Darmstädter Tagblatt 1913


27. Juni 1913

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Si
er

Ha
Abonnementspreis
Inſerake
176. Jahrgang

monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
47,
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verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
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den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N5 148.
Freitag, den 27. Juni.
1913.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
zurzeit die Kriegerwaiſenhäuſer erhalten werden, auf län=
Nach der zweiten Leſung der
gere Zeit unterbrochen ſein kann. Im Frieden ſollen die
Zinſen der geſammelten Gelder zur Erweiterung der
Wehrvorlage.
Waiſenpflege des Bundes dienen. Auf ein zum Regie=
Das Wichtigſte vom Tage.
* Elf Sitzungen hat die zweite Leſung der Wehrvor=
rungsjubiläum
des Kaiſers und Königs geſtelltes Imme=
lage
im Plenum des Reichstages beanſprucht. Die Aus=
Die Meldungen von einem Beſuch des Kai=
diatgeſuch
iſt die kaiſerliche Ermächtigung erteilt worden,
ſprache iſt alſo eine recht gründliche geweſen, und niemand
ſers in Gmunden werden von der Nordd. Allg.
daß der geſammelte Fonds den Namen Kaiſer=Jubiläums=
Ztg. dementiert.
wird behaupten können, daß das Geſetz in Hurraſtimmung
fonds führen darf. Durch den gegenwärtigen Beſtand
durchgepeiſcht worden ſei. Im Gegenteil, die Debatten
Der Reichstag hat den Wehrbeitrag in
des Fonds iſt die Unterhaltung der Kriegerwaiſenhäuſer
verloren ſich oft weniger bei den Beſtimmungen der
zweiter Leſung erledigt.
im Kriegsfalle auf mindeſtens zwei Jahre ſichergeſtellt.
Heeresvorlage ſelbſt, als bei den vielen Reſolutionen
Das ungariſche Abgeordnetenhaus iſt durch
Der Deutſche Kriegerbund bleibt bemüht, den bisherigen
ins uferloſe. Die Vorſchläge der Kommiſſion wurden übri=
königlichen
Erlaß bis zum 8. Oktober vertagt
Kaiſer=Jubiläumsfonds in Zukunft weiter zu ſtärken.
gens im weſentlichen vom Plenum gebilligt, und mit
worden.
Ausbau der Waſſerkräfte. Der Reichs=
Ausnahme dreier Kavallerie=Regimenter hat die Regie=
Am Türmlihorn bei Zweiſimmern im Berner
und Staatsanzeiger veröffentlicht das Geſetz, betreffend
rung faſt alle ihre Forderungen bewilligt erhalten. Dafür,
Oberland ſtürzte der Pfarrer Baumgarten
den Ausbau von Waſſerkräften im oberen Quellgebiet der
daß die abgelehnten Reitertruppen in der dritten Leſung
der Dorfgemeinde St. Stephan bei einer Bergtour ab
Weſer. Danach wird die Staatsregierung ermächtigt,
und fiel aus 200 Meter Höhe über eine Felswand.
wieder eingeſtellt werden, iſt die Ausſicht nur gering, und
Er
war ſofort tot.
für den Ausbau der Waſſerkräfte im oberen Quellgebiet
deshalb wird ſich die Regierung ſo gut wie möglich mit
der Weſer 10500000 Mark nach Maßgabe der von dem
dem Abſtrich abfinden müſſen. Auch hinſichtlich der Zu=
Geſtern früh ſtieg der franzöſiſche Avia=
zuſtändigen
Miniſter feſtzuſtellenden Pläne zu verwenden.
tiker Gilbert mit ſeinem Aeroplan auf. um einen
lagen für Unteroffiziere in Elſaß=Lothringen iſt der Reichs=
Flug von Paris nach London auszuführen. Bis
Davon dürfen, ſolange die Weſerkräfte bei Münden nicht
tag unerbittlich geweſen und wird es bei der Haltung des
zurzeit iſt eine Nachricht von ihm nicht ein=
zum
Ausbau gelangen, nur 800000 Mark verwendet wer=
Zentrums in dieſer Frage wohl auch bleiben.
getroffen.
den. Das Anlagekapital wird mit vier Prozent verzinſt
Wie ſchon geſagt, drehten ſich die Debatten während
200 Studenten in Richmond ſind nach einem
und mit ½ Prozent zuzüglich der durch Tilgung erſparten
der zweiten Leſung weniger um die Heeresvorlage ſelbſt,
Bankett an Ptomain=Vergiftung erkrankt.
Zinſen getilgt.
als um die große Zahl von Anträgen und Reſolutionen,
Das Befinden von 9 Studenten gibt zu ſchweren Be=
Der Gouvernementsrat von Deutſch=
von
denen die meiſten wohl mit dem Militäretat im all=
denken
Anlaß
Oſtafrika erledigte die Fleiſchbeſchauverord=
gemeinen
, aber nicht mit dieſer Vorlage ſpeziell zuſammen=
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.
nung in erſter Leſung, alsdann ſämtliche Entwürfe in
hingen. Die große Mehrzahl wurde gutgeheißen, wo=
zweiter
Leſung in der Faſſung der erſten Leſung mit der
gegen aber namentlich die ſozialdemokratiſchen Forderun=
Maßgabe, daß außer zehn amtlich ernannten Mitgliedern
gen auf Einführung der allgemeinen einjährigen Dienſt=
Friedenshymnen.
des lünftigen Landrats fünfzehn weitere in neun Wahl=
zeit
, auf Zulaſſung politiſcher Betätigung der Mannſchaf=
** Die vom Kaiſer nach Schluß der Regatta auf der
kreiſen des Schutzgebietes von der Bevölkerung gewählt
ten, auf das Verbot des militäriſchen Boykotts u. a. m.
Unterelbe bei der üblichen Abendtafel gehaltene Rede iſt
werden ſollen. Der Gouvernementsrat trat dann in die
abgelehnt wurden. Das Verlangen nach einer Reform
auch diesmal wieder in mehrfacher Hinſicht bemerkenswert.
Beratung des Etats ein. Der Gouverneur gab einen all=
der
Militärjuſtiz und des Einjährig=Freiwilligen=Inſtituts
So namentlich wegen der darin enthaltenen Anſchauungen
gemeinen Ueberblick und bezeichnete die Finanzlage des
nahm die Mehrheit wohlwollend auf. Einen breiten Raum
über unſere heutige Jugend, die doch nicht ſo verderbt ſein
Schutzgebietes als günſtig. Notar von Noſtiz forderte für
in der Debatte beanſpruchten die Privilegien der Garde,
muß, wie es von manchen Seiten immer hingeſtellt wird.
die Bezirksämter mehr Juriſten und beklagte den häufigen
wobei wiederholt auf die Kommandogewalt des Kaiſers
Der Kaiſer wenigſtens ſcheint mit Wohlgefallen und Ver=
Beamtenwechſel. Der Gouverneur erwiderte, von 17 Be=
hingewieſen
wurde. Erörtert wurde ſodann das Thema
trauen auf die deutſche Jugend zu blicken, für die er ja
zirksamtmännern ſeien neun Juriſten, die ihren Amtsſitz
der Soldatenmißhandlungen, die turneriſche Erziehung der
fan ſeinem Jubiläumstage durch den überall beifällig auf=
in
Bezirken mit größerer Europäerbevölkerung hätten. Ein
Jugend, auch der Fall des öſterreichiſchen Oberſten Redl
genommenen Erlaß ein beſonderes Intereſſe betätigt hat.
allzu häufiger Beamtenwechſel werde in Zukunft nach
kam zur Sprache, und es gab ſogar eine kleine Antiſemiten=
Aber auch der Schluß der kaiſerlichen Rede iſt bedeutſam
Möglichkeit vermieden. Superintendent Klamroth be=
debatte
. Heftige Auseinanderſetzungen zwiſchen den So=
dadurch
, daß der Monarch den hohen Wert des
antragte neben einer Beſſerſtellung der Lehrer eine Ver=
dialdemokraten
und dem Kriegsminiſter zogen ſich durch
Friedens hervorhebt in einem Augenblick, wo Deutſch=
mehrung
der gehobenen Lehrerſtellen und eine jährliche
die ganzen Verhandlungen, und es regnete Ordnungsrufe
land ſeine Rüſtung verſtärkt. Wenn es nach dem Kaiſer
Unterſtützung der Miſſionsſchulen mit 75000 Mark unter
auf die Häupter der Genoſſen, die in ihrer Kritik oft
geht, ſo werden wir uns das ſagt der Wortlaut der
Fortfall des Etatsanſatzes von 20000 Mark für Verbrei=
viel
weiter gingen, als mit der Sachlichkeit vereinbar war.
Rede noch weiter des Friedens erfreuen, der eine Vor=
tung
der deutſchen Sprache im Schutzgebiet. Die Anträge
Die Schwierigkeiten, welche der Durchführung der
bedingung dafür iſt, daß Deutſchland in jeder Beziehung
wurden bei aller Anerkennung der Tätigkeit der Miſſionen
Heeresvorlage entgegenſtanden, können nunmehr nach Er=
die
bisherige aufſteigende Kurve innehalten kann.
und Lehrer durch den Gouvernementsrat abgelehnt, die
ledigung der zweiten Leſung als überwunden gelten, und
Während Kaiſer Wilhelm an der deutſchen Waſſer=
Anforderungen für die Eingeborenen=Krankenhäuſer in
die Regierung wird ſroh aufatmen. Sie kann, ſelbſt wenn
kante dem Frieden ein Loblied ſang, erklangen auch an
Korogwe und Muheſa wurden lebhaft begrüßt. Eine wei=
die
beanſtandeten Forderungen nicht durchgehen, mit Be=
der
Themſe, wo Präſident Poincaré zu Beſuch weilt, bei
tere Ausgeſtaltung der ärztlichen Verſorgung des Schutz=
friedigung
auf das vollendete Werk blicken, welches die
dem ihm zu Ehren vom König Georg gegebenen Bankett
gebietes wurde befürwortet.
Wehrkraft des Deutſchen Reiches verſtärken und dieſem
Friedensverſicherungen. Beide Staatsoberhäupter ſtellten
ein Schutz und Schirm ſein ſoll gegen jeden Angriff von
Auf die kleine Anfrage, betreffend
die Sache des Friedens als das von ihren Regierungen
außen her.
die Ermordung des aus Dortmund ge=
verfolgte
Ziel hin und erklärten deren Bereitwilligkeit, im
bürtigen Oswald Heinrich hat das Auswärtige
Verein mit den übrigen Großmächten an der Erhaltung
Amt ſchriftlich geantwortet, der Ermordete habe kein Ver=
Deutſches Reich.
des Friedens weiter zu arbeiten. Dieſer Hinweis auf die
mögen hinterlaſſen. Das Konſulat, das ſich um die Sühne
-
Mitwirkung ſämtlicher Kabinette erſcheint beſonders be=
Der Vatikan und Deutſchland. Der
des Verbrechens nicht gekümmert habe, weil Heinrich ſich
deutungsvoll und geeignet, trotz der Wolken, die noch
vatikaniſche Korreſpondent der Wiener Politiſchen Aller=
um
die amerikaniſche Staatsangehörigkeit beworben
immer am politiſchen Himmel ſtehen, uns die nächſte Zu=
weltskorreſpondenz
berichtet aus Rom:
hätte, ſei angewieſen worden, in derartigen Fällen eine
kunft in etwas hellerem Lichte zu zeigen. England hat ſich
Die beſondere Aufmerkſamkeit, welche der Papſt dem
ſtrafrechtliche Unterſuchung zu bewirken und die Inter=
deutſchen
Kaiſer anläßlich des Regierungsjubiläums durch
ja während der letzten Orientkriſen ſehr korrekt verhalten
eſſen etwaiger deutſcher Erben zu wahren.
Im Reichs=
die
Entſendung einer Spezialmiſſion unter Führung des
und nichts getan, was etwa die Schwierigkeiten hätte ver=
tage
ſind folgende kleine Anfragen an den Reichskanzler
Kardinals Kopp erwieſen hat, ſoll nach einer hier in
größern können. Hoffentlich fährt es fort, an ſeinem Teile
kirchlichen Kreiſen verbreiteten Verſion ſeitens des kaiſer=
ergangen
: Ob die franzöſiſche Meldung von einem
zur Beilegung aller vielleicht noch auftauchenden Konflikte
lichen Jubilars eine ſehr dankbare Würdigung erfahren
verluſtreichen Gefecht in Kamerun zutreffe, wie es mit der
haben. Das von der Miſſion überreichte eigenhändige
mitzuwirken und im gleichen Sinne auch den Freund an
Berufung einer Kommiſſion zur Prüfung der Rüſtungs=
Glückwunſchſchreiben Pius X. iſt in überaus warmen
der Seine zu beeinfluſſen.
lieferungen ſtehe und welche Schritte zur internationalen
Worten abgefaßt, in denen die Verehrung des Papſtes
Weit wichtiger als alle Friedenshoffnungen und Frie=
für
die Perſon Wilhelms II., deſſen chriſtliche Geſinnung
und nationalen Durchführung eines beſonderen Schutzes
gefunden hat,
X.
die wiederholte Anerkennung Pius
denswünſche iſt die vom Balkan kommende Nachricht, daß
für Arbeiter und Arbeiterinnen von 16 bis 18 Jahren ge=
neuerdings
zum Ausdruck kommt. Die Miſſion und ihre
die Kriegsgefahr als weſentlich vermindert betrachtet wer=
ſchehen
ſeien.
Aufnahme in Berlin erbringe, wie man betont, einen
den kann und der bulgariſch=ſerbiſche Streitfall voraus=
-
In der Vorſtandsſitzung des Bun=
neuen
Beweis für die Herzlichkeit der gegenwärtigen zwi=
ſichtlich
unblutig gelöſt werden wird. In der Verwirk=
ſchen
dem Vatikan und dem Berliner Hofe beſtehenden
des der Induſtriellen unterbreitete Generalſekre=
lichung
der Petersburger Konferenz ſieht man den erſten
Beziehungen.
tär Peter=Köln Vorſchläge zum Schutze und zur Förde=
Der neue Kaiſer=Jubiläumsfonds
Schritt zur vollen Verſtändigung und iſt überzeugt, daß
rung der deutſchen Wirtſchaftsintereſſen im Auslande.
des Deutſchen Kriegerbundes. Das 25jährige
Rußland eine Baſis finden wird, auf der ſich die Lebens=
Angeſichts der weittragenden Bedeutung der Vorſchläge
Regierungsjubiläum des Kaiſers hat der Deutſche Krie=
intereſſen
ſowohl Bulgariens wie Serbiens berückſichtigen
gegenüber der deutſchfeindlichen Boykottbewegung im
gerbund dadurch gefeiert, daß er ſeine Wohlfahrtsbeſtre=
laſſen
. Nach der peſſimiſtiſchen Auffaſſung der Lage wäh=
Auslande wurde beſchloſſen, in beſonderer Sitzung, zu der
bungen im Sinne der kaiſerlichen Wünſche und der ſtän=
rend
der letzten Tage herrſcht wieder eine hoffnungsvollere
die Vorſtände aller deutſchen Wirtſchaftsverbände einge=
digen
Fürſorge des Kaiſers für Bedürftige und Schwache
Stimmung vor. Die Beilegung des bulgariſch=ſerbiſchen
laden werden ſollen, endgültig Stellung zu nehmen.
Konflikts wäre in der Tat von höchſter Bedeutung, da der
weiter ausgebaut hat. Seit vier Jahren iſt der Deutſche
Kriegerbund mit Sammlungen zu dieſem Zwecke beſchäf=
Friede auf der Balkanhalbinſel verhindern würde, daß
Ausland.
tigt, die den Betrag von 500000 Mark bereits erheblich
ſich die Gegenſätze zwiſchen Oeſterreich und Rußland wie=
Frankreich.
überſchritten haben. Der Zweck des geſammelten Fonds
der zuzuſpitzen beginnen, wie es in den letzten Tagen
Die Kammer ſetzte die Debatte über die Mili=
iſt
, im Falle eines Krieges die Unterhaltung der Krieger=
ganz
den Anſchein hatte. Wir wollen wünſchen, daß ſich
tärvorlage fort. Paté verlas einen ergänzenden Be=
waiſenhäuſer
des Bundes, gegenwäktig ſünf, mit einer
alle Friedenshoffnungen nun auch erfüllen und zunächſt
richt, der entſprechend dem Dienstag vormittag von der
Belegung von 600 Kindern, ſicherzuſtellen, da im Kriegs=
wenigſtens
die Abrüſtung des bulgariſchen und ſerbiſchen
Kammer ausgeſprochenen Wunſche verfaßt iſt. Faſt alle
falle der Eingang der freiwilligen Spenden, aus denen
Heeres zur Tatſache werde,

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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Juni 1913.
Seite 2.
11 Antirevolutionären, 9 Chriſtlich=Hiſtoriſchen, und 55
Zahlen ſind die gleichen, wie diejenigen des urſprüng
Mitgliedern der Linken, und zwar 30 Liberalen, 7 Demo
lichen Berichtes. Die Geſamtſtärke beträgt 672835 Mann
kraten und 18 Sozialiſten.
ſind
wovon 29000 Mann für Neuformationen vorgeſehen
De=
Für die Einſtellung ſind 711329 Mann angeſetzt.
Portugal.
Unterſchied zwiſchen der in dem Bericht genannten Effek
Der Revolver im Senat. Bei der Sitzung
tivſtärke und der vom Generalſtab berechneten beträgt nu
des Senats fand ein heftiger Wortwechſel zwiſchen den
1456 Mann. (Beifall in der Mitte und auf verſchiedenen
Senatoren Coſta und Freitas ſtatt. Schließlich ſtürzte ſich
anderen Bänken.) Lefèvre ſagte, indem er die in ſeiner
Coſta auf Freitas, der einen Revolver zog, und au
vorigen Rede angegebenen Zahlen berichtigte, ſeit 1900
Coſta anlegte. Die Senatoren entwaffneten Freitas. Die
habe Deutſchland für Rüſtungen nicht 1293, ſondern 1310
Sitzung wurde auf kurze Zeit unterbrochen
Millionen aufgewendet, während Frankreich dafür nur 683
Rußland
Millionen ausgegeben habe. Dieſe Zahlen ſprächen eine
Die Reichsduma beendete die Verhandlungen
beredte Sprache. (Beifall und Lärm auf der äußerſter
über das Staatsbudget, das mit 3 250 559006 Ru
Linken.) Redner fuhr fort, ein plötzlicher Angriff würd
beln balanciert. Die Einnahmen überſteigen die Aus
bedeuten, daß der Krieg ſchnell zu Ende geführt werden
gaben um 19831665 Rubel. Die Reichsduma beſtimmte
ſolle. Dies läge im Intereſſe Deutſchlands wegen ſeiner
eine Summe zur Hebung des Eiſenbahnweſens
finanziellen Unterlegenheit. Deshalb ſeien die ſtrategiſchen
Eiſenbahnlinien zwiſchen der Weſtgrenze und der Weichſel
Türkei.
ſtark vermehrt worden. Miniſterpräſident Barthou unter=
Osman Nizami Paſcha hat das Miniſte=
brach
den Redner und ſagte: Dies beſtätigte der preußiſche
rium der öffentlichen Arbeitzen über=
Kriegsminiſter vor der Reichstagskommiſſion. (Bewegung.)
nommen, nachdem ihm die Ernennung zum Miniſter
Lefévre rechtfertigte ſodann die Zurückziehung der euſſi
des Aeußern feſt zugeſagt worden war. Bathari, einer der
ſchen Linientruppen aus Polen, wo ſie in ſchlechter Stel
Londoner Delegierten, wurde telegraphiſch zur Ueber=
lung
geſtanden hätten, genau ſo wie gewiſſe franzöſiſche
nahme des Arbeitsminiſteriums zurückberufen
Teuppen 1870. Lefèvre ging des längeren auf die zu
gunſten der dreijährigen Dienſtzeit ſprechenden Gründe ein
Amerika.
und bat zum Schluß die Kammer, den Gegenentwurſ
Der Bundesrichter erklärte es für geſetzlich
Augagneur zurückzuweiſen und den Entwurf der Regier
zuläſſig, daß die Textilfabrikanten den deutſchen Farben=
ung
und der Kommiſſion anzunehmen. (Lebhafter Beifall
ruſt verklagen, indem ſie es als genügenden Beweis für
im Zenteum, auf der Rechten und verſchiedenen Bänken der
die Domizilierung der deutſchen Geſellſchaften in den Ver
Linken.) Auf Anfrage über die fehlerhaften Bedingungen
einigten Staaten anſehen, daß ſie zwecks Verkaufs ihrer
unter denen Ankäufe für die Armee bei den Remonte
Fabrikate mit einer Untergeſellſchaft in New=York in
Kommiſſionen gemacht worden wären, rechtfertigte der
Verbindung ſtehen
Kriegsminiſter Etienne deren Vorgehen. Der Kriegs=
Zahlreiche Senatoren erklären, der Vorſchlag
miniſter zeigte, daß die Ankäufe unter günſtigen Beding
der Finanzkommiſſion, Fabrikate von Sträflingen und
ungen gemacht worden ſeien, jedoch habe er auf Grund
Kindern unter 14 Jahren von der Einfuhr auszuſchließen
der Klagen, die an ihn gedrungen ſeien, eine Unterſuchung
bedeute den wirkſamſten Schutz, den ein Fabrikant ver=
eingeleitet
. Indem er zur Frage der Ankäufe von Pfer=
langen
könne

den durch Ausländer überging, ſagte Etienne, der Land
wirtſchaftsminiſter habe die nötigen Maßnahmen getroffen
um den Züchtern keinen Schaden zuzufügen. Die Gefahren
* Rom, 25. Juni. Die Tribuna meldet: Der =
nig
und die Königin reiſen am 1. Juli von Sar
ſeien übrigens übertrieben worden, da Frankreich in der
Roſſore nach Schweden und treffen am 3. Juli morgens
erſten fünf Monaten des Jahres 1913
15740 Pferde
n Kiel ein. Die Begegnung mit dem deutſchen Kai
gegen 17000 im Vorjahre ausgeführt habe. Der Anteil
erpaar findet am Nachmittag desſelben Tages an Bork
des Trinacria ſtatt. Das Königspaar wohnt dem Re=
Deutſchlands habe in den erſten fünf Monaten des Jahres
gattenſchluß der Kieler Woche bei und fährt am 3. Jul=
1913 2900 gegen 3103 in demſelben Zeitraum des Vor=
abends
oder am 4. Juli ab trifft am 5. Juli in Stockholm
jahres betragen. Zum Schluß bat der Kriegsminiſter, die
ein und reiſt am 7. Juli höchſtwahrſcheinlich via Kiel nadh
Kammer möge die Reſultate der Unterſuchung abwarten
Italien zurück
Der Miniſterpräſident unterſtützte die Erklärungen Etien=
nes
und verſprach, daß die Reſultate der Unterſuchung amt
Stadt und Land.
lich veröffentlicht werden würden. Die Sitzung wurde
Darmſtadt, 27. Juni
darauf aufgehoben
In der abgehaltenen Proteſtverſamm=
Ein herzlicher Briefwechſel.
lung gegen die dreijährige Dienſtzeit
Darmſtadt, den 21. Juni 1913.
ſprach ſich General Perein auch dafür aus, daß die Sol=
Seiner Hochwohlgeboren
daten ihre Militärzeit in den Garniſonen ihrer Heimat ab
Herrn
Geheimerat Dr.=Ing. Ludwig Hoffmann,
dienen ſollen. Er fügte hinzu, daß in den Grenzgegenden
Stadtbaurat von Berlin.
an einem beſtimmten Tage des Jahres alle waffenfähigen
Hochverehrter Herr Geheimerat
Leute ihren Offizieren vorgeſtellt und an jenen Punkten
Ich habe aus der Preſſe entnommen, daß Sie zun
verſammelt werden ſollen, wo in Kriegszeiten ihr Poſten
ſtimmberechtigten Ritter des Ordens pour le mérite für
wäre. So würde den Soldaten der Gedanke klar ge
Wiſſenſchaft und Künſte ernannt wurden
macht, daß ſie gleichzeitig für die Unantaſtbarkeit Frank
Geſtatten Sie, daß ich Ihnen als Oberhaupt Ihrer
Vaterſtadt meinen herzlichſten Glückwunſch zu
reichs und für die Verteidigung ihrer eigenen Heima
dieſer
hohen und hervorragenden Auszeichnung übermittele.
kämpfen werden. Der ſozialiſtiſche Deputierte Thomat
Zu der Anerkennung der Reichshauptſtadt geſellt ſich
forderte die Verſammlung auf, das demokratiſche Idea
die Anerkennung Seiner Majeſtät des Kaiſers, der auf=
anſtelle
des Revanchegedankens zu ſetzen, der ſich überlebt
neue bewieſen hat, welch großes Vertrauen er in Sie
habe. Beim Verlaſſen des Saales ſang die Menge die
ſetzt. Dem Namen Hoffmann iſt durch hervorragende und
herrliche Bauten in der Geſchichte der Reichshauptſtad
Internationale und die Hymne auf das 17. Regiment
für alle Zeiten ein unvergängliches Denkmal geſetzt.
welches im Jahre 1907 meuterte, als es bei den Winzer=
Eine beſondere Freude war es mir, dieſer Tage Ihre
unruhen in Südfrankreich eingreifen ſollte
neueſte großartige Schöpfung, den Märchenbrunnen in
Berliner Friedrichshain, zu beſichtigen. Auch zu dieſen
Niederlande.
wohlgelungenen Werk, das ein reizvolles Schmuckſtück
Bei den Stichwahlen für die Zweite
dieſes Parks bildet, darf ich Ihnen herzliche Glückwünſche
Kammer wurden gewählt: 1 Katholik, ein Anti=
ausſprechen

