Darmstädter Tagblatt 1912


14. November 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
175. Jahrgang
Inſerate
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
werden
angenommen in Darmſtadt
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
den
Annoncen=Expeditionen. Bei
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Das Wichtigſte vom Tage.

Erſtochen wurde geſtern früh im Verlauf einer Schlä=
gerei
unter Studenten der Student Alfred Weiſer
aus Ezenſtochau, der Student Allſtädt aus Langenſalza
wurde ſchwer verletzt.
Der Kaiſer iſt geſtern mittag in Breslau ein=
getroffen
.
Prinz Arſen von Serbien, der Bruder des
Königs, hat ſich über Peſt nach Berlin begeben, um
beim Kaiſer eine Audienz nachzuſuchen.
Das belgiſche Parlament wurde am Dienstag
wieder eröffnet. Der Miniſterpräſident kündigte die
Einbringung mehrerer neuer Geſetzentwürfe an.
Wie dem Reuterſchen Bureau aus Konſtantinopel gemel=
det
wird, hat ſich die Pforte direkt an Bulgarien
gewandt, um einen Waffenſtillſtand herbeizu=
führen
.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.

Britiſcher Parlamentarismus.

C Das liberale Kabinett Asquith iſt im
Laufe der Beratung des Homerule=Entwurfs überſtimmt
worden, hat aber beſchloſſen, nicht zurückzutreten.
Dieſer Bruch mit einem ungeſchriebenen Geſetz wird, ſo
ſtürmiſch die konſervative Minderheit des Unterhauſes die
Regierungsſchlappe bejubelt hat, von der oppoſitionellen
Preſſe mit Gleichmut hingenommen. Der Standard iſt,
wie der Draht berichtet, das einzige konſervative Blatt,
das den Rücktritt des Miniſteriums fordert, während die
übrigen den Kabinettswechſel wegen der internationalen
Lage nicht für angezeigt halten. Die Rückſicht auf die inter=
nationale
Lage fällt auch gegen eine Auflöſung des
Unterhauſes ins Gewicht. Daß aber ſolche Erwägungen
den Ausſchlag vor dem rein formalen Geſichtspunkt einer
Ueberſtimmung des Miniſteriums geben, iſt für die An=
paſſungsfähigkeit
des britiſchen Parlamentarismus be=
zeichnend
. Ohne Zweifel würde in Paris das Miniſte=
rium
in einem ähnlichen Falle ſofort zurückgetreten ſein,
auch wenn es ſich ebenfalls um keine grundſätzlich wichtige
Abſtimmung, ſondern um eine zufällige Ueberrumpelung
gehandelt hätte.
Die Theorie des Parlamentarismus darf das Ver=
halten
des Miniſteriums Asquith nicht überſehen. So=
wohl
in dieſem allgemeinen Zuſammenhange wie mit
Rückſicht auf die Zukunft des liberalen Kabinetts iſt ein
Brief von Intereſſe, den Lord Salisbury am
2. Dezember 1894 an Sidney Low, den Verfaſſer des ins
Deutſche überſetzten Werkes Die Regierung Englands
(Tübingen, J. C. B. Mohr) gerichtet hat. Darin ſchreibt
der konſervative Staatsmann:
Es gibt viele Entſcheidungen des Unterhauſes, die
in der Eile des Augenblicks gefällt werden, wo eine Streit=
frage
entſteht während desſelben Abends, an dem die
Abſtimmung vorgenommen wird. In dieſem Falliſt reine
Zeit da zur Anwendung eines Drucks, und die Stimmen
der Mitglieder werden ſehr ſtark beeinflußt durch den
Verlauf der Debatte und weiterhin durch den Einfluß
und die Geſchicklichkeit des Mitgliedes der Regierung, das
die Frage zu behandeln hat Bei der eigentümlichen Ge=
wohnheitsregel
des Parlaments wird ein ungünſtiger
Beſchluß bei ſolchen Gelegenheiten der Regierung oft ver=
hängnisvoll
. Sie wird beſchuldigt, das ungeſchriebene
Geſetz gebrochen oder jedenfalls gedehnt zu haben, wenn
ſie nach einem Votum nicht zurücktritt; und ſelbſt, wenn
ſie dies nicht tut, oder wenn ſie ſich ein nachfolgendes Ver=
trauensvotum
erwirkt: ihre Macht und ihre Ausſicht auf
einen fortdauernden Beſitz des Amtes ſind durch eine ſolche
zufällige Niederlage weſontlich kompromittiert. Ich weiß
nicht. ob dieſe Sachlage fortdauern wird. Ich bin geneigt,
zu glauben, daß ſie im Ausſterben iſt. und daß mit der
Zeit die Kabinette Zufallsvoten des Unterhauſes gegen=
über
immer weniger empfindlich werden und ſich mehr
und mehr auf jene beſſer erwogenen Entſcheidungen ſtützen
werden, die ſie durch ihre Wahlmaſchinerie beeinfluſſen
können.
Die Abſtimmung, die zu der Niederlage des Kabi=
netts
führte, ſoll wiederholt werden. Wenn dann die
jetzige engliſche Regierung auch ein Vertrauensvotum er=
hält
, ſo iſt man doch allgemein der Ueberzeugung, daß die
Stellung des Kabinetts Asquith zum zweiten Male eine
ſolche Niederlage nicht überleben könnte. An Präzedenz=
fällen
, daß die Regierung trotz einer Niederlage im Unter=
hauſe
nicht demiſſioniert hat, fehlt es übrigens in der
Geſchichte des engliſchen Parlamentarismus nicht.

Iſt ein wirtſchaftlicher Syſtemwechſel in
Nordamerika zu erwarten?

** An den politiſchen Umſchwung in den Vereinigten
Staaten werden namentlich in wirtſchaftlicher Beziehung
bei uns in Deutſchland mancherlei Hoffnungen geknüpft,
auf deren Erfüllung man ſich beſſer nicht allzu feſt ver=
laſſen
ſollte, um unliebſame Enttäuſchungen zu vermeiden.
Gewiß, das demokratiſche Programm enthält freihändle=
riſche
Tendenzen und es verwirft auch heute noch den
übertriebenen Hochſchutzzoll, aber innerhalb der Partei
gibt es doch eine Richtung, die ſich von der Anſchauung
der Republikaner auf dieſem Gebiete nicht ſehr weit ent=
fernt
und welcher bei der Zollgeſetzgebung mit Rechnung
getragen werden muß; außerdem ſprechen dabei ja auch
die Rückſichten finanzieller Natur mit. Das iſt ſchon von
jeher ſo geweſen. Als das im Jahre 1857 von den da=
mals
am Ruder befindlichen Demokraten durchgeſetzte
Zollgeſetz dem Staate nicht die erforderliche Einnahme
lieferte, brachten 1860 die zur Regierung gekommenen Re=
publikaner
eine neue Bill ein, welche nicht nur die In=
duſtrien
ſchützte, ſondern auch die Staatseinkünfte erhöhte;
ſie wurde 1861 Geſetz. Auch im weiteren Verlaufe der
amerikaniſchen Zollgeſetzgebung ſprachen die ſtaatlichen
Finanzen weſentlich mit, und als im Jahre 1883 die Zölle
für eine Anzahl Artikel, zum Beiſpiel Eiſen, Wolle, billige
Woll= und Baumwollfabrikate, ermäßigt wurden, ward
der ſchutzzöllneriſche Charakter der Geſetzgebung dadurch
nicht beeinträchtigt; feinere Woll= und Baumwollwaren
erhielten ſogar höhere Zölle. Als 1893 die demokratiſche
Partei wieder die Regierung übernahm, arbeitete letztere
die Wilſonbill aus, die einige bedeutſame Zollreduktionen
enthielt und nach langer, leidenſchaftlicher Beratung im
Kongreß unter dem Namen Brice=Gorman=Bill Geſetz
wurde. Die wichtigſte Neuerung war die Abſchwächung
des Zolls auf rohe Wolle, ſowie die Ermäßigung der
Zölle für Woll= und Baumwollfabrikate, für Seidenge=
webe
, Ton= und Porzellanwaren. Aber auch hier blieb
der ſchutzzöllneriſche Charakter des Tarifs erhalten. Nach=
dem
Mac Kinley in das Weiße Haus eingezogen war,
wurde ein neuer Tarif durchgeſetzt und der Hochſchutzzoll,
der vielfach einen prohibitiven Charakter trug, gelangte
zur vollen Herrſchaft, die auch heute noch fortdauert.
Wilſon hat neben der entſchiedenen Bekämpfung der
Truſts auch eine Tarifreviſion in Ausſicht geſtellt, die aber
aller Wahrſcheinlichkeit nach keinen direkten Syſtemwechſel
bedeuten, jedoch inſofern von größerem Werte ſein wird,
als erwartet werden kann, daß die Stimmung für die
Demokraten im Lande von längerer Dauer ſein wird und
nicht ſchon bei der nächſten Präſidentenwahl wieder mit
einem politiſchen Syſtemwechſel gerechnet werden muß,
der eine Tarifreviſion rückgängig machen würde. Immer=
hin
aber tut man, wie ſchon eingangs geſagt, in Deutſch=
land
gut, nicht zu feſt auf große, Umwälzungen im ameri=
kaniſchen
Zolltarif zu bauen und höchſtens mit einzelnen
Ermäßigungen zu kalkulieren, die dem Hochſchutzzoll=
ſyſtem
ſeinen Charakter nicht nehmen können.

Deutſches Reich.

Prinz Arſen Karageorgewitſch, der
Bruder des Königs von Serbien, hat ſich über Peſt nach
Berlin begeben, um dort beim deutſchen Kaiſer um eine
Audienz nachzuſuchen. Prinz Arſen traf am Dienstag
nachmittag mit dem Belgrader Zug in Peſt ein und wurde
vom ſerbiſchen Generalkonſul empfangen, mit dem er
einige Minuten konferierte. Der Prinz gab von hier aus
ein Telegramm an den ſerbiſchen Geſandten in Berlin
auf, dem er ſeine Ankunft ankündigte. Ohne ſich in Peſt
weiter aufzuhalten, beſtieg er am Nachmittag den Berliner
Schnellzug, um weiter zu reiſen.
Präſidentenwahl im Reichstag. Am
zweiten Sitzungstage des Reichstages nach dem Wieder=
zuſammentritt
am 27. November dürfte die Neuwahl des
Präſidenten erfolgen. Die Konſervative Korreſpondenz
ſchreibt: Von einer einfachen eventuell ſogar wider=
ſpruchsloſen
Wiederwahl Kaempfs kann keine Rede ſein.
Die Fortſchrittliche Volkspartei hat als fünftſtärkſte Frak=
tion
keinen Anſpruch auf den Präſidentenpoſten und wird
ihn vernünftigerweiſe auch nicht erheben.
Reichsregierung und bayeriſcher
Jeſuitenerlaß. Am Dienstag beſuchte der baye=
riſche
Juſtizminiſter Freiherr v. Thelemann den Reichs=
kanzler
. Dieſer Beſuch hängt mit der bevorſtehenden

Entſcheidung des Bundesrats über den bayeriſchen Je=
ſuitenerlaß
zuſammen. Die Tägliche Rundſchau ſchreibt:
Es iſt anzunehmen, daß die Entſcheidung des Bundes=
rats
über den Jeſuitenerlaß noch erfolgen wird, bevor
der Reichstag wieder zuſammentritt. Zu bemerken iſt,
daß in Freiherrn v. Thelemann gerade eines der beiden
proteſtantiſchen Mitglieder des Miniſteriums Hertling ab=
geordnet
wurde, um über den Jeſuitenerlaß mit dem
Reichskanzler zu verhandeln. Die politiſche Bedeutung
der vom Bundesrat zu fällenden Entſcheidung liegt wohl
auf der Hand. Fiele ſie völlig zu ungunſten des Mini=
ſteriums
Hertling aus, dann wäre die Stellung des
Miniſteriums Hertling aufs äußerſte gefährdet. Dann
wäre auch zu erwarten, daß das Zentrum im Reichs=
tage
eine oppoſitionelle Stellung einnähme. Daß die
Entſcheidung dem bayeriſchen Jeſuitenerlaß einfach zu=
ſtimmen
werde, iſt wohl keineswegs zu erwarten.
Der Enquetekommiſſion für die
Fleiſchteuerung, die am 22. Nov. im Reichsamt des
Innern zuſammentreten ſoll, iſt ein Fragebogen unter=
breitet
worden. Er enthält ſieben Punkte: Allgemeines,
Preisbildung beim Einkauf des Schlachtviehs, Zwiſchen=
handel
, Schlachtung und Fleiſchverkauf, Nachrichtenweſen,
Statiſtik und ſonſtige Vorſchläge.
Der Moderniſteneid in Sachſen. Der
nationalliberale Führer Hettner befragte in der Zweiten
ſächſiſchen Kammer die Regierung, ob tatſächlich in dem
katholiſchen Lehrerſeminar in Bnutzen Geiſtliche, die den
Moderniſteneid geleiſtet hätten, in nichttheologiſchen
Fächern unterrichteten. Der Kultusminiſter gab die Tat=
ſache
zu; er findet dieſen Unterricht bisher einwandfrei
und verſprach, auf die fernere Objektivität dieſes Unter=
richts
zu achten.

Ausland.

Frankreich.
Ueber den gegenwärtigen Stand der.
Frage von Tanger wird dem Figaro aus Madrid
gemeldet: England verlange, daß Tanger von einem
einzigen Gemeinderat verwaltet werden ſolle, in dem die
eingeborene Bevölkerung in demſelben Verhältnis wie die
anderen Nationalitäten vertreten ſein ſolle. Frankreich
habe dagegen beantragt, daß wegen des numeriſchen
Uebergewichts der Marokkaner der Stellvertreter des
Sultans ein Aufſichtsrecht über die Eingeborenen aus=
übe
und daß neben dem europäiſchen Gemeinderat ein
eingeborener Gemeinderat funktioniere.
Belgien.
Das belgiſche Parlament hat ſeine Par=
lamentsarbeiten
wieder aufgenommen. Die Kammer
wählte zum Präſidenten den ehemaligen Miniſterpräſiden=
ten
Schollaert und der Senat wiederum Baron de Fa=
vereau
. Der Miniſterpräſident de Broqueville leitete die,
Arbeiten der Kammer nach der Wahl des Bureaus durch
die Verleſung der programmatiſchen Erklärung ein, die
u. a. ankündigt: Ein Geſetz über die Verſicherung gegen
Alter, Krankheit und Invalidität, ferner ein Geſetz zur
Schaffung billiger Wohnungen und außerdem eine Mili=
tärreform
, die geboten erſcheine durch die Rolle, die Bel=
gien
bei einem etwaigen Kampfe der Weſtmächte Europas
ſpielen könne. Obwohl zwar Belgien das größte Zu=
trauen
zu den Mächten habe, die ſeine Neutralität garan=
tiert
hätten, könne die Möglichkeit doch nicht von der Hand
gewieſen werden, daß alle Parteien der belgiſchen Neu=
tralität
unter Umſtänden kriegführend werden könnten.
Deshalb dürfe nicht abgeleugnet werden, daß die ſtrate=
giſche
Lage des Landes Sicherheiten erfordere, um ſich
ausſchließlich auf die nationalen Streitkräfte ſtützen zu
können. Der Miniſterpräſident erklärte, daß im Laufe
der Seſſion dem Parlament ein Schulgeſetz zugehen werde.
Von einer Partei ſei die Reviſion des Wahlrechts angekün=
digt
worden, unter gleichzeitiger Androhung, die nationale
Tätigkeit zu ſuspendieren, wenn ihren Wünſchen nicht
Folge geleiſtet werde. Die Regierung erkenne an, daß die
Formeln des Wahlrechts abänderungsfähig ſeien, man
müſſe es aber ablehnen, unter einem Druck zu verhandeln.
Jedenfalls müſſe erſt die Baſis einer Verſtändigung, die
zwei Drittel der Kammermitglieder auf ſich vereinigt, ge=
funden
werden, ehe dieſe Frage in Angriff genommen
werden könne. Hierauf deponierte der Abgeordnete Van=
dervelde
im Namen der ſozialiſtiſchen Partei einen Antrag
auf Abänderung der Verfaſſung. Die Diskuſſion über die
miniſterielle Erklärung wird kommende Woche beginnen.

[ ][  ][ ]

England.
Der Geſetzgebende Rat, der vereinigten
malaiſchen Staaten nahm die vom Sultan von
Perak beantragte Entſchließung an, nach der der briti=
ſchen
Regierung ein Panzerſchiff erſter Klaſſe angeboten
werden ſoll, deſſen Koſten ſich auf nicht weniger als
2250000 Pfund belaufen würden. Wie das Reuterſche
Bureau erfährt, nahm die britiſche Regierung das An=
erbieten
dankend an.
Norwegen.
Die Storthingswahlen. Bis jetzt ſind die
Ergebniſſe von 121 Storthingswahlen bekannt, für zwei
Kreiſe ſtehen die Wahlen noch aus. Gewählt ſind 74
Radikale, 24 Mitglieder der Rechten und Freiſinnigen und
23 Sozialdemokraten. Die jetzige Regierungspartei, die
Rechte und der Freiſinn, gewannen keinen und verloren
41 Sitze, davon 28 an die Radikalen und 13 an die Sozial=
demokraten
; die Radikalen verloren einen an die Soziali=
ſten
und gewannen einen Sitz von den Sozialiſten.
China.
Das ruſſiſch=mongoliſche Ueberein=
kommen
rief in der geſamten Preſſe eine große Er=
regung
hervor. Die Blätter erblicken darin den Wieder=
beginn
der ruſſiſchen Tätigkeit im fernen Oſten und ſehen
eine baldige Annexion der Mandſchurei voraus. Ange=
ſichts
der erwieſenen Feindſchaft Rußlands gegen China
klagen ſie Rußland an, daß es die Zerſtückelung Chinas
einleite, und fordern die Regierung auf, mit einer mili=
täriſchen
Expedition nach Khalka zu antworten. Sie ſind
überzeugt, daß die Nation die Würde und Integrität
Chinas zu ſchützen wiſſe.
Eine innere chineſiſche Anleihe. Nach
teinem Pekinger Telegramm der Korreſpondenz des Fer=
nen
Oſtens vom 11. ds. wird am nächſten 1. Dezember
eine innere Anleihe von 100 Millionen chineſiſcher ( mexi=
kaniſcher
) Dollar (200 Mill. Mark) aufgelegt. Sie bringt
acht Prozent Zinſen, iſt in ſechs Jahren rückzahlbar und
wird durch die ſämtlichen Steuer= und Zolleinkünfte ge=
währleiſtet
. Die Anleiheſcheine werden auch als Steuer=
tund
Zollzahlungen angenommen. Der Reinertrag der
Anleihe dient zur Bezahlung des Reſtes aus der Boxer=
entſchädigung
, damit die bisher dafür zum Unterpfande
dienenden Tientſiner Salzgefälle für andere Anleihezwecke
frei werden. Wenn die innere Anleihe einſchlägt, wird
im Laufe des nächſten Jahres eine äußerſt wichtige äußere
Anleihe (alſo wohl nicht die Sechsmächte= Milliarden=
anleihe
) ermöglicht werden.
* Die Fünfundzwanzigpfennigſtücke und
die Hundertmarkſcheine. Wie Berliner Blätter
melden, iſt von der Prägung von Fünfundzwanzigpfen=
nigſtücken
bereits vor Aufbrauchung der vom Bundesrat
dafür bewilligten Summe Abſtand genommen worden.
Von dem im ganzen 10 Millionen ausmachenden Betrage
ſind 7½ Millionen zur Ausprägung und in den Verkehr
gelangt. Weitere Prägungen ſollen nicht mehr erfolgen,
und ebenſo ſteht bedauerlicherweiſe eine Umgeſtaltung
der Münzen nicht in Frage. Abgeſehen von dem Fünf=
undzwanzigpfennigſtück
iſt bereits ſeit mehreren Jahren
die Prägung der Fünfmarkſtücke eingeſtellt worden, da ein
Bedürfnis hierfür nicht vorlag. Dagegen hat ſich der Be=
darf
an Kronen ſehr bedeutend geſtaltet, und es iſt beab=
ſichtigt
, in nächſter Zeit weitere Kronenprägungen vorzu=
nehmen
. Was die neuen Hundertmarkſcheine anbetrifft,
über deren unhandliche Form die maßgebenden Handels=
kreiſe
und das Publikum klagen, ſo ſind Erwägungen im
Gange, die ſich auf eine Umgeſtaltung des Scheines be=
ziehen
. Man kann jedoch annehmen, daß vor etwa zwei
Jahren früheſtens eine Ausgabe neuer Hundertmarkſcheine
nicht erfolgen wird.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 14. November.
Schwere Ausſchreitungen.
* Zu Exzeſſen mit außerordentlich beklagenswertem,
blutigem Ausgang ließen ſich geſtern früh in der Rhein=
ſtraße
eine Anzahl hieſiger Studenten hinreißen. Zu
Ausſchreitungen, die leider auch die Vernichtung eines
blühenden und hoffnungsvollen jungen Menſchenlebens
zur Folge hatten und die ſchwere Verletzung eines an=
deren
, für den die Tragweite der Verletzungen noch gar

nicht abzuſehen iſt, wenn auch zu der Zeit, da dieſe
Zeilen in Druck gehen, keine direkte Lebensgefahr mehr
beſteht. Die Polizei veröffentlicht über die Schlägerei
den nachſtehenden Bericht:
Geſtern vormittag kurz vor 6 Uhr gerieten in der Rhein=
ſtraße
Studenten in Streitigkeiten, wobei der Student
Alfred Weiſer aus Ezenſtochau erſtochen wurde, und
der Student Erich Allſtädt aus Langenſalza Schuß=
wunden
erhalten hat. Die beiden Studenten ſind ſofort
in das Städtiſche Krankenhaus verbracht worden, woſelbſt
der Tod des Studenten Weiſer feſtgeſtellt
wurde. Der ſchwerverletzte Student Allſtädt fand
Aufnahme im Krankenhaus. Dem Streit auf der Rhein=
ſtraße
ging ein Wortwechſel im Café voraus, wobei Stu=
dent
Weiſer einen Revolver gezogen haben ſoll. Die
beteiligten Studenten wurden ſofort zur Polizei ſiſtiert.
Der Student Ewald Bahr aus Soldin iſt feſtgenom=
men
und in Haft behalten worden. Er hat bereits zu=
geſtanden
, Meſſerſtiche ausgeführt zu haben.
Von Augenzeugen und von ſonſt kompetenter Seite
erfahren wir noch folgendes: Die deutſchen Studenten,
darunter der genannte Ewald Bahr der leider ſchon
mehrfach durch Gewalttäigkeiten von ſich reden gemacht
und auch ſchon mehrfach beſtraft iſt er iſt übrigens
nicht mehr eingeſchriebener Student der Techniſchen
Hochſchule, ſondern bummelt kamen nach in der Bar
durchzechter Nacht in ſchwer betrunkenem Zuſtande noch ins
Café. Die Trunkenheit iſt alſo wieder die Urſache und
auch die einzige traurige Entſchuldigung für die Roheit
der jungen Menſchen. Die Studenten fingen dort als=
bald
mit zwei dort ſitzenden ruſſiſchen Studenten, darunter
der genannte Weiſer, Hänſeleien an und wurden, als
dieſe in Tätlichkeiten auszuarten drohten, durch den Be=
ſitzer
ſofort aus dem Lokal verwieſen. Sie haben dann
wohl den beiden Ruſſen aufgelauert, denn als dieſe etwa
¼ Stunde ſpäter ebenfalls das Lokal verließen, wurden
ſie von den deutſchen Studenten überfallen. Weiſer,
den einer der Angreifer von hinten gefaßt hatte und am
Halſe würgte, zog den Revolver und feuerte über die
Schulter weg einige Schüſſe ab, die natürlich niemand
verletzten. Nun begannen die Meſſer eine unheilvolle
Tätigkeit. Ganz wird der Hergang wohl nicht aufgeklärt
werden, doch ſcheint die Hauptſchuld den Ewald Bahr
zu treffen. Weiſer erhielt 5 bis 6 Stiche in die Bruſt,
weitere in die Arme und in den Kopf. Letztere riſſen ihm
die ganze Geſichtshälfte auf. Ein furchtbarer Stich drang
tief in die Schläfe und war ſofort tötlich.
WWeiſer ſtürzte zuſammen. Ebenſo der Student Allſtädt.
der ebenfalls durch Stiche ſchwer verletzt wurde, drei
andere Studenten erlitten ebenfalls Verletzungen durch
Meſſer= oder Dolchſtiche.
Bahr requirierte die Rettungswache, die mit dem
Krankenauto alsbald erſchien und die ſchwer Verletzten ins
Krankenhaus brachte. Als hier der Tod des Weiſer feſt=
geſtellt
wurde, brach der wohl nun ernüchterte Bahr
weinend zuſammen. Er wurde feſtgenommen und blieb
in Haft. Die übrigen Beteiligten wurden nach ihrer Ver=
nehmung
wieder aus der Haft entlaſſen. Der ſchwerver=
letzte
Allſtädt war bis geſtern abend nicht verneh=
mungsfähig
, doch iſt, wie man uns mitteilt, vorerſt keine
direkte Lebensgefahr vorhanden.
Der ganze Vorfall iſt nicht nur für die Beteiligten,
ſondern auch für die Techniſche Hochſchule und für ganz
Darmſtadt außerordentlich beklagenswert und es darf als
eine Art Troſt nur die Tatſache feſtgeſtellt werden, daß
ſich derartige Roheiten Gott ſei Dank ſelten in Darmſtadt
ereignet haben und wohl auch in Zukunft vereinzelt da=
ſtehen
. Den ſchwer geprüften Eltern, die den hoffnungs=
vollen
Sohn auf eine ſolche Art verlieren mußten, mag
allgemeines Mitempfinden ein wenn auch ſchwacher, ſo
doch immerhin Troſt ſein. Das wird aber auch den An=
gehörigen
des jungen Mannes nicht verſagt bleiben, der
unter dem unheilvollen Einfluß des Alkohols auch ſeine
Zukunft durch die fürchterliche Tat vernichtete.
* Militärdienſtnachricht. v. Werder General=
leutnant
und Kommandeur der 8. Diviſion (Halle a. d.
Saale), in Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches mit
der geſetzlichen Penſion zur Dispoſition geſtellt. (v. W.
war von 1900 bis 1902 Kommandeur des Garde=Drag.=
Regts. Nr. 23, dann bis 1905 Chef des Generalſtabes
des XVIII. Armeekorps in Frankfurt a. M. und darauf
bis 1909 Kommandeur der 25. Kavallerie=Brigade.)
-g. Strafkammer. Als eine durch Not verurſachte Un=
treue
ſtellte ſich eine Unterſchlagung der Witwe Friedrich
Kegel in Offenbach dar. Sie hatte von dem Bauunter=
nehmer
Keck bezw. ſeiner Frau die Vollmacht erhalten,
in den dem Keck gehörigen Häuſern die Miete wöchent=
lich
einzuziehen. Hierfür ſowie für Reinigung dieſer
Häuſer erhielt die Angeklagte eine Entſchädigung, die
jedoch für die Unterhaltung ihrer ſieben Kinder, deren

einzige Ernährerin ſie iſt, nicht ausreichte. Sie behielt
deshalb einen großen Teil der eingezogenen Mieten für
ſich. Als der Hausherr auf eine pünktliche Einziehung
der Mieten drängte, kamen die Unterſchlagungen ans
Licht. Insgeſamt waren 974 Mark nicht abgeliefert, von
denen die Angeklagte inzwiſchen 200 Mark erſtattet hat.
Das Gericht erkennt auf eine Gefängnisſtrafe von 3 Mo=
naten
. Der Händler Karl Langsdorf und ſeine
Ehefrau, beide aus Offenbach, waren wegen Beleidigun=
gen
und Körperverletzungen vom Offenbacher Schöffen=
gericht
zu erheblichen Strafen verurteilt worden. Langs=
dorf
legte gegen die ihm zudiktierte Gefängnisſtrafe von
8 Tagen und 4 Tagen Haft Berufung ein, die geſtern vor=
der
Strafkammer zur Verhandlung kam. Der Ange=
klagte
, der ſchon wiederholt mit ſeinen Hausgenoſſen
in Streit geraten war, fing am 13. Mai, anſcheinend aus
Aerger darüber, daß ihm auf Beſchwerden der Mitbewoh=
ner
gekündigt wurde, wieder einmal Streit an. Hierbei
ließ er ſich dazu hinreißen, einer Mitbewohnerin die=
ſchwerſten
Schimpfworte zuzuſchleudern. Aus der im
erſten Stock befindlichen Wohnung des Angeklagten
kamen währenddem eine Flaſche und ein Hufeiſen ge=
flogen
. Schließlich kam auch noch die Ehefrau des An=
geklagten
mit einem Beile, das ihr der Ehemann abnahm
und nun damit, zum Schlage ausholend, auf die Frau,
die ein zweijähriges Kind auf dem Arm trug und hoch=
ſchwanger
war, zuging. Er beſann ſich jedoch noch warf
das Beil kurz vor der Frau zu Boden und gab ihr mit
der Fauſt einen Schlag ins Geſicht. Trotz dieſer klaren
Tatbeſtände beſteht der Angeklagte auf Verfolgung der
Berufung, die dann als unbegründet verworfen
wurde.
g. Der Kreisausſchuß verkündete in ſeiner geſtrigen
Sitzung das Urteil in dem Verfahren wegen des Geſuchs
der Firma Jakob Breitwieſer in Ober=Ramſtadt
um Erlaubnis zur Errichtung einer Turbinenanlage.
Die nachgeſuchte Genehmigung wurde erteilt unter der
Bedingung, daß Vorkehrungen getroffen werden, damit
die Unterlieger in ihren Betrieben keine Störungen er=
leiden
. Die Koſten für dieſe Vorkehrungen hat der Geſuch=
ſteller
zu tragen. Die Unterlieger werden mit ihrer Be=
ſchwerde
abgewieſen unter Verurteilung in die Koſten
und zur Zahlung eines Averſionalbetrages von 20 Mark.
Sie haften ſolidariſch. Der Kreisausſchuß behält ſich
dem Geſuchſteller gegenüber vor, etwaige noch erforder=
lich
werdende Maßnahmen anzuordnen.
* Handelskammerwahl. In der Erwerbsgruppe
Induſtrie wurden geſtern einſtimmig gewählt: Kom=
merzienrat
Ferdinand Jacobi, Kommerzienrat Ludwig
Frölich und Hofbuchdruckereibeſitzer Karl Wittich.
* Von der Ausſtellung Der Menſch Seit November
iſt die Ausſtellung Der Menſch in den Stunden von
vormittags 9 bis abends ½9 Uhr geöffnet. Wenn zu=
weilen
die Ausſtellung bereits um 8 Uhr geöffnet oder
zu einer ſpäteren Stunde geſchloſſen wird, ſo geſchieht dies
nur, um Vereinen und namentlich Schulen, die in größe=
ren
Maſſen kommen, Gelegenheit zu geben, die Beſichtig=
ung
in aller Ruhe unter eingehender Führung vorzuneh=
men
, ohne daß durch dieſe Maſſenbeſuche das übrige Pu=
blikum
in der Ausſtellung geſtört wird. So wurde Diens=
tag
die Ausſtellung bereits um 8 Uhr geöffnet, um mehre=
ren
hieſigen Schulen ein eingehendes, ruhiges Beſichtigen
in der Zeit von 89 Uhr zu ermöglichen. Ebenſo war
Mittwoch die Ausſtellung bis abends 10 Uhr geöffnet, da
die Freie Studentenſchaft Frankfurt a M. von 8 Uhr
abends ab die Ausſtellung beſuchte. Auch der Verband
der Krankenkaſſen im Großherzogtum Heſſen, der die Aus=
ſtellung
am 17. November beſucht, hat ſich die Stunden
von 89 Uhr vormittags zur Beſichtigung ausbedungen.
Selbſtverſtändlich iſt die Ausſtellung in dieſen Stunden
auch für das übrige Publikum zugängig.
* Die Lutherfeſtſpielaufführungen haben außer dem
künſtleriſchen auch einen ſehr guten finanziellen Erfolg
gehabt, ſo daß dem Evangeliſchen Bund und ſeinen
Liebeswerken, dem Hilfsausſchuß zur Förderung der evan=
geliſchen
Kirche in Oeſterreich und dem Bauverein für die
Darmſtädter Reformationskirche ein nicht unerheblicher
Reinertrag zugute kommen dürfte. Nicht unweſentlich zu
dieſem erfreulichen Ergebniſſe hat übrigens der Umſtand
beigetragen, daß die vortreffliche Darſtellerin der Käthe‟,
Frau Luiſe Thorade aus Osnabrück, ihre Kunſt
völlig uneigennützig in den Dienſt der Feſtſpiele geſtellt
und die großen Opfer an Zeit und Kraft aus reiner Be=
geiſterung
für die gute Sache gebracht hat. Sie darf dafür
herzlichen Dankes ſicher ſein.
Richard Wagner=Verein. Frau Erika Wede=
kind
wird in ihrem heute. Donnerstag, zum Beſten des
Feſthaus=Vereins veranſtalteten Konzerte außer zwei=
Koloratur=Arien (der Roſine aus dem Barbier und
der Despina aus Cosi fan tutte) eine Reihe der
ſchönſten Lieder von Mozart, Jenſen Grieg, Rubinſtein.
Hugo Wolf und Max Reger ſingen. Frau Chéridjian=
Charrey ſpielt das hier lange nicht mehr gehörte
Italieniſche Konzert von J. S. Bach, die großartigen
Brahmsſchen Variationen über ein Thema von Händel,
ſowie Neuheiten von Couperin, Debuſſy und Scriabine.
Um eine Ueberfüllung des Konzertſaales zu vermeiden,

Die Einpeitſcher des engliſchen
Parlaments und ihre Pflichten.

** Die parlamentariſche Niederlage, die das
Kabinett Asquith jetzt im engliſchen Unterhauſe
erlitten hat, wird nur erklärlich durch ein Verſagen der
liberalen Einpeitſcher, denn ohne das wäre die
den Unioniſten gelungene kühne Ueberrumpelung nie
möglich geweſen. Die Tätigkeit und die Pflichten der
Einpeitſcher ſind genau geregelt und ſo ausgezeichnet
organiſiert, daß Ueberraſchungen nur durch einen Mangel
an Aufmerkſamkeit erklärbar ſind. Der bekannte engliſche
Parlamentarier Henry Norman hat vor kurzem im Cen=
tury
Magazine allerlei Intereſſantes von den Obliegen=
heiten
der Einpeitſcher berichtet, denn es kommt nicht ſel=
ten
vor, daß im Verlaufe der Sitzung die Abſtimmung
früher zu beginnen droht, als die Regierungspartei er=
wartete
. Die zur Abſtimmung nötigen Mitglieder
der Regierungsmehrheit ſind verſtändigt, zu einer
beſtimmten Stunde im Parlament zu erſcheinen,
um die Oppoſition niederzuſtimmen; beginnt aber
eine Abſtimmung früher, dann droht der Regierung
eine Niederlage. In ſolchen Augenblicken beginnt dann
eine fieberhafte Tätigkeit; man ſieht in den Wandelgängen
der Kammer die Einpeitſcher mit Sturmſchritten einher=
raſen
, zwiſchen dem Obereinpeitſcher und dem Miniſter
gibt es haſtige Unterredungen, und gewöhnlich wird dann
irgend ein Mitglied der Regierungspartei beauftragt zu
ſprechen, bis die Situation geſichert iſt und genügend Mit=
glieder
eingetroffen ſind. Und während dieſes Opferlamm
der höheren politiſchen Ziele ſich nun erhebt und zum
lebhaften Mißbehagen der Oppoſition endlos zu reden
beginnt, herrſcht hinter den Kuliſſen ſieberhafte Tätigkeit.

