Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtad
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Die Reichstagsnachwahlen in Salzwedel=
Gardelegen und Zauch=Belzig ergaben im
erſteren Wahlkreiſe Stichwahl zwiſchen v. Kröcher (konſ.)
und Böhme (Bauernbund), und im zweiten Wahlkreiſe
Stichwahl zwiſchen v. Oertzen (Reichspt.) und Ewald
(Soz.).
Das Militärluftſchiff „Z. 1‟, das ſeit dem
11. Juni in der Frankfurter Halle ſtationiert war, hat
geſtern früh 10 Uhr 56 Min. die Reiſe nach ſeinem
zu=
künftigen Standort Königsberg angetreten.
Bei Eibenſtock i. S. ereignete ſich geſtern ein ſchweres
Automobilunglück, wobei 3 Perſonen
ge=
tötet und 2 ſchwer verletzt wurden.
Das italieniſche Königspaar iſt am Mittwoch
abend vor 10 Uhr in Kiel angekommen und vom
Kaiſerpaar empfangen worden. Vom Bahnhof aus
be=
gab ſich das Königspaar an Bord der italieniſchen
Jacht „Trinacria”. Geſtern mittag fand auf der „
Hohen=
zollern” Feſttafel und abends Tafel an Bord der
„Trinacria” ſtatt.
Das engliſche Unterhaus hat ſich
geſterntver=
tagt.
Rumänien hat die Mobiliſierung
ange=
ordnet, nachdem bekannt gegeben worden war, daß
Serbien und Griechenland ſich im Kriegszuſtand
be=
finden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Ein neuer Balkankrieg.
*⁎* Aus den bisherigen Nachrichten vom
Bal=
kan ließ ſich ein zutreffender Schluß auf den
vorausſicht=
lichen Gang der Ereigniſſe nicht ziehen, denn es war ein
fortwährendes Auf und Ab, an einem Tage wechſelten
die Anſichten mehrmals und bald waren ſie
hoffnungs=
voll, bald hoffnungslos in bezug auf die
Aufrechterhal=
tung des Friedens. So ſchien zum Beiſpiel am Dienstag
die Hauptgefahr vorüber zu ſein, nachdem die ſerbiſche
Skupſchtina die Beſchickung der Petersburger Konferenz
gutgeheißen hatte und angeblich an die in Mazedonien
kämpfenden Truppen auf beiden Seiten der Befehl
ergan=
gen war, die Feindſeligkeiten einzuſtellen. Letztere
Nach=
richt hat ſich aber nicht beſtätigt, vielmehr haben die
Kämpfe einen Umfang angenommen, der es ſehr fraglich
erſcheinen läßt, ob die Unterbrechung auf einfachen Befehl
von Belgrad oder Sofia hin noch möglich iſt. Man muß
it der Erbitterung rechnen, die ſich der Truppen,
nament=
ich auf ſerbiſcher Seite, bemächtigt hat, und mit der
Wir=
kung der angeblichen Erfolge, welche die Serben über
ie Bulgaren errungen haben, um zu begreifen, daß es ein
Zurück kaum noch geben kann.
In Sofia hat man bei der Geltendmachung übertrie=
Dener Anſprüche auf die Siegesbeute anſcheinend die
Ge=
ahr unterſchätzt und nicht bedacht, daß in Serbien und
Sriechenland das Selbſtbewußtſein bedeutend erſtarkt iſt,
ind daß ſich dieſe beiden Staaten nicht mit einem ihnen
on Bulgarien hingeworfenen Brocken der Beute begnü=
Den würden. Heute möchte die bulgariſche Regierung
vohl ganz gerne eine Verſtändigung auf der mittleren
einie anbahnen, wenn ihr dieſer Rückzug nicht im Lande
ibel ausgelegt würde oder wenn ſie wenigſtens die
Ge=
vißheit hätte, daß Serbien bezw. Griechenland jetzt noch
u annehmbaren Konzeſſionen bereit ſeien. Auch mit der
Haltung Rumäniens iſt in Sofia nicht gerechnet worden,
vo man glaubte, den Nachbarſtaat mit der Siliſtria=
Ab=
nachung gewonnen und vollſtändig befriedigt zu haben.
aß Rumänien ſich auf die Seite Serbiens ſtellen will,
ſt eine ſehr unangenehme Ueberraſchung für Bulgarien
nd drückt deſſen Ausſichten auf Erfolg in einem neuen
Priege auf ein Minimum herab. Jedenfalls iſt es eine
öſe Suppe, die ſich Bulgarien durch ſeine
hochgeſchraub=
n Anſprüche eingebrockt hat, und die Möglichkeit erſcheint
icht ausgeſchloſſen, daß ſeine Siegesfrüchte in Frage
ge=
ellt werden.
Aus der Ferne läßt ſich nur ſchwer ein annähernd
Lichtiges Urteil darüber abgeben, wer die Schuld an den
euen Kämpfen trägt, da beide Teile ſie ſich gegenſeitig
uſchreiben. In Petersburg iſt man eifriger denn je
be=
üht, wenigſtens die Konferenz zuſtande zu bringen in
er Hoffnung, daß dann noch alles gut werden kann. Da
ſchon viel Blut gefloſſen und die Erbitterung gegen die
Bulgaren groß iſt, ſcheint der „Bruderkrieg” indeſſen
un=
vermeidlich zu ſein.
Die Bildung des neuen
Reichskriegsſchatzes.
* Man ſchreibt den Berl. N. Nachrichten: Der
Bun=
desrat wird noch vor der Sommerpauſe diejenigen
Be=
ſtimmungen erlaſſen, die zur Bildung des neuen
Reichs=
kriegsſchatzes in Höhe von 240 Millionen Mark
erforderlich ſind. Zur Schaffung der Goldreſerve von 120
Millionen werden bekanntlich neue Reichskaſſenſcheine
aus=
gegeben. Aus dieſem Grunde iſt zunächſt ein
Bundes=
ratsbeſchluß erforderlich, um die Stückelung der neuen
Scheine in Fünf= und Zehnmarkſcheine feſtzuſetzen. Nach
Herſtellung der Scheine, deren Koſten ſich auf 1¾
Mil=
lionen Mark beläuft, wird die Goldreſerve aus den
Be=
ſtänden der Reichsbank im Austauſch gegen
Reichskaſſen=
ſcheine gebildet. Der gegenwärtig ſehr günſtige
Goldbe=
ſtand der Reichsbank erleichtert dieſe Transaktion
weſent=
lich. Für die neuen Scheine, die dann durch die
Reichs=
bank in Umlauf gebracht werden, gelten die
Beſtimmun=
gen des Geſetzes vom Jahre 1874 in bezug auf die
An=
nahme zu Zahlungen bei allen Kaſſen des Reichs und der
Bundesſtaaten, ferner die Einlöſung bei der
Reichshaupt=
kaſſe und die Erſatzleiſtung beſchädigter oder unbrauchbar
gewordener Stücke. Ein Annahmezwang im
Privatver=
kehr beſteht für die Kaſſenſcheine nicht, da ſie kein
geſetz=
liches Zahlungsmittel ſind.
Weitere Bundesratsverordnungen ſind erforderlich für
die Ausprägung von Silbermünzen, die zur Schaffung
der Silberreſerve in Höhe von 120 Millionen Mark dienen
ſollen. Der Bundesrat wird feſtſetzen, aus welchen
ein=
zelnen Münzgattungen ſich die Silberreſerve
zuſammen=
ſetzen ſoll. Die Prägungen werden außerhalb der im
Münzgeſetz beſtimmten Grenze von 20 Mark für den Kopf
der Bevölkerung ausgeführt. Die Schaffung der
Silber=
reſerve wird ſich auf eine Reihe von Jahren verteilen, da
die dafür notwendigen Aufwendungen in Höhe von 54
Millionen Mark aus dem Prägegewinn der Silbermünzen
in den nächſten Jahren gedeckt werden ſollen. Durch den
Ergänzungsetat für das laufende Jahr ſind bereits 7¾
Millionen dazu zur Verfügung geſtellt. Nach dem Stand
der Silberprägungen in den letzten Jahren kann man mit
einem jährlichen Prägegewinn von etwa 10 Millionen
rechnen. Würde auch für die nächſten Jahre der
Präge=
gewinn dieſe Höhe erreichen, dann könnte die
Silber=
reſerve nach fünf Jahren voll angeſammelt ſein. Es iſt
jedoch der Umfang der Prägungen in den nächſten Jahren
noch nicht mit Sicherheit zu überſehen, da dieſe lediglich
nach dem Bedarf des Geldverkehrs eingerichtet werden.
Da der Kopfbetrag ſich gegenwärtig nur auf rund 17 Mark
beläuft, ſtehen im Rahmen des Münzgeſetzes noch
aus=
reichende Prägemengen zur Verfügung, aus deren
Er=
trägen die Silberreſerve zu decken iſt.
Der Bundesrat wird fernerhin Beſtimmungen über
die Verwaltung des außerordentlichen Silber= und
Gold=
ſchatzes erlaſſen. Die Verwaltung wird vom
Reichsſchatz=
amt unter Aufſicht der Reichsſchuldenkommiſſion erfolgen.
Der neue Reichskriegsſchatz wird nicht wie der bisherige
Goldſchatz in Höhe von 120 Millionen im Juliusturm
un=
tergebracht werden, ſondern in den Treſors der
Reichs=
bank, weil der Juliusturm zur Aufnahme der beiden
Re=
ſerven keinen geeigneten Raum bietet und die
Aufbewah=
rung in der Reichsbank die Verwaltung verbilligt.
Fünf Milliarden Reichsſchulden.
* Dem Reichstag iſt noch vor der Vertagung ein
Be=
richt der Reichsſchuldenkommiſſion
zuge=
gangen, der ſehr lehrreich iſt. Er beſagt in dürren
Wor=
ten und ſchönen Zahlen, daß Deutſchland als Reich fünf
Milliarden Schulden hat, oder genau: 5024012900
Mark. Zu dieſen fünf Milliarden kommen aber noch etwa
100 Millionen Mark, oder genau: 98 175000 Mark als
Schuld der deutſchen Schutzgebiete. Dieſe
Schutzgebiets=
ſchuld iſt aber inzwiſchen nach dieſer letzten
Rechnungs=
aufmachung noch gewachſen und beträgt jetzt insgeſamt
136 154 400 Mark.
Intereſſant ſind einige Einzelheiten über unſere große
Reichsſchuld. An Zinſen ſind im letzten
Rechnungs=
jahr 167191 258,37 Mark gezahlt worden. Alſo rund 167
Millionen Mark allein an Zinſen. An
Reichskaſſen=
ſcheinen laufen um 120 Millionen Mark. Von dieſen
Kaſſenſcheinen ſind noch aus dem Jahre 1874 im ganzen
819050 Mark, aus dem Jahre 1882 ſind 1980900 Mark,
aus dem Jahre 1899 ſtammen 344600 Mark, aus dem
Jahre 1904 rühren 28546 720 Mark her und aus dem
Jahre 1906 die meiſten, nämlich 88 308 730 Mark. Durch
Beſchluß des Bundesrats vom Dezember 1912 iſt der
Be=
trag der Reichskaſſenſcheine zu 10 Mark auf 100 Millionen
Mark (ſtatt bisher 90 Millionen) und der der
Reichs=
kaſſenſcheine zu 5 Mark auf 20 Millionen Mark (ſtatt
bisher 30 Millionen) feſtgeſetzt worden. Die Zahl
der Fünfmarkſcheine wird alſo vermindert,
die der Zehnmarkſcheine erhöht. Neben dieſen
Reichskafſenſcheinen (von 10 und 5 Mark) laufen die
Reichsbanknoten (von 1000, 100, 50 und 20 Mark).
Vom März 1912 bis zum Januar 1913 wurden von der
Reichsdruckerei an die Reichsbank Banknoten im
Geſamt=
werte von 1345845000 Mark abgeliefert, und zwar zu
1000 Mark keine, zu 100 Mark aber 640 Millionen, zu 50
Mark 52 500 000 Mark und zu 20 Mark 50 200 000 Mark.
Dazu kamen noch für 600 Millionen Mark Banknoten zu
50 Mark und 20 Mark, die erſt jetzt zu den Beſtänden
ge=
nommen wurden. Für 130590 Mark Banknoten ſind
wegen Altersſchwäche aus dem Verkehr gezogen
worden. Sie ſind zur Vernichtung beſtimmt. —
Insge=
ſamt ſind mehr als vier Milliarden Banknoten vorhanden
und in den Kaſſen der Reichsbank aufbewahrt. Im
Um=
lauf befinden ſich außerdem für 1876040 750 Mark
Bank=
noten. Bis zum Schluſſe des Monats Januar 1913
belie=
fen ſich die in das Reichsſchuldbuch eingetragenen
Buch=
forderungen auf 1 273500 900 Mark in 24031 Konten.
Ein wichtiges Kapitel iſt das der Tilgung der
Reichsſchuld. Dieſe Tilgung erfolgt durch Ankauf
von Schuldverſchreibungen des Reiches, und zwar werden
3= und 3½prozentige Schuldverſchreibungen angekauft, in
der Regel für jährlich etwa 80 Millionen Mark. Von nun
an ſoll aber eine ſtärkere Schuldentilgung Platz greifen.
Neben dieſen Reichsſchulden haben natürlich die
Bundes=
ſtaaten noch ihre eigenen, recht bedeutenden Schulden.
Deutſches Reich.
Reichstagsnachwahlen. Die
Reichstags=
erſatzwahl im Wahlkreiſe Salzwedel=Gardelegen ergab für
v. Kröcher (konſ.) 6978. Dr. Böhme (Deutſcher Bauernbund)
10 667, Schulze=Ritz (Bund der Landwirte) 4044,
Berge=
mann (Soz.) 1918 Stimmen. Mithin hat Stichwahl
zwi=
ſchen von Kröcher und Dr. Böhme zu erfolgen. (Das
Er=
gebnis der Hauptwahl 1912 war: von Kröcher 12073, Dr.
Böhme 10 271, Koch (Soz.) 2407 Stimmen. Die
Stich=
wahl brachte den Sieg Kröchers über Böhme mit 13 465
gegen 13 141 Stimmen.) — Bei der im Wahlkreiſe
Pots=
dam 9 (Zauch=Belzig) ebenfalls am Mittwoch erfolgten
Reichstagserſatzwahl entſielen auf Ewald=Berlin (Soz.)
13 566, auf v. Oertzen (Rpt.) 10986, auf Hermann (
Fort=
ſchrittliche Volkspt.) 7968 und auf den Schriftſteller
Erz=
berger (Ztr.) 80 Stimmen. Das Ergebnis von fünf
an=
deren kleineren Landgemeinden fehlt noch. Es iſt
Stich=
wahl zwiſchen Ewald und v. Oertzen nötig. (Bei der
Hauptwahl im Jahre 1912 erhielten v. Oertzen (Rpt.)
11044, der fortſchrittliche Kandidat 9226 und der
Sozial=
demokrat 13367. In der Stichwahl wurde der
Reichs=
parteiler mit 16942 Stimmen gegen den
Sozialdemo=
kraten gewählt, der 16652 Stimmen erhielt.)
Begründung eines Reichsarchivs.
Der nächſte Reichsetat für 1914 wird nach einer
Vereinba=
rung zwiſchen dem Reichsſchatzamt, dem Reichsamt des
Innern und dem preußiſchen Finanzminiſterium eine
erſte Rate für die Baukoſten eines Reichsarchivs und einen
Beitrag für den Wert des Grund und Bodens zur
Ver=
fügung ſtellen. Das Deutſche Reich beſitzt bisher ein
Archiv nicht. Da ſich aber für Preußen die Notwendigkeit
eines Neubaus für das Geheime Staatsarchiv
herausge=
ſtellt hat, ſo ſoll gleichzeitg mit dieſem Neubau auch ein
räumlich getrenntes und ſelbſtändig erweiterungsfähiges
Reichsarchiv errichtet werden, und zwar auf dem
Grund=
ſtücke des alten Botaniſchen Gartens in Berlin. Der Bau
des Archivs ſoll im Jahre 1917 vollendet ſein.
Gegenwär=
tig ſchweben noch Verhandlungen zwiſchen dem Reich und
Preußen über den Bauplan und eine Vereinbarung über
den Raumbedarf des Reichs, der zunächſt nur
ſchätzungs=
weiſe feſtgeſtellt werden kann.
Die braunſchweigiſche Frage. Die
Tägl. Rundſchau erfährt, daß der auf die Thronfolgefrage
in Braunſchweig ſich beziehende bereits angekündigte
An=
trag dem Bundesrat noch nicht zugegangen ſei, was wohl
erſt nach den Ferien geſchehen werde. Auch in der
Jeſui=
tenfrage ſei bisher kein neuer Antrag an den Bundesrat
gelangt.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 191.
Nummer 154.
e Handwerkskonferenz im Reichsamt
ern, die am Samstag unter dem Vorſitz des
Mi=
direktors Dr. Caſpar begann, fand mit einer
Be=
ng über die Berechtigung zum Führen des
Bau=
ertitels ihr Ende. An der Könferenz nahmen, nach
. Berliner Lokalanzeiger, Kommiſſare des Reichsamts
Innern und der Regierungen mehrerer Bundesſtaaten
il. Als Vertreter des Handwerks waren Mitglieder des
Deutſchen Handwerks= und Gewerbekammertages und des
Zentralausſchuſſes der Vereinigten Innungsverbände
Deutſchlands erſchienen. Den Hauptgegenſtand der
Be=
ratungen bildete die Abgrenzung der Begriffe Fabrik und
Handwerk und die Aenderung des § 100g der
Reichsge=
werbeordnung, der die Preisfeſtſetzung für Waren und
Leiſtungen für Innungsmitglieder betrifft. Etwa dreißig
Anträge aus Handwerkerkreiſen zur Aenderung der
Reichsgewerbeordnung und des Handwerkergeſetzes vom
26. Juli 1897 lagen der Konferenz vor und konnten zum
größten Teil erledigt werden. Die Konferenz, die
ledig=
lich einen unterrichtenden Charakter für die
Reichsregie=
rung hatte, konnte aus dieſem Grunde natürlich keine
bin=
denden Beſchlüſſe faſſen; doch hat ſie wertvolles Material
für die geſetzgeberiſche Arbeit auf dem Gebiet des
Hand=
werkerrechts geliefert.
— Der Reichstagsabgeordnete Freiherr
v. Heyl zu Herrnsheim wird, wie die Wormſer
Volkszeitung mitteilt, demnächſt ſich der Reichspartei
an=
ſchließen. Freiherr v. Heyl hat im Reichstag bis jetzt
keiner Fraktion angehört. Er war bis 1909 Mitglied der
nationalliberalen Fraktion geweſen, trennte ſich aber bei
den Beratungen über die Reichsfinanzreform von ihr,
um die Steuerpolitik der Konſervativen und des
Zen=
trums zu unterſtützen. Die Nachricht der Wormſer
Volks=
zeitung bedarf indeſſen noch der Beſtätigung.
Ausland.
Frankreich.
Das Statut von Tanger. Offiziös wird
be=
ſtätigt, daß Frankreich, Spanien und England das von der
internationalen Kommiſſion in Madrid ausgearbeitete
Ab=
kommen über das Statut von Tanger mit geringfügigen
Aenderungen demnächſt unterzeichnen werden. Das
Sta=
tut wird ſodann den Signatarmächten des Algeciras=
Ver=
trages zur Genehmigung unterbreitet werden.
Der Heeresausſchuß der Kammer
er=
örterte den von ſeinen Vizepräſidenten Montebello und
Reinach eingebrachten Zuſatzantrag auf Einſtellung der
Zwanzigjährigen und beſchloß zunächſt, die Anſchauungen
der Regierung und des ärztlichen Dienſtes des
Kriegs=
miniſteriums über dieſe Frage zu hören.
England.
Das Unterhaus vertagte ſich vormittags
8 Uhr 20 Minuten nach 17½ſtündiger Sitzung, worin das
Geſetz über die Abſchaffung des Pluralwahlrechts bei
den allgemeinen Wahlen beraten wurde.
Spanien.
Die finanzielle Lage. Der Finanzminiſter
bezeichnet im Miniſterrat die finanzielle Lage als
befrie=
digend und betonte, daß die Einnahmen im erſten
Halb=
jahr 1913 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres
eine Zunahme von 40 Millionen aufweiſen. Gleichwohl
werde die Regierung im Budget für 1913 neue Steuern
auf Erbſchaften und Grundbeſitz im demokratiſchen Sinne
vorſchlagen.
Rußland.
Bewilligung größerer Kredite für
militäriſche Zwecke. Das Kriegsminiſterium hat
vor einigen Tagen eine dringende Vorlage über die
Be=
willigung größerer Kredite für militäriſche Zwecke
einge=
bracht. Die Vorlage, die mit der allgemeinen politiſchen
Lage und mit Verwickelungen auf dem Balkan begründet
wird, ſoll in zwei geheimen Sitzungen in den nächſten
Ta=
gen erledigt werden.
Serbien.
Vertagung der Skupſchtina. Wegen der
Kriegsereigniſſe, die die ganze Aufmerkſamkeit der Regie=
rung in Anſpruch nehmen, iſt die Skupſchtina bis auf
wei=
teres vertagt worden. Die Sitzungen werden wieder
auf=
genommen, ſobald die Lage geklärt iſt. Vor Aufhebung
der Sitzung hielt der Präſident eine Lobrede auf die
ſieg=
reiche ſerbiſche Armee, die mit begeiſtertem Beifall
aufge=
nommen wurde.
Südafrika.
Der Ausſtand im Randgebiet. Der
Berg=
arbeiterverband hat alle anderen Verbände zum Streik
für Freitag aufgerufen. Er hat die Abſtimmung
aufge=
geben, weil das Warten auf das Ergebnis die Lage
ver=
ſchlimmern würde. Die Vereinigung der Grubeningenieure
warnt die Maſchinenführer in den Minen vor einem
un=
berechtigten Streik und verlangt, das Ergebnis der
Ab=
ſtimmung, die am Freitag ſtattfinde, abzuwarten. Die
Leute im Germiſton=Diſtrikt zeigen zurzeit wenig
Nei=
gung, ſich der Streikbewegung anzuſchließen. Man glaubt
jedoch, die Majorität werde der Aufforderung, am
Frei=
tag mit dem Streik zu beginnen, entſprechen. Die
Bureau=
beamten und ſonſtigen Minenbeamten, ſowie die
nicht=
organiſierten Arbeiter haben ſich als Sicherheitsleute zum
Schutz der Minenanlagen eingeſchrieben. Der Streik hat
ſich auf verſchiedene Kohlenwerke ausgedehnt; es iſt noch
unſicher, wie ſich die Eiſenbahnangeſtellten verhalten.
* Der Reichskanzler richtete an die Witwe des
Abgeordneten Grafen v. Kanitz folgendes Telegramm:
Bei dem wider unſer Hoffen nun doch eingetretenen
Hin=
ſcheiden Ihres auch von mir hochverehrten Gemahls
ſpreche ich Ihnen, gnädigſte Gräfin, meine aufrichtigſte,
herzlichſte Teilnahme aus. „Im Dienſte des Vaterlandes”
— das war der Wahlſpruch, dem dieſer wurzelfeſte Sohn
ſeiner oſtpreußiſchen Heimat von jeher gefolgt war, ſo
ſchon als Mitglied des Norddeutſchen Reichstages und
auf den Schlachtfeldern Oeſterreichs und Frankreichs, ſo
im ſpäteren Leben, wo ihn ein reiches Wiſſen und
prak=
tiſcher Blick, ein ſchlicht=vornehmer und ritterlicher
Cha=
rakter und auch ein den Gegner gewinnendes freundliches
Weſen zu einem berufenſten Führer erhoben, der
nament=
lich in allen wirtſchaftlichen Fragen einen weitreichenden
Einfluß ausübte. Dem arbeitsreichen und erfolgreichen
Leben iſt ein allzu frühes Ende geſetzt worden.
* München, 2. Juli. Der Prinz von Wales
iſt heute abend ½11 Uhr im ſtrengſten Inkognito, von
London kommend, in München eingetroffen. Zum
Emp=
fang auf dem Bahnhof war nur der Sekretär der
engli=
ſchen Botſchaft entſandt.
* Haag, 3. Juli. Geſtern wurde die
Opium=
konferenz durch den Miniſter des Aeußern eröffnet.
der erklärte, daß 22 Mächte von den 34, die eingeladen
worden waren, das Zuſatzprotokoll unterzeichnet hätten.
Drei von den fehlenden zwölf hätten endgültig abgelehnt.
Die Opiumkonferenz hat eine aus Vertretern Belgiens,
Englands. Luxemburgs der Niederlande und der
Ver=
einigten Staaten von Amerika beſtehende Kommiſſion zur
Redigierung des Protokolls gebildet. Da eine große
Mehrheit der auf der Konferenz vertretenen Mächte
be=
reit iſt, die Konvention von 1912 zu ratifizieren, wurde
vorgeſchlagen, die niederländiſche Regierung zu erſuchen.
die Mächte, die bisher noch nicht zugeſtimmt haben, zu
ver=
anlaſſen, der Konvention beizutreten und vorläufig die
Entſcheidung aufzuſchieben.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Juli.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Mittwoch vormittag 10 Uhr
im Reſidenzſchloß den Geheimen Regierungsrat Dr. Dietz
und hierauf den Profeſſor von Opitz aus Gießen. —
Nachmittags 1½ Uhr begaben ſich J. K. H. die
Groß=
herzogin und Prinzeſſin Marie zu Solms=Lich im Auto
nach Lich. Die Rückkehr der Großherzogin nach
Jagd=
ſchloß Wolfsgarten erfolgte abends 10½ Uhr, während
Prinzeſſin Marie in Lich verblieb. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurde dem Pedellen an dem
Gym=
naſium zu Worms Chriſtian Fenchel die Pedellenſtelle
an dem Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt mit Wirkung
vom 1. Auguſt 1913 an.
* Erledigte Stellen. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu
Gräfen=
hauſen, mit der Organiſtendienſt verbunden werden
kann. — Eine mit einem evangeliſchen Lehrer und
eine mit einer evangeliſchen Lehrerin zu beſetzende
Lehrerſtelle zu Ober=Ramſtadt. — Eine mit einem
evangeliſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle zu
Erz=
hauſen. — Eine mit einem evangeliſchen Lehrer
zu beſetzende Lehrerſtelle zu Wixhauſen. — Zwei
mit evangeliſchen Lehrern zu beſetzende Lehrerſtellen zu
Weiterſtadt.
* Ordensverleihungen. Lt. Preuß. Staatsanz.
hat der König von Preußen folgende
Ordensauszeich=
nungen an Angehörige des heſſiſchen Kontingents
ver=
liehen: dem Oberſten v. Trotta genannt Treyden,
Kommandeur des Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, die Königliche Krone zum
Roten Adlerorden dritter Klaſſe mit der Schleife, dem
Generalleutnant z. D. Friedrich Klingelhöffer zu
Gießen den Stern zum Königlichen Kronenorden
zweiter Klaſſe, dem Oberſten z. D. Auguſt Weimer zu
Nidda in Heſſen den Königlichen Kronenorden zweiter
Klaſſe, dem Oberſtleutant v. Jordan beim Stabe des
Infanterie=Regiments Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116, und Karl Brenske den Königlichen
Kronen=
orden dritter Klaſſe, dem Oberleutnant Eduard Mattel
und dem Oberzahlmeiſter Jakob Welſch beim
In=
fanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.)
Nr. 116 den Königlichen Kronenorden vierter Klaſſe,
dem Unterzahlmeiſter Ernſt Wolf im Infanterie=
Regi=
ment Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116 das
Allgemeine Ehrenzeichen, ſowie den Feldwebeln Wilhelm
Metz, Heinrich Steinmetz, Karl Görnert, Karl
Schwarz, den Vizefeldwebeln Karl Feſſenbecker=
Wilhelm Müller, Karl Vogel und Karl Horſt,
ſämtlich im Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, das Allgemeine Ehren=,
zeichen in Bronze.
* Militärdienſtnachricht. Domizlaff, Hauptm.
vom Inf.=Regt. Nr. 168, beim IV. Lehrkurſus zur
In=
fanterie=Schießſchule kommandiert.
nn. Strafkammer I. (Sitzung vom 3. Juli.) Wegen
eines raffinierten Fahrraddiebſtahls ſtand heute der 32
jäh=
rige Handarbeiter Albert Scharf von Eberſtadt vor den
Gerichtsſchranken. Der bereits vorbeſtrafte Angeklagte
hatte das neue Fahrrad eines Kunden, das dieſer an
dem Geſchäftshaus abgeſtellt hatte, in dem erſterer als
Hausburſche beſchäftigt war, geſtohlen und in dem
Hof=
verſteckt. Bei der Entdeckung des Diebſtahls ſpielte
er=
noch den Harmloſen und hüllte ſich in tiefes Schweigen.
Bei dem ſpäteren Verſuch, das geſtohlene Fahrrad zu
verkaufen, wurde der Angeklagte abgefaßt und geſtand
den Diebſtahl ein. Für dieſe Straftat erhält er heute 5.
Monate Gefängnis, abzüglich 6 Wochen
Unterſuchungs=
haft. Er erkannte die Strafe an. — Ein weiterer
Straf=
fall betrifft die Wilhelm Engelhardt Ehefrau in
Darmſtadt, gebürtig aus Langen, wegen
Urkundenfälſch=
ung. Die Angeklagte hatte einen Anforderungszettel für
die Dienſtleiſtungen einer Krankenpflegerin angefertigt
und verſucht, 4,50 Mark zu erheben. Wegen Fälſchung
einer Urkunde erhält ſie heute die Mindeſtſtrafe von 1
Woche Gefängnis. — Gegen eine Schöffengerichtsſtrafe
von 3 Monaten Gefängnis wegen Unterſchlagung hatte
der Wilhelm Klein aus Darmſtadt Berufung eingelegt,
die heute verhandelt wurde. Dem Angeklagten war der
Vertrieb von Kanarienloſen übertragen, und er ſoll
da=
bei vergeſſen haben, 15 Mark abzuliefern. Heute tritt
die Ehefrau Klein vor die Gerichtsſchranken und bezahlt
10 Mark als Schadenerſatz. Die eingelegte Berufung
wird trotzdem verworfen. Eine umfangreiche
Straf=
ſache bildete die Verhandlung gegen den 19jährigen
Schuhmachergeſellen Franz Joſeph Witzel aus Münſter
bei Dieburg wegen Gottesläſterung, zu der zirka 15
Zeugen geladen waren. Der wegen Sachbeſchädigung
bereits vorbeſtrafte Angeklagte hatte in frivoler Weiſe
und in nüchternem Zuſtand der im Ort befindlichen
Mutter=Gottes=Figur die Krone abgeſetzt, ſpäter aber
wieder aufgeſetzt. Die Verhandlungen, die unter
Aus=
ſchluß der Oeffentlichkeit ſtattfinden, endigen mit der
Verurteilung des Angeklagten zu 3 Wochen Gefängnis
und Tragung der Gerichtskoſten. Der Vorſitzende, Herr=
Landgerichtsrat Dr. Tenner, wies bei der
Urteilsver=
kündigung auf die Roheit der Tat hin, für die eine
Geld=
ſtrafe nicht Platz greifen könne. Damit eine ſolche
Ge=
meinheit nicht wieder vorkomme, habe das Gericht eine
Freiheitsſtrafe verhängt.
