Darmstädter Tagblatt 1913


24. Februar 1913

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176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten

Das Wichtigſte vom Tage.

Einer offiziöſen Meldung zufolge werden die Militär=
vorlae
und die Vorlage über die Deckung der
neuen Forderungen dem Reichstage gleich=
zeitig
zugehen.
Am Samstag iſt bei dem früheren Oberbürgermeiſter
Dr. Adickes die endgültige Königliche Genehmi=
gung
zur Errichtung der Frankfurter
Univerſität eingetroffen. Die Eröffnung der
Univerſität findet Anfang Oktober 1914 ſtatt.
Die Botſchafter in London haben die Beſprechun=
gen
auf den 27. Februar vertagt.
Die Kaiſerinwitwe von China, Lungyue,
iſt nach kurzer Krankheit geſtorben.
Der Expräſident Madero und der Exvizepräſident
Suarez von Mexiko ſind erſchoſſen worden.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Zum Beſuche des däniſchen
Königspaares in Berlin.

** Mit großem Gepränge werden am Montag nach=
mittag
der König und die Königin von
Dänemark, die am deutſchen Kaiſerhofe ihren An=
trittsbeſuch
abſtatten, in Berlin empfangen werden. Es
gilt der Aufnahme des Herrſcherpaares der dem Deutſchen
Reiche befreundeten nordiſchen Monarchie, gleichzeitig
aber auch den nahen Verwandten des Kaiſerhauſes, und
deshalb ſind beſonders große Vorbereitungen für den
Empfang getroffen worden.
Seit Mai vorigen Jahres hat König Chriſtian X.
den däniſchen Thron inne; er iſt vermählt mit der mecklen=
burgiſchen
Prinzeſſin Alexandrine, einer Schweſter der
deutſchen Kronprinzeſſin. Gleich ſeinem Vater machte er
nach ſeiner Thronbeſteigung den erſten Beſuch dem ver=
wandten
Stockholmer Hofe, den zweiten ſtattet er in Ber=
lin
ab und gibt damit zu erkennen, daß auch er auf gute
Beziehungen zum Deutſchen Reiche großen Wert legt. Die
Zeit, wo das deutſche Volk jenſeits der Königsau mit
Argwohn betrachtet wurde, iſt ja längſt vorüber, und
wenn auch an der Grenze noch hie und da nationale Rei=
bereien
ſtattfinden, ſo kann dadurch das gute Verhältnis
der beiden Staaten zu einander und die Freundſchaft zwi=
ſchen
den beiden Herrſcherhäuſern nicht mehr beeinträchtigt
werden. War ſchon der Vater des jetzigen Königs ein
aufrichtiger Freund Deutſchlands, ſo iſt das mindeſtens
in demſelben Maße mit Chriſtian X. der Fall, den ja, wie
ſchon geſagt, nahe verwandtſchaftliche Bande mit dem
deutſchen Kaiſerhauſe verknüpfen. Und in den letzten
Tagen iſt auch der letzte Stein der Mauer, welche beide
Höfe einſt trennte, infolge der Verſöhnung zwiſchen der
Familie Hohenzollern mit dem Herzoge von Cumberland,
deſſen Gemahlin eine däniſche Prinzeſſin, die Tante des
Königs iſt, gefallen, und es gibt nun nichts mehr, was
beide Höfe trennt.
Die ſchon unter Chriſtian IX. auf die Initiative
Kaiſer Wilhelms II. erfolgte Wiederannäherung zwiſchen
Deutſchland und Dänemark lag im Intereſſe beider Reiche,
die in einem ſtetig zunehmenden Austauſch geiſtiger und
wirtſchaftlicher Güter ſtehen, wodurch das Bewußtſein
der gemeinſamen Intereſſen hüben und drüben lebendig
erhalten und die Grundlage gekräftigt wird, auf welcher
die freundſchaftlichen politiſchen Beziehungen der beiden
Staaten zu einander beruhen. Dieſes Verhältnis, wel=
ches
von Jahr zu Jahr herzlicher geworden iſt, wird
hoffintlich nie mehr eine Trübung erfahren und auch von
den kommenden Generationen hochgehalten werden. In
dieſem Sinne wird das däniſche Königspaar als Gaſt
unſeres Kaiſers auch vom deutſchen Volke freudig will=
kommen
geheißen werden.

Der Amtsantritt Poincarés.

Seit dem Amtsantritt des neuen Präſidenten der
franzöſiſchen Republik Poincare ſind erſt wenige Tage
vergangen, aber man muß es ihm laſſen, daß er es gut
verſtanden hat, ſich in Szene zu ſetzen. Den Auftatt bil,
dete die Ankündigung der Heeresvorlage, die dazu dienen
ſoll, der dentſchen Rüſtung ein Paroli zu bieten. Dann

kam die Ernennung Delcaſſés zum Petersburger Bot=
ſchafter
, die ſelbſt in franzöſiſchen Parlamentskreiſen über=
raſcht
hat, da niemand eine Ahnung von einem derartigen
Vorhaben des Präſidenten hatte. Angeblich iſt die Er=
nennung
auf Vorſchlag des Außenminiſters Jonnart er=
folgt
, wie das eigentlich ganz ſelbſtverſtändlich iſt, da die=
ſer
der zuſtändige Reſſortminiſter iſt. Jedenfalls aber
ſind eingehende Beſprechungen vorangegangen, denn
einen derartigen hochwichtigen politiſchen Entſchluß faßt
man nicht ſo ohne weiteres. Die Gründe dafür, daß
die Wahl gerade auf ihn gefallen iſt, ſind bisher noch
nicht bekannt geworden, vielfach wird allerdings der Mei=
nung
Ausdruck gegeben, daß hierbei nicht bloß Gründe
der äußeren Politik mitgeſprochen hätten, man vertritt
vielmehr die Anſicht, daß der gewitzigte Poincaré Herrn
Delcaſſé für die innere Politik kalt ſtellen wollte, indem
er ihn in ehrenvollem Auftrage nach Petersburg ſendet.
Das hat manches für ſich, wenn man bedenkt, welche Rolle
Delcaſſé bei der Präſidentenwahl ſpielte, wo er urſprüng=
lich
ſelbſt kandidierte, um dann oſtentativ ſich dem Gegner
Poincarés, Herrn Pams, anzuſchließen. Wie dem auch
ſein möge, Delcaſſé geht nach Petersburg, erſichtlich zu
dem Zwecke, der etwas eingeſchlafenen intimen Herzlich=
keit
zwiſchen beiden Verbündeten neues, friſches Leben
einzuhauchen.
Anſcheinend will Herr Poincaré Frankreich über=
haupt
wieder mehr in den Vordergrund rücken, wie das
ja ſchon bei Beginn der Balkanwirren der Fall war, wo
er aber gegenüber Grey als zweiter Sieger aus dem Ren=
nen
hervorging. Seine Antrittsbotſchaft an das Parla=
ment
iſt ein Zeugnis hierfür, und es iſt bemerkenswert,
daß die Frage der Heeresverſtärkung den breiteſten Raum
in ſeinen Ausführungen einnimmt. Er ſpricht von einem
Verbrechen gegen die Ziviliſation, wenn man Frankreich
inmitten ſo vieler Nationen, die unaufhörlich ihre mili=
täriſchen
Kräfte entwickelten, in Verfall geraten laſſe.
Ausdrücklich fügte der Präſident noch hinzu, daß Frank=
reich
vor keinem Opfer und keiner Anſtrengung zurück=
ſchrecken
dürfte, um die franzöſiſche Armee und Marine
zu ſichern und zu ſtärken. Das iſt eine Tonart, die darauf
hindeutet, daß Frankreich alle Anſtrengungen machen
wird, in der internationalen Politik eine maßgebende
Rolle zu ſpielen. Herr Poincaré beſitzt großen Ehrgeiz,
und das iſt bei einem Staatsmann das gefährlichſte, was
es geben kann.

Deutſches Reich.

Dem Reichstage werden in den nächſten
Wochen außer den militäriſchen Vorlagen mit ihren
Deckungsgeſetzen noch zwei Vorlagen zugehen, die ſich
zurzeit in der Beratung des Bundesrats befinden, der
Entwurf über die Neuregelung der Sonntagsruhe im
Handelsgewerbe und zwei Novellen zur Gewerbeordnung
über die Erſchwerung der Konzeſſionserteilung für Ani=
mierkneipen
, ſowie zur Regelung des Kinematographen=
weſens
.
Beſitzſteuervorlagen. Im Reichsſchatz=
amt
ſind nunmehr, wie der Köln. Volksztg. zufolge be=
ſtimmt
verlautet, zwei Beſitzſteuervorlagen ausgearbeitet
worden, eine Reichsvermögenszuwachsſteuervorlage und
eine Erbanfallſteuervorlage, die in allernächſter Zeit dem
Bundesrat zugehen ſollen.
Der Wahlprüfungsausſchuß des
Reichstages hat Bericht erſtattet über die Prüfung
der Beweiserhebungen, die auf Grund von Wahlproteſten
über die Wahl des Abgeordneten Haupt im dritten Wahl=
kreiſe
des Regierungsbezirks Magdeburg ſeitens der Re=
gierung
angeſtellt worden waren. In der Stichwahl war
der Sozialdemokrat Haupt mit 15273 Stimmen gegen
15254 Stimmen, die für den konſervativen Kandidaten
abgegeben worden waren, gewählt worden. Auf Grund
der Beweiserhebungen hat der Ausſchuß dem Abgeordne=
ten
Haupt 29 Stimmen abgezogen, ſo daß auf ihn nur
noch 15 244 Stimmen entfallen. Aus dieſem Grunde hat
der Ausſchuß die Wahl des Abgeordneten Haupt für un=
gültig
erklärt.
Neue Verhandlungen über die Ge=
währung
der Oſtmarkenzulagen ſollen, wie
im Reichstage verlautet, in nächſter Zeit zwiſchen der Re=
gierung
und dem Zentrum einerſeits und den Konſer=
vativen
und dem Zentrum andererſeits angeknüpft wer=
den
, um bis zur dritten Leſung eine neue Baſis zu ſchaf=
ſen
. Man hofft, daß das Zentrum der Gewährung von
Zulagen an die Poſtbeamten in allen gemiſchtſprachigen
Reichsteilen zuſtimmen wird, wenn das Reichspoſtamt

den übrigen Wünſchen des Reichstages, betreffs der Beſ=
ſerſtellung
der Poſtbeamten, entgegenkommen wird: Zur=
zeit
ſind die Ausſichten auf eine Verſtändigung allerdings
nur geringe.
Eine Denkſchrift über die Zivil=
verſorgung
der Militäranwärter iſt im
preußiſchen Kriegsminiſterium fertiggeſtellt worden und
wird demnächſt dem Reichstage zugehen. Die Klagen,
daß die Militäranwärter zu lange Zeit auf Einberufung
warten müßten und vielfach ſich mit Stellen zufrieden
geben müſſen, die ihnen nicht behagen, werden im all=
gemeinen
als nicht begründet bezeichnet. Wenn in den
letzten Jahren der Uebergang der Militäranwärter in den
Zivildienſt langſamer wie früher vonſtatten gegangen iſt,
ſo hängt dies damit zuſammen, daß ſowohl die Poſt= wie
die Eiſenbahnverwaltung mit Beamtenperſonal genügend
verſehen war. Das erneute Anwachſen des Verkehrs hat
dieſe Mißſtände in den letzten Monaten aber wieder be=
ſeitigt
. So wird die Eiſenbahnverwaltung infolge der
Neuregelung der Ruhe= und Dienſtzeiten für die Be=
triebsbeamten
zahlreiches neues Perſonal einſtellen. Da=
bei
ſollen hauptſächlich Militäranwärter berückſichtigt
werden.

Ausland.

Frankreich.
Heeresperſtärkung. Unter dem Vorſitze, des
Kriegsminiſters Etienne begannen die Direktoren des
Kriegsminiſteriums die Beratung über die an dem Rekru=
tierungsgeſetz
von 1905 vorzunehmenden Abänderungen.
Offiziös verlautet, daß der Reihe nach folgende Pläne er=
örtert
worden ſeien: Dreijährige Dienſtzeit für die Be=
rittenen
und dreißigmonatige Dienſtzeit für die übrigen
Waffengattungen, dreißigmonatiger Dienſt für alle Waffen
ohne Ausnahme, Entſchädigung und Vorteile für die Ka=
vallerie
und die berittene Artillerie für den Fall des drei=
jährigen
Dienſtes, Einberufung der Jahresklaſſen in zwei
Serien, oder wie bisher in einer einzigen. Schließlich
ſollen die Mittel geprüft werden, durch welche eine mög=
lichſt
große Anzahl von Kapitulanten, insbeſondere von
Unteroffizierskapitulanten, gewonnen werden können.
Progreſſive Einkommenſteuer. Die Kam=
mer
nahm den Zuſatzantrag zu dem Finanzgeſetz an, wo=
nach
vom 1. Januar 1915 ab an Stelle der vier direkten
Kontributionen die allgemeine progreſſive Einkommen=
ſteuer
treten ſoll.
England.
Entente und Heeresverſtärkungen. Die
Weſtminſter Gazette ſchreibt: Delcaſſé gilt mit Recht als
einer der Haupturheber der Entente. Die Ereigniſſe mach=
ten
ihn zeitweiſe zum Sturmzentrum zwiſchen Frankreich
und Deutſchland. Aber mit der Erledigung der Ma=
rokkofrage
darf dies Kapitel als geſchloſſen betrachtet wer=
den
. Wenn die Entente unter den Umſtänden des letz=
ten
Jahrzehntes für ihre Partner großen Wert hatte, ſo
können wir jetzt keinen größeren Vorteil für ſie und die
ganze Welt denken, als daß eine Detente zwiſchen der
Entente und dem Dreibund Platz greife. Das Blatt be=
ſpricht
die Fragen der Heeresverſtärkungen und fährt fort:
Ein Mittel zur Erleichterung iſt im gewiſſen Sinne die
Herſtellung des europäiſchen Konzertes. Wir brauchen
darum nicht zu verzweifeln, wenn die Großmächte die
Balkanfrage zum friedlichen Abſchluß bringen. Die Tat=
ſache
, daß Oeſterreich und Rußland die gefährlichſten ihrer
Differenzen beilegen können, ohne zu den Waffen zu grei=
fen
, wäre eine weitreichende Bedeutung für die Zukunft:
nicht geringer wäre die Bedeutung des Umſtandes, daß
dies Ergebnis durch die aktive Mitwirkung Frankreichs,
Deutſchlands und Englands erreicht wäre.
Spanien.
Dementi. Nach einer Blättermeldung aus Madrid
erklärte Miniſterpräſident Romanones, daß das vor eini=
gen
Tagen in Umlauf geſetzte Gerücht über den angeb=
lichen
Plan eines Bündniſſes zwiſchen Frankreich und
Spanien vollſtändig unbegründet ſei, und daß diesbezüg=
lich
weder amtlich noch halbamtlich Beſprechungen ſtatt=
gefunden
hätten.
Rußland.
Staatsmittel für Meliorationen. Die
Kommiſſion der Reichsduma ſtimmte in ihrer Beratung
über die Beteiligung an dem Jubiläum der Romanows
dem Vorſchlage zu, aus Anlaß der Feier Staatsmittel für
Meliorationen im europäiſchen und aſiatiſchen Rußland
zu bewilligen. In den nächſten fünf Jahren ſollen ge=
möß
dew Budget 150 Millionen Rubel hierfür angewie=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Nummer 46.

ſen werden. Weitere Kredite für Meliorationen ſind im
Wege der Geſetzgebung für jedes Quinquennium nachzu=
ſuchen
.

* London, 22. Febr. Der deutſche Bot=
ſchafter
Fürſt Lichnowsky und ſeine Gemahlin
ſind nunmehr in die Botſchaft eingezogen. Inden inzwiſchen
renovierten Feſträumen werden eine Reihe von Diners
und Empfängen gegeben werden, zu deren erſtem an
4. März der König und die Königin ihr Erſcheinen zuge=
ſagt
haben.
* Peking, 22. Febr. Die Kaiſerin=Witwe
Lungyue iſt heute früh ½3 Uhr nach kurzer Krankheit ge=
ſtorben
. Nach ihrem Tode gingen zunächſt Gerüchte
um, daß die Kaiſerin Selbſtmord begangen habe, weil die
kaiſerliche Familie in den verbotenen weſtlichen Stadtteil
überſiedeln und den öſtlichen Stadtteil der Regierung ab=
treten
ſollte. Die Kaiſerin=Witwe ſchien mit dem Wechſel
einverſtanden zu ſein, da ſie ſelbſt den Vorſchlag machte.
Die Umſtände laſſen das Gerücht eines Selbſtmordes als
gänzlich unhaltbar erſcheinen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. Februar.

* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
empfingen am Freitag vormittag 11½ Uhr im
Neuen Palais Frau Staatsminiſter Rothe Exzellenz und
hierauf den Regierungsrat Piſtor. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am Samstag den Generalmajor
v. Hofacker, Chef des Generalſtabes des XVIII. Armee=
korps
in Frankfurt a. M., den Major Frhrn. v. Steiten,
Kommandeur des Großh. Heſſ. Train=Bataillons Nr. 18
den Oberleutnant Hunzinger und den Leutnant Fink von
demſelben Bataillon, den Major v. Hahn, Abteilungs=
kommandeur
im Feld=Artillerie=Regiment Nr. 39 in
Perleberg, den Rittmeiſter Meſſow beim Stabe des
Train=Bataillons Nr. 3 in Spandau, den Hauptmann
v. Strzemieczny vom Infanterie=Regiment Nr. 143 in
Straßburg, den Leutnant v. Rode vom Leibgarde= In=
fanterie
=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Rech=
nungsrat
Muskewitz von Mainz, den Profeſſor Dr. Gold=
ſchmidt
von Heidelberg, den Förſter i. P. Haber von
Grube Meſſel, den Kommandeur der Feuerwehr Simon
von Meſſel, den Oberleutnant a. D. Lotheißen, den Bank=
eamten
Silz und den Kaufmann Vogel, letztere drei als
Deputation der freiwilligen Sanitäts=Hauptkolonne vom
Roten Kreuz, den Profeſſor Albin Müller, den Staats
anwalt Dr. Münzenberger; den Oberbürgermeiſter Dr.
Scholz und den Dr. Gronau von Kaſſel, den 1. Kapell=
meiſter
Ottenheimer vom Großh. Hoftheater, den Ober=
lehrer
Schonebohm von Gießen; zum Vortrag den
Staatsminiſter v. Ewald, den Finanzminiſter Braun, den
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand
des Kabinetts Geheimerat Römheld, den Generaldirektor
des Großh. Hoftheaters und der Hofmuſik Dr. Eger.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben das Ritterkreuz 1. Klaſſe des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem Major
v. Lewinski, Militärattaché bei der Geſandtſchaft in
München, ſeither im Generalſtabe der Großh. Heſſ.
(25.) Diviſion, verliehen.
* Erledigte Stelle. Die Stelle eines Reallehrers
an der höheren Mädchenſchule zu Offenbach von
1. April d. Js. an. Meldungen hierzu ſind bis zum
28. Ifd. Mts. einzureichen.
* Militärdienſtnachrichten. Befördert zu Oberlts, die
Lts, der Reſerve: Lohe (I Breslau), Muhle ( Katto=
witz
) des Inf.=Leib.=Regts. Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117, Wieſe (II Köln) des Garde=Drag.=Regts.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23; zum Lt. der Reſ.: der Vizewacht=
meiſter
Boelling (Koblenz) des Leib=Drag.=Regts.
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24; zu Oberlts, die Lts. der Reſ.:
Oehlert (I Darmſtadt) des Garde=Drag.=Regts.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, Meyer (I Darmſtadt) des
. Leib=Huſ.=Regts. Königin Viktoria von Preußen Nr. 2;
die Lts. Otto, Leißler (I Darmſtadt) der Landw.=
Inf. 1. Aufgebots, Weitert (I Darmſtadt), Rahn
(Worms) der Landw.=Inf. 2. Aufgebots; zu Lts. der Reſ.
die Vizefeldwebel: Schaefer (Worms) des Inf.=Regts
Prinz Karl (4. Großh. HHeſſ.) Nr. 118, Leibfried
(Erbach) des 3. Ober=Elſäſſ. Inf.=Regts. Nr. 172. Ver=
ſetzt
: Böning (Wiesbaden), Lt. der Landw.=Inf. 1
Aufgebots, zu den Reſ.=Offizieren des Leibgarde=Inf.=
Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115. Befördert zum Oberlt
der Lt. der Reſ. Becker (I Darmſtadt) des Telegraphen=
Bataillons Nr. 1. Der Abſchied bewilligt: Scheer
(Gießen), Oberlt. der Landw.=Inf. 1. Aufgebots, Koch
(Saarbrücken), Hauptm. der Reſ. des Inf.=Regts. Kaiſer
Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, mit der Erlaubnis
zum Tragen ſeiner bisherigen Uniform.

