Darmstädter Tagblatt 1913


30. Mai 1913

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A




Inſerate
Abonnementspreis
176. Jahrgang

werden angenommen in Darmſtadr.
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
verbunden
mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu. 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. Bei
u, 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
1913.
Freitag, den 30. Mai.
N 124.
oberten Gebiete berückſichtigt zu werden.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Expoſé des Miniſter=
Alle angeführten Gründe veranlaßten uns, eine Reviſion
des Vertrages zu fordern, mit Rückſicht darauf, daß er
präſidenten Paſitſch über die
bereits Aenderungen erfahren hat, die mit ſeinem ur=
ſprünglichen
Wortlaut nicht übereinſtimmen. Wenn auf
Das Wichtigſte vom Tage.
äußere Lage.
beiden Seiten der gute Wille vorhanden iſt, der ſich bei
Abſchluß des Vertrages zeigte, dann wird auch der von
* In der ſerbiſchen Skupſchtina beantwortete
Im Nieder=Modauer Bankkrach=Prozeß
uns verlangten Reviſion des Vertrages und damit einem
Miniſterpräſident Paſitſch die Interpellation über die
beantragte der Staatsanwalt gegen Kommerzienrat
Zuſammengehen bei der Verteilung des eroberten Terri=
toriums
nichts im Wege ſtehen, und es wird ein neues
äußere Politik der Regierung mit einem Expoſé
Ihrig eine Geſamtſtrafe von 1 Jahr Gefängnis
Einverſtändnis in ebenſo freundſchaftlicher Weiſe erzielt
über die äußere Lage und die ſerbiſche Politik
und 3000 Mark Geldſtrafe.
werden, wie das urſprüngliche, das zum Kriege und zu
vom Beginn des Krieges bis zum gegenwärtigen Augen=
In den nächſten Tagen findet in Berlin eine Konfe=
ruhmvollen
Siegen führte.
blick unter beſonderer Berückſichtigung der augenblick=
Drittens will ich noch einige Fragen berühren, die
renz der Finanzminiſter zur Beratung der
zwar von den Interpellanten nicht erwähnt worden ſind,
lichen Beziehungen zu Bulgarien. Nachdem der Mi=
Deckungsfrage ſtatt.
aber mit unſerer augenblicklichen politiſchen Lage im eng=
niſter
betont hatte, daß er den vollen Inhalt des Ver=
ſten
Zuſammenhang ſtehen. Zunächſt die Teilung
Die Budgetkommiſſion des Reichstages
trages mit Rückſicht auf ſeinen geheimen Charakter nicht
der eroberten Gebiete. Sie kann nicht ſtreng nach
begann geſtern die Beratung des einmaligen Wehrbei=
mitteilen
könne, entwarf er ein Bild von der politiſchen
ethnographiſchen Grundſätzen durchgeführt werden, weil
trages.
Mazedonien ethnographiſch ſo gemiſcht iſt, daß man auf
Lage, die zum Kriege führte.
Die Erſte Kammer der Reichslande nahm mit
Grund einer ethnographiſchen Scheidung keinen lebens=
Ueber die Stellung der Großmächte ſagte
fähigen Balkanſtgat ſchaffen könnte. Die Grenzen, Ser=
allen
gegen 5 Stimmen einen Antrag an, der ſich gegen
Miniſter u. a.: Die Großmächte hätten allerdings
der
biens in Mazedonien müſſen daher ſo gezogen werden,
in
am Anfange des Krieges ihr territoriales Desintereſſe=
die
Einführung von Ausnahmegeſetzen
daß ſie unſeren wirtſchaftlichen und ſtaatlichen Intereſſen
ment erklärt, trotzdem hätten ſie Serbien gerade jene Ge=
Elſaß=Lothringen richtet.
entſprechen. Ueberdies iſt zu bedenken, daß alle dieſe
biete weggenommen, die zu dem alten Serbenreiche ge=
mazedoniſchen
Gebiete einſt ſerbiſch waren, von den Tür=
Graf Zeppelin hat die Abſicht, mit dem Paſſagierluft=
hörten
und für Serbiens politiſche und wirtſchaftliche
ken erobert und jetzt von Serbien zurückerobert worden
Unabhängigkeit unbedingt notwendig wären. Serbien
ſchiff Sachſen am 9. Juni eine Fahrt von Ba=
ſind
. Alle dieſe Momente beſtätigen unſere Auffaſſung
habe ſich gutwillig gefügt, indem es erklärte, daß es dafür
den=Baden nach Wien zu unternehmen.
und drängen kategoriſch zu der von uns geforderten Re=
von
den Großmächten einen Erſatz auf anderer Seite
viſion unſeres Vertrages mit Bulgarien.
Die belgiſche Kammer hat die Heeresreform
erwarte. Es dünkt uns, daß die Großmächte dadurch,
Dieſe Forderung wird den beſtehenden Bündnisvertrag
daß ſie den öſterreichiſchen Vorſchlag bezüglich Alba=
in
zweiter Leſung mit 104 gegen 62 Stimmen ange=
weder
lockern noch annullieren, denn gerade diejenigen,
niens ſich zu eigen machten, auf die ſchließliche Löſung
nommen.
die die Reviſion fordern, und das ſind wir, wollen im
der Balkanfrage verzichtet und einen Zuſtand geſchaffen
Grunde genommen das Bündnis erhalten; diejenigen
Wie aus Konſtantinopel gemeldet wird, iſt der Waffen=
haben
, der für ſie viele Jahre eine Quelle von Sorgen
aber, die gegen die Reviſion ſind, ſcheinen mir nicht ehr=
ſtillſtand
zwiſchen der Türkei und Bul=
und Unannehmlichkeiten bleiben wird. Mit dem end=
liche
Freunde unſeres Bündniſſes zu ſein. Serbien iſt
lichen Friedensſchluß mit der Türkei ſind keineswegs alle
garien auf unbeſtimmte Zeit verlängert worden.
auch in dieſem Augenblick noch von freundſchaftlichen Ge=
Fragen gelöſt. Auf der Tagesordnung ſtehen die Fragen
fühlen gegen den Bundesgenoſſen erfüllt, wo es die Re=
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.
über die Gebietsabgrenzungen der Balkanſtaaten unter=
viſion
des Bündnisvertrages fordert.
einander, von deren gerechter Löſung die weiteren Er=
Das Expoſé des Miniſterpräſidenten
folge und der Wohlſtand der Balkanvölker abhängt. Wir
hoffen, daß die Delegierten der Großmächte beſtrebt ſein
Paſitſch, das unmittelbar nach der Verleſung in der
Die Beratung der Wehrvorlage.
werden, die Schwierigkeiten, die für Serbien und die Ver=
Skupſchtina durch die Blätter verbreitet wurde, hat gro=
wirklichung
der Adriabahn aus der beabſichtigten Ab=
ßen
Eindruck hervorgerufen. Die als maßvoll, aber ent=
O Die Budgetkommiſſion des Reichstags=
grenzung
Albaniens erwachſen, aus dem Wege zu räumen.
hat die Wehrvorlage in zweiter Leſung faſt durch=
ſchieden
gekennzeichnete Sprache der Regierung in der bul=
Zu Bulgarien ſtehen wir als Verbündete in
ſer=
freundſchaftlichen
Beziehungen. Das
weg mit den bisher getroffenen Aenderungen angenom=
gariſchen
Streitfrage findet allſeitige Billigung. In den
biſch=bulgariſche Bündnis dient als Grundlage für den
men. Geblieben iſt es namentlich bei der Streichung von
Kreiſen der nationaliſtiſchen Partei wird indeſſen gegen
allgemeinen Balkanbund. Wenn ſich aber im Laufe der
drei Kavallerie=Regimentern, da nur vier Zentrums=
die
Regierung der Vorwurf erhoben, daß ſie in der bünd=
Reihn die Verhältniſſe und Tatſachen, auf denen der
abgeordnete für die verlangten ſechs Regimenter ſtimm=
nisfreundlichen
Haltung gegenüber Bulgarien zu weit ge=
Verkrag beruht, ändern, dann muß der Vertrag einer Re=
viſion
unterzogen und mit den neuen Tatſachen in Ein=
ten
. Daß zwei weitere Zentrumsabgeordnete im Wider=
gangen
ſei, und daß ſie ſchon früher die Oeffentlichkeit
klang gebracht werden, wenn der Wunſch nach einem wei=
ſpruch
gegen die volle Zahl der Vorlage beharrten, iſt nach
über den neuen dargelegten Standpunkt der ſerbiſch=bul=
Die Tat=
teren
Beſtande des Vertrages rege ſein ſoll.
den Auseinanderſetzungen, die in führenden Zentrums=
gariſchen
Beziehungen hätte informieren müſſen. Auf
ſachen, auf denen der Bündnisvertrag und die Militär=
organen
zugunſten der Regierungsforderung ſtattge=
dieſe
Unterlaſſung ſei insbeſondere die in der europäiſchen
konvention beruhen, haben ſich vor und während des
Krieges dermaßen geändert, daß nur diejenige Linie un=
öffentlichen
Meinung verbreitete irrige Auffaſſung zu=
ſunden
haben, nicht ohne Intereſſe. Beſonders eifriger
verändert geblieben iſt, welche die gewiſſen Bedingungen
Widerſpruch gegen die beanſpruchten ſechs Kavallerie= Re=
rückzuführen
, als ob Serbien eine Abänderung des Bünd=
der
ſerbiſch=bulgariſchen Grenze in Mazedonien dar=
gimenter
wurde von ſozialdemokratiſcher Seite erhoben.
nisvertrages verlangen würde, der tatſächlich, wie der
ſtelt die aber auf Grund der vertraglich vorgeſehenen
Miniſterpräſident darlegte, ſchon durch die Kriegsverhält=
Wenn von letzterer die Berliner Fürſtenbeſuche als ein
Tatſachen fixiert war. Infolge der totalen Aenderung
dieſer Tatſachen iſt dieſe Grenzlinie nicht aufrecht zu er=
niſſe
weſentliche Abänderungen erfahren habe. Die Na=
Zeichen der internationalen Entſpannung beurteilt wor=
halten
. Der Vertrag kann nicht in einem Punkte Gültig=
tionaliſten
ſind für nachdrückliche Vertretung des von der
den ſind, ſo läßt ſich dagegen nichts einwenden. Geradezu
keit behalten nach einer fundamentalen Wandelung aller
Regierung nunmehr eingenommenen Standpunktes.
lächerlich aber mutet es an, daß die Sozialdemokratie
anderen. Vertraglich ſind ſtrittige und unbeſtrittene Ge=
auch
heute es für angezeigt hielt, eine Verſtändigung mit
biete vorgeſehen. Im Falle der Teilung verlangt Ser=
bien
nur ihm nach der feſtgeſtellten Grènzlinie Zukom=
Frankreich in der Rüſtungsfrage zu empfehlen und den
Deuiſches Reich.
mendes, und Bulgarien müßte die Grenzlinie annehmen,
franzöſiſchen Chauvinismus zu bemänteln.=Dazu hätte
Die
wenn der Schiedsrichter ſich für dieſe entſcheidet.
-
Das Regierungsjubiläum des Kai=
man
ſich doch mindeſtens einen anderen Zeitpunkt aus=
erbiſch
=bulgariſchen Differenzen beſchrän=
ſers
. Für das Regierungsjubiläum des Kaiſers iſt fol=
ken
ſich nicht auf die Deutung der Anwendung des Ver=
ſuchen
ſollen. Iſt doch am Mittwoch bekannt geworden,
trages, ſondern drehen ſich um die Frage, ob der Vertrag
gendes Programm feſtgeſetzt: Der 15. Juni, der eigent=
daß
die franzöſiſche Kammer mit 386 gegen 165 Stimmen
noch ailt oder nicht, weil tatſächlich viele eingegangene
liche Tag des Regierungsjubiläums, der Todestag Kai=
die
für die Zurückbehaltung des dritten Jahrganges er=
Verpflichtungen unerfüllt geblieben, viele vertragliche
ſer Friedrichs, wird, wie ſchon früher erwähnt, in aller
forderlichen 234 Millionen Francs bewilligt hat. Die
Laſten und Pflichten nicht geleiſtet worden ſind und tat=
Stille begangen werden. Die Hauptfeierlichkeiten wer=
ſächliche
Kriegserrungenſchaften hauptſächlich durch die
Berner Verſtändigungsphraſen dürfen dieſem Kammer=
äußeren
Einflüſſe weſentliche Aenderungen erfahren
den ſich am 16. Juni abſpielen und offiziell mit der Gra=
beſchluß
wahrlich nicht an die Seite geſtellt werden.
haben.
tulation der deutſchen Bundesfürſten, die ſich an dieſem
Im Plenum des Reichstages ſoll die zweite Le=
Nach dem Vertrage hatte Serbien ein Anrecht auf
Tage ſämtlich um den Kaiſer ſcharen werden, einſetzen.
ſung der Wehrvorlage nach einem Beſchluß des
adriatiſches Küſtengebiet Es hat infolge des
Um 6 Uhr findet im Königlichen Schloſſe Galatafel ſtatt,
Einſchreitens der Großmächte dieſen Anſpruch im In=
Seniorenkonvents am 10. Inni beginnen. Es beſteht alſo
tereſſe des Bundesgenoſſen geopfert und ſonach Anſpruch
um 8 Uhr beginnt im Königlichen Opernhauſe die Gala=
die
Möglichkeit, bis dahin in der Budgetkommiſſion die
auf Erſatz dieſes Verluſtes. Die Größe der ſarbirchan
vorſtellung, bei der auf beſonderen kaiſerlichen Wunſch
Deckungsfrage einigermaßen zu klären. Auf das
Eroberungen in Mazedonien wiegt nicht den Verluſt an
der dritte Akt der Walküre zur Aufführung gelangt. Das
konſervative Drängen in der Sitzung der Budgetkommiſ=
politiſcher
und wirtſchaftlicher Unabhängigteit im Weiten
Regierungsjubiläum wird den Charakter einer Staats=
auf
. Dies iſt die wichtigſte Aenderung gegenüber dem
ſion hat der Schatzſekretär, indem er ſeine Ausführungen
Vertrage, die ganz unvorhergeſehen und deshalb
als
aktion tragen; die Gemahlinnen der Bundesfürſten blei=
mit
wachſender Beſtimmtheit machte, ſchließlich im Na=
höhere
Gewalt anzuſehen und bei der Verteilung der Er=
ben
den Feierlichkeiten fern, an denen von fürſtlichen Da=
men
der Reichsleitung erklärt, daß die Regierung bei dem
rberungen in Betracht zu ziehen iſt. Die zwei weſent=
men
nur die nächſten Verwandten des Kaiſerpaares teil=
Grundſatz bleibe: Keine Ausgabe ohne Deckung. Von der
lichſten Aenderungen des Vertrages wurden durch die
nehmen. Huldigungsfeſtzüge werden an dieſem Tage
Fortſetzung des Krieges nach dem Waffenſtillſtande her=
Durchführung dieſes Grundſatzes läßt das Zentrum ſeine
vorgerufen. Der Friede wäre damals möglich geweſen
nicht ſtattfinden. Erſt am folgenden Tage, am 17. Junt,
endgültige Stellungnahme zur Wehrvorlage abhängen,
wenn Bulgarien nicht Adrianopel und das weiter öſtlich
wird der Kaiſer einen Fackelzug der Berliner Studenten=
und es befindet ſich dabei anſcheinend in Uebereinſtim=
gelegene
Gebiet für ſich gefordert hätte. Obgleich der
ſchaft entgegennehmen, der zunächſt als der einzige Feſt=
mung
mit den Konſervativen. Iſt dieſe Haltung der
Hauptzweck des Krieges damals ſchon erreicht war=
brachte
Serbien dem Bundesgenoſſen vertragsmäßig nicht
zug dieſer Art die behördliche Genehmigung gefunden hat.
Rechten ernſt gemeint, dann hat es nicht viel zu bedeuten,
vorgeſehene Opfer, damit Bulgarien Adrianopel und
Da das Berliner Handwerk in der am 16. Mai ſtattgehab=
daß
die zweite Leſung der Wehrvorlage den Beratungen
Thrazien erhalte, was durch den Bundesvertrag nicht
ten Sitzung des Innungsausſchuſſes bereits Beſtimmun=
der
Deckungsvorlagen voranging. Gerüchte, die von fort=
vorgeſehen
war. Serbien glaubt dafür ein Recht auf
gen getroffen und ſich in umfaſſender Weiſe mit den nähe=
dauernden
Kompromißverhandlungen unter den Parteien
Erſatz auf anderem Gebiete erworben zu haben. Jetzt
iſt auch die Zeit gekommen, weitere Abweichungen zu
ren Vorbereitungen zu einem Huldigungsfeſtzug befaßt
umgehen, ſind nach Lage der Dinge glaubhaft. Ob jedoch
konſtatieren. Im Verlaufe des Krieges mußte Bulgarien
hat, an dem etwa 10000 bis 12000 Berliner Handwerker
in der Beſitzſteuerfrage jetzt noch ein Kompromiß erzielt
Hilſe von Serbien verlangen. Dieſe von Serbien gefor=
teilnehmen
ſollen, ſo iſt es vielleicht möglich, daß der
werden kann, darf man bis auf weiteres bezweifeln. Es
derte Hilfe war aber in dem Bündnisvertrag nicht vor=
Huldigungsfeſtzug ſpäter veranſtaltet wird. Eine Ent=
geſehen
. Von bulgariſcher Seite wurde hervorgehoben,
bleibt deshalb auch nach der heutigen Verhandlung der
ſcheidung hierüber iſt aber bisher behördlicherſeits noch
daß die Aenderung der Militärkonvention das Ergebnis
Budgetkommiſſion wahrſcheinlich, daß wohl der Wehr=
einer
Uebereinkunft der beiden Generalſtabschefs geweſen
nicht getroffen, und es wird von der Entſcheidung des
beitrag verabſchiedet, betreffs der Beſitzſteuerfrage aber
ſei. Somit hat Serbien durch das Plus der von ihm
Kaiſers abhängen, ob er in der Lage iſt, die geplante
höchſtens eine Art prinzipieller Klärung erreicht wird.
gebrachten Opfer zur Beſiegung des gemeinſamen Fein=
Huldigung des Handwerks perſönlich entgegenzunehmen.
des das Recht erlangt, bei der Verteilung der er=

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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 2.
Abg. Höffel begründete den Antrag und erteilte dem
Bekanntlich hatte der Kaiſer von vornherein ſeinen Wil=
verhetzenden
Treiben der Nationaliſten die ſchärfſte Ab
len dahin kundgegeben, daß beſondere feſtliche Veranſtal=
ſage
, wobei ihm ſämtliche Abgeordneten, mit Ausnahme
tungen aus Anlaß ſeines Jubiläums nach Möglichkeit un=
des
Abg. Blumenthal, beipflichteten. Abg. Blumentha
terbleiben ſollen
and den Antrag der Erſten Kammer widerſpruchsvoll
weil er dem Statthalter in einem Abſatze ein Vertrauens=
Konferenz der Finanzminiſter. Die
votum erteile, der Regierung jedoch im übrigen nur Miß=
Tägl. Rundſchau meldet aus Berlin: Die Finanzminiſter
trauensvotums ausſtelle. Statthalter und Regierung
von Bayern, Sachſen, Württemberg, Baden und Heſſen
eien aber auf Grund der Verfaſſung ſolidariſch. Redner
werden, wie von zuverläſſiger Seite beſtätigt wird, an
ommt dann auf die Reſolution der Zweiten Kammer
einem der nächſten Tage in Berlin eintreffen. Es ſind
über die Ausnahmegeſetze zu ſprechen und meint, nach 43
Jahren habe man das Bewußtſein erlangt, daß man ſich
weniger die bevorſtehenden Verhandlungen über
der
elbſt genüge. Dem ſtänden aber die herrſchenden Klaſſer
Wehrbeitrag, als vielmehr die Beſprechungen über eine
ntgegen, die ihre Vorrechte nicht aufgeben wollten. Abg
Verſtändigung in der Deckungsfrage, an denen ſich die
Laband hält die Beſchränkungen in dem mit viel zu gro=
Finanzminiſter beteiligen wollen. Dieſe Beſprechungen
zen Freiheiten ausgeſtatteten Preßgeſetz für Elſaß=
Lothringen für unbedingt erforderlich. Die Schutzmaß=
werden
in kürzeſter Zeit wieder beginnen und, wie man
nahmen gegen das nationaliſtiſche Treiben ſollten vor
annimmt, diesmal zum Ziele führen.
allem verhindern, daß die Deutſchen immer der Verhöhn
Ein Zentrumsantrag zum Wehrbei=
ung
der Hetzer preisgegeben ſeien. Staatsſekretär Zorn
von Bulach erklärte, daß von einer Wiedereinführung der
trag. Zur Deckung der Koſten der Wehrvorlage wurde
Diktatur keine Rede ſein könne. Die Schutzmaßnahmer
in der Budgetkommiſſion des Reichstages ein Zentrums=
ollten
gegen den böſen Geiſt errichtet werden, der ſich im
antrag eingebracht, welcher eine einmalige außerordent=
Schwere
Lande breit mache und die Jugend vergifte
liche Abgabe vom Vermögen vorſieht, die bei Vermögen
Vorwürfe erhob der Abg. Ruland gegen die Regierung
Dieſelbe ſei nicht frei von Schuld. Der Nationalis=
von
über 50000 Mark ¼ Prozent beträgt, bei Vermögen
nus wäre nach den Wahlen tot geweſen, die Regierung
von über 200000 Mark ½ Prozent, bei Vermögen von
habe ihn jedoch wieder in die Höhe gebracht durch Hinter
über ½ Million ¾ Prozent und bei Vermögen von über
treppenpolitik. Sie könne es nicht unterlaſſen, mit den
5 Millionen Mark 1 Prozent.
Für Einkommer
Nationaliſten zu regieren, obgleich ſie deren Vertrete
von jährlich über 7500 Mark wird für die Beitragspflich
öffentlich desavouiere. Staatsſekretär Zorn von Bulad
rat dieſen Behauptungen des Abg. Ruland in der ſchärf
tigen eine Einkommenſteuer vorgeſehen, welche 1 Prozent
ſten und beſtimmteſten Weiſe entgegen und erklärte, be
beträgt, und bei Einkommen über 15000 Mark 2 Prozent
der Regierung gebe es keine Hintertreppenpolitik. Er
bei Einkommen von über 30000 Mark 3 Prozent, bei Ein
müſſe es entſchieden ablehnen, daß die Nationaliſten Ein
kommen von über 40000 Mark 4 Prozent, bei Einkom=
luß
auf die Regierung hätten, und verlange von dem
men von über 50000 Mark 5 Prozent, bei Einkommen
Abg. Ruland Beweiſe für eine ſolche Behauptung. Abg
Ruland verſprach, der Regierung das betreffende Mate
von über 100000 Mark 7 Prozent und bei Einkommen
rial zu geben, vor der Oeffentlichkeit wolle er es nicht tun
von über 300000 Mark 10 Prozent ausmacht. Die Ab
Die namentliche Abſtimmung über die einzelnen Ab
gabe vom Einkommen ſoll nur ſoweit erhoben werden
ſätze hatten das Ergebnis der Annahme des erſten Ab
als der Beitragspflichtige nicht ſchon vom Vermögen als
ſatzes mit allen gegen die Stimmen der Abgeordneten
Einkommensquelle eine Abgabe zu entrichten hat. Wenr
Arnim und Blumenthal, Abſatz 2 mit allen gegen die
jemand mindeſtens 5000 Mark Mark Einkommen und
Stimmen der Abgeordneten Laband, v. Moßner, v. Arnim
gleichzeitig mindeſtens 30000 Mark Vermögen hat, ſoll der
und Fritſch, Abſatz 3 mit allen gegen die Stimmen von
Beitrag ½ Prozent betragen.
Laband, v. Arnim, v. Moßner, Fritſch und Blumenthal
-
Deutſch=ſchwediſche Vereinigung.
In
der ganze Antrag wurde mit allen gegen fünf Stim
Berlin hat ſich eine große Anzahl bekannter Perſönlick
men angenommen. Ferner wurde einſtimmig ein An=
keiten
aus den verſchiedenſten Städten Deutſchlands zu
der Amneſtierung, der wegen
trag angenommen
einer deutſch=ſchwediſchen Vereinigung zuſammengeſchlof
Verletzung der Wehrpflicht bis zum Jahre 1890 Beſtrafter
en, deren Zweck iſt, die gegenſeitigen Beziehungen zwi
verlangt. Unter den Zuſtimmenden befinden ſich die Ge=
ſchen
Deutſchland und Schweden auf dem Gebiete der
nerale a. D. v. Moßner und v. Arnim
geiſtigen und wirtſchaftlichen Kultur zu pflegen und zu
fördern. Gleichzeitig iſt in Stockholm eine ſchwediſch
Ausland.
deutſche Vereinigung mit den gleichen Zielen von bekann
ten einflußreichen ſchwediſchen Perſönlichkeiten ins Leben
Frankreich.
gerufen worden.
Die Wahlreform. Der Miniſter des Innern
--
Die Ausnahmebeſtimmungen für El=
Klotz erſuchte den Obmann des Wahlreformausſchuſſes
ſaß=Lothringen und die Erſte Kammer.
des Senates Clemenceau, die Debatte über die Wahl=
Die Erſte Kammer der Reichslande nahm mit allen gegen
reform am nächſten Donnerstag wieder aufzunehmen. Der
die Stimmen des Abg. Blumenthal und bei Stimment
Wahlreſormausſchuß wird in einigen Tagen über dieſes
haltung des Abg. Ruland das Beſoldungsgeſetz nach den
Anſuchen beraten.
Beſchlüſſen der Zweiten Kammer an. Das größte Inter
Heeresvorlage
Die Erledigung der
eſſe erregte in der Sitzung ein Antrag, der ſich gegen die
In parlamentariſchen Kreiſen verlautet, daß die Regie=
Ausnahmegeſetze richtet und der von 18 Mitgliedern der
rung feſt entſchloſſen ſei, die Heeresvorlage noch vor dem
Kammer unterzeichnet war. Der Antrag lautet wörtlich:
14. Juli in der Kammer wie im Senat zur Erledigung
Die Kammer verurteilt aufs ſchärfſte die die Inter
zu bringen. Ein Mitarbeiter des Echo de Paris teilt mit,
eſſen des Landes ſchädigenden und die Weiterentwickel
nehrere Miniſter hätten ihm erklärt: Entweder iſt das
ung der Verfaſſung hemmenden Umtriebe einzelner Po
Miniſterium geſtürzt oder das Militärgeſetz iſt vom Par
litiker und Journaliſten; ſie kann aber nicht anerkennen,
lament bis zum 14. Juli bewilligt. Die Regierung iſt
daß in deren Beſtrebungen der Meinungsausdruck de
elſaß=lothringiſchen Bevölkerung oder auch nur eines er
namentlich infolge der durch die Treibereien des allge
heblichen Teiles derſelben zu finden iſt, ſie hält vielmehr
meinen Arbeiterverbandes hervorgerufenen Kundgebun=
die
Bedeutung, die ihnen vielfach, namentlich außerhalb
gen, von der Ueberzeugung durchdrungen, daß die Mili
Elſaß=Lothringens, beigelegt wird für übertrieben
tärvorlage raſcheſtens zur Abſtimmung gebracht werder
2. Die Kammer iſt der Anſicht, daß es dem geſunden Sinn
der großen Mehrheit der Bevölkerung und dem Statt=
muß
, und nach der Aufnahme, welche die Rede des Mi=
halter
gelingen werde, auch ohne außerordentlichen Maß
niſterpräſidenten bei der ungeheuren Mehrheit der Kam=
nahmen
die von einer kleinen Gruppe ausgehende Stör
mer gefunden hat, ſind wir faſt ſicher, daß dieſelbe Mehr
ung der fortſchreitenden Entwickelung des Landes zu
heit trachten wird, die Debatte raſch durchzuführen
überwinden. 3. Die Kammer erſucht daher die Regier
ung, von der Weiterverfolgung ihrer Abſicht, Ausnahme=
Die Heereskommiſſion des
Senates
beſtimmungen bezüglich des Preß= und Vereinsgeſetzes
hat über die Kredite, die von der Regierung für die Zu
herbeizuführen, Abſtand zu nehmen, zumal dieſelbe auch
rückhaltung der Jahresklaſſe verlangt worden ſind, einer
in der loyal geſinnten Bevölkerung eine große Erregung
günſtigen Bericht erſtattet
hervorgerufen haben.
der perfideſten Weiſe angreift und verdächtigt: hinaus mit
ihnen aus euren Familien, ſonſt werdet auch ihr, fran
Der Chauvinismus in der franzöſiſchen
öſiſche Mütter und Väter, das erleben, was ich euch hie
Familie und dſe deutſche Erzieherin im
ſchildere Und die ganze Geſchichte iſt ſo amüſant und
pannend dargeſtellt, daß der Schriftſteller ſein Publikun
Ausland.
bis zu Ende feſſelt die armen jungen Ausländerinnen
(Von Dr. H. Heim=Darmſtadt.
die die franzöſiſchen Töchter in der Familie erziehen, unter
richten, überwachen, beim Spaziergang begleiten, werder
Der moderne franzöſiſche Chauvinismus begnügt ſid
es bald genug zu ſpüren bekommen, was der berühmte
nicht mehr damit, ſeine Hetzereien in der politiſchen Preſſe
Schriftſteller Prevoſt gilt für den beſten Kenner des
in Verſammlungen und im Theater loszulaſſen, er will
Frauenherzens und iſt ſeit einigen Jahren Mitglied de
nun auch ſeine Hetzarbeit in den Schoß der Familien
franzöſiſchen Akademie hier an ihnen geſündigt hat
tragen.
Die friedlichen Leutchen, die ſich ſonſt nur wenig mit
Der Inhalt des Romans läßt ſich in wenigen Worten
Politik beſchäftigen und die, die draußen in der Provin
erzählen. Vier junge Ausländerinnen ſind in vier mi
keine Gelegenheit haben, die politiſchen Hetz= und Spek
einander befreundeten Familien als Erzieherinnen tätic
takelſtücke auf der Bühne zu ſehen, die das Blut der Städter
Da iſt zuerſt die Engländerin, Miß Smith die hat ihre
zum Haß gegen alles Fremde aufpeitſchen ſollen die
Schülerin, Bertha, die einzige reiche Tochter eines Ban
Friedfertigen und Gleichgültigen, die ihre illuſtrierte Zei=
kiers
, ſo vollſtändig für ſich eingenommen, daß das junge
tungen und Familienzeitſchriften den politiſchen Blättern
Mädchen Vater und Mutter verläßt, als das Unglück übe
mit ihrem Parteigezänke vorziehen, auch dieſe ſollen für
die Familie hereinbricht und ſich mit ihrem Privatver
die chauviniſtiſchen Ideen erwärmt und mobil gemacht
mögen und Miß Smith nach der Riviera flüchtet. Die
werden. So wurde denn in der neueſten Zeit die Agitatior
Mutter ſtirbt vor Gram, Bertha darf ſie nicht ſehen, denr
in die Zeitſchriften hineingetragen, die ſich früher nie zum
Miß Smith leidet es nicht; der Vater wird zum Bettler
Werkzeug ſolch unſinniger Hetzereien hergegeben hatten:
die reiche Tochter überläßt ihn ſeinem Schickſal: Miß
Der franzöſiſche Chauvinismus feiert nun in manchen
Smith hat es ſo gewollt. Aber die böſe Engländerin
Blättern, die beſonders in Familien geleſen werden,
erntet ihren wohlverdienten Lohn: der alte Bankier ſucht
wahre Orgien. Sogar die beſte franzöſiſche illuſtrierte Zeitung
ſeine Tochter an der Riviera auf und drückt der zwiſcher
L’Illuſtration, bringt es fertig, ihren Leſern ein ſolch trau
hrem Mittagsſchläfchen und der Kognakflaſche ſchwanken
riges Produkt aufzutiſchen. Daß gerade dieſes Blatt ir
den Engländerin die Kehle zu geſchieht ihr ganz recht
das chauviniſtiſche Lager übergegangen iſt, iſt von großer
Magda iſt eine deutſche Erzieherin; ſie hat ſchon ſeit
Bedeutung. Die Illuſtration wird in hunderttauſenden
Jahren ein Verhältnis mit einem verkommenen oſt
von Familien geleſen, geht durch alle Leſezirkel, liegt in
preußiſchen Klavier= und Kartenſpieler, der ſich in Paris
allen Konditoreien und Gaſthöfen auf, und ſo wird der
herumtreibt. Magda erzieht die Tochter des Unterſtaats
daß und das Mißtrauen, das Marcel Prevoſt in ſeinem
ſekretärs im Kriegsminiſterium, und dieſem ſtiehlt ſie ir
letzten Machwerk ausſäte, das im April und Mai in der
einer ſchwachen Stunde ein hochwichtiges Schriftſtück, der
Illuſtration erſchien, tauſendfaches Unheil ſtiften.
Mobilmachungsplan für die Luftflotte, und geht damit
Marcel Prevoſts Roman Les Anges gardiens (die
nach London: ein politiſcher Skandal, ein paar hundert
Schutzengel) iſt ein ſchmutziger Tendenzroman ſchlimmſte
tauſend Francs für den Rückkauf der geſtohlenen Papiere
Sorte: er richtet ſich unmittelbar und aufs heftigſte gegen
und der Herr Kriegsminiſter iſt dafür geſtraft, daß er
die ausländiſchen Erzieherinnen in Frankreich, die er in
einen deutſchen Schutzengel in ſeinem Haus geduldet hat.

