Abonnementspreis
Inſerat
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annonen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Staatsſekretär des Auswärtigen Amtes v.
Kider=
len=Wächter weilte am Samstag in Darmſtadt
und wurde vom Großherzog empfangen.
Das Luftſchiff Schütte=Lanz iſt vom Reich für den
Preis von 700 000 Mark übernommen worden.
Der Figaro will von gut unterrichteter diplomatiſcher
Seite erfahren haben, daß Bulgarien dem
Drei=
bund beitreten werde.
Der italieniſche Senat nahm die Vorlage des
Friedensvertrages von Lauſanne mit 155
gegen 2 Stimmen an.
Die Friedenskonferenz in London beginnt am
Montag nachmittag.
Der Vizepräſident der Reichsduma, Fürſt Wolkowski,
wurde mit 289 gegeng5 Stimmen zum erſten
Vize=
präſidenten der Duma gewählt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Der Entwurf eines
Reichs=
theatergeſetzes.
* Wie ſchon mitgeteilt, iſt den beteiligten
Berufsver=
bänden der Entwurf eines Reichstheatergeſetzes
zuge=
gangen, um dieſen Gelegenheit zu geben, bei der Anfang
Januar im Reichsamt des Innern ſtattfindenden
Be=
ſprechung zu den einzelnen Beſtimmungen Stellung zu
nehmen. In bezug auf die öffentlich=rechtliche Seite
des Theaterbetriebs werden die Erforderniſſe fün die
Erteilung der Konzeſſion feſtgeſtellt. Dabei werden in
Anlehnung an die Beſtimmungen der Gewerbeordnung
Vorſchriften im Intereſſe der guten Sitten, des
Anſtan=
des und der Geſundheit, ſowie über die Beſchaffenheit
und Lage der Theaterräume in Vorſchlag gebracht.
Für die Engagementsverträge ſind
beſon=
ders folgende Beſtimmungen des Entwurfs
bemerkens=
wert: Zu den Bühnenmitgliedern im Sinne dieſes
Ge=
ſetzes werden auch die Orcheſtermitglieder gerechnet,
ſoweit ſie im Theaterbetrieb tätig ſind. Bezüglich der
Schriſtlichkeit der Verträge beſtimmt der Entwurf, daß
der Direktor auf Verlangen des Mitglieds einen
Bühnen=
vertrag ausſtellen muß und daß das Mitglied auf dieſes
Recht nicht verzichten kann Der Direktor kann ſich auf
Vereinbarungen nicht berufen, nach denen für ihn allein
der Vertrag nur unter einer Bedingung oder überhaupt
nicht verbindlich ſein ſoll. Damit iſt der Probemonat,
das Gaſtſpiel mit untergelegtem Engagementsvertrag,
beſeitigt. Es iſt überhaupt verboten, Verträge unter
auf=
ſchiebender oder auflöſender Bedingung zu ſchließen.
Nur bei mehrjährigen Verträgen iſt Auflöſung am Ende
der erſten Spielzeit nach vorangegangener zweimonatiger
Kündigung zuläſſig. Wird eine Kündigungsfriſt
ſonſt vereinbart, ſo muß ſie auch fürbeide Teile die
gleiche ſein. Eine einſeitige Verlängerung des
Ver=
trags iſt unzuläſſig, und eine Kündigung kann
rechts=
wirkſam nur ſchriftlich erfolgen. Die Vorproben, die
bis=
her vielfach unentgeltlich verlangt wurden, ſind mit der
halben täglichen Gage oder dem halben Spielhonorar
zu entſchädigen. Proben nach Abendaufführungen ſind
nicht geſtattet, ebenſo nicht während des
Hauptgottes=
dienſtes an Sonn= und Feiertagem, wie überhaupt an
dieſen Tagen Proben nur auf Grund beſonderer
Um=
ſtände ſtattfinden dürfen und, ſofern ſie ſtattfinden, mit
einvierteltägiger Gage zu bezahlen ſind.
Bei unverſchuldetem Unglück und
Krankheit, auch bei Schwangerſchaft verheirateter
weiblicher Mitglieder behält das Mitglied Anſpruch auf
Gehalt bis ſechs Wochen bei Verträgen, die über fünf
Monate oder auf unbeſtimmte Zeit geſchloſſen ſind, auf
vier Wochen bei Verträgen über ein bis fünf Monate
und bei Verträgen unter einem Monat auf eine
verhält=
nismäßige Zeit. Hierbei gilt als Gage das garantierte
Geld zur Hälſte und, wenn es das Doppelte der
verein=
barten Gage beträgt, zu zwei Drittel.
Die ſchwierige Koſtümfrage iſt in der Weiſe
gelöſt, daß der Direktor alle Kleider liefern muß, mit
Aus=
nahme derſenigen, die außerhalb der Bühne ohne
erheb=
liche Aenderung getragen werden können. Dieſe
Vor=
ſchrift gilt nicht bei Gaſtſpielen.
Sofern Geldſtrafen im Vertrage vorgeſehen
ſind, dürfen ſie nur bis zu einer halben Monatsgage
ver=
hängt werden und zuſammen in einer Spielzeit den
Be=
trag von einer Monatsgage nicht überſteigen. Die
Geld=
ſtrafen dürfen nur zum Beſten der Mitglieder oder zu
wohltätigen Zwecken des Bühnenweſens verwendet
werden.
Weitere Beſtimmungen betreffen ſchließlich die
Gründe, die den Direktor oder umgekehrt das Mitglied
zur ſofortigen Auflöſung des Vertrages ohne Einhalten
der Kündigungsfriſt berechtigen. Ein ſolcher Grund für
das Mitglied iſt z. B. auch keine oder unangemeſſene
Beſchäftigung.
Zur Präſidentenwahl in
Frankreich.
* Mitte des nächſten Monats läuft die ſiebenjährige
Amtszeit des Präſidenten der franzöſiſchen
Republik, Falliéres, ab, und das Parlament ſteht vor
der Aufgabe, den Nachfolger für ihn zu wählen, da er
ein für allemal abgelehnt hat, ſich zur Wiederwahl zu
ſtellen. Wahrſcheinlich wird die Wahl auf den 17. Januar
angeſetzt werden. Bisher haben ſich die republikaniſchen
Vorbereitungen dazu auf mehr oder weniger
geheimnis=
voll geführte Beſprechungen unter den Parteiführern und
die ſtille Arbeit für dieſen oder jenen Kandidaten in den
Wandelgängen der Kammer und des Senats beſchränkt.
Die kleine, aus unabhängigen Sozialiſten und Radikalen
beſtehende Gruppe nahm das Ziel ins Auge, ſich mit
an=
deren republikaniſchen Parteien der Linken ins
Einverneh=
men zu ſetzen, um womöglich eine gemeinſame Kandidatur
der linksrepublikaniſchen Mehrheit zu erreichen. In einer
Verſammlung wurde dementſprechend beſchloſſen, eine
Vollverſammlung aller Parteien der Linken einzuberufen,
um die verſchiedenen Kandidaturen für die Präſidentſchaft
der Republik zu erörtern und ſodann einen einzigen
ge=
meinſamen Kandidaten namhaft zu machen.
Der Deputierte Painlevé teilte einem Redakteur des
Figaro mit, der Miniſter der Arbeiten und der ſozialen
Fürforge, Senator Léon Bourgeois, der in erſter
Linie als Kandidat in Ausſicht genommen war, habe ihm
erklärt, daß ſein Geſundheitszuſtand ihm durchaus
ver=
biete, die Kandidatur für die Präſidentſchaft der Republik
anzunehmen. Dieſer Entſchluß ſei unwiderruflich.
Bour=
geois habe hinzugefügt, die republikaniſche Partei werde
unter den Männern, die im Innern und nach Außen
zum Nutzen und Anſehen Frankreichs die
Regierungs=
gewalt ausgeübt haben, gewiß einen geeigneten
Kandi=
daten finden. U. a. habe Bourgeois hierbei die Namen
Poincaré und Ribot genannt.
Deutſches Reich.
— Zur Veteranenfürſorge. Während der
parlamentariſchen Verhandlungen über das Leuchtölgeſetz
iſt deutlich zum Ausdruck gekommen, daß der Gedanke des
Entwurfs, die Erträgniſſe des Monopols zur
Aufbeſſe=
rung des Fonds für die Veteranen zu verwenden, nicht
die Zuſtimmung der Parteien gefunden hat. Wie es heißt,
dürfte ſeitens der Reichsregierung an dem Grundſatze
feſtgehalten werden, daß die um 8 Millionen zu
erhöhen=
den Mittel für die Veteranen, die dauernd dem
Haus=
halt einverleibt werden ſollen, nur dann angefordert
werden können, wenn auch eine Deckung dafür vorhanden
iſt. Dementſprechend iſt damit zu rechnen, daß auf die
Einbringung einer Vorlage über Mittel in dieſer Höhe
für die Veteranen zunächſt verzichtet wird, wenn die
Be=
ſtimmungen des Leuchtölentwurfs nicht zur Ausführung
gelangen. Wohl aber könnte man gelegentlich der
Rege=
lung der Beſitzſteuer der Frage nähertreten, ob hierbei
für die Deckung zur Erhöhung der Beihilfen Sorge
ge=
tragen werden kann.
— Die Freifahrkarten der
Reichstags=
abgeordneten. Man weiß, daß unter den ſtillen
Motiven bei der Entſcheidung darüber, ob eine Seſſion
geſchloſſen oder nur vertagt werden ſoll, ſchon wiederholt
die Abſicht eine Rolle geſpielt hat, durch eine Vertagung
des Reichstages die Gültigkeit der Eiſenbahnfahrkarte
aufrechtzuerhalten. Nun liegt eine Reſolution des
Ab=
geordneten Baſſermann zum Etat des Reichstages vor,
die einen Geſetzentwurf verlangt, durch den das
Diäten=
geſetz dahin abgeändert wird, daß den Mitgliedern des
Reichstages freie Fahrt während der Dauer der
Legis=
laturperiode auf den deutſchen Eiſenbahnen gewährt
wird, alſo unter Wegfall aller Einſchränkungen.
— Tagegelder an Schöffen und
Geſchwo=
rene. Der Bundesrat hat bisher über den Antrag auf
Gewährung von Tagegeldern an Schöffen und
Ge=
ſchworene noch keinen endgültigen Beſchluß gefaßt.
Zu=
nächſt dürfte eine nähere Berechnung des Betrages, der
hierfür erforderlich wäre, und ein Vorſchlag des
Reichs=
ſchatzamtes über die Deckung dieſer neuen Ausgabe
ab=
gewartet werden. Da es ſich um eine recht beträchtliche
Summe handeln dürfte, wird man vorausſichtlich dieſe
vom Reichstage wiederholt mit ſteigenden Mehrheiten
verlangte Neuerung erſt bei der bevorſtehenden
Umge=
ſtaltung der Straſprozeßordnung einführen.
In der Holzinduſtrie haben die
Ver=
handlungen zwiſchen dem Zentralvorſtand der
Induſtriel=
len und den Delegierten des Arbeiterverbandes begonnen,
um einen neuen Tarif abzuſchließen. Die Arbeiter
ver=
langen eine etwa zehnprozentige Lohnerhöhung.
6000 Morgen aus Polenhand. Die
Herrſchaft Choryn, Kreis Koſten, iſt, wie das Poſener
Tageblatt mitteilt, kurz vor der Zuſchlagserteilung ſeitens
des Herrn von Taczanowski freihändig an den
Groß=
herzog von Sachſen=Weimar verkauft und aufgelaſſen
worden. Das Zwangsverſteigerungsverfahren wurde
daher eingeſtellt. In dem Verſteigerungstermin am
ver=
gangenen Donnerstag war Herr von Chlapowski=
Ro=
gaczewo mit 3506 500 Mark Meiſtbietender. Choryn
um=
faßt mit ſeinen Vorwerken rund 6000 Morgen. Der
Bo=
den iſt gut bis auf 600 Morgen Wald und Oedland. Das
Beſitztum wird, wie verlautet, die Anſiedlungskommiſſion
übernehmen.
Das Scheitern der ſächſiſchen
Volks=
ſchulreform. Schneller noch als zu erwarten war,
iſt das Schickſal der ſächſiſchen Volksſchulreform
end=
gültig entſchieden worden. Wie als ſicher angenommen
werden konnte, haben vertrauliche Verhandlungen
zwiſchen einigen Mitgliedern der Erſten und Zweiten
Kammer die große Kluft in den Anſchauungen beider
Häuſer nur noch deutlicher zutage treten laſſen. Die
Eini=
gungsverhandlungen ſind vollſtändig geſcheitert. Die
Parteiführer haben jede Hoffnung aufgegeben. Es muß
nun allerdings noch das durch die Verfaſſung
vorgeſchrie=
bene Einigungs=Verfahren ſtattfinden, aber es kann nur
das gleiche Ergebnis haben, wie die geſcheiterten
Verhand=
lungen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Veränderungen im
öſterreichi=
ſchen Kriegsminiſterium. Die Wiener Zeitung
veröffentlicht das Kaiſerliche Handſchreiben, durch das
Kriegsminiſter von Auffenberg auf ſein eigenes Anſuchen
ſeines Poſtens enthoben und ihm aus dieſem Anlaß der
Orden der Eiſernen Krone erſter Klaſſe taxfrei verliehen
wird. Seine Wiederverwendung im Dienſt wird
vor=
behalten. Zum Kriegsminiſter wird der Sektionschef im
Kriegsminiſterium von Krobatin ernannt.
Frankreich.
Die Kammer und die Lehrerfrage.
Die Kammer beendete ihre Beratungen über die
Inter=
pellation betreffs der Lehrer. Vor der Abſtimmung über
die Tagesordnung erklärte Poincaré, die Regierung
zweifle nicht an der Vaterlandsliebe des Lehrerſtandes.
Die gegen Verfehlungen getroffenen Maßnahmen ſeien im
Intereſſe der Schule und der Lehrer. Beſonders die
Kundgebungen des Kongreſſes in Chambery ſeien
unver=
einbar mit der erzieheriſchen Aufgabe. Poincaré
verur=
teilte den Anſchluß der Lehrer an den „Sou du ſoldat” und
an die Antimilitariſten. Er erkannte aber die
Notwen=
digkeit eines Beamtenſtatuts an. Die Regierung ſei
keineswegs geneigt, auf die notwendige Autorität zu
ver=
zichten oder die parlamentariſche Gewalt vor einer neuen,
unbeſtimmbaren und unverantwortlichen Gewalt zu
beu=
gen. Nach lebhafter Debatte nahm die Kammer folgende
Tagesordnung an: Die Kammer bedauert gewiſſe auf
dem Kongreß von Chambery eingebrachte Anträge, ſowie
die der Laienſchule nachteiligen Auslegungen, zu denen
die Anträge Veranlaſſung gegeben haben. Die Kammer
iſt feſt überzeugt von dem Patriotismus der Lehrer und
entſchloſſen, den nationalen Elementarunterricht, der von
der Liebe zum Vaterlande getragen ſein müſſe, gegen
je=
den Angriff zu verteidigen. Die Kammer billigt die
Er=
llärung der Regierung und drückt ihr Vertrauen dazu aus,
daß die Regierung unverzüglich ein Beamtenſtatut ſchaffen
und einen Entwurf zur Verteidigung der Laienſchule
ausarbeiten wird.
Die Apachen und die Prügelſtrafe. Der
Pariſer Deputierte Denais beabſichtigt, an den Miniſter
des Innern die Anfrage zu richten, welche Maßnahmen er
ergriffen habe, um die aus Furcht vor der in England
eingeführten Prügelſtrafe nach Paris überſiedelnden
Londoner Apachen und Zuhälter aus Frankreich
auszu=
weiſen.
Spanien.
Der Marokkovertrag in der Kammer.
Bei der Beſprechung des franzöſiſch=ſpaniſchen Marokko=
Vertrages erklärte der Berichterſtatter de Cortinas, die
ſpaniſchen Unterhändler hätten die Intereſſen des Landes
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912.
Nummer 296.
energiſch und geſchickt verteidigt. Sodann ergriff der
Miniſter des Aeußern Garcia Prieto das Wort zu einer
mit Beifall aufgenommenen warmen Lobrede auf
Ca=
nalejas, der dank ſeiner außerordentlichen Beredſamkeit
und hervorragenden Einſicht die Hauptrolle bei den
Ver=
handlungen ſpielte. Im Laufe ſeiner Rede ſagte der
Miniſter:
Als Frankreich und Deutſchland um unſere
Zuſtim=
mung zu dem Vertrage, den ſie ſoeben abgeſchloſſen
hat=
ten, baten, antworteten wir, wir würden unſere
Zuſtim=
mung nicht erteilen, ſo lange nicht die Unverletzlichkeit
unſerer Rechte in Marokko garantiert ſei. Bei der
Ab=
grenzung der Zonen gelang es uns nicht, das zu
erhal=
ten, was wir wünſchten. Wir mußten beträchtliche
Ge=
bietsteile abtreten. Nichtsdeſtoweniger iſt kein
weſent=
liches Intereſſe Spaniens preisgegeben worden. Wenn
es ſich anders verhielte, wäre ich im Parlament
er=
ſchienen und hätte geſagt: „Die Verhandlungen ſind
ab=
gebrochen.‟ Die Rechte Spaniens in ſeiner Zone ſind
ähnlich den Rechten Frankreichs in deſſen Zone.
Außer=
dem haben wir die wirtſchaftliche Gleichberechtigung mit
Frankreich. Der Miniſter erklärte es ſodann für logiſch,
daß das Kapital und das Perſonal der Eiſenbahn
Tanger=Fez, die ſich größtenteils auf franzöſiſchem
Ge=
biete befinde, in der Hauptſache franzöſiſch ſei. Am Ende
ſeiner Rede wiederholte der Miniſter die Worte Mauras:
Jede Regierung hat völlig ihre Pflicht erfüllt, die, mag
ſie ſich getäuſcht haben oder nicht, immer mit beſtem
Wiſſen und Gewiſſen gehandelt hat.
Bei der Mehrheit wurde die Rede des Miniſters mit
langanhaltendem Beifall aufgenommen. Der Redner
wurde warm beglückwünſcht. Sodann wurde die Sitzung
vertagt.
Rußland.
Die Ausfuhr ruſſiſchen Fleiſches
Eine Konferenz von Vertretern der Induſtrie und des
Handels beſchäftigte ſich mit der Ausfuhr ruſſiſchen
Flei=
ſches nach Deutſchland. Die überwiegende Mehrheit
ſprach ſich für eine Förderung der Fleiſchausfuhr aus.
Die Vertreter des Börſenkomitees meinten, die Ausfuhr
müßte reguliert werden, damit nicht der innere Markt
be=
einträchtigt und eine ſchroffe Preisſteigerung verurſacht
werde. Die Frage wird demnächſt im Handelsminiſterium
erörtert werden.
Vereinigte Staaten.
Ausſchuß für Handelsſchiffahrt. Im
Repräſentantenhaus hat ſich ein Ausſchuß für
Handels=
ſchiffahrt gebildet. Er beginnt am 7. Januar 1913 ſeine
Arbeiten, die in der Unterſuchung der Dampfſchiffahrts=
Kombinationen und des Schiffsmonopols uſw. beſtehen
und zwar ſoll die Unterſuchung mit den fremden
Schiff=
fahrtsgeſellſchaften begonnen werden.
* Unhaltbare Zuſtände. Folgender
bezeich=
nender Fall ſozialdemokratiſchen Terrorismusk wird der
Poſt mitgeteilt: In Halberſtadt beſchäftigt die
Hand=
ſchuhfabrik H. Eggebrecht außer den ſozialdemokratiſch
organiſierten Arbeitern zwei ſogenannte Hirſch=
Dun=
ckerſche. Hierbei möchte ich gleich bemerken, daß der
Fabrikant dieſe beiden Arbeiter in einer beſonderen
Ar=
beitsſtube, getrennt von den übrigen (ſozialdemokratiſchen)
beſchäftigen mußte. Der Fabrikant wollte durch dieſe
Maßnahme die zwei Hirſch=Dunckerſchen vor
Verhöhnun=
gen und Beſchimpfungen bewahren. Jetzt wollte nun
die betreffende Fabrik wiederum fünf Hirſch=Dunckerſche
Arbeiter einſtellen. Man ſollte doch wohl meinen, daß
jeder Fabrikant in ſeiner Fabrik Herr ſei. Weit gefehlt!
Die ſämtlichen ſozialdemokratiſchen, dem
Zentralver=
bande der Lederarbeiter angehörenden Arbeiter,
kündig=
ten dieſerhalb einfach dem Fabrikanten. Das
Einigungs=
amt entſchied, der Halberſtädter Zeitung zufolge, den
Streit in dem Sinne, daß die neueingeſtellten fünf
Ar=
beiter zu entlaſſen ſeien! Das Ende vom Liede war
alſo, daß dieſe Arbeiter von ihren eigenen Kollegen
brotlos gemacht wurden, weil ſie nicht Sozialdemokraten
ſind.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Dezember.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Freitag 12¾ Uhr im Neuen
Palais den Pfarrer Lenz aus dem Eliſabethenſtift. —
Generaldirektor Dr. Eger und der Dichter Hugo von
Hofmannsthal nahmen am Freitag an der
Frühſtücks=
tafel im Neuen Palais teil. Zur Abendtafel waren
ge=
laden: die Fürſtin=Mutter zu Erbach=Schönberg und der
Fürſt zu Erbach=Schönberg. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Karl Euler aus Kirch=Göns, Kreis Friedberg, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Nieder=Ofleiden,
Kreis Alsfeld; dem Schulamtsaſpiranten Wilhelm Lutz
aus Nieder=Beſſingen, Kreis Gießen, die Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Arnshain, Kreis Alsfeld.
V.-V. Volksvorſtellung. Am Sonntag, den 22.
De=
zember, nachmittags ½3 Uhr, findet im Großh.
Hof=
theater die Aufführung von „Haſemanns Töchter” ſtatt
D. In den Ausſchuß der Studierenden wurden
folgende Herren gewählt: 1. Vorſitzender: Hanſing
(Haſſia), 2. Vorſitzender Reinhardt (Akademiſcher Verein),
1. Schriftführer Böttinger (Nichtinkorporiert), 2.
Schrift=
führer Köhle (Nichtinkorporiert), Kaſſenwart Faatz (Rheno=
Gueſtfalia).
