Darmstädter Tagblatt 1913


02. Juni 1913

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A.



Abonnementspreis
Inſerate

176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
47.
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
und
ſowie von unſeren Agenturen
u. 1.80 Mk. viertell. Verantwortlichkeit
Bei
den Annoncen=Expeditionen.
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des
Kreiſes und der andern Behörden.
Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 126.
1913.
Montag, den 2. Jnni.
gebracht.
Es iſt hocherfreulich, daß der dem Reichstag
Die heutige Nummer hat 20
Seiten.
Die Steuerfreiheit der Fürſten.
vorgelegte Entwurf für das neue Spionagegeſetz im all=

Aus der Stellung des Monarchen als der Verkör=
gemeinen
dieſen Forderungen des Deutſchen Wehrvereins
perung der Souveränität hat Staatsſekretär Dr. Lisco im
entſpricht. Man darf wohl der Erwartung Ausdruck
Das Wichtigſte vom Tage.
Haushaltsausſchuß des Reichstages gefolgert, daß die Per=
geben
, daß der Geſetzentwurf, ſo wie er an den Reichstag
ſon des Monarchen außerhalb der Steuerpflicht ſtehe
In München wurde die Internationale Kunſt=
gelangt
iſt, mit einer Ausnahme angenommen wird. Die
Dieſe Auffaſſung wird durch die rechtlich=tatſächlichen Ver=
Ausnahme iſt die Strafbeſtimmung für die Preſſe.
ausſtellung mit einem feierlichen Feſtakt eröffnet.
hältniſſe eines Bundesſtaates widerlegt, deſſen Souveränc
Dieſe muß viel genauer abgefaßt werden. In der Form,
Feuersbrünſte und Waldbrände werden aus den
eine beſonders hohe Auffaſſung von ihrer fürſtlichen Stel=
wie
die Vorlage es vorſieht, kann ſchließlich jeder Militär=
verſchiedenſten
Teilen des Reiches gemeldet.
lung hatten: durch die Regelung der einſchlägigen Ver=
ſchriftſteller
nach Veröffentlichung einer Arbeit, in der
In Miesbach wurden durch Firſteinbruch 8 Mann
hältniſſe in Württemberg. § 108 der württembergi=
Mißſtände klargelegt oder Verbeſſerungen vorgeſchlagen
verſchüttet, von denen 5 gerettet werden konnten.
ſchen Verfaſſungsurkunde nämlich beſtimmt: Das oben
werden, wegen Verbreitung eines militäriſchen Geheim=
(§ 102) erwähnte Hofdomänenkammergut iſt ein Privak=
niſſes
auf die Anklagebank und zur Verurteilung kom=
Das ſpaniſche Kabinett hat demiſſio=
eigentum
der königlichen Familie, deſſen Verwaltung und
men. Das gleiche gilt für jeden Schriftleiter, der ſolcher
niert.
Benutzung dem Könige zuſteht. Zu denallgemeinen
Arbeit in ſeinem Blatte Aufnahme gewährt. Damit wird
Das Zarenpaar iſt in Koſtroma eingetroffen.
Landeslaſten liefert das Hofdomänen=
eine
Waffe geſchaffen, mit der alle Militärwiſſenſchaft, die
kammergut ſeinen Beitrag, und zwar, ſoweit es
nicht die Anſicht der Maßgebenden trifft, einfach totge=
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8 und 9.
bisher ſteuerfrei war, gleich anderen früher ſteuerfreien
ſchlagen werden kann. Das wird aber unſerer Wehrmacht
Gütern.
nur ſchaden, nicht aber nutzen.
Dieſer Beſtimmung fügt R. Gaupp folgenden Kom
Ueber die Rede des Reichskanzlers
Der Friede von London.
mentar hinzu: Auch die Freiheit des Hofdomänenkammer=
ſagt
die Poſt: Wenn etwa hie und da aus den vorſichtigen
gutes von der Staatsſteuer (bezüglich der Schloß=
** Hoffentlich wird die Meldung von der Unterzeich=
Aeußerungen des Kanzlers geſchloſſen werden ſollte, er
gebäude, Schloßgärten und Parke ſiehe § 3 des Karaſter=
nung
des Friedens zwiſchen der Türkei und den Balkan=
ſei
im Begriff, in der Frage der ſogenannten Ausnahme=
geſetzes
vom 15. Juli 1821) wurde aufgehoben durch
ſſtaaten nicht noch einmal widerrufen, wie es mit der An=
geſetze
einen Rückzug anzutreten, ſo halten wir dieſe Auf=
Artikel 4 des Geſetzes vom 18. Juni 1849. . . . Durch das=
kündigung
des Friedensſchluſſes ſchon fo oft geſchehen iſt.
faſſung für durchaus irrig und unhaltbar.
ſelbe Geſetz Art. 1 und 2 wurde das Hofdomänenkammer=
-
Der Krieg war ja längſt zu Ende, er hatte wochenlang
Aus dem elſaß=lothringiſchen Land=
gut
auch der Gemeinde= und Amtskorpora
eigentlich nur noch vor Skutari fortgedauert, nachdem Bul=
tag
. Die Erſte Kammer hat in ihrer letzten Sitzung nach
Die Aktivkapita=
tionsſteuer
unterworfen.
.
garien, Griechenland und Serbien ihr Ziel erreicht hatten.
längerer Debatte den Geſetzentwurf, betreffend die Ge=
lien
und Renten der Hofdomänenkammer unterliegen
Die Türkei hatte bald nach dem Falle Adrianopels ihr
währung von Zulagen an Beamte, Lehrer und Geiſtliche,
gleichfalls der Beſteuerung von Staat und Korpora=
Einverſtändnis mit den Friedensvorſchlägen der Mächte
abgelehnt, wegen der durch die Annahme des Beſoldungs=
tionen
.
gegeben und auch die ſpäter bezüglich der Abänderung der
geſetzes geſchaffenen Sachlage und angeſichts der Tatſache,
Das Beiſpiel Württembergs veranſchaulicht die Hale=
Grenzen von den Balkanbundſtaaten geäußerten Wünſche
daß die erforderlichen Mittel durch Anleihen beſchafft
loſigkeit des Verfahrens, aus der Stellung des Monarchen
bewilligt. Ihr ſchien es darauf anzukommen, endlich Ruhe
werden müßten. Dagegen wurden folgende Reſolutionen
als der Verkörperung der Souveränität ſeine Steuerfrei=
zu
erhalten, aber der Erfüllung dieſes berechtigten Ver=
beſchloſſen
: 1. Die Kammer nimmt Kenntnis von der Er=
heit
abzuleiten. Im Anſchluß daran hat Staatsſekretär
langens ſtellten ſich immer neue Hinderniſſe entgegen. Ein=
klärung
der Regierung, die Vorarbeiten zur Neuregelung
Dr. Lisco behauptet, daß von jenem Grundſatze die
zelne der Verbündeten waren mit den Bedingungen der
der Gehälter der Geiſtlichen in Angriff zu nehmen, und
Reichsverfaſſung ausgegangen ſei.
dem
Iſt.
Mächte nicht zufrieden, ſie wollten erſt die Grenzen Al=
ſpricht
den Wunſch aus, daß eine derartige Vorlage mit
Staatsſekretär hierauf von einem Zentrumsabgeordneten
baniens genau kennen, über das Schickſal der ägäiſchen
möglichſter Beſchleunigung vorgenommen wird. 2. Die
geantwortet worden, in der Reichsverfaſſung ſei von der
Inſeln orientiert ſein und ſie hätten gern irgendwelche
Regierung wird erſucht, erſtens für das Rechnungsjahr 1914
Steuerfreiheit der Bundesfürſten nirgends etwas zu fin=
Zuſicherungen wegen einer Kriegsentſchädigung erhalten.
die Frage zu unterſuchen, welche nicht etatsmäßigen Stel=
den
, ſo darf man vielmehr ſagen, daß die Reichsverfaſſung
Die Spannung zwiſchen ihnen über die Teilung des Rau=
len
in etatsmäßige umgewandelt werden ſollen, zweitens,
das Gegenteil der vom Staatsſekretär vertretenen An=
bes
trug gleichfalls dazu bei, den Abſchluß des Prälimi=
zu
prüfen, wie die Bezüge der nichtetatmäßigen Beamten
ſchauung erkennen laſſe; denn Artikel 40 der Reichs=
narfriedens
mit der Türkei zu verzögern. Am bereit=
erhöht
werden können. 3. Die Kammer iſt damit einver=
verfaſſung
ſetzt feſt: Die Beſtimmungen in dem Zolr=
willigſten
zur Unterzeichnung des letzteren zeigte ſich Bul=
ſtanden
, daß ſeitens der Regierung dringenden Bedürf=
vereinigungsvertrage
vom 8. Juli 1867
garien; es würde höchſtwahrſcheinlich einen Separat=
niſſen
durch Ueberſchreitung der geſetzlichen Norm Rech=
bleiben
in Kraft, ſoweit ſie nicht durch die Vorſchriften
Von verſchiedenen Rednern wurde
frieden vereinbart haben, falls die drei anderen Staaten
nung getragen wird.
dieſer Verfaſſung abgeändert ſind und ſolange ſie nicht auf
ihre Unterſchrift noch länger verweigert hätten.
gewünſcht, daß in Bälde auch die Gehälter der Volksſchul=
dem
in Artikel 7 bezw. 78 bezeichneten Wege abgeändert
Der nunmehr vollzogene Friedensvertrag iſt bekannt=
lehrer
und Volksſchullehrerinnen eine Verbeſſerung er=
werden

flich von der Botſchafterkonferenz in London vorbereitet
fahren werden.
Jener Zollvereinigungsvertrag von 1867 aber be=
worden
, welche am 16. Dezember v. J. zuſammentrat und
Elſaß=Lothringen. Die Tägliche Rundſchau
ſtimmt, wie die Bremer Nachrichten am 17. April d. J. in
unendlich viel Schwierigkeiten zu überwinden hatte, ehe
erfährt, daß der größte Teil der Nationalliberalen gegen
Erinnerung brachten, in ſeinem Artikel 15: Von der tarif
die elſaß=lothringiſchen Anträge ſei; nur ein kleiner Teil
ſie zum Ziele kam. Ende Januar mußten die Verhand=
mäßigen
Abgabenentrichtung bleiben die Gegenſtände,
lungen ſogar als ausſichtlos unterbrochen werden, da es
der Fraktion werde für dieſe Anträge ſtimmen. Das Zen=
welche
für die Hofhaltung der hohen Souveräne und ihrer
trum, die Fortſchrittliche Volkspartei, die Polen, die El=
nicht
möglich war, die Zugeſtändniſſe der Pforte und die
Regentenhäuſer eingehen, nicht ausgenommen. Diefe
ſäſſer und die Sezialdemokraten ſeien unbedingte Gegner
Forderungen der Sieger miteinander in Einklang zu brin=
zu
Recht beſtehende Regelung bedeutet, daß die Reichs=
der
Vorſchläge. Unter dieſen Umſtänden ſtänden die Aus=
gen
. Zu gleicher Zeit lief auch der zwiſchen Bulgarien
verfaſſung nicht von der Steuerfreiheit, ſondern von der
ſichten für die Vorlage zurzeit ſchlecht; es ſei aber nicht
und Türkei am 1. Dezember 1912 abgeſchloſſene Waffen=
Steuerpflicht der Bundesfürſten ausgegangen iſt.
ausgeſchloſſen, daß ein Umſchwung eintrete, wenn die
ſtillſtand ab, und die kriegeriſchen Operationen begannen
Unterſchied Staatsſekretär Dr. Lisco in ſeinen weiteren
reichsländiſche Regierung ihr Material vorlegen werde.
von neuem. Erfreulicherweiſe ſetzte die Botſchafterkonfe=
Ausführungen, ob ein Vorgang oder eine Perſon beſteuert
renz ihre Bemühungen bald fort und trug nun auch, im
werde, ob es ſich um direkte oder um indirekte Steuern
Gegenſatz zum erſten Teile ihrer Tagung, den berechtigten
Ausland.
handle, ſo ändert dieſe Unterſcheidung doch nichts an der
Anſprüchen der Türkei mehr Rechnung. Sie wirkte ins=
Frankreich.
Tatſache, daß die Reichsverfaſſung einerſeits durch Ar=
beſondere
mäßigend auf Bulgarien, welches zuerſt ſeine
tikel 40 von der Steuerpflicht der Bundesfürſten ausging,
Heer und Marine. Die Koſten für die durch
Grenzen bis zum Marmarameer ausdehnen wollte, ſich
andererſeits keine einzige Beſtimmung enthält, die den
die Zurückbehaltung der Jahresklaſſe notwendig gewor=
dann
aber mit einer Grenzlinie zufrieden gab, welche von
Bundesfürſten für ihre Perſon die Steuerfreiheit zuſpricht.
denen Kaſernenbauten werden im Vogeſen=Deparkement
Midia am Schwarzen Meere bis etwa zum Golf von Sa=
allein
über 16 Millionen betragen. Um dem Manger
ros geht, das Ufer des Marmarameeres alſo ganz im
an Offizieren in der Kriegsflotte abzuhelfen,
Beſitze der Türkei beläßt. Die Zukunft des Archipels wird
Deutſches Reich,
hat der Marineminiſter die alljährlich den Zöglingen der
bekanntlich, ebenſo wie diejenige Albaniens, von den
Polytechniſchen Schule vorbehaltenen Fähnrichſtellen von
Zum neuen Spionagegeſetz. Mit beſon=
Mächten entſchieden, während die finanziellen Fragen auf
derer Genugtuung begrüßt der Deutſche Wehrverein die
4 auf 10 erhöht. Ueberdies beſchloß der Miniſter, durch
einer in Paris abzuhaltenden Konferenz geregelt werden
umfaſſende Anwendung des Geſetzes von 1896 den Kapi=
Nachricht, daß dem Reichstage ein Entwurf über ein neues
ſollen, an der auch die Balkanſtaaten teilnehmen werden.
tänen der Handelsmarine den Eintritt in die Kriegsflotte
Spionagegeſetz zugegangen iſt. Bereits im Auguſt ver=
Seitens der Mächte iſt die Verteilung des von der Türkei
gangenen Jahres hat der Deutſche Wehrverein im An=
zu
erleichtern.
abgetretenen Gebietes den Balkanſtaaten ſelbſt überlaſſen,
ſchluß an die ſich mehrenden Spionagefälle eine Aenderung
Flugweſen. Die Kammer beriet einen Antrag,
was vielleicht nicht klug war, denn das Ende der Balgerei
des Spionagegeſetzes von Grund auf gewünſcht, wobei be=
der
beſagt: Die Kammer, veranlaßt durch die allzu zahl=
um
die Beute iſt noch gar nicht abzuſehen.
tont wurde, daß vor ällen Dingen die Feſtungsſtrafe als
reichen Unfälle in der militäriſchen Kritik, iſt entſchloſſen,
Der Balkankrieg begann Anfang Oktober v. J., er
Ahndung für Spionage abgeſchafft werden müſſe, auch für
den Mängeln des militäriſchen Fliegerdienſtes ein Ende
hat alſo beinahe acht Monate gedauert und in ſeinem Ver=
fremde
Offiziere, die es wagen, in Deutſchland die Spio=
zu
bereiten und beſchließt deshalb, eine Kommiſſion von
laufe oft ſchwere Kriſen über Europa heraufbeſchworen,
nage zu pflegen. In ihrer Nummer 19 ſchrieben die Nach=
22 Mitgliedern zu ernennen. Der Deputierte Joly legte
die lange Zeit eine ernſte Gefahr für den Frieden unſeres
richten des Wehrvereins: Jeder Spion gehört ins Zucht=
dar
, daß die Unfälle 26,46 Prozent erreichten, ein Prozent=
Erdteils bildeten. Aber die Friedensliebe im Verein mi=
ſatz
, welchen kein Krieg übertraf. Der Redner kritiſierte
haus. Die Mindeſtſtrafe, die zurzeit zwei Jahre Zucht=
dem
Gefühl der ungeheuren Verantwortung im Falle eines
haus iſt, unter Umſtänden ſind es ſogar nur ſechs Monate
zahlreiche Punkte der Organiſation des Fliegerdienſtes.
allgemeinen europäiſchen Krieges hat die Belaſtungsprobe
Antimilitarismus. Anläßlich der antimili=
Gefängnis, muß ganz beträchtlich in die Höhe geſchraubt
glücklich beſtanden, und bedrohliche Komplikationen ſind
tariſtiſchen Treiberei wurden auf Verfügung des Unter=
werden
. Für deutſche Staatsbürger, die ihr Vaterland
hoffentlich auch für den Fall ausgeſchloſſen, daß ſichedie
ſuchungsrichters Drioux in den Räumen eines anarchiſti=
verraten
, wäre lebenslängliche Zuchthausſtrafe oder gar
Balkanverbündeten wegen der Beute befehden.
ſchen Blattes in dem Vorort Les Lilalas und in einer
Todesſtrafe in ſchlimmſten Fällen durchaus nicht unan=

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Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Juni 1913,
anarchiſtiſchen Druckerei auf dem Montmartre Durch=
Abel, Hinze, Krohne, Finger, Groſſe, Schleſier, Renaud
Gerlach, der Vorſitzende der Verſicherungsanſtalt Berlin
ſuchungen vorgenommen.
Freund. Von ſonſtigen Mitarbeitern ſeien erwähnt Ge
Gegen die Gewerkſchaften. Die Regierung
teralarzt v. Ilberg (für den Abſchnitt Heilanſtaltfürſorge)
brachte den kürzlich vom Miniſterpräſidenken im Sena
General v. Rothe (Tätigkeit des Roten Kreuzes), Ban=
angekündigten
Geſetzentwurf gegen die Treibereien des all
direktor Helfferich (Volkswohlſtand), Staatsminiſter von
Möller (Entwicklung der Wohlfahrtspflege) Ballin ( See=
gemeinen
Arbeiterverbandes ein. Durch dieſe Vorlage ſol
(Automobilweſen),
ſchiffahrt), v. Francken=Sierstorpff
len dieſe Gewerkſchaften und ihre Verbände gezwungen
Profeſſor Hergeſell (Luftfahrt), Profeſſor Raps ( Elektri=
werden
, ausſchließlich mit ihren fachlichen Intereſſen ſich
zität), Profeſſor Lepſius (Chemie). Die konfeſſionell
Wohlfahrtspflege bearbeiten die Herren Spiecker, Werth=
zu
beſchäftigen. Im Falle der Verletzung dieſer Geſetz
mann, Tiemendorfer, die kommunale Wohlfahrtspflege
gebung werden die Arbeiter der Gewerkſchaften ſtrafrecht
Profeſſor Krautig. Die Ausgabe des Gedenkwerkes, deſ
lich verfolgt, und können mit Geldbußen von 60 bis 200
ſen Schriftleitung in den Händen der Herren von Behr
Franes beſtraft werden. Außerdem können die Gerichte
Pinnow, Dietrich und Kaiſerling liegt, erfolgt durch den
die Auflöſung der Gewerkſchaften ausſprechen. Für den
Verlag (Georg Stilke) am 16. Juni, dem Tage der Feie
des Regierungsjubiläums
Fall, daß den Behörden falſche Mitteilungen, betreffen
von de
* Feldmarſchall Freiherr
die Leitung der Geſellſchaften gemacht werden, können die
oltz. Nach Mitteilung verſchiedener Blätter wird Feld
Geldbußen auf 500 Francs erhöht werden. Falls eine Ge
marſchall Freiherr von der Goltz in nächſter Zeit zu
werkſchaft trotz der gerichtlich verfügten Auflöſung ihre
rücktreten; ſein Abſchiedsgeſuch ſei bereits dem
Kaiſer zugegangen. Freiherr von der Goltz, der im Auguſ
Tätigkeit fortſetzt, oder ſich von neuem bildet, können
ein 70. Lebensjahr vollendet, hat eine Dienſtzeit von 52
Geldbußen bis zu 5000 Francs und Gefängnis bis zu
Jahren hinter ſich. Im April 1861 wurde er Leutnant
einem Jahre verhängt werden.
machte als ſolcher den Krieg von 1866 und nach Beförde
rung zum Oberleutnant den Krieg von 1870 als General
Spanien.
ſtabsoffizier beim Oberkommando der zweiten Armee mit
Miniſterkriſis. Das Kabinett Romanones iſt
irekt unterſtellt war er dort dem Grafen Häſeler. Nac
dem Krieg blieb er im Generalſtab bis er 1883 einen Ru
zurückgetreten. Die Veranlaſſung zu der Demiſſion der
nach der Türkei erhielt, wo er zuerſt die Kriegsſchule lei
Kabinetts gab die Rede des Führers der Konſervativen
tete und dann mit der Ausarbeitung von Reorganiſa
in der dieſer erklärte, es ſei unmöglich, den Liberalen ſein
tionsplänen für die Armee betraut wurde. Es iſt bekannt
konſtitutionelle Unterſtützung zu gewähren, deren ſie be
welche Schwierigkeiten ihm dabei entgegenſtanden und ein
ausreichende Durchführung verhinderten. 1896 trat Fre
dürfen, um regieren zu können. Maura warf den letzten
herr von der Goltz wieder in die deutſche Armee zurüc
liberalen Kabinetten ihre Kompromiſſe mit den Republi
zuerſt als Kommandeur der 5. Diviſion, dann als Che
kanern und Sozialiſten vor, deren Ziel zwar ſcheinbar ſei
des Ingenieur= und Pionierkorps darauf als Komman
dieſe für die Monarchie zu gewinnen, die in Wirklichkeit
deur des erſten Armeekorps und ſeit 1907 als Leiter der
echſten Armeeinſpektion. Neben ſeiner praktiſchen organ
aber nur bezweckten, dieſe Parteien dazu zu bewegen, daſ
atoriſchen Tätigkeit hat Freiherr von der Goltz verſchie
ſie den Liberalen die Macht überließen. Kammer und Se
dene Werke über die Kriegsführung verfaßt
nat vertagten ſich am Freitag nach Verleſung des Dekrets.
Rom, 31. Mai. Nach der Tribung begeben ſich
in dem die Demiſſion des Kabinetts angenommen wird.
der König und die Königin von Italie
Der Präſident der Kammer gab ſeiner Meinung Ausdruck,
in der zweiten Hälfte des Juni nach Kiel zum Beſuche
der Kieler Woche. Von dort reiſen ſie am 27. Juni au
daß die Kabinettskriſe keine politiſchen Folgen haben
der Jacht Trinaeria die von zwei Kriegsſchiffen be
werde. Das Parlament werde am Montag ſeine Sitzun
gleitet wied, nach Stockholm, um den Beſuch des Königs
gen wieder aufnehmen. Die Löſung der Kabinettskriſe
und der Königin von Schweden zu erwidern. Auf de
dürfte eine ziemlich mühſelige Aufgabe ſein. Man glaubt
Rückreiſe wird in Kiel eine Begegnung mit Kaiſer Wil
helm ſtattſinden
daß die liberale Partei am Ruder bleibt. Entweder
* London, 30. Mai. Reuter erfährt, die Peters
werde dem Grafen Romanones das Vertrauen beſtätigt,
burger Blättermeldung über die für den Sommer geplant
oder Garcig Prieto an die Spitze der Regierung berufen
Reiſe des Königs nach Rußland entbehr
werden.
jeder Begründung. Es ſei darauf hinzuweiſen, daß de
Beſuch des Präſidenten Poincaré die Reiſe im Juni un
Portugal.
möglich mache und daß im Buckinghampalaſt von irgend
Die Deputiertenkammer hat die Aufhebung
einem Plan für eine Reiſe nach Rußland nichts bekann
der Geſandtſchaft beim Vatikan gebilligt, ferner die de
iſt
* Niſchni=Nowgorod, 30. Mai. Das Kaiſer
Konſulate in Madrid, Rom und Berlin, deren Funktionen
paar mit den kaiſerlichen Kindern iſt hier eingetroffen.
an die betreffenden Geſandtſchaften übergehen.
Niſhnij=Nowgorow 31. Mgi. Das Za=
renpaar
iſt mit einem Dampfſchiffe nach Koſtrom=
1
abgereiſt
*
Für das Kaiſerjubiläums=Gedenk
werk: Soziale Kultur und Volkswohlfahrt währen!
der erſten 25 Regierungsjahre Kaiſer Wilhelm II., haber
Stadt und Land.
60 hervorragende Vertreter der Wiſſenſchaft und Mitglie
der der oberſten Reichs= und Staatsbehörden ihre Mit
Darmſtadt, 2. Juni.
arbeit zur Verfügung geſtellt, insbeſondere haben die
Vom Hofe, Fürſt und Fürſtin zu Iſenburg=Bir
jenigen Perſönlichkeiten mitgewirkt, die an der Förderung
ſtein mit Kindern ſind am Freitag nachmittag 2,26 Uhr
der Volkswohlfahrt durch ihre Forſchungs=, Verwaltungs=
zum
Beſuch im Neuen Palais eingetroffen. (Darmſt. Ztg.)
und Berufsgebiete in grundlegender Weiſe beteiligt ge=
Ordensverleihung.
5
Se. Königl. Hoheit de=
weſen
ſind. Zu den Autoren gehören u. a. die Wirk
Großherzog haben dem Oberhofmeiſter Dr. Huge
lichen Geheimen Räte v. Bremen, Ehrlich, Elſter, Kirch=
Freiherrn v. Leonhardi die Erlaubnis zur Annahme
ner, Köpke, die Präſidenten des Kaiſerlichen Geſundheits=
amts
und des Reichsverſicherungsamts Bumm und
und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen
Kaufmann, der Generalſtabsarzt der Armee von Schier=
Kaiſer und König von Preußen verliehenen Roten Adler
ordens 2. Klaſſe erteilt
ning, die Profeſſoren Riehl, Roethe, Kammerer, v. Waſ
ſermann, Flügge, Kraus, Bier, Bumm, His, Löffler
* Ernannt wurden der Fußgendarm und Gerichte
Gaffky, Nietner, von Reichs= und Staatsbehörden die
vollzieher=Aſpirant Konrad König, zurzeit in Hungen,
Herren von Simſon, Sarrazin, Witowsſi, Hartmann
zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtsſitz in Hungen
obere Sonnenkonjunktion und bleibt dem Auge verborgen
Zwar geht er in der zweiten Monatshälfte, in der er ſid
Himmelserſcheinungen
bei ſeiner ſchnellen Bewegung ſchon recht weit von de
Sonne entfernt hat, beinahe 1½ Stunden nach der Sonn
im Juni.
unter, er wird aber vom Lichte der hellen Dämmerung
überſtrahlt. Merkur nähert ſich der Erde von 1.32 bis
A. K. Am 1. Juni hat die Sonne bei einer Dekli=
auf
0.95 Erdbahnhalbmeſſer à 149,48 Millionen Kilometer
nation von 2200 nahezu ihre größte nördliche
Abweichung vom Aequator erreicht, kaum anderthall
wobei ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 5."0 bis 7.1 an
wächſt. Sein wahrer Durchmeſſer beträgt 4843 Kilomete
Bogengrade ſteigt ſie noch höher empor, bis ſie am 22. Jun
mit 23 ¾27! an ihrem Wendepunkte angelangt iſt, in dem
der Durchmeſſer unſeres Mondes iſt vergleichsweiſ
3482 Kilometer. Venus tritt als Morgenſtern immer
ſie bei roher Beobachtung eine Zeitlang ſtillezuſteher
ſcheint, und der deshalb Solſtitium heißt. Der Ka
auffallender hervor und kann im letzten Teile des Mo=
lender
verzeichnet zu dieſer Zeit den Uebertritt der Sonne
nats etwa 1½ Stunden lang vor Sonnenaufgang im Oſter
aus dem (imaginaren) Zeichen der Zwillinge in das
beobachtet werden. Sie wandert dann aus dem Bild
des Krebſes. Der 22. Juni iſt für die nördliche Halb
des Widders in das des Stiers Ihre Sichel, die
kugel der längſte Tag und Sommersanfang
ſchon ein ſchwächeres Fernrohr zeigt, nimmt jetzt wiede
Unmittelbar nach dieſem nimmt die nördliche Abweichung
zu. Der Erdabſtand des Planeten betrug am 1. Jun
der Sonne wieder ab, doch beträgt dieſe Abnahme bis
nur erſt 0,45 Einheiten oder Erdbahnhalbmeſſer, er beſitzt
zum 30. Juni nur 14½ Bogenminuter
daher den noch ſehr anſehnlichen ſcheinbaren Durchmeſſer
Aus der Deklination ergeben ſich folgende Mittags
von 37.1, kann alſo ſelbſt mit einem kleinen Fernrohr
höhen der Sonne: für den Parallel von 54 ( Nord=
als
Scheibe (Sichel) geſehen werden, deutlich freilich nur
deutſchland) 58%0' am 1. und 59%27 am 22. Juni,
bei Anwendung eines ſchwachen Blendglaſes.
An
Parallel von 51 (Mitteldeutſchland) 61%0' am 1. un
30. Juni hat ſich der Erdabſtand der Venus ſchon bis au
62%27' am 22. Juni, endlich für den Parallel von 48
0.68 Einheiten vergrößert und der Scheibendurchmeſſet
(Süddeutſchland) 64%0 am 1. und 65%27 am 22. Juni
bis auf 24.5 verringert. Der wirkliche Durchmeſſer der
Bis zum 30. Juni beläuft ſich die Abnahme der Mittags=
Planeten beträgt 12037 Kilometer, ſteht mithin dem Ae
höhe auf nur 14½ Bogenminuten. Die in den erſten bei
quatordurchmeſſer der Erde mit 12756 Kilometer nur ſeh
den Monatsdritteln noch ſtattfindende Zunahme der Ta=
wenig
nach. Am 1. Juni, um 5 Uhr nachmittags, und an
geslänge beträgt im Norden rund eine halbe, im =
30. Juni, um 8 Uhr nachmittags, kommt der Mond mit
den rund eine viertel Stunde; der Tag währt im nörd
Venus in Konjunktion, am nächſten Morgen, wenn beid
lichen Deutſchland 16½ am 1. und faſt 17 Stunden an
Geſtirne aufgegangen ſind, hat ſich der Mond, der beide
2. Juni, im mittleren Deutſchland entſprechend 16½ und
Male nördlich an Venus vorbeigegangen iſt, ſchon ein
16½ und im ſüdlichen Deutſchland, Oeſterreich und de
Stück oſtwärts entfernt, bildet aber als abnehmende Si
Schweiz 15¾ und 16 Stunden. Die bei oberflächlicher
hel noch einen ſchönen Anblick mit dem ſtrahlenden Mor
Beobachtung noch unmerkliche Abnahme der Tagesläng
genſterne.
Mars taucht endlich, nach einjähriger Un=
bis
zum Monatsſchluſſe beläuft ſich im Norden auf 5
ichtbarkeit für das unbewaffnete Auge, im letzten Monats=
im
Süden auf nur 4 Minuten. Weſentlich verlängert wird
drittel am öſtlichen Morgenhimmel im Sternbilde des
die Tageshelligkeit im Juni durch die langen Morgen
Widders unweit weſtlich (rechts) von Venus auf, um
und Abenddämmerungen, die in den nördlichen Gebieten
nun dafür wieder ein ganzes Jahr lang ſichtbar zu blei=
um
die Zeit des Solſtitiums ganz zur mitternächtiger
ben; er gelangt Anfang Januar 1914 in ſeine ſich alle
Dämmerung zuſammenſchmelzen
Jahre 50 Tage wiederholende Oppoſition, bei der e
Der Mond wechſelt im Juni zu folgenden Terminer
ſtets einen herrlichen Gkanz entfaltet. Noch aber iſt Mars
ſeine Phaſen: Neumond am 4., um 8 Uhr 57 Min. nach
ſehr weit von uns entfernt, ſein Abſtand beläuft ſich
mittags, Erſtes Viertel am 11., um 5 Uhr 37 Min. nach
am 1. Juni auf 1.76, am 30. Juni auf 1.63 Einheiten, ſein
mittags, Vollmond am 18., um 6 Uhr 54 Min nachmit
ſcheinbarer Durchmeſſer vergrößert ſich dabei nur von
tags, und Letztes Viertel am 26., um 6 Uhr 41 Min. nach
5.3 bis auf 5.8 unter dieſem kleinen Winkel erſchein
mittags. In Erdnähe befindet ſich der Mord am 10. Juni
uns alſo jetzt unſere Nachbarwelt nach außen, die ſog.
um 5 Uhr 5 Min. vormittags, bei einem Abſtande vor
zweite Erde deren wahrer Durchmeſſer 6781 Kilomete
57.9 Erdhalbmeſſern à 6378 Kilometer und in Erdferne
groß iſt. Am 29. Juni, um 6 Uhr abends, hat der Mond
am 25. Juni, um 3 Uhr 7 Min. vormittags, bei einem Ab=
mit
Mars Konjunktion, doch weilen beide zu dieſer Zei
ſtande von 63.4 Erdhalbmeſſern
noch unter dem Horizont; am nächſten Morgen ſieht die
Von den Hauptplaneten ſind beſonders Venu=
abnehmende
Mondſichel ſchon nordöſtlich von dem Pla=
am
frühen Morgenhimmel und Jupiter während der gan=
neten
, gleichzeitig aber nordweſtlich von Venus; das
zen Nacht als auffallende Geſtirne zu beobachten
Dreigeſtirn bildet daher eine beſonders ſehenswerte Kon=
Werkur gelangt am 1./2. Juni, um Mitternacht, in ſein
ſtellation. Jupiter iſt im Bilde des Schützen die