C. Zur Wetterlage. Das überaus kühle Wetter der
letzten Tage iſt bedingt durch ein barometriſches Hoch im
Weſten, dem ein Tief im Oſten gegenüberſteht.
Infolge=
dieſer Luftdruckverteilung herrſchen nordweſtliche Winde,
die kalte Luft aus hohen Breiten herbeiführen.
Dazu=
kommt der leidige Umſtand, daß die Tage in der
Regel=
trübe ſind, ſo daß die Sonne trotz ihres langen
Verwei=
lens nicht wirken kann, während die zum Teil
wolken=
loſen Nächte empfindliche Abkühlung bringen. Das=
Jahr 1913 hat bis jetzt 15 ſogen. Sommertage, d. h.
ſolche mit einem Höchſtſtand von mindeſtens 25 Grak
Celſius, geliefert, während im Jahre 1912 bis Ende Juni
nur 9 und im heißen Jahre 1911 ſogar nur 6 zu
verzeich=
nen waren. Trotzdem brachte der Juli 1912 noch 17 und
der von 1911, wo die rechte Hitze erſt am 6. begann, noch
21 Sommertage, denen ſich weitere 23 im Auguſt und
11 im September anreihten. Trotz der empfindlichen
Kühle der letzten acht Tage liegt alſo kein Grund zur
Zur Pfychologie des Krieges.
** Einen feſſelnden Beitrag zur Pſychologie des
Krieges und des im Kampfe ſtehenden Soldaten liefert
ein Werk des japaniſchen Leutnants Tadeyoſchi
Saku=
rai, das, noch mit einem Vorwort des verſtorbenen
Ge=
nerals Nogi verſehen, heute in Japan eines der
meiſtge=
leſenſten Bücher iſt und von dem in dieſen Tagen eine
franzöſiſche Ueberſetzung erſcheint. In ihrer Geſamtheit
ſind dieſe Aufzeichnungen des japaniſchen Offiziers ſeine
Erinnerungen an die Kämpfe gegen die Ruſſen, ein
in=
tereſſantes Beiſpiel dafür, wie der Wille zum Sieg und
eine freudige Bereitſchaft zum Tode eine Vielheit von
Menſchen zu Leiſtungen befähigt, die den Mitwirkenden
nur wie eine ſchöne und ſchlichte Selbſtverſtändlichkeit
er=
ſcheinen und allein dem Fernſtehenden die Züge eines
mit=
reißenden nationalen Heroismus enthüllen.
Sakurais Regiment war ſchon einen Monat lang
mobiliſiert, ehe endlich von der alten Zitadelle das lang
und ungeduldig erſehnte Signal ertönte die drei
Kanonen=
ſchüſſe, die die Truppen in die Front riefen. Zwei
Stun=
den ſpäter ſind die Truppen auf den Transportdampfern
eingeſchifft, die Anker raſſeln, und mit unbekanntem Ziele
geht es hinaus aufs Meer. „Wenn es nur gegen Port
Arthur geht” das iſt der einzige Gedanke, der alle dieſe
kampfbegierigen jungen Menſchen erfüllt. Und fröhliche
Spiele, heiterer Geſang verkürzen die Reiſe, die alle dem
Kampfe und viele dem Tode entgegenführt. Das
Regi=
ment wird gegen Nanſchang dirigiert, wo Oku den Ruſſen
bereits eine Schlacht liefert. Die tiefſte Depreſſion
bemäch=
tigt ſich aller, als man zu ſpät kommt, um noch
mitzu=
kämpfen: ſchon iſt der Sieg errungen. Nach Port Arthur!
Und hier endlich winkt ihnen allen die Feuertaufe, eine
Feuertaufe, die an fürchterlichem Ingrimm des Ringens,
die an Blut und Todesopfern in der Kriegsgeſchichte nicht
allzu viel Gegenſtücke aufweiſt. Die Nacht wird marſchiert;
und mit dem erſten Morgengrauen, faſt noch in der
Dun=
kelheit, ſetzt der erſte Angriff gegen die auf ſteilem Hang
verſchanzten Ruſſen ein.
Welches ſind die Empfindungen dieſer Soldaten, die
zum erſtenmal ins Feuer kommen und zum erſtenmal
wirk=
lich auf dem Schlachtfelde dem Tode ins Auge ſehen?
Ergreifend und herrlich ſind dieſe Laute des
Schlacht=
feldes,” ſo erzählt Sakurai, „dieſes matte Raſcheln der
Patronentaſchen, die geöffnet und geſchloſſen werden,
die=
ſes Klirren und Raſſeln der von dem Auswerfer
fortge=
ſchleuderten leeren Patronenhülſen, dieſes ziſchende
Pfei=
fen der Kugeln und dies langgezogene dumpfe und dann
wieder harte und ſcharfe Rollen und Berſten der Granaten,
hie rings um ſich her Tod und Vernichtung ſpeien.” In
der Leidenſchaft des Kampfes und in der Sehnſucht zum
Siege ſcheinen all dieſe furchterregenden Geräuſche auf
die Kämpfer wie eine aufpeitſchende und zugleich ſeltſam
beruhigende Muſik zu wirken, der Blick wird klarer das
Bewußtſein ſchärfer. Durch Feuer muß der Feind
er=
ſchüttert werden, und darum kommt es darauf an, ruhig
und gelaſſen zu zielen. Mitten im Aufruhr der Schlacht
ſummt dem Kämpfer der rhythmiſche Tonfall jenes
japani=
ſchen Gedichts im Ohre, das dem Soldaten in der Kunſt
des Schießens unterweiſt. „Und drücke den Abzug ſo ſanft,
wie in ſtiller Winternacht herabſinkt der weiße Schnee,”
lautet die Anweiſung; und mitten im Kugelregen wird die
poetiſche Mahnung befolgt, bis endlich der Hauptmann
aufſpringt und vorwärts ſtürmt, die blitzende Klinge in
der Rechten. Da wird mit einem Schlage aus der Ruhe
des Einzelnen wilde Erregung, ein Höllengeheul geht von
der vorwärtsſtürmenden Schar aus, was menſchliche
Lungen an wildem Schreien von ſich geben können, erfüllt
die Lüfte, voran ſtürmt alles, immer vorwärts: bis die
Stellung genommen iſt.
Aber alle dieſe erſten Kämpfe ſind nur ein Vorſpie
zu den kommenden; und mancher Angriff bleibt fruchtlos
muß wiederholt und immer wieder erneuert werden. Ein
zelne Trupps ſollen voraus, um Bahn zu machen,
jede=
weiß es keiner von dieſen wird zurückkehren, einem un
abwendbaren Tode gehen ſie entgegen. Aber keiner wil
zurückbleiben, zu jedem Unternehmen melden ſich viel mehr
Freiwillige, als zugelaſſen werden können, 50 Stunden
währt nun ſchon der Kampf, 50 Stunden ohne Pauſe un
ohne Schlaf, aber keiner erſchlafft. Als endlich, nach
einer=
furchtbaren Gemetzel, nach dreitägigen, immer wieder an
ſetzenden Sturmangriffen, die Höhen genommen ſind,
da erſt ſetzt die Reaktion ein und plötzlich verſpüren
all=
nur eine Sehnſucht: ſchlafen, ſchlafen! In den von
Leiche=
erfüllten Schanzen, inmitten furchtharer Dünſte, ſinken all
nieder, bleiben liegen, wie ſie fielen, und fallen in eine
ſchweren, traumloſen Schlummer. Erſt ſpäter beim Wie
dererwachen, wenn man ſieht, wie viele Freunde und
Ke=
meraden fehlen, taucht dann die Frage auf, warum de
Schickſal dieſen verſchonte und jenen traf. „Warum”
fragt Sakurai ſich, „geſchieht es, daß der eine hier zu Toi
getroffen zu Boden ſinkt und der Nachbar unberührt bleib
Unlösbar bleibt dies Geheinnis. Manche, die in erſt=
Linie an den heftigſten Kämpfen teilnahmen, gehen ohr
eine Schramme daraus hervor, während andere von de
Kugeln geradezu geſucht zu werden ſcheinen, ja ſie beinal
anziehen” Bis ſchließlich das Schickſal auch den junge
Leutnant erreicht, in einem der letzten Stürme ſinkt er,
vi=
einer ganzen Anzahl von Kugeln getroffen, zu
Bode=
als er wieder zu ſich kommt, iſt ſein rechter Arm amputie
und er liegt ſchwer verletzt im Lazarett. Aber der lin
Arm iſt ihm geblieben und mit ihm ſchrieb er dieſe Krieg
erinnerungen nieder, die ſeinem Volke von dem Denk
und Fühlen der kämpfenden Soldaten erzählen.
Nummer 154.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Seite 3.
Mutloſigkeit vor. Eine kleine Aenderung in der
Luftdruck=
verteilung und der helle Sommer iſt da.
* Die Freie Literariſch=Künſtleriſche Geſellſchaft wird
am 9. Oktober ihr Winterprogramm 1913/14 mit einem
Tanzabend der Schweſtern Wieſenthal eröffnen.
Ein zweiter Tanzabend im Januar ſoll die Bekanntſchaft
mit dem ruſſiſchen Tänzer Alexander Sacharoff
ver=
mitteln. Für weitere Veranſtaltungen ſind verpflichtet
worden: Irene Trieſch (Rezitationsabend am 6. April:
Bibel und Goethe), Lilly Hafgren=Waag und
Ru=
dolf Jung (Hugo Wolf=Goethe=Abend) und Marga
Delvard und Marc Henry (Peter Altenberg=Abend).
Rudolf G Binding und Rudolf Presber werden
eigene Dichtungen, Mitglieder unſerer Hofbühne
Dül=
bergs „Korallenkettlein” leſen. Zur Aufführung gelangen
um die Weihnachtszeit die „Kinderſpiele” von
Pro=
feſſor G. v. Koch und am 19. November durch Mitglieder
des Frankfurter Stadttheaters Emile Verhaerens „
Phi=
lipp II.” mit den Koſtümen von Profeſſor Zeska=
Ham=
burg. — Beitrittserklärungen nimmt Arnold
Berg=
ſtraeßers Hofbuchhandlung, Rheinſtraße 6, entgegen.
Ab=
meldungen werden bis zum September d. J.
eben=
daſelbſt entgegengenommen.
* Sonderzüge zum Mainzer Schützenfeſt. Aus
Anlaß des zum 6. Juli zu erwartenden ſtärkeren
Ver=
kehrs wird die Eiſenbahnverwaltung folgende
Sonder=
züge einlegen: auf der Strecke Mainz -Darmſtadt: ab
Darmſtadt 7,15, 8,03 und 9,14 vormittags. Ankunft in
Mainz: 8,19, 8,47 und 10,14 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt
zwiſchen 8 und 10,30 Uhr abends.
* Die Priv. Schützengeſellſchaft Darmſtadt wird
ſich offiziell an dem großen Feſtzug gelegentlich des
26. Verbandsſchießens am 6. Juli d. J. in Mainz
beteiligen. Abfahrt 8,11 Uhr morgens Sammlung um
½8 Uhr am Neuen Hauptbahnhof. Anzug
Schützenfeſt=
anzug. (Näheres folgt durch Anzeige.)
* Konzert. Hugenſchütz' Felſenkeller.
Heute, Freitaa, findet ein Internationaler Abend der
vollzähligen Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61
unter Leitung des Obermuſikmeiſters Herrn Weber
ſtatt. Es ſoll hierbei das am vorigen Freitag nicht zur
Ausführung gelangte Programm, welches aus Anlaß
der Anweſenheit der amerikaniſchen Gäſte beſondere
Berückſichtigung fand, zur Ausführung kommen. (Siehe
auch Anzeigenteil.)
* Zahnärztliche Poliklinik für die
Volksſchul=
kinder der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt
(Waldſtraße 21). Sprechſtunden: 9—12 und 2—5 Uhr,
Samstag 4 Uhr. Im Juni wurden behandelt 1012
Kinder (674 Mädchen, 338 Knaben) mit 1230
Konſul=
tationen. Gefüllt wurden 1598 Zähne ausgezogen
wurden 653 Zähne (570 Milchzähne, 83 bleibende Zähne).
Zahl der Tage, an denen Sprechſtunden abgehalten
wurden: 24.
* Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Im Monat
Juni wurde die Leſehalle im ganzen von 3184
Per=
ſonen beſucht (im Juni 1912 von 3193), durchſchnittlich
an jedem Tag von 106 Beſuchern. Aus der Bücherhalle
nach Hauſe entliehen wurden im ganzen 8922 Bände
(1912: 9249), darunter 2853 wiſſenſchaftliche und
be=
lehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April d. Js.
neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 2355. An
Bücher=
geſchenken gingen in dieſem Monat weiter ein: von
Herrn Ingenieur Förſter 3 Bde., von Herrn Hauptmann
von Hahn 6 Bde. und 10 Jahrg. Zeitſchr., vom
Geſang=
verein „Harmonie” in Nieder=Ramſtadt 1 Feſtſchrift,
von Frl. C. Schenck 17 Jahrg. Zeitſchr., von Herrn H.
Vonderſchmidt 1 Bd. Allen Gebern herzlichen Dank!
Weitere Schenkungen von Büchern, ſoweit ſolche nicht
veraltet, ſind jederzeit willkommen. Ferner ſei zur
allgemeinen Kenntnis gebracht, daß ein neues
Bücher=
verzeichnis erſchienen und käuflich zu haben iſt.
§ Aſyl für Obdachloſe. Im Juni wurde in dem im
Lokale des zweiten Polizeireviers in der Alexanderſtraße
errichteten Aſyl für Obdachloſe 317 Perſonen und in
demjenigen im Lokale des fünften Polizeireviers in der
Ludwigshöhſtraße 15 Perſonen, zuſammen 332 Perſonen,
Obdach gewährt.
§ Selbſtmordverſuch. Geſtern vormittag gegen
8 Uhr ſprang ein 17 Jahre alter Taglöhner von bier
in ſelbſtmörderiſcher Abſicht in den Woog, und zwar am
ſüdlichen Ufer unweit des Herrenbades. Durch den am
Woog kommandierten Schutzmann wurde er am
Er=
trinken verhindert und aus dem Waſſer gebracht. Der
Burſche hat ſich daraufhin in der Richtung nach dem
Roßdörfer Walde zu entfernt.
* Erſchoſſen hat ſich geſtern mittag um 12 Uhr in
einem hieſigen Gaſthofe der Student der Elektrizität
David Branſohn aus Gut Loſſewitz in Rußland.
Er hatte ſich vom Kellner ein Zimmer auf einige Tage
geben laſſen und beſtellte einen „Rum”. Kaum hatte der
Kellner das Getränk gebracht und das Zimmer verlaſſen,
als auch ſchon der Schuß ertönte. Der Student hatte ſich
ins Herz getroffen. In ſeinem Beſitz befanden ſich ein
Revolver, eine Browningpiſtole, ein Dolch und
verſchie=
dene Briefſchaften. Wohnhaft war er hier im Hauſe
Mol=
lerſtraße 44.
* Roßdorf, 3. Juli. Nächſten Sonntag, den 6. Juli,
feiert der hieſige Geſangverein „Konkordia” im Saale
„Zum Darmſtädter Hof” hier ſein Sommerfeſt unter
Mit=
wirkung des Darmſtädter Männerquartetts „Loreley”
wo=
bei mehrere höchſt preisgekrönte Chöre in Gemeinſchaft
beider Vereine zum Vortrag kommen. Für Sänger und
Geſangsfreunde bietet ſich hierdurch ein höchſt ſeltener
Ge=
nuß. Für anderweitige Unterhaltungen iſt ebenfalls
beſtens Sorge getragen.
Offenbach, 3. Juli. Der Vogelſchutzverein
für das Großherzogtum Heſſen hält im Auguſt unter dem
Vorſitz des Geheimerats Wilbrand hier ſeine 6.
Jahres=
verſammlung ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des
bekannten Ornithologen Pfr. Kleinſchmidt aus
Peder=
ſtadt, Bezirk Halle a. S., über „Die Vogelwelt Heſſens”
ſtehen wird.
Groß=Umſtadt, 3. Juli. Der 16. Provinzial
feuerwehrtag Starkenburgs findet am 5., 6.
und 7. Juli in Groß=Umſtadt ſtatt. Dem äußerſt
reich=
haltigen Programm für die drei Feſttage entnehmen wir
folgendes: Das Feſt nimmt ſeinen Anfang mit einer am
Samstag nachmittag 414 Uhr beginnenden
Abgeordneten=
verſammlung der Feuerwehren Starkenburgs. Am
Abend, 8½ Uhr, bewegt ſich ein kleiner Feſtzug nach dem
Feſtplatz im herrlichen Raibacher Tal. Ein überaus
ſorg=
fältig zuſammengeſtelltes Programm wird ſchon dieſem
erſten Feſttag ein intereſſantes Gepräge geben.
Beſon=
ders erwähnt ſei der Brandangriff mit Feuerwerk in der
nahen Mittelsmühle, ausgeführt durch die Freiwillige
Feuerwehr Groß=Umſtadt. Intereſſant, und das vor
allem für die im Laufe des Vormittags eintreffenden
Wehren der Provinz, iſt die um 11 Uhr auf dem
Markt=
platz ſtattfindende Feuerwehrübung, der ein durch einen
Blitzſchlag plötzlich ausgebrochenes Großfeuer zugrunde
gelegt iſt. Der ſicher imponierende Feſtzug, an dem ſich
etwa 100 Vereine mit 15 Muſikkapellen, ausgenommen
die Feſtmuſik, beteiligen, ſtellt ſich um 2 Uhr an der Bahn
auf. Auf dem Feſtplatz iſt für Gelegenheit zum
Amüſie=
ren in weitgehendſter Weiſe Sorge getragen. Den
Mon=
tag, den letzten Feſttag, füllen ein Frühſchoppenkonzert
am Vormittag und eine Volksbeluſtigung mit Konzert
am Nachmittag aus.
W. Gernsheim, 2. Juli. Heute, am Wallfahrtstage
nach unſerer Gnadenkapelle Maria Einſiedel, war
der Beſuch äußerſt ſtark. Prozeſſionen aus dem ganzen
Ried waren zu Fuß eingetroffen; ebenſo waren die
Eiſenbahnzüge alle überfüllt.
W. Lampertheim, 2. Juli. Der polniſche Geiſtliche
aus Scezcanow in Galizien hielt geſtern den hier
und in der Umgegend beſchäftigten zahlreichen Polen
Gottesdienſt in ihrer Mutterſprache ab. Eine ſtattliche
Anzahl empfing die Sakramente und hörte wieder eine
Predigt in der Mutterſprache.
sd. Bürſtadt, 1. Juli. Ein hieſiger Forſtwart
ent=
deckte dieſer Tage an ungefähr zehn 20jährigen
Fichten=
ſtämmen das Fehlen der Rinde bis zur
Mannes=
höhe. Auch waren mit einem ſcharfen Gegenſtand große
Einſchnitte in den Stamm gemacht. Der Förſter, der ſich
gleich auf die Spur des Täters machte, da die
Beſchädig=
ung noch ganz friſch war, entdeckte auch in dem an den
Lorſcher Wald grenzenden Jägersburger Wa,d einen
Mann, der ſich an einem Baum etwas zu ſchaffen machte,
der aber bei dem Erſcheinen des Förſters eiligſt die Flucht
ergriff. Hierbei ließ der Fremde einen Packbogen fallen,
auf dem eine Adreſſe von Monsheim ſtand. Dort
ange=
ſtellte Ermitelungen führten aber zu keinem Ergebnis. Die
Großh. Forſtbehörde iſt für jeden Anhaltspunkt, der auf
die Spur des Täters weiſen könnte, ſehr dankbar, da
durch das Verletzen der Stämme ein bedeutender Schaden
entſtanden iſt.
Mainz, 3. Juli. Die diesjährige
Truppen=
ſchau vor dem Kaiſer wird hinſichtlich der dabei
beteilig=
ten Truppenmaſſen die ſtärkſte ſein, die bisher auf dem
Großen Sande ſtattgefunden hat. Nicht weniger als 17
verſchiedene Truppenteile mit zuſammen über 15000
Mann werden diesmal vor dem oberſten Kriegsherrn
Proben ihrer militäriſchen Tüchtigkeit abzulegen haben.
Zum erſten Male wird dabei das Eiſenbahn=Regiment
Nr. 3 zu Hanau, ſowie das zweite Bataillon des im
letz=
ten Herbſt hier neu gebildeten Fußartillerie=Regiments
Nr. 18 neben dem Fußartillerie=Regiment Nr. 3 beteiligt
ſein. Auch das Kavallerieaufgebot von zwei Regimentern
(Dragoner=Regiment Nr. 6 und Thür. Ulanen=Regiment
Nr. 6) übertrifft das der letzten Jahre, wo meiſt nur ein
Regiment vertreten war. Von Infanterie ſind die
Regi=
menter Nr. 80, 81, 87, 88, 115, 116 und 117 zur
Truppen=
ſchau befohlen. Dazu kommen noch die Pionierbataillone
Nr. 21 und 25. die Unteroffizierſchule zu Biebrich und die
Feldartillerie=Regimenter Nr. 27 und 63.
Mainz, 3. Juli. Begnadigt wurde, wie gemeldet
wird, auf Grund der Jubiläumsamneſtie der Verleger des
Mainzer Neueſten Anzeigers B. Hirſch= Mainz,
nach=
dem er zwei Monate der gegen ihn wegen Beleidigung
der Polizeiaſſiſtentin Schapiro und des Beigeordneten
Berndt erkannten Strafe verbüßt hatte. Er wurde
vor=
geſtern aus der Haft entlaſſen.
Mainz, 3. Juli. Vom Oberrhein wird ein ſtarkes
Steigen des Waſſers gemeldet. Bei Hüningen iſt
der Waſſerſtand innerhalb 24 Stunden um ¾ Meter
ge=
ſtiegen, bei Kehl um 30 und bei Mainz um 25
Zenti=
meter.
Worms, 3. Juli. Geſtern vormittag beſuchte eine
große Anzahl Studierender der Techniſchen
Hochſchule in Darmſtadt, und zwar in
Begleit=
ung dreier Profeſſoren, die Lederwerke der Firma
Doerr und Reinhart, G. m. b. H. in Worms. Die
Herren haben, nachdem ſie alles beſichtigt und der
Fabri=
kation ihr größtes Intereſſe zugewandt haben, ſich in der
anerkennendſten Weiſe ſowohl über die Einrichtung der
Werke, ihre Wohlfahrtsanſtalten, ſowie über die von
denſelben gefertigten Fabrikaten ausgeſprochen. Der
An=
erkennung gaben ſie zum Schluß nochmals mit den
Wor=
ten Ausdruck, daß die Werke in jeder Hinſicht auf der
Höhe der Zeit ſtehen. Nachdem die Herren den
Mittags=
tiſch im Elefanten=Reſtaurant eingenommen hatten,
be=
ſuchten ſie alsdann die Brauerei der Firma
Ele=
fantenbräu, vorm. L. Rühl. Auch hier äußerten ſich
ſämtliche Beſucher dahin, daß die Brauerei nach jeder
Hinſicht als auf der Höhe der Zeit ſtehend anzuſehen ſei;
es erweckten namentlich die großen Aluminium=Gärgefäße
mit einem Inhalt von 440 Hektolitern und die großen
Lagertanks mit einem Inhalt von je 308 Hektolitern
be=
ſonderes Intereſſe. Aber auch über die von der Brauerei
gebrannten verſchiedenen Bierſorten ſprachen die Herren
ſich — natürlich — höchſt anerkennend aus. Bei einem
Glas des Elefantenbräu=Pilſener blieben ſie noch einige
Stunden auf dem Bierkeller der Brauerei und traten
erſt in ſpäter Abendſtunde die Rückreiſe nach Darmſtadt
wieder an. (W. Ztg.)
Wöllſtein, 3. Juli. Durch unbekannte Täter wurde in
letzter Zeit die Fernleitung der elektriſchen
Ueber=
landzentrale häufig geſtört und beſchädigt. Die
Rheiniſche Schuckertgeſellſchaft hat nun 200 Mk.
Belohn=
ung ausgeſetzt für denjenigen, der die Täter ſo namhaft
machen kann, daß ſie gerichtlich beſtraft werden können.
Die Rheiniſche Schuckertgeſellſchaft vermutet, daß einige
Monteure, die ſie vor kurzem entlaſſen hat, als Täter in
Betracht kommen.
Bad Nauheim, 3. Juli. Die zweite Veranſtaltung
des Richard Wagner Feſtes, ein Roſenfeſtt
auf der mit Blumen und Lampions prächtig
ausgeſchmück=
ten Kurhausterraſſe, war — was niemand vorausgeahnt
hatte — ſehr vom Wetter begünſtigt. Nach längeren
trü=
ben Tagen hatten wir heute den erſten ſchönen Tag mit
Sonnenſchein und milder Luft. Auf der Terraſſe
konzer=
tierten das Muſikkorps der Darmſtädter Garde=Dragoner
und die Militärmuſikſchule aus Friedberg. Zahlreiche
Da=
men und junge Mädchen hatten den Verkauf von Roſen
übernommen, die einen reißenden Abſatz zu
Liebhaber=
preiſen erzielten. Es war nichts ſeltenes, daß zugunſten
des guten Zweckes — der Ertrag des Feſtes iſt zum Beſten
hilfsbedürftiger deutſcher Muſiker beſtimmt — für eine
Roſe 3 bis 5 und auch 10 Mk. bezahlt wurden. Die
glän=
zende Illumination der Terraſſe mit vielen Tauſenden
Lampions bildete den Schluß des Feſtes. Leider war es
am Abend ziemlich kühl, worunter der Beſuch litt.
(*) Aus dem Kreiſe Gießen, 2. Juli. Der Landwirt
hat gute Zeiten. Vor allem iſt die jetzt ziemlich beendete
Heuernte vorzüglich ausgefallen. Noch ſelten hat es
in bezug auf Menge und Güte ſo gutes Heu gegeben.
Auch die Saat ſteht prächtig und eine ſehr gute
Getreide=
ernte ſteht zu erwarten. Kartoffeln, Hackfrüchte und
Ge=
müſe haben dank der feuchten Witterung das beſte
Aus=
ſehen und berechtigen zu guten Hoffnungen. Bei dieſen
Ausſichten behält der Landwirt ſein Rindvieh, denn er
hat ja Futter genug. Der Metzger klagt, denn ihm fehlen
die Schlachttiere. Auch die Schweinepreiſe ſind wieder
etwas angezogen.
(*) Hungen, 2. Juli. Ein erfreuliches Bild
zeigt der Stand der hieſigen Spar= und Leihkaſſe,
die mit einem Jahresüberſchuß von 15 225 Mark abſchließt
bei einem Umſatz von 1700000 Mark und einer
Mitglie=
derzahl von 112 Genoſſen. Manv beabſichtigt, die
Genoſ=
ſenſchaft mit unbeſchränkter Haftpflicht umzuwandeln in
eine ſolche mit beſchränkter Haftpflicht.
Lich, 3. Juli. Nach einer telegraphiſchen Mitteilung
des Chefs des oſtaſiatiſchen Kreuzergeſchwaders iſt
Leut=
nant zur See Prinz Maximilian zu Solms=
Hohenſolms=Lich von dem Schiff „Gneiſenau”
am 30. Juni auf der Inſel Pagan (Marianen) infolge
eines Hitzſchlages geſtorben. Prinz Maximilian iſt
der dritte, im Jahre 1890 zu Lich geborene Sohn des
Prinzen Ludwig, eines Oheims des Fürſten zu Solms=
Lich.
Büdingen, 3. Juli. Unſer Landsmann Herr Karl
Thudichum in Genf, der in philoſophiſchen Kreiſen
als Pädagoge und Sprachforſcher rühmlichſt bekannt iſt,
begeht heute ſeinen 80. Geburtstag. Er iſt zu
Bü=
dingen in Oberheſſen geboren und lebt ſeit langen Jahren
als Leiter und Beſitzer des Internationalen
Knaben=
inſtituts La Chatelaine in Genf.
Feuilleton.
* Erſatzfeſtſpiel. Wie das Kaſſeler Tagblatt erfährt,
gelangt als Erſatz für das Hauptmannſche
Jahrhundert=
feſtſpiel Dr. Kleinſchmidts Feſtſpiel „Als ſie
er=
wachten!” in den königlichen Schauſpielhäuſern zu
Ber=
lin, Hannover, Kaſſel und Wiesbaden zur Aufführung.
* Ein neuer Pilz. Wie aus Curhaven berichtet wird,
ſind die Stachelbeer=Kulturen im Gebiet der Unterelbe
und in den Marſchen durch einen Mehltaupilz
ver=
nichtet worden, der vor einigen Jahren aus Amerika nach
Deutſchland verſchleppt worden iſt und ſich in kurzer Zeit
über weite Gebiete Weſtdeutſchlands verbreitet hat. Der
Schaden, der den Beſitzern von Obſtkulturen durch dieſe
Erkrankung der Stachelbeerſträucher erwächſt, iſt um ſo
empfindlicher, als in dieſem Jahr eine vorzügliche Ernte
zu erwarten war. Im preußiſchen
Landwirtſchaftsmini=
ſterium wird der Bekämpfung dieſer Seuche die ernſteſte
Aufmerkſamkeit gewidmet, da die Gefahr vorliegt, daß ſie
ſich über ganz Deutſchland verbreitet. Leider haben ſich
alle angewandten Mittel bisher als unzulänglich erwieſen.
Wo der Mehltaupilz ſich einmal in einer Stachelbeerkultur
eingeniſtet hat, bleibt dem Beſitzer nur übrig, ſämtliche
er=
krankte Pflanzen auszureißen und auf den Anbau von
Stachelbeeren für längere Zeit zu verzichten.
— Berliner Luft. Die Berliner Luft erfreut ſich bei
Hygienikern weder eines beſonders guten, noch eines
ſchlechten Rufes. Sie iſt ſo wie ſie in einer
Millionen=
ſtadt nur ſein kann. Unangenehm wird es, wenn man
ſich in die Tiefe, in die Schächte der Untergrundbahn
be=
gibt. Dort wehen Dünſte entgegen, die einem das Atmen
benehmen möchten. Die mannigfachen Klagen die über
die verdorbene Luft von ſeiten des Publikums erhoben
wurden, haben nun zu einem intereſſanten Verſuche
An=
laß gegeben, den Dr. Arnoldi vom Mediziniſch=
Poliklini=
ſchen Inſtitut der Univerſität ausgeführt hat. Wie der
Forſcher in der Kliniſchen Wochenſchrift berichtet, hat ſich
auffallender Weiſe gar keine Anhäufung der
Kohlen=
ſäure in der Atmoſphäre der Bahnhöfe wie der Wagen
im Vergleich zu normalen Verhältniſſen nachweiſen laſſen.
