Abonnementspreis
Inſerate
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenkuren und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoneen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
In Königsberg fand geſtern eine allgemein große
Erinnerungsfeier an 1813 ſtatt, zu der auch der
Kaiſer gekommen war, der eine feierliche Anſprache
hielt.
Der Schnellzug, in dem Prinz Eitel
Fried=
rich von Preußen von Bukareſt nach Berlin
zurückkehrte ſtieß bei Mediaſch mit einem Laſtzug
zu=
ſammen. Der Heizer und ein Paſagter wurden getötet
und mehrere Paſſagiere verletzt. Der Salonwagen des
Prinzen blieb unbeſchädigt.
Gegen den Abſchluß der chineſiſchen Sechsmächte=
Anleihe wurde in letzter Stunde Eiuſpruch durch
den franzöſiſchen Geſandten erhoben.
In Futſchou wurde auf den neuen Zivilgouverneur
Tſchang eine Bombe geworfen. Dreißig
Perſonen wurden dadurch getötet oder
verwun=
det. Der Gouverneur blieb unverletzt.
Der geſtern wieder zuſammengetretene japaniſche
Mißtrauensvotum
Reichstag nahm ein
gegen die Regierung an. Darauf wurde das
Haus auf fünf Tage vertagt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6.
Erneuter Kriegsbeginn.
Wieder hallt der Donner der Geſchütze, vor
Adria=
nopel iſt noch am Montag abend ſofort nach Ablauf des
Waffenſtillſtandes das Bombardement wieder eröffnet
worden und von neuem heißt es: „Mars regiert die
Stunde.‟ Die Entſcheidung liegt jetzt alſo bei den
Waf=
fen, nachdem die wochenlangen Verhandlungen in
Lon=
don fruchtlos ausgegangen ſind. Bereits Anfang
Dezem=
ber war man in der Themſeſtadt zuſammengekommen,
man hatte geglaubt, daß es höchſtens drei Wochen dauern
würde, bis die Friedenspräliminarien unterzeichnet
wer=
den könnten, auch von der gleichzeitig tagenden
Botſchaf=
terkonferenz verſprach man ſich hinſichtlich der Förderung
des Friedens gar viel. Die Hoffnungen ſind zu Waſſer
geworden, und die Verhandlungen mußten ſcheitern
an=
geſichts der hochgeſchraubten Forderungen der
Balkan=
ſtaaten.
Man muß billigerweiſe anerkennen, daß die Türkei
von vornherein recht weite Zugeſtändniſſe machte, und
man wird es ihr nicht verdenken können, wenn ſie auf
dem Beſitze von Adrianopel beharrte, das noch gar nicht
in die Hände der Verbündeten gefallen iſt; hat doch 1871
Deutſchland auch auf den Beſitz von Belfort verzichten
müſſen, weil es nicht gelungen war, bis zum
Friedens=
ſchluß die Feſtung zu erobern, ſo gern wir ſie als
wich=
tigen Verteidigungspunkt haben wollten. Vielfach iſt die
Meinung verbreitet, daß die jetzt wieder beginnenden
Kämpfe nicht von langer Dauer ſein würden, da die
Tür=
kei nicht mehr in der Lage ſei, auf die Dauer einen
ener=
giſchen Widerſtand zu leiſten, Adrianopel müſſe binnen
ikurzer Friſt fallen, und dann würden die türkiſchen
Macht=
haber ſchon einlenken, für die die Wiederaufnahme der
Feindſeligkeiten eigentlich der beſte Ausweg ſei, um neue
ſchwere innere Wirren zu verhüten. In der Tat gehörte
unter den troſtloſen Zuſtänden, in denen ſich die Türkei
befand, viel Mut dazu, das Erbe Kiamil Paſchas
anzu=
rtreten, es war eine höchſt undankbgre Aufgabe, und das
meue jungtürkiſche Regime kann jétzt wenigſtens ſagen,
daß man verſucht habe, zu retten, was zu retten war:
ſwenn es trotzdem unterliegt, ſo kann die Schuld nach dem
VVorausgegangenen der jetzigen Regierung kaum gemacht
terden.
Wie die Dinge in Wirklichkeit ſich in der nächſten Zeit
entwickeln werden, vermag niemand vorauszuſehen,
im=
nnerhin aber iſt es bezeichnend, daß die türkiſchen
Friedens=
delegierten vorläufig noch in London verbleiben. Man
ſſcheint demnach am Goldenen Horn mit einer baldigen
Wiederaufnahme der Verhandlungen zu rechnen, und das
wäre durchaus zu wünſchen. Der Krieg verſchlingt
Mil=
llionen über Millionen, und allgemein beſteht die
Befürch=
tung, daß nach Beendigung des Krieges eine ſchwere
twirtſchaftliche Kriſis ausbrechen werde, und zwar nicht
mur in der Türkei allein, ſondern auch bei den
Balkan=
ſſtaaten. Bei den großen Werten, die namentlich auch
Deutſcherſeits dort angelegt ſind, kann ein möglichſt ſchnel=
Cer Friedensſchluß nur wünſchenswert erſcheinen.
Keine Erhöhung der Beihilfen
für die Veteranen.
* Im Reichstag und in der Preſſe iſt vielfach der
Wunſch hervorgetreten, für eine weitere Erhöhung der
Beihilfen für Veteranen Sorge zu tragen, ſo daß dieſe
von 120 M. monatlich auf 150 M. herauf geſetzt
wer=
den können. Seitens der Reichsregierung iſt im Etat für
1913 zunächſt eine Erweiterung des Veteranenfonds um
zwei Millionen vorgeſehen, ſo daß im ganzen 31
Millio=
nen für Beihilfen an die Kriegsteilnehmer zur
Ver=
fügung ſtehen würden. Um die gewünſchte Erhöhung
durchführen zu können, war ſeitens der Reichsregierung
vorgeſchlagen worden, aus den dem Reich zufließenden
Einnahmen aus dem Leuchtölgeſetz acht Millionen
für die Aufbeſſerung der Veteranenbezüge zu verwenden.
Nach dem Gang der Verhandlungen über das
Leuchtöl=
geſetz iſt aber mit ziemlicher Beſtimmtheit zu erwarten,
daß der Reichstag der vorgeſchlagenen Regelung nicht
zu=
ſtimmen wird. Da andererſeits dauernde Ausgaben ohne
entſprechende Deckung nicht gemacht werden, ſo dürfte
lei=
der eine Erhöhung des Veteranenfonds zunächſt nicht in
Ausſicht ſtehen. Wenn man dann die Abſicht hatte, bei
der Regelung der Beſitzſteuer der Frage
näherzutreten, ſo erſcheint dies nach dem Stande der
Dinge jedenfalls nicht angängig, da wiederum neue
fi=
nanzielle Anforderungen an das Reich herantreten
wer=
den. Im ganzen erhalten alle Kriegsteilnehmer, wenn
man die vorgeſehene Erhöhung um zwei Millionen
Mark mitrechnet, 71 Millionen Mark, von welcher Summe
40 Millionen auf die Kriegsinvaliden und diejenigen
Veteranen entfallen, die im Feldzug entweder Schaden
erlitten haben, oder bei denen mit beſonderem
Wohlwol=
len verfahren wird, wenn ſieSchädigungen aus dem
Kriege nicht mit Beſtimmtheit nachweiſen können. Außer
dieſen beiden Kategorien ſind dann die übrigen
Kriegs=
teilnehmer vorhanden, denen man aus Billigkeitsgründen
Beihilfen gewährt, die nach dem Wunſche des
Reichs=
tages von 120 auf 150 Mark gebracht werden ſollen.
Franzöſiſche Quertreibereien
in China.
* Aus Peking, 4. Febr., wird gemeldet: Als heute
der Anleihevertrag unterzeichnet werden ſollte,
teilte der franzöſiſche Geſandte den Chineſen
mit, daß er ſeine Zuſtimmung zu der Anleihe nicht geben
könnte, wenn nicht alle fremden Ratgeber der chineſiſchen
Regierung neutrale Länder vertreten würden oder
Unter=
tanen der einen oder anderen ſechs Mächte wären. In
dieſem Falle müßte ein Franzoſe einen der drei Poſten
er=
halten. Der völlig unerwartete Schritt erregt in
Regie=
rungskreiſen die größte Beſtürzung. Die Chineſen ſehen
dieſen neuen Einwand im letzten Augenblick im denkbar
ungünſtigen Lichte an. Der Einwand des franzöſiſchen
Geſandten iſt ganz ſpeziell gegen Herrn Rump
gerich=
tet, einen Deutſchen, der zum Berater der
Rechnungs=
kammer ernannt worden war, wofür er nach allgemeinem
Urteil ungewöhnlich geeignet iſt. Nach dem Ausbruch des
Boxeraufſtandes war Rump Schatzmeiſter der
proviſori=
ſchen Regierung in Tientſin und darauf Chef der
Regie=
rungs=Zollverwaltung in Tientſin. Als ſolcher führte
er ſo überaus befriedigende Reformen ein, daß die
Chine=
ſen ſie en bloe annahmen. Danach war Rump
Rech=
nungsreviſor der Tſintu=Eiſenbahn und im letzten Jahr
war er Rechnungsreviſor der Sechsmächte=Gruppe
bezüg=
lich der Vorſchüſſe, die dieſe gemacht hatten. Er war auch
der Kandidat der Gruppe als Reviſor der geplanten
An=
leihe von 1912. Rump hat dieſe drei Poſten zur
allge=
meinen größten Zufriedenheit ausgeführt und China hat
ſeine jetzige Ernennung aus eigenem Antrieb
vorgeſchla=
gen. Seine=Ernennung war ſeit Wochen öffentlich
be=
kannt und war überall im fernen Oſten in allen Sprachen
veröffentlicht und war auch bei den Verhandlungen der
Bankengruppe zur Sprache gebracht und genehmigt
wor=
den. Man hält es daher für unmöglich, daß der
franzö=
ſiſche Geſandte davon nicht ſchon ſeit Wochen gewußt
habe.
Die chineſiſche Regierung iſt bereit, an ſeine Stelle
einen Holländer namens Ferguſon von der
Seezollver=
waltung einzuſetzen, hat ſich aber vor dieſem Vorſchlag
geſcheut, weil die Beiſeiteſetzung des Herrn Rump eine
unbegründete Herabſetzung des deutſchen
Preſtiges in Aſien bedeuten würde. Zum dritten
Rat=
geber ernannte China den Italiener Ronſi. Die Geſand=
ten der Sechsmächte=Gruppe traten heute abend zuſammen
und verſuchten vergeblich ſich zu einigen. Die chineſiſche
Regierung hat ſich darauf verlaſſen, vor dem neuen Jahr
alten Stils, das die Bevölkerung noch immer am 6.
Ja=
nuar feiert, einen Vorſchuß zu erhalten. Es herrſcht
da=
her die Befürchtung vor möglichen Unruhen der
unbe=
zahlten Soldaten, von denen 40 geſtern zu plündern
be=
gannen. Die Mehrzahl wurde jedoch ſofort verhaftet und
hingerichtet.
Deutſches Reich.
— Das Reichs= und
Staatsangehörts=
keitsgeſetz, das dem Reichstage im Frühjahr 1912
vorgelegt worden war, befindet ſich gegenwärtig noch in
der Beratung der Kommiſſion. Dieſe hat die erſte Leſung
des Entwurfs bereits ſeit langer Zeit beendet, bis jetzt
ſind aber keine Schritte getan worden, um die
Weiter=
beratung zu fördern. Unter dieſen Umſtänden dürfte der
Geſetzentwurf vorläufig im Reichstage nicht zur
Verab=
ſchiedung kommen und vielleicht auch ganz ſcheitern. Ueber
die Gründe der Verzögerung iſt bisher nichts bekannt
ge=
worden. In nationalen Kreiſen iſt man jedenfalls von
dieſer neuen Stockung wenig erbaut.
— Die Reichstagspetition für den
Par=
ſifal=Schutz wird am Donnerstag zur Beratung
kommen. Die Regierung wird, wie verlautet, durch den
Staatsſekretär Dr. Lisco erklären laſſen, daß bis jetzt
eine Verlängerung der Schutzfriſt nicht beabſichtigt
ge=
weſen iſt, daß der Bundesrat zu dieſer Frage ebenfalls
noch keine Stellung genommen habe, daß man dieſer
Frage aber nähertreten wolle, wenn der Reichstag einen
dahingehenden Wunſch äußern würde.
— Die Städte und die
Heeresverſtär=
kung. In der Vorſtandsſitzung des Reichsverbandes
deutſcher Städte, die in Berlin ſtattfand, wurde, wie
ſchon kurz gemeldet, eine Reſolution zugunſten der
Heeres=
verſtärkung einſtimmig angenommen. Die Reſolution hat
folgenden Wortlaut: „Der Vorſtand des Reichsverbandes
deutſcher Städte (Vertretung der Städte unter 25000
Ein=
wohner) blickt mit ernſter Beſorgnis auf die Stellung, die
das Deutſche Reich in den gegenwärtigen Zeiten der
Kriegsgefahr einnimmt. Der Vorſtand hält es für ſeine
Pflicht, ſeiner Ueberzeugung Ausdruck zu geben, daß das
deutſche Volk ſich ſeiner Vorfahren gerade in dieſer
er=
innerungsreichen Zeit würdig erweiſen wird, und zu
ver=
ſichern, daß auch die ſchon ſchwer belaſteten kleinen und
mittleren Städte ſelbſt große finanzielle Opfer zu bringen
bereit ſind, damit unſer Vaterland infolge ſeiner auch
den Gegnern unangreifbar erſcheinenden Kriegsbereit=!
ſchaft ſein Schwert zugunſten des europäiſchen Friedens
in die Wagſchale zu werfen vermag. Der Vorſtand kann
die zögernde Haltung der Heeresverwaltung bei der
Ein=
bringung der Heeresvorlage nicht billigen, da die
allge=
meine Wehrpflicht infolge der großen Zahl der vom
Hee=
resdienſt befreiten waffenfähigen Söhne unſeres Volkes
lediglich auf dem Papier ſteht, und da „das Volk in
Waffen” ohne Zweifel die beſte Volksverſicherung iſt. Der
Vorſtand erhofft von der Heeresverwaltung, daß ſie
die=
ſen Geſichtspunkten in weitgehendſter Weiſe Rechnung
tragen und eine großzügige, dem Ernſt der Gegenwart
entſprechende Heeresvorlage einbringen wird.”
Die neuen Friedensverhandlungen
in der Holzinduſtrie haben am Dienstag unter
dem Vorſitz des früheren Miniſters v. Berlepſch begonnen.
— Aenderung des Urheberrechts. Im
Reichstage iſt ein von Mitgliedern der beiden
konſerva=
tiven Parteien und der Wirtſchaftlichen Vereinigung
unterzeichneter Initiativantrag auf Erlaß eines Geſetzes
eingegangen, in deſſen einzigem Paragraphen eine
Aen=
derung des Urheberrechts an Werken der Literatur und
Bühnenkunſt vorgeſehen iſt, wonach u. a. das
Urheber=
recht erſt zehn Jahre nach der erſten vom Urheber
inner=
halb des Beſtimmungsortes geſtatteten bühnenmäßigen
Aufführung erliſcht. Dadurch würde Wagners „Parſifal”
erhöhten Schutz erhalten.
Zentrum und Sozialde mokratie. Die
Germania bezeichnet die Meldung der Frankfurter
Zei=
tung, daß bereits ein Zentrumsführer mit einer
führen=
den Perſönlichkeit der Sozialdemokratie wegen eines
ge=
meinſamen Vorgehens bei den als nahe bevorſtehend
be=
zeichneten Reichstagswahlen verhandelt habe, als
„ſchlechten Faſtnachtsſcherz”, „dicken Schwindel” und
„fauſtdicke Lügen‟. Das genügt!
Die Landtagswahlen in Sachſen=
Altenburg finden heute, Donnerstag, ſtatt. Im
gan=
zen ſind 32 Abgeordnete, und zwar 9 von den Höchſt=
Trais a. d. Lda., 5. Febr. Vor einiger Zeit wurden
im hieſigen ſtaatlichen Quarzitſteinbruch
verſchie=
dene Knochenfunde gemacht, die nach dem Urteil des
Bezirksdenkmalpflegers für den Kreis Gießen, des Herrn
Dr. Kramer, vorſintflutlichen Tieren angehören ſollen.
Neuerdings mehren ſich die Funde, jedoch ſcheinen die neu
zutage gekommenen Knochen menſchliche
Ueber=
reſte von ſehr hohem Alter zu ſein. Da die
Denkmal=
pflege die Angelegenheit in die Hand genommen hat,
wer=
den ja wohl genauere Unterſuchungen ſtattfinden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Febr. Heute abend fand
im Königlichen Schloß der erſte große Hofball ſtatt.
Wegen des frühen Oſterfeſtes war es zugleich der letzte
und der Faſtnachtsball. Der Kaiſer war in der Uniform
der Leibgardehuſaren erſchienen. Die Kaiſerin trug eine
blaßfliederfarbene Sammetrobe mit viereckiger Schleppe.
Der Kronprinz führte die Prinzeſſin Eitel Friedrich, Prinz
Auguſt Wilhelm die Kronprinzeſſin, Prinz Oskar von
Preußen die Prinzeſſin Friedrich Leopold. Um 10¾ Uhe
wurde der Tanz durch das Souper unterbrochen. Danach
begann der Tanz von neuem. Schließlich wurden
Pfann=
kuchen und der berühmte Punſch gereicht. — Die
Kur=
fürſtenoper am Kurfürſtendamm, die der Direktor
Palfi, früher am Neuen Operettentheater, beim Beginn
dieſer Saiſon übernommen hatte, war bald in finanziellen
Schwierigkeiten. Jetzt hat, wie die Blätter berichten
Direktor Palfi die Direktion niedergelegt. Geſtern nacht
fand eine Verſammlung der Schauſpieler ſtatt, die bis
zum frühen Morgen über die veränderte Situation
berat=
ſchlagten. Es wurde, um die Möglichkeit zu haben, bis
zum Schluß der Saiſon weiterzuſpielen, die Gründung
einer Betriebsgeſellſchaft mit Palfi als künſtleriſchem
Lei=
ter gegen Honorar in Vorſchlag gebracht. Dieſer
Vor=
ſchlag wurde denn auch, allerdings gegen den Willen
ein=
zelner Mitglieder, angenommen. — Ein Poſträuber
wurde heute abend in der Perſon des 21jährigen
Han=
delsgehilfen Albert Schade auf friſcher Tat ertappt.
Eine Dame wollte auf Poſtamt 113 eine Poſtanweiſung
über hundert Mark einzahlen. Plötzlich entriß ihr ein
junger Mann den Betrag und ſuchte zu entkommen. Die
Beraubte ſchrie laut auf und machte dadurch andere An
weſende aufmerkſam. Der Fliehende wurde verfolgt,
ein=
geholt und der Polizei übergeben. — Ueber 215000
Fernſprechſtellen hat jetzt Groß=Berlin. Nach einer
neuen Zuſammenſtellung der Kaiſerlichen Ober=
Poſtdirek=
tion vom Ende des Jahres 1911 hatte die Zahl der
An=
ſchlüſſe 194 582 betragen, der Zuwachs des letzten Jahres
allein 20 447 Anſchlüſſe. Am 30. Juni 1912 betrug die
Zahl der Anſchlüſſe 204638. Der Zuwachs verteilt ſich
alſo ziemlich gleichmäßig auf die beiden Halbjahre.
Hanau, 5. Febr. Bei der Typhusepidemie des
.Bataillons des Eiſenbahnregiments Nr. 3 hält der ſeit
Wochen zu beobachtende günſtige Verlauf an. Heute ſind
noch 70 Kranke vorhanden, darunter 8 Mann mit hohem
Fieber.
Straßburg i. E., 4. Febr. Gegen den Wetterlsſchen
„Nouvelliſt” in Kolmar hat, wie der Elſäſſer Kurier
mitteilt, Staatsſekretär Zorn v. Bulach Strafantrag
erhoben, und zwar wegen eines Artikels in der Nummer
vom 13. vorigen Monas, in welchem mit Bezug auf den
in der Täglichen Rundſchau dem Abgeordneten Wetterlé
gegebenen Rat, „er möge lieber in Frankreich bleiben.”
der „Nouvelliſt” antwortete, „man könne gerade ſo gut
ge=
wiſſen anderen Leuten ſagen, ſie möchten in Deutſchland
bleiben” und hinzufügte: „Sie kehren dorthin zurück,
aber erſt dann kehren ſie zurück, die Schlaumeier, wenn ſie
mit einer guten, fetten Penſion ausgerüſtet ſind, die ihnen
der elſaß=lothringiſche Steuerzahler berappt, dieſer gute
Kerl”. (Da der Reichstag zu der Strafverfolgung eines
Abgeordneten ſeine Genehmigung nicht zu erteilen
pflegt, ſo hat es mit dem Strafantrag gute Wege)
München, 4. Febr. Das Jagdgewand des
Prinz=Regenten Luitpold iſt als Vermächtnis
an ſeinen Leibreitknecht Max Henkler übergegangen. Es
beſteht aus den kurzen ledernen Kniehoſen, ſchön geſtickten
Trägern dazu, Weſte. Wams und grünem Hut mit
Gems=
bart, der allein 300 Mark wert iſt und vom ſchönſten Bock
ſtammt, den der Regent je geſchoſſen hat; die Bartfaſſung
allein hat 100 Mark gekoſtet. Zum Gewand gehören
noch die Wadenſtrümpfe und Nagelſchuhe. Alles paßt
dem Erben vorzüglich, der die gleiche Figur hat wie
Bayerns verſtorbener königlicher Jaadherr.
München, 5. Febr. Heute früh ſtürzten ſich der
Fähn=
rich Kornhammer vom 9. Infanterie=Regiment in
Würzburg und ſeine Geliebte, vermutlich die Tochter
eines Münchener Fabrikanten, zuſammen von der
Groß=
heſſeloher Iſarbrücke. Kornhammer war ſofort tot, das
Mädchen iſt lebensgefährlich verletzt worden.
Leipzig, 4. Febr. Das Reichsgericht verwarf
die Reviſion des Koksmeiſters Podkowa, der vom
Schwur=
gericht Beuthen am 6. Dezember wegen Mordes zum
Tode verurteilt worden war. Podkowa hatte einem
Ar=
beiter Geld unterſchlagen, ihn getötet und die Leiche im
Koksofen verbrannt.
Mediaſch (Siebenbürgen), 5. Febr. Der
Schnell=
zug, mit welchem Prinz Eitel Friedrich aus
Rumänien nach Berlin zurückkehrte, ſtieß geſtern
nachmit=
tag mit einem Laſtzug zuſammen. Der Heizer
und ein Paſſagier des Schnellzuges ſind tot, mehrere
Paſſagiere verletzt. Mehrere Waggons des Schnellzuges
ſind ſtark beſchädigt. Der Salonwagen des Prinzen Eitel
Friedrich iſt unverſehrt. Der Prinz und das Gefolge
nah=
men rüſtig an der Hilfeleiſtung für die Verwundeten teil.
Die Fahrt wurde durch Ankoppeln des Salonwagens des
Prinzen an einen anderen Zug fortgeſetzt. Die übrigen
Paſſagiere ſind gleichfalls in einen anderen Zug
umge=
ſtiegen.
Eger, 4. Febr. Während des Faſchingsvergnügens
entſtand in einem hieſigen Gaſthauſe zwiſchen Zivil=
und Militärperſonen Streit, in deſſen Verlauf der
Bahnarbeiter Dörfler von dem Landwehrinfanteriſten
Lippert erſtochen wurde. Auch andere Perſonen ſind
ver=
letzt worden.
Neapel, 4. Febr. Der Demonſtrations=
Ge=
neralſtreik wegen Ausdehnung der
Verzeh=
rungsſteuer iſt trotz der leidenſchaftlichen Agitation
von vornherein nur Teilſtreik geblieben. Die
Hafenarbei=
ter taten überhaupt nicht mit, die Straßenbahner nur
teilweiſe; die Zeitungen erſchienen weiter, wenn auch
in verringertem Umfange. Gegen ½12 Uhr fand in der
Arbeiterbörſe die große Proteſtverſammlung ſtatt, wo
Profeſſor Labriola und andere aufreizende Reden gegen
die Kommunalverwaltung hielten. Dann ſormierte ſich
ein Zug in der Richtung auf die Präfektur, wurde aber
von der Polizei ſogleich auseinander getrieben und löſte
ſich in kleine Trupps auf. Die Menge drängte ſich nun
in die Via Duomo (Domſtraße), die von Garden und
Carabinieri abgeſperrt wurde. Die Gemüter begannen
ſich nun zu erhitzen; die Demonſtranten ſtießen laute Schreie
aus und begannen Steine zu ſchleudern; Läden und
Häuſer wurden ſo raſch wie möglich geſchloſſen.
Ver=
geblich verſuchte die Polizei, die ſich der ſchwierigen
Si=
tuation gegenüber muſterhaft verhielt, durch vernünftiges
Zureden und Scherzworte die Menge zu zerſtreuen.
Im=
mer ſtärker wurde der Steinhagel, von dem mehrere
Beamte getroffen wurden. Dadurch wurde die Polizei zu
ſchärferem Vorgehen gezwungen. Da und dort kam es
u heftigen Zuſammenſtößen. Aus der Menge
heraus wurden Revolverſchüſſe abgefeuert.
Schließlich durchbrachen die Demonſtranten den
Polizei=
kordon und warfen ſich auf den Börſenplatz. Hier wurde
die Verwirrung allgemein. Schließlich konnte der Platz
geräumt und die Ruhe wiederhergeſtellt werden. Im
ganzen wurden gegen hundert Verhaftungen
vorgenommen. Eine Abordnung der Streikenden und
der ſozialiſtiſchen Parteigänger begab ſich auf die
Prä=
fektur, um dort die von der Demonſtrationsverſammlung
angenommene Tagesordnung mitzuteilen. Dieſe war
jedoch ſo ſchroff gefaßt, daß der Präfekt den Empfang
der Abordnung ablehnte. Darauf erklärten die
Abge=
ſandten, daß die Agitation gegen die
Kommunalverwal=
tung fortgeſetzt werden würde Ruhige Beurteiler der
verworrenen Situation ſind einig in der Anerkennung der
korrekten Haltung der Behörden.
Paris, 5. Febr. Den Blättern zufolge dürfte die
gegen die Verwaltungsräte der Südſpaniſchen
Landwirtſchaftlichen Hypotheken=Bank
einge=
leitete Unterſuchung nunmehr auch auf den früheren
ſpani=
ſchen Botſchafter in Paris, Perez Caballero,
aus=
gedehnt werden, der eine Zeitlang Präſident des
Ver=
waltungsrates dieſer Bank geweſen war, doch wird dies
erſt geſchehen können, ſobald ſein Rücktritt hier amtlich
be=
kannt gegeben wird.
Kopenhagen, 5. Febr. Geſtern früh ſtrandete bei
der Inſel Bornholm der ruſſiſche Auswandererdampfer
„Odeſſa‟ Die Lage des Schiffes, das etwa 150 Meter
vom Land feſtſitzt, iſt gefährlich. Der däniſche Schoner
„Chriſtine”, der mit Zement von Schweden nach
Born=
holm unterwegs war, iſt vermutlich im Sturm
unter=
gegangen.
New=York, 4. Febr. Zu einer ſenſationellen
Enthüllung führte die Unterſuchung über die geſtrige
Bombenexploſion im Hauſe des Zigarcenhändlers
Herredo. Als der Täter wurde der Pförtner Farrell
rgriffen, der die Tat eingeſtand und zugab, er ſei auch
der Abſender der Bombe, mit der Helen Taylor, die ſeine
Tochter geweſen ſei, im Vorjahr getötet wurde. Er hätte
ſie getötet, weil ſie auf ſchlechte Wege geraten ſei. Farrell
gab über das Bombenatentat, das er im Jahre 1912 auf
den Richter Roſalsky gemacht hatte, und über die
Ermor=
dung eines gewiſſen „Kid Walker” Aufklärung. Walker
ließ er durch einen Mann namens Leſtrange ermorden,
weil jener die Schuld an dem Fall ſeiner Tochter gehabt
habe. Der Anſchlag auf Roſalsky ſei gemacht worden,
weil dieſer einen Verbrecher zu zwanzig Jahren
Gefäng=
nis verurteilt hatte. Der Mann jedoch, der die Bombe
auf den Richter ſandte, ſei ihm nur mit dem Vornamen
Tony bekannt geweſen. Herredo trachtete er nach dem
Leben, weil ihm dieſer drohte, ihn um ſeine Stellung als
Pförtner zu bringen.
New=York, 4. Febr. Man hatte erwartet, daß die
Public Service Commiſſion heute die Kontrakte für
wei=
tere Untergrundbahnen mit einem Koſtenaufwand
von 300 Millionen Dollars unterzeichnen werde. Kurz
vor Zuſammentreten der Kommiſſion las der Vorſitzende
einen Einhaltsbefehl vor, durch welchen der Kommiſſion
das geplante Unterzeichnen der Kontrakte unterſagt
wurde. Der Einhaltsbefehl wurde zugunſten der Kreiſe
erwirkt, welche den Betrieb der Untergrundbahnen durch
die Gemeindebehörden befürworteten.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
C) Vortrag über den Balkankrieg. Ein
intereſſanter Vortragsabend ſteht uns für Freitag, den
4. ds. Mts., bevor. Der bekannte Kriegsberichterſtatten
Reichsfreiherr von Binder=Krieglſtein wird
einen Lichtbildervortrag über den Balkan
krieg halten, den er bis zur Einleitung der
Friedens=
aktion als Vertreter einer Reihe deutſcher Zeitungen
mit=
gemacht hat. Die außerordentlich vorteilhaft bekannte
Perſönlichkeit des Vortragenden bietet Gewähr für einen
feſſelnden intereſſanten Abend. Ueber den vor kurzem in
Berlin gehaltenen Vortrag ſchrieb die Voſſ. Ztg. u. a.:
„Zwiſchen Kreuz und Halbmond” das war der
bezeich=
nende Artikel der temperamentvollen Schilderungen, die
Mittwoch Reichsfreiherr von Binder=Krieglſtein, deſſen
lebendige Berichte vom Kriegsſchauplatz unſeren Leſern
noch in Erinnerung ſind, im Wiſſenſchaftlichen Theater
der Urania zum erſten Male vortrug. In lebhafter Weiſe
trat er bei Beginn ſeiner Ausführungen, deren Wirkung
durch zahlreiche Lichtbilder unterſtützt wurde, für einen
Zuſammenſchluß der Völker germaniſcher Raſſen ein. Sie
müſſen zuſammenſtehen, um die andrängende Flut aus
dem Orient zurückzuhalten und die Weltmachtſtellung der
weißen Raſſe für alle Zeiten zu ſichern. Das
Photo=
graphieren war hier übrigens keine leichte Sache. Die
packenden Szenen aus den Schlachten von Kirk=Kiliſſe,
Lüle=Burgas und der Tſchataldſchalinie ſind unmittelbar
in der Feuerlinie aufgenommen worden. Eine
wohl=
tuende Abwechslung in dieſen Bildern von den Schrecken
und Scheußlichkeiten des Krieges gewähren die
Auf=
nahmen von der Tätigkeit des deutſchen Roten Kreuzes
deſſen muſterhafte Organiſation bei allen kriegführenden
Parteien rückhaltloſe Anerkennung fand Die
unterhal=
tende zweiſtündige Plauderei erntete reichſten Beifall.