* Frühverbindung Darmſtadt=Stuttgart. Die
fortgeſetzten Bemühungen der Großh.
Handels=
kammer Darmſtadt um Wiedererlangung der
erforderlichen Frühzugsverbindung
Darm=
ſt adt=Stuttgart werden vom 1. Mai 1913 ab von
Erfolg begleitet ſein. Es iſt auf der internationalen
Fahrplankonferenz die Einlegung eines neuen
Nacht=
zuges Berlin=Frankfurt a. M. beſchloſſen worden, welcher
über Darmſtadt fortgeführt und ſo frühzeitig nach Heidelberg
gelangen wird, daß dort der Anſchluß an den Zug 106
erreicht werden wird, welcher um 9 Uhr 21 Minuten in
Stuttgart eintrifft.
D Ueberſeetelegramme zu halber Gebühr ſind
jetzt auch im Verkehr mit Paraguay zugelaſſen.
* Bund techniſch=induſtrieller Beamter. Man ſchreibt
uns: Im Fürſtenſaal fand eine vom Bunde der
techniſch=
induſtriellen Beamten einberufene Verſammlung ſtatt, in
der Ingenieur Schweitzer aus Berlin über das Thema:
„Das Recht der freien Perſönlichkeit im Angeſtellten=Recht”
referierte. Der Redner beſchäftigte ſich in ſeinen
Ausführ=
ungen vor allem mit den wiederholten Verſuchen gewiſſer
Unternehmerkreiſe, die techniſchen Privatangeſtellten in
ihrer Koalitionsfreiheit zu beeinträchtigen, beſonders
ver=
urteilte er ein kürzlich vom Vorſitzenden des Verbandes
hannoverſcher Metallinduſtrieller ergangenes
Rund=
ſchreiben, in dem den Mitgliedsfirmen empfohlen wird,
eine Kartothek der techniſchen Angeſtellten anzulegen, um
auf dieſe Weiſe Bundesmitglieder ſyſtematiſch von
ge=
hobeneren Stellungen fern zu halten. Er betonte
dem=
gegenüber die Notwendigkeit, das Koalitionsrecht mit
einem wirkſamen ſtrafrechtlichen Schutz zu umgeben und
richtete an die Angeſtellten den Appell, ſich nur um ſo feſter
in ihren Organiſationen zuſammenzuſchließen.
* Sektion Darmſtadt, Deutſcher und Oeſterr.
Alpenverein. Am Freitag fand im Vereinszimmer
im Reſtaurant Sitte, die ſatzungsgemäße
Hauptver=
ſammlung ſtatt. Der Jahresbericht und die
Rech=
nungsablage legten Zeugnis davon ab, daß die Sektion
auch im nunmehr verfloſſenen 42. Jahre ihres Beſtehens,
getragen von dem Bewußtſein, im Rahmen des
macht=
vollen Deutſchen und Oeſterr. Alpenvereins Wertvolles
für das eigene Volkstum, ſowie für die Alpenländer der
befreundeten öſterreichiſchen Monarchie zu ſchaffen, auf
allen Gebieten eifrige Tätigkeit entfaltet hat. Vor allen
wurden die Vorarbeiten für den jetzt beſchloſſenen
weiteren Ausbau der Darmſtädter Hütte im Moostal
betrieben, wobei größere Sicherheit gegen Feuersgefahr,
erhöhte Fürſorge für die Geſundheit durch Anlage einer
Waſſerleitung und Entwäſſerung, ſowie behaglichere
Unterkunft durch Schaffung von zahlreichen
Einzel=
zimmern erreicht werden ſoll. Der jedes zweite Jahr
veröffentlichte gedruckte Bericht wird demnächſt
aus=
gegeben werden. Dann wurde die übliche Zahl von
Hüttenanteilſcheinen ausgeloſt und die Vorſtandswahl
vorgenommen, wodurch die Vereinsleitung keinerlei
Ver=
änderungen erfuhr. Daran ſchloß ſich die Feſtſtellung
des Wanderplanes für das Jahr 1914. Nicht raſten
ſei auch künftig die Richtlinie für die altbewährte
Sektion!
* Franzöſiſcher Vortrag. Auf den heute abend
im „Saalbau” ſtattfindenden franzöſiſchen Vortrag des
Herrn J. Berryer über Paris, erläutert durch
mehr als hundert Lichtbilder, ſei hiermit nochmals
hin=
gewieſen.
* Bayern=Verein. Aus Anlaß des Hinſcheidens des
Prinz=Regenten Luitpold von Bayern hält der Verein
am Mittwoch, den 18. d. M., vormittags 9 Uhr, in der
St. Ludwigskirche einen Trauer=Gottesdienſt ab
und bittet, durch zahlreiche Beteiligung dem allbeliebten
Prinz=Regenten die letzte Ehre zu erweiſen.
* Polizeiſtunde. Den Darmſtädter Gaſtwirten und
Café=Inhabern iſt vom hieſigtn Polizeiamt folgender
Erlaß zugegangen: In der letzten Zeit haben ſich in
kurzer Aufeinanderfolge hier zwei höchſt beklagenswerte
Exzeſſe ereignet, deren einer den Verluſt eines
Menſchen=
ebens, der andere eine ſchwere Körperverletzung zur
Folge hatte. Dieſe Ausſchreitungen waren in der
Haupt=
ſache dadurch bedingt, daß die Beteiligten den
Wirtſchafts=
beſuch bis in die Morgenſtunden fortſetzen konnten. Da
ferner die Klagen über nächtliche Ruheſtörungen als
direkte oder indirekte Folgen des nächtlichen
Wirtſchafts=
betriebs zugenommen haben, ſehen wir uns genötigt,
hier=
gegen einzuſchreiten und dieſen Geſchäftsbetrieb
all=
ge mein einzuſchränken. Unter Bezugnahme auf
§ 2 der Polizeiverordnung vom 11 November 1890, die
Feſtſetzung der Feierabendſtunde betreffend, und unter
beſonderem Hinweis darauf, daß die Ihnen ſ. Zt.
ge=
währte Vergünſtigung der Aufhebung der
Feierabend=
ſtunde nur unter dem ausdrücklichen Vorbehalt des
je=
weiligen Widerrufs erteilt worden war, ſetzen wir hiermit,
und zwar mit Wirkung vom 16. Dezember lfd. Js. ab, die
Feierabendſtunde für Ihren Wirtſchaftsbetrieb auf 3 Uhr,
an Samstagen auf 4 Uhr nachts, feſt. Wir weiſen
ſchließ=
lich noch darauf hin, daß der Eintritt der
Feierabend=
ſtunde nicht von einem beſonderen Feierabendbieten durch
die Polizeibeamten abhängig iſt, daß Sie vielmehr als
Wirt gemäß § 365 Abſ. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs für
die Einhaltung der feſtgeſetzten Feierabendſtunde lund
die rechtzeitige Räumung Ihres Lokals verantwortlich
ſind, und daß wir wegen jeder Uebertretung der
Feier=
abendſtunde Anzeige erheben und eine hohe Geldſtrafg
veranlaſſen werden.
* Die Bleichſtraße. Die Bleichſtraße war von jeher
eine Hauptzufuhrſtraße für den Verkehr nach dem
Bahn=
hof aus der Alexander= und Dieburgerſtraße und dem
an=
ſchließenden nordöſtlichen Stadtteil. Dieſes Verhältnis
beſteht auch heute noch trotz der Verſchiebung des
Bahn=
hofs nach Weſten. Der Verkehr durch die Bleichſtraße
nach dem neuen Bahnhof — namentlich der
Fuhrwerks=
verkehr — war jedoch ſeither durch das alte
Bahnhofs=
gelände unterbunden geweſen. Es hat daher die
Stadt=
verordneten=Verſammlung in einer ihrer letzten Sitzungen
beſchloſſen, eine möglichſt direkte Verbindung zwiſchen
Griesheimer Weg und Bleichſtraße über den ſeitherigen
alten Bahnhofsplatz alsbald herzuſtellen, nachdem die
Ar=
beiten zur Einplanierung des alten Geländes des Main=
Neckar=Bahnhofs begonnen ſind. Dies iſt nunmehr
ge=
ſchehen, und es ſoll daher auch ſofort die direkte
Ver=
bindung der Bleichſtraße mit dem Griesheimer Weg über
den Bahnhofsplatz hergeſtellt werden. Dabei iſt jedoch die
Beſeitigung des Liebig=Denkmals nicht zu umgehen. Das
Denkmal wird eine andere Aufſtellung erhalten.
§ Leerſtehende Wohnmngen. Nach den durch die
Polizei in der Zeit vom 25. bis 30. November I. Js.
ge=
machten Feſtſtellungen ſtehen zurzeit 469 Wohnungen
leer, und zwar im erſten Polizeirevier 76, im zweiten
52, im dritten 51, im vierten 57, im fünften 104, im ſechſten
72 und im ſiebenten Polizeirevier 57. Der Größe nach
verteilen ſich die leeren Wohnungen wie folgt: 10
Woh=
nungen mit je 1 Zimmer, 112 mit je 2 Zimmern, 131 mit
je 3 Zimmern, 97 mit je 4 Zimmern, 69 mit je 5
Zim=
mern, 27 mit je 6 Zimmern, 5 mit je 7 Zimmern, 8 mit
je 8 Zimmern, 3 mit je 9 Zimmern, 2 mit je 10
Zim=
mern, 3 mit je 12 Zimmern und 2 mit je 15 Zimmern.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
vergangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50 M., Eier 9 bis
11 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 22—25 Pf., Handkäſe 4 bis
10 Pf., Kartoffeln der Zentner 2.25—2.50 M., Kumpf
(10 Liter) 30—40 Pf., ½ Kg. 3—4 Pf., Mäuschen Kumpf
1 M., ½ Kg. 8—9 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel Zentner
7—15 M. ½ Kg. 7—15 Pf., Birnen Zentner 8—15 M.,
½ Kg. 8—15 Pf., ausländiſche Trauben ½ Kg. 40—50 Pf.,
Zitronen 6—7 Pf., Kaſtanien ½ Kg. 16—18 Pf., Nüſſe
100 Stück 40—50 Pf., Haſelnüſſe ½ Kg. 40—50 Pf.;
Salat, Gemüſe: Endivien 6—10 Pf., Körbchen
Feld=
ſalat 10 Pf., Bündel Radieschen oder Römiſch=Kohl 2
bis 3 Pf., Rettiche 5—6 Pf., Meerrettich 10—30 Pf.,
Rote=
rüben, Zwiebeln ½ Kg. 4—10 Pf., Tomaten ½ Kg. 25
bis 30 Pf., Spinat ½ Kg. 20—22 Pf., Weißkraut 5—8 Pf.,
Zentner 1,50—1,80 M., Rotkraut 10—30 Pf., Wirſing 3 bis
10 Pf., Blumenkohl 15—50 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 25 Pf.,
Gelberüben ½ Kg. 5—6 Pf., Grünkohl 3—6 Pf.;
Ge=
flügel, Wild: Gänſe ½ Kg. 80—90 Pf., Enten 3,00
bis 3,50 M., Hahnen und Hühner 1,50—2,00 M., Tauben
60—70 Pf., Haſen 3,00—3,50 M., Lapins 0,90—1,00 M.;
Fiſche ½ Kg.: Hecht, Karpfen 90 Pf., Aal 1 M.,
an=
dere Rheinfiſche 35—50 Pf., Rotzungen 60 Pf., Schollen
40 Pf., Kabeljau 24—25 Pf., Schellfiſche 28 Pf.,
Bratſchell=
fiſche 21 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch,
Hackfleiſch 76 Pf., Rindsfett 70 Pf., Rindswürſtchen (Stück)
15 Pf., Schweinefleiſch 96 Pf., geſalzenes und Koteletts
1,06 M., Schwartenmagen und Fleiſchwurſt 90 Pf.,
Leber= Blutwurſt 76 Pf.
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
Expe=
dition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende Bilder
neu ausgeſtellt: Prinz=Regent Luitpold der neue
Prinz=Regent Ludwig; der St. James=Palaſt in London,
in dem die Friedensverhandlungen zwiſchen der Türkei
und den Balkanſtaaten ſtattfinden; Blick auf das Lager
von Bachtſchiköe mit dem Eiſenbahnzug, in dem der
Waffenſtillſtand abgeſchloſſen wurde.
Bickenbach, 13. Dez. Tödlich verunglückt iſt
heute nachmittag der Landwirt Friedrich Hennemann
aus Bickenbach auf der Landſtraße zwiſchen Eberſtadt und
Bickenbach. Er fuhr mit ſeinem mit einem Pferde
be=
ſpannten Ackerwagen auf das Feld und wollte einen
Bier=
wagen der Darmſtädter Brauerei von Fay überholen.
Das Pferd des H. ſcheute aber, ging durch und H. fiel
vom Wagen und unter die Räder des ſchweren
Brauerei=
wagens. Sein Zuſtand gilt für hoffnungslos. Er liegt
im Städtiſchen Krankenhaus in Darmſtadt.
Offenbach, 14. Dez. Der vierzigjährige Hauſierer
Friedrich Hamburger, Rohrſtraße 11, hat ſich am
Friedhofportal erſchoſſen.
Guſtavsburg, 14. Dez. Wie feſtgeſtellt wurde,
han=
delt es ſich bei dem gemeldeten Unfall der Frau Müller
nicht um einen Selbſtmord. Frau Müller iſt von einem
Ohnmachtsanfall an denen ſie ſeit längerer Zeit
litt, befallen worden und dabei ertrunken.
Mainz, 14. Dez. Die irdiſche Hülle des verſtorbenen
Bürgermeiſters von Bensheim, Dr. Frenay, wurde
Die neueſte Hauſſe auf dem
Kunſtmarkt und ihr Träger
*⁎* Einen herben Beitrag zu der Frage des „
Urheber=
rechtes” des ſchaffenden Künſtlers hat die Senſation der
Auktion Rouart gebracht; noch nie iſt für das Werk eines
noch lebenden Meiſters ein ſſo gewaltiger Preis bezahlt
worden, wie für die „Danseuses à la Barre” von
De=
gas, für ein einziges Bild 435000 Francs. Und der
Schöpfer dieſes Kunſtwerkes, der dieſen Triumph noch
miterleben kann, muß ſeinen Lebensabend in den
beſchei=
denſten, ja faſt in ärmlichen Verhältniſſen
be=
ſchließen. Der greiſe Meiſter, der jetzt im 79. Lebensjahr
ſteht und nahezu erblindet in einſamer
Zurück=
gezogenheit lebt, war zur Verſteigerung gekommen und
weilte in einem Nebenraume des Auktionsſaales. Kein
Menſch beachtete das weißbärtige alte Männchen mit den
unruhig flimmernden Augen. Und dann gab es eine
kleine ſeltſame Szene: ein Freund dieſes von der
Gegen=
wart ſo ſchnell vergeſſenen Menſchen, um deſſen Bilder die
Kunſthändler ſich ſtreiten, ſtürmte in das Zimmer und
berichtete dem alten Manne von dem Triumphe ſeiner
Kunſt. 435000 Francs! Und der alte Herr ſchüttelte ein
wenig erſtamnt den Kopf. „Wie ſeltſam” ſagte er mit
leiſer, faſt tonloſer Stimme, „nun ſcheint die Flut für die
Modernen zu kommen”. Und nach einer Weile fügte ſer
hinzu: „Ich erinnere mich noch, wie ich das Bild
ver=
kaufte man gab mir dafür 500 Francs.”
Ein Journaliſt hat dann den Meiſter, der jetzt nicht
mehr nur von einer kleinen Gemeinde verſtändiger
Ken=
ner verehrt wird, ſſondern mit einem Schlage berühmt
geworden iſt, in ſeiner Wohnung aufgeſucht. Im
Mont=
martre, dem Heim ſo vieler Künſtler, in der Avenue
Elichy. Hier hauſt er in der fünften Etage. Saine
Woh=
nung kann kaum noch ein Atelier genannt werden. Hell
iſt es, aber armſelig. Kein Bild an den Wänden; nur ein
Tiſch, ein paar Stühle, ein Buffet, eine Etagere; das iſt
das Heim unſeres Künſtlers, deſſen Name heute in aller
Munde iſt. Eine kleine alte Frau, die Degas bedient,
empfängt mich. Er käme bald heim. „Iſt er zur
Ausſtel=
lung gegangen?‟ Die Alte ſchüttelt den Kopf. „Er ſieht
ſich keine Bilder mehr an” ſagt ſie; „er iſt faſt blind. Seit
10 Jahren hat er keine Leinwand berührt. Er empfängt
niemand, er iſt vereinſamt. Der arme alte Herr iſt ſehr
traurig.” Und dann kam Degas und nickte: „Ja, ja, ich
war beſi der Verſteigerung. Die Summe war hoch. Ich
hörte, wie die Leute von dem Leben meiner Tänzerin,
von der Lebendigkeit der Bewegung auf meinen Bildern
ſprächen. Für mich waren all die Bilder, all die Geſichter
und all die Augen ringsum nur ein Wirbel und Tanzen.
Ja,ich war wohl einmal; aber jetzt bin ich nichts als ein
blinder alter Mann.” Als man ihn mit Meiſter”
an=
redtt, wehrt er müde ab: „Nein, nicht Meiſter, Herr
ge=
nügt. Es gab im vergangenen Jahrhundert ein paar
Mähner, denen das Wart Meiſter ein Abſcheu war. Wir
wiſſen nichts” ſagten ſie, „alles müſſen wir noch
er=
lernen. Die Männer hießen Corot, hießen Millet,
hießen. " Und mit einer Handbewegung brach er ab.
Dann aber ſchüttelte er den Kopf und bat: „Bitte,
er=
ſparen Sie mir die Qual der Oeffentlichkeit. Ich haſſe die
Reklame und ich haſſe das Lob. Meine „Tänzerinnen”
ſind zu einem ſehr hohen Preis verkauft worden. Schön,
und? Iſt das ein Ereignis, das die Oeffentlichkeit
er=
regen kann? Bitte, laſſen Sie uns von anderen Dingen
ſprechen.‟ Der Beſucher deutet auf die kahlen Wände; er
wundert ſich, daß ein ſo berühmter Maler gar keine
Bil=
der oder Kunſtwerke in ſeinem Heime hat. Der alte
De=
gas aber lächelt ein wenig ironiſch und meint dann
ver=
gnügt: „Bilder, ſehen Sie, die ſind heute ja viel zu teuer,
als daß ein alter Künſtler ſie ſich leiſten könnte. Sie
hören ja: 435000 Francs für einen Degas!”
Paris hatte vollkommen vergeſſen, daß der greiſe
Meiſter noch am Leben war, und mit ihm die meiſten jener
Sammler und Kunſthändler, die an ſeinen Schöpfungen
Vermögen verdienten. 500 Francs erhielt der Künſtler
für ſeine Arbeit; wer hat die 434500 Francs verdient?
Der Fall iſt ein neues und trauriges Beiſpiel für die
Not=
wendigkeit, den Schöpfer künſtleriſcher Werte auch auf den
Gebieten der bildenden Kunſt wenigſtens einen Anteil an
den Rieſengewinnen zu gewähren, die kluge Kunſthändler
und verſtändnisvolle Sammler in ſo gewaltigem Maße
einnehmen. . . .
Nummer 296.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912.
Seite 3.
heutte in Mainz zu Grabe getragen. Um 10 Uhr
ſurden im Dom unter Anweſenheit zahlreicher
Ver=
ſpandten und Bekannten die feierliche Exequien gehalten.
Um 11 Uhr fand das Begräbnis von der Rampe der
Straßenbrücke aus ſtatt. Die Beteiligung war
außer=
hrdentlich zahlreich. Finanzminiſter Braun, der an den
Beiſetzungsfeierlichkeiten teilnehmen wollte, war leider im
letzten Augenblick verhindert und ſandte folgende Depeſche
m den Schwager des Verſtorbenen, Herrn
Kommerzien=
at Molthan: Leider dringend dienſtlich verhindert, dem
Verſtorbenen, mit dem mich gemeinſame Arbeit auf
ſozial=
holitiſchem Gebiete verband, die letzte Ehre zu erweiſen,
ſende Ihnen ſowie den Angehörigen nochmals die
Ver=
ſicherung aufrichtigſten Beileids und ehrenden Gedenkens.
Miniſter Braun. Aus Bensheim waren allein über 100
Perſonen erſchienen, mit dem Stadtrat an der Spitze
be=
ſondere Deputationen der Feuerwehr und der Polizei,
ſowie eine Reihe von Vereinen. Die
Studentenverbin=
dungen Haſſo=Rhenania und Bavaria=Bonn hatten
De=
hutationen mit Fahnen entſandt, desgleichen verſchiedene
Männervereine der Umgebung. Pünktlich 11 Uhr ſetzte
ſich der Trauerzug unter Vorantritt der
Fahnendeputa=
ſionen, der Leichenwagen eskortiert von Bensheimer
Feuerwehrleuten, in Bewegung.
Mainz, 14. Dez. Den Bemühungen der
Kriminal=
holizei iſt es gelungen, den Täter zu ermitteln und
feſt=
hunehmen, der kürzlich in einem Gebäude an der Finther
traße zur Nachtzeit einen Einbruch verübte und
Drei wertvolle Perſerteppiche ſtahl. Es iſt ein aus Weiler
ſſtammender Maurer, der ſich in letzter Zeit hier aufhielt.
Die Teppiche, die bereits verkauft waren, wurden wieder
beigebracht. — Der Schutzverband der Mainzer
Hauseigentümer, ſowie der Verein Alt= und
Neu=
ſſtadt haben dem Oberbürgermeiſter ein Geſuch eingereicht,
bei dem Miniſterium der Juſtiz dahin vorſtellig zu
wer=
den, daß dieſes unverzüglich beim Reichs=
Juſtizmini=
ſſterium den Antrag auf vollſtändige Beſeitigung der
§§ 1123 und 1124 aus dem B. G. B., ſowie auf Minderung
der rechtlichen Wirkung des § 10 des
Zwangsverſteiger=
ſungsgeſetzes von 1897 ſtellt. Dieſe Minderung ſoll dahin
feſtgeſetzt werden, daß dem 1. Hypothekargläubiger nicht
mehr für 2 Jahre rückſtändiger und die laufenden Zinſen,
wie ſeither, ſondern für die Folge nur noch ½ Jahr für
rückſtändige und die laufenden Zinſen geſetzlicher Vorzug
Agewährt werde. Die §§ 1123 und 1124 des B. G. B.
be=
ſreffen die Zedierung von Mieten zum Nachteil der
Hypo=
ſthekargläubiger, die fortan, ſoweit ſolche zur Deckung der
Hypothekzinſen nötig ſind, geſetzlich nicht mehr auf dem
Wege der Zeſſion übertragbar ſein ſollen.