Boten jagen in die Wohnungen ſäumiger Mitglieder,
Automobile ſauſen mit eiligen Aufforderungen von dem
Parlamentsgebäude fort, das Telephon raſſelt, und bald
beginnen von allen Seiten die alarmierten Scharen der
Parteimitglieder herbeizueilen. Sind genügend Abgeord=
nete
eingetroffen, iſt die Majorität der Regierungspartei
geſichert, dann wird dem ſprechenden Mitglied ein Wink
gegeben. Das ehrenwerte Mitglied iſt in der Regel herz=
lich
froh, ſeine unfreiwillige oratoriſche Tätigkeit einſtel=
len
zu dürfen; und die Abſtimmung beginnt.
Vorausſetzung bei allem iſt natürlich, daß der Ein=
peitſcher
und ſeine Gehilfen ſtets genau über die Anzahl
der anweſenden Mitglieder der eigenen Partei und der
Oppoſitionspartei orientiert ſind. Dazu ſind ſie da, das
iſt ihr Amt, und damit es richtig erfüllt werden kann,
haben die Parteien auch ein alterprobtes Syſtem einge=
führt
. Der Laie, der von dieſer eigenartigen Inſtitution
des engliſchen Parlamentsweſens hört, wird fragen, wie
es den Einpeitſchern möglich ſein ſoll, zu jeder Minute
genau zu wiſſen, wieviele Mitglieder im Parlaments=
gebäude
weilen. Die Antwort berührt einen jener zahl=
reichen
kurioſen Gebräuche, die im parlamentariſchen
Leben Englands ſo häufig ſind. Für die Regierungspar=
tei
iſt es eine Lebensfrage, jederzeit im Hauſe eine Majo=
rität
verfügbar zu haben. Das Haus beſitzt zwar viele
Ausgänge, aber ein ungeſchriebenes Geſetz verpflichtet
jedes Mitglied, das Parlamentsgebäude nur durch einen
beſtimmten Korridor zu verlaſſen. Dabei kommt er an
den Glastüren des Zimmers vorbei, in dem die Einpeit=
ſcher
ihr Hauptquartier aufgeſchlagen haben; zu beiden
Seiten der Glastür ſitzen ſtets zwei Whivs und bewachen
die Tür, weshalb ſie auch einfach die Türhüter genannt
werden. Ihr Amt iſt es, keinem Mitglied ihrer Partei
das Verlaſſen des Parlaments zu erlauben, ſo lange die=

ſer ſitzungsmüde Parlamentarier nicht mit einem beſtimm=
ten
Mitglied der Oppoſition eine Verabredung getroffen
hat, in der ſich beide verpflichten, bis zu einer gewiſſen
Stunde keine Stimme abzugeben! Dieſe Verabredung,
dieſe pairs werden notiert; es iſt Ehrenſache, das Ab=
kommen
einzuhalten, und es wird auch ſtets reſpektiert.
Wenn beiſpielsweiſe ein Mitglied der Oppoſition, das
mit einem Mitglied der Regierungspartei einen pair
abgeſchloſſen hat, ſich im Sitzungsſaal befindet, wenn eine
Abſtimmung angeordnet wird, und infolgedeſſen den Saal
nicht mehr verlaſſen kann, muß er ſelbſtverſtändlich für die
Regierung ſtimmen. Die Whips aber haben durch dieſe
Methode und durch ihre Ueberwachung des Eingangs ſtets
einen genauen Ueberblick über die Stärke der Majorität.
Auch das engliſche Parlament beſitzt eine anſehnliche
Anzahl von Mitgliedern, die nur ſelten und nur bei wich=
tigen
Abſtimmungen zu den Sitzungen erſcheinen; in der
Parlamentsſprache ſagt man höflich, ſie befinden ſich in
Geſellſchaft‟. Ein Teil von ihnen erſcheint Nachmittags
zur Sitzung die Sitzungen des Unterhauſes beginnen
bekanntlich um 2 Uhr mittags verläßt aber gegen
Abend das Haus, um außerhalb zu eſſen. Um dieſe
Stunde, alſo von 6 oder halb 7 Uhr bis gegen halb 11 Uhr,
ſind Verabredungen mit Oppoſitionsmitgliedern ſehr ge=
ſucht
; dann beginnt in ſpäter Nachmittagsſtunde das
Suchen nach den ſogenannten dinner-pairs‟ Da beide
Parteien mit demſelben Syſtem arbeiten, und alle getrof=
fenen
Verabredungen als Ehrenſache ſtreng innegehalten
werden. iſt eine Ueberrumplung der Regierungsmajorität
nur möglich, wenn die Einpeitſcher in der Ausübung
ihres ſehr aufreibenden und mühevollen Amtes erſchlaff=
ten
und ſich vertrauensvoll dem falſchen Gefühl über=
ließen
: es wird ſchon nichts paſſieren=

[ ][  ][ ]

kann an Nichtmitglieder nur eine ganz beſchränkte Karten=
abgabe
ſtattfinden.
Rh. Von der Techniſchen Hochſchule. Heute abend
9 Uhr hält Herr Privatdozent Dr. Ing. Kleinlogel
im Akademiſchen Bauingenieur=Verein einen Vortrag
über das Thema: Die Anwendung des Eiſenbetonbaues
im modernen Bauweſen. Der Vortrag findet im gelben
Saale der Reſtauration Sitte ſtatt.
* Die Abteilung Darmſtadt des Deutſchen Frauen=
vereins
vom Roten Kreuz für die Kolonien veranſtaltet
im Laufe des nächſten Monats im Saale der Vereinigten
Geſellſchaft einen Tee=Abend. Aus dem Programm die=
ſes
Abends ſei jetzt ſchon mitgeteilt, daß die berühmte
Afrikareiſende, Frau von Eckenbrecher einen Vor=
trag
halten und dieſen mit ſehr guten Lichtbildern illu=
ſtrieren
wird. Frau von Eckenbrecher iſt eine zündende
Rednerin und weiß äußerſt intereſſante Erlebniſſe zu er=
zählen
. Ein Beſuch der Veranſtaltung wird ſich ſchon
ihretwegen lohnen.
* Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Ueber das neue
Gemeindeumlagengeſetz, insbeſondere die Veranlagung
zur Gewerbeſteuer, wird auf Veranlaſſung des Ortsge=
werbevereins
Herr Finanzrat Stroßh, der Vorſtand des
Großh. Finanzamts Darmſtadt I, am nächſten Montag, den
18. November, einen Vortrag halten. Seine Aus=
führungen
als Fachmann dürften beſonderes Intereſſe er=
wecken
. Näheres wird im Anzeigenteil bekannt gegeben.
* Odenwaldklub. Die Herren Bürgermeiſter und
Pfarrer der Gemeinden, die von der Nieder=Modauer
Kaſſenaffäre hauptſächlich betroffen ſind, waren von der
hieſigen Ortsgruppe erſucht worden, alle Fälle zu bezeich=
nen
, in denen eine augenblickliche Notlage ſofortige Hilfe
erheiſcht. Daraufhin ging bis Anfang dieſer Woche ſo
viel ſpruchreifes Material ein, daß vorgeſtern abend eine
Sitzung der mit Verwaltung und Verwendung des Hilfs=
fonds
betrauten Kommiſſion abgehalten werden konnte.
Im Verlaufe der Sitzung wurden die zahlreich eingegan=
genen
Geſuche ſorgfältigſt geprüft und in den allerdrin=
gendſten
Fällen Unterſtützungen bewilligt, die, je nach
Bedürftigkeit und dem Maß der durch die Kataſtrophe im
beſonderen verurſachten Schädigung bemeſſen ſind. Lei=
der
konnte in Rückſicht auf die große Zahl der Geſchädig=
ten
im Verhältnis zu den vorhandenen Mitteln zunächſt
nur den Bedürftigſten unter den Bedürfti=
gen
vorübergehende Hilfe geboten werden. Um in allen
berückſichtigenswerten, ſchon jetzt vorhandenen und im
weiteren Verlaufe des Konkurſes noch hinzukommenden
Fällen zur Abwendung der größten Not beitragen zu kön=
nen
, mußte ein Teil der geſammelten Mittel vorerſt zu=
rückbehalten
werden. Die Verhandlung in der Kommiſ=
ſion
und die Prüfung der Einzelfälle hat ſo recht deutlich
gezeigt, wieviel Gutes doch auch durch die Kleinarbeit der
Hilfsaktion des Odenwaldklubs geſchaffen werden kann.
Sie benötigt aber, um wirklich ſegensreich zu ſein, erheb=
liche
Mittel. Der noch verfügbare Reſtbetrag muß be=
deutend
wachſen. Es wird deshalb ebenſo dringend wie
herziich gebeten, alle Veranſtaltungen zum Beſten des
Hilfsfonds nach Kräften zu unterſtützen. Schon am kom=
menden
Sonntag, den 17. November, bietet ſich dazu Ge=
legenheit
durch Beſuch des Wohltätigkeitsfeſtes des Heſſi=
ſchen
Odenwaldvereins. Wir verweiſen auf die Bekannt=
machungen
im Anzeigenteil.
Die Jugendvereinigung der Johannesgemeinde
feiert am nächſten Sonntag, den 17. Nvvember, ihr
18. Jahresfeſt. Sie beginnt dasſelbe mit einem
Feſtgottesdienſt vormittags um 10 Uhr in der Johannes=
kirche
, bei welchem Herr Pfarrer Diebener aus Büttel=
born
die Feſtpredigt halten wird. Abends um ½8 Uhr
findet im Gemeindehaus ein Familienabend ſtatt, auf
welchem unter anderen Darbietungen ein Märchen=
drama
Carmilhan in drei Aufzügen von Adolf Wendt
zur Aufführung kommt. Karten hierfür ſind zum Preis
von 30 Pfg. bei Frau Schlegelmilch im Gemeindehaus
zu haben. Die Hauptprobe findet Sonntag nachmittag
um 3 Uhr als Schülervorſtellung ſtatt.
Vorträge. Frau Frida Ufer=Barmen wird
Montag, den 18. November, zwei Vorträge im
großen Saal des Eliſabethenſtiftes halten. Frau Frida
Ufer, die dem Vorſtand des Weltbundes für Jung=
frauenvereine
angehört, iſt ja über die Grenzen unſeres
deutſchen Vaterlandes durch Wort und Schrift bekannt
und wir freuen uns, daß auch in Darmſtadt Gelegen=
heit
geboten wird ſie zu hören. (Näheres enthält die
Anzeige.)
Die Mitglieder der evangeliſchen Frauen=
vereine
ſeien nochmals auf die heute nachmittag 3 Uhr,
im Gemeindehauſe der Johannesgemeinde, Kahlert=
ſtraße
26, ſtattfindende 14. Frauenkonferenz des
Verbandes evangeliſch=kirchlicher Frauenvereine im Groß=
herzogtum
Heſſen hingewieſen und zu zahlreichem Be=
ſuche
eingeladen.
nn. Der Marine=Verein Darmſtadt wird die
Geburtstagsfeier Sr. Königl. Hoheit des
Großherzogs bereits am Sonntag, den 17. No=
vember
d. J., im Mathildenhöhſaal in feſtlicher Weiſe
begehen. Ein reichhaltiges Programm mit lebenden
Bildern wird der Feier ein echt patriotiſches Gepräge
verleihen.
* Erbacher Kunſttöpfereien. Wie in dem Anzeigenteil
heutiger Nummer bekanntgegeben, hat die Firma Karl
Rittershaus den Alleinverkauf der Erbacher Kunſt=
töpfereien
für ganz Deutſchland übernommen. Die Firma
hat zwei Erker mit den reizenden Erzeugniſſen dekoriert.

* Der Verein für Sammlung von Zigarrenabſchnitte
zur Unterſtützung bedürftiger Kinder zu Darmſtadt durch
Ueberweiſung praktiſcher Weihnachtsgeſchenke muß nun=
mehr
zur Verwertung der geſammelten Spenden an Stan
niol, Zigarrenſpitzen, Silberpapier uſw. ſchreiten und
bittet die geehrten Mitglieder und Freunde des Vereins
die Sammelergebniſſe gefälligſt zur Ablieferung gelanger
zu laſſen. Zum Empfang bezw. Abhebung dek Spenden
ſind die Herren A. Kalbfleiſch, Soderſtraße 9, H. Kichler,
Waldſtraße, Karl Mühlpfort, Müllerſtraße 32, ſowie die
Knaben=Arbeitsanſtalt gerne erbötig und bitten um ge=
neigte
Nachricht.
Streik der Buchhändler=Markthelfer (Ausläufer)
in Leipzig. Um unnützen Reklamationen vorzubeugen
werden wir erſucht, die Mitteilung zu bringen, daß durc
den erwähnten Streik ſowohl Bücherbeſtellunger
als auch die Expedition der Zeitſchriften ir
Leipzig unliebſame Verzögerungen im Gefolge haber
wird Wenn jemand alſo ſeine Zeitſchrift nicht zur ge=
wohnten
Zeit in Empfang nehmen kann, ſo gibt der
Streik die Erklärung dafür.
Rh. Kanaliſationsarbeiten. In der Pankratius
ſtraße werden die Kanaliſationsrohre erneuert; anſtelle
der vorhandenen Steinzeugrohre von kreisförmigen
Querſchnitt werden jetzt eiförmige Betonrohre ver
legt, die einen viel größeren Querſchnitt beſitzen. Die
Baugrube iſt hier ſehr tief, ſo daß das ſtets nachdringende
Grundwaſſer abgepumpt werden muß,
* Adreßbuch. Der Druckbogen Nr. 13 des Adreß=
buches
für 1913, enthaltend Einwohnerregiſter Roeder
Heinrich, bis Schlitt, Ludwig, liegt im Haupt=
meldebureau
, Hügelſtraße 31/33, Zimmer Nr. 13, während
der Bureauſtunden (812 Uhr vormittags und 26 Uhr
nachmittags) bis zum 16. November vormittags zur Ein=
ſichtnahme
offen.
Im Britannia=Hotel haben die in Geſellſchafts=
kreiſen
unſerer Reſidenz ungemein beliebten Künſtler=
konzerte
ihren Anfang genommen. Allgemein fand das
ganz vorzügliche Spiel der Hauskapelle ungeteilten Bei
fall, der ſich bei den Violin= und Celloſoli zu lauten
Kundgebungen ſteigerte. Fürden nächſten Sonntag iſt ein
beſonders gewähltes Programm zuſammengeſtellt und darf
man mit Spannung den gebotenen Kunſtgenüſſen ent=
gegenſehen
. Da der Beſuch immer ſehr ſtark iſt, iſt es
ratſam, ſchon vorher Beſtellungen auf Tiſche und eventuell
Soupers aufzugeben.
* Meſſel, 13. Nov. Aus Anlaß des 50. Todestages
Ludwig Uhlands veranſtaltet, der hieſige Ausſchuß
für Volksbildung unter Mitwirkung auswärtiger Kräfte
am nächſten Sonntag, den 17. d. M., einen Uhland=
Abend. Die Veranſtaltung, wozu jedermann willkom=
men
iſt, findet im Saale des Herrn Volk ſtatt.
Offenbach, 13. Nov. Geſtern mittag gegen 1 Uhr
brach in einem Kohlenſchuppen der Firma Hengſten=
berg
u. Wiemer, Kohlenhandlungsgeſellſchaft Duis=
burg
=Ruhrort=Offenbach, im Hafengelände ein großer
Brand aus der binnen wenigen Minuten einen höchſt
bedrohlichen Charakter annahm, ſo daß die Feuerwehr
mit ſämtlichen Löſchzügen ausrücken mußte. Die mächtig
emporſchlagenden Flammen fanden in den Holzteilen des
Schuppens und in dem darin befindlichen Kohlenlage:
eine dankbare Nahrung, ſo daß ſich das Flammenmeer
raſch ausdehnte und den ganzen Schuppen in Aſche legte.
Die Feuerwehr arbeitete mit großer Energie.
Viernheim, 13. Nov. Ein junger ungariſche:
Graf, der mit ſeinem alten Diener zu Pferde auf der
Durchreiſe begriffen war, verſuchte ſich im benachbarten
Käfertaler Walde zu erſchießen. Dem Diener und
einem von Viernheim kommenden Radler gelang es, den
Lebensmüden von ſeinem Vorhaben abzubringen. Der
etwa 25 Jahre alte Graf ſoll infolge einer Liebesaffäre
ſchon längere Zeit ſchwermütig ſein.
Worms, 13. Nov. Geſtern nacht gegen 3 Uhr wurde
auf dem Bahnſteig 4 des hieſigen Bahnhofs ein Mann,
auf einer Bank ſitzend, tot aufgefunden. Die Todes=
urſache
konnte durch den ſofort herbeigerufenen Arzt nicht
feſtgeſtellt werden. Nach den bei dem Toten vorgefun=
denen
Papieren handelt es ſich um den Taglöhner Hein=
rich
Balduf II., geboren am 17. Mai 1872 zu Richen,
Kreis Dieburg. Unter den Papieren fanden ſich mehrere
Entlaſſungsſcheine von verſchiedenen Haftlokalen und dem
Arbeitshaus Dieburg vor. An barem Geld hatte er
62 Pfg. in der Taſche.
Gaulsheim, 12. Nov. Die Summe von 100000 Mark
für einen Penſionsfonds zugunſten ihrer Beamtenſchaft
hat die Firma Gebr. Himmelsbach aus Anlaß der
ſilbernen Hochzeit und der 25jährigen Teilhaberſchaft ihres
Mitinhabers Hermann Himmelsbach geſtiftet.
Wörrſtadt, 13. Nov. Der Abonnementgelder=
ſchwindler
, der in der Umgegend mit Erfolg Zeitungs=
gelder
von den Trägern erſchwindelte und auch hier den
gleichen Trick verſuchte, wurde dabei feſtgenommen und
in das hieſige Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Als
der Gefängniswärter ſpäter nach dem Schwindler, der als
der ſtellenloſe Kaufmann Jakob Preiß aus Klein= Lüt=
tersdorf
ermittelt wurde, im Haftlokal ſehen wollte, fand
er denſelben an einem Kleidungsſtück erhängt vor.
Da der Burſche noch Lebenszeichen von ſich gab, wurde er
raſch abgeſchnitten.
Rhein=Dürkheim, 13. Nov. Das Automobil der
Groß=Gerauer Zuckerfabrik ſtieß an der Fahrt gegen
einen Meilenſtein und ſtürzte die Böſchung hinab.

Der Inſpektor Frieß der Groß=Gerauer Zuckerfabrik
wurde aus dem Wagen geſchleudert, kam aber mit leich=
teren
Verletzungen davon.
Erbes=Büdesheim, 13. Nov. In den Morgenſtunden
des letzten Sonntags wurden hier drei Einbrüche
verübt. Der erſte fand im Erdgeſchoſſe des Manufaktur=
ladens
der Witwe Peth ſtatt, wo das Fenſter nach Be=
ſeitigung
des Drahtgitters geöffnet und aus dem Lager
mehrere Paar Schuhe und Ledergamaſchen entwendet
wurden. Danach ſtieg der Dieb durch ein Fenſter in das
gegenüberliegende Wirtslokal des Gaſtwirtes Albert La=
wall
ein, wo er einige Mark Kleingeld erbeutete und ein
Paar friſchgeſohlte Stiefel. Der dritte Beſuch galt dem
Gaſtwirt Eiſinger mittels Einſteigens durch ein ſeitlich
gelegenes verdecktes Fenſter. Hier ſcheint der Einbrecher
geſtört worden zu ſein. Die drei Häuſer liegen in der
Hauptſtraße des Ortes. Die in Kenntnis geſetzte Gen=
darmerie
von Vendelsheim konnte bis jetzt nur den Tat=
beſtand
feſtſtellen.
Friedberg, 13. Nov. Der Heſſiſche Des=
infektoren
=Verband hielt hier ſeine Quartals=
verſammlung
ab. Es waren erſchienen als Vertreter des
Großh. Kreisamts und Kreisgeſundheitsamts die Herren
Kreisamtmann Probſt= und Kreisarzt Medizinalrat Dr.
Nebel=Friedberg. Der 1. Vorſitzende, Herling= Darm=
ſtadt
, eröffnete die Verſammlung und hieß die Erſchienenen
herzlich willkommen. Hierauf gab er den Anweſenden be=
kannt
, welche Ziele und Zwecke der Verband verfolge, und
verlas ein Schriftſtück, worin die Wünſche der Desinfek=
toren
enthalten ſind, welches ſeinerzeit ans Großh. Mini=
ſterium
, ſowie an alle heſſiſchen Kreis= und Geſundheits=
ämter
ſeitens des Verbandes abgeſchickt wurde. Die
hierauf eingelaufenen Berichte des Miniſteriums ſowie
der Kreisämter Alsfeld und Mainz wurden ebenfalls ver=
leſen
. Herr Kreisamtmann Probſt beſprach noch ein=
mal
die einzelnen Punkte dieſer Eingabe eingehend, in=
dem
er verſprach, ſeinerſeits alles tun zu wollen, was in
ſeinen Kräften ſtände und die Wünſche der Desinfektoren
möglichſt zu unterſtützen. Hauptſächlich wurde der Wunſch
der Desinfektoren, dieſelben in ihrem Beruf gegen Krank=
heit
und Unfall behördlicherſeits zu verſichern, lebhaft be=
fürwortet
, da die Desinfektoren fortwährend der Gefahr
ausgeſetzt ſeien. Ueber den Antrag des Vorſitzenden Her=
ling
, es ſolle den Desinfektoren ein Dienſtanzug für über
die Straße bewilligt werden, entſpann ſich eine lebhafte
Diskuſſion und wurde auch dieſer gutgeheißen, zumal die
Desinfektoren der Kreiſe Gießen, Lich und Worms bereits
damit verſehen ſind. Herr Kreisarzt Dr Nebel hielt
dann einen ſehr intereſſanten Vortrag über die Entwick=
lung
der Desinfektion in den letzten zwanzig Jahren,
ſowie über die Bekämpfung der Tuberkuloſe früher und
jetzt, dem die Anweſenden mit großer Aufmerkſamkeit
folgten. Der 1. Vorſitzende ſprach dann den Herren für
ihr Erſcheinen ſeitens des Verbandes ſeinen beſten Dank
aus mit dem Wunſche, öfters ſolche Zuſammenkünfte mit
den Behörden halten zu können, worauf ſich die Herren
verabſchiedeten. Nachdem dann noch der geſchäftliche Teil
erledigt war, wurde als nächſter Verſammlungsort
Darmſtadt gewählt. Auch ſollen zu dieſer Verſamm=
lung
die Herren Vertreter des Miniſteriums, ſowie des
Kreisamts, Polizeiamt und der Aerztliche Kreisverein
eingeladen werden.
(*) Ulrichſtein, 12. Nov. Seit einigen Tagen ſchneit
es im geſamten Vogelsberg, ſo daß eine geſchloſſene
Schneedecke liegt. Die Kälte iſt empfindlich.
(*) Hungen, 12. Nov. Der berühmte Arzt und Chi=
rurg
, Geheimer Medizinalrat Dr. Rouge, iſt heute im
hohen Alter von faſt 85 Jahren an einer ſchweren Er=
kältung
verſchieden. Der Verſtorbene war wohl einer der
tüchtigſten Aerzte Oberheſſens und beſaß eine große
Praxis, die weit über die nächſte Umgebung Hungens
hinausreichte.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 12. Nov. Unter den zwölf
Kandidaten, welche die geſtrige Rektorenprüfung in Ber=
lin
beſtanden haben, iſt eine Gemeindeſchullehre=
rin
Margarete Friſt. Sie iſt die erſte Dame, die das
Rektorenexamen in Berlin abgelegt hat. Der
Großh. Heſſiſche Geſandte Dr.=Ing. Freiherr v. Biege=
leben
regte in der Berliner heſſiſchen Kolonie die Abhalt=
ung
eines Heſſentages an, der mit der Vorfeier des
Geburtstages des Großherzogs verbunden werden und
am 23. November d. J. im Hotel Adlon ſtattfinden ſoll.
Der Brief von Bruning über den berichtet wurde,
iſt in der Tat echt. Die Vergleichung der Handſchrift durch
einen Schreibſachverſtändigen hat ergeben, daß Bruning
wirklich den Brief ſelbſt geſchrieben hat. Die Polizei
glaubt nun, daß es Bruning gelungen iſt, ſeine Beute nach
Amerika zu bringen. Trifft das zu, ſo kann er ſie dort in
Ruhe genießen, weil ihm die Gefahr einer Auslieferung
nicht droht. Denn die Vereinigten Staaten liefern nach
ihren Verträgen mit Deutſchland nur Perſonen aus, die
in amtlicher Eigenſchaft Unterſchlagungen begangen
haben, alſo zum Schaden eines Staates oder einer Ge=
meinde
. Wie bekannt, wurde in der ganzen Welt nach
Bruning geſucht. Daß dies hier und da andere Uebel=
täter
der Polizei in die Hände geliefert hat, wurde mehr=
fach
berichtet. Es ſei nur an den Buchhalter Geb erinnert,
der in Düſſeldorf ebenfalls 200000 Mark erbeutete, in der
Türkei als vermeintlicher Bruning ergriffen wurde, ge=
legentlich
entſprang und dann wieder in Holland dingfeſt

Ein bulgariſcher Heerführer.

(Eine Erinnerung an den Fürſten Alexander von
Bulgarien.)
* Unterſchreibe, Kerl! Er ſchlug mit der Fauſt
dröhnend auf den Tiſch, wo ein Blatt Papier lag, und
hielt mit der anderen Hand dem Angeredeten den Revol=
ver
vor die Stirn. Der ſchwer Bedrohte, von einer Rotte
brüllender, zum Teil trunkener Jünglinge in Unkform
umgeben, griff zur Feder. Auf dem Wiſch ſtand irgend=
was
mit vielen Kleckſen und in unleſerlichen Zeichen. Die
Tobenden ſagten, es ſei eine Abdankungsurkunde. Er
ſchrieb: Bog da ſpaſi Bolgaria! Alerander (Gott
ſchütze Bulgarien! Alexander). Der Mann mit dem Re=
volver
riß ihm das Blatt unter den Händen weg und ſteckte
es, ohne es in der Aufregung weiter anzuſehen, in die
Taſche.
Die Szene, ſo leſen wir in der Voſſ. Zeitung, ſpielte
ſich in der Nacht vom 20. zum 21. Auguſt 1886 im Fürſten=
palais
zu Sofia ab. Der Hauptbeteiligte an der Ver=
ſchwörung
, die den Fürſten Alexander von
Battenberg den Thron koſtete, hieß Radko Dimi
triew. Er war damals Kapitän. Am 20. Auguſt war
er unter ſtrömendem Regen mit verhängten Zügeln nach
dem Städtchen Pernik, ſüdweſtlich von Sofia, geritten,
wo das Marſchquartier des Strumaregiments lag, und
war dann mit dieſem gegen Sofia aufgebrochen. Unter=
wegs
, unmittelbar vor Sofia, nahm man die Zöglinge der

Sofianer Kadettenſchule mit, die an der nach Pernik füh=
renden
Straße ihr Sommerlager aufgeſchlagen hatten.
Der Kommandant der Kadettenſchule war mit in der Ver=
ſchwörung
. Nachts wurde das Palais umſtellt, der Offi=
zier
der Palaiswache, Safirow, war im Einverſtändnis,
und Dimitriews erhobener Revolver beſchleunigte den
Abſchluß des Dramas.
Alexander von Battenberg ruht in dem Mauſoleum
zu Sofia, das ihm das dankbare Volk und ſein Nach=
folger
auf dem Thron errichtet haben. Radko Dimitriew
feiert Feldherrntriumphe auf dem thraziſchen Kriegs=
ſchauplatze
. Er iſt der Sieger von Kirk=Kiliſſe und der
Verteidiger der bulgariſchen Stellungen von Wiſa in der
Schlacht am Ergene=Fluſſe. Alexander von Batten=
berg
war, nachdem man ihn gewaltſam außer Lan=
des
gebracht hatte, über Rumänien, Rußland, Galizien
nach Bulgarien zurückgekehrt. Eine erfolgreiche Gegen=
revolution
hatte ihm die Rückkehr ermöglicht. Die Dimi=
triew
, Gruew, Benderew und wie ſie alle hießen, waren
auseinandergeſtoben. Sie hatten ihr Heil in der Flucht
über die Grenze geſucht. Ihr Ziel aber wurde trotzdem
erreicht. Sie hatten Alexanders Sturz beſchloſſen, weil
Rußland dieſen Mann nicht mehr auf dem bulgariſchen
Fürſtenthron haben wollte. Es war ein ruſſiſches Werk
das Dimitriew und ſeine Genoſſen vollbracht hatten.
Rußland erwies ſich dafür dankbar. Die meiſten der
flüchtig gewordenen Verſchworenen wurden in ruſſiſche
Armeedienſte übernommen. In Bulgarien wurde die
Emigrantenfrage (unter Emigranten verſtand man die

geflüchteten Offiziere und Kadetten) alsbald zum Angel=
punkt
der inneren Politik. Sie gab dem neuen Fürſten in
den erſten Jahren ſeiner Regierung viel zu ſchaffen. Erſt
um die Wende des Jahrhunderts wurde ſie gelöſt. Der
Bann, der über den Geflüchteten lag, wurde aufgehoben.
Sie durſten nach einer Abweſenheit von anderhalb Jahr=
zehnten
heimkehren und wurden mit den Dienſtgraden, die
ſie inzwiſchen in Rußland erlangt hatten, in die bul=
gariſche
Armee wieder eingeſtellt. Der Hervorragendſte
und Tüchtigſte von ihnen war Radko Dimitriew.
Er hatte im Auguſt 1886 eine Jugendſünde begangen.
Die Jahre hatten ihn umgewandelt. Auch ſeine Gegner
von damals ſprachen fortan nur mit Achtung von ihm.
Die Politik war inzwiſchen aus dem bulgariſchen Offizier=
korps
ausgemerzt worden. Man ließ das Vergangene
vergangen ſein und wandte ſich mit Eifer den militäriſchen
Aufgaben zu. Radko Dimitriew avanzierte nach Ver=
dienſt
. Er wurde ſchließlich Generalmajor und Chef eines
der drei bulgariſchen Armee=Inſpektorate. In dieſer
Stellung (in Ruſtſchuk) befand er ſich bei Kriegsausbruch.
Nach dem Erfolg von Kirk=Kiliſſe kommandierte er in der
Schlacht am Ergenefluß den linken bulgariſchen Flügel,
während der rechte Flügel bei Lüle=Burgas von dem
Armee=Inſpektor von Sofia, Iwanow, befehligt wurde.
Radko Dimitriew hat ſich Lorbeeren auf dem Schlachtfelde
errungen. Der Kapitän und Verſchwörer vons 1886, der
als Flüchtling das Land verlaſſen mußte, hat alle Aus=
ſicht
als Triumphator an der Spitze ſiegreicher Truppen
heimzukehren aus dem Felde.

[ ][  ][ ]

gemacht wurde. Ferner wurde auch ein öſterreichiſcher
Poſtmeiſter Karl Wimmer, der 250000 Kronen veruntreut
hatte, als Bruning in Argentinien feſtgenommen.
Frankfurt, 13. Nov. Sarraſanis Zirkusfeſt=
ſpiele
werden nur 30 Tage umfaſſen, auf keinen Fall
einen einzigen Tag länger, da für die Weihnachtstage be=
reits
über die Feſthalle disponiert worden iſt. Die Vor=
ſtellungen
beginnen täglich um ſiebeneinhalb Uhr, dreimal
wöchentlich, am Mittwoch, Samstag und Sonntag, finden
auch Nachmittagsvorſtellungen ſtatt, die um drei Uhr ihren
Anfang nehmen, und zu denen Kinder auf allen Plätzen
nur halbe Preiſe zahlen.
Frankfurt, 13. Nov. Heute mittag gegen 12 Uhr
wurde in dem Hausflur des Hauſes Friedensſtraße 8 der
Kaſſenbote einer Bank überfallen und ihm ſeine
Geldmappe mit 2541 Mark gewaltſam entriſſen. Der
Täter flüchtete nach der Weißfrauenſtraße, wo er, von
Paſſanten und einem Schutzmann verfolgt, verhaftet
wurde. Es handelt ſich um den 19jährigen Metzgerbur=
ſchen
Adam Streb aus Neu=Iſenburg, der ſeit acht Tagen
arbeitslos iſt. Streb hielt ſich heute vormittag im Schal=
terraum
der Hauptpoſt auf, wo der Kaſſenbote jenen Be=
trag
in Empfang nahm und war dann dem Mann nach
der Friedensſtraße gefolgt.
Wiesbaden, 13. Nov. Erzprieſter Sergius v. Proto=
popoff
, eine ſtadtbekannte Perſönlichkeit, die ſich in
weiten Kreiſen der Bevölkerung unſerer Stadt eines be=
ſonderen
Anſehens erfreut, feiert nächſten Sonntag, den
17. November, ſein 25jähriges Jubiläum als
Propſt der ruſſiſchen Kirche zu Wiesbaden. Herr v. Proto=
popoff
iſt in Rußland als Muſikkomponiſt weit bekannt.
Die griechiſche Kapelle auf dem Neroberg, bis zuletzt Eigen=
tum
der Großherzogl. Luxemburgiſchen Hofverwaltung,
wurde vor kurzem durch die ruſſiſche Regierung käuflich
erworben. Das Zuſtandebringen dieſes Beſitzwechſels iſt
ausſchließlich der Anregung des Propſtes v. Protopopoff
zu verdanken.
Straßburg i. E 13. Nov. Der bei der elſäſſiſchen
Tabakmanufaktur in Straßburg=Neudorf
am 16. September durch den Gauleiter des Tabakarbeiter=
verbandes
veranlaßte Streik war raſch beendet. Von
den bei dieſer Firma beſchäftigten 365 Arbeitern ſind am
16. September nur 105 Arbeiter in Streik getreten. Im
Laufe der erſten Tage erhöhte ſich die Zahl infolge maß=
loſer
Bedrohung und Beſchimpfung der Arbeitswilligen
auf 121. Seit dem fünften Streiktage iſt kein einziger
Arbeiter oder Arbeiterin mehr ausgetreten, trotzdem in
der terroriſtiſchſten Weiſe ſeitens der Streikenden uſw.
gegen dieſe und ihre nahen und entfernten Angehörigen
vorgegangen wurde. Ein Beweis dafür, daß die bezahl=
ten
Löhne ausreichende ſind und weshalb auch ſehr bald
die ſtreikenden Arbeiter durch andere erſetzt waren. Eine
authentiſche Feſtſtellung bietet auch die Beſcheinigung der
Handelskammer in Straßburg, welche lautet: Be=
ſcheinigung
! Der Elſäſſiſchen Tabakmanufaktur in
Straßburg=Neudorf i. E, wird nach Prüfung ihrer Lohn=
liſten
und nach Vergleichung mit den Lohnliſten ähnlicher
Betriebe hiermit beſcheinigt, daß die von ihr bezahlten
Löhne, ſowohl der Männer wie der Frauen, denjenigen
Lohnſätzen entſprechen, die in den Betrieben der gleichen
oder ähnlichen Induſtrien in Straßburg und Umgebung
bezahlt werden.
Tübingen, 13. Nov. Aus Anlaß des heutigen 50.
Todestages Ludwig Uhlands haben die Ge=
meindekollegien
die Errichtung einer ſtädtiſchen Badean=
ſtalt
mit dem Namen Uhland=Bad und außerdem die
Errichtung einer ſtädtiſchen Uhland=Stiftung zur Vertei=
lung
von Büchern an Schüler beſchloſſen.
Beuthen, 13. Nov. Heute morgen wurde im Hofe des
Landgerichts der Fleiſchermeiſter Koczy und der
Fleiſchergeſelle Konziolka durch den Scharfrichter
Schwietz=Breslau hin gerichtet. Die beiden ermorde=
ten
und beraubten in Gemeinſchaft am 6. November 1911
den Händler Chaper aus Bendzin und vergruben die
Leiche in dem Gieſchwald. Das Todesurteil wurde am
9 Juni gefällt. Das Reichsgericht verwarf die Reviſion
Koczys. Konziolka hatte keine Reviſion eingelegt.
Poſen, 12. Nov. Zu dem Gattenmord wird be=
richtet
: Nach erneuten eingehenden Vernehmungen hat
Frau Dr. Blume, dem Unterſuchungsrichter eingeſtan=
den
, daß ſie die furchtbare Tat nicht, wie ſie ſeither auf=
recht
erhielt, in einem Anfall grenzenloſer Verwirrung,
ſondern mit Vorſatz ausgeführt habe. Sie habe zu die=
ſem
Zwecke den Revolver mitgenommen und die geladene
Waffe, als ſie mit ihrem Manne in der Dunkelheit auf
der Bank ſaß, unauffällig hervorgeholt und dann den
todbringenden Schuß von unten nach oben nach dem Kinn
des Dr. Blume abgegeben. Frau Dr. Blume befindet ſich
noch im Poſener Unterſuchungsgefägnis. Der Zuſtand der
Mörderin war bisher derart, daß ihre Ueberführung in
eine Heilanſtalt nicht bewerkſtelligt werden konnte.
Paris, 13. Nov. Aus Breſt wird berichtet: Der ab=
getakelte
Kreuzer Fleurus der von dem Dampfer
Caudan nach dem Hafen von Rochefort geſchleppt wer=
den
ſollte, jedoch von dieſem nach einem Bruch der Kette

während eines Sturmes im Stich gelaſſen worden war,
iſt bisher nicht aufgefunden worden. Entgegen den
urſprünglichen Meldungen, wonach der Fleurus keinerlei
Bemannung hatte, ſollen ſich an Bord des Kreuzers 15,bis
20 ausgediente Matroſen des Breſter Hafens befinden.
Die Behörde habe mehrere Kreuzer und Torpedoboote zur
Hilfeleiſtung ausgeſandt. Betreffs des Schickſals der Be=
ſatzung
des Fleurus herrſcht lebhafte Beſorgnis.
Paris, 13. Nov. Bei Beaufort ſtießen auf der
Sekundärbahnlinie Angers=Novant zwei Perſonen=
züge
zuſammen. Der Maſchiniſt wurde getötet, 15
Reiſende verwundet.
Petersburg, 12. Nov. Der Erlaß des Kaiſers
wodurch er den Soldaten begnadigt, der am 23. Ok=
tober
d. J. zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt
wurde, weil er während der Moskauer Parade die Front
verließ, um dem Kaiſer ein Bittgeſuch zu überreichen,
lautet: Meinen Dank für Gottes Gnade ausdrückend,
welche dem Thronfolger die Geneſung ſchenkte, ver=
zeihe
ich dem Gemeinen Bachurin ſein ſchweres Vergehen.
New=York, 12. Nov. Guſtav Schwab, Direktor
der hieſigen Filiale des Norddeutſchen Lloyd, iſt ge=
ſtorben
.
Milwaukee, 12. Nov. In dem Prozeß gegen
Schrank der am 14. Oktober den Anſchlag gegen
Rooſevelt verübte wurde der Angeklagte für ſchuldig
befunden. Das Gericht beſchloß, den Angeklagten auf
ſeinen Geiſteszuſtand unterſuchen zu laſſen.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
uehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Ureeil vor.)