Nummer 126,
und die Gefangenaufſeherin am Provinziglarreſthauſe in
Gießen Wilhelmine Zierlein geborene Biebricher zur
Oberaufſeherin am Landeszuchthaus Marienſchloß mit
Wirkung vom 1. Juni 1913
Erledigte Stelle. Die mit einem katholiſchen
Lehrer zu beſetzende Schulſtelle zu Unter=Hambach,
Kreis Heppenhein
g. Der Provinzialausſchuß lehnte in ſeiner Sitzung
am Samstag das Geſuch der Marie Fuchs um Er=
laubnis
zum Betrieb einer Gaſtwirtſchaft
im Hauſe Grafenſtraße 2 ab. Die Wirtſchaftsdeputatior
und der Gaſtwirteverein hatten die Bedürfnisfrage ver
neint. Sie beſteht ſeit September 1906 und hat wieder
holt den Beſitzer gewechſelt. Auch war ſie früher einma=
faſt
anderthalb Jahre geſchloſſen und zuletzt wieder vom
1. Dezember 1912 bis 8. Februar 1913. In der Sitzung
vom 16. April dieſes Jahres wurden auf Antrag de
Bevollmächtigten Juſtizrat Dr. Reis eine Reihe von Zeu
gen über den Beſuch der Wirtſchaft vernommen. Sie be=
unden
ſämtlich, daß die Wirtſchaft unter der Frau Fuchs
gut gehe. Nachdem weitere Beweiserhebung am Samstag
erfolgt war, wurde jetzt das Geſuch abgelehnt. Der
Ortsarmenverband Frankfurt a. M. klagt
gegen den Ortsarmenverband Offenbach auf Erſatz
von 82. Mark 60 Pfg. Verpflegungskoſten für das Kini
Ottilie Edel auf Grund vom Paragraphen 29 des Unter
ſtützungswohnſitzgeſetzes. Offenbach erſetzte den Betrag
von 59 Mark, weigert ſich aber, den Reſtbetrag von 23,6
Mark zu bezahlen, weil Frankfurt a. M. den Nachweis
ſchuldig ſei, daß in dem Pflegegeldſatz von 1,40 Mark
pro Tag keine allgemeinen Verwaltungskoſten enthalten
ſeien. Der Provinzialausſchuß verurteilte den Orts=
armenverband
Offenbach, an den Kläger den Reſtbetrac
der Unterſtützungskoſten mit 23,60 Mark nebſt 4 Prozent
Zinſen vom Tage der Klagezuſtellung an zu bezahlen. Die
Koſten des Rechtsſtreites werden mit je zur Hälfte den
Parteien zur Laſt gelegt. Peter Eisler Ehefrau
aus Dieburg will die im Hauſe Großer Biergrund Nr. 33
zu Offenbach beſtehende Schankwirtſchaft übernehmen
Mit Rückſicht auf die Vorſtrafen beider Ehegatten nahmen
owohl das Polizeiamt als auch das Kreisamt Offenbad
Anſtand, der Geſuchſtellerin die Konzeſſion zu erteilen.
Der Provinzialausſchuß lehnte das Geſuch ab=
Die Jahresverſammlung des Darmſtädter Jugend=
ſchriften
=Ausſchuſſes tagte in der Viktoriaſchule unter dem
Vorſitz des Herrn Geh. Schulrats Dr. Otto. Dem
von Herrn Reallehrer Lerch erſtatteten Tätigkeits
bericht entnehmen wir folgendes: Dem Leſezirke
hatten ſich angeſchloſſen 28 Damen und Herren. Es warer
zu je dreimaliger Prüfung 71 Bücher im Umlauf. Auf
Grund der ſchriftlich erfolgten Beurteilungen wurde in
Herbſt von Herrn Profeſſor Weimar und Herrn
Wenzel der Nachtrag zum Bücherverzeichnis zu=
ſammengeſtellt
und dieſes zur Weihnachtszeit in 16000
Exemplaren an hieſige und auswärtige Schulen, Behör=
Ausſtellun=
den
und Buchhandlungen verabfolgt.
gen erfolgten in der Weihnachts= und Oſterzeit; ſi
waren gut beſucht und wurden beaufſichtigt von Mit=
gliedern
des Ausſchuſſes. Für Ueberlaſſung von Aus
tellungsmaterial, Probebüchern und Bildern wurde eine
Anzahl Verlagshandlungen Dank ausgeſprochen, ebenſo
Großh. Miniſterium des Innern für eine Geldunterſtütz
ung, der ſtädtiſchen Verwaltung für Ueberlaſſung des
Ausſtellungslokals im Rathaus und der Darmſtädter
Preſſe. Zwecks beſſerer Ausſtattung ihres Schriftenbeſtar
des waren auch in dieſem Jahre mehrere Schreibmate
rialienhändler mit dem Geſchäftsausſchuß in Verbind
ung getreten. Herrn Miniſterialreviſor Wandel wurde
ür dargelegte Rechnungsablage (geprüft und richtig be
unden von Herrn Miniſterialreviſor Ackermann) Entlaſt
ung erteilt. Dem dritten Punkt der Tagesordnung: Fer
nere Tätigkeit ſchickte Herr Lerch einige den deutſchen
Büchermarkt betreffende Mitteilungen voraus, die einen
beſonderen Intereſſe begegneten. Wir haben in Deutſch
land einen Reichtum in der Bücherproduktion wie kaum
Im Jahrzehnt 19011910
ein anderes Land in der Welt.
Durchſchnitt jährlich
erſchienen in Deutſchland im
28 581 Bücher und Broſchüren, in Frankreich 12064, in
den Vereinigten Staaten 9063, in Großbritannien 8825
ganze Nacht hindurch ſichtbar; er ſteht infolge ſeiner ſtark
ſüdlichen Deklination, rund 22½ Grade, recht tief. Die
Entfernung der Erde vom Jupiter vermindert ſich in
Juni von 4.35 bis auf 4.18 Einheiten, ſein Scheibendurch=
meſſer
vergrößert ſich von 45.9 bis auf 47.8, er ent
ſpricht einem wirklichen Aequatordurchmeſſer von 144580
Kilometer, der den der Erde alſo 11.33 mal übertrifft
Am 20. Juni, um 3 Uhr früh, kommt der noch ziemlich
volle Mond mit Jupiter in Konjunktion, und zwar ſteht
der Mond ſüdlich von dem hell leuchtenden Planeten.
Saturn, der erſt am 29. Mai in Sonnenkonjunktion ge
weſen iſt, bleibt zunächſt noch unſichtbar. Sein Erdab
ſtand beträgt am 1. Juni 10.06, am 30. Juni 9.95 Ein
heiten. Sein tatſächlicher Durchmeſſer von 119746 Kilo
metern erſcheint im Fernrohre gegen Monatsſchluß unter
dem Winkel von 16."4. Uranus ſteht im Bilde des
Steinbocks ſehr tief am Morgenhimmel, ſeine genauen
Oerter ſind: am 1. Juni Rektaſzenſion 20h 39m 51s und
Deklination 19'2 am 30. Juni Rektaſzenſion 201
36m 44s und Deklination 19'15. Die Erdabſtände
des Uranus ſind am 1. 19.25 und am 30. 18.92 Einheiten
der Scheibendurchmeſſer des Planeten hat nur den Wert
von 4.3, zu dem der wahre Durchmeſſer von 59510 Kilo
metern in der gewaltigen Entfernung zuſammenſchrumpft.
Neptun iſt im Bilde der Zwillinge für kräftige In
trumente nur noch im Anfang des Monats zu beobachten
da die Sonne ihm ſtetig näher rückt. Bei dem Erdabſtand
von 30.71 Erdbahnhalbmeſſern am 1. und 30.95 ſolchen
Rieſenſtrecken am 30. Juni beſitzt der Neptun, deſſen wirk
licher Durchmeſſer mit 55334 Kilometern dem des Urann=
wenig
nachſteht, nur den winzigen ſcheinbaren Durchmeſ
ſer von 2.5
Die Pracht des Firſternhimmels wird in
Juni vorwiegend durch die kurzen und hellen Nächte, ir
der Zeit vom 6. bis zum 19. teilweiſe auch noch durch das
Mondlicht beeinträchtigt, immerhin gewährt auch eine
klare Juninacht dem forſchenden Auge noch mehr als ge
nug. Halten wir etwa um 10 Uhr abends Umſchau,ſt
können wir das ſchimmernde Sternenband der Milchſtraße
vom Südoſthorizont in flachem, zum Nordoſthorizor
herabgeneigtem Bogen bis zum Nordnordweſthorizont
verfolgen. Im Oſten funkelt innerhalb der Milchſtraß
Atair im Adler darüber Wega in der Leier im Nord
oſten Deneb im Schwan im Nordnordoſten des W der
Caſſiopeja, während wir gerade im Norden tief unten
den veränderlichen Algol des Perſeus und im Nord
nordweſten Capella im Fuhrmann dicht über der Milch=
ſtraße
gewahren. Ueber dem Nordweſthorizont ſtehen
noch Caſtor und Pollur, das Dioskurenpaar, im Weſter
bemerken wir Regulus im Löwen, den Süden ſchmücken
die Jungfrau mit Spica, die Wage und der Skor
pion‟. Hoch darüber glänzt Arctur im Bootes linke
daneben die Krone nahe dem Zenit endlich ſteht der
Große Bär mit ſeinen ſieben hellen Hauptſternen.

[ ][  ][ ]

Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Inni 1913.
Ein Rückblick auf die Büchererſcheinungen der Vergangen=
ängerungsſtück
verſehen, ſo daß die von der Auergeſell=
heit
zeigt uns, daß in Deutſchland erſchienen im 16
haft gelieferten Hängelicht=Lampen etwas über die Fuß=
Jahrhundert (1570) 299 Werke jährlich. Dieſe Zahl ſtieg
teigkante hinaus hängen. Der Gasverbrauch dieſer unter
im Jahre 1600 auf rund 800 und bis 1618, dem Beginn
tormalem Gasdruck aus dem Rohrnetz ſtehenden ſogen.
des 30jährigen Krieges, auf 1300. Die Veränderung von
ſiederdruck=Starklichtlampen iſt trotz der größeren Hellig=
Land, Volk und Kultur während dieſer Kriegszeit kenn=
eit
(400 Kerzen) mit ca. 330 Liter in der Stunde nur
zeichnet um 1650 der Rückgang auf die Zahl 700. Das
venig größer als ſeither. Es befinden ſich alſo nunmehr
Jahr 1700 vermerkt wieder 950 Bücher, und erſt 100 Jahre
in der Rheinſtraße, da die Lampen ſich gegenüberſtehen, in
nach dem Weſtfäliſchen Frieden, 1750, iſt die frühere Zahl
e 25 Meter Längs=Entfernung 2X400 800 Kerzen Hel=
1300 wieder erreicht; ein Jahrhundert neuer Kulturarbeit
ligkeit, gegen ſeither 2X220 440 Kerzen und gegen eben=
beanſpruchte
alſo die Ausheilung geſchlagener Kriegs=
alls
800 Kerzen in der Breiten Allee, die dort jedoch einen
wunden. Im Jahre 1800 (Zeit der Klaſſiker) erſchiener
Abſtand von 35 Meter in der Längsrichtung haben. Dieſe
chon 3300 Bücher, 1840 waren es 7000, raſch ſteigt die
300 Kerzen Helligkeit würden einem Privatverbraucher it
Zahl mit 1884 auf 15600 und unſere Gegenwart verzeich=
der
Brennſtunde, ſelbſt bei dem heutigen Gaspreiſe von
10,6 Pfg.
net jährlich 30000 Bücher. Ihren Verſchleiß beſorgten am
6 Pfg. pro Kubikmeter, nur etwa 0,66X16
Ende des 18. Jahrhunderts 400 Buchhandlungen in 146
koſten. Die Beleuchtungsanlage wird von der ſtädtiſchen
Orten; im Jahre 1902 beſtanden, in Leipzig angeſchloſſen
Gaswerksverwaltung zurzeit umgebaut und es iſt ſehr in=
10000 Buchhandlungen in 2000 Orten. Der Kapitalumſatz
ereſſant, ſolange noch ein Teil der alten Anlage in Betrieb
aller Druckſachen im deutſchen Buchhandel wird angege
iſt, zu vergleichen, welche weſentliche Verbeſſerung mit der
euen Einrichtung geſchaffen wird. Die neue Beleuch=
ben
auf jährlich 180 Millionen Mark; davon fallen auf
ie Schund= und Schmutzliteratur 1½2 Millionen Mark
tungseinrichtung wird ſelbſtverſtändlich auch gleich mit
Fernzünd= und Löſchapparaten verſehen, wie
Zweifellos berechtigen dieſe Zahlen zu Schlüſſen auf ein
ſie in allen Straßen weſtlich der früheren Main=Neckarbahn
erfreulich fortſchreitendes deutſches Kulturleben; leider
bereits eingebaut ſind. Eine geringe Gasdruckerhöhung
verkünden ſie auch deutlich das Vorhandenſein ſchleichen=
im
Rohrnetz, vom Gaswerk aus, genügt, ſämtliche mit den
der Gifte, erſchreckend verderblich in ihren Wirkungen aus
Apparaten verſehenen Lampen gleichzeitig zu zünden, ſo=
Jugend und Volk! Möge allen, die für einen wachſen=
den
Eingang der edlen Schätze des deutſchen Bücher=
wie
einen Teil um Mitternacht und den Reſt bei Tages=
anbruch
zu löſchen
marktes in weite Volkskreiſe tätig ſind reicher Erfolg be=
die
Figur 8=Bahn, die für wenige Tage auf dem
chieden ſein! Mögen aber auch Behörden, Vereinigun=
Platz vor dem Schwimmbad aufgeſchlagen wurde, ſtellt
en und Einzelne im Kampfe gegen die gewiſſenloſen
etwas ganz Neues auf dieſem Gebiete dar und iſt ein
Bücherfabrikanten und ihre Verſchleißer nicht erlahmen,
Vunderwerk moderner Technik, deſſen Beſichtigung allein
denn groß iſt dieſer Feinde Macht und findig ihr teuf
chon höchſt intereſſant iſt. Das in Frage ſtehende Bau=
liſcher
Betrieb. Nach erfolgter Ausſprache über demnäch=
werk
iſt eine ſogenannte Figur 8=Bahn‟ Der zur Be=
ſtige
Arbeits= und Organiſationsfragen des Ausſchuſſes
förderung der Perſonen dienende Wagen wird mittels
ſchloß Herr Geh. Schulrat Dr. Otto die anregend verlau
eines 30 Ps.=Elektromotors auf einer ſchiefen Ebene 15
ene Verſammlung mit einem Dankeswort an die Mit=
Meter in die Höhe gezogen. In Anwendung iſt hier ein
glieder
Aufzugsſyſtem gebracht, ähnlich wie bei, Bergbahnen
Kunſtverein. Den vielfach geäußerten Wünſchen
der Wagen hat hinten eine Doppelklaue, in welche vor=
des
Publikums zufolge hat die Geſchäftsleitung ſich ent=
ſpringende
Enden einer Transportkette eingreifen; ſo=
ſchloſſen
, die P. Weber=Ausſtellung wenigſtens
bald der Wagen oben im Turm angekommen, löſt er ſich
ioch um zwei Tage, bis Dienstag einſchließlich, zu ver=
ſelbſttätig
von der Transportkette los und beginnt nun
längern. Eine weitere Hinausſchiebung des Schluß
ſeine intereſſante Fahrt. Anfangs gleitet er ganz lang
termins verbietet leider die Rückſicht auf die bereits voll=
am
vorwärts, doch immer ſchneller und ſchneller geht die
zählig eingetroffene ſehr reichhaltige neue Kollektion.
Fahrt von ſtatten von mächtiger Höhe ſauſt der Wagen
* Muſikverein.
Ueber die Veranſtaltungen
des
zu Tal, um ſofort wieder im gleichen raſenden Tempo
Muſikvereins im nächſten Winter 1913/14 ſind wir
infolge ſeiner Zentrifugalkraft einen ebenſo hohen Berg
in der Lage, folgendes mitzuteilen: Das erſte Konzert
hinaufgetrieben werden. So gleitet der Wagen über mehr
(am 27. Oktober) wird nach neunjähriger Pauſe Bruchs
oder weniger ſteile Täler hinweg, bis er am Ende der
Lied von der Glocke bringen, dem die im beſten
Bahn durch zwei hintereinander gelegte Bremſen im
Sinne volkstümliche Auffaſſung des Schillerſchen Gedich=
Bahnhof wieder aufgefangen wird. Auf der Fahrt hat
tes und die großen muſikaliſchen Schönheiten den bevor=
er
Wagen mehrere Male in den verſchiedenen Etagen
zugten Platz in den Konzertſälen verſchafft haben, den
eine 8 beſchrieben und daher auch der Name Figur
es ſeit Jahrzehnten behauptet. Als Neuheit für unſere
Z=Bahn. Einer der diffizilſten Teile der Bahn ſollen die
Stadt wird im zweiten Konzert (15. Dezember) das Ora=
aufwagen
ſein, dieſe haben 8 Räder, und zwar 4 unter
torium Ruth von Georg Schumann erſcheinen.
dem Wagen und 2 je rechts und links. Jedes dieſer 8
Im Frühjahr 1909 zum erſten Male aufgeführt, hat das
Räder hat 2 Kugellager, ſo daß ein ganz gleichmäßiger
Werk des Berliner Singakademie=Dirigenten überall größte
uhiger Lauf geſichert iſt. Hier möchten wir nicht ver=
Beachtung gefunden und bildet eine höchſt wertvolle Be=
wie
fehlen, darauf hinzuweiſen, daß dieſe Wagen
reicherung der Oratorienliteratur, die an wertvollen, die
überhaupt die ſämtlichen Teile der Wagen von heſſi=
Mühen der Aufführung für Mitwirkende und Hörer wirk=
ſchen
Firmen geliefert wurden.
2
lich lohnenden größeren Werken aus den letzten Jahr=
Sommerliche Kühlung. Man ſchreibt uns: Merk
zehnten leider nur gar zu wenige aufzuweiſen hat. In
wvürdig bleibt es eigentlich, daß zwar alles mögliche an=
dritten
Konzert (9. Februar 1914) wird Beethovens
ewendet wird, um im Winter die Kälte zu bekämpfen
Neunte Symphonie zu Gehör gebracht werden
agegen ſo gut wie nichts, um die ſommerliche Hitze eini=
welche
in einem Vereinskonzert als Darbietung für die
germaßen unſchädlich zu machen. Dabei wirkt gerade die
Mitglieder ſeit 1902 nicht aufgeführt wurde. Das Kon=
Hitze überaus erſchlaffend auf den Körper, und wenn mar
zert wird eröffnet durch A. Mendelsſohns Paria
Schilderungen lieſt, wie hilflos gerade die Großſtadtmen
der von der erſten Aufführung her (1907) in beſtem An=
chen
gegenüber den Folgen der ſogenannten Hitzewellen
denken ſteht. Am Karfreitag (10. April) endlich wird J. S
ſind ſo muß das in unſerem techniſchen Zeitalter um ſt
Bachs Johannes=Paſſion, von der Matthaeus
mehr überraſchen, und doch könnten ſich viele die gefürch=
Paſſion ſo verſchieden in Auffaſſung und Ausdruck, und
eten Hundstage ganz erträglich geſtalten, wenn ſie ſich
doch, wie jene, voll unvergänglicher Schönheit, das letzte
einen billigen, kleinen elektriſchen Apparat anſchaffen wür=
Vereinskonzert im kommenden Winter bilden.
den, der mit derſelben Bequemlichkeit wie das elektriſche
* Die Beleuchtung der Rheinſtraße. Im vergangenen
Licht gehandhabt wird: den elektriſchen Tiſchventilator
Winter wurden in der Rheinſtraße Verſuche zur Ver
Derſelbe kann an jede Lampenfaſſung angeſchloſſen wer
beſſerung der Beleuchtung vorgenommen.
den und hat einen ganz minimalen Stromverbrauch. Auf
Die ganz vorzügliche Beleuchtung der Breiten Allee ver=
eden
Fall iſt die Kühlung durch die in Bewegung geſetzte
langte gebieteriſch dieſe Veränderung bei der in den Mit=
Luft eine ſo angenehme und erfriſchende, daß man dieſer
Apparat im Intereſſe des arbeitsüberhäuften Großſtäd=
telpunkt
der Stadt führenden Straße, deren in etwa 25
Meter Längsentfernung von einander aufgeſtellte Laterner
ers, dem ſelbſt der Sommer keine Zeit zu einem dolce
either je 2 ſtehende Starklichtbrenner mit zuſammen 300
ar niente läßt, möglichſt weite Verbreitung wünſchen
Liter ſtündlichem Gasverbrauch aufwieſen und ca. 200 bis
kann.
e
220 Kerzen Licht ſpendeten. Die etwa in Höhe der ſeit=
In dem ſchon ſeit
Beigelegter Ausſtand
Wochen andauernden Ausſtand der Former be
herigen Lichtquellen befindlichen Kronen der Lindenbäume
Firma Gebr. Roeder hatte Bürgermeiſter Mueller
verminderten die Wirkung der Beleuchtung ſehr ſtark. Die
Stadtverwaltung hat ſich inzwiſchen nach Prüfung der
ſeine Vermittlung angeboten. Beide Parteien machten
Probebeleuchtung zur Beibehaltuna der in der Breiten Allee
on dem Anerbieten Gebrauch und traten in Erörterung
verwendeten Lampentype von 400 Kerzen Helligkeit ent=
ber
die Bedingungen zur Beendigung des Ausſtandes
ein. Nach mehreren Verhandlungen iſt nunmehr in
ſchieden. Um mit der Beleuchtung aus den Baumkronen
iner beide Teile befriedigenden Weiſe der Friedens=
herauszukommen
, dabei aber die Lichtpunkthöhe der beſſeren
chluß zuſtande gekommen. Die Arbeit wird
Lichtverteilung wegen möglichſt etwas vergrößern zu kön=
nen
, werden die an den gleichen Stellen verbleibenden
n zwei Gruppen, am 9. und 16. Juni, wieder auf
Straßenkandelaber mit einem bogenförmig endenden Ver=
enommen
.
C.K. Die gemeinſame Urahne der Prinzeſſin Viktoria
Luiſe und ihres Mannes. Unter den prachtvollen Hoch
Feuilleton.
eitsgeſchenken, die der Prinzeſſin Viktoria Luiſe und dem
Prinzen Ernſt Auguſt von Cumberland dargebracht wor
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. Eine
in
Wedekind=Premiére
geſchloſſenem
den ſind, befand ſich auch eine ſchlichte Gabe, die beſon
Kreiſe. Aus München wird geſchrieben: Das Münche=
deres
Intereſſe verdient: ein Stammbaum, der alle Vor
fahren und Urahnen des jungen Ehepaares aufführt. Und
ner Künſtlertheater hatte am 29. Mai wieder einmal einen
ſier findet man, daß Prinz und Prinzeſſin auch eine ge=
großen
Abend, denn ein neues Werk von Frank Wede=
meinſame
Urahne beſitzen: Eleonore Desmier d’Olbreuſe
kind, das fünfaktige Trauerſpiel Lulu kam zur Urauf=
führung
. Das Drama iſt keine eigentlich neue Schöpf
die Herzogin von Zell. Ein genealogiſcher Mitarbeiter
ung des Dichters, ſondern eine Bearbeitung ſeines älte=
des
Gaulois macht einige intereſſante Mitteilungen über
dieſe franzöſiſche Ariſtokratin, die durch ihre Ehe mi
ren Werkes Erdgeiſt, das durch zwei Akte der Tragödie
Georg Wilhelm von Hannover, dem ſpäteren Herzog von
Die Büchſe der Pandora einen Abſchluß erhielt und
ell, indirekt den Welfen und den Hohenzollern franzö=
den
Lebenslauf der die Sinnenluſt und den Erdendrang
iſches Blut zuführen ſollte. 1639 wurde Eleonore im
es Weibes verkörpernden Heldin zu Ende führt. Mit
chloſſe Olbreuſe bei Uſſeau geboren. Die Bibliothek in
dieſem Stück, das ſo zu einem eigenen, ſelbſtändigen
Hannover verwahrt noch ein koſtbares altes Büchlein
Werk geworden iſt, ſollte urſprünglich die Sommerſpiel=
as
Randbemerkungen von Leibnitz zeigt und eine Schil
zeit des Münchener Künſtlertheaters eingeleitet wer
derung der jungen Eleonore enthält: Sie war ein gro=
den
, aber die Polizei machte einen Strich durch die Re‟
ßes Mädchen von prächtigem Wuchſe und anmutiger Halt=
nung
und verbot Wedekinds Drama. Trotz aller Ver=
ung
, von vornehmem Weſen und liebenswürdigen Ma=
uche
der Direktion, trotz der eifrigen Propaganda, die die
nieren. In ihren ſchön geſchlitzten Augen leuchtete ein
Münchener Ortsgruppe des Schutzverbandes deutſcher
träumeriſche Lebhaftigkeit; weich und rundlich waren die
Schriftſteller für die Freigabe entfaltete, konnte die Ur
Beſichtsformen, die Haare ſchwarz und die Naſe wohl=
ge
ge=
aufführung
nur vor geladener Zuhörerſchaft als
geformt. Ihr Teint war friſch und weiß, die Arme und
chloſſene einmalige Vorſtellung ſtattfinden. Die vollzäh=
Hände ein wenig lang. Die Prinzeſſin von Tarente
lig vertretene Münchener Wedekindgemeinde bereitete dem
geborene Prinzeſſin Emilie von Heſſen, lernte Eleonore
Werk einen ſehr geräuſchvollen Erfolg, der aber durch den
ennen. Die junge Franzöſin war von ihren Eltern pro
Widerſpruch einer unbefangenen Minderheit heftig be=
eſtantiſch
erzogen worden, zwiſchen ihr und der Prinzeſ=
kämpft
wurde. Zu der Begeiſterung der Anhänger des
in von Tarente entwickelte ſich eine enge Freundſchaft
Dichters mochte die Verurteilung der Zenſur beitragen,
und Eleonore wurde nach Paris mitgenommen, um hier
die durch das Verbot die beſte Stimmung für das Dramc
zu
die natürlichen Gaben die ſie beſaß, kultivieren
gemacht hatte. Wenn ſich trotzdem eine Oppoſition regte
aſſen‟ Die Aufhebung des Ediktes von Nantes vertrieb
Wedekinds
ſo fällt dies um ſo ſchwerer ins Gewicht.
den Prinzen von Tarente aus Frankreich, er ging nad
Lulu wirkt in ihrer, die tiefſten Tiefen des Dirnen= und
Holland, die Generalſtaaten übertrugen ihm einen hohen
zuhältertums ans Licht zerrenden Brutalität trotz Streich=
militäriſchen
Poſten, und mit ihm zogen die Prinzeſſin
ng der Szene aus der Büchſe der Pandora, in der Jack.
und ihre Freundin Eleonore nach Herzogenbuſch. Eleo=
der
Aufſchlitzer erſcheint, ſo abſtoßend, daß auch das
nore kam dann zu Beſuch nach Kaſſel, zum Landgrafer
glänzende Spiel Tilla Durieux und Alexander Rottmanns
von Heſſen, dem Bruder der Prinzeſſin von Darente. Und
den peinlichen Eindruck nicht verwiſchen konnten

Seite 3.
Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe=
dition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
eu ausgeſtellt: Vom Einzug des Zaren in Berlin, Zar
Nikolaus und der Kaiſer auf der Fahrt zum Schloß,
Bürgermeiſter Trömel als Fremdenlegionär, Skutari
unter dem Schutz der Mächte, Die Flaggen der Groß=
nächte
, Der engliſche Admiral Burney, Oberſtkomman=
dierender
der internationalen Landungstruppen, Die Trau=
ing
der Prinzeſſin Viktoria Luiſe von Preußen mit dem
Prinzen Ernſt Auguſt, Herzog zu Braunſchweig und Lüne=
burg
, in der Schloßkapelle
Tragiſche Ableben. Am Freitag vormittag gegen
11 Uhr hat ſich ein 54 Jahre alter Mann in ſeiner
Wohnung erhängt. An demſelben Tage nachmittags
gegen 5 Uhr iſt ein 1¾ Jahre alter Knabe in der elter=
ichen
Wohnung in Abweſenheit der Eltern verunglückt,
indem er ſich eine Vorhangſchnur um den Hals ſchlang
und ſich daran erhängte.
Darmſtädter
Wochenmarkt.
Marktpreiſe
am 31. Mai.
kg
1,30 M.
Butter,
Oberird. Kohlrabi 812 Pf.
Gelberüben, Bdl. 515 Pf.
Part., ½ kg 1,25 M.
Eier, Stück
8 Pf
½ kg 810 Pf.
Gelberüben,
Schmierkäſe, ½ Liter 20 Pf.
Spargel, ½kg, I. Sorte 60 Pf.
Handkäſe, Stück . 410 Pf.
50 Pf.
II

Kartoffeln, Ztr. 33,50 M
III.
40 Pf.

Kumpf (10 Liter) 50 Pf
Geflügel, Wildbret:
8 Pf.
Italiener, ½ kg.
1,20 M.
Gänſe, ½ kg.

Malteſer, ½ kg . 17 Pf.
Enten, Stück
. 3,504 M.
Obſt u. dergl.
Hahnen und Hühner
Aepfel, kg . 3040 Pf
33,50 M
Stück
Zitronen, Stück . 67 Pf
Stück 6570 Pf
Tauben
Apfelſinen, Stück . 510 Pf.
1,20 M
Lapins, Stück
,
Hieſ. Kirſchen, ½ kg 55-60 Pf
Zicklein, Stück . . 23 M
Ital. Kirſchen, ½ kg 55-60 Pf.
Fiſche:
Salat, Gemüſe uſw.
90 Pf.
Hecht,
½
kg .

Kopfſalat, Stück . 47 Pf.
1 M.
0,90
Aal, ½ kg .
35 Pf.
Erbſen,
1 kg . .
½ kg
Karpfen,
,
60 Pf.
Gurken, Stück . 3050 Pf
Andere Rheinfiſche,
Radieschen, Bündel 12 Pf.
3540 Pf.
kg.
Stück
. 56 Pf
Rettiche,
Rotzungen, ½ kg .
60 Pf.
56 Pf
Bündel
60 P.
Schollen, ½ kg.