Kaſtel, 14. Dez. Bei der Anlage der
Feſtungswerke im Anfange des vorigen
Jahrhun=
derts zur Befeſtigung von Kaſtel mußte auch ein großer
Teil von Grundeigentum, das Eigentum der Gemeinde
Koſtheim war und an Kaſtel angrenzte, verwendet
wer=
den. Im Jahre 1839 kam dann auf Veranlaſſung des
ſdamaligen Abgeordneten Zuckmeyer von Koſtheim zwiſchen
den beteiligten Faktoren ein Vertrag zuſtande, nach
wel=
lchem einer eventuellen Beſeitigung der Schleifung der auf
Koſtheimer Gemarkung gelegenen Feſtungsanlagen der
Gemeinde Koſtheim eine Geländeentſchädigung gewährt
werden müſſe. Als dann vor einigen Jahren durch das
Kriegsminiſterium ein großer Teil der Befeſtigung von
Kaſtel aufgehoben wurde und das frei gewordene
Ge=
lände zur Bebauung wieder verwendet werden durfte,
verlangte die Gemeinde Koſtheim auf Grund des im
Jahre 1839 abgeſchloſſenen Vertrags die
Berechti=
gung der Steuererhebung auf dem nunmehr
wieder ihr gehörigen und zur Bebauung freigegebenen
ehemaligen Feſtungsgelände. Da ſich auf gütlichem Wege
ſeine Einigung nicht erzielen ließ, ſo kam die
Angelegen=
heit auf Betreiben von Koſtheim vor den
Provinzialaus=
ſſchuß, der aber nach langer Verhandlung eine endgültige
Entſcheidung ausſetzte bis zur Erledigung der damals
bereits ſchwebenden Eingemeindungsverhandlungen. Da
nunmehr aber Kaſtel und Koſtheim durch die vollzogene
Eingemeindung zu Mainz gehören, ſo hat damit dieſe
Eigentumsklage eine friedliche Erledigung
gefunden. Die Anſprüche der Gemeinde Koſtheim
auf das von ihr beanſpruchte Gelände gingen bis zur
Wallſtraße in Kaſtel, ſo daß beiſpielsweiſe das heutige
neue Poſtgebäude in Kaſtel ſchon auf ehemaligem
Koſt=
heimer Gebiet ſteht.
Worms, 14. Dez. Die W. Ztg. ſchreibt: Bedeutendes
Aufſehen erregte die Mitteilung, daß das Bankhaus
Kuhn, Loeb und Co. in New=York 25 Millionen Dollars
öſterreichiſcher Schatzſcheine übernommen habe. Es
wurde darin ein ſtarker Beweis für die Beſeitigung der
Kriegsgefahr erblickt, da das öſterreichiſche
Finanz=
miniſterium dem Bankhaus auch dementſprechende
Erklär=
ungen abgegeben hat. Dabei werden wir wieder an die
Tatſache erinnert, daß der Mitbegründer dieſes
Welt=
hauſes, das an Bedeutung mit dem Hauſe Rothſchild
wetteifert, Herr Salomon Loeb ein Wormſer
iſt. Der vor ſieben Jahren Verſtorbene bekundete ſeine
Anhänglichkeit an die Heimatgemeinde dadurch, daß er
der hieſigen iſraelitiſchen Gemeinde 20000 Mark und dem
iſraelitiſchen Hoſpital ebenfalls 20000 Mark vermachte.
* Friedberg, 13. Dez. Im Saalbau hier fand eine
Verſammlung des heſſiſchen Landesverbandes
Jungdeutſchland, Bezirk Friedberg, ſtatt, die einen
glänzenden Verlauf nahm. Kreisamtmann Herberg
eröffnete die überaus gut, auch aus Nachbarorten und
Städten beſuchte Verſammlung mit herzlichen
Begrüß=
ungs= und Dankesworten. Er betonte, daß auch in
unſe=
rer Stadt ſchon eine große Anzahl von Vereinen und
Einzelperſonen aller Geſellſchaftskreiſe ſeit Jayren in
un=
eigennütziger Weiſe mit Erfolg auf dem Gebiete der
Jugendpflege tätig ſei, es bisher aber an dem
notwen=
digen Zuſammenſchluß gefehlt habe. Heute abend ſolle
nun der Zuſammenſchluß verſucht werden. Vorher wolle
man der Verſammlung die Ziele des
Jungdeutſchland=
bundes vortragen, welche Aufgabe in dankeswerter Weiſe
Herr General Frhr. von Heyl=Darmſtadt, der Vorſitzende
des Heſſiſchen Landesverbandes Jungdeutſchland,
über=
nommen habe. General von Heyl erhält nun das
Wort. Derſelbe gibt zunächſt ſeiner Freude Ausdruck
über das zahlreiche Erſcheinen, was beweiſe, daß man im
Kreiſe Friedberg der Jungdeutſchlandſache auch das
größte Intereſſe entgegenbringe. General v. Heyl ſtreiſt
nun die unerfreulichen Innenerſcheinungen in unſerem
deutſchen Volksleben und beſpricht die eifrige
Jugend=
pflege im Auslande und die Erfolge, die da erzielt
wor=
den ſind. Beſonders hebt er den rieſigen Rückgang der
Wehrhaftigkeit hervor. In Berlin ſeien von 100
Militär=
pflichtigen nur 28, in Frankfurt 50 tauglich, von 100
Mili=
tärpflichtigen mit akademiſcher Bildung nur 30. Dieſe
Tatſachen veranlaßten Generalfeldmarſchall Frhrn. von der
Goltz, den Jungdeutſchlandbund zu gründen. Ein, Aufruf
habe in allen Gauen des Deutſchen Vaterlandes reichen
Widerhall gefunden. Der Jungdeutſchlandbund will die
körperliche und ſittliche Ertüchtigung der Jugend. Der
Jungdeutſchlandbund will nicht in Gegenſatz zu den
be=
ſtehenden Vereinigungen treten, ſondern vielmehr überall
eine einigende und zuſammenfaſſende Tätigkeit entfalten.
Die Grundlage aller körperlichen Uebungen müſſe das
Turnen bilden. Der Deutſchen Turnerſchaft gebühre für
die körperliche Ausbildung der Jugend im Laufe der
Jahre ganz beſonderer Dank. Redner warf auch einen
Blick auf die welthiſtoriſchen Ereigniſſe der Gegenwart
und gab ſeine perſönliche Anſchauung kund, daß über lang
oder kurz eine Entladung nach außen kommen müſſe.
Reichen Beifall ernteten die vorzüglichen Ausführungen.
Kreisamtmann Herberg brachte dem General für ſeinen
ſchönen Vortrag den Dank der Verſammlung dar und
ſtellte die Ausführungen des Generals zur Diskuſſion.
Dieſe Ausſprache leitete Prof. Dr. Schöll ein. Er
führte aus, wie er ſich die Verwirklichung der
Jung=
deutſchlandbewegung denkt. Die Turn=, Sport= und
kon=
feſſionellen Jünglingsvereine ſeien die berufenſten. Die
katholiſchen Jünglingsvereine hebt er beſonders hervor.
Er verurteilt den Beſuch der Kneipen, Kinos durch die
Jugend, und die Schundliteratur und iſt für die
Einführ=
ung einer Jugendbibliothek, Betätigung der Jugend in
Wald und Flur. Großer Beifall erntete auch dieſer
Red=
ner. In die Debatte griffen ferner ein: Pfarrer Dory=
Vilbel; Lehrer Klös, Turnverein Friedberg; Prof.
Lam=
pas, Feierabend für Lehrlinge, Friedberg; Finanzrat
Hoos, Taunusklub Wetterau; Major von Helmolt,
Ju=
gendwehr Friedberg; Lehrer Koch, Kreisarzt
Medizinal=
rat Dr. Nebel und Schulrat Süß; alle ſagen ihre Mithilfe
zu. Um ¾11 Uhr konnte die Diskuſſion geſchloſſen
wer=
den und ging man zum 2. Punkt der Tagesordnung über:
Gründung der Ortsgruppe. Kreisamtmann Heeberg
ſchlägt vor, aus den an den Landesverband
Jungdeutſch=
land angeſchloſſenen Einzelpeiſonen und Vereinen die
Ortsgruppe zu bilden. Ein Widerſpruch erfolgte nicht
und galt die Ortsgruppe als gegründet. Unter Worten
des Dankes ſchließt darauf Kreisamtmann Herberg die
Verſammlung. Nächſtens ſoll innerhalb der Ortsgruppe
der Vorſtand, Ausſchüſſe uſw. gewählt werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Dez. In ſeiner
heu=
tigen Sitzung begann der Berliner Magiſtrat die
Be=
ratung der vom Stadtkämmerer Böß vorgeſchlagenen
Kinematographen= und Bierſteuer. Von der
Vergnügungsſteuer ſollen nicht nur die
Kinematographen=
theater, ſondern auch die Zirkuſſe, Varietés und Kabaretts
mit mäßigen Steuerſätzen betroffen werden, während die
Bierſteuer eine Umwandlung des
Braumalzſteuerzu=
ſchlags bedeutet. Der Ertrag der Vergnügungsſteuer wird!
in ſtädtiſchen Kreiſen auf etwa eine halbe Million und der
Ertrag der neuen Bierſteuer auf 1½ bis 1½ Millionen
ge=
ſchätzt, falls es bei den vom Kämmerer vorgeſchlagenen
Sätzen verbleibt. In den Kreiſen der
Stadtverordneten=
mehrheit jedoch beſteht die Neigung, die Zirkuſſe nicht
unter die Vergnügungsſteuer zu ſtellen und den
Steuer=
ſatz der neuen Bierſteuer niedriger als 50 Pfg. zu halten,
um eine erhebliche Neubelaſtung der Brauereien und
Gaſtwirte zu verhindern. Die Generaldebatte im
Magi=
ſtrat wurde heute beendet. Die Spezialdebatte wurde
ver=
tagt und ſoll in einer weiteren Sitzung ſtattfinden. — Im
Kreiskrankenhauſe zu Nauen fand geſtern nachmittag die
Obduktion der Leiche der Frau Karſtedt ſtatt, die
be=
kanntlich ein Opfer eines Nauener Meſſerſtechers
wurde und jetzt vor zwei Tagen geſtorben iſt. Zu der
Obdultion wurde der Meſſerſtecher Nettelſtroh nach Nauen
gebracht und dort der Leiche gegenüber geſtellt.
Nettel=
ſtroh hatte ſein urſprüngſliches Geſtändnis vor einigen
Tagen widerrufen. Angeſichts der Leiche brach er
voll=
ſtändig zuſammen und gab die Tat zu, die er darauf
ein=
gehend ſchilderte. — Ein Mord der am 17. vorigen
Monats in der Nähe von Adlershof verübt wurde hat
geſtern ſeine Aufklärung gefunden. Wegen Mordes an
dem 21jährigen Dienſtmädchen Martha Sildatka iſt
geſtern der 19 Jahre alte Diener Richard Stäbner
ver=
haftet worden. Stäbner hat bereits ein Geſtändnis
ab=
gelegt und wird morgen dem Unterſuchungsrichter
zuge=
führt werden.
Frankfurt, 14. Dez. Bereits vor Jahresfriſt tauchte
der Gedanke auf, die Artilleriekaſerne in
Bockenheim zu verlegen, da die dortigen
Verhält=
uiſſe völlig unzureichend waren. Mit der Errichtung
einer neuen Artilleriekaſerne beabſichtigt man
gleich=
zeitig einen neuen Exerzierplatz zu
ſchaf=
fen, da das an der Mainzer Landſtraße gelegene
Ter=
rain infolge der ſchnellen Ausdehnung Frankfurts nicht
mehr ſeinen Zweck erfülle. Es ſoll in abſehbarer Zeit
zu Bauplätzen Verwendung finden. Die Stadt
Frank=
ſurt ſah ſich daher gezwungen, nach einem geeigneten
Ge=
lände Umſchau zu halten, um es dann der
Heeresver=
waltung zur Verfügung ſtellen zu können. Man entſchied
ſich ſchließlich für das zwiſchen Harheim,
Ber=
lersheim und Vilbel gelegene Terrain, das den
Anforderungen, die man heute an einen großen
Exerzier=
platz ſtellen muß, gerecht wird. Die Heeresverwaltung
trat bald nach dem Anerbieten Frankfurts mit der Stadt
und dieſe wiederum mit den Beſitzern der in Betracht
kommenden Grundſtücke in Verbindung. Ein Hindernis
bildeten jedoch ſeither einige Grundſtücke, deren Erwerb
Konzerte.
mm. Einen ſehr anregenden Balladen=, Lieder=
und Duetten=Abend hatten am Freitag im 204.
Vereinsabend des Richard Waigner=Vereins
das ſympathiſche Künſtlerpaar Frau Kammerſängerin
Annie Gura=Hummel und Herr Kammerſänger
Hermann Gura aus Berlin veranſtaltet. Mit Recht
iſt der Sohn des bekannten Eugen Gura als
hervorragen=
der Balladenſänger berühmt. Sein Vortrag der
Balla=
den von Löwe iſt ſo packend und lebenswahr, daß die
Zuhörer vollſtändig in dem Bann von Kompoſition und
Dichtung gehalten werden. Seine Vielſeitigkeit in der
Auffaſſung und die Leichtigkeit, mit der er ſich der
Stim=
mung, die der Inhalt des jeweiligen Gedichtes bedingt,
anzupaſſen vermag, ermöglicht es Herrn Kammerſänger
Gura, Balladen von ſo verſchiedenem Inhalt
nebenein=
ander zu ſtellen, wie „Odins Meeresritt” „Tod und
Tödin” und die aus dem Schottiſchen von Herder
über=
tragene, unheimlich grauſige Ballade „Edvard‟. Die
gleiche Vielſeitigkeit iſt ja dem Komponiſten Löwe auch
eigen, der neben den tiefernſten (einen ethiſchen Zweck
verfolgenden) Balladen Töne für heitere und harmloſe
Lieder findet, wie ſie die beiden Gedichte „Gutmann und
Gutweib” ein Lied auf den ſtarren Eigenſinn der Frauen
von Goethe, und desſelben „Wandelnde Glocke”
ver=
langen. Beſondere Freude machte der mit
unvergleich=
lichem Humor gelungene Vortrag des von Löwe hübſch
vertonten Gedichtes von Adalbert von Chamiſſo „Die
Katzenkönigin” dem als Zugabe noch „Prinz Eugen”
folgte, wobei der Sänger ſeine kraftvolle, weittragende
Stimme ganz entfalten konnte.
Acht Lieder für Sopran wurden als Abteilung 2
und 4 von Frau Annie Gura mit anmutigem
Vor=
trag gefungen. Aus dieſen ſeien die beiden Lieder von
Brahms „Der Schmied” und „Ständchen” beſonders
erwähnt, denen noch eine Zugabe („Gute Nacht”) folgte.
Von Hugo Wolfs Liedern war das erſte, das
Mignon=
lied, zum erſtenmal im Richard Wagner=Verein geſungen.
Frau Gura konnte in ihm ihre ganze vollendete
Geſangs=
kunſt und tieſes Empfinden walten laſſen und die
Fein=
heiten und Naturfriſche der edel empfundenen
Kompoſi=
tion voll erſchöpfen. Die drei ſchon bekannteren Lieder
Wolfs gehören zu den anſprechendſten und
ſtimmungs=
vollſten ſeiner Werke: „Ueber Nacht” (von Julius
Sturm) und das Lied aus dem „Spaniſchen Liederbuch”,
das „Elfenlied” (Mörike) wurden auf ſtürmiſches
Ver=
langen wiederholt. Der äußerſt geſchmackvollen und
pia=
niſtiſch feinen Begleitung am Ibach=Flügel, die Herr
Kapellmeiſter Bing aus Berlin durch das ganze
Pro=
gramm ſicher durchführte, ſei an dieſer Stelle beſonders
gedacht.
Von den vier gegen Ende des Konzerts geſungenen
Liedern für Bariton waren zwei Lieder aus „Pierrot
Lungire” von Otto Vrieslander, dem früher ein Abend
im Richard Wagner=Verein gewidmet war, vertreten.
Wenn man ſich nicht gerade an den „melancholiſch
ern=
ſten Störchen” erfreuen kann, ſo iſt doch das zweite eine
gelungene Kompoſition, die den burlesken Ton auch
ziemlich gut trifft, nur wurde die treffende Pointierung
Wüllners entfernt nicht erreicht. Wenn die beiden
Lie=
der aus „Des Knaben Wunderhorn” Beifall fanden, ſo
iſt dies ſicher nur den Worten der Kinderlieder
zuzuſchrei=
ben, deren Effekt durch Mikoreys humorloſe Vertonung
nicht beeinträchtigt werden konnte; auch ſie wurden zum
erſten (und wohl auch zum letzten) Male geſungen. Die
vier Duette aus den „Liebesnächten” von Alexander
Rit=
ter, einem lange vernachläſſigten, aber recht gediegenen
und für ſeine Zeit ſehr modern ſchreibenden Tonſetzer
des vorigen Jahrhunderts, wurden temperamentvoll und
klangfriſch geſungen und man hätte wohl wünſchen
mögen, da gerade bei den Duetten die Sopranſtimme
be=
ſondere Lieblichkeit und Stärke entfaltete, daß noch eine
weitere Programmabteilung Duetten eingeräumt
ge=
weſen wäre.
Feuilleton.
* Aus Kunſt, Wiſſenſchſft und Leben. Die Zweite
ſächſiſche Kammer hat die geplante deutſche
Büche=
rei (Bibliothek) ſehr freundlich aufgenommen. Die
jetzt vorgelegten Verträge werden ſicher vom Landtag
ge=
nehmigt. Nach ihnen verpflichtet ſich der Börſenverein
deutſcher Buchhändler, eine deutſche Bücherei in
Leip=
zig einzurichten, fortzubetreiben und zu verwalten. Die
Stadtgemeinde Leipzig gibt einen geeigneten Bauplatz
unentgeltlich, ſowie 1913 einen Beitrag von 100000 Mark
und 1914 bis 1923 jährlich 115000 Mark. Der
Staats=
fiskus errichtet die notwendigen Gebäude, gibt die
voll=
ſtändige Bibliothekeinrichtung und außerdem 1913 50000
Mark, von 1914 bis 1923 jährlich 83000 Mark. Die
ſpä=
tere Zeit bleibt einer neuen Vereinbarung überlaſſen.
Eines der herrlichſten Denkmäler romaniſcher
Bau=
kunſt auf deutſchem Boden, der Dom St. Peter und St.
Georg von Bamberg, ſoll jetzt eine neue
Wieder=
herſtellung erfahren. Die Arbeiten ſind den beiden
Nürnberger Architekten Prof. Joſeph Schmitz und O.
Schultz übertragen worden. Schmitz hat bereits die
Nürnberger Sebalduskirche wiederhergeſtellt. Die neue
Wiederherſtellung hat ſich vor allem dadurch als nötig
erwieſen, daß die Skulpturen an der Weſtfront des
Domes, an der Adamspforte neben dem Georgenchor,
einem Hauptwerke der deutſchen Monumentalplaſtik des
13. Jahrbunderts, ſchadhaft zu werden begannen. Hier
waren Ausbeſſerungen bereits unter dem Erzbiſchof Dr.
von Schork begonnen worden. Sie ſollen jetzt
weiter=
geführt werden, und Hand in Hand damit wird die
Wiederherſtellung des ganzen Domes gehen. Es ſind
noch nicht 100 Jahre her, ſeit die erſte große
Wiederher=
ſtellung des Bauwerkes erfolgte. Die Geſamtkoſten der
Wiederherſtellung im Innern und Aeußern ſchätzt man
auf rund eine Million Mark.
* Der Ulſterknopf als Verräter. Seit längerer Zeit
wurden im Oſten Berlins eine ganze Reihe von
Wohn=
ungseinbrüchen ausgeführt, ohne daß es gelang, die Täter
zu ermitteln. In einem Falle fand der von einem
Aus=
flug zurückkehrende Wohnungsinhaber, dem die
Einbre=
cher in ſeiner Abweſenheit ebenfalls einen unerbetenen
Beſuch abgeſtattet hatten, einen Ulſterknopf, der ihm nicht
gehörte. Die Polizei hob dieſen Knopf ſorgfältig auf. An
einem der letzten Tage nun fielen einem
Kriminalſchutz=
mann, der durch die Chriſtburger Straße ging, zwei Leute
auf, die elegant mit Lackſchuhen, Zylinder und Ulſter
be=
kleidet, ihm entgegenkamen. An einem dieſer Ulſter fehlte
ein Knopf. Der Beamte ſah ſich die übrigen Knöpfe
näher an und fand ſofort die Uebereinſtimmung mit dem
auf dem Dezernat aufbewahrten Knopf. Er nahm
die beiden Leute feſt, und es ergab ſich, daß man
tatſäch=
lich die langgeſuchten Einbrecher erwiſcht hatte, auf deren
Konto über 30 Wohnungseinbrüche kommen.
CK. Die klugen Ehefrauen. „Iſt es nicht ſchrecklich,
daß Ihr Mannſſo viel Billard ſpielt und ſo oft dabei
ver=
liert?” Auf dieſe Frage einer Bekannten erwidert die
Frau lächelnd: „Nicht im geringſten. Wiſſen Sie, ich habe
mit meinem Mann vereinbart, daß er mir immer abgibt,
was er gewinnt. Nun ſpielt er immer mit unſerem
Nachbar, und deſſen Frau hat ſich dasſelbe Zugeſtändnis
errungen. Wir ſind nun übereingekommen, daß ich der
Nach=
barin immer gebe, was mein Mann von ihrem Manne
gewonnen hat, und ſie gibt mir, was ihr Mann dem
meinen abnehmen konnte. Auf dieſe Weiſe erhalten wir
beide von unſeren Männern ſo viel Geld, als wir ohne
dies nie bekommen würden. .