g. Strafkammer. Die Strafkammer verhandelte
geſtern in der vor einigen Wochen vertagten Anklage
wegen Urkundenfälſchung und Diebſtahl
bezw. Hehlerei gegen die 16jährige Artiſtin Irmgard
Rädiſch aus Eſſen und den 21jährigen Artiſten Richard
Joſt aus Frankfurt a. M. Das Pärchen hatte im Som=
mer
1911 einer hieſigen Vermieterin ein im Bett verſteck
tes Sparkaſſenbuch entwendet und von dem auf über 500
Mark lautenden Betrage 300 Mark abgehoben. Der An=
geklagte
Joſt fürchtete, daß es Verdacht erregen würde,
wenn die ganze Summe abgehoben würde. Die Ange
klagte Rädiſch gab ſich auf der Sparkaſſe als jüngere
Schweſter der Eigentümerin des Sparkaſſenbuches aus
und unterzeichnete auch dementſprechend. Sie hat ſich da=
durch
der ſchweren Urkundenfälſchung ſchuldig gemacht.
Das Gericht verurteilt den Angeklagten Joſt zu 6 Mo=
naten
und die Rädiſch zu 6 Wochen Gefängnis.
Dem Angeklagten Joſt werden 3 Monate der Unterſuch=
ungshaft
in Anrechnung gebracht.
g. Zum Nieder=Modauer Konkurs. Der Termir
in dem Verfahren gegen Adam, Beck, Jſaak und
Ihrig, das vor der Strafkammer I zur Verhandlung
kommt, iſt nunmehr auf den 7. April feſtgeſetzt worden.
Es handelt ſich hier gegen Adam um die Anklage wegen
Wechſelfälſchung, Untreue und Vergehen gegen das Ge=
noſſenſchaftsgeſetz
(durch Bilanzverſchleierung), gegen
Beck wegen Untreue und Bilanzverſchleierung, gegen
Ihrig wegen Beihilfe zur Bilanzverſchleierung und
Betrugs und gegen Iſaak wegen Beihilfe zu Wechſel
fälſchungen Adams und wegen Hehlerei. Zu der Ver=
handlung
ſind bereits 90 Zeugen geladen und wird die
Verhandlung, die im Schwurgerichtsſaale ſtattfindet
wahrſcheinlich mehrere Wochen dauern. Die Verhand=
lung
gegen Adam wegen der übrigen Verbrechen im Amte
(als Kirchenrechner) uſw., wird erſt in der zweiten dies=
jährigen
Schwurgerichtsperiode ſtattfinden.
* Die diesjährigen Herbſtübungen des 18. Armee=
korps
ſollen, der Darmſtädter Zeitung zufolge, ſtatt=
Pro=
finden
: im nördlichen Teil der
vinz Starkenburg Kreis Offenbach, Kreis
Darmſtadt öſtlich der Linie Gräfenhauſen-Wixhauſen=
Arheilgen-Einſiedel (Orte einſchließlich), Kreis Dieburg
nördlich der Linie Gundernhauſen-Habitzheim-Heubach
(Orte ausſchließlich) und im ſüdöſtlichen und im
ſüdlichen Teil der Provinz Oberheſſen
Grenzen: im Weſten Bahn Vilbel-Friedberg, im Norden
Linie Friedberg-Nidda (Bahn)-Oberlais-Gedern=
Herchenhain-Grebenhain-Reichlos (Orte einſchließlich).
Dieſe Gegenden ſind zuletzt im Jahre 1907 zur Abhaltung
der Herbſtübungen in größerem Umfange benutzt worden.
* Siebzigſter Geburtstag. Am nächſten Mittwoch,
den 26. Februar, feiert unſer Mitbürger und Kriegs=
veteran
der Feldzüge 1866 und 1870/71, Herr Hof= und
Kunſtſchloſſermeiſter Friedrich Ganß in voller Geiſtes=
friſche
ſeinen 70. Geburtstag. Herr Ganß iſt in vielen
Beziehungen mit dem Baugeſchäfte der Stadt Darm=
ſtadt
in engſter Weiſe verbunden. Trotz ſeiner an=
ſtrengenden
und verantwortungsvollen Tätigkeit hat ſich
Herr Ganß noch bei der Behandlung ſtädtiſcher Ange=
legenheiten
in den Bezirksvereinen und in vaterländiſchen
Fragen in hervorragendem Maße beteiligt. Auch der
Kriegerverein Darmſtadt ſchätzt in dem Jubilar ſein
älteſtes und einflußreichſtes Mitglied. Herr Ganß hat
die Feldzüge 1866 und 1870,71 ohne Unterbrechuna mit=
gemacht
und in der Schlacht bei Gravelotte-St. Privat
mit Bravour gekämpft. Auch bei den Kämpfen an
der Loire, bei Orleans uſw. hat er gegen die
Franktireurs gefochten. Möge dem wackeren, kern
deutſchen Manne ein noch recht langer ungetrübter
Lebensabend beſchieden ſein
* Silberne Hochzeit. Am Dienstag, den 25. Februar,
feiern Herr Johann Binnefeld und Frau das Feſt ihrer
Silbernen Hochzeit.
Stenographie in der ſtädtiſchen Verwaltung
Zur weiteren Förderung der Stenographie
in der ſtädtiſchen Verwaltung hat der Herr Oberbürger=
meiſter
neuerdings die Einrichtung eines ſtändigen
Fortbildungskurſes in Stenographie an=
geordnet
, an dem die zur Teilnahme an den jährlichen
Stenographieprüfungen verpflichteten ſtädtiſchen Bureau=
bedienſteten
teilnehmen müſſen. Den übrigen Beamten
und Bedienſteten iſt die freiwillige Teilnahme geſtattet.
Der Kurſus iſt nunmehr unter Leitung des Herrn
Stadtſekretärs Kräckmann mit etwa 40 Teilnehmern
eröffnet worden. Die Uebungen finden nach dem Syſten
Gabelsberger ſtatt.
V. V. Volksvorſtellung. Auf die am Sonntag,
den 2. März, nachmittag ½3 Uhr im Hoftheater ſtatt
findende Volksvorſtellung Taifun wird hiermit
vom Verkehrsverein aufmerkſam gemacht
* Schlußprüfung der Roten Kreuz=Kolonne. In Gegen=
wart
der Herren Generaloberarzt Dr. v. Reinhardt
Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. Heil, Obermedizinalrat
Dr. Balſer, Regierungsrat Gennes und Sanitätsrat
Dr. Markel fand Freitag abend im Turnſaal der ehe=

maligen Viktoriaſchule die Schlußprüfung der Mitglieder
der freiwilligen Sanitäts=Hauptkolonne vom Roten Kreuz=
Darmſtadt ſtatt. Die Prüfung wurde diesmal in Anbe=
tracht
der bevorſtehenden 25jährigen Jubiläumsfeier in
engerem Kreiſe als ſonſt abgehalten und machte auf die
anweſenden Herren einen recht befriedigenden Eindruck.
Auch diesmal lag die Ausbildung wieder in den bewähr=
ten
Händen des Herrn Oberſtabsarztes Dr. Langheld.
Der Hauptkolonnenführer, Herr Oberleutnant a. D
Lotheißen, dankte den Herren Aerzten für den Beſuch
der Prüfung und ſprach auch dem ausbildenden Herrn
Oberſtabsarzt Dr. Langheld für ſeine erfolgreiche Lehr=
methode
den Dank der Kolonne aus. An die Prüfung
ſchloß ſich die Monatsverſammlung an, in der die bevor=
ſtehende
Jubiläumsfeier, die am 2. März ſtattfindet, be=
ſprochen
wurde. Von dem demnächſt in einer Auflage von
800 Exemplaren erſcheinenden Jubiläumsbericht ſind be=
reits
435 Stück beſtellt. Dieſelben können auch demnächſt
im Verkehrsbureau auf dem Ernſt=Ludwigsplatz, ſowie
auf dem Geſchäftszimmer der Kolonne, im alten Theater,
Hochſchulſtraße, und auf der Rettungswache für 1 Mark
pro Stück bezogen werden. Auf dem Geſchäftszimmer ſind
auch Eintrittskarten zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zu
haben ſoweit der Vocrat reicht. Dortſelbſt liegen auch
Einzeichnungsliſten zur Teilnahme an dem Feſteſſen auf.
* Das Exlurſionsamt der Freien Studentenſchaft ver=
anſtaltet
am Dienstag, den 25. Februar cr., eine Exkurſion
nach Frankfurt a. M. Beſichtigt ſollen die Adlerwerke
vorm. Hch. Kleyer, A.=G., und die Frankfurter Sotzietäts=
druckerei
werden.
Vortrag über den Balkankrieg. Zwiſchen
Kreuz und Halbmond heißt das Thema
des Lichtbildervortrages, den der Reichsfreiherr v. Bin=
der
=Krieglſtein am 27. ds. Mts. im Saalbau
halten wird. Der intereſſante Vortrag bringt Kriegserleb=
niſſe
und Beobachtungen aus den albaneſiſchen, italieni=
ſchen
, arabiſchen, montenegriniſchen und türkiſchen Feld
lagern während der Kriege und Aufſtände der letzten
Jahre in Albanien, Tripolis und dem Balkan. Der durch
ſeine Teilnahme an den Kriegen, Aufſtänden und Ex=
peditionen
der letzten ſechzehn Jahre auf allen Kriegs=
ſchauplätzen
der Welt bekannte Kriegsberichterſtatter, deſſen
feſſelnde und wahrheitsgetreue Schilderungen dem deut=
ſchen
Leſepublikum längſt bekannt ſind, wird, eben von
Tſchataldſcha zurückgekehrt, über ſeine Erlebniſſe und Er=
fahrungen
ſprechen. Seine weitblickenden politiſchen und
militäriſchen Betrachtungen, die uns die Schauer und das
Grauenvolle des Raſſenkampfes um das türkiſche Erbe
vor das geiſtige Auge rücken, gipfeln in einem Aufrufe an
die germaniſchen Brudervölker zum Zuſammenſchluſſe
gegen die Drohungen des Panſlavismus und ſind ein
Warnungsſchrei gegen die ſlaviſche Hochflut, die ſich, von
Oſten kommend, gegen die Germanen wälzt. Es iſt ſicher
von beſonderem Intereſſe, wenn endlich durch Lichtbil=
der
, in denen man wirkliche, nicht geſtellte
Schlachtenſzenen ſieht, die Legende von Wippchens Kriegs=
berichterſtattern
zerſtört wird eine Legende, welche lei=
der
im deutſchen Leſerpublikum heute noch lebendig iſt.
(Näh. ſ. Anz.)
* Schluchtviehmarkt Darmſtadt. In der Woche
vom 16. 22. Februar betrug der Auftrieb 420 Schweine
und 145 Kälber.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer Expe=
dition
(Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bil=
der
neu ausgeſtellt: Die Generalverſammlung des Bun=
des
der Landwirte im Zirkus Buſch in Berlin; die große
Feuersbrunſt in Konſtantinopel; ein bulgariſches Bela=
gerungsgeſchütz
vor Adrianopel; Baronin Bertha v. Sutt=
ner
, die Vorkämpferin der Friedensbewegung, bei einem
öffentlichen Vortrag.
-gs. Unfall. Am Freitag abend ereignete ſich bei der
Grube Meſſel ein ſchwerer Unglücksfall. Der Vor=
arbeiter
Johann Galensky wurde von einem beladenen
Wagen überfahren, ſo daß er ſchwere Verletzungen
an Bruſt und Armen davontrug. Er wurde mit der Bahn
nach dem Darmſtädter Hauptbahnhofe gebracht, von
wo aus ihn die Rettungswache in das Städtiſche
Krankenhaus brachte.

h- Auerbach, 21. Febr. Hochbetagt verſtarb der
hier viele Jahre wohnende Herr Rechnungsrat i. P.
Bauer. Der Verſtorbene genoß infolge ſeines ruhigen
Charakters großes Anſehen und war allgemein geehrt und
geachtet. Da er bis vor wenigen Jahren noch ein eifriger
Jäger war, war der Heimgegangene auch in Jägerkreiſen
ſehr bekannt. Vor einigen Tagen wurde in Frankfurt
am Main die Gattin des weitbekannten Pfarrers Karl
Leydhecker, eines geborenen Darmſtädters, beſtattet
Die Verſtorbene war eine ungemein wohltätig wirkende
Dame, deren Hinſcheiden nicht allein hier, ſondern auch
auswärts die lebhafteſte Teilnahme findet. Tauſende hat
ſie in Gemeinſchaft ihres Gatten alljährlich für wohltätige
Zwecke verwendet.

Bei Enver Beys Armada.

C) Von ſeiner Fahrt in den Dardanellen, der Begeg
rung mit der Armada Enver Beys und von einem Beſuch
in dem von kriegeriſcher Aufregung erfüllten Galli=
oli
entwirft der bekannte engliſche Kriegskorreſpondent
E. Aſhmead=Bartlett im Daily Telegraph eine feſſelnde
Schilderung. Da in Konſtantinopel genauere Nachrichter
über den Gang der kriegeriſchen Ereigniſſe auf der Halb=
inſel
Gallipoli nicht zu erlangen ſind, unternahm der eng=
liſche
Korreſpondent kurzerhand den Verſuch, auf den
Schauplatz der Kämpfe zu kommen und fuhr nach Chanak
Kele in den Dardanellen, um von hier nach Gallipoli über=
zuſetzen
. Schon die Fahrt war ein Märchen; nördlich der
blauen Fluten des Hellesponts erheben ſich die Berge der
Halbinſel von Gallipoli und kontraſtieren zu der flacheren,
bläulich verſchwimmenden aſiatiſchen Küſte. Es war
ſchwer, hier an Kriegszuſtand zu denken; ſo herrlich lag
in der klaren Sonne des Wintermorgens die Landſchaft,
aber als ich in Chanak Kele landete, verſchwand ſofort die
Illuſion des Friedens, und überall ſtieß ich auf kriegeriſche
Vorbereitungen. Die Straßen ſind mit Artilleriſten ir
Khakiuniformen erfüllt; ſie kommen aus den benachbar=
ten
Forts und ſcheinen ihre Freiſtunden damit auszufül
len, in den Gaſſen umher zu wandern und Ausſchau zu
halten, ob nicht irgendwo Bewohner durch freundwillige
Gaben die kargen Rationen der Vaterlandsverteidiger ein
wenig ergänzen wollen. Drunten in den Dardanellen ſah
man türkiſche Dampfboote fremde Schiffe durch die Minen=
ſperren
führen, und weiter oben bei Gallipoli konnte man
durch das Glas die türkiſchen Panzer ſehen, die Enver
Beis Armada begleiteten. Der Korreſpondent wandte
ſich zunächſt an den Kommandanten der Forts an der aſia=
tiſchen
Küſte, an Ruſchdi Paſcha, der in Deutſchland ſeine
militäriſche Erziehung empfangen hat. Aber trotz der
herzlichen Aufnahme wurde dem Engländer die Erlaub=

nis zur Fahrt nach den Bulair=Forts verſagt. Er be=
ſchloß
, auf eigene Fauſt die Ueberfahrt zu wagen; und
inzwiſchen wurde er Zeuge, wie vor dem engliſchen Kon=
ſulate
die aus Thrazien Geflohenen Hilfe empfingen. Ein
erſchütterndes Bild: Ich ſah Gruppen armſeliger, vor
Kälte zitternder, halbverhungerter Frauen und Kinder;
und ſie alle haben die gleiche Trauerkunde zu berichten
ſie ſahen ihre Dörfer in Flammen aufgehen und ihre
ganze Habe vernichtet werden. Aber das waren noch die
glücklichſten. Viele, ach viele, hatten Schlimmeres zu be=
richten
; dieſe armſeligen Frauen und Kinder haben ge=
ſehen
, wie vor ihren Augen die Männer, Brüder und
Väter niedergemetzelt wurden, wie man Mädchen miß=
handelte
und Kinder erdroſſelte. Die Greuel, die die
Komitatſchis, griechiſche wie bulgariſche, verübten,
wo immer keine regulären Truppen waren, ſpotten jeder
Schilderung. Wenn die Türken abzogen, begann das Ge=
metzel
. Nur die bulgariſchen Soldaten, ſo erzählen dieſe
Enterbten des Schickſals, brachten Rettung, und wo ſie ein=
zogen
, war man ſeines Lebens ſicher. Sie bezahlten, was
ſie nahmen und ſchützten die Wehrloſen.
Am nächſten Morgen fuhr Aſhmead=Bartlett mit einer
kleinen Pinaſſe nach Gallipoli: und dort, vor den
Hafen, lag Enver Beys Armada. Eine gewaltige
Transportflotte. Sie zählte mehr als 45 Schiffe, große
und kleine, darunter auch jene beſcheidenen Scherkets, die
ſonſt am Bosporus Paſſagiere befördern. Und vor dem
Hafen lagen die Schlachtſchiffe mit Torpedobooten. Alle
Dampfer hatte Enver Bey mit Truppen gefüllt. Am
Hafen hatte ich dann Zeit, zu beobachten, wie in kleinen
Booten von dieſen Schiffen Männer, Pferde, Vorräte und
Munition gelandet wurden. Wie immer, ſchien alles in
höchſter Unordnung, überall herrſchte die größte Verwir
rung, jede Landungsabteilung ſtieß an die Küſte, wo es
ihr paßte, nirgends ſpürte man eine führende Hand, die
Ordnung in dieſes Chaos gebracht hätte. Die Pferde
die man auslud, machten einen jämmerlichen Eindruck;

wohl in keinem Kriege wird man bisher ſo armſelige
Gäule geſehen haben. Sie waren ſo abgemagert, daß
viele von ihnen kaum noch auf ihren Beinen ſtehen konn=
ten
, und ſind vollkommen unbrauchbar, es ſei denn zu
einer Darſtellung der Abenteuer des Don Quixote. Die
Straßen von Gallipoli ſind überfüllt mit Flüchtlingen
aus den Dörfern jenſeits von Bulair. Alles iſt vor den
nahenden Bulgaren und vor der Rache der Komitatſchis
geflohen, und nun haben ſie ſich hier alle zuſammen=
gepfercht
, nur von dem einen Wunſche erfüllt, die Küſte
Aſiens zu erreichen und einen zwei Meilen breiten Strei=
fen
Salzwaſſer zwiſchen ſich und die gefürchteten Erobe=
rer
zu legen. Die türkiſche Regierung rührt keine Hand,
um dieſe Unglücklichen fortzuſchaffen, alle Schiffe ſind be=
ſchlagnahmt
, und nur mit Ruderbooten und kleinen Segel=
booten
können die Flüchtlinge weiter zu kommen ſuchen.
Aber ſolcher Boote gibt es nur wenige, und die Folge da=
von
iſt eine furchtbare Zuſammendrängung von Menſchen
in dem kleinen Gallipoli. Alle Häuſer ſind für die Ver=
wundeten
requiriert und ſo müſſen die Obdachloſen auf
den Straßen und den Plätzen in Schnee und Schlamm
und in der Kälte kampieren.
Der Verſuch, von Fekri Paſcha die Erlaubnis zu er=
halten
, zu den türkiſchen Truppen bei Bulair zu ſtoßen
wurde verweigert, und die Korreſpondenten erhielten
den Befehl, ſofort die Halbinſel zu verlaſſen. Die Ver
luſte der letzten Kämpfe müſſen groß geweſen ſein, hat
man doch ſelbſt nach dem kleinen Chanak Kele an der aſiati=
ſchen
Küſte mehr als 900 Verwundete übergeführt. Die
Kriegskorreſpondenten werden bei der türkiſchen Armee
überhaupt nicht mehr zugelaſſen, aber was der Englän=
der
auf ſeiner Fahrt von der Armada Enver Beys ſah,
zeigt einen gefährlichen Mangel an Organiſationsfähig=
keit
und erweckt das Gefühl, als hätten dieſe Transport=
flotten
nach ihren mannigfachen Mißerfolgen kein rechtes
Ziel mehr und harren nur noch auf Gelegenheiten, die
der Zufall vielleicht bringen wird.

[ ][  ][ ]

Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Seite 3.

