Abonnementspreis
Inſerafe
176. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
zu. 1.80 Mk. vierteli. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
chriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Brinz=Regent Ludwig von Bayern begeht
heute zum erſten Male als Verweſer des Königreichs
Bayern ſeinen Geburtstag und vollendet das 68.
Lebensjahr.
Die Beratungen der Finanzminiſter in
Berlin über die Beſitzſteuervorlage haben,
Blättermel=
dungen zufolge, zu keinem Ergebnis geführt.
Die Fleiſchteuerungskonferenz hat ſich bis
zum 30. Januar vertagt.
Der Biſchof Willi von Limburg iſt geſtern
im Alter von 68 Jahren geſtorben.
Pariſer Blättern wird aus Nizza gemeldet, daß der
Zarewitſch am Samstag abend in ſtrengſtem
In=
kognito in Mentone eingetroffen ſei.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Der Geburtenrückgang.
* Wie bekannt, wird das Thema des
Geburtenrück=
gunges in Deutſchland ſeit längerer Zeit eingehend
er=
örtert. Mag man die Nachteile und Gefahren, die dieſe
Erſcheinung im Gefolge hat, auch überſchätzen, und gibt es
ſſandererſeits Leute, die die Uebervölkerung für ein noch
gtößeres Uebel halten und dies durch triftige Gründe
Abelegen, ſo iſt die Frage an ſich doch ſehr ernſt und einer
llimſten Erörterung bedürftig. Mehr Anlaß zum
Nach=
dimken und zur Beſorgnis als der Geburtenrückgang ſelbſt
Anben aber die Gründe, auf die er zurückzuführen iſt.
In der Frage nach den Gründen des
Geburtenrück=
langes und der Beurteilung ſeiner Folgen muß man nicht
Drn allgemeinen für die Wiſſenſchaft zurechtgelegten Theo=
Aternen ausgehen, ſondern das wirkliche Leben und ſeine
rſcheinungen in Berückſichtigung ziehen, und da kann für
eute, die nicht durch die graue Brille der Theorie blicken,
lonidern die Zeichen der Zeit verſtehen, kein Zweifel ob=
Avalten über die wahren Gründe jener Erſcheinung.
Sie ſind in der Uebervölkerung und der Ueberfüllung
ſiller männlichen und weiblichen Berufe zu ſuchen, die
Minderreiche Eltern mit ſchwerer Sorge für die Zukunft
Uhrer Kinder erfüllen und erfüllen müſſen, und zwar um ſo
Unehr, als die Vorbereitung für einen Beruf heutzutage
nit viel größeren Koſten verknüpft iſt als früher, und die
leltern vielfach nicht mehr in der Lage ſind, die großen
Unateriellen Opfer für die Erziehung ihrer Kinder zu
Aringen. Es rächt ſich jetzt, daß man infolge der
Ueber=
hhölkerung und des dadurch bedauerlicherweiſe bedingten
hroßen Andranges zu allen gebildeten Berufen in den
tzten Jahrzehnten den jungen Leuten das Fortkommen
Und die Selbſtändigkeit auf alle Weiſe erſchwert hat, ſo
ſſſaß ſie jetzt meiſt erſt in den dreißiger Jahren dazu kom=
Unen können, eine Familie zu gründen.
Sie ziehen dann ſpäter die Konſequenzen aus den
on ihnen gemachten Erfahrungen, und das Beſtreben
unger Eheleute geht heute offenſichtlich dahin, ſich der mit
Achweren Sorgen und großen pekuniären Opfern
verknüpf=
en Erziehung der Kinder nach Möglichkeit zu entziehen.
Aln die Stelle des ſittlichen Ideals iſt die Klugheit
ge=
reken, viele Kinder zu haben, gilt nicht mehr für klug,
Am nicht ein ſtärkeres, aber zutreffenderes Wort zu
ge=
kauchen, und ſchon iſt es ſo weit, daß für manche jungen
Pheleute die kinderloſe Ehe das Ideal bildet.
Man mag das beklagen, ſo ſehr man will, man mag
leugnen, wahr bleibt es aber doch, und wenn man die
Pahrheit nicht ſagen ſoll, hat die ganze Erörterung über
lſieſe Frage keinen Zweck.
Die Tatſache des Geburtenrückganges hängt mit der
nſer geſamtes Kulturleben beherrſchenden praktiſch=
mate=
iellen Lebensanſchauung zuſammen, die den Idealismus
elächelt, aber den ſogenannten vernünftigen Leuten, die
hit Vorſicht und kluger Berechnung ihre materiellen
Vor=
ſtile abwägen und zur Hauptrichtſchnur für ihr Handeln
und ihr Leben machen, Anerkennung und Beifall zollt.
her Idealiſt gilt heutzutage als ein unpraktiſcher
Phan=
lſt, der Vernunftmenſch als der ſtarke Mann unſerer Zeit,
em die Zukunft gehört.
Dieſe materielle Lebensanſchauung, die aus unſerer
unter dem Zwang der Verhältniſſe ideallos und praktiſch
gewordenen Zeit mit ihrem verſchärften Kampf ums
Da=
ſein heraus geboren iſt, iſt zu tief in allen Volksſchichten
eingewurzelt, als daß in abſehbarer Zeit eine Aenderung
zu erwarten wäre; die Erfahrung und das Beiſpiel
Frank=
reichs, wo die Erwerbsverhältniſſe noch beſſer ſind, als
beiluns, lehren vielmehr, daß, wenn eine ſolche Bewegung
einmal eingeſetzt hat, ſie nicht wieder einzudämmen iſt, und
ſo wird man auch bei uns mit einer dauernden Abnahme
der Geburten mit Sicherheit zu rechnen haben. Nicht ganz
mit Unrecht hat man dieſe Erſcheinung mit einer Epidemie
verglichen, die anſteckend wirkt. Man ſoll ſich aber
dar=
über nicht täuſchen, daß es ſich nicht um eine Krankheit im
phyſiologiſchen Sinne verſtanden, ſondern um einen
ſelbſt=
gewollten Zuſtand handelt.
Von den Mitteln, die zur Hebung dieſes Zuſtandes
vorgeſchlagen ſind, verdienen manche kaum ernſt genommen
zu werden, ja ſie ſind zum Teil derart, daß ſie wegen der
Oberflächlichkeit der Beurteilung der Frage ernſte Leute
empören können. Den Vogel hat nach dieſer Richtung hin
ein hoher preußiſcher Verwaltungsbeamter abgeſchoſſen,
der die amtliche Veröffentlichung der Geburten in den
Blättern unterſagte und ſich von einer ſolchen äußerlichen,
bureaukratiſchen Gewaltmaßregel allen Ernſtes einen
Er=
folg verſpricht.
Immerhin ſind von ernſten Männern ſehr
beachtens=
werte Vorſchläge zur Bekämpfung des Geburtenrückganges
gemacht worden, auf die wir in einem weiteren Artikel
zu=
rückkommen werden.
Preßſtimmen zur
Ernennung des neuen
Staats=
ſekretärs v. Jagow.
* Die Blätter äußern ſich über den in Ausſicht
ge=
nommenen neuen Staatsſekretär des Auswärtigen von
Jagow, als wenn ſeine Ernennung ſchon vollzogen wäre.
Der Berliner Lokal=Anzeiger erklärt: Seinem Aeußern
nach iſt Herr von Jagow eine ganz andere Erſcheinung als
Herr von Kiderlen=Waechter; nur mittelgroß, ſchlank,
auf=
fallend jugendlich von Geſtalt und Antlitz und in der
Un=
terhaltung der liebenswürdige vornehme und gewandte
Weltmann. — Die Voſſiſche Zeitung ſagt: Herr v. Jagow
kommt aus= Rom, wo er in einer für den Dreibund ent
ſcheidenden Zeit erfolgreich gewirkt hat. Man wird von
ihm erwarten können, daß er auch in ſeiner neuen Stellung
dieſe Beziehungen pflegt denen die Erhaltung des
Frie=
dens Europas in erſter Linie zu danken war. — Die
Ber=
liner Morgenpoſt meint: Während Herr von Kiderlen=
Waechter gern den urwüchſigen, auf keine Konvention
Rück=
ſicht nehmenden Naturburſchen hervorkehrte, der bei
diplo=
matiſchen Verhandlungen, wie man ſagt, mitunter auch
mit der Fauſt auf den Tiſch ſchlug, ſo hat man ſolches von
dem ſchmalen, ſchmächtigen, ſehr eleganten Herrn von
Jagow nicht zu erwarten. — Das Berliner Tageblatt
meint, Herr von Jagow kenne aus amtlicher
Tätigkeit von den Hauptſtädten nur Rom und Berlin und
daneben noch London und den Haag, und man hätte das
Erfahrungsgebiet eines Staatsſekretärs des Auswärtigen
Amtes eigentlich umfaſſender gewünſcht.
Die Köln. Zta. ſchreibt: Wie ſeinerzeit
Bern=
hard von Bülow, ſo wird Gottlieb von Jagow aus dem
Palazzo Caffarelli in das Staatsſekretariat des
Auswär=
tigen geholt. Der neue Staatsſekretär iſt ein ruhiger,
zu=
rückhaltender Herr, dem ſicher nicht die Wucht des
perſön=
lichen Auftretens eignet, die ſein Vorgänger beſaß, indes
wird Herr von Jagow als feiner Kopf und ſcharfer
Beob=
achter gerühmt. Im Geſpräch zeigt er ſich auch dem
Fer=
nerſtehenden als ein vorurteilsfreier Mann von ſcharfem
Blick für die Realitäten der Politik. Man rühmt ihm ein
reifes politiſches Urteil, Erfahrung und vor allem die gute
Eigenſchaft nach, daß er ſich nicht leicht etwas vormachen
läßt. Man wird indes gut daran tun, ihm ſeine jetzt
dop=
pelt ſchwere Aufgabe nicht durch allzu gefliſſentliche
Aus=
deutung deſſen, was ſeine Perſönlichkeit etwa verſpricht,
zu erſchweren oder gar ihm Vorſchußlorbeeren zu ſpenden.
Man wird eben ſeine Leiſtungen abzuwarten haben. Er
wird in der erſten Zeit eine gewaltige Arbeitslaſt und eine
ſchwierige Aufgabe vorfinden. bis er die Fäden, die ſein
Vorgänger mit ſicherem Griff in den Händen hielt, für
ſich geordnet hat. Das erſte, worauf er allen Anſpruch hat,
iſt Nachſicht und Aurückhaltung in der Kritik während
die=
ſer Uebergangszeit.
Auch die italieniſchen Blätter äußern ſich
über die Ernennung. Die Tribung ſchreibt: Die
Ernen=
nung kann nur mit warmer Shmpathie aufgenommen
wer=
den. Jagow hinterläßt eine Erinnerung, die nicht leicht
getilgt werden kann. Der neue Staatsſekretär des
Aus=
wärtigen iſt für uns eine Garantie, daß die auswärtige
Politik Deutſchlands ſtets durchdrungen ſein wird vom
Geiſte warmer Freundſchaft, der den Dreibund inſpiriert.
— Giornale d’Italia ſchreibt: Dem hervorragenden
Divlo=
maten, der ſeit mehreren Jahren Deutſchland in Italien
vertritt, wird hier große Achtung und lebhafte Sympathie
entgegengebracht Die hohe Stellung, zu welcher ihn der
Kaiſer beruft, iſt ſeines geſchmeidigen und ſcharfſichtigen
Geiſtes und ſeiner großen politiſchen Erfahrung wie
ſeiner ſehr umfaſſenden Bildung würdig. — LItalia
erklärt: von Jagow, der während ſeines Aufenthaltes in
Rom viele Beweiſe politiſcher Geſchicklichkeit gab, zeigte,
daß er die Abſichten und die Bedürfniſſe Italiens
vollkom=
men verſtand und er wird auch weiterhin auf dem
hervor=
ragenden Platze, auf den er berufen wird, vollkommene
Einheit der Abſichten zwiſchen der italieniſchen und der
deutſchen Regierung unterhalten, damit ſie ſtets weiter an
der Verwirklichung der gemeinſamen internationalen
Po=
litik zuſemmenarbeiten. — Auch die Provinzzeitungen
bringen lobende Artikel über Jagow.
Deutſches Reich.
— Die Beratungen der Finanzminiſter
über die Beſitzſteuervorlage im Bundesrat
haben, wie die Blätter mitteilen, zu keinem Ergebnis
ge=
führt. Es haben ſich vielmehr ſo weitgehende
Meinungs=
verſchiedenheiten gezeigt, daß es nicht möglich war, zu
einer Einigung zu gelangen. Der Reichskanzler will
nun=
mehr verſuchen, durch direkte Verhandlungen bei den
Re=
gierungen der Bundesſtaaten die Beratungen zu fördern
und ſodann eine zweite Konferenz der Finanzminiſter
ein=
berufen.
Zu den Verhandlungen der
Fleiſch=
teuerungskonferenz ſchreibt die Nordd. Allg.
Ztg.: „In der Preſſe werden verſchiedentlich Nachrichten
über die ſachlichen Erörterungen in der zur zweiten
Be=
ratung zuſammengetretenen Fleiſchenquetekommiſſion
ge=
bracht. Dieſe Mitteilungen ſind ſchon deshalb mit
Vor=
ſicht aufzunehmen, weil die Kommiſſion mit den
Sachver=
ſtändigen und der Reichsverwaltung darüber völlig einig
iſt, daß die Verhandlungen ſtreng vertraulich geführt
werden.‟ Die Konferenz hat ſich bis zum 30. Januar
vertagt.
— Ueber eine Verſchärfung des
Spio=
nagegeſetzes haben in den letzten Tagen
Beſprechun=
gen von Vertretern der Heeres= und Marineverwaltung
und des Reichsjuſtizamtes ſtattgefunden. Die Anregung
zu dieſen Beſprechungen iſt von der Heeresverwaltung
ausgegangen. Die auffallende Zunahme der
Spionage=
fälle in letzter Zeit ſcheint die Heeresverwaltung veranlaßt
zu haben, der Frage der Verſchärfung des Spionagegeſetzes
näher zu treten, obwohl ſie bisher die geltenden
Be=
ſtimmungen für ausreichend gehalten hatte. Es iſt auch
in Erwägung gezogen worden, ob man zum Schutze der
deutſchen Luftflotte neue geſetzliche Beſtimmungen treffen
ſoll, die zum Teil im neuen Spionagegeſetz Aufnahme
fin=
den können. Vorgeſchlagen wurde ferner, zum Schutze der
Luftkreuzer die Bewachung der Luftſchiffe und der
Luft=
ſchiffhallen zu verſchärfen. Ob dem Reichstage noch in
dieſer Tagung ein neues Spionagegeſetz vorgelegt werden
kann, iſt noch unentſchieden.
— Die Errichtung eines
Kolonial=
gerichtshofes. Der Berl. Lokalanzeiger ſchreibt: Ueber
die Wiedereinbringung einer Vorlage betr. Errichtung
eines Kolonialgerichtshofes gehen Nachrichten durch die
Preſſe, die zum Teil unrichtig ſind, zum Teil jedenfalls den
Tatſachen vorauseilen. Durch die Geſtaltung der
Ver=
hältniſſe in den Schutzgebieten iſt allerdings die
Notwen=
digkeit der Errichtung eines Kolonialgerichtshofes immer
dringlicher geworden. Es haben deshalb in letzter Zeit
unter den beteiligten Reſſorts Verhandlungen über eine
Neueinbringung der ſeinerzeit im Reichstage nicht
erledig=
tetn Vorlage ſtattgefunden. Dieſe Verhandlungen ſind
jedoch über das Stadium intern=amtlicher Beratungen
noch nicht hinausgediehen. Vollends iſt dem Bundesrat
eine entſprechende Vorlage bis jetzt nicht zugegangen. Alle
Preßnotizen über den Inhalt der künftigen Vorlage,
be=
ſonders auch über den Sitz des Gerichtshofes, müſſen
des=
halb augenblicklich noch als auf Kombination beruhend
be=
zeichnet werden.
— Militäriſche Jahrhundertfeiern. Auf
Befehl des Kaiſers finden am 10. März 1913 in ſämtlichen
Standorten der preußiſchen Armee Feiern zum Andenken
an die Befreiungskriege ſtatt.
— Keine neue Kabinettsorder über den
Zweikampf. Die im Sommer angekündigte
kaiſer=
liche Kabinettsorder über den Zweikampf im Heere iſt
bisher dem Offizierkorps noch nicht zugegangen und wird
auch, wie eine militäriſche Nachrichtenſtelle mitteilt, fürs
erſte nicht erlaſſen werden. Die geplante Verordnung ſollte
eine Ergänzung der ehrengerichtlichen Beſtimmungen vom
1. Januar 1897 werden und u. a. beſtimmen, daß
Zwei=
kämpfe zwiſchen Offizieren künftighin grundſätzlich erſt
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer 5
nach Abſchluß eines förmlichen ehrengerichtlichen
Ver=
fahrens ausgetragen werden dürften. Eine Umfrage, die
durch das Militärkabinett dieſerhalb veranſtaltet worden
iſt, hat ergeben, daß die große Mehrzahl der
komman=
dierenden Generäle mit Entſchiedenheit die bisherigen
Vorbeugungsmaßregeln gegen den Zweikampf im Heere
für ausreichend hält. Daraufhin iſt, wie die Blätter
mitteilen, an maßgebender Stelle eine Aenderung der bis
vor kurzem beſtandenen Anſicht und Abſicht erfolgt und
von einer ehrengerichtlichen Verfügung abgeſehen worden.
Die Einigungsverhandlungen
zwi=
ſchen Krankenkaſſen und Aerzten
geſchei=
tert! Das Reichsamt des Innern und das preußiſche
Miniſterium des Innern hatten bekanntlich gemeinſam
Einigungsverhandlungen zwiſchen Krankenkaſſen und
Aerzten eingeleitet. Nachdem nun dreimal angeſetzte
Kon=
ferenzen, zuletzt auch die für den 6. d. M. anberaumte
wie=
der abgeſetzt ſind, müſſen nach der Betriebskrankenkaſſen=
Korreſpondenz nunmehr die Einigungsverhandlungen als
geſcheitert angeſehen werden. Staatsſekretär Delbrück hat
erklärt, daß er ſich bei der Auswahl der Verbände
Be=
ſchränkungen nicht auferlegen laſſen könne, daß die
Re=
gierung nicht in der Lage ſei, nochmals einen
Vermitte=
lungsverſuch zwiſchen den Aerzteorganiſationen und den
Kaſſenverbänden zu machen, und daß der Leipziger
Ver=
band die Verantwortung für das Scheitern des
Ver=
mittelungsverſuches trage.
— Deutſcher Induſtrieſchutzverband,
Sitz Dresden. Man ſchreibt uns: In der letzten unter
dem Vorſitz des Landtagsabgeordneten Dr. Zöphel=
Leip=
zig abgehaltenen Vorſtandsſitzung berichtete Direktor K.
Grützner=Deuben über die Entwicklung des Verbandes in
dem Geſchäftsjahr 1912. Die Zahl der Mitglieder iſt
innerhalb Jahresfriſt von 2776 auf 3825 mit rund 280000
Arbeitern und 300 Millionen Mark Lohnſumme, die Zahl
der angeſchloſſenen Arbeitgeberverbände von 54 auf 88
geſtiegen. Im Jahre 1912 wurden 138 Mitglieder von
Arbeitseinſtellungen betroffen; die Entſchädigungs=
An=
ſprüche betragen dafür ca. 166000 Mk. Bei weiteren 248
Arbeiterbewegungen konnte der Ausbruch eines Streiks
verhütet werden. Der Vorſtand beſchloß u. a., der nächſten
Generalverſammlung eine Abänderung der Satzungen
da=
hingehend vorzuſchlagen, daß künftig für jeden
ausfallen=
den Arbeitstag eine Entſchädigung von 25 Prozent des
durchſchnittlichen Tagelohnes pro Mann und Tag in der
Regel nur gewährt werden ſoll, wenn die betreffenden
Mitglieder dem Induſtrieſchutzverbande ſeit mehr als
einem Jahre angehören, und daß dagegen bei mindeſtens
dreijähriger Mitgliedſchaft in geeigneten Fällen die
Ent=
ſchädigungsſumme um 20 Prozent der bisherigen üblichen
Maximalentſchädigung erhöht werden kann.
Ausland.
Italien.
Steigerung der Staatseinnahmen. Die
Haupteinnahmen des Staates im zweiten Halbjahr 1912
weiſen eine Vermehrung von 89293000 Lire gegenüber
dem gleichen Zeitraum des Vorjahres auf und ein Mehr
von 34659 000 Lire gegenüber den Schätzungen des
Bud=
gets. Die Vermehrungen beruhen beſonders auf
Ein=
nahmen, die ein Beweis für den wirtſchaftlichen
Auf=
ſchwung des Landes ſind.
Spanien.
Zurinneren Kriſe. Der Epoca zufolge werde
Maura an der Politik wieder aktiven Anteil nehmen, falls
in dem „Pakt”, welchen die liberalen Miniſterien mit den
Republikanern geſchloſſen haben, eine Aenderung eintreten
würde.
Türkei.
Gerüchte über eine Miniſterkriſe erhalten
ſich fortgeſetzt. Es beſtätigt ſich, daß ein hervorragendes
Mitglied des Kabinetts mit den Jungtürken in
Unterhand=
lungen ſteht. Für den Fall eines endgültigen
Einverſtänd=
niſſes würde Mahmud Schefket Paſcha das
Kriegsmini=
ſterium übernehmen. Die regierungsfreundlichen Blätter
dementieren in kategoriſcher Weiſe die Kriſengerüchte. Die
jungtürkiſchen Blätter ſchreiben, daß die Möglichkeit einer
Kriſis noch nicht geſchwunden ſei.
Vereinigte Staaten.
Die Panamakanalfrage. Zwar erklärte
Präſident Taft, er ſei gewillt, die Frage der
Panama=
kanalzölle einem Schiedsſpruch zu unterwerfen, doch
wurde bekannt, daß er nicht dafür iſt, die Frage dem
Schiedsgerichtshof im Haag zu überweiſen. Wie es heißt,
zieht er die Ernennung einer Sonderkommiſſion vor, die
aus Amerikanern und Engländern in gleicher Zahl beſtehen
würde. Taft ſoll auch privatim geäußert haben, daß im
Haag ganz Europa gegen die Vereinigten Staaten ſein
würde. Der Umſtand, daß ganz Europa an der Zollfrage
intereſſiert ſei, werde auf den Schiedsgerichtshof einen
gewaltigen moraliſchen Druck ausüben.
Japan.
Die Krönung des Kaiſers. Gerüchtweiſe
ver=
lautet, daß die Krönung des Kaiſers im November
ſtatt=
finden werde. Dafür ſpreche die Tatſache, daß die
kaiſer=
liche Hofhaltung in Tokio und Kioto eifrige
Vorberei=
tungen trifft. Der Dſchidſchi Schimbo erfährt aus
maß=
gebender privater Quelle, daß der Kaiſer nach der
Krö=
nung einen alten Lieblingswunſch ausführen und Europa
beſuchen werde. Er werde die Reiſe auf einem Kriegsſchiff
machen.
* Der Verein Bayeriſcher
Zeitungs=
verleger. In einer überaus zahlreich beſuchten
Ver=
ſammlung bayeriſcher Zeitungsverleger erfolgte am
Sonn=
tag in Nürnberg die Konſtituierung eines Vereins
Bayeriſcher Zeitungsverleger als Kreisverein des Vereins
Deutſcher Zeitungsverleger in Magdeburg. Der
neuge=
gründete Verein beſchäftigte ſich zunächſt mit der Frage
des Bayeriſchen Staatsanzeigers und faßte folgende,
ein=
ſtimmig angenommene Entſchließung: „Der in Nürnberg
tagende Verein Bayeriſcher Zeitungsverleger legt hiermit
Verwahrung ein gegen das gewerbefeindliche Verhalten.
welches die Königlich Bayeriſche Staatsregierung aus
An=
laß der Gründung der Bayeriſchen Staatszeitung ſpeziell
durch die Einſetzung der ſtaatlichen Gewaltmittel für ein
zum großen Teil privatkapitaliſtiſchen Zwecken dienendes
Unternehmen betätigt hat. Er beklagt das Vorgehen der
königlichen Staatsregierung um ſo mehr, als es geeignet
iſt, die wirtſchaftliche Exiſtenz zahlreicher, namentlich
klei=
ner Zeitungsverleger aufs ſchwerſte zu ſchädigen. Als
be=
ſonderen Beſchwerdepunkt bezeichnet der Verein die in
keinem anderen Bundesſtaate übliche Verquickung von
Staatszeitung und Staatsanzeiger, ſowie die mit den
Be=
ſtimmungen des Geſetzes gegen den unlauteren
Wettbe=
werb nicht zu vereinbarenden propagandiſtiſchen
Maßnah=
men, welche in dem Zwangsabonnement. in der
Herab=
drückung der Inſeratenpreiſe, in der quaſi
Monopoliſie=
rung beſtimmter Anzeigenkategorien zugunſten des
Unter=
nehmens, endlich in der direkten und indirekten
Mitwir=
kung ſtaatlicher Organe für die Abonnentenwerbung
ge=
funden werden muß. Es wird der beſtimmten Erwartung
Ausdruck gegeben, daß die königliche Staatsregierung ihr
Verhalten in bezug auf die Bayeriſche Staatszeitung in
Zukunft den Normen anpaßt, die im deutſchen
Zeitungs=
gewerbe Geltung haben, und dadurch die wirtſchaftlichen
Schäden abwendet, welche infolge ihres Verhaltens ſchon
eingetreten ſind oder einzutreten drohen.” In der
Lotterie=
klaſſenfrage bezüglich der Ziehungsergebniſſe der
Preu=
ßiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie wurde der einſtimmige
Beſchluß gefaßt, dieſe Ergebniſſe in der bayeriſchen Preſſe
nicht zu veröffentlichen. Im übrigen wurde noch eine
Reihe von geſchäftlichen, das Zeitungsweſen betreffenden
Fragen erledigt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 7. Januar.
