Inſerate
Abonnementspreis
175. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Ber
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Kaiſer iſt geſtern nachmittag 4 Uhr 5 Min. von
Potsdam nach Donaueſchingen abgereiſt.
Der Bildhauer Profeſſor Otto Leſſing iſt in
Berlin geſtorben.
Durch die Exploſion in der Grube von St. Martin
de Valgalques ſind 24 Vergleute getötet
worden.
Die Gerüchte betreffend die Ueberreichung
gines Ultimatums durch Oeſterreich=
Ungarn anSerbien ſind, wie das K. K.
Korreſpon=
denzbureau in Wien erfährt, vollſtändig unbegründet.
Der amerikaniſche Milliardär und Sportsmann Alfred
Panderbilt hat beſchloſſen, ſeinen amerikaniſchen
Beſitz zu veräußern und ſich endgültig in London
niederzulaſſen.
In einem Zirkus zu Bilbao entſtand durch den
Ruf „Feuer!” eine Panik, infolge deren 49—50
Men=
ſchen umgekommen ſind.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 6 und 7.
Keine Beunruhigung.
Man ſchreibt uns aus Berlin: Wiener Blätter
und Wiener Berichterſtatter Berliner Zeitungen
wett=
eifern förmlich darin, beunruhigende
Meldun=
gen über die internationale Lage zu
ver=
breiten. Auf die Berliner Börſe haben indeſſen dieſe
Lärmnachrichten nicht entfernt den Eindruck gemacht, den
ſie hätten machen müſſen, wenn die Börſe den verbreiteten
Angaben vollen Glauben beigemeſſen haben würde. Die
Skepſis der Börſe iſt durchaus berechtigt. Denn weder
der öſterreichiſch=ſerbiſche Gegenſatz noch die
öſterreichiſch=ruſſiſchen Beziehun gen
rechtfertigen die ſchwarzſeheriſche Wiener Auffaſſung.
Das öſterreichiſch=ſerbiſche Verhältnis wird von
diplo=
matiſcher Seite ſogar als gebeſſert bezeichnet, und was
die ruſſiſch=öſterreichiſchen Beziehungen anbelangt, ſo geht
die am meiſten beunruhigende Darſtellung von einer
er=
fundenen Angabe aus. Erfunden nämlich iſt die
Be=
hauptung, daß die öſterreichiſche Regierung an Rußland
eine Anfrage wegen ruſſiſcher Truppenverſchiebungen
ge=
richtet habe. Da einer derartigen Ausſtreuung auch von
reichsdeutſchen Blättern Glauben geſchenkt wurde, iſt der
Hinweis nicht überflüſſig, daß die friedliche
Poli=
tik des Miniſters Saſonow kein Mißtrauen
ver=
dient, wie es die Vorausſetzung für die Annahme
krie=
geriſcher Schritte Rußlands bildet. Mag es immerhin
möglich ſein, daß der verantwortliche Leiter der
auswär=
tigen Politik Rußlands gelegentliche Seitenſprünge eines
ruſſiſchen Diplomaten nicht verhindern kann, ſo erſcheint
es doch ausgeſchloſſen, daß einer dieſer Diplomaten
un=
mittelbar den Inſtruktionen entgegenhandelt, die aus
Petersburg eintreffen.
Was für den Ausgangspunkt der Lärmmeldung über
das ruſſiſch=öſterreichiſche Verhältnis gilt, trifft auch für
die Behauptung zu, die Beziehungen der Donaumonarchie
zu Rumänien hätten ſich verſchlechtert. Dieſe
Be=
ziehungen ſind unverändert gut. Darnach bleibt von den
Angaben tatſächlicher Natur nur die Anweſenheit
des öſterreichiſchen Generalſtabschefs,
Feldmarſchalleutnants von Schemua,
in Berlin übrig. Sie hat wirklich ſtattgefunden, muß
aber nicht als das Anzeichen einer kriegeriſchen Zuſpitzung
der internationalen Lage beurteilt werden. Denn
ab=
geſehen davon, daß diplomatiſche Kreiſe das
Zuſammen=
treffen der Reiſe des öſterreichiſchen Generalſtabschefs
mit dem Beſuch des Erzherzogs=Thronfolgers als
zu=
fällig bezeichnen, hat Feldmarſchalleutnant v. Schemua
außer dem General von Moltke mit keinem Diplomaten
oder Politiker in Berlin eine Beſprechung gehabt. Die
Begegnung der beiden Generalſtabschefs dürfte alſo nicht
anders zu bewerten ſein, als gleichartige frühere
Begeg=
nungen.
In demſelben Sinne wird der Köln. Ztg. aus Berlin
geſchrieben:
WWollte man nach den zollhohen Ueberſchriften der
auf ein lebhaftes Aeußeres bedachten Zeitungen und den
Rufen urteilen, mit denen die Zeitungsverkäufer Unter
den Linden und in der Friedrichſtraße die neueſten
Aus=
gaben ausſchreien, dann ſähe es heute in der Welt
bedenk=
lich aus, aber bei näherem Zuſehen findet man, daß genau
wie in den ſachlichen Verhältniſſen ſelbſt, nur der
äußere Anſchein ſo bedrohlich iſt. Von dem
Alar=
mierenden bleibt im weſentlichen nur das bedrohliche
Bild der großen Ueberſchriften und die Lockrufe der
Zeitungshändler, die noch einen Schritt weitergehen als
die ſenſationellſte Ueberſchrift und von „Mobilmachung”
reden, von der natürlich in Wirklichkeit keine Rede ſein
kann. Eine Heeresverwaltung, die in kritiſchen
Zeitläuf=
ten nicht auf dem qui vive wäre, verdiente mehr als den
bloßen Tadel der Nation, aber wenn dieſe ganz
natür=
lichen militäriſchen Vorſichtsmaßregeln, die in ſolchen
Zeiten von den Nächſtbeteiligten immer getroffen werden,
immer gleich den Krieg bedeuteten, dann hätten wir in
Europa ſeit Anno Siebzig ſchon mehr als einen Krieg
gehabt. Gewiſſe militäriſche Maßregeln gehören, um es
einmal ſo auszudrücken, in gewiſſen Zeiten zu den
politi=
ſchen Ausdrucksmitteln, wenn alſo derartige Maßregeln
vorliegen, ſo ſoll man ſie aus der Lage heraus auffaſſen.
Man erinnere ſich, daß im Jahre 1908, auf dem Höhepunkt
der damaligen öſtereichiſch=ſerbiſchen Kriſe
Oeſterreich=
ungarn amtliſch einen Teil ſeiner Armee mobiliſiert hat,
ohne daß es darum zum Kriege gekommen wäre. Aus
allen dieſen Gründen kann man dem nur zuſtimmen, was
mehrere Blätter in Uebereinſtimmung mit unſerer
Auf=
faſſung betonen, daß trotz des Säbelgeraſſels auch nicht
im entfernteſten die ſachliche Notwendigkeit einer
kriegeriſchen Verwicklung vorliegt.
Die Volksverſicherung.
* „Das neue Deutſchland”, Wochenſchrift für
konſer=
vativen Fortſchritt, ſchreibt: Die Sozialdemokratie iſt
im Begriff, ein neues Kampfmittel ins Leben zu ruſen,
um die Maſſen zuſammenzuſchweißen. Mit dem 1. Jan.
1913 ſoll eine Volksverſicherung in Kraft treten, für die
die beſtehenden Organiſationen der Gewerkſchaften und
Konſumvereine als Mittel zum Zweck dienen. Es iſt
ein=
leuchtend, daß der in die Verſicherung eingetretene
Ge=
noſſe die Freiheit ſeines Austritts aus der
Sozialdemo=
kratie verſcherzt und daß derjenige, welcher den Kredit
der Verſicherungsanſtalt in Anſpruch nimmt, ſich auf
ewige Zeiten der Sozialdemokratie mit Haut und Haaren
verſchreibt. Da die entſtehenden Speſen für die
Volks=
verſicherung durch die nahezu koſtenloſe Einziehung der
Beiträge als Gelegenheitsarbeit gegenüber anderen
An=
ſtalten ähnlicher Art von gleichem Umfang nur geringe
werden, ſo iſt es wahrſcheinlich, daß ſich außerordentlich
günſtige Bedingungen für den Verſicherungsnehmer
er=
geben. Dieſer Umſtand iſt geeignet, eine neue
Anziehungs=
kraft auf die Maſſen auszuüben, zumal ſie auf einem
wirt=
ſchaftlichen Gebiet liegt, das dieſen ſehr am Herzen liegt.
Die Sozialdemokratie behauptet, daß ihr jeder politiſche
Zweck fern liege. Aber ſelbſt harmloſe Leute, welche nach
Art des Berliner Tageblatt dieſer Aeußerung Glauben
ſchenken, können kaum verkennen, daß die Wirkung der
ge=
planten Voksverſicherung unter allen Umſtänden eine
politiſche iſt und zur Stärkung der Sozialdemokratie
bei=
tragen muß.
Dieſe Erkenntnis hat eine Reihe von Abgeordneten
und Mitgliedern aller bürgerlichen Parteien veranlaßt,
eine Verſammlung von Vertretern aller wirtſchaftlichen
Vereine, die nicht auf ſozialdemokratiſchem Boden ſtehen,
zuſammenzuberufen, um die Frage zu erörtern, ob und
wie dem Vorgehen der Sozialdemokratie durch ähnliche
und umfaſſende Einrichtungen der von ihr geplanten Art
zu begegnen iſt. Namentlich wird dabei zu erwägen ſein,
ob nicht eine Volksverſicherung auf öffentlich=rechtlicher
Grundlage geeignet iſt, ſo billige Bedingungen zu ſtellen,
daß dadurch der Anreiz fortfällt, in das ſozialdemokratiſche
Lager überzugehen. Auch die Privatverſicherung ſcheint
die Gefahr der ſozialdemokratiſch organiſierten
Volks=
verſicherung erkannt zu haben.
Vielleicht trifft die Annahme zu, daß ihre
Beſürch=
tungen nicht ausſchließlich in dem geſchäftlichen Intereſſe
ihren Urſprung haben. Zufolge von Zeitungsnachrichten
haben ſich 26 Verſicherungsgeſellſchaften zu dem Zweck
ver=
einigt, eine Volksverſicherung auf gemeinnütziger
Grund=
lage zu ſchaffen. Das iſt außerordentlich zu begrüßen.
Denn an ſich iſt jede Tätigkeit, die auf eine vermehrte und
verbeſſerte Voksfürſorge abzielt, abgeſehen von ihrer
materiellen Wirkung, ſchon deshalb willkommen zu heißen,
weil ſie den Trieb zur Selbſthilfe und zu einer
Ergän=
zung von Anſprüchen aus der Reichsverſicherungsordnung
anregt. Ob aber die Privatverſicherung mit Rückſicht auf
das für ſie kaum auszuſchließende Erwerbsintereſſe, wenn
dieſes auch nicht über die Koſtendeckung hinausginge, dem
Billigkeitsbedürfnis genügen kann, iſt ebenſo zweifelhaft,
wie die Anwendung eines mit offenem Viſier von der
öffentlich=rechtlichen Verſicherung aufzunehmenden Kampf=
rufes gegen die ſozialdemokratiſche Organiſation.
Hin=
wegkommen könnte man über dies Bedenken, wenn neben
der Beſchränkung auf höchſtens 4 Prozent Zinſen für das
Verſicherungskapital die Speſen ſo billig in Anſatz
ge=
bracht würden, daß tatſächlich eine Konkurrenz mit der
ſozialdemokratiſchen Verſicherung einträte. Etwas
ande=
res könnte die öffentlich=rechtliche Verſicherung auch nicht
bezwecken. Gemeinnützigkeit und Billigkeit iſt ihr Ziel.
Sie würde aber außerdem unter dem Kampfruf „gegen
die Sozialdemokratie” an die Arbeit gehen können und
vielleicht in der Lage ſein, den Gedanken der
Volksfür=
ſorge in weitere Kreiſe hineinzutragen, als ſie der
Privatverſicherung zugänglich ſind.
Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt zu dieſer
Angelegen=
heit: „An der zunehmenden Schwere der
ſozialdemo=
kratiſchen Parteikaſſe hängt tatſächlich auch jeder
Tugend=
beweis, den die „Genoſſen” nach irgendeiner beliebigen
Richtung liefern können. Unter dieſem Geſichtspunlte
ſind daher die Vorbereitungen für jenen neuen
Fiſch=
zug im Großen zu betrachten, dem die Partei ſich
widmet: zu der ſogenannten „Volksverſicherung”. Wir
haben kürzlich über die entſprechende Gegenbewegung vom
bürgerlichen Lager aus berichten können, die hoffentlich
mit Erfolg auf den Plan treten wird. Hier iſt es von
be=
ſonderer Wichtigkeit, daß überall auch die richtige
Vor=
ſtellung vom Weſen jenes ſozialdemokratiſchen Vorſtoßes
und von den letzten Abſichten dabei wachgeruſen
werde, damit man die Schlinge nicht erſt als ſolche erkennt,
wenn ſie ſchon zu voller Anwendung gediehen ſein ſollte.”
Deitſches Reich.
Gegen das Petroleum=Monopoll
Bei der Abſtimmung im Bundesrat haben, wie gemeldet
wird, die Vertreter von Hamburg, Bremen und Lübeck
gegen den Regierungsentwurf über den künftigen Vertrieb
von Leuchtöl geſtimmt. Baden hat, unter beſonderer
Verwahrung der Sonderintereſſen Mannheims, ſeinen
anfänglichen Widerſtand aufgegeben.
— Die Auslegung des Jeſuitengeſetzes.
Zur Jeſuitenfrage erfährt die Tägl. Rundſchau noch
weiter, daß Preußen eine Auslegungsformel
ausgear=
beitet hat, die dem Bundesrat als Vorſchlag Preußens
vorgelegt werden wird. Der preußiſche Vorſchlag
be=
wegt ſich auf dem Boden der bisherigen Auslegung des
Jeſuitengeſetzes, vermeidet es aber, den Erlaß der
bay=
eriſchen Regierung als unvereinbar mit den geſetzlichen
Beſtimmungen hinzuſtellen. Die Tendenz der preußiſchen
Formulierung geht darauf hinaus, den Jeſuiten jede
geiſt=
liche Tätigkeit zu unterbinden, durch die ſie innerhalb der
Reichsgrenzen ſeelſorgeriſchen Einfluß ausüben
könn=
ten. Man darf daher annehmen, daß die ſtille Meſſe und
die Darreichung der Sterbeſakramente die einzige erlaubte
geiſtliche Tätigkeit der Jeſuiten ſein werden. Die vom
Bundesrat 1872 verbotenen Miſſionen und die ſpäter von
der Jeſuitenpraris eingeſchwärzten Konferenzen werden
in der preußiſchen Formulierung zwar nicht erwähnt,
doch beruht dies auf der Vorausſetzung, daß dieſe
Miſſi=
onen und Konferenzen ſelbſtverſtändlich mit dem Geſetz
unvereinbar ſeien. Die vorſichtige Anregung der
preu=
ßiſchen Regierung iſt auf einen Ton geſtimmt, der in
Bayern keine Mißſtimmung erregen ſoll. Allerdings darf
nicht erwartet werden, daß Bayern für die
Vermittlungs=
formel ſtimmen wird, da die bayeriſche Regierung nach
wie vor daran feſthält, daß die in dem bekannten
Hert=
lingſchen Erlaſſe zum Ausdruck gekommene Aenderung der
bisherigen Handhabung der Ausführungsbeſtimmungen
keine Verletzung des Wortlautes und des Geiſtes des
Jeſuitengeſetzes enthalte. Die Annahme des preußiſchen
Vorſchlages im Bundesrat wird als ſehr wahrſcheinlich
bezeichnet.
Gewährung von Tagegeldern an
Schöffen und Geſchworene. Wie man Berliner
Blättern ſchreibt, ſinden im Bundesrat gegenwärtig
Be=
ratungen ſtatt über die Gewährung von Tagegeldern an
Schöffen und Geſchworene. Die Beratungen ſind
ver=
anlaßt durch einen Antrag dreier ſüddeutſcher
Bundes=
ſtaaten, Bayern, Württemberg und Baden, der die
Ge=
währung ſolcher Tagegelder in Vorſchlag bringt. Daß
die Bundesregierungen dem ſüddeutſchen Antrag
zuſtim=
men werden, läßt ſich annehmen, da bereits in der
Vor=
lage zu einer Strafprozeßreform, die die Zuſtimmung
des Bundesrats gefunden hatte, die Tagegelder an
Schöf=
fen und Geſchworene in Vorſchlag gebracht werden. Auch
der Reichstag hat ſich wiederholt dafür ausgeſprochen.
Nach bisherigem Recht erhalten Schöffen und
Geſchwo=
rene nur eine Vergütung der Reiſekoſten; den im übrigen
mit der Ausübung des Amtes verbundenen Aufwand
müſſen ſie ſelbſt tragen.
Mandatsniederlegung. Der
Zentrums=
abgeordnete Dr. Schädler, der ſeit dem Jahre 1890 den
Wahlkreis Bamberg im Reichstag vertritt, beabſichtigt
wegen ſeines ungünſtigen Geſundheitszuſtandes noch vor
Zuſammentritt des Reichstags ſein Mandat
nieder=
zulegen. Schädler iſt zurzeit der zweite Vorſitzende der
Zentrumsfraktion des Reichstags. Er iſt im Wahlkreiſe
Bamberg ſeit 1890 regelmäßig gewählt worden, zuletzt
mit 14724 Stimmen gegen 5026 ſozialdemokratiſche und
4431 fortſchrittliche.
Für die Nachwahlen zum
württem=
bergiſchen Landtage iſt nunmehr ein Abkommen
der Fortſchrittlichen Volkspartei und Sozialdemokratie
ab=
geſchloſſen worden, das ſich auf fünf Wahlbezirke bezieht.
Die Volkspartei verzichtet auf ihre Kandidaturen in
Leonberg und Waiblingen und findet die
ſozialdemo=
kratiſche Unterſtützung in Oberndorf, das das Zentrum
verlieren wird, Vaihingen und Backnang.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die Mehrheit des ungariſchen
Parla=
ments hat an die Oppoſition die Aufforderung
gerich=
tet, ſich an den wieder beginnenden Arbeiten des
unga=
riſchen Abgeordnetenhauſes zu beteiligen. Die Oppoſition
lehnte die Aufforderung ab und erklärte, daß ſie vor
Her=
ſtellung der Rechtsordnung im Hauſe ſich an den
Vera=
tungen in normaler Weiſe nicht beteiligen werde.
England.
Das Rätſel des Luftſchiffes von
Sheer=
neß. Daily Mail lieſt der Admiralität eine Lektion, weil
ſie angeblich nichts getan habe, um die Nationalität des
fremden Luftſchiffes über Sheerneß ausfindig zu machen.
Daß ein fremdes Luftſchiff am 14. Oktober über Sheerneß
hinwegſegelte, habe der Marineminiſter ſelbſt zugegeben.
Aber es ſei ſeitdem ein Monat vergangen, ohne daß die
Admiralität des Rätſels Löſung gefunden habe. „
Wel=
cher Nationalität war es? Wo kam es her? Die Nation
wird mit Recht Auskunft darüber verlangen. Zu
wel=
chem Zweck unterhält das Marineminiſterium einen
In=
telligenzdienſt? Was iſt der Zweck dieſes Inſtituts, wenn
es auf eine ſo wichtige Frage keine Antwort geben kann?
Die Daily Mail hat in ganz Deutſchland Nachfrage
an=
geſtellt, ohne jedoch einem Luftſchiff auf der Reiſe nach
England auf die Spur zu kommen. Merkwürdigerweiſe
wird dieſe Nachfrage nicht auf Frankreich ausgedehnt,
wo es doch auch Luftſchiffe gibt, die ſich bei Nacht und
Nebel einmal verirren können.
Rußland.
Die vierte Duma. In der Duma haben ſich
die einzelnen Fraktionen bereits gebildet. Daraus
ergibt ſich, daß die Rechte etwa 70 Mitglieder umfaßt,
die nationaliſtiſche Fraktion etwa 100, die oktobriſtiſche
etwa 90, die Kadetten 65, die Progreſſiſten 40, die
Sozia=
liſten 15, die Arbeiterpartei 15, die Polen 18,
die Muhammedaner 5 und die Parteiloſen 5.
Die Statiſtik der Gouverneure hatte ganz
an=
ders gelautet. Beſonders bei der Rechten hatten ihre
Angaben eine Fraktionsziffer von annähernd 150
er=
geben. Die Oktobriſten waren um etwa 10 zu niedrig
eingeſchätzt, die Nationaliſten um 25 Sitze. Nach der
No=
woje Wremja iſt es möglich, ein Zentrum von 255 Sitzen
zu bilden gegen 33 der äußerſten Rechten und einen linken
Flügel von 150 Sitzen. Unter den verſchiedenen Gruppen
finden Vorbeſprechungen darüber ſtatt, wie am beſten
in einer der erſten Sitzungen Stellung zu der Balkanfrage
genommen werden könne. Die Oppoſition iſt feſt
ent=
ſchloſſen, wenigſtens in einer Tagesordnung den Wunſch
auszudrücken, daß die Balkanſtaaten nicht um die Früchte
ihres Sieges gebracht würden. Mit dieſem Vorſchlage
erklärten ſich auch die Oktobriſten einverſtanden, die alſo
anſcheinend zur Oppoſition übergehen wollen.
Spanien.
Die ſpaniſch=franzöſiſchen Marokko=
Verträge. Entgegen der Meldung des Diario
Uni=
verſal dürfte die Unterzeichnung des ſpaniſch=franzöſiſchen
Vertrages über Marokko früheſtens im Laufe dieſer Woche
erwartet werden. Doch ſoll der Text vorläufig
geheim=
gehalten und den Kammern beider Länder erſt ſpäter,
und zwar gleichzeitig, bekanntgegeben werden.
Rumänien.
Bei den Kammerwahlen im zweiten
Wahl=
kollegium wurden gewählt: 13 Konſervative, 38
konſer=
vative Demokraten, 12 Liberale und 3 Unabhängige. Es
ſind ſechs Stichwahlen erforderlich.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. November.
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Hauptlehrer Karl Friedrich
Gieles zu Klein=Auheim, Kreis Offenbach, aus
An=
laß ſeiner Verſetzung in den Ruheſtand das
Ritter=
kreuz II. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen mit der Krone verliehen.
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Yſenburg und Büdingen in Büdingen auf die erledigte
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Rohrbach,
Kreis Büdingen, präſentierte Lehrer Adolf
Dunken=
berger zu Heidelbach, Kreis Alsfeld, für dieſe Stelle.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Kreisbauinſpektor Karl Hechler zu
Gießen den Charakter als „Baurat”.
* Entlaſſen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Oberrechnungsreviſor Karl Heberer zu
Darmſtadt aus dem Staatsdienſt.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Hermann Glenz aus Erbach i. O. eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Rainrod, Kreis Schotten; dem
Schulamtsaſpiranten Eugen Schreiber aus Gundheim,
Kreis Worms, eine Lehrerſtelle an der katholiſchen Schule
zu Lampertheim, Kreis Bensheim.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Oberlehrer
an der Gemeindeſchule zu Heppenheim a. d. B., Rektor
Maximilian Schmidt auf ſein Nachſuchen unter
An=
erkennung ſeiner mehr als 50 jährigen treuen Dienſte
und der Hauptlehrer an der Gemeindeſchuie zu Klein=
Auheim, Kreis Offenbach, Karl Friedrich Gieles auf
auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner
lang=
jährigen treuen Dienſte vom 1. Dezember 1912 an.
Prinz Heinrich als Vorſitzender des Kongreſſes
für Flugtechnik. Im großen Hörſaale des Phyſikaliſchen
Vereins in Frankfurt begann geſtern vormittag die auf
zwei Tage berechnete erſte Mitgliederverſammlung der
Wiſſenſchaftlichen Geſellſchaft für Flugtechnik, zu der ſich
eine ſtattliche Anzahl Teilnehmer, darunter eine Anzahl
Offiziere, aus verſchiedenen Städten Deutſchlands
einge=
funden hatten. Den Vorſitz führte Geheimerat Dr.
v. Böttinger, der mitteilte, daß in der Sitzung am
Dienstag der Ehrenvorſitzende Prinz Heinrich von
Preußen den Vorſitz führen werde.
* Aufgelöſte Krankenkaſſe. Die Kranken= und
Sterbekaſſe (E. H.=K. Nr. 14) in Schaafheim hat
ſich aufgelöſt. Die der Kaſſe erteilte Beſcheinigung
nach § 75a des Krankenverſicherungsgeſetzes iſt
wider=
rufen worden.