. 30 Pf
Meerrettich, Stück
30 P
Kabeljau, ½ kg
Rhabarber ½ kg 1215 Pf
35 Pf.
gr., ½kg
Schellfiſche
. 10 Pf
Zwiebeln, ½ kg
18 Pf.
kl., ½ kg
,
Tomaten, ½ kg 3035 P
810 P
In den Fleiſchſtänden:
Spinat, ½ kg

Römiſch=Kohl, Bdl. 23 Pf.
Rindfleiſch, ½ kg .
70 Pf.
6 Pf.
Pf.
Hackfleiſch,
Blumenkohl, Stück 3550
,
½ kg
56 Pf.
Rindsfett, ½ kg .
Wirſing, Stück 1030 Pf.
Der Verdacht, daß die im Rhein
Gernsheim, 31. Mai.
hier als Leiche geländete 19 Jahre alte Joſepha Kißler
Opfer eines Mordes iſt
aus Waldſee (Pfalz) das
cheint ſich nach der am geſtrigen Tage hier vorgenom=
menen
gerichtsärztlichen Unterſuchung der Leiche
vollauf zu beſtätigen. Der unter dem Verdachte
des Mordes verhaftete Geliebte der Kißler ein 19jähriger
Wagnergeſelle aus Waldſee, leugnet die Tat entſchieden
und gab an, das Mädchen habe ſich vor ſeinen Augen die
Stiche am Halſe, die übrigens direkt tödlich wirkten, ſelbſt
beigebracht und ſich dann in den Rhein geſtürzt. Dem
Hol=
widerſprechen
indes mehrfache Wahrnehmungen
ländiſche Schockerfiſcherei wird jetzt auch auf
dem Rhein eingeführt. Zu dieſem Zweck traf heute das
Boot Favorit mit einem Schocker aus Deeſt bei Nym=
vegen
ein. Die Fiſcherei mit Schocker, die ſich insbeſon
dere für den hier noch wenig betätigten Aalfang eignet,
wird mit Netzen von rund 40 Meter Länge und ſogen.
Aalkörben betrieben
Alsbach, 31. Mai. Am Freitag ereignete ſich hier auf
der Bergſtraße ein Automobilunglück. Das Auto=
mobil
rannte mit voller Schnelligkeit gegen eine Tele=
graphenſtange
, hierbei wurde der eine der Inſaſſen her=
ausgeſchleudert
, während der andere unter das
umgeſchlagene Auto geriet und bewußtlos hervor=
geholt
wurde. Das Auto wurde ſchwer beſchädigt.
Offenbach, 31. Mai. Man ſchreibt uns: Offen=
bacher
Monatsſchau: Die Kunſt der Gegen=
Das künſtleriſche Leben Offen=
vart
im Lichtbild‟
achs ſoll um eine Veranſtaltung bereichert werden, um
die manches größere Kunſtzentrum es beneiden wird. So
viel uns bis jetzt bekannt iſt, wurde der Gedanke noch
tirgends verwirklicht, allmonatlich die Abbildungen der
führenden Kunſtzeitſchriften im Lichtbild (Epidiaſkop)
dem großen Publikum vorzuführen. Es ſollen keine Vor=
räge
werden, die in der Aula der neuerbauten Techni=
ſchen
Lehranſtalten auf Veranlaſſung des Vereins für
Kunſtpflege in Offenbach abgehalten werden; vielmehr
wird der Sprecher Dr. Paul F. Schmidt als Kunſt
hier in Kaſſel lernte ſie Georg Wilhelm von Hannover
ennen, den ſpäteren Herzog von Zell, der ſich rettungs=
los
in ſie verliebte und ihr flüſternd zuſchwor, er liebe
ſie in ſeinem Herzen tauſendfach mehr, als ſie das je glau=
ben
könne‟ Georg Wilhelm war früher mit der Prin
zeſſin Sophie von der Pfalz verlobt geweſen und hatte
einem Bruder Ernſt Auguſt, dem damaligen Biſchof von
snabrück, alle ſeine Erbrechte und auch den Anſpruch
auf ſeine Braut überlaſſen. Nun begegnete ihm, um 1663,
Eleonore d’Olbreuſe, ſie wurde ſein Schickſal und ſeine
Zemahlin. Sie erhielt einen deutſchen Adelstitel als
Frau von Harburg, wurde bald darauf zur Gräfin von
Wilhelmsburg erhoben und ſchließlich auf Grund eines
Heiratsvertrages, der noch in Hannover verwahrt liegt
die rechtmäßige Gattin des Herzogs von Zell. Der Ehe
entſtammte die Prinzeſſin Sophie Dorothea, die 1682
ihren Vetter Georg Ludwig von Braunſchweig= Hanno=
ver
heiratete. Und dieſer Ehe entſproſſen zwei Kin=
der
, ein Sohn und eine Tochter. Der Sohn ſollte ſpäter
ls Georg I. den engliſchen Thron beſteigen; die Tochter
Sophie Dorothee, wurde die Gemahlin des Prinzen
Friedrich Wilhelm von Preußen.
* Ein Hundertjähriger bei der Einweihung des Leip=
ziger
Völkerſchlachtdenkmals. An der Einweihung des
eipziger Völkerſchlachtdenkmals wird auch ein Hundert=
jähriger
, der Wagner Johann Martin Sämann aus Oſt=
dorf
in Württemberg, teilnehmen. Er iſt gerade am
Tage der Völkerſchlacht bei Leipzig, am 18. Oktober 1813,
geboren und erfreut ſich, dank ſeiner geregelten und mäßi=
gen
Lebensweiſe, noch guter Geſundheit und Rüſtigkeit
Er arbeitet noch täglich in ſeinem Berufe und im Haus=
alte
ſeines Schwiegerſohnes. Auch geiſtig iſt er noch
riſch, nur etwas ſchwerhörig. Ein Leipziger Bürger hat
den ehrwürdigen Alten für die Feſttage zu Gaſte geladen.
Der Sittenkodex des Tanzlokales. Die Mütter der
New=Yorker Dollarprinzeſſinnen haben nicht das ſorgloſe
Leben, das ihr Reichtum ihnen vielleicht ſchenken könnte.
Ihre Töchter machen ihnen Sorge. Immer häufiger

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Jnni 1913.
Seite 4.
pfleger von Offenbach dieſe Zeitſchriftenſchau nur mi
kurzen ſachlichen Erläuterungen begleiten. Dergeſtalt, de
Reich und Ausland.
die Monatsſchau jedermann unentgeltlich freiſteht, wird
Aus der Reichshauptſtadt, 31. Mai. Bei dem Feſt
ſich jeder einmal im Monat über die neueſten Erſcheinun
bankett zu Ehren der argentiniſchen Sonder
gen in der Kunſtwelt, in Kunſtgewerbe und Baukunſ
mühelos unterrichten können und auf die Wichtigkeit und
geſandtſchaft eröffnete der Staatsſekretär des In
Reichhaltigkeit unſerer Zeitſchriften hingewieſen werden.
nern Dr. Delbrück die Reihe der Trinkſprüche mi
Ein breites Publikum wird angeregt, ſich nun auch die
folgender Anſprache: Das heutige Feſt zu Ehren unſerer
Zeitſchriften gründlicher ſelbſt anzuſchauen; Kenntnis und
argentiniſchen Gäſte, das wir der Gaſtfreundſchaft der
Verſtändnis für Kunſt ſoll allgemein erweckt und vertieft
hervorragendſten wirtſchaftlichen Vertretungen der Reichs
werden.
hauptſtadt verdanken, gibt mir die erwünſchte Gelegen
Zellhauſen, 31. Mai: Hier ereignete ſich ein ſchreck
heit, dem herzlichen Willkommen, den das deutſche Voll
licher Unglücksfall. Das ältere der beiden Kinder
der argentiniſchen Sondermiſſion durch die Preſſe ent=
der
Heinrich Wendelin Dißer Eheleute wollte unter einem
gegenbrachte, eine herzliche Begrüßung von amtlicher
Keſſel zur Herrichtung des Viehfutters mit Petro=
Stelle an die Seite zu ſetzen und im Namen der Reichs
leum Feuer anmachen, als plötzlich die Flamme zu=
leitung
der Freude und Genugtuung Ausdruck zu geben
rückſchlug und die Kleider des dabeiſtehenden zweijährigen
die wir über die Entſendung des hervorragenden argen=
Bübchens mit denkbar raſender Schnelligkeit Feu er
tiniſchen Staatsmannes, Botſchafters Dr. Carlos Salas
fingen und zugleich lichterloh brannten. Schnell her
an der Spitze der Miſſion empfinden. Als im Jahre 1910
beigeeilte Nachbarn erſtickten das Feuer, doch war an
Seine Majeſtät der Kaiſer anläßlich der Hundertjahrfeie
eine Lebensrettung nicht mehr zu denken. Mit ſchwerer
der argentiniſchen Republik eine Sondermiſſion unter der
Brandwunden am ganzen Körper bedeckt, verſchied
Führung des Freiherrn von der Goltz nach Buenos=Aires
das Kind, nachdem Herr Dr. Steinhauer aus Seligen=
entſandte
, begleiteten dieſe die Sympathien des ganzer
ſtadt die erſte Hilfe leiſtete, um 12 Uhr nachts
deutſchen Volkes. Heute empfinden wir beſondere Freud
Mainz, 31. Mai, In dem Hauſe Weihergarten=
darüber
, daß die argentiniſche Miſſion uns in einem Jah
ſtraße 22 lebte ſeit Jahren in ſehr ärmlichen Verhältniſſen
beſucht, das für uns nicht minder reich an großen hiſtori=
die
Witwe eines Eiſenbahnunterbeamten Schweick
ſchen Erinnerungen iſt. Beide Nationen machten im Lau
hart, die von der Eiſenbahn eine kleine Penſion bezog
der Jahre ähnliche Entwickelungen durch. Hier wie dort
Da man die Frau in den letzten Tagen nicht geſeher
folgte auf die letzten 100 Jahre eine bedeutſame, in man
hatte, wurde die Polizei verſtändigt. Dieſe ließ die Woh=
cher
Beziehung ähnliche Entwicklung. Hier wie dort folgte
nung öffnen, und man fand die Frau vor Schmutz ſtar
auf die politiſche und militäriſche Konſolidierung in den
rend krank im Bett liegend vor. Der amtierende Schutz
letzten 25 Jahren eine rapide wirtſchaftliche Entwickelung
mann mußte ſich zu Hauſe einer Hautreinigung unter=
die
den Außenhandel Argentiniens an die Spitze der ſüd=
ziehen
. Die Durchſuchung der Wohnung zeitigte das über
amerikaniſchen Staaten brachte; zwiſchen der argentini=
raſchende
Ergebnis, daß man im Kleiderſchrank eine
chen Republik und dem Deutſchen Reich aber Handels=
Summe von 140000 Mark fand. Das Geld wurde
beziehungen knüpften, die für beide Teile glänzende Ent=
auf
der Sparkaſſe deponiert und ein Vormund eingeſetzt.
wickelungsmöglichkeiten bieten. Wir freuen uns dieſer
Ausſichten, aber bewundern auch aufrichtig die Tatkraft
Worms, 31. Mai. Auf der Eiſenbahnbrücke wurde
das Selbſtvertrauen und den Unternehmungsgeiſt, wodurch
heute früh durch einen Bahnwärter ein Jackett gefunden
ſich die Bewohner Argentiniens zu gewandten Kaufleu=
In den Taſchen befand ſich außer einer Uhr, Brieftaſch=
ten
, hervorragenden Landwirten und tüchtigen Militärs
uſw. eine Invalidenkarte, lautend auf den Namen Kar
entwickelt haben. Ich bitte Sie, meine Herren, den Emp=
Arenz, Backofenbauer, geboren am 11. März 1895 zu
findungen der Freundſchaft und der Bewunderung, die
Worms, und ein Zettel, auf dem geſchrieben ſteht, daß er
uns beſcelen, Ausdruck zu geben, indem Sie die Gläſer
-
Arenz freiwillig in den Rhein geſprungen ſei
erheben und mit mir einſtimmen in den Ruf: Der Präſi=
Friedberg, 30. Mai. Das neu zu bildende dritt
dent der argentiniſchen Republik, Saez Pena, der Ruhm
Bataillon des
Infanterie=Regiments
und die Größe des argentiniſchen Volkes leben hoch!
Nr. 168, das hierher kommt, wird in das v. Helmoltſche
Das Oberkriegsgericht des dritten Armeekorps
Gut an der Friedberger Warte (drei Kompagnien) und
verurteilte den Musketier Kannewurf vom Inf.=Regt.
in das jetzige Empfangsgebäude des Bahnhofs (eine
Nr. 24 in Neuruppin wegen ſchwerer Urkundenfälſchung
Kompagnie) gelegt werden.
Betruges, Unterſchlagung und Fahnenflucht zu einer Ge=
(*) Grünberg, 30. Mai. Der Kreisziegen=
ſamtſtrafe
von ſieben Jahren Zuchthaus, 900 Mark Geld
zuchtverein des Kreiſes Gießen hielt heute
ſtrafe eventuell 40 Tagen Gefängnis, ſechs Jahren Ehr=
im
Hirſch ſeine Hauptverſammlung unter dem Vorſitz
verluſt, Ausſtoßung aus dem Heere, Verſetzung in die
des Direktors Regierungsrat Dr. Merck=Gießen ab. Als
Vertreter der Landwirtſchaftskammer wohnten Sekretär
zweite Klaſſe des Soldatenſtandes und zu zwei Wocher
Schwarz und Zuchtverwalter Büchsler bei. Nach den
Haft. Die Haftſtrafe und die Unterſuchungshaft ſeit der
Jahresbericht des Direktors zählt der Kreisverein 28
erſten Verurteilung im November 1912 wurden dem An
Ortsvereine mit 925 Mitgliedern, 39 Gemeinden ſind un
geklagten in Anrechnung gebracht. In der erſten Inſtanz
terſtützende Mitglieder. Weitere Gründungen ſtehen be
war der Angeklagte zu ſechs Jahren Zuchthaus verurteilt
vor in Steinheim, Trais=Horloff, Ruttershauſen und
der nur
vorden. Ein origineller Dieb,
Lich. Dem nach Heidelberg verzogenen Zuchtinſpektor
Sammler ſein will, wurde von der Neuköllner Krimi
Kreutz widmete der Direktor Anerkennung und Dank für
nalpolizei in der Perſon des 69 Jahre alten Invaliden
ſeine Mithilfe. Die Rechnungsablage für 1912 ergab eine
Friedrich Stein in der Bruſendorfer Straße zu Neukölli
Einnahme von 1492 Mark und eine Ausgabe von 1481 M.
eſtgenommen. Stein, der bei verſchiedenen Firmen lang
In den Vorſtand wurden gewählt: Direktor Regierungs
jährige Vertrauensſtellungen inne hatte, ſtahl in dieſe
rat Dr. Merck,
Stellvertreter Landwirtſchaftslehrer
Eigenſchaft alle nur denkbaren Sachen zuſammen, um,
Tamm=Lich, Rechner und Schriftführer Bechtold=Gießen,
wie er angab, ſeinen Töchtern eine ſtandes=
als
Beiſitzer Bürgermeiſter Rompf=Lang=Göns, Krämer
gemäße Ausſteuer mitgeben zu können. Trotz=
Steinbach, Stauf=Utphe, Philippi=Steinberg, Becker= Grün=
dem
er bereits vier Töchter auf dieſe Weiſe ausgeſtattet
berg, Bürgermeiſter Schwall=Großen=Buſeck und Bür
hatte, waren ſeine Beſtände mit den Jahren ſo groß ge
germeiſter Lang=Odenhauſen. Der Voranſchlag für 1913
worden, daß er ſich in der Kaiſer=Friedrichſtraße zu Neu
wurde mit 1535 Mark in Einnahme und Ausgabe geneh=
kölln
einen Lagerraum mieten mußte. Unter den zahl=
migt
. Als Ort der nächſten Hauptverſammlung wurde
reichen beſchlagnahmten Gegenſtänden, die mehrere Wag
Lang=Göns beſtimmt. Im Herbſt ſollen Orts
gons füllten, befinden ſich nicht weniger als 250 Beſtecke
ſchauen in Gießen und Grünberg ſtattfinden
und mehrere Dutzend Sektkühler. Bei ſeinem Verhör gal
(*) Alsfeld, 30. Mai. Beim Bahnbau geriet der Erd
Stein an, daß er kein Dieb ſei, ſondern nur aus Samm=
arbeiter
Stumpf unter einen beladenen Rollwagen;
lerintereſſe die Sachen mitgenommen habe. Er wollt
der Schwerverletzte wurde ins Krankenhaus getragen
ſeine Beſtände aufheben, damit ſeine Enkelkinder auch noch
(*) Schotten, 30. Mai. Unter dem Vorſitze des
twas erben könnten.
Kreisrats Dr. Kranzbühler fand die Kreiskon
ferenz der Volksſchullehrer ſtatt. Schulrat
Wiesbaden, 31. Mai. Die Stadtverordneten be
Feuerbach erſtattete den Bericht über das Volksſchulweſen
chloſſen, aus Anlaß des Regierungsjubiläums des Kai
des Kreiſes Schotten. Von den 51 Volksſchulen ſind 2.
ſers ein Kaiſer=Wilhelm= Siechenhaus=
zu

einklaſſig, 16 zweiklaſſig, 3 dreiklaſſig, 2 vierklaſſig und
errichten. Das erforderliche Gelände wird der ſtädtiſch
eine (Schotten) mehrklaſſig. Schulgeld wird keines meh
Grundbeſitz und die auf 200000 Mark veranſchlagte Bau
erhoben. Die Zahl der Schulklaſſen beträgt 84, nur ein
ſumme das ſtädtiſche Vermögen zur Verfügung ſtellen
Lehrerin iſt im Kreiſe tätig. Es ſind 4641 Schulkinder
Ferner wird die Verwaltung der Anſtalt auf Koſten der
vorhanden, 2373 Knaben und 2268 Mädchen, evangeliſc
Stadt übernommen. Weiter hat die Stadt die Zinſe
ſind 4565, katholiſch 16, iſraelitiſch 60 Kinder. Durch
eines Betrages von 150000 Mark mit 6000 Mark jährlich
ſchnittlich hat jede Klaſſe 55 Schüler. Die Zahl der Fort
für bedürftige und würdige Veteranen bereitzuhalten
bildungsſchüler betrug 704. Neue Schulhäuſer erhielten
Ferner ſind 25000 Mark zu wohltätigen Zwecken zur
Ober=Lais, Kölzenhain und Höckersdorf. Eine Ausſtellun
Verfügung geſtellt und 1000 Mark zur Anſchaffung patrio
von Schülerzeichnungen war mit der Konferenz ver
tiſcher Bücher, die an die Jugend verteilt werden ſollen
bunden
ausgeworfen.
werden die Fälle, in denen die jungen Damen angeſe
chaft zum Sittenwächter beſtellt werden würde, haben
hener und reicher Familien auf Grund ihrer amerikani
die weiſen Richter wohl kaum vorausgeſehen
ſchen Selbſtändigkeit in den Nachmittagsſtunden öffent
Der Reklamemarken=Unfug.
Wir finden in
liche Tanzlokale beſuchen, denn hier können ſie genießen
Mannh. Gen.=Anz.: Orthographie ſchwach. Ein Re
was ihnen auf dem heimiſchen Parkett verwehrt bleibt
klamemarkenſammler, deſſen Sammeleifer in
umge=
hier
können ſie den Gryzzlibär, den Turkey Trot und wie
kehrtem Verhältnis zu ſeinen orthographiſchen Kennt=
die
gewagten neuen amerikaniſchen Ragtimes=Tänze ſonſt
niſſen ſteht, ſandte an eine Heidelberger Firma folgen=
heißen
, nach Herzensluſt tanzen, ohne Kritik und Aufſich
den Brief: Achtungsvoll Sie ich möge inen Bitten, ob ich
zu befürchten. Aber ach, die Behörden der Stadt New
einen Dutzend Reklamen=Marcken bekomen kan. Ich bit
York haben für dieſe Neigungen der jungen Dollarprin
ſie, daß ſie mir auch die Reklamen Marck ſchicken. Ich
zeſſinnen nur ein ſehr beſchränktes Mitempfinden, und
mögte auch einen großen Satz dabei haben. Die Rekla
am Dienstag verfügte das Obergericht eine ſehr ſtreng
men Marcken ſind für (folgt Name und Wohnort Darm
Ueberwachung dieſer zahlloſen Lokale, in denen nach=
tadt
). Viele Grüße an euch. Man ſollte bei der Vor=
mittags
beim Tee dem Tanzvergnügen gehuldigt wird
züglichkeit der heſſiſchen Schulen eine derartige Stil=
Und da die Wirte wiſſen, daß Richter nicht mit ſich ſpaßer
übung und Orthographie nicht für möglich halten.
Wir
laſſen, haben ſie bereits am folgenden Tage in ihren
werden dem Sammler ein Exemplar dieſer Nummer, in
Tanzſälen Beſtimmungen angeſchlagen, die ſich zwar an
der er gedruckt iſt, zugehen laſſen, damit er reuig in ſich
die Kellner und das Dienſtperſonal wenden, aber der
geht und ſeine orthographiſchen Kenntniſſe ſo verbeſſert
abenteuerluſtigen jungen Damen aus der Geſellſchaft die
daß er ſich nicht zu ſchämen braucht, wenn er einen Brie
Bewegungsfreiheit erſchweren. Da lieſt man jetzt: Be
ſchreibt
ſofortiger Entlaſſung iſt es jedem Kellner auf das ſtrengſte
verboten, Briefe, Karten oder Aufträge eines Herrn an
C
Ein origineller Trick. Die beginnende Reiſezeit
eine Dame zu übermitteln. Wenn immer ein ſolches An
haben findige Pariſer Gauner dazu benutzt, um ſich als
uchen erhoben wird, muß der Beſitzer des Tanzſaales ſo=
Billetthändler auf den Bahnhöſen zu etablieren.
E=
fort
verſtändigt werden. Die Oberkellner haben dafür zu
kommt immer vor, daß Reiſende erſt im letzten Augen=
ſorgen
, daß kein Herr von ſeinem Tiſche an den Tiſch
blick haſtig nach dem Bahnhof ſtürmen und den Billett
einer Dame geht, ſolange er nicht dazu durch den Beglei
ſchalter von einer Menſchenmenge umlagert finden. St
ter der Dame aufgefordert wird. Sollte eine Dame au
erging es auch einem Pariſer, der nach Rouen wollte
kurze Zeit allein am Tiſche bleiben, ſo haben der Ober
Da tritt ein freundlicher Herr hinzu. Er hat gerade ein
kellner und der Kellner darauf zu achten, daß kein Herr ſi
Billett nach Rouen gelöſt, kann aber nicht reiſen, ſeine
anſpricht, ſolange ihr Begleiter nicht zurückkehrt. Allen
Frau ſei nicht gekommen; er iſt gerne bereit, das Billett
Damen iſt es aufs ſtrengſte verboten, einen Herrn anzu
abzutreten, allerdings: erſter Klaſſe. Der eilige Reiſend=
ſprechen
. Wenn das geſchieht, muß dem Beſitzer des
iſt ſehr dankbar, zahlt, ſtürmt auf den Bahnſteig und er=
Tanzſaales ſofort davon Mitteilung gemacht werden
reicht noch gerade ein Coupé. Dann kommt der Kon
worauf der Dame künftig der Zutritt verboten wird. Ir
trolleur. Der Reiſende zeigt ſein Billett. Fragend ſieht
der Verfügung des Gerichtes, auf die dieſe Beſtimmun
ihn der Beamte an: Und Ihr eigenes Billett? Wi
gen zurückgehen, wird ausführlich von der zunehmender
ſo mein eigenes? Nun, Sie wollen doch nicht auf die
Unſitte geſprochen, daß junge Damen aus guten Fami
ſes Billett reiſen?
Aber ſelbſtverſtändlich, warun
lien die Nachmittags=Tanzlokale beſuchen, um hie
nicht? Nun, das iſt doch ein Hundebillett . .
Gryzzlibär und Tango zu tanzen; daß aber die Kellner

Nummer 126
Mannheim, 31. Mai. Heute morgen wurden in
Rhein oberhalb der Militärſchwimmanſtalt zwei voll
ſtändige Anzüge von männlichen Perſonen, welch
edenfalls geſtern abend beim Baden im Rhein ertrunken
ſind, aufgefunden. Einer der Ertrunkenen ſoll der zwei
undzwanzig Jahre alte Tagelöhner Jakob Breuſch aus
Menzingen am Bretten, der hier arbeitete, ſein. Die Lei=
chen
wurden noch nicht geborgen
Karlsruhe, 31. Mai. In den Weinbergen des Mark=
gräfler
Landes ſind ſtarke Hagelſchläge niederge
gangen. An vielen Orten wurden mit Erfolg Hagel
raketen losgelaſſen. Im Hochſchwarzwald bedeckten Eis
tücke 10 Zentimeter hoch den Boden
München, 30. Mai. In Regensburg gehen, wie der
Bayeriſche Kurier mitteilt, beſtimmt auftretende Ge
rüchte, es ſeien knapp vor den Feierlichkeiten zur Auf
ſtellung der Richard Wagner=Büſte in der Walhalla aus
einem Betriebe in der Nähe von Stadtamhof, anſcheinen!
dem gleichen, bei dem vor einigen Jahren 60 Pfund
Dynamit auf bisher unaufgeklärte Weiſe geſtohlen wur=
den
, etwa 25 Kg. Dynamit geſtohlen worden. Man habe
deshalb zur Wagnerfeierlichkeit beſondere Vorſichtsmaf
regeln getroffen. Der Bayeriſche Kurier bezeichnet dieſe
Gerüchte als übertrieben, bemerkt jedoch, es ſei aller
dings richtig, daß kurz vor der Wagnerfeierlichkeit in der
Nähe von Regensburg ein Quantum Sprengſtoff nicht
Dynamit, auch nicht 25 Kg., ſondern eine kleiner
Menge
abhanden gekommen ſei
Ludwigsburg, 30. Mai. Als die Sanitätskompagnie
eine Uebung am Favorit=Park vornahm, wurde eine Sig=
nalſtange
aufgerichtet, die mit der Leitung der Straßen
bahn in Berührung kam. Fünf Mann ſtürzten betäub
nieder. Einer der Soldaten, namens Stegmayer, von
180. Infanterie=Regiment, blieb tot auf dem Platze. Die
anderen erholten ſich wieder im Lazarett
vie
Bad Elſter, 31. Mai. Einen wichtigen Beſchluß faßt
der Gemeinderat in ſeiner am Donnerstag ſtattgefundenen
Sitzung. Danach wird anläßlich des Regierungsjubi=
läums
Seiner Majeſtät des Kaiſers ein Grundſtock geleg
zu einem Geneſungsheim für Offiziere der
deutſchen Armee und ein größerer Betrag dazu bewilligt
Stettin, 29. Mai. Der Fall Trömel gewinn
immer mehr einen eigenartigen Beigeſchmack. Eine vor
einigen Tagen an den Beigeordneten der Stadt Uſedom
gelangte Anſichtskarte aus Saida von Trömels Hand
bringt außer einem Poſtkartengruß die Bemerkung:
Den Dienſt hier vermag ich noch ganz gut auszuhalter
Ich denke oft an dort. Viele Grüße Ihnen und Ihrer
Familie. Ihr Paul Trömel. Mehr und mehr gewinn
die Meinung die Oberhand, daß Trömels Schritt doch
ein freiwilliger war, um ſo mehr, als von glaub=
würdiger
Seite jetzt bekannt wird, daß Trömel am Tage
vor ſeinem Verſchwinden einigen Uſedomer Bürgern
gegenüber geäußert haben ſoll, daß ihm die Bürger
meiſterei über ſei und ihm ſozuſagen zum Halſe heraus=
käme‟

Wien, 31. Mai. Das Prinzenpaar Ernſ
Auguſt, welches am Donnerstag abend im Automobil
in Sankt Gilgen am Wolfgangſee war, traf geſtern in
Gmunden ein und begab ſich geſtern abend nach Jagd=
ſchloß
Auerbach im Almtal
Wien, 30. Mai. Frau Helene Maubach, geborene
Freiin v Bülow wurde von ihrer Schweſter, eine
Frau Türk, durch Dolchſtiche ſchwer verletzt, worau
ſich Frau Türk ſelbſt erdolchte. Das Motiv zur Tat war
daß Frau Türk die ſeeliſchen Leiden ihrer Schweſter, de
mit ihrem Gatten im Scheidungsprozeß ſtand, enden
wollte
Peſt, 30. Mai. Heute wurde das Beweisverfahren im
Prozeß Lukacs=Deſy abgeſchloſſen. Erſter Zeug
war der Sekretär der nationalen Arbeitspartei Rainer
der über die Verwaltung des Wahlfonds nähere Auf=
ſchlüſſe
gab; er erklärte, daß zu ſeinen Händen nur 60= bis
80000 Kronen angewieſen wurden. Er habe auf An
weiſung des Vorſitzenden des Exekutivausſchuſſes nur
die geſetzlichen Wahlkoſten die Auszahlung vorgenommen.
Ob die Wahlen mehr Geld verſchlungen hätten und wo=
hin
die anderen Gelder des Wahlfonds gefloſſen ſeien,
darüber könne er keinen Aufſchluß geben. Er habe nie=
mals
für Wahlzwecke Geld von einer Bank bekommen
Der Wahlfonds ſchloß morgens mit einem Defizit ab
das zurzeit noch unbeglichen ſei. Hierauf wurde der
frühere Unterrichtsminiſter Graf Johann Zichy als Zeug=
vernommen
, nachdem ihn der Kaiſer von der Verpflich
tung der Wahrung des Amtsgeheimniſſes entbunden hat
Der Zeuge erklärte, daß ihm über den Wahlfonds wenig
bekannt ſei. Er wiſſe nur von den 500000 Kronen, vor
denen der Miniſterpräſident im Abgeordnetenhauſe ſagte
daß ſie ein Depot der Ungariſchen Bank wären, und daß
es in der Geſchäftsgebarung des Finanzminiſteriums ſt
üblich ſei. Das Depot ſei übrigens auch an die Ungari=
ſche
Bank zurückgezahlt. Vorher bezeichnete der Miniſter=
präſident
gegenüber Zichy dieſe 500000 Kronen als eine
Schenkung des ehemaligen Generaldirektors der Ungari=
ſchen
Bank Hofrats Slekic anläßlich der ihm zugedachten
Berufung ins Magnatenhaus. Der Geldbetrag wurde
als die Berufung nicht erfolgte, wieder zurückgezahlt. Der
Miniſterpräſident klärte Zichy gegenüber den Widerſpruck
damit auf, daß Zichy ihn mißverſtanden habe. Hierau
wurde das Beweisverfahren geſchloſſen
Paris, 30. Mai. Der Temps meldet aus Brüſſel
Die Herzogin von Orleans geb Erzherzogin vor
Oeſterreich, die ſich gegenwärtig bei ihrer Mutter, der
Erzherzogin Klothilde, in Ungarn aufhält, ſtrengte vor
dem Brüſſeler Zivilgericht einen Prozeß gegen
hren Gatten, den franzöſiſchen Thronprätendenter
Herzog Philipp von Orleans, an, der ſie angeblich ver
laſſen habe. Die Herzogin verlangt die Auszahlung eine
Jahrespenſion und die Rückzahlung bedeutender Sum
men, welche ſie für ihren Gatten bezahlt habe. Der Pro
zeß beginnt morgen vor der Erſten Kammer des Zivil
gerichtes
Paris, 31. Mai. Der elſäſſiſche Journaliſt und Ver=
treter
des Matin in Straßburg Bourgon kam nac
Varis, um den Vertreter eines Berliner Blattes, Karl
Eugen Schmidt, zum Zweikampf herauszufordern,
weil er ſich durch einen von dieſem geſchriebenen Artikel
über die Stimmung im Elſaß beleidigt fühlt
Paris, 31. Mai. Auf Anordnung der Staatsanwalt
chaft wurde die 39jährige Hochſtaplerin Ade
laide Gollé verhaftet, die ſich unter dem Namer
einer Prinzeſſin Salm durch Vermittlung eines angeb=
lichen
Prälaten Eingang in ariſtokratiſche Kreiſe ver
ſchafft und zahlreiche Betrügereien und Heiratsſchwinde
leien verübt hatte
Sevilla, 30. Mai. Der Hofzug, mit welchem de
König die Rückreiſe nach Madrid angetreten hatte, über
fuhr in der Nähe von Utera ein Kind.
Der König
ließ den Zug halten und bemühte ſich ſelber um das Kind
das
jedoch ſeinen Verletzungen erlac
London, 30. Mai. Der Royal Automobil
Club hatte dem Prinzen Heinrich von Preußer
anläßlich der Feier ſeiner ſilbernen Hochzeit ein Glück
wunſchtelegramm geſchickt. Prinz Heinrich hat in einem
Telegramm an den Vorſitzenden des Klubs in herzlichen
Worten ſeinen Dank für den Glückwunſch ausgeſprochen
Das Telegramm ſchließt: Laßt uns zuſammen für Fried
und Freundſchaft wirken