Die Grenzwerte, die für eine noch gute, mit
Ausatmungs=
luft, die bekanntlich viel Kohlenſäure enthält, vermengte
Luft von den Hygienikern angegeben werden, ſchwanken
beträchtlich, nämlich zwiſchen 007 und 0,03 Prozent
Koh=
lenſäure. Die friſche Luft enthält nur 0,02 bis 0,05 Prozent
Kohlenſäure. Die Luft in den Untergrundbahnhöfen war
mit 0,04 bis 0,12 Prozent Kohlenſäure belaſtet, in den
Wagen mit 0,05 bis 0,14 Prozent. Dabei unterſchieden
ſich in ihrem Gehalte deutlich die Morgen= von den
Abend=
ſtunden, die leeren Wagen von den beſetzten, die höhere
Klaſſe von der niederen, die Nichtraucherabteile von den
Raucherwagen. Am ſchlechteſten war die Luft in den
Rau=
cherabteilen 3. Klaſſe mit 0,18 Prozent. Faſt alle anderen
Berliner Verkehrsmittel ſchneiden ſchlechter ab. Die
Stadt=
bahn hat gegenüber der Untergrundbahn in ihren beſetzten
Abteilen einen Ueberſchuß von 0,07 bis 0,16 Prozent, die
Omnibuſſe einen ſolchen von 0,01 bis 0,08 Prozent. Nur
die Straßenbahnwagen ſtehen wegen der ausgiebigeren
Lüftung etwas beſſer. Viel ſchlechter iſt die Luft der
Schulſtuben mit 0,3 Prozent. In großen Verſammlungen,
ſtark frequentierten Kollegs kann ſie auf das Vierfache
dieſer Zahl anſteigen. In den Berliner Reſtaurants und
Cafés weht auch nicht die friſche Luft des Hochgebirges.
Zugleich mit dem Zigarrenrauch atmen wir an dieſen
Stätten des Vergnügens noch 0,338 Prozent
Kohlen=
ſäure ein.
* Das engliſche Kriegsamt ſchafft das Kupieren der
Pferde ab. Der Londoner Tierſchutzverein hat einen gro=
ßen Erfolg zu verzeichnen. Das Kriegsamt teilt mit, daß
es nach drei Jahren überhaupt keine Pferde mit
abgeſtutz=
ten Schwänzen mehr kaufen und daß es ſchon heute den
Ankauf ſolcher Pferde möglichſt beſchränken werde.
Viel=
leicht macht der deutſche Vetter das vernünftige engliſche
Vorgehen nach, nachdem er dieſe geſchmackloſe Mode des
Verſtümmelns angenommen hatte.
* Der warme Eisſchrank. In einem kleinen
Nachbar=
ort von Frankfurt a. M. ſoll ſich dieſer Tage folgende
nette Geſchichte abgeſpielt haben. Dort verzapft ein
bie=
derer Wirt ſchon ſeit Jahr und Tag ſchlecht und recht
ſeinen Schoppen. Iſt’s kalt draußen, dann iſt auch ſein
Bier friſch, brennt aber die Sonne hernieder, dann iſt halt
auch ſein Getränk warm. Das iſt man in dem Wirtshaus
eben nicht anders gewöhnt. Nun meinte neulich der
Leh=
rer, als er abends den gewohnten Schoppen trank, der
Wirt ſolle mal ein paar Taler dranhängen und ſich einen
Eisſchrank anſchaffen. Unſerem Wict leuchtete das ein;
am anderen Tage ſchon ſetzte er ſich auf die Bahn und fuhr
in die Stadt, wo er in einem Eiſenwarengeſchäft einen
Eisſchrank erſtand. Dieſer Tage erſchien er nun wieder
bei dem Lieferanten und beſchwerte ſich, daß er mit dem
Schrank hereingefallen ſei. Gott, nir is er wert, Euec
Schrank; des Bier is grad ſo warm un die Butter is grad
ſo waaſch, wie vorher aach! Deß Geld woar
enaus=
geſchmiſſe!‟ Der Verkäufer wußte nicht, was er dazu ſagen
ſollte, und ſo fragte er, ob der Wirt vielleicht die Tür nicht
richtig ſchließe, ob der Schrank in der Sonne ſtehe, oder
ob etwa über Gebühr an Eis geſpart werde. Da ſpitzte
der Wirt die Ohren: „Wie haaßt Eis? Ei wann ich ſoviel
Geld ausgewe for n Eisſchrank, do brauch ich doch kaan
Eis! Do mißt ich jo e Hauptrindvieh ſein! For was ſchafft
mer ſich denn ſoe Meewel an? Wann ich Eis kaafe will,
daß krieh ich aach ohne Schrank! Uhze loß ich mich nit:
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Nummer 154
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Juli. Die
Bau=
arbeiten im Reichstagsgebäude ſind jetzt in
Angriff genommen worden, nachdem ſie während der
ganzen Tagung des Parlaments geruht hatten. Es
han=
delt ſich um den Aufbau eines Stockwerkes an den beiden
Lichthöfen, um für die Abgeordneten Arbeitszimmer zu
ſchaffen. Auch eine Reihe weiterer Umbauten — auch
im Intereſſe der Preſſe — iſt geplant. Die Arbeiten
ſollen ſo beſchleunigt werden, daß ſie größtenteils bis
zum Wiederzuſammentritt des Plenums im November
fertiggeſtellt ſind. Die Ausſchmückungskommiſſion des
Reichstages hat noch kurz vor der Vertagung des
Reichs=
tages einige Beſtimmungen getroffen, die von
allgemei=
nem Intereſſe ſind. Bekanntlich ſoll dem Erbauer des
Reichstagsgebäudes, Wallot, in der Vorhalle am
Por=
tal IV des Reichstagsgebäudes eine Büſte geſetzt
wer=
den. Die Kommiſſion beauftragte Profeſſor Robert Dietz=
Dresden mit der Ausführung der Büſte, die zu Beginn
des nächſten Jahres fertiggeſtellt ſein ſoll. Profeſſor
Dietz hat mehrere Modelle eingereicht. Ferner ſollen im
Sitzungsſaale des Bundesrats die Porträts der
bisheri=
gen Kanzler aufgeſtellt werden. Reichskanzler Fürſt
Bülow, der beſtimmt hat, daß nach ſeinem Tode ein in
ſeinem Beſitz befindlichen Porträt von ihm dem
Reichs=
tag zum Geſchenk gemacht wird hat vorläufig eine
Kopie dieſes Gemäldes überwieſen. Ein Porträt des
Grafen Caprivi wird nach Photographien von Profeſſor
Weurenberg gemalt werden, da ein brauchbares Gemälde
des Grafen bisher nicht exiſtiert. — Nicht weniger als
1400 Ferienkoloniſten werden heute vom Verein
für Ferien=Kolonie an die See und aufs Land geſandt.
Straßburg, 2. Juli. Der engliſche Staatsangehörige
„Ingenieur” Charles Webb, geboren in Cleve, iſt durch
das Schöffengericht Baden=Baden wegen verſchiedener
Betrügereien am 29. April 1913 zu fünf Wochen
Gefäng=
nis verurteilt und im Anſchluß daran aus dem
Großher=
zogtum Baden ausgewieſen worden. Als Webb
dann in Elſaß=Lothringen Aufenthalt nehmen wollte
wurde ihm infolgedeſſen das Verweilen in Elſaß=
Lothringen unterſagt.
Zwickau, 3. Juli. Fröſche im Leibe haben
wollte eine alte Frau, die von der hieſigen Strafkammer
als Zeugin vernommen wurde. Dieſe Meinung hatte
ſich der mehrfach vorbeſtrafte Reiſende Friedrich Altmann
aus Rodewiſch zunutze gemacht, indem er ihr
vorſchwin=
delte, er könne die Fröſche beſeitigen, er habe das bereits
mit Erfolg bei einer anderen Frau getan und einem
Manne in Freiberg ſogar eine Otter aus dem Leibe
ent=
fernt. Daraufhin kaufte die Frau eine Flaſche
Birmal=
tol, das ein Stärkungsmittel iſt, ihr aber die Fröſche
vertreiben ſollte. Sie erklärte vor Gericht, jeden Tag
gebe es in ihrem Leibe ein gewaltiges Lärmen, und ſie
höre deutlich ein Geräuſch, als ob Fröſche quakten. Sie
habe ſchon viele Aerzte gehabt, aber keiner könne ihr
helfen. Altmann wurde wegen Betruges im Rückfall zu
fünf Monaten Gefängnis verurteilt.
Eibenſtock (Sachſen), 3. Juli. Geſtern abend gegen
10 Uhr ereignete ſich hier ein ſchweres
Automobil=
unglück, indem das mit ſechs Perſonen beſetzte
Auto=
mobil des hieſigen Stickereifabrikanten Paul Hager
mit einem Milchwagen zuſammenſtieß, Hierbei wurde die
Frau des Automobilbeſitzers, ſowie Herr und Frau
Forſt=
rentamtmann Loos von hier ſofort getötet. Herr
Hager, die Schwägerin des Herrn Loos und der Chauffeur
erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Beide Fahrzeuge
wurden zertrümmert. Das Pferd des Milchwagens wurde
getötet. Das Unglück ſoll dadurch entſtanden ſein, daß
der Milchwagen auf der falſchen Seite gefahren war.
Frankfurt a. O., 3. Juli. Der Raubmörder
Sternickel hat in letzter Stunde, da er weiß, daß ſeine
Hinrichtung bald erfolgen wird, eine Wiederaufnahme
des Verfahrens beantragt, und begründet den Antrag
damit, daß mehrere Zeugen falſch geſchworen hätten.
Es iſt wohl ausgeſchloſſen, daß Sternickel mit dieſem
Verſuch, einen weiteren Aufſchub zu gewinnen,
irgend=
welchen Erfolg haben wird. Sofort nach Eintreffen
des beſtätigten Todesurteils wird dieſes vollſtreckt
wer=
den. Alle Vorkehrungen ſind bereits getroffen worden.
Danzig, 3. Juli. In der Wohnung der Braut des
Lauenburger Bankdefraudanten Millitz, Frieda
Schmolinski in Ohra, wurden Papiere im Werte von
32 000 Mark gefunden.
Peſt, 3. Juli. Bei Deva hat der Marosfluß die
ganze Umgegend überflutet. Mehrere Dörfer ſind
unter Waſſer geſetzt, viele Brücken fortgeſchwemmt.
London, 2. Juli. Ein intereſſanter Prozeß
beſchäftigte die Londoner Gerichte. Der Marquis
von Northampton hatte mit der jungen und
ſchö=
nen Schauſpielerin Daiſy Markham ein
Liebesverhält=
nis angeknüpft und ihr die Ehe verfprochen. Der
Mar=
quis, der erſt vor kurzem dieſen Titel erhalten hatte, löſte
nach einiger Zeit die zarten Bande zu der ſchönen
Künſt=
lerin. Daiſy Markham reichte nun bei dem Londoner
Gericht die Klage gegen den Marquis ein, die heute zur
Verhandlung ſtand. Jedoch noch vor Beginn der
Ver=
handlung hatten die Anwälte der Parteien eine
Einig=
ung erzielt, wonach der Marquis wegen Nichteinlöſung
des Eheverſprechens der Schauſpielerin Daiſy Markham
eine Abfindungsſumme von einer Million Mark
zahlen muß.
Neu=York, 2. Juli. Von den durch das
Eintritts=
geld auf den „Imperator” eingegangenen 15344
Mark überwies die Hamburg=Amerika=Linie je 5000
Mark den Bürgermeiſtern von Neu=York und Hoboken
für wohltätige Inſtitute und den Reſtbetrag dem
deut=
ſchen Seemannsheim und dem Hoſpital.
Die Monarchenbegegnung in Kiel.
* Kiel, 2. Juli. Der Reichskanzler iſt um
6.23 Uhr hier eingetroffen. Er wurde auf dem Bahnhof
von dem Geſandten v. Treutler empfangen und zur
„Hohenzollern” geleitet, wo er Wohnung nahm. Auch
Staatsſekretär v. Jagow iſt eingetroffen. Auf der „
Hohen=
zollern” iſt das große Oberdeck vollſtändig mit einem
Zelt=
dach verſehen worden. Durch Lorbeerbäume und andere
hochſtämmige Blattpflanzen und Blumen wurde das Deck
zu einem geräumigen Feſtſaal umgeſtaltet. Hier wird
bereits für morgen nachmittag eine große Feſttafel
auf=
gebaut.
* Kiel 2. Juli. Zum Empfang des
italie=
niſchen Königspaares fanden ſich am Bahnhofe
gegen 9¾ Uhr ein der Kaiſer, der deutſche
Admirals=
uniform trug, und die Kaiſerin, die eine lilafarbene
Robe trug. Der Kaiſer begrüßte die Ehrenkompagnie, die
das erſte Seebataillon geſtellt hatte und mit Fahne und
Muſik auf dem Bahnſteig Aufſtellung genommen hatte.
Auf dem rechten Flügel ſtanden die direkten Vorgeſetzten.
Es trafen ferner ein der Kronprinz, in Leibhuſaren=
Uniform, die Kronprinzeſſin, Prinz und Prin=
zeſſin Heinrich, Prinz Adalbert und die
Da=
men und Herren des Gefolges. Ein Ehrendienſt für die
italieniſchen Herrſchaften war wegen des intimen
Charak=
ters des Beſuches nicht geſtellt worden. Anweſend war
ferner der Stationschef, Admical v. Cörper, der
Stadt=
kommandant Generalmajor v. Albreht, der
Polizeipräſi=
dent v. Schröter, der Reichskanzler, Staatsſekretär von
Jagow der Marineattaché in Rom, Korvettenkapitän
Freiherr v. Rheinbaben, die Offiziere der „Trinacria” und
der „Amalfi” und der italieniſche Konſul in Kiel,
Leh=
mann. Beim Einlaufen des italieniſchen Sonderzuges
um 10 Uhr präſentierte die Kompagnie und die Muſik
ſpielte die italieniſche Königsfanfare, wobei
Fanfaren=
trompeten in Anwendung kamen. Der König in der
Uniform ſeines preußiſchen Huſaren=Regiments und die
Königin in einer blaßgelben Robe entſtiegen dem
Salonwagen. Der Kaiſer war der Königin beim
Aus=
ſteigen behilflich und küßte ihr die Hand ebenſo der
Kö=
nig der Kaiſerin. Der Kaiſer und der König
be=
grüßten ſich auf das allerherzlichſte und küßten ſich
wieder=
holt auf beide Wangen. Der Kaiſer überreichte ſodann
der Königin einen Blumenſtrauß. Hierauf ſcheitten beide
Monarchen die Fronten der Ehrenkompagnie ab, deren
Muſik hierbei den italieniſchen Marcia reale ſpielte. Nach
der Vorſtellung der beiderſeitigen Gefolge begrüßte der
Reichskanzler und Staatsſekretär Jagow den Marquis
San Guiliano ſowie den Botſchafter Bollati.
Die Monarchen nahmen den Vorbeimarſch der
Ehrenkompagnie nach den Klängen des Yorckſchen
Mar=
ſches ab. Hiernach ſchritten die Königin und die Kaiſerin,
der König und der Kaiſer, gefolgt von den übrigen
An=
weſenden durch das Fürſtenzimmer nach dem Platz vor
dem Bahnhof, wo ſie beim Erſcheinen von einer
dichtge=
drängten Menſchenmenge begrüßt wurden. In die
Hoch=
rufe miſchte ſich ein vielfaches Evviva der Mitglieder der
italieniſchen Kolonie, welche mit italieniſchen Fähnchen in
der Hand zu einer Gruppe ſich vereinigt hatten. Der
Bahnhofsplatz war prächtig illuminiert, die dort
aufgeſtell=
ten Maſten waren mit deutſchen und italieniſchen Fahnen
geſchmückt und mit Schnüren aus elektriſchen Glühbirnen
girlandenförmig verbunden. Ueber der dem
Landungs=
platze gegenüberliegenden Landungsſtelle der Boote
prangte die italieniſche Königskrone aus elektriſchen
Lam=
pen. Matroſen bildeten Spalier, an der Landungsſtelle
ſtanden Feuerwehrleute mit lodernden Fackeln. Die
Fürſt=
lichkeiten mit den Damen und Herren ihrer engeren
Um=
gebung nahmen im Verkehrsboot Platz, die andern
Mit=
glieder des Gefolges wurden mit Pinaſſen der „
Hohen=
zollern” und der „Trinacria” befördert. Ein Salut wurde
wegen der vorgerückten Stunde von dem im Hafen
lie=
genden Geſchwader nicht gefeuert, jedoch erwieſen die
Wa=
chen der paſſierten Kriegsſchiffe die vorgeſchriebenen
Ehrenbezeugungen. Der Kaiſer und die Kaiſerin
geleiteten die hohen Gäſte an Bord der dicht bei der „
Ho=
henzollern” liegenden italieniſchen Jacht „Trinacria‟
wo der König und die Königin Wohnung nahmen. Der
Kaiſer und die Kaiſerin verblieben etwa eine halbe
Stunde in lebhaftem Geſpräch mit den italieniſchen
Herr=
ſchaften an Bord der „Trinacria” und fuhren dann nach
der „Hohenzollern”.
* Kiel 3. Juli. Bei der heute morgen 8 Uhr
ver=
anſtalteten Flaggenparade haben ſämtliche
Kriegs=
ſchiffe im Hafen im Großtop italieniſche und im Vortop
deutſche Flaggen aufgeſetzt. Gleichzeitig ſalutierten die
Kriegsſchiffe die an Bord der Königsjacht wehende
italie=
niſche Königsflagge mit 21 Schuß.
Kurz vor 10 Uhr begaben ſich das Kaiſerpaar,
der Kaiſer in Admiralsuniform, begleitet vom
Reichskanz=
ler, dem Staatsſekretär von Jagow und dem kleineren
Gefolge, mit dem Verkehrsboot „Hulda” auf die „
Tri=
nacria” um das Königspaar zu einer Fahrt
durch den Kaiſer Wilhelm=Kanal abzuholen.
Nach kurzem Aufenthalt auf der „Trinacria” fuhren die
Majeſtäten, begleitet von den beiderſeitigen Umgebungen,
auf italieniſcher Seite der Miniſter Giuliano, nach
Hol=
tenau zur Beſichtigung der Kanalbauten. Das Wetter iſt
trübe und regneriſch. Die Fahrt führte durch den
Kriegs=
hafen und durch die in Gang befindliche Wettfahrt des
Kaiſerlichen Jachtklubs für kleine Rennklaſſen.
* Kiel, 3. Juli. Das Kaiſerpaar traf um 10¼
Uhr mit dem italieniſchen Königspaar und
dem Gefolge bei der Alten Schleuſe im Kaiſer Wilhelms=
Kanal bei Holtenau ein und gingen hier an Land.
Staatsſekretär von Tirpitz, Kanalamtspräſident Dr. Kautz,
Regierungsbaurat Luetjohann, der Vorſtand des
Kanak=
bauamts V Regierungsbaumeiſter Rogge, die den
Schleu=
ſenbau leitenden Regierungsbaumeiſter Prengel, Dr.=Ing.
Schinckel, Hufnagel und Groth empfingen die Majeſtäten
und geleiteten ſie zunächſt auf die Mittelmauer der neuen
Oſtſeeſchleuſe, um einen Geſamtüberblick über die
gewal=
tigen Anlagen zu gewinnen, welche heute zum letzten
Male in ihrer geſamten Ausdehnung und Tiefe ſichtbar
ſind. Der Kaiſer erläuterte an der Hand der
aufgehäng=
ten Pläne den hohen Gäſten die Einzelheiten des
Schleu=
ſenbauwerkes. Sodann wurde auf die von den Firmen
Flender in Benrath und Gute Hoffnungshütte erbauten
Schiebetore gegangen, wobei Erläuterungen über die
Bauart und die Abmeſſungen der Tore gegeben wurden.
Von den Toren ging man auf die Mittelmauer zurück.
Nunmehr wurde aus der über dem Deich gelegenen
Heber=
leitung Waſſer in die neuen Schleuſen eingelaſſen, die mit
einer Länge von 330 Metern, einer Breite von 45 Metern
und einer Tiefe von 14 Metern die größten der Welt ſind.
Die Schleuſen werden innerhalb drei Wochen völlig mit
Waſſer angefüllt ſein. Es ſteht zu erwarten, daß die
Waſſerrinne ſowohl im Außen= wie Innenhafen bis zum
Herbſt 1913 ſo weit aufgeräumt iſt, daß alsdann kleinere
Fahrzeuge die Schleuſen befahren können. Die geſamten
Schleuſenanlagen werden vorausſichtlich am 1. April 1914
dem Betrieb übergeben werden. Im Anſchluß an die
Schleuſenbeſichtigung wurde mit dem Kanaldampfer
„Aegir” eine Fahrt durch den Kaiſer Wilhelms=Kanal
unternommen. Hierbei wurden die im Gang befindlichen
Trocken= und Naßbaggerarbeiten an der Prinz Heinrich=
Brücke und bei der Herſtellung der Stützmauern an der
alten Levensauer Hochbrücke in Augenſchein genommen.
Um 11½ Uhr war die Beſichtigung beendet und die
Fürſt=
lichkeiten verließen, nachdem ſie ſich unter Worten der
An=
erkennung von den Beamten der Kanalverwaltung
ver=
abſchiedet hatten, in zwei Salonpinaſſen den Kanal.
Nach der Beſichtigung des Kanals begaben ſich die
Kaiſerin und die Königin auf der „Hertha” nach
Kiel zurück. Die Kaiſerin geleitete die Königin an
Bord des „Trinacria” und kehrte um ¾12 Uhr nach der
„Hohenzollern” zurück. Der Kaiſer, der König,
Reichskanzler von Bethmann Hollweg und
Staatsſekre=
tär von Tirpitz begaben ſich auf das Linienſchiff
„Kaiſer‟ Der Kaiſer führte den König durch die
Schiffsräume. Der König beſichtigte die
Schiffsmann=
ſchaft und betrat den Panzerturm, wo ein
Geſchützerer=
zieren ſtattfand, und wohnte auch dem Exerzieren am
Torpedounterwaſſerbreitſeitrohr bei. Die Monarchen be=
gaben ſich dann in die Offiziersmeſſe. Zuletzt zeigte der
Kaiſer dem König die für den Kaiſer beſtimmten
Schiffs=
räume.
Unter Salut verließen die Monarchen um ½1 Uhr
das Linienſchiff. Der Kaiſer geleitete den König an Bord
des „Trinacria” und fuhr nach der „Hohenzollern”
zurück. Um 1 Uhr begann das Frühſtück auf der
„Hohenzollern‟ Der Kaiſer in Marineuniform,
die Kaiſerin in einer tiefweinroten Robe, empfingen dier
italieniſchen Majeſtäten am Fallreep. Der König trug
Huſarenuniform, die Königin eine fleiſchfarbene
Seiden=
robe. Nach herzlicher Begrüßung ſchritten der Kaiſer und
der König die Front der Wache ab. Die Matroſen
brach=
ten vorher drei Hurras auf den König aus. Die Muſik
ſpielte beim Eintreffen des Königspaares den
italieni=
ſchen Königsfanfaren= und Königsmarſch. Kapitän Karpf
überreichte der Königin einen Blumenſtrauß und ſtellte ihn
die Offiziere der „Hohenzollern” vor. Alsdann begann
die Tafel.
Die Tafel war auf dem überdachten Oberdeck der
„Hohenzollern” hufeiſenförmig gedeckt. Goldene und ſils
berne Tafelaufſätze und ſämtliche Preiſe, die von den
Jachten Meteor” und „Iduna” gewonnen worden ſind,
zierten die Tafel, die mit tiefroten Kletterroſen geſchmückt
war. Der König von Italien führte die Kaiſerin, der
Kaiſer die Königin, der Fürſt von Monaco die
Kronprin=
zeſſin, der Kronprinz die Prinzeſſin Heinrich. Ueber
chtzig Einladungen waren ergangen.
* Rom, 3. Juli. Popolo Romano verzeichnet mitt
Genugtuung den Empfang., der dem Königspaar
in Kiel bereitet wurde und die Kommentare in der
deutſchen Preſſe und ſchließt, indem es betont, daß die
feierliche Entrevue ein glückliches und bedeutſames
poli=
tiſches Ereignis ſei. Auch der Meſſagero begrüßt den
außerordentlich herzlichen Empfang, den die italieniſchen
Matroſen und das Königspaar fanden, mit großer
Freude. Die Gegenwart des Reichskanzlers, des
Staats=
ſekretärs von Jagow und des Miniſters Giuliano gebe
der Entrevue, die noch dazu in der Stunde des kritiſchen
Balkankonflikts ſtattfände, eine bemerkenswerte
Be=
deutung.
Von der Kieler Woche.
* Kiel, 2. Juli. Reſultate der heutigen
internationalen Segelwettfahrt von
Eckern=
förde nach Kiel. Die Regatta wurde bei nordweſtlichen
Winden und bei 4 Sekundenmeter Windſtärke ausgeſegelt;
ſpäter flaute der Wind etwas ab. A) 1. Klaſſe: „
Marghe=
rita” 1. Preis und Ehrenpreis der Frau Krupp von
Boh=
len und Halbach; „Hamburg 2‟ 2. Preis. 19=Meterklaſſen
„Ellionor 1‟ Preis und Ehrenpreis, gegeben von
Freun=
den des Segelſports und Extrapreis des Kaiſerlichen
Jacht=
klubs. 15=Meterklaſſe: „Paula 3‟ 1. Preis. 12=
Meter=
klaſſe: „Sihyllan” 1. Preis. 10=Meterklaſſe: „Tarbon 11"
1. Preis unter Proteſt. 9=Meterklaſſe: „Peer Gynt” ging
allein über die Bahn. 8=Meterklaſſe: „Antwerpia 4‟ 1.
Preis „Mariechen” 2. Preis. Bei dem Handicap für alte
Jachten von 150 Tonnen: „Nordſtern” 1., „Orion” 2
„Iduna” gab auf. 7=Meterklaſſe: „Star 11‟ 1. Preis,
„Panne” 2., „Veb” 3. 6=Meterklaſſe: „Schelm” 1., „
Wind=
ſpiel 18‟ 2., „Ilſe” 3., „Margarete” 4. 5=Meterklaſſes
„Scherz 1‟ unter Proteſt.
* Kiel 2. Juli. Bei der heutigen Extra=
Wett=
fahrt der Sonderklaſſe auf der Kieler Außenförde
er=
hielt: „Sonntagskind 2” den 1. Preis, „Seehund” aus
Grünau den 2., „Reſi 5" den 3., „Eliſabeth” den 4., „
Luzi=
fer” den 5. Preis.
Sporf, Spiel und Turnen.
Darmſtädter Turnerſchaft.
* Reges Leben entfaltet die Darmſtädter
Turner=
ſchaft, als welche ſich, wie wir bereits meldeten, ſämtliche
der deutſchen Turnerſchaft angeſchloſſenen hieſigen
Turn=
vereine zuſammengeſchloſſen haben. Und daß
Einmütig=
keit in der Verfolgung gleicher ſchöner Ziele ſtark macht,
das bewies am Mittwoch abend das erſte geſchloſſene
Auf=
treten der Vereine vor der breiten Oeffentlichkeit.
Im großen Saale der Turnhalle am Woogsplatz, der
durch ein auserwähltes Publikum dicht beſetzt war, hieltt
die Darmſtädter Turnerſchaft am Mittwoch abend ein
Probeturnen derjenigen Wetturner und Abteilungen ab,
welche ſich an dem kommenden Sonntag in
Sprendlin=
gen ſtattfindenden Gauturnfeſt und beim Deutſchen
Turn=
feſt in Leipzig beteiligen.
Die Vorführungen begannen mit dem Aufmarſch zu
den Freiübungen aller Teilnehmer. Nachdem die Turner
aufmarſchiert waren, hielt der Vorſitzende, Herr
Pro=
feſſor Finger, eine Anſprache, in welcher er betonte, daß
ſich die Darmſtädter Turnerſchaft heute zum erſten Male
in neuer Geſchloſſenheit zeige. Er gab dem Wunſche
Aus=
druck, daß auch die, welche der Turnerei bisher noch
fern=
ſtehen, durch dieſen Zuſammenſchluß dazu kommen
möch=
ten, in die Turnerreihen zu treten. An die Turner richs
tete der Vorſitzende die Bitte, ihr möglichſtes zu tun,
treu=
der Sache weiter zu dienen. Er ſchloß mit den Worten;
„Nun Turner, friſch an die Arbeit!“
Die nunmehr folgenden Freiübungen für das
Leip=
ziger Turnfeſt wurden von 92 Turnern in der ſchönſten
Weiſe ausgeführt, ebenſo fanden die Hantelübungen der
Altersriegen, welche von 22 älteren Turnern geturnt
wur=
den, ungeteilten Beifall. Gehſchritt= in Verbindung mitt
Freiübungen brachten 45 Turnerinnen gut zur
Aufführ=
ung. Beſonderes Intereſſe bot das darauffolgende
Tur=
nen der Zwölfkämpfer (Wetturner) zum Deutſchen
Turn=
feſt in Leipzig. Es wurden die Wettübungen an Pferd
(Pflicht= und Kürübung), Reck (Pflicht= und Kürübung)
ſowie die Pflichtſtabübung geturnt. Die Uebungen
wur=
den durchweg gut ausgeführt, ſo daß die beſten
Ausſich=
ten beſtehen, daß auch die Darmſtädter Turner von der
großen Heerſchau in Leipzig mit Erfolg gekrönt
zurück=
kehren.
Die zweite Abteilung, Vereins=Muſterriegen=Turnen,
begann die Turngemeinde Beſſungen mit ihrer Damen=
Abteilung, welche Gehſchritt= und Stabwind=Uebungen
vorführte. Es folgten die Damen=Abteilungen der
Turn=
geſellſchaft Darmſtadt, Turnen an zwei Barren, und der
Turngemeinde Darmſtadt am Pferd. Die Zöglinge der=
Turngemeinde Beſſungen turnten an zwei Pferden und
die der Turngemeinde Darmſtadt zeigten Stabwind=
Uebungen. Turner=Muſterriegen ſtellten die Turngemeinde
Beſſungen an zwei Stützrecks, Turngeſellſchaft am Barren,
Turnverein an zwei Barren und die Turngemeinde
Darmſtadt am Hochreck. Von den Männerriegen
betei=
ligte ſich die Turngemeinde Darmſtadt an zwei Barren,
und die Turngemeinde Beſſungen mit Würfelübungen,
Sämtliche Riegen turnten ihre Uebungen in vollendeter
Ausführung, ſo daß auch ſolche ebenfalls die beſten
Hoff=
nungen auf Erfolg haben. Die Leitung der geſamten
Ausführungen lag in den bewährten Händen des Ober=
Nummer 154.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Seite 5.
turnwarts Hofferberth, während die Vorführungen der
einzelnen Abteilungen durch deren Turnwarte bezw.
Vor=
turner, welche auch die Uebungen vorbereitet haben,
ge=
zeigt wurden.