Nummer 124.
Spanien.
Ausgaben für Heer und Marine. Der
Finanzminiſter brachte in der Kammer den Budgetentwur
ein, welcher ſich von dem im Dezember des letzten Jahres
eingebrachten nicht unterſcheidet. Der Miniſter berechnete
die Staatsausgaben auf 1155, die Einnahmen auf 1200
Millionen Peſetas. Der Entwurf ſieht den Ankauf von
Artilleriematerial im In= und Auslande, den Bau vor
Kaſernen vor, wofür 15 Millionen angeſetzt ſind, ferne:
die Neuorganiſation der Truppeneinheiten, um, wie die
Begründung ſagt, der Heeresmacht Spaniens volle Wirk
ſamkeit zu geben, endlich den Bau eines zweiten Panzer=
geſchwaders
und Maßregeln zur Seeverteidigung
den
Religionsunterricht
in
Der
Volksſchulen. Im Senat interpellierte der Jaimiſt
Peyrelon die Regierung ausführlich über das Dekret, be=
reffend
den Religionsunterricht in den Volksſchulen, das
durch die Proteſtanten und Freimaurer herbeigeführt
worden war. Der Redner wurde zur Ordnung gerufen.
Miniſterpräſident Romanones erwiderte, das Geſetz ſei
lediglich eine Kundgebung des Geiſtes der Toleranz, von
der die liberale Partei durchdrungen und die feſt entſchloſ=
en
ſei, auf dieſem Wege zu verharren.
Belgien.
Militärgeſetzes
Annahme des neuen
Die Kammer hat in zweiter Leſung und damit end=
gültig
das neue Militärgeſetz angenommen. Die Mehr=
heit
betrug 104 gegen einige 60 Stimmen und drei Ent
haltungen und ſetzte ſich aus Mitgliedern aller Parteien,
von der Rechten bis zur Sozialdemokratie, zuſammen
Von den Neuerungen des Geſetzes ſeien die wichtigſten
noch einmal aufgeführt: Die allgemeine Dienſtpflicht
wird zur Regel, wenngleich immer noch wie früher zahl=
reiche
Befreiungen vorgeſehen ſind; indes ſollen dieſe ge=
ſetzlich
geregelt werden und nicht mehr wie bisher der
Willkür der Aushebungsbehörden überlaſſen bleiben. Dieſe
werden in ihrer Zuſammenſetzung ebenfalls geändert
Die Dienſtzeit der Infanterie bleibt wie bisher 15 Mo=
nate
. Der Plan eines Einjährigen=Jahres iſt fallen ge=
laſſen
worden. Die Heeresfriedensſtärke wird von 14000
uf 33000 Mann mindeſtens erhöht, jedoch bleibt es der
Kammer überlaſſen, die Stärke gegebenenfalls auf 100000
Mann zu erhöhen.
Kanada.
Die Flottenvorlage. Es wird beſtätigt, daß
der liberale Führer im kanadiſchen Oberhauſe, Sir George
Roß, erklärte, die liberale Mehrheit der Erſten Kammer
werde die Dreadnought=Bill zurückweiſen. Er ſtellte den
Antrag, das Haus wolle beſchließen, es hätte kein Recht
eine ſolche Bill anzunehmen, ehe ſie dem Urteil des Vol=
es
unterworfen worden ſei. Sir George Roß wies mit
Nachdruck darauf hin, die liberale Partei ſtelle ſich ja nur
auf denſelben Standpunkt, den die Konſervativen bei frü=
heren
Gelegenheiten einnahmen, daß nämlich, wenn wich=
tige
Vorlagen vor die Erſte Kammer kommen, erſt die
Nation durch eine allgemeine Wahl darüber zu entſcheiden
habe. Es darf nunmehr als ſicher angenommen werden,
daß das kanadiſche Oberhaus die Flotten=Bill der Regie=
rung
zurückweiſen wird
Japan.
Der Konflikt
mit den Vereinigter
Staaten. Die japaniſche Regierung hat offiziell er=
klären
laſſen, ſie werde verſuchen, den infolge der kalifor=
niſchen
Landgeſetzgebung mit den Vereinigten Staaten
entſtandenen Streitfall im Wege diplomatiſcher Verhand=
lungen
zu löſen. Demgemäß werde zunächſt bei dem
Oberſten Bundesgericht in Waſhington gegen die jüngſter
geſetzgeberiſchen Maßnahmen Kaliforniens Berufung ein=
gelegt
werden. Zur Begründung ihres Proteſtes beruf
ſich die japaniſche Regierung auf den zwiſchen ihr und
der Regierung der Vereinigten Staaten abgeſchloſſenen
Vertrag vom Jahre 1911, der durch das einſeitige Vor=
gehen
Kaliforniens verletzt worden ſei.
Von der Moralität des Herrn Miniſters und der meiſten
anderen franzöſiſchen Herrſchaften, die uns Prevoſt in
ſeinem Roman vorführt, gar nicht zu reden.
Sandra iſt Italienerin; jung, ſehr ſchön, aus alt=
adeliger
, verarmter Familie; ſie will den Sohn eines
reichen Porzellanwarenfabrikanten, in deſſen Familie ſie
Erzieherin iſt, heiraten; die Mama merkt etwas, Sandra
muß gehen, aber nicht ohne ein Päckchen mitzunehmen
das ſie im Schrank der Porzellanwarenhändlersgattin
fand; es enthält die Briefe, die der Herr Kriegsminiſter in
den letzten zwölf Jahren an die Madame geſchrieben hat
und die ſich weder auf die Luftflotte noch auf Porzellan
figuren beziehen. Die eine Hälfte dieſer Briefe ſendet
Sandra an den Porzellanfabrikanten, die andere an die
Gattin des ſchon ſo ſchwer heimgeſuchten Kriegsminiſters:
das Ergebnis iſt natürlich eine Trennung und Eheſcher
dung. Der Miniſter muß doppelt büßen ein warnen=
des
Beiſpiel für alle franzöſiſchen Staatsmänner in ähn=
icher
Lage, die Fremde in ihren Sold nehmen. Ob eine
ſo eindringliche Warnung wohl jenſeits der Grenze
nötig iſt
Der vierte Schutzengel Roſalie iſt ein armes, un
bedeutendes junges Weſen aus Luxemburg, brav, elternlos
naiv. Naiv iſt auch Monsieure le baron, deſſen Kinde=
ſie
erzieht und deſſen brave Frau ſie in der Haushaltung
unterſtützt. Nach wenigen Monaten geht monsieure I6
baron mit der braven Roſalie nach Braſilien. Für ihre
Vertrauensſeligkeit iſt die Frau Baronin ſchwer geſtraft.
Uebrigens ſoll dies eben erzählte Abenteuer ſich mit einer
Franzöſin als Schutzengel vor einigen Jahren wirklich
reignet haben; das ſchadet nichts, eine Ausländerin macht
ſich hier viel beſſe:
Und die Moral: Miniſter wie gewöhnliche Sterbliche,
beſonders aber die armen Ehefrauen werden ſich die fürch
terlichſten Strafen zuziehen, wenn ſie ausländiſche Erziehe=
rinnen
in ihre Familien aufnehmen. Laßt dieſe fremden
Mädchen
von denen neun Zehntel ihr Vaterland aus
Gründen, die ſie nicht geſtehen mögen, verließen , ſtun=
denweiſe
ins Haus kommen und ſo eueren Töchtern die
Sprache des fremden Landes lehren aber ja nicht dieſe
Perſonen im Haus, in der Familie ſchalten und walten

[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
* Berlin, 28. Mai. Geſtern abend fand zu Ehren
Intereſſe die Ehren=Sekretärin des von ihrer Familie in
der argentiniſchen Sondermiſſion bei Frau
Headingly bei Leeds (Nordengland) geſtifteten großen
Konſul Staudt ein Diner ſtatt, zu dem eine Reihe offi
Waiſenhauſes, Miß Whiting teil, die zurzeit zum
zieller und privater Perſönlichkeiten geladen waren. Der
Studium der Jugend=Fürſorge=Einrichtungen in Deutſch=
Direktor im Reichsamt des Innern Lewald begrüßte
and weilt
im Namen der Gaſtgeberin den außerordentlichen Bor=

100jährige Jubiläumsfeierlichkeiten des In=
ſchafter
Salas und ſprach den Wunſch aus, daß ſich durch
fanterie=Regiments von Lützow. Die Jubiläums=
einen
Beſuch die mannigfachen Beziehungen zwiſchen
eierlichkeiten ſtehen unmittelbar bevor und werder
Deutſchland und Argentinien noch mehr befeſtigen möch=
ingeleitet
durch eine Feſtaufführung im Stadttheater zu
ten. Dr. Salas drückte in ſeiner Erwiderung ſeine Be=
Aachen am 4. Juni. Einige Theaterplätze können noch
wunderung für den großen Aufſchwung aus, den Deutſch=
an
Regimentsangehörige abgegeben werden und ſind be
land in der jüngſten Zeit genommen habe. Nach dem
dem Vorſitzenden Karl
Bauer, Wilhelminenſtraße 21,
Diner fand ein Ball ſtatt, bei dem ſich die jungen argen=
erhältlich
. Der Eintritt
iſt für Regimentsangehörige ſrei.
tiniſchen Damen durch ihre Anmut auszeichneten.
Treue Mieter.
Der Darmſtädter Hausbe=
* Berlin 28. Mai. Nach Mitteilungen des Zen=
ſitzerverein
, e. V.,
Wilhelminenſtr. 19, hat den Herrn
tralkomitees für die Nationalſpende zum Kaiſer=
Gg. Büdinger, der bereits über 15 Jahre im Hauſe
ubiläum für die chriſtlichen Miſſionen in der
Schloßgaſſe 15 wohnt, ſowie die Geſchw. Antonie und
deutſchen Kolonien und Schutzgebieten
Berta Fuhr, die bereits 30 Jahre im Hauſe Hochſtr. 15
erfolgt der erſte vorläufige Abſchluß der Sammlungen
vohnen, als treue Mieter durch ein Anerkennungs=
am
1. Juni. Die Deputation des Zentralkomitees hat
reiben geehrt
ch
vorausſichtlich am 16. Juni Gelegenheit, das bisherige
Die Eröffnung der Bleichſtraße im direkten Durch=
Ergebnis der Spende dem Kaiſer zu überreichen. Gleich=
gang
zum neuen Bahnhof wurde geſtern nachmittag und
zeitig wird der endgültige Abſchluß der Sammlung im
im Abend durch eine
in Anbetracht der Veranlaſſung
Hinblick auf die preußiſche Kirchenkollekte am 15. Juni, ſo=
ſicher
originelle Feſtlichkeit gefeiert. Faſt ſämtliche Be
wie noch größere, während der Jubiläumsfeiern zu er=
vohner
der Bleichſtraße hatten ihre Häuſer beflaggt und
wartende Spenden bis zum 1. Juli verlängert.
zum größten Teile noch mit Blumen, Blattpflanzen und
*London 28. Mai. Der König und die
Birlanden geſchmückt. Am Ausgang der Bleichſtraß
Königin ſind heute abend 7 Uhr von Berlin kommend
nach dem alten Bahnhofsplatz prangte, in Girlanden über
hier eingetroffen. Auf dem Bahnhof hatten ſich zum
die Straße geſpannt, ein rieſiges Schild: Willkommen
Empfang der Herzog von Connaught, Prinz Arthur,
in der Bleichſtraße Im Auftrage der Bewohner
Staatsſekretär Grey und die Gemahlin des deutſchen Bot=
der
Bleich=, Kaſino= und Friedrichſtraße hatte Herr Guſtav
ſchafters eingefunden. Auf der Fahrt wurde das Königs=
Groß zu der Feier eine Einladung ergehen laſſen, in
paar von einer großen Volksmenge jubelnd begrüßt.
der es u. a. hieß: Die Bewohner der Bleich=, Kaſino= und
* Zarskoje Sſelo, 28. Mai. Der Kaiſer und
Friedrichſtraße, welche längere Zeit von jeglichem Durch=
die
Kaiſerin haben mit dem Großfürſt=Thronfolger
gangsverkehr ausgeſchaltet waren, wollen ihrer Freude
und den Großfürſtinnen=Töchtern und mit großem Ge=
und Dankbarkeit durch eine beſcheidene Feier, beſtehend
folge in Begleitung von Staatswürdenträgern und hoher
us einem Promenade=Konzert ausgeführt
Militärs die angekündigte 14tägige Reiſe aus Anlaß des
von der ganzen Kapelle des Leib=Dragoner=Regiments
300jährigen Jubiläums des Hauſes Romanow angetre=
Nr. 24, unter perſönlicher Leitung des Herrn Obermuſik
ten. Die Reiſe beginnt in Wladimir und ſchließt mit
meiſters Rühlemann, Ausdruck verleihen. Später
einem viertägigen Jubelfeſt in Moskau.
wird den bei den Durchbruchsarbeiten beſchäftigten Leu=
ten
, verteilt in den verſchiedenen Wirtſchaften, unter
Muſikbegleitung ein Freitrunk verabreicht. An die
Stadt und Land.
inder der Bewohner werden Brezeln verteilt. Die
Bewohner des unteren Stadtviertels vereinigen ſich dann
Darmſtadt, 30. Mai.
gleichzeitig mit den geladenen Gäſten bei einem Glas Bier
im Hotel Prinz Heinrich, und findet daſelbſt bei günſtiger
Ernennung. Regierungsbaumeiſter Heinrich
-
Dieſer Einladung ent
Witterung Gartenkonzert ſtatt.
Petry, zurzeit beim Hochbauamt Friedberg ver=
ſprechend
verlief die Feier ganz programmäßig. Den
wendet, iſt zum Stadtbauinſpektor in Halle
ernannt worden
a. d. S
Promenadekonzert folgte ein Umzug durch die Bleichſtraß

und Friedrichſtraße nach dem Reſtaurant Prinz Heinrich,
Wohltätigkeitsfeſt zum Beſten des Alice=
wo
das Komitee mit den geladenen Gäſten bei Garten=
Frauenvereins. Es wird uns mitgeteilt, daß Samstag,
konzert noch ein paar gemütliche Stunden verlebte. Hier
den 31. Mai, beim Märchenfeſt im Orangeriegarten
fanden ſich auch gegen 7 Uhr faſt vollzählig die Stadtver=
ſämtliche
Kindergruppen und Vorführungen kinemato
graphiſch aufgenommen werden. Die Aufnahme erfolgt
ordneten und mehrere Mitglieder der Bürgermeiſterei ein,
durch die bekannte Kinofirma Pathé freres auf Koſten
o Bürgermeiſter Mueller Beigeordneter Jäger uſw.
Reden wurden nicht gehalten
des Reſidenz=Kino=Theaters (Beſitzer Herr Alwin Fricke)
Kaufmänniſche Stenographen=Geſellſchaft Gabels=
Die Leitung der Kino=Aufnahmen hat Herr Profeſſor
Dr. Limmer übernommen.
berger. Die Abteilung Geſelligkeit der Kauf
Der geſamte Reinertrag
Stenographen=Geſellſchaft
aus der Verlegung der Films (den Vertrieb übernimmt
männiſchen
Gabelsberger veranſtaltet aus Anlaß des Darm
die Firma Pathé frères, Filiale Frankfurt a. M.) fließt
tädter Verbandstages am Sonntag, den 1. Jun
in die Taſche des Alice=Frauenvereins für Krankenpflege
einen Tanzausflug nach Arheilgen (Zum wei
im Großherzogtum Heſſen.
ßen Schwanen), wozu die anweſenden Kunſtgenoſſen, ſo=
Bei der Stellung der Stühle zu der Vorführung
wie Freunde und Gönner der Geſellſchaft freundlichſt ein=
der
Märchen=Feſtſpiele im Orangeriegarten hat ſich er=
geladen
ſind. (Siehe Anzeige
geben, daß eine größere Anzahl guter Sitzplätze ge=
Schlachtviehmarkt Darmſtadt. Schweinemarkt am
D
ſchaffen werden kann, als urſprünglich vorgeſehen war.
28. Mai: Auftrieb durch Händler 134 Schweine. Preiſe:
Es war deshalb möglich, noch weitere gute Sitzplätze zu
. Qual., ausgeſuchte Ware, per 50 Kilogramm Schlacht
tellen, ſo daß auch für Samstag nachmittag ebenſo wie
ewicht 72 Mark, 2. Qual. 71 Mark, 3. Qual. 6970 Mark.
für Sonntag in der Hofbuchhandlung von Bergſtraeßer
-
Reger Geſchäftsgang
Am 29. Mai wurden durch
noch eine beſchränkte Zahl von Plätzen zu haben iſt
Händler 119 Schweine aufgetrieben. Preiſe: 1. Qual.
Das 80jährige Beſtehen der Kleinkinderſchule
ausgeſuchte Ware, per 50 Kilogramm Schlachtgewicht
Mauerſtraße 5 wurde am Mittwoch nachmittag in
72 Mark, 2. Qual. 71 Mark, 3. Qual. 6970 Mark. Ge=
deren
mit Blumen und Grün geſchmückten Räumen mit
ſchäftsgang ruhig. Kälbermarkt am 29. Mai. Auf=
einer
ſchlichten Feier feſtlich begangen. Der Vor=
trieb
durch Händler 155 Kälber, Lebendgewicht 50 Kilo=
ſitzende
wies zunächſt in kurzen Worten auf den Segen
gramm 6466 Mark. Geſchäftsgang rege.
hin, der während der verfloſſenen 80 Jahre für die
C. Beendete Ausſperrung. Die am 9. März er
minderbemittelten Familien von der Kleinkinderſchul=
folgte
Ausſperrung der Maler= und Lackierer=
ausgegangen
iſt, gedachte ſodann in Dankbarkeit der
ehilfen hat dieſe Woche ihr Ende gefunden. Die
edlen Stifter und Aller, die die Anſtalt unterſtützt und
Einigung iſt dahin erfolgt, daß die Gehilfen im laufen=
gefördert
haben, insbeſondere der Großherzoglichen Herr=
den
Jahr 2 Pfennige mehr per Stunde erhalten und
ſchaften und der ſtädtiſchen Verwaltung und ſchloß mit
weiter 2 Pfennige mehr im nächſten Jahr, worauf im
dem Wunſche, daß die Schule, wie ſeither, auch weiter
Jahr 1915 eine abermalige Erhöhung um 1 Pfennig
hin blühen und gedeihen möge. Nachdem verſchiedene
per Stunde erfolgen wird. Vom nächſten Jahr an be
Verschen aufgeſagt, Spiele geſpielt und Liedchen ge=
ginnt
außerdem die Arbeitszeit erſt um 7 Uhr ſtatt bis=
ſungen
waren, wurden 187 Kinder mit Schokolade und
her um 6 Uhr
Gebäck, das Bäckermeiſter Riedel, Rundeturmſtraße,
in
2. Ein Ausreißer. Ein Soldat der 2. Kompagnie
hochherziger Weiſe geſchenkt hatte, bewirtet. Zum Schluß
des Inf.=Regts. Nr. 115 entfernte ſich geſtern von ſeinem
der wohlgelungenen Veranſtaltung erfreuten ſich die
Truppenteil. Er war zum Schießen auf den Schießſtand
Kleinen durch frohes Spiel im Schulgarten. Außer dem
ommandiert. Als der Unteroffizier mit ſeiner Abteilung
Damenausſchuß und den Herren des Vorſtandes der
vieder in die Kaſerne zurückmarſchieren wollte, war der
Kleinkinderſchule nahm an der Feier mit ſichtlichem
Hardiſt verſchwunden. Gegen Abend meldete ein Gerichts=
laſſen
! So wird alſo den ausländiſchen Erzieherinnen
gemacht und zur Wiederholung angehalten werden, bis
der Stuhl vor die Türe geſetzt
die Leiſtung fehlerlos erſcheint
Nun, unſere deutſchen Mädchen werden ſich zu tröſten
Wie ſoll aber das junge Mädchen, das in einer Fa=
wiſſen
, wenn eine Frau Kriegsminiſter oder eine Porzel=
milie
ſeine Mutterſprache zu lehren und zu ſprechen hat,
lanwarenfabrikantengattin oder andere hohe Herrſchaften
die fremde Sprache lernen oder ſich in ihr erſprießlich wei
ihre Dienſte nicht mehr in Anſpruch nehmen. Es gibt für
er bilden? Von den Kindern, die es unterrichtet, hört es
junge Mädchen, die die Arbeit nicht ſcheuen, auch in un=
eben
nur das ſtets mangelhafte Kinderfranzöſiſch; mit der
erem Vaterland ſchöne und lohnende Wirkungskreiſe. Mit
rwachſenen Familienmitgliedern kommt es nur ſelten in
dem ins Ausland gehen
iſt es übrigens eine eigene
Berührung. Das Kinder= und Lernzimmer ſind ſeine Wel
Sache, über die ich hier noch einige Worte ſagen möchte
was da zu lernen iſt, eignet es ſich ja wohl an, und
ſpeziell über den Auslandsaufenthalt junger Lehrerinnen
aher kommt es, daß junge Mädchen, die oft jahrelang
und Erzieherinnen. Wenn ein junges Mädchen ſein
unter ſolch ungünſtigen Verhältniſſen im Ausland weilten,
Examen beſtanden hat, möchte ſie gern ins Ausland
ſo wenig an ſprachlichem Gewinn mit nach Hauſe bringen
gehen, die Welt ſehen, die fremden Sprachen beſſer lernen,
ein paar Phraſen, die dem Geſpräch der Erwachſenen ab=
Geld verdienen. Das ſind alles ganz ſchöne, aber inner
gelauſcht ſind, die Unterhaltungsſprache der Kinderſtube
lich ſehr verſchiedene Beweggründe, unter denen das Stu=
das
iſt ſo gewöhnlich das Fazit des Aufenthaltes im Aus=
dium
der Fremdſprachen wohl im Vordergrund ſteht;
and. Viel verlorene Zeit und Mühe
denn mit dem Geldverdienen iſt’s heutzutage in
da iſt es beſſer, das junge Mädchen erſpart ſich durch
Ausland nicht mehr weit her. Noch vor 20 Jahren wur=
ſeine
Arbeit im Vaterland ein paar hundert Mark, geht
den in England häufig Jahresgehalte von 12002000
ann ins Ausland in irgend eine gebildete Familie ir
Mark bei freier Station gezahlt; heute iſt die Hälfte dieſes
Penſion, nimmt Sprachunterricht, und nach wenigen Mo=
Gehaltes die Regel, in Frankreich iſt der Gehalt noch ge
naten hat ſie mehr gelernt und mehr geſehen, als andere
in ebenſoviel Jahren.
ringer, und oft genug werden Stellen au pair angeboten
Vor dieſen letzteren Stellen iſt ſchon oft und mit Recht
Nun noch ein Wort über Herrn Prevoſts Behauptung:
aus hier nicht zu erörternden Gründen gewarnt worden
neun Zehntel der jungen ausländiſchen Erzieherinnen ver
Von den paar hundert Mark aber, die vielleicht für harte
ließen ihre Heimat aus Gründen, die ſie nicht eingeſtehen
Arbeit im Ausland gezahlt werden, iſt in der Regel nicht
nögen. Ich kenne hunderte von jungen Mädchen, die ins
viel am Ende des Auslandaufenthalts übrig. Bleibt alſo
Ausland gegangen ſind, und keine einzige iſt darunter, die
ſich ihrer Beweggründe, die ſie veranlaſſen, zeitweilig die
das Studium der Fremdſprache und die Kenntnis des
fremden Landes. Am günſtigſten iſt in dieſer Hinſicht die
Heimat zu verlaſſen, zu ſchämen hätte. Wie ich ſchon oben
unge Dame geſtellt, die eine Stelle als Lehrerin an eine
ſagte, ſie wollen arbeiten, ſich weiter bilden, ein Stück Wel
ehen, das auf der Schulbank Erworbene gut nützen
öffentlichen oder Privatſchule findet; ſie kann in der Regel
uch wohl etwas Geld verdienen, um die Eltern vielleicht
nach ihren Schulſtunden, in denen ſie ja deutſch zu ſprechen
hat, mit einer Kollegin einen Austauſchunterricht arran=
zu
unterſtützen; ehrlichere und anſtändigere Beweggründe
ieren denn nur durch ſyſtematiſchen Unterricht durch
hat ſelbſt Herr Prevoſt nicht, wenn er ſich an ſeinen Schreib
Erklären, Korrigieren und Wiederholen kann eine Sprach
iſch ſetzt und in einem ſchlechten Roman eine ganze nütz
liche, fleißige, anſtändige Menſchenklaſſe beſchimpft. Wenn
gelernt werden: Die Kenntnis der Fremdſprache muß eben
er aber wirklich ſo viel ſchlechte Elemente unter den Schutz=
wie
jede andere Kenntnis erarbeitet werden; durch bloßes
ngeln hat kennen gelernt, wollen wir ihn um das Milieu
Zuhören lernt man nie und nimmermehr eine fremde
Sprache, ſowenig wie man durch bloßes Zuhören Muſil
in dem er ſo reichlich Gelegenheit zu derartigen Bekannt=
ſchaften
hat, nicht beneiden.
lernt: man muß unterrichtet, auf ſeine Fehler aufmerkſam