[ ][  ][ ]

Nummer 126
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Juni 1913.
London, 30. Mai. Heute abend fand hier das Ban=
maliger
Fremdenlegionäre iſt lediglich gegründet mit der
kett ſtatt, welches die engliſchen Journaliſten
atutmäßigen Bedingung, die Leute vom Eintritt in die
zur Erinnerung an ihren Beſuch in Deutſchland im Jahre
Fremdenlegion abzuhalten. Aber im Laufe der Zeit hat
1907 veranſtaltet haben und zu dem der deutſche Bot=
er
dieſes Ziel aus den Augen verloren und hat auch, wenn
chafter Fürſt Lichnowsky, die Herren Kühlmann, Schu=
auch
nicht abſichtlich, doch unbeabſichtigt, die Leute der
bert und Höſch von der deutſchen Botſchaft und die hie
Fremdenlegion zugetrieben. (Lebhafte Unruhe und Wi
ſigen Korreſpondenten der deutſchen Preſſe eingeladen
derſpruch links. Zurufe: Beweiſe!) Beweiſe haben ſie in
waren. Das Bankett verlief ſehr angeregt. Im Verlaufe
Straßburg wie in Mülhauſen. So lange ich an der Spitze
des Abends brachte Fürſt Lichnowsky ein Hoch auf
der elſaß=lothringiſchen Polizei ſtehe, habe ich niemals
den König von England aus. Sodann ergriff der Vor=
die
Hand dazu geboten, Agents provocateurs zu be=
itzende
Spender von der Weſtminſter=Gazette das
chäftigen; darum haben wir ein völlig ruhiges Gewiſſen
Wort und hielt eine längere Rede, in der er des gaſt=
Der franzöſiſche Luftſchifferverein iſt nicht ſo harmlos, wie
lichen Willkomms gedachte, der vor ſechs Jahren den Ver=
r
hingeſtellt wird. Er weiſt in ſeinen Beſtrebungen auf
tretern der engliſchen Preſſe in Deutſchland bereitet
die franzöſiſchen Rüſtungen hin; und deshalb iſt es nötig
wurde. Der Redner ſchloß mit den Worten: Wir kom=
das

deutſche Bewußtſein in dieſen Kreiſen zu wecken.
men in einer Woche zuſammen, wo die herzlichen Be=
Was den Verein Souvenir frangais anbelangt, ſo
ziehungen zwiſchen zwei Ländern durch den Beſuch un
hatte er urſprünglich den einwandfreien Zweck, die Gräber
ſeres Herrſchers bei Ihrem Herrſcher aller Welt kundge=
der
Krieger zu ſchmücken; mit der Zeit wurde er aber zu
tan worden ſind. Wir können auf einen Zeitraum zu
einem politiſchen Vereine; der nur Sympathien für
rückblicken, wo die vereinigten Bemühungen der beiden
Frankreich pflegt. Da war es nötig, gegen ihn einzu=
Regierungen, die in vollkommener Harmonie zuſammen=
ſchreiten
. Auch der neue Verein geriert ſich ebenſo. Daran
arbeiten, in einer Zeit großer Gefahr wirkſam zur Er
ändert nichts der jetzt erfolgte Freiſpruch eines Schöffen=
haltung
des Weltfriedens beigetragen haben. Wenn wir
gerichts, in dem ſein politiſcher Charakter abgelehn
fortfahren, zuſammenzuarbeiten, können wir Europa
vielleicht vor den Schrecken eines Krieges und der Furcht
wurde. So lange der jetzige Statthalter am Ruder iſt,
vor einem ſolchen bewahren
kann von einem Zickzack=Kurs nicht die Rede ſein. Das
Syſtem iſt gradeaus gerichtet, um das Land dem Deutſch=
Tetuan, 30. Mai. Auf der Straße nach Tanger wurde
um zuzuführen. Wir wollen nicht gewaltſam germani=
ein
=Spanier und in der Nähe des Fluſſes Martin ein
ſieren, ſondern wollen Ruhe und Frieden ſtiften. Nich=
zweiter
ermordet. Der letztere iſt ein Angeſtellter des
ein einziger Nationaliſt wäre bei den Wahlen in Elſaß=
Kanzlers des ſpaniſchen Konſulats.
Lothringen durchgekommen, wäre er nicht auf den Krük
ken anderer Parteien in das Parlament eingezogen. Hät
en wir eine ſtarke nationale Mehrheit im Landtage ge
Deutſcher Reichstag.
habt, ſo wäre das ganze Verfaſſungswerk geſcheitert; aber

* Berlin 31. Mai. Vizepräſident Dr. Paaſche
das Volk hat ſich auf ſich ſelbſt beſonnen. (Bravo! und
eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 20 Minuten. Zunächſt
Lachen.) Wenn die Kinderkrankheit des Parlaments
wird die nachgeſuchte Genehmigung zur Vernehmung des
überwunden ſein wird, werden wir auch wieder in dem
Reichstagsabgeordneten Dittmann (Soz.) als Zeuge
Der
Reichslande zu normalen Verhältniſſen kommen.
in einer Privatklageſache abgelehnt. Alsdann wird die
Bauer, das Handwerk und der Arbeiter ſind deutſch, nur
Beſprechung der
einige wenige Schichten der Bourgeoiſie haben vor ihren
Vettern und Couſinen in Frankreich mehr Reſpekt, als
Interpellation betr. Einſchränkung des Vereins= und
vor ihren Vettern in Deutſchland. (Schallende Heiterkeit.
Preßgeſetzes in Elſaß=Lothringen
Sie iſt beſtrebt, die Alldeutſchen verächtlich zu machen als
Träger der deutſchen Kultur. Sie will die Jugend zu
fortgeſetzt.
Abg. Dr. van Calker (natl.): Bei aller
Frankreich ziehen; und da war es unſere Pflicht, recht
Reſerve, mit der man eine Landesangelegenheit behandeln
zeitig einzugreifen. Es iſt die akademiſche Jugend, und
muß, ſcheint es doch notwendig, dieſe Angelegenheit ein=
insbeſondere
ihr wird weißgemacht, die franzöſiſche
gehend hier zu behandeln. Die nationaliſtiſchen Umtriebe
Sprache ſei ihre Mutterſprache. Dieſem Schwindel muf
ſind unzweifelhaft eine große Gefahr für das Reichsland
Einhalt geboten werden durch unſere Vorſchläge, die der
wie für das ganze Reich. Ein gefährlicher Brand wird
Dieſe
Vergiftung der Bevölkerung vorbeugen wollen.
bei leicht entzündbaren Stoffen auch durch kleine Lichter
Propaganda macht ſich geltend ſowohl in der Preſſe wie
hervorgerufen. Eine Ueberſchätzung der Sache iſt ebenſo
in den Vereinen. Auch die Lorraine ſportive hat fran=
unangebracht
wie eine Unterſchätzung. Sind Ausnahme
zöſiſche Sympathien vertreten. Sollten wir da machtlos
geſetze notwendig, ſo darf man nicht davon zurückſchrecken
der Sache gegenüberſtehen? Wir haben uns loyalerweiſe
Sie ſind aber gefährlich, weil ſie auch mißbräuchlich an=
an
die geſetzgebenden Faktoren gewendet: bei dieſen mag
gewendet werden können. Ich freue mich, daß der Reichs=
es
liegen, ob ſie unſere Vorſchläge annehmen oder nicht
kanzler unzweideutig und klar ſich darüber ausgeſprochen
Ein Vorwurf iſt uns nicht zu machen. Den Vorzug hat
hat, daß er ſich auf den Boden der elſaß=lothringiſchen
die Vorlage ſchon jetzt gehabt, daß ſich weite Kreiſe im
Verfaſſung ſtelle. In der Bevölkerung macht ſich eine
Reichslande gegen den Nationalismus gewendet haben.
lebhafte Reaktion gegen den Chauvinismus geltend, die
Zurufe: Und gegen die Regierung!) Das Wort Aus=
in
den Beſchlüſſen und der Stellungnahme der elſäſſiſchen
nahmegeſetz iſt etwas bitter; aber wenn die Staatsnot=
Kammern zum Ausdruck kam und die unter der alten Ver
wendigkeit beſteht, ſo muß einigen Begriffen ein realer
faſſung nicht möglich geweſen wäre. Dieſe Reaktion wird
Boden geſchaffen werden. Mögen Sie die Vorlage ſeiner
fortſchreiten, und deshalb können wir ruhig die Weiter=
zeit
annehmen oder nicht, die Verantwortung trägt der
entwickelung abwarten, ohne zu Ausnahmemaßregeln zu
Reichstag! (Beifall.)
greifen. Leider hat die Regierung in Elſaß=Lothringen
Abg. Dr. Haas=Baden (Fortſchr. Vpt.): Das Un=
ſelbſt
nicht immer die notwendige Klarheit in der Stel
recht der Ausnahmegeſetze dürfen wir nicht mitmachen.
ungnahme gegenüber den Nationaliſten gezeigt, und dies
Wo hätten ſolche jemals etwas genützt? Elſaß= Lothrin=
iſt
ihr mit Recht in dem dortigen Parlamente zum Vor=
gen
iſt ein Bundesſtaat geworden. Was heute den Natio=
wurf
gemacht worden. Mag die Regierung der elſaß=
nalismus
trifft, kann morgen eine der Regierung unlieb=
lothringiſchen
Bevölkerung zeigen, daß ſie eine ſtarke
ame andere Partei treffen. Der Nationalismus iſt ohne
Hand hat, dann aber darf der dortigen Bevölkerung unſer
ede Bedeutung, und nicht bloß in einer kleiner Bour=
deutſches
Staatsweſen nicht als ein Syſtem der Polizei=
geoiſieſchicht
, die mit Pariſer Couſinen liebäugelt. ( Hei=
gewalt
und der Beſtrafung geſchildert werden, ſondern
ferkeit.) Das ſchneidige preußiſche Tun liegt nus aber
als die Verkörperung eines feſten Willens, der auf ein
nicht. Das trifft für den preußiſchen Landrat zu, aber
Ziel gerichtet iſt. (Beifall.
Abg. Roſer
icht für uns. Wären die Elſaß=Lothringer mit einem
Fortſchr. Vpt.): Die Ankündigung der Anträge Elſaß
Schlag gute Deutſche, wären ſie innerlich ſchlechteMenſchen.
Lothringens an den Bundesrat hat große Beſtürzung und
Denn das Vaterland verlieren, gleicht dem Verluſt einer
Erbitterung in den Reichslanden hervorgerufen.
Eine
Nutter
Abg. Peirotes (Soz.): Der Unterſtaats=
einſichtige
Regierung ſollte ſich freuen, daß der Gedanke
ekretär Mandel hätte die Lächerlichkeit der Vorlage durch
der Reichszugehörigkeit die weiteſten Schichten der Be=
ſeine
Rede noch übertroffen, wenn das möglich geweſen
völkerung durchdrungen hat. Dem Nationalismus würde
wäre. Der Vorlage fehlt jede linnere Begründung. Der
mit Ausnahmebeſtimmungen gedient ſein. Wir hoffen,
Beweis für die Gefährlichkeit der nationaliſtiſchen Um=
daßedieſe
Vorlage nie an den Reichstag kommen wird.
triebe iſt nicht erbracht worden. Taktloſigkeiten werden
(Beifall links.) Abg. Dr. v. Laszewski (Pole)
üben und drüben begangen. Die Gefahr für die Jugend
Wir wünſchen auf Grund unſerer Erfahrungen in der Oſt=
iſt
nicht ſo groß, weil ſie zum größten Teile der franzöſi=
mark
, daß die Elſaß=Lothringer nicht die gleichen trüben
ſchen Sprache nicht mächtig iſt
Verhältniſſe erleben, wie ſie ſich in der Enteignung zei
Hierauf wird vertagt.
Nächſte Sitzung 9. Juni
gen. Die Politik der Gewalt iſt wohl angebracht in be
um 3 Uhr. Kleine Vorlagen, Rechnungsſachen, Entſchä
zug auf das Ausland, aber nicht für die inländiſchen
digung für Schöffen und Geſchworene, Wahlprüfungen.
Verhältniſſe
Schluß 4.15 Uhr
Abg. Schultz=Bromberg (Rpt.): Wir ſind in einer
eigentümlichen Lage; wir ſollen Stellung nehmen zu
einer Vorlage, die noch nicht exiſtiert. Hoffentlich kommt
* Berlin, 31. Mai. Die Budgetkommiſſion
der Tag, wo dem Reichstage die Geduld reißt und wo
des Reichstages fuhr heute in der Beratung des ſozial=
dem
unverantwortlichen Treiben der Nationaliſten ein
demokratiſchen Antrages fort, der die Einbeziehung
Riegel vorgeſchoben wird. Man ſoll das Haus nicht erſt
der Landesfürſten und der Angehörigen
löſchen, wenn es unrettbar verloren iſt. Erſticken wir den
landesfürſtlicher und ehemals ſouveräner
Brand im Keime, ſo gebietet es die Rückſicht auf den
Häuſer in die Beitragspflicht verlangt. Der
-
Frieden des Landes.
Abg. Hauß (Elſ.): Nach den
konſervative Redner erklärte, die Souveränität des =
bisherigen
Reden hier iſt wohl anzunehmen, daß die Vor=
nigs
und ebenſo der Landesfürſten ſei bei der Reichs=
lage
nie an den Reichstag kommen wird. Jeder neue
ründung nicht aufgegeben worden. Er teile die Auf=
Redner balſamiert lediglich den Leichnam von neuem ein
ſaſſung der Regierung, daß die Steuerfreiheit der Fürſten
Der Fehler liegt nicht darin, daß dem Reichslande die
eltendes Recht ſei, und lehne daher den Antrag ab. Ein
zentrumsredner war der Anſicht, der König ſei dem Ge
Verfaſſung gegeben worden iſt, ſondern, daß ſie zu ſpät
ſetz unterworfen nicht freiwillig, ſondern von Rechts
gewährt worden iſt. Die Zahl derjenigen Nationaliſten,
wegen. Wer von der Regierung könne eine klare Unter=
die
die Abtrennung Elſaß=Lothringens vom Reich an=
cheidung
zwiſchen direkter und in direkter Steuer geben?
ſtreben, iſt ſehr gering. Mit ihr fertig zu werden, kann
Wer könne begründen, warum die Fürſten nicht direkte
man der dortigen Bevölkerung getroſt überlaſſen. Ich habe
Steuern zahlen, ſondern indirekte? Staatsrechtliche
das Vertrauen zu dem Bundesrat und zum Reichstage
Gründe für die Steuerfreiheit der Fürſten träfen nicht
daß ſie den elſäſſiſchen Anträgen nicht folgen werden.
zu, und eine außerordentliche Beſtimmung in das Geſetz
(Beifall.) Abg. Dr. Weill (Soz.): Trotz aller Vor=
ufzunehmen
, wie der ſozialdemokratiſche Antrag anrege,
würfe und Anträge, die hier gegen die elſäſſiſche Regie
ſei nicht nötig, wenn die Regierung nicht weiter an ihrer
rung vorgebracht worden ſind, hat der Herr Unterſtaats=
licht
als richtig anzuerkennenden Auffaſſung feſthalte. Ein
ſekretär Mandel es nicht für nötig gehalten, auch nur ein
ozialdemokratiſcher Redner ſtellte die Uebereinſtimmung
zort zu ſagen. Ich frage ihn deshalb, ob er uns nicht
er Mehrheit der Kommiſſion dahin feſt, daß der Stand=
Aufſchluß geben will über die Gründe, die ihn zu ſeiner
ſei. In England ſei
punkt der Regierung unhaltbar
Vorlage veranlaßt haben. Der Nationalismus iſt nicht
durch Geſetz vom 17. Juli 1862 feſtgelegt, daß der ganze
ſo ſchlimm, wie er hier hingeſtellt wird. Die harmloſen
Familienbeſitz des Königs genau ſo der ſtaatlichen und
Ungeſchicklichkeiten, die jetzt in der Preſſe in franzöſiſcher
kommunalen Beſteuerung unterliege, wie jeder bürger=
Sprache gemacht werden, können ebenſo gut in deutſcher
iche. Auch ein fortſchrittlicher Redner konnte den Stand=
Sprache ausgedrückt werden. Wir verlangen eine Ver
punkt der Regierung keineswegs als berechtigt anerken=
fügung
, die mit allen freiheitlichen Einrichtungen ver=
nen
. Aus dem Begriff der Souveränität die Steuerfrei=
ſehen
iſt und nicht dynaſtiſch belaſtet wird. Das entſprich
heit herzuleiten, ſei höchſtens möglich für diejenigen Län=
der
Lage und der nationalen Eigenheit Elſaß= Lothrin=
er
, in denen der Fürſt Souverän ſei. Das Reich habe
gens, die auch der Reichskanzler geachtet wiſſen will: wir
ber keine Souveräne. Er regte Beſtimmungen an, die
verlangen eine republikaniſche Verfaſſung mit dem freien
klärend wirken ſollen, ſo bezüglich der Steuerfreiheit der
Wahlrecht für Elſaß=Lothringen. Nur ſo wird Elſaß=
ivilliſte
. Staatsſekretär Lisco erwiderte, die Re
Lothringen einer glücklichen Zukunft entgegengehen. ( Bei=
ierung
ſtehe auch heute noch auf dem Standpunkt, daſ
er Landesherr Oberhaupt des Staates ſei, in dem ſich
all.
Unterſtaatsſekretär Mandel (mit lautem Aha!
die oberſte Staatsgewalt verkörpere. Durch die Einfüh=
empfangen
): Die Interpellation war an den Reichskanz=
rung
der Verfaſſung ſei die beſtehende Steuerfreiheit der
er gerichtet, ſo gab es für mich keine Veranlaſſung, hier
Fürſten nicht aufgehoben worden
Ein ſozialdemokratiſcher Redner leitete aus den Dar
auch zu ſprechen; aber nachdem der Vorredner mich direkt
egungen des Staatsſekretärs die Notwendigkeit der von
aufgefordert hat, will ich zu einigen Ausführungen des
ſeiner Partei beantraaten Beſtimmung her, und ein wei=
Herrn Vorredners Stellung nehmen. Der Verein ehe=

Seite 5.
terer Redner derſelben Fraktion bat, da nunmehr Klar=
heit
herrſche, die Debatte zu ſchließen. Dem widerſprach
in Zentrumsredner, weil noch wichtige Punkte ungeklärt
eien, ſo die Frage, ob die Regierung den Landesherren
die Steuerfreiheit auf ihr beſonderes Landesgebiet be=
ſchränke
. Reichsſchatzſekretär Kühn meinte, wenn man
die jetzt ſchon zwei Tage andauernde Debatte leſe, könnte
man auf den Gedanken kommen, es werde hier darum ge=
ſtritten
, ob die Landesfürſten den Wehrbeitrag bezahler
ſollen oder nicht. Tatſächlich ſei in praktiſcher Hinſicht
alles erledigt, da die Landesfürſten den Wehrbeitag be=
zahlten
. Nur von der Linken wolle man keine partiell
Steuerbefreiung, für die Landesfürſten in das Geſetz
ſchreiben, auf die von anderer Seite wieder kein Wert
gelegt werde. Die grundſätzliche Frage werde aber auch
nicht klarer, wenn man jetzt einen Paſſus welcher Art auck
immer in das Geſetz hineinſchreibe, denn bei jedem künf
tigen Geſetz könne die Sache wieder anders entſchieden
werden. Die Regierung habe ihre Anſchauung in die
Begründung hineingeſchrieben. Wolle der Reichstag ſeine
abweichende Anſchauung zum Ausdruck bringen, ſo würde
das am zweckmäßigſten im Kommiſſionsbericht tun.
Von Zentrumsſeite wurde betont, man ſei überzeugt, daß
das Vermögen der Fürſten weit überſchätzt werde, daß
alſo ebenfalls die freiwilligen Beiträge weit unterſchätzt
und mit übler Kritik beurteilt würden. Um dies zu ver=
meiden
, ſolle man rechtzeitig Vorſorge treffen und Klar=
heit
ſchaffen
Der Reichsſchatzſekretär erwiderte, gegen
eine böswillige Kritik, daß die Fürſten zu wenig Steuern
ezahlten, wäre man doch nie geſchützt. Man würde,
venn man die Steuerpflicht in das Geſetz hineinſchreibe,
den Vorwurf doch erheben und ihn nur noch auf die
Steuerbehörde, die die Veranlagung vornehme, ausdeh=
ten
. Allein von dieſem Standpunkt wäre eine ſolche Vor=
ſchrift
auch entbehrlich
Ob ein Kronvermögen zum
Staatsvermögen oder zum Vermögen des Fürſten zu
rechnen ſei, werde man auf Grund der tatſächlichen und
echtlichen Verhältniſſe des Einzelſtaates beurteilen
müſſen.
Der ſozialdemokratiſche Antrag wurde zurückgezogen
ind durch den folgenden erſetzt: Der Bundesrat beſtimmt,
ver für die Bundesfürſten und die Angehörigen ehemals
Häuſer die Vermögensdeklaration abgibt.
Ein nationalliberaler Redner hält es, wie ſehr auch Klar=
heit
erwünſcht und nötig ſei, doch für bedenklich, bei
dieſer einmaligen Steuer, zu der die Fürſten freiwillig
eitragen, die ſchwere ſtaatsrechtliche Frage erledigen zu
vollen. Ein Fortſchrittler nannte das eine Politik der
verpaßten Gelegenheiten. Nach kurzer weiterer Debatte
erfolgte die Teilabſtimmung zu § 11 der Vorlage. Unter
Ablehnung eines fortſchrittlichen Antrages wurde gegen
die Stimmen der Nationalliberalen und Konſervativen
er abgeänderte ſozialdemokratiſche An
rag angenommen.
Nächſte Sitzung Mittwoch
1 Uhr nachmittags. Vorher noch eine vertrauliche Be=
prechung
.
Kongreſſe und Verbandstage.
Verband deutſcher Beamtenvereine
* Koblenz, 31. Mai. Der Verband Deutſcher
Beamtenvereine deſſen Vertreter vom 29. Mai bis
1. Juni hier verſammelt ſind, hielt heute ſeinen 23. Ver=
bandstag
ab. Es ſind 94 Vereine mit 1068 Stimmen ver
treten. Als Ehrengäſte waren u. a. erſchienen: Ober=
präſident
der Rheinprovinz Frhr. v. Rheinbaben, Landes=
erichtspräſident

Mallmann
Dr.
Oberregierungsrat
Mumm, Geheimer Juſtizrat Müller, Regierungspräſident
a. D. zur Nedden, Regierungspräſident Scherenberg und
Oberbürgermeiſter Ortmann=Koblenz. Nach einer Be=
grüßungsanſprache
des Verbandsvorſitzenden Miniſterial=
direktors
a. D. Juſt hielt Oberpräſident v. Rheinbaben
ine Anſprache, in der er auf die Wandlung der ſtaatlichen
Organiſation und die großartige wirtſchaftliche Entwick=
lung
des letzten Jahrhunderts und auf das reiche Maß
von Aufgaben hinwies, vor das die Beamtenſchaft durch
die neue Ordnung der Dinge geſtellt wird, und es als die
heiligſte Pflicht der Beamten bezeichnete, den neu an ſie
erantretenden Aufgaben gerecht zu werden, mit volle:
Hingebung, und nicht nur ihre Pflicht zu etfüllen ſondern
als moderne Beamte mit der Zeit voranzuſchreiten, der
Bevölkerung tätig zur Seite zu ſtehen und ihrerſeits dazu
beizutragen, die mächtig emporgewachſenen Fragen der
Zeit der Löſung entgegenzubringen, und dieſer neuen Auf=
gabe
werden wir nur gerecht, wenn wir mit voller Ein=
mütigkeit
handeln und uns als eine Geſamtgemeinſchaft
betrachten mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten
gegen unſern Herrn im Himmel, gegen unſern irdiſchen
König und gegen unſer Vaterland, denen zu dienen wir
unſer ſtolzes Vorrecht nennen. (Bravol) Sodann er=
mahnte
der Redner die Beamten, ihrer traditionellen ein=
achen
Lebensführung treu zu bleiben
Es ſei dies ein
Gebiet, wo der Beamte vorbildlich wirken und zeigen
önne, daß auch diejenigen, die mit Glücksgütern nicht in
dem Maße geſegnet ſind, wie andere Kreiſe, dieſen nicht
nachſtehen, aber vorangehen in der Erfüllung der Pflich=
ten
gegen König und Vaterland. Die Anſprache wurd
mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Sodann gab der
Vorſitzende bekannt, daß unter den eingegangenen Be=
grüßungstelegrammen
ſich auch eines von Oberbürger=
meiſter
Wermuth befindet. Ferner teilte der Vorſitzende
mit, daß der Verband ſich an der von der Kronprinzeſſin
angeregten Cezilien=Hilfe beteilige, die bezweckt, not=
eidende
Familien und Einzelperſonen vor ſittlichem und
ozialem Untergang zu bewahren. Geheimer Regierungs=
rat
Grünberg begrüßte dann den Verbandstag im Namen
des Verbandes der Eiſenbahnervereine Nach dem Jahres
bericht, den der Schriftführer des Verbandes erſtattete, ge=
hörten
dem Verband am Ende des Jahres 1912 an 289
Vereine mit 264 413 Mitgliedern, und jetzt 316 Vereine mit
267868 Mitgliedern. Hierauf hielt Miniſterialdirektor T
Freund einen Vortrag über das Thema: Der Beamte
Danach wurde im Anſchluß ar
im modernen Staat.
einen Vortrag des Regierungsrates Dr. Aurin über die
tellungnahme zu der Frage einer Beamtenkrankenver
icherung interne Angelegenheiten erledigt, u. a. ein An=
trag
, die Hauptverſammlung wolle die Erwerbung der
Teichmühle bei Köppern im Taunus als Beamtenerhol
ingsheim beſchließen, und ein Antrag über eine Reſolution
betreffend Aufhebung der Wohnſitzbeſchränkung für
Beamte.
Zeitungsverleger
Neuſtadt a. d. Hardt, 31. Mai. Am Freitag
and hier die Generalverſammlung des Vereins ba=
diſcher
und pfälziſcher Zeitungsverleger
ſtatt. Der Vorſitzende, Dr. Knittel=Karlsruhe, er=
tattete
den Geſchäftsbericht. A. Pfeffer=Heidelbere
hielt einen überaus lehrreichen Vortrag über Anzeigen=
Buchhaltung. Der Syndikus des Vereins Rechtsanwal
Vögele=Karlsruhe, referierte über den heutigen Stanſ
der Heilmittelinſertion und über eine beabſichtigte Vor=
ſtellung
bei der Regierung und den Landſtänden, um ein
der Ausnahmegeſetzgebung Badens und dem Weſen der
Reklame angepaßte Behandlung der Heilmittelinſertion
herbeizuführen. Gengenbach=Mannheim berichtete