Jedenfalls darf die Darmſtädter Turnerſchaft mit dem
Erfolg ihres erſten öffentlichen Auftretens nach ihrem
Zu=
ſammenſchluß in jeder Beziehung zufrieden ſein.
Auch an dieſer Stelle ſei nochmals dem Wunſche des
Vorſitzenden, Herrn Prof. Finger, Ausdruck gegeben, daß
noch viele der Turnerei Fernſtehende der Darmſtädter
Turnerſchaft beitreten möchten, zum eigenen Wohle und
zum Segen der Allgemeinheit.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Die Heag macht bekannt, die Linie nach Eberſtadt
bis zum 1. Oktober zu elektrifizieren, wenn bis dahin
die Telegraphenleitung entfernt iſt. Dieſe
Berufung auf eine doch höchſt ſelbſtverſtändliche
Vorberei=
tung iſt ſehr auffallend und wird im Publikum als ein
Vorläufer für ſpätere Ausflüchte aufgefaßt werden, wenn,
wie nach den bisherigen Erfahrungen zu erwarten, die
Linie bis zum 1. Oktober doch nicht fertig iſt. Es geht
das Gerücht, die Heag läge mit der Poſtverwaltung im
Prozeß bezüglich der Koſten der Verlegung der
Telegra=
phenleitung, und nach der Erklärung der Heag ſcheint
etwas daran zu ſein. Man wird ſich alſo darauf gefaßt
machen müſſen, daß die Heag unter Berufung auf höhere
Gewalt und dergleichen die Sache wieder in Erwartung
des wer weiß wann erfolgenden Urteils verzögert, anſtatt,
wie es das Richtige wäre, die längſt als norwendig
er=
kannte und ausdrücklich verſprochene Linie endlich
aus=
zuführen und den Prozeß lediglich bezüglich der Koſten
abzuwarten, von denen die Ausführung der Linie doch
nicht abhängig iſt. Für Eberſtadt beſteht immer noch die
angenehme Ausſicht, um den Zuſchuß herumzukommen,
den der Gemeinderat höchſt überflüſſiger Weiſe zu
bewil=
ligen ſich hat überreden laſſen. Wenn die Heag ihrer
Ver=
pflichtung zur jetzigen Ausführung der elektriſchen Linie
nicht nachkommt, hat ſie nämlich keinerlei Ausſicht für
eine abermalige Bewilligung, während ſie ihrerſeits die
Bahn doch ausführen muß, mag ſie wollen oder nicht.
Luftfahrt.
* Frankfurt a. M., 3. Juli. Das
Militärluft=
ſchiff „Z. 1” iſt um 10 Uhr 57 Min. in der Richtung
Berlin zur Fahrt nach Königsberg i. Pr. aufgeſtiegen,
woſelbſt es ſtationiert werden ſoll. Oberingenieur Dürr
und Hauptmann Horn haben die Führung.
* Fulda, 3. Juli. Das Luftſchiff „Z. 1”
paſ=
ſierte 12 Uhr 25 Min. Fulda.
Bodenſeewaſſerflug 1913.
* Konſtanz, 2. Juli. Während für den heütigen
Vormittag eine Ruhepauſe eingeſchoben war, wurde der
Nachmittag für den Befähigungsnachweis und den
Steig=
fähigkeitswettbewerb und der Wettbewerb der
Sport=
flugzeuge freigegeben. Um 3,44 Uhr ſtieg unter anderen
Kohnert auf Friedrichshafen=Eindecker zu einem Fluge
nach Romanshorn=Radolfzell auf. Nach der
vorſchrifts=
mäßigen Zuwaſſerung in Radolfzell flog Kohnert nach
Konſtanz zurück. Er hat die ganze Strecke in 52 Minuten
zurückgelegt.
* Konſtanz, 3. Juli. Thelen ſtartete
nachmit=
tags 5 Uhr 11 Min. zu einem Fluge über Waſſer, der ihn
bis zu 550 Meter Höhe führte. Nach 25 Minuten waſſerte
Thelen aus ſteilem Gleitfluge. Vollmöller vollführte
drei Paſſagierflüge, an denen auch u. a. die Herren der
Oberleitung teilnahmen. Kurz nach 6 Uhr ließ
Koh=
nert ſeinen Friedrichshafen=Eindecker zu Waſſer
brin=
gen, um nochmals uni den Sonderpreis zu ſtarten und
ſeine Zeit zu verbeſſern. Vor Romanshorn mußte er
in=
folge Motorſchadens niedergehen. Inzwiſchen wurde
Kohnert, auf dem Waſſer liegend, von einem
Gewitter=
ſturm überraſcht und von dem Motorboot des
Sicherungs=
dienſtes nach Uttwil an Land gebracht. Das Flugzeug iſt
unbeſchädigt. Ferner ſtiegen noch Hirth und Kießling zu
Höhenflügen und ebenſo Gſell zu einem Paſſagierfluge
auf.
Todesſturz.
* Epernay, 2. Juli. Der Pionierflieger
Bou=
chardier iſt mit ſeinem Apparat abgeſtürzt und
ſchwer verletzt. Sein Fahrgaſt, der Hauptmann
Rey, wurde getötet.
Landwirtſchaftliches.
— Schlachtviehmarkt Darmſtadt.
Schweine=
markt vom 2. Juli. Auftrieb durch Händler
154 Schweine, durch die Bezugsvereinigung 30
Schweine. Preiſe für 50 Kilogramm
Schlacht=
gewicht: 1. Qualität, ausgeſuchte Ware, 75 Mark,
2. Qualität 74 Mark, 3. Qualität 73 Mark.
Markt=
verlauf: mäßig rege; Ueberſtand. —
Schweine=
markt vom 3. Juli. Auftrieb durch Händler 130
Schweine. Preiſe für 50 Kilogramm Schlachtgewicht:
1. Qualität, ausgeſuchte Ware, 75 Mark, 2. Qualität
74 Mark, 3. Qualität 73 Mark. Marktverlauf: rege:
Ueberſtand. — Kälbermarkt vom 3. Juli. Auftrieb
durch Händler 178 Kälber und 1 Ziege. Preis je nach
Qualität 43—62 Mark für 50 Kilogramm Lebendgewicht
Marktverlauf: rege.
— Frankfurt a. M., 3. Juli.
Schlachtvieh=
markt. (Amtlicher Bericht.) 1. Kälber: a) Doppellender,
feinſte Maſt, Lebendgewicht —,—, Schlachtgewicht
b) feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber 66
bis 68 Mk., 110—113 Mk., e) mitlere Maſt= und gute
Saugkälber 58—63 Mk., 98—105 Mk., d) geringere
Saug=
kälber 53—57 Mk., 90—97 Mk., e) geringere Saugkälber
50—53 Mk., 85—88 Mk. 2. Schafe: a) Maſtlämmer und
jüngere Maſthammel, Lebendgewicht 45—47 Mk.,
Schlacht=
gewicht 94—98 Mk., b) ältere Maſthammel und gut
ge=
nährte Schafe 36—39 Mk., 86—92 Mk. 3. Schweine: a)
Fettſchweine über 3 Ztr. Lebendgewicht 58½—60 Mk.,
Schlachtgewicht 75—77 Mk., b) vollfleiſchige Schweine
über 2½ Ztr. 58½—60 Mk., 75—77 Mk., e) vollfleiſchige
Schweine über 2 Ztr. 58½—60 Mk., 75—77 Mk., d) voll=
4fleiſchige Schweine bis zu 2 Ztr. 58½—60 Mk., 75—77 Mk.
Auftrieb: Rinder 172 Stück, darunter 74 Ochſen, Bullen 3,
Färſen und Kühe 95, Kälber 687, Schafe 93, Schweine
1310. Marktverlauf: Ausverkauft alle Viehgattungen
Kälber und Schafe rege, Schweine feſt.
Der neue Balkankrieg.
Die Kämpfe zwiſchen Serben und Bulgaren.
* Belgrad, 2. Juli. Bei dem vorgeſtrigen
An=
griff waren die Bulgaren mehr als 100 Bataillone
Infanterie ſtark, mit 200 Feldkanonen und Haubitzen.
Auf ſerbiſcher Seite nahmen 30—40 Bataillone mit 80
Ka=
nonen am Kampfe teil. Der Angriff trug den Charakter
eines plötzlichen und gleichzeitigen Ueberfalls mit
großen Streitkräften. Wenn man ſich auf kleine
überraſchende Angriffe wie Zletovo, gefaßt machen konnte
ſo war es nicht möglich, ſich mit dem Gedanken vertraut
zu machen, daß das bulgariſche Heer Angriffe
unterneh=
men werde, ehe die diplomatiſchen Beziehungen
abgebro=
chen ſeien. Die Angriffe waren im voraus ſyſtematiſch
vorbereitet, um die ziviliſierte Welt, die den Bruderkrieg
verurteilt, in Beſtürzung zu verſetzen. Die Bulgaren
fra=
terniſierten mit den Serben und forderten ſie auf, ſich
ge=
genſeitig nicht zu töten. Als der Kampf begonnen hatte,
hoben ſie die Gewehre hoch und hißten eine weiße Fahne.
Anſtatt ſich zu ergeben, griffen ſie mit dem Bajonett an. An
einem Orte näherte ſich ein bulgariſches Bataillon im
Schutze der Dunkelheit einer ſerbiſchen Batterie. Die
ſer=
biſche Infanterie, die ſich in der Nähe befand, eröffnete das
Feuer, die Bulgaren riefen: Hier Serben! Schießt nicht!
Infolgedeſſen trat eine Verwirrung ein und das Feuer
wurde eingeſtellt. Darauf nahmen die Bulgaren den
An=
griff wieder auf und nahmen den Serben vier Kanonen ab.
Bei Tagesanbruch nahmen die erbitterten Serben ihre
Batterie den Bulgaren mit dem Bajonett ab. Am 29.
Juni forderte der Kommandant die bulgariſchen
Vor=
poſten auf, die Bregalnitza=Brücke bei Iſtip durch Offiziere
unſeres Vorpoſtens gemeinſam photographieren zu laſſen.
Sie erklärten, die Streitigkeiten ſeien beigelegt, aber am
Abend vorher hatten die Bulgaren die Entfernung bis
zu den ſerbiſchen Verſchanzungen ſehr genau ausgemeſſen
und an verborgener Stelle ein
Artillerie=
regiment mit 36 Kanonen aufgeſtellt. Die
photogra=
phiſchen Aufnahmen waren am 29. Juni, abends, erfolgt,
am 30. Juni, morgens, ſchritten die Bulgaren zu einem
heftigen und unerwarteten Angriff auf unſere Vorpoſten.
In demſelben Augenblick begannen die 36 Kanonen ein
hölliſches Feuer. Der ganze Raum zwiſchen den
Verſchanzungen des nächſten Biwaks, worin ſich die
Trup=
pen befanden, wurde buchſtäblich mit einem Kugelregen
überſchüttet. Die ſerbiſchen Truppen waren genötigt, die
Verſchanzungen aufzugeben und gedeckte Stellungen zu
be=
ziehen. Ein blutiger Kampf begann. Die Bulgaren
grif=
fen verzweifelt an. Als die Serben Verſtärkungen
er=
hielten, wurde der bulgariſche Angriff auf der ganzen
Linie mit ungeheuren Verluſten für die Angreifer
zurück=
geſchlagen. Auch die Serben erlitten erhebliche
Ver=
luſte. Alle Offiziere und Unteroffiziere waren verletzt.
Da die ſerbiſchen Truppen genötigt waren, anfangs ſich vor
den überlegenen Streitkräften zurückzuziehen und
Ver=
ſtärkungen abzuwarten, ließen ſie die Verwundeten unter
dem Schutze der Genfer Konvention im Biwak in den
Zelten. Die Bulgaren erſtachen alle ſerbiſchen
Verwun=
deten mit dem Bajonett.
* Belgrad 2. Juli. Die blutige Schlacht,
die beim Morgengrauen auf der ganzen Linie Redki
Buki=Zletovo=Kotſchana=Iſtip begonnen
hat, dauerte den ganzen Tag fort. Die Bulgaren
mach=
ten einen energiſchen Vorſtoß, der von den ſerbiſchen
Trup=
pen auf der ganzen Front durch einen ſehr energiſchen
Gegenangriff zurückgewieſen wurde. Die Bulgaren zogen
ſich, von den Serben ſtark bedrängt, auf Kotſchana und
Iſtip zurück. Es kam zu mehrfachen Bajonettangriffen,
bei denen das 19., 11. und 6. ſerbiſche Regiment beſondere
Tapferkeit an den Tag legten. Der Feind wurde durch die
neue, großkalibrige Artillerie der Tſchuma=Diviſion
dezi=
miert, in deren Reihen der Kronprinz Alexander den
gan=
zen Tag über weilte. Bei dem Bajonettangriff verlor
der Feind zehn Feldgeſchütze und verſchiedene
Munitions=
wagen, eine ganze Kompagnie wurde gefangen genommen.
— Bulgariſche Gefangene erklärten, daß vor den
bulgari=
ſchen Truppen vorgeſtern eine Proklamation des Königs
Ferdinand verleſen worden ſei, durch die der Krieg gegen
Serbien und Griechenland als erklärt bezeichnet wird.
* Belgrad, 2. Juli. Nach den Meldungen der
Blätter belaufen ſich die Verluſte der Serben in den
vorgeſtrigen Kämpfen an Toten auf 17 Offiziere und
1400 Mann, an Verwundeten auf 40 Offiziere und
eine große Zahl von Soldaten. Bisher ſind drei
Sani=
tätszüge mit insgeſamt 1300 Verwundeten angemeldet.
Privatberichten zufolge hätten die Bulgaren ungeheure
Verluſte erlitten.
* Belgrad, 3, Juli. Das Serbiſche
Preß=
bureau veröffentlicht folgende Einzelheiten über
den zweiten Kampftag: Am 1. Juli iſt die ſiebente
bulgariſche Diviſion, 24 Bataillone und etwa 70 Geſchütze
ſtark, in wilder Unordnung geflohen und über das linke
Ufer des Zletovo zurückgeworfen worden. Die ſerbiſchen
Truppen haben die Fliehenden verfolgt und ſie
gezwun=
gen, eine große Anzahl von Toten und Verwundeten
zu=
rückzulaſſen. Als die Bulgaren begannen, ſich wieder
feſt=
zuſetzen, ging die ſerbiſche Infanterie und ſpäter die
Ka=
vallerie mit einer ſolchen Schneidigkeit vor, daß der
Rück=
zug der Bulgaren zu einer regelrechten Flucht wurde. Die
Bulgaren ließen ihre geſamten Batterien und
Maſchinen=
gewehre zurück und warfen ihre Gewehre, ihre Munition
und ihr Gepäck fort. Mit vereinten Kräften haben die
ſerbiſche Kavallerie und Infanterie eine vollſtändige
Schnellfeuergeſchütz=Batterie von vier Kanonen, 11 Protzen
mit Beſpannungen, die Bedienungsmannſchaften und
Offiziere weggenommen, und außer dieſer Beute haben
ſich die Serben neun Schnellfeuergeſchütze, 13 Protzen,
ſieben Gebirgsſchnellfeuergeſchütze, ſowie einer ganzen
Maſchinengewehrabteilung von vier Stück mit
Beſpann=
ung, ihrer Ausrüſtung und einer großen Anzahl von
Ge=
wehren und Munition bemächtigt. Gefangen genommen
worden ſind: Der Kommandeur des 13. bulgariſchen
In=
fanterie=Regiments, das vollſtändig zerſprengt worden
iſt. 10 Offiziere und an 1000 Unteroffiziere und Soldaten.
Die Verluſte der Bulgaren ſind ſehr bedeutend. Nach ihren
auf dem Schlachtfelde zurückgelaſſenen Toten und
Ver=
wundeten dürften ſie etwa 800 Tote und 1800
Verwun=
dete betragen. Die ſerbiſchen Verluſte ſind, obgleich hoch,
doch weniger beträchtlich als die bulgariſchen. Der
blu=
tigſte Kampf hat ſich auf dem rechten ſerbiſchen Flügel
abgeſpielt, auf dem nach einer fürchterlichen Niederlage
der Bulgaren die Serben 19 bulgariſche Offiziere, 191
Unteroffiziere und über 500 Soldaten gefangen
genom=
men hätten.
* Belgrad, 2. Juli. Die diplomatiſchen
Beziehungen zwiſchen Serbien und
Bulga=
rien ſind abgebrochen. Dem bulgariſchen Geſandten
wurden die Päſſe zugeſtellt. Die Geſandtſchaft verließ
Belgrad. Heute vormittag fand ein mehrſtündiger
Mi=
niſterrat ſtatt. Wie verlautet, iſt die Ausgabe einer
Kriegsproklamation beraten worden. Bisher haben ſich
20 fremde Aerzte zur freiwilligen Dienſtleiſtung gemeldet;
fünf Aerzte des deutſchen Roten Kreuzes ſind bereits
ein=
getroffen. 500 ſerbiſche Freiwillige ſind heute morgen
ach dem Kriegsſchauplatz abgegangen.
* Belgrad, 3. Juli. Das Regierungsorgan
Sa=
mouprawa drückt ſeinen tiefſten Schmerz darüber aus,
daß die Bulgaren in unerſättlicher Gier nach fremdem
Gute in verbrecheriſcher Weiſe die Eintracht auf dem
Balkan vernichtet und wegen einiger 10000
Qua=
dratkilometer Landes einen Bruderkrieg nicht
ge=
ſcheut haben. Die neueſten Ereigniſſe bedeuten ein
gro=
ßes Unglück für den Balkan und vielleicht ſogar
ein großes ſlawiſches Unglück. Erſchreckend iſt das
bar=
bariſche Vorgehen der Bulgaren, die ein unter dem
Schutze des Roten Kreuzes ſtehendes ſerbiſches Feldſpital
überfallen und verwundete ſerbiſche Offiziere und
Sol=
daten auf das furchtbarſte maſſakriert haben. Vor ſolchen
Erſcheinungen muß das Blut der ſerbiſchen Krieger
er=
ſtarren und der Drang nach furchtbarer Rache
erweckt werden. Die Bulgaren werden für ſolche
em=
pörenden Verbrechen der Strafe Gottes nicht entgehen.
Schon am Schlachtfelde beginnt das Gottesurteil ſie zu
er=
reichen, und auch nach dem Kriege werden ſie in ihrer
Erſchöpfung, im Verluſte ihres Preſtiges und in der
Ver=
achtung, mit der ihnen ihre Nachbarn begegnen werden,
ihr fluchwürdiges Verbrechen fühnen müſſen. Bitter iſt
aber die große Enttäuſchung des ſerbiſchen Volkes, das
die Bulgaren bisher brüderlich unterſtützt hat mit dem
Blute, das ſeine beſten Söhne für ihre Intereſſen
ver=
goſſen haben.
* Sofia, 3. Juli. Die Regierung hat geſtern
abend der ſerbiſchen Geſandtſchaft eine Note
überreicht, in der ſie folgendes feſtſtellt: Die letzten
Zwi=
ſchenfälle in Mazedonien ſind nicht von den bulgariſchen
Truppen veranlaßt worden, die keineswegs einen Angriff
bezweckten, ſondern im Gegenteil von den ſerbiſchen
Truppen angegriffen worden ſind, offenbar im
Einver=
ſtändnis mit den Griechen, die gleichzeitig unerwartet
an=
gegriffen haben. Die bulgariſche Regierung hat jedoch, von
dem Wunſche geleitet, allen Verwicklungen vorzubeugen,
beim Eintreffen der erſten Nachrichten den Befehl gegeben,
alle Operationen auf ſeiten Bulgariens
einzuſtellen, und hat zu gleicher Zeit die ſerbiſche
Regierung aufgefordert, den Befehl zu geben, die
An=
griffsbewegung der ſerbiſchen Truppen anzuhalten.
An=
ſtatt daß dieſer Befehl erteilt wird, erfährt die
Re=
gierung, daß große ſerbiſche Truppenmaſſen auf Iſtip
vorrücken. Bei dieſem Stande der Dinge lehnt die
bulgariſche Regierung nicht allein jede
Verantwortung ab, ſondern ſie beſteht zum letzten
Male darauf, daß die ſerbiſche Regierung den Befehl gibt,
von morgen ab mit der Angriffsbewegung der Truppen
aufzuhören. Im gegenteiligen Falle ſchreibt die
bul=
gariſche Regierung der ſerbiſchen die
ganze Verantwortung für die Folgen zu.
Griechen und Bulgaren.
* London, 2. Juli. Wie das Reuterſche Bureau
er=
fährt, übermittelte die griechiſche Regierung ihren
diplomatiſchen Vertretern im Auslande telegraphiſch ein
Communiqué, in dem ſie den Urſprung der
gegen=
wärtigen Kriſis auseinanderſetzt. Die griechiſche
Regierung bezeichnet in ſcharfen Worten die offenbar
vorbereiteten Angriffe der Bulgaren als Verrat.
Das Communiqué ſchließt folgendermaßen: Nach
Tele=
grammen aus Sofia iſt den bulgariſchen Truppen der
ſtrenge Befehl gegeben worden, den kriegeriſchen
Opera=
tionen Einhalt zu tun und ſie nicht wieder aufzunehmen,
außer, wenn ſie wieder angegriffen würden. Auf dieſe
Weiſe ſprechen die Bulgaren der ganzen Welt Hohn.
Bul=
garien unternahm von neuem, an die Eroberung der
grie=
chiſchen Gebiete zu gehen, und erklärte, daß es bereit ſei,
die Waffen niederzulegen. Gleichzeitig verharrt es in der
Beſetzung unſerer Gebiete. Es iſt unmöglich für uns, die
Fortſetzung dieſes Gebarens weiter zu erlauben. Unſere
Truppen werden vormarſchieren und nicht eher Halt
machen, bis die Bulgaren das ganze Gebiet, das ſie durch
die Zurücktreibung unſerer Truppen außerhalb der
De=
markationslinie beſetzten, verlaſſen. Wenn die
bulgari=
ſche Regierung erſtmalig wünſcht, offen zu handeln, ſo
ſollte ſie dieſen Vorſchlag annehmen und den guten Willen
zeigen, ihm entgegen zu kommen, vorausgeſetzt, daß in
Bulgarien nicht zwei Regierungen vorhanden ſind, eine in
Sofia und eine an der Front bei dem
Höchſtkomman=
dierenden.
* Sofia, 3. Juli. In einer Note an die
bul=
gariſche Regierung über die Zwiſchenfälle hat der
griechiſche Geſandte erklärt, daß die griechiſche
Re=
gierung ſich gezwungen geſehen habe, den Truppen
den Befehl zum Vormarſch zu geben, um ihre
Stellungen und ihr Gebiet zu verteidigen, und daß das
griechiſche Hauptquartier die bulgariſche Abteilung in
Saloniki aufgefordert habe, binnen einer Stunde die
Waffen niederzulegen. Die bulgariſche
Regie=
rung hat geſtern abend geantwortet, daß griechiſche
Truppen in Gemeinſchaft mit ſerbiſchen Truppen es
waren, die als die erſten das Feuer gegen die bulgariſchen
Vorpoſten eröffnet hätten, und daß nur infolge dieſer
Herausforderung ſich die bulgariſchen Truppen
gezwun=
gen geſehen hätten, das Feuer zu erwidern und die
An=
greifer zurückzuwerfen. Wenn die bulgariſchen Truppen
die griechiſchen Truppen hätten angreifen wollen, ſo
wür=
den ſie vorgerückt ſein und den Angriff auf ganz anderem
Wege vorgenommen haben. Geſtern hätten die
bul=
gariſchen Truppen den Befehl erhalten, das
Feuer einzuſtellen und in ihren Stellungen zu
verbleiben. Indeſſen habe die griechiſche
Re=
gierung, anſtatt ebenfalls die Einſtellung des Feuers
zu befehlen, ihren Truppen den Befehl zum
Vor=
rücken gegeben. Dieſe Tatſache und das gewaltſame
illoyale Vorgehen bei der Entwaffnung des bulgariſchen
Bataillons in Saloniki zeigt offenſichtlich die aggreſſiven
Abſichten der griechiſchen Regierung. Die bulgariſchen
Truppen haben ſeit geſtern das Feuer eingeſtellt; und die
bulgariſche Regierung will hoffen, daß dieſelben Befehle
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913
Nummer 154
auch von Griechenland gegeben werden. Sollten die
grie=
chiſchen Truppen entgegen dieſer Erwartung nicht bis
morgen den Befehl zur Einſtellung des Feuers, ſondern
zum Vorrücken erhalten, dann lehnt die
bulgari=
ſche Regierung jegliche Verantwortung
für die ſehr ſchweren Folgen ab, die daraus
entſtehen könnten. Sie wird außerdem die griechiſche
Re=
gierung für alles verantwortlich machen, was den
bul=
gariſchen Truppen in Saloniki durch deren gewaltſame
und illoyale Entwaffnung widerfahren ſollte.
* Wien, 3. Juli. Die Zeit erhält aus Sofia
fol=
gendes Telegramm, das geſtern nacht aufgegeben wurde:
Griechenland ſoll an Bulgarien bereits den Krieg
erklärt haben. Verſchiedene politiſche
Perſönlichkei=
ten und Parteichefs der Oppoſition wurden davon in
Kenntnis geſetzt.
Die Haltung Rumäniens.
* Bukareſt, 3. Juli. Die liberale Partei
veröffentlicht folgendes Communiqué: Die liberale
Partei hat ſeit langem die Politik, die Rumänien
hinſicht=
lich der Balkanereigniſſe befolgen mußte, vertreten.
In=
folge der Ereigniſſe der letzten Tage drängt ſich die
ſofor=
tige militäriſche Intervention auf. Die entſcheidende
Stunde hat geſchlagen. Jedes Zurückhalten und jede
Ver=
zögerung können nur die Intereſſen des Staates
gefähr=
den. Diejenigen, die ſich darüber nicht klar ſind, laden
die Verantwortung auf ſich, die kein ſeiner Pflichten
ge=
genüber dem Lande ſich bewußter Rumäne teilen kann.
* Wien, 2. Juli. Heute abend ſand in den Straßen
von Bukareſt eine große Volkskundgebung für
den Krieg ſtatt. Unter Vorantragung einer rumäniſchen
Trikolore zog die Menge mit Hochrufen auf den Krieg und
Nieder mit Bulgarien durch die Straßen. Vor der
ſerbi=
ſchen Geſandtſchaft fand eine Sympathiekundgebung ſtatt.
An der Bukareſter Börſe kam es mittags zu einer Panik
mit ſchweren Kursſtürzen ſämtlicher Werte. Die offiziell
abgebrochenen Arbeiten der Siliſtriakommiſſion werden
nunmehr vor einen internationalen Sachverſtändigenrat
kommen, in dem der Dreibund durch Deutſchland, die
Tripel=Entente durch Frankreich vertreten ſein wird.
* Bukareſt, 3. Juli. Der König hat die
allge=
meine Mobiliſierung der Armee
angeord=
net. Der Mobilmachungsbefehl wurde gegeben, nachdem
die rumäniſche Regierung aus Belgrad und Athen die
Antwort bekommen hat, daß Serbien und
Grie=
chenland ſich im Kriegszuſtande befinden.
Keine Intervention der Mächte.
* Wien 2. Juli. Die Wiener Allgemeine Zeitung
meldet: Alle Nachrichten von einer europäiſchen
Intervention im Balkankrieg ſind falſch. Es mag
fein, daß die Tripel=Entente oder einzelne ihrer
Angehöri=
gen Demarchen oder Preſſionen bei dem oder jenem
Bal=
kanſtaat unternehmen. Die öſterreichiſch=ungariſche
Mon=
archie ſtellt es den Balkanſtaaten vollſtändig frei, auf welche
Weiſe ſie ihre Zwiſtigkeiten löſen wollen.
* London, 3. Juli. Die Times ſchreibt: Man ſagt,
daß die Mächte dem Kampfe auf dem Balkan ein Ende
machen ſollen, aber niemand iſt bereit, genau zu ſagen,
wie ſie es anfangen ſollen. Wenn die Ermahnung des
Zaren erfolglos bleibt, ſo wird bald nichts übrig bleiben,
als eine aktive Intervention aber eine aktive
Aktion würde ſicherlich in ihrem Gefolge größere
Ge=
fahren haben die zu vermeiden wir über alles wünſchen
müſſen. Das europäiſche Konzert hat nicht verſagt, denn es
beſteht noch und ſeine Aufrechterhaltung bedeutet viel mehr
als ſeine Unfähigkeit, die lokalen Kämpfe auf dem
Bal=
kan zu beenden. Wenn dieſe Kämpfe Dimenſionen
an=
nehmen ſollten, bei denen die förmliche Kriegserklärung
nur noch eine techniſche Frage wäre, ſo würde der ſicherſte
Kurs für die Mächte ſein, ihre Bemühungen fortzuſetzen
und den neuen Krieg zu lokaliſieren wie in dem
Kriege zwiſchen den Alliierten und den Türken.
Erfolge der Bulgaren?
* Sofia, 3. Juli. Die Bulgaren nahmen geſtern
nachmittag bei Iſtip 1580 ſerbiſche Soldaten und 27
Offi=
ziere gefangen. Die Bulgaren errangen wichtige
Erfolge bei Aivali, 14 Kilometer nordweſtlich von
Saloniki; ſie rücken gegen die ſerbiſchen Stellungen vor
und bereiten eine Umfaſſung der Serben vor.
Letzte Nachrichten.
* Sofia, 3. Juli. Wie von zuſtändiger Stelle
ver=
lautet, hat Miniſterpräſident Danew die ruſſiſche
Regie=
rung gebeten, in Belgrad und Athen zwecks
Ein=
ſtellung der Operationen binnen 24 Stunden zu
intervenieren. Wenn die Serben und Griechen nicht
zu=
ſtimmen, ſoll nach Ablauf der Friſt die
Kriegserklä=
rung erfolgen.
* Sofia, 3. Juli. Nach Mitteilung von
zuſtändi=
ger Stelle iſt die ruſſiſche Geſandtſchaft in Sofia
ver=
ſtändigt worden, daß die Serben und Griechen ſich
wei=
gern, die Operationen einzuſtellen, ſo daß
der Krieg unausbleiblich iſt.
* Belgrad, 3. Juli. Der König und der
Mi=
niſterpräſident ſind heute früh nach Uesküb abgereiſt.
* Saloniki, 3. Juli. Die griechiſche Armee
kam auf ihrem ſiegreichen Marſche vor Kilkitſch. Am
Nachmittag errichteten die Bulgaren gewaltige
Ver=
teidigungswerke Sie rechneten damit, bei Kilkitſch
Wi=
derſtand zu leiſten und das Vorwärtsdringen der
griechi=
ſchen Armee zu hemmen. Gegen Abend wurde
Kil=
kitſch im Sturm genommen. Die Begeiſterung
der griechiſchen Truppen iſt unbeſchreiblich. Sie wollten
nach einem ſo denkwürdigen Zuge ſich der wohlverdienten
Ruhe nicht hingeben, ſondern verlangten von ihren
Füh=
rern, zu einem neuen Siege geführt zu werden.
