Darmstädter Tagblatt 1913


16. Juni 1913

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176. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 138.
1913.
Montag, den 16. Jnni.
Kaiſer ſich von Stimmungen auch in ſeinen Reden leiten werden, ſo daß die Vertagung ſpäteſtens am 2. Juli er=
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
läßt, bald die Welt im hellſten Lichte ſieht und gegen die folgt.
Schwarzſeher wettert, bald peſſimiſtiſchen Gedanken nach=
Die Verhandlungen über das Be=
hängt
, hat häufig konſtatiert werden können, und es iſt jaſſitzſteuerkompromiß ſind von den Parteiführern
Das Wichtigſte vom Tage.
auch ganz natürlich bei einem Manne, der ein ſo lebhaftes im Beiſein des Reichsſchatzſekretärs fortgeführt worden.
Die Budgetkommiſſion des Reichstages Intereſſe an den Tages und Weltereigniſſen nimmt wie der! Zum erſten Male haben die Konſervativen ſich beteiligt.
beendete die Beratung über den Kriegsſchatz. Nach län= Kaiſer.
Dem Schatzſekretär wurden die Vorſchläge unterbreitet,
gerer Debatte wurde die Regierungsvorlage ange=
Durch ſeine zahlreichen Reden iſt der Jubilar der gro= doch konnte er noch nicht mitteilen, wie ſich die verbünde=
nommen
.
ßen Oeffentlichkeit eigentlich erſt ſo recht vertraut gewor= ten Regierungen zu dem Kompromiſſe ſtellen. Zentrum
Die öſterreichiſche Kriegsverwaltung beab= den, ſie hat daraus einen Einblick gewonnen in ſein inner= und Konſervative wieſen erneut darauf hin, daß ſie nur
ſichtigt, eine größere Anzahl von Zeppelin=
Luftkreuzern zu beſtellen, die jedoch wegen der ſtes Denken und Fühlen, in ſeinen Charakter, in ſeine bei ganz beſtimmten Kautelen zur Schonung, beſonders des
noch ausſtändigen Lieferungen für Deutſchland erſt vom Anſchauungen und Pläne. Deshalb legen wir dieſen Re= ländlichen Kindeserbes, bereit ſeien. Die Rundſchau teilt
Jahre 1915 an geliefert werden können.
den einen ſo hohen Wert bei; ſie verdienen ein Echo im mit, es werde eifrig daran gearbeitet, die Verſtändigung
Der bekannte belgiſche Schriftſteller Ca=Herzen des Volkes.
bis Samstag abend zum Abſchluß zu bringen. Zugeſtimmt
mille Lemonnier iſt an den Folgen einer Opera=
hatten
bis Freitag abend noch nicht der größte Teil der
tion geſtorben.
Konſervativen und ein kleiner Teil des Zentrums. Die
Die Inſtrumente verſchiedener Erdbeben=
Die Deckungsfrage im
Voſſiſche Zeitung hört, der agrariſche Teil des Zentrums
warten zeichneten Samstag vormittag 10.36 Uhr ein
und die Freikonſervativen wollten von dem Kompromiß
heftiges Erdbeben auf, deſſen Herd ſcheinbar in
Reichetage.
wenig wiſſen, es ſei aber nicht ausgeſchloſſen, daß ſich der
der Türkei liegt.
** In der Budgetkommiſſion haben die Vorlagen größte Teil des Zentrums mit den Liberalen und den So=
Durch ein Großfeuer wurde der althiſtoriſche
über den einmaligen Wehrbeitrag dieſe in gänzlich ver=
zialdemokraten
zu einer Mehrheit zuſammen finden werde.
Stiftskeller in Villingen zerſtört. Der
Schaden beläuft ſich auf 100 000 Mark. Zahlreiche wert= änderter Form und über das Erbrecht des Reiches eine Die Fortſchrittliche Volkspartei fordert, wie die Voſſiſche
volle Altertümer ſind verbrannt.
Mehrheit gefunden. Ob das auch im Plenum der Fall Zeitung ſchreibt, daß nicht allein das Kindes=, ſondern
Die ſpaniſchen Truppen wurden gezwungen ſich ſein wird, iſt zweifelhaft, wenn auch der Gedanke des ein= auch das Gattenerbe herangezogen wird. Sie verlangt,
mit ſchweren Verluſten nach Tetuan zurückzu=maligen Wehrbeitrages prinzipiell gebilligt wird. Aber daß der Scheckſtempel und der Verkehrsſtempel aufgehoben
ziehen. Die Marokkaner erſchienen in großen die Kommiſſionsbeſchlüſſe erregen doch ernſte Bedenken, werden. Mehreren Blättern zufolge bezeichnet das ſäch=
Mengen.
und es werden immer mehr Stimmen laut, welche für eine ſiſche Finanzminiſterium den Kompromißvorſchlag der
Der Aviatiker Manio ſtürzte aus 300 Meter Wiederannäherung an die Regierungsvorſchläge unter Reichsvermögenszuwachsſteuer als einen vollſtändigen
Höhe ab und war ſofort tot.
Erhöhung der unteren Grenze der beitragspflichtigen Ver= Ruin der Finanzen der Einzelſtaaten. Die grundſätzliche
mögen, der Herabſetzung der unteren Grenze der Einkom= Stellung der ſächſiſchen Regierung gegenüber der Ver=
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 9.
men und Einführung der Staffelung plädieren. Der
mögenszuwachsſteuer bleibe ſich gleich, ob der Zuwachs
Reichstag wird wohl in dieſer Hinſicht noch mit ſich reden von 2000 Mark oder von 20000 Mark beſteuert werden
laſſen.
ſolle.
Zum Kaiſer=Zubiläum.
Die ungleich ſchwierigere Frage der Aufbringung der
Die Ablehnung der Kavallerieregi=
IV.
dauernden Ausgaben durch eine Beſitzſteuer beſchäftigt
menter. Die Köln. Ztg. ſchreibt:
Der Kaiſer als Redner.
die politiſchen Kreiſe intenſiv, und es iſt nur zu natürlich,
Obwohl der Reichskanzler in ſeiner Rede am Mitt=
** Wenn wir auf die 25jährige Regierungszeit Kai= daß die bürgerlichen Parteien aus dem Wirrſale, entſtan= woch mit nicht mißzuverſtehender Klarheit auseinander=
ſer
Wilhelms zurückblicken, ſo dürfen wir feſtſtellen, daß den durch die gegenſätzlichen Auffaſſungen über die Oppor= geſetzt hat, daß die in der Kommiſſion geſtrichene Forder=
der
Jubilar unzweifelhaft zu den intereſſanteſten Perſön= tunität dieſer oder jener Steuer, einen Ausweg ſchaffen ung von ſechs Kavallerieregimentern zur Sicherung des
lichkeiten der Gegenwart gehört. Kaum je hat ein Mon= möchten. Sie arbeiten ſeit einigen Tagen an einem Kom= geſamten Heeresgefüges und zur beſonderen Sicherung
der Grenzprovinzen aufrecht erhalten werden müſſe, und
arch ſo wie er ſeine Anſichten und Wünſche, ſeine Hoffnun= promiß, deſſen Grundlage die Vermögenszuwachsſteuer obwohl der Kriegsminiſter dieſe nachdrückliche Bitte durch
gen und Mahnungen, ſeine Urteile und ſeine Kritik vor iſt, welche ſchon der Regierungsentwurf für den Fall in das Gewicht ſeiner fachmänniſchen Ausführungen unter=
Vorſchlag brachte, daß die Bundesſtaaten keine direkte ſtützt hat, kommt die Kunde, daß eine Mehrheit im deut=
aller
Oeffentlichkeit zum Ausdruck gebracht. Sehr groß
iſt die Zahl ſeiner überall im Reiche bei den verſchiedenſten Langesbeſitzſteuer einführen. Die Steuer ſoll 120 bis 130 ſchen Reichstag doch auf der Streichung dieſes im Ver=
hältnis
zur geſamten Vorlage geringfügigen Poſtens be=
Anläſſen gehaltenen Reden, aus deren Fülle man ihm oft Millionen Mark erbringen, zwar das Kindeserbe un= ſteht. Jedermann hat das Recht, ſeiner Ueberzeugung ge=
einen
Vorwurf gemacht hat, weil für den unverantwort= ter gewiſſen Beſchränkungen erfaſſen, aber das Gattenerbe mäß zu handeln, und es liegt uns fern, Parteien einen
lichen Monarchen mehr Zurückhaltung geboten ſei und ein freilaſſen und nur Erbanfälle von über 20000 M. tref=Vorwurf daraus zu machen, daß ſie ihre Handlungsweiſe
Fürſt, der die Geſchicke eines großen Reiches lenke, nicht fen. Daneben wird eine Reichsergänzungsſteuer für Er=nicht nach den Forderungen der Regierung eingerichtet
auch noch auf zahlreichen Sondergebieten, wie Kunſt, Wiſ= mittelung des Wertzuwachſes, eine Erhöhung der Reichs= haben. Aber was hier verlangt wird, das verlangt nicht
Herr von Bethmann, das verlangen auch nicht die bekann=
ſenſchaft
uſw., ſeine Anſchauungen zur Geltung bringen, erbſchaftsſteuer und die dauernde Beibehaltung der erhöh= ten Rüſtungspolitiker, das verlangt die Sicherheit, des
insbeſondere aber ſich nicht in den Streit der Tages= ten Zuckerſteuer geplant, wogegen die Wertzuwachsſteuer Landes. Im Reichstag hat ſich bei der Mehrheit kein
meinungen miſchen dürfe, weil er ſich dadurch der Gefahr beſeitigt und der Beſitzwechſelſtempel ermäßigt werden Verſtändnis dafür gefunden. Die Gerechtigkeit erfordert
perſönlicher Angriffe ausſetze. Und bei voller Würdigung ſoll. Schon jetzt erheben ſich gegen die Vermögenszu= zwar, anzuerkennen, daß ein Teil der Zentrumsabgeord=
neten
ſich den zwingenden Gründen der Regierung nicht
der edlen Abſichten, der inneren Motive, der Begabung wachsſteuer energiſche Proteſte, weil ſie hauptſächlich den verſchloſſen hat. Um ſo mehr muß man beklagen, daß die
und des Temperaments des Kaiſers iſt in der öffentlichen ſtädtiſchen Beſitz treffen und inſofern ungerecht ſein würde, Geſamtpartei ihre vorbildliche Diſziplin bei dieſer an
Meinung wiederholt der Wunſch geäußert worden, daß als ja ein beſteuerter Vermögenszuwachs ſpäter wieder und für ſich unbedeutend erſcheinenden, aber im Zuſam=
der
Kaiſer ſein Wort nur bei den wichtigſten Anläſſen, durch einen Vermögensverluſt ausgeglichen werden kann, menhang der ganzen Vorlage wichtigen Frage nicht auch
bei ihrer widerſtrebenden füddeutſchen Minderheit zur
gewiſſermaßen als die letzte, entſcheidende Inſtanz, in die und auch ſonſt manche Härten entſtehen.
Geltung gebracht hat. Daß Sozialdemokraten, Elſäſſer
In dem Augenblick, da wir dieſes ſchreiben, iſt das und Polen dagegen ſtimmten, nimmt leider nicht mehr
Wagſchale werfen möge. Dies alles mag ſtimmen, aber
die Tatſache ſteht doch feſt, daß ein großer Mut und ein Kompromiß noch nicht fertig. Die Konſervativen wider= wunder; ſie ſind Reichsfeinde; daß aber auch der Frei=
ſtreben
noch, und eine Aeußerung der Reichsregierung ſinn wieder in ſeine alten Sünden zurückgefallen iſt und
erhebliches Selbſtvertrauen dazu gehört, von der Stelle
aus, auf welcher der Kaiſer ſich befindet, ſich der Kritik liegt bisher nicht vor. Dagegen hat die ſächſiſche Regie= in ernſten Zeiten mit Oppoſitionsgelüſten ſpielt, muß tief
rung ſchon eine energiſche Abſage gegen das Projekt der beklagt werden. Es beſteht immer noch die Hoffnung, daß
auszuſetzen.
dieſer Teil der ablehnenden Mehrheit zwiſchen der zwei=
So vielfältig auch die Zahl ſeiner Reden war, immer Reichs=Vermögenszuwachsſteuer erlaſſen, ſo daß das ten und dritten Leſung ſeine Haltung ändert. Ueber die
war ihr Eindruck ein bedeutſamer, denn man wußte, man Kompromiß auf ernſte Schwierigkeiten zu ſtoßen ſcheint Sache ſelbſt ſind bereits der Worte ſo viel gewechſelt, daß
hatte einen Mannvorſich, deraufjede Regungimöffentlichen und jedenfalls in der Form, in welcher es von den drei es ſich erübrigt, noch einmal darauf einzugehen. Es iſ
bürgerlichen Parteien vereinbart ſein ſoll, nicht Geſetz gar keine Frage, daß wir an der ruſſiſchen Grenze viel
Leben ungemein ſtark reagiert, teils aus einer natürlichen
zu wenig Kavallerie haben, ein Uebelſtand, der ſich im
Anlage zur bereitwilligen Aufnahme der hundertfältigen wird. Immerhin iſt die Annäherung zwiſchen den ge= Ernſtfall ſofort aufs bitterſte rächen würde. Die Bewoh=
Stimmungen und Strebungen unſerer Zeit und teils aus nannten Parteien bedeutungsvoll, ſie zeigt das Beſtreben, ner der preußiſchen Grenzprovinzen haben ſchon oft mit
einem ſtark ausgeprägten Pflichtgefühl, mit dem er ſich ſich auf der mittleren Linie zu einigen und unter Preisgabe wachſender Beſorgnis darauf aufmerkſam gemacht und
berufen hält, die wirren Fäden im politiſchen, wirtſchaft= dieſer oder jener grundſätzlichen Anſchauung eine Ver=Fachleute haben mit den zwingendſten Beiſpielen auf dieſe
lichen und geiſtigen Leben in ſeiner Perſon zu vereinigen. ſtändigung zu erzielen. Damit iſt ſchon viel gewonnen, fatale Lücke in unſerer Rüſtung hingewieſen. Wenn es
hart auf hart geht, dann ſind es nicht dieſe ſich jetzt aufs
In ſeinen Reden läßt der Kaiſer die Saiten ſeines inner=
hohe
Pferd ſetzenden Prinzipienreiter, die das zu verant=
worten
haben, was ſie fern vom Schuß beſchließen.
ſten Seins anklingen, ſie offenbaren Weſen und Art des
Leutſches Reich.
Kaiſers, immer enthalten ſie gute und kernige Gedanken,
Die Reichszuwachsſteuer bedroht!
Reichstagsſchluß am 28. Juni? Wie im
ſelbſt wenn ſie zum Widerſpruch herausfordern. Sobald
Vom Bund Deutſcher Bodenreformer erhalten wir eine
der Kaiſer ſpricht, lauſcht die Welt, und ſelbſt, wo das Echo Reichstage mit großer Beſtimmtheit verlautet, ſollen nach Zuſchrift, der wir folgendes entnehmen: Unter den Par=
ſeiner
Reden nicht immer beifallsfreudig und hell klingt, Fertigſtellung des Steuerkompromiſſes die Arbeiten ſo be= teien im Reichstage wird über eine Verſtändigung zur
verhallen ſie nie ins Leere, ſtets erwecken ſie Beachtung. ſchleunigt werden, daß ſie bis zum 28. Juni abgeſchloſſen Deckung der Wehrvorlage verhandelt. Es ſoll eine all=
Dazu trägt viel bei, daß der Kaiſer in hohem Maße Meiſter ſind. Der Haushaltsausſchuß ſoll alle Deckungsvorlagen gemeine Reichsvermögens=Zuwachsſteuer eingeführt und
der äußeren Form der Rede iſt, daß er den Schwung liebt, bis zum 21. d. M. fertigſtellen. Das Plenum will den das jetzige Zuwachsſteuergeſetz vom 14. Februar 1911 auf=
gern
effektvolle Bilder wählt, die er packend darſtellt und Wehrbeitrag in der nächſten Woche beraten, außerdem gehoben werden. Die Frucht langen Kampfes ſcheint ernſt=
ausgeſtaltet
. Die Reden ſind meiſtens von hohem Idealis= noch Wahlprüfungen und kleine Vorlagen, darunter das lich bedroht. Dieſe Beſteuerung des unverdienten Wert=
mus
getragen, bringen gar oft die eigenartigen Gedanken= Staatsangehörigkeitsgeſetz. Die übrigen Deckungsvorlagen zuwachſes bei Grundſtücken iſt ja bekanntlich unſern gro=
welt
des Kaiſers über ſeine Stellung und Aufgabe zum und die Wehrvorlage in dritter Leſung folgen in derßen Geldmächten längſt ein Dorn im Auge. Das Geſetz
Ausdruck, ihr Grundton iſt namentlich vielfach das Gottes= Woche vom 23. bis 28. Juni. Wenn ſich noch Komplika=über die Zuwachsſteuer iſt gewiß nicht fehlerfrei, da es
gnadentum, welches ſeinen Ideenkreis beherrſcht. Daß der tionen ergeben, ſollen höchſtens noch drei Tage zugelegt auch die kleinen Gewinne beſteuert, was in weiten Krei=

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Nummer 138,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Juni 1913.
Seite 2.
ſen Verdruß macht. Das Reichsſchafamt ſcheint ader ſvon Hagebouck und dem Erzbiſchof von Ghanbrah ent= ldem Erbgroßherzog und dem Pinen Ludwig mit
Gefolge im Auto nach Lich. (Darmſt. Ztg.)
nicht abgeneigt, dieſen Fehler zu verbeſſern und die klei= ſtandenen Zwiſtigkeiten veranlaßt worden ſeien.
* Der Großherzog in Eſſen. Samstag und Sonn=
Frankreich und Spanien. In Madrid fand
nen Gewinne ſteuerfrei zu machen. Der Reichstag würde
einer ſolchen Vorlage unbedingt zuſtimmen. Das Geſetz die grundlegende Verſammlung einer Frankreich und tag fand in Eſſen das Frühjahrsfeſt des Verban=
des
der Kunſtfreunde in den Ländern am
aber hat den ungeheuren Vorteil, daß auf dieſem Wege Spanien betitelten Vereinigung ſtatt, welche die geiſti= Rhein ſtatt, verbunden mit einer Ausſtellung. Der Groß=
alle
die Schiebungen und Scheinverkäufe abgeſchnitten gen, wirtſchaftlichen und politiſchen Beziehungen zwiſchen herzog, der der Protektor des Verbandes der Kunſtfreunde
werden, durch welche die Geldmächte bisher gewohnheits= beiden Ländern enger verknüpfen will. Der Verſammlung in den Ländern am Rhein iſt, iſt, wie gemeldet, bereits
mäßig den Preis des Baubodens künſtlich in die Höhe ge= wohnten Politiker aller Parteien bei, darunter der frü= Freitag abend in Eſſen eingetroffen und auf dem Hügel
trieben haben. Dieſe volksfeindlichen Manipulationen here Miniſter des Aeußern Garcia Prieto, der Republi= abgeſtiegen. Die Vereinigung beſichtigte am Samsſtag
die Kruppſchen Werke, während der Großherzog mit
werden jetzt durch die Zuwachsſteuer ſehr erſchwert wer= kaner Azcarate und der konſervative Deputierte Gabriel
Herrn Krupp von Bohlen und Halbach zum
den, denn der Fiskus nimmt auch dieſe Scheinverkäufe Maura, ein Sohn des Führers der konſervativen Partei. Hauptverwaltungsgebäude fuhr. Abends nahm der
Großherzog an dem Feſteſſen, welches die Stadt Eſſen in
ernſt und verlangt auch von ihnen die Steuer. Die Er=
Spanien.
dem Kruppſaale des Städtiſchen Saalbaues gab, teil.
haltung des Zuwachsſteuergeſetzes liegt alſo im dringenden
Das neue Kabinett ſetzt ſich endgültig folgen= Sonntag früh 10 Uhr eröffnete der Großherzog
Intereſſe unſeres geſamten werktätigen Volkes, nament=
lich
auch des Mittelſtandes und des ſoliden Hausbeſitzes. dermaßen zuſammen: die Präſidentſchaft ohne Portefeuille die Ausſtellung. Am Sonntag nachmittag reiſte
der Großherzog nach Lich ab und fährt heute nach Ver=
Zum Spionage=Geſetzentwurf. Auch Graf Romanones; Inneres: Alba; Auswärtiges: Lopez
lin, um an den Jubiläumsfeierlichkeiten des deutſchen
Reichsgerichtsrat Conrad, der im neueſten Hefte der Munoz; Finanzen: Inclan; Krieg: General Luque; Ma= Kaiſers teilzunehmen.
* Ordensverleihungen, Se. Königl. Hoheit der
Deutſchen Juriſtenztg. (Berlin, O. Liebmann) den Spio=rine: Gimeno; Oeffentliche Arbeiten: Gaſſet; Unterricht:
Hroßherzog haben den Krankenpflegerinnen des Alie=
nage
=Geſetzentwurf eingehend beſpricht, kann ſich des Ein= Borbolle; Juſtiz: Renz Junenez.
Kämpfe in Marokko. Nach einem Funken= Frauen=Vereins für Krankenpflege im Großherzogtum
drucks nicht erwehren, daß der Entwurf in § 9 (fahrläſſi=
Heſſen, Oberſchweſter Margarethe Haſter und Schweſter
ger Verrat durch die Preſſe) über das Ziel hinausgeht. telegramm des Oberſten Sylveſtre wurde eine ſpaniſche
Anna Knaf, beide in Gießen, das Allgemeine Ehren=
Conrad bemerkt hierzu u. a.: Man könnte vielleicht ins Abteilung, die am 12. Juni einen Erkundungszug in der zeichen mit der Inſchrift Für Tapferkeit am Kriegs=
Auge faſſen, die Strafbarkeit auf die bisher geſchützten Richtung auf Suk=el=Arba unternahm, von Eingeborenen bande verliehen.
* Ernannt wurde der Militäranwärter Vizewacht=
Schriften, Zeichnungen oder andere Gegenſtände, ein= lebhaft beſchoſſen. Zwei ſpaniſche Offiziere, ein eingebo=
ſchließlich
alſo des hierzu jetzt ſchon gehörigen Kreiſes von rener Offizier, ein Unteroffizier und acht Mann wurden meiſter Wilhelm Weitzel aus Eifa vom 1. Juli 1913
an zum Hauptſteueramtsdiener bei dem Hauptſteueramt
verwundet.
Mitteilungen, zu beſchränken, dagegen auf den neu hinzu=
Offenbach.
Aus Gibraltar wird gemeldet: Es heißt, daß ſich die
* Militärdienſtnachrichten. v. Hammacher, Lt.,
tretenden Nachrichtenbegriff entweder überhaupt nicht zu
erſtrecken oder wenigſtens nur unter der Vorausſetzung Riffleute des geſtrandeten Kanonenbootes Général auf ſein Geſuch zum Reſ.=Offizier des Leib=Drag.=Regts.
einer vorgängigen behördlichen Entſchließung, wie ſie in Conchas bemächtigt haben. Sie plünderten das (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24 übergeführt. Frhr. Schenck zu
§§ 1 Abſ. 2, 11 für andere Fälle vorgeſehen wird. Hier= Schiff und ſchießen mit den Geſchützen auf alle, die ſich zu Schweinsberg, Hauptm. und Komp.=Chef im Inf.=
Regt. von Wittich (3. Kurheſſ.) Nr. 83, mit der geſetzlichen
nähern wagen. Man glaubt, daß mit Ausnahme einiger
für könnte auch die Erwägung ſprechen, daß ſonſt auch in
Penſion und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform
gewöhnlichen Zeitläuften nach § 9 die Nachrichtenver= Artilleriſten alle Mannſchaften, die an Bord des Kanonen= des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
öffentlichung ſtrafbar ſein ſoll ſchon bei bloßer bootes waren, teils getötet, teils verwundet, teils ge= Emmerling (Worms), Oberlt. der Landw.=Inf. 2. Auf=
gebots
, Dr. Broßmann (II Darmſtadt), Oberarzt,
Fahrläſſigkeit des Täters ohne vorausgegangenes fangen wurden.
der Abſchied bewilligt.
England.
Verbot einer zuſtändigen Stelle und Unterſcheidung
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß be=
hinſichtlich
des Inhaltes der Nachricht, dagegen während
Die Marconi=Affäre. Der Bericht der mit ſchäftigte ſich in ſeiner Sitzung am Samstag mit der
eines Krieges oder bei drohendem Kriege, alſo unter be= der Unterſuchung in Sachen des von der Regierung mit Klage des Joſeph Thierolf I. zu Neuſtadt gegen eine
Verfügung des Kreisamtes Erbach vom 11. April 1913.
ſonderen, an ſich ſchon zur Vorſicht mahnenden Verhält= der Marconi=Geſellſchaft abgeſchloſſenen Vertrages beauf= Der Inhalt der Dunggrube des Klägers drang in den
niſſen, gemäß § 11 nur im Falle des Vorſatzes, unter der tragten parlamentariſchen Kommiſſion ſpricht die Miniſter Keller ſeines Nachbars, da die Grube nicht abgedichtet iſt.
Bedingung eines entſprechenden Reichskanzlerverbots von jedem Mißbrauch und jeder Art der Korruption frei, Das Kreisamt Erbach ordnete deshalb durch Verfügung
und nur in Anſehung gewiſſer Nachrichten, deren Kreis indeſſen findet der von der unioniſtiſchen Minderheit der die Beſeitigung dieſes geſundheitswidrigen Zuſtandes
Kommiſſion redigierte Bericht einiger Miniſter tadelns= an. Thierolf erhob Widerſpruch gegen dieſe Verfügung,
kleiner iſt als der durch § 9 gezogene.
da die Grube einen hinreichenden Abſtand vom Nachbar=
wert
hinſichtlich des Kaufes von Aktien der amerikaniſchen grundſtück hat, während der Nachbar die gleiche Anlage
Ausland.
Marconi=Geſellſchaft, deren Verwalter Gredey Jſaacs dicht neben der Grenzmauer angelegt habe. Der Provin=
gleichzeitig
Generaldirektor der engliſchen Marconi=Ge= zialausſchuß gibt der Klage ſtatt und hebt die Verfügung
Frankreich.
des Kreisamtes Erbach auf. Die baren Auslagen des
ſellſchaft iſt.
Kämpfe in Marokko. Der Deputierte Jaurés
Verfahrens werden der Staatskaſſe auferlegt. Im
Rußland.
Hauſe Neue Niederſtraße 11 will der Wirt Chr. Werres
kündigt an, daß er am Montag im Namen der geeinigten
Der Miniſterrat billigte die Einbringung einer eine Schankwirtſchaft betreiben. Die gehörten Inſtanzen
Sozialiſten eine Interpellation über die
Kämpfe in Marokko einbringen werde. Die Kam=Geſetzesvorlage über die Reorganiſation der Reichspolizei verneinen die Bedürfnisfrage, da ſich in dem Lokal kein
Inhaber längere Zeit halten konnte und die Wirtſchaft
mer, ſchreibt Jaurés in der Humanité, muß vollſtändige ſowie die einmalige Anweiſung von 50000 Rubeln an das
mehrmals geſchloſſen war. Der Provinzialausſchuß be=
Aufklärung über die gegenwärtigen marokkaniſchen Er= Patriarchat Antiochia, ſowie die Zuwendung einer jähr= ſchloß Beweiserhebung.
Der Johannes Keil VIII. zu Fürth ſucht um Er=
eigniſſe
verlangen, ſie muß erklären, ob ſie dieſe Politik lichen Unterſtützung von 100000 Rubeln an die orthodoxe
laubnis zum Betriebe einer Schankwirtſchaft in der Ge=
der
Herausforderung, Unklugheit und der verbrecheriſchen Paläſtina=Geſellſchaft.
markung Brombach nach. Die Wirtſchaft ſoll in einem
Abenteuer billigt, durch welche ſeit einigen Monaten in
Wie die Blätter melden, hat der Miniſterrat beſchloſ= neu zu erbauenden Hauſe an der Kreisſtraße Fürth=
Marokko der Kriegsbrand entfacht wurde. Die Kammer ſen, daß die Duma ſeitens der Miniſter boykottiert Weſchnitz betrieben werden. Der Gemeinderat von Brom=
muß
dem franzöſiſchen Volke ſagen, ob man ihm wegen werden ſolle, bis die Duma dem Miniſterrat Genugtuung bach bejahte die Bedürfnisfrage, da in Brombach keine
dieſes Feldzuges das dritte militäriſche Dienſtjahr, das gegeben habe für die durch den Abgeordneten der Rechten! Wirtſchaft vorhanden iſt und das Haus an eine verkehrs=
marokkaniſche Jahr, auferlegen will. Die republikani= Markow gegen alle Miniſter ausgeſprochene Beleidigung, reiche Stelle zu ſtehen kommen ſolle. Die Bürgermeiſterei
Grumbach verneint die Bedürfnistrage Erumbach habe
ſche Partei würde ſich für immer entehren, wenn ſie die= ſowie bis Schritte getan ſeien, daß in Zukunft die Mi= bei 449 Einwohnern bereits drei Wirtſchaften. Die neue
ſem Regime der Gewalttätigkeit im Innern und des niſter gegen eine Wiederholung derartiger Beleidigungen Wirtſchaft liege nur in geringer Entfernung von Crum=
Wahnſinns im Aeußern nicht ein Ende bereiten würde. und Verdächtigungen geſchützt werden. Markow hatte bei bach. Der Provinzialausſchuß beſchloß auch hier Beweis=
Der Kriegsminiſter Etienne beſtätigte, daß in der Beratung des Budgets geſagt, es dürfe nicht geſtohlen erhebung über die Friſteinhaltung bei Einreichung der
Berufung. Der Graf von Schönborn=Wieſentheid
werden.
der Umgebung von Tadla ein Kampf ſtattgefunden hat.
klagt gegen die Heranziehung zu den Kanalbaukoſten in
Die 45 Toten und 106 Verwundeten ſeien eingeborene
Griechenland.
Heufenſtamm. Dieſe Gemeinde hat die Schloßſtraße in
Kamelreiter, die ſich bei der Nachhut befanden.
Heuſenſtamm kanaliſieren laſſen und auf Grund des Orts=
20 Millionen=Anleihe. Die Regierung hat
bauſtatuts die Anlieger die Gräflich von Schönbornſche
Die Geiſtlichen=Mandate. Wie aus Rom mit der Nationalbank von Griechenland eine vorläufige Verwaltung, mit 960 Mark zu den Koſten dieſes Kanals
gemeldet wird, beſtimmt ein Erlaß des Heiligen Stuhles, Anleihe von 20 Millionen zu 5 Prozent abgeſchloſſen. herangezogen. Hiergegen erhob das Gräfliche Rentamt
daß die franzöſiſchen Geiſtlichen ohne Ermächti=
Beſchwerde an den Kreisausſchuß Offenbach. Es beſtreitet
gung ihrer Vorgeſetzten keine Wahlmandate an=
die
Verpflichtung zum Koſtenbeitrage unter Berufung auf
Stadt und Land.
einen Vertrag vom 11. November 1907, nach welchem der
nehmen dürfen. Es heißt, daß dieſe Verordnung
Graf der Gemeinde die Herſtellung des Kanals auf ſeinem
auch die gegenwärtig mit einem Mandat betrauten Geiſt=
Darmſtadt, 16. Junt.Grund und Boden geſtattet habe. Das Schloß liege nicht
lichen betrifft, durch die die ſeit mehreren Jahren zwiſchen
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Groß= an einer Ortsſtraße; die vor ihm liegenden Grundſtücke
dem katholiſch=demokratiſchen Deputierten Abbé Lemire
herzogin begaben ſich am Freitag mittag 1 Uhr mit gehörten wirtſchaftlich nicht zum Schloß und trügen beſon=
A
einen vollſtändigen Saal des in Weimar wirkenden bel= Am Eröffnungstage der Weltausſtellung waren zwei
Streifzüge durch die Genter giſchen Künſtlers Prof. van de Velde enthält und eine franzöſiſche Miniſter in Gent anweſend, und bei den Er=
kleine
Ueberſicht über alles das, was die einzelnen Por= öffnungen der einzelnen Abteilungen war die Regierung
Weltausſtellung.
zellanmanufakturen Deutſchlands an Modern=Künſtleri= ſtets offiziell vertreten. So bei den Einweihungen der
ſchem in den letzten Jahren geleiſtet haben. Dieſe Zu=kolonialen Ausſtellungen, bei der der Kunſtabteilung und
Gent, im Juni.
ſammenſtellung war nicht ſehr leicht, denn zwei königliche bei der des induſtriellen Pavillons. Im ganzen haſt
Die Weltausſtellung iſt nunmehr ſoweit gefördert, Manufakturen haben der deutſchen Abteilung anfänglich Frankreich 45000 Quadratmeter belegt, eine Beteiligung,
daß ſie als fertig bezeichnet werden kann. Die Ein= ihre Mitwirkung zugeſagt, ſie ſpäter aber, offenbar auf wie ſie die Republik noch auf keiner Ausſtellung, mit Aus=
weihungen
der einzelnen Abteilungen ſinden nacheinan= behördliche Anordnung, zurückgezogen. Die Leitung der nahme der letten Pariſer, ereicht hat. Die franzöſiſche
der ſtatt, und wenn erſt die alte Kunſtausſtellung ihre deutſchen Abteilung wag deshalb genötigt, die Gegen= Halle iſt am günſtigſten gelegen und ſie präſentiert ſich
Pforten eröffnet haben wird, dürfte der Beſucher auf ſeine ſtände, auf die ſie Wert legen mußte, um ein klares Bild auch im Anſchluß an den Pavillon der Stadt Paris
Koſten kommen. Leider iſt die deutſche Abteilung der jetzigen Produktionstätigkeit in Deutſchland zu ſchaf= außerordentlich vorteilhaft Selbſtverſtändlich bildet den
in ihrer Geſamtheit noch nicht vollendet; ſie hat mit eini= fen, anzukaufen. Derartige Kleinigkeiten erſchweren na= Elou der induſtriellen Abteilung, genau wie ſeinerzeit
gen Störungen zu rechnen gehabt, die zum Teil in dem türlich die Arbeit, ganz abgeſehen davon, daß ſie nicht in Brüſſel, die Mode=Abteilung, die auch in derſelben
Generalſtreik zu ſuchen ſind, zum Teil auch darin, daß geeignet ſind, dem deutſchen Anſehen zu nützen, wenn ſie Weiſe angeordnet iſt. In Dioramen haben die großen
eben die mangelnde amtliche Unterſtützung der Leitung in Belgien bekannt werden.
Pariſer Modehäuſer einzelne Geſellſchaftsſzenen und Fa=
nicht
das Anſehen verſchafft hat, das ſie hätte haben müſ=
Von Bedeutung iſt die Nahrungsmittel=Abteilung, milienbilder entwickelt und durch lebensgroße Figuren
ſen, um ihre Arbeit prompt vollenden laſſen zu können. der eine ganz beſondere Sorgfalt zugewendet wurde, und ſind ſie in der Lage, Effekte zu erzielen, von denen man
Die deutſche Abteilung wird nicht ſehr groß ſein; nicht minder intereſſant dürfte die kleine Maſchinenhalle in Deutſchland noch keine beſondere Ahnung zu haben
der Pavillon umfaßt 12000 Quadratmeter, von denen ſein, in der ganz bedeutende Firmen ausgeſtellt haben. ſcheint da ſie in der Schaufenſterdekorationskunſt bis jetzt
2300 Quadratmeter abgetramt wurden für eine inter= Sie kann natürlich in ihrer Anordnung und ihrem Be=noch keine Aufnahme gefunden haben. Allerdings ſteht
nationale Städtebauausſtellung, die im Anſchluß an trieb nicht im entfernteſten mit der Maſchinenhalle der die Schneiderkunſt auf der Genter Weltausſtellung hinter
einen internationalen Städtebaukongreß veranſtaltet wird. deutſchen Abteilung in Brüſſel im Jahre 1910 verglichen der Brüſſeler weit zurück, und es dürſte jedem Beſucher
Die Ausſtellung hat ſich als Motto die 25jährige Friedens= werden, weil eben der maſchinelle Betrieb fehlt, der dort beſonders in die Augen fallen, daß einzelne belgiſche Fir=
Regierungszeit Kaiſer Wilhelms geſchaffen und es den gewaltigen Eindruck gemacht hat und der der deut= men auf dieſem Gebiete jetzt bedeutend Wirkungsvolle=
kommt
dies auch zum Ausdruck, wenn man die Halle be= ſchen Maſchineninduſtrie in Belgien einen ſo großen Vor= res erreicht haben, wenn ſie auch in der Erfindung hinter
tritt. In dem Vorraum, in dem ſog. Ehrenraum, iſt teil brachte. Auf alle dieſe, bei Ausſtellungen beſonders den Pariſer größeren Schneidern, wie Paquin, Redfern
nämlich eine Plakette Kaiſer Wilhelms II. von der wirkungsvollen und anregenden Hilfsmittel mußte die u. a. zurückſtehen. Namentlich das Brüſſeler Haus Hirſch
Frankfurter Bildhauerin Luiſe v. Schmidt. angebracht, jetzige deutſche Abteilung verzichten, was allerdings nicht u. Cie, hat durch Schaffung einer Tanzſzene mit Kindern
die mit der Ueberſchriſt verſehen iſt: 25 Jahre des Frie=hindert, daß man in Belgien troßdem ihren Wert aner=auf dem Gebiete der Dekorationskunſt eine künſtleriſche
dens und der Arbeit. Von dort gelangt man in die kennen wird, zumal man ja weiß, daß die deutſche Indu= Höhe erreicht, die in Gefälligkeit und Plaſtik kaum über=
Kunſtabteilung, zu der eine Reihe bekannter deutſcher ſtrie wie keine andere in Europa, ausſtellungsmüde iſt. boten werden kann.
Maler und Plaſtiker Werke entſandt haben. Wir finden Im übrigen iſt der Ruf ihrer Leiſtungsfähigkeit ſo feſt
Die franzöſiſche Abteilung im Ganzen iſt überaus
neben Liebermann, Trühner, Hans Thoma, Boehle, von Hof=gegründet, daß ſie beſonderer Hilfsmittel in Belgien beachtenswert. Vom deutſchen Standpunkt aus ſchon des=
mann
auch eine ganze Reihe aufſtrebender Talente, nament= eigentlich nicht bedarf.
halb weil ſie den deutſchen Einſluß der Brüſſeler Welt=
lich
aus Süddeutſchland, vertreten. In direktem Anſchluß
Nur eines allerdings hätte man in Deutſchland be= ausſtellung in markanteſter Weiſe erkennen läßt, nicht nur
daran iſt eine kleine Raumkunſtabteilung geſchaffen wor= denken ſollen, daß Frankreich ſich die Tatſache daß das in bezug auf die Anordnung des Ausgeſtellten, ſondern
den, zu der Profeſſor Bruno Paul, Peter Behrend, Nie= Deutſche Reich eine offizielle Beteiligung in Gent abge= ganz beſonders in der Raumkunſt=Abteilung und in der
meyer und andere Arbeiten beigeſteuert haben. Unter lehnt hat, zunutzen machte und mit einer Geſchäftigkeit Abteilung für Kunſtgewerbe. Die franzöſiſchen Möbel
Leitung des bekannten Direktors des Deutſchen Muſeums und Emſigkeit auftritt die vielleicht in keinem Verhält=ſind ja zum greößten Teil immer noch in den bekannten
in Hagen i. Weſtf., Wilhelm Oſthaus wurde ferner eine nis zu dem zu erzielenden Ergebnis ſtehen wird, die Königs=Stilen gehalten, aber es zeigt ſich ein Anflug zur
Abteilung des deutſchen Kunſtgewerbes eingerichtet, die aber immerhin politiſch nicht ganz wertlos ſein dürfte. Moderniſierung der Linien, die unbedingt als ein Pro=

