Deutſchland und Oeſterreich=
Ungarn pro Woche 40 Pf., ins Ausland pro
Woche 80 Pf. Porto.
Die Ueberweiſungsgebühr beträgt pro
Monat 26 Pf.; die Zuſtellungsgebühr im
Be=
trage von 14 Pf. pro Monat hat der
Zeitungs=
empfänger dem Beſtellpoſtamte direkt zu erſtatten
bzw. werden von dem betreffenden Briefträger
ſtillſchweigend kaſſiert. Für jeden angefangenen
Monat iſt die Ueberweiſungs= und
Zuſtellungs=
gebühr voll zu entrichten. Anträge auf
Ueber=
weiſung erbitten wir uns
einige Tage vor der Abreiſe
unter genauer Angabe der Adreſſe, weil dadurch
Unterbrechungen im Abonnement vermieden
bleiben.
Poſtabonnenten unſeres Blattes müſſen
die Ueberweiſung bei ihrem zuſtändigen
Poſt=
amte beantragen.
Darmstädter Tagblatt.
Trauer-Keider, Trauer-Lostüme
Trauer-Blousen rauer-Röcke
Trauer-Mäntel, Trauer-Stoffe
In reicher Auswahl!
Anderungen sofort!
Gebr. Höslein.
Ludmigsplatz.
4464a
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß geſtern abend 8 Uhr
unſere inniggeliebte Mutter, Großmutter,
Schwiegermutter, Schweſter und Tante
Katharma Landzettel
geb. Lang
Witwe des Hofgartenarbeiters Johannes Landzettel
nach langem, ſchwerem, mit Geduld ertragenem
Leiden im Alter von 72 Jahren ſanft
ver=
ſchieden iſt.
(B16278
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. Juli 1913.
Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Auguſt,
nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des
Beſſunger Friedhofes aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die liebevolle Teilnahme bei dem
Ab=
leben meines unvergeßlichen Gatten
(16270
Herrn Georg Heyer
ſpreche ich hierdurch Allen, insbeſondere Herrn
Pfarrer D. Waitz für die ehrenden Worte am
Grabe, dem Kriegerverein Darmſtadt für ſeine
Beteiligung, dem Inhaber und den Mitarbeitern
der Firma Henninger & Co. für die Erweiſung
der letzten Ehre und die zahlreichen Blumenſpenden
meinen herzlichſten, tiefgefühlteſten Dank aus.
Frau Elisabeth Heyer Wwe.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres innigſtgeliebten,
un=
vergeßlichen Vaters, Schwiegervaters, Großvaters,
Bruders, Schwagers und Onkels
(16271
Herrn Karl Brand
Großh. Oberhoflakai
ſagen wir Allen, beſonders ſeinen Herren
Vor=
geſetzten, der geſamten Hofdienerſchaft, dem
Krieger=
verein „Haſſia” ſowie Herrn Oberhofprediger
Ehrhardt für die troſtreichen Worte am Grabe
und für die zahlreichen Blumenſpenden hiermit
unſeren herzlichen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt (Beſſungerſtr. 38), den 30. Juli 1913.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet, das geſtern über der Oſtſee lag,
iſt nach Rußland gewandert, das Hochdruckgebiet iſt vor
einem von Weſten heranziehenden Tief etwas
zurückge=
wichen. Die Wetterlage iſt infolgedeſſen ſehr unſicher.
Doch können wir hoffen, morgen noch unter
Hochdruck=
einfluß zu ſtehen und mit meiſt heiterem, bis auf
Gewitter=
regen trockenem Wetter rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, 31. Juli:
Meiſt heiter und trocken, Gewitterneigung.
Tageskalender.
Konzerte: Saalbau um 8 Uhr. — Rummelbräu um
8 Uhr. — Bürgerkeller um 8 Uhr.
Wander=Ausſtellung „Das Kind”.
Alexander=
ſtraße 20 (geöffnet von 2—9 Uhr).
Bilder vom Tage (Auslage: Expedition,
Rhein=
ſtraße 23): Der bei Schneidemühl zerſtörte Luftkreuzer
„Schütte=Lanz”; der Flug des Leutnants Joly von Köln
nach Königsberg; zur Beſetzung von Adrianopel durch
türkiſche Truppen; bulgariſche Gefangene in Uesküb
er=
halten ihr Eſſen; Ankunft verwundeter Serben auf dem
Bahnhof in Belgrad.
Verſteigerungskalendes.
Freitag, 1. Auguſt.
Hofreite Verſteigerung des Wilhelm Hermann
(Wendelſtadtſtr. 13) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Eduard Zernin
(Neckarſtraße 9) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis
Frei=
tag von 9—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr,
Samstag von 9—1 Uhr.
Patentſchriften=Auslegeſtelle in der
Ge=
werbe=Bibliothek, Neckarſtraße 3. Zeit der Benutzung:
an allen Wochentagen von 10—12½ und 3—5½ Uhr
(Samstag mittag ausgenommen).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Seitz, ſämtlich
in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die „Redaktion des Tagblatts” zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind
beizu=
fügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Un=
verlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
Tapezierarbeiten
Aufarbeiten und Neuanfertigen
von Polſtermöbel wird gut und
bill. ausgef. H. Schmidt,
Tapezier=
werkſtätte, Mathildenplatz 6. (*4250id
moderne Muſter, w.
Steppdeckel von 3 Mk. a. gef.
Karlſtraße 41. Seitenb.
Hobermann, 14 Mon. alt, ſchon
Tier, mit Stammb. bill. zu verk.
*4258md) Heidelbergerſtr. 26, II.
oder hierzu ſich eignen=
Garten der Acker in der Nähe
derNieder=Ramſtädterſtr. zupachten
geſucht. Angeb. m. Preis u. E 37
(*4474
an die Expedition.
Fahrrad
mit Freil., wie neu hergerichtet,
ſehr billig abzugeben. (16275a
Hofl. Ober, Karlſtr. 30.
Leb. Dame, mittl. Alters, ſucht
Reiſegefährtin für 14 Tage.
Reiſeziel nach Uebereinkunft. Off.
u. E 50 a. d. Expedition. (*4466
Tpeiſezimmer (eichen) billig zu
Sperk. Wendelſtadtſtr. 8, I. (*4303mf
Kurſe vom 30. Juli 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. 84,70
74,25
do.
3
4 Preuß. Schatzanweifg. 98,60
84,50
3½ do. Conſols
74,10
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,70
90,60
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,80
82,90
do.
3½
73,30
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,00
4 Heſſ. Staatsanleihe 98,20
3 do. do. (unk. 1918) 96,70
83,00
do.
3½
72,30
do.
3
75,40
4 Sächſiſche Rente.
4 Württemberg unk. 1921 97,10
do. v. 1875 94,20
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 93,80
1¾ Griechen v. 1887
4 Italiener Rente . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,90
4 do. Goldrente . . . 90,00
4 do. einheitl. Rente 81,00
3 Portug. unif. Serie I 62,10
3 do. unif. Ser. III 65,00
3 do. Spezial . . . . 9,90
5 Rumänier v. 1903 . . 98,80
4 do. v. 1890 . . 93,50
4 dv. v. 1905 .
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,25
4 do. v. 1902 . . . . 89,80
4½ do. v. 1905 . . . . 99,40
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 78,80
4 Türk. Admin. v. 1903 76,80
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 83,75
4 do. Staatsrente. . . 80.70
3f.
In Prot.
. 98,80
5 Argentinier . . .
4
81,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe. 97,50
4½
do.
91,50
4½ Japaner . . . . .
5 Innere Mexikaner . . . 76,30
49,00
do.
4 Gold=Merikanerv. 1904 74,30
5 Gold=Merikaner . . ..
3 Buenos Aires Provinz 65,30
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 138,10
7 Nordd. Lloyd . . . . . 116,00
6½ Südd. Eiſenb.=Bef..
Aktien ausländiſher
Transvortanſtalten.
Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 112,75
6 Baltimore und Ohio . 98½
6 Schantungbahn . . . . 119,15
8 Luxemb. Prince Henri 156,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 26,25
6 Pennſylvania R. R. .113,20
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
60,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.. 542,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.230,00
30 Farbwerke Höchſt . . 604,25
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . 328,00
10 Cement Heidelberg . . 140,75
30 Chem. Werke Albert 447,00
14 Holzverkohlunz Kon=
310,50
ſtanz . .
5 Lahmeyer.
. 120.00
Ztöri=
oid
8 Schuchert, Nürnberg 148,90
12 Siemens E Halske 217,50
5 Beramann Electr. 126,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 162,50
0 Gummi Peter . . . . 74,50
0 Kunſtſeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 410,50
9 Maſchinenf. Badenia 140,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 153,30
15 Zellſtoff Waldbof . . 223,00
12,83 Bad. Zucker=Wag=
. 203,00
häuſel.
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 73,30
0 Südd. Immobilien 48,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . 168,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt.
.220,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. .
146,90
10 Gelſenkirchener . . . . 181,80
9 Harpener .
189,60
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 251,40
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
75,20
6 Laurahütte
168,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
13
Weſteregeln 187,50
7½ South Weſt Africa 112½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 88,90
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 71,50
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn 87,00
do.
75,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,60
4
72.10
do.
InProz,
2¾10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,90
74,20
3 Raak=Oebenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 84,30
4½ Moskau=Kaſan . . . 93,40
84,20
do.
4 Wladichawchas ..
85,30
85,30
4 Rjäſan Koslow ..
3 Portugieſ. Eiſend. .. 74,00
85,00
do.
67,50
2½ Lwvorneſer .
3 Saloniaue=Monaſtie 61,00
4 Baadadbahn .
78,20
4½ Anatoliſche Eifenb.. 91,30
4 Miſſouri=Paciſic. . .
4 Northern=Paciſie . . . 95,00
4 Southern=Paciſie
89,50
5 St. Louis und Sau
Francisco. . . . .
5 Tehnantepee . . . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zärich 193,00
7½ Bergiſch=Märkiſche
143,80
Bahn . . . .
9½ Berlin. Handelsgef. .159½
6½ Darmſtädter Bank . 113,90
12½ Deutſche Bank .244,50
6 Deutſche Vereinsbank . 114,60
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,25
10 Diskonto=Kommandit 181,40
8½ Dresdener Bank . . 148,75
10 Frankf. Hypoth.=B. 205,50
6½ Mitteld. Kreditbank 113,80
7 Nationalb. für Deutſchl. 113,95
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank
134,20
7 Rhein. Kreditbank. . .127,25
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 109,00
7½ Wiener Bankverein . 129,25
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94.90
Zt.
Inproſ.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,40
S. 19. . . .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 93,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,40
34
84,40
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
96,80
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . .
96,80
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
84,40
S. 3—5 . .
83,90
S. 9—11
84,30
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
84,50
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 94,60
3½ do. (unk. 1914) . . 83,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,80
3½
84,80
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . .
93,60
3½ do.
4 Frankfurt.
96,40
3½
do.
95,50
4 Gießen.
3½
do.
4 Heidelberg
93,80
3½ do.
84,00
4 Karlsruhe
½ do.
84,50
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz .
3½
84,60
do.
94,80
4 Mannheim
89,00
3½ do.
94,70
München .
½ Nauheim
98,00
4 Nürnberg.
84,00
3½ do.
4 Offenhach.
InPro).
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden . . . . .
86,50
3½ do.
. 94,00
4 Worms.
85,00
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886 . 74,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100 179,00
3½ Cöln=Mindner 100 135,00
3 Holl. Komm. fl. 100 108,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 177,00
3 Oldenburger . . . . . . 125,25
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 196,00
Freiburger . . . . Fs. 15
Fs.45
Mailänder .
Fs. 10
do.
fl. 7 34,90
Meininger .
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,00
do. v. 1858fl. 100 499,00
Ungar. Staats fl. 100 380,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 155,60
Gold, Silber und
Banknoten.
20,40
Engl. Sovereigns .
16,24
20 Franks=Stücke .
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
20,44
Engliſche Noten .
80,95
Franzöſiſche Noten.
168,55
Holländiſche Noten. .
78,85
Italieniſche Noten . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto. .
Reichsbank=Lombard 8sf. 70.
Bekanntmachung.
Die Kreisſtraße von Darmſtadt nach Griesheim vom Abzweige des Wegs nach
dem Truppenübungsplatze bis vor Griesheim (lm 45 bis 5.5) iſt wegen Ausführung
von Kleinpflaſter von Mittwoch, den 6. Auguſt d. Js. ab auf ca. 3 Wochen
für ſämtliches Fuhrwerk (Geſpanne, Automobile, Motorräder uſw.) geſperrt.
Der Durchgangsverkehr hat während der Dauer der Kleinpflaſterherſtellung den
aufgeſtellten Tafeln entſprechend zu erfolgen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach § 2 der
Polizei=
verordnung vom 12. Februar 1908 ſtrafbar.
(16261a
Darmſtadt, den 28. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Am 1. Auguſt 1913, von 7 Uhr vormittags bis zum Einbruch der Dunkelheit,
wird Schießen mit ſcharfer Munition von Truppenteilen des XVIII. Armekorps auf
dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten werden.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich,
„ Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich,
Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſen Verlängerung über
Milches=
wieſe-Sauwieſe-Schreibertswieſe-Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegſchranken und Warnungstafeln abgeſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verordnung Kreisamt Darmſtadt, 25. September 1909)
Darmſtadt, den 25. Juli 1913.
(16263a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Neinhart.
Bekanntmachung.
Die Firma J. Schäfer Nachf., Inhaber Valentin Gandenberger V. in
Pfung=
ſtadt, beabſichtigt auf dem Grundſtück Flur ! Nr. 908 und 900 Mainſtraße 31, gelegen
zu Pfungſtadt, einen feſtſtehenden Dampfkeſſel zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes
in der Darmſtädter Zeitung und dem Darmſtädter Tagblatt an gerechnet, auf dem
Büro der Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt zur Einſicht der Intereſſenten offen,
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
bei der Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt vorzubringen.
(16254
Darmſtadt, den 26. Juli 1913.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Ahl.
Antiche Nachrichten des Großh. Polizeinmts Darnſahdt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Boxer. Die Hunde können von den
Eigen=
tümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteige=
rung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(16252
Straßenbahnen und Juhrwerksverkehr!
Bekanntmachung.
Da ſich in letzter Zeit die Zahl der Zuſammenſtöße von
Fuhr=
werken, Autos und Fahrrädern mit Wagen der elektriſchen
Straßen=
bahn auffallend vermehrt hat, bringen wir nachſtehende
Polizeiver=
ordnung in Erinnerung.
