Darmstädter Tagblatt 1913


25. Juli 1913

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176. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Von den bei der Exploſion in Wöllersdorf
verletzten Perſonen ſind bisher drei ihren Ver=
letzungen
erlegen. Ein junger Arbeiter iſt ſo
ſchwer verwundet, daß an ſeinem Aufkommen gezweifelt
wird. Unter den Verletzten, welche meiſt Frauen ſind,
befindet ſich eine größere Anzahl Schwerverletzter.
Der Prinzvon Wales hat ſich am Donnerstag in Be=
gleitung
des Majors Cadogan und des Profeſſors Dr.
Fiedler über Berlin zu mehrtägigem Beſuche des
Prinzen Heinrich nach Hemmelmark be=
geben
. Die Rückkehr nach Neuſtrelitz iſt, der Neuſtrelitzer
Zeitung zufolge, für Montag in Ausſicht genommen.
Der König und die Königin von Spanien
ſind geſtern nachmittag nach London abgereiſt.
Die Reiſe trägt rein privaten Charakter und das
Königspaar reiſt unter ſtrengſtem Inkognito.
Da Griechenland dem Vorſchlage Rumäniens
zuſtimmte, die Friedensverhandlungen in
Bukareſt zu führen, forderte die rumäniſche Regie=
rung
das Athener Kabinett auf, Bevollmächtigte zu er=
nennen
.
Die Zahl der Perſonen, die bei dem Brande in
Binghampton den Tod gefunden haben, wird
auf 75 angegeben.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.

Die Reviſioniſten als Gegner
des Maſſenſtreiks.

C Die ſozialdemokratiſche Partei=
leitung
hat durch den Vorwärts in Sachen des Maſſen=
ſtreiks
abgewinkt, weil für die Sozialdemokratie das Ri=
ſiko
zu groß und der erwünſchte Erfolg nicht zu erwarten
ſei. Dabei ſagte der Vorwärts zwar in einer beiläufi=
gen
Bemerkung, daß der Maſſenſtreik nicht von der Partei
den Maſſen aufgedrängt werden dürfe, aber er hat es
unterlaſſen, gegen die Reichstagsabgeordneten Dr. Frank,
Liebknecht und Zubeil Stellung zu nehmen, die durch ihre
Agitation für den Maſſenſtreik dieſen den Maſſen in dem=
iſſelben
Augenblick aufzudrängen trachten, in dem ſie ver=
ſichern
: der Maſſenſtreik müſſe von unten kommen. Was
der Vorwärts unterlaſſen hat, holt der reviſioniſtiſche Ge=
noſſe‟
Edmund Fiſcher in der neueſten Ausgabe der
Sozialiſtiſchen Monatshefte gründlich nach. Auch er nennt
freilich jene Propagandiſten des Maſſenſtreiks nicht mit
Namen; jedoch trifft er ſie deswegen nicht minder ſchwer,
wenn er ſich im allgemeinen gegen den in Deutſchland
auftretenden neuen Putſchismus nämlich gegen
die Inſzenierung des politiſchen Maſſenſtreiks, wendet.
Dem Genoſſen Fiſcher erſcheint dieſer neue Putſchismus
noch bedenklicher als die überwundene Revolutions=
romantik
, da ihm die ausländiſchen Beiſpiele für einen
preußiſchen Maſſenſtreik in keiner Weiſe beweiskräftig ſind.
Denn in Rußland hätten außer der Arbeiterſchaft das.
Bürgertum, die Intellektuellen, Unternehmer, Bauern und
ein Teil des Militärs der herrſchenden Macht feindlich
gegenübergeſtanden. In Belgien könne von einem nen=
nenswerten
Erfolge keine Rede ſein, und auch in Italien
gehörten politiſche Maſſenſtreiks zu den bedeutungsloſen
Erſcheinungen. Was aber vollends mit einem politiſchen
Maſſenſtreik beim Wahlrechtskampfe in Preußen erreicht
werden ſolle, dieſe Frage beantwortet Genoſſe Fiſcher
als nüchterner Beurteiler folgendermaßen:
Wie lange ſoll er dauern? Etwa bis die preußiſche
Regierung die Erklärung abgibt, ſie ſei bereit, eine Wahl=
reform
dem Landtage vorzulegen? Das kann ſie
jederzeit tun, irgendein Erfolge wäre mit einer ſolchen Er=
klärung
nicht erreicht. Der Maſſenſtreik iſt aber, auch gar
kein Mittel, auf die preußiſche Regierung einen Druck aus=
zuüben
. . . . Wir würden uns einer großen Selbſttäuſchung
hingeben, wenn wir annehmen wollten, die preußiſche
Staatsgewalt ſtehe ſchon auf ſo ſchwachen Füßen, daß ein
Arbeiterſtreik ſie ins Wanken bringen oder gar ihren Zu=
ſammenbruch
herbeiführen könnte. Denn es kann ja gar
kein Zweifel darüber beſtehen, daß ein politiſcher Maſſen=
ſtreik
in Preußen keinesfalls etwa die Angeſtellten der
Eiſenbahn, der Poſt, der Straßenbahnen umfaſſen würde.
Der letzte Bergarbeiterſtreik hat auch gezeigt,
daß die Hoffnung, die Bergarbeiter könnten in nicht fer=
ner
Zeit allein einmal die Stillegung der Produktion zu
Zwecken des politiſchen Fortſchritts bewirken, auf ſehr
ſchwachem Untergrund beruht. Wenn nun aber auch wirk=
lich
, woran jedoch gar nicht zu denken iſt, ſich alle organi=

ſierten Arbeiter am politiſchen Streik beteiligten, wie
ſollten ſie dadurch den preußiſchen Landtag zwingen kön=
nen
, eine Wahlreform zu beſchließen? In zwei, höchſtens
drei Wochen wären die Geldmittel der Strei=
kenden
erſchöpft, die Kaffen der Gewerk=
ſchaften
geleert, und es bliebe den Kämpfenden
keine andere Wahl (ſofern ſie nicht auf die Barrikade ſtei=
gen
wollen), als wieder zur Arbeit zurückzukehren. Dann
wäre es mit ihrer Macht aber auch vorbeit auf
viele Jahre hinaus. Und was dann? Die Unter=
nehmer
hätten es nun leicht, den Arbeitern die Arbeits=
bedingungen
zu diktieren und durch Lohnreduzierungen
den erlittenen Schaden wieder einzubringen. Die Organi=
ſationen
der Arbeiter würden zuſammenbrechen, ſicher aber
viele Jahre lang zur Ohnmacht verurteilt ſein. Was ſollte
nun die preußiſche Regierung oder den Landtag beſtim=
men
, die Wahlreform in Angriff. zu nehmen?
Dieſe reviſioniſtiſche Auffaſſung begegnet ſich mit der
des radikalen Zentralorgans, läßt aber die Größe des
Riſikos noch erheblich klarer hervortreten. Es iſt daher
natürlich, wenn Genoſſe‟ Fiſcher die Gewerkſchaften
noch beſonders ermahnt, ſich auf das Abenteuer eines
Maſſenſtreiks nicht einzulaſſen.

Neue Verwicklungen.

Wenn auch allem Anſchein nach der Balkankrieg ſei=
nem
Ende entgegengeht, ſo läßt es ſich doch nicht leugnen,
daß das türkiſche Vorgehen, das man anfänglich
gänzlich ignorieren zu können glaubte, im letzten Augen=
blick
eine heilloſe Verwirrung angeſtiftet hat, deren Aus=
gang
noch keineswegs abzuſehen iſt. Es iſt ja begreiflich,
daß die Türkei die günſtige Gelegenheit benutzte, ſich an=
geſichts
der bulgariſchen Bedrängnis ſchadlos zu halten,
zumal ſie dabei auf die Unterſtützung Serbiens und Grie=
chenlands
rechnen durfte, da es ſich ja nur um Gebiet
handelt, das den Bulgaren zufallen ſollte. In den Krei=
ſen
der Diplomatie zeigte man bis in den letzten Tagen
großen Optimismus, indem man die Anſicht vertrat, die
Türken würden doch davor zurückſchrecken, ſich gar zu weit
vorzuwagen, nachdem ihnen von den Mächten bedeutet
worden ſei, daß ihnen aus ihrem Vorrücken kein Gewinn
erwachſen würde, da die Bedingungen des Londoner
Präliminarfriedens unabänderlich ſeien.
Nun, die Mächte haben im Verlaufe der Balkanwirren
ſchon mehr wie einmal ihren angeblich einhelligen Be=
ſchluß
revidieren müſſen, und es zeigt ſich auch jetzt ſchon
wieder bei einzelnen Mächten die Neigung, die Dinge
auf dem Balkan gehen zu laſſen, wie ſie wollen. Tatſäch=
lich
hat ſich die Ohnmacht und Direktionsloſigkeit der
Mächte in der Regelung internationaler Verhältniſſe kaum
jemals ſo deutlich gezeigt, wie während der Wirren auf
dem Balkan, wo die Staaten einfach taten, was ſie wollten,
und es iſt wohl noch in aller Erinnerung, wie das kleine
Montenegro es wagte, in der Frage von Skutari dem
Willen der Großmächte zu trotzen und dieſen ſchließlich
obendrein noch mit der famoſen Kapitulation der Feſtung
ein Schnippchen zu ſchlagen.
Ob die Türken jetzt als beati possidentes ſo leicht aus
Adrianopel wieder herausgehen werden, iſt eine andere
Frage. Es iſt zwar aus den Kreiſen der ottomaniſchen
Regierung erklärt worden, daß man keineswegs daran
denke, Adrianopel und Thrazien dauernd zu behalten, daß
vielmehr deren Beſitz nur als Fauſtpfand dafür dienen ſoll,
eine beſſere Grenze zu bekommen; aber die Türken ſind
gar nicht ſo dumm, wie man ſie vielleicht einſchätzen mag,
und ſie werden ſich wahrſcheinlich auch durch eine Flotten=
demonſtration
, wie ſie ſeitens der Mächte vor kurzem an=
gedroht
worden iſt, nicht ins Bockshorn jagen laſſen, eben=
ſowenig
durch die Andeutung, daß ihnen in Kleinaſien
leicht Schwierigkeiten gemacht werden könnten.
Jedenfalls ſteht es außer Frage, daß der Einzug
der Türken in Adrianopel und die Erklärung der
Pforte, daß der Londoner Präliminarfriede
für ſie nichtmehrexiſtiere, die Lage kompliziert und
die Beruhigung des Balkans dadurch wiederum hinausge=
ſchoben
wird.
Die Berliner Morgenpoſt meldet aus Paris: Der
Temps erfährt aus Petersburg, daß der ruſſiſche Bot=
ſchafter
in London den Auftrag erhalten habe, von
der Londoner Botſchafterkonferenz die energiſchſten Maß=
nahmen
zu verlangen, um die Türkei zur Räumung der
von ihr jenſeits der Grenze Enos-Midia okkupierten Ge=
biete
zu erzwingen. In offiziellen Kreiſen in Petersburg
erklärt man mit aller Entſchiedenheit, daß die Türkei nicht
in Adrianopel bleiben werde und daß man die notwen=
digen
Mittel anwenden werde, um ſie zum Verlaſſen der
Stadt ſowie Thraziens zu zwingen.

Im engliſchen Oberhauſe erklärte Vis=
count
of Morley im Namen der Regierung: Die Politik
der britiſchen Regierung iſt es geweſen und iſt es noch,
die Türkei zu unterſtützen in der Regelung der Finan=
zen
auf geſunder Grundlage und Beſſerung ihrer Ver=
waltung
durch Schaffung ihres endgültigen Zuſtandes.
Wir wünſchen dieſe Politik weiter zu verfolgen, aber die
Erfüllung dieſes Wunſches muß im Zuſammenarbeiten
und in Uebereinſtimmung mit den anderen Großmächten
erreicht werden. Wenn die Türkei die Frage der Grenz=
linie
Enos=Midia wieder anſchneidet,
könnte eine ſolche Handlungsweiſe ſehr leicht ſehr un=
günſtig
auf Fragen zurückwirken, an denen die Türkei
intereſſiert iſt, die während des Krieges zwiſchen der Tür=
kei
und den Balkanſtaaten nicht erhoben worden ſind und
die wir durch den Londoner Vertrag abgeſchloſſen erhoff=
ten
. Ich kann keine Erklärung abgeben über die Aktion,
wozu die Mächte etwa bereit ſind oder über den Druck,
wenn die Türkei unglücklicherweiſe den Rat außer Acht
läßt, den die Mächte bereits gegeben haben.
Die Wiener Allgemeine Zeitung ſchreibt: In franzö=
ſiſchen
Blättern fand man in den letzten Tagen wiederholt
die Meldung, daß Oeſterreich=Ungarn nicht ge=
ſonnen
ſei, an der Kollektivdemarche der Botſchafter in
Konſtantinopel bezüglich der Adrianopeler Frage
teilzunehmen. Dieſe Nachrichten beruhen auf vollſtändig
falſchen Informationen. Der öſterreichiſch=ungariſche Bot=
ſchafter
in Konſtantinopel unternahm in der vorigen Woche
ebenſo wie die Botſchafter der anderen Großmächte bei der
Pforte Schritte, um Vorſtellungen bei der türkiſchen Re=
gierung
gegen den Vormarſch der türkiſchen Armee nach
Adrianopel zu machen. Oeſterreich=Ungarn iſt gleicherweiſe
bereit, an einer eventuellen Kollektivdemarche bei
der Pforte teilzunehmen, falls ſolche Demarche angeregt
wird.
In einem an den Großweſir gerichteten Telegramm
erklärt der bulgariſche Miniſter des Aeußern Genadiew,
daß die Türkei durch ihr Vorgehen die territoriale Inte=
grität
Bulgariens verletzt habe, und Bulgarien verlange,
daß die türkiſchen Truppen an die durch den Londoner
Friedensvertrag beſtimmte Grenze zurückkehren. Die
Pforte wird, einer Meldung aus Konſtantinopel zufolge,
darauf antworten, daß ſie den Londoner Vertrag als hin=
fällig
betrachte.

Deutſches Reich.

Die chriſtlichen Gewerkſchaften und
die Enzyklika. Man ſchreibt uns: Die Zeitſchriften
Wartburg und Janus haben gegen die chriſtlichen Gewerk=
ſchaftsführer
Giesberts, Imbuſch und Stegerwald den
Vorwurf erhoben, anläßlich des Eſſener Kongreſſes der
chriſtlichen Gewerkſchaften in bezug auf die päpſtliche Ge=
werkſchafts
=Enzyklika ein Doppelſpiel getrieben und den
deutſchen Biſchöfen geheime Verſprechungen gemacht zu
haben, die mit den Eſſener Ausführungen in ſtrikteſtem
Gegenſatz ſtänden. Da die ſozialdemokratiſche Preſſe dieſe
Angaben aufgegriffen hat, teilt das Zentralblatt der chriſt=
lichen
Gewerkſchaften mit, daß ſowohl der Wartburg und
dem Janus, wie den in Frage kommenden ſozialdemokra=
tiſchen
Blättern demnächſt Gelegenheit gegeben werde, ihre
Behauptungen vor Gericht zu beweiſen. Gegen mehrere
Blätter ſei bereits in Köln Klage erhoben worden; die
übrigen würden vor den zuſtändigen Gerichten verklagt
werden. Es handelt ſich bisher im ganzen um 14 Zei=
tungen
, zu denen noch eine Reihe weiterer hinzukommen
dürfte, da die Beamten der chriſtlichen Gewerkſchaften auf=
gefordert
werden, dem Generalſekretariat alle Zeitungen
einzuſenden, die die eingangs erwähnten Angaben ver=
breitet
haben.
Zur braunſchweigiſchen Frage. Die
offiziös vertretene Anſicht, daß der Fahneneid, den Prinz
Ernſt Auguſt, Herzog zu Braunſchweig und Lüneburg,
bei ſeinem Eintritt in das preußiſche Heer dem Kaiſer und
König geleiſtet hat, nebſt der von ihm dazu in ſeinem
Schreiben an den Reichskanzler vom 20. April ds. Js.
gegebenen Auslegung den vom Bundesrat geforderten
förmlichen Verzicht auf Hannover erſetzen könne, iſt aus
mehrfachen Gründen falſch. Vor kurzem wurde ſchon dar=
auf
hingewieſen, daß der Fahneneid erliſcht, ſobald der
Prinz als ſouveräner Herzog den Thron von Braun=
ſchweig
beſteigt und damit aus dem aktiven Dienſt der
preußiſchen Armee ausſcheidet. Aber, ſelbſt wenn man
annehmen wollte, daß der Eid ſeine Geltung nach der
Thronbeſteigung behielte, weil die braunſchweigiſchen
Truppen einen Beſtandteil des preußiſchen Heeres bilden,
ſo würde er doch jedenfalls nicht die Nachkommen des

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Prinzen binden. Auf ein weiteres wichtiges Moment, das
bisher nicht beachtet wurde, macht eine Zuſchrift der
Münch. N. Nachrichten aufmerkſam: Der Eid wird auf
die Perſon des Landesherrn, in dieſem Fall des Königs
von Preußen, geleiſtet und erliſcht mit deſſen Ableben.
Darum werden ja auch jedesmal nach dem Tode des Lan=
desherrn
die Truppen einſchließlich der Offiziere neu ver=
eidigt
. Wenn nach menſchlichem Ermeſſen der Schwieger=
ſohn
den Schwiegervater überlebt, ſo liegt für den Herzog
von Braunſchweig kein Grund zur Erneuerung des preu=
ßiſchen
Fahneneides vor. Alſo auch aus dieſem Grunde
muß der Bundesrat darauf beſtehen, daß der ausdrück=
liche
, bündige Verzicht auf Hannover die Vorausſetzung
für die Thronbeſteigung des Prinzen Ernſt Auguſt in
Braunſchweig bildet.
Die Ausführung des Reblausgeſetzes.
Etwa 100 Vertreter der Weinbaugebiete tagten in Bingen
unter Leitung des Geheimrats Jung aus dem Reichsamt
des Innern zur Beſprechung von Beſchwerden und Vor=
ſchlägen
bezüglich der Ausführung des Reblausgeſetzes.
Die Konzeſſionsnovelle für Kine
matographentheater, die man dem Reichstage
noch während ſeiner Sommerſeſſion hatte vorlegen wollen,
wird nunmehr nach einer Meldung des Berliner Lokal=
anzeigers
im November d. J. dem Plenum vom Bundes=
rat
eingereicht werden. Es handelt ſich um die Ausdeh=
nung
des § 33a der Gewerbeordnung auf Kinemato=
graphentheater
.
Keine Automobilſteuer. In den Kreiſen
der Automobilinduſtrie hat die Nachricht Beunruhigung
erregt, daß eine neue bundesſtaatliche Beſteuerung der
Automobile geplant ſei. Demgegenüber iſt feſtzuſtellen,
daß es ſich nach Mitteilungen von zuſtändiger Stelle ledig=
lich
um Erhebungen zur Feſtſtellung der Beſchwerden über
ſtarke Abnutzung der öffentlichen Chauſſeen handelt, die
man teilweiſe den Kraftfahrzeugen zuſchreibt. Von der
Abſicht einer neuen Beſteuerung der Automobilinduſtrie
könne keine Rede ſein.
Die Sozialdemokratie und die neuen
Reichsſteuern. In einer Verſammlung der Leip=
ziger
Sozialdemokraten teilte der Reichstagsabgeordnete
Schöpflin über die Vorberatungen in der ſozialdemokra=
tiſchen
Reichstagsfraktion über die neuen Reichsſteuern
mit, daß vier verſchiedene Auffaſſungen in der Fraktion
entſtanden waren. Die erſte war für die Annahme des
Wehrbeitrages und der Beſitzſteuer, die zweite war für
Ablehnung des Wehrbeitrages und Annahme des Beſitz=
ſteuergeſetzes
, die dritte war für die Ablehnung beider
Geſetze, und die vierte für die Stimmenthaltung. Dem=
gegenüber
behauptete der Abgeordnete Grenz: Die Frak=
tion
hat im Plenum einſtimmig für die Deckungsvorlage
geſtimmt; was vorhergegangen iſt, jetzt zu beſprechen, hat
keinen Zweck. In der Weiſe, wie Schöpflin die Dinge
geſchildert hat, iſt es jedoch nicht geweſen. Es haben ſich
verſchiedene Meinungen gebildet, das hat zu Auseinander=
ſetzungen
geführt, und ſchließlich iſt die Annahme mit
Zweidrittelmehrheit beſchloſſen worden.

Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.

Die Finanzlage in Böhmen. Die jahre=
lange
erbitterte Obſtruktion, die die Deutſchen im böh=
miſchen
Landtage führen, hat nun eine Finanzlage des
Landes ergeben, die zur Einſtellung aller Zahlungen füh=
ren
muß, wenn nicht noch in letzter Stunde ein Ausweg
gefunden wird. Der Finanzreferent des Landtags, Dr.
Pinkas, erklärte, daß ſich am 1. Auguſt in den Kaſſen des
Landes Böhmens, der reichſten Provinz Oeſterreichs, im
ganzen 1500 Kronen befinden werden. Infolge der Hart=
näckigkeit
beider Parteien im Landtage ſcheint kein Aus=
weg
mehr vorhanden zu ſein, die notwendigen Steuern in
Kürze zu bewilligen, und es wird wohl nötig werden,
die Landesverfaſſung zu ſuspendieren und die Verwal=
tung
einer landesfürſtlichen Kommiſſion zu übertragen,
die vorerſt die rückſtändigen Steuern einzutreiben hätte.

Italien.