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Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Inni 1913.
Seite 3.
dere Rummern im Grunduche. Daß Schloß entwäſſre fbubde hatte es nir auf einen ſchönen Browning abgeſehen. Dienſt berangezogen wirden Dieſem Streit hat
nicht in den Kanal. Der Kanal ſei nur durch das Gräf= Er ſchnitt ein Loch in den Rolladen und in die Schaufen= nun die Kreisſchulbehörde dadurch ein Ende
liche Gelände geführt worden, um das Waſſer aus dem ſterſcheibe und entwendete eine Browningpiſtole im Werte! gemacht, daß die Lehrer auf Grund des § 11 der Lan=
Orte fortzubringen. Dagegen machte der Bürgermeiſter von 40 Mark.
desfeuerwehr=Löſchordnung als durch öffentliche Berufs=
geltend
, daß das Schloß im Brandkataſter Schloßſtraße
gs. Selbſtmordverſuch. Samstag vormittag öffnete pflicht verhindert von der Teilnahme der Pflichtfeuer=
Nr. 63 bezeichnet ſei. Die Gräfliche Verwaltung habe ſich ein älterer Mann in ſelbſtmörderiſcher Abſicht die wehrübungen befreit ſeien. Dieſe Entſcheidung, die
während der Offenlage des Koſtenverzeichniſſes keinen Pulsadern. Er wurde durch die Rettungswache mittels jedenfalls die Billigung der oberſten Schulbehörde gefun=
den
hat, macht einem oft bemerkten unerquicklichen Kampfe
Einwand erhoben. Die Bewohner des Schloſſes ſtellten Krankenkraftwagens ins Krankenhaus verbracht.
an die Gemeinde dieſelben Anforderungen wie die ſonſti=
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expedi= ein Ende.
W. Lampertheim, 13. Juni. Als geſtern früh der
gen Einwohner. Der Vertrag habe auf den Kanal keinen tion (Rheinſtr. 23) ſind von heute ab folgende Bilder neu
Einfluß. Der Kreisausſchuß Offenbach verwarf die Re= ausgeſtellt: Kaiſer Wilhelm II.; zum Attentat in Kon= Landwirt M. ein zum Schlachten verkauftes Rind zuv
klamation, weil ſie nach Ablauf der vorgeſchriebenen vier= ſtantinopel, der zum Großweſir ernannte Prinz Said Ablieferung bringen wollte, wurde dasſelbe ſcheu und
wöchigen Reklamationsfriſt vorgebracht worden iſt. Da= Halim Paſcha, der ermordete Mahmud Schefket Paſcha, nahm, über den Bahndamm wegſetzend, querfeldein
Reißaus dem nahen Walde zu. Hinten nach ſauſten
gegen legte der Vertreker der Gräflichen Verwaltung Re= von der Huldigungsfahrt des Grafen Zeppelin nach Wien der Beſitzer, eine Anzahl müßiger Zuſchauer, Schul=
kurs
ein. Der Provinzialausſchuß beſchloß Beweis= mit dem Luftſchiff Dachſen Graf Zeppelin bei der Lan= buben uſw. Das Tier wurde immer wilder, und erſt
erhebung.
dung auf dem Flugfeld Aſpern, Blick auf die kaiſerliche
gegen Abend gelang es mit Hilfe von drei berittenen
Landwirtſchaftskammer für das Großher= Hofburg in Wien; der Anſchlag der engliſchen Suffraget= Knechten des nahen Boxheimerhof, das Tier einzufangen
zogtum Heſſen. Unter dem Vorſitz des Oekonomierats ten beim engliſchen Derby zu Epſom.
und in einem Triumphzug in den Ort zurückzubringen.
Walter=Lengfeld fand eine Sitzung des Vorſtandes
W. Lampertheim, 13. Juni. Der von der hieſigen
der Landwirtſchaftskammer ſtatt, in der eine größere
Anzahl interner Verwaltungsfragen Erledigung fand.
* Konzertveranſtaltungen. Städtiſcher Saal=Ortskrankenkaſſe geſtellte Antrag auf weitere Zu=
Unter anderm wurden die Beſtimmungen über diebau. Im Anſchluß an die von der Stadt veranſtaltetelaſſung iſt von dem Oberverſicherungsamt abgelehnt wor=
Prämiierung bäuerlicher Wirtſchaften genehmigt. Die Feier zum Regierungsjubiläum unſeres Kaiſers, den. Der Kreistag hat neuerdings die Gründung einer
Prämiierung welche Anregung zur Verbeſſerung derMontag abend, wird bei gutem Wetter im Garten, allgemeinen Ortskrankenkaſſe für den Kreis Bensheim
bäuerlichen Betriebe durch Beſichtigung derſelben und ſonſt im großen Saale, vaterländiſches Konzert von mit dem Sitz in Bensheim beſchloſſen, in der auch die
Zuerkennung von Auszeichnung bei muſterhaften der Kapelle des Leibgarde=Regiments ſtattfinden. hieſige Ortskrankenkaſſe aufgehen wird. Auch von zwei
Leiſtungen bezwecken ſoll, ſind noch im Laufe dieſes Konzert=Etabliſſement Hugenſchütz Felſen= hieſigen Betriebskrankenkaſſen wurde Antrag auf weitere
Jahres durchzuführen. Ferner hat der Vorſtand derkeller. Zum Regierungsjubiläum unſeres Kaiſers Zulaſſung geſtellt, dem auch ſtattgegeben wurde.
Landwirtſchaftskammer, den im Laufe der Jahre ge=wird dem morgigen Dienstagskonzerie der Kopelle des
Guntersblum, 14. Juni. Das nicht alltägliche Schau=
ſtellten
Anregungen folgend, einer Reihe von Ab= Leibgarde=Regiments ein patriotiſches Feſtprogramm ſpiel einer Bärenjagd wurde unſeren Bewohnern
änderungsvorſchlägen zum Feldbereinigungsgeſetz zuge= zugrunde liegen. Es werden u. a. geſpielt: C. M. 1 zuteil. Einem Bärenführer ging das ſonſt gut dreſſierte
ſtimmt. Dieſe Abänderungsvorſchläge ſollen dem Großh. v. Webers Jubelouvertüre, Wagners Kaiſermarſch, Tier durch und entfloh in die Weinberge Nach ſtunden=
Miniſterium mit dem Antrag auf Berückſichtigung bei Boettges internat.hiſtor. Märſche ſowie der Sang an langer Hatz konnte Meiſter Petz wieder eingefangen wer=
der
demnächſtigen Reviſion des Geſetzes vorgelegt Aegir v. S. M. Kaiſer Wilhelm II. Auf dieſen vater= den, er hatte aber inzwiſchen in den Rebſtöcken erheblichen
werden.
ländiſchen Abend ſei ganz beſonders hingewieſen. (Siehe! Schaden angerichtet.
Gimbsheim, 14. Juni. Auf rätſelhafte Weiſe
* Poſtkarten vom Märchenfeſt. Herr Prof. Dr. Lim= Anzeige.)
verſchwunden iſt die 00jährige Tochter eines
mer ſchreibt uns: In Nummer 136 Ihres geſch. Blattes
Metzgermeiſters von hier, die ſeit etwa 12 Tagen vermißt
bringen Sie eine Notiz: Zur Kino=Vorführung der Mär=
Darmſtädter Wochenmarkt.
wird. Das Mädchen war längere Zeit in Mainz in einem
chengruppen wird uns mitgeteilt, daß die meiſten vorge=
Marktpreiſe am 14. Juni.
dortigen Metzgergeſchäft als Verkäuferin tätig. Um ſich
führten Märchengruppen und Momentaufnahmen als Poſt=
karten
erſchienen ſind und in jedem Papiergeſchäft verkauft Butter, ½ kg 1,301,40 M. Kohlrabi, Stück . 46 Pf. zu verbeſſern, hatte es eine Stellung in einem gleichen
Geſchäft in Frankfurt a. M. angenommen. Vor Antritt
werden.
i. Part., ½ kg 1,20 M. Gelberüben, Bündel 45 Pf
Dieſe Notiz iſt vielfach ſo verſtanden wor= Eier, Stück . .
ſeiner neuen Tätigkeit beſuchte es hier ſeine Eltern. Das
9 Pf. Gurken, Stück 2030 P
den, als ob die betr. Poſtkarten nach den Kino=Aufnahmen
(als Original) hergeſtellt worden ſind. Ich lege Wert Schmierkäſe, ½ Lit. 20-22 Pf. Einleggurken, Stück810 Pf. Mädchen kam aber nicht in Frankfurt an und wird ſeit
Handkäſe, Stück 410 Pf. Spargel, ½ kg 3050 Pf. 1 dieſer Zeit vermißt. Sein Aufenthalt konnte bis jetzt
darauf, feſtzuſtellen, daß dies nicht der Fall iſt, und
Kartoffeln, Ztr. 2,753 M. Zuckererbſen, ½, kg 35 Pf. nicht ermitelt werden. Die Eltern befürchten, daß ihre
daß ich den Poſtkartenaufnahmen vollſtändig fernſtehe.
Tochter Mädchenhändlern in die Hände gefallen ſein
Kumpf (10 Liter) 50 P
Geflügel, Wildbret=
m
. Vom alten Bahnhof. An der Pallaswieſenſtraße
könnte. In ihrer Begleitung befand ſich noch eine Freun=
und an der Landwehrſtraße ſind die nach Weſten liegen=
Italiener, ½ kg . 8 Pf. Gänſe, ½ kg 1,101,20 M. din aus Kreuznach, die gleichfalls vermißt wird.
Malteſer, ½ kg . 16 Pf. Enten, Stück . . 34 M.
Rhein=Dürkheim, 14. Juni. Geſtern gegen Abend fiel
den ſteinernen eingleiſigen Eiſenbahnbrücken des Eierſchwämme,½kg30-35 Pf. Hahnen und Hühner,
alten Bahnhofs niedergelegt worden. Hoffentlich
im Elektrizitätswerk der 39 Jahre alte verheiratete Ma=
folgt
auch bald das Niederlegen der anderen alten
Stück
Obſt u. dergl.:
33,50 M. ſchiniſt Jakob Weintz von hier von einer Leiter aus
Brücken, denn der Schöpfbagger rückt ihnen immer näher. Wald=Erdbeeren,
Tauben, Stück 6570 Pf. beträchtlicher Höhe herab, wobei er ſehr ſchwere Ver=
Zurzeit iſt der Bagger an der Stelle in Tätigkeit, wo der
Schoppen
40 Pf. Lapins, Stück . . 1,10 M.letzungen erlitt. Er wurde in das ſtädtiſche Kranken=
Durchbruch der Bismarckſtraße nach dem Zitronen, Stück . 78 Pf.
haus Worms gebracht.
Fiſche:
Bingen, 14. Juni. Die Feſthalle geht ihrer
Dornheimer Weg geſchehen ſoll. Auf der Apfelſinen, Stück 1012 Pf. Hecht, ½ ke . .
. 90 Pf.
Weſtfeite des Bahnhofs iſt die Erde auf große Strecken Kirſchen, ½ kg 4550 Pf. Aal, ½ kg 11,10 M. Vollendung entgegen. Sie erhebt ſich unmittel=
bereits
weggefahren worden, ſo daß nur noch die ſeit= Ananas, ½ kg 4050 Pf. Karpfen, ½, kg . 60 Pf. bar am Rheinufer, gegenüber dem Nationaldenkmal links=
hin
die Ruine Ehrenfels, der Mäuſeturm, und ſeitlich die
herige Stützmauer nach der Feldbergſtraße hin den aus= Unreife Stachelbeeren.
Andere Rheinfiſche,
. 3540 Pf. Eliſenhöhe, der Platz, auf dem das Denkmal der deutſchen
gebaggerten Platz von genannter Straße trennt. Die
½ kg . . . 2022 Pf.
kg . .
Rotzungen, ½ kg . 60 Pf. Nation für den Fürſten Bismarck ſich erheben ſoll, ſeitlich
neue Bleichſtraße macht in ihrer wohlangelegten Breite
Salat, Gemüſe uſw.:
einen guten Eindruck. Vor dem alten Main=Neckar=Bahn= Kopfſalat, Stück 46 Pf. Schollen, ½ kg . . 60 Pf. ferner die Nahemündung, im Hintergrund Bingen als
hof ſind die beiden großen Kandelaber, die auf Rondellen Rhabarber ½ kg 1215 Pf. Kabeliau, ½ kg . 22 Pf. prächtige Folie, die Burg Klopp, Scharlach= und Rochus=
Schellfiſche, ½ kg 30 Pf berg, rheinauf die Rochuskavelle und Büdesheim. Am
ſtanden, herausgenommen und weggefahren worden, um Bohnen, Körbchen3540 Pf
Barben, ½ kg 7080 Pf. 21. und 22. Juni findet die Einweihung der Feſt=
an
anderer Stelle aufgerichtet zu werden. In der Brei=
Radieschen, Bündel 23 Pf.
halle ſtatt mit einem Feſtmahl, Konzerten muſikaliſchen
ten Allee wird der Reitpfad verbreitert. Die Abfallerde Rettiche, Stück 510 Pf. In den Fleiſchſtänden: und geſanglichen Inhalts einem großen Feuerwerk mit
wird zur Straßenverbreiterung an der Griesheimer Brücke
Bündel. . 5 Pf. Rindfleiſch, ½ kg . 70 Pf. Beleuchtung der Rheinufer und der hervorragend=
angeſchüttet
.
Meerrettich, Stück 20-30 Pf. Hackfleiſch, ½ kg . 76 Pf. ſten Punkte unſerer Gegend.
Vorſicht! Von Wiesbaden werden zurzeit Rund= Roterüben, Bündel610 Pf.
56 Pf.
Rindsfett, ½ Ig
Gießen, 13. Juni. In der geſtrigen Stadtver=
ſchreiben
verſandt, in denen zur Teilnahme an einer in Zwiebeln, ½ kg 810 Pf. ( Rindswürſtchen, Stück 15 Pf. ſordneten=Verſammlung wurde vom Beigeord=
London zu begründenden Aktiengeſelſchaft zum Zwecke Komaten ½ kc 2550
Schweinefleiſch, ½ kg 80 Pf. neten Juſtizrat Grünewald folgende Erklärung ab=
der
Eröffnung einer Habfeldſchen Inter=
Spinat, ½ kg . 1012 Pf
Geſalzenes und Koteletts,
gegeben: Er habe aus der Zeitung erſehen, daß eine
nationalen Permanenten Induſtrie=Aus= Weißkraut, Stück . 20 Pf
. kg .
90 Pf. Glückwunſchadreſſe der Stadtverwaltung
ſtellung in Warſchau aufgefordert wird. Wie Erbſen, ½ ke 1820 Pf. Schwartemagen u. Fleiſch= aus Anlaß der Hundertjahrfeier des Kaiſer Wilhelm= Re=
die
Ständige Ausſtellungskommiſſion für die Deutſche Blumenkohl, Stück 2050 Pf. wurſt, ½ kg
80 Pf. giments an dieſes gerichtet worden ſei, die der Oberbür=
Induſtrie bekanntgibt, erſcheint Zurückhaltung Wirſing, Stück 1025 Pf. Leber= und Blutwurſt,
germeiſter und zwei Beigeordnete, Emmelius und Keller,
durchaus geboten.
Römiſch=Kohl, Bdl. 2.3 Pf. ½ kg . . . . . 70 Pf. unterzeichnet haben. Er halte es im Intereſſe ſeines Amtes
Verunglückte Breakpartie. Samstag vormittag
als dritter Beigeordneter der Stadt für geboten, Ver=
unternahmen
ca. 15 Studenten der Techniſchen Hochſchule
eine Breakpartie. In der Dieburger Straße wollte der
Heppenheim, 14. Juni. Die Frage, ob Volks=wahrung dagegen einzulegen, daß bei ſolchen Anläſſen
Kutſcher einem entgegenkommenden Auto ausweichen ſchullehrer zum Feuerwehrdienſt ver= zwei Beigeordnete auserwählt werden, Adreſſen zu unter=
Der Wagen blieb dabei in den Schienen hängen undipflichtet ſind. beſchäftigte ſeit längerer Zeit beſonders zeichnen, der dritte Beigeordnete aber übergangen werde.
ſtürzte um. Sämtliche Inſaſſen wurden herausge= eingehend die heſſiſche Lehrerſchaft, nachdem über deren Dagegen, daß nur eine Deputation von drei Perſonen
ſchleudert. Während alle mit Hautabſchürfungen und Auslegung namentlich in der Stadt Oppenheim zwiſchen gewählt werde zur Teilnahme an ſolchen Feſtlichkeiten,
Beulen außer dem Schrecken davonkamen, erlitt der Stu= der Gemeinde, bezw. dem dortigen Pflichtfeuerwehr=Kom= wende er ſich nicht; er perſönlich habe daran kein Intereſſe,
dierende Seifert einen doppelten unter=mando, und der Lehrerſchaft ein Streit ausgebrochen war würde auch keinesfalls an der Feſtlichkeit teilgenommen
ſchenkelbruch. Der Verunglückte wurde nach An= Die Feuerwehr verlangte die Teilnahme der Lehrer an haben, da es ihm hierzu an Zeit mangele. Werde aber
legung eines Notverbandes und Schienen mit dem Kran= den Uebungen der Wehr. Die Lehrer verweigerten dieſe bei ſolchen Anläſſen ein Glückwunſchſchreiben der Stadt
kenkraftwagen ins ſtädtiſche Krankenhaus verbracht.
indes mit dem Hinweis auf den Schuldienſt, der durch übergeben, ſo ſei es entweder vom Oberbürgermeiſter
Einbruch. In dem neuen Waffen= uſw.=Geſchäft die Uebungen häufige Störungen erleide, und mit der allein oder ſonſt von den drei Beigeordneten der Stadt zu
von Hübner in der Ernſt Ludwigſtraße wurde in der Bemerkung, daß ja auch andere Beamte, und namentlich unterzeichnen nicht aber unter Weglaſſung eines Bei=
Nacht zum Samstag ein Einbruch verübt. Der Spitz= die akademiſch gebildeten Lehrer, nirgends zu dieſem geordneten zu vollziehen. Vielfache Zuſtimmung erfolgte
dukt deutſcher Beeinfluſſung angeſehen werden muß. Die Sicherheits= und Feuerwehrdienſt, über das gewerbliche
Linien laſſen erkennen, daß eine Annäherung zwiſchen Schulweſen, über die Beſtrebungen zur Beſchaffung billi=
Feuilleton.
dem deutſch Modernen und dem franzöſiſch Modernen ge= ger Wohrungen, ſowie über die erſten ſtädtiſchen Be=
C. K. Der Kitſch=Maler. Eine köſtliche Kaiſer= Anek=
funden
werden kann. Nach dieſer Richtung hin dürſtemühungen, auf, hygieniſchem Gebiete Praktiſches zu leiſten.
die eingehende Beſichtigung der franzöſiſchen Raumkunſt= Selbſtverſtändlich iſt der Aeronautik und dem Automobil= dote wird in der Feſtnummer von lieber Land und Meer.
abteilung für jeden deutſchen Kunſtgewerbler von aller= weſen eine beſondere Sektion gewidmet; nur findet man, die die Deutſche Verlags=Anſtalt in Stuttgact zum Re=
größtem
Intereſſe ſein. Beſondere Beachtung verdient daß hier Frankreich durch das glänzt, was es nicht zierungsjubiläum herausgebracht hat, von M. Rapfülber
die Gobelin=Abteilung, nicht durch das, was ſie an Be= zeigt. . . . Es wird vielleicht aus militäriſch=techniſchen erzählt. Der Kaiſer iſt danach über den teilweiſe ſcharfen
kanntem und längſt Gewürdigtem enthält, ſondern durch Gründen geſchehen ſein, obgleich man eine derartige Zu=Widerſpruch, der ſich gegen ſein Wirken auf dem Gebiete
die Fortenwicklung, die dieſe Induſtrie hier zum erſten rückhaltung belächeln muß, denn alles das, was auf dieſem der Kunſt wendet, gut unterrichtet, und er äußert ſich auch
Male offenbart. Auch ſie hat ſich moderniſiert, und man Gebiete jetzt geleiſtet wird, iſt der Welt der Technik längſt mit einem gewiſſen Humor darüber. So hat er ſelbſt wie=
derholt
das folgende Geſchichtchen zum Beſten gegeben,
findet moderne Farbeneffekte, die geradezu berückend ſind. kein Geheimnis mehr.
Eine weitere Abteilung, die faſt vollſtändig fertig iſt, für deſſen Richtigkeit er ſich verbürgt: In einer Künſtler=
Sie ermöglichen, eine Plaſtik der Formen zu erzielen, die
ſich dem annähert, was Lyon ſchon ſeit Jahren in der iſt die engliſche Abteilung, die in ihrem maſchinellen Teil kneipe zu Kaſſel wird kräftig gefachſimpelt und, wie un=
Seidenbranche erreicht hat. Auch in Paſtelltönen und im ſchon deshalb ganz Hervorragendes leiſtet, weil ſie der ausbleiblich, kommt auch das Geſpräch auf den Kaiſer als
Nachahmen von Gemälden des Pleinair ſieht man Erem= ſpeziellen Bedeutung der Stadt Gent für die Textil=In= Mäcen. Künſtler ſchimpfen mit Vorliebe. Einer an der
plare von hoher künſtleriſcher Wirkung. Die franzöſiſche duſtrie in beſonderer Weiſe Rechnung trägt. In einer Tafelrunde aber, ein ganz tüchtiger Landſchaftsmaler, tut
Ausſtellung zeigt natürlich, wie ſtets Modeartikel, Wäſche= großen Halle werden die Tertilmaſchinen für Spinnereien es den übrigen voraus und erklärt und bekräftigt es auch
waren, koſtbare Pelze, elegante Schuhe, Glas= Porzellan= und Webereien zum Teil in Betrieb gezeigt. Eine außer= mit dem ja unwiderleglichen Fauſtſchlag auf den Tiſch,
Tertil= und Seidenwaren in hübſcher bekannter Anord= ordentlich inſtruktive Abteilung iſt die, die ſich mit den daß der Kaiſer nur Kitſch auflaufe Die Kollegen lachen
nung Was ſie neues bietet, ſind graphiſch=ſtatiſtiſche Tropenkrankheiten und ihrer Bekämpfung beſchäftigt, ſo= und wehren ab. Der Kritiker verſteift ſich auf ſein ver=
Darſtellungen des franzöſiſchen Bank=, Kredit= und Genoſ= wie mit dem engliſchen Gefängnisweſen. Hier iſt ein faſſungsgemäß gewährleiſtetes Recht der Meinungsabgabe,
ſenſchaftsweſens, ſowie ferger graphiſche Darſtellungen beſonderes Studium von erheblichem Intereſſe, weil die und im übrigen ſei er ein freier Künſtler. Aber Kitſch
über die Entwicklung und Einrichtungen des Poſt=, Tele= graphiſchen Darſtellungen außerordentlich überſichtlich ge= bleibe nun einmal Kitſch. Ausgerechnet in dieſem Augen=
phon
= und Telegraphenweſens, die offiziell von ſeiten der halten ſind und zeigen, daß auf humanitärem Gebiet die blick wird ihm ein Telegramm eingehändigt. Er reißt es
Regierung geliefert wurden. Auch eine Erläuterung des Engländer ganz erhebliches leiſten und uns weit voraus auf und wird rot bis an die Haarwurzeln. Ganz ver=
Forſt= und Waldwirtſchaftsweſens iſt von inſtruitiver ſind. Die Abteilung zeigt natürlich überwiegend die Pro= legen ſchleicht er beiſeite und lieſt nun blau auf weiß:
Bedeutung, ſowie eine Würdigung der franzöſiſchen Han= dukte der Keramik, außerdem iſt eine Abteilung alter Die Ausſtellungsleitung teilt Ihnen mit, daß Seine
delsmarine. Eine beſondere Abteilung führt die Pro= Möbel von großem künſtleriſchem Wert vorhanden. Es Majeſtät der Kaiſer heute nachmittag auf unſerer Aus=
dukte
der ſchweren Induſtrie vor nur überwiegt hier das werden auch Stickereien und Glas= und Porzellanwaren ſtellung Ihre Landſchaft käuflich erworhen hat. Künſtler
rein Dekorative und man vermißt gar oſt das Prakiſche. gezeigt. Auch die engliſche Regierung gibt wie die fran= ſnd auch neugierig, und ſo dauert es nicht lange daß
Eine Nahrungsmittel=Abteilung vervollſtändigt die Aus= zöſiſche eine ſtatiſtiſche Darſtellung über ihr Poſt= und Ver= dem Landſchafter das Telegramm aus der Bruſttaſche
ſtellung, die an räumlichem Umfang alles das überbietet, kehrsweſen, ſowie über das weit verzweigte Schiffahrts= herausgeangelt wird. Ungeheures Hallo! Endlich erhebt
was Frankreich bis jetzt bei irgend einer Ausſtellung im weſen Von beſonderem Anreiz iſt die Erläuterung der ſich ein Profeſſor und ſpricht: Lieber N wir haben nicht
Auſternfiſcherei ſowie eine umfaſſende Darſtellung über gewußt, daß Sie ein Schund= und Kitſch=Maler ſind. Da
Auslande geliefert hat.
Die Stadt Paris hat, wie in Brüſſel, auch in Gent die engliſche Viehzucht. Man ſieht auch daraus, daß ſich Sie als ſolcher nun aber offiziell anerkannt ſind, wird
einen beſonderen Pavillon geſtellt. Während ſie ſich in diesmal die Leitung der engliſchen Ausſtellung nicht auf Ihnen wohl nichts anderes übrig bleiben, als aus dieſer
Brüſſel mehr dem rein Dekorativen hingab, hat ſie in dem alten Gleiſe bewegt, ſondern den Verſuch gemacht hat, Korona der freien Künſtler auszuſcheiden.
Gent ihre kommunalen Einrichtungen in überſichtlicher durch Neues Anreiz und Anregung zu geben.
* Wie Otto Jahn der Mozart=Biograph wurde. (Zu
Weiſe vorgeführt. Wir finden Erläuterungen über den
Julius Wertheimer.
ſeinem 100. Geburtstag, 16 Juni.) Der große Philologe,