Mit herzlichen Wünſchen für Ihr Wohlergehen bin
revolutionär, 2 Chriſtlich=Hiſtoriſche, 21 Liberale, 5 De=
ich
mit hochachtungsvollem Gruße
mokraten und 17 Sozialiſten. Die neue Kammer beſteht
Ihr ergebener
aus 45 Mitgliedern der Rechten, und zwar 25 Katholiken,
Dr. Gläſſing.
ſchauend, geſenkten Hauptes und halbgeſchloſſenen Auges
Scharnhorſt.
und doch zugleich kühnſter Stirn, hätte man meinen
gen, er ſei der Todesgenius, der, über den Sarkophag de
(1813 28. Juni 1913.)
preußiſchen Glorie gelehnt, den Gedanken verklärte: wie
Von Dr. Kurt Haack.
herrlich waren wir einſt!
In der feierlichen Kuppelhalle der Breslauer Jahr
Nicht immer tritt das Genie des Helden in blenden=
hundert
=Ausſtellung, die dem Andenken der Gefallenen
dem Lichte hervor, ſondern es gibt auch verſchleierte Son=
von
1813 geweiht iſt, erhebt ſich in der Mitte, gleichſan
nen des Geiſtes, die in vielfach gebrochenen Strahlen
als Symbol jener ganzen großen Zeit, ein ſchlicht=mächtiges
glänzen. Eine ſolche ganz verinnerlichte Natur, ein pro=
Denkmal: auf hohem, wuchtigen von einem Relieffrie
blematiſcher Charakter von ſchwer zu erfaſſender Dämonie
umzogenen Sockel ruht ein Löwe, mit den gewaltigen
war der niederdeutſche Bauernſohn, der zur Rettung
Pranken den Stein umklammernd, den Kopf zur Seit
Preußens, ja zur Befreiung Deutſchlands und ganz Euro=
gelegt
, ſcheinbar ſchläfrig und ſatt vor ſich hinbrütend,
pas auserkoren war, denn die von ihm geſchaffene Heeres=
aber
doch wachſam und die Muskeln geſpannt, jeden
rganiſation, die von ſeinen Schülern, beſonders Gnei
Augenblick zum Sprunge bereit. Es iſt das Modell für
ſenau, durch ihn erlernte Strategie war es ja, die der
das Grabdenkmal Scharnhorſts, das auf dem Invaliden
Korſen endlich vernichtete. Seine Seele iſt ſo falten=
Kirchhof in Berlin ſteht, von Schinkel entworfen, von
reich wie ſein Geſicht, ſagten die Offiziere von ihm; ſie
Rauch und Friedrich Tieck ausgeführt. Das innerſte We=
ahnten
nur die Abgründe des Gedankens und Gefühls,
ſen des einzigen Mannes, deſſen Erinnerung das Monu
die in dieſem rätſelhaften Schweiger, in dieſem ſchamhaf
ment lebendig erhalten ſollte, iſt hier von dem genialen
ſich verſchließenden, undurchdringlichen Grübler verbor=
Baumeiſter mit divinatoriſchem Geiſte erſchaut. Nich
gen waren. Schon rein äußerlich hatte er nichts vom Sol=
treffender
hätte die Perſönlichkeit des Waffenſchmiedes
daten. Als einen Gelehrten in Uniform ſchildert ihr
der deutſchen Freiheit verkörpert werden können als in
Steffens. Seine Stellung war eine höchſt bequeme
dem Sinnbild des gelagerten Leuen. So ſatt von ſchwer=
ja
gekrümmte, und er äußerte ſich wie ein ſinnender
ſten Erfahrungen, in tiefes ſinnendes Brüten verſunken,
Menſch, der ganz von ſeinem Gegenſtand erfüllt iſt. Dies
müde ſcheinbar und träumend, aber innerlich geſammelt
beſcheidene Auftreten im Kriegskleide, ſeine bedächtig
geſtrafft in jedem Nerv, hat er die langen Jahre der Trüb
langſame, faſt lautloſe Rede, die die kühnſten Gedanken
ſal und Erniedrigung geheime Kräfte aufgeſpeichert, zum
in einförmig gedehntem Ton wie nebenſächlich ausſprach
entſcheidenden Kampf ſtets gerüſtet. Und ſein tragiſche
ſeine Geringſchätzung alles Aeußerlichen täuſchte nach
Schickſal war, daß er nur die Pläne erſinnen, die Mittel
Boyens Urteil den oberflächlichen Beobachter darüber
ammeln, die Grundſteine legen konnte in erzwungene:
hinweg, daß unter dieſer Denkerſtirn, über die die Haar=
Ruhe, in äußerlicher Tatenloſigkeit, daß ihm ein neidi=
nachläſſig
herabgekämmt waren, die tiefſten und geiſt
ſches Geſchick die Ernte ſeiner Saat verwehrte. So iſ
vollſten Gedanken ſich drängten Und doch wohnte eine
ſeine Geſtalt unſerer Anſchauung eingeprägt als die de=
Feuerſeele in dieſem dem Anſchein nach ſchlaffen Körper
ſtillen Denkers neben der des ſeurigen Helden, des Mar=
Niemand trug bei anſcheinend weichen, ſelbſt vernach=
ſchall
Vorwärts, als die des geiſtigen Schöpfers, die ſich
läſſigten Formen einen ſo unerſchütterlich feſten Willer
leuchtend abhebt von dem Hintergrund einer dunklen
in ſeiner Bruſt. Die Maske aber trug dazu bei, daß
Epoche, ſo wie ihn E. M. Arndt geſchildert: Wenn e=
man
in der Umgebung Napoleons, wo man alle feind=
ſo
daſtand, auf ſeinen Stock gelehnt, ſinnend und über=
licher
Intelligenzen ſo ſcharf beobachtete, die ungeheure

Nummer 148
Berlin W. 10, 23. Juni 1913
Hochverehrter Herr Oberbürgermeiſter
Für die außerordentlich liebenswürdigen Glück
wünſche, die Sie als Oberhaupt der Stadt Darmſtadt mir
zum Ausdruck gebracht haben, danke ich Ihnen auf das
yerzlichſte. Ich habe es früher ſchon ausgeſprochen und
möchte das hier wiederholen, daß jedes Zeichen freund=
licher
Anteilnahme aus der Vaterſtadt mir eine ganz be=
ondere
Freude bereitet. Ihr und ihrer ſchönen Umgeb=
ung
verdanke ich die erſten und nachhaltigſten Anregun=
gen
zu künſtleriſchem Schaffen, nach ihr zieht es mich
immer wieder hin und mit lebhafteſtem Intereſſe verfolge
ich ihre weitere Entwickelung. Darf ich zugleich den
Wunſch ausſprechen, daß es Ihnen, hochverehrter Herr
Oberbürgermeiſter, noch lange Zeit vergönnt ſein möge,
an der Spitze der Stadt Darmſtadt ſegensreich zu wirken
Mit meiner vorzüglichſten Hochachtung
bin ich
Ihr ganz ergebener
Ludwig Hoffmann.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog empfingen am Mittwoch den Oberſtleutnant
z. D. Balſer, den Feuerwerksmajor a. D. Kage, den
Hauptmann v. Heuſer, Lehrer an der Kriegsſchule in
Potsdam, den Hauptmann v. Britzke, Batteriechef im
Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=
Regiment Nr. 25, den Hauptmann Deiß im 5. Großh. Heſſ
Infanterie=Regiment Nr. 168, kommandiert als Adjutan=
zur
Kommandantur des Truppen=Uebungsplatzes Darm=
ſtadt
; den Rittmeiſter der Landwehr Selzam, den Ober
leutnant der Landwehr Herrmann, den Leutnant der
Landwehr Schneider, den Oberleutnant der Reſerve
Scriba, ſowie die Leutnants der Reſerve Harth, Hoff=
mann
, Maaß, Schröder und Eichhorn, ſämtlich eingezogen
zur Uebung beim Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ
Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25; den Rittmeiſter der
Reſerve Bopp, ſowie die Leutnants der Reſerve Haniel,
Andrege, Scheibler und Wittich, letztere fünf eingezogen
zur Uebung beim Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh
Heſſ.) Nr. 24; den Prinzen Leovold zu Iſenburg=Birſtein
Durchl., den Hoftheaterdiener Eiſenhauer, den Oberförſter
Keil von Ulrichſtein, den Pfarrer Sehrt von Ober=Klingen,
den Dr. med. Ganß von Nieder=Ramſtadt, den Garniſon=
verwaltungsdirektor
a. D. Dörr, den Pfarrer Zentgraf
von Erbach, den Dekan Bayer von Gießen, den Pfarrer
Herich von Hopfmannsfeld, den Freiherrn v. Schey von
Frankfurt a. M.; zum Vortrag den Staatsminiſter
v. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Charaktererteilungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Bibliothekar an der Hof=
Darmſtadt
bibliothek Lic. Guſtav Pfannmüller zu
zum 1. Juli 1913 den Charakter als Profeſſor ſowie der
Forſtwart der Kommunalforſtwartei Grünberg, Kar
Büttel zu Grünberg aus Anlaß ſeiner Verſetzung in
den Ruheſtand den Charakter als Förſter erteilt.
Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Wilhelm Wolf aus Stadecken, Kreis Mainz, eine
Lehrerſtelle zu Wendelsheim, Kreis Alzer
* Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher mit dem
Amtsſitze in Schlitz Franz Geſchke zum Gerichtsvoll=
zieher
mit dem Amtsſitze in Ortenberg mit Wirkung
vom 1. Juli 1913.
* Beſtellung des Denkmalrats. Mit Ermächtigung
Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs wurde der
Direktor des Gewerbemuſeums Dr. Hermann Kienzle
zu Darmſtadt nach Art. 32 des Geſetzes vom 16. Juli
1902, den Denkmalſchutz betreffend, widerruflich bis auf
weiteres zum Mitglied des Denkmalrats
beſtellt.
17
vom
* Das Großh. Regierungsblatt Nr.
Juni d. J. hat folgenden Inhalt: 1. Wahlordnung
26.
für die Wahl der Verſicherungsvertreter als Beiſitzer de
Verſicherungsämter (§§ 40 ff. der Reichsverſicherungs
ordnung). 2. Bekanntmachung, Anſchlußgleis der Firma
Guſtav Schwarz & Söhne G. m. b. H. zu Friedberg
betreffend. 3. Bekanntmachung, die Uebertragung der
Dienſtgeſchäfte einer Bezirkskaſſe an die Kaſſe der Landes=
Heil= und Pflegeanſtalt Philippshoſpital bei Goddelau
betreffent
Militärdienſtnachricht. Beſtgen, Garn.=Ver
valt.=Inſp. in Mainz, auf ſeinen Antrag mit Penſion
in den Ruheſtand verſetzt.
Filialſteuer. Das Finanzminiſterium
daß zur Filialſteuer nach dem
entſchied lt. F. S
Wortlaute des Gemeindeſteuergeſetzes nur Verkaufs
geſchäfte herangezogen werden können. Daher unter=
liegen
z. B. die Filialen von Färbereigeſchäften und
photographiſchen Ateliers der Filialſteuer nicht

Schwurgericht. Unter der ſchweren Beſchuldigung
des Straßenraubes hatten ſich geſtern vor den
Schwurgericht der 18jährige Taglöhner Ludwig Schmitt
Bedeutung dieſes Mannes nie ganz erkannte. Sonſt hätte
ihn der Korſe wohl mit der aleichen Inbrunſt des Haſſes
verfolgt wie den Nommé Stein. Als ehemaliger Göt=
tinger
Profeſſor, ein gelehrter Mann war er in der von
der franzöſiſchen Polizei geführten Liſte der Verdächtiger
bezeichnet. So wurde freilich vom König zuletzt ſein=
Entlaſſung erzwungen, aber er konnte doch ſeine unter=
irdiſche
Minierarbeit ſein Wirken für die Rüſtunger
Preußens, ohne Unterbrechung fortſetzen
Ein Grübler, ein Sinnierer alſo einer jedoch, der tiel
und tiefer bohrte, aus der Theorie ins Leben griff und
einen unbeirrbar ſcharfen Sinn für Realitäten beſaß. Ein
beſcheidener Mann, ohne die noblen Paſſionen ſeiner
adeligen Kameraden, der die beſcheidene Herkunft, die
ihm in ſeiner Laufbahn vielfach hinderlich war, nie ver=
eugnete
, ein guter und zärtlicher Familienvater, bürger
ich ſelbſt in ſeinen Paſſionen, als die er Bücher und
Kaffee bezeichnete. Aber wahrlich kein Philiſter! Viel=
mehr
ein Romantiker voll glühenden Gefühls, ein Zeit=
genoſſe
Werthers und Heinrich von Kleiſts, der jen
Epoche im Leben eines groß und heiß empfindenden Men=
chen
nie ganz überwunden hat, von der er ſelbſt ſagt
da man mit nichts in der Welt als mit dem Herzen, mit
den urſprünglichen Leidenſchaften zu tun hat, da man die
übrigen Verhältniſſe der Welt nicht achtet‟. Nachdem er
mit ſeiner ihm zu früh entriſſenen Gattin lange in glück=
licher
Ehe gelebt und die reinſten Freuden an ſeinen
herangewachſenen Kindern erlebt hatte, faßte den Fünf
ziger am Vorabend des Freiheitskrieges noch einmal eine
ſtarke, ihn aufs tiefſte durchwühlende Leidenſchaft für ein
einfaches junges Mädchen, Friederike Henſel, die Bonne
ſeines Enkelkindes. Die Freundſchaft könne ſein Herz
nicht mehr ganz ausfüllen, ſchrieb er im Herbſt 1812 an
Thile. Die Liebe, ich ſchäme mich nicht, es Ihnen zu
geſtehen, kann mich noch aufs Innerſte erſchüttern, und
klagend fügt er hinzu: Aber auch ſie hat von früheſter
Jugend an mich immer durch zu tiefe Eindrücke ver
wundet. Er machte damals ſein Teſtament, in dem er
die Geliebte wie ſeine Tochter bedachte, und ſchrieb ihr.

[ ][  ][ ]

Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Jnni 1913.
Seite 3.
zu Mühlheim a. M. und der 21jährige Portefeuiller Jo
rer zur Unterſtützung von Hinterbliebenen ehemaliger Mit=
m
. Zeichenkurſe. In den Seminaren zu Alzer
hann Rickert, ebenfalls von Mühlheim a. M., zu ver
glieder dieſes Verbandes 550 Mk. und von anderen Kör=
und Friedberg werden in den diesjährigen Sommer=
antworten
. Vertreter der Anklage war Staatsanwal
ferien (Mitte Juli bis Mitte Auguſt) Zeichenkurſe
perſchaften 318 Mk., im ganzen 3833,20 Mk. Von der Roth=
Schreiber, Verteidiger Rechtsanwälte Katz und
Stiftung zu Friedberg wurden der Kaſſe 469,74 Mk. über=
Lehrer abgehalten, in Alzey für Stadtlehrer, in Fried
Guggenheim. Die beiden Angeklagten boten ſich an
berg
für Landlehrer.
Den Teilnehmern wird von
wieſen und beſtimmungsgemäß am 10. Juni an hilfsbe
10. Mai dem Zeugen Oswin Roſenbaum als Schutzbeglei
Staate eine Unterſtützung gewährt
dürftige Witwen und Waiſen als Unterſtützungen verab=
ter
an, da dieſer mit einem Bekannten einen Streit hatte
W. Jubiläum. Man ſchreibt uns: Am 29. Juni
reicht. An Unterſtützungen wurden in 116 einzelnen Fäl=
und nun einen Ueberfall befürchtete. Die drei zogen
blickt der in Dienſten der Hofbäckerei Friedrich Ewald
len an 96 Familien von Lehrer=Relikten oder an allein
gemeinſchaftlich durch mehrere Wirtſchaften, wo Roſen=
hier
, ſtehende Brotfahrer und Brötchenausträger Adam
ſtehende Lehrerswitwen und ältere erwerbsunfähige Leh=
baum
die Zeche bezahlte. Hier beobachteten die Angeklag
Görmann auf eine 25jährige ununterbrochene Tätig=
rerstöchter
, ſowie an verlaſſene Lehrersfrauen 6031 Mi
ten wohl, daß Roſenbaum ſehr viel Geld bei ſich hatte
keit zurück. Der Jubilar hat ſich durch gewiſſenhafte, treu
verwilligt. Die Rechnung der drei Kaſſen für 1912 iſt mi
Als ſie ſpät abends die Wirtſchaft Zum kühlen Grund
und zuverläſſige Pflichterſüllung nicht nur die Achtung
Sorgfalt geſtellt und wurde vorſchriftsmäßig geprüft; ſie
verließen, führten die beiden Angeklagten den Roſenbaum
einer Firma, ſondern auch die der von ihm bedienten
gibt zu keinen Bemerkungen Anlaß. Die Kaſſe und die
auf die Straße Mühlheim-Dietesheim. Hier forderte:
Kundſchaft erworben durch ſein zuvorkommendes un
ſie ihn auf, nochmals in eine Wirtſchaft zu gehen. Dies
Geſchäftsbücher des Rechners wurden am 6. Juli und 27
freundliches Benehmen und dieſerhalb ſei ſeiner heute
lehnte er jedoch ab. Daraufhin ſtieß ihn der Angeklagte
Dez. 1912 durch den Vorſtand je einer Prüfung unterzogen;
an dieſer Stelle gedacht.
Schmitt gegen die Wand und ſchließlich riß er ihn zu
bei beiden Prüfungen ergaben ſich keine Anſtände