Heppenheim a. d. B., 22. Febr. In dem Steinbruche
des Herrn Sruder von Sonderbach wurde im Bureau
eingebrochen und das dort vorhandene Geld, unge=
fähr
40 Mark, geſtohlen. Desgleichen in einem Bureau
der Firma Vereinigte Odenwaldwerke. Von den Täterr
fehlt jede Spur.
w. Lampertheim, 22. Febr. Heute früh 4 Uhr brach
in de Neugaſſe ein Zimmerbrand aus. Ein Bett
ſtand bereits in hellen Flammen, als der Beand noch durch
die Umſicht der Nachtſchutzleute gelöſcht wurde.
Dornheim, 22. Febr. Die hieſige Gemeindejagd
wurde vor kurzem freihändig in 3 Bezirken an Herrn Bür=
germeiſter
Biebel, Herrn Kommerziencat Dr. W. Opel
und an das Großh. Hofjagdamt zu dem jährlichen Pacht=
preis
von 6400 Mark vergeben. Ein früherer Teilhaber
der Jagdgeſellſchaft, Herr Karl Neſſel aus Frankfurt
a. M., reichte gegen dieſe Vergebung ein
Beſchwerde an Großh. Miniſterium ein, in welchem er
den Bürgermeiſter angriff und die Aufhebung der frei=
händigen
Verpachtung forderte, da bei einer nochmaligen
Verpachtung 600 Mark mehr pro Jahr gelöſt werde.
Dieſe Beſchwerde war von drei Gemeinderatsmitgliedern
mitunterzeichnet. In der letzten Sitzung unſeres Ge=
meinderats
, welche unter dem Vorſitz des Herrn Beigeord=
neten
Schrimpf ſtattfand, ſtand deshalb die Jagdverpach=
tung
nochmals zur Verhandlung. In dieſer Sitzung wies
der Bürgermeiſter Biebel an Hand des Jagdkaſſenbuchs
nach, daß in der abgelaufenen Periode die Jagdgeſell=
ſchaft
, die während 6 Jahren 17000 Mark Pacht entrich=
tete
, nicht nur keinen Ueberſchuß erzielte, ſondern noch
4300 Mark zulegen mußte. Zwei der Gemeinderäte, die
ihre Unterſchrift unter die Beſchwerde geſetzt hatten, zogen
ihre Behauptungen zurück, während der dritte, ſowie der
zur Sitzung erſchienene Jagdliebhaber Neſſel die ihrigen
aufrecht erhielten. Mit Stimmenmehrheit beſchloß indeſſen
der Gemeinderat, die Verpachtung der Jagd, wie be=
ſchloſſen
, aufrecht zu erhalten und der Beſchwerde
keine Folge zu geben.
Erbach, 22. Febr. Zum Diamantſchleifer=
Streik ſchreibt das Erb. Kreisblatt u. a.: Als die Firma
Golde infolge der eingetretenen Geſchäftsſtille den hohen
Konjunkturtarif nicht weiter zahlen konnte, ſuchte man von
Seiten des Metallarbeiter=Verbandes keine Verſtändigung
vielleicht auf der mittleren Linie , ſondern man be=
ſchloß
, falls der hohe Tarif nicht voll und ganz beſtehen
bleibe, für längere Zeit die Verweigerung jeder Arbeits=
annahme
Bezüglich der Lohnverhältniſſe können
wir noch weiter mitteilen, daß mehr als die Hälfte der
Goldeſchen Schleifer nach dem Mindeſttarif immer noch
3040 Mark die Woche verdienen würden, und daß der
allerſchwächſte Arbeiter trotz dieſer Eigenſchaft noch 2025
Mark mit nach Hauſe nimmt. Nach den uns gewordenen
eingehenden Informationen arbeiten in Hanau heute ſchon
einige Hundert Schleifer unter dem Mindeſttarif. Die
Hanauer Schleifer haben ſich alſo vernünftigerweiſe den
veränderten Konjunkturverhältniſſen angepaßt, während
ſonſt ein großer Teil von ihnen arbeitslos wäre.
Mainz, 22. Febr. Der Vorſtand des Landes=
verbandes
der Hausbeſitzer=Vereine im
Großherzogtum Heſſen hielt hier eine Sitzung ab. Ueber
die Waſſergeldfrage referierte Herr Geſchäftsführer
Winter=Offenbach dahin, daß die Sache dank den Bemüh=
ungen
des dortigen Oberbürgermeiſters, Herrn Dr. Dullo
und des Dezernenten des dortigen Waſſerwerkes, Herrn
Beigeordneten Weil, hinſichtlich der nötigen Vorarbeiten,
Beſchaffung von Material uſw., ein gutes Stück vorwärts
gerückt ſei. Die Eingabe gegen die Erhöhung der Schorn=
ſteinfegergebühren
iſt von der Regierung noch unbeant=
wortet
, indeſſen iſt bekannt, daß von letzterer Erhebungen
ſtattfanden. Die Eingabe betr. die Landesbrandverſicher=
ungsanſtalt
ſchwebt auch noch und konnte ſeither weger
ſonſtiger dringender Vorlagen noch nicht zur Verhand=
lung
gelangen. Betreffs zweiter Hypotheken referierte
Direktion Volk=Mainz über den Fortgang und den
Stand der Sache eingehend. Es ward auf einen Antrag
einſtimmig beſchloſſen, unverzüglich eine Eingabe an das
Juſtizminiſterium zu richten, damit dasſelbe beim Reichs=
kuſtizamt
in dringlicher Form vorſtellig werde, daß die
§§ 1123 und 1124 Bürgerlichen Geſetz=Buches zu beſeiti=
gen
ſeien und der § 10 des Zwangsverſteigerungsgeſetzes
Emabweisbar dahin abgeändert werden müſſe, daß die
Beſtimmung, nach der dem erſten Hypothekargläubiger ein
Vorzugsrecht bis 2 Jahre rückſtändiger Zinſen vor dem
nachfolgenden zweiten Gläubiger geſetzlich gewährleiſtet
iſt, gemildert und auf ½ Jahr Vorrecht für Rückſtände
herabgeſetzt werden müſſe. Herr Grünwald=Mainz
beſprach dann die gleiche Eingabe, welche der Reichsver=
band
zum Schutze des deutſchen Grundbeſitzes und Real=
kredits
an das Reichsjuſtizamt gerichtet habe, die
er ganz zur Verleſung brachte. Im Anſchluſſe hieran
ward das Gebaren einer Anzahl deutſcher Banken ge
kennzeichnet, die die Notlage der Haus= und Grundbeſitzer
bei Darlehenshergaben gegenwärtig unangemeſſen
ausnützten. In verſchiedenen Städten Heſſens haben
ſich Mißſtände hinſichtlich Handhabung der Zwangs=

verwaltungen und unverhältnismäßig hoher Honorier=
ungen
hierfür zum Nachteile der Beſitzer und betreiben=
den
Gläubiger fühlbar gemacht, Es wurde hierzu be=
ſchloſſen
, mit einer Eingabe bei der Staatsregierung vor=
ſtellig
zu werden. Ein Antrag auf Bildung von Haus=
beſitzerkammern
, ähnlich wie die Handwerkskam=
mern
, ward an den Zentralverband nach Berlin verwie=
ſen
. Herr Architekt Schembs Darmſtadt referierte
über Kanaleinlaufgebühren. Eine gemeinſame
Stellungnahme lehnte die Verſammlung ab, weil die da=
bei
in Frage kommenden Verhältniſſe lokaler Natur
ſeien und in den verſchiedenen Städten anders liegen.
Die nächſte Sitzung ſoll in Offenbach a. M. ſtattfinden.
Mainz, 22. Febr. Die Eingemeindung von
Bretzenheim und Weiſenau, die zuſammen
etwa 11000 Einwohner zählen, und die ſchon öfter Gegen=
ſtand
lebhafter Erörterungen war, ſtand geſtern abend
auf der Tagesordnung der betreffenden Kommiſſion, die
ſich jedoch gegen die Eingemeindung ausſprach. Der
Hauptgrund der Ablehnung iſt die auf beiden Vororten
laſtende Rayonbeſchränkung. Bei Weiſenau beträgt der
Steuerkoeffizient 110 Prozent (der im nächſten Jahre auf
112 Prozent ſteigt), bei Bretzenheim 161 Prozent. Die
Koſten der Kanaliſation für Weiſenau würden ſich auf
260000 Mark ſtellen, die weiteren Ausgaben beliefen ſich
auf 65000 Mark, denen an Einnahmen etwa 12000 Mark
gegenüberſtänden. Aus allen dieſen Gründen ſah ſich die
Kommiſſion veranlaßt, von einer Empfehlung der Ein=
gemeindung
der beiden Vororte abzuſehen.
Mainz, 22. Febr. Eine 1,75 Meter hohe Bronze
figur wurde im Laufe der letzten Tage auf dem Fried=
hof
von einem Familiengrab geraubt. Die
Diebe durchſchnitten das Gitter des am Finthener Wege
gelegenen Grabplatzes und gelangten ſo zu dem Grab=
denkmal
, das eine ſchreitende Frauengeſtalt darſtellt und
einen Wert von 1100 Mark beſitzt. Am Gautor fuhr
geſtern abend ein hieſiger Milchhändler mit einem neu ge=
kauften
Pferde. Das Tier riß ſich plötzlich los und gint
durch, wobei der Beſitzer vom Wagen geſchleudert
und ſchwer verletzt wurde. Im Winterhafen
wurde geſtern mittag die Leiche eines unbekannten jugend
lichen Mädchens geländet, die ſchon einige Zeit im
Waſſer gelegen hatte. Nach kurzem Krankenlager ver=
ſchied
geſtern abend Herr Kommerzienrat Karl Stephan
Thomas im faſt vollendeten 87. Lebensjahre. Er war
lange Zeit bis zu ſeinem Tode Mitglied der Spar=
kaſſendeputation
und früher, als die Vorſitzenden
des Handelsgerichts noch Kaufleute waren, nahm er jahre=
lang
dieſe Stellung ein. Die Nationalliberale Partei
verliert in ihm eines ihrer älteſten Mitglieder.
Nackenheim, 22. Febr. Geſtern nachmittag 1 Uhr
näherte ſich ein Auto, von Wiesbaden kommend, dem
Bahnübergang zwiſchen hier und Nierſtein. Gerade fuhr
ein Schnellzug vorüber. Der Chauffeur, in der Meinung,
die Schranken öffneten ſich ſofort nach der Durchfahrt des
Zuges, ließ den Wagen die Anhöhe herab in ſtarkem
Tempo weiterlaufen. Da ſich aber ein Güterzug näherte
blieben die Schranken geſchloſſen. Der Wagen rannte
gegen einen Eckpoſten am Uebergang und über=
ſchlug
ſich. Die Inſaſſen, zwei Herren und zwei
Damen, wurden gehörig durcheinander geworfen und blie=
ben
zunächſt vor Schreck regungslos. Erſt nach einiger
Zeit erholten ſie ſich und wurden durch Domänenarbeiter
aus ihrer peinlichen Lage befreit. Eine Dame hat eine
Beule am Kopfe davongetragen. Der Wagen iſt ſtark
beſchädigt. Hätte das Auto die Schranken durchbrochen,
wäre ein großes Unglück geſchehen, da im gleichen Augen=
blick
der Güterzug vorüberfuhr.
Oppenheim, 22. Febr. Um einen ſchnelleren Verkehr
herbeizuführen, wird an der hieſigen Rheinüber=
fahrt
ein Grundpfeiler angelegt werden, ſo daß dann
die Schiffe auf beiden Seiten vorbeifahren können.
Nieder=Ingelheim, 22. Febr. Mit der Einführung
elektriſcher Kraft in unſerer Gegend will man auch der
Elektriſierung der Selztalbahn nähertreten.
Der Hiſtoriſche Verein Ingelheim wird nach Fertig=
ſtellung
des neuen Schulhauſes die dann frei werdenden
Räume der alten Schule am Markte beziehen. Es ſollen
hier die Sammlungen aufgeſtellt werden. Die Erweite
rung zu einem Heimatsmuſeum iſt in Ausſicht ge=
nommen
. Ein Hundevergifter der ſeit einiger
Zeit hier und in der Umgegend ſein Unweſen treibt, ver=
giftete
Herrn Konſervator Hilaert drei Jaadhunde im
Werte von mehr als 1000 Mark. Herr Hilgert ſetzte eine
Belohnung bis zu 200 Mark aus.
Sprendlingen in Rheinh., 22. Febr. Im Bahnhof be=
freite
ſich ein bösartiger Bulle von den Feſſeln, nahm einen
ſeiner Führer auf die Hörner und ſchleuderte ihn gegen
eine Mauer. Dem Manne wurde der Bruſtkorb
vollſtändig eingedrückt
Friedberg, 22. Febr. Auf der Ruſſenſteinfabrik von
T. Mörſchel wurde ein großes Gräberfeld aus der
jüngſten Periode der Steinzeit aufgedeckt. Die Stätte be=
findet
ſich an der Straße Friedberg-Bad Nauheim und
M
e ekfe

erſtreckt ſich bis an die Main=Weſer=Bahn. Jedes Grak
birgt eine Urne von ſchwarzbraunem Ton. Die Gräber
ſind ſämtlich etwa vier Meter voneinander entfernt und
zeigen die Richtung nach Oſten. Die Urnen liegen in
einer Tiefe von ungefähr einem Meter. Das Gräberfeld
wird zurzeit von Profeſſor Dr. Helmke vom hieſigen
Muſeum und von Oekonomierat Falk von hier durch=
forſcht
. Während die Urnen beim Herausnehmen meiſt
zerfielen, war der Inhalt ſehr gut erhalten.
H. B. Bad=Nauheim, 22. Febr. Die Kaiſerin wird
in der diesjährigen Saiſon zur Kur nach Bad Nauheim
nicht kommen. Der Geſundheitszuſtand der Kaiſerin iſt
infolge der im vorigen Jahre hier gebrauchten Kur fort.
geſetzt gut. Das Ausbleiben der Kaiſerin iſt auch dadurch
begründet, daß infolge der Verlobung der Prinzeſſin
Viktoria Luiſe Beſuche ſeitens der Anverwandten des
Herzogs Ernſt Auguſt von Cumberland am kaiſerlichen
Hofe bevorſtehen, bei denen die geſamte kaiſerliche Familie
zugegen ſein wird.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 22. Febr. Zu einer pa=
triotiſchen
Kundgebung kam es nach den ſchon
gekennzeichneten dreiſten und ſchändlichen Ausfällen der
Sozialdemokraten in der Stadtverordnetenver=
ſammlung
. Der liberale Stadtverordnete Caſſel
führte unter dem begeiſterten Beifall der bürgerlichen
Mehrheit aus, daß man mit Staunen und Ehrfurcht vor
dem beiſpielloſen Aufſchwung eines zertretenen und zer
pflückten Volkes ſtehen müſſe. Als er ſchloß, folgte ſeinen
Worten eine ſpontane Kundgebung der geſamten bürger=
lichen
Stadtverordneten. Man rief Bravo und klatſchte in
die Hände. Der Stadtverordnetenvorſteher Michelet gal
ſchließlich die Erklärung ab, daß die große Mehrheit der
Verſammlung von den ſozialdemokratiſchen Ausführuns
gen nur mit tiefer Trauer Kenntnis genommen habe.
Stadtv. Jacobi beantragte, den ſtenographiſchen Bericht
über die Reden der Stadtverordneten Caſſel und Momm=
ſen
dem Gemeindeblatt beizulegen. Der Antrag Jacobi
wurde angenommen. Geſtern abend wollte die Gattin
des Hauptmanns a. D. Neeſen in der Chauſſeeſtraße
die Straßenbahn beſteigen, als ein Automobil heran=
ſauſte
und ſie umriß. Sie wurde ſo ſchwer verletzt, daß
ſie bereits auf dem Transport nach dem Krankenhaus
ſtarb. Geſtern abend wurde ein fünffähriges
kleines Mädchen, das bei einer Familie in der
Turmſtraße zu Beſucht weilte, wie durch ein Wunder vor
dem ſicheren Tode bewahrt. Das Kind ſtieg in Abweſen=
heit
der Angehörigen auf das Fenſterbrett der im vierten
Stock gelegenen Wohnung, um nach auf dem Hofe ſpie=
lenden
Kindern zu ſehen, verlor dabei das Gleichgewicht
und ſtürzte in die Tiefe. Das Kind ſiel aber
zunächſt auf ein etwas tiefer gelegenes Blumenbrett, wo
durch der Sturz erheblich gemildert wurde, und dann auf
den Hof. Auf dieſe Weiſe kam die Kleine mit einem ſchwe=
ren
Oberſchenkelbruch davon; ſie wurde nach dem Kran=
kenhauſe
Moabit gebracht, wo die Aerzte hoffen, es am
Leben erhalten zu können. Auf dem Bahnhof Putlitz=
ſtraße
verſuchte heute morgen eine 24jährige Arbeiterin
auf einen fahrenden Zug zu ſpringen
und fiel hin. Der Stationsvorſteher ſprang hinzu, um
das Mädchen zu retten. Dieſes klammerte ſich ſo feſt an
den Beamten, daß er auf das Trittbrett des Zuges ſtürzte
Es gelang ihm jedoch, ſich auf den Bahnſteig fallen zu
laſſen, während das Mädchen unter den Zug geriet und
überfahren wurde. Das Mädchen war ſofort tot.
München, 22. Febr. In dem Dorfe Warnhofen
bei Dillingen brach in der vergangenen Nacht eine
Feuersbrunſt aus, durch die bei dem herrſchenden
Wind das ganze Dorf zerſtört wurde. Der größte Teil
der Bewohner konnte nur mit Mühe und Not das Leben
retten.
Dortmund, 21. Febr. Beim Dortmunder Gericht ſind
abermals umfangreiche Prozeßakten ſpurlos
verſchwunden. Es handelt ſich bei dieſer Angelegen=
heit
, die das größte Aufſehen erregt, um folgendes: Dec
Sohn eines reichen Dortmunder Bürgers wanderte vor
einigen Jahren, nachdem er ſich mit ſeinem Vater entzweit
hatte, nach Amerika aus. Der Vater machte daraufhin
ſein Teſtament, in dem er den Sohn auf den Pflichtteil
ſetzte, der 150000 Mark betrug. Der Sohn kehrte jedoch
zurück und ſöhnte ſich mit ſeinem Vater aus, der das erſte
Teſtament umſtieß und ein zweites notariell verfaßte in
dem er dem Sohn ſein Erbteil in Höhe von ½ Million
Mark ausſetzte. Im Jahre 1908 ſtarb der Vater. Bei der
Teſtamentseröffnung ſtellte ſich heraus, daß nur das
erſte Teſtament vorhanden war. Das zweite
war nicht aufzufinden. Es kam zum Prozeß, der jetzt 4
Jahre andauert. Vor kurzem kam ganz unerwartet das
zweite Teſtament zum Vorſchein. Nun ſtrengten die Mit=
rben
einen Prozeß an, in dem ſie die Gültigkeit dieſes
zweiten Teſtaments anfochten. Dieſer Tage hat nun der
Erbe vom Dortmunder Landgericht die Mitteilung er=
halten
, daß ſämtliche Teſtamentsakten mitſamt den Teſta=
menten
beim Dortmunder Landgericht verſchwunden ſind

Feuilleton.

* Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben. In Schnei=
ders
Kunſtſalon, Frankfurt a. M., Roßmarkt 23,
hat augenblicklich einer der wohlbekannteſten Darmſtädter
Künſtler, Profeſſor Adolf Beyer, ſowie deſſen Ge
mahlin, Anna Beyer, eine reichhaltige Kollektion ihrer
beliebten und qualitätvollen Blumenſtücke, ſowie Land=
ſchaften
und figürliche Arbeiten ausgeſtellt. Die Ausſtel=
lung
iſt von ſeltener Reichhaltigkeit und erfreut ſich des
lebhafteſten Intereſſes. Außerdem zeigt Schneiders
Kunſtſalon eine Anzahl feiner Landſchaften des Halli=
genmalers
Profeſſor Jakob Alberts, ſowie gute Arbeiten
des aus der Trübnerſchule hervorgegangenen Porträt=
malers
Oskar Hagemann. Mehrere hundert Maler
und Bildhauer in München hielten unter Pro=
feſſor
v. Stieler eine Verſammlung ab. Es wurde be=
ſchloſſen
, einen wirtſchaftlichen Verband zu gründen, der
ſich über ganz Deutſchland erſtrecken ſoll. Der Verband
ſetzt ſich zum Ziel, Wohlfahrts= und Unterſtützungsein
richtungen zu ſchaffen, eine Vermittelungsſtelle für ge=
ſchäftliche
Angelegenheiten zu errichten und Rechtsſchutz
zu gewähren Auch die Verlagsrechte ſollen geſichert
werden. Bei Sotheby in London wurden dieſer
Tage eine Anzahl wertvoller Briefe und Manu=
ſkripte
verſteigert, die ſehr große Preiſe erzielten.
Das bemerkenswerteſte unter den Autographen war ein
kanger Brief von George Waſhington vom 5. Februar
1789, der 5000 Mark brachte; ein anderer Brief Waſhing=
tons
wurde für 2020 Mark zugeſchlagen. Zwei Briefg
von William Penn brachten 1300 und 510 Mark. Eine
Sammlung von Papieren, die ſich mit der Familie und
den Vermögensverhältniſſen des großen engliſcher
Romanſchriftſtellers Heury Fielding beſchäftigter, kam für

6000 Mark an einen neuen Beſitzer, und mit 5000 Mark
wurde ein Autograph Eduards VII. aufgewogen, ein
offizieller Brief mit königlichem Siegel. Für 19 Briefe
des großen Herzogs Marlborough, die ſich mit dem
ſpaniſchen Erbfolgekrieg beſchäftigen, wurden 4000 Mark
erzielt, und für 3600 Mark wurde ein Brief Walter Ra=
leighs
vom Dezember 1591 zugeſchlagen.
* Fabelhafte Gewinne. Von den geradezu märchen=
haften
Reingewinnen, die die New=Yorker Firſt Natio=
nal
=Bank ſeit ihrem Beſtehen an ihre Aktionäre aus=
ſchüttete
, werden im Plutus erſtaunliche Einzelheiten be=
richtet
. 1863 wurde die Bank mit 500000 Dollar Aktien=
kapital
gegründet und erſt 1901 wurde das Kapital auf
10 Millionen Dollar erhöht. Während der erſten 38 Jahre
wurden für das S ammkapital von 500000 Dollar und
während der folgenden 11 Jahre für das Kapital von 10
Millionen Dollar nicht weniger als 98 Millionen
Dollar Dividenden und Zinſen bezahlt. Die
Bank zahlte 1901: 100 Prozent und verteilte noch wei=
tere
9½ Millionen Dollar, indem ſie den alten Aktionären
die neuen Aktien im Geſamtwerte von 9½ Millionen
Dollar einfach zum Geſchenk machte. Wer alſo eine alte
Aktie im Nominalwert von 100 Dollar beſaß, bekam 19
neue Aktien, und noch dazu geſchenkt. Und dieſer Vor
gang wiederholte ſich im Jahre 1908; damals wurde eine
neue Geſellſchaft mit 10 Millionen Dollar Kapital ge
gründet: und die Aktien dieſer Geſellſchaft gingen als Ge
ſchenk an die Aktionäre der Firſt National=Bank. Bis
1901 wurde in keinem Jahre unter 100 Prozent, meiſt aber
viel mehr ausbezahlt, ſeit 1901, der Kavitalserhöhung
nie unter 25 Prozent. Da aber an die Stelle der alten
Aktien koſtenfrei 20 getreten waren, kommt das einer Ver=
zinſung
des Einlagekapitals von minimal 500 Prozent
gleich. In manchen Jahren ſeit 1901 ſind auch ſchon 50
Prozent bezahlt worden, ſo daß ſch in dieſem Jahre das

urſprüngliche Aktienkapital ſogar mit 1000 Prozent ver=
zinſte
.
* Die neuen ruſſiſchen Briefmarlen, die wieder aus
dem Verkehr gezogen werden ſollen, werden einer inter=
eſſanten
und für den ruſſiſchen Volkscharakter charakteri=
ſtiſchen
Revolution in den Zentralgouvernements Ruß=
lands
zum Opfer fallen. Die Poſtbeamten dieſer Gou=
vernements
weigern ſich, die neuen Marken zu ſtempeln,
und zwar mit der Motivierung, daß es ihren patrioti=
ſchen
Gefühlen widerſtrebe, die geheiligten Bildniſſe des
Zaren mit Druckerſchwärze oder mit Farbe zu beſudeln=
Sie richteten Petitionen nach Petersburg, in denen ſie
ihren Gefühlen Ausdruck verliehen und um Zurückziehung
der neuen Briefmarken baten. Den patriotiſchen Poſt=
beamten
kamen einige Biſchöfe zu Hilfe, die in Hirtenbrie=
fen
die unerhörte Schmach rügten und die Zurück=
ziehung
der Briefmarken forderten. Die echtruſſiſchen
Preßorgane beſchuldigten in alarmierenden Artikeln die
Regierung, durch die neuen Briefmarken die Zarentreue
des Ruſſenvolkes tief verletzt zu haben. In den Poſt=
ämtern
zu Petersburg und zu Moskau ſo wird ge=
meldet
wurde der Verkauf der neuen Marken einge=
ſtellt
; jedes Verlangen nach dieſen Marken wird höflich
zurückgewieſen mit der Erklärung, die alten müßten zuerſt
verkauft werden.
* Allzu logiſch. Die Tante der kleinen Mabel wird
zu Beſuch erwartet. Aber eine halbe Stunde vor der An=
kunftszeit
kommt ein Telegramm: Zug verſäumt, fahre
morgen zur gleichen Stunde. Als die kleine Mabel er=
wartungsvoll
aus der Schule heimkommt, iſt ſie tief ent
täuſcht, daß Tante nicht da iſt. Man gibt ihr das Tele=
gramm
und ſie ſetzt ſich hin und lieſt es mit vieler Mühe
orgſam durch. Dann ſagt ſie kopfſchüttelnd: Wie dumm
von Tante, wenn ſie morgen wieder zur ſelben Stunde
fährt, wird ſie wieder den Zug perſäumen.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

armſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Nummer 46.