* Eine ſchwere Laſt hat ein Hirſch mit ſich
herum=
getragen, der kürzlich während einer Parforcejagd auf den
Gütern der Herzogin d’Uzés erlegt wurde. Als man
den ſtarken Hirſch beſah, fand man, daß in ſeinem
Ge=
weih ein etwa 30 Meter langes Stück Draht ſteckte. Ohne
Zweifel hat der unglückliche Hirſch irgendwo eine
Ein=
gitterung durchbrechen wollen und iſt dabei mit dem
Draht in eine unlösbare Kolliſion geraten. Seitdem
mußte das arme Tier den unbequemen und äußerſt
ſchweren Hauptſchmuck bis zu ſeinem bitteren Ende
umhertragen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912.
Nummer 296,
noch nicht möglich war, da die betreffenden Beſitzer zu
hohe Forderungen ſtellten. Die Stadtgemeinde hat ſich
daher an den König gewandt und um die Erlaubnis zur
Einleitung des Enteignungsverfahrens gebeten. Dieſe
Erlaubnis iſt, wie die Frankfurter Nachrichten mitteilen,
nunmehr erteilt worden. Damit ſind die letzten
Schwie=
rigkeiten beſeitigt, die der Vollendung des neuen
Exer=
zierplatzes noch im Wege ſtanden. Die Abſchätzung des
Geländes und die ſonſt noch notwendigen
Vorbereitun=
gen werden in kurzer Zeit erledigt ſein, ſo daß bei
Ein=
tritt der wärmeren Witterung mit dem Bau, ſoweit dies
nicht bereits geſchehen iſt, begonnen werden kann.
Danzig, 14. Dez. Bei einem Brand in Rehder
er=
litten drei Kinder den Erſtickungstod. Die Eltern
befanden ſich auswärts bei der Arbeit.
Neiſſe, 14. Dez. In dem Prozeß gegen die
Vor=
ſtandsmitglieder des Vorſchußvereins Groß=
Neundorf, Striezel und Blaſig, die 640000 Mark
unterſchlugen, iſt das Urteil gefällt worden.
Strie=
zel erhielt zweieinhalb, Blaſig zwei Jahre Geſängnis;
außerdem wurde jeder Angeklagte noch zu einer
Geld=
ſtrafe von tauſend Mark verurteilt.
Borkum, 13. Dez. Der Dampfer „Montania”, der
Stettiner Reederei Kunſtmann iſt wahrſcheinlich
ver=
loren. Die aus 29 Mann beſtehende Beſatzung iſt heute
mittag von dem Hamburger Schlepper „Herkules” gerettet
worden, welcher abends 6 Uhr in Emden eintraf. Ein
ſchwerer Südweſtſturm hinderte jede Rettungsarbeit. Das
Schiff iſt voll Waſſer gelaufen.
Wien, 14. Dez. Im nichtamtlichen Teile der Wiener
Zeitung wird mitgeteilt: Erzherzogin Eleonora,
die älteſte Tochter des Erzherzogspaares Karl Stephan,
hat ſich, einer mehrjährigen Herzensneigung folgend, mit
Wiſſen des Kaiſers und Zuſtimmung ihrer Eltern im
Laufe des September mit dem
Linienſchiffleut=
nant Alfons von Kloß verlobt. Erzherzogin
Eleonora hat aus eigenem Willen auf alle ihr
gebühren=
den Rechte und Anſprüche verzichtet. Die Vermählung
wird im engſten Familienkreiſe Ende Januar
ſtatt=
finden.
Bern, 13. Dez. Der Beginn der Arbeiten für den
zweiten Simplontunnel hat geſtern
ſtattge=
funden. Man rechnet damit, daß ſie etwa ſieben Jahre
dauern werden.
Rom, 14. Dez. Römiſche Btätter melden: Angelo
Sarto, der 70jährige Bruder des Papſtes, der
in Rieſe das Amt eines Landbriefträgers
ver=
ſieht, hat vom Poſtminiſterium wegen ſeiner großen
Ar=
mut eine Unterſtützung von 175 Lire erhalten.
Paris, 14. Dez. In der Nähe von Chamberry
fuhr geſtern abend ein Automobil in eine von einer
Uebung heimkehrende Truppenabteilung. Zehn Soldaten
wurden verwundet, darunter mehrere ſehr ſchwer. Der
Chauffeur des Automobils iſt verhaftet worden.
London, 13. Dez. Der neueſte Unfug der
Stimmrechtsweiber beſteht darin, daß ſie ohne
Grund Feueralarme veranſtalten. So wurden
letzten Dienstag in einer halben Stunde neun Feuer
ge=
meldet, aber jedesmal ſtellte es ſich heraus, daß der Alarm
falſch war. In den meiſten Fällen wurde telephoniert,
aber einigemal wurden auch die Straßenalarme benutzt.
Nur in einem einzigen Falle gelang es, die Urheberin
eines falſchen Alarmes zu verhaften. Ein Schutzmann,
der im Weſten der Stadt, im Holland=Park, ſtationiert
war, ſah, wie am Dienstag abend eine Frau die Scheibe
eines Alarmapparates zerbrach und den Alarmapparat
verſchiedene Male in Bewegung ſetzte, dann aber fortlief.
Er ſtellte ſie und fragte, wo das Feuer ſei, und verhaftete
ſie, als ſie Ausflüchte machte. Die Verhaftete, ein
zwanzig=
jähriges Mädchen (!) namens Eliſe Neville Howey, ſtand
mun vor dem Weſt=London=Polizeigericht. Der öffentliche
Ankläger wies darauf hin, was für Unheil angeſtiftet
werden könnte, wenn die Feuerwehr durch dieſe falſchen
Feueralarme von einem wirklichen Brandherde, bei dem
Menſchenleben in Gefahr wären, zurückgehalten würde.
Die Angeklagte bemerkte frech, daß derartige Dinge
ſo=
lange vor ſich gehen würden, bis die Regierung dan
Frauen das Stimmrecht gegeben haben würde. Sie
wurde zu 400 Mark Geldſtrafe oder zwei Monaten
Ge=
fängnis verurteilt und, da ſie zu zahlen ſich weigerte,
ab=
geführt.
Kriſtiania, 14. Dez. Ein Dreimaſtſchoner von
unbekannter Nationalität ſcheiterte am Donnerstag
in der Nähe von Brevik im Chriſtians=Fjord. Bei dem
herrſchenden Unwetter gelang es zunächſt nur einem
Boot, an den Schoner heranzukommen und einen Mann
der Beſatzung zu retten. Als bei abflauendem Wetter
geſtern früh ein weiteres Boot das geſcheiterte Schiff
er=
reichte, waren im Laufe der Nacht ſchon ſechs Mann der
Beſatzung vor Erſchöpfung geſtorben.
New=York, 14. Dez. Der Dampfer „
Maure=
tania” der Cunard=Linie iſt geſtern nachmittags 5 Uhr
wohlbehalten hier eingetroffen.
Staatsſekretär von Kiderlen=
Waechter in Darmſtadt.
*⁎* Der Staatsſekretär des Aeußern, Wirklicher
Geheimrat von Kiderlen=Waechter, traf am Samstag
vormittag in Darmſtadt ein und nahm bei
dem Preußiſchen Geſandten, Freiherrn von
R ück er=Jen iſch, auf Palais Roſenhöhe
Wohnung. Um 12½ Uhr wurde der Staatsſekretär
von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog im Neuen
Palais in Audienz empfangen. Nach der Audienz
wurde der Staatsſekretär zur Frühſtückstafel zugezogen.
Vorher hatte der Staatsſekretär Herrn Staatsminiſter
Dr. Ewald Exz. einen Beſuch abgeſtattet.
Samstag abend fand beim Preußiſchen Geſandten,
Freiherrn von Rücker=Jeniſch und Frau Gemahlin, zu
Ehren des Staatsſekretärs von Kiderlen=Waechter ein
diner ſtatt, an dem teilnahmen: Staatsminiſter Dr.
Ewald Exz. und Gemahlin, Finanzminiſter Dr. Braun
Exz. und Gemahlin, Miniſter des Innern von
Hom=
bergk zu Vach Exz. und Gemahlin, ferner der Wirkl.
Geheimerat Krug von Nidda, Diviſionskommandeur
Exz. von Plüskow mit Gemahlin und
Oberſtall=
meiſter Freiherr Riedeſel zu Eiſenbach.
Die Abreiſe des Staatsſekretärs nach Berlin erfolgte
am Samstag abend ½11 Uhr.
Der Zweck des Beſuches war, wie wir vernehmen,
nur, dem Großherzog und der Regierung ſeine
Aufwar=
tung zu machen.
Die Beiſetzung des Geheimen
Baurats Dr. Adolf Pfarr.
Zu einer ebenſo impoſanten, wie eindrucks= und
weihevollen Trauerkundgebung geſtaltete ſich die
Beiſetz=
ung des verſtorbenen Profeſſors an der Techniſchen
Hoch=
ſchule Geheimen Baurats Dr.=Ing. Adolf Pfarr am
Samstag nachmittag. Gegen 2 Uhr war das Trauerhaus
in der Eichbergſtraße das Ziel einer ſchier unzähligen
Reihe von Wagen und Automobilen, die fortgeſetzt
offi=
zielle Abordnungen von Studentenverbindungen mit
um=
florten Fahnen und ſonſtige Leidtragende zum
Trauer=
hauſe brachten. Nach der im Beiſein der Angehörigen
und Freunde des Verſtorbenen im Sterbehauſe
abgehal=
tenen Einſegnung der Leiche ordnete ſich dann gegen
3 Uhr der gewaltige Trauerkondukt, wie er ſelten einen
Toten den letzten Gang geleitet. Voraus gefahren wurde
ein Wagen mit ungezählten koſtbaren Kränzen und
Blu=
menarrangements. Die Kapelle des Leibgarde=Regiments
marſchierte, Trauerchoräle ſpielend, dem Leichenzug
vor=
aus. Unmittelbar vor dem Leichenwagen ſchritten die
Mitglieder des Ausſchuſſes der Studierenden mit
um=
florter Fahne, und mit den äußeren Zeichen der Trauer
an Barett und Schärpe. Dem Sarge folgten die Söhne
und ſonſtige Angehörige des Verſtorbenen, dann der
Rektor Magnifizenz und die Profeſſoren, Dozenten und
Aſſiſtenten, faſt der geſamte Lehrkörper der Hochſchule.
Auch Finanzminiſter Braun Exz. und Geheimerat Dr.
Weber waren im Gefolge. In ſchier endloſem Zuge
ſchloſſen ſich die Abordnungen der Studentenſchaft, die
Chargierten in Wichs, mit gezogenem Schläger und die
Fahnen mit Trauerſchleifen umwunden, an. So bewegte
ſich der Zug zu der Gruft. An der letzten Friedhofsgaſſe
wurde der Sarg dem Leichenwagen entnommen und am
Rondell aufgeſtellt. Die Stundenſchaft defilierte hier am
Sarge in endlos langem Zuge vorbei. Schläger und
Fahnen ſenkten ſich zum letzten dankbar ergebenen Gruß
für den toten Lehrer und Führer. Dann nahmen die
Fahnenträger am Rande der offenen Gruft Aufſtellung
und die Trauerfeier am Grabe begann. Der amtierende
Geiſtliche. Herr Pfarraſſiſtent Adolf, legte ſeiner
Grab=
rede die Bibelworte Prediger Salomonis 12, 4 zugrunde.
Von dem Forſcher und Denker ſprach er dann, der ein
Großer geworden im Reiche der Wiſſenſchaft, der die
Kräfte der Natur erforſcht und in den Dienſt des
Men=
ſchen gezwungen. Nun liegt er ſelbſt, von dieſen
Elemen=
ten vernichtet. Es ſcheint, als haben die Gewalten ſich
gerächt, daß er ſie ins Joch gezwungen. War nicht ſeine
Herrſchaft über die Natur demnach Täuſchung? Nein,
denn, wenn der Leib auch vernichtet, die geiſtigen Werte,
die der Entſchlafene ſchuf, leben fort und ſind
unvergäng=
lich. Dann pries er des Verſtorbenen hohe Eigenſchaften
als Menſch, als Kollege und Freund, und als Lehrer und
Führer ſeiner Schüler, die ſeine jungen Freunde waren.
Gebet und Segen beſchloſſen die packende, eindrucksvolle
Grabrede. Nachdem dann die nächſten Angehörigen die
üblichen drei Schaufeln Erde auf den Sarg geworfen,
folgte eine endloſe Reihe von Nachrufen und
Kranznieder=
legungen, ſo daß ein wahrer Hügel von Blumen und
Kränzen ſich türmte.
Als erſter Redner ſprach Se. Magn. Rektor Profeſſon
Wickop: Unfaßbar iſt uns noch der ſchwere Verluſt, den
uns der plötzliche Tod des Kollegen und Freundes
be=
reitet. Noch vor wenigen Tagen wirkte der
Dahingeſchie=
dene unter uns in voller Tatkraft und Friſche, und noch
wenige Stunden vor ſeinem Ende dachte niemand, daß er
ſo raſch von uns gehen würde. In ihm begraben wir
heute eine unendliche Fülle von Geiſt und Wiſſen und
Tat=
kraft und ſicher auch noch einen Reichtum an Gedanken
und Plänen, die ſein Leben noch zur Reife gebracht, mit
denen er uns in Zukunft noch beſchenkt hätte. Schwer
und unerſetzlich iſt der Verluſt dieſes Mannes für unſere
Hochſchule und für die ganze deutſche Technik, deren
Beſten einer mit ihm dahinging. Zweiundzwanzig Jahre
lang hat er der techniſchen Wiſſenſchaft gedient, davon 15
an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt, und
Unſchätz=
bares hat er ihr errungen und neu geſchaffen. Was er
geſchaffen, bleibt uns unverlierbar. Treu hat er ſtets zu
uns gehalten. Drei deutſche Hochſchulen haben ſich um
ihn bemüht: Stuttgart, München und Wien, aber er iſt
bei uns geblieben. Der Ehren ſind ihm viele zuteil
ge=
worden. Noch vor kurzem hat die Techniſche Hochſchule
Aachen ihm die Doktorwürde ehrenhalber verliehen. Noch
vorige Woche durfte er ein großartiges Geſchenk der
Papierinduſtrie entgegennehmen und die von dieſem der
Hochſchule überwieſene Papiermaſchine in Betrieb ſetzen,
Ein dankbares, ehrendes und treues Andenken wollen
wir alle ihm bewahren.
Weiter widmeten Nachrufe mit Kranzniederlegungen
der Rektor Magnifizenz der Aachener Hochſchule im
Namen des Senats dieſer Hochſchule, der Vorſtand der
Maſchinenbauabteilung an der Aachener Hochſchule, der
Verein Deutſcher Papierfabrikanten, der u. a. feſtſtellte,
daß, wenn Darmſtadt heute eine Bildungs= und Lehrſtätte
beſitzt, um die die Welt uns beneidet, das allein Pfarrs
Verdienſt iſt; ferner der Ausſchuß der Studierenden, die
Firma Voith in Heidenheim, der der Verſtorbene lange
Jahre als Ingenieur angehört hat, die Studierenden der
Papierinduſtrie, der Mittelrheiniſche Architekten= und
Ingenieurverein (durch Baurat Jäger), der akademiſche
Maſchinenbauerverein, der elektrotechniſche Verein, der
akademiſche Bauſchülerverein, der Darmſtädter S. C., die
Burſchenſchaften und ſämtliche Verbindungen der
Tech=
niſchen Hochſchule, einſchließlich mehrerer ruſſiſchen und
polniſchen, die Freie Studentenſchaft, die ſchwediſchen
finniſchen und norwegiſchen Studierenden u. v. A. — Ein
Schlußchoral der Muſikkapelle beſchloß die Feier.
St.
Zum Tode des Prinz=Regenten
Luitpold.
* München, 14. Dez. Prinz=Regent Ludwig
wohnte heute vor der Ueberführung der Leiche
des verblichenen Regenten mit der königlichen Familie
der Meſſe und Einſegnung im Sterbezimmer bei. Heute
vormittag empfing der Regent das geſamte
Staatsmini=
ſterium, ſowie die beiden Bürgermeiſter und die beiden
Vorſtände des Gemeindekollegiums, welche vorher eine
koſtbare Kranzſpende an der Bahre des Prinz=Regenten
Luitpold niedergelegt hatten, in Audienz.
* München, 14. Dez. In aller Stille erfolgte
heute vormittag unter Vorantritt der Hofgeiſtlichkeit dier
Ueberführung der Leiche des Prinz=
Re=
genten Luitpold aus der Reſidenz nach der
Aller=
heiligen=Hofkirche, nachdem Stiftspropſt von Hecher
vor=
her die Einſegnung vollzogen hatte.
* München, 13. Dez. Die Korreſpondenz
Hoff=
mann meldet: Im Hinblick auf die Preſſemeldungen,
daß das Herz des Prinz=Regenten Luitpold
einbalſamiert werden ſolle, wird hiermit feſtgeſtellt, daßt
auf den ausdrücklichen Wunſch des Verewigten auch das=
Herz in der Gruft der Theatiner=Hofkirche beigeſetzt wird
* München, 14. Dez. Die Korreſpondenz Hoffe
mann meldet: Der Prinz=Regent hat heute vormittag
10 Uhr im Wittelsbacher Palais die Vorſtellung
des geſamten Staatsminiſteriums
entgegen=
genommen. Der Regent zog jeden der Miniſter in ein
längeres Geſpräch und gab wiederholt der Hoffnung auf
ein erfolgreiches und gutes Zuſammenarbeiten Ausdruck
* München, 13. Dez. Die Antwort des
Prinz=Regenten Ludwig auf die
Beileidskund=
gebung des Kaiſers lautet: Ich bitte Dich, für Deine
durch den Prinzen Rupprecht mir übermittelte rührende
Teilnahme an unſerem großen Schmerze meinen und des
Königlichen Hauſes herzlichſten Dank entgegenzunehmen
und die meinem geliebten Vater ſtets bewieſene
Freund=
ſchaft auf mich zu übertragen. Ich werde in der Bun=
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, den 13. Dezember.
Zweites und letztes Gaſtſpiel Alexander Moiſſis
vom Deutſchen Theater in Berlin.
Zum erſten Male:
„Jedermann‟.
Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes erneuert
von Hugo von Hofmannsthal.
W-l. „Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes”
wie der Titel des Stückes eigentlich heißen müßte,
wäh=
rend der Titel Jedermann” hiſtoriſche Bedeutung hat,
ſchließt ſich in Spiel und Sprache an die Myſterienſpiele
des Mittelalters an und iſt in den kurzen viermal
ge=
hobenen Verſen geſchrieben, die uns aus Goethes „Fauſt”
geläufig ſind. Wie dieſer, beginnt das Spiel nach
vorauf=
gegangener „Spielanſage” mit einem Prolog im Himmel,
einem Zwiegeſpräch zwiſchen dem Heren und dem Tode,
der den Auftrag erhält, zu Jedermann zu gehen und ihm
mitzuteilen, daß er ſeine Pilgerfahrt anzutreten und
Rechenſchaft über ſein Leben abzulegen habe.
Jeder=
mann, der Reiche, hat ein leichtſinniges Leben in
Ueppig=
keit und Buhlſchaft geführt und ſeinen Schuldner trotz der
flehentlichen Bitten ſeines Weibes in den Schuldturm
abführen laſſen. Die Mahnungen ſeiner frommen
Mut=
ter bleiben ohne Eindruck. Mit ſeiner Geliebten, für die
er einen Luſtgarten hat errichten laſſen, feiert er im Kreiſe
von Zechkumpanen und Schmarotzern ein Gelage.
Wäh=
rend ſie fröhlich bei Tiſche ſitzen, erſcheint ihm der Tod
kündigt ihm ſein nahes Ende an und ermahnt ihn, ſeine
letzten Stunden zum Heil ſeiner Seele zu nützen. Alle
fliehen entſetzt und niemand will ſein Genoſſe auf ſeiner
letzten Pilgerfahrt ſein, auch ſein „guter Geſelle” nicht,
den er kniefällig bittet. Der Reiche, der im Glücke
„Freunde” in Menge hatte, iſt im Unglück nun von allen
verlaſſen. Da ſucht er Troſt in ſeinem Reichtum, der ihm
Macht verleiht. Er läßt ſeine große Geldtruhe bringen
aber als er ſie öffnet, entſteigt ihr der Mammon in
Per=
ſon und ſagt ſich von ihm los. Nur ſeine „guten Werke‟,
obwohl elend und ſiech, wollen ihn ins Grab geleiten
Vorher aber rufen ſie ihre Schweſter, den Glauben, an,
der umgeben von lichten Engelsgeſtalten, in der Höhe
erſcheint und Jedermann zum frommen Glauben und
zum Bekenntnis zu ſeinem Heiland und Erlöſer Jeſum
Chriſtum zurückführt. Nach dem Gebete eines
Vater=
unſers und ſeinem Glaubensbekenntnis ſtiebt er als
reuiger und frommer Mann und tritt, begleitet von ſeinen
Werken, ſeine letzte Pilgerfahrt an. Zum Schluſſe
er=
ſcheint der Teufel in Perſon, ganz im Sinne des
Mittel=
alters, und ſieht ſich, wie in Goethes „Fauſt”, am Ende
aller Dinge geprellt.
Wie man ſieht, iſt der Schluß ganz religiös, wie ja
denn dieſe frommen Myſterien auch aus dem religiöſen
Kultus entſtanden ſind. Die Eindrücke, die die prachtvolle
Aufführung dieſes Spieles im Zuſchauer erweckte, waren
denn auch ganz andere, als man ſonſt im Theater
emp=
fängt und mehr religiös=kirchlicher Art.
Trotzdem hat das hochpoetiſche Spiel, das den Geiſt
der mittelalterlichen Dichtung wunderbar nachempfunden
hat, den Charakter des Bühnenſtückes gewahrt, ſo daß
der Gedanke an eine Profanation nicht gut aufkommen
kann.