C Télémaque Lambrino, der muſikaliſch
eben=
ſo eigenartige wie künſtleriſch geniale Klaviervirtuoſe
vird wiederum in Darmſtadt einen ſeiner Klavierabende
veranſtalten, die ihm bei ſeinen Beſuchen im vergangenen
Jahre ſo außergewöhnliche künſtleriſche Erfolge gebracht
haben. Wie in vielen anderen großen Städten, wird derl
einzigartige ſympathiſche junge Künſtler nun auch in
Darmſtadt bald eine Gemeinde treuer Verehrer ſeinen
Kunſt beſitzen. Einer Kunſt, die ſo viel Eigenes und
Na=
türliches, dabei ſo viel Genialität offenbart, wie nur
Wenige ſie zu entwickeln vermochten. Noch iſt in
Erinner=
ung, welch einmütiges uneingeſchränktes Lob auch die
Darmſtädter Kritik dem Künſtler gelegentlich ſeines letzten
Klavierabends im Oktober vorigen Jahres ſpendete
Bleich begeiſtert ſchreibt die geſamte Kritik der Großſtädte
von ſeinem Können, von ſeiner künſtleriſchen
Offen=
barung. Lambrino iſt ein echter tiefer Künſtler, deſſen
Spiel der Ausdruck und die Sprache des Gemütes
be=
deutet und der über ein fabelhaftes techniſches Können
verfügt. Télémaque Lambrino gehört zu den Pianiſten,
die uns immer von neuem anziehen, und die dem Hörel
auch dann Intereſſe abzugewinnen wiſſen, wenn ſie beim
Nachſchaffen einmal andere Wege, als die gewöhnlich aus
Gründen der Tradition oder der Gewohnheit begangenen,
einſchlagen. Glänzend, ſowohl im berückenden Anſchlag,
wie in der blendenden Virtuoſität, bot Herr Lambrind
drei wirkungsvoll gearbeitete und doch nach Inhalt und
Form prächtig muſikaliſche Werke von Scriäbine und zwei
Liſzt=Kompoſitionen: „Gnomenreigen” und „La
Cam=
panella” denen er als Zugaben drei Chopin=Stücke folgen
ließ. Der Beifall war denn am Schluſſe des Abends auch
demonſtrativ. — So und ähnlich ſprechen ſich faſt
ſämt=
liche Blätter aus. Man darf dem dritten Lambrino=
Abend, der am 13. ds. Mts., im Saale der „Traube”
ſtatt=
finden wird, mit größtem Intereſſe entgegenſehen. — Den
Kartenvorverkauf beſorgt die Hofmuſikalienhandlung
Gg. Thies Nachf. (Leop. Schutter), Eliſabethenſtraße.
Parlamentariſches.
*X* Die nationalliberale Fraktion der
Zweiten Kammer hielt unter Vorſitz des Abg. D
Oſann eine längere Beratung ab. Es fand hauptſächlich
ein allgemeiner Gedankenaustauſch über den
Staatsvor=
anſchlag für 1913 ſtatt, wobei namentlich auch das vom
Finanzausſchuß Erſter Kammer in der jüngſten
gemein=
ſamen Ausſchußſitzung vorgetragene Finanzexpoſé
ein=
gehend erörtert wurde. Ferner wurde auch die Frage
einer anderweiten Regelung des Domänen=Akquiſitions=
Fonds diskutiert. Man hielt es allgemein für richtig,
zu=
nächſt einmal die Regierung um Vorlage einer Denkſchrift
über die ſeitherige Entwickelung und die Leiſtungen dieſes
Fonds zu erſuchen, damit beſtimmte, ſichere Unterlagen
für eine beſſere Beurteilung des bekannten diesbezüglichen
vom Finanzausſchuß Zweiter Kammer beſchloſſenen Ans
trages gewonnen werden.
Zentrum und Sozialdemokrätie.
* Köln, 5. Febr. Zu der Meldung der Frankf. Ztg.,
daß das Zentrum für den Fall einer
Reichstags=
apflöſung mit der Sozialdemokratie Fühlung
genommen habe (S. Deutſches Reich) nimmt jetzt Dr. Jul.
Bachem=Köln das Wort, um den Gerüchten von
einer durch die Haltung des Zentrums drohenden
Reichs=
tagsauflöſung, von Zentrumsplänen und anderen
Gerüch=
ten entgegenzutreten. Unter der Spitzmarke „Ruhig Blut”
nimmt Bachem Anlaß zu folgenden „nüchternen
Bemerk=
ungen”: Wenn es einen Abgeordneten im deutſcher
Reichstag gibt, der politiſch „fieberfrei” iſt, ſo iſt es Dr.
Spahn. Er iſt die Nüchternheit ſelber und ein wahrer
Segen in unſeren Zeitläuften, wo ſo viele aufgeregtel
Menſchen in der Politik ihr Weſen treiben. Wenn er
wirklich, worüber ich nichts weiß, bei irgend einer
Ge=
legenheit irgend eine die Kompetenz des Reichstages in
der Polenfrage wahrende Erklärung abgeben ſollte, ſo
wäre das kein welterſchütternder Vorgang, hat aber
jeden=
falls mit „ſchwarzen Zentrumsplänen” nichts zu tun.
Ueber dieſe ſtaatsrechtliche Frage wird man ſich wohl noch
auseinanderſetzen können, ohne in den Verdacht zu
ge=
raten, daß man das Deutſche Reich aus den Angeln heben
wolle. Warum ſollte das Zentrum für eine
Reichstags=
auflöſung ſein? Seine Poſition iſt doch auch im
gegen=
wärtigen Reichstage nicht ſchlecht, wenn es ſie zu wahren
verſteht. Poſitive Arbeit kann dort ohne und gegen das
Zentrum nicht geleiſtet werden. Und warum ſollte gerade
wegen der Militärvorlage eine Reichstagsauflöſung
kom=
men? Ein Zentrumsmitglied, das wegen dieſer Even=
lebendig eingemauert worden ſei. Es war der
Fahnen=
träger der türkiſchen Beſatzung, die beim Herannahen der
feindlichen Truppen ſofort gewußt hatte, daß jeder
Wider=
ſtand vergeblich ſei. Die Befehle aus Konſtantinopel
lau=
teten aber, daß ſich die Beſatzung zu halten habe, da in
einigen Tagen beneutende Verſtärkungen eintreffen
wür=
den. So war unter den Soldaten neues Vertrauen
wach=
gerufen worden. Damit aber die Fahne in keinem Falle
in die Hände des Feindes falle, riet man dem
Fahnen=
träger, ſich einmauern zu laſſen, und verſah ihn auf einige
Tage mit Mundvorrat. Aber drei Tage waren vergangen
und die erhofften Hilfstruppen blieben aus. Anſtatt ihrer
waren die Serben in Durazzo eingedrungen, während die
Türken merkwürdigerweiſe den Tapferen in der Mauer
ganz vergeſſen hatten. Der Hunger preßte ihm jene Rufe
ab, die von der Schildwache glücklicherweiſe gehört
wor=
den waren und zu ſeiner Befreiung geführt hatten.”
* Das Spukhaus von Marcinelle. Aus Brüſſel wird
berichtet: Eine Anzahl von Bewohnern von Marcinelle,
einem Vororte von Charleroi, ſtehen im Begriff, aus ihrer
Heimat zu flüchten, weil die Gemeinde nach ihrem
Glau=
ben von böſen Geiſtern heimgeſucht iſt. Seit dem letzten
Mittwoch iſt das Haus der Familie van Zanten die
Ziel=
ſcheibe dieſes böſen Spuks; alle Fenſter ſind zerbrochen,
täglich geht ein rätſelhafter Steinregen über das Haus
nieder, aber es iſt vollkommen unmöglich, zu erkennen,
woher dieſe Steine kommen und wer ſie ſchleudert. Am
Samstag wandte ſich die Familie an die Polizei, und
der Gendarmeriekapitän Vandermerſch beſetzte mit ſechs
Leuten das „Spukhaus”, um mit den böſen Geiſtern ein
Wörtlein zu reden. Aber wie immer in den letzten Tagen:
unmittelbar nach dem Mittageſſen ſetzte der
geheimnis=
volle, gefährliche Steinregen wieder ein, die Fenſterſchei=
ben zerbrachen, überall drangen Steine und Wurfgeſchoſſe
ein, und die Gendarmen wurden von einem Zimmer ins
andere getrieben. Aber es blieb unmöglich, den Urheber
dieſes geſpenſtiſchen Bombardements zu ſehen, in der
Umgegend war kein Menſch zu erblicken, obgleich die
Gendarmen ſogar aufs Dach geklettert waren. Noch heute
iſt die Angelegenheit ein Geheimnis. Die Familie van
Zanten iſt am Sonntag ausgezogen, ihr Haus iſt eine
Ruine: nur die Gendarmen ſind geblieben, um den
wei=
teren Verlauf der Dinge zu beobachten; denn die Männer
der öſſentlichen Ordnung wollen nichts von „böſen
Gei=
ſtern” glauben, obgleich ſie ſelbſt zwei Tage lang das
Opfer dieſer geheimnisvollen Angriffe geworden ſind,
ohne das Rätſel erklären zu können.
* Der Ring des Polykrates. Auf welch wunderbare
Weiſe zuweilen die Vogelwarte Roſſitten ihre Fußringe
zurückerhält, mit denen die Zugvögel aus
wiſſenſchaft=
lichem Intereſſe markiert werden, zeigt folgender von der
Tilſiter Allgemeinen Zeitung mitgeteilter Fall. Ein Herr
A. Voigt ließ ſich Fußringe von der Vogelwarte kommen
und markierte damit im Sommer 1912 u. a. einen jungen
Eichelhäher mit Ring 9358 bei Kemberg, Bezirk Halle
a. S., im Neſte. Am 23. November 1912 ſchoß der
Forſt=
aufſeher Neubauer im fürſtlich Schwarzburgiſchen
Harz=
forſt Breitungen eine Wildkatze, in deren Magen ſich bei
näherer Unterſuchung der betreffende Eichelhäherfuß mit
anhaftendem Ringe vorfand. Der Ring, der ſich jetzt in
der Sammlung der Vogelwarte befindet, zeigt tiefe
Zahn=
eindrücke des Raubtieres, das tüchtig zugebiſſen hat, um
das Metall zu zerkauen, und dann nach vergeblichem
Be=
mühen Ring und Fuß ganz verſchlungen hat. Es iſt
be=
kannt, daß Wildkatzen ganz beſonders Baumvögeln, wie
Wildtauben. Eichelhähern u. a. nachſtellen=
tualität mit einer führenden Perſönlichkeit der
Sozial=
demokratie Fühlung nahm, würde ſich, von allem anderen
abgeſehen, dem Vorwurf der Voreiligkeit ausſetzen.
Einſt=
weilen möge die Frankfurter Zeitung den Namen dieſes
voreiligen Politikers nennen, wenn er exiſtiert. Man
kann ſich dann weiter darüber unterhalten. Die
Militär=
vorlage iſt noch nicht da. Man weiß nicht, welche
For=
derungen ſie ſtellt und wie ſie eventuell finanziell gedeckt
werden ſoll. Warte man alſo die Vorlage ab und
unter=
ziehe ſie einer gewiſſenhaften Prüfung. Einer ſolchen
wird ſich das Zentrum ebenſo wenig entziehen wie irgend
eine andere der nationalen Parteien des Reichstages.
Das Zentrum hat Grund, ausgiebigen Grund, zur
Un=
zufriedenheit mit der Regierung, aber es wird das Reich
und das Land das nicht entgelten laſſen. Das verlangt
das allgemeine Wohl und auch das eigene Intereſſe des
Zentrums verlangt es. Von einem Führer des
Zen=
trums iſt zudem ausdrücklich erklärt worden, daß die
Fraktion ſich zweifellos Staatsnotwendigkeiten unter
kei=
nen Umſtänden widerſetzen wird. Laſſe man alſo die
Dinge an ſich herankommen und bewahre ſich kühlen Kopf
und ruhiges Blut. Die internationale Situation iſt
wahr=
lich nicht danach angetan, den Schein zu erwecken, als gehe
im Deutſchen Reich alles drnuter und drüber. Es wäre
das ja auch ein falſcher Schein.
Die Frankf. Ztg. ſagt, daß die Leipziger Volksztg.
und die Mannheimer Volksſtimme auf Grund eigener
Informationen ihre Angaben beſtätigt haben; das letztere
Blatt unter Hinweiſen, die eine ſtarke Aehnlichkeit mit
den Vorgängen vom Jahre 1907 erkennen laſſen. Es
liege die Sondierung eines der einflußreichſten
Zen=
trumsmitglieder bei der Sozialdemokratie vor, die auch
durch nachträgliche Abſchüttelung nicht aus der Welt
ge=
ſchafft werden lönne.
Erinnerungsfeier in
Königsberg.
* Königsberg i. Pr., 4. Febr. Die hundertſte
Wiederkehr der denkwürdigen Zeit, in der in der
Provinz Oſtpreußen die glorreiche Erhebung gegen die
Fremdherrſchaft ins Werk geſetzt wurde, wird in dieſen
Tagen in der ganzen Provinz in freudiger Erinnerung
feßtlich begangen. Und wie vor einem Säkulum den
Hauptpunkt jener an Vaterlandsliebe und Opfermut ſo
unvergleichlichen Zeit der von einmütiger Begeiſterung
getragene Februarbeſchluß der Oſtpreußiſchen Stände
bil=
dete, ſo iſt auch in den Mittelpunkt der jetzigen
Er=
innerungsfeier der 5. Februar geſetzt worden
an dem der oſtpreußiſche Provinziallandtag im
Landes=
hauſe nach vorausgegangenem Gottesdienſt im Dom zu
einer feierlichen Sitzung zuſammentritt, um eine
Anſprache des Kaiſers und Königs
entgegen=
zunehmen.
Die Vorbereitungen die Magiſtrat und
Bür=
gerſchaft der alten Krönungsſtadt zum Empfange des
Mo=
narchen getroffen haben, ſind nahezu beendet. Auf den
Straßen, die der Kaiſer während ſeiner Anweſenheit
berührt, ſind ſchlanke Maſten errichtet und durch
Tannen=
girlanden miteinander verbunden. Die öffentlichen Ge=
Häude und viele Privathäuſer, namentlich in der Nähe des
Bahnhofes und des Schloſſes, das Rathaus, die Börſc
ſind gleichfalls mit friſchem Tannengrün geſchmückt
Ueberall wehen Fahnen und Banner und im Hafen haben
die Schiffe über die Toppen geflaggt. Ein Kunſtwerk
bil=
det das große Säulenportal, das ſich am Ausgange des
Bahnhofsplatzes nach der Kaiſerſtraße zu erhebt und durch
einen von Pylonen flankierten breiten Gang mit dem
Fürſtenzimmer des Bahnhofsgebäudes in Verbindung
ſteht. Außerordentlich wirkungsvoll iſt auch die
Aus=
ſchmückung des Landeshauſes in der Königſtraße. Vor
dem Haupteingang iſt ein großer Baldachin errichtet,
unter dem der Kaiſer beim Betreten des Landeshauſes
vom Oberpräſidenten von Windheim, dem Vorſitzenden
bes Provinziallandtages, Fürſten Dohna=Schlobitten,
dem Vorſitzenden des Provinzialausſchuſſes und dem
Landeshauptmann der Provinz Oſtpreußen empfangen
wird. An der Front der Kunſtakademie, in deren
Vor=
garten ſich das Denkmal für Theodor von Schön erhebt
iſt ein von dem Direktor der Kunſtakademie Profeſſor
Ludwig Dettmann geſchaffenes dreiteiliges
Koloſſal=
gemälde mit Motiven aus der großen Zeit angebracht
worden, das der Kaiſer auf der Fahrt zum Lundeshauſe
zu beſichtigen gedenkt. In vielen Schaufenſtern ſieht man
Büſten und Bilder des Kaiſers und der Kaiſerin, an den
Häuſerfronten Vorbereitungen zur Illumination, die ein
glänzendes Bild geben dürfte. In den Kirchen ſind für
den Morgen des denkwürdigen 5. Februar
Feſtgottes=
dienſte vorgeſehen und ebenſo werden in allen Schulen
der Provinz Gedenkfeiern veranſtaltet. Die öffentlichen
Bureaus wie auch die Börſe bleiben geſchloſſen.
H.B. Königsberg, 5. Febr. Die offizielle
Hundertjahrfe ier der Befreiungskriege ſetzte heute
hier in Königsberg ein mit der Enthüllung des
Denkmals für General Yorck. Die ſtädtiſchen
Körperſchaften hielten ſchon um 9 Uhr eine feierliche
Sitz=
ung in dem hiſtoriſchen Stadthausſitzungsſaal ab. Im
Beiſein des Kronprinzen wurde um 10 Uhr auf dem
Walter Simon=Platz das Denkmal des Generals York
enthüllt. Der Kronprinz fuhr hierauf mit der
Kronprin=
zeſſin zum Empfang des Kaiſers nach dem Bahn
Hof. Die Ankunft des Kaiſers erfolgte um 12 Uhr. —
An=
äßlich der Gedenkfeier haben eine Anzahl hervorragender
Perſönlichkeiten Oſtpreußens Orden erhalten. Dem
Fürſten zu Dohna=Schlobitten wurde der Schwarze
Adler=
orden verliehen.
* Königsberg, 5. Febr. In der Sitzung der
tädtiſchen Korporationen hielt
Oberbürger=
meiſter Koerte, mit der goldenen Amtskette geſchmückt,
eine Begrüßungsanſprache, die von der
Ver=
ſammlung ſtehend angehört wurde. Er führte u. a. aus:
Es ſind keine lauten, keine lediglich auf Freude
abge=
ſtimmte Feſttage, die unſer preußiſches Vaterland ſich zu
eiern anſchickt; es ſind vorwiegend ernſte Gedenktage, die
den Preußen und den Deutſchen recht eindringlich
ver=
ſenken in die große Zeit vor hundert Jahre, die ihm vor
Augen führen ſollen, was ein treues Zuſammenhalten
zwiſchen Volk und König vermag, wenn es gilt, großes zu
vollbringen. In Königsberg beainnt eine Reihe Feſttage;
ſeine Stadt hätte auch mehr Veranlaſſung, die heutige
Feier ernſt und ſchlicht zu beginnen. Beſondere Freude
gewährt es mir, die Nachkommen der Familie des
Ober=
bürgermeiſters Heidemann an dieſem bedeutungsvollen
Feſttage an dieſer Stelle auf das herzlichſte begeüßen zu
können.
Gottesdienſt im Dom.
* Königsberg, 5. Febr. Der Kaiſer traf um
2.20 Uhr mit der Kronprinzeſſin und dem
beider=
eitigen Gefolge hier ein. Die Herrſchaften begaben ſich
im Automobil nach dem Dom zum
Feſtgottes=
dienſt. Kurz vor 12 Uhr traf die vom 3. Grenadier=
Regiment geſtellte Ehrenkompagnie mit Fahne und Muſik
vor dem Dome ein. Auf dem rechten Flügel hatten ſich
die direkten Vorgeſetzten mit dem kommandierenden
Ge=
neral des erſten Armeekorps v. Kluck, der das Band des
Schwarzen Adlerordens über dem Mantel trug,
Auf=
ſtellung genommen. Die Straßen am Domplatz und
die=
er ſelbſt waren mit einer dichten Menſchenmenge beſetzt;
überall ſah man die hiſtoriſchen Vivatbänder von Jung
und Alt getragen. Hohe Offiziere ſelbſt Schutzleute
tragen die buntfarbigen Erinnerungsbänder. Dicht an
dem Dome hatte auch eine Abteilung Jungdeutſchland
Aufſtellung genommen. Bald nach 12 Uhr begannen die
Glocken des Doms zu läuten. Hurrarufe kündigten die
Ankunft des Kronprinzen an, der ſich in das
Domportal begab. Darauf erſchollen von neuem ſtürmiſche
Hurrarufe und der Kaiſer mit der
Kronprin=
zeſſin traf im offenen Automobil vor dem Gotteshauſe
ein, mit ihm der Fürſt zu Dohna=Schlobitten, der das
Band des heute verliehenen Schwarzen Adlerordens
ange=
legt hatte. Der Kaiſer, der über dem Mantel gleichfalls
das Band des Schwarzen Adkerordens trug, begrüßte,
nachdem der Präſentiermarſch verklungen war, den
Gene=
ral Kluck und ſchritt dann die Front der Ehrenkompagnie
ab. Sodann begab ſich der Kaiſer zum Domportal, in
dem der Kronprinz und der Oberpräſident den Monarchen
empfingen.
Um 12 Uhr begann ein feierlicher
Gottes=
dienſt im Dom. Ueber 1000 Perſonen waren in dem
altehrwürdigen Gotteshauſe anweſend. Durch die ſchönen
Glasmalereien der Fenſter fiel von Zeit zu Zeit das
Sonnenlicht, miſchte ſich mit dem Licht der Kerzen und
er=
hellte ſo den wundervollen Hochaltar mit den vielen alten
Denkmälern und Bildern. In dem Dome waren
ver=
ſammelt die Spitzen der militäriſchen, Zivil= und
ſtädti=
ſchen Behörden, daruner der kommandierende General
des 20. Armeekorps v. Scholtz, Oberbürgermeiſter Koerte,
ferner die Mitglieder des Provinzial=Landtages und des
Provinzial=Ausſchuſſes, die Geiſtlichkeit, . Vertreter der
Univerſität und der Kunſtakademie und der Adel der
Pro=
vinz mit den Damen. Unter den anweſenden Mitgliedern
des Adels waren viele alte ſtolze Namen vertreten, ſo
v. Below Rogalla von Bieberſtein, v. Dohna, v. Doenhoff,
v. Eulenburg, v. Finckenſtein, von der Goltz, Gottberg von
der Groeben, v. Kalckſtein, v. Kallnein, v. Kanitz, von
Keyſerlingk, v. Lehndorff. v. Podewills und Saucken, von
Schenck, von der Trenck und von Yorck. Der Kaiſer
hielt beim Orgelklang unter Vorantritt der
Geiſt=
lichkeit ſeinen Einzug in den Dom. Links neben ihm
ging die Kronprinzeſſin, dahinter der Kronprinz in der
Uniform ſeines Huſaren=Regiments und die Damen und
die Herren der Umgebung, Oberpräſident v. Windheim
der kommandierende General v. Kluck, der Vorſitzende des
Provinzial=Landtags Fürſt zu Dohna, letzterer mit dem
Schwarzen Adlerorden. Der Vorſitzende des Provinzial=
Ausſchuſſes Jungſchulz von Roebern, Landeshauptmann
von Berg u. a. Der Chor, gebildet von der muſikaliſchen
Akademie, trug den 100. Pſalm: „Jauchzet dem Herrn
alle Welt” in der Kompoſition Mendelsſohn=Bartoldys
vor, während der Hof in den Logen rechts vor dem Altar
Platz nahm. Die Kronprinzeſſin ſaß zwiſchen dem
Kaiſer und dem Kronprinzen. Die Liturgie hielt
Super=
intendent Quandt, die Feſtpredigt
Generalſuperin=
tendent Schoettler, der ſeine von warmem
Patrio=
tismus getragenen Gedanken mit von Herzen kommender
Beredſamkeit vortrug. Die Feſtpredigt hinterließ einen
tiefen Eindruck. Der Vortrag des Niederländiſchen
Dank=
gebets, zuletzt von Orgel und Poſaunen begleitet, ſchloß
die Feier. Beim Ausgang ſpielte die Orgel die
National=
hymne.
Gegen 1¼ Uhr war der Gottesdienſt beendet. Der
Kaiſer verließ mit dem Kronprinzenpaar die Kirche
und nahm mit den Herren des Gefolges, dem Fürſten zu
Dohna und dem Oberpräſidenten v. Windheim vor dem
Portal Aufſtellung. Mit klingendem Spiel rückte die
Ehrenkompagnie an und defilierte vor dem Monarchen.
Dann beſtieg der Kaiſer mit dem Kronprinzen das
Auto=
mobil und fuhr unter ſtürmiſchen Huldigungen der Menge,
die die Häuſer bis auf die Dächer beſetzt hielt, ins
Schloß, wo Frühſtückstafel ſtattfand. Im
zwei=
ten Automobil folgte der Kronprinz. Das Wetter hatte
ſich im Laufe des Vormittags aufgeklärt und die Sonne
durchbrach die Wolken.
Anſprache des Kaiſers.
* Königsberg, 5. Febr. Der Kaiſer eröffnete
den Landtag der Provinz mit einer Anſprache,
in welcher es heißt: Es iſt mir eine beſondere Freude,
Ihrem Wunſch zu entſprechen und den Landtag meiner
getreuen Provinz Oſtpreußen hiermit in Perſon zu
er=
öffnen. Bevor Sie Ihre geſchäftlichen Arbeiten und
Be=
ratungen für das Wohl der Provinz beginnen, laſſen Sie
uns der Tat gedenken, welche von der heute vor hundert
Jahren hier in Königsberg zuſammengetretenen
Ver=
ſammlung der Deputierten der Provinz ausging und den
erſten Schritt zur Wiederaufrichtung und Befreiung des
darniederliegenden Vaterlandes bildete. Schwer iſt es,
das volle Maß des Unglücks und der Wirrniſſe jener Zeit
uns vor Augen zu führen. Da ſetzte die göttliche
Vor=
ſehung dem Siegeslauf des kühnen Korſen ein jähes Ziel.
Die ſchwer auf Europa laſtende Heimſuchung ſchien ihrem
Ende entgegenzugehen. Jetzt oder nie konnte das Sehnen
jedes Preußenherzens in Erfüllung gehen, konnten die
Feſſeln der langjährigen Knechtſchaft abgeworfen werden.
So dachte Yorck, als er ſich unter dem gewaltigen Zwang
der Verhältniſſe zu dem Entſchluß durchrang, das ihm
anvertraute Korps von dem Schickſal des Reſtes der
gro=
ßen Armee zu trennen und wieder unter den Oberbefehl
des Königs zu ſtellen. So dachten auch jene wackeren
Männer, die als Vertreter des Adels, der Stadt und der
Bauernſchaft Ihrer Provinz hier zuſammentraten. Sig
waren die erſten im Lande, die dem Gedanken die Tat
olgen ließen, indem ſie einmütig beſchloſſen, auf eigene
Koſten eine Bewaffnung des Volkes vorzunehmen und
dem geliebten König zur Verſtärkung ſeiner aktiven
Trup=
pen eine Landwehr darzubringen. Und als bald darauf
der König den langerſehnten Augenblick für den ſo
vor=
bereiteten Schritt zur Rettung des Vaterlandes für
ge=
kommen hielt und ſein Volk zum Kampf für Ehre und
Freiheit aufrief, da ſcharte ſich um ihn Alt und Jung, Hoch
und Niedrig mit zielbewußter Entſchloſſenheit, das letzte
an Gut und Blut freudig auf dem Altar des Vaterlandes
zu opfern. Heute ſchreiben wir wieder die Jahreszahl 13.
Wie glücklich hat ſich das Zeitbild gewendet! Vor uns
ſteht der feſtgefügte Bau des Deutſchen Reiches, geachte:
im Rat der Völker und wohl gerüſtet gegen jeglichen An
griff. An die Stelle der kriegeriſchen Taten ſind
ſegens=
reiche Friedenswerke getreten. Handel und Wandel
blühen und Wiſſenſchaft und Technik ſchreiten fort. Stadt
und Land erfreuen ſich des Wohlſtandes. Aber die
Er=
eigniſſe vor 100 Jahren mahnen uns eindringlich daran,
daß nicht kriegeriſche Lorbeeren Wohlſtand, Macht und
Anſehen am letzten Ende das Schickſal und die Zukunft
eines Volkes ſichern, ſondern allein die ſittliche Kraft, die
ihm innewohnt. Die Wurzel dieſer Kraft ruht in der
Gottesfurcht, der Pflichttreue und der Liebe zu König
und Vaterland. Das gemeinſame Unglück hatte um Fürſt
und Volk ein ſtarkes Band opferwilliger Treue und
gegenſeitigen Vertrauens geſchmiedet. Gerade die
Be=
wohner Oſtpreußens hatten in den voraufgegangenen
Jahren tiefſter Erniedrigung das große Leid des Königs
und der Seinen mit angeſehen. Das Herz der geliebten
Königin war über den Schmerz des Vaterlandes
gebro=
chen. Sie aber lebt als guter Genius Preußens in ihrem
Volke fort
Wir können den heutigen Gedenktag nicht ſchöner
be=
gehen, als durch das erneute Gelübde, uns unſerer
Ver=
gangenheit und unſerer Väter allezeit würdig zu erweiſen
und die uns als koſtbarſtes Erbe überkommenen Ideale
und religiöſen Güter zu pflegen und zu mehren für den
opferfreudigen Dienſt am teuren Vaterland. Das ſei der
heutige Beſchluß Ihres Landtages! Dann wird die
Pro=
vinz Oſtpreußen wie vor 100 Jahren auch in Zukunft ein
Vorbild für ihre Schweſtern im Lande ſein und Männer
der Tat ſtellen, wenn, was Gott verhüten wolle, der
König wieder einmal gezwungen ſein ſollte, zum Kampf
für Ehre und Vaterland aufzurufen!
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 5. Febr. Präſident Dr. Kaempf
er=
öffnet um 1 Uhr 17 Minuten die Sitzung. Vor Eintritt
in die Tagesordnung erklärt Miniſterialdirektor von
Jonquiéres: In meiner Rede am 25. Januar
be=
züglich der Sicherheitsvorſchriften für den überſeeiſchen
Paſſagierverkehr iſt mir inſofern ein Irrtum unterlaufen,
als ich geſagt habe, daß ſeitens der ſeemänniſchen
Ar=
beiterorganiſation ein Herr Paul Müller zugegen und
ſich mit den Verhandlungen einverſtanden erklärt habe.
Es hat ſich aber herausgeſtellt, daß ein Herr Hoffmann
anweſend war. In der letzten Nummer des Organs des
Herrn Paul Müller wird mir nun der Vorwurf eines
Tricks gemacht. Ich nehme heute Anlaß, die in gutem
Glauben abgegebene irrtümliche Erklärung in geſchehener
Weiſe richtig zu ſtellen.