Seite 3.
iener von Darmſtadt der Kompagnie, daß ſich ein
der Gegend
Soldat mit der 2. Kompagnie=Troddel in
Pfungſtadt=Hahn mit Gewehr und Torniſter herumtreibe,
was dem Beamten auffallend vorkam. Es wurden ſofort
ofort zwei Unteroffiziere kommandiert, die den Ausreißer
mit Rädern verfolgten.
In Rodau wurde er von
einem Beamten und zwei Unteroffizieren feſtgenommen
und zur Garniſon zurückgebracht
* Konzertveranſtaltungen. Man ſchreibt uns: Kon=
zert
=Etabliſſement Hugenſchütz’ Felſen=
eller
. Jeden Dienstag und Freitag finden erſtklaſſige
Militärkonzerte ſtatt. Freitag, den 30. Mai, konzertiert
die vollzählige Kapelle des Großh. Heſſ. Artillerie= Regi=
ments
Nr. 61 unter Herrn Obermuſikmeiſter M. Webers
Leitung. Das Programm ſieht diesmal einen Soliſten=
Abend vor, wobei die Herren Ehlers (Cornet à Piſton)
Krumbach (Trompete)
Müller (Tenor) und Stöckner
(Fylophon) echt Künſtleriſches leiſten werden. (S. Anz.)
Chauſſeehaus, Heidelbergerſtraße 89.
Die eingeführten Wochenkonzerte erfreuen ſich gu=
ten
Beſuches und bieten den Beſuchern gute Unterhaltung.
Auch heute abend findet wieder Gartenkonzert ſtatt. (Siehe
Anzeige.
Im Brauerei=Ausſchank Fay,
Alexanderſtraße 23, findet heute, Freitag abend, ein
Gartenkonzert ſtatt, ausgeführt von einer Abteilung
er Kapelle des Leibgarde=Regiments. Ein ſehr abwechs=
ungsreiches
Programm wird den Beſuchern einige ge=
nußreiche
Stunden bereiten. (Siehe Anzeige.
14jähriges Stiftungsfeſt des Darmſtädter
Wingolf‟
* Am 27. und 28.
d. M. feierte der Darmſtädter
Wingolf ſein 14jähriges Stiftungsfeſt. Zu Beginn des
Feſtes fand am 27. Mai im Perkeo die Begrüßungs=
kneipe
ſtatt. Der nächſte Morgen ſah die Verbindung be=
eits
um 6½ Uhr auf der Marienhöhe, wo durch die An=
ſprache
eines ihrer Alten Herren auf die Bedeutung und
den Ernſt des Feſtes hingewieſen wurde. Nachdem dann
der gemeinſame Morgenkaffee auf der Ludwigshöhe ein=
genommen
war, begab man ſich, teils zu Fuß, teils mit
der elektriſchen Straßenbahn, wiederum nach Darmſtadt,
wo ſich alle um 10 Uhr zum Ständerling vor dem Haupt=
vortal
der Techniſchen Hochſchule wieder zuſammenfan=
den
. Hieran ſchloß ſich ein gemeinſamer Bummel durch
die Stadt mit anſchließendem Frühſchoppen im Perkeo
Um 1 Uhr fand das Feſteſſen im Perkeo ſtatt, und
im Nachmittage wurde den Bundesbrüdern, die in gro=
ßer
Anzahl, beſonders aus Gießen und Heidelberg, aber
auch aus Bonn und Stuttgart, herbeigeeilt waren, die
Stadt und die nähere Umgebung derſelben gezeigt, bis
chließlich um 8½ Uhr der große Kommers, der den Gipfel=
punkt
des Feſtes bildete, alle wieder vereinigte. Der Kom=
mers
verlief zu allgemeiner Befriedigung und fand in der
erhebenden Feier des Landesvaters einen würdigen Ab=
ſchluß
. Die Verbindung hatte die Ehre, als Vertreter des
Akademiſchen Lehrkörpers Herrn Major a. D. H. v. Pfiſter=
Schwaighuſen und Herrn Profeſſor Dr.=Ing. E. Heide=
broek
in ihrer Mitte begrüßen zu dürfen. Herr Major
v. Pfiſter=Schwaighuſen, der im Namen des Akademiſchen
Lehrkörpers ſprach, brachte ein begeiſtert aufgenommenes
Hoch auf den Darmſtädter Wingolf aus.
Verſammlung des Ortsgewerbevereins.
. Der Ortsgewerbeverein hielt am Mittwoch abend
im gelben Saal des Reſtaurants Sitte eine gut beſuchte
Verſammlung ab, um zu der Frage der Errichtung
einer gemeinſamen Meldeſtelle
für die
Orts=und Innungskrankenkaſſen Stellung zu
nehmen. Das Verſicherungsamt der Stadt Darmſtadt hatte
unter Hinweis auf die am 1. Januar 1914 in Kraft treten=
den
neuen Beſtimmungen der Reichsverſicherungsordnung
den Ortsgewerbeverein um eine Aeußerung angegangen,
ob die ſeit 1884 beſtehende Meldeſtelle (Waldſtraße 6) als
olche weiterbeſtehen oder man von der Errichtung abſehen
d. h. die gemeinſame Meldeſtelle mit dem 31. Dezember
913 eingehen laſſen ſoll. Wie ſchon mehrfach bei derartigen
allgemeinen Fragen, ſo hatte auch diesmal der Gewerbe=
verein
die übrigen gewerblichen Korporationen und In=
nungen
eingeladen, um dieſe Angelegenheit gemeinſchaft
lich zu beraten. Mit wenigen Ausnahmen waren den
auch Vertreter erſchienen, denen der Vorſitzende des Ge=
werbevereins
Herr Stadtverordneter Sames, in großen
zügen einen Ueberblick über das Krankenkaſſenweſen gab und
das geſamte Verfahren eingehend ſchilderte. Insbeſondere
äußerte er ſich zu der Frage: Bringt die Aufheb=
ung
der gemeinſamen Meldeſtelle den Ar=
eitgebern

Nachteile? und verwies dabei au
eine Aeußerung des Vorſitzenden der ſtädtiſchen Reviſions
ommiſſion, die die Vereinigte Ortskrankenkaſſe wochen
lang einer eingehenden Prüfung und Reviſion nach allen
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, den 28. Mai.
Maria Stuart.
W-l. Die Saiſon wurde heute mit der Aufführung
von Schillers Maria Stuart geſchloſſen, die vor
auffallend ſtark beſetztem Hauſe ſtattfand. Einen großen
Prozentſatz des Publikums ſtellte die weibliche Jugend.
die Titelrolle ſpielte die frühere Darſtellerin, Frl. Oſter,
vom Hoftheater in Dresden, als Gaſt, die die unglückliche
Schottenkönigin ſehr ſympathiſch verkörperte und in den
leidenſchaftlichen Szenen durch ihr prachtvolles Tempera=
ment
von hinreißender Wirkung war, beim gedämpften
Sprechen aber oft der Akuſtik des Hauſes nicht genügend
Rechnung trug, ſo daß man vieles nicht verſtand. Frl.
Alſen war das erſehnte Glück beſchieden, das der ge=
hichtlichen
Maria verſagt geblieben iſt, früher die ge=
fangene
Schottenkönigin ohne Thron und Land, hatte ſie
ictzt Englands Thron beſtiegen und nahm mit Würde
ind Stolz ihren neuen Platz ein: mehr als unnahbare
ungfräuliche Majeſtät, denn als die Komödiantin auf
em Throne, als welche der Dichter ſie gezeichnet hat. Zu
oben iſt die ſprachtechniſche Behandlung ihrer Rolle. Einen
Mortimer, wie ſich der Dichter ihn gedacht hat, ſchwär=
meriſch
bis zur Raſerei, mutig bis zur Tollkühnheit und
ielbewußt bis zur Todesverachtung, ſtellte Herr Ehrle
dar. Von den Räten der Königin war Herr Heinz als
Shrewsbury der ſympathiſchſte, Herr Weſtermanr
als Burleigh hatte unſeres Erachtens die Böſewichts=
maske
zu ſehr herausgekehrt, und Herr Baumeiſter
als Leiceſter war heute etwas matt. Die kleineren Rollen
der Hanna, des Sir Paulet und des Melvil waren durch
Frau Müller=Rudolph und die Herren Hacker
und Knispel gut beſetzt. Das Publikum ſpendete nach
edem Akt begeiſterten Beifall
Der prunkvolle Aufzug beim erſten Auftreten der =
nigin
Eliſabeth war heute zum erſten Male fortgefallen.
Beim Aufgehen des Vorhanges hatte die Königin be=
reits
den Platz auf ihrem Thronſeſſel-eingenommen.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 4.
4678 erhöht. Direktor Volk=Mainz erſtattete hier=
Seiten hin unterzogen habe. Danach erſcheint die Einrich=
auf
den Kaſſenbericht. Auf Antrag des Kaſſenprüfers
ung, daß die gemeinſame Meldeſtelle nicht mit der Orts=
Kriminalkommiſſars Becker=Offenbach, wurde Direk
krankenkaſſe vereinigt iſt und die Vereinigte Ortskranken=
tor
Volk Entlaſtung erteilt. Im Mittelpunkt der Tagung
kaſſe nicht die Originalmeldungen der Arbeitgeber, ſondern
tand das Referat des Bankdirektors Diehl=Offenbach
nur bogenweiſe Abſchriften des Melderegiſters erhält, nicht
über zweite Hypotheken, das im weſentlichen den
zweckmäßig. Hieraus ergibt ſich nun eine ganze Menge
der Bürgermeiſterei Offenbach unterbreiteten Vorſchlag
von Fehlern in der An= und Abmeldung und ſomit auch
der Ortsgruppe des Hanſabundes zur Beſchaffung von
in der Feſtſetzung der Beiträge und Leiſtungen, für welch
Darlehen an zweiter Stelle behandelte. Nicht um die
die Vereinigte Ortskrankenkaſſe nicht verantwortlich ge
Frage, worin und ob Schwierigkeiten bei der Beſchaffung
macht werden kann und deren Beſeitigung fortgeſetzt
dieſe
zweiter Hypotheken beſtehen, handle es ſich jetzt
für die Beteiligten oft unliebſame Hin= und Herſchreibe=
Frage dürfe als geklärt betrachtet werden , ſondern
reien, Fragereien und Laufereien erforderlich gemacht habe.
darum, was geſchehen ſolle. Dem Offenbacher Vorſchlag
Dieſem unerquicklichen Zuſtand könnte ein Ende gemacht
ſtellte er das ebenfalls bekannte Wiesbadener Projer
werden, wenn die Meldeſtelle mit der Vereinigten Orts=
gegenüber
, dem vom Standpunkt des Hausbeſitzers der
rankenkaſſe vereinigt würde, was ſeitens der letzteren aud
Vorzug zu geben ſei. Im Intereſſe der Stadt ſei dagegen
ſchon mehrfach angeregt worden ſein ſoll. Der Vorſitzende
das Offenbacher Projekt entſchieden günſtiger. Der Red=
der
ſtädtiſchen Reviſionskommiſſion glaube deshalb, die
ner behandelte zum Schluß noch die Riſikofrage, die nach
räumliche Vereinigung der gemeinſamen Meldeſtelle mi
dem Offenbacher Plan für die Stadt in Betracht zu ziehen
der Ortskrankenkaſſe befürworten zu ſollen. Nicht allein
ſei, und betonte als Ergebnis ſeiner Betrachtungen, daß
dieſe Ausführungen ſprächen jedoch dafür, die Meldeſtelle
für die Stadt jedes Riſiko ausgeſchaltet ſei. Nach dieſen
zu verlegen. Man müſſe weiter bedenken, daß die Abmel=
Ausführungen entſpann ſich eine lebhafte und lange De
dung von Krankenkaſſenmitgliedern zurzeit viel zu um=
batte
über die zweite Hypothekbeſchaffung, die Wert=
ſtändlich
ſei. Die Ortskrankenkaſſe müſſe überdies alsbald
chätzung und ſonſtige mit der Geldbeſchaffung zuſammen
zum Kartenſyſtem übergehen; hierzu und zu gewiſſen Sta=
hängenden
Fragen. Der Offenbacher Vorſchlag wird von
tiſtiken uſw. benötige ſie unbedingt die Original= Melde=
den
einzelnen Vereinen noch weiter geprüft und die =
bogen
. Zu beachten ſei ſchließlich noch, daß die Koſten de
ung der zweiten Hypothekenfrage angeſtrebt werden. Im
gemeinſamen Meldeſtelle von den Krankenkaſſen ſelbſt zu
weiteren Verlaufe der Verhandlungen wurden die An
tragen ſeien und dieſe auch aus dieſem Grunde ein Recht
träge des Offenbacher Vereins auf verſchiedene Satzungs
änderungen zur weiteren Beratung dem Vorſtande über=
hätten
, zu fordern, daß die Meldeſtelle mit der Kranken=
wieſen
und ſodann der Vorſtand für das neue Geſchäfts=
kaſſe
vereinigt werde. Unter Berückſichtigung all dieſer
Punkte müſſe deshalb eine gemeinſame Meldeſtelle für
ahr beſtimmt.
Offenbach, 29. Mai. Aus der Unterſuchungshaft vor=
überflüſſig
bezeichnet werden, da dann nur doppelte Arbei
geführt, erſchien geſtern vor dem Schöffengericht der
zu leiſten ſei
Diamantſchleifereibeſitzer Wilhelm Reuß
In der Diskuſſion, die ſich recht lebhaft geſtaltet, ſpre=
wig
von Hanau. Es wurden ihm drei Fälle von Unter=
chen
und ſchließen ſich den Ausführungen des Herrn Sames
chlagung und ein Betrugsfall zur Laſt gelegt. In aller
an die Herren C. F. Mahr, Dachdeckermeiſter Müller
Fällen handelt es ſich um Diamanten, die er ſich zu ver=
Bäckermeiſter Finger, Schreinermeiſter Thomge und Metz=
germeiſter
Appel, der insbeſondere im Intereſſe der Metz=
chaffen
gewußt und verſetzt oder verkauft hatte, um ſic
ger=Innungskrankenkaſſe die gemeinſame Meldeſtelle ab=
Geld zu verſchaffen. Im erſten Falle waren es zwei
lehnt. Für eine Beibehaltung der gemeinſamen Melde=
Paar Brillantohrringe im Werte von 2361 Mark, die ihm
ſtelle ſprechen die Herren Spengler= und Inſtallateurmeiſte
on der Firma Wilhelm Schwahn in Hanau in Kommiſ=
Pohl, Friſeurmeiſter Zimbrich und Zimmermeiſter Haury
ſion gegeben worden waren. Von der Firma Artur Loris
in Anbetracht der zentralen Lage der gemeinſamen Melde=
n
Antwerpen hatte er ſodann Diamanten im Werte vor
ſtelle und da es im Intereſſe der Aufſichtsbehörde zwecks
in
960 Mark und von dem Diamantenhändler Groß
Ausübung der Kontrolle liege. Nach weiteren Bemerkun
Frankfurt Rohdiamanten im Werte von 500 Mark erhal
gen wird alsdann mit überwiegender Mehrheit gegen
ten und alle dieſe Steine veruntreut. Am 19. Oktobe:
Stimmen die Errichtung einer gemeinſamen
kaufte er ſchließlich von dem Diamantſchleifer Kunz ir
Im Anſchluß hieran
Meldeſtelle abgelehnt.
Langenſelbold für 700 Mark Brillanten, die er aber auch
fand noch eine Ausſprache ſtait über die von der Heſſiſchen
chon nach 3 Tagen ins Pfandhaus trug. Kunz hat bis
Eiſenbahn=Aktiengeſellſchaft in Generalunternehm
jetzt weder einen Pfennig Geld noch die Brillanten zurück
ung ausgeſchriebenen Arbeiten für den Er=
erhalten
. Im großen und ganzen war der Angeklagt
weiterungsbau des Elektrizitätswerks. Der
geſtändig. Er erklärte, in Not gehandelt zu haben. Eine
Vorſitzende gab Mitteilung von den zugunſten des hieſiger
nicht unbedenkliche Rolle hatte in dem Schwahnſchen
Handwerker= und Gewerbeſtandes eingeleiteten Schritten
Falle ein Zeuge geſpielt, mit dem der Vorſitzende ein län=
die
zu dem Erfolg führten, daß die Arbeiten nunmehr noch
eres Verhör anſtellte. Der Gerichtshof berückſichtigte die
Der
mals und zwar getrennt ausgeſchrieben würden
bisherige Strafloſigkeit des Angeklagten, ſein Geſtändnig
Vorſtand des Gewerbevereins erledigte alsdann noch ver=
und die weit verbreitete und namentlich in Frankfurt und
ſchiedene Vereinsangelegenheiten
So erklärte er u. a.
auch in Hanau hervortretende Tätigkeit der ſogenannten
ſeinen Beitritt zu dem zu errichtenden Arbeitsamt unter
Schieber die die Notlage eines ſolchen Mannes wi
Feſtſetzung eines Beitrags. Die Art und Weiſe der von
die des Angeklagten ausnützen, um ihn auf Abwege zu
Großh. Oberförſterei gehandhabten Nutzholzverſteigerungen
drängen. Er ging weit unter den Antrag des Amts
erbrachte weitere Ausſprachen. Eine erneute Eingabe an
anwaltes hinunter, erkannte auf 7 Monate Gefängnis und
die Stadt wegen Ermäßigung des Gaspreiſes
hob auch den Haftbefehl ſofort auf. (O. Ztg.
für gewerbliche Betriebe wurde beſchloſſen und
Offenbach, 29. Mai. Der Haus= und Grundbeſitzer=
die
Sitzung ½12 Uhr geſchloſſen.
verein Offenbach verlangt in einer Eingabe an die ſtädti
ſchen Körperſchaften die Regelung der ſtädtiſchen
Waſſerbezugsverhältniſſe. Es wird darin als
s. Weiterſtadt, 29. Mai. Bei der Turnfahrt des Main=
unzuläſſig
bezeichnet, daß eine dem Gemeinwohl dienende
rodgaues in Biebesheim beteiligten ſich von der Turn=
ſtädtiſche
Einrichtung wie die Waſſerverſorgung als Er
gemeinde 10 Zöglinge und wurden alle mit dem Eichen=
werbsquelle
dienen muß. In den letzten acht Jahren
kranz geſchmückt. Bei dem Dreikampf bekam Johs. Vetter
habe die Verwaltung rund 2¼ Millionen Mark aus dem
den 6. Preis und bei der Sonderübung den 2. Preis, und
Verkauf des Waſſers herausgewirtſchaftet, auf Koſten
Valentin Wagner den 3. Preis zuerkannt. Mögen die Zög=
eines
einzelnen Standes, der dabei allein ſämtliche Riſi
linge der Turngemeinde im Eifer ſo weiter turnen
ken und Laſten zu tragen gehabt habe. Die wirtſchaft=
W. Gernsheim, 28. Mai. In der vorletzten Nacht
liche Ausbeutung der Waſſerverſorgung müſſe aufgegeber
wurde in dem Gaſthaus Zum Engel am Rhein ein=
und das Waſſer zum Selbſtkoſtenpreis abgegeben werder
gebrochen. Die Diebe drangen durch das Fenſter ein
und nahmen Zigarren, Eßwaren und Kleidungsſtücke mit.
Dreieichenhain, 29. Mai. Vorige Woche weilte Kri
Zum neuen Gemeinderechner wurde Herr Pfaff ge=
minalkommiſſar
Daniel aus Darmſtadt hier, um Unter=
wählt
. Der geſtrige Ferkelmarkt war ſehr ſtarl
uchungen zu erheben wegen Unterſchlagungen, die
in der Krankenkaſſe und der Kohlenkaſſe vorgekommen
beſucht. Die Preiſe waren hoch. Ferkel koſteten 39 bis
ind. Der betreffende Vorſitzende der Kaſſen iſt gleich
55 Mark, Einleger 125 Mark das Paar. Der nächſte Fer
kelmarkt findet am 9. Juni ſtatt.
eitig Gemeinderatsmitglied
Offenbach. 29. Mai. Unter dem Vorſitz von Architekt
WLampertheim 29. Mai. Vor einiger Zeit wurde
Schembs=Darmſtadt hielt der Verband der
ein
auf der Straße ſtehendes Kreuz von Bubenhand
heſſiſchen Hausbeſitzer Mittwoch nachmittag
beſchädigt. Die Gemeinde iſt nun angegangen wor
ſeine diesjährige Hauptverſammlung hierſelbſ
den, den Schaden wiederherzuſtellen. Das Mainzer ſozial
ab. Nach der Begrüßung durch den Vorſitzenden berich
demokratiſche Blatt hat ſich in einer ſehr zweifelhaften
tete Rechtsanwalt Dr. Merzbach=Offenbach über die
Art dagegen ausgeſprochen. Es ſchreibt u. a.: An Oſtern
Arbeit des Verbandes. Den Jahresbericht über
das
eien die Schulen in Lampertheim zu klein geweſen, un
zweite Verbandsjahr erſtattete Architekt Schembe
der
die Kinder alle aufzunehmen; hier täte eine Abhilfe mehr
wenig Erfreuliches über das abgelaufene Geſchäftsjahr
not. Wenn die Herren ihre Kruzifixe hergeſtellt haber
berichten konnte. Der Verdand nahm Stellung zu den
vollten, dann ſollten ſie dies ſelbſt bezahlen. Hoffentlich
verſchiedenen den Hausbeſitz betreffenden Fragen.
Die
lehne die Gemeindekommiſſion die Wiederherſtellung ab
Eingaben an das Miniſterium gegen die Erhöhung der
uſw. Dieſe Worte haben in den hieſigen Kreiſen eine
Schornſteinfegergebühren ſowie gegen den Landeswoh=
verechtigte
Entrüſtung hervorgerufen. Jeden
nungsinſpektor Gretzſchel hatten keinen poſitiven Erfolg.
falls iſt es keine Art, daß man die rohen Bubereien noch
Auch mit der Frage der zweiten Hypotheken hat ſich der
auf dieſe Art unterſtützt
Verband bisher nur mit negativen Ergebniſſen beſchäf=
W. Bürſtadt, 28. Mai. Der Streit der Maurer
tigt. Dagegen hat ſich die Mitgliederzahl auf
mit den Unternehmern iſt jetzt beigelegt. Der Lohn be=
König reſpektvoll zu helfen, und dem Droſchkenkutſcher ging
nun ein Licht auf, daß er keine gewöhnliche Fuhre ge
Feuilleton,
habt habe. Wer ſein Fahrgaſt war, erfuhr er nun auch
* Der König von England und der Droſchlenkutſcher
und das blanke Zwanzigmarkſtück, das ihm in die Hand
In Berliner Hofkreiſen wird von dem Aufenthalt des
gedrückt wurde, behob alle Zweifel
Königs Georg von England in Berlin eine nette kleine
CK. Die Saiſon der Vergeßlichkeit. Die Saiſon der
Geſchichte erzählt. Der König benutzte manche Minute, die
Fundbureaus hat begonnen; mit den warmen Tagen ſtei
die Feſtlichkeiten ihm frei ließen, um Berlin und das Ber=
gert
ſich auch alljährlich die Vergeßlichkeit der behaglich
liner Leben genauer kennen zu lernen. Aus dieſem Grund
Spazierenfahrenden, der nachdenklichen Wanderer, alle
erfolgte ſein überraſchender Beſuch auf der Grunewald=
derer
, die im Freien Erholung ſuchen und auf einer Ban
Rennbahn, und deshalb unternahm der König auch in=
ſich
ausruhen. Dieſe Bemerkung macht man beſonders in
kognito einige Spaziergänge in Berlin. Auf einem dieſer
London, wo in der guten Jahreszeit Privatautomobile
Spaziergänge ereignete ſich folgendes: Der König war völ=
elegante
Equipagen und Droſchken täglich in langen Reihen
lig allein, ohne jede Begleitung, nach dem alten Berlin
vor dem Fundbureau in Scotland Yard halten, um ver
gewandert und hatte ſich dabei zu lange aufgehalten. Al
orene Sachen abzuholen, ganz abgeſehen von den unzäh=
er
nach der Uhr ſah, erkannte er plötzlich mit Schrecken, daß
ligen Fußgängern, die ihre Vergeßlichkeit wieder gu
er ſich verſpäten würde, wenn er nicht ſchnell eine Fahr
nachen wollen. Jetzt kommen die Zeiten wieder, wo
gelegenheit fände. Nach einigem Suchen zeigte ſich ein
manchmal 5 Laſtautomobile in London notwendig ſind um
Taxameter den der König mit der Weiſung beſtieg, nach
die Ernte der Zerſtreutheit eines einzigen Tages nach de
dem Schloß zu fahren. Der Kutſcher hatte keine Ahnung
Zentralſtelle zu überführen. Die Erfahrung der Beamten
welch hohen Gaſt er geladen hatte, fuhr ſeelenruhig dem
zeigt, daß es keinen Unterſchied gibt zwiſchen Geſchlecht und
Schloſſe zu und wollte vor einem Nebenportal halten; der
Nationalität, wenn es ſich um das Verlieren von Sachen
König aber winkte, weiterzufahren und zwar nach dem
handelt. Der Unzahl von Sonnenſchirmen und Damen=
Hauptportal an der Schloßfreiheit. Kopfſchüttelnd weil er
taſchen, die hoch an den Wänden aufgeſtapelt ſind, ſtellen ſich
die ſtrenge Abſperrung kannte, fuhr der Kutſcher um
nicht geringere Mengen von Stöcken, Pfeifen und Herren=
Schloß herum und wäre auch beinahe von einem Schutz
mänteln gegenüber. Angler und Golfſpieler ſcheiner
mann angehalten worden, doch ſtutzte dieſer plötzlich und
weniger zerſtreut zu ſein, als Leute, die dem Fußball und
gab den Weg unter militäriſchem Gruß frei. Vor den
Cricket ergeben ſind. Die Ernte an Bällen, die ſich in de=
Schloßportal bedeutete der König dem Kutſcher, in den
Straßenbahnen und Omnibuſſen nach einem großen Fuß=
Schloßhof zu fahren; jetzt aber weigerte ſich dieſer ent=
ballwettkampf
finden, iſt ſtets ſehr beträchtlich. Von de
chieden, da er ſich ſonſt ſtrafbar machen würde, und dem
zerſtreutheit der Londoner gibt eine Zuſammenſtellung
König blieb nichts weiter übrig, als auszuſteigen und ins
über die vom 1. Mai 1912 bis zum 30. April 1913 gefunde
Schloß zu gehen. Als er aber das Portemonnaie zog, un
nen Sachen einen ungefähren Begriff: 12000 Toiletten
den Kutſcher zu bezahlen, eilten Diener herbei, um dem
gegenſtände verſchiedener Art, 32000 Schirme. 10000

Nummer 124.
trägt ab 1. Juni für Maurer 48 Pfg., ab 1. April 1914
50 Pfg.; für Bauhilfsarbeiter 45 Pfg. pro Stunde. Ueber=
ſtunden
koſten 50 Prozent Zuſchlag, Nacht= und Sonn=
tagsarbeit
doppelten Stundenlohn. Die Arbeitszeit ſind
10 Stunden, eine Stunde Frühſtücks=, eine Stunde
Mittags= und eine halbe Stunde Veſperpauſe
Mainz, 29. Mai. Der vor kurzem auf einer in Mainz
abgehaltenen Verſammlung neu gegründete Deutſche
Weinbauverband hat bekanntlich beſchloſſen, den
diesjährigen Deutſchen Weinbaukongreß, ver
unden mit einer Ausſtellung, im Monat September
in Mainz abzuhalten. Da dem neuen Verband Be=
triebskapital
noch nicht zur Verfügung ſteht, hat ſich die
heſſiſche Abteilung des Verbandes an die Stadt mit dem
Erſuchen gewandt, die Ausſtellung durch Gewährung von
Geldmitteln zu unterſtützen. Stadtv. Feine erſtattete in
der geſtrigen Stadtverordnetenſitzung Bericht über dieſe
Vorlage und wies auf die Vorteile hin, die Mainz von
der Ausſtellung und dem Kongreß haben wird, und auf
das geringe Riſiko, das die Stadt eingeht. Die letzte
Ausſtellung, die der frühere Deutſche Weinbauverein, den
noch nicht alle deutſchen Weinbaugebiete angehörten, ver
anſtaltete, hat 11000 Mark Ueberſchuß ergeben
Der Verband hat auch Mainz zum Sitz ſeiner Verwaltung
gewählt und damit erneut der Auffaſſung Ausdruck ge=
eben
, daß Mainz die Zentrale des deutſchen Weinhandels
iſt. Der Berichterſtatter bittet, dem einſtimmig gefaßten
Beſchluß des Finanzausſchuſſes beizutreten und die nöti=
gen
Mittel zur Verfügung zu ſtellen. Oberbürgermeiſte
Dr. Göttelmann unterſtützte den Antrag durch nochmalige
Anführung der Vorteile, die Mainz von der Ausſtellung
haben wird. Die Ausſtellung wird am 6. September be=
ginnen
und acht bis zehn Tage dauern. Es könnte ſich
chlimmſtenfalls um einen ganz geringen Zuſchuß han=
deln
. Die Vorla ge wird darauf einſtimmig an
enommen. Zu Beginn der geſtrigen Verhand=
ungen
der Eiſenbahner wurde ein Telegramm
es Großherzogs von Heſſen zur Verleſung ge
bracht, das dieſer auf eine Begrüßung der Verbandsab=
geordneten
als Antwort ſandte. Der Eiſenbahnverein
Swinemünde ſtellte den Antrag auf Zahlung von Sterbe
geld an die Angehörigen ſolcher Mitglieder, die von an=
deren
Vereinen überwieſen ſind und nach kurzer Mitglied
ſchaft ſterben. Dieſer Antrag wurde abgelehnt, dageger
der Antrag des Verbandsvorſtandes: Die Einrichtun
von Sterbekaſſen iſt nicht Aufgabe der Eiſenbahnvereine‟
mit großer Mehrheit angenommen. Abgelehnt wurd
auch ein Antrag des Vereins Guben, der die Aufnahme
der Mitglieder von Eiſenbahnvereinen in die Verbands
rankenkaſſe wünſchte. Regierungsrat Fabiunke=Kaſſel
beantragte die Beſchaffung einheitlicher Vereinsabzeichen.
Die Verſammlung erklärte ſich damit einverſtanden. Eben
ſo nahm man den Antrag des Vereins Halberſtadt an
der die Fortgewährung des Lohnes bei Teilnahme an Be
erdigungen von Eiſenbahnvereinsmitgliedern betraf. Dann
beantragte der Verbandsvorſtand, man möge einen Teil der
Vereinsvermögens bei Abzweigung eines neuen Vereins
auf dieſen übertragen. Auch dieſer Antrag wurde nach
einiger Gegenwehr angenommen. Als neuer Vorort
kommen Berlin oder Köln in Frage. Da kein
Einigung zuſtande kam, ſoll die Sache auf der nun folgen=
den
Dampferfahrt entſchieden und das Ergebnis am Fuße
des Niederwalddenkmals verkündet werden. Die ſeitheri=
gen
Vorſtandsmitglieder, Führer und Leiter des Verban
des wurden einſtimmig wiedergewählt. Geſtern nachmit
tag machten die Abgeordneten einen Ausflug nach Wies=
baden
; auch ſah man ſich in Mainz das Römiſch= Ger=
maniſche
Muſeum an.
Mainz, 29. Mai. Die freiezahnärztliche Be=
handlung
der Schulkinder ſoll nun auch in der
ieſigen Stadt zur Einführung kommen. Gegenwärtig
werden in ſämtlichen Schulklaſſen der Stadt und der ein=
gemeindeten
Vororte Erhebungen darüber angeſtellt, wie
weit die Eltern der Kinder ſchon einer Krankenkaſſe an
gehören, die ihren Mitgliedern freie zahnärztliche Be=
handlung
gewährt. Mit dieſen Kaſſen ſoll ſeitens der
Stadt in Unterhandlung getreten werden, damit alle
Fälle der zahnärztlichen Behandlung von Schulkindern
der von der Stadt in Ausſicht genommenen, neu zu grün=
denden
Zahnklinik zugewieſen werden. Wer einen Ein=
blick
hat, wie weit verbreitet die Zahnkrankheiten unter
der Schuljugend ſind, der kann die in Ausſicht genommene
Zu einer hef=
Neuerung aufs freudigſte begrüßen.
igen Gasexploſion kam es geſtern in einem
Hauſe der Neckarſtraße. Der Gashahn vom Badeofen,
deſſen Abzugsrohr an den Schornſtein angeſchloſſen iſt
ſtand offen; es entzündete ſich das Gas im Kamin, was
u einer heftigen Exploſion führte. Die anliegenden Häu=
ſer
wurden davon erſchüttert. Die Feuerwache war als=
zur Stelle und löſchte das entſtandene Feuer
Geſtern abend 6 Uhr wurde auf der Straßenbrücke nach
Kaſtel der 35jährige Viehtreiber Martin Heß von hier
von einem Automobil überfahren und lebens=
gefährlich
verletzt
* Worms, 29. Mai. Bei Gernsheim wurde aus dem
Rhein die Leiche der 19 Jahre alten Joſepha Kißler
aus Waldſee bei Frankenthal gezogen, die mehrer
Stichwunden aufwies. Man vermutet, daß die K.
Taſchen, 3500 Geldbörſen, 2250 Schmuckgegenſtände 2000
Stöcke und 350 Uhren. Gegenſtände, die einen Taxwer
von 800000 Mark haben, wurden den Eigentümern zurück=
egeben
, 110000 Mark Belohnungen an die Finder gezahlt.
Nach Scotland Yard kommen allein jährlich verlorene
Gegenſtände im Werte von 2 Millionen. Ein Rekord
wurde in dieſem Winter aufgeſtellt indem allein aus den
vornehmen Läden im Weſtend 5000 vergeſſene Muffs und
Pelzſachen abgeliefert wurden
Auf der Suche nach neuen Diamantenfeldern. Wie
aus Johannesburg gemeldet wird, iſt kürzlich von dort in
aller Stille eine Expedition aufgebrochen. Sie wird ihren
Weg über Delagoa=Bai und den Limpopo nehmen, und
hre Aufgabe iſt es, neue Diamantenfelder in Portugieſiſch
Südafrika zu entdecken. In dem Gebiete, das dafür in
Betracht kommt, ſoll vor zwei oder drei Jahren die Leiche
eines weißen Mannes aufgefunden worden ſein, der zu=
ammen
mit einem eingeborenen Diener an Hitze und
Durſt zugrunde gegangen iſt. Aber in ſeiner Taſche ent=
deckte
man einen Beutel, der mit Diamanten gefüllt war
Auf ſeinen Spuren will man nun wieder vordringen. Die
Diamantenſucher haben ſich die nötigen Konzeſſionen be=
eits
von den portugieſiſchen Behörden beſorgt. Freilic
tehen ihnen arge Strapazen bevor, ehe ſie das Ziel ihres
Strebens erreichen können. Wenn die Expedition den
Limpopo überſchritten hat, betritt ſie das berüchtigte
Große Durſtland wo meilenweit keine Quelle zu fin=
den
iſt und wo alle Zugtiere nach kurzer Zeit eingehen.
Man darf auf das Schickſal der kühnen Schatzſucher ge=
ſpannt
ſein. Entweder wird die Welt demnächſt von
märchenhaften neuen Diamantenfeldern hören, oder von
der Tragödie einiger Weißer, die im Innern Afrikas den
Tod gefunden.