Das Hauptverdienſt an der höchſtgelungenen
Auf=
führung, deren einheitliche Stimmung durch keine
Zwi=
ſchenpauſe durchbrochen wurde, iſt der Inſzenierung
zu=
zuſchreiben, die wohl Herrn Generaldirektor Dr. Eger
zu verdanken iſt und ein wahres Meiſterſtück war, und
der Regie des Herrn Oberregiſſeurs Valdek. Dem
feierlichen Charakter des Stückes paßte ſich diie
Hauptdekoration, ein plaſtiſcher, in Grau gehaltener, durch
einen lila Vorhang abgeſchloſſener Treppenbau mit
vor=
nehmem Stilgefühl an. Das mit vielem Geſchmack
in=
ſzenierte Gelage und das aus dem Erdboden
hervorge=
zauberte, von unſichtbaren Lichtern myſtiſch beleuchtete
Tiſchleindeckdich wirkte ebenſo überraſchend wie
male=
riſch ſchön. Sehr feierlich inſzeniert war die
Schluß=
ſzene. Der anweſende Dichter dürfte ſich davon
über=
zeugt haben, daß in der Kunſt und dem Geſchmack der
Inſzenierung unſere Bühne jetzt kaum einer anderen
nachſteht.
In der Titelrolle, die übrigens an ihren Darſteller
keine ungewöhnlich hohen Anforderungen ſtellt, entfaltete
Herr Alexander Moiſſi ein bedeutendes
ſchauſpieleri=
ſches Können und Vielſeitigkeit der Charakteriſtik. Die
Rolle verträgt in ihrem erſten Teile ſchon ein ziemlich
ſtarkes Auftragen der Farben. Was Herrn Moiſſi abgeht,
iſt die Fähigkeit, zu ergreifen, und wir glauben, daß die
Darſtellung der Rolle durch ihn nach dieſer Richtung hin
nicht erſchöpft worden iſt. Das Enſemble entſprach allen
Anforderungen. Größere Einzel=Rollen hat das Spiel
im Grunde weiter nicht. Wir erwähnen Herrn
Bau=
meiſters Geſellen, Fräulein Berkas Buhlſchaft und
beſonders die Perſonifikationen der Werke und des
Glau=
bens der Damen Meißner und Uttmann. Auch
Herr Heinz als Tod, Herr Jürgas als Teufel Herr
Weſtermann als Mammon und Frau Müller=
Rudolph als Mutter ſeien nicht vergeſſen.
Mit Worten beſonderen Lobes muß der Herren
Kempin und Schwerdtfeger für die herrliche
Ge=
ſtaltung des Bühnenbildes gedacht werden.
Das Publikum ſpendete am Schluß der Aufführung
begeiſterten Beifall. Der Vorhang mußte immer wieder
und wieder aufgehen, und der Dichter und Herr Moiſſi
teilten ſich in die Ehre des Beifalls.
Nummer 296.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912.
Seite 5.
destreue zu Kaiſer und Reich dem erhabenen Beiſpiel
meines erlauchten Vaters folgen.
* München, 14. Dez. Prinz=Regent
Lud=
wig hat an den Präſidenten des Reichstages in
Beantwortung von deſſen Beileidskundgebung
nachſtehen=
des Telegramm gerichtet: Die ergebene Kundgebung, in
der der Reichstag meines in Gott ruhenden,
unvergeß=
llichen Vaters gedachte und das ehrende Gedenken, das er
dem Verdienſt des Entſchlafenen um die Einigung des
deutſchen Volkes und das Wohl des Reiches gewidmet hat,
rührt mich tief. Ich bitte Sie, dem Reichstag meinen
innigſten Dank zu übermitteln. Ludwig, Prinz=Regent
von Bayern.
* München, 14. Dez. Der Kaiſer hat an den
Prinz=Regenten Ludwig folgendes
Tele=
gramm gerichtet: Herzlichen und innigen Dank für die
treuen Gefühle, die Du mir in Deinem freundlichen
Tele=
gramm ausgeſprochen haſt. Die alte Freundſchaft, die
uns verbindet, wird in der neuen, verantwortungsvollen
Stellung, die Du jetzt einnimmſt, für unſeres Reiches
Wohl beſonders fruchtbringend ſein. Ich bin überzeugt,
daß das innige Einvernehmen, das unter Deinem
hoch=
ſeligen treuen Vater zwiſchen Wittelsbach und Hohen=
Zollern beſtand, auch zwiſchen uns in guten und böſen
Zeiten ſich erproben wird. Wilhelm I. R.
* Berlin, 13. Dez. Das Marineverordnungsblatt
veröffentlicht einen Marinebefehl des Kaiſers,
in dem beſtimmt wird: 1. Die Offiziere und Beamten
meiner Marine legen vierzehn Tage hindurch einen
Trauerflor um den linken Unterarm an. 2. Bei den
Offi=
zieren und Beamten meines Linienſchiffes Wittelsbach”
dauert dieſe Trauer drei Wochen. 3. Meine Schiffe in der
Heimat haben halbſtocks zu flaggen und am Tage der
Beiſetzung mittags 12 Uhr einen Trauerſalut von 21 Schuß
zu feuern. Mit Beendiaung des Trauerſaluts ſind die
Flaggen wieder vorzuhiſſen. 4. An den
Beiſetzungs=
feierlichkeiten hat eine Abordnung der „Wittelsbach”
teilzunehmen, beſtehend aus dem Kommandanten, einem
Stabsoffizier, Kapitänleutnant und Oberleutnant zur
See, oder Leutnant zur See, je einem Deckoffizier,
Unter=
offizier und Gemeinen.
* Berlin, 14. Dez. Zu der Teilnahme an den
Beiſetzun glsfeierlichkeiten für den Prinz=
Regenten Luitpold werden ſich der Präſident des
Reichstags, Dr. Kaempf, der erſte Vize=Präſident. Dr.
Paaſche, der zweite Vize=Präſident, Dove und der
Direk=
tor des Reichstags, Jungheim, nach München begeben.
* Berlin, 14. Dez. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Der Bundesrat beſchloß, zu den
Beiſetzungsfeierlichkeiten nach München eine
Abordnung zu entſenden, deren Führung der Reichskanzler
übernommen hat. Derſelben gehören als Mitglieder an,
der ſächſiſche Geſandte Frhr. v. Salza und Lichtenau, der
heſſiſche Geſandte Frhr. v. Biegeleben und der
ſäch=
ſiſche Miniſterialdirektor Dr. Nebe. Außerdem wird ſich
der Staatsſekretär Dr. Delbrück in der Eigenſchaft als
allgemeiner Stellvertreter des Reichskanzlers der
Abord=
nung anſchließen.
Neue Ausgaben und ihre
Deckung.
* Berlin, 15. Dez. In dieſem Jahre mußten, wie
die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt, bei der
Erſt=
beratung des Etatsentwurfs für 1913 im Reichstage die
eigentlichen Etatsfragen hinter den Erörterungen
über die auswärtige Politik und die Interpretation des
Jeſuitengeſetzes weſentlich zurücktreten. Trotzdem fehlten
nicht die intereſſanteſten Ausblicke auf die Finanzlage.
Die Zuläſſigkeit weiterer Aufwendungen für das Heer,
namentlich für die Schaffung einer Luftflotte wird nicht
in Abrede geſtellt. Weiter gibt das Blatt eine Ueberſicht der
in der Debatte geäußerten Wünſche und bemerkt: So waren
die Anregungen, welche zu der Belaſtung der Reichskaſſe
führen, recht beträchtlich, doch fehlten leider Vorſchläge,
woher die Koſten genommen werden ſollen. Im
Gegen=
teil zeigt ſich die Tendenz, die Einnahmen herabzuſetzen.
Daß die Reichsfinanzen nicht imſtande ſind, neben den
ge=
ſetzlich beſtehenden Verpflichtungen allen gegebenen
An=
regungen und Wünſchen ohne Erſchließung neuer
Steuer=
quellen zu entſprechen, wird ſchwerlich eines Beweiſes
bedürfen. Unter dem früheren Schatzſekretär fand der
Grundſatz „keine neuen Ausgaben ohne
Dek=
kung” auf allen Seiten des Reichstages Anerkennnung.
Zum Segen der Finanzen wurde danach in den letzten
Jahren verfahren, jetzt ſcheint der Grundſatz ſo allgemeiner
Zuſtimmung nicht mehr ſcher zu ſein. Ein Redner
be=
zeichnete ihn, ohne Widerſpruch im Hauſe zu finden, als
bedenklich. Man hält es für wohl möglich, daß man auch
einmal in die Lage komme, notwendige Ausgaben
zu bewilligen, wenn augenblicklich die Deckung nicht gleich
da oder im Etat nicht ſichtbar iſt. Es kann nicht dringend
genug gewarnt werden, ſolchen Anſichten zu folgen. Sie
müſſen uns unrettbar wieder in Zuſtände zurückführen, die
wir, Dank der Finanzreform, ſeit kurzem überwunden
haben. Zurzeit wird freilich die Deckung aller neuen
An=
ſprüche an die Finanzkraft im Reiche aus der Beſitzſteuer
erwartet. Man darf aber nicht vergeſſen, daß dieſe in
erſter Linie eine Ermäßigung der Zuckerſteuer ermöglichen
ſoll und daß in dieſem Frühjahr auf die gemachten
Bilan=
zen und auf weitere Ausgaben für den Bedarf des Heeres,
wie ſie angeſichts der Weltlage nicht zu vermeiden ſind,
noch keine Rückſicht genommen wird.
Der Balkankrieg.
Die Friedensverhandlungen.
* London, 14. Dez. Die Times begrüßt den
Zu=
ſammentritt der
Friedensbevollmächtig=
ten als das hoffnungsvollſte Zeichen, das Europa ſeit
mehreren Wochen geſehen hat. Alle Angaben von
Mindeſt=
forderungen könne man erheblich diskontieren und man
dürfe die Aeußerungen, die die verſchiedenen Delegierten
unterwegs gemacht haben, nicht allzu ernſt nehmen.
In=
zwiſchen dürfte die gleichzeitige informelle Verſammlung
der Botſchafter den Weg für die Sanktionierung
bedeu=
ten, die die Großmächte zum Schluſſe ausgeſprochen
haben werden. Die Botſchafter würden im Verlaufe
ihrer Verhandlungen vielleicht nur ſehr beſchränkte
Funk=
tionen auszuüben haben, aber es ſei ein großer Gewinn,
daß ſie überhaupt zuſammentreten. Ihre Erörterungen
würden einem wertvollen Zwecke dienen, wenn ſie als
Abſchreckungsmittel gegen übereilte Aktionen wirkten.
* Paris, 14. Dez. Der Petit Pariſien will wiſſen,
Graf Berchtold habe vorgeſtern mehreren Botſchaftern
beruhigende Verſicherungen gegeben. Man habe
nun=
mehr den Eindruck, daß Oeſterreich=Ungarn vor Abſchluß
des Balkanfriedens keinerlei Initiative ergreifen
werde.
* London, 14. Dez. Der Miniſter des Aeußern
Sir Edward Grey empfing die türkiſchen und darauf
die bulgariſchen Friedensdelegierten im
Aus=
wärtigen Amt.
* London, 14. Dez. Wie das Reuterſche Bureau
erfährt, begibt ſich der Sobranjepräſident Dr Danew
mit ſeinem Privatſekretär heute nach Paris, um mit
dem Miniſterpräſidenten Poincaré und anderen
fran=
zöſiſchen Staatsmännern zu konferieren.
H.B. London 14. Dez. In einer
Zuſammen=
nahm, ſoll eine vorläufige Uebereinſtimmung, betreffend Ungarn ein Abkommen abzuſchließen. Falls
gelangen ſollen, feſtgeſtellt worden ſein. Ob dieſe
Ueber=
einſtimmung ſich auf die eigentliche ſerbiſche Idee, bezüg= wäre dann nicht mehr bedroht.
lich Saloniki als internationalen Hafen unter engliſches
Protektorat zu ſtellen, iſt nicht bekannt In Belgrad iſt
tatſächlich davon die Rede, daß der ſerbiſche Delegierte
der Friedens=Konferenz einen derartigen Vorſchlag
machen wolle, um Serbien die Sympathie zu gewinnen.
miniſter Oberſt Seely, ſowie den Miniſter des Aeußern
Sir Edward Grey in längerer Audienz. Es iſt mit
Sicherheit anzunehmen, daß die Friedensunterhändler am
kommenden Donnerstag vom König Georg im
Bucking=
iſt bisher darüber noch nicht veröffentlicht worden.
* Sofia, 13. Dez. Die Verproviantierung
der bulgariſchen Armee über Adrianopel
begann heute entſprechend dem Protokoll des
Waffenſtill=
ſtandes. Ein Verſuchszug wurde heute morgen
abge=
laſſen.
Die Botſchafterkonferenz.
* Petersburg, 14. Dez. Die Londoner
Bot=
ſchafterkonferenz wird vorausſichtlich am 17.
De=
zember zuſammentreten. Keine einzige Macht habe
bis jetzt irgendwelche Bedingungen geſtellt. Falls
Oeſter=
reich die Ausſcheidung der Adria= oder der albaneſiſchen
Fragen verlangt, ſo bedeute das das Scheitern der
Kon=
ferenz. In ruſſiſchen diplomatiſchen Kreiſen glaubt man,
daß Aumämien im Pale weiterer Bakanverwikelungen
neutral bleibt.
* Paris, 14. Dez. Nach einer anſcheinend
offi=
ziöſen Meldung des Matin ſeien alle drei Mächte der
Tripel=Entente entſchloſſen, eine Forderung
Ru=
mäniens auf Zulaſſung ſeines Vertreters zu der
Lon=
doner Botſchafter=Réunion abzulehnen. Man
ſei der Anſicht, daß, falls Rumänien intereſſierende
Fragen zur Erörterung gelangen ſollten, es ein leichtes
ſein werde, die Anſicht der Bukareſter Regierung
einzu=
holen.
Die Kämpfe der Griechen.
* Athen, 13. Dez. Der Miniſter des Aeußern
ver=
öffentlicht eine Depeſche aus Philippiadha: Um
6 Uhr 30 Min. früh begann unſere Armee den
allge=
meinen Angriff gegen den rechten Flügel des Feindes.
Trotz unabläſſigen Feuerns der Türken beſetzte ſie
Aeto=
rachon. Unſerer Artillerie, deren Feuer von großer
Treffſicherheit war, gelang es nach vierſtündigem Kampfe,
die Batterien des Feindes bei Lagatora zum Schweigen
zu bringen. Offiziere und Soldaten gingen mit Mut und
Begeiſterung vor. General Sapuntſakis befehligte den
Angriff perſönlich. Wir haben ungefähr 200 Verwundete.
Mit Einbruch der Nacht wurde der Kampf unterbrochen.
* Konſtantinopel, 13. Dez. Ein Abendblatt
erfährt, daß die Türken auf Chios ſtarken Widerſtand
leiſteten. Die Griechen konnten nicht bis in die
Reich=
weite der türkiſchen Kanonen vorrücken und warten auf
Verſtärkung. Die Türken ſeien im Beſitz von
Lebens=
mitteln, die ihnen einen langen Widerſtand ermöglichten.
* Athen, 14. Dez. Genecol Sapuntſakis
mel=
det im Anſchluß an ſeinen geſtrigen Bericht über die
Kämpfe bei Janina: Wir beſetzten die Höhen von
Aitorachon nach einem heldenmütigen Bajonettangriff
des Evzonenbataillons. Die Türken flohen und ließen
außer den drei bereits gemeldeten Schnellfeuergeſchützen
vier weitere Geſchütze und eine Menge Munition zurück.
Heute gaben die Türken Peſta auf und alle ihre
Stell=
ungen bei Cherchan und Jahri. Im Bereiche der
Be=
feſtigungen von Janina beſetzten wir die den
Feſtungs=
werken gegenüberliegenden Stellungen. Die Freiwilligen=
Korps, die ſich bei Drisko überlegenen feindlichen
Kräf=
ten gegenüberſehen, mußten zurückgehen.
* Athen, 14. Dez. Unter den bei den Kämpfen vor
Janina Verwundeten befindet ſich auch Graf Romas.
der Führer der griechiſchen Korps, unter den von
Gari=
baldi befehligten Freiwilligen Truppen.
Sonſtige Meldungen.
* Paris, 14. Dez. Der Figaro will von gut
unter=
richteter diplomatiſcher Seite erfahren haben, daß
Bul=
garien dem Dreibund beitreten werde.
kunft der Balkan=Delegierten, die geſtern König Ferdinand welcher vorgeſtern in Wien
ge=
ſtattfand, und an der auch der griechiſche Vertreter teil= weſen ſei, ſtehe im Begriff, mit
Oeſterreich=
die Vorſchläge, die auf der Friedenskonferenz zur Sprache dieſe Nachricht richtig ſei, würde Serbien ſeine
An=
ſprüche aufgeben müſſen, und der europäiſche Frieden
* Belgrad, 13. Dez. Das Preßbureau meldet:
Die Teilnahme des Königs an dem heutigen Feſte
des heiligen Andreas, des Schutzpatrons ſeiner Familie,
die ihm anſtrengende Repräſentationspflichten auferlegte,
beweiſt, daß alle im Auslande verbreiteten Nachrichten
Der König empfing geſtern nachmittag den Kriegs= über ſeinen ſchlechten Geſundheitszuſtand
falſch ſind.
Letzte Nachrichten.
* Berlin 15. Dez. Die Norddeutſche Allgemeine
ham=Palaſt empfangen werden. Eine offizielle Nachricht Zeitung ſchreibt in ihrer Wochenrundſchau: Der
abge=
laufenen Woche darf man nachſagen, daß ſie keine
Ver=
ſchärfung in die europäiſche Lage gebracht hat;
von der morgen beginnenden Konferenz möchten wir
wünſchen, daß ſie den Erwartungen gerecht wird, die ſich
an die bevorſtehende Einleitung der
Friedensunter=
handlungen und die Botſchafterbeſprechung in London
knüpfen. Der Verſuch, zwiſchen der Pforte und den
Bal=
kan=Regierungen in unmittelbarer Verhandlung einen
vertragsmäßigen Ausgleich der durch den Krieg nicht
ent=
ſchiedenen Streitpunkte herbeizuführen, wird von allen
Großmächten mit Sympathie begleitet. Für den Verlauf
der Botſchafterbeſprechung kann wohl als günſtiger
Um=
ſtand gelten, daß die Balkanpolitik Oeſterreich=Ungarns
jetzt in manchen Kreiſen gegen früher ruhiger gewürdigt
wird.
Samstag, den 14. Dezember.
Zum 25jährigen Dienſtjubiläum
Wil=
helm Riechmanns:
„Der Waffenſchmied‟.
W.l. Zur Feier des 25jährigen Dienſtjubiläums des
Herrn Kammerſängers Riechmann, deſſen
künſtleri=
ſcher Werdegang und Verdienſte ſchon in einem beſonderen
Artikel dargeſtellt und gewürdigt worden ſind, gelangte
heute abend bei aufgehobenem Abonnement Lortzings
Oper „Der Waffenſchmied” zur Aufführung, in der Herr
Riechmann in einer ſeiner beſten Rollen, nämlich in der
des Adelhof, auftrat. Während das Haus am Freitag
anſcheinend ausverkauft war, war es heute nicht gut
beſucht.
Das Intereſſanteſte an der heutigen Aufführung, die
von Herrn Kapellmeiſter Kleiber geleitet wurde, war
die neue Inſzenierung der Oper, die mit dem alten
Dekorations= und Kuliſſen=Kram aufgeräumt und
ſtilvolle, der Zeit der Handlung entſprechende
Bühnen=
bilder geſchaffen hatte. In muſikaliſcher wie geſanglicher
Hinſicht konnte die Aufführung nur teilweiſe befriedigen.
Fräulein Schaub, welche die Partie der Marie ſang,
war anſcheinend nicht gut disponiert und bereitete uns
eine kleine Enttäuſchung; dafür ſprach ſie deſto hübſcher.
Herr Bernhardt als Georg ließ in ſeinem Vortrag
manche Wünſche unbefriedigt. Einen friſchen Zug in die
Aufführung brachte Herr Schützendorf, der die
Titel=
rolle mit Temperament und Humor ſpielte und ihr ganz
neue Nuancen abzugewinnen wußte. Nur vor unſchönem
Forcieren ſeiner Stimme beim Singen muß er ſich hüten.
Mit ſchönem Ton und warmer Empfindung ſang Herr
Semper die Partie des Grafen von Liebenau. Frau
Müller=Rudolph als Irmentraut und Herr
Krä=
ger als Gaſtwirt ergänzten das Enſemble nach der
humoriſtiſchen Richtung in erwünſchter Weiſe.
Der Jubilar Herr Riechmann, deſſen prachtvoller
Adelhof wiederholt nach Verdienſten gewürdigt worden
iſt, wurde bei ſeinem Erſcheinen mit ſtürmiſchem Beifall
begrüßt und war während des ganzen Abends
Gegen=
ſtand lebhaſteſter Ovationen. Nach Schluß der
Vorſtel=
lung erblickte man beim Wiederaufgehen des Vorhanges
auf der Bühne eine lange Tafel mit prachtvollen Lorbeer=
kränzen, Blumen und Geſchenken, den ſichtbaren Zeichen
der Verehrung, deren der verdiente Jubilar beim
Publi=
kum ſich erfreut. Immer wieder und wieder mußte er
vor dem Vorhang erſcheinen und dem Publikum für die
ihm bereiteten Ovationen danken.
Feſtakt im Feyer.
(Mittags um 1 Uhr fand im großen Foyer des
Hof=
theaters im Kreiſe der Angehörigen des Hoftheaters und
des Jubilars eine intime Feier im Rahmen eines
Feſt=
aktes ſtatt, in dem die hohe Wertſchätzung Wilhelm
Riech=
manns als Künſtler und Menſch, als Freund und Kollege
beredten Ausdruck fand. Faſt das geſamte künſtleriſche
und techniſche Perſonal des Hoſtheaters, an der Spitze
der Generaldirektor Dr. Eger, hatten ſich zu der Feier
eingefunden. Inmitten von Palmen und Blattpflanzen,
die die Büſten der drei Großherzöge umrahmten, unter
denen der Jubilar ſeine künſtleriſche Tätigkeit am
Hof=
theater entfalten durfte, hatte man für dieſen einen
Ehren=
platz errichtet. Zur Seite nahmen ſeine Gattin und ſein
Sohn Aufſtellung, um Teil an den Ehrungen des Gatten
und Vaters zu haben.