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Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Juni 1913.
Seite 4.
zu dieſer Erläkrung aus der Mite der Verfſammlung, ſwurde nach Erſcheinen der Orispolzel zum Riederwöll=ſperatort nach London begaben, untenahmen dier
eine Rundfahrt zur Beſichtigung der Sehenswürdigkei=
Der Oberbürgermeiſter bemerkte, es ſei vom Regiment ſtädter Leichenhaus verbracht.
gewünſcht worden, daß die Stadt durch drei Vertreter
Wiesbaden, 14. Juni. In der vergangenen Nacht ten. Sie folgten am Nachmittag der Einladung einiger
offiziell beim Feſt vertreten ſei, und die Stadtverordneten wurde in das Antiquitäten= und Juwelengeſchäft von L.! Abgeordneten zum Tee und verbrachten eine angenehme
hätten außer ihm die beiden dienſtälteſten Beigeordneten Metzler auf der Wilhelmſtraße eingebrochen. Die Stunde auf der berühmten Terraſſe des Parlaments bei
hierzu gewählt.
Diebe erbeuteten für 50000 Mark Juwelen. Von den herzlicher Unterhaltung mit ihren liebenswürdigen Wir=
ten
, unter denen ſich folgende Abgeordnete befanden: Allan,
Breidenbach in Oberheſſen, 15. Juni. Man ſchreibt Einbrechern fehlt bisher jede Spur.
Kaſſel, 14. Juni. Als würdige Einleitung der Tau= Baker, Dickinſon, Noel Buxton, Gladſtone, Chapple, Wil=
der
Frkf. Ztg.: Das in dem durch ſeine originellen Volks=
trachten
und ſeine alten Volksbräuche bekannten heſſiſchen ſendjahrfeier der Reſidenz Kaſſel wurde heute nach= liams Benn, Oconnor, Ramſay Macdonald, Brunner
Hinterland, dem heutigen Kreis Biedenkopf. gelegen: mittag 4½ Uhr in den ſonſt ſo ſtillen Räumen des Oran= und Canveller Die Abgeordneten Baker und Oconner
etwa 1000 Einwohner zählende Dorf Breidenbach gerieſchloſſes in der maleriſchen Karlsaue in Anweſen= führten die Gäſte in den Sitzungsſaal und die anderen
feiert am 15. und 16. d. M. ſein tauſendjähriges heit der Spitzen der Militär= und Zivilbehörden, der Räume des Parlaments.
Beſtehen. Das Dorf erſcheint zuerſt in einer Urkunde Magiſtratsmitglieder mit Bürgermeiſter Jochmus an der
Alma (Colorado), 14. Juni. Ueber die Ermord=
vom
16. Juni 913 und gehörte mit dem Perfgau zum Spitze, der Preſſe ſowie einer Anzahl geladener Gäſte und ung des Deutſchen Heinrichs wird gemeldet:
Beſitze des Herzogs Eberhard von Franken, des Bruders ausſtellender Künſtler die erſte große deutſche Oswald Heinrichs wurde im Kampfe mit Friedrich Kem=
König Konrads I., der im oberen Lahngau ſeine Haus= Kunſtausſtellung Kaſſels mit einer Be= pher auf einer Farm. zehn Meilen außerhalb von Almar,
macht hatte. Das Gaugrafenamt ging ſpäter an die grüßungsanſprache des Galeriedirektors Dr. Gronau am 4. Februar getötet. Es wurde feſtgeſtellt, daß beide
unter der Lehnshoheit der Erzbiſchöfe von Mainz ſtehen= feierlich eröffnet. Der ſich anſchließende Rundgang durch Fleiſchermeſſer gebraucht hatten. Kempher wurde ſchwer
den Grafen von Wittgenſtein über. Als die Erzbiſchöfe die geſchmackvoll angeordnete, reichbeſchickte Ausſtellung
ihre Macht gegenüber den heſſiſchen Landgrafen erwei= (841 Nummern) vermittelte ein Geſamtbild des Schaffens verletzt, aber wiederhergeſtellt. Die Leichenſchaukommiſ=
tern
wollten, unterlag der Krummſtab dem heſſiſchen = moderner deutſcher Kunſt. Sieht man von den neueſten ſion ſtellte einen entlaſtenden Befund feſt. Der Kampf
wen, und Breidenbach kam mit dem Perfgau in den Beſitz ertremen Richtungen, wie Kubiſten und Futuriſten ab, war die Folge eines Streites über eine kleine Schuld
Heſſens, dem es bis zum Jahre 1866 angehörte, wo es ſo kommen in der Ausſtellung alle Richtungen zum Wort. Kemphers an Heinrichs.
an Preußen fiel. Die Geſchichte des Dorfes, das ein Neben der Farbe nimmt die Schwarzweißkunſt einen an=
eigenes
Rittergeſchlecht, die Herren von Breidenbach (jetzt ſehnlichen Platz ein. Dazwiſchen lenkt die Skulptur in
Deutſcher Reichstag.
benannt Breidenbach zu Breidenſtein), beſaß, iſt gar hervorragenden Werken das formenfrendige Auge auf
wechſelvoll. Trotz ſeiner weltabgeſchiedenen Lage hat ſich. Beſonders die Kleinplaſtik iſt in entzückenden Exem=
* Berlin, 14. Juni. Präſident Dr. Kaempf er=
Breidenbach unter den mittelalterlichen Kriegsſtürmen plaren reichlich vertreten. Wenn in der Ausſtellung auch
und ihren Folgeerſcheinungen ſchwer gelitten. Der drei= nur den Lebenden Raum gegeben iſt, ſo ſind doch die Ein= öffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Min. mit folgender
ßigjährige Krieg vernichtete den Wohlſtand der Bewoh= flüſſe der letzten großen Toten wie Feuerbach und Böcklin, Anſprache:
ner: Peſt, Blattern und ähnliche Seuchen raſten die Mehr=Leibl und Menzel, dem aufmerkſamen Beſchauer mehr
Meine Herren! Nur eine kurze Svanne Zeit trennt
zahl der Bewohner dahin. Manche Bauten des Dorfes oder weniger deutlich erkennbar. An Zahl wie an Quali= uns noch von dem Tage an dem wir das 25jährige Re=
haben
die Jahrhunderte überdauert und ſind heute ſtumme tät ſteht unter den auswärtigen Ausſtellern die Reichs=gierungsiubiläum des Kaiſers ſeierlich und feſtlich be=
Zeugen einer ſchöneren Vergangenheit. Die noch wohl= hauptſtadt an der Spitze. Daneben behaupten die übrigen gehen. Wehmütig ſteigt die Erinnerung an das Lebens=
erhaltene
, aus dem 13. Jahrhundert ſtammende Kirche be= Stätten deutſcher Kunſt würdig ihren Ehrenplatz.
ende des kaiſerlichen Gründers des Deutſchen Reiches,
ſitzt drei Glocken aus den Jahren 145054 und eine nahezu
Straßburg, 13. Juni. Der hieſige Vertreter der des erſten Kaiſers aus dem Hohenzollernhauſe vor un=
250 Jahre alte Orgel. Das alte Pfarrhaus entſtammt Frankfurter Zeitung, Redakteur Charles Frey, wurde in ſerem Geiſte auf. Wehmütig gedenken wir des eülen
dem Jahre 1575. Zahlreiche Holzbauten mit ihren In= der heutigen abermaligen Vernehmung in der Angelegen= Dulders auf dem Kaiſerthron und ſeines tragiſchen Schick=
ſchriſten
geben Zeugnis von der mittelalterlichen Bau= heit des Ausnahmegeſetzentwurfes wegen fortgeſetzter ſals, des Kaiſers Friedrich III. Mit Stolz und Freude
kunſt. Aus Anlaß dieſer Tauſendjahrfeier iſt ein altes Verweigerung der Ausſage zu 30 Mark Geld= aber erfüllt uns der Gedanke an die jugendfriſche Ge=
Bauernhaus errichtet worden, das eine einheimiſcheſtrafe verurteilt. Die auf heute anberaumte zweite ſtalt unſeres Kaiſers, wie er im Volbewußtſein ſeiner
Altertumsausſtellung beherbergt, während der Vernehmung des Vertreters des Periſer Matin, Redal=Jugendkuaft und mit der Begeiſterung ſeines idealen
Feſtzug Gelegenheit geben wird, die alten originellen Hin= teur Paul Bourſon, wurde einſtweilen zurückgeſtellt.
Strebens vor 25 Jahren die Regierung übernahm. Der
terländer Volkstrachten wieder zur Geltung zu
Halle a. S., 13. Jnni. Der Rektor der hieſigen Uni=Kaiſer kannte die Bedenken, die ſeine militäriſchen Nei=
bringen
.
verſität ſucht durch Anſchlag am Schwarzen gungen erwecken konnten. Er wiſſe wohl, das hat er ſelbſt
Brett zwei bisher unbekannt gebliebene Lebens=
ausgeſprochen
, daß ihm nach Ruhm lüſterne Kriegsge=
retter
. Am 22. Mai wurde, ſo heißt es in ſeinen An=
Reich und Ausland.
gaben, ein zwölfjähriges Mädchen an der Wilden Saale, danken zugeſchrieben würden. Eo wiſſe, das hat er hin=
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Juni. Durch die Auf= das oberhalb ins Waſſer geraten und nun widerſtandslos zugefügkt, welche Anſchuldigungen ſihm unterſtellt wür=
den
. Die Bedenken haben ſich als gänzlich grundlos er=
merkſamkeit
eines Schutzmanns vom 24 Polizeirevier iſt dem Hochwaſſer preisgegeben war, von zwei des Weges wieſen. Er, der das mächtigſte Kriegsinſtrument in ſeiner
es auf Grund der von der hieſigen Kriminalpolizei ver=daher kommenden Studierenden gerettet. Die Herren
breiteten Perſonalbeſchreibung und der Photographie ge= hatten im Augenblick der Gefahr ſich ſofort ihrer Ober= Hand hält, hat es benützt, nicht um kriegeriſche Lorbeern
lungen, einen ſeit dem 6. d. M. von der Staatsanwalt=kleider entledigt und ſich in die ſchlammigen Fluten ge= zu pflücken, ſondern um uns und der Welt den Frieden
ſchaft in Glatz geſuchten Mörder zu verhaften. In ſtürzt. Schwimmend erreichten ſie das Mädchen und zu bewahren und alles in einer ernſten Zeit. Aber wir
Zadel in Schleſien wurde am 6. Juni das ſeit dem 16. brachten es auch glücklich ans Land. Der eine der Herren haben das felſenfeſte Vertrauen, daß der Kaiſer das ſein
Mai ſpurlos verſchwundene Gjährige Töchterchen Emilie wurde von der ſtarken Strömung noch abgetrieben und wird, was er war und was er iſt: Der Friedensfürſt,
einer dort anſäſſigen Familie Schneider als Leiche mit konnte infolge der befeſtigten Böſchung erſt einige 20 Me= der das Kriegsſchwert nur ziehen würde, wenn es gälte,
zuſammengebundenen Händen und Füßen in einem Sack ter unterhalb wieder ans Land kommen, da keiner aus Lebensbedingungen des deutſchen Volkes zu verteidigen.
eingenäht und unter Stroh verſteckt in einer Scheune auf=der Menge die Zeuge des Unfalls waren, ſich anſchickte, Noch in einer anderen Richtung danken wir dem Kaiſer.
gefunden. Der Verdackt der Täterſchaft lenkte ſich bald ihm behilflich zu ſein. Der Rektor erſucht die Kommi= Er hat einſt als Urgrund, auf dem das Deutſche Reich
auf den 19jährigen Bäcker Max Weigel, der ſich zur Zeit litionen, ihm, wenn möglich, die Namen der Perſönlich= errichtet iſt, jene hohen ſittlichen Anſchauungen bezeichnet,
der Tat bei ſeinen Eltern, die im ſelben Hauſe wie die keiten, die das Rettungswerk ſo anerkennens= und dan= die unſeren Vorfahren eigen waren. Er hat mahnend
gerufen, das Gefühl für den kategoriſchen Imperativ der
Familie Schneider wohnen, aufgehalten hatte, aber ſeit kenswerterweiſe vollbrachten, mitzuteilen.
dem 5. d. M. aus Zadel mit unbekanntem Ziel abgereiſt
Gera (Reuß), 14 Juni. Die fürſtliche Regierung gibt Pflicht möge im deutſchen Volke niemals erſterben. Als
war. Als geſtern abend ein Schutzmann des 24. Reviers bekannt, daß Fürſt Heinrich XXVII. Reuß j. L. an= eine Verkörperung der damit ausgeſprochenen Grundſätze
die in ſeinem Revier liegende Bäckerherberge beſuchte, läßlich des Regierungsiubiläums des Kaiſers eine Am=ſteht der Kaiſer heute vor uns. Er hat in ſeinem Wirken
fiel ihm unter den Anweſenden ein junger Mann durchneſtie erläßt, die Gefängnisſtrafen bis zu ſechs Wochen, als Kaiſer wie in ſeiner Pflicht alles das zur Tat ge=
ſein
ſcheues Weſen auf, und er kam bald zu der Ueber= Haft und Geldſtrafen einbeziehen ſoll.
macht. Kürzlich hat der Kaiſer bei der Vermählung ſeinen
zeugung, den Geſuchten vor ſich zu haben. Weigel er
Falkenau, 15. Juni. Der Gaſtwirt Klier ſchoß Tochter Worte geſprochen, die in ihren echten, aus war=
war
es tatſächlich wurde ſiſtiert und legte heute auf dem im Verlauf eines Streites auf ſeine Schwiegermutter. mem Herzen kommenden Gefühlen das Gepräge tiefſten
Polizeipräſidium vor dem Kommiſſar Dr. de Roche ein Die Kugel traf jedoch ſeine Frau und ſein Töchterchen, Empfindens zeigen und in allen Kreiſen des Volkes rein
umfaſſendes Geſtändnis ab. Das Landgericht Ber= die beide ſchwer verletzt wurden. Klier nahm ſich darauf menſchliche Verehrung auslöſten. (Beifall.) Bei der glei=
lin
I hat jetzt auch in zwei weiteren Klagen der ſelbſt das Leben.
chen Gelegenheit aber hat der Kaiſee ein Wort geprägt,
Charits gegen die Stadt Berlin dem Antrag
Zürich, 13. Juni. Die Reviſion bei der Spar= und das in epigrammatiſcher Kürze zeigt, wie er ſeine fürſt=
der
Charits ſtattgegeben und die Widerklagen Berlins Leihkaſſe Bremgarten im Kanton Aargau ergab beträcht= lichen Pflichten auffaßt: Anderen zu dienen und für an=
abgewieſen
. Damit ſind alle drei bisher in erſter In=liche Unterſchlagungen und Bücherfälſchungen, dere zu ſorgen, hat er als vornehmſte Aufgabe eines Für=
ſtanz
durchgefochtenen Prozeſſe der Charits gegen Ber= Man ſpricht von über 600 000 Franken.
ſten bezeichnet. (Beifall.
kin zuungunſten der Stadt entſchieden.
Meine Heeren! Wer in feierlicher Stunde ſeinem
Paris, 14. Juni. Aus der Stadtbibliothek von Foix
Frankfurt (Main), 14. Juni. Ein Elektrotech= (Departement Ariége) wurden von bisher unermittelten Kinde ſolche Worte für das Leben mitgibt, kann nicht
niker aus Offenbach wollte geſtern nachmittag 3½ Dieben zwei aus dem 16. Jahrhundert ſtammende Meß=nur Anſpruch erheben auf die Achtung, die jeder deutſche
Uhr in Niederwölſtadt an der Neuanlage der elektriſchen bücher geſtohlen, deren Wert auf 50 000 Mark ge= Bürger ſeinem Kaiſer ſchuldet und entgegenbringt, er er,
Leitung einen Draht ſpannen. Hierbei wurde er von ſchätzt wird. Die beiden Bücher wiegen zuſammen nicht weckt darüber hinaus im ganzen Volle ein herzliches Ge=
einem
elektriſchen Schlage getroffen, ſo daß weniger als 60 Kilogramm.
fühl der Verehrung und der Liebe. (Beifall) Sie aber,
er ſofort tot zu Boden ſank. Der Unfall iſt durch un=
Brüſſel, 14. Juni. Hier ſtarb geſtern der bekannte meine Herren, fordere ich auf, an dem Tag, an dem wir
vorſichtiges Einſchalten eines anderen Monteurs herbei= Romanſchriſtſteller Camilie Lemonnier im Alter von hier im Reichstag das 25jährige Regierungsjubiläum Sr.
geführt worden. Letzterer flüchtete ſofort auf ſeinem 66 Jahren.
Majeſtät des Kaiſers feiern, den Gefühlen, die uns alle
Rade und wurde durch einen Niederwöllſtädter Einwoh=
London, 13. Juni. Die deutſchen Preſſever= beſeelen und den Wünſchen, die wir für eine lange glück=
ner
per Rad verfolgt. Die Leiche des Verunglückten treter die ſich geſtern nach der Fahrt auf dem Im=liche und ſegensreiche Regierung Sr. Majeſtät des Kaiſers
2
Archäologe, Kunſtforſcher, Muſikhiſtoriker und Goethe= alle Briefe Mozarts ab. Seines Fleißes darf man ſich heruntergemalt und zeigt, welch treffliche Technik ſchon der
kenner Otto Jahn, deſſen 100 Geburtstag am 16. Juni ja rühmen, meint er, und ich kann Ihnen eine unver= Schüler beſaß. Das Stück verdient beſondere Beachtung,
alle Freunde der Altertumswiſſenſchaften und der Kunſt= dächtige Zeugin ſtellen, die alte Theres im goldenen weil es das einzige derartige Werk aus der Frühzeit des
geſchichte mit dankbarem Gedenken begehen werden, ge= Ochſen, die ſich ſpäter nicht meines Namens aber wohl Meiſters iſt, das ſich erhalten hat.
hörte noch zu jenem, heute ausgeſtorbenen Stamm poly= des Profeſſors erinnerte, der länger als drei Wochen lang
C.) Der König von Siam als Moliöre=Ueberſetzer und
hiſtoriſcher Gelehrter, die wie zur ſelben Zeit Hermann von früh bis ſpät auf ſeinem Zimmer ſaß und ſchrieb. Regiſſeur. Der König von Siam hat, wie in der franzö=
Hettner und Karl Juſti das ganze weite Gebiet der ſchö= Es war gut, daß es damals meiſt ſchlechtes Wetter war, ſiſchen Zeitſchrift Les Amitiés francaiſes berichtet wird,
nen Wiſſenſchaften umſpannten. Wenn er die Archäologie denn ſonſt wäre es auch für einen Profeſſor zu viel ge= ſich ſelbſt der Aufgabe unterzogen, Meiſterwerke der euro=
durch
ſeine Forſchungen über Vaſen und Eiſten am mei= worden, in Salzburg nur auf der Stube zu ſitzen. Aber päiſchen Literatur zu überſetzen und in Aufführungen
ſten bereichert hat, wenn er die Philologie durch ſeine treff= es war ein eigener Genuß bei dieſer ſterilen Arbeit des ſeinen Untertanen nahezubringen. Den Anfang hat er
lichen Juvenal= und Perſius=Ausgaben förderte wenn er Abſchreibens, die mir ſonſt, Sie wiſſen, wie verhaßt iſt. mit Molisres Arzt wider Willen gemacht den er in
der Goetheforſchung neue reiche Quellen erſchloß, ſo iſt Ich glaubte mit den Männern ſelbſt zu verkehren, als ich
ſeiner Uebertragung während der letzten Spielzeit im
doch das Werk, das heute noch ſeinen Namen in weiten ſo Brief um Brief alles mit durchmachte, was ſie erlebt Nationaltheater von Bangkok aufführen ließ. Dabei war
Kreiſen lebendig erhält, aus einer Beſchäftigung ſeiner hatten; was ſie bewegte in Freud und Leid, unmittelbar der König ſelbſt als Regiſſeur tätig, er nahm an allen
Nebenſtunden erblüht: es iſt ſeine große Mozart=Biogra= wie ihnen der Eindruck gekommen war, bis in die wech=
Proben teil und gab den Schauſpielern eingehende Rat=
phie
, eine klaſſiſche und grundlegende Schöpfung der ſelnden Züge der Handſchrift ſo wieder aufnahm, wie
Muſikgeſchichte, die für die Kenntnis der Perſönlichkeit des einſt der, dem der Brief zu Händen kam. Auch die Kom=ſchläge, wie er auch die Einrichtung des Bühnenbildes
überwachte. Die erſte Vorſtellung fand in Gegenwart des
Meiſters, für das Verſtändnis ſeiner Muſik mehr getan poſitionen lernte er faſt alle in des Meiſters Handſchrift Königs und ſeiner Würdenträger ſtatt; unter den 300 ein=
hat
, als jede andere literariſche Leiſtung. In der ſchönen, kennen. und der Held, der dem jugendlichen Verehrer
warmherzigen und perſönlich gefärbten Einleitung, die er Beethovens und der Romantiker in ſeiner reinen vollen= geladenen Gäſten ſah man außer der ſiameſiſchen Ariſto=
kratie
die Geſandten der europäiſchen Höfe und beſonders
der erſten Auflage voranſtellte, hat der Gelehrte ſelbſt er= deten Schönheit fremd geweſen war, wurde ihm nun zum Mitglieder der franzöſiſchen Kolonie. Die Aufführung er=
zählt
, wie er zum Mozart=Biographen wurde. Nach echt Führer und Tröſter. Wenn man in reiferen Jahren
regte das größte Intereſſe, und auch der ſiameſiſche Teil
deutſcher gründlicher Forſcherart ſchrieb er ſeine Mozart= dann wieder zu ihm geführt wird, erſtaunt man über den
Biographie, weil er eine Beethoven=Biographie ſchrei= wunderbaren Reichthum ſeiner Kunſt und über ſich ſelbſt, des Publikums war durch die humoriſtiſchen Szenen leb=
haft
beluſtigt, obwohl ſie bei der Uebertragung ins Siame=
ben
wollte In einer Einleitung ſolte daher zunächſt der daß man dagegen kalt ſein konnte. Ich geſtand Ihnen,
große Vorgänger des Titanen behandelt werden, aber ich wie nach ſchweren Leiden, die mir Jahre lang alle Muſik ſiſche und in den höfiſchen Stil etwas von ihrem ur=
ſah
bald ein daß es unmöglich ſein würde, das, was er unmöglich machten, durch Mozart wieder Muth und Kraft ſprünglichen Reiz eingebüßt haben düeften.
Neues und Großes geſchaffen hat, vollkommen begreiflich zur Theilnahme an derſelben in mir wach wurden.
Sic transit
. Ein melancholiſches Dokument für
zu machen, ohne die Leiſtungen Mozarts klar zu über=
ck
. Ein unbekanntes Jugendwerk Wilhelm Leibls. die Vergänglichkeit alles Ruhmes und für die traurige
ſehen der die vorausgehende Periode der Muſk abge= Da Leibl von ſeinen Jugendarbeiten alles vernichtet hat, Lage in der ſich heute ſo manche türkiſchen Kriegshelden
ſchloſſen hat, und deſſen Erbſchaft Beethoven antreten was er nicht für gut hielt, ſo bedeutet jedes Werk aus befinden iſt die folgende Annonce, die in einem Buka=
mußte
um ſeine eigenthümliche Stellung in der Geſchichte ſeiner Frühzeit einen Gewinn für die Kunſtgeſchichte, reſter Blatt zu finden war: Mehmet Kemal Bey, ehe=
der
Muſik zu gewinnen‟. Nun begann eine Arbeit, wie denn es iſt von hohem Intereſſe, im Einzelnen verfolgen maliger Kommandant des Generalſtabs der Kaiſerlich
ſie gründlicher und umfaſſender einem Komponiſten von zu können, wie dieſer größte Maler der modernen Kunſt ottomaniſchen Marine, der ſoeben eine Reihe von Auf=
der
Wiſſenſchaft noch nicht gewidmet worden war: die allmählich zur Meiſterſchaft gelangte. In der Kunſt=ſätzen über die Türkei in der Zeitung Minerva zu ver=
philologiſche
Durchdringung und Sichtung des Stoffes, chronik teilt nun Dr. Konrad Weinmayer die Entdeckung öffentlichen beginnt, wünſcht Stunden in engliſcher Sprache
die bisher das Vorrecht der alten Dichtungen zu ſein einer ſolchen Jugendarbeit mit. Es handelt ſich um eine Herrſchaften zu erteilen, die den Sommer in Sinaja ver=
ſchien
und nur antiken Schriftſtellern zugute gekommen völlig ſicher verbürgte Darſtellung der Pallas Athene, die bringen wollen. Man adreſſiere Briefe an das Hotel
war, wurde einem modernen Meiſter zuteil. Um ſeinem ſich in Münchener Privatbeſitz befindet. Leibl malte das Capfa. Der frühere hohe türkiſche Marineoffizier hofft
Helden ganz nahezukommen, verſenkte ſich Jahn in all Bild im Jahre 1864, als er als Schüler von Anſchütz an alſo in der Sommerreſidenz des Königs von Rumänien
ſeinen noch erreichbaren Manuſkripte in all die Dinge, der Münchener Akademie arbeitete, während einer Mit=unter dem Publikum einige Schüler zu finden, die ſich von
an denen noch der Duft ſeines Weſens haftete. In ſeiner tagspauſe raſch hin. Das für Leibl ungewöhnliche antike ihm in die Geheimniſſe der engliſchen Sprache eint
hen.
Heimatſtadt Salzburg ſchrieb ſich der Leipziger Proſeſſor Sujet iſt in einem feinen graugelben Ton flott und breit laſſen.