Die zweite
Beratung des Etats des Innern
wird ſodann fortgeſetzt beim Kapitel „
Reichsverſicherungs=
amt”. — Abg. Körſten (Soz.): Es fehlt immer noch
eine Statiſtik über Berufskrankheiten. Beſonders
ſchlimme Verhältniſſe beſtehen im Malergewerbe wegen
der vielen Bleierkrankungen. Auch die Ziffer der
Bruſt=
kranken im Gießerei= und Steinhauergewerbe iſt ſehr
groß. Die Unfallverhütungsvorſchriften ſind ganz
un=
zulänglich. Der Redner erklärt dann weiter, daß die
Ge=
werbekrankheiten der Unfallverſicherung unterſtellt werden
müßten. Im allgemeinen ſind die Renten im Laufe der
Zeit weſentlich gekürzt worden. Die entſcheidenden
Se=
nate ſchabloniſieren in der ſchlimmſten Weiſe. Unſere
Verſicherungsordnung iſt ein ſchönes Moſaikbild, man
darf aber nicht zu nahe herantreten. Die
Witwenverſor=
gung iſt weiter nichts als eine zentraliſierte Armenpflege.
(Beifall bei den Sozialdemokraten.) — Abg. Becker=
Arnsberg (Ztr.): Ich kann mich trotz vieler tatſächlich
be=
ſtehender Mißſtände dem durchaus abſprechenden Urteil
des Vorredners über unſere Verſicherungsgeſetze nicht
anſchließen. Wir ſordern in unſerer Reſolution,
daß=
ſämtliche Berufskrankheiten der Unfallverſicherung
unter=
ſtellt werden. Beſonders ausgedehnt hat in der letzten!
Zeit das Augenzittern der Bergleute zugenommen. Im
Ruhrrevier allein ſind mehr als 11000 Arbeiter von dieſer
Berufskrankheit betroffen. In den Erzbergwerken des
Kreiſes Meſchede beſtehen geradezu ſchauerliche Zuſtände.
Die Mortalität iſt übergroß. Aehnliche Verhältniſſe
be=
ſtehen im Steinhauergewerbe. — Abg. Hepp (natlib.):
Viele Unfallverhütungsvorſchriften in landwirtſchaftlichen
Betrieben ſind geradezu unverſtändlich. Sie hindern
mehr den Betrieb, als daß ſie der Unfallverhütung
nütz=
lich wären. Bei der Entſchädigung für Kopfverletzungen
in den Bergwerken, deren ſchlimme Folgen immer noch
zu wenig Beachtung ſinden, ſollte man ſich nicht lediglich
auf das Urteil der Aerzte verlaſſen, ſondern Perſonen
hin=
zuziehen, die auf Grund langer Beobachtungen ein
ge=
naues Urteil abgeben können. — Abg. Behrens (
Wirt=
ſchaftliche Vgg.): Nach dem Beiſpiel Bayerns ſollten in
ſämtlichen wirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaften Arbeiter
in den Vorſtand gewählt werden. Die ſogenannten
Un=
fälle des täglichen Lebens, die zwar nicht aus dem Beruf
als ſolchem hervorgehen, aber während der Ausübung
des Berufes erfolgen, ſollten durchweg als
Betriebs=
unfälle im Sinne des Geſetzes und daher als
entſchädi=
gungspflichtig betrachtet werden. — Abg. Taubadel
(Soz.): Hoffentlich gehen dem Reichstage bald die
Unter=
lagen zu. um die Herabſetzung der Altersgrenze von 70
auf 65 Jahre zu bewirken. — Abg. Koßmann (Ztr.):
Die trüben Zuſtände, wie ſie im Geſündheitszuſtand der
Bergleute im Ruhrrevier beſtehen, ſind auch in
Ober=
ſchleſien und im Saarrevier zu ſinden. Die
Unzufrieden=
heit der Verſicherten richtet ſich weniger gegen die ſoziale
Verſicherung, als vielmehr gegen die Art ihrer
Hand=
habung. Es müßte mehr Objektivität und Gerechtigkeit
den Rentenberechtigten gegenüber obwalten.
Ueber=
laſtete Aerzte ſollten nicht zu Vertrauensärzten
ausge=
wählt werden, dadurch werden die Rentenempfänger
ge=
ſchädigt. Die landwirtſchaftlichen
Unfallverhütungsvor=
chriften ſind nicht bekannt genug. Man ſollte durch
Vor=
träge aufklärend wirken. Es iſt nicht angebracht, mit
ſcharfen Polizeiſtrafen vorzugehen. Die große Anzahl
von Unfällen in der Großeiſeninduſtrie iſt auf die lange
Arbeitszeit und beſonders auf das Akkordlohnſyſtem
zu=
rückzuführen. Die Arbeiter müſſen in die Lage verſetzt
werden, ihre Arbeit mit Bedacht und Aufmerkſamkeit
aus=
zuüben.
Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Ueber die
Einbe=
ziehung der gewerblichen Krankheiten in die
Unfallver=
ſicherung haben bereits eingehende Erwägungen
ſtattge=
funden. Bezüglich der Steinarbeiter, bei denen die
be=
klagenswerte Erſcheinung beſteht, daß eine große Zahl
von ihnen lungenleidend iſt, hat man noch keinen Abſchluß
erzielen können, da große materielle Schwierigkeiten zu
überwinden ſind. Die Zahl der Renten hat im Laufe der
Zeit eine derartige Höhe erreicht, daß es auch dem
Reichs=
tage notwendig erſchien, eine Nachprüfung ſtattfinden zu
laſſen, ob die Grenzen des Geſetzes bei Gewährung der
Renten innegehalten worden ſind. Daraufhin iſt eine
Einſchränkung eingetreten. Die von dem Abgeordneten
Körſten vorgetragenen Fälle, in denen die
Unfallentſchä=
digungen verringert worden ſeien, ſind weit übertrieben.
In einzelnen Fällen, ſo beim Verluſt einer Hand, ſind
die Entſchädigungen in der letzten Zeit erhöht worden.
Auch die Geſamtzahl der bewilligten Renten iſt dauernd
geſtiegen. — Aba. Silberſchmidt (Soz.): Die
Revi=
ionen auf den Bauten ſind noch völlig ungenügend. Die
Folge davon iſt, daß die Bauunfälle namentlich auch im
Tiefbaugewerbe ſich wieder erheblich vermehrt haben. Zur
Nachprüfung der Unfallverhütungsvorſchriften ſollten die
Vertreter aller gewerkſchaftlichen Organiſationen
hinzu=
gezogen werden, um eine Imparität auf dieſem Gebiete
zu vermeiden. — Abg. Giesberts (Ztr.): Die
Schaf=
ſung von Landkrankenkaſſen erfolgt vielfach nach
voll=
ſtändig falſchen Geſichtspunkten. In der Stadt Eſſen z. B.
iſt eine ſolche Krankenkaſſe gegründet worden. Das führt
natürlich dazu, daß die Betriebskaſſen der induſtriellen
Werke eine überwiegende Macht erlangen und auch die
Landkrankenkaſſen vollſtändig einſeitig mit ihren
Ten=
denzen beherrſchen. Eine Reviſion in dieſer Hinſicht iſt
notwendig. — Abg. Hägy (Elſäſſer): Auch in unſerem
Reichslande klagen die landwirtſchaftlichen Betriebe über
Abg.
die rigoroſen Unfallverhütungsvorſchriften.
Aſtor (Ztr.): Die Gründung der Detailliſten=
Berufsge=
noſſenſchaft iſt eine erfreuliche Erſcheinung; ſie wird eine
Abg. Sachſe
ſegensreiche Tätigkeit entwickeln.
(Soz.): Bei der Schaffung von Landkrankenkaſſen in den
Induſtriebezirken zeigt ſich die falſche Politik des
Zen=
trums. — Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Die
Ent=
ſcheidung darüber, wo Landkrankenkaſſen errichtet werden
können, iſt dem Reichsverſicherungsamt entzogen und den
Landesbehörden übertragen worden. — Das Kapitel wird
bewilligt. Die Reſolution des Zentrums auf
Ein=
beziehung der gewerblichen Berufskrankheiten in die
Un=
fallverſicherung wird angenommen.
Das Kapitel „Phyſikaliſch=techniſche
Reichsanſtalt” wird ohne Debatte genehmigt.
Es folgt das Kapitel „Aufſichtsamt für
Pri=
vatverſicherung‟ — Abg. Taubadel (Soz.):
Wir ſtehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die
Abonnentenverſicherung generell verboten werden müßte.
Der Inhalt der vorgelegten Denkſchrift über die
Abon=
nentenverſicherung iſt von weittragender Bedeutung. Die
Denkſchrift iſt dankbar zu begrüßen, weil ſie uns zum
erſtenmal ein klares Bild über die tatſächlichen
Verhält=
niſſe, Weſen, Art und Umfang dieſes
Verſicherungszwei=
ges darbietet. Nicht einverſtanden ſind wir damit, daß
die Denkſchrift von beſonderen Vorteilen für den
Hand=
werker= und Gewerbeſtand ſpricht. Die Summen, die in
der Denkſchrift angegeben werden, ſind zunächſt beſtechend.
aber nicht nachgewieſen iſt der tatſächliche Nutzen für die
beteiligten Kreiſe. Meine Partei ſteht auf dem Boden
der vorjährigen Reſolution, die Abonnentenverſicherung
zu verbieten. Die Preſſe hat hohe ideale Intereſſen zu
vertreten, die nicht vereinbar ſind mit derartigen
Neben=
aufgaben. — Abg. Junck (natlib.): Ich nehme der
Abon=
nentenverſicherung gegenüber einen freundlicheren
Stand=
punkt ein als mein Vorredner. Ein abſolutes Verbot
würde ein Ausnahmegeſetz darſtellen. Gerechtfertigt wäre
in dieſer Frage das Kompromiß, daß die
Abonnenten=
verſicherung dem Aufſichtsamt für Privatverſicherung
unterſtellt würde. Von einem Unfug und von einem
Un=
weſen kann nicht geſprochen werden, zumal die
Abon=
nentenverſicherung den weiten Zwiſchenraum zwiſchen den
großen und den Zwangs=Verſicherungen ausfüllt, und
damit dem großen Publikum eine große Wohltat
er=
wieſen wird. — Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Die
Denkſchrift ſoll nur den Zweck haben, Material zu bieten.
Das Reichsaufſichtsamt würde der
Abonnentenverſiche=
rung gegenüber die größte Zurückhaltung üben.
Hierauf wird vertagt. — Nächſte Sitzung:
Don=
nerstag 1 Uhr. Fortſetzung der heutigen Debatte.
Schluß 7 Uhr.
* Berlin, 5. Febr. In der
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstags beſprach Miniſter v.
Breiten=
bach die Verhältniſſe des
Eiſenbahnper=
ſonals. Seit 1908 ſeien die Löhne der Arbeiter um
20 Prozent geſtiegen. Die Meldungen zum
Eiſenbahn=
dienſt überſtiegen den Bedarf. Die Lage der
Stations=
diätare ſei nicht als ungünſtig anzuſehen. Akademiſch
gebildete Beamte kämen erſt viel ſpäter in feſte
Stellun=
gen. Dem Antrag, neue Aſſiſtentenſtellen zu ſchaffen,
könne er nicht beipflichten, da kein Bedürfnis dafür beſtehe.
Aus den Erklärungen der Arbeiterausſchüſſe gehe hervor,
daß das neue Akkordſyſtem die Zuſtimmung der
Arbeiter=
ſchaft finde.
Gerichtszeitung.
Ein politiſcher Preßprozeß.
* Berlin, 4. Febr. Der Chefredakteur der
Nord=
deutſchen Allgemeinen Zeitung, Runge, wurde, wie ſchon
kurz gemeldet, heute vom Schöffengericht des Amtsgerichts
Berlin=Mitte wegen formaler Beleidigung des
Heraus=
gebers der Neuen Geſellſchaftlichen Korreſpondenz, von
Wilke, zu 50 Mark Geldſtrafe und
Publikationsbefug=
nis des Urteils in der Norddeutſchen Allgemeinen Ztg.
verurteilt. Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung hatte in
ihrer Nummer vom 25. November vorigen Jahres die
angeblich von „beſonders vorzüglich unterrichteter Seite‟
ſtammenden drei Behauptungen der Korreſpondenz: 1.,
der ruſſiſche Miniſter Saſonow habe vor vier Tagen
ſei=
nen Standpunkt in der ſerbiſchen Hafenfrage geändert;
2., Oeſterreich=Ungarn habe fünf Armeekorps mobil
ge=
macht, und 3., Oeſterreich=Ungarn beabſichtige, in wenigen
Tagen ein Ultimatum in Belgrad zu überreichen, als
un=
richtig und unwahr bezeichnet und hinzugefügt, es ſei im
Hinblick auf die ungünſtige Beeinfluſſung der Börſe
un=
verantwortlich, durch derartige unlautere
Nachrich=
ten die öffentliche Meinung in einem Augenblick zu
be=
unruhigen, in dem die Regierungen der Großmächte
ernſtlich bemüht ſind, für immerhin ſchwierige Fragen eine
friedliche Löſung zu finden. Der entſchiedene Ton dieſes
Dementis hatte damals angenehm berührt; denn man
mußte ſich bei ruhiger Ueberlegung ſagen, daß jene
Nach=
richten Senſationsmeldungen waren.
Der Kläger erblickte hierin den Vorwurf der
unlau=
teren Verbindung mit der Börſe und ſtrengte deshalb die
Beleidigungsklage an. — Der Vorſitzende regte im
Ter=
min zunächſt einen Vergleich an, da unter den
Par=
teien Uebereinſtimmung darüber herrſche, daß der Artikel
der Nordd. Allg. Ztg. aus dem Auswärtigen Amt ſtamme.
Rechtsanwalt Krieger betonte, daß allſeitig in der Preſſe
aus der Auslaſſung der Nordd. Allg. Ztg. der Vorwurf
herausgeleſen worden ſei, daß unlautere Börſeneinflüſſe
ſich geltend gemacht hätten. Der Privatkläger habe durch
den Artikel der Nordd. Allg. Ztg. ſehr zu leiden gehabt,
ſowohl in moraliſcher, wie in pekuniärer Beziehung. Der
Angeklagte erklärte, daß er mit dem Worte „unlauter”
nur „unrichtig” gemeint habe.
Rechtsanwalt Dr. v. Simſon erklärte: Der Artikel
der Nordd. Allg Ztg. ſtamme aus der Feder des
verſtorbenen Staats ſekretärs v.
Kider=
len=Wächter der, nachdem ihm der Wirkl. Geh.
Legationsrat Hammann den Artikel der Neuen Geſ.=Kor.
vorgelegt, ſofort erklärt habe, daß ſolchen unrichtigen
Nachrichten, die in aufgeregter Zeit beſonders
ge=
fährlich ſeien, mit Entſchiedenheit
entgegen=
getreten werden müſſe.
Der Angeklagte bemerkte ſeinerſeits u. a.: Die
in den Schriftſätzen der Gegenſeite aufgeſtellte
Behaupt=
ung, daß er verpflichtet ſei, ſchematiſch alles ſo
aufzuneh=
men, wie es ihm aus dem Auswärtigen Amt zugeſtellt
werde, ſei falſch. Im übrigen habe er eine Ehrenkränkung
in dem Artikel nicht erblickt, zumal dieſer von Herrn von
Kiderlen=Wächter herrührte. Letzterer habe ſich ſeinerzeit
bereit erklärt, als Zeuge an Gerichtsſtelle zu erſcheinen;
ſein Tod habe dies leider vereitelt.
Die Vergleichsverhandlungen
ſcheiter=
ten ſchließlich an dem Verlangen des klägeriſchen
Ver=
treters, daß der Angeklagte den Ausdruck „unlauter” mit
Bedauern zurücknehmen ſolle. Chefredakteur Runge hatte
hiergegen Bedenken aus dem politiſchen Geſichtspunkt, daß
er damit eine Kritik über einen Ausdruck ausſprechen
würde, den der Staatsſekretär mit gutem Bedacht damals
als treffend bezeichnet und angewandt hatte. Er habe,
um ſich darüber zu vergewiſſern, ſich vor dem Abdruck
des Artikels noch einmal mit dem
Auswär=
tigen Amt in Verbindung geſetzt
Das Gericht kam ſchließlich zu folgendem Urteil:
Da unbeſtritten der verſtorbene Staatsſekretär v.
Kider=
len=Wächter der Verfaſſer des Artikels iſt, kommt § 20
des Preßgeſetzes nicht mehr in Frage und der Angeklagte
kann nur nach dem allgemeinen Strafgeſetz als Mittäter
haften, wenn er den Artikel vor ſeiner Veröffentlichung
gekannt hat und dieſer beleidigend iſt. Beides iſt hier der
Fall. Dem Privatkläger wird der Vorwurf gemacht, daß
er durch unlautere Nachrichten die öffentliche Meinung
beunruhigt habe. Es mag dahingeſtellt bleiben, ob die
Nachrichten tatſächlich unrichtige waren oder bloß
poli=
tiſch für inopportun gehalten wurden. Keineswegs liegt
ein Anhalt dafür vor, daß ſie unlauter waren und einem
unſittlichen Zweck dienten. Das Gericht hat den
Ange=
klagten zu 50 Mark Geldſtrafe oder fünf Tagen Haft
ver=
urteilt, dem Privatkläger die Publikationsbeſugnis in
der Nordd. Allg. Ztg. zugeſprochen und auf
Unbrauchbar=
machung aller Exemplare der Nr. 277 der Nordd. Allg.
Ztg., ſowie der Platten und Formen erkannt.”
Es iſt wohl anzunehmen, daß gegen das Urteil
Be=
rufung eingelegt werden wird.
Luftfahrt.
* Baden=Oos, 5. Febr. Das Luftſchiff
„Erſatz L. Z. 1” iſt um 2 Uhr 30 Minuten glücklich in
die Halle gebracht worden. Das Luftſchiff war heute
vor=
mittag um 9 Uhr über Straßburg geſichtet worden.
Der Balkankrieg.
Der Wiederbeginn der Feindſeligkeiten.
* Konſſtantinopel, 4. Febr. Ein vom
Mini=
ſterium des Innern ausgegebenes Kommuniqué beſtätigt,
daß die Bulgaren geſtern um 7½ Uhr abends auf der
Oſt= und Südſeite der Feſtung von Adrianopel mit
Ar=
tillerie= und Infanteriefeuer das Bombardement
auf die Stadt eröffnet haben. Die türkiſchen
Truppen erwiderten das Feuer. In der Stadt herrſcht
Ruhe. Die Feindſeligkeiten begannen auch auf der
Halb=
inſel Gallipoli. Bulgariſche Kavallerie griff die türkiſchen
Vorpoſten an. Es geht das Gerücht, daß am Nachmittag
die Feindſeligkeiten an der Tſchataldſchalinie begonnen
haben.
Konſtantinopel, 5. Febr. Die
Bulga=
ran ſteckten das Darf Tſchataldſcha in Brand und
zogen ſich in nordweſtlicher Richtung zurück, um die
Tür=
ken aus ihren Poſitionen in eine offene Schlacht
heraus=
zulocken. — Das Ergebnis des Kampfes bei Gallipoli,
der um 2 Uhr nachmitags begann, iſt unbekannt, da die
Telegraphendrähte durchſchnitten ſind. Auch öſtlich von
Dedeagatſch fand ein Zuſammenſtoß ſtatt. Wie verlautet,
bombardierten die Griechen Saros.
Weitere Verhandlungen.
London, 5. Febr. Die Times teilt aus Sofia
das Gerücht mit, die Pforte habe neue telegraphiſche
Anerbietungen an Bulgarien gemacht und
ſei bereit, Adrianopel zu den von den Bulgaren als
an=
nehmbar bezeichneten Bedingungen zu übergeben.
Konſtantinopel, 5. Febr. Angeblich hat
geſtern in Sofia ein geheimer Schritt der Mächte
ſtattgefunden, damit der Balkanbund die türkiſchen
Be=
dingungen annehme.
* Konſtantinopel, 4. Febr. Einem bisher
anderweitig nicht beſtätigten Gerücht zufolge ſollen
dem=
nächſt halbamtliche bulgariſche Delegierte in
Konſtan=
tinopel eintreffen, um über die Löſung der
Adria=
nopeler Frage zu verhandeln.
Die Rückkehr der Delegierten.
* Wiem, 4. Febr. Der griechiſche Miniſterpräſident
Venizelos ſtattete heute mittag dem Miniſter des
Aeußern Grafen Berchtold einen Beſuch ab und beſuchte
in Begleitung des griechiſchen Geſandten in Wien auch
den Miniſterpräſidenten Stürgkh. Abends reiſte er nach
Belgrad ab.
London. 4. Febr. Diejenigen Delegierten
der Friedenskonferenz, die noch hier ſind,
wohn=
ten heute dem Empfang im Buckinghampalaſt bei.
* Konſtantinopel, 5. Febr. Die Pforte wies
die ottomaniſchen Bevollmächtigten in
Lon=
don an, London zu verlaſſen.
Letzte Nachrichten.
HB. Sofia, 5. Febr. Der Geſchützkampf von
Adrianopel namentlich auf der ſüdöſtlichen Front,
dauert an. Ein unbeſtätigtes Gerücht will wiſſen, daß
ich geſtern 1000 Mann türkiſcher Inſanterie ergeben
hät=
ten. Auf Gallipoli gehen die Bulgaren ebenfalls
erfolg=
reich vor. Sie ſollen die nur ſchwachen Widerſtand
leiſten=
den türkiſchen Truppen 10 Kilometer weit verdrängt
haben. Ueber die Kämpfe an der Tſchataldſchalinie ſind
bisher keine Meldungen eingetroffen. Dagegen wird hier
behauptet, daß unter den dortigen türkiſchen Truppen
Meuterei herrſcht und daß bereits 500 Mann in den
gegenſeitigen Kämpfen gefallen ſeien.
Bukareſt, 5. Febr. Das Protokoll über die
rumäniſch=bulgariſchen Verhandlungen iſt
hier eingegangen. Das Angebot Bulgariens ſoll zwar,
wie an unterrichteter Stelle verlautet, die rumäniſche
Re=
gierung nicht befriedigen, jedoch die Grundlage zur
Fort=
führung der Verhandlungen bieten. Gegenwärtig finden
Beſprechungen ſtatt, die bezwecken, eine Einigung über
die Modalitäten für die weiteren Verhandlungen zu
er=
zielen, ſowie darüber, ob die Verhandlungen in Sofia
oder in Bukareſt fortgeſetzt werden ſollen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
München, 5. Febr. Die Bayeriſche Staatszeitung
ſchreibt in hochoffiziöſer Form über den angekündigten
Beſuch des Prinz=Regenten in Berlin: Es
entſpricht den herzlichen freundſchaftlichen Beziehungen,
die die Häuſer Hohenzollern und Wittelsbach verbinden,
wenn der Prinz=Regent, gleichwie dies ſein höchſtſeliger
Herr Vater, weiland Prinz=Regent Luitpold tat, ſeinen
erſten Beſuch nach der Uebernahme der Regentſchaft am
Hofe des deutſchen Kaiſers und Königs von Preußen,
eines erhabenen Verbündeten, abſtattet, in deſſen Perſon
ſich die Einheit des deutſchen Reichs verkörpert. Die
auf=
richtigſten Wünſche des bayeriſchen Volkes werden die
Berliner Tage geleiten, die ein erneutes Zeugnis für die
Innigkeit des Verhältniſſes ablegen werden, das die im
deutſchen Reich verbündeten Fürſten und Stämme
um=
ſchließt.
* Mannheim, 5. Febr. Heute mittag wurde auf freiem
Felde bei dem Vorort Freudenheim die Leiche
eines jungen Mädchens im Alter von etwa 18 Jahren
und die eines jungen Mannes aufgefunden. Das
Mäd=
chen hatte eine Schußwunde in der Bruſt, der junge Mann
eine ſolche im Kopf. Das Mädchen trug noch die
Fa=
ſchingskleider. Jedenfalls geſchah die Tat heute früh
nach dem Verlaſſen eines Maskenballes. Das Mädchen
heißt Mayer und iſt aus Freudenheim; der junge Mann
oll aus Wallſtadt ſtammen. Einzelheiten über die
Be=
gleitumſtände der Tat ſind noch nicht bekannt.
Wilhelmshaven, 5. Febr. Auf dem Panzerkreuzer
„Moltke” hantierte ein Unteroffizier mit einem Revolver.
In der Annahme, die Waffe ſei nicht geladen, zielte er
cherzweiſe auf einen Matroſen. Der
Revol=
ver war jedoch geladen und die Kugel durchbohrte die
Bruſt des Matroſen, der zuſammenbrach und ſchwer
ver=
letzt ins Marinelazarett gebracht wurde, wo er alsbald
ſtarb.
* Dresden, 5. Febr. Erzherzog Franz
Fer=
dinand und Gemahlin ſind inkognito hier
einge=
troffen und haben im Hotel Bellevue Wohnung
ge=
nommen.
* Schemacha, 5. Febr. Heute morgen um 9 Uhr 15
Minuten wurde die Stadt von einem ſtarken
Erd=
beben und heftigen Erdſtößen heimgeſucht. Die
Be=
völkerung kampiert in den Straßen. Die Erdſtöße dauern
weiter an.
* Prag, 5. Febr. Auf der Station Mauth ſtreifte
geſtern der letzten Waggon eines Güterzuges bei der
Ausfahrt vier Waggons eines Perſonenzugs. Drei
dieſer Wagen ſtürzten um. Zwölf Paſſagiere wurden
leicht verletzt. Der Verkehr konnte nach einer Stunde
wie=
der aufgenommen werden.
London, 5. Febr. Marineminiſter Churchill und
andere Lords der Admiralität begaben ſich mit dem
Ober=
kommiſſär von Neuſeeland nach Portsmouth, um den
neuen Dreadnoughtkreuzer „Neuſeeland‟
zu beſichtigen, bevor er ſeine Weltfahrt antritt. Der
Kreuzer iſt ein Geſchenk Neuſeelands an Großbritannien.
* Rom, 5. Febr. Der König unterzeichnete einen
Erlaß, durch den beim Miniſterium für Ackerbau
In=
duſtrie und Handel eine Kommiſſion eingeſetzt wird zur
Prüfung einer Reviſion des gegenwärtigen
italieniſchen Zollweſens und zur Feſtſetzung
der Hauptpunkte bei der Abfaſſung der’neuen
Han=
delsverträge. Dem Erlaß ging ein Erlaß des
Acker=
bauminiſters Nitti voraus der darauf hinweiſt, daß Ende
1917 die wichtiaſten Handelsverträge ablaufen. In des
letzten zehn Jahren ſei überall das Verhältnis der
be=
ſtehenden Zolltarife zu den einheimiſchen
Produktions=
bedingungen und der Austauſch mit anderen Ländern
eifrig ſtudiert worden. In Italien ſei immer noch, wenn
auch öfters modifiziert, der Tarif von 1887 in Kraft. Die
letzten 25 Jahre veränderten die
Produtionsbeding=
ungen von Grund aus. Es ſeien zwar ſchon ſeit 1870
viele Unterſuchungen angeſtellt worden; aber in dem
jetzigen Falle müßten die Nachforſchungen einer breiteren
Grundlage gemacht und mit ausreichenden
Vorberei=
tungen für den Abſchluß, neuer Handels= und
Schiff=
fahrtsverträge verbunden werden. Die Kommiſſion beſ
ſteht aus Regierungsbeamten der einſchlägigen Reſſorts,
Abgeordneten,
Vertretern verſchiedener
Senatoren,
Zweige des Handels und der Induſtrie und Profeſſoren.
Präſident iſt der Ackerbauminiſter. Die Kommiſſion hat
bis zum 31. Dezember 1914 die Ergebniſſe der Arbeiten
vorzulegen.
* Petersburg, 4. Febr. Der Kaiſer empfing heute
nachmittag den Ueberbringer des Handſchreibens des
Kaiſers Franz Joſef, den Oberſtleutnant Prinzen zu
Hohenlohe in Zarſkoje=Selo.
HB. Marburg, 5. Febr. Eine neue Polizeiverordnung
hat eine Beſchränkung der Feierabendſtunde für
Wirtſchaf=
ten und Cafés gebracht. Hiergegen veranſtalteten
ver=
gangene Nacht Hunderte von Studenten eine
mäch=
tige Demonſtration auf dem Marktplatze. Die
Polizei, welche einſchritt, war gegen die Menge machtlos.
Einige der Demonſtranten, die verhaftet worden waren,
vurden von den Studenten wieder befreit und das
Marktplatz=Wachtlokal demoliert. Die Studenten
beſchloſ=
ſen die Demonſtration mit einem Umzug durch die Straßen
der Stadt.
HB. Paris, 5. Febr. Einer Meldung des New=
Yor=
ker Herald zufolge ereigneten ſich am 16. Januar und in
der Nacht zum 19. große Erdrutſche am Panama=
Kanal, die beide Ufer in ernſte Gefahr bringen. Man
befürchtet neue Rutſche, die etwa 125000 Kubikmeter Erde
ins Gleiten bringen und den Kanal ganz verſchütten
würden. Bisher waren keine Verluſte an Menſchenleben
zu beklagen.
HB. Tours, 5. Febr. Das Automobil des
Schriftſtellers Capus ſtieß geſtern abend mit
einem Straßenbahnwagen zuſammen und wurde
voll=
ſtändig zertrümmert. Herr und Frau Capus und die
Dienſtboten erlitten durch herumfliegende Glasſplitter der
zerbrochenen Fenſterſcheiben Verletzungen, die jedoch
glücklicherweiſe nicht bedeutend ſind.
S
V
Mect
Auf
O
führk viele Menſchen die tägliche
Berufs=
arbeif. Von der Straße bringen Sie die 2a
D
Erkältung heim, die Ihnen ſo läſtig iſt,e
Die Berufsarbeik auf der Straße erfordert 65
ein Vorbeugungs= und Linderungsmittel
Ge
für Heiſerkeit, Kakarrh und Huſten, und
das ſind die altbekannken Wybert=Tabletten, die in allen Apotheken
und Drogerien pro Schachkel 1 Mark koſten.
Frauer-Kostüme f auferigung nach Has er m. 2
Trauer-Kleider: :: :: : innerhalb 24 Stunden.
Frauer-Mäntel:
Trauer-Blusen
(2626a
Trauer-Röcke
Trauer-Hüte
Carl Schürmann &. Co.
in stets groß. Auswahl. Ecke Elisabethen- u. Wilhelminenstrasse.
Hich -Marke,Zapatero‟.
Bienennoluns ret. 9
Ammagl Schulstr.
garantieft rein 7u. II. W. Prussel 10.
(125m
-
Da es wohl für jeden Leſer von Vorteil ſein
dürfte, ſeine Einkäufe in Herrentuchen und
Damenkleiderſtoffen bei ſolchen Geſchäften zu machen,
Die beſtrebt ſind, ihre Kundſchaft mit guter Ware bei
äußerſt billigen Preiſen zu bedienen, ſo wird auch an
Dieſer Stelle ſeitens der Firma Schwetasch & Seidel,
Tuchfabrik in Spremberg, Nieder=Lauſitz, auf den
Der heutigen Nummer beigelegten Proſpekt aufmerkſam
gemacht.
(I,3342
Familiennachrichten.
Die glückliche Geburt eines kräftigen
Sohnes
zeigen hocherfreut an
(3359
Gottfried Deutsch u. Frau.