und trotz umfaſſender Unterſuchung nicht mehr haben auf=
gefunden
werden können.
Neuſtrelitz, 21. Febr. Unter der Anklage plan=
mäßiger
Wilddiebereien größten Umfanges
haben ſich heute vor der zweiten Straſkammer des Groß=
herzoglichen
Landgerichts eine Anzahl Perſonen, darunter
mehrere vermögende Bürger, die ſich bisher großen An=
ſehens
im Großherzogtum erfreuten, zu verantworten
Angeklagt ſind wegen Wilddiebſtahls, Jagdvergehens
und zum Teil Hehlerei folgende Perſonen: 1. Landwirt
Banſemer aus Johannisthal, 2. Möbelfabrikant Otto Ba=
der
=Strelitz, 3. Schlächtermeiſter Heinrich Bader=Strelitz,
4. Tiſchler Felix Winkelmann=Strelitz, 5. Hotelbeſitzer Mar=
tin
Mitritz=Neuſtrelitz und 6. Gaſtwirt Senftleben= Johan=
nisthal
. Der Fall hat ſeinerzeit im Großherzogtum Meck=
lenburg
=Strelitz erhebliches Aufſehen erregt, insbeſondere
auch durch die Art, wie es dem Berliner Polizeikommiſſar
Werner gelang, die Wilddiebe zu ermitteln. Die Ange=
klagten
ſollen nicht bloß ihre Jagdleidenſchaften befriedigt,
ſondern ſich auch eine erhebliche Einnahmequelle aus dem
Verkauf des Wildes verſchafft haben. Es wurden danz
die oben genannten ſechs Perſonen in Haft genommen, ein
Teil von ihnen aber ſpäter freigelaſſen. Kriminalkom=
miſſar
Werner erhielt vom Großherzog für die Feſtnahme
der Beteiligten eine Belohnung von 1000 Mark. Zu der
Verhandlung, für die zwei Tage in Ausſicht genommen
ſind, ſind 40 Zeugen geladen. Die Angeklagten verteidigen
ſich damit, daß ſie ſich nur durch die Aufforderung Wer=
ners
hätten verleiten laſſen, in den Großherzoglichen For=
ſten
zu jagen, beſtreiten jedoch, in anderen Fällen gewil
dert zu haben. Die Anklage legt ihnen aber eine ganze
Anzahl Wilddiebereien zur Laſt.
Brüſſel, 22. Febr. Der Streit um den Nachlaß
des Königs Leopold ſcheint jetzt endlich durch einen
von der belgiſchen Staatsregierung vor dem Appellhot
in Brüſſel angebotenen Vergleich ſein Ende zu er=
reichen
. Wie mitgeteilt wird, werden ſchon im April d. J.
den drei Töchtern des verſtorbenen Königs durch den
Appellhof in Brüſſel je 20 Millionen Mark zuge=
ſprochen
werden. In dem letzten Termin vor dieſem
höchſten belgiſchen Gericht war von der Regierung im
Vergleichswege jeder der Prinzeſſinnen ein Kapital von
12 Millionen angeboten worden. Dieſer Vergleich wurde
damals abgelehnt unter Bezugnahme auf die Gutachter
des früheren Advokaten Poincaré, des jetzigen Präſiden=
ten
von Frankreich, und des Geheimen Juſtizrats Prof
Dr. Stengel=München, des Vertreters der deutſchen Re=
gierung
bei der Haager Friedenskonferenz. Nach dieſen
Gutachten haben die erbberechtigten Töchter des Königs
einen Anſpruch von je 24 Millionen. Nach längeren Kon=
ferenzen
des Vertreters der Prinzeſſin Luiſe, des Juſtiz=
rats
Dr. Franz Ivers, die in Wien ſtattfanden, iſt jetzt
der obige Vorſchlag gemacht worden.
London, 22. Febr. Sir Erneſt Caſſel hat ſeiner
Vaterſtadt Köln die Summe von 200000 Mark ver=
macht
für die geplante Aktiengeſellſchaft für Wohnungs=
bau
.
London, 22. Febr. Vom Polizeigericht wurden vier
Fenſterzertrümmerinnen die im ganzen für
12000 Pfund Spiegelſcheiben zertrümmert hatten, zu je
ſechs Monaten Gefängnis in der zweiten Ab=
teilung
verurteilt.
London, 22. Febr. Die Miniſter haben in ihrer letzten
Sitzung ſich dahin entſchieden, außergewöhnliche
Maßnahmen zu treffen, um den frivolen Taten
der Suffragetten entgegenzutreten, die immer un=
erträglicher
werden. Die Regierung hat in Cardiff darum
erſucht, ihr den ſtenographiſchen Text der Rede der Frau
Pankhurſt zu überſenden, um entſcheiden zu können, ob die
Rede Veranlaſſung gibt, gegen Frau Pankhurſt einzu=
ſchreiten
.
Konſtantinopel, 22. Febr. Die Araberzeitung Elrhan
meldet, daß Ende Januar eine Karawane mit etwa
2000 Paſſagieren, die von Medina nach Jenmba
im Hedjasgebiete marſchierte, in Haif, wo infolge eines
ſtarken Regenguſſes eine Ueberſchwemmung entſtand, ſamt
Gepäck und Kamele ertrank. Das Waſſer zerſtörte die
ganze Landſchaft, wobei viele Araber umkamen. Die
ganze Erde dieſes Gebietes iſt mit Schlamm bedeckt und
dürfte vielleicht erſt in zehn Jahren wieder bebaut werden
können. Allein eine halbe Million Dattelbäume wurden
von den Fluten weggeriſſen.

Die Genehmigung der Univerſität
Frankfurt a. M.

* Frankfurt a. M., 22. Febr. Oberbürgermeiſter
a. D. Adickes, der Vorſitzende des Verwaltungs= Aus=
ſchuſſes
der Univerſität, hat vom Kultusminiſter ein
Schreiben erhalten, in dem die grundſätzliche könig
liche Genehmigung zur Begründung der
Univerſität Frankfurt a. M., die ſeinerzeit an
Aufbringung und Nachweis der erforderlichen Mittel ge=
knüpft
war, erteilt wird. Das Schreiben hat folgenden
Wortlaut: Der Miniſter der geiſtlichen und Unterrichts=
Angelegenheiten. Berlin W. 8, 20. Februar 1913. Auf
die Eingabe vom 26. November 1912, betreffend die Grün=
dung
der Univerſität zu Frankfurt a. M. Nach den von
Eurer Hochwohlgeboren mir gemachten Mitteilungen er=
achte
ich den Nachweis der für die Univerſität erforder=
lichen
Mittel für erbracht. Wegen der Genehmigung der

einzelnen Stiftungen und Schenkungen behalte ich mir
das Weitere vor. gez. Trott zu Solz.
Die Univerſität ſoll am 1. Oktober 1914 er=
öffnet
werden. Von Anfang an war der 1. April 1914
in Ausſicht genommen, im Laufe der Zeit hat ſich aber
herausgeſtellt, daß dieſer Termin nicht genau eingehalten
werden könne und eine Verſchiebung um einige Monate
erfahren müſſe.
Luftfahrt.
Von der Darmſtädter Fliegerſtation.
* Darmſtadt, 22. Febr. Der Straßburger Flieger,
Herr Oberleutnant Höpker, ſtieg heute nachmittag 5 Uhr
10 Min. mit Herrn Oberleutnant Blum als Paſſagier
auf und flog, nach einigen Runden über dem Flugplatz,
nach Frankfurt zum Flugplatz Euler.
Exploſion eines Militärballons.
* Mainz, 22. Febr. Der Militär=Freiballon
Mainz II iſt geſtern nachmittag nach fünfſtündiger
Fahrt nach Metz bei der Landung explodiert und
verbrannt. Die drei Offiziere, mit denen der Ballon
bemannt war, konnten ſich nur mit vieler Mühe aus dem
umgeſtürzten Korb befreien. Der Unfall, der ſich vor den
Augen der Wache eines Forts bei Courcelles ereignete
wird auf Selbſtentzündung des Gaſes während des
Aufreißens des Ventils zurückgeführt. Trotz der außer=
ordentlichen
Gewalt der Exploſion trug keiner der drei
Offiziere Verletzungen davon.
* Das Militärluftſchiff Erſatz Z. 1 ſtieg
Freitag früh 8.15 Uhr zu einer militäriſchen Ueb=
ungsfahrt
auf, die von Baden=Oos über Heidelberg
und Mannheim führte. Die Führung des Luftkreuzers
hatte Hauptmann Horn. Das Luftſchiff kehrte gegen 1 Uhr
zurück und landete bald darauf. Der Luftkreuzer bleibt
längere Zeit in Baden=Oos ſtationiert. Ueber die Fahrt,
die militariſchen Charakter trug, werden Einzelheiten nicht
bekannt gegeben.
* Saarbrücken, 22. Febr. Die Errichtung eines
Flugſtützpunktes iſt für Saarbrücken ins Auge ge=
faßt
. Eine entſprechende Mitteilung iſt dem Bürger=
meiſteramt
vom Deutſchen Flugverband, Sitz Weimar, be=
reits
zugegangen. Vorausſetzung hierfür iſt jedoch, daß
die Stadt bezw. die Bürgerſchaft einen Teil der etwe
1618000 Mark betragenden Koſten aufbringt. Der Reſt
würde aus den Mitteln der Nationalflugſpende gedeckt
werden. Die Stadtverwaltung iſt geundſätzlich mit der
Errichtung eines Flugſtützpunktes (Flugzeugſchuppen mit
Reparaturwerkſtatt) einverſtanden.
H B. Baden=Oos, 23. Febr. Das Militär=
Luftſchiff L. Z. I ſtieg am Samstag abend 8 Uhr
45 Min. von der Luftſchiffhalle von Baden=Oos zu einer
12ſtündigen Uebungsfahrt auf, die lediglich funkentele=
graphiſchen
Verſuchen diente und von dieſem Luftkreuzer
aus zum erſten Male erprobt wurden. Die Vrſuche ge=
langen
vorzüglich, ſodaß das Luftſchiff während der
ganzen Fahrt in dauernder Verbindung mit der Funken=
ſtation
Karlsruhe war. Der Luftkreuzer paſſierte auf
ſeiner Fahrt Durlach um 10 Uhr, Heilbronn 12 Uhr,
Würzburg 3 Uhr, Frankfurt 5 Uhr, Darmſtadt vor
5½ Uhr, Heidelberg 6 Uhr und landete um 8 Uhr glatt
vor der Halle in Oos.
* Eſſen, 24. Febr. Der Direktor der Kondor=
Werke, Suwalek, ſtieg geſtern um 9½ Uhr auf dem
Flugplatz Eſſen=Gelſenkirchen zu einem Fluge nach Lon=
don
auf. Da dichter Nebel herrſchte, konnte der Flieger
ſich nur nach der Sonne orientieren. Er wollte nach ein=
ſtündigem
Fluge landen, bemerkte aber, daß er ſich über
der Nordſee befand. Als der Apparat faſt die Wellen
berührte, gelang es dem Flieger, den Motor wieder in
Gang zu ſetzen. Nach 1¾ſtünd gem Fluge landete
Suwalek in Deventer am Zuiderſee glatt.

Die auswärtige Politik
Itoliens.

* Rom, 22. Febr. Der Miniſter des Aeußern San
Giuliano erklärte heute in der Kammer: Mehrere
Redner haben mit ſcharfen Kritikworten an der europäi=
ſchen
Diplomatie nicht geſpart. Es bleibt aber nicht min=
der
wahr, daß es der Diplomatie bisher gelungen iſt,
gegenüber ſo großen Komplikationen der einander gegen=
überſtehenden
Intereſſen den Frieden Europas
aufrechtzuerhalten. Seit 43 Jahren gab es keinen Krieg
mehr zwiſchen den europäiſchen Mächten. Wenn die Diplo=
matie
zu dieſem Ergebnis die friedliche Löſung der Bal
kankriſe und einen friedlichen Ausgleich der mehr oder
weniger direkt von den Balkanereigniſſen betroffenen Groß=
mächte
hinzufügen wird, ſo wird ſie ſich ſicher damit ein
großes Verdienſt erworben haben. Ihre Aufgabe wird
durch die Tatſache erleichtert, daß alle Völker und alle Re=
gierungen
ein ſehr ſtarkes Gefühl für ihre Verantwortlich=
keit
und Pflicht beſitzen, nicht einen ſo ernſten und ſchreck=

lichen Konflikt aus unangemeſſenen Gründen entfeſſeln zu
laſſen. Unſere intime Uebereinſtimmung
mit Oeſterreich=Ungarn und die Herzlichkeit un=
ſerer
Beziehungen zu Rußland tragen ſicher zu dieſem
wohltätigen Ergebniſſe bei. Die Formel des territorialen
Statusquo auf dem Balkan, welche hundert
Jahre hindurch die Richtſchnur der europäiſchen Diplo=
matie
war, war und iſt noch immer der Gegenſtand der
Kritik. Aber man darf nicht vergeſſen, daß das lange und
treue Feſthalten an dieſer Formel für die Türkei die Wir=
kung
hatte, den Verluſt ihrer europäiſchen Provinzen bis
zu dem Tage zu verzögern, wo die Balkanvölker reif waren,
die Erbſchaft anzutreten. Die lange Aufrechterhaltung der
proviſoriſchen Formel vom Statusquo hat heute die An=
wendung
der definitiven Formel: der Balkanden Bal=
kanvölkern
! ermöglicht. Das iſt die Löſung, welche ſo=
wohl
den Intereſſen und liberalen Prinzipien Italiens,
als auch dem allgemeinen Intereſſe des europäiſchen Frie=
dens
entſpricht. Eine ſolche Löſung muß ſo bald wie mög=
lich
realiſiert werden, und zwar ſo, wie ſie dem wahren
Sinne entſpricht, mit anderen Worten: ſie muß uns eine
endgültige Löſung bringen, die für viele Jahre den Frie=
den
für die Balkanhalbinſel und Europa ſichert
Dieſes Ergebnis kann nur erreicht werden, wenn das
Verhältnis der Territorien auf dem Balkan ſoweit wie
möglich den ethnographiſchen und geographiſchen Beding=
ungen
des Landes und den Wünſchen und Intereſſen der
Bevölkerung en ſpricht. Dieſe müſſen jedoch verſöhnt und
in gewiſſen Fällen dem höchſten Ziele der Ziviliſation und
des Friedens untergeordnet werden, mit anderen Worter
der Notwendigkeit, die materiellen und moraliſchen Jn=
tereſſen
der Großmächte in Uebereinſtimmung zu bringen
In einer Kriſis wie der gegenwärtigen, wo ſo viele ent
gegengeſetzte Intereſſen im Spiele ſind, und eine ſo große
Menge Zündſtoff überall verſtreut iſt, kann keine große
oder kleine Macht hoffen und verlangen, daß alle ihre In
tereſſen und alle ihre Wünſche vollſtändig befriedigt wer
den; ſondern es iſt notwendig, daß jede einige Opfer
bringt, und daß die auseinandergehenden Intereſſen und
widerſtrebenden Beſtrebungen durch eine Reihe gegenſei=
tiger
Transaktionen ausgeglichen werden.
Die Politik Italiens richtet ſich nach dieſen
Grundſätzen. Vor Ausbruch des italieniſch=türkiſchen
Krieges waren noch zwei große Probleme für uns offen
das Gleichgewicht in der Adria und das Gleichgewicht
im Mittelmeer. Das Gleichgewicht in der Adria iſ
eine Frage, welche dank der innigen Zuſammenarbeit
zwiſchen Italien und Oeſterreich=Ungarn unter Mitwirk=
ung
Deutſchlands und dem hochherzigen und friedlichen
Geiſt der Gerechtigkeit der anderen Großmächte gelöſt wor=
den
iſt. Sie ſind heute in gleicher Weiſe willens, das
gegenwärtige Gleichgewicht im Mittelmeer tatſächlich auf=
recht
zu erhalten. Der Beſitz Libyens löſte für Italien
das Problem des nordafrikaniſchen Gleichgewichts, aber
es verminderte ſicher nicht unſer Intereſſe an der Aufrecht=
erhaltung
des allgemeinen Gleichgewichts im Mittelmeer.
Oeſterreich=Ungarn hat die gleichen Intereſſen wie wir
was die gegenſeitige Freundſchaft der beiden verbündeten
Regierungen verſtärkt.
Wenn durch die Macht der Ereigniſſe und gegen unſe=
ren
Willen und gegen den unſerer Verbündeten und aller
Großmächte früher und ſpäter erhebliche territoriale
Veränderungen im Mittelmeer eintreten ſoll
ten, könnte Italien dabei kein müßiger Zuſchauer bleiben,
ſondern müßte verlangen, daß ſeine Stellung als Mittel=
meergroßmacht
von jedermann gebührend berückſichtigt
werde. Das Mittelmeer iſt heute nicht mehr wie im
griechiſch=römiſchen Altertum das einzige Zentrum der
Ziviliſation, aber ſeine Bedeutung für die Welt iſt des=
wegen
nicht verringert worden; im Gegenteil, es iſt heute
der Schnittpunkt der Verbindungen zwiſchen Europa und
allen Ozeanen und allen Kontinenten geworden. Seine
Bedeutung iſt unter dieſem Geſichtspunkt größer gewor=
den
. Niemand mehr hat heute, noch jemals in Zukunft
das Recht, das Mittelmeer ein mare nostrum zu
nennen. Es iſt und muß die freie Bahn der Nationen
bleiben, wo keine Nation die Herrſchaft haben kann und
darf, aber alle daran Anteil haben ſollen. Einen der
erſten Plätze unter dieſen Nationen eroberte ſich Italien
und wird ihn auch bewahren. Die gegenwärtige Lage der
Becken des Mittelmeeres tut unſeren politiſchen und wirt
ſchaftlichen Intereſſen Genüge und wir wünſchen lebhaft
ebeneo wie die übrigen Großmächte, daß ſie aufrecht erhal=
ten
bleibt. Auf dieſer Grundlage werden unſere nachbar=
lichen
Beziehungen zu Frankreich und England in Afrika
weiterhin von dem billigen und freundſchaftlichem Geiſt
der beſtehenden Abkommen getragen. Wir werden wahr
ſcheinlich entſprechende Abkommen auch mit Spanien ab=
ſchließen
, weil beide Nationen wünſchen, ihre herzlichen,
freundlichen Beziehungen immer mehr zu ſtärken.
Die territoriale Integrität der aſiatiſchen Tür=
kei
iſt von allen Machten als ein ſehr weſentlicher Fak=
tar
für das gegenwärtige Gleichgewicht und als wirkſame
Garantie für den europäiſchen Frieden anerkannt worden.
Wenn die Türkei, wie wir anzunehmen Grund haben, und
gegenüber in loyaler Weiſe den Vertrag von Lau=
ſanne
erfüllt und wenn ſie unſerem Handel und Kapital
und unſeren Landsleuten gegenüber eine Politik ein=
nimmt
, die von ihren wahren Intereſſen eingegeben iſt,
findet ſie in Italien einen zuverläſſigen Freund. Nach

Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 23. Februar.

Zum erſten Male:
Soa.
Operette in drei Akten von Franz Lehär.
W.l. Unſerer heutigen Beſprechung möchten wir einige
Bemerkungen allgemeiner Art vorausſchicken.
Das Repertoire der letzten Zeit hat das leichte Genre
ſowohl im Schauſpiel als auch in der Oper unverhältnis=
mäßig
bevorzugt. Die Poſſe, das leichte Luſtſpiel und die
Operette, die der niedrigeren Kunſtgattung angehören,
haben einen ſehr breiten Raum in ihm eingenommen. Die
ernſte Oper iſt zwar zu Worte gekommen, es iſt ihr aber
nicht dieſelbe Berückſichtigung zuteil geworden, wie dem
unterhaltenden Genre. Ganz ſtiefmütterlich behandelt
worden iſt das ernſte Drama; das ſeit Neujahr wenn
man von den Volks= und Sondervorſtellungen abſieht
nur durch zwei Stücke: Jedermann und Taifun, vertreten
geweſen iſt. Den oft gehörten Einwand, daß das Gros
des Publikums der ernſten Kunſt ein geringeres Intereſſe
entgegenbringt, können wir als ausſchlaggebend nicht be=
zeichnen
. Die Erfolge der prachtvollen Aufführungen von
Hamlet und Jedermann hätten vielmehr zu weiteren Fort=
ſetzungen
ermutigen können. Die Freunde ernſter Kunſt
begrüßen es daher, daß morgen auch einmal ein klaſſiſches
Drama in neuer Einſtudierung auf dem Spielplane er=
ſcheint
.