Der von dem männlichen Chorperſonal prachtvoll
ge=
ſungene Chor „Gott grüße Dich” leitete die Feier
ſtim=
mungsvoll ein. Dann trat als erſter Herr Generaldirektor
Dr. Eger vor, um in kurzer herzlicher Anſprache dem
Jubilar die Glückwünſche der Leitung des Hoftheaters
und vor allem Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs
auszuſprechen. Leider habe er Redner, ja noch nicht
lange das Vergnügen, die künſtleriſchen Leiſtungen
Riech=
manns zu kennen, aber ſein künſtleriſches (Wirken ſei ja
ſo oft ſchon von berufener Seite anerkannt und gewürdigt
worden, und das Wenige, was er von Riechmann geſehen
und gehört, beſtätige vollauf dieſe allgemeine
Anerkenn=
ung. Seine Verdienſte ſtehen für alle Zeiten
unauslöſch=
bar im goldenen Buche des Hoftheaters. Der hohe
För=
derer und Schützer des Inſtituts, Se. Kgl. Hoheit der
Großherzog, habe vor langem ſchon den Künſtler
geehrt durch die Verleihung des Titels als
Kammer=
ſänger, und er gebe ihm heute einen erneuten Beweis
ſeiner Gnäde durch die Verleihung der Krone
zum Ritterkreuz erſter Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen, das zu überreichen
ihm eine Freude und Ehre ſei! Mit einem dreifachen
Hoch auf den Großherzog ſchloß der Redner.
Dann würdigte Hofkapellmeiſter Hofrat de Haan in
längerer Rede die künſtleriſchen Verdienſte des Jubilars
in einem Rückblick auf ſein Schaffen und Wirken, illuſtriert
durch kleine Erlebniſſe aus der Praxis, die bewieſen, wie
groß und eindrucksvoll die Kunſt Riechmanns geweſen,
als ſeines Könnens ſchönſte Sterne ihm und uns noch
ſtrahlten. So groß, daß, als er einſt den König Marke
ſang, der Sänger des „Melot” ſeinen Einſatz vergaß und
ergriffen und in ſich ſelbſt verſunken, des Kollegen Kunſt
in ſich nachklingen ließ, bis ihn mehrmaliges Mahnen des
Kapellmeiſters in die Wirklichkeit zurückrief. Was
Riech=
mann ſang, kam vom Herzen und ging wieder zu Herzenz
ihn beherrſchte ſtets eine unendliche Liebe zur Kunſt und
zu unſerem Hoftheater. Wir wünſchen alle, daß Sie noch
lange mit großer Befriedigung auf Ihr=Werk zurückblicken
und ſich Ihrer Kunſt erfreuen. (Lebhaftes Bravo!)
Herr Kammerſänger Weber ſprach im Namen der
Kollegen die herzlichſten und innigſten Wünſche aus und
pries in humorgewürzter Rede die hohen menſchlichen
Eigenſchaften des Jubilars, von deſſen umfaſſendem
Wiſſen in allen das Theater betreffenden Dingen das
geflügelte Wort ſprechend zeugt „Riechmann weiß alles!”,
und mit dem ihn perſönlich ein inniges
Freundſchafts=
band verknüpft. Als äußeres Zeichen der Verehrung und
Liebe überreichte der Redner dem Geſeierten im Auftrag
der Kollegen ein koſtbares Angebinde und brachte ihm ein
ſtürmiſch widerhallendes dreifaches Hoch aus.
Herr Regiſſeur Hacker pries beſonders die
Ver=
dienſte Riechmanns um die Bühnengenoſſenſchaft, in der
er als tapferer Kämpfer ſtets in der vorderſten Reihe ſtand
und ſprach namens des Ortsvereins Darmſtadt die
herz=
lichſten Glückwünſche aus. — Herr Oberregiſſeur
Val=
dek gedachte in ebenfalls herzlicher Anſprache der Gattin
des Jubilars und widmete ſein Hoch ihr und dem Sohne.
— Im Auftrage des Vorſtandes des Hoforcheſters ſprach
Herr Konzertmeiſter Schmidt die innigſte Gratulation
des geſamten Orcheſters aus und wünſchte dem Jubilar,
daß er bis an ſein Lebensende der heitere glücklich=ruhige
Mann und der Kollege von ſeltenſter Treue bleiben möge,
als der er allen lieb und wert geworden.
Herr Kammerſänger Riechmann ſprach danach
allen Gratulanten, ſichtbar gerührt, herzlichſten Dank,
auch namens ſeiner Familie, aus. Es ſei in den letzten
Augenblicken ſo viel Schönes und Liebes auf ihn „herc
gebrochen”, daß es ihm ſchwer falle, die rechten Wor=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912.
Nummer 290.
2 Wien, 15. Dez. Die Nene Freie Preſſe erfährt
aus Belgrad: Serbien denke nicht daran, ſich dem
ſoli=
dariſchen Willen Europas zu widerſetzen; es werde ſich
vielmehr in der albaniſchen wie in der Hafenfrage
Europa unterwerfen.
* Prag, 15. Dez. Narodni Politica
ver=
öffentlicht eine Unterredung ihres Belgrader
Korreſpon=
denten mit dem neuen ſerbiſchen Geſandten in Wien,
Jowanowitſch, der die zuverſichtliche Hoffnung
ausſprach, daß es gelingen werde, alle Schwierigkeiten zu
überwinden und zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und Serbien
nicht nur einen modus vivendi, ſondern ſogar ein
Ver=
hältnis aufrichtiger und dauernder
Freund=
ſchaft herbeizuführen.
* Paris, 15. Dez. Die Agence Havas meldet aus
Belgrad: Die Unetrhandlungen Serbiens und
Oeſterreich=Ungarns würden folgende
Grund=
lagen haben können: Serbien werde erklären, daß es
mit Oeſterreich die freundſchaftlichſten Beziehungen
unter=
halten will und daß dabei ſeine vollkommene politiſche
Unabhängigkeit bewahrt werde. Serbien werde der
Auto=
nomie Albaniens zuſtimmen, vorausgeſetzt, daß es einen
Hafen am Adratiſchen Meer erhält, zu welchem es freien
Zugang haben muß; es werde ſich verpflichten, dieſen
Hafen nicht in einen Kriegshafen umzuwandeln.
Oeſter=
reich werde betreffend der Anleihen und öffentlichen
Ar=
beiten das Vorzugsrecht erhalten und auch wirtſchaftlich
die Behandlung einer meiſtbegünſtigten Nation genießen.
Es werde ſckon jetzt den Vorteil haben von der zu ſeinen
Gunſten vorgenommenen Tarifreviſion. Man verſichert,
daß Serbien auf dieſer Grundlage bereit iſt,
Unterhänd=
ler nach Wien zu ſchicken.
* London 14. Dez. Geſtern abend fand eine nicht
offizielle Konferenz der Miſſionen der
vier Balkanſtaaten ſtatt, die bis Mitternacht dauerld
und die Frage des Arbeitsplanes einzelner erörterte.
Miniſterpräſident Venizelos ſchlug vor, dem ſerbiſchen
Delegierten Nowakowitſch, als älteſten das Präſidium zu
übertragen. Der Vorſchlag wurde angenommen;
gleich=
zeitig wurde jedoch dabei vereinbart, daß, wenn die
Tür=
ken dagegen Einwendungen erheben, die Führer der
ein=
zelnen Miſſionen abwechſelnd den Vorſitz führen ſollten.
Bezüglich des Waffenſtillſtandes wurde feſtgeſtellt, daß,
ſobald der Waffenſtillſtand unterzeichnet war, man die
Türken klar und deutlich darüber verſtändigte, daß
Grie=
chenland an der Konferenz teilnehmen werde, trotzdem es
an dem Waffenſtillſtand nicht beteiligt iſt. Die Führer
der vier Balkannationen formulierten die den Türken zu
ſtellenden Friedensbedingungen. Die Zuſammenkunft
endigte mit dem Austauſch loyalſter und
freundſchaft=
lichſter Verſicherungen über die Einigkeit der
Balkan=
ſtaaten.
* London, 14. Dez. Im Carltonhotel, wo
die türkiſchen Delegierten abgeſtiegen ſind, herrſchte heute
lebhaftes Treiben. Der türkiſche Botſchafter in London
Tewfik Paſcha erſchien um 2 Uhr 30 Minuten im Hotel
und begab ſich zu Reſchid Paſcha. Der bulgariſche
Ge=
ſandte traf ein wenig ſpäter ein, und begrüßte Osman
Nizami, bei dem er 1½ Stunde verweilte.
* Konſtantinopel, 15. Dez. Die Nachricht von
dem türkiſchen Siege bei Janina ruft hier
leb=
hafte Befriedigung hervor. Die Nachricht wurde von der
Pforte den Provinzialbehörden mitgeteilt. Der
Groß=
weſir habe unverzüglich telegraphiſch den Sultan
ver=
ſtändigt. Wie das Blatt Alemdar meint, wird der
Mini=
ſterrat infolge der griechiſchen Niederlage die den
Frie=
densunterhändlern bereits erteilten Inſtruktionen
bezüg=
lich Griechenlands abändern.
* Konſtantinopel 15. Dez. Die Miſſion des
japaniſchen Roten Kreuzes iſt hier eingetroffen.
* Konſtantinopel, 15. Dez. Nach einem
amt=
lichen Telegramm aus dem Wilajet Janina zwangen
die Türken die Griechen welche Stellungen bei
Kon=
duras und Kentrikro beſetzt hielten, ſich mit großen
Verluſten zurückzuziehen. Eine griechiſche
Ge=
birgsbatterie wurde vernichtet.
* Saloniki, 14. Dez. Die griechiſchen Behörden
ordneten die Suſpendierung des Blattes Bul
garia wegen tendenziöſer griechenfeindlicher Artikel an.
Die bulgariſche Wache widerſetzte ſich dem Eingreifen der
Griechen, worauf die Griechen eine ſtarke
Teuppenab=
teilung und zahlreiche Gendarmen heranzogen. Daraufhin
erſchien eine ſtarke bulgariſche Truppenabteilung auf dem
Platze. Die Griechen beſetzten die Straße von der
Druckerei bis zur Ecke des Gebäudes der ottomaniſchen
Bank. Die Griechen und Bulgaren ſtanden
ein=
ander mit aufgepflanztem Bajonett gegenüber
Die Angelegenheit wurde durch das Einſchreiten der höhe=
ren Behörden beigelegt. Die Truppen zogen ſich zurück.
Die Bevölkerung verfolgte den Vorgang mit ängſtlicher
Spannung.
finden, um ſeinem Dank Ausdruck zu geben. Er fand ſie
aber ſchließlich doch und fand, nachdem er die
aufſteigen=
den Thränen unterdrückt, auch ſeinen Humor wieder, als
er jedem Einzelnen herzlichſt dankte, vor allem natürlich
dem Großherzog für den erneuten Gnadenbeweis und
dem Herrn Generaldirektor. Er ließ dann nochmals in
ſeiner Rede ſeine Tätigkeit an der ihm ſo ans Herz
ge=
wachſenen Hofbühne Revue paſſieren und ſchloß mit
einem dreifachen Hurra auf das Wachſen, Blühen und
Gedeihen des Darmſtädter Hoftheaters. Dann ſprachen
ſämtliche Anweſenden in langer Gratulationscour dem
Jubilar die herzlichſten Glückwünſche mit einem
Hände=
druck aus. Damit war die Feier zu Ende.
St.
Sonntag, 15. Dezember.
„Martha‟.
W-l. Vor mäßig beſuchtem Hauſe gelangte heute
abend Flotows populäre Oper „Martha” zur
Auffüh=
rung. Herr Kapellmeiſter Lert dirigierte. Die
Auf=
führung war eine der beſten, die dieſe Oper ſeit langer
Zeit hier erlebt hat. Die Hauptpartien waren alle neu
beſetzt. Die Lady=Martha und Nancy=Julia hatten in
den Damen Kallenſee und Jakobs zwei
ſtimm=
lich und geſanglich bevorzugte und taktfeſte Vertreterinnen
und die beiden männlichen Hauptrollen in den Herren
Globerger und Schützendorf zwei jugendliche
und ſchmucke Darſteller gefunden. Erſterer ſang die Partie
des Lyonel ganz prachtvoll und entfaltete auch im Spiel
ein bisher an ihm nicht gekanntes Temperament. Herr
Schützendorf, der, wie es ſcheint, nach und nach alle
Par=
tien von Herrn Stephani übernimmt, bewährte ſich als
tüchtiger Sänger und talentvoller Darſteller und brachte
durch ſein lebendiges Spiel einen friſchen Zug in die
Auf=
führung. So bildeten die vier zuſammen ein
vortreff=
liches Enſemble. Die Beſetzung der Rolle des Triſtan
durch Herrn Semper gereichte dieſer zum Vorteil, da
er ſich von allen unſchönen Uebertreibungen ſern hielt,
was man von ſeinen Vorgängern nicht behaupten konnte.
Das Publikum bereitete der Aufführung eine warme
Aufnahme und ſpendete Herrn Schützendorf nach dem
mit ſtimmlicher Bravour geſungenen Trinklied und Herrn
Globerger nach deſſen prächtig gelungener Arie „Ach ſo
from. ach ſo traut”, lebhaſter Beifall bei offener Szene.
Luſtfahrt.
H.B. Berlin, 14. Dez. Das Schütte=Lanz=
Luftſchiff iſt für den Preis von 700000 Mark vom
Reich übernommen worden und wird am
näch=
ſten Montag ſeine erſte Fahrt unter militäriſcher Führung
unternehmen. Das Gouvernement des Luftſchiffer=
Bataillons in Tegel wird dem Berliner Tageblatt
zu=
folge erheblich vergrößert werden.
* London, 15. Dez. Auf dem Fluge von
Lon=
don nach Oxford ſtürzte ein von dem
Marineleut=
nant Parke gelenkter, mit einem Paſſagier beſetzter
Ein=
decker infolge Motordefektes bei Welbley aus eine Höhe
von 50 Metern ab. Parke war ſofort tot, der Paſſagier
ſtarb kurz darauf.
* Sebaſtopol 15. Dez. Der Flieger
Katſchinsky mit einem Paſſagier ſtürzte mit einem
Hydroplan ins Meer. Der Paſſagier ertrank,
Kat=
ſchinsky wurde gerettet.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Neben der allgemeinen Aufbeſſerung der Beamten
ſollten durch den nunmehr im Druck vorliegenden
Ent=
wurf einer neuen Beſoldungsordnung in erſter Linie
auch „die Unſtimmigkeiten und Härten in den
ſeitheri=
gen Beamtenbezügen” ausgemerzt werden. Es ſcheint
dies aber nicht durchweg geſchehen zu ſein. Denn z. B.
die ſchon ſeither beſtandene und durch nichts gerechtfertigte
Bevorzugung der Miniſterialkanzliſten gegenüber den
Kanzliſten der Oberrechnungskammer, Kollegialgerichten
uſw. iſt nicht nur beſtehen geblieben, ſondern die Stellung
der letztgenannten Kanzliſten und deren Ausſichten auf
Beförderung ſollen nach der neuen Beſoldungsordnung
noch mehr gedrückt werden. Der Hauptgrundſatz einer
gerechten Gehaltsordnung iſt und bleibt: „Für gleiche
Vorbildung und gleiche Arbeit gleiche Bezahlung”. Daß
die Kanzliſten bei den Miniſterien, die wie die anderen
Kanzliſten aus dem Mlitäranwärterſtand hervorgehen
und deren Arbeit genau die gleiche iſt, wie die der
Kanz=
liſten bei den Kollegialgerichten, Oberrechnungskammer
uſw., ſeither 100 Mark mehr für ihre Tätigkeit bezogen
haben, war durch nichts begründet, und noch weniger
ver=
ſtändlich iſt es daß dieſe ungerechte Bewertung der
glei=
chen Arbeit beſtehen bleiben ſoll. Aber hiermit noch nicht
genug, wird den Kanzliſten der Kollegialgerichte pp. auch
noch die Ausſicht genommen in die Stelle eines
Kanz=
lei=Inſpektors bei ihrer Behörde vorzurücken. Denn nach
der Begründung zu Nr. 36 der Beſoldungsordnung
Gehalte der Kanzlei=Inſpektoren der Kollegialgerichte,
Oberrechnungskammer pp.) heißt es ausdrücklich: „Dieſe
Stellen werden damit zu beſſer bezahlten
Beförderungs=
ſtellen für Miniſterialkanzliſten” Man wende
nun nicht ein, daß es den anderen Kanzliſten ja
unbe=
nommen bleibe, ſich um eine Miniſterialkanzliſtenſtelle zu
bewerben. Denn jeder, der die Verhältniſſe kennt, weiß,
daß ſowohl der Beamte ſelbſt wie die Behörde Intereſſe
daran haben, daß kein öfterer Wechſel ſtattfindet. Auch
aus dieſem Grunde empfiehlt ſich eine gleichmäßige
Be=
handlung der Kanzliſten. Bei der Tarifierung der
Kanz=
lei=Inſpektoren der Miniſterien iſt ebenfalls der Grundſatz
der gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit und Vorbildung
ſtark außer acht gelaſſen worden. Ohne näher auf dieſe
Sache einzugehen, ſei nur erwähnt, daß ein
Miniſterial=
kanzleiinſpektor (Militäranwärter) einen Höchſtgehalt von
4100 Mk. und 480 Mk. Wohnungsgeld und die Reviſoren
bei den Miniſterien und Buchhalter bei der
Hauptſtaats=
kaſſe, die die mittlere Prüfung im Finanzfache, wozu
Primareife Vorbedingung iſt, beſtanden haben müſſen,
einen ſolchen von 4400 Mk. und 480 Mk. Wohnungsgeld
beziehen ſollen.
Literariſches.
Unſere Leutnants macht uns keiner
nach. Skizzen von Hans Herbert Ulrich. (L. Heege,
Verlag, Schweidnitz. Broſch. 1,50 Mk.) Eine köſtliche
Illuſtration des Bismarckſchen Ausdrucks geben dieſe
kur=
zen, packend und friſch geſchriebenen Charakterſtizzen
unſerer Leutnants, und ſie ſind gleichzeitig ein
treffen=
des Zeugnis von dem guten ſoldatiſchen Geiſt, der unſer
Offizierkorps beſeelt, denn die Verfaſſer ſind natürlich
ſelbſt — Leutnants. Ein prächtiges kleines Buch, dem
man einen großen Leſerkreis und — recht viele
Nachfol=
ger herzlich wünſchen muß.
— Das Lied der Parzen. Roman von
Alfred Schirokauer. Deutſches Verlagshaus
Bong u. Co., Berlin. Preis geh. 4 M., geb. 5 M. Ein
Buch recht aus dem Leben unſerer Zeit, mit deſſen
gro=
ßen Fragen ſich Schirokauer in ſeinen Romanen immer
aufs neue beſchäftigt. Es iſt ein ergreifendes, ja ein
tra=
giſches Schickſal, das hier über zwei edle Menſchen, die
auf der Höhe des Glücks ſtehen, mit unabwendbarer Macht
hereinbricht. Der hochbegabte Univerſitätsprofeſſor Faber
und Manja, die Gattin des Regierungspräſidenten von
Ingenheim, ſind in einer Stunde vergeſſender Seligkeit
ihrer Liebe unterlegen; aber ſie haben den Weg zur Pflicht
und Entſagung zurückgefunden. Ein Abgewieſener, der
ſich an Manja rächen möchte, läßt Profeſſor Faber vor
Gericht laden, zur Ausſage, ob die Ehre dieſer Frau
makellos iſt. So hat Schirokauer mit ſicherer
Charakte=
riſtik die Grundbedingungen eines Konfliktes gegeben,
wie ihn unſere Zeit ſchon wiederholt heraufbeſchworen
hat.
Darmſtadt, 16. Dezember.
D. Von der Techniſchen Hochſchule. Zur Ausführung
der Diplom=Arbeiten ſeitens der Studierenden
ha=
ben die Senate der Techniſchen Hochſchule folgenden
Be=
ſchluß gefaßt: „Dem Bewerber kann ein Arbeitsplatz in
der Hochſchule überwieſen werden, ſoweit Raum hierzu
verfügbar iſt. Der Bewerber hat dem Aufgabeſteller
Ge=
legenheit zu geben, ſich von Zeit zu Zeit von dem Fortgang
der Arbeit zu überzeugen. Auch ſteht es dem
Aufgabe=
ſteller frei zu verlangen, daß die Bearbeitung der Diplom=
Aufgabe zeitweiſe in der Hochſchule vorgenommen wird,
ſoweit dies die Art der Arbeit nicht ohnehin erforderlich
macht.” — Die neuen Satzungen des Ausſchuſſes
der Studierenden denen das Zweikammerſyſtem
zu=
grunde lag, konnten durch das faſt einſtimmige ablehnende
Verhalten der Proporationen nicht durchgebracht werden.
Schon ſeit Februar 1909 iſt die Studentenſchaft mit der
Reviſion der Satzungen beſchäftigt und ſeit einem Jahre
iſt in der Erkenntnis, daß das Vorhandenſein der beiden
großen Gruppenkorporierte und Nichtinkorporierte —
ge=
bührend zu berückſichtigen ſei, das Zweikammerſyſtem
beſchloſſen worden. Auf dieſer Baſis hat eine
Kommiſ=
ſion, beſtehend aus Vertretern der Korporationen und des
Ausſchuſſes der Freien Studentenſchaft, die neuen
Satzun=
gen innerhalb eines Jahres ausgearbeitet. Nun wurden
dieſe durch Mehrheitsbeſchluß abgelehnt und der frühere
Beſchluß auf Einführung des Zweikammerſyſtems für
un=
gültig erklärt. — Die Weihnachtsferien beginnen
am Freitag, den 20. Dezember, abends. Der
Wiederbe=
ginn der Vorleſungen und Uebungen erfolgt am Dienstag,
den 7. Januar.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Dez. Heute fand unter dem Vorſitz
des Landrats a. D. Rötger eine
Verbandsver=
ſammlung der Hauptſtelle deutſcher
Arbeit=
geber=Verbände ſtatt. Die aus dem Vorſtand und
dem Ausſchuſſe der Hauptſtelle ſatzungsgemäß
ausſchei=
denden Herren wurden wiedergewählt. Kommerzienrat=
Müllenſieſen=Crengeldanz und Direktor Vielhaber von
der Firma Krupp=Eſſen wurden neu in den Vorſtand
ge=
wählt. Nach Erledigung verſchiedener Regularien
er=
ſtattete der Syndikus der Hauptſtelle, Dr. Tänzler=Berlin,
den Geſchäftsbericht. Im Anſchluß daran ſprach
Juſtiz=
rat Dr. Fuld=Mainz über Streikpoſtenſtehen und
Bür=
gerliches Geſetzbuch. Eine Reſolution betr. die
Koali=
tionsfreiheit und die Freiheit des Arbeitsvertrages wurde
einſtimmig angenommen.