* Schluß der Ausſtellung „Der Menſch”. Die
Ausſtellung „Der Menſch” in Darmſtadt, die ſeit ihrer
Eröffnung täglich einen Strom von Einheimiſchen und
Fremden in das Reſidenzſchloß zur Beſichtigung lockte,
ſollte urſprünglich im Oktober geſchloſſen werden. Da
aber, als es dieſem Schlußtermin zuging, der Beſuch
immer mehr zunahm, hat ſich Exzellenz Lingner auf
allgemeinen dringenden Wunſch bereit finden laſſen, den
Schluß mehrfach hinauszuſchieben. Nunmehr aber wird
die Ausſtellung endgültig am Sonntag, den
1. Dezember, abends, geſchloſſen werden.
Es ſind ſomit nur noch 8 Tage Zeit zur Beſichtigung,
da die Ausſtellung nach Schluß wieder für immer nach
Dresden übergeführt werden wird.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Star=
kenburg am Samstag, den 30. November, vormittags
9½ Uhr, lautet: 1. Klage des Wilhelm Schickedanz II. zu
Neu=Iſenburg gegen einen Polizeibefehl des Großh.
Kreisamts Offenbach vom 31. Juli 1912. 2. Beſchwerde
des Buchdruckereibeſitzers Max Teichmann zu
Zwingen=
berg gegen eine Strafverfügung des Großh. Kreisamts
Bensheim vom 9. September d. J. 3. Klage des
Vor=
ſtandes der Sektion II der Heſſen=Naſſauiſchen
Bau=
gewerks=Berufsgenoſſenſchaft in Darmſtadt gegen die
ge=
meinſame Gemeindekrankenverſicherung des Kreiſes
Groß=Gerau. 4. Geſuch des Adam Seelinger XI. zu
Lampertheim um Erteilung der Erlaubnis zum Betriebe
einer Gaſtwirtſchaft in dem Hauſe Wormſerſtraße. 36
daſelbſt.
— Neues vom Großh. Hoftheater. Am Dienstag
wird als 67. Abonnementsvorſtellung, Buchſt. C 17,
Ger=
hart Hauptmanns Drama „Gabriel Schillings Flucht”
erſtmalig wiederholt. Mittwoch geht Leo Falls Operette
„Der liebe Auguſtin” in Szene. Für dieſe Woche iſt auch
die Wiederholung der neu inſzenierten Wallenſtein=
Tri=
logie angeſetzt, und zwar gelangen am Donnerstag die
erſten beiden Teile des Werkes zur Aufführung, Samstag
wird „Wallenſteins Tod” wiederholt. Das Gaſtſpiel
Baklanoff am Freitag und Sonntag geſtaltet ſich zum
Kunſtereignis der Saiſon. Von Dienstag an wird der
allgemeine Verkauf eröffnet, der ſowohl an der Kaſſe des
Hoftheaters, als auch im Verkehrsbureau (Ernſt=Ludwig=
Platz) ſtattfindet.
Von der Fliegerabteilung. Ein Offizier der
Fliegerabteilung auf dem Griesheimer
Truppenübungs=
platz vollführte geſtern vormittag gegen 11 Uhr auf
einem Euler=Doppeldecker einen Rundflug
über Darmſtadt. Er überflog unſere Stadt in
einem großen Bogen und kehrte alsdann nach dem
Uebungsplatz zurück.
L. Raſch tritt der Tod . . . Herr Reallehrer und
Hofs=
organiſt Hugo Römer erlitt geſtern vormittag in dem
Augenblick, da er ſeine Klaſſe im Realgymnaſium zum
Feſtakt für Großherzogs Geburtstag betreten wollte, einen
Schlaganfall und war nach wenigen Minuten tot.
* Protektoratsübernahme. Se. Königl. Hoheit den
Großherzog haben zum 25. November das
Protek=
orat über den Inſtrumentalverein übernommen,
* Der Frauenverein der Südoſtpfarrei der evangelis
ſchen Stadtgemeinde E. V., verſammelt ſeit einer Reihe
von Jahren ſeine Mitglieder und Freunde zu Beginn des
Winters zu einer Wohltätigkeitsveranſtaltung zugunſten
der von ihm begründeten und unterhaltenen
Kleinkinder=
chule in Form eines muſikaliſchen Tees, der in
den Nachmittagsſtunden von 4½ bis 6½ Uhr im Ges
meindehaus, Kiesſtraße 17, ſtattzufinden pflegt. Wie ſehe
ſich dieſe Art des Zuſammenkommens des Beifalls
er=
freut, dafür erbrachte auch die diesjährige Verſammlung
vieder einen deutlichen Beweis. Eine zahlreiche
Teil=
nehmerſchaft füllte die beiden Säle des freundlichenes
meindehauſes und auch das ſchöne finanzielle Ergebnis
war ein erfreuliches Zeugnis dafür, daß der Frauenverein
mit ſeiner Arbeit für ſeine Kinderſchule ein
tiefgehendes=
freundliches Intereſſe findet und daß er unter der
Hoch=
flut moderner Vereinsgründungen und ſich immer
mehe=
häufender Anforderungen an den Wohltätigkeitsſinn noch
nicht der Gefahr des Notleidens ausgeſetzt iſt, wie das bei
manchen älteren Wohltätigkeitsvereinen zu beklagen iſt,
Der muſikaliſche Teil brachte Vorträge für Violine,
Kla=
vier und Geſang, in denen wir drei junge Damen aus
Frankfurt a. M. (Frl. L., E. und H. Kayſer), die dort
öfters in Wohltätigkeitsveranſtaltungen aufzutreten
pflegen, zu hören Gelegenheit hatten. Die Vorträge
zeug=
en von guter Schulung und verſtändnisvollem Empfinden
und wurden mit reichem Beifall aufgenommen. Ebenſo
erfreuten die ſchönen, alten Weiſen ernſten und heiteren
Charakters aus dem Schatz des deutſchen Volksliedes, die
cand.=ing. Kuhlo von hier mit ſympathiſcher Stimme
zur Laute vortrug. Der Kaſſe für die Kinderſchule
konn=
ten nahezu 250 Mark zugeführt werden.
* Der „Landesverband Heſſiſcher Privatangeſtellten
Vereine” der es ſich zur Aufgabe gemacht hat, die
Inter=
eſſen der Privatangeſtellten kaufmänniſchen und techniſchen.
Standes zu wahren, nahm nachſtehende „
Entſchließ=
ung” an: „Die heutige Tagung des Landesverbandes
Heſſiſcher Privatangeſtellten=Vereine ſtellt mit Bedauern
feſt, daß der veröffentlichte Geſetzentwurf, die Konkurs
renzklauſel betreffend, den Erwartungen und
berech=
tigten Wünſchen der kaufmänniſchen und techniſchen
Pri=
vatangeſtellten durchaus nicht entſpricht. Die
Konkurrenz=
klauſel iſt eine den zu Recht beſtehenden ſozialen und
frei=
heitlichen Geſetzen, insbeſondere der Gewerbefreiheit, zuwiderlaufende Einrichtung, die das
Fort=
kommen der Angeſtellten in unbilligſter Weiſe erſchwert;
ſie dient in faſt allen Fällen nicht zur Wahrung von
Ge=
ſchäftsgeheimniſſen, ſondern lediglich der Herabdrückung
der Gehälter. Daher fordert der Landesverband ein
Ge=
ſetz, das jede Konkurrenzklauſel in Anſtellungsverträgen
für nichtig erklärt und das die ſogenannte Geheimen
Konkurrenzklauſel, bei der ſich ein Unternehmer
verpflichtet, einen Angeſtellten nur mit Genehmigung des
vorhergehenden Arbeitgebers anzunehmen, mit
Freiheits=
ſtrafe ahndet.”
Flotow=Büſte. In einem Schaufenſter der Firma=
Joſeph Trier, Hof=Möbelhandlung (
Wilhelminen=
ſtraße) iſt eine neue, wohlgelungene Büſte Friedrich
von Flotows ausgeſtellt, deſſen 100jährigen
Geburts=
tag unſere Stadt im April d. J. auf dem hieſigen
Friedhof=
am Grabe des Meiſters würdig beging. Der Schöpfer
Der Kirchhof der Lebenden,
ſo nennt der italieniſche Korreſpondent Renzo Larco in
einem Bericht des Corriere della Sera Hademköi, das noch
vor kurzem das Hauptquartier der Türken war
und jetzt ein furchtbares Maſſengrab geworden iſt. Die
Bilder, die der Italiener hier, wo die Cholerakranken zu
Tauſenden verenden, mit anſehen mußte, überſteigen an
Grauſen alles, was der Krieg bisher an ſchrecklichem
Schaurigem zeitigte „Was das Auge ſieht, überſteigt
jede menſchliche Fähigkeit der Schilderung. Auf ewig
hat Hademköi für uns einen furchtbaren entſetzlichen Klang
und nie, fürchte ich, wird ein barmherziges Vergeſſen mich
von der Erinnerung an dieſe Bilder erlöſen.” Formell iſ
das Land ringsum durch die Sanitätspolizei abgeſperrt,
aber dieſe Maßnahme iſt mehr Schein als Wirklichkeit
ohne angehalten zu werden, kann Larco mit ſeinem
Auto=
mobil bis mitten in den Ort fahren. Niemand kümmert
ſich um ſie, „wir hätten weiter fahren können, hätte das
furchtbare Schauſpiel, das wir hier vor uns ſahen, uns
nicht allen Mut zur Fortſetzung der Fahrt genommen.
Wenn ich an jene wenigen Minuten zurückdenke, die
ich in dieſem grauevollen Kirchhof der Sterbenden und
der Toten durchlebte, packt mich noch jetzt das Entſetzen
wie in jener Stunde, da ich dem Chauffeur zurief, nein,
zubrüllte, zu wenden, zu fliehen, zu flüchten.” Rechts und
links der Straße türmen ſich die Karren, auf die die Leichen
der Geſtorbenen geworfen werden. Haſtig ſchleudert man
die irdiſchen Ueberreſte dieſer Unglücklichen da hinauf und
man kann kaum noch erkennen, daß es menſchliche Körper
ſind, denn die Leiber und die Kleider vermengen ſich zu
einem unentwirrbaren Chaos. „Und in dieſe Gefährten
des Todes, inmitten der Berge von Leichen, gerßt dann in
der blinden Haſt der Arbeit ein noch Lebender, ein Kranker
oder ein Sterbender, der noch atmet und noch die Hände
bewegt. Mit einem Schauder müſſen wir ſehen, wie auf
ſo einem Karren unter einem Haufen
zuſammengeworfe=
ner ſchwarzer Leichen eine Hand ſich noch bewegt und im
Krampfe zuckt. Jenſeits der Hauptſtraße ſehen wir
Sol=
daten, die große Gruben aushoben: und daneben lagen
zu Hunderten die Leichen, noch in der Stellung, in der der
Tod ſie überraſcht und erlöſt hatte. Und dazwiſchen
ſter=
ben andere, während unmittelbar neben ihnen das Grab
bereits gegraben wird. Ich näherte mich einem
Leichen=
haufen, um eine Aufnahme zu machen: dann erſt ſah ich,
daß die Hälfte davon noch lebende Menſchen waren,
Ster=
bende. Während ich meinen Apparat aufſtellte, ſehe ich
plötzlich, wie der mir am nächſten liegende Körper ſich
be=
wegt und eine andere Haltung annimmt. Und als wir
dann genauer hinſehen, entdecken wir überall letzte
ver=
löſchende Lebenszeichen: noch warm werden dieſe Opfer
der Seuche in die Grube geworfen. Und uns überfällt ein
Gefühl, einem Maſſenmord beizuwohnen, ja beinahe
einem Verbrechen. Gewiß, der furchtbare Umfang des
Unglückes macht jedes bedachte Vorgehen unmöglich: un
möglich iſt es, hier noch zu helfen, ja nur Erleichterung zu
ſchaffen, unmöglich Barmherzigkeit zu üben: hier wird
Milde zum Mord. Die entſetzlichen Umſtände kennen nur
ein Geſetz und eine Pflicht: Schutz für die noch Lebenden,
Rettung für die Geſunden Fort mit allen, denen nicht
geholfen werden kann. Wir waren an den Anblick
Cholerakranker ſchon gewöhnt, hatten die endloſen Züge
von Wagen geſehen, auf denen Kranke und Sterbende
fortgeſchafft wurden, wir ſahen Menſchen auf der Straße
hinſinken, zuckend und mit ihrem Todeskampf den Weg
verſperrend: aber was wir in Hademköi erlebten, ſtell
alles frühere in den Schatten.
Wir haben in Hademköi nur ein Gebiet von 150 Meter
durchſchritten. Und auf dieſem ſchmalen Raume ſahen wie
mehr als 2000 Tote mitten unter einer noch zahlreicheren
Menge von Sterbenden, Wohin das Auge flüchtet: über=
all nur erſtarrte Körper. Auf einem kleinen Platze zählen
wir 500 Leichen, mit weitaufgeriſſenen ſtarren Augen und
geſpenſtig emporgereckten Händen. Hier und dort ſehen
wir improviſierte haſtig aufgeſchlagene Barracken: aber
ſie ſind überflüſſig und nutzlos. Wir ſahen viele Aerzte,
die in furchtloſer Verachtung des Todes inmitten der
Kranken ausharrten, neben den Gräbern. Aber wir
wech=
ſelten mit keinem von ihnen ein Wort, um nicht den Mund
in dieſer verpeſteten Atmoſphäre öffnen zu müſſen. Und
in uns erſtand die Ueberzeugung: hier gibt es kein anderes
Mittel, als die Menſchen dahinſterben zu laſſen, hier iſt
jeder Verſuch einer Hilfe nutzlos und eine Gefahr für die=
Mitwelt.”
Dann aber berichtet der Italiener von einer anderen
Stätte, an der ſich Tauſende von Cholerakranken
zuſam=
mendrängen: unmittelbar an den Toren Konſtantinopels.
Das iſt in Santo Stefano. Hier finden ſich die weniger
Kranken zuſammen, die Opfer, die noch gehen und ſich
be=
wegen können. „Sie leben auf den Plätzen, in freier Luft
und jammern, daß ſie in ein Krankenhaus gebracht werden
wollen. Aber bis man ſie holt oder iſoliert, leben ſie mit
ihrer Anſteckungskrankheit mitten unter der geſunden
Be=
völkerung des Landes. Die noch gehen können ſtehen auf
und taumeln durch die Straßen, hocken ſich auf die Bänke,
drängen auf die Landungsbrücken, ſtreifen mit ihren
ver=
peſteten Gewändern alle Vorübergehenden: um nach
Kon=
ſtantinopel zu kommen, muß man ſich mitten durch dieſe
Schar von Kranken drängen. Niemand denkt an
Desinfek=
tion oder Iſolierung der Leidenden. Sogar auf das
Schiff, mit dem ich fortfahre, drängen ſich einige dieſer
Kranken, ſetzen ſich mitten zwiſchen Frauen, die ihre
Kin=
der ſäugen: und niemand verbietet es ihnen. Später
wer=
den ſie ausgeſchifft, aber auf die Stühle, auf denen ſie
ſaßen, ſetzen ſich ſofort andere Menſchen und es ſcheint,
als ob die Größe des Unglücks die Gleichgültigkeit nun
ſteigern könne.”
der lebensgroßen, durch außerordentliche Aehnlichkeit ſich
auszeichnenden Büſte iſt Herr Bildhauer Ludwig
Gie=
vers, hier. Es iſt dem Künſtler gelungen, neben der
äußeren Aehnlichkeit auch die Charakteriſtik des geiſtvollen
Geſichts mit der hohen Stirn und den ſcharf geſchnittenen,
von wellendem Weißhaar umrahmten Zügen
herauszu=
arbeiten. Die etwas ernſte, ſtrenge Auffaſſung des
Gan=
zen wird gemildert und belebt durch die beſonders fein
betonten Züge um Augen und Mund des Komponiſten.
Leier und Lorbeerzweige am Sockel der Büſte und die
Be=
zeichnung ſeiner bedeutendſten Schöpfungen „Martha”
und „Stradella” bilden gleichzeitig eine ſinnige Betonung
ſeiner Bedeutung für die Opernliteratur. Den Freunden
und Verehrern des Meiſters dürfte die ſchöne Büſte, die
vervielfältigt werden ſoll, willkommen ſein.
V. V. Der Volksverein für das katholiſche
Deutſch=
land veranſtaltet am nächſten Mittwoch abend im
Kon=
kordiaſaale eine Verſammlung, in der Kaplan Moſer
über: „Den ſtillen Kulturkampf” und Rechtsanwalt Nuß=
Seligenſtadt über: „Das Jeſuitengeſetz” ſprechen werden.
(Siehe Anzeige.)
Der Kavallerie=Verein Darmſtadt beging am
Samstag im feſtlich geſchmückten Vereinslokal „Zur
Reichskrone” die Feier des Geburtstages Sr. Königl.
Hoheit des Großherzogs. Zu der Feier waren die
Mit=
glieder und deren Angehörige, ſowie Freunde und
Gön=
ner des Vereins recht zahlreich erſchienen. Die
Begrü=
ßungsanſprache hielt der erſte Vorſitzende des Vereins,
Leutnant a. D. Monnard Er dankte beſonders für
das zahlreiche Erſcheinen der Kameraden und ihrer Ange=.
hörigen und bekundete in kurzen Worten, welch guter
ka=
meradſchaftlicher Geiſt in dem jung erſtandenen Verein
Wurzel gefaßt und den zu pflegen eines jeden einzelnen
heiligſte Pflicht ſei, ſowie in unſerer heutigen
ſturmbeweg=
ten Zeit feſt zu Kaiſer und Reich, ſowie zu unſerem
Lan=
idesfürſten zu halten. Er ſchloß mit einem dreifachen Hoch
auf Se. Königl. Hoheit den Großherzog, in welches die
Verſammlung begeiſtert einſtimmte. Durch Muſik und
ko=
miſche Vorträge verging die Zeit ſehr ſchnell. Den Schluß
der Feier bildete ein kleiner Tanz.
* Zum Regimentsjubiläum des Infanterie=
Regi=
ments von Lützow (1. Rhein.) Nr. 25 ſchreibt man uns:
Die auf Samstag in die Reſtauration Preuſch,
Karl=
ſſtraße 104, einberufene Verſammlung war von
Vete=
tranen und Kameraden von Darmſtadt lebhaft beſucht,
Naber auch ehemalige Angehörige aus der Umgegend, von
Biebesheim, Bickenbach, Braunshardt uſw., waren
herbei=
geeilt, um eine Beſprechung herbeizuführen, gemeinſam
den Ehrentag der „Lützower” zu begehen. Man las
ehr=
liche Freude auf allen Geſichtern der ehemaligen
„Lützower”, daß nunmehr der Tag näher kommt, der ſie
nochmals zur gemeinſamen Feier der 100jährigen
Wieder=
kehr des Gründungstages zuſammenbringen ſoll. Nach
Beendigung ihrer Dienſtzeit riefen ſie ſich gegenſeitig
„auf Wiederſehen beim 100jährigen Regiments=
Jubi=
läum” zu, und dieſes Wiederſehen rückt jetzt in greifbare
Nähe. Die Verſammlung wählte als Vorſitzenden Herrn
Karl Bauer, der ſich mit der Jubiläums=Kommiſſion
des Regiments in Verbindung ſetzen und weitere
Mitteil=
ungen in der nächſten Verſammlung machen wird. Hierzu
iſollen alle noch fernſtehenden Kameraden eingeladen
wer=
den, ſo daß Darmſtadt=Heſſen bei den
Jubiläumsfeierlich=
keiten zahlreich vertreten iſt. Mit einem dreifachen Hurra
auf den oberſten Kriegsherrn, Se. Majeſtät den Kaiſer,
und auf unſeren Landesfürſten, Se. Königl.Hoheit den
Großherzog von Heſſen, unter Hinweis auf deſſen
aller=
höchſten Geburtstag am 25. November ſchloß Kamerad
Bauer die offizielle Sitzung und blieben die „Lützower”
noch lange zu gemeinſamem Gedankenausauſch
bei=
ſammen.
* Orpheum. Morgen, Mittwoch, den 27. November,
findet nachmittags 4 Uhr im Zirkus Liliput wiederum
Jugendvorſtellung ſtatt. Außer den vielſeitigen
„kleinſten Künſtlern der Welt” wirken in dieſer Vorſtellung
die großartigen Tauchkünſtler Aegirs und andere
hervor=
ragende Kräfte des jetzigen Künſtlerperſonals mit. — Zu
dieſer Sondervorſtellung ſind bereits zahlreiche
Beſtel=
lungen aus erſten Kreiſen der Reſidenz eingelaufen.
Be=
ozüglich der Preiſe uſw. ſiehe heutige Anzeige. Der
gegen=
wärtige Spielplan ſteht nur noch einige Tage.
— Die außerordentliche Hauptverſammlung der
Turngemeinde Darmſtadt hatte ſich eines guten Beſuches
zu erfreuen. Der erſte Sprecher teilte mit, daß die
Mit=
gliederzahl ſich im laufenden Jahre erhöht habe und
hofft, daß dieſer Aufſchwung für die Folge ſtandhalten
möge. Nachdem der zweite Schriftführer eine ausführ=
liche Niederſchrift aus der letzten Hauptverſammlung zur
Verleſung gebracht hatte, welche die Genehmigung der
Verſammlung fand, wurde zur Erledigung der
Tagesord=
nung geſchritten. Sämtliche Wahlen erfolgten auf
Zu=
ruf. Für das verwaiſte Bauwartamt wurde Herr
Poſt=
bauſekretär Hallerſtede gewonnen, ebenſo wurden für die
Rechnungsprüfer geeignete Kräfte gewählt; auch der
Ver=
gnügungsausſchuß und der Aufnahmeausſchuß ſind zur
Zufriedenheit ergänzt worden. Die kurze Tagesordnung
war bald erledigt, ſo daß der erſte Sprecher frühzeitig
die Verſammlung mit einem „Gut Heil!” für das fernere
Blühen und Gedeihen der Turngemeinde ſchließen konnte
Lieder=Abend 1913. In einer vor kurzem von
dem Ausſchuß für den Lieder=Abend einberufenen
Ver=
ſammlung wurde beſchloſſen, daß der nächſtjährige
Lieder=Abend am 11. Januar 1913 in der
Turn=
halle am Woogsplatz ſtattfindet. Zu dieſer Verſammlung
hatten etwa 20 Darmſtädter Geſangvereine Vertreter
entſendet und iſt mit Beſtimmtheit anzunehmen, daß der
Lieder=Abend für das Jahr 1913 den früheren ſich würdig
anreihen kann. Auch ſoll für nächſtes Jahr den Damen
der Zutritt zu dem Lieder=Abend geſtattet werden.
D Unbeſtellbare Poſtſendungen. Wie wir
er=
fahren, ſollen künftig Veröffentlichungen über die bei
der Ober=Poſtdirektion in Darmſtadt lagernden unke
ſtellbaren Poſtſendungen durch die Zeitungen nicht mehr
erfolgen. Ueber die unanbringlich gebliebenen
Poſt=
ſendungen werden vielmehr vierteljährlich Verzeichniſſe
aufgeſtellt, die in dem Schaltervorraum der Poſtanſtalt
am Aufgabeorte der Sendungen vier Wochen lang zur
Einſichtnahme für das Publikum aushängen. Diejenigen
unſerer Leſer, die wegen des Verbleibs einer von ihnen
aufgelieferten Poſtſendung — ſei es eine Wert= oder
Einſchreibſendung, ein Paket oder ein Brief mit
Geld=
inhalt — im ungewiſſen ſind, werden deshalb gut tun,
dieſe Verzeichniſſe einzuſehen, um feſtzuſtellen, ob der
von ihnen vermißte Gegenſtand etwa bei der Ober=
Poſtdirektion lagert. Zutreffendenfalls würden ſie ſich
wegen Wiedererlangung der Sendung an die betreffende
Poſtanſtalt zu wenden haben.
Offenbach, 25. Nov. Der ſeit acht Tagen vermißte
21jährige Friſeurgehilfe Paul Lepper aus
Kirchſtein=
beck hat aus Hamburg ein Lebenszeichen von ſich gegeben.
Er ſchrieb nach hier eine Anſichtspoſtkarte, des Inhalts,
man möge die von ihm zurückgelaſſenen Sachen ſeinen in
Kirchſteinbeck wohnenden Eltern ſenden. Inzwiſchen hat
er ſich aber das Leben genommen.