Darmstadt, den 5. Februar 1913.
Todes=Anzeige.
Heute abend um ½7 Uhr entſchlief ſanft
nach kurzem Leiden im 82. Lebensjahre meine
liebe treue Mutter
(3355
Caroline Becker
geb. Maurer
Witwe des Grossh. Amtsrichters Philipp Becker.
Darmſtadt, den 4. Februar 1913.
Kiesſtraße 63.
In tiefer Trauer:
Caroline Becker.
Die Einſegnung findet Freitag nachmittag
2½ Uhr im Trauerhauſe, daran anſchließend
die Beerdigung ſtatt.
Danksagung.
Für die uns ſo reichlich erwieſene Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres lieben Gatten, Vaters,
Bruders, Onkels und Schwagers
(3405
Herrn
Otto Friedrich Pabst
Hofkutscher i. P.
ſagen wir Allen, insbeſondere dem Herrn
Pfarr=
aſſiſtenten Herpel, ſowie dem Perſonal des
Hof=
marſtalles, herzlichen Dank.
Frau Margarethe Pabst u. Sohn.
Darmſtadt, den 5. Februar 1913.
Danksagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
anläßlich des Ablebens unſeres lieben,
unver=
geßlichen
(3404
Herrn
Leopold Sender
ſagen wir unſeren tiefgefühlten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Frankfurt a. M., Hamburg,
den 5. Februar 1913.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet im Norden iſt etwas weiter
oſt=
wärts gewandert. Das Hoch hat ſich wieder verflacht.
Geſtern hatten wir unter der Herrſchaft des hohen
Drucks meiſt trockenes Wetter bei wechſelnder
Bewöl=
kung. Die Temperaturen liegen zwiſchen 50 und 70 (in
Deutſchland). Auch morgen iſt noch mit der Herrſchaft
des Hochdruckgebiets zu rechnen.
Ausſichten für Donnerstag, den 6. Februar:
Wolkig, meiſt trocken, noch etwas kälter, in höheren
Lagen Nachtfroſt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer guten Mutter,
Schwiegermutter, Großmutter, Schweſter,
Schwäge=
rin und Tante
(3364
Frau Henriette Wiesenäcke
Wartfrau
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Schwab.
Darmſtadt, den 5. Februar 1913.
Kirchliche Anzeige.
Stadtkapelle. Freitag, 7. Februar, abends
8 Uhr: Paſſionsandacht. Pfarrer D. Diehl.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. B. Anfang 7½ Uhr, Ende
vor 10 Uhr: „Mein Freund Teddy”.
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Natan Birnbaum um 8¾ Uhr im Hotel
Heß (Akademiſcher Verein Makkabaea).
Monatsverſammlung des Gartenbauvereins um
8 Uhr im „Fürſtenſaal”
Konzert um 8 Uhr im „Rummelbräu”
Bilder vom Tage (Auslage: Rheinſtraße 23):
Mah=
mud Schefket verkündet ſelbſt ſeine Ernennung zum
Großweſir; ein Demonſtrationszug der Jungtürken in
Konſtantinopel; Bilder zu den politiſchen Ereigniſſen
in der Türkei; das Wrack des Poſtdampfers „Veroneſe‟.
Bilder von der Ankunft des Großherzogspaares in
Schwerin.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 7. Februar.
Hofreite=Verſteigerung des Gg. Martin
Jung=
hans (Sandſtraße 42) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 9 Uhr
Rhein=
ſtraße 32
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr im „
Darm=
ſtädter Hof” zu Griesheim.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Domanialwald
Frankenſtein (Zuſammenkunft auf der Nieder=
Beer=
bacher Straße gegenüber Haus Burgwald).
Druk und Berlage z. 6. Pilichſche Soſtuchtunckercl.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
e
Sahe
Se
1
chmale
erre
sse
finden in unserem INNVENTUR-AUSVERKAUF besonders günstige
Gelegenheitskäufe — Schaufenster-Muster-Einzelpaare
schlanke Formen in allererster Leder-Qualität u. Rahmenausführungen.
81 Paar hochelegante Damenstiefel in la Chevreaux und Boxkalf, nur
kleine, schmale Nummern, bisher 16.50, 18.-, 24.- jetzt nur 7.90.
Die Ermässigung auf diese Artikel beträgt durchschnittlich
166
Ammelbrau
estau
ant
(3838
Heute Donnerstag Künstler-Konzert!
Gentg deren feutenſt.
Unser
MMaskenball!
findet am 8. Februar im „Perkeo‟, Alexanderstrasse
statt. Hierzu ladet höflichst ein
Ber Vorstand.
*2838sd)
Mier iechehten erier ent ene etchen etet es eretertege.
Unstrumenral=verein
Mittwoch, den 12. Februar 1913, abends 8¼ Uhr,
im grossen Saale des Saalbaues:
u4
(C
Linies Konzert
Solistin: Fräulein Johanna M. E. Schot aus Berlin (Gesang).
Leitung: Wilhelm Schmitt, Direktor der Akademie für Tonkunst.
Programm: 1. Bizet: „L'Arlésienne”, erste Orchester-
Suite. 2. Vaccaj: Arie mit Orchesterbegleitung. 3. Grieg: „Zwei
elegische Melodien” für Streichorchester. 4. Fünf Lieder mit
Klavier von Brahms u. Schumann. 5. Tschaikowsky: „Capriccio
Italien” für grosses Orchester.
Karten: Sperrsitz Mk. 3.—, Saal Mk. 2.—, Studenten- und
Schülerkarten Mk. 1.— in der Hofmusikalienhandlung von Heinrich
(3363dsi
Arnold, Wilhelminenstrasse 9.
Nichard Wägner-verem-barmstadt.
Montag, den 10. Februar 1913, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde:
Populäres Konzert
Heininger
unter Leitung von Dr. Max Reger.
Programm: 1. Ouvertüre zur Oper „Die Hochzeit des Figaro‟
von Mozart. 2. Zwischenakts- und Ballettmusik zu dem Drama
„Rosamunde von Cypern” von Schubert. 3. Zwei Ungarische Tänze
(Nr. 5 und 6) von Brahms. 4. Aufforderung zum Tanz von Weber.
5. Ouvertüre zur Oper „Die lustigen Weiber von Windsor” von
Nicolai. 6. An der schönen blauen Donau, Walzer von Johann Strauss.
7. Künstlerleben, Walzer von Johann Strauss. 8. Römischer Karneval,
Ouvertüre für grosses Orchester von Berlioz.
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz im Saal zu
5 Mk., numerierter Balkon zu 3.50 Mk. und Galerie zu 2 Mk. bei
Heinrich Arnold, im Verkehrsbüro und abends an der
Kasse. — Beitrittserklärungen für das am 1. Januar 1913
begonnene neue Vereinsjahr, die noch vor dem obigen Konzerte
erfolgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der
Jahres-
beitrag beträgt 12 Mk., für einen Sperrsitzplatz 20 Mk.
3340)
Der Vorstand.
engerie genle Sere Zhte Sacht. 1. anbehld hrutere armnetacht
Sanl Tur Vranbe=
Donnerstag, 13. Februar 1913, pünktlich 8 Uhr,
Télémaque
Zweiter
Klavier-
Abendv. Kaitbrin0
Programm: Beethoven, Sonate Es-dur op. 31, Nr. 3.
Schumann, Carnaval op. 9. Chopin, Sonate H-moll op. 58;
Btuden Gismoll (Terzen); Ges=dur (Sexten); Bereeuse
op. 57. Liszt, Rhapsodie Nr. 6.
Konzert-Flügel: Julius Blüthner aus dem
Piano-
lager A. W. Zimmermann (L. Schweissgut, Hofl.), Rheinstr. 15.
Karten à Mk. 3.50, 2.50, 1.50 u. 80 Pfg., bei Georg
Thies Nachf. (Leopold Schutter), Elisabethenstr. 12; an der
Abendkasse Mk. 4.—, 3—., 2.— und 1.—
Ausnahmslos keine Freikarten. (*2235dsm
Soososvoopessegobpsote
Wichtig
für
(117a Z
Magenleide
Reformkorsetten
z. Knöpfen mit Gummi an 8
5 den Seiten Mk. 2.75.
L. & M. Fuld,
Kirchstrasse 12,
§ gegenüb. der Stadtkirche.
T Schwarz-weisse Rabattmarken.
Sooegsgstessssergeseed
(Hündin) zuge=
Dobermann laufen. (*3260
Abzuholen Schwanenſtr. 38.
Fahrräder u. Nähmaſchinen
aller Fabrikate repar. ſchnell,
(*3239
gut und billig
Chr. Debus, Mechauiker,
N.=Ramſtädterſtr. 57a. Teleph. 1737.
Dwei Capes u. einen Mantel
billig zu verkaufen. Näheres
. d. Ervedition ds. Bl. (*3257
entlaufen, ſchwarz, mit
Dackel braunen Flecken, Halsb.
m. Ziernäg., Name Teufel, am letzt.
Mittwoch vom Hauſe Emilſtr. 21.
Abzug. dort part.
(3330md
m Faſtnacht=Dienstag
mit=
tags eine Korallen=Uhrkette
verloren. Gegen hohe Belohnung
in der Exp. ds. Bl. abzug. (*3208
Kommiſſionsbuch
verloren. Bitte abgeben Polizei=
Fundbureau. Luiſenſtr.
(*3224
Verlore
grosse silberne Nadel mit
einem Amethyſt in Herzform und
einem Mondſtein. Abzugeben
gegen Belohnung
Mathilden=
ſtraße 16, 2. Stock.
(B3377
Der Ausſchank unſeres zu einer Weltberühmtheit gewordenen Spezialbieres
findet alter Sitte und Herkommen gemäß in München im März ſtatt.
Der Verſand hat bereits begonnen.
Um ſicher zu ſein, auch wirklich „Salvator” und nicht etwa eine der
vielfachen Imitationen desſelben zu erhalten, wolle man auch auf die
nach=
ſtehend abgebildete, auf jedem Gebinde und jeder Plaſche
ange=
brachte Schutzmarke achten, die wie die Bezeichnung „Salvätor” ſelbſt
uns patentamtlich geſchützt iſt.
Netiengesellschaft Paulanerbräu
Salvatorbrauerei
München.
Sien.
Vertretung und Niederlage: Brauerei Louis Heß, Darmſtadt. (I,3345
Linige neue, hochaparte, ſeid.
Damenmasken, daſ. auch
verſch. einf. ſ. ſchicke Koſt. bill. zu verl.
3391dfs) N.=Ramſtädterſtr. 49, I. St.
Damen=Vominos, bill. zu verl.
3280df) Lichtenbergſtr. 21, II. Damsnmaske (el. ſchw. Samt= Soubr.)
zu verl. Liebfrauenstr. 68, II. St. (*3275 Schöne Damenmasken, je5 Mk.,
zu verl. Viktoriaſtr. 96, I. (*3272df Damenmasken, darunter noch
einige neue, ſehr billig zu verleih.
Eliſabethenſtr. 1, Stb. I. (*3279dfs Masken=Koſtüme
für Damen
in größter Auswahl in neuen
hochelegant. ſeid. Koſtümen,
ſowie auch ſehr ſchicke einf. Sachen
billig zu verleihen. (3253a
Größte Auswahl in hochelegant.
Damen= u. Herren=Dominos
Mühnlstr. 42, part.
nächſt der Turnhalle. (Teidene Damenmaske zu verl.
Ernſt Ludwigſtr. 7, III. (*3077imd (Dornrösch., Slavin,
Masken Türkin zc) bill. zu ver=
leihen Karlſtraße 11, 3. St. (3242a Seidene Damenmaske zu verl.
*3064imd) Wienersſtr. 40, 1. Stock. 3 Damen=Masken (Waſſerroſe,
Edeld., Glücksfee), à 5 Mk., zu ver=
leihen Liebfrauenſtr. 52, p. (*3171md Hocheleg. Damenmasken
darunter neue Chanſonette,
billig zu verleihen
Gr. Kaplaneigaſſe 14, prt. (*3180md Gleg. Masken (Pierrette, Schnee=
ball, Winzerin, Bäuerin, Zi=
Zeunerin, Spanierin, Soubretten,
Klee). Arheilgerſtr. 4, II. (*3088id Eleg. Maskenanzug
(*3235
(Pierrette) zu verleihen.
Kiesbergſtraße 53. Waskenanzug (rotſeidene
Pierrette), zu verleihen.
*3232)
Liebigſtr. 18, part. (Zigeunerin) bill
Damenmaske zu verleihen
*3236) Ernſt=Ludwigſtr. 13, 3. St. erren= u. Damenmask., ſowie
Domino bill. zu verl. (*3241ds
Mauerſtr. 8, 2. St., Rieſinger. Eleg. Spanierin u. S.=Soubrette z.
Eperl. Liebfrauenſtr. 63, p. (*3254df D eleg. Masken (Ehanſonetts)
2
à 5 Mk. zu verl.
(*3222df
Heidelbergerſtr. 17½, 3. St. Maskenanzug (Holländerin) zu
A verl. Louiſenſtr. 32, I. (*2245dfs (Pierette, Spa=
Damenmaskenl nierin, Harlekin)
bill. zu verl. Bleichſtr. 38, II. (*3259 leg. Damenmaske (Helgo=
Eländerin) billig zu verleihe
Ballonplatz 5, II. (*3298 Dwei ſchöne Maskenkoſtüme
(grün. Chett) billig zu ver=
leihen Mühlſtr. 26, part. (*3296df
Masken=Anzug zu verleih. od.
zu verkauf. Mühlſtr. 8. (*3076ids
Fur kurze Zeit!
Orpheum
Gastspiel des Ensemble
vom Königl. Belvedere.
Dresden. (3402
Heute
Donnerstag,
6. Februar
und die folgenden Tage!
V. I. C.
Zweigverein
Darmstadt.
Sonntag, 9. Februar:
11. Wanderung
Nieder-Ramstadt-Neutsch-
Felsberg-Auerbach.
6 Stunden.
Abfahrt vorm. 819 Uhr vom
Ost-
bahnh., Rückkunft abds. 736 Uhr.
Die letzte Wanderung findet
nicht, wie im Wanderplan
ange-
geben am 9. März, sondern bereits
am 2. März statt. (3339
Wir machen nochmals auf die
regelmäßig am Freitag abend
vor jeder Wanderung in der
Brauerei Fay, Alexanderstrasse
CLaubfrosch), stattfindenden
Bier-
abende aufmerksam und bitten
um zahlreiche Beteiligung.
Im Verkehrsbureau ſind
zwei Balkon=Logen=
Vorder=
plätze A Nr. 9 bis Ende der
Spielzeit abzugeben. (*3167md
für den Reſt
abzugeben.
(B3370
Näheres Verkehrsbüro.
II. Rang B der Spielzeit
red d. 8. 0.,65 PS., Zyl.,
Motorl au, Mod. 1911., wenig
gefahren, preisw. abzug. Off. unt.
D 61 an die Exp.
*2993omf
Täglich
frische MAZZEN
bei
MAINZERS NACHF.
Bleichstrasse 13. (3382a
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, den 6. Februar 1913
114. Abonnem.=Vorſt. B 29.
Mein Freund Teddy.
Luſtſpiel in 3 Akten von André
Rivoire u. Lucien Besnard.
Perſonen:
Didier=Morel . . Richard Jürgas
Madeleine, ſ. Frau Ilſe Berka
Francine, ſeine „Hel. v. Sonnen=
Schweſter .
thal
Verdier,
Made=
leines Vater . . Johs. Heinz
Francois
D’Al=
lonne, Kunſtmaler,
Madeleines Vetter FranzSchneider
Teddy Kimberley
Jacques Bertin,
Geſandtſchafts=
Guſtav Semler
ſekretär
Madame Théodule
Minna Müller=
Roucher . .
Rudolph
Mathilde, geſchied.
Frau Dancenay Käthe Gothe
Juliette Dornoy . Hede Schaub
Yvonne Plantin. Tilli Art’l
Corbett,
Haus=
meiſter b. Teddy Frz. Herrmann
Billy, Diener bei
Teddy . . . . Emil Kroczak
Dominique, Dien.
bei Verdier . . Paul Peterſen,
Ein Diener bei
Didier=Morel . Ad. Jungmann
.Em. Mühlpfort
Aline
Teddy Kimberley . . Brung
Harprecht vom Berliner Theater
als Gaſt.
Gewöhnliche Preiſe:
Proſzeniumsloge 6.10 M., Mitteld
loge 6.10 M., Balkonloge 5.10 M.a
I. Rang 4.60 M., II. Rang: 1.—6.
Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 Mg
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterrei
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Galerie 1.25 Ma
II. Galerie 0.65 M.
Anfang 7½ U. Ende vor 10
Kartenpk. v. 9½ —1½ u. v. 6½ U. an
Vorverkauf für die Vorſtellungen
Freitag, 7. Febr. 115. Ab.=Vſtal
A 29. „Tannhäuſer.‟ Ge
wöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Samstag, 8. Febr. 116. Ab.=Bſt
D 28. Zum erſten Male: „Anal
tol” von Arthur Schnitzler. Gell
wöhnl. Preiſe. Anfang 7½ Uhr
Sonntag, 9. Febr. Nachmittags
2½ Uhr. (Neunzehnte Volksvon
ſtellung zu ermäßigten Preiſen)
Gwiſſenswurm
„Der
Bauernkomödie von Anzengruben
Vorverkauf bis einſchl. Samstagg
den 8. Februar, nur im Verkehrs
büro (Ernſt=Ludwigsplatz).
Ver=
kauf der noch vorhandenen Karten
an der Tageskaſſe im Hoftheater
am Tage der Vorſtellung, von
mittags von 11 Uhr ab. — Abends
7 Uhr: 117. Ab.=Vſt. B 30. ILa
Traviata.: Hierauf: Auff
forderung zum Tanze (
Bal=
lett=Divertiſſement). Gew. Preiſe
Aus dem Svielplan.
Montag, 10. Febr. Außer Ab==
VII. Sonder=Vorſtellung. „ Zau
und Zimmermann.‟ Anfang
8 Uhr. Zu dieſer Vorſtellung fing
det ein Kartenverkauf nicht ſtatt
ren Inventur
Ausverkauf!!
Selce:
23
5
Vor Eintreffen der Früßjahrs-Schuhwaren werden die noch
vor-
handenen Restbestände zu nachstehend billigen Preisen ausverkauft.
HERREN-
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . jetzt 6.75
Boxleder-Zug- u. Schnallenstiefel jetzt 6.90
Kalbleder- und Chevreaux-
Zug-
stiefel, 39/40 . .
jetzt 4.50
Kalbleder-Zug- und Schnürschuhe,
früher 12.—
jetzt 6.−
Elegante braune Schnürstiefel .
jetzt 7.50
Hellbraune Schnürschuhe, 40/46 . jetzt 6.—
Ia Wichsleder-Schnür- u. Zugschuhe jetzt 4.—
Leder-Hausschuhe, 40—46 . .
jetzt 2.40
Imit. Kameelhaar-Schuhe, 40—46 jetzt 1.50
Gummi-Ueberschuhe, 40—45 .
jetzt 2.50
Boxl.-Knaben-Schnürstiefel, 36—39 jetzt 5.75
Wizleder-Knaben-Zugstiefel, 36/37 jetzt 2.50
DAMEN-
EchtChevreaux-Schnürstiefel, 36/39 jetzt 4.75
Chevreaux-Knopfstiefel, teils
Good-
vear Welt, 36/39, früher 10.− . jetzt 5.50
Moderne Boxleder-Schnürstiefel . jetzt 6.50
Eleg. braune Chevr.-Schnürstiefel jetzt 7.50
Eleg. Halbschuhe mit Lackkappen jetzt 6.50
Moderne schwarze Laschenschuhe jetzt 5.50
Braune Knopf- u. Schnürstiefel . jetzt 4.50
Wichsleder-Knopf- u. Schnürstiefel jetzt 5.−
Wichsleder-Schnür- und
Spangen-
schuhe, 36/38
. jetzt 2.75
Gummi-Ueberschuhe, 36—42 . . jetzt 2.50
Leder-Hausschuhe, 36—42 .
jetzt 1.75
Imit. Kameelhaar-Hausschuhe .
jetzt 1.—
KINDER-
Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17/19
Schwarze Leder-Knopfstiefel, 17/20
Schwarze Leder-Schnürstiefel, 17/22
Braune Leder-Schnürstiefel, 17/22
Braune Schnürschuhe, 27/30 .
Boxleder-Schnürstiefel, 25/26 .
Boxleder-Schnürstiefel, 27/30
Boxleder-Schnürstiefel, 31/33 . .
Wichsleder-Knopfstiefel, 27/30 . . .
Wichsleder-Knopfstiefel, 31/35 .
Filz-Schnallenstiefel, 30/35 .
Hausschuhe, warm gefüttert, 27/30
jetzt 1.—
jetzt 1.25
jetzt 1.75
jetzt 1.85
jetzt 2.60
jetzt 3.50
jetzt 4.−
jetzt 4.50
jetzt 3.—
jetzt 3.50
jetzt 1.25
jetzt —.50
Ferner grössere Rest-Posten:
Damen-Halbschuhe, nur kleine Nummern, darunter elegante Sachen, früherer Preis bis Mk. 12.50 .
jetzt 4.50
Damen-Ballschuhe in schwarz und farbig, vorherrschend kleine Nummern
jetzt 1.75
Damen-Kid- und Kalbleder-Knopf- und Schnürstiefel, früherer Preis bis Mk. 15.−
jetzt 7.—
Herren-Kalbleder-Zugstiefel, erstklassiges Fabrikat, früherer Preis bis Mk. 16.—
jetzt 7.50
Herren-Lackbesatz-Schnür- und Zugstiefel, erstklass. Fabrikat, Nr. 39, 40, 44, 45, 46, früher Mk. 20.− jetzt 8.−
Herren-Lack-Schnürschuhe in spitzer und breiter Form, früherer Preis bis Mk. 12.— .
jetzt 5.—
Damen-Melton-Schnür- und Zugstiefel mit Lederbesatz, warm gefüttert, früherer Preis bis Mk. 6.50 . jetzt 3.—
Hochelegante farbige Herren- und Damen-Knopfstiefel jetzt zur Hälfte des früheren Preises!
Kinder-Schnür-, Knopf-, Ohren- und Spangenschuhe sowie Winter-Schuhwaren weit unter Preis!
Keine Auswahlsendungen!
Schuhwaren-
Shauss
Verkauf gegen bar!
(3383
I Louisenplatz 1.
Vonnerstag und Frellag
frisch eintreffend:
pei
Ia Brat-Schellfische pfund 19 ₰
Cabliau (Kopfstück) . . per Pfund 20 ₰
Feinste bayrische
Gebirgsbutter . . per Pfund 1.25 ℳ
Telephon 2545.
1 Louisenpfatz I.
empfiehlt
(3393
Friedrich Hebermehl
Nieder-Kamstädterstrasse.
Wichtig für Schreibmaſchinenbeſitzer.
Hiermit bringe ich meine Reparatur-Werkstätte
für Schreibmaſchinen aller Syſteme in empfehlende Erinnerung.
Meine langjährige Tätigkeit als Fachmann dieſer Branche
bürgt für gewiſſenhafte und preiswerte Erledigung aller
ein=
ſchlägigen Arbeiten.
(2623a
Karl Heep, Mechaniker
Telefon Nr. 1574. Viktoriaſtr. 67. Telefon Nr. 1574.
Betten-Spezialgeschäft
Prämiiert (770)0
he
Darmstadt
1876
mit der
Preis-
— Medaille.
Wir empfehlen unser Lager in: Schlafzimmer-Einrichtungen,
Bettstellen in Holz und Eisen, Patent-Spiralmatratzen,
Rosshaar-, Woll- und Seegrasmatratzen,
Deckbetten, Kissen etc. etc.
Wir sind in der Fertigstellung sämtlicher Matratzen und Bettbezüge deshalb ganz
besonders leistungsfähig, da wir mit der Bettwarenbranche auch wirklich vertraut
sind und jedem Wunsche Rechnung zu tragen imstande sind.
(105a
Nothnagel & Weiler
Hoflieferanten Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs — Marktplatz Nr. 4.
Eingang durch den Torweg.
Aet Sorntier Senene
zu verk. Kiesſtraße 21. (*3216df
otſenendeneneneg iehe it,
gut erhalten, zu verkaufen.
B3371)
Karlſtraße 69, I.
Hu werte woit. Zait gr. if=
Kleiderſchrank, Sofa, Stühle,
(*3214
Küchenſchrank, Tiſch
Beſſungen, Sandbergſtr. 27, 1. St.!
Eiſernes Tor
2,65 m breit, zu verkaufen (2958a
Heidelbergerſtr. 106.
Legehühner u. Zuchthühner
hzg. Glöckner, Darmſtr. 33a, 2. St.
Aelt. Hühn. w. eingetauſcht. (*3255
Friſche
Sier
10 Stück 58 Pfg.
friſche Sied=Eier
10 Stück 68 Pfg.
friſche große Sied=Eier
10 Stück 78 Pfg.
extra große Sied=Eier
10 Stück 88 Pfg.
Allerfeinſte Trink=Eier
friſcheſte Eier
10 Stück 98 Pfg.
(3394
Große, ſüße Valencia=
Orangen
10 Stück 38 Pfg.
extra große ſüße 10 Stück 48 Pfg.
Mureia=Blut=Orangen
große ſüße 10 Stück 58 Pfg. und
10 Stück 68 Pfg.
eztra große 10 Stück 88 Pfg.
Vollſaftige ſüße
Meſſina=Doppel=Blut=Orangen
10 Stück 58 und 68 Pfg.
große 10 Stück 78 Pfg.
extra große 10 Stück 88 Pfg.
Große Citronen
10 Stück 48 Pfg.
Sämtliche Sorten Eier ſind ueuer Produktion, daher reinſchmeckend und zuverläſſig.
Von 25 Stück an liefere frei ins Haus. Wiederverkäufer wollen gefl. Offerte verlangen.
Darmſtädter Eiergroßhandel
Math. Roſenſtock.
Telephon 490 u. 602.
Ludwigſtraße 18.
Verkaufsſtellen: Karlſtraße 102, Kaupſtraße 42 und Landwehrſtraße 13.
Anzeigen-Annahme-Stellen
für das
SDarmstädter Tagblatts
befinden sich bei:
Herrn Ach. Blößer, Bessungerstr. 47,
Herrn Guido Kneip. Kiesstrasse 34,
Herrn Georg Roth. Dieburgerstr. 9.
Daselbst können auch
— Bestellungen auf Abonnement
des Tagblatts, monatlich 60 Pfennig,
aufgegeben werden.
Auswärtiges Möbelgeſchäft
lief. Brautpaaren, ſolv. Kund.
Möbel, Betten u. Polſterwaren,
ganze Einrichtungen, von der
ein=
fachſten bis zur eleganteſten
Aus=
führung, unter Garantie auf Teil=
37
zahlung. Offerten unter 1
(*3250
an die Exp. ds. Bl.
Wäſche zum Waſchen und
Glanzbügeln wird noch angenom.
(*3289
Soderſtraße 31.
Maſchinenſtrickerei mit guter
Kundſchaft umſtändehalb. abzugel
Off. u. E 41 a. d. Exp.
Stolze.
5
Schrey’sch
Stenograph.-
Verein
Unterricht,
2
Fortbild. De-
62 battenschr.
Lebung Freitags, abends 8½ Uhr.
Hessischer Hof, Wilhelminenstr. 1, I.
wünſcht engliſch.
Engländerin Unterricht zu
er=
teilen Wilhelminenplatz 10, I. (38a
Darisienne, institutrice diplomée
T donnerait des lecons. s’adr.
Frankensteinstr. 49. III. r. (2429a
Hahdeis Hochschule Mannnenn.
Das Vorlesungs-Verzeichnis für das Sommer-Semester
1913 ist erschienen und kann vom Sekretariat unentgeltlich bezogen
werden.
Nähere Auskunft auf Anfrage.
(I,3346
Vorſchule des Großh. Realgymuaſtums und der
beiden Großh. Oberrealſchulen zu Darmſtadt.
Die Anmeldung neuer Schüler für alle Klaſſen der Vorſchule
für das Oſtern 1913 beginnende Schuljahr findet ſtatt am Freitag,
den 7. Februar, vorm. von 10—1 Uhr und nachm. von 3—5 Uhr
und Samstag, den 8. Februar, vorm. von 10—1 Uhr im
Direktor=
zimmer des Realgymnaſiums (Eingang durch das Portal am Kapell=
(2938a
platz). Geburts= und Impfſchein iſt vorzulegen.
Die Großherzogliche Direktion.
Münch, Geh. Schulrat.
Der Kindergarten
Niesſtraße 63
bleibt trauerhalber bis auf weiteres geſchloſſen.
Caroline Becker.
3361)
1
Anddenlische zuschneide Schafe
Darmstadt, Waldstrasse 34, II.
Gründlichen Unterricht im Kleidermachen und
Zu-
schneiden, nebst Spezialkursen in Jackettkleidern (
Schnei-
derarbeit) erteilt
(1859a
E
rida Erbes, akad. gebildete Lehrerin.
Eintritt täglich. Schnittmusterverkauf.
Kopfwaschen
mit Shampoon, Feer, Kamille, zu jeder Tageszeit,
auch Sonntags von 9—12 Uhr.
Kopfwaschen mit einf. Frisur Mk. 1.—.
Neueste und grösste Zentral- Trocken-Anlage.
(
F. Müller, Spezial-Damen-Friseur
Wilhelminenplatz 2 a. d. kath. Kirche.
Tel. 1466.
erſchied. neue Bettſtellen und
Matratzen, ſowie gebr.
Küchen=
ſchrank und ſchwarz pol. Staffelei,
(*3227
villig abzugeben.
Hügelſtraße 29, Möbelwerkſtatt.
Künstl. Zähne
von Mk. 1.50 an. (2372a)
Joseph’s Zahnatelier, Soderstr. 7.
Kurſe vom 5. Februar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf.=
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,60
77,80
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 88,75
77,80
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
93,10
3½
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,70
do.
3½
87,10
do.
77,70
4 Hamburger Staatsanl. 98,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 99,50
do.
87,00
½
76,00
5
do.
3 Sächſiſche Rente.
78,80
4 Württemberger v. 1907 99,75
do. v. 1875 93,70
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 87,50
4 do. Goldrente . . . 91,30
4 do. einheitl. Rente . 84,70
3 Portug. unif. Serie I 63,00
do. unif. Ser. III 66,10
3 do. Spezial . . . . 9,60
5 Rumänier v. 1903 . . 100,00
do. v. 1890 . . 93,00
do. v. 1905 . . 88,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,70
do. v. 1902 . . . . 90,30
4½ do. v. 1905 . . . .
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 81,50
4 Türk. Admin. v. 1903 78,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,00
4 Ungar. Goldrente . . . 87,90
4 do. Staatsrente. . . 84,80
Zf.
In Proz.