Infolge=
deſſen rückte das Heer nach Norden weiter. In dieſem
großen Kampfe bildet das Bajonett die wichtigſte Rolle.
Die griechiſchen Verluſte ſind erheblich, wenn auch im
Vergleich mit den bulgariſchen gering.
HB. Wien 3. Juli. In Sofia laufen, wie von dort
gemeldet wird, heute Gerüchte von großen Kämpfen
bei Köprülü und von einem energiſchen
erfolg=
reichen Vorgehen der Bulgaren bei Saloniki
um. Einzelheiten und offizielle Beſtätigung fehlen.
Ge=
ſtern nachmittag waren die Bulgaren gegen die Serben
erfolgreich. Sie nahmen 1580 ſerbiſche Soldaten und 27
Offiziere gefangen. Die Bulgaren hatten auch wichtige
Erfolge bei Aivali, 14 Kilometer nordweſtlich von
Salo=
niki. Es gehen ſogar Gerüchte von der bereits erfolgten
Einnahme Salonikis durch die Bulgaren um, die aber
falſch ſind. Jedenfalls wüteten geſtern Kämpfe beſonders
bei Uesküb und Saloniki.
HB. Konſtantinopel, 3. Juli. Die hieſigen
Morgenblätter erklären übereinſtimmend, daß der neue
Balkankrieg als ausgebrochen gelten muß. Der
Ta=
nin tritt in einem Leitartikel dafür ein, daß die Türkei ſich
den Feinden Bulgariens anſchließe (!), da ein bulgariſchen
Sieg auch für die Türkei furchtbare Folgen haben werde.
Das Blatt Taſwiri=Eſkiar und Sabah ſprechen die
Hoff=
nung aus, daß die Großmächte jetzt ihre Parteinahme für
die Balkanſtaaten bereuen werden, und den türkiſchen
Wünſchen mehr entgegenkommen würden. Der neue Krieg,
der der Türkei ihre ausſchlaggebende Bedeutung
wieder=
gebe, ſei ein Zeichen der hiſtoriſchen Gerechtigkeit. Die
hieſigen griechiſchen Blätter veröffentlichen beftige Artikel
gegen Bulgarien.
Vermiſchtes.
BB. Nächtliches Hundegebell iſt
ruhe=
ſtörender Lärm des Hundebeſitzers. Das
nächtliche Hundegebell unterlag einer Begutachtung
durch das Kammergericht. Ein Hundebeſitzer in
Steglitz war vom Landgericht III in Berlin zu
einer Geldſtrafe verurteilt worden, weil er nicht verhindert
hatte, daß ſein Hund während der Nacht grundlos laut
bellte und heulte und dadurch die Nachbarſchaft in der
Nachtruhe ſtörte. Die Reviſion des Beſtraften wurde vom
Kammergericht zurückgewieſen mit der Begründung, ein
Hundebeſitzer ſei dafür verantwortlich zu machen, wenn ſein
Hund während der Nachtzeit grundlos belle. Tue er, wie
im vorliegenden Falle, zur Abſtellung des grundloſen
Bel=
len ſeines Hundes nichts, dann ſei er der Ruheſtörer und
ſtrafbar.
— 3000 Kronen für
Amateurphotogra=
phen. Ein neues großes Preisausſchreiben für
Ama=
teurphotographen iſt in der Wiener Mode (Heft 19.
26. Jahrgang) angekündigt. 60 Geldpreiſe im
Geſamt=
betrage von 3000 Kronen ſind für die ſchönſten
Ferien=
photographien ausgeſetzt. Der erſte Preis beträgt 1000
Kronen. Alle Preiſe werden in Bargeld ausbezahlt.
Namhafte Künſtler und die Herren Präſidenten von
Wie=
ner Amateurklubs haben das Preisrichteramt
übernom=
men. Da dieſes Preisausſchreiben für jedermann offen
iſt, bringen wir hiermit die Bedingungen des
Preisaus=
ſchreibens zur Kenntnis. Da nicht das techniſche Können
entſcheiden ſoll, ſondern die Geſchicklichkeit in der Wahl
der Sujets, war eine gewiſſe Gleichheit in der Wahl der
Mittel ratſam: das Fortmat der einzuſendenden Bilder
ſoll nicht kleiner als 6 mal 9 Zentimeter und nicht größer
als 18 mal 24 Zentimeter ſein. Inſoweit die Aufnahmen
mit Trockenplatten gemacht werden, müſſen ſolche aus der
Fabrik der Wiener Firma Langer u. Co. verwendet
wer=
den. Für Filmaufnahmen ſpielt es keine Rolle, welches
Fabrikat verwendet wird. Alle Kopien müſſen auf dem
bekannten Papier der Wiener Firma F. Hrdliczka
her=
geſtellt ſein. Jeder Einſender hat das Recht, monatlich
ein Bild zu dem Wettbewerb einzuſenden. Der
Einſen=
ungstermin ſchließt am 1. Oktober dieſes Jahres, und
die Preiſe kommen bald darauf zur Verteilung.
Literariſches.
— Kaiſerin Auguſte Viktoria. Von Pfarrer
Th. Krummacher. Mit 52 Abbildungen, darunter zwei in
farbiger Wiedergabe. (Bielefeld und Leipzig: Verlag von
Velhagen u. Klaſing.) Preis 60 Pfg. Als Gegenſtück zu
der Biographie unſeres Kaiſers von Profeſſor Dr. Karl
Berger iſt jetzt in Velhagen u. Klaſings Volksbüchern eine
Lebensbeſchreibung der’Kaiſerin Auguſte Viktoria
er=
ſchienen. Für manchen Leſer wird das meiſt verſchwiegene
Wirken der Kaiſerin erſt jetzt in das rechte Licht geſtellt.
Auch das Perſönliche kommt in dem Buche nicht zu kurz.
Mit warmer Liebe verweilt der Verfaſſer vor allem bei
der Jugend der hohen Frau und weiß mancherlei
liebens=
würdige Züge zu erzählen. Wie alle Volksbücher des
Verlages iſt auch dieſes mit zahlreichen hübſchen Bildern
geſchmückt.
Im Verlag von Friedrich Andreas Perthes A.=G.
Gotha, erſchien: Der Thüringer Wald und
ſeine Heilfaktoren. Klimatologiſche, mediziniſche
und hygieniſche Beiträge von Dr. med Bieling=
Friedrich=
roda i. Thür., Prof. Dr. Caſpari=Berlin. Ingenieur Dr.
Dörr=Charlottenbura, Geh. Med.=Rat Prof. Dr.
Eulen=
burg=Berlin. Geh Med.=Rat Dr. Fanz=Berlin, Geh. Med.=
Rat Prof. Dr. Hildebrand=Berlin, Architekt Kraaz=Berlin,
Geh. Reg.=Rat Prof. Lang=Hannover, Hofrat Prof. Dr.
Lipliawsky=Berlin, Dr. phil. Lippmann=Leipzig. Prof. Dr.
Moeller=Berlin, Prof. Dr. Neuberg=Berlin, Prof. Dr.
Ro=
ſin=Berlin, Prof Dr. Roth=Halle a. d. S., Prof. Dr.
Sticker=Berlin, Prof. Dr. Strubell=Dresden.
Herausge=
geben vom Herzoglich Sächſiſchen
Staats=
miniſterium in Gotha. Gotha, Friedrich Andreas
Perthes A.=G. Preis broſchiert 6 M. Mit vorliegendem
Sammelwerk iſt zum erſten Male auf Veranlaſſung des
Herzoglich Sächſiſchen Staatsminiſteriums in Gotha eine
wiſſenſchaftliche Erforſchung der Heilfaktoren des
Thürin=
ger Waldes durch eine Reihe namhafter Gelehrter und
Praktiker zuſtande gekommen. Das Sammelwerk umfaßt
328 Seiten und enthält eine Reihe von Abbildungen und
Plänen, die zur Erläuterung des Textes wertvolle Dienſte
leiſten. Dem Inhalt entſprechend iſt auch die äußere
Aus=
ſtattung des Buches vornehm gehalten; es kommt zu dem
verhältnismäßig niedrigen Preis von 6 M. in den
Han=
del, um den weiteſten Kreiſen die Möglichkeit zu geben, ſich
über die Heilfaktoren des Thüringer Waldes eingehend
zu unterrichten.
— Jahrbuch 1913 für Volks= und
Ju=
gendſpiele. In Gemeinſchaft mit E. von
Schencken=
dorff und Sanitätsrat Profeſſor Dr. F. A. Schmidt
her=
ausgegeben von Geh. Hofrat Profeſſor H. Raydt. Mit
zahlreichen Abbildungen im Text. (VIII u. 324.) Preis
kart. 3 M. 1913. Leipzig und Berlin. Verlag von B.
G. Teubner. Der vorliegende umfangreiche neue
Jahr=
gang des Jahrbuches für Volks= und Jugendſpiele
zeich=
net ſich durch einen außerordentlich reichen Inhalt aus.
Aus allen Gebieten der Jugendpflege und allen
Reform=
bewegungen, die eine Ertüchtigung unſerer Jugend
an=
ſtreben, ſind feſſelnde Schilderungen und eine große
An=
zahl vortrefflicher Abhandlungen aus der Feder bekannter
Fachmänner vertreten. In ſeiner Geſamtheit bietet das
Werk ein erfreuliches Bild raſtloſen Vorwärtsſtrebens, das
Körper und Geiſt und nicht zuletzt der Gemütsbildung
un=
ſeres Volkes zugute kommt. Den reichen Inhalt des
Bu=
ches umſchließt eine Fülle guter Bilder.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Metz, 3. Juli. Die ſeit mehreren Monaten
ſchwe=
benden Verhandlungen im Baugewerbe
ha=
ben ſich zerſchlagen. Die Arbeiter haben geſtern die
Vorſchläge der Arbeitgeber abgelehnt und ſind heute früh
auf allen Bauſtellen in den Ausſtand getreten.
* Salzwedel=Gardelegen, 3. Juli. Amtliches
Wahlergebnis: Hauptritterſchaftsdirektor Kröcher=
Vinzelbera (konſ.) 6999 Stimmen, Amtsvorſteher Schulz=
Ritze (konſ.) 4045, Privatdozent Dr. Böhme Groß=
Lichter=
felde (fraktionslos) 10 754, Gewerkſchaftsbeamter
Berge=
mann=Magdeburg (Soz.) 1919 Stimmen, alſo Stichwahl
zwiſchen Kröcher und Böhme.
* Kiel, 3. Juli. Der Kaiſer hat dem Reichss
kanzler die Brillanten zum Schwarzen Adler=Orden
verliehen.
* Rio de Janeiro, 3. Juli. Eine Dynamits
Exploſion zerſtörte das Eiſenbahn=Depot in Carityba
im Staate Parana. Die Stadt wurde in Mitleidenſchaft
gezogen. Die Panik iſt groß. Man ſpricht von 50 Toten,
HB. Osnabrück, 3. Juli. Die Para=Typhus
erkrankungen in Osnabrück ſind im
Abneh=
men begriffen. In den letzten Tagen ſind keine neuen
Erkrankungen mehr zu verzeichnen. Beim zweiten
Batail=
lon befindet ſich kein Kranker mehr, beim erſten Bataillon
befanden ſich geſtern noch 57 Mann in ärztlicher
Behand=
lung. Auch dieſe 57 ſind nur noch ganz leicht erkrankt=
Hinſichtlich der Erkrankungsurſache hält das Sanitätsamt
nach wie vor an der nunmehr geſicherten Vermutung feſte
daß die Erkrankung durch den Para=Typhusbazillus und
ſein Gift hervorgerufen worden ſind. Nach dem bis jetzt
bei 24 Erkrankten dieſe Bazillen nachgewieſen
wur=
den, hat die Unterſuchung auch die Diagnoſe beſtätigt.
— Bremen, 3. Juli. Heute morgen herrſchte in der
Marienſchule in der kürzlich der Oberlehrer Schmidt
ein Blutbad anrichtete, eine Panik. Das heftige
Zu=
ſchlagen einer Tür verurſachte einen ſchußähnlichen Knall.
Die Kinder ſtürzten ſchreiend die Treppen hinunter; viele
fielen und wurden leicht verletzt.
— Paris, 3. Juli. Während der geſtrigen
Kammer=
ſitzung erſchienen etwa 30 Sozialiſten im Gänſemarſch
auf der Eſtrade und trugen ſchwere Pakete, die die von
den Sozialiſten von den Gegnern der Regierung in ganz
Frankreich geſammelten 730000 Unterſchriften gegen die
dreijährige Dienſtzeit enthielten. Alle Pakete
wurden hinter dem Präſidentenſitz niedergelegt.
— Madrid, 3. Juli. Als der König heute morgen
auf dem Wege vom Miniſterrat im Auto das Haupttor
des Palaſtes paſſierte, ſtürzte ein Individuum auf
den Wagen, wurde jedoch ſofort verhaftet und auf
die Polizeiwache gebracht. Der Verhaftete heißt Paul
Fernandet, er hatte zahlreiche Stücke Glas in der Taſche,
Der König erreichte die Gemächer, ohne den Vorfall
be=
merkt zu haben.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Aalowenden
besonders bel
Aagraus fall.
Wiekung wissenschafff.
begründef.
Oeee
haltbar, naturgetreu, Dr. Kuhns
Locken Sadulinwaſſer, 1.00, 0.80, 0.60,
Pomade 1.50, 1.00. Franz Kuhn, Kron.=Parf.,
Nürnberg. Hier: F. B. Grodhaus, Seifenf.
a. weiß. Turm, ſowie in Apoth., Drog. u. Parfüm. (V,7300
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Mitteilung, daß geſtern
abend um 10 Uhr meine liebe Frau, unſere
gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante
(14516
Frau Baberte Sohm
geb. Grasmück
im 64. Lebensjahre ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Franz Böhm, Schuhmacher.
Darmſtadt, den 3. Juli 1913.
Die Beerdigung findet Samstag, den 5. Juli,
nachmittags ½3 Uhr, vom Sterbehauſe Neue
Ireneſtraße 23 aus, ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Die Lage zwiſchen dem Hochdruckgebiet im Weſten
und dem Tiefdruckgebiet über Rußland führte bei meiſt
nordweſtlichen Winden ziemlich kühles Wetter mit
wech=
ſelnder Bewölkung und verbreiteten Niederſchlägen herbei;
die Temperaturen ſind ſeit geſtern etwas geſtiegen. Das
öſtliche Tief iſt unter Verflachung weſtwärts
vorgedrun=
gen, während das weſtliche Hoch zurückgewichen iſt. Wir
werden dabei bei meiſt weſtlichen Winden trübes, meiſt
regneriſches Wetter haben.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 4. Juli: Trüh,
Regenfälle, etwas wärmer, weſtliche Winde.
Tageskalender.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. —
Bür=
gerkeller um 8 Uhr.
Bilder vom Tage (Auslage: Expedition Rheinſtr. 23).
Die Baufach=Ausſtellung in Leipzig, vom Luftkreuzer
Sachſen” aus aufgenommen; die Beiſetzung des
ermor=
deten Großweſirs Mahmud Schefket Paſcha; die
Ent=
hüllung des Ohm Krüger=Denkmals in Pretoria; die
Erdbebenkataſtrophe in Bulgarien, Obdachloſe in der
alten Zarenſtadt Tirnowo.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otte Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Nummer 154.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Es kommen grosse Posten Schuhwaren mit bis zur Hälfte ermässigten Preisen in bekannten
guten Qualitäten in nur reiner Lederausführung zum Verkauf:
(14491
Damen- echt Boxcalf- u. Chevreaux-Stiefel, schwarz u. braun, jetzt 4.50
„ Chevreaux-Schnürstiefel
Chevreaux-Schnürstiefel, Derby-Lackkappe . .
, weisse Glacélederstiefel
,
„ echt Chevreaux-Schnürstiefel, schwarz und braun
„ Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit
„ Boxcalf-Schnürstiefel, mit u. ohne Lackkappen, Rahmenarbeit . jetzt 8.50
Herren-Schnürstiefel mit Wichsbesatz
Chevreaux-Schnürstiefel, Lackkappe, breite Form . jetzt 6.50
„ echt Chevreaux-Schnürstiefel, elegante Form . .
„„ „ Box- und Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit jetzt 7.50
braun Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form jetzt 8.50
„
Chevreaux-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form jetzt 9.50
„
„
„ „ Boxcalf-Schnürstiefel, Rahmenarbeit, breite Form . . jetzt 10.50
jetzt 4.95
. jetzt 5.50
jetzt 3.00
jetzt 5.50
. jetzt 7.50
jetzt 5.50
jetzt 6.50
Halbschuhe in verschiedenen Ausführungen .
jetzt 2.—, 3.—, 4.95 und 5.50
Pantoffeln, Mädchen und Kinder-Artikel zu ausnahmsweise billigen Preisen.
Mie meine
Schaufenster
zu beachten.
V
Rheinstrasse 6.
n
Telephon 60.
Eine kluge Hausfrauf
verwendet nur unſer Universal-Präparat
„
Fakirol‟
für Linoleum und Parkett uſw.
Fakirol zaubert in kurzer Zeit und mit wenig Mühe den
ſchönſten Glanz auf jedem, auch dem
älteſten Boden hervor. Niemand verwendet nach einmaligem,
richtigem Gebrauch ein anderes Präparat, ſondern nur noch
Fakirol. Laſſen Sie ſich eine Probe von unſeren Vertretern
unverbindlich vorführen. Zu haben nur bei dem
Fabrikanten
(14514
Telef. 2131. Burt Bohde Kaupſtr. 37.
SceeeaseeGesecceGascesſc aeeessnehacen Gsce Gescesc2.5e
Für Haushaltungs- und
Ausstattungs-Bedarf
empfehle meine bestbewährten Qualitäten
Leinen, Halbleinen, Shirtings, Bettdamaste
Tischtücher, Servietten, Handtücher
Badetücher, Wischtücher, Taschentücher
usw. in größter Auswahl zu konkurrenzlos
billigen Preisen.
(14465fi
Ludwig Berbenich
Steinstrasse 2, II. (Haus Ott).
erehe hleneiter
Landparter
per Pfund 1.25 Mark
empfiehlt
*2232
M. Greib
Schulstraße 9.
Telephon 735.
Jung. reinrassiger Kriegshund
unzigshalber billg zu verlauſen
*2177). Wienersſtr. 69, 2. St.
mperia Bar
Ludwigsplatz 2.
(13906a
Klinder Mann empſieht ſich mi
B Riechten von Körben und
Stühlen. Poſtk. genüat (14390a
Gg. Treusch, Eckhardtſtr. 3.
Daner- mihindertleider
werden angefertigt
(14460a
Pankratiusſtr. 8, 1. St.
Lücker
der beste
der billigste
Hutzucker, kl. u. große Hüte Pfd. 24 ₰
bei 10 Pfd. 25 ₰
Kristallzucker „ „ „ 23 ₰
Vietoria-Kristall „ . . 25 ₰
Gemahlener „ „ . 23 ₰
„ Norddeutscher pr. Pfd. 21₰
.. 3 Pakete 20 ₰
Salieyl
Alle Einmach=Artikel
in bekannter Güte.
Drogerie
Ph. Secker Nachf.
Inh. Herm. Hoechster
Ludwigshöhstr. 1. Teleph. 244
Schwz.=wß. Rabattmarken.
(B1449s
Gelledern
Coleene
Beitbachent
Jederleinen
Ieſbeeuge
Bekltücher
Bellkllern.
Gelldecken
Belbüberzüge
än grosser Auswohl.
Schllexplatz 5
Gelber Boxer
ſchwarze Maske, mit Stammbaum,
5 Mon. alt, weg. Platzmang. bill.
abnugeben,
Junge Dogge nur in
e. Kiesſtr. 47 pt. (*2260
aute 3
ſunge) billig zu verkaufen
Hasen Liebtrauenstr. 38, I. (2100
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Nummer 154.
Weiblich
Erfahrene
mit beſten Referenzen, zurzeit
in ungekündigter Stell., ſ. ſelbſtänd.
Poſten z. 1. Sept. ds. Js. oder ſpäter.
Off. u. V 6 an die Exped. (*2208
Perf. Büglerin empf. ſich auß. dem
Hauſe. Schulſtr. 12, Stb., I. (*2067df
Dame ſucht Aushülfsſtelle in
beſſerem Damen=
Konfektionsge=
ſchäft per ſofort. Offerten unter
U 48 an die Expedition. (*2000mf
Junge Frau ſ. Laufd. v. 7—3 Uhr
Große Kaplaneigaſſe 13. (*2187
Mädchen ſucht morg. 2 Stund.
und mittags 2 Stund. Laufſtelle
Mühlſtraße 18, Manſ.
(*2217
Aelter. Fraulein
erfahren in Küche und Haushalt.,
mehrere Jahre im Ausland, ſucht
als Stütze, od. Pfleger., od.
Haus=
hälterin Stelle, geht auch ausw.
*2245) El. Stappel, Darmſtr. 14.
Stellen ſuchen: Herrſch.=Köchin,
Swo Küchenm. vorh. iſt,
Kinder=
pflegerin, jüng. Mädch., eign. ſich als
zweite od. Kinderm. Minna Dingeldein,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Männlich
in Drogen u. Kolonial=
Suché warengeſch. Stelle alsl od. Frau geſ. Caſinoſtr. 7, II. (*2242
Verkäufer od. Lageriſtp. 15. Juli od. Suche Mädchen, welche kochen
1. Auguſt. Off. unter U 33 an können, z. zwei Leuten, zu Herrſchaft
die Expedition ds. Bl. (*1942mdf mit ein. Kind, ſow. in Geſchäftshäuſer,
ſucht Vertrauensſtellg.
vorh. Off. u. V34 Exp.
Welblich
Vorarbeiterin Fabrik
chem.=techn. Produkte mit ca. 20
Arbeiterinnen. Dieſelbe muß im
geſamten Verpackungsweſen (Ab=
neues
u. gei
Pe=
unt. V 18 an die Exp.
Frauen und Mädchen
Beſchäftigung bei
Sortieranſtalt.
Frauli und Mädchen
finden lohnende Beſchäftigung bei
Wolf Strauß, Sortieranſtalt,
Gräfenhäuſerweg 75. (14115oimk Mädchen mit nur tadelloſ. Zeugn.
Eehrmädchen
gegen ſofortige Vergütung
geſucht. Nietſchmann. (14349mf
Ein Lehrmädchen oder
Lehrjunge geſucht
mit Vergütung. (14458a
Neu, Eliſabethenſtraße 30, I
Lehrmädchen
hat, gegen ſof. Vergütung geſucht.
A. Anton, Magaz. f. Haus u. Küche,
Eliſabethenſtraße 1. (*2119dfs
Williges Mädch. aus achtbarer
Familie kann bei mir das
Kurbel=
ſticken erlernen. H. Front, Stickerei-
Atelier, Eliſabethenſtr. 10. (*2255
Tücht., ſaub. Mädchen für
vor=
mitt. geſ. Magdalenenſtr. 11, I. (*2210
Tubroc
Enorm lohnende Fabrikation
der Baubranche, ohne Brauchekenntniſſe!
Wir weiſen an Hand von Belegen
eine
Jahresverdienſtichaure von Mk. 20-30000 nach.
Die alleinige Fabrikationsberechtigung und der Alleinvertrieb eines der
größten Maſſenartikel der Baubranche, welcher mehrere Hundert Prozent
Verdienſt abwirft und ohne jede 9=
Konkurrenz iſt, ſoll für den Bezirk Starkenburg
an ſolventen Herrn oder Firma, ganz gleich welcher Branche, en bloc
oder geteilt, vergeben werden. Die Fabrikation iſt in einer Stunde
er=
lernt. Außer einigen 1000 Mark für den Erwerb des Fabrikationsrechtes
iſt nur wenig Kapital erforderlich, da das Rohmaterial zu dem
fabrizieren=
den Artikel faſt gar nichts koſtet.
(II,14478
Intereſſenten belieben ihre Adreſſe umgehend unter U. 5480 bei
Haasen-
stein & Vogler, A.-G., Frankfurt a. M., zu hinterlegen.
ſtraße 15, II.
(*2233 Reinl. Laufmädchen Hausmädch. in Herrſchaftshäuſer.
(Frau Berta Neßling, gewerbs=
tmäßige Stellenvermittlerin Ludwig=
(*2068df
sſtraße 8. tagsüber
Sauberes Mädchen ſofortge=
ſucht Wittmannſtr. 4. (B14454 Alleinmädchen geſucht zum ſo=
fortigen Eintritt. Näh. bei Frau
geſucht für Küchler, Bismarckſtr. 20. (*2109df Zuverl. jg. Mädchen oder auch
Frau für vor= u. nachmittags geſ
*2115df) Lichtenbergſtr. 58, III. eine Villa
Dienſtmädchen im Villenviertel
.Ludwigshöhe per ſof. geſ. Offert.
.u. U 94 an die Exped. (*2196fs Braves, jüngeres Mädchen in
klein. Haushalt zum 15. Juli ge
Mühlſtraße 26, III., links. (*2203fs eEin Mädchen das koch. kann zu
*2 Leut. geſ. Hoh. Lohn. Fr. Susanna
Röse, gewerbsmäßige Stellenvermittlerin,
Kiesſtraße 35, 1. Stock. (*2216 geſucht zum 1. Aug.
Köchin ds. Js., die einen
Teil der Hausarb. übernimmt, für
kleineren Haush. Nicht zu junge
mögen ſich melden durch die Exp.
ds. Bl. unter II. 96. (B14493 Ordentliche ſaubere Frau für
wöchentlich 1 mal geſucht. Karl=
ſtraße 115, 2. St., rechts. (*2250 Gute Köchin
zum baldigen Eintritt bei hohem Lohn
gesucht.
Offerten Biebrich am Rhein,
Wiesbadenerallee 15. (I,14479 nach auswärts eine
(Gesucht perfekte Herrſchafts=
köchin. Offerten unter U 88 an
die Expedition ds. Bl. (*2173 mit guter Schulbildung, welches Monatsfraugeſucht fürmorgens
an Oſtern die Schule verlaſſen1 Stunde von 9—10 Uhr. Zu er=
fragen in der Expediton. (*2171
Tuche Stütz.in Geſchäftsh. u inein.
fein. Penſion, Köchin., Hausm.,
Alleinm., welche koch. könn., Zim.=u.
Küchenm., Alleinm. i. Geſchäftshäuſ.
für ſof., 15. Juli u. 1. Auguſt. Frau
Minna Dingeldein,
gewerbs=
mäßige Stellenvermittlerin,
Eliſa=
bethenſtraße 5, Tel. 531. (*2264
Wir ſuchen zum ſofortigen Eintritt eine
tüch=
tige, zuverläſſige, gewandte
(14467
Kassiererin.
Nur Damen, die bereits in lebhaften
Detailge=
ſchäften dieſen Poſten bekleidet haben, wollen ſich melden.
S. Wronker & Co. Nachf.
Für unſeren Packtiſch an der Kaſſe ſuchen wir
per 1. Auguſt 1913 eine tüchtige, gewandte
Packerin.
Nur Damen, die gleiche Stellungen in lebhaften
Detailgeſchäften bekleidet haben, wollen Off. einreichen.
S. Wronker & Co. Nachf.
14468)
Mänm1ie
Anwaltsgehilfe (Stenotypist)
auch Dame
geſucht. Perſönliche Vorſtellung
nachm. ab 3 Uhr erbeten.
Rechtsanwalt Joseph,
Bismarck=
ſtraße 22.
(*2240
Agent ſof. geſucht. H.
jürgen=
sen & Co., Zigarren= u. Zigaretten=
Fabrik, Hamburg 22.
(I,3034
Vertreter Sosacht.
Erstklassige heſſiſche
Weingrosshandlung
ſucht für Darmſtadt und
Oden=
wald bei erſtklaſſiger
Privatkund=
ſchaft, Hötels und Reſtaurants
gut eingeführten Vertreter.
Ausführliche Offerten erbeten unter
C. 5493 an Haasenstein & Vogler A.-G.,
(II,14480
Frankfurt am Main.
Sicherer
Nebenverdienſt
durch Vertrieb einer epochem., pat
Neuheit. Näheres durch Fr. Weltin,
Karlsruhe i. B., Karlſtr. 25. (I,14518
aller Berufe
Offene Stellen enthält ſtets
die Zeitung: Deutſche Bakanzen=
Poſt, Eßlingen 143.
(I,1627
Privatreisende
für auswärtige Touren ſofort
geſucht. Höchſte Bezahlung.
Offerten unter V 22 an die
Ex=
pedition dieſes Blattes.
(*2249
Tücht. Rockarb. geſ. Solche m.
Geſellenprüf. bevorz. Konfektion,
(*2193fo
Luiſenſtraße 30.
Tüchtigen Schmiedegeſellen für
Hufbeſchlag u. Wagenbau per ſof.
geſ. E. Mohrmann, Großh.
Hof=
ſchmied u. Wagenbauer. (14481fso
Kutscher
geſucht. Heidelbergerſtr. 25. (B14507
Tüchtiger ſelbſtändiger
Ofen=
ſetzer ſofort für dauernd geſucht.
Thomas Ploch, Hoflieferant,
Karlſtraße 23.
(*2175fs
Laufjunge
16 Jahre alt, geſucht
209
L. C. Wittich’sche Hofbuchdruckerei
Rheinſtr. 23.
Sofort geſuchr aushilsweiſe
Elektrotechniker oder Zeichner,
zum Anfertigen von
Projektzeich=
nungen für kleine elektr. Anlagen.
Off. unt. V30 a. d. Exped. (*2266
ſtadtkundig,
Rulicer, geſucht
14519a) Heidelbergerſtr. 25.
Ein faſt neues kompl. Bett mit
nußb. Bettſtelle für 60 Mark
zu verkaufen.
(*1959ms
Schloßgartenſtr. 55, 1. Stock.
Heinrichstr. 152, III.
neuztl. 6 Zimmerw. m. reichl.
Zu=
behör, Zentralh., p. 1. Okt. z. verm.
Näh. Soderſtr. 102, I. (14488ms
Gervinusſtr. 43 ſchöne 5
Zim=
merwohnung per 1. Okt. (14426t
Mollerstrasse 9
1. Stock eine 5 Zimmer=Wohnung,
Fremdenzimmer, Mädchenkammer,
Gas u. Veranda, nebſt Zubeh. per
ſofort zu vermieten.
(13290
Mathildenstr. 11, 2. Stock,
Frdl. ger.5 Z.=W. m. gr. Fremdenz.
u. 2 Kam. in der Manſ., Bad. mit
Einr. u. Küchenbalk. per 1. Okt.
NäheresHeinrich Funk,
Grafen=
ſtraße 23½, Tel. 446. (14168t
hübſche
Heinrichstr. 97, II., 5 Zimm.=
Wohnung zum 1. Oktober.
Anzu=
ſehen von 10—12 und 3—5 Uhr.
Näheres parterre.
(*2111df
Kiesſtr. 77, 1. St., neuzeitliche
5 Zimmerwohnung per 1. Okt.
Einzuſ. zwiſch. 10. u. 12 Uhr. (11522f
Elisabethenstr. 72, III.