Heppenheim, 25. Nov. Die zahlreich beſuchte
Mit=
gliederverſammlung der Zweigſtelle der
Großh. Zentrale für M. u. S. in Heppenheim an
der Bergſtr. fand am Donnerstag im „Halben Mond”
ſtatt. Den Vorſitz führte der Leiter der Zweigſtelle,
Kreis=
rat v. Hahn. Eine größere Anzahl von Aerzten,
Bür=
germeiſtern, Schweſtern und Vertrauensperſonen waren
erſchienen. Aus dem Bericht des Vorſitzenden der
Zweig=
ſtelle war zu entnehmen, daß die Organiſation der Mutter=
und Säuglingsfürſorge auch im Kreis Heppenheim im
letzten Geſchäftsjahre einen erheblichen Fortſchritt zu
ver=
zeichnen hat. Verſuchsweiſe war die ärztliche Beratung
in den kleineren und kleinſten Landgemeinden (nicht
Be=
ratungsſtellen, wie in den größeren Landgemeinden über
3000 Einwohner) eingeführt, über deren Fortbeſtehen der
ärztliche Landesverband zu beſtimmen hat. — Ob die
ärztliche Beratung in den Gemeinden unter 3000
Ein=
wohnern weitergeführt werden ſoll, hängt von dem
Be=
ſchluß des ärztlichen Landesverbandes ab. Der Direktor
der Großh. Zentrale, Regierungsrat Piſtor teilte mit,
daß die Zentrale beabſichtige, eine Kreispflegerin nach
Heppenheim zu ſtationieren, um die freiwilligen
Hilfs=
kräfte der Zentrale, deren Arbeit ſtark angewachſen ſei,
einigermaßen zu entlaſten. Er betonte dabei, daß nach
wie vor die freiwillige Hilfsarbeit nicht entbehrt werden
könne, ſondern daß jede weitere Helferin mit Freuden
begrüßt werde; insbeſondere werde auf die Mitarbeit der
Geiſtlichen aller Konfeſſionen der größte Wert gelegt. Es
ſei ja bekannt, daß die Zentrale paritätiſch organiſiert ſei,
und gerade in der Außenfürſorge eine größere Anzahl
von katholiſchen Schweſtern tätig ſei. Nach einer
lebhaf=
en Diskuſſion über die verſchiedenen Punkte der
Tages=
ordnung (Austauſch der Erfahrungen der
Beratungsſtel=
len, Mitteilungen der Aerzte über die von ihnen begonnene
ärztliche Beratung in den Landgemeinden, in denen
Be=
ratungsſtellen nicht beſtehen), ſchloß der Vorſitzende mit
dem Ausdruck des Dankes für die Erſchienenen die
Sitzung.
Mainz, 25. Nov. Der Prozeß gegen den
Metzger Nußhag wurde jetzt auch dem
Schwur=
gericht überwie ſen, deſſen Verhandlungen
dem=
nächſt beginnen. Es ſind eine große Anzahl von Zeugen
und Sachverſtändigen zu vernehmen. Nußhag leugnet
immer noch, daß er den Betrag von 51000 Mark irgendwo
untergebracht habe, er behauptet vielmehr, das Geld ſei
ihm geſtohlen worden, oder er habe es in Kiel beim
Vieheinkauf verloren.
Mainz=Kaſtel, 25. Nov Nach einem Rundſchreiben
des Konkursverwalters in dem Konkurs der Firma.
D. W. Guthmann kommen an die Gläubiger im
gan=
zen 1799,10 Mark bei einer Geſamtforderung von 20 405,72
Mark oder 8,82 Prozent zur Verteilung.
Finthen, 25. Nov. Unſere Polizei iſt auf der Suche
nach einem „Unglückskind” und zwar nach dem Taglöhner
Peter Rudolph von hier, der verſchiedene
Unterſchlag=
ungen begangen hat. Der Geſuchte iſt mehrfach tätowiert
und trägt auf der Bruſt die Inſchrift „Unglückskind‟
Worms, 23. Nov. Im Feſthaus fand geſtern unter
dem Vorſitz des Großh. Kreisrats Herrn Geh. Reg.=Rats
Dr. Kayſer eine Verſammlung der
Bürger=
meiſter der Landgemeinden des Kreiſes
ſtatt, zu der auch Krankenſchweſtern aus den
Landgemein=
den eingeladen waren. Herr Kreisamtmann
Emmer=
ling hielt einen Vortrag über die
Reichsverſicherungs=
ordnung, unter beſonderer Berückſichtigung der die
Kran=
kenverſicherung betreffenden Vorſchriften. In einer für
Dezember in Ausſicht genommenen weiteren
Bürgermei=
ſterverſammlung wird ein Vortrag über die die
Invali=
denverſicherung berührenden Beſtimmungen der
Reichs=
verſicherungsordnung ſtattfinden. Ueber die Verſchickung
von Schulkindern in Soolbäder und Ferienkolonien, ſowie
über die Unterbringung von Pflegekindern unter 6
Jah=
ren, machte der Vorſitzende verſchiedene Mitteilungen. Es
fand hierauf eine Ausſprache über den
Kreisbauver=
ein ſtatt, wobei der Vorſitzende Kenntnis gab von der
Zahl der bei dem gemeinnützigen Bauverein für die
Land=
gemeinden bereits vorliegenden ſtattlichen Zahl von
An=
meldungen für Häuſerbauten. Die Bürgermeiſter wurden
dringend aufgefordert, dahin zu wirken, daß die
Gemein=
den dem Verein vom Roten Kreuz als
körperſchaft=
liche Mitglieder beitreten, und daß in Gemeinden mit
über 2000 Einwohnern Ortsgruppen gebildet werden. Die
von dem Vorſitzenden geſtellte Frage, ob mit Rückſicht auf
den Vogelſchutz über das Beſchneiden der Hecken und
Sträucher der Erlaß einer Polizeiverordnung notwendig
ſei, wurde verneint und die vom Kreisamt bisher
regel=
mäßig erlaſſene Bekanntmachung zunächſt für ausreichend
erachtet. Es müßten ſich dem nur noch ortsübliche
Be=
kanntmachung und Inſtruktion der Schulkinder
anſchlie=
ßen. Bei der Ausſprache über den Zuſtand der
Kreis=
ſtraßen wurden verſchiedene Wünſche in bezug auf
An=
legung von Kleinpflaſterſtrecken geäußert, deren Prüfung
der Vorſitzende zuſagte. Im übrigen war die
Verſamm=
lung der Auffaſſung, daß ſich die Kreisſtraßen im Kreiſe
durchweg in einem recht guten Zuſtand befänden. Ueber
das bezüglich der Abhaltung von Lichtbildervorträgen ſeit
der letzten Bürgermeiſterverſammlung Geſchehene ſprach
Herr Kreisamtmann Emmerling. Den Vorſchlägen über
die Auswahl der Lokale, Höhe, Erhebung, Erlaß und
Ab=
lieferung der Eintrittsgelder, ſowie die Mitwirkung der
Großh. Bürgermeiſterei bei der Abhaltung der Vorträge
uſw. wurde zugeſtimmt. Der Vorſitzende ſprach
anknüp=
fend an eine am 21. September 1905 ſtattgehabte
Ver=
ſammlung in längerem Vortrag über die Bedeutung der
Jugendfürſorge. In den bereits beſtehenden
Aus=
ſchuß für Volksbildung und Jugendpflege wurden auf
aus der Mitte der Bürgermeiſter gemachten Vorſchlag die
Herren Bürgermeiſter Schmitt= Oſthofen, Muth=
Mettenheim, Menger=Eich und Möllinger=
Möls=
heim zugewählt. — An die Verſammlung ſchloß ſich ein
gemeinſchaftliches Eſſen an.
Oppenheim, 25. Nov. Der bekannte Oppenheimer
„Katharinenmarkt” lockt viele Gäſte hierher, die
ſich bei einem echt rheiniſchen, frohen Volksfeſte ein paar
Stunden leiſten wollen. Der am Dienstag noch andauernde
Markt wird namentlich von der Landbevölkerung ſehr ſtark
beſucht. — Ein gefährlicher Patron iſt der Maurer
Philipp Steffan von hier. Der Burſche verübte abends
an einem Dienſtmädchen hier ein Sittlichkeitsverbrechen
und brachte ſofort nach der Tat dem Schiffer M. Grein,
der auf die Hilferufe des Mädchens herbeieilte, einen
ge=
fährlichen Stich in die Bruſt bei.
Guntersblum, 25. Nov. Ein frecher nächtlicher
Ein=
bruch wurde bei dem Uhrmacher Wilhelm Kern in der
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, den 24. November.
„Der Evangelimann”.
W-l. Kienzls „Evangelimann” nach Humperdincks
„Hänſel und Gretel” die erfolgreichſte Oper der letzten
Jahrzehnte, gelangte heute wieder zur Aufführung, und
zwar in authentiſcher Interpretation. Der 55jährige
Komponiſt, ein ſchon ergrauter Herr, leitete die
Auffüh=
rung ſelbſt mit jugendlicher Begeiſterung und verlieh ihr
dadurch ein weſentlich erhöhtes Intereſſe. Im Gegenſatze
zu den Verſtandesprodukten moderner Komponiſten
iſt die Einheitlichkeit des Stils und der Stimmung ein
charakteriſtiſcher Vorzug der Kienzlſchen Oper. Die
ton=
liche Herausbildung der Stimmungsnüancen war denn
auch das hervorragende Merkmal der eigenen Leitung
des Komponiſten, die ſich ſchon in dem wunderſchön
ab=
getönten Vorſpiel und weiterhin beſonders in dem
ſtim=
mungsvollſten zweiten Akte kundgab. Von der Aufführung
ſelbſt durfte der Komponiſt gewiß befriedigt ſein, wie er
denn auch nach den zahlreichen Hervorrufen nach jedem
Akte den Künſtlern und der Hofkapelle wiederholt ſeinen
Dank zu erkennen gab.
In der Beſetzung der Hauptpartien war keine
Ver=
änderung eingetreten. Die beiden feindlichen Brüder
wurden wieder von den Herren Becker und Weber
ſehr ſchön geſungen. Erſterer ließ namentlich auch in der
Darſtellung der Rolle weſentliche Fortſchritte gegen früher
erkennen. Herr Weber verhalf der Schlußſzene durch ſein
ergreifendes Spiel zu tiefſter Wirkung. Die milde und
duldſame Magdalena wurde durch Fräulein Jacobs
trefflich verkörpert und herrlich geſungen. Gleiches gilt
von der Martha des Fräulein Geyersbach. Herr
Schützendorf ſuchte aus der Rolle des Juſtiziärs
ſo viel zu machen, wie eben möglich. Die Chöre, und
namentlich auch die Kinderchöre, verdienen für ihre
kor=
rekten Leiſtungen warmes Lob. Auch die vrüch ige kumz
riſtiſche Szene des erſten Aktes in der ſich Herr
Bern=
hardt als Schneider Zitterbart und Herr Jahn als
Bauernburſch geſanglich hervortaten, gelang gnt. Die
Aufführung hinterließ, wie alle früheren, einen tiefen
Eindruck, und das Publikum ſpendete begeiſterten Bei=
Feuilleton.
P Münchener Theater. Am 23. November fand im
Münchener Schauſpielhaus die Uraufführung des
drei=
aktigen Schauſpiels „Der Wille zum Leben” von
Ludwig Ganghofer ſtatt. Das tauſendfache Weh
und Ach einer jungen Komteſſe, die ſich einbildet, dem
Wahnſinn verfallen zu ſein, wird wieder einmal aus
einem Punkte kuriert. Die beſchleunigte Heirat mit einem
ſtandesgemäßen jungen Mann macht den Leiden der Dame
ein Ende. Es war kein Vergnügen, dieſe romanhaft
auf=
geputzten Banglitäten über ſich ergehen laſſen zu müſſen.
Ganghofers Platz iſt nicht auf der Bühne, ſondern in der
„Gartenlaube.” Wäre nicht die Regie, an der ſich der
Dichter ſelbſt beteiligte, bis in alle Details ſo ſorgfältig
geweſen, und hätte das Publikum nicht zum größten Teil
aus Freunden des Dichters beſtanden, der ja eine der
be=
kannteſten Geſtalten des literariſchen und geſellſchaftlichen
München iſt, ſo hätte das Reſultat wohl anders
ausge=
ſehen.
C2 Eine neue Madame sans gene” aus Sardous
Nachlaß. Im Pariſer Porte Saint=Martin=Theater rüſtet
man ſich bereits zu einer Uraufführung, die in der Welt
des Theaters mit begreiflicher Spannung erwartet wird.
Es handelt ſich um die Premiere eines bisher unbekannten
von Sardon hinterlaſſenen Bühnenſtückes, das
unmittel=
bar nach dem großen Erfolge der Madame sans Gene
ge=
ſchaffen wurde, zur gleichen Zeit ſpielt, und, wenn auch
bei etwas düſterer Farbengebung, in den Mittelpunkt der
Handlung eine berühmte Frau der Revolutionszeit ſiellt,
die durch ihre Schönheit und Liebe das Werkzeug großer
politiſcher Umwälzungen wird. Die berühmte Madame
Tallien iſt die Heldin dieſes hiſtoriſchen
das Sardon gemeinſam mit Moreau in den Jah
und 1905 zum größten Teil ſchrieb. Der erſte Alt ſy
Bordeaur Madame Tallien, damals noch die geſchied
Fran vrn Fantenay, wird erariffen, ihr droht die Gui
lotine: und ihr Richter ſoll Tallien ſein, der ſie ſchon in
Paris einmal geſehen. Sie liebt einen jungen Revolutio=
Degn Guery. Als Tallien ſie ſieht, erweckt ihre
Schön=
heit die alte Liebe mit der Macht der Leidenſchaft, er will
ſie retten, den Prozeß niederſchlagen und findet den
Aus=
veg, ſie in den ſehr durchſichtigen Gewändern einer Göttin
der Wahrheit durch die Straßen von Bordeaux ziehen zu
laſſen. Der zweite Akt führt nach Paris in das be=,
rühmte Café Venus, wo Robespierre, der Deſpot, ſeinen
Tee nimmt. Er weiß ſchon, daß Tallien, Barras und die
ſchöne Frau von Fontenay Pläne gegen ihn ſchmieden;
aber als ſie erſcheint, muß auch der „Unbeſtechbare” der
die Frauen ſonſt verachtet, den Charme und den Zauber
von Talliens Freundin ſpüren. Als die Leidenſchaft ihn
plötzlich hinreißt, züchtigt ſie ihn mit dem Fächer: und mit
dieſer Schmach erwacht plötzlich ſein Haß. Nun handelt
er, läßt die Verſchwörer, die im Hauſe eines Marquis
zu=
ſammenkommen, durch Tallien und Jullien verhaften:
unter ihnen die ſpätere Frau Tallien, ihren Liebhaber
Jean Guéry Vigée Lebrun, ein paar Ariſtokraten, dann
aber auch Joſephine Beauharnais und General Hoche.
Das nächſte Bild ſpielt im berühmten
Karmelitergefäng=
nis, alle erwarten den Tod und erwarten ihn unter
Lachen und Scherzen. Nur Thereſe de Fontenay ſinnt auf
Rettung: und es kommt zu einer großen Szene, in der ſie
ihren Bewerber Tallien überredet und zu ſeinem kühnen
Angriff aus Robespierre entflammt. Das folgende Bild
ſpielt auf der Straße, Robespierre iſt gefallen, man ſchleppt
ihn zur Guillotine, alle Gefängniſſe ſind geöffnet, alle
Ge=
fangenen befreit, die Schreckensherrſchaft iſt zu Ende. Das
letzte Bild zeigt Frau Tallien in ihrem Salon, Herrin und
doch enttäuſcht. Das Stück ſchließt damit, daß in dem
Augenblick, da Barras der ſchönen Thereſe einen Toaſt
auf die Freiheit vorſpricht, den er morgen halten will, ein
Diener erſcheint und meldet: General Bonaparte.‟ Die
Handlung iſt, wie immer bei Sardou, ſehr geſchickt und
ſpannend aufgebaut, die Liebesintrigen klug geſponnen,
und ſo hofft man vielleicht nicht nit Unrecht auf eine
Wiederholung des Erfolges von Madame sans Gene.
* Die beiden Mauritius=Marken. Ein nicht nur für
Sammler überaus intereſſanter kunſtgeſchichtlicher Fund
wurde vor einiger Zeit in England gemacht. Dort wurde
nämlich die Platte aufgefunden, mit welcher die beiden
ſeltenſten Briefmarken der Welt gedruckt wurden,
die beiden ſogenannten Poſtoffice=Marken der Inſel
Mau=
ritius. Es war im Jahre 1847, als der damalige
Poſt=
meiſter der Inſel von einem Uhrmacher eine kleine Platte
in der Größe von 60:82 Millimeter ſtechen ließ, auf welche
n den oberen Ecken die Bilder der beiden geplanten Brief=
Samstagsnacht ausgeführt. Die Spitzbuben hoben den
ſchweren Rolladen, zertrümmerten die Efrkerſcheibe und
entwendeten eine größere Anzahl Uhren, Ringe und
ſon=
ſtige Goldwaren von erheblichem Werte.
Bingen, 25. Nov. Der geſtrige ſtarke Nebel auf
dem Rheine ſchloß jede Orientierungsmöglichkeit aus. Die
Schiffe mußten vor Anker gehen, da bei dem
ſtarken Schiffahrtsverkehr Zuſammenſtöße unvermeidlich
geweſen wären. Die Verbindung nach Rüdesheim konnte
nur in der Mittagszeit aufrecht erhalten werden. — Eine
rege Bautätigkeit herrſcht ſeit einiger Zeit in Bingen.
Ne=
ben größeren privaten Bauten, die zum Teil ihrer
Voll=
endung entgegenſehen, hat auch die Stadtverwaltung mit
Bauten begonnen. Hierbei handelt es ſich um einen längſt
gehegten Plan, und zwar um eine neue Kläranlage. Die
erſten Bodenarbeiten dafür — die Aushebung des
Schach=
tes — ſind augenblicklich in Angriff genommen worden.
Der Schacht wird in Eiſenbeton hergeſtellt werden, die
Anlage zeigt eine Tiefe von 6 Metern. — Mit erſtaunlicher
Schnelligkeit wächſt der Bau der Feſthalle in die Höhe.
Nachdem die Schwierigkeiten, welche die
Fundamentie=
rung bot, überwunden worden ſind, ſchreitet der Bau
ſchnell voran. Da dieſer bis Mitte Dezember ſchon unter
Dach ſtehen muß, ſo wird häufig bis in die Nacht hinein
bei elektriſchem Lichte weitergearbeitet.
Ober=Mockſtadt, 25. Nov. In der Konkursange
legenheßt des Vorſchuß= und Kreditvereins
fordert der Konkursverwalter jetzt die Mitglieder der
Kaſſe zur Zahlung einer weiteren Rate von 2700 Mack
auf. Soweit es irgend angängig iſt, wird den Betroffenen
durch den Hilfsausſchuß weiteſte Unterſtützung gewährt.
(*) Alsfeld, 24. Nov. In einer gemeinſamen Sitzung
des Kirchenvorſtandes, des Denkmalpflegers Geheimerat
Walbe und des Bauleiters Kuhlmann=Gießen wurde
bekannt gegeben, daß mit der Wiederherſtellung
der Walpurgiskirche noch in dieſem Jahre
be=
gonnen wird, damit die Gewerbetreibenden noch Arbeit
bekommen. Die Koſten belaufen ſich einſchließlich der
Tie=
ferlegung des Kirchenplatzes auf 72000 Mark.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Nov. Zur Vorfeier des
morgigen Geburtstages des Großherzogs
von Heſſen fand geſtern abend im Kaiſer=Saal des
Hotels Adlon ein Feſtmahl zu 100 Gedecken ſtatt, dem der
heſſiſche Geſandte Freiherr von Biegeleben präſidierte.
Dem Geſandten ſaß zur Rechten General der Artillerie
Rothe und zur Linken Staatsſekretär a. D. Dernburg.
Freiherrn von Biegeleben gegenüber ſaß Prinz zu Solms=
Lich zwiſchen Vize=Oberſtallmeiſter Freiherrn von Eſebeck
und Generalleutnant von Gersdorff. Freiherr von
Biege=
leben brachte den Trinkſpruch auf den Großherzog aus.
— In ſeinem Heim in der Kolonie Grunewald verſtarb
geſtern, Samstag, Profeſſor Otto Leſſing, der
be=
kannte Berliner Bildhauer. Der Sohn von Gotthold
Ephraims Großneffen, dem Düſſeldorfer Landſchafter und
Hiſtorienmaler, hat er in dem Berliner Denkmal für ſeinen
Worfahren ſein Hauptwerk geſchaffen. Er hat ein Alter
von 66 Jahren erreicht. Nach dem Kriege von 1870, den
er mitmachte, entfaltete Leſſing eine umfangreiche Tätigkeit
auf dem Gebiete dekorativer Plaſtik und Malerei, wie ſie
die Baukunſt der 70er Jahre begünſtigte. An faſt allen
hervorragenden Berliner Bauten jener Zeit findet man
Arbeiten ſeiner Hand. Der Schmuck im Weißen Saale
des Berliner Schloſſes, die Brunnen am neuen Marſtall,
kals letztes der jüngſt enthüllte Luther vor der erneuerten
Hamburger Michaeliskirche ſind einige ſeiner
hervor=
ragendſten ſpäteren Arbeiten. — Heute mittag wurde das
Krematorium in der Friedrichſtraße feierlich
ein=
geweiht. Nach Konzertvorträgen und einer Anſprache
des Pfarrers Nierhoff übernahm der Oberbürgermeiſter
Wermuth mit Worten der Anerkennung für die langjährige
unermüdliche Arbeit des Vereins für Feuerbeſtattung das
Krematorium in die Verwaltung der Stadt. — Eine
Nachtzeitung erſcheint jetzt in Berlin. Das Kleine
Journal, das als Tageszeitung gegründet wurde und
dann Wochenblatt ward, iſt jetzt wieder in eine
Tages=
zeitung umgewandelt worden. Es erſcheint nachts 10½
Uhr auf den Berliner Straßen. Politiſcher Leiter des
Blattes iſt der bekannte frühere Oberſt Richard Gaedke.
Frankfurt, 25. Nov. Als am Sonntag früh der
Hei=
zer der Wurſtfabrik Bauer den großen Dampfkeſſel
an=
heizen wollte, bemerkte er, daß jemand über Nacht das
Waſſer aus dem Keſſel hatte ablaufen laſſen.
Das konnte nur ein Racheakt geweſen ſein, denn wenn der
Keſſel angeheizt worden wäre, wäre eine Exploſion
unvermeidlich geweſen Wie die Unterſuchung ergab,
iſt der Attentäter von einem Nachbarhaus aus über das
Dach in das Haus der Firma Bauer eingeſtiegen und
iſt dort bis zum Keſſelraum vorgedrungen. An den
ver=
ſchiedenen Hahnen wurden Fingerabdrücke vorgefunden,
die von der Gerichtsbehörde photographiert wurden. Von
allen in Betracht kommenden Perſonen wurden Finger=
abdrücke genommen. Eine Exploſion hätte in den engen
dichtbelebten Straßen großes Unheil anrichten können.
Wiesbaden, 25. Nov. Der Direktor des erſt ſeit dem
1. Oktober dieſes Jahres wieder als Varieté eröffneten
hieſigen Reichshallentheaters Paeſch wurde geſtern
abend in dem Augenblick auf dem Hauptbahnhof
ver=
haftet, als er mit den namhaften Kautionsbeträgen
ſeiner Angeſtellten flüchtig gehen wollte. Das Theater
wird zunächſt unter anderer Direktion weiter geführt.
München, 25. Nov. Der bekannte Induſtrielle
Reichs=
rat Baron Cramer=Klett iſt aus der evangeliſchen
Kirche ausgetreten und zur katholiſchen übergegangen.
Er machte bereits früher größere Stiftungen für die
Be=
nediktiner.
Gerabronn, 23. Nov. In der Nähe von Adelsheim
befanden ſich faſt 200 Schafe eines Schäfers aus
Blau=
felden auf der Landſtraße unterwegs, als plötzlich ein
Automobil auftauchte und in unheimlichem Tempo
in die Herde hineinjagte. Die Wirkung war
ſchauderhaft. Ein Viertelhundert Schafe lagen verletzt auf
der Straße. Ein halbes Dutzend mußte gleich geſchlachtet
werden. Der Schaden iſt ſehr beträchtlich. Auch das
Auto=
mobil kam bei dem Zuſammenſtoß ſchlecht weg.
Eiſenach, 24. Nov. Heute vormittag wurde der
Ban=
kier Martin Heberlein, der ſeit dem am 8. November
erfolgten Zuſammenbruch der hieſigen Bankfirma Strauß
u. Heberlein verſchwunden war, in einem Dickicht in der
Nähe der Stadt erſchoſſen aufgefunden. Er hat
ſeinem Leben, wie die beiden anderen Firmeninhaber,
ſelber ein Ende gemacht.
Braunſchweig, 25. Nov. Die Braunſchweigiſche
Lan=
deszeitung meldet: Geſtern wollte in Großdorf bei
Berne=
urg ein bei ſeinen Eltern zu Beſuch weilender Lehrer
namens Schirmer einen Revolver zeigen. Hierbei
ging der Schuß los und verletzte die Mutter tödlich.