Die Schweizergarde. Am Mittwoch verſam=
melten
ſich die Schweizergarden auf Befehl des Oberſten
Repond im Vatikan in dem Hof der Kapelle, um den Ta=
gesbefehl
anzuhören, der einen Brief Merry del Vals ent=

hielt. Dieſer ſprach das Bedauern des Papſtes über die
Vorfälle in den letzten Tagen aus, das um ſo ſtärker ſei,
als er von ſeiner Garde eine Haltung beanſpruchen könne,
die mehr der Ueberlieferung der Truppe entſpreche, die
ſich aus katholiſchen Schweizerſoldaten zuſammenſetzt.
Diejenigen Soldaten, die ſich über etwas zu beklagen hät=
ten
, ſollten ſich auf dem Diſziplinarwege an den Kardi=
nalſtaatsſekretär
Merry del Val wenden. Ebenſo würder
ſie gut tun, ihren Platz zu verlaſſen, auf dem ſie die Diſ=
ziplin
verletzten und obendrein am 17. Juli ſich eine Ge=
horſamswidrigkeit
hätten zuſchulden kommen laſſen, die
um ſo ſchwerer ins Gewicht falle, als ſie von weiteren
Zwiſchenfällen begleitet geweſen ſei. Daher würden die
Soldaten, die ſich nicht der Diſziplin unterwerfen wollten
auf Befehl des Papſtes aufgefordert, ihr Korps zu ver=
aſſen
und ſich ſofort zu verabſchieden, um dem Papſt den
Schmerz zu erſparen, das Korps auflöſen zu müſſen. Nach
der Verleſung wurden die Vorſchriften über die Verab=
ſchiedung
verleſen. Die Garden nahmen darauf wieder
ihre Stellen ein. Der Meſſagero ſchreibt: Man leugnet im
Vatikan keineswegs, daß die Stellung des Kommandan=
ten
der Schweizergarde erſchüttert iſt. Die getroffenen
Maßnahmen enthalten keine Entſchuldigung für ſeine Hal=
tung
. Oberſt Repond wird binnen kurzem den Abſchied
nehmen. Man wird das Schweizerkorps durch Ein=
ſchränkung
der von Repond eingeführten Elemente umzu=
wandeln
und die Ruhe wiederherzuſtellen verſuchen. Die
Erregung hat ſich indeſſen gelegt. Der Dienſt wird in
geregelter Weiſe getan. Oberſt Repond begibt ſich in
Kürze nach der Schweiz.

Frankreich.

Die Militärvorlage. Die Armeekommiſſion
des Senats nahm mit allen gegen eine Stimme die Ein=
tellung
der Zwanzigjährigen an. Die Kommiſſion ſchlägt
vor, die von der Kammer angenommene Vorlage anzu=
nehmen
unter dem Vorbehalt, daß ein ſpäteres Geſetz in
gewiſſen weniger wichtigen Fragen in dem Geſetz über
die dreijährige Dienſtzeit den vom Senat gewährten Ab=
inderungen
Rechnung trägt.
Neue Steuern. Durch den angenommenen Ar=
tikel
3 der Finanzgeſetze wird die Grundſteuer in eine
Qualitätsſteuer umgewandelt und die Perſonal= und Mo=
biliarſteuer
erſetzt durch eine allgemeine progreſſive Ein=
kommenſteuer
. Während bisher die durch die Grundſteuer
aufzubringende Summe vorher nach dem Bedarf feſtge=
ſetzt
und auf die Departements und von dieſen auf die
Arrondiſſements und Gemeinden verteilt und erſt in den
letzteren auf die Steuerpflichtigen umgelegt wurde, wird
in Zukunft eine beſtimmte, geſetzlich feſtgelegte Quote des
Reinertrages der Grundſtücke als Grundſteuer erhoben
werden.

England.

Die Sklaverei in Portugieſiſch= Weſt=
afrika
. In der Sitzung des Oberhauſes behandelte
Mayo die Frage der Sklaverei in Sao Thome, Principe
und Angola.
Er erklärte, es ſei klar, daß die gegenwärtige Lage
icht länger andauern könne. Das engliſche Volk habe
zu verlangen, daß die Sklaberei aufhöre oder, daß Eng=
land
durch ſeinen Vertrag mit Portugal nicht länger ge=
halten
ſein ſolle, Kolonien zu verteidigen, in welchen die
Sklaverei nicht nur geduldet, ſondern auch erhalten werde.
Viscount Morley hob die Schwieriakeiten der Lage
gervor. Die Regierung tat alles was in ihrer Macht ſteht,
und tut es noch, durch Ratſchläge und Vorſtellungen die
verantwortlichen Behörden zu veranlaſſen, Maßnahmen
zu ergreifen, welche jedenfalls die Mißſtände mildern
würden. Er ſchilderte dann die Maßnahmen, welche in
dieſer Richtung ergriffen ſeien, und fragte, ob dies der ge=
eignete
Zeitpunkt ſei, bei der portugieſiſchen Regierung,
welche bis jetzt ihr Beſtes getan habe, ſo nachdrückliche
Vorſtellungen zu erheben, wie Mayo es verlange.
Lansdowne erklärte, der Zeitpunkt ſei für ſolche Vorſtel=
lungen
nicht geeignet; er hoffe jedoch, daß die portugieſiſche
Regierung ſich die mahnenden Worte zu Herzen nehmen
werde, welche bei dieſer und bei anderen Gelegenheiten
hinſichtlich der Lage der Dinge in Sao Thome und An=
gola
gefallen ſeien. Portugal ſei ein alter Verbündeter
Englands und ſei durch die Bande politiſcher Freundſchaft
und eine Reihe alter Verträge, welche England als bin=
dend
anerkenne, mit ihm verbunden. Die portugieſiſche
Regierung müſſe jedoch in Betracht ziehen, daß, wenn ſie
nicht vorſichtig ſei, ſich Verhältniſſe ergeben könnten, unter
welchen England ſich auf der einen Seite ſeinen vertrag=
lichen
Verpflichtungen gegenübergeſtellt ſehen könnte, und
auf der anderen Seite dem beinahe unwiderſtehlichen
Ausbruche der öffentlichen Meinung im eigenen Lande.
Er hoffe, die Regierung werde in dieſer und vielleicht auch

in anderen Fragen nichts tun, was ſie in ein ſolches uns=
glückliches
Dilemma bringen könne.
Einigung der engliſchen Sozialiſten?
Durch eine Beſprechung, die auf Anregung des Inter=
nationalen
Bureaus zwiſchen den Vertretern der drei
ſozialiſtiſchen Organiſationen Englands (der Independent=
Labour Party, der Britiſh Socialiſt Party und der Fa=
bian
Society) ſtattgefunden hat, iſt die Einigkeit der engli=
ſchen
Sozialiſten beſtenfalls angebahnt. Kommt ſie ſpäter
gemäß den jetzigen Beſprechungen zuſtande, ſo wird ihr
auch dann noch etwas Unvollſtändiges anhaften, da man
ſich darüber einig war, daß eine Verſchmelzung der drei
Organiſationen einſtweilen nicht möglich ſei. Geeinigt
hat man ſich bisher nur darauf, den drei Organiſationen
Vorſchläge zu unterbreiten, die von den Vorſtänden ein=
zeln
geprüft und dann in einer gemeinſamen Beratung
erledigt werden ſollen. Die Vorſchläge aber beſtehen
darin, daß ein Vereinigter Sozialiſtiſcher Rat aus Ver=
tretern
der drei Organiſationen geſchaffen werden ſoll,
und daß alle dieſem Rat angehörigen Organiſationen der
Arbeiterpartei angeſchloſſen ſein müſſen. Ueber die Aufs
gaben des Vereinigten Sozialiſtiſchen Rates iſt bisher
nichts beſchloſſen worden. Trotzdem könnte ſeine Ein=
ſetzung
deshalb von Belang werden, weil alle ihm ange=
hörenden
Organiſationen den Anſchluß an die Arbeiter=
partei
, d. h. die zu politiſchen Zwecken verbundenen Ge=
werkſchaften
, vollziehen müſſen. Von einem ſolchen An=
ſchluß
wollte die Britiſh Socialiſt Party bisher ſchlechter=
dings
nichts wiſſen. Sollte ſie ſich endgültig in entgegen=
geſetztem
Sinne entſcheiden, dann würde der gewerkſchaft=
liche
Einfluß auf die engliſchen Sozialiſten wohl eine Ver=
ſtärkung
erfahren.

Vereinigte Staaten.

Die Tarifvorlage. Im Senat begann die Abl
ſtimmung der einzelnen Sektionen der Tarifvorlage.
hat überraſcht, daß 8 Progreſſiſten bei der erſten Sektion
mit den Demokraten ſtimmten. Man glaubt, daß dasdie
Wirkung haben werde, die Reden der republikaniſch
Oppoſition zu verkürzen.

China.

Die chineſiſche Revolution wird in Peter
burg auf japaniſche Einflüſterungen zurückgeführt. Jeden=
falls
behaupten Schanghaier Telegramme, daß die=
paner
beinahe offenkundig den Revolutionären helfen,
Die Führer der Bewegung hätten unter dem Schutz japa=
niſcher
Torpedoboote von Schanghai aus das Aufſtands=
gebiet
erreicht. In den Reihen der Südler kämpften ja=
paniſche
Offiziere. Die ruſſiſche Regierung ſoll zwar nach
den Forderungen der Blätter bei der Revolution nicht ein
gleichgültiger Zuſchauer bleiben, doch iſt anzunehmen, daß.
Rußland politiſch nur die Unterzeichnung des mongoli=
ſchen
Vertrages unter dem Druck der inneren Schwierig=
keiten
fordern wird, zumal man nicht annimmt, daß bei
einem Siege der Südtruppen dieſe für die Mongolei eine
Lanze brechen werden.

* Kopenhagen 23. Juli. Wie aus Helſingfons
n Finnland berichtet wird, erſchienen heute ſehr früh meh=
rere
ruſſiſche Gendarmen auf der auf der Fjord liegenden
deutſchen Vergnügunasjacht Halk aus Kiel
und verhaftete die Paſſagiere der Jacht. Dieſe
wurden nach Sveaborg übergeführt, wo ſie einem langen
Verhör unterzogen und viſitiert wurden. Erſt nachdem
man ſie elf Stunden ohne Nahrung in Haft gehalten hatten
erhielten ſie ihre Freiheit wieder, ohne daß ihnende
Grund ihrer Verhaſtung mitgeteilt wurde. Die deutſchen
Vergnügungsreiſenden haben wegen ihrer Behandlung
beim deutſchen Konſulat Klage eingereicht.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 25. Juli.
* Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
Hroßherzog dem Pfarrverwalter Guſtav Sattler
zu Hering, Dekanat Groß=Umſtadt, die evangeliſche
Pfarrſtelle daſelbſt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
die Lehramtsaſſeſſoren Wendel Pfeifer aus=
Offenbach und Wilhelm Wild aus Carlshütte zu Ober=
lehrern
an der höheren Mädchenſchule zu Offenbach,
Dr. Wilhelm Schraub aus Alsfeld zum Oberlehrer an
dem Lehrerſeminar zu Alzey und Dr. Guſtav Deggau=
aus
Friedrichsthal in Baden zum Oberlehrer an der
Eleonorenſchule zu Worms.

Als Kinomann mit Scott
am Südpol.

(* Die wohl unter den ſeltſamſten Bedingungen auf=
genommenen
kinematographiſchen Bilder die
es bisher gibt, ſind die Films, die der Photograph der ſo
tragiſch geendeten Scottſchen Expedition vom
Südpol nach Hauſe gebracht hat. Herbert C. Ponting,
ein bekannter Forſchungsreiſender und Mitglied der Bri=
tiſchen
Geographiſchen Geſellſchaft, hatte die ſchwierige
Aufgabe übernommen, die photographiſchen und kinemato=
graphiſchen
Aufnahmen während der Reiſe auszuführen
und war zu dieſem Zweck mit den denkbar beſten und
mannigfachſten Apparaten ausgerüſtet. Nur dieſen ſorg=
fältigen
Vorbereitungen iſt es zu danken, daß er ſeine Auf=
gabe
mit Erfolg durchführen konnte. Buchſtäblich Tau=
ſende
von Negativen ſind von ihm von der Abreiſe im
Jahre 1910 bis zum Ende der Expedition gemacht worden,
und außer dieſen einzelnen photographiſchen Aufnahmen
brachte er noch über 25000 Fuß kinematographiſche Films
mit, die das lebendigſte Schauſpiel der Südpolarwelt
einem großen Publikum darbieten werden.
Von den gewaltigen Schwierigkeiten, die ein Kino=
mann
im ewigen Eis zu überwinden hat, erzählt Pon=
ting
ſelbſt in anſchaulicher Weiſe im Scientific American.
Schwierigkeiten? ſo meint er, die waren natürlich zahl=
reich
und groß. Mit dem Polarphotographieren vergli=
chen
, iſt alles andere leicht. Es iſt nicht nur die Schwierig=
keit
des Lichtes; deren wird man bald Herr. Von der
Temperatuz komn die ſchlimmſten Fährniſſe.

Wenn man den Handſchuh abnimmt und die nackte Hand
in die Nähe der Linſe bringt, dann iſt die Linſe ſofort mit
einer dünnen Eiskruſte überzogen, die alles Reiben und
Wiſchen nicht wegbringt. Bisweilen kommt Feuchtigkeit
wenn ſie ſich zu den allerfeinſten Eisteilchen verdichtet, in
ie Linſe hinein dann iſt es ganz aus. Eine ſchwere
Gefahr, die ſich für den Polarphotographen an der Ka=
mera
befindet, ſind die Meſſingbeſchläge. Wenn man durch
Zufall mit der bloßen Hand irgendwie an das Meſſing
des Apparates rührt, verletzt man ſich, wie wenn man an
ein rotglühendes Eiſen gefaßt hätte. Einmal ſtellte ich
unter meinem Tuch die Kamera ein und machte zufällig
meine Lippen feucht. Dabei muß wohl die Zungenſpitze
us dem Munde herausgekommen ſein; ſie geriet mit dem
Metall in Berührung und war ſofort feſtgefroren. Der
Schreck war ſo furchtbar, daß ich rücklings hinfiel und die
Beſinnung verlor. Als ich wieder zu mir kam, merkte ich,
daß ich die Spitze meiner Zunge verloren hatte, die an der
Kamera feſtgefroren blieb.
Ich erinnere mich an einen Vorfall, bei dem ich jeden
Augenblick dachte, er wäre mein letzter auf dieſer Erde
oder vielmehr auf dem Eis der Antarktik. Wir wußten
alle nicht allzu viel über die Gemütsart der Schwertfiſche,
und als wir eine große Schar auf der Jagd nach See=
hunden
erblickten, da ſtieg ich aus dem Boot und lief eilig
über das Eis, um die aufregende Szene zu verfilmen. Man
ſtelle ſich mein Erſtaunen vor, als die Ungeheuer ihre
Jagd nach den Seehunden aufgaben und mich angriffen.
Ueber ein Dutzend von ihnen ordneten ſich in einer Linie;
dann tauchten ſie unter, ſtemmten ihre Rücken gegen das
Eis und brachen es ſo Hunderte von Metern weit auf.
Alles, was ich tun konnte, war, mit Hilfe meiner Gefähr=

ten auf feſtem Eis Sicherheit zu ſuchen; aber eine ganze
Zeit lang ſchwebte ich in Gefahr, in das eiſige Waſſer mit=
ten
unter die Schwertfiſche zu ſtürzen. Ein andermal iſt
mir etwas Komiſches paſſiert: ich wurde nämlich von
einem Seehund gebiſſen, und das iſt wohl der einzige bis=
her
bekannte Fall, in dem eine Weddell=Robbe einen Men=
ſchen
gebiſſen hat. Ich ſuchte ein wohl eine halbe Tonne
ſchweres Tier in eine möglichſt wirkungsvolle Stellung
für eine Aufnahme zu bringen, und dabei ſchnappte es
nach mir, packte mein Bein und zog mich zu Boden. Die
Zähne gingen mir durch alle Kleider; es floß Blut, aber
ſonſt paſſierte mir nichts. Wäre ich nicht hingefallen, ſo
hätte mir die ſchwere Robbe ſicherlich ein Bein gebrochen.
Die Aufnahmen, die Ponting oft in den ſeltſamſten
und gefährlichſten Stellungen, unter den ſchwerſten klima=
tiſchen
Bedingungen, mit Aufbietung all ſeiner Kräfte und
Geſchicklichkeit, gemacht hat, beſitzen einen hervorragenden
wiſſenſchaftlichen, aber auch einen großen rein menſchlichen
Wert. In ihnen lebt etwas von der begeiſterten Hingabe,
mit der der Kinomann der Scottſchen Expedition ge=
arbeitet
. Ponting erzählt zum Schluß von ſeinen jahre=
langen
Studien und Erfahrungen als Photograph, die ihn
in der ganzen Welt herumführten; in allen Teilen der
Welt hat er ſich den Ruf als ein Meiſterphotograph er=
worben
. Ich habe in den dunſtigen, ſchwülen Dſchun=
geln
und Sümpfen von Java gearbeitet und auf den
Ebenen der Mandſchurei, wo die Luft ſo trocken iſt, daß
bisweilen die Haut aufſpringt; ich habe auf hohen Bergen
photographiert und in unterirdiſchen Höhlen. Aber der
maleriſchſte und zugleich intereſſanteſte Teil der Welt, in
dem ich jemals meine Kamera aufgeſtellt habe, iſt der
Polarkreis.

[ ][  ][ ]

* Erledigte Stellen. Eine mit einem evange=
liſchen
Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu Neu= Iſen=
burg
. Eine mit einem katholiſchen Lehrer zu
beſetzende Lehrerſtelle zu Sprendlingen, Kreis
Offenbach.
* Militärdienſtnachrichten. Zum Leutnant der Re=
ſerve
befördert: der Vizefeldwebel Kracke (Jüterbog),
des Infanterie=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116. Zum Hauptmann der Reſerve befördert: Sohl,
Oberlt, der Reſ. des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115 (Danzig); zum Rittmeiſter der Reſ. beför=
dert
: Stirtz, Oberlt. der Landw.=Kav. 1. Aufgebots
(I Darmſtadt); gleichzeitig wird derſelbe zu den Reſerve=
Offizieren des Schleswig=Holſtein. Ulan.=Regts. Nr. 15
verſetzt. Zum Oberleutnant befördert: der Leutnant der
Reſerve Schül des Inf.=Regts. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118 (Mainz). Zu Leutnants der Reſ. beför=
dert
: die Vizefeldwebel bezw. Vizewachtmeiſter: Fiſcher
(I Darmſtadt), des Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 116, Riefling (I Darmſtadt), des Inf.=
Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117,
Müller, Voß (I Darmſtadt), des Inf.=Regts. Prinz
Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, Frhr. v. Nordeck zur
Rabenau (I Darmſtadt), des Garde=Drag.=Regts.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23. Der Abſchied mit der Erlaub=
nis
zum Tragen der bisherigen Uniform bewilligt: dem
Stabsarzt der Landwehr 1. Aufgebots: Dr. Machen=
hauer
(I Darmſtadt). Zum Veterinär befördert: der
Unterveterinär der Landwehr 1. Aufgebots Dr. Stein
(Gießen).
Rh. Von der Techniſchen Hochſchule. In der
Zeit von Oktober 1912 bis einſchließlich Juni 1913
wurde auf Grund der abgelegten Diplom=Hauptprüfung
der Grad eines Diplom=Ingenieurs 93
Studierenden erteilt: in der Abteilung für Architektur 21,
im Bauingenieurweſen 15, im Maſchinenbaufach 23,
Papieringenieurweſen 11, Elektrotechnik 18, Chemie 2
und Elektrochemie 3. Die Doktor=Ingenieur=
Prüfung haben im Studienjahr 1912/13 16 Diplom=
Ingenieure abgelegt.
* Die Frage der Errichtung eines Stauwehres
bei Gernsheim. Die Darmſt. Ztg. ſchreibt: Mit der
Frage der Errichtung einer Waſſerkraft=
anlage
im Rhein bei Gernsheim hat ſich der
Provinzialausſchuß der Provinz Rheinheſſen in ſeiner
Sitzung am 4. d. M. befaßt und zu den Vorarbeiten
7500 Mk. bewilligt. An dieſen Beſchluß haben ſich
Preßerörterungen geknüpft, und die Vertreter der Rhein=
gemeinden
haben durch eine Proteſtverſammlung in
Worms am 20. d. M. gegen das Projekt Stellung ge=
nommen
. Mit Bezug auf dieſe Vorgänge hat nun der
Darmſtädter Tägliche Anzeiger in Nr. 170 vom
23. d. M. eine Mitteilung aus Worms zum Abdruck ge=
bracht
, in der es heißt: Die heſſiſche Regierung be=
abſichtigt
bekanntlich am Rhein bei Gernsheim die Er=
richtung
eines Stauwehres zur Gewinnung elektriſcher
Kraft. Dieſe Mitteilung iſt geeignet, die öffentliche
Meinung irre zu führen. Die Großh. Regierung
ſteht dem Projekte vollſtändig fern. Sie hat im
Gegenteil, nachdem ſie von dem Vorhaben der ge=
nannten
Selbſtverwaltungskörperſchaft Kenntnis er=
halten
hatte, auf die ernſten Bedenken nachdrücklich hin=
gewieſen
, die dem Unternehmen ſowohl aus Rückſichten
der Landeskultur, als wegen des Schiffsverkehrs in
rechtlicher und techniſcher Hinſicht entgegenſtehen.
* Frißt der Haſe Spargel? Dieſe in den Kreiſen der
Jäger und Landwirte verſchiedenartig beantwortete
Frage wird demnächſt wohl auch die Verwaltungsbehör=
den
beſchäftigen. In verſchiedenen Orten des Rieds
wie in den Gemüſeorten in der Nähe von Mainz und
Darmſtadt klagen die Landwirte ſehr über den ungeheu=
cen
Schaden, den Haſen und Kaninchen an den
Zemüſekulturen und namentlich auch an den jun=
gen
Spargelpflanzungen anrichten. Beſonders in den
Orten Bretzenheim, Mombach, Nauheim, Pfungſtadt,
Briesheim u. a. klagt man in dieſer Hinſicht ſehr. Die
Landwirte ſchreiben dieſe Verheerungen in erſter Linie
em überhand nehmenden Haſenbeſtand zu, während die
Jäger behaupten, der Haſe gehe an Spargelpflanzen nicht.
An verſchiedenen Orten ſind nun dieſerhalb Wildſchaden=
erſatzanſprüche
geſtellt worden, die abgelehnt wurden. Die
geſchädigten Landwirte wollen die Sache bis zum Kreis=
ind
Provinzialausſchuß hin verfolgen. Daß Kaninchen

Spargel benagen, ſteht wohl feſt, und ſind deshalb auch
dieſe Tiere vielfach der Ausrottung durch die Landwirte
preisgegeben worden. Nicht ſo klar aber ſteht es in dieſer
Hinſicht mit den Haſen.
Aquarellausſtellung. Man ſchreibt uns: Zur=
zeit
ſind in dem Schaufenſter der Firma H. Lautz
einige hübſche Aquarelle von dem jungen Darm=
ſtädter
Künſtler Ernſt Vogel ausgeſtellt. Sie ſtellen
Anſichten aus Darmſtadt und Umgebung und aus
Frankfurt dar.
* Eiſenbahner=Verſammlung. Wir werden ge=
beten
, zu dem Bericht unter obiger Spitzmarke vom
21. Juli d. J. folgendes zu veröffentlichen: In dem
Bericht iſt ein Satz enthalten, welcher zu Mißverſtänd=
niſſen
führen kann. Der Referent Herr Rühl=Fulda
führte folgendes aus: Die Werkführer ſeien mit ſchrift=
lichen
Arbeiten ſo überhäuft, daß ſie den ganzen Tag
Zahlen und Buchſtaben zu machen hätten. Bei dem
reinen Lohnſyſtem könne dieſes und Material geſpart
werden ebenſo Beamte, da dieſe Zeit dann zur
Beaufſichtignng verwandt werden könne, eine größere
Arbeitsleiſtung der Handwerker und Arbeiter ſei jedoch
nicht mehr zu erzielen, da durch die maſchinellen Ver=
beſſerungen
die Arbeitsleiſtung auf das äußerſte, und
zwar in den letzten Jahren um mindeſtens 30 Prozent
geſtiegen ſei.
* Koſchat=Quintett. Am Sonntag, den 27. Juli,
findet, wie bereits mitgeteilt, im Städtiſchen Saalbau bei
ſchönem Wetter im Garten das Konzert des berühmten
Koſchat=Quintetts aus Wien ſtatt.