ſchöne 5 Zimmerwohnung mit
kompl. Bad u. allem Zubehör
per 1. Okt. zu vermieten.
Näheres Eliſabethenſtr. 68,
Kontor.
(14490t
Eine 5 Zim.-Wohnung
mit allem Zubehör, ſofort beziehbar.
Ferd. Kahn, Schloßgartenſtr. 41. (*2212sms
Liebigſtr. 65, 2. St., 4 Zimmer
mit Zubehör per 1. Oktober nur an
ruhige Mieter. Beſichtigung 11—12
u. 2—4 Uhr. Näh. part. (13976t
Taunusſtr. 10 iſt der Parterreſt.,
4 Zimmer zu 480 Mark, und der
2. Stock, 4 Zimmer zu 560 Mark.,
zu vermieten; einzuſehen nachmitt.
Näheres bei W. Chriſt,
Villen=
kolonie Eberſtadt.
(14492ms
Saalbauſtraße 78 3
Zimmer=
wohnung zum Pr. v. 500 Mk. zum
1. Okt. Näh. Soderſtr. 102, I. (14489ms
Liebigstr. 13, Hauſe, ebener
in ruhigem
Erde, 3 Zimmer mit 2
Halbgeſchoß=
zimmern, Küche, Gas und Zubehör,
1. Oktober zu vermieten. Näheres
Frankfurterſtraße 16, II. (*2179fs
3 Zimmerwohnung mit
reich=
lichem Zubehör per 1. Oktober zu
vermieten. Näheres
Pallaswieſen=
ſtraße 23, im Laden. (14476ms
Erbacherſtr. 13 ſind
zimmerwohnungen (part.)
Näh. Hinterhaus, part.
2
Drei=
zu vm.
(*2253fs
Gr. 2 Zimmerwohn. in der
Alt=
ſtadt. Näh. Kahlertſtr. 1. (14213oidf
Beckerstr. 27, II., Wohn.
Zim., p. 1. Aug. an ruh. Leute z.
vm. Zu erfr. pt. daſelbſt. (*2069df
2 Zimmer, Küche u. Keller per
1. Aug. cr. zu verm. Preis 11 M.
Näh. Stiftſtr. 46.
(14494a
(Hinterbau), 3 ſchöne
Schulſtr. 1 helle Räume, für
Büro und Lager geeignet, ſofort
zu vermieten.
(14308mdf
Näheres im Laden, links.
Ernſt=Ludwigſtr. 11 Werkſt.z
vermiet. Näh. I. St.
(*2205
Friedrichſtraße 22, pt., 2 fein
möbl. Wohn= u. Schlafz. per ſofort
ev. 15. Juli zu vermieten. (135020
Viktoriaplatz 9 möbl. Zimmer
zu vermieten.
(13803f
Loniſenſtr. 32, II. (b. Gg. Wedel,einft
möbl. Z., n. d. Straß., m. P. (13977a
Eliſabethenſtr. 49, II., einſt.
möbl. Zimmer mit gutem Bett an
anſt. Herrn.
(13691t
Stiftſtr. 89, 1. St., ſchön möbl.
Wohn= u. Schlafzim. mit Schreibt,
Gas, ſep. Eing., zu verm. (14024a
Mauerſtraße 14 ſchöne Zweil
zimmerwohn. per ſofort. (*1941mfo
1—2 gut möbl. Zimmer mit
Penſion ſofort zu verm.
Moſer=
ſtraße 5, Weidig.
(B14098omf
Mühlſtr. 50, pt., ſchön möbl.
Zimmer, 1 od. 2, an Herrn od.
Dame, Preis ſehr mäß. (14190a
ee eicltr 2
Gut möbl. Zimmer m. Penſion
für ſofort oder ſpäter zu
ver=
mieten.
(B10671if
Darmſtr. 10 möbl. Wohn= u
Schlafz. (Schreibt. u. Gas). (11510if
Niederramſtädterſtr. 14, 2. Stl
in gutem Hauſe, möbliertes
Zim=
mer zu vermieten. (14218t
Zwei gut möblierte Zimme
mit Penſion an israelit. Herrn
ſofort zu vermieten. Offert unt
T 96 an die Exp. (*1803md
Sehuchardstr. 11, I., gch. möbl. Ung
m. Klav. u. Schreibt. u. kl. Zim. bill. (*2101dfsg
Feldbergſtr. 32½, pt., 1 möbl.
Zimmer zu vermieten. (*2085dfs
Luiſenſtr. 34, I., 2 eleg. Zimm.,
auch Wohn= u. Schlafz., ſep. (*2200
Grafenſtraße 35, II., links, gut
möbl. Zim. ſof. zu verm. (*2167fs
Saalbauſtr. 38, II., eleg. möbl.
Wohn= und Schlafzimmer zu
ver=
mieten. Teleph. vorhand. (*2241fsm
Luiſenplatz 1, 3. St. I., ſchölt
möbl. Zim. per ſof. zu vm. (14510a
Sommerfriſche:
Gut möbl. Zimmer mit Frühſtück
à 1.20 M., neuzeitl. eing., Näh. Bahn
und Wald, Bad im Hauſe, bei
Leuten o. Kinder. Panzenhagen,
Alsbach a. d. Bergſtraße. (*2126dfs
S
Einain
Schilder, raſcheſte Lieferung,
Tür=
ſchoner a. Glas, Emaill u. Zellu
loid, empfiehlt in groß. Auswahl
Ernst Crämer, Ludwigſtr. 7. (*2235,
Dahrräder u. Nähmaschinen
* repariert ſchnell, gut und billig
Chr. Debus, Mechaniker, Teleph. 1737,
Nieder=Ramſtädterſtr. 57a. (*2254
Luftſchläuche und Deckmäntel
in allen Preislagen ſtets vorrätig.
m Aeuß.
Damenuhe verioren Ring,
nahe d. Pankratiusſtr. Abzug. geg.
Belohn.
bfrauenſtr. 61. (*2234
am Donnerstag vormittag zwiſchen
9 und 10 Uhr etwa auf dem
Wege vom Hauptbahnhof nach
der Stadt eine Brieftaſche,
ent=
haltend ea. 500 Mark, außerdem
Dokumente und Reiſepaß.
Ab=
zugeben gegen gute
Belohnung=
i. Fundb. o. in d. Ruſſ.
Geſandſchafts=
kanzlei, Heidelbergerſtr. 7. (*2213
Schwarze
ackelhündin
ziemlich ſchwach gebaut, abhanden
gekommen. Gegen hohe Belohnung
abzugeben Saalbauſtraße 41, 2. St.
Vor Ankauf wird gewarnt. (*2214fs
Nummer 154.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Seite 9.
Tandem
(Adler), Herr und Dame, billig
abzugeben.
(14517fom
Müller & Ober, Karlſtraße 30.
ſollſt. eiſ. Dienſtbotenbett z. verk
(*2243)Alexanderſtr. 17½, Hth. III.
Sſlammig. Gasherd,
Zu verk.: Sprungmatr. m.
See=
grasmatr., einf. eiſ Bett, alt. Koff.,
Bügelbrett, kl. Büchergeſtell ꝛc.
*2268) Liebigſtraße 39, part.
bill abzu=
Zwei Kopierpreſſeu geben
*2269) Kahlertſtraße 13, 1. St.
Kolonialwarengeſchäft
zu mieten geſucht. Offerten unter
U 91 an die Exp.
(B14474
Für ein Engros=Geſchäft wird
ein Lokal, parterre oder 1. Stock,
im Zentrum der Stadt zu mieten
geſucht, per bald. Off. unter V 7
an die Expedition ds. Bl. (*2215
Wilchgeſchäft zu verk. Off. unt.
M V19 an die Exped. (B14500
Krantheitshalber iſt ein
rentables Café
mit Konditorei
nebſt Zubehör bei ſofortiger
Ueber=
nahme zu vermieten.=Erforderliches
Kapital 2—300 Mk. Geeignet für
ledige und verheiratete Perſonen.
Off. u. V 10 a. d. Exp. erb. (*2222
Gutgch. Flaschenbier-Geschäft
od. Bier=Niederlage zu kaufen od.
zu mieten geſucht. Offerten unt.
V 24 an die Exped. ds. Bl. (*2251
Ein Grundſtück, a. d.
Roßdörfer=
ſtraße gelegen, zu verk. Off
unter U 89 an die Exp. (*2169fs
9 Zim., nebſt ſch. Gart. zu verk. durch
Fr. Hoth, Martinſtr. 101. (B14475
Gesucht!
Kl. Haus in der Gemarkung
Darmſtadt im Preiſe v. 18000 bis
20000 Mk. zu kaufen geſucht. Off.
mit gen. Angabe des Preiſes unt.
V 25 an die Exped.
(14511a
Günſtiger Verkauf.
Haus f. 8000 Mk.
Verkaufe mein kleines
Land=
haus mit groß. Garten, 10
Mi=
nuten von Darmſtadt gelegen,
für 8000 Mk. Wenig
An=
zahlung erforderlich. (14473a
Offerten erb. unter U 86
an die Exped. ds. Bl.
Dauplatz m. bauplan
für ein eingebautes
Einfamilien=
haus, enthaltend Keller, Küche,
Speiſekammer, 7 Zimmer,
Kam=
mern, Bodenräume, Verandas und
ca. 120 qm Garten, Platz und Haus
zuſammen zum Preiſe von ca.
22000 Mk. zu verkaufen. (B13025
Der Bauplatz iſt im ſüdlichen
Stadtteil in nächſter Nähe des
Waldes und der elektriſchen Bahn.
Näheres durch örchitekt Gg. Kuge!
Wittmannſtraße 4.
Darichen
Möbelſicherh.
Näh. Ludwigshöhſtr. 74a. (B14026
an grundreelle
Perſonen geg.
Wer übernimmt Kaufschilling
von Mk. 7000 an 1. Stelle,
rück=
zahlbar 1. VII. 15; Zins über
3%. Gefl. Anerbieten unt. V 12
an die Expedition.
(*2224fs
Geſucht 5000 Mk.
ſof. v. akad. Staatsb. geg. 6%. Rückz.
innerh. 10 J., dopp. Sicherh. Off. n. v.
Selbſtg. u. V32 an d. Exp. (*2263fs
Wer leiht ſtrebſ. Geſchäftsmann
500—1000 M. geg. Sicherh.
Off. u. V33 an die Exp. (*2261fs
len
2 junge Damen
wünſchen Deutſch gegen Engliſcho
Franzöſiſch auszutauſchen. Off. u.
V 26 an die Expedition. (*2248
Massage-Heilgymnastik,
Krankenpflege-Baderlehre etc
Theoret. und prakt.
Unterrichts=
kurſe für Damen und Herrn durch
2 Spezialärzte nach bewährter
Me=
thode. Offerten unter F. Z. V. 572
an Rudolf Mosse, (I,13954
Frankfurt am Main.
Gründl. Klabier= und
Violin=
unterricht erteilt zu mäßigem
Honorar Georg Göbel,
Muſik=
lehrer, Neckarſtr. 3, part. (13849a
Princ
Formen, Pudding= u. Auflaufform.,
Kirſchenentkerner, Rettigſchneider,
Gurkenhobel empfiehlt in gr. Ausw.
E. Crämer, Ludwigſtr. 7. (*2236
Gupfernes Keſſelchen, zum Obſt.
R einkochen, billig zu verkaufen.
*2239fm) Sandbergſtr. 54, II. I.
2 3 Zimmerwonhar
geräumig, mit Zubehör,
Zentrum der Stadt
aus-
geschlossen, per 1.
Ok-
tober zu mieten gesucht.
Offerten nur mit Preis
u. V4 a. d. Exped. (2206fso
(Suche bis Oktober einen ſchönen
Laden (Eckladen bevorzugt),
mit oder ohne Wohnung, in guter
Lage bei nicht zu hoher Miete zu
mieten. Gefl. Offerten unt. V14.
(*2230
an die Expedition.
ſucht moderne 6 Zim=
Beamter merwohnung (Bad
uſw.) per 1. Okt. Angeb. m.
Preis=
ang. u. U 98 a. d. Exped. (*2185
(Ehebaar mit einem zinde ſucht
p. 1. Okt. cr. 5—6 Zim.=Wohn.
in nur beſſ. Hauſe, Gas, elektr. Licht,
Bad, Gartenanteil erwünſcht.
Offert. mit Skizzen n.
Braun=
ſchweig, Hohe Torwall 5, I. (14408dfs
Schöne 5=Zimmerwohnung,
I. od. II St., im Preis v. 600—650
Mk., in der Nähe Schloß u.
Rhein=
ſtraße z. 1. Oktober zu mieten
ge=
ſucht. Off. an die Expedition unter
(*2139df
U 77 erbeten.
Ruhige Beamtenſamite ſucht
4= ev. auch 5=
Zimmerwoh=
nung nebſt Zubehör, möglichſt
Mitte der Stadt, per 1. Oktober.
Offerten unter U 49 an die
*2021mdf
Expedition.
Freundl. 4—5 Zimmerwohn.
in guter Lage von kleiner Familie
(1 ſchulpfl. Kind) zum 1. Okt., ev.
auch etwas früher, geſucht.
Angebote unſer U 97 an die
Expedition d. Bl.
(14487
Geſucht per ſofort ſonnige
Wohnung, 4 Zimmer und
Zubehör, möglichſt mit Bad, Nähe
Ludwigsplatz.
(*2244
Offerten mit Preisangabe unter
V 16 an die Exped. ds. Bl.
Kinderloses Ehepaar
ſ. p. 1. Okt. ſchöne, moderne 3—4 Z.=
Wohn., ziemlich im Zentrum der
Stadt. Angebote m. Preisangabe
u. V 28 an die Exped. ds. Bl. (*2246
Beamtenfamilie
ſucht neuzeitl. 3 Zim.=Wohn. Off.
u. V 27 an die Expedition. (*2247
Zimmerwohnung, neuzeitl, v
2 Perſ. in beſſ. Hauſe z. 1. Okt. od.
früh. z. miet. geſ. Off. m. Preisang.
u. U 66 an die Exp. (*2096df
Dunge Eheleute ſuchen ſchöne
3Zimmerwohn. mit Keller,
Bodenkammer ꝛc. per 1. Oktober,
event. auch früher, im öſtl.
Stadt=
teil. Offerten mit Preisang. unt
U 60 an die Exp. (B1439
mit Bad, elektr. Licht und Stallung
für 1 Pferd per 1. Auguſt geſucht
in guter Lage der Stadt,
Südvier=
tel bevorzugt. Gefl. Angebote unt.
§ 18 an die Expedition des Blattes
erbeten.
(13610t
Beamtenwitwe ſ. hier od. Umgeg.
2—3 Zimmerwohnung. Off.
mit äußerſtem Preis unter U 92
an die Exp. ds. Bl.
63
zum Allein=
Kleines Haus bewohnen,
oder 2—3 Zim.=Wohn., mit etwas
Garten, von kinderl. Ehepaar per
1. Okt. geſucht. Offert. unt. V 20
an die Exped. ds. Bl. (B14501
Suche f. ein größ. Geſchäft
der Nahrungsmittelbranche einen
Laden mit 2 Schaufenſtern,
Eck=
haus bevorzugt, möglichſt m.
Woh=
nung, im Zentr. der Stadt. Kauf
nicht ausgeſchloſſen. Offert. unter
U 84 an die Exp. (*2178fs
Größere Fabrikräume
400 qm, mit Keller u. elektr.
An=
ſchluß, ſofort zu mieten geſucht. —
Off. u. U 1 a. d. Exped. (*2204
Aa2
Geſchäftslokal
Mitte der Stadt, mit großem
Hof, bequemer Einfahrt u.
Lager=
räumen, per Januar geſ. Off. mit
Preis u. U 93 a. d. Exp. (*2198
Wer dort? (13682a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett.ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Ankauf
getragener Kleider, Stiefel,
Wäſche, ſowie
Zahnge=
biſſe ꝛc.
(13639a
S. Zarnicer, Kl. Bachg. 1.
Komme auch nach auswärts.
Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets
kon=
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 33.
Telephon 2097. (13838a
alte Briefmarken u. ganze
Büllſk Samml. (Sammlerpreisl.
grat.) Tönjes, Etzhorn. j. O. (*2011md
Achtung! Achtung!
Kaufe getragene Herren=
und Damenkleider, ſowie
Schuhe, Gold, Silb.,
Zahn=
gebiſſe, Bettfedern. Zahle
ſtets höchſte Preiſe.
Kletzewski, Schloßg. 29.
Poſtkarte genügt. (*2142dfs
Altes Gold
Brillanten, Platin, Silber, ſowie
Pfandscheine
auf obige Gegenſtände kauft zum
höchſten Wert
(14347a
Kurtz, Juwelenhandlung,
Pädagogſtr. 2. Telephon 1202.
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Arf,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. 7915a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.
Prismenfernglas
für Militärzwecke zu kauf. geſ. Off.
unt. U 87 an die Exp. (*2174fs
ine gebrauchte, gut erhaltene
Badewanne zu kaufen
ge=
ſucht. Offerten mit Preis unter
U 99 a. d. Expedition. (*2183
ut erh. Break, einſpännig, zu
kaufen geſucht. Offerten u.
U 95 a. d. Exped. d. Bl. (*2190
gebrauchten Wiener Ra=
Suche ſierſtuhl mit Kopfhalter
zu kaufen. Off. unt. O.
Müller=
ſtraße, hauptpoſtlagernd. (*2226
Mrivat. ſucht gebr., g. erh.
Waſch=
tiſch , Tiſch, Küchent., Nähmaſch.,
Schrank, Vorhänge uſw. Händler
verbeten. Offerten unter V 13
an die Expedition.
*2223
Zut kaufen geſucht
ein zweirädiger, breiter, gebraucht.
Handwagen.
Offerten erbeten an Georg Moswes,
*2221) Hoffmannſtraße 13½.
noch gut
Fahrrad, erhalten,
zu kaufen geſucht. Gefl. Anerbiet.
unt. V 9 an die Exp.
(*2220
Gebr. Drilling oder Schrofflinte,
nebſt Scheibenbüchſe zu kauf. geſ
Off. unt. V 8 an die Exp. (*2218
Suche eine gut erhaltene
Ladentheke mit Marmorpl.
zirka 3—4 Meter lang. Off. unt.
V15 an die Exp.
(*2229
Eein gebr. Kinderbett zu kaufen
geſ. Off. mit Preis an J. B.
Gutenbergſtr. 31, part. (*2231
Bücher-
Regal
1 Meter breit, gut erhalten, zu
kaufen geſucht. Gefl. Offerten
mit Preis unter V 11 an die
Exped. d. Bl. erbeten. (*2237fso
Gebrauchte Sacke
kauft
14508a)
S. Schneider,
Neue Ireneſtr. 57.
n gut erhaltener
Mahagoni=
ſpiegel zu kaufen geſucht. Off.
unter V 29 an die Exp. (*2257
Samstug, dch C. C. Hs.
nachmittags ½6 bis ½8 Uhr
veranstalten wir in unseren Lagerräumen
Bismarckstr. 45, Hinterhaus
einen
Ausverkauf
von
(14459df
Kinderwagenlu. Sportwagen
in den Preislagen von Mk. 2.— bis 15.-
P. Falx &sonne.
Gallensteine.
ätte ich doch früher gewußt, daß die Dun=Präparate ein ſo mild
wirkendes und doch ſo vorzügliches Mittel gegen Gallenſteine
ſind. Ich litt ſo unausſprechlich an Gallenſteinkoliken, daß ſchließlich
nichts anderes übrig blieb, als die Gallenblaſe herausnehmen zu
laſſen. Leider war die Folge davon eine ſchreckliche. Nachdem die
Wunde vernarbt war, kamen die Koliken wie zuvor, ja noch
furcht=
barer. Nach jeder Mahlzeit bekam ich Magenkrämpfe und Erbrechen,
ſo daß ich bis faſt zum Skelett abmagerte. Mein Zuſtand war ein
hoffnungsloſer und qualvoller, und als ich wieder operiert werden
ſollte, ließ ich es nicht zu und griff zu den Dunpillen.
Gleich=
zeitig legte ich mir ein etwa 20 cm breites Dunpflaſter wie einen
Gürtel um den Leib. Wie ein Wunder verſpürte ich faſt
augen=
blicklich Linderung, die Krämpfe und das Erbrechen ließen nach
und ich konnte wieder beſſer eſſen. Nach 3—4 Wochen hatte ich
bereits 10 Pfund zugenommen. Nach einigen Wochen bekam ich
noch einmal 2 Tage lang heftige Kolik, wobei der zurückgebliebene
Gallenſtein, der bei der Operation nicht gefunden worden war,
abging. Von dieſem Tage an, während ich Pillen und Salbe weiter
ehme, habe ich bereits 1 Jahr lang weder Koliken, noch Krämpfe,
noch Erbrechen uſw. gehabt und außerdem weitere 25 Pfund
zu=
genommen, ſo daß ich mein altes Gewicht wieder habe und alle
ſchweren Hausarbeiten wie früher verrichten kann, ja daß ich mich
noch lebensfroher und geſünder fühle. — Im vergangenen Sommer
haben die Dunpillen und=Salbe meinen Jungen Max, als er an
Maſern erkrankte, innerhalb 3 Tagen wiederhergeſtellt, desgl. ſpäter
bei einem Anfall an Diphtherie und Halsentzündung. D. S. (1.30),
D. P. (1.30), D. Z. (2.00).
Darmſtadt, 22. 9. 1912.
Frau L. M. (Unterſchrift ortsgerichtlich beglaubigt.
Zu haben in Apotheken oder durch Vermittlung der Fabrik
Hans Heiß, Darmſtadt, Roßdörferſtraße 22. Proſpekt koſtenlos
und frei.
(VII1748
Bestandt.: Dun-Salbe Corat. resin, pini 25, Cerrat. Cetacci 45 O1. Jecer Asom
15. Ger. Plar. 15 Bals. Canad. 3: Mirrhs 05; Geb. eerv. Altr. 15;
Mkall=
ori 28. Dun-Pilen: O1 Arach. 6; Ol. Jecor Asell 12, Gerat. res. plns 16
Ger. Tlar. 12; Pals. Ganac, 1. Gerar Getasel 2; Sebe vorv dltkr. 127 Vitell,
eri 125: Red. 11a. 28. Dun-Zäofchen: Cerat. res, vini 25; Carv a.be
Mirrah 0,5 z Vittell evi 20; Cerat Getaeci 25; O1. Jesor Asell 15; Male &
Gals, Canad. 3; Seb. eerv. Altr. 4.
Dur Wirischurren
in Darmstadt geeignete Leute geſucht. Offerten unter U 85
an die Expedition ds. Blattes.
(14472a
Brenntannäpfel
Hektoliter 85 Pf., bei 10 Hl. 80 Pf.
Fichtenzapfen
Hektoliter 35 Pf., bei 10 Hl. 30 Pf
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerstrasse 28.
Tel. 101. (B13898
Nehrere Stühle, ein Regal, eine
M Bank billig abzugeben
12993a) Gutenbergſtr. 54, part.
Während der Reiſezeit
werden Hunde u. andere Tiere
in gute Pflege genommen (13594a
Magdalenenſtr. 7, 1. Stock.
Sebr. Möbel des ſeith. Hotel
Gottwald preiswert zu verk.
Ferner 1 Billard, 1 Klavier,
(12802a
1 Muſikwerk.
Beſichtigung zwiſchen 3 u. 5 Uhr.
npfehle mich im Liefern von
E
Grabdenkmälern
aller Arten. Billige Preiſe, reelle
(709a
Bedienung
Peter Karn,
Friedhof=Allee. Telephon 1395
Wohnung: Friedrichſtraße 11
V50
CToz
mit Brut, vernichtet radikal
Patentamtlich
Rademachers Goldgeist.
Geschützt
Nr. 75 198. Goruch- u. farblos. Reinigt
die Kopfhaut v. Schunpen, befördert d.
Haarwuchs, verhüt. Zurug v. Parasit.
Wichtie f. Schulkinder. Taus. v.
An=
erkennungen. Pl. 3. M 1.— u. 0.50 im
iden Drogerien und Apotheken.
Zu haben: Emil Ehrecke,
Pankra-
tiusstr. 41; Paul C. Finke,
Ballon-
platz5, Gg. Hübner, Karlstr. 56, Anton
Logel, Centr.-Drog.; Heinr. Schaub,
Karlstr. 20; Ch. Schwinn,
Rhein-
strasse 8; Gebr. Vierheller, Ad.
Zach-
mann, Bleichstrasse 46. (I,7939
Beste Toilette-Seifen
loſe gewogen, das Pfd. 55 und
65 Pfg., bei Entnahme von 10 Pfd.
50 u. 60 Pfg. F. B. Grodhaus,
am weißen Turm.
(13219a
Dunge Ziege und Ziegenbock,
reine Raſſe, zu verk. (*2189fs
Soderſtraße 110 part.
(Belg.) billig zu
Junge Haſer
verkaufen
Neue Ireneſtr. 61, II., r. (*2259
Prima Zuchthühner
diesjährig, garantiert geſund und
fleißige Leger.
(*2256
Schlachtgeflügel
tets friſch und preiswert abzug.
Darmſtr. 33a, 2. St., K. Glöckner.
troßer, garant. wachſ. Hund (Art
Bernhardiner) ſpottbill. abzug.
*2258) Kleine Bachgaſſe 10.
Schneiderin, einige Jahre bei
Hoflieferantin C. Bley tätig,
nimmt Kunden zu Hauſe an,
mäßige Preiſe. Gefl. Aufträge bitte
u. V 31 a. d. Expedition. (*2265
ut bürgerlichen Mittags=
und Abendtiſch (14470a
Schloßgartenſtr. 9, 1. St.
Herren ſ. Pribat=Mittagstiſch.
Off. unt. U 90 an die Exp. (*2168
Fleisch u. veget. Kost v.
60 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.
Ausschank des berühmten
:: Wormser Weinmostes::
Kein Trinkzwang. (114
— Damenzimmer,
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1915.
Nummer 154
Secheen
per Pfund
ab Laden 22 Pfg.
Kilenl
Sum2
Sienbatis
feinſte,
Pfg.
1—3pfündige 3 per Pfund
Krebte
ver Stück von 10 Pfg. an
Alles weitere in nur
friſcheſter Ware billigſt.
nur (14499
42 Untere Elisabethenstr. 42
367 Telephon 367.
Empfehle in prima Qualität
und großer Auswahl: feinſt
ge=
mäſtete junge Gänſe (ſehr
billig), junge Tauben v. 50 Pfg.
an, junge diesjähr. Hähnchen,
ſchwere Brathühner (1912er)
Frikaſſee=Hühner ſehr billig.
Nur Freitags.
Schröder,
55
2225) Karlstr. 22, Hof.
Ein wenig gebrauchtes Fahrrad,
C auch als Geſchäftsrad geeignet
zu verkaufen. Hochſtr. 14. (*2252fs
Damenſchneider, in erſtem
Ge=
ſchäfte, fertigt Koſt.=Mänt. jed. Art.
Näh. Wembacher, Eberstadt. (*2081dfs
Preiswerte
Posten in
auf alle nicht im Preise
herabgesetzten Waren!
Linoleum-
Teppiche
jetzt
von 6.75 ar
Linoleum
Vorlagen
jetzt
von 95 ₰ an
KongreB-Stoff
Meter von 8 ₰ an
Scheiben-Gardinen
Meter von 11₰ an
Breite Gardinen
Meter von 35 ₰ an
Beachten Sie unsere Auslagen in der Passage!
wünſcht An=
Beſſerer
älterer Herr ſchluß an
ältere
zwecks
beſſere Dame, ſpäterer
Heirat. Offerten unter V 3 an
die Expedition ds. Bl.
*2201fsc
Bitte! (*2002m
Jenes Fräulein mit dem weiß
Mantel wird gebet., ſeine Adreſſe in
dem Cafe abzug., wo es am Sonntag
m. d. Wandervogel zuſammentraf.
Ginderkleider, ſpeziell
Knaben=
anzüge , werden angef. (3227a
Neckarſtr. 24, Vorderh. 3. St.
Der Döste Schath Sogen Bkbruch- Bobbtanl-
Schnden ung eine Berunigung fur die Reisehelt
ist der Abschluss einer Versicherung. Die Prämien sind gering
Auskunft und Prospekte durch die
(11558a
Aachener und Münckener Feuer-Versich.-
Gesellschaft
Darmstadt, Ernst Ludwigstrasse 6, I. X. Klein.
Feinſte holl. und heſſiſche
Süßrahm=
Tafel=Butter
per Pfund
nur Mk. 1.30
Allerfeinſte
(Adler-Marke)
das Beſte was es gibt
per 1 Pfund Mk. 1.45.
Feinſte Pſlanzenbutter
(beſtes Kokosſpeiſefett)
per 1 Pfund
nur 58 Pfg.
10 Stück 58, 63 u. 68pf.
Große Siedeier
20
10 Stück 0 Pfg.
Große Landeier
10 Stück 78 Pfg.
empfiehlt
(1452d
Darmſtädter
Eiergrebhander
Math. Rosenstock
Ludwigstr. 18, Karlstr. 102,
Kaupstr. 42, Landwehrstr. 13.
zu verkaufen (*2270
Cello Liebigſtr. 39, part.
fängt ununterbrochen. Großart.
Erf. bei Küchen=Käfern (Schwaben
und Ruſſen) empfiehlt
(*2238
Ernst Crämer, Ludwigſtr. 7.
Einige Reſte
für Hoſen, Herren= und Knaben=
Anzüge, auch für Koſtüme, zur
Hälfte des Wertes abzugeben;
ebenſo kleines Grammophon mit
Platten.
(14505
Teichhausstrasse 53, I.
Zu verkaufen:
1. dkbl. Gehrockanzug, 1 dunkl.
Rockanzug, beide faſt neu, 1
Näh=
maſchine, 1 Wäſchemangel, 1 zweifl.
Gasherd, 1 Petroleumkocher, 1
Mäd=
chenbett, 1 Bett mit
Sprung=
rahmen u. ſonſtiges. Näh. Exped
Kurſe vom 3. Juli 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach=
Zi.
InProz.
5 Argentinier
. . 99,00
do.
81,50
4½ Chile Gold=Anleiße . 87,60
5 Chinef. Staatsanleiße. 97,00
4½
89,70
do.
41 Japaner . . . . . . . 89,90
5 Innere Mexikaner.
76,20
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 75,00
5 Gold=Mexikaner . . . .
3 Buenos Aires Provinz 64,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
10 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . .. 136½
7 Nordd. Bloyd . . . . . 116,00
6½ Südd. Eiſenb.=Bef.
75,50 Aktienausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,30
6 Baltimore und Ohio 93,00
6 Schantungbahn . . . . 120,50
8 Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 24½
6 Pennſylvania R. R. . 109,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 61,00
28 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
.. 539,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.231,50
30 Farbwerke Höchſt . . 597,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . 328,50
10 Cement Heidelberg 139,00
30 Chem. Werke Albert 422,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 330,25
5 Lahmeyer. . . . . . . 123,00
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 98,50
3½ Deutſche Reichsanl. . 84,50
74,20
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 78,50
84,40
3½ do. Conſols .