In ſeiner Verzweiflung erſchoß, wie aus einem
hinter=
laſſenen Briefe hervorgeht, Schirmer ſeinen Vater und ſich
ſelbſt. Da die alten Leute das Haus allein bewohnten,
wurde der Vorfall erſt heute von der im Orte wohnenden
Tochter entdeckt.
Hamburg, 24. Nov. Der Dampfer „Edea” von der
Hamburg=Amerika=Linie übernahm am 23. November,
Uhr 20 Minuten morgens, die aus dem Kapitän und
dreizehn Leuten beſtehende geſamte Beſatzung des
eng=
liſchen Danſpfers „Rochefort‟ Die „Rochefort”
be=
fand ſich infolge eines Zuſammenſtoßes mit einem
holländiſchen Fiſcherfahrzeug, der ſich um 5 Uhr ereignet
hatte, in ſinkendem Zuſtande; um 8 Uhr ſank der
Dampfer. Die Leute der Beſatzung wurden heute
nach=
mittag hier gelandet und in der engliſchen Miſſion
unter=
gebracht. Der untergegangene Dampfer war von
Ham=
burg mit einer Ladung Korn nach Rouen beſtimmt.
Wien, 24. Nov. Etwa 150 ſüdſlawiſche
Stu=
denten benutzten die Gelegenheit des Dankgottesdienſtes,
er heute vormittag in der ſerbiſchen Kirche anläßlich der
ziege der Serben veranſtaltet wurde, zu
Demonſtra=
ionen, wobei ein Teil der Studenten bei dem
Ver=
ſuche, nach der Kärntner Straße zu gelangen, von der
Wache behindert wurde. Sie brachten aufreizende Rufe
aus. Das Publikum nahm entſchieden gegen die
Demon=
ſtranten Stellung, welche der Aufforderung der Polizei,
auseinanderzugehen, nicht folgten. 15 Studenten wurden
verhaftet. Eine Gruppe Studenten, unter denen ſich auch
Italiener befanden, zog vergangene Nacht vor das
Deutſchmeiſter=Denkmal. Ein Student hielt eine deutſche
patriotiſche Anſprache. Hierauf ſprach ein italieniſcher
Student in gleichem Sinne und ſchloß mit den Worten:
„Hoch Oeſterreich! Hoch Italien!”
Calais, 24. Nov. Die Exploſion in der Grube
von Saint Martin de Valgalgues erfolgte in dem
Augenblick der Ausfahrt Nur 38 Bergleute waren im
Schacht; von dieſen konnten ſich 13 retten, einer wurde
halb erſtickt nach oben gebracht. Bisher ſind 21 Leichen
geborgen. Das Schickſal von drei Bergleuten iſt
unbe=
kannt.
Mexiko, 24. Nov. Benjamin Rodriguez, einer der
Verbrecher, die in Covadonga Gewalttaten gegen
Deutſche verübten, war bekanntlich aus dem
Zucht=
hauſe entwichen; er iſt jetzt wieder eingefangen und
hin=
gerichtet worden. Bisher haben fünf von den
Uebel=
tätern ihr Verbrechen ſtrafgerichtlich mit dem Tode
ge=
büßt; ein Sechſter, Serapio Vasquez, iſt, wie der
Polizei=
bericht meldet, bei einem Zuſammenſtoß zwiſchen
Revo=
lutionären und Bundestruppen in der Nähe von San
Eſteban erſchoſſen worden.
Großherzogs Geburtstag.
* Ein prachtvoller friſcher Herbſttag, den hin und
wieder heller freundlicher Sonnenſchein leuchtend
verſchönte, gab auch äußerlich dem geſtrigen
Geburtstage unſeres Landesherrn ein Feſtgepräge.
Zahlloſe Fahnen, Flaggen und Wimpel wehten
und flatterten im Winde, und feſtlich gekleidete
und geſtimmte Menſchen, ſonderlich Kinder, belebten die
Straßen der Stadt, in denen alle militäriſchen und
ſtaat=
lichen Gebäude auch Girlandenſchmuck trugen.
Schulfeiern.
An allen Schulen fiel der Unterricht aus. Der Tag
wurde allenthalben durch einen Feſtakt gebührend
ge=
feiert. In der Liebigs=Oberrealſchule fand
dieſe Feierlichkeit ſchon am Samstag nachmittag in der
feſtlich geſchmückten Turnhalle der Anſtalt ſtatt, wo
in=
mitten eines Pflanzenarrangements die Bronzebüſte des
hohen Geburtstagskindes prangte. Chor und Orcheſter
unter Leitung des Herrn Reallehrers Felſing
eröffne=
ten die Feier mit Beethovens herrlichem Chor „Die Ehre
Gottes‟. In bunter Reihe folgten Vorträge von
Ge=
dichten und Chören, in denen das Heſſenland und ſein
edler Herrſcher geprieſen wurden, dazwiſchen mit ſchönem
Gelingen zweier Darbietungen des Orcheſters: „Menuett
à la reine” von Grétzy und „Heldenmarſch in D-dur”
von Schubert, alles hinleitend zum Gipfelpunkt der
Feier, der Feſtrede des Herrn Profeſſors Müller, die
das Leben deſſen behandelte, nach dem die Anſtalt ihren
Namen bekommen: Juſtus von Liebig. Mit einem Hoch
auf den Landesherrn endete die Feſtrede, worauf von
allen, Lehrern und Schülern, ſtehend die Hymne geſungen
wurde. Mit dem „Corneliusmarſch” von Mendelsſohn=
Bartholdy ſchloß die Feier.
Die Ludwigs=Oberrealſchule hatte ihre
Großherzogs=Geburtstagsfeier geſtern vormittag 9 Uhr
in der Aula. Unter der Leitung des Herrn Reallehrers
Pfaff, der es ſehr gut verſteht, aus ſeinen Sängern
und Muſikern alles herauszuholen, brachten Schülerchor
und=Orcheſter mehrere Piecen zum Vortrag, die mit von
Schülern geſprochenen Gedichten abwechſelten. Die
Feſt=
rede hielt Herr Profeſſor Schmidt; ſein Thema wart
„Der Feldzug von 1812‟ Sie endete mit einem Hoch auf
den Landesherrn, worauf die Hymne geſungen wurde.
Eine öffentliche Feier veranſtaltete die Direktion des
Ludwig=Georgs=Gymnaſiums am Samstag
nachmittag um 3 Uhr in der Aula, wozu die Angehörigen
der Schüler und alle Freunde der Anſtalt eingeladen und
in großer Anzahl erſchienen waren. Im Mittelpunkt
ſtand die Feſtrede des Herrn Profeſſors Dr. Becker, der
über: „Die Heſſen im Feldzug 1812” ſprach. Der
Schüler=
chor half unter der anerkannten Leitung des Tonmeiſters
Herrn Profeſſor Arnold Mendelsſohn zur
Verſchöner=
ung der Feier durch Chöre aus Haydns „Schöpfung”
deren verbindenden Text die Primaner Ludwig Grebert
und Fritz Büchner ſprachen. Die Veranſtaltung fand, wie
ſtets, bei den Zuhörern allgemeinen Beifall.
Einen jähen, erſchütternden Abſchluß fand die
Schul=
feier, die geſtern früh 9 Uhr in ſeiner Turnhalle das
Realgymnaſium veranſtaltete. Nachdem das
Or=
cheſter zu Eingang das Vorſpiel zum 3. Akt aus „König
Manfred” von Reinicke mit faſt künſtleriſcher Vollendung
geſpielt hatte, als der „Feſtgeſang” von Gluck und
Beet=
hovens „Die Ehre Gottes” für Chor mit
Orcheſterbegleit=
ung verklungen war und Herr Dr. Diel ſeine
Feſt=
rede über den 30jährigen Krieg beendet hatte, brach bei
den erſten Klängen des 1. Spaniſchen Tanzes von
Mosz=
kowski der Dirigent, Herr Reallehrer Römer, über
ſei=
nem Notenpulte zuſammen. Sofort wurde die Feier
ab=
gebrochen und ein Arzt herbeigerufen. Bald war auch
das Krankenauto der Sanitätswache zur Stelle; doch
konnte der Arzt, Herr Sanitätsrat Dr. med. Happel,
wie wir Winehmen, nur noch den Tod durch Herzſchlag
feſtſtellen. — Wer Gelegenheit hatte, bei der Abiturienten
feier zu Oſtern 1910, veranſtaltet vom Realgymnaſium in
dem großen Saale der Turngemeinde, anweſend zu ſein,
wird ſich mit großer Freude noch der muſikaliſchen
Dar=
bietungen unter Leitung des Herrn Römer erinnern. Wie
ſelten ein Muſiklehrer hat er es jederzeit verſtanden, ſeine
Schüler derart zu begeiſtern, daß ſie ſtets dem Taktſtock
ihres geliebten Lehrers folgten, und er ſo alles
heraus=
holen konnte, was er beabſichtigte. Mit einem Worte, er
war Pädagoge und Muſiker durch und durch und ſein Tod
wird ein großer Verluſt für das muſikaliſche Leben der
Schule ſein. Dieſer greift aber noch weiter, denn nun iſt
auch der pädagogiſche Kurſus ſeines muſikaliſchen Leiters
ſowie die Hofkirche ihres tüchtigen Organiſten beraubt,
der allſonntäglich die Beſucher der Kirche durch ſein
voll=
endetes Orgelſpiel in ihrer Andacht erhob.
Das Großherzogliche Neue Gymnaſium hatte
ebenfalls eine öffentliche Feier veranſtaltet, die in
erheben=
der Weiſe verlief. In der Vortragsfolge, die geſangliche
und deklamatoriſche Darbietungen vielerlei Art brachte,
wirkten mit die Schüler Hans Preß, Ernſt Bodenheimer,
Kurt Blaß, Alfred Dingeldey, Walter Schuckmann, Guſtav=
Barthel, Clemens Kümmel, Gg. Seifert, Friedr. Diehm,
Fritz Acker, Karl Altheim und der Schülerchor. Den
Feſt=
vortrag hielt Oberlehrer Profeſſor Dr. Maurer über:
„Altgriechiſches Schulweſen”
Die Techniſche Hochſchule
feierte den Geburtstag ihres Rektor Magnifizentiſſimus
in üblicher Weiſe durch einen Feſtakt in der Auka der
marken graviert waren. Im Laufe der nächſten Wochen
wurden von beiden Marken zuſammen 1000 Stück
herge=
ſtellt. Da der Druck mit dieſer Kupferplatte aber zu
zeit=
raubend war, da immer nur eine einzige Marke gedruck
werden konnte, wurde ſie ſchon ein Jahr ſpäter durch eine
andere erſetzt, mit welcher eine anders ausſehende Marke
mehrfach gedruckt werden konnte. Ueber den Verbleib der
1000 Marken iſt nur wenig zu erfahren geweſen. Bekannt
ſind heute nur noch 24 Stück, die aber alle in feſten
Sammlerhänden ſind, ſo daß die Marken tatſächlich
die ſeltenſten ſind, welche je geſammelt wurden.
Beide, die rote zu 1 Penny und die blaue zu 2 Penny,
ſtehen ungefähr in gleichem Preiſe. Vor ungefähr zehn
Jahren erwarb der jetzige König von England auf einer
Auktion ein Stück für 29000 Mark, (!) beide zuſammen
dürften, wenn ſie überhaupt zuſammen zum Kauf
ausge=
boten würden, kaum unter 60000 Mark zu haben ſein.
Wie ſehr die Preiſe für dieſe Marken geſtiegen ſind,
er=
hellt aus der Tatſache, daß noch im Jahre 1873 das Stück
mit 80 Mark bewertet wurde. Im Jahre 1896 koſtete ein
Paar 34000 Mark Die Geſchichte der Druckplatte iſt ſehr
intereſſant. Als die Marken außer Kurs geſetzt wurden,
nahm ein Poſtbeamter ſie als Andenken an ſich; von ihm
erhielt ſie ſein Sohn, der ſie ein Menſchenalter
aufbe=
wahrte, bis er ſie durch die Vermittlung eines Londoner
Briefmarkenhändlers an einen reichen Sammler
ver=
kaufte, der den Wert der Platte auf mindeſtens 100000
Mark ſchätzt. Sie war auf der kürzlich geſchloſſenen
internationalen Poſtwertzeichenausſtellung in London
eins der ſehenswerteſten Stücke. Von Intereſſe dürfte es
weiter ſein, daß auch das Reichspoſtmuſeum ein Exemplar
der ſeltenen Briefmarken beſitzt, das in dem
Ausſtellungs=
raum unter Glas eingemauert aufbewahrt wird. Was
dieſes Stück dem Muſeum gekoſtet hat, iſt nicht bekannt
ge=
worden.
* Notſchrei eines Vaters. Aus dem Leſerkreis erhält
das Wiesbadener Tagblatt folgende amüſante Epiſtel:
Heute abend ging ich viel früher als ſonſt aus meinem
Ge=
ſchäft hinauf in meine Wohnung. Ich wollte ſchnell noch
etwas eſſen und dann endlich einmal wieder ins Konzert
gehen. Aber es kam anders! Schon an der Tür kommt
mir meine Frau entgegen und ruft ganz aufgeregt: Ein
Glück, daß du ſchon da biſt, da kannſt du uns rechnen
hel=
fen! Und nun kams heraus. Unſer Fritz hatte folgende
Rechenaufgabe aufbekommen: 48928 507650 804:
325 180 —? Seit dem Mittageſſen hatten ſie alle
zuſam=
men dabei geſeſſen und nichts getan, wie gerechnet, meine
Frau, meine Lies und der Fritz — immer gabs aber ein
anderes Reſultat. Fritz hatte unter Heulen zwei
Reſul=
tate herausbekommen, meine Frau vier und unſere Lies
drei — und alle verſchieden! Ich ſollte da helfen. Aber
mit ſolchen Zahlen habe ich in meinem Leben noch niemals
rechnen müſſen, ſelbſt nicht in der Zeit des
Weihnachts=
geſchäfts. Ich verhielt mich alſo zunächſt ablehnend. Da
erhob ſich aber ein allgemeines Klagen und Jammern.
Alſo los! Nach 35 Minuten war ich fertig. Alle riefen
Hurra! Ich war ſehr ſtolz auf mein Werk. Zur
Sicher=
heit machte ichs aber noch einmal. Das bereute ich bald
Diesmal dauerte es nur 28 Minuten, das Reſultat war
dafür auch erheblich niedriger. Alſo nochmals dran!
Nunmehr nahm ich mir 40 Minuten Zeit. Das Reſultat
wurde diesmal entſprechend höher. Ich wurde
fuchs=
teufelswild. Inzwiſchen hatte ich einen Mordshunger
be=
kommen. Meine Frau erklärte aber unter Tränen, heute
gäbe es kein Abendeſſen, unſere Köchin hätte auch die
ganze Zeit am Rechnen geholfen — drei verſchiedene
Re=
ſultate! — und darüber verſäumt, etwas zum Eſſen zu
be=
ſorgen. „Wo iſt eigentlich unſer Fritz?” fragte ich. „Der
liegt ſchen lange im Bett, der arme Junge, der muß Foch
morgen eine aanze Stunde früher aufſtehen, damit er das
richtige Reſultat ins Rechenheft abſchreiben kann”
lau=
tete die Antwort. Es galt alſo unter den 15 verſchiedenen
Reſultaten das richtige herauszufinden. Meine Frau
meinte, man ſollte einfach diejenige Rechnung auswählen,
bei der am meiſten herausgekommen und der kleinſte Reſt
geblieben ſei, das habe doch naturgemäß die größte
Wahr=
ſcheinlichkeit der Richtigkeit für ſich. Das leuchtete mir
ein. Den Preis erhielt folgendes Reſultat: 150 096 778,
Reſt 99. Zufällig war es gerade das Reſultat, das unſere
Köchin Amanda gleich beim erſtenmal herausbekommen
hatte. Wir haben ihr aber nichts davon geſagt, ſonſt wäre
ſie wohl wieder mit Wünſchen auf Lohnaufbeſſerung
ge=
ommen. Unſer Fritz bekommt natürlich morgen eine gute
Note — und der gute Herr Lehrer hat keine Ahnung, was
r angerichtet hat. Natürlich iſt es heute abend in den
Familien der übrigen 39 Mitſchüler unſeres Fritz nicht
anders geweſen. Nirgendwo hat es ein Abendeſſen
ge=
geben.
ml. Der Apparat gegen das Säuglingsgeſchrei. Eine
ſinnreiche Erfindung, die geeignet ſcheint, einem
tiefgefühl=
ten Bedürfnis abzuhelfen, iſt einer Mrs. Eſther Prouty
aus Fort Wagner in Indiana geglückt. Es iſt ein „
Säug=
lings=Dämpfer”, der dem ſchreienden Kinde über den
Mund befeſtigt wird und den Schreiton zu einem
ſchwa=
chen, nur eben noch hörbaren Säuſeln abdämpft. Der
Apparat iſt ſo konſtruiert, daß die Atmung des
Unruhe=
ſtifters nicht im geringſten behindert wird. So hat man
endlich die Wohltat des „ſtummen Klaviers” in die
Kin=
derſtube übertragen und kann das Geſchrei des Säuglings
zu ſchicklicher Wohlanſtändigkeit herabſtimmen, ohne ihn
deshalb mundtot zu machen. Das neue Inſtrument, das
ſeine wohltätige Wirkung bei den jüngeren Mitgliedern
der Familie der Erfinderin erfolgreich betätigt hat, ſcheint
beſtimmt, bald ein vielbegehrter Artikel zu werden,
Hochſchule. An der Feier nahmen außer dem Rektor und
den Profeſſoren der Hochſchule u. a. teil die Herren
Finanzminiſter Braun Exz. und Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach Exz., Geheimerat Weber,
die Miniſterialräte Weber und Kratz, Geheimerat
Imroth, Provinzialdirektor Fey, Bürgermeiſter
Mueller, Oberbürgermeiſter Köhler=Worms. Nach
einem einleitenden Vortrag des Akademiſchen Chors:
„Landerkennung” von Björnſon, vertont von Grieg, hielt
Rektor Magnifikus Geheimerat Wickop eine kurze
An=
ſprache, in der er bekannt gab, daß in dieſem Jahre zum
zweitenmal Stiftungen aus der Mueller=Alewyn=
Stiftung an frühere Studierende der Hochſchule, die
im verfloſſenen Jahre die Diplomprüfung mit beſtem
Er=
folge beſtanden hätten, vergeben werden ſollen. Auf
Be=
ſchluß von Rektor und Kleinem Senat iſt aufgrund der
an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt mit
Auszeich=
nung beſtandenen Diplomprüfung aus der Mueller=
Ale=
wyn=Stiftung dem Diplomingenieur Johannes Meyer
aus Straßburg im Elſaß der erſte Preis (1000 Mark), dem
Diplomingenieur Ludwig Jung aus Darmſtadt der zweite
Preis (500 Mk.) und beiden Herren die Stiftungsplakette
verliehen worden. Der Rektor ſprach den beiden
Aus=
gezeichneten herzliche Glückwünſche im Namen der
Hoch=
ſchule aus.
Hierauf hielt Herr Profeſſor Dr.=Ing. Hohenner
ſeine Feſtvorleſung über: „Die rationelle Vermeſſung
eines Landes‟ Der nach der techniſchen Seite ſehr
gründ=
lich unter beſonderer Berückſichtigung der heſſiſchen
Ver=
hältniſſe behandelte und durch zahlreiche Tafeln
veran=
ſchaulichte Vortrag ſchloß mit einem brauſend
aufgenom=
menen Hoch auf den Landesherrn.
An den Feſtakt ſchloß ſich die Auffahrt der
Char=
gierten der ſtudentiſchen Korporationen durch die Rhein=
und Wilhelminenſtraße, in denen ſich eine zahlreiche
Menſchenmenge angeſammelt hatte, um dem
farbenpräch=
tigen Schauſpiel beizuwohnen.
Die militäriſche Feier
wickelte ſich ebenfalls in gewohnter, durch Befehle bis ins
kleinſte Detail geregelter Weiſe ab. Der übliche
Zapfen=
ſtreich der Regimenter am Vorabend fiel in dieſem Jahre
wegen des Totenfeſtes aus. Die Einleitung der Feier
erfolgte morgens halb 8 Uhr durch einen Choral der
Ka=
pelle des Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23 von der
Plattform des Stadtkirchturms aus. Zu gleicher Zeit
begann das Wecken durch die Kapelle des Garde=Inf.=
Regts. Nr. 115, die durch die Alexander=, Rhein= Neckar=
Heidelberger= Wilhelm= und Wilhelminenſtraße nach
dem Neuen Palais marſchierte, woſelbſt mehrere Stücke
geſpielt wurden. Von da ging’s zurück nach der
Alexan=
der=Kaſerne. Um 10 Uhr fand in der katholiſchen Kirche
St. Ludwig und um halb 11 Uhr in der Stadtkirche
Feſt=
gottesdienſt ſtatt, und um 12 Uhr die Parole=Ausgabe auf
dem Marienplatz. Hier hatten das Offizierkorps und
Ab=
ordnungen ſämtlicher Regimenter der Garniſon
Parade=
aufſtellung genommen. Diviſionskommandeur
General=
leutnant v. Plüskow Exz. hielt eine kurze Anſprache,
die mit einem dreimaligen Hoch auf den Großherzog
ſchloß. Mit dem Hoch auf den Großherzog begann eine
Batterie des Feldartillerie=Regiments Nr. 25 mit dem
Ehrenſalut von 101 Schüſſen. Am Nachmittag fanden in
den verſchiedenen Offizierkaſinos Feſteſſen ſtatt. Die
Mannſchaften wurden durch beſſeres Eſſen und Bier
be=
wirtet. Die einzelnen Regimenter begingen den
Geburts=
tag durch Mannſchaftsfeiern, ſoweit dieſe nicht bereits
am Samstag ſtattgefunden haben.
Das Feſteſſen im Saalbau.
An dem Feſteſſen das nachmittags 2 Uhr im
großen Saale des Städtiſchen Saalbaus begann, nahmen
die drei Miniſter, die Spitzen der Behörden und zahl=
Sreiche Staats= und ſtädtiſche Beamte, im ganzen etwa 180
Perſonen, teil, Den Trinkſpruch auf den Großherzog
brachte Se. Exz. Staatsminiſter Ewald aus, der etwa
folgendes ſagte: In herzlicher Verehrung feiere Heſſen
heute wieder den Geburtstag ſeines Landesherrn. Denn
in frohen Tagen, wie in ernſter Zeit umſchließe das feſte
Band der Liebe und des Vertrauans unſeren Fürſten und
ſein Volk. Die Generation der Schöpfer des Reiches gehe
dahin, auf ſie ſeien die im Beſitze Geborenen gefolgt. Was
vor 42 Jahren mit ſeinen Fürſten das deutſche Volk die
Heſſen unter der Führung ihres heldenmütigen
Thron=
erben, im Kampfe errungen, das genieße als reiches Erbe
die Jetztzeit. Doch nicht in träger Ruhe, denn neue
Auf=
gaben ſeien ihr geſtellt. Getreu der Mahnung Goethes:
„Was Du ererbt’ von Deinen Vätern haſt
Erwirb es, um es zu beſitzen,
Was man nicht nützt, iſt eine ſchwere Laſt”
ſei Großherzog Ernſt Ludwig allezeit darauf bedacht,
echte Kulturwerte aus der wirtſchaftlichen Blüte unſeres
Landes zu geſtalten. Dank ſeiner Fürſorge ſtehe Heſſen
in der Pflege der Kunſt, der Wiſſenſchaft, in der Hebung
der Volksbildung und der Volksgeſundheit keinem anderen
Lande nach; und wenn man hin und wieder die Meinung
äußern höre, daß in alledem in Heſſen des Guten zu viel
ge=
ſchehe, ſo werde man in einem Lande, in dem über 4
Mil=
liarden und 600 Millionen Mark Vermögen verſteuert
werden, ſolche Seufzer nicht allzu tragiſch zu nehmen
brauchen. Eindringlich ſei uns Darmſtädtern dieſes
ſegensreiche Wirken unſeres Großherzogs beſonders in
dieſem Jahre vor Augen geführt. Ihm danken wir, daß
in Verbindung mit einem Werke der Nächſtenliebe in der
hervorragenden Lingnerſchen Ausſtellung das Gebiet der
Volksgeſundheitspflege den weiteſten Kreiſen in dem
Re=
ſidenzſchloß plaſtiſch vorgeführt worden ſei. Beredter als
Worte ſpreche für das große Intereſſe der Allgemeinheit,
dem hier gedient worden ſei der Zudrang von vielen
Tauſenden. Das Verdienſt Großherzogs Ernſt Ludwig
um die Löſung aller Kulturaufgaben ſei längſt über die
Grenzen unſeres Landes hinaus bekannt. Mit treuer
Liebe danken die Heſſen für alles, was ihnen von ihrem
feinſinnigen, manſchenfreundlichen Landesherrn
entgegen=
gebracht wird.