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Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Juni 1913.
Seite 5.
und für das Wohl des ganen kaiſelichen und könig.=Dafürſprach auch, daß gegen Rieder=Modau keine Regreß= ſer eine Verantworlung ablehnen miſſ, da er ſich auf die
lichen Hauſes haben, Ausdruck zu geben, indem Sie mit klage angeſtrengt wurde. Die Aeußerung Pallmanns, er Angaben von Adam verlaſſen mußte. Eine Verurteilung
mir rufen: Se. Majeſtät der deutſche Kaiſer Wilhelm II., ziehe keinen Pfennig aus ſeinem Vermögen, mußte ihn ſolle jedoch nur wegen der durch das Konto Adam ver=
König von Preußen, er lebe hoch!
Die Anweſenden ſtutzig machen, daß er ſo viel Nieder=Modauer Wechſel urſachten Unrichtigkeiten der Bilanz erfolgen, da in den
ſtimmten begeiſtert dreimal in den Ruf ein.
liefern konnte. Es erſcheine auch unglaubwürdig, daß er anderen Punkten immer noch die Möglichkeit des guten
Die Polen beteiligten ſich an dem Kaiſerhoch nicht.
von dem ganzen Treiben nichts gewußt habe, da er, wie Glaubens Ihrigs angenommen werden könne.
Abg. Schultz=Bromberg (Rp.): Herr Präſident! Zeugen bekundeten, einen intimen Verkehr mit Pallmann
Als Täter iſt Beck für die Bilanz verantwortlich. Der
Ich glaube, es entſpricht der Stimmung, die uns alle be= unterhielt. Weiter mußte ihm als früheren Bankier auf= Nachweis, daß Ihrig den Beck dazu angeſtiftet habe, iſt
ſeelt, wenn ich den Antrag ſtelle, das Haus möge ſich fallen, daß eine ländliche Genoſſenſchaftsbank in einem der= nicht erbracht und Beck hat dieſe von ihm in der Vor=
heute
vertagen. (Allſeitige Zuſtimmung.)
artigen Umfang Wechſel begebe. Die Anſtiftungshandlung unterſuchung aufgeſtellte Behauptung ſelbſt nicht in der
Präſident Dr. Kaempf: Dem Antrag wird nicht gegen Adam ſei bis auf einen Fall nicht erwieſen Aus Hauptverhandlung aufrecht erhalten. Die Schuld des
widerſprochen. Ich ſtelle das feſt. Die Vertagung allem gehe hervor, daß er annehmen mußte, daß die ihm Ihrig ſei demnach nur als Beihilfe zu beurteilen. Die
iſt beſchloſſen. Die nächſte Sitzung ſchlage ich vor gegebenen Akzepte keine Gefälligkeitswechſel ſein konn= Bilanz für 1908 brachte trotz des Verluſtes von 52000 Mk.
abzuhalten am Dienstag, den 17. Juni, nachmittags ten; es ſei ſomit die gewerbs= und gewohnheitsmäßige einen Gewinn von 780 Mark. Ihrig behauptet, daß ihm
1 Uhr, mit der heutigen Tagesordnung. (Zuſtimmung.) Hehlerei erwieſen. Eine Mittäterſchaft Pallmanns an von der Einſtellung der 52000 Mark in die Bilanz nichts
Schluß 11½ Uhr.
der Fabrikation der Wechſel ſei ausgeſchloſſen; er habe ſie bekannt ſei. Eine Beihilfe oder Anſtiftung zu dieſer Bi=
lediglich
durch eine Untreue Adams erlangt. In der lanzverſchleierung ſei ihm nicht nachgewieſen worden. Die
* Berlin, 14. Juni. Die Budgetkommiſ=Bürgſchaftsübernahme des Darmſtädter Hofes ſei wohl Anklage wegen Betrugs begangen durch Werbung neuer
ſion des Reichstags ſetzte heute in Weiterberatung eine Anſtiftung Adams bewielen; dieſer Punkt ſcheide Mitglieder, ſei mit Recht fallen gelaſſen worden, insbe=
des
Geſetzentwurfes, betr. Aenderung im Finanzweſen, aber als verjährt aus, er ſei aber verwendbar zur Kenn= ſondere darum, weil Ihrig wohl bei der Anfertigung der
die geſtern begonnene Debatte über die §§ 46 (Beſchaf= zeichnung des Verhältniſſes zu Pallmann und Adam. Urkunde über die 52 000 Mark ſich nicht bewußt war, daß
fung einer Gold= und Silberreſerve bis zur Höhe von Von Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte ſei abge= er damit neue Mitglieder heranziehen wollte. Bei Unterzeich=
120 Millionen) fort. Ein konſervativer Redner ver= ſehen worden, weil er, ſo gut er konnte, ſeinen Verpflich= nung der 52000 Mark=Urkunde iſt es nicht richtig, daß
wies auf die große Nachfrage nach Silber und betonte, tungen nachgekommen ſei, eine Schädigung Nieder=Mo= dies ohne Mitwirkung Ihrigs geſchehen iſt. Dafür daß
daß vor einiger Zeit für Silber noch Aufgeld gezahlt daus nicht beabſichtigt war und er alles getan hat, um die Abſicht beſtand die Urkunde gleich nach der Unter=
worden
ſei Er billigte die von der Regierung vorge= den entſtandenen Schaden zu beſeitigen.
ſchrift an die Bank zu zedieren, ſprächen verſchiedene
Gründe. Beſonders die Eile, mit der die Zeſſion erfolgte.
ſchlagene Maßnahme. Ein fortſcheittlicher Redner er=
Beck habe die eigene Entnahme zugegeben. Seine
Der Umſtand, daß die Urkunde nicht rechtlich gültig war,
widerte: Zu der Zeit, zu der an der Grenze Aufgeld auf Angabe, die Entnahme ſei durch Kaſſenverluſte veranlaßt ſchließe nicht aus, daß eine Schädigung eintreten konnte,
Silber gezahlt worden ſei, habe die Reichsbank noch einen worden, kann nicht richtig ſein, ſonſt hätte dieſer Verluſt
Vorrat von 250 Millionen gehabt. Berichterſtatter Süde= nicht durch die Bücher geſchleppt werden können. Die Er= nicht der Kaſſe, ſondern der Unterſchreiber der Urkunde,
Die Verfügung über die Stiftung Iſaaks ſtand der Ge=
kum
hielt es für wichtiger, für den Kriegsfall die Nah=klärung, die er früher abgab, erſcheint viel glaubwürdiger noſſenſchaftsbank nicht ohne weiteres zu. Wenn Ihrig an
rungsmittelvorräte zu ſichern, das ſei wirkungsvoller als und es ſtehe wohl feſt, daß er die 2000 Mark für eigenen die Hergabe beſondere Bedingungen knüpfte, ſo geſchah
für bares Geld zu ſorgen. Reichsſchatzſekretär Kühn Vorteil verwendet hat. Die Zahlung der 27000 Mark an dies nur, um der Bank neue Sicherheiten zu verſchaffen.
wiederholte, der Betrag von 120 Millionen entſpreche dem Adam ſei zweifellos eine Veruntreuung, die auch durch Der Betrug iſt geſchehen in der durch Täuſchung erlangten
errechneten Bedarf. Er bitte, die Vorlage anzunehmen. die nachträgliche Kreditbewilligung von 10000 Mk, für Unterſchrift. Die Begünſtigung Adams ſei durchaus er=
Nach kurzer weiterer Debatte wurde § 4 (Anſchaffung Adam nicht gut gemacht werden könne. Auch nicht durch wieſen.
eines Beſtandes an Silbermünzen bis zur Höhe von 120 die Zuſtimmung der anderen Vorſtands= und Aufſichts=
Bei der Strafzumeſſung komme bei allen Angeklagten
Millionen) angenommen mit dem Zentrumsantrag, der ratsmitglieder, denn nur der Rechner könne wiſſen, ob in Betracht die ſchweren Folgen, das furchtbare Elend,
lautet: Die vom Reichskanzler nach Maßgabe des Ab=ein Gläubiger ſeinen Kredit überſchritten habe. Die Pro= das über eine blühende Gegend hereingebrochen iſt und
ſatz 1 zur Befriedigung eines außerordentlichen Bedarfes tokollfälſchung ſei eine ſchwere Urkundenfälſchung, für die das Wirtſchaftsleben in den Grundfeſten erſchüttert habe
zu treffenden oder getroffenen Maßnahmen ſind, abge= zwei Monate Gefängnis angeſetzt wurden. Ebenſo die und Hunderte von Familien um ihr Hab und Gut ge=
ſehen
vom Fall der Mobilmachung, dem Reichstag mit= Fälſchung der Quittung an Adam: es ſei nur als Aus= bracht hat. Die Beteiligung der einzelnen Angeklagten ſei
zuteilen. Sie ſind aber außer Kraft zu ſetzen, wenn der rede zu betrachten, er habe 200 Mark an Adam zuviel durchaus verſchieden zu bewerten. Die Handlungsweiſe
Reichstag es verlangt
§ 5, Ausgabe weiterer ausgezahlt. Die Bilanzfälſchung für 1907 ſei zweifellos Adams ſei durchaus am ſchwerſten zu verurteilen. Er
Reichskaſſenſcheine in Abſchnitten von 5 und 10 Mark bis erwieſen, ebenſo für 1908; für 1907 beſonders darum, war es der die Mißwirtſchaft aufkommen ließ. Empö=
zur
Höhe von 120 Millionen zur Beſchaffung der Gold= weil ſtatt mit einem Gewinn von 4000 Mark die Bilanz rend erſcheine es, wenn man bedenkt, daß er ſich bewußt
reſerven, und § 6, Aufſicht der Reichsſchuldenkommiſſion mit einem Verluſt von über 100 000 Mark hätte abſchließen
ſein mußte, wie er durch ſeine Handlungsweiſe viele
müſſen. Dazu war ihm der Wechſelumlauf bekannt, denn Familien ins Unglück ſtürze, während er ein behagliches
über die Verwaltung der Silber= und Goldreſerve, wurden er hatte ja die Wechſeleinlöſung mitgemacht und ihm Wohlleben führte. Adam war nicht das Opfer gewiſſen=
angenommen
. Der fortſchrittliche Antrag wurde abge= waren die Reviſionsberichte bekannt.
lehnt.
loſer Spekulanten, er war ſelbſt ein Spekulant. Er hat
Nächſte Sitzung Dienstag vormittag. Fort=
Ihrig ſei der Bilanzfälſchung für 1908 ſchuldig, ohne Rückſicht auf die Folgen ſein verbrecheriſches Trei=
ſetzung
vom Beſitzſteuergeſetz.
und zwar der Beihilfe der Bilanzfälſchung des Beck. Nach ben fortgeſetzt. Nicht einmal vor der Oeffentlichkeit habe
dem Protokoll der Aufſichtsratsſitzung vom November er ſein ſchamloſes Treiben verhüllt Mildernd in Be=
1909 war ein Verluſt von 14 610,12 Mark feſtgeſtellt wor= tracht komme der unheilvolle Einfluß Pallmanns, die
den und 261000 Mark uneinbringliche Forderungen, die moraliſche Begriffsverwirrung, die in Nieder=Modau
Das Urfeil im Nieder=Modauer abgeſchrieben werden mußten. Es wurde mit Ihrig ver= herrſchte und die mangelnde Kontrolle, die alle Hemmun=
handelt
, wie die Mitglieder vom Vorſtand und Aufſichts= gen beſeitigte, die ſich ihm auf der Bahn des Verbrechens
Prozeß.
rat hierzu herangezogen werden könnten. Dieſe unter= entgegenſtellten. Er war einsſeines verderblichen Tuns
ſchrieben am 16. November 1909. Sie übernahmen die durchaus und voll bewußter Verbrecher.,
x. In der am Samstag unter ſtarkem Andrange des Schuld und forderten gleichzeitig, daß die anderweitigen
Bei Iſaak kommt ſtraferſchwerend in Betracht die
Publikums eröffneten Verhandlung wurde zunächſt noch= Sicherheiten Adams hereingeholt würden. In der Gene= Rückſichtsloſigkeit, mit der er jahrelang die Veruntreu=
mals
den Angeklagten das letzte Wort erteilt. Sie hatten ralverſammlung vom 20. November 1909 wurde nun die ungen Adams zu ſeinen Spekulationen benutzte. Wenn
nichts zu erklären. Das Gericht zog ſich ſodann zu einer Bilanz für 1908 zum Teil von Beck, zum Teil von Ihrig auch nicht erwieſen ſei, daß er von den Wechſelfälſchungen
kurzen Beratung zurück, um dann ſofort das
verleſen. Wie weit ſie Ihrig vortrug, ſei nicht feſtgeſtellt Kenntnis hatte, ſo ſtehe doch feſt, daß er von den Verun=
Urteil
worden. Er ſelbſt gibt an, daß er die Bilanz dem Beck treuungen Adams wußte. Mildernd komme in Betracht,
zu verkünden.
aus der Hand genommen habe, weil die 275000 Mark daß er ſein ganzes Vermögen zugeſetzt hat und daß er
Beim Angeklagten früheren Rechner Philipp Adam nicht in der Bilanz erſchienen ſeien. Wie dieſe 275000 noch nachträglich Nieder=Modau Beträge zugewendet
Mark eingeſtellt worden ſeien, ſteht nicht feſt, da das Ori= wiſſen wollte, über die er frei verfügen konnte.
ſprach das Gericht ſeine Unzuſtändigkeit aus bezüglich der ginal der Bilanz verſchwunden iſt. So viel ſteht aber feſt,
Bei Beck käme erſchwerend ins Gewicht, daß er mit
von ihm in Verbindung mit Fälſchungen öffentlicher Ur= daß ſie in irgend einer Weiſe eingeſtellt wurden. Die Art der Aufgabe nach Nieder=Modau geſandt wurde, Ord=
kunden
verübten Veruntreuungen. Dieſe Fälle gelangen der Aktivierung ſei völlig gleichgültig. Ob die Aktivier= nung zu ſchaffen, daß er das in ihn geſetzte Vertrauen
vor das Schwurgericht zur Aburteilung. Adam iſt ſchul= ung in der einen oder anderen Weiſe erfolgt iſt, ſei in ſchmählich täuſchte und ſich nicht ſcheute, Hand in Hand mit
dieſem Falle ohne Belang. Zugunſten Ihrigs ſolle an=
dem
verbrecheriſchen Adam die Kaſſe noch mehr auszu=
dig
des Vergehens der Untreue (§ 146 des Genoſſen= genommen werden, daß er die Schuldurkunde über dieſe beuten. Mildernd ſei zu berückſichtigen, daß er völlig
ſchaftsgeſetzes) in zwei Fällen, der Anſtiftung zur Untreue 275 000 Mark als eine abſtrakte Schuldverpflichtung be= verwilderte Zuſtände vorfand und er durchaus nicht der
in einem Fall und der ſchweren Urkundenfälſchung in 14 trachtete und ſich berechtigt gefühlt habe, ſie zu aktivieren. geeignete Mann war, mit dem eiſernen Beſen zu kehren.
Fällen. Er wird zu einer Geſamtſtrafe von 5 Klarheit konnte über die Natur dieſer Urkunde nicht ge=
Am ſchwierigſten ſei die Schuld des Angellagten
ſchaffen werden. Gegen die Annahme, daß es eine ab= Ihrig abzuwägen. Er habe verſucht, das Beſtreben,
Jahren 6 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren ſtrakte Schuldurkunde war, ſpreche der Umſtand, daß nichts ſeine Bank zu ſichern und Nieder=Modau zu helfen, zu ver=
Ehrverluſt verurteilt, außerdem zu 1500 Mark Geldſtrafe, über die Zinſen ausgemacht wurde und daß man allge= einigen. Das iſt ihm nicht gelungen. Aufs ſchmählichſte
die mit weiteren 100 Tagen Zuchthaus, und zu vier wei= mein der Anſicht war, daß von einer baldigen unbeding= hat er das Vertrauen der Nieder=Modauer getäuſcht. Durch
teren Geldſtrafen von je 300 Mark, die mit je 20 Tagen ten Zahlung nicht die Rede ſein könne. Man hat die Ur= die Wechſeleinlöſungen 1905 und 1908 wurde der Konkurs
kunde als eine Art Ausfallsbürgſchaft betrachtet. Die Nieder=Modaus zeitlich verſchoben. Ein Opfer ſeitens der
Zuchthaus zu verbüßen ſind. Von der Unterſuchungshaft Annahme, daß es ſich um eine Scheinurkunde handele, ſei Bank iſt aber nicht erfolgt. Das Beſtreben, den Konkurs
werden ihm 1 Jahr 3 Monate auf die Strafe ange= nicht erwieſen. Wenn man auch ſich über die Zahlungs= Nieder=Modau zu verhüten, hinderte Ihrig aber nicht,
rechnet.
fähigkeit der einzelnen Unterſchreiber unterrichtet hatte, ſo gegen Nieder=Modau eine Wechſelklage über 200 000 Mk.
war doch eine volle Aktivierung unzuläſſig, weil die einzureichen. Die Verzögerung des Konkurſes war kein
Der frühere Bankier Moſes Jſaak wird wegen der
Zahlungsunfähigkeit Adams und Roßmanns durchaus Vorteil für Nieder=Modau. Ihrig verſuchte auf alle mög=
gewerbs
= und gewohnheitsmäßigen Hehlerei zu 1 Jahr bekannt war. Daß Adam als zahlungsunfähig bekannt liche Weiſe, die Bank zu ſichern. Mildernd käme in Be=
9 Monaten Zuchthaus verurteilt. Ihm wird von war, gehe daraus hervor, daß den anderen regreßpflich=
tracht
, daß die Kaſſe auch ohne ein Eingreifen Ihrigs zu=
der
Unterſuchungshaft 1 Jahr auf die Strafe angerechnet. tigen Vorſtands= und Aufſichtsratsmitgliedern außer Roß= ſammengebrochen wäre. Es ſei auch kein genügender Beweis
Der Angeklagte Rechner Heinrich Beck wird wegen mann und Adam Entlaſtung erteilt wurde.
dafür erbracht, daß er nicht gedacht hätte, die Kaſſe könne
Die Ausſichten auf eine Abrentung der 275000 Mark ſaniert werden. Auch hat er ſich perſönlich keinerlei Vor=
Bilanzfälſchung, Urkundenfälſchung und Untreue zu aus den Betriebsergebniſſen ſeien völlig unzureichend ge= teile zu verſchaffen geſucht. Er iſt einem Intereſſenkonflikt
1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und zu 2 Geld= weſen, da man bei dem ſchlechten Stand der Kaſſe auf unterlegen. In einer Selbſtüberhebung und Selbſtüber=
ſtrafen
von je 100 Mark und zwei von je 200 Mark ver= einen ſolchen Ertrag nicht rechnen konnte. Die Annahme, ſchätzung ſeiner Kräfte habe er es unternommen. Nieder=
urteilt
. Von der Unterſuchungshaft wird ihm 1 Jahr an= daß Ihrig wiſſen mußte, die Bilanz, die er vertrat, iſt Modau zu ſanieren. Es ſei nicht der reine genoſſenſchaft=
falſch
, wird dadurch unterſtützt, daß das große Immobi= liche Gedanke, der ihn dazu veranlaßte, Nieder=Modau
gerechnet.
lienkonto ohne Abſchreibung und ebenſo das große Konto zu halten, ſondern mehr das Intereſſe des Verbandes.
Der Angeklagte Ihrig wird ſchuldig befunden der Adam eingeſtellt waren. Die volle Aktivierung der 275000 Er wollte es vermeiden, daß man ſagen könnte, unter den
Beihilfe zur Bilanzfälſchung in einem Falle und der Be= Mark war unzuläſſig; aber wenn ſie auch als richtig an= Augen des Verbandes könne eine derartige Mißwirtſchaft
günſtigung Adams und wird zu einer Gefängnis= zuſehen ſei, ſo war die Bilanz doch falſch. Eine Aufklär= getrieben werden. Der genoſſenſchaftliche Gedanke konnte
ſtrafe von 6 Monaten und 1500 Mark Geldſtrafe ung der Generalverſammlung iſt nicht erfolgt Das ent= unter dem Zuſammenbruch Nieder=Modaus nicht leiden,
ſpreche ganz der Tendenz des Ihrig, die Verhältniſſe der wohl aber der des Verbandes. Wie hätte ſich hier glän=
verurteilt
.
Kaſſe der Oeffentlichkeit nicht preiszugeben. Ueber die zend der Genoſſenſchaftsgedanke: Alle für Einen be=
Von der kurz vom Vorſitzenden gegebenen
Art der Aufſtellung beſtehen keine beſtimmten Vorſchrif= währen können. Ihrig hat für die Idee gekämpft, Nieder=
ten
. Ihrig konnte allerdings annehmen, daß er genügend Modau zu ſanieren; Ihrig, der Mann mit den großen
Urteilsbegründung
geſagt habe und daß er es der Verſammlung überlaſſen geiſtigen Fähigkeiten, hätte erkennen müſſen daß er un=
ſeien
folgende Einzelheiten wiedergegeben: Adam wurde mußte, ob ſie weitere Aufklärung haben wollte. In die= zulängliche und verfehlte Mittel benutzte. Sein Handeln
ſchuldig befunden der Anſtiftung Becks zur Untreue. Da ſer Beziehung iſt ihm kein Vorwurf zu machen. Bei dem war ein Verſtoß gegen Treu und Glauben und eine ge=
er
damals noch Kontrolleur war, liegt Anſtiftung in hohen Immobilienbeſitz von 285 000 Mark mußte er un= meingefährliche Verſchleierung der Verhältniſſe.
Idealkonkurrenz mit Untreue vor. Hierfür erkannte das bedingt berückſichtigen, wie er entſtanden war. Dieſer Beſitz
Die Angeklagten bemerkten, ſich weitere Erklärungen
Gericht auf 6 Monate Gefängnis, die in 4 Monate Zucht= ſei höchſt unfreiwillig bei der energiſchen Beitreibung dervorzubehalten. Der Verteidiger Ihrigs äußerte, daß ſein
haus umgewandelt wurden, außerdem wurde erkannt auf, Außenſtände übernommen worden. Dieſe Grundſtücke Klient das Rechtsmittel der Reviſion ergreifen werde.
400 Mark Geldſtrafe Wegen der Anſtiftung Becks zur ſind auch nicht zum Steigerungspreis eingeſetzt worden,
Hergabe der 27000 Mark wurde die gleiche Strafhöhe in ſondern ſo, daß nichts verloren gehen ſollte. Es hätten
Anſatz gebracht und 300 Mark Geldſtrafe. Die Fälſchung auf dieſem Konto unbedingt Abſchreibungen vorgenom=
der
Wechſel von 1902 bis 1904, die eine in ſich abgeſchloſ= men werden müſſen Auch die großen ausſtehenden Zin= Das urteil im Kelſterbacher
ſene einheitliche Handlung darſtellt, ſei verjährt. Wegen ſenforderungen durften nicht ohne Abſchreibungen in der
Hehlerprozeß.
der Wechſelfälſchungen von 1904 bis 1908 wurde auf drei Bilanz erſcheinen. Auch das Konto. Adam hätte ihm
Jahre Zuchthaus erkannt. Die Abtretung der Werte der äußerſt dubiös erſcheinen müſſen. Dies alles hätte Ihrig,
g. In der Sitzung am Samstag machte der Vor=
Kaſſe ſeien Einzelhandlungen oder doch einzelne Grup= den erfahrenen Bankfachmann, auch ohne nähere Nach= ſitzende darauf aufmerkſam, daß bei Popioleck nicht Teil=
pen
. Soweit ſie mit der Fälſchung von öffentlichen Ur= prüfung in die Augen fallen müſſen. Er kannte die nähe=
nahme
, ſondern Beihilfe an einem Diebſtahl angenommen
kunden zuſammenhänge, werde ſie an das Schwurgericht ren Umſtände der einzelnen Kontis genauer und kannte werden könne, ferner bei Heiſack und Rudolf Kiritz
verwieſen. Wegen der Zeſſion von Urkunden und Kauf=auch die Reviſionsberichte und ſonſtigen Mitteilungen. ſtatt gewerbs= und gewohnheitsmäßiger Hehlerei einfache
ſchillingen und der Veruntreuungen wurde auf ein Jahr Wenn er trotzdem am Schluß der Generalverſammlung Hehlerei in mehreren Einzelhandlungen vorliegen könne.
Zuchthaus erkannt. Aus dieſen Einzelſtrafen wurde die ſagen konnte: Es iſt alles in Ordnung und die Mitglieder
Es ſprachen hierauf nochmals kurz die Rechtsanwälte
erwähnte Geſamtſtrafe von fünf Jahren ſechs Monaten könnten ſtolz auf ihren Vorſtand und Aufſichtsrat ſein. Rohde und Oppenheimer und Juſtizrat Reis. Hierauf
und dies in einer ſolchen Weiſe, daß man ein Hoch auf verkündete der Vorſitzende das Urteil. Der Angeklagte
Zuchthaus gebildet.
Bei Iſaak wurde bezüglich der Wechſel bis zum Jahre Ihrig ausbrachte, ſo müſſe man ſagen, ſeine Darſtellung Karl Menz wird wegen eines einfachen Diebſtahls und
1904 keine Hehlerei angenommen. Ebenſo wenig bei derlder Lage war eine bewußt falſche. Er kann ſich nicht dar=gewerbsmäßiger Hehlerei zu 1. Jahr 6 Monaten
Verſilberung der Nieder=Modauer Werte. Seit 1904 hätte auf berufen, daß ja Müller die einzelnen Poſitionen ge= Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverluſt verurteilt 6 Mo=
er
Verdacht ſchöpfen müſſen wegen der Menge der Wechſel, prüft habe, denn dieſer habe ja ausdrücklich erklärt, daß nate der Unterſuchungshaft werden ihm angerechnet; der