Darmſtadt, 28. Juli 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
I. V.: Stumpf.
Polizei=Verordnung,
betreffend: Maßregeln zur Verhütung von Unglücksfällen und
Ver=
kehrsſtörungen aus Anlaß des Betriebs der
Straßen=
bahnen in der Stadt Darmſtadt.
Zur Verhütung von Unglücksfällen und Verkehrsſtörungen aus
Anlaß des Betriebs der Dampfſtraßenbahn und der Elektriſchen Bahn
auf den öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt wird für deren Bezirk nach Anhörung der
Stadtverordneten=Verſammlung und mit Genehmigung des
Groß=
herzoglichen Miniſteriums des Innern d. d. 31. Juli 1899 zu Nr. M.
J. 21958 auf Grund des Art. 56 Abſ. 2 Ziff. 1 der Städte=Ordnung
hierdurch verordnet, was folgt:
§ 1. Beladenen Laſtfuhrwerken, ſowie ſolchen, welche wegen
ihrer Beſchaffenheit oder Ladung ſchwer lenkbar ſind, iſt das Befahren
der Schienen der Straßenbahnen in ihrer Längsrichtung, ſoweit der
Fahrdamm neben dem Gleiſe genügende Breite hat, um den
Bahn=
körper vermeiden zu laſſen, verboten.
§ 2. Soweit die Gleiſe der Straßenbahnen in der Mitte der
Straße liegen, haben die in der Bewegung befindlichen Reiter,
Rad=
fahrer, Fuhrwerke, Handwagen und ſonſtigen Fahrzeuge, ſowie
Vieh=
transporte ſich ſtets rechts zu halten, es ſei denn, daß die rechte Seite
des Fahrdamms auf irgend eine Art geſperrt iſt.
§ 3. Bei dem Ertönen der Signalglocke haben Fußgänger,
Fuhrwerke, Reiter, Radfahrer und Viehtransporte ſich rechtzeitig von
den Gleiſen zu entfernen und den Straßenbahnwagen volſtändig
auszuweichen.
Solange ein Zug bzw. ein elektriſcher Straßenbahnwagen ſich
in Bewegung befindet, iſt das Ein= und Ausſteigen und der Verſuch
dazu verboten.
Es iſt verboten, Fuhrwerke oder Vieh in denienigen Straßen,
durch welche die Straßenbahnen fahren, ohne Aufſicht oder unter
Auficht unerwachſener Perſonen frei ſtehen zu laſſen. Fuhrwerke
oder Vieh dürfen auch bei gehöriger Aufſicht nur dicht an der Kante
des Fußſteiges und müſſen mindeſtens ko weit von dem Gleiſe der
Straßenbahn ſtehen bleiben, daß der Betrieb der letzteren nicht
ge=
ſtört wird. Andernfalls iſt das Anhalten in der Straße überhaupt
unzuläſſig.
Es iſt ferner unterſagt, Vieh frei auf dem Bahnkörper laufen
zu laſſen, und es ſind Perſonen, welchen die Aufſicht über die
auf der Straße oder ſonſt in der Nähe der Bahn befindlichen
Tiere obliegt, dafür verantwortlich, daß der Bahnkörper von den
Tieren nicht betreten wird, ſowie daß dieſelben vorkommenden Falls
alsbald wieder von jenem weggetrieben werden.
Die Polizeibeamten, ſowie die Bahnbedienſteten ſind befugt,
aufſichtslos daſtehendes Fuhrwerk und Vieh, ſowie ſonſtige
Gegen=
ſtände, welche die Gleiſe verſperren, zu entfernen.
§ 4. Das Hinüberſchaffen von Pflügen, Eggen und anderen
Geräten, ſowie von Baumſtämmen, Bauholz und anderen ſchweren
Gegenſtänden über die Schienen der Straßenbahnen darf, ſofern
iene Gegenſtände nicht getragen werden, nur auf Wagen oder
unter=
legten Walzen erfolgen.
Es iſt verboten, die Bahnanlagen, ſowie die Betriebsmittel zu
beſchädigen, feſte Gegenſtände auf die Fahrbahn zu legen oder ſonſtige
Fahrthinderniſſe anzubringen, Weichen umzuſtellen, falſchen Alarm
zu erregen, Signale nachzuahmen oder andere betriebsſtörende
Hand=
ſungen (wie insbeſondere auch das Anhäufen oder Abwerfen von
Schnee Eis uſw. auf das Bahnplanum) vorzunehmen.
Der Gebrauch ähnlicher Signalglocken, wie dieſenigen der
Straßenbahnen, iſt verboten. Perſonen, weiche beim Herumfahren
von Verkaufswagen ſich durch beſondere Signale dem Publikum
be=
merklich machen, haben hierzu vorher polizeiliche Genehmigung zu
erwirken und die dabei geſtellten Bedingungen einzuhalten.
§ 5. Das Klettern auf die für die elektriſche Bahn aufgeſtellten
Maſten, das Behängen der zu dieſer Bahn gehörigen Drähte mit
irgend welchen Gegenſtänden, ſowie das Anfaſſen der elektriſchen
Leitungen iſt verboten.
§ 6. Fahnen dürfen an Gebäuden oder an Maſten nur ſo
angebracht werden, daß ſie die Drähte der elektriſchen Bahn oder der
Telegrapheg= und Telephonleitungen nicht berühren können.
§ 7. An Straßenkreuzungen oder Abzweigungen haben Perſonen,
Fuhrwerke, Handwagen und ſonſtige Fahrzeuge, Reiter Radfahrer,
Viehtransporte uſw., welche das Gleis überſchreiten wollen, ſo
recht=
zeitig zu halten, daß die Wagen der Straßenbahnen in ihrer Fahrt
nicht gehindert werden.
Fuhrwerke, Fahrzeuge, Reiter, Radfahrer, Viehtransporte uſw.
haben, ſobald das Signal der Straßenbahnen ertönt, wenn nicht
be=
ſondere Tafeln den Haltepunkt bezeichnen, mindeſtens 5 Meter vor
der Straßenkreuzung bezw. Abzweigung Halt zu machen.
§ 8. An den Straßenkreuzungen der von Straßenbahnlinien
urchzogenen Straßen haben Leiter von Fuhrwerken, Automobilen
und ſonſtigen Fahrzeugen, Reiter, Radfahrer uſw. die Gangart derart
zu verkürzen daß ein Halten vor dem Gleis noch möglich iſt und
der Straßenbahnwagen uneehindert weiterfahren kann.
Z e e e
Gleiſen der Straßenbahnen ſpielen zu kaſſen. Ebenſo iſt verboten,
zwiſchen dem Bahngleiſe mit Kinderwagen entlang zu fahren.
§ 10. Entſtehen Verkehrsſtörungen oder Gefährdungen durch
Zuſammentreffen der Straßenbahnen mit Fuhrwerk, größeren
Menſchen=
anſammlungen oder dergleichen, ſo iſt jedermann, insbeſondere auch
das Bahnperſonal gehalten, ſich den Anweiſungen der einſchreitenden
Polizeibeamten unverzüglich zu fügen.
§ 11. Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
werden, ſofern nicht im gegebenen Fall Strafvorſchriften des
Reichs=
ſtrafgeſetzbuchs, des Polizeiſtrafgeſetzbuchs oder der Bahn=Ordnung
für die Nebeneiſenbahnen Deutſchlands Anwendung zu finden haben,
mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
§ 12. Gegenwärtige Polizei=Verordnung tritt am Tag ihrer
Verkündigung in Kraft. Gleichzeitig wird die Polizei=Verordnung
gleichen Betreffs d. d. 23. 12. 1997 aufgehoben.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1899.
(16286ds
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Darmſtidter Herbſueſ 1913.
Für die vom 21. bis 30. September 1913 dauernde
Herbſtmeſſe und die am 21., 22. und 28. September ds. Js.
ſtatt=
findende Beſſunger Kirch= und Nachkirchweihe ſind noch auf dem
Wege des ſchriftlichen Angebots zu vergeben:
a) Herbſtmeſſe
mehrere Plätze für Schaubuden von 8—18m Front und 6—7 m Tiefe.
b) Beſſunger Kirch= und Nachkirchweihe
ein Schau= oder Schießbudenplatz bis 8m Front und 6m Tiefe.
Die Bedingungen mit Angebotsſchein und Plan ſind gegen
Einſendung von 50 Pfg. von dem Unterzeichneten zu beziehen. Sie
liegen nebſt dem Plan auch bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter (
Rat=
haus am Marktplatz) zur Einſicht offen.
Allen Angeboten ſind genaue Angaben über die Größe und
die einzelnen Abmeſſungen der Geſchäfte beizufügen. Angebote auf
Schaubudenplätze müſſen außerdem eingehende Angaben über die
Art des Unternehmens enthalten.
Angebote ſind, unter Verwendung der vorgeſchriebenen
An=
gebotsſcheine und mit der Aufſchrift „Angebot auf Meßplätze”
ver=
ſehen, bis ſpäteſtens
Donnerstag, den 7. Auguſt
bei dem Unterzeichneten einzureichen.
Bemerkt wird, daß etwa übrig bleibende Schaubudenplätze ꝛc.
mit den Verkaufsplätzen am Dienstag, den 2. September, vormittags
9½ Uhr, im oberen Lokale der Turngemeinde am Woogsplatz
mit=
verſteigert werden.
Darmſtadt, den 28. Juli 1913.
Der Oberbürgermeiſter.
(16280ds
J. V.: Schmitt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 4. Auguſt l. J., vormittags 9 und
nachmittags 3 Uhr, nötigenfalls noch Dienstag,
den 5. Auguſt, von 9 Uhr an
verſteigere ich im Auftrag des Pflegers die zum Nachlaſſe des
Güter=
expeditions=Vorſtands A. Dauber gehörigen Haushaltungsgegenſtände
in deſſen Wohnung, Herdweg Nr. 45, 1. Stock, und zwar:
1 Sofa mit 6 Stühlen mit gepolſterten Rücklehnen (roter
Plüſch), 1 Seſſel (geſtickt), 2 ältere Sofa, verſchiedene Seſſel
und Stühle, 1 Krankenfahrſtuhl, 1 Glasſchrank und 1
zwei=
türiger polierter Kleiderſchrank, 1 Herrenſchreibtiſch, 2
Kom=
moden, 1 ovaler Tiſch, 1 viereckiger Klapptiſch, 1
Auszieh=
tiſch, Bauern= und Ziertiſchchen, Nähtiſchchen, 1 Brandkiſte,
2 komplette Betten mit Sprungfeder= und Roßhaarmatratzen,
Waſchkommode mit Marmorplatte und Nachttiſchchen, 1
Eis=
ichrank, 1 Küchenſchrank und ſonſtige Küchenmöbel, ſodann
Bilder, Spiegel, Porzellan, Glas und Nippſachen, Teppiche,
Vorhänge uſw., 1 Polyphon mit 17 Platten, 1
Regu=
lator mit Gewichten, eine große Partie Kleider, Leib=,
Bett= und Tiſchwäſche.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
Zahlung ſtatt.
(16256ds
Darmſtadt, den 30. Juli 1913.
Ernst Wolkk, Amtsgerichtstarntor
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Bekanntmächung.
Das Großherzogliche Miniſterium der Juſtiz hat den 1. Auguſt
1913 als den Tag beſtimmt, an dem mit der Anlegung des
Grund=
buchs für die Fluren 5 bis 8, 18 bis 25 und 46 bis 79 der
Gemar=
kung Darmſtadt, welche die ehemalige Gemarkung Beſſungen
um=
faſſen, zu beginnen iſt.
(16253
Darmſtadt, den 29. Juli 1913.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Kaferfalle
fängt ununterbrochen. Großart
Erfolg b. Küchenkäfern (Schwab.
(*4451
und Ruſſen) empfiehlt
Ernst Crämer, Ludwigſtr. 7.
Ein Zuchtkäfig
und verſchiedene andere Käfige
(*4449
billig zu verkaufen.
Wendelſtadtſtr. 9. Hinterh.
Hund(Wolsſp. Pracht=Exemplar
z. vk. Fuhrmannſtr. 14, Laden. (18156imd
Stener=Erhebung.
Das erſte Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für 1913 kann bis
ein=
ſchließlich 1. Auguſt ds. Js. ohne
Pfandkoſten hierher bezahlt
wer=
den.
(16137a
Darmſtadt, 28. Juli 1913.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Backſtein=Verkaufsſtelle
Darmſtadt, Geſellſchaft
beſchränkter Haftung,
(16251
Darmſtadt.
Das Stammkapital iſt auf Grund
des Beſchluſſes der Geſellſchafter
vom 10. Juli 1913 um 22 900 Mk.
erhöht und beläuft ſich jetzt auf
259 400 Mk.
Darmſtadt, 26. Juli 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 25. Juli 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Wilhelm Wedler,
Darm=
ſtadt.
Kaufmann Karl Wedler in
Darmſtadt iſt als gleichberechtigter
Teilhaber in die Firmg eingetreten.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am 1. Juli
1913 begonnen.
Hinſichtlich der Firma:
Herm. Heinmüller,
Darm=
ſtadt.
Julius Heinmüller, Kaufmann,
Adolf Vogel, Kaufmann, beide in
Darmſtadt, ſind zu Geſamt=
Pro=
kuriſten beſtellt.
Die Geſamt=Prokura der
Kauf=
leute Wilhelm Heinmüller und
Mar Roth, beide in Darmſtadt,
iſt erloſchen. Wilhelm Heinmüller
(16250
hat Einzelprokura.
Darmſtadt, 28. Juli 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
I teilung B, wurde heute unter
Nr. 98 die Geſelſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung unter der
Firmar
Baugeſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung
Pla=
tanenhain und mit dem
Sitz in Darmſtadt,
eingetragen.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt: Der Erwerb, die Bebauung,
die Weiterveräußerung, die
Ver=
mietung, Verpachtung oder
ſon=
ſtige Verwertung von
Grund=
ſtücken auf der Mathildenhöhe in
Darmſtadt.
Das Stammkapital beträgt:
105 000 Mark.
Geſchäftsführer iſt: Ludwig
Schrauth, Stadtſekretär in
Darm=
ſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
12. Juni 1913 feſtgeſtellt.
Der Geſchäftsführer vertritt die
Geſellſchaft in allen gerichtlichen
und außzergerichtlichen
Angelegen=
heiten. Er bedarf jedoch der
Ge=
nehmigung des Aufſichtsrats:
1. beim Erwerb und bei der
Veräußerung der
Grund=
ſtücke;
2. zum Abſchluß von Pacht=
und Mietverträgen über
Grundſtücke;
3. zur Beſtellung von
Proku=
riſten;
4. zu der Anforderung von
Ein=
zahlungen auf die Stamm=
(16249
einlage.