Jugenheim, 24. Juli. Die Ortsgruppe Jugenheim
des Obſtverwertungsvereins Zwingenberg
veranſtaltet am nächſten Sonntag in Jugenheim im Gaſt=
haus
Zur Sonne eine Verſammlung, in der Obſt=
bauinſpektor
Pfeifer=Darmſtadt einen Vortrag über
Beerenobſt halten wird.
Lindenfels, 23. Juli. Das andauernd regneriſche
Wetter wird unſeren Kurgäſten ungemütlich. Während
die einen in der Hoffnung auf beſſeres Wetter aus=
harren
und bleiben, reiſen die anderen vorzeitig ab.
Nach der neuen Fremdenliſte ſind 388 Kurgäſte an=
weſend
, gegen 504 um dieſelbe Zeit im Vorjahre. In
Neunkirchen ſind 68, in Lichtenberg 195, auf
dem Rodenſtein 31, auf der Tromm 38 Gäſte
anweſend.
Neuſtadt i. Odw., 24. Juli. Die Verkehrsmittel
der Gegenwart erſchließen uns wieder die Denkmäler der
Vergangenheit. So manche alte Burg, an der Jahr=
hunderte
lang das Leben der Zeit vorüberging, iſt der
Vergeſſenheit entriſſen worden, ſeitdem die Schienen=
ſtränge
den Strom der Touriſten an den großen Ver=
kehrsſtraßen
in die weltabgeſchiedene Einſamkeit lenken
und die Bergbahnen auch den verwöhnten Globetrottern
den mühſamen Aufſtieg erleichtern. Solch ein wieder=
erſtandenes
Dornröschenſchloß iſt auch die Burg
Breuberg bei Neuſtadt im Odenwald. Dieſes
ganz erhaltene Denkmal mittelalterlicher Baukunſt aus
dem 12. Jahrhundert, jetzt gemeinſames Eigentum der
Fürſten zu Löwenſtein=Wertheim und Grafen zu Erbach,
war ſchon ſeit der Eröffnung der Eiſenbahn Frank=
furt
a. M. Eberbach-Heilbronn weiteren Kreiſen bekannt
geworden. Aber erſt nachdem am 1. Dezember v. J. die
langerſehnte Strecke Höchſt i. O.-Aſchaffenburg dem
Betrieb übergeben worden iſt, können die Beſucher des
Odenwaldes bequem und ohne Zeitverluſt die ſehenswerte
alte Burg erreichen; die Halteſtelle Neuſtadt liegt
unmittelbar unter dem Breuberg. Dort wurde vor
kurzem ein wenig post kestum, aber darum nicht
minder wirkſam eine örtliche Feier veranſtaltet, die
von dem rührigen Ausſchuß des Odenwald=
klubs
ſorgfältig vorbereitet worden war. Zahlreiche
Freunde des Odenwaldes waren von nah und fern er=
ſchienen
. In die begeiſterten Reden miſchten ſich die
Klänge eines Geſangreigens, den die Schönen des Ortes
in heimiſcher Tracht aufführten. So iſt zu erwarten, daß
ſich von dem Strom der Touriſten, der allſommerlich
durch die deutſchen Gaue flutet, auch eine Welle nach
dem herrlichen alten Walde verliert, deſſen Name uns
ſchon aus dem Nibelungenliede vertraut iſt. Denn hier
war es, wo das Hifthorn Siegfrieds erſcholl und der
Held unter dem meuchlings geführten Speerſtich Hagens
verblutete.

Michelſtadt i. O., 24. Juli. Bei der Bürgermeiſter=
wahl
wurde der ſeitherige Bürgermeiſter Ludwig Hie=
ronymus
mit 476 Stimmen wiedergewählt.
Offenbach, 24. Juli. Der in der Waldſtraße Nr. 52
wohnende Taglöhner Konrad Ehresmann geriet
geſtern abend mit ſeiner Ehefrau in Streit, in deſſen Ver=
lauf
er dieſer zwei Meſſerſtiche in den Rücken ver=
ſetzte
, die aber nicht lebensgefährlich ſind.
Mainz, 24. Juli. Der in dem Berndt= Scha=
piro
=Prozeß zu fünf Monaten Gefängnis verurteilte
Chefredakteur Heinrich Hirſch, der Verleger des Neueſten
Anzeiger, iſt anläßlich des Regierungsjubiläums begna=
digt
worden. Er wird am 30. Juli aus der Haft ent=
laſſen
werden. Die Militärbehörde ließ vor Jahren
ſchon einen großen Teil des Exerzierplatzes,
auf dem die Parade der einzelnen Truppenteile während
er Truppenſchau abgehalten wird dadurch in geeigneter
Weiſe herrichten, daß ſie den tiefſandigen Boden mit
Gras einſäen ließ, um ihn ſo feſter zu geſtalten. Da
bei dem immer größeren Truppenaufgebot dieſer Platz
in letzter Zeit nicht mehr ausreichte, iſt jetzt ein weiteres
angrenzendes Terrain in gleicher Weiſe eingeſät und ein=
gefriedigt
worden. Auf dem Sande herrſcht jetzt tagtäg=
lich
ein überaus lebhaftes militäriſches Treiben. Trup=
penteile
aller Waffengattungen treffen dort unausgeſetzt
ein, um Felddienſtübungen vorzunehmen, die ſie am 13.
Auguſt auf demſelben Gebiete vor dem oberſten Kriegs=
herrn
auszuführen berufen ſind.
Worms, 24. Juli. Vom Kaiſer iſt den ehemaligen
Matroſen und Obermatroſen M. Penk, Gg. Dürr, Ph.
Schmitt und H. Schneider von hier für die Teil=
nahme
an der militäriſchen Aktion an der Oſt= und Weſt=
küſte
Afrikas im Jahre 1888/1889 die Kolonialdenk=
münze
am ſchwarz=weiß=roten Bande verliehen worden.
Die Peronoſpora greift in Rheinheſſen lei=
der
immer weiter um ſich, und ſogar die jun=
en
Trauben beginnen ſchon ſich mit Pilzen zu überzie=
hen
. Recht troſtlos ſieht es in manchen Gegenden aus, und
wenn das fortgeſetzte naſſe Wetter noch länger anhält,
dann wird wohl 1913 ein ſchlechtes Weinjahr werden.
Trotz der vielen Mühe, die man ſich macht, die Weinberg=
arbeiter
darüber aufzuklären, daß beim Beſpritzen der
Rebſtöcke ſelbſtverſtändlich die Blätter von unten beſpritzt
werden müſſen, findet man erſchreckend häufig, daß ganze
Weinberge völlig verkehrt behandelt werden. Die Blät=
ter
tragen alle auf der Oberfläche den Kupfervitriolbelag.
aber auf der Unterſeite, der Brutſtätte der Sporen, iſt
auch keine Spur einer Flüſſigkeit zu finden. Daß eine der=
irtige
Behandlung natürlich dem Weinberg Schaden zu=
fügt
und auch den anderen benachbarten Weinbergen ver=
derblich
wird, liegt klar auf der Hand. Daher iſt es unter
Umſtänden notwendig, in den Weinbergen nur mit den
Arbeiten vertraute Leute zu verwenden, weil bei der ge=
fährlichen
Peronoſpora nur eine Radikalbehandlung wir=
kungsvoll
ſein kann, wenn nicht nur der Wein, ſondern
auch der Weinberg zugrunde gehen ſoll.
Wies=Oppenheim, 24. Juli. In eine nicht angenehme
Ueberraſchung wurden die Einwohner unſerer Gemeinde
heute abend verſetzt, als gegen halb 7 Uhr eine Kara=
wane
Zigeuner durch unſere Gemeinde zog, um Beſitz
von der Barbaroſſamühle zu nehmen. Sie zogen in die=
ſelbe
ein und forderten die Bewohner derſelben, zwei
Familien, auf, auszuziehen, da ſie die Mühle gemietet
hätten. Beſtürzt von dieſer Aufforderung, war ihr erſter
Weg zur Bürgermeiſterei. Als Bürgermeiſter und Po=
lizeidiener
dort ankamen, zeigten ſie ihren Mietvertrag,
den ſie mit dem Eigentümer der Mühle, Herrn Karlebach,
abgeſchloſſen haben. Man ſagt, ſie hätten die Mühle für
1000 Mark gemietet und gegen 200 Mark ſofort anbe=
zahlt
. Auch erklärten ſie, daß abends noch mehr kommen
würden, ſo daß ſich die Zahl unſerer neuen Bürger um
40 vergrößern würde. Allgemein war die Aufregung in
der ganzen Gemeinde über ein ſolches Verhalten des
Eigentümers der Mühle, der die Gemeinde mit einer ſol=
chen
Geſellſchaft belaſtet. Tatſächlich kamen auch mit dem
letzten Zug noch viele, die ihr Nachtquartier in unſerer
Halteſtelle aufſuchten, um dann heute in ihr neues Heim
einzuziehen. Sie geben ſich aus als Pferdehändler und
dergleichen. Die ganze Gemeinde iſt geſpannt, wie es mit
dieſer Sache ausgeht.
Gau=Bickelheim, 24. Juli. Von den denkbar ſchlimm=
ſten
Folgen hätte die Probefahrt eines Motor=
dreirades
begleitet ſein können. Der Mechaniker und

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Der Schwank
Das Familienbad von Max Bayerhammer und
Kurt Neander hatte bei ſeiner Uraufführung im
Fürſtlichen Schauſpielhauſe zu Putbus (Rügen) bei guter
Darſtellung und geſchickter Inſzenierung des Direktors=
Steffter einen ſtarken Lacherfolg. Der anweſende Mit=
verfaſſer
Neander wurde nach jedem Akt oftmals gerufen.
Der 16jährige Komponiſt und Klaviervirtuoſe Georg
Széll, der bereits vor fünf Jahren in Wien, Dresden,
London (Albert= und Queenshall) Triumphe feierte, be=
ndete
vor kurzem eine vierſätzige Symphonie in
5=Dur für großes Orcheſter, die der junge Komponiſt vor
inem geladenen Auditorium in Wien, dem auch hervor=
agende
Dirigenten und Muſikſchriftſteller angehörten, auf
em Klavier interpretierte und damit allgemeine Bewun=
ſerung
erregte. Sein Klavierquintett in E=Dur, Opus 2,
vurde durch das Quartett Roſé und im Wiener Ton=
ünſtlerverein
(Präſident Eugen d’Albert) aufgeführt, und
ine Reihe von Quartettvereinigungen haben es für die
ommende Saiſon bareits in ihr Programm genommen
Szell wird in der nächſten Konzertſaiſon nicht bloß als
Pianiſt und Komponiſt, ſondern auch als Dirigent vor die
Oeffentlichkeit treten. Ueber die Expedition
Schröder=Strantz wird aus Bremen. 23. Juli, ge=
neldet
: Vom Lloyddampfer Großer Kurfürſt iſt heute
nittag durch Funkſpruch folgende Meldung eingegangen:
Bordbeſuch Möllerbai. Geſtern Dr. Robitzſch vom Obſer=
katorium
Croßbai wertvolle Mitteilungen über Schröder=
Strantz. Hilfe erhalten. Ausführliches drahtlos ab
Tromſö. Reiſe glänzend verlaufen. An Bord alles wohl.
Der Norddeutſche Lloyd bemerkt dazu: Leider iſt in obi=
ger
Meldung etwas nicht ganz klar; jedenfalls läßt ſie
erſchiedene Deutungen zu. Es wäre höchſt erfreulich,
venn ſich von neuem die Ausſicht eröffnet, daß die Hilfs=
ktion
für den lange vermißten Leutnant Schröder=Strantz
och noch erfolgreich geweſen wäre. Nähere Mitteilungen
arüber ſind nach der Ankunft des Dampfers Großer
durfürſt in Tromſö zu erwarten, die fahrplanmäßig am
Freitag erfolgt.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vgl. Nr. 147 dieſes
3lattes vom 26. Juni.) Der Temperaturgang des ver=
loſſenen
Juni war durch das Auftreten von zwei warmen
ind ebenſoviel kühlen Perioden gekennzeichnet, welch letz=
ere
jedoch einen erheblich längeren Beſtand hatten und
ewirkten, daß der Monat im ganzen einen unfreundlichen

verhindern, daß die noch nicht Angeſteckten mit jenen Un=
glücklichen
in Berührung kommen. Nur die Ochſenkarren
mit friſch gezimmerten Särgen, die durch die Straßen
Ueskübs ziehen, hinaus zu den Choleralagern, erzählen
von den Opfern, die Tag um Tag in raſtlos wachſender
Zahl die furchtbare Seuche fordert. Die Welt muß es
erfahren: die Cholera hat ſich in Mazedonien feſtgeſetzt,
zieht über das ganze Land und im Schutze der Sommer=
hitze
entvölkert ſie die Städte, vernichtet die Dörfer und
dezimiert die Heere. In Veles ſelbſt zählt man am Tage
200 Tote, und ich erfahre von einem Bataillon des ſechſten
Regiments, daß es vor drei Tagen noch 800 Mann zählte:
nur 200 von ihnen ſind heute noch am Leben. Dreiviertel
der ganzen Truppe ſind dahingemäht, ohne daß ein Schuß
fiel: die Cholera. In Kumanowo dehnen ſich weite Zelt=
baracken
, in denen die dem Tode geweihten Unglücklichen
der Erlöſung harren, und als ich nahe an einem dieſer
Zelte vorüberkam, erhaſchte ich ein paar Sätze aus dem
Geſpräch zweier Offiziere. Der eine von ihnen, von der
Nachtwache erſchöpft, erklärte dem Kameraden: Heute
morgen haben wir 243 verbrannt‟. Er ſprach die paar
Worte auf Franzöſiſch, in der Hoffnung, daß keiner der
Soldaten ſie verſtehen würde. Ich erkundigte mich: Wer
waren dieſe 243, waren es cholerakranke Bulgaren, waren
es Gefangene? Nein, 243 junge, friſch aus der Heimat
auf den Kriegsſchauplatz gekommene Rekruten, die heute
morgen verbrannt wurden, ohne einen Feind geſehen zu
haben. Und nach allen Himmelsrichtungen hin, nach Nor=
den
, Süden breitet ſich die Seuche aus; an der Grenze ſind
die Zuſtände bereits unbeſchreiblich. Ein junger Monte=
negriner
, der aus Egri Palanka zurückkehrt, erzählt mir,
daß infolge der fortdauernden Kämpfe, Scharmützel und
Beunruhigungen die Leichen nicht beſtattet werden! Am
Erdboden bleiben ſie liegen, verpeſten das Land und ver=
giften
Waſſer und Luft: Wenn Sie nur wüßten, wie viel
von dieſer Seuche befallen ſind! fügte der Montenegriner
hinzu. Sie werden alle ſchwarz wie die Türken Klein=
aſiens
. Und ihre Leichen vergiften alle Quellen und alle
Flüſſe. Ein Befehl des ſerbiſchen Generalſtabs verbietet
allen Soldaten, ſich fortan die Hand zu geben; wenn ſie
ſich begrüßen wollen, dürfen ſie ſich die Ellenbogen drücken.
Wenn immer in einem Truppenteil ein Cholerafall ein=
tritt
, wird die ganze Kompagnie ſofort iſoliert. Die Sani=
tätsbehörden
vertauſchen die Uniformen, desinfizieren die
Zelte, Waffen und Karren; aber in den Dörfern und den
Städten ſind die Schreiner Tag und Nacht an der Arbeit
und hämmern weiße neue Särge. Die zurückgebliebenen
Türken aber blicken ſich ſtill an; ein Lächeln der Befriedig=

Eindruck zurückließ. Das Temperaturmittel fiel infolge
davon bedeutend zu tief aus. Die Gegenſätze bilden
Mainz mit 17,0 und Neunkirchen mit 13,2 Grad Celſius=
(Darmſtadt: 16,3), während hinſichtlich der Höchſtſtände
Darmſtadt mit 29,5 an der Spitze und Schotten mit 26,0
an letzter Stelle ſteht. In Mainz ſank das Thermometer
nicht unter 8,3 Grad, wogegen Hochwaldhauſen am 27.
nur 1,1 meldete (Darmſtadt: 8,0 am 14. und 15.). Die Be=
wölkung
war durchſchnittlich bedeutend; die Gegenſätze
bilden Gießen mit 72 und Neunkirchen mit 62 Prozent
(Darmſtadt: 69). Die Zahl der Sommertage ſchwankt
zwiſchen 3 und 7, welch letztere Zahl in Darmſtadt, Mainz
und Worms beobachtet wurde. Niederſchläge fielen im
Berichtsmonat ſehr reichlich. Nur an einigen rheinheſſi=
ſchen
und ſtarkenburgiſchen Stationen blieb die Menge
etwas hinter dem langjährigen Durchſchnitt zurück. So
wurden z. B. in Groß=Gerau, als der trockenſten Station,
nur 40,4 Millimeter gemeſſen, gegenüber 170,3 in Lauter=
bach
, wo allein der 2. die faſt tropiſche Menge von 93
Millimetern lieferte. Wenn man ſich vergegenwärtigt, daß
in Darmſtadt im ganzen Monat nur 67,6 Millimeter auf=
gezeichnet
wurden, ſo kann man ſich eine Vorſtellung von
jener eintägigen Regenmenge machen. Hagel kam an etwa
der Hälfte der Stationen ein= bis zweimal vor, während
die Zahl der Gewitter zwiſchen 3 in Hochwaldhauſen und
10 in Wimpfen ſchwankte (Darmſtadt: 6). Infolge des
Regenreichtums waren die Pegelſtände der größeren
Flüſſe am Monatsende erheblich höher als zu Anfang,
erreichten jedoch beim Rhein bei weitem nicht das 60 jäh=
rige
Mittel.
CK. Unter der Geißel der Cholera. Nur ſelten er=
wähnen
die kurzen Telegramme von dem mazedoniſchen
Kriegsſchauplatz die furchtbare Heimſuchung, die über die
ſerbiſche Armee hereingebrochen iſt. Der ſchlimmſte Feind,
den eine Armee zu fürchten hat, die Cholera, hat ihren
Eroberungszug angetreten, und zu Tauſenden ſinken in
den Heerlagern ihre Opfer dahin. Der Kriegsberichterſtat=
ter
des Journal André Tudesg, der vor einigen Tagen in
einem Militärzug die Reiſe von Belgrad nach Uesküb
unternahm und ſeitdem in der Hauptſtadt Mazedoniens
weilt, gibt eine Schilderung ſeiner Beobachtungen, die
düſtere Rückſchlüſſe auf die Verhältniſſe geſtatten, die man
nach Kräften geheim hält. Der Militärzug, mit welchem
Tudesg nach Uesküb kam, brauchte 38 Stunden, um die
500 Kilometer zurückzulegen, und der widerliche Geruch
der Desinfektionsmittel erfüllte die Wagen. Die Cholera!
Rings um die Stadt ſind abgeſchloſſene Lager errichtet, in
denen die Cholerakranken untergebracht ſind; Wachtpoſten