Wenn man der Kritik überhaupt eine Bedeutung und
einen Einfluß zugeſtehen will, ſo wird man auch zugeben
müſſen, daß es ihr Recht und ihre Pflicht iſt, den Wün=
ſchen
des gebildeten Publikums Ausdruck zu geben, denen
die vorſtehenden Ausführungen entſprechen.
Mit der neuen Lehärſchen Operette Eva hat man
leider keine beſondere Akquiſition gemacht. Für das
Libretto zeichnen nicht weniger als drei Autoren verant=
wortlich
; es muß alſo ſehr ſchwer ſein, einen Operetten=
text
zu fabrizieren. Wie ſchwer muß es dann erſt ſein,
einen guten zu ſchreiben! Die Geſchichte von der Eva,
der Fabriktochter, bei der die Fabrikarbeiter wie das
Regiment bei der Regimentstochter Marie Paten
geſtanden haben, und die ſchließlich die Gattin des neuen
Fabrikchefs wird, iſt zur Abwechſelung einmal ernſt, aber
ſie bildet nur mehr die Folie zu der Schilderung der Pa
riſer Demimonde, deren Milieu die neue Operette unmit=
telbar
verfallen zu ſein ſcheint. Es iſt kaum zu erwarten,
daß die ihr angehörenden Damen Pipſi, Teddy. Elli,
Schiſchi und wie die ſüßen Mädels um mit Schnitzler
zu reden alle heißen mögen, noch Intereſſe erwecken
können. Einzia ſpannend iſt der Schluß des zweiten Aktes,
in dem die Genoſſen ſo werden die Fabrikarbeiter ge=
nannt
von dem Fabrikchef unter Androhung von Ge=
walt
die Herausgabe ihres Patenkindes Eva ver=
langen
. Die Spannung löſt ſich aber in nichts auf; im
letzten Akte, der ganz kurz iſt, haben die drei Librettiſten
verſagt.
Die Muſik iſt teils ſentimental, teils koupletartig. Es
fehlen ihr die eigentlichen Schlager‟. Die Erfindung iſt

ärmer, als die der früheren Operetten Lehärs, und die In=
ſtrumentation
geſuchter und überladener. Die Eva bildet=
ſozuſagen
das ſentimentale Leitmotiv der Operette. Man
weiß aber, welchen Eindruck die modernen Operetten
komponiſten machen, wenn ſie gefühlvoll werden. Die
Einze’nummern, meiſtens Duette, gehen faſt ausnahms=
los
in Tänze über; es wird nicht nur auf dem Parkett,
ſondern auch auf Stühlen und auf dem Divan getanzt.
Der ganze zweite Akte iſt eigentlich nur ein Tanz mit Toi
lettenrevue. Daß es ein Publikum gibt, das dies ebenſo
wie das ewige Milieu der Demimonde unterhaltend
findet, ſoll nicht beſtritten werden und wurde durch den
lebhaften Beifall dieſes Publikums beſtätigt.
Von der Aufführung ſelbſt, die unter der temperament=
vollen
Leitung des Herrn Kapellmeiſters Kleiber ſtand
läßt ſich im ganzen nur Gutes ſagen. Frau Kallenſee,
die ſtimmlich wieder gut diſvoniert war, ſana die Partie
der Eva mit gewohnter muſikaliſcher Zuverläſſigkeit und
mit Geſchmack. Herr Thomſen als Octave hatte einen
ſehr guten Tag, zumal ihm die Rolle individuell beſon=
ders
zuſaate; auch Herr Peterſen als Dagobert paßte
ſich in Spiel und Geſana dem leichten Stil der Operette
gut an. Die Pepita ſpielte und ſang Frl. von Blank
mit vieler Routine, wenn ihre Tonbildung auch zu wün=
ſchen
übria läßt. Die Rolle ſelbſt ſteht und fällt mit der
Perſönlichkeit ihrer Vertreterin. In kleineren Rollen be
währten ſich die Herren Jürgas (Prunelles), Riech=
mann
(Larouſſe) und Kräger (Voiſin) aufs beſte Die
Regie hatte Herr Valdek, der ſich um das Gelingen
der Aufführung ſelbſt in erſter Linie verdient gemacht haf

[ ][  ][ ]

Nummer 46.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.
Seite 5.

dem die libyſche Frage endgültig gelöſt worden war, hörte
jeder Grund zur Unſtimmigkeit zwiſchen Italien und der
Türkei zu exiſtieren auf, weil nicht allein jeder Intereſſen=
gegenſatz
zwiſchen den beiden Ländern fehlt, ſondern weil
ſie nunmehr auch viele große gemeinſame Intereſſen
haben. Inzwiſchen verſucht Italien und wird es auch
weiter verſuchen, der Türkei greifbare Beweiſe ſeiner
Freundſchaft zu geben. Es wird mit den anderen Mäch=
ten
zuſammen arbeiten, damit der Friede ſobald als mög=
lich
wiederhergeſtellt wird und der Türkei ſo wenig wie
möglich Schaden erwächſt, der unvermeidlich vom Aus=
gange
eines Krieges abhängt
Die Kammer hat den Etat des Miniſte=
riums
des Aeußern mit 189 gegen 15 Stimmen ange=
nommen
.

Der Balkankrieg.

Die Lage der Türkei.
* London, 21. Febr. Ein Vextreter des Reuter=
ſchen
Bureaus hatte eine Unterredung mit Hatki Pa=
ſcha
. Hakki Paſcha wies zunächſt auf den halboffiziellen
Charakter ſeines Aufenthaltes in London hin, der ihm
eine größere Freiheit des Handelns gewähre, als eine
offizielle Miſſion. Er verbreitete ſich hierauf über die be=
kannten
territortalen Anſprüche der Türkei. Da der
Friede nach direkten Verhandlungen zwiſchen den Krieg=
führenden
ausgeſchloſſen erſcheine, ſo hätte ſich die Tür=
kei
an Europa gewendet in der Hoffnung, daß die
Großmächte die Situation richtig beurteilen würden.
Die Türkei werde glücklich ſein, die Angelegenheiten in
den Händen der Botſchafterkonferenz unter
dem Vorſitz Sir Edward Greys zu wiſſen. Als ſie
Europa um Intervention erſucht hätte, hätte ſie es in
der Meinung getan, daß Europa ihr den ganzen Umfang
des abzuſchließenden Vertrages zeigen werde, und daß
man dann verhandeln könne. Dieſes ſei die heutige Lage.
Zum mindeſten müſſe die Türkei aus den ihr vorgeſchla=
genen
Friedensbedingungen erſehen können, daß den
Muſelmanen ihre religiöſen und anderen Rechte geſichert
würden. Sie habe kein Intereſſe daran, den Krieg fort=
zuſetzen
, da die verlorenen Gebiete nicht
wiedergewonnen werden könnten, jedoch
dürfe Adrianopel ebenſo wenig die Türkei wie Bul=
garien
bedrohen. Die Türkei wünſche alſo zwei Schlüſſel
zu dieſer Stadt: einen für die Türken und einen für
Bulgarien. Die Annahme, daß ſeine Miſſion mit der
Diskuſſion über die Bagdadbahn und über die Coweit=
Frage und ähnliches zuſammenhänge, ſei unrichtig. Was
die Aegäiſchen Inſeln anlange, ſo exiſtiere keine Archipel=
frage
. In dem Ultimatum der Verbündeten, das ſie vor
Ausbruch des Krieges überreicht hätten, ſei von dem
Status der Inſeln keine Rede geweſen. Schließlich be=
tonte
Hakki Paſcha, daß die Sicherheit von Konſtanti=
nopel
, des Marmarameeres, der Dardanellen und von
Kleinaſien gewährleiſtet werden müſſe.
Rußland und Oeſterreich=Ungarn.
* Wien, 21. Febr. Der Berliner Korreſpondent der
Neuen Freien Preſſe meldet: Wie aus diplomatiſchen
Kreiſen mitgeteilt wird, vollzog ſich in den letzten Tagen
zwiſchen dem Standpunkt Oeſterreich=Ungarns
und Rußlands in der albaniſchen Frage eine große
Annäherung ſodaß ein Ausgleich mit Sicherheit zu
erwarten iſt. Nachdem Rußland die Erfüllung des
öſterreichiſchen Wunſches, daß Skutari Albanien einver=
leibt
werde, zugeſichert hat, erklärte ſich Oeſterreich=Ungaen
bereit, den Forderungen Rußlands bezüglich der albane=
iſchen
Städte, welche Serbien beanſprucht, entgegenzu=
kommen
. Die Einzelheiten des Entgegenkommens ſtehen
noch nicht feſt. Es wird darüber noch verhandelt. Wahr=
ſcheinlich
war dies der Grund, warum die geſtrige Sitz=
ung
der Londoner Botſchafter=Réunion ver=
ſchoben
worden iſt. Man hat in hieſigen diplomatiſchen
Kreiſen den Eindruck, daß in den letzten Tagen ſich eine
weſentliche Entſpannung vollzog. Begründet wird dieſer
Eindruck durch die Gewißheit, daß auch der bulgariſch=
umäniſche
Streitfall einer friedlichen Löſung entgegen=
geht
, und durch die Erwartung, daß der Abſchluß des
Balkankrieges wegen Erſchöpfung beider kriegführenden
Parteien nicht mehr fern ſein dürfte.
* Wien, 22. Febr. Das Wiener Korreſpondenz=
bureau
meldet aus Petersburg: Miniſterpräſident
Kokowtzow empfing den Vertreter des Korreſpondenz=
bureaus
. Im Verlaufe des Geſpräches drückte der Mi=
niſterpräſident
ſeine Befriedigung über die Ueberein=
immung
aus, die zwiſchen der offiziöſen Preſſe Ruß=
lands
und Oeſterreichs in ihren friedlichen Stand=
punkten
beſteht. Er drückte den lebhaften Wunſch aus,
daß die gegenwärtige Situation bald einem vollſtändigen
Einvernehmen der Großmächte in allen noch ſchwebenden
Balkanfragen weichen werde.
Vom Kriegsſchauplatze.
Konſtantza, 22. Febr. Alle türkiſchen
Siegesmeldungen, ebenſo die Nachricht von der
eabſichtigten türkiſchen Offenſive an der Tſchataldſcha=
linie
ſind bewußte Unwahrheiten. Die leitenden Stellen
cheinen überhaupt jede Hoffnung auf Erfolg aufgegeben
zu haben. Der Großweſir wartet nur noch eine Inter=
ention
der Großmächte ab, um, wenn er mit Verzicht auf
Adrianopel Frieden ſchließen müßte, dieſe Intervention
als Entſchuldigung vor dem Volke benützen zu können.
ein baldiger Waffenſtillſtand iſt zu erwarten.
* Cetinje, 21. Febr. (Amtlich.) Der Feind ver=
uchte
bei Skutari vergeblich, einige der verlorenen
Stellungen wiederzunehmen. Zwiſchen den Vorpoſten
fand ein lebhaftes Feuergefecht ſtatt. Der Feind wagte
eine ernſthaften Angriffe. Das Bombardement der
Stadt dauert an. Die montenegriniſche Artillerie ſoll
em Feind ernſthaften Schaden zugefügt haben. Am Nach=
nittag
ging die türkiſche Artillerie gegen die montenegri=
iſchen
Stellungen von Brditza vor. Die Türken be=
ſchoſſen
den rechten Flügel der Abteilung Martino=
witſch
erfolglos. Der Geſundheitszuſtand der monte=
negriniſchen
Truppen iſt trotz des ſchlechten Wetters aus=
gezeichnet
. Große Schneemaſſen bedecken den Taraboſch
und die Umgegend.
Die rumäniſch=bulgariſche Streitfrage.
* Bukareſt, 22. Febr. Ueber den geſtrigen Mi=
niſterrat
, der ſich mit der vom Staatsſekretär Ed=
ward
Grey angebotenen Mediation der Mächte in der
rumäniſch=bulgariſchen Streitfrage be=
faßte
, teilt die heutige Abendausgabe der offiziöſen Po=
litique
mit: Die Mitglieder der Regierung beſchloſſen
einſtimmig, die angebotene Mediation anzunehmen, wo=
bei
ſie insbeſondere darauf verwieſen, daß es ſich nicht
um einen Schiedsſpruch, ſondern um eine Mediation
handle, wie ſie im Haager Vertrage definiert ſei. Die
Regierung habe insbeſondere den Artikel 6 dieſes Ver=
trages
im Auge. In der Note, in der die Annahme der

Mediation mitgeteilt wird, werde die Regierung auf der
Feſtſetzung eines nahen Termins beſtehen. Die Re=
gierung
nähme die Mediation aller Mächte auch zur Be=
ſtimmung
eines Ortes der Konferenz an. Dieſer Entſchluß,
ſagt das Blatt, beweiſe den Willen Rumäniens, ſeine Be=
mühungen
mit jenen Großmächten zu vereinigen, um die
Streitfrage in friedlicher Weiſe beizulegen
Sofia, 21. Febr. Der Kollektivſchritt
der Vertreter der Großmächte zur Vermittlung in
der rumäniſch=bulgariſchen Streitfrage
wird morgen erfolgen.
Letzte Nachrichten.
* London 22. Febr. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, wurde Staatsſekretär Edward Grey von den Bot=
ſchaftern
geſtern mitgeteilt, daß Serbien hinſichtlich des
Beſitzes der Stadt Skutari durchaus die gleiche Hal=
tung
einnimmt wie Montenegro. Der ſerbiſche Dele=
gierte
Weſſitſch teilte Sir Edward Grey auf Weiſung
ſeiner Regierung mit, er müſſe noch einmal auf der Not=
wendigkeit
beſtehen, daß Djakova und Dibra außerhalb
der Grenzen Albaniens bleiben. Dieſe Orte bildeten geo=
graphiſch
, kommerziell und ſtrategiſch einen Teil Maze=
doniens
und Altſerbiens.
Paris 22. Febr. Der Miniſter des Aeußeren
Jonnart, beſtätigte in einer Sitzung des Miniſterrates,
daß Schukri Paſcha der Pforte aus Adrianopel tele=
graphierte
, er habe im Einvernehmen mit den Konſuln,
den Stadtteil Karagaſch als neutrale Zone für die
Fremdenkolonie beſtimmt. Der Miniſterrat begann die
Beratung der Militärfragen.
Konſtantinopel, 23. Febr. Der Großweſir
richtete an die fremden Kolonien in Adrianopel
Depeſchen, in denen er ihnen für ihre Haltung dankt.
Dadurch, daß ſie es vorzogen, die Stadt nicht zu verlaſſen,
und in der neutralen Zone zu verbleiben, legten ſie ein
Zeugnis von menſchlicher Solidarität ab und vermieden,
durch ihren Auszug einen ſchlechten Eindruck bei der ein=
heimiſchen
Bevölkerung hervorzurufen.
* Konſtantinopel, 22. Febr. Geſtern und heute
iſt hier eine große militäriſche Bewegung bemerk=
bar
. Zwei Transportſchiffe mit Truppen und Freiwil=
ligen
, von denen manche nicht uniformiert ſind, ſind an=
geblich
nach Gallipoli abgegangen. Andere Truppen wur=
den
von dort hierher gebracht. Der Großweſir Mahmud
Schefket Paſcha iſt aus Bulair zurückgekehrt. Es ver=
lautet
, daß ſeit heute früh bei Bulair eine große Schlacht
im Gange ſei.
* Konſtantinopel, 23. Febr. Nach türkiſchen
Angaben überſteigen die türkiſchen Verluſte in den
bisherigen Kämpfen ſeit Wiederaufnahme der Feindſelig=
keiten
kaum 1500. Die Zahl der in Konſtantinopel in
Pflege befindlichen Verwundeten überſteigt nicht 500.
Die anderen Verwundeten befinden ſich in Gallipoli und
bei den Dardanellen in Pflege, wo die Schulen in Ambu=
lanzen
umgewandelt worden ſind. Der türkiſche Rote
Halbmond beſchloß 50000 Pfund für die Pflege der Ver=
wundeten
und weitere 50000 Pfund für die Unterſtützung
der mohamedäniſchen Flüchtlinge auszuſetzen.

Berlin, 23. Febr. Die Nordd. Allg. Ztg.
ſchreibt: Die Entſpannung in den Balkanfragen
machte während der letzten Woche unverkennbare Fort=
ſchritte
. Es iſt gelungen, den rumäniſch=bulgariſchen
Streit einer gütlichen Löſung näher zu bringen, indem
die Parteien den ſechs Großmächten die Vermittlung
in ſolchen Punkten übertragen wollen, die durch un=
mittelbare
Verhandlung zwiſchen Bukareſt und Sofia
nicht zu erledigen ſein ſollten. Zwiſchen der Türkei und
dem Balkanbund dauert der Kriegszuſtand noch fort.
Vorgänge von militäriſcher und politiſcher Wichtigkeit
ind nicht eingetreten, dagegen zeigen ſih auf diplo=
matiſchem
Gebiet Anhaltspunkte dafür, daß die Türkei
gewillt iſt, die Vermittlung der Mächte für einen
annehmbaren Frieden eintreten zu laſſen. Auch
im Kreiſe der Balkanſtaaten ſcheinen friedliche Er=
wägungen
an Boden zu gewinnen Die Groß=
mächte
, die das Ziel der baldigen Beendigung
des Kampfes nicht aus dem Auge verlieren, wollen in
dieſem Beſtreben nach wie vor einig vorgehen, und werden,
ſobald ſie es mit Nutzen können, den Kriegführenden
ihre guten Dienſte für den Friedensſchluß gern zur Ver=
fügung
ſtellen. In der albaniſchen Grenzfrage
äßt ſich eine Löſung der Meinungsverſchiedenheiten
zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Rußland mit Zuverſicht
erwarten.

Die Revolution in Mexiko.

* Mexiko, 22. Febr. Huerta erklärte mehreren
Journaliſten, der Friede in Mexiko werde um jeden
Preis wiederhergeſtellt. Er ſetze ſeinen Ehrgeiz darein,
daß in dem Augenblick, er ſein Amt niederlege, die
Ordnung wieder hergeſtellt und Leben und Eigentum der
Ausländer und der Mexikaner geſichert ſei. Huerta gab
zu, daß einige Gruppen der neuen Regierung noch ableh=
nend
gegenüberſtänden. Es würden Unterhändler und,
wenn nötig, Truppen zu ihnen geſandt, um eine Verſtän=
digung
zu erzielen. Weiter erklärte ſich Huerta für die
Preßfreiheit.
* New=York 21. Febr. Ein Telegramm aus der
Stadt Mexiko teilt mit, Huerta habe den Gouver=
neuren
der Bundesſtaaten telegraphiert, ſie hätten ihm
bei Todesſtrafe anzuerkennen. Danach hätten, wie ernſt=
hafte
Berichte aus dem Norden melden, die Gouverneure
von Aquascalientes, Coahuila, Nuevo=Leon und Sonora
die Anerkennung abgelehnt. Wenn dieſe Berichte ſich be=
ſtätigten
, würden Bundestruppen gegen ſie geſandt
werden.
* Waſhington, 22. Febr. Botſchafter Wilſon
berichtet aus Mexiko, daß Madero einem unpartei=
iſchen
Gerichtsverfahren unterworfen werden ſolle und
daß wohl das Schlimmſte, was ihn treffen könne, Ver=
bannung
ſei. Staatsſekretär Knor beauftragte den Bot=
ſchafter
Wilſon, Huerta gegenüber anzudeuten, daß
Amerika ernſtlich gegen eine ſummariſche Hinrichtung oder
Verurteilung Maderos aus Gründen der Humanität
opponiere.
Mexiko, 23. Febr. Der Expräſident Madero
und der Exvizepräſident Suarez ſind heute erſchoſſen
worden, als man bei ihrer Ueberführung nach dem
Gefängnis verſuchte, ſie zu befreien. Von den Angreifern
wurden bei dem Kugelwechſel zwei erſchoſſen. Huerta
hat dieſe Nachricht beſtätigt.
* Berlin, 23. Febr. Zu den Vorgängen in
Mexiko ſchreibt die Nordd. Allg. Ztg.: In Mexiko
ſt durch die Ereigniſſe der letzten Woche der Sturz der
Regierung Maderos beſiegelt worden. Seinem Nach=
folger
, deſſen erſtes Auftreten ſich unter günſtigeren
Auſpizien vollzog, begegnet man mit dem Wunſche, daß

es ihm gelingen möchte, dem ſchwergeprüften Lande den
inneren Frieden wiederzugeben und geordnete Zuſtände
herzuſtellen. Damit würde auch der Erwartung ent=
prochen
, die von den mit Mexiko in freundlichen Be=
ziehungen
ſtehenden Mächten im Intereſſe ihrer dort
lebenden Angehörigen gehegt wird.

Handel und Verkehr.