Ueber Willy Burmeſter, der eben wieder
eine Triumphreiſe durch Deutſchland macht und am 23.
November hier ſein Abſchiedskonzert geben wird,
ſchrieb in der vorigen Woche die Magdeburger Zeitung:
Willy Burmeſter, ein Großer unter den Geigenfürſten,
zwang am Montag in der Freundſchaft von Erfolg
zu Erfolg ſchreitend, eine begeiſterte Zuhörerſchar in den
Bann ſeines genialen Spiels. So unendlich viel hat er
perſönlich zu ſagen, und doch gleich bei Beethoven, deſſen
Cmoll=Sonate, mit dem Pianiſten Schmidt=Badekow am
Flügel, eine feſtliche Einleitung war, welche Ehrfurcht
vor dem Kunſtwerk! Sein ſtilſicherer, geadelter und
männlicher Ton ſchenkte dann Viotti, dem vielleicht größ=
ten
Violinſpieler des 18. Jahrhunderts, eine Seele. Das
Konzert in A=moll Nr. 22 blühte unbeirrt aller Hexen=
künſte
, die für Burmeſter keine mehr ſind, auf wie ein
Strauß ſchönſter Roſen. Doch, was ſoll man eigentlich
über ſolch abgeklärte, in ſich feſt gegründete Kunſt noch
ſagen? Reden von dieſen herrlichen Tönen der G=Saite,
die einem Bach alles geben können, von ſolchen Bogen=
künſten
, die eine Gavotte ſpielen, daß man ſie alle tanzen
ſieht, jeden Schritt der Paare mit dem Auge verfolgt, die
einem jeden Stück von Martini, Hummel, Weber und
Field einen eigenen hohen Adel leihen? Auch der Pianiſt
bot mit Brahms polniſchen Idyllen und einer Humo=
reske
von Berger reife Kunſt, aber zuletzt war es doch
Burmeſter mit der Fauſt=Fantaſie, der ſelbſt die Kleinlich=
ſten
in ſeinen Bann zog.
C Jan Kubelik in Darmſtadt. Jan Kube=
lik
, welcher im Mai d. J. von ſeiner großen vierten Nord=
amerikareiſe
nach Europa zurückgekehrt iſt, wird in dieſer
Saiſon 60 Konzerte in den größten Städten Europas ab=
ſolvieren
und beſucht, wie ſchon mitgeteilt, auch Darm=
ſtadt
wo er am 23. November d. J. ein Konzert
veranſtalten wird. Seine vierte nordamerikaniſche
Tournee war wieder von einem beiſpielloſen Erfolge be=
gleitet
. Ueberall war der Andrang des Publikums zu
den Konzerten ein unbeſchreiblicher. Gleich das erſte
Konzert am 15. Oktober 1911 im New=Yorker Hippodrom
brachte die Rieſenſumme von § 9000 36000 Mk. Der
künſtleriſche Erfolg hielt mit dem materiellen gleichen
Schritt und der Künſtler wurde in allen Städten außer=
ordentlich
gefeiert. Im April 1913 verläßt Kubelik aber=
mals
Europa, um eine Tournee von 100 Konzerten in
Süd= und Zentral=Amerika zu abſolvieren, wofür ihm
ein Rieſenhonarar zugeſichert wurde. Die Kunſtreiſe er=
ſtreckt
ſich auf Braſilien, Argentinien, Chile, Uruguay,
Paraguay, ſowie Mexiko und dürfte 15 Monate in An=
ſpruch
nehmen.

Kongreſſe und Verbandstage.

Die Tagung der Hanſawoche.
Berlin, 12. Nov. Unter ſtarker Beteiligung aus
allen Teilen Deutſchlands fand geſtern die Sitzung des
Ausſchuſſes für Angeſtelltenfragen im Hanſabunde ſtatt.
Der Präſident des Hanſabundes, Geheimrat Rieſſer,
eröffnete die Hanſawoche, die ein ſichtbares Zeichen der
wachſenden Macht und Ausdehnung des Hanſabundes
darſtelle. Er ging dann auf die Arbeiten des Angeſtellten=
ausſchuſſes
über und betonte, daß ein inniges ſachliches
Zuſammenarbeiten von Unternehmern und Angeſtellten

vor allem wichtig ſei für die Bildung eines großen Ge=
werbeblocks
in Handel, Gewerbe und Induſtrie, zu dem
der Hanſabund immer mehr werden müſſe. Im Anſchluß
an dieſe Sitzung hielt Henry Schaper (Hamburg) einenſ
Vortrag über das Thema: Wohnungsfrage und Privat=
angeſtellte
. Darauf berichtete der Sekretär des Angeſtell=
tenausſchuſſes
Dr. Lange (Berlin) über: Gemeinſame In=
tereſſen
von Angeſtellten und Unternehmern. Die Verhand=
lungen
wurden heute fortgeſetzt. Dieſe begannen mit der
Vorlegung des von der Submiſſionszentrale ausgearbei=
teten
Geſetzentwurfes über das Verdingungsweſen, wel=
cher
beſonders nach der Richtung induſtrieller Forderungen
weſentlich ergänzt worden iſt. Nach eingehender Beſprech=
ung
an der Hand des Referats des Vorſitzenden der Sub=
miſſionszentrale
Herrn Architekt Geſtrich wurde beſchloſ=
ſen
, nunmehr alsbald den Entwurf dem Direktorium desi
Hanſabundes zur weiteren Behandlung vorzulegen. Da=
nach
referierte der Geſchäftsführer des Hanſabundes Herrl
Abgeordneter von Richthofen über Die Reform des Ver=
dingungsweſens
im Reich und in den Bundesſtaaten
wobei einmütig der Standpunkt feſtgeſtellt wurde, daſſ
eine geſetzliche Regelung dieſer wichtigen Materie unter
allen Umſtänden erforderlich ſei. Zum Schluß wurden
nach Ausführungen des Sekretärs der Submiſſionszen=
trale
Dr. Schumann Zuwahlen in die Zentrale vorgenom=
men
. Auch dieſe Tagung war wiederum von einer großen
Zahl führender Kreiſe der Induſtrie, des Handwerks und
des Handels aus allen Teilen Deutſchlands beſucht.

Die Hauptverſammlung des Evangeliſchen
Preßverbandes für Deutſchland.
Der Evangeliſche Preßverband für Deutſchland
hielt am 11. ds. Mts. im Landeshaus der Provinz
Brandenburg zu Berlin ſeine zweite Hauptverſammlung
unter Leitung ſeines Vorſitzenden, des Admirals à la
suite des Seeoffizierkorps Exz. Büchſel ab. Der
Zweck des Verbandes iſt in§ 2 ſeiner Satzung niedergelegt
Er will die evangeliſchen Preßverbände und anderen
Körperſchaften im deutſchen Vaterlande, welche evange=
liſche
Preßarbeit treiben, zur Vertretung und Verteidig=
ung
evangeliſcher Weltanſchauung, ſowie zur Betätigungt
der öffentlichen Miſſion der evangeliſchen Kirche durch die
Preſſe zuſammenfaſſen, Dieſe Aufgaben wurden desſt
Näheren erläutert durch den von dem geſchäftsführenden
Direktor Paſtor W. Stark erſtatteten Geſchäftsbericht. Ins=
beſondere
entwickelte Paſtor Stark im Blick auf die bedauer
lichen Wirren der gegenwärtigen kirchlichen Lage klare Richt=
linien
für das Arbeitsprogramm des Evangeliſchen Preß=
verbandes
für Deutſchland nach ſeinen zwei entſcheiden=
den
Seiten hin, der organiſatoriſchen und der ſpezifiſch
jdurnaliſtiſchen. Was namentlich die letztere betrifft, ſon
ſtellte er feſt, daß der Evangeliſche Preßverband für
Deutſchland ſich keineswegs in den Strudel der Parteien
und Richtungen, weder im politiſchen noch kirzkenpoli=
tiſchen
Leben, hineinziehen laſſe, dagegen eine uncht gliche
Auskunftsſtelle für den objektiven Tatbeſtand auf vm Ge=
biete
des öffentlichen kirchlichen Lebens ſein wolle. Bei
dem allen aber ſtelle ſich der Evangeliſche Preßverband für
Deutſchland bewußt auf den Glaubensgrund des Evan=
geliums
, als den ausſchlaggebenden Faktor in der Welt=
und Kirchengeſchichte, und nehme aus ihm die Richt=
linien
und Grundſätze ſeiner Arbeit. Daher habe der
Evangeliſche Preßverband für Deutſchland zu kämpfen
gegen jeden Feind, der jenſeits der Lebensſphäre des
Evangeliums ſteht, ſobald dieſer für ſeine deſtruktiven
Tendenzen öffentlich durch die Preſſe wirbt. Mit beſon=
derer
Freude wurde es ferner begrüßt, daß die Evange=
liſchen
Preßverbände der Provinzen Sachſen und
Hannover ſowie von Lübeck Anſchluß an den
Evangeliſchen Preßverband für Deutſchland beantragk
haben der einmütig beſchloſſen wurde. Auch zahlreiche
Einzelmitglieder, darunter mehrere regierende Fürſtlich=
keiten
, ſowie korporative Mitglieder, Vereine, Anſtalten
und ſonſtige Körperſchaften ſind dem Evangeliſchen Preß=
verband
für Deutſchland während des Geſchäftsjahres bei=
getreten
. Dementſprechend iſt auch die Finanzlage eine
günſtigere geworden, wie aus dem Kaſſenbericht des
Schatzmeiſters, Bankvorſteher A. Brinkmann an der
Deutſchen Bank, hervorging. Die Einnahmen betrugen im
letzten Geſchäftsjahr über 21000 Mark. Allerdings be=
darf
es noch bedeutend vermehrter Mittel, wenn der Evan=
geliſche
Preßverband für Deutſchland ein wirklich durch=
ſchlagender
Faktor im öffentlichen Leben werden ſoll.

Luftfahrt.

sr. Ein neuer Preis fürfliegende Fahr=
räder
. Die Gebrüder Michelin haben jetzt einen neuen
Preis für fliegende Fahrräder geſtiftet. Dieſer beträgt
2000 Francs und iſt für einen Flug von 5 Meter Länge
ausgeſetzt. Die beiden zuerſt von den Michelin=Werken
geſtifteten Preiſe betrugen 1000 bezw. 10000 Francs. Der
1000 Francs=Preis wurde bekanntlich von dem Radwelt=
meiſter
und jetzigen Aviatiker Poulain gewonnen.

Feuilleton.

* Die Nobelpreiſe für Phyſik und Chemie. Der Nobel=
preis
für Phyſik wurde dem ſchwediſchen Erfinder des
Agalichts, Ingenieur Guſtaf Dalen, zugeteilt; der Preis
für Chemie wird zwiſchen Profeſſor W. Grinard=
Nancy und dem Profeſſor an der Univerſität Toulouſe
P. Sabatier, geteilt. Jeder Preis beträgt in dieſem
Jahre 140 476 Kronen.
C.K. Ein neuer Band von König Viktor Emanuels
Münzenwerk. Aus Rom wird berichtet: Soeben iſt aus
der Tipographie der königlichen Akademie in Rom der
dritte Band des monumentalen Werkes Corpus num-
morum
italicorum erſchienen, mit dem König Viktor
Emanuel, der Sammler und der Gelehrte, der Münzen=
forſchung
eine wertvolle Gabe darbringt. Während der
erſte und der zweite Band die Münzprägungen Savoyens
Piemonts und Sardiniens behandelte, gibt der nun er=
ſchienene
dritte Band einen erſchöpfenden wiſſenſchaft=
lichen
Ueberblick über das Münzweſen Liguriens und Kor=
ſikas
, vor allem über die Münzprägungen Genuas von der
Zeit der Dogenrepublik bis zum Zeitalter Franz I. Ein
reicher Schatz von Illuſtrationen und Nachbildungen be=
ſonders
charakteriſtiſcher Münzen, deren Originale ſich
zum großen Teile in den numismatiſchen Sammlungen
des Königs befinden, begleitet die Ausführungen über den
Entwicklungsgang italieniſcher Münzprägung. Nach dem
Arbeitsplane König Viktor Emanuels, der ſich mit dieſem
Werke als gründlicher Gelehrter vorſtellt, werden dieſem
nahezu 600 Seiten umfaſſenden Bande noch ein vierter
und ein fünfter folgen, die ſich mit den lombardiſchen und
den mailändiſchen Münzen beſchäftigen.
hys. Lihungtſchang über Bismarck. Der Londoner
Obſerver veröffentlicht die Memoiren des chineſiſchen
Diplomaten Lihungtſchang. Deſſen Eindrücke über Bis=

marck ſind folgende: Ich bin in Entzücken über meinen
Beſuch bei Bismarck. Er ließ mich mit Bier bewirten,
was mir noch nie vorgekommen. Wir ſprachen über die
internationale politiſche Lage und den deutſchen Einfluß
im fernen Oſten. Für den Moment, ſagte Bismarck, ſeht
ihr uns Deutſche noch nicht viel, weil das vereinigte
Deutſchland noch eine junge Nation iſt, aber es wird der
Tag kommen, an dem Deutſchland Europa beherrſcht.
England, trotz ſeinem Spektakel und Geprahle, hat Hun=
derte
von ſchwachen Punkten, und es weiß zu gut, daß
ein Konflikt mit einer Macht, wie ſie Deutſchland dar=
ſtellt
, eventl. ſein Ende bedeuten könne. Ich haſſe dieſe
großen Aufſchneider von Engländern, trotzdem ſie auf
ihrem Throne eine deutſche Dynaſtie haben. Bevor
Lihungtſchang ſich verabſchiedete, ſagte er zu Bismarck,
daß er ſelbſt ſehr oft als der aſiatiſche Bismarck be=
zeichnet
würde. Der Reichskanzler dachte einen Moment
nach, als ob er ſeines großen chineſiſchen Kollegen Worte
wöge, ſeine Augen glänzten unter den großen Brauen
und ſich umdrehend ſagte er zum Kapitän Ruffbach, der
die Verdolmetſchung beſorgte: Laſſen Sie Se. Exzellenz
wiſſen, daß die Franzoſen dies nicht als ein Kompliment
betrachten würden. Lihungtſchang lachte und die beiden
Bismarcks gaben ſich die Hände in der gleichen Ueber=
zeugung
, daß die Franzoſen nichts für dieſen Namen übrig
haben.
* 53 Millionen in einem Monat verraucht. Das
Statiſtiſche Amt des öſterreichiſchen Tabakgefälles ver=
öffentlicht
ſoeben die Statiſtik der im Monat April laufen=
den
Jahres verkauften Tabakfabrikate. Aus den ſtatiſti=
ſchen
Daten geht hervor, daß die Erhöhung der Tabak=
preiſe
den Konſum der Tabakfabrikate nicht verringert
hat; der Konſum iſt im Gegenteil in fortwährender Zu=
nahme
begriffen. Der Erlös der im April laufenden Jah=
res
verkauften Zigarren, Zigaretten uſw. überſteigt um
mehr als ſieben Millianen Kronen die im April des ver=

floſſenen Jahres erzielten Einnahmen. Von den im all=
gemeinen
Verkehr befindlichen verſchiedenen Tabakfabri=
katen
wurden im April folgende Mengen konſumiert: 7811
Kilogramm Schnupftabak, 298 293 Kilogramm Rauchtabak,
198 463015 Päckchen feinerer Rauchtabak, 185808 453
Stück Zigarren, 700 958 725 Zigaretten; von den inlän=
diſchen
Spezialitäten: 11 Kilogramm Schnupftabak, 94102
Kilogramm Rauchtabak, 4 716 294 Stück Zigarren und
21 247510 Zigaretten. Die Geſamteinnahmen betrugen
52 794675 Kronen gegenüber 45 536 417 Kronen im April
des Vorjahres.
* Gut gegeben. Einen Reinfall hat unlängſt eine
Geſellſchaft von Engländern erlebt, die die Pfaueninſel
bei Potsdam beſuchte. Sie ließ ſich von dem dienſttuen=
den
Bootsführer überſetzen. Bei der Rückfahrt beſprachen
ſie nun, wieviel Trinkgelder ſie dem Ueberfahrer geben
wollten. Einer der Herren bat die anderen, ihm dies zu
überlaſſen. Er würde dem Bootsführer einen halben
Penny (nach unſerem Gelde etwa 5 Pfg.) geben; dies
wäre ſeines Erachtens genug, und die Beteiligten freuten
ſich ſchon auf das enttäuſchte Geſicht, das der Bootsführer
vorausſichtlich machen würde, wenn er ſein Trinkgeld er=
hielt
. Natürlich wurde über alles in engliſcher Sprache
unterhandelt. Man hatte keine Ahnung, daß die Boots=
führer
Königliche Beamte ſind und als alte gediente
Matroſen die engliſche Sprache häufig gut beherrſchen;
ruhig, als verſtünde er kein Wort Engliſch, führte der
Fährführer das Boot ſeinem Ziele zu. Bei der Ankunft
ſtiegen die Herren aus, und der letzte Herr wollte ihm
großmütig das Trinkgeld reichen. Die Mitglieder der
Geſellſchaft machten ſehr verblüffte Geſichter, als der
Bootsführer in reinſtem Engliſch erwiderte: Ich danke
den Herrſchaften. Wir ſind Matroſen der Kaiſerlichen
Marine und ſind ſo geſtellt, daß wir nicht nötig haben,
Almoſen von Engländern anzunehmen.

[ ][  ][ ]

Die Ermordung des Miniſterpräſidenten
Canalejas.

* Madrid, 12. Nov. Der Attentäter heißt
Pardinas Sarrato. Seine Mutter war eine Ita=
lienerin
. Seine Ankunft in Madrid war ſignaliſiert und
ſein Porträt eingeſandt worden. Sarrato nahm den
Augenblick wahr, als Canalejas wenige Schritte vom Mi=
niſterium
des Innern den Wagen verließ, um das Schau=
fenſter
einer dort befindlichen Buchhandlung zu betrach=
ten
. Dieſes iſt von der erſten fehlgehenden Kugel zer=
trümmert
worden.
Der Leichnam des Miniſterpräſiden=
ten
Canalejas wurde im Hauptſaal des Mi=
niſteriums
aufgebahrt. Der K ön ig verrichtete ein
kurzes Gebet vor ihm. Um zwölf Uhr trat der
Miniſterrat zuſammen und beriet eine halbe Stunde. Unter
anderen Maßregeln beſchloß der Miniſterrat, zum vor=
läufigen
Präſidenten des Kabinetts den Miniſter des
Aeußern, Garcia Prieto, zu ernennen. Nach dem König
erſchien der Infant Carlos im Miniſterium. Die Frau
des Miniſterpräſidenten weiß noch nichts von dem tragi=
ſchen
Tode ihres Gatten. Der Miniſter des Innern ließ
in der Wohnung Canalejas’ mitteilen, daß der Miniſter=
präſident
auf der Treppe geſtürzt ſei. Die Regierung
beſchloß, daß die Blätter den Ermordeten
nicht photographieren und der Leichnam nicht
einbalſamiert werden ſoll.
In der Kammer machte der Miniſter des
Aeußern Mitteilung von dem Tode des Miniſterpräſi=
denten
und ſchloß ſeine kurze Anſprache mit den Worten:
Canalejas ſtarb zwiſchen ſeinen beiden Lieben, dem
Volke und den Büchern In der Tat wurde Canalejas
von der tödlichen Kugel getroffen, als er das Schau=
fenſter
einer Buchhandlung betrachtete.
Um 2 Uhr 30 Minuten erſchienen Extrablätter
der Zeitungen mit Einzelheiten über die Ermord=
ung
des Miniſterpräſidenten, der von Paſſanten aufge=
hoben
und in eine Apotheke, die nahe dem Tatorte ge=
legen
iſt, gebracht worden war. Der Apotheker erklärte
nach kurzer Unterſuchung, daß der Tod ſofort ein=
getreten
ſei. Darauf wurde der Leichnam in das Mi=
niſterium
des Innern gebracht. Das Portefeuille des
Miniſterpräſidenten, das 200 Peſetas und einige Doku=
mente
enthielt und auf den Boden gefallen war, wurde
der Polizei von Vorübergehenden übergeben.
Der Unterſuchungsrichter beſichtigte nach=
mittags
den Tatort und die Leiche des Mörders. Spä=
ter
erklärte er einigen Journaliſten, daß man in den
Taſchen des Mörders einen Schein über 25 Peſetas, ver=
ſchiedene
Geldſtücke und verſchiedene Dokumente, darunter
einen Taufſchein, gefunden habe. Der Deputierte
Saint Aubain, der Schwiegerſohn Canalejas über=
brachte
nachmittags um ¾1 Uhr der Witwe die Nach=
richt
von dem Tode ihres Gatten, was zu einer herzzer=
reißenden
Szene Anlaß gab. Um 5 Uhr nachmittags
wurde Frau Canalejas nach dem Miniſterium des Innern
und in den Saal geleitet, wo der Leichnam, dem zwei
Sekretäre des Verſtorbenen Totenwache hielten, aufge=
bahrt
war. Als die Frau Canalejas eintrat, verließen
die übrigen Anweſenden den Raum. Während ihres
Verweilens bei dem Toten wurde die Frau Canalejas
zweimal von einer Ohnmacht befallen. Sowohl beim
Eintreffen im Miniſterium wie auch bei der Abfahrt wur=
den
Frau Canalejas von der Volksmenge lebhafte Sym=
pathiebeweiſe
zuteil.
* Madrid, 12. Nov., 4,30 Uhr nachmittags. Der
Miniſter des Aeußern, Garcia Prieto begab ſich
um 2 Uhr in das Königliche Palais. Die Audienz beim
König dauerte 20 Minuten. Der Miniſter erklärte ſpä=
ter
einem Journaliſten: Ich habe dem König ein Dekret
unterbreitet, das mich mit der interimiſtiſchen Führung=
des
Amts des Miniſterpräſidenten beauftragt. Die
ſterblichen Ueberreſte des Miniſterpräſidenten werden
heute abend nach der Deputiertenkammer übergeführt
und auf einem Katafalk aufgebahrt. Die Trauerfeier
findet morgen nachmittag ſtatt. Dem Miniſterpräſiden=
ten
werden die Ehren eines im Kriege gefallenen kom=
mandierenden
Generalkapitäns erwieſen. Das diploma=
tiſche
Korps begab ſich in das Königliche Palais, um dem
König ſein Beileid auszudrücken.
* Madrid, 12. Nov. Die Sitzung der Kam=
mer
wurde um 4 Uhr 29 Min. eröffnet. Das Haus und
die Tribünen ſind überfüllt. Die Deputierten ſind ſämt=
lich
in Trauerkleidung. Der Sekretär der Kammer verlas
ein Schriftſtück, in dem er mitteilte, daß Canalejas das
Opfer eines feigen Mordes geworden ſei. Der Miniſter
des Aeußeren Garcia Prieto, der vor Bewegung kaum

reden konnte, ſagte: Canalejas fand den Tod, als er ſei=
nen
Pflichten als Haupt der Regierung nachgehen wollte.
Ich glaube nicht, daß es jetzt Zeit iſt, eine Lebensbeſchreib=
ung
des großen Mannes zu geben, der für ſich allein der
ganzen Kammer ſein Gepräge aufgedrückt hat. ( Zuſtim=
nung
.) Der Präſident der Kammer ſprach kurz über den
verühmten Mann und proteſtierte in ſeinem Namen, im
Namen der ganzen Kammer und im Namen Spaniens,
gegen die ſo ruchloſen Attentate. Die Feinde der Geſell=
ſchaft
werden nicht triumphieren, ſagte er, denn wir ſind
uns einig, dieſelbe, gegen wen es auch ſei, zu ſchützen. Nie=
mand
wird ſich der Pflicht entziehen. (Lebhafter Beifall
der ganzen Kammer, mit Ausnahme der Republikaner.)
Darauf wurde die Ernennung Garcia Prietos zum in=
terimiſtiſchen
Präſidenten des Miniſterrates vorgeleſen.
Die Sitzung wurde um 4 Uhr 55 Min. geſchloſſen.
* Madrid, 12. Nov., 6.45 Uhr abends. Im Se=
nat
machte der Miniſter des Aeußern ebenſo, wie er es
in der Kammer getan hatte, von der Ermordung des Mi=
niſterpräſidenten
Mitteilung. Der Senatspräſident Mon=
tero
Rios drückte in bewegten Worten die Trauer und die
Entrüſtung des Senats aus und betonte am Schluſſe
ſeiner Anſprache, daß die Regierung energiſch vorgehen
müſſe, um derartigen Akten der Zügelloſigkeit ein Ende
zu machen. Danach wurde die Sitzung aufgehoben. Die
beiden Kammern werden zur nächſten Sitzung ſchriftlich
einberufen.
* Madrid, 13. Nov. Der Leichnam Canalejas,
mit der Miniſteruniform bekleidet, ruht auf einem mit
koſtbarer grauer Seide ausgeſchlagenem Sarg. Auf dem
Deckel des Sarges liegt ein Elfenbeinkruzifix. Der Mör=
der
war beſſer gekleidet, ſeine Wäſche war nicht gezeich=
net
. Bei ihm wurde ein Heft gefunden, auf deſſen Deckel
die Worte Conflagration und Internationale ſtan=
den
. Das Heft enthielt den Schlüſſel einer Geheimſprache,
die aus einer Miſchung von franzöſiſchen und ſpaniſchen
Wörtern und fremden Zeichen beſteht. Ein Augenzeuge
des Anſchlages verſichert, daß der Mörder von einem
Mitſchuldigen begleitet war, dem es gelang, in der Menge
zu verſchwinden. Alle öffentlichen Gebäude und Kaſinos
und die Mehrzahl der Theater ſind zum Zeichen der
Trauer geſchloſſen worden. Die öffentlichen Gebäude
flaggten halbmaſt. Zahlreiche Häuſer ſind mit Trauerflor
verſehen.
* Madrid, 13. Nov. Der Platz Puerta del Sol
bot einen impoſanten Anblick. Tauſende von Menſchen
warteten auf das Vorbeikommen des Sarges mit der
Leiche des Miniſterpräſidenten. Alle verurteilen das feige
Attentat und rühmen die Güte und Einfachheit des Ver=
ſtorbenen
gegen jedermann. Madrid trauert aufrichtig.
Ein Freund von Canalejas erzählt, der Miniſterpräſident
habe am 8. November während eines Frühſtücks erklärt,
er wiſſe, daß er zum Tode verurteilt ſei. Die Blätter ver=
urteilen
ohne Ausnahme das Attentat und ſpenden Canale=
jas
warmes Lob, der von ſeinen Gegnern ebenſo geliebt
und geachtet wurde, wie von ſeinen Freunden. Um Mit=
ternacht
wurde der Leichnam Canalejas nach der
Deputiertenkammer geſchafft und dort aufgebahrt. Die
Blätter ſagen, die Polizei beſäße das Signalement des
Mörders. Er wurde vor acht Monaten von Buenos=
Aires als Anarchiſt gemeldet. Er begab ſich von dort nach
Paris, ſodann nach London, Bordeaux und Biarritz, wo
die franzöſiſche Polizei auf ihn fahndete. Kürzlich befand
er ſich in Marſeille, von wo er nach Paris ging, das er
vor ungefähr zehn Tagen verließ und ſich nach Madrid
begab Seine Abreiſe nach Madrid wurde von der Pa=
riſer
Polizei nach Madrid gemeldet. In Madrid kam er
mit einem anderen Anarchiſten an, welcher der Geſellſchaft
Befreier in Paris, London und Madrid angehörte. Die
Blätter glauben, daß Pardinas eine andere Miſſion hatte
als Canalejas zu töten. Angeſichts der Unmöglichkeit,
ſie auszuführen. benutzte er die Gelegenheit, den Miniſter=
präſidenten
zu töten.
Paris 13. Nov. Das Teſtament Canale=
jas
enthält u. a. zahlreiche Vermächtniſſe zuannſten
mehrerer Arbeitergenoſſenſchaften und Legate für Sol=
daten
, die zur Zeit des amerikaniſchen Krieges auf Kuba
verwundet worden ſind.
Politiſche Folgen des Attentats.
* Madrid, 13. Nov. In politiſchen Kreiſen herrſcht
die Anſicht vor, daß Moret die Aufgabe erhalten werde
ein neues Miniſterium zu bilden, da nur eine liberale Re=
gierung
imſtande ſein werde, von der liberalen Mehrheit
die Bewilligung des Budgets zu erlangen. Moret ge
nießt das größte Anſehen in der Partei. Maura und
andere führende Perſönlichkeiten der konſervativen Par=
tei
hätten dem König erklärt, daß die unter ſo traurigen

Umſtänden eingetretene Kriſe nicht zum Anlaß genommen
werden dürfe, um eine Aenderung der Politik herbeizu=
führen
. Nach anderen Meldungen hält man ein Kabinett
Romanohes, ja auch ein Kabinett Weyler, für möglich.
Aller Wahrſcheinlichkeit werde Garcia Prieto auch im
neuen Miniſterium das Portefeuille des Aeußern er=
halten
.
* Berlin 13. Nov. Der Berliner Lokal=Anzeiger
meint, Canalejas werde ſchwer zu erſetzen ſein, da der
ſpaniſche Liberalismus nicht reich an führenden Perſön=
lichkeiten
ſei Es werde nicht ausbleiben, daß die Mord=
tat
der gegenwärtigen Regierung, die es vielleicht an
Strenge gegen die umſtürzleriſchen Elemente ab und zu
habe fehlen laſſen, von ihren politiſchen Gegnern aufs
Schuldkonto geſetzt werden. Das Berliner Tageblatt
meldet aus Madrid: Wen der König mit der Neubildung
des Kabinetts betrauen wird, iſt noch nicht beſtimmt. Ge=
rüchtweiſe
wird der liberale Expremier Moret als der
kommende Mann bezeichnet, andererſeits gilt aber auch
eine konſervative Regierung unter Maura nicht als ganz
unwahrſcheinlich. Der Berliner Lokal=Anzeiger ſchreibt
aus Paris: Der Tod Canalejas’ wird auf die Fertig=
ſtellung
des franzöſiſch=ſpaniſchen Marokkovertrages ohne
Einfluß bleiben, da der ſpaniſche und der franzöſiſche Ver=
tragstexrt
bis auf wenige Ausdrücke gleichlautend iſt.

Handel und Verkehr.

Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G.
m. b. H., am 31. Oktober 1912. Aktiva. 1. a) Kaſſa,
Sorten und Kupons M. 63855.: b) Guthaben bei der
Reichsbank und dem Poſtſcheckamt M. 27005.64. Zuſ.
M. 90 860.64. 2. Wechſel= u. Deviſen=Konto M. 337996.85.
3. Bankverkehr=Konto M. 675 158.69. 4. Lombard=Konto
M. 335048.02. 5. Effekten=Konto M. 437 567.91. a) inlän=
diſche
Staatspapiere Nom. M. 267 700.: b) ſonſtige
bei der Reichsbank und anderen deutſchen Notenbanken
beleihbare Wertpapiere M. 166 500.; c) ſonſtige Wert=
papiere
M. 63400.. 6. Konto=Korrent=Konto (ſämtlich
gedeckt) M. 3079318.31. 7. Vorſchuß= u. Vorſchußwechſel=
Konto M. 937731.35. 8. Haus= und Immobilien=Konto
M. 346 902.15. 9. Mobilien=Konto M. 1005.65. 10. Schrank=
fächer
=Konto M. 3663.50 11. Haus= u. Immobilien= Unter=
haltungskoſten
=Konto M. 3403.77. 12. Verwaltungskoſten=
Konto M. 52419.89. Zuſ. M. 6 301076.73. Paſſiva.
1. Geſchäftsanteil=Konto M. 1464 169.82. 2. Reſervefonds=
Konto I M. 337508.18. 3. Reſervefonds=Konto II und
Immobilienreſerve M. 73850.47. 4. Delkredere=Konto
M. 50000.. 5. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=Konto.
M. 180545.20. Darmſtädter Volksbank=Stiftungs=Konto
M. 12500.. 6. Hypotheken=Konto M. 66000.. 7. Ak=
zeptationen
= u. Aval=Konto M. 65990. 8. Bankverkehr=
Konto M. 3254.84. 9. Konto=Korrent=Konto M. 149 482.69.
10. Sparkaſſen= und Scheck=Konto M. 3711811.80. 11. Di=
idende
=Konto M. 3744.19. 12. Zinſen=Konto M. 181768.12.
13. Jubiläumsfonds M. 451.42. Zuſ. M. 6 301076.73.
Umſchlag im Oktober M. 5543887.89. Zahl der Mit=
glieder
1985.

Literariſches.