Darmſtadt, 26. Juli 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
billig
Verſchiedene Schränke
zu
verkaufen Mauerſtr. 18, part. (*4404
jegen Auflbſung des Haush.
ſämtl. Mobiliar bill. zu verk.
Hoffmannſtr. 5, III. (*4467
ße und kleine
Einmach=
fäſſer billig zu verkaufen
Dieburgerſtraße 41. (16268ds
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 31. Juli 1913, nachm. 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16
öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung
a) für beſtimmt: 1 Büfett, 1 dreitür. und 1 zweitür.
Spiegelſchrank, 1 Damenſchreibtiſch, 1 Kredenzſchrank,
1 große Standuhr, 2 Waſchkommoden mit weißer
Marmorplatte und Spiegel, 1 Küchenſchrank, 2 Tiſche,
4 Stühle mit Plüſchbezug, 2 Rohrſtühle, 2
Küchen=
ſtühle, 2 Blumenſtänder, 2 Rohrſeſſel, 1 Ruhebett,
2 Bettſtellen, 2 Patentrahmen, 2 dreiteil. Matratzen,
2 Nachtſchränkchen mit Marmorplatten, 3 Teppiche,
7 große Bilder, 2 Wiener Stühle, 1 Zier= und 1
Näh=
tiſchchen, 1 Vorplatzgeſtell, 1 Handtuchhalter, 1 Partie
Meſſing= und Vorhangſtangen, 1 Grammophon mit
12 Platten, 1 Reiſekoffer, 1 Sack mit Schuhen uſw.
Die Gegenſtände ſind faſt neu.
b) vorausſichtlich: 3 Diwans, 4 Vertikos, 1 Büfett,
1 Bücher= u. 1 Salonſchrank, 2 Spiegel=, 2 Glas=, 2 Kleider=
und 2 Kaſſenſchränke, 2 Schreibtiſche, 2 Schreibſekretäre,
3 Ladentheken, 1 große Partie Kokos= und Ledermatten,
1 Partie Teppiche und Läufer, 10 Stück Hemdenſtoff, 5 Stück
Bettzeug, 1 Motor, 1 Landauer uſw.
Darmſtadt, den 30. Juli 1913.
(16269
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Bekanntmachung.
Die Rechnerſtelle der Bezirksſparkaſſe Reinheim iſt neu zu
beſetzen. Der vorgeſehene Gehalt beträgt 2400 Mk. bis 4000 Mk.,
dazu freie Dienſtwohnung mit Garten. — Ev. Vordienſtzeit wird
angerechnet.
Geeignete, im Rechnungsdienſt durchaus erfahrene,
kautions=
fähige Bewerber wollen ſich innerhalb 14 Tagen mit Vorlage
ihrer Zeugniſſe und einer ausführlichen Lebensbeſchreibung an die
unterzeichnete Direktion wenden.
(16248ds
Reinheim, den 29. Juli 1913.
Die Direktion der Bezirksſparkaſſe Reinheim.
J. V.: Breidenbach.
Imperial Bar
Ludwigsplatz 2.
(13906a
(16112imd
Von der Reise zurück
(1
Dr. Göring.
Zahnarzt
Chamimer
(16267
verreiſt. dsi
Von der Reise zurück
Zanharzr Werner
Ernst-Ludwigstr. 21. (IV, 16059,5
In der verlängerten Kiesſtr.
iſt ein neuzeitl. eingericht. 2½ſtöck.
4 Zimmerhaus mit groß. Garten
alsbald zu verkaufen. Näheres in
der Expedition.
(B15276
Kaufgeſuch.
Kaufe in Darmſtadt ein
Haus, Lage einerlei. Off. erb.
u. E7Exp. Agent. verb. (16230a
Immobilienangebot.
43 Beſſungerſtraße 43
981 qm Baugelände, Haus mit z.
Abbruch, gegenüb. dem Beſſunger
Herrngarten, iſt mit gut. Beding
durch mich zu verk. Alleinige Aus=
(B16083
kunft nur bei
Hch. Castritius, Kahlertſtr. 38,
Immobiliengeſchäft.
Telephon Nr. 1382.
Sprechſt. 2—½4, abends 7—8 Uhr.
Haus
zu kaufen gesucht.
Kaufe in Darmſtadt od. Beſſungen
ein Haus im Preiſe von 18000 bis
20000 Mk., wenn ein kleineres
Landhaus mit großem Garten im
Werte von 9600 Mk. in Zahlung
genommen wird. Offerten erbeten
unter C 79 an die Exp. (15891a
500 Mk. Proviſion
zahle demjenigen, der mir ein
billiges Haus nachweiſt, durch
Kauf oder Zwangsverſteigerung
Off. unt. E 45 an die Exp. (*4445
Schön gelegenes wenig belaſtetes
S Baugelände zu verk. Haus
wird in Zahlung genommen. Of
unter B 16 an die Exp. (B15467
Lebendes Gendger
diesjähr. Frühbrut, federvoll, ſchnell
mäſtend, 10 Gänſe 33 M., 12 Enten
22 Mk., unter Garantie lebender
(II,16273
Ankunft.
J. Nadel, Breslau II/80.
702140,
Holz=Kinderbe
elle, m. neuer
Wollmatr., für 10 Mk. zu verk.
(16284
Näh. in der Exp.
Dur Beaattrun
Günſtige Gelegenheit, eine nur
kurz gebr. Saloneinrichtung,
hoch=
mod., in Mahag., ſchwer.
Spiegel=
umbau m. ff. Diwan, Silberſchrank,
Salontiſch u. 4 Stühle, gekoſtet 800
Mark, iſt für nur 485 Mk. zu
verkauf. — 1 hell. ital. nußb. imit.
Schlafzimm. m. Marmor, ff.
Pa=
tentmatratze für 265 Mk., 2
herr=
ſchaftl. Bettſtellen in ſchwer.
Aus=
führung mit 2 Einlagmatratz. für
nur 190 Mk., 2 ſchwere
Schreib=
tiſche m. Aufſ., 2 gut erh. Diwan
werd. bill. abgegeb., 1 2tür.
Konſer=
venſchrank 26 Mk., 1 neuherger.
Eisſchrank, Mittelgröße, 23 Mk.
Wagner’s Gelegenheitsgeschäft
Karlſtraße 41. (*4446
eldgeſchäfte jeder Art, insbeſ
Darlehen auf Ratenzahlungen,
ſchnell, reell u. diskret.
General=
vertreter H. Beck, Darmſtadt,
Georgenſtr. 1, 2. Stock. Büro 10
bis 12, 3 bis 5 Uhr. 16073a
II. Hypothek
von 15000 Mark aufzunehmen
geſucht. Gefl. Offert. unt. D 61
an die Exp. ds. Bl. erb. 16086a
2. Hypothek
(3000—5000 Mk.) als Darlehen geſ.
Off. unt. E 33 an die Exp. (*4408
Selbstgeber
Hypotheken?
Darlehen auf Schuldſch.,
aus=
geklagte Forderungen,
Wechſel=
diskont., Erbſchaftsbeleih. ſchnellſt.
ohne Vorauszahlung durch (*4456
H. König. Arheilgen, Dieburgerſtr. 53.
5000 Mark
als 1. Hypoth. auf Grundſtück zu
leihen geſ. Riſiko ausgeſchl. Gefl
Off. unt. E 47 an die Exp. (*4458
Dariehen
von 100 bis 400 Mark au
ein Jahr bei monatl. Rückzahl.
gibt Selbſtgeb. an verheir.
Be=
amte und beſſere Privatangeſtellte
geg. Abſchluß klein. Lebensverſich.
Keine Vorſpeſen und dergleichen.
Strengſte Diskretion zugeſichert.
Ausführliche Off. unter U 76
an die Expedition ds. Bl. (14440a
Gelogenkoltskaut
bler
Dolg Nonlen
Regulärer Wert
Mk. 11.— bis 12.50
jetzt pro Stück
Mk.
50
da Schönheitsfehler.
(15343a
Auuis
nle
Schuchardstr. 8.
Ahotogr. Apparat für 15 Mk.
u. 1 Fahrrad für 10 Mk. abz.
Kl. Bachg. 10, Ecke Langgaſſe (*4473
Stutzflügel
guterhalt., zu verk. Herderſtr. 11, p.
Schultze, Kammermuſiker. (*4477dsi
Ein feuerſicherer
Bücherſchrank
od. ein geräumiger Kaſſenſchrank
zu kaufen geſ. Konsumverein,
Schloßgartenpl. 11. Tel. 94. (16289dfs
Behrock=
Zu kaufen geſucht! Frack=,
Smoking= u. Sacco=Anzüge, nur gut
erh., z. kauf. geſucht. Hohe Preiſe
zugeſich. Off. u. D 66 Exp. (16100a
1
Wer dort? (15783a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett.ſtets diehöchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Waufealt. Lahngeb., 1 Zahn 30 Pfg., Stiftz. 1I
N G. Best, Lud wigs höhstr. 60, I. (16008a
Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
uch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets
kon=
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 33.
Telephon 2097. (15857a
Tlaſchen kauft ſtets anWagner,
(*4369md
7 Dieburgerſtr. 4.
Alte Flaſchen
u. aller Art alten Gummi u. alte
Säcke. Zahle die höchſten Preiſe.
Rubin, Kaupſtraße 46, II. (13937a
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft fortwährend zu den höchſten
(7846a
Preiſen
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.
Fahrrad
mit Freilauf, gut erhalten, gegen
Kaſſa zu kaufen geſucht. Offerten
mit Preis unter E 39 an die
Expedition dieſes Blattes. (*4431
Klapp=Kinderwagen, w. mögl.
m. Verdeck, zu kauf. geſ. Off.
m. Preis u. D 67 Exped. (*4426
Sasbadeofen (Hängeofen) und
Gemaill. Wanne zu kauf. geſ. Off.
unt. E 25 an die Exp. (*4393ds
Schreibmaſchiue, gebr., ſichtbar.
Schrift, geſ. Off. m. Preis
u. E 49 a. d. Expedition. (*4469
Hobs.zimmer Schatzen Verotts ung
.Sitz: DARMSTADT
Sonntag, 3. Auguſt, nachm. 4 Uhr,
inderReſtauration Windmühle, Pallaswieſenſtr.
Sommerspest
verbunden mit Konzert und Tanz
Beginn desſelben
Grosses Preis=Schiessen! vormittags 10 Uhr.
Kinderpolonaiſe
Volksbeluſtigung
Tombola
Eintritt frei! (16291) Eintritt frei!
Bürger=Keller
Täglich konzertiert
Salon-Damen-Orchester
Dir.: Rich. Nobitschek.
Stets freier Eintritt.
(15025a
Städtischer Saalbau.
Heute Donnerstag, am 31. Juli 1913, abends 8 Uhr:
7. Bonnerstags Konzerr
der vollständigen Kapelle des Leibgarde-Regiments
unter Leitung des Obermusikmeisters H. Hauske.
Aus der Vortragsordnung: Mozart: Fragmente aus „Don Juan‟.
Liszt: Les Preludes, symphonische Dichtung. Leoncavallo:
Fan-
tasie aus „Der Bajazzo‟. R. Strauss: Tanz der Salome, A.
Rubin-
stein: Valse caprice. E. Hildach: Der Lenz usw. (16279
Anfang 8 Uhr. — Eintritt mit Steuer 55 Pfg.
Dutzendkarten 5.— Mk. Studierende u. Militär 35 Pfg.
Rhmelbrau.
Heute Donnerstag, den 31. Juli:
Grosstemtar- EKad Honzert
ausgeführt von der Kapelle des Grossh. Art.-Corps.
Leitung: Herr Obermusikmeister Mickley.
Anfang 8 Uhr.
(16281)
Eintritt à 25 Pfg.
Eine wertvolle Bibliothek für das Haus!
Für wenig Geld eine für alle Zeit wertvolle Bibliothek
zuerwerben — dieſe Gelegenheit bietet ſich Ihnen durch Abonnement
auf die im Verlage der Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart erſcheinende
Biblolen der Unterhaltung
and des wissens.
Die „Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens”
er=
ſcheint bereits ihm 37. Jahrgang.
(V,15285
In vielen Millionen von Bänden verbreitet
erfüllt ſie ihr Programm: jedem Bücherliebhaber Gelegenheit
zu geben zur Anlegung einer wirklich gediegenen, ſpannendſte
Unterhaltung und eine unerſchöpfliche Fundgrube des Wiſſens
zugleich bietenden
Privatbibliothek
aufs allerbeſte.
Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens”
er=
ſcheint in 13 vierwöchentlichen, reich illuſtrierten, elegant in
echte Leinwand gebundenen Bänden mit Goldrücken= und
Deckelpreſſung. Jeder Band iſt mit einem hübſchen, farbigen
Umſchlag verſehen. Um die Anſchaffung auch weniger
Be=
mittelten zu ermöglichen, beträgt der Abonnnementspreis
nur 75 Pfennig für den Band
ein Preis, zu welchem der Buchbinder im einzelnen noch nicht
einmal den bloßen Einband zu liefern imſtande wäre.
Beſtellungen nehmen Buch= und
Kolportage=
handlungen, Journalexpeditionen ꝛc. entgegen.
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Eine äußerst aparte
Wohnungs=Einrichtung
bestehend aus Schlafzimmer in mahagoni poliert, mit 160 cm breitem
3türig. Spiegelschrank, einem Esszimmer in eichen, einem
Herren-
zimmer in eichen, sowie einer Küche in pitsch-pine prima lasiert,
zum billigen Gesamtpreise von Mark 2050
habe ich unter anderem in meinem neuen
C) (neben Britanniahotel)
Zweiggeſchäft Rheinstraße 39
aufgestellt u. lade ich zur unverbindlichen Besichtigung dieser sowie
der übrigen dortselbst sich befindlichen Einrichtungen ergebenst ein.
Ferner möchte ich auf die grosse Auswahl fertiger Musterzimmer
im Hauptausstellungshaus Heinrichstr. 67
hinweisen. Dem Umfange meiner Firmaentsprechend, finden sich diese
Einrichtungen in mannigfaltigster Preislage vor u. empfehle ich hiermit:
Schlafzimmer: Mk. 275 395 425 495 525 575 595 640 u. s. W.
Wohnzimmer: Mk. 198 250 325 375 450 550 610 700 u. S.w.
Herrenzimmer Mk. 395 450 545 600 685 795 815 855 u. S. W.