[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 5.
ermordet und dann in den Rhein geworfen wurde
über die Aufbewahrung des Geldes zweckdienliche An
reulichen Entwickelung entgegengeht. Im letzten Halb=
Als Täter kommt ihr gleichalteriger Geliebter J. Finger
gaben machen kann, eine Belohnung von 10000 Mark be
jahr ſind etwa 50 Kinder im Alter von 614 Jahren in
aus Waldſee in Betracht, der flüchtig iſt
ziehungsweiſe 10 v. H. der dadurch wiedererlangten
äglich 2½ ſchulfreien Stunden unter Aufſicht und Leitung
Gimbsheim, 29. Mai. Eine ſtark verweſte
Zumme zu.
von Lehrern mit Anfertigung von Schulaufgaben, Spielen
männliche Leiche wurde von dem Färger Willjus
Walsheim b. Landau, 28. Mai. Bei dem Taxa
Falt= und Ausſchneidearbeit ꝛc., ſowie mit den Garten=
in
der Nähe der Ueberfahrt geländet. Der Geländete iſt
meterdroſchken=Unglück erlitt der Chauffeu
arbeiten beſchäftigt worden. Die Einnahmen des Horts
ein Mann in den 60er Jahren. Er war mit einen
Steeger ziemlich bedeutende Schnittwunden durch Glas
Beiträge ꝛc.) betrugen in dieſer Zeit 1591 Mark (dar
Kammgarnanzug, ſeidenem Halstuch, zwei Hemden und
ſplitter, während der Inſaſſe namens Klink aus Schiers
unter 900 Mark Beitrag der Stadt), die Ausgaben 1378,22
hohen Stiefeln bekleidet. Die gerichtliche Beſichtigung
heim a. d. Bergſtraße eine erhebliche Bruſtquetſchung ra
Mark
hat bereits ſtattgefunden, doch konnten die Perſonalier
vontrug. Der telephoniſch herbeigerufene Arzt hatte 300
Interpellation wegen der Fleiſchpreiſe.
des Geländeten, bei dem weder Barmittel noch Anhalts
Meter weit von der Unfallſtelle entfernt das Malheur, daß
vunkte über ſeine Herkunft gefunden wurden, nicht feſt
uch ſein Wagen umkippte; bei dem Sturze trug er eine
Der Stadtv. Lindt hat folgende dringliche Anfrage
geſtellt werden. Die im Rheine, Gemarkung Gimbs=
eichte
Fußverletzung davon, konnte ſich aber trotzdem zu
an
den Oberbürgermeiſter gerichtet:
heim, am 21. d. M. geländete unbekannte männlich
den Verunglückten begeber
Seit Januar d. J. iſt ein Rückgang der Schweinepreiſe
Leiche wurde von dem Fabrikarbeiter Ludwig Rein=
Hannover, 28. Mai. Heute morgen gegen 11 Uhr
bemerkbar, aber ein entſprechender Rückgang der Preiſe
ecker aus Rhein=Dürkheim als die ſeines 14jährigen
wurde in einem Hauſe an der Schillerſtraße auf den 15 jäh=
ür
Fleiſch und Wurſt iſt nicht eingetreten. Es erſcheint im
Sohnes Friedrich Reinecker (Schiffsjunge) anerkannt.
rigen Lehrling Stein ein Raubanfall ausgeführt
Intereſſe der Konſumenten geboten, auf dieſes Mißver=
Der Unglückliche fiel bei Mannheim in den Rhein und
Um 10 Uhr war in der Wohnung ein etwa 25jährige:
hältnis aufmerkſam zu machen. Für Darmſtadt dürfte
konnte, obwohl vom Schiffsperſonal bemerkt, nicht mehr
Mann erſchienen, der ein Zimmer mieten wollte. Er ging
folgende Zuſammenſtellung intereſſieren, die der Nummer
gerettet werden.
dann wieder fort und kam nach einer Stunde mit dem
21 der Heſſ. Landw. Zeitſchrift vom 24. ds. Mts. ent=
Oſthofen, 29. Mai. Als der Schmiedemeiſter P.
Lehrling wieder, der kurz vorher von dem Poſtſcheckam=
nommen
iſt:
Detheimer mit dem Kupieren eines Pferdes beſchäftigt
90 Mark für ſeinen Chef abgehoben hatte. Nachdem die
11./1. 25./1. 8./2. 15./2. 15./3. 12./4.10./5.17./5.
war, ſchlug das Tier plötzlich hinten aus
Es koſteten½ kg
beiden das Zimmer betreten hatten, hörten die Zimmer
1913
und D. auf die Bruſt. Der ſofort herbeigeholte Arzi
vermieter einen Schuß und fanden den Lehrling blutend
Schweinefleiſch
100 100 100 94 94. 94 94 99
konnte vorläufig nur einige Rippenbrüche feſtſtellen
im Zimmer liegen, während der Täter ſofort entflohen war
Rippch., Kamm
Bingen, 28. Mai. Die erſte Beleuchtung der
der Verletzte iſt bei ſeiner Einlieferung ins Krankenhaus
tück, geſalzenes
110 110 110 104 104 104 104 100
umliegenden Höhenzüge, des Nationaldenkmals
ofort geſtorben. Auf die Ergreifung des Täters hat der
Fleiſch, Kotelet.
auf dem Niederwalde, der Roſſel, der Ruine Ehrenfels
Regierungspräſident eine Belohnung von 500 Mark aus
Fleiſch= u. Brat=
und des Platzes für das Bismarckdenkmal auf der Eliſen=
geſetzt

wurſt
96 96 96 96 96 96 96 92
höhe, fand heute abend anläßlich der Feſtfahrt des Ver
Croſſen, 29. Mai. Beim Baden in der Oder ge
Leber= u. Blut=
bandes
Deutſcher Eiſenbahnbeamtenvereine
riet die 15jährige Tochter des Weinbergsbeſitzers Keller in
wurſt
80 80 80 80 80 80 80 76
7., ,
ſtatt. Die Teilnehmer der Feſtfahrt trafen hier von St
eine Untiefe und drohte zu ertrinken. Der Bräutigam der
Goar aus auf dem Sonderdampfer Großherzog
Der Preis für la. Qualität Schweine iſt in der
älteren Schweſter, der 30jährige Bankbeamte Hildebrand
Ludwig IV gegen Abend ein. Der Dampfer wurde auf
Zeit von Januar bis Mitte Mai um 15,4 Pfennig für ½
us Berlin, ſprang ſofort ins Waſſer und verſuchte, das
der ganzen Fahrt von den einzelnen Ortſchaften durc
Kilogramm zurückgegangen, der Preis des Schweine=
Mädchen zu retten, leider vergebens. Beide wurden von
Böllerſchüſſe begrüßt. Das herrliche Schauſpiel, das von
fleiſches iſt um 6 und 4 Pfg. 10 Pfg. zurückgegangen
Die Leicher
der Strömung fortgeriſſen und ertranken.
Wetter begünſtigt wurde, hatte eine Menge Schauluſtiger
der Preis der Wurſt um 4 Pfennig, iſt erſt am 17. Mai
konnten bisher noch nicht geborgen werden
an den Rhein gelockt. Die Schlußfeier für die Teil
billiger geworden. Wurſtwaren werden alſo von den
Danzig, 29. Mai. Das Linienſchiff Köni
nehmer fand auf der Eliſenhöhe ſtatt. Mittels eines
Metzgern zu denſelben hohen Preiſen monatelang verkauft
Albert das nach 48ſtündigem unfreiwilligen Aufent=
Sonderzuges erreichten ſie dann den Tagungsort Mainz
während die Viehpreiſe zurückgehen. Angeſichts dieſer Tat‟
halt in der Weichſel geſtern mittag wieder freigemacht wor=
Ober=Mörlen, 29. Mai. Ein ſchweres Gewit=
ache
richte ich an den Herrn Oberbürgermeiſter die An
den war, fuhr kurz darauf, bevor es die tiefe See erreicht
ter ging heute nacht nach einem gewitterſchwülen Tage
rage: Was gedenkt die ſtädtiſche Verwaltung im Inter=
hatte
, abermals feſt.
über unſeren Ort nieder. Dabei ſchlug der Blit
eſſe der Konſumenten zu tun?
Krakau, 28. Mai. Alexander v. Bandrowsky, der
auch in unſeren Kirchturm. Er traf das Uhr=
Der Antrag geht an den ſozialpolitiſchen Ausſchuß
ehemalige Heldentenor der Frankfurter Oper, iſt heute hier
gehäuſe und riß viele kleine Splitter aus demſelben. Die
geſtorben.
Doppelte Fluchtlinien
Uhr blieb ſtillſtehen, ohne aber weiter beſchädigt zu ſeir
Paris, 28. Mai. Das Zuchtpolizeigericht ver
Baurat Jäger führt aus: Durch die beſtehenden
Dann ſprang er über auf das Kirchendach und riß ein
urteilte den aus Galizien ſtammenden Grafen Sobanski
armdickes, meterlanges Stück aus demſelben
rtsbaupolizeilichen Vorſchriften iſt die Möglichkeit einer
der durch Fälſchung von Pfandzetteln verſchiedene Juwelen=
Lindheim, 27. Mai. Auch hier hat die Kriſis im heſſi
maleriſchen Ausgeſtaltung der Häuſerfaſſaden in den
ändler um beträchtliche Geldſummen betrogen hatte, zu
ſchen Genoſſenſchaftsweſen ihr Opfer gefordert. Die
Straßen ohne Vorgärten auf das geringſte Maß beſchränkt.
wei Jahren Gefängnis und deſſen Mitſchuldige, die Prin=
Spar= und Darlehnskaſſe, e. G. m. u.
H. zu
die Erſcheinung ſolcher Straßen wirkt daher meiſt auch
zeſſin Puzina, zu einem Jahre Gefängnis. Sobanski hatte
Auf=
Lindheim, hat in ihrer Hauptverſammlung die
ſehr reizlos. Hier iſt eine Abhilfe dringend notwendig.
erklärt, daß er die Betrügereien nicht des Geldes wegen
löſung der Kaſſe beſchloſſen. Sie hat
Aktien
Sie iſt in wirkſamer Weiſe möglich durch die in der All=
verübt
habe, ſondern weil es ihm Vergnügen bereitet habe,
der Genoſſenſchaftsbank in Höhe von 5000 Mark.
emeinen Bauordnung vorgeſehenen Anordnung doppelter
ie Leute hineinzulegen
Baufluchtlinien, die die Ausführung vorſpringender Bau
teile ermöglicht und begünſtigt. Von den beiden Flucht
Reich und Ausland.
linien gilt die hintere als Hauptfluchtlinie, die unter aller
Stadtverordnetenverſammlung.
Umſtänden für die oberen Stockwerke einzuhalten iſt,
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Mai. Die Umgeſtal=
während
die vordere in einem Abſtand von 0,801,25
4. Sitzung.
tung des Univerſitätsviertels wurde geſtern
Meter vorgelegte Fluchtlinie diejenige Linie bezeichnet, bis
abend im Stadtverordnetenausſchuß lebhaft erörtert. Die
St. Darmſtadt, 29. Mai.
zu der im unteren Stockwerk auf die ganze Front des
Vorlage gelangte zur einſtimmigen Annahme.
Wie der
Bürgermeiſter Mueller eröffnet die Sitzung um
Hauſes vorgebaut und in den oberen Stockwerken vor
Berl. Lok.=Anz, aus unterrichteten Kreiſen erfährt, wirt
44
Uhr mit folgenden
pringende Bauteile ohne weiteres zugelaſſen werden
der katholiſche Feldpropſt der Armee, Vollmar, der
können, dadurch wird erreicht, daß auf die Breite eines
Mitteilungen
kürzlich in ſein 75. Lebensjahr getreten iſt, im Laufe des
Hauſes im Erdgeſchoß Ladenvorbauten, Terraſſen, Frei=
Sommers aus dem Amte ſcheiden.
-
Mit dem Umbau
Die Bewohner der Bleichſtraße ꝛc. laden die
reppen, monumentale Eingänge, Portale und dergleichen
des Bahnhofes Friedrichſtraße ſoll noch in
zur Feier der Eröffnung des Durch=
Stadtverordneten
errichtet und in den oberen Teilen des Hauſes Schilder
dieſem Jahre begonnen werden. Die Pläne ſind ſoeben
ganges auf heute nachmittag 4 Uhr ein
Erkervorbauten uſw. ohne Schwierigkeit angebracht wer=
vom
Miniſter genehmigt worden. Eine nach Tauſenden
Schützengeſellſchaft Darm=
Die Privil
den können. Die Durchführung dieſer Anordnung bedingt
zählende Menge im Rieſenſaale der neuen Philharmoni=
tadt
hat für die bewilligte Ehrengabe zu ihrem Jubi
eine Ergänzung der Baupolizeiordnung, die der Hochbau
nahm geſtern abend im Anſchluß an eine Kritik der durd
läumsſchießen gedank
Ausſchuß befürwortet hat. Der Antrag wird debattelos
die Hundeſperre hervorgerufenen Mißſtände eine
Die Direktion der Liebigs=Oberrealſchule
ngenommen
Reſolution zugunſten des Hundeſchutzes an.
Wegen zer=
hat
für den Beſchluß, das Liebigsdenkmal vor der Schule
ütteter Eheverhältniſſe vergiftete ſich geſtern abend
Entwäſſerung eines Neubaues
aufzuſtellen, gedankt.
die 42 Jahre alte Frau des Reiſenden Krüger mit Leucht=
Drei Neubauten an der neuen Querſtraße zur Nieder=
Stiftungen
gas. Sie wollte ihre drei im Alter von ſechs bis ſiebzehr
Ramſtädter Straße ſollen, da ein Anſchluß an die ſtädtiſch
Jahren ſtehenden Kinder, zwei Mädchen und einen Kna=
Die verſtorbene Privatin Anna Marloff hat letzt
Kanaliſation dort noch nicht möglich iſt, durch Gruben
ben, mit in den Tod nehmen.
Zum Glück blieben aber
willig der Stadt Darmſtadt eine Summe von 500 Mark
oder biologiſche Kläranlagen entwäſſert werden. Die Tief=
zwei
der Kinder am Leben. Die zehnjährige Tochter hat
ur freien Verfügung zugewendet. Die Zuwendung wird
bau=Deputation beantragt, die Genehmigung hierzu unter
den Tod mit der Mutter gefunden.
10000 Mark Be
unter dem Ausdruck des Dankes angenommen.
Ausſtellung des üblichen Reverſes zu erteilen. Der An
ohnung hat nunmehr die Dresdener Bank noch nach=
Frau Berta Trier geborene Brunner in Frank=
trag
wird nach dem Referat des Stadtv. Wittmann
träglich auf die Wiederherbeiſchaffung der fehlender
furt a. M., hat unter dem Namen Berta Trier=
angenommen
.
10000 Mark von den durch den Kaſſenboten Bru
Brunner=Stiftung eine Familienſtiftung mit den
Vom Armenhauſe.
ning geſtohlenen 260000 Mark ausgeſetzt. Die Dresde=
Sitz in Darmſtadt errichtet, aus deren Zinſen bedürftigen
ner Bank hatte gegen den Maurer Hatke und ſeine Frau
Stadtv. Sames führt aus:

ſtädtiſchen
Im
Nachkommen des Großvaters der Stifterin Heinrich Brun=
auf
Herausgabe dieſer Summe geklagt. In dem Termin
rmenhaus beſtehen für den Betrieb der Anſtaltsküche in
ner Beihilfen gewährt werden ſollen. Wenn die Erfül=
wurde
Bruning ſelbſt als Zeuge vernommen. Auch hier
den baulichen Verhältniſſen ſchon längere Zeit Mißſtände
lung des Stiftungszwecks dadurch unmöglich wird, daf
ei wiederholte er, daß er kein Geld hinter ſich habe
die durch die Verlegung der Küche aus dem Verwalter
keine Nachkommen von Heinrich Brunner mehr leben, ſohört
nachte vielmehr über den Verbleib der fehlenden 110000
wohnhaus nach dem Seitenbau der Anſtalt beſeitigt wer
die Stiftung auf und das Vermögen fällt zur Hälfte an die
Mark dieſelben Angaben, die er auch bei der Verhandlung
den ſollen. Die Verlegung erfordert einen Koſtenaufwank
Stadt Darmſtadt, zur Hälfte an eine beſtimmte ausländi
agen ihn gemacht hatte. Die Dresdener Bank glaubt je=
von
950 Mark. Hochbau= und Finanz=Ausſchuß bean=
che
Stadtgemeinde. Die Hinterlaſſenſchaft iſt
ſehr be=
doch
ſeinen Erzählungen nicht, nimmt vielmehr als ſicher
tragen Bewilligung. Der Antrag wird angenommen
trächtlich.
an, daß Bruning das Geld irgend jemandem zur Auf
Stadtv. Dr. Bender führt aus: Für den neuen
Aus einem von der Stadtknabenſchule III er
bewahrung übergeben hat. Da alle Nachforſchungen nack
I
Arbeitsgarten der Stadtmädchenſchule
ſtatteten Bericht über die Tätigkeit im Beſſunger
dem Verbleib der großen Summe bisher ohne Erfolg
knabenhort geht hervor, daß der neue Hort einer er=
geblieben
ſind, ſo ſichert ſie dem, der für den Nachweis
inter dem Friedhof iſt ein Brunnen vorhanden, deſſen
Waſſer nur als Gebrauchswaſſer verwendet werden darf.
alle dieſe Bilder, mögen ſie aus der herben Schönheit des
Da das Vorhandenſein von Trinkwaſſer für die Kinder in
Kunſthalle am Rheintor.
Hochgebirges geſchöpft ſein, der Fernblick auf die Rieſen
den Sommermonaten unerläßlich iſt, ſoll die vorhanden
des ewigen Schnees, meiſt in grauen Nebelduftſchleier ge=
Waſſerleitung vom alten Schießhaus bis zu dem Garten
Paul Weber=Ausſtellung.
hüllt, oder aus lauſchigem Waldinneren, oder mögen ſie
verlängert und eine Zapfſtelle dort hergeſtellt werden
n blühender üppiger Wieſenpracht mit rauſchenden Bäch=
Bewundernswert, was der über 90jährige heute noch
Die Koſten betragen 180 Mark, deren Bewilligung bean=
ein
und blumigem Hang ein Lied vom Werden, vom
leiſtet. In einem Alter, da das Recht, ein Daſein in Be=
Der Antrag wird angenommen.
Der dem
tragt wird.
geheimnisvollen Streben der Natur ſingen, von der Poeſie,
ſchaulichkeit zu führen und am Geſchaffenen in ſtillem Be=
Beſſunger Knabenhor=
die
die herrliche Natur erfüllt und jedem offenbart, der
hagen ſich zu freuen, nicht allein im Alter ſelbſt, ſonderr
nur recht zu ſchauen verſteht und der von Liebe zur
darin verbürgt iſt, daß das Geſchaffene mehr, weit mehr
als Arbeitsgarten überlaſſene Teil des ſtädtiſchen Grund=
katur
erfüllt iſt. Dem ſie mehr iſt, als ein farbiges Pro=
als
ein Lebenswerk darſtellt, ſchreitet der Greis noch zu
tücks zwiſchen Ludwigshöh= und Heidelbergerſtraße ent
blem, als eine zufällig auftauchende Licht= oder Sonnen
neuem künſtleriſchen Schaffen. Bewundernswert dieſe
behrt einer Waſſerentnahmeſtelle, die zu einer erſprieß=
tudie
in der Landſchaft. Der ſie ſo malt, wie ſie iſt, und
Tatſache allein, und doppelt bewundernswert die Friſche
ichen Bearbeitung und Nutzbarmachung des Bodens unbe=
nicht
die größere Aufgabe darin ſieht, ſie im= oder expreſſio
Gewiß iſt dies
des Auges, des koloriſtiſchen Sehens
dingt notwendig iſt. Da die Einführung der Waſſer
tiſtiſch zu ſchauen, oder gar ſie in Futuris= oder Kubis
Bild Abend das dem Beſucher der Ausſtellung ſchon
eitung zu hohe Koſten verurſachen würde, iſt die Her
nus zu zerlegen. Das allerdings iſt richtig, der moder=
im
Aufgang entgegenleuchtet, kein Meiſterwerk. Wer aber
tellung eines Brunnens geplant, wofür ein Kredit von
nen Bewegung hat Paul Weber nur inſoweit Ein
vermag in dieſer flotten Technik die zitternde Hand eines
400 Mark angefordert wird. Schul= und Finanz=Ausſchuß
luß auf ſein Schaffen eingeräumt, als er aus einer heute
Greiſes zu ahnen, ſich vorzuſtellen, daß dieſer Abendſonne
haben zugeſtimmt. Der Antrag wird nach dem Bericht des
licht mehr verſtändlichen Oeldrucktechnik (einige Bilde:
goldenes Leuchten, dieſe Friſche der Farbenfülle, die ſie
Stadtv. Dr. Noellner angenommen.
ſtammen noch aus der Periode) zu einem flotten lockeren
ber die Landſchaft ergießt, daß dieſes ganze Bild, das
Für die Stenographen.
inſelſtrich, zu einem bedingten nicht bedingungsloſen
aſt jugendliche Kraft, mehr ein aufgehendes als ein ent=
Stadtv. Dr. Bender: Vom 31. Mai bis 2. Jun
erlegen und Nebeneinanderſtellen von Farben komm
chwebendes Leben atmet, mit dem Auge eines 90jährigen
findet in Darmſtadt der 34. Verbandstag des
nſtelle des Miſchens. Rätſel gibt ſeine Malerei nicht
geſchaut iſt!
Heſſiſch=Naſſauiſchen Verbandes Gabels=
uf
. Sie bekundet den klaren Ausdruck eines auf einge=
Es gibt eine Pflicht auch für diejenigen, die berufen
berger Stenographen ſtatt. Der vorbereitende
hendes Studium und dadurch erworbenes reifes Natur
danach zu ſuchen, was nicht gut in dem fertigen Werke
Ausſchuß hat mit Rückſicht auf die beträchtlichen Koſten,
chauen begründeten Willens und unbedingter Anerken=
was
beſſer ſein, mehr den ſtrengen Geſetzen der reiner
ie den hieſigen Vereinen hierdurch entſtehen, um eine
rung und Achtung der Geſetze der Schönheit.
Kunſt entſprechen mußte, einmal zu forſchen, was hinter
Beihilfe zu dieſen Koſten ſich an die Stadt gewandt. De=
wei
Bilder der Kollektion ſind von der Gemälde
dem Werke ſteht, und dann vor des Alters ſilberſchim=
Finanz=Ausſchuß hat im Hinblick auf den Nutzen, den de=
galerie
des Großh. Landesmuſeums angekauft,
Ohne
merndem Haupt in Ehrfurcht die Waffen zu ſtrecken. Es
zu erwartende beträchtliche Zuſtrom auswärtiger Beſucher
aran Kritik üben zu wollen, ſei doch die Bemerkung ver=
gibt
eine Grenze für die Kritik. Wir möchten ſie hier ge
für einen Teil der Einwohnerſchaft bringen wird, und der
ſtattet, daß dieſe beiden Werke eigentlich wenig typiſche
zogen wiſſen. Es ſpricht eine Fülle von nimmermüde:
ideellen Wert der Veranſtaltung einen einmaligen Bei=
Vertreter von Paul Webers Schaffen ſind. Er iſt kein
lrbeit, ein ſo unbeſtritten großes Maß künſtleriſchen Kön=
Der Antrag wird
rag von 150 Mark befürwortet.
Tiermaler, obwohl dieſes Bild mit dem Rindergeſpann
nens aus dieſer Kollektion von Werken Paul Webers,
nach kurzer Debatte angenommen
eine ſehr feſſelnde Tierſtudie darſtellt; die Größe ſeiner
daß man am Ganzen ſich reſtlos erfreuen, nicht einzelnes
Kunſt liegt in der Landſchaft, in der Poeſie der Natur
ritiſieren ſollte, unbeſchadet der Tatſache, daß einzelne
Wochenmarkt auf dem Riegerplatz.
Eine ganze Anzahl Bilder der jüngeren Schaffensperiod
Bilder bei längerem Betrachten von ſelbſt ſich dem Be=
Stadtv. Kahn berichtet: In der Oeffentlichkeit iſt
aus der Gegend von Darmſtadt (Faſanerie uſw.), danz
ſchauer als Meiſterwerke offenbaren. Paul Weber iſt in
wiederholt die Einrichtung eines regelmäßigen Wochen=
aus
Oberbayern, zeugen davon, vor allkm die Baum
erſter Linie Landſchafter, und wer ein ſo langes Leben
marktes auf dem Riegerplatz angeregt worden. Die Stadt=
gruppe
bei Pang, ein in der Stimmung und in der far=
hindurch
ſo innig in die Natur ſich vertieft, dem offenbart
verwaltung hat im Hinblick auf die weite Entfernung des
digen und ſtofflichen Löſung der Aufgabe unbeſtrittenes
ſie ihre Schönheiten, vermittelt ſie ihre Reize intimer
Marktplatzes von den äußeren Stadtteilen und nament=
M. St.
Meiſterwerk.
Farbenpoeſien gleich einem Erwählten. Und ſo erzählen

[ ][  ][ ]