Der Jugendgarten. Eine Feſtgabe für
Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Erzählungen
ernſten und heiteren Inhalts, Gedichte, Unterweiſungen
aus Natur, Haus und Geſchichte, Beſchäftigungen, Sport
und Spiele. 37. Band. Mit 136 ein= und mehrfarbigen
Abbildungen. Elegant gebunden 5 Mk. (Union, Deutſche
Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart.) Der Jugendgarten
bietet Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren in ſorg=
fältig
getroffener Auswahl Unterhaltendes und Nütz=
liches
: Feſſelnde Erzählungen ernſten und heiteren In=
halts
, neue Märchen, Gedichte und Rätſel, Unterweiſun=
gen
aus Natur, Haus und Geſchichte in anziehender, dem
jugendlichen Verſtändnis angepaßter Form; er iſt ein
guter Berater für Sport, Spiel und allerhand Beſchäftig=
ungen
für die Mädchenwelt und ſtellt ſich ſomit die Auf=
gabe
, die Mußeſtunden der jungen Mädchen in ebenſo
angenehmer wie nutzbringender Weiſe auszufüllen. Möge
auch der neue Band viele neue Freundinnen in der jün=
eren
Mädchenwelt gewinnen und viele genußreiche Stun=
den
bereiten; er wird, als Geſchenk unter den Weihnachts=
baum
gelegt, dem jungen Mädchen willkommen ſein.
* Die kriminelle Fruchtabtreibung,
eine Studie für Aerzte, Juriſten und Laienrichter, von
Geheimrat Dr. F. v. Winckel, ordentlicher Profeſſor an der
Univerſität München. (Verlag Dr. P. Langenſcheidt,
Berlin W 35, Preis broſchiert 2 M.) F. v. Winckels Schrift
führt insbeſondere die lebensgefährdenden Handlungen,
die in nichtärztlicher Weiſe ausgeführt werden, in ein=
dringlicher
Weiſe dem Leſer vor Augen.

Kunſthalle am Rheintor.

Wer nach den problematiſierenden und auch dem Fach=
mann
und der Kritik ein gelindes Kopfzerbrechen bereiten=
den
Werken der letzten Ausſtellung heuer die Kunſthalle
durchwandert, wird die zurzeit ausgeſtellten Werke als
wohltuende Augenweide empfinden und auf ſich wirken
laſſen. Ein Verweilen in dem großen Oberlichtſaal, wo
Carl Felber=Dachau
eine Fülle ſeiner Werke zeigt, kommt einer Wanderung ir
die Natur gleich, in die Heimat, da ſie am herrlichſten ſich
uns offenbart, ſei’s Frühling oder Sommer, Herbſt oder
Winter. Köſtliche blumige, duftige Farbenfriſche weht
uns aus den Bildern entgegen, aus dieſen köſtlichen an
fröhlicher, ſonniger und farbenfroher Stimmung ſo
reichen Ausſchnitten aus der Natur, wie ſie ein Malerauge
geſchaut, das des Lebens ſich freut in jeglicher Geſtalt
wie es in Feld und Wald, in grüner Wieſe und blumiger
Halde ſo üppig ſprießt und blüht und grünt. Und das
der Heimat ſich freut, deren herbe Reize all dieſe Schön=
heiten
hervorgebracht. Ja, es ſind durchweg köſtliche, lachende
Bilder farbenglühender Natur, die Carl Felber friſch
und flott, unmittelbar, wie er ſie empfunden gemalt hat.
Wie er ſie empfunden mit einem Herzen voll Sonne und
und mit dem reifen Naturſchauen, das die Liebe zur All=
mutter
der Kunſt und Schönheit gereift hat. Faſt fällt es
ſchwer angeſichts dieſer lachenden Fröhlichkeit des Natur
ſchauens und=Empfindens und angeſichts der faſt ſorg=
loſen
Wiedergabe dieſer Schönheiten, die Pflicht der
Kritik zu erfüllen. Dieſe könnte wohl hie und da ſprechen
von techniſchen Beanſtandungen, könnte vielleicht auch
ſagen, daß der Künſtler ſich hie und da ſeine Aufgabe
etwas leicht gemacht, daß er ſchwierige, aber feſſelnde
Licht= und Farbenprobleme etwas oberflächlich behandelt
und gelöſt hat. Sie ſoll angeſichts der hoch erfreulichen
Geſamtleiſtung ſchweigen, ſoll ſich freuen mit dem Beſucher
über ſo viel natürliche Schönheit, die uns die Heimat er=
ſchließt
, und die als Ganzes genommen doch ſo viel un=
beſtreitbar
großes Kunſtkönnen verrät, das erſt geeint
mit dem innigen Verſteben der Natur, die vollendeten
Kunſtwerke ſchafft.

Licht und Luft und Sonne und eine köſtliche Farben=
luſt
ſtrahlen alle dieſe Bilder aus, die faſt durchweg voller
Stimmung und intimer koloriſtiſcher Reize ſind. Mags
eine Herbſtlandſchaft ſein, in der über die zu Garben ge=
ſchichteten
goldenen Aehren der brauſende Wind weht, der
doch der Sonne Strahlen nicht wehren kann, mags ein
grün beſäumter Waldweg ſein, auf den die Sonnen=
ſtrahlen
, die Baumkronen durchbrechend, ihe neckiſches
Kringleinſpiel ſpielen und alle Farben glühen und leuchten
laſſen; mag der Herbſt ſeinen unerſchöpflichen Reichtum an
Farbenſchönheiten über die zum Schlafe ſich rüſtende Wald=
landſchaft
eraießen oder der Winter mit Schnee und Eis
bizarre Gebilde ſchaffen in Fels= und Steingeröll und die
Sonne kalt und gelb auf dem Berghang droben die grau=
dunklen
Tannen in zitternde Nebelſchwaden tauchen, mag
endlich die Wieſe ihren blumigen Reichtum ſprießen und
blühen laſſen im Hochſommer: Aus all dem ſchöpft der
Dachauer ſeine Motive, und faſt alle bringt er zu gleich
guter, faſt reſtloſer Löſung.
Die reiche Kollektion enthält Bilder aus dem Auerbach=
tal
, vom Breuberg in verſchiedenen Beleuchtungen, von
Dachau, aus dem Kranichſteiner Park und der Faſaneric
bei Darmſtadt, von Mitterndorf, vom Galgenſtein bei
Neuſtadt, aus dem Odenwald u. a. m.
Was die Ausſtellung im übrigen bietet, iſt nicht in
gleicher Weiſe gefällige Kunſt aber doch durchweg
Kunſt wenn auch von verſchiedenem Werte. Franz
Türke=Friedenau hat eine Kollektion ſehr verſchiedener
Landſchaften ausgeſtellt. Die Paſtelle und das Aquarell
ſcheinen uns zu hart im Kolorit und in der Auffaſſung
der Landſchaft der Reife ermangelnd. Es fehlt der Duft
und die Herausarbeitung der Perſpektive, die allerdings
in der auch inhaltlich reiferen Havellandſchaft beſſer zum
Ausdruck gelangt. Auch der Tauende Schnee und die
Mühle im Schnee ſind koloriſtiſch gut und ſtimmungs=
voll
. Doch gab der Künſtler ſein Beſtes wohl in der gro=
ßen
, ſehr fein geſtimmten und im Kolorit reizvollen Hol=
ſteiner
Abendlandſchaft. Hierin iſt auch die Größe der
Natur zu glücklichem Ausdruck gelangt.
Walter Bertelsmann=Worpswede iſt mit
ein paar zart und fein kolorierten, in ſehr lockerer Technik

gemalten Winter= und Seelandſchaften vertreten, die die
See und die darüber liegende Luft prächtig charakteriſie=
ren
; vor allem die Nordſeebilder, die bei aller Einfachheit
in Kolorit und Darſtellung inhaltsreich ſind und voller
Farbenreize. In kraſſem Gegenſatze, das heißt nicht etwa
in bezug auf den künſtleriſchen Wert der Werke, ſteht die
große Landſchaft Vorfrühling, in der der Maler zeigt,
daß er auch die Leuchtkraft kennt in den Schätzen ſeiner
Palette. Es hält ſchwer, zu glauben, daß dieſes Bild in
ſeiner faſt aufdringlichen koloriſtiſchen Friſche und Kühn=
heit
von dem gleichen Künſtler iſt, der in den Seebildern
eine faſt zaghafte Zurückhaltung zeigt.
Ludwig Ziegler=Charlottenburg zeigt in einer
Studie zu einer Kompoſition, die er Schlaf nennt, die
bemerkenswerte Löſung eines ſchlafenden Aktes. Wenn
das Kolorit auch in einzelnen Partien die Kritik heraus=
fordert
, iſt das Ganze doch mit bedeutendem Können ge=
malt
und zeigt eine beſondere Begabung für die Heraus=
arbeitung
der Formen. Leider hat das Bild einen ſehr
ungünſtigen Platz bekommen. Die Porträts des
Künſtlers können uns nicht ganz befriedigen. Am beſten
ſcheint die Porträtſkizze des Herrn, in der ſcharfe Cha=
rakteriſtik
und aute Zeichnung zutage treten, während in
dem großen Bildnis des jungen Mädchens Zeichnung und
Haltung des Kopfes nicht einwandfrei ſind und auch das
Kolorit nicht frei von Maniriertheit iſt. Die Technik des
Künſtlers iſt flott und kraftvoll, ſie kommt am wirkſamſten
in dem Selbſtporträt zur Geltung.
Mit Ferdinand Herwig=Stuttgart iſt die Reihe
der Ausſteller dann erſchöpft. Er hat vier große Bilder
ausgeſtellt, die jedenfalls von bedeutendem Können und
von künſtleriſcher Eigenart zeugen. Am meiſten gibt er
m. E. in dem Bilde Kruzifix, in dem er mit möglichſt
einfachen Mitteln eine wuchtige, große Handlung ſchildert,
der das Weltbewegende anhaftet, einzig durch die Wucht
der Darſtellung und die Kraft der Farben. Von den
übrigen drei Bildern ſagt uns der Eremit am meiſten.
Sowohl in Zeichnung wie im Kolorit und in der Auffaſ=
ſung
des Bildmäßigen iſt das ein reifes Werk eines Künſt=
lers
, der es wohl wagen darf, eigene Wege zu gehen.
M. Sta

[ ][  ][ ]

Der Balkankrieg.

Zur Lage.
Wien, 12. Nov. Eine friedliche Löſung
des öſterreichiſch=ſerbiſchen Konfliktes iſt
in Sicht. Serbien ſcheint den Vorſchlag, daß es einen
albaneſiſchen Hafen ohne Hinterland erhält, den es nicht
befeſtigen darf, zu dem durch ein autonomes Albanien eine
neutrale Bahn fuhrt, auf Betreiben Bulgariens einzugehen.
* Wien, 13. Nov. Peſter Berichte Wiener Blätter
melden, daß dort eine günſtigere Auffaſſung der
augenblicklichen Lage beſteht, welche insbeſondere
ſich auf Meldungen aus Belgrad ſtützt, wonach auch dort
eine friedliche Löſung der ſtrittigen Fragen mit Oeſter=
reich
=Ungarn angeſtrebt werde. Der Chef der Sobranje
erklärte vor ſeiner Abreiſe von Peſt, er ſei mit dem Erfolg
ſeiner Miſſion durchaus zufrieden.
* London, 13. Nov. Die Times ſchreibt in einem
Leitartikel über die Kriegslage: Was die Artillerie
betrifft, ſo korrigiert eine intereſſante halbamtliche Er=
klärung
den Eindruck, als ob die türkiſchen Niederlagen
der Unterlegenheit der Geſchütze zuzuſchreiben wären. Die
Erklärung ſetzt die vorzügliche Qualität der franzöſiſchen
Geſchütze nicht herab, aber ſie ſtellt feſt, daß die Krupp=
Kanonen, wie alle ſchweren Geſchütze, nur wertvoll ſind,
wenn ſie gut bedient werden. Die Unfähigkeit und die
ſchlechte Ausbildung der türkiſchen Artilleriſten genügten,
um das Verſagen der deutſchen Geſchütze in den Händen
der Beſiegten zu erklären. Die Times ſchreibt weiter:
Der kollektive Commonſens der großen Nationen,
der während der ganzen Kriſe großen Einfluß ausgeübt
hat, wird, wie man erwarten darf, das unſinnige Schau=
ſpiel
des Streites über Fragen verhindern, die in hohem
Maße eines friedlichen Ausgleiches fähig ſind. Der Aus=
tauſch
von Anregungen über die Aſpirationen Serbiens,
die aus Belgrad gemeldet wurden, dürften als bloße Füh=
ler
gelten. Jedenfalls ſind das keine Fragen, die das
Volk oder die Regierung von Großbritannien in eine hef=
tige
Teilnahme treiben. England ſucht ſeinen Freund=
ſchaften
gemäß nur die Erhaltung des allgemeinen euro=
päiſchen
Friedens, der trotz aller alarmierender Meldun=
gen
jetzt weniger Spannung ausgeſetzt ſei, als es vor
einigen Tagen der Fall war. Das würde noch weniger
der Fall ſein, wenn die Bulgaren ſich dazu verſtänden, vor
Konſtantinopel Halt zu machen.
* Wien, 13. Nov. Das Neue Wiener Tagblatt mel=
det
aus Petersburg vom 13. d. M., 1 Uhr morgens:
Der Miniſter des Aeußern verſtändigte den ſerbiſchen Ge=
ſandten
. Rußland werde zur Hafenfrage keine direkte
Stellung nehmen, ſondern die Austragung lediglich den
öſterreichiſch=ſerbiſchen Verhandlungen überlaſſen, wobei
Rußland bereitwillig freundſchaftliche Unterſtützung ge=
währen
werde, jedoch unter Vermeidung jeglicher Zu=
ſpitzung
der öſterreichiſch=ſerbiſchen Beziehungen.
* Petersburg, 13. Nov. Die Roſſija bezeichnet
die Gerüchte über Konflikte zwiſchen den verſchie=
denen
Mächten wegen der Balkanfrage als törichtes
Geſchwätz und erklärt, ſie ſeien ohne jede Begründung
Das Blatt ſchreibt die Gerüchte der Erfindung von
Senſationsblättern und Börſenſpekulanten zu,
die ihren Vorteil ſuchten, indem ſie das Publikum kopflos
machten. Das Blatt iſt beſonders über die Blätter ent=
rüſtet
, die glaubten, zur Löſung internationaler Probleme
beizutragen, in Wirklichkeit aber nur Werkzeuge oder
Opfer der niedrigſten Spekulation ſeien.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatze.
* Sofia, 12. Nov. Die Bulgaren drangen vor=
geſtern
bis zu den Tſchataldſcha=Stellungen
ohne Widerſtand vor. Rodoſto, Eregli, Siliwri und Mi=
dia
wurden beſetzt. Die zweite bulgariſche Armee, die
Adrianopel belagert, zieht den Belagerungsring um die
Stadt enger. Die Forts Papas Depeh und Kartal Depeh
wurden eingenommen. Die Gerüchte, daß die Bulgaren
bei der Einnahme dieſer Forts große Verluſte erlitten,
entbehren jeder Begründung.
* Wien, 13. Nov. In einem Interview mit dem
Sofiaer Spezialkorreſpondenten der Neuen Freien Preſſe
verſicherte der Exminiſter Natſchowitſch, die bulgariſche
Regierung befreundete ſich bis jetzt mit der Idee eines
Einmarſches in Konſtantinopel nicht. Bul=
garien
wünſche, daß aus Konſtantinopel und Saloniki
Freiſtädte gemacht würden. Die Bulgaren würden vor
Konſtantinopel Halt machen und die Geſchicke dieſer Stadt
der Entſcheidung Europas überlaſſen.

Vom weſtlichen und ſüdlichen Kriegsſchauplatz.
* Rjeka, 13. Nov. Eine geſtern im Hauptquartier
eingetroffene Meldung beſagt: Beunruhigt durch die
geſtrige ſtarke Beſchießung erhob die chriſtliche und moham=
medaniſche
Bevölkerung Skutaris durch Abgeſandte
beim Kommandanten Haſſan Riſa Bey Vorſtellungen,
weil die Gebäude beſchädigt, der Verkehr geſtört und die
verſönliche Sicherheit gefährdet werde. Entweder ſolle die
Uebergabe erfolgen oder die Offenſive ergriffen wer=
den
, um weitere Nachteile für die Stadt zu verhüten. Riſa
Bey ſoll erklärt haben, es ſei ſeine Pflicht, ſo lange als
nöglich auszuharren. Die Offenſive ſei jedoch untunlich,
weil die Türken ſich in Verteidigungsſtellung befänden.
Von der Uebergabe Skutaris könne vorläufig keine Rede
ſein. Seit Mitternacht herrſcht Sturm und Regen, wo=
urch
die Operationstätigkeit der Montenegriner ſtark be=
einträchtigt
und die Mannſchaften an der Erfüllung ihrer
Aufgaben behindert werden.
* Wien, 12. Nov. Die Südſlawiſche Korreſpondenz
meldet aus Cattaro: Einwandsfreie Berichte ſtellen
feſt, daß die militäriſche Lage vor Skutari für
die Montenegriner entſchieden ungünſtig iſt. Die Ko=
lonnen
auf dem linken Bojanoufer wurden nach dreitägi=
gem
Kampfe von Eſſad=Paſcha bis nach Belas zurückge=
worfen
. Vor dem Eintreffen der Garden unter Janko=
witſch
iſt keine Beſſerung der Lage der Montenegriner zu
erwarten, die durch Ueberſchwemmungen der Bojana und
große Schneefälle Verpflegungsſchwierigkeiten haben.
Die Meldungen über die Beſetzung von San Giovanni
di Medua und Aleſſion durch die Montenegriner haben
ich als falſch erwieſen.
* Athen, 13. Nov. Geſtern vormittag kamen der
König, Prinz Georg und Prinzeſſin Alice
im Sonderzuge in Saloniki an, woſelbſt ſie auf dem
Bahnhofe von dem Thronfolger, den übrigen Prin=
zen
und dem Metropoliten empfangen wurden. Der =
nig
umarmte den Thronfolger und die anderen Prinzen
und begrüßte die höheren Offiziere. Darauf begaben ſich
der König und die Prinzen in die Stadt, begrüßt von
em Jubel einer tauſendköpfigen Menge, die trotz des
Regens zugegen war. Die Häuſer waren mit Flaggen in
den Nationalfarben und denen der Verbündeten ge=
ſchmückt
. Die Begeiſterung erreichte ihren Höhepunkt, als
der König am Kai ankam. Eine große Menſchenmenge
olgte dem Zuge des Königs unter anhaltenden Kundgeb=
ungen
bis zu dem Hauſe Hadji Lazaros, wo der König.
abſtieg. Bis zur Nacht waren die Straßen von einer
freudig erregten Menge erfüllt, die den Tag feierlich be=
ging
.
Serbiſche Untaten.
* London, 12. Nov. Daily Chronicle veröffent=
licht
einen Bericht eines kürzlich aus Serbien heim=
gekehrten
Korreſpondenten, in welchem es heißt: Die
Serben veranſtalteten Maſſakres unter den Arnau=
ten
. Hunderte von Soldaten, ſowie Dutzende von Offi=
zieren
und Privatleute, die es wiſſen können, erzählten
dasſelbe. Zwiſchen Kumanowo und Uesküb wurden 2000
Arnauten niedergemetzelt; bei Priſchtina 5000. Nach dem
Fall von Uesküb wurden ſtarke Patrouillen in die Um=
gegend
geſchickt, welche die Arnautendörfer anzündeten
und flüchtende Einwohner niederſchoſſen. Dutzende Offi=
ziere
erzählten, daß die Flüſſe jener Gegend durch Leichen
geradezu verſtopft waren. Bei Durchſuchungen nach Waf=
fen
wurden in hunderten von Fällen Leute in ihren Häu=
ſern
kalten Blutes erſchoſſen, gleichviel, ob ſie Waffen
beſaßen oder nicht. In der letzten Nacht, die ich in Ues=
küb
zubrachte, wurden 38 Männer von einer Patrouille
gefangen und erſchoſſen; die Leichen wurden in einen Fluß
geworfen. Die Serben ſuchen die Arnauten nicht in ge=
wöhnlicher
Weiſe zu unterwerfen, ſie wollen ſie vernichten.
Soldaten aller Rangklaſſen ſagten mir in dutzenden von
Fällen: Wir wollen ſie ausrotten, das iſt die praktiſchſte
Methode. Ein Soldat in Uesküb lud mich ein, ſeine
Truppe auf einer Expedition zu begleiten. Dieſe Einlad=
ung
wurde von einem Leutnant, einem Hauptmann und
einem Major dringend wiederholt. Ich ſollte ein Gewehr
und 250 Patronen erhalten und würde etwas zu ſehen
bekommen. Schon dieſe Aufforderung trägt viel dazu bei,
alle jene fürchterlichen Geſchichten zu beſtätigen, die ich
gehört hatte.
Sonſtige Meldungen.
* Konſtantinopel, 13. Nov. Geſtern nachmit=
tag
war eine Zuſammenkunft zwiſchen dem fran=
zöſiſchen
Admiral Dufournet als Vertreter der Kom=

mandanten der zwölf hier verankerten Kriegs=
ſchiffe
, dem erſten Dragoman der öſterreichiſch= ungari=
ſchen
Botſchaft als Vertreter der Botſchaften, dem Chef
der Gendarmerie, ſowie dem General Naſif, dem militäri=
ſchen
Kommandanten von Pera als Vertreter der türki=
ſchen
Regierung, zur Beratung der Sicherheitsmaßnahmen
in der Stadt, ſtatt. Es wurde beſchloſſen, daß beide Teile
in der auf morgen angeſetzten Verſammlung Vorſchläge
über die als notwendig erachteten Maßregeln machen.
Zahlreiche mohammedaniſche Familien aus den Dör=
fern
der Gegend von Tſchorlu ſind hier angekommen, im
ganzen etwa 6000. Die Flüchtlinge werden nach Sinope
geſchickt. Die Zahl der noch hier verbleibenden Flücht=
linge
wird auf 70000 geſchätzt. Nach einer amtlichen
Mitteilung ſind in den letzten 24 Stunden 15 Cholera=
fölle
aufgetreten, darunter drei unter der Bevölkerung den
Stadt. Drei Fälle waren tödlich.
Mailand, 13. Nov. Laut Stampa=Meldung
aus Antivari, hat Montenegro mit ruſſiſchen Bankiers
eine Anleihe von 20 Millionen Kronen abgeſchloſſen.
* Malta, 13. Nov. Der hier eingetroffene deut=
ſche
Schlachtkreuzer Goeben hat wegen ſeiner
Größe auf die hieſige Bevölkerung großen Eindruck ge=
macht
. Zahlreiche Beſucher begaben ſich nach Barracas.
* Kiel, 11. Nov. Die zur Entſendung nach dem=
Mittelmeer auserſehenen Turbinenkreuzer Dresden
und Stettin die in der verfloſſenen Woche für eine
längere Auslandsreiſe ausgerüſtet wurden, ſind im Ver=
band
der Aufklärungsſchiffe geblieben. Sie verließen ge=
meinſam
mit den übrigen Kreuzern heute die Nordſee=
ſtation
, um in der Helgoländer Bucht zu üben und am
Freitag wieder in Kiel einzutreffen. Es entſpricht dies der
urſprünglichen Beſtimmung. Die Reichsregierung erachtet
demnach zurzeit eine Verſtärkung der Mittel=
meerdiviſion
nicht als erforderlich und hält die
Stationierung von ſechs Schiffen bis auf weiteres für
ausreichend.
Letzte Nachrichten.
* Konſtantinopel, 13. Nov. Wie verſichert
wird, ſoll der Miniſterrat beſchloſſen haben, den
Mächten zu antworten, daß nicht die Türkei, ſondern die
vier Balkanſtaaten die Bedingungen für die Ein=
ſtellung
der Feindſeligkeiten und den Frie=
densſchluß
zu formulieren hätten. Die Uebermittelung des
Beſchluſſes an die Mächte wird heute durch die Botſchafter
der Türkei erfolgen Prinz Sabah Eddin richtete an
den Sultan einen offenen Brief, der in den Straßen Stam=
buls
als Broſchüre verkauft wird, und bittet darin den
Sultan, ſich mit dem ganzen kaiſerlichen Hauſe an die
Spitze der Truppen zu ſtellen, wie es die früheren Sul=
tane
getan hätten. In dem Briefe wird erklärt, die Ur=
ſache
des Unglücks der Türkei ſei in der Zentraliſation zu
ſuchen. Wenn die Türkei eine Politik der Eintracht mit
den Nachbarn verfolgt hätte, ſo würde der Balkanbund
jetzt unter der Führung des Sultans ſtehen. Die Blät=
ter
melden: Der engliſche Dampfer Chios der
nach Siliwri gegangen war, um Flüchtlinge aufzunehmen,
kehrte unverrichteter Sache zurück, da die Bulgaren ihn
am Landen verhinderten. Ein türkiſches Torpedoboot be=
ſchoß
zwiſchen Siliwri und Kſaſteros eine Abteilung bul=
gariſcher
Kavallerie mit Erfolg.
H. B. Muſtafa Paſcha, 13. Nov. Die Kämpfe
um das Vorgelände von Adrianopel im Südweſten
dauern fort. Die Türken machten geſtern gegen Nor=
den
und Nordweſten einen Ausfall in der Richtung auf
Eknekſchiköi (etwa 10 Kilometer nordweſtlich von Adria=
nopel
gelegen) und auf dem rechten Ufer der Pundja, je=
doch
ohne Erfolg. Die Türken ſcheinen aus der Apathie=
erwacht
zu ſein. Sie verteidigen mit außerordentlicher
Energie das Vorgelände, namentlich im Südweſten, gegen
das ſich bisher die glänzend durchgeführten bulgariſchen
Angriffe richteten. Die Meldungen von der Einſchließung
Adrianopels ſind verfrüht. Die wirkliche Einſchließung iſt
auch bis jetzt noch nicht erfolgt. Man kann überhaupt kaum
von einer Belagerung Adrianopels ſprechen, obwohl es
ringsum umklammert iſt.
* Wien 13. Nov. Der Kriegsberichterſtatter der
Reichspoſt meldet aus dem Hauptquartier der bulgari=
ſchen
Oſtarmee vom 12. November: Der Haupt=
angriff
gegen das Zentrum der türkiſchen Stellung von
Tſchataldſcha, ſowie der Vorſtoß von Norden her
ſind im günſtigen Vorwärtsſchreiten. In den letzten
Tagen wurden die Türken aus allen Vorpoſitionen ge=
worfen
. Der Beginn des Hauptangriffs verzögerte ſich

Rudolf Herzog=Abend.

Der Darmſtädter Vortragsverband ver=
anſtaltete
am Dienstag abend im Feſtſaale der Turn=
gemeinde
einen Rudolf Herzog=Abend mit Vor=
leſung
des Dichters aus eigenen Werken. Der Saal war
wiederum dicht beſetzt. Rudolf Herzog, deſſen flüſſige,
lebendige Erzählerkunſt, die ſeiner Erfindungsgabe ſtets
Schritt hält, ihn zu einem der meiſt geleſenen Dichter der
lebenden Generation gemacht hat, las eigentlich nicht aus
eigenen Werken, er gab vielmehr ein Spiegelbild ſeines
geiſtigen Lebens und ſeines dichteriſchen Schaffens in
Form einer Definition ſeiner Werke.
In poeſieumwobenem Rahmen erzählte er von ſeiner
Jugend und ſeinem Leben, und wie aus dieſem heraus
der Drang zum dichteriſchen Schaffen lebendig ward, zum
geiſtigen Formen all der Geſtalten, die als junge Freunde
oder reifere, geiſtig Führende beſtimmend ſeinen Lebens=
weg
beeinflußten; wie er all dieſen Lieben und Verehrten
ein geiſtig Denkmal geſetzt, die nun in ſeinen Romanen
lebendig und warmblütig als echte, prächtige, wahre
Menſchen weiter leben und ſo eindrucksvoll auch zu uns
ſprechen. Von den Niederrheinern ſprach er den leben=
ſtürmenden
Genoſſen froher Jugend, ausgelaſſenen Künſt=
lertums
, von Tagen, die unvergeſſen blieben auf der wei=
teren
Lebensfahrt, ſo groß und ſchön das Leben auch noch
war und iſt, die ihn hinüberführten nach Frankfurt, wo
das Lebenslied entſtand, und dann in das an Eindrücken
ſo reiche Bergiſche Land zu den Wiskottens, den markigen
Geſtalten, echten Gebilden ihrer Heimaterde. Und dann
wieder nach dem Norden, an die Waſſerkante zu den
Hanſeaten, und von hier wieder an den Rhein zu den
Burgkindern, die der Sturm der Revolutionen und Völker=
kämpfe
umtoſte bis dann der Süden, das Wunderland
aller Kunſt, Italien, ſeine Anziehungskraft auch auf ihn
ausübte und die dort empfangenen Eindrücke in den
Condottieri ihren Niederſchlag fanden.
In einheitlicher, zuſammenhängender, feſſelnder Schil=
derung
las der Dichter ſo ſeiner Werke Werdegang, die
uns allen ja längſt vertraut. Und wenn auch er kein
idealer Vortragskünſtler war, ſeine etwast pathetiſche
Leſekunſt war von Eindruck. Dankbarer Beifall und Blu=
menſpenden
drückten das überzeugend aus.
St.

Akademiſcher Bismarckbund.

Vortragsabend Hoensbroech.
Auf Veranlaſſung des. Akademiſchen Bismarckbundes
fand geſtern abend im Kaiſerſaal ein Vortrags=
abend
über: Jeſuitismus, Jeſuitenorden,
Jeſuitengeſetz ſtatt, zu dem der bekannte frühere
Jeſuit Graf Hoensbroech als Redner gewonnen war.
Thema und wohl noch mehr die Perſon des Vortrages
hatten eine große Anziehungskraft ausgeübt, ſo daß der
Saal überall beſetzt war. Der Vorſitzende des Akademiſchen
Bismarckbundes hieß die Erſchienenen herzlich willkom=
men
und erteilte alsbald dem Redner des Abends das
Wort.
Graf Hoensbroech führte etwa folgendes aus:
Unſere Gegenwart bewegt beſonders im Streite für und
wider die Aufhebung oder das Beſtehenlaſſen des Jeſuiten=
geſetzes
. In vielen ultramontanen Verſammlungen uſw.
wird die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes verlangt, und
zwar meiſt mit der Begründung, daß es ein Ausnahme=
geſetz
ſei. Mit dieſem Worte wird viel Unfug getrieben.
Der Staat hat nicht nur das Recht, er hat die Pflicht,
ſolche Geſetze zu erlaſſen, wenn ſeine Intereſſen es fordern.
Zurückgewieſen muß es werden, daß der Ultramontanis=
mus
behauptet, das Geſetz gehe überhaupt nur die Katho=
liken
etwas an. Es handelt ſich vielmehr um ein Reichs=
geſetz
, an dem jeder Staatsbürger Intereſſe hat. Falſch iſt
es auch, daß die Zentrumspreſſe behauptet, es ſei das
einzige Ausnahmegeſetz. Denn der Ultramontanismus
ſelbſt läßt ſich eine ganze Anzahl von Ausnahmegeſetzen
gefallen. So zum Beiſpiel die Militärfreiheit ſeiner Geiſt=
lichkeit
, die Befreiung der katholiſchen Kirchenklöſter uſw.
von allen möglichen Steuern und dergleichen mehr. Da
es kaum anzunehmen iſt, daß die geſamte Zentrumspreſſe
von dieſen Geſetzen nichts weiß, ſpricht ſie bewußt un=
wahr
.
Redner verbreitete ſich dann über den Jeſuitenorden
ſelbſt, zunächſt über ſeine Gründungsgeſchichte. Der Orden
hat heute mit 16 293 Mitgliedern wieder faſt den Höchſt=
beſtand
ſeiner Mitgliederzahl ſeit Beſtehen erreicht. Das Re=
gierungsſyſtem
ſcheint auf den erſten Blick als ein abſolut
autokratiſches. Doch iſt es in Wirklichkeit nicht ſo: in
kaum einer Organiſation iſt die Macht ſo verteilt, wie im
Jeſuitenorden. Der Text der Verfaſſung, wie ihn der
Gründer feſtgelegt, wird dauernd ergänzt. Die Satzungen
des Ordens ſagen klar, worin ſeine Tätigkeit beſtehen ſoll.
Sie entſcheidet ſich in der ſeelſorgeriſchen Tätigkeit im
allgemeinen nach außen nur dadurch, daß die Jeſuiten

nur unter dem abſoluten Gehorſam ihrer Oberen ſtehen.
Was den Geiſt des Jeſuitenordens betrifft, ſo inter=
eſſiert
daraus erſtens die Stellung zum Vaterlande. Von
den Zentrumsblättern wird ſtets das Deutſchtum des
Jeſuiten betont. Dem muß widerſprochen werden. Es
iſt beweiskräftig, daß der Jeſuit der geborene Kosmopolit
und Internationale iſt. Er verleugnet kraft der Satzung
ſeine Familie in ſchärfſter Form. Damit verleugnet er
auch ſein Vaterland, das in der Familie wurzelt. Nach
den Satzungen darf der Jeſuit von ſeinen Verwandten
nur ſprechen als von Toten. Damit iſt Vaterlandsliehe
nicht vereinbar. Der Nationalitätsgeiſt wird als Peſt
bezeichnet. Der Jeſuit Mechler ſelbſt gibt zu, daß der
Jeſuit Kosmopolit und Internationaler ſein muß, weil
er mit Heimatliebe die Welt nicht erobern kann. Was
die Stellung zum Staate betrifft, ſo wird dieſe gekenn=
zeichnet
durch die ſchärfſte Betonung der Herrſchaft der
Kirche. Jeder Deutſche muß doch anerkennen, daß Deutſch=
land
ein ſouveräner Staat iſt, der nicht unter dem inter=
nationalen
Rom ſteht. Der Jeſuitenorden fordert aber
klar und deutlich Unterwerfung des Staates unter die
Herrſchaft der Kirche. Verlangt man doch, daß zum Bei=
ſpiel
der Papſt gefragt wird, wenn ein Staat Krieg füh=
ren
will. Beamten= und Fahneneide ſeien hinfällig, wenn
es ſich um Geſetze und ſonſtige Dinge handelt, die der
Kirche zuwider gehen. Der Soldat müſſe ſogar deſertie=
ren
, wenn er in dieſer Beziehung in Seelenkonflikte
kommt. Beſonders kraß ſind auf dieſem Gebiete die Ver=
öffentlichungen
des Jeſuiten Lemkuhl. Wie der Jeſu=
itenorden
zu den nichtkatholiſchen Konfeſſionen ſteht, er=
hellt
aus Auslaſſungen über Luther und die anderen Re=
formatoren
, zu denen ausdrücklich geſagt wird in einer
allerdings aus 1640 ſtammenden Verordnung, daß Frie=
den
mit den Ketzern ausgeſchloſſen iſt und daß alle Ketzer
mit dem Tode beſtraft werden müſſen. Die Verordnung=
iſt
aber heute noch nicht aufgehoben. Auch Lemkuhl und
andere lebende Jeſuiten beſtreiten anderen Konfeſſionen
jede Daſeinsberechtigung. Aus all dieſen Gründen muß=
das
Jeſuitengeſetz beſtehen bleiben.
Der Redner belegt ſeine Ausführungen durch Vorleſen
zahlreicher Stellen aus Schriften von Jeſuitenführern und
Wiſſenſchaftlern. Der Vortrag wird öfters von Beifalls=
lundgebungen
unterbrochen. Er ſchloß mit einem warmen
Aufruf zum Beitritt in den Antiultramontanen Reichsver=
band
in Berlin. Die Verſammlung verlief in Ruhe. Es
ſchloß ſich daran eine Ausſprache im kleineren Kreiſe im
weſentlichen über Ziele und Zweck des Akademiſchen Bis=
marckbundes
.
St.