5 Argentinier . . . . . . 101,00
do
4½ Chile Gold=Anleihe. 91,30
5 Chineſ. Staatsanleih:: 99,69
92,30
do.
4½ Japaner . . . . .
91,50
5 Innere Mexikaner . . . 93,30
58,60
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 85,40
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 68,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 153,90
5 Nordd. Lloyd . . . . . 118.60
6½ Südd. Eiſenb.=Bef. . 128,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,25
6 Baltimore und Ohio . 105,50
6 Schantungbahn . . . . 131,75
6½ Luxemb. Prince Henri 113,80
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 23,00
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger
63,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . .
543,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 246,00
30 Farbwerke Höchſt . . 637,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 348,20
10 Cement Heidelberg . . 144,60
30 Chem. Werke Albert 445,0)
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 331,50
5 Lahmeyer . . . . . . . 120.50
(ie
Letzie
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 146,70
12 Siemens & Halske .219,50
5 Bergmann Electr.
120,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 163,00
80,75
25 Gummi Peter . . .
0 Kunſtſeide Frankfurt 70,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 616,80
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 149,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,00
12¼ Bad. Zucker=Wag=
199,50
häuſel. . . . . .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 94,50
3 Südd. Immobilien 61,50
Bergwerks=Aktien.
2 Aumeß=Friede . . . . 178,50
Bochumer Bergb. u.
.217,50
Gußſt. . . . .
11 Deutſch=Luxemburz.=
Bergb. . . . . . . 166,20
10 Gelſenkirchener . . . . 198,50
9 Harpener . . . . . . . 196,50
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 264,25
O Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . . . . . 84,00
6 Laurahütte . . . . . . 176,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
11
Weſteregeln 205,00
7½ South Weſt Africa 129,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.
4½
Nordd. Lloyd=Obl. 99,30
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,10
Franz=Jofefs=Bahn . . 85,50
3 Prag=Duxer . . . .
75,30
5 Oeſterr. Staatsbahn
Oeſterr. Staatsbahn . 93,25
do.
76,50
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,10
do.
In Proz.
2¾/1 Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,50
3 Raab=Oedenburg
76,10
4 Kronprinz Rudolfbahn 87,00
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 87,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
88,00
do.
4 Wladichawchas . . . . 87,75
4 Rjäſan Koslow . . . .
an
3, Portugieſ. Eiſenb. . . 73,50
do.
2½, Livorneſer
69,40
3 Salonique=Monaſtir . 62,80
4 Bagdadbahn . . . . . . 80,90
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,50
4 Miſſouri=Paciſic. . ..
4 Northern=Paciſic . . . 99,10
1 Southern=Paciſic . . . 93,90
5 St. Louis und San
Franeisco. . . . . 82,90
5 Tehuantepec . . . . . . 98,30
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . 188,00
7 Bergiſch=Märkiſche
149,70
Bahn . . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 168,50
6½ Darmſtädter Bank . 124,25
12½ Deutſche Bank . . . 256,75
6 Deutſche Vereinsbank 124,50
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 120,25
10 Diskonto=Kommandit 190,00
8½ Dresdener Bank . . 157,80
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,50
6½ Mitteld. Kreditbank 120,
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,25
7 Pfälziſche Bank. . .
130,00
5.86 Reichsbank . . .138,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,70
½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,25
7½ Wiener Bankverein . 132,80
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 98,20
Inpeon.
3.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
87,00
S. 19. .
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,00
S. 52 . . . . .
4 Hahb. Hypoth.=Bank . 97,50
3½
87,25
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,30
3½
do.
88,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16 . .
98,60
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23. . . . . . . . . 98,90
3½Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8 . . . 87,30
S. 3—5 . . . . . . . . 87,10
S. 9—11 .
87,20
4 Meininger Hyp.=Bank 98,00
86,50
3½
do.
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,00
31 do. (unk. 1914) . . 87,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,00
87,80
do.
3½
Städte=
Obligationen.
-
Darmſtadt . . . .
3
do.
Frankfurt. . . . . . . 99,00
3½
do.
96,50
Gießen . . . . . . . . 97,50
do.
3½
88,00
4 Heidelberg . . . . . . 97,00
do.
3½
87,80
4 Karlsruhe . . . . . .
3½
do.
91,50
Magdeburg . . . . . .
3½
do.
Mainz . . . . . . . . 97,50
do.
88,40
4 Mannheim . . . . . . 97,50
3½
do.
90,00
München . . . . .
99,30
3½ Nauheim . . . . . .
4,, Nürnberg . . . . . . . 99,00
do.
87,60
4 Offenbach . . .4. . . 97,60
St.
ZuPro=
3½ Offenbach . . . . . .
Wiesbaden . . . . . . 99,00
95,30
do.
3½
4 Worms . . . . . . . . 97,40
88,00
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 . 76,70
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche . . . Tlr. 100 169,75
3½ Cöln=Mindner 100 138,25
3 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 179,50
3 Oldenburger . . . . . . 130,90
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,50
Unverzinsliche
Anlehensloſc.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 201,00
Freiburgere. . . . Fs. 15
Mailänder . . . . Fs. 45
do. . . . . Fs. 10 —
Meininger . . . . . fl. 7 35,90
Oeſterreicherv. 1864fl. 100 549,00
do. v. 1858fl. 100 470,00
Ungar. Staats . . fl. 100 381,00
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 158,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,44
20 Franks=Stücke . . . . 16,29
Amerikaniſche Noten . . . 4,18½
Engliſche Noten . . . . . 20,46
Franzöſiſche Noten. . . . 81,30
Holländiſche Noten. . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . . 80,10
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,75.
Reichsbank=Diskonto. . .
Reichsbank=Lomhard Zsf. 7
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier. 1 deutſcher Schäferhund, 1 Foxterrier (
zu=
gelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=
Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten
Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt. (3356
Bekanntmachung,
betr. die Beleuchtung von Einfahrten, Höfen, Treppen, Fluren uſw.
Wir weiſen wiederholt auf die den Eigentümern von
Grund=
ſtücken obliegende Verpflichtung hin, die Toreinfahrten, Höfe,
Hausflure, Gänge und Treppen, ſofern und ſolange ſie
jeder=
mann zugänglich ſind, während der Dunkelheit ſo ausreichend
zu beleuchten, daß für die daſelbſt verkehrenden Perſonen keine
Gefahr beſteht.
Dieſe Verpflichtung liegt namentlich auch den Inhabern von
Fabriken, gewerblichen Anſtalten und Arbeitsſtätten, von
Ver=
gnügungs=, Verſammlungs= und Schankſtätten (den letzteren
ins=
beſondere auch hinſichtlich der Bedürfnisanſtalten) ob.
Pflichtwidrige Unterlaſſung der Beleuchtung begründet, falls
hierdurch jemand zu Schaden kommt, die Entſchädigungspflicht,
ſo=
wie die ſtrafrechtliche Verantwortlichkeit.
Die Verpflichtung kann durch Vertrag auf Hausverwalter,
Mieter uſw. übertragen werden. Dies ſetzt jedoch die
überein=
ſtimmende Willenserklärung beider Parteien, des Vermieters und
des Mieters, voraus. Eine einſeitige Erklärung des Vermieters (als
ſolche iſt auch der ohne vorherige Verſtändigung mit dem Mieter
er=
folgende Aushang einer „Hausordnung” zu zählen) kann die
oben=
genannte Verpflichtung für die Mieter nicht begründen.
Darmſtadt, den 3. Februar 1913.
(3357ds
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Die Lieferung der Brennmaterialien für die ſämtlichen
ſtaat=
ichen Anſtalten und Behörden im Großherzogtum Heſſen auf die
Zeit vom 1. April 1913 bis 31. März 1914 ſoll nach Maßgabe des
Erlaſſes Großh. Miniſteriums vom 16. Juni 1893, das
Verdingungs=
weſen betr., vergeben werden. Die Lieferung umfaßt etwa:
Steinkohlen (verſchiedene Sorten) . 17260 t
Anthrazit
. . 1241 t
Anthrazit=Eiformbriketts
222 t.
Zechenkoks (verſchiedene Sorten) . 6290 t
Gaskoks (verſchiedene Sorten) . . 1665 t
Steinkohlenbriketts .
56 t
Braunkohlenbriketts
307 t.
Verſiegelte, mit der Aufſchrift „Kohleneinkauf” verſehene
An=
gebote ſind portofrei bis ſpäteſtens 3. März 1913, vormittags
0 Uhr, an unterzeichnete Bergwerksdirektion einzureichen, zu welchem
Zeitpunkte Eröffnung der eingelaufenen Angebote ſtattfindet.
Die für die Lieferung geltenden Beſtimmungen ſamt
Vertei=
lungsplan uſw. liegen auf unſerem Amtszimmer, Gutenbergſtr. 1,
zur Einſicht offen. Sie können auch, ſolange Vorrat reicht, gegen
portofreie Einſendung von 3,50 Mk. in bar bezogen werden.
Friedberg, den 3. Februar 1913.
(3351df
Großh. Bergwerksdirektion.
Schulz, Großh. Bergrat.
p
Verſteigerungs=Azeige.
Freitag, den 7. Februar l. J. vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich aus einem Nachlaß im Hauſe
Rheinſtraße 32, erſte Etage
nachſtehend verzeichnete Gegenſtände:
Eine Salon=Einrichtung
beſtehend aus: 1 Sofa, 2 Seſſeln, 4 Stühlen, 1 Salontiſch,
Silberſchrank, 1 Trumeau mit großem Spiegel, 1 Staffelei,
1 fünfarmiger Gaslüſter und dazu paſſende Vorhänge,
ferner: 1 Spiegelſchrank, nußbaum poliert, 1 kleines
Büfett, nußbaum poliert, 1 Pfeilerſchränkchen, 2 zweitürige
Kleiderſchränke, 3 eintürige Kleiderſchränke, 1
Weißzeug=
ſchrank, 1 Beſenſchrank, 2 Küchenſchränke, Tiſche und Stühle,
Seſſel uſw., 2 Toilettentiſche, 1 Waſchkommode mit
Mar=
morplatte, Nachttiſche, 1 Serviertiſch, 1 Nähtiſch,
1 Blumentiſch mit Springbrnnnen, 2 Gartenmöbel=
Garnituren, 1 Waſchmangel, 1 Gasherd, 1
Gasbade=
ofen und Wanne, 1 Kaſſenſchrank mit Sekretäraufſatz,
1 Spinnrad, 1 Haſpel, 1 nur einmal gebrauchter
Rohr=
platten=Reiſekoffer mit Ueberzug (von Moritz Mädler)
und 1 großer Hutkoffer, ferner
Glas=, Porzellan=, Nipp= und Ziergegenſtände
darunter 1 neues Eß=Service für 12 Perſonen, beſtehend
aus 84 Stücken, weiter noch Lüſter, Spiegel, Bilder,
darunter ſehr gutes Oelgemälde (Landſchaft), Vorhänge
uſw., ſodann noch 2 vollſtändige Kachelöfen, in Teile
zer=
legt und in Kiſten verpackt.
(3234id
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
hlung ſtatt.
Darmſtadt, den 4. Februar 1913.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Bekanntmachung.
Die Krankenkaſſe „Eintracht” eingeſchriebene Hilfskaſſe Nr. 5
briesheim b. D., hat ſich am 16. November 1912 aufgelöſt, beſtätigt
ſuch Senatsbeſchluß des Kaiſerlichen Aufſichtsamt für Privatverſiche
ung in Berlin vom 18. Januar 1913. Dieſelbe iſt in Liquidation
treten und iſt der ſeitherige Vorſtand zu Liquidatoren beſtellt wor=
. Es werden nun alle Gläubiger, welche noch Forderungen an
ſe Krankenkaſſe „Eintracht” zu machen haben, aufgefordert, ihre
For=
rungen bis längſtens zum 1. April 1913 bei dem Unterzeichneten
nz ureichen.
(3360
Griesheim, am 5. Februar 1913.
Der Vorſtand der Krankenkaſſe „Eintracht”.
J. A.: Müller, I. Vorſitzender.
Jagd-Verpachtung!
Nontag, 10. Februar 1913, nachmittags 2½ Uhr,
in dem Rathauſe zu Waſchenbach die Feld= und Waldjagd der
Rmeinde Waſchenbach, beſtehend aus ca. 216 Hektar, in einer
Ab=
lung auf neun Jahre verpachtet werden.
Bemerkt wird, daß die Jagd durch günſtige Lage einen ſehr
ten Wildſtand hat. Das Jagdgebiet iſt in einer halben Stunde
n Bahnſtation Nieder=Ramſtadt zu erreichen.
(II,2543
Nieder=Ramſtadt, den 22. Januar 1913.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Nieder=Ramſtadt
mit Waſchenbach.
Appel.
Cn unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 17. Januar 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Aug. Cellarius, Darmſtadt.
Philipp Auguſt Cellarius,
Kauf=
mann, Ehefrau Emmy, geborene
Schmidt, in Darmſtadt, in zur
Prokuriſtin beſtellt.
Am 21. Januar 1913.
Gelöſcht die Firma:
M. Schweickert, Darmſtadt.
Am 22. Januar 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Gebrüder Wiener,
Darm=
ſtadt.
Hermann Wiener und Carl
Müller, beide Betriebsleiter in
Darmſtadt, ſind zu
Geſamtpro=
kuriſten beſtellt.
Am 23. Januar 1913.
Gelöſcht die Firma:
Hotel=Reſtaurant Prinz
Karl Hans Chriſt,
Darm=
ſtadt.
Am 29. Januar 1913.
Gelöſcht die Firma von
Amts=
wegen:
K. Lang, Darmſtadt.
Am 31. Januar 1913.
Hinſichtlich der Firma:
Seb. Schmitt, Darmſtadt.
Die offene Handelsgeſellſchaft
iſt mit Wirkung vom 1. Januar
1913 aufgelöſt. Geſchäft u. Firma
ſind auf den ſeitherigen
Geſell=
ſchafter Albert Schmitt als
Ein=
zelkaufmann übergegangen. (3386
Darmſtadt, 3. Februar 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Die am 1. ds. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Vom 7. ds. Mts. an können die
Abfuhrſcheine bei den betreffenden
Kaſſenſtellen in Empfang
genom=
men werden.
Die Ueberweiſung erfolgt am
8. Februar.
(3367
Darmſtadt, 5. Februar 1913.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
. V.: Kindhäuſer,
Großherzogl. Forſtaſſeſſor.
Verſteigerungen
und
Tarationen
aller Art übernimmt unter
billig=
ſter Berechnung
(3378a
F. Kurtz, Auktionator u. Taxator,
Pädagogſtraße 2. Teleph. 1202.
Krankheitshalber
iſt Anteil einer kleinen Wald= u.
Feldjagd in der Nähe von
Darm=
ſtadt abzugeben. Off. unt. E 26
an die Exp. ds. Bl.
(*3251
Frisch
Lebend
Rheinſalm
Forellen
Weſerſalm
Hechte
Silberſalm
Karpfen
Lachsforellen Schleien
Auſtern
Seezungen
Steinbutt
Rotzungen
Zunder
Heilbutt
a Nordsee-Cabliau
IaNordsee-Schellfisch
Back-Schellfisch
Merlan
Slocktiseh
Frische Hummerkrabben
Räucherwaren
in nur Ia Qualitäten
Marinaden
in nur Ia Qualitäten‟
Fischkonserven
Täglich frischgebackene Fische.
Gebräder Nösinger
Hoflieferanten
Grafenstrasse 19
Filiale: (3390
Ludwigsplatz, gegenüber der
„Stadt Pfungstadt‟.
Telephon 40.
Auktions- und Möbelhaus
Telephon 1774. Bleichſtraße 1. Telephon 1774.
Wirklich billiges und vorteilhaftes Sonderangebot: 5
ele=
gante Schlafzimmer, eichen mit zweitürigen Spiegelſchränken,
1 hochfeines Speiſezimmer mit großen und kleinen Büfetts, 1
ele=
gantes Herrenzimmer, ſehr apparte Ausführung, mit Standuhr.
Viele einzelne Möbel beſonders billig: polierte, lackierte
und eiſerne Betten, polierte und lackierte Waſchkommoden,
Ver=
tikos, Diwans und Umbauten, Chaiſelongues, Sofa, Klubſeſſel,
Salon=Garnitur mit 2 Seſſeln, Kleider=, Spiegel= und
Bücher=
ſchränke, Schreibtiſche, Sekretäre, Büfett, Kredenzen,
Trgneaux=
ſpiegel, Auszug=, Salon= und viereckige Tiſche, Stühle,
Pfeiler=
ſchrankchen, Teppiche, Lüſter, Zuglampen, Aufſtellſachen, beſſere
Bilder, Oelgemälde, 1 großer Kaſſenſchrank.
(3369
ſchwarz, beſtehend aus Sofa, 4 Stühlen mit Tiſch,
1 Salon,
Schreibtiſch, Vertiko und Trumeauſpiegel.
Ferner: 2 Biedermeier=Kommoden, Tiſch, Standuhr, alles
kirſchbaum, antike Schränke, Truhen, Pulte uſw., 2 goldene
Herrenuhren, 2 ſilberne Fiſchbeſtecke, Ringe uſw.
Johannes Krummeck, Auftionator u. Taxator.
Verkauf täglich, ununterbrochen geöffnet. Annahme von
Verſteigerungen und Verkäufen. Beſte Referenzen.
Holz-Verſteigerung.
Mittwoch, 12. Februar I. J., vormittags ½9 Uhr,
wird in der Brücher’ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen ſämtliches
in der Faſanerie und Sorgenlos ſitzende Brennholz verſteigert,
ſowie Lärchen= und Fichten=Derbſtangen aus der Forſtwartei Faſanerie:
Derbſtangen: Lärchen I. Kl. 21 Stück — 2,11 fm, Fichten
I. Kl. 124 Stück — 10,49 fm, Fichten II. Kl. 4 Stück —
0,18 fm; Scheiter, rm: 42 Buchen I. Kl., 99 Buchen II. Kl.,
8. Hainbuchen, 162 Eichen, 5 Linden; Knüppel, rm=
160 Buchen, 45 Hainbuchen, 182 Eichen (hiervon 24 rm
Pfoſten 2,5 m lang), 2 Birken, 1 Linde, 1 Kirſchbaum,
11 Kiefern, 21 Fichten; Reiſig, Wellen: 2690 Buchen,
110 Hainbuchen, 2970 Eichen (hierunter 2500 Wellen
Stammreiſig), 40 Kiefern, 10 Weymouthskiefern; Stöcke,
rm: 48 Buchen, 2 Hainbuchen, 119 Eichen, 1 Linde,
2 Fichten.
Die Stangen werden zuerſt verſteigert und lagern an den
Hirſchköpfen und im Tiergarten 18 außerhalb des Parkes, direkt an
der Dieburger Straße. Blau unterſtrichene Nummern kommen nicht
zum Ausgebot. Auskunft erteilt Forſtwart Schmidt zu Faſanerie
Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, den 4. Februar 1913.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(3334
Slamm= u. Mangenholz=Verſteigerung.
Montag, den 10. Februar I. J.,
vormittags 9½ Uhr anfangend, werden im Roßdörfer
Gemeinde=
wald, Diſtrikt Mark (im Eſchhof lagernd), an Ort und Stelle
Stämme Eiche II. Kl. 1 St. — 0,95 Feſtmeter
„ — 0,89
III. „
, — 0,25
Ahorn VI. „
„ — 0,17
Lärche V. .
,,
6 „ — 10,30
Fichte III. „
„ IV. „ 23 „ — 24,02
„
,
V. „ 424 „ — 151,64
799 „ = 53,99
Derb=Stangen .
Reis=
176 „ — 1,48 „
verſteigert. Zuſammenkunft auf der Kubig.
(3262md
Roßdorf, den 1. Februar 1913.
Großh. Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz.
Holz-Verſteigerung
Montag, den 10. Februar,
vormittags von 9 Uhr an, ſollen in der Schneider’ſchen
Gaſtwirt=
ſchaft in Waſchenbach aus den Diſtrikten Billerſtein, Birkenwald
und Hainberg verſteigert werden:
Stämme, Eichen: 19 Stück von 20—40 cm Durchmeſſer und
5—10 m Länge — 8,68 cbm; Buchen: 12 Stück
von 37—46 cm Durchmeſſer und 7—10 m Länge
15,15 cbm. Ferner
Scheiter rm: 177 Buchen, 8 Eichen;
Knuppel rm: 139 Buchen, 32 Eichen
Reiſig Hdt. Wellen: 46 Buchen, 3 Eichen;
Stöcke rm: 68 Buchen, 15 Eichen.
Unter den Wellen befinden ſich 18 Hundert Stammwellen im
Diſtrikt Hainberg.
Nähere Auskunft erteilt Herr Forſtwart Roß in Nieder=Ramſtadt.
Ober=Ramſtadt, 1. Februar 1913.
(3395
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
Ferd. Frank
Pianist
(1513a
Ludwigstrasse 16. — Fernspr. 2187
Meine Praxis befindet
sich jetzt
(3220a
n Rheinstr. 29, I. St.
TELEPHON 1659.
prakt.
Max Nieswandt zahnarst.
I
Uncm. Labordterlam
(58a
für
Untersuchungen
jeder Art.
Spez.-Laboratorium
für
Urin-
Untersuchungen.
H. Metzler
Schützenstr. 7, 2. Stock.
Conserven
Brechspargel, 4 Sorten
Stangenspargel, 6 Sorten
Spargel-Köpfe, 2 Sorten
Erbsen, deutsche, 3 Sorten
Erbsen, franz., 5 Sorten
Erbsen m. Carotten, 2 Sorten
Schnitt- und Brechbohnen
7 Sorten
2 Pfd.-Dose von 35 ₰ an
Frincessbohnen, 3 Sorten
Dicke Bohnen, Flageolets
Gemischte Gemüse, 2 Sort.
Cardons, Kohlraby,
engl. Géléris
Sellery in Scheiben
Spinat, Tomaten-Purée
Artischokenböden
Steinpilze, Morcheln,
Pfifferlinge,
Champignons, 5 Sorten
Trüffeln, 2 Sorten
A. Reichard
Colonialwarenhaus
Ecke Bleich- u. Casinostr.
Telephon 104. (2442a
Keischmant 3
Großer Inventur=Ausverkauf
dauert bei spottbilligen Preisen
(3387
Tage
AurHoeh
Man benutze die Gelegenheit!
Man benutze die Gelegenheit!
Neuer Kombinations-
Brust- und
Hüften-Halter
Triumph
vorzügliches neues
Reform-Korsett,
vereinigt sämtliche Vorzüge,
die an die bestsitzenden
Büsten- und Hüftenhalter,
sowie an alle guten
Reform-Mieder
gestellt werden. Eignet sich
auch für stärkere Figuren.
Reformgeschäft
eletatl
IRTista
Gesundheitliche Nahrungs-
und Genussmittel
Anton Braunwarth
Ernst Ludwigstrasse 3.
Fernsprecher 971. (1345a
1913. Achtung!
Für Hausbesitzer
empfiehlt ſich in
Weißbinder-
arbeiten in Wohnungen, Küche
Mk. 8, Zimmerdecken weißen von
Mk. 4 an. Gute reelle Arbeit!
Für dieſe Woche
empfehle:
Prachtvollen Holländer
2
Kabeljan
im Ausſchnitt.
Tafelzander, Schollen,
Notzungen.
2
Hochfeinen Holländer
(
Seelachs
im Ausſchnitt
2
Pfund 50 Pfg.
3= bis 5pfündiger
1
Kabeljan
Pfd. 30 Pfg.
1
l Merlansg 35 Pfg.
Portionsfiſche
Pfund 30 Pfg.
IERHV
n Fertig’s
Fiſchhandlung
Karlſtr. 47. Tel. 641.
Neu= und Anſtricken
von Strümpfen ſow. Beinlängen
auf der Maſchine billig u. prompt
Heinheimerſtr. 20, 3. Stock. (827a
Die naturreinen
alkoholfreien Weleine
und
Wormser Wleinmoste
K. Dillmann empfehlen hervorrag. Herzte
Kirchſtraße 17. (*3291
Tafel-Hepfel
Grau=Reinetten 10 Pfd. 1,50 M.
Goldparmänen 10 Pfd. 1,20 M.
Schafnaſe (Kochapf.) 10 Pfd. 90 Pf.
andere Sorten billigſt, empfiehlt
Joh. Walther
Tel. 1598. (1959a) Wienersstr. 69.
Telbſtgek. Gelee u. Latwerge zu
verk. Bleichſtr. 27, Lad. (1334a
Drima trock. Buchen= u. Tannen=
Abfallholz zu verk. Ztr. 1,35 u.
1,45 Mk. Heinheimerſtr. 4. (1618a
Damen
finden ſtreng diskrete liebevolle
Aufnahme bei deutſcher Hebamme
a. D.; kein Heimbericht, kein
Vor=
mund erforderlich, was überall un=
(VII62
umgänglich iſt.
Witwe L. Baer, Nancy
(Frankreich), Rue Paſteur 36.
bei Blutarmut, Bleichsucht,
Nervosität (Prof. Forel, Prok.
Eulenburg, Prof. Jordy, Dr.
Gilbert. Dr. Keferstein)
bei Herzkrankheiten,
Rheu-
matismus u. Cicht (Dr. Matzen,
Dr. Stoll-Nauheim, Dr. Kühne)
bei Magen-, Darm-,
Leber-
u. Nierenleiden (Prof. Bunge,
Prof. Winternitz)
bei allen akuten fieberhaften
Krankheiten (Dr. Järschky,
Prof. Bleuler, Dr. Albu, Dr.
Schilling.)
(2415
Verlangen Sie Sorten-
und Preisliste u.
auf-
klärende Literatur von
Alexanderstr. 4, I.
Sendungen (auch Proben) frei Hanz.
3=
eid. Maskenkoſtüm (Beilchen),
10 Mark, zu verkaufen (*3256
Karlſtraße 53½, 2. Stock.
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene,
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(2455a
G. Kanzler, Friſeur. Marktſtr. 3.
gable ich für ge
tragene Kleider,
Vlel deid Stiefel, Wäſche,
Bettzeuguſw. S. Zarnicer, Kleine
Bachgaſſe 1. Poſtkarte genügt,
komme ins Haus.
(2940a
Aufruf!
Wegen Maſſenbedarf von getrag.
Herren= u. Damenkleidern, Schuhen,
Zahngebiſſen u. Bettfedern zahle die
beſten Preiſe. M. Lemler,
Ober=
gaſſe 15, Lad. Poſtk. gen. (*3049imd
192
I
Wer dort? (3326a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Alte Briefmarken und Samm=
Alungen kauft A. Zell,
Karlſtraße 14, part.
(3181a
ihenun
Acen
Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(103a
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.
Paufe alle Möbel. ganze Einrich=
K tung. u. Nachläſſe geg. ſof. Kaſſe
J. Lich. Alexanderſtr. 3. (61a
Eiſerne Wendeltreppe
zu kaufen geſ. (Stockhöhe 3,70 m).
Offert. mit Preisang. an Gg. Berth,
Maurermſtr. Klappacherſtr. 17. (*dfs
Saſt neuer Kinderwagen (Sitz=
2 u. Liegewagen) billig zu
ver=
kaufen Mollerſtr. 42, pt. (*3028omf
Eich
Dealeff
Rleueselstr. 35
Parterre=Wohnung, 6 Zimmer u.
2 Entreſol, im Preiſe von Mk.
900.— per April zu vermieten.
Dieſelbe eignet ſich auch für
Bureau=
zwecke. Zu erfr. im 1. Stock. (2256t
3 Zimmer
Ecke d. Erbacher= u.
Wingerts=
bergſtraße 2, 5 Zimmerwohnung
im 2. Stock mit Zubehör per
1. April zu vermieten. Näheres
daſelbſt parterre.
(999id
3 Zimmer
Wendelstadtstr. 47½
im erſten Stock 4 Zimmer=
Wohn. per ſofort oder ſpäter.
Näh. Zimmerſtr. 1. (44od
Soderſtr. 62 ſch. 2 Z.=W., Preis
16 Mk. mtl. Zu erfr. part. (*3003oid
Soderſtraße 85 zwei ſchöne
ineinandergehende Zimmer ſofort
(*3205df
zu vermieten.
3 Zimmer
Grafenſtr. 16, Stb., unmöbl.
Stube zu vermieten.
(*3292
e
Mäue
(0
*0
w. Büro —
Nieder=Ramſtädterſtr. 71, Ecke
Heinrichſtr., iſt der 1. St., z. Zt.
Büro d. Bundes Deutſcher
Gaſt=
wirte, per 1. April zu vermieten.
Näheres daſelbſt.
(1268t
Wir zahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle,
Papier=
abfälle, Geſchäftsbüch. u. Akten,
unt. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung.
(3362a
M. Löb & Co.,
Liebigſtr. 30. Telephon 479.
Schreinerei kauft trockenes
Kiefern=, Pappel=, u.
Eichen=
holz in jeder Stärke gegen Kaſſe
Offerten unter E 29 an die
(*3230
Exped. ds. Bl. erb.
Altes Gold
Brillanten, Platin, Silber kauft
zum höchſten Wert
(3379a
„Kurtz, Inwelenhandlung,
Pädagogſtraße 2. Teleph. 1202.
Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets
kon=
kurrenzl. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
Telefon 2097.
(*3263dso
ebr. Weißbinder=,
Zimmer=
u . Faſſadengerüſt zu kaufen
geſucht.
(*3257
Offerten unter E 25 an die
Expedition dieſes Blattes.
Heinheimerſtr. 22, III., Koſt u.
Wohn., pro Woche 10 Mk. (*3108mds
Kaſinoſtr. 26, I., freundl. möbl.
Z. für 18 Mk. mtl. zu vm. (3015a
in 4 2. Stocklinks,
Luisenplatz 1, vornehmmbl.
Zim., m. od. oh. Penſion, ev. auch
vor=
übergeh. an Paſſanten zu vm. (2949t
Karlſtr. 30, Hth., II. . frdl. Zim.,
pro Woche M. 3.50, z. verm. (*3252df
Grafenſtr. 24, I., großes, ſchön
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer mit
elektr. Licht zu vermieten. (3380od
Hügelſtr. 29, I., gut mbl. Z. m.
Schreibtiſch, Gas, ſep. Eing. (*3220ds
Landwehrſtr. 11, pt., gut möbl.
(*3223df
Z. m. Penſ. zu verm.
Veneranen
Melt. Herr find. dauernd. Penſion
A in ruh. Villa. Erſtklaſſ.
Ver=
ſorg. Jährl. 3000 Mk. Offert. u.
C 15 a. d. Exped d. Bl. (2745a
Zwirdp-
Gesuchteine Fension
für zwei junge Mädchen. Off.
m. Preisang. u. D88 Exp. (*imd
Geb. Dame wünſcht junges
Fräulein in gute Penſion zu
nehmen. Schönes gr. Zimmer
Karlſtraße 115, 1. Stock. (*3217
Zummerengslue
Herrschafts=
haus
12 — 15 Zimmer mit
Garten, zu mieten
ge-
sucht.