Esszimmer: Mk. 338 400 475 525 650 695 725 885 u. S. W.
Salons:
Mk. 595 715 805 840 910 950 1050 1150 u. S.W.
Küchen:
Mk. 82 115 145 175 195 235 250 275 u. S.W.
Die Besichtigung ist ohne Kaufverpflichtung.
(13117a
Darmstädter Möbel=Einrichtungshaus
Kaubigerrihinger Mrnlslauf
Hauptausstellungshaus: Heinrichstr. 67, Ecke Martinstr.
Zweiggeschäft: Rheinstraße 39, neben dem Britannia-Hotel.
Hoffärberei
. & Ch. Reich
chem. Waschanstalt
für Herrenkleider
Damengarderobe
Teppiche
Gardinen
Spitzen
Federn
Panamahüte
Felle etc.
in unübertroffener fachmännischer
und schneller Ausführung.
Eigene Läden:
Rheinstr. 12½, Tel. 1472
Karlstrasse 115
Nieder-Ramstädterstr. 15
Riegerplatz 8
Schillerstrasse 50,
Mainz: Telephon 1317.
Fabrik:
Pallaswiesen-
strasse 146, Tel. 1501.
Mässige Preise.
(16089a
Mäschen-Uhren
selbstleuchtend
mit
Radium-Zeigern und Punkten
sind äusserst praktisch, um im Dunkeln
ohne Licht die Zeit ablesen zu können.
Jede Taschenuhr kann in kurzer
Zeit — ca. 2 Stunden — mit Radium
versehen werden.
(16020sd
Gg. Karp, Hofuhrmacher
Ludwigstrasse 20, Darmstadt.
Union=Briketts
in plombierten Säcken à 50 Kilo netto
liefert prompt nach jedem Stadtteil
(4218a
Max Ranis, Kohlenhandlung,
Victoriastrasse 53.
Telephon 395.
N. B. Kohlen werden auf Wunſch ebenfalls plombiert geliefert.
I
Pfadfinder.
Die allgemeine Anerkennung
des Kakaos in ſeiner
Bedeu-
tung für die Volksernährung
und ſein erfolgreicher Kampf
gegen den Kaffee, der bei
dauerndem Genuß zu einem
Feinde der Nerven wird,
ſetz=
ten wirkſam erſt ein,
nach=
dem in dem vollendet
ent-
ölten und ſtaubfein geſichteten
en
„Kakao ein leicht verdauliches,
nahrhaftes und
wohlſchmecken-
des, zu dauerndem Genuß
ge=
eignetes Getränk in den Handel
gebracht war. Reichardt=
Schoko=
laden haben durch ihre
uner=
reichte Geſchmacksvollendung
und Vorbildlichkeit bewirkt, daß
ſich Schokolade beim Publikum
bewußtermaßen ſtändig mehr
vom Naſchwerk zu einem
Nahrungs= und
Stärkungs-
mittel entwickelt. — Verkauf
zu Preiſen der
Reichardt=
fabrik in eigenen Filialen, in
Darmstadt: Ludwigsplatz 6
Fernſprecher 1627.
Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)
Eberhardt war tief bewegt. Aus ſeinen Augen ſprach
unverhohlen eine ſchmerzliche Teilnahme. Sie haben noch
etwas vergeſſen! ſagte er mit verſetzter Stimme. Der
junge Offizier . . . . was iſt aus dem Adjutanten
gewor=
den, gnädige Frau?
Da ſtrahlte ihr Geſicht auf und mit aus dem Herzen
quellendem Ton ſagte ſie: Er war meinetwegen in
Un=
gnade gefallen und in eine entfernte kleine Garniſon
ver=
ſetzt worden. Ich glaubte ihm keinen größeren
Dankes=
beweis geben zu können, als indem ich mich vor ihm
ver=
barg, um ſeine Karriere nicht ganz und gar zu ruinieren.
Aber er hat mich endlich doch gefunden, und Gott hat es ſo
gnädig gefügt, daß ich ihm noch auf eine beſſere Weiſe
danken konnte — durch meine Liebe. Sie hat ihn
ver=
geſſen laſſen, daß er mir ſeinen Beruf opfern mußte. Ich
habe ihn glücklich machen können, das iſt mein Troſt!
Ob die Komödiantin mit der dunklen Vergangenheit”
ſei=
ner auch würdig war, kann ich nicht entſcheiden, das aber
weiß ich, daß ſie den heiligen Willen hatte, ſich ſeiner
würdig zu machen.
Sie war es, rief Eberhardt von Drewensberg mit
einem Ausdruck von Jubel in ſeiner Stimme. Es zuckte
bitter in ihrem Geſicht und ſie hob abwehrend die Hand.
Sie vergeſſen, Herr von Drewensberg, daß ich, wo
ich mich zeigte, von Herren umgeben war” — daß ich . . .
Sie hielt erſchrocken inne, denn er ſtand vor ihr und
hatte, ehe ſie es hindern konnte, ihre Hand gefaßt und an
ſeine Lippen gezogen.
Was wir Ihnen angetan haben, erkenne ich erſt jetzt,
und ich ſchäme mich in die Seele hinein vor Ihnen! Aber
warum hat Heinz nicht ein offenes, ehrliches Wort geſagt?
— Warum haben Sie nicht dahin auf ihn eingewirkt?
Das fragen Sie im Ernſt?
Ja, Sie ſind ſtolz, aber gerecht. Sie mußten ſich
ſa=
gen, daß ein paar alte Leute, die im Leben des Sohnes
eine Fortſetzung des eigenen erblicken, es allein für recht
und natürlich halten, wenn er zu denſelben Göttern betet
wie ſie, und daß ſie ſich erſt allmählich daran gewöhnen
müſſen, ihn andere Bahnen wandeln zu ſehen. Heinz hat
wiel weniger gebeten, als gefordert. Als ihm die
Ein=
willigung zur Heirat mit einer Schauſpielerin nicht ſogleich
erteilt wurde, nahm er ſie ſich kurzerhand ſelber. —
Mei=
nen Sie, daß Eltern das ſo raſch verwinden können, zumal
wenn es den Stammeserben betrifft? Heinz war ein
Brauſekopf . . .
Nein, er war ſtolz, und ſtolz bin ich auch — ich bettle
nicht! Ich hätte es ſchließlich von den alten Leuten
ver=
winden lernen, daß ſie eine Liebe nicht gelten laſſen
woll=
ten, die der althergebrachten Konvenienz nicht entſprach.
Aber mein Mann hatte einen Bruder, der ihm einſt ſehr
nahe ſtand. Er mußte fähig ſein, ſich in die Regungen
einer heißen jungen Seele hineinzuverſetzen, und er mußte
auch wiſſen, daß ſein Bruder eines ſchlechten Streiches
nicht fähig war. Bei dieſem Bruder wenigſtens glaubte
er Teilnahme und Verſtändnis zu finden — ſtatt deſſen
. .. ich bewahre einen Brief auf von jenem Bruder, Herr
von Drewensberg, ſoll ich ihn Ihnen zeigen?
Sie ſtanden ſich gegenüber, und Anitas Augen ruhten
feſt auf dem blaſſen, düſteren Geſicht des Schwagers.
Sie ſind nicht nur ſtolz, Sie ſind grauſam! . . . Und
doch, ich danke Gott, daß das einmal alles zur Sprache
kommt. Sie brauchen mir den Brief nicht vorzulegen, ich
weiß ihn noch faſt auswendig, denn nie im Leben iſt mir
etwas ſo ſchwer geworden, wie dieſe Zeilen. Als ich die
Nachricht von der Verlobung meines Bruders erhielt, be=
fand ich mich ſtudienhalber auf dem Lick=Obſervatorium
in Kalifornien, und die Mitteilung traf mich wie ein
Schlag. Ich mußte glauben, was mir meine Eltern in
ihrer Verzweiflung ſchrieben, daß mein ſchöner,
ritter=
licher Bruder im Begriff ſtand, ſein ganzes Leben
leicht=
ſinnig zu ruinieren. Da flehte ich ihn in meiner
Seelen=
angſt an, von der unwürdigen Geliebten zu laſſen . .
Sie wenigſtens” nicht zu heiraten, fiel Anita
ſchnei=
dend ein.
In ſeine Stirn war ein jähes Rot geſchoſſen. Jal—
auch das habe ich geſchrieben, ich will nicht ein Wort
leug=
nen. Ich meinte, jene Frau habe meinen Bruder
ſyſtemn=
tiſch ſchlau umgarnt, und da möge ſie tragen, was ſie
ſel=
ber über ſich heraufbeſchworen hatte. Wenn wir Heinz
nur Zeit ließen, zur Beſinnung zu kommen, würde er
ein=
ſehen, daß er im Begriff ſtand, ſich unglücklich zu machen,
und zurücktreten.
Und als das nicht geſchehen — er vielmehr jene Frau
Heiratete, iſt Ihnen da nie ein Zweifel an Ihrer
Beurtei=
lung gekommen? Und Sie haben trotz Ihrer
ſchwärmeri=
ſchen Begeiſterung für den Bruder niemals verſucht, ihn
zu verſtehen oder ſich perſönlich von ſeinem Unglück zu
überzeugen?
Kennen Sie die Antwort Ihres Mannes und das
Verbot jedes ferneren Annäherungsverſuches, bevor ich
nicht ſeiner Frau Abbitte geleiſtet habe? — Wie konnte ich
einer Frau Abbitte tun, ehe ich ſie überhaupt kannte?
Die Rückkehr nach der Heimat war mir damals gründlich
verleidet. Ich blieb in Kalifornien, und als ich mich vor
kurzem endlich zur Heimreiſe entſchließen konnte, war
Heinz bereits tot.
Einen Augenblick war es ſtill zwiſchen den beiden.
Anita ſtand an einen Seſſel gelehnt, blaß bis in die
Lip=
pen, die Hände feſt ineinander gepreßt, die dunklen Augen
mit einem ſtarren Blick geradeans gerichtet. Eberhardts
W. Reiss
Ernst-Ludwigstr. 22 Ernst-Ludwigstr. 22
Bezugsqnelle preiswerter Gebrauchsgeschirre
für Restaurant und Privatbedarf.
Villeroy & Boch-Fabrikate
Wasch-Garnituren, Eßservice,
Glaswaren, Küchen-Garnituren,
Emaillegeschirre, Holzwaren,
— Bestecke.
Einfache bürgerliche
Spezialſtät:
Küchen-Einrichtungen
Brautleuten besonders empfohlen.
(8391a
Teinldehpension Waadfe
befindet sich jetzt im neuen Heim
(15776a
Heinrichstrasse 55
Elegant möbl. Zimmer, vorzügl. Küche, Zentralheizung, elektr. Licht.
Teleph. 1954. Fri, K. u. M. Gaulé.
Sohns Schaampr
Wuschmaschie
75% Ersparnis an Arbeit,
Zeit und Kosten.
Wir warnen vor minderwertigen
Nachahmungen. (12459a
Inh. A. Ober, Hofliefert.
Gober Karlstr. 30 Tel. 2498.
Heſſ. Ungeziefer=Vernichtungs=Zentrate Karl W. Schäfer,
Blumenthalſtr. 41 (Spezial=Geſchäft für Ungeziefer=Vernichtung).
Telephon 1859. la Anerkennungen von Behörden pp. Poſtkarte
(16142a
genügt.
Sommer-
ruc Bocken
Fliegennetze
Brustschützer
Ohrenkappen
auch für (13797a
Luxus Pferde
in großer Auswahl billigst
bei
Philpp Hes
Darmstadt
5 Schillerplatz 5.
Gehrock=, Frack=, Smoking=
An=
züge, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10999a
Wichtig
Die gemeinschaftlichen riesigen Einkäufe der 4 Betten-
Spezial-Geschäfte Buchdahl Darmstadt, Mainz,
Frank-
furt, Karlsruhe, ermöglichen den Verkauf der besten
Fabrikate zu allerbilligsten Preisen.
Deckbett und 2 Kissen
aus garant. federd. rot. Inlet, mit doppelt
gereinigten haltbaren Federn gefüllt, Mk.
Deckbett und 2 Kissen
aus garantiert echt türkischrot federd.
Inlet, mit doppelt gereinigt. prachtv. gr.
.. . Mk.
Halbdaunen gefüllt . .
mit Daunen gefüllt, 2
Deckbett Kissen mit Halbdaunen
gefüllt, aus Ia echt türkischrot Daun.-Köp.,
prachtvolle Garnitur . . . . . nur Mk.
Andere Zusammenstellungen sehr billig!
Reinigung von Bettfedern und Daunen per Pfd. 20 Pfg.
Metall- und Holzbetten in enormer Auswahl.
Seegras-, Woll-, Kapok-, Rosshaar-Matratzen.
Patent-Matratzen, Reformbetten. Steppdecken.
(16247
Betten-
Markt 11
Spezial-Haus Boehdan Tel. 2188
Jnventur=Ausverkauf.
Einem geehrten Publikum bietet ſich jetzt ganz beſondere
Gelegenheit beim Einkaufe von Stickereien, da ich zur
bevor=
ſtehenden Inventur vom 1. Juli ab auf mein geſamtes reichhaltiges
Lager in Decken, Kissen, Läufer uſw., mit Ausnahme
der ind. und chin. Handarbeiten, einen Rabatt von 15%
gewähre, und bitte um geneigten Zuſpruch.
(14229a
Habert Briger, Hertieterant
Kunststickerei
Wilhelminenstrasse 35.
Underwood-Maschinen-Schreib-Büro
Vervielfältigungs-Anstalt
Zirkular-Druckerei — Schreib-Büro
Ernst-Ludwigstr. 9. Tel. 648. 14132a
Petroleumanpeln. Lamde,
lOas=
lampe , 1 Gaslüſter, 3fl., 1
Gas=
herd mit Geſtell billig zu verk.
*4396ds)
Heidenreichſtr. 39
Einheitspreis . 12.50
Saiamander Luxus-Ausführ. 16.50
Aus besten Rohstoffen hergestellt
Feinste Rahmenarbeit
Enorm große Auswahl in Formen
und Farben
(13405a
Allein-
Darmstadt
Verkauf Taur Hachas, Ludwigstrasseib.