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Inni 1931.
Seite 6.
zu übernehmen. Der wärmſte Dank gebühre den Ver
über eine gemeinſame Sitzung mit dem Vorſtand des
bandsgenoſſen, die hierher gekommen ſind, um in Heſſen
Vereins deutſcher Zeitungsverleger in Berlin, der er als
Reſidenz eine Kundgebung des Dankes zu veranſtalten, in
Delegierter beiwohnte. Dr. Dammer=Berlin behan
Reſidenz zum Ausdruck zu bringen, welche große Bedeut=
delte
in einem Vortrage die Idee, landesdienſtliche Ge
ung die Gabelsbergerſche Stenographie in unſerem heſſi
noſſenſchaften zu errichten. Zur Prüfung dieſes Gegen=
ſchen
Vaterlande einnimmt. Als Vorſitzender des Deut=
ſtandes
wurde eine Kommiſſion eingeſetzt. Es wurde be
chen Stenographenbundes Gabelsberger, und damit der
chloſſen, daß alljährlich zwei Verſammlungen ſtattzufin
den haben, in denen die Vereine pfälziſche Angelegen
größten ſtenographiſchen Körperſchaft der Welt, begrüß
heiten behandeln werden. Die Neuwahl ergab die Wie
er die Erſchienenen in Darmſtadt. Er bitte, daß auch in
derwahl des bisherigen Vorſtandes, Ehrenrates und De
kommenden Jahre mit der gleichen Treue, der gleichen
legierten. An Stelle des zurückgetretenen zweiten Vor
Hingebung gearbeitet werde, wie im abgelaufenen Jahre
ſitzenden wurde Bode=Pforzheim gewählt. Als Ort de
in den Vereinen, damit auch der nächſte Verbandstag
nächſten Generalverſammlung wurde Lahr in Baden in
nicht hinter dem diesjährigen zurückſtehe. Herzlich will
Ausſicht genommen. An die Generalverſammlung ſchloß
kommen in Darmſtadt! Froh Glückauf und raſtlos wei=
ſich
ein Feſteſſen, an dem auch Vertreter der Behörden
terſtreben für das Werk Gabelsbergers! (Stürmiſcher
teilnahmen.
Beifall.
machte ſodann
Der Vorſitzende; Herr Müller,
einige Mitteilungen über die Vertreterverſammlung, in
34. Verbandstag des
der 187 Vereine vertreten waren. Aus den vertrauliche
Heſſiſch=Naſſauiſchen Verbandes Gabels=
erhandlungen
iſt hervorzuheben, daß einſtimmig be=
ſchloſſen
wurde, den Gabelsbergerſchen Vertretern in den
bergerſcher Stenographen.
zur Schaffung einer Deutſchen Einheits=Stenographi
g. Der Heſſiſch=Naſſauiſche (Main=Rheingau=) Ver=
eingeſetzten
23er Ausſchuß vollſtes Vertrauen auszuſpre
band Gabelsberger Stenographen hielt am Samstag
chen. Der Verband zählt gegenwärtig 248 Vereine mit
Sonntag und Montag in den Mauern unſerer Stadt unter
rund 9500 Mitgliedern. Davon ſind 124 Vereine in Hei
e T=
ganz
außerordentlicher Beteiligung ſeinen 34. A
ſen. Eine Anzahl höherer Schulen hat das Gabelsber=
bandstag
ab. Am Samstag abend wurde eine ver=
gerſche
Syſtem neu eingeführt. Beſondere Erfolge waren
trauliche Vertreterverſammlung abgehalten, die
n den Volksſchulen zu verzeichnen. Bei der Wiederein
einen begeiſterten Verlauf nahm. Am Sonntag vormit=
führung
des Stenographie=Unterrichts im Heere hat das
tag war in den Schulen am Kapellplatz das Wet t
Generalkommando des elften Armeekorps das Syſter
chreiben zu dem ſich die außergewöhnlich große
Gabelsberger für ſämtlicheStandorte eingeführt; in den
Zahl von etwa 1200 Teilnehmern gemeldet hatte. Für
18. Korps iſt die Mehrheit der Truppenteile zu Gabels=
dieſe
Teilnehmer wurden 44 Klaſſenzimmer benötigt, und
berger gewonnen worden. Die Bürgermeiſterei Darm
das Preisrichterkollegium beſtand aus 200 Herren; außer
ſtadt fördert die Kenntnis der Stenographie bei ihren
dem waren noch 90 Aufſichtsführende und 40 Helfer tätig
Beamten in vorbildlicher Weiſe. Eine Rundfrage de
wozu ſich junge Leute von den Pfadfindern und Unter=
Frankfurter Handelskammer ergab, daß von 1307 Firmen
offiziere zur Verfügung ſtellten. Die von den verſchie=
907 das Gabelsbergerſche Syſtem ausſchließlich ode
denſten Perſonen und Behörden zur Verfügung geſtellten
hauptſächlich verwenden, und daß deshalb dieſes Syſtem
Preiſe bezw. Geldmittel zur Anſchaffuung von Preiſen
in den Fortbildungsſchulen eingeführt werden ſolle. In
war der Teilnehmerzahl entſprechend groß, ſo daß 80
der Vertreterverſammlung wurde der alte Vorſtand wie
Ehrenpreiſe verteilt werden konnten. Der Großher=
dergewählt
. Als Ort des nächſten Verbandstages wurde
zog hatte einen Ehrenpreis geſtiftet, ferner leiſteten zur
Worms beſtimmt
Beſchaffung von Ehrenpreiſen Beiträge das Staatsmini=
Herr Stadtſyndikus Dr. Hiller=Frankfurt hielt
ſterium, die Handelskammer, Prinz Otto zu Schaumburg=
hierauf
die Feſtrede über das Thema: Auf dem Weg
Lippe und zahlreiche andere Perſönlichkeiten und Firmen
zur Einheits=Stenographie in der er in meiſterhafter
Weiſe die Entſtehung der Gabelsbergerſchen Kurzſchrif
Die Feſtverſammlung
ihre ſtetige Weiterverbreitung und die ihr dann entgegen=
Am Sonntag vormittag vereinigten ſich die Mitglie=
tretenden
Syſtemerfinder ſchilderte. Er legte dar, mi
der im Städtiſchen Saalbau zu einer impoſanten Feſt
welchen Begründungen die neuen Syſtemgründer auftra
verſammlung, die durch einen vorzüglich vorge=
en
, und wie doch alle Syſteme auf dem Gabelsberger
tragenen Chor des Geſangvereins Liedertafel unter der
ſchen Grundgedanken beruhen. Er führte die Einigungs=
Leitung ihres Dirigenten Herrn Hofmuſiker Adam ein=
vorhandlungen
, die die Gründung des Stolze=Schreyſchen
geleitet wurde, worauf der Verbandsvorſitzende Handels=
Syſtems als Folge hatten, und ſchließlich die jetziger
ſchullehrer Müller=Mainz die Verſammlung mit einer
ſchwebenden Verhandlungen zur Schaffung eines Ein
Begrüßungsanſprache eröffnete. Er begrüßte als Ehren=
heitsſyſtems
in chronologiſcher Folge vor. Redner hofft,
gäſte den Vertreter des Großh. Miniſteriums des Innern
daß dieſe Verhandlungen das Einheitsſyſtem bringen:
Herrn Geheimerat Süffert, Bürgermeiſter Mueller,
wenn nicht, dann müßten die Anhänger des Gabelsber
den Vertreter der Provinzialdirektion Regierungsaſſeſſor
gerſchen Syſtems mit um ſo größerem Eifer ans Wer
Ahl, Geh. Oberfinanzräte Weißenbruch und Bal=
ehen
. Denn wie der Juriſt wieder zum alten römiſcher
ſer, Geh. Oberregierungsrat Dr. Ulmann, Oberreal=
Recht zurückgreife, wenn er tiefer in Rechtsfragen ein
ſchuldirektor Dr. Dorfeld, Profeſſor Kiſſinger, den
dringen will, ſo werde man auch auf das Gabelsberger
Herrn Stadtſyndikus Dr. Hiller=Frankfurt, der für de
ſche Stenographieſyſtem immer wieder zurückgreifen müſ=
erkrankten
Profeſſor Dr. Clemens die Feſtrede übernom
en, wenn man Verbeſſerungen oder Reformen durchfüh
men hatte, und ſchließlich den Ehrenvorſitzenden Ober=
ren
will. (Lebhafter, anhaltender Beifall
realſchuldirektor Dr. Pitz=Alsfeld. Die
Verſammlun
Der Vorſitzende dankt ſämtlichen Rednern. dem Ge
ſtimmte zu, daß an den Protektor des Verbandes, S. K
ſangverein Liedertafel und nochmals den Mitgliedern
Hoheit den Großherzog, ein Huldigungstelegramm
für ihr Erſcheinen und konnte dann als ein beſonders
geſandt werde
erfreuliches Reſultat des Wettſchreibens ſchon mitteilen
Sodann begrüßte der Vertreter der Regierung, Herr
daß Herr Finanzaſpirant Eduard Schneider=Darm
Geheimerat Süffert, die Verſammlung: Wenn auch die
ſtadt eine tadelloſe 400=Silben=Arbeit geliefert habe. (Leb=
Freuden der Geſelligkeit zu ihrem Rechte kommen ſollen
hafter Beifall.)
Mit dem Schlußchor Brüder, reicht die
ſo ſeien es doch in erſter Linie ernſte und ideale Auf=
Hand zum Bunde wurde die Verſammlung geſchloſſen.
Er
gaben, die die Teilnehmer hierher geführt haben.
durfte heute früh Zeuge ſein, wie wohl an 1000 Jünger
Am Nachmittag vereinte ein Feſteſſen die Teil=
ihrer
Kunſt beim Wettſchreiben mit heißem Bemühen um
nehmer im Kaiſerſaal Von 4 bis 6 Uhr war Konzert
die Palme des Sieges ſtritten: Idee und Wort im Flu
im Saalbau geweſen, dem ſich ein Feſtball anſchloß.
der Zeit ans Räumliche zu binden‟. Es ſei bekannt, daſ
Gegen 8 Uhr konnte ſchon die Bekanntgabe der
die deutſchen Regierungen, und unter ihnen nicht an letz=
Wettſchreib= Ergebniſſ=
ter
Stelle auch die heſſiſche Regierung, den Beſtrebungen
des Verbandes das größte Intereſſe entgegenbringe. In
erfolgen. Wir bringen nachſtehend die Empfänger
der Erkenntnis der idealen und praktiſchen Werte der
der erſten Preiſe und zwar nur von Darmſtadt
Stenographie haben die deutſchen Regierungen auch it
und Umgegend, wobei die Folge nicht nach der Leiſtung
der Frage, die heute im Mittelpunkte der Darbietungen
geordnet iſt
der Feſtverſammlung ſteht, in der Frage der Einheits=
400 Silben. Ed. Schneider= Darmſtad=
ſtenographie
, die Vermittelung übernommen. Ob dieſe
320 Silben, III. Preiſe: Joſ. Amann=Bingen
Fragen zu dem erwünſchten Erfolg führen, wiſſe er nicht
Georg Rommeis=Frankfurt.
Er hege dabei das Vertrauen, daß die Jünger Gabels
300 Silben. Georg Bleſſing=Mainz.
bergers auch bei dieſem Verbandstage eingedenk ſein wer
280 Silben.
Matilde Schneider=Frankfurt,
Ev.
den der Mahnung ihres Meiſters: Und was ich ſand
Burger=Darmſtadt, Joſ. Löſſa=Mainz, Adam Küfer= Eber=
das
gab ich hin, um Segen zu verbreiten; o möge ſtets
ſtadt
ein gleicher Sinn auch meine Schüler leiten
260 Silben.
Braun=Hanau, Weber=Worms, R.
Bürgermeiſter Mueller begrüßte die Verſamm=
Mahlinger=Darmſtadt,
Jak. Stern=Frankfurt, Diefenbach
lung im Namen der Stadt. Er danke verbindlichſt für
Frankfurt
die liebenswürdige Einladung zur Tagung; er erwider=
240 Silben.
Anton Dietz=Neu=Iſenburg, Wilh
die liebenswürdigen Worte der Regierung auf das herz
Siefert=Beerfelden
lichſte, auch im Auftrage des Herrn Oberbürgermeiſters.
220 Silben.
II. Preiſe: Albrecht Thoma=Cron
Darmſtadt habe oft die Freude und die Gelegenheit, Kon
berg
greſſe und Verſammlungen zu begrüßen; eine beſondere
200 Silben.
Franz Baumüller=Darmſtadt, Emmi
Freude ſei es aber, wenn er ſich nicht darauf zu beſchrän=
Simons=Seligenſtadt, Karl Rothſchild=Groß=Gerau, Grimm
ken brauche, der betreffenden Verſammlung oder dem be=
Arheilgen
treffenden Kongreß die Verſicherung zu geben, daß die
180
Silben. Jung=Arheilgen, Lina Lotz=Groß
Sympathien und das Intereſſe der Stadt dem betreffen=
Auheim, Wilhelm Krug=Arheilgen, Heinrich Siefert=Beer
den Kongreß gehören. Nicht nur die Sympathien und
felden. Höfler=Griesheim, Adam Stöckel=Darmſtadt, Ottr
das Intereſſe der Stadt gehören den Beſtrebungen, ſon=
Anthöfer=Neu=Iſenburg, Karl=Beutel=Darmſtadt, Wilhelm
dern dieſe Beſtrebungen des Verbandes habe man ſie
Conte=Langen
ſelber zu eigen gemacht. Hierher gehöre in erſter Linie
Silben
160
Waldſachs=Neu=Iſenburg, Philipt
daß bei der Städtiſchen Verwaltung die Anſtellung als
Frey=Arheilgen, Karl
Seibold=Arheilgen. Hermann Wald
Kanzliſt ſowohl, wie auch diejenige als Bureauaſſiſtent
geſtel=Darmſtadt,
H
einrich Heck=Buchſchlag, Wilhelmine
abhängig iſt von dem Beſtehen einer Prüfung auch in
Lengfeld=Griesheim,
Wilhelm Schäfer=Sprendlingen, Hein=
der
Stenographie. Es ſeien ferner ſtenographiſche Fort
Daub=Groß=Umſtad
Heinrich Bechtold=Neu=Iſenburg
bildungskurſe eingerichtet, an denen teilzunehmen ſämt
Adam Stein= Darmſtad=
liche
Beamten dieſer Kategorien, welche noch nicht feſt
40 Silben
Karl Pfeiffer=Darmſtadt. Eliſabeth
angeſtellt ſind, verpflichtet ſind; ſchließlich alljährlich ſteno=
Beilſtein=Darmſtadt
Ernſ
Adam Baumüller=Darmſtadt,
graphiſche Wettſchreiben, zu denen der Herr Oberbürger
Göbel=Beerfelden,
skar Thöt=Nieder=Ramſtadt,
Helen
neiſter beſondere Geldpreiſe ausgeſetzt hat. Mit dieſen
Mietſchink=Heppenheim.
Weid
Chr. Erff=Darmſtadt. Joh.
Einrichtungen haben wir nicht nur techniſch geſchulte
mann=Sprendlingen
Heinrich Hahn=Darmſtadt
Ant
Leute erzogen, ſondern auch Beamte
denen durch die
Faſler 4 Darmſtad
Heinrich
Weiterſtadt=Darmſtadt
Uebung in der Stenographie eine raſche Auffaſſungsgabe
Heinrich Pfaffenhol
=Griesheim, Marie Gothe=Darmſtadt
ein raſches, entſchloſſenes Handeln zur zweiten Natur
1861, Wilhelm Ackermann=Zwingenberg, Heinrich Bickhardt
geworden iſt. Die Stadt Darmſtadt wünſche den Ver
Darmſtadt. Wilhelm
Auguſte
Schäfer=Sprendlingen.
handlungen den beſten Verlauf und beſten Erfolg. (Leb=
Schmidt=Darmſtadt. Greta Schwebel=Darmſtadt,
Michell
hafter Beifall.
Groß=Zimmern. Heinr. Rudolf Günther=Ober=Ramſtadt
Hierauf hielt der Bundesvorſitzende, Herr Profeſſo
Fleonore Sautier=Darmſtadt, Friedrich Diehm=Darmſtadt
Pfaff=Darmſtadt, eine Anſprache, in der er etwa aus=
Georg Pfeiffer=Eberſtadt
Johannes Neubecker=Sprend
führte: Als vor 14 Jahren der Heſſiſch=Naſſauiſche Ver=
lingen
. Jakob Schulz=Pfeddersheim
band ebenfalls hier in dieſem Saale ſeine Feſtverſamm=
120 Silben: Ludwig Schmidt=Sprendlingen,
Karl
lung abhielt, wurde in dem Feſtbericht mit Befriedigung
Luft=Sandbac
i. O.
Fritz Brückmann=Wörrſtadt,
Sieg=
eſtgehalten
, daß am Wettſchreiben 87 Perſonen teilge
fried Stern=Darmſtad=
Heinrich Aulbach=Darmſtad
Lud
nommen haben. Heute haben ſich hier 1100 Teilnehmer
wig Petri=Darmſtadt
Georg Wiemer=Eberſtadt, Geor
zu dieſem Wettſchreiben eingefunden, und noch vor ſieben
Adelberger=Darmſtadt,
Philipp Mendel=Griesheim
Frd
Jahren waren es 160 Teilnehmer. Gewiß ein Beweis
Göbel=Beerfelden, Auguſt Jöckel=Darmſtadt, Wilheln
für die immer größer werdende Wertſchätzung, die man
Bernauer=Darmſtadt.
E. Schumann=Darmſtadt, Johanna
der Stenographie entgegenbringt, und ſo durfte der Ver=
Simon=Darmſtadt, Wilhelm Sperling=Groß=Gerau, Wilh
band im abgelaufenen Jahre S. K. Hoheit die Bitte
Engel=Darmſtadt, Andreas Müth=Dieburg, Heinr. Stern
unterbreiten, die Schirmherrſchaft über dieſen Verband
Darmſtadt, Paula Kunze=Darmſtadt, Heinrich Kardung

Nummer 126
Peter Meyer=Darm
Darmſtadt, Julius Levy=Griesheim
Margarethe Eſſinger=
Wilhelm Hotz=Darmſtadt
Zihe
ſtadt,
Darmſtadt, Heinrich Müller=Sprendlingen, Rudolf Hof=
mann
=Pfungſtadt, Friedrich Hoffarth=Michelſtadt, Fritz
Homburg=Pfungſtad:
Adolf Eichler=Dreieichenhain
Silben
100
Magrit Becker=Darmſtadt, Ludwig Fleck=Arheilgen, Minnc
Lang=Darmſtadt, Heinrich Hock=Nauheim, Heinrich Sand.
Jakob Stein
Darmſtadt, Ludwig Müller=Beerfelden
Frieda Fuchs=
Darmſtadt, Lieſel Mann=Pfeddersheim,
Dieburg.
Das Programm ſieht für den heutigen, letzten Tag
des Verbandstages vor: Frühſchoppen im Rummelbräu
Ausflug nach der
F
gemeinſames Mittageſſen daſelbſt,
Bergſtraße und Schlußfeier im Rummelbräu zu
Darmſtadt.
Pferderennen in Frankfurt.
Vom Wetter ſprechen wird in den Katechismen des
guten Tons und der feinen Sitte als ebenſowenig geiſt
reich wie etikettgemäß verpönt. Indes keine Regel ohn
Ausnahme. Ein Pferderennen bei ſchlechtem Wetter iſt
für das Publikum überhaupt nur ein halbes Rennen
ſelbſt wenn die beſten Pferde ſich unter den tüchtigſter
Reitern am Start verſammeln. Das Publikum will ſehen
und geſehen werden, will Pferde laufen und fallen ſehen
will wetten und wagen und gewinnen. Und da der Er
olg eines Renntages nun einmal weſentlich von der
Laune des Publikums, der Größe der Beſucherzahl und
der Frequenzziffer des Totaliſators abhängt, ſo iſt tat
ſächlich das Wetter ein höchſt maßgebender Faktor für der
Verlauf eines Renntages
Nun, dem Frankfurter Verein iſt ſein ſprichwörtliches
Wetterglück auch bei dem Juni=Meeting treu geblieben.
Am Abend vorher hatte ein ausgiebiger Gewitterregen
geholfen die ohnehin ſo ſorgfältig gepflegte und wunder=
bar
gehaltene Grasnarbe auf der Niederräder Bahn ziem
lich weich und elaſtiſch, mit einem Wort gerade richtig
zu machen, und ein herrlicher, warmer Sonnen=
ſchein
führte am Sonntag ein überaus zahlreiches Publi=
kum
auf die landſchaftlich ſo hervorragend ſchöne Renn=
bahn
. Und als gerade bei Beginn des ſechſten Rennens
ein leichter Gewitterregen einſetzte, der auch nur wenige
Minuten anhielt, ließ man ſich dadurch auch nicht ſeine
Freude ſtören. So herrſchte auf den überfüllten Zu=
ſchauerplätzen
dasſelbe lebhafte und bewegliche Bild, wie
ſtets an ſommerlichen Renntagen, und die elegante Welt,
die auf dem Raſen promenierte, war ſo fröhlich und gut=
gelaunt
, wie immer. Man ſah eine Fülle hübſcher, duf=
tiger
Sommertoiletten und viele ſchöne Frauen, die ſie
mit Glück zu tragen wußten
Sportlich erfüllte der Tag nicht die Erwartungen, die
man gehofft hatte. Die noch in den letzten Tagen ange=
kündigten
Rieſenfelder waren ausgeblieben, weil es an
Reitern mangelte. Nur in dem erſten der beiden den
Herrenreitern vorbehaltenen Rennen, dem Eröffnungs
rennen um den Preis von Mariahall, konnte der Starte
ein Feld von 13 Köpfen auf die Reiſe ſchicken. Im übri=
gen
ſtritten ſich nur 5 bis 7 Bewerber um die Trophäen.
Sogar zu dem mit 10000 Mark dotierten Präſidenten=
preis
waren nur 7 Konkurrenten erſchienen. Es wurde
die ſichere Beute des Grafen Holck auf Bauernfänger, der
auch im Eröffnungsrennen den dritten Platz beleger
konnte, trotzdem er hier mit Herodes bei Beginn der Ge=
raden
im Rudel dicht eingekeilt ſaß und ſich nur danl
einer vorzüglichen Reitkunſt freimachte. Das Puchhöf=
Jagdrennen gewann Rittmeiſter v. Kummers Adler von
den 24. Dragonern, der von Frhrn. v. Berchem gegen
ſonſt ſo nützliche Pferde wie In Dubio und Diana mit
mehreren Längen als Erſter durchs Ziel ging. Die ohne
eden Unfall verlaufenen Rennen brachten im einzelnen
folgende Ergebniſſe
Preis von Mariahall. 3000 Mark. Herren=
reiten
. 2000 Meter
1. Dodels Souveraine (Herr
Whites Ardington (Frhr. v. Berchem)
Purgold); 2.
3. Rittm. v. Maſſows Herodes (Lt. Graf Holck); 4. Frau
Homolkas Ukas (Lt. Krieg); ferner: Frauenlob, Sunbath.
Flora Fina, Accolade, BeauManvir, Poucette, Comus
II
Optimiſt, Sauchrie. 38: 10; 14, 13, 13: 10. Hals, 2 Län=
gen
, 2½ Länger
Palmengarten=Jagdrennen. 6000 Mark.
4000
Meter.
Ritters Brodekin (Johnſon):
1. Lt.
Müllers Melilla (Schoffield); 3. E. v.
Bennigſens
2. E
Elou (Charvat); ferner: The Green Hand, Aqua. 68:10;
29, 16: 10. 4 Längen. 8 Längen.
Puchhof=Jagdrennen. 5000 Mark. Handicap.
Herrenreiten. 4000 Meter. 1. Rittm. v. Kummers Adler
Frhr. v. Berchem); 2. Rittm v. d. Kneſebecks Meerbrau=
(Rittm. Kaiſer); 3. Noethers Diana (Lt. Graf Holck); fer=
ner
: In Dubio, Junker. 23:10; 16, 31: 10. 3 Längen.
Länge.
Ken=Jagdrennen. 4000 Mark. 3000 Meter
Lt
Frhrn. E. v. Lotzbecks Ahalative (Schuller)
2. Lt
E. Hornigs David II; ferner: Faraga. Madame
Foutſi. Viel Vergnügen, Georgia. 35:10; 18, 22: 10.
Längen.
½
Steinach=Hürdenrennen. 4000 Mark. 2800
Meter. 1. Lt. Frhrn. v. Lotzbecks Geri (Schuller); 2. E
. Bennigſens Pelzmaus (Charvat); 3. Lt. Oemigkes
Baſtion (Mew); ferner: Raviſſante, Abendſtern, Ky=
lander
, Antimone, Oſſer. 30:10; 17, 20,
20: 10
Präſidenten=Preis. 10000 Mark. Jagd
rennen. 4500 Meter
1. Rannerthauſers Bauern
fänger (Lt. Graf v. Holck); 2. G.
Nettes Kann doll
Herr Dodel); 3. Schmidt=Schräders Manna (Frhr. vor
Berchem); ferner: Alvo, Succurs, Fairfax. Nickelkönig
34:
10; 11. 11, 12: 10. 1½ Längen, 2 Längen, 3 Längen
Hunters Flachrennen. 4000 Mark. Flach
rennen für Hindernispferde. Herrenreiten. 3000 Meter
v. Schilgens Argile (Beſitzer); 2. Ehlers Lady Jim
Herr van de Ven); 3. G. Buchholz‟ Chicard (Lt. Gra
v. Holck); ferner: Halcyon Days, Priotina. 18:10; 14,
26: 10. 2 Längen, 1½ Längen.
Felsbergfeſt.
F Wie alljährlich, ſo zogen auch in dieſem Jahre
wieder ungezählte Scharen hinauf auf den Gipfel des
Taunusrieſen, um das 60. Feldbergfeſt, das volks=
tümlichſte
aller deutſchen Turnfeſte, zu feiern. Das Feſt
wurde am Samstag mit dem Kampf um den von einem
Unbekannten geſtifteten herrlichen Völſungenpreis
eingeleitet. Es iſt das ein Trinkhorn mit gediegenen
Silberbeſchlag im Werte von 1500 Mark, welches zum
zweiten Male ausgefochten wird. Gemeldet waren zu
dieſem Mannſchaftswettkampfe der Turnverein Frankfur
am Main Männer=Turnverein Wiesbaden und Turnver=
ein
Homburg v. d. H. Leider konnte der ſiegreiche Verein
vom letzten Jahre, Turnverein Mainz 1817, infolge ver=
ſchiedener
Unfälle einiger ſeiner beſten Leute den Preis
in dieſem Jahre nicht verteidigen. Um 5¾ Uhr begann
das heiße Ringen. Die Uebungen beſtanden in: Weit=
ſprung
mit Brett, 6 Meter
20 Punkte: Laufen übe=
100 Meter, 13 Sek. 20 Punkte; Schleuderballwerfen
45 Meter 20 Punkte, und einer ſehr ſchwierigen Frei=
übung
. Die höchſt zu erreichende Punktzahl war 350
Sieger blieb Turnverein Frankfurt a. M. mit

[ ][  ][ ]

Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Juni 1913.
Seite 7.
83½ Punkten. An zweiter Stelle kam Männer= Turn=
verein
Wiesbaden mit 275 Punkten und an dritter Stelle
Turnverein Homburg v. d. H. mit 257 Punkten.
Rleinen Kenig.
Beim
Die Leiſtungen der einzelnen Turner waren geradezu
Märchenfeſt.
glänzend. Hervorzuheben ſind im Laufen: Lorenz
Fink und Hugo Volze mit 24 Punkten, im Weit=
dem
Hofmarſtall) kam die wunderliebliche Prinzeſſin mit
Ein Sommertag! Wohin ich ſehe
ſpringen: Lorenz Fink und Fritz Schneller mit 26
dem Prinzen und der geſtiefelte Kater gefahren
Strahlt blühend Leben mir entgegen,
Punkten. Die höchſte Wertung bei der Freiübung hatten
der gar artig und mit fürnehmer Grandezza den Schlag
Wohin ich freudetrunken gehe
die Turner Fink und Leipold.
Fühl’ ich des Daſeins Kraft ſich regen
hielt und der Prinzeſſin Schleppe trug. Mit prächtiger
der Einzelwettkampf, an dem über 600 Turner aus
Und mich umfängt mit Feuerarmen
Mähne und ſcheußlich langen Fingernägeln ſchritt Stru=
allen
Teilen Deutſchlands teilnahmen, begann am Sonn=
Der Sonne weckendes Erbarmen
welpeter einher und, geführt von dem Königsſohn,
tag vormittag des Nebels wegen erſt um 7¾ Uhr. Die
mit dem Täubchen auf der Hand und von den böſen
Ein Kinderfeſt! Wie gleicht es heiter
Uebungen beſtanden in: Hochſprung ohne Brett, 1,65 Me=
Schweſtern und der Stiefmutter geleitet, das Aſchen=
Dem Tage, der in Knoſpen lacht,
ter 20 Punkte, Weitſpringen. 6 Meter 20 Punkte,
brödel. Der Schweinehirt fuhr ſein grunzendes
Der Freude ſeligſter Begleiter
Laufen über 100 Meter, 13 Sek. 20 Punkte, Kugel=
Die Liebe, hat es ausgedacht:
Borſtentier auf einem kleinen Leiterwagen und König
toßen. 20 Pfund, 9 Meter 20 Punkte, und einer Pflicht=
Sie helfe nun in trautem Walten
Nußknacker kommandierte ein ganzes Regiment Holz=
Freiübung. Zu erreichen waren 90 Punkte. Erſter Sie=
Die Stunden herrlich zu geſtalten.
ſoldaten, ließ ſie auch in ihren ſchneidigen, wenn auch
ger wurde Rosler=Homburg v. d. H. mit 88 Punkten.
nicht ganz einwandfreien Exerzitien zeigen, daß ſie
Zuerſt jedoch möcht’ ich entbieten
Der zweite Preis, ein Doppelpreis, fiel nach Frankfurt
ſchießen konnten. Dann kam der ſchwarzmähnige, flöten=
Der Liebe Gruß dem Fürſtenhaus,
und Homburg v. d. H. mit 86 Punkten, und der dritte
ſpielende Rattenfänger von Hameln, gefolgt von
Das uns zu dieſem Feſt beſchieden
mit 85 Punkten nach Wiesbaden. Beim Stafettenlauf
den vielen, vielen großen und kleinen Kindern der Stadt
Und rief des Zwecks Parole aus;
blieb Turnverein Mannheim mit 61,1 Sek. Sieger. Ver=
Hameln, die mit ihm mit Sang und Klang hinauszogen
Zu allen, die den Ruf vernommen,
ſchiedene Ballwettſpiele, deren Reſultate noch nicht be=
in
die Berge, dann Rotkäppchen und die Großmutter,
Sag’ ich: von Herzen ſeid willkommen
kannt ſind, endeten das ſchöne Feſt bei heftigen Gewittern
gefolgt von dem ſchützenden Jäger mit ſeinem braven
welche bei herrlichem Sonnenſchein ihren Anfang nahmen.
Willkommen zu dem Märchenfeſte
Leider waren, wie in faſt jedem Jahre, auch diesmal
Hunde. Von einer lebenden Dornenroſenhecke umgeben und
das ſchön durch Künſtlerhand gedieh
wieder einige Unfälle zu verzeichnen. Die Reſultate der
gefolgt, ſchritt das liebliche Dornröschen, das des
Willkommen, Eltern, Freunde, Gäſte
einzelnen Darmſtädter Turner, welche teilnahmen, ſind
Prinzen lebender Kuß ſchon erweckt hatte, dann kam die
Fliegt mit ins Land der Phantaſie,
uns bis jetzt noch nicht bekannt und folgen in nächſter
Gänſemagd die ihre ſchnatternde Herde mit außer=
Die leicht und luſtig ohn' Beſchwerden
Nummer.
ordentlichem Geſchick ſicher führte und im Zuge leitete, und
Uns lehret, jung und froh zu werden
dann die ſieben Schwaben, mit dem gewaltigen
Als Märchenherold will ich leiten
Schwerte dem Häslein zu Leibe gehend
Die buntgeſchmückte Kinderſchar;
Sport, Spiel und Turnen.
Mir gehet Jugendluſt zur Seiten
Eine umfangreiche, phantaſtiſche Gruppe war die aus
Köln, 1. Juni. Heute früh 7 Uhr hat hier der
Und in dem Schauen fühl’ ich klar:
Tauſendeine Nacht mit Ali=Baba und den 40 Räu=
Start für die zweitägige Weſtdeutſche Zuverläſſigkeits
Es iſt der köſtlichſte Gewinn
bern. Der Goldenen Gans mit ihrem langen Ge=
ihrt
1913 begonnen. An ihr nehmen von 40 gemelde
Ein Menſch zu ſein mit Kinderſinn
olge folgte der Mohr und die Tintenbuben und
ten Wagen 36 Automobile teil, und zwar 4 Wagen
der böſe Nikolaus. Den Schluß bildete als zweifel=
Nun zeiget Eure kleinen Wunder!
4. Klaſſe (über 20 PS.), die 480 km zurückzulegen haben
los reizendſte Gruppe Der kleine König der mit
Huldine, Königin befiehl!
15 Wagen 3. Klaſſe (13 bis 20 PS) mit 780 km, 6 2. Klaſſe
einer hohen Gemahlin in einem entzückenden, blumenge=
Dann werden alle Märchen munter
(8,5 bis 13 Ps) mit 720 km und 11 Wagen 1. Klaſſe (bis
Und leben auf in Tanz und Spiel:
ſchmücktem Ponygeſpann (aus dem Marſtall) fuhr und
85 PS) mit 650 km. Das Ziel der heutigen Fahrt iſt
von einem großen Gefolge von Hofherren und Hofdamen,
Rotkäppchen Gretel und ihr Hans
Wiesbaden. Montag früh wird die Schlußfahrt mit dem
Die Gänſemagd Die gold’ne Gans
die in ihren Reifröcken ganz allerliebſt ausſahen, begleitet
Endziel Düſſeldorf beginnen.
war
Der Ali=baba mit den Räubern,
Nach einem Umzuge der ſämtlichen Gruppen durch den
Die Mär aus tauſend=eine Nacht,
Barten nahm das kleine Königspaar unter dem Baldachin
- Schweinehirt er wird ſich
ſäubern
Luftfahrt.
Und das Dornröschen iſt erwacht.
Platz und es begannen die
Der Kater muß geſtiefelt traben,
Berliner Frühjahrs=Flugwoche.
Märchenſpiele,
Voll Schläue ſind die ſieben Schwaben.
sr. Der ſechſte Tag der Berliner Früh=
die
mit einem Menuett, getanzt von Hofdamen und
Schneewittchen und die Zwerge gehen,
ahrs=Flugwoche, an dem trotz des ungünſtigen
Hofherren aus dem Gefolge des Kleinen Königs eröff=
Der Hofſtaat klein, doch groß an Zahl,
Wetters wieder fleißig geflogen wurde, begann mit dem
net wurden. Es tanzten hier folgende Paare: Lotte Mil=
Sie alle laſſen auferſtehen,
Wettbewerb um den kürzeſten Auslauf, bei dem es für
Emrich
Norbert Rummel, Martha Roemheld
kau
Was ſonſt nur heißt: es war einmal!
den Piloten erforderlich iſt
ſeine Flugmaſchine nach
von Moers, Erna Witt
Arthur Lämlein, Fernanda
Nußknacker auch der Nimmerſatt,
einem kurzen Fluge ſo ſchnell wie möglich zum Stillſtand
Franz Guſt.
Koenig Heinz Meckel, Frieda Roemheld
Der Tintenbub Der Bleiſoldat!
zu bringen. Fünf Teilnehmer bewarben ſich um den
Merck, Maria Becker
Irmgard Güttich, Herta Happel
Goliat und Däumling wer kann’s glauben
Heinz Wieſſell, Hilde Gennes
Fanny Wohlskehl.
Kriegsminiſterium für dieſe ſchwierige Konkurrenz
Der Struwelpeter welch ein Graus!
Annie Reinhart Eliſabeth Wittich, Gretel Baumann
geſtifteten Preis. Dabei erreichte Laitſch auf ſeinem L.=
Das Aſchenbrödel mit den Tauben,
Martha Moeller, Adelheid Merck Eliſabeth Güttich,
V.=G.=Eindecker das beſte Reſultat, indem er ſeine Ma=
Paulinchen und der Nikolaus.
Juliette von Truchſeß Emil Wätjen, Hilde Güttich
chine nach der ſehr kurzen Diſtanz von 49,85 Meter zum
Auch aus der Sagen altem Schatz
Walter Gennes Lucy von Hrebnitzky Hans Karl Klein=
Stehen brachte. Stiploſchek auf Jeannin=Taube brauchte
Iſt manch vertrauter Freund am Platz:
ſchmidt, Komteſſe Zech Ingeborg Selzam. Daran ſchloß
52,58 Meter und Linekogel auf Rumpler=Eindecker 45,50
Die Genofeva
ſanſt und ſtille,
ich ein Gnomentanz, ausgeführt von den ſieben
Meter. Von den teilnehmenden Doppeldeckern hatte der
Und dort wo jene Flöte ſingt
Zwergen: Lotte Draudt, Gertrud Jakobi, Lieſe=Lotte Ja=
Otto=Doppeldecker von Janiſch mit 70,10 Metern den kür=
Der Rattenfänger, deſſen Wille
kobi, Walter Michel. Reſi Nell, Axel von Olberg, Lulu
zeſten Auslauf, während Stiploſchek auf Aviatik=Pfeil=
Gar viele Kindlein zu ſich zwingt.
Weyl, dann eine reizende Gavotte, getanzt von Lies=
Doppeldecker 73,25 Meter gebrauchte. Von 6 bis 7 Uhr
Nun werden ſie mit frohen Mienen
chen Gildemeiſter (Dornröschen), Veit von Truchſeß
wurde dann um den Dauerpreis geflogen, wobei die bei=
Dem kleinen König huldvoll dienen
(Prinz) und den Heckenroſen: Eliſabeth Dieffenbach, Ger=
den
Rumpler=Piloten Linekogel und Wieting wieder glän=
Senug der Worte! Grüßt die Stunde
trud Eller, Gertrud Heil, Tilly Heß, Erika Kühn, Giſela
zende Flüge abſolvierten. Sie blieben die ganze Stunde
Fortan mit Lachen, Tanz und SSpiel:
Moeller, Annemarie Nell, Renate Pfaff (muſikaliſcher Lei
in der Luft und erreichten Höhen von 2020 bezw. 1190
Die Poeſie iſt mit im Bunde
ter: Obermuſikmeiſter Hauske). Den Schluß der Tänze
Meter. Auch Langer auf dem neuen Luftfahrzeug=Doppel
Und Wohltun, Segen iſt das Ziel.
bildete ein Bauerntanz, ausgeführt von den Kindern
decker erzielte eine ſehr gute Zeit und ſtieg bis auf 1160
So wollen wir mit unſern Kleinen
der Rattenfängergruppe: Karl Altheim, Heinz Arnold,
Meter Höhe. An dem Wettbewerb um den kürzeſten An=
In Luſt und Jubel uns vereinen.
Käti Brink, Liſel Delp. Erika Falkenhagen, Griſeldis Ger=
lauf
beteiligten ſich nur Laitſch und Schlegel. Während
lach, Jutta Gerlach, Alice Gräf, Diſirée Girod, Eliſabeth
Dem Feſte, deſſen Glanz ich ſehe
Laitſchs Leiſtungen nicht gemeſſen wurden, brauchte Schle=
Holger, Lili Hechler, Karl Aug. Hartmann. Fritz Heß,
Strahl’ drum des Lichtes Glück entgegen
el 127,8 Meter Anlauf, um mit ſeinem Aviatik=Eindecker
Karl Heß, Ilſe Kahlert, Eliſe Kantzenbach, A. Laudecker,
Und jedem warm zu Herzen gehe
vom Boden hochzukommen. Am Freitag ſtartete auch zum
Elfriede Logel, G. Löſch, Liſelotte Rothſchild, Eliſabeth
Der Kinderſeele freudig Regen.
erſten Male die einzige teilnehmende Dame, Fräulein
Reuſch, Thea Schiller, Julchen Schnitzler, Luiſe Schnitzler,
Umfangen von der Liebe Armen,
alantſchikow, auf ihrem Fokker=Eindecker, mit dem ſie
Emmi Titze, Wolfgang Walbe, Wilhelmine Zimmermann.
Erblühe weckendes Erbarmen!
einige prächtige Kurvenflüge abſolvierte. In der letzten
Die künſtleriſche Leitung der Tänze hatte Frau Hedwig
So rief’s der Herold?), und alle, alle kamen ſie, die
halben Stunde des Tags wurde nochmals um den Dauer=
-
Ehrle.
Um 7 Uhr folgte eine
kleinen Märchengeſtalten, teilzunehmen am Feſt beim.
preis geflogen, an dem ſich wieder über 12 Maſchinen be
leinen König. Am eigenen Spiel und Tanz ſich zu er=
Opern=Aufführung
teiligten, die bis zum Schluß um 8 Uhr in verſchiedenen
reuen und mit dieſem all den Hunderten Freude zu be=
Höhen das Flugfeld umkreiſten
im Freien. Gegeben wurde die reizende, in dem Rahmen
reiten, die gekommen waren, die farbenfrohen, glänzenden
des Feſtes beſonders paſſende Oper Baſtien und
Flugplatz Johannisthal, 31. Mai
Zu
Märchenbilder zu ſchauen und
wohlzutun.
Baſtienne von Mozart, die unter der muſikaliſchen
den heutigen Flügen waren Prinz Sigismund von
Leitung Richard Lerts und der Regie Hanns Pel=
Tauſend fleißige Hände hatten ſich geregt, in wochen=
Preußen, die zwei Prinzen zu Reuß erſchienen, ſowie
ars eine ebenſo ſtimmungsvolle als künſtleriſche Wie=
anger
mühevoller Arbeit das ſchöne Feſt vorzubereiten.
ie ruſſiſche und die argentiniſche Sondergeſandtſchaft
dergabe ſand. Anna Jakobs und Katharina
Der herrliche Orangeriegarten ſtrahlte im goldenen Son
Die Hauptleiſtung war der Ueberlandflug für Doppel=
Jüttner ſangen die Titelpartien, Leo Schützen=
nenſchein
, als gegen 4 Uhr nachmittags Fanfarengeſchmet=
decker
über 10 Kilometer hin und zurück (20 Kilometer).
dorf den Cholas. Es bedarf keiner beſonderen Beto=
ter
das Nahen der Allerhöchſten Herrſchaften und damit
Erſter wurde Janiſch mit 14 Min. 56 Sek., zweiter
nung, daß dieſe Beſetzung höchſt künſtleriſche Leiſtungen
den Beginn des Feſtes kündeten. Auf der Terraſſe vor
Reßling mit 17 Min. 38 Sek., dritter Zahn mit
bot, obwohl Herr Schützendorf wegen Erkältung hatte
dem Olbrichgarten war ein großes Podium und au
20 Min. 18 Sek. Das Publikum war ſehr zahlreich
um Nachſicht bitten laſſen. Man hatte für die Kapelle
ieſem ein Prunkzelt für den kleinen König errichtet
erſchienen.
Leibgarde=Regiment Nr. 115) eine beſondere Verſen=
worden
. Vor dem Podium, das nach hinten einen herr
kung geſchaffen, ſo daß auch in dieſem proviſoriſchen, von
lichen, ſtimmungsvollen Abſchluß fand in den hohen Pap=
* Zoppot, 30. Mai. Geſtern abend wurde die
der Natur übrigens ſehr ſtimmungsvoll ausgeſtatteten
peln, waren in weitem Bogen die Stühle für die ge=
Leiche des am 7. Februar mit dem Marineflugzeug
Freilichttheater das verdeckte Orcheſter geſchaffen war.
ladenen Gäſte aufgeſtellt, vor dieſen die Seſſel für der
Weſtpreußen verunglückten Kapitänleutnants Je=
die
Regie hatte, um das Bild beſonders ſtimmungsvoll
hohen Beſuch. Mit dem Großherzogspaar er=
zu
geſtalten, eine ganze Herde Schafe auf die Szene ent=
netzki
in der Nähe der Zoppoter Straße im Meer trei=
chienen
die beiden Prinzenſöhne in ſchneeweißen
boten, die ſich ihrer künſtleriſchen Aufgabe mit Geſchick
bend von Fiſchern aufgefunden und geborgen. Die Leiche
engliſchen Matroſenanzügen, ferner Fürſt und Fürſtin
und Takt entledigten.
des Obermaſchiniſtenmaates Diekmann, des Begleiters
Karl zu Solms=Hohenſolms=Lich und Fürſt
Ein kleines reizendes Intermezzo gab’s, als vor Be=
des
Flugzeuges, iſt bis jetzt noch nicht gefunden
uind Fürſtin Iſenburg=Birſtein. Die hohen Herr=
ginn
der Oper wohl an hundert Kinder aus dem Mär=
ſchaften
wurden am Eingang von dem Komitee
* Bourges, 30. Mai. Als der Flieger Leutnant
henzuge nach vorn drängten und, da ſie ſtehend den Er=
an
deſſen Spitze Herr Maler Hanns Pellar ſtand,
Kreyder nach einem Fluge über den Polygon landen
wachſenen die Ausſicht ſperrten, vom Großherzog
empfangen und auf die Plätze geleitet. Im übrigen
vollte, wurde der Apparat 20 Meter über dem Erdboden
kurzerhand vor dem Orcheſter auf den Erdboden grup=
waren
unter den Feſtbeſuchern die Spitzen der Geſell
von einer Böe erfaßt und umgeworfen. Kreyder ſtürzte
iert wurden. Das gab denn auch dem Zuſchauerraum
ſchaft und der Behörden vertreten, u. a. die drei Mi=
ab
und ſtarb nach einigen Minuten
in maleriſches Bild.
niſter mit ihren Damen, viele Offiziere uſw., ſo daß ſich
Petersburg, 31. Mai. Aus Peterhof wird ge=
Zu dem
bald das gewohnte diſtinquierte und buntfarbene Bild
meldet, der Flieger Leutnant Balabuſchkin iſt abge=
Baſar=Betrieb,
einer gediegenen geſellſchaftlichen Veranſtaltung ergab
türzt und war ſofort tot, ſein Begleiter ellitt einer
Doch brachte der Charakter eines öffentlichen Gartenfeſtes
der zwiſchen und nach den Aufführungen überall rege ein=
Armbruch.
es mit ſich, daß durchaus ungezwungenes Leben herrſchte,
ſetzte, hatten ſich zahlreiche Damen der Geſellſchaft und
ein buntes, lebhaftes Auf= und Abgewoge den Garten
hunderte junger Mädchen zur Verfügung geſtellt, die einen
erfüllte, nachdem die offiziellen Aufführungen vorüber
Brand=Kataſtrophen.
koloſſalen Eifer entwickelten und dafür Sorge trugen, daf
waren.
niemand ſeinem Schickſal entging, einerlei, in welcher Ge=
* Bad Dürkheim, 30. Mai. Heute mittag zwi=
Doch zunächſt zu dieſen ſelbſt: Der
ſtalt er ſich nahte. Es iſt unmöglich, alle Damen hier na=
ſchen
12 und 1 Uhr entſtand in der Waldabteilung Schloß=
mentlich
aufzuführen, die Namen der Leitenden haben wir
ecke, bei der vorderen Papierfabrik, ein Waldbrand.
Märchenzug
bereits veröffentlicht.
Um halb 3 Uhr brannte das Feuer noch ſehr ſtark.
entrollte in ſeinen Einzelheiten eine Fülle köſtlicher, far=
Bad Dürkheim, 31. Mai. Heute nacht gelang
Das Großherzogspaar mit dem hohen Beſuch
enfröhlicher Bilder, teils von phantaſtiſch=romantiſcher
es, den in der Waldabteilung Schloßecke geſtern mit=
nachten
ebenfalls einen ausgedehnten Rundgang und kauf=
Schönheit, teils von ausgeprägtem Stil. Und es ſpricht
tag ausgebrochenen Brand zu löſchen. Dem Feuer
en an jedem Stande. Die hohen Herrſchaften blieben bis
ür das Wirken des an der Spitze des Ganzen ſtehenden
ſind 20 Hektar Beſtand zum Opfer gefallen. Das Feuer
nach 9 Uhr auf dem Feſte.
Künſtlers, das alle Einzelfiguren und Gruppen ſo
ntſtanden
ſoll durch die Fahrläſſigkeit eines Arbeiters
Die Zaubervorſtellungen Abdul Hamids waren an
icher und verſtändnisvoll gezeichnet waren, daß nirgends
Mark be=
ein
. Der Schaden dürfte ſich auf 2040000
beiden Tagen wiederholt ausverkauft. Am Sonntag
eine Erklärung notwendig ward, daß tatſächlich die Mär=
ziffern
.
vormittag wurde die Opernaufführung wiederholt und
chengeſtalten ſich ſelbſt ohne weiteres offenbarten. Den
* Hilders (Rhön), 30. Mai. Hier ſind 17 Firſte
nachmittags auch die Märchenaufführungen. Der Betrieb
rächtigen und umfangreichen Zug eröffnete der tapfer
abgebrannt. Die telephoniſche Verbindung iſt ge=
m
Sonntag war noch bedeutend umfangreicher als an
einherſchreitende Däumling mit dem Rieſen Goliath,
tört.
erſten Tage und weder die drückende Schwüle, noch die
er ein gar gewaltig Schwert ſchwang, dann kamen die
* Venedig, 30. Mai. In der Kirche der La=
wiederholt
einſetzenden Regenſchauer konnten der Stim=
Zwerge mit dem liebreizenden Schneewittchen
guneninſel Burano iſt ein Brand ausgebrochen, der
mung Abbruch tun. Während des Baſarbetriebes fanden
An den Rockſchoß der böſen Jäger klammerten ſich ängſt=
auch
wertvolle Gemälde, die dem Giovanni Bellini und
Promenadenkonzerte ſtatt, ausgeführt von den Kapellen
lich Hänſel und Gretel. In prächtigem Wagen (aus
dem Giorlano da Santa Croce zugeſchrieben werden, und
des Leibgarde=Regiments 115, der Feldart.=Rgtr. 25 und
die in der Sakriſtei aufbewahrt wurden, beſchädigte. Das
61 und des Train=Bataillons unter Leitung der Herren
Dach der Kirche iſt vollſtändig zerſtört
*) Prolog, geſprochen von Großh. Hofſchauſpieler
Obermuſikmeiſter Hauske Mickley, Weber und
Neuſchütz.
Johs. Heinz, gedichtet von Mathilde Merck.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Juni 1913
Seite 8.
zum Friedensſchluſſe. Grey fuhr fort: Ich hoffe gern,
Reißenden Abſatz fanden auch die Loſe zur Zeppelin=
daß
Sie alle den Entſchluß, den Sie ſoeben getroffer
freifahrt. Der Gewinn, der Sonntag abend
haben, mit einem Gefühl der Genugtuung und Erleichte=
8 Uhr gezogen wurde, fiel auf die Nr. 236.
rung betrachten. In dieſem Gefühl nehmen auch die an
3
deren Mächte teil, die neutral geblieben ſind, aber be
Um das Feſt und deſſen Vorbereitungen haben ſich
ſtändig gewünſcht haben, den Frieden im Intereſſe der
außer den Herren Hanns Prllar, dem Leiter des
Ruhe Europas wiederhergeſtellt zu ſehen. Wir verhehlen
Ganzen, und Herrn O. Stockhauſen, in deſſen Hän
uns nicht, daß noch Fragen zu löſen ſind, bevor ein voll
den der geſchäftliche Teil lag, verdient gemacht die Her
ſtändiges Uebereinkommen erzielt wird. Aber ich glaub
ren Maler Enders und Gengnagel, die ſowohl ar
gern daß der Abſchluß dieſes Friedens die Regelung die=
er
Fragen erleichtern und das Wohlwollen und Intereſſe
den Märchengruppen, wie an einzelnen Ständen lebhaft
der anderen Mächte, deſſen bin ich ſicher, für Sie alle ver
geholfen hatten, ferner die Herren Gebr. Trier (Wilhel
mehren wird. Grey ſprach darauf von dem Vergnügen
minenſtraße), die in ſelbſtloſer Weiſe faſt ſämtliche Deko
mit den Delegierten in ſo häufige und freundſchaftliche
rationen geſtellt hatten, und Herr Tapezier Bender, der
Beziehungen getreten zu ſein, und ſchloß: Von ganzem
mehrere Buden erſtellt hatt
Herzen wünſche ich, daß der hier geſchloſſene Friede eine
Es iſt anzunehmen, daß der Ertrag des Feſtes den
vollſtändige Beruhigung zum Ergebnis haben möge, da=
wohltätigen
Zwecken des Roten Kreuzes einen erheblicher
mit jeder Staat ſeine ſo ſtark angeſpannten Hilfsquellen
Betrag zuwendet.
St.
wiederherſtellen, ſeine Gebiete entwickeln und die Wohl
fahrt und das Glück ſeines Volkes und das Gedeihen des
Marineunfall.
nationalen Lebens ſicherſtellen kann
Osman Nizami erklärte, er beſtreite zwar nicht
* Kiel 30. Mai. Der große Kreuzer Blücher
im Prinzip die Erneuerung der Konventionen, er habe
iſt heute nacht bei ſtarkem Nebel im großen Belt nördlic
aber nicht die Inſtruktionen erhalten, die er an jenem Vor
feſtgekommen. Einige in der
der Inſel Romſoe
mittag zu erhalten hoffte.
Nähe befindliche Schiffe der deutſchen Hochſeeflotte, die
Zum Schluß kündigte Dr. Danew an, daß nach einer
ſich auf dem Wege nach Kiel befanden, leiſteten Hilfe. Si
Beratung unter einigen Delegierten beſchloſſen worden ſe
konnten den Kreuzer jedoch nicht abſchleppen. Gefah
daß ein Zuſatzprotokoll zu dem Vertrage unterzeichnet
für das Schiff beſteht nicht, da es auf weichem
werden ſoll, wonach der Vertrag unmittelbar nach de
Sandboden ſitzt. Von Kiel ſind einige Werftfahrzeug=
Unterzeichnung in Kraft tritt. Die ſerbiſchen, griechiſcher
zur Hilfeleiſtung unterwegs
und montenegriniſchen Delegierten erklärten, dies ſei das
Kiel, 31. Mai. Wie wir erfahren. ſitzt der Panzer
erſte, was ſie von einem ſolchen Zuſatzprotokoll hörten; ſie
kreuzer Blücher im Großen Belt immer noch feſt.
hätten keine Vollmacht, es zu unterzeichnen. Staats=
Nachdem Munition und Kohlen von Leichterfahrzeugen
ſekretär Grey erklärte darauf den Delegierten, die
übernommen worden ſind, werden nunmehr die Geſchütze
Räume des Palaſtes ſtänden zu ihrer Verfügung, wenr
abmontiert. Bei dem Auflaufen iſt ein Leck entſtanden
ſie die Beratung fortzuſetzen wünſchten, und verließ dant
Das Linienſchiff Pommern und einige Werftfahrzeuge
den Palaſt. Die türkiſchen und bulgariſchen Delegierten
ſind an der Unfallſtelle.
beſchloſſen, am Montag oder Dienstag in dem Palais zu=
ſammenzukommen
, um das Protokoll der heutigen Ver
handlungen zu genehmigen
Erdbeben.
Nach Danews Rede erklärte der montenegri=
* Hohenheim (Württemberg), 31. Mai. Die Erd=
niſche
Delegierte Popowitſch, die montene
bebenwarte verzeichnete geſtern nachmittag ein mittel
griniſchen Delegierten ſeien äußerſt unbefriedigt
ſtarkes Fernbeben. Die ſtärkſten Anſchläge erfolg=
von
den Bedingungen, die ſie gezwungen ſeien, anzuneh=
ten
kurz vor 2 Uhr. Der Herd iſt 78000 Kilometer
men. Da England eine führende Rolle dabei übernommen
entfernt.
habe, um Montenegro Skutaris zu berauben, ſo betrachten
ſie es jetzt als ihren Schuldner und erwarten von ihm
daß es ihm wenigſtens eine Aenderung der albaniſcher
Spionäge.
Grenze verſchaffe, ein anbaufähiges Land und eine natür
* Wien 30. Mai. Die Wiener Allgemeine Zeitung
liche Straße zwiſchen Podgoritza und Ipek. Skuludis=
meldet
zu der Spionageaffäre Redl: Wie von
Griechenland verlaß eine Erklärung, daß die griechiſcher
wohlinformierter Seite verlautet, wurden in Wien vor
Delegierten den Vertrag auf das ausdrückliche Verſprechen
einigen Tagen drei Perſonen unter dem Verdacht de
der Türkei hin unterzeichnet hätten, daß dieſe bei der heu
Spionage verhaftet. Verhaftungen weiterer Per
tigen Sitzung die Erklärung abgeben, daß die Verträge
ſonen ſtehen bevor. Dasſelbe Blatt meldet aus Prag:
und Konventionen, die vor dem Kriege zwiſchen den bei
Major=Auditor Worlitſchek, der hier die Unterſuchun
den Regierungen in Kraft waren, mit der Wiederauf
leitet, ſoll auf die Spur einer Mittelsperſon gekommen
nahme der diplomatiſchen Beziehungen wieder völlige
ſein, die in der Affäre Redl ſchwer kompromittiert iſt
Geltung erlangen würden
Ihre Verhaftung ſoll in Kürze bevorſtehen.
Rom, 31. Mai. In der Sitzung der Kammer
Da Oberſt Redl auch längere Zeit in Berlin in ge=
ſprach
der Deputierte Galli ſeine Befriedigun
heimer Miſſion weilte, um während der bosniſchen An
über die Unterzeichnung des Friedens aus. E
nexionskriſe die Richtlinien eines etwaigen gemeinſamen
erklärte, die Balkanverbündeten, deren Erfolg durch der
Vorgehens feſtlegen zu helfen, ſo iſt es nicht unmöglich
glücklichen libyſchen Krieg erleichtert wurde, könnten imme
daß er auch Geheimniſſe des deutſchen Gene
auf die lebhafte Sympathie des italieniſchen Volkes rech
ral ſtabs verraten hat. Redl erhielt damals der
nen. Der Präſident Marcora erklärte, Gallis Gefühle wür
preußiſchen Kronenorden zweiter Klaſſe
den von der geſamten Kammer, von ganz Italien und von
Im Abgeordnetenhauſe verlangte der Ruthen
der ganzen ziviliſierten Welt geteilt. Es ſei zu wünſchen,
Waſilko in einer Anfrage an den Präſidenten volle
daß durch das geſchichtliche Ereignis ein vollſtändiger
Klarheit in der Affäre Redl
dauernder Frieden geſichert werde zum Heile der Balkan
völker und der geſamten Menſchheit. (Lebhafter Beifall.
IB. Wien, 31. Mai. In der Affäre des Ober
Unterſtaatsſekretär Fürſt die Scalea ſchloß ſich namens der
ſten Redl ſtehen noch zahlreiche Verhaftungen bevor
Regierung den Vorrednern an. Der Präſident erſuchte den
Auch ſind weitere höhergeſtellte Militärs kompromittiert
Miniſter des Aeußern, der engliſchen Regierung ihre
Wien, 31. Mai. Die Militäriſche Rundſchau
warme Sympathie auszudrücken, womit die Kammer der
ſchreibt: Der Fall Redl hat eine Flut abenteuer
Friedensſchluß und das Werk des hervorragenden Staats
licher Gerüchte hervorgerufen, die augenblicklich unmög=
mannes
Grey begrüße
lich zu überſehen, geſchweige zu kontrollieren ſind. Wir
behalten uns vor, demnächſt eine Darſtellung
Bulgarien
des Sachverhaltes zu geben, und die zahlreichen
* Belgrad, 30. Mai. Die Pravda meldet, daß Bul=
Publikationen auf
jenes
Maß zurückzuführen
garien bereit ſei, mit Serbien über die Grenzfrag=
das
der Wahrheit
entſpricht.
Die Nachricht
zu verhandeln jedoch nur unter der Bedingung, daß
eines Wiener Mittagblattes, der zufolge Redl die Mo=
vorher
die Demobiliſierung der beiderſeitigen Armeen
biliſierungs= und Aufmarſchpläne des Deutſchen Reiche:
durchgeführt werde. In oppoſitionellen Kreiſen wird die
an eine fremde Macht verraten hat, bedarf jedoch weger
Beſorgnis ausgedrückt, daß die Großmächte in gleicher
ſeiner Ungeheuerlichkeit einer ſofortigen Richtigſtellung,
Weiſe Serbien zum Nachgeben gegenüber Bulgarien
dahingehend, daß, wie jedem mit den militäriſchen Or
zwingen werden wie es in der albaneſiſchen Frage und i
ganiſationen einigermaßen Vertrauten bekannt iſt, kein
der Frage der Unterzeichnung des Präliminarfriedens de
Offizier überhaupt in den Stand geſetzt iſt, militäriſche
ge=
Fall war. Hier iſt ein italieniſch=ſerbiſcher Verein
Geheimniſſe einer auswärtigen Macht preiszugeben
gründet worden, zu deſſen Präſidenten der Miniſter für
HB. Peſt, 31. Mai. In militäriſchen Kreiſen zir
Volkswirtſchaft Koſta Stojanowitſch gewählt wurde
kuliert das Gerücht, daß der Generalſtabschef Graf von
Köln, 31. Mai. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Hötzendorff dem Kaiſer ſeine Demiſſion angeboter
Saloniki unterm 30. Mai: Eine bulgariſche Batteri
habe. Eine Beſtätigung dieſer Gerüchte war bisher nicht
gab auf das in den Hafen von Klevthera eingelaufen
zu erlangen
griechiſche Kriegsſchiff Speſai vier Schüſſe ab, ohne z
HB. Lemberg, 31. Mai. Laut Zeitungsberichten
treffen. Speſai erwiderte das Feuer nicht.
Starke
wird ſeit geſtern in einer größeren Grenz=Garniſon eir
erbiſche Truppenkörper ſind abermals gegen Egripalanka
junger Offizier vermißt. Man bringt ſein Ver=
vorgeſchickt
worden. Die Serben haben alle in jenen Be
ſchwinden mit dem Fall des Oberſten Redl in Zuſammer
irken gelegenen bulgariſchen Schulen und Kirchen ge
hang
ſperrt
* Athen, 31. Mai. Athener Blätter begrüßen her
lich die Unterzeichnung des Friedens und
fügen hinzu, der Friedensſchluß würde mit größerer
Der Balkankrieg.
Freude begrüßt, wenn nicht durch die griechiſch=bulgariſcher
Der Friede
Zwiſchenfälle der letzten Tage, die Begehrlichkei
Bulgariens den politiſchen Horizont verdunkelr
* London, 30. Mai. Der Friedensvertrag
würde. Die Zeitungen fügen hinzu, Griechenland wünſche
wurde punkt 12 Uhr unterzeichnet, fünf Minuten, nachden
in der Zukunft in Freundſchaft mit der Türkei zu leber
die Konferenz ſich verſammelt hatte. Als die Delegierten
und es läge im Intereſſe beider Länder, in Zukunft jeglich=
ankamen
, war Grey im Konferenzzimmer noch nicht an
-
Reiberei zu vermeiden
weſend. Die Delegierten wurden von Beamten des Lord=
Den ganzen Tag ſetzten die
Bulgaren geſtern die Angriffe auf die Griechen
kanzleramtes empfangen. Wenige Augenblicke ſpäter tra
ort. Möglicherweiſe greift, wenn die Bulgaren ſo fort=
Grey ein und richtete an die Delegierten auf franzöſiſc
einige Worte, in denen er die Befriedigung des Königs
fahren, ein griechiſches Geſchwader ein.
und der Regierung über die Unterzeichnung des Friedens
Letzte Nachrichten
im St. James=Palaſt ausſprach. Er erklärte, es ſei das
beſte, den Vertrag ſofort zu unterzeichnen. Er würde dann
* Belgrad, 31. Mai. Der ſerbiſche Geſandte am
an die Konferenz eine ausführliche Anſprache richten. Die
bulgariſchen Hofe Dr. Spalaikowitſch iſt heute nacht
Abſchriften des Vertrages wurden darauf den verſchiede=
im
Sonderzuge nach Sofia abgereiſt
nen Delegierten eingehändigt, die ihre Unterſchriften
* Konſtantinopel, 31. Mai. Der Abſchluf
darunterſetzten. Nachdem dieſes geſchehen war, erhob ſich
des Friedens wurde hier allgemein mit Befriedigung
Grey und wandte ſich nochmals an die Konferenz in
aufgenommen. Der Tanin ſagt: Die Türkei muß kriegs=
franzöſiſcher
Sprache. Skuludis antwortete als Senior
bereit bleiben, insbeſondere angeſichts der Verhältniſſe
der Delegierten und dankte dem König und der britiſche
zwiſchen den Balkanverbündeten. Wenn wir jetzt nich
Regierung. Osman Nizami Paſcha ſprach in ähnlicher
mit Ernſt arbeiten, iſt unſer Untergang beſiegelt. Es gil
Weiſe, worauf ſich Dr. Danew zu einer Rede erhob. Er
jetzt, den Blick auf Aſien zu richten und die Bedrückten
bemerkte zunächſt, daß er im Augenblick der Unterzeich
Rumeliens nicht zu vergeſſen
nung des Friedensvertrages die Tatſache konſtatiere, da
London, 31. Mai. Der ſerbiſche
Delegierte
er von den Mächten Zuſicherungen betreffend die türkiſch
Wesnitſch iſt nach Paris abgereiſt.
bulgariſche Grenzlinie erhalten habe, und fügte hinzu, da
es hinſichtlich der Finanzkommiſſion in Paris hieße, da
Darmſtadt, 2. Juni.
die Verbündeten mit den Delegierten der Großmächte auf
gleichem Fuße ſtehen würder
Militärdienſtnachrichten Koſſe, Proviantamts=
In ſeiner Rede auf der Friedenskonferenz drückt
direktor bei der Armee=Konſervenfabrik in Mainz, de
Grey zunächſt die Befriedigung des Königs über die Unter=
Charakter als Rechnungsrat verliehen. Andres, Gar=
zeichnung
des Friedensvertrages aus und überbracht
niſons=Verwaltungs=Inſpektor auf Probe in Darmſtadt,
dann die herzlichſten Glückwünſche der engliſchen Regierun
zum Garniſons=Verwaltungs=Inſpektor ernannt