[ ][  ][ ]

Spengler Paul König von hier wollte das Fahrzeug aus=
probieren
und fuhr mit großer Geſchwindigkeit durch das
Dorf. In raſendem Tempo ſauſte er in das
Schaufenſter der Gebrüder Baatſch, dieſes vollſtän=
dig
zertrümmernd. Dem an dem Schaufenſter an=
gebrachten
Schutzgitter iſt es zu verdanken, daß der Len=
ker
mit heiler Haut und einem Schrecken davonkam. Das
Rad ſelbſt lief in das Schaufenſter. Der Anprall war ſo
heftig, daß man das Getöſe außerhalb des Dorfes ver=
nahm
.
Gießen, 24. Juli. Die Ernennung des außerordent=
lichen
Profeſſors Dr. med. Johann Georg Mönckeberg
zum ordentlichen Mitgliede und Profeſſor für allgemeine
Pathologie und pathologiſche Anatomie an der Düſſel=
dorfer
Akademie für praktiſche Medizin, wurde
beſtätigt. Prof. Mönckeberg iſt dort Nachfolger von
Geh. Rat Prof. Lubarſch. Dem Liebig=Muſeum
wurden insgeſamt 600 Mark geſpendet. Am Donnerstag
findet im Liebig=Laboratorium die dritte Jahres=
verſammlung
der Geſellſchaft ſtatt wobei Geh. Me=
dizinalrat
Sommer einen Vortrag über Liebig vom
Standpunkte der Familienforſchung und Vererbungs=
lehre
hält.
Gießen, 24. Juli. Am 27./28. Juli feiert der
Schützenverein Gießen ſein 35jähriges Stif=
tungsfeſt
, verbunden mit großem Preisſchießen. Durch
hochherzige Stiftungen ſtehen dem Verein allein Ehren=
preiſe
im Werte von ca. 1000 Mk. zur Verfügung, un=
geachtet
der Barpreiſe, die in der üblichen Weiſe auf die
Meiſterſcheiben verteilt werden.
Bad=Nauheim, 24. Juli. Dem Drängen ſeiner zahl=
reichen
Nauheimer Freunde und Verehrer nachgebend.
wird Herr Dr. Karl Peters, der Gründer Deutſch= Oſt=
afrikas
, der auch dieſes Jahr hier zur Kur weilt, am
5. Auguſt, abends 8¼ Uhr, im Saale des Kurhauſes einen
Vortrag halten. Seit vielen Jahren hat Herr Dr.
Peters nicht in Deutſchland öffentlich geſprochen. Mit
großer Freude werden deshalb alle Freunde der deutſchen
Koloniſation, alle Verehrer des Herrn Dr. Peters, ſeinen
Entſchluß begrüßen. Aus Frankfurt, Wiesbaden, Hom=
burg
, Gießen und Marburg, wie aus Nauheims näherer
Umgebung ſteht zahlreicher Beſuch in Ausſicht.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt. 23. Juli. Wie die Berliner
Morgenpoſt erfährt, hatte Geheimrat His im Kultusmini=
ſterium
eine lange Unterredung mit dem Miniſterialdirek=
tor
Naumann. Dieſer zeigte ihm in bezug auf ſeine
Wünſche hinſichtlich des Betriebes der Staats=
klinik
der Charité weitgehendſtes Entgegenkommen.
His, der ſich noch eine 24ſtündige Bedenkzeit ausbat, habe
ſich entſchloſſen, den an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf
an die Wiener Klinik abzulehnen. Durch Anſchlag am
ſchwarzen Brett macht der Rektor der Univerſität, Graf
Baudiſſin, bekannt, daß 341 Studenten aus den
Büchern der Univerſität gelöſcht ſind, da ſie im laufenden
Sommerſemeſter keine Vorleſungen angenommen haben
Die Gelöſchten unter denen ſich Studierende aus allen
Weltteilen befinden, verteilen ſich auf die vier Fakultäten
wie folgt: 189 Angehörige der philoſophiſchen, 11 der theo=
logiſchen
73 der juriſtiſchen und 68 der mediziniſchen Fa=
kultät
. Dieſe Ziffern entſprechen ungefähr dem Stärkever=
hältnis
der einzelnen Fakultäten, bedeuten aber insgeſamt
einen auffallend hohen Prozentſatz aller Hörer. Die
Nordſtrecke der Hoch= und Untergrundbahn
Alexanderplatz=Nordring wird am nächſten Sonntag dem
öffentlichen Verkehr übergeben werden. Wegen Ver=
ſtoßes
gegen § 184 des Strafgeſetzbuches (ſogenannter
Sittlichkeitsparagraph) wurden auf Anordnung des Amts=
gerichts
Berlin=Mitte die neueſten Nummern der Luſtigen
Blätter und der Muskete mit Beſchlag belegt. Das
Gericht hat mehrere Zeichnungen in dieſen beiden Jour=
nalen
für anſtößig angeſehen und deshalb die Beſchlag=
nahme
verfügt. Heute ſtanden ſämtliche Strafkammern
des Landgerichts III im Moabiter Kriminalgericht im
Zeichen der Hundeſperre. Nicht weniger als vier=
zehn
derartige Verhandlungen, zu denen noch acht an den
übrigen Gerichten verhandelte Fälle hinzukamen, beſchäf=
tigten
die beiden tagenden Ferienſtrafkammern.
Frankfurt. 24. Juli. Bei der Frankfurter Poli=
zei
hat das Dienſtmädchen Elſe Bender die Anzeige ge=

macht, daß ſie vor einigen Tagen durch die Vermittelung
einer Stellenvermittlerin von einer Ausländerin als Stu=
benmädchen
nach Holland engagiert worden ſei. Das
Mädchen ſei dann mit der Dame nach Neuſtadt a. d. H.
gereiſt, wo die Dame mit zwei Herren und drei weiteren
Dienſtmädchen zuſammengetroffen ſei. Die Reiſe ging
dann weiter nach Edenkoben, wo noch drei Dienſtmädchen
zu der Reiſegeſellſchaft ſtießen. Als den Mädchen dort
mitgeteilt wurde, daß ſie nach Südamerika enga=
giert
ſeien, habe die Bender einen günſtigen Moment
wahrgenommen und ſei nach Frankfurt zurückgekehrt. Die
hieſige Polizei hat ſofort ſämtliche Grenzſtationen um
Feſtnahme der mutmaßlichen Mädchenhändler er=
ſucht
.
München, 23. Juli. Am Weingerſee im ſüdöſtlichen
Oberbayern, zwiſchen Traunſtein und Laufen, wo vor
Jahren ein römiſches Haus freigelegt wurde,
iſt man bei weiteren Grabungen auf zwölf große Räume
geſtoßen, von denen zwei Waſſerbaſſins geweſen ſein wer=
den
. Es läßt ſich noch nicht feſtſtellen, ob es ſich um ein
öffentliches Bad oder um ein großes Badhaus handelt.
Auch intereſſante Gefäße wurden gefunden.
Weißenburg, 24. Juli. Heute früh wurde hier ein
Militärpoſten beim Pulverhauſe überfallen und
in die Lauter geworfen. Infolge ſeiner Hilferufe eilten
Leute herbei und retteten ihn. Die Täter ſind entkommen.
Düſſeldorf, 24. Juli. Der Oberbürgermeiſter gab in
der geſtrigen Stadtratſitzung bekannt, daß für freiwillige
Stiftungen nahezu 250000 Mark gezeichnet ſind die
zur Beſchaffung des Krebsheilmittels Meſo=
thorium
für die Düſſeldorfer ſtädtiſchen Krankenanſtalten
beſtimmt wären.
Hamburg, 23. Juli. Die hier kürzlich verhaftete Kut=
ſchersfrau
Mars die in dem Verdacht ſteht, vor zwölf
Jahren ihren eigenen Vater und im Auguſt vorigen Jahrs
ihren Stiefvater durch Gift aus dem Leben ge=
bracht
zu haben, ſcheint auch an einem ihrer Brüder einen
Giftmord begangen zu haben. Die Frau hatte im vorigen
Sommer eine Reiſe nach Oſtpreußen gemacht und beſuchte
dabei auch ihren in Danzig wohnenden Bruder. Als ſie
am Wohnorte ihrer Mutter in Groß=Griegeliſchken bei
Inſterburg eingetroffen war, ſtarb plötzlich ihr Bruder,
ohne vorher krank geweſen zu ſein. Frau Mars reiſte un=
verzüglich
nach Danzig zurück und nahm an der Beerdig=
ung
teil. Sie ſchien ſich vor Schmerz kaum faſſen zu kön=
nen
. Einen Monat ſpäter ſtarb dann ihr Stiefvater, der
Altenteiler Scheleleis. Als die Frau nach Hamburg zu=
rückkehrte
, wechſelte ſie bald darauf ihre bisherige dürftige
Wohnung und nahm eine größere. Auch war ſie plötzlich
im Beſitze einiger Sparkaſſenbücher, die ſie früher nicht
gehabt hatte. Wahrſcheinlich hat ſie ſich dieſe auf ihrer
Reiſe zu den Verwandten angeeignet. Frau Mars hat
auch ihre 70jährige Mutter mitgebracht, die es aber bei ihr
wegen fortgeſetzter Mißhandlungen nicht aushalten konnte
und bald nach Oſtpreußen zurückkehrte. Die alte Frau
ſchwebte in beſtändiger Angſt, von ihrer eigenen Tochter
vergiftet zu werden.
Dresden, 23. Juli. Das Theater der 5000 ſteht
leer und verlaſſen da. Direktor Stoſch=Sarraſani,
der mit den größten Hoffnungen nach Dresden kam und
ankündigte, es hätten ſich ſchon ſo viele Perſonen um
Pachtung des Gebäudes während ſeiner Abweſenheit be=
müht
, daß das Jahr ruhig 600 Tage haben könne, hat
bisher noch niemand gefunden, der in ſein Zirkustheater
einziehen will. Er ſelbſt ſcheint auch nicht allzu gute Ge=
ſchäfte
gemacht zu haben, denn er will vorderhand nicht
nach Elbflorenz zurückkehren. Er macht den Städtiſchen
Behörden den Vorwurf, ſie hätten ihn an einer großzügi=
gen
Verwertung ſeines Gebäudes gehindert. Dagegen
wehrt ſich jetzt der Rat, indem er darauf hinweiſt, daß die
Stadt Sarraſani ſehr viele Vergünſtigungen gewährt
habe, daß ſie ſich aber nicht über die Geſetze hinwegſetzen
könne und auch auf die Gaſtwirte uſw. Rückſicht nehmen
müſſe. Die Stadt hat auf dem Zirkus eine erſte Hypothek
ſtehen, die in 30 Jahren amortiſiert ſein muß. Sie hat
aus der Billettſteuer eine Einnahme von 60000 Mk. ge=
zogen
, erleidet alſo durch das Wegbleiben Sarraſanis eine
ſchwere Einbuße. Uebrigens iſt das Gebäude akuſtiſch
gänzlich verfehlt; das Echo, das ſich ſchon am Eröffnungs=
tage
überaus ſtörend bemerkbar machte, hat ſich bisher
nicht beſeitigen laſſen.
Frankenhauſen, 23. Juli. In den letzten Tagen wurde
die Barbaroſſahöhle von acht Fachgelehrten unter
Führung von Dr. Berg=Berlin in ihren ſämtlichen Be=
ziehungen
durchforſcht, tovographiſch aufgenommen und
genau vermeſſen; dabei ergab ſich die Tatſache, daß die
Barbaroſſahöhle eine der größten Höhlen Deutſch=
lands
iſt. Es gelang der unermüdlichen Tätigkeit der
Geſellſchaft, ganz neue Höhlenräume aufzudecken, die an
Größe und Pracht hinter den bekannten in keiner Weiſe
zurückſtehen. Die Geſamterſtreckung der Höhle, die in den
Reiſehandbüchern auf 350 Meter angegeben wird, beträgt
weit über 1300 Meter, und der Flächeninhalt der unter=
irdiſchen
Hohlräume iſt ſchätzungsweiſe 18000 Quadrat=
meter
. Iſt die Barbaroſſahöhle bisher wegen ihrer eigen=
artigen
und ſelten ſchönen Bildungen das Ziel Tauſender
und Abertauſender geweſen, ſo wird die Auswertung der
Forſchungen durch die Höhlenverwaltung den Zuſtrom
der Beſucher ganz gewaltig vergrößern.
Breslau, 23. Juli. Im Kwileckiprozeß legte die
Bahnwärterfrau Cecilie Meyer gegen das Urteil der zwei=
ten
Zivilkammer des Breslauer Landgerichts vom 10.
Juni Berufung ein.
Zürich, 24. Juli. Ein Arbeiterzug ſtieß mit
einer Schnellzugslokomotive zuſammen. Aus
zwei vollſtändig zertrümmerten Wagen wurden 30 zum
Teil ſehr ſchwer verletzte Perſonen hervorgezogen.
Genf, 24. Juli. Im Alter von 72 Jahren ſtarb
Agenor Boiſſier, ein bekannter Wohltäter und Kunſt=
freund
. Er opferte große Summen für die Verbreitung
der Wagnerſchen Kunſt.
Paris, 23. Juli. Der Pariſer Sicherheitsbeamte
Leoni iſt aus London, wohin er wegen des geſtoh=
lenen
Perlenhalsbands gereiſt war nach mehr=
tägigem
Aufenthalt geſtern hierher zurückgekehrt. Ueber
das Ergebnis der bisherigen Nachforſchungen hat er den
Blättern nichts mitgeteilt, ſondern nur geſagt, der Teil
der Unterſuchung, der in London geführt wurde, ſei be=
endet
; jetzt warte man nur noch auf den Abſchluß der in
Paris vorgenommenen adminiſtrativen Unterſuchung, die
genau feſtſtellen ſoll, unter welchen Umſtänden und mit
welchen Perſonen auf der Poſt die Wertſendung ange=
nommen
und befördert worden iſt. Wie der Matin mit=
teilt
, habe die Pariſer Sicherheitsbehörde bereits die
Ueberzeugung gewonnen, daß der Diebſtahl höchſt wahr=
ſcheinlich
in der Zeit ausgeführt wurde, die der Ueber=
gabe
der Wertſendung an die Poſt vorausging. Dagegen
hat die Verſicherungsgeſellſchaft Lloyd eine beſondere Un=
terſuchung
durch zwei Privatdetektivs, die Herren Calchas
und Debisſchop, anſtellen laſſen, die zur Ueberzeugung ge=
langt
ſein ſollen, der Diebſtahl ſei ausgeführt worden,

während die Wertſendung den Weg vom Poſtbureau in
der Rue de Provence nach dem Nordbahnhofe machte.
Wer hat nun Recht? Die Lloyd=Geſellſchaft hat ihr An=
gebot
von 250000 Francs Belohnung für die Beiſchaffung
des Halsbandes unter Beifügung einer Beſchreibung und
Abbildung des Halsbandes überall verkünden laſſen. Wie
der Temps mitteilt, iſt das im Bois de Boulogne gefun=
dene
Perlenhalsband in der Tat eine Nachahmung des
geſtohlenen; ſie ſollte aber die Polizei nicht irreführen,
ſondern ſie war für einen Londoner Artiſten beſtellt, von
einer Pariſer Firma geliefert, aber von dem Ueberbringer
verloren worden.
Paris, 24. Juli. Das Zuchtpolizeigericht von
Charleville verurteilte fünf Antimilitariſten, die in Mon
thermé (Ardennen) am Tage der Rekrutierung eine Stra=
ßenkundgebung
gegen die dreijährige Dienſtzeit veran=
ſtaltet
hatten, zu Gefängnisſtrafen von ſechs bis
zehn Tagen.
Nizza, 24. Juli. Ein verwegener Einbruchs=
diebſtahl
wurde hier in die Villa eines ruſſiſchen Für=
ſten
verübt. Den Einbrechern fielen für etwa 50000
Francs Schmuckſachen und Bargeld in die Hände.
Cannes, 23. Juli. Das Unterſeeboot Fresnet=
geriet
bei Caparoiſette während einer Manöverübung in
einer Tiefe von 3½ Meter auf Grund. Torpedoboote
und Unterſeeboote des Geſchwaders verſuchten vergeblich,
Hilfe zu leiſten. Dreimal riſſen die Taue und Troſſen,
Niemand wurde bei den Arbeiten, die während der Nacht
fortdauern, verletzt.
Moskau, 23. Juli. Das Gericht hat die Vernich=
tung
der geſamten Ausgabe der Broſchüre Leo
Tolſtois über die Bauernunruhen angeordnet.

Luftfahrt.

Die deutſchen Luftſchiff=Hallen.
sr. Die Strandung des Militär=Luftkreuzers S.L.10
der bei Schneidemühl durch den Sturmwind von einer
Notverankerung im Freien losgeriſſen und vernichtet
wurde, gab allgemein wieder zu der Forderung Veran=
laſſung
, den Bau neuer Luftſchiff=Hallen zu
beſchleunigen. Wir benötigen für unſere ſtattliche Luſt=
flotte
gewiß ein möglichſt großes Netz von geſchützten
Häfen, und es wäre ein grober Fehler, wenn deſſen Aus=
bau
im Vertrauen auf die wachſende Zuverläſſigkeit und
den ſteigenden Aktionsradius der Schiffe vernachläſſig
würde; denn die Zahl der Luftkreuzer wächſt ja auch ber
ſtändig, und es muß daher für Reſerve=Hallen geſorgt
werden, in denen die Schiffe auf längeren Reiſen Unter=
kunft
finden können. Die modernen Hallen ſind faſt alle
beſetzt und die älteren reichen für die modernen großen
Schiffe nicht mehr aus. Die Zahl der deutſchen Luftſchiff=
Häfen wird doch aber meiſtens recht erheblich unterſchätzt,
und es iſt überraſchend, zu hören, daß wir heute be=
reits
an 23 verſchiedenen Plätzen 30
Hallen beſitzen die ausreichen, um etwac4o
Lenkballone verſchiedener Konſtruktion
unterzubringen. Wir ſtehen damit jedenfalls ganz
unerreicht da. Das geſamte Ausland wird kaum in der
Lage ſein, eine gleich große Geſamtzahl von Hallen nach=
zuweiſen
. Für die Zeppelin=Schiffe bietet ſich heute an
15 Plätzen in Deutſchland Gelegenheit, Hallen zu beziehen.
Geeignete Militär=Luftſchiff=Häfen haben Köln, Königs=
berg
, Metz, Straßburg und Thorn. Die Hallen ſind ſämt=
lich
Eiſenkonſtruktionen. Bis auf Thorn ſind auch an
allen Plätzen Waſſerſtoff=Anlagen, bezw. Fabriken zur Ex
zeugung von Waſſerſtoffgas vorhanden. Die Abmeſſunge
der Hallen ſind in Metz 150 mal 40 Meter, in Köln=
Bickendorf 140 mal 28 Meter, an den anderen drei Plätzen
150 mal 28 Meter. In Metz könnte alſo im Notfall ein
zweites Schiff untergebracht werden. In Privatbeſitz he=
finden
ſich daneben eine größere Zahl von modernen
Doppelhallen. Die neueſte iſt die in Leipzig=Mockau, die
erſt vor kurzem eingeweiht wurde und 194 mal 69 Meter
groß iſt. Spezialanlagen geſtatten dort die Lagerung
von 14000 Kubikmeter Waſſerſtoffgas und von 20000
Liter Benzin. Mit dem dazu gehörigen Flugplatz bedeckt
die Anlage 300000 Quadratmeter. Gleichfalls jüngeren
Datums ſind die beiden Doppelhallen in Potsdam (1685
mal 50 Meter) und in Hamburg (160 mal 50 Meter)
Von beiden dehnt ſich ein weites freies Gelände zur
Anfahrt aus. Zwei weitere Doppelhallen entſtanden
ſchon vor längerer Zeit in Johennisthal und Friedrichs=
hafen
. Die Halle auf dem Berliner Flugplatz gehört der
Luftfahrtbetriebsgeſellſchaft und mißt 163 mal 45 Meter,
diejenige bei der Zeppelinwerft in Friedrichshafen wurde
1908 als Eiſenkonſtruktion erbaut und mißt 160 mal 40
Meter. Eine zweite Halle in Friedrichshafen von 150 mal
20 Meter bietet einem dritten Zeppelinſchiffe Platz. Auch
eine Waſſerſtoffanlage iſt dort vorhanden. Weiter finden
ſich für Zeppelinſchiffe geeignete Hallen in Baden=Oos
(160 mal 25). Düſſeldorf (150 mal 22), Frank=
furt
a. M. (150 mal 25), Gotha (152 mal 26
Meter) und Kiel (170 mal 30 Meter). Auch in
Kiel iſt eine Anlage zur Erzeugung von Waſſerſtoffgas
vorhanden, und zwar auf der Kaiſerlichen Werft. In Bau
iſt ſchließlich noch eine neue Doppelhalle in Dresden, die=
noch
im Laufe dieſes Jahres fertiggeſtellt werden ſoll.
An neuen Projekten mangelt es nicht. Vor allem be=
abſichtigt
die Militärverwaltung dem Vernehiten nach
eine größere Zahl von Doppelhallen, zum Teil drehbaren
Hallen, für die neuen Luftſchifferbataillone zu errichten
u. a. zunächſt in Darmſtadt Graudenz, Hannover,
Lahr, Mannheim und Schneidemühl. Weiter ſind für die
Marine=Luftſchiffe große Anlagen in Cuxhaven und Hel=
goland
in Vorbereitung, Kleinere deutſche Luftſchiff=
hallen
exiſtieren im übrigen rund ein Dutzend an neun
verſchiedenen deutſchen Plätzen. Die intereſſanteſte Anlage
iſt die der Siemens=Schuckert=Werke in Berlin=Biesdorf.
Es iſt bisher die einzige drehbare Halle in Deutſchland,
die bei einer Länge von 135 mal 25 Meter für Zeppelin=
ſchiffe
leider nicht ausreicht. Auch die Halle der Firma
Heinrich Lanz in Rheinau bei Mannheim iſt mit ihren
Abmeſſungen von 137 mal 28 Meter für die modernſten
Zeppelinſchiffe zu klein. Sie wurde auch lediglich für die
Unterbringung der Schütte=Lanz=Konſtruktionen erbaut.
Eine dritte größere Halle (100 mal 34 Meter) errichtete die
Flug= und Sportplatz=Geſellſchaft Wanne=Herne. Dieſe
Anlage ſoll demnächſt ſo weit vergrößert werden, daß auch
Zeppelinſchiffe einfahren können. Im Umkreiſe von Berlin
ſind 6 weitere kleinere Hallen zu nennen. Diejenigen der
Luftfahrtbetriebsgeſellſchaft in Johannisthal, die neben
der bereits genannten großen Halle ſteht, iſt 82,5 mal 25,30
Meter groß. In Tegel hat die Luftfahrtsgeſellſchaft eine
Halle von 75 mal 25 Meter und in Reinickendorf ſtehen
neben einer gleich großen Halle der Luftfahrzeuggeſellſchaft
noch 3 kleinere Hallen der Luftſchiffertruppe. Die erſte
von dieſen aus dem Jahre 1905 mißt 50 mal 18 Meter,
die zweite, 1907 erbaute 70 mal 22 Meter und die 1909
errichtete dritte 80 mal 25 Meter Im Privatbeſitz befin=
den
ſich noch Hallen in Köln=Nippes (40 mal 20 Meter)