[ ][  ][ ]

ſedoch um zwei Tage. Die krſachen waren die inſolge des
mehrtägigen Regens eingetretenen Schwierigkeiten beim
Munitionsnachſchub und bei Heranziehung von Ver=
ſtärkungen
von Adrianopel und der ſchweren Artillerie.
Der Kampf iſt äußerſt heftig.
* Wien, 13. Nov. Die von einigen Berliner Blät=
tern
gebrachte Nachricht von der Mobiliſierung der
öſterreichiſchen Kriegsmarine und der Donau=
Flotille iſt gänzlich haltkos und aus der Luſt
gegriffen.
* Kopenhagen 13. Nov. Die auf türkiſcher
Seite befindlichen Kriegskorreſſpondenten Phi=
lipp
v. Schwerin und Hans v. Jeſſen, die für Stockholmer
bezw Kopenhagener Zeitungen arbeiten und am 12. Ok=
tober
gemeinſam Konſtantinopel verließen, um nach der
Front zu fahren, werden ſeitdem vermißt. Man ver=
mutet
, daß ſie gefangen genommen oder erſchoſſen worden
ſind.
* Sofia, 13. Nov. Durch die jetzt eingehenden
näheren Berichte wird nachträglich bekannt, daß ſich in der
Stelung vor Kotſchana ein ſchwerer Geſchütz= un=
fall
auf bulgariſcher Seite ereignet hat. Der
Reſerveformation waren vom Oberkommando einige
neue Schnellfeuergeſchütze nach dem Syſtem
Schneider zugeteilt worden. Die Mannſchaften trafen
Vorbereitungen für ein in Ausſicht ſtehendes Gefecht, als
beim Handhaben des Schraubenverſchluſſes das Ge=
ſchütz
explodierte. Zehn Soldaten wurden
getötet, zehn ſchwer verwundet.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 13. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine Zei=
tung
gibt bekannt: Reichskanzler v. Bethmann Hollweg
empfing geſtern nachmittag den Botſchafter Fürſten
v. Lichnowsky.
* Breslau, 13. Nov. Der Kaiſer iſt um 12 Uhr
20 Minuten hier eingetroffen. Auf dem Bahnſteig hatten
ſich eingefunden Generaloberſt v. Pleſſen und General
der Infanterie Freiherr v. Lyncker, die hier zu dem Ge=
folge
hinzutraten. Ein Empfang fand nicht ſtatt. Der
Kaiſer fuhr im Automobil ſofort nach der Küraſſierkaſerne
zum Frühſtück. Auf dem ganzen Wege durch die Stadt
wurde der Kaiſer von einer tauſendköpfigen Menge freu=
dig
begrüßt. Das Wetter iſt ſchön.
* Wien, 13. Nov. Erzherzog Franz Fer=
dinand
iſt heute mittag hier eingetroffen.
* Wien, 13. Nov. Während der heutigen Sitzung im
Abgeordnetenhaus wurde der Juſtizminiſter Hochen=
burger
von einem leichten Unwohlſein befallen,
von dem er ſich aber bald erholte. Er wurde darauf in
ſeine Wohnung geſchafft.
* Wien, 13. Nov. Heute mittag kam es in der Uni=
verſitätsaula
zu Zuſammenſtößen zwiſchen deutſch=
freiheitlichen
und katholiſchen Couleurſtudenten. Letztere
wurden aus der Aula gedrängt. Die Zuſammenſtöße
dauerten auch vor der Univerſität noch einige Zeit fort.
Zwei Verhaftungen wurden vorgenommen.
* Paris, 13. Nov. In der heutigen Sitzung der Kam=
mer
gelangte ein Gelbbuch über Marokko zur
Verteilung. Dieſes enthält Schriftſtücke, die ſich auf die
Ereigniſſe vom November 1910 bis November 1911 be=
ziehen
und gibt eine Zuſammenſtellung der Zwiſchenfälle,
edie ſich in Marokko während dieſer Zeit ereigneten, Wei=
ter
enthält das Gelbbuch die Beſprechungen, die mit der
ſpaniſchen Regierung anläßlich der Intervention
Spaniens in der Gegend von Larraſch und Elkſar einge=
leitet
worden waren und endlich die Verhandlungen, die
mit dem deutſchen Reich infolge der Entſendung des
Panther nach Agadir geführt wurden, die bekanntlich
mit dem deutſch=franzöſiſchen Marokkoabkommen vom
A4. November abgeſchloſſen worden ſind. Der Vertrag
vom 4. November 1911, heißt es, hatte zum Gegenſtand
die verſchiedenen Intereſſen zu verſöhnen. Die Entwick=
Alung der wirtſchaftlichen Intereſſen aller Mächte auf der
Grundlage vollkommener Gleichheit in Marokko, über das
wir nunmehr die Freiheit erlangten, das Protektorat zu
errichten, wurde noch einmal verſichert und garantiert.
Andererfeits erwartet Deutſchland gewiſſe Territorien,
die ſeinen afrikaniſchen Beſitzungen den erſtrebten Zugang
zur großen Waſſerſtraße von Zentralafrika geben. Das
Gelbbuch enthält auf den letzten Seiten die Zuſtimmung
der meiſten Mächte zu den Aenderungen, die der Vertrag
vom 4. November 1911 bezügl. einer Reihe von Feſtſetz=
ungen
der Algecirasakte vorſieht.
* Indianapolis, 13. Nov. Infolge faſcher Weichen=
ſtellung
fuhren auf der Eiſenbahnſtrecke Cincinnati-
Hamilton-Daylton in der Nähe von Indianapolis zwei
Verſonenzüge zuſammen. 14 Perſonen
iwurden getötet, 15 verletzt.
H. B. Berlin, 13. Nov. An der morgen beim hieſigen
Landgericht ſtattfindenden Verhandlung in Sachen Koſte=
witſch
wird im Auftrage der ruſſiſchen Regierung auch
der Reichsanwalt und ruſſiſche dirigierende Senat von
Dynowski teilnehmen.
H.B. Hamburg, 13. Nov. Der Dampfer Luiſe
Leonhardt der Reederei Leonhardt und Blumberg
iſt bei St. Tropez auf der Reiſe von Algier nach Genua
geſunken. Die Mannſchaft konnte gerettet werden.
H. B. Barmen, 13. Nov Heute morgen 7½ Uhr wurde
eder Werkmeiſter Schobbenhaus, der ſeinen Freund,
den 66jährigen Agenten Hengſtenberg ermordete und des=
halb
am 3. Juil zum Tode verurteilt worden war, mit
edem Fallbeil hingerichtet.
* H. B. Duisburg, 13. Nov. Unter ſtarken Vergif=
tungserſcheinungen
ſind hier drei Kinder nach
dem Genuß von Bonbons, die giftigen Farbſtoff enthiel=
iten
, erkrankt. Ein Kind iſt bereits geſtorben. Die
Staatsanwaltſchaft hat die Leiche beſchlagnahmt und
Unterſuchung eingeleitet.
Grenoble, 13. Nov. In einem Anfall von
Geiſtesſtörung erſchoß der Grundbeſitzer Boujard
in Seysſinnet den Gutspächter Merylsſzt und den Guts=
pächter
Merlotti, eilte dann in ſeine Wohnung und erſchoß
dort ſeine eigene Frau. Ein zu Hilfe eilender Gutspäch=
ter
wurde von dem Wütenden tödlich verwundet. Boujard

verbarritadierte ſich dann in ſeinem Haufe, das munmehr
von Poliziſten und Gendarmen belagert wird.

e

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Das Tiefdruckgebiet, das geſtern über Mitteldeutſch=
land
lag, hat ſich etwas nach Oſten verlagert. Es brachte
uns vielfach Niederſchläge, meiſtens als Schnee. In
höheren Lagen hat ſich eine Schnedecke gebildet. Die
Temperaturen liegen ziemlich tief, zwiſchen 1 und
*4, in England ſind ſie im Vergleich zu den geſtrigen
etwas geſtiegen. Das Tiefdruckgebiet wird wohl nach
Oſten abziehen, doch haben wir noch mit der Einwirkung
von Teiltiefs zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
14. November: Meiſt wolkig, Regen= und Schneeſchauer,
Temperatur wenig verändert.

für Kinder jeden Alters, beſonders in der Ent=
Biosoll wickelung (Schule) von unvergleichlicher Wir=
kung
.. Das echte Bioſon, hergeſtellt unter Benutzung des
Reichspatents 171371, iſt erhältlich in allen Apotheken u.
Drogerien, die Doſe (zirka ½ Kilo) 3 Mk.
(23537D
Zahn-Créme
9
Mundwasser
Det
Gummi-Gchuhe-
Kichl, Kegank, hazlbar!
Unterhose, JDEAL
Grösste Vollkommenheif
Ohne jede Nahr
Gesäss. Sitz, Schenkel verstärk)
Ferdinand Carl Winter
Hoflieferank Sr. Königl. Hoheil des Grossherzogs.
eiseiseseeseeseseeeesaseseseehesesessteee
8739a
Marite, 1Mpier
Menentwoatg 2
4 Schuletr.
o garantiert rein 7i. H. W. Pfüssel 10.
(20336ai

Trauer Kleider
für Damen und Mädchen
in grösster Auswahl.
Aenderungen sofort.
Schwarze Blusen und Röcke
sehr preiswert.
Telephon 2539.
D. Rehfeld & Co.
Ludwigstrasse 5.
G. m. b. H.
(12044a
Familiennachrichten.
Todes=Anzeige.
Teilnehmenden Bekannten hiermit die
traurige Nachricht, daß es Gott dem Allmäch=
tigen
geſallen hat, meine herzensgute, treu=
(23557
beſorgte Schweſter
Elise Pfeiff
nach langem, ſchwerem, mit Geduld ertragenem
Leiden geſtern abend zu ſich zu nehmen.
Die tieftrauernde Schweſter.
Darmſtadt, den 13. November 1912.
Hochſtr. 13, I.
Die Beerdigung findet Freitag nachmittag
2½ Uhr, vom Trauerhauſe aus, ſtatt. Ein=
ſegnung
kurz vorher,

Danksagung.
Vielen Dank Allen, die so innigen
Anteil genommen haben an dem Ver-
luste
, der uns durch das Hinscheiden
unserer lieben Mutter, Schwiegermutter
und Grossmutter
Anna Margarethe Ensling Wwe.
geb. Schleidt
(23546
getroffen hat.
Darmstadt, den 12. Novbr. 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden unſerer Mutter, Großmutter und
Schwiegermutter
(23555
Henriette Valentin
ſagen wir Allen herzlichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen
i. A.:
Dr. Ludwig Metzler.
Darmſtadt, den 13. November 1912.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
während der Krankheit und bei dem Hinſcheiden
unſeres unvergeßlichen Vaters, Schwiegervaters,
Großvaters, Bruders, Schwagers und Onkels
Herrn
Martin Schweickert
ſprechen wir allen unſern tiefgefühlten Dank aus.
Insbeſondere danken wir der Kampfgenoſſen=
ſchaft
, ſowie dem Krankenverein Eintracht.
Darmſtadt, Bensheim, Leipzig, Valparaiſo,
den 13. Nov. 1912.
(23584
Die tieftranernden Hinterbliebenen.

Me

Großh. Hoftheater (Sondervorſtellung), Anfang
8 Uhr: Iphigenia in Aulis.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert von Kammerſängerin Erika Wedekind um
8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wagner=Verein)
Frauenkonferenz des Verbandes evang.=kirchlicher
Frauenvereine im Großherzogtum Heſſen um 3 Uhr im
Gemeindehaus der Johannesgemeinde.
Ball der Vereinigten Geſellſchaft um 8 Uhr.
Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſibenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends)
Bilder vom Tage. (Auslage: Rheinſtraße 23):
Dr. Woodrow Wilſon, der neue amerikaniſche Präſident.
Dr. Kaempf; Konteradmiral Trummler, der das Kom=
mando
der nach den türkiſchen Gewäſſern entſandten
deutſchen Schiffe übernahm; die letzte Verteidigungs=
ſtellung
der türkiſchen Armee; die Zitadelle von Sa=
loniki
; verwundete türkiſche Offiziere werden von Mit=
gliedern
der deutſchen Botſchaft in Konſtantinopel ge=
pflegt
.

Verſteigerungskalender.

Freitag, 15. Novemberl.
Hofreite=Verſteigerung des Philipp Treßer
(Gardiſtenſtraße 14) um 9½ Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Peter Günther
(Sandbergſtraße) um 10 Uhr auf dem Ort. gericht II.
Bauplatz=Verſteigerung des Philipp von des
Schmidt (Martinsſtraße) um 10 Uhr auf dem Orts=
gericht
II.

Großh. Vorzekkanſammkung im Prinz=Georgs=
Palais (Schloßgartenplatz). Geöffnet Dienstags und
Freitags von 34 Uhr, Sonntags von 111 Uhr.
Eintritt 50 Pfg.

Dr und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Htto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſer
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

nach Pilsner Art u
nach Münchner Art
Hell Export Guuu
feinste Tafelbiere
Rannner bas i Flaschen und Syphons.
16187a

[ ][  ][ ]

Posten Jackenkleider

Serie VIll
Serie VIl
Serie V
Serie VI
Serie IV
Serie III
Serie I
Serie II
35.00 45.00 55.00 65.00 75.00 85.00 95.00
25.00
(23569
(reguläre Preise von 35.00 bis 210.00 Mark).
Ecke Elisabethen-
nderungen
dieser Kostüme werden
zum Selbstkostenpreis berechnet.::
Carrechurarh &50. u. Wilhelminenstr.

zu bedeutend herabgesetzten Preisen.


J. Hoekenbardt

Strickgarne, Kurz- u. Wollwaren

7 Rheinstraße 7
neben der Merck’schen Apotheke

115 Karlstraße 115
neben der Bessunger Apotheke

Ausverkauf

wegen Geschäftsaufgabe

zu ledem an

Preis!

Es sind noch lagernd:
Strickwolle in farbig, Baumwolle, schwarz, weiss und farbig, Vigogne in
deutscher u. englischer Qualität, Häkelgarn, Kunstseide, Cravattengarn etc. etc.
Kurzwaren in allen Sorten, wie Näh-, Steck-, Stopfnadeln etc., Haar- u. Locken-
Nadeln, Haken u. Augen, Druckknöpfe, Schnur in weiss u. farbig, in Leinen u.
Baumwolle, Knöpfe jeder Art, farb. Nähfaden, Sternseide, schwarze Seide auf
Strang etc. etc.
Weisswaren: Schwarze Reform-Damen-Schürzen, schwarz, weiss u. farb. Kinder-
Schürzen, Russenkittel, Valencienne-Spitzen und Einsätze, Tüllspitzen, Spachtel-,
Wolle-, Seiden- u. Leinen-Spitzen u. Einsätze, Schweizer Stickereien u. Einsätze,
Cordonetspitzen, Zackenlitzen, Waschbesätze, Türkische Borden, seidene Knüpf-
tücher
, Lavalliers, Cravatten, Kragen, farbige Serviteurs mit Manschetten, weisse
Herrenhemden, Korsetts, Kinderleibchen etc. etc.
(23530a
Wollwaren: Ohrenburger-Tücher, Chenille-Echarpes, weiss-seidene Ananas-Tücher,
seidene Ananas-Fichus, zirka 2000 Paar Sommer-Handschuhe für
Damen und Kinder, über 3000 Paar diverse Damen- u. Kinder-
Strümpfe, Herren- und Kinder-Socken in Baumwolle und Wolle, Kinder-
Hauben, Kinder-Mützen, Wollpuppen und Tiere, zirka 300 Stück baumwollene
und wollene Sweaters, Macco-Hemden, Turner-Jacken, Gamaschen, Rodel-
Handschuhe etc. etc.

Günstige Gelegenheit für Wiederverkäufer!

Vormittags 8½ 12½ Uhr
Verkaufszeit:
Nachmittags 2½ 7

Urin- u. Magensaft-
-Untersuchungen
werden schnell und gewissenhaft ausgeführt
Spez.-Laboratorium Hans Metzler
7 Schützenstrasse 7
(22908a
Wissenschaftlicher Vertreter der Naturheilmethode.

Mier Sraneitege
Landbutter
per Pfund 1.30 Mark.
Feinste Schweizerbutfer=
per
Pfund 1.40 u. 1.50 Mark.
empfiehlt (*11764
M. Greib
Schulſtr. 9.
Telephon 735.

Speiſekartoffeln
in gut verleſener Ware
Induſtrie . .
. Ctr. 2.50 M.
Ueberrheiner
2.75
Magnum bonum . 3.00
g. Nieren (Salatkart.) 6.00
empfiehlt (23563a
Joh. Walther, Tel. 1598.
Ecke Wieners- u. Rossdörferstrasse

Habe noch 300 Etr.
Speiſekartoffeln
ſofort abzugeben. Gefl. Offerten
u. H 27 an die Exped. (23579df

Jabe mich hier als Gesang-Lehrerin nieder-
gelassen
und unterrichte nach der be-
währten
Methode meines verstorbenen Vaters,
des Gr. Hess. Kammersängers Ludwig Baer.
Frau Margarethe Böcking-Baer
Konzertsängerin
Martinstrasse 4. (B22920

Heckbett zu kauf. geſ. Off. unt.
II 19 an die Exp. (*11749

Exiſtenz für einz. Perſon.
Kolonialw.=, Obſt= u. Gemüſegeſch.
umſtändeh. ſof. z. Inventurpr. abzug.
Off. unt. H 5 an die Exp. (*11706

Ich kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets kon=
kurrenzl
. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
Teleſon 2097.
(22926a

4n
Wer dort? (23388a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15.
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel.=Nr. 1924. Poſtk. genügt.

Iflam. Bogenlampe (Gas), gut
2 erh., zu kauf. geſ. Engel, Eier=
handlg
., Rundeturmſtr. (*11609md

Achtung!
Kaufe gebr. Flaſchen, zahle per
(*11676md
Stück 3½ Pf.
S. Pazenowsky, Holzſtr. 24.
Poſtkarte genügt.

aufe alle Möbel, ganze Einrich=
Atung. u. Nachläſſe geg. ſof. Kaſſe
J. Lich, Alexanderſtr. 3. (13885a

Sofort Geld.
Reſtpoſten und ganze Lager in
Manufaktur, Konfektion, Schuh=
u
. Bamwollwaren u. Zigarren
(23064kl
kauft gegen Kaſſa
M. Mayer, Köln a. Rh.
Telefon 6286a. Käſenſtraße 4.

Haare
ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft fortwährend zu den höchſten,
(19806a
Preiſen
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.

Wauie alte Zahngeb. p. Zahn 40 Pf.
A G. Best, Ludwigshohstr. 60, I. (22907a

altes Gold, Platin,
Prillanten, Silber, ſowie
Pfandſcheine nur auf obige Gegen=
ſtände
kauft luwelengeschäft Kurts,
Pädagogſtr. 2, Tel. 1202. (23261a

tuterh. ſchw. Gehrockanzug
Gſchl. Fig., zu k. geſ. Off. m. Preis
u. H 7 an die Expedition. (*11720

Löbel aller Art, ſowie ganze
MHaushaltungen u. Nach=
läſſe
, auch alte Zahngebiſſe werd.
jederzeit gekauft. Offerten unter
II 10 an die Exped. (*11718dsi

gegen Kaſſe billig zu
Pianino kaufen geſucht. Off.
unt. H 16 an die Exp. (*11734df
zu kaufen ge=
Ein Gasofen ſucht. Offerken
mit Preis= und Gasverbrauch=
angabe
unter H 17 an die Exp.
(*1172a
dieſes Blattes.

[ ][  ][ ]

Ein Posten

Sammet-Mäntel u. Jacken

zu bedeutend herabgesetzten Preisen.
Serie II
Serie III
Serie IV
55.
65.-
85.-

(23570

Serie V
95.

Ein Teil dieser Mäntel ist in
einem unserer Erker ( Elisa-
bethenstrasse
) ausgestellt.

1
Cereerarrriarn Co0.

Ecke Elisabethen-
u
. Milhelminenstr.

See

Weiblich

nempſieht ſich für
Schneiderin ins Haus
*11488od) Kahlertſtr. 1, 1. St.
Einfache Schneiderin empfiehlr
ſich in allen Näharbeiten. (*11526id
K. Schäfer, Soderſtraße 33, II.
Tücht. Büglerin ſucht n. Privat=
bügelplätze
. Karte gen. Walther,
Tannenſtraße 1.
(*11514id
Fröbeiſche Kindergärtnerin
mit guten Zeugniſſen, ſucht Stel=
lung
bei 12 Kinder. Offerten
unter G 54 Exped. (*11565imd
Servierfrau empf. ſichbet vort.
Feſtlichkeiten bei mäß. Vergütg.
Off. u. G 92 an die Exp. (*11701
Frau, perf. im Flicken u. Weiß=
näh
. hat Tage frei. Karlſtr. 26, I. r.
Poſtkarte genügt.
(*11719
Mädchen geht tagsüb. i. Stellg.
oder auch Aushilfe. Zu erfragen
Mauerſtraße 24.
(*11722
Mehrere Mädchen, gedient u.
nicht gedient, ſuchen Stellen in
einf. Häuſer
(23576
Gertrude Hartmann,
gewerbsmäßige Stellenvermittlerin
Nieder=Ramſtädterſtraße 31.
Perſ. Schneiderin empfiehlt ſich
Wienersſtr. 46, part. I. (*11770df
Empfehlemich im Waſchen. Frau
Schmidt, Weinbergſtr. 46, I. (*11750
Wenckſtraße 7, part. (*11758
Hännlich
Junger Mann ſucht baldigſt Bezahlung geſucht.
Stellung auf einem Kontor unter
beſcheid. Anſprüchen. Offerten u.
F33 an die Expedition. (23074a
led., ſucht bei gering. Anſprüchen
Stellung auf Lager od. Comptoir.
Junger Mann
ſucht ſchriftl. Beſchäft. Angeb. erb.
u. H 4 an die Exv.
Kräftiger jg. Mann
ſucht ſofort Stellung als Packer, f. 3 St. tägl. geſ. Taunssstr. 24 II.(*11725
Lagerarb., Magazinier od. dergl.
Off. u. G 98 an die Exv. (*11699ds Waſchfrau dem Herrn geſucht,
Jg. Mann, 18 Jahre, ſucht Stellewelche ſorgfältige Inſtandhaltung
als Hausdiener a. liebſt. in Manu=(der Wäſche mit übernimmt. Offert.
fakturwarengeſchäft, auch als Aus= u. H 21 an die Exped. (*11767
hilfe. Off. unt. H 26 Exp. (*11577
ſucht noch
Ein älterer Mann Beſchäfti=
gung
geg. geringen Verdienſt. Off.
unt G 47 an die Exv. (*11533id
Kaufmann ſucht Nebenerwerb
durch Adreſſenſchreib. od. andere
Tätigkeit. Offert. unt. Postlager-
karte
66 erbeten.

UEI

Weiblich
Fetileinen
Mfür Manufaktur- u. Kurz-u
waren zur Aushilfe für den
Monat Dezember bis Weih=
nachten
geſucht. (22446a
Gebr. Rothschild, Markt 2.
rereneneee
ſchulel Stiſtſtr. 49 wird zum 1.ZJan. fleißiges, ordentliches (23560df
Mädchen gesucht.
Perf. u. bürgerl. Köch, beſſ. Haus=
mädch
., ält. Mädch. zu einz. Dame,
ſowie mehr. Mädch., welche koch.
können, erh. gute u. paſſ. Stell. zum
1. Dez. Gerirude Hartmann, gewerbs=
mäßige
Stellenvermittlerin, Nied.=
Ramſtädterſtraße 31. (23575

Bei uns iſt eine erſte Stellung als Ver=
käuferin
für Kleiderſtoffe und Manufakturwaren
zu beſetzen, per ſofort oder 1. Januar. Geeignete
Bewerberinnen mit guten Empfehlungen wollen ſich
perſönlich oder ſchriftlich melden.
(23413imd

Gebr. Höslein, Ludwigsplatz.
Gewandtes Hausmädch.
welches bügeln, ſchneidern, ſerv. Danz. Raufmann
kann und nur in guten Häuſernzuverlässig, redegewandt, im Ver-
war
, per ſofort geſucht. Zu meld. kehr mit der Kundschaft geübt,
Hügelſtraße 8, II.
(*11703für Detailgeschäft der Maschi-
Einiegerin, perf., ſucht ſofort nenbranche gesucht. Dauernde
C. W. Leske.
(*11713df aussichtsvolle Stellung. Offert.
mit Gehaltsanspr. unt. G 60 an
Monats=Mädchen od. Frau die Exped. d. Bl. (*11588imd
geſucht. Zu erfr. v. 910 Uhr
vorm. Gutenbergſtr. 14, I. (*11717
Gewandter junger
Mädch. j. Art ſ. ſtets Johanneite
Weißmantel, gewerbsmäßige Stellenvermitt-
lerin
, Kaſinoſtraße 17. (*11723 Bareädgennte
Lehrmädch. geg. Vergütg. fürlgeſucht. Eintritt möglichſt ſofort.
Herrenartikelgeſchäft geſ. Heinrich Offerten mit Zeugnisabſchriften
Mohr, Grafenſtraße 23½. (*11727u. Gehaltsanſprüchen unt. G 69
Kräftiges Mädchen, 12 bis 13 an die Exped. ds. Bl. (23459md
Jahre, zum Austragen v. Kleidern
geſ. Mathildenſtr. 34, pt. (*11753
Fein bürgerl. Köchin für ſehr Komlehhalulg.
gute Stelle baldigſt geſucht. Emma
Frank, gewerbsmäßiges Stellen=ſucht per 1. Dezember jungen Offerten unter H 24 an die Ex=
(23426a Mann oder Fräulein. Offerten pedition ds. Blattes. (*11765dfs
büro, Karlſtr. 31.

(Bonigt
iſt als Volksheilmittel längſt be=
kannt
, indem er das Blut reinigt
und neue friſche Säfte bildet. Ich Für dieſe Woche empfehlen in
empfehle denſeiben in garantiert
reiner Qualität zu 1 Mk. pro Pfd.
ohne Glas.
(19105a
G. Roth. Dieburgerſtr. 9.
Großer Hafenſtall mit Hafen
zu verkaufen.
(*11739
Schütz. Liebfrauenſtraße 78.
Wer ſpieit Zieſfarmauſta
(zum Tanz)? Offert. unt. G 99
an die Exp. ds. Bl.
(*11698

Uebung Freitags, abends 8½ Uhr.
Hessischer Hof. Wilhelminenstr. 1. I.

Stolze-
Schrey’sche
Stenograph.-
Verein
Unterricht,
Fortbild. De-
2battenschr.

Köchin geſucht
welche die Wiener Küche verſteht,
für kl., feine Familie. Emma! 1 Schloſſergeſellen
Perfekte Büglerin m. nur hochf. Frank, gewerbsmäßige Stellen=
herrſch
. Kundſchaft hat Tage frei. vermittlerin, Karlſtr. 31. (23425a Röhm & Haas, Chemische
Mehrere Frauen
Vorſtellung am Donnerstag, den
14. 11. 1912 um 11½ Uhr vorm. in
der Küche des 2. Bataillons, In=
Erfahr. jung. Kaufmann (Drog.), fanterie=Kaſerne, Alexanderſtraße. welche über die beſten Umgangs=
Off. unt. G 4 an die Exp. (*11427sd zum Putzen. Näheres Saalbau=sicherung.) Offerten unt. H 20
ſtraße 11, part.
Solider Mann als Auslauſer
SauberesMädchen geſucht Karl Herzberger, Buch=
(23525 tagsüb. geſucht. Restaur ant z. Land-handlung, Karlſtr. 3, I. (*11772

mit Gehaltsanſprüchen unter H 9
an die Exped. ds. Bl.
(23548
Wir ſuchen
(23523
1 Schreinergeſellen
Fabrik, Darmstadt.
Ein junger, ſauberer Haus=
zum
Kartoffelſchälen gegen gute burſche geſucht Kranichſteiner=
(23442lſtraße 15.
(*11724
Vertreter
formen verfügen, werden gegen
Geſucht für 23 Stunden täglich hohe Proviſion zum Beſuch für
eine Frau oder junges Mädchen Private geſucht. (Keine Ver=
(*11695 an die Expedition. (*11756

h undfranzösisch.
Englisch Unterricht, ge=
wiſſenh
. Nachhilfe, billigſt erteilt.

wünſcht engliſch
Eagländeri
Unterricht zu er=
teilen
Wilhelminenplatz 10, I. (20360a

teilt Unterricht,
Studenk beſ. Mathem, neue
Sprachen u. Phyſik. Anfrag. erb.
unt. B 98 an die Exp. (*11399sid

grafen Grafenſtraße 27. (*11704
Unabh., ſaub. Lauffr. o. Mädch.
von alleinſtehen=
Hoher
Uebenerwerb.
Gebildete Dame od. Herr mit
großem Bekanntenkreiſe kann ſich
(*11710hohen Nebenerdienſt erwerben ferner: komplette Küchen
eine ſichere Exiſtenz gründen bezw. Diwans, Chaiſelongue,
(*11776
durch den Verkauf
Gerger Damen=Kleider=
Muſter franko. Riſiko ausge= Bilder u. Kleinmöbel
ſchloſſen.
Kleiderſtoff=Fabrikation.
Männtien
für Fahrräder, Nähmaſchinen ꝛc.legen ꝛc. Gefl. Offerten unter
geſucht. Näheres Exped. (23429imd H 34 an die Exp.

Klavierspiel ohne Noten!
Speziell für Erwachsene
Eigene Methode u. Erfindung von
Direktor P. A. Fay.
Die Methode bietet jedermann
Gelegenheit, nacheinigen Stunden
die schönsten Lieder, Tänze, Salon-
u
. Fantasiestücke usw. zu spielen.
Vorkenntnisse sind nicht nötig!
Erfolg garantiert! (23140a
Elisabethenstr. 17, I. Etage.
Anmeldungen bis 8 Uhr abends.
I
in der Kochschule

v. Frau Auguſte Klein, Wieners=
u
. mehr täglich zuſtr. 51, 2. Stock, können wieder
MK. perdienen. Proſpekt einige junge Damen eintreten.
gratis. Joh. H. Schultz, Adreſſen= Daſelbſt auch Eſſen über die
Verlag Cöln W. 55. (22433fl
Straße.
(675a

tee
Mnobel
kaufen Sie ſtets Mathildenpl. 8. Gefl. Offerten unter H 18 an
Hochf. Speiſezimmer
in Eichen, ſtatt 750 M. nur 580 M.
hochf. Schlafzimmer
hell nußb. pol., ſtatt 500 Mark
nur 410 Mark
Blumenkrippen, Flurſtänder,
Trumean und Sofaſpiegel,
und Herren=Stoffe. Auszieh= und verſchiedene Tiſche,
konkurrenzlos billig. (*1177s
Franz Lorenz, Gera=R., möbel- u. Pofsterwerkstatt,
Mathildenplatz 8.
Aufarbeiten und
Achtung! Neuanfertigen nur in gutem Hauſe.
aller Arten Möbel u. Matratz.
Jüngerer Reparateur im Hauſe, Tapezieren, Linoleum=II 1 an die Exp. ds. Bl. (*11697
(*11777

Sene enren
2 Damen 5. Zimmerw. a. Manſ.,
nicht über 400 Mk., auf 1. April.
die Erpedition d
Bl. (B23565
Ruh. Arbeiterſam. (3 Kpf.) ſucht
per Frühi. ev. früher kl. 3 Z.= od.
gr. 2 Z.=Wohn. mit Gas u. Vorpl.=
Abſchl. Off. u. H 14 a. Exp. (*11736
2 od. klein. 5 Zim.=Wohn.
von kleiner Familie geſucht. Off.
unt. H 30 an die Exp. ds. Bl. (dfs
Im Zentrum der Stadt
wird eine 23 Zimmerwohnung
zu mieten geſucht. Elektr. Licht Be=
dingung
. Part. od. 1. Etage. Ofl
(*11707
unter I 3 an die Exr=

Existenz ohne Kapital

oder gute Nebeneinnahmen bietet ſich ſtrebſam. Perſonen ſelbſt
im kleinſten Orte (Stadt und Land) durch Uebernahme einer
Verkaufsſtelle unſerer, in iedem Haushalt unentbehrlich. Haus=
(23396H
und Genußmittel, evtl. größere Bezirke.
D. Weiss & Co., Berlin=Wilmersdorf 1.

Tüchtige Taillenarbeiterin geſ.
für ſofort Sophie Baum,
Konfektion,
*11744)
Gervinusſtr. 30, I.
Sauberes Hausmädchen das
auch etwas kochen kann, ſofort
geſucht. Gute Behandlung
Ernſt Ludwigſtraße 8. (*11751df

bis 80 Marſt
Noben-Verdienst
pro Woche
durch Uebernahme eines ſtreng reln Verſandgeſchäfts. Nachweis=
lich
tauſende Beſtellungen u. täglich einlaufende Nachbeſtellungen.
Herren, auch Damen, die ſich ernſtlich um das Geſchäft bemühen
u. ca. 200 Mk. zur Verfügung haben, können ſich eine beſcheidene
gute Eziſtenz ſchaffen. Bewerbungen unter Anjuna X. 105 an
(23539fl
Haasenstein & Vogler, A.-G., Berlin W 8.

ſucht zum 1. April 1913
Dame, ſchöne 2 Zim.=Wohn.
mit Kammer, Küche und Zubehör
Gefl. Offerten mit Preis unter
ſucht gut möb=
Beamter
liert. Zimmer
in ruhigem Hauſe. Offert. unter
H 2 an die Exp. ds. Bl. (*11711

Gebildeter Kaufmann ſucht in
feinem Hauſe elegant
möbl. Zimmer
im 1. St. mit beſond. Eingang.
Detaillierte Off. mit Preis unt.
N. W. 25 postlagernd. (*11608md

(Einf. möbl. kl. Zimmer mit
EKlavier, Nähe Rheinſtr., zu
mieten geſucht. Offerten unter
H 8 an die Expedition. (*11716

Student ſucht
ſep. Zimmer
ev. m. Penſion i. b. Hauſe. Off.
u. H 13 a. d. Exp. (*11737df

beſter, friſcheſter Nordſeeware:
Allerfeinſten
ASchellfisch
Nordsee
ICabliau
zum Backen und Kochen
:: Friſche grüne Heringe :
Hochfeinen Seehecht
im Ganzen und Ausſchnitt
Hochf. Rheinsalm
Vegersain
Frischen
Silbersalm
im Ausſchnitt
Hochf. Nordſee=Rotzungen
Lebende Rhein=Hechte
Tafelzander Leb. Forellen
Heilbutt
Spiegel=
Seezungen
Karpfen
Goldbarſch
Schleien
Knurrhahn
Aale
Merlans
Breſem
Karbonade
Barben
Mulben
Holländ. Austern
täglich friſch
Täglich
Friſch gebackene Fiſche
Sämtliche Marinaden und
Räucherwaren, ſowie neue
:: : Fiſchkonſerven z z:
Frische Seemuscheln
Fischhalle

Hoflieferanten (23578
19 Eliſabethenſtraße 19
Telephon 543.
Jange, Vohermiaht
(Rüde) braun, Eltern prämiiert, hat
billig abzugeb. Roth, Griesheim,
Frankfurterſtraße 22. (23561ds
Deutſch. Schäferhund ſehr wach=
ſam
, iſt wegen Platzmangel billig
zu verkaufen Karlsſtraße 65,
(*11757df
III. Stock.