Nummer 126.
g. Unfall. Ein Dienſtmädchen geriet am
Samstag abend, als es bei der Halteſtelle an der Saal
bauſtraße aus der Straßenbahn ausſtieg, unter ein
Privatautomobil. Das Mädchen hatte die Halte=
ſtelle
verpaßt und ſprang ab, als der Wagen ſchon im
Fahren war. Es kam infolgedeſſen direkt vor das nur in
mäßigem Tempo fahrende Automobil, wobei es zum
Glück nur leichte Hautabſchürfungen erlitt
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Berlin, 31. Mai. Die argentiniſche Sonder=
miſſion
mit ihren Damen beſichtigte geſtern vor=
mittag
die Fabrikanlagen der Geh. Kommerzien
räte Borſig. Bei dem daran anſchließenden Frühſtück
richtete der Sonderbotſchafter Salas ein Telegramm an
den Staatsſekretär des Innern, in dem er ihn zu dem
Blühen der deutſchen Induſtrie beglückwünſchte. Zu den
vorgeſtrigen Empfang bei dem argentiniſchen Ge=
ſandten
Molina waren faſt ſämtliche Botſchafter, ſowie
viele andere Mitglieder des diplomatiſchen Korps, der
Staatsſekretär und der Unterſtaatsſekretär des Auswär
tigen Amts, die Staatsſekretäre des Reichsſchatzamtes
und des Reichspoſtamtes, Oberbürgermeiſter Wermut!
und andere hochgeſtellte Perſönlichkeiten, ſowie eine Reihe
deutſcher und argentiniſcher Offiziere erſchiener
Berlin, 31. Mai. Zu Ehren der argentini=
ſchen
Sondermiſſion findet bei Staatsſekretär von
Jagow Frühſtück ſtatt, wozu die Mitglieder der Miſ=
ſion
, die argentiniſche Geſandtſchaft, Staatsſekretär Dr.
Delbrück, Unterſchatzſekretär Zimmermann, Miniſterial=
direktor
v. Körner, Vizezeremonienmeiſter v. Roeder, de
argentiniſche Vizekonſul Waetge, der Vorſitzende des
deutſch=argentiniſchen Zentralverbandes Major Thanomer
und mehrere Herren des Auswärtigen Amtes eine Ein=
ladung
erhielten
Berlin, 31. Mai. Geh. Baurat Ludwig Hoff
mann wurde zum ordentlichen Profeſſor an der Friedric
Wilhelm=Univerſität in Berlin, Geh. Oberregierungsrat
Diele zum ſtimmberechtigten Ritter des Ordens pour
le mérite für Wiſſenſchaften und Künſte und Hiſtorien und
Portraitmaler Léon Bonnat in Paris zum aus
wärtigen Ritter des Ordens pour le mérite für Wiſſen
ſchaften und Künſte ernannt.
Metz, 31. Mai. Die Strafkammer hat heute auf
Grund einer Offizialklage den Verleger und Redakteur
Hollinger der Lothringer Bürgerzeitung in Dieden
hofen wegen Beleidigung des Landtagsabgeordneten
Hackspill in Verbindung mit Nötigung zu 150 Mark
Der Angeklagte hatte bei den
Geldſtrafe verurteilt
letzten Reichstagswahlen, als das Gerücht ging, daß
Hackspill im Kreiſe Diedenhofen-Bolchen ſeine Kandi=
datur
aufzuſtellen beabſichtige, in ſeinem Blatte mit Ent=
hüllungen
über ſittliche Verfehlungen Hackspills aus
deſſen Kaplanzeit in Diedenhofen gedroht. Der Wahr=
heitsbeweis
, den der Angeklagte heute antrat, mißlang
vollſtändig. Der Staatsanwalt hatte 200 Mark bean=
tragt
, der Vertreter Hackspills eine Freiheitsſtrafe und
die Verteidigung Freiſpruch
Miesbach (Bayern), 1. Juni. Geſtern abend wur=
den
in einem Stollen der Leitſach=Werke durch Einbruch
der Firſte acht Mann verſchüttet. Fünf von
ihnen wurden nach zwölfſtündigen mühevollen Rettungs
arbeiten heute morgen unverletzt geborgen. Die übrigen
drei, die tot ſind, liegen noch unter den Erdmaſſen. Die
Bergungsarbeiten werden fortgeſetzt
* Dresden, 31. Mai. Zur Milderung der auf ſaſt allen
Gebieten der Lebenshaltung herrſchenden Teuerung hat
die königlich ſächſiſche Staatseiſenbahnverwal=
tung
, deren Löhne erſt im Herbſt 1911 erhöht wurden
wiederum weſentliche Lohnverbeſſerungen
bewilligt, die mit rückwirkender Kraft vom 1. April
d. J. ab zur Einführung gelangen. Die erwähnten Maß
nahmen verurſachen jährliche Mehraufwendungen von
nahezu 2 Millionen. Ferner iſt eine weitere Ver=
beſſerung
der Dienſt= und Ruhezeiten des
Betriebsperſonals in Ausſicht genommen
Hohemark b. Oberurſel, 31. Mai. Prinz Hein=
rich
der Niederlande verläßt heute die Klinik des
Profeſſors Friedländer in Hohemark und reiſt nachts
um ¾2 Uhr nach dem Haag zurück. Der Prinz, der
4½ Monate in der Klinik zur Kur gegen ſeine zunehmende
Stärke und gegen ſeine Neuralgie geweilt hat, fühlt ſich
wieder völlig friſch; beſonders die Neuralgie iſt behoben
worden. Er nimmt nach ſeiner Rückkehr nach Holland ar
den dort ſtattfindenden großen Landesfeierlichkeiten teil.
*
Stuttgart, 31. Mai. Der Vizepräſident der
Zweiten Kammer v. Kiene hat an den Präſiden=
ten
v. Kraut folgendes Schreiben gerichtet: Die in den
Sitzungen von Donnerstag abend und Freitag vormittag
von dem Abgeordneten Haußmann gegen meine Perſon
und Stellung gerichteten Angriffe und die hierdurch mir
aufgedrungene Notwendigkeit einer ſcharfen Erwiderun
konnten mir den Gedanken nahelegen, das Amt eines
Vizepräſidenten niederzulegen. Allein Inhalt, Häufun
ich ſei wort=
und Art der rein perſönlichen Vorwürf
brüchig, verberge mein ſchlechtes Gewiſſen, ermangel
logiſchen Denkens , der Vorwurf der Begriffsverwir=
rung
, begleitet mit verächtlicher Deutung gegen die Stirn
die gefliſſentliche Wiederholung einer wiederholt als un=
wahr
erklärten Behauptung, laſſen es für jedermann ver
ſtändlich erſcheinen, daß ich in berechtigter Abwehr ſolcher
Angriffe und in der dabei naturgemäßen Erregung zu
einem deutlichen und ſcharfen Worte zu greifen mich ver=
anlaßt
ſehen konnte. In dieſem Sinne habe ich ausge=
ſprochen
, daß ich den von Herrn Haußmann mit perſön=
lichen
Anwürfen gegen mich beſchrittenen Weg für zu
niedrig erachte, als daß ich ihn beſchreite und auf die
Wiederholung einer von mir in vielen Zurufen als un
wahr bezeichneten Behauptung habe ich ſchließlich den
Zuruf Lügner gebraucht. Der hiermit gekennzeichnete
Anlaß im Zuſammenhange dieſer von mir gebrauchten
und vom Präſidenten gerügten Wendung laſſen letzteres
heute nicht als ausreichenden Grund erſcheinen, den an
gedeuteten Schritt zu tun. Hiervon bitte ich den Herrn
Präſidenten Kenntnis zu nehmen und der Kammer Mit=
teilung
zu machen. Hochachtungsvoll v. Kiene.
Paris, 31. Mai. Der der Mehrheit nach ſozia=
liſtiſche
Gemeinderat von Limoges hatte
beſchloſſen, den Präſidenten der Republik anläßlich ſeines
Beſuches im Departement Haute=Vienne im Stadthauſe
zu empfangen unter der Bedingung, daß dem Em=
pfange
keine Miniſter beiwohnten, daß keine Reden ge=
halten
und keine Ordensauszeichnungen verteilt werden.
Präſident Poincaré hatte dieſe Bedingungen angenom
men. Nunmehr faßte jedoch die ſozialiſtiſche Gruppe de
Gemeinderats einen Beſchlußantrag, in welchem erklärt
wird, daß die Bevölkerung von Limoges infolge der
jüngſten Hausdurchſuchungen und der Haltung des Mi=
niſteriums
gegenwärtig den Präſidenten der Republik
nich
t empfangen könne
Marquette, 31. Mai. In dem Verleumdungs=
prozeß
Rooſevelt=Newett nahm der Angeklagt=

[ ][  ][ ]

Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Inni 1913.
Rewet den Vorwurf der Betrunkenheit zurück und
Unſchön gewordene Geſichtshaut.
brachte ſein Bedauern zum Ausdruck. Rooſevelt er
ſuchte darauf den Richter, die Geſchworenen anzuweiſen,
Wie man ihre Mängel beſeitigt.
nur auf nominellen Schadenerſatz zu erkennen.
Der Teint leidet oft unter den Einflüſſen der Sonne
Valparaiſo, 31. Mai. Die Blättermeldung von der
und den Unbilden der Witterung, häufiger aber noch durch
Verhaftung des flüchtigen Berliner Rechtsanwalts
die Anwendung von Puder, Cremes und anderen Schön
Bredereck in Chile beſtätigt ſich nicht.
heitsmitteln, welche Wismut oder ſonſtige ſchädliche Be
ſtandteile enthalten. In ſolchen Fällen empfiehlt ſich zur
raſchen Wiederherſtellung einer ſammetweichen, weißen

Locarno, 31. Mai.
Der von der Bochumer
Geſichtshaut der regelmäßige Gebrauch einer höchſt ein=
Staatsanwaltſchaft geſuchte Kaufmann Claas wurde
fachen und harmloſen Lotion, die man ſich nach folgen
hier verhaftet. Er hatte die Bochumer Firma Müller
dem Rezept in der Apotheke oder Drogerie zuſammen
& Co. um 32000 Mark betrogen.
ſtellen laſſen kann: 60 g Rosenwasser, 60g Fleurs d’Ox-

Paris, 31. Mai. Verhaftet wurde hier eine
zoin, 3,5 g Benzoétinktur. Vor Gebrauch gut ſchütteln
45jährige Frau, welche ſich als Witwe eines Fürſten aus=
und dann mit den Fingern, einem weichen Läppchen oder
gab und ſich gleichzeitig mit mehreren wohlhabenden
Schwämmchen auftragen. Nach dem Eintrocknen reibe
Herren verlobte, um wertvolle Geſchenke zu erhalten.
man mit einem weichen Tuch oder Ziegenleder etwas nach
Dieſe Miſchung eignet ſich auch vorzüglich zur Vor=
Vom Regierungsjubiläum des Kaiſers.
beugung und Beſeitigung von aufgeſprungener Haut an
Berlin, 31. Mai. Die Feſtlichkeiten zum
Händen und im Geſicht, ſowie gegen Sommerſproſſen
Regierungsjubiläum beginnen am 3. Juni mit
(VI,12185
und alle anderen Hautunreinigkeiten.
der Einweihung des Stadions im Grunewald. Am Nach=
mittag
folgt die Jubiläumsregatta in Grünau. Am 13.
Dem Kühnen hilft das Glück!
findet die Huldigungsfahrt der Automobiliſten und das
Jubiläumsturnier des Kartells für Reit= und Fahrſport
Gegen alle habe ich es aufgenommen! Ich erklomm die
ſtatt. Am 14. iſt Empfang der Abordnungen und Depu=
höchſten
Alpengipfel und bei jedem Sportfeſt war ich
tationen, am 15. Feldgottesdienſt auf dem Tempelhofer
Sieger. Allerdings, etwas hatte ich dem Glück nachge=
Feld, am 16. morgens Ständchen der Gemeindeſchüler
holfen, aber auf faire Weiſe. Ich nahm vorher immer
Berlins, Gratulationscour der Fürſtlichkeiten,
große
die echten Kola=Paſtillen Dallkolat. 1 Schachtel Dall
Gratulationscour im Weißen Saale, Empfang der Kai=
kolat
Mk. 1. in Apotheken und Drogenhandlungen.
ſerkompagnie, Paroleausgabe im Zeughaus, Galatafel
Jedenfalls in der Adler=Apotheke, Beſſunger und Engel=
und Feſtoper, am 17. Fackelzug der Studentenſchaft.
Apotheke. Ferner Hof=Drogerie, Central=, Bavaria=,
Hubertus=, Germania=Drogerie, Medizinal=Drogerie zum
Gerhard Hauptmann neues Feſtſpiel.
roten Kreuz, desgleichen Georg Liebig & Co. Nachf. und

Breslau, 31. Mai. In Anweſenheit der Spitzen
Carl Watzinger
(I.12291
der ſtädtiſchen, ſtaatlichen und militäriſchen Behörden
Tiskret! Der Liebling der Damen! iſt Dr. Kuhn’s
ſowie zahlreicher Preſſevertreter des In= und Auslandes
Edelweiß=Créme u. Seife.
Erzielen jugend=
fand
heute die feierliche Uraufführung des von
friſchen, zarten, ſammetweichen Teint. Frei von Som=
Gerhard Hauptmann für die Jahrhundertfeier der
merſproſſen! Achten Sie aber genau auf den Namen
Freiheitskriege für die Stadt Breslau gedichteten und
Dr. Kuhn, Kronenparfümeriefabrik, Nürnberg, und
von Profeſſor Reinhardt inſzenierten Feſtſpieles
nehmen Sie nichts anderes. Zu haben in Darmſtadt:
ſtatt. Die Jahrhunderthalle war bis auf den letzten
F. B. Grodhaus, Seifenfabrik, am weißen Turm, ſowie
Platz gefüllt. Das Feſtſpiel bringt in Einzelbildern und
in Apoth, Drog. und Parf.
Maſſenſzenen, in denen 2000 Perſonen mitwirken, die
franzöſiſche Revolution, den zwölfjährigen Napoleon
Dampfernachrichten.
(Lia Roſen), den Ruhm und Sturz Napoleons (Ludwig
Nordd. Lloyd, Bremen. Mitgeteilt von dem Ver=
Hartau), das ſchlafende Deutſchland und die Erhebung
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Preußens und ſchließt mit einer großartigen Friedens=
Kaiſer Wilhelm der Große 28. Mai 3 Uhr vorm. in
prozeſſion. Beſonders traten hervor Jahn (Diegelmann),
Bremerhaven.
Kronprinzeſſin Cecilie‟ 28. Mai 8¾ Uhr
Freiherr von Stein (Joſeph Klein), Kleiſt (Nemetz), Fichte
nachm. von C
gerbourg. Berlin 29. Mai 11 Uhr vorm
(Werner Kraus) und Blücher (Maning), ſowie Athene
von Genua.
Großer Kurfürſt 29. Mai 12 Uhr mittags
Deutſchland (Mary Dietrich).
Gerhard Hauptmann

von New=York.
. Main 29. Mai 2 Uhr nachm. von
ſowie die Darſteller und Profeſſor Reinhardt wurden
Baltimore.
Chemnitz 29. Mai 12 Uhr mittags Phil.
immer von neuem gerufen und wurden mit jubelndem
Breakw. paſſiert. Hannover 29. Mai 6 Uhr vorm. in
Applaus überſchüttet
New=York. Friedrich der Große‟ 28. Mai 4 Uhr vorm.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
in New=York. Brandenburg‟ 29. Mai 8½ Uhr nachm
Dover paſſiert. Breslau 29. Mai 2 Uhr nachm. von
Bremerhaven.
Lützow‟ 29. Mai 5 Uhr nachm. von
Für jede Mutter
Genua. Prinz Eitel Friedrich 29. Mai 12 Uhr mittags
von Genua. York 29. Mai 3½ Uhr nachm. von Cux=
iſt
es ein Glück, ein ſo ausgezeichnetes Hausmittel wie Califig bei
haven. Gneiſenau 29. Mai 6 Uhr nachm. in Sydney.
der Hand zu haben, das ſie ihren Kindern darreichen und gegebenen
Ganelon 29. Mai 6 Uhr vorm. von Sydney.
Elſaß
Falles auch ſelbſt nehmen kann, wenn immer
Sierra
29. Mai 7 Uhr nachm. von Bremerhaven.
es ſich nötig erweiſt, der ſo läſtigen chroniſchen
28. Mai
Salvada 29. Mai von Boulogne. Franken
Stuhlverſtopfung vorzubeugen. Die an=
in
Galveſton. Piſa 29. Mai von Rotterdam.
Würz=
genehme
, natürliche Weiſe, in der Caliſig

burg‟ 29. Mai in Santos. Prinz Heinrich
28. Mai
die Verdauungsorgane reinigt, ſein anregen=

der, aromatiſcher Geſchmack und ſein wohl=
3 Uhr nachm. von Marſeille. Manila 28. Mai von
tuender Einfluß auf den Stuhlgang, alle
Kaewing. Schleswig 27. Mai von Malta.
dieſe Eigenſchaften ſtempeln Califig zu
im


dem idealen Mittel für den Familiengebrauch,
Ge
(65

das in keiner Hausapotheke fehlen ſollte.
In allen Apotheken zu haben zu Mk. 1,50 die Flaſche. Extra große Flaſche
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Statt Karten.

Leidensgefährtinnen
Sammerſproſſen weg!
teile ich unentgeltlich
Ein strammer Junge
mit, auf welche einfache Weiſe ich meine Sommer=
ſproſſen
gänzlich beſeitigte. Retourmarke erbeten. Frat
:: angekommen
::
Eliſabeth Ehrlich, Pforzheim 8, Obere Rodſtr. 8. (II, 1214
EKine allerliebſte Ueberraſchung für unſere Kleinen
8255
ſind die von der Neſtle=Geſellſchaft neu heraus=
8 Hermann Hoechster u.
Frau
gegebenen Ausſchneidepuppen Dornröschen, welche
228
infolge ihrer farbenprächtigen Ausſtattung und der mehr=
Settchen, geb. Wartensleben
fachen Umkleidungsmöglichkeit den Kindern viele fröhliche
Stunden bereiten. Man wende ſich zwecks koſtenloſer
§ Darmstadt, 1. Juni 1913.
Erlangung derſelben an die Neſtle=Geſellſchaft, Berlin
(B12219
W57, die der Sendung auf Wunſch eine Probedoſe des
ſeit einem halben Jahrhundert bewährten Kindermehles

770


(I,12186
gratis beifügt.

Todes-Anzeige.
Statt jeder besonderen Anzeige.
Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, meinen lieben Gatten,
unseren guten, treubesorgten Vater, Grossvater, Bruder und Onkel
Jacob Rothermel
Herrn Carl
Kaufmann
heute mittag 2 Uhr im 71. Lebensjahre zu sich abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familien Rothermel u. Familie Mirtschin.
1913.
Darmstadt, den 31. Mai
Die Beerdigung findet Montag, den 2. Juni, nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des Darmstädter
Friedhofes aus statt.
12217
0
2


Seite 9.
Statt jeder besonderen Anzeige.
Die traurige Mitteilung, dass unser
lieber Sohn, Bruder und Freund
Student
Wilhelm Sinjawer
aus Odessa am 26. Mai 1913 un-
erwartet
verschieden ist.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Montag, den 2. Juni,
vormittags 11 Uhr, auf dem israelitischen
Friedhofe statt.
(12218
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen einzigen, innigſtgeliebten Sohn, meinen
herzensguten Bruder und unſeren Neffen
Georg Müller, Finanzgehilfe
nach ſchwerem Leiden im Alter von 18 Jahren
durch einen ſanften Tod zu ſich zu rufen.
In tiefer Trauer:
Carl Müller Witwe, geb. Lauth,
Ria Müller.
Darmſtadt, Rhönring 29, I., 31. Mai 1913.
Die Beerdigung findet Montag, den 2. Juni,
nachmittags 5 Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitte abzuſehen.
(12211
Danksagung.
Für die uns beim Heimgange un-
serer
lieben Mutter, Schwiegermutter
und Grossmutter
Frau Lina Kahlert
geb. Stoerger
erwiesene herzliche Teilnahme sagen
wir innigsten Dank.
Die Hinterbliebenen.
Darmstadt, Magdeburg, Frankfurt
am Main, 31. Mai 1913.
(12178
Tageskalender.
Ausflug des Heſſiſch=Naſſauiſchen Stenographen= Ver=
bandes
nach Auerbach (Abfahrt 1.07 Uhr)
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße Nr. 23):
Der Einzug des Zaren in Berlin, Zar Nikolaus und
der Kaiſer auf der Fahrt zum Schloß, Bürgermeiſter
Trömel als Fremdenlegionär,Skutari unter dem Schutz
der Mächte, Die Flaggen der Großmächte, Der engliſche
Admiral Burney, Oberſtkommandierender der inter=
nationalen
Landungstruppen, Die Trauung der Prin=
zeſſin
Viktoria Luiſe von Preußen mit dem Prinzen
Ernſt Auguſt, Herzog zu Braunſchweig und Lüneburg,
in der Schloßkapelle
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 3. Juni
Heugras=Verſteigerung, um 5 Uhr auf der
Großh. Marienhöhe.
Kunſthalle am Rheintor, geöffnet Werktags von
114 und Sonntags von 104 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
ür den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
e

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Juni 1913.
Nummer 120.
Seite 10.
Sereh
reriete
Merieereerriderehe ee
rieher
eereerierigcheriereierse
(18

Hg


2
2
äsche Woche
Von Montag, den 2. Juni, an
Ennin
Inm
Inniin Inlaian!
Inainr Izinin!
§ 5
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Tischtücher
n Macco-Wäsche
Fertige Bett-
s
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5 Bade-Wäsche

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Cretonne,
Servietten
n
a
2
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5 Zephir-Hemden
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2
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5
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5
Leinen,
* Macco-hosen
Percal-Hemden
5
2
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2
i
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Einsatz-Hemden
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m
2
3
in jeder

5
2.50, 3.00
2
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[ ][  ][ ]

Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Inni 1913.
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die
eunſchene Are den Aauredor und auf breien
ichs jetzt noch nachträglich.
Zylinderband die herzoglich=altenbergiſchen Wappenovals.
Es waren zwei Königskinder.
Die Dame im blauausgeſchlagenen Fond war nicht
Stimmt! lachte der Inſpektor grantig. Ne Kompagnie
Roman von Guido Kreutzer.
alt, ſondern jung; ſehr jung. Jetzt beugte ſie ſich etwas
exakt führen und n Gutchen von vier=, fünftauſend Mor=
(Nachdruck verboten.)
28)
vor und rief dem Kutſcher irgend einen Befehl zu. Der
gen in Kultur halten, dazu gehört mehr, wie ne bunte
Trauen Sie mir noch immer nicht zu, daß ich Leute
nahm die beiden Rappen kürzer, daß ſie in Schritt fielen.
Studentenmütze tragen und Kommerslieder ſingen, trotz=
beaufſichtigen
und richtig anſtellen kann, Wingerow?
Im gleichen Moment erkannte, der Küraſſier Karla
dem das am Ende auch ſeine Berechtigung hat, was ich
Das iſt nämlich, falls Sie’s inzwiſchen vergeſſen haben
von Eckwarden; und jetzt war’s mit der Ruhe vorbei.
ja nicht beurteilen kann.
ſollten, ſozuſagen mein Metier. Außerdem habe ich
Doch, Wingerow, Sie haben Recht der Beſuch gilt
Was ich aber ſehr wohl beurteilen kann, iſt
daß.
während dieſer unfreiwilligen ſechs Wochen Lehrlings=
Bronkow! Alſo jetzt müſſen Sie mich für kurze Zeit ent=
ich
mir all die kommenden Jahre ſolch Eleven wünſchte,
zeit doch ſchon weſentlich mehr gelernt, als Sie denken.
ſchuldigen!
wie ich in Ihnen hab, Herr Graf.
Herr Graf ſind ja eigentlich auch in die ſchärfſte
Riß den Gaul herum, hämmerte ihm die Sporen in
Bloß ſchon ein bißchen ausgewachſen, was?
Periode hineingekommen. Erntewochen ſind ſelbſt für
die Weichen, daß er eine wütende Langade machte, und
Ih, verwahrte ſich Herr Wingerbw mit Wärme; die
mich alten Furchenfloh keine Spielerei. Ich merk’s auch
jagte zwiſchen den auseinanderſpritzenden Leuten quer
Länge is ine Gottesgab’, für die man ſich beim lieben
nebenbei an meinem Wäſcheverbrauch. Wenn wir ſo in
über Feld zur Chauſſee.
Herrgott noch extra bedanken kann!! Was tu ich ſchon mit
die Zeit kommen, wo man mittags immer die Pferde
Da ſprang er aus dem Satkel; denn die dame d’atour
den jungen ſpillrigen Schnöſels, die etwig hinter den
wechſeln muß, weil ſie das andauernde Carrieregehen
der
Herzogin hatte ihn bereits kommen ſehen und ihren
Marjells her ſind und nichts wie Allotria im Kopf
über die Stoppeln bei der Mohrenhitze nicht durchhalten
Wagen verlaſſen, der langſam vorausfuhr.
haben?!
,
und ſich unterm Sattel regelmäßig wundſcheuern
Am Straßenrand trafen ſie zuſammen.
Er brach plötzlich ab und machte große Augen.
alſo dann ſteck’ ich mir morgens ſchon immer gleich drei
Gnädiges Fräulein!
Gott helf bei der Hitze! konſtatierte er achtungs=
Taſchentücher mehr ein für den Schweiß!
Guten Tag, Graf Hortenbrügg.
voll
Der Oberleutnant, der jetzt natürlich lange Juchten=
Sie wollten zu uns ?
Sein Lehrling ſtarrte ihn ob dieſes Extempores
ſtiefel und Lodenzeug trug, ſetzte ſich ein wenig bequemer
verblüfft an.
Trotz der ſinnloſen Hitze ja. Ich möchte Sie ſogar
zurecht, daß das Lederzeug knarrte. Nachdenklich zog er
Was iſt Ihnen denn?
für
ein paar Minuten Ihrer Arbeit entziehen. Hoffent=
ſeinem
Bleßfuchs einen Strohhalm aus der feuchten
Erwarten Herr Graf vielleicht Beſuch vom Hofe?
zürnen Sie mir nicht.
lich
Mähne.
Aus Rotthauſen? Aber kein Bein! Was haben Sie
Im Volk ſagen ſie immer: wenn ein Bengel zu be=
Seine Augen leuchteten auf.
ſprunghafte Ideen!
für
ſchränkt iſt, um auf der Schule weiter zu kommen, dann
Wie können Sie das annehmen!! Ich bin immer zu
ſteckt man ihn am beſten ins Kadettenkorps oder läßt ihn
Wingerow machte eine Kopfbewegung nach der Seite
Ihrer Verfügung; ich freue mich ja ſo, Sie nach langen
Landwirt werden.
hinüber, wo ſich die Kreischauſſee durch die abgeernteten
Wochen wieder zu ſehen.
Felder zog.
Sie drückten ſich zur Begrüßung die Hände, wie zwei
Na, der Volksmund fördert mitunter gediegenen
Eine offene Equipage fuhr in langſamem Trabe zwi=
alte
Kameraden. Sie fanden einen Ton, den ſie bisher
Blödſinn zutage. Was das Kadettenkorps anbelangt, ſo
ſchen den Kirſchbäumen; der Kutſcher das konnte man
nicht gekannt hatten und der ihnen in dieſer Stunde doch
weiß ich’s aus eigener Erfahrung, wie ſie den jungen
auf die hunderwierzig Schritt deutlich erkennen
ganz ſelbſtverſtändlich ſchien. Sie waren ſich naba, Lie
trug
Kerlchens da die Seele zurechtrenken und ihnen den Angſt=

[ ][  ][ ]

Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2.=Juni 1913.
Seite 14.
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(200a
2
V
G


2.
Oee Se


See
n
Kenen Sie den der Gud iſe ganen niſck=
Damit kam wenigſtens eine Art Konverſation
nie zuders den ſte outen ſic ie ſet und vuiſin, we=
haften
Geſchichte?
Gang. Fragen über das Ergehen des Kammerherrn
ſehr ſie einander ſchätzten.
N. . . nein.
Karla von Eckwarden hatte ihren kleinen fraiſefarbe=
ein
Achſelzucken jeden Moment konnte die entſcheidende
Und ſie hat Ihnen ihrer Freundin nichts davon
nen Sonnenſchirm, der zur Toilette paßte, aufgeſpannt.
Kriſis eintreten er war lebhaft; nahm an allem Anteil:
geſagt oder geſchrieben?
Unter der ſeidenen Halbkuppel bekam ihr ſchmales raſſiges
freute ſich über die vielen Beſuche; wenn nur der ent=
Kein Wort.
Geſicht ein ganz eigenartig weiches Kolorit, das ſie ſehr
mutigende Kräfteverfall zum Stillſtand kommen wollte!
reizvoll machte.
Ja . . . aber um Gotteswillen Albrecht Georg?!
wenn er wenigſtens ſoweit transportfähig wäre, um nach
Ich glaube nicht, daß er etwas ahnt
Sie ſchien heute überhaupt ihren guten Tag zu ha=
dem
Süden zu können! Bedauern
Hoffnungen . . . .
ben. Das zart paſtellierte Roſa der Wangen, die vom
Dieſe lakoniſchen Antworten nahmen ihm allgemach
auch dieſes Thema war bald erſchöpft.
großen Hut leis überſchattete Stirn, der feuchttiefe Schim=
ſeine
Ruhe. In jäh aufflammender Nervoſität ſchlug er
Und Beide wußten, daß es nur ein Notbehelf geweſen
mer der Augen; dabei die diskrete Dezenz der Toilette
mit dem Reitſtock klatſchend gegen den Stiefelſchaft.
war.
und der undefinierbare Hauch der großen Welt, der immes
Ich verſtehe Hella Uttenreut nicht. Sie muß ent=
Dann ſprach man über den Rivieraaufenthalt der
um ſie war . . . in ihrer Geſelſchaft vergaß Markus ſeine
ſchieden hyſteriſch ſein! Wie kann ſie ihm das antun, wo
Freunde.
ganze drückende Sorge, atmete er wieder mal auf.
ſie ihn doch liebt?!
Der Oberleutnant, der von Albrecht Georg faſt täglich
Den Deiwel auch wenn man ein ſo ſchönes, wirklich
Vielleicht gerade . . . weil ſie ihn liebt!! ſagte Karla
Briefe empfing, während Hella ſeltener ſchrieb, richtete
bildſchönes Mädel ſah!
von
Eckwarden mit zuckenden Lippen.
Grüße aus
Ich hätte mit Ihnen mancherlei zu beſprechen, lieber
Markus aber war zu erregt, um ſich in ſubtile Wort=
Er wird geſund, unſer Prinz; glauben Sie mir,
Freund; wollen wir hier ein Stückchen promenieren?
debatten einzulaſſen.
Gnädige, er wird ganz geſund, weil er glücklich iſt. Nur
Das iſt eine eigene Philoſophie, Gnädigſte; und Sie
Gern! erklärte er freudig; ſchlang die Zügel des
verfliegen ſolche zwei Monate natürlich zu ſchnell,, um
verzeihen, wenn ich Ihnen auf dieſem Wege die Gefolg=
Pferdes um ſeinen Arm und gewann dann ihre linke
dauernde Heilung zu ſchaffen. Man wird ſie im nächſten
ſchaft verſage. Aus eigener Erfahrung kann ich ja kein
Seite. So wanderten auf dem breiten Wieſenſtreifen, der
Jahre notwendig wiederholen müſſen.
neben der Chauſſee herlief, die Drei ihres Weges
Urteil abgeben; aber ich denke mir: man beweiſt Je=