Große ſpeckige
Bauernhandkäſe
1 Stück 12 Pfg., 3 Stück 35 Pfg.
bei
(*4296md
L. Stilling Wwe., Hochſtr. 4.
Ein bürgerliches
Wohnzim=
mer, beſtehend aus: 1 Auszugtiſch,
4 Lederſtühlen, 1 Vertiko u. 1 Sofa
in prima Moquette=Ausführung,
dunkel eiche gewichſt, la Arbeit,
umſtändehalber ſehr billig zu
ver=
kaufen Emilſtr. 28, III. (*4298md
„Wenn Sie von hartnäckigen
Hautausſchlägen, Flechten,
Haufjucken
uſw. geplagt ſind, ſo daß der
Haut=
reiz Sie nicht ſchlafen läßt, bringt
Ihnen,, Saluderma”raſch
Erleichte=
rung.” Aerztlich warm empf. Doſe
50 Pfg. und 1 Mark (ſtärkſte Form).
Bei F. Schaefer, Ludwigsplatz 7,
Chr. Schwinn, Rheinſtraße 8,
A. Logel, Eliſabethenſtr. u. Gg.
F. Frank, Parfümerie. (IV,13374
Geſicht war vor Aufregung gerötet. Es arbeitete in den
ernſten Zügen. In ſeinem Auge lag Qual und ein heißer
Wunſch. Und plötzlich ſtand er vor ihr und ſtreckte ihr
ſeine beiden Hände entgegen.
Anita — ſeien Sie großmütig — verzeihen Sie, was
Ihnen durch uns geſchehen iſt. Es ſoll Sie fortan kein
räuhes Wort mehr treffen, dafür werde ich ſorgen .
Reichen Sie mir Ihre Hand zum Frieden.
Es war ein Ton in ſeiner Stimme, der ihr ans Herz
griff. Sie war erſchüttert, unſicher — nicht fähig, wieder
das harte Nein zu ſagen.
Aber da fiel plötzlich ihr ratlos umherirrender Blick
auf ſeine Hand und auf den Ring, den ſie von ſeinem
Bruder erhalten hatte und den er immer noch an dem
Fin=
ger trug, auf den Heini ihn geſchoben hatte, und es traf
ſie wie ein brutaler Schlag. Sie zuckte zuſammen, und da
rief ſie auch ſchon:
Nie — nie! Es klang wie ein Angſtſchrei. Laſſen Sie
mich! Nie — nie! Sie verſchränkte die Arme vor der
Bruſt und wich vor ihm zurück. Wie iſt es, wird es
blei=
ben, immer . .. immer . . es darf nicht anders werden,
mein Kind und ich, wir gehören allein dem Toten an.
Mutti, da iß, erklang plötzlich des Kindes Stimme in
die aufgeregte Szene hinein. Heini kann nicht mehr.
Der kleine Mann hatte ſich die unbewachte halbe
Stunde zunutze gemacht und ſich ſtill mit ſeinen
Wein=
trauben in einen Winkel zurückgezogen. Jetzt ſtand er vor
der Mutter und hielt ihr das trübſelige Gerippe einer
Weintraube entgegen, an dem noch einige blaue Beeren
ein verlaſſenes Daſein friſteten.
Heini kann gar nicht mehr. Mutti! Heini iſt ganz übel.
Es dauerte einen Augenblick, bis Anita ſich in die
Wirklichkeit zurückfand, dann kniete ſie erſchrocken vor dem
Kleinen nieder und zog ihn haſtig in ihre Arme. Du haſt
doch nicht etwa alle Trauben auf einmal gegeſſen, Heini?
Doch, Mutti, ſie haben doll gut geſchmeckt — Onkel
muß andermal wieder welche mitbringen — au, Mutti,
nicht ſo drücken, tut Heini weh.
Aber, Kind, um Gotteswillen! Sie ſpähte beſorgt in
ſein kläglich verzogenes Geſichtchen, das ſeine Uebelkeit
deutlich verriet. Natürlich haſt Du Dir gründlich den
Ma=
gen verdorben.
Eberhardt ſah verſtört auf die Gruppe nieder. Ich
bin ein Unglücksrabe, ſelbſt mit den beſten Abſichten richte
ich nur Unheil an.
Dies Unheil iſt mit einigen Teelöffeln Rhabarberwein
leicht zu kurieren.
Anita erhob ſich von den Knien. Es war wieder die
eiſige Abwehr in ihrer Miene, aber als ſie die ehrliche
Beſorgnis in ſeinen Augen ſah, ſchmolz ihre Härte. Da
war alſo wirklich etwas Gemeinſames zwiſchen ihnen?
Sie begegneten ſich beide in der Sorge um das Kind? —
Und wie dieſe Sorge ihn verändert hatte! Keine Spur
der alten, bedächtigen Weiſe. Er ſprach und bewegte
ſich lebhaft, und als er ſich jetzt über den Kleinen
beugte und ihm zärtlich das Lockenhaar aus der
heißen Stirn ſtrich, glich er da nicht wieder ganz dem
ver=
ſtorbenen Bruder?
Oh, dieſe ſchreckliche, dieſe marternde Aehnlichkeit!
Du mußt zu Bett, Heini! rief ſie unvermittelt ſchroff.
Sage dem Onkel gute Nachtz.
Der Kleine gehorchte ſofort. Die Arbeit des
Ver=
dauens hatte bei ihm begonnen, er fing an, müde zu
wer=
den. Die Aermchen dem Onkel entgegenſtreckend und ihm
den Mund zum Kuſſe reichend, ſagte er: Gute Nacht,
Onkel Eberhardt, und wenn Du wieder kommſt, dann
bringſt Du lieber Birnen mit . . . Ja, Onkelchen! Oder
Erdbeeren; Heini ißt Erdbeeren doll gern.
Eberhardt lachte hell auf. Das erſtemal hörte Anita
dies friſche, herzliche Lachen aus ſeinem Munde, und
wie=
der zuckte ſie zuſammen, denn auch dies Lachen erinnerte
ſie an ihren verſtorbenen Mann.
Gute Nacht, Heini, Onkel wird ſich dieſe Aufträge gut
merken, aber erſt mußt Du die Weintrauben verwunden
haben, ehe es etwas anderes gibt. Und nun ſchlaf’ ſüß,
mein lieber Bub’.
Gute Nacht, Frau Schwägerin. Aus Ihrer düſteren
Miene leſe ich eine bittere Lehre heraus: Trauben, die zu
hoch hängen, um ſie mit der Hand erreichen zu können,
ſoll man auch nicht mit der Leiter holen. — Aber ich kann
Ihnen nicht zuſtimmen, denn die Trauben, die da oben im
goldigen Sonnenſchein reifen, ſind gerade die herrlichſten,
und um ſie erobern zu können, muß man alles wagen
im allerſchlimmſten Fall ſelbſt einen Sturz von der Leiter.
Ich verſtehe Sie nicht, Herr von Drewensberg.
Das ſollen Sie auch gar nicht! — Leben Sie wohl.
Sie konnte ihm nicht wieder die Hand verweigern, aber
als er ehrerbietig einen Kuß darauf drücken wollte, entzog
ſie ſie ihm unwillig.
(Fortſetzung folgt.)
n.
Für Herren:
Paar prima Boxkalf=Schnürſtiefel, „Goodyear
Welt”, Größe 44 . .
. ſtatt 16.50 9.75
1 Paar Rindbox=Schnürſtiefel,
Größe 44 . . . . . . . . . ſtatt 10.50 6.90
2 Paar Rindbox=Schnürſtiefel,
Größe 43 und 45 . . . . . . ſtatt 8.50 5.90
1 Paar Chevreaux=Schnürſtiefel mit Lackkappen,
Größe 41 . . . . . . . . . ſtatt 9.50 6.25
1 Paar Rindbox=Zugſtiefel,
ſtatt 8.50 6.50
Größe 43 . . . . .
2 Paar braune Chevreaux=Schnürſtiefel mit
Lack=
kappen, Größe 41 u. 42 . . . ſtatt 10.50 6.90
1 Paar hochfeine Chevr.=Schnürſtiefel mit
Lack=
ſtatt 12.— 7.50
kappen, Größe 45 .
ferner
1 Poſten ſehr haltbare Box=Schnürſtiefel, moderne,
breite Faſſon, Derbyſchnitt, Größe 40—44, 5.90
Außerdem
16265
Wiele Einzelpaare in Kinderſtiefeln,
alle Größen, unter Preis!
Wöir wollen mir dieſen Einzelparen, diel
ſich im Laufe der Zeit angeſammelt haben,
unter allen Umſtändenräumen; daher dieſe
billigen Preiſe ohne Rückſicht auf Verluſt.
Ein Teil dieſer angeführten Sachen ſind
in unſeren Schaufenſtern ausgeſtellt.
Ubr Dlanf
Markt 5, parterre und 1. Stock.
Sehr große
Spezialabtei=
lung für Herrenſtiefel im
1. Stock.
Auf alle anderen Artikel
10% Extra=Rabatt!
Aus herrſchaftlichem
Haushalt
2 ſchwere,
nußb. pol. Bettſtellen
mit 2 Sprungrahmen (
Roßhaar=
polſterung), dazu 2
Roßhaaraufliege=
matratzen u. Betten; ferner großer
offene
Küchenſchrank, Anrichte,
mehrere
ältere Stahlſtiche (Bilder
1 Nähmaſchine, wie neu, allee
billig abzugeben (*4468
Mathildenplatz 8, Werkſtätte
Wäſche aller Art wird z. Waſch.
u. Büg. angen., auch
Arbeiter=
wäſche. Näh. Fuhrmannstr. 8, pt. (*4470
Wir empfehlen uns in allen
Lackierungen
Möbel und Wagen,
Schilder=
malerei jed. Art, Ausführung ſämtl.
Weißbinderarb. zu d. niedr. Preiſen.
Haberkorn& Kaul, Arheilgen (nur Wrkſt.)
armſtädterſtraße 73
(16155a
Woog, am 30. Juli 1913.
Waſſerhöhe am Pegel 3,85 m.
Luftwärme 170 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 200 C.
Woog=Polizei=Wache.
Schneiderin nimmt n. Kundenan.
Weinbergſtraße 26, part. (*4132od
Melat.
Tücht. ſol. Geſchäftsm. (Eiſenhdl.
ſucht zw. Etabl. Frl. i. Alt. v. 25—30 J.
mit ca. 10 000 Mk. Vermögen kennen
zu lernen. Beding. Sparſamkeit
Erfahrg. i. Haushalt und Liebe z.
Geſchäft. Gefl. Angeb. auch von
Verwandten, nicht aber von
be=
rufsm. Vermittl. unter Anfüg.
eines Bildes erbeten unter A. 686 P. M.
an Rudolf Mosse, Mannheim. (I,16255
Damen und Herren
aller Stände iſt ſtets Gelegenheit
geboten ſich zu verheiraten durch
erſtes Heiratsvermittlungsbüro in
Darmſtadt. Offerten unter E 43
an die Exped. ds. Bl. (*4437
Glückliche, baldige
Heirat!
ſucht reelldenkend. Geſchäftsmann
ledig, 30 J. Offerten unter 2 4
hauntpostl: Darmstadt.
(*4455
Hoflieferanten
Grafenstrasse 19
Telephon 40.
Filiale: (16287
Ludwigsplatz, gegenüber der
„Stadt Pfungstadt‟
garant. gefahr- u. geruchlos
von 85 Pfg. an.
Original Hallers
Gaskocher
sparsam im Gebrauch
von 95 Pfg. an.
Spirituskocher
ist für jeden Haushalt unentbehr-
Clanzlol lich und kostet die Flasche 6.10
in bewährten Fabrikaten
von 35 Pfg. an.
(13421a
Otto
ichf.
Molschmahnts
Dalll-
Glühstoffeisen, Plätt-, Stahl-,
Kohlen-
u. Spiritus-Bügeleisen, Amerikaner u.
Frankfurter gerippte Glänzer, Brust-
und Aermel-Bügelbretter,
Spiritus-
kocher, Kleiderbügel empfiehlt (*4450
Ernst Crämer, Ludwigſtr. 7.
Dinder=Liegewag. (Nickel=Unter=
Rgeſt. u. Schutzbl.), f. neu, Pr. 18 M.,
zu verk. Lucasweg9, III. (*4394df
ußeiſerne Badewanne, neu
emailliert, billig zu verkaufen.
Näh. in der Exp. ds. Bl. (*4392
Dickmilch
Heidelbeeren in Milch
Rote Grütze
Flammeris
Kaltschalen
(16199md
Neleim Nestäufah
Alexanderstrasse 4, I.
L clanzierE
wird vom 31. Juli bis inkl. 2. August
in unserem Schaufenster, sowie Parterre-
Lokal durch den
Neger Mstr. LAELL
praktisch vorgeführt.
Probe-Flaschen von Glanziol,
sowie Reklamemarken bei
je-
dem Einkauf an diesen Tagen
gratis.
Architekten
oder Photographen bietet ſich
Ge=
legenheit, eine ſchwere maſſiv eich
Rahme m. Bildhauerarbeit u. Glas
illig zu kaufen. Dieſ. hat 130 Mk.
gekoſt. und wird für 45 Mk. abg.
Wagners Gelegenheitsgeſchäft,
Karlſtraße 41.
(*444a
Dourenrad m. Freil., Garankieſch
u. reichl. Zubeh. ſof. bill. zu verk.
*4444) Alexanderſtr. 25, 1. St. r.
Pill. zu verk.; 1 zweiſchl. ſaub.
Bett f. 20 M., roter Diwan, neu,
40 M., Stühle v. 1,50, Tiſche, Tepp.,
dar. echt. Kelim, u. Verſch.
Schwanen=
ſtr. 12, am Schloßgartenpl. (*4464d
Klavierstimmer
Emil Schultze,
Herderſtraße 11.
Kammermuſiker,
(16236a
gut erhalt. Federrolle, 25 Ztr.
Tragkr., 150 Mk., 1 gut erhalt.
Rolle ohne Federn, 450/190 Größe,
150 Mk., 1 leichter Milchwagen
uſw. Wagenbau J. Geibel,
Pfungſtadt.
(16283df
Für Eymnas.-Untersekundaner
wird zur Nachhilfe geeignete
Per=
ſönlichkeit geſucht. Offerten unter
D 91 an die Exp.
(*4256mdf
wünſcht engliſch.
Engländerin Unterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (10998a
Fründl. Notenlehre u.
Klavier=
unterricht wird billig erteilt.
Gutenbergſtraße 6. (*4438ds
wünſcht das Glanz=
Fräuleil bügeln gründlich zu
erlernen. Offerten mit Preis u.
E 35 an die Expedition. (*4418
erteilt
Damen=Buſchneider gründl.
theoretiſchen u. praktiſchen
Unter=
richt. Dauer d. Kurſus 6 Wochen.
Beginn 1. u. 15. j. Monats. Auch
Abendkurſe. Off. u. D 82 Exp. (16148a
18900
15. August
Beginn eines neuen Koch=
und Einmachkurſus.