* Vom Hofe. Wirklicher Geheimerat Dr. med. h. c.
K. A. Lingner Exzellenz aus Dresden nahm am
Samstag an der Abendtafel und am Sonntäg an der
Frühſtückstafel im Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Mittwoch, den 8. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen entgegennehmen.
Die Vorträge der Miniſter pp. finden von 11 Uhr
vor=
mittags an im Neuen Palais ſtatt.
* Ordensverleihung. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Chefredakteur der Illuſtrirten
Zeitung Otto Sonne zu Leipzig die Erlaubnis zur
Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Königl.
Hoheit dem Großherzog von Oldenburg verliehenen
Ehren=Ritterkreuzes 1. Klaſſe des Großherzoglichen Haus=
und Verdienſtordens des Herzogs Peter Friedrich
Ludwig erteilt.
* Erledigte Stelle. Eine mit einem
evange=
liſchen Lehrer zu beſetzende Lehrerſtelle an der
Ge=
meindeſchule zu Weinolsheim, Kreis Oppenheim.
Mit der Stelle iſt Organiſtendienſt verbunden.
sk. Die Haftung der kleinen Landgemeinden für den
verkehrsſicheren Zuſtand ihrer Straßen. Urteil des
Reichsgerichts vom 4. Januar 1913. (Nachdruck verboten.)
In einem früheren Urteil hatte zwar das Reichsgericht
ausgeſprochen, daß bei Prüfung der Frage, wie weit die
Entfernung der Gemeinden für den verkehrsſicheren
Zu=
ſtand der ihr unterſtellten Straßen und Plätze reicht, bei
kleinen Landgemeinden mit Rückſicht auf deren örtliche
Verhältniſſe und ihre Finanzkraft ein anderer Maßſtab
anzulegen ſei, als bei großen Stadtgemeinden. Das
darf jedoch, wie eine neuere Entſcheidung des höchſten
Gerichtshofes beſtätigt, nicht ſo weit führen, die kleinen
Gemeinden deshalb allzu ſehr ihrer Sorgfaltspflicht zu
entheben. In der Nacht zum 5. Februar 1911 hatte ſich
in der Gemeinde Schlechtenwegen bei Gießen ein
folgen=
ſchwerer Unfall ereignet. Ein Einwohner L. dieſer
Ge=
meinde hatte bis etwa 2 Uhr morgens einer Feier in der
Langſchen Gaſtwirtſchaft beigewohnt und hatte dann den
Heimweg angetreten. Dieſer mußte ihn über eine 2
Mi=
nuten von der Wirtſchaft entfernte Brücke führen, die
keinen anderen Schutz für Paſſanten hatte, als eine kaum
40 Zentimeter hohe Brüſtung. Die Nacht war
ſtock=
dunkel. L., der weder betrunken noch angetrunken war,
kannte zwar die Oertlichkeit. Da aber in der Gemeinde
und vor allem an der Brücke keine Beleuchtung war, hatte
er nichts anderes zu ſeiner Orientierung als die
Baum=
kronen einzelner Bäume, die ihm zeigen konnten, wo ſich
die Brücke befinden mußte. Trotzdem aber ging L. fehl,
er ſtrauchelte an der Brücke und fiel über deren niedrige
Brüſtung kopfüber ſo unglücklich in den Bach, daß er
in=
folge des heftigen Aufſchlagens auf das Eis einen Bruch
der Wirbelſäule ſich zuzog und einige Tage darauf ſtarb.
Auf die Klage der Hinterbliebenen verurteilte das
Land=
gericht Gießen die Gemeinde dem Grunde nach zu zwei
Dritteln zum Schadenserſatze und das
Oberlandes=
gericht Darmſtadt beſtätigte dieſes Urteil. Das
Berufungsgericht nahm zwar auch an, daß L. weder
be=
trunken noch angetrunken geweſen ſei. Immerhin müſſe
aber mit berückſichtiat werden, daß L. bis 2 Uhr früh
in gemütlicher Geſellſchaft beim Biere geſeſſen und
des=
halb doch etwas unter dem Einfluß des Alkohols
ge=
ſtanden haben müſſe. Die Schuld der beklagten Gemeinde
ſei aber die größere, und ſie beſtehe darin, daß ſie es
unterlaſſen gehabt habe, vollkommen für
Verkehrsſicher=
heit zu ſorgen. Auf den Brückenbaumeiſter allein habe
ſich die Gemeinde niemals verlaſſen und ebenſo wenig
warten dürfen, bis die Aufſichtsbehörde den gefährlichen
Zuſtand gerügt habe. Die Brücke hätte entweder auch
zur Nachtzeit hell beleuchtet oder mit einer Brüſtung
ver=
ſehen werden müſſen. Von einer gewiſſen Mitſchuld ſei
L. nicht freizuſprechen. Als Ortseingeſeſſener habe er die
Verhältniſſe genau gekannt, er hätte deshalb auf dem
Heimweg entweder eine Laterne mitnehmen oder
wenig=
ſtens recht vorſichtig gehen ſollen. Hätte L. ſich nur
taſtend auf die Brücke zu bewegt, dann hätte er nicht
ſo=
fort das Gleichgewicht verlieren und einen ſo ſchweren
Sturz erleiden können. Die von den beiden Parteien
gegen das Berufungsurteil eingelegten Reviſionen
wur=
den vom Reichsgericht als unbegründet zurückgewieſen.
Ohne Rechtsirrtum ſei vom Berufungsrichter feſtgeſtellt,
daß dem gefährlichen Zuſtande der Brücke unbedingt
habe Rechnung getragen werden müſſen, entweder durch
ausreichende Beleuchtung oder durch eine höhere
Brüſt=
ung. Aber auch das eigene Verſchulden des Verſtorbenen
unterliege keinem Zweifel.
g. Strafkammer. Der 22jährige Schloſſer Philipp
Meyer aus Frankenthal wurde geſtern von der
Straf=
kammer wegen eines Verbrechens nach § 176,3 des
Straf=
geſetzbuches zu 1 Jahr Gefängnis und 3 Jahren
Ehr=
verluſt verurteilt. Ein Monat und zwei Wochen der
Un=
terſuchungshaft wurden ihm angerechnet. — Der 30jährige
Eine ſterbende Induſtrie.
C) Franzöſiſche Oelſardinen, dieſe ſo wohlſchmeckende
und beliebte Gabe der bretoniſchen Küſte für den Tiſch des
Feinſchmeckers — ſie ſollen verſchwinden, denn nach den
neueſten Mitteilungen ſteht die franzöſiſche Sardinen=
In=
duſtrie vor dem Untergang und die großen Fabriken der
Bretagne haben ihren Betrieb definitiv eingeſtellt. Schon
ſeit Langem hat man mit Sorgen das allmähliche
Ver=
ſchwinden der Sardine von den franzöſiſchen Küſten
kon=
ſtatiert, wo ſie früher in reichen Mengen vorhanden war.
Elend und Not bedroht ſchon ſeit manchem Jahr die
Sar=
dinen=Fiſcher und die vielen Tauſende von Arbeitern, die
früher die blühende Induſtrie ſo gut ernährte. Die
Sardinenfiſcherei hat ihre beſondere Eigenart,
denn man fängt dieſe Tiere nicht während der Laichzeit,
ſondern holt ſie in Maſſen vom Grunde herauf, und es
gehört viel Geſchicklichkeit, ja eine gewiſſe ſtrategiſche
Ein=
ſicht dazu, dem Heereszug der Fiſche den Weg
abzuſchnei=
den, ohne ſie zu verſcheuchen. Die Fiſcher der Bretagne
benutzen zu dieſem Zweck große Netze aus ſehr feinem
Hanf mit verſchieden großen Maſchen, um Fiſche der
ver=
ſchiedenſten Größe fangen zu können. Unten ſind dieſe
Grundnetze mit nußgroßen Bleiſtücken beſchwert, ſodaß ſie
ſenkrecht in die Tiefe hinabgelaſſen werden können. Am
Vormittag fahren die Fiſcher auf ihren ungedeckten, zwei
Maſten tragenden Booten aus, jedes gewöhnlich mit vier
Mann beſetzt, dem Beſitzer, dem Matroſen, dem
Jung=
matroſen und dem Schiffsjungen. Mit großer Mühe wird
die Heerſtraße der Sardinen erſpäht; dann werden die
Segel eingezogen und ein Netz von einer Maſchengröße,
die der angenommenen Größe des Fiſches entſpricht, wird
ſenkrecht ins Waſſer heruntergelaſſen. Da die Fiſche ſich
meiſt in einer ziemlichen Waſſertiefe halten, lockt man ſie
weiter an die Oberfläche herauf, wobei als beſter Köder
der Hauptleckerbiſſen der Sardine, Kabeljau=Rogen,
ver=
wendet wird. Der Fiſch ſtürzt ſich dann auf den Köder,
ſtößt gegen das Netz und fängt ſich darin mit ſeinen
Kie=
men. Da der Rogen ſehr teuer iſt, ſo verwendet man auch
verſchiedene Surrogate, die aber nicht die gleiche Wirkung
haben. Seit urdenklichen Zeiten iſt dieſe Art des
Sar=
dinenfanges an den franzöſiſchen Küſten üblich. Die
Fa=
brikanten meinen, daß ſie veraltet und nicht ertragreich
ge=
nug ſei; doch ſind die Fiſcher ſchwer von ihrer Tradition
abzubringen. Viel gefährlicher ſind der Sardine
jeden=
falls die vielfach an der bretoniſchen Küſte verwendeten
modernen Formen des Fanges geworden, die großen
Schleppnetze, äußerſt vollkommene Fangapparate, denen
man aber den Vorwurf macht, daß durch ſie allzu große
Maſſen von Sardinen vernichtet worden ſind.
Den Gründen des Verſchwindens der
Sar=
dine iſt man in neuerer Zeit mit Eifer nachgegangen.
Der Mißbrauch mit Sacknetzen und Scherrnetzen, die die
junge Brut der Sardine zerſtören, die Vernichtung der
Laichbänke durch gefräßige Tiere, der große Veckehr mit
Dampfſchiffen, der Fang der Sardinen auch im Winter,
der ſchädliche Einfluß der kalten Winde und der harten
Winter — all dies und noch anderes macht man für das
Sterben dieſer Induſtrie verantwortlich. Sicher iſt es
nach den Forſchungen von A. Odin, daß Kälte den
Sar=
dinen ſehr ſchadet. Während man früher annahm, daß
die Sardine zu Beginn des Winters von der franzöſiſchen
Küſte fortwandert und dann wieder zurückkehrt, haben
neuere Unterſuchungen gezeigt, daß die Sardinen faſt das
ganze Jahr über ſich an den Küſten aufhalten, aber nur zu
beſtimmten Jahreszeiten im Frühjahr, während des
Sommers und einen Teil des Herbſtes mehr an die
Ober=
fläche kommen. Während der Kälte ſucht der Fiſch die
Meerestiefe auf, weil er nur im wärmeren Waſſer
exiſtie=
ren kann und die unteren Meeresſtrömungen weniger kalt
ſind. In wärmeren Meeren hält ſich die Sardine in
ge=
ringer Tiefe und ſcheint dort keinen ſo großen Gefahren
ausgeſetzt zu ſein. Seit mehr als einem halben
Jahr=
hundert geht jedenfalls die franzöſiſche Sardinen=Induſtrie
zurück. Die Zeiten, wo Frankreich jährlich 200 Millionen
Sardinen in über 10 Millionen der bekannten Blechbüchſen
ausführte, die Induſtrie 150000 Perſonen beſchäftigte und
für mehr als 150 Millionen Francs umſetzte, ſind längſt
dahin. Schwere Kriſen haben die Induſtrie in letzter Zeit
bedroht und nun ſcheint das letzte bitterſte Ende, der
Un=
tergang, da zu ſein.
Ein Sklavenmarkt in
Marrakeſch.
** Die Zeiten, da die Sklaven zu Schiff nach
Marokko gebracht wurden und Seeräuber auf
unglück=
liche Chriſten Jagd machten, ſind zwar längſt dahin, aber
die Sklaverei exiſtiert immer noch in Marokko und
Marra=
keſch iſt wie vor Hunderten von Jahren der Hauptmarkt
für dieſen ſchändlichen Handel. Zwar hat die franzöſiſche
Regierung den Verkauf von Menſchen in allen ihren
afrikaniſchen Gebieten verboten, aber es fehlt in
Marokko=
nicht an Menſchenware, die öffentlich feilgehalten wird.
Einen ſolchen Sklavenmarkt beſchreibt in einer farbigen
Schilderung die in Marokko weilende Doktorin Légey im
Matin.
Ein großer, von kleinen Verſchlägen umgebener Platz;
in der Mitte ein gedeckter Raum, in dem die Ware bei
Regen angeprieſen wird. Die Sklavenhändler führen ihre
Opfer in Menge herbei. Frauen, Kinder, Jünglinge und
reife Männer drängen ſich durcheinander in den engen
Verſchlägen. Sie ſind ruhig, denn ſie wiſſen, daß
Widei=
ſtreben nichts hilft, und daß ſie auf jeden Fall verkauft
werden. Langſam füllt ſich der Platz mit Kaufluſtigen.
Endlich nahen die Dellals, die Beamten, die den Verkauf
leiten. Sie eröffnen den Sklavenmarkt feierlichſt durch ein
großes Gebet. Stehend, die Hände geöffnet vor ſich
hal=
tend, gleich als ob ſie darin das Gebetbuch hielten, ſagen
ſie mit lauter Stimme die erſte Sure des Koran: „Lob=
Gott, dem Herrn des Weltalls, dem Gnädigen, dem
Mit=
leidigen, dem Herrſcher am Tage der Vergeltung .
Nach dieſer Zeremonie begibt ſich jeder Dellal zu dem
Sklavenhaufen, der ihm zum Verkauf übergeben iſt. Die
Ware wird noch ſchnell etwas herausgeputzt; die
ſchmutzig=
ſten Gewandfetzen werden durch hübſchere Tücher erſetzt.
Dann rennen die Dellals im Eilſchritt um den Platz, die
Preiſe ausſchreiend, gefolgt von den Männern, Frauen
und Kindern, die verkauft werden und mühſam hinter
ihnen herkeuchen. Will einer einen Handel abſchließen,
dann hält er die Laufenden an, prüft Zähne, Haare, Fleiſch
Nummer 5.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Seite 3.
vorbeſtrafte Elektromonteur Joſeph Stark aus München
trat im Mai 1912 bei der Firma Schmidt in Rüſſelsheim
in Stellung, wo er, trotzdem er dazu nicht berechtigt war,
Arbeiten auf eigene Rechnung ausführte. Doch nicht nur
dadurch ſchädigte er die Firma, ſondern er entwendete
auch das zu den Arbeiten benötigte Material, indem er ſich
dieſes durch Vorſpiegelung verſchaffte oder einfach
übrig=
gebliebenes Material mitnahm. Die Firma wurde durch
dieſes Treiben um etwa 60 Mark geſchädigt. Der
geſtän=
dige Angeklagte wurde zu 10 Monaten Gefängnis
abzüglich 2 Monaten der Unterſuchungshaft verurteilt.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg am Mittwoch, den 8. Januar, vormittags
9½ Uhr, lautet: 1. Geſuch des Johann Konrad Ludwig
Maul zu Offenbach a. M. um Erlaubnis zum Betriebe
einer Schankwirtſchaft. 2. Beſchwerde des Adam Step an
von Groß=Breitenbach über die Einſchätzung von
Waſſer=
zins. 3. Beſchwerde des evangeliſchen Kirchenvorſtandes
Groß=Steinheim gegen den Beſchluß des Gemeinderats
von Grob=Steinbeim vom 23. Mat 1911.
— Vom Hoftheater. Heute Dienstag, den 7. Januar,
geht unter Leitung von Hofrat de Haan d’Alberts „
Tief=
land” in bekannter Beſetzung als 93.
Abonnementsvor=
ſtellung, Buchſtabe C 24, in Szene. Beginn der
Vorſtel=
lung 7½ Uhr. Am Mittwoch nimmt der hiſtoriſche
Poſſenzyklus mit einer Aufführung von L’Arronge=Moſers
„Der Regiſtrator auf Reiſen” ſeinen Anfang.
Karten für den geſamten Zyklus ſind heute noch an der
Hoftheaterkaſſe erhältlich. Der Einzelverkauf wird
mor=
igen eröffnet. Es gelten die ermäßigten
Volksvorſtel=
lungspreiſe. Die ſzeniſche Leitung des „Regiſtrators”
chat Regiſſeur Hacker. Am Donnerstag wird die Serie
der Sondervorſtellungen mit dem Schönthanſchen
Schwank „Der Raub der Sabinerinnen”
weiter=
rgeführt. Zu dieſer Vorſtellung findet kein
Kartenver=
kkauf ſtatt.
In der Aufführung der „Fledermaus” am
Sonn=
rtag ſpielte wegen Unpäßlichkeit des Herrn Jürgas Herr
Jordan die Rolle des Gefängnisdirektors Frank,
wäh=
rrend die des Froſch Herr Eisner übernommen hatte,
der ſie noch niemals geſpielt hat und ſich mit überraſchen=
Dem Erfolge ſeiner Aufgabe unterzog.
* Hilfsverein für die Geiſteskranken in Heſſen.
Gegen=
wärtig iſt in unſerer Stadt wieder die alljährliche
Sammlung von Gaben für den Hilfsverein
Für die Geiſteskranken in Heſſen im Gange.
Es erſcheint daher angebracht, ſowohl auf die Zwecke und
Ziele dieſes Vereins überhaupt, wie auch auf ſeine
Tätigkeit ſpeziell in unſerer Stadt aufmerkſam zu
nachen. Der Verein will zunächſt einzelne bedürftige
Beiſteskranke, vorab bei ihrer verſuchsweiſen
Ent=
aſſung aus der Anſtalt, mit Rat und Tat
unter=
rtützen, dann aber auch den durch die Geiſteskrank=
Hheit eines Angehörigen nicht ſelten in unſägliche Not
geratenen Familien die erforderliche Hilfe bringen. Füc
dieſe Zwecke hat der Verein ſeit ſeiner Gründung im
Jahre 1874 bis jetzt rund 550000 Mark aufgewendet.
Wenn der Verein nun auch ſowohl aus der Staatskaſſe
wie von einer Reihe anderer öffentlichen Kaſſen (
Gemein=
oen, Sparkaſſen uſw.) Beihilfe empfängt, ſo muß doch der
weitaus größte Teil ſeines Unterſtützungsbedarfes (
gegen=
wärtig etwa 37000 Mark jährlich) durch freiwillige
Bei=
rräge von Privaten in Stadt und Land aufgebracht
wer=
den, bei welcher Aufbringung ihm eine große Anzahl
Ver=
rrauensmänner in den einzelnen Gemeinden (in unſerer
Stadt Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing) zur Seite
ſteht. Faſt noch größeren Wert als auf die Ergiebigkeit
der von ihm veranſtalteten Sammlungen legt der Verein
dabei auf eine möglichſt große Zahl der einzelnen Geber,
da er in der Höhe dieſer letzteren Zahl nicht mit inrecht
einen Gradmeſſer für das Verſtändnis des Weſens der
(Seiſteskrankheit und Beſtrebungen des Vereins in der
Be=
völkerung glaubt erblicken zu dürfen. Nach dem
Geſchäfts=
b ericht für 1911/12 beträgt die Zahl der Geber im ganzen
Lande 73 155, wovon auf die Stadt Darmſtadt 1596
ent=
fallen. Auch jetzt ſoll hier wieder eine Sammlung
ron Haus zu Haus verſucht werden, die hoffentlich
necht viele offene Herzen und Hände findet. Jede Gabe
itt willkommen, denn, wie ſchon bemerkt, kommt es faſt
riehr noch auf die Zahl der Geber, als auf die Höhe der
Gaben an. Den letzten Jahresbericht, den der Verein in
einer großen Anzahl von Exemplaren gerne für die
Samm=
lung in unſerer Stadt zur Verfügung geſtellt hat, führen
die Sammler bei ſich und werden denſelben den ſich dafür
Intereſſierenden, ſoweit der Vorrat reicht, zuſtellen.
* Ein Ausbildungskurſus für Dekorationsmaler wird
bei ausreichender Beteiligung von Großh. Zentralſtelle für
die Gewerbe in Darmſtadt unter Leitung des Herrn
Malermeiſters H. J. Nover in der Zeit vom 3. bis
22. Februar 1913 veranſtaltet. Der Unterricht wird
er=
ſtreckt auf Bemalung von Wänden, Decken und Möbeln
in den verſchiedenen Techniken. Gelehrt wird die Faß=
und Freskomalerei, ſowie Patinieren einſchließlich der
einſchlägiger Preisberechnungen und Materialienlehre.
Das Unterrichtsgeld beträgt für heſſiſche Staatsangehörige
25 Mark. für Nichtheſſen 50 Mark. Dekorationsmaler und
Weißbinder mit ausreichender Vorbildung, welche an
die=
ſem Unterricht teilzunehmen wünſchen, wollen ſich bei
ge=
nannter Behörde, die zu näherer Auskunft gerne bereit iſt,
baldigſt melden.
Sädtiſche Schulzahnklinik der Stadt
Darm=
ſtadt (Waldſtraße 21). Sprechſtunden von 9—12 und
2—5 Uhr. Im Dezember wurden behandelt 469 Kinder
(230 Mädchen, 239 Knaben) mit 669 Konſultationen.
G füllt wurden 606 Zäbne, ausgezogen wurden 215 Zähne
(179 Milchzähne, 36 bleibende Zähne). Zahl der Tage,
an denen Sprechſtunden abgehalten wurden: 20.
* Martinsgemeinde. Freitag, den 10. Januar,
findet der von der Männervereinigung veranſtaltete
Vortrag mit Lichtbildern des Herrn Miſſionars
Gutekunſt ſtatt. Thema: „Die evangeliſche Miſſion
in Kamerun und Togo‟ Das Nähere iſt im
Anzeigen=
teil des heutigen Blattes erſichtlich.
* Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Zu den kulturgeſchichtlichen Vorträgen des
Profeſſors Dr. A. E. Berger ſei bemerkt, daß die
Teilnehmer am Eingang des Saales unentgeltlich ein
gedrucktes Blatt in Empfang nehmen können, auf dem
für jeden Abend der Inhalt des Vortrags kurz ſkizziert
iſt. Der erſte Vortrag findet am Dienstag abend ſtatt.
* Die Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs
ver=
anſtaltete Sonntag eine Wanderung, deren Ziel
Auer=
bach war. Unter Führung der Herren Winkler und
Kunze begann die Wanderung von der Halteſtelle der
elektriſchen Straßenbahn an der Landskronſtraße gegen
8,15 Uhr morgens; es hatten ſich 130 Klubmitglieder
ein=
gefunden. Zu Beginn der Wanderung lag noch dichter
Nebel über der Landſchaft, die durch den Rauhreif an den
Bäumen und Sträuchern ein wundervolles Bild bot. Der
Weg führte über Eberſtadt und Malchen nach Seeheim,
wo eine Frühſtücksraſt gehalten wurde. Dort wurde der
Klub durch Vertreter der Seeheimer Ortsgruppe herzlich
begrüßt. Bei freudiger Stimmung wurde dann der Marſch
fortgeſetzt zur Ruine Joſſa und dann weiter zum
Als=
bacher Schloß, Schließlich wurde das Ziel. Auerbach,
er=
reicht, wo bei Gaſtwirt Weigold Einkehr gehalten und das
Mittagsmahl eingenommen wurde Ein Klubmitglied
entbot der Verſammlung einen Neujahrsgruß und
ge=
dachte der guten Führung. Bei dem vorzüglichen
Mittag=
eſſen und dem Auerbacher Rott verging nur zu bald die
Zeit. Gegen 7 Uhr ſchon wurde aufgebrochen und der Zug
brachte die Wanderer in beſter Stimmung wieder nach
Darmſtadt zurück.
Preisgekrönt. Herr Gg. Schleidt, Mitglied
des Vereins für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis”
Darmſtadt, erhielt auf der Allgemeinen
Geflügelaus=
ſtellung in Leipzig auf ſeine dort ausgeſtellten Bronze=
Puten 2 Ehrenpreiſe, 2 erſte und 2 zweite Preiſe. Gewiß
ein bedeutender Zuchterfola!
* Orpheum. Das laufende Programm für die erſte
Januarhälfte bietet in mehrfacher Hinſicht ſo vortreffliche
Leiſtungen, daß ſich die Vorſtellungen eines glänzenden
Erfolges erfreuen. Insbeſondere gilt dies von den
jugendlichen Schweſtern Althoff, über deren
Fähig=
keiten man als von einem muſikaliſchen Wunder ſprechen
darf. Es iſt nicht bloß ein mehr als bedeutendes
tech=
niſches Können, das die ältere der beiden Schweſtern am
Flügel zeigt, man überzeugt ſich nicht allein von der
treff=
lichen Schulung, die das Kind genoſſen, ſondern man
be=
wundert auch den Ausdruck und das Gefühl, das dieſes
kleine Mädchen ſchon in ſein Spiel zu legen weiß, und
man ſpürt, daß hier nicht nur Angelerntes, ſondern auch
Verſtändnis für das Gelernte vorhanden iſt. Ganz
be=
ſonders angenehm berührt es, zu ſehen, daß beide Kinder
mit Luſt und Liebe der Muſik zugetan ſind, und man
ge=
winnt die Ueberzeugung, daß angeborene muſikaliſche
Fähigkeiten in guter Schule weitergebildet worden ſind
und daß man es nicht mit künſtlich dreſſierten, ſogenannten
Wunderkindern zu tun hat, ſondern mit wirklich reiner
muſikaliſcher Begabung.
* Hotel Heß. Man ſchreibt uns: Die
Kaffee=
konzerte erfreuen ſich nach wie vor bei der
Damen=
welt großer Beliebtbeit. Für Dienstag nachmittag iſt
ein beſonders gewähltes Programm zuſammengeſtellt
und kommen unter anderem unter Nr. 5 ein Solo für
zwei Violinen, vorgetragen von Geſchw. Bertl,
Scheiden vom Vaterhaus von Zillmann, zum Gehör.