Möge, ſo ſchloß der Staatsminiſter ſeine Rede, dieſer
Segen noch lange Jahre dem Lande und unſerem Fürſten
allezeit das reiche Familienglück ungetrübt erhalten
blei=
ben, das ihm an der Seite ſeiner hohen Gemahlin
er=
blüht iſt. Das iſt der Herzenswunſch aller treuen Heſſen
am heutigen Tag. Mit unſeren ehrerbietigen
Glück=
wünſchen laſſen Sie in dem Rufe uns vereinigen: Seine
Königliche Hoheit Großherzog Ernſt Ludwig von Heſſen
und bei Rhein lebe hoch!
Die Speiſenfolge des Mahles lautete:
Groß=
herzogin=Suppe — Filet von Seezungen auf Regenten=Art
Fiſchkartoffeln — Lendenſtück, umlegt mit diverſen
Ge=
müſen — Blätterteig=Paſtete auf Toulouſer Art — Junge
Gans, Kompott und Salat — Heſſiſche Bombe, Waffeln
Käſeſtangen — Kaffee.
Der Feſt=Muſik der Kapelle des Großh. Heſſiſchen
Garde=Dragoner=Regiments Nr. 23 unter Leitung des
Muſikmeiſters Alb. Mittelſtädt laa folgendes Programm
zu Grunde: 1. Altheſſiſcher Parademarſch „Landgraf von
Heſſen” 2. Ouvertüre z. Op.: „Der Kalif von Bagdad”
von Boieldieu. 3. Fantaſie aus „Mignon” von Thomas
4. Zwei Stücke für Streichinſtrumente a) Wiegenlied,
b) Pizzikato, Gavotte von F. A. Köhler. 5.
Herbſtſtimm=
ung, Walzer, Sr. Kgl. Hoheit Ernſt Ludwig gewidmet,
von P. Lincke. 6. Intermezzo ruſſe von Th. Franke.
7. Steuermannslied und Matroſenchor aus „Der fliegende
Holländer” von Richard Wagner. 8. Ernſt Ludwig=
Ga=
votte von Erlekamp. 9. Divertiſſement aus „Hoffmanns
Erzählungen” von J. Offenbach. 10. Der Matador,
Spaniſcher Marſch von L. Siede.
Feſtvorſtellung im Hoftheater.
W-l. Abends fand im Hoftheater bei feſtlich
er=
leuchtetem und vollbeſetztem Hauſe Feſtvorſtellung
ſtatt. Vor Beginn der Vorſtellung brachte Herr
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing ein dreimaliges Hoch auf Se.
Königl. Hoheit den Großherzog aus, worauf die
National=
hymne geſpielt wurde, die das Publikum ſtehend anhörte.
Von den Hohen Herrſchaften wohnte niemand der
Vor=
ſtellung bei. Zur Aufführung gelangte zum erſten Male
die dreiaktige komiſche Oper „Die drei Pintos” von
C. M. von Weber.
An dieſer Oper hatte Weber ſchon bald nach der
Vollendung ſeines „Freiſchütz” zu arbeiten begonnen, er
hat ſie aber nicht mehr vollendet; in ſeinem Nachlaſſe
fanden ſich nur eine größere Anzahl fertig entworfener
Nummern vor. Sein Enkel, Karl von Weber, nahm ſich
des hinterlaſſenen Werkes an und arbeitete den
urſprüng=
lichen Text von Th. Hell um, während Guſtav Mahler,
damals Kapellmeiſter in Leipzig, die Muſik nach anderen
Werken Webers ergänzte und für die Bühne einrichtete.
Die Oper wurde zum erſten Male in Leipzig im Jahre
1888 aufgeführt.
Die Handlung der komiſchen Oper iſt kurz folgende:
Don Pinto de Fonſeca, ein dummer Tölpel, iſt von ſeinem
Vater abgeſchickt, damit er nun ſeines Freundes
Panta=
leone Tochter Klariſſa in Madrid freie, und hat zu dieſem
Zwecke von ſeinem Vater einen Empfehlungsbrief
mit=
bekommen. Unterwegs trifft er in einer Dorfſchenke den
Studenten Gaſton Viratos und eine luſtige Geſellſchaft;
er hält hier die Gäſte frei und ſchläft, da er zu viel
ge=
trunken hat, ein. Gaſton zieht ihm das
Empfehlungs=
ſchreiben aus der Taſche und beſchließt, ſelbſt in Madrid
den Pinto zu ſpielen und um die Klariſſa zu freien. In
Madrid angekommen, erfährt er, daß Klariſſa heimlich
den Don Gomez liebt. Nachdem er eingeſehen, daß er
bei Klariſſa kein Glück haben wird, ſpielt er den
Groß=
mütigen und übergibt dem Gomez das dem echten Pinto
entwendete Empfehlungsſchreiben. Nun wird Gomez von
Pantaleone als Pinto willkommen geſeißen und die
Verlobung mit Klariſſa erfolgt. Als der echte Pinto
er=
ſcheint, wird er infolge ſeines albernen und feigen
Be=
nehmens verlacht und hinausgewieſen. Pantaleone
ver=
zeiht den Betrug und gibt dem Paare ſeinen Segen
Die Oper iſt in dem Stil der leichten komiſchen Oper
gehalten, in der Soli, Duette und Terzette mit Enſembles
abwechſeln. Dem Ganzen fehlt aber die Einheitlichkeit
und Geſchloſſenheit. Am wenigſten gilt dies noch von
dem erſten Akte, der einige anſprechende Geſangsnummern
und ein hübſches Schlußenſemble aufweiſt. Der zweite
Akt macht den Eindruck einer muſikaliſchen Skizze, die mit
ſicherer Hand entworfen iſt, der aber Farbe und Charakter
fehlen. Der dritte Akt enthält ein im Stil aus dem
Rahmen des Ganzen herausfallendes koupletartiges
Tanzlied, übrigens das einzige, das Beifall auf offener
Szene erntete, und ſchließt mit einer ganz auf den
bur=
lesken Ton abgeſtimmten Szene. Dementſprechend erzielte
der erſte Akt den lebhafteſten Beifall, der zweite Akt einen
ſchwachen Achtungserfolg, während der burleske Schluß
dem dritten Akte noch einen gewiſſen äußeren Erfolg
ſicherte. Das Publikum kam aber überhaupt nicht in
Stimmung.
Der Aufführung ſelbſt, die von Herrn Hofkapellmeiſter
de Haan geleitet wurde, kann man ſonſt das verdiente
Lob nicht vorenthalten. An Stelle des wegen plötzlicher
Unpäßlichkeit verhinderten Herrn Bernhardt ſang Herr
Max Felmy vom Hof= und Nationaltheater in
Mann=
heim die Partie des Don Gaſton, und zwar mit
muſika=
liſcher Sicherheit und Korrektheit, mit denen er ein
leben=
diges Spiel vereinigte. Herr Weber als Ambroſio war
prächtig bei Stimme und zeigte ſich im Geſang und Spiel von
ſeiner beſten Seite. Herr Schützendorf hielt die Rolle
des einfältigen Don Pinto ganz im burlesken Stil; ob er
hierin vielleicht nicht zu viel des Guten tat, möge
dahin=
geſtellt bleiben, jedenfalls erzielte er eine ſtarke
Poſſen=
wirkung. Die undankbare Partie der Clariſſa ſang Frau
Kallenſee, die aber trotz der lobenswerten
Ausführ=
ung der geſanglich anſpruchsvollen Partie kein Intereſſe
für ſie erwecken konnte. Die Laura, ein verblaßtes
Aenn=
chen, hatte in Fräulein Jüttner eine darſtelleriſch
gewandte und geſanglich zuverläſſige Vertreterin erhalten.
Von den übrigen Mitwirkenden ſind noch Frl. Schaub
als anmutige und graziöſe Inez, Herr Stephani als
würdevoller Don Pantaleone und Herr Jahn als Don
Gomez zu nennen. Die Chöre hielten ſich trefflich.
Die Regie führte Herr Valdek mit gewohnter Umſicht.
Die ſzeniſchen Bilder — eine ſpaniſche Dorfſchänke und
zwei Zimmer des Don Pantaleone — verrieten den
er=
probten künſtleriſchen Geſchmack und die bühnentechniſche
Eyfahrung der Herren Kempin und
Schwerdt=
feger.
Vermiſchtes.
Baltiſche Ausſtellung Malmö 1914.
Die auf Erſuchen der Reichsverwaltung von der „
Ständi=
gen Ausſtellungskommiſſion für die Deutſche Induſtrie‟
bezüglich der Baltiſchen Ausſtellung Malmö 1914
einge=
leiteten Ermittelungen haben ergeben, daß für die
bedeut=
ungsvolle Veranſtaltung, die in einem großzügigen
Rahmen die Uferſtaaten der Oſtſee heranziehen will,
inner=
halb der deutſchen gewerblichen Kreiſe lebhaftes Intereſſe
beſteht und daß eine große Zahl von Firmen aller
Bran=
chen zur Beteiligung geneigt iſt. Daraufhin hat die
Reichsleitung, die dem Unternehmen die freundlichſten
Sympathien entgegenbringt, die Einladung der Königlich
Schwediſchen Regierung zur Beteiligung des Reiches an
der Ausſtellung angenommen und der Ständigen
Aus=
ſtellungskommiſſion für die deutſche Induſtrie die
Durch=
führung einer geſchloſſenen, amtlich anerkannten deutſchen
Abteilung übertragen. Zum Generalkommiſſar für die
deutſche Abteilung auf der Baltiſchen Ausſtellung in
Malmö iſt auf Vorſchlag der Ständigen
Ausſtellungs=
kommiſſion deren Vorſtandsmitglied Geheimer Baurat
Mathies zu ſeinem Stellvertreter der Kaiſerlich deutſche
Konſul Schmitz in Malmö ernannt worden.
Generalkom=
miſſar Mathies hat die Vorarbeiten unverzüglich in die
Hand genommen. Die Geſchäftsſtelle der deutſchen
Ab=
teilung der Baltiſchen Ausſtellung in Malmö 1914 befindet
ſich in Berlin, v. d. Heydtſtraße Nr. 2, wohin auch alle
Anfragen, Anmeldungen und ſonſtige Zuſchriften zu
rich=
ten ſind.
CK. Die größten Broteſſer der Welt. Auf
Grund der Statiſtik macht eine franzöſiſche Zeitſchrift
in=
tereſſante Angaben über die Rolle, die das Brot in der
Ernährung der verſchiedenen Nationen ſpielt, und kommt
dabei zu dem Ergebnis, daß die größten Broteſſer die
Dänen ſind. Denn in Dänemark entfällt auf den Kopf
der Bevölkerung jährlich ein Brotverbrauch von nicht
weniger als 287 Kilogramm. An zweiter Stelle ſtehen
die Belgier, die für den Kopf der Bevölkerung einen
Brot=
verbrauch von 274 Kilogramm im Jahre aufweiſen. Es
folgen dann: der Franzoſe mit 234 Kilogramm, der
Schweizer mit 212, der Deutſche mit 209, der Spanier und
der Oeſterreicher mit je 195, der Ruſſe mit 173 und der
Italiener mit 125 Kilogramm. Am wenigſten Brot ißt
der Portugieſe, denn in ſeiner Heimat entfallen auf den
Kopf der Bevölkerung nur 102 Kilogramm im Jahre.
Literariſches.
— Die ſilbernen Berge. Eine
hiſtoriſch=
naturwiſſenſchaftliche Erzählung von R. H. Francé.
Mit vier Aquarellen und zahlreichen Text=Illuſtrationen
von Fritz Bergen. Verlag von Levy & Müller in
Stutt=
gart. Elegant gebd. 4 Mk. Es dürfte nur wenige Bücher
geben, die das Intereſſe der reiferen Jugend in gleicher
Weiſe zu feſſeln vermögen wie dieſe ſpannende, auf
hiſto=
riſcher Grundlage aufgebaute Erzählung. Jörg, ein junger
Bergknappe, wandert, angelockt durch die Fabelberichte
über den Silberreichtum der Fugger, über Augsburg nach
der Silber= und Kupferſtadt Schwaz in Tirol. Auf dem
Wege dahin gerät er zu dem Alchimiſten Neuhaus, der
ihn in die Elemente der Chemie einweiht und ihn an
ſeinen Verſuchen, Gold zu machen, teilnehmen läßt. Von
Habſucht ergriffen, und von dem Verlangen beſeelt, neue
Silberminen zu entdecken, verläßt er den Alchimiſten und
gelangt ſchließlich nach Schwaz, wo die Bergknappen
ge=
rade darauf ausgehen, ſich ſelbſt zu Herren der
Fugger=
ſchen Bergwerke zu machen und den Kommunismus
ein=
zuführen. Seine Erlebniſſe und ſeine Flucht durch die
grandioſe Gebirgsſzenerie des Karwendels ſind ſo
leb=
haft geſchildert, daß der Leſer aus der Spannung gar nicht
herauskommt. Das farbenprächtige Bild, das in dieſer
Erzählung von Anfang bis zu Ende entrollt wird,
hinter=
läßt einen dauernden Eindruck im Gedächtnis des Leſers
und bereichert nicht unweſentlich ſeine hiſtoriſchen und
naturwiſſenſchaftlichen Kenntniſſe.
— Kürſchners Jahrbuch 1913. Welt= und
Zeitſpiegel, Kalender, geographiſch=ſtatiſtiſches Handbuch
und Verkehrslexikon. Herm. Hillger Verlag, Berlin W. 9
und Leipzig. (Preis geheftet 1.20 Mk., dauerhaft in
Ganz=
leinen gebunden 1.80 Mk.) Zum 16. Male iſt das
all=
bekannte handliche Büchlein erſchienen, das auf 466
Text=
ſeiten neben zahlreichen Illuſtrationen und Tabellen einen
ſolchen Schatz von Wiſſen und Erfahrung, Auskunft und
Anregung birgt, wie man ſie ſonſt in weit umfangreicheren
Werken nur mühſam zuſammenſuchen muß. Kürſchners
Jahrbuch iſt ſo bekannt und in ſeinem Werte erkannt, daß
es keiner beſonderen Empfehlung bedarf.
— Die Banken der Welt von. Rud.
Taeu=
ber, Preis eleg. geb. 15 M. Verlag für Börſen= und
Finanzliteratur A.=G., Berlin W. 35. Das vorliegende
Werk enthält eine umfaſſende Darſtellung des Bankweſens
und der Banken aller Reiche und Länder der Erde. Für
einen Stand, der wie kein anderer in ſeinem Weſen und
Wirken, mit ſeinen Beziehungen und Intereſſen die ganze
Erde umſpannt, muß ein ſolches Werk von höchſtem
Inter=
eſſe ſein. Es iſt aber nicht nur für den Bankier eine
un=
erſchöpfliche Quelle genauer Informationen über die
No=
ten= Staats= und Aktienbanken des Erdballs, ſondern
auch für den Großkaufmann, den Ex= und Importeur ein
wichtiger Ratgeber und für das Heer der Gebildeten,
deren wirtſchaftliches oder wiſſenſchaftliches Intereſſe auf
das Bankweſen und die Banken gerichtet iſt, ein
Leit=
faden, wie er in ſolcher Univerſalität noch nicht beſteht.
Es iſt im ganzen ein Werk, das berufen iſt, noch weit über
den Kreis des Berufsbankiers hinaus als ein notwendiges
und unentbehrliches Werkzeug zu dienen.
— E. H. von Zagory: Von Großvaters
Kadetten. Preis broſch. 3 Mk., gebd. 4 Mk. Verlag
E. Ungleich, Leipzig. E. H. von Zagory, die ſich bereits
durch mehrere Erzählungen einen weiten Leſerkreis und
unter den Literaturfreunden einen guten Namen erworben
hat, beſchert uns mit ihrem neueſten Werke ein Buch, das
ſich den vorausgegangenen ebenbürtig erweiſt. Sie
er=
zählt uns von dem Schickſal zweier ihrer Jugendfreunde,
zweier einziger Söhne, die beide die Offizierslaufbahn
ergriffen. Zagory erzählt mit ſo viel Natürlichkeit und
Einfachheit, durchwürzt von einem köſtlichen Humor, daß
man immer wieder gern zu dieſem Buche greifen muß.
Der Balkankrieg.
Die Friedensverhandlungen.
— Sofia, 24. Nov. Rußland ſetzt ſeine
Bemüh=
ungen fort, Bulgarien zur Mäßigung zu bewegen.
Auf Vorſchlag des ruſſiſchen Geſandten dürfte der neue
Plan einer Grenze Midia-Marita=Mündung
zurückzu=
führen ſein, wogegen die Kriegsentſchädigung
auf 700 Millionen erhöht werden ſoll. Die
Verhandlun=
gen ſollen ſchnell, wenn möglich, morgen ſchon, zu Ende
geführt werden. Anſcheinend iſt man hier nicht zur
Nach=
giebigkeit bereit. Es iſt ſogar möglich, daß eine
militä=
riſche Operation, von der ſchon ſeit zwei Tagen in dunklen
Andeutungen geſprochen wird, einſetzt. In der
Entſend=
ung des griechiſchen Deputierten Pannas nach
Tſcha=
taldſcha wird hier ein Mißtrauensvotum erblickt, da
Ser=
bien und Montenegro keine Delegierten entſandt haben.
Der bulgariſch=griechiſche Zwiſchenfall in Saloniki iſt
ſei=
nem Ausgleich nahe. Die Griechen werden Saloniki
räu=
men. Das Zollamt iſt angeblich den Bulgaren bereits
übergeben worden.
* Konſtantinopel, 24. Nov. Der Miniſter des
Aeußern erklärte dem Vertreter des Wolffſchen Bureaus,
daß neue Verhandlungen mit Bulgarien über den
Frie=
densſchluß noch nicht begonnen haben und auch keine
neuen Vorſchläge Bulgariens eingegangen ſind. Die
Türkei werde nur ſtark modifizierte Vorſchläge
diskutie=
ren, die früheren ſeien undiskutierbar, jetzt, nach den
klaren Erfolgen bei Tſchataldſcha, natürlich noch mehr als
vorher.
Die albaniſche Frage.
* Paris, 23. Nov. Der „Siécle” will wiſſen,
daß die Pforte beſchloſſen habe, Albanien die
Auto=
nomie zu gewähren, ähnlich derjenigen, die ſie
Tripo=
lis und der Cyrenaika bewilligt habe. Die Grenzen
die=
ſes autonomen, in Wahrheit aber unabhängigen
Alba=
nien ſeien außerordentlich weit gezogen worden;
Uesküb und auch Monaſtir würden dazu gehören.
Dieſe Maßnahme der Pforte habe, wenn ſie auch auf die
Lage der Türkei gegenüber dem Balkanbund keinen
Ein=
fluß ausüben könne, immerhin beträchtliche Bedeutung,
denn ſie verändere Europa gegenüber die Karte des
otto=
maniſchen Reiches, die zwar eine Umgeſtaltung durch den
Krieg, aber noch keine rechtskräftige Veränderung durch
einen Friedensvertrag erfahren habe. Die Mächte hätten
nunmehr mit einem albaniſchen Staat zu tun, der ſich
zwar erſt in einem Anfangsſtadium befinde, aber kraft
der ihm vom Sultan verliehenen Rechte wegen
inter=
nationaler Fragen, wie der des Zugangs zur Adria und
der Verbindung zwiſchen Europa und Saloniki mit den
Großmächten in direkte Verhandlung eintreten könne.
Der Einzug König Peters in Belgrad.
* Belgrad, 24. Nov. Der Einzug König=
Peters in Belgrad geſtaltete ſich zu großartiger
Bewillkommnung. Alle Schichten der Belgrader
Bevöl=
kerung nahmen daran herzlichen Anteil durch perſönliche
Begrüßung des ſiegreich heimkehrenden Herrſchers, an
deſſen Seite der Miniſterpräſident Paſitſch ſich befand.
Auch die Großfürſtin Joann Konſtantinowitſch von
Ruß=
land, ehemalige Prinzeſſin Helene von Serbien, war bei
dem Einzug zugegen. Ueberall herrſcht große
Beweg=
ung. Die Straßen zeigen reichen Flaggenſchmuck, auf
Transparenten ſtehen die Namen der eroberten Städte,
auf manchen die Bildniſſe des ſerbiſchen Zaren, auch
Bil=
der von Städten. Am Abend fand ein Fackelzug und
allgemeine Beleuchtung ſtatt. Viele Fremde ſind
zuge=
reiſt. Ein großes Hindernis für einen pomphafteren
Ein=
zug bildete die ſchlechte Witterung, ſowie die kurze Zeit
für die Errichtung von großartigen Triumphbogen. Die
geſamte Preſſe heißt den ſiegreichen König in
ſchwung=
vollen Artikeln willkommen. Unter überaus großer
Be=
teiligung der Bevölkerung wurde ein Fackelzug
ver=
kanſtaltet. Dem auf dem Balkon erſchienenen König
wur=
den ſtürmiſche Ovationen gebracht.
In ſeiner Begrüßungsrede an den König
führte der Belgrader Bürgermeiſter unter den
er=
oberten Städten auch Durazzo an und erklärte, daß das
ſerbiſche Volk die blutig erkämpften Errungenſchaften,
wenn es nötig wäre, bis aufs äußerſte verteidigen werde.
In ſeiner Erwiderung hob der König die großen
Ver=
dienſte der ſerbiſchen Armee hervor und erklärte, daß in
Altſerbien, Mazedonien, Thrazien und den Küſtenlanden
nun ein neues, freies Leben erblühen werde.
Die Schlacht bei Monaſtir.
* Belgrad, 24. Nov. Nach dem vorliegenden
ausführlichen Bericht über die Schlacht bei
Monaſtir hatten die Türken bei Monaſtir drei
Armee=
korps und zwei ſelbſtändige Diviſionen. Auf dem
weſt=
lichen Flügel befand ſich das fünfte Armeekorps unter
Dſchavid Paſcha, welches das Terrain von Gopeſch bis
zur Höhe von 1150 Metern beſetzt hielt. Das türkiſche
Zentrum (7. Korps) unter Fethi Paſcha befand ſich auf
der Linie Cruobok=Kukurecani=Resna. Auf dem öſtlichen
Flügel ſtand das 6. Korps unter Zekki Paſcha im Raum
von Karamana=Novaki. Die aus beiden Diviſionen
be=
ſtehende Armeereſerve ſtand bei Sveta=Nadelja. Die
Serben entwickelten ſich zum Kampf am Ufer des Gerna
entlang. Der Fluß iſt infolge der Ueberſchwemmung
ſtellenweiſe 300 Meter breit. Der Flußübergang wurde
von der türkiſchen Artillerie verteidigt, wodurch die
Ser=
ben große Verluſte erlitten. Die Serben wateten bis a
den Hüften im Waſſer. Am erſten Tag der Schlacht
über=
ſchritten die Serben den Gerna=Fluß und näherten ſich
den türkiſchen Verſchanzungen bis auf 200 Meter. In
der darauffolgenden Nacht erſtürmte das Regiment des
Oberſten Vaſic die erſte türkiſche Poſition. Hierdurch
wurde der Vormarſch der ſerbiſchen Armee ermöglicht.
Am zweiten Tage forcierte die ſerbiſche Morava=
Divi=
ſion die nordweſtlichen türkiſchen Stellungen, um den
Türken den Rückzug nach Ochrida abzuſchneiden. Einer
Diviſion gelang es, im Laufe des Tages die Höhe zu
er=
ſtürmen. Am nächſten Tage kam es zu einem erbitterten
Kampf bei Marcia, in deſſen Verlauf es der ſerbiſchen
Diviſion gelang, die Straße nach Ochrida zu beſetzen. Da
die Türken hinter halbpermanenten und
Feldbefeſtigun=
igen verſchanzt waren, mußten auch die Serben
Bruſt=
wehren aufwerfen, hinter denen ſie ſich Schritt für Schritt
den türkiſchen Stellungen näherten, wo es ſchließlich zu
einem blutigen Handgemenge kam. In der Nacht zum
vierten Schlachttag zog ſich eine Diviſion des fünften
tür=
kiſchen Armeekorps mit der Artillerie gegen Florina
zu=
rück. Sie wurde am Morgen von der ſerbiſchen
Ka=
vallerie verfolgt und bei Mesdzidli geſchlagen. Am
vierten Schlachttag unternahm das Korps Dſchavid
Paſchas einen verzweifelten Verſuch, nach Ochrida
durch=
zubrechen. Nach einem heftigen Kampf bei Perſiſteri, in
dem den Türken durch die ſerbiſche Kavallerie große
Ver=
luſte zugefügt wurden, entflohen dieſe gegen Prespaſee,
wo ſie ſich jetzt noch verſteckt halten. Fethi Paſcha zog
ſich gegen Resna zurück, wo er von einem Reaiment der
Nedio=Diviſion gänzlich geſchlagen wurde. Er fiel im
Kampfe. Die Schlacht bei Monaſtir ſpielte ſich in einem
Raume von 50 Kilometern Breite ab. Sie war äußerſtblutig
und erbittert. Nach privaten Meldungen blieben auf dem
Schlachtfelde 17000 Leichen und 30000 Verwundete der
Türken. Die Serben hatten 3000 Tote und eine große
Anzahl von Verwundeten. Beide Gegner kämpften mit
wahrer Todesverachtung. Die Serben ſtürmten mit
größ=
ter Todesverachtung die türkiſchen Batterien trotz des
mör=
deriſchen Kartätſchen=Schnellfeuers.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 25. Nov. Der geſtrige
Miniſterrat, der für die Waffenſtillſtands=
und Friedensverhandlungen die Inſtruktionen
feſtſetzen ſollte, dauerte bis 10 Uhr abends. Vor Schluß
des Miniſterrats begab ſich Reſchid=Paſcha ins
Haupt=
quartier. Wie ein Blatt erfährt, befinden ſich unter den
kurdiſchen Reitern, die an der Tſchataldſchalinie
ange=
kommen ſind, zahlreiche Frauen, die als Freiwillige
dienen.