Anmeldungen jederzeit. Frl. J.
Friedrich, Frankfurterſtr. 74, I.
Die noch vorhandenen Einzelpaare kommen
größtenteils unter Selbſtkoſtenpreis
zum Verkauf!
Einige Beiſpiele:
Für Damen:
3 Paar gelbe Halbſchuhe, modern, Lackkappe,
Größe 37—38 . . . . . . . ſtatt 7.50 5.90
1 Paar gelbe Halbſchuhe,
Größe 41 . .
. . ſtatt 7.50 3.90
6 Paar ſchwarze Borkalf=Schnürſtiefel,
Größe 36—38
ſtatt 8.50 4.75
2 Paar hochfeine branne Stiefel mit Lackkappen,
Größe 41—42
ſtatt 12.50 7.50
1 Paar hochfeine braune Stiefel mit Lackkappen,
ſtatt 16.50 9.50
Größe 39 . .
1 Paar hochfeine ſchwarze Stiefel,
ſtatt 16.50 9.75
Größe 38 . .
4 Paar braune Chevreaux=Schnürſtiefel, moderne
Faſſons, Größen 38, 39, 41 . . ſtatt 8.50 6.90
1 Paar ſchwarze Halbſchuhe,
ſtatt 7.— 3.95
Größe 41 . .
1 Paar braune Schnürſtiefel, Lackkappe,
Größe 38 .
ſtatt 7.50 5.00
und Abschnitte
Waschstoff-Reste
78 ₰ 35₰ 1—
Blusenstoff-Reste
Die bedeutenc
reduzierten
Preise sind
neben den
sonstigen
Ver-
kaufspreisen
mit Rotstift
deutlich
vermerkt.
Heute
12
2
3 ₰
Kleiderstoff-Reste
Cretonne-Reste
Handtuch-Reste
Damast-Reste
Croisé-Reste
Pique-Reste
Bettkattun-Reste
Bettzeug-Reste
Schürzenzeug-Reste
Druckzeug-Reste
Hemdenbiber-Reste
Sonder-Angebot!
Im Parterre auf Extra
Tischen aufgelegt!
Ausstellung im rechten
Eingangsfenster!
Stück
(16282
Markt
r auf meine
es
Henmagherischen Karen
aufmerksam zu machen. Anwendbar und bewährt bei Nerven-
und Stoffwechsel-Leiden, Zirkulations- und
Funktions-
störungen, wie z. B.: Rheuma,Gicht, Ischias, Herz-, Leber-,
Magen-, Nieren-, Blasen-, Darm- und Haut-Leiden;
Schreib-, Klavierspiel-u. a. Krämpfe: Hysterie, Lähmung,
Geschwulste (Kopf, Ohren, Augen u. a.), Schmerzenaller Art.
Johanna Becker
Mitglied der Vereinigung Deutscher Magnetopathen, E. V., gegr. 1888
Darmstadt, Rossdörferstrasse 28
(früher Teichhausstrasse 53, I.) (15696a
Sprechzeit: Dienstag und Freitag 9—12 und 3—5 Uhr.
Besuche auch im Hause der Patienten. Vorzügl. Referenz en. hies. Familien.
und Mandoline bill. zu verkaufen.
Daſelbſt auch Unterricht. (16087a
Stiftſtr. 19, 3. St., bei Hofmann. Damen-Sport-u. Reisehufe
große Auswahl, billige Preiſe, da
(15032a
eigenes Fabrikat.
Schulſtraße 9, II. Sand, Kles u. schlacke
können angefahren werden. Näh.
Fritz Schmitt, Arheilgerſtr. 6. (16109ids Motorrad
faſt neu (Adler=M.), ſehr preiswert
z. verk. Heinheimerſtr. 13. (*4406 Kinderwagen für 8 Mk.—
verk. Off. u. E 27. Exped. (*4402
Wir haben ſtets einige gebrauchte
vill. zu verk.
Kassenschränke Verkaufsſt.
der Ostertag-Werke, Frankfurt a. M.,
Alte Mainzergaſſe 90. H. (II,11009
Tinderwagen, gut erh., zu verk.
St. *439
fühlſtr. 7, Stb.
Zigarren
Reste besserer Marken
)St. 65 Pfg. (16139a
Emmericher Waren-Expedition
Elisabethenstr. 12. Telephon 979.
Wetrol.=Lſtr. mit Kerzen bill. z.
verk. Rheinſtr. 2, II. (*4423
Den Reſtbeſtand meines Lagers in
Gold= u. Silberwaren
gebe zu jed. annehmbaren Preiſe
ab. Auch daſelbſt ein faſt neuer
Silberſchrank, für jedes Geſchäft
geeignet, und ein dreiſitziges
Werkbrett ſpottbillig. (15035a
Chr. Lenz, Hofjuwelier
Luisenstrasse 8, II.
I. Hess. Versich. geg. Ungezief.
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Eliſabethenſtr. 31. Telephon 461.
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe, Motten uſw. billigſt unt.
Garantie und ſtrengſter Diskretion.
Zahlung
nach
Erfolg!
Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung gegen
Ungeziefer beſonders zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Stelle. Poſtkarte genügt. (11272a
ſucht Stelle, 1. September eventuell
früher. Offerten unter D 70 an
die Expedition ds. Bl. (*4183id Gewandte Verkäuferin der
Lebensmittelbr. ſucht per ſofort
Stellung; gute Zeug. vorh. Off.
u. E 34 an die Expedition. (*4420 Geb. junge Dame
mit beſten Zeugn. u. Empfehlungen
ſucht für 1. Sept. Stellung als
Hausdame, Geſellſchafterin oder
Erzieherin in feinem chriſtl. Hauſe.
Off. u. E 41 an die Exp. (*4441 Jg. Frau wünſcht Büro od. Lad. z4
reinigen Bismarckſtr. 76, Stb., pt. (* mit Empfehlungen
Mädchen aus guten Häuſern
nimmt Aushilfe an. Näh. Eliſa=
(*412
bethenſtr. 76, früh. Oktroihaus. (*4 Eine ſaubere, alleinſt. Frau ſucht
Stelle als Haushälterin bei einem
Herrn oder Dame oder ſonſt kleinen
Haushalt. Off. unter E 36 an
an die Expedition d. Bl. (*4428 Aelt. alleinſt. Frau ſucht klein.
einfachen Haushalt zu führ. gegen
monatl. kleine Vergütung. Offert.
unter E 24 an die Exp. (*4395 Aelt. Mädch. ſucht vorm. zwei
Stunden Beſchäftigung. Zu erfr.
Eliſabethenſtr. 25½, 2. St. (*4400 Saub. Frau ſucht 2 Std. Lauf=
dienſt in der Nähe. Wendelſtadt=
ſtraße 49, Seitenb., I., part. (*4457 ſucht Laden oder
Jg. Frau
Büro zu putzen
*4459) Große Kaplaneigaſſe 60. Reinl. Frau ſ. für nachm. Spülen
*4433) Große Kaplaneigaſſe 29, II. Stell. ſuchen: Kindergärtnerin,
gewandte Hausmädch., ält. Herrſch.., mehr. jüng. Mädch., welche ſich
als Kind.= u. Hausmdch. eig., für ſof.,
15. Aug. u. 1. Sept. Frau Minna Dingel-
dein, gewerbsmäßige Stellenver=
mittlerin, Eliſabethenſtr.5, Tel. 531.(* Braves Mädch. ſucht Laufdienſt
von vormitt. bis nach dem Spülen.
Kranichſteinerſtr. 15, II. (*4463 Männlich Buchhalter
33 Jahre alt, in groß. Betrieb jahre=
langtätig, vertraut. m dopp., amerik.
Buchführ., ſowie Lohn= und Arb.=
Verſ.=Weſen, ſteht gegenwärt. zirka
50—100 Arbeitern vor, ſucht geſtützt
auf la Zeugn. u. Ref. per 1. Sept.
Lebensſtellung. Gehalt nach Ueber=
einkunft. Off. u. E 38 Exp. (*4432 Junger Beamter
mit ſchöner flotter Handſchrift, ſucht
ſchriftl. Nebenbeſchäft. irgendwelch.
Art. Off. unt. E 42 Exp. (*4440ds Hohe Belohnung erhält der=
jenige welcher einem ſolventen
alleinſtehenden Mann, Ende 30er,
bis Oktober-November ds. Js, ev.
ſpäter, zu ein. dauernd. Vertrauensp.
verhilft. Gefl. Offerten u. D 75
an die Exped. ds. Bl. (*4187ids Hiefiger Geſchäftsmann ſ. als
Nebenbeſchäftigung Vertretung od.
Kaſſiererſtelle. Bitte Offert. unt.
E 32 an die Exp.
(*4413 Jung., ordentl., kräft. Mann
(Radfahrer) ſucht ſofort Stellung,
gleich welcher Art. Näheres Laute=
ſchlägerſtr. 7, 2. St., I. (*4447 Selen Welblich Flote Verkäuferin
repräſ. Erſcheinung, für e. Herren=
artikelgeſchäft per ſofort, event. ſpät.
geſucht. Ausführliche Offert. unt.
D 81 an die Exp.
(*4221id Für maschinenschrifl. Arbeiter
für einige Abende jeder Woche ge=
wandte ige. Dame oder Herr ge=
ſucht. Gefl. Anerbieten u. E 48
an die Exvedition ds Bl. (*4454 Mädchen
finden dauernde und loh=
nende Beſchäftigung (16130a
25 Liebigſtraße 25
Hinterbau. Papierarbeiterinf
ſucht C. W. Leske. (*4429 aus achtbar. Fam.
Lehrmädche
f. Konfektion geſ.
Eliſabethenſtr. 56, II. (15918a Modes: Lehrmädchen geſucht.
Anna Bersch, Schuchardſtr. (*4236ids Per ſofort oder 1. Septemb. ein
Lehrmädchen geſucht (*4410ds
H. Klink & C. Rettberg,
Ecke Ludwigsplatz u. Schulſtraße. Zuverl., reinliche Lauffrau oder
Mädchen vorm. 3, nachm. 2 St. geſ.
Näh. Taunusſtr. 1, I. (*4338md für kleinen
Gesucht Haushalt
ein anſtändiges, zuverl. Dienſtm.
zum 15 Auguſt, bezw. 1. September.
Monatsl. 22 M. Zu meld. Heinrich=
ſtraße 46, II., b. Fr. Anna Schad. (16170md Zur Offiziershaushau
zum 15. Auguſt
eine gute Köchin
geſucht, die auch etwas Hausarbeit
übernimmt. Offerten unt. E3 21
an die Exped. ds. Bl. erb. (16232md Suche m. tücht.MLädeh.f. h. u. außerh.
Johannette Weißmantel, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Karlſtr. 30. (*4267 od. Lauffrau geſucht
Aushilfe Alieſtr. 14, I. (*4430 Ordentl. Laufmädchen geſucht
Landgr.=Phil.=Anl. 60½, III. (*4405 ſofort
Tüchtiges,
gewandtesHausmädchen geſucht
Meiſel, Roquetteweg 4, I (B16264 Gesucht zum 15. Aug.
eine Stütze, die kocht u. im Nähen
etwas geübt iſt, in kleineren Haus=
halt, wo Mädchen vorhanden. Off.
unter E 29 an die Exp. (*4417 Servierfräulein geſucht. „Zum!
Luftſchiff”, Langgaſſe 32. (*4409df Zum 1. September wird ein
braves, ſolides Mädchen s
das kochen kann, geſucht (16285df
Rückertſtraße 27, I. Eine ordentliche Lauffrau oder
Mädchen ſofort geſucht (B16288
Götze, Karlſtr. 97, II. Ehrliche, junge,
Lauffrau
ſaubere
geſ. Saalbauſtr. 60, III. (*4453 Ein Mädchen, das kochen kann,
mit guten Zeugn., zu einer Dame
(auch zu 2 Leuten) geſ., hoher Lohn.
Frau Susanna Röse, gewerbsmäßige
Stollenvermittlerin, Kiesstraße 35, I. (*4439 Suche perſ. u. bürg. Köch, beſſ.
Stütze, Alleinmädch., w. koch. u.
nicht koch. k., Zimmer= u. Küchen=
mädch., Kindermädch. nach ausw.,
Servierfräul., Mädchen od. Frau
zur Aush. für 3 Woch, ſof. für hier
u. ausw. Frau Minna Dingeldein, ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtr. 5, Tel. 531. (*4478 e e
—1 (Penſionär)
Aelterer Mann ſtundenweiſe
als Aufſichtsperſon uſw. für Neu=
(*4344md
bau geſucht.
Näheres Architekt Gg. Scherer,
Rheinſtraße 47. Chauffeur
ſtadtkundig, ſofort geſucht. Offert.
u. E 26 an die Expedition. (*4403 Für das Stadtkrankenhaus zu
Darmſtadt, Grafenſtr. 9, wird zum
alsbald. Eintritt ein tücht. (16272dfs
.
Hausdiener geſucht.
erhalten dauernde und lohnende
Beſchäftigung bei
(15009a
J. Schönberg, Pallaswieſenſtr. 98,
Sortieranſtalt.
Zur Führung
eines feinen Zigarrengeſchäftes
wird geſchäftsgewande
Sehr paſſend als
Nebenbeſchäf=
tigung für jüngeres Ehepaar.
Kaution,welche ſichergeſtellt wird,
erforderlich. Gefl. Off. unt. D. 55
(*4105sid
an die Exped.
Herren können
Berufswechſel! ſich bei leichter
Tätigkeit geſicherte Exiſtenz
ver=
ſchaffen, wobei hoher, feſter
Ge=
halt gezahlt wird. Off. u. E 46
(*4461
in die Exp.
Schiffsjunge-Kapitän.
Karriere der Handelsmarine, illuſtr.
Broſchüre verſendet koſtenlos
F. Glatzel, Schiffsoffizier, Altona (Elbe) L. Lange.
Palmaille 54, 1. Stock. (II,16257
Dekorateur
zur Ausführung von Schaufenſter=
Ausſtellungen (Marken=Artikel) geſ.
Offerten unter E 40 an die
Expe=
dition ds. Bl.
(*4434
ſofort geſ. (47a
Friſeurgehr
Schuchardſtr. 9.
Jüngerer Auslaufer geſucht
Martinſtraße 20.