Der Beſuch dieſer Kaffeekonzerte iſt ſehr zu empfehlen.
§ Aſyl für Obdachloſe. Im Dezember wurde in
dem im Lokale des zweiten Polizeireviers in der
Alexanderſtraße errichteten Aſyl für Obdachloſe 509
Per=
ſonen und in demjenigen im Lokale des fünften
Polizei=
reviers in der Ludwigshöhſtraße 256 Perſonen,
zu=
ſammen 765 Perſonen, Obdach gewährt.
§ Hundefang. Während des Monats Dezember
ſind von dem hieſigen Polizeihundeaufſeher 46 Hunde
eingefangen worden. 17 Hunde wurden von ihren
Eigentümern wieder ausgelöſt, 5 Hunde ſind verkauft
worden und 24 Hunde mußten getötet werden.
§ Selbſtmord. Ein älterer Mann hat geſtern
in=
folge unheilbaren Leidens in ſeiner Wohnung ſeinem
Leben durch Erhängen ein Ende gemacht.
§ Zuſammenſtoß. Am Samstag vormittag gegen
8 Uhr iſt in der Rheinſtraße am Poſtgebäude die
Dampfſtraßenbahn mit einem beladenen
Roll=
fuhrwerk zuſammengeſtoßen. An der Lokomotive wurden
die Laternen beſchädigt.
* Feuer. Von dem Feuerwehrkommando geht uns
folgender Brandbericht zu: Sonntag nacht 1 Uhr
9 Minuten wurde der Feuerwehr durch das Polizeiamt
gemeldet: „Feuer, Friedrichſtraße 16‟. Im
Erd=
geſchoß des Seitenbaues, wo eine Schuhmacherei
be=
trieben wird, war Feuer zum Ausbruch gekommen,
welches an den vorhandenen Warenvorräten größeren
Schaden verurſachte. Mit einer Leitung von der
Auto=
ſpritze wurde das Feuer in kurzer Zeit auf ſeinen Herd
beſchränkt. Nach Erledigung der nötigen
Räumungs=
arbeiten konnte die Wache um 2 Uhr 36 Minuten
zurück=
beordert werden.
M. Gernsheim, 4. Jan. Von einem
Schnell=
zug erfaßt und überfahren wurde ein hieſiger
Schrankenwärter, als er auf dem Bahnkörper entlang
auf ſeinen zwiſchen Biebesheim und Gernsheim
gelege=
nen Poſten ſich begeben wollte. Durch den Nebel war ihm
der Ausblick genommen. Er kam unter die Räder der
Maſchine, die ihm den Kopf abfuhr. Eine Witwe
mit ſieben noch unerwachſenen Kindern trauert um ihren
Gatten und Vater.
Heppenheim a. d. B., 5. Jan. Ueber Goldfunde
in Heppenheim berichtete ein Darmſtädter Blatt:
Elektrotechniker Weidenbach begann anfangs voriger
Woche mit der Bohrung eines Brunnens in
ſeiner Werkſtätte in der Poſtſtraße unweit des Bahnhofs.
Als die Arbeiter am Donnerstag ſechs Meter tief
gekom=
men waren, bemerkten ſie im ausgeworfenen Sand
gelb=
glänzende kleine Plättchen bis zur Größe einer
Linſe. Als die Partikelchen immer reicher zum Vorſchein
kamen, erzählten dies die Arbeiter, worauf viele
Neu=
gierige zur Stelle eilten und ſich tatſächlich von dem
Vor=
handenſein beſagten Fundes überzeugten. Man nahm
auch viele der größeren Plättchen und legte ſie in
Säu=
ren, die aber bis jetzt noch nicht imſtande waren, an der
Beſchaffenheit der Fundſtücke etwas zu ändern. Bis
geſtern (Samstag) abend war man ſchon in eine Tiefe
bis zu zehn Metern gekommen, und immer zeigten ſich
die beſchriebenen Partikelchen reicher. Natürlich ſteht
be=
reits Waſſer in dem Bohrloch, das fortgeſetzt ausgepumpt
wird. Und ſiehe da! Das Fließ, in dem dieſes ausgepumpte
Waſſer fortläuft, iſt, wenn das Waſſer abgefloſſen, viele
Meter weit mit Tauſenden dieſer glänzenden
Partikel=
chen beſäet, die von Sachkennern als reine Goldplättchen
angeſehen werden. Es wird heute noch in Darmſtadt an
maßgebender Stelle Anzeige erſtattet und man erwartet,
daß morgen ſchon Fachleute erſcheinen werden, um die
aufſehenerregende Sache genau zu unterſuchen.
Wie uns auf Anfrage bei der Bürgermeiſterei erklärt
wurde, iſt dort offiziell von den Goldfunden nichts
be=
kannt. Man iſt der Anſicht, daß die Sache jedenfalls
un=
bedeutend iſt, wenn die Nachricht nicht gar auf einem
Scherz beruht.
Heppenheim, 6. Jan. Die Entwürfe zum
Stadtwappen ſind aus drei Wappen
zuſammen=
geſtellt. Im unteren Felde links erblickt man das Kreuz
mit dem doppelten Querbalken, das ehemalige Wappen
der fürſtlichen Abtei Lorſch, während rechts davon das
Mainzer Rad vorhanden iſt. Im oberen Felde über dem
Lorſcher und Mainzer Wappen iſt ein neunmal quer
ge=
ſtreifter Löwe angeordnet, der eine Krone auf dem
Haupte und in der rechten Pranke ein Schwert trägt. Das
Lorſcher Wappen erinnert an die Zeit, da Heppenheim
zur Abtei Lorſch gehörte, alſo von Karls des Großen
Zeit bis 1232, das Mainzer Wappen an jene Zeit, da
Heppenheim zum Kurfürſtentum Mainz gehörte, von 1232
bis 1802. Der über dem Lorſcher und Mainzer Wappen
thronende Löwe zeigt, daß nun Heppenheim zum
Groß=
herzogtum Heſſen gehört. — Infolge des letzten
Automobilunfalles an der gefährlichen S=Kurve
und Glieder des Opfers und beginnt um den Preis zu
feilſchen. Die Preiſe ſind nach Geſchlecht, Alter und
ähigkeiten der Sklaven ſehr verſchieden. Für einen Mann
von 24 Jahren, der nichts beſonderes gelernt hat, zahlt
man 16 Duros, d. h. etwa 70 Francs; junge Mädchen
von 10 oder 12 Jahren bringen dagegen 120—150 Duros.
Eine Frau, die gut kochen kann, bringt bis zu 500 Duros.
Kleine Kinder ſind nichts wert und man macht mit ihnen
keine großen Umſtände. Trägt eine Verkaufte ein Kind
on der Bruſt und erklärt der Käufer, daß er die Frau
kallein haben wolle, dann wird der verzweifelnd
Schreien=
den ihr Kleines einfach fortgeriſſen, und beruhigt ſie ſich
nicht bald, ſo wird ſie mit Stockſchlägen getröſtet. Zwar
hat der Sklave dem Buchſtaben nach das Recht, ſeinen
Weiterverkauf zu fordern, wenn er zu unmenſchlich
behan=
delt wird, aber dies Privileg iſt nur ein Hohn mehr für die
Frauen, die, im Harem eingeſchloſſen, der Grauſamkeit
iherer Herren wehrlos preisgegeben ſind.
Die Franzöſin erzählt von furchtbaren Züchtigungen,
deren Zeugin ſie geweſen iſt, und ruft in flammenden
Worten den Staat zur Bekämpfung dieſer entſetzlichen
Zuſtände auf. Der Sklavenhandel iſt nämlich auch heure
noch eine direkte Inſtitution des marokkaniſchen Staates,
ſeit Mulai Haſſan iſt zwar nur der Verkauf von Negern
urrd Negermiſchlingen geſtattet; der Verkauf jedes
Ein=
zelnen muß auch durch den Kalifen genehmigt werden,
aber dies geſchieht immer und iſt nur eine Formalität,
denn der Sultan erhält, wie vom Getreide und von
an=
deren Waren, ein Zwanzigſtel des Kaufpreiſes.
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Bei Beginn des neuen
Jahres lohnt es in der Kunſtſtadt Darmſtadt, auch einen
Blick auf die Wirkſamkeit der Darmſtädter
Maler und Bildhauer im verfloſſenen
Jahre zurückzuwerfen. So weit uns die Kataloge
großer auswärtiger Ausſtellungen vorliegen, finden wir
als Ausſteller folgende Darmſtädter (es ſeiev hier nur die
wirklich am Platz hier lebenden Darmſtädter nicht die
auswärtigen Heſſen genannt), vertreten. Im Glaspalaſt
in München: Leo Kayſer, Profeſſor Albert Hartmann,
Profeſſor Phil. Otto Schaefer. — In der Münchener
Sezeſſion die Bildhauer Benno Elkan=Alsbach,
Pro=
feſſor Hoetger, Profeſſor Jobſt. — Auf der „Großen
Dresdener Kunſtausſtellung 1912” der
be=
deutendſten Deutſchen Ausſtellung dieſes Jahres:
Pro=
feſſor Adolf Beyer. — Auf der Internationalen
Aus=
ſtellung des „Sonderbund” Köln: Profeſſor
Hoetger. — Große Internationale
Kunſt=
ausſtellung Amſterdam 1912: Profeſſor
Bernhard Hoetger, Profeſſor Adolf Beyer. —
Ber=
liner Sezeſſion: Benno Elkan=Alsbach.
Große Berliner Kunſtausſtellung: Profeſſor
Georg Wickop Hanns Pellar. — Kunſtausſtellung
Baden=Baden: Dr. Daniel Greiner, Profeſſor B.
Hoetger, Profeſſor Heinrich Jobſt, Profeſſor Wilhelm
Bader, Profeſſor Richard Hoelſcher, Hanns Pellar.
Die beſte Vertretung Darmſtädter Kunſt hatte die
„Ausſtellung des Verbandes der
Kunſt=
freunde in den Ländern am Rhein” in Metz:
Georg Altheim, Profeſſor Bader, Profeſſor Beyer, Anna
Beyer, Prof. Hoelſcher, Kurt Kempin, Leo Kayſer, Prof.
Phil. O. Schaefer, Heinz Zernin, Bildhauer Benno Elkan.
ml. Königin Mary’s Pelzſchätze. Die Königin von
England darf ſich des Vorzugs rühmen, die koſtbarſten
aller exiſtierenden Pelzſammlungen ihr eigen zu nennen.
Sie wird von ſachkundigen Kennern auf einen Wert von
über 20 Millionen Mark geſchätzt, und nimmt einen
gan=
zen Flügel des Maclborough Houſe für ſich in Anſpruch.
Und alle Jahre bereichern ſich die Beſtände dieſer
wahr=
haft königlichen Pelzkammer noch durch die Geſchenke, die
die Jäger in den britiſchen Kolonien nach London ſenden.
Bemerkenswert iſt in der Sammlung vor allem ein
wun=
derbarer Zobelpelz, den der Kaiſer von Rußland zum
Ge=
ſchenk machte und den die Königin nur bei beſonderen
Ge=
legenheiten zu tragen pflegt. Für den Gebrauch in der
Stallt bevorzugt die Königin Edelmarder oder Biber,
während ſie bei Autofahrten ein Koſtüm von ſibiriſchem
Fuchspelz anzieht. Bei Jagdpartien erſcheint die Königin
in einem Otterpelzjackett, an deſſen Stelle zuweilen auch
eine Jacke aus weißem Fuchspelz tritt. Das einzige
Pelz=
werk, das die Königin nicht liebt, iſt juſt der königliche
Hermelin.
* Wanderung einer Brieftaube. Daß Brieftauben oft
unglaubliche Strecken zurücklegen, iſt eine bekannte
Tat=
ſache. Ueber das tragiſche Schickſal einer ſolchen Seglerin
der Lüfte kommt aus dem Militärhoſpital Philippias in
Epirus von der deutſchen Krankenpflegerin Schweſter
Alwine Ehlert, die dort auf Wunſch der Kronprinzeſſin
von Griechenland tätig iſt, die Mitteilung, daß ihr ein
griechiſcher Bauer, der vor einigen Wochen eine Brieftaube
getötet hatte, einen Zettel überbrachte, den er bei dem
Tierchen gefunden hatte. Der Zettel, aus weichem,
leich=
tem Papier trägt die Worte: „Vogelmarke Roſitten,
Ger=
mania 8946‟ Von Oſtpreußen nach Epirus iſt immerhin
eine recht beträchtliche Wegſtrecke. Schade, daß das arme
Tier ein tragiſches Ende in dem Kochtopf des griechiſchen
Bauern finden mußte.
* Dichtertage. Immer mehr ſtellen ſich die Dichter in
den Dienſt des praktiſchen Lebens Nachdem ſich die
Leuch=
ten deutſcher Poeſie haben bereitfinden laſſen, Kinoſtücke
zu verfaſſen, kann es uns nicht wundernehmen, daß, wie
wir hören, jetzt in unſeren großen Warenhäuſern
Dichter=
tage geplant ſind. Eins von ihnen ſoll, wie wir hören,
an Hermann Sudermann mit dem Erſuchen herangetreten
ſein, im „Teeraum” dreimal wöchentlich einen Vortrag
über „Heimatkunſt” zu halten, wozu er als Dichter der
„Heimat” ja beſonders berufen ſei. Eine große
Blumen=
handlung ſoll ſich ſogar mit der Abſicht tragen, ihn als
Verkäufer, Spezialiſt für „Blumenboote” zu engagieren.
Hofmannsthal wird, als Verfaſſer der „Ariadne” bei Tietz
oder Wertheim über Plaſtik, Frank Wedekind als Dichter
von „Frühlings Erwachen” über botaniſche
Wander=
ungen im Frühling, Schnitzler als Schöpfer des „
Ab=
ſchiedsſoupers” bei Kempinski über Kochkunſt ſprechen.
Gerhart Hauptmann endlich ſoll von Herpich als Spezial=
Biberpelzverkäufer gewonnen ſein, natürlich gegen
Zu=
ſicherung eines koloſſalen Gehalts. (Kladderadatſch.)
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer
vor Heppenheim hat das Kreisamt Heppenheim in
anerkennenswerter Weiſe der Unfallſtelle erneut ihr
Augenmerk zugewandt und den Heſſiſchen
Auto=
mobilklub um eine gutachtliche
Aeußer=
ung über die dortigen Straßenverhältniſſe gebeten.
Schon direkt nach dem Unfall im vergangenen Sommer
wurden Warnungstafeln an der gefährlichen Kurve
an=
gebracht, die aber nur am Tage den Automobilfahrer
war=
imen können, bei einbrechender Dunkelheit ihren‟ Zweck
vollſtändig verfehlen. Die Gefährlichkeit der Kurve wird
in der Dunkelheit noch dadurch erhöht, daß an der einen
Seite der Kurve im Felde eine Baumreihe ſteht, die dann
abbiegt, wodurch bei einem der Straße unkundigen
Fah=
rer die Meinung erweckt werden kann, der Weg würde
durch die Bäume angezeigt. Um für die Zukunft ſolche
Unfälle auch bei Dunkelheit zu vermeiden, wird
empfoh=
len, die Kurve mit weißangeſtrichenen
Pfäh=
len oder Steinen einzufaſſen, die auch in
der Dunkelheit den Verlauf des Weges klar erkennen
laſſen.
Offenbach, 6. Jan. Die hieſige Handelskammer hat
ſchon vor einiger Zeit der hieſigen Stadtverwaltung
ein=
gehende Vorſchläge wegen Aufhebung des
Brücken=
geldes auf der Mainbrücke bei Offenbach unterbreitet
und gleichzeitig ihre Schweſterkammern Frankfurt a. M.
und Hanau um nachdrückliche Unterſtützung in dieſer Frage
gebeten. Die Handelskammer Hanau hat ſich inzwiſchen
dazu bereit erklärt und Schritte über ein gemeinſames
Vorgehen mit anderen beteiligten Behörden in Ausſicht
geſtellt. — Der Kaufmann Auer verunglückte auf der
Probefahrt mit einer Zyklonette, indem ergegen eine
Mauer fuhr. Auer wurde aus dem Wagen
heraus=
geſchleudert und trug erhebliche Verletzungen
am Kopf und Arm davon. Er mußte in ſeine Wohnung
verbracht werden.
* Lindenfels, 4. Jan. Im Jahre 1912 waren hier
38 Geburten und 19 Sterbefälle zu verzeichnen.
Zugezogen ſind 43, weggezogen 20 Perſonen. Es iſt alſo
eine Bevölkerungszunahme von 42 Perſonen zu
konſta=
tieren. Eheſchließungen fanden 17 ſtatt. Zur
Anmeld=
ung gelangten 305, zur Abmeldung 293
verſicherungs=
pflichtige Perſonen. Es bezogen 47 Perſonen
Invaliden=
rente und 16 Unfallrente. Der Geſamtbetrag dieſer
Ren=
ten betrug 10 292 Mark.
n. Heubach i. O., 6. Jan. Eiferſucht iſt der
Beweg=
grund einer ſchweren Gewalttat, die ſich geſtern
hier ereignete. Ein gewiſſer Ziehres ſchoß auf den
Arbeiter Wolf und deſſen Braut und verwundete erſteren
lebensgefährlich, während das Mädchen mit
leich=
lteren Verletzungen davonkam. Dann widerſetzte er ſich
der Feſtnahme, indem er ſeine Behauſung verrammelte
und gegen den Verſuch, einzudringen, mit Gebrauch des
(geladenen Gewehrs und einem großen Hund drohte. Erſt
heute morgen iſt es der Gendarmerie gelungen, den
Ziehres feſtzunehmen. Er wurde in das
Unterſuchungs=
gefängnis nach Groß=Umſtadt eingeliefert. 3. ſoll ſich
zwegen der Braut des W., mit der er früher verkehrt hatte,
in letzter Zeit dem Trunke ergeben haben. So dürfte wohl
die Tat in einer durch Trunkenheit geförderten
Ueberreiz=
ung geſchehen ſein. Die Staatsanwaltſchaft hat ſich an
Ort und Stelle begeben.
Mainz, 6. Jan. Erſchoſſen wufde bei einem
Wirtshausſtreit der in der 6. Batterie des Fußartillerie=
Regiments Nr. 3 im zweiten Jahre dienende, aus
Weſt=
ffalen ſtammende Kanonier Schmelzer. Bei dem
Streit, der ſich geſtern abend um 11 Uhr in der Wirtſchaft
zur Krimm im Gonſenheimer Wald abſpielte, ſpielte der
Revolver eine Hauptrolle. Bei der Schießerei waren
mehrere Zivilperſonen, darunter auch verheiratete,
be=
teiligt, von denen einige Verletzungen
davonge=
tragen haben. Es wurden mehrere Perſonen verhaftet
und zwei Revolver beſchlagnahmt. — Erſchoſſen hat
ſich in der Münſterſtraße ein Reiſender.
Zahlungs=
ſſchwierigkeiten ſollen der Beweggrund zur Tat ſein. —
Einem hieſigen Wirt war im Oktober auf der
Stra=
ßßenbahn das Portemonnaie mit einem größeren
Geldbetrage geſtohlen worden. Der Kellner wurde
einige Tage darauf verhaftet und von dem Gelde des
Wirtes noch 27 Mk. beſchlagnahmt. Nach Verurteilung
des Diebes machte der Wirt eine Eingabe an die
Staats=
ſanwaltſchaft auf Herausgabe des
beſchlag=
nahmten Geldes. Er erhielt die Mitteilung, daß
die 27 Mk. für Selbſtbeköſtigung des
Kell=
ners in der Unterſuchungshaft draufgegangen ſeien.
Der Wirt wendete ſich an das Juſtizminiſterium in
Darm=
ſtadt; es wurden ihm jetzt von dort die 27 Mk. ausbezahlt.
— Der Fuhrunternehmer Wilhelm Hammen war in der
Samstagnacht noch ſpät mit ſeinem Fuhrwerk nach Hauſe
gefahren. Unterwegs ſtürzte Hammen vom Wagen und
wurde überfahren. Er hat das linke Bein gebrochen,
das ihm wahrſcheinlich amputiert werden muß; auch der
rechte Arm iſt erheblich verletzt. Die Sanitätswache brachte
den Verunglückten ins Spital.
Mainz, 6. Jan. Die Unterſchlagungen des
Direktors des Brauereiverbandes, Dr. Schürgens
der bekanntlich ſeit dem 27. Dezember verſchwunden
iſt und deſſen Aufenthaltsort bisher noch nicht feſtgeſtellt
werden konnte, belaufen ſich auf 5500 Mark. Vermutlich
wird die veruntreute Summe von der in Bingen lebenden
Familie des Durchgegangenen gedeckt werden. Im
übri=
gen hat Schürgens niemals über große Mittel verfügt.
Der Brauereiverband iſt ein Syndikat der heſſiſchen
Brauereien, das ſich mit der Regelung der Verkaufspreiſe
des Bieres, den zu zahlenden Mieten für die Wirtſchaften
uſw. befaßt, alſo ſeiner Natur nach nicht im Beſitze großer
Beträge ſein kann.
Mainz=Koſtheim, 6. Jan. Ein Matroſe, der zu
Koſtheim von einem Schiffe in den Main fiel,
er=
ſtrank. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht geborgen
werden.
Worms, 6. Jan. Der Kaiſer Wilhelm=
Denk=
malsfonds, dem im abgelaufenen Jahre beſondere
Beträge nicht zugeführt worden ſind, hat nach dem
Ver=
waltungsbericht des Oberbürgermeiſters durch
Zinſen=
zuwachs die Summe von 26 258.11 Mark erreicht; am
An=
fang des Jahres betrug die Stiftungsſumme 25511,95 Mk.
Ibersheim, 6. Jan. Nachdem im benachbarten Hamm
ſeit geraumer Zeit die Kinder von einer
Maſern=
epidemie heimgeſucht werden, die auch ſchon mehrere
Opfer gefordert hat, treten jetzt auch in unſerem Orte die
Maſern derartig ſtark auf, daß auch hier die Schulen
geſchloſſen werden mußten.
Oppenheim, 6. Jan. Der Bahnaſſiſtent
Hors=
feld kam beim Aufſpringen auf einen rangierenden
Güterzug zu Fall und wurde eine erhebliche Strecke
mitgeſchleift. Zum Glück kam er ohne ernſte
Ver=
letzungen davon.
Nierſtein, 6. Jan. Aus beſonderen Gründen hielt es
der Gemeinderat für zweckmäßig, eine Vereinfachung der
Geſchäftsführung mit Wein dadurch herbeizuführen, daß
er die außergewöhnlich vielen Lagen der hieſigen
Gemarkung in Bezirke einteilte und dieſen
Bezirken den Namen der jeweils größten und bekannte=
ſten beilegte. Dieſer Gemeinderatsbeſchluß
iſt ſowohl vom Kreisamt Oppenheim als auch vom
Kreis=
ausſchuß für ungültig erklärt worden. In
ſei=
ner letzten Sitzung beſchloß der Gemeinderat, gegen das
Urteil des Kreisausſchuſſes Rekurs beim
Provinzialaus=
ſchuß einzulegen. Der Weinbauverein der Provinz
Rheinheſſen hat zu dieſer Frage dahin Stellung
genom=
men, daß er im Prinzip dafür iſt, wenn kleinere, wirklich
gleichwertige, dabei angrenzende Lagen zuſammengelegt
werden. Entſchieden dagegen iſt aber der Weinbauverein,
wenn man größere, dabei gute Lagen mit ſehr viel
min=
derwertigen erweitern will. Die Großherzogliche
Land=
wirtſchaftskammer nimmt zu dieſer Frage ebenfalls den
gleichen Standpunkt ein.
Engelſtadt, 6. Jan. Hier gab der Dienſtknecht Fr.
Bernhard in einer Wirtſchaft auf den Ackerburſchen
H. Schumacher einen Revolverſchuß ab. Dem
erſt ſeit vierzehn Tagen verheirateten Schumacher drang
die Kugel in die Bruſt und ging dicht an der Lunge
vor=
bei. Nach den Feſtſtellungen des Arztes iſt die Verletzung
ſchwerer Natur. Der Revolverheld wurde verhaftet.
Heuchelheim, 6. Jan. Der Heuchelheimer
Ge=
meindewald iſt preußiſch geworden und der
Ge=
markung der Gemeinde Rodheim zugeteilt worden. Zu
dieſer auch von uns gebrachten Nachricht ſchreibt der G.
A.: Die Rechtsbeiſtände der Gemeinde Heuchelheim haben
feſtgeſtellt, daß 1867 durch einen beſonderen Nachtrag zum
Friedens=Protokoll von 1866 zwiſchen Preußen und Heſſen
das Hoheitsrecht an dem 120 Morgen großen
Heu=
chelheimer Wald an Preußen übergegangen iſt
Sonderbar erſcheint es allerdings, daß der preußiſche
Staat 45 Jahre hindurch dieſes Hoheitsrecht nicht
aus=
geübt hat und erſt jetzt anſcheinend ohne jede Veranlaſſung
das bisher allgemein als heſſiſches Gebiet angeſehene
Stück Wald als zu Preußen gehörig in Anſpruch nimmt.
Das Eigentumsrecht und die Nutzung des Waldes iſt,
trotzdem er preußiſch geworden iſt, der Gemeinde
geblie=
ben, aber das Jagdrecht im Wald hat ſie verloren. Es
geht an die preußiſche Gemeinde Rodheim über, die
da=
mit eine unerwartete Bereicherung in Form von
Jagd=
pacht erfährt. Heuchelheim hat jetzt nur noch Feldjagd,
die nach dem Fortfall der ſehr vorzüglichen Waldjagd als
Gemeindejagd erheblich an Wert verloren hat und in
ihrem Pachtwert weſentlich gemindert iſt. Auch die
Steuerverhältniſſe wegen des Waldes werden durch deſſen
Einverleibung in Preußen zum Nachteile der Gemeinde
geändert. Heuchelheim hat für die Ueberlaſſung des
Jagd=
rechts an die Gemeinde eine verhältnismäßig hohe
Summe an den heſſiſchen Staat bezahlt, wobei die nun
verloren gegangene günſtig liegende Waldjagd
mitberech=
net war. Im Intereſſe der Gemeinde, die durch die
ver=
änderten Verhältniſſe geſchädigt iſt, wird verſucht werden,
von dem für die Jagd bezahlten Betrage einen
ent=
ſprechenden Teil zurückzuerhalten. Bei Preußen will man
vorſtellig werden, daß der Wald ſteuerlich nicht höher
an=
gerechnet wird, als dies bisher in Heſſen der Fall war.