* Frankfurt a. M., 22. Febr. In der heute ſtatte
gehabten Sitzung des Aufſichtsrates der Mittel=
deutſchen
Kreditbank legte der Vorſtand den Ab=
ſchluß
für das abgelaufene Geſchäftsjahr vor. Die Anträge
an die Generalverſammlung gehen dahin, aus dem Rein=
gewinn
von 4866 686,91 Mark der außerordentlichen Re=
ſerve
250000 Mark, der Mobiliar=Reſerve für den Neubau
der Berliner Niederlaſſung 100000 Mark zuzuweiſen und,
wie im Vorjahre, 6½ Prozent Dividende zu verteilen.
569 140,46 Mark ſind zu ſtatuten= und vertragsmäßigen
Tantiemen beſtimmt, während die verbleibenden 66 573,86
Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden ſollen.
Es wurde ferner beſchloſſen, die Prokuriſten Karl Becker
und Richard Speyer in Frankfurt a. M. und Paul Moſes
und Ludwig Landsberg in Berlin zu ſtellvertretenden
Direktoren zu ernennen.
* Bremen, 22. Febr. Die Deutſche Tabaks=
baugeſellſchaft
in Kamerun brachte heute ihre
erſten Tabake 150 Zentner in Bremen zum Verkauf.
der Durchſchnittserlös betrug, dem Bösmann=Bureau zu=
folge
, nahezu 4 Mark pro Pfund. Dieſer Preis bedeutet
eine Bewertung als gutes Deckmaterial für Zigarren=
zwecke
, wiederum ein Beweis, daß derartige Tabake, die
für die deutſche Induſtrie bisher völlig abhängig von den
holländiſchen Märkten waren, in Kamerun gezogen wer=
den
können. Dieſes für die deutſchen Kolonialbeſtrebun=
gen
höchſt erfreuliche Ergebnis iſt erreicht worden auf
Grund langjähriger Verſuche, die unter der Leitung eines
erfahrenen Sumatratabakpflanzers vorgenommen wur=
den
. Nunmehr beſteht die Abſicht, die genannte Verſuchs=
geſellſchaft
demnächſt in eine Aktiengeſellſchaft mit grö=
ßerem
Kapital umzuwandeln, und dann den plantagen=
mäßigen
Anbau von Decktabaken in Kamerun in grö=
ßerem
Maßſtabe zu betreiben.

Vermiſchtes.

Kunſtauktion in Frankfurt a. M Die
altbekannte Firma Raab u. Knapp, Antiquitätenhandlung
in Frankfurt a. M., löſt ſich auf und läßt deshalb ihre rei=
chen
guten Beſtände unter der Leitung des Münchener
Kunſthändlers und gerichtlich vereideten Sachverſtändigen
Hugo Helbing vom 3. bis 5. März im Oberlichtſaale Ka=
tharinenpforte
6/I in Frankfurt a. M. verſteigern. Der
Katalog beginnt mit Steinzeug und Steingut. Unter den
Fayencen befindet ſich eine Paliſſyſchüſſel, mehrere gute
Rouenplatten, zwei hervorragende Pynackervaſen, zahl=
reiches
Delft und fränkiſche Erzeugniſſe. Von Porzellan
ſei beſonders erwähnt ein Meißner Teeſervice mit bunten
Höroldchineſereien um 17301740, eine Meißner Uhr,
mehrere Höchſter Gruppen, eine der bekannten Ludwigs=
burger
Ziegenbockgruppen von Puſtelli und aus derſelben
Fabrik ein frühes Tintenzeug von Trothe. Ein intereſſan=
tes
Stück iſt die Liebesgeuppe mit Vogelkäfig von Hannong
in Straßburg. Auch oſtaſiatiſche Vaſen und Platten ent=
hält
die Kollektion. Dem ſchließt ſich an Glas, Zinn der
verſchiedenſten Formen und Zeiten, ſowie Arbeiten in
verſchiedenem Metall. Unter den Bronzen ragen einige
bedeutende franzöſiſche Figuren des 18. Jahrhunderts her=
vor
. Auch hübſche Standuhren und Girandolen des
Louis XVI., Direktoire= und Empireſtil verdienen be=
ſondere
Beachtung. Eine ſehr gute Arbeit iſt das Augs=
burger
Kanonenrohr von 1630. Eine hervorragende, ſel=
tene
kunſtgewerbliche Leiſtung iſt die ſpätgotiſche, ſilberne
Monſtranz aus der Pfarrkirche Villmar a. d. Lahn. Zwei
ſilberne Reliefs ſind von Konrad Mayr aus Ulm um 1680,
mehrere Becher ſind Augsburger, Nürnberger und Re=
gensburger
Arbeiten. Aeußerſt dekorative Arbeiten ſind
10 weibliche und männliche Marmorbüſten im Louis XVI.=
Stil, vollendeter noch ſind zwei Marmorbüſten Venus und
Juno aus dem Schloß Waldeck, die derſelben Zeit ent=
ſtammen
. Eine Reihe von Textilien nimmt die nächſte
Abteilung in Anſpruch. Sehr umfangreich ſind die Holz=
figuren
vertreten, meiſtens ſind ſie ſchwäbiſchen, fränkiſchen
oder mittelrheiniſchen Urſprungs aus dem Anfang des 15.
bis ins 18. Jahrhundert. Eine ſchwäbiſche Beweinung
Chriſti und eine weſtfäliſche ſind von beſonderer Qualität.
Weitere Holzarbeiten ſind hübſche Barockrahmen, Tür=
füllungen
, Paneels, zwei reiche Supraporten in Lütticher
Rokoko. Die Abteilung der Möbel umfaßt allein 112 Num=
mern
des Kataloges, die der Zeit der Gotik bis zum Bie=
dermeier
angehören. Aus der großen Zahl ſeien nur her=
vorgehoben
zwei Chorſtühle in franzöſiſcher Frührenaiſ=
ance
, ein Kölner Ueberbauſchrank von 1624, ein präch=
tiger
Augsburger Faſſadenſchrank um 1620, ein für die
Entwicklungsgeſchichte intereſſanter Konſtanzer Schrank
von 1720, mehrere gekehlte Frankfurter Spätbarockſchränke,
ein Schrank in Aachener Rokoko und ein Neuwieder Ma=
hagoni
=Schreibtiſch im Empireſtil. Größere Aufmerkſam=
keit
verdienen unter den Gemälden eine mittelrheiniſche
Marter des hl. Erasmus eine Geburt Chriſti von
Hans von Aachen, zwei Seekatz, ein Januarius Zick.
Minaturen, Stiche und Varia beſchließen den Katalog, der
mit 16 Lichtdrucktafeln und 13 Textkliſchees ausgeſtattet
zum Preiſe von 2 Mk. durch Hugo Helbing, München zu
beziehen iſt.

Literariſches.

Intereſſante Kriminalprozeſſe von
kulturhiſtoriſcher Bedeutung. Aus Gegenwart und Jüngſt=
vergangenheit
. Nach eigenen Erlebniſſen dargeſtellt von
Hugo Friedländer, Gerichtsberichterſtatter. Ein=
geleitet
von Juſtizrat E. Sello, Berlin. (Verlag von
Hermann Barsdorf in Berlin W. 30.) Preis: Ele=
gant
broſchiert 3 Mark. In Originalband 4 Mark. Der
Verfaſſer, deſſen erſte ſieben Bände in den hervorragend=
ſten
Zeitungen der ganzen Kulturwelt die größte Aner=
kennung
gefunden haben, ſchildert im achten Bande eine
im Juni 1903 vor dem Schwurgericht zu Allenſtein ſtatt=
gefundene
Verhandlung gegen einen weiblichen Blaubart
In zweiter Reihe ſchildert der Verfaſſer zwei Gerichts=
verhandlungen
gegen den weltbekannten Hiſtoriker, Uni=
verſitätsprofeſſor
Dr. Theodor Mommſen. Ferner ſchil=
dert
der Verfaſſer u. a. den Beleidigungsprozeß des Hof=
predigers
Stöcker wider den Redakteur Bäcker, der im
Juni 1885 eine volle Woche die zweite Strafkammer des
Landgerichts Berlin beſchäftigte. Die ſechſte Epiſode ge
währt ein Bild von den inneren Vorgängen im rheini=
ſchen
Arbeitshauſe zu Brauweiler bei Köln. Der Ver=
faſſer
, der zu den älteſten und hervorragendſten Gerichts=
berichterſtattern
Deutſchlands zählt, ſchildert dieſe ſeine
eigenen Erlebniſſe in farbenreicher, feiner, verſtändnis=
voller
Sprache und ſpannender Weiſe.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Nummer 46.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

Berlin, 22. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Anderweitigen Erörterungen in der
Preſſe gegenüber können wir mitteilen, daß an allen
maßgebenden Stellen eine Uebereinſtimmung dahin be=
ſteht
, daß die Militärvorlage und die Vorlag=
über
die Deckung der neuen Forderungen
gleichzeitig dem Reichstag zugehen ſollen.
* Berlin, 22. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Wie wir hören, iſt als Nachfolger des
zum Botſchafter in Rom beſtimmten bisherigen Geſand=
ten
in Brüſſel, v. Flotow, der derzeitige Geſandte in
Sofia, v. Below=Saleske, auserſehen. Er wird
ſeinen bisherigen Poſten erſt verlaſſen, wenn die politiſche
Lage es geſtattet.
Berlin, 22. Febr. Die Betriebseinnahmen
der Preußiſch=heſſiſchen Staatseiſenbahnen
haben im Monat Januar gegenüber dem gleichen Mo=
nat
des Vorjahres im Perſonenverkehr 2,3 Millionen
Mark gleich 5,58 Prozent, im Güterverkehr 12,3 Millionen
Mark gleich 10,24 Prozent, insgeſamt mit Einſchluß der
Mehreinnahmen aus ſonſtigen Quellen 17,3 Millionen
Mark gleich 9,96 Prozent mehr betragen.
Berlin, 23. Febr. Der Kaiſer empfing geſtern
in der Hochſchule für Muſik nach einem Vortrage des
Profeſſors Bodo Ebhardt den Profeſſor Dr. Albert
Naéf=Boiſonnas zur Entgegennahme eines Albums von
der Hohkönigsburg. Heute vormittag um 12¾ Uhr
empfing der Kaiſer den bayeriſchen Geſandten Grafen
Lerchenfeld zur Ueberreichung eines Handſchreibens
des Prinz=Regenten in Gegenwart des Staatsſekretärs
des Auswärtigen Amts v. Jagow. Beide Herren
wurden zur Frühſtückstafel eingeladen.
* Berlin, 23. Febr. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt zu dem Beſuch des däniſchen
Königspaares: Ihre Majeſtäten der König und die
Königin von Dänemark treffen am Montag in Berlin ein,
um als Gäſte des deutſchen Kaiſerpaares mehrere Tage
bei uns zu verweilen. Der Beſuch bekundet erneut die
Freundſchaft durch die ſeit dem Regierungsantritt Kaiſer
Wilhelms das Haus Hohenzollern mit der däniſchen
Herrſcherfamilie nunmehr in der dritten Generation ver=
bunden
iſt. Wie ſein Großvater Chriſtian IX., deſſen ehr=
würdige
Königsgeſtalt in Deutſchland unvergeſſen bleibt,
wie ſein Vater Friedrich VIII., an deſſen erſchütterndem
Hinſcheiden auf deutſcher Erde im Mai des Vorjahres
unſer Volk innigen Anteil nahm, iſt König Chriſtian X.
von dem Wunſch erfüllt, gute Beziehungen Dänemarks
zum Deutſchen Reich zu unterhalten und zu feſtigen. Dieſe
Geſinnung wird auf deutſcher Seite aufrichtig erwidert
In der Königin Alexandrine von Dänemark begrüßen wir
mit beſonderer Freude die erlauchte Schweſter unſerer
Kronprinzeſſin. Mögen ſich die däniſchen Majeſtäten wäh=
rend
ihres Hierſeins überzeugen, wie mannigfache Bande
Deutſchland und Dänemark in ihrem Kulturleben mitein=
ander
verknüpfen, mögen ſie bei der Rückkehr in ihre Hei=
mat
das Bewußtſein mitnehmen, unter Freunden geweilt
zu haben.
München, 22. Febr. Die Bayeriſche Staats=
zeitung
ſchreibt: Die Geſandtſchaft am Quirinal be=
richtet
, daß der bayeriſche Major a. D. Keßler, der
wegen Spionageverdachts in Spezia verhaftet worden
war, zwar an dem bezeichneten Ort von Marineſoldaten
angehalten, von der zuſtändigen Behörde aber ſofort
auf freien Fuß geſetzt wurde.
Eitorf (Sieg), 22. Febr. Großfeuer zerſtörte
faſt vollſtändig die Weſtdeutſchen Spirituswerke.
Der Schaden wird auf mehrere hunderttauſend Mark
geſchätzt. Die Urſache iſt noch nicht feſtgeſtellt.
* Gotha, 22. Febr. Ueber den Unfall des Herzogs
wird folgendes Bulletin veröffentlicht: Der Herzog erlitt
geſtern beim Bobsleighfahren einen leichten Unfall, der
in einem Einbruch des rechten Schienenbeins beſteht.
Sein Befinden iſt nach einer befriedigend verlaufenen
Nacht den Umſtänden nach gut.
* Apenrade, 22. Febr. Die beiden Söhne des
Fiſchers Hinrichſen und der Maurer Peterſen
gerieten auf der Apenrader Förde in eine Schnee=
boe
. Das Boot kenterte und die Inſaſſen ſtürzten ins
Waſſer. Ein dreiviertel Meilen entferntes Motorboot
konnte keine Hilfe leiſten, da der Motor nicht intakt war.
Die drei ſind wahrſcheinlich ertrunken.
* Wilhelmshaven, 23. Febr. Heute mittag fand
die feierliche Eröffnung der mit kaiſerlicher Beihilfe
erbauten Kaiſer Friedrich=Kunſthalle ſtatt. Die Feſtrede
hielt Admiral Graf Baudiſſin.
* Wien, 23. Febr. In einer Beſprechung der Lage
ſagt das Wiener Tagblatt: In den Momenten, wo Oeſter=
reich
=Ungarn das Ziel ungerechteſter Angriffe
war, ſahen wir unſeren deutſchen Alliierten treu
an unſerer Seite. Nicht einen einzigen Augenblick lief
uns Deutſchland in dieſen ſchweren Tagen die Superiori=
tät
fühlen, ſondern bot immer nur das Bild eines m äch=
tigen
ſtarken Freundes, auf den man mit Sicher=
heit
rechnen kann. Aus dieſem Gefühl heraus kann man
nicht anders, als jenen feindſeligen Elementen in ganz
Europa entgegentreten, die alles, was nur irgendwie in
einem Staate geſchieht, als gegen Deutſchland gerichtet
ausgeben möchten. Zum Glück für die Welt iſt aber
Deutſchland ſo ſtark, daß alle Feindſeligkeiten an dem
deutſchen Kraftbewußtſein ſcheitern müſſen, daß alſc
Deutſchland ſeine Ruhe und Würde in Ehren bewahren
kann. Die europäiſchen Unruheſtifter werden vielleicht
noch erkennen, wie nutzlos es iſt, ſich das Deutſche Reich
zur Zielſcheibe aller möglichen Machinationen zu wählen
Es iſt ganz vergeblich, Deutſchland ſo hinſtellen zu wollen,
als ob es immer nur die ganze Welt bedrohen wollte,
während unzweifelhaft erwieſen iſt, daß Deutſchland ſeit
42 Jahren ſelbſt dort, wo ſeine Intereſſen ſehr ſtark in
Mitleidenſchaft gezogen wurden, den Weg des Friedens
gewählt hat, ſo lange es mit der Würde und Ehre nur
zu vereinen war. Und gewiß iſt auch jetzt, daß die große
Ruhe, welche Deutſchland bewahrt, ihren Urſprung nicht
in dem Gefühle irgend einer Beſorgnis hat, ſondern ein=
zig
im Gefühl ſeiner reellen Kraft, welche jeder an ſich
zu ſpüren bekäme, der es wagen würde, vom Spiele mit
ſpitzen Worten zur Tat überzugehen. Das wiſſen wir
hier in Oeſterreich=Ungarn, und darum trägt dies auch
zur Stärkung unſeres Kraft= und unſeres Sicherheits=
gefühles
bei, weil uns bekannt iſt, daß man mit papiere=
nen
Hieben und redneriſchen Ausfällen dort nicht auf=
kommt
, wo das Wort gilt: Wir wünſchen den
Frieden und gehen gegen niemand los;
wenn ſich aber jemand an uns vergreifen
wollte, dann wird er ſchon ſehen, wohin
er kommt.
Paris, 23. Febr. In Landrais hei Rochefort
wurde der Pfarrer Ribera und vier Leute ſeiner Um=
gebung
verhaftet unter der Beſchuldigung, das Pfarr=
haus
in Brand geſteckt zu haben, um die bedeutende
Verſicherungsſumme ausgezahlt zu erhalten.

Bukareſt, 22. Febr. Der Straßburger Augenarzt
Profeſſor Landolt nahm an der Königin Eliſabeth
eine leichte vorbereitende Star=Operation vor. Der
Geſundheitszuſtand der Königin iſt ausgezeichnet.
* Kriſtiania, 22. Febr. Der Seehundsfänger Herta,
der für die Hilfsexpedition zur Rettung der
deutſchen Spitzbergenexpedition beſtimmt
iſt, war früher zu Forſchungsreiſen des Herzogs der Ab=
ruzzen
benutzt worden. Die Herta bringt die Hilfs=
expedition
nach Spitzbergen und geht darauf nach den
gewöhnlichen Fangorten um Grönland weiter. Die Mit=
glieder
der Hilfsexpedition werden mit den Ueberleben
den der Schroeder=Strantz=Expedition mit dem erſten von
Spitzbergen abgehenden Schiffe, wahrſcheinlich Ende Mai,
nach Norwegen zurückkehren. Die Herta geht wahr=
ſcheinlich
morgen von Hardangerfjord nach Trom=
ſoe
ab, wo die Ankunft in etwa zehn Tagen erfolgt. Die
Hilfsexpedition nimmt dort eine Landungsabteilung, viel=
leicht
auch einen beſonderen Eislotſen, an Bord. Das
Schiff geht darauf direkt nach Alten, wo Lappländer und
Renntiere eingeſchifft werden, und nimmt darauf ſeinen
Kurs auf Spitzbergen. Die Hilfsexpedition wird wahr
ſcheinlich aus zehn Perſonen beſtehen. Von Kriſtiania
geht ein Arzt und ein Student der Medizin mit. Die
Schlittenausrüſtung erfolgt teils in Kriſtiania, teils in
Tromſoe, wo auch ſtarke finniſche Hunde eingeſchifft
werden.
Kopenhagen, 24. Febr. Das däniſche Königs=
paar
hat geſtern abend 10 Uhr 40 Min im Extrazug
die Reiſe nach Berlln angetreten.
* New=York, 23. Febr. Durch Entſcheidung des
Appellhofes des Bundesgerichts wird den Hinterbliebenen
der bei der Titanic=Kataſtrophe Verunglückten
geſtattet, ſofort auf vollen Schadenerſatz gegen
die White Star Line zu klagen, nur müſſen die Klagen
vor dem 15. April, dem Jahrestage der Titanic
Kataſtrophe, eingereicht werden.
HB Berlin, 22. Febr. In ihrer Wohnung in der
Schellingſtraße iſt in der letzten Nacht die Witwe Rud.
Virchows im 81. Lebensjahre geſtorben.
H. B. Londön, 22. Febr. Die Aufregung des
Publikums gegen die Suffragetten wächſt mit jeden
Tage, beſonders nach der herausfordernden Rede der
Miß Pankhurſt. Das Publikum fragt ſich, wohin die
ſchwächliche Haltung der Regierung führen
ſoll und verlangt energiſche Maßregeln. Aus allen Teilen
des Landes laufen entrüſtete Proteſte und Ratſchläge au
den Redaktionen der hieſigen Blätter ein. In den meiſten
Zuſchriften wird verlangt, daß die verurteilten Suffra=
getten
im Falle des Hungerſtreiks nicht frei gelaſſen wer=
den
ſollen, ſondern man ſolle ſie ruhig zu Tode hungern
laſſen.
(Schluß des redaktionellen Teils.)

(C Dieſes wohltuende, unſchädliche und zu=

verläſſige Abführmittel beſteht aus dem
Tattſig röſtlichen, ſüßen Safte reifer kaliforni=
ſcher
Feigen und dem Extrakte verſchiedener
Pflanzen von bekannter, wohltuender

Wirkung. Es vereinigt einen jedermann

zuſagenden, lieblichen Geſchmack mit einer

2
äußerſt milden, ſtets zuverläſſigen Wirkung
und unterſtützt die Natur in ihrer Verdau=
ungstätigkeit
ohne jede Anſtrengung oder

Beſchwerde. Dadurch eignet es ſich beſtens
zur Beſeitigung der ſo läſtigen chroniſchen
Verſtopfung und zur Erhaltung eines
geregelten, natürlichen Stuhlganges. Für Erwachſene und Kinder
in gleicher Weiſe beſtens geeignet.
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B
81
C
Else Subke
8
Carl Touché
2
G
90
VERLOBTE
&a
2
Darmstadt, Februar 1918.
8
2
Ca
(*49694
OHEESn5C

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſeren einzigen, lieben, unvergeßlichen Sohn
Georg Wilhelm
nach kurzem, ſchwerem Leiden im 8. Lebens
jahre in die Ewigkeit abzurufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Bödecker, Hoboist,
nebst Frau u. Kindern.
Darmſtadt, den 22. Februar 1913. (4777
Die Beerdigung findet Montag, den 24. Febr.,
nachmittags 2 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 4 Uhr entſchlief ſanft
nach kurzem Leiden mein innigſtgeliebter Gatte,
unſer guter Vater, Großvater, Schwiegervater,
Bruder, Schwager und Onkel
(4782
Friedrich Döll
Privatier
im 70. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Eleonore Döll, geb. Schroth,
nebſt Kindern.
Darmſtadt, den 23. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. Febr.,
nachmittags 1¾ Uhr, vom Sterbehauſe Mühl=
ſtraße
18 aus, ſtatt.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute morgen um 7½ Uhr entſchlief ſanft
meine innigſtgeliebte Frau, unſere gute, treue
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau Anna Altvater
geb. Koppe.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Geh. Oberbaurat Altvater
und Kinder.
Darmſtadt, den 22. Februar 1913. (4780
Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. Febr.
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Fried=
hofs
in Offenbach aus, ſtatt.
Von Kondolenzbeſuchen bitte abzuſehen.

Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Be=
kannten
die traurige Nachricht, daß Samstag
abend nach kurzem, ſchwerem Leiden, ganz un=
erwartet
meine liebe, treubeſorgte Gattin, unſere
gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter,
Schweſter und Tante
(4781.
Frau Bertha Kläden
geb. Steingässer
ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Franz Kläden.
Darmſtadt, 22. Februar 1913.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. Febr.,
vormittags 11 Uhr, vom Portale des Fried=
hofs
aus, ſtatt.

Tageskalender.

Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Muſikvereins um 7½ Uhr im Saalbau=
Wiſſenſchaftlicher Vortrag um 8 Uhr in der
Eliſabethenkirche.
Vortrag von Pfarrer Bickelhaupt um 8 Uhr im Ge=
meindehaus
der Martinsgemeinde (Frauenverein).
Verſammlung des Darmſtädter Hausbeſitzervereins
um 8½ Uhr im Reſtaurant Sitte.
Bilder vom Tage (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Generalverſammlung des Bundes der Landwirte im
Zirkus Buſch in Berlin; die große Feuersbrunſt in
Konſtantinopel; ein bulgariſches Belagerungsgeſchütz
vor Adrianopel; Baronin Bertha v. Suttner, die Vor=
kämpferin
der Friedensbewegung, bei einem öffentlichen
Vortrag.

Verſteigerungskalender.
Dienstag, 25. Februar.

Stamm= und Brennholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Ober=Ramſtädter Gemeindewald ( Zuſammen=
kunft
am Diſtrikt Günkelbach auf dem alten Nieder=Mos
dauer Weg).
Brenn= und Nutzholz=Verſteigerung um
9 Uhr im Nieder=Beerbacher Gemeindewald ( Zuſam=
menkunft
am Hofe Breitenloh).
Holzverſteigerung um 10 Uhr in der Hebererſchen
Wirtſchaft zu Meſſel.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftoleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Bibliothekar Dr. Philipp Loſch: Der Uriasbrief des Grafen von
Schaumburg. Geheimer Poſtrat Karl Dingeldey: Stammbaum der
Familie Dingeldey. Oberlehrer Dr. Friedrich Schrod: Zur Entwicklungs=
geſchichte
von Heſſen. Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Die Selbſt=
biographie
von Chriſtian Rudolph Reinhard Pfnor (17481831).
Lehrer Philipp Raab: Das alte Hoſpital in Darmſtadt. Mit einem
Plan. Mathilde Ploch: Gießen vor hundert Jahren. Familien=
chronik
und Geſchichtsunterricht. Kleinere Mitteilungen: Geſchichte
der Familie Schenck. Von Auswanderungen. Bücherſchau. Aus
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Nummer 40.

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Ausserordentliche Mitglieder-Versammlung.
Tages=Ordnung:
1. Einführender Bericht des Vorſitzenden Herrn A. von Heſſert über: Neu=
organiſation
, insbeſondere Erweiterung des Vorſtandes durch Zuwahl
weiterer Mitglieder
2. Bericht des Herrn Architekten Schembs über: Die neue Kanalgebührordnung
3. Bericht des Herrn L. Speckhardt über: Spar= und Darlehnskaſſen
ſtädtiſcher Hausbeſitzer.
Eingeladen ſind alle Hausbeſitzer, Mitglieder und Nichtmitglieder, auf
deren zahlreiches Erſcheinen gedrungen werden muß. Es ſollte jeder Haus=
beſitzer
durch ſein Erſcheinen ſein Intereſſe an der Beſſerung der Hausbeſitz=
belaſtung
zeigen.
Der Vorstand.
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über wichtige Zeitfragen von Chemiker Woldemar Rienter, Leipzig.
Dienstag, den 25. Februar:
Die Entwickelung der Geisteskräfte
Mittwoch, den 26. Februar:
Richtige Diät für Kopfarbeiter
Verabreichung von Kostproben.
Donnerstag, den 27. Februar:
Speisenbereitung für Kopfarbeiter
mit Verabreichung von Kostproben.
Freitag, den 28. Februar:
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Beginn pünktlich abends 8½ Uhr.
Eintritt für jeden Vortrag 50 Pfg. Reserviert Mk. 1..
Wir verweisen auf das ausführliche Inserat in der Samstag-Nummer ds. Bl.
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Saaleingang ½ Stunde vor Beginn der Vorträge.
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Sonntag, den 2. März, nachmittags ½3 Ub=
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jeder Vorſtellung bei den betreffenden Vereinsſtellen und beim Ver=
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Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Seite 9.

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Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

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Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polzeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Dobermann (zugelaufen), Die Hunde können von
den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(4731

er 6
1
Darmſtaoter Frühjahrsmeſſe 1913.

Für die in der Zeit vom 13. bis 22. April 1913 ſtatt=
findende
Frühjahrsmeſſe werden auf Grund eines neuen Belegungs=
plans
vergeben:
Mtichete
I. Auf dem Wege des ſchriftlichen Angebots die
Plätze für Karuſſells und Schaubuden ꝛc., und zwar:
1. für ein Dampfkaruſſell bis 18 m Durchmeſſer,
2. für zwei Karuſſells oder Schaukeln (ohne Dampfbetrieb)
bis 12 und 15 m Durchmeſſer,
3. für ein Hippodrom oder großes Schaugeſchäft bis 22 m
Durchmeſſer,
4. für einen Kinematographen oder ein Schaugeſchäft bis
2 m Front und 1214 m Tiefe (einſchl. Stützen),
5. für mehrere Schaubuden in verſchiedenen Größen,
6. für mehrere Schießbuden und
7. für eine Photographiebude.
Die Bedingungen mit Angebotſchein und Plan ſind gegen
Einſendung von 50 Pfg. von mir zu beziehen. Sie liegen nebſt dem
Plan auch bei dem ſtädtiſchen Marktmeiſter (Rathaus am Marktplatz)
zur Einſicht offen.
Allen Angeboten ſind genaue Angaben über die Größe und
die einzelnen Abmeſſungen der Geſchäfte beizufügen. Angebote auf
Schaubudenplätze müſſen außerdem eingehende Angaben über die
Art des Unternehmens enthalten.
Angebote ſind, unter Verwendung der vorgeſchriebenen An=
gebotsſcheine
und mit der Aufſchrift Angebot auf Meßplätze ver=
ſehen
, bis ſpäteſtens
Dienstag, den 25. Februar, vormittags 11 Uhr,
bei dem Unterzeichneten einzureichen.
II. Die ſämtlichen übrigen Plätze werden öffentlich
verſteigert, und zwar:
1. mehrere Plätze für große Zuckerbuden von 8 X 2½ m,
Waffelbuden bis 8 X 4 m,
3. die ſämtlichen Plätze für Verkaufsbuden und
4. Plätze für Geſchirr, Glas und Porzellan.
Die Verſteigerung findet ſtatt am Dienstag, den 18. März,
vormittags 9 Uhr, im oberen Lokal der Turnhalle am Woogsplatz.
Der Meßplan und die Verſteigerungsbedingungen liegen bei
dem ſtädtiſchen Marktmeiſter zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 29. Januar 1913.
(3160a
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Schmitt.

Wchie in der Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914 bei dem
ſtädtiſchen Gaswerk vorkommenden Rohrgrabenarbeiten ſollen
vergeben werden. Die Vergebungsbedingungen können bei unter=
zeichneter
Verwaltung, Frankfurterſtraße 29, I., Zimmer 3, in den
Dienſtſtunden eingeſehen werden.
Angebote ſind bis Montag, den 10. März I. Js., vor=
mittags
10 Uhr, verſchloſſen und mit dem Vermerk Erdarbeiten
verſehen, einzureichen.
(4658soi
Darmſtadt, den 20. Februar 1913.
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
Friedrich.

Das Umpflügen von an Feldwege
ſtoßenden Grundſtücken.

Vor der jetzt beginnenden Feldarbeit mache ich hierdurch darauf
aufmerkſam, daß das Einpflügen in die Feldwege, ſowie das ſchaden=
bringende
Wenden der Pflüge auf denſelben verboten iſt und Zu=
widerhandlungen
gemäß den Beſtimmungen des Art. 39 des Feld=
ſtrafgeſetzes
Strafe nach ſich ziehen.
Das Feldſchutzperſonal iſt angewieſen, die Befolgung dieſes
Gebots zu überwachen und Zuwiderhandelnde unnachſichtig zur
Anzeige zu bringen.
(4759oi
Darmſtadt, den 20. Februar 1913.
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Jaeger.

eDie Fuhrleiſtungen beim ſtädtiſchen Gaswerk ſollen für die Zeit
vom 1. April 1913 bis 30. März 1914 vergeben werden.
Die Vergebungsbedingungen können bei der unterzeichneten
Verwaltung, Frankfurter Straße 29, I., Zimmer 3, in den Dienſt=
ſtunden
eingeſehen werden.
Angebote ſind bis Montag, den 10. März, vormittags
11 Uhr, verſchloſſen und mit dem Vermerk Fuhrleiſtungen ver=
ſehen
, einzureichen.
(4775oid
Darmſtadt, den 21. Februar 1913
Städtiſche Gaswerks=Verwaltung.
Friedrich.

Bekanntmachung.

Ein zu Zuchtzwecken unbrauchbarer Faſelochs ſteht im Wege
des öffentlichen Angebots zur Veräußerung. Die Verkaufsbeding=
ungen
ſind an den Werktagen während der Bureauſtunden bei uns
offen gelegt, daſelbſt können auch Angebote bis Dienstag, den 4. März
ds. Js., abends 5 Uhr, ſchriftlich abgegeben werden.
Die Beſichtigung des Tieres kann an Werktagen während der
Fütterung, nachmittags von 45 Uhr, im Stall geſchehen.
(4779
Arheilgen, den 21. Februar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Arheilgen.
Benz.

C
Stamm= und Brennhoh=Herſteigerung.

In den Waldungen der Gemeinde Ober=Ramſtadt werden nach=
benannte
Holzſortimente an Ort und Stelle verſteigert.
Dienstag, den 25. Februar I. J. im Diſtrikt Günkelbach
3 Eichen=Stämme von 2837 cm mittl. Durchm., 68 m Länge
46
3039
5 Kiefern=
,

620
31 Lärchen=

1633
,
1020
62 Fichten=
2037
Bemerkt wird, daß ſich unter den Stämmen ſehr ſchönes
Schnittholz befindet.
Donnerstag, den 27. Februar daſelbſt
Scheiter rm: 6 Buchen, 2 Eichen, 80 Kiefern, 4 Fichten,
Knüppel rm: 78 Buchen, 11 Eichen, 162 Kiefern, 9 Lärchen, 24 Fichten,
Reiſig: 1050 Stück Fichten=Wellen,
Stöcke rm: 54 Buchen, 18 Kiefern, 2 Lärchen, 20 Fichten.
Freitag, den 28. Februar im Diſtrikt Silberberg
Scheiter rm: 56 Buchen; Knüppel rm: 108 Buchen, 22 Eichen,
253 Kiefern, 2 Fichten; Stöcke rm: 56 Buchen.
Nähere Auskunft erteilt Förſter Trautmann zu Ober=Ramſtadt
Zuſammenkunft an den drei Tagen jedesmal vormittags 9 Uhr,
und zwar am erſten und zweiten Tag am Diſtrikt Günkelbach auf
dem alten Nieder=Modauer Weg, am dritten Tag am Diſtrikt Silber=
berg
, ebenfalls auf dem alten Nieder=Modauer Weg hinter dem alten
Bergwerk.
(4462ds
Ober=Ramſtadt, den 17. Februar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.

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groß), das maſſiv eiſerne Tor, ſo=
wie
zwei desgl. Türen am Ein=
gang
des ſtädtiſchen Kranken=
hauſes
ſollen zuſammen oder auch
einzeln verkauft werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 5. März 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
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Darmſtadt, 20. Februar 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Schulgeld=Erhebung.

Das Schulgeld für das Großh.
Realgymnaſium, die Großh.
Liebigs=und die Großh. Ludwigs=
Oberrealſchule, die Vorſchule der
Großh. Gymnaſien, die Vik=
toriaſchule
und das Lehrerinnen=
ſeminar
, die Eleonoren= und
Frauenſchule, ſowie die Mittel=
ſchulen
für das I. Kalender=
vierteljahr
1913 iſt bei Mei=
dung
des Beitreibungsverfahrens
bis Ende lfd. Mts. an den
Werktagen, vormittags von 8½ bis
12½ Uhr, hierher zu entrichten.
Darmſtadt, 3. Februar 1913.
Die Stadtkaſſe.
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Koch.

Herr Armenarzt Dr. Bönning
iſt vom 24. Februar bis 15. März
ds. Js. verreiſt. Er wird in der
Armenpraxis durch Herrn Dr.
Schneider, Wenckſtraße 10, und
in der Säuglings=Armenpraxis
durch Herrn Dr. Vidal, Stift=
(4761
ſtraße 11, vertreten.
Darmſtadt, 20. Februar 1913.
Städtiſches Armen= und
Fürſorgeamt.
Krapp.

Bekanntmachung.
(Stadtwald.)

Die Nutzholz=Verſteigerung
Nr. 9 vom 21. Februar I. Js. iſt
genehmigt.
Ausgabe der Abfuhrſcheine
am 3. März. Tag der Ueber=
weiſung
und erſter Abfuhrtag am
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III. 34,19
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I. 26,69
Reisſtangen:
2,66
475
B. Brennholz.
Scheiter: 5 rm Eichen, 33rm Kiefern (rund), 93 rm Kiefern=
(geſpalten), 1 rm Fichten.
Knüppel: 3 rm Eichen, 139 rm Kiefern, 27 rm Fichten.
Reiſig=Knüppel: 1rm Eichen, 16 rm Kiefern, 5 rm Fichten
(2,50 m lang), 1 rm Fichten (1,25 m lang).
Reiſig=Wellen: 1,20 Hdt. Buchenwellen.
Stöcke: 2 rm Eichen (fein), 82 rm Kiefern (fein), 29 rm
Fichten (fein).
Das Nutzholz hat die laufenden Nummern 14103212, das
Brennholz die Nummern 8971100. Unterſtrichene Nummern werden
nicht verſteigert. Stammholzverzeichniſſe werden an größere Ab=
nehmer
durch Großh. Förſter Herrn Decher zu Forſthaus Harras
(Poſt Darmſtadt) abgegeben.
Um vorherige Einſichtnahme des Holzes wird gebeten.
Darmſtadt, den 21. Februar 1913.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(4733of

Große Brenn= u. Bauholz=Verſteigerung.

Montag, den 24. Februar 1913, nachm. 2 Uhr,
werden an der Abbruchſtelle alter Bahnhof, Main=Neckar=Bahn, Ein=
gang
Feldbergſtraße, 50 Haufen Brennholz, Bord und Balken
öffentlich verſteigert.
(4736

Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.

Freitag, den 28. Februar I. J., vormittags 9 Uhr
anfangend, werden im Rathaus=Saale hier aus dem Arheilger Ge=
meindewald
, Diſtrikt Weiße Sandkaute und Leonhardstanne, ver=
ſteigert
:
Eichen=Stämme in der Weißen Sandkaute‟
I. Kl. zuſ. 6,72 fm
,
II.
,
1,05

2.
III. 1,60 Schnittholz.
IV. 1,34
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1,34
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Kiefern: 63 rm Scheiter
82 Rundſcheiter
86 Knüppel
8,90 Hundert Wellen
44 rm Stöcke.
Das Rundſcheitholz lagert im Diſtrikt Leonhardstanne alles
übrige Brennholz in beiden Diſtrikten. Forſtwart Büttner zu Ar=
heilgen
wird jede weitere Auskunft erteilen.
Arheilgen, den 21. Februar 1913.
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Scite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Nummer 46.

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So fuhren denn Klaus und Editha. Durch Erikas
Worte mißtrauiſch geworden, beobachtete er ſcharf, und
war ſich alsbald klar darüber, daß Frau von Helmering
und ihre Kinder ihre heutigen Rollen mit allen Stich=
wörtern
genau und gut einſtudiert hatten.
Gaſton markierte einen leidenden Eindruck ſo auf=
fällig
, daß Editha ihn beſorgt fragte, was ihm fehle.
Kopfweh, erwiderte er kurz. Er richtete kein einziges
Mal direkt an ſeine Braut das Wort, blickte über ſie hin=
weg
und ſtand als erſter, nachdem er die Erlaubnis ſeiner
Mutter dazu eingeholt, vom Teetiſch auf. Ich wußte nicht,
daß Du heute Beſuch erwarteteſt, Mama verzeih’, aber
meine Anweſenheit auf den Feldern iſt gerade heute
dringend vonnöten.
Er küßte Editha wortlos die Hand und verließ das
Zimmer. Starr blickte ihm dieſe nach. Es war alles ſo
ſeltſam heute hier, und die Augen der alten Dame ruhten
ſcheinbar voller Mitleid auf ihr. Eliſabeth forderte ſie
zu einem Gang durch den Garten auf. Mechaniſch folgte
ſie und hörte kaum auf das Nebenſächliche, das ihre
Schwägerin ihr erzählte. Frau von Helmering und
Klaus, der überzeugt davon war, daß dieſes tete=ä=tete
abgekartet war, blieben allein im Salon zurück.
Mein lieber, junger Freund als Bruder unſerer
Editha darf ich Sie doch wohl ſo nennen ich preiſe den

öſelt der s unr entglich in eſtes Der ut Zhten
zu reden. Sie ſehen mich tiefgebeugt tiefbetrübt ich
leide mit meinem Sohne. Frau von Helmering machte
eine kleine Pauſe, die ſie mit einem ſchweren Seufzer aus=
füllte
.
Klaus, ihr gegenüberſitzend, verzog keine Miene. Sein
kalter, offener Blick war der alten Dame unbequem.
Sie ſchlug die Augen nieder und flüſterte: Mein
armer Gaſton hat ſolch ein zartes Gewiſſen aber wer
ginge wohl ohne Selbſttäuſchung durch dieſe Welt? Ver=
ſtehen
Sie mich, Herr von Heidegg?
Nicht ganz, gnädige Frau aber ich ahne, wo Sie
hinaus wollen. Bitte, machen Sie es doch kurz.
Frau von Helmering ſchoß einen hoheitsvollen Blick
auf den mit höflichſter Miene daſitzenden Klaus. Nahm
ſich dieſer Grünſchnabel etwa heraus, ſich über ſie luſtig
zu machen?!
Alſo mein Sohn hat ſich geirrt in ſeiner Zuneigung
zu Ihrer Schweſter Editha. Sein Zartgefühl verbietet
ihm jedoch, die Verlobung aufzuheben, ſprach Frau von
Helmering ſehr ſanft. Sie haben vorhin bei Tiſch viel=
leicht
bemerkt, wie er litt ihm iſt jede Heuchelei zu=
wider
, und doch will nicht er es ſein, der mit Editha
bricht es muß von ihr ausgehen. Mein Gott, ich habe
ihm zugeredet: Offenheit wird hier zur Pflicht, mein
Kind, eine Ehe ohne Liebe iſt Sünde, iſt Unmoral! O,
Herr von Heidegg, Sie, als der Bruder Edithas, könnten
vielleicht mir iſt es ſo ſchwer, alles in Worte zu kleiden,
aber nicht wahr, Sie verſtehen mich ſchon? Offenheit iſt
hier Pflicht, und Sie als angehender Diplomat

ch deſche Eie denonnen, nadie Fret, eie=
nete
Klaus und erhob ſich raſch. Sie geſtatten, daß ich
mich Ihnen empfehle! Er verneigte ſich und verließ raſch
das Zimmer.
Im Garten fand er Editha, die wie geiſtesabweſend
faſt neben Eliſabeth vor einem Stachelbeerſtrauch ſtand.
Komm, Editha, ſagte er beſtimmt, wir gehen ein Stückchen
zu Fuß. Ich habe bereits angeordnet, daß der Wagen
uns nachfolgt.
Ja, aber warum denn ſchon nach Hauſe? fragte
Editha und zu Fuß? Ich möchte Gaſton und Mama
Adieu ſagen.
Du brauchſt Dich hier von niemandem zu verabſchie=
den
Eine ſtumme Verbeugung, die der vor Wut
erbleichenden Eliſabeth galt und Klaus zog die wider=
ſtrebende
, dem Weinen nahe Editha mit ſich fort.
Unterwegs wiederholte er ihr faſt Wort für Wort
ſeine Unterredung mit Frau von Helmering. Der Wagen
hatte ſie eingeholt, und Klaus hatte dem Kutſcher befohlen,
ein möglichſt ſchnelles Fahrtempo zu nehmen.
Editha verfiel beinahe in einen Weinkrampf. Nein,
ich glaube es noch nicht! rief ſie verzweifelt. Es ſind nur
Intrigen von Gaſtons Mutter. Erſt wenn er es mir ſelbſt
ſagt, daß alles aus iſt, will ich es glauben. Laß uns
beide nach Eldenau zurückkehren, Klaus, ich will ihn gleich
fragen.
Sie war wie von Sinnen, öffnete die Tür der Kutſche
und machte Miene, hinauszuſpringen. Klaus zog ſie mit
ſanfter Gewalt auf ihren Sitz zurück. Schließlich war ſie
wie gebrochen und weinte herzzerbrechend.