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Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Juni 1913.
Seite 6.
Eine Mote der Grsfmiate.
Polbilſsbdeamte Eckert wegen Teilnahme an einem 1 geſunden. Es iſt zu befürchten, daß gleich dem großen
Diebſtahl zu 5 Monaten Gefängnis, die durch die Beben vom 9. Auguſt 1912, das in der gleichen Gegend
* Belgrad, 13. Juni. Die Vertreter der Groß=
Unterſuchungshaft verbüßt ſind; der Steuermann Rit=war, große Verheerungen angerichtet worden ſind.
Stuttgart, 14. Juni. Die Erdbebenwarte mächte haben heute mittag der ſerbiſchen Regierung eine
ter von Mainz zu 1 Jahr Zuchthaus abzüglich
6 Monate der Unterſuchungshaft; der Schloſſer Popio= Hohenheim verzeichnete ein ſchweres Fern= Note überreicht, in der die ſofortige Vermin=
lek
in Kelſterbach zu 6 Monaten Gefängnis die beben. Die Hauptausſchläge erfolgten um 10 Uhr derung der augenblicklichen Kriegs ſtärken
ganz verbüßt ſind; der Metzger Heiſack II. in Kelſter= 42 Minuten 44 Sekunden. Die Herddiſtanz beträgt in Anregung gebracht wird.
bach zu 6 Monaten Gefängnis abzüglich 3 Mo= 2000 Kilometer, wahrſcheinlich liegt der Herd in Klein=Aſien.
nate der Unterſuchungshaft; der Fruchthändler Rudolf
Sofia, 14. Juni. Das Kabinett iſt ge=
* Peſt, 14. Juni. Heute vormittag 10 Uhr 37 Mi=
Kiritz zu Raunheim zu 5 Monaten Gefängnis,
abzüglich 3 Monate der Unterſuchungshaft; der Bäcker nuten wurde in Südungarn, beſonders in Szegedin, bildet. Das Präſidium und das Aeußere übernimmt
Adolf Ludwig Pons in Kelſterbach, der Friſeur Treu= Kronſtadt, Deva. Baja und Orſova ein Erdbeben von Dr. Danew, das Innere Madiarow, Unterricht Peyew,
tel II. in Kelſterbach und der Arbeiter Jakob Kiritz in vier Sekunden Dauer verſpürt. Es iſt keinerlei Schaden Finanzen Teodorow. Juſtiz Alrachew, Krieg General
Kowatſchew, Handel Burow, Ackerbau Ludskanow, öffent=
Raunheim wurden freigeſprochen Bezüglich der angerichtet worden.
* Sofia, 15. Juni. Das Erdbeben war beſon=liche Arbeiten Jablanski. Eiſenbahnen Chriſtow.
Angeklagten Eckert, Popiolek und Pons wurde
der Haftbefehl aufgehoben. Sämtliche Angeklagten er= ders ſtark im Bezirk Tirnowo, wo mehrere Gebäude
kannten das Urteil an, nur der Angeklagte Heiſack, der einſtürzten. Auch ſind Opfer an Menſchenleben zu be=
nachträglich
auf Antrag aus der Haft entlaſſen wurde, be= klagen. Einzelheiten fehlen noch.
Zum Tode Mahmud Schefkets.
Sofia, 14. Juni. Heute mittag wurde im ganzen
merkte, ſich eine Erklärung vorzubehalten.
Lande ein Erdſtoß fünften Grades verſpürt. Aus dem
Die Feſtnahme der Mörder.
Innern des Landes laufen Meldungen über ziemlich
* Konſtantinopel, 13. Juni. Die Polizei ſtellte
bedeutenden Schaden durch das Erdbeben ein.
Saloniki, 14. Juni. Um 11 Uhr vormittags feſt, daß einer der Mörder des Großweſirs Mahmud
Kongreſſe und Verbandstage.
Schefket Paſcha ſich in Pera in der Piräusſtraße unweit
wurde hier ein heftiges Erdbeben verſpürt.
Die Elektrizitätswerke.
des deutſchen Generalkonſulats aufhält. Bei dem Ver=
* Trier, 13. Juni. Der dritte und letzte Tag der
ſuche, ihn zu verhaften, entſpann ſich nachmittags nach 3
Verhandlungen der Hauptverſammlung der Elektrizitäts=
Uhr ein Feuergefecht. das bis zur Stunde (4,05 Uhr)
werke begann mit einem Vortrag von Direktor Meier=
noch
anhält. Mehrere Perſonen wurden verwundet.
Der Balkankrieg.
Dieringhauſen, der erörterte, ob ſich bei Ueberlandzen=
Das Haus, in dem ſich die vermutlichen Mörder Mah=
tralen
der direkte Stromverkauf an die Konſumenten oder
Bulgarien und Serbien.
mud Schefkets verſteckt hatten, iſt von der Polizei um
die Unterverteilung und der Kleinverkauf durch Gemein=
* Belgrad, 14. Juni. In Beantwortung einer 4,30 Uhr eingenommen worden. Acht Perſonen
den und Genoſſenſchaften empfehle. Die jetzt vielſach
durch miniſterielle Erlaſſe den Gemeinden empfohlene Anfrage erklärte Miniſterpräſident Paſitſch bezüglich wurden verhaftet.
Zu der Feſtnahme der Attentäter wird weiter gemel=
Maßnahme mit privaten Werken nur kurzfriſtige Ver=der ſerbiſch=bulgariſchen Grenzfrage, daß
träge abzuſchließen, würde für die Verſorgung ſchwach die ſerbiſche Regierung unentwegt auf dem in der bekann= det: Zur Bewältigung des Widerſtandes erſchien eine
beſiedelter Gegenden derartige generelle Koſten für Ab= ten Reſolution der Skupſchtina ausgedrückten Standpunkt Eskadron Sappeure. Disſe und eine Feuerwehrabtei=
ſchreibung
. Verzinſung und Heimfall mit ſich bringen, daß ſtehe. Sollte ſich die Notwendigkeit ergeben, von dieſem lung verſuchten zunächſt, durch das Dach in das Haus
dadurch die Rentabilität verhindert und ein Vertrags= Standpunkt abzuweichen, ſo würde dies die Regierung einzudringen, was ſich jedoch als unmöglich erwies, da
abſchluß kaum möglich würde Im allgemeinen empfehle nur im Einverſtändnis mit der Skupſchtina tun. Der die Attentäter unausgeſetzt ſchoſſen. Man ſprengte das
ſich bei rein landwirtſchaftlichen Zentralen der Kleinver= Jungradikale Draskovic führte aus, die Antwort des Tor, ſodaß ſie gezwungen waren, ſich zu ergeben. Das
kauf durch die Zentrale ſelbſt. Wenn ſich Kraftwerke und Miniſterpräſidenten ſei unbefriedigend. Es ſei notwen= Automobil, in welchem die Verbrecher eskortiert wurden,
Hochſpannungsnetze im Beſitze öffentlicher Korporationen dig, zu erklären, daß niemand berechtigt ſei, die vitalen iſt dasſelbe von dem aus das Attentat gegen Mahmud
befänden, könne man auch den Gemeinden den Kleinver= Intereſſen Serbiens zu opfern und daß ſie keiner fremden
kauf überlaſſen. Direktor Pietzſch=Derenburg berichtete! Macht anvertraut werden können. Der Fortſchrittler Ma= Schefket Paſcha verübt worden iſt. Bei der Erſtürmung
über Erfahrungen mit Tarifen landwirtſchaftlicher Ueber= rinkovie ſagte die Skupſchting könne nicht geſtatten, daß des Hauſes wurde niemand getötet, außer den bereits ge=
landzentralen
Weiter wurden über die Verwendung von die ſerbiſche Politik von Rußland geführt werde. Der nannten Funktionären, dem Adiutanten des Militärgon=
Keſſeln und Keſſelfeuerungen, ſowie über eine Reihe tech= Miniſterpräſident erklärte, die Regierung beantwortete die verneurs von Konſtantinopel und dem Unterſuchungsrich=
niſcher
Fragen Reſerate erſtattet. Die Verſammlung angekündigte Interpellation. Die Regierung führte ſtets ter Samuel. iſt niemand verletzt. Nach Schätzung dürf=
nahm
mit Intereſſe davon Kenntnis, daß das preußiſche nur eine die wichtigſten Intereſſen des Landes berück= ten 200 Schüſſe abgegeben worden ſein. Die Truppen
Waſſergeſetz auch den Intereſſen der Elektrizitätswerke ſichtigende Politik. Wenn die Skupſchtina eines Tages ſowie die Feuerwehr, die Gendarmerie und die Polizei
Rechnung getragen habe, da Gebühren für Waſſerent= die Haltung der Regierung nicht billigen würde ſo würde legten außerordentliche Geſchicklichkeit und Bravour an den
dieſelbe denen den Platz überlaſſen, die die Politik beſſer Tag. In den Häuſern in der unmittelbaren Nachbarſchaft
nahme grundſätzlich nicht erhoben würden. Nach dem
Abſchluß der Verhandlungen fanden Beſichtigungen und zu führen vermeinen. Hierauf ging die Skupſchtina zur bemächtigte ſich der Bewohner anfangs eine Panik. In
der Hauptſtraße Peras ſchloſſen einige Geſchäftsinhaber
Ausſtüge ſtatt. Heute abend gab die Stadt Trier den Veratung der Tagesordnung über
Wien, 14. Juni. Das Neue Wiener Tagblatt die Läden. Nach der Verhaftung der Mörder trat voll=
Teilnehmern ein Sommerfeſt in den Weißhaus=Anlagen.
ſchreibt zu dem Telegramm des Zaren: Wie über= kommene Ruhe ein. Starke Patrouillen durchſtreifen
all, werteten auch wir das Telegramm als eine energiſche Pera. Die drei Perſonen, die in einem Hauſe der Piräus=
Tat zugunſten der Friedensſache. Weniger konnte man ſtraße nach langer Gegenwehr ſchließlich überwältigt und
Luftfahrt.
mit dem Paſſus einverſtanden ſein, welcher die Intereſſen feſtgenommen wurden, ſind der Hauptmann Tſcherkeß
der ſlawiſchen Sache in den Vordergrund ſtellt, um dieſe
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
Kiazim Bey der Feuerwehrleutnant Ali Bey und
mit den Balkanintereſſen zu identifizieren und auf der ſo ein angeblicher Schefki, deſſen Identität nicht feſtgeſtellt
-g. Darmſtadt, 14. Juni. Geſtern morgen 4 Uhr gewonnenen Grundlage eine Art ruſſiſcher Vormacht= iſt. Alle drei ſind unverletzt. Mehrere Revolveo und
flog Leutnant Reinhardt nach Heidelberg, wo er 4.50 ſtellung zu beanſpruchen ſcheint Die Auffaſſung ſteht in einige Mauſergewehre wurden in dem Hauſe mit Be=
Uhr glatt landete. Da er bereits zum dritten Male Hei= direktem Widerſpruch mit unſerem Prinzip der Unab= ſchlag belegt. Einem Blatte zufolge iſt Schefki ein ent=
delberg
einen Beſuch abſtattete, erhielt er einen wert=hängigkeit der Balkanſtaaten. Würde ſie zum Durchbruch
vollen Becher als Ehrengeſchenk. Auch den gelangen, ſo wäre der ganze Balkan in den Dienſt laſſener Marineoffizier, bekannt unter dem Namen
übrigen Fliegern, die noch in Heidelberg ſich befinden, des Panſlawismus geſtellt. Was in erſter Linie Scherif Paſcha.
In Stambul ſind heute 150 Verhaftungen
Golt und Stephan ſowie ihre Paſſagiere erhielten im nahen Orient intereſſierte, konnte die Mon=
Geſchenke. Der Flieger Ziba von Straßburg, der archie unter keinen Umſtänden ruhig hinnehmen. Vor=vorgenommen worden.
Konſtantinopel. 13. Juni. Ein Communiqué
zwei Tage auf der hieſigen Station weilte, führte auf derhand wollen wir den in dem Telegramm enthaltenen
dem Flugplatz mehrere Platzflüge aus. Leutnant Appell an den Slawismus als ein Mittel zur Erreichung des Militärgouverneurs von Konſtantinopel erklärt: Nach=
Koch, der zur Regimentsjubelfeier nach Gießen des eigentlichen, auch von uns gebilligten Zweckes näm= dem die Behörden erfahren hatten, daß einige Mörder
geſlogen war, flog heute abend 6,50 Uhr von da nach lich zur Erhaltung des Friedens auf dem Balan, betrach= Mahmnd Scheſtets ſich in einer in Pera hinter der
Darmſtadt zurück, wo er um 8 Uhr glatt landete. Der ten, um ſo mehr, als der ruſſiſche Schiedsſpruch nur eine Moſche Aghadjami gelegenen Wohnung befanden, ließen
Vorarbeit für die definitive Neuordnung der Verhältniſſe ſie die das betreffende Haus umſtellen und forderten die
Flieger ſetzt morgen ſeinen Flug nach Metz fort.
des Balkans bedeuten kann. Die Neuordnung bedarf der Mörder auf. ſich zu ergeben. Die Mörder machten gegen
Geſtern, Sonntag vormittag machte Herr Leutnant unerläßlichen Zuſtimmung Oeſterreich=Ungarns, die die die Polizeibeamten von ihren Waffen Gebrauch. Dieſe
Koch einen über zwei Stunden dauernden Ueberlandflug, Monarchie kaum erteilen dürfte wenn die Neuregelung waren gezwungen, das Feuer zu erwidern. Für die Be=
der
den Flieger über Mannheim, Gernsheim, Lampert= der Verhältniſſe des Balkans nur im entfernteſten zum völkerung beſteht kein Anlaß zur Beunruhigung und kein
heim, Worms, Biblis uſw. brachte. Die Landung erfolgte Nährboden der gegen Oeſterreich=Ungarn gerichteten Ten= Grund für die Geſchäftsleute, ihre Läden zu ſchließen.
glatt.
denzen gemacht werden ſollte.
Unter den bei der Einnahme des Hauſes in der Pi=
Sofia, 14. Juni. Das vom 11. Juni datierte räusſtraße Verhafteten befindet ſich auch der Mörder des
Eine Werftanlage der Zeppelin=Geſellſchaft
Antworttelegramm des Königs der Bulgaren Großweſirs, Zia, ſowie der ebenfalls wegen Teilnahme
in Potsdam.
auf das Telegramm des Kaiſers von Rußland an der Ermordung Mahmud Schefkets geſuchte frühere
ſautet: Ich habe die Depeſche erhalten, durch welche Rechtsſtudent Nazmi.
In Verbindung mit dem Luftſchiffhafen Potsdam Ew. Majeſtät in Ihrer Fürſorge für den Frieden und die
wird die Luftſchiffbau=Zeppelin=G. m. b. H. in Friedrichs= ſſawiſche Sache unmittelbar an mich apellieren betreffs der
Der neue Großweſir.
hafen eine Werſtanlage in Potsdam errichten. Da die ſchweren Kriſe, welche unſere Beziehungen mit den Ver=
Die Ernennung des Prinzen Said Halim zum Groß=
meiſten
Schiffe in Norddeutſchland ſtationiert ſind und
am Bodenſee zu gleicher Zeit nur zwei Schiffe unterges bündeten durchmachen und leider nur durch ſie ſelbſt weſir zeigt, daß der bisherige Kurs der Regierung beibe=
bracht
werden können, ſo war dieſe neue Maßnahme eine hervorgerufen iſt. Ich bin es der Wahrheit ſchuldig, halten wird, denn Prinz Said beſaß wohl vom Kabinett
Notwendigkeit. Die gegenwärtige Potsdamer Halle Ew. Majeſtät in Erinnerung zu bringen, daß meine am meiſten das Vertrauen Mahmud Schefkets der ſich
iſt ſchon beim Bau ſo angelegt worden, daß ſie als Werſt Regierung tief durchdrungen iſt von der Verantwortlich= beſonders in den Fragen der auswärtigen Politik in wei=
dienen
kann Es fehlen nur noch Werkſtätten, Verwal=keit, die ſie auf ſich genommen hätte, wenn ſie einen teſtem Maße auf Said Halim verließ. Prinz Said iſt
tungs= und Wohlfahrtsgebäude, für die bereits die Pläne anderen Weg verfolat hätte, als der im Voraus den ein europäiſch erzogener und europäiſch denkender moder=
vorliegen
, ſo daß mit einem ſofortigen Baubeginn ge=Gefühlen Ew. Mafeſtät entſprach. Schon am 13. April ner Mann, ein Enkel des berühmten Aegypters Mehmed
rechnet wird.
1913 wandte ſie ſich an Sſaſonow, um ihn zu bitten, Ali, ein ergebener Anhänger des Komitees und bei ver=
die
Erregung auf beiden Seiten der Grenze aufhören
zu machen durch die Einladung beider Parteien, ſich ſchiedenen diplomatiſchen Aktionen erprobt, wie z. B. bei
* Frankfurt a. M., 14. Juni. Das Luftſchiff dem in dem Bündnisvertrag vorgeſehenen Schiedsſpruch den türkiſch=italieniſchen Friedensverhandlungen.
L. Z. 19" mit der Abnahmekommiſſion an Bord unter= zu unterwerfen. Dieſe Einladung erfolgte und meine
* Konſtantinopel. 14. Juni. Das Handſchrei=
nahm
heute morgen eine Höhenfahrt.
Regierung nahm ſie ſofort an Was die ſerbiſche Regierung ben des Sultans über die Ernennung Halims zum
Frankfurt a. M., 14. Juni. Das Luftſchiff betrifft, ſetzte ſie ihre Politik fort. deren letzte Kundgebung, Großweſir betraut dieſen auch mit der Bildung de=
L. Z. 19 das heute früh zu einer Höhenfahrt aufge= die Erklärung des Miniſterpräſidenten Paſitſch in der Kabinetts. Man glaubt, daß alle Miniſter auf ihrem
ſtiegen war iſt gegen 9 Uhr wieder vor der Frankfurter Skupſchtina, in meinem Lande um ſo größere Erregung Poſten verbleiben. Dem Tanin zufolge ſollten auch gegen
Luftſchiffhalle glatt gelandet.
hervorgerufen hat, als die Verleſung in dem Augenblick Talaat Bey und Enper Bey ſowie gegen den Militär=
* London, 14. Juni. Der Flieger Gordon Bell erfolgte wo die Zuſammenkunft der Miniſterpräſidenten gouverneur von Konſtantinopel Attentate geplant ſein,
ſtieß beim Landen in der Nähe von Brookland ſo heftig in Vorbereitung ſtand. Ew. Majeſtät werden nicht ab= Die Verſchwörer hoffen das Kabinett zu ſtürzen.
mit ſeinem Monoplan auf, daß er ſchwer verletzt lehnen, anzuerkennen, daß Bulgarien ſeinem Worte treu
wurde. Sein Paſſagier, der Leutnant Klennedy, wurde geweſen iſt, und daß es noch immer erwartet, daß der
getötet.
Schiedsſpruch in gleicher Weiſe nach ſeinem Beiſpiel
Vermiſchtes.
* Liſſabon, 14. Juni. Bei einem Flugwett= von Serbien angenommen wird, und daß es die ſerbiſche
C. Eine Verſchlechte rung des kauf=
bewerbſtürzte
der Flieger Manio bei Sacavem in Regierung iſt, die, indem ſie ſich dem Schiedsſpruch ent=
der
Nähe von Liſſabon aus einer Höhe von 300 Metern zieht und feindliche Kundgebungen gegen Bulgarien häuft, männi ſchen Arbeitsmarktes iſt im Anzuge. Im
ab und wurde getötet.
fortfährt, die Gefahren eines brudermörderiſchen Reichsarbeitsblatt vom April werden die Ergebniſſe der
* Warſchau, 13. Juni. Brindejonc hat den Kampfes heraufzubeſchwören. Dieſen Kampf würden ich kaufmänniſchen Vereine vom 1. Vierteljahr 1913 zu=
Weiterflug nach Petersburg infolge der ungünſtigen Wit= und meine Regierung mehr beklagen als irgend ein ſammengefaßt. Den Vereinen wurden 17603 offene
terung verſchoben.
anderer. Wir wünſchen aufrichtig, ihn zu vermeiden, Stellen für männliche Handlungsgehilfen gemeldet; an Be=
* Warſchau, 15. Juni. Der franzöſiſche Flieger aber wir können nicht den einmütigen Gefühlen der Er= werbern wurden 26148 in dieſem Vierteljahr neu aufge=
Brindejone iſt heute früh 5.25 Uhr Petersburger Zeit bitterung entgegentreten, die bei dem ganzen Volke an nommen. Im erſten Vierteljahr 1912 wurden dagegen
aufgeſtiegen, um über Grodno. Wilna und Dwinsk nach dem Tage nach ſeinen unerhörten Anſtrengungen und den Vereinen 18796 Stellen zur Beſetzung aufgegeben,
ruhmreichen Siegen die Verſuche unſerer Verbündeten während ſich im gleichen Zeitraum nur 21486 Bewerber
Petersburg zu fliegen. Das Weter iſt ſchön.
* Wilna, 15. Juni. Brindejonc iſt hier gegen hervorrufen, die ihm dem Rechte und dem beſchworenen neu meldeten. Die Zahl der offenen Stellen iſt alſo um
Glauben zum Hohn die heiligſten Früchte dieſer An= 1193 gefallen, die der Bewerber aber um 4662 geſtiegen.
9 Uhr morgens bei ſtarkem Wind gelandet und um 1 Uhr
ſtrengungen und Siege entreißen wollen. Bulgarien Der Stellenvermittlung des Deutſchnationalen Hand=
30 Min, nach Oetersburg weitergeflogen.
hat nicht nur Rechte auf Mazedonien, auch unausweich= lungsgehilfen=Verbandes die ſeit anfang dieſes Jahres
liche Pflichten gegen die Bevölkerung, die ſtets bulgariſch für den ſüddeutſchen Arbeitsmarkt eine beſondere Abteil=
geweſen
iſt und um jeden Preis bleiben will. Ew. ung Stellenvermittlung für Süddeutſchland, mit dem
Erdbeben.
Majeſtät werden ſich zu erinnern geruhen, daß dieſe Sitze in Frankfurt am Main unterhält, gelang es trotz=
2. Jugenheim=Erdbebenwarte, 14. Juni. Pflichten durch Jahre hindurch von Rußland ſelbſt an= dem, die Zahl der beſetzten Stellen im Vergleich zu den
(1 Uhr nachmittags.) Heute morgen 10 Uhr 36 Minuten erkannt worden ſind.
Ergebniſſen desſelben Zeitraumes im Vorjahre nicht un=
wurde
ein ſtarkes Erdbeben in einer Entſernung
* Paris, 15. Juni. Die Agence Havas meldet aus weſentlich zu erhöhen. Auch die Zahl der bei genanntem
von 1700 Kilometern regiſtriert. Seit dem großen Darda=Petersburg: Die ruſſiſche Regierung ſieht die Verbande im April angemeldeten offenen Stellen iſt
nellenbeben am 9. Auguſt 1912 wurde keines von gleicher Antworten der Könige von Bulgarien und Serbien als wiederum geſtiegen, ein Beweis dafür daß auch die Prin=
Stärke beobachtet.
befriedigend an. Infolgedeſſen lud der Miniſter zipale der Stellenvermittlung des D. H. V. ſteigendes
Jugenheim, 14. Juni. (6 Uhr nachm.) Das heute des Aeußeren Saſonow die Miniſterpräſidenten der vier Vertrauen entgegenbringen.
mittag gemeldete heftige Erdbeben hat nach unſeren Be= verbündeten Staaten ein, baldmöglichſt zu einer Konfe=
rechnungen
in der Nähe von Konſtantinopel ſtatt= renz in Petersburg zuſammenzukommen.