Wenn wir Hella dann noch unter uns habenf
Mädchen, der Mann und der Bleßfuchs.
mandem ſeine Liebe wohl nicht dadurch, daß man ihn nach
Dieſen Vorbehalt verſtand er nicht.
wenigen Wochen wieder verläßt; ſondern man drängt ſich
Aber das ſteht doch außer Frage!
Soviel ich weiß,
Unterwegs hatte Karla ſich feſt vorgenommen, ihm un=
neben
ihn und hält feſt und läßt um Tod und Teufel nicht
iſt ſie ja auch für lange Jahre nach Rotthauſen verpflichtet
geſäumt mir ernſten Ermahnungen zuzuſetzen, damit er
wieder los
gar nicht erſt Gelegenheit zu Ausflucht und Ablenkung
Seine Begleiterin ſtieß mit der Fußſpitze einen
Wenn dieſe Probleme immer ſo einfach lägen .
fand.
Kieſelſtein beiſeite.
2½ 2
ſagte ſie verſonnen.
Nun aber verſagte der Mut. Markus ſchien ihr heute
Theoretiſch gewiß; praktiſch aber ſoll ſie ſich jetzt unter
Er ließ noch keinen Einwand gelten.
ſo anders als ſonſt. Aelter, verſchloſſener. Vielleicht
der
Hand bei den königlichen Schauſpielen in Wiesbaden
machte das die fehlende Uniform, das ungewohnte Zivil.
um Engagement beworben haben. Papa erzählte es mir
Jawohl, ſo einfach müſſen ſie liegen! Wer nicht für
Vielleicht auch die abgearbeiteten Züge, die müde Linie
kürzlich; auf dem Intendantentage habe man davon
mich iſt, der iſt wider mich! Alles Andere iſt Brimborium
ge=
des
Mundes, die dunkelumränderten Augen, die eindring=
munkelt
; es beſtände ſogar Ausſicht, daß ſie bereits ab
und ungeſunder Kram! Ein Herumlavieren und Aus=
lich
von durchwachten Nächten, von durchgrübelten Tagen
ſuchen iſt nicht geſtattet!
nächſter Saiſon dahin übernommen wird.
erzählten
Sie lehnte lächelnd ab:
Er ſchüttelte faſſungslos den Kopf.
Uebrigens nahm er ſelbſt das Geſpräch auf.
Aber ihr hieſiger Vertrag?
Mit ſolchen an ſich ja recht ſchönen Fundamentalſätzen
Gnädiges Fräulein, Sie beſuchten am Dienstag mit
Iſt nur ein Eventualvertrag, der ſich dadurch von
wird unſerer gemeinſamen Freundin wohl wenig gehol=
der
Herzogin meinen Vater. Ich habe Sie, wie bisher,
ſelbſt löſte. Er enthält einen entſprechenden Paſſus.
fen ſein!
fo auch leider diesmal verpaßt. Ich bedauere das ſehr.
Dann würde ſie nur noch für kurze Zeit hierher
Darf ich?

er brannte ſich eine Zigarce an. Die
Darf ich Sie bitten, Ihrer Hoheit für die warmherzige
zurückkehren?
vertrieb den Mißmut, der ihm ins Blut gegangen war.
Teilnahme, die mir außerordentlich wohl getan hat,
Sofern das Engagement ſich realiſiert wohl über=
Zwiſchen den erſten aufflockenden Rauchwohlken wurde
meinen herzlichſten Dank zu übermitteln? Er wäre natür=
haupt
nicht mehr!
*r denn auch ruhiger.
lich ſo wie ſo noch ſchriftlich erfolgt.
Der Küraſſter war erſchracken ſtehen gebliegsg.
4 Schluß folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 136.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Inni 1913.
Seite 13.
Benutzen Sie
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Sommer=Bedarfsartikel
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Markt 7.
Markt 7.
(12204
Wochenmarkt auf dem Riegerplatz.
Konkursverfahren.
Verkauf.
Von der Reiſe
Die nachſtehende Bekanntmachung Großh. Polizeiamts Darm=
In dem Konkursverfahren über
ſtadt
bringe ich mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß
das Vermögen des Kaufmanns
zurück
Das Einfamilienhaus
für die Benutzung des Riegerplatzes das in dem Wochenmarkttariſ
Wilhelm Löber, Inhabers der
Im Geisensee
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vom 1. Oktober 1894 vorgeſehene Marktſtandgeld zu entrichten iſt
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den außerhalb der Oktroierhebeſtellen wohnenden Ver=
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Stiftſtraße 11 (221760ms
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nahme der Schlußrechnung
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von den innerhalb der Oktroierhebeſtellen wohnenden Ver=
Wirtſchaftsräume im Souterrain
Verwalters, zur Erhebung von
und hübſchem Garten, iſt ſofort
käufern an den Marktmeiſter, der bis auf weiteres die
Einwendungen gegen das Schluß=
Von der Reise zurückt
zu verkaufen oder zu
Marktſtandſcheine auf dem Riegerplatz verabfolgt.
vermieten.
verzeichniß der bei ber Verteilung
Darmſtadt, den 30. Mai 1913.
Geſamtflächengehalt 711 qm. Die
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Bedingungen ſind günſtig ge=
Der
Oberbürgermeiſter.
und zur Beſchlußfaſſung der
Spezialarzt für Harn-, Haut-,
ſtellt. Weiteren Aufſchluß erteilt
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Freitag, den 27. Juni 1913,
Gemäß §§ 1, 2 und 12 der Marktordnung für die Haupt= und
vormittags 11 Uhr,
Guterhaltene
Herrſchaftl. Beſtzung
Reſidenzſtadt Darmſtadt vom 30. Oktober 1894 wird im Einverneh:
vor dem Großh. Amtsgerichte
men mit dem Herrn Oberbürgermeiſter beſtimmt, daß vom 4. Juni
hierſelbſt, Zimmer Nr. 219, be=
Möbel


lfd. Js. ab verſuchsweiſe auf dem Riegerplatz ein Wochenmarkt
zu verkaufen.
worden.
ſtimmt
errichtet wird. Die Markttage werden auf Mittwochs und Freitags
Kleider=, Waſch= u. Nachtſchr., Waſch
Die
Vergütung für den Ver
Das Freiherr von Riedeſel=
kom
. mit u. ohne Marmor, Vertikos,
feſtgeſetzt, die Marktzeiten zunächſt auf vormittags 6 Uhr bis nach=
walter
iſt auf 700 Mk. und der
ſche Anweſen, Wilhelminen=
mittags
5 Uhr. Im übrigen gelten die Beſtimmungen der vorge
Kommoden, Ausziehtiſche, Pfeiler=
ſtraße
38, beſtehend aus einem
Betrag der Auslagen auf 24.80 Mk.
nannten Marktordnung vom 30. Oktober 1894.
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(12181
feſtgeſetzt worden.
Darmſtadt, den 30. Mai 1913
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Darmſtadt, 28. Mai 1913.
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[ ][  ][ ]

Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Juni=1913.
Seite 14.
bank unvermeidlich wird, und die ganzen Bemühungen
weit umfangreicher als der jetzige. Wie konnte man darin
ind umſonſt geweſen
ſchreiben, daß ein Verluſt an Nieder=Modau nicht zu er=
Schilling=Mühlheim bittet um Auskunft über ein=
Generalverſammlung der
warten ſei? Kurz danach wurden 300000 Mark als un=
zelne
Punkte der Bilanz. Wenn der Bericht diesmal ſe
einbringlich abgeſchrieben. Es iſt doch noch gar nicht be=
kurz
iſt, ſo finde man eine Entſchädigung darin, daß die
Genoſſenſchaftsbank.
wieſen, daß von dieſer ganzen Summe nichts mehr zu
Zahlen, insbeſondere die Verluſtzahlen, umſo bedeutendere
erlangen iſt. Wie kommt die Genoſſenſchaftsbank zu dem
Kolb=Pfaffenſchwabenheim bemängelt, daß noch
g. Im großen Saale der Turnhalle am Woogsplatz
ſind.
Vergleich in dem Konkurs Nieder=Modau? Er bemängelt
wurde am Samstag unter außerordentlich zahlreicher Mit=
nicht
Anſtalten getroffen ſeien, die Schuldigen zur Verluſt=
veiter
Einzelheiten der Bilanz. Direktor Zobel be=
Ein Bornheimer Genoſſenſchaf=
liederbeteiligung
die 29. ordentliche Generalver=
deckung
heranzuziehen.
merkt, daß Vorſtand und Aufſichtsrat auf eine Entlaſtung
ammlung der Landwirtſchaftlichen Genoſ
ter ſchlägt vor, alle Vorſtands= und Aufſichtsratsmitglieder
gar nicht reflektieren. Ob im Falle einer Klage gegen die
-
Gutsbeſitzer Wilheln
enſchaftsbank abgehalten.
ſolidariſch haftbar zu machen. Sei die Frage überhaupt
ſieder=Modauer Konkursverwaltung ein beſſerer Erfolg als
Stallmann VI. von Waldülversheim eröffnete die Ver=
ſchon
geprüft, ob die übernommenen Verpflichtungen zu
durch den Vergleich zu verzeichnen geweſen wäre, ſei fraglich.
Recht beſtehen? Direktor Zobel gab Auskunft über
ammlung, gedachte des verſtorbenen Geheimerats Haas
Auf Anraten unſerer Rechtsbeiſtände und im Einverſtänd=
und dankt für die zahlreiche Beteiligung, die beweiſe
einige Punkte des Berichts. Die Forderung an den Ge=
nis
mit unſerem Aufſichtsrat ſind wir mit der Konkurs=
welche
Teilnahme an der Genoſſenſchaftsbank herrſche. ( Zu=
noſſenſchaftsverband
beruhe darauf, daß der Verband ein
verwaltung des Spar= und Kreditvereins Nieder=Modau
ruf: Leider!) Wenn auch die Schickſalsſchläge, die die
Haus baute, das Geld wurde von der Genoſſenſchaftsbank ge=
einen
Vergleich eingegangen, um weitläufige, Jahr=
Bank getroffen haben, äußerſt ſchwer waren, ſo habe doch
geben und der Kaufſchilling hierfür liegt in dem Treſor
dauernde Prozeſſe zu vermeiden und den damit verbun=
die
Genoſſenſchaftsbank auch viele Verdienſte ſich erworben.
der Bank. Ofenloch=Finthen wünſcht Angabe von den
denen Beunruhigungen ſchon im rein genoſſenſchaftlichen
(Lachen!) Um auch den Anſchein’der Unparteilichkeit zu
ingefähr zu erwartenden Verluſten, damit den Genoſſen=
Intereſſe, ſowie im Intereſſe unſerer Bank vorzubeugen
vermeiden, ſchlage er vor, den Vorſitz einem Mitgliede
ſchaften mitgeteilt werden kann, wie ſie ſtehen, damit end=
Durch dieſen Vergleich iſt ein Geſchäftsanteil bei der Ver=
der
Verſammlung zu übertragen. (Beifall!) Es wurde
lich wieder Beruhigung in die ländlichen Kreiſe kommt.
wvaltungs= und Verwertungs=Geſellſchaft für Immobilien
hierauf als Vorſitzender Bürgermeiſter Feldmann=
Was geſchehe mit den von den Schuldnern eingehenden
m. b. H. in Frankfurt a. M. in Höhe von 100000 Mark in
Armsheim gewählt, der die Wahl mit Dank annahm.
Geldern? Es ſollte ermöglicht werden, daß dieſe Gelder den
unſeren Beſitz gekommen, und wir ſind ferner an Stelle
Graf=Büttelborn beantragt, den Punkt 8 der Tagesord=
totleidenden
Genoſſenſchaften entweder zur Zentralkaſſe
der Konkursmaſſe Nieder=Modau der Verwaltungs= und
nung: Wahl einer Kontrollkommiſſion als Punkt 1 zu
berſchrieben oder aber ausgezahlt werden. Da vom Vor=
Verwertungs=Geſellſchaft gegenüber in ein Schuldverhält=
behandeln
. Der Vorſitzende ernennt ſodann als Stimmen=
ſtand
niemand in der Lage war, über Einzelheiten der
nis getreten für diejenigen Beträge, die bei endgültiger
zähler Ofenloch=Finthen, Hallmann=Offenbach, Beiß=St. Jo=
Bilanz Auskunft zu geben, möchte er beantragen, daß in
lbwickelung des Konkurſes die Verwaltungs= und Ver=
hann
und Philippi=Friedberg Schilling=Mühlheim
Zukunft 14 Tage vor jeder Verſammlung eine Kommiſſion
wertungs=Geſellſchaft aus Bürgſchaften und Ausbietungs=
ſchließt
ſich dem Antrag des Herrn Graf inſofern an, als
die Bilanz einſieht, damit wenigſtens jemand in der Lage
Larantien zu fordern gehabt haben würde. Nach den Bi=
er
bittet, den Punkt 8 nach Punkt 1. Vorlage der Bilanz,
Bill=
iſt
, etwas über die Bilanz mitteilen zu können
lanzen der Verwaltungs= und Verwertungs=Geſellſchaft ha
der Verluſt= und Gewinnrechnung uſw. zu verhandeln.
Aſtheim möchte wiſſen, wie es kam, daß die Forderung
dieſelbe mit einem Verluſt zu rechnen, der ungefähr zwei
Rechtsanwalt Dr. Goldſchmidt=Worms ſtellte hierauf
an die Reichsgenoſſenſchaft, die ſchon ſeit zwei Jahren ſich
Drittel der Geſchäftsanteile beanſprucht. Wir ſind deshall
folgenden Antrag: Es wird beantragt, zur Prüfung der
in ſtiller Liquidation befindet, um 1½ Millionen Mark er=
zu
dem Entſchluß gekommen, unſere
Beteiligung mit
Bilanz nebſt Gewinn= und Verluſtrechnung, und der Ge=
Göttmann=Höchſt führt das gleiche
höhen konnte
100000 Mark bei dieſer Geſellſchaft bis auf 1 Mark abzu=
ſchäftsführung
eine Reviſionskommiſſion nach § 266 des
aus, ebenſo Rechtsanwalt Windiſch=Michelſtadt.
ſchreiben. Für unſere vorausſichtlichen Verluſte im Kon=
H. G.=B. zu beſtellen, die auch mit der Aufgabe befaßt wird
kurſe Nieder=Modau und für die uns an Stelle der Kon=
Direktor Zobel möchte doch richtig ſtellen, daß die
zu prüfen, wen die Verantwortlichkeit für die eingetretenen
kursmaſſe durch den Vergleich gegenüber der Verwaltungs
Reichsgenoſſenſchaftsbank ſich nicht ſeit zwei Jahren in
Verluſte trifft und die einer ſpäteſtens im November 1913
und Verwertungs=Geſellſchaft erwachſenen Verpflichtungen
Liquidation befindet, ſondern erſt ſeit 13. oder 14. Sep=
einzuberufenden
Generalverſammlung Bericht zu erſtatten
haben wir 300000 Mark abgeſchrieben bezw. zurückgeſtellt.
tember 1912. Daß die Forderungen noch um 2 Millionen
und Vorſchläge zu machen hat. Die Kommiſſion iſt durch
Etwaigen Verluſten aus unſeren anderen Geſchäftsver
anwuchſen, geſchah nicht durch Nachläſſigkeit oder Leicht=
drei
in dem ländlichen Genoſſenſchaftsweſen ſtehende: Per=
bindungen
, beſonders an einer Genoſſenſchaft in Ober=
fertigkeit
von Vorſtand und Aufſichtsrat. Wer kannte die
ſonen, und von je einer aus jeder Provinz zu ergänzen,
heſſen und einer in Starkenburg, haben wir vorerſt durch
Lage der Reichsgenoſſenſchaftsbank beſſer und wer konnte
ſowie berechtigt, ſich auf 10 Mitglieder zu ergänzen,
eine Rückſtellung von 200000 Mark Rechnung getragen
s beſſer beurteilen ob es notwendig war, ſeitens der Ge=
owie
Sachverſtändige zuzuziehen und auch durch dieſe
Hinſichtlich des Wertes unſerer Buchforderungen an die
noſſenſchaftsbank der Reichsgenoſſenſchaftsbank weitere
die Reviſion vornehmen zu laſſen. 2. Die Beſchlußfaſſung
Reichsgenoſſenſchaftsbank in Höhe von ungefähr 8 Mil=
Kredite zu gewähren, als mein zurückgetretener Kollege?
über die Punkte 27 der Tagesordnung bleibt ſo lange
lionen und an die Verwaltungs= und Verwertungs=Geſell=
Lachen.) Ein ſicheres Urteil darüber zu fällen, ob es not=
ausgeſetzt
. Wir beantragen zu wählen 1. als konſultie=
chaft
von rund 5 Millionen Mark laſſen ſich beſtimmte
wendig war, weitere Gelder hinzugeben, dazu war nur
rendes Mitglied Herrn Geh. Finanzrat Bamberger, 2. als
ziffernmäßige Angaben zurzeit nicht machen. Es komm
Herr Ihrig imſtande. Er hatte durch die Satzungen als
ſtändige Mitglieder: Herrn Verbandsreviſor Seibert in
ganz darauf an, wie und wann die Reichsgenoſſenſchafts=
rſter
Direktor weitgehende Befugniſſe, unter umfangrei=
Wiesbaden, Herrn Landtagsabgeordneten Henrich, den Pro=
bank
ihre ſchwer zu veräußernden Beſitzteile abzuſtoßen in
cher Verantwortung. Dem zweiten Direktor iſt die Kaſſen=
kuriſten
der Landeshypothekenbank, Herrn Seip, Herrn
der Lage iſt, und welche erweiterte feſte Grundlage der
ührung unterſtellt, für die er voll verantwortlich iſt. Es
Rechtsanwalt Dr. Goldſchmidt=Worms, Herrn Rechts=
Verwaltungs= und Verwertungs=Geſellſchaft für ihren Be=
iſt
alſo hier eine Machtverteilung eingetreten, die nicht im
anwalt Dr. Mainzer in Darmſtadt.
trieb gegeben werden kann. Der Vorſtand und Aufſichts
Sinne des Geſetzes war. Da nun geſagt wurde, daß die
rat der Bank glauben aber jetzt ſchon der herrſchenden
Sanierung der Landw.=Kreditbank in vollem Gang ſei und
Hierauf ergriff Herr Direktor Zobel das Wort zum
wenig günſtigen Auffaſſung Rechnung tragen zu ſollen und
Geſchäftsbericht, der der Verſammlung gedruckt vorlag.
es notwendig ſei, der Reichsgenoſſenſchaftsbank als Meiſt=
ſchlagen
der Generalverſammlung zur Beſchlußfaſſung vor,
Er ſei durch das Ausſcheiden ſeines Kollegen an die Lei=
beteiligten
weitere Gelder zu geben, war es meine Ver=
weitere
Rückſtellungen in Höhe von 1½ Millionen Mark
, meine Zuſtimmung zur weiteren Hergabe von
tung der Bank gekommen, ſehr wider ſeinen Willen
zu machen. Findet dieſer Antrag Annahme, ſo iſt gleich=
Arnold=Grüningen führte aus, daß dem Vorſtand und
Geld zu geben, ſonſt wäre es nicht zur ſtillen Liquidation,
zeitig über die Herabſetzung des Grundkapitals der Bank
Herr Ofenloch=
ſondern
zum Bruch gekommen.
Aufſichtsrat eine Entlaſtung nicht zuteil werden kann,
von 2½ Millionen auf 500000 Mark zu beſchließen.
ſolange nicht aufgeklärt ſei, ob die Vorſtands= und Auf=
Finthen fordert nochmals nähere Mitteilungen über die
ichtsratsmitglieder die Beſtimmungen des Geſellſchaftsver=
eventuell
zu erwartenden Verluſte, damit endlich Beruhig=
Ein Beſchluß, den Privatgläubigern das Geld auf
trages erfüllt hätten. Der Vertrag beſtimme, daß Kredite
ung in die Genoſſenſchaften kommt.
Anfordern auszuzahlen, wurde in der letzten Verſammlung
nur an Mitglieder und Geſchäftsfreunde gegeben werden
gefaßt. (Widerſpruch.) Es ſind dies aber keine bedeuten=
Bürgermeiſter Schuckmann=Bechtolsheim möchte
ſollen. Gehört die Reichsgenoſſenſchaftsbank zu dieſen Ge=
den
Summen. Alles in allem handelt es ſich um Einzel
wiſſen, wie es kam, daß die Vorſtands= und Aufſichtsrats=
ſchäftsfreunden
oder die V.=V.=G.? Iſt der Vorſtand und
beträge bis zu 8000 Mark. Das iſt doch auch unerläßlich
mitglieder gerade am 22. November 1912, am Tage des
der Aufſichtsrat um ſeine Genehmigung angegangen? Der
daß dieſen Gläubigern die Zahlungen geleiſtet werden, da
Vergleichs mit der Nieder=Modauer Konkursverwaltung,
der letzten Generalverſammlung vorgelegte Bericht war
onſt wegen Bagatellen der Konkurs der Genoſſenſchafts=
ihren
Austritt erklärten. Direktor Zobel erklärt, daß die
G

V
745

20

Ze
versessen Sie nie


fe
dass nach jedem Sportspiel die Abreibung mit kaltem Wasser gefährlich

ist, für die inneren Organe sowie für die Haut. Ein unschädliches Mittel,
das sofort Kühlung bringt und zugleich stärkt, ist 88 Eau de Cologne
Sie kann auf das heisse Gesicht ohne Bedenken aufgetragen
werden. Beseitigt den Staub, reinigt die Poren und benimmt


jede Haut-Ausdünstung.
Man verwende nur dier
(Eingetragene Schutzmarke
Geijedern
Blau-Gold-Etikette). Sehr aus-
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zu verk. Darmſtr. 43. p. (*14178sil G. Kanzler, Friſeur, Markſtr. 3.

[ ][  ][ ]

Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Inni 1913.
Seite 15.
Vorſtands= und Aufſichteratsmitglieder ihr Amt niedep
das äunßerſte ausgegueſcht waren, Es wurde inſolge dieſer
zu unerſchreiben, In den Auſchtörat wurden gewählt
legten, weil ihre Tätigkeit niemals verlangt wurde. Be=
Darſtellungen eine Dividende von 4 Prozent verteilt. Das
die Herren: Hönig=Michelſtadt, Köhler=Mühlheim, Bär=
ſtimmte
Summen des Verluſtes könne er nicht angeben, da
erhellte, wie die Bilanz aufgemacht wurde. Die Herren
Steinbuch bei Michelſtadt, Becker=Sprendlingen (Rheinh.),
man nur auf Schätzungen angewiefen fei. Er nehme an,
vom Vorſtand mußten in der Lage ſein, ſich über die Tat=
Mundorf=Gundersheim, Achenbach=Weinolsheim, Peter=
daß
die 200000 Mark, die für Verluſte in jenen beiden
ache zu informieren.
In dieſem einen Fall könne man
Stockheim, Keib=Wallenrod und Neeb=Nieder=Ohmen.
(
Vereinen angeſetzt ſind, in Wirklichkeit noch nicht aus=
aktenmäßig
die falſche Bilanzeinſtellung verfolgen, das läßt
Um 4 Uhr hatte die Verſammlung ihr Ende erreicht.
reichen. Weißmann=Höchſt frägt, war denn kein
ber mit Recht argwöhnen, daß vielleicht noch andere
lufſichtsrat da, der darum gefragt werden konnte und ge=
Poſten von ähnlicher Geſtaltung da ſind. Dr. Gold=
fragt
werden mußte, ob der Reichsgenoſſenſchaftsbank ein
chmidt ſchloß ſich dieſen Ausführungen an. Hierauf
Literariſches.
ſolch enormer Kredit eingeräumt werden ſollte? Herr Dr.
egründet Beifel=St. Ihhann ſeinen Antrag. Gegen
Die neue Rangliſte der Königlich
Fitting teilt mit, daß Herr Geheimerat Bichmann des
den erſten Teil des erſten Antrags habe er nichts zu ſagen.
Preußiſchen Armee und des 13. (Königlich Würt=
halb
von ſeinem Poſten eines ſtellvertretenden Vorſitzen=
Aber die Bildung, der Kommiſſion dürfe nur aus inter
embergiſchen) Armeekorps für 1913 mit den Dienſtalters
den zurückgetreten ſei, weil er niemals um Rat gefragt
eſſierten Genoſſenſchaftern erfolgen, die das Vertrauen in
liſten der Generale und der Stabsoffiziere und einem An=
wurde
und um nicht länger mehr nur in den Geſchäftsbe=
ie
Lande hinaustragen müſſen, daß jetzt endlich nichts
hange, enthaltend das Reichsmilitärgericht, die Maring= als Vorſtandsmitglied zu erſcheinen, während er
mehr verborgen ſei. Es würden dadurch bedeutende
Infanterie, die Kaiſerlichen Schutztruppen und die Gen=
im
übrigen ſich um nichts zu kümmern habe.
Koſten geſpart, wenn die Kommiſſion Juriſten und Bank=
darmerie
=Brigade in Elſaß=Lothringen, iſt ſoeben im Ver=
dierauf
wurde ein Schlußantrag gegen eine groß
fachmänner nur nach Bedarf zu den Sitzungen zuzieht.
age von E. S. Mittler u. Sohn, Berlin SW. 68, erſchienen
Minderheit angenommen. Beiſel=St. Johann ſtellt
Die Genoſſenſchafter müßten im eigenen Heim ſelbſt Ord
Preis: 7,50 Mk., in Leinwandband 9 Mk.). Sie wird
einen weiteren Antrag, eine Kontrollkommiſſion zu wählen,
-
Es ſprechen weiter Arnold=Grüning,
tung ſchaffen
bekanntlich als einzige amtliche Ausgabe in der Geheimen
wozu 10 Mitglieder gewählt werden ſollen, die den am
Dorſch=Wölfersheim, Klimſch=Lorſch und Weiß=
Kriegs=Kanzlei redigiert und ſchließt in dieſem Jahre mit
meiſten beteiligten Genoſſenſchaften angehören. Dieſer
mann=Höchſt.
Hierauf wird Schluß der zeitweiſe
dem Stand vom 6. Mai ab. Gleichzeitig liegt die im Ma=
Kommiſſion ſolle es überlaſſen bleiben, Bankfachmänner
türmiſchen Debatte beſchloſſen.
rinekabinett redigierte neue Rangliſte der Kaiſerlich Deut=
und Juriſten hinzuzuziehen. Rechtsanwalt Dr. Main
Nach einer Pauſe wurde erklärt, daß der erſte Antrag
chen Marine für das Jahr 1913 (2,75 Mk., in Leinwand=
zer
begründet hierauf den von ihm mitunterzeichneten erſten
dahin ergänzt wird, daß von jeder Provinz drei Mit=
band
3,50 Mk.) vor. Nicht nur bei der Armee und Marine
Antrag. Es ſollen für diefen Zweck nur unbeteiligte, un=
lieder
in die Kommiſſion gewählt werden.
Beiſel er
ondern auch im öffentlichen Verkehr und geſchäftlichen
abhängige Männer herangezogen werden. Die Kommiſſion
gänzt ſeinen Antrag dahin, daß 15 Mitglieder zur Kom=
Leben befinden ſich dieſe wichtigen Nachſchlagebücher tag
ſoll nicht nur den ſchriftlichen Bericht an das Amtsgericht,
miſſion gewählt werden. Da ſich Widerſpruch erhebt, er=
täglich
in Benutzung. Sie ſeien wegen ihrer Unentbehr=
ſondern
in der nächſten Generalverſammlung auch Bericht
folgte ſchriftliche Abſtimmung über die Anträge. Für den
ichkeit und praktiſchen Brauchbarkeit bei ihrem Neuerſchei=
an
die Mitglieder erſtatten. Es müſſe eine Kommiſſion
erſten Antrag ſtimmen 97 Genoſſenſchaften, für den zwei
nen wieder aufs beſte empfohlen.
mit beſonderen Rechten ſein, damit ihr Aufklärung gegeben
ten Antrag 228 Genoſſenſchaften, 3 Stimmen waren un=
-
Geſchichte von Nieder=Ramſtadt mit
werden muß. Das Mißtrauen gegen die heutige Bilanz
gültig. Nach dem Aktienkapital ſtimmen für den erſter
einem Beitrag zur Geſchichte des M.ühltals
ei vollauf berechtigt, denn ſie laſſe die Lage der Bank nicht
Antrag 745, für den zweiten Antrag 1619 Stimmen. Der
von Wilhelm Ludwig Friedrich, Dr. phil., Darmſtadt,
klar erkennen. Man hält zurück mit der Klarheit, ob ab=
weite
Antrag iſt ſomit angenommen. In dieſe Kommiſſion
ei Bergſtraeßer, 1 Mk. Lehrreiche Geſchichte eines grö=
ſichtlich
oder nicht, das ſei dahin geſtellt. Es ſei um ſo
verden gewählt: Für Starkenburg die Herren
zeren Dorfes mit zahlreichen adligen Gütern, vom Mittel=
mehr
nötig, genauer in die Bilanz hineinzuſehen, weil die
Schilling=Mühlheim, Graf=Büttelborn, Wetterhahn= Rim=
alter
an bis zur neueſten Zeit. Zugleich Beitrag zur Wirt=
letzte
Bilanz objektiv falſch ſei. Er wolle nicht behaupten, daß
bach Rücher=Groß=Zimmern, Göttmann=Höchſt
i. O.; für
chaftsgeſchichte des Amts Darmſtadt im 16. Jahrhundert
ſich Herr Direktor Zobel nicht in gutem Glauben befunden
Rheinheſſen: Schuckmann=Bechtolsheim, Michel=Albig
Zur Anſchaffung für Volks= und Vereinsbibliotheken ge
habe, Aber die Bilanz ſei tatſächlich gefälſcht, denn man
Schrödelſecker=Horchheim, Ofenloch=Finthen, Linckh=Ober
eignet.
habe Gelegenheit gehabt, ſich zu überzeugen. Man hat es
Hilbersheim; für Oberheſſen: Dorſch=Wölfersheim
gewagt die Forderungen an Nieder=Modau vollwer=
Bill=Nieder=Weiſel, Arnold=Grüningen, Pretorius=Hom=
Ratlos ſteht mancher da, wenn es ſich um ein
tig in die Bilanz einzuſtellen. Und als in der General=
berg
, Nieß=Lollar
geeignetes Geſchenk handelt. Mit Erbauungsbüchern dar
verſammlung die berufenſte Stelle, der Konkursverwalter
ſodann
Direktor
Becker=Wörrſtadt widerlegt
nan nicht immer kommen, denn dieſe werden zumeiſt von
Hoffmann auftrgt und Aufklärung geben wollte hat man
einige Gerüchte über Gehälter und Geldentnahme von
den nächſten Anverwandten, oft in überreicher Fülle
deſſen Bedenken mit einer nonchglanten Handbewegung
Gläuhigern nach dem Moratorium. Eine Firma ſoll
beſorgt. Für ſolche Fälle bietet ſich in den Spruch= und
über den Haufen geworfen. Man habe damals die Mit
00000 Mark ausgezahlt erhalten haben, in Wirklichkeit
Lebensfreude‟, Wollen und
Hedichtſammlungen
glieder wiſſentlich getäuſcht, es iſt ganz gleich, wen die
waren es 9239,30 Mark, eine andere 50000 Mark, de
Wirken und Unſer Leben herausgegeben von P. J.
Verantwortlichkeit trifft. Man ſtellte die 300000 Mark als
varen es 791,06 Mark und bei einer dritten ſollten es ſtatt
Tonger, die zu einem Band von 480 Seiten in kl.
vollwertig ein und erzählte, man habe Sicherheiten und
8144,21 Mark 100000 Mark geweſen ſein. Er gibt ſodann
Oktavformat vereinigt vorliegen (ſchön in Leinen geb.
Bürgſchaften dafür. Das war am 6. Mai 1912. Der Kon=
och
Aufklärung über die Sicherheiten, die die Genoſſen=
M. 2., in Kaliko mit Goldſchnitt M. 3., in Chagrin=
haftsbank
für ihre Forderungen an die Reichsgenoſſen
kurs Nieder=Modau wurde im Dezemßer 1911 eröffnet
eder mit Goldſchnitt M. 5., Verlag von P. J. Tonger
und die Konkursbilanz ſchloß mit einem Fehlbetrag von
haftsbank hat. Am 10. Juni 1912 war für eine Forde=
Köln a. Rh.), eine vorzügliche Gabe. Genannte Samm=
1½ Millionen. Die dem Konkursverwalter im April 1912
rung von etwas über 7 Millionen Sicherheiten in Höhe
ung, von denen in den Einzelausgaben bereits über
on 18 181000 Mark vorhanden. Es entſpann ſich hierauf
bewilligte Vorſchußberechnung ſetzte die Beitreibungs=
300000 Exemplare abgeſetzt wurden, bilden einen wahren,
umme für jeden Genoſſenſchafter auf 200000 Mark feſt
ine längere Diskuſſion über die Wahl des Aufſichtsrats
für das ganze Leben berechneten Schatz.
und da ſah man immer noch die Unterſchriften der Bürgen
wobei Becker=Wörrſtadt nochmals die noch ausſtehenden
ils gut an, die als Mitglied von Nieder=Modau auf
13 Kaſſen mit 212 000 Mk. Forderungen bat, das Moratorium.
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[ ][  ]

Nummer 126.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Inni 1913.
Seite 16.
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