Deutsche Dogge
1 Jahr alt, Prachtexemplar, ferner
Zwerg-Rehpinscher
1½ Jahr alt, preiswert zu verkauf.
Griesheim (23415ids
Zum Chauſſeehaus‟
junge Raſſehühner zu
30 perkaufen. Näheres in
der Expedition ds. Bl. (*11685md
unt. garant. eb.
Hühner geſ. Ankunſt Gäuſe
45 Mon. alte Hühn., allerb. Winter=
leg
., ſchönſte Raſſe, Farbe n. Wunſch,
mit od. ohne Hahn. 20 St. 28 Mk.
Probekorb6 St. 9 Mk., 12 gr. ausgew.
Gänſe diesj. Frühbr. 46 M. Streusand,
Berlin 55, Goldaverſtr. 27. (23538H

Der Militär-
Wohnungsanzeiger
Herbst 1912
iſt erſchienen und für
30 Pfg. in der Expe=
dition
des Tagblatt
zu haben.
(10510t

[ ][  ][ ]

N 132.

Donnerstng, 14. Nobember.

1912.

Bekanntmachung.

Der Phyſikaliſche Verein zu Frankfurt a. M. veranſtaltet anch in dieſem Jahre
an der Elektrotechniſchen Lehranſtalt einen Kurſus über Anlage und Prüfung von
Blitzableitern, der namentlich dazu dienen ſoll, die beteiligten Beamten und Berufs=
kreiſe
mit den dafür maßgebenden Geſichtspunkten vertraut zu machen.
Der Unterricht findet in der Woche vom 2. bis 7. Dezember d. Js. täglich
vormittags von 10 bis 12 und nachmittags von 3 bis 5 Uhr ſtatt.

Die Gebühr für die Teinahme betrigt 30 Marſ.
Intereſſenten, welche an dem Kurſus teilzunehmen beabſichtigen, empfehlen
wir, ſich alsbald bei dem Vorſtand des Phyſikaliſchen Vereins zu Frankfurt a. M.,
anzumelden.
Darmſtadt, den 9. November 1912.
(23522
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Werner.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
ſinden
ſich 1 deutſcher Schäferhund, 1 Pinſcher. 1 Vorer ſzugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde
findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt. (23533
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Erbacherſtraße zwiſchen dem Seitersweg und dem Oſtbahnhof
vom 13. November bis zum 14. Dezember ds. Js. für den Fuhrwerks=
(23534
verkehr geſperrt.
wür die Ausführung von Kleinpflaſter auf der Kreisſtraße
Eberſtadt-Nieder=Ramſtadt ſollen auf dem Wege des öffent=
lichen
Wettbewerbes die nachſtehend aufgeführten Fuhrleiſtungen
und Lieſerungen in 3 Loſen vergeben werden, und zwar:
a) Das Anfahren von 385 abm Walzſchotter, 200 chm Walz=
grus
, 1465 chm Kleinpflaſterſteine, 140 chm Wandſteine und
440 obm Steinmehl.
b) Die Anlieferung von 586 cbm Flußſand, 250 cbm gewöhnl.
Sand, 735 cbm Steingeröll, 150 chm Bankettkies und
150 cbm Stückſteine.
Die Bedingungen liegen in den Geſchäftsräumen des Unter=
zeichneten
(Neckarſtraße 3) an den Vormittagen offen, woſelbſt ſchrift=
liche
Angebote bis ſpäteſtens Donnerstag, den 21. I. Mts., vor=
(23574
mittags 10 Uhr, entgegen genommen werden.
Darmſtadt, den 11. November 1912.
Der Großherzogliche Kreisbauinſpektor.

In meinem Möbel= und Auktionshauſe
Bleichstrasse Nr. I
ſtehen zum freihändigen Verkauf zu Taxpreiſen:
2 kompl. Schlafzimmer, eichen u. nußbaum, 1 Salon, ſchwarz, be=
ſtehend
in: 1 Sofa, 4 gep. Stühle, 1 Schreibtiſch, 1 Vertiko und
1 Trumeauſpiegel, 1 Divlomaten= u. Damenſchreibtiſch, 2 Bücher=
ſchränke
, 3 Vertikos, Auszug=, Salon=, Zier=, Herrenzimmer= u.
einf. Tiſche, Stühle aller Art, Diwan, Sofas u. Chaiſelongues in
großer Auswahl, Klubſofa u. Klubſeſſel, Rindl., Diwan mit Um=
bau
, einz. ſehr gute Betten, Bettzeug u. einz. Matratzen, Waſch=
u
Nachttiſche, Garderobeſtänder, 10 Teppiche, Spiegel, Bilder,
Nippſachen, 1 kompl. Küchen=Einrichtung, mod., 1 großer Kaſſen=
ſchrank
, 5 elektriſche u. Gaslüſter, Standuhren u. a. m.
Schränke, Truhen, Kommode
Antike Möbel: (16. Jahrh.), engl. Kaſtenuhr,
Stühle, Schreibtiſchaufſatz, Seſſel, Oelgemälde u. a. m. durch
Johannes Krummeck, Auktionator und Taxator.
Es lohnt sich, mein Auktionshaus zu besichtigen.
Annahme von Versteigerungen und Verkäufen.
Beste Referenzen.
(*11

Städt. Fleiſch=Verkauf
Nene Markthalle im Schlachthof
und im Hauſe Kiesſtraße 21 (zwiſchen
Hoch= und Karlſtraße)
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
Rindfleiſch (alle Stücke p.)Pfund 82 Pfg.
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke . . per Pfund 90 Pfg.
Empfehle von friſchen Zufuhren: (VII23567
Bellinder u. Hordse Schellsche
im
Hordieezedbllau Ausſchnitt
Ia Heilbutt im Ausſchnitt
Perinsdleche, boidherseh, Seholen
3= bis 5=pfündiger Cabliau, Pfund 30 Pfg.
Ia Seelachs im Ausſchnitt, Pfund 40 Pfg.
Garantiert reines Schweineschmalz, Pfund 80 Pfg.
Ia Pflanzenbutter-Margarine, Pfund 70 Pfg.
Ia Kokosnuss-Feit, Pfund 65 Pfg.
Fiſchhandlung
FeruigCarlstr. 47. Telefon 641.

(8
Duppenperücken Stimit.
B22174)
Beſſungerſtraße 37.

Zut erh. Damenhur ſchw. Samt.
neue ſeid. Bluſe bill zu verk.
*11732df) Kiesſtraße 45, 1. St.

Wasched. weisswaren!
Wenn Sie für jetzt oder zu Weihnachten
Bedarf haben in besserer fertiger Damen-
wäsche
(Hemden, Beinkleider, Nacht-
hemden
), oder in Weisswaren (nur Ia
Qualitäten), Bettdamasten, ger. Cöper, feinen
Hemdenstoffen usw., so benützen Sie den
Sonderverkauf der Firma
Fheoder-kaiblass
Markt 10 (am Rathaus)
Schaufenster beachten!
Schaufenster beachten!
(23350oms

Rentenanſtalta. G. und Lebensverſicherungs=Bank
zu Darmſtadt.
Protektor: Seine Hönigl. Hoheit der Grossherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein.
Gegründet 1844.
Abteilung für Verſicherung ſteigender Renten.
Beſtand Ende 1911: 6437 Mitglieder mit 12645 Einlagen.
Die Anſtalt, die Ende 1911 eine Jahresgeſellſchaft für die Verſicherung ſteigender Renten
geſchloſſen hat, ladet hiermit zum Beitritt der mit Beginn dieſes Jahres neu eröffneten Jahres=
geſellſchaft
ein.
Die auf Gegenſeitigkeit und Erbverbrüderung beruhende Verſicherungsart bezweckt, ihren Teil=
nehmern
gegen unwiderrufliche Kapitaleinlagen jährliche Renten zu gewähren, welche mit zunehmendem
Lebensalter des Verſicherten wachſen.
Eine volle Einlage beträgt 100 Mark. Teileinlagen ſind zuläſſig. Die Jahresrene kann auf
150% der Einlage ſteigen.
(22943a
Nähere Auskunft wird bereitwilligſt erteilt auf dem Haupt=Bureau der Anſtalt in Darmſtadt,
Eliſabethenſtraße Nr. 60, ſowie von den Agenten derſelben.

Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Kaufmanns Jean
Chriſtian Wiegand in Darm=
ſtadt
, Alleininhabers der Firma
Simmermacher & Wiegand da=
hier
, iſt nach erfolgter Abhaltung
des Schlußtermins aufgehoben
(23545
worden.
Darmſtadt 9. November 1912.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Mils
gutgehend, ca. 300 Sitzplätze, große
Induſtrieſtadt Heſſens, umſtände=
halber
zu verkaufen. Off. unter
F. N. L. 764 an Rudolf Moſſe,
Frankfurt a. M. (23540M
Gr. Garten mit Garten=
haus
und Brunnen
viel. Obſt, ſüdl. Stadtteil, a. lg.
Zt. zu verpachten. Auch f. Gärtner
geeignet. Anfragen unter F 59
(B23143
an die Erpedition
Kahrme
Sol. kinderloſe Eheleute ſuchen
Fabrikkantine, wofür die Arbeiter=
ſchaft
auch gekocht werden kann,
zu übernehmen. Angebote unter
H 11 an die Exvedition. (*11714dfs

Gummischuhe
werd. repar., a. Wunſch abgeh. (*1
Magdalenenſtr. 13, bei Nendork
Imoilien
Griesheim.
Zwei neuerbaute Wohnhäuſer
mit je großem und kleinerem Grab=
garten
, Stallung, Waſchküche, preis=
würdig
zu verkaufen.
(22385a
Baugeſchäft,
Wilh. Müller II. Wilhelmſtr. 41.
Grlosdchn.
Das dem Herrn Henry Nun=
geſſer
zu New=York gehörige
zweiſtöckige Haus, Pfungſtädter=
ſtraße
, iſt alsbald zu verkaufen.
Das Haus hat ſieben Zimmer mit
Bad, Waſſerleitung ꝛe. und iſt in
vortrefflichem Zuſtande. Nähere
Auskunft erteilt der Bevollmäch=
tigte
des Eigentümers, Juſtizrat
Dr. Bender, Kaſinoſtraße 8 a:
Darmſtadt.
(23390a
Besscre Ollid
mit groß. Gart. geg. bar zu kauf.
geſucht. Offerten erbite unt. k.
M. K. 744 an Rudolf Mosse, Annone.
Bxp., Prankfurt a. M. (23541)l

mnit obſtbanmen u. 2.
Gartengrundſtück Gartenvorſtadt Hohler Weg
gelegen. zu verpachten. Nöheres Mühlſtr. 50, part. (23521

Wegrugchalber alles billg zu
Wverk. Rhönring 53, I. (*11747ds
Alte
Zahn-Praxis
mit oder ohne Einrichtung, nebſt
Krankenkaſſen, weg. Fortzug billig
zu verkaufen. Offert. unt. I 15
(*1735
an die Exp. ds. Bl.

Le
2
Tüchtiger Kaufmann
ſucht ſich an rentabl. Geſchäft mit
einigen Tauſend Mark zu beteilig.,
übernimmt event. auch Filiale. Off.
unter E 6 an die Exped. (23302a

iypotheken-Kapital
in jeder Höhe für 1. u. 2. Hppo=
theken
per fofort od. auch für ſpät.
Termine hat unter ſehr günſtigen
Bedingungen anzulegen (22195a
Adam Weller,
Hypotheken=Geſchäft,
Schulſtraße 5.
Groß=Gerau

Zweite Hypothek v. 3000 Mk.
O bis 75% der Taxe anderweit.
Unternehm. weg. m. hoh. Nachl. ſof.
geg. bar zu verk. Off. unt. H 6
(23526dfs
an die Expedition.

Kapital gegen
2000 Mh.
Abſchluß einer
Lebensverſich. u. gute Bürgſchaft
geſucht. Off. u. II 25 Exp. (*1174s

Mk. 6000.
an II. Stelle innerh. 50% d. Taxe
ſofort gegen dopp. Sicherheit für
nöuſtr. Unternehmen geſ. Selbſt=
geber
bevorz. Gefl. Off. u. H 28
(23580df
an die Expedition.

[ ][  ][ ]

Ein Posten

ohne Träger, weiss und farbig

Grosse Posten Schürzen sind auf Tischen zu besonders billigen Preisen ausgelegt.

Ein Posten

Zier-Schürzen
mit Träger, weiss und farbig

Pfg.

Ein Posten

aus gutem Siamosen, prima Verarbeitung
Dieselben zeichnen sich durch vorzügl.
Sitz aus

Ein Posten
Haus-Schürzen
aus hübschem, gestreiftem Siamosen
gut verarbeitet

Grosse Posten
Blusen-Schürzen
aus guten Stoffen, mit hübschen Borden garniert,
besonders preiswert
25
75

Grosse Posten
weissé

Servier-Schürzen

Träger mit hübschen Stickereien garniert, Volant und
Tasche

89 Industrie 20
gelbfl., ſehr gut ſortierte Eßkartoff.
(beſte Winterware) per Zentner
2.50 Mk. frei Keller. Bei größ.
Abnahme Proben. Jakob Becker,
(*11580d
Wixhauſen.

(2176a
Speiſekartoffel, per Zentner
2 Mk 75 Pfg.
gelbſl. Induſtrie, Kiesſtr. 13.

umpfähle:: Zaunpfosten
ichtene, kieferne, eichene.
Gerüststangen
zholz: Scheiter u. Rollen
12 Meter lang (23067a
he, Buche, Birke, Hainbuche, Kiefer.
hhaum, Eele, Esche, Linde, Pappel
empfiehlt billigst

Pallaswiesenstrasse 30
Lager: Pfarrwiesenweg 7.

Ein Posten

Reform-Schürzen
aus guten Stoffen, volle Weiten
mit Volant und Tasche

welche für Weihnachts-Geschenke bestimmt
sind, besonders
(23108dd
Grosse Portraits
bitten wir gefl. jetzt schon in Auftrag zu geben.
Photographen-Innung Darmstadt
für den Kreis Darmstadt.

iscnRehl-u. Mischkent
kauft zu den höchſten Preiſen (22701a
Lippmann Ma
V
Kl. Ochſengaſſe 14.

kam unengeitlich ab=
warms
, gut erhal. Winter=
Sand gefahren werden
Ueberzieher bill. zu perk.
Rheinſtraße 6.
(*11653md)
Hügelſtraße 89*11635md)

Kariaſeint
Für den Winterbedarf empfehle
handverleſen, frei Keller, u. zwar:
Induſtrie, gelbfleiſch.,) p. Zentner
Uptodate, weißfleiſch., 2.50 Mk.
Sileſia.
olle .2.00
W. Schwarz,
Großherzogl. Hofmeierei,
Telephon 184. (23531a

Ein Posten
Kind.-Schürzen

(23554

Ludwigstr. 2, Ecke Kirchstr.

Heute erste grosse Sendung eingetroffen

von H. Haeberlein, K. K. Hofl., Nürnberg
Weisse, Braune, Makronen, Elisen, Haselnuss
Echle Thoner Pfofberkauchen
von G. Weese, Thorn (23552
Katharinchen, Steinpflaster, Mandelkuchen
Georg Ludwig Kriegk
Gegr. 1862. Rheinstrasse 17. Fernspr. 779.

andsehategirinereiu Gartenarchitektur
Anlage und Instandhaltung von Gärten jeden Stiles
Pläne und Kostenberechnungen gerne zu Diensten
Prompte Ausführung von Einwinterungs-Arbeiten.
eelle Bedienung.
Billige Preise.
udolf Hank, Landschaftsgärtnerei,
752) Moosbergstrasse 24, parterre

werden angefert
Rüschen und kleine Muffe
werden zu großen umgearbeitet
23300a)
Mauerſtraße 20

empf. ſich mn und auß. d.
Friſenſe Hauſe gegen mäh. Ver=
ütung
Frau Seibert Wwe., Lieb=
frauenſtraße
107, 3. St. (23167a

[ ][  ][ ]

ſagende Zuſchriften ſtehen jederzeit zur Verfügung. EINE NUTTETAT

Von der Bedeutung und Wirkung der Dun=
Präparate kann ſich jedermann durch Einſichtnah=
me
meines neueſten Proſpektes mit 59 wahrheits=
gemäßen
Heilberichten überzeugen. Weitere dank=
Meine Tochter Kätchen verletzte ſich vor 2 Jahren den
rechten Fuß unterhalb des Knöchels. Der Fuß wurde
ſchlimmer und ſchlimmer, ſodaß wir auf Anraten des Arz=
tes
hin unſer Kind nach Darmſtadt ins Krankenhaus brachten.
Dort wurde Knochentuberkuloſe feſtgeſtellt und ein Knöchel
herausgenommen. Nach ¼ Jahr heilte der Fuß zu. Beim
Verlaſſen des Krankenhauſes wurde uns vom dortigen
Arzt mitgeteilt, daß der Fuß oder das ganze Unterbein
abgenommen werden müßte wenn die Wunde wieder
aufbrechen ſollte. Als nach 5 Monaten der Fall wirklich
eintrat und der Arzt uns wiederholt riet, den Fuß oder
das Unterbein abnehmen zu laſſen, entſchloſſen wir uns,
es einmal mit den viel empfohlenen Dun=Präparaten zu
verſuchen. Wir hatten, Gott ſei Dank, beſten Erfolg. Der
Eiter wurde durch die Dun=Salbe raſch aus der Wunde
herausgezogen, die Anſchwellung verſchwand, der Fuß
bekam bald wieder ſeine natürliche Farbe und heute iſt
unſer Kätchen, das zuvor ſchlecht ausſah, wieder friſch
und geſund und die Wunde geſchloſſen.
Georg Friedrich Gunkel.
Roßdorf, 6. II. 1910.
Nervoſität, Hämorrhoiden und Rheumatismus. Die
Dunpillen ſind eine Wohltat für die Nerven und gegen
Schlafloſigkeit. Die Dunzäpfchen gegen Homorrhoiden und
harten Stuhl, die Dunſalbe gegen Rhenmatismus und
Reißen. Ich nahm dieſe Präparate nur ½ Jahr lang
und habe jetzt wieder Luſt am Leven. Die Pillen nehme
ich ohne Unterbrechung weiter
Frau Dr. Schäfer, Straßburg.
Knochenhautentzündung. Aus freiem Antriebe teile ich
Ihnen hierdurch mit, daß mich Ihre Dun=Salbe von einer
ſchmerzhaften Knochenhautentzundung in wenigen Tagen
geheilt hat. Ich bemerke dabei, daß ich das vortreffliche
Heilmittel leider erſt anwandte, nachdem ich bereits wochen=
lang
gelegen und gelitten hatte. Darmſtadt. Frau E. Frank.
Bauchfellentzündung. Meine Tochter Minchen war
ſo ſchwer an Bauchfellentzündung erkrankt, daß der Arzt
das Schlimmſte befürchtete. Durch Auflegen von Dun=

Pflaſter auf den Leib und öfteres Einnehmen von Dun=
Pillen war ſie nach wenigen Stunden aus aller Gefahr
und bereits nach 8 Tagen wieder auf. Nach 3 Wochen
fühlte ſie ſich wieder völlig geſund.
Forſthaus Eiſernhand bei Ober=Ramſtadt. W. Hoffmann.
Gerne teile ich Ihnen mit, daß mein kleiner Albert,
als er kaum ½ Jahr alt war, durch Behandlung mit
Ihrer Dun=Salbe innerhalb 8 Tagen von Keuchhuſten,
der ihn bereits 4 Wochen lang gequält hatte, befreit wurde.
Auch bei Katarrhen, Fieber und Brandwunden hat mir
Ihr Dun=Präparat vorz. Dienſte geleiſtet.
Frau A. Melchior.
Darmſtadt, 15. 8. 1909.
Maſern. Mein kleiner Hugo erkrankte an Maſern ſo
ſchwer, daß er im Fieber irre redete und wir das
Schlimmſte befürchteten. Er war am ganzen Kötper ſo rot
wie ein Krebs und zeigte ſich die Krankheit beſonders hef=
tig
an den Augen. Da ich Dun=Präparate ſchon öſter
mit beſtem Erfolge angewandt hatte, rieb ich ihn am gan=
zen
Körper mehrmal mit Dun=Salbe ein und gab ihm
Dun=Pillen. Der Erfolg war der, daß das Fieber raſch ab=
nahm
und Hugo nach etwa 3 Tagen wieder geſund war.
Frau A. Melchior.
Darmſtadt.
Als Krankenpflegerin mit faſt 30jähriger Dienſtzeit
würde ich mich wohl hüten, ein Heilmittel zu empfehlen,
von deſſen Vorzügen und völliger Unſchädlichkeit ich mich
nicht zuvor überzeugt hätte. Ich habe vielfach Gelegen=
heit
gehabt, zu ſehen und zu hören, daß die Dun= Präpa=
rate
mit nie verſagendem Erfolg bei offenen Wunden, Ka=
tarrhen
, Leberleiden, Brandwunden, Rheumatismus, Js=
chias
, Lungen= und Rippenfellentzündung, Blinddarm= und
Bauchfellentzündung u. a. angewandt wurden. Mir ſelbſt
haben die Dunſalbe und Dunpillen gegen Rheuma und
Anſchwellung der Beine treffliche Dienſte geleiſtet, und ich
hin überzeugt, daß nur ſie allein mir das Leben gerettet
haben, als ich kurz vor Weihnachten von einem ſchweren
Schleim=Schlaganfall getroffen worden war.
Darmſtadt, 3. Juni 1910. Schweſter Karoline Sedlmeir.

für Kranke und Geſunde ſind Dun= Salbe
(1.30),=Pillen (1.30) und Zäpfchen (2.00).
Proſpekte und kliniſch=therapeutiſche Abhand=
lung
koſtenfrei durch die Fabrik Hans
Heiss, Darmstadt, Roßdörferſtraße 22.
Die im April von Ihnen bezogenen Dunpräparate
waren von außerordentlicher Wirkung und habe ich meinem
6jährigen Jungen ein Drüſengeſchwür (das im Entſtehen
war) geheilt, ſodaß die Eiterung gar nicht zum Ausbruch
kam. Wegen desſelben Leidens mußte ich den Knaben vor
2 Jahren 18 Tage lang in ein Krankenhaus in Operation
und Behandlung geben.
Dun iſt bei uns zu einem unentbehrlichen Heilmittel
geworden und habe ich es ſchon oft empfohlen und auch
an Bekannte geliehen und wurden dort gleichfalls gute
Reſultate erzielt.
Lengfeld i. O., 1. 12. 1910.
Wilh. Heuß II.
Meine Leidenszeit fing 8 Wochen vor Weihnachten mit
Ischias und hachgradiger Nerppſität an und behandeſte
mich zuerſt Dr. Sch. ohne Erfolg. Dann kam ich ins
Krankenhaus nach Worms, aus dem ich ebenfalls ungeheilt
entlaſſen wurde. Hierauf wurde durch das Invalidenver=
ſicherungsamt
ein Heilverfahren in einer Heilſtätte zu
Darmſtadt eingeleitet und dort alles mögliche angewandt.
Bei größter Ruhe linderte ſich mein Schmerz, aber bei der
kleinſten Anſtrengung kam er immer wieder. Erſt nach An=
wendung
Ihrer Dun=Präparate wurde ich mit jedem Tag
beſſer, und heute, nach dreiwöchigem Gebrauch, finde ich
mich körperlich wie geiſtig wohl, und habe ich wieder einen
ſehr guten Schlaf. Auch gegen mein Hämorrhoidalleiden
haben mir Ihre Dun=Präparate vortrefflich geholfen und
ſage ich Ihnen hiermit, daß mir nichts anderes geholfen hat,
Monsheim (Rheinheſſen).
Gg. Scheuermann.
Herr Profeſſor Guillermo Alter in Buenos Aires
ſchrieb am 18. Mai 1909: In die Salbe ſind die Kranken
einfach verrückt. Ich habe einige ſehr ſchöne Heilerfolge
mit der Salbe bei Knochentuberkuloſe, Flechten, Geſchwül=
ſten
und Fiſteln. Durch die Pillen einen auffallenden Er=
folg
bei Nierenſteinen.
Nur in Apotheken zu haben oder durch Ver=
(VII23493
mittlung der Fabrik.

Bestandteile: Cerat. resin, pini 25; Cerat. Cetacci 25; Ol. Jecor Aselli 15; Cer. Flav. 15; Bals. Canad. 2; Mirrha 0,5; Seb. cerv. filtr. 15; Vitell. ovi 25. 0
Arach. 6; Ol. Jecor Aselli 12; Cerat. res. pini 19: Cer. Flav. 12; Bals. Ganad. 1.5: Cerat. Cetacci 2: Seb. cerv. filtr. 12: Vitell. ovi 12,5. Rad. lig. 23.
Cerat. res. pini 25; Cerat. 4,5; Mirrha 0,5; Vitell. ovi 20; Cerat. Cetacci 25; Ol. Jecor Aselli 15; Mel. 5; Bals. Canad. 2; Seb. cerv. filtr. 4.

Atelier der Uhrmacherkunst
44 Elisabethenstrasse 44
Beſte u. billigſte Rep.=Werkſtätte
für Uhren u. Muſikw. Reparat.
werden jederzeit abgeholt. Poſtk.
genügt. J. Eckstein. (*3564a
Alte Pelze, Muff. u. dgl. werd. zu
mod. Touque u. Muff. b. umgearb.
23367a) Ludwigsplatz 8, Vdh., III.
Hüte w. ſch. u. b. garn., Altes verw.
Eliſabethenſtr. 49, II. (22609a
moderne Muſter, w.
Steppdeckel von 3 Mk. a. gef.
Karlſtraße 41, Seitenb. (14531a
fert. ſach=
Steuer=Erklärungen gemäß
*11442sid) Maul, Riedeſelſtr. 72, III
Empfehle mich im Aufarbeiten
Evon Betten und Polſter=
möbel
in und außer dem Hauſe
zu den billigſten Preiſen. (*11743
Tapezieren per Rolle 25 Pfg.
Offerten unt. H 12 a. d. Exp.
schneldet (*11741
Kraut A. Fornoll, Soderſtr. 33.
Kraut wird eingeſchnitten in
K jedem Quantum (*11431sid
Zimmer, Wendelſtadtſtr. 49.
Jänge-Gasbadeofen, tadellos, zu
A kaufen geſucht. Offerten unter
H 29 an die Expedition. (*11780

Anzeigen-Annahme-Stellen
für das
SDarmstädter Tagblatts
befinden sich bei:
Herrn Hch. Blößer, Bessungerstr. 47,
Herrn Guido Kneip, Kiesstrasse 34,
Herrn Georg Roth, Dieburgerstr. 9.
Daselbst können auch
Bestellungen auf Abonnement
des Tagblatts, monatlich 60 Pfennig,
aufgegeben werden.

55 dunkelblaue Koſtüme, mitlere!
Figur zu verkaufen. Näheres
Elſabethenſtr. 52, I.
(*11769

ſenig. gebr. Kinderwag. u. faſt
Wneues Klappſtühlch. zu verk.
Heinheimerſtr. 13, Stb. pt. r. (*11768

Martinstrasse 89, II.,
wegen Platzmangel zu verkauf:
mod., maſſ. Büſett (neu), 1 feiner
Moquette= und 1 Liegeſeſſel, gebr.
Diwan u. Sofas, 2 gute Plüme=
aux
, 1 ſchöner Regulator, 1 Wand=
uhr
(rund), 1 Kleidergarderobe,
1 gebr., groß. Gaszuglampe, div.,
mod. Gaslüſter, gr., echt. Salon=
teppich
, f. Nähtiſch, hochf. Kaffee=
u
. 1 Weinſerviee, gr. Kohlenkaſten,
2 hölz. Waſchbüttchen, div. Spiegel
u. Bilder, ſehr gut erh. Winter=
(B23566
überzieher.
Gurtengeinnor
zu verpachten, 1300 Quadratmeter,
Lichtenbergſtraße zwiſchen ſtranich=
ſteiner
= und Wenckſtraße. Anfr. an
A. v. Hessert, Martinſtr. 14. (*11678mdf
Wein- und Bier-Restaurant.
Reſtaurat, in der Altſtadt, ſowie
ſchönes Lok. in Beſſung. Reſtau=
ration
, la Lage, nachweislich gut.
Geſchäft, zu verm., am liebſten an
Metzger. Off. u. 1 22 Exp. (*11766
Junge kräftige Frau ſucht Kind
mitzuſtillen. Offert. u. II33
(*11779df
an die Expedition.
Seldſchmiede zu verk. (*11613ms
Alexanderſtr. 25, 1. St.

Restaur. z. Friedrichshof
Ecke Stifts- u. Rossdörferstr.
Guter bürgerl. Mittagstisch
von 70 Pfg., Spezial-Abend-
Platten u. Stammessen.
Rummelbräu-Ausschank
E. 1 ubert. (23571dfs

beſſ. Herr. könn. an gut
3 bürg. Mittag= u. Abendtiſch
teiln Heinrichſtr. 69. (21292a

ittagstisch
Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1. im Abonn.
bendtisch
Fleisch v. veget. Kost v.
50 Pf. b. 70 Pf. im-Abonn.
Anschauf din berühmten
:: Wormser Weinmostes::
Kein Trinkzwang. (114
Reform-Restaurant
4 Alexanderstrasse 4, 1. Stock.

Kurſe vom 13. November 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
8).
Staatspapiere.
4 Diſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,20
77,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
88,30
3½, do. Gonſols
77,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,50
92,80
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 99,80
27,00
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,40
4 do. do. (unk. 1918) 99,60
3½
do.
87,00
do.
76,50
3 Sächſiſche Rente.
78,50
4 Württemberger v. 1907 99,60
do. v. 1875 94,30
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 98,90
1¾ Griechen v. 1887 . . 55,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 88,00
4 dv. Goldrente . . . 92,25
4 do. einheitl. Rente . 85,00
3 Portug. unif. Serie I 62,75
3 do. unif. Ser, III 65,25
3 do. Spezial
. 1000
5 Numänier v. 1903 . . 99,10
4 do. v. 1890 . . 93,00
4 do. v. 1905 . . 100,25
4 Ruſſen v. 1880 .
.88,60
4 do. v. 1902 .
88,30
4½ do. v. 1905 . . . . 100,25
3½ Schweden
85,30
4 Serbier amort. v. 1895 80,00
4 Türk. Admin. v. 1903 76,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 81,50
4 Ungar. Goldrente . . . 86,90
4 do. Staatsrente. . . 84,60

Zf.
In Proz.
5 Argentinier . .
.100,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,70
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,40
4½
do.
92,75
. 92,75
4½ Japaner . . .
5 Innere Mexikaner . . . 91,20
do.
61,50
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,20
5 Gold=Merikaner . . . . 98,60
3 Buenos Aires Provinz 67,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerila= palet=
fahrt
. . . . . . . 151,80
5 Nordd. Lloyd . . . . . 119,50
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 125,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 109,75
8 Baltimore und Ohio . 106,00
6½ Schantungbahn . . . 125,50
6 Luxemb. Prince Henri 154,00
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 18,50
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Diold. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 515,20
14 Chem. Fabrik Gries=
heim
. . . . . . . 245,25
30 Farbwerke Höchſt . . 623,00
20 Verein chem. Fabrilen
Mannheim . . . . 335,50
10 Cement Heidelberg . . 149,30
30 Ehem. Werke Albert 455,0
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
.
.320,20
4 Jahmeyer . .
117,50

Eeite
Inbret
Tivid.
7½Schuchert. Nürnberg 146,50
12 Siemens & Halske .222,50
5 Bergmann Eleetr. . . 120,50
10 Deutſch.Ueberſee Eleetr. 157,50
0 Gummi Peter . . . . 100,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 101,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 565,00
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 20,00
8 Steana Romana Petr. 142,60
15 Zellſtoff Waldhof . . 229,75
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 199,25
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 96,00
3 Südd. Immobilien . 58,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 174,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 219,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 171,50
10 Gelſenkirchener . . . . 191,20
8 Harpener . . . . . . . 183,50
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. .261,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
83,00
4 Laurahütte . . . . . . 166,50
10 KaliwerkeAſchersleben 161,00
Weſteregeln 209,0
7½ Sputh Weſt Africa 129½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,20
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,70
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,20
5 Oeſterr. Staatsbahn . 102,30
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,00
76,90
do.
5 Oeſterr. Südd. (Lomb.) 97,75
bo.
4
76,00

(2
Znpret.
24) Oeſt. Südb. (Lomb.) 51,30
. 76,10
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,80
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,90
do.
86,30
4 Wladichawchas . . . . 87,35
4 Mfäſan Koslow . . . . 86,40
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,10
4½
do.
2 Livorneſer . . . . . 69,30
3 Salonique=Monaſtir . 62,40
4 Daabadbahn . . . . . . 80,00
4½ Anatoliſche Eiſenb. 95,00
4 Miſſouri=Paeiſice. . . . 73,00
4 Northern=Paeiſie. . . . 100,00
4 Southern=Paciſic
93,90
5 St. Louis und San
. 85,20
Francisco. .
5 Tehuantepec . . .
97,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 182,50
7 Bergiſch=Märkiſche
.146,10
Bahn.
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 163,50
6½ Darmſtädter Bank . 119,50
12½ Deutſche Bank . . . 247,80
6 Deutſche Vereinsbank . 121,80
6 Deutſche Efſekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,20
10 Diskonto=Kommandit 182,90
8½ Dresdener Bank . . 151,40
9½ Frankf. Hypoth.=B. 209,00
6½ Mitteld. Kreditbank 117,00
7 Nationalb. für Deutſchl.
7 Pfälziſche Bank. . . . 126,50
5.86 Reichsbank .
. .132,20
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,70
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 116,75
7½ Wiener Bankverein . 127,25
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . .
. 98,90

Zußro,

3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
98,50
S. 52 . ..
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
do.
87,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 99,20
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
. 99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
87,80
S. 3.
. 87,60
S. 911.
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
3½
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 87,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
19½
87,30
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt
3½ do.
4 Frankfurt. .
99,60
31
do.
94,50
4 Gießen .
do.
4 Heidelberg
97,60
3½ do.
4 Karlsruhe
97,90
do.
38,80
4 Magdeburg:
bo.
4 Mainz .
97,40
3½ do.
88,70
4 Mannheim .
do.
3½
4 München .
99,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
99,10
bo.
88,00
4 Offenbach .

Inprot.
8t.
3½ Offenbach .
7 98,80
4 Wiesbaden .
89,50
3½ do.
97,30
4 Worms .
3½ do.
88,50
4 Liſſaboner v. 1889
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 134,00
3 Holl. Komm. fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100 71,80
4 Meininger Pr.= Pfand=
brieſe
. . . . . . . 138,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,90
8 Oldenburger . . . . . . 128,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 110,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 205,00
Freiburger .
Fs. 15
Fs. 45
Mailänder .
do.
Fs. 10 35,90
Meininger .
ſl. 7
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 520,00
do. v. 1858 fl. 100 439,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30
Tarkiſche . . . . Fs. 400 153,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,50
20 Franks=Stücke .
16,30
Amerikaniſche Noten .
4,21
Engliſche Noten .
20,52
Franzöfiſche Noten.
81,45
Holländiſche Noten.
169,45
Italieniſche Noten . .
80,60
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto . . .
Reichsbank=Lombard 366 6

[ ][  ][ ]

Kompl. Schlafzimmer, Speisezimmer, Herren-
zimmer
, Küchen, sowie einzelne Möbelstücke
kaufen Sie in nur solider Ausführung äusserst billig bei
(21098a
Hofstallstrasse 6
Hofstallstrasse 6
(nächstdem Mathildenplatz) S. LSbahe

(nächst dem Mathildenplatz)

Hoffärberei
C. ACh. Reich
Chemische Waschanstalt
(22204a
liefert eilige Fachen innerhalb 24 Stunden. Fachmänniſche
Ausführung. Mäßige Preiſe. Läden in allen Stadtteilen.
Größte Färberei und chemiſche Waſchanſtalt in Darmſtadt.