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Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Juni 1913.
Seite 7.
Zum Regierungs=Zubiläum des deutſchen Kaiſers.
* Zum zweiten Male iſt es binnen einem knappen tagsſtunde die Truppen mit fliegenden Fahnen zum Neuen 11 Uhr ſaß der Kaiſer zwiſchen Prinzeſſin Heinrich und
Menſchenalter einem Hohenzollern beſchieden, auf eine Palais marſchiert. Mit dem Glockenſchlag 11 Uhr ſtieg der Kardinal=Fürſtbiſchof Dr. v. Kopp, gegenüber die Kai=
25jährige Regierungszeit zurückzublicken. Beging der der Kaiſer, der die Uniform des 1. Garde=Regiments an= ſerin zwiſchen dem Prinzen Heinrich und dem Erbprin=
erſte
Kaiſer des neuen Reiches am 2. Januar 1886 im gelegt hatte, zu Pferde. Von den Fenſtern des Neuen zen von Sachſen=Meiningen. An der Tafel nahmen auch
Patriarchenalter das Feſt, das zu erleben er bei der Palais folgte die Kaiſerin dem prächtigen militäriſchen teil der Reichskanzler, der Kultusminiſter von Trott zu
Thronbeſteigung nicht erwartet hatte, ſo ſteht heute ſein Schauſpiel. Der Kaiſer ritt zunächſt die Front der Trup= Solz, der Chef des Zivilkabinetts Wirkl. Geh. Rat von
kaiſerlicher Enkel als Jubilar in voller Manneskraft, pen ab und befahl dann, die Feldzeichen vor die Front zu Valentini, Prinz Croy und der Abt von Stotzingen.
nachdem ein ſchmerzenreiches Verhängnis dem Sohn das bringen. In einer kurzen Anſprache gedachte der Kaiſer
kaum ergriffene Szepter aus der Hand genommen. Das des Tages, an dem er vor 25 Jahren als Chef an die
Im Reich.
Wunderbare, das in Wilhelms I. Herrſcherjubiläum als Spitze der Regimenter getreten ſei, und ſprach die Erwar=
ſolchem
lag, war das Symbol ſeiner ungeahnten Erfolge.
* Karlsruhe, 14. Juni. Zur Vorfeier des
Von Krieg zu Krieg, von Sieg zu Sieg iſt er geſchritten, tung aus, daß die Regimenter auch fernerhin treu zu 25jährigen Regierungsjubiläums des Kai=
bis
der nationale Einheitstraum verwirklicht war. Im dem Kaiſerhaus halten mögen. Er verlieh den Regimen=ſers veranſtaltete die Bürgerſchaft der Stadt
feſtgefügten Reiche ließ er den Grundſtein zu dem groß= tern zur Erinnerung für ihre Fahnen die Kette des Ho=heute abend einen Fackelzug, an dem gegen 4000 Per=
artigen
Gebäude der Sozialverſicherung legen die für die henzollernſchen Hausorkens. Oberſt von Friedeburg ſonen, darunter 100 Vereine mit 89 Fahnen, und die
ganze Welt vorbildlich werden ſollte. Nach außen ſchirmte brachte als älteſter der drei Regimentskommandeure demſtudentiſchen Korporationen teilnahmen. Der Groß=
er
das Reichshaus durch den Abſchluß des Dreibundes, Kaiſer den Dank der Truppen mit dem Gelöbnis unwan= herzog, der mit der Großherzogin gegen abend von
damit auf Jahrzehnte der Politik Mitteleuropas die Rich= delbarer Treue dar. Sodann folgte ein Parademarſch in Schloß Zwingenberg hier wieder eingetroffen war, nahm
tung gebend. In feſtländiſchen Gedankenkreiſen ergraut, Zügen und ein Vorbeimarſch an der Gartenſeite vor den im Beiſein der Großherzogin Hilde und der Großher=
übernahm
er doch die Schutzherrſchaft über Deutſche jen= Fenſtern der Kaiſerin.
zogin Luiſe ſowie des Prinzenpaares Max von Baden
ſeits des Ozeans, und erwarb den größten Teil des deut=
den
Zug von dem Schloßaltane aus ab und hielt dabei
Huldigung der Automobiliſten.
ſchen Kolonialreiches, ohne damit den europäiſchen Frieden
folgende Anſprache: Zur eindrucksvollen Vorfeier des
zu gefährden Bei allem war er von dem genialen Be=
* Berlin, 13. Juni. Das Kaiſerpaar traf um Regierungsjubiläums unſeres Kaiſers verſammelt, iſt
rater, dem Manne ſeines unerſchütterlichen Vertrauens, 3 Uhr nachmittags im Automobil, vom Neuen Palais es uns ein Herzensbedürfnis, unſerer treuen Liebe und
geleitet; trotzdem verlieh er dem monarchiſchen Gedanken kommend, an der Havelbrücke bei Pichelswerder ein, Anhänglichkeit an Seine Majeſtät unſern geliebten Kaiſer
neue Kraft und. befeſtigte ihn namentlich im eigenen Volke, der Kaiſer in der Uniform des 3. Ulanen=Regiments, um warmen Ausdruck zu verleihen und, indem wir ihm unſere
wo er wegen des Streites um die Heeresreform verdun= die Huldigung der Automobiliſten entgegen= ehrerbietigſten Glückwünſche darbringen, zu rufen: Seine
kelt zu werden drohte.
Dem heroiſchen Zeitalter der Reichsgründung ſind zunehmen. Mit den Majeſtäten kamen Prinz Heinrich in Majeſtät der Kaiſer, unſer erhabener Schirmherr des
25 Friedensjahre gefolgt. Während dieſer Zeit auf den Marineuniform, die Prinzeſſin Heinrich ſowie Prinz Wal=Deutſchen Reiches, er lebe hocht hoch! hoch! An die
Feier vor dem Schloſſe, die durch Muſik und Geſangs=
Lorbeeren der Vergangenheit einzuſchlafen, davor blieb demar in der Uniform des freiwilligen Automobilkorps,
das deutſche Volk ſchon deshalb behütet, weil der Friede ferner das Prinzenpaar Auguſt Wilhelm, Prinz Oskac, ſtücke eingerahmt wurde, reihte ſich ein Feſt in dem pracht=
ein
bewaffneter war und iſt. Je mehr das neue Reich der Erbprinz und die Erbprinzeſſin von Sachſen=Meinin= voll beleuchteten und mit Lampions geſchmückten Stadt=
innerlich
wuchs und erſtarkte, je höher es ſeine wirtſchaft= gen, Herzog Ernſt Günther von Schleswig=Holſtein mit! garten.
* Stuttgart, 14. Juni. Zu Beginn der heuti=
lichen
Kräfte entfaltete, um ſo ſchwerer machte der Arg= Gemahlin, Prinzeſſin Karoline Mathilde zu Schleswig=
wohn
herrſchgewohnter Nationen, vom rachelüſternen Holſtein=Sonderburg=Glücksburg und der Erbprinz von Ho= gen Sitzung der Zweiten Kammer hielt Präſident von
Frankreich genährt, ihm das Daſein, um ſo gewaltigere henzollern. Etwa 500 blumengeſchmückte Kraftwagen des Kraut folgende Anſprache: Morgen werden es 25 Jahre,
Rüſtungsopfer legte ihm die imperialiſtiſche Politik der an= Kaiſerlichen Automobilklubs, des Hannoverſchen Auto= ſeit der Kaiſer die Regierung angetreten hat. Auch uns
deren ſeit der Zeit auf. da mit Fürſt Bismarck der gefürch= mobilklubs und des Freiwilligen Automobilkorps waren in Süddeutſchland iſt es ein Bedürfnis im Rückblick auf
tete Lenker der deutſchen Diplomatie von der Bühne ab= aufg=fahren. Der Herzog von Ratibor begrüßte den Kai= die verfloſſenen Jahre dem Träger der kaiſerlichen Würde
getreten war. In ſtetiger Verbeſſerung und Vergrößerung ſer mit einer Anſprache und überreichte eine Adreſſe. Die unſere Glückwünſche zum Regierungsjubiläum darbrin=
bis
zum heutigen Tage fortentwickelt, hat das deutſche Majeſtäten fuhren ſodann in Automobilen bis in die gen zu können, den herzlichſten Dank dafür zu ſagen, daß
Heer unter der Sonne Südweſtafrikas die überlieferte Nähe des Stadions, wo ſie die offenen, vierſpännigen er die hervorragende Stellung des Deutſchen Reiches im
Tüchtigkeit in einer Weiſe bewährt, die zu der Erwartung à 1a Daumont gefahrenen Wagen mit Spitzreitern beſtie= Rate der Völker erhalten und gefeſtigt hat, und daß er
berechtigt, daß es auch eine Feuerprobe großen Stiles nach gen. Um 3 Uhr 20 Min, trafen die Majeſtäten am Sta= die Machtentwickelung Deutſchlands im Innern wie nach
Väterart beſtehen werde. Wenn unſere Wehr zu Lande dion ein, um das Reit= und Fahrturnier des Kartells außen, zu Waſſer und zu Lande ſo gefördert hat. Unter
nun auf der See eine Helferin hat, die ihr an Wucht nicht
gleich, jedoch auch nicht mehr allzu fern ſteht, dann iſt dies für Reit= und Fahrſport zu ſehen, welches anläßlich des dem ſtarken Schutze der kaiſerlichen Flotte umſpannt der
allerhöchſten Regierungsjubiläums arrangiert iſt. Die deutſche Unternehmungsgeiſt die Welt. Der deutſche Name
unbeſtreitbar das perfönliche Verdienſt des regierenden
Herrſchers. Indem er den Ausbau der deutſchen Flotte Majeſtäten wurden von dem Präſidenten des Kartells, iſt in allen Teilen der Erde zu Ehren und Anſehen ge=
zu
einem Machtfaktor erſter Ordnung raſtlos und beharr= Generalleutnant von der Marwitz, und den anderen Mit= bracht worden. Unter der weiſen Führung des Kaiſers
lich betrieb, den Weg bis ans Ziel ausdauernd verfolgte, gliedern des Präſidiums empfangen und zur Kaiſerloge und ſeiner Verbündeten iſt die deutſche Verwaltung im
obgleich es bequemer geweſen wäre, vorher Halt zu ma= geleitet. Hier waren u. a. anweſend: Generaloberſt v. Innern durch die umfaſſende ſtaatliche Fürſorge für die
chen, hat er ohne Zweifel eine geſchichtliche Sendung er= Pleſſen, Generaloberſt v. Keſſel, General der Infanterie minderbemittelten Klaſſen, für die Kranken und Invaliden
füllt Wohl iſt die weltpolitiſche Wendung der deutſchen Frhr. v. Lyncker. Oberſtallmeiſter Frhr. v. Reiſchach, Hof= ein leuchtendes Vorbild für alle Kulturſtaaten geworden,
Politik durch die Entwickelung der wirtſchaftlich politiſchen marſchall Graf Platen und der ruſſiſche General Tatiſch= Die Pflege der Wohlfahrt des Volkes in allen ſeinen
Verhältniſſe bis zu einem gewiſſen Grade erzwungen tſchew. Eine Anzahl Abteilungen des Zuſchauerraums Gliedern und Berufszweigen wird ſtets ein ſtolzes Ruh=
wurden
. Indeſſen, es bleibt das Verdienſt des Kaiſers, waren durch Mannſchaften der Garderegimenter beſetzt. mesblatt in der Geſchichte der Regierung des Kaiſers
aus der Erkenntnis der neuen Weltlage bewußt dieſ Es wurden vorgeführt: Zweiſpänniges Herrenfahren, ſein. Zu beſonderem Danke aber ſind wir Seiner Maje=
gebotenen
Tolgerungen abgeleitet zu haben. Ließ Inländer=Jagdſpringen, eine große Dreſſurprüfung, Hin=ſtät dafür verpflichtet daß er die ſtarke, ihm unterſtellte
die impulſive‟ Natur des Kaiſers hier ſegens= derniskahren, Damenreiten und Preishochſprung. Die Wehrmacht während ſeiner ganzen Regierungszeit nur im
reiche Früchte reifen, die auf ferne Zeiten wirken wer= Vorführungen waren beſonders anfangs durch ſtarke Re= Dienſte des Friedens und zum Schutze der werktätigen Ar=
den
, ſo iſt ſie nach anderen Richtungen der auswärti= gengüſſe beeinträchtigt. Nach 5 Uhr begaben ſich die Ma= beit des Volkes verwandt hat. Möge dem Kaiſer die Fort=
gen
Reichspolitik nicht förderlich geweſen. Auch wo dieſe jeſtäten in Automobilen nach Berlin, um im Königlichen erhaltung des Friedens vergönnt ſein als ſchönee Lohn
Impulſivität den freudigſten Widerhall im Volke weckte, Schloſſe für die Jubiläumstage Wohnung zu nehmen. für ſeine ſegensreiche Regierung. Möge der Kaiſer ſich
wie es des öfteren der Fall war, ſtellten ſich unerwünſchte Unterwegs ſah das Kaiſerpaar zum erſten Male die Stra= des Bewußtſeins erfreuen dürfen, an der Spitze eines
Folgen ein. Die Grundlage der deutſchen Auslandspolitik, ßenausſchmückung, die, obgleich noch nicht ganz fertig, wehrhaften, aber im ſtolzen Gefühle ſeiner Kraft fried=
der
Dreibund, iſt dabei jedoch kaum in Mitleidenſchaft ge=
zogen
worden. Aber unſere Beziehungen zu Rußland, doch ein faſt vollſtändiges, einheitliches Bild bietet, wie lich geſinnten einigen deutſchen Volkes zu ſtehen. Das iſt
mit dem den Rückverſicherungsvertrag zu erneuern dem es von namhaften Künſtlern geplant iſt. Schon in Char= unſer herzlicher Wunſch am heutigen Tage.
Grafen von Caprivi zu kompliziert erſchien, haben wohl lottenburg am Knie ragt eine monumentale Säule empor,
* München, 14. Juni. Den Auftakt zu den
unter dem Einfluß von Stimmungen mindeſtens inſofern an der Charlottenbuger Brücke ein ſchöner Triumphbogen. Kaiſer=Jubiläumsfeiern in München bildeten
einen Schaden erlitten, als das ruſſiſch=franzöſiſche Bünd= In Berlin grüßte die Majeſtäten am Brandenburger Tor die heute vormittag von den Volks= und Mittelſchulen
nis vorzeitig zuſtande kam. Auch im Innern ſind die ein Schmuck von Girlanden und Kränzen. Es folgte der abgehaltenen Veranſtaltungen. In Lied und Wort wurde
Schwankungen nicht ausgeblieben, die impulſiver Stim= Pariſer Platz mit zwölf hohen, weißen Säulen, die von der großen Zeit der deutſchen Freiheitskriege und des
mungspolitik anhaften. Die zum Glück raſch überwundene goldenen Viktorien gekrönt werden. Unter den Linden 25jährigen Regierungsjubiläums des Kaiſers gedacht.
volenfreundliche Epiſode fand auf dem Gebiet der Sozial= leuchteten die luftigen, in Rot und Gold gehältenen Türme, Mit froher Anteilnahme beteiligte ſich die Jugend an den
politik ein gewiſſes Gegenſtück in der ſcheinbaren Abkehr welche die Bogenlampen verkleiden und große, goldene von vaterländiſchem Geiſte getragenen Feiern. Die
von dem arbeiterfreundlichen Standpunkt, den der Kaiſer, Kaiſer= und Königskronen tragen. Am Kaiſer Franz Schulvorſtände wieſen in ihren Feſtanſprachen auf die
dem Arbeiterſchutz neue Bahnen weiſend. mit den Erlaſſen Joſefplatz bilden die Univerſität und das Opernhaus; Bedeutung der Feier hin, und muſikaliſche und deklama=
vom
4. Februar 1890 eingenommen hatte. Iſt der Arbei= mit den davor aufgerichteten weißen Obelisken einen wür= toriſche Vorträge wechſelten in reicher Folge. Um die
terſchutz ſeit dem Beginn des neuen Jahrhunderts ohne digen Abſchluß Auch der Balkon des kaiſerlichen Palais Bedeutung der Gedenkfeiern weiter zur Geltung zu brin=
Kurswechſel fortgeſetzt worden, ſo legt ſich der Kaiſer ſeit weiſt reichen Blumenſchmuck auf.
gen. fiel der Unterricht aus. In den oberſten Klaſſen der
den Novembertagen des Jahres 1908 größere Zurückhal=
Volksſchulen wurde das mit Bildern ausgeſtattete Buch
tung in perſönlichen Kundgebungen auf, die vorher häufig
Das Abgeordnetenhaus.
Der deutſche Befreiungskrieg von 181218150 verteilt.
den Widerſpruch der öffentlichen Meinung erregt und den
* Berlin, 14. Juni. Die Mitglieder des Ab= Die Kriegervereine gedenken ebenfalls des Jubeltages
monarchiſchen Gedanken gefährdet hatten. Wenn trotz, je=
geordnetenhauſes
vereinigten ſich heute mittag im durch feſtliche Veranſtaltungen und Wohltätigkeitsakte. Am
ner Kundgebungen des Trägers der Krone die ſtaatlich= Abgeordnetenhauſe zu einem Feſtmahle, wobei der Abend hielt der Königlich Bayeriſche Veteranen= und Krie=
vaterländiſche
Geſinnung immer tiefer auch ſolche bürger=
liche
Parteien erfaßte, die in der Zeit der Reichsgründung Präſident Graf Schwerin=Löwitz eine Rede hielt, gerbund einen Feſtkommers ab, auf dem Prinz Konrad
verneinend abſeits ſtanden dann hat hierzu außer der ges in welcher er u. a. ſagte: Auf dem ganzen Erdenrund eine mit lautem Beifall aufgenommene Huldigungsrede
geſteigerten politiſchen Bildung des Volkes vor allem die wird in dieſen Tagen unſer Kaiſer als der treueſte und hielt.
Im Ausland.
Tatſache beigetragen, daß es niemals eine Handlung des machtvollſte Hort des Friedens gefeiert, und doch war er
Monarchen gab, durch die Verfaſſung und Geſetz verletzt nicht minder ein Mehrer des Reiches an Land wie an
* Wien. 13. Juni. Zu der glanzvollen Feier
Leuten. Um rund 19 Millionen wuchs während ſeiner
wurden.
Dieſe Ausbreitung vaterländiſchen Fühlens, ein unbe= Regierungszeit die Bevölkerung des Reiches, nahezu ver=des 25 jährigen Regierungsjubiläums
Kaiſer Wilhelms verſammelten ſich heute abend
dingt notwendiges Gegengewicht gegen die ſtaatsfendliche doppelt hat ſich das Nationalvermögen, der Wert unſerer unter dem Ehrenvorſitz des deutſchen Botſchafters von
vaterlandsloſe Sozialdemokratie berechtiat zu der Hoff= jährlichen Gütererzeugung wie das Arbeitseinkommen der
nung, daß des Kaiſers Jubiläumsjahr nicht vorübergehen lohnarbeitenden Bevölkerung. Faſt auf das Dreifache ſtieg Tſchirſchky die Mitalieder der deutſchen Kolonie in Wien,
wird ohne die Heeresverſtärkung, mit der der Reichstag der Außenhandel, und damit rückte Deutſchland neben der Verein Niederwald der Bayernverein, die deutſchen
beſchäftiat iſt, durchgeführt zu ſehen. Ob die Vermehrung England an die zweite Stelle der Welthandelsſtaaten der Offiziere des Beurlaubtenſtandes mit ihren öſterreichiſchen
unſerer Heeresmacht den bewaffneten Frieden für ein wei= Erde. Welchen allerperſönlichſten Anteil hat nicht gerade Freunden, etwa 5000 Perſonen, in einem prächtig ge=
teres
Vierteljahrhundert ſichern hilft, liegt im Dunkel der daran der Kaiſer durch die Schaffung einer achtunggebieten= ſchmückten Gartenlokal unweit Schönbrunns Eine be=
Zukunft. Der Kaiſer aber, deſſen Friedensliebe die Welt den Flotte! Doch weit höher müſſen wir das nie raſtende ſondere Weihe erhielt das Feſt durch die Anweſenheit des
Erzherzogs Franz Salvator Ferner nahmen an der
kennt, darf die überwältigende Mehrheit des Volkes auf Bemühen des Kaiſers ſchätzen, dem Volke die höchſten
ſeiner Seite wiſſen, wenn er nicht zögert, das Schwert zu inneren Werte und ſittlichen Ideale zu wahren und zu Jubelfeier Frau v. Tſchirſchky, der bayeriſche Geſandte
pflegen. Nachdem der Redner ſodann den Kaiſer als den Freiherr v. Sucher, der ſächſiſche Geſandte Graf Rex nebſt
ziehen, ſobald Deutſchlands Ehre und Lebensintereſſen es Bekenner einer tiefen chriſtlichen Weltanſchauung und als Gemahlin. Graf und Gräſin Berchtold, der italieniſche
erheiſchen.
den von höchſten ſittlichen Idealen erfüllen Monarchen,! Botſchafter Herzog Avarna, der Circolo Italia, der ru=
als
bedeutenden Mann und kraftvolle, ſtark ausgeprägte mäniſche und der ſchweizeriſche Geſandte, die ſchweizeri=
Die führenden Blätter des In= und Auslandes brin= Perſönlichkeit gefeiert hatte, vorbildlich auch durch das ſche Kolonie, Miniſterpräſident Stürgkh und die Mitglie=
der
des Kabinetts. Graf Vaar mit zahlreichen Her=
gen
ſpaltenlange Huldigungs= und Glückwunſchartikel. echt deutſche Familienleben im Kaiſerhauſe, fuhr er fort: ren und Damen der Hofgeſellſchaft, Bürgermeiſter Weis=
Beſonders herzlich und treu klingen die Artikel der öſter= Zu dauerndem Segen wird das alles dem Volke nur wer=
reichiſchen
Blätter. Es iſt unmöglich, auch nur im Aus= den, wenn es deſſen ſich nicht nur dankbar bewußt wird, kirchner mit den Stadt= und Gemeinderäten und viele
ſondern auch den feſten Willen daraus ſchöpft, ſich den andere hervorragende Perſönlichkeiten. Zu Beginn des
zuge die Fülle dieſer Tagesliteratur wiederzugeben.
Ebenſo fanden und finden Feiern im Reiche und im herrlichen Schatz, den wir am Kaiſer haben, von niemand Feſtes begrüßte namens ſeiner deutſchen Landsleute Bot=
Auslande ſtatt, die, da am geſtrigen Sonntag als dem rauben und ſchmälern zu laſſen (Starkes Brapp!) ſchafter v. Tſchirſchky den Erzherzog Franz Salvator als,
Gedenktag des Todes Kaiſer Friedrichs III. keinerlei Darum müſſen auch alle Jubiläumsfeiern in dieſen Tagen Vertreter des öſterreichiſchen Kaiſers und brachte ein be=
Feiern ſtattfinden ſollten, teilweiſe bereits am Samstag ausklingen in dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue und geiſtert aufgenommenes Hoch auf Kaiſer Franz Joſef aus,
während die Muſik die öſterreichiſche Nationalhymne
abgehalten wurden. Es liegen bis zur Stunde über der= Anhänglichkeit zu dem geliebten Herrſcherhauſe. Treue
ſpielte Das Feſtprogramm wurde eingeleitet durch einen
artige Vorfeiern folgende Meldungen vor:
um Treue! Dann wird auch die fernere Regierung des von Joſef Lauff gedichteten und von dem Hofſchauſpieler
Kaiſers eine gleich geſegnete, wie die abgelaufene es unter Reimers geſprochenen Prolog. Es folgten mit erklärenden
Feiern in Berlin.
Gottes Beiſtand geweſen iſt Der Redner ſchloß mit einem Muſikſtücken lebende Bilder, welche hervorragende Mo=
Hoch auf den Kaiſer und König.
mente aus der Geſchichte der Hohenzollern darſtellten.
Die Parade der Potsdamer Leibregimenter vor dem
Die Reichspoſt würdigt anläßlich des 25jährigen
Kaiſer.
* Berlin. 12. Juni Um 12 Uhr empfing der Regierungsjubiläums des deutſchen Kaiſers die
* Aus Anlaß des mit dem Regierungsjubliäum zu=Kaiſer im Sternſaal des Königlichen Schloſſes den Herrſchertätigkeit desſelben und ſagt zum Schluß:
ſammenfallenden 25jährigen Chefjubiläums des Kaiſers türkiſchen Botſchafter zur Entgegennahme der Die Jubiläumsklänge in Deutſchland machen an ſeinen
bei dem 1. Garde=Regiment zu Fuß, dem Regiment der Jubiläumsgeſchenke des Sultans. Um ¾1 Uhr empfing Grenzen nicht Halt; ſie dringen in alle Welt. Bei uns in
Gardes du Corps und dem Leid=Garde=Huſaren=Regi= der Kaiſer den Kardinal=Fürſtbiſchof Dr. von Oeſterreich finden ſie einen beſonders warmen Widerhall
ment ſtanden, wie angekündigt, dieſe Regimenter auf der Kopp mit Monſignore Prinzen Croy und anſchließend Die 25jährige Regierungszeit Wilhelms II. ſind zugleich
Mople vor dem Neuen Palais in Parade vor dem Mon=daran den Eoadiutor des Primas des Benedikinerordens l 25 Jahre treuer Bundesfreundſchaft zwiſchen den Hohen=
archen
. Mit klingendem Spiel waren in elfter Vormit= Abt von Stotzingen. Bei der Frühſtückstafel um zollern und dem Habsburger Reiche. Die Oeſterreicher

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Juni 1913
Seite 8.
beglülcwünſchen darum in Kaiſer Wilhelm nicht nur den ſDas zweite und drite Blat enthält die eigenliche Abreſe,
aufrichtigen Freund ihres Kaiſers, ſondern auch den mäch= die folgenden Wortlaut hat:
tigen Bundesgenoſſen, der ſich wiederholt treu an die Seite Allerdurchlauchtigſter, Großmächtigſter Kaiſer und König!i
Allergnädigſter Kaiſer, König und Herr!
ihres Herrn geſtellt und zur Erhaltung ihres Friedens
mitgewirkt hat. Es wäre verfehlt, den Habsburg=Hohen=
Am heutigen Tage feiern in froher Einmütigkeit mit
zollern=Bund, der heute ein Machtfaktor erſten Ranges iſt, dem ganzen Volke die im Reichsverbande Deutſcher Städte
allein auf die Kunſt der Diplomaten zurückzuführen. Er vereinigten kleinen und mittleren Städte unſeres Vater=
iſt
noch mehr das Werk der Vertreter der beiden Regenten= landes in dankbarer Erinnerung und hoher Begeiſterung
familien und das Werk der Perſönlichkeit und Weisheit das Jubelfeſt der 25jährigen geſegneten Regierungszeit
Franz Joſefs I., aber auch ein Werk des Zartgefühls und Euerer Kaiſerlichen und Königlichen Majeſtät. Sie bit=
der
Einſicht des deutſchen Kaiſers, der mit ſchwärmeri=
ſcher
Verehrung zu dem greiſen Herrſcher der Donau= ten Gott, daß noch lange unter Euerer Majeſtät ſtarkem
monarchie emporblickt und in den 25 Jahren nicht gegeizt Schutz das deutſche Vaterland blühen und der deutſche
hat mit Liebe und Freundſchaftsbeweiſen gegenüber einem Name überall in der Welt ſeinen machtvollen Klang be=
wahren
möge! Das ganze deutſche Volk wird in ernſter
Manne, der mit großen Schickſalen aus weiten Zeiten
Stunde dem Rufe ſeines Kaiſers mit derſelben Begeiſte=
kommt
.
rung folgen und Gut und Blut für das Vaterland opfern,
* Aus Stockholm wird geſchrieben: Die hieſige deutſche wie einſt in der großen Zeit vor 100 Jahren; die Bürger
Gemeinde, an ihrer Spitze Konſiſtorialrat Dr. Sterzel, der kleinen und mittleren Städte aber werden beweiſen, daß
veranſtaltet am Sonntag, den 15. d. M., in ihrer St. Ger=
ſie
ſich von keinem anderen Teil unſeres Volks übertreffen
trudskirche einen feierlichen Feſtgottesdienſt zum 25jäh= laſſen in Liebe und Treue zu Kaiſer und Reich, zu König
rigen Regierungsjubiläum des Kaiſers. Man hat dazu
Einladungen ergehen laſſen an den König und die = und Vaterland. Das gelobt Euerer Kaiſerlichen und
nigin von Schweden, die Staatsminiſter, die deutſche Ge= Königlichen Majeſtät alleruntertänigſt der Reichsverband
ſandtſchaft, ſowie das ganze diplomatiſche Korps und die Deutſcher Städte, Verband der Städte unter 25000 Ein=e
Spitzen der Staatsbehörden. Zur Freude der deutſchen wohner.
Unterzeichnet iſt die Adreſſe von Bürgermeiſtern oder
Gemeinde haben ihr Erſcheinen bereits zugeſagt: der
Stadtverordnetenvorſtehern aus Pleß, Eilenburg, Lehrte,
König von Schweden und ſein Bruder Prinz Eugen.
Minden i. W. Schmalkalden, Wreſchen, Dirſchau, Kux=
* Haag. 14. Juni. Die Königin wird dem Kai= haven, Trebnitz, Beelitz i. M., Apenrade und Gollnow
ſer und der Kaiſerin Blumenzwiebeln und Pflanzen
Das letzte Blatt macht die Schlußſumme nam=
zum
Geſchenk machen, die zur Anpflanzung in dem Par= i. P.
terre vor dem Neuen Palais und in den Gärten von Pots=haft, welche der Reichsverband dem Kaiſer zum Jubiläum
ſpendet. Der Text lautet: Die huldigenden Städte haben
dam beſtimmt ſind.
aus Anlaß des Regierungsjubiläums Seiner Majeſtät
* Berlin, 15. Juni. Eine Verſammlung des Bun= des Kaiſers und Königs Stiftungen im Geſamtwerte von
des der italieniſchen Vereine Berlins ließ durch Vermitt= 1080300 Mark, in Worten: eine Million achtzig Tauſend
lung des italieniſchen Botſchafters den Ausdruck des er= dreihundert Mark, geſpendet. Gott gebe ſeinen Segen!
gebenſten, tiefgefühlteſten Glückwunſches ſämtlicher in Ber=
Auf jedem der vier Blätter ſind weit über 100 Städte=6
lin lebender Italiener an den Kaiſer anläßlich ſeines Ju= wappen, alphabetiſch geordnet, in heraldiſchen Farben
biläums gelangen.
dargeſtellt, untergebracht. Es ſind hier wohl zum erſten
* Rom, 14. Juni. In der Deutſchen Schule Male über 600 Wappen unſerer kleinen und mittleren
fand heute eine Kaiſerfeier ſtatt, welcher der deutſche Städte einheitlich zuſammen dargeſtellt.
Botſchafter, ſowie die Geſandten Preußens und Bayerns
* Berlin, 14. Juni. Am 16. Juni wird eine De=
und der deutſche Konſul beiwohnten.
putation des deutſchen Städtetages dem Kaiſer=
Rom, 15. Juni. In der Kirche Santa Maria eine Huldigungsadreſſe der im deutſchen Städtetag ver=
dell’
Anima fand zu Ehren des Jubiläums des einigten Städte überreichen. Die Adreſſe iſt ein ſehr wert=
Kaiſers eine feierliche Meſſe ſtatt, der der öſterreichiſch=
ungariſche
Botſchafter beim Päpſtlichen Stuhl der preußi= volles Kunſtwerk von der Hand des Profeſſors Hupp=
ſche
und der bayeriſche Geſandte beim Vatikan, die1 Schleißheim bei München. Die Stiftungen, die
Kardinäle Mercy del Val, Rampolla, Vanutelli, Loren= die Städte anläßlich des Jubiläums zu Wohlfahrtszwek=
zelli
, Bisletti, Vico und andere geiſtliche Würdenträger, ken gemacht haben und zu deren Beurkundung die Hul=i
ſowie Vertreter der deutſchen Ordensgeſellſchaften und digungsadreſſe dient, belaufen ſich auf rund 31
hervorragende Perſönlichkeiten der deutſchen Kolonie bei= Millionen Mark. Die Deputation, die die Adreſſe
überreicht, beſteht aus den Oberbürgermeiſtern von Ber=
wohnten
.
lin, München, Dresden, Stuttgart, Karlsruhe, Straßburg,
* Neapel. 14. Juni. Heute vormittag ſind die Darmſtadt, Deſſau, Köln, Breslau, Frankfurt a. M., p
deutſchen Kreuzer Goeben und Straßburg in
den hieſigen Hafen eingelaufen. Die Offiziere werden an und dem Stadtverordnetenvorſteher von Berlin.
den Feſtlichkeiten der deutſchen Kolonie in Neapel zu
Ehren des Regierungsjubiläums des Kai=
Die Berliner öſterreichiſch=ungariſche Kolonie
ſers teilnehmen. Die Schiffe bleiben bis zum 20. Juni,
zum Schluſſe der feſtlichen Veranſtaltungen, die am läßt Seiner Majeſtät dem deutſchen Kaiſer zum Regie=
16. Juni beginnen werden. Der König wird morgen vor= rungsjubiläum eine kunſtvoll ausgeſtattete Glück=S
mittag im Schloß den Konteradmiral Trümmler und diewunſchadreſſe überreichen, deren Text folgender= H
Kommandanten der Schiffe, Vhilipp und Fregattenkapi= maßen lautet:
tän Paſchen, mit ihren Adjutanten empfangen. Der Bür=
Euere Kaiſerliche und Königliche Majeſtät, Allerdurch=
germeiſter
hat die genannten Offiziere, ſowie den Ma=lauchtigſter und Großmächtigſter Kaiſer und König!r
rine=Attaché der deutſchen Botſchaft in Rom und den Tiefbewegt und dankerfüllt legt Deutſchlands Volk ſeine
deutſchen Konſul eingeladen, an der morgen ſtattfinden= Kränze vor den Stufen des Kaiſerlichen Thrones nieder
den Einweihung der Stadtbahn teilzunehmen.
Vollenden ſich doch heute 25 Jahre ſeit dem hiſtoriſchen,
* Brüſſel, 15. Juni. Die deutſche Kolonie vom Flor der Trauer umwobenen und doch von goldenem
in Brüſſel ſeierte heute nachmittag das Regierungs= Glück verklärten Tage, an dem Gottes Gnade Euere Kaiſer=
jubiläum
Kaiſer Wilhelms II durch einen außer= liche und Kgl. Majeſtät auf den im Kriegsfeuer ſo glorreiche
ordentlich gut beſuchten Feſtakt. Anweſend waren u. a. geſchmiedeten deutſchen Kaiſerthron, auf den ehrwür=
die
Herren der Geſandtſchaft und des Konſulats. Der digen, von ewigem Ruhm umfloſſenen Thron der preußi=
Geſchäftsträger Prinz Hatzfeld=Trachenberg brachte das ſchen Könige berufen hat. Des deutſchen Volkes Dank=
doch
auf König Albert von Belgien und auf den Kaiſer gebete und ſein Jubel an dieſem hohen Feſte können nir=
Wilhelm aus, den er als Friedensfürſt feierte. Die Feſt= gends auf Erden freudigeren Widerhall finden, als in den
rede hielt der Direktor der deutſchen Schule, Dr. Lohmeyer, Herzen der glücklichen Völker jener gottgeſegneten und
der ziffernmäßig nachwies, welch ungeheuren Einfluß in mächtigen Monarchie, deren Geſchicke von dem ehrwürdig=
wirtſchaftlicher
Beziehung Deutſchland in der Regierungs= ſten Herrſcher, Euerer Majeſtät Kaiſerlichem Bundesge=
zeit
Kaiſer Wilhelms genommen hat. Die Geſchichte werde noſſen, Waffenbruder und Freund, Kaiſer und König
den Kaiſer als den Schöpfer der deutſchen Marine feiern Franz Joſef I., dem Vorbilde unerſchütterlicher Ritter=
und als einen Fürſten, der auf allen Gebieten menſchlicher lichkeit und Treue, ſeit nahezu 65 Jahren gelenkt werden.
Tätigkeit fördernd und anregend gewirkt habe. Die Ju= In den Reihen jener Völker nehmen am herzlichſten und
gend, die ſich an der Feier beteiligte, huldigte dem Kaiſer innigſten an des deutſchen Brudervolkes Schmerzen und
durch einen von der Oberlehrerin Schnackenburg verfaßten Freude gerade diejenigen teil, die das Schickſal und
Prolog.
wahrlich kein unholdes und ungünſtiges von den Ber=
* Antwerpen, 15. Juni. Die deutſche Ko=gen, Auen und Tälern ihrer geliebten öſterreichiſchen
lonie in Antwerpen beging das Jubiläum des und ungariſchen Heimat unter die ſchimmernden Schwin=
Kaiſers geſtern abend durch einen Feſtkommers. Wil= gen jenes ſtolzen Aars geführt hat, der nicht vor der
helm von Malinckroth hielt die Feſtrede und betonte Sonne zurückweicht; und unter dieſen wieder, allen Hei=1
namentlich die ſtete Opferwilligkeit der Antwerpener matgenoſſen im Deutſchen Reiche voran, die öſterreichiſch=
deutſchen
Kolonie, die jüngſt in einem freiwilligen Wehr= ungariſche Kolonie Berlins, der mächtig emporſtrebenden
beitrag zum Ausdruck gekommen ſei. Das Hoch auf Reichshaupt= und Reſidenzſtadt Euerer Kaiſerlichen unde
den König von Belgien brachte Generalkonſul Dr. Königlichen Majeſtät, die heute ſo herrlich unter den Städ=
Schitzler aus.
ten der Kulturwelt glänzt. Im Schatten des goldenen
Paris, 15. Juni. Zur Feier des Regierungs= Zepters Euerer Majeſtät hat das herrliche und gewaltige
Jubiläums des Kaiſers fand heute vormittag in der Erbe, das Euere Majeſtät von Allerhöchſt Ihren ruhm=
deutſch
=evangeliſchen Chriſtuskirche ein Feſtgottesdienſt reichen Vorgängern übernommen haben, an Machtfülle
ſtatt, welchem Botſchafter Frhr. v. Schön mit Gemahlin, und Anſehen ſich wunderbar vermehrt. In ſich gefeſtigt,
die Herren der Botſchaft und des Konſulats und eine gleich einem Felſen aus Erz, glänzt das Reich nach
überaus zahlreiche Gemeinde beiwohnten. Aus dem außen hin in ſchimmernder Wehr. Aber auch das Be=
gleichen
Anlaß wurde in der deutſch=katholiſchen Miſſions= wußtſein nahezu unüberwindlicher Stärke hat Euere Ma=
kirche
ein Feſtgottesdienſt abgehalten, welchem der jeſtät niemals von dem glorreichſten fürſtlichen Berufe ab=
bayeriſche
Geſandte Frhr. v. Ritter und Botſchaftsrat gelenkt, dem Deutſchen Reich die Segnungen des Frie=
v
. Radowitz beiwohnten.
dens zu erhalten. Unauslöſchlich lebt gerade in den Her=
* Mancheſter. 13. Juni Die hieſige deutſche zen der Angehörigen der öſterreichiſch=ungariſchen Kolonie
Kolonie feierte heute abend das Regierungss zu Berlin auch der Dank für jene Nibelungentreue und
jubiläum Kaiſer Wilhelms durch ein Bankett, Hohenzollerntreue, die Euere Kaiſerliche und Königliche
an dem auch einflußreiche Vertreter der Stadt teilnah= Majeſtät, der erhabene Bundesgenoſſe unſeres ehrwürdi=P
men. Den Vorſitz führte der deutſche Konſul Hauptmann gen Beherrſchers, ſtets bekundet haben, in Freud und Leid
Schlagintweit, deſſen Feſtrede von der Verſammlung mit und nicht zuletzt in den ſturmvollen Tagen der allerfüng=
Begeiſterung aufgenommen wurde.
ſten Vergangenheit. Wir ſahen das Wirken und ſahen
Weitere Meldungen liegen vor aus Prag, Peſt, Lon= das Werk; wir ſahen die Saat und ſahen die Ernte. Bei=
don
, Petersburg uſw.
ſpiellos iſt der wirtſchaftliche und kulturelle Aufſchwung,
der den deutſchen Landen in den 25 Regierungsjahren
Euerer Kaiſerlichen und Königlichen Majeſtät beſchieden
Adreſſen.
war; gewaltig der Machtgewinn und die Geltung, die ſich
das Deutſche Reich in dieſem Vierteljahrhundert friedlicher
Die deutſchen Städte.
Entwickelung im Rate der Völker erobert hat. Die An=
* Der Reichsverband Deutſcher Städte, gehörigen der öſterreichiſch=ungariſchen Monarchie in
dem weit über 600 deutſche Städte unter 25000 Einwoh=Euerer Majeſtät Reichshaupt= und Reſidenzſtadt ſind der
nern angehören, überreicht dem Kaiſer zu ſeinem Regie= Segnungen der erhabenen Friedensarbeit Euerer Maje=
rungsjubiläum
eine Huldigungsadreſſe, die in ſtät unmittelbar teilhaftig geworden, Sie nahen ſich heute
der Kunſtanſtalt von Karl Hacker in Berlin hergeſtellt die Herzen von heißem Dank erfüllt, den Stufen des
iſt. Der Einband, gepunztes Leder, zeigt in der Mitte den Thrones Euerer Majeſtät mit innigſten Glück= und
preußiſchen und den Reichsadler mit den entſprechenden Segenswünſchen. Sie erhoffen von der Gnade Gottes,
Kronen darüber, umgeben von der Kette des Schwarzen es mögen Euerer Majeſtät zum Heile Preußens und des
Adlerordens, die ein großes W bildet. Die Adreſſe ſelbſt Deutſchen Reiches und zur beſonderen Freude der Natio=
beſteht
aus vier Pergamenten, die reich dekorativ aus= nen der engverbündeten öſterreichiſch=ungariſchen Mon=
geſtattet
ſind. Auf dem erſten, auf dem das große Kaiſer= archie noch viele Jahre beglückter und beglückender Re=
wappen
dominiert, iſt die Widmung angebracht. Das gierung vergönnt ſein. Unbeſchadet der Liebe zu ihrem
Kaiſerwappen wird flankiert von allegoriſchen Darſtellun= Heimatlande werden ſie dem Deutſchen Reiche, das in
gen der verſchiedenſten Erwerbszweige. Zwei ſilberne edler Gaſtfreundſchaft ihnen zur zweiten Heimat geworden
Friedenspalmen zu beiden Seiten mit den Jahres= und iſt, immer Liebe und Treue bewahren und nach ihren be=
Jubiläumszahlen deuten auf den Kaiſer als Friedenshort. ſcheidenen Kräften an ſeinem Blühen und Wohlergehen