Seite 6.
lich auch von dem Martinsviertel den Wunſch für bereck
tigt erachtet, und Verhandlungen mit dem Großh. Polizei
amt, als der zuſtändigen Verwaltungsbehörde, eingeleite
Das Polizeiamt hat ſich nunmehr bereit erklärt, zunäch
verſuchsweiſe einen Wochenmarkt einzurichten, der Mitt
wochs und Freitags ſtattfinden ſoll. Der Verkehrs=Aus
ſchuß empfiehlt Zuſtimmung zu dem Vorhaben des Pol
zeiamts. Die Verſammlung ſtimmt debattelos zu
Baudiſpens=Geſuch
Auf einem Pachtgrundſtück am Atzwinkel
weg, außerhalb des Bebauungsplans, ſoll ein Bretter
ſchuppen errichtet werden. Da die fragliche Gegend nich
für Bauten zu gewerblichen oder induſtriellen Zwecken
vorgeſehen iſt, hat der Hochbau=Ausſchuß mit Rückſicht au
die Erhaltung des Landſchaftsbildes das Geſuch nicht be
fürwortet. Der Antrag wird nach dem Referat des Beig
Jäger angenommen,
Für die Errichtung eines Wohnhauſes an
Roquetteweg wird um Befreiung von der Beſtimm
ung in § 2 des Nachtrags zum Ortsbauſtatut für das
Herdwegviertel nachgeſucht, da das Gebäude den erforder
lichen Abſtand von der Nachbargrenze nicht einhält. Im
Hinblick darauf, daß das Gebäude nur zweigeſchoſſig ge
plant und der Abſtand im Verhältnis zur Gebäudehöhe
hinreichend iſt, hat der Hochbau=Ausſchuß das Geſuch be=
fürwortet
. Das Geſuch wird nach dem Referat des Stadtr
Werner genehmigt
Freigabe eines Weges nach dem Botaniſcher
Garten
Auf der Südſeite der Straße nach dem Botaniſchen
Garten zwiſchen Heidenreichſtraße und der nächſten öſt
lichen Parallelſtraße ſoll ein Wohngebäude errichtet wer
den. Es iſt daher erforderlich, daß die betreffende Straßen
ſtrecke für den Anbau freigegeben wird. Der Hochbau=Aus
ſchuß hat die Freigabe befürwortet.
Es wird zuge=
ſtimmt
.
Sicherung der Hutnadeln
Das Polizeiamt hat an die Bürgermeiſterei folgende:
Schreiben gerichtet:
Anliegenden Entwurf einer Polizeiverordnung über
die Verwahrung von Hutnadeln überſenden wir mit dem
ergebenſten Erſuchen um gefl. Vorlage bei der Stadtver=
ordnetenverſammlung
zur Anhörung
Der weite Ausbau der Stadt Darmſtadt bedingt eine
ſtets ſteigende Inanſpruchnahme der Straßenbahnen; die
Entſtehung von Warenhäuſern, Kinos und dergleichen, di
wachſende Neigung der Frauen zum Beſuche öffentliche
politiſcher oder wiſſenſchaftlicher Vorträge und Verſamm=
lungen
, und nicht zuletzt auch die faſt zu einer dauernder
Einrichtung gewordenen Kunſtausſtellungen in Darmſtad
haben in den letzten Jahren eine beachtenswerte Mehrung
und Konzentrierung des öffentlichen Verkehrs zur Folge
gehabt. Für die Polizeiverwaltung bringt dieſe an und
für ſich recht erfreuliche Verkehrshebung die Pflicht mit
ſich, gefahrbringenden Erſcheinungen innerhalb eines ſol=
chen
geſteigerten Verkehrs in erhöhtem Maße ihre Auf
merkſamkeit zuzuwenden
Eine Erſcheinung der genannten Art iſt die in der
letzten Jahren beſonders ſtark hervorgetretene Mode der
Damen, ihre Hüte mit weit hervorſtehenden ungeſicherten
Nadeln zu befeſtigen
Alle Warnungen in der Preſſe, alle Mahnungen der
Straßenbahnſchaffner oder der Beamten der öffentlicher
Ordnung haben nicht verhindern können, daß immer noch
zahlreiche ungeſicherte Hutnadeln in Gebrauch ſind, und
daß öfter Verletzungen oder ſogar Unglücksfälle ſchwerſter
Art (Verluſt des Augenlichts) vorgekommen ſind
Da alſo weder durch Selbſterziehung des Publikums
noch durch Ermahnungen der Behörden und ihrer Organ=
bis
jetzt ein weſentlicher Erfolg erreicht worden iſt, er
heiſcht das öffentliche Intereſſe geſetzlichen Schutz und
polizeiliches Eingreifen.
Wir haben uns daher, ähnlich wie die Polizeibehörder
anderer Städte, wie Hamburg, Berlin, München, Nürn=
berg
, Ulm, Heidelberg, zur Regelung der Angelegenhei
durch Polizeiverordnnung entſchloſſen.
Wir hatten dabei um ſo weniger Bedenken, als das
polizeiliche Verlangen der Sicherung der Hutnadeln wede=
ein
beſonderes pekuniäres Opfer erfordert noch ſonſtige
läſtige Seiten für die Frauen im Gefolge hat, und ſchließ
lich eine geſchmackvolle Sicherungsvorrichtung an den Hut
nadeln keineswegs eine äſthetiſche Einbuße für die Frauen
bedeuten wird
Wir glauben übrigens, daß wir durch den leichten
Zwang der Polizeiverordnung alsbald und mühelos der
beabſichtigten Zweck erreichen werden, und daß wir dann
nicht nur das Publikum vor Verletzungen geſchützt, ſon
dern die Frauen ſelbſt vor manchen erregten Auseinander=
ſetzungen
, häßlichen Auftritten und beleidigenden Redens
arten bewahrt haben
Das Zuſtandekommen der beabſichtigten Polizeiver
ordnung dürfte daher im allſeitigen Intereſſe liegen
Die Direktion der Heſſiſchen Eiſenbahn=Aktien=Geſel
ſchaft hat das Bedürfnis beſtätigt und den Entwurf be=
grüßt

Gennes.
Die Polizeiverordnung hat folgenden Wort=
laut
:
§ 1.
Das Tragen ungeſicherter hervorſtehender Hut
nadeln iſt verboten
2. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnun
werden, ſoweit nicht nach den ſonſtigen geſetzlichen Vor
ſchriften eine höhere Strafe verwirkt iſt, mit Geldſtrafe
bis zu 30 Mark beſtraf
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt in Kraft mit dem
Tage ihrer erſtmaligen Veröffentlichung im Darmſtädter
Tagblatt.
Der Entwurf wird angenommen.
Die Tagesordnung iſt damit erſchöpft,
Der Nieder=Modauer Bank=
krach
vor der Strafkammer.
40. Verhandlungstag
g. Geſtern ſetzte der Staatsanwalt unter gewaltigen
Andrange des Publikums ſein Plädoyer fort. Er be=
merkte
zunächſt, daß es ihm eine ſchmerzhafte Pflicht ſei
ſich mit der Perſönlichkeit des Angeklagten Ihrig beſchäf
tigen zu müſſen. Möge das Gericht entſcheiden, wie e
wolle, er habe die Gewißheit, eine harte Pflicht gewiſſen=
haft
erfüllt zu haben. Er fuhr dann fort: Die Perſönlick
keit Ihrigs war eine Doppelnatur. Er, der den Nieder
Modauern als geehrter und geachteter Berater galt, zu
dem ſie mit Hochachtung aufblickten; den die Reviſoren
und Rechner als Vorgeſetzten und Autorität betrachteten
dieſer herriſche Mann konnte auch demütig ſein. Er, de
ſonſt leicht aufbrauſte, wenn ihm jemand widerſprach
nahm es ganz leichthin, daß der Zeuge Jacoby ſeine
Unterſchrift mit dem Bemerken zurückzog, ſie ſei durc
argliſtige Täuſchung erlangt. Ihrig fragte nur
noch
den Rechtsanwalt der das Schriftſtück verfaßte.
Aus

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1931.
all dieſem ergibt ſich eine Doppelſtellung, die Ihrig ein
nahm. Jede Doppelſtellung enthält eine Unwahrhaftig
eit. Und ſo zeigte denn auch der Angeklagte Ihrie
in der ganzen Verhandlung einen ſolchen Wechſel in der
Ausſagen, wie es wohl noch nie bei einem Angeklagter
der Fall war. Wir haben in der Verhandlung wohl all
möglichen Erklärungen über die Natur der Schuldurkun
den gehört, über die Sanierung Iſaaks. Für die Behand=
lung
Nieder=Modaus iſt das Wort bezeichnend: Trüber
Wein wurde ſerviert. Feſt ſteht, daß die Leute von
Nieder=Modau in die Stadt fuhren, um von Ihrig Aus=
unft
zu erhalten über die hohen Bankzinſen. Da konnte
nun Ihrig ſagen: Das geht Euch nichts an, Ihr bezahlt,
was rechtens iſt. Oder er mußte ihnen das Konto zeigen
ganz gleich, ob ſie das verſtanden oder nicht. Was ta
er aber? Er nahm das Lombardkonto, das Konto mit
den niedrigſten Zinſen, und ſagte ihnen: Seid froh, Ih
bezahlt ja nur 4 Prozent! Er hat die Leute von Nieder
Modau nicht aufgeklärt über den Delkrederefonds. Al
ſich der ehrliche Georg Jacoby bei Ihrig über die falſcher
Bilanzen beſchwerte, da ſagte er biedermänniſch: Ich be=
greife
auch nicht, wie Neff eine ſolche Bilanz aufſteller
kann. Er bewahrte Stillſchweigen zu den Reden vor
Adams Sicherheiten. Das ſoll jetzt ein Aneinandervorbei=
reden
geweſen ſein? Das war kein Vorbeireden, ſondern
er ſchwieg ſich über dieſe Deckungen aus. Auch in der
ſtürmiſchen Generalverſammlung, wo die Rede von der
Schuldurkunde iſt, tut Ihrig den Mund nicht auf, bis
ihm das Geheimnis gewaltſam entriſſen wird
Ich würde mir gewiß die moraliſche Seite der Sache
gern erſparen, aber ſie iſt überaus wichtig für die Beur=
teilung
der Straftat. Das Delikt des Angeklagten Ihri
kann ſämtliche Strafſtufen durchklettern, es kann mit
Geldſtrafe, aber auch hohen Gefängnisſtrafen geahndet
werden. Deshalb ſpielt die moraliſche Seite des Falles, die
Motive zu der Handlung, eine große Rolle. Die Frage
der Geſchäftsmoral iſt ſchwer zu beurteilen, und ſie iſt
einzuteilen in irrelevante, unmoraliſche und ſtrafbart
Handlungen. Das Geſchäftsleben beruht auf den Er
forderniſſen des freien Wettbewerbes und ſetzt voraus
den eigenen Nutzen und den Schaden des andern. Da
ſoll aber nicht dazu führen, daß das Geſchäftsleben mo
ralinfrei ſei. Die Grenze iſt zweifellos da überſchritten
wo ein Vertrauen getäuſcht wurde, wo das Geſchäft auf
dem Vertrauen des andern beruht. Es iſt verbrecheriſch
wenn es beruht auf dem Vertrauen des genoſſenſchaft
lichen Gedankens. Wenn man einem Manne, der ſich ver
rrte und nach dem Wege fragt, die Antwort verweigert,
ſo handelt man zumindeſt unhöflich. Wenn man aber
ein Kind, das ſich im Walde verirrte, nicht aus dem
Walde hinausführt, ſo iſt das verbrecheriſch. Das Bei
ſpiel iſt nicht zu kraß gewählt. Gleich den Kindern ver=
trauten
ſich die Mitglieder des Nieder=Modauer Vereins
dem Angeklagten Ihrig mit blindem Vertrauen alt
Führer an. Ihrig hat ſie nicht den Weg zurückgeführt
Ich glaube, ich darf durch den Erfolg auf die Leiſtun
zurückſchließen. Ihrig wußte, daß, wenn der Nieder
Modauer Verein zuſammenbrach, das ganze herrliche
Gebäude in ſeinen Grundfeſten erzitterte. Das Elen=
konnte
für die Nieder=Modauer niemals ſchlechter werder
ondern auf jeden Fall beſſer, wenn weder Ihrig noc
Beck einen Fuß nach Nieder=Modau geſetzt hätten. Viel
leicht hätten ſie einen anderen Ratgeber gefunden, viel=
leicht
hätten ſie ſelbſt den Ernſt der Situation in vollen
Umfange erkannt. Jedenfalls hätten ſie ſich ſonſt nicht
in den Schlaf lullen laſſen und hätten nicht die Händ
in den Schoß gelegt, wenn ſie nicht volles Vertrauen in
Ihrig geſetzt hätten. Der Intereſſenkonflikt, in den Ihric
geriet, kann nicht die Handlungen entſchuldigen. Er hätte
den Leuten ſagen müſſen: Hier ſtehen mir die Intereſſen
der Genoſſenſchaftsbank, deren Direktor ich bin, näher
ſucht Euch einen anderen Führer. Dies konnte er um ſi
eher ſagen, als es ja eine andere kompetente Stelle gab
die an ſeine Stelle treten konnte oder ſie von vornhereir
übernehmen ſollte. Es kann Ihrig auch nicht zugute kom
men, wenn er Ueberarbeitung vorſchützt. Wenn er zuvie
Arbeit hatte, ſo daß er dieſe Arbeit nicht auch noch be
wältigen konnte, ſo mußte er ſie eben ablehnen, aber nicht
ſchwerwiegende Ratſchläge geben oder Pläne machen, die
nicht ausgereift oder nicht genügend durchdacht waren
Venn ihn der Lehrer Schuchmann 1907 in blindem Ver
trauen fragte, welche Dividende verteilt werden ſollte
fünf oder zehn Prozent, da hätte er ſagen müſſen: Laßt
mich in Ruhe, ich habe keine Zeit. Er antwortete aber
ohne die Bilanz zu prüfen, man könne fünf Prozent ver
teilen. Als er in den Generalverſammlungen von 190
und 1910 eingriff und zur Bilanz ſprach, hätte er unbe
dingt ſagen müſſen, daß er die Bilanz nicht nachprüfer
konnte, daß der Vorſtand für die Bilanz verantwortlich
ſei.
Die Zinſenreſte und der Immobilienbeſitz hätter
ſelbſt einen Nichtfachmann ſtutzig machen müſſen. Um ſ
mehr mußte Ihrig erkennen, daß es ſich hier um eine Un
geſetzlichkeit handelte. Und er hat es auch erkannt, wurde
doch bis September 1909 zwei volle Monate hindurck
zwiſchen Genoſſenſchaftsbank und Kreditverein hin= und
hergeſchrieben. Wenn es auch in Heſſen 500 Genoſſen
ſchaften gibt, ſo mußte Ihrig ſeit Juli 1908 erkennen, und
hat es zweifellos auch erkannt, daß Nieder=Modau mit
einer ganz beſonderen Farbe gefärbt war. Die Buchfüh=
rung
bei der Genoſſenſchaftsbank war muſterhaft. Es
ſtanden Ihrig Statiſtiken, Abſchriften und Auszüge au
Wunſch jederzeit zur Verfügung. Es iſt alſo eine Aus
rede, wenn er ſagt, er wäre überlaſtet geweſen. Er hat
trotz der Ueberlaſtung die Intereſſen der Genoſſenſchafts=
bank
ſo wahrgenommen, wie es nur er konnte. Er wußt
auch über die Verhältniſſe Nieder=Modaus genau Be=
ſcheid
, konnte er doch über jede kleine Hypothek Auskunft
geben ob dafür Zinſen gezahlt werden oder nicht. Es
geht demnach nicht an, daß Ihrig ſeine Erfolge auf die
Aktivſeite ſeiner Arbeitskraft, ſeine Fehler bei der Nieder
Modauer Kaſſe aber auf die Paſſivſeite ſeiner Ueberbür
dung ſetzen will. Alles, was für Nieder=Modau in An
griff genommen wird, verläuft im Sande, die Angelegen
heiten der Genoſſenſchaftsbank hingegen werden mit aller

mit
Energie durchgeführt. Die Sanierung Jſaaks
welchem Geſchick und welcher Stetigkeit wird ſie durc
alle Klippen geſteuert! Wäre nur ein kleiner Teil de
Sorgfalt, die an Jſaaks Sanierung verwandt wurde
für Nieder=Modau übrig geweſen, dann wäre der Zu
ſammenbruch nicht ſo kataſtrophal geweſen
Bei Ihrig galt der Spruch: Zwei Seelen wohner
ach, in meiner Bruſt. Die eine Seele war die des Ge
noſſenſchafters und die andere die des Bankdirektors der
Genoſſenſchaftsbank. Eine große Reihe von Maßnahmer
richtete ſich immer gegen Nieder=Modau. Die Gründung
der V.=V.=G. und die Verquickung dieſer Genoſſenſchaft
mit der Sanierung Iſaaks war eine Verſündigung geger
den genoſſenſchaftlichen Geiſt. Den Nieder=Modauern
wird die Entſtehung des Delkrederefonds nicht erklärt.
Ganz richtig ſagte der Direktor Zobel: Wir wollten uns
doch an dem Gelde nicht bereichern, womit geſagt iſt, daß
das Geld nur Nieder=Modau zukommen ſollte. Es tauch
aber, von Ihrigs geſchickter Hand geleitet, als Köder
die Unterzeichner der Schuldurkunden auf: Wenn Ihr
die Urkunden unterſchreibt, dann ſtelle ich Euch dies zut
Verfügung. Tat Ihrig etwas, um die Erhöhung der
ohne Grund und ohne Gegenleiſtung von Nieder=Modar
übernommenen Bürgſchaft von 69000 auf 101000 Mark


Nummer 124.
zu verhindern? Nein! Iſt das nicht mehr wie nach
Das ganze Syſtem Ihrig läßt ſich mit zwe
läſſig?
Stichworten kennzeichnen: Vertuſchung und Sicherung
der Genoſſenſchaftsbank. Das ganze wird verſtändlich
wenn man die Aeußerung kennt, die Ihrig in einem un
bedachten Augenblick zu dem Zeugen Müller machte:
Wenn nur erſt die Bank geſichert iſt, dann iſt es mir gleich
gültig, was mit Nieder=Modau wird. Müller, der ſo
ernſt und zuverläſſig in ſeiner Arbeit war, wird es nicht
leicht geweſen ſein, dieſe Ausſage zu machen über der
Mann, zu dem er lange mit Achtung aufgeſchaut hatte
den er wie einen mächtigen Mann fürchtete. Das geht
aus dem herriſchen Verhalten Ihrigs vor der General
verſammlung hervor. Wenn ich widerſprochen hätte, dann
wäre ich die längſte Zeit beim Verbande geweſen, ſo
äußerte ſich der Zeuge hier. Das ſteht auch in Ueberein=
ſtimmung
mit dem, was der Zeuge Neff ausſagte. Als
dieſer widerſtand und nicht weitere Sicherheiten heraus=
geben
wollte, ſagte ihm Ihrig: Sie verkennen Ihre Stel
lung beim Verein. Für das Urteil am allerwichtigſter
iſt die ſubjektive Seite. Was wußte Ihrig von der
Nieder=Modauer Verhältniſſen, er, der ſich wie kein an=
derer
mit dieſen Verhältniſſen beſchäftigt hatte? Nieder
Modau war ihm, wie man ſo ſagt, ans Herz gewachſen
es war ſein Sorgen= und Schmerzenskind. Seit 1908 ha
er ſich ganz intenſiv mit der Sanierung beſchäftigt, er
durcharbeitete die Bilanzen, ließ ſich einzelne Kontenaus
züge und das Kaſſabuch kommen und ließ das Protokoll=
buch
abſchreiben. Er hatte Befprechungen mit einzelner
Mitgliedern, umfangreiche Korreſpondenzen, ließ ſich
Sonderberichte ausfertigen und wurde über einzelne De
tails, über Erwerb und Verkauf von Häuſern unterrichtet
Alle wichtigen Stücke, die ſich im Beſitze der Genoſſen
ſchaftsbank befanden, tragen das Zeichen Ihrigs. Und
da will uns der Angeklagte glauben machen, er habe die
Verhältniſſe nicht überblicken können, er, der ſchon ganz
andere, ſchwierigere Verhältniſſe zu ordnen verſtander
hat? Ein ganz uneingeweihter Zeuge, der Bankdirektor
Stein, wurde dadurch mißtrauiſch, daß Pallmann ihn
eine Hypothek Nieder=Modaus anbot. Er erkannte die
ganze Situation mit einem Blick, ja er warnte ſogar
Ihrig, der doch viel beſſer unterrichtet war
Beck war über die Sache unterrichtet, als er nach
Nieder=Modau als Rechner kam. Allwiſſend war er nich
doch viel war ihm bewußt. Doch ich will mich nur au
das ſtützen, was ich dokumentariſch belegen kann. Ihric
wußte ſeit 1905 oder 1906, daß in Nieder=Modau nicht
nur eine unleidliche Mißwirtſchaft herrſchte, ſondern auch,
daß dem Verein durch die Wechſeleinlöſung 1905 ein
enormer Schaden entſtanden war. Wolfsthal ſchrieb de
Bank, er ſende die Sicherheiten Nieder=Modaus. Er gal
Anweiſung, daß die Hypotheken nach Nieder=Modau gin=
gen
, um dort mit der Zeſſion verſehen zu werden. Er
wußte dadurch, daß Iſaak ohne Widerſpruch die 175000
Mark Wechſel einlöſte, und durch deſſen Beruhigungs
ſchreiben, die ſich in den Akten der Bank finden, daß die
Wechſel unreelle Gefälligkeitswechſel waren. Er kannte
das ganze innere Verhältnis zwiſchen Pallmann und
Roth und Adam, und war mehr als irgend ein anderer
in die ganzen Beziehungen eingeweiht. Daß er von der
Fälſchungen Kenntnis hatte, will und kann ich nicht be
haupten. Als nach 1905 an die Stelle der Kaſſenwechſel
verſönliche Wechſel Adams traten, mußte er ſich ſagen
Das geht nicht mehr ſo weiter, die Nieder=Modauer hal=
ten
nicht Wort. Daß er ſich gar keine Gedanken darüber
machte, iſt doch undenkbar. Ein Bankfachmann mußte ir
dieſem Falle klar ſehen. Aber er hat ſich auch Gedanker
darüber gemacht. Am 16. Oktober 1905 ſchrieb er an
Nieder=Modau, er wolle ſeine Hand zurückziehen, weil
ihm das Verhältnis Pallmann=Iſaak verſchwiegen wor
den ſei Am 4. November ſchrieb er, daß er mit Pall=
mann
Rückſprache genommen habe, dieſer habe das
Gegenteil wie Adam erklärt, die Wechſel ſeien keine Ge
älligkeitsakzepte. Aber auch wenn man der unglaub=
lichen
Erklärung folgen wollte, er habe nichts von dem
Verhältnis gewußt, ſo ſteht dem der ſehr ausführliche
und zutreffende Bericht des Braner vom 13. Juni 1906
gegenüber, in dem alles verzeichnet iſt, was zu einer Ver=
urteilung
des Adam ausgereicht hätte. Ich kann nicht
annehmen, daß die Aeußerungen Ihrigs in einem Schrei
ben, daß etwas nicht in Ordnung war und mit der Un
redlichkeit, lediglich eine Statutwidrigkeit, einen Verſtoß
gegen die Ausſchließlichkeitserklärung bedeuten ſollten
Ich ſtelle aus den Briefen feſt: Ihrig kannte ſowohl den
Umfang der Veruntreuungen, als auch die Höhe der
Summe, denn Braner ſetzte dieſe ganz richtig mit 175000
Mark ein. Ich knüpfe daran die Frage: Was hätte ein
redlicher Mann gegenüber dieſer Sachlage getan? Die
Frage ſtellen, heißt ſie beantworten. Anſtatt Aufklärung
zu ſchaffen und neue Schäden zu verhüten, geſchieht
nichts. Alles wird vertuſcht und Sicherung wird für
die Bank verſchafft, genau wie drei Jahre ſpäter. Wär
Adam damals beſeitigt worden, ſo wäre die Sache noch
in das rechte Gleis zu bringen geweſen. Am 19. Dezem
ber 1905 wurde die unglaubliche Dividende von 10 Pro=
zent
beſchloſſen, und dem Adam wurde gewiſſermaßen als
Dank für ſeine Untaten der Gehalt von 1500 auf 2000
Mark erhöht. Statt Aufklärung Vertuſchung. An di
Blätter wurden Dementis geſchickt mit der Drohung der
Verleumdungsklage. Es iſt bemerkenswert: Braner, de
aufklären will, ſtößt auf Widerſtand er muß ſich die Auf
klärung erkämpfen, genau wie ſpäter. Wie wurde es
denn mit der Regreßklage gegen Adam und Roßmann
Sie wurde auf ſich beruhen gelaſſen, und man hat doch
wohl nicht angenommen, daß ſie gegen ſich ſelbſt ein
Regreßklage einreichen würden. Zwei Jahre ſetzte die
Wechſelgeſchichte aus, dann ſetzte das tolle Treiben um
ſo toller wieder ein. Pallmann machte öffentlich keiner
Hehl mehr daraus, daß er den Adam als Marionette be
nutzte. Trotz des engen Bankverkehrs merkt Ihrig zu=
nächſt
nichts davon. Erſt Ende 1907 nimmt die Bank da=
von
Notiz, daß neue Wechſel liefen. Ihrig erfährt, daſ
die Wechſel nicht gebucht ſind. Was geſchieht? Genau
dasſelbe wie früher. Vom 20. November 1907 bis 19. Juli
alſo acht Monate hindurch, iſt nichts geſchehen, und Pall=
mann
und Adam benutzten gerade dieſe Zeit recht aus
ziebig. Aber für Ihrig mußte es noch ärger kommen.
Erſt als er wußte, daß Pallmann Blankette hatte, ſchritt
er ein. Für die Bank tritt er allerdings früher ein. In
einem Briefe an den Rechtsvertreter bezeichnet er die
Zuſtände in Nieder=Modau als troſtlos und verworren,
ſo daß man energiſch an die Sanierung heran müßte
Deshalb galt aber Adam noch immer als redlicher Mann
Warum trat damals Ihrig nicht auf und öffnete den Ver
waltungsmitgliedern die Augen über die Verfehlunger
Adams? War es das Milieu, das ihn davon abhielt:
Nein, Ihrig hat ſich noch nie von dem Milieu abhalter
laſſen, er hat noch immer durchgeſetzt, was er durchſetzen
wollte
Es waren zwei Wege denkbar. Er hätte ſagen kön
nen: Da draußen iſt Hopfen und Malz verloren und
die Leute da draußen iſt nichts mehr zu hoffen. Ich über=
laſſe
ſie ihrem Schickſal. Er mußte ſie warnen. Statt
deſſen Vertuſchung. Beck tritt an die Stelle des Adam,
dieſer wird Kontrolleur. Als Schuchmann dem Ihrig
ber die Sachen berichtete und ſich Rat holte, zuckte Ihrie
die Achſeln und meinte, das ſeien interne Angelegen
heiten. Beck, der die ganze Sachlage durchſchaute, wird

[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Seite 7.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
als gefügiges Werkzeug eingeführt. Später nimmt
e1
ungsvordienſtzeit im Sinne der Beſeitigung des 55
aus dem Spiele laſſen. Abg. Dr. Blunck (Fortſchr.
ihn in den Dienſt der Bank, wie ein Zeuge draſtiſch be=
Lebensjahres als Norm wurde von verſchiedenen Seiten
Miniſterialdirektor Dr.
Vpt.): Wir ſtimmen dem zu.
merkte, als Pfandbriefreiſender. Ich möchte dabei auf
fand
befürwortet. Bei den Uebergangsbeſtimmungen
Lewald: Die Unbeſcholtenheit iſt unentbehrlich für die
merkſam machen auf die eigenartige Gruppe von Schütz=
der