Intereſſant dürfte ſein, daß Preußen beim Friedensſchluß
1866 anfänglich als Grenze zwiſchen dem annektierten
Ge=
biet und der Provinz Oberheſſen die Lahn beſtimmt haben
wollte. Danach ſollten Heuchelheim, die Gemarkung
Gießen rechts der Lahn und das Dorf Ruttershauſen
preußiſch werden. Im Friedensprotokoll iſt man aber
da=
von abgegangez und hat feſtgelegt, daß Heuchelheim und
Ruttershauſen bei Heſſen blieben.
Schotten, 6. Jan. Dem Verein „Lehrerheim
Vogelsberg” der ſich die Erhaltung und den Ausbau
des heſſiſchen Lehrerheims am Altenburgskopf bei
Schot=
ten zum Ziele geſetzt hat, wurde vom Miniſterium des
In=
nern eine Geldlotterie mit zwei Serien von je
120000 Loſen à 1 Mark genehmigt, wovon je 40000
Loſe in Heſſen zugelaſſen ſind. Das Unternehmen hatte
bisher ſtets mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen,
da das Heim 1895 mit unzureichenden Mitteln erbaut
worden war.
Drais, 6. Jan. Die Sammlungen des
hie=
ſigen Kirchenbauvereins haben die Höhe von
32 586,28 Mark erreicht. Die Koſten eines Kirchenneubaus
werden auf 60000 Mark veranſchlagt. — Nach
Blätter=
meldungen wurde hier ein obdachloſer Zigeuner
aufge griffen, auf den das Signalement Wilhelm
Ebenders paßt. Der Verhaftete weigert ſich, ſeinen
Namen anzugeben.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 5. Jan. Der Berliner
Magiſtrat beſchloß vorbehaltlich der Zuſtimmung der
Stadtverordneten=Verſammlung dem Vereine Freie
Volksbühne eine erſte Hypothek von zwei
Millio=
nen Mark zu bewilligen. Als Bedingung wurde geſtellt,
daß das Theater im Scheunenviertel am Bülowplatz
er=
richtet wird und daß mindeſtens zehn
Nachmittagsvorſtel=
lungen für Gemeindeſchüler zu billigen Eintrittspreiſen
gegeben werden. — Dem am Dienstag vor der 10.
Straf=
kammer unter Vorſitz des Landgerichtsdirektors Günther
beginnenden Prozeß gegen Sattler und
Ge=
noſſen wird eine Dauer prophezeit, die die des ſeligen
Pommernbank=Prozeſſes noch in Schatten ſtellen dürfte.
Die Anklage gegen Otto Sattler beſchuldigt dieſen des
voll=
endeten und verſuchten Betruges, der Kommiſſionär=
Un=
treue, der gewerbsmäßigen Verleitung zum Börſenſpiel,
der Erpreſſung und des Erpreſſungsverſuchs, darin
be=
ſtehend, daß er Kunden zwingen wollte, nicht ſchuldige
Geldbeträge auf Grund der Drohung, Mitteilungen an die
vorgeſetzte Dienſtbehörde zu erſtatten, ihm zu zahlen;
fer=
ner des Konkursvergehens, der Urkundenfälſchung und des
Steuervergehens. Außer Sattler ſind 16 Perſonen,
ehe=
malige Angeſtellte beziehungsweiſe Mitbegründer der
„Merkur=Bank” angeklagt. — In der Nacht zum Sonntag
verſuchte im Oſten der Stadt die Frau Minna des
Glaſer=
meiſters Weinberg ſich und ihre vier Kinder durch
Leuchtgas zu vergiften. Straßenpaſſanten, die
laute Hilferufe eines der Kinder hörten, riefen einen
Schutzmann herbei, der in die Wohnung eindrang. Einem
herbeigerufenen Arzt gelang es, die bereits Betäubten
wieder ins Leben zurückzurufen. Frau Weinberg war
durch Mißhandlungen ſeitens ihres Mannes zu der
Ver=
zweiflungstat getrieben worden. — Hier wurde die
Toch=
ter eines Schullehrers verhaftet, die an einer großen Zahl
von Perſönlichkeiten Erpreſſungen verſucht hat. Sie
hat an Rektoren. Lehrer, Hausbeſitzer uſw. Briefe
gerich=
tet, in denen ſie dieſe aller möglichen Verbrechen
be=
ſchuldigte und ihnen drohte, alles an die Offentlichkeit zu
bringen, wenn ſie nicht eine beſtimmte Summe an eine
angegebene Chiffre abſchickten.
Hanau, 6. Jan. Von den Typhuskranken des
1. Bataillons des Eiſenbahn=Regiments Nr. 3 iſt weiter
der Pionier Sembach aus Jebsheim im Kreiſe Kolmar
geſtorben. Die Epidemie hat nunmehr zehn Opfer
gefordert. Glücklicherweiſe iſt die Krankheit im Rückgang
begriffen; geſtern betrug die Krankenzahl noch 178.
Schwerkrank ſind noch zwölf Soldaten, auf dem Wege
der Geneſung befinden ſich 56.
Limburg, 6. Jan. Biſchof Dr. Dominikus Willi
von Limburg iſt heute vormittag 10 Uhr 45 Minuten
nach 15wöchiger Krankheit geſtorben. Er erreichte
ein Alter von 68 Jahren und ſtand im 15. Jahre ſeines
Epiſkopats, ſowie im 40. Jahre ſeines Prieſtertums.
Bonn, 6. Jan. Großes Aufſehen erregt ein
Liebes=
drama, das ſich geſtern hier auf offener Straße abſpielte
Der 27 Jahre alte Referendar a. D. Paul Menge aus
Berlin erſchoß die entfernt mit ihm verwandte 27jährige
Frau des Chemikers Peter Schäben aus Bonn, die erl
erfolglos mit Liebesanträgen verfolgte. Dann erſchoß er
ſich ſelbſt.
Zweibrücken, 5. Jan. Der Oberſt und
Regiments=
kommandeur Emil Henigſt vom hieſigen 22. Infanterie=
Regiment griff in Uniform geſtern mittag den Jour
naliſten P. Loth auf offener Straße tätlich an
indem er ihm einen Hieb auf die linke Ohrmuſchel
ver=
ſetzte, der eine Störung des Gehörs zur Folge hatte. Das
Motiv wird auf einen Preſſeartikel zurückgeführt, über
deſſen Autorſchaft dem Oberſten wiſſentlich falſche
Mit=
teilungen gemacht wurden. Der Angegriffene hat
Straf=
antrag wegen tätlicher Beleidigung und Körperverletzung
geſtellt; ebenſo macht er Schadenerſatzforderung geltend
Zur weiteren Verhandlung der Affäre iſt das
Kriegs=
gericht der dritten Diviſion in Landau zuſtändig.
Münſter (Weſtfalen), 6. Jan. Ein hier auf Urlauh
weilender Leutnant zur See, der Sohn eines hieſigen
hohen Beamten, verſuchte, da er ſeinen Hausſchlüſſel
vergeſſen hatte, von einem Baum aus in ſein
Schlaf=
zimmer zu klettern. Dabei brach ein Aſt des Baumes
und der Leutnant ſtürzte ſo unglücklich, daß er bald
darauf ſtarb.
St. Ingbert, 6. Jan. Beim Rangieren entgleiſten
heute morgen auf dem hieſigen Rangierbahnhof vier
Wagen. Die Ausfahrt nach Scheidt wurde dadurch bisn
7 Uhr teilweiſe verhindert. Die vier entgleiſten Wagen
wurden mehr oder minder, aber nicht ſchwer beſchädigt.
Newport=News, 5. Jan. Zu dem Untergang
des Dampfers „Luckenbach” wird gemeldet, daß
das Unglück infolge eines Zuſammenſtoßes mit dem
briti=
ſchen Frachtdampfer Indrakaula” erfolgte. Der „
Indra=
kaula” rettete ſechs Mann von der Beſatzung, während
14 Mann ertranken. Der Frachtdampfer, der auf Strand
geſetzt werden mußte, hatte den Dampfer „Luckenbach”
mittſchiffs getroffen und ihn in zwei Teile geſchnitten.
New=York, 6. Jan. Dem Vernehmen nach will Ex
präſident Caſtro ſeine Landung auf gerichtlichen
Wege erzwingen. Er hat bereits einen Rechtsanwalt mit
ſeiner Vertretung beauftragt. Die Verhandlungen
be=
ginnen heute oder morgen.
Der neue Staatsſekretär
des Auswärtigen.
* Rom, 6. Jan. Die Ernennung des deutſchen
Bot=
ſchafters v. Jagow zum Staatsſekretär des
Auswär=
tigen wird von ſämtlichen Blättern aufs wärmſte begrüßt.
— Popolo Romano ſchreibt: Wenn uns ein wenig
Egoismus erlaubt wäre, hätten wir keinen Grund, uns
über die Beförderung Jagows zu freuen, da ſie uns nicht
nur eines ſympathiſchen und illuſtren Vertreters einer
be=
freundeten Nation, ſondern eines der aufrichtigſten
Freunde Italiens beraubt. Das Blatt betont dann, mit
welchem diplomatiſchen Geſchick und welcher
Liebens=
würdigkeit Jagow während des Trienniums die Botſchaft
geleitet und ſich in allen hieſigen Kreiſen Sympathien ers
worben habe. Das Blatt ſchließt mit dem Wunſche, daß
Jagow in Berlin dieſelbe perſönliche Genugtuung wie in
Rom finde. — Meſſagero hebt die großen Verdienſte
Jagows um die Aufrechterhaltung der guten
Bezieh=
ungen zwiſchen Deutſchland und Italien und die vorzeitige
Erneuerung des Dreibundes hervor, an der er energiſch
mitarbeitete. Das Blatt wünſcht Jagow, daß er ſeinen
Namen mit dem Friedenswerk verknüpfe und währen
ſeiner Tätigkeit in der Wilhelmſtraße die Beziehungen
zwiſchen Deutſchland und Italien immer herzlich bleiben
mögen. — Vita ſchreibt: Jagow trug zur Unterhaltung
der lebhafteſten Freundſchaft zwiſchen Deutſchland, Ital
lien und Oeſterreich=Ungarn bei. Die Italiener ſeien
Jagow dankbar für das vollbrachte Werk und wünſchten
daß er ſein Freundſchaftsgefühl für Italien auch als M
niſter bewahre.
Sport, Spiel und Turnen.
* Fußballſpiel. Darmſtädter Sportkluh
1905. Vor einer zahlreich erſchienenen Zuſchauermeng
fand am Sonntag das Schlußſpiel um die
Meiſterſchaft ſtatt, welches die Darmſtädter mit 4
gegen den 1. Mainzer Fußballverein gewannen. Deſ
Darmſtädter Sportklub 1905 erhält ſomit mt
19 Punkten und 45—17 Toren die Meiſterſchaftdel
A=Klaſſe im Weſtkreis. Bei dem demnächſt folgenden
Kreisſpielen hat die Sportklub=Elf nun gegen den
Fuß=
ballklub Phönix Sandhofen, den Meiſter im 1. Bezirk, und
gegen die Sportvereinigung Metz, Meiſter im 3. Bezin
zu ſpielen. Der Sieger, welcher aus dieſen Spielen heit
vorgeht, rückt dann ohne weiteres in die Liga=Klaſſe
hin=
auf, und der ſchlechteſte Liga=Verein muß zurück zu
A=Klaſſe wandern.
Vermiſchtes.
* Rodelbahn vor dem Reichsgericht. Ein
Reihe von Städten hat in den letzten Jahren Rodel
bahnen errichten laſſen und der allgemeinen Benutzung
unentgeltlich überlaſſen, um dieſen der Geſundheit übel
aus zugänglichen Sport auch den ärmſten Kindern jeden
zeit zugänglich zu machen. Auch die Stadt Düſſeldol
hatte im Grafenberger Wald eine ſolche Rodelbahn an
gelegt, indem ſie eine breite Schneiſe im Walde hat aus
hauen, ſonſtige Sicherheitsmaßregeln, wie ſeitliche Schütz
wände, gehobenen Auslauf, Beſeitigung der Bäume beim
Auslauf aber nicht hat treffen laſſen. Ein Benutzerde
Bahn geriet kurz vor dem Auslauf auf eine abſchüſſig
Stelle fuhr gegen einen Baum und verletzte ſich tödlich
Das Reichsgericht hat die Stadt Düſſeldorf für haftbal
erklärt, obwohl ſie auf weithin ſichtbaren Tafeln bekanſt
gemacht hatte, daß die Benutzung der Bahn auf die aus
ſchließliche Gefahr des Rodlers erfolge. Die Stadt Düſ
ſeldorf ſei gehalten geweſen, die Bahn ordnungsmäßil
und fachmänniſch anzulegen und auszugeſtalten, ſo daß
ſie keine Gefahren außerhalb der mit dem Rodeln im Walſ
an ſich verknüpften bot. Durch die beregten Anſchläg
konnte ſich die Beklagte unter Umſtänden der vertraglichen
Haftung — § 276 Art. 2 B. G. B. —, nicht jedoch ihrer all
gemeinen Sorgfaltspflichten entziehen, die ihr durch die
Nummer
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Seite 5.
Eröffnung der Bahn erwachſen ſind. Die Anſchläge
konnten auch nicht wohl anders verſtanden werden, als
daß die Beſucher der Bahn die dem Rodeln
eigentüm=
lichen, nicht aber, daß ſie die aus einer fehlerhaften
Her=
ſtellung der Bahn entſtehenden Gefahren zu übernehmen
hätten.
C) Der Mord als Wiſſenſchaft. Eine
An=
zahl der hervorragendſten Kriminaliſten, Juriſten,
Ge=
richtsärzte und Chemiker haben ſich in dieſen Tagen
ge=
meinſam an die Regierung von Illinois gewandt, um
von den Staatsbehörden die Bereitſtellung der nötigen
Mittel zu einer Bekämpfung des „wiſſenſchaftlichen
Mor=
des” zu erlangen. Ein Inſtilut ſoll gegründet werden,
in dem Männer der Wiſſenſchaft die Möglichkeit finden,
den Kampf gegen das moderne Verbrechen erfolgreich
aufzunehmen, denn nach der übereinſtimmenden Ausſage
der Autoritäten aus den Gerichtshöfen von Chicago
haben die Methoden der Mörder ſich in den letzten
Jah=
gen derart verfeinert, kompliziert und vervollkommnet,
daß mit dem jetzt üblichen Syſtem der Totenſchau viele
Verbrechen ſich der Entdeckung und damit der Verfolgung
eritziehen. An der Spitze dieſer Bewegung zu einer
Ver=
vollkommnung der Kriminologie ſtehen Profeſſor Haines,
Dr. Ludwig Hekton, der Oberrichter von Chicago, Mr.
Olſen, und der Oberſtaatsanwalt Dr. Hoffenn, deren
Ausführungen in der Behauptung gipfeln, daß der Mord
in den letzten Jahren geradezu eine Wiſſenſchaft und eine
ſſchöne Kunſt” geworden ſei. Nach den Erfahrungen der
füngſten Zeit iſt gegenwärtig unter den amerikaniſchen
Mördern der ſogenannte „Kobratod” das beliebteſte
Mittel, ihre düſteren Pläne auszuführen. Dieſe
Mord=
methode beſteht darin, dem Opfer durch eine winzige
Kratz= oder Stichwunde, die kaum die Haut ritzt, etwas
Kobragift zuzuführen, worauf binnen wenigen Minuten
der Tod eintritt. Die Aufdeckung ſolcher Verbrechen, die
mit der raffinierteſten Kenntnis moderner Giſtkunde
arbeiten, bereiten den Behörden und der Juſtiz
die denkbar größten Schwierigkeiten und zu deren
Bewältigung genügen die bis jetzt üblichen
UUnterſuchungsmethoden nicht mehr. Eine andere
Art des wiſſenſchaftlichen Mordes, deren Feſtſtellung nur
lſchwer gelingt, beſteht darin, daß der Mörder ſeinem
Opfer unter dem Vorwande, ihm eine Medizin zu
verab=
ollgen, eine kleine Kapſel oder Oblate eingibt, die
Ba=
ßillen oder Keime einer tödlichen Krankheit enthält.
Rich=
er Olfen führt aus, daß er perſönlich eine Reihe von
Fäl=
len kennen gelernt habe, in denen Verſuche gemacht
wur=
den, tödliche Krankheitskeime zu kaufen, und zwar in
Fällen, wo es ſich offenkundig nicht um eine
wiſſenſchaft=
liche Verwendung der Gifte handeln konnte. Und dieſe
VVerſuche ſind ſehr häufig und mehren ſich. Und Profeſſor
Haines weiſt darauf hin, daß viele Menſchen, die im
Kreiſe ihrer Familie ſcheinbar eines normalen Todes
terben, in Wirklichkeit die Opfer von Mördern ſind, die
nit dieſen Krankheitskeimen und durch vergiftete Nadeln,
peren Anwendung keinerlei ſichtbare Spuren hinterlaſſen,
hre verbrecheriſchen Ziele erreichen. Nur mit den
voll=
ſommenſten Mitteln moderner Wiſſenſchaft wird es
mög=
lich, derartige Verbrechen feſtzuſtellen. Die Ausſagen der
Fachleute und die vorgebrachten Beiſpiele haben bereits
n Erfolg gehabt, daß der Präſident des
Finanz=
hrnitees von Illinois, Mac Cormick, die Notwendigkeit
er Errichtung eines Inſtituts zur Bekämpfung des
Aiſſenſchaftlichen Mordes anerkannte. Das neue Inſtitut
ſoll in Chicago erſtehen.
Literariſches.
— „Bereit ſein iſt alles” — die Worte, die
Beneral v. Eichhorn ſeinerzeit bei ſeiner Begrüßung durch
ie Stadt Saarbrückenn ausſprach, hat
Generalfeldmar=
ſhall Freiherr von der Goltz zur Ueberſchrift eines ebenſo
ſchlich kühl wie hinreißend geſchriebenen Artikels
ge=
hornmen, der in der ſchwerwiegenden Frage gipfelt:
Sind wir bereit für den ewig drohenden, den gewaltigen
Akunftskrieg?” Mit dem ganzen Ernſt des ſeiner
Ver=
twortlichkeit ſich bewußten, an höchſter Stelle ſtehenden
Militärs, und zugleich mit der Begeiſterung des alten,
fprobten Soldaten prüft er das Für und Wider unſerer
pentuellen Ausſichten, legt unſere Schwächen wie unſere
btärke dar, mahnt an die Zeiten von Jena und Auerſtädt,
bo das blinde Selbſtvertrauen in unſere
Kriegsbereit=
ſhaft zur Kataſtrophe führen mußte, und erhebt ſeine
harnende Stimme gegen den immer mehr um ſich
grei=
inden unkriegeriſchen Sinn unſerer Zeit, der Frieden um
Iden Preis haben möchte, aus zitternder Angſt vor den
chrecken und Gefahren eines Krieges. Selbſtzucht fordert
r Generalfeldmarſchall von unſerem Volke,
Selbſterzieh=
ig zum Ertragen von Ungemach, von Schmerz und
Be=
hwerden, körperliche und ſeeliſche Abhärtung und ein
farkes, einiges Feſthalten an dem, was durch Blut und
liſen erkämpft worden iſt. Die Gartenlaube druckt
feſen prachtvollen Artikel in Heft 52 ab.
Unter dem Titel „Nietzſche und das
Prob=
m der Moral” (Neubabelsberg=Berlin, Akademiſche
ſerlagsgeſellſchaft m. b H., M. Koch und A. Hachfeld)
von Julius Frehn ſoeben ein Buch erſchienen, (Preis=
B0 Mark) das unendlich mehr bringt, als der beſcheidene
ſitel verſpricht. Es berührt ſo brennende Fragen des
ſodernen Geiſteslebens, bedeutet einen ſo klugen,
plan=
ſäßigen Anſturm aauf Hergebrachtes, daß man an ihm
ſicht vorübergehen kann und voller Spannung den
glän=
ind und klar ſtiliſierten Folgerungen des Verfaſſers
fol=
ſn muß, wenn man ſich auch mit ſeinen Ausführungen
lcht einverſtanden erklären kann.
Der Nationalliberale Verein
tte geſtern im Gelben Saal des Reſtaurant Sitte
ſit einem zweiten Vortragsabend den Reigen der
Vor=
lagsveranſtaltungen über allgemeine Politiſche
robleme fort. Herr Landtagsabgeordneter Dr.
ſann eröffnete den erfreulich gut beſuchten Abend mit
hrzlicher Begrüßung und erteilte nach kurzem Rückblick
f die politiſche Bedeutung des Hinſcheidens des
Prinz=
genten von Bayern, dem Redner des Abends, Herrn
ſigenieur Schäfer das Wort zu ſeinem Vortrage
er bayeriſche Politik.
Herr Ingenieur Schäfer wies einleitend darauf
I, daß die Politik Bayerns ſehr weit in die des Reiches
mübergreife, wovon erſt jüngſt die von Bayern aufgerollte
ſuitenfrage in den Beratungen des Etats im Reichstage
bredtes Zeugnis ablegte. Er erörterte dann die
Kon=
ſilationen der Parteien zurzeit der letzten
Landtagsauf=
lung und die Gründe, die zu dieſer Auflöſung führten.
E galt in den letzten Landtagswahlen die Mehrheit der
Intrumspartei zu ſprengen, und als die Bildung eines
Goßblocks aller Parteien gegen das Zentrum ſcheiterte
dem Bund der Landwirte, der ſich ſchon zu weit mit
dem Zentrum eingelaſſen, blieb nichts anderes übrig, als
die liberalen Parteien aller Schattierungen bis zu den
Sozialdemokraten, zu einigen, um die Zentrumsmehrheit
zu Fall zu bringen. Der Wahlkampf wurde nun mit
außerordentlicher Heftigkeit geführt und zwar ganz
be=
ſonders auf ſeiten des Zentrums, was Redner durch
eine Blütenleſe von Preſſeſtimmen ꝛc. belegte. Mitten in
dem Wahlkampf, nachdem die Regierung zuerſt mehrfache
einander widerſprechende Erlaſſe hatte ergehen laſſen, wie
die Beamten ſtimmen oder nicht ſtimmen ſollten, trat dann
die Regierung, wie vermutet wird, auch auf Einwirkung
des damaligen Prinzen Ludwig zurück und es kam das
Miniſterium Hertling. Die Königlich bayeriſche
Sozial=
demokratie, die früher ſchon dafür geſorgt hatte, daß durch
die Schaffung des von ihr mit dem Zentrum
durchgeſetz=
ten Wahlgeſetzes mit der Wahlkreiseinteilung eine
Mit=
arbeit der liberalen Minderheitsparteien oder ein
Brechen der Zentrumsmehrheit in abſehbarer Zeit
aus=
geſchloſſen iſt, mußte zu dem Bündnis herangezogen
wer=
den. Damit war ſelbſtredend keinerlei Einverſtändnis
mit dem politiſchen Programm der Sozialdemokraten
ver=
bunden, es galt vielmehr einzig taktiſche Rückſichten zu
nehmen. Nun ſetzte aber ein Hetzen des Zentrums ein,
wie es ſchärfer kaum je erlebt wurde. Das Zentrum hatte
ganz vergeſſen, daß es früher ſelbſt ſtets und gern mit den
Sozialdemokraten ſich verbündet hatte, als es galt, die
liberalen Parteien zu bekämpfen. Auch der Bund der
Landwirte, der das Zuſammengehen mit den
Sozial=
demokraten rügte, hat in dieſer Beziehung manches auf
dem Kerbholz. Um die Macht der Mehrheitsparteien zu
brechen, war das Zuſammengehen der Liberalen mit den
Sozialdemokraten eine gebieteriſche Notwendigkeit. Eine
gemeinſame Weltanſchauung war und iſt keineswegs
vor=
handen.
Redner entrollte eine Reihe intereſſanter Bilder aus
dem Wahlkampfe und kam dann auf die Wahl ſelbſt zu
ſprechen und auf das neue Miniſterium Hertling. Der
Miniſterpräſident Frhr. von Hertling hat, obwohl er
erklärte, daß er mit dem Moment, da die Krone ihn zum
Miniſterpräſidenten berufen, aufgehört habe, Parteimann
zu ſein, in allen ſeinen Regierungshandlungen bis heute
nicht verleugnet, durch welche Schule er gegangen. In der
Jeſuitenfrage, die alsbald aufgerollt wurde, hat es das
bayeriſche Miniſterium ausgezeichnet verſtanden, den
Streitpunkt vollſtändig zu verſchieben. Es iſt ganz klar,
daß das Miniſterium Hertling in der Frage des
Jeſuiten=
geſetzes ein Reichsgeſetz zu umgehen unternommen hatte,
Damit hat es ſich aber zweifellos des Rechtes begeben,
ſich als Hüter der Staatsgeſetze zu bezeichnen. Aus dem
Kampfe iſt das Miniſterium Hertling dann ja auch mit
einer ſchweren Schlappe hervorgegangen. Auch die
übri=
gen beſonders brennenden Fragen fanden durch den
Vor=
tragenden intereſſante Illuſtration, die bewies, daß die
Beſtrebungen der Zentrumsmehrheit in allen Fragen auf die
konfeſſionelle Trennung gerichtet ſind. Zum Schluſſe
er=
örterte er noch die Frage der Regentſchaft, die in erſter
Linie einen ſehr bedauerlichen Mangel an Takt innerhalb
und außerhalb Bayerns gezeitigt hat. Eine
Ungeſchick=
lichkeit und ein großer taktiſcher Fehler war es vor allen
Dingen, daß der Miniſterpräſident in Erörterung oder gar
Beratung der Frage eintreten konnte, ohne daß er ſich
über die Stimmung der Parteimehrheiten orientiert hatte.