* Wiesbaden, 15. Lez. Das vierte
Kremato=
rium in Preußen, das erſte, das die landespollzeiliche
Genehmigung erhielt, wurde heute mittag auf dem
Süd=
friedhof dem Betrieb übergeben. Der Vorſitzende des
hieſigen Feuerbeſtattungsvereins, Sanitätsrat Pröbſting,
hielt eine Anſprache, an die ſich ein Orgelkonzert in der
Trauerhalle und eine Beſichtigung der techniſchen Anlagen
ſchloſſen. Ueber fünfhundert Perſonen nahmen an der
Feier teil.
* Saarbrücken, 15. Dez. Die heute nachmittag
unter Teilnahme von 359 Vertretern der Belegſchaften
abgehaltene Revierkonferenz des Gewerkvereins
chriſtlicher Bergarbeiter beſchloß einſtimmig den
Ausſtand der Saarbergleute. Der Ausſtand
ſoll nach ordnungsmäßiger Kündigung am 2. Januar
1913 ſeinen Anfang nehmen.
* Emden, 14. Dez. Der bei Borkum geſtrandete
Dampfer „Montania” wird verloren gegeben.
Die zur Hilfeleiſtung abgegangenen Dampfer ſind hierher
zurückgekehrt. Der furchtbare Sturm wütet fort. Bereits
geſtern Abend überſpülten die Wellen das Schiffsdeck.
* Myslowitz, 14. Dez. Als heute nachmittag ein
Fuhrwerk mit der Löhnung für die Bergleute auf
der Brzemsgrube unterwegs war, wurde es bei
Birken=
thal von vier Räubern überfallen. Der das
Fuhrwerk begleitende Aſſiſtent Jamroſe wurde durch
Revolverſchüſſe ſchwer verletzt, während der Kutſcher
un=
verletzt blieb und fliehen konnte. Später traf das
herren=
loſe Fuhrwerk auf der Grube ein. Von 42000 Mark
der Löhnung wurden 5000 Mark geraubt. Vermutlich
ſind die Räuber, von denen jede Spur fehlt, geſtört
word
* Wien, 14. Dez. Das Abgeordnetenhaus
nahm in allen Leſungen das Pferdegeſtellungsgeſetz
un=
verändert in der Faſſung der Regierungsvorlage an.
Nächſte Sitzung Dienstag. Auf der Tagesordnung ſteht
das Kriegsleiſtungsgeſetz.
* Wien, 14. Dez. Das Armee=Verordnungsblatt
ver=
öffentlicht die Enthebung des bisherigen Chefs des
Generalſtabs v Schemua aus Geſundheitsrückſichten
unter Verleihung der erſten Klaſſe des Ordens der
Eiſer=
nen Krone unter Vorbehalt der Wiederverwendung im
Dienſt, ſowie die Ernennung des Armee=Inſpektors
Conrad v. Hötzendorff zum Chef des Generalſtabes.
* Peſt, 15. Dez. Der frühere Praſident des
Magnatenhauſes und Kultusminiſter Graf Albin
Cſaky=
iſt geſtorben.
* Paris, 15. Dez. Die Behörden trafen anläßlich
des von dem revolutionären Allgemeinen Arbeitsverbande
als Proteſtkundgebung gegen den Krieg
angeordneten vierundzwanzigſtündigen Geſamtausſtandes
große Sicherheitsmaßnahmen, um Unruhen hintanzuhalten.
Den Arbeitern der ſtaatlichen Betriebe wurde
bekannt=
gegeben, daß ſie beſtraft würden, falls ſie morgen feiern
ſollten.
London, 15. Dez. Der amerikaniſche Botſchafter
in London, Reid, iſt geſtorben.
London, 15. Dez. Bei der Preisverteilung für dier
Marinefreiwilligen in London hielt Marineminiſter
Churchill eine Rede, in der er an die Anweſenden
die Mahnung richtete, ſich weiter zu üben, um
augen=
blicklich dem Ruf des Vaterlandes folgen zu können.
Gegenwärtig nehme England eine vorzügliche Steklung
in der Welt ein. Als bei den kleineren Mächten Europas,
die in den Balkankrieg verwickelt waren, der Wunſch
rege wurde, Frieden zu ſchließen, da kamen ſie,
ſo fuhr Churchill fort, nach London, weil ſie
wußten, daß wir eine Nation ſind, die keine
ſelbſtiſchen Ziele verfolgt und die ſtark genug iſt, um
keinen Feind zu fürchten. Das, was der britiſchen
Diplomatie die Macht gab, ſo wirkſam für den Frieden
Europas zu arbeiten, iſt unſere Flotte.
* Kapſtadt, 14. Dez. Premierminiſter Botha iſt
wegen Meinungsverſchiedenheiten mit den
Holländiſch=
radikalen, die unter Führung des Generals Hertzog ſtehen,
zurückgetreten.
Pretoria, 14. Dez Der Handelsminiſter Leuchars
iſt gleichfalls zurückgetreten.
* Peking, 14. Dez. Auf Anordnung
Jüanſchikais=
wurde eine Geſellſchaft, die zwecks einer Ex pedition
gegen die Mongolei auf dem Boden der
anti=
ruſſiſchen Agitation gegründet worden war, aufgehoben.
Die Häupter der Geſellſchaft wurden verhaftet. Ebenſo
wird gegen die übrigen Geſellſchaften vorgegangen, die
zwecks einer Expedition gegen die Mongolei
Samm=
lungen veranſtaltet haben. Gleichzeitig wurden amtlich
die Bedingungen der ſpeziell für einen Feldzug gegen
Urga beſtimmten inneren Kriegsanleihe in Höhe von
200 Millionen Dollar veröffentlicht. Die Anleihe ſoll
auf Veranlaſſung des Kriegs= und Finanzminiſters
auf=
genommen werden; dieſelbe iſt von der
National=
verſammlung gebilligt worden.
Die Spargelder im Kriegsfalle.
* Berlin, 14. Dez. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” ſchreibt: Aus einigen Gegenden wird berichtet,
daß Sparkaſſenguthaben abgehoben worden
ſeien, weil die Auffaſſung beſtände, daß im Kriegsfalle
die Sparkaſſen geſchloſſen und die Einlagen für
Kriegs=
zwecke verwendet würden. Durch dieſe Auffaſſung ſoll
ſich auch mancher Sparer beſtimmen laſſen, keine
Neu=
einlagen zu machen. Es braucht kaum geſagt zu werden,
daß es ſich hierbei um ganz irrtümliche Vorſtellungen
Nummer 296.
handeit. Die Spargelder ſind in Kriegszeten ſo weng
wie im Frieden der Beſchlagnahme von Staats wegen
ausgeſetzt und dürfen in jedem Falle als eine ſichere
Anlage gelten. Zu einer Zurückziehung der Spargelder
liegt alſo nicht der geringſte Grund vor.
Annahme des Friedensvertrags von Lauſanne durch
den italieniſchen Senat.
* Rom, 14. Dez. Der Senat beſprach heute vor
ge=
füllten Tribünen bei ſtarker Beſetzung des Hauſes den
Friedensvertrag von Lauſanne. Senator
Fiori erklärte, der Vertrag ſei in Italien mit
Befriedi=
gung aufgenommen worden. Die Kriegsbegeiſterung
habe bewieſen, daß Giolitti entſprechend den
Empfindun=
gen der Nation gehandelt habe. Die Senatoren
Bar=
celoti und Canevaro ſprachen ſich in demſelben
Sinne aus. Miniſterpräſident Giolitti hob hervor,
daß bei den Diskuſſionen keine Bedenken gegen den
Friedensvertrag erhoben worden ſeien, und der Tat
ver=
wirkliche der Vortrag faſt das Programm, welche das
Land und die Regierung ſich geſtellt hatten. Das Lob,
das dem Land gezollt worden ſei, ſei gerechtfertigt, denn
das ganze Land ohne Unterſchied der Klaſſen und
Par=
teien habe mitgewirkt, um das Ziel zu erreichen, das es
mit der Ehre der Nation eng verknüpft wußte. Die
Un=
ternehmung in Libyen habe das Anſehen Italiens
er=
höht. Zum Beweis genüge es, die Sprache der
euro=
päiſchen Preſſe beim Beginn des Krieges mit der nach
Beendigung desſelben zu vergleichen. Der Miniſter
ſchloß, jetzt beginne die Pflicht Italiens, gegen die neue
Kolonie, in der Italien die Spur einer früheren
Zivili=
ſation vorfinden werde, die es an ſeine Aufgabe erinnern
werde. (Lebhafte Zuſtimmung.) Der Senat billigte
darauf eine Tagesordnung, in der der Regierung für die
Vorbereitungen und Durchführung des Libyſchen Krieges
Dank ausgeſprochen wird und nahm darauf in geheimer
Abſtimmung mit 155 gegen 2 Stimmen den
Friedens=
vertrag und die Vorlage über Libyen an.
— Karlsruhe, 15. Dez. Infolge des Brandes
des Acherner Elektrizitätswerkes ſind noch
etwa 35 Gemeinden in Finſternis gehüllt. Den
vereinten Kräften der Feuerwehr gelang es, den Oelturm
zu retten und dadurch eine drohende Exploſion zu
ver=
hindern.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912.
Seite 7.
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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben Mann und unſeren treubeſorgten
Vater
Herr Johann Bauer
im Alter von 42 Jahren heute nacht zu ſich
(25793
zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Elisabeth Bauer, geb. Gerling,
und Kinder.
Darmſtadt, den 15. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
½4 Uhr, vom Portale des Friedhofs aus, ſtatt.
Statt besonderer Anzeige.
Heute vormittag entschlief sanft im 87. Lebensjahre mein liebes Mann,
unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater und Urgrossvater
(25791
Herr
. Ihein Pierchbach
Kommerzienrat.
Um stilles Beileid bitten:
Auguste Diefenbach, geb. Römer,
Emilie Cramolini, geb. Diefenbach,
Georg W. Diefenbach,
Ludwig Cramolini, Oberstleutnant a. D.,
Flora Diefenbach, geb. Beck.
Darmstadt, 14. Dezember 1912.
Blumenspenden und Beileidsbesuche dankend abgelehnt.
Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 17. Dezember, nachmittags 3½ Uhr.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine innigſtgeliebte Frau, meine gute Mutter
Frau Anna North
geb. Besand
heute nacht 12 Uhr nach kurzem, ſchwerem
Lei=
den zu ſich zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Peter North, Werkführer,
Carl North.
Darmſtadt, Niederlahnſtein, Caſſel und
Waſhington, den 14. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Montag, nachmittags
2 Uhr, vom Sterbehauſe Landwehrſtraße 8
(25787
aus, ſtatt.
Dampfernachrichten.
Holland=Amerika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Aug. Cellarius in Darmſtadt, Bleichſtr. 53.
„Rotterdam” 5. Dez. nachm. in Rotterdam eingetroffen.
„Nieuw Amſterdam” 10. Dez. vorm. von New=York
ab=
gegangen. „Noordam” 11. Dez. vorm. in New=York
eingetroffen. „Ryndam” 8. Dez. 11 Uhr 50 Min. vorm.
Scilly paſſiert. „Potsdam” 3. Dez. vorm. von New=
York abgegangen..
Todes=Anzeige.
Heute nacht um 1 Uhr verſchied nach
kurzem, ſchwerem Leiden unſer herzensguter
Vater, Schwiegervater und Großvater (25755
Herr
Joh. Karl Klenk
im vollendeten 67. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Bonn und Wiesbaden,
den 14. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 16. Dez.,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe
Alexander=
ſtraße 13 aus, ſtatt.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Karl Klenk, Theaterſchreiner
findet am Montag, den 16. ds. Mts.,
nach=
mittags 3 Uhr, vom Sterbehaus Alexander=
(25794
ſtraße 13 aus, ſtatt.
Wir erſuchen die Kameraden von
Acker=
mann bis Dußmann, ſowie des 2. Bezirks, ſich
Der Vorſtand.
dort zu verſammeln.
Gewerbe=Muſeum, Neckarſtraße 3. Täglich geöffnet
v. 11—12½ Uhr, Sonntags v. 11—1 Uhr. Eintritt frei.
Todes=Anzeige.
Freunden und Bekannten die traurige
Nachricht, daß geſtern nachmittag ½4 Uhr
Herr
Tiehnich Luber
Tiefbauamtsbuchhalter
ſanft entſchlafen iſt.
(25792
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Endner.
Darmſtadt, den 15. Dezember 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. ds. Mts.,
nachmittags 2¼ Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
Dankſagung.
Herzlichen, innigen Dank ſagen wir allen
Freunden und Bekannten für die wohltuende
An=
teilnahme an dem ſchweren Verluſte, den wir
durch den Hingang unſerer lieben Mutter und
Großmutter, meiner lieben Frau
(25758
Sophie Waldecker, geb. Brede
erlitten haben.
. Carl Waldecker
ſamt Kindern und Enkeln.
Darmſtadt, 13. Dezember 1912.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7½ Uhr: „Die
fünf Frankfurter”.
Franzöſiſcher Vortrag von Profeſſeur Berryer
um 8½ Uhr im Saalbau.
Verſammlung der Vereinigten Geſellſchaft um
6¾4 Uhr in den Geſellſchaftsräumen.
Monatsverſammlung des Vereins für Geflügel=
und Vogelzucht „Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt”.
Kunſthalle am Rheintor, geöfnet Wertags von
11—4 und Sonntags von 10—4 Uhr.
Drick und Verlag. 4. 6. Witicſe Hoſtuhdenderet.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungenſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912.
Nummer 296.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10.
Darmſtadter Tagblatt, Montag, den 16. Bezemper 1912.
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Nummer 296.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh, Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier. 1 Pinſcher, 1 Jagdhund, 1 Boxer (
zu=
gelaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht
ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
über die Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen.
Als Ausnahmetage im Sinne der §§ 139d Ziffer 3 und 139e
Abſ. 2 Ziff. 2 der Reichsgewerbeordnung werden hiermit beſtimmt:
I. Für alle offenen Verkaufsſtellen die letzten 7 Werktage
vor dem 24. Dezember 1912 (Montag, den 16. bis
Samstag, den 21. Dezember, ſowie Montag, den 23.
De=
zember), mit einer Verkaufszeit bis 10 Uhr abends.
II. Für die offenen Verkaufsſtellen der Metzger und
Fleiſch=
verkäufer auch der 24. Dezember 1912, mit einer
Ver=
kaufszeit bis 9 Uhr abends.
III. Für die offenen Verkaufsſtellen der Bäcker und
Kon=
ditoren auch der 30. und 31. Dezember 1912 mit einer
Verkaufszeit bis 10 Uhr abends.
An den vorgenannten Tagen finden für die einſchlägigen
Geſchäfte die Beſtimmungen über die Mindeſtruhezeit und
die Mittagspauſen der Gehilfeu, Lehrlinge und Arbeiter
in offenen Verkaufsſtellen keine Anwendung. (25274iso
Darmſtadt, den 7. Dezember 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
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Verschluss der Mieter.
Unentgeltliche Kontrolle der Verlosung.
Seriöse Raterteilung in allen die Belegung von Kapitalien betreffenden Fragen.
Arbeitsvergebung.
Das Fahren und Schlagen der zur Unterhaltung der
Kreis=
ſtraßen des Kreiſes Darmſtadt für das Rechnungsjahr 1913 nötigen
Deckſteine ſoll Montag, den 23. d. Mts., und zwar das Fahren,
ſowie das Taglohnfuhrwerk vormittags 9 Uhr und das Schlagen
nachmittags 3 Uhr auf dem Chauſſeehaus dahier durch öffentliche
Verſteigerung vergeben werden.
Darmſtadt, den 13. Dezember 1912.
(25752
Der Großh. Kreisbauinſpektor.
Bekanntmachung.
Die Voranſchläge der Gemeinde, ſowie des Elektrizitäts= und
Waſſerwerks Ober=Ramſtadt für 1913 (Rj.) liegen vom 17. bis
23. Dezember 1912 einſchließlich auf dem Bureau der unterzeichneten
Bürgermeiſterei zur Einſicht der Beteiligten offen.
Innerhalb dieſer Friſt können Einwendungen gegen die
In=
hakte der Voranſchläge ſchriftlich oder zu Protokoll bei dem
Bürger=
meiſter vorgebracht werden.
Bemerkt wird noch, daß beſchloſſen wurde, eine Umlage zu
er=
heben, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. (25758
Ober=Ramſtadt, den 14, Dezember 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Rückert.
Bekanntmachung.
Der Voranſchlag der Gemeinde Wixhauſen für 1913 Rj.
liegt vom 17. bis einſchließlich 23. Dezember 1912 auf dem
Bürger=
meiſtereibüro zur Einſicht der Beteiligten offen. Innerhalb der
Offen=
legungsfriſt können die Beteiligten den Voranſchlag einſehen und bei
dem Bürgermeiſter ſchriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen
ſeinen Inhalt vorbringen.
Weiter wird hier noch angefügt, daß in dem Voranſchlag die
Erhebung einer Umlage beſchloſſen wurde, zu der auch die Ausmärker
herangezogen werden.
Wixhauſen, den 13. Dezember 1912.
(25754
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Pfaff.
Bekanntmachung.
Der Voranſchlag der Gemeinde Braunshardt für 1913
liegt vom 16. Dezember l. Js. ab 7 Tage lang auf dem
Bürger=
meiſtereibüro dahier zur Einſicht der Beteiligten offen. Während
dieſer Zeit können Einwendungen bei dem Bürgermeiſter gegen den
Voranſchlag vorgebracht werden. Es werden Umlagen erhoben, zu
denen auch die Ausmärker beizutragen haben.
(25765
Braunshardt, den 14. Dezember 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Braunshardt.
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Darmſtadt, 13. Dezember 1912.
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Meinhardt, Sergeant
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Schönig, Jakob
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Kottler, Karl
128465
Goretzka, Auguſt
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Kremer, Margarete
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der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt
werden nach deren Satzung § 20
für kraftlos erklärt, wenn ſie nicht
innerhalb drei Monaten
bei dieſer Kaſſe vorgezeigt werden.
Darmſtadt, 20. November 1912.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
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verſteigert werden. (K72/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 9. Dezember 1912.
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Sonntag, den 22. Dezember 1912, nachmittags
4 Uhr, im großen Saale der Turnhalle am Woogsplatz
beſtehend aus Theateraufführung
„Der Kinder Weihnachtstraum” u.ſ.w.
Unſere Ehrenmitglieder und Mitglieder nebſt ihren
Familien=
angehörigen, insbeſondere deren Kinder und Enkel, laden wir zu dieſer
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Feier ein.
Die Anmeldung der Kinder muß bis zum 17. d. Mts., wie be=
Der Vorstand.
reits bekannt gegeben, erfolgt ſein.
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Broſchen, Herren= u. Damenuhren
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Donnerstag, 19. Dezember „Mathildenhöheſaal”, 8 Uhr abends.
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Ein Liederzyklus, vorgetragen von Hofopernſänger Rudolf Jung
(Mannheim). Am Klavier: Ferdinand Edlinger (Darmſtadt).
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beitrag für die noch ausſtehenden vier Vereinsabende 1912/13:
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Reflekt. bitte Adreſſ. unt. O. 94.
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GBroßherzogl. Hoftheater
Montag, den 16. Dezember 1912.
78. Abonnem.=Vorſt. D 20.
Die fünf Frankfurter.
Luſtſpiel in 3 Akten
von Carl Rößler.
Perſonen:
Die alte Frau
Minna Müller=
Gudula.
Hongloser Vordag
des Herrn Freiherrn von der Recke im Saale Waldſtraße 18
Montag, den 16., und Dienstag, den 17. Dez., abends 8½ Uhr.
Thema: Wie erlangt das Herz Frieden mit Gott?
Jedermann iſt herzlichſt eingeladen! Eintritt frei! (B25774
Bavern-Verein,
Aus Anlass des Hinscheidens Sr. Kgl. Hoheit des
Friagregonton Dartpeld Von Dayern
hält obiger Verein am Mittwoch, den 18. d. M.,
vormittags 9 Uhr, in der St. Ludwigskirche
einen Trauer-Gottesdienst ab und bittet
dio hohen Behörden, sämtliche Landsleute und
titl. Einwohnerschaft durch zahlreiche Beteiligung
unserem allbeliebten Prinzregentzn die letzte Ehre zu
erweisen.
Der Vorstand.
NB. Sämtliche Mitglieder werden nochmals dringend
ersucht, präzis ½9 Uhr sich im Lokal szur Sonnee
einzufinden.
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Reihe 2.60 M., 7. u. 8. Reihe 2.05 M.,
Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Gal. 1.25 M., II. Gal.
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Anfang 7½ Uhr. — Ende 10 Uhr.
Kartenvk. v. 9½ —1½ u. v. 6½ U. an.
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ſtudiert (auf der Stilbühne):
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Greichens Roman.
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8)
Ich verſtehe Dich nicht, Claudia, ſagte ſie dann mit
feſter Stimme, Du haſt wohl meine Worte nicht für ernſt
genommen, als ich Dir erklärte, daß ich vorläufig nicht
ans Heiraten denke, ich möchte noch bei Papa bleiben —
Papa hat mich doch! warf die junge Frau ein.
Gretchen ſah ſie da mit einem langen Blick an.