Boden. Als R. am Boden lag, raubten ihn die Ange
Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Man ſchreibt uns
* Dem Bericht über die Vermittelungstätigkeit der
klagten gemeinſchaftlich aus. Sie nahmen wahllos an ſich
Mittwoch nachmittag fand der Ausflug nach Aſchaffenburg
an den Mitteldeutſchen Arbeitsnachweisverband berich
was ſie fanden: das Portemonnaie mit etwa 50 Mark,
ſtatt. Ueber 100 Teilnehmer brachte der 1 Uhr=Zug nac
tenden Arbeitsnachweiſe im Mai 1913 entnehmen wir fol=
einen
Kamm, Spiegel, eine Biermarke, eine goldene Uhr=
dieſer
alten Stadt am Main, wo nun der Hauptteil des
ſendes: Von den 26 Arbeitsnachweiſen des Mitteldeut=
kette
und einen goldenen Kneifer. Den Raub teilten ſie
Ausfluges, die Beſichtigung der Maſchinenpapierfabrik
ſchen Arbeitsnachweisverbandes, die im Mai 1913 an das
ſich. Sie gingen noch gemütlich nach der Tat in eine
A.=G. (Weißpapierfabrik) ſtattfand. Unter liebenswür
Kaiſerlich Statiſtiſche Amt berichteten (gegen 18 im Ma
Virtſchaft. Anfänglich leugneten beide die ihnen zur Laſt
1912) wurden 5986 (6516) männliche und 4283 (4254)
diger Führung der Herren Ingenieure Frank und Dörr
gelegte Tat. Als aber bei Schmitt die dem Roſenbaum ge=
wurde
das gewaltige Werk beſichtigt, was über 2 Stunden
weibliche Perſonen, zuſammen 10 269 (10770) vermittelt.
raubten Gegenſtände gefunden wurden, geſtand Schmitt
Hiervon entfallen auf Alzey 6(
in Anſpruch nahm. Es wurde dort vor Augen geführt
), Bingen a. Rh. 64 (95),
Später gab auch Rickert zu. Geld des Roſenbaum an ſic
Butzbach 1
wie in mächtigen Holztürmen, die mit kohlenſaurem Kalt
(), Darmſtadt 299 (321), Dieburg 38 (
genommen zu haben, beſtreitet aber, daß er Gewalt ange=
Frankfurt a. M. 4528 (5227), Friedberg 38 (56), Gerns=
und Dolomit gefüllt ſind, von unten ſchwefelſaure Gaſe,
wendet habe. Der Angeklagte Schmitt iſt nach dem
heim
(1),
Gießen 144 (111), Groß=Karben 32
von oben eine Waſſerberieſelung zugeführt bekommen, di
(
Gutachten des Sachverſtändigen Kreisaſſiſtenzarzt Dr.
Mainz 850 (1010), Offenbach a. M. 217 (333), Wiesbaden
Lauge (Calciumbiſulfitlauge) hergeſtellt und in große
Zaupp=Offenbach ein geiſtig minderwertiger Menſch
2321 (2114) und Worms a. Rh. 369 (438). Nach Berufs=
Baſſins geleitet wird. Das zur Verwendung kommende
der noch nicht einmal die einfachſten Fragen beantworter
gruppen getrennt wurden vermittelt: In den männlichen
entrindete Holz wird zuerſt durch Schälmaſchinen von
könne. Doch ſei er wohl für ſeine Handlungen ſtrafrecht
Abteilungen: Landwirtſchaft 584 (gegen 438 im Mai 1912)
Baſt befreit, hierauf mit mechaniſchen Hackmaſchinen ir
lich verantwortlich zu machen. Bei Alkoholgenuß trete be
Metallgewerbe 494 (657), Holzgewerbe 356 (454), Indu
2 Zentimeter ſtarke Scheiben gehackt. Dieſe paſſieren dann
derartigen Menſchen mitunter ein gewiſſer Dämmerzuſtan
ſtrie der Nahrungs= und Genußmittel 100 (106), Bekleid=
eine
Schlagmaſchine, die Stücke werden ſortiert, von Aeſten
ein. Beide Angeklagten ſind noch nicht vorbeſtraft und
ungs= und Reinigungsgewerbe 337 (327), Baugewerb
und Sägemehl getrennt, die von Transportbändern und
werden als brave, anſtändige Menſchen geſchildert. De
461 (552), Maſchiniſten, Heizer und Fabrikarbeiter 99
Zeuge Roſenbaum gibt an, daß er zwei Zwanzig=
Elevators auf den Kocherboden transportiert werden, wo
und
(174), Gaſt= und Schankwirtſchaftsgewerbe 1418 (1615)
zwei Fünfmarkſtücke im Portemonnaie hatte. Ob die An
die Holzſtückchen in mächtigen Kochkeſſeln eingeſtampft
ſonſtige Lohnarbeit und häusliche Dienſte 1902 (1906)
geklagten das geſehen haben, könne er nicht ſagen. Al=
werden
, in die nach beendeter Füllung die Lauge einge=
In den weiblichen Abteilungen: Gelernte und ungelernte
er um Hilfe rufen wollte, ſei ihm zugerufen worden, wenn
pumpt, der Deckel aufgeſchraubt wird und die Kochung be=
Arbeiterinnen in Fabrikbetrieben 94 (62), Bekleidungs
er nicht ſtill ſei, werde ihm das Maul geſtopft, und Ricker
ginnt. Sie dauert ungefähr 7 bis 35 Stunden, je nac
und Reinigungsgewerbe 63 (34), Gaſt= und Schankwirt
hielt ihm den Mund zu. Der Staatsanwalt führte in
der Herſtellung der Zelluloſe. Nun wird die Lauge ab=
ſchaftsgewerbe
464 (426), ſonſtige Lohnarbeit und häus
ſeinem Plädoyer aus, daß die Angeklagten wohl zweifel=
gelaſſen
und der Stoff in darunter liegende Behälter ge=
los
keine verbrecheriſchen Burſchen ſeien, ſondern es handl
liche Dienſte 3605 (3708). Von den an den Mitteldeutſcher
blaſen. Trotzdem Form und Struktur der Hozſtückchen teil
ſich wohl hier lediglich um einen leichtſinnigen. unüber
Arbeitsnachweisverband berichtenden nichtöffentlichen Ar
weiſe noch vollſtändig erhalten ſind, laſſen ſie ſich zwiſchen
legten, in der Trunkenheit verübten Streich in der Such
beitsnachweiſen wurden im Mai 1913 im ganzen 121 Fingern zerdrücken. Nun läuft die Maſſe durch einer
nach mehr Alkohol. Er beantrage, die Frage nach Straßen=
Stellen vermittelt gegen 1053 im Mai 1912. Von dieſer
Separator, wird hier zerfaſert und dann von noch harten
raub zu bejahen unter Zubilliguna mildernder Umſtände
1214 Stellen entfallen auf Innungsarbeitsnachweiſe 297
Aeſten, Kalkſtückchen, Sand uſw gereinigt. Hierauf kommt
Verteidiger Rechtsanwalt Katz plädierte für Rickert au
auf Arbeitnehmernachweiſe 349, auf paritätiſche Arbeits
ie zur teilweiſen Entfernung des Waſſers durch Eindick
einfachen Diebſtahl, Rechtsanwalt Guggenheim für Schmitt
nachweiſe 60 und auf Vereinsarbeitsnachweiſe 508. Von
trommeln direkt auf die Entwäſſerungsmaſchinen. Auf ver=
rauf
Freiſprechung
Die Geſchworenen verneinten die
den 13 an den Miteldeutſchen Arbeitsnachweisverband be=
chiedenen
Sieb=, Filz= und Druckwalzen verarbeitet, er
Schuldfrage nach Straßenraub und bejahten die
richtenden größeren Ortskrankenkaſſen war der Beſtand
ſcheint die Maſſe bereits in freiſchwebendem Band, wird
Frage nach Diebſtahl. Daraufhin beantragte der
am 1. Juni 1913: 302 536 (gegen 289680 am 1. Juni 1912);
auf Trockenzylinder gebracht und die kartonähnliche Zellu
Staatsanwalt für Schmitt 2 Monate, für Rickert
darunter waren 192923 (186 209) verſicherungspflichtige
loſe iſt fertig. In Ballen verpackt kommt ſie zum Verſand
3 Monate Gefänanis. Das Gericht erkannte gegen
männliche Mitglieder. 76 682 (72 192) verſicherungspflich
Der auf ſolche Weiſe erhaltene Zellſtoff dient zur Herſtel
Schmitt auf 6 Wochen Gefängnis, die durch die
tige weibliche Mitglieder, 10562 (10697) freiwillige
lung aller beſſeren Zelluloſepapiere, worauf wir hier nich
Unterſuchungshaft als verbüßt anzuſehen ſind gegen
männliche Mitglieder und 22369 (20 582) freiwillige weib=
Rickert auf 5 Monate Gefängnis. Von der
näher eingehen können. Im allgemeinen ſpielt ſich der
liche Mitglieder
Unterſuchungshaft wird dem Rickert nichts angerechnet
Prozeß ſo ab, daß die Zelluloſepappe, durch Zuſatz von
Beſichtigung der Provinzialpflerteanſtalt. Das
O
Das Gericht zog für ihn ſtraferſchwerend in Betracht, daß
Waſſer, in ſogenannten Mahlholländern, wieder in einer
Städtiſche Armen
1.
und
Fürſorgeamt
an
hatte
er in der ganzen Unterſuchungshaft nicht eine Spur von
Faſerbrei übergeführt wird, der je nach der Herſtellung der
Mittwoch nachmittag die Mitglieder der Deputation für
Reue gezeigt hat. Der Haftbefehl wird bei beiden auf
Papiere ſo lange in fortwährendem Umlauf durch ein
das Armen= und Fürſorgeweſen, ſowie die in der Armen=
gehoben
. Der Vorſitzende ſchloß mit Dankesworten an
Meſſerwerk gedrückt wird bis die Faſer genügend zer=
pflege
tätigen Pfleger und Pflegerinnen zu einer Beſich=
die
Geſchworenen die Tagung
mahlen und zerquetſcht iſt. Aus dem Mahlholländer ge
tigung der Provinzialpflegeanſtalt Eber=
* Der Jahresbericht der Ludwig= und Alice=Stiftung
langt der Faſerbrei dann in den Leim= oder Farbholländer
ſtadt eingeladen. Der Leiter der Anſtalt, Herr Dr
für 1912 iſt jetzt erſchienen. Wir entnehmen ihm folgendes
wo er durch geeignete Zuſätze gefärbt und geleimt wird
Textor hieß die zahlreich Erſchienenen freundlich
Von den Beſchlüſſen der Verſammlung ſei mitgeteilt, daf
um von da in großer Verdünnung auf eine ähnliche Ent=
willkommen
. Er gab zunächſt in großen Zügen ein Bild
es infolge des günſtigen Rechnungsergebniſſes der letzten
wäſſerungsmaſchine aufzulaufen, wie ſie bereits bei der
über Zweck und Ziele, ſowie über die innere Einrichtung
3 Jahre möglich war, den Gewinnfonds der Sterbekaſſe
Zelluloſefabrikation beſchrieben wurde. Das in dicken
und Organiſation der Anſtalt. Bei dem ſich anſchließen=
auf
90000 Mk. und damit den Zuſchuß für jede einfache
Rollen erhaltene trockene Papier wird dann je nach Ar
den Rundgange konnten ſich die Teilnehmer von der prak=
Sterbequote (200 Mk.) auf 20 Mk. (für 1000 Mk. Sterbe=
und Verwendung noch durch ſogenannte Kalander (Zu
tiſchen Einrichtung, der guten Unterkunft der Pfleglinge
geld alſo auf 100 Mk.) zu erhöhen, der Militär=Darlehens
ſammenſtellung von feuchten, glatten und geheizten Rollen
und dem geregelten Wirtſchaftsbetriebe der Anſtalt, der
kaſſe ein weiteres Betriebskapital von 12000 Mk. zu über
geglättet, durch geeignete Rollen und Schneidemaſchinen
die vorzügliche Leitung erkennen ließ, überzeugen. Dieſer
weiſen (im ganzen jetzt 30000 Mk.) und den über 70 Jahre
in die gewünſchten Formate gebracht, ſortiert und verpackt
Ueberzeugung gab Herr Amtmann Krapp unter Worter
alten Mitgliedern für die nächſten 3 Jahre ½ ihres Jah
Vieles Intereſſante wäre noch zu berichten, es würde hier
des Dankes und der Anerkennung an Herrn Dr. Tertor
resbeitrags zu erlaſſen. Außerdem wurde beſchloſſen,
zu weit führen, doch werden den Teilnehmern die Ein=
Ausdruck. Die heutige Beſichtigung der Anſtalt werde
mit der Unterſtützungskaſſe eine Penſions=Zuſchußkaſſe zu
drücke noch lange in Erinnerung bleiben, und ſei auch hie
ſicher dazu beitragen, das gegen ſie leider noch vielfach
verbinden, aus welcher ſolchen Lehrer=Hinterbliebenen, die
an dieſer Stelle der A.=G. und den Führern herzlicher
beſtehende Vorurteil zu entkräften und zu beſeitigen. Die
nach dem Geſetz vom 17. Juli 1912 eine geringere Per
Dank ausgeſprochen. Nach dieſer hochintereſſanten Beſich
geſunde herrliche Lage der Anſtalt, ihre geſamte, der
ſion als nach den früheren Beſtimmungen erhalten wer
tigung fand noch eine Beſichtigung des Pompejanums
neueſten hygieniſchen Forderungen entſprechende luftige
den, der entſtehende Ausfall nach Möglichkeit erſetzt wer=
des
Schloßgartens, des Johannisberger Schloſſes und der
und geräumige Ausgeſtaltung, die darin herrſchende pein=
Stadt ſelbſt mit der ſchönen Stiftskirche ſtatt. Ein gemüt
den ſoll. Die Sterbekaſſe zählte zu Beginn des Jahres
liche Sauberkeit ſei eine Gewähr, daß für die Unterkunft
2722 Mitglieder mit einem jährlichen Beitrag von 40 144,40
liches Beiſammenſein bei einem guten Aſchaffenburger
der Pfleglinge in beſter Weiſe geſorgt iſt. Die Entſchließ=
ark
. Im Laufe des Jahres wurden 79 neue Mitglieder
Schoppen beſchloß dieſen ſchönen Ausflug. Es ſoll hier
ung über die Einweiſung von Pfleglingen in die Anſtal
aufgenommen und 28 frühere Mitglieder ließen ſich in
noch erwähnt werden, daß im kommenden Monat, am 20
falle der Verwaltung nicht mehr ſchwer, nachdem man ſich
höhere Abteilungen überſchreiben. Die Zahl der Mitglie
Juli (Sonntags), ein Familienausflug, Wanderung vor
überzeugt habe, daß ſie hier gut untergebracht ſind. De=
der
erhöhte ſich hiernach auf 2801, die einen Jahresbeitrag
Heppenheim, Juhöhe nach Weinheim ſtattfindet. Hier iſt
Beſichtigung ſchloß ſich ein gemütliches Zuſammenſein
Das von der
Beſichtigung der neuerbauten Wachenburg, unter liebens
von 42059,90 Mk. an die Kaſſe entrichteten
der Beteiligten an, in deſſen Verlauf Herr Amtmann
9342 einfache
würdiger Führung des Erbauers, unſeres Mitgliedes
Mitgliedern verſicherte Sterbegeld betrug
Krapp nochmals auf den Wert derartiger gemeinſamer
Herrn Prof. Wienkoop, Direktor der Großh. Landesbau=
hat
hiernack
Quoten (à 200 Mk.) oder 1868 400 Mk. und
Beſichtigungen zu ſprechen kam. Die Mitteilung, daß die
Die Unterſtütz
Stadtverwaltung dieſe gemeinſamen Beſichtigungen zu
gewerkſchule. (Näheres noch in den Anzeigen.
einen Zuwachs von 75600 Mk. erfahren.
In Amerika verſtorbene Heſſen.
37 Ehrenmit=
Am 5. Jun
einer dauernden Einrichtung machen werde, wurde mit
ungskaſſe vereinnahmte an Beiträgen von
Freude begrüßt. Zum Schluß brachte Herr Sanitätsrat
ſtarb in Brooklyn, N. Y., Frau Kathar. Müller, geb
gliedern 232 Mk. von Lehrern und Lehrerinnen aus 86
Petry, aus Wöllſtein gebürtig. Im 78. Lebensjahr iſt
Dr. Gutenberg den Dank der Anweſenden für das
Agenturen 2133,20 Mk., von dem Landes=Lehrerverein 600
am 24. April in Cleveland, Ohio, der in weiten Kreiſen
ihnen Gebotene aus
Mark, von dem Feuerverſicherungsverband heſſiſcher Leh=
als
ein weiteres Glück, das den rechten Mann an den rech
ſamkeit auf ſich und errang ſeine erſten Erfolge. Seir
daß er außer ihr nichts auf der Welt habe woran er
ten Platz ſtellte, ſeine diplomatiſche Geſchicklichkeit, ſein
Handbuch für Offiziere wurde auf lange hin der beſt
hänge. So ſenſibel, ſo hingegeben an die heißen Gefühle
Leitfaden für den Unterricht; ſein Taſchenbuch zum Ge
überlegene Ruhe, durch die er dem ſchwer zu behandeln=
ſeines
Herzens war dieſer ſtarke, ernſte und große Mann
den König nahe kam und wie kein anderer auf ihn einzu=
brauch
im Felde nennt Clauſewitz ein klaſſiſches Werk
Aber auch nur er konnte zu gleicher Zeit aus dieſer Ge
wirken wußte. Er ward ſogar neben ſeiner raſtloſen mili=
Zwei Eigentümlichkeiten rühmte dieſer große Kriegs
fühlsſtärke heraus ſein Alles dem Vaterlande mit ſtür
täriſchen Tätigkeit auch in die Politik hineingezogen, hat
theoretiker, der, beruſene Nachfolger Scharnhorſts auf die
miſcher Inbrunſt zum Opfer darbringen, ſich verlieren
wichtige diplomatiſche Miſſionen ausgeführt und auf de
ſem Gebiet, den literariſchen Arbeiten ſeines Meiſters
an die eine hohe Idee der Befreiung und Erneuung. Das
Reiſe nach Wien zu neuen Verhandlungen iſt er geſtorben
nach: die völlige Unabhängigkeit der Meinung und den
herrliche Leitmotiv der ganzen Zeit konnte nur er mit den
Glauben an die Kraft des hiſtoriſchen Beweiſes. Die Ge=
aber
an einer Wunde, die er auf dem Schlachtfeld davon
unvergänglichen Worten ausſprechen: Wer würde nich
getragen
ſchichte erkannte er als die wichtigſte Quelle der. Erkennt
gern alles daran ſetzen, um den Samen einer neuer
Denn ein Kriegsheld war dieſer ſo vieles umfaſſende
tis; nur die Geſchichte hielt er auch für die berechtigte
Frucht zu pflanzen, und wer würde nicht gern ſterben,
ſc
kompliziert und fein empfindende Geiſtesmenſch doc
Richterin über ſein Lebenswerk
wenn er hoffen könnte, daß er mit neuer Kraft und Leben
etzten Endes, ein genialer Stratege, der ſich ſehnte nach
Als er nach 23jährigem Dienſt in Hannover, gekränk
hervorginge? Aber nur auf einem Wege iſt dies mög
den Lorbeeren auf dem Felde der Ehre. Sie zu pflücken,
über Zurückſetzung und Geringſchätzung durch die adels
ich. Man muß der Nation das Gefühl der Selbſtändia=
iſt
ihm verſagt geblieben. Wohl hat er ſich auch als Heer=
tolzen
Kameraden, und in dem inſtinktiven Glauben, für
keit einflößen, man muß ihr Gelegenheit geben, daß ſie
führer in dem Unglückskrieg 1806 und 1807 trefflich be=
das
große Ganze auf wichtigerem Poſten beſſer wirken zu
mit ſich ſelbſt bekannt wird, daß ſie ſich ihrer ſelbſt an=
währt
. Bei Auerſtädt hatte er die Führung eines Flügels
können, 1801 als Oberſtleutnant in das preußiſche Hee
nimmt; nur erſt dann wird ſie ſich ſelbſt achten und vor
und rettete, was zu retten war; an dem tapferen Durch
übertrat, galt er als der beſte Lehrer und tüchtigſte Stabs=
anderen
Achtung zu erzwingen wiſſen. Darauf hinzu
offizier. Aber auch kriegeriſche Erfolge hatte er ſchon er
bruch Blüchers nach Lübeck hatte er als ſein Generalſtabs
arbeiten, dies iſt alles, was wir können. Die Bande des
chef den wichtigſten Anteil. In der denkwürdigen Schlacht
rungen, während der Revolutionskriege in dem Gefecht
Vorurteils löſen, die Wiedergeburt leiten, pflegen und
bei Eylau ging die eigentliche ſtrategiſche Initiative von
bei Hondſchotten ſich ausgezeichnet und bei der helden
ſſie in ihrem freien Wachstum nicht hemmen, weiter reicht
ihm aus. Aber als dann der von ihm ſo lange vorbe
mütigen Verteidigung der Feſtung Menin und dem kühner
unſer hoher Wirkungskreis nicht
reitete, ſo oft durchdachte Freiheitskampf losbrach, da wa
Durchbruch durch einen zehnmal ſtärkeren Feind das
Dieſer Gelehrte, dem nichts Menſchliches fremd war
ren ihm die Hände gebunden und dann traf ihn gleich
Höchſte vollbracht. In Berlin aber trat er erſt ins helle
war nichts weniger als ein Theoretiker; aus dem Leben
in der erſten Schlacht eine zunächſt ſcheinbar ungefährlich
Licht der Geſchichte. Die Reorganiſation der Armee, die
hat er ſeine Erfahrung geſchöpft, und deshalb war leben
und doch endlich den Tod herbeiführende Kugel. Kur
Ueberwindung des Geiſtes des 18. Jahrhunderts, der noch
dig und lebensfähig alles, was er ſchuf. In niedrigen
nachdem er die Todeswunde erhalten, ſchrieb er an ſeine
in ihr ſteckte, iſt im weſentlichen ſein Werk; die Helfers=
doch
tüchtigen und geſunden Verhältniſſen aufgewachſen,
helfer, die nach ihm die Arbeit vollenden, die Gneiſenau
Tochter: Ich will nichts von der ganzen Welt, was ſie
trieb ihn ein zwingender Drang zum Soldatenberufe. Er
nir wert iſt, gibt ſie mir ohnehin nicht. Alle Orden und
und Boyen, die Clauſewitz und Grolman, hatte er in ſeiner
hatte das Glück, ſeine geiſtige Ausbildung auf der Kriegs=
mein
Leben gäbe ich für das Kommando eines einzigen
Anſchauungen herangezogen. Die Ausbildung des Krüm
chule Wilhelmſtein zu finden, die Graf Wilhelm von
Tages. Dieſer größte Ehrgeiz ſeines Lebens, den er
perſyſtems, die Wiederherſtellung und Vermehrung des
Bückeburg, wohl der fortgeſchrittenſte Stratege ſeine:
hier in einem erſchütternden Bekenntnis der Tochter offen
Waffenmaterials, die Einführung einer neuen Taktik in
Zeit, begründet hatte. Hier lernte er bereits die Ide
bart ſollte nie geſtillt werden. Ein tragiſches Moſes
Offizierkorps und Heer, die Organiſierung von Landwehr
der allgemeinen Wehrpflicht, die der Graf im kleinen it
Schickſal fiel ihm zu: bis an das gelobte Land einer beſ
und Landſturm das ſind mit wenigen Schlagworten die
einem Ländchen durchführte, genau kennen und erwar=
ſeren
Zeit hinan ſollte er ſein Volk führen, mit erlöſchen
Ruhmestaten, die Scharnhorſts Wirken bezeichnen. Wie
ſich eine ſelten umfaſſende kriegswiſſenſchaftliche Bildung
dem Blick die große Zukunft ahnen. Aber die Armee, die
im Leben, ſo hatte er anch im Amt für äußeren Schlif
Als Lehrer an der Regimentsſchule der hannoverſchen Ar
er geſchaffen, durfte er nie kommandieren und Deutſch=
wenig
übrig; aber das Praktiſche und das Ideelle, dieſe
tillerie, bei der er eintrat, als Militärſchriftſteller und als
beiden Hauptmächte jeder Organiſation, wußte er in der
land nicht frei ſehen von dem Eroberer, den er mit ganzet
praktiſcher Kopf, dem die Erfindung eines Mikrometers
Seele gehaßt.
Reform meiſterhaft zur Geltung zu bringen. Dazu kam
ffür Fernrohre glückte, lenkte er dann bald die Aufmerk=

[ ][  ][ ]

Seite 4.
bekannte und allgemein hochgeachtete deutſche Pionier
Herr John Koch, an den Folgen der Altersſchwäche
geſtorben. John Koch wurde am 11. Dezember 1835 in
ſthofen, Kreis Worms, geboren.
Als 17jähriger
Jüngling trat er in den Poſtdienſt ein. Dieſe Tätigkei
agte ihm auf die Dauer nicht zu, und ſo entſchloß er
ſich denn zur Auswanderung. Im Jahre 1857 wanderte
er in New=York ein und brachte es hier nach ſchweren
Anfängen durch angeſtrengte Arbeit und ſtrikte Pflicht=
erfüllung
zum Kollektor und Hilfsbuchhalter in einer
Brauerei. Eine Zeit lang war er auch als Verkäufer in
Er
gehörte ver=
einem
Engros=Tuchgeſchäft tätig.
ſchiedenen Organiſationeu als eifriges Mitglied an.
Seine Gattin ging ihm im Tode voran. Er hinterläßt
zwei verheiratete Töchter.
* Konzerte. Hugenſchütz’ Felſenkeller. In
heutigen Freitags=Konzert der vollzähligen Kapelle des
Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 iſt mit Rückſicht auf die
hier weilenden amerikaniſchen Gäſte ein internationaler
Abend vorgeſehen. Der erſte Teil des Programms ent
hält öſterreichiſche Muſik, der zweite Teil amerikaniſche
und der dritte Teil deutſche Muſik. (Siehe auch Anzeige.)
Das Diakoniſſenhaus Eliſabethenſtift
beging am Geburtstag ſeiner Gründerin ſein 55. Jah=
resfeſt
unter großer Beteiligung von nahe und ferne.
Im Vormittagsgottesdienſte predigte Pfarrer Koch aus
Höchſt i. Odw. über Matth. 20, 25 28; darauf ſegnete der
Vorſteher 15 Schweſtern zum Diakoniſſenamte ein. Nach
dem Mittagsmahl, an dem gegen 500 Perſonen teilnah=
men
, kehrte die Gemeinde wieder im Gotteshauſe ein, um
dort das goldene Jubiläum einer Schweſter und das
ſilberne Jubiläum zweier weiterer Schweſtern zu begehen.
Um 3½ Uhr fand noch eine Nachfeier ſtatt, bei der neben
dem Jahresberichte noch Anſprachen von Pfarrer Lenz,
dem zweiten Hausgeiſtlichen, Pfarrer Stein=Godesberg,
Pfarrer Nebel=Laubach geboten wurden
Aus dem Jahresbericht entnehmen wir folgen=
Das Diakoniſſenhaus zählt zurzeit 339 Schweſtern,
des:
nämlich 268 Diakoniſſen, 55 Novizen, 16 Probeſchweſtern
zu denen noch vier Hilfsſchweſtern, eine Johanniterin und
fünf Gehilfinnen kommen. Im letzten Jahre traten 10
junge Schweſtern ein, ſechs ſchieden aus, Schweſter Mar=
garete
Kraft, die leitende Schweſter des Wormſer Städti
ſchen Krankenhauſes, und Schweſter Eva Dreißigacker ſtar
ben an einem Tage, den 20. Dezember. Von der
Schweſtern arbeiten 258 außerhalb des Mutterhauſes, und
zwar 66 Schweſtern, alſo ein reichliches Viertel, in Kran=
ken
= und Siechenhäuſern; 114 Schweſtern 45 Prozent
arbeiten in 70 Gemeindepflegen, 71 Schweſtern und Ge=
hilfinnen
arbeiten in 50 Kinderſchulen und ſieben Krippen.
27 Prozent der Geſamtzahl. Dazu kommt noch die
Rettungsarbeit im Marienhof in Braunshardt an den
verlorenen Töchtern unſeres Volkes und Erziehungsarbeit
an den ſittlich Gefährdeten in Arnsburg. Auch an dem
Kampfe gegen Tuberkuloſe iſt das Mutterhaus mit zwei
Schweſtern beteiligt. Dieſe Arbeit verteilt ſich folgender
maßen auf die Provinzen: Starkenburg hat 3 Kranken=
häuſer
, 33 Gemeindepflegen, 26 Kinderſchulen, 6 ander
Arbeitsfelder, insgeſamt 109 Schweſtern auf 68 Arbeits
eldern. Rheinheſſen hat 2 Krankenhäuſer, 17 Gemeinde=
pflegen
, 13 Kinderſchulen, 3 andere Arbeitsfelder, insge=
ſamt
62 Schweſtern auf 35 Arbeitsfeldern. Oberheſſen hat
15 Kranken= und Siechenhäuſer, 19 Gemeindepflegen
11
Kinderſchulen, insgeſamt 92 Schweſtern auf 47 Arbeits=
gebieten
. Außerhalb Heſſens (in Homburg v. d.
Höhe und Hermannſtein) arbeiten fünf Schweſtern auf
vier Arbeitsfeldern. In Darmſtadt ſelbſt arbeiten auf
17 Arbeitsfeldern außerhalb des Mutterhauſes und ſeines
Krankenhauſes 37 Schweſtern.
Das Krankenhaus mit dem eine ſtaatlich an=
erkannte
Krankenpflegeſchule verbunden iſt, erfreute ſich
ehr ſtarken Zuſpruchs. Es konnten 1263 Kranke an 51 982
Pflegetagen gepflegt werden, ſo daß von den 180 Betten
142 belegt waren.
In der Kinderſchule
des Mutterhauſes, in der die Kinderſchulſchweſtern ihren
einjährigen Kurſus abſolvieren, fanden etwa 100 Kinder
Feuilleton.
*
Prinzeßchen auf der Hochzeitsreiſe. Aus Mün=
chen
wird den Berl. N. N. geſchrieben: Es iſt in einer
ener ſtillen, vornehmen Straßen Münchens, wo ein paar
große, ſtattliche Gaſthöfe neben geſchmackvollen Villenhäu=
ern
ſtehen. Vor einem dieſer Gaſthöfe hält eine Auto=
droſchke
. Vom Portier geleitet, erſcheinen zwei elegant
ekleidete junge Damen, nehmen auf den Vorderſitzen Platz,
ihnen gegenüber zwei ebenfalls noch junge Herren, und
als das Auto nun dicht an uns vorüberrollt, erkennen wir
zu unſerer Ueberraſchung in der höchſt anmutigen junger
Dame, die den rechten Vorderplatz inne hat, die Prinzeſſin
Viktocia Luiſe, unſer Prinzeßchen das wir, ſelbſt eben
aus Berlin ankommend, dort noch bei der Nachfeier des
Jubiläums ihres kaiſerlichen Vaters glaubten. Wenn
man weiß, ein wie geringes Maß von Bewegungsfreiheit
heutzutage in Berlin eine Prinzeſſin genießt, und wie ſel
en ſie anders als bei feierlichen, vom Zeremoniell genau
eregelten Gelegenheiten öffentlich ſichtbar wird, ſo ha
der Anblick Prinzeßchens in einer ganz gewöhnlichen
Droſchke, deren Lenker keine Ahnung hat, daß er des Kai=
ſers
Tochter fährt, etwas unwillkürlich zum Lächeln Stim=
mendes
. Zu einem Lächeln, wie es die Jugend hervor
ruft, die ſich unbefangen ihres Glückes freut. Und Prin=
zeßchen
ſieht ſtrahlend glücklich aus. Sie iſt auf ihrer
Hochzeitsreiſe und zugleich zum erſtenmal richtig in den
Ferien Sie ſieht auch bildhübſch aus in ihrem einfacher
Schneiderkleid und mit dem kecken Reiterhütchen auf den
blonden Haaren. Alle vier Inſaſſen des Autos, Prinzeß
chen, ihr junger Ehegemahl, ſein Adjutant, Baron Reiß
ner von Liechtenſtein, und deſſen Gattin, eine Tochter des
Miniſters Podewils, plaudern in höchſt vergnügter Stim
mung miteinander. Das Ziel der Fahrt iſt der Park der
Kunſtausſtellung des vorigen Jahres an der Thereſien
höhe, wo die Koloſſalfigur der Bavacia auf Bayerns
Hauptſtadt hinabſchaut. Und dort ſetzt ſich die kleine Ge
ſellſchaft, nachdem die ernſthafteren Sehenswürdigkeiten
pflichtgemäß in Augenſchein genommen worden ſind, in
das Kinotheater. Prinzeßchen im Kientopp, in einem ganz
richtig gehenden Kientopp,
ſolch eine Hochzeitsreiſe iſ
doch etwas Wunderſchönes. Win gewöhnlichen Sterb=
lichen
, die wir Droſchke fahren und in den Kientopp gehen
können wiſſen gar nicht, wie gut wir es haben. Auch der
Schießbude und dem Teufelskeſſel wurde ein Beſuch abge=
ſtattet
. München iſt für Hochzeitsreiſende ſo hohen Stan
des der gegebene Ort. Niemand erkennt ſie, und ſelbſ
wenn es geſchähe, würde man ſie nicht, wie anderswo,
durch zudringliche Neugier beläſtigen. Prinzeßchen kann
am nächſten Mittag in einem Bierſtübl an der Frauen=
kirche
mit ihrem Prinzen am blanken Tiſche unbehelligt

Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Juni 1913.
mit auf den Spielplatz. Dort angekommen, kletterten ſie
In der Krippe, in der die Schweſterr
Aufnahme
auf einen Zaun und neckten den Hund. Noch während
in der Säuglingspflege unterwieſen werden, fanden 34
ich der 8jährige Karl Schott an dem Zaun in die Höhe
Kinder Aufnahme. Das Martahaus konnte 50 jun=
og
, biß ihn der Hund derart in das linke Bein, daß er
gen Mädchen in ſeiner Haushaltungsſchule eine Ausbild=
ärztliche
Hilfe in Anſpruch nehmen mußte
ung fürs praktiſche Leben mitgeben und zugleich 41 Pen=
L. Dieburg, 26. Juni. Heute früh ½2 Uhr entſtand
ſionärinnen dienen
in Groß=Zimmern bei Sattlermeiſter Dietrich in der
Die Jahresrechnung belief ſich auf 230 415 Mark
Angelgaſſe ein Schadenfeuer, welches die Scheuer
ordentliche Einnahmen, denen 232749 Mark ordent=
Nebengebäude und die angrenzende Scheuer des Herrn
liche Ausgaben gegenüberſtehen, ſo daß ein Defizit von
Hicks in Aſche legte. Durch das ſchnelle Eingreifen der
2334 Mark vorhanden war. An Liebesgaben, die in obiger
Groß=Zimmerner Feuerwehr hat der Brand keine weitere
Einnahme mit enthalten ſind, wurden 21568 Mark ge=
Ausdehnung angenommen
geben; hinzu kommen noch 5553 Mark Legate. Es bedar
Auerbach, 26. Juni. Der Kirchenvorſtand iſt
ilſo das Haus, wenn es, ohne Schulden zu machen, durch=
an
zuſtändigen Stellen in Darmſtadt vorſtellig geworden,
kommen will, tatkräftiger Unterſtützung.
um die Verſetzung des Herrn Pfarrer Eßlinger nach Rod=
Neu übernommen konnte im Berichtsjahre nur die
heim wieder rückgängig zu machen. Weite Kreiſe der
Kinderſchule in Pfiffligheim werden, aufgegeben
Einwohnerſchaft hoffen, daß man dieſem Geſuche will=
vurde
das Krüppelheim in Nieder=Ramſtadt. Noch war=
fahren
werde
en 21 Orte auf 37 neue Schweſtern. Im Intereſſe der
Von der Bergſtraße, 26. Juni. Der hohe Preis vor
eidenden Menſchheit iſt dringend zu wünſchen, daß das
(822 Mark, der für den Zentner Johannisbeeren
Haus durch kräftigen Zuzug geeigneter Kräfte bald inſtand
bezahlt wird, wird zu vermehrter Anpflanzung dieſer
geſetzt werde, auch dieſe neuen Arbeiten zu übernehmen.
Frucht Veranlaſſung geben. Sicher iſt, daß infolge die=
ſes
Preiſes im kommenden Winter wieder mancher Wein
berg verſchwinden wird und dafür Johannisbeerſträucher
Ein neues Klubheim
angepflanzt werden. Der Anbau von Obſtbäumen und
hat ſich der Heſſiſche Automobilklub durch Um
Beerenobſt der verſchiedenſten Art, namentlich aber von
bau des Gartenhauſes des Hotel Köhler geſchaffen
Johannis= Stachel= und Erdbeeren, hat in den letzten
Die dieſer Tage in Benutzung genommenen Räumlich=
Jahren ſehr an Ausdehnung zugenommen
keiten präſentieren ſich ſowohl durch ihre örtliche Lage
Ch. Langen, 26. Juni. Geſtern fand in der Turnhalle
wie durch die ſtil= und geſchmackvolle, in gediegener Vor=
Wallſchule unter dem Vorſitz von Schulrat Scherer=
der

ehmheit gehaltene, den gemütlichen Wohncharakter be
Offenbach eine amtliche 3ſtündige Konferenz der
tonende innere Einrichtung als geradezu ideale Klub=
Lehrer und Lehrerinnen des Bezirks Lan=
räume
. Vollſtändig abgeſchloſſen vom Hotelbetrieb liegt
gen=Egelsbach ſtatt, welcher ſich nachmittags im Ho=
as
Klubheim, in deſſen Raumflucht zwei reizende, in=
time
kleine Gärtchen verbindend einbezogen wurden, ge=
tel
Adler eine ſtarkbeſuchte Familienzuſammenkunft an=
wiſſermaßen
ganz im Garten, die Fenſterfront nach de
ſchloß
Landgraf=Philipp=Anlage. Das beſtimmende Moment
Ch. Egelsbach, 26. Juni. Nächſten Sonntag und Mon=
des
neuen Heimes ſind ein geräumiges Herren= und
ag feiert der hieſige Geſangverein Sängerluſt
ein Leſezimmer, die durch geſchickte innenarchitektoni=
ſein
25jähriges Jubiläm, Die Feſtvorbereitung
ſche Aufteilung praktiſch vereinigt werden können und ſt
gen ſind in vollem Gange. Nach dem Feſtprogramm fin
für kleinere Feſtlichkeiten oder Sitzungen für gut dreißic
det Samstag abend ein Fackelzug durch die Ortsſtraßer
Perſonen bequem Raum bieten. Ueber dieſen liegt der
nach dem Feſtplatz ſtatt, dem ſich dort Kommers, geſang=
große
Feſtſaal, der für größere Veranſtaltungen zu=
liche
und ſportliche Darbietungen anſchließen. Der Sonn
Decken,
Verfügung ſteht. Weit herabgezogene weiße
tag bringt Weckruf, Feſtgottesdienſt, Gedächtnisfeier zu
dunkle, in modernem Blumenmuſter gehaltene Stofftapete,
Ehren verſtorbener Mitglieder auf dem Friedhof, Feſtzug
er dunkelgebeizte Eichenleiſte den Abſchluß gibt, die
Geſangsvorträge, Feſtrede des Ortsgeiſtlichen Pfarrer
Fenſter durch Butzenſcheiben ſtimmungsvoll abgeblendet
Hartmann, Aufführungen des Turn= und Radfahrerver=
eſchmackvolle
Vorhänge und Teppiche umſchließen
eins, Tanz, Volksbeluſtigungen uſw. Am Montag findet
das hübſche, in ſchwerem Eichenholz gehaltene Meuble
Volksfeſt, Tanz, Flugmaſchinenaufſtieg und Feuerwerl
ment: einen großen, prächtig geſchnitzten Bücherſchrank
nit der Klubbibliothek und dem umfangreichen Karten
ſtatt.
Lampertheim, 26. Juni. Unterm 6. Juni wird aus
material, große und kleine Tiſche, Stühle, moderne Klub=
Hamilton, Ohio, berichtet: Mount Healthy wurde
ſeſſel und Sofa. Journalſtänder, Schreibtiſch uſw. Ge=
am
letzten Mittwoch der Schauplatz eines kaltblütigen
diegener Bilderſchmuck ziert die Wände und ergänzt den
Mordes, als John Kunzelmann, der in den weite=
durch
die ganze Einrichtung wohl beabſichtigten Eindruck
ten Kreiſen bekannte joviale Beſitzer des Phönix=Hauſes,
uhiger Behaglichkeit, der ganz dazu angetan iſt, der
von ſeinem Schwager, George Huber, auf offener Straße
Mitgliedern den Aufenthalt im Klubheim ſo angenehn
niedergeknallt wurde. Kunzelmann war abends un
und gemütlich wie möglich zu geſtalten und dabei doch die
1 Uhr vor die Türe ſeines Hauſes getreten und unter=
repräſentative
Wirkung zu betonen. Ueber 30 Tageszeitun
hielt ſich dort mit John Zorn und John Hott über Auto
gen, ſowie die bedeutendſten in= und ausländiſchen Sport
mobile, als plötzlich aus der Allee im Norden des Hauſes
blätter ſtehen den Mitgliedern zur Verfügung. An be=
onderen
Anſchlagtafeln werden alle Verfügungen über
in Schuß krachte, der niemanden traf, aber die im Ge=
ſpräch
befindlichen Männer auffahren ließ. Gleich dar=
Straßenſperrungen und ſonſtige Bekanntmachungen aus=
gehängt

auf krachte ein zweiter Schuß und mit den Worten: O.
ſeben dieſen Haupträumen, direkt mit ihnen verbun=
mein
Gott! brach Kunzelmann, tödlich in den Unterleib
den, liegt ein hübſcher Billardſaal. Die zwei kleiner
getroffen, zuſammen, um eine Minute ſpäter ſeinen Geiſt
Gärtchen, die direkt mit den Klubräumen in Verbindung
aufzugeben. Inzwiſchen war der Mörder, welcher als
tehen, bieten an warmen Sommerabenden einen ebenſt
eorge Huber, Schwager des Kunzelmann, identifiziert
angenehmen wie
ungenierten Aufenthalt, da ſie vollſtän=
vurde
, von dem jungen John Zorn angehalten, dem er
dig abgeſchloſſen
ſind von der Straße und vom Hotel.
ſeinen Revolver übergab, bemerkend: Ich habe meinet
Durch eins dieſer
Gärtchen gelangt man auch in das Ge
Zweck erreicht, jetzt können Sie mich abführen. Er
häftszimmer
dem Herrſchbereich der Sekretärin des
wurde dann in das Arreſtlokal gebracht. John Kunzel
Klubs, Für den Geſchäftsverkehr ſtehen zwei Telephone
mann wurde am 29. Dezember 1861 in Lamperthein
zur Verfügung. Selbſtverſtändlich ſind auch die notwen
bei Worms als Sohn angeſehener Bürgersleute geboren,
digen Nebenräume, Toiletten, Badezimmer uſw., vorhan
wanderte aber ſchon im Jahre 1878 nach Amerika aus
Die Pläne zum Umbau der Hotelräume ſtammen
den.
Er brachte es hier zum Wohlſtand. In Vereinskreiſen
vom Mitglied Dipl.=Ing. Karl Müller. Die Innen=
war
der Verblichene ſehr beliebt. Er war auch ein eifriges
einrichtung, faſt durchweg aus Stiftungen der Mitglieder
Mitglied des Heſſen=Darmſtädter Vereins. Er war vier=
beſchafft
, lieferte die Firma Trier
nal verheiratet und hinterläßt außer der Witwe zwei
St.
Söhne, Jakob und John, aus ſeiner erſten Ehe, ſowie
K
Roßdorf, 25.
Juni. Drei kleine Buben ketteten
inen Bruder, Ph. Kunzelmann, Nr. 10 Soda=Straße
einem Nachbar ſeinen Hund los und nahmen denſelben
Ludwigshafen, nebſt 3 Halbſchweſtern, Barbara, Rachel
Z
die Bratwürſte koſten, die das Stüble berühmt gemacht
hnen Nahrung und bisweilen ſogar Wohlſtand bringen
haben, und dazu tapfer eine kleine Maß trinken. . .
Die mühſeligſte und wichtigſte Arbeit bringt der Tag:
ie beſteht in der ſyſtematiſchen Ausſortierung und Durch=
J. K. Die modernen Lumpenſammler von Paris
muſterung der in den Frühſtunden haſtig zuſammengeraff=
Die Lumpenſammler von Paris, durch Eugen Sue und
ten Dinge. Es kommt auch vor, daß mehrere Chiffoniers
den älteren Dumas im Roman verherrlicht, von der
zuſammenarbeiten; der Ertrag wird dann vor der näheren
Vaudevilliſten phantaſtiſch ausſtaffiert, gehörten einſt zu
Unterſuchung geteilt. Die Gönner dieſes blühenden und
Romantik der Sonnenſtadt, wie die Bettler vom Pont des
heute durchaus bürgerlich auftretenden Berufes ſind die
Arts und die Morgue. Nachtſchwärmer ſahen die ſeltſa=
Hausverwalter und Portiers der großen Hotels, die ihnen
men Silhouetten durch die düſter dämmernden Straßen
den Zutritt zu ertragsreichen Arbeitsgebieten geſtatten; ſie
kurz vor Tagesanbruch huſchen; wie die Hyänen der
kommen den von der Stadt angeſtellten Ausräumern zu=
roßen
Walſtatt jener Rieſenſchlachten ums Daſein, die
vor, die die Müllkäſten dann fortſchaffen, und wiſſen ſich
in dem Paris Balzacs gekämpft wurden, ſchlürften ſie da=
ſo
ein Privileg zu wahren, das ihnen manch ſchönen Ge=
hin
, hie und da ſtehen bleibend, um die Müllhaufen in
winn einträgt
den Rinnſteinen zu durchſuchen oder Ueberbleibſel vor den
Häuſern aufzuklauben. Ausgerüſtet waren dieſe ſeltſamen
J. K. Selbſtmorde von Tieren. Der Selbſtmord der
Nachtvögel mit einem wunderlichen Inſtrument, einem
beliebten Giraffe des Pariſer Muſeums, der viel beſpro=
kurzen
Stock, der in einer eiſernen Spitze endete, mit der
chen worden iſt, dient dem franzöſiſchen Gelehrten Edgard
ie blitzſchnell, wie ein Geier mit ſeinem Schnabel, in die
Lelong zum Ausgangspunkt eines Aufſatzes, in dem er
Abfallmaſſen hineinſtießen, um einen guten Fang in ihren
eine große Anzahl Fälle von Selbſtmord bei Tieren an
geräumigen Korb zu ſchleudern. Kein Freund des dama=
ührt
. Nur gewiſſe Arten nehmen das gewöhnlich nur
igen Pariſer Lebens der auch die Nachtſeiten des Seine
om Menſchen geforderte Recht des Freitodes auch für ſich
babels ſtudieren wollte, verſäumte es, die Lumpenſammler
in Anſpruch. So die Hunde, von denen nicht nur die
bei ihrem Treiben zu beobachten. Doch wie ſo manch
Sage geht, daß ſie auf dem Grabe ihres Herrn freiwillig
andere Sehenswürdigkeit, iſt heute auch der alte Chiffonier
verhungern. Zahlreiche Beiſpiele für dieſe Treue bis über
verſchwunden. Selbſt der weltberühmte Montmartre, die
den Tod hinaus ſind bekannt; ein beſonders rührendes
letzte Zuflucht der Pariſer Künſtler, wird ja nun moderni
erzählt Henri Coupin aus der Zeit der Revolution, wo ein
ſiert mit ſiebenſtöckigen Häuſern, und ſoeben hat man ihm
Hund ſeinem Herrn bis aufs Schafott folgte und ſich dann
gerührt Lebewohl geſagt
Das Quartier Latin, die
nit dem Leichnam zuſammen einſcharren ließ. Auch Katzen
Morgue ſind mit ihrer eigenartigen Stimmung verſchwun=
begehen
Selbſtmord, wie der Bericht eines Miſſionars
en, und aus dem romantiſchen Lumpenſamler,
dem
beweiſt, der ſeinen 7jährigen Sohn verlor. Das Lieblings=
büter
dunkler Geheimniſſe, iſt ein moderner Geſchäfts=
ier
des Kindes, eine Katze, verweigerte daraufhin jede
mann geworden, der ſeine Induſtrie mit allem Komfort
Nahrung und wurde ſchließlich auf dem Grabe ſeines
der Neuzeit betreibt. Nicht mehr wandern die Chiffoniers
kleinen Herrn tot aufgefunden. Die Montenegriner be=
vie
düſtere Geſpenſter durch ſchlechtbeleuchtete Hintergaſ=
haupten
, daß Mäuſe, die von jeder Nahrung abgeſchnitten
en, ſondern ſie fahren in eigenen Wagen zum Felde ihrer
ind, ſich ſelbſt totbeißen; das gleiche wollen die Burjäten
Tätigkeit, das ihnen durch gegenſeitige Uebereinkunft reſer=
in
Sibirien beobachtet haben
Einen Selbſtmord aus
viert iſt. Jeder erhielt ſeinen beſonderen Wirkungskreis zu=
Liebe hat Cuvier bei einem Seidenaffen feſtgeſtellt, deſſen
geſchrieben, den nur er bearbeiten darf. Dabei iſt die
Weibchen ſtarb. Das Männchen liebkoſte immer wieder
Ergiebigkeit der einzelnen Oertlichkeiten ſehr verſchieden.
den toten Körper, und als es ſah, daß ſeine Gefährtin
Wenn man das Monopol für ein großes Hotel kaufen
nicht mehr zum Leben erwachte, nahm es keine Nahrung
oder an ſich bringen kann erzählte ein alter Chiffonier aus
mehr an und ſtarb. Gazellen, wenn ſie alt und ſchwach
langjähriger Erfahrung, ſo iſt das das Beſte. Man denk
geworden ſind, verlaſſen ihre Herde, flüchten in die Ein=
an
all die wertvollen Sachen, die reiche und eilige Reiſende
amkeit und verenden hier. Der altgewordene Adler ſoll
vegwerfen. Kleider, Wäſche, ja ſogar manchmal Schmuck
ich ſelbſt den Kopf an den Felſen zertrümmern; doch iſ
achen. Ich habe einmal in einem Hemd zwei diamantene
wahrſcheinlicher, daß die geſchwächten Tiere auf die Fel=
Knöpfe gefunden. Des Morgens kehren die Wagen der
ſen niederſtürzen. Auch von einer Löwin wird erzählt
umpenſammler, beladen mit dem Raub der Nacht, in
die ſich aus Kummer über den Tod ihrer Kinder ſelbſt
die Vororte von Paris zurück, wo dieſe Leute ihre Woh=
totgebiſſen
haben ſoll. Die Erzählung, daß Skorpione,
nung haben. Ein ausgeprägtes Standesbewußtſein iſt
die man mit einem Feuerkreis umgibt, ſich ſelbſt töten
hnen eigen, und ſie wohnen in ganzen Gruppen oder Ko=
um
nicht zu verbrennen, iſt wohl ins Reich der Fabel zu
lonien beieinander, in Colombes, Gennevilliers und St
verweiſen.
Juen, wenige Kilometer vor der Stadt, deren Abfälle

[ ][  ][ ]