Auch hier holte ſich das Miniſterium eine ſchwere Schlappe.
Die letzteFrage, die eine ſcharfe Kritik ſeitens des
Vortragen=
den erfuhr, war die des Staatsanzeigers, gegen deſſen
Ein=
richtung, wie ſie geplant war, mit Recht entſchieden
Stel=
lung genommen wurde. Die Allgemeinheit habe gar kein
Intereſſe daran, durch ein neues Zentrumsblatt, denn ein
ſolches würde der Staatsanzeiger ſicher werden, einigen
Herren, die ſich beim Miniſterium einzuſchmeicheln
ge=
wußt, materielle Vorteile zu verſchaffen. Der Vortragende
ſchloß mit einer ſcharfen Kritik des Miniſteriums Hertling,
das bis aufs Meſſer zu bekämpfen die unerläßliche
Auf=
gabe der Liberalen ſein muß. Erſt dann können für
Bayern wieder beſſere und ſchönere Tage kommen. (
Leb=
hafter Beifall.)
Herr Landtagsabgeordneter Dr. Oſann ſprach dem
Redner herzlichſten Dank für ſeine friſchen, lebendigen
Schilderungen und Darlegungen aus. Die konfeſſionellen
Kämpfe in Bayern, die das gemeinſame politiſche Arbeiten
ſehr erſchweren, ſeien ſehr bedauerlich. In der Frage der
Schaffung einer Staatszeitung könne man dem
Vortra=
genden nicht ganz zuſtimmen, da es für ein Miniſterium
von Wichtigkeit ſein muß, gerade wenn es über den
Par=
teien ſtehen will, ein eigenes Organ zu beſitzen. Eine
andere Frage iſt es, ob die Form die richtige war. Auch
die Regentſchaftsangelegenheit ſei in ihren Folgen wohl
nicht allein dem Miniſterpräſidenten in die Schuhe zu
ſchieben. Jedenfalls habe Herr von Hertling den richtigen
Weg eingeſchlagen, wenn man auch über die Frage ſelbſt
verſchiedener Meinung ſein kann. Jedenfalls ſei dem
Vortragenden Dank zu zollen, daß er uns einen
intereſſan=
ten Einblick in die politiſchen Verhältniſſe Bayerns
er=
möglichte.
Es folgte eine angeregte Diskuſſion in der die
Herren Ingenieur Schäfer Referendar Dingeldey
und mehrere andere Herren einen lebhaften und
hochinter=
eſſanten Gedankenaustauſch herbeiführten.
Der Balkankrieg.
Die Friedensausſichten.
* Wien, 5. Jan. Das Fremdenblatt ſpricht die
Hoffnung auf die baldige Wiederherſtellung
des Friedens aus, an dem ganz Europa lebhaft
intereſſiert ſei, wie dies nicht nur wiederholt erklärt,
ſon=
dern auch durch die den Frieden fördernde Tätigkeit der
Mächte bewieſen ſei. „Insbeſondere laſſen die politiſchen
und wirtſchaftlichen Intereſſen Oeſterreich=Ungarns es
ihm, abgeſehen von ſeiner allgemeinen Friedenspolitik,
dringend geboten erſcheinen, daß auf der benachbarten
Balkanhalbinſel in möglichſt naher Zeit friedliche
Ver=
hältniſſe wieder eintreten. Oeſterreich=Ungarn trat
des=
halb auch mit beſonderem Nachdruck dafür ein, daß dem
Blutvergießen auf dem Balkan ein Ziel geſetzt werde.
Es ſetzt die Bemühungen zur Herſtellung des Friedens
auch weiterhin energiſch fort, weil damit nicht nur den
allgemeinen europäiſchen, ſondern auch den eigenen
be=
rechtigten Intereſſen am beſten gedient wird.”
* Paris 6. Jan. Der Sonderberichterſtatter des
Matin meldet, der türkiſche Delegierte Osman Nizam
Paſcha habe ihm erklärt, er könne die Nachricht, daß die
Mächte einen energiſchen Schritt in
Kon=
ſtantinopel unternehmen wollen, nicht für
glaubwür=
dig halten. Vor dem Kriege hätten die Mächte erklärt,
daß ſie niemals eine Aenderung des Status quo erlauben
würden und im Auftrage Europas hätten Oeſterreich=
Ungarn und Rußland den Balkanſtaaten mitgeteilt, daß
ſie auch im Falle eines Sieges auf eine
Gebietsvergrößer=
ung nicht zu rechnen hätten. Und jetzt ſollten die Mächte
in Konſtantinopel intervenieren, um von der Türkei die
Abtretung eines noch größeren Gebietes zu erlangen als
dieſe bereits zugeſtanden? Die Türkei könne
Adria=
nopel aus ethiſchen, ſtrategiſchen, religiöſen und
poli=
tiſchen Gründen nicht abtreten. Die Bulgaren ſagen,
wenn die Türkei nicht nachgebe, dann werde der Krieg
von neuem beginnen. — Nun, ſchloß Osman
Ni=
zam, wenn der Krieg wieder beginnt, dann werden die
Bulgaren und ihre Verbündeten die Verantwortung für
die Wiederaufnahme der Feindſeligkeiten und für ihre
Greuel zu tragen haben. — Derſelbe Berichterſtatter
mel=
det, der erſte bulgariſche Bevollmächtigte Danew ſei
nach wie vor optimiſtiſch und habe ihm erklärt, es werde
noch alles ins reine kommen. Es ſei nicht notwendig, ſich
übermäßig aufzuregen.
— Konſtantinopel, 6. Jan. Die Miniſter
er=
blicken das letzte Rettungsmittel in der geplanten
Be=
gegnung zwiſchen dem Sultan und dem Zaren
Ferdinand vor der Tſchataldſchalinie. Man hofft auch
auf die Hilfe Rumäniens und phantaſiert davon, daß am
Mittwoch rumäniſche Truppen die Donau überſchritten
und den bulgariſchen Teil der Dobrudſcha beſetzt haben.
Die Friedenskonferenz.
* London, 6. Jan. Die
Friedenskonfe=
renz trat heute nachmittag 4 Uhr wieder
zuſam=
men. Die türkiſchen Delegierten
unter=
breiteten die neuen Vorſchläge. Um 5 Uhr
war die Sitzung beendet.
Die Botſchafter=Verſammlung.
* London, 6. Jan. Die Botſchafter=
Ver=
ſammlung unter dem Vorſitze von Edward Grey
trat heute wieder zu einer Sitzung im Auswärtigen
Amte zuſammen. Vor der Sitzung hatte der
türki=
ſche Botſchafter mit dem Staatsſekretär Edward
Grey eine längere Beſprechung.
Letzte Nachrichten.
* London, 6. Jan. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, iſt es der türkiſchen Regierung gelungen,
Arrangements für eine ſofortige Anleihe zu treffen, die
durch Spezialkriegsſteuern garantiert wird.
* London, 6. Jan. Im Unterhauſe ſtellte
Withe=
houſe die Anfrage ob von der Türkei an England
oder die anderen Mächte Vorſtellungen gemacht worden
ſeien, zwiſchen der Türkei und den
Balkan=
ſtaaten zu vermitteln und ob Grey ſeinen Einfluß
auf die anderen Mächte benutzen wolle, um jede
Vermit=
telung zu verhindern, die ein anderes Ziel habe als die
von den Balkanſtaaten geſtellten Bedingungen.
Parla=
mentsunterſtaatsſekretär Acland erwiderte, daß
er über die Haltung der Mächte keine weitere
Erklärung abgeben könne, als geſchehen.
* Saloniki, 6. Jan. Das Wiener Korreſpondenz=
Bureau meldet: Die Nachricht aus Athen, daß die
Bul=
garen angeblich Schwierigkeiten machten, um die
Rück=
kehr der mazedoniſchen Muſelmanen nach
Saloniki zu verhindern, widerſpricht der Wahrheit.
* Saloniki, 6. Jan. Heute vormittag erfolgte
hier die feierliche Eröffnung der Filiale
derbul=
gariſchen Nationalbank.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Berlin, 6. Jan. Der Zweckverband Groß=
Berlin trat dem Antrage ſeiner Kommiſſion bei und
erklärte die Wahl des Staatsſekretärs Dernburg für
ungültig.
* Hanau, 6. Jan. Beim 1. Bataillon des hieſigen
Eiſenbahn=Regiments wurden heute 178
Typhus=
kranke gezählt. 30 Kranke haben höhere Fieber.
Bei drei Kranken beſteht noch Lebensgefahr.
* Heidelberg, 6. Jan. Im benachbarten Rohrbach
verletzte heute früh der 20jährige Georg Weidemaier aus
Leimen ſeine 19jährige Geliebte Käthe Langensheim aus
Rohrbach durch drei Revolverſchüſſe ſchwer und
verſuchte dann durch Erhängen Selbſtmord zu begehen.
Das verwundete Mädchen wurde in das akademiſche
Krankenhaus gebracht und einer Operation unterzogen.
Ihr Zuſtand iſt bedenklich. Der junge Mann konnte noch
rechtzeitig an ſeinem Vorhaben gehindert werden.
* Metz, 6. Jan. Die Polizei nahm geſtern fünf
Franzoſen feſt, darunter eine Frauensperſon, die
Werber für die Fremdenlegion waren. Die
Werber durchzogen als Seifen= und Parfümeriehändler
hauſierend Elſaß=Lothringen und hatten in letzter Zeit ihr
Abſteigequartier in einer Metzer Wirtſchaft. Sie boten
den deutſchen Wehrpflichtigen 350 Fres., wenn ſie ſich
ver=
pflichteten, mit ihnen nach Frankreich zu fahren und ſich
dem nächſten Werbebureau zu ſtellen.
* Hamburg, 6. Jan. Wegen Herſtellung falſcher
2= 1= und ½ Markſtücke wurde ein Inſaſſe des hieſigen
Werk= und Armenhauſes verhaftet. Derſelbe hatte
ſeine freie Zeit im Logierhauſe dazu benutzt, um die
Falſi=
fikate mit den einfachſten Mitteln herzuſtellen, die er bei
Straßenhändlern und in kleinen Geſchäften abſetzte. Der
Verhaftete, der auf der linken Seite gelähmt iſt, verbüßte
bereits wegen Falſchmünzerei 21 Jahre Zuchthaus.
* Großwardein, 6. Jan. Die hier bei ihren
Ver=
wandten zu Beſuch weilende Tochter des Handelsminiſters
Beöthy v. Beſſenyö begab ſich geſtern nach dem
Abend=
eſſen bei ihrer Großmutter ins Nebenzimmer, um, wie
ſie ſagte, dem Vater einen Brief zu ſchreiben. Als ſie
den auf dem Schreibtiſch liegenden Revolver entfernen
wollte, entlud ſich unglücklicherweiſe die Waffe und die
Kugel tötete das Mädchen.
* Tſchifu, 6. Jan. Infolge von Unregelmäßigkeiten
bei der Soldzahlung kam es zu ſchweren
Ausſchrei=
tungen der Soldaten. Es wurden in den Straßen
3 2 Bürger von Soldaten erſchoſſen. General
Yung=Tſchun wurde ſchwer verwundet.
Mehrere Häuſer ſind angezündet worden.
Schwerer Unfall des Kreuzers „Straßburg”.
* Kiel, 6. Jan. Heute abend 6 Uhr kollidierten
bei Friedrichsort der Kreuzer „Straßburg”
und der däniſche Dampfer „Chriſtian IX.‟ Mehrere
Perſonen wurden verletzt. Gegenwärtig befinden ſich
beide Schiffe auf dem Wege zum Kieler Hafen.
Einzel=
heiten fehlen noch.
* Kiel, 6. Jan. Zu dem Unfall des Kreuzers „
Straß=
burg” wird weiter gemeldet, daß der Kreuzer von
dem däniſchen Dampfer „König Chriſtian IX.”
gerammt wurde, ſo daß Raum 13 und 14 des
Vor=
derſchiffes voll Waſſer liefen. Beide Schiffe befinden
ſich jetzt im Kieler Hafen. Ein Mann der Beſatzung wurde
ſchwer verletzt, zwei leichter.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer B.
HB. Berlin, 6. Jan. Die amtliche
Bekannt=
gabe der Ernennung des Botſchafters von
Jagow zum Staatsſekretär des Auswärtigen Amts
wird vorausſichtlich noch kurze Zeit verzögert werden, da
noch Formalitäten zu erfüllen ſind. Sein Nachfotger
auf dem römiſchen Botſchafterpoſten iſt noch nicht
be=
ſtimmt.
— Berlin, 6. Jan. Als die Baronin Irma von
Ko=
burg geſtern abend aus dem Theater in einer A u
to=
droſchke nach ihrer Wohnung fuhr, raſte das Auto in
der Nähe des Zoologiſchen Gartens gegen einen
Baum. Die Baronin erlitt durch Glasſplitter ſchwere
Schnittwunden und wurde ins Krankenhaus gebracht.
H.B. Halle a. d. S., 6. Jan. Hier erregt die
Ver=
haftung des Baumeiſters und Architekten William
Pfeiffer, eines angeſehenen Bürgers der Stadt,
leb=
haftes Aufſehen. Mit Pfeiffer, der in den Nachbarſtädten
zahlreiche Prachtbauten ausgeführt hat, wurde auch ſein
Buchhalter verhaftet. Es handelt ſich um eine
Mein=
eids=Affäre.
— Rügenwalde i. P., 6. Jan. Der 30jährige
Kauf=
mann Löber aus Memel iſt nach Unterſchlagung
von 25000 Mark durchgebrannt. Man nimmt an, daß er
ſich nach Berlin gewandt hat.
— Bochum, 6. Jan. In dem nahen Hofſtede,
un=
weit der Zeche „Konſtantin der Große” fanden zur Arbeit
gehende Bergleute die Leiche eines unbekannten
Man=
nes mit ſchweren Kopfwunden. Uhr und Börſe
fehlten. Von den Tätern fehlt jede Spur.
— Wien, 6. Jan. Geſtern nachmittag ſtürzte das
Pferd eines Fiakers in der Wollzeile. Der Kutſcher
ſtieg vom Bock, um dem Tiere aufzuhelfen, als ein
Auto=
mobil angefahren kam. Dieſem entſtieg ein
Kavallerie=
offizier, der den Kutſcher aufforderte, ſich zu beeilen. Es
entſtand ein Wortwechſel, in deſſen Verlauf der Offizier
dem Kutſcher drei ſchwere Säbelhiebe über das Geſicht
verſetzte. Die Polizei verhaftete den Offizier.
— Lemberg, 6. Jan. In dem Städtchen Novi
Zarye=
zow explodierte infolge einer Unvorſichtigkeit im
Laden des Kaufmanns Blick ein größerer Pulvervorrat.
Das Geſchäft wurde gänzlich demoliert und alle
Anweſen=
den ſchwer verletzt. Unter den Verletzten befindet ſich
Kaufmann Blick, ſeine beiden Töchter und fünf Bauern.
Ein Mädchen iſt bereits geſtorben.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Daison Tusvorkaut
Eichbergs Nachfolger
29 obere Wilhelminenstrasse 29.
(990
Dampfernachrichten.
Nordd. Lloyd Bremen. Mitgeteilt von dem
Ver=
treter Anton Fiſcher in Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
„Rhein” 3. Jan. 5 Uhr vorm. in Bremerhaven
an=
gekommen. „Bülow” 2. Inn. 1 Uhr nachm. Schlly
paſſiert. „Neckar” 3. Jan. 1 Uhr vorm. in New=York
angekommen. „Main” 2. Jan. 12 Uhr nachts Bishop
Rock paſſiert. „Willehad” 2. Jan, 12 Uhr nachts Lizard
paſſiert. „York” 2. Jan. 4 Uhr nachm. in Antwerpen
angekommen. „Prinzeß Alice” 2. Jan. 9 Uhr vorm.
von Port Said abgegangen. „Lützow” 1. Jan. 10 Uhr
vorm. von Penang nach Bremen abgegangen. „Kleiſt”
2 Jan. 8 Uhr vorm. in Schanghai angekommen. „Prinz
Ludwig” 2. Jan. 8 Uhr vorm. in Nagaſaki angekommen.
„Goeben” 2. Jan. 11 Uhr nachm. in Penang
angekom=
men. „Bremen” 2. Jan. 2 Uhr vorm. in Suez
an=
gekommen. „Roon” 2 Jan. 5 Uhr nachm. in Neapel
angekommen. „Scharnhorſt” 2. Jan. 2 Uhr vorm. in
Neapel angekommen. „Schleſien” 2. Jan. 7 Uhr vorm.
in Sydney angekommen. „Lothringen” 2. Jan. 4 Uhr
nachm. in Brisbane angekommen. „Greifswald” 2 Jan.
1 Uhr nachm. Queſſant paſſiert. „Coburg” 3. Jan. in
Bremerhaven angekommen. „Alſter” 2. Jan. in
Gal=
veſton angekommen. „Köln” 2. Jan. St. Vincent
paſſiert. „Prinz=Regent Luitpold” 1. Jan. 3 Uhr nachm.
von Marſeille abgegangen. Manila” 1. Jan. von
Marebe nach Kaewieng abgegangen.
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Heute morgen verſchied nach langem,
ſchwerem Leiden unſere liebe Tochter, Schweſter,
Schwägerin und Tante
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabetha Seibert, Ww.,
Familie Georg Steinbach,
Familie Konrad Seibert,
Familie Albert Kaufmann.
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Jan.,
nachmittags ½3 Uhr, vom Trauerhauſe,
Schieß=
hausſtraße 5 aus, ſtatt. (B1007
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Nach kurzem Leiden iſt heute vormittag
2¼ Uhr unſer guter unvergeßlicher Bruder,
Schwager und Onkel,
Herr
Heinrich Fink
im 84. Lebensjahre ſanft verſchieden.
Namens der trauernden Hinterbliebenen:
Familie F. Fink,
äuß. Ringſtr. 98.
Darmſtadt und London, 6. Januar 1913.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Januar,
nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofs=Kapelle
aus, ſtatt.
(*526
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Wir befinden uns auf der Grenze zwiſchen dem
kon=
tinentalen Hoch und der ſtarken isländiſchen Depreſſion.
Infolgedeſſen haben wir bei milden ſüdweſtlichen
Win=
den trübes, regneriſches Wetter. Geſtern war es bei uns
meiſt trüb, doch trocken. Wir werden auch morgen unter
dem Einfluß der Randwirbel des nördlichen Tiefs ſtehen,
ſo daß wir meiſt trübes, mildes Wetter und leichte
Regen=
fälle zu erwarten haben.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 7. Januar:
Meiſt trüb, leichte Niederſchläge, Temperatur wenig
ver=
ändert, ſüdweſtliche Winde.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C), Anfang 7½ Uhr:
„Tiefland‟
Vorſtellung um 8½ Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Berger um 8¼ Uhr im Saah
330 der Techniſchen Hochſchule (Volksbildungsverein).
Konzerte: Hotel Heß um 3 Uhr. — Bürgerkeller um
8 Uhr.
Bilder vom Tag e. (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Kandidaten für die Präſidentenwahl in Frankreich; drei
infolge des letzten Sturmes in der Nähe von
Plymouth=
geſtrandete Schiffe; der Winterſport in St. Moritz.
Verſteigerungslalender.
Mittwoch, 8. Januar.
Hofreite=Verſteigerung des Karl Blümlein
(Darmſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Friedrich Ballé
(Dieburgerſtraße 96) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht Ia
Acker=Verſteigerung des Philipp Adam und Phil=
Wilh. Adam um 11 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟
Kunſthalle am Rheintor, geöſſnet Vertags vont
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland! Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbei agen und Mitteilungen
us dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt,
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Kurſe vom 6. Januar 1913.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 88.8)
78,50
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,80
3½ do. Conſols . . . 88,75
78,30
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,00
93,30
3½
do.
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,50
87,50
do.
3½
3
78,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,60
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,50
4 do. do. (unk. 1918) 99,70
do.
3½
87,80
3
do.
76,9)
3 Sächſiſche Rente. .
78,80
4 Württemberger v. 1907 100,00
do. v. 1875 93,20
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
Griechen v. 1887 . . 55,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 88,90
4 do. Goldrente . . . 92,6)
4 do. einheitl. Rente . 86,00
3 Portug. unif. Serie I 63,50
3 do. unif. Ser. III 66,00
3 do. Spezial . . .
5 Rumänier v. 1903 . . 99,90
4. do. v. 1890 95,00
do. v. 1905 . . 89,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 89,50
do. v. 1902
90,50
4½ do. v. 1905
89,50
90,00
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 80,30
4 Türk. Admin. v. 1903 78,50
4 Türk. unifiz. v. 1903 86,00
4 Ungar. Goldrente . . . 88,70
4 do. Staatsrente. . . 85,50
Zf.
In Prou.
5 Argentinier
.101,30
4
do.
86,50
½ Chile Gold=Anleihe. 90,50
5 Chinef. Staatsanleihe . 99,80
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 92,70
5 Innere Mexikaner . . . 94,75
3
59,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 83,00
Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 68,90
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 161,30
5 Nordd. Lloyd . . . . . 124,50
6½ Südd. Eiſenb.=Gef. . 127,00
Aktien ausländiſcher
Transvortanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 112,75
6 Baltimore und Ohio . 1061
6 Schantungbahn . . . . 131½
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 212
6 Pennſylvania R. R. . 124,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 65,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 528,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim .
247,50
30 Farbwerke Höchſt . . 639,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 347,50
10 Cement Heidelberg . . 144,80
30 Chem. Werke Albert 434,00
14 Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 334,25
5 Lahmeyer . . . . . . . 122,00
In Proz.
Letzte
Tivid.
7½ Schuchert, Nürnberg 155,10
12 Siemens & Halske .229½
5 Bergmann Electr. . . 124 50
10 Deutſch. Ueherſee Electr. 162,90
25 Gummi Peter . . . . 76,50
0 Kunſtſeide Frankfurt 85,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 584,25
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
16 Wittener Stahlröhren
8 Steana Romana Petr. 148,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 235,75
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 198,00
10 Neue Boden=A. A.=Beſ. 97,75
3 Südd. Immobilien . 60,50
Bergwerks=Aktien.
12 Aumeßz=Friede . . . . 176,40
12½ Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 217,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 167,25
10 Gelſenkirchener . . . . 197,25
9 Harpener . . . . . . . 187,80
18 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 263,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Carv. . . . . . . . 86,00
6 Laurahütte . . . . . . 167½
10 Kaliwerke Aſchersleben —
S.
Weſteregeln 212,00
7½ South Weſt Africa 128½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 89,00
4½ Nordb. Lloyd=Obl. —
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,90
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,10
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,50
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,20
do.
77,00
5 Oeſterr. Südb. (Lamb.) 99,70
4
do.
In Prot.
2¾ Oeſt. Südb. (Lomb.) 52,30
3 Raab=Oedenburg . . . 76,80
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,20
87,60
4 Ruſſ. Südweſt. .
½ Moskau=Kaſan . . . 96,30
do.
4 Wladichawchas . . . . 88,20
4 Rjäſan Koslow . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,00
4½
do.
2½ Livorneſer .
70,30
3 Salonique=Monaſtir . 62,60
4 Baadadbahn . .
81,75
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 94,70
4 Miſſouri=Paciſic.
71,75
4 Northern=Paciſic
99,10
4 Southern=Pacific
93,90
5 St. Louis und San
Francisco. .
84,30
99,00
5 Tehuantepec . . .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 185,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.150,30
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 169,30
6½ Darmſtädter Bank . 123,00
12½ Deutſche Bank . . . 253,20
6 Deutſche Vereinsbank . 124,00
6 Deutſche Eſſekt.= und
W.=Bank . . . . . 121,80
10 Diskonto=Kommandit 188,20
8½ Dresdener Bank 156,10
9½ Frankf. Hypoth.=B. 214,00
6½ Mitteld. Kreditbank 121,00
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,40
7 Pfälziſche Bank. . . . 130,00
5.86 Reichsbank . . . . . 133,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 136,80
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,75
7½ Wiener Bankverein . 133,10
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . .
98,50
Zußron
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3½
do.
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S. 12, 13, 16
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87,30
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87,10
S. 9—11
87,20
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86,50
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3½ do.
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3½ do.
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96,80
3½ do.
88,30
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99,40
3½ do.
4 Mainz
97,20
3½ do.
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do.
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4 Närnberg.
97,00
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87,00
-
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3.
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Pfand=
briefe . . . . . . . 137,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 174,00
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Unverzinsliche
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Fs. 15 80,90
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Fs. 10
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Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 543,00
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer 5.
Orfskrankenkaſſen oder
Landkrankenkaſſen.
Die jetzt beſtehenden Gemeindekrankenverſicherungen
werden mit Ende des Jahres 1913 nach den Beſtimmungen
der Reichsverſicherungsordnung aufgelöſt.
Die freien Hilfskaſſen ſind ſchon zum größten Teil
auf=
gelöſt, weil dieſelben den geſetzlichen Beſtimmungen nicht
mehr entſprachen. Als Erſatzkaſſen können nur diejenigen
Verſicherungsvereine auf Gegenſeitigkeit weiterbeſtehen.
denen auf Grund des § 75a des
Krankenverſicherungs=
geſetzes die vorgeſchriebene Beſcheinigung vor dem 1. April
1909 erteilt iſt, und mindeſtens mehr wie 1000 Mitglieder
haben. Mit Zuſtimmung der oberſten
Verwaltungsbe=
hörde kann die Zahl auf 250 herabgeſetzt werden. Die
Beiträge zu den Erſatzkaſſen hat der Arbeiter bzw.
Ver=
ſicherte allein zu tragen.
Die Reichsverſicherungsordnung kennt deshalb nur
Zwangskaſſen, und zwar Ortskrankenkaſſen,
Landkranken-
taſſen, Betriebskrankenkaſſen und Innungskrankenkaſſen.