* Konſtantinopel, 25. Nov. Die Botſchafter
berieten bei dem Doyen, Markgrafen Pallavicini,
über die Note der Pforte, worin dieſe gebeten hatte, daß
die Landungsabteilungen an Bord der
Kriegs=
ſchiffe zurückkehren ſollten, da ſich nichts ereignete,
was die Ordnung in der Hauptſtadt gefährden könnte.
Die Botſchafter faßten keinen endgültigen Beſchluß, doch
glaubt man, daß die Wiedereinſchiffung demnächſt
be=
ſchloſſen wird. — Der Handelsminiſter Reſchid Paſcha,
der erſte Bevollmächtigie für die
Waffenſtillſtands=
verhandlungen, reiſt heute nacht nach dem
Haupt=
quartier ab. Staatsrat Chandan Bei, der ſich im
Haupt=
quartier befand, iſt zurückgerufen worden und geſtern
an=
gekommen. Er nimmt nicht an den Verhandlungen teil.
* Belgrad 25. Nov. Die Armee des
Kron=
prinzen erbeutete in Monaſtir 51 türkiſche Geſchütze.
Insgeſamt wurden bisher 200 Geſchütze erobert und in
Monaſtir 10000 Gefangene gemacht. Nach dem Fackelzug
am Samstag veranſtaltete die Menge vor den Gebäuden
der ruſſiſchen, engliſchen und franzöſiſchen Geſandtſchaften
in Belgrad Kundgebungen.
* Berlin 25. Nov. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt:
Die heutige Börſe wurde ungünſtig beeinflußt durch
einen Artikel der Neuen Geſellſchaftlichen Korreſpondenz,
in dem dieſe ſich als von beſonders gut unterrichteter Seite
informiert angab. Der Artikel enthält folgende
Behaup=
tungen: Erſtens habe Saſonow vor vier Tagen ſeine
Haltung in der ſerbiſchen ufrage abgeändert. Das iſt
unrichtig, denn die Regierungen der
verſchiede=
nen Mächte ſind übereingekommen, ſich in keiner Frage
im voraus feſtzulegen; zweitens: Oeſterreich=Ungarn habe
fünf Armeekorps mobil gemacht; das entſpricht ebenfalls
nicht den Tatſachen, wie ſich jeder leicht unterrichten kann;
drittens: Oeſterreich=Ungarn beabſichtige in wenigen
Tagen ein Ultimatum in Belgrad zu unterbreiten,
auch das iſt unwahr. Es iſt beſonders unverantwortlich,
mit derartigen unlauteren Nachrichten die
öffentliche Meinung in einem Augenblick zu
be=
unruhigen, wo die Regierungen aller Mächte
unab=
läſſig bemüht ſind, eine friedliche Löſung des
ſchwebenden Konfliktes zu finden.
H.B. Köln, 25. Nov. Der Kölniſchen Zeitung wird
anſcheinend offiziös geſchrieben: Zu den unerfreulichen
Erſcheinungen der gegenwärtigen Zeit, in der es an
inter=
nationalen Hetzereien gewiß nicht fehlt, gehört die
Art=
wie die franzöſiſche Preſſe ſich unentwegt aus
Konſtantinopel alarmierende und unfreundliche Berichte
gegen Deutſchland melden läßt. Beſonders bedauerlich
iſt es, daß ein der franzöſiſchen Regierung ſo nahe ſtehendes
Blatt wie der Temps, von dem man doch etwas mehr
Zurückhaltung erwarten dürfte, ſich an dieſen Manövern
beteiligt. So behauptet ein Konſtantinopeler Telegramm
jenes Blattes der deutſche Militär=Attaché habe in der
Linie von Tſchataldſcha militäriſche Ratſchläge erteilt. In
den amtlichen deutſchen Kreiſen Konſtantinopels mache
man gar keinen Hehl daraus, daß Deutſchland durch ſeine
Ratſchläge die Türkei in ihrem Widerſtande unterſtütze.
Das ſind ganz ungeheuerliche Verdächtigungen. Es
ver=
ſteht ſich von ſelbſt, daß die Mitglieder der deutſchen
Bot=
ſchaft die durch die Neutralitätspflicht gezogenen Grenzen
mit größter Sorgfalt beobachten. Der Temps ſoll dies
ebenſowenig in Zweifel ziehen wie wir bezweifeln, daß
die franzöſiſchen Diplomaten in Sofia oder Belgrad
trenge Neutralität beobachten.
* Wien, 25. Nov. Die ſüdſlawiſche Korreſpondenz
meldet aus Belgrad: Die Hoffnung auf eine friedliche
Einlenkung Serbiens im Konflikt mit Oeſterreich
ſcheint ſich nicht zu erfüllen. Die Politik des
ſer=
iſchen Offizierkorps gewinnt dem Anſcheine nach
all=
mählich die Oberhand. In politiſchen Kreiſen, die zu
einem Einlenken bereit ſchienen, hat ſich ein
bemerkenswer=
ter neuerlicher Umſchwung vollzogen. Man will von einem
Nachgeben nichts mehr wiſſen und rechnet darauf, daß im
äußerſten Falle Rußland für die ſerbiſchen Wünſche mit
den Waffen eintreten werde. Es verlautet, die Antwort
der ſerbiſchen Regierung werde eine höfliche Ablehnung
der Forderungen Oeſterreichs ſein, in der auf volle
Be=
reitwilligkeit für ein wirtſchaftliches Entgegenkommen
hin=
gewieſen ſei, aber die Unmöglichkeit ausgeſprochen wird,
auf den äußerſt wichtigen ſerbiſchen Hafen an der Adria
zu verzichten. Dieſe Anſicht wurde in Kreiſen laut,
die Beziehungen zu dem ruſſiſchen Geſandten von
Hart=
wig haben, um deſſen Perſon ſich alles dreht. (?)
H.B. Rom, 25. Nov. Der Corriere d’Italia erhält
aus Cattaro die Nachricht, daß die öſterreichiſchen
Truppen dort gelandet ſeien. 11000 Soldaten ſind im
Hafen von Gravoſo angekommen und 6000 andere haben
ſich in Cattaro an Land begeben. Außerdem lief in der
Nacht von Samstag zu Sonntag ein von Trieſt
kommen=
der transatlantiſcher Dampfer Cattaro an. Er führte
10000 Mann an Bord die ſich in vollkommener
Kriegs=
ausrüſtung befanden. Die Beſatzung der Forts am
Ein=
gange des Hafens von Cattaro befindet ſich jetzt in
vier=
facher Stärke.
* Paris 25. Nov. Der Belgrader
Sonderbericht=
erſtatter des Matin will erfahren haben, daß die Türkei
in offiziöſer Weiſe das Anſuchen geſtellt habe, in den
Balkanbund aufgenommen zu werden. (!)
Die Türkei wolle der Verbündete der Balkanſtaaten
wer=
den, dabei jedoch die Gebiete weiterbehalten, die ſie vor
dem Krieg beſaß. In amtlichen ſerbiſchen Kreiſen habe
man erklärt, daß es ſich vorläufig um einen inoffiziöſen
Vorſchlag handle. Derſelbe werde diejenigen nicht
über=
raſchen, die die türkiſche Geiſtesverfaſſung kennen und
wüßten, daß die Türkei die vollendeten Tatſachen nur
dann anerkenne, wenn man ihr das Meſſer auf die Bruſt
ſetze. Die Türkei werde im Verlaufe der Verhandlungen
zweifellos noch andere unannehmbare Gegenvorſchläge
machen, und die Balkanverbündeten fürchteten ſehr, daß
ſie gezwungen ſein würden, nach Konſtantinopel, ja nach
Bruſſa zu gehen, um den Türken zu beweiſen, daß ſie
voll=
ſtändig geſchlagen ſeien.
* Paris 25. Nov. Nach einer Blättermeldung aus
Belgrad habe der ſerbiſche Generalſtab bei den
griechiſchen Behörden angefragt, ob ſie den an der
adria=
tiſchen Küſte operierenden Truppen Proviant liefern
könnten. Der König von Griechenland habe telegraphiſch
geantwortet, er werde hocherfreut ſein, den ſerbiſchen
Truppen ſeine Bewunderung für ihre Tapferkeit dadurch
zu bekunden, daß er den griechiſchen Dampfern den
Be=
fehl erteilen werde, den ſerbiſchen Soldaten die
erforder=
lichen Vorräte zu bringen.
* London, 25. Nov. Der Daily Telegraph meldet
aus Durazzo vom 24. November: Flüchtlinge aus
Prizrend und anderen Orten Albaniens berichten, daß die
Serben die albaniſche Bevölkerung niedermetzele. Aus
Pans kommt die Nachricht, daß die Serben ihre türkiſchen
Gefangenen töten. Die Mohammedaner bitten den
öſter=
reichiſchen Konſul um Schutz für ihre Familien für den
Fall eines ſerbiſchen Einfalles in Durazzo, indem er ſie
entweder auf einen Dampfer im Hafen befördert oder
ihnen im Konſulat ein Aſyl gewährt.
* London, 25. Nov. Lloyds Agentur meldet aus
Konſtantinopel, daß die Dardanellen wieder
ge=
öffnet ſind.
* London, 25. Nov. Wie das Reuterbureau meldet,
iſt das bei Snyrns befindliche öſterreichiſche
Ge=
ſchwader plötzlich abgefahren. Es iſt unbekannt,
wohin.
Panik in einem Zirkus.
* Bilbao, 24. Nov. In einem vollbeſetzten Zir
kus entſtand durch einen Ruf: Feuer! eine Panik.
Zwanzig Kinder, mehrere Frauen und Greiſe wurden
getötet.
* Bilbao 24. Nov. Das gemeldete Unglück hat
ſich in einem Zirkus zugetragen, der infolge des ſehr
mäßigen Eintrittspreiſes ſtark überfüllt war. Die
Polizei war außerſtande, die durch den Ruf: Feuer!
wild=
gewordene Menſchenmaſſe zu beruhigen. Abgeſehen von
den Getöteten, wurden viele Zuſchauer, die ſich
hauptſäch=
lich aus Frauen und Kindern zuſammenſetzten, verletzt.
Ein Brand hat überhaupt nicht ſtattgefunden.
* Bilbao, 24. Nov. Nach neueren Angaben ſollen
bei der Panik in dem Zirkus 40 bis 50 Menſchen
umgekommen ſein. Das Aufſichtsperſonal des Zirkus
iſt verhaftet worden.
* Bilbao, 25. Nov. Die Geſamtzahl der bei dem
Zirkusunglück umgekommenen Perſonen
beläuft ſich auf 44, darunter ſechs Frauen.
Darmſtadt, 26 November.
Rh. Der Fall Weiſer. Der Studentenſchaft wird vom
Rektorat der Bericht der Staatsanwaltſchaft
bekannt gegeben, welcher die vorläufigen Ermittelungen
über den Tod des Studenten Weiſer enthält. Dieſer lautet:
„In der Nacht vom 12./13. d. M. befand ſich eine Anzahl
deutſcher Studenten, unter dieſen Erich Allſtädt und
Steinlein, in einem Café. Zwiſchen dieſen beiden und
einem am Nebentiſch ſitzenden ruſſiſchen Studenten Alfred
Weiſer kam es zu einem Wortwechſel und Schimpfereien,
in deren Verlauf Weiſer einen Revolver mit den Worten
„Nehmen Sie ſich in Acht” zeigte. Durch das Eingreifen des
Wirts wurde der Streit beendigt. Zu den deutſchen
Stu=
denten hatte ſich inzwiſchen der frühere Student Ewald=
Bahr, der ziemlich betrunken geweſen ſein muß, geſetzt,
Während Weiſer mit einem anderen Ruſſen Billard
ſpielte, wurde ihm von den deutſchen Studenten ein
Zet=
tel, in dem er aufgefordert wurde, das Lokal zu
ver=
laſſen, auf den Tiſch gelegt; anſcheinend hat er das weiter
nicht beachtet. Allſtädt und ſein Begleiter beſchloſſen,
dem Ruſſen auf der Straße den Revolver abzunehmen.
Als Weiſer mit dem anderen Ruſſen Belajeff das Café
verließ, folgten Allſtädt, Bahr und die anderen. Allſtädt
ging raſch hinter Weiſer her und packte ihn unverſehens
von hinten um die Bruſt, um ihm, wie verabredet, den
Revolver abzunehmen. Ob Weiſer dieſen ſchon offen
ge=
tragen oder erſt in dem Moment gezogen hat, läßt ſich
nicht feſtſtellen; jedenfalls fielen kurz hintereinander zwei
Schüſſe. Allſtädt packte den Weiſer an der rechten Hand,
damit er den Revolver nicht benutzen könne. Dabei fielen
die beiden hin. Unterdeſſen war Steinlein auf den
Be=
gleiter Weiſers geſtürzt und viſitierte deſſen Taſchen.
All=
ſtädt rief: „Bahr, er ſchießt!” Vielleicht hat er auch Hilfe
gerufen. Den Bahr rief er, weil dieſer der Stärkſte iſt,
Bahr eilte hinzu und ſtach blindlings mit dem Meſſer
auf beide am Boden Liegenden ein. Dabei erhielt Weiſer
zwei Stiche, von denen der eine das Bruſtbein durchbohrte
und die Lungenſchlagader verletzte, ſo daß bald darauf
der Tod eintrat. Auch Allſtädt erhielt mehrere, aber nicht
lebensgefährliche Stiche.‟ — Nachdem der von den
Kor=
porationen unterzeichnete Artikel in die Tagespreſſe
ge=
bracht iſt, trotzdem Rektor und Senat ihn für die
Ver=
öffentlichung, zumal im gegenwärtigen Augenblick, als
ungeeignet erklärt haben, erſucht der Rektor die einzelnen
Korporationen, die an der Veröffentlichung beteiligt ſind,
bis ſpäteſtens Dienstag, den 26. d. M., mittags 12 Uhr,
ſchriftlich dem Rektorate mitzuteilen, ob ihnen vor der
Veröffentlichung die Briefe des Rektors an die
Burſchen=
ſchaft Rheno=Gueſtfalia vom 18. und 21. d. M. bekannt
geworden waren.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. Nov. Aus Deutſch=Neuguineg
meldet ein Telegramm des Gouverneurs, daß die Pflanzer
Gebrüder Weber auf Umboi, einer größeren Inſel zwie
ſchen dem Feſtland Neuguinca und Neupommern, von
den eingeborenen Bergſtämmen ermordet worden ſind:
Ihre Familienangehörigen konnten gerettet werden.
* Marburg, 25. Nov. Der Student der Philologie
Milde aus Feſtenberg in Schleſien hat ſich
erſchoſ=
ſen. Das Motiv zur Tat iſt unbekannt.
* Freiburg i. Baden, 25. Nov. Das bekannte hieſige
Gaſthaus „Zum Sternen” in Oberſimonswald wurde
in der vergangenen Nacht ſamt dem großen Sägewerk und
den umfangreichen Holzvorräten ein Raub der
Flammen.
* Elberfeld, 25. Nov. (Amtliche Meldung.) Heute
morgen 8 Uhr fuhr der Perſonenzug 902 infolge
Ueberfahrens des Ausfahrtsſignals in Barmen=
Wichling=
hauſen auf den vor dem Einfahrtsſignal Barmen=
Heu=
bruch haltenden Triebwagen 739. Der
Triebwagen=
führer und eine Dame wurden erheblich verletzt, mehrere
Reiſende erlitten leichte Verletzungen. Der
Materialſcha=
den iſt gering. Die Strecke war um 9 Uhr 45 Minuten
wieder frei.
* Wilhelmshaven, 25. Nov. Der frühere
Marine=
attachee in Paris, Vizeadmiral z. D. Siegel, iſt in
Traunfeld geſtorben.
* Wien, 25. Nov. Heute vormittag fanden neue
Kundgebungen der Südflawen ſtatt. Ungefähr 100
junge Leute, ſämtlich Südſlawen, und größtenteils
An=
gehörige der hieſigen Hochſchule, verſammelten ſich
vor=
der Univerſität, zogen gegen das Innere der Stadt und
ſtießen aufrühreriſche Rufe aus. Vier Studenten wurden
verhaftet.
* Peſt, 25. Nov. Vor dem Abgeordnetenhaus
ſtanden heute Abteilungen von Polizei und Gendarmerie,
um den ausgeſchloſſenen Abgeordneten den Zutritt zu
ver=
wehren. Das Militär fehlt heute. Die Oppoſitionellen
ſandten eine Deputation in das Abgeordnetenhaus,
die=
ſelbe wurde aber, da ſie aus ausgeſchloſſenen
Abgeord=
neten beſtand, nicht hineingelaſſen und entfernt ſich unter
Proteſt. Im Hauſe wurde das Rekrutenkontingent von
1913 eingebracht.
* Neapel, 25. Nov. Lina Crispi, die Gemahlin des
früheren Staatsmannes, iſt geſtorben.
* Malta, 25. Nov. Man erfährt, daß das dritte
Schlachtgeſchwader, das heute hier angekommen
iſt, bis Weihnachten hier bleiben wird.
* Waſhington, 25. Nov. Das Einigungsamt,
das zur Unterſuchung des Streites zwiſchen 30 Lokos
motivführern und 52 Bahnen öſtlich von Chicago und
nördlich von Norfolk in Cincinnati eingeſetzt war, hat den
Angeſtellten einen Mindeſtlohn zugeſprochen, der höher
iſt als der Mindeſtlohn, der bereits von einigen Bahnen
geplant war. Der Schiedsſpruch iſt auf den 1. Mai
zurück=
zudatieren und gilt für ein Jahr. Er ſichert beſſere
ein=
heitliche Mindeſtvorſchriften, erklärt aber, daß eine
ein=
heitliche Lohnerhöhung nicht gerechtfertigt ſei. Weiter
wird die Einſetzung von Bundeskommiſſionen zur
Regel=
ung der Lohnverhältniſſe im öffentlichen Verkehr
an=
geregt. Die Lokomotivführer von Perſonenzügen hatten
um einen Lohn von 4,4 bis 4,6 Dollars pro Tag und 100
Meilen erſucht und haben einen Mindeſtlohn von 4,25
Dollars zugeſprochen erhalten. Die Lokomotivführer von
Güterzügen erhielten ihre Forderungen von 5,25 und 5,75
Dollars bewilligt.
— Halle a. S., 25. Nov. Auf Belkendorfer Flur
wurde in der Nacht ein Förſter bei einem Zuſammenſtoß
mit Wilderern durch zwei Schüſſe ſchwer
ver=
letzt. Seine beiden Hunde wurden ihm erſchoſſen. Heute
vormittag wurden vier Bergarbeiter verhaftet, die als
Täter in Betracht kommen.
Prag, 25. Nov. In Przibrem wurde geſtern eine
Studentenfeier abgehalten, zu der ſich auch deutſche
Stu=
denten aus Prag eingefunden hatten. Als ſich abends die
deutſchen Studenten zum Bahnhof begeben wollten,
ent=
ſtand zwiſchen ihnen und tſchechiſchen Studenten eine
blutige Schlägerei, bei der 11 deutſche
Stu=
denten ſchwer verletzt wurden.
Tarbes (Departement Hochpyrenäen), 25. Nov.
Eine Lawine verſchüttete den Weg zu dem auf
einem Berggipfel gelegenen elektriſchen Werk. Sechzig
Arbeiter ſind von der Außenwelt abgeſchnitten. Ihre
Lage iſt verzweifelt, da ihnen die Lebensmittel fehlen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Europa lagert hoher Druck, dem eine ſtarke
Depreſſion über dem Nordmeere gegenüberliegt; ſie
ent=
ſendet einen Randwirbel nach dem Kanal. Im Bereich
des kontinentalen Hochs herrſcht bei uns trübes, doch
meiſt trockenes Wetter. Die Temperaturen ſind infolge
weſtlicher Winde etwas geſtiegen. Niederſchläge fielen
nur in geringer Menge. Von Weſten her fällt der Druck,
ſo daß wir trübes Wetter und einzelne Regenfälle
er=
warten dürfen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 26.
No=
vember: Trüb, zeitweiſe Niederſchläge, kühl.
Angeſichts der Verteuerung der meiſten Genußmittel
iſt auf die Billigkeit von
(9606M
SRNGR0JEE
beſonders hinzuweiſen. Dieſe fachgemäße Miſchung
vor=
zugsweiſe britiſch=indiſcher Tees ſteht qualitativ ſo hoch,
daß ſie den weitgehendſten Anſprüchen zu genügen
ver=
mag. Dabei ſtellt ſich infolge der außergewöhnlichen
Ausgiebigkeit eine Taſſe Sang=Ho Tee auf kaum
über 1 Pfg. MoRlz LANDAU, Fernſprecher 116.
Marke ,Zapatero‟
Dlenennonig Tel
Schulstr.
garantiert rein 7u. H. W. Prassel 10.
(2033af
Aus dem Geſchäftsleben.
Zu Weihnachten 1912 hat die ſeit über
40 Jahren überall aufs beſte eingeführte und
be=
kannte Dampfparfümerie= und Toilette=Seifen=Fabrik 561,
Franz Kuhn, Nürnberg, eine orginelle Neuheit auf
den Markt gebracht. Von einem ſehr geſchickten
be=
kannten Nürnberger Künſtler nach eigner Methode
wunderbar naturgetreu nachgebildete Verkleinerungen
herrlicher Alt=Nürnberger Baudenkmäler wie
zum Beiſpiel die Hohenzollernburg, der tiefe Brunnen,
5eckiger Turm, Kaiſerſtallung, Albrecht Dürerwohnhaus,
Bratwurſtglöcklein, Hauptwache, der runde
Veſtnertor=
turm, Stadttürmchen, der Ringmauer als Atrappen
ge=
füllt mit der neuen Prinzregent Luitpold=Jubiläums=
Veilchen=Odeur und Noris=Parfüm von
wunder=
barem Duft. Es handelt ſich hier nicht um
Repro=
duktionen, ſondern um Orginal=Künſtlerarbeiten, und
der für ſolche Gegenſtände außergewöhnlich billige Preis
per Stück 4 bis 9 Mk. mit Füllung, hat dem Artikel
einen großen Abſatz bereits verſchafft und zu regſter
Nachfrage geführt. Wer Nürnberg je beſucht hat, für
den wird eine ſolche Gabe ein willkommenes
Weihnachts=
geſchenk bilden, das manche angenehme Erinnerung
wieder auffriſcht und Freude bereitet, ſo daß wir unſere
geehrten Leſer ſpeziell darauf aufmerkſam machen
möchten. Baldige Beſtellung iſt notwendig, weil ſolche
Handarbeiten ſonſt nicht mehr rechtzeitig geliefert werden
können.
Familiennachrichten.
Statt Karten.
Berta Gailinger
Leo Weglein
VERLOBTE.
Stuttgart
Nadierstrasse 17
Darmstadt
Kirchstrasse 21.
(24280
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine liebe Gattin, unſere treubeſorgte,
liebe=
volle Mutter, Großmutter, Urgroßmutter,
(24288
Schwiegermutter und Tante
Frau Margarete Karoline Fraus
heute morgen 6 Uhr nach langem, ſchwerem, mit
Geduld getragenem Leiden zu ſich abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Johann Fraas,
Familie Wilhelmine Homburg,
geb. Marquardt,
Familie Ludwig Jochem,
„ Georg Marquardt,
„ Martin Marquardt,
„ Karl Marquardt,
„ Wilhelm Marquardt,
Johann Frey.
Darmſtadt, den 25. November 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
2½ Uhr, vom Friedhof aus, ſtatt
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Nach langer, ſchwerer Leidenszeit entſchlief
heute nachmittag ſanft unſere geliebte Tochter
und Schweſter
(24303
Eim Usahn.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Frau Dr. Anna Osann,
geb. Backofen.
Darmſtadt, 25. November 1912.