74,40
3 bo. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 97,80
91,00
do.
3½
80,00
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 98,60
82,80
do.
3½
74,50
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 97,70
4 Heſſ. Staatsanleihe 98,50
4 do. do. (unk. 1918) 96,30
83,00
do.
3½
do.
72,50
3
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberg unk. 1921
do. v. 1900 94,10
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887
4 Italiener Rente . . 100,00
4½ Oeſterr. Silberrente 84,10
4 do. Goldrente . . . 86,80
4 do. einheitl. Rente . 81,20
3 Portug, unif. Serie I
3 do. unif. Ser. III 65,00
3 do. Spezial . .
9,80
5 Rumänier v. 1903 . .
4 do. v. 1890 . . 93,00
4 do. v. 1905 . . 86,20
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 86,70
88,75
4 do. v. 1902 .
4½ do. v. 1905 .
99,60
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 75,10
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 84,80
4 Ungar. Goldrente . . . 83,10
4 do. Staatsrente. . . 81,40
Inprot
Tivd
8 Schuchert, Nürnberg 142,80
12 Siemens & Halske 208,25
5 Beramann Electr. 122,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 159,80
0 Gummi Peter . . . 56,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 60,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 411,00
9 Maſchinenf. Badenia 133,00
0 Wittener Stahlröhren
9 Steana Romana Petr. 148,25
15 Zellſtoff Waldbof . . 220,00
12,83 Bad. Zucker=Wag=
. 205,00
häuſel.
0 Neue Boden=A. A.=Beſ. 74,00
0 Südd. Immobilien 50,50
Bergwerks=Aktien.
10 Aumetz=Friede . . . . 162,70
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . .
212,20
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. .
145,80
10 Gelſenkirchener .
.176,00
9 Harpener
183½
18 Phönir Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 242,00
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . .
73,70
6 Laurahütte
. . . 159,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 140,00
Weſteregeln 177,40
13
7½ South Weſt Africa 109½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie 87,40
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Durer . . . . . . 71,60
5 Oeſterr. Staatsbahn . 100,70
4 Oeſterr. Staatsbahn .
do.
73,60
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 95,90
do.
4
In Proz,
B4.
2½ Oeſt. Südb. (Lomb.) 50,70
3 Raab=Oedenburg 74,25
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . 84,40
4½ Moskau=Raſan . . . 92,70
84,00
do.
4 Wladichawchas . . . . 84,50
4 Rjäſan Koslow . . . . 84,70
3 Portugieſ. Eiſenb. ..
84,50
do.
2½ Livorneſer . .
66,25
3 Salonique=Monaſtie 61,20
4 Baadadbahn .
78,90
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 92,40
4 Miſſouri=Paciſie.
4 Northern=Paciſic
93,60
4 Southern=Paciſie
88,20
5 St. Louis und San
Franeisco. . .
E Tehuanteper . . . .
87,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 188,50
7½ Vergiſch=Märkiſche
Bahn .
.143,50
9½ Berlin. Handelsgef. .155,00
6½ Darmſtädter Bank . 113,80
12½ Deutſche Bank 237,75
6 Deutſche Vereinsbank . 115,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 112,30
10 Diskonto=Kommandit 178,50
8½ Dresdener Bank 145,40
10 Frankf. Hypotb.=B. 206,00
6½ Mitteld. Kreditbank 113,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 112,25
7 Pfälziſche Bank. . . . 122,90
6,95 Reichsbank
.132,00
7 Rhein. Kreditbank. . .127,25
5 A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 108,80
7½ Wiener Bankverein . 128,30
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 95,40
Zf.
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19.
85,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
94,00
S. 52 .
4 Hamb. Hypoth.=Bank 95,00
84,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 97,60
3½
85,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
96,90
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . .
36,90
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
85,00
S. 1 u. 2, 6—8
S. 3—5 . . . .
84,80
S. 9—11
84,90
4 Meininger Hyp.=Bank 95,50
84,40
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) 94,80
3½ do. (unk. 1914) . 83,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 37,80
85,00
3½
do.
Städte=
Obligationen.
1 Darmſtadt .
3½ do.
86,20
4 Frankfurt.
96,80
96,70
3½ do.
94,00
4 Gießen .
84,50
do.
94,50
Heidelberg
do.
84,00
4 Karlsruhe
do.
4 Magdeburg.
3½
do.
4 Mainz
do.
Mannheim
95,00
do.
84,80
München
98,30
Nauheim
82,75
1. Nürnberg.
96,50
do.
84,00
4 Offenbach.
In Proz
3½ Offenbach . . . . ..
4 Wiesbaden . . . . . .
3½
do.
4 Worms. . .
94,00
3½ do.
85,00
4 Liſſaboner v. 1886 . 74,10
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 177,00
3½ Cöln=Mindner 100 134,00
3 Holl. Komm. . fl. 100 107,00
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,25
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,90
3 Oldenburger . . . . . . 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,10
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger. . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 191,50
Freiburger .
Fs. 15 112,00
Mailänder .
. Fs.45
Fs. 10 37,90
do.
Meininger .
.ſl. 7 34,10
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 559,00
do. v. 1858fl.100 495,00
Ungar. Staats . . fl. 100 380,00
Venediger . . . . Fs. 30 56,00
Türkiſche . . . . Fs. 400 155,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,38
16,23
20 Franks=Stücke
Amerikaniſche Noten . . . 4,18
20,42
Engliſche Noten . . .
81,05
Franzöſiſche Noten. .
holländiſche Noten. . . . 168,70
Italieniſche Noten .
78,80
Oeſterr,=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,00
Reichsbank=Diskonto. . .
Reichsbank=Lombard 33f. 7%
Nummer 154.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
ſicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Wolfshund. Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk
tag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(14484
Bekanntmachung.
Wir ſehen uns veranlaßt, in Erinnerung zu bringen, daß das
Ausklopfen, Ausſchütteln, Abkehren uſw. von Bettwerk,
Tep=
pichen, Kleidungsſtücken, Staubtuchern und dergleichen
Gegen=
ſtänden nach Straßen, öffentlichen Plätzen und Vorgärten hin
gemäß § 3668 Str.=G.=B. und Art. 292 Pol.=Str.=G. unſtatthaft und
mit Strafe bedroht iſt.
Die Schutzmannſchaft iſt zur genauen Ueberwachung angewieſen.
Darmſtadt, den 1. Juli 1913.
(14485
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Nachdem in leter Zeit wiederholt Verſtöße gegen die
geſetz=
liche Verpflichtung zur Anmeldung der Ausverkäufe feſtgeſtellt
worden ſind, bringen wir nachfolgend die maßgebenden Beſtimmungen
erneut zur Kenntnis der Beteiligten mit dem Anfügen, daß wir in
jedem Fall der Uebertretung Strafanzeige erheben werden.
Darmſtadt, den 2. Juli 1913.
(14486fi
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Betr. Ausführung des Reichsgeſetzes vom 7. Juni 1909 gegen
den unlauteren Wettbewerb.
Bekanntmachung.
Auf Grund der Beſtimmungen des § 7 Abſatz 2 und des § 9
Abſatz 2 des Geſetzes vom 7. Juni 1909 gegen den unlauteren
Wett=
bewerb und des § 1 der Vollzugsbekanntmachung vom 2. September
1909 wird für den Kreis Darmſtadt nach Anhörung der Großh.
Handelskammer und Handwerkskammer Folgendes mit Wirkung
vom 1. Januar 1910 angeordnet:
I. Wer in öffentlichen Bekanntmachungen oder in Mitteilungen,
die für einen größeren Kreis von Perſonen beſtimmt ſind, den
Ver=
kauf von Waren unter der Bezeichnung eines Ausverkaufs wegen
Aufgabe des Geſchäfts oder wegen Aufgabe einer Warengattung oder
wegen Umbau oder Umzugs oder wegen eines elementaren
Ereig=
niſſes ankündigt, hat drei Tage vor der Ankündigung bei der Großh.
Handelskammer Darmſtadt Anzeige über den Grund des Ausverkaufs
und den Zeitpunkt ſeines Beginns zu erſtatten und ein Verzeichnis
der auszuverkaufenden Waren einzureichen.
Der Ankündigung eines Ausverkaufs im Sinne des Abſatzes 1
ſteht jede ſonſtige Ankündigung gleich, welche den Verkauf von Waren
wegen Beendigung des Geſchäftsbetriebs, Aufgabe einer einzelnen
Warengattung oder Räumung eines beſtimmten Warenvorrats aus
dem vorhandenen Beſtande betrifft.
Auf Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, finden die vorſtehenden Anordnungen keine Anwendung
II. Saiſon= und Inventurausverkäufe, die in der Ankündigung
als ſolche bezeichnet werden und im ordentlichen Geſchäftsverkehr
üblich ſind, dürfen in einem Geſchäft innerhalb eines Kalenderjahres
im Ganzen nur zweimal, und zwar in der Dauer von je vier Wochen
abgehalten werden.
Der eine dieſer Ausverkäufe darf nur in die Beit vom 2. Januar
bis 15. Februar, der andere nur in die Zeit vom 1. Juli bis 15. Auguſt
gelegt werden.
* Darmſtadt, den 27. Dezember 1909.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Oktroi für Wein.
Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und Obſtwein
(auch Johannisbeer= und Stachelbeerwein) unterliegt der
Oktroi=
abgabe.
Wer Wein oder Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
Kelterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen
unter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung begonnen
und beendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine Beſcheinigung
erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit der Aufſicht
beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
zu jeder Zeit bereitwilligſt zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteteu
Moſtes, ſowohl im Kelterhaus, als im Keller feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
entfernt werden.
Nach beendeter Kelterung wird der Oktroi von dem hergeſtellten
Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben.
Hier=
bei werden von der durch die Aufnahme ermittelten Geſamtmenge
5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom
30. November 1903, betreffend den Oktroitarif, vorgeſehene
Erleichte=
rung für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach Anleitung
der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in das die
Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft einzuſchreiben
iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen eigenhändig
unter=
ſchriebenen Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung zuzuſtellen.
Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung des
Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben
vor=
geſchriebenen Kelterregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
entweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
Hinterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von
2 Mark bis 30 Mark geahndet.
(13745a
Darmſtadt, den 21. Juni 1913.
Der Oberbürgermeiſter
I. V.: Jaeger.
H
9
aus= u. Kinderkleider, ſowie
Bettwäſche fertigt an (*2186
Mauerſtraße 8, I., I.
2 Bände
Neumayrs Erdgeschichte
1 dklgrüne Sportjacke, 1 grauer engl.
Paletot, 1 hochmod. kamillenfarb.
Mantel abzug. Erfr. Exp.
64
zut erhalt. eiſerne Bettſtel
mit Inhalt zu verk. (*2195f
Müllerſtraße 31, pt.
Wegen
Geſchäftsaufgabe
verkaufe ich weit unter
Einkaufs=
preis:
Vertiko, Diwan, Sofatiſche,
Kommode, Anrichte, Bilder,
Rauchtiſche, Kinderſtühlchen,
Sitz= und Liegewagen, 2 mod.
Holzfirrmenſchilder
(*2191
Karlſtraße 38, I.
Erhebung der
Gemeindeſteuer.
Die Friſt zur Entrichtung des
Ende Mai fällig geweſenen erſten
Zieles der Gemeindeſteuern wurde
bis 5. Juli l. Js. erſtreckt.
Zah=
lung hat bei Meidung des
Bei=
treibungs=Verfahrens an den
Werktagen, vormittags von 8 bis
12½ Uhr, hierher zu erfolgen.
Im Intereſſe raſcheſter
Abfer=
tigung an den Zahlſchaltern wird
erſucht, die Gelder abgezählt bereit
(13690a
zu halten.
Darmſtadt, 21. Juni 1913
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Bauarbeiten.
Die Weißbinderarbeiten bei
Her=
ſtellung in dem Gebäude
Lager=
hausſtraße Nr. 15 und bei dem
Neuanſtrich der Anlagegeländer
auf dem Luiſen= und
Wilhelms=
platz, ſowie die Dachdecker= und
Spenglerarbeiten bei der
teilwei=
ſen Umdeckung des Daches der
K.=M.=Sch. I ſollen vergeben
wer=
den.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Donnerstag, 10. Juli 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(14512fs
Darmſtadt, 2. Juli 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
In unſer Handels=Regiſter, Ab=
J teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Landwirtſchaftliche
Ge=
noſſenſchaftsbank,
Darm=
ſtadt.
Das ſeitherige ſtellvertretende
Vorſtandsmitglied Philipp Becker
iſt zum Direktor und Bankbeamter
Dr. phil. Peter Gottſchämmer in
Darmſtadt iſt zum ſtellvertretenden
Vorſtandsmitglied beſtellt. (14496
Darmſtadt, 1. Juli 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Die Reinigung der Fenſter,
Türen, Oberlichter und
ſon=
ſtiger Glaswände an dem
Em=
pfangsgebäude, Fürſtenbau und
Bahnſteighallen im
Hauptbahn=
hof Darmſtadt ſollen vergeben
werden.
(IV,14178,72
Verdingungsunterlagen ſind bei
dem unterzeichneten Amte
einzu=
ſehen und können auch gegen
poſt=
freie Einſendung von 0,50 Mk. in
bar bezogen werden;
Angebote mit entſprechender
Auf=
ſchrift ſind bis Samstag, den
12. Juli ds. Js., vormittags
10 Uhr, einzureichen.
Zuſchlagsfriſt 8 Tage.
Darmſtadt, 26. Juni 1913.
Eiſenbahnbetriebsamt 1.
Günſtig
(*2227
für Verlobte!
Neu, im. Schlafzimmer, reich
geſchnitzt, mit gr. Spiegelſchr. u.
Marmor, kompl. mit Matratzen,
ſowie große, ſchöne Küche mit
Kunſtverglaſung, für nur 420
Mark abzug. Anzuſ. v. 3—7 U.
Ludwigſtr. 10, I. Fr. Holzer.
Schrank, 2 Kommod.,
Antiker 1 Sofa, 4 Stühle,
1 Seſſel, Pendule=Uhr zu
ver=
kaufen Grafenſtr. 22, Schreiner=
Werkſtätte.
(*2219
zu verkaufen.
Sehr
gute Violine
Friſeur
Böhm, Marienplatz.
(*2202
Hine noch ſehr gute Kinder
wage zu verkaufen. Näheres
(*2184fs
in der Expedition.
Kur- und Badeanstalt
arfenbadf
Landgraf Philippanlage 62
Telephon 835
Halteſtelle: Ecke Neckar= und
Eliſa=
bethenſtraße
empfiehlt
alle Heilbäder
Spez.: Elektr. Lichtbäder,
Kohlenſäurebäder (Patent Keller)
Vibrations= u. Handmaſſage
Wannenbäder I. u. II. Klaſſe.
A. Anger.
12391a)
M. Preussisch-Suddentsche
(229, Königlich Preussischen
Klasser Lottere
Ziehung 1. Ncie um 5. und 10. Jan 1910
Lose zu den amtlichen Preisen:
Achtel Viertel Halbe Ganze
Mk. 5.—
Mkr. 10.-
Mk. 20.—
Mk. 40.—
in jeder Klasse, haben noch abzugeben: (13217a
Die Königl. Preussisch. Lotterie-Einnehmer
in Darmstadt
Christian Kullmann
H. Hilsdorf
Wilhelminenstr. 9
Elisabethenstr. 2
Telephon 351
Telephon 314
O. Petrenz, Elisabethenstr. 5
i. Fa. Müller & Rühle, Hofbuchhandlung
Telephon 220.
L. F. Ohnacker
Ludwigstrasse 1
Telephon 84
Philipp I. Schmidt
Rheinstrasse 33
Telephon 127.
Far ue Reisezere
empfehlen wir unsere feuer- und diebessichere
Stahlkammen
zur Verwahrung von Wertgegenständen, sowie unseré
vermietbaren Schrankfächer (Safes).
Kreditbriefe auf alle grösseren Plätze.
Ausländische Geldsorten. (13864fif
Rheinstrasse 24
Ecke Saalbaustrasse.
Ich biete jedem
Radfahrer u. Motorfahrer
die grössten Vorteile in Reparaturen
und Einkauf von Ersatzteilen.
MeinWahlspruchist- Schnell, gut, reeil u. billig.
Laufdecken und Luftschläuche, sowie neue
Fahrräder unter weitgehendster Garantie.
Reparaturen an Automobilen, Nähmaschinen u.
Schreibmaschinen werden bestens ausgeführt.
Friedrich Händler
Inh.: Math, Breunig, Mech. Werkstatt,
Ecke Heidelberger- u. Sandbergstraße,
(Eingang Heidelbergerstrasse). (*2228
gemastete Ganse, enten
und Hahnen
junge Tauben von 50 Pfg. an
Fricaſſee=Hühner
Rehbraten in allen Größen
Rehragont, per Pfund 40 Pfg.
ausgeweidet ca. 2 Pfd. ſchwer, à Mk. 1.—
junge Rhein=Wildenten ꝛc.
Heinrich Grim!
Hoflieferant.
Darmstädter Sprach- und Handelsschule
(14483
10 Luisenstrasse 10.
Leiter: Emil Held, beeid. Bücher-Revisor
Hieron. Schneider, Bücher-Revisor.
(12726a
Ein Poſt. Manufaktur= u.
Kurz=
waren , 1 Ladentheke einige
Regale, 1 Warenſchr., 1
Aus=
ſtellkaſten weg. Geſchäftsaufgabe
billig zu verkaufen (14461fso
Gg. Kärcher, Griesheim b. D.
Alte Darmſtädterſtraße.
Beginn neuer Kurse: Dienstag, den 1. Juli.
Buchführung und alle kaufmännischen Fächer,
Stenographie nach Gabelsberger,
Maschinenschreiben nach eigenem Tafelsystem,
Fremde Sprachen, besonders Korrespondenz.
Getr. Klassen für Fortbildungsschüler mit Befreiung vom oblig. Unterricht.
Antike Kommode
zu verkaufen. Zu erfrag, in der
(*2199
Expedition ds. Bl.
Achtung! Gebr. Fahrräder, mit
u. ohne Freil., von 10 Mk. an
Ludwigshöhſtr. 78. (*2194fsm
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Nummer 154.
Für die Reise ins Gebirge und an die See
billigste Kaufgelegenheit in meinem
Saison-Ausverkauf.
o4
SedCb
Ludwigsplatz, Ecke Schulstrasse.
(14498
Tarngesenscharr Darmstauf.
Gauturnfeſt in Sprendlingen
Sonntag, den 6. Juli
Abfahrt der nicht am Wetturnen
beteiligten Mitglieder ab
Haupt=
bahnhof 1118 Uhr.
Wir bitten um recht zahlreiche Be=
(14466
teiligung.
Der Vorstand.
Samstag, den 5. Juli, abends 8 Uhr,
in ſämtlichen Räumen des „Rummelbräu”, Allee 61
Sommernacht-Fest
Teil Konzert
I.
der Kapelle des Leibgarde=Infanterie=Regiments Nr. 115
unter Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters H. Hauske
II. Teil Lanz
im grossen Saale
Fackelpolonaise, Saalpost, Tombola.
Eintritt für unſere Mitglieder gegen Vorzeigung der
Mitglieds=
karte frei, Nichtmitglieder 30 Pfg. inkl. Steuer. Beſondere
Ein=
ladungen ergehen nicht. Zwangloſe Reſtauration.
Kaufm. Stenographen-Gesellschaft Gabelsberger
Abteilung Geselligkelt.
(14234mf
Bei ungünſt. Witterung findet die Veranſtaltung im Saale ſtatt.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 30 Pfg. 10 Abonnementskarten (inkl. Steuer) Mk. 2.—
(B11302
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
Hügenschutz Feisenkeler
Jeden Dienstag u. Freitag erstkl. Militär-Konzerte.
Inn
Freitag, den 4. Juli, abends 8 Uhr:
Grosses Mintur Ronzert
der vollzähligen Kapelle des Grossh. Hess. Art.-Reg.
Nr. 61. — Leitung: Obermusikmeister M. Weber.
Internationaler Abend
Oesterreich-Amerika-Deutschland.
Eintritt mit Programm 15 Pfg. (*2207.
Ferien-Stiefel
in anerkannt guter
Qualität
jedes Paar
Mk.
Schuhfabrik Turul
Com.,
Alfred Fränkel Ges. (13867ff
Darmstadt, Ludwigstrasse 6.
Sidenz-
Theater
am weissen Turm.
Basstssse
Nur hente noch:
Der künstler. Eim
und
Staatsgeheimnis
2 Akte
Morgen:
Der Kampf
um das Erbe
3 Akte
und
Theaterbrand
2 Akte. (14497
(5040a)
Doublé-Ketten
2
in hervorragender
Ausführung
berühmtes Fabrikat
2.50, 3.00, 4.00
bis 24.— Mk.
Ad. Kolb
Kirchstraße 17
Trauring-Eck.
14504
Wienersſtr. 66, 2. St., hells
Muſſelinkleid, Knabenanz., Capes,
Mädchenkleider bill. abzugeb. (*2211
Azanduhr, Freiſchwinger, noch
neu, billig zu verk. (*2192
Kaiſer. Rheinſtr. 5.
Woog, am 3. Juli 1913.
Waſſerhöhe am Pegel 3,88 m.
Luftwärme 130 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 160 C.
Woog=Polizei=Wache.
Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmstadt
(E. V.)
Wanderung
Sonntag, 6. Juli 1913
Ziel: Pfalz (Neustadt a. d. Haardt)
Abfahrt: Darmſtadt, Hauptbahnhof 4 Uhr 15 Min.
Marſchzeit: 6½ Stunden.
(14462
Führer: die Herren R. Klump und
R. Bergmann.
Teilnehmer= und Tiſchkarten bei Herrn
R. Bergmann.
Der Vorstand.
Bierabend: Freitag, 4. Juli, in der Brauerei „Krone‟.
Schreibmaschinen.
Adler — Continental — Ideal
Underwood liefert billigst.
Gebrauchte Maschinen stets am Lager. (14464
Teilzahlungen gestattet.
Friedr. Rühl, Kranichsteinerstrasse 591/10
Die von der Geſellſchaft neu eingeführte
Todesfall=Verſicherung verbunden mit Beitrente
bietet allen Ständen und Berufen die Möglichkeit einer
unvergleich=
lichen Familienverſorgung, die Gewißheit, ihre Hinterbliebenen gerade
im Falle eines ſehr frühzeitigen, kurz nach
Verſicherungsabſchluß=
erfolgenden Todes
ausreichend ſichergeſtellt zu haben.
Der Abſchluß einer ſolchen Verſicherung iſt für niemand überflüſſig.
Nähere Angaben ſind in den ausführlichen Spezial=Proſpekten
nthalten. Dieſe ſowie beſondere Koſtenberechnungen ſtellt der
unter=
zeichnete Bevollmächtigte jederzeit gerne zur Verfügung.
Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft
auf Gegenseitigkeit (Alte Leipziger).
Der Bevollmächtigte für das Großherzogtum Heſſen:
G. Beyser, Darmstadt, Bruchwiesenstrasse 4.
Verſichertes Kapital: Ueber 1 Milliarde Mark. Angeſammelte
Deckungsmittel: 400 Millionen Mark.
(886a
ſiſche Chronik
C
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio
u. Profeſſor D. Dr. Wilh. Diehl
Zweiter Jahrgang:: Heft 7, Juli 1913
Inhalt: Erich O. Moeller: Aus der Geſchichte der Familie Moeller. —
Felix Baron von und zu Gilſa: Beiträge zur Geſchichte eines
aus=
geſtorbenen Zweiges der heſſiſchen Familie von und zu Gilſa in Livland
u. Eſtland. — Dr. Hans Braun: Ueber einige Flurnamen bei Fritzlar. —
Profeſſor Karl Henkelmann: Die Bensheimer Hauschronik des Johann
Matheus Bleſinger. — Wilhelm Müller: Heſſiſche Grenzrechtsaltertümer.
— Profeſſor D. Dr. Wilhelm Diehl: Beiträge zu einer heſſen=
darm=
ſtädtiſchen Lehrermatrikel. — Gottfried Müller: Alfred Meſſel zum
Gedächtnis. Mit 2 Abbildungen auf einer Tafel. — Regierungsrat Dr.
Viktor Würth: Wappen blühender heſſiſcher Bürgergeſchlechter. Mit
3 Abbildungen. — Kleine Mitteilungen: Merckſche Familien=Zeitſchrift.
— Goldenes Doktorjubiläum. — Eine Erklärung des Namens
Offen=
bach. — Bücherſchau. — Aus Zeitſchriften. — Umfragen. — Austauſch. —
Auskünfte. — Familientage.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik”
L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt, und allen
Buchhandlungen.
(14411dfs
Loden-Kostüme
Loden-Röcke
Loden-Mantel
Loden-Capes
BLUSEI in Seide, Batist, Frotté u. sonstigen Stoffen.
Hermann Berger
Markt 6
G. Keilmann
Schwarz-weisse Rabattmarken.
HOFLEEFERANT
(14482
Ernst-Ludwigstraße 10 — Ecke Marktpassage.
aaroflege
Haemacolade
gibt der Jugend Kraft
und dem Alter Jugendkraft!
II, 14477)
1 Pfd. 2 Mk., ½ Pfd. 1.10 Mk. (wertv. Gutscheine i. d. Dosen).
Generalvertr.: Wilh. Lulay II., Heppenheim a. d. Bergstrasse.
Fabrikant: Berliner Hygiene Ges. m. b. H., Frankfurt am Main.
Ia alte große Ueberrheiner
Induſtrie=Kartoffeln
per Zentner 3,25 Mk.
½ Zentner 1,70 Mk.
frei Haus empfiehlt
M. Ewald., (*1854if
Teleph. 1163. Eliſabethenſtr. 56.
Gut erhalt. zweiſpänner
Kaſtenwagen
zu verkaufen. Anfragen erbitte
unter U 7 an die Exv. (*1926mf
8
65
6
hat ſich
Kavalier
ſas beſte Schuhputzmittel
eberwatr Grems
ierger den
etener den
Eingang verſchafft in den weiteſten Kreiſen!
Warum! Weil,Kavalier' das Leder durchaus
nicht angreift, nicht abfärbt,waſſerdichten
Hoch=
glanz gibt und das Leder geſchmeidig macht!
Union=Rugsburg
orzügl. Privat-Mittag- u. Abendtisch
uter Privat=Mittagstiſch
12725a) Mühlſtr. 40, 2. St. 12014a) Landwehrſtr. 5.
Altertümer
ſpeziell Möbel, billig. (IV,12258,44
Mainz. Chriſtophſtraße 9.
„Der Altbuchhorster Mark-
Sprudel Starkquelle (Jod=
Ei=
ſen=Mangan=Kochſalzquelle) hat
mir bei einem alten
Trademleiden
u. chron. Blaſenkatarrh ſehr
wert=
volle Dienſte geleiſtet, die Schmerzen
und Schärfen völlig genommen und
eine wunderbare Kräftigung der
leidenden Teile bewirkt. Ich hätte
einen ſolchen Erfolg nie für möglich
gehalten, habe mich nie ſo wohl und
geſund gefühlt, wie jetzt nach der Kur
mit Ihrer Wunderquelle. Dieſelbe
wirkt vor allem glänzend auf die
Tätigkeit der Nieren, reinigt das
Blut und die Säfte. Seit ich Ihren
Markſprudel trinke, bin ich auch
völ=
lig von meinen
Menſtruations=
beſchwerden, die mich jahrelang in
ſchrecklichſter Weiſe quälten, befreit.
Fr. R. L. "Aerztl. empf. Fl. 65 u. 95 Pf.
in der Engros=Niederlage Friedr.
Schaefer u. in der Hofdrogerie Chr.
Schwinn, Rheinſtr. 8. (IV,11266,26
Allein echt
m. Firma ug. FFz. Frank
Telephon 886 (1759a) Elisabethenstrasse 9.
Man trinke jetzt nur noch
Vilbeler Mineralwasser vom
Vilbel
Hassia Frannen Sprader,
Allein-Vertrieb Jacob Weber
11 Neue Niederstrasse 11. Teleph. 837.
Bitte Firma genau zu beachten. (B13329
Ich liebe Dich!
Roman von Guido Kreutzer.
(Nachdruck verboten.)
Pardon, Herr Baron, es iſt mir im Augenblick nicht
bewußt darauf hinzielen.
Er hielt den Säbel zwiſchen den Knien und ſpielte
etwas nervös mit dem Portepee. Ihre kühle mondaine
Höflichkeit machte ihn unſicher.
Sie gaben mir geſtern gute Wünſche mit an den
Start, gnädiges Fräulein. Das war ein großer Anſporn
für mich. Und damit fand ich dann die Siegesgewißheit,
die mir ſchließlich auch zum Erfolg verhalf.
Die Worte waren verbindlich und gelaſſen — wie
ir=
gend eine Complaiſance, die man als Gentleman einer
Dame im Salon erweiſt. Und doch lag in ihnen ein
fremder Ton, der ihren Widerſpruch reizte.
Sie warf den Kopf auf.
Haben Sie im Ernſt daran geglaubt, Herr Baron?
Woran, Gnädigſte?
An dieſen „Talisman”! Das ſollte mir leid tun,
denn dann hätten Sie das Rennen ſozuſagen . . .
irr=
tümlich gewonnen.
Schweigen. Er ließ den Blick nicht von ihr.
Weshalb ſagen Sie mir das, gnädiges Fräulein?
Ohne Beſinnen gab ſie die Antwort:
Weil ich ehrlich bin und nicht ein Verdienſt für mich
in Anſpruch nehmen darf, das mir nicht zukommt.
Außerdem — wenn Sie ſich entſinnen — haben wir
in Margenthin ausgemacht, daß wir in unſerem
gegen=
ſeitigen Verkehr aufrichtig und natürlich ſein wollten!
Er wurde plötzlich ganz ruhig, nur ein Lächeln
um=
ſpielte ſeine Lippen.
Wie ſollte ich mich dieſer Abmachung nicht erinnern,
Gnädigſte! Aber Sie haben ſich, ſo oft wir hier in
Ber=
lin zuſammentrafen, niemals daran gehalten. Mit einer
einzigen Ausnahme.
Wann?
Als Sie ſich geſtern vor den Paddocks von mir
ver=
abſchiedeten.
Sie war ſchon wieder der alte Sprühteufel.
Ich erklärte Ihnen doch eben das Gegenteil! ſagte
ſie mit ganz unmotivierter Eindringlichkeit.
Das ſollten Sie aber nicht tun, Gnädigſte, da ich
mich davon doch nicht überzeugen laſſe!
Sie war aufgeſtanden und einige Schritte abſeits an
eine Notenetagere getreten. Natürlich erhob er ſich
gleichfalls; aber er blieb neben dem Seſſel.
Alles an ihr war erbitterte, entſchloſſene Abwehr.
Sie ſtand aufgereckt in ihrer jungen Schlankheit. Die
grelltiefe Nachmittagsſonne ſchoß glitzernde Pfeile nach
ihrem Haar, daß es auflohte in zuckenden
Flammen=
zungen. Sie war ſehr ſchön.