Feizwaren-Verkadenssacher
Es ist eine unabweisbare Tatsache, dass man in einem
Spezialgeschäft
eine durchaus fachmännische Bedienung erfährt.
Das
elzllaus Car Fau
nur Wilhelminenstrasse 7, Telephon 1533
empfiehlt däher-zur Saison sein reichhaltig assortiertes Lager
in Muffen, Echarpen, Mänteln stc.
Neuanfertigungen, Umarbeiten, Reparaturen.
On parle frangais.
(23244a

Infolge der grossen Beliebheit des Cacao als tägliches
Getränk werden jetzt viele billige Marken angeboten.
Lassen Sie sich nicht bestimmen billig zu kaufen, Sie
kaufen meistens schlecht und sind enttäuscht, nicht den-
jenigen
Genuss zu finden, der Ihnen geboten wird durch
Meeade
Bitte beachten Sie, dass Van Houtens Cacao nur in geschlossenen Blech-
büchsen
, niemals lose verkauft wird. Nur eine Qualität, die beste!
1455

Jeder deutschen
Schreibmaschine
überlegen ist die
Fabrikat der Wanderer-Werke, Chemnitz.
Grand Prix: San Remo 1908
Grand Prix: Genua 1908
Grand Prix: Brüssel 1910 (20711a
Verlangen Sie vor Kauf eine Maschine zur Probe.
Grafenstr.
J. Donges & Wiest 26.=

Spezial-Geschäft für Vereine
Schlegers Verleih- und Versandhaus :
Me
befindet sich jetzt wegen bedeutender Geschäfts-
(20227a
vergrösserung
Luisenstraße 10, I.
Telephon Nr. 2173.
Theater- u. Hasken-Kostüme, Kulissen, Fahnen, Zelte,
Decken, Girlanden, Vereinsabzeichen. IIuminations-
und Dekoratlensartikel, Lampions, Kerzon, Wallen,
Fackeln, Feuerwerk, Lipleme und Plakate.
ssseesssessseeesesssegeseesesecee
Heft 2 der Heſſiſchen Chronik
? in durchaus gut erhaltenem Zuſtande wird zum Ladenpreiſe
(23532dis
zu kaufen geſucht.
E. C. Wittich’sche Hofbuchdruckerei.

Tafelobst
groß. Vorrat, 10 Pfd. gemiſcht 1 M.
Hofmann, Karlſtraße 26.
Telephon 2007. (22080a

Flurgarderob.,
Blumenkripp., Trumeaur
(*11582id
billig zu verkaufen
Hügelſtraße 29
Möbelwerkſtätte im Hofe.

Mannchen.

Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
12)
Ich komme, Onkelchen verlaß Dich felſenfeſt darauf.
Und hab’ vielen Dank für Deine Hilfe und alles Gute,
das Du mir zeitlebens erwieſen.
Halt den Schnabel, Mannchen!
Er küßte ſeinen Neffen auf beide Wangen, und dabei
liefen ihm die Tränen die dicken Backen herunter, als
wär’s ein Abſchied auf Nimmerwiederſehen.
Der Oſtwind hatte Schnee und Froſt nach Maſuren
gebracht. Die Seen und Teiche waren halb zugefroren,
bereiftes Schilf lag geknickt auf der glitzernden Fläche,
über welche die Wildenten und kleinen Waſſervögel in
niedrigem Fluge flatterten. Die Kronen der ſchlanken
Fichten hatten ſich, gebeugt durch Sturm und Schnee, nach
Weſten geneigt, das Wild trat ſchon bei Tage weiter auf
die Waldwieſen und Stoppelfelder heraus, um ſich ſeine
Nährung an Stellen zu ſuchen, wo die Sonne mit ihrer
matten Kraft die Schneedecke aufgerollt hatte.
Sollenſtern ſah zum Wagenfenſter hinaus und
ſchimpfte. Ihn fror, denn die kleine Seitenbahn war
ſchlecht geheizt.

entich hit der Zu em ſcher Sieien Leientet.
ſein Inſpektor, ging auf dem Bahnſteig mit großen
Schritten auf und ab, in ſeinem langen Schnurrbart hing
der Reif.
Guten Morgen, Herr Baron, alles in ſchönſter Ord=
nung
!
Na, das freut mich. Wollen gleich weiter!
Die Fahrt ging durch den ſchweigenden Winterwald.
Hie und da ſtieg eine dünne, bläuliche Rauchſäule auf von
Feuern, die ſich die Holzarbeiter angezündet hatten.
Nach einer knappen Stunde bog der Wagen in den
Klotzowener Gutshof ein. Der lag am Hange, oben auf
dem Hügel ſtand das alte Herrenhaus, grau und trotzig
von einem runden Turme überragt.
Ein paar Jagdhunde ſtürzten mit Gebell und Gekläff
dem Wagen entgegen und vollführten vor lauter Freude
die drolligſten Sprünge.
Ja dochchen ja, Diana Männe, Du frecher Pa=
tron
, willſt Du wohl zurück, bei einem Haare wäre er
unter die Räder gekommen.
Im Ofen des Arbeitszimmers kniſterte das trauliche
Feuer, auf dem Schreibtiſche lag ein Stoß Zeitungen und
Briefe.
Haben der Herr Baron noch Befehles

Ie, Sehglet, an def ühr wil ic den Wogn ater.
So, nun war er wieder zu Hauſe, ſaß wie immer al=
lein
in ſeinem Zimmer, rauchte ſeine Zigarre, ſah die
Poſtſachen durch und trank ein Glas Rotwein nach dem
anderen dazu.
Eigentlich ein verpfuſchtes Leben, ging es ihm durch
den Kopf. Aber wo man auch hinkam, überall ſtreckte
Frau Sorge den Kopf zum Fenſter herein! Und er hatte
es doch verſtanden, nach ſeiner Sturm= und Drangperiode
ſich die Unannehmlichkeiten nach Möglichkeit vom Halſe
zu halten. Er verwaltete ſein Erbe gewiſſenhaft, amü=
ſierte
ſich mit ſeinen Hunden, ſeinen beſten Freunden, ging
auf die Jagd freilich in der letzten Zeit ſtreikten die
alten Knochen gar oft. Zum Arzte war er natürlich nicht
gegangen, obgleich er in erſter Linie deshalb nach Berlin
gefahren war mein Gott, einen Grund mußte der
Menſch doch haben, wenn er ſich nach der Reſidenz auf=
machte
, und in der Nachbarſchaft hatte man ihn gern.
Niemals war er ein Spielverderber, immer fidel, er riß
ſeine Witze, ſchwerenöterte, und wie er in die Jahre kam,
pirſchte er ſich an die Jugend heran und beſtach ſie mit
Leckereien. Man machte ihn zum Vertrauten der kleineren
und größeren Sorgen, er half, wenn es irgend ging, mit
einem Warte, mit einer ſchnellen Tat. Dafür nannte man

[ ][  ][ ]

In meinem Ausverkaufe wegen Geschäftsverlegung
Damenkeidersterfe
&
Blusenstorte
Costamstorfe
unerreichte Auswahl nur erster Qualitäten
(23071a
zu fabelhaft billigen Preisen.
Eine derart günstige Gelegenheit ist wert, auch Weihnachtsbedarf jetzt schon zu decken.
Inhaber
der
Firma Pranz davdouf
Sean Sticher
Telefon 1519.
I. Etage
Rheinstraße 4.
Schwarz-weiße Rabattmarken.

Adler-Auto
neu, 7117 Ps, Sporttype, reich=
haltig
ausgeſtattet, ſofort
preiswert lieferbar. (22909a
Hoflieferant
Ober,
Karlsstrasse 30.
groß. Kinderwagen, verſchied.
1 getr. Kleider u. Jacken billig
*11631md) Markt 4, 1. Stock.
für ſtarke Figur
Havelock billig verkänflich
Neue Niederſtr. 5, Stb. II. (23509mdf

Seltene Gelegenheit!
BAUF
PIANINO
tadellos erhalten
385 Mk.
Pianofortegrosshandlung
KarlArnold
Magazin nur
(23290a
icke
Erbacherstr.
nächst dem Schwimmbad.

Rittershaus
Kunstgewerbehaus, am Ludwigsplatz.
Alleinvertrieb für ganz Deutschland
der Gräfl. Erbachschen Kunsttöpfereien
Ausgestellt in 2 Fenstern.
23520)

Starkes Faſtrad
mit Doppelglockenlager und Frei=
lauf
ſowie neuen Deckmänteln für
40 Mark zu verkaufen. Näheres
(*11682mdfs
Expedition.

Sehr großer Zimmerteppich
8 Mk., ein Kokosläufer, 8m, zu
verk. Hügelſtr. 89. (*11654md

Mepl & Joan, Aanstakturgaren. (1490a

Damenwäsche
Herrenwäsche
Wäsche
Küchenwäsche
Bettwäsche
nach Mass.
Markt-
Ir. Scherienier passage 8
Schürzen.
Taschentücher

Elegantes (23416
SSchlafzimmer
eichen gewichſt, mit Apotheken=
ſchränkchen
, komplett mit allem
Zubehör, nebſt zwei la Patent=
matratz
., zweiſchweren Schon=
decken
, zum Ausnahmspreiſe
von 572. Mk.
In Mahagoni poliert, mit
reicher Schnitzerei
585. Mk.
Erſtklaſſ. Arb., 10 jähr. Garantie.
Georg Schmitt
Schlossgraben 13a.
Puppen-
klinik

V. Dörsam
Bessungerst. 37
(B29535
Puppen-
reparaturen

E prompt und billig.
Puppen-
perücken

jeder Art.
Spezialität:
Echte Haar-
perücken
.
Reelle Bedienung.
Hochfeines Pianino
mit groß., voll. Ton, wird unter
6jähr. Garantie billig abgegeben.
Teilzahlungen geſtattet. (*11194dd
Nieder=Ramſtädterſtr. 31, I. r.
Bettſtelle nebſt Roſt, ſowie
1 Klappkinderſtuhl, gut erhalten,
(*11655md
billig zu verkaufen
Beſſungerſtraße 66, III. links.
Grlecnische
Weine
n Frier. (an 0ff
in Würzburg
seit 36 Jahren glänzend
bewährt
die edelsten, besten und
preiswürdigsten Südweine.
Niederlage in Darmstadt
bei:
M. W. Prassel
Schulstrasse 10. (23550a

ihn weit und breit das gute Onkelchen, überall ſtreckten
ſich ihm herzlich die Hände entgegen.
So kam’s, daß er auf ſeine alten Tage mit einem
heiteren und einem naſſen Auge auf ſein Leben zurück=
blicken
konnte.
Er revidierte die Ställe, machte einen Gang durch den
Park. Der Oſtwind hatte mit neuer Kraft eingeſetzt, ſtrich
die kleinen, morſchen Aeſte von den Bäumen und nahm
ſie ein Stück Weges mit.
Bald kam Weihnachten heran, und Mannchen würde
wieder einmal ſeinen Baum nicht in der Heimat anzün=
den
. Wenn der Junge nur ahnte, wie das alte Herz ſeines
Onkels an ihm hing. Ein tüchtiger Schreck war ihm in
die Glieder gefahren, als er erfahren, wie’s um Mannchen
ſtand. Da tauchte das bleiche Geſicht ſeiner Schweſter
vor ſeinem geiſtigen Auge auf. Ihr Sohn hatte einen
guten Teil des ſchweren Sollenſternſchen Blutes geerbt,
das nahm alles gleich von der tragiſchen Seite. Ihm
war’s da nicht beſſer gegangen, wie hätte er um Hilde
Soßken, die nun ſeit mehr als fünfundzwanzig Jahren
Frau von Dittmark war, gelitten, es hatte ſehr, ſehr lange
gedauert, bis er überwunden. Das behaglichſte Glück
in Tampiſchkehnen war ihm zu Hilfe gekommen, mit den
Jahren fand er immer öfter den Weg dorthin, jetzt ſtreckte
er gern ſeine Füße unter des braven Albrecht Dittmarks
Tiſch. So iſt das Leben. Pflanzen wachſen, treiben Blü=
ten
, und wenn der Herbſtſturm darüber geht, ſind ſie nim=
mer
da. Und doch, die Erinnerung war geblieben, nicht
mehr oder doch?
Aeh, er fuhr ſich mit der Hand übers
und
pfiff ſeine Hunde heran.

In ſeinen rieſigen Pelz gehüllt, den Kragen hoch=
geſchlagen
, ſtieg er nachmittags in den Wagen. Nach,
Tampiſchkehnen, Karl!
Die Braunen hatten bereits ihr dickes Winterhaar
bekommen, nach der erſten halben Meile dampften ſie am
ganzen Leibe. Die Wege waren auch zu miſerabel, aus=
gefahren
von den ſchweren Holzfuhrwerken im Herbſte,
bei feuchtem, klitſchigem Boden, nun war er hartgefroren,
aber der Schnee lag noch zu ſpärlich, um den Schlitten
herauszuziehen.
Das nenne ich ne reine Freude, Chriſtoph, kaum
heimgeflogen, findeſt Du den Weg zu uns!
Wieder mal mit ſchwerem Herzen, Albrecht!
Der große, wetterfeſte Mann mit dem langen, grauen
Vollbart ſah ihn ruhig an, die Zeiten waren vorüber, in
denen ſich die Jugendfreunde in den Haaren gelegen.
So komm nur erſt rein, die Anweſenheit meiner
Frau ſtört wohl nicht?
J Gott bewahre!
Und Agathe iſt drüben in Plauſten zu Beſuch!
Ihre beiden älteren Brüder dienten in der Armee,
der eine in Königsberg bei den Küraſſieren, der andere
war Allenſteiner Dragoner.
Herzlich willkommen, Herr von Sollenſtern!
Meine gnädigſte Frau er küßte Frau von Ditt=
mark
die Hand.
Sie war groß und kräftig, die echte Landjunkersfrau
mit geſunden Farben und entſchloſſenen Bewegungen.
Das blonde Haar war einfach geſcheitelt, auf ihm trug ſie
ein dunkles Spitzenhäubchen, die blauen Augen verrieten
Herzensgüte, wenn es aber ſein mußte, auch Strenge.
Ich ſagte ſchon zu Albrecht, ich komme mit nem gan=
zen
Pack Sorgen. Aber vor allen Dingen Andregs und

ſein ganzes Haus ſenden die beſten Grüße. Sind alle
miteinander wohlauf, war viel bei ihnen, jaa und da
käm’ ich denn zu den Dingen, die mir in Berlin nicht ge=
fallen
haben.
Iſt Thereſe dran ſchuld? fragte Frau von Dittmark
ſchnell.
Gnädige Frau, nichts für ungut, aber ſo iſt’s.
So erzähle! drängte ihr Mann.
Und Sollenſtern nahm kein Blatt vor den Mund.
Mannchen geht die ganze Geſchichte hölliſch nahe, Andreas
iſt mürbe gemacht worden und Gunildchen wird mit
offenen Augen in ihr Unglück ſtolpern, weil Ihre Frau
Schwägerin dem Mädel Roſinen in den Kopf geſetzt hat=
Diplomat große Welt Zukunft! Na, Sie kenn' ja
die Muſik!
Dittmarks ſahen ſich an.
Natürlich, Thereſe wollte immer noch raus, Andreas
hat ihr’s noch lange nicht weit genug gebracht, obgleich
er ſich, wie er mir geſtanden hat, nach Ruhe ſehnt.
Aber da iſt nichts zu machen, lieber Chriſtoph, Dein Neffe
wird ſich in das Unvermeidliche fügen müſſen.
Hat auch ſeinen Vorteil, denn dann nimmt er ſeinen
Abſchied und kommt heim.
Er iſt jung und wird über die Enttäuſchung hinweg=
kommen
.
Glauben Sie, gnädige Frau?
Er ſah Frau von Dittmark mit einem langen Blicke
an, ſo daß ſie errötete.
Sollenſtern blieb bis ſechs Uhr, dann fuhr er nach
Hauſe zurück. Ich muß rüber, hab’ noch ine Menge zu
tun, wollte nur in Tampiſchkehnen mein Herz ausſchüt=, weil ich dachte, Du, Albrecht, könnteſt vielleicht für
mein Mannchen etwas tun.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Grosse Posten

Freiswerter Finoldgen

Herren-Normal-Hemden
Vorderschluss, in allen Grössen
Stück 1.60, 1.40, I.10

Herren-Normal-Jacken
in allen Grössen, solide Qualität O
Stück 1.20, 75

1 Posten zurückgesetzte
Unternosen
für Jünglinge und Herren
Stück OE
1.40, 1.20, 75

Damen-Direktoire-Beinkleid
in allen feinen Farben, aus guten C
Trikotstoffen . Stück 1.30, 1.10, 75
Damen-Normal-Jacken
in allen Grössen,
als enorm billig . Stück 1.35, 1.00

Grosse Posten
Preiswerter Daumwenwaren

Rhenania für Kinderkleider, in
hübschen Mustern .
42
Hemdenflanell gut gerauhte
Ware . . . . . . . . . Meter 35
Jackenbiber helle und dunkle
Muster, gute Qu al., als sehr preisw. 45

Enorm billig:
Unterrock-Biber
hell und dunkel gemustert
Metzr 25

Bettuch-Cretonne 160 cm br., C
gute Qualität
. Meter 75
Croise für Leibwäsche, gutes
Fabrikat
Meter 35
Flock-Piqué gut gerauhte Ware
für Hemden, Hosen u. Jacken, Mtr. 35

Grosse Posten

Freisverter Farisserle

547

Soderſtr. 90, Ecke Beckſtraße,
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör als=
bald
billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (22866t

5=Zimmer=Wohnung
ſowie große Magazins= Räum=
lichkeiten
ſofort zu vermieten.
Näheres Frankfurterſtraße
12/14, im Laden. (22774a

In

Grafenſtr. 21, I., geräumige
4=Zimmerwohnung per ſofort
zu vermieten. Näheres Brauerei
Wagner, Gr. Ochſeng. 26. (21835omds
Untere Wendelstadtstr.
im erſten Stock 4 Zimmer=
Wohn. p. 1. Januar zu verm.
Näh. Zimmerſtr. 1. (20373od

Mmer

Ecke Grafen= u. Eliſabethenſtr.
ſchöne 3 Zimmer=Wohnung. Zu
erfragen bei Donges & Wiest,
Eliſabethenſtraße 25½. (21658t

In vornehmem Hauſe Stift=
ſtraße
große 3=Zimmerwohnung
(Manſarde) zu 400 Mk. zu ver=
mieten
. Der Mieter müßte die
Hausverwaltung mit übernehmen
und wird ein Teil der Miete dafür
in Anrechnung gebracht. Gefl. Off.
u. G 80 an die Exp. (23495a

Hübſche 3= Zim.=Wohn. m. Kam.u.
Zubeh. v. kl. Fam. (2 Perſ.) geſ. Off.
m. Preis unt. F 74 Exped. (*11324

Bleichſtr. 17, Hinterh., 1. St.,
ſchöne 2 Z.=Wohn. p. 1. Dez. (23142t

Sch. 2 Z.=Wohn., abgeſchl. Vorpl.
Näh. Löffelg. 23, 1. St. (*11541imd

Kahlertſtr. 49 ſchöne 3= und
22=Zimmerwohnung ſof. (*11691mdf

Zwei=Zimmerwohnung
warterre, Seitenbau, mit 2 Ein=
gängen
, per alsbald (23551ms
42 Eliſabethenſtraße 42

Seitenb., kl. 2 Zim.=
Grafenſtr. 10, Wohnung (*11761

hübsche neue Zeich-
Leichte
Klammerschürzen gezeichn., St. 95
Milieux nungen . Stück v. 7Oan
Kinderarbeiten 1 Frühstücksbeutel gezeichn., St. 35
f. Küch.od.
Wandschoner zim., St. v. 75an
in grosser Auswahl Küch.-Ueberhandtüch. gez., St. 95
gezeichn., 2
Kissenplatten
von SDan
sehr preiswert! Nachttischdeckchen. . Stück 18


EEEHOTOz
Jde
I 1STKl. 7

Nieder=Ramſtädterſtr. 13, II.,
ſchön möbliertes Zimmer ſofort
billig zu verm. bei Apel. (23076ds
Liebigſtr. 47 ein behagl. möbl.
Wohn= u. Schlafzim. (22741oidf

ſehr geeignet für Friſeur=Geſchäft,
per ſofort zu vermieten. (21398od
Näheres Hügelſtraße 27.

Gür Rechtsanw. od. Engros=
7 Geſch. paſſend, per 1. April
Wohn. mit ſep. Büro u. Lager=
raum
zu verm. Auch vorzügliche
Lage für ein fein. Kolonialwaren=
u
. Delikateſſen=Detail=Geſchäft, da
Laden gebrochen werden könnte.
Evtl. auch zu günſt. Bedingungen
zu verkaufen. Zu erfragen Bis=
marckſtraße
80, part. (23341t

Keller zu vermieten
Soderſtraße 14, II.
22865t)

Möblere Zimmer

Luiſenſtr. 6, III., ſchön möbl.
Zim. ſofort zu vermieten. (22596t
Karlſtr. 11, I., ſchön möbl. gr.
Z. mit Schreibtiſch ſofort. (22658t

Heinheimerſtr. 8, 1. St. r., ger.
möbl. Wohn= und Schlafzimmer
(22877t
ſofort zu vermieten.

g mit od. ohne Kost Wieners-
Schlafstelle strasse 72, II. (22820t

Kaſinoſtr. 26, part, gut möbl.
Zimmer ſofort z. verm. (22816t

Luiſenſtr. 32, II., bei Gz. Wedel
einf. möbl. Zim. mit Penſ. (22928a

Soderſtr. 4, 2. St., ſehr ſchön
möbl. Z. in freier Lage. (*11489t

Feldbergſtr. 30, I. St., einfach
möbl. Zim. mit Koſt ſof. (23342t
Heinheimerſtr. 59, part., gut
möbl. Wohn= u. Schlafzim. zuſ.
18 Mk. m. Kaffee zu vm. (23403a

Waldſtr. 16, Hth. I., möbliert
Zimmer zu vermieten. (*11516imd

Mollerſtr. 37, II., in ruhigem.
Hauſe, 2 ſchön möbl. Zimmer, auf
Wunſch Wohn= u. Schlafz., zu vm.
Anzuſehen von 103 Uhr. (23433t
Aliceſtr. 32, I., 2 Zim., 1 mit
Klav., 1 zu 15 Mk., ſof. z. v. (*11639md
Neckarſtraße 24, III. St., gut
möbl. Zimmer ſofort zu v. (23500a

Schützenſtr. 18, Stb., 1 möbl
Zimmer zu verm.
(19864ids Neckarſtr. 16, Gartenbau, ein
g. möbl. Wohn= u. Schlafzim. ar
beſſ. Herrn zu verm. (23544ids Mathildenplatz 3, II., großes,
gut möbl. Zimmer an Dame zu
vermieten.
(20575ids Landwehrſtr. 2, II., am Herrn
garten, gut möbliertes Zimmer
zu vermieten.
(*11344sic Heinrichſtraße 125, I., fein
möbl. Wohn= u. Schlafz., ev. 2 B.,
an ſol. Herrn od. Dame. (22448ids Eliſabethenſtr. 35, Htb. II. Iks.,
b. Paus, ſch. mbl. Z. ſof. bill. (22165a Wilhelmſtr. 51, pt. I., möbl
Zimmer zu vermieten. (23301a Karlſtr. 28½ III., 2 möbl. Z.,
pro Woche nur 3 Mk., ſof. (*11519id Soderſtraße 41 ſchönes Wohn=
und Schlafzimmer, ev. mit zwei
Betten, und Klavier. (*11534ids Bleichſtr. 45, I., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (*11738dfs Kahlertſtr. 5½, II., frdl. möbl.
Zimmer an ruhig. Herrn. (*11745df Rheinſtraße 19, II., gut. mbl.
Zimmer zu vermieten. (*11748dfs Karlſtraße 30, Hts. 2. St. lks.,
freundliches Zimmer für nur drei
Mark pro Woche. (*11705dfs Riedeſelſtraße 68, III., möbl.
Zim. a. beſſ. Arb. zu vm. (*11731 Möbl. Zim. zu v. Ernſt=
Zentrum. Ludwigſtr. 9, III (*11773 einf. möbl. Zim. zu
Geiſtberg 5 vermieten. (*11775 Heinrichſtr. 87, III., möbl. Zim.
* zu verm. (23549a
monatl.

CafelzCbsr

10 Pfd.
1.10
1.00

Diel’s Butterbirne
Katzenköpfe (Kochbirne) 0.90
Goldparmänen 1. Sorte . 1.50
Kochäpfel (Schafnaſe) . . 0.80
offeriert:
Joh. Walther
Ecke Roßdörfer= und
Wienerſtraße Nr. 67.
Telefon 1598. (23032a

Eine wertvolle Bibliothek für das Haus!
Für wenig Geld eine für alle Zeit wertvolle Bibliothek
zu erwerben dieſe Gelegenheit bietet ſich Ihnen durch Abonnement
auf die im Verlage der Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft
in Stuttgart erſcheinende
Siehemen der Unterhaltung
unld ues wissens.
Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens er=
ſcheint
bereits ihm 37. Jahrgang.
(V21804
In vielen Millionen von Bänden verbreitet
erfüllt ſie ihr Programm: jedem Bücherliebhaber Gelegenheit
zu geben zur Anlegung einer wirklich gediegenen, ſpannendſte
Unterhaltung und eine unerſchöpfliche Fundgrube des Wiſſens
zugleich bietenden

Privatbibliothek

aufs allerbeſte.
Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens er=
ſcheint
in 13 vierwöchentlichen, reich illuſtrierten, elegant in
echte Leinwand gebundenen Bänden mit Goldrücken= und
Deckelpreſſung. Jeder Band iſt mit einem hübſchen, farbigen
Umſchlag verſehen. Um die Anſchaffung auch weniger Be=
mittelten
zu ermöglichen, beträgt der Abonnnementspreis
nur 75 Pfennig für den Band
ein Preis, zu welchem der Buchbinder im einzelnen noch nicht
einmal den bloßen Einband zu liefern imſtande wäre.
Beſtellungen nehmen Buch= und Kolportage=
handlungen
, Journalexpeditionen ꝛc. entgegen.
Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig

Gelegenheitskauf!
faſt k. getr. Herrenmaßanz., Ueber=
zieher
, Koſtüme, Mäntel, Bluſen,
einz. Röcke, Jacketts, Capes, Gum.=
Mantel, Kragen, Stiefel, einzelne
Hoſen (Rock u. Weſte), Ball= und
Geſellſchaftskleider u. viel. mehr,
bill. zu verkauf. Ballonplatz 10,
(22230a
part., kein Laden.

wenn auch defekt, gut erh. Noten
(Schulen) kaufe zum höchſt. Preis.
Komme auch ins Haus. (Diskret.)
22647a)
Heinheimerſtr. 25.

Hammelfleisch

Vinterkartoffeln
Holländer Goldgelbe, Induſtrie,
chen, ſtets auf Lager (23107a vorrätig bei
W. Nungesser
Fernſpr. 864. Dieburgerſtr. 10.

in allen Preislagen!
4 Täglich friſches Kalbsgekröſe,
Geh. Kalbs=
Magnum bonum, Salatmäus:4 alten Preis. Gerollten Kalbs=
§ nierenbraten in allen Größen
(17212a
§ Louis Hein. Hofmetzger
D Schustergasse 19, Näh. d. Marktes.

Lungen, Leber ꝛc.
z Spezlalität. kottelets zum

[ ][  ][ ]

Vorverkauf!
Ieihkachts

Eine Kollektion &

Ganz besonders billig

Diele
Gesellschafts

Um dem kolossalen Andrang in diesem Artikel vor Weihnachten zu begegnen, haben
wir uns entschlossen, die Preise für diesen Verkauf

so enorm billig zu stellen, dass es für jeden Johnt

diese Gelegenheit wahrzunehmen.

Serie

jedes Spiel zum
Aussuchen

Serie
jedes Spiel zum
Aussuchen

Serie II
jedes Spiel zum
Aussuchen

Serie I0
jedes Spiel zum
Aussuchen

Diese Spiele werden nicht umgetauscht. Nur solange Vorrat reicht!

Mit dieser Veranstaltung verbinden wir einen enorm billigen
Verkauf
Bücher
Wir bringen nur nützliche und lehrreiche Bücher keine Schundliteratur

(23582

Grimm’s Märchen
brosch., ca. 60 Seiten 9
Andersen’s Märcheng
brosch., ca. 60 Seiten 9
Märchenwelt
brosch., ca. 60 Seiten
Bunte Märchenweltt
brosch., ca. 110 Seiten 16
Roblnson Crusoe
brosch.
16
Rübezahl
16
brosch.

Andersen’s Märch.
Grimm’s brosch.
Großvaters neue Mär-
chen
, ca. 110 Seit.,
gebunden .
Der kl. Kinderfreund
ca. 110 Seiten, geb. 25
Die schönsten Märchen
für artige Kinder,
ca. 110 Seiten, geb.
Rübezahl

gebunden . . .
1001 Nacht
gebunden .
Grimm’s, Andersen’s,
Bechstein’s Märchen
schön gebunden .

Elegant gebundene Bücher,

SERIE I:

25

25
.35
35

Die Schwestern
Hausmütterchen
Rosa von Tannenburg
Annys Sorgen
Die Waisen
Die wilde Käthe

Ostereier

SERIE III:

SERIE II:

Derjunge Auswanderer
Vetter Gottlieb
Bis übers Weltmeer
Durch Nacht
zum Licht
Der Goldneffe
Die Geschwister-
Kinder
In der Wildnis

Hauffs Märchen
Bechsteins Märchen
Grimms Märchen
Robinson Crusoe
Die Waise von Lowood
Münchhausens
Abenteuer
Gullivers Reisen
TiII Eulenspiegel

SERIE IV:

Onkel Toms Hätte
Fräulein Ungestüm
Märchenschatz
Schön Suschen
Majors Einzige
In die weite Welt
Aus Schloss und Hütte
Goldschmieds
Töchterlein
Das Schloß am Meer

in den Verkauf.
Klussiner
Jeder Band
elegant gebunden nur

Wieland . .
Möricke .
Uhland
Kleist . .
Chamisso .
Lenau
Körner .
Hebbel .
Eichendorff
Hauff .
Bürger
Lessing .
Schiller
Göthe . .

1 Band
1 Band
1 Band
1 Band
1 Band
1 Band
1 Band
2 Bände
2 Bände
2 Bände
2 Bände
3 Bände
4 Bände
4 Bände

Die angeführten Bücher sind nur ein kleiner Teil unseres gewaltigen Lagers.

[ ][  ][ ]

1912.

Donnerstag, 14. Nobenber.

269.

: Telefon 2519
nächstdemneuen
Hauptbahnhof

(Vollkommen umgebaut)

Neuzeitliche eleganteste Innenausstattung.
Prachtvoller Wirtschaftsgarten mit Terrasse.

Gemütliche Räume.
Offene und géschlossene Veranden.

Reichhaltige Tages- u. Abendkarte. :: Mittagstisch von 122½ Uhr.
Diners in verschiedenen Preislagen von Mk. 1. bis 2., im Abonnement billiger.
Soupers von 7 Uhr ab nach Auswahl.
sämtliche Saisonspeisen.
Rummelbräu nach Pilsner Art
Im Ausschank: Rummelbräu nach Münchner Art
Weine renommierter Firmen.
(18251a

Um geneigten Zuspruch bittet der neue Pächter

Zur Abhaltung von Festlichkeiten, sowie als
Treffpunkt der die Ausstellungen besuchen-
den
Vereine bringe den grossen Festsaal
in empfehlende Erinnerung.

Gemeinnützige Gartenſtadt=Genoſſenſchaft.
Einladung
zur außerordentlichen Generalverſammlung auf
Freitag, den 22. November d. J., abends 8½ Uhr,
im Lokale des Herrn Chriſt, Grafenſtraße (Saal des
Kaufmänniſchen Vereins).


Tagesordnung:
1. Berichterſtattung über den Stand der Genoſſenſchafts=
Angelegenheiten.
2. Beſchlußfaſſung gemäß § 25 Ziffer 8 des Statuts, betreffend
(23447md
Bewilligung eines Kredits.

3. Verſchiedenes.

Darmſtadt, den 11. November 1912.

Der Vorſitzende des Aufſichtsrats:

Gretzſchel.
Darmſtädter Konſums, Spars und
Produktions=Genoſſenſchaft e. G. m. b. H.
Einladung zur ordentl. Generalverſammlung
am Sonntag, den 17. November 1912, nachm. 3½ Uhr,
im großen Saale des Städtiſchen Saalbaues, Riedeſelſtraße.
Tagesordnung:
1. Bericht des Aufſichtsrats und Vorſtandes über das abgelaufene
9 Monate betragende Geſchäftsjahr.
2. Genehmigung der Bilanz und Beſchlußfaſſung über die Ver=
wendung
der Erübrigung.
3. Erſatzwahl eines Mitgliedes zum Aufſichtsrat.
4. Bericht über den Genoſſenſchaftstag in Berlin und über das
neue genoſſenſchaftliche Verſicherungsweſen.
5. Anträge.
Anträge von Genoſſe Gg. Vollrath:
1. In Zukunft nur noch verheiratete Lagerhalter anzuſteklen und
deren Frauen zur Aushilfe zu benutzen.
2. Die Kaution von Mk. 500. auf Mk. 800. zu erhöhen.
3. Alle Preisveränderungen im Original vom Vorſtand unter=
ſchrieben
im Laden aufzuhängen, ohne an der ſchwarzen Tafel
(23287sd
vom Perſonal anſchreiben zu laſſen.
Der Aufſichtsrat:
J. Jung.
(Kein Trinkzwang.)
Wetterauer Gänse
urſte Sendung trifft Donnerstag, den 21. November, nachmittags
44 Uhr, im Gaſthaus zur goldnen Roſe, Schloßgaſſe 2, ein.
*11700do) Carl Bingel, Oberhörgern.
Meſing, zu verk. geroße, gut erhallene Stinder=
(B23542
fErkergeſtell,
(*117261 0 lampe zu verk.
Karlſtraße 56, Lorey.
Grafenſtraße 19, Schuhladen.

olbe

Achtung!

Achtung!

Empfehle

Repetier-Uhr, 3 gold. Deckel 150
Kavalier-Vhr. 3 gold. Deckel 75
Gold, Herrn-Uhr, Union Glashütte 55
Gold. Damen-Uhr mit Diamanten 30
Gold. Damen-Uhr, Sprungdeckel 30
Gold. Armband, Smaragd u. Brill. 75
Gold, Halskette mit Anhäuger 20%
Gold. Halskette m. 12 echt. Terl. 120
Brillant-Ringe 15, 20, 40200
Gold. Mansch.-Knöpfe m. Diam. 20
Vorsteck-Madel mit echter Perle 10
Silb. Damen-Uhr (10 Steine) 10
Silb. Hatskette . . . . . 5
und vieles andere
(23434a
Viktoriastr. 50, III.

Waſchen u. Reparteren
von Rorſetts
bei billiger Berechnung und
ſchnellſter Lieferung.
Auf Wunſch werden dieſelben
abgeholt. (*11728
Geschw. Sauerborn
Ludwigſtraße 10, 1. St.

prima Hammelfleiſch
zum Kochen und Braten
n Spezialität: Gerollter Hammelsnierenbraten
zu den allerbilligſten Preiſen. (23577ds
Ochſen=, Kalbs= u.
Julius Strauss, Hammelsmetzger
Holzſtraße 10, Telefon 1230.

1 bis 2=
Seabtian
Pfünder
Schellfiſche24
Fiſchgewürz Paket 10 Pfg.

Margarine
voller Erſatz für

Beckenhaub’s
Katarrh-Bonons
bestes Linderungsmittel
gegen Husten, Heiser-
keit
u. Verschleimung
in Beuteln à 30 Pfg.
Nur echt bei:
Fr. Beckenhaub
Medizinal-Drogerie
EEcke Schul- u. Kirchstraße
sowie im (21102a
Zweiggeschäft
Wilhelminenstr. II.

Pfund 80 Pfg.
Pfund 88 Pfg.
pfund 100 Pfg.