Die Einäſcherung findet in der Stille ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Mitteilung, daß es Gott dem
All=
mächtigen gefallen hat, meinen innigſtgeliebten
Mann, unſeren lieben Bruder, Schwager und
(B24302
Onkel
Hertn Friedrich Reining
Privatier
nach langem, in Geduld getragenem Leiden
in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen
Anna Reining, Schießhausſtr. 55.
Darmſtadt, den 25. November 1912.
Die Beerdigung findet auf Wunſch des
Ver=
ſtorbenen in der Stille ſtatt.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne des
Ent=
ſchlafenen.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Freunden und Bekannten die traurige
Mit=
teilung, daß es Gott dem Allmächtigen
ge=
fallen hat, unſeren lieben, unvergeßlichen
Vater und Bruder
(24260
Sohann Aafel- Scherter
Bildhauer
nach langem, ſchwerem Leiden plötzlich und
unerwartet heute vormittag in ein beſſeres
Jenſeits abzurufen.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Ernſt Scherrer.
Darmſtadt, den 24. November 1912.
Nieder=Ramſtädterſtraße 59.
Die Beerdigung findet Dienstag, 26. Nov.,
nachm. 3 Uhr, vom Portale des ſtädt.
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Blumenſpenden bittet man am Friedhofsportal
abzugeben.
Dankſagung.
Für die aufrichtigen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme während der ſchweren Krankheit, wie auch
bei der Beerdigung unſerer lieben, guten Schweſter,
(24278
Schwägerin und Tante
Frau
Kunigunde Filsinger
geb. Buchert
ſagen wir, auch für die zahlreichen Blumenſpenden,
auf dieſem Wege Allen unſeren tiefgefühlten und
innigſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Geſchwiſter Buchert.
Darmſtadt, den 24. November 1912.
Dankſagung.
Allen, welche bei dem Hinſcheiden unſerer
lieben, unvergeßlichen Tochter, Schweſter und
(24265
Schwägerin
Emmi Eqner
ſo herzlichen Anteil nahmen, ſagen innigen Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 25. November 1912.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Freunden und Bekannten hierdurch die
traurige Mitteilung, daß unſer lieber Gatte,
Vater, Schwager und Onkel
(24304
Herr
Reatiohter Huge Kemer
heute vormittag plötzlich verſchieden iſt.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 25. November 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 27. Nov.,
nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehauſe
Mühl=
ſtraße 56 aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
ir beklagen ſchmerzlich den unerwartetzn
Verluſt unſeres lieben Amtsgenoſſen, des
Herrn
Reafichters Huge Reier.
Der Tod hat ihn in Ausübung ſeiner
Tätigkeit bei der Schulfeier am 25. ds. Mts.
dahingerafft. Seine Verdienſte und Leiſtungen,
beſonders als Leiter des Geſangchors und
Schülerorcheſters, haben ihn über den Kreis der
Anſtalt hinaus ehrenvoll bekannt gemacht. Als
Lehrer und als Menſch hat er ſich in hohem
Maße die Achtung und die Liebe ſeiner
Amts=
genoſſen und Schüler erworben.
Alle werden ihm ein treues und dankbares
Andenken bewahren.
(24285
Der Direktor und die Lehrer
des Großh. Realgymnasiums
zu Darmstadt.
Todes=Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Nachricht, daß es Gott dem
All=
mächtigen gefallen hat, unſere innigſtgeliebte
Mutter, Schwiegermutter, Schweſter, Schwägerin
und Tante
(24305
Frau Henriette Emich
geſtern abend 9 Uhr nach dreitägigem
Kranken=
lager in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Franz Wilding.
Darmſtadt, Ober=Ramſtadt, 25. Nov. 1912.
Lichtenbergſtraße 80.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 27. Nov.,
nachmittags 2 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus, ſtatt.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C), Anfang 7 Uhr: „
Ga=
briel Schillings Flucht”
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Oepheum.
Vortrag von Pfarrer Freundlieb um 8¼ Uhr im
„Kaiſerſaal” (Freie landeskirchliche Vereinigung).
Parlophon=Konzert um 8½ Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt”.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends).
Olympia=Theater, Rheinſtr. 2, 1. Etage:
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Die
Wartburg, von einem Zeppelin=Luftſchiff aus
aufge=
nommen; vom Balkankriege; türkiſche Flüchtlinge bei
ihrer Ankunft in Konſtantinopel; türkiſche Gefangene
werden unter Bewachung durch die Straßen Belgrads
transportiert; die Türken auf der Flucht nach der
Schlacht von Tſchorlu.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 27. November.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 11 Uhr
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Gederkahf
muss
ELoeASEUF
gesehen haben.
Die verblüffend billigen Eintrittspreise ermöglichen es jjedem, den
„Cireus der tausend Wunder” dreimal und viermal
zu sehen.
Täglich 7½
Gala-Vorstellungen
Mittwoch, Samstag, Sonntag
3 Uhr und 7½ Uhr 4
Vorstellungen
Nachmittags zahlen Kinder auf allen
Plätzen halbe Preise.
ERANKFURT
Festhalle
e
Preisen der Piäte
40 Pfennige bis 2½ Mark
Logen 3 Mark bis 6 Mark
Vorverkauf an den Circuskassen und in
sämtlichen Zigarrengeschäften von
G. M. Holz, Frankfurt. (24241
Volksverein tür das katholische Beuischland.
Mittwoch, den 27. November, abends 8½ Uhr,
im Konkordiaſaale, Waldſtraße 33
Verſammlung des Volksvereins.
Redner:
1. Herr Kaplan Moser=Darmſtadt:
„Der ſtille Kulturkampf”.
2. Herr Rechtsanwalt Duss=Seligenſtadt:
„Das Jeſuitengeſetz”.
Hierzu werden alle Katholiken Darmſtadts (Damen und Herren)
(24259
dringend eingeladen.
Der Geſchäftsführer.
Eiulcdung zum Batirug
des Herrn Realſchuldirektors Dr. Schnell zu Butzbach
über
„Die deutſchen Sprachinſeln in Enropa”
am Freitag, 29. November d. J., abends 8½ Uhr,
im Fürstensaal.
Frauen= und Männer=Ortsgruppe
des Vereins für das Deutſchtum im Ausland
(Allgem. Deutſcher Schulverein).
Alldeutſcher Verband.
Allgem. Deutſcher Sprachverein.
Deutſche Kolonialgeſellſchaft.
(24247id
Deutſcher Oſtmarken=Verein.
Eintritt 20 Pfg.
Donnerstag, 28. November 1912. 8 Uhr,
Musikvereinssaal
Einmaliger Liederabend
ien Aenni Wiegand
(24032di
aus Frankfurt a. M.
Am Flügel: Paul Meyer aus Frankfurt a. M.
Der Seiler-Konzertflügel ist aus dem Lager von G. Thies
Nachf., Leopold Schutter, Hoflieferant, Elisabethenstr. 12.
Karten zu Mk. 4.−, 3.−, 2.— u. 1.— in der
Hof-
musikalien- u. Pianohandlg. G. Thies Nachf., Leop.
Schntter Plisabeibenstr 12 Sowig an der Alundiensse
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe.
(B22685
Das Infanterie=Regiment von Horn
(3. Rheiniſches) Nr. 29
beabſichtigt, am 17., 18. und 19. Auguſt 1913 in Trier ſein
hundertjähriges Beſtehen zu feiern.
Alle Offiziere, die dem Regiment aktiv oder in der Reſerve
an=
gehört haben oder noch angehören Sanitätsoffiziere, Beamte, ſowie
ſonſtige Reſerve= und Landwehrofiziere, die im Regiment Feldzüge
mitgemacht haben, und alle Unteroffiziere und Mannſchaften des
Regiments, welche an der Feier teilzunehmen beabſichtigen werden
gebeten, ihre genaue Adreſſe bis ſpäteſtens 1. März 1913 dem
Geſchäftszimmer des Regiments mitzuteilen.
Bei Unteroffizieren und Mannſchaften wolle neben dem
Zu=
namen auch der Vorname angegeben werden, ferner:
1. Dienſtgrad, Kompagnie und Dienſtzeit:
2. ob Feldzugsteilnehmer in den Reihen des Regiments und
an weichen ?
3. jetziges Zivilverhältnis.
Es iſt erwünſcht, wenn Mitglieder der 29er=Vereine dieſe
An=
gaben ihrem Vorſitzenden machen und dieſe Vereine die Anmeldungen
geſammelt und in Liſten zuſammengeſtellt an das Regiment gelangen
laſſen.
Trier. im November 1912.
(24240
Boedicker, Oberſt und Regiments=Kommandeur.
Kriegerverein Darmſtadt.
Schutzherr:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog Ernſt Ludwige
S0tl0s
WähNER
DARMSTADT
Kiechstr, 19
an der Stadtkirche.
(20415a)
Empfehle prima Landwurst
Hausm. Leberw. u. Preßkopf à P. 1 Mk.
Thür. Mettwurst hart ger. „ „, 1.40 ₰
Lachschinken . . . . .,, 1.80 ₰
ſowie andere Schinken und
Wurſtwaren. Verſand an
Unbe=
kannte gegen Nachnahme.
Friedrich IIIert.
*12436soi) Spachbrücken.
Primahaltb. Zwiebeln
Achtung! 50 Pfd. 1.50, 100 Pfd.
2.50, n. Knoblauch 5 Pfd. 75 Pfg.,
10 Pfd. 1.20, Pa. Kochäpfel (Schafn.
eßb.) u. Backäpfelleßb.) 100 Pfd. 6.50
Heinr. Oster, Offenbach a.N. , Landesprod.=
Verſandh., Mozartstr. 1 7. Bettinastr. 32. (*0i
Schuhmacher=Maſchine, Hand=
Nähmaſchine platzhalber
billig abzugeben.
(*12599
Zu erfragen in der Exp.
gu
Fast neuer Gasofen, erh.,
elektr. Hängelampe,
Wand=
leuchter für Stearinlichter bill.
abzug. Saalbauſtr. 75. (24243if
Feier des Allerhöchsten Geburtstags
eter lethchen ſchet e euſtetent
Samstag, den 30. Novbr. 1912, abends 8½ Uhr,
im großen Saale der Turnhalle am Woogsplatz
beſtehend aus:
Prolog, Feſtanſprache, (gehalten von dem Kameraden
Herrn Oberfinanzrat Dr. Hellwig),
Konzert und Tanz
unter gütiger Mitwirkung der Großh. Hofopernſängerin Fräulein
Hede Schaub, Herrn Bruchhäuſer jr., ſowie der Kapelle des
Garde=Dragoner=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 23
unter Leitung des Herrn Muſikmeiſters Mittelſtädt.
Unſere Ehrenmitglieder und Mitglieder nebſt ihren
Familien=
angehörigen laden wir zu dieſer Feier ein. Gäſte können durch
Mit=
glieder eingeführt werden, ſind aber den am Saaleingang anweſent
den Vorſtandsmitgliedern vorzuſtellen.
Orden, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
24242id)
vereinigte Gelellichaft.
Donnerstag, den 28. November, abends 8 Uhr:
Fest-Ball
ehrock, Frack, Suoling=
An=
züge, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (18320a
ſehr gut erhalt.,
2ll, zu verk. Näher.
Kinder
Sandbergſtr. 29, Hth., I. r. (*12681
„Zum runden Eck‟
Morgen Mittwoch
Metzel=
suppe.
Es ladet ein
J. Stütz.
*12587)
Schönes Weihnachtsgeſchenk.!
Groß. neuer Kauflad. (2 Erker)
zu verk. Karlsſtr. 20, Hth. I. (*12618
Wneiß. Pels m. Muſf u. 3 arm.
Gaslüſter ſehr bill. Näh. Exp. (*12621 Mathildenſ.
Herenüberz. ſ. ſtarte Fig.,
Damen=
cape, Wintermantel bill. zu verk.
Näh. in der Exp. (*12412oid
Weihnachtsgeſchenk! Faſt neu., Srack f. Kellner, dkl. Ueberzieher
für Mittelgröße zu verkaufen
zur Feier des Geburtstags Sr. K. Hoheit des Großherzogs.
Karten für das Balleſſen werden bis 28. November, mittags
1 Uhr, zum Preiſe von 2 Mk. durch den Geſellſchaftswirt ausges
gegeben. Für nicht mit Karten verſehene Teilnehmer erhöht ſich der
Preis auf 2.50 Mk.
Im Intereſſe geordneten Servierens wird gebeten, die Löſung
von Tiſchkarten nicht zu verſäumen. Galeriekarten werden zwiſchen
4 und 5 Uhr nachmittags am 28. November ausgegeben.
Der Ausschuss.
24262)
Mozart-Verein.
Mittwoch, den 27. November 1912, abends 8 Uhr
I. Winter-Konzert im Saalbau.
Mitwirkende:
Fräulein Fanny Weiland aus Leipzig, Herr Robert
Hutt vom Opernhaus in Frankfurt a. M.
Leitung: Herr Grossh. Kapellmeister F. Rehbock.
Vortragsordnung:
1. Hymne für Männerchor (Gluck). 2. Bildnis-Arie aus
„Die Zauberflöte‟ (Mozart). 3. 3 Klavierstücke: „Capriccio‟ (
Scar-
latti), „Bergeuse” (Chopin), „Cherzo‟ (d’Albert). 4. 2 nordische
Chöre: „Olaf Trygoason” (Reissiger), „Eine Bauernhochzeit‟
(Södermann). 5. 2 Lieder für Tenor: „Dämmerung‟ (B. Hartl),
„Heimweh‟ (Hugo Wolf). 6. 2 Lieder für Chor: „
Schlummer-
lied‟ (Ferd. Büchler), „Mädel, der Mai ist da‟ (Franziskus Nagler).
7. 2 Klavierstücke von Liszt: „Consolation‟ Rhapsodie Nr. XII.
8. 2 Gesänge für Tenor aus „Die Meistersinger‟ (R. Wagner),
„Am stillen Herd”, „Preislied‟. 9. 2 Volkslieder für Chor:
„Ich habe den Frühling gesehen‟, „Der Jäger aus Kurpfalz‟.
Blüthner-Konzertflügel von A. W. Zimmermann.
Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung der
Mit=
glieds- oder Gastkarten gestattet.
Für Nichtmitglieder sind numerierte Plätze für
Mk. 3.— für Vereinsmitglieder ebensolche unter Vorlegung
ihrer Jahreskarten und gegen eine Aufzahlung von 50 Pfg. für
jede Karte in der Hofbuch- u. Kunsthandlung von Müller
Rühle, Eisabethenstrasse 5, zu haben. (24272
23, III.
(*1262s
[ ← ][ ][ → ] Normalhose für Herren, sehr solid
Stück 95 ₰
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Stück 1.10
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Ein Rendezvous zu Dreien
Eine allerliebste Komödie.
Ein Selleger ersten Langes.
Motto: Nur spannend.
Eind Mkhate zu Spar
Ein spannendes Drama in
2 Akten mit einem
furcht-
baren Unglück, Absturz
eines Zuges in eine tiefe
Schlucht, von ein.
Brücken-
bruch hervorgerufen.
Besehen Sie unsere Beklame.
Der Sabadinosee
Herrl. italien. farb. Naturaufn.
Das Auge des Toten
Detektiv-Film. Sehr spannend
Was dem Kinde fehlt
Humoreske. (*12674
Diverse Einlagen.
Vorzügl. neuen
Apfelwein
(24173a
zapft
J. M. Wolf, „zum Deutschen Hof‟,
Waldſtraße 33.
eue Nähmaſchine (
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nu. Der am Samstag abend von der Darmſtädter
Freiwilligen Sanitäts=Kolonne vom
Roten Kreuz im Konkordiaſaal veranſtaltete
Vor=
tragsabend war außerordentlich ſtark beſucht. Herr
Fredy Wiener=Darmſtadt hatte wie immer ſeine
rheto=
riſche Kunſt in den Dienſt der guten Sache geſtellt und
brachte zur Eröffnung des Abends zwei packende
Rezita=
tionen: „Die Schlacht” von Friedrich v. Schiller und „Im
Lazarett” nach einer wahren Begebenheit aus dem
Feld=
zug von 1870, von Th. Keller, in meiſterhafter Weiſe zum
Vortrag, wofür ihm reicher Beifall zuteil wurde.
Den Glanzpunkt des Abends bildete ein Vortrag des
Kolonnenführers Oberleutnants a. D. Lotheißen
über „Das Rote Kreuz, ſein Werden, Wachſen und
Wir=
ken”. In ſeiner Einleitung gedachte der Redner zunächſt
des jetzigen Balkankrieges, in dem für die Kranken= und
Verwundetenpflege viel zu wenig geſorgt ſei,
infolge=
deſſen Hunderle von tapferen Käpfern an ihren
Wun=
den zugrunde gehen. Auch in den früheren Kriegen,
be=
ſonders des 17. und 18. Jahrhunderts, war es geradezu
troſtlos um die Verwundeten= und Krankenpflege beſtellt.
Ebenſo geben die Schlachtfelder des 19. Jahrhunderts
von dem traurigen Elend der dort Kämpfenden die
ſchreck=
lichſte Kunde. Bereits damals ſchon wurden von den
Feldherren Abmachungen zum Schutz und zur Pflege der
Kranken und Verwundeten getroffen, doch reichten dieſe
primitiven Maßregeln bei weitem nicht aus. Einen
eigent=
lichen Sanitätsdienſt mit geſchultem und ausgerüſtetem
Perſonal kannte man damals noch nicht. Noch weniger
dachte man an die Heranbildung eines ſanitätlich
aus=
gebildeten Hilfsperſonals. Nach der Schlacht von Torgau
mußten über 10 000 Verwundete in der kalten
November=
nacht ohne jede Hilfe zubringen, und viele Tauſende ſind
dabei zugrunde gegangen. Im Jahre 1788 wurden im
preußiſchen Heere zum Verwundeten=Transport 4räderige
Karen beſchaft, aber nur ſo viel, daß auf 100 Mann ein
Wagen kam. Henry Dunant, ein Schweizer
Philan=
throp, veranlaßte im Jahre 1864 durch Wort und Schrift
die Gründung des „Roten Kreuzes” und der
„Genfer Konvention” die am 22. Auguſt 1864 zum
Zwecke der Verbeſſerung des Loſes der Verwundeten und
Kranken der im Felde ſtehenden Heere abgeſchloſſen
wurde. Ihr ſind alle europäiſchen Staaten, Amerika,
ſowie Perſien, Japan, Bolivia, Chile, Argentinien und
Uruguay angeſchloſſen.
Das Verhältnis des „Roten Kreuzes” zur Armee und
zu den Behörden, ſowie die Art der Mitwirkung beim
Kriegsſanitätsdienſt ſind durch Vorſchriften geregelt: in
Deutſchland durch die Dienſtvorſchriften der freiwilligen
Krankenpflege vom 12. März 1907. Danach bilden die
freiwilligen Kranken= und Sanitäts=Kolonnen keinen
ſelbſtändigen Faktor, ſondern ſind dem ſtaatlichen
Organis=
mus eingefügt und werden von den Staatsbehörden
ge=
leitet. Berechtigt, den Kriegsſanitätsdienſt zu
unter=
ſtützen, ſind die deutſchen Landesvereine vom Roten Kreuz
und die mit ihnen verbündeten Ritterorden (Malteſer=,
Johanniter= und St. Georgsritter), ſowie alle
Vereinig=
ungen, die ſich im Deutſchen Reiche bilden, auf
nationa=
lem Boden ſtehen und den vom Kriegsminiſterium
feſt=
geſetzten Grundſätzen entſprechen. Die Ritterorden
wer=
den durch die Ordensvorſtände, die Landesvereine ſeit
dem Jahre 1869 durch das Zentralkomitee vom „Roten
Kreuz” vertreten und geleitet. Für Verdienſte um das
Rote Kreuz wird in Preußen ſeit 1898 die Rote Kreuz=
Redalle verliehen. In den anderen Bundesſtagten
be=
ſtehen ähnliche Auszeichnungen. Gegen geſchäftliche
Aus=
nützung ſchützt das Abzeichen „R. K.” durch Reichsgeſetz,
das von den Mitgliedern im Dienſt ſtets zu tragen iſt.
In eingehender Weiſe erläuterte hiernach der Redner an
Hand einer vorzüglichen Statiſtik und einer großen Zahl
von Lichtbildern die Organiſation des geſamten
Kriegs=
ſanitätsweſens des Reiches, ſowie die für die
Geſund=
heitspflege der Verwundeten und Kranken im Kriege
ge=
troffenen Maßnahmen, wobei Heſſen mit ſeinen in allen
Städten des Landes vorzüglich durchgebildeten
Frei=
willigen Sanitätskolonnen mit an erſter Stelle ſteht.
Be=
ſonders in den Feldzügen 1866 und 1870/71 haben ſich die
heſſiſchen Sanitätskolonnen, und in erſter Linie die
Offen=
bacher Kolonne, vortrefflich bewährt und wurden viele
Mitglieder derſelben mit hohen Orden ausgezeichnet:
Ferner gedachte der Redner noch der Tätigkeit und
Aus=
bildung der Rote Kreuz=Schweſtern im
Kriegsſanitäts=
dienſt, die für die Kranken= und Verwundetenpflege in
den Etappen=Lazaretten vorzüglich geeignet ſeien. Den
Schluß des Abends bildete wieder eine Rezitation von
Herrn Fredy Wiener, ein Melodram, von Herrn
Muſik=
direktor Klaſſert am Klavier begleitet.
— Der Balkankrieg. Herr Dr. Albrecht
Wirth aus München, der als Kriegsberichterſtatter auf
dem Kriegsſchauplatze weilte, hielt am Sonntag abend
im mäßig beſetzten großen Saal der Turnhalle am
Woogsplatz einen Vortrag über Land und Leute der
Balkanhalbinſel, wohin ſich jetzt das geſpannte Intereſſe
der geſamten Kulturwelt richtet, und das gewaltige
Rin=
gen zwiſchen Mohammedanern und Chriſten mit
Auf=
merkſamkeit verfolgt. Herr Dr. Wirth mit ſeiner
be=
kannten feſſelnden Redeweiſe ſchilderte zunächſt Albanien,
deſſen Selbſtändigkeitsgelüſte er nicht für gerechtfertigt
erklärte. Den Gerechtigkeitsſinn der Türken betonte der
Vortragende beſonders, er ließ dem machtvollen
Osmanen=
reich gar oſt die Uebergriffe der ſich in ihren chriſtlichen
Gefühlen beſchränkt fühlenden kleinen Balkanvölker
nach=
ſichtig beurteilen. Die Türken ſeien im allgemeinen
ge=
nügſam, ehrlich und von den einfachſten Sitten, wenn auch
ſtellenweiſe ein gewiſſer Zug zum Lurus nicht in Abrede
zu ſtellen ſei. Von der Vielweiberei der Türken ſei eine
ganz falſche Anſchauung verbreitet. Dieſe ſei ebenſo wie
es bei uns ſein würde, eine Geldfrage, und auf zwanzig
Einehen käme kaum eine Vielehe Die militäriſchen
Eigenſchaften des Türken, zu Zeiten des Krimkrieges ganz
hervorragend, wären bis vor wenigen Jahren durch
Kor=
ruption und Günſtlingswirtſchaft auf einen ziemlichen
Tiefſtand geſunken. Die Tätigkeit der wenigen deutſchen
Offiziere habe wohl etwas, aber nicht viel beſſer gemacht.
Dieſe Tätigkeit werde meiſt überſchätzt. Die türkiſche
Ar=
tillerie ſei ſtets von vorzüglichen Qualitäten geweſen,
we=
niger die Kavallerie, die infolge des minderwertigen
Pferdematerials, wie bei den Bulgaren, auf einer ſehr
niedrigen Stufe ſtehe. Den Bulgaren rühmte Redner
gute Leiſtungen im Artillerieweſen und bei der
Infan=
terie nach, wenn er auch das bedingungsloſe Einſetzen
von großen Heermaſſen bei zweifelhaften Poſitionen nicht
gutheißen könne. Das bulgariſche Offizierkorps ſei in
jeder Hinſicht gut ausgebildet. Die ſerbiſche Kavallerie ſei
die beſte der Balkanſtaaten, von den Serben, mit
Aus=
nahme der Staatsmänner, habe er keinen guten Eindruck
gewonnen. Ueberraſchend ſei die enorme Mobilmachung
von ziemlich 300000 Mann, anſtatt der erwarteten 120000
Mann, geweſen, wenn auch dieſe Soldaten nicht ausge=
bildet und nicht militäriſch ausgeſtattet waren. Das beſte
Soldatenmaterial hat Redner in Montenegro gefunden.