Nummer 158.
5.
mitarbeiten. Got ſegne, Gott beſchüze Euere Maſeſtält
Gott ſegne, Gott beſchütze die hohe Frau, die, vorbildlich
in allen edlen Tugenden, an Euerer Majeſtät Seite thront!
Gott ſegne, Gott beſchütze Euerer Majeſtät ganzes er=
habenes
Haus!
Für die öſterreichiſch=ungariſche Kolonie in Berlin:
Das Huldigungs=Komitee.
Das Programm für Montag nud Dienstag.
In Berlin.
* Heute, Montag, 16. Juni, vormittags 8½ Uhr, wer=
den
Berliner Volksſchulkinder im großen Schloßhof des
Königlichen Schloſſes Geſänge vortragen. Um 10 Uhr
des gleichen Tages iſt im Kapitelſaal Empfang des
Staatsminiſteriums, der ſtimmführenden Bevollmächtig=
ten
zum Bundesrat, der Präſidien des Reichstages, des
Herrenhauſes und des Hauſes der Abgeordneten, ſowie
von weiteren Deputationen der Provinzen und aus dem
Reiche; um 11 Uhr iſt Gratulationsdefiliercour im Rit=
terſaal
, um 12½ Uhr Paroleausgabe im Zeughauſe,
abends Feſtvorſtellung im Kgl. Opernhaus. Am Diens=
tag
, 17. Juni, beginnt um 11 Uhr der Huldigungsfeſtzug
der vereinigten Innungen des Berliner Handwerks am
Luſtgarten, um 12½ Uhr iſt Empfang der deutſchen Bun=
desfürſten
und der Präſidenten der Senate der freien
Städte, um 8 Uhr abends Galatafel im Weißen Saal und
um 9¼ Uhr abends Fackelzug der Studentenſchaft.
In Darmſtadt.
Aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums
unſeres Kaiſers veranſtaltet die Stadtverwaltung
heute Montag, den 16. Juni, abends 8 Uhr, im Städti=
ſchen
Saalbau eine Feier, bei der Herr Profeſſor Dr.
A. E. Berger die Feſtrede übernommen und der Sän=
gerchor
des Darmſtädter Lehrervereins ſeine Mitwirk=
ung
zugeſagt hat. Der Titel des Feſtvortrags lautet:
Wilhelm II. und das Reich. Der Sängerchor des
Lehrervereins wird 2 Chöre, Deutſcher Gruß und
Gebet für Kaiſer und Reich, zum Vortrag bringen. Ein
Muſikſtück, von der Kapelle des Infanterie=Regiments
Nr. 115 vorgetragen, wird die Feier einleiten und be=
ſchließen
. Karten für die Feier werden am Montag
bis 5 Uhr im Bureau des Verkehrsvereins, ein
etwaiger Reſt am Abend ſelbſt im Saalbau koſten=
los
ausgegeben. Leider iſt der Herr Oberbürgermeiſter
verhindert, an der Feier teilzunehmen, da er durch eine
Nachricht des Herrn Königl. Preuß. Miniſters des Innern
in Berlin vom 13. d. M. als Mitglied der Deputation nach
Berlin berufen worden iſt, die im Auftrage des Deutſchen
Städtetags und namens der deutſchen Städte dem Kai=
ſer
eine Huldigungsadreſſe überreichen wird. Die Ueber=
reichung
findet am 16. Juni, vormittags 10 Uhr, im Ka=
pitelſaal
des Königl. Schloſſes bei der Gratulationscour
ſtatt.
Zur Feier des 25jährigen Regierungsjubiläums
Seiner Majeſtät des deutſchen Kaiſers fand Samstag,
den 14. d. M. in der Synagoge der Iſraelitiſchen
Religionsgeſellſchaft, Bleichſtraße 2, ein Feſt=
gottesdienſt
ſtatt. In tiefempfundener Rede feierte Groß=
herzogl
. Rabbiner Dr. Marx den deutſchen Kaiſers als
Friedensfürſten und würdigte die Verdienſte ſeiner kraft=
vollen
Regierung. An dem Jubel Deutſchlands nehme
die iſraelitiſche Bevölkerung den herzlichſten Anteil.
Gnadenerlaß.
Koburg, 14. Juni. Das Herzogliche
Staatsminiſterium veröffentlicht einen Gnaden=
erlaß
des Herzogs, nach welchem dieſer anläßlich des Re=
gierungsjubiläums
des Kaiſers durch Erlaß
oder Milderung von Strafen in weiterem Umfange Gnade
üben will. Der Gnadenerlaß betrifft Straftaten, die durch
Not, Leichtſinn, Unbeſonnenheit oder Verführung veran=
laßt
worden ſind.
Das Kaiſerpaar
Potsdam, 15. Juni.
nahm heute, am Todestage Kaiſer Friedrichs,
am Gottesdienſt in der Garniſonkirche teil, wo ſich die
Gemeinde und die Abordnungen der Potsdamer Garde=
regimenter
verſammelten. Außer den Herren des Haupt=
quartiers
waren anweſend: Kriegsminiſter v. Heeringen,
Generalſtabschef v.. Moltke und Kommandant v. Kleiſt.
Das Kaiſerpaar traf um 10 Uhr im Automobil aus Ber=
lin
mit dem Prinzenpaar Ernſt Auguſt, dem Herzogspaar
von Braunſchweig und Lüneburg, ein; ferner waren alle
Kinder des Kaiſers, außer dem Kronprinzen, der erſt
morgen eintreffen kann, die Geſchwiſter des Kaiſers außer
der Königin von Griechenland, anweſend. Die Feſtpre=
digt
hielt Hofprediger Richter. Er führte aus: Was
Fürſt und Volk in unzertrennbarer Einheit verbindet, iſt
der ſtille Gaſt in den Königsſchlöſſern wie in den Hütten
der Armen, das Leid. Der königliche Dulder bewies im
tiefſten Leid mehr Größe als der Sieger von Königsgrätz
und Wörth. Der Geiſtliche ſchloß: Mit einem Hoffnungs=
blick
ſchaue der verſtorbene Kaiſer auf ſeinen Sohn und
mit einem Hoffnungsblick ſchaue dieſer heute auf ſeine
Kinder und Enkel, ſchaue hinaus in ſein Land und über
die Welt mit dem Hoffnungsblick: Du Gott biſt meine
Zuverſicht und Hoffnung. Nach dem Gottesdienſt bega=
ben
ſich die Majeſtäten zum Mauſoleum. Bei der Frie=
denskirche
legten ſie Kränze am Sarge Kaiſer Friedrichs
nieder. Um 11½ Uhr trafen die Majeſtäten am Neuen
Palais ein. Hier hatten Aufſtellung genommen eine
Abordnung ehemaliger Angehöriger der 2.. Kompagnie
des 1.. Garderegiments zu Fuß aus den Jahrgängen 1877
bis 1880, an der Spitze Generalleutnant z. D. Graf v.
Kanitz, Freiherr v. Williſen, General à la suite v. Kleiſt
und Oberſt von Eckerdsberg, ferner eine Abordnung der
früheren Kameraden der zweiten Kompagnie des erſten
Garderegiments von 1888. Der Kaiſer reichte jedem der
alten Unteroffiziere und alten Leute die Hand, ſprach
lange mit ihnen. Auch die Kaiſerin begrüßte die Depu=
tierten
.. Um 12½ Uhr empfing der Kaiſer im Muſchel=
ſaale
des Neuen Palais die Herren des kaiſerlichen
Hauptquartiers zur Ueberreichung eines Geſchenkes des
Hauptquartiers ſpäter Kapitän Trotha vom Marinekabi=
nett
. Um 1 Uhr war Familientafel bei den Majeſtäten,
an der die Kinder der Majeſtäten und die Geſchwiſter des
Kaiſers teilnahmen.
Elektrotechniſcher Verein.
* Der Elektrotechniſche Verein der Techniſchen Hoch=
ſchule
beging am Samstag ſein 13. Stiftungsfeſt in der
einem ſtudentiſchen Fachverein würdigen Weiſe mit einem
Feſtvortrag im großen Hörſaale des Elektrotechniſchen In=
ſtituts
unſerer Hochſchule. Das Auditorium, das faſt aus=
ſchließlich
aus Leuten vom Fach Vereinsmitgliedern,
Alten Herren, Dozenten der Hochſchule uſw., beſtand,
durfte ſich von einem Mitgründer des Vereins, Dipl.=Ing.
A. Simon=Milwaukee, ein intereſſantes und ausge=

[ ][  ][ ]

Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Jnni 1913.
Seike 9.
dehntes Speſtalgebiet, Entwickung und Anwen=
Hauburg, 16. Zun. Beim Ausiaden von Marmor=
dung
automatiſcher Schaltapparate in blöcken aus dem Dampfer Reval zerriß heute mittag Dem Tapferen gehört die Welt!
den Vereinigten Staaten, durch ein reiches die Kette des Krans. Durch den herabſtürzenden Bei ernſtem Ringen um Ehre und Gut, wie bei heiterem
Lichtbildermaterial, erläutert mit der Sachkenntnis eines großen Block wurden ſechs Arbeiter getroffen von denen! Spiel und Sport im Kampfe um den Siegeslorbeer geben
langjährigen Konſtrukteurs, vorführen laſſen. Der Red=zwei auf der Stelle getötet wurden. Die anderen Dir Kraft, Ausdauer, Siegesmut, den Glauben an Dich
ner begründete das größere Bedürfnis nach automatiſchen vier wurden lebensgefährlich verletzt.
ſelbſt die echten Kola=Paſtillen Dallkolat. 1 Schachtel
Schalt= und Regulier=Apparaten in Amerika gegenüber
* Alhuzemas, 14. Juni. Der Kreuzer Reina Dallkolat Mk. 1. in Apotheken u. Drogenhandl. (I,13190
europäiſchen Verhältniſſen mit der beſonders ungenügen= Regente eröffnete gegen die in das geſtrandete Ka=
den
Vorbildung des heutigen amerikaniſchen Arbeiter= nonenboot Gena Conchas eingedrungenen Einge=
SORDER-VERRAUF
materials. Die Arbeiter rekrutieren ſich zum großen Teil borenen ein Geſchützfeuer, tötete 19 und verwundete eine
aus Auswanderern der ſüdeuropäiſchen Staaten, werden
alſo ohne jegliche Schulbildung, geſchweige techniſche Vor= große Anzahl von Strandräuhern.
enten
REISE
* Bombay, 14. Juni. In dem Diſtrikt Palitana bei
bildung, in einzelnen Induſtrien, z. B. in Stahlwerken, Vombay ſind durch Regengüſſe große Ueberſchwem=
angeſtellt
. Der Elektro=Ingenieur hat daher die Aufgabe,
KaAb afts g. Sh.
ſeine Maſchinen in einer Weiſe antreiben und regulieren mungen verurſacht worden. 300 Perſonen ſollen dabei
Auf unsere billigen Preise gewähren wir
zu laſſen daß die Bedienung des Arbeiters auf eine rein umgekommen ſein.
mechaniſche Handleiſtung beſchränkt iſt, ja daß ſogar die
10% Extra-Rabatt.
Konſtruktion gegen Fehler in der Reihenfolge dieſer Hand=
HB. Frankfurt a. M., 14. Juni. Ueber die hieſige
MODELLsTUcKE weit unter Preis.
griffe uſw. geſichert erſcheint, daß Signallampen auch dem Bankfirma Plaut, Heß & Co. iſt nunmehr Kon=
icht
- und seifenkochechte Materlalien.
ungeſchulten Arbeiter die Regktion ſeiner Bedienung kurs eröffnet worden.
augenſcheinlich machen und ſich ſo keinerlei Unfallsmöglich=
Ress. Garamen- und Stekeret Memutattur
keiten ergeben.
Ludwig Martinelli *.
All dieſen Vereinfachungen im Betrieb ſchließen ſich
HENRTPURTUNE
* Wie ein Privattelegramm aus Graz den Münch. N. N.
auch die modernen Anlaſſer an, von denen der Redner vier
Typen unterſcheidet und im Lichtbild erläutert: 1. Anlaſ=meldet, iſt Ludwig Martinelli, der gefeierte An=
Bleichstr. 1. G. m. b. H. Bleichstr. 1.
ſer mit beſonderem Motor, die früheſte Erſcheinung des zengruber=Darſteller des Wiener Deutſchen Volkstheaters,
automatiſchen Antriebes; 2. Anlaſſer mit Oelkatarakt; in Bad Gleichenberg (Steiermark), wo er zur Kur weilte,
ElGENE FABRIKATION.
3. Anlaſſer, der auf der gegen=elektromotoriſchen Kraft des im hohen Alter von 80 Jahren geſtorben
Benützen Sie die hierdurch gebotenen Vorteile.
Motors beruht, deſſen Nachteil, eventuell eine nicht ge=
Ludwig Martinelli ſtammte aus Linz. Sein Vater
nügende Tourenzahl erreichen zu laſſen, ein verbeſſerter war ein beliebter Dekorationsmaler, zuletzt am Peſter
vierter Typ vermeidet. Die Lichtbilder brachten dann Nationaltheater, und der Sohn wandte ſich zuerſt dem
Anwendungen dieſer automatiſchen Antreibvorrichtungen Beruf des Vaters zu. Durch einen Zufall, infolge einer
für Motore im Kranbetrieb, in der Stahlinduſtrie, in lWette verſuchte ſich Martinelli dam in Innsbruck ein=
Walzwerken, in Waſſerwerken, Stauwerken, für Autos, mal öffentlich als Schauſpieler Der Erfolg war ſo über=
Todes=Anzeige.
Fahrſtühle, Straßenbeleuchtung, Bierpumpen, für die von raſchend, daß ſich der junge Dekorationsmaler überreden
den Feuerverſicherungen vorgeſchriebenen, jederzeit be= ließ, ein Engagement an Schweizers Vorſtadttheater in
(Statt beſonderer Mitteilung.)
triebsfähigen Waſſertürme, für Hochöfen=Fülltrichter uſw. München anzunehmen wo hauptſächlich das Vollsſtück ge=
Von beſonderen Leiſtungen der amerikaniſchen Ingenieur=pflegt wurde. In München blieb er drei Jahre (1857 bis
Wir machen hiermit die traurige Mit=
kunſt
wußte der Redner u. a. betr. der fabelhaften Druk= 1860). Weitere Engagements führten ihn nach Amſter=
teilung
, daß unſer lieber Vater, Schwieger=
kereipreſſen
zu berichten. Die Zeitungsverlage, die ſich dam, Graz (hier erregte er bereits großes Aufſehen und
zvater, Großvater, Onkel u. Großonkel (B13221
gegenſeitig an Schnelligkeit in der Verbreitung von Extra= Laube ſuchte ihn für das Wiener Hofburgtheater zu ge=
blättern
zu überbieten trachten, verfügen über Preſſen, wimen! Wien (Theater a. d. Wien) und Prag. 1886
die durch mechaniſche Kuppelung eine bis zu 60 Seitenkehrte er nach Wien zurück und wurde eine der feſteſten
Hermann Dierv
umfaſſende Zeitung gleichzeitig drucken können; an jeder Stützen des neuen Wiener Deutſchen Volkstheaters. Hier
Stelle der Preſſe iſt ſie ein= und ausſchaltbar und ermög= ſpielte er die Rollen, die in erſter Linie ſeinen Ruhm be=
Major a. D.
licht ſo eine ungeahnte Betriebsſicherheit und =leichtigkeit; gründeten, den Hubmeier in Der Fleck auf der Ehr‟,
nach längerem Leiden heute im Alter von
auch die amerikaniſche Mgrine übertrifft uns durch einen den Duſterer, den Meineidbauer, und vor allem den
82 Jahren verſchieden iſt.
elektriſchen Ruderantrieb an Zuverläſſigkeit, da ihre Steinklopfer Hans in den Kreuzelſchreibern. Niemals
Steuerung von mehreren Stellen bewerkſtellig werden hat Anzengruber einen treueren Dolmetſch gefunden als
Darmſtadt,
kann. Noch zahlreiche Beiſpiele erläutern ſo die Tüchtig= Martinelli, und aufrichtige Freundſchaft verband den Dich=
Mälaga (Spanien), ; den 14. Juni 1913.

keit der amerikaniſchen Konſtrukteure, die den gewaltigſten ter mit ſeinem klaſſiſchen Interpreten. Ludwig Marti=
Aufgaben gewachſen ſcheinen, wie etwa der Konſtruktion, nelli war zweimal verheiratet. Die Tochter aus zweiter
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Antrieb und der Regulierung einer Gleichſtrommaſchine Ehe, Anna Martinelli hat ſich auch der Bühne gewidmet
Dr. Karl Dierv, Ingenieur u. Chemiker,
mit der gewaltigen Kapazität von 10 000 Ampére und 250 und iſt mit dem Mitglied des Münchener Schauſpielhau=
Hermann Dierv, Chemiker,
Volt Spannung. Erſt nach zweieinhalbſtündigem äußerſt ſes Artur v. Duniecki verheiratet.
belehrendem Vortrag iſt das Material des Redners er=
Ria Diery, geb. Henkel,
(Schluß des redaktionellen Teils.)
ſchöpft. Ihn dankt herzlicher Beiſall der Verſammlung,
Elisabeth Diery
den der Vorſitzende in warme Worte überſetzt. So be=
und 8 Enkel.
wies denn der Feſtvortrag, dem ſich am Abend eine ge=
mütliche
kleine Feier anſchloß, daß der Verein ſeinen wiſ= Ein Arzt ſchreibt:
Die Feuerbeſtattung findet im Krematorium
ſenſchaftlichen Grundſätzen in den 13 Jahren ſeines Be=

zu Offenbach a. M. am Dienstag, den 17. Juni,
Es vergeht wohl kein Tag, an welchem
ſtehens treu geblieben iſt.
ich nicht ein oder mehrere Male Galiſg=
vormittags
11 Uhr ſtatt.
(t3
iel
fehr
verordne das ich immer noch als das diäte=
tiſche
Mittel zur Erzielung einer dauernd


Literariſches.
geregelten Darmtätigkeit anſehe. Aehnlich
äußern ſich viele andere über dieſes vorzüg=

Hochland Monatsſchrift für alle Gebiete des
liche Abführmittel. Viele benützen Califig‟
Wiſſens, der Literatur und Kunſt. Herausgegeben von
in ihrer eigenen Familie. Kann es wohl
2

Karl Muth. Verlag der Joſ. Köſelſchen Buchhandlung

eine beiſere Empfehlung geben?
Dankſagung.

in Kempten und München. Inhalt des Juniheftes: Der
En allen Aporheken zu haben zu Mk. 1,50 die Flaſche.
B
Maßſtab. Eine Unterhaltung im Eiſenbahnzug zwiſchen
rtra große Flaſche Mk. 250. Beſt. Spr. dei Gal

Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher
forn. 75, Exkt. Senn. 1qu. 20, Mk. Cargoph. comp.
Düſſeldorf und Dortmund Von Dipl.=Ing. Georg Sie=
Teilnahme bei dem Hinſcheiden unſerer unvergeß=
mens
. Marte Schlichtegroll. Roman von Karl Linzen.
Zum
25jährigen Regierungsjubiläum Kaiſer Wil=
lichen
, herzensguten Tochter und Schweſter
helms II. Von Univerſtätsprofeſſor Dr. Martin Spahn.Reisenach d. blauen Adria u. Venedig
I1
vom 9.19. Juli und 6.16. August
Joſeph Görres. Eine Charakterſchilderung von Hoch=
IIn
(rückkehrend über Gardasee, Bozen, Meran, Innsbruck),
ſchulprofeſſor Dr. Robert Saitſchick. Zum Regenten=
Preis alles 7 von Mainz
Mk. 290.
bis Mainz
Frauiein Mathnide Wreue
wechſel in Bahern. Von Geh. Hofrat Univerſtätsprofeſor
München
München 260.
Dr. Hermann Grauert. Kleine Bauſteine: Recht, Kunſt, eingeschlossen
ſprechen wir Allen, die unſer ſo liebevoll gedacht
Ausführliches Programm durch Reisebüreau
Moral und Sittlichkeitsverbrechen. Von Dr. Ad. ten Hom=
haben
, insbeſondere Herrn Pfarrer Widmann, der
vel. Karl Löwe und Richard Wagner. Von Privatdozent I L. Lyssenhop & Co., G. m. b. H., Mainz. (II.12696
Dr. Eugen Schmitz. Kritik: Neue Romane. Von Franz
ſie ſ. Zt. auch konfirmiert hat, unſeren herzlichſten
iſt der beſte Beweis für Oüte
Herwig
Die Frauenbewegung, Bedeutung Probleme, Maſſenverſand und Wohlfeilheit einer Ware.
Dank aus.
Organiſation. Von Dr. P. Heribert Holzapfel, O. F. M. Dies iſt der Fall bei Naumanns Fauſtring Lanolin=
Ganz beſonders aber danken wir Herrn
Hochland=Echo: An den Grenzen der Erkenntnis.
ſeife, weil ſie bei hervorragender Qualität nur 95 Pfg.
Dr. med. Schneider für die liebevolle ärztliche
Rundſchau: Zum Konſtantinsjubiläum. Der Streit um
die denkenden: Pferde. John Eonſtable. Zur Er= das Paket à 5 Stück koſtet. Einzelſtück 20 Pfg. (I,11430
Behandlung während der Krankheit der teuren
innerung an Friedrich Wasmann. Puccinis Mädchen
Verſtorbenen.
(13208
Brennholz=Verſteigerung.
aus dem goldenen Weſten. Neues vom Büchermarkt.
Fünf Kunſtbeilagen
Heute, Montag, den 16. Juni 1913, nachmit=
Die trauernden Hinterbliebenen.
tags 2 Uhr, werden in der Landgraf Georgſtraße ( gegen=
über
dem Herrn Lippmann May 50 Loſe Brennholz
J. d. N.:
Letzte Nachrichten.
und einige Loſe Stückholz in Einzeloſen verſteigert.
Wrede, Rechnungsrat.
Georg Hansel.
13222)
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Wer etwas für ſeine Geſundheit tun will, verwende
Me
* Mainz, 15. Juni. Im Beiſein der Behörden fand 223 einen geringen Teil ſeiner freien Zeit zur Durch=
heute
vormittag hier die Eröffnung des im Jahre 1900 ſicht des heute beiliegenden Proſpektes über Trinkuren
Mertenene
gelegentlich der 500jährigen Geburtstagsfeier des Erfin= mit Lauchſtädter Mineralbrunnen. Die wun Feſtfeier zum Regierungsjubiläum des Kaiſers um
ders der Buchdruckerkunſt ins Leben gerufenen Guten=derbaren zuverläſſigen Heilerfolge mit Lauchſtädter
8 Uhr im Saalbau.
berg=Muſeums ſtatt. In den Räumen des Mu=Brunnen ſtützen ſich auf eine mehr als 200jährige Konzerte: Stadt Pfungſtadt um 4 Uhr. Reſtau=
ſeums
ſind Urkunden ausgeſtellt, welche auf das Leben Erfahrung. In vielen tauſend Fällen hat ſich die un=
rant
Stengel=Schmitt um 4 Uhr. Bürgerkeller um
des Altmeiſters Bezug haben, ferner die älteſten Zeugniſſe übertroffene Heilkraft der Quelle glänzend bewährt, ſo
8 Uhr.
von Gutenberg als Erfinder des Buchdruckes, der erſten vor allem bei Rheumatismus, Gicht, Zuckerkrankheit,
Verſteigerungskalender.
Druckwerke und ſolche, die den Werdegang der Typo= Nieren= und Blaſenleiden, Blutarmut, Bleichſucht, ge=
graphie
bis auf die heutige Zeit darſtellen. Das Muſeum wiſſen Frauenleiden, Nerpoſität, ſchlechter und fehler=
Dienstag, 17. Juni.
gibt ein lebendiges Bild von der raſtloſen Weiterarbeit hafter Blutbeſchaffenheit. Der Brunnen übt eine wohl= Brennholz=Verſteigerung um 10 Uhr Becker=
und dem Streben nach Vervollkommnung auf dieſem Ge= tuende und geſundheitfördernde Wirkung auf den
ſtraße 6.
biete.
Körper aus. Deshalb iſt eine Kur mit Lauchſtädter
* Berlin, 14. Juni. Im Prozeß gegen Rechtsanwalt Mineralbrunnen für die Geſundheit von der größten
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Dr. Ehrhardt und Genoſſen beantragte der Bedeutung. Der Brunnen wirkt allenthalben blut= Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Staatsanwalt Freiſprechung ſämtlicher Angeklagten bildend und geſundheitfördernd auf den geſamten Or= Reich und Ausland: i. V.: Mar Streſer für den übrigen
auf Koſten der Staatskaſſe. Das Gericht erkannte dem ganismus. Deshalb ſollten auch Geſunde den Brunnen redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streſer
Antrage entſprechend.
trinken, da dadurch die Geſundheit gefeſtigt und der für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
* Hamburg, 14. Juni. Auf der Werft von Blohm und Körper widerſtandsfähig gegen Krankheiten gemacht aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Boß ſolle heute nachmitag der große Kreuzer K‟wird. Haustrinkuren mit Lauchſtädter Brunnen Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitellungen ſind
vom Stapel laufen. Aus bisher unaufgeklärten können beſonders jetzt im Frühjahr jedermann nicht an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
techniſchen Gründen konnte der Stapellauf nicht vollzogen warm genug empfohlen werden. Aus dem heute bei= Honorarforderungen ſind beizufügen, nachträgliche werden
werden. Wegen des inzwiſchen gefallenen Waſſerſtandes liegenden Proſpekt iſt erſichtlich, wo der Lauchſtädter! nicht derückſichtigt Unverlangte Manuſkripte werden nicht
Brunnen in Darmſtadt käuflich iſt.
(13199 1 zurückgeſandt.
mußte der Ablauf verſchoben werden.
Se
GEoné H. JASMBTZ A. G.DBESDEN
Grössfe deufsche Cigareftenfabrik
Z
II 13196

[ ][  ][ ]

Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Juni 1913.
Seite 10.
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Nummer 138.
Seite 11.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Juni 1913.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
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Bekanntmachung.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: Inpolizei=
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finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Kriegshund. Die Hunde können von den wurde heute eingetragen die Firma Noilliel-Bohlbuchel gefragene
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Ver=Schade & Füllgrabe in Frank=konkurrenzlos billige Preiſe (*229fo
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Seite 12.