Nummer 148.
Seite 5.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Juni 1913,
und Eva, die in Philadelvhia verheiratet ſind.
Der
feſſor Körner errichtete prächtige Villa des Herrn
Mörder wurde den Großgeſchworenen überwieſen.
Reich und Ausland.
Die
Eugen von Waldthauſen, worauf die Fahrt
Urſache des Mordes iſt noch in Dunkel gehüllt
zum Haumannshof ging, wo unſer Stadtoberhaupt den
Aus der Reichshauptſtadt, 26. Juni. In der St
Großherzog einen weiteren prächtigen Teil unſerer In=
Guſtavsburg, 26. Juni. Ein weitausſchauender Plan
Hedwigs=Kirche fand unter Teilnahme eines großen Tei=
duſtriemetropole
zeigen konnte. Von dort aus fuhr man
der die techniſche Ausnützung der Waſſer=
les
der Hofgeſellſchaft und Diplomatie die Trauung
zur Margaretenhöhe, wo Profeſſor Metzendorf der
kräfte des Rheines innerhalb heſſiſchen Gebietes zun
der Tochter des öſterreichiſch=ungariſchen Botſchafters,
Großherzog in ſeine Schöpfung, Eſſens Schmuckkäſtchen
Gegenſtand hat, iſt von Diplomingenieur Fiſcher in Gu
Komteſſe Irma von Szögyeny=Marich, mi
führte. Nach einer Rundfahrt, die dem kunſtbegeiſterten
ſtavsburg ausgearbeitet worden. Nach dieſem Plan ſoll
dem Grafen und Kämmerer Adolf Somſſich, Ritt
Fürſten mit den weſentlichſten Teilen unſerer baulicher
an einer Stelle unterhalb von Gernsheim eine gcoß
neiſter im Hufaren=Regiment Nr. 7, ſtatt. Es war ein
Entwickelung bekanntgemacht hatte, erfolgte die Rückfahrt
Wehranlage errichtet und dadurch der Strom bei
eſtlich ſchönes Bild, das all die Damen in glänzende
nach dem Hüge=
Mittel= und Niedrigwaſſer ſo viel angeſtaut werden, daſ
Osnabrück, 26. Juni. Von amtlicher Seite wird
Toilette und die ungariſchen Herren in der maleriſchen
das ſo gewonnene Gefäll in elektriſche Energie umgeſetz
mitgeteilt, daß keine Neuerkranlungen bei dem
Tracht der ungariſchen Magnaten boten. Unter de=
werden
kann. Eine ganze Reihe ähnlicher Werke iſt am
Inſanterie=Regiment Nr. 78 vorgekommen ſind. Die bis
Ehrengäſten ſah man als Vertreter des Kaiſers Oberhof=
Oberlauf des Rheines teils in Betrieb und teils in Bau
her Erkrankten befinden ſich auf dem Wege der Beſſerung
marſchall Grafen Eulenburg, den Reichskanzler von Beth
und es wird von Fachleuten nicht bezweifelt, daß eine der=
Die Osnabrücker Zeitung ſchreibt über die Urſache der
mann Hollweg, ſowie die Botſchafter von England, Ruß
artige Anlage, falls ſie auch in Heſſen durchführbar wäre
Soldatenerkrankungen: Wie die amtlichen Unterſuchungen
land und Frankreich. Der fürſtbiſchöfliche Delegat Dr
einen ganz bedeutenden Nutzen bringen würde, unter an=
nunmehr
ergeben haben, ſind die Erkrankungen au
Kleineidam vollzog die Trauung
Zwei Frauen
derem auch in der Weiſe, daß ſie den größten Teil der für
Fleiſchvergiftung zurückzuführen. Es iſt feſtgeſtellt, daf
und fünf Kinder entführte der 28 Jahre alt
die beſtehenden elektriſchen Ueberlandzentralen erforder=
an
dem Fleiſch äußerlich nichts Verdächtiges zu finden
Schloſſer Willy Jagnoth aus Neukölln, der bei dem Ar
lichen Betriebskraft liefern könnte, wodurch das Betriebs=
iſt
. Das Rind war auf dem hieſigen Schlachthof geſchlach=
beiter
Schalk in der Ilſeſtraße 24 wohnte. Frau Schalk
kapital, das heute für Kohlen aus Heſſen hinausgeht, im
et, tierärztlich unterſucht und für geſund befunden wor
gab ihm zwei Sparkaſſenbücher ihres Mannes, auf die
Lande ſelbſt nutzbar gemacht würde. Obgleich das Rhein
Den Lieferanten trifft demnach keinerlei Schuld.
der
er 2060 Mark abhob. Die Quittung unterzeichnete er mit
gefäll im heſſiſchen Gebiet geringer iſt wie weiter ſtrom=
Travemünde, 25. Juni. Ein Vorfall, der lebhaft an
dem Namen des Schalk, machte ſich damit alſo auch einer
aufwärts, wird die Anlage doch gute Ausſicht haben, de
Seeräubergeſchichten der alten Zeit erinnert, hat die
die
Urkundenfälſchung ſtrafbar. Als er das Geld in de
dieſer Mangel durch die größeren Waſſermengen ausgegli=
Gemüter hier in Aufregung verſetzt. An einem der letzten
Taſche hatte, verließ er heimlich mit der Frau und ihren
chen wird, und in dieſer Beziehung dürfte ſie unbedenklich
Tage erſchien vor dem Hafen ein Segler, der die Not=
drei
Kindern (im Alter von 5, 9 und 13 Jahren) die
ſein. Anders verhält es ſich mit den Intereſſen der Rhein=
flagge
zeigte. Als der Lotſe das Schiff betrat, wurde ihn
Wohnung. Außerdem nahm er auch noch eine Schweſter
ſchiffahrt und es wird ſich fragen, ob der recht bedeutende
die Mitteilung gemacht, daß der Koch des Seglers Meu=
der
Frau Schalk, eine Frau Berta H. aus Neukölln, mi
Schiffsverkehr von Mainz aufwärts durch die bei den
terei begangen hätte. Er hatte ſich von hinten auf den
ihren beiden Kindern (im Alter von 8 und 13 Jahren)
Waſſerkraftwerk nötig werdenden Schleuſenanlagen nich
Kapitän geſtürzt und ihm mit einem langen Meſſer eine
mit. Als Schalk geſtern abend ſeine Wohnung in der
zu ſehr beeinträchtigt würde. Eine weitere Frage iſt die
tiefe Wunde am ganzen rechten Arm beigebracht. Die her
Ilſeſtraße aufſuchte, fand er ſie leer. Nachdem er dant
der Anſtauung des Grundwaſſers im Gebiet oberhall
beieilenden vier Mann der Beſatzung bedrohte der Koch
eſtgeſtellt hatte, daß ſeine Sparkaſſenbücher fehlten und
ebenfalls mit Meſſerſtichen und verletzte dabei einen
der Stauanlage und hier wird es darauf ankommen, ol
darauf über 2000 Mark abgehoben waren, erſtattete er An=
Mann. Schließlich wurde er aber doch mit vereinten Kräf
und wie eine Entwäſſerung der durch den Rückſtau etw
zeige bei der Neuköllner Kriminalpolizei. Es wird ver
ten zu Boden geſchlagen. Da man zunächſt nicht wußte,
betroffenen Ländereien ohne Schädigung möglich ſein
mutet, daß der Entführer ſich mit den beiden Frauen und
was man mit dem gefährlichen Menſchen anfangen ſollte.
wird. Die Provinzialausſchüſſe von Rheinheſſen und
den fünf Kindern nach Amerika wenden will, weil Fra
auch ein geeigneter Verwahrungsraum auf dem Schiffe
Starkenburg haben ſich, wie unbeſtätigt gemeldet wird
Schalk wiederholt davon ſprach, daß ſie dorthin auswan=
nicht
vorhanden war, wurde der Koch an den Maſt ge
dern möchte. Die Hafenbehörden ſind ſofort auf die Aus
mit dem Plan bereits befaßt und beabſichtigen, zu den
bunden. In dieſer Situation fand ihn der Lotſe vor
Koſten der Vorarbeiten für das nächſte Jahr
wanderer aufmerkſam gemacht worden. Einen ent
Ueber die Beweggründe des Kochs weiß man bisher noch
ſetzlichen Tod fand geſtern nachmittag der 34 Jahr
je 7500 Mk. zu bewilligen. Einen Begriff von
nichts; es iſt nicht ausgeſchloſſen, daß er in einem Anfall
alte Schloſſer Campler, der nach Angabe eines Strecken
der Bedeutung der Anlage geben die auf 13½ Millionen
von Geiſtesſtörung gehandelt hat Er ſowie der Kapitär
beamten einen kleinen Defekt an der Anlage der Unter
Mark veranſchlagten Geſamtkoſten. Die zu gewinnende
des Seglers und ein Mann der Beſatzung wurden in das
grundbahn in der Nähe der Station Spittelmarkt zu be=
Energiemenge iſt auf durchſchnittlich 18000 Pferdekräfte
Krankenhaus übergeführt. Ueber den Vorfall wurde ein
heben hatte. Er ging über die Schienenanlage, als von
geſchätzt
Protokoll aufgenommen.
Bahnhof Friedrichſtraße ein Zug herankam. Beim Aus
Worms, 26. Juni. Die Stadtverordneten
Neukirchen (Erzgebirge), 26. Juni. Die Mühle des
weichen kam er zu Fall und wurde überfahren, trotzden
Verſammlung beſchäftigte ſich in ihrer geſtrigen Sitz=
früheren
Kloſters Karthauſe iſt mit großen Mehl= und
der Fahrer mit aller Kraft bremſte. In hoffnungsloſen
ung auch mit dem Unglücksfall, der ſich am Sonn=
Kornvorräten niedergebrannt; die Familie des
Zuſtande wurde er nach dem Krankenhaus gebracht, wo
tag an dem Bahnübergang der Speyererſtraße ereignet
Beſitzers rettete ſich durch einen Sprung aus dem Fenſter
er bald nach ſeiner Aufnahme ſtarb
und dem zwei Menſchenleben zum Opfer fielen. Die Stadt
Prag, 26. Juni. In der Dienſtwohnung des
Hanau, 26. Juni. Der ſeit mehreren Tagen ver
verwaltung ſoll erneut an die Bahn herantreten, dami
Spions Oberſt Redl wurde ein ſeit Jahren ſorg
mißte 22 Jahre alte Bahnarbeiter Heinrich Bauſch
dieſer Uebergang endlich überbrückt und ſi
fältig geführtes Tagebuch gefunden, das Kopien alle
zuletzt in Hanau wohnhaft, iſt bei Rumpenheim als
den Unglücksfällen ein Ende gemacht wirk
Zum 75
Pläne enthielt, ferner Zahlen über die Stärke der Trup=
Leiche aus dem Main geländet worden. Für einen
Geburtstag wird dem Wormſer Ehrenbürge
penabteilungen in Galizien, ſowie über die nach Galizien
Selbſtmord fehlen alle Anhaltspunkte, ſo daß es nich
Grafen Zeppelin namens der Stadt eine Huldig=
führenden
Züge, Proviant= und Verpflegungsſtationer
ausgeſchloſſen iſt, daß Bauſch einem Verbrechen zum Opfer
ungsadreſſe überreicht werden, wofür die Koſten be
und Orte, an denen wahrſcheinlich Zuſammenſtöße ſtatt
gefallen iſt. Auffallend iſt hierbei noch die Tatſache, daſ
willigt wurden. Die Krediterweiterung zur Glasſchutz
finden und die alſo zu umgehen wären uſw. Neben den
Bauſch bei ſeinem Weggang etwa 50 Mark bei ſich trug,
vorrichtung der Perrons der Straßenbahnwagen wurde mi
wichtigſten Briefen lag ein Päckchen mit einem Totenkopf
während bei der Leiche nur noch 22 Pfennige vorgefunder
4700 Mark genehmigt, ſodaß ſich die Geſamtkoſten jetz
und der Aufſchrift Strychnin 1902 Die Unterſuchung
wurden.
auf über 10000 Mark belaufen
führt jetzt nach Lemberg, wo Redl Helfershelfer hatte
Eſſen, 26. Juni. Während der Feſttage aus Anlaß
Nieder=Ingelheim, 26. Juni. Ein ſchwerer Bau
Zürich, 26. Juni. Bei der Beſteigung des
der Taguna des Verbandes der Kunſtfreunde in den Län
unfall hat ſich hier ereignet. Der bei einem Neubau be
2 491 Meter hohen Türmlihornes iſt Pfarrer
dern am Rhein war unſer jüngſter Monumentalbau, die
ſchäftigte Taglöhner Scharfenberg ſtürzte, als er mit einen
Baumgartner aus St. Stevhan im Berner Oberlande ein
von Profeſſor Körner=Darmſtadt errichtete neue
Kübel die Leiter hinaufſtieg, ab und zog ſich einen Schä
200 Meter hohe Wand hinuntergeſtürzt. Bein
Synagoge Gegenſtand zahlreicher Beſichtigungen. Faſt
delbruch zu. Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz
Klettern traf ihn ein Stein ſo hart an den Kopf, daß er
alle hier weilenden Künſtler, u. a. Schönleber, Proſ
brachte ihn ins Krankenhaus, wo er ſeinen Verletz=
den
Halt verlor. Sein Begleiter ſuchte den Abgeſtürzten
L. Dill, Robert Weiſe uſw. nahmen den prächtigen
ungen erlag.
mit dem Seil zu halten, dieſes riß aber. Der Abgeſtürzte
Bau mit lebhaftem Intereſſe in Augenſchein. Auch des
Großherzogs von Heſſen beſonderes Intereſſe
war ſofort tot
Nieder=Saulheim, 26. Juni. Der Gaſtwict Stuppert
galt, wie wir dem Eſſener General=Anzeiger entnehmer
Paris, 26. Juni. Der auf der Durchreiſe befindlich
fand beim Erweitern einer Sandgrube ein menſchliches
der Synagoge, zu deren Beſichtigung der Großherzo=
amerikaniſche
Botſchafter in Petersburg Cur
Skelett. Der Fundplatz iſt dicht am Eiſenbahndamm.
in Begleitung von Herrn Krupp von Bohlen, des Oberhof=
tius
Guild wurde in einem hieſigen Hotel mehrerer
Die menſchlichen Ueberreſte waren nur einen Meter tiet
marſchalls Frhrn. von Ungern=Sternberg und des Herrn
Briefſchaften mit bedeutenden Geldſummen und Kredit=
eingeſcharct
. Deshalb vermutet man, daß bei dem Bau
Direktor von Bülow eintraf. Am Portal wurde er von
briefen im Betrage von nahezu 60000 Franes beraubt
der ehemaligen Ludwigsbahn in den 70er Jahren des
Synagogenvorſtand und dem Oberbürgermeiſter, Geh.
Toulon, 26. Juni. In der Werkſtätte der Feuerwerker
verfloſſenen Jahrhunderts, wobei viel fremdes Geſindel
Regierungsrat Holle, begrüßt. Unter Führung von
ſchule explodierte während eines mit einem neu
beſchäftigt war, ein Mord begangen wurde und die
Profeſſor Körner beſichtigte der Großherzog eingehend
artigen Geſchoß vorgenommenen Verſuches der Zünder.
Leiche dann neben dem Damm eingeſcharrt worden iſt
das ganze Gebäude, deſſen gewaltige Ausmaße und deſ
Ein Arbeiter erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
ſen imponierender Kuppelraum ſich jetzt nach Entfernung
Büdingen, 26. Juni. Wegen andauernder Mißerfolge
Toulon, 26. Juni. Bei Schießübungen der
eines Teiles der Gerüſte ſchon überſehen laſſen. Die Mo
beabſichtigen die Weinbergsbeſitzer, ihre Reben auszu
Marine iſt es bereits einige Male vorgekommen, daß a b
ſaiken der Kuppel waren bereits zu erblicken, auch leuchtet
roden und die Bergabhänge mit Obſtbäumen
geſchoſſene Torpedos zu ihrer Ausgangs=
ſchon
die tiefe glühende Farbe eines Seitenfenſters durck
zu bepflanzen. Damit würden die letzten oberheſſiſcher
ſtelle zurückkehrten. (?) Der gleiche Fall ereignet
den weiten Raum. Der Großherzog der die monumen
Wingerte verſchwinden.
ich geſtern. Das Panzerſchiff Verité wurde von einem
tale, von Beiwerk freie und doch beliebte Art Prof. Kör=
*) Wetterfeld, 25. Juni. Mit einem Verluſt vor
ſolchen zurückkehrenden Torpedo getroffen. Das Geſchoß
ners beſonders ſchätzt, ließ ſich den Bau bis in ſeine
2000 Mark ſchließt die hieſige Genoſſenſchafts=
durchbohrte
den äußeren Panzer des Schiffes, der innere
Einzelheiten hinein zeigen und äußerte ſich hochbefriedia
molkerei ihre Jahresrechnung ab. Die Einnahmer
Panzer widerſtand aber mit Erfolg dem Anprall
von dem machtvollen Eindruck des Ganzen. Nach Beſich=
betragen
47000 Mark, die Ausgaben 49000 Mark. Wenn
London, 25. Juni
Anhängerinnen des
tigung der Synagoge wurde die Fahrt zum Brünling=
man
in Betracht zieht, daß im Vorjahre über 1100 Mark
Frauenſtimmrechts verſuchten, die Station Hazal=
haushof
angetreten, wo Oberbürgermeiſter Holle den
Reingewinn verteilt wurden, ſo beträgt eigentlich de
Großherzoa dieſen neu entſtandenen Schatz Eſſens mit
wels bei Birminaham in Brand zu ſtecken. Zwe
Fehlbetrag über 3000 Mark. Die Molkerei verarbeitete
der ebenfalls von Profeſſor Körner errichteten Baugewerk=
Warteſäle ſind teilweiſe ausgebrannt. Am Tatorte wur
nahezu eine Million Liter Milch und zählt 245 Mitglieder.
ſchule zeigte. Der Großherzog beſuchte nun die durch Pro=
den
Schriften zugunſten des Frauenſtimmrechts gefunden
in die ganze Breite des Raumes Glaswände eingelaſſen
tergründe, auf denen Rokokofiguren in gelben, ſteinfar=
hinter
denen Azaleen, Zinerarien, Tulpen und Hyazinther
Von der Künſtlerkolonie.
bigen und roſa Gewändern ſehr nobel ſtehen. Die Dis=
ihre
Farben miſchen. Es iſt köſtlich, wie das der ſchlich
kretion dieſer Töne macht dem Geſchmack des Wiener
* Ueber Profeſſor Edmund Körners Bauten
graugeſtrichenen Halle jede Kälte nimmt, warme, behag
Künſtlers hohe Ehre
und Hanns Pellars Bilder entnehmen wir einem
liche Stimmung über ſie ausſtreut, ſie den Wohnräumen
Auch im Muſikzimmer der Villa Herzber
Artikel Wohnkultur in Eſſen von Ernſt Goſe=
die
nach ihr münden, gleichſam als ein Familienglied
ſtammt das Wandgemälde, nochmals ein Rokokomotiv
bruſt in der Monatsſchrift Die Rheinlande das fol
anſchließt. Und nun wird noch durch die Glaswände
von Pellar. In dieſem Hauſe iſt die Zahl der Zimme=
gende
:
hindurch unſer Blick in den ſtreng gezeichneten Garte
kleiner, ſind die Maßſtäbe beſcheidener, aber auch hier
gezogen. um zwiſchen ſchnurgeraden Alleen, über ſymme
Edmund Körner, ſeit kurzem vom Großherzoe
zeigt es ſich, daß die Geſchloſſenheit der Räume jene Wir=
triſche
Raſenflächen und Blumenrabatten hinweg zu dem
Ernſt Ludwig an die Künſtlerkolonie nach Darmſtadt be
kung des großen Stils in uns auslöſt. Ganz Heiterkeit und
erhöht liegenden Tempelchen, in dem die Anlage gipfelt,
ufen, war vor vier Jahren durch ſeinen preisgekrönten
Traulichkeit iſt die ſchlichte Diele, auf welcher der Elfen=
anzuſteigen
.
Entwurf für die neue Synagoge nach Eſſen gekommen,
beinton der geſtrichenen Säulen und Paneele herrlich mit
Die wundervolle Klarheit.
mit der wir blitzſchnell
wo er inzwiſchen dem Stadtbild nicht nur durch die mäch=
dem
milden, grauen Rips der Wandbeſpannung zuſam
den
geſamten großen Komplex von Haus und Garten
tige Kuppel des Judentempels, ſondern auch durch der
mengeht. In dem halbrunden Ausbau, der ſich nach dem
begreifen, iſt der beſondere Vorzug der Waldthauſenſcher
ſchlanken Turm ſeiner Baugewerkſchule neue bedeutend
Wieſengrund des Haumannshofes öffnet, ſtehen aus
Villa, die ſchon, ehe wir noch ihre koſtbaren Stoffe ins
Akzente hinzugefügt hat. Privataufträge hatte er, der
kreisförmigem, violettem, von einer Blumenborte ein=
uge
faſſen. mit dem Eindruck des Großartigen, des
im Dienſte der Stadt ſtand, im Anfang nicht übernehmer
gefaßten Teppich um den runden, ſchweren Tiſch rot und
großen Stils auf uns wirkt. Die Parterreräume ſind
grün auf ſchwarzem Grund gemuſterte Seſſel. Durch die
können, aber die zwei Villen, die er nach Aufgabe ſeiner
zum Teil für die Repräſentation des Hauſes beſtimm
fünf höhen Fenſter flutet zwiſchen den ſeidenen Bahner
Stellung gebaut, das Haus Eugen von Waldthau
und ſo erſcheinen ſie auch am ſchönſten, wenn ſich abends
ſens und das Haus Karl Herzberas zeigen, daß er
der bunten Vorhänge hindurch das Sonnenlicht in voller
im Salon der Frau zwiſchen dem dunklen Mahagonirot
Strömen, geheimnisvoll blau und leuchtend hebt ſich vom
auch auf dem Gebiete des Hausbaues Meiſter iſt. Es i
der Säulen von dem grauen Moiree der Wände di
ſanften Grau der Wand ein Wandbild von Emil Nolde
das Beſondere dieſes feurigen und phantaſievollen Künſt=
,
Federhüte eleganter Damen abheben. Von avarter Wir
ab
Man kann von der Villa Herzberg, die unſeren
lers, daß ſeine Arbeiten in uns ſtets den Eindruck des
kung iſt das Speiſezimmer, in dem ſich das Weinrot des
Künſtler abgeklärter als in früheren Bauten zeigr, nich
Großartigen hinterlaſſen, nicht nur Räume, in denen er
ndiſchen Roſenholzes, das die Täfelung abgibt, und das
ſcheiden, ohne des ſchönen holländiſchen Backſteins zu
mit Marmor, mit koſtbaren Hölzern und reichen Stoffer
ſatte Lila der Stühle zu feierlichem Klange vermählen
denken, aus dem ſie gebaut iſt. Wilhelm Kreis hatte ihn
pielt, ſondern auch ganz prunkloſe, die ſchlicht geſtricher
Gegen ſeine herbe Gehaltenheit ſchimmert auf der an
bei ſeinem monumentalen Bau der Emſchertal= Genoſſen=
ind
. Die Wucht, mit der er ſeine Flächen in Felder glie
deren Seite der Halle der Muſikraum, den Hanns Pe
dert, mit kräftigen Säulen die Decke ſtützend, das nicht
ſchaft zum erſtenmal in Eſſen verwendet, faſt gleichzeitig
hatte dann auch der bei uns anſäſſige Architekt Alfons
lar ausgemalt hat, in phantaſtiſchem und exotiſchen
immer gebändiate Pathos, mit dem er die geſchwungene‟
Prunke. Die Boiſerie iſt hier aus braunem, faſt ſchwar=
Linien ſeiner Möbel verlaufen läßt, die Maßſtäbe ſeiner
Stinnesbeck aus den holländiſchen Steinen, den ſogen.
Klinkern, ein Haus gebaut; ein viel zu wenig genannter
em Makaſſarholz, deſſen ſchmale Felder von graugolde
hohen Fenſter und Türen, die Glut ſeiner ſatten Farben
nen Leiſten eingefaßt ſind. Dagegen ſteht tief und ſonor
auf maleriſche Wirkungen ausgehender Künſtler, der dem
in denen ein Kornblumenblau, ein purpurnes Rot und ein
die purpurne Seide der Bezüge. Der Plafond iſt in
Material, das er neuerdinas mit keramiſchen Zierſtücken
feierliches Lila vorherrſchen, das iſt eben großer Stil
chwarzem Lack, auf dem bizarre, goldene Ornamente lie=
noch
belebt, auch treu geblieben iſt. Mit dem ſilbrigen
dem der Sinn für das Kleine, Zierliche vielleicht ganz ab=
gen
, darunter ſchweben drei Reifen aus lilablauen Glas
geht. Wer in der Villa von Waldthauſen aus dem En
Grau unſerer feuchten Luft vermählt ſich der Ton de
röhren, die abends in elektriſchem Lichte magiſch eralühen
Klinker, die je nach dem wechſelnden Licht des Tages
tree in die weite, das ganze Parterre durchſchneidende
Auf dem Flügel endlich ruht, von dem in Eſſen anſäſſiger
lilablau, tiefſchwarz. roſtrot und kaſtanienbraun ſchim
Halle tritt, dem entfaltet ſich in einem einzigen Blick das
Kunſtgewerbler Otto Lietz entworfen, eine ſchwer=
mern
, zu wundervollem Klange. Die ſüddeutſchen Putz
ganze Haus. Links ſieht er durch die Glastüren in das
ſchwarze. mattglänzende Decke, überſät von goldener
flächen, die bei uns Mode ſind, ſehen daneben nüchtern
Billardzimmer und in das Eßzimmer, zwiſchen denen in
Lilienſträngen, grünen Sternen und großen Sonnen aus
ſchwerer, reicher Mahagoniſchnitzerei die Treppe nach
aus, ganz abgeſehen davon, daß ſie in unſerem rußigen
violetter Seide. In dieſe dunkle, hier und da metalliſch
oben führt. Rechts öffnen ſich ihm das Zimmer des
Klima kaum rein zu halten ſind
aufblitzende Pracht hat nun Hanns Pellar ſeine Wand
Herrn, das Zimmer der Dame und das Muſikzimmer
gemälde eingelaſſen, kühle, graue, perlmutterblaſſe Hin=
Nach dem Garten zu ſind, zwei Meter vor den Fenſtern,

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Juni 1913
Seite 6.
Der Empfang der Deutſch=Amerikaner.
Wincheſter, 25. Juni. Der deutſche Zahntech
niker William Klare ſtand heute vor den Geſchwo=
Der Bürgermeiſter bittet um möglichſt zahlreiche Teil
renen unter der Anklage, ſich ein geheimes Flottenbuch der
nahme am Empfang der Deutſch=Amerikaner, die Freitag
Werft von Portsmouth verſchafft zu haben. Der Ange
7 Uhr 3 Minuten von Worms hier auf dem Bahnhof an
klagte erklärte, daß er unſchuldig ſei, wurde jedoch für
kommen. Die Gäſte reiſen am Sonntag vormittag nach
ſchuldig befunden und zu fünf Jahren Zuchthaus
Mainz weiter.
verurteilt.
Die Pankratiusſtraße.
New=York, 26. Juni. 200 Studenten in Rich=
Stadtv. Dr. Noellner rügt, daß das Bild der
mont (Virginia) ſind an Ptomainvergiftung ſchwer
Pankratiusſtraße ſich noch immer nicht gebeſſert habe. Die
rkrankt
Stadtverwaltung dürfe nicht den Unwillen eines ganzen
Kapſtadt, 25. Juni. Infolge der Streiklage im
stadtviertels ruhig über ſich ergehen laſſen. Beig.
Randgebiet werden in verſchiedenen Städten der Unior
Ekert erwidert, daß das Magazin am 1. Juli abge=
Truppen bereitgehalten, um im Notfalle nad
äumt werden ſoll.
dem Randgebiet abzugehen. Nach Benoni in der Nähe
von Kleinfontein ſind 150 Mann berittene Infanterie ab=
Weitere Straßen= und Straßenbahn=
befohlen
worden.
chmerzen
Stadtv. Bormet wünſcht, daß der häßliche Anblic

des Durchbruchs der Teichhausſtraße beſeitigt werde
Stadtverordnetenverſammlung.
Beig. Ekert erwidert, daß der Wunſch leicht erfüllt wer=
den
könne; man habe vorläufig dem Fußgängerverkehr
6. Sitzung.
einen dringenden Wunſch erfüllen wollen. Stadtv. Dr
g. Darmſtadt, 26. Junt.
Kolb möchte daran erinnern, daß die Heag noch immer
nicht ihre Verpflichtung erfüllt habe, die Linie von dem
Bürgermeiſter Mueller eröffnet die Sitzung um
Schloßgartenplatz nach dem Riegerplatz durchzuführen.
4 Uhr mit folgenden
Stadtv. Säng ſpricht ſich gegen die Verwendung der
Mitteilungen:
chlechten, die Luft verſtänkernden Kohlen durch die Dampf
Der Oberbürgermeiſter hat dem Berliner Stadtbau=
traßenbahn
aus. Ferner wünſcht er eine allgemein ver
rat, Geh. Baurat Dr. Ludwig Hoffmann, einem ge
ſtändliche Aufklärung über die Bildung der neuen Steuerr
borenen Darmſtädter, aus Anlaß ſeiner Ernennung zum
und deren Grundlagen; dem ſchließen ſich die Stadtvv
Ritter des Ordens pour le mérite die Glückwünſche der
Lehr, Schupp und Bormet an. Stadtv. Dr.
ſtädtiſchen Verwaltung ausgeſprochen. Geheimer Bau=
ſoellner
regt an, daß vielleicht auf dem Finanzamt
rat Dr. Hoffmann hat hierauf in einem in ſehr warmem
Hierauf
der Stadt Auskunft gegeben werden könnte.
Ton gehaltenen Schreiben gedankt
vird in die Beratung der Tagesordnung ein=
getreten
:
Wohltätige Stiftung.
Baudispensgeſuche.
Stadtverordneter Dr. Fulda und ſeine Geſchwiſter
Für das Anweſen Marktplatz 11 wird um Befreiung
haben der Stadt zur Errichtung einer wohl=
von
den Beſtimmungen des Art. 50 der Allgemeinen Bau
tätigen Stiftung zum ehrenden Andenken an ihre
ordnung und des § 70 der Ausführungsordnung hierzu
verſtorbenen Eltern einen Betragvon 7000 Mark
nachgeſucht. Der Hochbauausſchuß hat das Geſuch befür
zugewendet, der zuſammen mit einem bereits früher
wvortet. Die Verſammlung ſtimmt nach dem Referat des
geſtifteten Betrag von 3000 Mark das Vermögen der
Stadtv. Wittmann zu
Stiftung bilden ſoll. Der Vorſitzende ſpricht den Stiftern
Für ein Bauvorhaben in dem Hauſe Gutenbergſtr. 52
unter dem Beifall der Verſammlung herzlichen Dank aus
wird um Befreiung von den Beſtimmungen in § 64, Ab=
Dank für Geldbewilligung.
ſatz 3c der Ausführungsverordnung zu Artikel 41 der
lllgemeinen Bauordnung nachgefucht. Der Hochbauaus=
Geheimerat Römheld hat im Auftrage des Groß=
chuß
hat das Geſuch befürwortet. Auch hier wird nach
herzogs der Stadtverwaltung und Stadtvertretung
den herzlichſten Dank für die in der letzten Sitzung der
dem Referat des Stadtv. Sames zugeſtimmt.
Stadtverordneten=Verſammlung beſchloſſenen ſtädtiſcher
Nachträge zum Ortsbauſtatut
Bewilligungen für die Ausſtellung der Künſtlerkolonie
Für die Bebauung der Bruchwieſen= und Bruſtſtraße
und die Ausſtellung im Schloß ausgeſprochen.
iſt der Erlaß von Nachträgen zum Ortsbauſtatut und de
Die Beläſtigungen durch Laſtautomobile.
Baupolizeiordnung, ſowie der Erlaß einer Baupolizeiver
ordnung erforderlich. Der Hochbauausſchuß hat den vor=
Die Klagen über die ſtörenden und beläſtigenden Er=
elegten
Entwürfen dieſer neuen Beſtimmungen zuge
ſcheinungen im Verkehr mit Laſtautomobilen
-
Das Orts=
ſtimmt
. Referent: Stadtv. Wittmann
bilden ſchon einige Zeit den Gegenſtand von Verhand
bauſtatut ſieht u. a. vor, daß über dem Dachgeſchoß mit
lungen zwiſchen der ſtädtiſchen Verwaltung und dem
Zuſtimmung der Baupolizei einzelne Wohnräume für die
Großh. Polizeiamt. Großh. Polizeiamt hat jetzt mitge=
Dienſtboten zugelaſſen werden können. Hiergegen ſpricht ſich
teilt, daß in dieſen Tagen Abänderungsvorſchläge zu den
Stadtv. Friedrich aus. Auch Stadtv. Dr. Noellner
lusführungsbeſtimmungen des Automobilgeſetzes
im
ſieht nicht ein, warum hier eine Ausnahme mit dieſet
Bundesrat durchberaten werden und daß eine lokalpolizei=
Kautſchukbeſtimmung gemacht werden ſoll; ebenſo ſpricht
liche Regelung dieſer Materie daher zunächſt beſſer zurück
ich dagegen Stadtv. Bormet aus. Weiter ſprechen die
geſtellt werde
Stadt
Stadtvv. Wagner, Dr. Noellner, Sames,
-
Stadtv
baurat Buxbaum und Stadtv. Aßmuth
Neuwahl für die Schlachthofdeputation.
Dr. Kolb ſtellt den Antrag, die Sache nochmals an den
Die Schlachthofdeputation hat als Erſatz
Hochbauausſchuß zurückzuverweiſen. Dies geſchieht.
für
den ausgeſchiedenen Herrn Rentner Freund Herrn
Neue Bebauungspläne
Metzgermeiſter F. Dintelmann gewählt.
Für die Bebauung des Exerzierplatzſtrei=
Der Termin der Stadtverordnetenwahlen
enslängs der Allee, zwiſchen der Städtiſchen An=
die
Vorarbeiten für die im Herbſt ſtattfindender
lage und dem Stirnweg, wurde vom Stadtbauamt ein
Wahlen zur Stadtverordneten=Verſamm
Bebauungsplan ausgearbeitet, der vom Hochbauausſchuf
lung ſind nun ſo weit gediehen, daß der Termin für die
ach dem Antrag des Oberbürgermeiſters zur Annahme
Wahlen beſtimmt werden muß. Der Oberbürgermeiſter
empfohlen wird. Es referiert Stadtv. Sames. Die
Verſammlung ſtimmt dem zu
ſchlägt als Termin Mittwoch, den 19. November
vor, womit die Verſammlung einverſtanden iſt.
Desgleichen liegt der Entwurf eines Bebauungsplans
für die Oſtſeite der Straße Am Breitwieſen=
Unterbringung fürſorgebedürftiger
berg, zwiſchen Dieburger Straße und dem alten Hohler
rauen
Weg, vor, der nach Antrag des Oberbürgermeiſters bereits
Der Heſſiſche Schutzverein für entlaſſene
die Billigung des Hochbauausſchuſſes gefunden hat. Auch
Gefangene und der Verein Braunshardter Heim
dieſer Bebauungsplan wird nach dem Referat des Stadtv
haben ſeither hier in der Mauerſtraße ein Aſyl für
Sames genehmigt.
fürſorgebedürftige Frauen unterhalten
Jn
dieſes Aſyl wurden von den beiden Vereinen vorüber=
Vermietung eines Schaufenſters in dem
gehend ſolche Frauen eingewieſen, die aufgegriffen, ſitt=
Oktroiaufſichtshäuschen.
lich gefährdet und ſchutzbedürftig waren, bis ſich Gelegen
In dem Oktroiaufſichtshäuschen an der Allee ſoll ein
heit bot, ihnen eine Verdienſtſtelle zu vermitteln oder in
Schaufenſter zum Preiſe von jährlich 30 Mark vermietet
ſonſtiger Weiſe für ihre Unterbringung zu ſorgen. Ob
werden. Der Finanzausſchuß iſt nach dem Antrag des
wohl die Stadt auf Anſuchen ſich bereit erklärt hatte,
Oberbürgermeiſters hiermit einverſtanden. Die Verſamm=
einen
Zuſchuß von jährlich 200 Mark zu den Betriebs=
lung
ſtimmt dem zu. Referent: Stadtv. Dr. Noellner
oſten des Aſyls zu leiſten, konnten die beiden Vereine
Tarif für Viehtransporte.
jetzt die ziemlich beträchtlichen Koſten dieſer Einrichtung
nicht mehr allein tragen. Sie hatten ſich daher an die
Für die Erhebung der Ueberfuhrgebühren für Vieh=
Stadt um völlige Uebernahme des Aſyls in ſtädtiſche Ver=
ransporte
nach dem Schlacht= und Viehhof iſt unter teil=
waltung
gewandt. Nach längeren Verhandlungen zwi=
weiſer
Ermäßigung der ſeitherigen Sätze ein Tarif auf
chen den Beteiligten fand ſich ein Ausweg, der das Wei=
geſtellt
worden, den die Schlachthofdeputation nach An=
terbeſtehen
des Aſyls überflüſſig erſcheinen läßt, den be
trag des Oberbürgermeiſters gutgeheißen hat. Zugleich
abſichtigten Zweck doch erfüllt und der Stadt ſonſt er=
empfiehlt
die Deputation entſprechend dem Antrag des
forderliche bedeutende Koſten erſpart. An die Stelle des
Oberbürgermeiſters und mit Zuſtimmung des Finanz=
Aſyls wird danach in Zukunft die vorübergehende Unter=
rusſchuſſes
, die von den Händlern und der Metzgerinnung
bringung in beſonderen Räumen des Städtiſchen Kran=
eanſtandete
Bahnbenutzungsgebühr für Händlervieh auch
kenhauſes, Armenhauſes oder Pfründnerhauſes treten, je
ernerhin, jedoch nur bis zu einer beſtimmten Höchſtgrenze
nach der Art der Fälle. Der Stadt erwachſen hierdurck
zu erheben. Der Tarif wird nach dem Referat des Bür
ediglich die Verpflegungskoſten, zu denen auch die Unter
ermeiſters genehmigt.
halter des ſeitherigen Aſyls in beſtimmter Weiſe beitra=
Gartenarbeit der Stadtmädchenſchule I
gen werden; ſie ſpart dagegen die ganz beträchtlichen Ver=
Die Kinder der Stadtmädchenſchule I wurden ſeither
waltungskoſten bei Weiterführung eines beſonderen