45
Entſcheidung
eine Ausſprache über die Nebenbezüge
-
Abg. Hanſen
der Einbürgerung.
lingen, die Ihrig unter ſeine Fittiche nahm. Adam, der
Staatsbeamten ſtatt. Es wurde der Wunſch aus=
Däne) beantragt die Einfügung eines beſonderen Para=
große
Betrüger, wird unter allen Umſtänden gehalten,
graphen, welcher beſtimmt, daß die Kinder derjenigen
geſprochen, hier eine Regelung grundſätzlicher Art ein=
Franer dagegen kämpft ſich durch alle Schwierigkeiten hin=
Eltern, welche ausgewandert ſind, ohne weiteres einge=
treten
zu laſſen. Die Regierung hatte dem Finanzaus
durch, überall werden ihm Hinderniſſe bereitet; Beck wird
ürgert werden, wenn dieſer Antrag ſpäteſtens ein Jahr
chuß eine Ueberſicht über die Nebenbezüge der
Pfandbriefreiſender; Neff, der ſich abarbeitet und graue
tach erreichter Volljährigkeit geſtellt wird. Die ent=
Staatsbeamten, ſo wie ſie aus der Staatskaſſe bezoger
Haare dabei bekommt, erntet Undank; Jſaak wird
ge=
ſprechenden
Beſtimmungen ſind in anderen Ländern dem
werden, zugehen laſſen, die aber der Finanzausſchuß
ätſchelt und ſaniert und Nieder=Modau ſeinem traurigen
entſprechend. Die letzte däniſche Volkszählung hat feſt=
licht
als ausreichend betrachtet. Vielmehr ſoll die
Schickſal überlaſſen.
geſtellt, daß 22000 jährlich von dieſen Betreffenden einge
von der Regierung gegebene Ueberſicht vervielfältigt wer=
Der von ihm zur Sanierung Nieder=Modaus aufge=
ürgert
werden. (Hört!) Ich bitte, dieſem Antrag zuzu=
den
. Der Ausſchuß wird Freitag an die erſtmalige
tellte Sanierungsplan iſt wertlos und beruht auf ganz
timmen, damit das Unglück dieſer Heimatloſen nicht ver
Beratung des Wohnungsgeldtarifes herantreten.
irrigen Vorausſetzungen. Ein beſſerer Plan würde ihn
größert wird. Miniſterialdirektor Dr. Lewald: Die
aus dieſer ländlichen Verſammlung heraus gegeben wor
vorgetragenen Zahlen treffen nicht zu. Alle die hier
den ſein. Dem Vertuſchungsſyſtem ſchließt ſich paſſend die
immer wieder vorgebrachten Fälle ſind ein und derſelbe
Auskunftsverweigerung an. Die armen Bauern, die
Fall. Der Fall, der hier vorgeworfen wird betrifft einen
Deutſcher Reichstag.
merkten, daß etwas faul ſei und daß es um ihr Hab und=
Mann, der bereits wegen Diebſtahls und Widerſtands
Gut ging, wandten ſich an Ihrig und wurden mit nichts
vorbeſtraft iſt. Es war alſo gerechtfertigt, ſeine Nieder
* Berlin, 29. Mai. Der Vizepräſident Dr. Paaſche
ſagenden Redensarten abgeſpeiſt. Sie wenden ſich an
Miniſterialdirektor Dr. Krie
laſſung zu verhindern.
cröffnet die Sitzung um 2.20 Uhr. Die zweite Beratung
Wolfsthal, der ſtützt ſich auf ſein Geſchäftsgeheimnis
ger: Das ganze Verhalten der Bevölkerung von Nord=
des
Entwurfes eines
Nicht nur dieſe unkundigen Menſchen,
ſondern auch
ſchleswig iſt auf die Geſetzesbeſtimmungen zurückzuführen
Braner, Neff, Müller und Jayme beißen ſich an dem un
Reichs= und Staatsangehörigkeitsgeſetzes
die in Dänemark beſtehen. Aber wir ſind dabei, inter=
aufgeklärten
Konto Adam die Zähne aus. Wenn Ihrig
nationale Abmachungen über dieſe Frage zu treffen.
fortgeſetzt. Die §§ 14a werden unverändert ohne
über die Entſtehung des Kontos Adam klaren Wein ein=
Abg. Bernſtein (Soz.): Die internationalen Ver=
Debatte nach dem Beſchluß der Kommiſſion angenommen.
geſchenkt hätte, dann wäre das ganze Vertuſchungsſyſtem
handlungen ſind natürlich für uns kein Hinderungsgrund
§ 5 beſagt, daß durch die Eheſchließung mit einem Deut=
uſammengebrochen
. Die Hinausſchiebung des Konkurſes
den Antrag anzunehmen. Abg. Hanſen (Däne): In
chen die Frau die Staatsangehörigkeit des Mannes er=
iſt
tatſächlich nur der Genoſſenſchaftsbank zugute gekom=
em
von mir mitgeteilten Fall liegt die Sache doch etwas
verbe. Abg. Bernſtein (Soz.): befürwortet einen
men; dadurch gelang es ihr, die Sicherheiten zu vermeh
anders, als ſie Herr Dr. Lewald darſtellte. Er wurde
lntrag ſeiner Partei, dieſe Beſtimmung dahin zu ändern
ren, während der Verein von ſeinem Konto Adam in
beſtraft, weil er mit ſeiner rechtmäßigen Frau zuſammen
daß eine Ausländerin, die die Ehe mit einem Deutſchen
Höhe von über 300000 Mark nichts retten konnte. Ihrig
Der Widerſtand beſtand darin, daß er mit einem
lebte
geſchloſſen hat, auf ihren Antrag demjenigen Bundesſtaat
wußte genau die horrible Höhe der Wechſelverpflichtungen
Der Antrag wird gegen
Nachtwächter in Konflikt kam.
einzubürgern iſt, dem ihr Ehemann angehört. Wir wün=
Adams und ebenſo, daß dieſer, wie eine Zitrone ausge=
die
Stimmen der Sozialdemokraten, Fortſchrittler und
chen nicht, daß die Staatsangehörigkeit ſich automatiſch
preßt, nichts mehr ſein Eigen nannte. Ihrig wußte aud
Hierauf werden einige weitere
Elſäſſer abgelehnt
regelt, ſondern auch die Frau ſoll das Selbſtbeſtimmungs=
von
den ſonſtigen Veruntreuungen Adams, hat ihm doch
Paragraphen ohne Aenderung angenommen.
echt ihrer Nationalität behalten. Der Antrag wird ab=
Beck ſelbſt einmal geſchrieben, es werde nichts mehr an
Sodann wird die Weiterberatung auf Freitag
gelehnt
Adam ausgezahlt. Wie Ihrig bei der Sanierung der
Kleine Anfragen, Rechnungsſachen
-
2 Uhr vertagt.
§ 5 wird in der Kommiſſionsfaſſung angenommen.
Kreditbank es verſtanden hatte, die Pfandbriefe vorüber=
Interpellationen über Ausnahmegeſetze in Elſaß=Lothrin=
§ 6 regelt die Erwerbung der Staatsangehörigkeit in
gehend in den Treſors der Genoſſenſchaften untertauchen zu
Schluß 7 Uhr
gen.
einem Bundesſtaate durch einen Deutſchen. Der ſozial=
laſſen
, ſo hatte er den wahrhaft genialiſchen Gedanken,
demokratiſche Antrag, daß jeder geſchäftsfähige Deutſche
die bedenklichen Poſten in dem Konto Adam verſchwinden
durch die Begründung des Wohnſitzes in einem Bundes=
* Berlin, 29. Mai. Die Budgetkommiſſior
zu laſſen, ſo daß alle Unannehmlichkeiten als kalter Strahl
ſtaat die Staatsangehörigkeit erwirbt, wenn er nicht
des Reichstages begann heute die erſte Leſung
abgeleitet wurden. Es iſt ein geradezu wunderbares wirt=
nnerhalb
eines Monats einen entgegengeſetzten Wunſch
des Geſetzentwurfes über einen einmaligen
ſchaftliches Ablaufverfahren von Poſten in unterirdiſche
äußert (eventuell ſoll die Naturaliſation erfolgen durch die
Kanäle, wo ſie nur nach Bedarf zum Vorſchein kamen
auß erordentlichen Wehrbeitrag. Der Be
Erwerbung des Unterſtützungswohnſitzes in einer Ge
richterſtatter Graf Weſtarp legte den Charakter des
Alle dieſe angeführten Umſtände laſſen nicht nur auf
meinde), wird begründet von Abg. Quarck (Soz.): Wir
Wehrbeitrages als einer Zweckſteuer dar, die eine Aus
ein abſichtliches Vertuſchen, ſondern auch auf eine abſicht
wollen uns durch unſere Anträge vor Ueberraſchungen
liche Begünſtigung ſchließen.
nahme darſtelle, und regte an, auch ſchon über die Ver=
Der Staatsanwalt ging
chützen, wie ſie beim Vereinsgeſetz trotz aller Verſprech
vendung der ſich ergebenden Ueberſchüſſe Beſchluß zu faſ=
dann
näher auf die juriſtiſche Qualifikation der Straftaten
ungen eingetreten ſind. Der Partikularismus treibt heut=
ſen
. Auch bei den Ausnahmeregeln ſei das Prinzip, die
Ihrigs ein. Die Zeugenausſagen laſſen die Vermutung
zutage Blüten, die man nicht dulden kann. Ein Beweis
teuerliche Gerechtigkeit zu wahren. Beſondere Beachtung
zur Gewißheit werden, daß es Ihrig darum zu tun war,
dafür iſt, daß wir 26 Bundesſtaaten, aber nur 6 deutſche
finde in den Anträgen die Frage der unteren Grenze und
die Unterſchreiber der Schuldurkunden über die wahre
Volksſtämme haben. Eine Gleichſtellung iſt dringend
die Frage der Heranziehung der Einkommen, die Frage
Natur der Urkunden im Unklaren zu halten. Er wäre auch
nötig. Aus dieſem Grunde wünſchen wir auch die baldige
der Staffelung und die Behandlung des fundierten und
ſtark verdächtig, der Anſtiftung zur Anweubung neuer Mit=
Vorlegung eines Geſetzentwurfes, durch welchen ſtatt der
des unfundierten Einkommens. Staatsſekretär K ühr
glieder; denn die Bilanzarbeiten waren die Grundlag
Staatsangehörigkeit ein einheitliches Reichsindigenat (un
betonte in Uebereinſtimmung mit dem Referenten zunächſt
für den Zuſtrom immer neuer Opfer auf das ſinkende
mittelbare Reichsangehörigkeit), für alle Deutſchen einge
den einmaligen Charakter der Abgabe. Dieſe Einmaligkeit
Schiff. Ihrig wußte, daß alle dieſe Opfer in ihr Unglück
führt wird. Der ſozialdemokratiſche Antrag wird abge
ſei eine unentbehrliche Vorausſetzung für die Einzelſtaa=
taumelten
, ohne daß er die rettende Hand erhob. Solche
ehnt. § 6 wird in der Kommiſſionsfaſſung angenommen
ten im Intereſſe ihrer Finanzen und auch im Intereſſe
Bilanzfälſchungen, wie ſie Ihrig ſich zuſchulden kommen
7 enthält die Bedingungen für Einbürgerung eines
der Steuerpflichtigen; denn, wenn es auch unglaublich
ieß, bezeichne man in Juriſtenkreiſen trefſend als Bilanz
Abg.
Ausländers in einem deutſchen Bundesſtaate.
bertrieben wäre, dieſen Wehrbeitrag eine Konfiskation
älſchung mit wirtſchaftlich tödlichem Erfolg. Der Staats
Bernſtein (Soz.): Wir fordern, daß einem jeden Aus=
zu
nennen, ſo ſei es doch nicht ganz unzutreffend, daß,
anwalt erörterte ſodann die Begünſtigung Adams zur
länder die beantragte Einbürgerung nicht verſagt werder
wenn man eine ſolche Vermögensabgabe häufig wieder=
Flucht, die klar erwieſen ſei. Ihrig wollte offenbar da
darf, wenn er u. a. ſeine Niederlaſſung mindeſtens zwei
holen würde, dies ſchließlich auf eine partielle Konfis=
durch
verhüten, daß die Verhältniſſe Nieder=Modaus vor=
Jahre ohne weſentliche Unterbrechung im Inlande gehabt
ation hinauskommen würde. Gerade aber weil die Ab
zeitig bloßgelegt werden, ſo daß die Mitglieder ihr Ver
hat. Der Mangel an Unbeſcholtenheit darf nicht als eine
gabe eine einmalige wäre, müſſe man ſie in erſter Linie
mögen in Sicherheit bringen konnten und die Genoſſen
Tatſache erblickt werden, die der politiſchen Geſinnung
em Vermögen und nicht dem jährlich wechſelnden Ein=
ſchaftsbank
ſich ſchlechter ſtellte. Selbſt im Zuſammen=
oder
Betätigung des Antragſtellers oder ſeiner Konfeſſion
ommen anpaſſen. Je tiefer man herabginge, und je ſpe=
bruche
zeigte ſich noch einmal die Macht des glänzenden
entnommen ſind. Dem Antragſteller muß das Recht ge=
zialiſierter
man ſtaffele, deſto ſchwerer ſei es, bei der Ver=
Ihrigſchen Syſtems. Die einfachen Bauern, die klar er=
geben
werden, den Weg des Verwaltungsſtreitverfahrens
anlagung ſich noch an die der Einzelſtaaten anzuſchließen,
annt hatten, daß Adam der verdienten Beſtrafung aus
egen die Ablehnung ſeines Antrages einſchlagen zu
wie dies beabſichtigt ſei. Die Regierung ſei grundſätzlich
geantwortet werden müſſe und zur Anzeige feſt entſchloſ=
können
. Miniſterialdirektor Dr. Lewald: Der Stand=
vereit
, in allen Einzelheiten den Wünſchen der Kommiſ
en waren, ſie bringen es nicht fertig, ohne vorher den Be=
punkt
des Vorredners, die Welthandelspolitik dränge auf
ion entgegenzukommen und an den Verbeſſerungsvor=
rater
Ihrig zu Rate zu ziehen. Zweimal ſetzen ſie an
ein Weltbürgertum hin, und daß die nationalen Grenzen
ſchlägen mitzuarbeiten, denn die Regierung habe das
und fahren nach Darmſtadt mit dem feſten Entſchluſſe, die
verwiſcht werden, iſt nicht richtig. Ein Blick auf die geo
dringendſte Intereſſe, daß dieſer wichtige Teil der Dek=
Anzeige zu erſtatten, und zweimal laſſen ſie ſich von Ihric
graphiſche Situation Deutſchlands zeigt, daß die Ver=
kungsvorlage
möglichſt bald zuſtande käme.
veranlaſſen, wieder unverrichteter Sache umzukehren.
hältniſſe bei uns ganz anders geartet ſind. Die Auswande=
Ein ſozialdemokratiſcher Redner erklärte ſich mit der
rung geht von Oſten nach Weſten und kommt erſt in das
Der Antrag des Staatsanwalts:
Tendenz des Geſetzes, das ſozialdemokratiſchen Charakter
Deutſche Reich mit ſeinen geordneten Zuſtänden, das Land
in ſich trage, einverſtanden. Dieſe Maßregel bedeute einen
Der Staatsanwalt erachtet den Angeklagten Ihric
es Geſetzes und des großen wirtſchaftlichen Erfolges und
erſten Schritt zur Vereinheitlichung der Beſteuerung im
ſeinen weitreichenden ſozialen Unterſtützungen.
(Sehr
ſchuldig des Betruges in einem Falle, der Bilanzfälſchung
Reiche. Der jetzige Zuſtand der Steuerkonkurrenz unter
richtig, rechts, Lachen links.) In Deutſchland werden aud
in zwei Fällen und der Begünſtigung. Wegen der Bilanz
en Einzelſtaaten ſei unhaltbar. Weiter ſei das Prinzip
den Ausländern Unterſtützungen gewährt, und eine wei
der Leiſtungsfähigkeit in dem Geſetz enthalten. Alle An=
älſchung
von 1908 beantrage er ſechs Monate Gefängnis
ausgebaute Sozialpolitik iſt für den Arbeiter geſchaffen.
räge enthielten die Progreſſion und alle Anträge gingen
und 1500 Mark Geldſtrafe, wegen der von 1909 die gleiche
Da iſt dann der Drang zur Aufnahme ſehr groß. Dieſer
auf 1 Prozent, der ſozialdemokratiſche Antrag auf 5 Pro=
Drang zur Aufnahme würde aber ein heilloſes Durch=
Strafe; wegen des Betruges vier Monate Gefängnis und
zent, und das ſei für die Gewinne in dem Rüſtungsge=
einander
hervorrufen, wenn ein Recht auf Aufnahme ge
wegen der Begünſtigung drei Monate Gefängnis, woraus
Staatsſekretär Kühn erwiderte
ſchäft nicht zu viel
währt würde. Das würde zu ungeahnten Unzuträglich=
die
Sozialdemokraten wollten jedesmal bei neuen Mili=
eine
Geſamtſtrafe von einem Jahr Gefäng=
keiten
führen. Selbſt in den Vereinigten Staaten, die
tärvorlagen Vermögensabgaben erheben, die Regierung
nis und 3000 Mark Geldſtrafe zu bilden iſt.
durch das große Meer von den übrigen Ländern getrenn
ber nur einmal, und ferner wolle die Sozialdemokratie
ſind, auch dieſes Land gibt den Abgewieſenen kein Rech
nur die reichen Leute beſteuern, während die Regierung
auf Klage. Kein Land der Welt billigt dieſes Recht den
in Uebereinſtimmung mit der großen Mehrheit auf dem
Abgewieſenen zu. Ich kann auch hier wiederholen, daß in
Parlamentariſches.
Standpunkte ſtehe, daß bei einer ſolchen entſcheidenden
Preußen die Zugehörigkeit zu einer beſtehenden Religions=
Maßregel zum Schutze des Reiches möglichſt weite Kreiſe
Die Beſoldungsvorlage im Finanz=
emeinſchaft
oder Partei allein kein Recht auf Abweiſung
beteiligt werden ſollen
Ein Zentrumsredner erklärte
ausſchuß.
ilden ſoll. Abg. Becker=Arnsberg (Ztr.): Ich ver=
der
Gedanke der Vorlage, die hohen Einkommen zu ſcho=
Der Finanzausſchuß der Zweiten Kammer trat am
ſtehe nicht, daß die Sozialdemokraten derartige Anträge
nen, ſei unannehmbar und abnorm. Der Zentrumsan=
Donnerstag unter dem Vorſitz des Abg. Molthan an
ſtellen können. Es iſt doch höchſt gefährlich alle ohne Aus=
rag
ſcheine ihm das Richtige zu treffen, und er hoffe, da
nahme als Reichsangehörige zuzulaſſen. Wenn dieſer An=
die
Beratung der Beſoldungsvorlage heran. Zunächſt
er ſich nicht auf Einzelheiten feſtlege, auf eine Verſtändig=
trag
Annahme findet, dann wird es ermöglicht, Kulis als
wurde der Geſetzentwurf über die Wohnungsgeld=
ung
mit den anderen Parteien. Im allgemeinen ſei die
Lohndrücker hereinzuholen. Ich glaube, daß ſich die Ar=
zuſchüſſe
einer eingehenden Beratung unterzogen. Da
Vorlage gut, aber hinzu kommen müſſe die Heranziehung
beiter für dieſe Hilfe ſchön bedanken werden. Abg
bei wurde die grundſätzliche Frage erörtert, ob die be
er Einkommen und eine größere Berückſichtigung der
andsberg (Soz.): Auf den Arbeitsmarkt hat die
ſtehenden Wohnungsgelder aufrecht erhalten bleiben oder
leinen Vermögen, und als Endziel die Erreichung der
Einbürgerung keinen Einfluß. Die Einführung von fremd=
beſeitigt
werden ſollen. In letzterem Sinne ſprach ſich
Summe von einer Milliarde. Dabei ſei es beſſer, jetzt 100
ländiſchen Arbeitern liegt nur im Intereſſe der Agrarier
Abg. Molthan aus, um eine unterſchiedliche Behand=
Millionen mehr zu erheben, als ſpäter mit einer Nach
und Schloßjunker. Abg. Kühn (Soz.): Das Geſetz,
lung der Beamten in Stadt und Land zu beſeitigen. Auch
Ein nationalliberaler Redner
beſteuerung zu kommen.
eſſen Gedanke uns nun ſchon ziemlich 20 Jahre beſchäf=
die
Frage der Penſionsfähigkeit des Wohnungsgeldes
tellte die einmütige Anerkennung der Wehrſteuer in der
igt, iſt undenkbar für uns, wenn nicht die Unbeſcholten=
wurde
erörtert. Hinſichtlich der Servisklaſſen im
Kommiſſion feſt und vertrat weiter den Vorſchlag ſeiner
eit aus dem Geſetz entfernt wird. Auch die Frage der
Wohnungsgeldtarif liegt eine ganze Anzahl von Anträ=
Freunde, die großen Vermögen nicht zu ſcharf zu erfaſſen
Zugehörigkeit der deutſchen mit einem Ausländer verhei
gen verſchiedener Abgeordneter um Verſetzung der einzel
Der ſozialdemokratiſche Antrag treibe die reichen Leut=
ateten
Frau muß ausgebaut werden. Wohlwollen wird
nen Städte und Gemeinden in andere Klaſſen vor. Der
aus dem Lande; man ſollte lieber ſolche hereinziehen. Der
a doch nicht gegen Arbeiterfamilien geübt.
Abg.
Ausſchuß beſchloß, die Regierung zu erſuchen, ihre Stel
Redner zoa die Vorlage dem Zentrumsantrag vor, da ſie
Bernſtein (Soz.): Das Beiſpiel der Vereinigten
ungnahme zu dieſen Anträgen ſchriftlich dem Ausſchuſſe
den einmaligen Charakter der Steuer ſchärfer hervortreten
Staaten trifft nicht zu. Dort hat ſich der Einwanderungs
zu unterbreiten. Hinſichtlich des Unterſchiedes zwiſchen
laſſe. Ein fortſchrittlicher Redner ſtimmte der einmali=
kommiſſar
nach ganz beſtimmten Vorſchriften zu richten
verheirateten und unverheirateten Beamten
gen Steuer zu. Ueberſchüſſe ſollten nur mit Zuſtimmung
o daß Willkür ausgeſchloſſen iſt. Wir haben die Ein=
in
bezug auf das Wohnungsgeld iſt der Ausſchuß mit den
des Reichstages verwandt werden. Uebereinſtimmung
wanderung nicht zu fürchten, nur den Indifferentismus
Vorſchlägen der Regierung einverſtanden. Der
habe ſich gezeigt in dem Streben, bei den großen Vermö=
Nach weiterer kurzer Debatte
und die Unſolidarität.
Wünſchen der Staatsdienſtanwärter, ebenfalls Wohnungs
gen hinauf und beim Einkommen herunter zu gehen. Der
vird der Hauptantrag (Einbürgerung nach zweijähriger
geld zu erhalten, wurde von einer Reihe von Rednern
nationalliberale Antrag reize zu Unehrlichkeiten. Es ſei
Abweſenheit im Auslande) in einfacher Abſtimmung al
widerſprochen, weil dadurch eine bedeutende Belaſt=
beſſer
, nicht mit feſten Sätzen, ſondern mit Prozenten zu
elehnt. Die Abſtimmung über den Antrag der Ein=
ung
der Staatskaſſe eintreten würde. Von anderer Seite
rechnen. Auch der Zentrumsantrag gebe zu Bedenken
bürgerung von im Auslande geborenen Kindern deutſcher
wurde der Vorſchlag gemacht, den verheirateten
Anlaß. Man möge bei der Einkommenſteuer nicht die
Eltern, bleibt zweifelhaft, ſo daß Hammelſprung ſtatt=
Staatsdienſtanwärtern die Hälſte des Wohn=
Schwankungen vergeſſen, denen die Einkommen unter=
indet
. Dafür ſtimmen 115, dagegen 148, der Antrag iſt
ungsgeldes von dem Tage an zu gewähren, von dem die
worfen ſeien. Auch die Kinderzahl werde bei ſeinem An
ſomit abgelehnt
Beſoldungsvordienſtzeit angerechnet wird. Der Ausſchuß
Staatsſekretär Kühn erklärte, nach
trag berückſichtigt.
Paragraph 7 wird in der Faſſung der Kommiſſior
wvird im Laufe der nächſten Woche über alle dieſe Anreg=
vorläufigen
Berechnungen werde der Zentrumsantrag 820
angenommen. § 7a macht die Einbürgerung davon ab=
ungen
und Anträge eine gemeinſame Beratung mit der
Millionen, der fortſchrittliche 755 Millionen und der natio.
ängig, daß kein Bundesſtaat Einwendungen zu erheben
Regierung pflegen.
nalliberale Antrag 675 Millionen ergeben
hat. Dieſe Beſtimmung ſoll keine Anwendung finden, wenn
der Finanzausſchuß trat dann weiter in die Berat=
Der elſäſſiſche Redner erklärte, die einſeitige Heran
der Betreffende im Reiche geboren iſt und ſich bis zum
ung des Geſetzentwurfs über die Beſoldung
iehung der Vermögen und die Freilaſſung hoher Ein=
21. Lebensjahre im Reiche aufgehalten hat. Der Para=
der
Staatsbeamten ein. über den Abg. Molthan
Für
kommen habe ſeine Freunde in Erſtaunen verſetzt.
graph wird unter Ablehnung aller geſtellten Anträge ir
Bericht erſtattete. Eine eingehende Ausſprache fand ſtatt
Ab=
das
Reichsland liege ganz gewiß die Gefahr einer
der Kommiſſionsſitzung genehmigt. § 8 regelt die Wie
über die verſchiedenen Aenderungen, die die Regierung
eien
wanderung des Kapitals vor: rund 150 Millionen
dereinbürgerung und die Ausbürgerung. Abg. Lands=
in
dem 1898er Geſetz und in der neuen Vorlage vorſieht
in letzter Zeit aus dem Reichslande ausgewandert.
Der
berg (Soz.): Wir wollen vor allem die Unbeſcholtenheit
Insbeſondere die anderweitige Anrechnung der Beſold=