ung liegt in ihren Augenwinkeln und ſcheint zu ſagen:
Allah iſt groß! Die Hekatomben des Bruderkrieges
mögen bald ein Ende nehmen; aber andere ſchlimmere ge=
heime
folgen ihnen. Der neue Feind, die Cholera, wird
nicht ſo bald abrüſten.
B. B. Eine große Anzahl nützlicher Tiere wird gerade
jetzt während der Ferien namentlich von der Schuljugend
verfolgt und teilweiſe unter unnützen Quälereien getötet.
Da iſt zunächſt der Froſch, auf den ſo gern Jagd gemacht
wird; und doch iſt er ein Inſektenvertilger ohne gleichen,
denn ganze Scharen von Mücken, Fliegen, Motten, Erd=
flöhen
, Schmetterlingen, Larven uſw. werden von ihm
verſpeiſt. Auch die häßliche Kröte wird ganz unſchuldiger=
weiſe
verfolgt und totgeſchlagen. Nur die wenigſten, ſelbſt
Erwachſene, haben eine Ahnung davon, daß das Menü
der Kröte aus Regenwürmern, Schnecken, Käfern, Larven
und Raupen beſteht. Dabei iſt die Kröte ungemein ge=
fräßig
und wird deshalb von den Gärtnern abſichtlich in
die Gärten geſetzt. Der Igel, der auch unter der Verfolg=
ungsſucht
der Menſchen zu leiden hat, iſt als Vertilger von
Mäuſen und anderen kleinen Nagetieren, Erd= und Weg=
ſchnecken
, Engerlingen, ein ſehr nützliches Tier. Selbſt die
vielfach für giftig gehaltene, tatſächlich aber ganz unge=
fährliche
Blindſchleiche betätigt ſich in hervorragender
Weiſe als Inſektenvertilger. Wenn ein Schulbube
einen Marienkäfer, auch Marienwürmchen genannt, er=
blickt
, ſo iſt es meiſt um das kleine Ding geſchehen. Mit
jedem getöteten Marienkäfer iſt jedoch ein unermüdlicher
Blattlausvertilger vernichtet worden. Selbſt der Maul=
wurf
ſollte geſchützt werden, erweiſt er ſich doch als Ver=
zehrer
von allerlei Ungeziefer ſehr nützlich. Daß die Sing=
vögel
eines beſonderen Schutzes und einer umfaſſenden
Schonung bedürfen, braucht wohl nicht beſonders erwähnt
zu werden.
* Maſſenaustritt aus der Kirche wegen Erhöhung
der Hundeſteuer! 1400 Hundebeſitzer in Hamburg haben
hier in recht kurioſer Weiſe gegen die Senatsvorlage über
die Erhöhung der Hundeſteuer Stellung genommen. Durch
Unterſchrift haben ſich die Vierzehnhundert verpflichtet, in
dem Augenblick, wo die Bürgerſchaft die Senatsvorlage
annehmen ſollte, aus der Landeskirche auszutreten. Man
darf geſpannt ſein, wie ſich die Hamburger Bürgerſchaft
dieſer ſchlimmen Drohung gegenüber verhalten wird. Von
der Hamburgiſchen Landeskirche ſelbſt aber ſoll es uns
nicht wundern, wenn ſie mit der Kundgebung heraus=
kommt
, daß ihr an Leuten, die mit ihrer Anhänglichkeit an
die Kirche derart auf den Hund gekommen ſind, gar nicht
viel mehr gelegen iſt.

[ ][  ][ ]

und in Leichlingen, die der Firma Franz Clouth reſp. der
Rheiniſch=Weſtfäliſchen Motorluftſchiffahrts=Studien= Ge=
ſellſchaft
gehören. Beide Hallen ſind unbenutzt, nachdem
die Parſeval=Geſellſchaft den Clouth=Ballon übernommen
und der in Leichlingen ſtationierte Erbslöh=Ballon ein
tragiſches Ende gefunden hat. Schließlich ſind zwei Hallen
der Luftfahrzeug=Geſellſchaft in Bitterfeld von 75 mal 25
Meter und 80 mal 25 Meter anzuführen, die den in der
dortigen Parſeval=Werft entſtehenden Schiffen Unterkunft
gewähren, bis ſie ihren Beſtimmungsorten zugeführt wer=
den
. Für Notlandungen kommen neben den feſten Hallen
noch eine Zahl von offenen Landungsplätzen in Frage,
die mit geeigneten Verankerungsvorrichtungen ausge=
ſtattet
ſind. Derartige Anlagen wurden bisher an 30 über
das ganze Reich verteilten Orten geſchaffen.

* Flugplatz Johannisthal 24. Juli. Leut=
nant
Jolly, der, von Königsberg kommend, geſtern abend
um 6 Uhr in Danzig landete und dort heute morgen um
9.05 Uhr zum Weiterfluge nach Berlin aufgeſtiegen iſt,
landete um 12.50 Uhr glatt auf dem Truppen=
übungsplatz
Döberitz.
Weſterland, 24. Juli. Leutnant Engner,
der 9 Uhr 15 Minuten im Lockſtädter Lager aufgeſtiegen
war, landete mit Oberleutnant Broſius hier
glatt.
* Hannover, 24. Juli. Der franzöſiſche Flieger
Letort iſt heute morgen 5 Uhr mit der Fliegerin Ga=
lantſchikoff
nach Lüttich und Paris weiter=
geflogen
.
* Köln, 24. Juli. Der Flieger Letort mußte mit
ſeiner Begleiterin Galantſchikoff in dem Vororte
Lindenthal infolge Motorſchadens eine Notlandung
vornehmen. Nach der Behebung des Schadens wird der
Flug nach Paris fortgeſetzt.

Hochwaſſer.

Mainz, 24. Juli. Seit drei Tagen regnet
es in der unteren Rheingegend in Strömen. Der Rhein
und Main ſteigen täglich bis zu 30 Zentimeter. Die
Hälfte der Heu= und Weinernte wird als verloren be=
trachtet
. Auch aus der Mittelſchweiz wird unaufhör=
licher
Regen gemeldet.
* Mannheim, 23. Juli. Rhein und Neckar
ſind ſeit geſtern bedeutend geſtiegen. Der Rhein zeigte
heute nachmittag einen Pegelſtand von 5,20 Meter gegen
4,84 Meter geſtern. Der Waſſerſtand des Neckars hat ſich
von 4,73 Meter auf 5,10 Meter gehoben. Die Ufer beider
Flüſſe ſind weithin überſchwemmt. Die Schiffahrt
nach den oberrheiniſchen Häfen hat eingeſtellt werden
müſſen.
H.B. München, 24. Juli. Unaufhörliche Regen=
güſſe
ſind in den letzten Tagen über Bayern nieder=
gegangen
. In Ludeſch riß der Fluß einen Holzrechen mit
800 Baumſtämmen fort. Dieſe bedrohen ſämtliche Brücken,
trotzdem Hunderte von Männern zu Hilfe eilten. Die
Häuſer wurden mit Schutzwällen umgeben. Einzelne
Brücken ſind eingeſtürzt, andere unterwaſchen und dem
Einſturz nahe. Im Algäuer Hochgebirge iſt neuerdings
Schnee gefallen, verbunden mit heftigem Sturm.

Landwirtſchaftliches.

Frankfurt a. M., 24. Juli. Schlachtvieh=
markt
. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 127 Rinder,
darunter 59 Ochſen. 3 Bullen, 65 Färſen und Kühe, ferner
535 Kälber, 94 Schafe, 1870 Schweine. Preiſe für
1 Ztr. Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark: feinſte
Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 6568 (108
bis 113), mittlere Maſt= und gute Saugkälber 6064
(102108), geringere Saugkälber 5458 (9298); Maſt=
lämmer
und jüngere Maſthammel 4647 (9698), ältere
Maſthammel und gut genährte Schafe 36 (86); Fett=
ſchweine
über 3 Ztr. Lebendgewicht 6165 (8182), voll=
fleiſchige
Schweine über 2½ Ztr. Lebendgewicht 6264
(7982), vollfleiſchige Schweine über 2 Ztr. Lebend=
gewicht
6265 (8082), vollfleiſchige Schweine bis zu
2 Ztr. Lebendgewicht 6265 (8082). Marktver=
lauf
: Kälber und Schafe lebhaft geräumt; Schweine ge=
drückt
, Ueberſtand.

Vermiſchtes.

* Der regelmäßige Entwertungstag der
Beitragsmarken iſt der Sonntag. Das Nach=
richtenamt
der Landesverſicherungsanſtalt Berlin ſchreibt:
Ueber die Entwertung der Beitragsmarken und Zuſatz=
marken
für die Invaliden= und Hinterbliebenenverſicherung
herrſcht in weiten Kreiſen noch große Unklarheit. Wir
nehmen deshalb Veranlaſſung, einen diesbezüglichen Be=
ſcheid
des Reichsverſicherungsamtes vom 25. April 1913
zu veröffentlichen, der ganz ausführlich die Frage der Ent=
wertung
der Beitragsmarken zur Invaliden= und Hinter=
bliebenenverſicherung
behandelt: Sämtliche für die Inva=
liden
= und Hinterbliebenenverſicherung verwendeten Mar=
ken
müſſen alsbald nach dem Einkleben entwertet werden
insbeſondere müſſen der Geldwert, die Lohnklaſſe und der
Name der Verſicherungsanſtalt erſichtlich bleiben. Das
Entwerten der Marken hat in der Weiſe zu erfolgen, daß
mit Tinte oder einem ähnlich feſthaltenden Farbſtoff auf
jeder einzelnen Marke handſchriftlich oder durch Stempel
der betreffende Kalendertag lediglich in Zahlen deutlich
bezeichnet wird, z. B.: 27. 4. 13, nicht etwa 27. April
1913 oder gar Entwertet am 27. 4. 1913 oder dergleichen.
Nach § 1431 Satz 2 der Reichsverſicherungsordnung ſoll
als der Tag der Entwertung der letzte Tag desjenigen
Zeitraumes angegeben werden, für den die Marke gilt.
Da die Beitragswoche nach § 1387 Abſ. 3 a. a. O. mit dem
Montag beginnt, ſo gilt jede einzelne Beitragsmarke, ſei
es nun eine Einwochen=, eine Zweiwochen= oder eine Drei=
wochenmarke
, immer bis zu einem Sonntag, auch wenn
bei dem die Marke einklebenden Arbeitgeber eine Beſchäf=
tigung
ſogar während der Woche aufhört (§§ 1426, 1428
a. a. O.). Somit iſt durchweg der Sonntag als
Tag der Entwertungeinzutragen, auch wenn
die Markenverwendung oder die Eintragung ſchon an
einem früheren oder erſt an einem ſpäteren Tage ſtatt=
findet
. Ständige und unſtändige Arbeiter ſind in bezug
auf das Entwerten der Marken gleichmäßig zu behandeln
Nur auf den Zuſatzmarken, die für die freiwillige Zuſatz=
verſicherung
zu verwenden ſind, ſoll als Tag der Entwert=
ung
der Tag vermerkt werden, an dem ſie in die Quit=
tungskarte
eingeklebt werden.
Ein Internationales Tanz=Turnien
findet in Baden=Baden vom 20. bis 30. Auguſt ſtatt. Es
ſind folgende Preiſe ausgeſetzt: Batſchari=Preis (für die
Weltmeiſterſchaft im Tango) 2000 Mk., Preis des Kur=
komitees
Baden=Baden 1000 Mk., Preis des Internatio=
nalen
Klubs und des Baden=Badener Tanzkomitees 1000
Mark; weitere Preiſe im Betrage von 1000 bis 300 Mk.

Anerkennungspreiſe. Die Preiſe verſtehen ſich für das
tanzende Paar. Berufstänzer werden nicht zugelaſſen.
CK. Die Ausſtellung der roten Raſſe.
Die große Ausſtellung in San Franzisko, die im Jahre
1915 die Eröffnung des Panamakanals begleiten ſoll, wird
eine intereſſante Ergänzung durch ein zweites großes
Ausſtellungsunternehmen finden, das im Staate Colo=
ado
, inmitten der Felſenberge bei Denver, eröffnet wer=
den
wird: eine große Ausſtellung der roten Raſſe. Hier
werden ſich Abordnungen aller Indianerſtämme Nord=
amerikas
ein Stelldichein geben, von den Rothäuten Alas=
kas
bis zu den Apachen und Yumas von der mexikaniſchen
Grenze. Jeder Stamm wird eine beſondere Abteilung
ilden und die Erzeugniſſe indianiſcher Kunſt und india=
niſchen
Handwerks zeigen. Zugleich wird den Ethnogra=
phen
Gelegenheit geboten ſein, hier Studien über die
Muſik der Indianer und über das Weſen der indianiſchen
Tänze anzuſtellen.

Literariſches.

Die Aktiengeſellſchaft für Buttericks Ver=
lag
, Berlin W 8, Leipzigerſtraße 102, hat ſoeben die
Juli=Nummer ihrer Moden=Revue heraus=
gebracht
. Sie führt uns in dieſer beſonders gut ge=
lungenen
Ausgabe eine große Auswahl vortrefflicher
Modelle für die See und das Gebirge vor. Alles, was
auf dem Gebiete der Mode neu, elegant und modern
iſt, finden wir in dieſem Heft. Der Unterhaltungsteil
mit dem Roman Die Blonden und der Rieſe iſt wieder
hervorragend zuſammengeſetzt. Buttericks Moden=Revue‟
kauft man in jeder Buchhandlung bei den faſt überall
befindlichen Butterick=Agenturen, ſowie direkt beim
Verlag.
* Reiſeliteratur. In der Sammlung Grie=
bens
Reiſeführer, Verlag von Albert Goldſchmidt,
Berlin W. 35, ſind weiter erſchienen: Band 32: Bad
Neuenahr und das Ahrtal. 7. Auflage. Mit
2 Karten. Preis 1 Mk. In zuverläſſiger und überſicht=
licher
Weiſe ſind ſämtliche Angaben, die für den Kurgaſt
und Touriſten von Wichtigkeit ſind, wie: Hotels Sana=
torien
, Kurzeit, Kurtaxe, Bäder ꝛc. zuſammengeſtellt. Das
Büchlein enthält ferner die genaue Beſchreibung zahl=
reicher
Spaziergänge und Ausflüge durch das ſchöne Ahr=
tal
mit ſeinen berühmten Weinorten. Band 150:
Düſſeldorf und Umgebung 2. Auflage. Mit
2 Karten. Preis 60 Pfg. Nicht nur der geſamte Text,
ſondern auch die dem Bändchen beigegebenen Karten
wurden in der 2. Auflage einer gründlichen Reviſion
unterworfen; hierbei wurden beſonders die Unterkunfts=
verhältniſſe
, das Verkehrsweſen und ſonſtige praktiſche An=
gaben
nach dem neueſten Stand berichtigt und ergänzt.
Auch der Umgebung von Düſſeldorf, inſonderheit den aus=
führlicher
gehaltenen Ausflügen ins ſchöne bergiſche Land
wurde mit großer Sorgfalt Rechnung getragen.
Band 11: Baden=Baden und Umgebung.
8. Auflage. Mit 2 Karten. Preis 1 Mk. Zum achten
Male erſcheint der Führer durch den weltberühmten Bade=
ort
, und wie immer ſind alle Angaben auf der Höhe.
In überſichtlicher Gliederung angelegt, gibt das Büchlein
deſſen Herausgeber es verſtanden hat, auf 100 Seiten
alles Nötige zuſammenzufaſſen, ein anſchauliches Bild des
eleganten und ſo ſchön gelegenen Kurortes. Auch das
Kartenmaterial iſt durchaus lobenswert wie man es bei
einem Grieben gewöhnt iſt.
Hans Hart, Das Haus der Titanen
Roman. Broſchiert 4,50 Mark, gebunden 6 Mark.
Verlag von L. Staackmann in Leipzig. Der bekannte
Autor erfolgreicher Romane bietet hier eine reife Fruch=
ſeines
temperamentvollen und künſtleriſchen Schaffens.
Das Schickſal des Erben, dem der hart und ſchwer erwor=
bene
Name des Vaters als Mauer vor dem eigenen Le=
ben
ſteht, bildet das Hauptmotiv der bewegten Handlung
Es iſt ein ſpannendes Buch, das ohne Haß und ohne Mit=
leid
in allerlei Menſchendunkel leuchtet und die große
Idee der Familie an verſchiedenartigen zahlreichen Ge=
ſtalten
ganz neu und mutig aufrollt. Mit der Geſtal=
tungskraft
des echten Dichters und mit der Feinfühligkeit
eines modernen Kulturmenſchen, der allen Schwingungen
des Empfindungslebens äußerſt zugänglich iſt, löſt Hans
Hart ſein großes eigenartiges Problem in einer unge=
wöhnlich
anſchaulichen und großzügigen Weiſe.

Der neue Balkankrieg.