B16238)
Martinſtraße 91
Parterre und I. Stock
Hochherrſchaftl. Wohnung
wegen Verſetzung des
Hauseigen=
tümers auf 1. Oktober zu vermieten,
beſtehend aus 10 Zimmern 2
Bade=
zimmern, 2 Veranden, Gas und
elektr. Licht, großem Turmzimmer,
3 geräumigen Kammern,
Mädchen=
zimmer, Trockenboden nebſt allem
Zubehör, großem Obſt=, Gemüſe=
und Ziergarten und Bleichplatz.
Event. ſind die Etagen auch
ge=
trennt zuvermieten. Anzuſehen von
10—12 Uhr vormittags. (B16296ms
Wilhelminenstr. 50, I.,
(Beletage) herrſchaftliche Wohnung,
6 Zimmer, Badez. nebſt Zubehör
z. vm. Näh. Grafenſtr. 15, I. (14801a
Mollerstrasse 9
1. Stock eine 5 Zimmer=Wohnung,
Fremdenzimmer, Mädchenkammer,
Gas u. Veranda, nebſt Zubeh. per
ſofort zu vermieten.
(15498t
Freundl. Parterre=Wohnung,
neu hergerichtet, beſtehend aus 5
Zim., 1 dkl. Kammer, Küche,
Boden=
kammer, 2 geräumigen Kellern,
mit Gas, Waſſer ꝛc., zum 1. Aug.
zu vermieten. Zu erfragen
Mühl=
ſtraße 28, Hinterhaus. (16147t
Ernst-Ludwigstr. 18, II.,
5 Zim.=Wohnung, neuhergerichtet,
alsbald oder ſpät. zu verm. Näh.
1. Stock, von 10—3 Uhr. (14815ids
Frankfurterſtr. 84, I., Mietnachl.
bis 1. Jan. für neu herg. herrſch.
5 Zim.=Wohn. m. Zubeh., vollſt.
Bad, Warmwaſſer=Anl. p. ſof. od.
1. Okt. bill. z. vm. Näh. daſ.(1627g
Vornehme dauernde
iſt einem Herrn ohne Branchekenntnis mit einem jährlichen Einkommen
von ca. 4000 Mk. geboten. Das Unternehmen eignet ſich für einen
Herrn, der eine Selbſtändigkeit beabſichtigt, jedoch vorerſt auch
als Nebenerwerb. Das Unternehmen iſt in jeder Beziehung höchſt
rentabel und von Dauer. Erforderliches Kapital 4—500 Mk.
Gefällige Off. von nur ernſthaften Reflektanten, die auch
tat=
ſächlich das verlangte Kapital beſitzen, unter E 52 an die Expedition
dieſes Blattes.
(16297
Von einer erſtklaſſigen
Sekt-Keilerei
wird für Darmſtadt und Umgegend ein tüchtiger, gut eingeführter
Vertreter
8.
Anerbietungen unter D 89 an die Expedition dieſes Blattes.
Hausbarlaie (Radfahrer)
dem an einer dauernden Stellung liegt, beſte Empfehlungen hat,
findet lohnende Beſchäftigung
(16290
Inh.:
Spele
enhaus, paul Wildan.
freundl. 4 Zimmerwohnung mit
Gas, Bad u. Zubehör per ſof. zu
verm. Näh. daſ., II. Et. (B15837t Eliſabethenſtr. 23, Manſ.=W.,
4 Z. u. Nebenr. a. ruh. Leute. (15992t Rhönring 105 4 Zim.=Wohn.,
neuzeitl. eingerichtet, bis 1. Oktob.
zu verm. Näheres part. (14387a 3 Zimmer Z
Kaupſtraße 51, II., freundliche
3 Zimmerwohnung per 1. Aug. d. J.,
event. ſpäter zu verm. Näh. bei
R. Ringler, Waldſtr. 54. (15892a Schulstrasse 6, II.,
ſchöne 3 Zimmer=Wohnung mit
Küche u. ſonſtigem Zubehör ſofort
zu vermieten. Näh. im Laden bei
(15363t Mathildenplatz 11, Manſarde,
3 Zimmerwohnung zu vermiet. Zu
erfragen daſ. 1. Stock. (14456ids Wienersſtr. 68, 3 Z.=W. ſof. od.
pät. Näh. Wienersſtr. 52. (*4435dfs
Kleine 2 Zim.=Wohn. f. einzelne
Leute in der Altſtadt zu vermiet.
Näh. Kahlertſtr. 1, Bertsch. (15897oidf Kiesſtr. 21 im Hinterhaus eine
kl. 2 Zim.=W. zu verm. (15222ids Hochſtr. 22, kl. 2 Zimmerw.
an ruh. Miet zu verm. (14659ids Magdalenenſtraße 6, parterre,
Seitenbau,
Zimmerwohnung,
welche renoviert wird, zu verm.
Näh. Saalbauſtr. 38, II. (15831ids Ecke Grafen= u. Hofſtallſtr.,
Manſ., 2 Zim., Küche u. Zub. an
ruh. Leute. Näh. im Hinterb. (16292t Mterte Zimmer Schuchardſtraße 13, 2. Stock,
fein möbl. Zimmer mit oder ohne
Penſion zu vermieten. (16088a Grafenſtr. 39, 2. St., ſch. möbl.
Wohn= u. Schlafz. z. verm. (15954a Karlſtraße 30, III. r., gut möbl.
Zimmer an ſ. r. Herrn. (15592t Viktoriaplatz 9 möbl. Zimmer
zu vermieten.
(16099t Ecke Grafen= u. Wieſenſtr. 1
ſch. möbl. Zimm. ſof zu vm. (15335t Bleichſtr. 51, III, 1 gut möbl.
Zimmer zu vermiet. (15858t Grafenſtr. 26, II., 1 gr. u. 1I.
gut möbl. Zimmer zu verm. (15894t Mathildenplatz 7, II., ſchönes
Wohn= u. Schlafz., neu möbl., per
1. Auauſt zu vermieten. (15924a Riegerplatz 8, II., rechts, ſchön
möbliertes Zimmer.
(15961a Eleg. mod. Wohn-
und Schlafzimmer
für jede Zeitdauer zu vm. (16122a
Neckarſtr. 22, 2. St.
nächſt der Dragoner=Kaſerne. Schuchardſtr. 11, II., 2 ſch. mbl. Z.,
1m. Kl. u. Schreibt. u. 1kl. Z. b. (*3150imd Grafenſtr. 13, I., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (14142omd Kaſinoſtr. 2, I., bei Reinheimer,
gr. g. möbl. Z. a. D. o. H. (*4230mdf Lagerhausſtr. 32, möbliertes
Zimmer mit Penſion zu ver=
mieten.
(*4272mdf Hügelſtr. 19, III., per ſof. fr.6
möbl. Zim. zu verm.
(16210t Stock, ein
Hügelstr. 2, Wohn= und
Schlafzim. zu verm. (*4325md Waldſtr. 23, II. lks., gut möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*4323md Lauteſchlägerſtr. 44, I., möbl.
Zim. an Kaufm. od. beſſ. Arb., auch
an anſt. Fräul. zu verm. (*4289md Eliſabethenſtr. 52, part., möbl.
Zimmer zu vermieten. (*4305mdf Karlſtraße 44, ein ſchönes
möbliertes Zimmer ſofort zu
vermieten.
(*4357mdf Hügelſtraße 89 einfach möbl
frdl. Zimmer, 15 Mk. monatl., auf
Wunſch auch Penſion. (15290od Mühlſtr. 68, I., (am Kapellpl.)
hübſch möbl. Z. m. Gas, Schreibt.
an beſſ. Herrn (Beamt.) (16030ids Schützenſtraße 18, Stb., ein
möbl. Zimmer zu verm. (13042ids Roßdörferſtraße 28, Manſ.,
möbl. Zimmer ſofort. (15362a Eliſabethenſtr. 42, II., möbl.
Zimmer mit oder ohne Penſion
(15336ids
zu vermieten. Schulſtr. 3 III., g. möbl. Z.
vm. Anz. 8—10 Uhr vorm. (15591ids
10, 1. Stock, ſchön
möbl. Zim. zu verm. (16131a
Schützenſtr. 26, part, ſch. nette
ſepar. Zimmer per ſofort. (16124ids
Karlſtr. 28½, III., Schlafſtelle
nur 3 Mark mit Kaffee. (*4217ids
Heinheimerſtr. 22, III., Koſtu.
Logis per Woche 10 Mk. (*4177ids
Schulſtraße 15, 2. Stock, gut
möbl. Zimmer mit Frühſtück für
18 Mk. monatlich.
(16149a
ſchön
ſchſtraße 12, 1. Zt., möbl.
Zimmer für 18 Mk. ſof. (*4251id
Mink
Elisabethenstr. 4 (Zentrum)
gut möblierte Zimmer auf jede
Zeitdauer.
(16065a
Eliſabethenſtr. 49, II., einf.
möbl. Zim. m. g. Bett, bill. (16194a
Kiesſtr. 21, Stb., r., 1. St., hübſch
möbl. Zim., Monat 14 Mk. (*4422dfs
Hochſtr. 12, pt., einfach. ſchön
möbl. Zimmer ſof. z. verm. (*4424ds
Eliſabethenſtr. 44, Vdh., II.,
einf. möbl. Zim. ſof. bill. z. vm. (16274t
Kiesſtraße 66
2. St., hübſch möbl.
Wohn=
u. Schlafzim. an beſſ. Herrn
p. ſof. zu verm. (16277ms
Ludwigsplatz 4, 2. Etage, gut
möbliertes Zimmer. (*4411dfs
Eliſabethenſtr. 37, Htb. 1. St.,
möbl. Zimmer ſof. billig. (*4442
Schloßgartenſtr. 55, II.,
gegen=
über dem Herrngarten, gut möbl.
Zim. mit od. ohne Penſion. (*4414
Beſſ. Hr. find. gem. Heim, möbl. od.
unmöbl. Off. u. E 30 Exp. (*4415
Neue Schwanenſtr. 72, 2. St.,
2 gut möbl. Zim. zu vm. (*4416dfs
Landwehrſtr. 11, part., gr. gut
möbl. Zimmer zu verm. (*4065
Grafenſtr. 27, III. I., g. möbl.
Zim., ev. mit Penſ., ſof. (*4304df
Eliſabethenſtr. 25½, II., gut
möbl. Zim. an beſſ. Fräulein zu
ver=
mieten, event. mit Penſion. (*4399
Mauerſtr. 15
möbl. Zim., a. W. m. Penſ. Daſ.
Zimmer auf kurze Zeit. (*4391df
Kahlertſtr. 5½, I. St., ſehr
gut möbl. Zimmer an ruhigen
Herrn zu vermieten. (*4471
Pallaswieſenſtr. 38, II, möbl.
Zimmer zu vermieten. (*4463df
Wienersſtr. 54, gut möbl. Zim.,
Dipl.=Schreibt., ſof. zu vm. (*4452dfs
Frankfurterſtr. 24, part., in
gutem Hauſe freundliches Zimmer
mit gut. Penſ. ſof. zu verm. (16293a
Rheinſtr. 2, Hinterh., möbliert.
Zimmer zu verm.
(*4436df
für Ausſtellungs=
Ein Erker zwecke zu
ver=
mieten Dieburgerſtr. 18. (14745t
Vihl
Schüler oder Schülerinnen
welche höhere Lehranſtalten in
Darmſtadt beſuchen, können ſehr
gute Penſion und Beaufſichtigung,
epentl. Nachhilfe, in gebildeter
Familie erhalten. Offert. unt. A 4
an die Exped. ds. Bl. (15041a
§2 Zimmer=Wohnung n. Zub.,
Nähe Schloß, von einz. Dame
p. 1. Sept. beziehb., Ende Auguſt
geſ. Gefl. Off. u. B 28 an die
Expedition d. Blattes. (*4407
Mhbltries Zimmer
mit 2 Betten, Kaffee u. Bedienung
auf etwa 1 Woche ſofort geſucht.
Angeb. mit Preisang. unt. E 4
an die Exped. d. Bl. (16197mdf
Sandbergſtr. 27, I. r. möbl.
zimmer mit oder ohne Penſion
ſofort zu vermieten. (B15598ids
Meeeenenee e e
2 ſuchen für Monat Auguſt ein
hübſches möbliertes Zimmer mit
2 Betten, möglichſt mit Balkon.
Beſſunger Stadtteil bevorzugt.
Gefl. Offerten mit Preisangabe
unter E 51 an die Expedition
(*4475
erbeten.
W
per
et. Anguſt
volle Pension
in der Nähe Marienplatz
Rhein=
ſtraße. Off. u. F.848 an
Haasen-
xtein & Vogler, Aktien=Geſ.,
Mannheim.
(II,16258
Geſunde Sommerkoſt!
Je öfter Sie Mondaminsgebrauchen, deſto
beſſersfür die Geſundheit der ganzen Familie.
Nicht nur Milchſpeiſen, ſondern auch andere
köſt=
lichesund nahrhafte Süßſpeiſen, wie z. B.
Zitronen=
oders Apfelſinenauflauf, Chokoladenflammeri, auch
Kirſch=Pflaumenſpeiſe werden
ſchmackhaft und ſchnell mit
AoNuuArà
Freiket. Einige von dieſen Rezepten ſind auf den
Mondamin=
paketen, weitere im Sommerſpeiſen=Büchlein, gratis und franko
erhältlich vom Mondamin=Kontor, Berlin C. 2.
VI, 13373
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Pferdeſport. Rennen zu Chantilly.
Premier Criterium; 6000 Francs. Diſtanz 1100 Meter:
1. Monſ. E. Kanns Kummel, 2. Frileux III, 3. Punch.
Tot. 83110. — Deuxieme Criterium; 6000 Francs,
Diſtanz 1000 Meter: 1. Monſ. M. Caillaults Juanita,
Prix
2. New Star, 3. Felicitas. Tot. 129=10.
de la Route Millard; 5000 Francs, Diſtanz 2400 Meter:
1. Monſ. C. Fouchards Coraline, 2. L’Etna, 3. Lord
Mayor. Tot. 35:10.
Mainzer Radrennen. Eine auserleſene erſtklaſſige
Konkurrenz wird das Goldene Rad von Mainz,
das am Sonntag auf der Radrennbahn des Mainzer
Sportplatzes zum Austrag kommt, am Start ſehen. Das
große Rennen wird ſich den Goldenen Rädern der
Metro=
polen des Radrennſports, Berlin, Dresden, Leipzig,
Bres=
lau, Chemnitz, würdig erweiſen, denn in Vanderſtuyfft,
Böſchlin und Jak. Eſſer treten ſich drei wirklich erſtklaſſige
und gleichwertige Gegner gegenüber. Böſchlin und Eſſer
haben in Mainz wiederholt große Rennen gewonnen.