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 8.
wolken, wurde aber immer wieder ſichtbar und von den
Zentrumsantrag treffe nach ſeiner Anſicht das Richtige;
Zuſchauern mit großem Intereſſe verfolgt. Gegen Schluſ
vielleicht ſei die Staffelung noch weiter zu führen. Ein
der Flugzeit ging Linnekogel dann in ſeinem bekannten
Zentrumsredner bekundete ſeine Freude über die zutage
ſteilen Kurvengleitflug nieder, nachdem er anderthalb
getretene Uebereinſtimmung und erklärte gegenüber dem
Stunden in der Luft war und dabei 2750 Meter Höhe er
ſozialdemokratiſchen Mitgliede, ſeine Freunde legten auf
reicht hatte. Die gleiche Zeit wie Linnekogel erzielten auch
die Freilaſſung der Vermögen unter 50000 Mark den
Wieting auf Rumpler=Taube, Stiploſchek auf Jeannin=
größten
Wert. Bei dem Einkommen ſcheine der in dem
Taube und Langer auf ſeinem Flugzeug=Doppeldecker
Zentrumsantrag vorgeſchlagene Satz von 7500 Mark der
Einige bange Momente gab es, als gegen 6 Uhr der von
richtige zu ſein. Beſondere Bedenken habe er gegen der
em Flieger Colombo geſteuerte Dr. Geſt=Eindecker von
nationalliberalen Antrag, demgegenüber die prozentuale
einer Seitenböe getroffen wurde und außerhalb des Flug=
Beſteuerung unbeſtreitbar beſſer ſei. Ueber 1 Prozent hin=
latzes
, fünf Meter vom Teltow=Kanal entfernt, zu Boden
aus zu gehen, halte er nicht für ratſam, wenn nicht die
türzte. Colrmbo und ſein Paſſagier kamen glücklicher
Geſamtſumme zu ſehr hinter der Forderung von einer
weiſe ohne Verletzungen davon, während der Apparat
Milliarde zurückbleiben ſolle. Weiter glaubt der Redner
ziemlich ſtark beſchädigt wurde. Für die zweite Konkur=
daß
die Ertragsſchätzung des Zentrumsantrags durch den
renz des vierten Tages, dem Wettbewerb um den kürze
Schatzſekretär zu gering ſei. Ein weiterer fortſchritt=
ſten
Anlauf, hatten nur fünf Flieger Meldungen abge=
licher
Redner betonte, der Schatzſekretär unterſchätze den
geben, von denen Ellery von Goriſſen auf ſeinem neuen
Erfolg des Deklarationszwanges;
an dem Satze von
Ago=Doppeldecker gleich beim erſten Start den geringer
30000 Mark für die Vermögensbeſteuerung wolle er feſt
nlauf von 76,96 Meter gebrauchte. Gegen Schluß des
halten. Eine Verſtändigung über die Anträge werde ſich
vierten Tages erſchien auch die Hanſa von Potsdam
wohl unſchwer herbeiführen laſſen. Die Einkommens=
kommend
. über dem Flugplatz, verſchwand aber bald wie=
grenze
von 10000 Mark könne nach ſeiner Meinung her=
der
, nachdem ſie verſchiedene Schleifenflüge ausgeführt
untergeſetzt werden. Die Mehrheit ſeiner Freunde halte
aber die Grenze für richtig gezogen. Gegenüber dem
hatte
kleinen Aktionär ergeben ſich aus dem Zentrumsantrage
Ungerechtigkeiten. Der Vorſitzende machte darauf der
Das Luftſchiff
Frankfurt a. M., 29. Mai.
Vorſchlag, aus jeder Fraktion zwei Herren zu einer Be=
Victoria Luiſe, das heute von dem Frank=
ſprechung
mit dem Reichsſchatzſekretär zuſammentreten zu
furter Verein für Luftſchiffahrt gechartert
laſſen, um zu einem gemeinſamen Verſtändigungsvor=
worden
war, ſtieg um 8 Uhr morgens zu einer ungefähr
ſchlag zu kommen. Der Vorſchlag wurde angenommen.
zweiſtündigen Fahrt auf, von der es gegen 10 Uhr in
Ein konſervativer Redner erklärte wiederholt, Wert dar
en Luftfchiffhafen zurückkehrte. Für heute nachmitlag
auf zu legen, daß der Zweck der Vorlage durchaus be
ſind zwei Aufſtiege geplant.
achtet und im Geſetz feſtgelegt werde. Der nationallibe
rale Antrag habe den Vorzug, daß er die Verwendung
Zeppelinflug nach Wien.
vereinfache. Er erklärte bezüglich der Staffelung, er ſe
bereit, bis zu dem Betrage von 1 Prozent und, wenn
* Wien, 28. Mai. Nach einer Mitteilung des Flug
nötig, darüber hinauszugehen; dasſelbe gelte bezüglich
techniſchen Vereins beabſichtigt Graf Zeppelin, den
der Einkommenbeſteuerung im Zentrumsantrag. Ein
wiederholt angekündigten Flug nach Wien mit dem
nationalliberaler Abgeordneter vermißt eine Aeußerung
uftſchiff Sachſen zwiſchen dem 9. und 15. Juni an=
der
Regierung über ihren Antrag, der doch die Veran=
läßlich
der Eröffnung des großen Wiener Flugmeetings
auf ein geringes Maß beſchränke.
zu unternehmen. Die Fahrt ſoll von Baden=Baden nach
Wien, von dort nach Berlin und dann nach Leipzig gehen
Hierauf vertagt ſich die Kommiſſion. Zu einer Abſtim=
luf
dem Flugfelde in Aſpern iſt ein 24ſtündiger Aufent
mung kam es nicht. Nächſte Sitzung morgen
alt geplan
Friedrichshafen, 29. Mai. Vom 9. Juni ab
iſt das Luftſchiff Sachſen in Baden=Oos bereit und
Der Balkankrieg.
zur Verfügung des Grafen Zeppelin. Die längſt geplante
Fahrt nach Wien iſt ſicher. Es iſt beabſichtigt,
Die Friedensverhandlungen.
von Wien nach Berlin zu fliegen. Von Berlin wird ſich
* London, 29. Mai. Nach der Times iſt es ſo gu=
das
Luftſchiff zur Eröffnung des Luftſchiffhafens nach
wie ſicher, daß der Friedensvertrag morgen von
Leipzig begeben, um dort vom König von Sachſen ge
ſämtlichen Delegierten unterzeichnet wird
tauft zu werden
* London, 28. Mai. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, hat die britiſche Regierung heute wie
derum lebhaft auf Griechenland eingewirkt, um es
Letzte Nachrichten.
zur Unterzeichnung des Friedensvertrages zu
(Wolffs telegr. Korceſp.=Bureau.)
veranlaſſen. Einem offiziellen Telegramm zufolge, da=
heute
in London einging, werden der ſerbiſche und der
* Truppenübungsplatz Döberitz, 29. Mai. Der Kaiſer
griechiſche Miniſterpräſident am nächſten Samstag an der
hielt heute zur Erinnerung an die vor 25 Jahren ſtattge
Brenze eine Zuſammenkunft haben, um ſich über die ſer
abte Parade der zweiten Garde=Infanterie=Brigade vor
biſchebulgariſche Frage zu beſprechen. Eine Beſtätigung
Kaiſer Friedrich eine größere Truppenübung ab
des Gerüchtes von einem ſerbiſchen Ultimatum iſt in Lon=
welche
um 6½ Uhr vormittags begann. Die Uebung lei
don nicht eingetroffen. Es wird gehofft, daß es den bei=
ete
General der Infanterie v. Löwenfeld. Der Kaiſer
den Miniſtern gelingen wird, eine verſöhnliche Löſung zu
führte die zweite Garde=Infanterie=Brigade, welche durch
finden.
das erſte und dritte Bataillon des 1. Garde=Regiments zu
Fuß, ſowie durch Kavallerie, Artillerie, Maſchinengewehre
Rumänien und die Lage auf der Balkanhalbinſel.
und Radfahrer verſtärkt worden war. Den Feind bildete
* Bukareſt, 28. Mai. Der Senat beendete heute
eine Spandauer Brigade mit entſprechend herangezogener
die geheime Verhandlung über das Petersburger
Teilen anderer Waffengattungen. Es entwickelte ſich ein
Protokoll. In der darauf folgenden öffentlichen Sitz=
ſehr
lebhaftes Gefecht, das um 9½ Uhr ſein Ende er=
ung
ſchug Vizepräſident Stefanesco folgende Reſolu=
reichte
. Das Wetter war günſtig. Ein Luftſchiff und meh
tion vor: Indem der Senat als Abſchluß der dem
rere Flugzeuge arbeiteten über dem Truppenübungsplatz
Expoſé des Miniſterpräſidenten folgenden Debatte das in
Der Uebung wohnten u. a. die militäriſchen Mitglieder
Petersburg von den Vertretern der Mächte unterzeichnete
der argentiniſchen Sondermiſſion, ſowie die ruſſiſche, öſter=
Protokoll zur Kenntnis nimmt, ermächtigt er die Regie
reichiſche und württembergiſche Militärdeputation mit den
rung, die notwendigen Maßnahmen zu deſſen Durchfüh=
zu
ihrer Begleitung kommandierten Offizieren und den
rung zu ergreifen. Der Führer der liberalen Parte
betreffenden Militärattachés bei.
Bratiano erklärte, die liberale Partei ſtimme für den An=
Wiesbaden, 29. Mai. Bei der Rückkehr von einem
trag auf Durchführung des Protokolls, das eine Unge=
Klaſſenausflug wurde heute mittag der 12 Jahre alte
rechtigkeit der Vergangenheit wieder gut mache und die
Schüler Karl Rehm aus der Scharnhorſtſtraße vom
religiöſen und kulturellen Bande mit den rumäniſchen
Hitzſchlag getroffen; R. war ſofort tot.
Stammesgenoſſen Mazedoniens wieder befeſtige. Die
Stuttgart, 29. Mai. In der Zweiten Kammer
liberale Partei ſtimme dafür, da die geheimen Verhand=
kam
es heute bei Beratung des Etats zu lebhaften Aus=
lungen
dargetan hätten, daß die Beſchlüſſe der Konferenz
einanderſetzungen. Nachdem ein Antrag auf Schluß der
die rumäniſchen, infolge der territorialen Aenderungen
Debatte abgelehnt worden war ſprach der Abgeordnet
auf dem Balkan formulierten Anſprüche nicht Genüge lei=
Haußmann (Vpt.) in einer Geſchäftsordnungsdebatte von
ſteten und die politiſche Aktion des Königreiches in der
Vergewaltigung und Erdroſſelung der Redefreiheit und
gegenwärtigen Lage der Balkanhalbinſel keineswegs bin=
drohte
, daß ſeine Parteifreunde ſich eventuell der Ab
den könnten. Die Abſtimmung der liberalen Partei, die
timmung enthalten würden. Als dann ein Antrag Keil
nicht eine Billigung der Politik der Regierung in ſich
(Soz.) die Abſtimmung über dieſen Antrag des Zentrums
chließe, habe ausſchließlich den Charakter einer Ermäch=
zur
Frage der Aufhebung der Kreisregierungen auf yor=
tigung
zur Ausführung der Punkte 14 der erwähnter
gen zu verſchieben, abgelehnt worden war verließen di
Protokolle
Der Antrag wurde mit 77 gegen 9 Stimmer
Mitglieder der Volkspartei und der Sozialdemokratie mit
unter dem Beifall der Senatoren angenommen.
Ausnahme der Abgg. Haußmann und Keil den Saal
Haußmann bezweifelte die Beſchlußfähigkeit des Hauſe:
Kämpfe zwiſchen den Verbündeten
und die Sitzung mußte abgebrochen, und ein
* Athen, 29. Mai. (Agence d’Athéne
neue Sitzung auf eine Viertelſtunde ſpäter anberaumt
Nachdem
die Bulgaren bei Prowitſch Kanonen aufgeſtellt
werden. Als Präſident v. Kraut nach der Eröffnung der
hatten, machten ſie am 27. Mai ohne jede Veranlaſſung
neuen Sitzung die Etatsberatung bei Titel 2 fortſetzen
einen Angriff auf eine griechiſche Kom
wollte, erhob der Abg. Keil Widerſpruch und Volkspartei
pagnie. Ueber den Verlauf dieſes neuen Angriffs iſt
und Sozialdemokratie verließen abermals den Saal
noch nichts bekannt.
Präſident v. Kraut erwiderte, er gehe davon aus, daß die
Abſtimmung auf morgen verſchoben werde, womit ſich aber
der Abg. Haußmann nicht zufrieden gab, ſondern eine be=
Luftfahrt.
timmte Erklärung verlangte. Nachdem Vizepräſident von
Kiene dem Präſidenten beigeſtimmt hatte, die Abſtimmung
Berliner Frühjahrs=Flugwoche.
auf morgen zu verſchieben, kehrten Volkspartei und Sozial=
sr
. Trotzdem der vierte Tag der Frühjahrs=Flugwoche
demokratie an ihre Plätze zurück, und die Beratung nahm
wiederum vom ſchönſten Wetter begünſtigt wurde, war
ihren Fortgang.
der Beſuch nicht auf der Höhe der vorhergegangenen Tage
Donauſtauf bei Regensburg, 29. Mai. Bei herr=
Die Flieger waren wieder ſehr fleißig und begannen
ichſtem Sonnenſchein vollzog ſich heute die Wagner=
punkt
5 Uhr zu ſtarten, trotzdem es in den unteren Schich
Feier in der Walhalla. Präziſe 11 Uhr fuhrer
ten ſehr böig war, ſo daß beſonders die langſameren Ma=
Prinz Rupprecht von Bayern als Vertreter des
chinen heftig hin und her geſchüttelt wurden. Um den
Prinz=Regenten Ludwig von Bayern, der Fürſt vor
Dauerpreis bewarben ſich elf Teilnehmer, von denen be
Thurn und Taxis, ferner der Staatsminiſter des Innern
ſonders Linnekogel auf ſeinem Rumpler=Eindecker mit die
für Kirchen und Schulangelegenheiten Dr. v. Knilling,
beſte Zeit erreichte und dabei einen prächtigen Höhenflug
und Siegfried Wagner vor der Walhalla vor. Sie wur=
abſolvierte
. Der Rumpler=Eindecker des jungen Piloten
den mit Muſik empfangen, und unter einem Chor des
chraubte ſich mit großer Geſchwindigkeit immer höher und
Liederkranzes=Regensburg erfolgte der Einzug in die
höher, verſchwand zeitweiſe in tiefer hängenden Dunſt
Walhalla. Nach Beendigung des Chors fiel die Hülle

1
Aa
2

Nummer 124.
von dem Denkmal. Hierauf hielt Miniſter v. Knilling
ine Feſtanſprache.
Oppeln, 29. Mai. In Falkenberg erſchlug der
Arbeiter Semollo nach kurzem Streit ſeine Ehefrau
mit der Axt. Der Mörder flüchtete
Danzig, 29. Mai. Heute abend 6 Uhr gelang es,
den bei Neufahrwaſſer auf Grund geratenen Panzer=
kreuzer
König Albert abzuſchleppen und frei
zu bekommen. Er wurde nach der Reede geſchleppt
* Wien, 29. Mai. Der geſtern beerdigte Generalſtabs
oberſt Riedel iſt tatſächlich, wie jetzt nicht mehr beſtritten
wird, der Spionage zugunſten Rußlands= über=
ührt
worden. Er mißbrauchte ſeine Stellung als
Stabschef des Prager Korps ſeit 14 Jahren zum Landes
verrat, zuerſt, um aus ſchwerer Geldklemme zu entkommen
ind ſodann, um ſeine jährlich bis zu 750000 Kronen er=
fordernde
Lebenshaltung zu beſtreiten. Zuletzt wurde
durch Ueberwachung ſeiner Korreſpondenz ſeine verräte
riſche Haltung feſtgeſtellt und er durch Liſt zu einer Unter
edung mit einem Mittelsmanne nach Wien gelockt. Einc
Hausſuchung in Prag erbrachte die Beweiſe völliger
Ueberführung. Anſcheinend ließen die ihn in Wien er=
wartenden
Offiziere eine Browningpiſtole auf ſeinem
Zimmer zurück, mit der er ſich vorgeſtern nacht erſchoß.
Das Begräbnis fand ohne alle militäriſchen Ehren ſtatt
*
Wien, 29. Mai. Ueber den Selbſtmord des
Generalſtabsoffiziers Riedel ſchreibt die
Militäriſche Rundſchau: Er vollführte die Tat in dem
Augenblick, als man im Begriff war, ihn wegen ſchwerer
Verfehlungen feſtzunehmen. Er war homoſexuell, geriet
dadurch in finanzielle Schwierigkeiten und verkaufte des=
halb
dienſtliche Behelfe interner Natur an eine fremde
Macht
In der
Port=Vendrez (Frankreich), 29. Mai
Dynamitfabrik in Padlilles (Departement
Pyrénées=Orientales) explodierte die Vorrichtung
ur Herſtellung von Nitroglyzerin und verurſachte die Ex=
ploſion
eines Filtrier= und Miſchapparates. Sechs Per=
ſonen
ſind getötet und zahlreiche verletzt worden, dar=
unter
einige ſchwer
Madrid 29. Mai. Kammer. Der Miniſterpräſi=
dent
brachte eine Geſetzesvorlage ein, durch welche einige
Artikel des Strafgeſetzbuches, betreffend Verbre=
hen
gegen das Vaterland, die Armee und die Fahne
Preßdelikte und aufrühreriſche Rufe abgeändert werden
ollen. Der Entwurf ſieht vor, daß die ordentlichen Ge
richte Beleidigungen und Verleumdungen gegen die Mili=
tärbehörden
aburteilen ſollen, wenn der Urheber eine
Der Marineminiſter legte einen Geſetz=
Zivilperſon iſt.
entwurf vor, durch welchen die Einrichtung beſeitigt wer
den ſoll, daß die Mitglieder des Kriegsrats vor Beginn
der Sitzungen der Meſſe beiwohnen müſſen.
London, 29. Mai. Im Unterhauſe fragte der
Abg. King den Staatsſekretär Mac Kenna, ob nicht an=
geſichts
der nationalen Großmut und Milde der Deut
chen, die wegen Spionage verurteilten
drei Engländer freizulaſſen, auch den in Eng
lang wegen des gleichen Deliktes in Haft befindlichen
Deutſchen der Reſt ihrer Strafe erlaſſen werden könnte.
Mac Kenna erwiderte, er wolle mit Sir Edward Grey
darüber beraten. Uebrigens befinde ſich gegenwärtig nur
ein Deutſcher wegen dieſer Straftat in einem engliſchen
Gefängnis.
HB. Berlin, 29. Mai. Heute mittag trafen Prinz
und Prinzeſſin Ernſt Auguſt von Braun=
ſchweig
und Lüneburg in Potsdam ein, um dem
Kaiſerpaare einen kurzen Beſuch abzuſtatten. Sie ſetzten
heute nachmittag ihre Reiſe nach dem Almtal bei Gmun
den fort
HB. Frankfurt a. M., 29. Mai. Der von der Straf=
ammer
zu drei Jahren Gefängnis und 9000 Mark Geld=
ſtrafe
verurteilte Loſehändler Schäfer aus Düſſeldort
hat ſeine Reviſion zurückgezogen, ſo daß das
iſt
Urteil jetzt rechtskräftie
Mai. Im Leitſchwerk in Ober=
München, 29.
bayern ſtürzte beim Auswechſeln der Zimmerung ein
Stollen ein. Vier Arbeiter wurden dabei verſchüttet,
einer wurde getötet, einer ſchwer und einer tödlich
verletz:
Eſſen, 29. Mai. Die in Grafenſtaden ermordete
Frau wurde jetzt als die des Bergmanns Nowack er
annt. Als mutmaßlicher Täter wurde der Ehemann
der Ermordeten und ſeine 21jährige Schwägerin, mit der
er ein Liebesverhältnis unterhielt, verhaftet.
HB. Petersburg, 29. Mai. Zur Kräftigung der Ge=
ſundheit
des Thronfolgers von Rußland ver
ordnete das geſtrige Konzilium der Aerzte Schlammbäder
Die Zarenfamilie begibt ſich deshalb wahrſcheinlich im
Verlaufe des Juni in die Krim, wo ſie auf der Kaiſer=
jacht
Standard wohnen wird. Der Großfürſt= Thron=
folger
wird die berühmten Schlammbäder in Eupatoria
benutzen. Die beabſichtigte Reiſe in die Schären wurde
deshalb aufgegeben. Ebenſo der Beſuch des engliſchen
Königspaares
Petersburg, 29. Mai. Während der Schieß=
übungen
auf dem Petersburger Polygon, denen der
gegenwärtig hier weilende franzöſiſche Marine=General
tabschef Lebris beiwohnte, entſtand durch Un=
vorſichtigkeit
der Schützen eine Exploſion.
Betötet wurde ein Leutnant, ſchwer verwundet ein Leut=
nant
und ein Matroſe leicht verletzt
(Schluß des redaktionellen Teils.)
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[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, dene30. Mai 11913.
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Anfertigung und Bepflanzung von Balkonkästen,
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und treubeſorgte Mutter, Großmutter,
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Frau Karoline Koch
geb. Haas
C
TIERTETT
(11993
Alter von 79 Jahren.
m
Darmſtadt, Worms, Odernheim,
Kunstlichtspiele
den 29. Mai 1913.
Telephon 21700
Rheinstrasse 6
Im Namen der Hinterbliebenen:
Volksvorstellungen
Frau Fanny Schönberg,
Pauline Sinsheimer.
,
zu ermässigten Preisen
Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. Juni
PHeute letzter Tag der
vormittags 11 Uhr, in Gau=Odernheim ſtatt.

Ionigin Luise
der
Die Königin der Schmerzen
Dritte und letzte Abteilung
Anſtatt jeder beſonderen Anzeige
Die Erschiessung der 11 Schin schen Ofüziere
die traurige Mitteilung, daß unſer lieber Bru=
der
und Schwager
(B12006
Das Warenhausmädchen

Oberstleutnant
Der Lebensroman einer Verkäuferin 3 Akter
Preise der Plätze: III. Platz 19 Pfg., II. Platz
Friedrich Lindt
35 Pfg., I. Platz 50 Pfg., Balkon 70 Pfg.,
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geſtern abend in Straßburg i. Elſ. infolge
Ab Samstag das grandiose Filmdrama:
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Die Bettler von Paris
Darmſtadt, am 29. Mai 1913.
ein Kunstwerk der Kinematographie.
Spieldauer 1½ Stunden.
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114 und Sonntags von 104 Uhr.
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Fußim unpassenden Sfiefel
blebt gesund.
wirdserbicet.
ffiſs=

66
Loddd
5
D. R. P.
Der fertige Stiefel nach Maß.
8

Kinderfüße bedürfen besonderer Pflege; Chasalla-
12gg
Kinderstiefel bieten vollen gesundheitlichen Schutz
89

Die natürliche Paßform hindert nicht, daß der
Chasalla-Stiefel hochelegant ausgestattet wird.
Inpro,
Inbren
bene
Zi
Divid
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Kurſe vom 29. Mai 1913.
2¾/1 Oeſt. Südb. (Lomb.)
155,00
8 Schuchert, Nürnberg
3 Raab=Oedenburg
76,00
2
220,50
Siemens & Halske
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach,
4 Kronprinz Rudolfbahn
132,00
5 Bergmann Electr. .
InProz.
In Prot.
Zf=
Ruſſ. Südweſt. . . .
85,50
Z.
10 Deutſch. Ueberſee Electr.
74,60
5 Argentinier
99,00
4½ Moskau=Kaſan . . .
Staatspapiere.
. . . .
37,50
0 Gummi Peter . . .
100,00
do.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw.
0 Kunſtſeide Frankfurt
66,00
41
Chile Gold=Anleihe .
86,10
89,60
4 Wladichawchas
85,70
.. .
3½ Deutſche Reichsanl. .
30 Adler=Fahrradwerk
76,00
96,40
85,00
5 Chineſ. Staatsanleihe
4 Rjäſan Koslow . . .
do.
144,50
Kleyer
. .
99,80
½
90,00
do
72,00
3 Portugieſ. Eiſenb. .
4 Preuß. Schatzanweiſg.
149,00
Maſchinenf. Badenia
4½
36,10
Japaner
do.
38,70
. . .
do. Conſols . ..
3½
Wittener Stahlröhren 159,60
5,94
Livorneſer
68,90
33,00
Innere Mexikaner. . .
do.
do.

157,60
9 Steana Romana Petr.
3 Salonique=Monaſtir
62,0
97,80
do.
4 Bad. Staatsanleihe .
230,10
5 Zellſtoff Waldbof .
-
91,20
4 Gold=Mexikanerv. 1904
80,00
4 Baadadbahn
,
do
3½
12,83 Bad. Zucker=Wag=
4½ Anatoliſche Eiſenb..
Gold=Mexikaner . . .
do.
93,10
206,00
häuſel.
99,30
Miſſouri=Paciſic. . ..
3 Buenos Aires Provinz
3 Bayr. Eiſenbahnanleihe
57,40
0 Neue Boden=A. A.=Beſ.
84,40
4 Northern=Paciſie . . .
93,80
do
Aktien inländiſcher
½
53,60
0 Südd. Immobilien .
4 Southern=Paciſic
. ,
do
3
89,20
Transportanſtalten,
Bergwerks=Aktien.
98,9
Louis und San
4 Hamburger Staatsanl.
5 St.
0 Hamb.=Amerika=Paket=
99,00
Franeisch. . . . .
-
4 Heſſ. Staatsanleihe .
144,60
jahrt . . . . . .
10 Aumeß=Friede . . . . 174,50
-
5 Tehuantepee . . . . .
97,3
do. do. (unk. 1912)
7 Nordd. Lloyd . . . .
123,4t
Bochumer Bergb. u.
14
do.
3½
3½ Südd. Eiſenb.=Beſ. . 126,50
Gußſt.
. . . . . . 216,50
Bank=Aktien
73,50
do
Aktienausländiſcher
11 Deutſch=Luxemburg.=
10 Bank für elektriſche
76,40
3 Sächſiſche Rente
Transportanſtalten
Bergb. . . . . . . 161,00
Untern. Zürich
98,35
4 Württemberg unk. 1921
Anatol. Eiſenb. 60½
10 Gelſenkirchener . . . . 184,50
Bergiſch=Märkiſche
½
94,00
do. v. 1900
31
Einz. Mk. 408 . . 117,25
Harpener . . . . . . . 192,25
145,50
Bahn . . . . . .
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
3 Baltimore und Ohio .
Phönix Bergb. und
98,77
18
9½
Berlin. Handelsgeſ.
161,25
6,30
Griechen v. 1887
1½
Hüttenbetrieb. . . 260,75
Schantungbahn . . .
134,00
6½ Darmſtädter Bank
115,7
100,00
Italiener Rente

Luxemb. Prince Henri
3 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
12½ Deutſche Bank .
246,50
86,40
Oeſterr. Silberrent
4½
Oeſt. Südbahn (Lomb.) 27,05
81,0c
Caro.
. . . .
5 Deutſche Vereinsbank
114,30
9,20
do. Goldrente . .
4
Pennſylvania R. R.
169,50

.
6 Laurahütte
6 Deutſche Effekt.= und
33,10
do. einheitl. Rente
10 Kaliwerke Aſchersleben 144,00
W.=Bank . . . .
112,90
Induſtrie=
62,30
3 Portug. unif. Serie
letzte
Weſteregeln 186,00
183½
13
10
Diskonto=Kommandit
Aktien.
65,10
do. unif. Ser. III
ivid
7½ South Weſt Africa
8½
Dresdener Bank .
150,00
Brauerei Werger
9,75
do. Spezial . . ..
66,00
Prioritäts=
Frankf. Hypoth.=B.
208,00
10
99,70
Bad. Anilin= u. Soda
5 Rumänier v. 1903 . .
28
3½
Mitteld. Kreditbank
Obligationen.
14,2.
93,00
Fabrik
,,
22
do,
v. 1890 . .
557,75
7 Nationalb. für Deutſchl.
116,0
4 Chem. Fabrik Gries=

87,40
Südd. Eiſenb.=Gef.
v. 1905 . .
do.
87,90
3½
Pfälziſche Bank. . .
123,10
38,00
Nordd. Lloyd=Obl.
ſeim
4 Ruſſen v. 1880 . . . .
,
238,25
136,20
6,95 Reichsbank . . . .
89,80
30
Farbwerke Höhſt.
89,30
4 Eliſabethbahn, freie . .
do. v. 1902 . . . .
622,00
7 Rhein. Kreditbank. .
.128,00
Verein, chem. Fabrike
0
9,70
Franz=Jofefs=Bahn . .
do. v. 1905 . . . .
Schaaffhauſen
A
72,20
Mannheim . . .
Prag=Duxer
½ Schweden . . . . .
, .
Bankverein . . .
113,00
8,40
Oeſterr. Staatsbahn
Cement Heidelberg . . 142,7.
4 Serbier amort. v. 1895
100,50
Wiener Bankverein . 130,20
7½
36
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4 Frankf. Hypoth.=Bank
5 Oeſterr.
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4 do. Staatsrente. . .
do.
5 Lahmeyer. . . . . . . 130,50
S. 21. . . . . .
96,10

Seite 3.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 30. Mai
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 31. Mai:
Morgengottesdienſt
Jugendgottes
8 Uhr 30 Min.
4 Uhr 15 Min.
dienſt und Predigt
Sabbatausgang
9 Uhr 25 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 31. Mai:
Vorabend 7 Uhr 40 Min
n
Morgens 7 Uhr 30 Min
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 9 Uhr 20 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 1. Juni, an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 7 Uhr
Abends 9 Uhr 20 Min
NB. Freitag, den 6. Juni:
Rausch Caudesch Siwon.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Hochdruckgebiet iſt unter leichter Verflachung
oſtwärts gezogen und die weſtliche Depreſſion folgt ihm
Bei hohem Druck iſt das Wetter heiter, trocken
lach.
und warm
Das Tief dürfte allmählich mehr Einfluß
uf unſere Witterung gewinnen
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 30. Mai:
Zunehmende Bewölkung, meiſt trocken, warm, Gewitter.
Tageskalender
Baſtſpiel des Frankfurter Intimen Theaters um
8½ Uhr im Orpheum
-
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr.
Brauerei=Ausſchank Fay um 8 Uhr. Chauſſeehaus um
8 Uhr
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23):
Von den Hochzeitsfeterlichkeiten am deutſchen Kaiſer
hauſe: Das Brautpaar bei der Einholnug des eng=
iſchen
Königspaares; König Georg von England und
Kaiſer Wilhelm verlaſſen den Bahnhof; der Zar fährt
in Begleitung des Kaiſers nach dem Schloß; zur Silber=
hochzeit
des Prinzenpaares Heinrich von Preußen; die
Vermählung der Prinzeſſin Viktoria Margarete von
Preußen mit Prinz Heinrich XXXIII. Reuß j. L.
Verſteigerungskalender
Samstag, 31. Mai.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr auf dem Pferde=
marktplatz
(Holzhofallee).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
edaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
ür den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
us dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Worms . . . . . . . .
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88,00
85,00
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.
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4 Heſſ. Land.=Hyp.=Ban
4 Badiſche . . . Tlr. 100 173,60
S. 12, 13, 16
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,
3½ Cöln=Mindner 100 139,00
S. 14, 15, 17, 24/26
Holl. Komm. fl. 100 108, 10
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1823. . . . . . . .
Madrider . . Fs. 100
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4 Meininger Pr.=Pfand=
S. 1 u. 2,
85,9
68 . . .
briefe . . . . . . . 135,60
85,7
S. 35 . . . . . . .
Oeſterr. 1860er Loſe . 176,80
S. 911
85,80
. . .
Oldenburger . . .
Meininger Hyp.=Bani
96,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,25
35,40
do.
Unverzinsliche
Rhein.
Hypothek.=Bank
Anlehensloſe.
97,50
(unk. 1917) . .
Augsburger. . . . . fl.,
3½ do.
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Freiburger . . . . Fs. 15
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. .. . . F8. 10
Obligationen.
-
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Darmſtadt . . . . .
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Oeſterreicher v. 1864fl. 100
3½
do
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Frankfurt. . . . . .
Ungar. Staats . . fl. 100 403,00
do.
95,10
Venediger . . . . Fs. 30
4

Gießen . . . . . . . .
-
Türkiſche . . . . Fs. 400
3½
.
Gold, Silber und
95,80
Heidelberg . . . . .
Banknoten.
do.
84,75
20,37
Engl. Sovereigns . . . .
4
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Karlsruhe . . . . .
3½
20 Franks=Stücke . . . .
16,20
do.
86,00
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
Nagdeburg. . . . .
3½
Engliſche Noten . . . . .
20,44

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Franzöſiſche Noten. . .
Mainz . . . . . . .
96,00
31.
Holländiſche Noten. . . .
69, 20
do.
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Mannheim
95,
. . . . .
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84,90
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München
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[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 10.
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Darmſtadt, 30. Mai 1913.
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78 81 83 85 96 98 215 25 32 35 44 59 64 75 80 82 89 90 92 94 303
18 22 32 39 50 66 74 85 92 93 409 23 28 34 38 51 53 58 67 74 75
90 96 505 8 15 36 38 39 41 43 55 62 80 87 92 93 618 30 35 40 56
77 87 89 90 93 97 701 13. 15 35 43 59 61 70 98 99 805 10 33 47
54 64 66 67 68 70
904 22 34 35 43 50 52 57 59 65 66 68 72 74 7
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88 95 98 1210 11 18 29 30 43 46 47 49 55 61 65 78 82 96 1318
21 32 38 40 45 47 53 56 60 62 73 88 96 1401 8 39 65 66 76 81 82
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39 52 55 57 63 66 68 89 92 1903 21 39 82 84 92 2005 7 24 42
Gefahr des Ausgleitens, mit wenig Mühe und
45 61 65 70 71 76 2115 21 23 44 55 75 79 98 2206 10 12 16 52
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großer Erſparnis haben will, mache eine Probe mi
54 62 64 73 86 91 96 2314 18 45 56 76 80 87 97 2401 2 14 31
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64 75 82 84 2512 22 27 31 41 44 46 71 97 2629 31 43 54
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(12013

[ ][  ][ ]


Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Grofh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
kicher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 Foxterrier, 1 Rottweiler (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(11994
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Freitag, den 11. Juli I. Js.,
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vormittags 10 Uhr,
von der Pallaswieſe am 20. Ifd.
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Mts. iſt genehmigt. Die Abfuhr=
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Darmſtadt, 28. Mai 1913.
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V.: Jaeger.
J.
(Vorgarten)
daſelbſt,
III 617 286 Stall mit Hof=
Schulgeld=Erhebung.
raum daſelbſt,
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nebſt Wirtſchaftsinventar, in unſe=
Realgymnaſium, die Großh. Lie=
rem
Bureau zwangsweiſe verſtei
B
bigs= und die Großh. Ludwigs=
gert
werden.
(K11/13
der
Oberrealſchule, die Vorſchule
Falls andere rechtliche Hinder=
Großh. Gymnaſien,
die Vik=
niſſe
nicht entgegenſtehen, kann Ge=
toriaſchule
und das Lehrerinnen=
nehmigung
der Verſteigerung aud
ſeminar, die Eleonoren= u. Frauen=
dann
erfolgen, wenn das eingelegte
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Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
das
II. Kalender=Vierteljahr 1913
reicht.
iſt, bei Meidung des Beitreibungs=
Darmſtadt, 27. Mai 1913.
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Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 12.
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[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 13.