Aſyls
an ſchulfreien Nachmittagen und während der Ferien auf
Stadtv. Dr. Noellner äußert Bedenken
einem ſtädtiſchen Grundſtück hinter dem Friedhof mit
gegen eine derartige Neuregelung
Bartenarbeit unter Aufſicht von Lehrern beſchäftigt. Die
Der Metzgermeiſter Julius Strauß hatte ſich in
Koſten dieſer Einrichtung wurden aus freiwilligen Gaben
einer Eingabe beſchwert, daß ihm die Lieferung für das
beſtritten. Wenn jedoch dieſe Einrichtung auch weiterhin
Städtiſche Pflege= und Armenamt nicht übertragen wor=
beibehalten
und Erſprießliches mit ihr geleiſtet werden
den ſei, obgleich er das billigſte Angebot abgegeben habe
ſoll, iſt es erforderlich, daß die Stadt einſpringt und Mit=
Die Deputation für Armen= und Fürſorgeweſen hat dar=
tel
zur Verfügung ſtellt. Schulausſchuß und Finanzaus=
auf
geantwortet, die Lieferung ſei ihm nicht übertragen
ſchuß empfehlen daher in Uebereinſtimmung mit dem
worden, weil bei den heutigen Viehpreiſen zu dem An=
Oberbürgermeiſter, zunächſt auf ein Jahr, die Bewilligung
gebot vollwertiges Fleiſch wohl kaum geliefert werder
eines Kredits von 900 Mark für die Fortführung der Gar=
önne
. Auch ſei im letzten Jahre Grund zu Klagen vor
tenarbeit durch die Schulkinder der Stadtmädchenſchule I.
handen geweſen. Dies habe die Deputation um ſo eher
Die Summe wird nach dem Referat des Stadtv. Dr
zur Vergebung an einen anderen Bieter bewogen, als das
Noellner bewilligt.
Fleiſch direkt an die einzelnen Verbraucher abgegeber
wird und eine Kontrolle deshalb ſchwierig ſei. In einer
Der Voranſchlag höherer Schulen.
neuen Eingabe erklärt Herr Strauß, daß er darum ſo
Die Entwürfe der Voranſchläge für 1914 des Real=
billig
liefern könne, weil er die Vorderteile zu einem
gymnaſiums, der Ludwigs= und der Liebigs=Oberreal
höheren Preiſe an ſeine jüdiſche Kundſchaft verkaufe
ſchule liegen vor und werden von dem Schul= und dem
Es ſprechen hierzu noch die Stadtvv. Kalbfuß und
Finanzausſchuß zur Genehmigung empfohlen. Referent:
Säng. Stadtv. Lindt brachte zur Sprache, daß die
Stadtv. Bormet. Die Genehmigung wird erteilt
Metzgerinnung trotz wiederholter Aufforderung ſich noch
nicht zu einer Antwort wegen der Schweinepreisfrage
Das Komitee
Darmſtadt im Blumen= und
herbeiließ. Zu der Frage der Fleiſchlieferung ſpre
Pflanzenſchmuck
chen noch die Stadtvv. Linck und Sames. Schlacht=
hat
wieder, wie
in den Vorjahren, um Ueberlaſſung vor
hofdirektor Dr. Garth äußert ſich dahin, daß Strauß
Blumen und Pflanzen aus den Beſtänden der Stadt=
genau
ſo gut ſchlachte wie derjenige Metzger, dem die Lie
gärtnerei
für Prämiierungszwecke nachgeſucht
ahle
Der
ferung übertragen wurde.
Finanzausſchuß empfiehlt in Uebereinſtimmung mit dem

Nummer 148.
Oberbürgermeiſter, dem Geſuch zu entſprechen. Die Ver=
ammlung
nimmt den Antrag nach dem Referat des
Stadtv. Dr. Noellner an
die Kaufmänniſche Fort=
Zuſchuß für
bildungsſchule.
Der Oberbürgermeiſter beantragt, der Kaufmänni=
chen
Fortbildungsſchule, wie in den Vorjahren, für das
Jahr 1913 wieder einen ſtädtiſchen Zuſchuß von 2500 Mk
unter den ſeitherigen Bedingungen zu gewähren. Der
Finanzausſchuß hat dieſem Antrag zugeſtimmt. Referent;
Stadtv. Bormet. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Erhöhung der Lohnſätze in dem Tarif für
die Vergebung von Buchdruckarbeiten.
Bründe der Billigkeit laſſen es notwendig erſcheinen
vom 1. April d. J. ab eine Neuregelung und Erhöhung
der Lohnſätze in dem Tarif für die Vergebung der ſtädti=
chen
Lohnarbeiten eintreten zu laſſen. Der Finanzaus=
chuß
hat dem entſprechenden Antrage des Oberbürger=
meiſters
zugeſtimmt. Referent: Stadtv. Aßmuth. Dem
vird zugeſtimmt.
A ufſtellung von Ruhebänken in der Stadt.
Der Verkehrsverein hat die Aufſtellung verſchiedener
Ruhebänke in der Stadt angeregt. Der Finanzausſchuß
chlägt in Uebereinſtimmung mit dem Oberbürgermeiſter
die Bewilligung eines Kredits von 300 Mark zu Laſten
des Reſervefonds für die Beſchaffung von Bänken vor.
Der Kredit wird nach dem Bericht des Bürgermeiſters
ewilligt
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 26. Juni. Präſident Dr. Kaempf er=
öffnet
die Sitzung um 11,17 Uhr. Die zweite Beratung
des Geſetzentwurfes über den
einmaligen außerordentlichen Wehrbeitrag
wird fortgeſetzt. Die Debatte beginnt bei § 17 (Bewertung
von Grundſtücken). Die Sozialdemokraten beantragen
Streichung des Paragraphen. Die Konſervativen beantra=
en
, ſtatt des 25fachen des Miets= oder Pachtertrages als
Graf Weſtarp
(*32
Ertragswert das 20fache einzuſetzen
konſ.) befürwortet ganz kurz den Antrag. Abg. Em=
mel
(Soz.): Die jetzige Faſſung dient lediglich wiede:
zur Bevorzugung der Agrarier. (Dauernde allgemeine Un=
ruhe
im ganzen Hauſe. Der Präſident bittet wiederholt
im Ruhe, damit die Redner, die das Wort erhalten, auch
wirklich zu Worte kommen können.) Der Antrag Weſtar
h
muß rundweg abgelehnt werden. (Erneute Unruhe
Abg.
, dieſen ganzen Paragraphen zu ſtreichen
unſ
Graf v. Carmer=Zieſerwitz (konſ.): Wir halten
ren bereits in der Kommiſſion geſtellten Antrag fürſ
wichtig, daß wir ihn hier wieder einbringen müſſen. De
Multiplikator von 25 würde einer 4prozentigen Verzin
ung entſprechen. Eine ſolche Verzinſung gibt es aber auf
dem Lande nicht. Gerade die kleinen und ſchwächſten Be=
itzer
würden von dieſer Beſtimmung des Geſetzes beſon=
ders
ſcharf erfaßt werden. Deshalb ſind wir für eine
Milderung dieſer Beſtimmung. Auch bei anderen Stellen
o bei der Erbanfallſteuer, iſt das 20fache angeſetzt. Es
iſt nicht einzuſehen, weshalb wir hier einen anderen Multi
olikator nehmen ſollen
Unterſtaatsſekretär Jahn: Man muß anerkennen, daß
es bei der Verſchiedenartigkeit der Verhältniſſe im Reich
äußerſt ſchwierig iſt, bei Bewertung der Grundſtücke einen
illgemein richtigen Multiplikator zu finden. Die Kom=
miſſion
dürfte aber im allgemeinen das Richtige getroffen
haben. Ich bitte Sie, den Antrag Weſtarp abzulehnen
Abg. Ulrich (Soz.): Das 25fache iſt der allermindeſte
Satz, den man anſetzen muß. Das Beſte wäre, den ge=
neinen
Wert einzuſetzen; damit hat man in Heſſen gute
Erfahrungen gemacht.
Vizepräſident Dove: Tatſache iſt, daß gegenwärtig
viele Privatunterhaltungen hier gepflogen werden
ehr
Im Intereſſe unſerer Verhandlungen und ihrer möglichſ
baldigen Beendigung möchte ich Sie erſuchen, ſich mög
lichſt ruhig zu verhalten
Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim (wild=natl.):
Wir haben in Heſſen gerade mit unſerer ſtaatlichen Ver=
mögensſteuer
ſo ſchlechte Erfahrungen gemacht, daß wir
bei der erſten Gelegenheit der Gemeindebeſteuerung den
Ertragswert eingeführt haben.
nicht
Es iſt allerdings
völlig gelungen, weil die Regierung ſich aus fiskaliſchem
Intereſſe nicht von Einnahmen trennen wollte. Deshalb
machten wir in der Zweiten Kammer einen Kompromiß
vorſchlag, wodurch ein Mittelwert zwiſchen Ertragswert
und gemeinem Wert beſtimmt wurde. Das hat ſich aber
nicht als durchführbar erwieſen, und wir haben in dieſem
Augenblick in der heſſiſchen Geſetzgebung eine Novelle vor
die wahrſcheinlich den reinen Ertragswert herſtellen wird
Wir ſind auch dabei, in dem Staatsſteuergeſetz den Er=
tragswert
einzuführen, wie er auch in Württemberg beſteht
Wir in Heſſen haben die Erfahrung gemacht, daß der
Grundbeſitzer bei der Einſchätzung nach dem gemeinen
Wert in der Vermögensſteuer dreimal mehr bezahlen muß
ils die Einkommenſteuer darſtellt, und nicht nur der Groß=
Ich muß
rundbeſitzer, ſondern auch der kleine Beſitzer.
durch die
beſtreiten, daß der Ertragswert ausſchließlich
Agrarier eingeführt iſt. Die Erſte Kammer hat einſtimmig
mit Einſchluß aller nichtlandwirtſchaftlichen Mitglieder
beſchloſſen, die Ertragswertberechnung in der Staatsſteuer
einzuführen. Im übrigen iſt erfreulich, daß die Kommiſ
ſion hier die Intereſſen der Hausbeſitzer wahrgenommen
hat.
Abg. Ulrich (Soz.): Die heſſiſche Regierung hat
durchaus gute Erfahrungen gemacht, nicht aber die Agra=
rier
und ihre Helfershelfer in der Erſten Kammer. ( Zu=
rufe
und Unruhe.) Zwölf Jahre lang iſt das Syſtem ein=
Vizepräſident Dove
wandfrei angewendet worden.
bittet wiederholt, nicht auf rein heſſiſche Angelegenheiten
inzugehen.
Abg. Vogt=Hall (konſ.): Im Intereſſe
des kleinen ſüddeutſchen Bauernſtandes bitte ich, dem
Antrag Graf Weſtarp zuzuſtimmen. Es wird ſich ſpäter
zeigen, welch große Ungerechtigkeit und Unzufriedenheit
durch die Bemeſſung nach dem 25fachen Wert verurſacht
wird. Abg. Dr. Südekum (Soz.): Für weite Kreiſe
des ſtädtiſchen Hausbeſitzes, namentlich Groß=Berlins
wird die Wahl, ob ſie nach dem gemeinen Wert oder nach
dem Ertragswert eingeſchätzt werden wollen, nicht platz=
reifen
. Am gerechteſten wäre es, den gemeinen Wert ein=
zuſetzen
. Abg. Frhr. Heyl zu Herrnsheim ( wild=
natl
.): Nicht die Erſte Kammer in Heſſen hat den Bewer=
tungsmodus
zu beſeitigen geſucht, ſondern der Finanzaus=
ſchuß
der Zweiten Kammer
Abg. Dr. David (Soz.)
Die heſſiſchen Verhältniſſe ſind von prinzipieller Bedeu=
tung
; ſie ſollten hier zu denken geben. Abg. von Me=
ing
(Welfe): Im Intereſſe des hannoverſchen Klein=
bauerntums
bitte ich, dem Antrag Weſtarp zuzuſtimmen.
Der Antrag Weſtarp wird abgelehnt. § 17 wird in
der Faſſung der Kommiſſion angenommen. Zu § 18 (An=

[ ][  ][ ]

Nummer 148.
ſetzung der Wertpapiere zum Kurswert) wird ohne De=
batte
ein Zuſatz beſchloſſen, der den Abzug des Wertes ge
ſtattet, der ſeit Auszahlung der letzten Gewinnverteilung
entſtanden iſt. §§ 19 bis 31 werden ohne Debatte nach
den Kommiſſionsbeſchlüſſen erledigt. Zu § 22, der eine
Skala für Berechnung der Renten enthält, wird ein Kom
promißantrag ebenfalls ohne Debatte angenommen, wo
nach nicht fällige Anſprüche aus Lebens= uſw. Verſicherun
gen bis zwei Drittel der eingezahlten Prämie angerechne
werden ſollen. § 31a enthält die Staffelung der Ver
mögensangabe. Dieſe wird unter Ablehnung eines vor
Wurm (Soz.) empfohlenen ſozialdemokratiſchen Gegen=
antrags
unverändert angenommen. § 31b wird mit einem
redaktionellen Antrag des Grafen Weſtarp angenommen.
Zu § 34 (Verpflichtung zur Abgabe einer Vermögens
ſerklärung) befürwortet Abg. Arnſtadt (konſ.) einen An=
trag
, wonach zur Abgabe einer Vermögenserklärung ver=
pflichtet
iſt, wer ein Vermögen von mehr als 5000
Mark ſtatt 10000 der Vorlage beſitzt.
-
Abg. Dr. Davik
(Soz.): Die Beſeitigung der Deklarationspflicht für kleine
Vermögen würde ein großes Loch in die Vorlage reißer
Abg. Graf Weſtarp (konſ.): Das iſt nicht der Fall
Die Deklarationspflicht wird von vielen Geſchäftsleuten
als Beläſtigung angeſehen und viele Einzelſtaaten kom
men ohne ſie aus. Der Antrag wird abgelehnt und
der Paragraph unverändert angenommen. § 39 enthält die
Verpflichtung zur Vorlegung von Wirtſchafts= und Ge
ſchäftsbüchern. Abg. Gröber (Ztr.) befürwortet einen
hierzu vorliegenden Kompromißantrag, wonach die Ein
ſichtnahme und Prüfung der Bücher tunlichſt in der Woh
nung oder im Geſchäft des Beitragspflichtigen erfolger
ſoll. Der Antrag wird angenommen und § 39 mit dieſen
Zuſatzantrag angenommen. § 46 enthält den Veranla
gungs= und Feſtſtellungsbeſcheid. Abg. v. Tramp
czynski (Pole) befürwortet einen Antrag, wonach der
Beſcheid an den Beitragspflichtigen, in welchen Punkten
von der Vermögenserklärung abgewichen iſt, obligatoriſch
und nicht nur auf Verlangen, wie die Kommiſſionsfaſſung
vorſchlägt, zu erteilen
iſt
Staatsſekretär Kühn: Ich bitte, dieſen Antrag ab
zulehnen.
Der Antrag wird angenommen und dami
§ 46 mit einer unweſentlichen redaktionellen Aenderung
Zu § 50 (Entrichtungstermine für den Wehrbeitrag) be
antragt Graf Weſtarp (konſ.), daß das zweite und dritte
Drittel des Wehrbeitrags nicht am 15. März 1915 bzu
1916, ſondern am 15. Februar der betreffenden Jahre fällig
wird. § 50 wird mit dieſer Aenderung angenommen. § 66
iſt von der Kommiſſion neu eingefügt. Danach iſt die
Einnahme aus dem Wehrbeitrag ausſchließlich zur Deckung
der Koſten für die in der Wehrvorlage beſchloſſene Verſtär=
kung
der Wehrmacht zu verwenden. Ein Antrag Albrech
(Soz.) will den Mehrertrag einem Fonds zuführen, der
nach Maßgabe eines beſonderen Geſetzes zur Fürſorge
Veteranen, Arbeitsloſe, zum Säuglings= und Mutterſchutz
zur Bekämpfung von Volkskrankheiten und für ähnliche
Zwecke dient. Graf v. Weſtarp (konſ.) will den § 66
wie folgt faſſen: Wenn die Einnahmen aus dem Wehrbei=
trag
den Betrag von 1000 Millionen überſchreiten, iſt de
Mehrbetrag zur Kürzung des letzten Drittels des Wehr
beitrags nach näherer Beſtimmung des Reichshaushalts
geſetzes bereitzuſtellen. Abg. Hofrichter (Soz.) befür=
wortet
den ſozialdemokratiſchen Antrag Abg. Graf We=
ſtarp
(konſ.): Zur Deckung laufender Ausgaben darf de
einmalige Wehrbeitrag nicht verwendet werden, das wi=
derſpricht
ſeinem Charakter
Staatsſekretär Kühn: Die fortdauernden Ausgaber
werden, wenn ſie nur zeitweilig in die Erſcheinung treter
und ein Defizit aus früheren Jahren regeln, zu einmali=
gen
Ausgaben. Ich bitte Sie, es bei den Beſchlüſſen der
Kommiſſion zu belaſſen. Abg. Gothein (Vp.): Ich
bitte, nichts an den Kompromißbeſchlüſſen zu ändern
Abg. Dr. David (Soz.): Der Vorwuef des Grafen We=
ſtarp
meiner Partei gegenüber war ordinär. (Präſident
Die
Dr. Kaempf ruft den Redner zur Ordnung.)
Steuerſcheu der Agrarier iſt ſelbſt durch die Denkſchrift des
Finanzminiſters Lentze zugegeben worden, oder hat auch er
ſich einer grundloſen Verdächtigung ſchuldig gemacht?
Abg. Graf Weſtarp (konſ.):
(Sehr gut! bei den Soz.
Die Redewendungen des Abg. Hofrichter waren für un
-
Präſiden=
die
ſchwerſten perſönlichen Beleidigungen
Dr. Kaempf: Davon habe ich nichts gehört, ſonſt hätt
ich es gerügt. Die Anträge werden abgelehnt und
der Reſt des Geſetzes ohne Debatte angenom=
men
. Damit iſt die zweite Leſung des ein=
maligen
Wehrbeitrags erledigt. Es folgt di
zweite Beratung eines Geſetzentwurfs wegen Aenderung
des Reichsſtempelgeſetzes
Artikel 1 ſetzt an die Stelle der Nummer 1 des Ta=
rifes
des geltenden Geſetzes von 1909 eine neue Faſſung,
welche a) die Geſellſchaftsverträge, b) Kuxe, e) ausländi=
ſche
Aktien dem Reichsſtempel unterwirft. Der Stempel
für die Errichtung von inländiſchen Aktiengeſellſchaften und
Kommanditgeſellſchaften ſoll 4½ Prozent, für Geſellſchaften
mit beſchränkter Haftung 3 Prozent, für ſolche Geſellſchaf
ten, welche den Erwerb oder die Verwertung von Grund
ſtücken betreiben, 5 Prozent, für offene Handelsgeſellſchaf=
ten
ein Zehntel Prozent betragen. Abg. Oerrel (konſ.)
Wir empfehlen eine ganz mäßige Erhöhung des Stempel
für inländiſche Oligationen von Aktiengeſellſchaften und
für ausländiſche Papiere. Auch der Börſenumſatzſtempe
muß eine mäßige Echöhung erfahren. Die Gelegenheit
wäre günſtig, eine Kotierungsſteuer einzuführen. Wir ſind
aber beſcheiden, wie immer. (Große Heiterkeit.) Die glän
zenden Geſchäfte der Börſe werden durch unſeren Antcat
keineswegs beeinträchtigt.
-
Nach kurzen Bemerkungen
des Abg. Keinath (natl.) und einer Erwiderung des
Regierungsvertreters wird der Antrag abgelehnt. Arti=
kel
1 wurde unverändert angenommen, ebenſo Artikel 2,
der die Ausführungsbeſtimmungen hinſichtlich der Geſell
ſchaftsverträge enthält, und Artikel 2a (Aenderung der
Tarifnummer 11 des Reichsſtempelgeſetzes). In Artikel
iſt im Stempeltarif eine neue Nr. 12 eingeſtellt. Danac
ſoll der Stempel bei Feuerverſicherungen 15 Pfennig von
Tauſend für jedes Jahr betragen, ebenſo wird ein Reichs
ſtempel für Einbruchsdiebſtahl= und Hagel=Verſicherungen
ſowie für Transport= und Lebensverſicherungen eingeführt
Ein Antrag Albrecht und Genoſſen will für Nc. 13 einen
Stempel von 20 Pfennig vom Tauſend für Beſitzſteuer= und
Feſtſtellungsbeſcheide eingeführt wiſſen. Ein Antrag Gra
Weſtarp (konſ.) will die Feuerverſicherungen von Immo
Abg. Dr. David
bilien vom Reichsſtempel freilaſſen
(Soz.): Wenn wir jetzt eine Stempelgebühr für die Be
ſitzſteuer und Feſtſtellungsbeſcheide beantragen ſo gehen
wir eigentlich von unſerem Prinzip, indirekte Steuern ab=
zulehnen
, ab, und bitten Sie um Ihre Zuſtimmung
Unterſtaatsſekretär Jahn: Ich bitte Sie, die von der
Sozialdemokraten geſtellten Anträge abzulehnen und e
bei den Kommiſſionsbeſchlüſſen zu belaſſen. Nach wei
teren Bemerkungen der Abgeordneten Oertel (konſ.) und
Fiſchbeck (Volksp.) wird abgeſtimmt, und zwar zunächſt