Die Friedensverhandlungen.
Bulgariens Bedingungen.
* Athen, 23. Juli. Das Blatt Nea Imera erklärt
es als ungewiß, die Friedensbeſprechungen in
Niſch könnten nicht mehr als drei oder vier Tage dauern,
da weder die Verbündeten noch der rumäniſche Geſandte
geneigt ſeien, Winkelzüge zuzulaſſen. Auf den rumäni=
ſchen
Vorſchlag, dem die Verbündeten zuzuſtimmen ſchei=
nen
, werden die Beſprechungen dann nach Bukareſt ver=
legt
. Der Vorſchlag Bülgariens, einen Waffenſtillſtand
abzuſchließen, wird abgelehnt. Es werden drei Tage zur
Unterzeichnung des Vorfriedens gewährt werden. Die in
Niſch eingetroffenen bulgariſchen Abgeſandten
werden folgende Friedensbedingungen unter=
breiten
: 1. Saloniki nebſt dem Hinterlande bis Tſagſei
wird griechiſch; 2. Kawalla verbleibt Bulgarien; 3. Bul=
garien
verweigert die Zahlung einer Kriegsentſchädigung;
4. Bulgarien erkennt nicht die Verpflichtung an, für die
materiellen Schäden im öſtlichen Mazedonien aufzukom=
men
, da es ſich nicht für die Plünderungen und Feuers=
brünſte
verantwortlich hält. Das Blatt Nea Imero er=
klärt
, daß in Anbetracht der bulgariſchen Vorſchläge eine
Verſtändigung zwiſchen den Kriegführenden wenig wahr=
ſcheinlich
iſt. Allein der Vormarſch der verbündeten Trup=
pen
würde Bulgarien zwingen, ſolche Vorſchläge fallen
zu laſſen. Das gleiche Blatt meldet, daß 60 bulgariſche
Komitatſchis verhaftet ſind die am 16. Juli verſuchten,
den Zug, in welchem Venizelos nach Monaſtir fuhr, in
die Luft zu ſprengen. Bomben und Dynamit wurden
von der Behörde in Sorowitz aufgefunden.
Die Bedingungen der Verbündeten.
* Athen, 24. Juli. (Meldung der Agence d’Athé=
nes
.) Nach zuverläſſigen Informationen werden die Be=
dingungen
der Verbündeten erſt auf der Kon=
ferenz
in Bukareſt mitgeteilt werden. Man kann
jetzt ſchon behaupten, daß ſich die Bedingungen auf die
Idee des Gleichgewichts auf dem Balkan ſtützen werden.
Der Grundſatz des Gleichgewichts beweiſt die Rechtlich=
keit
der Anſprüche der Verbündeten, die nichts Unmög=
liches
fordern, und ihren Wunſch, einen dauernden Frie=
den
auf dem Balkan herzuſtellen. Von ſeiten Rumäniens
beſteht keine Gefahr, daß die Frage verwickelt werde, denn
Rumänien trat ohne vorhergehendes Einverſtändnis mit
den Verbündeten in den gemeinſamen Kampf ein, von
der Abſicht geleitet, für das Gleichgewicht auf dem Balkan

zu wirken, denn ein Großbulgarien würde eine
ſtändige Gefahr für Rumänien ſein. Der ehren=
volle
griechiſch=ſerbiſche Devenſivvertrag habe für alles
Vorſorge getroffen und keine Lücke gelaſſen, die einen Vor=
wand
zu Streitigkeiten unter den Verbündeten ſchaffen
önnte. So flößt die im voraus gelöſte Frage der Teil=
ung
keine Beſorgnis ein; infolgedeſſen drohen für Grie=
chenland
, Serbien, Montenegro und Rumänien keinerlei
zukünftige Verwickelungen. Die Idee des Gleichgewichts
wird bis zum Schluß vorherrſchen. Wenn eine Gefahr
für Verwickelungen beſteht, ſo iſt ſie in der Intervention
der Türkei zu ſuchen, einer unglückſeligen und unerwar=
teten
Intervention. Die Verbündeten wünſchten, daß die
Türkei die internationalen Abmachungen des Londoner
Vertrages nicht verletzt hätte. Trotz des Vormarſches
der Türken ſind die Verbündeten keineswegs geneigt, auf
der Konferenz in Bukareſt Thrazien als türkiſches oder
bulgariſches Gebiet anzuerkennen. Thrazien iſt für die
Verbündeten ein Gebiet, das den Verbündeten gemein=
ſam
gehört, wie es der Kongreß in London beſtimmthat.
Ueber das Geſchick Thraziens wird gemeinſam entſchie=
den
werden. Mehr als je fordere Griechenland infolge
des unmenſchlichen Betragens Bulgariens, unterſtützt von
den Verbündeten, die ernſteſten Bürgſchaften für Leben,
Ehre und Beſitz der griechiſchen Bevölkerung, die der
Herrſchaft Bulgariens unterworfen ſein wird.
Rumänien als Friedensvermittler.
* Bukareſt, 24. Juli. König Carol ſandte
geſtern an die Könige von Griechenland, Serbien und
Montenegro Telegramme, in denen mit Rückſicht auf die
drängende Lage in Sofia, ſowie auf den Wunſch Europas,
eine weitere Schädigung Bulgariens nicht
zu dulden, die Annahme des Vorſchlages der rumä=
niſchen
Regierung empfohlen wird, der darin beſteht, daß
die Einſtellung des Vormarſches der Armeen und die Ein=
ſtellung
der Feindſeligkeiten vor Beginn der Verhand=
lungen
in Bukareſt über den Waffenſtillſtand und die
Friedenspräliminarien möglichſt bald erfolge.
* Bukareſt, 23. Juli. (Amtlich.) Griechenland und
Serbien ſtimmen dem Vorſchlage Rumäniens zu, daß die
Präliminarien und der Friede in Bukareſt unter=
zeichnet
werden. Die Friedensdelegierten werden,
wie es heißt, nach der Sommerreſidenz des Königs,
Sinaia, eingeladen werden.
* Bukareſt, 24. Juli. (Agence Roumaine.) Ob=
gleich
die Friedenspräliminarien gleichzeitig mit dem
Waffenſtillſtand in Bukareſt unterzeichnet werden ſollten,
erteilte die rumäniſche Regierung, um die Einſtellung der
Feindſeligkeiten zu erleichtern, dem General Coanda den
Auftrag, ſich ſofort nach Niſch zu begeben, um mit den
Abgeordneten der Verbündeten zuſammenzutreffen, die
zur Konferenz nach Bukareſt kommen werden.
Daher iſt es möglich, daß noch vor der Unterzeichnung
des Waffenſtillſtandes ſelbſt vorläufige Maßregeln zur
Vermeidung neuen Blutvergießens ergriffen werden.
* Belgrad, 24. Juli. Geſtern fand im Palais
unter dem Vorſitz des Königs ein Miniſterrat ſtatt, der
ſich mit der endgültigen Formulierung der
Friedensbedingungen beſchäftigte. Es verlautet,
daß auch die von den militäriſchen Delegierten zu führen=
den
Verhandlungen über die Feſtſtellung der Demarka=
tionslinien
in Bukareſt und nicht in Niſch ſtattfinden
werden.
Serbiſche Meldungen.
* Belgrad, 23. Juli. Das Serbiſche Preſſebureau
meldet zu der Einnahme Belogradſchiks: Nach
zweitägigem Kampfe nahmen die ſerbiſchen Truppen Be=
logradſchik
. Obgleich eine weiße Fahne zum Zeichen der
Uebergabe wehte, leiſteten die bulgariſchen Truppen bei
dem Einrücken der Serben in die Stadt Widerſtand. Der
Kampf dauerte bis 8 Uhr morgens. Die Stadt iſt von
Natur und durch Fortifikationen ſehr gut befeſtigt. Be=
vor
die ſerbiſchen Truppen einrückten, verließen die Be=
hörden
die Stadt. Die Bevölkerung wurde ebenfalls auf=
gefordert
, die Stadt zu verlaſſen. Was zurückgeblieben
war begrüßte begeiſtert das erſte ſerbiſche Detachement,
welches die öffentlichen Gebäude beſetzte, lokale Behörden
ernannte und einen Ordnungsdienſt einrichtete. Die ſer=
biſchen
Truppen erreichten Belarade, acht Kilometer von
Widin.
* Belgrad, 24. Juli. In den Kämpfen bei
Belograſchik erlitt der Feind ſehr ſchwere Ver=
luſte
und zog ſich in Unordnung auf Lompaloka und Vi=
din
zurück. Unſere auf Widin vorrückenden Truppen
wurden geſtern morgen angegriffen. Der Kampf dauerte
bis 4 Uhr nachmittags. Die Bulgaren waren gezwungen,
ſich unter ungeheuren Verluſten in ihre Stellungen zu=
rückzuziehen
. Unſere Truppen näherten ſich bis auf zehn
Kilometer Widin.
Letzte Nachrichten.
* Bukareſt, 24. Juli. (Agence Telegraphique Rou=
maine
.) König Carol hat unter Berufung auf ſeine
dem ottomaniſchen Reiche ſtets bezeigten Sympathien und
auf ſeine der Türkei in der Vergangenheit, wie zuletzt
bei dem Abſchluß des Friedens mit Italien geleiſteten
guten Dienſte an den Sultan ein Telegramm
gerichtet, in dem er die Aufmerkſamkeit des Sultans auf
die Enttäuſchung lenkt, die die Türkei mit ihrer Aktion
erfahren könnte, die ſie in ein Gebiet führe, deſſen Schick=
ſal
von Europa in beſtimmteſter Weiſe geregelt ſei.
* Bukareſt, 24. Juli. Serbien hat es abge=
lehnt
, eine Waffenruhe eintreten zu laſſen, indem
es darauf hinwies, daß bulgariſche Truppen erſt jüngſt
unerwartet ſerbiſche Ortſchaften angegriffen hätten.
Als Bevollmächtigte für die Friedensver=
handlungen
hat Serbien den Miniſterpräſidenten Pa=
ſitſch
, den früheren Geſandten in Sofia. Splaikowitſch,
zwei Oberſten und einen Sekretär in Ausſicht genommen.
Griechenland wird wahrſcheinlich den Miniſterpräſidenten
Venizelos und den früheren Geſandten in Sofia, Panas,
entſenden, Montenegro den Miniſterpräſidenten Pla=
menatz
.

Die Brand=Kataſtrophe in Binghampton.

H. B. Neu=York 24. Juli. Die amerikaniſchen
Blätter veröffentlichen lange Artikel über die Brand=
ataſtrophe
von Binghampton. Wie jetzt feſt=
ſteht
, ſind 75 Perſonen, meiſtens junge Mädchen, bei
dem Brande ums Leben gekommen. Das abgebrannte
Haus war innen vollſtändig aus Holz gebaut. Nur die
Umfaſſungsmauern waren aus Stein. Die Szenen wäh=
rend
des Brandes waren herzzerreißend. Sechs Mädchen,
die Brandwunden erlitten hatten, liefen, vor Schmerz
wahnſinnig, nach dem Fluß und ſprangen hinein, wo ſie
ertranken. Die Leichen der Mädchen, die aus der oberen
Etage herabſprangen, waren derart verſtümmelt, daß man
ihre Identität nur an Broſchen, Ohrringen uſw. feſtſtellen
konnte. Die Blätter ſind darüber empört, daß in einem
Geſchäftshauſe, das auf derart unſtatthafte Weiſe gebaut
iſt, ſo viele Perſonen beſchäftigt wurden und fordern die
Behörden zu ſtrengen Sicherheitsmaßregeln auf.

[ ][  ][ ]

Die Unruhen in China.

* Schanghai, 24. Juli. Die Rebellen mach=
ten
geſtern früh einen Angriff auf das Arſenal von
Tiangyan. Der Angriff wurde geſtern abend erneuert,
aber mit Verluſten zurückgeſchlagen. Die angreifenden
Truppen bezifferten ſich auf etwa 3000 Mann, während
die Garniſon 2000 Mann beträgt.
* Nanking, 23. Juli. Unter den Rebellen
herrſcht wachſende Unzufriedenheit. Die Bevöl=
kerung
fürchtet ſich vor Plünderungen, da die Rebellen=
truppen
ihren rückſtändigen Sold fordern.
* Peking, 23. Juli. Die Rebellen wurden ge=
nötigt
, ſich von Sutſchaufu im Norden von Kiangſu zu=
rückzuziehen
. Sie ſind auf Liuhweikwan in Anhui
zurückgegangen, um Verſtärkungen abzuwarten. Juan=
ſchikai
erklärte, er werde mit ſeinen Kreuzern alle Fahr=
zeuge
, die Rebellen an Bord haben verſenken laſſen. gleich=
viel
, welche Flagge ſie führten.
* Urga, 23. Juli. Eine nördliche Abteilung von
mongoliſchen Truppen wurde von Chineſen
in der Nähe von Batſchalerais geſchlagen, das von
den Chineſen eingenommen und niedergebrannt wurde.
Bei der in der Nähe von Khalgan geſchlagenen Schlacht
kämpften 500 Mongolen mit zwei Geſchützen gegen 5000
Chineſen mit neun Geſchützen und vier Maſchinengeweh=
ren
. Die Mongolen ſind auf dem Rückzuge.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 24. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine Ztg.
meldet: Der Reichskanzler erhielt geſtern in Hohen=
finow
den Beſuch des Kriegsminiſters und des preußi=
ſchen
Geſandten in Rom v. Mühlberg.
Hanau, 24. Juli. Dr. Reinhard Houy, der als
Regierungsarzt an der deutſch=franzöſiſchen Grenzexpedi=
tion
in Neu=Kamerun teilnahm, iſt nach einer an ſeine
hieſigen Angehörigen gelangten Mitteilung des Reichs=
kolonialamts
von ſeinem ſchwarzen Diener ermordet
worden. Der Täter wurde erſchoſſen.
* Stuttgart, 24. Juli. Die zur Zeichnung geſtern auf=
gelegte
4prozentige Württembergiſche Staats=
anleihe
hatte einen guten Erfolg gehabt.
* Dortmund. 24. Juli. Der Gerichtshof lehnte
den Antrag des Angeklagten Ohm ihn aus der
Unterſuchungshaft zu entlaſſen, mit Rückſicht auf die hohe
Strafe, die Ohm zu erwarten habe, ab.
* Hamburg, 24. Juli. Zu den verſchiedenen Meldun=
gen
über die Differenzen zwiſchen den beiden
großen Reedereien erfährt Wolffs Telegraphen=
Bureau von zuſtändiger Seite, daß der nordatlantiſche
Poolvertrag infolge der Störung, welche die Kanada=
Pazifik=Geſellſchaft verurſachte, nur bis zum 31. Dezember
1913 geſchloſſen wurde. Die Erneuerung des Vertrages
zwiſchen den kontinentalen und britiſchen Linien iſt nach
dem Ergebnis des letzten Jahres nur unter erheblichen
Aenderungen möglich, da die Eingriffe der Kanadiſchen
Geſellſchaft alle Vorausſetzungen ſtörten. Gleichzeitig ver=
langt
die Hamburg-Amerika=Linie, welche ſich bis jetzt
mit einer Quote begnügte, die vor etwa 22 Jahren feſt=
geſtellt
worden iſt und dem Beförderungsanteil entſpricht,
den ſie vor 25 Jahren hatte, daß ihr Anteil der heutigen
Bedeutung entſprechend revidiert werde.
* Innsbruck, 24. Juli. Die in Italien wegen Spio=
nageverdachtes
feſtgehaltenen Luftſchiffer die am
Montag in Innsbruck mit dem Luftballon Graf Zep=
pelin
aufgeſtiegen und in Italien gelandet ſind, wurden
freigelaſſen.
* Liſſabon, 24. Juli. In dem benachbarten Cascaes
fanden zwei Kinder beim Spiel am Strande drei
Bomben. Eine derſelben explodierte und verletzte die
Kinder.
* Neu=York, 23. Juli. Nach einer Meldung aus Eagle
Caß in Texas iſt nach einer unbeſtätigten Meldung die
Stadt Terreon in Mexiko von den Rebellen
eingenommen worden. Nach einer letzten zuverläſſi=
gen
Meldung vom 20. Juli hat der Lokalgouverneur die
Stadt mit über 8000 Mann eingenommen.
* Tripolis, 24. Juli. Der Hauptmann Hercoloni
meldet durch Funkſpruch, daß er mit ſeiner Kolonne Socna
erreichte und dort die italieniſche Fahne hißte. Durch
die Beſetzung Socnas iſt die Durchdringungszone bis 300
Kilometer von der Küſte vorgerückt.

Berlin, 24. Juli. Als geſtern nachmittag in der
Villa des Geheimen Juſtizrats Hellwig in Grunewald
eine kleine Feſtlichkeit ſtattfand, drangen Diebe in das
Toilettenzimmer der Dame des Hauſes und ſtahlen
Schmuckſachen im Werte von 10000 Mark. Auf die
Wiederbeſchaffung wurden 1000 Mark Belohnung aus=
geſetzt
.
Britſchen, 24. Juli. Der Blitz ſchlug in den
Kirchturm des Dorfes Pfefferberg und tötete einen
neben der Kirche ſtehenden Mann und zwei junge Mädchen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

Inhsher Gunst!

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Aus dem Geſchäftsleben.

Man ſchreibt uns: Die Abteilung Unterrichtsweſen
er Kaufmänniſchen Stenographen= Geſell=
ſchaft
Gabelsberger eröffnet in den nächſten
Tagen neue Kurſe in Stenographie und Maſchi=
nenſchreiben
. Die Kurſe der genannten Geſellſchaft
erfreuen ſich einer ſtarken Beteiligung, zumal für die Lei=
ung
des Unterrichtes 12 bewährte Lehrkräfte zur Ver=
fügung
ſtehen. Der Unterricht im Maſchinenſchreiben
wird nach der Original=Underwood=Meiſterſchaftsmethode
und nach zwei weiteren Syſtemen erteilt. Wir
verweiſen auf die Anzeige der Darmſtädter Stenotypiſten=
ſchule
in der heutigen Nummer unſeres Blattes und auf
die Geſchäftsſtelle der genannten Geſellſchaft, Mathilden=
platz
8, die jede weitere Auskunft gerne erteilt.

Dampfernachrichten.

Hamburg=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Adolph Rady in Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Nordamerika: Barcelona von Kanada kommend,
2. Juli 5 Uhr 45 Min. nachm. von Rotterdam nach
Hamburg. Belgia 22. Juli 3 Uhr 30 Min. nachm. von
Baltimore nach Hamburg. Hamburg 22. Juli 11 Uhr
morgens von Genua über Neapel nach Neu=York.
Weſtindien, Mexiko: Antonina 21. Juli in Progreſo.
ausgehend. Calabria‟ 22. Juli von Veracruz. Georgia
von Weſtindien kommend, 23. Juli 3 Uhr morgens
Dover paſſiert. Parthia‟ 22. Juli in Havana. Wasgen=
wald
nach Havana und Mexiko, 23. Juli 4 Uhr
30 Min. morgens Dover paſſiert. Südamerika, Weſt=
küſte
Amerikas: Habsburg nach Mittelbraſilien,
22. Juli morgens in Liſſabon. Numantia, von Bra=
ſilien
kommend, 22. Juli 12 Uhr mittags von Havre
Pontos nach dem La Plata, 21. Juli 12 Uhr 15 Min.
mittags Queſſant paſſiert. Siegmund nach Braſilien,
22. Juli 2 Uhr nachm. in Oporto. Verſchiedene
Fahrten: Vergnügungsdampfer Meteor, ſechſte Nord=
ndfahrt
, 22. Juli 3 Uhr 30 Min. nachm. in Molde.
Perſepolis 22. Juli in Buſhire, ausgehend. Victoria
Luiſe vierte Nordlandfahrt, 22. Juli 3 Uhr nachm.
von Hammerfeſt.

Familiennachrichten.

Heſſ. Odenwald=Verein Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Unſeren werten Mitgliedern zur Nachricht,
daß unſer langjähriges Mitglied
(15963
Peter Trautmann
Schuhmachermeister
am 23. ds. Mts. früh 5 Uhr nach ſchwerem
Leiden entſchlafen iſt.
Die Beerdigung findet Freitag, den
25. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der
Leichenhalle des ſtädt. Friedhofes aus, ſtatt.
Wir erſuchen unſere werten Mitglieder, recht
zahlreich unſerem Landsmanne die letzte Ehre
zu erweiſen.
Der Vorſtand.

Todes=Anzeige.
Geſtern verſchied nach langen, ſchweren
Leiden im 69. Lebensjahre meine liebe Frau,
unſere Mutter, Schwiegermutter u. Großmutter
Babette Heyl
geb. Detzel.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Paul Heyl, Schuhmacher.
Darmſtadt, den 24. Juli 1913.
Die Beerdigung findet Freitag in Hofheim
ſtatt.
925.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Sohnes,
unſeres guten Bruders, Schwagers und Onkels,
für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer
Zimmermann, ſowie für die zahlreichen Blumen=
ſpenden
ſprechen wir unſeren innigſten Dank aus.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
L. Quick,
Stationsvorſteher i. P.
Darmſtadt, 24. Juli 1913.
(*3947

Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
beim Hinſcheiden unſeres lieben Verſtorbenen
Herrn Philipp Haun
P
ſagen wir hiermit unſeren innigſten Dank; ins=
beſondere
danken wir Herrn Pfarrer Rückert für
die troſtreichen Worte am Grabe des Verſtorbenen.
Die trauernd Hinterbliebenen.

Darmſtadt, den 24. Juli 1913.

(B15955

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines innigſtgeliebten
Mannes ſage ich auf dieſem Wege meinen tief=
gefühlten
Dank.
Insbeſondere danke ich Herrn Pfarrer Adolph=
für
die troſtreiche Grabrede, der Garde= Unteroffi=
zier
=Kompagnie, dem Muſikkorps der 61er, ſowie
für die vielen Kranzſpenden und die zahlreiche
Beteiligung am Begräbniſſe.
(B15934
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Elise Ritzert,
geb. Preiß.
Darmſtadt, den 24. Juli 1913.

Goitesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.

Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 25. Juli:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 26. Juli:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
9 Uhr 15 Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.

Samstag, den 26. Juli:
Vorabend 7 Uhr 30 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr 15 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 27. Juli, an
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet, das geſtern ganz Mitteleuropa
bedeckte, hat ſich ſüdweſtlich verlagert; hoher Druck bedeckt
heute ganz Nordeuropa. Wie erwartet, trat infolge öſt=
licher
Winde Nachlaſſen der Niederſchläge und Aufheites
rung ein. Wir werden mit zunehmendem Einfluß des
Hochdruckgebietes bei meiſt öſtlichen Winden wärmeres,
aufheiterndes Wetter haben.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 25. Juli: Meiſt
heiter und trocken, wärmer, öſtliche Winde.

Tageskalender.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Zirkus Corty Althoff.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Bürgerkeller um 8 Uhr.
Wander=Ausſtellung Das Kind. Alexander
ſtraße 20 (geöffnet von 29 Uhr).
Bilder vom Tage (Auslage in unſerer Expedition,
Rheinſtraße Nr. 23): Von der diesjährigen Nordland=
reiſe
des deutſchen Kaiſers: Vom 12. Deutſchen Turn=
feſt
in Leipzig: die Aufſtellung von 17000 Turnern zu
den Freiübungen; Zur Niederlage der Bulgaren im
neuen Balkankrieg; Von den Serben eroberte bulgariſche
Geſchütze in Belgrad; Kolonialtruppen bei der großen
Pariſer Parade.

Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis Freitag
von 91 Uhr und nachmittags von 35 Uhr, Samstag
von 91 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: J. V.: Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus dem Geſchäftsleben: J. V.: Adam
Ileiſchmann, ſämtlich in Darmſtadt. Für den redaktio=
nellen
Teil beſtimmte Mitteilungen ſind an die Redaktion
des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige Honorarforder=
ungen
ſind beizufügen; nachträgliche werden nicht be=
rückſichttgt
. Unverlangte Manuſkripte werden nicht zu=
rückgeſandt
.

[ ][  ][ ]

Weibliehn

D.gatei
19 Jahre alt, perfekt in Gabels=
berger
Stenographie, bewandert in
der Buchführung und ſämtlichen
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Stellenvermittlerin, Eliſabethen=
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[ ][  ][ ]

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 2 Foxterrier (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus=
gelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(15931

Abhanden gekommene Sparkaſſenbücher.

Die vermißten Einlagenbücher
Nr. 138465, lautend auf den Namen Hüther, Georg
206 219,
Huſek, Dora
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt werden nach deren Satzung § 20
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht innerhalb drei Monaten bei
dieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, den 22. Juli 1913.
(15940a
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt.
Netz, Direktor.

Ausführung von Gasanlagen im Innern der
Gebände und Grundſtücke.