Die Abhärtung der Montenegriner laſſe ſie alle
Stra=
pazen leicht überſtehen. Er gab dann eine ausführliche
Schilderung über die Belagerung von Skutari durch die
vereinigten Montenegriner und Serben. Er iſt der
Mei=
nung, daß die Feſtung überaus günſtige Bedingungen
zur erfolgreichen Abwehr einer Belagerung biete. Die
Feſtungswerke ſeien durchaus moderne Anlagen und
gä=
ben den Belagerern eine ſchwere Arbeit. Unter den
Griechen endlich finde man die verſchiedenſten
Raſſengegen=
ſätze. — Zum Schluß kam Redner auch auf die
vielbe=
ſprochenen Grauſamkeiten der Türken zu ſprechen, die er
durch das vielfache Sympathiſieren der Bevölkerung mit
ihren Feinden erklärt, ſo daß die Grauſamkeit ſchließlich
nur eine Folge der Erbitterung ſei. Die Verbündeten, mit
Ausnahme der Montenegriner, hätten ſich zum mindeſten
ebenfalls ſo viel Grauſamkeiten zu ſchulden kommen
laſ=
ſen, wie die Türken. Der Vortragende kam zu dem
Er=
gebnis, daß in dem ſerbiſch=öſterreichiſchen Konflikt der
Kampf zwiſchen Slawentum und Germanentum
ſchlum=
mere und daß hieraus ein erbitterter Kampf zwiſchen
zwei bedeutenden Raſſen entſtehen könnte, in dem wir treu
zu unſerem Verbündeten, Oeſterreich=Ungarn, ſtehen
müß=
ten. — Lebhafter Beifall folgte den intereſſanten Auss
führungen.
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meiſter” der nunmehr bereits im elften Jahrgange ſteht,
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ſich anſchließenden Muſtern bilden den praktiſchen oder
techniſchen Teil, ſie behandeln Bücher und Karteien und
beantworten ſtets die Frage: „Wie iſt Buch zu führen?”
Eine ſchroffe Trennung herbeizuführen, iſt nicht
beabſich=
tigt, lediglich die Ruhe in der wiſſenſchaftlichen
Behand=
lung ſoll erhöht werden. Die ſo betriebene Teilung ſoll
den beruflichen Buchführern ein Mittel ſein, die Aufgaben
der Buchhaltung ſchärfer zu erfaſſen, die Geſchäftsleiter
veranlaſſen, ihre Buchhaltung bewußt weiter auszubauen,
und dem Juriſten ermöglichen, Verſtöße gegen die
Ge=
pflogenheiten ſorgfältiger Kaufleute, bezw. gegen die
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(Nachdru.l verbote:
22)
Gunild kletterte von der Leiter herunter und ſtöhnte.
Wie langſam die Leute hier ſind! Dabei haben wir die
Einrichtung dem erſten Spediteur Petersburg übergeben!
Ja, hier nimmt man ſich zu allem Zeit, gnädige Frau.
Aber warten Sie, ich werde die Arbeiter antreiben!
Er zog ein kleines rotes Buch aus der Taſche,
blät=
terte hin und her, und dann rief er laut ein paar ruſſiſche
Worte durch die Zimmer.
Richtig! Es wurde jetzt herzhafter zugefaßt. Ein
Vorarbeiter verſtand ſogar deutſch, er trieb die Leute an.
Was haben Sie denn geſagt? fragte Wullnow.
Meine Täubchen, wenn ihr fleißig ſeid, bekommt ihr
— Wodka! —— den Sinn meiner Worte wenigſtens ſcheinen
die Arbeiter verſtanden zu haben, wie der Augenſchein
lehrt.
Gunild lachte hell auf. Täubchen nennt man hier die
Leute?
Vorläufig! — Erſtes Stadium, gnädige Frau!
Dann wird man deutlicher, und wenn das nichts hilft,
vertragen ſie auch ein wenig körperlichen Schmerz!
Sie ſchüttelte den Kopf. War dieſes heilige Ruß=
land eine komiſche Welt! Selbſt mit dem
Droſchkenkut=
ſcher wurde gehandelt, bevor man einſtieg. Was koſtet
die Fahrt nach dem Newskyproſpekt? — Einen Rubel
vierzig Kopeken! Man ging bis zur nächſten Laterne,
der Kutſcher folgte mit dem Wagen. — Einen Rubel!—
Ein paar Schritte weiter. — Achtzig Kopeken! — Schön,
mein Täubchen! — In allen Geſchäften wird ſo gehandelt,
das iſt nun einmal ruſſiſche Sitte.
Wullnow ſah nach der Uhr. Ich muß jetzt zum
Dienſt. Kommen Sie mit, Herr von Roßdorff?
Hab nichts zu tun. Wenn die Herrſchaften erlauben,
mache ich mich hier nützlich.
Herrlich, Herr von Roßdorff! jubelte Gunild.
Ihrem Manne war das nicht angenehm, aber es blieb
ihm nichts anderes übrig, als dem Zietenhuſaren mit
freundlichen Worten zu danken.
Meine Frau weiß, wie die Möbel geſtellt werden
ſollen. Hoffentlich werden Sie beſſer mit den Leuten
fer=
tig wie wir, Herr von Roßdorff!
Wie ein Feldherr ſtand der junge Offizier zwiſchen
den verſchiedenen Gegenſtänden, den Vorarbeiter an der
Seite. Hin und her wurden die Stücke geſchoben.
Deko=
rateure machten ſich an den Fenſtern und Wänden zu
ſchaf=
fen, ein Heidenlärm begann, mit lautem Krachen
ſpran=
gen Kiſtendeckel auf.
Gunild eilte von einem Zimmer in das andere, Mit
Diener und Zofe, die ſie aus Berlin mitgebracht hatten,
paßte ſie auf, daß nichts geſtohlen wurde.
So, gnädige Frau, nun machen wir eine Pauſe und
laſſen Schnaps für die Arbeiter holen!
Ihnen ſelbſt vermag ich leider gar nichts vorzuſetzen.
Wenn Sie geſtatten, erzähle ich Ihnen unterdeſſen im
Salon — er ſieht ja ſchon ganz paſſabel aus — ein kleines
Geſchichtchen.
Gunild wurde verlegen. Roßdorff würde doch nicht
etwa anfangen, von Plattangen zu reden? Vorſichtig
deutete ſie in ihrer Antwort darauf hin.
Iſt es traurig? fragte ſie.
Im Gegenteil. Sie werden ſich wundern, gnädige
Frau!
Dann kommen Sie!
Und während die Arbeiter auf den Kiſten hockten und
die Schnapsflaſche kreiſen ließen, ſaßen Gunild und
Roß=
dorff im Salon einander gegenüber.
Vor allem muß ich um Diskretion bitten, gnädige
Frau — gegen jedermann!
Da bekam ſie Angſt. Werde ich meinem Manne auch
dadurch kein Unrecht zufügen?
Nein!
Da bin ich geſpannt!
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ken Hände im Schoße gefaltet und ſah Roßdorff mit
großen Augen an.
Vermutlich werde ich bald Ihr Vetter werden,
gnä=
dige Frau!
Mein Vetter? — Sie rieb ſich die Stirn. — Ha, ich
verſtehe! Um Agathe Dittmark handelt es ſich wohl?
Allerdings! Im Herbſt fahr ich zu den Jagden nach
Maſuren — einig ſind wir ſchon!
Herzlich ſtreckte ſie Roßdorff die Hand entgegen. Wie
mich das freut! Ich weiß nicht, wem ich mehr Glück
wün=
ſchen ſoll, Ihnen oder meiner Baſe.
Ich glaube, ich habe den größeren Anſpruch darauf.
Und dann ſoll wohl ſchon im nächſten Winter Agathe
hierher kommen?
Hoffentlich.
Da klatſchte Gunild in die Hände. Wiſſen Sie was?
Ich werde ſie bitten, mich recht bald zu beſuchen!
Wäre das ſchön! — Aber wahrhaftig, gnädige Frau,
auf den Gedanken bin ich noch gar nicht gekommen!
Glau=
ben Sie ja nicht, ich hätte Ihnen deshalb mein
Herzensge=
heimnis anvertraut!
Gunild lachte ihn aus. Meinen Sie, ich würde Ihnen
das übel nehmen? — Aber wo haben Sie denn meine
Baſe kennen gelernt?
In Maſuren. Ich habe auf der Herreiſe Plattangen
und Herrn von Sollenſtern beſucht.
Da biß Gunild die Zähne aufeinander. Wie hatte
ſie nur ſo töricht fragen können! Aber nun blieb ihr
wei=
ter nichts übrig, als das Geſpräch in dieſen Bahnen
fort=
zuſpinnen.
Hat ſich Herr von Plattangen gut eingelebi?
Roßdorff zuckte die Achſeln. Im Winter gibts
frei=
lich nicht viel zu tun, aber nun wartet auf ihn die Arbeit.
Es war ſehr nötig, glaube ich, daß er die
Bewirtſchaf=
tung der Herrſchaft ſelbſt in die Hand nahm.
Er ſagte dies alles mit der größten Seelenruhe.
Gu=
nild war neugierig geworden, ſie wollte den Dingen auf
den Grund gehen, und einem zukünftigen Vetter
gegen=
über meinte ſie ſich nicht allzu große Reſerve auferlegen
zu müſſen.
Niemals hätte ich geglaubt, daß Plattangen ſo
leicht=
ſinnig ſein könnte!
Wie meinen Sie, gnädige Frau? Ganz erſtaunt ſah
ſie Roßdorff an.
Da wurde ſie verwirrt. Nun, nun — Herr v.
Plat=
tangen iſt doch fertig, ſozuſagen!
Fertig? — Pekuniär?
Sie nickte mit dem Kopfe.
Denkt ja nicht im Traume dran, gnädige Frau!
Jetzt wußte ſie nicht mehr ein noch aus. In ihrer
Verlegenheit redete ſie drauf los: Er ſoll doch ſein ganzes
Vermögen verſpielt haben, die Herrſchaft kaum mehr
hal=
ten können! — Ach Gott, in welchem Lichte ſteh ich nun
vor Ihnen!
Da wurde Roßdorff ſehr ernſt. Wer hat Ihnen das
vorgelogen?
Es hieß allgemein ſo, Herr von Roßdorff.
Nein, denn davon hätten wir in Rathenow etwas
erfahren, und mir gegenüber würde wenigſtens Herr von
Sollenſtern offen geweſen ſein. Das alles iſt weiter nichts
wie eine infame Lüge! Plattangen iſt mein Freund, ich
wünſche der Sache auf den Grund zu gehen. Alſo wer
war der Lügner?
Bitte, bitte, fragen Sie nicht! Um Ihnen im übrigen
alle Bedenken zu nehmen — ich habe es erſt erfahren
als ich verlobt war.
Alſo durch Herrn von Wullnow?
Das Blut ſchoß ihr zu Kopfe, ſie war nahe daran,
vom Stuhle zu ſinken. Das habe ich nicht geſagt!
Roßdorff erhob ſich. Dann werde ich Ihren Herrn
Gemahl ſofort ſelbſt fragen.
Bitte, tun Sie es nicht — bitte, bitte!
Da biß Roßdorff die Zähne aufeinander. Alſo ſo
ſah dieſe Ehe aus! Wie ängſtlich der Blick der jungen
Frau an ſeinen Augen hing!
Sie wiſſen, Platangen iſt mein beſter Freund.
Und ich verſichere Sie, ich ſchätze Ihren beſten Freund
ſehr hoch.
Der Offizier ſah zur Seite. Ganz dicht ſtand Frau
von Wullnow vor ihm.
Gnädige Frau, dieſen Verdacht darf ich nicht auf
Mannchen ſitzen laſſen, wenn dieſes alberne Gerede auch
Ihre Entſchüſſe nicht beeinflußt haben — ſollte:
Das letzte Wort empfand Gunild wie einen Schlag
ins Geſicht. Glauben Sie meinen Worten, oder nicht.
Herr von Roßdorff?
Ich muß wohl, aber es fällt mir wahrhaftgi ſchwer!
Gut! Mein Mann hat es mir erzählt, aber als wir
ſchon verlobt waren!
Traurig nickte Roßdorff ein paar Mal mit dem
Kopfe vor ſich hin. Es hilft alles nichts, ich muß
Auf=
klärung von Ihrem Herrn Gemahl fordern.
Da ergriff Gunild ſeine beiden Händ Tun Sie
es nicht — um meinetwillen nicht, Herr v. Roßdorff)
Arme gnädige Frau!
Weinend ſank ſie auf einen Seſſel.
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Vollreis
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weil ſie den Reis eben als
Vollreis, d. h. vollwertig und
ungekünſtelt genießen. Wenn
wir von Getreide nur das
Innere als Nahrung
gebrau=
chen, ſo geniezen wir faſt nur
das nicht ſo wertvolle
Stärke=
mehl, während wir die
wich=
rigen Nährſalze und
Kleber=
ſtoffe dem ſchönen Ausſehen
(23878a
zuliebe opfern.
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Vollreis
wie ihn die Natur gibt, dann
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Ueber Werke, Künſtller und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
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uehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urtetl vor.)
Mt.-V. Ueber die in dem Konzert des Mozart=
Vereins am 27. November mitwirkende jugendliche
Pianiſtin Fräulein Fanny Weiland aus Leipzig ſeien
auszugsweiſe nachſtehend einige Urteile der Fachpreſſe
angeführt: „Das gleichzeitig friſche und bis ins kleinſte
intelligente Erfaſſen des muſikaliſchen Inhalts, zuſammen
mit der zum Staunen reifen Ausbildung alles Techniſchen
hat die Wirkung eines Naturwunders” (Dr. M.
Stei=
nitzer Leipzig.) „Tritt da im Kaufhausſaale ein reizender
Backfiſch von etwa 14 Jahren vor eine außergewöhnlich
zahlreiche Zuhörerſchaft und gewinnt ſich die Herzen aller
im Fluge. Hier haben eine große muſikaliſche Begabung
und eine ausgezeichnete Schule in jeder Beziehung ganz
eminente Leiſtungen gezeitigt. Das war Muſik für Ohr
und Herz zugleich.” (M. P., Leipzig.) „F. W. iſt ein
zartſinniges und ungewöhnlich fein geartetes
Klavier=
talent. Ihr Spiel iſt ſo echt muſikaliſch und friſch, ſo fein
geſchliffen in der Technik, daß man der jungen Künſtlerin
den Weg zur Höhe gewieſen ſah. Der Saal war überfüllt
und der Beifall nahm tumultuariſche Formen an.” (Dr.
Walter Niemann, Leipzig.) „Sie iſt eine große Hoffnung
und ſogar ſchon eine ſehr ſchöne Erfüllung.” (Berliner
Signale.) In gleicher Weiſe äußert ſich auch die übrige
Berliner Fachpreſſe. (Siehe Anzeigenteil)
Luftfahrt.
* Stutigart, 25. Nov. Das Preisgericht für die
Gordon=Bennett=Fahrt hat den Preis für die
längſte Fahrt dem Ballon „Picardie” von 46 Stunden
10 Minuten erteilt. Den Sonderpreis für den beſten
deutſchen Ballon erhält Otto Korn mit dem Ballon
„Reichsflugverein‟ Da nach den internationalen Regeln
für den Weltrekord die Höhe und die Entfernung des
Startplatzes maßgebend iſt, ſo zählte der von dem Ballon
„Picardie” erreichte Weltrekord für Deutſchland.
Sport.
* Lawn=Tennis. Das deutſch=engliſche Lawn=
Tennis=Match, das auf den gedeckten Plätzen in
Dulwich ausgetragen wird, hat ſeinen Anfang genommen.
Die Bremer Spieler konnten am erſten Tage in den
Ein=
zelſpielen ſchöne Erfolge erringen, mußten ſich aber in
den Doppelſpielen vor den Engländern beugen. So ſiegte
Spieß mit 3—6 6—3 7—5 nach ausgezeichnetem Spiele
über Douſt und ſein Landsmann Heyden mit 7—5 2—6
6—4 über Pockley. Dagegen unterlag Kulenkampff mit
0—6 7—9 gegen Mac Mair und Grimm mit 4—6 6—2
6—3 gegen Hendriks. In den Doppelſpielen ſiegten die
Engländer Douſt=Prebble überlegen 6—2 6—2 über
Hey=
den=Grimm und Mac Nair=Pockley über Spieß=
Kulen=
kampff mit 3—6 6—3 6—3.
Hokeh. Bei dem Weitſpiele der erſten Mannſchaften
des Hockeyklubs Heidelberg und der Hockeyabteilung des
Fußballklubs „Olympia‟=Darmſtadt ſiegte Heidelberg mit
6:3. Bei dem ſehr intereſſanten Spiele konnte man
er=
kennen, daß die Einheimiſchen gute Fortſchritte
machen.
In der Akademiſchen Hockey=Meiſterſchaft
um den Wanderpokal des Kaiſers ſiegte in der
Vorrunde am Sonntag der Berliner Hockeyklub mit 6:2
über den Berliner Sportklub. Der ſehr flott durchgeführte
Kampf wurde durch den hartgefrorenen Boden ſtark
be=
einträchtigt. Bis zur Pauſe war der Berliner Hockeyklub
viermal erfolgreich. Gleich nach dem Wechſeln wurde der
Berliner Sportklub beſſer und erzielte auch kurz
hinter=
einander zwei ſchöne Tore, die jedoch der Berliner
Hockey=
klub bis zum Schluß wieder ausglich.
Kongreſſe und Verbandstage.
Deutſcher Aerztetag.
— Leivzig, 23. Nov. Unter überaus zahlreicher
Beteiligung aller ihm angeſchloſſenen Vereine trat heute
im Kaufmänniſchen Vereinshaus hierſelbſt der
Ver=
band der Aerzte Deutſchlands zur
Wahr=
ung ihrer wirtſchaftlichen Intereſſen zu
ſeiner 12. ordentlichen Hauptverſammlung zuſammen.
Die Verhandlungen des Verbandstages begegnen
dies=
mal allgemeinem Intereſſe, da der Aerztetag Stellung zu
nehmen hat zu wichtigen Berufsfragen, die durch die
neue Reichsverſicherungsordnung heraufbeſchworen
wor=
den ſind. In ſeiner Eröffnungsanſprache widmete zunächſt
der Vorſitzende Dr. Hartmann (Leipzig) dem verſtorbenen
Führer des Deutſchen Aerztevereinsbundes, Geheimrat
Prof. Dr. Löbker (Bochum) einen Nachruf. — Aus dem
Jahresbericht iſt hervorzuheben, daß der Verband am
1. Oktober 1912 insgeſamt 24845 Mitglieder zählte. Die
Abteilung für Stellenvermittelung brachte im
abgelau=
fenen Geſchäftsjahre 3582 Aerzte in geeigneten Stellungen
unter. Die Witwengabe verteilte 38 270 Mark an
Arzt=
witwen. Die mit den deutſchen Reedereien beſtehenden
Verträge ſind auf abgeänderter Grundlage langfriſtig
verlängert worden. Mit einer Anzahl privater
Verſicher=
ungsgeſellſchaften wurden Verträge abgeſchloſſen. Die
Zahl der Orte, in welchen Konflikte zwiſchen den Aerzten
und Kaſſen beſtehen, hat im Vergleich zu früher
abgenom=
men, obwohl die großen Krankenkaſſenverbände durch
eine umfangreiche agitatoriſche Tätigkeit bemüht geweſen
ſind, die zwiſchen den Parteien beſtehenden Gegenſätze zu
verſchärfen. — Es folgte der Bericht des
Verbandskaſ=
ſierers, aus dem in der Hauptſache hervorzuheben iſt, daß
die unverzinsliche 100 Mark=Anleihe, welche die
General=
verſammlung des vorigen Jahres zum Zwecke der
finan=
ziellen Rüſtung des Verbandes bei Durchführung der
Reichsverſicherungsordnung einſtimmig beſchloß, die
Mil=
lion bei weitem überſchritten hat. Es folgte ein längerer
Vortrag von Sanitätsrat Dr. Mugdan (Berlin) über
Die Angeſtelltenverſicherung”. Der Referent
beſprach kurz die Grundzüge des Geſetzes:
Verſicherungs=
pflicht, Verſicherungsfreiheit, Reichsverſicherungsanſtalt,
Leiſtungen, Beitragslaſt und Feſtſtellung der Leiſtungen.
Er ſchloß mit der Verſicherung, daß der deutſche
Aerzte=
ſtand auch die ihm durch das neue Geſetz zufallenden
Auf=
gaben zu erfüllen wiſſen werde; die Durchführung des
Geſetzes werde ſich aber um ſo glatter vollziehen, je
freu=
diger die Aerzte mitarbeiten und um ſo verſtändnisvoller
die Arbeit der Aerzte von der Reichsverſicherungsanſtalt
und den anderen Organen der Angeſtelltenverſicherung
unterſtützt wird. — An den Vortrag knüpfte ſich eine
leb=
hafte Beſprechung.
Es ſolgte dam die Hauptverſamnlung der Darlehns=
und Sterbekaſſe des Leipziger Aerzteverbandes. Dieſe
Kaſſe beſteht ſeit Februar 1910. Sie umfaßt heute 1392
Mitglieder. An Darlehen verausgabte ſie bisher die
Summe von über 664000 Mark. Sie dient dem doppelten
Zweck: ihren Mitgliedern gegen ausreichende Sicherheit
zu kollegialen Bedingungen Darlehen zu gewähren, ſowie
denſelben ein Sterbegeld zu ſichern, deſſen Höhe je nach
den Beiträgen zwiſchen dem Mindeſtbetrage von 200 Mk.
und dem Höchſtbetrage von 2000 Mark ſchwankt.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund bes § 21 Abſ. 2 bes
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Am Sonntag hielt der Verband für
Frauenſtimm=
recht in Heſſen in unſerer Stadt ſeine
Mitgliederverſamm=
lung ab, in deren öffentlichem Teil das Thema: „Was
uns Frauen nottut?” behandelt wurde. „Not zu tun” für
die Frauen des Stimmrechtsverbandes ſcheint vor allem
etwas mehr Ueberlegung bei der Wahl des
Verſamm=
lungstages. Weite Kreiſe muß es unbedingt peinlich
berühren, wenn ausgerechnet die Frauen den
Totenſonn=
tag zu einer Beratung über das Frauenſtimmrecht
wäh=
len. Gerade die Darmſtädter Vorſitzende des
Frauen=
ſtimmrechts, die evangeliſch iſt, und die Sache hier wohl
vorzubereiten hatte, hätte dies nicht überſehen dürfen,
zu=
mal ſie ſeit langen Jahren in der „Rettungsarbeit” tätig
iſt und dabei wohl erkannt haben könnte und dürfte, daß
dem Volke, dem die Frauen helfen wollen, ganz andere
Dinge wie das Frauenſtimmrecht gegeben und „erhalten”
werden müſſen. Die führenden Frauen ſollten daher als
erſte wenigſtens die Tage, die von der Kirche dem Volke
als Tage der Beſinnung und Sammlung verordnet ſind,
von Verſammlungen für das Frauenſtimmrecht freihalten.
Nicht die Sache des Frauenſtimmrechts möchten wir mit
dieſen Ausführungen berühren, ſondern lediglich „
Takt=
fragen” bei den Führerinnen. Daß man aus mangelndem
Verſtändnis für ſolche Fragen auch auf Mangel an
ge=
wiſſen inneren Gütern deren Beſitz uns für „führende
Frauen” unerläßlich ſcheint, ſchließen könnte, iſt ſchlimm.
— Ich möchte mit dieſen Zeilen einen groben
Miß=
ſtand zu beſeitigen ſuchen, der in letzter Zeit allſonntäglich
die Beſucher unſeres herrlichen Friedhofs beläſtigt. Vor
mehreren Wochen wurde nahe der Südſeite des Friedhofs
ein Sportplatz eröffnet. Ich will hier nicht unterſuchen,
ob es ratſam war, in unmittelbarer Nähe der Ruheſtätte
unſerer lieben Angehörigen die Anlage eines Sportplatzes
zu geſtatten. Verlangen darf aber doch jeder, der ſich an
das Grab eines lieben Verſtorbenen begibt, um ſich ernſten
Gedanken hinzugeben, daß er in ſeinen innerſten und
heiligſten Gefühlen nicht durch Schreien, Pfeifen, Lärmen
und Hochrufe geſtört wird, wie es neuerdings
allſonn=
täglich leider der Fall zu ſein pflegt — und gerade am
Totenſonntag doppelt ſtörend empfunden wurde. In den
Tagen der Einweihung jenes Sportplatzes konnte man in
hieſigen Zeitungen von dem Vorhandenſein einer „
Alten=
herrenſchaft” jenes Sportvereins leſen. Wie wäre
es denn, wenn die „alten” Herren des fraglichen
Sport=
vereins am Friedhof die „jungen” Herren ihres
Ver=
eins belehren würden, wie ſie ſich in eigenem Intereſſe
auf dem Sportplatz ruhiger und taktvoller
be=
nehmen ſollen? Wenn der Sportverein am Friedhof
dieſen leicht auszuführenden Vorſchlag in die Tat
um=
ſetzen würde, brauchten die Friedhofsbeſucher nicht zu
ſchärferen Mitteln ihre Zuflucht zu nehmen.
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