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Du mußt mit Editha reden, Mutter, ſagte Klaus,
oder Du, Erika. Die drei hielten Familienrat in Frau
Chriſtas Wohnzimmer.
Ach ich, meinte Erika, auf mich hört ja Editha am
allerwenigſten. Vielleicht iſt es das Beſte, Du redeſt mit
ihr, Chriſta.
Ihr Stolz muß ihr doch zu Hilfe kommen, bemerkte
der ſonſt ſo ruhige Klaus erregt. Wir Heidegger dürfen
uns von dieſen Leuten unmöglich ſo viel bieten laſſen.
Welch eine ekle Komödie das heute war, könnt Ihr Euch
nicht vorſtellen.
Editha wollte niemand ſehen. Sie hätte zu ſchreiben
und bäte, ſie nicht zu ſtören, rief ſie durch die Türſpalte,
als Frau Chriſta etwas ängſtlich bei ihr anpochte. Dann
ritt ein Bote mit einem Schreiben nach Eldenau.
Diesmal brauchte Editha nicht lange auf Antwort zu
warten. Aus dem Kuvert fiel ihr eigener Verlobungsrins
ihr entgegen. Das war die Antwort auf ihren wort=
Teichen, leidenſchaftlichen Brief, in dem ſie Gaſton ihrer
unwandelbaren Liebe verſichert und ihn angefleht hatte,
doch niemand zwiſchen ſie beide treten zu laſſen. Man
will uns trennen, Gaſton, man hat mir geſagt, daß Du
meiner überdrüſſig biſt, aber ich glaube nicht an ſolch eine
Verleumdung. Nur wenn Du mir ſelber Dein Wort zu=
rückgibſt
, werde ich davon überzeugt ſein, daß alles zwi=
ſchen
uns zu Ende iſt hatte der Schluß ihres Schrei=
bens
gelautet.
Sie ſtarrte wie hypnotiſiert auf den Ring, der vor
ihr auf die Tiſchplatte geklirrt war. Ja, nun mußte ſie
es wohl glauben.
Ein entſetzliches Gefühl kroch langſam in ihr empor.
So muß jemand in beginnendem Wahnſinn empfinden.
Aber ſie war ja noch bei vollem Verſtande, wußte genau,
was ſie zu tun hatte. Sie ging hinunter zu ihrer Stief=
mutter
und ſagte ihr ganz ruhig, ſo, als verkünde ſie

etwas Alltägliches, daß ihre Verlobung mit Gaſton von
Helmering aufgehoben ſei.
Sie wiſſe nun auch ſchon, wohin ſie ſich wenden
würde denn in Heidegg wollte ſie nicht bleiben man
ſolle ihr nur noch ein ganz klein wenig Zeit laſſen, dann
würde ſie ihre Pläne bekannt geben. Sie ſprach ganz ge=
laſſen
und nahm dann Klaus beiſeite und dankte ihm.
Es war gut, daß Du mich mit Gewalt aus Eldenau fort=
brachteſt
ich hätte mich ſonſt noch mehr erniedrigt. Nun
ſehe ich mit Euren Augen. Es iſt genug.
Am anderen Morgen wartete man vergeblich auf
Edithas Erſcheinen. Endlich, als es ſchon hoher Vor=
mittag
war, öffnete Erika die Tür zu Edithas Schlafſtube
da lag ſie wie eine Schlafende, ruhig und friedlich.
Aber ſie mußte bereits am Abend vorher geſtorben ſein.
Herzſchlag ſagte der herbeigerufene Hausarzt.
Erika wußte, daß Editha ſtarkwirkende Schlafmittel
beſaß jedoch ſie ſchwieg. An der Leiche der Schweſter
kam ihre alte, künſtlich eingedämmte Liebe zu Editha
wieder voll zum Ausdruck. Jetzt habe ich nur noch Haus
Heidegg, ſagte ſie tiefbewegt. Niemand begriff recht, was
ſie damit meinte.
Ihr Herz hatte das Bedürfnis, ſich an etwas zu klam=
mern
; das Haus ihrer Ahnen, das ihr früher faſt gleich=
gültig
geweſen war, wurde ihr jetzt etwas, wofür ſie leben
wollte. Laßt mich Euch helfen, bat ſie Frau Chriſta und
Fabian, und beide ſahen es bereitwillig und dankbar,
wie das wortkarge, unſchöne Mädchen ſich Mühe gab, in
der inneren und äußeren Wirtſchaft nach Kräften mit=
zutun
.
*
Erſt im Hochſommer erholte ſich Irma von ihrer
ſchweren Krankheit. Bezahlte Hände hatten ſie gepflegt.
Die auf Heidegg hatten mit ihren eigenen Unglücksfällen
viel zu viel zu tun, um noch Zeit für Borgheide zu finden.
Irma dachte bitter, daß ſie ja keinen brauche nur Fabi,

und wenn der nicht von ſelber kam, ſo brauchte ſie ihn
gleichfalls nicht.
Sie litt in ihrer Einſamkeit, und niemand half ihr.
Ueber Fabian ſchlugen die täglichen Sorgen in breiten
Wellen zuſammen wo ſollte er jetzt die Zeit hernehmen,
Irma zu tröſten! Eines Abends brachte der Kutſcher aus
Eldenau Fabi ein Schreiben von Nika.
Irma blickte von ihrem Buche auf und beobachtete
ihren Gatten ſcharf, während er las. Was ſchreibt Dir
die Baronin? fragte ſie entgegen ihrer jetzigen Gewohn=
heit
; denn ſie ſetzte neuerdings etwas darein, Fabiane
perſönliche Angelegenheiten zu ignorieren.
Sie bittet mich, ihr ſobald wie möglich einen neuen
Inſpektor zu verſchaffen. Sie hat Helmering gekündigt
er iſt bereits weg. Am Ende könnte ich ſelber
meinte er dann unſicher, wie im Selbſtgeſpräch.
Unmöglich! rief Irma, ganz aus ihrer gleichgültigen.
Rolle fallend. Noch mehr Pflichten, noch mehr Arbeit,
nicht wahr?!
Je mehr Arbeit, um ſo beſſer, ſagte Fabkan, ſich ſei=
ner
Grauſamkeit gegen ſeine Frau gar nicht bewußt wer=
dend
. Es ginge ſchon. Wir könnten Borgheide verpachten
und nach Eldenau überſiedeln das wäre unbedingt not=
wendig
. Von dort aus hätte ich es bequem, die Wirtſchafl
in Haus Heidegg zu überwachen. Vahlenhoff will Dein
Onkel ſowieſo bald ſeinen Neffen und Erben abtreten.
Tue nach Deinem Belieben, erwiderte Irma kurz.
Fabian ſeufzte: Es geht am Ende doch nicht. Ja,
wenn er noch unverheiratet wäre! Aber nun dieſe fort=
geſetzten
Rückſichten! Dieſe Leidensmiene von Irma, wenn
er, was ſehr häufig vorkam, ſich verſpätet zu den Mahl=
zeiten
einſtellte.
Irma wußte ganz genau, was eben in ihm vorginge
Am anderen Morgen fuhr ſie zu ihrem Onkel nach Vahlen=
hof
. Der alte Herr hatte ſie ſehr gern und ſchlug ihr ſelten
eine Bitte ab,
Gariſetzung folat.)

[ ][  ][ ]

Nummer 46.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Seite 15.

Luftfahrt.

sr. Anerkannte Flugrekorde. Als deutſche
Höchſtleiſtungen ſind von der Flugzeugabteilung des
Deutſchen Luftfahrer=Verbandes folgende Flugleiſtungen
des Aviatikers A. Faller anerkannt worden: 1. Am 31. 12.
1912. Zeithöchſtleiſtung mit 4 Fluggäſten 1118:00 ( Flug=
platz
Habsheim). 2. 3. 1. 1913. Zeithöchſtleiſtung mit 5
Fluggäſten 1:06:00 (Flugplatz Habsheim). 3. 5. 1. 13.
Zeithöchſtleiſtung mit 6 Fluggäſten 1 Stunde (Flugplatz
Habsheim) 4. 5. 1. 1913. Zeithöchſtleiſtung mit 7 Flug=
gäſten
6 Min. 49 Sek. (Flugplatz Habsheim). 5. 30. 1.
1913. Zeithöchſtleiſtung mit 3 Fluggäſten 2 Stunden 3
Min. (Flugplatz Habsheim).

Sport, Spiel und Turnen.

sr. Feldberg=Skiwettläufe Der erſte Tag der großen
Schneewettläufe auf dem Feldberg war von ſchönſtem
Sportwetter begünſtigt. Durch den hart gefrorenen Boden
wurde den Konkurrenten ihre Aufgabe etwas erſchwert.
Am Vormittag gelangten die Offiziers= und Mannſchafts=
Patrouillen=Wettläufe zur Entſcheidung. In der Kon=
kurenz
für Offiziere ſiegten Leutnant Krebs (Jäger=
Bataillon Nr. 8, Kolmar) und Leutnant Weiß (Inf.=Regt.
Nr. 113, Freiburg) in 1 Stunde 15 Min. Der Mann=
ſchaftslauf
wurde von der Patrouille des Infanterie= Re=
giments
Nr. 113, Freiburg, in 2 Stunden 5 Min. gewon=
nen
. Am Nachmittag kam der Hindernislauf um die
Akademiſche Meiſterſchaft von Deutſchland zum Austrag.
Hierfür hatten ſich nur fünf Konkurrenten am Start ein=
gefunden
. Der Akademiſche Ski=Klub=Freiburg belegte
mit ſeinen Mitgliedern Villinger und Kirchner die beiden
erſten Plätze in 2 Stunden 15 Min., reſp. 2 Stunden 40
Min. Den Veranſtaltungen wohnte eine große Zuſchauer=
menge
bei.
sr. Um die Sluller=Weltmeiſterſchaft. Aus Sydney
wird gemeldet, daß ſich der Auſtralier Harry Pearce jetzt
nach England begeben hat, um ſich für den Herausforde=
rungskampf
vorzubereiten, zu dem er den engliſchen
Skullerweltmeiſter Erneſt Barry Ende vorigen Jahres
aufgefordert hat. Die ruderſportliche Welt wird alſo im
Juli wieder eine Senſation haben, denn der Kampf ver=
ſpricht
äußerſt ſcharf zu werden, da Pearce und Barry ſich
an Können wenig nachſtehen. Der Preis beträgt 10000
Mark für den Sieger,

Handel und Verkehr.

Patent=Erteilungen. (Mitgeteilt von
Dipl.=Ing. Klemens Herszberg u. Co., Patent= und In=
genieur
=Bureau Darmſtadt, Rheinſtraße 19). 21c. 257560.
Elektriſche Leitung, in welche zur Verringerung der
Dämpfung in regelmäßigen Abſtänden Induktanzquellen
eingeſchaltet ſind. Dipl.=Ing. Friedrich Auguſt Becker,
Darmſtadt, Roßdörferſtraße 78. 1. 4. 11. B. 62 574.
Patent=Anmeldungen. 8d. B. 66085. Tiſch mit
unter die Tiſchplatte herunterklappbarem Wäſchekalander.
R. Willy Beckert, Alsfeld, Oberheſſen. 1. 2. 12. Ge
brauchsmuſter=Erteilungen. 54b. 540 892.
Briefumſchlag mit einem zweiten Verſchluß an der
Innenſeite der Verſchlußklappe. Carl Stahl, Kailbach,
Heſſen. 10. 1. 13. St. 17234. 54 g. 541437. Flaſchen=
etikette
mit Reklame und auf der Rückſeite aufgedruckter
Aufforderung zur Zurückgabe der leeren Flaſchen. P.
Rüdiger, Worms a. Rh., Alzeyerſtraße 25. 27. 12. 12.
R. 34 742.

Magdeburger Lebens=herſicherungs=
Geſellſchaft. In der Lebens=Verſicherung waren im
Jahre 1912 zu erledigen 8527 Anträge über 40 129403 Mk.
Verſicherungs=Summe. Abgeſchloſſen wurden 7312 Ver=
ſicherungen
über 33812453 Mk. Der reine Zuwachs des
Verſicherungs=Beſtandes betrug 2789 Verſicherungen über
16 432993 Mk., ſo daß letzterer ſich Ende 1912 auf 95 204
Verſicherungen über 356010 035 Mk. Verſicherungs=Summe
belief. In der Unfall=Verſicherung wurden im Jahre
1912 abgeſchloſſen 4618 Verſicherungen mit einer Prämien=
Einnahme von 243 190 und in der Haftpflicht=Verſicherung
4120 Verſicherungen mit einer Prämien=Einnahme von
148095 Mk.
* Berlin, 21. Febr. Die Aufſichtsratsſitzung
der Deutſch=Ueberſeeiſchen Elektrizitäts=
geſellſchaft
beſchloß, eine neue Serie von 25 Mil=
lionen
Mark 5prozentiger Obligationen auszugeben, wo=
von
ein Teilbetrag demnächſt zur Zeichnung aufgelegt
werden ſoll. Der Vorſtand berichtete, daß ſich die Unter=
nehmungen
der Geſellſchaft insbeſondere in Buenos=Aires
und Santiago, im abgelaufenen Jahre weiter ſehr erfreu=
lich
entwickelten.
H. Frankfurt a. M., 21. Febr. ( Börſen=
bericht
.) Die Börſe war in der abgelaufenen Berichts=
woche
zeitweiſe in recht unbehaglicher Stimmung. Zu=
nächſt
will kein Frieden zuſtandekommen; auch iſt die
internationale Politik völlig unklar und durch die Er=
nennung
Delcaſſé’s zum franzöſiſchen Botſchafter in
Petersburg ſcheint eine neue, noch offenſivere Stellung
zum Dreibund ſich herauszubilden. Dieſen Betrachtungen
hingegeben, bildete ſich eine ſchwache Tendenz heraus, wo=
bei
große Geſchäftsunluſt zur Geltung kam. Auch New=
York meldete matte Kurſe, auf die Abſicht der Regierung,
eine Geſetzesvorlage, bezüglich der Erhöhung der Aktien=
ſteuer
einzubringen; ferner ſtimmulierte dort noch die
Krankheit Morgans, bei welcher die Befürchtung obwal=
tete
, daß deſſen eventueller Tod, große Aktienverkäufe und
damit ſtarken Kursrückgang bringen würde. Die Geldlage
bleibt noch ziemlich angeſpannt und der Privatdiskont
hält ſich auf 5¾ Prozent. Dabei hat ſich aber der letzte
Reichsbank=Status etwas günſtiger geſtaltet.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, waren
Deutſche Renten ſehr ruhig und im ganzen nur wenig
verändert. Das Privatpublikum wendet ſich eben den
neuen Emiſſionen deutſcher Staatspapiere zu, die infolge
des knappen Geldſtandes verhältnismäßig billig offeriert
werden, dies beweiſt der gute Subſkriptionserfolg bei der
Provinz Oberheſſen, bei der Hamburger Anleihe und den
jetzt aufgelegten 4prozentigen Kölniſchen Stadtobligatio=
nen
. Ausländiſche Staatsfonds lagen vorwiegend feſter,
beſonders die türkiſchen, auch ruſſiſche und Chineſen ſind
erholt, während Oeſterreichiſch=Ungariſche Gattungen auf
die erneuten Anleihebedürfniſſe ſchwächer notieren.
Am Markte für Transportwerte waren Hamburger
Paketfahrt und Nordd. Lloyd vorübergehend weſentlich
nachgebend, auf angebliche Exemtionen einer Bremer
Firma, dann aber erholt, ohne jedoch die vorwöchentlichen
Kurſe einzuholen. Gerüchte wollten wiſſen, daß der
Bruttogewinn des Nordd. Lloyd denjenigen des Vor=
jahres
um 9 Millionen überſteigt. Ob ſich aber die früher
bezüglich der Dividende gehegten Hoffnungen der Speku=
lation
erfüllen werden, ſelbſt wenn ihr Bruttogewinn
wirklich ſo erheblich gewachſen ſei, bleibt nach den Erfah=
rungen
mit der Dividendenpolitik der Paketfahrt vorerſt
offene Frage. Die Entſcheidung wird die am 27. ds. Mts.,
ſtattfindende Bilanzſitzung bringen. Lombarden ( Süd=
bahn
) und 3prozentige Südbahn= Prioritäten, letztere bei
52,75 waren weiter ziemlich lebhaft auf die Sanierungs=
ausſichten
, hingegen Orientbahnen bis 1,77 rückgängig,
auch Schantung und Baltimore und Ohio niedriger.
Bankaktien waren verhältnismäßig behauptet und Dis=
kontokommandit
, ſowie öſterreichiſche Kreditaktien höher
gegen die Vorwoche bezahlt. Der Geſchäftsbericht der
Diskontogeſellſchaft lautet vorzüglich und geſtattet wieder
die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent, ebenſo
konnte die Oeſterreichiſche Kreditanſtalt wieder 10/ Pro=
zent
(33 Kronen) deklarieren.
Der Montanmarkt war recht belebt, aber ſtark ſchwan=
kend
und zeitweiſe weſentlich matter. Schließlich konnten
Deckungs= und vereinzelte Meinungskäufe eine beſſere

Preisgeſtaltung bringen. Man glaubt, daß der für den
1. April geplante belgiſche Generalſtreik den deutſchen
Zechen, eventuell auch der exportierenden Eiſeninduſtrie
nur nützen könne. Augenblicklich finden Verhandlungen
wegen Wiedererrichtung eines Röhrenſyndikates ſtatt und
am 28. ds. Mts., ſoll eine weitere Verſammlung der Werke
ſtattfinden. Bisher waren ſämtliche Röhrenwerke ver=
treten
. Das Röhrengeſchäft ſelbſt iſt entſprechend der all=
gemeinen
Marktlage in den letzten Wochen ruhiger ge=
worden
.
Der Kaſſainduſtriemarkt zeigte matte Tendenz auf
größere Verkäufe, auch vorwiegend vom Privatpublikum,
das ſeither eine weſentliche Stütze für dieſes Gebiet war.
Die Befürchtungen eines Rückganges der Konjunktur
wollen nicht verſtummen. Die Adlerwerke vorm. Kleyer
publizieren jetzt die Erhöhung ihres Aktienkapitals, welche
im April ſtattfinden ſoll. Es wurde eine Erhöhung um
5 Millionen Mark auf 13 Millionen Mark beſchloſſen. Die
neuen Aktien werden den alten Aktionären zu 180 Prozent
angeboten. Das diesjährige Erträgnis geſtattete eine
Verteilung von 30 Prozent. Der Geſchäftsgang ſei fort=
dauernd
ſehr rege. An der Börſe glaubte man ſeither an
eine Erhöhung von 4 Millionen Mark bei einem Preis
von 150 Prozent und war infolge der nunmehrigen Tat=
ſache
ziemlich enttäuſcht. Die Aktien gingen auf 580 zu=
rück
. Auch Dürkoppwerke bis 455 und Moenus bis 302½
nachgebend. Das Bezugsrecht für die neuen Aktien der
letzteren ſtellte ſich zuletzt auf 50 Prozent. Daimler waren
bei 304 gut behauptet und Benz bei 246 höher, auch Che=
miſche
Aktien relativ feſt, oder teilweiſe nur mäßig abge=
ſchwächt
. Elektrizitätswerke wurden ſtärker angeboten,
doch ſtellte ſich zu den gedrückten Kurſen wieder Kaufluſt
ein. Die Vereinigten Kunſtſeidefabriken A.=G., vollziehen
demnächſt die Zuſammenlegung ihrer Aktien von 5 zu 2
um 2 190000 Mark auf 1 460000 Mark und erhöhen dann
das Kapital wieder auf 3 Millionen Mark durch Ausgabe
von 1540000 Mark neuer Aktien, wovon die Elberfelder
Farbenfabriken einen Teil übernehmen und dadurch ihr
Intereſſe für die Vereinigten Kunſtſeidefabriken doku=
mentieren
. Der letzte Kurs von Kunſtſeide iſt 69½. Der
Wochenſchluß iſt ſehr ruhig und abwartend, angeſichts der
vorliegenden und wenig befriedigenden politiſchen Nach=
richten
.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,80, Braunſchwei=
ger
197, Meininger 35,40, Genua 205, Türkiſche 157, Frei=
burger
94, Ungariſche 380, Mailänder 45=Frcs.=L. 145,
Mailänder 10=Fres.=L. 34,90, Venediger 53,50, Raab=
Grazer Anrechts=Scheine 39,70 in Reichsmark; Gothaer
Prämie II 115,10, Madrider 74,90, Donau=Regulierung
170 B., in Prozent. Ferner ſchließen 4proz. Reichs ( rück=
zahlbar
bis 1918) 99,90, 3½proz. Reichs 88,15, 3proz=
Reichs 77,20, 4proz. Heſſen von 1899 98,80, 4proz. Heſſen
von 1906 98,80, 4proz. Heſſen von 1908/09 98,75, 4proz.
Heſſen (rückzahlbar bis 1921) 100,20, 3½proz. Heſſen
86,40 G., 3proz. Heſſen 75,80, 4proz. Darmſtädter 97,50 G.,
3½proz. Darmſtädter 87,60, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(S. 1823) 99,20, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 24
bis 25) 99,30, 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 35)
87,10 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 911)
87,20 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 1012)
99,20 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 1314) 99,30,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 13) 87,30 G.,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 4) 87,20 G., Darm=
ſtädter
Bank 123,60 G., Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft
128,50 Südd. Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 59,50 G.,
Lederwerke vorm. Spicharz (Offenbach a. M.) 65 B.,
Lack= und Farbenfabriken Schramm (Offenbach a. M.)
275 B., Faber u. Schleicher A.=G. (Offenbach a. M.
133 B., Chemiſche Mühlheim a. M. 68,25, Schantung 128,
South=Weſtafrika 128, Otavi=Anteile 108, Otavi= Genuß=
ſcheine
76,50, 4½proz. Ruſſen 99,60, 4proz. 1880er Ruſſen
88,80 G., 4proz. 1902er Ruſſen 89,50, 3¼oproz. Ruſſen 86,50,
3½proz. Ruſſen 82,50, 3proz. Ruſſen 74 P., 4proz. unifiz.
Türken 86,40, 4proz. Adminiſtrations=Türken 77,75,
4proz. Bagdadtürken 80,40, 4proz. konvertierte Türken
von 1905/11 75, 5proz. Bulgaren 99 G., 4½proz. Serben
88,10 G., 4proz. Serben 80,60 G., Griechen von 1890 58 G.,
Griechen von 1887 54 G., 5proz. Chineſen 98,75, 4½proz=
Chineſen 92,50, 5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 95,40,
4½proz. Japaner 91,15, 4proz. Japaner 84,75.

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[ ][  ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 24. Februar 1913.

Nummer 46.

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