Der Leutnant von Oſtheeren dachte: Die alte
Ge=
ſchichte! Was der eine Tag mich vorwärts bringt, wirft
mich der andere zurück! Aber jetzt muß der Teufel aus
der Schachtel! Ich habe genug von dieſem zweckloſen
Herumgezerre!
Und der herriſche Raubritterſtolz ſeiner Väter, der
damals — vor vielen langen Wochen — auf dem
nächt=
lichen Heimwege erwacht war, der regte ſich jählings
wieder und wuchs und brannte ihm im Blut.
Sie mußte mit dem ſchürfenden Argwohn der Frau
ſeinen Entſchluß erraten haben.
Denn was ſie ihm jetzt hinüberwarf, entbehrte
eigent=
lich jeder Veranlaſſung.
Ich erwarte von Ihnen, Herr Baron, daß die
Ab=
weſenheit meiner Tante Sie nicht zu einem Schritt
ver=
anlaßt, deſſen Erfolgloſigkeit außer Frage ſteht!
Das war ſcharf und deutlich. Er aber ſchien nicht
verſtanden zu haben.
Bitte? ſagte er höflich.
Ich meine, daß ich . . . daß Sie Da brach ſie ab
und wurde verlegen. Denn noch einmal den ganzen
Sermon zu wiederholen, wäre — das empfand ſie! —
un=
endlich lächerlich geweſen.
Natürlich hatte er ſie wieder abſichtlich aus dem
Kon=
zept bringen wollen; das ſollte ihm diesmal jedoch nicht
gelingen!
Man brauchte nur dieſes unerträglich ironiſche
Lä=
cheln zu ſehen, das er ſich in letzter Zeit angewöhnt hatte
und das auch jetzt auf ſeinem Geſicht lag.
Und plötzlich ging ihr Temperament mit ihr durch.
Sie wurde „aufrichtig”.
Alſo, Herr Baron, da Sie ja Ihren vermeintlichen
Dank nun angebracht haben und ferner keine Ausſicht
be=
ſteht, daß Sie meine Tante hier noch antreffen — ſie will
nämlich gleich von der Stadt aus ins Theater — ſo 1
Jetzt lachte er ganz deutlich.
... ſo könnte ich eigentlich meinen Kratzfuß machen
und wieder gehen, meinen Sie, Gnädigſte?! Kurz und
bündig — Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen;
Er=
öffnung der Feindſeligkeiten.
beginnt Dienstag, den 1. Juli.
Grole Posten Waschstoffe in Kattnn, Wolmonsseline, Zephir, Organdy,
Kleider Rostunr- und Blasenstelte
zu bedeutend ermässigten Preisen.
Die B
ind auf separaten Tischen ausgelegt.
Marktplatz
Telephon 120s
Ludwigstr. 1
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
(14160if
iuein Aussehen wira jeden Tag besser!
Morgens 7 Uhr und nachmittags 4 Uhr nehme ich Quieta-Kaffeeersatz. Er schmeckt
wie Bohnenkaffee, regt nicht auf und kräftigt.
Um 10 Uhr als Frühstück und abends zum Nachtessen nehme ich eine Tasse
Quieta-Krafttrunk, Ich kenne kein angenehmeres und nahrhafteres Getränk. Zur
Ab-
wechslung nehme ich auch Quieta-Nährsalztee. Er schmeckt wie chinesischer Tee und
wirkt äußerst wohltätig auf die Gesundheit.
Viermal täglich aber nehme ich einen EBlöffel voll Quietamalz.
Meinem Beispiele folgt meine ganze Familie und seitdem ist mein Mann nicht
mehr nervös, die Kinder
gedeihen prächtig und 1Ch blühe wieder auf wie eine Rose.
Die Quieta-Nährsalzpräparate enthalten die wichtigsten Nährsalze, Kalk, Eisen, Phosphor,
in löslicher, leicht assimilierbarer Form. Sie sind ärztlich warm empfohlen. Man fordere
stets ausdrücklich die ges gesch. Marke Quieta von den Quietawerken Bad Dürkheim.
(V,12512
Eiſerne Kinderbettſtelle
gut erh., Gaslüſter zu verk.
*2176) Roßdörferſtraße 78, part.
Qu vk.: 1 Nähm., 1 Herrenſchreibt.,
O2fl. Gash., 1Schreibkom. m.
Glas=
aufſ. (ant.), 1 Akkordz., 1 P.
Herrenlack=
zugſtief. (Nr. 40), alles ſehr gut erh.,
preisw. Näh. in der Exp. (*2172
ut erhaltener Sitz=Liegewagen
billigſt zu verkaufen (*2170
Schießhausſtr. 27, 1. St.
ut erh. mod. Kinderwagen zu
Gperk. Ludwigsplatz 8, II., r. (*2197
Alſo ich entſpreche Ihrem Wunſche!
Und zum Beweiſe deſſen, daß es ihm damit
bitter=
ernſt ſei, avanzierte er a tempo. Sie wich ſtumm und
verzweifelt in die äußerſte Ecke des Erkers zurück; er
folgte, bis er zwei Schritte vor ihr Halt machte.
Sein Lächeln erloſch ... ihre Wangen waren
tief=
blaß.
Die Herzen jagten; eine Minute hörte man nur
ſchwere Atemzüge.
Als es geſtern auf Hauen und Stechen ging, haben
Sie mir wörtlich geſagt: — Ja, Sie ſollen ſiegen!
Einzig damit hab’ ich’s geſchafft, wenn Sie auch heute
nicht mehr wahr haben wollen, daß Ihr Wunſch ehrlich
geweſen iſt. Er war aber ehrlich! . . . darüber gibt es
keinen Irrtum. Worte können ſchließlich täuſchen; nie
aber der Klang einer Stimme!
Die Spien ihrer Bluſe hoben und ſenkten ſich
ſtür=
miſch. Die Hände ballten ſich zu Fäuſten.
Alſo wenn Sie durchaus daran glauben —
meinet=
wegen! Aber damit iſt dieſes Thema doch auch erledigt
.. wozu fangen Sie denn noch einmal davon an
was wollen Sie denn eigentlich?
Sie!
O. .. mich! ſagte ſie ganz leiſe und unendlich
hoch=
mütig. An Anregung fehlt es Ihnen nicht!
Da ſtand der Artilleriſt um Armeslänge vor ihr .
aufgereckt, wie vor ſeinem Kommandeur.
Er ſah ſie an; er war ſehr ernſt.
Sagen Sie, gnädiges Fräulein . . . iſt dieſes Spiel
mit Worten und mißverſtandenen Empfindungen unſerer
nicht eigentlich ein wenig — unwürdig . . . Wir ſind uns
doch nicht fremd; wir wiſſen doch, wer wir ſind! .
Ich bin gekommen, um eine Entſcheidung zu erzwingen
— und wenn ich Sie richtig beurteile, hegen Sie den
glei=
chen Wunſch.
Dazu bedarf es jedoch voller Aufrichtigkeit; laſſen Sie
mich den Anfang machen:
Ich liebe Sie . . . ich biete Ihnen, was ich zu bieten
habe — meinen Namen, meinen Rock und meine Ehre!
Nun antworten Sie, Giſa!
Ihrer beider Blicke verfingen ſich ineinander — ſcharf;
grübelnd; drohend . . . in ſtummer Abrechnung.
Biſt Du, der da kommen ſoll?
Und von drüben wie verwehte Geiſterſtimme der
ſtumme Schwur:
Ich liebe Dich . . . ich liebe Dich . . . ich will Dir
folgen durch Länder und Meer; Feuer und Hölle und
feindliches Heer!
Das Schickſal! Das Schickſal!.
Da erloſch ihr wehrender Widerſtand. Die Lippen
bewegten ſich, als formten ſie ein Wort des Gewährens.
Und plötzlich ein Laut wie unterdrückte Klage; wie
ſchneidender Schmerz — die Erinnerung an geſtern!
.. ſonſt mach' ich den Zwinger auf und jag’ ihn
mit Hunden von der Oberförſterei!! Und wenns ein
dreimal gekrönter Fürſt iſt!
Sie ſtrich ſich langſam über die Stirn; ſie zog die
Schultern zuſammen in innerem Fröſteln.
In dieſer Minute ſtreifte ſie ihre Kindheit ab; wurde
ſie Weib.
Auch ihre Stimme klang herbe; faſt hart.
Ich danke Ihnen, Günter . . . aber . . . ich allein
darf nicht entſcheiden!
Der Baron machte eine raſche Bewegung; er war
ſehr blaß geworden.
Wer, Giſa, hat das Recht, zwiſchen uns zu treten,
wenn wir uns ſuchen?!
Mein Vater! ſagte ſie ſcheu und heimlich.
Und als er etwas erwidern wollte, hob ſie halb die
Hand gegen ihn: —
Nicht fragen . . . ich weiß nichts . . . Aber geſtern
nach — Ihrem Siege — hat mein Vater eine . . .
Dro=
hung ausgeſprochen . . . irgendwo gibt es bei uns
Rät=
ſel und Geheimniſſe — — wieder zogen ſich ihre Schultern
zuſammen.
Das Geſicht des Artilleriſten wurde finſter.
Ich verſtehe das nicht; und ſo kommen wir auch nicht
zum Ende.
Ich möchte einen andern Weg gehen — laſſen Sie mich
morgen vormittag mit Ihrem Herrn Vater ſprechen! Das
wird ja Klarheit geben.
Sie neigte zuſtimmend den Kopf.
Und — Giſa . .. darf ich die Gewißheit mitnehmen,
daß Sie mir zu dieſer Unterredung Erfolg wünſchen?
Da hob ſie langſam die Augen.
Weshalb fragen Sie?
Er wollte auf ſie zutreten.
Sie aber wich zurück. Eine ſtolze Offenheit lag in
dieſer Abwehr.
Nicht ſo, Günter . . . nicht vorher! — — Wenn Sie
mit Zuſtimmung meines Vaters morgen dieſes Haus
wie=
der betreten . . . gehöre ich Ihnen!
Solange wollen wir Reſpekt haben . . . vor dem
unbekannten . . . Willen meines Vaters!
Den Bruchteil einer Sekunde maßen ſie ſich
ſchwei=
gend. Dann kehrte der Baron zu ſeinem Seſſel zurück
und nahm den Helm wieder auf. Er hob den Säbel
an; die Sporen klirrten leiſe.
Gnädiges Fräulein!
Sie blieb durch die halbe Länge des Salons von ihm
getrennt. Sie ſtand reglos in der Erkerniſche. Nur ihre
Augen grüßten ihn zum Abſchied.
Auf Wiederſehen! ſagte ſie mit ſcheuem Lächeln.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 154.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Pferde=Rennen. Graditz in England
ſieg=
reich. Während das Königliche Hauptgeſtüt Graditz im
deutſchen Rennſport in dieſer Saiſon arg in den
Hinter=
grund geraten iſt, gelang es einem ſeiner in England
trainierten Pferde, dem dreijährigen Spearmint=Sohn
Zyklon, in Neumarket ein Dreijährigen=Rennen über
1200 Meter zu gewinnen. Wenn es ſich bei dem Maiden
Three Year Old=Plate auch nur um ein beſcheiden
dotier=
tes Rennen handelt, ſo ſchlug der als Favorit zum Kurſe
von 714 geſtartete Hengſt, von Dan Maher geſteuert, ſeine
13 Gegner doch mit großer Sicherheit. — Das Königliche
Hauptgeſtüt ſcheint übrigens wieder eine Expedition nach
Oeſterreich zu planen. Im Preis von Helenental, einer
mit 50000 Kronen dotierten Zweijährigen=Prüfung,
wur=
den vier „Königliche” nämlich Germaniſt, Graphit,
Wald=
teufel und Padua, bei der letzten Reugelderklärung
be=
laſſen. Bekanntlich hat das Königliche Hauptgeſtüt das
wertvolle Rennen ſchon dreimal, und zwar 1905 mit
Stoßvogel, 1910 mit Mondſtein und 1911 mit Flagge
ge=
wonnen. Auch in einer zweiten Zweijährigen=Prüfung,
dem Preis vom Schloß, wurden drei Graditzer, nämlich
Graphit, Feuerlilie und Padua, belaſſen.
* Radrennen. Die Darmſtädter Radrennfahrer=
Ver=
einigung „Staubwolke” 1913 veranſtaltet am kommenden
Sonntag eine 200 Kilometer=Fernfahrt „Rund um
Heſſen” um den Kaſino=Preis.
Landwirtſchaftliches.
* Das Kriegsminiſterium veröffentlicht eine
Be=
kanntmachung über die Bedingungen für den Ankauf
volljähriger warmblütiger Pferde
ſei=
tens der preußiſchen Heeresverwaltung
aus Anlaß der Heeresverſtärkung. Die
Pferde ſind in der Hauptſache für Kavallerie.
Feld=
artillerie, Train und Maſchinengewehr=Kompagnien
be=
ſtimmt. Der Ankauf findet vorwiegend auf öffentlichen
Märkten in allen Teilen Deutſchlands (ausſchließlich
Bayern, Sachſen und Württemberg) in den Monaten
September und Oktober ſtatt. Der Bedarf an Pferden
für Maſchinengewehr=Kompagnien wird in großem
Um=
fang bereits vorweg im Auguſt beſchafft. Soweit auch
hierfür öffentliche Märkte in Frage kommen, werden dieſe
für den beſonderen Zweck kenntlich gemacht. Beim
An=
kauf werden die Anforderungen zugrunde gelegt, die für
den Remonteankauf maßgebend ſind: mit Rückſicht auf
die große Zahl der zum ſofortigen Truppengebrauch
er=
forderlichen Pferde wird allgemein ein ſcharfer Maßſtab
vorgelegt werden. Maſchinengewehrpferde müſſen
paar=
weiſe vor 1000 Kilogramm Laſt im tiefen Boden vom
Bock vorgefahren werden. Es werden nur Pferde im
Alter von fünf bis zu zehn Jahren und in einer Größe
von 1,52 Meter bis 1,66 Meter Stockmaß (ohne Eiſen
gemeſſen) angekauft. Von dieſen Alters= und
Größenmaß=
grenzen wird nicht abgewichen werden. 4½jährige und
ſolche Pferde, deren Zahnalter Zweifel zuläßt, kommen
daher für den Ankauf nicht in Frage. Tragende Stuten
ſind auch vom Ankaufe ausgeſchloſſen. Die angekauften
Pferde werden ſofort abgenommen und den
Truppen=
teilen unmittelbar überwieſen. Die Verkäufer werden
er=
ſucht, die Schweife der Pferde nicht
über=
mäßig zu beſchneiden und die Schwanzrübe nicht
zu verkürzen.
Vermiſchtes.
— Der Empfang eines deutſchen Reiſenden am
japani=
ſchen Kaiſerhofe im Jahre 1690. Gelegentlich der
ſchwe=
ren Erkrankung des jungen Kaiſers von Japan, der an
ſeinem Hofe die bereits von ſeinem Vater eingeführten
Reformen nach europäiſchem Muſter erheblich vermehrt
hat, dürfte es gerade jetzt von beſonderem Intereſſe ſein,
einiges über eine Audienz zu hören, die im Herbſt 1690
im Kaiſerpalaſt zu Tokio ein deutſcher Weltreiſender
ge=
habt. Es handelt ſich um Engelbert Kämpfer, einen Sohn
des altertümlichen lippiſchen Städtchens Lemgo, der als
Deutſcher zum erſten Male Oſtaſien wiſſenſchaftlich
er=
forſchte. Wir finden näheres darüber in Paul
Linden=
bergs ſoeben erſchienenem, reich illuſtrierten neuen Buche:
„Durchs Lippiſche Land” (Verlag der Meyerſchen
Hofbuch=
druckerei in Detmold. Preis 3 Mk.), das eine Fülle
feſſeln=
den Materials enthält und bei der beginnenden
Reiſe=
zeit gewiß vielen ein erwünſchter literariſcher Begleiter
ſein wird. Engelbert Kämpfer hatte als Arzt der
Oſt=
indiſchen Compagnie den holländiſchen Reſidenten der
dem Kaiſer ſeine Ehrerbietung bezeugen und Geſchenke
überbringen wollte, nach Tokio begleitet. Die „
Bezeug=
ung der Ehrerbietung” des holländiſchen Reſidenten
be=
ſtand darin, daß dieſer, ſobald er in den Empfangsſaal
getreten, in welchem der Kaiſer auf einem etwas erhöhten
Sitzplatze mit untergeſchlagenen Beinen ſaß, ſich
nieder=
wvarf, auf Händen und Füßen, das Haupt bis zum Boden
geneigt, bis zum kaiſerlichen Platz kroch und ſich ebenſo,
wie ein Krebs, wieder zur Tür zurückzog. Darauf
wur=
den in einem anderen Raume der Reſident und die
Mit=
glieder der Geſandtſchaft dem Kaiſerpaare und den erſten
Würdenträgern vorgeführt; man muß ſchon dies Wort
gebrauchen, denn die japaniſchen Herrſchaften
betrachte=
ten, durch kleine Oeffnungen eines Vorhanges, hinter
welchem ſie ſich aufhielten, die Fremdlinge, die ihnen
jedenfalls höchſt abſonderlich erſchienen. Sie alle
kro=
chen, wie ſchon vorher der Reſident, in dem Saal herum
nach jener Seite, auf der ſich, wie es ihnen ein Dolmetſcher
zugeflüſtert, der Kaiſer befand; der Dolmetſcher,
gleich=
falls mit dem Geſicht auf der Erde liegend, überſetzte die
vom Kaiſer an ſeinen vertrauten Miniſter und von
die=
ſem an den Dolmetſcher gerichteten Fragen, die
ſchrift=
lich beantwortet wurden, denn es war ein europäiſches
Schreibzeug vorhanden und die Zettel wurden dem
Mi=
niſter und von dieſem dem Kaiſer überreicht. Kämpfer
wurde gefragt, welche innerlichen und äußerlichen
Ge=
brechen er für die ſchwerſten und gefährlichſten halte,
und wie er mit den Krebsſchäden und innerlichen
Geſchwü=
ren zu Werke ginge, ferner, ob er nicht auch, wie die
chine=
ſiſchen Aerzte ſeit vielen Jahrhunderten, einem Mittel
zum langen Leben nachgeſpürt oder ob nicht andere
euro=
päiſche Aerzte ein ſolches bereits gefunden. „Ich
antwor=
tete,” berichtet Kämpfer, „daß unſere Aerzte noch täglich
ſtudierten, das Geheimnis zu entdecken, wie der Menſch
ſeine Geſundheit bis zu einem hohen Alter erhalten
möchte.” Man fragte weiter: welches denn fürs beſte
dazu gehalten würde? Antwort: Das Letzte ſei allzeit
das Beſte, bis die Erfahrung ein anderes lehre. Frage:
welches denn das Letztere? Antwort: ein gewiſſer
Spi=
ritus, der bei mäßigem Gebrauche die Feuchtigkeiten
flüſſig erhalte und die Lebensgeiſter aufmuntere und
ſtärke. Frage: wie ſelbiger genannt werde? Antwort:
sal volatile oleosum Sylvii. Da ich wußte daß alles,
was bei den Japanern Achtung erwerben ſoll, einen
lan=
gen Namen und Titel haben muß, ſo wählte ich dieſe
Be=
nennung um ſo eher, die ich auch etliche Mal wiederholen
mußte, da man ſie hinter der Matte nachſchrieb. Frage:
wo er denn zu bekommen und wer ihn erfunden?
Ant=
wort: in Holland der Profeſſor Sylvius. Frage: ob ich
ihn auch zu machen wüßte? Ich antwortete: o ja, aber
nicht hier. Frage: ob er auf Batavia zu bekommen?
Antwort: ja! womit denn der Kaiſer verlangte, daß mit
den nächſten Schiffen eine Probe überſandt werden ſollte,
die auch unter dem Namen im folgenden Jahre wirklich
überkommen iſt, in der Tat aber nichts anderes war als
ein unlieblicher spiritus salis ammoniaci, mit
Gewürz=
nelken abgezogen. — Auf Befehl des Kaiſers mußten
dann die Herren ihre Mäntel ablegen und aufrecht ſitzen,
damit er ihnen beſſer ins Geſicht ſehen könne, dann aber
mußten ſie, wie Kämpfer ſich ausdrückt, „ordentliche
Affenpoſſen” ausüben: bald mußten ſie aufſtehen und hin=
und herwandern, bald ſich gegenſeitig Verbeugungen
machen, dann tanzen, ſpringen, einen betrunkenen Mann
vorſtellen, japaniſch ſtammeln, malen, holländiſch und
deutſch leſen, ſingen die Mäntel um= und ablegen uſw.
Das dauerte ungefähr zwei Stunden, darauf wurde jedem
ein kleiner Tiſch mit japaniſchen Gerichten und mit den
üblichen Stäbchen ſtatt der Meſſer und Gabeln hingeſetzt;
auch das diente zur Erheiterung der Japaner, bis man
die Beſucher hieß, ihre Mäntel anzulegen und Abſchied
zu nehmen.
Literariſches.
Die Leiſtungen der höheren
Lehran=
ſtalten in Preußen im Lichte der Statiſtik. Von
Herrn Direktor Profeſſor Dr. Huckert. 132 Seiten. Broſch.
2,60 M. In Originalleinenband 3 M. Verlag von Quelle
u. Meyer in Leipzig, 1913. Direktor Huckert, ein über die
Fachkreiſe hinaus bekannter Schulſtatiſtiker, hat in dem
vorliegenden Buche alle einſchlägigen Fragen auf Grund
eines umfangreichen Materials in ſtreng kritiſcher Methode
nachgeprüft und iſt dabei zu einer glänzenden
Wider=
legung der Schwarzſeher gekommen. Es würde zu weit
führen, hier auf die Einzelheiten der intereſſanten
Unter=
ſuchungen einzugehen, die klar zeigen, welche Fehler bisher
bei Behandlung dieſer Fragen gemacht wurden. Nicht
nur, wer an der Entwickelung unſeres Schulweſens
inter=
eſſiert iſt, ſondern auch jeder volkswirtſchaftlich intereſſierte
Leſer ſollte nicht verſäumen, das ausgezeichnete,
gründ=
liche Buch durchzuarbeiten.
N THERMAIOUELLEF VON ANERKANNTER WIRKUNC BEI NERVENLEIDEN FRAUEN-
LEIDEN. STOFFWECHSEURANKHEIIEN. ZIRKULTONSSTORUNGEN. TEINIEEMLERN
PsOSpEKTE O. VERwAllUnd des KGl. BADES ScHLANGENBAD.
Das MEuk kunslaus und Dir MEuEfl KelerNADeNl. EgSFFruNd 10. MAl 1913
KGL. BA Dertz 1
IED
im TAUNUs. Linie WESBADEN-EETVIILE
I,847
Königliche Kurhäuser-
1. Neues Kurhaus
130 Zimmer mit modernstem Comfort.
Badeappartements. Herrl. Terrassen.
Lift zu den Bädern.
. Mittleres und
unteres Kurhaus
80 Zimmer in vornehmer, ruhiger Lage,
direkte Verbindung mit dem Wald. Grosse
luftige Räume mit gediegenen
Einrich-
tungen. — Mineralbäder im Hause.
Berliner Hof
und Schweizerhaus
Villenartige, besonders reizvoll
gelegene kleine Gebäude mit 7
resp. 6 Zimmern, geteilt oder
im ganzen, auch mit Küchen-
Einrichtung. zu vermieten.
Kgl. Brunnen-Kolonade
hat folgende Geschäftsläden:
1. Niederlage d.
Schlangen-
had-Apotheke
2. Fris.:G. Friedrich, Mainz
3. Blumen: F. Fehlinger,
Rauental
4. Glas und Papier: Frz.
Ruppert, Schlangenbad
5. Obst und Blumen:
W. Bopp. Wambach
6. Juwelen: I. Crusen,
L.-Schwalb.
7. Galanteriewaren: A.
Weller, Schlangenbad
8. Konfektion J.
Bacha-
rach, Hoflieferant,
Wiesbalen
9. Zigarren u. Conlit.:
Frl. Ehrhardt. Hanau.
Versand
K
der Schlangenquelle
zu kosmetischen Hauskuren
in Kisten zu 15, 25, 50 Flaschen
Erhältl. i. a. Apoth., Drog. u. Mineralwasserh.
Schlangenbader Präparate z. Hautpflege
— Seife — Toilettenwasser
Hautereme
SchLAndEn-APOTHERE, SchLAndEnBAb.
n unmittelbar am Kgl.
Villa Dagmäl Neuen Kurhaus u. Wald.
Erstklass. Haus mit und ohne Verpflegung.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Juli 1913.
Nummer 154.
Earrd biinger Schanwaren-Verkauf
Der Verkauf dauert nur kurze Zeit.
Herren-
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . .
Boxleder-Zug- und Schnallenstiefel .
Kalbleder-Zug- und Schnürschuhe .
Kalbleder-Knopf- und Zugstiefel . .
Rosschevreau-Schnürstiefel Lackkappen .
Braune Chevreau-Schnürstiefel . .
Hellbraune Halbschuhe 40—46 . .
Wixleder-Zug- und Schnürstiefel . .
Wixleder-Zug- und Schnürschuhe . .
Segeltuch-Schnürschuhe 40—46 . .
Leder-Hausschuhe 40—46
,
Stoff-Hausschuhe 40—46.
Wixleder-Knaben-Schnürstiefel 36—39
Braune Knaben-Sandalen 36—39
6.25
6.90
6.00
7.00
6.75
7.50
5.50
Damen-
Elegante Schnürstiefel mit Lackkappen . 4.90
Echt Chevreau-Schnürstiefel 36—39 4.75
teils Goodyear-Weltg
Chevreau-Knopfstiefel 36/39fr. 10.—, jetzt 5.50
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . . 6.50
Braüne Chevreau-Schnürstiefelmit Lackk. 7.25
Rosschepreau-Schnürstiefel berby, Lackkapp. 6.75
Moderne Halbschuhe mit Lackkappen . . 5.50
Braune Ziegenl.-Knopf- u. Schnürstiefel 4.50
Moderne weisse Leinen-Fumps jetzt 4.25
Braune Sandalen 36—40 . . jetzt 3.50
Segeltuch-Schnürschuhe 36—42 . . 1.75
Leder-Hausschuhe 36—42 . . jetzt 1.85
Lasting-Morgenschuhe . . . jetzt 1.30
Stoff-Hausschuhe
jetzt 0.85
Kinder-
Schwarze Leder-Schnürstiefel 17—19
Schwarze Leder-Schnürstiefel 17—22
Braune Leder-Schnürstiefel 17—22 .
Braune Knopfschuhe 27—20
Braune Schnürschuhe 27—30
Braune Sandalen 22—29 .
Braune Sandalen 30—35
Braune Schnürstiefel 27—30
Braune Schnürstiefel 31—35 .
Braune Knopfstiefel 27—30
Boxleder-Schnürstiefel 27—30 . .
Wixleder-Schnürstiefel 31—35 . . .
Segeltuch-Schnürschnhe 27—30 . .
Segeltuch-Schnürschuhe 22—26 . .
3.80
3.75
1.25
1.00
Mod. Damen-Kuopfschuhe und braun 5.75 Moderne
weise Leinen-Damen-Halbschuhe 4.29
Ferner grössere Posten zurückgesetzte
Damen-Tennisschuhe in verschiedenen Farben, früherer Preis bis Mk. 6.50
. jetzt Mk. 2.75
Damen-Lack-Schnürschuhe, elegante Form, teils L. XV.-Absätze, früherer Preis bis Mk. 12.50
. jetzt Mk. 6.−
Herren-Lack-Schnürschuhe, grösstenteils schlanke Form, früherer Preis bis Mk. 12.—
. . jetzt Mk. 5.−
Herren-Lack- und Kalbleder-Zugstiefel, erstkl. Fabrikate, vorherrschend kleine Nummern, früh. bis Mk. 20.—, jetzt Mk. 7.-
Damen-Kalbleder- und Kid-Zug- und Knopfstiefel, früherer Preis bis Mk. 14.—
. jetzt Mk. 6.−
Damen- braune und schwarze Schnür- u. Spangenschuhe, gute Qualitäten, früher bis Mk. 9.50 . jetzt Mk. 4.−
Hochelegante farbige Herren- und Damen-Knopfstiefel, teils zur Hälfte des bisherigen Preises.
Kinder-Schnür-, Knopf-, Ohren- und Spangenschuhe, sowie viele Einzelpaare
weit unter Preis?
Keine Auswahlsendungen!
Verkauf gegen bar!
Schuhwarenhaus L. Spier
1 Louisenplatz 1
Telephon 2545
(14469)
1 Louisenplatz 1.
HedeFraizer Kaiserkrone
von täglich friſch eintreffenden Sendungen
empfiehlt
(*2031mf
Dieburgerstrasse 10
W. Nungesser, rernsprecher 86a.
Zur bevorstehenden Reisezeit
empfiehlt ihr reichhaltiges Lager in
125
Strümpfen und Socken
gewebt, glatt und durchbrochen, mit Zwickel, gestrickt
sowie Füßlinge zum Annähen in nur guten Qualitäten
Philippine Drach
(früher in Firma J. Hachenburger)
I. Etage 3 Kranichsteinerstraße 3 I. Etage
Wenn Auswahlsendungen gewünscht werden, genügt
(13439a
Postkarte.
ſchrock, Frat, Snetngehte
züge, Zylinder zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (10999a
er endewer g.
Trinkeier, Nachn. (11435a
Alsbach a. d. B.. Poſtfach 32.
Wegen Platzmangel
ſehr billig!
Weiße moderne Jackenkl., weiße
einz. Röcke, Leinenkoſtüme,
Empier=
kleid., Bluſen, Sommermänt., Hüte,
Stiefel Herrenanz. für gr. Fig.,
weiß. Turnhoſ., Tennish., Stiefel
u. Schuhe, f. Weißbinder,
Sommer=
anz, Knabenanz. ſ. 6—7 u. 13 J,
Bettwäſche, weiß. Damenh. u. Hoſ.,
Gasl. u. viel. mehr. Teilz. geſtatt.
Ballonplatz 10,
neben der Hofapotheke, pt. (13755a
Ein ereme Frottskoſtüm a
Größe 44, ganz neu, kaum
ge=
tragen, Verhältniſſe halber für
des Einkaufspreiſes abzugeb. 12bis
4 Uhr. Grüner Weg 44, part. (*2188
1
Ing., Mitgl. d. deutsch. Schutzverb.
f. geist. Bigentum, prükt Brindg.
kostenfr., reell u. sachgem. fk.
Re-
ferenz. Ausführl. Brosch. kostenl.
Mainz, Bahnhofstr.3, Tel.2754.
OPELRäder
Die altbekannte und beste deutsche Marke zu mässigen Preisen.
Haas & Bernhard
Rheinstrasse 19.
(1187ga
Bett, 3 Mon. gebr., bill. zu verk.
Löbel werd. aufpol. u. repar.
Mk 1802ih
Neugaſſe 1. 1 1922mf) Riedeſelſtr. 48, 1. St.