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ſchwere Erkrankung des Bronkower Gutsherrn! Erſt in
des Kleinſtadtwinters; man war überall da zu finden, wo
dieſer Zeit empfand ſie ſo recht deutlich, wie nahe ihr der
Es waren zwei Königskinder.
alte vornehme Kavalier ſtand. Tagtäglich mußte ihr Pro=
ſich
mit Sicherheit größere Menſchenanſammlungen erwar=
Roman von Guido Kreutzer.
ten ließen in den Bädern, in Berlin, an der See . .
eſſor Heinzelmann eingehenden Bericht erſtatten; häufig
(Nachdruck verboten.)
26)
Die Herzogin Amalie hatte ſich dieſem epidemiſch aus=
fuhr
ſie auch mit ihrer Hofdame hinaus, dem Kammer=
Ich verſichere Dich mit aller Beſtimmtheit, Lieber. .
gebrochenen Zug nach dem Weſten nicht angeſchloſſen:
herrn einen Krankenbeſuch zu machen und ihm eigenhän=
deswegen
darfſt Du vollkommen unbeſorgt ſein. Heinzel=
nach
wie vor reſidierte ſie, von Karlas Fürſorge liebevoll
dig ein paar ſelbſtgepflückte, beſonders ſchöne Exemplare
mann iſt rückſichtslos, wie alle großen Aerzte. Ich kenne
betreut, auf ihrem Witwenſitz Monrepos, an dem ſie mit
ihrer geliebten Chryſantemen aufs Bett zu legen. Das
hn; der ſcheut ſich nicht vor einem offenen Wort.
Ergebnis dieſer Exkurſionen war jedoch eine ſtets neue
anatiſcher Zärtlichkeit hing und den ſie höchſtens mal im
Abgeſehen davon Du wirſt doch natürlich hier auf
Bekümmernis. Wenn ſie die mühſame, kaum verſtänd=
Winter auf kurze Zeit verließ, um ſich den kaiſerlichen
Bronkow Wohnung nehmen?
liche Stimme hörte; wenn ſie das abgezehrte Geſicht, die
Majeſtäten gelegentlich irgend eines Hofballes oder
Erſt in drei, vier Tagen, wenn Du abgereiſt biſt, ſo
Empfangs wieder in Erinnerung zu bringen.
uſammengeſunkene Geſtalt, den ganzen rapiden Verfall
lange bleibe ich noch bei Dir. Dann aber ſelbſtverſtänd=
.. dann bedurfte ſie der geſamten, ſeit Kindheit ge=
Die Sommerſonne jedoch hatte auch ihren) kleinen
ſah
lich. Ich hätte anders ja gar keine Ruhe; und außerdem
Hofſtaat vorübergehend auseinandergeſprengt
übten Selbſtbeherrſchung, um für den Kranken ein zuver=
muß
ich doch die Zügel in die Hand nehmen; wir nähern
Zeremonienmeiſter Graf Laaſow eroberte im Schweiße
ichtliches Lächeln, ein aufmunterndes Wort zu finden.
uns der Ernte
eines Angeſichts Gipfel auf Gipfel der Dolomiten; Herr
Vor ſich ſelbſt aber war ſie ehrlich; da hegte ſie nur
Ich hätte nicht vermutet, daß ich ſo bald den Herrn
von Oſterried ſchluckte Londoner Nebelluft und informierte
ioch ſchwache Hoffnung. Und auch Doktor Urban, den
ſpielen müßte
ich dabei gleichzeitig über die kriminaliſtiſche Einrichtung
ſie regelmäßig bis auf die unerheblichſten Details aus=
Wenn Du’s nur kannſt, Markus!
des engliſchen Polizeihauptquartiers zu Scotland Yard;
ragte, konnte nur mit einer ſtereotypen unverbindlichen
Aber der Oberleutnant Graf Hortenbrügg ſchüttelte
ind Exzellenz Baron Marnitz war nun erſt ganz inter
Redensart a. tworten.
nur leiſe verwundert den Kopf. Offenbar begeiff er nicht
tational, ganz mondän geworden: verlebte ſeinen Ur=
Solange ein Menſch noch atmet, Hoheit, haben wir
Können, Albrecht Georg? Ja, das kommt doch gar
aub in San Sebaſtian und ſchaukelte ſich anmutig au
Aerzte die Gewiſſenspflicht, ſo zu handeln, als rechneten
nicht in Frage. Was gehen muß, wird gehen: Und wie
den ſilberwirren Wogenkämmen des Biscayiſchen Meer=
wir

mit aller Gewißheit auf einen günſtigen Ausgang=
hat
doch Halk=Ehingen damals im Fall Eckwarden gleich
uſens
Nur Hofmarſchall von Kerckhoff, Intendant
Aber ich frage Sie ja nicht nach Ihrer Pflicht, ſon=
geſagt
: Es gibt keine Karre, die ſo im Dreck feſtgefah=
von
Eckwarden und Hofrat Wosgien hatten ihrem Lokal=
nach
Ihrer Ueberzeugung!
dern
ren iſt, daß ein preußiſcher Offizier ſie nicht wieder heraus=
patriotismus
lobenswerte Konzeſſionen gemacht und waren
Darauf der Aſſiſtent mit tiefer Verneigung:
ziehen könnte!
zuhaus geblieben.
XV
Sehr wohl, Hoheit, und wie ich bereits ſagte: Wir
So boten dieſe ſtillen Wochen eigentlich vollauf Muße
kennen nur eine Pflicht die Pflicht unſerer Ueber=
Der Sommer war ins Land gekommen und hatte die
zu inſichgekeheten beſchaulichem Nachdenken. Aber gerade
eugung
fürſtliche Reſidenz förmlich dezimiert. Man empfand
ſie brachten für die Herzogin eine Periode andauernder
Beſorgniſſe, Befürchtungen, Beunruhigungen:
plötzlich das dringende Verlangen, ein paar Wochen lang
die
Solche rabuliſtiſchen Wortkunſtſtücke pflegte die alte

[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
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und ich erachte es für glatt ausgeſchloſſen, daß er ſeine
Dame mit einem trockenen: Na alſo adieu, Herr Doktor!
jetzige Lebensführung noch lange durchhält.
ſchafterin geweſen!
zu beantworten und dann ihren Wagen zu beſteigen.
Die alte Dame ſtrich ihr begütigend über die Hand
Aber ſo laſſen Sie das doch nicht zu! bat ſie dringend
Einmal jedoch wußte der Doktor mehr zu berichten.
Weshalb entſchuldigen Sie ſich, Kindchen? Denken
und unvorſichtig. Verordnen Sie ihm die notwendige
Der junge Graf Hortenbrügg der ſich übrigens in
Sie, ich kann das nicht verſtehen?
Ruhe doch einfach! Sie ſind ja der Arzt
dieſer Erntezeit den ganzen Tag draußen auf dem Felde
Nur er nicht mein Patient, gnädiges Fräulein! er
und bei den Mähmaſchinen befand, daher der Herzogin
Dann kamen einige Tage, in denen die Herzogin ſich
gänzte der Aſſiſtent trocken. An Vorhaltungen laſſe ich
gelegentlich ihrer ſtets unangemeldeten Beſuche nie be=
,
ungewohnt oft ohne ihre Hofdame behelfen mußte
gegnet war der junge Graf alſo habe kürzlich ganz un=
es
weiß Gott nicht fehlen; aber er denkt gar nicht daran
Tage, von denen Karla lange, einſame Stunden in
vermittelt einen direkten Anfall von Verzweiflung er
ſich ihnen zu fügen. Im übrigen iſt er ein recht diffiziler
mißverſtanden werder
litten, weil die Krankheit des Vaters nun ſchon
Schloßpark oder der Orangerie zubrachte
ſeit
Herr, bei dem man leicht
.
Wochen ſtagniere
Und eines Abends man war nach dem Eſſen, die
kann! So habe ich ihm als einziges ein paar neutrale
Lakaien hatten bereits abgedeckt und ſich zurückgezogen
Mittelchen empfehlen können, wie Aſpirin, Pyramidon
-
Allerdings ſei es ihm dem Dr. Urban nach
vieler Mühe gelungen, den Oberleutnant wieder zu be=
ließ
das junge Mädchen ihre Perlenſtickerei plötzlich ſinken
Eau de Cologne=Bäder
und
hob in raſchem Entſchluß den Kopf
ruhigen, aber immerhin gäbe ſolche ſchwere Nervenattacke
Und die helfen?
doch zu weſentlichen Bedenken Anlaß, und ſchon aus die=
Dürfte ich Hoheit um eine Vergünſtigung bitten? ſtieß
Es ſind an ſich harmloſe Scherze, gnädiges Fräulein,

hervor
ſem Grunde wäre eine entſcheidende Wendung im Be=
ber
wenn ſie in richtiger Form angewandt werden
finden des alten Herrn äußerſt wünſchenswert
gewiß! Nur habe ich, offen geſtanden, bisher noch nichts
Die alte Dame war ein wenig erſtaunt
Denn nichts zerrüttet auf die Dauer einen auch ſelbſt
Sie iſt Ihnen ſchon im voraus gewährt, liebe Karla
davon gemerkt
widerſtandsfähigen Organismus ſo vollkommen, als er=
Die Herzogin ſetzte ſich in ihrer Wagenecke zurecht und
Kann ich mich trotzdem noch erkundigen, um was es ſich
zwungene Untätigkeit und fortwährendes Grübeln und
handelt
zog die geſteppte Decke über die Knie, die ſie Sommer un
Bangen
Ich möchte von der Güte Eurer Hoheit für morgen
Winter nicht von ſich lief
Da nickte die Herzogin nur mit trüben Augen. Ihre
Mehr Energie, lieber Doktor! mahnte ſie liebens=
nachmittag
ein paar freie Stunden zugeſtanden erhalten.
junge Begleiterin dagegen tat zum erſtenmal an dieſem
würdig. Sie müſſen dem Herrn Grafen erſt mal den rich
Herzogin Amalie blinzelte lächelnd hinüber.
Tage eine direkte Frage
Freundinnen beſuchen oder Toilettenfragen erledigen?
tigen Reſpekt vor Ihrer ärztlichen Autorität beibringen
Sagen Sie, Herr Doktor, wenn Graf Hortenbrügc
Der Aſſiſtent jedoch replizierte wehmütig
Am beſten, wenn ſich beides vereinigen läßt, nicht? Ja
derart nervös überreizt iſt, dann ſcheint er unter der
Kind, darin liegt doch keine beſondere Vergünſtigung!
Schade, daß die Zeiten des geſinnungstüchtigen Dok=
Krankheit ſeines Vaters doch auch körperlich zu leiden?
tor
Eiſenbart ſchon vorüber ſind, Euer Hoheit, ſonſt läg=
Sie wiſſen, in ſolchen Fällen ſind Sie ein für allemal
Er beſtätigte befliſſen:
freie Herrin ihrer Zeit.
in deſſen Behandlungsmethode vielleicht eine gewiſſe
Selbſtverſtändlich, mein gnädiges Fräulein, ſo etwas
Möglichkeit
Nein! ſagte Karla von Eckwarden mit tiefem Auf=
geht
immer Hand in Hand. Die äußeren Erſcheinungs=
Die Heimfahrt verlief diesmal merkwürdig ſchnell.
atmen. Nein, ich will Eure Hoheit nicht täuſchen! Der
formen phyſiologiſcher und pſychologiſcher Motive be=
Jedenfalls ſchien es Karla von Eckwarden ſo. Denn ſie
Nachmittag ſoll morgen nicht meinen Freundinn und nich=
ſitzen
mitunter eine kaum zu unterſcheidende Gleichartig
zuckte ordentlich erſchrocken zuſammen, als die Equipage
meiner Schneiderin, ſondern . . . dem Grafen Horten=
keit
. Der Graf muß ſehr an dem Patienten hängen; denn
brügg gewidmet ſein
hinter dem Bahnhof in die Kaiſer=Wilhelm=Straße ein=
jede
freie Minute bringt er neben ſeinem Bette zu, trotz=
bog
und über das liebliche Rotthauſener Kopfpflaſter
dem ihm bei dem äußerſt anſtrengenden Wirtſchaftsbetrieb
chütterte
(Fortſetzung folgt.)
Ruhe ſelbſt dringend not täte. Er ſieht miſerabel aus,
Sie war ganz verwirrt,

[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
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[ ][  ][ ]

Seite 16.

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Ich erlaube mir, werte Interessenten darauf hinzuweisen, dass ich im Lauf‟
der letzten Zeit ziemlich bedeutende Vergrösserungen vorgenommen habe,
sodassich meiner hochgeehrten Kundschaft nunmehr mit einer Auswahlvon
250 Zimmer-Einrichtungen
dienen kann; ferner habe ich mir zur grösseren Bequemlichkeit meiner
geschätzten Besucher ein weiteres Ausstellungs- und Verkaufslokal
zugelegt und zwar befindet sich dasselbe
Hesen- dei Britunia Heren
Kheiistr. 30
Die 6 grossen und 2 kleinen Schaufenster, sowie die inneren Räumlich-
keiten
habe ich ganz nach meinem Bedarf umgebaut und dürften
dieselben, da sie vollständig unserer gegenwärtigen farbenfrohen Ge-
schmacksrichtung
angepasst sind, den allseitigen Beifall der kunst-
verständigen
Beschauer finden. Die Eröffnung findet Samstag, den
31. cr., nachmittags 5 Uhr statt, die Beleuchtung sämtlicher Räum-
lichkeiten
geschieht von abends 8 Uhr an.
Zur gefl. Besichtigung, und zwar ohne jede Verbindlichkeit, lade ich
jedermann ein und bitte ich gleichzeitig, auch meinem neuen Unter-
nehmen
das gleiche Wohlwollen wie seither entgegenbringen zu wollen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
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Ich möchte noch darauf hinweisen, dass sich das Haupt-Ausstellungs-
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[ ][  ][ ]

Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
Seite 18.
eusessegsgseee
es
Mnesenese 16
Landwirtſchaftliches.
Eine Zwiſchenzählung der Schweine am 2. Juni 1913.
(S
Neuestes
Nachdem der Bundesrat ſchon früher beſchloſſen
A
D
hat, daß Viehzählungen alljährlich am 1. Dez. ſtattfinder
ſollen, iſt man nunmehr dazu übergegangen, die Schweine
patentiertes
auch im Sommer zu zählen. Dieſe Zwiſchenzählungen
Kk
mildes
verfolgen den Zweck, über den Stand des deutſchen
Schweineſtapels, deſſen Bedeutung für die Fleiſchverſorg=
(10Diefenbach 48
erprobtes
ung eine ſtetig wachſende iſt, der Oeffentlichkeit, ſowie der
o R.P. 2toho7
egsllannge
Verwaltungen möglichſt oft ein genaues Bild zu geben:
5 Extr.Casc. Sagr. 0,16
denn der Schweinebeſtand iſt ſo raſchen Veränderunget
Abraurmittel.
unterworfen, wie keine andere Viehgattung. Dieſe Som
60 Perlen M15c
Reguliert die
merzählung der Schweine findet am Montag, de
A. DIEFENBAcH
2. Juni dieſes Jahres, ſtatt. Es werden hierzu nicht
wie bei größeren Viehzählungen, Haushaltungsliſten, die
Apotheke
Z
Verdauung.
(
zum Ausfüllen in die einzelnen Haushaltungen abgegeben
SSStlkin
werden, verwendet; die Aufnahme erfolgt vielmehr mit
Erhältlich in Apotheken
telſt Zählliſten, und zwar ſo, daß der Zähler von Haus
emif geidenen
geriſeren=
(III, 10672
zu Haus und hier von Haushaltung zu Haushaltung geht
Sammel=
und die Zahl der Schweine ſofort in die Liſte einträgt
Oeee e

Wappenbildem
Im Hinblick auf die für die Allgemeinheit wichtigen
Gegeeieeoeg
Lassisbanssssstgosst!
Zwecke der Zählung iſt dringend zu wünſchen, daß die
I,1160
Gewinnanszug
Schweinebeſitzer das Zählgeſchäft durch bereitwilliges
der
Entgegenkommen gegenüber den Zählern und Ortsbehör=
den
möglichſt erleichtern und durch gewiſſenhafte und voll
Kongreſſe und Verbandstage
2. Prenßiſch-Füddentſchen
ſtändige Beantwortung der an ſie geſtellten Fragen zu dem
27. Hauptverſammlung des Mittelweſt=
(228. Königlich Preußiſchen) Klaſſenlotterit
Gelingen der Zählung beitragen! Sobald von den Ge
Stenographenbundes Stolze
deutſchen
5. Klaſſe 16. Ziehungstag 28. Mai 1913
meindebehörden die Zählpapiere eingeliefert ſind, wirk
Schrey zu Bad Homburg.
die Großh. Zentralſtelle für die Landesſtatiſtik die Zu=
1
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
* Vom prachtvollſten Maienwetter begünſtigt, verlieſ
ſammenſtellung und Veröffentlichung des Geſamtergeb=
gefallen
, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
die angekündigte, groß angelegte Tagung des Mittelweſt
in den beiden Abteilungen 1 und II.
niſſes der Zählung ſo ſchnell wie möglich vorzunehmen.
deutſchen Stenographenbundes in denkbar günſtigſter
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
Weiſe. Zufrieden können die Homburger Gaſtgeber, ſo
wohl wie die zahlreichen Feſtteilnehmer auf die ſo har=
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
Handel und Verkehr.
240 Mk. gezogen:
moniſch verlaufenen Stunden zurückblicken. Am Sonntag
führten die Eiſenbahnen aus allen Himmelsrichtunger
10 Gewinne zu 5000 Mk. 8073 38068 84077 19174
* Billige Briefe nach den Verein igten
211720
eine große Menge von Feſtteilnehmern nach Homburg,
Staaten von Amerika (10 Pfg. für je 20 Gramm)
62
Gewinne zu 3000 Mk. 6662 9258 16515 35704
deren Geſamtzahl mit 800 Perſonen kaum zu hoch gegrit
George Waſhington ab Bremen 31. Mai, Kaiſer Wil=
39403
48613 48657 51452 63969 54884 73077 8850
fen ſein dürfte. Die geſchäftlichen Arbeiten began=
helm
der Große ab Bremen 3. Juni, Amerika ab Ham
98360
106166
109974 110579 144477 147475 15511
nen um 5 Uhr mit einer Sitzung im Reſtaurant Frank=
burg
5. Juni, Kaiſer Wilhelm II. ab Bremen 10. Jund
156072
161796
163076 183732 185399 193231 19622
furter Hof‟ Hieran ſchloß ſich dann gegen halb 9 Uhr
Imperator ab Hamburg 1. Juni, Kronprinz Wilhelm
214253
216540
216690 217555 221524
im Saale des Reſtaurants Römer die geſchäftliche
ab Bremen 17. Juni, Kaiſerin Auguſte Viktoria ab Ham=
138
Gewinne zu 1000 Mk. 899 1284 5488 9871
Hauptverſammlung, an der etwa 100 Vertreter
burg 18. Juni, Kronprinzeſſin Cecilie ab Bremen 24.
13799
11451
16572 18828 18935 20862 2217522624
der einzelnen Vereine teilnahmen. Zum größten Teile
Juni, Cincinnati ab Hamburg 25. Juni, George Waſ=
23295
23329
25374 25809 26009 30083 34809 35819
wurden interne geſchäftliche Beratungen gepflogen. Aus
hington ab Bremen 28. Juni, Kaiſer Wilhelm der Große=
38813
39755
41503 50007 57577 64959 65047 6568.
dem vom Bundesvorſitzenden erſtatteten Jahresbericht ſei
ab Bremen 1. Juli
68622
73241
77806 80219 85070 88071 90068 9073½
hervorgehoben, daß dem Bunde zurzeit 136 Vereine mit
94754
97356
Gebirgsbahn Garmiſch=Partenkir
100730 103751 112410 112497 114327
5286 Mitgliedern angehören. Unterrichtet wurden im
117906
125338 133666
119334
155717
chen-Reutte. Das Internationale öffentliche Ver
156106 158752
Bundesgebiete im verfloſſenen Jahre 4962 Perſonen, dar
164044
166309 169223
164852.
176291 177311.
179636
kehrsbureau in Berlin, Unter den Linden 14, ſchreibt uns
unter 3067 Schüler. Als Ort der nächſtjährigen Tagung
18693
187326
202635 202992
206026
20641.
211960
Die neue Gebirgsbahn von Garmiſch=Partenkirchen nach
wurde Fulda in Ausſicht genommen.
212897
225285 228056
214329
228272.
Reutte wird am 29. Mai dem öffentlichen Verkehr über=
Am Sonntag um 9 Uhr begann in den Räumlich
232
Gewinne zu 500 Mk.
2416 2767 7662
8811
geben. Im Verein mit der neuen Karwendelbahn von
keiten des Kaiſerin Friedrich=Gymnaſiums und des
11785
9205
12300 13268 13904
17621 18333
22137
Garmiſch=Partenkirchen nach Innsbruck, mit der Auto=
Auguſte Viktoria=Lyzeums das öffentliche Wett=
22905
27459
29165 32000 37559
37930 4105
42095
mobilverbindung von Leermoos über den Fernpaß, mi
ſchreiben um zahlreiche Ehrenpreiſe, von denen di
43748
47072
52967
50014 51413
5904g
55431
55900
der Motorſchiffahrt auf dem Planſee und mit der neuer
ſchönſten und koſtbarſten im Foyer des Kurhauſes aus
59990
6107a
63886 64501
65145
67435
70154
72079
Motorpoſtverbindung von Reutte durch das Tannheimer
geſtellt waren. An dem Schreiben beteiligten ſich 569 Teil=
73172
76862
81659 83982 86794
87501
89616
89471
Tal nach Hindelang=Sonthofen wird durch die neue Bahn
nehmer einſchließlich 77 Schulkindern bis zu 14 Jahren
91783
92495 93811 93939 95231
95454
95795
97078
das landſchaftlich hervorragend ſchöne bayeriſch=tiroler
Es war ein höchſt intereſſantes Bild, zu beobachten, mit
97515
99881 103093 104273
105892
106906 108658
Grenzgebiet für den Reiſeverkehr bequem zugänglich ge=
welchem
Eifer die jungen Stenographen und Stenogra=
11484
115506
116741
118846
118162.
116966
123240
macht. Für den Durchgangsverkehr vom weſtlichen Bayern
phinnen an ihre Arbeit gingen. Das Ergebnis war dent
12995
12741
135416
138318
146244.
141601
145652
und Württemberg nach Nordtirol iſt die neue Streck=
auch
ein überraſchend gutes. Es ſtanden im ganzen 425
15384.
152182
154308
157246
161707
162068
162360
gleichfalls von Bedeutung
Preiſe zur Verfügung; davon waren 321 1. Preiſe, 66
166819
168541
17103g
171637
17203t
173064
17853
2. Preiſe und 38 3. Preiſe. Zehn Preiſe fielen auf eine
180294
179030
178726
18060d
181564
*18659
185546
Leiſtung von 300 Silben und darüber, 52 Preiſe auf 200
191762
192150
192482
19449.
192645
194514
201074
Silben und darüber; das iſt die höchſte auf einem Bun=
206053
206029
20790
211812
21453t
21493s
216153
Stimmen aus dem Publikum.
deswettſchreiben bisher erreichte Zahl. Die beſte Leiſtung
218318 218349 224805 226911
226612
230095
230883
23093.
mit 400 Silben erreichte Richard Bähr=Sachſenhauſen. Da=
ie
Redaktion
(Für die.
ungen unter dieſer Ueberſchrift übernin
eröffen
ſie bleibt auf Grund des
Abſ. 2 des
lung: ſt
keiner!
rantr
mit ging der von dem Ehrenmitglied des Bundes, Fabri
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.
240
Mk. gezogen:
kant Schäfer=Marburg, geſtiftete Wanderpreis, bisher ver
teidigt vom Verein Frankfurt=Bockenheim, auf den Ver=
16 Gewinne zu 5000 Mk. 18139 68181 69073 1 81935
Zu den ſtaatlichen Anſtalten, die beim Publikum
113481
125736 139451 23023
ein Sachſenhauſen über
offenbar nicht die Beachtung finden, die ſie verdienen, ge=
68
Gewinne zu 3000 Mk.
2008 5507 9700
Um halb 12 Uhr fand in dem Goldſaale des Kur
hört die Hofbibliothek. Zweifellos iſt eine Bibliothek au
1555
47007
54331.
75659 89507
112336 114250
hauſes eine öffentliche Feſtverſammlung ſtatt
116834
und für ſich ſchon als Bildungsanſtalt von hohem Werte
122133
12313)
128322 126644
148483 148992
die einen überaus ſtarken Beſuch aufzuweiſen hatte und
166312
um ſo mehr, wenn dieſelbe ſo reich ausgeſtattet iſt, als die
171868
173561 177000
173237
177086
195243
ebenfalls in glänzendſter Weiſe verlief. Als Vertrete:
§ 195452
genannte Anſtalt. Wie mangelhaft iſt dagegen das Inter
198581
200276
201195 202224 215692 216846
219813
des Magiſtrats nahm Bürgermeiſter Feigen an der Ver=
eſſe
, das ihr entgegengebracht wird. Der weite, hoh
224335
225355
ſammlung teil, vom Stadtverordnetenkollegium die Her=
Leſeſaal, der ſo
angenehm gegen denjenigen andere
Gewinne zu 1000 Mk. 6207 898.
154
9922
1375.
ren Dr. Rüdiger, Juſtizrat Dr. Zimmermann und Poſt=
Bibliotheken abſticht ich denke zum Beiſpiel an die be=
15250
18327 19583 20018 20885 22232
30213
300
069
ſekretär Zimmerling, vom Ehrenausſchuß die Herren
rühmte Züricher Stadtbibliothek , iſt in der Regel gäh=
3170%
33041 34917 38987 52536 52996 56425
Amtsgerichtsrat Landtagsabgeordneter von Bülow und
nend leer. Zur Hauptbeſuchszeit am Vormittag ſind kaun
58153
61670 62890 86242 90273 91219 93766
9423.
Rektor Kern. Nach den zahlreichen Begrüßungen ergriff
ein Dutzend Beſucher zu gleicher Zeit anweſend, und von
95642
97379 99168 101355 103070
103932
10522a
Oberlehrer Dr. Prönnecke=Magdeburg das Wort zu
dieſen einige ſtets nur auf kurze Zeit, um in den vorzüg=
109894
110529 110590
113194
111698
126229
117320
ſeinem Feſtvortrag: Die Stenographie, eine Bannerträ=
lichen
Nachſchlagewerken oder den Katalogen etwas nach=
126561
126878 128678
13268.
133749
142214
148249
gerin der Kultur‟ Der Redner gab in trefflichen, kunſt
zuſehen. Nur in den Univerſitätsferien, wenn die Stu
149459
156275
160674
158726
161519
164377
166115
hiſtoriſch höchſt wertvollen Aeußerungen ein hochintereſ
denten, die in Darmſtadt zu Hauſe ſind, für ihre Arbeiten
174856
176147
17683d
178386
1798
183345
184030
ſantes Bild von der Entwickelung des Schriftzeichenweſens
der Bibliothek bedürfen, ſteigt die Beſucherzahl und iſt zu=
190306
184642
19985
205775
20642
207988
209058
von den alten Hieroglyphen und Runen an bis zur Steno=
weilen
die Hälfte der Plätze beſetzt. Gewiß ließe ſich
209870
210338 211514
215603
21494
21955a
227812
graphie der heutigen Zeit, die die Vollendung des Schrift=
durch
ſachgemäße Hinweiſe in der Preſſe auf die Schätze
232 Gewinne zu 500 Mk.
1961.
1756
31t
10344
zeichentums darſtelle.
Kurz nach 1 Uhr verſammelter
der Bibliothek, beſonders die modernen Prachtwerke, An=
12649
14639
16947
28678
16014
28779
2965.
31764
ſich gegen 80 Perſonen im großen Speiſeſaale des Kur=
31914
gabe des Inhalts und Hinweis auf Beigaben, Kunſtblät=
34932
36611
4174.
42926
A2445
43599
49686
hauſes, wo ein Feſtmahl ſtattfand, das ebenfalls in
52799
ter, Photographien, Farbdrucktafeln uund dergleichen das
54189 56337
59964
56417
60568
61276
61402
ſchönſter und harmoniſchſter Weiſe verlief. Am Abend
66486
67841 73713 74249
Intereſſe für dieſe vorzügliche Bildungsanſtalt heben.
75827
76911
87661
78451
veranſtaltete die Kurverwaltung im Kurgarten zu Ehren
88768
90225 93318 93886
W. S.
96238 104920
105174
106318
der Stenographen ein Gartenfeſt, das einen rieſen=
11385c
114528 114834
115332
116317
117666
118023
haften Beſuch aufzuweiſen hatte. Die Leuchtfontäne, die
119152
120823
123640
121307
123846
126120
127576
Gewerbe=Bibliothek u. Vorbilderſamm
wundervolle, farbenprächtige Beleuchtung des Parks und
127728
128919
129726
129609
13167a
133981
142303
lung. Der Leſeſaal iſt geöffnet: an allen Wochen
die trefflichen, exakten Darbietungen des Homburger Turn=
146114
151646
155322
156451
156623
159027
159238
tagen von 8½12½ u. 35½ Uhr (Samstag=Mitta
vereins, und nicht zuletzt das ausgezeichnete Konzert der
160432
168346
161387
170021
171792
171694
176378
ausgenommen).
Leſeabende: Dienstags und Frei
Kurkapelle, konnten ihre Wirkung nicht verfehlen. Er
17684.
17724d
177910
180244
186920
187315
18746
tags, abends von 810 Uhr
191481
190746
191984
gegen Mitternacht wurden die Reihen lichter. Jedem Teil
19273s
193290
193011
19288
tädtiſches
Hallenſchwimmbad
Mühl=
196386
196397
20500
nehmer aber wird die ſchöne Veranſtaltung lange in an=
20598
2067
210125
212279
ſtraße 33 (geöffnet an Werktagen von 7 Uhr morgens
216105
213458
216354
222947
224386
22489
genehmſter Erinnerung bleiben.
226133
bis 8½ Uhr abends, Sonntags von 712½ Uhr
229492
227986
230659
231619
231951
232247
233008
morgens)
233382
233048
Keuzsſey
LEnuuf
W
Vindsor-Suppe
S
ſchmeckt delikat und iſt ſehr nahrhaft. Ebenſo Reis-mit-Tomaten-,
Uneruhet
Familien- Nudel-, Rumford-,
Blumenkohl-Suppe
(E
Me reteri0
uſw. Mehr als 40 Sorten. 1 Würfel
für 23 Teller 10 Pfg.
(VI,11932
Gesrmaaen
ähmaſchine, Fuß= u. Handbetr.,
perf. in fein
Hübſcher Diwan
für 20 Mk. zu verkaufen
Akadem. gepr. Schneideri
Schneidekin Damen= und
Blegantes, mod. Kleid
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Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Mai 1913.
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