(3376
Offerten an Ludwig
Alter, Elisabethenstr. 34,
erbeten.
für Aaler o. Pill=
Atelier hauer zu vermieten
(2602t
Karlstrasse 94.
Bismarckstr 80, part.
Hinterbau f. Bureaus,
Werk=
ſtätte, eventl. mit Lagerraum
per 1. April zu verm. (2311t
Getete en
Keller ſof. zu vermieten. (2977a
Melll ameer
Ernſt Ludwigſtr. 3, I. Stock,
gut möbl. Wohn= u. Schlafzim.
zu vermieten.
(3065ms
Schloßgartenſtr. 63, II., frdl.
möbl. Zim. an ſol. Herrn. (3043a
Grafenſtraße 13, I., gut möbl.
Zimmer zu vermieten.
(3042a
Bleichſtraße 45, 1. St., ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (3179a
Pankratiusſtr. 1½,, 2. St., ein
gr. gut möbl. Zimmer, auf Wunſch
mit 2 Betten, ſof. zu verm. (3081t
Bleichſtr. 36, II., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (*3093imd
Waldſtraße 32, freundl. möbl.
Zimmer zu vermieten.
(1939t
Kranichsteinerstr. 1, I., hübſch möbl.
Wohn= u. Schlafz. ſof. zu vm. (2157t
Bleichſtr. 51, 3. St., ein gut
möbl. Zim., ſof. zu verm. (2501t
Ernſt=Ludwigſtraße 18, III.,
möbl. Zim. zu vermieten. (2729t
Waldſtr. 24, Vorderh., I., gut
möbl. Zim. per 1. Febr. zu v. (1542ids
geſ. von ruh. Fam. 5—6 Zim,
mit 2 Manſ., Speiſek. u. etw.
Garten, Balkon, für 800—850 Mk.
Off. u. E 17 an die Exp. (3325md
Zu mieten geſucht
eleg., neuzeitlich eingerichtete
Wohnung
beſteh. aus 4 Zim., Bad u. Zubeh.,
per ſofort od. ſpäter. Offert. an
I. Glückert, Bleichſtr. 31. 3358dfs.
Alleinſt. ält. gebild. Ehepaar
ſucht 4 Zimmerwohn. mit Zubeh.
in nur ruhigem. anſtändig. Hauſe
per Auguſt. Off. mit Preis unter
E 36 an die Exp.
(*3237
2= oder 3 Zimmerwohnung auf
1. März zu mieten geſucht,
Manſarde oder Hinterbau
ausge=
ſchloſſen. Offerten unter B 39
(*3277
an die Exp. ds. Bl.
„ 37
Ein hubſch möbl. Zimmer
für ein beſſ. Fräul. zu mieten geſ.,
event. mit Penſion. Offert. unter
E 2 an die Exp. ds. Bl. (*3144md
Gaufmann (Reiſender) ſucht
ſchön möbl. Zimmer in der
Nähe des Hauptbahnhofes.
Off=
unt. E 19 an die Exp. (3336ds
Zimmer.
event. auch 2 ſehr gut möbl.
Zimmer zum 25. d. Mts. geſucht=
In der Umgegend des
Marien=
platzes, Sonnenſeite; ſeparater Ein=
(*3246
gang bevorzugt.
Offerten unt. E 32 a. d. Exped.
ſuchen zwei ge=
Zwei Damen trennt möblierte
Zimmer, mögl. Zentrum. (*3244
Off. m. Preis unt. E 34. Exp.
Total-Ausverkauf
wegen Geschäfts-Aufgabe.
(2659a
495000 Sach eigarren und egarerten
Erstklassige Fabrikate! Garantie: Zurücknahme.
Für Wiederverkäufersbeste Einkaufs-Gelegenheit!
W. BAUER6 Ludwigstrasse 6.
Der Vertrieberstklassiger Spezial-
Fabrikate gestattet es mir, die-
Selben bei Verwendung von IaMaterial
und bis ins detail durchgearbeitete
Archi tektur zu konkurrenzlos
bil-
igen Preisen unter jeder
gewünsch-
ten schriftlichen Garantie
abzu-
geben. Durch rationelle
Disposi-
ſtionen bin ich in der angenehmen
Lage, auch verwöhnten Ansprüchen
eine aparte Auswahl zur Verfügung
zu stellen, ohne dabei in
Phantasie-
preise, zu verfallen. Ich verweise
auf meine laufenden Annoncen. Freie
Besichtigung erbeten.
Georg Schnitt
Höbel u. Dekorationen
Schlossgraben.
863a,
Die elegantesken.
Blumen-Arrangements
zu allen Selegenheiten lieſerk
in bekannt geochmackvoller
Galung
Lina Hardt
Spesiak-Seochäft für moderne Klumenbincere
Rheinstr. 14 — Sel. 1070
Oireßt neben dem Staothau.
(2492a
Neue kalifornische
Hlläumen
per Pfd. 45, 50, 60, 70,
80 Pfg. und 1.—, zum
Rohessen u. Kochen.
Bei Mehrabnahme billiger.
Hoflieferant
Breimer
Telephon Nr. 76.
NB. Versand aller Delikatessen
und Kolonialwaren nach allen
Stadtteilen u. auswärts.
Auf Wunsch lasse täglich
nachfragen. (2395a
Große Sendung ſüße
Orangen
eingetroffen.
(2447a
Stück 10 Pfennig.
Stück 5 Pfg. Dutzend 50 Pfg.
70 Pfg.
5 Pfg.
„
Pfg.
80 Pfg.
n
„
90 Pfg.
„ 8 Pfg.
„
10 Pfg.
110 Pfg.
bei 100 Stück Mk. 3.50, 4, 5 u. 6.
Palermo=Doppelblutorangen
innen blutrot und ohne Kerne
Stück 8 Pfg. Dutzend 90 Pfg.
10 Pfg.
110 Pfg.
bei 100 Stück Mk. 7.— u. 8.50.
Mandarinen Pfd. 25 u. 30 ₰
Citronen
Stück 4 u. 5 Pfg.
empf. Obſtverſ. Joh. Walther,
Tel. 1598. Wienersſtr. 69.
Kontroll=Kaſſe
mit Bons und Kontrollſtreifen,
National, neu, 220 Mark
1706a)
Hügelſtraße 4.
Herren mit trock, ſpröd. od. dünnem
Haar ſei zwecks Anregung eines
vollen, kräftigen
Heen
.
Maurwuchs
es, bezw. der Haarwurzeln, folgendes
bewährte und billige Rezept
emp=
fohlen: Wöchentlich 2mal. Waſchen
des Haares mit Zucker’s
kom=
biniertem Kräuter-Shampoon
Pak. 20 ₰), daneben möglichſt
täg=
liches kräftiges Einreiben des
Haar=
bodens mit Zucker’s Original=
Kräuter-Haarwasser (Fl. 1.25),
außerdem regelmäßiges Maſſieren
derKopfhaut mitZuckers Spezial=
Kräuter-Haarnährfett (Doſe
60 ₰). Großartige Wirkung, von
Tauſenden beſtätigt. Echt bei Chr.
Schwinn, Rheinſtr. 8 u. A. Logel.
(IV1236
Eliſabethenſtraße 30.
Vellblut
iſt die Grundbedingung höchſter
Leiſtungskraft. Ohne ſolche
ge=
ſtattet der heutige ſcharfe
Wett=
bewerb kein Vorankommen.
Des=
halb ſollte man die Nahrung
zeitweiſe durch beſonders energ
giſche Blutbildner ergänzen
Blut entſteht zwar aus jeder
Nahrung, am leichteſten aber
aus ſolcher, welche das
Mate=
rial der Blutkörperchen, Eiweiß
und organiſches Eiſen, fertig
ent=
hält. Dieſe beiden
Bauſteine=
des Blutes werden in hohem
Prozentſatz dargeboten in den
C
Genebett
8
=Hämoglobin=Kakao und
Schoko=
laden=Präparaten. Die
Anre=
gung des Stoffwechſels, die
Zu=
nahme der perſönlichen Energie,
und Elaſtizität erreicht ſchon
nach mehrwöchentlichem Genuß,
von Reichardt=Hämoglobin-
Kakao einen ungeahnten Grad.
Durch dies Anfachen aller
la=
tenten oder ſcheinbar
verbrauch=
ten Kräfte wird man befähigte
in Leben und Beruf ſein Beſtes
zu zeigen. Dank der Reichardt=
Präparate ſind die wertvollen
Blutbildner in der jedermann
zuſagenden Form angenehmer,
wohlfeiler Nahrung erhältlich in
Darmstadt: Ludwigsplatz 6
Fernſprecher 1627. (III,3353
Suppen-Würze
unübertroffen
Literflaschen zu Mk. 4.20,
Korbflaschen per Kilo Mk. 3.20.
Man überzeuge sich durch vorurteils-
(34a
hen freie Erprobung.
Vertreter: Otto Caspary,
Darmstadt, Arheilgerstrasse 10, I. Fernsprecher 819.
Freub. Saädedische Rlussen-Lotterie.
Zu der am 14. und 15. Febr. cr. stattfindenden Ziehung
2. Klasse II (228.) Lotterie habe ich noch Lose abzugeben:
½ Los
½ Los
¼ Los
¼1 Los
Preis per Los
Mk. 10.— Mk. 20.— Mk. 40.— Mk. 80.—
½ Los ¼ Los ½ Los 1/ Los
zu jeder
wei-
teren Klase Mk. 5.— Mk. 10.— Mk. 20.— Mk. 40.—
Darmstadt, Rheinstr. 33.
Philipp J. Schmidt
Telephon 127.
(3009a) Königl. Preuss. Lotterie-Einnehmer.
Haus Heidegg.
Von Hedda v. Schmid.
(Nachdruck verboten.)
31
Frau Chriſtas Elternhaus war ſeit ein paar Jahren
ſicht mehr. Die beiden Alten waren tot, die Schweſtern
hatten geheiratet, zwei Brüder waren nach Deutſchland
übergeſiedelt, nur der jüngſte, Reginald, ſtand als
Ein=
fähriger in einem Kavallerieregiment an der
oſtpreußi=
ſchen Grenze in einem elenden ruſſiſch=polniſchen Neſt.
Der wurde nun zur Feſtzeit in Heidegg erwartet.
Der Freiherr ſelber hatte ihn in einem lakoniſchen
Schreiben eingeladen. Es ſollte anfangs eine
Ueberraſch=
ſung für Frau Chriſta ſein, aber dann gönnte er ihr doch
die Vorfreude. Sechs Jahre hatte ſie ihren Bruder Regi
nicht geſehen, der „Kleine” war immer ihr Liebling
ge=
eſen.
Man ſaß gerade in der Halle bei den behaglichen
Weih=
ſtachtsvorbereitungen, als Onkel Regi, der von den
Hei=
ſegaſchen Kindern mit fieberhafter Ungeduld und
Neu=
zierde erwartet wurde, eintraf. Es war ein ſtarker
Schnee=
fall, und als der ſchlanke Reitersmann eintrat, mußte er
ich erſt die dicke, weiße Schneekruſte von ſeinem grauen
Soldatenmantel klopfen laſſen.
Reginald Steenhuſen hatte dieſelben braunen Augen
vie ſeine Schweſter Chriſta — aber in ihnen lag eine
ge=
viſſe Träumerei, welche trotz aufblitzenden Uebermutes
den Idealiſten verriet.
Alſo ſo ſiehſt Du aus — ſagte der Freiherr, hob Iſa
hon ſeinem Knie auf den Arm, ging dem jungen Schwager
ntgegen und küßte ihn. Klein=Iſa wurde mit in die
Um=
umung gezogen.
Des Reſchilden, ricf Regt frandich ans. Ich vm
auch eins, und nun — wo ſeid Ihr anderen?
Er kannte die älteren Jahrgänge auf Haus Heidegg
nur flüchtig. Aber nun kam Frau Chriſta herbei, in einer
großen Wirtſchaftsſchürze — und da gehörte der Bruder
für eine Zeitlang nur ihr. Dann rief ſie ihre Kinder
her=
bei, ſtellte jedes einzeln vor, und Regit gab ſich gleich wie
der älteſte Bruder.
Könnteſt auch beinahe mein Sohn ſein, lachte Frau
Chriſta und umhalſte ihren Matthias.
In dieſes Familienbild hinein platzten die beiden
Baroneſſen. Diez ſtellte flüſternd feſt, „daß ſie ſich
extra=
fein aufgetakelt” hätten. Sofort wurde der Ton in der
Halle um eine Note kühler — die langen, blonden
Schwe=
tern in ihrer ſelbſtzufriedenen Unnahbarkeit wirkten immer
froſtig. Natürlich hatten ſie Toilette gemacht. Endlich
einmal „für jemand”. Und dieſer Jemand ſchien wirklich
der Mühe wert zu ſein.
Editha hatte Farbe heute, das ſtand ihr gut. Wenn
ſie wollte, ſo konnte ſie liebenswürdig ſein. Heute wollte
ſie, obgleich ſie ſich ärgerte, daß Regi von ſeiner
Schwe=
ſter in Beſchlag genommen war; Frau Chriſta griff nach
des Bruders Hand und hielt ſie feſt. Und der Einjährige
in ſeiner ſchmucken Dragoneruniform zog die Finger der
blonden, mütterlichen Frau an ſeine Lippen. Er war
Neſtkücken, vermißte, trotz Schnurrbärtchen und
Seiten=
gewehr, noch immer das ſanfte Streicheln der
Mutter=
hand. Wie wohl das nun tat, hier bei Mutter Chriſtel zu
ſein. Und all dieſe hohen, kecken Knabengeſichter, und die
ſüßen, kleinen Mädelchen mit den großen Schleifen auf
den blonden Scheiteln und den Fingerchen, die mit
Rauſch=
gold bekleckſt waren,
Das war doch ein anderes Leben hier, als das,
wel=
ches er in der Garniſon kannte. Fremde ſaßen auf dem
väterlichen Gut, er hatte kein Heim mehr. Er wollte bei
der Waffe bleiben, ein Ohm würde für die Zulage
auf=
kommen.
Wir Steenhuſens ſind arme Teufel, hatte Regis Vater
ſtets geſagt und einen gewiſſen Stolz in ſeine betonte
Ar=
mut gelegt. Regi fand, daß Mittelloſigkeit ein übles
Ding iſt, wenn man ſich viel darum grämt.
Nach dem Abendeſſen trat Regi an Editha heran. Er
hatte ſie ſich weit älter und häßlicher vorgeſtellt, und war
nun angenehm überraſcht.
Editha war es, als ob das alte Teezimmer auf
Hei=
degg mit ſeinen ſchweren, ſteifen Möbeln, in dem man
am Abend immer ſaß, freundlich verwandelt ſei. Und
doch ſah ſie nur den ſchmalen Blondkopf Regis, ſeine halb
lachenden, halb träumenden Augen, den noch knabenhaften
Mund des Zwanzigjährigen unter einem kleinen,
dunkel=
blonden Schnurrbärtchen, die Schlankheit ſeiner Glieder,
die ſo unendlich viel Raſſiges hatten. Ob er ſie wohl
über=
ragte an Wuchs? Sie maßen lachend ihre beiden
Geſtal=
ten. Doch — um einen halben Kopf war er höher
ge=
wachſen, als Editha.
Du biſt ein langer Schlingel geworden, Regi, ſagte
Frau Chriſta ſchweſterlich ſtolz, aber Du wirſt noch
wachſen.
Reginald rief lachend: Will ich auch, wir Steenhuſens
ind alle lange Leute, aber Du biſt nun aus der Art
ge=
ſtölagen, Chriſta, ganz behäbig biſt Du geworden.
Ich=
will Dich „Mutter Chriſtel” nennen, wie Deine Kinder
6 hmt.
Sabprmann
Aheistr
Ecke Rhein- und Grafenstr.
Saison=
Ausverkauf
Damen-
Glacé-Handschuhe
farbig, weiss u. schwarz
solange Vorrat
per Paar
ℳ 1.00, 1.50 u. 2.00
Ecke Rhein- und Grafenstr.
Saison=
Ausverkauf
Selbstbinder
in allen Farben
bedeutend herabgesetzt
Stück 50 ₰ 75 ₰ ₰
ℳ1.00 1.50
1 Posten langer farb. Frühjahrs-Handschuhe per Paar 75 Pf. u. 1. 30 Pf. an
Krawatten: Regattes, Diplomaten u. Plastrons
Kragenschoner, weiss u. farbig, weit unter dem Einkaufspreis von 30 Pf. an
von 75 Pf. an
Farbige Garnituren, enorm billig
Herren-Westen, weiss u. farbig, im Preis bedeutend ermässigt.
Auf alle nicht zurückgesetzte Waren gewähre 10% Rabatt.
Seelig’s kandierter
Korn-Kaffee
Das beste- u. bekömmlichste Familiengetränk.
Unerreicht in seinem durchaus
Kaffee-
ähnlichen Wohlgeschmack, Aroma
:: und seinem hohen Nährwert. ::
Habe im Auftr
ten Zu
ge
haltenen Wand=Gasbadeofen
nebſt 2 Zinkwannen billig zu
ver=
kaufen.
(2769a
J. Rühl. Saalbauſtr. 24.
Gebr. Geſchäftswagen
(Break) zu verkaufen
(2762a
Heinrich Grimm, Schulſtr. 16.
Darm. Gaslüſter f. 10 Mk. zu verk.
*3209) Ob. Hügelſtr. 19, 2. St.
Gebrannte Kaffees
ſtets friſch gebrannt
gute Qualitäten (1855a
per Pfd. Mk. 1.50 bis Mk. 2.—
Wilh. Beck
Ecke Elisabethen- u. Saalbaustr. 29
Reyl & Jonn, Manuiaktarwaren. (43a
John’s Volldampf-
Waschmaschine
mit Schönheitsfehler bedeut.
unter Preis abzugeben.
Müller & Ober
(3072a
Karlſtraße 30.
Mein
Billatäden G. Fackkorder
Engres deschur
befindet sich jetzt
Rheinstraße 37, Seitenbau I. St.
(neben dem Britannia-Hotel).
Hermann Hachenburder
Telephon 1829.
(3338
Seidene Damenkleider (3200imd
faſt neu, weiß, blau, rot, moderne Damenhüte, Capes, 1 Salonlampe
(Marmor), Abendmantel, auch einige einfache Kleider, 1 Abendmantel
wegen Umzugs ſpottbillig zu verkaufen. Fritsch, Friedrichſtr. 14.
Zum Abonnement empfohlen:
Das Buch für Alle.
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
48. Jahrgang erſcheinende
: illuſtrierte Jamilienzeitſchrift:
Große Reichhaltigkeit,
Beſondere Vorzuge:
ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt:: :: viele prachtvolle Illuſtrationen,
außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft
nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Weit verbreitete „Buch für Alle” iſt, getreu
ein em Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und
Künſtlern, jederzeit beſtrebt, ein
echtes deutſches Jamilienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtunden
gern intereſſanter Lektüre widmet und Freude hat an echt
lünſtleriſchen Illuſtrationen.
(V1576
Beſtellungen bittet man an die nächſtgelegene Buchhandlung zu
richten: wo der Bezug. auf. Hindernilſe ſtößt, wolle man, lich. arstt.
an unterzeichnete Verlagsbuchhandlung in Stuttaart wenden.
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
(1917a
Privatklinik
für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe
von Dr. Machenhauer, Darmstadt
Lagerhausstrasse 24.
Telephon 288.
Besuchszeit: täglich von 2—4 Uhr nachm.
Aerztliche Sprechstunde nur in der Privatwohnung:
Riedeselstr. 52, Werktags von 2—4 Uhr nachm. Telephon 334
1 Diwan=
Ein Abendmantel, decke,
Papageiſtänder,
Meſſingnoten=
geſtell, Klavierſtuhl zu verkaufen
(*2961sid
Stiftſtr. 15, 1. Stock.
Ein gut erhaltener
Stutzſtügel und 1 Klavier
preiswert zu verkaufen. (*3110mdf
Zu erfragen in der Exp.
Es freute Frau Chriſta, daß Editha und Erika ſich
nicht wie ſonſt nach dem Abendbrot in ihre Zimmer
zu=
rückzogen. Wenn es nach ihrem Sinne gegangen wäre,
ſo hätten die beiden viel mehr Geſelligkeit haben müſſen.
Um elf Uhr ging der Freiherr zur Ruhe — dann
wurden im Teezimmer die Lampen gelöſcht. Beim letzten
ſchnarrenden Glockenſchlage der alten engliſchen Uhr
er=
hoben ſich alle von ihren Sitzen und ſagten einander „Gute
Nacht” Reginald war es recht
er hatte eine lange
Eiſenbahn= und Schlittenfahrt hinter ſich — und ahnte
nicht, daß ſeine Anweſenheit jemand anderem den Schlaf
verſcheuchte
Auf Edithas Bettrand ſaß, fröſtelnd in ein Plaid
ge=
hüllt, Erika und blickte mit einer Art ehrfurchtsvoller
Be=
wunderung auf die Schweſter, welche mit halbaufgelöſtem
Haar in den Kiſſen lag und in der matten Beleuchtung
einer Nachtlampe faſt hübſch, jedenfalls um Jahre
ver=
jüngt, ausſah.
Tante Lisbeth behauptete immer, daß es keine Liebe
auf den erſten Blick gibt, meinte Erika philoſophiſch.
Tante Lisbeth iſt eine alte Jungfer, die nur an ihr
Magenleiden denkt und für nichts anderes Intereſſe hat,
antwortete Editha. Es gibt eine Liebe auf den erſten
Blick, und er muß es fühlen, wie es in mir ausſieht. Ich
könnte ſogar Chriſta um ſeinetwillen verzeihen, daß ſie
uns Papa genommen und Haus Heidegg zur großen
Kin=
derſtube gemacht hat.
Die Schweſtern hatten ſich nie dazu verſtauden, ihre
Stiefmutter anders als Chriſta anzureden. Dieſe ſelber
hatte den Vorſchlag gemacht.
Er wird mich lieben, ſprach Editha ſiegesgewiß.
Erika ſtimmte natürlich bei — aber die Ausſicht, Ziegi=
nald Steenhuſens Schwägerin zu werden, hinderte ſie nicht,
eine Viertelſtunde ſpäter feſt zu ſchlafen. Editha dagegen
lag die halbe Nacht hindurch wach. Noch nie zuvor hatte
ein Mann ſolch tiefen Eindruck auf ſie gemacht, wie dieſer
ſchlanke, knabenhafte Einjährige.
Reginald freute ſich darauf, in ſeiner kurzen
Urlaubs=
zeit mit ſeinen jungen Neffen gründlich umherzutollen,
Haus Heidegg ein bißchen mehr, als die Kinder es
ohne=
hin taten, „auf den Kopf zu ſtellen”. Er dachte nicht daran,
der Stieftochter ſeiner Schweſter den Hof zu machen.
*
*
Die alte Gräfin Suhr auf Eldenau pflegte von ihrem
Nachbar, dem Freiherrn Matthias Heidegg, zu ſagen:
Er meint es immer gut, aber er fängt das Meiſte vom
verkehrten Ende an. Und alles — bis auf eine zweite
Ehe — iſt bei ihm ſchief gegangen, ſeien es nun Frieſen
import, Karpfenteiche oder eine neug landwirtſchaftliche
Maſchine. Am ſchiefſten jedoch wird es ihm mit ſeinen
beiden älteſten Töchtern gehen. — — Heiratsfähige
Ju=
gend nach Haus Heidegg — meinetwegen ein Vorwerk
verkauft — wenns ſonſt zu Feten und Ausſteuer nicht
reichen ſollte — aber unter die Haube mit den beiden
Mädchen. Ich wundere mich ſchon lange darüber, daß die
Editha nicht mit einem Hauslehrer ihrer Brüder auf und
davon gegangen iſt. — — Dieſe blaſſe Blonde hat mehr
Temperament, als man bei ihr vorausſetzt — —
Die alte Gräfin Suhr pflegte ihre Anſichten immer
unumwunden zu äußern, unbekümmert darum, daß man
ihr die rückſichtsloſe Offenheit ſehr oft übel nahm. Sie
war zweimal — beide Male außerordentlich glücklich
verheiratet geweſen. Aus dieſem Grunde eiferte ſie ſtets
eufeſch gegen Gheloſgſeit. Iinr einige Taher ans
erſter Ehe war im Kindbett geſtorben. Wie die Aerzte
ſagten, aus „übergroßer Zartheit”.
Unſinn, meinte die Gräfin, Monika Loen, ihre Enkelin,
welche ſie nach dem Tode ihres Schwiegerſohnes zu ſich
nach Eldenau genommen hatte, war doch ſolch ſtrammes,
geſundes Mädel.
Die Gräfin Suhr ging von dem Grundſatz aus, einem
Kinde möglichſt viel Freiheit zu laſſen. Wenn Monika
oder Nika, wie ſie gewöhnlich genannt wurde, ihre
Unter=
richtsſtunden bei der Erzieherin abgeſeſſen hatte, ſo durfte
ſie tun und laſſen, was ihr behagte. Sie hatte ihr
Reit=
pony und eine Vogelflinte.
Daß die Großmutter ſie ſo früh wie möglich
verhei=
raten würde, daran war kein Zweifel. Nachher konnte der
Gemahl ihre weitere Erziehung übernehmen.
Man erzählte ſich, daß die Gräfin Suhr als junge
Gattin des Kammerherrn Lansky, ihres erſten Gemahls,
eine nicht unbedeutende Rolle in den ruſſiſchen Hofkreiſen
geſpielt hatte. Man hatte ihr eifrig gehuldigt. Sie
ſchwelgte gern in Erinnerungen an alte Hofgeſchichten.
Es iſt beſſer, als junge Frau Verſuchungen ausgeſetzt
zu ſein, denn als junges Mädchen, behauptete ſie. Die
jungen Mädchen aus unſeren Kreiſen werden viel zu
ab=
geſchloſſen erzogen — daher die vielen unglücklichen Ehen
und — Mesalliancen.
Monika ſollte niemals in ähnliche Gefahren geraten,
Fürs erſte war ſie ja noch ein halbes Kind, fünfzehn erſt,
ſehr ſchlank und geſchmeidig, kaum hübſch zu nennen.
Allein die Gräfin als Kennerin war davon überzeugt,
daß ihre Enkelin dereinſt eine Schönheit werden würde.
(Fortſetzung folgt.)
Luftfahrt.
* Flieger=Abſturz auf dem Sand in
Mainz. Bei einem Probeſtug auf dem Großen Sand
geriet der Goedeckerflieger Trautwein am Dienstag
nachmittag nach 3 Uhr in eine heftige Bö, die den einen
Flügel ſeines Aparates derart beſchadigte, daß ein
Ab=
ſturz unvermeidlich war. Trautwein hatte während des
Sturzes noch die Geiſtesgegenwart, die Beine aus dem
Apparat zu ziehen. Er fiel auf einen Kiefernbaum, deſſen
Aeſte den Sturz ſchwächten, und von dem Baum auf den
Boden. Ein Mann, der ihn ſah, ergriff erſchreckt die
Flucht, weil er ihn für tot hielt. Der Unfall war jedoch
von Herrn Goedecker ſelbſt beobachtet worden, der ſofort
einen Gonſenheimer Arzt holen ließ. Die Unterſuchung
ergab, daß Trautwein zwar den Unterſchenkel
ge=
brochen, jedoch keine inneren Verletzungen erlitten
hat. Er wurde in das Rochusſpital in Mainz gebracht.
Obwohl auf dem Großen Sand in der letzten Zeit faſt
jeden Tag und bei jeder Witterung geflogen wurde, iſt
der Abſturz Trautweins der erſte Unfall, der ſich
dort ereignet hat. Die beiden Flügel des Flugzeuges
ſind ſtark beſchädigt; die Maſchine wurde abmontiert und
in die Halle gebracht.
* Baden=Oos, 5. Febr. Das Luftſchiff „Erſatz Z. 1"
ſtieg heute früh um 5 Uhr 45 Minuten unter Führung
des Kapitäns Lau aus Friedrichshafen zu einer
minde=
ſtens achtſtündigen Höhendauerfahrt im Rheintal auf. An
Bord befindet ſich eine militäriſche Abnahmekommiſſion.
Geſtern nachmittag zwiſchen 4 und 5 Uhr unternahm
das=
ſelbe Luftſchiff eine einſtündige Fahrt mit drei
öſterrei=
chiſchen Offizieren.
Baden=Oos, 5. Febr. Das Luftſchiff „Erſatz Z. 1
wandte ſeinen Kurs bei der heutigen achtſtündigen
Höhenfahrt zunächſt nach dem Elſaß und erſchien dann
um 11 Uhr in beträchtlicher Höhe über Karlsruhe, von
wo es die Richtung auf Baden=Oos nahm. Die
mili=
täriſche Abnahmekommiſſion beſteht aus Major Neumann
und den Hauptleuten Horn und George.
Roſtock, 4. Febr. Graf Zeppeelin ſchenkte der
Roſtocker Luftwarte, die Hauptmann Dr. Hildebrandt
gründete, mit Aufgabe, ſpeziell die Luftelektriztät mittels
Ballonen und Drachen zu erforſchen, in Würdigung der
Wichtigkeit dieſer Unterſuchungen zwei wertvolle
Inſtru=
mente, die zur Beſtimmung der Bahn von Ballonen
die=
nen ſollen.
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Pferderennen. St. Moritz. Das internationale
Meeting zu St. Moritz hat ſeinen Anfang genommen. Die
Hauptnummer des Tages, der mit 10000 Francs
ausge=
ſtattete Große Preis von St. Moritz, ein Trabfahren in
drei Stechen, brachte den deutſchen Farben einen ſchönen
Erfolg, da Herrn Hubers Schimmelwallach Cato das erſte
Stechen leicht mit zwei Längen vor dem nicht
ausgefah=
renen Prinz gewann. Der von Ch. Mills geſteuerte
Chel=
ſea lag bis zum erſten Bogen in Front, machte dann aber
verſchiedene Fehler und mußte ſich mit dem dritten Platz
begnügen. Der Sieg von Cato bedeutete eine große
Ueberraſchung, denn der Totaliſator bezahlte 130:10, Platz
44, 20, 10:10. Im zweiten Stechen blieb Island am
Start ſtehen, Chelſea machte verſchiedene Fehler und
ver=
mochte ſich nicht zu plazieren. Das Rennen war ein
Spaziergang für Herrn Kasbauers Prinz. Das dritte
Stechen brachte einen hübſchen Kampf zwiſchen Prinz und
IIsland. Im Einlauf fertigte aber Prinz ſeinen Gegner
tüberlegen ab. Im Geſamtklaſſement fiel der Sieg an
Prinz, der zwei Stechen gewonnen hatte. Zweiter wurde
Cato vor Island. Im Preis vom Roſatſch, einem Ski=
Höring=Rennen, blieb der bekannte engliſche Jockei Griggs
rmit Dana ſiegreich. Er ſchlug die von Henry Taylor
ge=
ſſteuerte Middinette nach ſchönem Kampf um einen Hals.