Telephon
V. Hebermehl,
547.
Eliſabethenſtraße 53, Ecke Hoch= u. Kiesſtr.,
Beſſungerſtraße 86, Mollerſtraße 17,
Lauteſchlägerſtraße 4. (23581
Mitglied des. Rabatt-Sparvereins Darmstadt.

[ ][  ][ ]

Die Eröffnung meiner Ausstellund
in
durchlochten leichten Kinderarbeiten
sowie
Kreuz- und Spannstich-Läufer, Decken und Kissen
zeigt ergebenst an.
Rud. Nick Nachf. W. Nagel
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Ernst-Ludwigstrasse 16.
Kelimarbeiten aller Art.
Schlafdecken, Fenstermäntel angefangen und gezeichnet, in Filz, Woll- und Haarfries.
Zeichnungen werden in jeder Art sauber und billigst ausgefühn
Prima Tuch, Fllz, Woll- und Haarfries am Meter.


Sonntag, den 17. November 1912, abends 8 Uhr
Saal Zur Traube‟
Einmaliger Liederabend zur Laute
Dr. Heinz Caspar
Minnelieder aus alter und neuer Zeit.
Neu-Folge: Lieder aus alter Zeit. Lieder aus dem
17. und 18. Jahrhundert. Aus der Biedermeierzeit.
Soldatenlieder. Chansons francaises. Moderne Lieder.
Karten im Vorverkauf Mark 2.50, 1.50 und 75 Pfg.
in der Hofmusikalien- und Pianohandlung Gg. Thies
Nachf., L. Schutter, Elisabethenstr. 12, und an der
Abendkasse Mark 3.-, 2., 1.. (23436ids

Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft
Mathildenhöhſaal (Dieburgerſtraße 26)
Mittwoch, 20. November, pünktlich 8 Uhr abends
Gastspiel des Neuen Theaters-Frankfurt u. M.
räulein Juliec
Naturaliſtiſches Trauerſpiel von Strindberg.
Karten für Nichtmitglieder im Vorverkauf zu Mk. 2.50,
1.50, 0.75, bei A. Bergstraesser.
(23523do
Abendkaſſe: Mk. 3., 2., 1..
Mitgliederbeitrag jährlich 6 Mark.

Deutieher u Gbestereichscher Apenterein
Sektion Darmstadt. (E. V.) Gegr. 1870.
Freitag, 15. November, abends 8½ Uhr,
Sim Vereinslokale der Reſtauration Sitte, Karlſtr. 15
Monats-Versammlung
Vortrag des Herrn Amtsgerichtsrat Dr. Willo Mahr
In Steiermark und Kärnten auf Fahrten in Fels und Eis.
Die Familienangehörigen der Mitglieder und eingeführte Gäſte
ſind willkommen.
(23524
Sonntag, den 17. November 1912
Ausflug nach Oppenheim Stockſtadt Kühkopf Schweden=
ſäule
Oppenheim.
Abfahrt nach Stockſtadt 7 Uhr 46 Minuten.
Der Vorstand.

Oriseruppe Darmstadt
Odchwalamlab
EE. v.)
Wir machen unſere Mitglieder u. Klub=
freunde
auf das am 17. d. M., nachmittags
4 Uhr, im großen Saale der Turngemeinde
am Woogsplatz, ſtattfindende
Wohltätigkeitsfest
des Heſſiſchen Odenwaldvereins Darmſtadt,
zum Beſten der durch die Nieder=Modauer
Kaſſenaffäre Geſchädigten aufmerkſam.
Allen, die an der am gleichen Tage ſtatt=
findenden
IX. Klubwanderung nicht teilnehmen,
wird der Beſuch der Veranſtaltung, für die ein
hübſches Programm ausgearbeitet iſt,
dringend empfohlen.
23573df)
Der Vorstand.

Stammholz=Verkauf.
2 Eschenstämme und
2 Pappelstämme
hat abzugeben.
(*11615md
Peter Ahl V.
Zeilhard.

Christofle-
Kaffee= u. Tee=Service, 2 Suppen=
Terrinnen, Schüſſel, Leuchter, Fiſch=
beſteck
, Meſſer, Gabeln, Löffel ꝛc.
ſehr preiswert zu verkaufen.
*11585id) Viktoriaſtr. 50, III.

Settſtelle m. Sprungrahmen bill.
z. vk. Näh. in der Exped. (*11771


orpheui 38g
Au mel 2 lare
De Gschamige
Raffayette’s
akrobatische Terriers
Hermann Mestrum
Rheinlands belieb. Humorist.
Vindobona’s
Urkom. musikalischer Akt.
Jahn-Truppe
Leiter-Equilibristen.
Erwent Floretty-Trio
Hochturn- u. Balance-Künstler
Biedermeier-Duette
von Sophie u. Erwin Hemmer
Moterne liehlwhiele.
M Ermässigter Vorverkauf wie be-
kannt
! Num. Parkett ausschliess-
lich
bei Hugo de Waal, Rhein-
strasse
14. (23572
Mur woch 2 Tage,
Großherzogl. Hoftheater
Donnerstag, 14. November 1912.
II. Sonder-Vorstellung.
Iphigenia in Aulis.
Große Oper in 3 Aufzügen
von C. W. v. Gluck.
Muſikal. Leiter: Willem de Haan.
Spielleitung: Emil Valdeck.
Verſonen:
Agamemnon . . . Georg Weber
Klytämneſtra, deſſ.
Gemahlin . . . . Milena v. Sugh
Iphigenia, deſſen
Tochter . . . . . . Gert. Geyersbach
Achilles . . . . . . Georg Becker
Kalchas, Ober=
prieſter
. . . . . . Alfred Stephani
Arkas, Anführ. d.
Leibwache Aga=
memnons
. . . . LeoSchützendorf
Ein Anführer der
Theſſalier . . . . Willi André
Eine Frau a. dem
Gefolge . . . . . . Erika Hartmut
Artemis . . . . . . Olga Kallenſee
Die vorkomm. Tänze werden aus=
geführt
von Sybilla Huber, Adelh.
Croneberg und den Damen des
Corps de Ballet.
Geſtaltung d. Bühnenbildes: Hof=
theatermaler
Kurt Kempin und
Oberinſpektor Ernſt Schwerdtfeger.
Nach dem 1. Akte längere Pauſe.
Krank: Hede Schaub.
Zu dieſer Vorſtellung findet ein
Kartenverkauf nicht ſtatt.
Anf. 8 Uhr. Ende gegen 10½ Uhr.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Freitag, 15. Nov. 57. Ab.=Vſt.
D 15. SCavalleria rusticanac.
Santuzza . . Eugenie Stahl, vom
Stadttheater in Danzig, als Gaſt.
Hierauf: Der Bajazzo. Ge=
wöhnl
. Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Samstag, 16. Nov. 58. Ab.=Vſt.
A 15. Zu Gerhart Hauptmann’s
50. Geburtstag. Zum erſten Male:
Gabriel Schillings Flucht.
Drama in 5 Akten von Gerhart
Hauptmann. Gewöhnliche Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Sonntag, 17. Nov. Nachmittags
2½ Uhr: Alt=Heidelberg.
Siebente Volks=Vorſtellung bei er=
mäßigten
Preiſen. Abends 6½
Uhr: 59. Ab.=Vſt. C. 15. Die
Walküre. Brünnhilde . Eug.
Stahl, v. Stadttheater in Danzig,
als Gaſt. Gewöhnliche Preiſe.

Britannia-Hotel.
von Sonntag, den 10. November ab (23558ds
jeden Sonntag Künstler-Konzertes
Bezirks-Sparkasse Gross-Gerau.
Wir laden die Mitglieder der Bezirks=Sparkaſſe Groß=Gerant
bezw. deren Vertreter zu der
Montag, den 25. Nov. 1912, vormittags 11 Uhr
in dem Sitzungsſaale unſeres Dienſtgebäudes ſtattfindenden dies
jährigen
ordentlichen Mitglieder= Verſammlung=
der
Bezirks=Sparkaſſe Groß=Gerau ergebenſt ein.
Tagesordnung:
1. Erſtattung des Rechenſchaftsberichts und Genehmigung der
Jahresbilanz für das Geſchäftsjahr 1911.
2. Verteilung des Reingewinns aus 1911.
3. Entlaſtung des Vorſtandes.
4. Entlaſtung des Aufſichtsrates.
5. Bewilligung von Beträgen zu wohltätigen gemeinnützigen
Zwecken.
6. Neuwahl des Vorſtandes (§ 17 der Satzungen).
7. Neuwahl von Aufſichtsratsmitgliedern (§ 21 der Satzungen).
8. Anſtellungs= und Penſionsverhältniſſe des Rechners und
Kontrolleurs (§§ 26 und 29 der Satzungen).
9. Satzungsänderungen (§§ 33, 34, 35 und 42).
Groß=Gerau, den 11. November 1912.
Der Aufſichtsrat der Bezirks=Sparkaſſe Groß=Gerau
Senßfelder, Vorſitzender.
Bezirks-Sparkasse Gross-Gerau.
Vermögens=Bilanz am 31. Dezember 1911.
Geſchäftsjahr 1911.


Aktiva
Paſſiva
.(21 047 906172
744 61139) 1. Einlagen .
1. Kaſſenvorrat
2. Rücklagen:
2. Ausgeliehene
20 925 307/10) a) Geſetzliche Rück=
Kapitalien .
1070 35314
89 097135
lagen
3. Ausſtände
14 100)) Betriebsrück=
4. Mobilien
89 155198
434 300-
5. Immobilien
lage . . .
22 207 415/8t
22 207 41584
Groß=Gerau, den 11. November 1912.
Der Vorſtand der Bezirks=Sparkaſſe:
Arnold, Direktor.
Die Reviſionskommiſſion des Aufſichtsrats hat die einzelnen
Poſten der Vermögensbilanz für 1911 eingehend geprüft und mit
den Büchern in vollſtändiger Uebereinſtimmung gefunden.
Groß=Gerau, den 11. November 1912.
Der Aufſichtsrat der Bezirks=Sparkaſſe Groß=Gerau
Senßfelder, Vorſitzender.
(23562

MESSMER
BERUHNTE
THEE-MISCHUNGEN
PROBEPAKETE
5 100g 055 Mk-1,40 Mk

Wachholderbeersaft!
Empfehle prima echten, reinen
Wachholderbeerſaft
das beſte Mittel gegen Huſten,
Heiſerkeit, Verſchleimung, Magen=
beſchwerden
aller Art uſw. Bitte,
Gläſer mit weiter Oeffnung mit=
zubringen
; am Donnerstag mor=
gen
auf dem Buttermarkt. (23527
aus Mainz,
Wilh. Gräter, Jakobsbergerstr. 6.

Puffe u. Toques v. Pelz u. Samt,
185
Aſow. Hüte w. hübſch gearb. (*
Dery Leißler, Große Ochſengaſſe 18.

Achrung:
Gegen ſehr günſtige Zahlungs=
bedingungen
und mäßige Preiſe
liefert Frankfurter Fabrik Herren=
und Damenwäſche, Strumpf=
waren
, Schlafdecken ꝛe. Ange=
ſtellter
mit Muſtern beſucht Sie
überall. Diskretion zugeſichert.
Bitte angeben, wann zu treffen.
Off. u. H 36 a. d. Exp. (*11782

Schuhmacher=Werkzeug wegen
Todesfall billig zu verkaufen
(*11774
Geiſtberg 5.

[ ][  ][ ]

asseler
DendterKakag
vird der
Blutarmutund Bleichsucht
eis Kräftigungsmittel tausendfoch ärztlich empfohlen,
Aur echt in bleuen Kartonsfür-l M., niemalstlosg.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 12. Nov. (Fruchtmarktbericht.)
Am Wochenmarkt waren die Veränderungen gegen
die Vorwoche nicht nennenswert; doch fand die offerierte
Ware zu dieſen Preiſen ſtarke Abnahme; das Geſchäft
geſtaltete ſich zeitweiſe recht lebhaft. Die Forderungen
für Mehl waren gleichfalls zu den vorwöchigen Sätzen
erhältlich. Futtermehl ſtetig. Der Mannheimer Ge=
treidemarkt
iſt feſter. An der Berliner Pro=
duktenbörſe
war Getreide zwar feſt auf die Stei=
gerung
in Peſt und auf die politiſchen Bedenken, welche
die Fondsbörſe beſtimmten, doch beſchränkten ſich die Um=
ſätze
auf einige Deckungen. Später erfolgte kleine Ab=
ſchwächung
auf das wider Erwarten mattere Liverpool.
Die amerikaniſchen Offerten ſind 1 Mark teurer, während
ruſſiſche Angebote nicht erhöht waren. Hafer war beſſer
auf Deckungen und auf die anziehenden Preiſe für Loko=
ware
Nach den letzten Kabelnachrichten von den ameri=
kaniſchen
Getreidemärkten (Chicago und New=
York) war Weizen nach mattem Beginn ſchließlich ſchwach
behauptet, da in Minneapolis ſtärkere Nachfrage beſtand
und die Verſchiffungen auf den Seeplätzen einen größeren
Umfang angenommen haben. Dabei wird der Exporthan=
del
für wenig günſtig angeſehen. Schließlich drückten die
Abgaben der Firma Armour. Mais ebenfalls bei Schluß
behauptet auf Deckungen der Baiſſiers. Die ſichtbaren
Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von 43,99 Mill.
Buſh. auf 47,96 Mill. Buſh. geſtiegen, während die Mais=
vorräte
von 2,69 Mill. Buſh. auf 2,22 Mill. Buſh. zurück=
gingen
. In Kanada reduzierten ſich die Weizenvorräte
in dieſer Woche von 16,09 Mill. Buſh. auf 15,55 Mill.
Buſh.
Hier ſtellten ſich die Preiſe bei 100 Kilo wie folgt:
Weizen hieſiger und Wetterauer, 21,1021,25, Nordd.
21,1021,25, Kurheſſiſcher 21,1021,25, Ruſſiſcher 23,25 bis
25,50, Laplata 23,5025, Rumäniſcher 23,2525,50,
Kanſas 24,2525, Manitoba 2222,75, Redwinter
24,2524,75, Walla=Walla 22,5023,; Roggen, hieſ.,
18,4018,60, Bayeriſcher (Pfälzer) 18,5018,60, Ruſſiſcher
1919,25, Rumäniſcher 1919,25; Gerſte Pfälzer, 2,50
2, hieſige und Wetterauer, 20,7521,25, Riedgerſte
21,2521,75, Fränkiſche 21,2521,75; Hafer, hieſiger,
18,7520,75, Bayeriſcher 1921, Amerikaniſcher 19,50
bis 20.; Mais mixed 15,2515,40, Ruſſiſcher 15,30 bis
45,50, Donaumais 15,3015,50, Rumäniſcher 15,3015,40,
Laplata 15,2015,40, Weißer Mais 15,2515,50, Weizen=
ſchalen
10,5010,75, Weizenkleie 10,5010,75, Roggen=
kleie
10,7511, Futtermehl 1416, Biertreber, ge=
ttrocknet
, 13,2514, Futtergerſte 16,7517,50. Weizen=
mehl
, hieſiges, Baſis ab Mannheim: Nr. 0 31,7532,,
feinere Marken 32,2532,50, Nr. 1 30,5030,75, feinere
Marken 3131,25, Nr. 2 28,5028,75, feinere Marken
2929,25, Nr. 3 27,5027,75, feinere Marken 2828,25,
Nr. 4 24,2524,50, feinere Marken 24,7525,. Roggen=
mehl
, hieſiges, Nr. 0 2727,25, Nr. 1 24,7525,. Nr. 2
2222,25.
Literariſches.
Türck Dr. Hermann: Hat Chriſtus ge=
lebt
und lebt er noch heute? Verlag der Stiller=
ſchen
Hofbuchhandlung (Joh. Albrecht Strenge), Schwe=

rin i. M. 71 Seiten; Preis 1.50 Mark. Die Frage Hat
Chriſtus gelebt? iſt in den letzten Jahren viel erörtert
worden, beſonders ſeit dem Auftreten des Prof. Drews,
der einen verneinenden Standpunkt dieſem Problem
gegenüber einnimmt. Türcks Schrift verdient weiteſte
Verbreitung. Es iſt tiefes Quellwaſſer, das hier ſprudelt
und an dem ſich gar mancher erquicken kann, den nach
Jeſum dürſtet, der ihn aber in den hergebrachten dogma=
tiſchen
Formen nicht zu finden vermag. Doch auch Gegner
einer Fortbildung und Vertiefung des Chriſtentums kön=
nen
viel aus der vorliegenden Schrift lernen. Die Bro=
ſchüre
iſt in der klaren und leicht verſtändlichen Form ge=
ſchrieben
, die dem Verfaſſer eigentümlich iſt und die das
Leſen an ſich ſchon zum Genuß macht.
Ein Liebesidyll Ludwigs XIV Louiſe
de La Valliére. Hiſtoriſcher Roman von Dora Duncker.
Mit zeitgenöſſiſchen Illuſtrationen, Auszügen aus Akten=
ſtücken
, Dokumenten, Korreſpondenzen uſw. Berlin, Ver=
lag
von Rich. Bong. Broſch. 4 Mk., elegant geb. 5 Mk.,
in echtem Pergamentband 7,50 Mark. Mit dichteriſcher
Krafft und tiefer inniger Verſenkung in die Charaktere der
handelnden Perſonen iſt hier ein Werk geſchaffen worden,
das eine bedeutſame Kulturepoche mit ſeinen Hauptträgern
lebendig vor uns erſtehen läßt, das uns einen tiefen und
nachhaltigen Einblick gewährt in die erſte wahre Herzens=
neigung
des jungen Sonnenkönigs zu Louiſe von La
Valliére, dieſem zarten, keuſchen Geſchöpf, das, ein halbes
Kind noch, an den Hof von Verſailles, Fontainebleau und
Saint=Germain kam. Auf eine große Anzahl von Doku=
menten
, Tagebüchern und hiſtoriſchen Werken geſtützt, brei=
ten
ſich in immer wechſelnden Farben faſzinierende Bil=
der
vor uns aus, vom Goldglanz der höfiſchen Feſte bis
zum düſteren Schwarz hölliſcher Giftmordprozeſſe und
dem ſchweren Grau des Karmeliterinnenkloſters, in dem
Louiſe von La Valliére, durch die Intrigen einer Neben=
buhlerin
verdrängt, ihre Jugend und Schönheit einſargt,
um den Frieden ihres Herzens wiederzufinden.
Oeuvres complêtes de Victor Hugo
(Collection Nelſon). Gebunden in heller Leinwand
à Band 1 Mk. Thomas Nelſon u. Sons, Leipzig, König=
ſtraße
35/37. Victor Hugo, France und Bel=
gique
in einem Bande. In dieſer Zeit der Reiſen und
Ferien iſt dieſer Band recht zeitgemäß. Es iſt kein inter=
eſſanter
oder auch nur maleriſcher Ort, der nicht beſchrie=
ben
und charakteriſiert wäre von der Feder des großen
Dichters. Victor Hugo war für ſeine Zeit ein großer Rei=
ſender
. Er reiſte noch, wie unſere Urgroßväter, in oder
oben auf der Poſtkutſche, trotz Regen und Sonnenſchein
und konnte ſo die Schönheiten der Landſchaft und die
Eigenheiten der Städtchen und Dörfer nach Gebühr
würdigen. Victor Hugo, L’Homme qui rit.
Zwei Bände. Nichts iſt außerordentlicher, nichts iſt er=
greifender
als das Abenteuer dieſes Kindes, welches ſei=
nen
Eltern geſtohlen, dann verkauft und entſtellt und
ſchließlich verlaſſen wurde. Gezwungen, mit einem ge=
zähmten
Wolfe die Jahrmärkte zu beſuchen, wird dieſes
Kind als ein wirklicher Lord, der Sohn eines Grafen des
engliſchen Königshofes, erkannt. Die Spannung ver=
läßt
den Leſer keinen Augenblick in dieſer merkwürdigen
und abwechſelungsreichen Erzählung, welche auch in das
engliſche Leben im Mittelalter einen intereſſanten Ein=
blick
gewährt.
Die Vielſeitigkeit der Velhagen und Kla=
ſingſchen
Volksbücher bezeugen wiederum die
neuen Bände, die ſich diesmal zu fünft eingeſtellt haben.
Dichtung und Kunſt, Geographie und praktiſches Leben
ſind hier vertreten. Das Gedächtnis Ernſt Moritz
Arndts, des Dichters und Vaterlandfreundes, er=
neuert
Dr Robert Geerds. Ein klares Bild von der Ent=
wicklung
Michelangelos entwirft Dr. Hans Jantzen.
Beide Bände ſind wie alle in der Sammlung ſehr reich
illuſtriert. Durch die Inſel Rügen und durch Süd=
tirol
nehmen uns ſo kundige Wandersleute wie Alfred
Wien und Albert von Trentini mit. Dieſe Bändchen eig=
nen
ſich vortrefflich als Erinnerungsgaben für Ferien=
reiſende
. Wer an den langen Herbſt= und Winterabenden
Pläne für ein Eigenheim macht, das er ſich im Frühjahr
bauen will, ziehe das praktiſche und gediegene Buch von
A. Wentſcher über das Landhaus zu Rate. Er wird
dort ſehr viele nützliche Winke und Anregungen finden.
Jedes Buch koſtet 60 Pfg. (Verlag von Velhagen und
Klaſing in Leipzig).

Geminnauszug
der
1. Preußiſch=Füddeutſchen
(227. Königlich Prenßiſchen) Klaſſenlotterts

5. Klaſſe 4. Ziehungstag 12 November 1912
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und H.
(Nachdruck verboten)
(Ohne Gewähr A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 100000 Mk. 142423
2 Gewinne zu 15000 Mk. 174903
2 Gewinne zu 10000 Mk. 6849
6 Gewinne zu 5000 Mk. 127836 145435 184902
94 Gewinne zu 3000 Mk. 5170 5694 14548 14974
19147 26868 29245 39769 60426 63649 66094 69574
70932 71068 73627 77121 78926 81550 83548 85496
100466 104006 104742 112529 112760 116915 119056
119677 127657 1323486 134872 137945 141744 143526
144190 149376 165167 158547 164496 176699 177050
177967 179760 179851 185134 189725 205237
164 Gewinne zu 1000 Mk. 809 3717 7152 8969
9049 9812 13671 16602 16897 21731 22690 24774
25163 27802 29080 31222 33963 36376 39574 41116
46360 49639 52344 58954 62195 64861 68359 69132
71049 71762 60657 85222 87463 94062 97030 97963
98527 101535 101587 103290 104476 105465 105861
106236 109686 110149 111360 114103 120667 121698
122839 123912 123948 125674 134029 137159 139497
145413 147068 147177 148599 148622 149503 150942
155699 156838 163208 163405 167863 170371 170595
175749 177831 183023 184832 188056 194881 196415
198056 201540 202412 206414
200 Gewinne zu 500 Mark 5258 6743 7536 9266
11797 12042 16046 19166 19180 24575 29414 32302
34550 36040 36597 44759 45953 46856 47802 50671
58688 63429 64224 64715 66224 68224 68704 70801
72808 82913 88132 88812 89422 91109 94366 95005
95319 98373 103080 103571. 108300 109297 10969a
109791 110600 111254 116606 120594 120711. 121679
122123 124968 125872 128202 131704 131785 183424
133748 134516 135169 *188468 189563 140143 14158a
142771 144768 145116 147007 147614 149865 163019
154837 155149 156100 157612 162053 164113 16979a
170187 171824 172367 177853 178516 181068 168384
184457 186359 187472 188126 189697 191830 19251a
194111 195456 197883 200230 201656 205832 206678
207084
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne üben
240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 30000 Mk. 38444
2 Gewinne zu 15000 Mk. 181079
8 Gewinne zu 5000 Mk. 31692 42507 88861 11028a
76 Gewinne zu 3000 Mk. 216 1663 16435 18391
27958 49428 49542 56909 61395 62269 72370 83831
87520 194782) 97022 101562 § 106834 110982 116369
127663 130606 135917 139830 152655 153162 16322d
159027 171202 172678 173034 174881 180319 19149s
182210 189306 196894 203348 207870
136 Gewinne zu 1000 Mk. 2992 3046 8518 6688
13091 14660 18916 20114 22093 1 22165 22328 3276g
33084 38145 34468 37406 36204 38261 51547 5211)
60567 62750 63358 67216 71648 177588 79863 8476a
92535 92938 99533 106699 109822 112669 113300
119758 123088 124941 129777 134269 140099 14022a
141091 141841 142192 145677 146814 147477 148428
156471. 157312 157861 160306 166742 170271 (17923g
179435 179562 181141 182930 165602 190957 193008
195925 200894 202854 203545 205244
200 Gewinne zu 500 Mk. 384 4267 6199 7187
8779 10259 12056 12948 18846 18434 20081 21209
21788 27781 30157 30519 32956 36991 41933 43231
49087 49157 49566 53475 57892 60557 61398 62725
63114 64567 65879 66016 67638 68048 68916 71791
72002 72546 73616 75213 78620 86725 67528 89166
93727 94863 96397 100426 102061. 103194 107572
109569 109763 111927 112000 113000 113554 115563
116860 116695 117603 116557 120291 121207 123134
125986 126584 126034 130200 130321 137130 139278
140067 144346 148206 148443 149977 152787 152795
153671 153823 153984 156704 155827 157744 157871
159259 162747 167270 169854 172333 176938 189678
190704 194930 195789 201234 204445 207601 207861

Einen schnellen Tod
erleiden

durch Fischers
Mäuse- und Rattentod.
Frische Meerzwiebel
billigst in der (22795a
Adler-Drogerie
Frankfurterstr. 12/14.
Warenfene
ſind nicht ſo ſchön zu Teppichen als meine
echten Haidſchnuckenfelle. Ausgeſuchte,
herrlich ſchöne Salonteppiche Marke
Eskimo, blendend weiß oder ſilbergrau,
8 M., ca. U m groß, haarfeſt und geruch=
los
. Vorleger 6 M. Illuſtr. Preisliſte gratis
und poſtfrei, auch über Damen= Pelzkonfek=
tion
, Schlittendecken, Fußſäcke u. viel. and.
Kürſchner=
Fr. Heuer meiſter Rethem a. A. 30
Verſandhaus für Pelzwaren. Gegr. 1880
Spezialität: Echte Haidſchnuckenfelle.
Reparaturen
aller Schuhmacherarbeiten raſch
und gut bei billigſter Berechnung
(*11545ids
Landwehrſtr. 17.
Tebreg
praktiſch ſind die Damen, welche
ihre Kleiderſtoffe, bevor ſie zur
Verarbeitung kommen, Dekatieren
laſſen. Dekatieren ſchützt vorm
Eingehen und Regenflecken. (*11740
Nur in der Spezial-Dekatur-Anstalt
von Ernst Göbel, Schulstr. 11.

Gott ſei Dank!
Nun habe ich Dich
ja wieder! Jetzt be=
komme
ich wenigſtens
wie früher alltäglich
mein Lieblingsgetränk:
Seeligs Kornkaſſee.
Man kann nicht
ohne ihn ſein!
35234M)

Kofa u. Seſſel, f. möbl. Zim.
geeig., mod. Faſſ., doch Bezug
nicht mehr friſch, billig zu verk.
Zu erfr. in der Exp. (*11696
Pferde=Rüben
(23556dsi
empfiehlt billigſt
Gg. Vögler I.
Pfungſtadt. Telephon 47.

Tannenholz
zum Anfeuern, ganz trocken, per
Zentner Mk. 1.60 frei Haus
empfiehlt Rud. Schäfer Nachf.,
Martinſtr. 95, Telephon77. (B23394
Zut erhaltenes eiſernes Kinder=
bett
billigſt zu verk. (*11703
Näh. Eckhardtſtraße 7, 1. St.

Derrenüberzieh. für mittl. Fig.,
Abendeape, Aſtrachanjacke
u. and. zu verk.
(*11708
Landgraf Philipp=Anl. 60½, part.
Ideal und Underwoed
(Schreibmaſchinen)
ſehr billig abzugeben. Schrift=
proben
auf Wunſch.
(23529
Friedr. Rühl. Kranichſteinerſtr. 59½

Braukaushtallung
(noch nicht in Gebrauch geweſen),
als: echt nußb. pol. engl. Schlaf=
zimmer
, beſt. in 2 ſchweren engl.
Betten mit beſt. Inh., groß. 2tür.
Spiegelſchrank, ſchön. Waſchkom.
mit weißem Marmor u. Toilette,
2 Nachtſchr. mit Marmor, Hand=
tuchhalter
; Wohnzimmer, beſteh.
aus fein. Diwan, eleg. Vertiko m.
3 Spieg., groß. Auszugtiſch, 4 beſſ.
Stühlen, ſowie der hochf. Küchen=
einrichtung
, als: Schrank, Anrichte
mit Meſſingverglaſ., Tiſch, 2 Stühle,
Ablaufbrett, alles zuſammen f. nur
650 Mk. abzugeben (*11746
Heidelbergerſtraße 85, 2. St.
inderlaufgestell, wenig
gebraucht, zu verkaufen.
*11712) Heidenreichſtraße 41, pt.
röß. Briefmarkensamm-
C lung zu verkaufen (*11742ds
Noosbergſtraße 67, I.
Mädchen u. Frauen, auch Kindern,
mit dünnem, ſchwachem Haar, zu=
mal
wenn Haarausfall, Juckreiz u.
Ropischappen
ſich einſtellen, ſeifolgendes bewährte
und billige Rezept zur Pflege des
Haares empfohlen: Wöchentlich
1maliges Waſchen des Haares mit
Zueker’s kombiniert. Kräuter-
Shampoon (Pak. 20 Pf.), da=
neben
regelmäßiges kräftiges
Einreiben des Haarbodens mit
Zucker’s Original=Kräuter=
Haarwasser (Flaſche 1.25) und
Zucker’s Spezial=Kräuter=
Haarnährfett (Doſe 60 Pf.).
Großartige Wirkung, von Tau=
ſenden
beſtätigt. Echt bei Chr.
Schwinn, Rheinſtr8 u. A. Logei,
Eliſabethenſtraße 30. (16823B

[ ][  ]

Diiniges Aiigeber

solange Vorrat reicht

Knaben-Anzüge

Burschen-Anzüge

Mädchen-Kleider

Mädchen-Jacken

Herren-Paletots

hochgeschlossene und offene
Blousenfassons, blau und farbig
für das Alter von 713 Jahren
Mk. 8., 12., 16.

hochgeschlossene und offene
Joppen und gute Sacco-Anzüge
mit kurzen Hosen, für das Alter
von 1218 Jahren
Mk. 15., 20., 25.

aus guten Woll- und Alpacca-
stoffen
, für das Alter von
914 Jahren
Mk. 6., 9., 12.

aus guten halbschweren Stoffen,
für das Alter von 814 Jahren
Mk. 5. und 7.

aus guten, dunklen, halb-
schweren
Stoffen, hauptsächlich
für grosse u. korpulente Figuren
passend
Mk. 20., 28., 35.

Spezialhaus vornehmer Herren- und Kinder-Moden.

Ludwigsplatz.

Ecke Schulstrasse.

Im!

Mercedes-
Stieler
mit Doppelsohlen

sind unübertroffen.
Einheits-
f
. Damen
preist Mk. 12.50 u. Heren
Extra-Qualität Mk. 16.50.
Ueber 500 Filialen u. Allein-
Verkaufsstellen.
Kinderstiefel
Marke Wildfang‟
Winter-Schuhe in grösst. Auswahl

J. Sauerwein, Markt 1.
Verlangen Sie Musterbueh. (23583
Inimmmnina

Wohnungs
Einrichtung
neu, erſtklaſſ. Fabrikat, m. Garantie,
weit unter Preis abzugeben
Echt Eichen=Schlafzim. mit beſtem
Inh., kompl. Speiſezim., pitch pine-
Küche, hochf. Diwans, Flurgarde=
robe
, Trumeauxſpiegel, prachtvolle
Bilder, Büfett, Vertiko, Spiegel=
ſchrank
, Kleiderſchr., Waſchkommod.,
Bettſtellen, Matratzen, Büchergeſt.,
Paneelbrett, Blumenkr., Ständer,
Näh=, Servier= und Bauerntiſche,
Stühle, Schreibtiſchſeſſel. (*11759
Eliſabethenſtraße 46.

Für Brautlente 2 Diwans,

billig zu verk.:
Chaiſelongue, 1 vollſtändig. Bett,
Waſch= und Nachttiſch, Teppiche,
Gaslampe, Nähmaſchine, opaler
Tiſch, Kinderbett u. Verſchiedenes.
Einzuſehen jeden Tag (*11725
Schwanenſtr. 12, part.

aſt neu. kl. Schreibt. u. eiſ. weiß.
Kinderbett m. Matr., noch neu,
bill. abzugeben. Näh. Exp. (*11763

Hoeben gelangte zur Ausgabe:
November=Heſt 1912
der
Seſſiſcherehtonik
Monatsſchrift für Familien= und Ortsgeſchichte
in Heſſen und Heſſen=Naſſau
Begründet und herausgegeben von
Dr. Hermann Bräuning=Oktavio u. D. Dr. Wilh. Diehl
Inhalt: Biliothekdirektor Profeſſor Dr. Hugo Brunner; Orangerie=
ſchloß
und Marmorbad in der Karlsaue bei Kaſſel. I. Das Orangerie=
ſchloß
. Profeſſor Dr. Auguſt Roeschen: Der oberheſſiſche Genremaler
C. Engel. Paul Theodor Falck: Der Mainzer Komponiſt und Dichter
Paul Schumacher. Oberlehrer Otto Praetorius: Scriba=Katz’ſche
Ahnentafel. Dr. Albert Mannheimer: Wimpfen; Ein Beitrag zur
Ortsnamenkunde. Dr. Hermann Bräuning=Oktavio: Das Thomaeſche
Familienbuch. Stadtpfarrer D. Dr. Wilhelm Diehl: Lichtenberg und
Lichtenberger. Oberlehrer Dr. Wilhelm Martin Becker: Nochmals:
Schweizer im Odenwald. Bücherſchau. Aus Zeitſchriften. Umfragen.
Preis: Jährlich 12 Hefte: 6 Mark, vierteljährlich 3 Hefte:
1,50 Mark, Einzelhefte gegen Voreinſendung des Betrags
60 Pfge. Probehefte unentgeltlich.

Man abonniert bei dem Verlag der Heſſiſchen Chronik
(L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei, Darmſtadt) und allen
(23082dfs
Buchhandlungen.

Alles funkelt
in Ihrer Küche
wenn Sie Dr. Gentner’s
Hüsziges Metallputzmittel

Gentale
verwenden. Ohne Mühe haltbaren
Hochglanz. Alleiniger Fabrikant auch
der so beliebten Schuhcréme Higrin‟.
Carl Gentner, Göppingen.

Donnerstag frisch eintreffend:

Ia Brat-
Schelrische Pfund

Cabliau mittelgroß, Pfund 22 Pfg.
Ferner empfehlen wir:
Bismarckheringe Stück 7 Pfg.
Doſen von 4 Litern Mk. 2.10, 2 Liter Mk. 1.10,
1 Liter 60 Pfg.

Rollmops ..

. Stück 6 Pfg.
Doſen von 4 Litern Mk. 2., 2 Liter Mk. 1.10,
1 Liter 60 Pfg.
Stück 9 Pfg.
Bratheringe
Doſen von 8 Litern Mk. 2.80, 4 Liter Mk. 1.50.
Neue Sardinen. . Pfund 35 Pfg.
10=Pfund=Fäßchen Mk. 1.75.

Schude 6 Tungraße
Filialen in allen Stadtteilen. (23568

Laſt neue ſe dene Bait- n, die-
& sellschafts-Kleider trauer=
halber
zu verkaufen (*11735ds
Riedeſelſtraße 23, part.

Zäſche zum Waſch., Bügeln u.
Flicken wird angen. (*11754
Magdalenenſtr. 13, Hth. 3. St.