Verſicherungspflichtige können auf Antrag von dem
Beitritt zu einer Zwangskaſſe befreit werden, wenn die
Erſatzkaſſe die Regelleiſtungen der Zwangskaſſe nach dem
Grundlohne gewährt und wenn der Antrag ſpäteſtens am
zweiten Zahltage nach dem Eintritt beim Kaſſenvorſtand
der Zwangskaſſe geſtellt wird.
Wird die Antragſtellung verſäumt, kann dieſelbe erſt
im nächſten Vierteljahr, ſpäteſtens ein Monat vorher
ge=
ſtellt werden.
Wird der Arbeitnehmer von der Mitgliedſchaft einer
Zwangskaſſe befreit, ſo hat der Arbeitgeber dennoch die
auf ſein Anteil entfallenden Beiträge zur
Zwangskaſſe zu zahlen.
Der Arbeitgeber hat deshalb keinerlei Erſparniſſe,
wenn ſeine Arbeiter einer Erſatzkaſſe angehören und
dem=
zufolge auch keinerlei Intereſſe an dieſer Kaſſenart.
Die Regelleiſtungen beſtehen in Krankenhilfe,
Wochenhilfe und Sterbegeld:
1. Die Krankenhilfe beſteht in Krankenpflege
vom Beginn der Krankheit ois zur Beendigung der
26. Woche und umfaßt: Aerztliche Behandlung,
Ver=
ſorgung mit Arznei, ſowie Brillen, Bruchbändern
und anderen Heilmitteln.
2. Krankengeld in der Höhe des halben Grundlohnes
für jeden Arbeitstag, den der Verſicherte durch
Krankheit arbeitsunfähig iſt.
3. Wöchnerinnen, die 6 Monate verſichert waren,
er=
halten 8 Wochen ein Wochengeld, von denen 6
Wochen vor der Niederkunft liegen müſſen. Bei
Landkrankenkaſſen, die nicht der Gewerbeordnung
unterſtehen, erhalten weibliche Perſonen nur
4 Wochen Wochengeld.
4. Beim Tode eines Verſicherten Sterbegeld im 20 Betrag des Grundlohnes.
Es gibt noch eine Reihe von Mehrleiſtungen, die
ſta=
tutariſch feſtgeſetzt werden können, auf die jedoch hier nicht
näher eingegangen werden kann. Die Ortskrankenkaſſe
Darmſtadt hat ihre Leiſtungen den Verſicherten gegenüber
von 26 Wochen Regelleiſtung auf 39 Wochen feſtgeſetzt.
Bei den Zwangskaſſen hat der Arbeitgeber ½, der
Verſicherte ¾ der Beiträge zu zahlen.
Bei den Innungskrankenkaſſen kann die Satzung
be=
ſtimmen, daß Arbeitgeber und Verſicherte je die Hälfte
zahlen.
Unſtändig Beſchäftigte haben ihren Beitragsanteil
ſelbſt einzuzahlen, den Beitragsanteil des Arbeitgebers
hat der Gemeindeverband zu zahlen.
Wird den unſtändig Beſchäftigten ihr Beitragsanteil
erlaſſen, ſo haben ſie nur Anſpruch auf Krankenpflege.
Hausgewerbetreibende haben ihren Anteil ebenfalls
ſelbſtändig einzuzahlen, jedoch haben die Auftraggeber
Auftraggeberzuſchüſſe an die Kaſſe zu leiſten.
Bei dauernd bei den gleichen Arbeitgebern
beſchäf=
tigten Hausgewerbetreibenden können die allgemeinen
Vorſchriften über Beitragsleiſtung der Arbeitgeber
An=
wendung finden.
Zahlt der Gemeindeverband die Beiträge für die
Hausgewerbetreibenden, ſo haben dieſelben nur Anſpruch
auf freie Krankenpflege.
Wandergewerbetreibende müſſen ihre Beiträge im
vor=
aus bezahlen. Die Ausſtellung des
Wandergewerbe=
ſcheines iſt von der Vorauszahlung des Beitrags abhängig.
Während der Dauer der Arbeitsunfähigkeit, der
Kran=
kenhilfe und während des Bezugs von Wochen= und
Schwangergeld ſind Beiträge nicht zu leiſten.
Die Beiträge werden je nach Bedarf in Prozenten des
Grundlohnes durch die Satzung feſtgeſetzt, jedoch iſt die
Erhöhung über 4½ Prozent bis zu 6 Prozent erſchwert
und nur ausnahmsweiſe zuläſſig. Zur Erhöhung über 4½
Prozent iſt die Zuſtimmung der Mehrheit der Arbeitgeber
und der Mehrheit der Arbeitnehmer des Ausſchuſſes
not=
wendig.
Müſſen die Beiträge über 6 Prozent des Grundlohnes
erhöht werden, ſo muß bei Orts= und Landkrankenkaſſen
der Gemeindeverband, bei Innungs= und
Betriebskranken=
kaſſen die Arbeitgeber aus eigenen Mitteln die Beihilfe
leiſten.
Zur Ausgleichung der Riſiken hat die Kaſſe eine
Rück=
lage in der Höhe einer Jahresausgabe nach dem
Durch=
ſchnitt der drei letzten Jahre zu machen; das Vermögen
muß mündelſicher angelegr werden.
Die Krankenverſicherung beruht auf dem Prinzip der
Selbſtverwaltung, die von den Beteiligten gewählt wird.
Die Selbſtverwaltung unterliegt der Aufſicht
beſon=
derer Behörden, die in mannigfacher Weiſe das Recht der
Mitwirkung in erweiterter Weiſe beſitzen als nach altem
Recht.
Die Aufſichtsbehörden ſind:
das Verſicherungsamt als untere,
das Oberverſicherungsamt als mittlere,
das Reichsverſicherungsamt bzw. das
Landes=
verſicherungsamt als oberſte Aufſichtsinſtanz.
Von der Errichtung eines Landesverſicherungsamtes
iſt in dem kleinen Bundesſtaat Heſſen Abſtand genommen
worden.
Die Organe der Kaſſen ſind:
1. der Ausſchuß, ſeither Generalverſammlung,
2. der Vorſtand.
Bei der Ortskrankenkaſſe beſteht der Ausſchuß aus
½ Vertreter der Verſicherten und ½ Vertreter der
Arbeit=
geber.
Das gleiche Verhältnis beſteht im Vorſtand. Beide
Gruppen werden in getrennter Wahlhandlung nach den
Grundſätzen der Verhältniswahl gewählt.
Der Vorſitzende bedarf zu ſeiner Wahl der Mehrheit
der Stimmen der Arbeitgeber und die Mehrheit der
Stim=
men der Arbeitnehmer.
Kommt dieſe doppelte Mehrheit der Stimmen nicht
zuſtande, ſo beſtellt das Oberverſicherungsamt einen
Vor=
ſitzenden.
Bei den Landkrankenkaſſen beſtehen Vorſtand und
Aus=
ſchuß aus ¾ Vertreter der Arbeitnehmer und ½
Ver=
treter der Arbeitgeber.
Die Vertreter beider Gruppen werden nicht von den
Verſicherten und Arbeitgebern ſelbſt gewählt, ſondern
wer=
den von der Vertretung des Gemeindeverbandes in
Land=
kreiſen vom Kreistag beſtellt; ebenſo wird der Vorſitzende
beſtimmt.
Durch Landesgeſetz kann jedoch beſtimmt werden, daß
für einzelne oder alle Gebietsteile eines Bundesſtaates
der Ausſchuß und Vorſtand der Kaſſe wie bei der
Orts=
krankenkaſſe zu wählen iſt.
Bei den Betriebskrankenkaſſen ſind im Ausſchuß die
Arbeitnehmer mit ¾ und die Arbeitgeber mit ½ der
Stimme vertreten.
Im Vorſtand führt der Arbeitgeber oder ſein
Stell=
vertreter den Vorſitz.
Die Wahl der Arbeitnehmer zum Vorſtand und
Aus=
ſchuß iſt wie bei den Ortskrankenkaſſen.
Bei den Innungskrankenkaſſen gelten die gleichen
Vor=
ſchriften. Zahlen jedoch die Arbeitgeber die Hälfte der
Beiträge, ſo haben ſie auch die Hälfte der Stimmen im
Ausſchuß und im Vorſtand. Bei den Betriebskrankenkaſſen
können nur ſolche Arbeitnehmer verſichert werden, die in
dem betreffenden Betrieb, für den die Kaſſe errichtet iſt,
beſchäftigt ſind, bei den Innungskrankenkaſſen nur ſolche
Arbeitnehmer, die bei den betreffenden
Innungsmitglie=
dern beſchäftigt ſind. Freiwillige Mitglieder kennen dieſe
Kaſſenarten nicht. Mit dem Austritt aus dem
Arbeits=
verhältnis erliſcht die Mitgliedſchaft; eine freiwillige
Wei=
terverſicherung iſt nicht möglich. Gegenüber den
Ortskran=
kenkaſſen iſt dies für die Verſicherten ein Nachteil.
Der Grundlohn, von dem das Krankengeld die Hälfte
beträgt, iſt nicht identiſch mit dem wirklichen
Arbeitsver=
dienſt, ſondern entſpricht einem angenommenen
Arbeits=
verdienſt.
Der Grundlohn wird in den Satzungen feſtgeſetzt und
muß dem durchſchnittlichen Taglohn einer Klaſſe von
Ver=
ſicherten, für den die Kaſſe errichtet iſt, entſprechen. Bei
den Landkrankenkaſſen wird der Grundlohn, der von den
Kreisverbänden feſtgeſetzte Ortslohn, früher ortsübliche
Taglohn, in Anwendung kommen, während bei den
Orts=
krankenkaſſen der Grundlohn klaſſenweiſe feſtgeſetzt wird
bis zu einem Arbeitsverdienſt von 6 Mark pro Tag. Bei
den Ortskrankenkaſſen haben die geringer entlohnten
Ar=
beiter inſofern einen Vorteil, daß ſie geringere Beiträge
wie nach dem Ortslohn zu zahlen haben, während die
beſſer bezahlten Arbeiter, die auch ihrem Lohn
ent=
ſprechende höhere Beiträge zahlen können, auch ein
weſent-
lich höheres Krankengeld zu beanſpruchen haben.
Bei den Innungs= und Betriebskrankenkaſſen wird in
der Regel der Eintritt in die verſicherungspflichtige
Be=
ſchäftigung von einer ärztlichen Unterſuchung abhängig
ge=
macht und dadurch die ſchlechten Riſiken der Kaſſe
fern=
gehalten. Eine freiwillige Weiterverſicherung nach
Aus=
tritt aus der Arbeit iſt nicht möglich.
Ganz anders bei der Ortskrankenkaſſe.
Jeder Arbeiter, der eine verſicherungspflichtige
Be=
ſchäftigung aufnimmt, wird Mitglied der Kaſſe, ohne
Rück=
ſicht auf ſeinen Geſundheitszuſtand. Er hat Anſpruch in
den meiſten Kaſſen über die Regelleiſtung von 26 Wochen
bis zu 39 Wochen; er kann ſich beim Austritt aus der
Ar=
beit oder bei einer Arbeitsloſenzeit freiwillig
weiterver=
ſichern und verliert dadurch ſeinen Anſpruch an die Kaſſe
nicht. Der kleine ſelbſtändige Mann, die Ehefrauen, die
keine verſicherungspflichtige Beſchäftigung haben, können
freiwillige Mitglieder werden. Durch die großen Vorteile,
die die Ortskrankenkaſſen den Verſicherten bieten, durch
die freiwillige Verſicherung und durch die von keiner
ärzt=
lichen Unterſuchung abhängige Aufnahme der Mitglieder,
tragen die Ortskrankenkaſſen in Zeiten ſchlechter Konjunktur,
in Zeiten von Arbeitsloſigkeit und namentlich im Winter
einen großen Teil der Armenlaſten in Form von
Krankenunterſtützung.
Die Verwaltung der Ortskrankenkaſſen ſetzt ſich aus
von Verſicherten und Arbeitgebern ſelbſt gewählten
Or-
ganen zuſammen. Zur Anſtellung von Beamten iſt die
Mehrheit der Stimmen der Arbeitgeber und die Stimmen
der Arbeitnehmer erforderlich. Einigen ſich beide Teile
nicht, ſo werden die Beamten vom Verſicherungsamt
er=
nannt.
Um die Ausführungen kurz zuſammenzufaſſen, kommt
man zu der Einſicht, daß nur große Kaſſengebilde
leiſtungs=
fähig ſind, in denen die Riſiken auf breite Schichten
ge=
lagert werden können und daß die Bildung von großen
Ortskrankenkaſſenverbänden zu begrüßen und in die Wege
zu leiten iſt. Beſtehende große Ortskrankenkaſſen können
die Grundlage zu den Kaſſenverbänden werden, der Sitz des
Verbandes ſollte möglichſt am Sitze des Verſicherungs=
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glänzenden Zeugniſſen über „Es hat geſchnappt”. Wo keine Ratte mehr in die
Falle geht, wo Giftbrocken nicht mehr angerührt werden, da wird das von den
ſchädlichen Nagetieren mit wahrem Heißhunger gefreſſene, für Haustiere und Geflügel
abſolut unſchädliche „Es hat geſchnappt” ſtaunend wirken. Nur echt in plombierten
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1913.
Betreſtendt Ausführung des Reichoimpfgeſebes.
An die Herren Aerzte des Kreiſes.
Nach § 8 des Reichsimpfgeſetzes waren die Liſten über die von Ihnen im
Laufe des vergangenen Jahres ausgeführten Schutzpockenimpfungen am
Jahres=
ſchluſſe, ſpäteſtens am 31. Dezember 1912, bei uns vorzulegen. Da dieſer letztere
Termin bereits verſtrichen iſt, ſetzen wir eine weitere Friſt bis zum 10 ds. Mts. und
erſuchen Sie ergebenſt, dieſen Termin pünktlichſt einzuhalten, da wir ſonſt gezwungen
ſind, § 15 des Reichsimpfgeſetzes in Anwendung zu bringen.
(6295id
Darmſtadt, den 2. Januar 1913.
Großherzogliches Kreisgeſundheitsamt.
J. V.: Dr. Beſt.
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Betreffend: Das Militär=Erſatz=Geſchäft, hier Einſendung von Auszügen aus den
Sterberegiſtern des Jahres 1912.
Der Zivil=Vorſitzende der Großherzoglichen Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Standesbeamten des Kreiſes.
Unter Hinweis auf die Beſtimmungen in § 46 Ziffer 7b und 10 der Wehr=
Ord=
nung vom 22. November 1888 — Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901 —, ſowie ferner Seite 652
des Reg.=Bl. von 1875, beauftrage ich Sie, den dort vorgeſchriebenen Auszug aus den
Sterberegiſtern, enthaltend den Eintrag von im Jahre 1912 ſtattgehabten Todesfällen
ſolcher männlicher Perſonen, welche das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet
hatten und nicht in Ihren Gemeinden geboren waren, aufzuſtellen, bezw.
auf=
ſtellen zu laſſen und alsbald an mich einzuſenden.
In Hinſicht der Form der zu fertigenden Auszüge verweiſe ich auf das Amtsblatt
Nr. 44 Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz Sektion für
Juſtiz=
verwaltung, an die Großherzoglichen Standesbeamten vom 13. März 1895. Zugleich
empfehle ich Ihnen, ein Verzeichnis der Auszüge beizufügen, in welchem Vor= und
Zuname, ſowie Geburtsort der Betreffenden angegeben iſt.
(954
Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Diejenigen im Jahre 1893 geborenen Militärpflichtigen, welche ſich im Beſitz des
Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt befinden und im
Kreis Darmſtadt dauernden Aufenthalt haben, werden darauf hingewieſen, daß ſie
zemäß § 93,2 der Wehrordn. ihre Zurückſtellung beantragen müſſen und daher
auf=
gefordert, ihre Berechtigungsſcheine alsbald hier, Neckarſtraße 3, 3. Stock — Zimmer
Nr. 38 — vorzulegen, damit in denſelben der erforderliche Zurückſtellungsvermerk
ein=
getragen werden kann.
Es wird noch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die Abſicht, ſich am 1. April
oder 1. Oktober l. J. zum Dienſtantritt melden zu wollen, von der Verpflichtung, die
Zurückſtellung zu beantragen, nicht entbindet.
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Der Zivilvorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
Br. Reinhart, Reg.=Rat.
Beichunfmnchung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen Militärpflichtigen, welche
Berechti=
gungsſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheines die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt I. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
(951a
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
Der Zivilvorſizende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungobezirks Darmſtadt.
Dr. Reinhart.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher. Die Hunde können von den Eigentümern
bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der
nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags
um 10 Uhr, ſtatt.
(948
Marktordnung
für die Märkte im Schlachtviehhof zu Darmſtadt.
Auf Grund der §§ 69 und 149 Nr. 6 der Reichsgewerbeordnung
und des § 103 der Ausführungsverordnung dazu, ſowie des Artikel
129b der Städteordnung wird mit Genehmigung Großh. Miniſteriums
des Innern vom 24. Dezember 1912 zu Nr. M. d. J. II 6158 nach
Anhörung der Stadtverordnetenverſammlung folgendes angeordnet:
§ 1.
Der ſtädtiſche Schlachtviehhof dient zum Abhalten von Schlacht=
Diehmärkten.
Er unterſteht der gleichen Verwaltung wie der Schlachthof, iſt
aber von dieſem vollſtändig getrennt zu halten. Die
Verbindungs=
rore zwiſchen dem Schlachthof und dem Schlachtviehhof ſind für den
Perſonen= und Fuhrwerksverkehr geſperrt, nur das Ueberführen der
zum Schlachten beſtimmten Markttiere aus dem Schlachtviehhof nach
dem Schlachthof iſt durch die Verbindungstore geſtatet.
In der ſüdlichen Markthalle findet zu den feſtgeſetzten Zeiten
ein Markt für Kälber, Hämmel und Ziegen ſtatt. Auch iſt dort zu
den gleichen Zeiten der Verkauf von Schlachtrindern geſtattet.
§ 3.
Die mittlere Halle (Schweineverkaufshalle) dient zur Abhaltung
eines Schweinemarktes.
§ 4.
Das Aufſtellen von Vieh zum Zweck des Feilbietens außerhalb
der Markthallen iſt verboten.
§ 5.
Jeder gewerbsmäßige Handel mit den in §§ 2 und 3 genannten
Schlachttieren iſt an den Markttagen im Stadtbezirk außerhalb des
Schlachwviehhofes verboten.
§ 6.
Das Feilhalten von anderem Vieh oder von ſonſtigen
Gegen=
ſtänden auf den in §§ 2 und 3 genannten Märkten iſt verboten.
§ 7.,
Der Zutrieb und die Zufuhr der Tiere zu den Markthallen
darf nur durch das öſtliche Tor erfolgen. Das Ausladen von
Bahn=
ſendungen hat nur auf den für die verſchiedenen Tiergattungen
be=
ſtimmten Rampen zu geſchehen
Das Ausladen und der Abtrieb von den Rampen vor erfolgter
Beſichtigung durch den beamteten Tierarzt iſt verboten.
§ 8.
Das Füttern und das Tränken der zum Markt zu bringenden
Tiere muß eine Stunde vor dem Beginn des Marktes beendet ſein,
andernfalls kann der Auftrieb zum Markt verboten, oder das
geſon=
derte Feilhalten der betr. Tiere durch die Verwaltung angeordnet
werden.
Die Schlachtviehhofverwaltung gibt die benötigten Futtermittel
zu den Tarifpreiſen ab. Eigene Futtermittel dürfen nicht verwendet
werden.
§ 9.
Der Zutritt zu den Märkten iſt nur den Verkäufern und Käufern
ſowie den mit dem Transvort der Tiere Beauftragten und den mit
beſonderer Erlaubnis verſehenen Perſonen geſtattet. Andere
Per=
ſonen können von den Märkten fortgewieſen werden.
Den Käufern iſt der Zutritt zu den Markthallen vor Beginn
der Märkte unterſagt.
Der Zutritt zu den Märkten iſt nur durch das Tor in der
Schlachthofſtraße zuläſſig.
§ 10.
Fuhrwerke jeder Art dürfen in den Markthallen überhaupt nicht
und in deren Umgebung nur an den beſonders bezeichneten Plätzen
aufgeſtelt werden.
§ 11.
Hunde dürfen in die Markthallen und in deren umzäunte
Um=
gebung nicht mitgenommen werden.
Frei umherlaufende Hunde werden eingefangen und durch den
Hundefänger in Verwahrung genommen. Im übrigen greift die
Polizeiverordnung vom 24. März 1909, die Beaufſichtigung der Hunde
betreffend, Platz.
§ 12.
Der Auftrieb der Tiere zu den Märkten kann an den
Markt=
tagen von 6 Uhr vormittags im Sommer und von 7 Uhr an im
Winter erfolgen.
§ 13.
Der Markt für Kälber, Hämmel, Ziegen und Rinder (§2) wird
Montags und Donnerstags von 10½ Uhr vormittags bis 12½ Uhr
imittags abgehalten.
§ 14.
Der Schweinemarkt (83) findet Montags, Mittwochs und
Donners=
ſtags ſtatt und zwar im Sommer von 7—16 Uhr vormitags und im
Winter von 8—10 Uhr.
§ 15.
Fällt auf einen der genannten Tage (§§ 13 und 14) ein
chriſt=
licher oder iſraelitiſcher Feiertag, ſo wird der Markt am nächſten
Werktag oder an einem bei dem vorhergehenden Markt bekannt zu
(gehenden Tage abgehalten.
Das Großh. Polizeiamt iſt befugt, die oben feſtreſetzten und
näher bezeichneten Tage und Zeiten nach Anhören des Großh.
Kreis=
veterinäramts und im Einvernehmen mit dem Herrn
Oberbürger=
meiſter, der die Metzgerinnung ſowie den Vertreter der hieſigen
Händler vorher anhören wird, zu ändern, zu vermehren und zu
er=
weitern.
§ 16.
Die Kälbermarkthalle und die Schweinemarkthalle ſind während
der einzelnen Märkte und, ſolange die Hallen belegt ſind, vollſtändig
gegeneinander abzuſchließen.
§ 17.
Jeder Vor= und Nachhandel an den Markttagen iſt im Bereich
des Schlachtviehhofs verboten.
§ 18.
Der Beginn des Marktes wird durch ein Glockenzeichen kund
gegeben, der Schluß durch zwei in Zwiſchenräumen von 10 Minuten
erfolgende Glockenzeichen.
§ 19.
Die Art und Zahl der an den Markttagen aufgetriebenen Tiere
wird durch einen ſtädtiſchen Bedienſteten auf einer hierzu beſtimmten,
während des Marktes auszuhängenden Tafel zu jedermanns Anſicht
verzeichnet. Dieſe Bekanntgab: darf nur von dem hierzu ermächtigten
Bedienſteten verändert oder gelöſcht werden.
§ 20.
Die von der Stadtvertretung feſtzuſetzende Gebühr für jedes
auf den Markt gebrachte Tier iſt vor dem Auftrieb in die
Markt=
hallen zu entrichten.
§ 21.
Die einzelnen Verkaufsplätze in den Markthallen und die
Buch=
ten werden durch die Verwaltung verteilt; ein Austauſch der Plätze
iſt nur mit Genehmigung der Verwaltung zuläſſig. Die Verkäufer
ſind berechtigt, ihre Firmen an den Verkaufsſtänden und Buchten
anzubringen, nachdem für jeden Fall die Genehmigung der
Verwal=
tung eingeholt worden iſt.
§ 22.
Die verkauften Kälber, Hämmel, Ziegen, Rinder (§ 2) müſſen
mit Schluß des Marktes aus der Markthalle weggebracht werden.
Die nichtverkauſten Tiere können bis 3 Uhr nachmittags in der
Halle verbleiben.
§ 23.
Die verkauften Schweine (§ 3) müſſen ebenfalls mit Schluß des
Marktes aus der Schweineverkaufshalle entfernt werden.
Die nichtverkauften Schweine dürfen bis 3 Uhr nachmittags
des auf den Markttag folgenden Tages in den Buchten belaſſen
werden.
§ 24.
Verkaufte Tiere, die nach den in §§ 22 und 23 feſtgeſetzten Zeiten
nicht entfernt worden ſind oder herenlos angetroffen werden, ſind
an die Verwaltung abzuliefern. Gegen gehörigen Ausweis können
dieſe Tiere zurückgegeben werden, nachdem an die Schlachtviehhofkaſſe
die beſonders entſtandenen, von der. Verwaltung feſtgeſetzten Koſten
entrichtet worden ſind.
Tiere, die nach 12 Stunden nicht abgeholt worden ſind, werden
durch die Verwaltung meiſtbietend gegen Barzahlung verſteigert.
Der V. rſteigerungserlös abzüglich der Koſten und Gebühren
kann bei der Verwaltung von den Berechtigten in Empfang
ge=
nommen werden.
§ 25.
Zuwiderhandlungen werden, ſoweit nicht nach den beſtehenden
ſtrafgeſetzlichen Vorſchriften höhere Strafen verwirkt ſind, mit
Geld=
ſtrafe bis zu 30 Mk., im Unvermögensfall mit Haft bis zu acht Tagen
beſtraft.
§ 26.
Dieſe Verordnung tritt mit ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Gleichzeitig wird die Marktordnung für den Kälber= und Hammel=Vexvie l
fältigungs-
markt bei dem neuen Schlachthof zu Darmſtadt vom 27. Februar 1895
aufgehoben.
Darmſtadt, den 2. Januar 1913.
Großherzogliches Polizeiamt.
(964
Gennes.
Die ſtädtiſchen Kleiſchverkaufsſtellen
im Schlachthof (Markthalle) und Kiesſtraße 21 ſind wieder eröffnet.
Es gelangt zum Verkauf beſtes holländiſches Rindfleiſch, alle
Stücke
zu 62 Pfg. das Pfund.
Weitere Verkaufsſtellen befinden ſich bei Herrn Karl Bauer,
Lauteſchlägerſtr. 13, Beſſungerſtraße 92 und Langegaſſe 7, letztere
vor=
erſtnurvon3 Uhrnachmittags angeöffnet. Hier gelten die gleichen Preiſe.
Zungen, Nieren, Leber, Hirn und Fett werden zu beſonderen
(37a
Preiſen verkauft.