Die Einrichtung von Gas=Beleuchtungs=, Heiz= und Kraft=
Anlagen im Innern der Gebäude und Grundſtücke, welche an das
Rohrnetz des ſtädtiſchen Gaswerks angeſchloſſen werden ſollen, ſowie
die Vornahme von Erweiterungen, Veränderungen und Reparaturen
darf nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen, die vom Herrn Ober=
bürgermeiſter
eine ſchriftliche Erlaubnis hierzu erhalten und ſich ver=
pflichtet
haben, alle dieſe Einrichtungen unter Zugrundelegung und
gewiſſenhafter Beobachtung der hierfür erlaſſenen Beſtimmungen und
Vorſchriften auszuführen.
Dieſe Erlaubnis iſt folgenden Firmen erteilt:

Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
Gebr. Becker Nachf., Grafen=
ſtraße
27.
Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
Lud. Breitwieſer, Nieder= Ram=
ſtädterſtr
. 54.
Heinr. Brunner, Eliſabethenſtr. 33.
Karl Darmſtädter, Sandbergſtr. 66
W. Eberhardt, Nieder= Ram=
ſtädterſtr
. 11.
Fr. Ewald (Inh. Fr. Wenz)
Soderſtraße 49 und 54.
Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8a.
Georg Aug. Fink, Rhönring 53.
Ludwig Fiſcher, Langgaſſe 21.
Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
Franz Geiger, Karlſtraße 36.
Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtraße 6.
Jakob Glock, Langegaſſe 9.
Guſtav Göckel, Karlſtr. 12.
Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
Philipp Handſchuch, Schloß=
gartenſtraße
37.
Ludwig Heppenheimer, Luiſen=
ſtraße
2.
Wilh. Heppenheimer, Kiesſtr. 80.
Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
Balth. Ittmann, Liebfrauenſtr. 89.
Hermann Jung, Bleichſtr. 11.
Karl Jung, Kaplaneigaſſe 17.
Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
Karl Kämmerer, Parcusſtraße 10.
Gg. Kaiſer, Rheinſtr. 5.
Rob. Kaiſer, Landgraf Georgſtr. 8.
Georg Keil, Eliſabethenſtr. 36.
Auguſt Keller, Kaupſtr. 45.
Adolf Kling, Grafenſtr. 35.
Ludw. Kling & Co., Rheinſtr. 17.
Klink & Rettberg, Ludwigspl. 8½.
Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
Phil. Kraus Nachf. (Inh. Adam

Hugo Kötting, Liebfrauenſtr. 75.
Wilh. Krätzinger, Ludwigſtr. 11.
Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
Ludwig Lautenſchläger, Neckar=
ſtraße
26.
Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
Ludw. Luck, Heidelbergerſtr. 59.
V. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Dieburgerſtraße 54.
Phil. Maul, Heidelbergerſtr. 19.
Müller u. Dilling, Kaſinoſtr. 27.
Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117
Aug. Neumeyer Wwe., Große
Ochſengaſſe 22.
Heinr. Ningler, Landwehrſtr. 47.
Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
Heinrich Pauli, Orangerie=Allee7.
Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
F. W. Preußner, Bleichſtr. 40.
Karl Rockel Nachf. (Inh. Georg
Momberger), Schützenſtr. 4.
G. W. Roth, Moosbergſtr. 97.
Philipp Roth, Mühlſtr. 17.
J. Rühl, Saalbauſtr. 24.
Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
Friedr. Schiller, Tannenſtraße 7.
Karl Schreiner. Soderſtr. 48.
Franz Schulz, Karlſtr. 104½.
Heinrich Schwarz, Kiesſtr. 36.
Leonh. Sommer, Roßdörferſtr. 3.
Wilh. Stauß, Inſelſtraße 21.
Karl Tänzer, Marktplatz 7.
Michael Vollrath, Nieder= Ram=
ſtädterſtraße
51.
Hch. Waldſchmidt, Ludwigshöh=
ſtraße
21.
Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
Val. Wedel, Beckerſtraße 7.
Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 39.
Karl Zahrt, Hofſtallſtraße 8.

Bender), Karlſtraße 51.
Darmſtadt, den 21. Juli 1913.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
J. V.: Kalbfuß.

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entgegen.
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Hermann Wertheim, Bankgeschäft
Filiale Darmstadt, Rheinstr. 33.

Bekanntmachung.

Freitag, den 1. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Hauptmann a. D.
Eduard Zernin Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 625 602 Hofreite Neckar=
ſtraße
Nr. 9,
IV 626 557 Grasgarten mit
Gartenhaus
däſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K24/13
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das einge=
egte
Meiſtgebot die Schätzung
nicht erreicht.
Darmſtadt, 9. Juli 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,15049

Bekanntmachung.

Freitag, den 1. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreinermeiſter Wil=
helm
Hermann Eheleuten dahier
zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 1405 888 Hofreite Wendel=
ſtadtſtraße
13,
III 1406 150 Grasgarten ( Vor=
garten
) daſelbſt,
n unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K19/13
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
eicht
.
Darmſtadt, 10. Juli 1913.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V,15080

gebr. 3arm. Meſſing=Gaslüſt.bill.
zu verk. Näh. Exp. (*3953

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abzugeben. Italiener Hühner
in zirka ſechs Wochen legend, in
rieſiger Auswahl
(*3945
Schröder, Karlſtraße 22.

Faſelverkauf.

Die Gemeinde Gundernhauſen verkauft auf dem Submiſſions=
wege
einen gutgehaltenen vierjährigen Faſelochſen und einen gut=
gehaltenen
Eber. Die Verkaufsbedingungen liegen auf hieſiger
Bürgermeiſterei zur Einſicht offen.
Der Verkauf kann auf Lebendgewicht, ſowie überhaupt ſtattfinden.
Angebote mit entſprechender Aufſchrift wolle man bis Don=
nerstag
, den 31. ds. Mts., nachmittags 1 Uhr, bei der unter=
zeichneten
Stelle einreichen.
Termin zur Eröffnung der Angebote iſt nachmittags 1 Uhr auf=
dem
Rathaus.
Gundernhauſen, den 24. Juli 1913.
(15953
Großh. Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.

Verſteigerungs=Anzeige.

Montag, 28. Juli I. Js., nachm. 2½ Uhr, verſteigere ich
im ſtädt. Pfandlokale im alten Hoftheater), Eingang Hochſchulſtraße,
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
2 Schreibtiſche, 2 moderne Bücherſchränke, 1 Klavier, 1 Schreib=
maſchine
, 3 Vertikos, 3 Diwans, 1 Ladentheke, 2 Laden=
tiſche
, 3 Warenregale, 1 Warenſchrank, 1 Fahrrad, 2 Regu=
lators
, 1 modernes Blumengeſtell, ſowie 1 ſilb. Damenuhr
mit Kette.
Darmſtadt, 25. Juli 1913.
(15929fo
Vörr, ſtädt. Pfandmeiſter.

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Kurſe vom 24. Juli 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,60
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
74,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 98,60
84,30
3½ do. Confols
74,40
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,70
91,00
do.
do.
1 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,80
82,90
do.
31
73,80
do.
4 Hamburger Staatsanl. 98,00
4 Heſſ. Staatsanleihe 98,20
3 do. do. (unk. 1918) 96,50
83,00
do.
3½
72,50
do.
75,30
4 Sächſiſche Rente.
4 Württemberg unk. 1921 97,30
do. v. 1875 94,10
3½
Bulgaren=Tabak=Anl. 95,25
1¾ Griechen v. 1887
4. Italiener Rente . . 100,00
½ Oeſterr. Silberrente 84,30
4 do. Goldrente . . . 89,40
4 do. einheitl. Rente . 81,10
3 Portug. unif. Serie I
3 do. unif. Ser. III 64,90
9,80
3 do. Spezial .
5 Rumänier v. 1903 . . 98,8)
4 do. v. 1890 .
4 do. v. 1905 . . 86,20
88,40
4 Ruſſen v. 1880 . .
90,0)
4 do. v. 1902 .
4½ do. v. 1905 . . . . 99,3)
3½ Schweden
4 Serbier amort. v. 1895 79,00
4 Türk. Admin. v. 1903 77,00
4 Türk. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . . 83,60
4 do. Staatsrente. . . 81,20

In Brot.
98,70
5 Argentinier .
81,40
do.
4½ Chile Gold=Anleiße . 89,00
5 Chineſ. Staatsanleihe. 97,60
4½
90,50
do.
90,6)
4½ Japaner . .
5 Innere Merikaner.
76,00
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 73,50
5 Gold=Merikaner . . .
3 Buenos Aires Provinz 65,60
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 137,75
. .116,00
7 Nordd. Lloyd .
6½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 127,00
Aktienausländiſcher
Transvortanſtalten.
5 Anato! Eiſenb. 67½
Einz. Mk. 403 . . 111,25
6 Baltimore und Ohi) 97,70
6 Schantungbahn . . . . 118,50
8 Luxemb. Prince Henri 158,25
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 26,50
6 Pennſylvania R. R. .112,00
Leßzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 60,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
540,40
Fabrik
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

.230,00
30 Farbwerke Höht . . 601,02
20 Verein chen. Fabrikei.
Mannheim . . . . 330,00
10 Cement Heidelberg . . 138,60
30 Chem. Werke Albert 445,00
14 Holzverkohlunz Kon:
ſtanz . . . . . . . 359,75
5 Lahmeyer. . . . . . . 122,50

Einden
Let
Tivid
8 Schuchert, Nürnberg 147,00
12 Siemens & Halske 217,00
5 Beramann Electr. . . 126,50
10Deutſch. Ueberſee Electr. 163,50
0 Gummi Peter . . . . 70,20
0 Kunſtſeide Frankfurt
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 409,00
9 Maſchinenf. Badenia 140,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 153,00
15 Zellſtoff Waldbof . . 219,80
12,83 Bad. Zucker=Wag=
203,00
häuſel. .
0 Neue Boden=A. A.=B2i. 73,30
0 Südd. Immobilien 48,50
Bergwerks=Aktien.
.165,80
10 Aumetz=Friede
14 Bochumer Bergb. u.
. 219,80
Gußſt. .
11 Deutſch=Luremburg.=
.144,60
Bergb.
.178,10
10 Gelſenkirchener .
. 186,00
9 Harpener .
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 248,25
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
76,00
Caro. . . . .
6 Laurahütte . .
10 Kaliwerke Aſchersleben 145,50
Weſteregeln 188,50
13
7½ South Weſt Africx 111,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 88,60
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 71,10
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,90
4 Oeſterr. Staatsbahn
75,50
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,52
4
do.

InProt,
2) Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,10
74,60
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
84,50
4 Ruſſ. Südweſt. .
4½ Moskau=Kaſan . . . 93,00
84,50
do.
85,50
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow . .
72,50
3 Portugieſ. Eiſenb.
85,00
do.
67,00
2½ Livorneſer .
3 Salonique=Monaſtie . 60,80
78,50
4 Baadadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 92,00
4 Miſſouri=Paciſic.
94,40
4 Northern=Paciſie
4 Southern=Paciſie
88,80
5 St. Louis und Saa
Franeisco. .
I Tehuanteper . . . . .
Bank=Aktien.
10 Pank für elektriſche
Untern. Zürich 192,50
7½ Bergiſch=Märkiſche
.142,70
Bahn . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. .159,00
6½ Darmſtädter Bank . 113,75
12½ Deutſche Bank . . . 243,00
6 Deutſche Vereinsbank 114,60
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,40
10 Diskonto=Kommandit 118,80
8½ Dresdener Bank 148,10
10 Frankf. Hypoth.=B. 205,00
6½ Mitteld. Kreditbank 113,90
7 Nationalb. für Deutſchl. 114,45
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
. 133,50
6,95 Reichsbank
7 Rhein. Kreditbank. . .127,25
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 108,20
77½ Wiener Bankverein . 129,00
Pfandbriefe.
4 Vrankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17. . . 94,90

In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
85,40
S. 19.
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.1519, 2126 94,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 95,00
84,00
do.
4 Heff. Land.=Hyp.=Bank 97,40
3
84,40
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
96,80
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
1823
96,80
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
84,40
S. 1 u. 2, 68 .
S. 35 .
83,90
84,30
S. 911
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
84,40
3½
do.
4 Rhein. Hyvothek.=Bank
(unk. 1917) 94,60
3½ do. (unk. 1914) . . 83,40
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 97,80
84,80
3½
do.
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
94,90
3½ do.
96,40
4. Frankfurt.
96,00
3½ do.
94,30
4 Gießen .
85,00
3½ do.
94,20
4 Heidelberg
84,00
31
do.
4 Karlsruhe
do.
4 Magdeburg.
do.
94,10
4 Mainz .
do.
94,80
4 Mannheim
89,00
31
do.
94,70
4 München .
Nauheim
97,50
4 Nürnberg.
83,70
do.
4 Offenbach. .

Snden
Zf.
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden .
86,00
3u
do.
94,00
4 Worms.
85,00
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 179,50
3½ Cöln=Mindner 100 134,20
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,90
3 Madrider Fs. 100
4 Meininger Pr.=Pfand=
136,50
briefe .
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,90
.125,00
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 196,00
.Fz. 15
Freiburger .
Fs.45
Mailänder
Fs. 10 34,50
do.
.fl. 7 34,90
Meininger .
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 560,00
do. v. 1858fl. 100 496,00
Ungar. Staats . . fl. 100 381,00
Venediger . . . . Fs. 30 62,90
Türkiſche . . . . Fs. 400 157,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,40
16,25
20 Franks=Stücke . .
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
20,42
Engliſche Noten . . .
81,05
Franzöſiſche Noten. .
Holländiſche Noten. . . . 168,55
78,80
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,50
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,00
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Ich mußte mich vor 2 Jahren
am Hals wegen einer
brusen
anſchwellung operieren laſſen. Die
Wunde iſt längſt vernarbt, trotzdem
waren die Drüſen im Januar wieder
ſtark angeſchwollen. Auf ärztl.
Rat trank ich Altbuchhorster
Mark-Sprudel Starkquelle
(Jod=Eiſen=Mangan= Köchſalz=
quelle
). Der Erfolg war über=
raſchend
. Schon nach 6 Fl. waren
die Drüſen zu meiner größten
Freude völlig zurückgegangen. Ich
werde den Markſprudel immer
trinken er ſchmeckt prachtvoll, wirkt
appetitanregend, verdauungför=
dernd
und blutverbeſſernd und be=
kommt
mir viel beſſer als Lebertran,
den ich früher trank. H. G. Aerztl.
warm empf. Fl. 65 u. 95 Pf. in der En=
gros
=Niederlage Friedr. Schaefer
u. in d. Hofdrogerie Chr. Schwinn,
Rheinſtraße 8.
(IV,11047,26

Wie wir vergeben unſern
Schuldigern
Roman von E. Krickeberg.
(Nachdruck verboten.)

Wenn ich denken müßte, Sie glauben, ich hätte Ihnen
nur eine Komödie vorſpielen wollen, rief ſie mit fliegendem
Atem, der Komödiantin kann das ja nicht ſchwer fallen
. .. Herr Gott!
Er hob beſchwichtigend die Hand. Beruhigen Sie ſich,
Sie ſind ſo wenig Komödiantin, daß ich nicht begreife,
wie Sie mit Ihrem ſtolzen, ſpröden Sinn überhaupt je=
mals
haben Komödie ſpielen können.
Wenn Sie Heinz nicht ſo ähnlich ſähen! ſtieß ſie her=
vor
. Sie iſt fürchterlich, dieſe Aehnlichkeit.
Er trat vor das Bild und ſah voll düſteren Ernſtes
zu ihm auf. Und waren doch ſo grundverſchieden von
Charakter wie Menſchen überhaupt ſein können! Er mit
ſeinem ſonnig=heiteren Weſen, ſeiner ſprühenden Lebens=
luſt
, ſeiner Genialität und edlen Schönheit. Und ich...
wie die Nacht zum Tage. Er erhaſchte ſpielend, was ich
mit Ernſt und Eifer ſtudieren muß. Sicherlich hat er
heimlich im Herzen Leid getragen um ſeinen armen, häß=
lichen
und ungeſchickten Bruder und gemeint, ich halte nur
deshalb die Trauben heiterer Lebensluſt für ſauer, weil
fie mir zu hoch hingen.
Heini war nicht von der Mutter Seite gewichen. Ihre
Hand mit ſeinen beiden umſpannend, hatte er mißtrauiſch

und ängſtlich ſie und den Onkel beobachtet. Jetzt horchte
er auf.
Trauben, Onkel? Die ſchmecken gut! Die kleinen
Augen noch tränenfeucht blickten geſpannt und begehrlich
zu Eberhard auf.
Es dauerte einen Augenblick, ehe der ſich in die Wirk=
lichkeit
zurückfand und ihn verſtand. Dann flog leiſe ver=
loren
ein Lächeln über ſein ernſtes Geſicht und er beugte
ſich liebevoll über den Kleinen.
Ja, lieber Heini ißt du Trauben gern?
Mächtig gern! Ein tiefer, ſehnſüchtiger Seufzer.
Kannſt du ſie denn nicht mit einer Leiter holen, wenn ſie
ſo hoch hängen, Onkel?
Ich müßte es einmal verſuchen, Heini.
O, ja ja, Onkel, und dann gibſt du ſie mie! jubelte
Heini.
Heini, rief die Mutter erſchrocken, ſchämſt du dich
nicht? Und in ihrer alten unnahbaren Haltung zu ihrem
Schwager gewandt:
Ich denke, Here von Drewensberg, wird ſind jetzt fertig
mit unſeren Geſchäften und wiſſen genau, wie wir mitein=
ander
daran ſind.
Ich gehe ſchon, gnädige Frau lebe wohl, Heini!
Adieu, Onkelchen. Und du kommſt bald wieder mit
den Trauben?
Sehr bald, wenn es deine Mama erlaubt.
Anita ſtand wie auf Kohlen. Am liebſten hätte ſie die
Hand feſt auf den dreiſten kleinen Schnabel gepreßt. Sie
war ganz rot vor Scham und Entrüſtung. Empfand denn

Eberhard von Drewensberg nicht ſelber die bittere Ironie
darin, daß das Kind ſo harmlos dringend ſeinen Todfeind
zum Wiederkommen einlud.
Sie haben mir heute Ihre Abſicht, meinem Sohn ſein
Recht zu rauben, deutlich genug ausgeſprochen. Ich
wüßte keinen Grund zur Wiederholung Ihres Beſuches.
Das klang wie verzweifelte Abwehr.
Er hob raſch und energiſch den Kopf. Ich will nie=
mand
ein Recht rauben. Ich bin gekommen, es zu ſuchen.
Leben Sie wohl, Frau von . . .
Er ſtockte, es war ihm jetzt unmöglich, die ſteife An=
rede
zu gebrauchen, und ſeine Hand ſtreckte ſich ihr unwill=
kürlich
entgegen. Aber ſie verbeugte ſich kalt und förmlich.
Adieu, Herr von Drewensberg.
Und du kommſt bald wieder, Onkel? Und du bringſt
auch die Trauben mit? Eine blaue und eine weiße eine
ganz kleine bloß . . ."
Heini ſchlüpfte mit dem Onkel in den Korridor. Die
junge Frau hörte draußen ſein Plaudermäulchen luſtig
weiterſchwatzen und dem Onkel freundlich antworten. Und
da überfiel ſie auf einmal wieder die marternde Angſt,
ihr Kind könne ihr eines Tages verloren gehen. Hatte
man nicht ſchon oft davon gehört, daß Familien die Kin=
der
unliebſamer Verwandten an ſich gezogen, ſie ihren
Eltern entfremdet entwendet hatten, um ſie ganz in
ihre Gewalt zu bekommen? Und war nicht Eberhard von
Drewensberg, der das Kind ſo lebhaft an den eigenen
Vater erinnerte, auf dem beſten Wege, des Knaben Liebe
zu erwerben? Warum ſollte man Heinz von Drewens=

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bergs Sohn nicht in die ariſtokratiſche Familie aufneh=
men
, ſobald er ohne die obſkure Mutter, die Komödiantin
mit der dunklen Vergangenheit kam. Man würde es ſchon
verſtehen, ihn nach den Wünſchen der Familie zu lenken,
und zum Verzicht auf das Majorat zu bewegen.
Die gequälte Frau ſtöhnte leiſe auf. Sie würde ſich
wehren wie eine Löwin, wenn man ihr mit Liſt oder Ge=
walt
ihr Kind rauben wollte. Aber wie konnte ſie ſich
dagegen ſchützen, wenn man es mit Liebe tat? Wenn
man ganz leiſe, unmerklich eine Entfremdung zwiſchen
Mutter und Shn herbeiführte und nährte,
Und für Mama bringſt Du auch eine mit, und für
Väterchen Harto, nicht wahr, Onkel? plauderte Heini drau=
ßen
. Da hielt ſie ſich nicht länger, ſie ſtieß die Tür auf
und erblickte den Knaben, wie er ſeine Arme zärtlich um
den Hals des Onkels geſchlungen hielt, der ſich liebreich
über ihn beugte. Jetzt neigte ſich Eberhard auf die Stirn
des Kleinen und küßte ſie.
Heini! ſchrie ſie auf.
Eberhard richtete ſich empor und beider Augen begeg=
neten
ſich, die ihren flammend vor Entrüſtung, die ſeinen
ernſt, und weich, und traurig, ſo traurig, daß ſie er=
ſchrak
. Sie trat langſam in das Zimmer zurück und er
verließ das Haus.
2. Kapitel.
Wie ſollte das enden? Ein Fieber der Aufregung
hatte Anita gepackt und jagte ſie ruhelos in der Wohnung
umher. Waskſollte daraus werden?
Und vor ihr erſtand wieder lebendig das ganze Leid
Irer=Ehe,edasiſie jenensLeuten verdankte. Als=Heinz die