Der Preis von Roſeg, ein Herren=Flachrennen über 1400
Meter, brachte dem deutſchen Herrenreiter W. Dodel einen
ſchönen Erfolg. Der von Herrn Dodel gerittene Roi René
des Dr. Jeannerets führte durchweg und gewann in
über=
legener Manier gegen den von Monſ. Sulli Levi
geſteuer=
ten Saltarelle II. Eine Länge zurück beſetzte Ericuſa den
dritten Platz. Die von dem deutſchen Herrenreiter W.
Leibbrand geſteuerte Grande Curſe endete unplaziert. —
Das Renn=Komitee beabſichtigt, das Meeting im nächſten
Jahre bedeutend zu erweitern und höhere Preiſe
auszu=
ſetzen. Die Propoſitionen ſollen früh genug im Herbſt
erſcheinen, damit die Pferde im Training bleiben können.
sr. Lawn=Tennis. Um den Davis=Pokal. Der
Engliſchen Lawn=Tennis=Aſſociation iſt von der Lawn=
Tennis=Aſſociation of Kanada eine Herausforderung um
die Internationale Lawn=Tennis=Trophäe zugegangen.
Es iſt dies das erſtemal ſeit Beſtehen des Pokals, daß
ſich Kanada an den Kämpfen beteiligen will. Bekanntlich
gelang es den Vertretern Englands im Vorjahre, den
Wanderpreis von Auſtralien nach England zu entführen,
nachdem die Auſtralier fünf Jahre hintereinander in den
Davis=Pokal=Spielen geſiegt hatten. Der Davis=Cup, im
Jahre 1900 geſtiftet, war urſprünglich als Match zwiſchen
Amerika und England im Einzel= und Doppelſpiel
ge=
dacht. Einige Jahre ſpäter wurde der Cup international
ausgeſchrieben. Durch den Sieg Englands wird auch die
Frage einer Bewerbung Deutſchlands um den Pokal
er=
örtert. Es wäre nur zu wünſchen, daß ſich Deutſchland
dem Vorgehen Kanadas anſchlöſſe und ebenfalls eine
Her=
ausforderung erließe.
— Vom Schweizer Winterſport. Durch den ſeit Mitte
Januar andauernden Schneefall bewegt ſich die
Schwei=
zer Winterſport=Saiſon immer noch auf ihrem Höhepunkt.
Alle Orte ſind angefüllt und überall werden intereſſante,
mit wertvollen Ehrenpreiſen ausgeſtattete Konkurrenzen
entſchieden. Die Wanderpreiſe im Bobfahren, die Diplome
im Skilaufen, die Ehrenpreiſe im Rodeln, die Eisbecher
jagen ſich; leider iſt durch die Eigenart dieſes Winters
vielfach ein zeitliches Zuſammenfallen verſchiedener
Wett=
bewerbe bedingt. In Andermatt wurde kürzlich das
Hauptrennen für Bobs aller Syſteme veranſtaltet. Die
beſte Leiſtung erzielte Herr E. Meyer. Das Skirennen um
den Sullivan=Cup gewann zum zweiten Male der
Eng=
länder Thicke, der acht Kilometer in 24 Minuten 15 Sek.
bewältigte. An der Sprungſchanze erzielte Gamma einen
geſtandenen Sprung von 25 Meter und blieb damit Sieger
dieſer Konkurrenz. Andermatt iſt ausgezeichnet beſucht
und hat als Winterkurort gegen früher einen weiteren
Aufſchwung zu verzeichnen. — In Grindelwald war
das Ereignis der Vorwoche die Entſcheidung im
Curling=
match um den Jackſon=Becher. Dieſe ſchon ſeit 16 Jahren
ausgeſpielte wertvolle Trophäe wurde dies Jahr wieder
von der St. Moritzer Mannſchaft gewonnen, die durch den
Amerikaner Martin aus Davos erheblich verſtärkt war.
Grindelwald, deſſen Mannſchaft den Pokal zu verteidigen
hatte, ſchied in der Zwiſchenrunde aus. Adelboden und
St. Moritz, die Sieger der Zwiſchenrunde, lieferten ſich
einen ſpannenden Kampf, deſſen Entſcheidung bis zum
letzten Moment ungewiß blieb, als St. Moritz kurz vor
dem Abbruch einen Vorſprung erlangte und mit 17114
Punkten Sieger blieb. — Das Simmentaliſche Skifeſt in
Zweiſimmen konnte kürzlich programmäßig
ſtatt=
finden. Die Hauptanziehung bildete das große
Abfahrts=
rennen vom Rinderberg, in dem bei ſieben Kilometer
Länge 1000 Meter Höhenunterſchiede zu bewältigen ſind.
Die Wettläufe, die das Lokalkolorit wahren, fanden bei
dem internationalen Zuſchauerpublikum regſtes Intereſſe.
Die Kurgaſtgemeinde von Lenk im Berner Oberland
hatte kürzlich ihre Freude an prächtig gelungenen
wohl=
organiſierten Jugend=Skirennen. Die Skijünger boten
ſportlich vorzügliche Leiſtungen, ſowohl im Dauerlauf,
wie im Sprung= und Slalom=Lauf. — Rigi=
Kalt=
bad hat ſich als Winterkurort bereits ſehr eingebürgert.
Dies bewies die rege Teilnahme der Kurgäſte an den
ſchweizeriſchen Skirennen, die vor kurzem ſtattfanden, und
die ſportlich ſehr gute Leiſtungen brachten. Das prächtige
Hochplateau des gewaltigen Maſſivs iſt ſtark verſchneit
und bietet Skiläufern und anderen Winterſportlern ideale
Gelegenheit zur Ausübung ihrer Tätigkeit. — Die
ſchwei=
zeriſchen Skirennen in La Chaux= de=Fonds hatten
leider ſehr unter der Ungunſt der Witterung zu leiden.
Eingetretenes Tauwetter hatte die bis dahin gute
Ski=
före faſt ganz vernichtet; in den höheren Lagen gab es
gerade noch ſo viel Schnee, daß das Meeting nicht völlig
abgeſagt zu werden brauchte. Unter dieſen Umſtänden
kamen die ſpärlich erſchienenen Zuſchauer nicht auf ihre
Koſten. Aus den Reſultaten ſei hervorgehoben, daß
Capaul=St. Moritz den Slalomlauf gewann, daß Fort=
Andermatt im Militärpatrouillenlauf Sieger blieb, daß
Simonſen=St. Moritz die ſchweizeriſche Meiſterſchaft
er=
rang und daß Leisner=Kriſtiania mit 30 Meter den beſten
Sprung erzielte.
.1227
Landwirtſchaftliches.
Getreide=Wochenbericht
der Preisberichtſtelle des Deutſchen Landwirtſchaftsrats
vom 28. Januar bis 3. Februar.
Der Getreidehandel nahm in der Berichtswoche im
allgemeinen eine abwartende Haltung ein. Die
amerika=
niſchen Termin=Notierungenn zeigen eine leichte
Befeſtig=
ung. Von Argentinien wurden diesmal große Weizen=
Verſchiffungen gemeldet, aber die Forderungen waren bei
weiter erhöhten Frachten kaum verändert. Rußland zeigte
ſich für Roggen und Gerſte etwas nachgiebiger, hat aber
im übrigen ſein Verhalten nicht geändert, trotzdem die
Wege im Inneren jetzt ſtärkere Zufuhr geſtatten würden.
Nicht unbeachtet, namentlich an den engliſchen Märkten,
blieb der Umſtand, daß andauernder Regenmangel die
indiſche Weizenernte bedroht. Die Nachfrage für
greif=
baren Weizen in den weſteuropäiſchen Verbrauchsgebieten
bleibt beſtehen, da die überall erzielten ſchlechten
Quali=
täten einen erheblichen Zuſchuß an trockenen
Auslands=
weizen erforderlich erſcheinen laſſen. Es gilt dies auch
für Deutſchland, wenn man hier vorläufig auch ſo gut
wie es geht, mit dem heimiſchen Erzeugnis auszukommen
ſucht, da dieſes, ſelbſt in beſſerer Qualität, weſentlich
billi=
ger als fremder Weizen zu beſchaffen iſt. Von dem
Froſt=
wetter zu Anfang der Berichtswoche ging nur
vorüber=
gehend eine befeſtigende Anregung aus; auch der Abbruch
der Friedensverhandlungen und die Ausſicht auf einen
Wiederbeginn des Krieges blieben ohne ſonderliche
Wirk=
ung, zumal umfangreiche Weltverſchiffungen die
Unter=
nehmungsluſt einſchränkten. Auf dem Berliner
Liefer=
ungsmarkte ſchließt Weizen nach unerheblichen
Schwank=
ungen mit einem Verluſt von nur 0,5 Mark. Roggen war
vom Inlande wieder ſtärker angeboten, und wenn ſich für
das Material auch fortgeſetzt zum Export und bei den
Mühlen Verwendung bietet, ſo mußten ſich die Preiſe
trotzdem etwas niedriger ſtellen. Ruſſiſcher Roggen, der
zu Preiſen von 134—137 Mark vermehrt am Markte war,
wurde in ſtärkerem Maß nach dem Rhein gehandelt.
Aller=
dings ſollen die Qualitäten viel zu wünſchen übrig laſſen,
und der gegenüber deutſchem Material geforderte
Preis=
aufſchlag erſcheint demnach kaum gerechtfertigt. Lieferung
war bei ſtillem Verkehr zeitweiſe leicht befeſtigt, zum
Schluß durch Abgaben gedrückt und zirka 1 Mk. niedriger
als vor acht Tagen. Der Abſatz von Hafer geſtaltete ſich
bei reichlichem Angebot ſchleppend; Lieferung konnte ſich
im Einklang mit feſteren La Plata=Forderungen
behaup=
ten. Futtergerſte ſtellte ſich ſowohl in ruſſiſcher als auch
in amerikaniſcher Ware um 2 Mark, für entferntere
Sich=
ten um 4—5 Mark billiger. Mais vom La Plata feſt,
nord=
amerikaniſcher dagegen etwas billiger. Es ſtellten ſich die
Preiſe für Inlandsgetreide wie folgt:
Weizen
Hafer
Roggen
(—1
168
Königsberg.
(—
207½ (T ½) 166½ (—1
Danzig .
75 (41
160
1
(*1
Stettin . . . 193
=
3 (*1
16
162
19.
Poſen
163 (—
163 (*1
Breslau . . . 192 (*1
(—1½) 200 (—
16
.199 (*1
Berlin
(—
170 (*1
18
Magdeburg
198
-
171 (*1
. 195 (*2
18
Leipzig .
(—3
Dresden . . . 198 (—1 ) 167 (—1
181
165
—
166 (*1
Roſtock
(—
178
Hamburg . . 207 (—
190
(—2 ) 18
—
210 (—1 ) 18
Köln
195 (—
Frankfurt a. M. 210 (—2 ) 1
180
(— )
—2½) 190 (—
Mannheim . . 2
921.
2 ( —
185 (—2½) 195 (—
Straßburg . . 2
(—2
(-
. 219
182
178
München
Weltmarktpreiſe: Weizen: Berlin Mai 209,50 (—0,50),
(—0,35), Liverpool März 167,45
Peſt April 198,10
0,70), Chicago Mai 144,40 (— 1,90), Roggen: Berlin
Mai 174,75 (— 1), Hafer: Berlin Mai 173,50 (*0,25),
Futtergerſte fr. Hamburg unverzollt, Südruſſ. ſchwim.
146 (—2), Jan. 140,50 (— 5) Amerik. ſchwim. 138 (— 2),
Jan. 132 (—0,50), Mais: Plata April/Mai 115 (*1)
Mixed Jan. 110,50 (—1) Mk.
Prinzeß-Suppe
Windsor-Suppe
Seus Ruuf Uasser
Familien-Suppe
1 Würfel für 2—3 Teller 10 Pfg.
VI,3350)
Fur schwedische Heilgymnastik
S
und Mässage
manuelle Behandlung bei
Ischlas, Rheumatismus, Verrenkungen,
Verwächs-
ungen, Rückgratverkrümmungen u. ähnlichen Leiden
(2716a
empfiehlt sich
Darmstadt,
Paul Dmand,
Hügelstraße 32, I.
schwedischer Heilgymnast.
— Beste Referenzen aus allen Kreisen.
Sprechstunden von 2—4 Uhr nachmittags.
Herren= u. Damen=Konfektion,
Kleiderſtoffe,
Manufaktur=
waren, Gardinen, Teppiſcheluſw.
auf Teilzahlung. Off. unt. E 38
an die Exp. ds. Bl.
(*3253
Einige 8
ſofort zu.
gebrauchte Möbel verkaufen
Kahlertſtr. 5½, I. (3366dfs
Nehme noch einige Damen zum
(1892a
täglichen Friſieren an.
Damenfriseur,
Paul Fröhling, Rheinstraße 37
neben Hotel Britannia.
Televhon 1919.
Vorzügl. Priv.-Mittag- u.-Abendtisch
Landwehrſtr. 5, 3. Stock. (2262a
Hühner 1912er
Frühbrut, allerb. Eierleg., unt. gar.
leb. Ank., Farbe n. Wunſch, inkl. Hahn
15 St. 32 Mk., 10 St. 22 Mk.
Probe=
poſtkorb 3 St. 7,50 Mk. (II,3347
A. Streusand, Berlin 55, Goldaperſtr. 10,
Danarienvögel 5 Mk., Weibchen
1 Mk., Hecken 1 Mk., zu verk.
*3254) Amend, Pankratiusſtr. 26, I.
Kanarien
20 Stück Hähne, 60 Stück Weib=
(B3389
chen, billig abzugeben
Ludwigshöhſtr. 1½, 3. St.
EEin Lauf= u. Zugpferd zu verk.
(*3294
Näh. Stiftſtr. 97.
Dobermann
Rüde, 1½ Jahre alt, treues Tier
(*3202
billig abzugeben
Tannenſtr. 44. Telephon 904.
Beſſungerſtr. 70
Telephon 1734
Großer Ftſchabſchlaa!
Heute und morgen, Freitag, treffen größere
Sen=
dungen div. Sorten
lebendfrischer Seefische
zum billigſten Tagespreiſe ein.
Ia Seelachs ohne Kopf pr. Pfd. 20 Pfg.
Hochachtungsvoll
Beſſunger Fiſchhalle.
NB. Der ſtädt. Fiſchverkauf auf dem Schillerplatze finder Zur
(B3399
am erſten Stande (vom Marktplatze aus) ſtatt.
und Abschnitte aus allen Abteilungen
enorm billig
Kleiderstoff-Reste
Serie I
jeder Rest
9250
Serie II
jeder Rest
925
Serie VI
jeder Rest
(595
Serie III
jeder Rest
150
4
Serie VII
jeder Rest
275
Serie IV
jeder Rest
495
Serie VIII
jeder Rest
950
Serie V
jeder Rest
75
Blusenstoff-Reste
Serie I
jeder Rest
50
Pf.
Serie II
jeder Rest
95pt.
Serie III
jeder Rest
175
Serie IV Serie V
jeder Rest jeder Rest
225
295
Kostümstoff-Reste
enorm billig.
Halbwollene Kleiderstoff-Reste
Weisswaren- und Gardinen-Reste
sehr billig.
Buxkin-Reste, 60 cm . . . . . von 95 Pfg. an
Spitzen- und Borden-Reste
— aussergewöhnlich billig.
Serie I
jeder Rest
95 pf.
Serie II
jeder Rest
150
Serie III
jeder Rest
6275
Serie IV
jeder Rest
125
4
Serie V
jeder Rest
S80
Baumwollwaren-Reste
wie: Hemdenbiber-, Schürzenstoff-,
Nacht-
jackenbiber-, Bettkattun-, Bettzeug-, Velour- Reste
ganz aussergewöhnlich billig.
Sämtliche Reste sind im Parterre auf Extra-Tischen aufgelegt!
die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
Von E. Mentzel.
(16785
Mit mehreren Illustrationen. Preis Mk. 2.50.
Zu beziehen in der Expedition des Tagblatts u. durch
alle Buchhandlungen. (c
Zu
ver=
kaufen: Phot. Apparat,
6X9, wie neu, dopp. Auszug, F 5,4
Brillantſucher, Ibſoverſchluß,
Iris=
blende, Moment bis ½ 0 Sek., 3 Kaſſ.,
1 Filmpackkaſſette, ſtatt 154 Mk. für
95 Mk. Off. u. E31 Exp. (*3242
gemiſcht, ſehr
Tafeläpfel ſchön, 10 Pfund
90 Pfg., Schafnaſe 10 Pfund
75 Pfg., gute Induſtrie=
Kar=
toffel per Zentner Mk. 2.50.
*3228) W. Hofmann, Karlſtr. 26.
1tür. Eisſchrank bill. abzugeben.
Niederramſtädterſtr. 36, II. (*3249
Hrebpel
täglich frisch in vorzüglicher Qualität:
Ananaskuchen — Königskuchen
Wiener Mandelbaben
empfiehlt Erste Wiener Feinbäckerei
Wilh. Wenner, Nieder-Ramstädterstr. 31, Tel. 1377, und
Edm. Türtmann, Grafenstrasse 19. Telephon 1425. (1328a
gahgn moderne Muſter, w.
vckbll von 3 Mk. a. gef.
raße 41, Seitenb. (56a
Friseuse nimmt noch Kunden
an. — Einzelfriſur
086jds
75 Pfg. Kiesſtr. 77, Hths pt. (*60
Olenersucht
Weiblich
Tüchtige Mucäaltern
übern. Nachtragen der Bücher, ſowie
ſonſt. ſchriftl. Arbeiten. Gefl.
An=
gebote unter E 20 Exped. (*3218
Fräulein
18 Jahre alt, in Stenographie u.
Maſchinenſchreiben bewand., ſucht
Anfangsſtellung bis zum 1. April.
Off. erb. u. E 28 Exp. (*3231
Perf. Weißnäherin empfiehlt ſich
in u. außer dem Hauſe. Näh.
(*3204di
Soderſtraße 16, II. I.
Fräul. nimmt f. Geſchäft
Heim=
arbeit im Weißnähen an (*3096imd
Näh. in der Exp. ds. Bl.
Perſ. beſſre Schuelderin
hat noch Tage frei, 3 Mk. p. Tag.
Gefl. Off. u. B13 an die Exp. (3327a
Saub. Fraugehthalbe Tage waſch.
u. putzen. Magdalenenſtr. 1, I. (*8194md
Tüchtige Reſtanrationsköchin
ſſucht Stellung, auch in Penſionat
oder Sanatorium. Prima Zeugn.
vorhanden. Reſtaur.=Köch. R.
Frankfurt a. M., Kircherstr. 10, I. (*3215
Junge Frau ſucht Laufdienſt
für vor= u. nachmittags (*3221dfs
Weiterſtädterweg 38.
Sauberes, anſtänd. Mädchen
ſucht Laufſtelle für vormittags bis
nach dem Spülen.
(*3269
Tannenſtr. 24, 2. Stock, links.
Gut empf. Waſchfrau nimmt
noch Kund, in u. außer d. Hauſe an.
*3264)
Mühlſtr. 23, Htb., I. I.
Geſunde Amme vom Lande ſucht
ſof. Stelle. Frau Minna
Dingel=
bein, gewerbsmäßige Stellenvermi
Ierin, Elisabethenstr. 5, Tel. 531. (*328s
Jungfer, 26 J. alt, perf. i. ſchneid.
m. prima Zeugniſſen ſucht Stelle,
geht a. zu Kindern. Frau Minna
Dingeldein, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin,
Eliſabethen=
ſtraße 5, Telephon 531.
(*3283
Grd I. Mädch., . och.bew.,s Aush.ou. beschäft.
tagsüb. Wienerstrasse 66, 3. St. (*3293
Jg. Mädch. ſ. nachm. Laufdienſt
Näh. Taunusſtr. 28, 1. St. (*3295
Jg. Frau ſucht für morgens od.
mittags Laufdienſt oder
Laden=
putzen Darmſtraße 8.
(*3297
Junge Frau geht halbe Tage
waſchen und putzen, auch
ſtunden=
weiſe Kiesſtr. 1, Hth.
(*3271
Frau ſucht halbe Tage waſchen u.
utzen. Friedrichſtr. 9, Stb. (*3248
Williges, nzs
ſucht 2—3
16jähr. Mddchen Stunden
leichte Hausarbeit. Näh.
Roß=
dörferſtraße 17, Hth., II. (*3276
Ein 18jähr. angeneh. Mädchen,
in beſſerem Hauſe in Stellung, in
Küche und Hausarbeit erf., ſucht
paſſende Stell. zum 1. März durch
Frau Hartmann, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Nieder=Ram=
(3398
ſtädterſtraße 31.
Männlich
Junger Mann, 28 Jahre al,
mit der Bearbeitung und der
An=
fertigung von Schreibheften,
Druck=
ſachen und Geſchäftsbüchern ſpez.
vertraut, ſucht zum 1. April
dauernde Stellung als
Expedient oder Buchhalter.
Gefl. Angebote u. D 96 an die
Exped. ds. Bl.
(3257imd
flott. Zeichner
Jg. Bautechniker ſucht
Neben=
beſchäft. im Ausz. v. Zeichnungen.
Off. unter E 24 Exped. (*3225ds
Lehrling
Suche für meinen Sohn, welcher
Die Oberrealſchule beſuchte, auf
Oſtern Lehrſtelle. Offerten unter
E 11 an die Expedition. (3301mdf
Wer nimmt braven Jungen
achtbarer Eltern, welcher Oſtern
die Volksſchule, Kl. la, verläßt, in
Eaufmänniſche Lehre? Off. unt.
E 43 an die Exped. (*
(*3265df
Offen
Weiblich
Zunbaldigen oder ſpäterenEintrit
tüchtige
Comptolristin
geſucht, welche perfekt in
Steno=
graphie u. Maſchinenſchreiben iſt.
Schriftliche Offerten erbeten an
Wolf Strauss
Sortieranſtalt (3337dsi
Gräfenhäuſerweg 75.
Mädch. w. bürg. koch., erh. r. g. St.
Fr. Berta Neßling, gewerbsmäßige
Stellen-
vermittlerin, Ludwigſtr. 8. (*3038imdf
uee e e e e e
oder 1. April ſuchen
tüchtige
Verkäuferinnen
für unſere Abteilungen:
Kurzwaren,
Weisswaren,
Baumwollwaren.
Gebr. Rothschild
Markt 2.
(3246a
Mulgs
Tacht. Arbeiterinnen
ſofort für dauernd geſucht.
Kon-
fektion Bayer-Haack,
Kapell=
platz 14.
(1861a
Seee
williges Mädchen,
das etw. koch. kann, p. ſofort in
einfach. bürgerl. Haushalt geſucht.
Gutenheraſtraße 11. part. (*1292t
für ſof. zuverläſſig.
Geſucht Mädch. zu einer
einzelnen Dame
(3210imd
Frankfurterſtr. 17, 2. St.
Ordentlich. Dienſtmädchen per
15. Febr. geſ. Obergaſſe 38. (*3087imd
Von ält. alleinst. Dame
ein einf., zuverl. Mädch. geſucht
*3060imd) Frankfurterſtr. 32, II. r.
Geſucht alsbald
Allein=
2 25
6
mädchen
Bismarckſtraße 62, II.
dee
m. gut. Zeug=
Tücht. Mädchen niſſen, welches
koch. kann, zu Ehepaar ſof. geſucht.
Hausm. vorh. Näh. Bismarckſtr. 18,
I., zw. 10—12½ u. 3—4 Uhr. (*3119md
Tücht., kräft. Dienſtmädchenſam
liebſten welches ſchon in Wirtſchaft
war), bei hohem Lohn per 15.
Feb=
ruar oder 1. März geſucht.
Näheres i. d. Exped. (*3143md
Beſſeres Alleinmädchen
das kochen kann, zum 1. März geſ.
Adreſſe in der Exped. (*3176md
Geſund. tücht. Mädch. f. 1. März
od. 1. April geſucht. Nur ſolche mit
Empfehlung. aus beſſeren Häuſern
wollen ſich melden bei
(3223a
Frau v. Hegelmaier, Sandſtr. 1, I.
Junge Lauffrau per ſofort für
morgens 2 Stunden geſucht.
Vor=
zuſtell. zwiſch. 10—12 Uhr.
Haupt=
mann, Rheinſtraße 19.
(*3211
Ich ſuche zum 15. Februar ein
tüchtiges, zuverläſſiges
(B3372
Hausmädchen
welches ſchon in Herrſchaftshäuſern
gedient hat. Vorſtell. nachmittags
zwiſchen 3 und 5 Uhr.
(B3372
Baronin von Starck,
Wilhelmſtraße 34.
dat, uchte ſebſtene.
(3374a
verläſſige
Köchin
zum 1. April, wegen
Verhei=
ratung der jetzigen. Nur
ſolche mit guten Zeugniſſen
wollen ſich melden bei
Frau M. Wittich,
Eichbergſtraße 1.
Stee ſungere Rchchet en
Ausfahren eines Kindes.
Zue=
in der Expedition.
Zesssesesseeeee
Aeltere Dame
ſucht für 1. April ein
zuver=
läſſiges, nicht mehr zu junges
Kädchen
das ſelbſtändig kochen kann,
auch alle andere Arbeit
ver=
ſteht u. nur gute Zeugniſſe
beſitzt. Näh. Annaſtr. 37,
(3373a
parterre.
Ms cöcdSc Hc cc.ohs cöi
Sauberes, williges Mädchen,
16—18 Jahre, in guten, bürgerl.
Haushalt, per 1. März geſ. (*3270
Näheres in der Exped. ds. Bl.
Mädch., w. koch u. n. koch önn., ſ.gr.
Anz. geſ. Karoline Beck, gowerbsmäß ge
St IIenvermittlerin, Elisabothenstr. 22, II. *3287
Ich ſuche n. ordl. Mädch. f. gut.
Privatſtell. Elisabeih Cronert,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Mühlſtr. 23, Hth., 1. Stock. (*3266
Mädchen für
kleinen Haushalt u. Laden
nach=
mittags geſucht.
(*3261
Eliſabethenſtr. 56, Papiergeſchäft.
Sofort Mädchen von 14—15
Jahren tagsüb. zu einem Kinde
geſucht. Näh. Exped.
(*3278
Ordentliche, ſaubere Lauffrau
geſucht für morgens und
nach=
mittags zwei Stunden.
(*3281
Heinrichſtraße 92, 2. Stock.
Suche Köchinnen, I. u. II.
Hausmäd-
chen, Alleinmädch., welche koch. u. n.
koch. können für hier u. ausw. für sof.
u. 1. März u. April. Frau Minna
Dingel-
dein, gewerbsmässige Steilenvermitt-
Ierin, Elisabethenstr. 5, Teleph. 531. (*3284
Junge, ſaubere Lauffrau für
2 Std. vormitt. geſucht. Näheres
Emilſtraße 9, II.
(3396
Gut empfohl., tüchtige
Waſch=
frau geſucht. Näheres in der
Expedition.
(*3288
Ordentliches, ſauberes
Mädchen
tagsüber ſofort geſucht. Näheres
in der Expedition.
(*3286dfs
Tächen eder Fran für kantdlenet
vormitt. 1. nachm. je 1½ bis 2.
Stunden geſucht. Zu melden
Beſſungerſtr. 6, II. UInks. (3384
Köchinnen, angehend. Jungfer,
ein 1. Hausmädch., wo
Vorgän=
gerin 8 Jahre war, jetzt heiratet,
ſowie mehrere beſſere Hausmädch.
erhalt. gute u. paſſ. Stell. in nur
gut. u. fein. Häuſern durch Frau
Gertrude Hartmann,
gewerbs=
mäßige Stellenvermittlerin, Nied.=
Ramſtädterſtraße 31.
(3397
Männlich
Air heie ener=
Verſicherungsgeſellſchaft
m. verwandt. Nebenbranch. hat ihre
Darmſtädter
Inkaſſo=Vertretg.
an einen kautionsfähigen, rührigen
Herrn der beſſeren Stände, der
ſeine Kraft ſelbſt in den Dienſt der
Mquiſition ſtellt, zu vergeben.
Weiteſtgehende Unterſtützung bei
hohen Bezügen. Evtl. k. auch die
General=Vertretung für einen
größeren Bezirk vergeben werden.
Gefl. Off. u. L 1192 an Haasenstein &.
Vogler. A.-G., Darmstadt. (II,3348
m. gut. Zeugniſſen
Fahrburſche f. dauernd geſucht.
Pallaswieſen=
Martin Jahn, ſtr. 30.
*3226
Ein ſleißtiger, redegewandter
Mann
welcher im Verkehr mit der
Land=
bevölkerung vertraut iſt, findet
dauernde Stellung als Einkaſſierer
und Verkäufer, gegen Fixum und
hohe Proviſion, für Nähe von
Darmſtadt und Odenwald. Kleine
Kaution erforderlich. Ausführliche
Offerten mit Angabe von Alter
und ſeitheriger Tätigkeit unter
D 91 an die Exp.
(3250imd
Gesucht
wird von erſtklaſſigem, ſüddeutſch.
Aktien=Unternehmen als
Reiſender
energiſcher, akquiſitoriſch
hervor=
ragend begabter, wenn auch einf.
Herr, der befähigt iſt, beſonders m.
ländlichem Publikum zu verkehren
und der möglichſt in der Provinz
Starkenburg eingeführt iſt.
Ausdauernden, rührigen Herren
bietet ſich Gelegenheit, eine
chan=
cenreiche
(
Lebensſtellung
mit ſteigendem Einkommen zu
gründen.
Gewährt wird:
Feſtes Gehalt,
Tagesſpeſen,
hohe Proviſionen uſw.
Bewerbung. m. Bild u. Lebenslauf
unt. F. O. Z. 842 an Rudolf
Mosse. Frankfurt a. M. (I,3341
Feuerverſtcherung.
Gegen hohe Proviſion und
Fixum wird
rüßriger
Platzvertreter
von alter, angeſeh. Geſellſch.
geſucht. Offert. erbeten sub
M. D. 95 an Daube & Co.
G. m. b. H., Prankfart a. M. (III,3352
Tüchtiger Kellner ſow.
Haus=
burſche, der ſchon in Wirtſchaft
tätig war, ſofort geſucht. (*3258df
4
G. Scheller „Braustübr .
Tücht. Kleinſtückarbeiter
ſofort geſucht von
(3221a
A. Schwarz, Schneidermeiſter,
Mühlſtraße 20.
Tapezier geſucht f. Bettmatratzen
im Haus anzufertigen. Off. m.
Preis u. E 23 a. d. Exv. (*3213
Kochschneider
nur erste Kraft, für Werkstatt gesucht.
Willy Schwab. (3400
Hervorragend konkurrenzkräftige, mit modernen
Einrich=
tungen arbeitende
Lebensverſicherungs=Geſellſchaft
ſucht für
Darmstadt
unter vorteilhaften Bedingungen
General=Vertreter
Die Uebertragung eines bedeutenden Inkaſſobeſtandes
iſt in Ausſicht genommen, die Stellung einer Kaution
er=
forderlich. Es wird auf tüchtige, geſchäftsgewandte Herren,
die mit den Verhältniſſen in Darmſtadt genau vertraut, auch
akquiſitoriſch und organiſatoriſch befähigt ſind, reflektiert.