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Das machte ihn für einen Moment unſicher. Er ver=
Ihr forſchender Blick kehrte zu ihe zurück.
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mied es, Frau von Berns anzuſehen. Aber er fühlte, daß
Wenn Giſa ſelbſt den Wunſch hat, ein paar Monate in
(Nachdruck verboten.) er ſich verraten hatte; daß ſie ihn plötzlich aufmerkſam be= meinem Hauſe zuzubringen, Herr Baron, dann wird ſie
11
Vor zwei Jahren ſollte er zum Forſtrat er= trachtete.
ihren Kopf ſchon durchſetzen. Ich weiß ja allerdings nicht,
nannt werden; er bat jedoch, von dieſer Beförderung Ab=
Und nun lachte ſie. Ein halblautes, faſt mokantes wie ſie ſich entwickelt hat; denn als ich ſie das letzte Mal
ſtand zu nehmen, da er lieber im Walde bleiben wolle. Lachen.
ſah, war ſie noch ein regelrechter Backfiſch mit einem Mo=
Was ich ihm gar nicht ſo ſehr verargen kann; denn wenn
Es liegt wirklich keine Veranlaſſung vor, meine Here= zartzopf. Inzwiſchen ſind Jahre hingegangen; die Genfer
jemand wirklich ſo fanatiſch und mit Leib und Seele Forſt= ſchaften, ſich übermäßigen philantropiſchen Beſorgniſſen Penſionszeit hat ſie ſicherlich auch gefördert und ſo wird
mann iſt, wie Ihr Herr Bruder, liebe Freundin, dann hinzugeben. Denn ich gedenke, meine Nichte ſchon in aller= ſie wohl ſchon längſt die richtige Diſtanz zum Leben ge=
wird
er ſich im ausſchließlichen Bureaudienſt immer un= nächſter Zeit auf einige Monate zu mir zu nehmen.
funden haben.
glücklich fühlen.
Hierher, nach Berlin gnädige Frau?
Dieſe Vermutung kann ich aus eigener Anſchauung
Im übrigen hat er von ſeiner Ablehnung doch inſo=
Zu Dir Tilly?
beſtätigen. Aus dem Backfiſch iſt eine Lady geworden.
fern den Vorteil gehabt, als man ihm daraufhin mit Erlen=
Alſo beichten Sie ſchon liebe Freundin! reſümierte der
Alſo ſehen Sie! Deshalb zweifle ich auch nicht daran,
grund die beſte Oberförſterei im Regierungsbezirk gegeben Finanzier diktatoriſch. Sie ſehen doch, der heutige Tag ſie ſchon demnächſt bei mir zu haben. Ich freue mich
hat. Ich weiß es von dem Vortragenden Rat von Maſ= iſt nun mal beſtimmt für ſenſationelle Offenbarungen.
auf ſie.
ſow aus dem Landwirtſchaftsminiſterium.
Was iſt da beſonderes zu beichten, Herr Kommerzien=
Der Börſianer verbeugte ſich mit gemeſſener Gran=
Er lachte amüſiert vor ſich hin.
rat? ſagte die Generalkonſulin mit nachläſſigem Hochziehen dezza.
Muß ein Donnerwetterchen ſein, Ihr Herr Beuder, der Augenbrauen. Sie wiſſen, ich habe einen ausgedehn=
Das Haus Renzow nebſt Anhang teilt dieſe Freude
liebe Freundin. Wenigſtens erzählte mir der Maſſow, ten Bekanntenkreis und muß daher ein großes Haus füh= von ganzem Herzen. Und um dem einen überwältigenden
das hätte damals eine tolle Aufregung im Miniſterium ren. Aber trotz allen Verkehrs fühle ich mich ſeit dem Ausdruck zu geben, wird dieſer junge Champlon hier ſich
gegeben, als die Ablehnung eintraf.
Tode meines Mannes mitunter doch recht einfam. Alſo! etwas anſtrengen und Fräulein Giſela Krottenheim zu
Der leidtragende Teil bei der ganzen Geſchichte iſt will man es mir verdenken, wenn ich den Wunſch habe, Ehren das Große Armee=Hürdenrennen auf dem Ren=
natürlich
Deine Nichte, liebe Tilly, warf ſeine Gattin da= meine Nichte mal für einige Zeit um mich zu ſehen?
zowſchen Northern ocean mit ungezählten Längen ge=
zwiſchen
, wobei ſie eine Weintraube von der Obſtſchale
Abſchleifen der ungebärdigen Backfiſchinſtinkte und winnen. Nicht wahr lieber Oſtheerens
langte. Gewiß gibt es ſo eine Art ländliche Geſelligkeit, Einführung in die Geſellſchaft zwecks Aneignung glatter
Das ſoll ein Rennen werden wie es noch nie auf
das beſtreite ich gar nicht. Aber trotzdem muß ſich das Verkehrsformen!. definierte der alte Renzow.
deutſchen Bahnen gelaufen wurde! parierte der Artilleriß
junge Ding in dem einſamen Forſthauſe doch direkt leben=
Günter von Oſtheeren mußte an ſpöttiſche Augen und in gutmütiger Selbſtironie.
dig begraben vorkommen.
einen ſtolzgetragenen Mädchenkopf denken und lächelte.
Aber im Geheimen war er durchaus zufrieden, daß
Und mit dieſem Lächeln ſagte er:
Zwiſchen einem Genfer Penſionat und oſtpreußiſcher
das Thema jetzt gewechſelt wurde und ſein alter Gönneg
Weltabgeſchiedenheit beſteht allerdings ein greller Kon=
Ich fürchte, gnädige Frau, Sie werden Ihre Abſicht endiich die heißerſehnte Gelegenheit fand ſich in ſeine Zu=
traſt
! ſekundierte der Artilleriſt. Und in ſeiner Stimme nur unter ziemlichen Schwierigkeitez verwirklichen ksureg. dacſtsträume einzuſpinnen. Er half ihm nach Kräfter

[ ][  ][ ]

Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Inni 1913.
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der Mokka kam, verallgemeinerte ſich das Geſpräch, ſich umgeſehen hatte in der Welt und hinausgewachſen war und Zeitungen neben ſeine Kaffeetaſſe, um dann das
Den ganzen Abend über hatte der Baron jedoch das über die Enge ſeines Berufes. So leicht ließ er ſich denn Zimmer wieder zu verlaſſen.
inſtinktive Empfinden, als richte die Generalkonſulin ge= doch nicht aus dem Gleiſe ſchmeißen!
Damit kam eine ſehr wichtige Staatsaktion, die ſich
rade an ihn beſonders häufig das Wort; und als ſuche ſie
Arbeit!! dachte er inbrünſtig. Arbeit im Dienſt jeden Morgen in genau der gleichen Form abſpielte:
Der Hausherr legte die Zigarre beiſeite; ſetzte das
unter dem Schleier unverfänglicher Fragen Klarheit zu und draußen auf dem Turf; damit ich mich nicht verliere
Pincenez auf und orientierte ſich vor allem mal dar=
erhalten
über das, was doch ſein Geheimnis bleiben mußte, in ſchlappherziger Sentimentalität! Die Frau ſoll erſt
bis der Tag der Revanche für Margenthin gekommen war. noch geboren werden, die mich zu einem liebeſtammelnden über, daß die Berliner Abendzeitung und das Königs=
berger
Tageblatt auch richtig angekommen waren.
Vielleicht aber ließ er ſich da auch nur von ſeiner arg= Toggenburg macht!!
wöhniſchen Phantaſie irreleiten und war ein Narr, daß
Samstags gab es außerdem noch Wild und Hund und
Und von der Kaiſer Wilhelm=Gedächtniskirche
die Deutſche Forſtzeitung. Dann ſtudierte er mit im=
er
einem jungen hochmütigen Ding ſo widerſtandslos einen
gleichſam als Antwort dröhnte zu ihm der dumpfe Baß pertinenter Langſamkeit erſt ſämtliche Dienſtſchreiben
beſonderen Platz in ſeinem Leben eingeräumt hatte!
der Mitternacht herüber.
durch, ehe er ſich der Privatkorreſpondenz zuwandte. Und
Und als ihm Frau von Berns eine Stunde ſpäter
beim Aufbruch ſagte:
wenn ſein Mädel die ganze Zeit unruhig hin und her
VIII.
rückte und ſeine Bedächtigkeit tauſendmal zum Teufel
Ich würde mich freuen, Herr Baron, Sie in meinem
Man war in Erlengrund gerade mit dem Morgen= wünſchte, dann machte ihm die Geſchichte einen diebiſchen
Hauſe zu begrüßen. An den Donnerstagabenden ſehe ich
kaffee fertig. Der Forſtmeiſter hatte ſich ſeine übliche Spaß und er fühlte ſich obenauf.
immer einen kleinen Kreis lieber Gäſte bei mir.
Heute aber erfuhr dieſes allmorgendliche Programm
Hoffentlich wird ſich meine Nichte recht eng an Fräu= Vormittagszigarre angeſteckt und hörte aufmerkſam das
lein Herta Renzow anſchließen. Es wäre hübſch, wenn Wirtſchaftsprogramm an, das ſeine Tochter für den be= einen eklatanten Niederbruch. Unter der eingelaufenen
Sie dann die beiden jungen Damen ein wenig chaperon= ginnenden Tag entwarf. Aus ſeinem bequemen Sorgen= Poſt nämlich befand ſich ein großer Brief aus engliſchem
ſtuhl warf er von Zeit zu Zeit einen wohlgefällig prü= Leinen die Adreſſe mit ſteilen Buchſtaben hingeworfen
nierten . . .
Poſtſtempel Berlin.
... da blieb ſein ſoldatiſch ſtraffes Geſicht regungslos. fenden Blick zu ihr hinüber, die in ihrem blauen Leinen=
Und jedesmal, wenn ſolch ein Brief ankam . . . was
Und er fand nichts, als ein konventionelles Hackenklappen, kleid ſo hausfraulich ausſah und deren ausgeſchlafene
allerdings im Laufe des Jahres zu zählen war . .. jedes=
Augen ſo luſtig und friſch in die Welt ſchauten.
Gnädige Frau haben nur zu befehlen!
mal öffnete ihn Elias Krottenheim mit mißtrauiſchem
Und mußte ſich Gewalt antun, um nichts von der Ver=
Er war ein ſtolzer Vater trotzdem er es nicht
Brummen, während Giſela vor Neugier fieberte, was
ſtimmung merken zu laſſen, die ihn jählings angefallen um die Schätze Indiens zugegeben hätte.
die Tante Berns wohl geſchrieben hatte.
hatte. . . .
Alles an ſeiner Giſa fand er ſchön die Sicherheit,
Bedächtig ſchnitt der Forſtmeiſter das Kouvert auf.
Nachher ging er langſam die Hofjägerallee hinunter, mit der ſie ihm ſeine behagliche Häuslichkeit ſchaffte und
Von Tilly! konſtatierte er argwöhniſch. Da bin ich
um nach der Friedrich Wilhelmſtraße zu kommen, wo ſeine die große Wirtſchaft im Zuge hielt; ihre geſellſchaftlichen doch wirklich geſpannt. Am Ende ſagt ſie ſich für ein
Wohnung lag.
Talente; ihre ſelbſtverſtändliche Vornehmheit; die kühle paar Wochen zum Beſuch an!
Auf den Bänken unter dem tiefen Schatten der Bäume Sicherheit, durch die ſie die jüngeren Herren ihrer Kreiſe
Faltete den Briefbogen auseinander und las
überall Pärchen, in koſendem Flüſtern enganeinander immer in reſpektvoller Entfernung zu halten wußte.
und las .
gepreßt.
Und wenn er auch vor ſeinem alten Freunde Oſt=
Was haſt Du denn, Papa? Was machſt Du bloß
Mit widerwilligem Blick ſtreifte er dieſe zärtlichen heeren ſchwere Not ſtöhnte, wie ſehr ihn die Marjell für ein Geſicht? Iſt etwas Unangenehmes?
Heimlichkeiten.
beim Wickel habe! insgeheim kapitulierte er wider=
Abwarten! es koſtete ihn einige Mühe, die vier
Seine Stirn zog ſich in Falten. Und ohne, daß er ſtandslos und nannte ſie einen Prachtkerl!
Seiten mit den großen, ſich drängenden Buchſtaben zu
es recht empfand, erwachte in ihm langſam das herriſche
Der Eintritt des Stubennädels unterbrach Giſelas entziffern.
Raubritterblut ſeiner Vorfahren.
Vortrag.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 138.
Seite 15.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Inni 1913.
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berg die Mehrzahl ſeiner Streitkräfte zu vereinigen, wo=
erven½e
Stunde von Frankfurt a. M. 8 durch er die Macht erlangte. endgültig mit dem Korſen ab=
Literariſches.
Prospokte durch Dr. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.
zurechnen. Aber wieder ſehlte der Siegeswille als die
Griebens Reiſeführer, Band 66: Bayr.
Franzoſen dreiſt anrückten, zauderte der Deſterreicher,
ſeine Ueberzahl einzuſetzen. Dies veranlaßt Napoleon, Hochland Salzburg. Salzkammergut. 28.
in dem Verhalten des Feindes eine Rückzugsbewegung zu Auflage. Mit 13 Karten. Verlag Albert Goldſchmidt,
Die Schlacht bei Areissſurs
vermuten: er ſtürmt vorwärts. Doch ſeine Vorhut ſieht Berlin W. 35. Preis 3 Mark. Von Grund auf neugeſtal=
ſich
von unerwartetſtarken Maſſen gepackt und trotz tapfe= tet erſcheint diesmal der ſtarke, aber trotzdem handliche
Aube.5
ren Widerſtandes nach Areis geſchoben. Auf der Brücke Führer durch die bayeriſchen und öſterreichiſchen Hoch=
lande
, ein Gebiet, wie es ergiebiger für Touriſten und
* So verſagten die Verbündeten für einige Zeit. Um hält Napoleon mit einem kleinen Karree, den Degen in Naturfreunde nicht gedacht werden kann. Die Verkehrs=
ſo
eifriger rührte ſich Napoleon. Als am 12. März das der Hand, und ruſt den Fliehenden zu: Wer will eher verbindungen ſind die denkbar günſtigſten, beſonders ſeit
ehrwürdige Reims mit viertauſend Nationalgarden an hinüber als ich? Er bringt die Seinen zum Stehen, die neue Karwendelbahn, deren Endpunkt Innsbruck iſt,
Saint=Prieſt verloren ging, erſchien der Kaiſer ſofort am heiß und heißer wogt das Ringen, immer dichter drohen dem Betriebe übergeben iſt und den Reiſenden in das Herz
nächſten Tage beſiegte den Ruſſen unter Einbuße von die Reihen der Feinde. Da erkennt des Kaiſers geübter dieſes herrlichen Landſtriches führt. Dieſe neue Linie
dreitauſend Mann und eroberte Frankreichs alte Krö= Blick die Sachlage die Gefahr, in der er ſchwebt. Ent= hat in Griebens obengenanntem Bande natürlich die ihr
nungsſtadt zurück. Erfreut und voller Selbſttäuſchung ſchloſſen und geſchickt macht er kehrt, ſo daß nur noch die
herrſchte er ſeinen Polizeiminiſter an: Ich bin heute noch Nachhut ins Gedränge gerät. Richtig urteilt Janſon; zukommende eingehende Behandlung gefunden. Auch die
übrigen touriſtiſchen Abſchnitte, wie auch die ſonſtigen
derſelbe, der ich in Wagram und Auſterlitz war; ich dulde Wenige Schlachten ſind ſo eigenartig entſtanden und
verlaufen: leichtfertig rennt Napoleon gewiſſermaßen in Angaben, über Hotels, Verkehr, Sehenswürdigkeiten uſw.
im Staate keine Ränke: ich ſelber bin der große Tribun.
bieten vorzügliches Material und ermöglichen ſchnelle und
Freilich, während er ſeine Perſon derartig überſchätzte, eine richtig geſtellte Falle aber ſie funktioniert mangel= ſichere Orientierung; letztere wird noch weſentlich durch
fiel die franzöſiſche Rente auf fünfzig Francs.
haft; er entkommt, und, wie erſtarrt, läßt man ihn ziehen. die dem neueſten Stand entſprechenden Karten unterſtützt,
Es gab für den Korſen zwei Hauptmöglichkeiten zur Zum mindeſten pſychologiſch iſt manche Aehnlichkeit mit die um 2 Blätter: Hohe Tauern und Umgebung von
Fortſetzung des Krieges, nämlich Vereinigung mit Mae= der Schlacht von Laon vorhanden.
Garmiſch=Partenkirchen vermehrt worden ſind.
donald, um die feindliche Hauptarmee ungefähr bei Meaux
* Neu erſchienene Broſchüren: Moderne
zu ſtellen und ihr den Weg nach Paris zu verſperren. Dies
Flugmaſchinen. Forderungen, die Theorie und Praris an
war das näherliegende und ſicherere, barg aber den Nach=
Sport, Spiel und Turnen.
die Konſtruktion moderner Flugmaſchinen ſtellen, und die
teil, daß man auf eine ſtarke Uebermacht ſtieß, die ſich
Art ihrer Erfüllung bei den neueſten franzöſiſchen Land=
durch
die ſchleſiſche Armee verdoppeln konnte. Der zweite
Vom 12. Deutſchen Turnfeſt.
und Waſſerſlugzeugen. Von Diplom=Ingenieur Alfred
Plan nahm ſich kühner aus, verhieß aber bei glücklichem
* Die umfangreichen, aber ſcharf abgegrenzten Arbei= Marcel Joachimezyl. Berlin 1913. Verlag Klaſing
Gelingen vollen Erfolg. Schon vor der Schlacht bei Laon ten der einzelnen Ausſchüſſe ermöglichen ſchon rechtzeitig u. Co., G. m. b. H. Wie mache ich Inventur und
beſchäftigte er Napoleon und begann allmählich ſein gan= einen Geſamtüberblick über das 12. Deutſche Turn=Bilanzabſchluß? Die geſetzlichen Vorſchriften in gemein=
zes
Denken zu erfüllen. Demgemäß wollte er ſich oſt= feſt über die turneriſche Arbeit zum Feſte, ſowie über die perſtändlicher Erläuterung nebſt Bilanzentwürfen. Aus
wärts nach Lothringen und dem Elſaß wenden und die feſtlichen Veranſtaltungen. Hiernach ſpielt ſich das Leip= der Praxis für die Praris dargeſtellt. (Verfaſſer Hans
dortige Bevölkerung, welche ſich teilweiſe für ihn erhoben
hatte, ſamt den Beſatzungen der Feſtungen an ſich ziehen, ziger Feſt mit ſeinen Vorveranſtaltungen und während Luſtig, kaufmänniſcher Sachverſtändiger und Bücherrevi=
um
dem Feinde die rückwärtigen Verbindungen abzu= der eigentlichen Feſtwoche in folgender Weiſe ab:
ſor. Baumgartens Verlagsbuchhandlung, Saarbrücken 3;
Sonntag, den 22. Juni: Probewetturnen auf dem Preis 1,50 Mk.) 4. Auflage. Der Haarausfall, Urſache
ſchneiden. Der Kaiſer hoffte durch dieſes kühne Unter=
nehmen
die Stimmung Frankreichs wieder zu gewinnen Feſtturnplatze. Sonntag, 6. Juli: Probeturnen der und Behandlung. Von Dr. Arthur Kann, Spezialarzt für
und die Verbündeten von Paris nach dem Rheine zu Turner Leipzigs und der Umgegend. Abends Konzert Haarkrankheiten in Berlin, 7. Auflage. Berlin W. 30.
locken. Wenn letzteres nicht glückte, ſo ſollte die Regent= und Sondervorführungen. Donnerstag, den 10. Juli: Verlag von Oskar Coblentz. 1913. Wie macht man
ſchaft an die Loire verlegt und von dort aus der Krieg Schulturnen; abends Turnerinnenturnen. Konzert.
ſein Teſtament koſtenlos ſelbſt? Unter beſonderer Berück=
fortgeführt
werden.
Freitag, 11. Juli: Mittags 12 Uhr Eröffnung der Aus= ſichtigung des gegenſeitigen Teſtaments unter Eheleuten
Als Einleitung des neuen Unternehmens ſchritt Na=ſtellung für deutſche Leibesübungen in der 16. Bürger=geneinverſtändlich dargeſtellt, erläutert und mit Muſter=
poleon
zu einem Angriff auf Schwarzenberg, den er zu ſchule am Feſtplatze.
beiſpielen verſehen von R. Burgemeiſter. Neuauflage=
überraſchen
, ſtark zu erſchüttern und hiermit für den Rück=
Feſtſamstag, 12. Juli: Offizieller Empfang der 1913. Geſetzverlag L. Schwartz u. Co., Berlin 8. 14,
zua geneigt zu machen hoffte dies um ſo mehr, als er deutſchen Turner und Gäſte. Nachmittags Konzert auf Dresdener Straße 80. Preis 1,10 Mk. Diſziplinierung
deſſen Furcht vor einer Feldſchlacht kannte. So ließ er dem Feſtplatze. Kampfrichterſitzung. Abends Eröffnungs= oder Fürforge für die verabſchiedeten Offiziere. Von
die Hälfte ſeiner Armee unter Marmont und Mortier feier auf dem Turnplatze Uebergabe des Bundesbanners. Oberſtleutnant a. D. Guſtav Graef. Erſte Auflage.
vor Blücher, ließ Maedonald an der Seine vor der Sondervorführungen. Danach Begrüßungsfeiern in ver= München 1912. Verlag von Max Steinebach.
Ge=
Hauptarmee, während er ſelber mit zweiundzwanzigtau= ſchiedenen großen Sälen der Stadt. Feſtſonntag, ſchichte der rheinfränkiſchen Mundartdichtung. Von Fried=
ſend
Baſoneten ihr in den Rücken bei Möry oder Troyes 13. Juli: Vormittags Sechskampf in zwei Gruppen. Mit=rich Schön. Freiburg i. Dr. Verlag von Friedrich Ernſt
fallen wollte, Tat Macdonald ſeine Pflicht, ſo glaubte der tags Feſtzug. Danach allgemeine Freiübungen. Turnen Fehſenfeld. 1913.
* Kwangszölibat oder Prieſterehes
Kaiſer, mit ſeiner geringen Streitmacht auszukommen. des 14. Deutſchen Turnkreiſes (Königreich Sachſen). Ein Aufruf an alle Edelgeſinnten, im Namen vieler
Aber die Dinge lagen anders, als er annahm. Die Spiele. Einzelwettkämpfe. Turnen der Ausländer. Son=katholiſcher Geiſtlicher herausgegeben von Siegfried
Hauptmacht Schwarzenbergs befand ſich öſtlich von dervorführungen. Konzert des Leipziger Gauſängerbun= Sagen, katholiſchem Pfarrer. Endgültige Ausgabe.
Troyes, um Blücher näher zu ſein. Durch Koſakenpatrouil= des. Feſtmontag, 14. Juli: Vormittags und nach= 7. Tauſend. Würzburg, Gebrüder Memminger, G. m. b. H.,
len erhielt der Fürſt am 18, die Meldung vom ſeitlichen mittags Zwölfkampf, Spiele, Turnen der Kreiſe. Einzel= Abteilung Verlagsbuchhandlung. 1913.
Auftreten franzöſiſcher Truppen. Da raffte er ſich zu dem wettkämpfe, Sondervorführungen, Turnerinnenturnen.
Man pflegt zu ſagen, unſere Zeit habe nur ein
Gedanken einer Angriffsſchlacht auf, ſandte ſeine weſent= Abends Konzert des Leipziger Turngauſängerbundes.
Intereſſe für die exakten Wiſſenſchaften, für die Natur=
lichſten
Kräfte jedoch in falſche Richtung, weshalb nur Feſtdienstag 15. Juli: Vormittags und nachmittags
das Korps Wrede bei Arcis=ſur=Aube mit dem Feinde Zwölfkampf. Spiele, Turnen der Kreiſe Einzelwettkämpfe, wiſſenſchaften und die Technik. Und in der Tat iſt es
zuſammenſtieß. Wie die Verbündeten vermochte auch Sondervorführungen, Schulturnen, Turnen der Jugend= nicht zu leugnen, daß die Geſchichte im allgemeinen nicht
mehr die Stellung hat, die ſie noch vor einem Menſchen=
Napoleon nicht ſo viele Truppen heranzubringen, als er
brauchte weil Blücher ſich in Bewegung geſetzt und Mar= abteilungen. Abends Konzert des Leipziger Zöllnerbun= alter einnahm Indes gibt es beſondere Zweige der Hiſtorie,
mont geſchlagen hatte. Der Kampf entbrannte mit großer des. Feſtmittwoch, 16. Juli: Vormittags Ringen, die, im Gegenſatz zu früher, weit liebevoller gepflegt werden,
Heftigkeit. Schon ſchien er für Napoleon verloren zu Fechten, Schwimmen in der Leipziger Schwimmanſtalt, Das ſind namentlich die Heimatgeſchichte und die Fami=
ſein
, da faßte er ſeine Geſchütze zuſammen und warf ſeine Schreberſtraße. Nachmittags Militärturnen, Sondervor=liengeſchichte. Für dieſe letztere iſt auch in bürgerlichen
führungen, Siegerverkündigung. Abends Militärkonzert, Kreiſen ein ganz beſonderes Intereſſe entſtanden. Dafür
*) Aus dem neuen Lieferungswerk 18131815. Prachtfeuerwerk.
Donnerstag, 17. Juli: Früh iſt nicht nur überall das Verſtändnis erweckt, ſondern es
Illuſtrierte Geſchichte der Befreiungs=Beginn der Durnfahrten.
wird darin auch zurzeit erheblich gearbeitet und Hervor=
kriege‟
Ein Jubiläumswerk zur Erinnerung an die
So haben alle Ausſchüſſe eifrig gearbeitet für ein ragendes geleiſtet Von ihrem Wert für die Külturge=
große
Zeit vor hundert Jahren. Von Profeſſor Dr. J. gutes Gelingen des Feſtes, und noch in letzter Stunde ſchichte und die Familienforſchung handelt ein Artikel in
v. Pflugk=Harttung. 414 Seiten Text mit 343 Abbildun= regen ſich tauſend Hände und während des Feſtes ſelbſt
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Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Inni 1913.
Seite 16.
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