Vanderſtuyfft iſt bekanntlich ein Fahrer, der zur
Extra=
klaſſe gehört.
sr. Das Internationale Lawn=Tennis=Turnier in
Marienbad nahm einen außerordentlich intereſſanten
Ver=
lauf, obwohl es infolge heftiger Regengüſſe wiederholt
unterbrochen werden mußte. Der Wiener Kinzl war der
erfolgreichſte Spieler der außer der Meiſterſchaft von
Marienbad vier weitere Preiſe gewann. R. Kleinſchroth
war nicht recht in Form, konnte jedoch den Bäder=Preis
gewinnen, da Bergmann in der Schlußrunde aufgab und
Kinzl in dieſer Konkurrenz nicht mitſpielte. Das
Doppel=
ſpiel gewannen R Kleinſchroth=Bergmann mit 6—4, 3—6,
6—3, 6—2 gegen Kinzl=Redlich. Die Meiſterſchaft von
Oeſterreich im gemiſchten Doppelſpiel wurde von Frau
Amende=Kinzl 6—1, 4—6, 7—5 gegen Frau Maſchka=
Berg=
mann gewonnen. In der Damen=Doppelmeiſterſchaft von
Oeſterreich gab es einen Ueberraſchungsſieg von Mrs.
Crundall=Punett und Frau Elliſon gegen Frau Amende=
Frau Maſchka, dagegen ſiegte in der Damen=Meiſterſchaft
Frau Amende „ohne Spiel” gegen Mrs. Crundall=Punett,
die weiteren Kreiſen unter ihrem Mädchennamen
Nut=
combe=Quick bekannt iſt.
sr. Die Bodenſee=Segelwoche nahm mit der erſten
Wettfahrt vor Konſtanz ihren Anfang. Die größte Zahl
der beteiligten Berliner Jachten konnte mehrere
Klaſſen=
preiſe gewinnen. Im einzelnen ſiegten in den
verſchie=
denen Klaſſen: 8 Meter=Klaſſe „Undine” 7 Meter=Klaſſe
„Kismet”, 6 Meter=Klaſſe „Withorre” 5 Meter=Klaſſe
„Kiß me Quick”, Sonderklaſſe „Erlkönig X‟, 75
Quadrat=
meter=Kreuzer „Beate IV½— 45 Quadratmeter=Kreuzer
„Briſe‟ Nationale Jollen „Stipper”
* Keglerfeſt in Frankfurt. Zu der im Auguſt
ſtatt=
findenden Bannerweihe der über 500 Mitglieder
zählenden Kegler=Vereinigung Frankfurt
haben bis jetzt folgende Verbände dsw. Klubs ihre
An=
meldung abgegeben: Uelzen, Dresden, Barmen, Solingen,
Bochum, Remſcheid, Mainz, Wiesbaden, Mannheim,
Hanau, Offenbach, Darmſtadt, Würzburg u. a. Eine große
Anzahl Ehrenpreiſe von Verbänden, Klubs und
pri=
vater Seite ſind bereits geſtiftet. Mieder Aufſtellung der
großen Kegelhallen iſt begonnen worden. Den großen
Keglerfeſten in Braunſchweig, Barmen, Bitterfeld wird
ſich das Frankfurter Feſt würdig anſchließen und einen
Ueberblick über die Ausdehnung des Kegelſports in
Frank=
furt a. M. geben.
Luftfahrt.
sr. Die ſchweizeriſche National=
Samm=
lung für das Heeresflugweſen ergab
bis jetzt 1400000 Francs, das ſind etwa 40 Centimes auf
den Kopf der Bevölkerung. Weitere 100000 Francs ſtehen
feſt in Ausſicht, ſo daß der Bund mit eineinhalb Millionen
Francs rechnen kann. Hinſichtlich der Organiſation iſt
ſo=
viel beſtimmt, daß die Flugzeuge nicht den einzelnen
Di=
viſionen zugeteilt, ſondern ſämtliche Flugzeuge zu einem
Geſchwader vereinigt und dem Armee=Kommando direkt
zur Verfügung geſtellt werden ſollen.
Handel und Verkehr.
H. Main=Kraftwerke in Höchſt a. M. Die
Geſellſchaft ladet zur Zeichnung auf nom. 4 Millionen Mk.
5prozentiger, vom 1. Oktober 1923 zu pari zurückzahlbarer
Anleihe ein. Der Zeichnungspreis beträgt 99½ Prozent
zuzüglich 5 Prozent Stückzinſen vom 1. April 1913 bis
zum Abnahmetag und halbem Schlußnotenſtempel.
An=
meldungen nimmt bis zum 1. Auguſt in Darmſtadt die
Bank für Handel und Induſtrie entgegen.
* Berlin, 30. Juli. In der heutigen Sitzung des
Zentralausſchuſſes der Reichsbank wies der
Vorſitzende, Vizepräſident Exzellenz v. Glaſenapp, darauf
hin, daß der Status der Bank immer noch angeſpannt iſt.
Die Verhältniſſe in der letzten Woche haben ſich nicht ſo
günſtig geſtaltet, als man erwartete. Relativ günſtig iſt
der Betrag des Goldes. Es iſt aber dabei zu beachten, daß
durch unſere kleinen Noten viel Geld aus dem Verkehr
gezogen wird. Obwohl der Stand der Deviſenkurſe nicht
ungünſtig iſt, kann aber an eine Diskontermäßigung nicht
gedacht werden, zumal die politiſche Lage noch keine
durch=
greifende Beſſerung erfahren hat. Am Schluß der Sitzung
wurde eine Anzahl Stadtanleihen, ſowie die Ungariſche
Staatsanleihe für 1913 für beleihbar erklärt.
Literariſches.
Mediziniſche Spezialitäten. Eine
Sammlung der meiſten bis jetzt bekannten und
unterſuch=
ten Geheimmittel und Spezialitäten mit Angabe ihrer
Zuſammenſetzung nach den bewährteſten Chemikern. Von
C. F. Capaun=Karlowa. Vierte Auflage von Dr.
pharm. Max von Waldheim. 22 Bogen. Oktav. Geh.
5 Mk., geb. 5,80 Mk. Der bekannte Pharmazeut Dr. Max
von Waldheim hat das vorliegende Buch des vor
meh=
reren Jahren verſtorbenen Apothekers Capaun=Karlowa
den Anforderungen der Zeit entſprechend umgeſtaltet und
vermehrt. Dem ſtetigen Anwachſen der Geheimmittel und
Spezialitätenerzeugung entſprechend, mußte die Zahl der
in dieſe vierte Auflage aufgenommenen Präparate eine
große werden (zirka 3600 gegen 1000 der erſten Auflage)
und konnte von den Vorſchriften früherer Auflagen nur
eine ganz geringe Minderzahl Aufnahme finden. Dieſe
Sammlung wird auch in ihrer neuen Bearbeitung ſich
zahlreiche Freunde erwerben, indem ſie ſehr viele
ſchätzenswerte Aufſchlüſſe bietet. A. Hartlebens Verlag
in Wien und Leipzig.
— Das Biedermeier im Spielel
ſei=
ner Zeit. Briefe, Tagebücher, Memoiren, Volksſzenen
und ähnliche Dokumente geſammelt von Georg
Her=
mann. Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin.
Preis kartoniert 2 M in elegantem Satinband 3 M., in
Halblederband 3,60 M. Mit dieſem entzückenden Buch,
von Georg Hermanns gewandter Feder eingeleitet, wird
die rühmlich begonnene Sammlung „Bongs Schön=
Bücherei” aufs beſte fortgeſetzt. Der Vorzug origineller
und dem Inhalt angepaßter Buchausſtattung iſt auch
die=
ſem Werke eigen. Als beſonderer Schmuck ſind fünf
ganz=
ſeitige Reproduktionen zeitgenöſſiſcher Bilder
wiederge=
geben, welche uns graziös und geſchmackvoll das echteſte
Biedermeier ſichtbar vor Augen führen. Dabei beträgt der
Preis wiederum nur 2 M. Wann immer wir dieſes Buch
in die Hand nehmen, und an welcher Stelle wir es auch
aufſchlagen, ſtets werden uns die köſtlichen Dokumente
einer reizvollen Zeit belehren und unterhalten und uns
über die Gegenwart hinausheben.
Die neuen Entwürfe zum Berliner
Königlichen Opernhaus. 12. Sonderheft der
„Berliner Architekturwelt” Text von Hans Schliepmann.
XXII und 132 Seiten mit 180 Abbildungen. Verlag von
Ernſt Wasmuth A.=G., Berlin. Preis 10 M.
Vorzugs=
preis für Abonnenten 5 M. Das vorliegende kleine Werk
iſt aus dem Gedanken entſtanden, die reichen künſtleriſchen
Ideen, die die Opernhausfrage angeregt hat, zu ſammeln
und damit ein möglichſt unparteiiſches, überſichtliches
Dokument unſerer gegenwärtigen Kunſtauffaſſung zu
ſchaffen. 180 klare Abbildungen (Perſpektiven, Schnitte,
Grundriſſe. Modelle uſw.) geben eine vortreffliche
An=
ſchauung von den mannigfaltigen, künſtleriſchen
Aus=
drucksformen, welche unſere hervorragendſten Architekten
für die Löſung der bedeutendſten Architekturaufgabe der
Jetztzeit gefunden haben. Den Illuſtrationen voran geht
ein umfaſſender Text, den Baurat Hans Schliepmann
ver=
faßt hat. Die auch äußerlich in jeder Beziehung tadellos
ausgeſtattete Schrift wird von bleibendem Werte ſein.
„Winkelmuſikanten” von Karl Söhle in
dem billigen Kürſchnerſchen Bücherſchatz. (Hermann
Hill=
ger, Verlag, Berlin W. 9.) Die Muſikantengeſchichten
zäh=
len zu den beliebteſten derſelben und die gelungenen
Ab=
bildungen laſſen die Lektüre dieſes als Nr. 893
erſchiene=
nen 20=Pf.=Bändchens jedem Freunde einer kerngeſund
deutſchen Literatur als Genuß erſcheinen. — Ein ganz
anderes literariſches Gebiet behandelt das nächſtfolgende
Bändchen von Kürſchners Bücherſchatz Nr. 894 „Das
Ge=
heimnis der Villa” von Max Hoffmann, der durch ſeine
Maupaſſantüberſetzungen weiteren Kreiſen bekannt
ge=
worden iſt.
Ouletal!
Mein Ausschen wird jeden Tag besser!
Morgens 7 Uhr und nachmittags 4 Uhr nehme ich Quieta-Kaffeeersatz. Er schmeckt
wie Bohnenkaffee, regt nicht auf und kräftigt.
* Um 10 Uhr als Frühstück und abends zum Nachtessen nehme ich eine Tasse
Quieta-Krafttrunk. Ich kenne kein angenehmeres und nahrhafteres Getränk. Zur
Ab-
wechslung nehme ich auch Quieta-Nährsalztee. Er schmeckt wie chinesischer Tee und
wirkt äußerst wohltätig auf die Gesundheit.
Viermal täglich aber nehme ich einen EBlöffel voll Quietamalz.
Meinem Beispiele folgt meine ganze Familie und seitdem ist mein Mann nicht
mehr nervös, die Kinder
gedeihen prächtig und 16h1 Dlune wisder auf wie eine Rose.
Die Quieta-Nährsalzpräparate enthalten die wichtigsten Nährsalze, Kalk, Eisen, Phosphor,
in löslicher, leicht assimilierbarer Form. Sie sind ärztlich warm empfohlen. Man fordere
stets ausdrücklich die ges gesch. Marke Quieta von den Quietawerken Bad Dürkheim.
(V,12512
Aus Amerika
sind die neuesten Modelle
Warner S Kust Froereorsets
eingetroffen.
Jede Dame, die einmal ein Warner-Corset getragen hat,
wird die Vorzüge dieser Marke anerkennen und nie ein
anderes Corset tragen. Der Grund hiefür liegt darin, dass
diese Corsets wundervoll elastische, haltbare Einlagen
be-
sitzen und die Modelle derartig vollendete Schnitte haben,
dass auch das billigste Modell unter Berücksichtigung der
Ansprüche, welche die Mode stellt, grösste Bequemlichkeit
und vollkommene Bewegungsfreiheit vereint.
Jedes Corset ist gegen Rost garantiert und kann
unzertrennt gewaschen werden.
g. Heckmann-Schmidt
Inh.: F. Stephani
(16295
Telephon 1388
Ludwigstraße 8
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
Schreinerwerkzeug verkaufen,
abends von 7 Uhr ab, Laute
ſchlägerſtr. 17, Seitenb., pt. (*4401
Daute Miſt bill. zu verk. (*4259ms
K. Heidelbergerſtr. 26, 2. St.
Ein Vertiko, noch neu, bill. zu verk.
EEberstadt, Bismarckſtr. 8. (*4442
ebr., gut kerhaltene
Waſch=
maſchine (Edelweiß), ſowie
1 Zink=Sitzbadewanne, 4 ſchöne
Bilder, 1 Dienſtbotenbett z. verk.
Näh. i. d. Expedition d. Bl. (*4427
Ein ſehr gut
erhaltenes Fahrrad
zu verkaufen. Näh. Exped. (*4419
H
ſche Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik”
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
(7461t:
Beht
wohl kein Glühstrumpf, auch
nur annähernd so gut wie
Dr. W. Schmids
Reichsglühstrumpf
Von grösster Haltbarkeit.
Nur ächt in schwarz-weiß-roten
Hülsen mit Namen Dr. W. Schmid.
III, 16262
Friſch aus der See!
Empfehle in feinſterlebendfriſcher
Ware:
Große Holländer
Schellfiſche
Kabelfau
Limandes, Merlans,
Sechecht Pfd. 20 Pf.
(2—4pfündig)
I Seeidensg40 Pf.
(im Ausſchnitt)
Neue Holl. Vollheringe
la Marinierte Heringe
Hochf. Matjesheringe
Neue Salzgurken.
(VII, 16266
Karlstr. 47.
Fertsg reieph. 651.
Bohnen=
65
Schneidmaſchinen, Einkoch=
Apparate, Gläſer, Saftpreſſen,
Saftbeutel, Haarſiebe,
Paſſier=
maſchinen, wie ſämtliche Spezial=
Artik. für das Einkochweſ. empfiehlt
Ernst Crämer, Ludwigſtr. 7.
m. Verkleidung, gut erh.,
7 Türen 1 ſtehendes Fenſter,
160X120, billig abzug. (*4460ds
Ad. Chr. Roßkopf, Schneiderm.
Nieder=Ramſtädterſtr. 34.