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27 Juni 1913.
über den konſervativen Antrag auf Stempelfreiheit für
Feuerverſicherungsverträge für Immobilien. Mit 173 ge
gen 134 Stimmen wird die Aufrechterhaltung des Stem
pels für die Feuerverſicherungen der Immobilien entſpre=
chend
dem Antrag des Grafen Weſtarp abgelehnt. De
Antrag der Sozialdemokraten auf Einführung einer Ge
bühr von 20 Pfg. vom Tauſend für Beſitzſteuer= uſw. Be=
ſcheide
wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und
der Fortſchrittler abgelehnt. Der von den Deukſch= Konſer=
vativen
zu Artikel
4 § 90 geſtellte Antrag wird abge=
lehnt
. Auch für § 104 wird entgegen einem Antrag der
Deutſch=Konſervativen auf Wiederherſtellung des Wort
lauts der Vorlage die Kommiſſionsfaſſung aufrechterhalten
Der Reſt der Vorlage wird nach den Kommiſſionsanträger
angenommen
Damit iſt die Tagesordnung erledigt. Nächſte Sitzunc
Freitag 10 Uhr früh pünktlich. Anfragen, Antrag Baſ=
ſermann
und Genoſſen, betreffend die Angeſtelltenverſiche
kleinere Vorlagen, Reichsſteuerge=
rung
der Privatlehrer
Wohnungsfrage, Petitionen.
ſetz, Reſolutionen zur
Schluß ¾3 Uhr
Der Kaiſer bei der Kieler Woche.
Kiel, 25. Juni. Die Hohenzollern mit dem
Kaiſer lief, gefolgt von dem Depeſchenboot Sleipner
um ein Uhr aus der Schleuſe in Holtenau unter dem Salut
der Kriegsſchiffe in den Kieler Hafen ein. Beim Paſſieren
der Kaiſerjacht brachte die in Parade ſtehende Mannſchaf
drei Hurras aus. Die Beſatzung des italieniſchen Pan
zerkreuzers Amalfi, in deſſen Großtop die deutſche
Flagge wehte, begrüßte den Kaiſer mit drei Hurras. Di
Hohenzollern machte an der gewohnten Liegeſtelle feſ
Der Staatsſekretäu
der Nähe der Seebadeanſtalt.
Großadmiral Tirpitz iſt zur Kieler Woche eingetroffen
Kiel, 25. Juni. Der Kaiſer nahm heute nach
mittag auch die Meldung des Oberpräſidenten v. Bülow
entgegen. Er ſuhr dann zu den Flaggſchiffen des Ge
ſchwaders und ſtattete den Admiralen, darunter dem Groß=
admiral
v. Tirpitz und dem Flottenchef v. Ingenohl, Be=
ſuche
ab. Auf dem Flottenflaggſchiff meldeten ſich beim
Kaiſer auch die bei der Kieler Woche anweſenden Militär
attachés Englands, Frankreichs, Oeſterreichs, Japans
Italiens und der Vereinigten Staaten, ſowie der Nach
olger des bisherigen amerikaniſchen Marineattachés. Ge
ſandter v. Treutler traf in Vertretung des Auswärtigen
Amtes bei dem Kaiſer hier ein. Zur Abendtafel warer
zugezogen Großadmiral v. Tirpitz ſowie die anderen im
Immediatdienſt befindlichen Admirale, ferner der Ober
präſident und der Kommandant von Kiel. Der Kaiſer hatte
bei der Abendtafel zu ſeiner Rechten die Kronprinzeſſin
und den Prinzen Heinrich, zu ſeiner Linken die Prinzeſſir
Heinrich und den Prinzen Adalbert, gegenüber dem Kaiſe:
der Kronprinz
Poincarés Englandfahrt.
* London 25. Juni. Bei dem zu Ehren Poin
carés in der Guildhall gegebenen Frühſtück brachte
der Lordmayor einen Trinkſpruch auf den Präſidenten
aus. Möge der Beſuch des Präſidenten, ſagte er, dazu
beitragen, die Bande der Freundſchaft zwiſchen den bei
den Nationen zu ſtärken. Er wünſche von Herzen, daſ
die Bemühungen beider Nationen zur Förderung des
Friedens fortdauern möchten, ebenſo der gute Wille zu
harmoniſcher Zuſammenarbeit mit den anderen großen
Nationen der Welt. Poincaré nahm in ſeiner Erwide
rung auf die Beſuche ſeiner Vorgänger Bezug und ging
auf die Geſchichte der Entente ein. Die Freundſchaft de
beiden Nationen würde beute, wenn dies überhaupt noch
weiter möglich wäre, geſtärkt und von neuem beſtätig
In Zukunft könne ſich kein Zwiſchenfall in der internatio=
nalen
Politik mehr ereignen, ohne daß die befreundete
Regierungen ihre Anſichten darüber austauſchten. Es be=
ſtehe
zwiſchen ihnen eine dauernde Kooperation, die nicht
die Mitwirkung irgend einer anderen Macht ausſchlöſſe,
ſondern einzig und allein darauf hinziele, den europäiſche:
Frieden aufrecht zu erhalten, und die ein brüderliches
Vertrauen zwiſchen Großbritannien und Frankreich herge
ſtellt habe
London, 25. Juni. Präſident Poincaré gab
heute abend zu Ehren König Georgs ein Banket
in der franzöſiſchen Botſchaft. Präſident Poincaré hatt
zu ſeiner Rechten König Georg, zu ſeiner Linken den Prin
zen von Wales. Die Plätze in der Nähe hatten inne
der Herzog von Connaught, Miniſter des Aeußern Pichon
die Botſchafter Deutſchlands, Frankreichs, Rußlands, Spa
niens und der Vereinigten Staaten, Miniſterpräſident
Asquith, Lord Haldane, Sir Edward Grey, Feldmarſchall
Sir John French, Staatsſekretär des Kriegsamts Oberſt
Seely und der erſte Lord der Admiralität Winſton L
Spencer=Churchill
Aus Deutſch=Oſtafrika.
(Vergl. auch Seite 1.)
* Dar=es=Salaam, 26. Juni. Der Gouverne=
mentsrat
von Deutſch=Oſtafrika ſetzte am Dienstag die
Beratung des=Etatsentwurfs für 1914 fort und nahm ein
Reſolution an, in der der Gouverneur erſucht wird
auf die Wiederherſtellung der Reiſebeihilfen für Frauen
und Kinder Gouvernementsangehöriger in der früheren
Höhe hinzuwirken. Superintendent Klamroth er
örterte nochmals die Frage der Unterſtützung der Miſ
ſionsſchulen durch die Regierung. Dieſe müßte in der
Innenbezirken auf die Neugründung von Regierungs=
ſchulen
verzichten. dagegen den Miſſionen für ihre Schu=
en
Beihilfen gewähren, wogegen der Regierung das
Aufſichtsrecht über die Schulen zuſtehen ſollte. Pater
Rohner unterſtützte die Forderung mit einem Hinweis
auf die angebliche Begünſtigung des Islams durch die
Regierungsſchulen. Der Gouverneur erklärte, daß au
eine Vermehrung der Regierungsſchulen nicht zugunſten
der Miſſionsſchulen verzichtet werden könne. Er beſtritt
die Förderung des Islams durch die Regierungsſchule
und wies darauf hin, daß auch in manchen Gebieten mit
rein heidniſcher Bevölkerung die Söhne der Sultane und
Häuptlinge nur für den Beſuch der Reaierungsſchulen
zu haben ſeien. Der Bereitſtellung von Mitteln für der
Neubau einer Eingeborenenſchule in Dar=es=Salaam und
einer Europäerſchule mit Internat in Wilhelmstal wurde
zugeſtimmt, ebenſo der Anforderung von Mitteln für die
Beſchaffung von Waffen und Munition für das Frei=
willigenkorps

Hauptmann Leue und Pflanzer Feilke wieſen die
im Reichstag erhobenen Angriffe auf die Schutztruppe
mit großem Nachdruck zurück und bedauerten beſonders
die unbegründeten Angriffe auf den verſtorbenen Oberſt=
leutnant
Johannes. Der Gouverneur erkannte die hoher
Verdienſte der Schutztruppe an und erklärte, für das
Gouvernement ſei die Angelegenheit mit der Zurückwei
ſung der Angriffe durch den Staatsſekretär im Reichstage

Seite 7.
Der Gouvernementsrat nahm ſchließlich ein
erledigt.
Reſolution an, in der er die parlamentariſchen Angriffe
auf die Schutztruppe bedauert und mit Entrüſtung zu=
rückweiſt

In der folgenden, mehrſtündigen Eiſenbahndebatte
beantragte Hauptmann Leue, daß der Bahnbau nac
Aruſcha in kürzerer Zeit als in den vorgeſehenen drei
Jahren durchgeführt werden ſollte. Die Vertreter der
Nordbezirke verlangten nachdrücklich die Weiterführung
der Uſambarabahn zum Viktoriaſee und eine Bahn von
dieſem See nach Ruanda und lehnten die vorgeſchlagen
Bahn Tabora-Ruanda ab, weil dieſe die Ausſichten auf
die Fortführung der Uſambarabahn herabmindere. Der
Pflanzer König trat für die Verlängerung der Uſambara=
bahn
zum See ein, weil dieſe Bahn weite Farmgebiet
erſchließe und die Arbeiterzufuhr erleichtere. Der Pflan=
zer
Feilke bezeichnete die Bahn Tabora-Ruanda als
einen Einbruch in die Intereſſenſphäre des Nordens. Der
Gouverneur erwiderte, daß der Anſchluß Ruandas an
den Weltverkehr zur Erſchließung des reichen Landes not=
wendig
ſei. Die vorgeſchlagene Linie von Tabora nad
dem Kageraknie ſei nach dem Ergebnis der Erkundungen
die gegebene. Auf welchem Wege ſpäter die deutſche Bahr
an den Viktoriaſee geführt werde, ſei eine beſondere
Frage, deren Erledigung nicht eile, da die durch den zeit
weiligen Mangel an Betriebsmitteln auf der engliſchen
Ugandabahn eingetretene Verkehrsſtockung für die deut=
ſchen
Häfen am Viktoriaſee neuerdings beſeitigt ſei. In
Betracht käme eine Abzweigung von der Linie Tabora-
Ruanda nach Muanſa und die Fortführung der Ufam
barabahn. Die Grundlagen für das letztere Projekt ſoll=
ten
durch Erkundungen, wofür entſprechende Mittel an=
gefordert
ſind, feſtgeſtellt werden.
Erdbeben.
* Jugenheim Erdbebenwarte, 26. Juni vormit=
tags
8 Uhr. (Vorläufige Meldung.) Seit heute früh 6 Uhr
17 Min. ſind die Apparate ununterbrochen in Be=
wegung
, infolge eines ſtarken Weltbebens.
Die
Erſchütterung dauert zurzeit noch an, doch ſcheint das
Maximum bereits vorüber zu ſein. Der Herd iſt über
10000 Kilometer entfern
2 Erdbebenwarte Jugenheim. 2 Uhr nach
mittags, 26. Juni. Das heute morgen beobachtete, 3 Stun=
den
andauernde große Erdbeben hat nach unſeren Berech
nungen in der Inſelwelt des Stillen Ozeans,
Nähe Deutſch=Samoas, ſtattgefunden
Die Balkankriſe.
Zur Lage
ſchreibt man uns: Die in verſchiedener Form aufgetauchte
Nachricht, daß Deutſchland, Italien, England und Frank=
reich
zur Schlichtung des bulgariſch=ſerbiſchen Streites
ein europäiſches Schiedsgericht angeregt hätten, entſprich=
nicht
den Tatſachen, ſondern ſtellt ſich als Fühler eines
Balkanſtaates heraus, der inzwiſchen durch eine
andere Entwickelung der Dinge erledigt worden iſt. Dent
es kann gegenwärtig als ſicher gelten, daß die Miniſter
präſidenten der vier Balkanſtaaten ſich zur Konferenz nack
Petersburg begeben werden, und daß der bulgariſch=ſer
biſche Streit nötigenfalls durch einen ruſſiſchen Schieds=
ſpruch
geſchlichtet werden wird. Zur Vorbereitung des
Schiedsſpruches hat Rußland von den beteiligten Balkan
ſtaaten Denkſchriften eingefordert. Miniſter Saſonow
dürfte jedoch trotzdem verſuchen, die Einigung der Gegner
ohne die Fällung eines Schiedsſpruches, die leicht Unzu
friedene ſchaffen kann, herbeizuführen. Saſonow wird
daher der Petersburger Konferenz eine möglichſt zwang
loſe Form geben und darauf bedacht ſein, durch Sonder
verhandlungen mit den einzelnen Miniſterpräſidenten der
Boden dafür zu bereiten, daß die Gegner ſich womöglid
untereinander verſtändigen und ſo den ruſſi=
chen
Schiedsſpruch überflüſſig machen
* Belgrad, 25. Juni. Nach amtlichen Berichter
verſuchten größere bulgariſche Truppenmaſſen
durch einen nächtlichen Ueberfall ſich der ſerbi=
ſchen
Stellungen längs de Zlatowofluſſes zu bemächtigen.
Sie wurden nach blutigem Kampfe zurückgeſchlagen. An
maßgebender ſerbiſcher Stelle wird die Hoffnung ausge
drückt, daß der Vorfall keine weiteren Kreiſe ziehen werde,
Das Preſſebureau des Miniſteriums des
Aeußern teilt mit: Die von bulgariſcher Seite unter dem
8. gemeldeten Grenzzwiſchenfälle bei Zlatowe
wiſchen Kotſchana und Kratovo ſind tendenziös
dargeſtellt; offenbar zu dem Zweck, die Serben als
die Herausforderer und Angreifer erſcheinen zu laſſen
Nachträglich erfährt man, daß nach den erſten, um 2 Uh
nachts erfolgten bulgariſchen Angriffen ein zweiter An
griff auf die ſerbiſchen Poſitionen folgte, nur in noch grö=
ßerem
Umfange, und zwar mit regulären Truppen in
größeren Maſſen, wobei die bulgariſchen Truppen danach
trachteten, über den Zlatowofluß zu ſetzen, was ihnen
ſchließlich gelang. Hierauf ſchritten die ſerbiſchen Trup=
pen
, denen im Augenblick der Gefahr von allen Seiten
Hilfe zuſtrömte, zur Verteidigung ihrer Stellungen, wobei
ſich auf der ganzen Front ein heißer Kampf entſpann, bis
die ſerbiſche Infanterie in größeren Gruppen gegen die
Angreifer einſchritt. Dann wandten ſich die Bulgaren
zu einem fluchtartigen Rückzug, wobei ſie eine größere
Anzahl von Toten und Verwundeten zurückließen. Der
Kampf endete demnach mit dem Rückzuge der bulgariſchen
Truppen von dem ſerbiſchen Territorium
Oeſterreich=Ungarn.
* Wien, 25. Juni. Die Wiener Allgemeine Zta
bezeichnet die Meldungen ausländiſcher Blätter, wonach
Oeſterreich=Ungarn beabſichtige, an dem Schieds=
pruche
zur Schlichtung der Streitigkeiten der Balkan
taaten teilzunehmen, als vollſtändig unbegründet
und erklärt, die Monarchie wünſche auf das lebhafteſte
daß der Konflikt zwiſchen den Verbündeten friedlich bei
gelegt werde. Wie dieſes Ziel erreicht werde, könne ihr
gleichgültig ſein. Erſt, wenn ein endgültiges Reſultat
an den Tag treten ſollte, werde die Monarchie zur Teilung
der von den Verbündeten eroberten Gebiete Stellung
nehmen und prüfen, ob dadurch ihre Intereſſen nicht be
rührt werden. Denn es ſei ſelbſtverſtändlich, daß weder
die Vereinbarungen der Balkanſtaaten untereinander nod
ein auf Grund dieſer Vereinbarungen gefällter Schieds
ſpruch irgend welche verbindliche Kraft für Oeſterreich
Ungarn beſitze. Daher ſei auch die Meldung, der zufolge
der öſterreichiſch=ungariſche Botſchafter in Petersburg mit
dem Miniſter Saſonow Beſprechungen über die Teilungs=
frage
gepflogen habe, durchaus nicht ſtichhaltig
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Berlin, 26. Juni. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt
Gegenüber mehrfach in der Preſſe auftauchenden Mel
dungen über einen bevorſtehenden Beſuch des

[ ][  ][ ]

e
A

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Juni 1913.
Seite 8.

aſſung des Glauß den Oberſignalmaat Ehlers bewogen
Kaiſers und Königs in Gmunden ſind wir zu
hm Teile eines geheim gehaltenen Signalbuches zu ver
der Erklärung ermächtigt, mitzuteilen, daß in den nächſten
ſchaffen, die Glauß dann an die engliſche und die franzö=
Monaten, für die der Kaiſer bereits Dispoſitionen getrof
ſiſche Regierung verkaufte
fen hat, ein ſolcher Beſuch nicht beabſichtigt iſt
Karlsruhe, 26. Juni. In der heutigen Sitzung des
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Landſtändiſchen Ausſchuſſes wurde mitgeteilt, daß der
der Eiſenbahnſchuldentilgungs=
Stand
Dr. Kuhns Nußextrakt, Nutin,
3
Haarfarbe
kaſſe als günſtig bezeichnet werden könnte. Der Finanz
giftfrei u. echt, 4.00, 3.00, 2.00, 1.50
miniſter gab bekannt, daß die Steuererträgniſſe der erſten
Hier
Franz Kuhn, Kronenparf., Nürnberg

Turm
ünf Monate an direkten Steuern ein Plus von 2,4 Mil
F. B. Grodhaus, Seifenfabr. a. weißen
lionen, der indirekten Steuern dagegen ein Minus von
(V,684
ſowie in Apotheken, Drogerien u. Parfümerien
458000 Mark gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vor=
Ein
jahres aufweiſen. Die Finanzgebarung Badens ſe
SONDER-VERKAU!
veſentlich von der Geſtaltung der neuen Reichsſteuern ab
hängig
Koblenz, 26. Juni. Nach einer Kabinettsorder
UMzud
datiert vom 25. d. M., hat der Kaiſer das Abſchieds=
TOLLGARDINEN G ALOVERNETs
geſuch des kommandierenden Generals der Infanteric
von Ploetz genehmigt und ihn unter Belaſſung ir
Auf unsere billigen Preise gewähren wi
ſeiner Stellung dem Königin Eliſabeth Garde=Grenadier=

10 Extra-Rabatt.
Regiment Nr. 3 mit der geſetzlichen Penſion zur Dispo
ſition geſtellt unter Verleihung des Kreuzes und Sterns
Leinengardinen, einz. Fenster weit unter Preis.
der Komture des Hausordens von Hohenzollern. Durch
Tischdecken f. Verandas u. Gärten, licht- u. seifenkochecht.
eine Kabinettsorder vom ſelben Tage wurde der Genera
von Weſternhagen, Gouverneur von Köln, mit der
Hess. Gardinen- und Stickerei-Manufaktur
geſetzlichen Penſion zur Dispoſition geſtellt und gleich=
zeitig
zum Chef der Landgendarmerie ernannt. Zum
HENRI PORTUNE
kommandierenden General des 8. Armeekorps wurde der
Bleichstr. 1. G. m. b. H. Bleichstr. 1.
Generalleutnant Tuelff, Kommandeur der 12. Infan=
teriediviſion
in Neiſſe, ernannt
ElGENE FABRIKATION.
Trier, 26. Juni. Zum Abt des Benediktiner=
Kloſters Maria Laach wurde Pater Hildefons=
Benützen Sie die hierdurch gebotenen Vorteile.
Herwegen gewählt.
H
Ottawa, 25. Juni. Vier Waggons eines Zuges der
4.. M.ae
W 1 Z.82.

*
Canadian Pacific=Bahn ſind in den Ottawafluß geſtürzt
S

Acht Perſonen wurden getötet, über zwanzig verletzt
4
(28

Nach genaueren Feſtſtellungen ſind bei dem Eiſen=
3
Trauer-Kleider TrauerLostüme
bahnunglück am Ottawafluß 15 Perſonen ge=
B
tötet worden. Die Leichen von vier Männern, dre

Frauen und einem Kind wurden aus dem Fluß geborgen.

Trauer-Blousen Irauer-Röcke
Der Zug war ſtark mit Einwanderern, beſonders ſchotti=
ſcher
Nationakität, beſetzt.
Trauer-Mäntel, Trauer-Stoffe
ees
H. B. Frankfurt a. M., 26. Juni. Hier wurde der 17=

In reicher Auswahl!
jährige Hausburſche Heinrich Arzt aus Oberndorf
Kreis Diez a. L., feſtgenommen der einem Ruſſer
Anderungen sofort


in Soden Wertpapiere im Betrage von 30000 Rubel ge=
tohlen
hatte. Er hatte den vergeblichen Verſuch gemacht

Bebr. Höslein
auf dem ruſſiſchen Konſulat einen Wechſel in Geld umzu=
330
ſetzen

Ludmigsplatz.
2
4

München, 26. Juni. Eine Felix Mottl=Ge=
2
e
.
dächtnisſtiftung wurde aus freiwilligen Beiträgen

mit einem Kapital von 25000 Mark gegründet. Von
der Stiftung ſollen Stipendien an bedürftige Muſikſtudie
4464a
rende verteilt werden
Lichtenberg, 26. Juni. Die Große Berliner Stra
Dampfernachrichten.
ßenbahn errichtet auf einem von der Stadt zur Verfügung
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
geſtellten
Gelände einen Straßenbahnhof, der der
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
größte der Welt ſein wird. Unmittelbar an dem
Kaiſer Wilhelm der Große 24. Juni 1 Uhr nachm
teuen Bahnhof läßt die Straßenbahnverwaltung eine An
von New=York in Bremen angekommen. Barbaroſſa
geſtellten=Kolonie errichten, in der vorläufig 2000 Beamten=
21. Juni
6 Uhr nachm. in Genua angekommen. Derf
familien wohnen ſollen. Später ſoll die Kolonie für 5000
flinger
21. Juni 1 Uhr nachm. in Yokohama ange=
Familien ausgebaut werden
kommen. Kleiſt 21. Juni 8 Uhr vorm. in Adelaid

Stettin, 26. Juni. Auf ein Schreiben Trömels
J (5
ungekommen
Sierra Salvada 20. Juni in Buenot
an ſeine Frau tat dieſe Schritte, um Trömels Freilaſſung
Aires angekommen. Piſa 20. Juni in Quebec ange
aus der Fremdenlegion zu erwirken
kommen.
Prinz Heinrich 23. Juni in Marſeille an
Swinemünde, 26. Juni. Geſtern abend begleitete
Prinz=Regent Luitpold 22. Juni in
zekommen.
das 16jährige Dienſtmädchen Camradt aus Ahlbeck
Alexandrien angekommen. Großer Kurfürſt 23. Jun
einen Matroſen bis zur Landzunge, wo der Matroſe eit
in Aleſund angekommen.
Boot zum Ueberfahren betrat. Kaum hatte er das Boot
vom Ufer abgeſtoßen, als das Mädchen dem Matroſer
Familiennachrichten.
zurief, es würde ins Waſſer gehen. Den Worten ließ ſie
ofort die Tat folgen; es gelang nur, das Mädchen als
Leiche zu bergen.
Rom, 26. Juni. In der Provinz Ferrara wurde
von den auf den Großwirtſchaften beſchäftigten Bauerr
Todes=Anzeige.
der Generalſtreik angeſagt. Die Grundbeſitzer
haben ſich aus den umliegenden Provinzen Tauſende von
(Statt beſonderer Anzeige.)
freien Arbeitern gedungen, die unter dem Schutze der
Truppen das Getreide einbringen. Es kam ſchon zum
Heute mittag 1 Uhr entſchlief ſanft unſer liebe
Zuſammenſtoß zwiſchen den Streikenden und Soldaten.
Vater, Schwiegervater und Schwager
(*1580
Verurteilter Spion.
Schneidermeister Peter Schwing
* Leipzig, 26. Juni. Das Reichsgericht begann
im 69. Lebensjahre
heute vormittag den Spionageprozeß gegen den 37 Jahre
alten früheren Schutzmann Peter Jänicke wegen Ver
Die trauernden Hinterbliebenen:
rats militäriſcher Geheimniſſe. Der Ange
klagte, der ſich geiſteskrank
ſtellt, wurde in den Saal
Marie Schwing,
gefeſſelt geführt und nahm auf der Anklagebank Platz, um=
Alwine Paul, geb. Schwing,
geben von acht Polizeibeamten. Er iſt beſchuldigt, mi
Chr. Paul, k. Eiſenbahnoberſekretär
dem früheren Schutzmann Wilhelm Glauß und dem ehe=
maligen
Signalmaat Albert Ehlers Teile des Signal
Darmſtadt, den 26. Juni 1913
buches der deutſchen Marine an England verraten zu
Die Beerdigung findet Samstag, den 28. Jun
haben. Glauß, der ſeinerzeit aus dem Unterſuchungsge
nachmittags 4
Uhr, vom Portale des Fried=
fängnis
entwich, von England aber ausgeliefert wurde,
hofes aus, ſtatt.
wurde wegen ſchweren Diebſtahls in Aurich zu ſieben
Jahren Zuchthaus, Ehlers am 27. Oktober 1912 von dem

( =
Reichsgericht wegen Spionage zu ſechs Jahren Zuchthaus
eetete e
verurteilt. Jänicke war bereits in Aurich wegen eines mi
Glauß gemeinſchaftlich verübten Diebſtahls zu 3½ Jahren
Zuchthaus verurteilt worden. Den Vorſitz in der Ver
Dankſagung.
handlung führt Senatspräſident Menge, die Anklage ver
tritt Reichsanwalt Stitzer, die Verteidigung des Ange
Für die bewieſene Teilnahme bei
klagten führt Rechtsanwalt Ganz. Als Sachverſtändige
ind drei Aerzte, ein Korvettenkapitän und ein Polizeirat
unſerem

ſchweren Verluſte ſagen
geladen. Die Oeffentlichkeit iſt für die ganze Dauer der
Verhandlung ausgeſchloſſen.
Dank
innigen
(13892
Leipzig, 26. Juni. Im Spionageprozeß
Jänicke wurde heute nachmittag der Angeklagte wegen
Karl Rothermel,
des vollendeten Verbrechens der Spionag
zu 6 Jahren Zuchthaus 10 Jahren Ehrverluſt und
Familie Aug. Rothermel,
Stellung unter Polizeiaufſicht verurteilt. Die Strafe wird
mit der in Aurich wegen Diebſtahl erkannten Strafe von
Familie Aug. Mirtschin.
3½ Jahren Zuchthaus zu einer Geſamtſtrafe von
9 Jahren Zuchthaus vereinigt. Auf Grund der drei
Darmſtadt, den 26. Juni 1913.
Sachverſtändigengutachten nahm das Gericht an, daß der
Angeklagte Geiſtesſtörung ſimuliere
Er hat auf Veran=
e


Nummer 148.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Nachricht, daß es Got=
dem
Allmächtigen gefallen hat, meinen innigſt=
geliebten
Gatten, unſeren treubeſorgten Vater
Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager
(13897
und Onkel
Her
ſaiatc
Tapezlernelster Johdhnes F r1d
(Veteran von 1870/71)
nach langem, ſchwerem, mit großer Geduld er
ragenem Leiden geſtern abend im 65. Lebens
jahre zu ſich in die Ewigkeit abzurufen
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Joh. Fries Wwe.
Darmſtadt, Pfungſtadt, Groß=Umſtadt,
den 25. Juni 1913.
Die Beerdigung findet Samstag, den 28. Juni
4 Uhr, vom Trauerhauſe Kies=
nachmittags

ſtraße 43 aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe innigſter Teilnahme
beim Hinſcheiden meiner teuren Frau
(13884
Marie Louise Lösch, geb. Scheid
Klavierlehrerin
für die reichen Blumenſpenden und das letzte
ehrende Geleit innigſten Dank. Insbeſondere
meinen tiefgefühlten Dank Herrn Pfarrer Vogel
für die ehrenden und troſtreichen Worte am Grabe,
ſowie allen Wohltätern während ihrer Krankheit.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Eduard Lösch.
Darmſtadt, den 26. Juni 1913.
S
Se
Esttesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2)
Freitag, den 27. Juni
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 28. Juni:
Uhr 30
Nachmittags
Min.
Morgengottesdienſt 8
Predigt 4 Uhr. Sabbatausgang
und
Jugendgottesdienſt
9 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 28. Juni:
Vorabend 7 Uhr 45 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 29. Juni, an
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr 15 Min
NB. Samstag, den 5. und Sonntag, den 6. Juli
Rausch Chaudesch Tammus.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Im Weſten Europas hat ſich jetzt ein kräftiges Hoch
entwickelt, während ſich die weſtliche Depreſſion immer
mehr zurückzieht. Infolgedeſſen haben die Niederſchläge
in unſerem Bezirk nachgelaſſen. Kleine Teiltiefs bringen
jedoch noch immer etwas Bewölkung.
Unter der
Wirkung des vordringenden Hochs dürfte jetzt beſſeres
Wetter eintreten
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 27. Juni:
Zeitweiſe heiter, meiſt trocken, etwas wärmer
Tageskalender
Generalverſammlung der Gemeinnützigen Gar
tenſtadt=Genoſſenſchaft um 8½ Uhr im Reſtaurant Prin
Karl.
: Vereinigte Geſellſchaft um 7½ Uhr.
Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. Bürgerkeller um
8 Uhr
Ausſtellung zur Erinnerung an die Zeit vor 100
Jahren im Gewerbemuſeum (Neckarſtraße 3), täglich ge=
öffnet
von 111 Uhr und von 35 Uhr, mit Ausnahme
der Sonntagnachmittage
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Htreeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
II, 13856

[ ][  ][ ]

Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Juni 1913.
Seite 9.
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[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Juni 1913.
Seite 10.
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Freitag, den 4. Juli 1913,
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ur die Reisezen
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ſollen
die dem Heinrich Philipp
löſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
Jacoby dahier zugeſchriebenen Lie=
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(13854
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XIX 316 2634
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ſtädter Weg
Darmſtadt, den 24. Juni 1913.
(13846
LXVII 18 962
Wieſe, die Ru=
zur
Verwahrung von Wertgegenständen, sowie unsere
Großherzogliches Polizeiamt.
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Städtiſche Leſe= und Bücherhalle.
zwangsweiſe verſteigert werden.
Wegen Prüfung der Bücherbeſtände ſind alle aus der ſtädti
Die Genehmigung der Ver=
Ausländische Geldsorten. (13864fif
ſchen Bücherhalle entliehenen Bücher bis ſpäteſtens
ſteigerung kann auch dann erfolgen,
Samstag, den 12. Juli ds. Js.
alls kein der Schätzung entſprechen=
zurückzuliefern
.
des Gebot eingelegt wird und
Vom 14. bis 27. Juli einſchließlich bleibt die Bücherhalle ge
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
Bodtsche Verchlsbane-Mlale Darmletad
ſchloſ
13879fso
entgegenſtehen.
ſen
Darmſtadt, 12. Juni 1913
Von Montag, den 28. Juli an, können wieder Bücher ent=
Rheinstrasse 24
werden.
Ecke Saalbaustrasse.
liehen
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
Juni 1913.
Darmſtadt, den 25.
(Beſſungen.)
(VI.13018
Frantz.
Der
Oberbürgermeiſter.
Evangeliſche Stadtgemeinde Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Die bisherigen 5 Pfarrbezirke der evangeliſchen Stadtgemeinde
Belannimachung,
werden mit Wirkung vom 1. Juli 1913 in 5 Gemeinden umgewandelt,
Freitag, den 11. Juli I. Js.,
bleiben jedoch als Evangeliſche Stadtgemeinde Darmſtadt mit ein=
Die Lieferung der
vormittags 10 Uhr,
ander verbunden. Die Namen ſind: 1. Reformationsgemeinde
ſollen die den Gaſtwirt Ludwig
Pfarrer Velte), 2. Luegsgemeinde (Pfarrer Kleberger), 3. Mareus
Finger Eheleuten dahier zuge
gemeinde (Pfarrer Vogel), 4. Schloßgemeinde (Pfarrer Zimmer
Uniformen der Angestellten
ſchriebenen Immobilien:
mann), 5. Kaplaneigemeinde (Pfarrer Beringer)
Flur Nr.
qm
der unterzeichneten Verwaltung ſoll für das Geſchäftsjahr 1913 ver=
Für jede dieſer Gemeinden wird demnächſt eine Gemeindever=
1.
III 618
345 Hofreite Rhön
werden.
geben
tretung gewählt. Die Liſten der ſtimmberechtigten Mitglieder werden
ring Nr. 1,
Angebote ſind bis ſpäteſtens 15. Juli einzureichen.
3 Tage lang, nämlich am 30. Juni, am 1. und 2. Juli, an jedem Tage
III 618¾/10 98 Grasgarten
Die Bedingungen können auf dem Verwaltungs=Büro,
Luiſen=
von
10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, in den Dienſträumen
(Vorgarten)
22, eingeſehen werden
(13845
ſtraße
der Pfarrer zur Einſicht der Gemeindeglieder offengelegt. Währenk
daſelbſt,
Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=Geſ.
der Offenlegung können Einwendungen gegen die Liſten bei dem
III 617 286 Stall mit Hof=
Kirchenvorſtand der Stadtgemeinde vorgebracht werden. Gegen deſſen
raum daſelbſt,
Entſcheidung kann binnen drei weiterer Tage Berufung an den Dekanats=
nebſt
Wirtſchaftsinventar, in unſe=
Kohlenvergebung.
(13891
ausſchuß erhoben werden.
rem Bureau zwangsweiſe verſtei=
Für die Gemeinde Pfungſtadt ſind für das Rj. 1913 ca
Der Kirchenvorſtand der evangeliſchen Stadtgemeinde Darmſtadt.
gert werden.
(K11/13
1000
Ztr. Anthrazit und ca. 500 Ztr. Nuß I Kohlen anzuliefern
Falls andere rechtliche Hinder=
Velte.
Die Vergebung der Lieferung erfolgt auf dem Submiſſions=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
wege

und ſind bis zum Montag, den 7. Juli 1913, vormittage
nehmigung der Verſteigerung auck
11 Uhr, Offerten bei uns einzureichen.
(13847fi
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Pfungſtadt, den 25. Juni 1913.
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
1
reicht.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
=Felien-Stiofe
Darmſtadt, 27. Mai 1913.
Lang.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (V,11979
in anerkannt guter
Der Dragoner Wilhelm Merz,
genannt Nauheim, der 4. Es=
270
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Nr. 23, geboren am 1. Juli
1890 zu Nieder=Selters, Kreis
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21. ds. Mts., abends, von ſeinem
Truppenteil entfernt und iſt bis
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10 Uhr, einzureichen. (IV,13863,71
nachdem ſämtliche beteiligten Gläu
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[ ][  ][ ]

Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Juni 1913.
Seite 12.
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.
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3
80,00
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4½ Anatoliſche Eiſenb.
92,70
85,00
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Anatol. Eiſenb. 69½
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94,10
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100,00
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84,50
4½
2
Ungar. Staats . . fl. 100
2½ Deutſche Ban
241,00
3½
) Oeſt. Südbahn (Lomb.)
do
96,00
25,20
Caro.
73,50
do. Goldrente . . .
. . . . .
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55,00
Venediger . . . . Fs. 30
6 Deutſche Vereinsbank
115,00
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Gießen
109,00
94,10
6 Laurahütte
,
. . . . . .
. .
do. einheitl. Rente
160,0
4
31,40
Fs. 40
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Türkiſche . . . .
do
84, 1
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W.=Bank .
Leßte
112,40
Gold, Silber und
Heidelberg
94,00
Weſteregeln 176,50
3
. . . . .
do. unif. Ser. III
65,10
Aktien.
Divid.
10 Diskonto=Kommandit
179,50
Banknoten.
3½
do.
84,70
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9,70
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64,00
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145,60
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93,00
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205,40
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do
38,00
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S,
do.
93,30

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,
538,00
6½
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113,40
Amerikaniſche Noten . .
4,17½
Magdeburg. . . . .
v. 1905
do.
86,60
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14 Chem. Fabrik Grie?

Südd. Eiſenb.=Gef.
7 Nationalb. für Deutſchl
88,10
113,00
-
20,40
Engliſche Noten . . . .
do
86,50
4 Ruſſen v. 1880 . . .
hein
232,00
, .
½
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3½
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68, 20
do
do. v. 1905 . . .
,
99,70
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3½
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,
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do.
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[ ][  ][ ]

Nummer 148.
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winh des mi den Schinenahenr nißt ſache Aüberſüeg=
gehört

wie überall!
ung werden!
Ich liebe Dich!
Nun ſag'
Hm . . . er zog die Brauen zuſammen
Applizierte der Tochter noch einen väterlich wohl=
Roman von Guido Kreutzer.
. Giſa wie ſtehſt Du denn eigentlich mit ihm?
mal
wollenden Stirnkuß und verſchwand definitiv im Hotel=
(Nachdruck verboten.)
21
Wie Hund und Katze, Papa! verriet ſie fröhlich. Das
veſtibül, wo ihn der Geſchäftsführer in tadellos ſchwarzem
Donnerlüchting, Ihr habt wohl ſchon ein ganzes Pro=
iſt
doch ſelbſtverſtändlich; nach ſeiner Arroganz damals in
Gehrock und mit verbindlich geſchwungener Rückenlinie be=
gramm
entworfen? verwunderte ſich der Fremdling.
reits erwartete
Margenthin!
Für den Nachmittag wenigſtens, Papa. Morgen iſt
Jetzt fand Frau von Berns Veranlaſſung, ſich zu er=
Die beiden Damen kehrten langſam zur Friedrich=
doch
das Große Armee=Hürdenrennen; der junge Baron
:
ſtraße zurück.
Oſtheeren reitet auch mit. Ich habe ihm ſchon ange=
Eine Kontroverſe zwiſchen dem Baron und Dir, Giſa.
Siehſt Du, Giſa, jetzt ſind wir regelrecht abgeſetztl
kündigt, daß wir Dich mit zur Rennbahn bringen
Weshalb erzählteſt Du mir nie davon?
reflektierte die Generalkonſulin mit gutlauniger Selbſt=
Du . . . ihm? Der Vater wurde plötzlich ernſt.
Sie verſuchte ein gleichmütiges Lächeln.
ironie.
Kommſt Du denn ſo oft mit ihm zuſammen? Du haſt mir
Habe ich es Dir nicht gleich prophezeit, Tante? Ich
Es iſt wirklich nicht ſo wichtig, Tantchen; deshalb
davon ja nie eine Zeile geſchrieben!
doch meinen Papa
wenn der mal nach Berlin
habe ichs wohl ganz vergeſſen. Aber wenn Du willſt, er=
Die Generalkonſulin erklärte etwas kühl:
kommt, darf man ſeine Kreiſe nicht ſtören!
ſtatte ich Dir noch heute abend ausführlichen Bericht.
Der junge Baron verkehrt in meinem Hauſe.
Ich
Ich bin die letzte, die es ihm mißgönnt, Giſa. Was
habe ihn durch die befreundete Familie eines Kommerzien=
Der Forſtmeiſter hatte inzwiſchen ſeine gute Laune
aber machen wir jetzt abends um ſieben Uhr. Allein wie=
rats
kennen gelernt, deſſen Pferde er reitet. Er iſt ein
wiedergefunden.
der nach Haus zu fahren, hat keinen Wert, wo wir nun
ſehr liebenswürdiger diſtinguierter Menſch!
Bon, lieben Leute, ſehen wir uns den jungen Musjöh
doch ſchon angezogen und unterwegs ſind. Wie wärs,
So ſo! ſinnierte Elias Krottenheim recht nachdenklich.
alſo morgen nachmittag an. Er drückte ſeiner Schweſter
wenn wir ins Schauſpielhaus gingen; ich wollte mir ſo=
Und in Deinem Hauſe alſo iſt die Giſa wieder mit ihm
die Hand.
Schlag zwölf bin ich bei Euch zu dem mit
wieſo den neuen Sudermann gern anſehen?
zuſammengetroffen?
Recht ſo beliebten warmen Löffel Suppe!
Gewiß!
Tante! . . .
Auf Wiederſehen, Elias.
Giſela hängte ſich ſtrahlend in den Arm
der Generalkonſulin
Gute Nacht, Papa; und ſchlaf recht ſchön!
2
Ich weiß
Na ja, natürlich! Hier in eurem Berlin kennt ſich ja
Der Bettler von
ee
wohl auch alles untereinander,
Freche kleine Krabbe! brummte er lachend. Außerdem
Syrakus‟. Die Gräfin Sellmons war vorige Woche da

[ ][  ][ ]

Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Junt 1910.
Seite 14.
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Bei den Tribünen und Reſtaurants unabſehbares
ähnle im Grundgedanken der Oreſtie
Menſchengewoge.
Er brauchte jemanden, an den
nützte ihm heute nichts.
Viel extravagante Toiletten; viel
Alſo werden wir uns notwendig davon überzeugen
ſich mit ſeinen Nöten anklammern konnte
ſchwere Parfüms; viel Demimonde; aber auch viel kleines
er
Volk
müſſen, ob die Kritik Deiner neuen Freundin die richtige
Dafür war einzig und allein Joe Night der rich=
denn die bedeutenderen Renntage ſind niemals
tige Mann. Und als er den kleinen Engländer endlich
geweſen iſt, gab Frau von Berns lächelnd nach. Dann
exkluſiv. Dazu ſchmetterte rauſchende Militärmuſik. Der
Totaliſator raſſelte monoton. Eintönig knarrten die
wollen wir uns aber beeilen, damit wir noch vernünftige
in den Paddocks aufgeſtöbert hatte, ließ er ihn nicht mehr
Drehtüren zu den Schalterräumen. An den Nummern=
von

ſeiner Seite.
Plätze bekommen. Und in der großen Zwiſchenpauſe
tafeln hantierten die Beamten
Immer und immer wieder fragte er flehend:
kannſt Du mich außerdem informieren, was das mit dem
Dagegen überwog auf dem Sattelplatz das bunte
Baron Oſtheeren für eine Bewandtnis hat.
Miſter Night, wer iſt nach Ihrer Anſicht imſtande,
Tuch; Mitglieder des diplomatiſchen Korps; bekannte Er=
Northern ocean zu ſchlagen?
den
Weshalb intereſſiert Dich das eigentlich ſo ſehr,
ſcheinungen aus der Berliner Geſellſchaft. Hin und wie
Nobody niemand! beruhigte der Trainer phleg=
Tante?
der auch einige problematiſche Typen, die jedoch bald
matiſch qualmend
Weil ich klare Verhältniſſe liebe, mein Kind! war die
wieder untertauchten.
Dann wiſchte ſich ſein Patron mit einem rieſigen
ruhige Antwort. Und weil mir überdies der junge Offi=
Ruhiger ging es eigentlich nur vor den Ställen zu,
Foulardtuch die Schweißperlen von der Stirn und unkte
zier ausnahmsweiſe ſympathiſch iſt!
auf deren geteerten Pappdächern die Sonne unbarm=
peſſimiſtiſch
:
Da hob Giſela Krottenheim den Kopf. Und als ſie
herzig brütete. Um das Raſenrondell wurden langſam
Tun Sie bliß nicht allzu ſiegesgewiß! Das kann
dem warmen Blick der Tante begegnete, konnte ſie es nicht
die Pferde herumgeführt, die zum Großen Armee= Hür=
einen
ja um allen Verſtand bringen! Wenn die Situa=
mehr
wehren, daß ihr eine ganz unmotivierte Röte ins
denrennen gemeldet waren. In Wolldecken eingeſchla=
tion
ſo klar wäre
Am ſchwerſten macht mir Sorge,
.
Geſicht ſtieg.
gen, mit bandagierten Beinen, ließen ſie die Köpfe hän=
daß
man noch immer nicht weiß, wer auf Ingraban in
Die Generalkonſulin winkte einen Wagen heran.
gen und trotteten an der Hand von Stallburſchen ihren
den Sattel ſteigt!
Um ihre Lippen ſpielte ein Lächeln wie mütterliche
kiesbeſtreuten Kreis
Seccret till the last moment! knurrte das kleine
Güte . . . .
Hier hatte ſich natürlich alles zuſammengefunden,
Scheuſal zwiſchen den gelben Zähnen.
XTIII.
was zu dem großen Ereignis des Tages irgendwie in
Der Börſianer wandte ſich an ſeine Tochter, die mit
Zu Ehren des Großen Armee=Hürdenrennens
Beziehung ſtand.
der Generalkonſulin, Giſela Krottenheim und Graf
hatte ſich der September noch einmal zuſammengenom=
Der Kommerzienrat Renzow, der vor Aufregung ſeit
Frixen in der Nähe ſtand.
men. In der Frühe war leichter Strichregen gefallen;
Tagen faſt keine Stunde Schlaf gefunden hatte, litt an
Night hat auch keine Ahnung,
wer Ingraban
jetzt brannte die Sonne. Aber ſie ſtach nicht; denn über
hochgradigſtem Turffieber. Er ſah zum Erbarmen aus.
ſteuern wird. Das iſt eine unleidliche Manier manches
den grünen Raſen fegte leichter Wind.
Unter dem zurückgeſchobenen hechtgrauen Zylinder ein
Ställe, die Reiter ihrer Pferde immer bis zum letzten
Die einleitenden kleinen Konkurrenzen haſpelten ſich
leichenblaſſes Geſicht, in dem nur die Augen ruhelos
Moment geheim zu halten
gemächlich ab. Geduldig und intereſſelos ließ man ſie
flackerten. Das Fernglas, das ihm am Riemen um den
Dieſes myſteriöſe Dunkel ſoll wahrſcheinlich den Reiz
über ſich ergehen. Man wartete auf den Clou des Pro=
Hals hing, klunkerte andauernd hin und her
erhöhen, mutmaßte der Attaché,
gramms, der ja dem Tage auch ſeine bedeutungsvolke
Seine Gattin hatte am Vormittag, angeſteckt von ſei=
Phyſiognomie aufgeprägt hatte: Dem Sieger zwan=
ner

Nervoſität, ihren Migräneanfall bekommen und lag
(Fortſetzung ſolgt.)
zigtauſend Mark und den Ehrenpreis Seiner Majeſtät!
nun zu Hauſe im verdunkelten Boudoir.

[ ][  ][ ]

uer)
ge
iſſe.
per

2.
11543

uſ.
170
0.
an,

Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Jum 1913.
Seite 15.
gesseseeeheien
Gessessesssssessessgsssesssasssse
mter 33 Ochſen, 1 Bull, 37 Fürſen und Küher 791 Kül=
Aneafin und Rieolette, Von einem unbelannten
O
ber, 99 Schafe und 1450 Schweine. Preiſe für 1 Zentner
franzöſiſchen Erzähler aus dem 13. Jahrhundert. Mit
Lebendgewicht (Schlachtgewicht) in Mark:
Kälber:
den alten Noten. Band 15: Heinr. von Treitſchke:
*
6688
feinſte Maſt= (Vollm.=Maſt) und beſte Saugkälber
Die Freiheit. Band 16: Fünf ſehr anmutige Geſchichten
5863
(110113), mittlere Maſt= und gute Saugkälber
des vielgeläſterten Giovanni di Boccaccio. Mit
(98105), geringere Saugkälber
5457
(9397);
ſieben altitalieniſchen Holzſchnitten und einem Aufſatz von
Schafe: Maſtlämmer und jüngere Maſthammel
4546
F. Schlegel. Band 17: Friedr. Rochlitz: Tage der Ge=
(9496), ältere Maſthammel und gut genährte
Schafe
fahr. Ein Tagebuch der Leipziger Schlacht.
Eine der
3739 (8892); Schweine: Fettſchweine über 3 Ztr
wunderſamſten Produktionen, die ſich vielleicht je, man
Lebendgewicht 5357 (7073), vollfleiſchige Schweine
darf wohl ſagen, ereignet haben, ſo nennt Goethe dieſe
über 2½ Ztr. Lebendgewicht 5456 (7072), vollfleiſchige
täglichen Aufzeichnungen eines Leipziger Bürgers wäh=
Schweine über 2 Ztr. Lebendgewicht 5457 (7173),
rend der Völkerſchlacht. Band 18: Jobſt Sack=
vollfleiſchige
Schweine bis zu 2 Ztr. Lebendgewicht 5457
manns plattdeutſche Predigten. Der plattdeutſche
(7173). Marktverlauf: Kälber und Schafe gedrückt;
Abraham a Santa Clara, der um 1700 in Limmer
Schweine rege, alles geräumt.
bei Hannover predigte. Band 19: Honoré, de
Balzac: Facino Cane. Sarraſine. Zwei Novellen.
Uebertragen von Hedwig Lachmann. Band 20: Jo=
hannes
Schlaf: In Dingsda. Band 21: Novallis:
Stimmen aus dem Publikum.
Hymnen an die Nacht; die Chriſtenheit oder Europa,
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
Emif seidenen.
Die klaſſiſchen Werke der Erneuerung der deutſchen Reli=
keinerlei
Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Sammel=
gioſität
, die von den Romantikern um 1800 erſtrebt wurde
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
Band 22: Ricarda Huch: Liebesgedichte. Band 23: Ru=
Wappenbildern
Zur Beſoldungsreform
dolf G. Binding: Der Opfergang. Eine Novelle:
E
Mecaseesssseese
Band 24: N. Gogol: Der Mantel. Eine Novelle.
1.11607
wurden in Nr. 135 v. 12. d. Mts. Ihres geſchätzten Blattes
Uebertragen von Rudolf Kaßner. Band 25: Oskar Wal=
Vergleiche zwiſchen einem mittleren heſſiſchen und preußi=
zel
: Henrik Ibſen. Eine Würdigung Ibſens als Dichter
ſchen Beamten gezogen. Wohl um die Schlechterſtellung
Landwirtſchaftliches.
von dem bekannten Dresdener Literaturhiſtoriker,
der heſſiſchen gegen die preußiſchen Beamten zu beweiſen,
Band 26: Das Wanderbüchlein des Johannes Butzbach,
hat der Einſender von einer Reihe mittlerer preußiſchen
Die Bezirkstierſchauen, welche vom Land=
Chronica eines fahrenden Schülers. Deutſch von Dr. D
Beamten (den beſtbezahlten preußiſchen Beamten) her=
wirtſchaftskammer
=Ausſchuß für Starkenburg veranſtaltet
Becker. Das Leben eines deutſchen Scholaren um 1500,
ausgegriffen. Der überwiegende Teil der mittleren preu=
werden
, finden vorausſichtlich am 20. September in Gerns=
ſpäteren
Abts von Maria=Laach, von ihm ſelbſt aufge=
ßiſchen
und Reichs=Beamten beſteht aber aus der Aſſi=
heim
a. Rh. und am 4. Oktober in Erbach i. O. ſtatt. Mit
zeichnet. Band 27: Die Antigone des Sophokles. Unter
ſtentenklaſſe, die um 21 Prozent im Höchſtgehalt niedriger
dieſen Tierſchauen ſind wahrſcheinlich noch landwirtſchaft=
Benutzung der Donnerſchen Ueberſetzung übertragen von
beſoldet werden, als die Mehrzahl der heſſiſchen mittleren
liche Produkteausſtellungen und Ausſtellungen von Ma=
A. Böckh. Die Sammlung wird fortgeſetzt
St.
Beamten. Könnte ſich der heſſiſche Staat entſchließen, die
ſchinen verbunden. Die Tierſchau in Gernsheim erſtreckt
Fenien. Eine Monatsſchrift für Literatur und
Aſſiſtentenklaſſe einzuführen, ſo würde er bedeutend billi=
ich
auf die Kreiſe Groß=Gerau, Darmſtadt und den ebenen
Kunſt. Jahrgang 6 Mark. Einzelheft 60 Pfg. Schrift=
ger
arbeiten als ſeither. Vielleicht ſind auch die Dienſt=
Teil der Kreiſe Bensheim und Heppenheim, die Tierſchau
leitung Dr. Robert Corwegh und Wilhelm Braig. Im
und Urlaubsverhältniſſe in Preußen anders als in Heſſen.
in Erbach erſtreckt ſich auf den Kreis Erbach. Zugelaſſen
Tenien=Verlag zu Leipzig. Das Juniheft der allſeitig
Dixi.
werden Pferde, Rindvieh, Schweine und Ziegen. Zahl=
anerkannten
und vortrefflich geleiteten Monatsſchrift ent=
reiche
Preiſe ſtehen zur Verfügung und ſeien jetzt ſchon
hält folgende Beiträge: Wilhelm Fränger: Walther Böt=
die
Züchter und Landwirte ſowie die Intereſſenten des
ticher. Eilhard Erich Pauls: Antje Büſen. Profeſſor Dr.
Literariſches.
Obſt= und Gemüſebaues auf dieſe Veranſtaltungen auf=
Hugo Dinger=Jena: Ernſt Ludwig Schellenberg. Ernſt
merkſam gemacht
Aus der Inſelbücherei, jener köſtlichen
Ludwig Schellenberg: Gedichte. Dr. Valerian Tornius:
wohlfeilen, äußerlich wie in der Wahl des Inhalts ganz
Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweine=
Die göttliche Iſotta und ihr Kreis. Dr. Walter Rauſchen=
ausgezeichneten
Bibliothek der Fünfzigpfennigbändchen,
markt am 25. Juni 1913. Auftrieb durch Händler 123
berger: Otto Liebmanns Kant und die Epigonen. Ad.
die für dieſen Preis ſicher das Aeußerſte des Erreichbaren
Schweine. Preis 1. Qual. ausgeſuchte Ware (Schlacht=
Teutenberg: Die Goethegeſellſchaft. Theaterberichte. Die
darſtellt, ſind als zweite Folge die Bände 13 bis 27 er=
gewicht
50 Kg.) 74 Mk., 2. Qual. 74 Mk., 3. Qual. 7072
Internationale Baufachausſtellung zu Leipzig.
ſchienen. Der Inſelverlag bietet mit dieſer Bücherei tat=
Mark. Marktverlauf: rege, wenig Ueberſtand. Schweine=
ſächlich
eine literariſche Gabe dem deutſchen Publikum
markt am 26. Juni 1913.
Auftrieb durch Händler 94
dar, die nicht hoch genug bewertet werden kann. Nament=
Schweine. Preis 1. Qual. ausgeſuchte Ware ( Schlacht=
lich
, wenn auch in Zukunft die Auswahl der Bände von
gewicht 50 Kg.) 74 Mk., 2. Qual. 74 Mk., 3. Qual 7072
gleichen objektiven Geſichtspunkten getragen und mit
Mark. Marktverlauf: flott, geräumt.
Kälbermarkt am
gleich gutem Geſchmack getroffen wird. Die Inſelbücherei
26. Juni 1913. Auftrieb durch Händler 149 Kälber. Lebend=
iſt
ſowohl vermöge ihrer Ausſtattung wie inhaltlich ge=
gewicht
50 Kg. je nach Qual. 5764 Mk. Marktverlauf:
eignet, ein ſieghaftes Gegengewicht zu bilden gegen die
ſchleppend, Preiſe nachgebend
Schundliteratur, und der billige Preis ermöglicht es
Frankfurt, 25. Juni.
Schweinemarkt.
jedermann, dieſe an ſich koſtbaren Bücher ſeiner Haus=
Auftrieb: 1452. Marktverkauf: mittelmäßig, bleibt Ueber=
bibliothek
einzuverleiben. Dabei darf beſonders betont
Motorwagen-Fahrräder.
ſtand. Preiſe: a) 5557 Mk., 7073 Mk., b) 5557 Mk.,
werden, daß jeder Band für ſich abgeſchloſſen iſt und
7073 Mk., .e) 5557 Mk., 7073 Mk., d) 5457 Mk.,
einzeln erſtanden werden kann, ſo daß dem perſönlichen
Meeee Heee egsetete.
7073
Mk.
Geſchmack des Leſers die Auswahl ganz überlaſſen bleibt.
Frankfurt a. M., 26. Juni. Schlachtvieh=
Die neue Folge bringt im Bandl 13: Ernſt Hardt:
Vertreter: Haas & Bernhard, Rheinstr.
markt. (Amtlicher Bericht.) Auftrieb: 121 Rinder, dar=
An den Toren des Lebens. Eine Novelle. Band 14:
Keuzsſe,,
(VI,13790


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[ ][  ]

2

Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 27. Inni 1913.
Seite 16.
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