Offerten mit Bild werden unter W. 196 an die
Expe=
dition erbeten.
(III,3354
Unpartenschel Arbenstlachwels Darmstaut.
Grafenſtraße 30, part. (Tele=
1. Gewerbliche Abteilung, phon Nr. 371). —
Geſchäfts=
ſtunden von 8—12½ Uhr und von 2½—6 Uhr.
Allgemeiner unentgeltlicher Nachweis für=Arbeitgeber
und Arbeitnehmer.
Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 6
2. Dienſtboten=Abteilung, (Telephon Nr. 371).—
Geſchäfts=
ſtunden von 9—12 Uhr und von 3—6 Uhr.
(1763a
Von den Herrſchaften wird eine Einſchreibgebühr von
29 Pfg. und eine Vermittlungsgebühr von 1 Mk. erhoben.
Für Dienſtboten iſt die Benutzung der Abteilung koſtenlos.
Zentralanſtalt Für Arheits= und Wohnungsnachweis.
auf Woche geſ.
Schneider
L. Modl,
Saalbauſtraße 16.
(*3233ds
Herrſchaftskutſcher, ledig, mit
gut. Zeugniſſen, nach auswärts auf!
ein Schloß geſucht. Adolf
Dingel=
dein, gewerbsmäßiger Stellenvermitt-
Ier, Elisabethenstr. 5, Tel. 531. (*3285
Jung. ſaub. Hausburſche
(Radfahrer) ſof. geſucht (*3262.
Mathildenplatz 5, Bäckerei.
geſucht Heinrich
Lehrling Leichtweiß,
Tapezier=
meiſter, Beſſungerſtr. 41. (B2922:
Schreiner=Lehrling ſucht
K. Stier, Orangerie=Allee 17. (B3001)
Zahnarzt
sucht Lehrling
für Zahntechnik.
(*3243ds
Offerten unt. E 35 a. d. Exped.
Lehrjunge
welcher die Lederhandſchuh=
Fabri=
kation erl. will, z. Oſtern geſucht.
Hch. Schmidt, Handschuhfabrik,
*3240ds)Ernſt Ludwigspl. 2.
Vermietung.
Ein gutgehendes
Kolonial=, Glas= und
Porzellanwarengeſchäft
in prima Lage iſt ſehr preiswert
zu verm. Näh. durch C. W. Braun,
Martinſtraße 74.
(B59
Gutgehendes
Kolonialwarengeſchäft
zu mieten, evtl. zu kaufen geſucht.
Off. u. E 40 a. d. Exped. (*3290
Gut gehendes
Kolonialwaren=
geſchäft mit Drogen= und
Farbenhandel und feſtem
Kunden=
kreis zu verkaufen oder zu
ver=
mieten. Offerten unter E 42
an die Expedition.
(*3273df
Uren
In vornehmſter Lage des Herd
wegs iſt ein.
2½ ſtöckiges
5 Zimmerhaus
ſehr ſolid gebaut, mit ſchönem
Vor=
garten und prächtigem Obſtgarten
wegen vorgerückten Alters des
Be=
ſitzers zu einem äußerſt billigen
Preiſe zu verkaufen. Nähere=
Aus=
kunft erteilt
B50
C. W. Braun,
Martinſtraße 74.
Ein 2½stöckiges
5Zimmerhaus
in freier Lage, mit ſehr großem
Obſt= und Gemüſegarten, iſt ſehr
billig zu verk. Näh. durch C. W.
Braun, Martinſtr. 74.
(B51
in ſchönſter und feinſter Lage des
Herdwegviertels, in verſchiedenen
Größen, ſind preiswert zu verk.
Näheres durch C. W. Braun,
(B52
Martinſtraße 74.
Eberſtadt.
Geſchäftshaus
zu j. Geſchäft paſſ., zur Zeit=
Ko=
lonialw., preiswert zu verkaufen.
Offert. unt. P. 5 poſtlagernd
(2693a
Eberſtadt.
Neues, ſehr maſſio geb. 2ſtöck
Einkamilien-Haus
Villenkolonie Eberstadt
mod. Stil, Diele, 7 ger. Zimmer,
Zubehör, Zentralheizung Pergola,
ar. Garten, zu 25000 Mk. zu verk.
Näh. bei Hofl. Ludwig Alter, ſowie
Artillerieſtr. 4, I., Darmstadt. (B64
Gelderah
b M. 6000 (inner=
2. Hypothek halb 65 Prozent
Taxe) a. neues Wohnhaus v. pünktl.
Zinszahler geſucht. Off. nur von
Selbſtg. u. C83 Exped. (*3200md
Ch
30000 Mk.
auf 1. Hypothek ſucht p. 1. April
ſolider Geſchäftsmann von
Selbſt=
geber. Offerten unter B2 27 an
(*3247
die Exped. ds. Bl.
Mk. als 2. Hyp. a. ein neues,
3000 ſol. geb. Landh.zu 5½ geſucht.
Off. unt. E 22 an die Exp. à(*3215df.
Der erste Rang
ist oesetzt
N
durch die
ar!
Eine 5 Pfg. Gaarette
von, hochedelster, Qualität.
Die Arbeit der Polizeihunde.
In Nr. 29 des Darmſtädter Tagblatts vom 4. ds. Mts.
befindet ſich unter Gerichtszeitung ein Artikel, der ſich im
Weſentlichen mit dem Wert der Polizeihundarbeiten bei
Erforſchung von Straftaten befaßt. Es wird in dem
Ar=
tikel behauptet, daß ein ziemlich vernichtendes Urteil über
die Arbeit der Polizeihunde von Sachverſtändigen in
einem Prozeſſe gegen den Arbeiter Leutz gefällt worden
ſſei. Die Sachverſtändigen, die dieſes vernichtende Urteil
vor dem Schwurgericht in Ulm abgegeben haben ſollen,
ſeien Polizeileutnant Moſt=Berlin und
Polizeiwacht=
meiſter Vogt=Stuttgart geweſen. Da der Artikel
geeig=
net iſt, die Intereſſen des Heſſiſchen Polizei= und
Schutz=
hunde=Vereins, Sitz Darmſtadt, zu ſchädigen, aber auch
den wahren Wert der Arbeiten eines gut dreſſierten und
unter geſchulter Führung ſtehenden Polizeihundes
herab=
zuſetzen, ſehe ich mich zu folgender Erklärung veranlaßt:
Der Arbeiter Leutz ſollte im Mai 1911 von dem
Schwur=
gericht zu Ulm und in der Hauptſache auf Grund der
Ar=
beiten des Stuttgarter Polizeihundes Sherlock wegen
Ermordung und Beraubung des Holzhändlers Knaup
zum Tode verurteilt, aber zu lebenslänglichen
Zucht=
hausſtrafe begnadigt worden ſein. In dem von ſeinem
Verteidiger nunmehr durchgeſetzten
Wiederaufnahmever=
fahren ſoll er von dem Schwurgericht Ulm nur wegen
Körperverletzung mit Todeserfolg mit 10 Jahren
Zucht=
haus beſtraft worden ſein, nachdem die Geſchworenen auf
Grund der Gutachten der genannten Sachverſtändigen
nur dieſe mildere Schuldfrage bejaht hätten. Dieſer
zweite hohe Gerichtshof hat aber genau ſo wie der erſte
den Leutz für überführt gehalten, die Tat an Knaup
ver=
übt zu haben. Der Stuttgarter Polizeihund Sherlock
hat aber nun gerade dieſen Leutz ſelbit nach drei Tage
alter Spur in ſeinem Bette verbellt. Wie ſteht es denn
doch mit dem vernichtenden Urteil über die Arbeiten
die=
ſes Hundes? Iſt denn nicht das Gegenteil der Fall? Hat
ſich nicht dieſe Hundearbeit als Tatſache erwieſen und war
ſie nicht ein wirkſames Hilfsmittel bei der Erforſchung
dieſer Straftat? Oder ſollte der Hund auch noch die Tat
charakteriſieren, ob Mord oder Körperverletzung mit
Todesfolge? Dies wäre ſelbſt für einen Hund nach dem
Wunſche der genannten Herren Sachverſtändigen zu viel
verlangt.
Der Stuttgarter Polizeihund Sherlock hat in dieſem
Falle eine gute Arbeit geleiſtet, die um ſo höher
einzu=
ſchätzen wäre, wenn er tatſächlich von ungeſchulten
Beam=
ten geführt worden ſein ſollte. Der Heſſiſche Polizei= und
Schutzhunde=Verein, Sitz Darmſtadt, ſteht aber auf dem
Standpunkte, daß bei ſchweren Verbrechen uſw. nur gut
dreſſierte Hunde und dieſe durch durchaus geſchulte
Füh=
rer Verwendung finden ſollen und dürfen. Autch er mißt
den Hundearbeiten keine größere Bedeutung beſ, als ihnen
in Wirklichkeit zukommt. Keineswegs würde er die
Hundearbeiten allein als genügenden Schuldbeeweis
be=
trachten. Dennoch ſchätzt er dieſe Arbeiten höher ein, als
die erwähnten Sachverſtändigen=Gutachten. Unſer Verein
hat ſich die Aufgabe geſtellt, den fähigen Hunden einen
hohen Grad von Dreſſur beizubringen, die Hundeführer
durch Belehrungen aller Art auf eine geiſtig höhere Stufe
zu ſtellen und ſo die Garantie zu bekommen, daß der
Hundeführer mit ſeinem Hunde ein Ganzes darſtellt.
Des=
halb verlangen wir auch von unſeren Führern, daß ſie
beurteilen können, ob ihr Hund eine aufgenommene Spur
auch weiter verfolgt, oder ob er durch hineingetragene
Hinderniſſe, wie andere, dieſe Spur kreuzende Stiuren
uſw., von ihr abgekommen iſt. Bei einem Studium bis
herunter in die kleinſten Details iſt dies wohl mögllich.
Ein ſo geſchulter Hundeführer kann von ſeinem Hunde
wohl behaupten, daß er eine einwandfreie Arbeit
gelie=
fert hat, wenn er zu dieſer Ueberzeugung gekommen iſt:
Im anderen Falle hat er ohne Zögern die Unſicherheit
der Arbſiten ſofort bekannt zu geben, damit keine
ſchäd=
lichen Folgen aus ihr entſtehen. Unſer Verein behauptet
deshalb, daß bei richtiger Verwendung der Polizeihunde
die Hundearbeiten ein wirkſames Hilfsmittel bei
Er=
forſchung von Verbrechen uſw. ſind, und bleiben werden
für alle Zeiten. Nur in einem Punkte ſtimmen wir mit
den Ausführungen der Herren Sachverſtändigen überein,
und der iſt, daß etwaigen Uebertreibungen in der
Ver=
wendung von Polizeihunden entgegengetreten werden
muß. Diess haben wir aber ſchon ſeit Gründung
unſe=
res Vereins dadurch betätigt, daß wir eine reine
Scheid=
ung von Polizei= und Schutzhunden getroffen haben.
Wir ſind davon überzeugt, daß wir die richtigen
An=
ſchauungen über Dreſſur und Verwendung von Hunden
für den Kriminal= und ſonſtigen Polizeidienſt, ſowie für
die Sicherheiit der Perſon und des Eigentums Privater
haben, und daß wir mit Recht den Polizeihundarbeiten
einen ihnen tatſächlich zukommenden höheren Wert
bei=
meſſen können und dürfen.
Heſſiſcher Polizei= und Schutzhunde=Verein,
Sitz Darmſtadt.
Lindemann, 1. Vorſitzender,
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtker und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Inſtrumental=Verein. Das dritte
Konzert in dieſem Winter veranſtaltet der
Inſtrumen=
tal=Verein am Mittwoch, den 12. Februar, abends 8.15
Uhr im großen Saale des Saalbaues. Das Programm
verzeichnet auch dieſes Mal wieder viele intereſſante und
zum Teil hier ing Konzertſaal noch nicht gehörte Werke.
Eingeleitet wird das Konzert mit Bizets reizender
Orcheſterſuite „L’Arléſienne” dem die beiden
ſtimmungs=
vollen „Elegiſchem Malodien” für Streichorcheſter von
Grieg folgen. Dem Schluß bildet das echt national
emp=
fundene „Capriccio Italien” von Tſchaikowski. Als
Soliſtin des Abends iſt die Konzertſängerin Fräulein
Johanna M E. Schot aus Berlin gewonnen worden, die
ſich in dieſem Konzert dem Darmſtädter Publikum
erſt=
malig vorſtellen wird. Die junge Sängerin, eine
über=
aus ſympathiſche Erſcheinung, ſteht zwar noch am Anfang
ihrer Laufbahn, hat aber bei jedem Auftreten große
Er=
folge zu verzeichnen, ſo daß ein großer Kunſtgenuß zu
er=
warten iſt. Der Kartenverkauf hat in der
Hofmuſikalien=
handlung von Heinrich Arnold, Wilhelminenſtraße Nr. 9,
begonnen.
3
Warum wollen Sie sich noch weiter quälen?
Fort mit dem gefährlichen Rasiermesser und allen Rasierapparaten, welche kratzen und nur einige Male brauchbar
sind. Jeder rasiert sich selbst mit dem neuen „Mulcuto‟-Schnell-Rasierapparat, welcher gänzlich schmerzlos rasiert
s, jahrein brauchbar bleibt. Bereits über 400000 Apparate im Gebrauch. Das Geheimnis liegt in der
und jahra
asierklinge, In vielen Anerkennungsschreiben wird die Dauerhaftigkeit und das angenehme Rasieren der
„Mule
echten „Mulcuto‟-Rasierklinge gepriesen. Die Verwendung von „Mulcuto” bedeutet eine wirkliche Wohltat auch
für die empfindlichste Haut. Kein Brennen der Haut nach dem Rasieren mehr. Stets äusserst angenehmes
egenüber dem gefährlichen
Rasieren. Der „Mulcuto” ist so einfach und praktisch im Gebrauch, seine Ueberlegenhe
von uns zu kaufen. Seibst-
Rasiern
er so bedeutend, dass es sich für jeden Herrn lohnt, sofort einen „Mulcut.
versandt, d.
rasieren bedeutet auch grosse Zeit- und Geldersparnis. Jeder Apparat wird 30 Tage zur Pro
auf Wunsch gern zurückgenommen und Geld zurückgezahlt. Der Preis ist nur Mk. 2.50 per Stück. In feinster
Ausführung mit versllbertem Schaumfänger nar Mk. 3.50. Die neue Luxusausfükrung in feinem Etul Mk. 4.50.
Verlangen Sie sofort per Postkarte einen Apparat. Versand täglich durch die alleinigen Fabrikanten:
„Muleuto‟-Schnell-Rasierapparat-Fabrik PaulMüller &Co., Solingen.
Hammerwerk und Hohlschleiferei. — Wiederverkäufer gesucht.
(VII987
in Aufſatz, f. Kommode geeig.,
Eu 1gr. Zeichenmappe b. z. vk.
Näh. Soderſtr. 16, II. I. (*3203di
arenka
pine Küchen,
Schrank, Anrichte mit
Aufsatz, Tisch, 2 Stühle,
Ablaufbrett, alles mit
Lino-
leum belegt. (VII,3222
Ia Arbeit, neues Modell
Mk. 148.−
Georg Schmitt
Möbel und Dekorationen
Schlossgraben 13a.
sehr feines Restaurations-Büfett
Restaurationsherd mit Wärmofen
(Röder), verſchiedene Küchenmöbel billig zu verkaufen.
(*3229
Grafenstrasse 20, II. rechts.
Spezial=Korſett=Geſchäft
Auowigſtt. 10, I. 3..
Waſchen und Reparieren
von Korſetts
bei billigſter Berechnung
und ſchnellſter Lieferung.
Auf Wunſch werden dieſelben
abgeholt.
(*3268
Geschw. Sauerborn.
Schreibtiſch, 1 Küchentiſch,
1 Notenſtänder zu verkaufen
*3136md)
Wenckſtr. 6, 2. St.
Ein Faßanfzug und ein
Speisenaufzug, beide mit
Waſſerdruck, ſowie ein
Gläserschrank bill. z. verk.
Näheres bei W. Deuster,
(799a
Marktſtraße 2.
Ein Poſten weiße Seife
per Pfd. 20 Pfg ferner eine
Partie ſchöne Tiamen=
Haus=
ſchuhe, Paar nur 75 Pfg.,
abzu=
geben. Verkauf nur 3—6 Uhr
Alexanderſtr. 13, Seitenbau,
parterre.
(*3210
tnieb für Deutschland
Gener
erlin-Friedenau.
Stadtgespräch
erregen meine
(3046a
Riesen-Sigarren
Greif . .
à 6 Pfg.
Nimrod . . .
à 7 „
Grandiosa . . . . . 5 8 „
Zigarren-
A. Jlach, Versand
26 Elisabethenstr. 26, vis-ä-vis Rest. Fink.
Heſſiſche Chronik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.
Man abonniert bei dem Verlag der „Heſſiſchen Chronik”
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
Buchhandlungen.
(2464fso
Backsteine (Rheinsteine)
anerkannt vorzügliches Material per Schiff und
Bahn in jeder gewünschten Menge bei
Lieferungs-
abschlüssen für die Jahre 1913 u. 1914 billigst dureh
Oberrheinische Backstein-Verkaufsstelle
G. m. b. H., Mannheim. (IV,3159,40
— Bureau: Börsengebäude.
aufen Sie Ihre Anzugstoffe direkt aus
uliserer Fasrik!
Ein eleganter Maßanzug ist für Sie dann billiger, als ein fertig gekaufter, welcher sehr
oft aus minderwertigen Fabrikaten hergestellt ist und nur eine kurze Lebensdauer hat.
lurder gut gearbeitete Maßanzug kleidet Sie schick u. vornehm.
niemals aber Ramschware aus irgend einem Kleiderladen. Warum sollten Sie Ihr gutes
Geld für notdürftig passende Sachen ausgeben, wenn Sie mit geringeren Ausgaben Besseres
bekommen können. Bei einem Maßanzug unterstützen Sie außerdem noch das Schneider-
Handwerk, ohne daß Ihnen weitere Kosten entstehen.
Warum kostet ein Maßanzug weniser, als
in fertig gekaufter Anzus
Weil
wir Ihnen garantiert gute, solide und moderne Stoffe zu enorm billigen Preisen
liefern. Wir können das, weil wir einen großen Teil selbst fabrizieren und uns
bei unserem großen Umsatz mit einem bescheidenen Nutzen begnügen und infolge des
Verkaufs gegen Kasse mit Verlusten durch schlechte Zahler nicht zu rechnen haben.
Aus der großen Musterauswahl nur ein kleiner Auszug:
(Spezial-Fabrikate zu erstaunlich billigen Vorzugspreisen)
beste haltbare, kräftige Anzugware auf dem Markte, auch
Deutsch-Chevlof zur Damenkostume gseignet
130 cm breit v. Meter Mk. 2,25
Meltons, modern gemusterte, kräftige Ware
140 ₰ „ „ „ 3,50
schwarz und blau für Konfirmanden-Anzüge, Strapazier-
140 „ „
„ „ 4,75
Kammsarn-Rips, ware
140 ₰ . „ „ 4,00
Lodenstoffe, kräftige Ware, sehr haltbar
aus sehr guten englischen Garnen gearbeitet, für feine
„ 4,00
Triumph-Cheviof Herren-Anzüge und Paletots, sowie Damen-Kostüme 140 ₰ „
Zwirnstoffe, feinste, solide gemusterte Anzusware
140 „ „
4,00 Herren-Anzüge, auch mit bunter, seidener
Kammsarne, gemusterte weste
140 ₰ „ „ „ 4,75.9
schwarz und blau, hochaparte
Damentuche, mit feinem Seidenglanz vamen-Kostüme
130 ₰ „ „ „ 3,90.7
schwarz mit Silber-Melange, sehr moderner
Marenso-Helton für Cutaway Anzug mit dazu passender gestreifter flose
unübertroffen weiche, feine, glatte Anzug-
Blau-Rammgarn-Helion ware, a. f. hochaparte Damenkostüme geeign.
allerfeinstes schwarzes Tuchkammgarn für Gehröcke, Fracks, Smokings,
Drapé ganz besonders preiswertes, edelstes Fabrikat
Fempfehlen terner aus unserer ca. 600 Muster umfassenden Hauptkolleknon alle Arten nerren- und Damenkleiderstoffe, Strickwollen
M Aussteuer-Artikel in den verschiedensten Preislagen. Jeder, auch der verwöhnteste Geschmack findet hier Befriedigung.
Speziell in den neuesten Farbtönen, sowohl in Kammgarn, als auch in Cheviots und
Meltons bringen wir eine entzückende Auswahl, worauf wir ganz besonders aufmerksam machen.
Unser Geschaftsprinzip ist.
Durch beste Qualitäten, echteste Farben, reellste und
prompteste Bedienung unsere Abnehmer zufrieden zu stellen
und dadurch unseren Kundenkreis immer mehr zu erweitern.
Garantie-Schein:
getallende Waren tauschen wir um oder
n das Geld voll zurück, ohne jede Kürzung!
ſct
weiche undelle sizende
Schneidermeister, Anzüge zu zwvilen Preisen
anfertigen, ohne daß der Stoff von denselben geliefert
wird, weisen wir in jedem größeren Orte nach.
und zurbelegesetzte Stoffe
Beste aus voriger Saison (passend
zu Anzügen, Paletots, Hosen,
Joppen usw.) geben wir weit unter dem Preise ab.
Mähngen Ste mit anhängender Postkarte franko ohne Kaufzwang unsere reichhaltige Musterkollektion.
Hier abtrennen.
nehmen wir
Von Schafzüchtern
gesunde
Wolle zu den höchsten Tagespreisen in Zahlung.
er alen mud ſehn ünen meinen
EtenDank abstattenwegen der letzten
Oadlung. Der Stoff hat sich wunder-
Kün bewährt und da ich schon jahre-
Ig meinen Hauptteil von hhnen
be-
ſe möchte ich einem jeden den Rat
Ren bei Schwetasch & Seidel, Sprem-
Ey zu kaufen und ein jeder kann auch
MMadlich u. schriftlich bei mir anfragen.
IVersode (Bez. Bremen), 26. 4. 12.
Diedr. Haas, Mühle.
Der mir gelieferte Stoff ist sehr zu
Miner Zufriedenheit ausgefallen, mein
Sneider hat den Stoff 10 Mk. mehr
Schätzt, als er gekostet hat, ich werde
w-Firma deshalb weiter empfehlen.
hofsheim b. Mainz, 11. 5. 12.
Johann Sieben.
Mhhabe vor mehreren Jahren Anzug-
Ktie von Ihnen bezogen, habe in-
Wchen auch anderweitig bekommen,
ſach waren Ihre Stoffe die besten.
Met urr.
Chr. Jochimsen.
a wir jetzt 7 Jahre von Ihnen Stoff
Ieten, bitte ich, nuich in Ihre
An-
ainn ungsschreiben einzurücken.
Hrswalde, 9. 11. 11. Herm. Masch.
er Stoff zu meinem Kleide ist ganz
ntüner Zufriedenheit ausgefallen.
Auerhain, 16. 11. 12. Minna Hänsch.
Drucksache.
Firma
Bei Angabe der:
Adese
des Absenders
3 Pfg.-Marke,
bei weiteren
schriftlichen
Mitteilungen
5 Pfg.-Marke.
Schwerdsch 6 Seider
Tuchfabrik und Versand
Spremberg
I.
O. B. S. 13
Bin mit dem mir gelieferten Stoff zum
Gehrock-
anzug usw. sehr zufrieden und werde hhre Fabrikate
in meinem Bekanntenkreise sehr empfehlen. Nur
gute Ware ist beste Empfehlung.
Paul Hoffmann, Gauturnwart.
Bida, 4.8. 12.
Mit dem im September 1909 bezogenen blauen
Cheviot bin ich sehr zufrieden. Das Kostüm
hat schon mehrere Modernisierungen mit erleben
müssen, aber Stoff und Farbe bewähren
sich gut. Das Kostüm gefällt überall.
Danzig, 21. 2. 12. Gertr. Schimanski, Buchhalterin.
Der Anzug hätte mich, wenn von anders
be-
zogen, mindestens 80 Mk. gekostet, so habe ich
Emil Reinhard,
15 Mk. sparen können.
Maschinenmstr.
Pforzheim, 19.6, 12.
Der Stoff ist bedeutend besser ausgefallen, wie
ich gedacht habe und teile Ihnen mit, daß ich sehr
zufrieden bin. Häte hhre Fira schon cher
kennen sollen, hätte ich viel Geld gespart.
Fr. Müller.
Bielefeld, 22. 6. 12.
Die seit 8 Jahren von mir bei Ihnen bestellten
Stoffe sind bis heute noch immer über Erwarten
gut ausgefallen.
Mertert I. Lux., 3. 2. 12.
Pierre Steil.
Bin mit Ihrem Stoff, welchen Sie mir am 26.
2. 12 sandten, sehr zufrieden. beziehe meine
Bedürf-
nisse schon seit 15 Jahren von Ihrer Firma.
Frau Wwe. Maier.
Oberbronn.
Korververieſung mit Todeserfolg mit 10 Jahren
Zucht=
haus beſtraft worden ſein, nachdem die Geſchworenen auf
Grund der Gutachten der genannten Sachverſtändigen
E eeermmen m
den Ausführungen der Herren Sachverſtändigen überein,
und der iſt, daß etwaigen Uebertreibungen in der
Ver=
mendung won Polizeihunden entgegengetroten merhatt
eldsch & Seider
premperd
Sch
Lieferanten
für
viele Behörden
Industrie-Werke
Landwirtschaftl. Vereine
Konsumvereine
Turnvereine
Schützenvereine
Beamtenvereine
Ruder- und Segelklubs
Viele 1000
freiwillige
Anerkennungen
über beste Lieferung
aus allen
Gesellschaftsklassen
Ganz besonders gestatten
wir uns auf die auf der
Rückseite empfohlenen
Spezialfabrikate
: hinzuweisen::
Fabrik-Etabllssement. 120-pferdige
Dampfmaschine, Weberel,
Zwirnerel, Dekatur. Elgenes
Elektrizitatswerk. Euinte erſernehneſte=
maschine der Neuzeit!
12½ m Schnlttoreite).
Tuchfabrik für feine Herrenkleiderstoffe und Damentuche.
Glro-Konto bei der
Relchsbank in Spremberg.
Giro-Konto bel der
Bank für Handel u. Industrie
Deposltenkasse Spremberg.
Ausnahme-Angebot
und Paletotstorten Sowie Damentachen
Herren-
Anzug-
für Frühjahr und Sommer 1913.
Gut und billis kaufen ist eine Runst, die leder kann,
Nur beim Bezuge aus unserer Fabrik genießen Sie die Vorteile, welche bereits über
115000 Familien
haben. Dieser unser alter Kundenkreis ist felsenfest davon überzeugt, beste Qualitäten zu den denkbar
billigsten Preisen bei uns zu bekommen. Wir halten auch stets an unserem alten Grundsatze fest:
Es führt zu dauernder Geschäftsverbindung und
Nur das Gute bricht sich Bahn!
Weiterempfehlung.
Als ganz besonders preiswertes Fabrikat empfehlen wir unseren altbewährten
Céé in schwarz, blau, braun,
:: oliv und mode :
Kammgarn-Cheviot Marke „§ &
aus feinsten, weichen, edlen Supra-Wollen hergestellt, für Anzüge, Paletots und hochelegante Damenkostüme geeignet,
trotz der jetzt enorm hohen Wollpreise
Fausreichend zum Anzug
immer noch zum Ausnahmepreis: Mk. 16,50 für 3 Mtr. (—für mittlere Figur
lch habe vor ca. 10 Jahren Stoffe von Ihnen
bezogen, die ich heute noch trage.
Straßburg i. E., 24. 11. 12. Emil Gr . . . ., Zivil-Ing.
Beide Sendungen sind zu meiner größten
Zu-
friedenheit ausgefallen, sogar noch schöner als
ich sie mir vorgestellt hatte und auf den Mustern
verzeichnet sind.
Wilh. Klick.
Lauenburg, 29. 11. 12.
Bin mit der bis jetzt bezogenen Ware sehr
zu-
frieden, konnte nirgends billiger und besser
kaufen.
S. Balszum,
Besitzer.
Tublanken, 20. 11. 12.
Da Ihre Muster bei meiner Wahl zwischen
den Kollektionen von fünf verschiedenen Fabriken
den Sieg davontrugen.
Dr. I. . ..
prakt. Arzt.
Bi. . . . . . . ., 16. 11.12.
Erlaube mir Ihnen mitzuteilen, daß ich vor 4
Jahren einen Kammgarnanzug von der
weltbe-
kannten Firma Schwelasch & Seidel bezogen habe,
welcher zu meiner Zufriedenheit ausgefällen ist,
denn dieser Anzug trägt sich heute noch wie vor
4 Jahren.
Wilhelm Roller,
Bäcker.
Sprendlingen, 16. 10. 12.
Stoffe sind famos, bedienen Sie mich weiter so.
H. Burmeister, Ingenieur.
Hamburg, 2.9. 12.
Verlangen Sie mit anhängender Postkarte franko ohne Kaufzwang unsere reichhaltige Musterkollektion,
Illiiinnasnnnnnan Hier abtrennen. Illlliiiass
4
Senden Sie mir sofort ohne Kaufzwang Ihre
Wie unsere Rundschaft urteilt:
(Nur einige Beispiele)
5 Musterkollektion für Herrenstoffe
Nicht
Musterbuch
Name und Stand:
für Herren- und Knaben-
Reste (— Anzüge usw. usw.
Damenkleiderstoffe aller Art
Aussteuer=Artikel
Gewünschtes
bitten zu
durehstreichen.
.
III
Wohnort:
I
Straße und Poststation:
I
Unsere Kollektion für Herrenkleider enthält Muster von schwarzem Tuch, Croisé,
Satin, Strumpfdiagonal, Anzugstoffen in Buckskin, Cheviot, Kammgarn schwarz und
farbig, Paletotstoffen, Loden, glatt und bedruckt Manchester, Wasch- und Jagdleinen,
Wasch- und wollenen Westen usw.
Unsere Kollektion für Damenkleider enthält Muster von schwarzen und farbigen,
wollenen Kleiderstoffen, Blusen- und Ballkleiderstoffen, Halbtuchen, Damentuchen,
halbfertigen Blusen und Roben, Mohairs, Alpaccas, Satins, Waschkleiderstoffen, E
Rockflanellen, Velourbarchenten, Strickwollen usw.
Unser Musterbuch für Aussteuer=Artikel enthält Muster von weißen Barchenten, Hem= 75
dentuchen, Damasten, Bett=Inletts u.=Bezügen, Rouleaux=Stoffen, Handtüchern, Hemden- ge
flanellen, Kongreß- und Möbelstoffen, waschechten Hauskleider- und Schürzenstoffen.
5
Als Spezialität führen Billardtuche zu sehr billigen Preisen.