Der Oberbürgermeiſter.
Städtiſcher Fleiſchverkauf.
Auch auf dem Marktplatz wird beſtes
holländiſches Rindfleiſch, alle Stücke zu 82 Pf.,
verkauft.
(798a
Der Oberbürgermeiſter.
Schloſſerarbeiten
im ſtädtiſchen Schlachthof ſollen
vergeben werden.
Die Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis
Dienstag, 14. Januar 1913,
vormittags 10 Uhr,
einzureichen.
(873oi
Darmſtadt, 4. Januar 1913.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
Bank für Handel und
In=
duſtrie, Darmſtadt.
Den Bankbeamten Julius Cohn
und Dr. jur. Richard Lachmann,
beide in Berlin, iſt Prokura für
die Niederlaſſungen in Berlin und
Darmſtadt erteilt.
Die Prokura
1. des Hugo Brink und
2. des Ludwig Neuz,
beide in Darmſtadt,
ſo=
wie
3. des Dr. Hans Leſſing in
Berlin iſt erloſchen.
Der Prokuriſt Franz Grebe hat
ſeinen Wohnſitz von Darmſtadt
nach Berlin verlegt.
Geheime Kommerzienrat Karl
Friedrich Hedderich in Darmſtadt
iſt aus dem Vorſtand ausge=
(949
ſchieden.
Derſtellvertretende Direktor Paul
Bernhard in Berlin iſt zum
Di=
rektor beſtellt.
Darmſtadt, 2. Januar 1913.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Prſtantnchunt.
In dem Konkursverfahren über
den Nachlaß des Adam
Baltha=
far Georg Walther II. zu
Mal=
chen iſt Termin zur
Beſchluß=
faſſung über die vom Verwalter
betätigte Veräußerung der noch
vorhandenen Immobilien und zur
Prüſung der nachträglich
ange=
meldeten Forderungen auf:
Mittwoch, 22. Januar 1913,
vormittags 9 Uhr,
Zimmer 114,
(1003
beſtimmt.
Darmſtadt, 3. Januar 1913.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts II.
HASSIA
Büro
Inh. S. Guttmann
Vendelstadtstr. 26
Telephon 1679.
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Schrei bmaschinen-
Arbeiten
Diktate
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Vervielfältigungen
ohne Fettrand.
Zeugnis-Abschriften
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer 5.
meines Ausverkaufs wegen Umzug
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ScHWARZ-WEISSE RABATT-MARKENN.
Deſſnliche Aufordernm,
Nach § 2 der Polizeiverordnung des Großh. Kreisamts
Darm=
ſtadt vom 11. März 1911 über die Bekämpfung der Schnakenplage
hat jeder Grundſtückseigentümer auf Aufforderung der
Ortspolizei=
behörde in den Kellern ſeiner Hofreite mindeſtens einmal in der dazu
geeigneten Zeit, und zwar bei Froſtwetter, die überwinternden Schnaken
durch Ausbrennen oder, wo dies nicht angängig iſt, durch Ausräuchern
zu vernichten.
Wir fordern daher ſämtliche hieſigen
Grundſtückseigen=
tümer hiermit auf, alsbald und zwar ſpäteſtens bis zum 1. k.
Mts, das Ausbrennen der Keller vornehmen zu laſſen.
Das Ausbrennen der Keller geſchieht am beſten mit einer
Spiritusfackel, die man ſich leicht ſelbſt herſtellen kann. Man befeſtige
am Ende einer Stange Lappen, Werg oder einen ähnlichen Stoff,
tränkt dieſen mit Spiritus und zündet ihn an. Vor einem allzu
reichlichen Tränken des Stoffes mit Spiritus wird nachdrücklich
ge=
warnt, da der Spiritus ſich beim Brennen ausdehnt und dann leicht
brennender Spiritus abtropft, wodurch Unfälle entſtehen können.
Eb enſo iſt es ſtets zu vermeiden daß in der Nähe des Ausbrennenden
ein Gefäß oder eine Kanne mit Spiritus ſteht, weil die von dem Spiritus
ausgehenden Dämpfe an der offenen Flamme leicht entzündbar ſind.
Da bei dem Ausbrennen der Keller zur Vermeidung von
Brandfällen große Vorſicht geboten iſt, empfiehlt es ſich, das
Ausbrennen von Feuerwehrleuten vornehmen zu laſſen. Geſuche
um Ueberlaſſung von Feuerwehrleuten für genannten Zweck ſind
entweder an die zuſtändigen Polizeireviere oder direkt an die
ſtändige Feuerwache hinter der Stadtkirche (Telefon Nr. 1772)
zu richten. Die Koſten für das Ausbrennen (50 Pfennig für die
Stunde einſchl. Fackeln) ſind von den Grundſtückseigentümern
gegen Quittung an die Fenerwache zu zahlen.
Das Abbrennen der Schnaken, die erfahrungsgemäß in dunklen
Ecken und Winkeln in großen Haufen zuſammenſitzen, hat in der
Weiſe zu geſchehen, daß man an der höchſten Stelle des Kellers beginnt
und von da aus langſam an den Wänden herunterfährt. Man darf
auf keinen Fall unten anfangen, weil die anſteigende Wärme die
weiter oben ſitzenden Schnaken verſcheucht.
In Kellern, in denen Petroleum, Benzin, Spiritus oder
ähn=
liche feuergefährliche Stoffe lagern, muß das Ausbrennen wegen der
damit verbundenen Feuersgefahr unterlaſſen werden. Solche Keller
ſind auszuräuchern. Das Ausräuchern geſchieht am einfachſten mittels
Schwefels, der auf eine Pfanne einen Tiegel oder einen Blechtopf
zu legen und anzuzünden iſt. Die Kellerluken und =Fenſter müſſen
vorher geſchloſſen werden.
Vom 1. Februar ds. Js. an werden Polizeibeamte und
Feuerwehrleute kontrollieren, ob die Grundſtückseigentümer ihrer
Verpflichtung zum Ausbrennen der Keller ſämtlich nachgekommen
ſind. Im Kalle der Unterlaſſung wird das Ausbrennen der
Keller durch Feuerwehrleute auf Koſten der ſäumigen
Grund=
ſtücksbeſitzer ausgeführt werden. Die Eigentümer haben zu
dieſem Zwecke ihre Keller den Polizeibeamten oder
Feuerwehr=
leuten zugänglich zu machen. (§ 1 und 4 der genannten
Polizei=
verordnung.)
Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften der erwähnten
Polizeiverordnung können nach geeigneter Verwarnung mit
Geld=
ſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft werden.
Darmſtadt, den 3. Januar 1913.
(883oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
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ſchiedene Salontiſche und andere große und kleine Tiſche,
Seſſel und Stühle, 2 Spiegelſchränke, 1 Bücherſchrank,
1 Damenſchreibtiſch, 1 Vertiko, verſchiedene Pfeilerſchränkchen
und Kommoden, 1 Brandkiſte (für Weißzeug), Kleiderſchränke,
verſchiedene Waſchkommoden und Nachttiſche mit und ohne
Marmorplatte, 4 Betten (komplett) mit Roßhaarmatratzen
und ſonſtige kleine Möbel, als Ziertiſche, Toilettentiſche,
Hausapotheken, Bauerntiſche, Etageren u. a. m., Spiegel,
Bilder, Oelgemälde (darunter die Kreuzabnahme Chriſti nach
Rubens), Vorhänge aller Art, 2 Eisſchränke, verſchiedene
Küchenſchränke und Tiſche, 1 Waſchmangel, 1 Stehleiter,
verſchiedene Lüſter, Hänge= und Stehlampen, 2 Ofenſchirme,
2 Säulen uſw., ferner eine Partie Vaſen, Nippes und
ſonſtige Zierſtücke, Porzellan und Gläſer verſchiedener Art.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare
(685id
Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 7. Januar 1913.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 8. Januar 1913, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle‟ (
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gaſſe) zwangsweiſe öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung:
1 Damenrad, verſchiedene Fahrradteile (Laternen,
Sättel, Lenkſtangen und Luftpumpen), 1 Ladentheke,
1 Pult, 1 großer Spiegel, 1 große Wanduhr, 1
Spiegel=
ſchrank, 1 Diwan, 1 Vertiko, 2 Trumeaux mit Spiegel,
1 polierter Kleiderſchrank, 1 Diwan, 2 Bilder in Goldrahmen,
1 Kommode u. a. m.
Ferner hieran anſchließend auf freiwilligen
Antrag:
8 vollſtändige Betten, 5 eintürige Kleiderſchränke
(Waſchgarnituren), Waſchtiſche, Nachttiſche, Spiegel,
(997
1 Eckſofa, Porzellan und Küchengeräte.
Verſteigerung vorausſichtlich beſtimmt.
Darmſtadt, den 6. Januar 1913.
Kapp,
Gerichtsvollzieher in Darmſtadt
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 8. Januar 1913, vorm. 11 Uhr.
und, wenn nötig, nachmittags 3 Uhr, werden im Pfandlokal
Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration zur Röſenhöhe) dahier
I. zwangswriſe:
verſchiedene Möbel, als: Kleiderſchränke, Vertikos, Die
wans, Sofas, Spiegel, Waſchkommoden, Waſchſchränke,
1 Plüſchgarnitur, Fußteppiche, 1 Kredenz, 1 Salonſchrank,
Bücherſchränke, Ruhebetten, Serviertiſchchen, Tiſche,
Kom=
moden, Spiegelſchränke, Uhren, 1 Sekretär, Pianinos, 1 Stutze
flügel, 2 Nachtſchränke, vollſtändige Betten, 1 eiſerne
Bett=
ſtelle, ferner Formularſchränke, Jalouſieſchränke,
Laden=
ſchränke, Ladentheken, eiſ. Behälter, Oelſtänder, 1
Flaſchen=
geſtell, 1 Reklameſtänder, Eſſigfäſſer, 1 Partie
Wand=
ſprüche in Brandmalerei, Photographie=Albums,
1 Grammophon, Damenhandſchuhe, 1 Fahrrad, 1
Friſeur=
toilette, 1 Handkarren:
II. auf freiwilliges Anſtehen:
beſſere Möbel: 1 vollſt. Schlafzimmer=Einrichtung,
darunter 1 Spiegelſchrank, Roßhaarmatratzen, 1
Küchen=
einrichtung, 1 Diwan, 3 Eisſchränke, 1 Kaſſenſchrank,
1 gr. Garderobegeſtell, 1 Nähtiſchchen, Spiegel in
Goldrahmen, 1 antiker Kleiderſchrank, 1 Kommode,
1 Ampel, 1 große Zughängelampe u. dgl. mehr
durch den Unterzeichneten verſteigert.
(996
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Seite 15.
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II4r
Denke, wie Du willſt, beurteile mich nach Deinem
Stand=
dunkt, mir ſoll es recht ſein! — Ich verkaufe mich nicht,
laudia, ich hab es nicht nötig, lediglich nach Geld zu
hei=
katen, da ich ſelbſt mehr als genug habe — ich bin reich —
Da ſah ſie ein Achſelzucken und ein hohnvolles Lächeln
lder Stiefmutter, und eine Erkenntnis dämmerte in ihr
luf, als ſie des Vaters Geſicht ſah, das ihr im Lichtſchein
ſer Lampe ſeltſam müde und verfallen ſchien — — oder
hin ich es nicht mehr? rief ſie ängſtlich aus — ſo ſprecht
ſoch, mein Gott, ſpannt mich doch nicht auf die Folter —
Nein, Du biſt es nicht mehr, Margareta, ſagte
Clau=
ſia hart, Du biſt reich geweſen — jetzt aber haſt Du gar
lſichts mehr, und auch wir haben nichts mehr — wir ſind
Uettelarm — haßerfüllt ruhte ihr Auge auf dem wie
ge=
ſrochen daſitzenden Gatten — Papa hat in allerdings
un=
erantwortlicher Weiſe mit Deinem Gelde operiert,
ind da —
Abwehrend hob Margareta den Arm.
Schweig, Claudia, oder klage lieber jemand anders
m, als meinen edlen, guten Vater, kam es ſeltſam
gebie=
kriſch von ihren Lippen, und wie ſchützend gegen iene
merichſenige Aulage iage ſe den Aen mn ſehm=
Hals und drückte den Kopf des Vaters feſt an ſich.
Ach, meinſt Du vielleicht mich damit Margareta? Das
iſt ſehr gut, das iſt köſtlich! und Claudia lachte mißtönend
auf, daß es dem jungen Mädchen förmlich wehe tat —
mich willſt Du verantwortlich machen dafür, daß Dein
Vater —
Sie kam nicht weiter; denn der Major richtete ſich hoch
auf und ſagte mit zitternder Stimme:
Ja, es iſt ſo, Kind, ich habe unverantwortlich gehandelt
— aber im beſten Glauben — — nun iſt das Unglück über
mich hereingebrochen, und Dein leichtſinniger Vater hat
das Geld, das Du ihm anvertraut haſt, verloren
mein Kind, wie ſtehe ich da in Deinen Augen
ein
Schluchzen erſtickte ſeine Stimme.
Da hing ſich Margareta an ſeinen Hals.
Nicht weinen, Papa, nicht weinen! Um Gottes willen,
denke an Deine Augen, Du darfſt doch nicht weinen, rief
ſie angſtvoll aus und legte ihre Hand ſchützend auf ſeine
Augen; dann fuhr ſie ſanft überredend fort: Iſt das denn
gar ſo ſchlimm, Papa? Hängt denn am Gelde allein unſer
ganzes Erdenglück? Die Hauptſache iſt, daß wir gefund
ſind! — Und um mich ſorge Dich nicht! Du weißt doch,
wie wenig ich mir aus meinem vielen Gelde gemacht habe!
— und bettelarm, wie Claudia ſagt, ſind wir auch
nicht! — —Du haſt Deine Penſion, und ich habe meine
herrliche Kunſt — da können wir drei ganz ſchön leben
Hier lachte Claudia johnvall auf.
Du haſt eine Ahnung, was es heißt, ſich einſchränken,
mit jedem Pfennig rechnen müſſen, ihn dreimal umdrehen,
ehe man ihn ausgibt — — in der Theorie iſt ja das alles,
was Du ſagteſt, ſehr ſchön — aber in der Praxis — —!
Du gerade, Margareta, würdeſt Dich umſehen! Vor allem
müßte Deine in ſo großartigem Stil betriebene
Wohl=
tätigkeit aufhören — und Deine Toiletten? Wenn ſie
auch den Eindruck der Einfachheit machen, ſo koſten
ſie doch gerade genug! — Du ſprichſt weiter ron
Deiner Kunſt — — willſt Du etwa damit verſuchen, Dein
Brot zu verdienen? Tue es immerhin, und Du wirſt ſehen,
wie weit Du damit kommſt, was ſie Dir einbringen wird,
wenn Du nicht mehr das reiche Fräulein von Löwen biſt
die Ernüchterung wird nur zu bald eintreten! —
Und jetzt, wo Dir bei unſerem großen Unglück eine ſolche
Partie geboten wird, wo Du Gelegenheit haſt, Papa mit
einem Male von Deinen Sorgen zu befreien — da willſt
Du nicht — —iſt das Deine Liebe, Margareta?
Förmlich erſchöpft hielt Claudia einen Augenblick inne
in ihrem Redeſchwall. Ehe ſie aber weiter reden konnte,
ſagte das junge Mädchen:
Bitte, Claudia, laſſe mich mit Papa allein, ich werde
ſelbſt mit ihm reden.
Es war ihr unmöglich, nur ein Wort in Gegenwark
der Stiefmutter über jene Angelegenheit zu verlieren; ſie
konnte ſie nicht ſehen in ihrem entfeſſelten unfeinen Weſen.
Das iſt ja ſehr ſchön! Deutlicher kann mir nicht
ge=
zeigt werden, wie überflüſlig ich hier bin — nun wohl
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer 3.
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938
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e e
wat beſreient
Beleidigt rauſchte Claudia hinaus, innerlich jedoch ſehr
froh, der peinlichen Situation entronnen zu ſein! Mochten
die beiden ſich mit Gefühlsbeteuerungen überſchütten, die
Hauptſache war, daß Margareta den Heiratsantrag des
„verrückten Amerikaners” — wie Claudia Mr. Catlin im
ſtillen nannte — annahm, und ſie würde es auch tun, und
dann war die Bahn frei für die Majorin!
Claudia hatte immerhin ein peinliches Gefühl Gretchen
gegenüber ſeit jener Stunde; es war nicht Scham, nein,
nur das Bewußtſein, daß das junge Mdchen ſie in der
Hand hielt und die Furcht, daß ein Zuſammentreffen mit
Ernſt Brand doch Aufklärung bringen würde, und das
mußte auf jeden Fall verhindert werden.
Und war jetzt nicht die beſte Gelegenheit dazu? Wenn
Margareta ſich verlobte, hatte ſie da nicht recht gehabt?
Mußte Brand nicht einſehen, daß er das blonde Mädchen
zu hoch taxiert, daß er ſeine Zuneigung einer Unwürdigen
geſchenkt, die aus kalter Berechnung dem Reichſten ihre
Hand ſchenkte?
Daß er die Verlobung von dieſem Standpunkt
be=
trachtete, dafür wollte Claudia ſchon ſorgen, und dann
würde er reuig zu ihr zurückkehren — in dieſem Gedanken
leuchteten ihre Augen auf und ein befriedigtes Lächeln
um=
ſpielte ihren Mund.
Sie hatte die Hoffnung auf Ernſt Brand noch nicht
aufgegeben! —
Gretchen war nun mit ihrem Vater allein und wie
befreit atmete ſie auf. Sie ſetzte ſich zu ihm, ſtreichelte
ſeine Wangen und redete ihm in ihrer ſanften, lieben
Weiſe gut zu. Er möge ſich nur nicht ſo um den
Ver=
luſt des Geldes grämen; ſie täte es auch nicht, man könnte
auch in kleinen Verhältniſſen glücklich ſein.
Die Länbuße ihres Vermögens war wabrlich nicht der
e e e
gültig gegenüber, als ob ſie ſich der Größe desſelben
gar nicht bewußt ſei.
Wie wohltuend war dem Major dieſe liebevolle
Sprache ſeines Kindes gegen das Verhalten der Gattin.
Wenn er an die letzte Stunde dachte, überlief ihn ein
Fröſteln. Als er Clauda das Unglück mitgeteilt hatte,
überſchüttete ſie ihn mit einer Flut von Vorwürfen, ohne
nur ein Wort der Teilnahme für ihn zu haben, der
Be=
ruhigung, daß ſie mit ihm tragen wollte. Aus ihr ſprach
der kraſſe Egoismus, nur Aerger, Zorn, daß ſie nicht in
der gewohnten glanzvollen Weiſe weiter leben konnte
und dieſe Erkenntnis der Herzenskälte und Genußſucht
ſeiner Frau drückte ihn faſt zu Boden.
Wie danke ich Dir, mein liebes Kind, für Deine
Groß=
herzigkeit, ſagte er und küßte ſie auf die Stirn.
Dann legte er ihr klar, welche unglücklichen Zufälle
mitgewirkt hatten, den Verluſt herbeizuführen, wie er bis
zum letzten Augenblick noch gehofft, wie er angeſpannt
ge=
arbeitet hatte — aber alles vergebens.
Du lieber, armer Papa, und ich habe nichts von
Deinen Sorgen und Kümmerniſſen gewußt
Das ſollteſt Du auch nicht, mein Gretchen, genug, daß
ich — ja, wenn es uns beide nur anginge — aber
Clau=
dia, wie wird ſie entbehren, wie wird es ihr ſchwer
wer=
den, ſich einzuſchränken!
Dann muß ſie ſich eben drein finden und muß es
lernen, ſagte Gretchen hart, ſie braucht wirklich noch nicht
zu hungern und dürftig gekleidet zu gehen.
Wie wenig die Frau die fürſorgende Liebe des
Gat=
ten verdiente! Wenn er ahnte, wie unwert ſie derſelben
war — und doch hing ſein ganzes Herz noch an dem
ſchönen, gleißneriſchen Geſchöpf.
Ach, Gretchen, das Schwerſte hab ich Dir ja noch nicht
galagt, fuhr der Major gedrückt fort. Du weißt, daß mein
e e e ee
mit zur Verwalung gegeden haut und das iſt ebenſalle
verloren! Statt daß ich es ihm verdoppelt zurückgeben
konnte, habe ich es auch verſpielt in jenem Unternehmen,
das auch Dein Vermögen verſchlungen hat! Er iſt leidend,
ſeine Tage ſind gezählt, und da wollte er, um Frau und
Tochter beruhigt, ſie vor Not geſchützt wiſſend, aus der
Welt gehen können — und nun das! — Wie ich es ihm
mitteilen ſoll, weiß ich nicht. Siehſt Du, Kind, das drückt
mich faſt zu Boden!
Gretchen war blaß geworden.
Das war allerdings ſehr traurig. Sie ſah im Geiſte
die Familie des penſionierten Hauptmanns Dornblüth
vor ſich, in der es ſo kümmerlich zuging, denn die
Krank=
heit des Hauptmanns hatte Tauſende gekoſtet, von einem
Bad ins andere war er gegangen, alles vergebens — und
nun noch das Schlimmſte, der gänzliche Verluſt des
Ka=
pitals, woran ihr Vater die Schuld trug — und ihr wal
nun auch die Möglichkeit genommen; ſie hatte ſelbſt nichts
mehr als ihre Kunſt — und ihre tote Liebe!
Und was nun, Papa? fragte ſie leiſe.
Ja, was nun, Kind! Das frage ich mich auch — ich
finde keinen Ausweg. Den ganzen Nachmittag habe ich
geſonnen und mir den Kopf zermartert, wie vor allem
Dornblüth zu entſchädigen — da kam mir ein
Hoffnungs=
ſtrahl, jener Brief von Mr. Catlin—
Ah, und Du dachteſt —
Gretchen preßte die Lippen zuſammen, während der
Major ſie ängſtlich beobachtete.
Allerdings, mein Kind! — Claudia meinte auch —
Und einen anderen Ausweg gibt es nicht?
Ich weiß keinen!
Margareta wandte ſich ſtill um und ging ans Fenſter,
Sie ſtarrte trübe ſinnend hinaus.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 5.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer 3.
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[ ← ][ ][ → ]Dienstag, 7. Januar.
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(VI946
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Stadtrat Dr. Greverus,
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Habe bei meinen Kücken
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Na=
gut” (viele Wintereier) erzielt uſw.
Wilh. Kliemchen,
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer 5.
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Vorträge.
C. Im Konkordiaſaale ſprach am Sonntag Hofkaplan
Nopp=Freiburg i. B. über: „Mädchenhandel und
Mädchenſchutz”. Nach einleitenden Worten des
Vor=
ſitzenden des Katholiſchen Frauenbundes und des Leiters
der hieſigen Sektion des Volksvereins für das katholiſche
Deutſchland Dr. med. Kocks erläuterte der Redner den
Begriff des Mädchenhandels, der eine vollſtändige
Orga=
niſation beſitzt und enorme Summen abwirft.
Anderer=
ſeits wird dieſe Peſtbeule in den letzten Jahrzehnten
im=
mer ſchärfer und auch erfolgreicher bekämpft. Katholiſche,
evangeliſche und jüdiſche Vereine reichen ſich hier die
Hände. Außerdem beſteht ſeit 1899 eine internationale
Kampfesliga. Ferner ſind die Regierungen aller
Kultur=
ſtaaten in den Kampf gegen das Uebel eingetreten und in
Berlin iſt mit gutem Erfolg eine Zentralpolizeiſtelle
ge=
ſchaffen worden, die freilich gegenüber den raffinierten
Schlichen der Händler öfters verſagen muß. Redner ging
dann auf die Urſachen der Kalamität ein und machte eine
Reihe Vorſchläge zu deren Beſeitigung, u. a. durch
Ein=
fügung eines verſchärften Paragraphen in die
Strafgeſetz=
bücher. Profeſſor Roos teilte wertvolle Einzelheiten
über die den Mädchenſchutz pflegenden Vereine hieſiger
Stadt mit und forderte zum Beitritt auf. Ein lebendes
Bild mit Deklamation und Muſikbegleitung beſchloß den
überaus zahlreich beſuchten Abend.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
eeſchiel
ſehenden Ernöllim
hült ſich die Rebatian für
* Der Richard Wagner=Verein wird ſeine
Konzerttätigkeit im neuen Vereinsjahre mit zwei
künſtle=
riſchen Ereigniſſen erſten Ranges eröffnen: einem
Kam=
mermuſikabend des Klingler=Quartetts aus
Berlin und einem Konzert des Deſſoffſchen
Frauenchors aus Frankfurt a. M. Ueber das
Kling=
ler=Quartett, das in Berlin das Erbe des Joachim=
Quar=
tetts übernommen hat, ſchrieb vor kurzem die Münchener
Zeitung: „Das Ereignis der letzten Zeit war der
Quar=
tettabend, den Karl Klingler mit ſeinen Leuten
veran=
ſtaltet hat. Dieſer Künſtler iſt ſo glücklich, auf der Geige
ſeines Meiſters Joachim ſpielen zu können, und es läßt
ſich in der Teit kein würdigerer Erbe denken. Das klaſſiſche
Naturell des idealſten aller Quartettſpieler iſt in ihm
wie=
der aufgelebt. Wir hören wieder einen Beethoven= und
Brahmsvortrag, in dem die ganze Größe und
Einheitlich=
keit der ſchöpferiſchen Intuition vollkommen wiederklingt,
in dem die zarteſte dynamiſche Belichtung, die gerinaſte
Schwebung des Zeitmaßes, der unſcheinbarſte rhythmiſche
Akzent wie unwillkürlich aus dem aktiven Erfaſſen des
geſamten Organismus herausfließt; und wir hören das
alles in einer durchgeiſtigten Schönheit der Tongebung,
die von mihverſtandenen Weicheit ebenſo frei iſt wie von
mißverſtandener Rauheit.‟ — Der Beethoven=Abend, den
das Quartett am nächſten Donnerstag hier veranſtaltet,
dürfte ſomit allgemeinſtem Intereſſe begegnen.