Das wohl — aber ich hoffe, daß er ſich trotzdem freut,
wenn ich noch nicht von ihm gehe —
Ihre Worte waren eine ziemlich deutliche Abſage an
Riedberg, die er wohl verſtand; denn etwas betrübt ſenkte
er den hübſchen, dunklen, ſorgfältig geſcheitelten Kopf. Er
liebte das ſchöne Mädchen wirklich; außerdem hatte die
Majorin ihm verſchiedentlich Andeutungen gemacht, daß
er Gretchen nicht gleichgültig war. Daher wirkten ihre
Worte jetzt wie ein kalter Waſſerſtrahl auf ihn.
Anders bei Brand. In ſeinen Augen leuchtete es
auf; ihre Worte ließen nicht auf eine Neigung zu dem
hübſchen Offizier ſchließen. Beglückt darüber ſah er zu
Gretchen hinüber, als er aufſtand und ſich vom Kellner
in den Mantel helfen ließ. Er grüßte und verließ dann
mit ſeinem elaſtiſchen Schritt das Lokal. Riedberg ſah
ihm nach.
War das nicht der Herzensknicker Brand, der göttliche
Tenor, für den hier alle ſchwärmen? fragte er.
— ja, und mein Fräulein Tochter nicht
ausgenom=
men, umſomehr, da ſie ſeit kurzem ſeine Bekanntſchaft
ge=
macht hat, bemerkte Claudia ſpöttiſch.
Grihen ſtig das Mir in de Mangen dei dieſr in
der Stiefmutter — ihre Geduld war bald erſchöpft!
Gewiß bewundere ich ſeine prachtvolle Stimme,
ent=
gegnete ſie ruhig, wie jeder es tut, der nur einigermaßen
muſikaliſch iſt —
Da muß ich mich aber leider als ziemlich indifferent
bekennen, meinte der Baron, ich für mein Teil kann
Hel=
dentenören keinen Geſchmack abgewinnen, — dann in einem
anderen, ernſteren Ton — die Damen haben jedenfalls
auch von dem großen Brandunglück gegen Morgen in
Iddenhauſen gehört —?
Nein, Herr Baron, was iſt — erzählen Sie — und
ſpannungsvoll heftete Gretchen ihſe Augen auf den
Offi=
zier, der dann erzählte, daß faſt das ganze Dorf
nieder=
gebrannt ſei; bei dem herrſchenden Sturm hätte das
Feuer mit raſender Geſchwindigkeit um ſich gegriffen und
die armen Leute ſtünden nun beinahe dem Nichts
gegen=
über, da ſie größtenteils nichts verſichert häkten.
Die Majorin hörte ziemlich gleichmütig zu, während
in des jungen Mädchens Augen Tränen des Mitgefühls
glänzten. Wie ſchrecklich — und im Winter — und ſo
kurz vor Weihnachten — ſagte ſie leiſe; ſie war ganz blaß
geworden. Ihr weiches Herz erzitterte in dem Gedanken
an die Not der armen Leute.
Sie blieb auf dem ganzen Wege ſchweigſam und
nach=
denklich. Als ſie gegen abend nach Hauſe kamen, war ihr
erſter Griff nach der Zeitung, um Näheres zu efahren.
Haſt Du geleſen, Papa? fragte ſie den Major — wie
herzerſchütternd traurig! — Wie ſind wir auf unſeren
Partien nach Iddenhauſen doch immer ſo vergnügt ge=
woiſen dein Pfeibirt und mer iſ daes hüſche Pof.
haus auch mit niedergebrannt! — Du gibſt doch auch,
Papa, und, nicht wahr, in meinem Namen zeichneſt Du
gleich fünfhundert Mark mit — mir tun die armen Leute
ſo leid —
Verwundert blickte Claudia da auf. War das
Mäd=
chen denn bei Sinnen? Die Hälfte wäre mehr als
ge=
nügend geweſen! Sie ſchüttelte den Kopf — ihr war ſo
etwas unfaßlich! Auch der Major ſchien erſtaunt zu ſein.
Mein Töchterchen vergißt wohl ganz, daß Weihnachten
vor der Tür ſteht, wo noch viele Anforderungen an ihre
Kaſſe geſtellt werden? ſagte er leiſe mahnend.
Das iſt gleich, Väterchen, entgegnete ſie, ſie werden
alle erfüllt werden! Wozu hab’ ich denn das viele Geld,
wenn ich nicht wenigſtens mit den Zinſen desſelben meinen
notleidenden Mitmenſchen etwas Erleichterung ſchaffen
ſoll? Man muß von ſeinem Ueberfluß mitteilen! Ich
ent=
behre doch nicht — im Gegenteil, Du ſorgſt ſo ausreichend
für mich — — alſo gib nur, Väterchen —
Sie ſah in ihrem Eifer die Wolke nicht, die bei ihren
Worten des Vaters Stirn überflog.
Nach dem Abendeſſen wurde der junge Gehilfe des
Juweliers Hummel gemeldet.
Auf den erſtaunt fragenden Blick des Majors umfaßte
Clandia ſchmeichelnd den Gatten.
Ach, Eberhard, ich bat ihn, Dir einen Halsſchmuck
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Man ließ alſo den jungen Mann eintreten, der
be=
ſcheiden an der Tür ſtehen blieb — Herr Hummel hat ſich
erlaubt, noch einige Ringe beizulegen — darunter auch
den, der dem gnädigen Fräulein ſo gut gefiel —
Mit vor Aufregung zitternden Händen öffnete Claudia
das Etui, und der in der Tat wundervolle Anhänger
ſchimmerte ihr in tauſend Farben verlockend entgegen.
Sieh nur, Eberhard, iſt es nicht himmliſch? Sie nahm
das Schmuckſtück von dem weißen Samt empor und legte
es um ihren ſchönen Hals, der aus dem hübſchen, bequemen
Hauskleide, in das ſie geſchlüpft, in ſchneeiger Weiße
her=
vorleuchtete. Dazu lockten ilre Augen und funkelten vor
Vergnügen an dem koſtbaren Schmuck, den zu beſitzen ihr
heißer Wunſch war.
Sie hatte eine unwiderſtehliche Art zu bitten, wenn
ſie etwas erreichen wollte, wogegen der Major machtlos
war. Auch jetzt wurde er ſchwach — er wollte ihre ſchönen
Augen in Glück und Liebe ſtrahlen ſehen und ihre
zärt=
liche Umarmung fühlen — und da ſagte er zu dem
Ge=
hilfen:
Ich werde morgen mit Herrn Hummel ſelbſt
Rück=
ſprache nehmen — man muß doch dem Chriſtkindchen die
Freude nicht verderben wollen! Dann wandte er ſich an
ſeine Tochter — nun, und Du, mein Kind, haſt Du Dich
entſchieden? Wenn Dir der Ring ſo gut gefällt
Ich danke, Papa, ich hab mich anders beſonnen! Für
mich iſt jedes Stück überflüſſig, da ich doch Mamas
ſämt=
liche Schmuckſachen habe, meinte ſie ruhig.
Die Törin, dachte Claudia voll Spott und Ingrimm.
Margareta ſchien ſie durchaus herabſetzen zu wollen
da=
durch, daß ſie eine wahrhaft geſuchte Einfachheit hervor=
e e e e e
ihre Perſon in ein beſonders helles Licht zu ſetzen!
Ah, bah, das ſollte ihr aber weiter nicht die Laune
verderben, die Hauptſache war, daß ſie das Kollier bekam
wenn es auch ihrem Gatten eine ſchlafloſe Nacht
ver=
urſachte — das focht ſie weiter nicht an! Er hatte die
Pflicht, ſie zu ſchmücken und ihre Wünſche zu erfüllen!
Und er gab und gab; das Geld zerrann ihm nur ſo
unter den Händen: er wußte nicht, wo es blieb. Alle
Tage hatte ſeine Frau neue Wünſche, und doch wagte er
nicht, ſie darauf aufmerkſam zu machen, daß es ſo nicht
weitergehen konnte, nachdem ſie ihn einmal ziemlich
un=
verhüllt ihre ſchlechte Laune hatte fühlen laſſen.
Er war ganz im Banne ſeiner Leidenſchaft zu dieſem
verführeriſchen Geſchöpf, das in kluger Berechnung ſeine
Vorteile daraus wohl zu ziehen wußte!
6. Kapitel.
Luſtig wirbelten die Schneeflocken durch die Luft, und
gedankenvoll ſchaute Claudia von Löwen in das wirre
Trei=
ben hinaus. Läſſig hatte ſie das Buch, in dem ſie las, in
den Schoß ſinken laſſen — ſie war doch nicht bei der Sache.
Ihre Gedanken ſchweiften zurück in die Vergangenheit, und
ſie kreiſten nur um den einen Punkt: Ernſt Brand! O wie
ſie ihn noch immer liebte!
Jetzt begriff ſie nicht mehr, wie ſie ihm damals das
hatte antun können! Wie ſie ihre junge Schönheit dem
anderen verkauft, der ihr Gold und wieder Gold geboten
trotzdem ſie Ernſt Brands Braut war! Aber nach
Leben, nach Genießen in vollen Zügen dürſtete ihre Seele,
und das alles konnte ihr der reiche Bankier Hallerſcheidt
bieten, ſo daß ſie über ſein graues Haar hinwegſah und
ſeinen Lockungen folgte, wodurch ihr, der armen, glänzen=
e e e en
können.
Denn damals war Ernſt Brand erſt zwei Jahre an der
Bühne, ein junger Anfänger, der das Studium des Jus,
das ihm gar nicht behagte, kurzerhand aufgegeben und kühn.
den Sprung auf die weltbedeutenden Bretter
gewagt=
hatte.
Da hatten ſie ſich geſehen, ſich kennen gelernt, und das
ganze, heiße Herz der bildhübſchen Choriſtin flog da dem
jungen, intereſſanten Sänger entgegen. Claudia
Maybach=
hatte es gar bald verſtanden, ihn durch ihre dunkle,
ſpaniſche Schönheit zu berücken, daß er ſich ein Leben ohne
ſie nicht denken konnte — und ihr Herz und Hand anbot.
Mit Freuden willigte ſie ein, obwohl ſie zwei Jahre
mehr als er zählte. Sie liebte ihn leidenſchaftlich, und
ſehnte ſich zugleich danach, aus der Miſere ihres Lebens
herauszukommen. Ihre Stimmittel waren nicht
ge=
nügend, je eine größere Stufe zu erreichen; die Hauptſache
ihres Engagements war wohl ihre Schönheit geweſen. Ab
und zu wurde ſie auch mit im Ballett verwandt — und
das alles bei ſiebzig Mark Monatsgage!
Damit auszukommen, war ihr unmöglich — von
Hauſe hatte ſie außerdem nichts zu erwarten. Ihre Eltern
waren kleine Handwerker, die ſich mühſelig durchs Leben
ſchlugen. Sie hatte kaum noch Verbindung mit ihnen —
ihr Weg führte weit ab von dem der Angehörigen; ſie
waren ſich vollſtändig fremd geworden. Claudia wollte
ihr Leben ſich nach ihrem Sinne zimmern — ihr Trachten
und Sinnen ſtand nach Glanz und Reichtum, der ihr aber
bisher noch fern geblieben war.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 16. Dezember 1912
Nummer 296.
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Herrn Wilhelm Deucker,
„ Wixhauſen
Invalide
Frau Friebeling, Wieſen=
Zwingenberg . .
ſtraße 10.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Die Freie literariſch=künſtleriſche
Ge=
ſellſchaft bringt vor Weihnachten noch, am 19. d. M.,
einen Tieck=Brahms=Abend an dem der
Brahms=
ſche Liederzyklus „Die ſchöne Magelone‟, Dichtung von
Ludwig Tieck, zum Vortrag gelangen wird. Interpret
des geſprochenen, wie des geſungenen Wortes iſt Herr
Hofopernſänger Rudolf Jung von Mannheim, ein
jugendlicher Tenor von ganz außergewöhnlich ſchönen
Stimmitteln, der hier in Darmſtadt kein Unbekannter iſt,
da er im letzten Winter in privatem Kreiſe vor dem
Groß=
herzog geſungen hat und ſeitdem oft hier zu Gaſt weilte,
wo ſich ſeine Kunſt raſch eine kleine Gemeinde von
Ver=
ehrern und Freunden gewonnen hat. — Den
Sän=
ger wird Herr Ferdinand Edlinger von
der Dumneanſchule am Klavier begleiten. Wie
werden gebeten, bei dieſer Veranlaſſung darauf
hin=
zuweiſen, daß der Verein, dem Beiſpiel anderer hieſiger
Vereine folgend, ſich zu einer Ermäßigung des
Jahresbeitrages für die noch ausſtehenden vier
Vereinsabende des Winters 1912/13 entſchloſſen hat.
Nä=
here Auskünfte hierüber erteilt die Hofbuchhandlung A.
Bergſtraeßer (W. Kleinſchmidt), Rheinſtraße, woſelbſt auch
Anmeldungen entgegengenommen werden. (Vergl.
An=
nonce im heutigen Inſeratenteil d. Blattes.)
Sport, Spiel und Turnen.
sr. Radrennen. Vom New=Yorker
Sechs=
tagerennen. Wie ein Kabeltelegramm meldet, gelang
es den Gebrüdern Suter am Morgen des 4. Tages, von
den zwei verlorenen Runden eine aufzuholen. Das
tap=
fere Fahren der beiden Schweizer fand vielen Beifall.
Die Tagesſtunden verliefen wieder ſehr ruhig. Gegen
acht Uhr abends gab es einen aufregenden Kampf
zwi=
ſchen Kramer, Fogler und Berthet, der aber reſultatlos
blieb. Um Mitternacht entſpann ſich ein heftiges Ringen
um die übliche 200=Dollar=Prämie, die bei Schluß eines
jeden Tages ausgefahren wird. Dabei entſtand eine ſolche
Verwirrung, daß ein Extra=Rennen über 10 Runden
ein=
gelegt werden mußte. Die Prämie gewann die
Mann=
ſchaft Clark Hill, die zuſammen mit den anderen Fahrern
der Spitzengruppe 3049,700 Kilometer nach Schluß des
4. Tages zurückgelegt hatte. Auch der fünfte Tag brachte
roch keine Sprengung der aus elſ Paaren beſtehenden
Spitzengruppe. Morgens um 4 Uhr, in der 100. Stunde,
traten die beſten Sprinter zu einem 10=Runden=Rennen
um einen Preis von 300 Dollar an. Hierbei gelang es
Rütt, einen großartigen Erfolg zu feiern, indem er den
amerikaniſchen Weltmeiſter Kramer mit einer halben
Länge nach ſchärfſtem Kampfe beſiegte. Eine weitere
Länge zurück folgte Berthet eine halbe Länge vor Clark,
Root, Walker, Thomas, Perchicot und Pye. Um 6 Uhr
morgens (102. Stunde) waren 3241,824 Kilometer
be=
wältigt.
Literariſches.
— Erkennen und Leben. Von Geheimerat
Profeſſor Dr. R. Eucken. 170 Seiten. Broſch. 3,— Mk.
In Originalleinenband 3,80 Mk. Verlag von Quelle u.
Meyer in Leipzig. Der große Jenaer Philoſophe hat uns
noch als Abſchiedsgruß ein neues Buch beſchert. Gerade
an dem Tage, wo von ſeinem klaſſiſchen Werke „Der Sinn
und Wert des Lebens” das 13. und 14. Tauſend erſchien
und Zeugnis dafür legte, welche Macht Eucken für das
moderne Geiſtesleben geworden, grüßt uns dies neue Buch,
das uns tiefer als alle bisherigen Schriften in das
Lebens=
problem einführen wird. Wie ſtets bei Eucken ſtehen ſeine
Darlegungen in engſter Beziehung zur Lage der
Gegen=
wart. Vielleicht noch niemals hat Eucken ſo klar und ſcharf
die logiſchen Konſequenzen ſeiner Philoſophie dargelegt
und die Schlußfolgerungen für unſer geiſtiges Leben
dar=
aus gezogen. Nicht nur die große Schar der Eucken=
Ge=
meinde wird das auch äußerlich hervorragend ſchöne Werk
mit Freuden begrüßen; auch die ihm noch ferner ſtehen,
werden darin Troſt ſuchen und finden.
— Unkraut. Ein Liederbüchlein von Hermann
Freiſe. 3. Auflage. Verlag der Stillerſchen
Hofbuch=
handlung (Joh. Albr. Strenge) in Schwerin. Preis
broſch. 2 Mk., in hochelegantem Lederband 3 Mk. Der
Dichter iſt keiner von den Modernen und „neue Bahnen”
hat er nicht eingeſchlagen. Das Volkslied iſt ihm vielmehr
vorbildlich geweſen und deshalb gefallen ſeine Lieder allen,
denen das Gefühl für echte und unverfälſchte Poeſie noch
nicht abhanden gekommen iſt. Das Büchlein eignet ſich
beſonders zu Geſchenkszwecken.
— Die Flammenzeichen rauchen! Deutſche
Männer im Freiheitskampfe gegen Napoleon, von Albert
Sergel. Mit 14 Einſchaltbildern. (Lebensbücher der
Jugend, Band 19). Verlag von George Weſtermann in
Braunſchweig und Berlin. In Geſchenkeinband 2,50 Mk.
Ein deutſcher Ehrenſpiegel zum Gedächtnis der
opfer=
mütigen, glorreichen Kämpfe, durch die vor hundert Jahren
unſer Volk das Joch des fremden Eroberers abgeſchüttelt
hat und aus dumpfer Knechtſchaft zu Ruhm und Freiheit
gelangt iſt. Keine Nacherzählung eines, der nicht dabei
var, ſondern eine lebendige Kette zeitgenöſſiſcher Berichte
derer, die jene Kämpfe von 1806 bis 1815 mitgekämpft, die
alles, was ſie erzählten, ſelbſt erlebt und erfahren haben,
Nettelbeck, Gneiſenau, Stein, Körner, Blücher — welcher
Schriftſteller von heute könnte ſich mit ihnen meſſen, wenn
es gilt, die deutſchen Befreiungskriege zu ſchildern!
— In der Sammlung „Lebensbücher der Jugend”
von George Weſtermann in Braunſchweig erſchienen ferner:
Bd. 17. Die Märchenwieſe. Märchen, Geſchichten
und Gedichte von Eliſabeth Dauthendey. Reich
illu=
ſtriert. In Geſchenkeinband 2,50 Mk. Ein neues
Märchen=
buch und zwar wirklich ein neues! Eins mit
neuerfun=
denen und neuerzählten Geſchichten, die noch in keinem
andern Märchenbuche ſtehen. Sie kommen von einer
Dich=
terin, die Phantaſie und Erzählungsgabe hat. Eine grüne,
lachende Märchenwieſe breitet ſich hier vor den
Kinder=
gemütern aus, bunte Blumen und duftige Kräuter blühen
darin, Zwerge und Wichtelmännchen huſchen durch
Sträu=
cher und Halme und die Tiere des Feldes bekommen
Sprache. — Bd. 18: Frau Aja, Goethes Mutter, von
Adolf Matthias. Mit 16 Einſchaltbildern und 30
Textbildern nach zeitgenöſſiſchen Vorlagen. In
Geſchenk=
einband 2,50 Mk. Hier ſpricht Frau Aja, Goethes Mutter,
ſelbſt; aus ihren herrlichen Briefen, die voller Frohſinn
und Humor, aber auch voller Ernſt und Tiefe ſind, wird
ſie unmittelbar lebendig, und die jungen Leſer ſitzen ihr
zu Füßen, wie einſt Bettina von Arnim, und laſſen ſich von
ihr aus Goethes Kindheit und Jugend erzählen, darin
ſchon alle Keime ſeiner künftigen Größe ſchlummern.
— Geologie Deutſchländs. Eine
Einfüh=
rung in die erklärende Landſchaftskunde für Lehrende und
Lernende. Von Profeſſor Dr. J. Walther. 2. Aufl=
441 Seiten mit 242 Abbildungen ſowie einer geologiſchen
Karte. Br. 8.40, in Originalleinenband 9.40 Mk. Verlag
von Quelle u. Meyer=Leipzig. Ueberraſchend ſchnell hat ſich
von dieſem ſchönen Werke eine neue Auflage nötig
ge=
macht, das bei ſeinem Erſcheinen als literariſches
Ereig=
nis begrüßt wurde und deſſen Verfaſſer wohl von allen
Geologen der Gegenwart am meiſten für die
Populariſie=
rung ſeiner Wiſſenſchaft getan hat. Aber ſeine Geologie
Deutſchlands füllte auch eine längſt empfundene Lücke
unſerer Literatur in vorbildlicher Weiſe aus, und je mehr
das geologiſche Intereſſe zunimmt, deſto notwendiger
braucht man ein ſolches Buch, das die tieferen
Zuſam=
menhänge im Entwicklungsgange des Erdbildes darlegt
und daneben die Augen öffnet für die landſchaftlichen
Schönheiten. Die Ausſtattung, die der Verlag dem Werke
angedeihen ließ, iſt faſt noch ſchöner als bei der erſten
Auflage.
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von Hanſtein. 412 Seiten mit 216
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gen, 4 farbigen und 10 ſchwarzen Tafeln. Broſchiert
8,— Mk. In Originalleinenband 9,— Mk. Verlag von
Quelle u. Meyer in Leipzig. Dieſes hervorragende Werk
wird bei dem ſtändig wachſenden Intereſſe an allen
bio=
logiſchen Problemen jedem Naturfreund willkommen ſein.
Es bietet in überaus feſſelnder Darſtellung dem Leſer ein
Geſamtbild des Tierlebens, ohne beſondere Fachkenntniſſe
vorauszuſetzen, wie es ſonſt nur durch langes Studium
umfaſſender Werke zu gewinnen iſt. Dabei iſt rühmend
hervorzuheben, wie ſich Verfaſſer ſtets einer ſtrengen
Ob=
jektivität befleißigt. Alles Hypothetiſche iſt von dem durch
Beobachtung Erwieſenen geſchieden. Ueberall unterſtützen
inſtruktive Abbildungen, ſchwarze und farbige Tafeln den
Text. Literaturnachweiſe regen zur Fortbildung an. Kurz,
das prächtig ausgeſtattete Werk birgt eine Fülle von
An=
regungen für jeden, der tiefer in die Geheimniſſe der Natur
einzudringen und über dieſe nachzudenken beſtrebt iſt.
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