Eltern um ihren Segen zu ſeiner Verheiratung bat, hatten
ſie ein unumwundenes Nein geantwortet, und ſo ſehr der
Sohn auch flehte, ein hartes, kaltes, durch nichts gemil=
dertes
Nein blieb die einzige Antwort. Ja, man ſchickte
ihm alle Briefe uneröffnet zurück mit der Weiſung, das
würde ſo lange geſchehen, bis er ohne die unwürdige
Frau an ſeiner Seite zu den Eltern zurückkehrte. Trenn=
ung
von ihr um jeden Preis, lautete ihre Forderung.
Da blieb ihnen nichts anderes übrig, als einander zu hei=
raten
, auch ohne der Eltern Einwilligung. Aber Heinz
hatte nicht aufgehört, auf eine Sinnesänderung ſeiner An=
gehörigen
zu hoffen, und als die Geburt des Kindes in
Ausſicht ſtand, ließ ſie ſich durch ihres Mannes Flehen er=
weichen
, trotz der widerfahrenen Kränkung noch einmal
ſelber an das Herz der Eltern zu pochen, ſie zu bitten, doch
wenigſtens erſt die verhaßte Schwiegertochter kennen zu
lernen, ehe ſie ſie ganz verdammten. Dieſen Brief, den
ſie in tauſend Qualen ihrem Stolz abgerungen hatte, er=
hielt
ſie uneröffnet zurück. Damit war die Sache abgetan
für immer, für ſie, wie für ihren Mann. Denn wenn
Heinz die eigenen Kränkungen auch vergeſſen konnte, das
verzieh er ſelbſt ſeinen Eltern nicht, daß ſie die Mutter
ſeines Kindes wie eine Ehrloſe behandelten.
Als dann ihr Mann ſo plötzlich an der Lungenent=
zündung
ſtarb, teilte ſie es den Seinen pflichtſchuldigſt mit,
aber auch dies erſchütternde Ereignis vermochte nicht den
Sinn des Vaters zu ändern. Er wollte dem Sohn die
Familiengruft öffnen, aber deſſen Frau nicht geſtatten.
hren Fuß auf Drewensbergſchen Grund und Boden zu
ſetzen. Da verzichtete ſie mit dem Bewußtſein, in ihres
Mannes Sinn zu handeln. So rußte ihr Gatte als ein=

ziger Drewensberg in fremder Erde, und die eigenen
Eltern hatten ſeinem Sarge nicht einmal das Geleit ge=
geben
. Sie würde es auch nicht gelitten haben ihr
Herz war verſteint in ſeinem Schmerz.
Ihr einziger Troſt war es, daß ſie nun bei Lebzeiten
der alten Leute würde abgeſchloſſen haben mit allem, was
zu der Familie Drewensberg gehörte. Sie verlangte
richts von ihr und ihres Sohnes Rechte konnten ſie ihm
nicht rauben. Ein Jahr lang hatte man ſie auch in
Ruhe gelaſſen dann aber plötzlich mit dem Auftauchen
dieſes Eberhard von Drewensberg war ſie wieder mitten
hineingeriſſen worden in den Strudel der Familienzwi=
ſtigkeiten
; und jetzt war die Angſt und Not der vergange=
nen
Zeit mit allem Ungeſtüm zu neuem Leben erwacht.
Um ihre Qual noch zu verſtärken, plauderte Heini
fortwährend von dem neuen Onkel, der eine wichtige
Erſcheinung in ſeinem jungen Leben bedeutete. Ob er
bald wiederkommen, und wann er kommen würde? Ob er
auch ganz gewiß die Trauben bringen, und auch nicht von
er Leiter fallen würde, wenn ſie ſo hoch hingen? So ging
es in einem fort, und er wollte ſich nicht zu Bett bringen
aſſen, bis Väterchen Harto gekommen war, und er ihm
die große Neuigkeit brühwarm erzählen konnte.
Als Väterchen Harto eigentlich hieß er Hartkopf,
ber ſeitdem Heini ſeinen Namen in das bequemere Harto
abgekürzt hatte, war der richtige in den Hintergrund ge=
drängt
dann endlich erſchien, empfing ihn Anita mit
einem Gott ſei Dank! Ich komme um vor Aufregung
und Sorgen!
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Man tut gut, ſich von
Zeit zu Zeit daran zu
erinnern, daß von all den
Maßnahmen, die der mo=
derne
Menſch zur Ge=
ſunderhaltung
ſeines Kör=
pers
vornehmen muß, die

richtige Pflege der Zähne beinahe die wichtigſte iſt: Wenige
ahnen, daß ſchadhafte Zähne nicht nur unſer Wohlbefin=
den
erheblich beeinträchtigen, ſondern neue Unter=
ſuchungen
haben das in überraſchender Weiſe bewieſen
häufig den Ausgangspunkt mannigfachſter Krankheiten
bilden können, deren Urſache oft rätſelhaft blieb. Als
richtig kann eine Zahnpflege nur dann bezeichnet werden,
wenn die zahnzerſtörenden Gärungs= und Fäulniserreger,
die ſich im Munde täglich neu bilden, auch täglich un=
ſchädlich
gemacht werden. Das iſt nur zu erreichen
durch den täglichen Gebrauch eines antiſeptiſchen Zahn=
pflegemittels
.
Die Wirkungsweiſe des Odols iſt eine ganz eigen=
artige
. Während andere Mund= und Zahnreinigungs=
mittel
, ſoweit ſie für die tägliche Zahnpflege überhaupt
in Betracht kommen, lediglich während der wenigen Se=
kunden
der Mundreinigung ihre Wirkung ausüben, wirkt
das Odol noch ſtundenlang, nachdem man ſich die Zähne
geputzt hat, nach. Dieſe einzigartige Dauerwirkung iſt
aller Wahrſcheinlichkeit nach darauf zurückzuführen, daß
ſich das Odol beim Mundſpülen förmlich in die Zähne
und die Mundſchleimhäute einſaugt, dieſe gewiſſermaßen
imprägniert und ſo gleichſam einen antiſeptiſchen Vorrat
hinterläßt, der noch ſtundenlang den zahnzerſtörenden
Fäulnis= und Gärungsprozeſſen entgegenwirkt. (I,15950

Kongreſſe und Verbandstage.

18. Deutſcher Reichsfeuerwehrtag.
Leipzig, 23. Juli. Der Deutſche
Reichsfeuerwehrverband, der faſt
1½ Millionen Mitglieder zählt, trat heute
hier zu ſeiner 18. Hauptverſammlung zuſammen.
Der im Jahre 1854 gegründete Verband iſt die Geſamt=
vertretung
ſowohl der Berufs= wie der Freiwilligen
Feuerwehren und tritt nur alle fünf Jahre einmal zu=
ſammen
. Auf dem letzten Deutſchen Feuerwehrtage, der
in Nürnberg ſtattfand, erſchienen 11000 Feuerwehrleute
als Teilnehmer. Man kann ſich demnach vorſtellen, wie
groß die Zahl der Teilnehmer diesmal ſein muß, zumal
Leipzig in dieſem Jahre wegen der dort ſtattfindenden
Baufachausſtellung und der Einweihung des Völker=
ſchlachtdenkmals
eine beſondere Anziehungskraft ausübt.
Auch die Oeffentlichkeit wird dieſe Tagung in beſonderem
Maße intereſſieren.
Die reichhaltige Tagesordnung des 18. Deutſchen
Reichsfeuerwehrtages weiſt nicht weniger als 24 wiſſen=
ſchaftliche
Vorträge auf, die von Männern der Praxis ge=
halten
werden. Beſonders intereſſant zu werden ver=
ſpricht
ein Vortrag des Dezernenten der Leipziger Krimi=
nalpolizei
, Polizeirat Dix, über das aktuelle Thema
Die Feuerwehr als Helferin der Kriminalpolizei in dem
wertvolle Aufſchlüſſe über die Ermittelung von Brand=
ſtiftern
gegeben werden. Ein weiterer Vortrag, der das
allgemeinſte Intereſſe für ſich in Anſpruch nehmen dürfte,
iſt der des Juſtizrates und Branddirektors Odenkirchen=
Rheydt, über die Haftpflicht im Feuerwehrdienſt. Da die
Feuerwehr ihre Aufgabe aber nicht nur in der Bekämpf=
ung
von Bränden ſieht, hält Branddirektor Dr. Redde=
mann
=Leipzig einen Vortrag über Die Aufgaben der
Feuerwehr außerhalb des eigentlichen Feuerlöſch=
dienſtes‟
. Ein weiterer Vortrag behandelt die Erfah=
rungen
bei der Gründung freiwilliger Feuerwehren;
ebenſo wird in einem Vortrag die Stellung der Bürger=
ſchaft
zur Freiwilligen Feuerwehr beleuchtet; wieder
andere werden ſich mit der neuen Methode des Schwamm=
löſchverfahrens
mit der Imprägnierung gegen Feuer, mit
Kohlenſäure=Löſchgeräten in Verbindung mit ſelbſttätigen
Feuermeldern, mit den Automobillöſchzügen und den
Ueberlandfahrzeugen beſchäftigen.

Aus Anlaß des Deutſchen Reichsfeuerwehrtages wird
eine Ausſtellung veranſtaltet, die morgen mittag
11 Uhr feierlich eröffnet wird und nur während der Tag=
ung
geöffnet iſt. Dieſelbe beſteht aus zwei Abteilungen,
einer wiſſenſchaftlichen und einer induſtriellen, und ſoll
inen Ueberblick über den derzeitigen Stand des deutſchen
Feuerlöſchweſens geben. Es ſoll beſonders die Wechſel=
wirkung
von Theorie und Praxis dargeſtellt werden, die
nirgends ſo groß iſt wie gerade hier. Es verdient her=
vorgehoben
zu werden, daß es ſich trotz der kurzen Dauer,
um keine der vielen Gelegenheitsausſtellungen handelt,
ſondern um ein ſeit langem planmäßig vorbereitetes Pro=
jekt
. Nicht nur der Fachmann, ſondern auch der Laie
wird auf der Ausſtellung auf ſeine Rechnung kommen.
Es werden Feuerwehr= und Löſchgeräte, Gegenſtände zur
Verhütung von Bränden, ganze Löſchzüge ꝛc. zur Dar=
ſtellung
gebracht werden; außerdem ſoll eine Anzahl von
Brandverſuchen ſtattfinden und am Sonntag ein impoſan=
ter
Feſtzug arrangiert werden.
Welche Bedeutung der Tagung beigelegt wird, iſt auch
daraus zu erſehen, daß König Friedrich Auguſt von
Sachſen das Protektorat übernommen hat.

Sport, Spiel und Turnen.

* Pferdeſport. Für den Hamburger Ham=
monia
=Preis das letzte der vier deutſchen 100000
Mark=Rennen, wurde für 32 Pferde in Berlin und Wien
der letzte Einſatz gezahlt, während 18 ausſchieden. Von
öſterreichiſch=ungariſchen Pferden befinden ſich nur noch
Herrn E. v. David’s Banker, Baron G. Springers Per
Bacco, Herrn A. v. Pechy’s Frou=Frou, Herrn V. Maut=
ner
von Markhof’s Eva, die Zweite zu Dolomit im Ham=
nonia
=Preis 1911 und aus dem Stall des Fürſten Hohen=
ohe
=Oehringen Landluft und Mauſi II in der berühmten
Fliegerprüfung über 1300 Meter. Deutſcherſeits ſind
neben den noch wenig erprobten Zweijährigen noch unſere
ſchnellſten älteren Pferde wie Lena, Dolomit, Metaſtaſio
und Fabella konkurrenzberechtigt.

Luftfahrt.

sr. Einen Ueberlandflug von Kiel über
Berlin nach Poſen der am gleichen Tage wie der
bemerkenswerte Militärflug des Lt. Jolly von Köln
über Berlin nach Königsberg ſtattfand, hat der Zivil=
Flieger Reichelt auf einem Harlan=Eindecker auf
ſein Konto gebracht. Reichelt war um 4 Uhr morgens
in Kiel geſtartet, in der Abſicht, ſich um die monatliche
3000 Mark=Rente der National=Flugſpende zu bewerben.
Dieſe iſt für denjenigen Flieger ausgeſetzt, der innerhalb
24 Stunden den längſten Ueberlandflug erzielt, mindeſtens
aber 500 Kilometer zurücklegt. Reichelt traf kurz vor 1 Uhr
nach einerZwiſchenlandung in Neuendorf auf dem Flug=
platz
Johannisthal ein. Um 5 Uhr ſtieg er trotz der un=
günſtigen
Witterung wieder auf, um nach Breslau zu
fliegen. Bei der ſchlechten Orientierungsmöglichkeit und
bei den ungünſtigen Windverhältniſſen wurde Reichelt
aber abgetrieben und entſchloß ſich ſchließlich, die Richtung
auf Poſen einzuſchlagen, wo er gegen 7 Uhr abends nach
Zurücklegung von insgeſamt 560 Kilometer glatt landete.
Reichelt iſt damit erſter Gewinner der monat=
lichen
Rente von 3000 Mark.
sr. Ein intereſſanter Geſchwader=Flug
wurde von 8 italieniſchen Militärfliegern auf der Strecke
Turin-Mailand durchgeführt. 7 Unteroffiziere und ein
Hauptmann ſtiegen zuſammen um ½6 Uhr in Turin
auf und landeten nach zweiſtündigem Fluge der ge=
ſchloſſen
zurückgelegt wurde, wohlbehalten in Mailand.
sr. Eine Ballonverfolgung durch Auto=
mobile
veranſtaltete der Allgemeine Deutſche Auto=
mobil
=Club (A. D. A.C.) anläßlich ſeiner Jubiläums=
Tagung in München. Der Start erfolgte auf der There=
ſien
=Wieſe. Es beteiligten ſich 5 Freiballone, und zwar
Thüringen‟. Prinz Georg Pettenkofer Nieder=
ſchleſien
und Altenburg. Nach den Beſtimmungen durf=
ten
die Ballone höchſtens 80 Kilometer zurücklegen und
maximal drei Stunden in der Luft bleiben. Falls 20 Mi=
nuten
nach der Landung ein Automobil bei dem Ballon
einträfe, galt der Ballon als Gefangener. Obwohl die
Ballone bei dem ſchönen Wetter ſchnell hinter den Wolken
verſchwanden, glückte es den Verfolgern doch, ſämtliche
Ballone bis auf Prinz Georg gefangen zu nehmen.

Bericht über die Vermittlungstätigkeit
der an den Mitteldeutſchen Arbeits=
nachweisverband
berichtenden Arbeits=
nachweiſe
im Juni 1913.

* Von den 26 Arbeitsnachweiſen des Mitteldeutſchen
Arbeitsnachweisverbandes, die im Juni 1913 an das
Kaiſerliche Statiſtiſche Amt berichteten (gegen 18 im Juni
1912) wurden 7192 (7151) männliche und 3804 (3929)
weibliche Perſonen, zuſammen 10996 (11080) vermittelt.

Hiervon entfallen auf Alzey 11 (), Aſchaffenburg 34 (76),
Bebra 53 (), Bingen a. Rh. 100 (88), Butzbach 9 (
Kaſſel 963 (876), Darmſtadt 281 (349), Dieburg 26 (),
Frankfurt a. M. 5075 (5339), Friedberg i. H. 50 (60),
Gernsheim i. H. 1 (), Gießen 254 (181), Groß=Karben
29 (), Hanau a. M. 70 (84), Herborn 27 (65), Kreuznach
17 (42), Mainz 1039 (1078), Marburg a. L. 18 (8), Offen=
bach
a. M. 341 (382), Weilburg a. L. 18 (16), Wetzlar 35
(44), Wiesbaden 1983 (1967), Witzenhauſen 6 (3) und
Worms a. Rh. 450 (442).
Nach Berufsgruppen getrennt wurden vermittelt: In
den männlichen Abteilungen: Landwirtſchaft 822 (gegen
702 im Juni 1912), Metallgewerbe 679 (774), Holzgewerbe
385 (445) Induſtrie der Nahrungs= und Genußmittel 97
(113), Bekleidungs= und Reinigungsgewerbe 385 (374),
Baugewerbe 736 (590), Maſchiniſten, Heizer und Fabrik=
arbeiter
100 (166), Gaſt= und Schankwirtſchaftsgewerbe
1497 (1286), ſonſtige Lohnarbeit und häusliche Dienſte
2222 (2300). In den weiblichen Abteilungen: Gelernte
und angelernte Arbeiterinnen in Fabrikbetrieben 104 (52),
Bekleidungs= und Reinigungsgewerbg 50 (31), Gaſt= und
Schankwirtſchaftsgewerbe 403 (362), ſonſtige Lohnarbeit
und häusliche Dienſte 3199 (3378).
Von den an den Mitteldeutſchen Arbeitsnachweisver=
band
berichtenden nichtöffentlichen Arbeitsnachweiſen
wurden im Juni 1913 im ganzen 1057 Stellen vermittelt
gegen 901 im Juni 1912. Von dieſen 1057 Stellen ent=
fallen
auf Innungsarbeitsnachweiſe 281, auf Arbeit=
nehmernachweiſe
314, auf paritätiſche Arbeitsnachweiſe
57 und auf Vereinsarbeitsnachweiſe 405.
Von den 13 an den Mitteldeutſchen Arbeitsnachweis=
verband
berichtenden größeren Ortskrankenkaſſen war der
Beſtand am 1. Juli 1913: 301840 (gegen 293 125 am
1. Juli 1912); darunter waren 192379 (190783) verſiche=
rungspflichtige
männliche Mitglieder 76299 (72083) ver=
ſicherungspflichtige
weibliche Mitglieder, 10488 (9656)
freiwillige männliche Mitglieder und 22 674 (20 603) frei=
willige
weibliche Mitglieder.

Landwirtſchaftliches.

Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
narkt
am 23. Juli. Auftrieb durch Händler 161 Schweine.
Schlachtgewicht 50. Kg. Preiſe: 1. Qualität, ausgeſuchte
Ware, 85 M., 2. Qualität 84 M., 3. Qualität 83 M. Markt=
verlauf
: Ruhig, Ueberſtand. Schweinemarkt am 24. Juli.
Auftrieb durch Händler 176 Schweine. Schlachtgewicht
50 Kilogramm. Preiſe: 1. Qualität, ausgeſuchte Ware,
85 M., 2. Qualität 84 M., 3. Qualität 83 M. Marktver=
lauf
: Mäßig, Ueberſtand Kälbermarkt am
24. Juli. Auſtrieb durch Händler 140 Kälber. Lebend=
gewicht
50 Kilogramm. Preiſe, je nach Qualität, 4063,50
Mark. Marktverlauf: Flau.
* Berlin, 23. Juli. Die Ausſichten für die
Gerſten=Ernte im Deutſchen Reiche 1913 be=
urteilt
die Tageszeitung für Brauerei in Berlin auf Grund
der auch in dieſem Jahre ſeitens der wirtſchaftlichen Ab=
teilung
der Verſuchs= und Lehranſtalt für Brauerei in
Berlin bei zahlreichen landwirtſchaftlichen Behörden und
ſonſtigen Sachverſtändigen veranſtalteten Umfrage dahin,
daß die Anbaufläche für Braugerſte im Deutſchen Reiche
die vorjährige im günſtigſten Falle um ein weniges über=
treffen
, alſo etwa die gleiche ſein wird, wie 1912. Aus=
gewinterte
Flächen kommen in dieſem Jahre nur wenig
in Betracht. Das eventuelle geringe Mehr iſt darauf
zurückzuführen, daß im vorigen Herbſt in verſchiedenen
Gegenden die Winterſaaten infolge der ungünſtigen Wit=
terung
nicht ganz beſtellt werden konnten; fernerhin ſind
auch einzelne Landwirte infolge der guten vorjährigen
Preiſe zur Ausdehnung des Anbaues angeregt worden.
Der Stand der Gerſtenfelder iſt im Deutſchen Reiche vor=
wiegend
gut. Teilweiſe ſehr gut iſt der Stand in Süd=
deutſchland
, beſonders in Bayern, teilweiſe in Baden,
Württemberg und Rheinheſſen. Gut ſind auch die Aus=
ſichten
u. a. in Schleſien, Poſen, Pommern,
Weſtpreußen, Schleswig=Holſtein, Thüringiſche Staa=
ten
, Heſſen=Naſſau, Hannover, Rheinprovinz und König=
reich
Sachſen. Vorwiegend gut, teilweiſe befriedigend,
ſind die Ausſichten in der Provinz Sachſen und Mecklen=
burg
=Schwerin. Mit einem Mittelertrag wird in Bran=
denburg
, Oſtpreußen und Mecklenburg=Strelitz gerechnet.
Unbefriedigend dagegen lauten die Nachrichten über die
Ernteausſichten aus dem Herzogtum Anhalt.
Was die Qualität anbelangt, ſo wird im allgemeinen
mit einer guten Ausbildung des Kornes gerechnet. Ueber
Krankheiten wird ſo gut wie nicht geklagt, über Unkraut
verſchiedentlich in Bayern. Lagerfrucht iſt im allge=
meinen
, von einigen Ausnahmen abgeſehen, nicht viel
vorhanden. Berichte hierüber liegen beſonders aus Schle=
ſien
vor. Auch aus einigen Teilen Poſens und Bayerns
wird hierüber berichtet. Die Ernte ſelbſt wird eine Ver=
ſpätung
erleiden, und das Ergebnis dürfte, falls die in
den letzten Tagen erfolgten erheblichen Niederſchläge den
Gerſtenſtand nicht beeinträchtigt haben ſollten, was aber
zurzeit noch nicht zu entſcheiden iſt, und wenn fernerhin
der Schnitt von gutem Wetter begünſtigt ſein wird, ein
gutes werden.

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