Luftfahrt.
Die Furcht vor deutſchen Zeppelinſchiffen.
— London, 6. Jan. Aus Dover wird gemeldet,
daß ein unbekannter Luftkreuzer über Dover
hinwegflog und landeinwärts verſchwand. Ein
Staats=
beamter und einige Poliziſten hörten das Geräuſch der
Motoren. Der Wind wehte gerade mit 50 Kilometer
Ge=
ſchwindigkeit. Man glaubt in Dover, daß es ein vom
Feſtland über den Kanal gekommener
Luft=
kreuzer geweſen ſei.
er. Ein neuer Flugrekord wurde auf dem
Habsheimer Flugplatz von dem deutſchen Piloten Faller,
der erſt kürzlich einen neuen Weltrekord mit vier
Paſſa=
gieren an Bord aufſtellte, erzielt. Diesmal glückte es F.,
mit einem Aviatik=Doppeldecker bei einer Belaſtung mit
fünf Paſſagieren, 1 Stunde 6 Min. 5 Sekunden
in der Luft zu bleiben.
Sport, Spiel und Turnen.
* Pferdeſport. Rennen zu Nizza. Prix Blondin;
Diſtanz 2800 Meter, 4000 Fres.: 1. Monſ. Cam Blancs
Tiberiade (Fenan), 2. Bucentaure (Powers), 3. Piece
dOr (Head). Tot. 28:10. — Prir de Villefranche; Diſtanz
3500 Meter, 5000 Fres.: 1. Monſ. Jam. Henneſſys Lord
Loris (A. Carter), 2. Va Tout (F. Williams), 3.
Ska=
liger (Powers). Tot. 58:10. — Prir de Monte Carlo;
Diſtanz 3000 Meter, 50 000 Fres.: 1. Monſ. M. de
Roth=
ſchilds Mary the Second (Thibault), 2. Novelt (F.
Wil=
liams), 3. Le Sopha (A. Benſon). Tot. 184:10. — Prix
de la Digue: Diſtanz 3500 Meter, 5000 Fres.: 1. Monſ.
Jam. Henneſſys Galafron (A. Carter), 2. Ultimatum
(Powers), 3. Ven y Gloe (Hawlins). Tot. 22ilg.
Rennen zu Pau. Prix de Sers; Diſtanz 3000
Meter, 1000 Frcs.: 1. Monſ. Eh. Tilloys Coatſerno,
2. Baillard, 3. Journaliere. Tot. 2710. — Prir des
Vio=
letes: Diſtanz 3400 Meter, 1500 Fres. 1. Monſ. J. Roes=
Noſtradamus, 2. Chipignia, 3. Charles. Tot. 58:10.
* Fußball. Sportklub=Griesheim 1903. Am
Sonntag ſpielte die 1. Mannſchaft des Sportklubs
Griesheim 1908 gegen die gleiche des F.=K.
Teu=
tonia=Weiterſtadt 1911. Obwohl Teutonig mit
4 Mann Erſatz antrat, gelang es Griesheim doch nicht,
einen Erfolg zu erzielen. Das Spiel wurde bei dem
Stande von 222 Toren abgebrochen.
Die Berliner Fußball=
Meiſter=
ſchaftsſpiele nahmen am Sonntag mit fünf
Ligakämpfen ihren Fortgang und brachten den führenden
Vereinen die erwarteten Erfolge. Ueberraſchend kam nur
die Niederlage des Berliner Meiſters Preußen mit 0:2
durch Tasmania. Der Kampf ſah in der erſten Spielhälfte
Tasmania in Front; aber nur durch einen Schuß, den
der ſonſt gut ſpielende Preußen=Torwächter Mills erſt
hinter der Torkinie hielt, fiel das einzige Tor für
Tas=
mania. Nach der Pauſe wurde Preußen zwar beſſer,
doch ließ der Angriff verſchiedene ſehr gute Chancen zum
Ausgleich aus. Kurz vor Schluß ſchoß der halblinke
Stür=
mer von Tasmania im Anſchluß an einen Eckball das
zweite Tor. — Viktoria befeſtigte ſeine führende Poſition
durch einen ſchönen Sieg von 3:1 (131) über Britannig.
Das Spiel wurde ſehr flott durchgeführt und Britannia
zeigte bis zur Pauſe eine geringe Ueberlegenheit. Durch
einen Schuß des Mittelſtürmers übernahm Britannia in
der 30. Minute die Führung und nur durch ein Selbſttor
gelang Viktoria der Ausgleich. In der zweiten
Spiel=
hälſte war der Kampf gleichmäßig verteilt, doch ließen
beide Parteien gute Chancen aus. Ein ſehr guter
Durch=
bruch des Rechtsaußen=Stürmers von Viktoria war in der
26. Minute erfolgreich. Und ſchon eine Minute ſpäter
er=
höhte Viktoria durch einen verwandelten Elfmeterball den
Stand auf 311. Miyerva unterlag mit 0:6 (033) gegen
Vorwärts. Hertha gewann mit 1.0 (1.0) gegen
Aleman=
nia. Der Berliner Ballſpielklub hatte Union als Gegner
und blieb mit 5.2 (311) überlegener Sieger. — Die Spiele
in der erſten Klaſſe brachten folgende Ergebniſſe: Norden
Nord=Weſt ſchlug mit 311 Union=Potsdam, und Verein
für Bewegungsſpiele=Luckenwalde mit 411 Rapide. — Im
Geſellſchaftsſpiel beſiegte Weißenſee 1900 mit 570 Favorit,
und Tennis Boruſſia ſchlug mit 51 Sportklub=
Charlotten=
burg.
Die engliſchen Liga=Fußballſpiele
brachten in der erſten Klaſſe am letzten Spieltage folgende
Reſultate: Sheffield Wednesday-Middlesbrough 2:0,
Bolton Wanders-Woolwich Arſenal 511. Neweaſtle
United-Oldham Athletics 4:1 Mancheſter United-
Weſt=
bromwich Albion 111, Blackburn Rovers-Tottenham
Hotſpur 1:0, Sheffield United-Chelſea 333, Liverpol-
Bradford City 211, Everton-Notts County 110, Aſton
Villa-Mancheſter City 210.
gr. Die Berliner Hockeyſpiele um die
Verbandsmeiſter=
ſchaft ſahen den Verliner Sporiklub mit 42 (1.0) in Front
vor dem Berliner Ballſpielklub. Teutonia erfocht einen
ganz überraſchenden Sieg von 6:0 (4:0) über die zweite
Mannſchaft des Berliner Sportklubs. — In einem
Ge=
ſellſchaftsſpiel beſiegte eine kombinierte Mannſchaft von
Preußen mit 231 den Tennis= und Hockeyklub Friedenau.
* Schwimmſport. Für das ſechſte Berliner
Hallenſportfeſt hat der Jung=Deutſchland=Bund
dem Verbande Berliner Athletik=Vereine einen
Ehren=
preis zur Verfügung geſtellt, der in der zehnmal 50=
Meterſtafette für Militävmannſchaften zum Austrag
kom=
men wird. Das dankenswerte Intereſſe, mit dem man
dem Hallenſportfeſt entgegenkommt, iſt ferner aus der
Zu=
ſage des erſten Vorſitzenden des Jung=Deutſchland=
Bun=
des, Generalfeldmarſchalls Frhrn. v. d. Goltz, zu entneh=
men, der der Veranſtaklung an beiden Tagen, 13, und 17
Februar, beiwohnen wird.
* Radſport. Eröffnungsrennen im
Ber=
liner Winter=Velodrom. Auf der kleinen
Holz=
bahn in den Ausſtellungshallen am Zoologiſchen Garten
ging am Sonntag als Einleitung zu dem am 8. Januar.
beginnenden ſechſten Berliner Sechstage=Rennen ein
Flie=
germeeting in Szene Die Rennen begannen mit dem Er=n
öffnungsrennen, deſſen Vorläufe von Hoffmann, Rudel,
Schrage und Finn und deſſen Hoffnungslauf von Techmer
gewonnen wurde. Im Endlauf ging Hoffmann zwei
Runden vor Schluß an die Spitze und ſiegte mit einer
Länge gegen Finn, Techmer, Rudel und Schrage. Am
Internationalen Fliegermatch nahmen der Auſtralier
Grenda, Stol, Arend und Hoffmann teil. Im erſten Lauf
über zehn Runden führte zunächſt Arend, dann ging
Grenda an die Spitze. Zwei Runden vor Schluß griff
Stol den führenden Grenda an, der, im Begriffe, zum
Endſpurt überzugehen, zu Fall am. Stol ſiegte leicht
gegen Hoffmann und Arend. Im zweiten Lauf, der
eben=
falls über zehn Runden führte, trat Stol ſchon in der
fünf=
ten Runde an und legte ein ſo koloſſales Tempo vor, daß
Arend und Hoffmann vollſtändig überraſcht wurden und
weit zurückblieben, während Grenda ſich an das Hinterrad
Stols hängte. Zwei Runden vor dem Ziel ging dann
Grenda leicht an Stol vorbei und ſiegte überlegen. Im
dritten Lauf über zehn Runden ließ ſich Grenda von
Stol=
überrumpeln und von dem Hollinder ſchlagen. Der
Auſtralier konnte nur den zweiten Platz vor Hoffmann
und Arend belegen. Im Geſamtklaſſement ſiegie
Stol mit 4 Punkten vor Grenda 7, Hoffmann 9 und Arend
10 Punkte.
Toni Neuber=München bleibt Europas
meiſter im Einerkunſtfahren. Der Gau
(Berlin) des Deutſchen Radfahrerbundes veranſtaltete am
Samstag ſein alljährliches Saalſportfeſt, das ſeinen
Höhepunkt in der Austragung der Europameiſterſchaft im
Einerkunſtfahren fand. Es war erſtaunlich zu ſehen, mit
welcher verblüffenden Leichtigkeit ſich der Verteidiger des
Titels, der Münchener Neuber, der ſchwierigſten
Aufe=
gaben entledigte. Wie zu erwarten war wurde ihm auchl
der Sieg zuerkannt und reicher Beifall lohnte den
Künſt=
ler nach Beendigung ſeiner Darbietungen. Die einzelnen
Reſultate waren: Zweier = Kunſtfahren: 1. Gebr. Graft
Charlottenburg, 2. Werner und Senf=Radeberg, 3. Guts
ſchmidt und Siebke=Caputh. Farben=Reigen: 1. Rad
fahrerklub Defekt 02=Berlin, 2. Boruſſia=Werder, 3.
Wan=
derer=Spandau. Radballſpiel (zwei gegen zwei Spieler)
Boruſſia=Köpenick gegen Baruſſia=Werder 4:3. Europa
meiſterſchaft im Einer=Kunſtfahren: 1. T. Neuber=
Mün=
chen, 2. Gutſchmidt=Caputh, 3. Wenzel=Breslau.
Rad=
ballſpiel (Vereinsſpiel um den Bundespokal): Radfahrer=
Union Groß=Lichterfelde gegen Germania=Schöneberg 5:3,
Wanderpreisreigen: 1. Radfahrerklub Zugvogel=
Lucken=
walde, 2. Wanderer=Spandau.
Radrennen zu Paris. Das dritte Pariſen
Sechsſtundenrennen hat am Sonntag mit einem
Siege der franzöſiſchen Fahrer geendet. Das Rennen
verlief in der erſten Stunde ziemlich monoton, doch wurde
ziemlich ſcharfes Tempo gefahren, wofür vor allem die
Belgier ſorgten. Nach Ablauf von drei Stunden legte das
noch immer geſchloſſene Feld 119,750 Kilometer zurück
Erſt die fünfte Stunde brachte das Feld auseinanden
Root ging plötzlich los, und von den übrigen gut unter
ſtützt gelang es endlich nach einer langen Jagd, die fünf
Paare Schilling=Heller, Gebrüder Charron, Buyſſe=Heus
ghem, Depaud=Vandenberghe und Schneider=Grubb zu
überrunden. Während die drei erſtgenannten Mannſchäft
ten dann weiter kein Terrain verkoren, büßten Depall
noch eine und Schneider=Grubb noch weitere 14 Runden
ein. Die Halbſtunden=Prämien wurden von Pouchois
Fogler Petit Verton, Pouchois, Fogler, Goullet Packe
buſch, Pouchois, Beyl und Schilling gewonnen. Nach Abl
lauf der ſechs Stunden wurde das Rennen abgebrochel
und die ſchnellſten Vertreter der an der Spitze liegendell
neun Mannſchaften traten zum Endſpurt über 10 Rundeſl
von je 250 Meter an. Sofort nach dem Start nahm dei
Berliner Packebuſch die Spitze und führte in ſchnellen
Fahrt. Bei Beginn der ſechſten Runde riſſen die Amer
kaner die Führung an ſich, die ſie bis zum Schluß dell
neunten Runde behielten. Beim Glockenzeichen erſchiell
plötzlich Dupré, gefolgt von Pouchois und Comes, in
Front. Der Franzoſe fuhr dann die letzten 250 Meter traßl
der vorangegangenen großen Anſtrengung in der ungsel
wöhnlich ſchnellen Zeit von 14,8 Sekunden und ließ keinell
ſeiner Gegner mehr aufkommen. Pouchois endete ein
halbe Länge zurück, in der gleichen Diſtanz folgte Come
vor dem Auſtralter Goullet. Das genaue Reſultat waſl
1. Dupre=Babize 233,100 Kilometer, 2. Pouchois=Bell
eine halbe Länge zurück, 3. Comes=Petit Breton ein
halbe Länge zurück, 4. Goullet=Fogler, 5. Root=Moralſi
6. Walthour=Wiley. 7. Pye=Hill, 8. Godevier=Crupa
landt, 9. Bader=Packebuſch; eine Runde zurück warell
Schiling=Heller vor Gebrüder Charron und Bupſil
Heusghem, 2. Runden zurück Depaud=Vandenberghe un
15 Runden zurück Schneider=Grubb.
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sagt der Volksmund, wenn er Kraftleistungen oder Aufwendungen bezeichnen will, die in gar keinem Verhältnis zu dem erreichbaren Zwecke stehen.A
die Hausfrau bedient sich dieses verschwenderischen Mittels, wenn sie, um eine gute Suppe herzustellen oder um Bouillon im Hause zu haben, teures frische
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Kulturgeſchichte des Mittelalters
Dritter Teil.
Von der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zum Ausgang des
Mittelalters
Fünf öffentliche Vorträge
von Profeſſor Dr. A. E. Berger,
Profeſſor an der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt.
Dienstag, den 7. Januar — Montag, den 13. Januar
Donnerstag, den 16. Januar — Montag, den 20. Januar —
Donnerstag, den 23. Januar, abends 8¼ Uhr, in der
Techniſchen Hochſchule, Saal 330, Eingang Weſtportal.
Die Vortragsreihe erſcheint als Fortſetzung der in
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ſgegangenen Jahren veranſtalteten kulurgeſchichtl. Vorträge.
Preiſe: Teilnehmerkarten für die fünf öffentlichen Vorträge
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Einzelvorträge 40 Pfg.
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Kartenverkauf: Verkehrsbureau (woſelbſt auch Mitgliederliſte
und Anmeldekarten) und Zigarrenlager I. Mylins, Herdweg 2.
Darmstädter Vortragsverband.
Mittwoch, den 15. Januar 1913, abends 8¼ Uhr.
im Festsaale der Turngemeinde.
Zum Besten des Festhaus-Vereins Darmstadt:
eter Rosegger-Abend
von Herrn
Max Hofpauer
Kgl. Bayerischer Hofschauspieler aus München.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu 3 Mk., Saal zu 2 Mk., Galerie
zu 1 Mk.; Studentenkarten zu 75 Pfg. und Schülerkarten zu 50 Pfg.
im Verkehrsbüro und abends an der Kasse.
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Der Vorstand.
Evungeliſche Männervereinigung
der Martinsgemeinde.
Einladung zum Vortrag
mit Lichtbildern
des Herrn Miſſionars Gutekunſt
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„Die evangeliſche Miſſion in
Namerun und Toge
am Freitag, den 10. Januar 1913, abends 8½ Uhr, im
Gemeindehaus, Mollerstraße 23.
Der Eintritt iſt für unſere Mitglieder und diejenigen unſeres
Frauenvereins gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte frei.
Nicht=
mitglieder zahlen 50 Pfg. Nur Erwachſene haben Zutritt.
Der Arbeitsausſchuß der Mäanervereinigung.
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Mess. Fechtverein Waisenschutz
Zweigverein Darmstadt.
Donnerstag, den 16. Januar 1913, abends ½9 Uhr
im Vereinslokal Brauerei Hessischer Hof
Henernversammung
Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Rechnungsablage, 3. Anträge,
4. Vorſtandswahl, 5. Wahl des Rechners, 6. Wahl der
Vertrauens=
männer, 7. Wahl der Vergnügungskommiſſion, 8. Verſchiedenes.
Anträge müſſen bis zum 10. Januar ſchriftlich bei unſerem 1.
Vor=
ſitzenden Herrn G. Burggraf, Kaſinoſtraße 28, eingereicht ſein.
Um zahlreiches und pünktliches Erſcheinen bittet
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Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen:
Sebaſtiano, e. reich.
Grundbeſitzer Georg Weber
Tommaſo, d.
Ael=
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80jährig
Moruccio, Mühl=
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knecht
Marta,
Pepa,
Antonia,
Roſalia,
Nuri,
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Hede Schaub
Johan. Kaſten
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Pedro, Hirte
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Sperrſitz: 1.—13, Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Gal. 1.25 M., II. Gal.
0.65 M.
Anf. 7½ Uhr. Ende geg. 10¼ Uhr.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ U. an.
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Mittwoch, 8. Jan. Außer Ab.
Poſſen=Zyklus (zu ermäß.
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Re=
giſtrator auf Reiſen”.
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fang 7½ Uhr. (Vgl. beſ. Anzeige.)
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„Der Raub der
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dieſer Vorſtellung findet ein
Karten=
verkauf nicht ſtatt.)
Freitag, 10. Jan. 94. Ab.=Vſt.
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Frank=
furter.‟ Gewöhnliche Preiſe
Anfang 7½ Uhr.
Die Erhebung der 3. Rate des
Abonnementsgeldes für die Spiel=
zeit 1912—13 findet Dienstag, den
7. bis Donnerstag, den 9. Jan.
913, nachmittags 3—5 Uhr, ſtatt.
Zahlſtelle: Veſtibül im Hoftheater.
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 7. Januar 1913.
Nummer 5.
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Ein Posten ganz feine, schwarz und
weiss gemusterte feinste
Waschstoffe, Voile, Batiste
Serie I
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Meter 58
Meter 75 ₰
Ein kleiner Posten feine
roh-
seidenartige Popeline
Meter nur 1.08
Seiden-Batist, 120 cm breit
Meter 48 ₰
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Reinwoll. Elsässer
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Meter 95 ₰
Meter 1.25
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Seide, alle Farben
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veilleux-Seide, reine
Seide . . . Meter nur 1.48
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Weisswaren
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Serie III
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Serie IV
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Ein Posten Hemdentuch
Serie I
Serie II
Meter 17₰
Meter 28,
Ein Posten feine Batist-
48
Hemdentuche
Meter
Grosse Posten ganz feine
Rein-Macco f. allerfeinste
Unterwäsche . per Meter 58₰
Ein Post. Bettuch-Dowlas
ca. 150 cm breit, per Meter 65 ₰
Ein Posten
Bettuch-Dowlas u. Cretonne
Serie I
Serie II
Meter 85 ₰
Meter 95₰
Ein Posten
schönste Bettuch-Dowlas
150/160 cm breit
Serie I
Serie II
Meter 98₰
Meter 1.20
Ein Posten weiße Bett-
Damaste, 130 cm br., Mtr. 65 ₰
Grosse Posten Ia Elsässer
Bett-
damaste, 130 cm breit, für 1½
schläfige Betten, nur mod. Muster
Serie
Serie II
Serie III
Mtr. 85 ₰ Mtr. 1.08 Meter 1.15
SerieI
Serie
Serie VI
Meter 1.38 Mtr. 1.68 Meter 1.98
160 cm, für 2schläfige Betten
Serie I
Serie II
Serie III
Mtr. 98₰ Mtr. 1.15 Meter 1.38
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Meter 1.68 Meter 1.98
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Ein Posten graue
Bett-
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sonst 1.65 . . Meter nur 75 ₰
Negligé-Damast, gutequal.
für Frisierjacken . Meter 48 ₰
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aus schwer. Winter-Trikot,
nur grau . . . Stück 2.25
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teilung:
Baumwenwaren
Ein Posten Waren aller Art u. zwar
130 cm breite écru Mulle, Musseline,
imitiert mit Seide, Veldurs,
pracht-
volle gemusterte Voile, Popeline für
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Waschstoffe, Damast, alles
durch-
einander, zum Aussuchen
Meter 39 ₰
Ein Posten Bett-Kattune
schöne Dessins . . Meter 26 ₰
Ia Satin-Bett-Kattune
Serie I Serie II— Serie III
Mtr. 39 ₰ Mtr. 48 ₰ Mtr. 58 ₰
Farbige Bettzeuge
Serie I Mtr. 25 ₰ SerieII Mtr. 48 ₰
Ein Posten Bett-Damaste
130 cm breit, rot und bordo
Meter 78 ₰
Bordo-Damaste, 130 cm
breit, mit prachtv.
Seiden-
glanz
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160 cm breit
. Meter 1.48
Ein Posten Bett-Kattune
zirka 160 cm breit . Meter 75 ₰
Ein Posten Schürzenstoffe
zirka 120 cm breit . Meter 48 ₰
Schürzendruck . . Meter 58 ₰
Ein Posten Schürzendruck
zirka 120cm schwer, Meter 78 ₰
Ein Posten gute Hemden-
. Meter 26 ₰
Flanelle
Eine Partie Tennis-Flanelle
Meter 32 ₰
für Blusen
Ein Posten Hemden-
Fla-
nelle, karriert . . Meter 32 ₰
Ein Posten ganz schwere
Hemden-Flanelle Mtr. 48 ₰
2000 Meter Velour-Biber-
Reste, sonst bis 80 ₰
Meter 38
Weißen Croisé-Barchent
gute Qualität . . . Meter 32 ₰
Feine Qualitäten weiss Croisé-
Barchent u, Finette
Serie II
Serie I
Meter 48 ₰
Meter 58 ₰
Serie III
Serie IV
Meter 68 ₰
Meter 75 ₰
Weissen Pique für Nachtjacken
und Röcke
Serie II
Serie I
Meter 33 ₰
Meter 39 ₰
Serie III
Serie IV
Meter 48 ₰
Meter 58 ₰
Roh-Nessel zum
Selbst-
bleichen .
per 10 Meter 2.95
Bettuch-Nessel, 150 cm
breit
Meter 68 ₰
Schweren Süddeutschen
Bettuch-Nessel . Meter 85
Ein Posten ganz gute farbige
Elsässer Hemden-Toile
für Herren-Hemden . Mtr. 48₰
In der Abteilung:
Eeinlenwaren
Bettuch-Halbleinen,
zirka 150/160 cm
Serie I
Serie II
Meter 78 ₰
Meter 1.15
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Schweres Hausmacher Bettuch-
Halbleinen, 150/160 cm breit,
garantiert Rasenbleiche
Serie I
Serie II
Meter 1.38
Meter
1.48
Ia Westfälisches Bettuch,G
Haustuch, 150 cm . Mtr. 35 ₰
Weiße Damast-Servietten
per Stück nur 18 ₰
Weiße Damast-
Tisch-
tücher. 115X165 gross, St. 1.48
Eine Partie Schlesische
reinlein. Tischtücher,
115X165 gross . . Stück 1.95
Eine Partie schwere
Haus-
macherreinlein.
Tisch-
tücher, 130X160 gross, St. 2.95
Halbleinene Jacquard-
Tischtücher, 115 X165
Stück 1.65
gross .
Künstlertischzeug, 130cm
Meter 88
breit, am Stück
Damast-Tischzeug, 110
Meter 95 ₰
cm breit
Weisse Gerstenkorn-
Handtücher, Ia Halb-
Meter 38₰
leinen
Ein Posten
Handtuch-
gebild, gute Qual., Meter 18 ₰
Ein Posten schwere
schle-
sische Reinleinen-Ge-
. Meter 48 ₰
bild .
Ein Posten bedruckte
Künstler-Kaffeedecken
Stück 1.48
Eine Partie reinleinene
Tischläufer, sonst bis
: Stück nur 1.48
4.50 .
Ein Posten fertige
Haus-
macher Bettücher, 2¼
. Stück 2.25
Meter lang .
Ein Posten Bettücher mit
Hohlsaum, 2¼ Meter lang
Stück 2.95
In der Abteilung:
Damen Wasche
Hemden, Beinkleider,
Nacht-
jacken, weiße Unterröcke,
Untertaillen
diverse Muster-Kollektionen u.
Rest-
bestände, nur gute Qualitäten, beste
Verarbeitung:
Serie II
Serie I
Stück 1.25 Stück 1.75
Serie IV
Serie III
Stück 2.50
Stück 1.95
In der Abteilung:
Triotdgen
nur Restbestände:
Herren-Normal-Hautjacken
Serie II
Serie I
Stück 1.25 Stück 1.45
Serie III
Stück 1.95
Ein Posten Normal-
Knaben-Unterhosen
für 10—14 Jahre . Stück 95 ₰
Ein Posten Herren-
Reit=
hosen ohne Naht . Stück 1.95
Eine Partie dicke Frauen-
Untertaillen . . Stück 95 ₰
Damen-Unterjacken, nur
gute Ware . . . . Stück 1.38
Herren-Normal-Unterhosen
nur gute und bessere Qualitäten
Serie II
Serie I
Stück 1.65 Stück 1.95
Restbestand bess. Herren-
Hemden, Normal mit Ein-
.Stück 2.50
satz
Ein Posten Herren-
Normal-Hemden, Stück 1.65
Ein Posten feine und bessere
Normal-Herrenhemden
Stück 2.50
(IV9 40,90
lange Jucqaufd Schiärdecken Stück C- meehent 2
Karter Fecken