Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Wichtigſte vom Tage.
Der Köln. Ztg. wird berichtet, daß der Widerſtand der
türkiſchen Oſtarmee nach zweitägigem Kampfe
endgültig gebrochen ſei.
Der Tribuna wird aus Belgrad gemeldet, daß ſich
Mo=
naſtir am Mittwoch nachmittag den ſerbiſchen
Trup=
pen ergeben hat. Die Inſel Tenedos iſt durch
ein griechiſches Geſchwader beſetzt worden.
Ein Telegramm aus Quebec meldet, daß der Dampfer
Royal Georges auf den Felſen Point Laurent
aufſtieß. 900 Paſſagiere befinden ſich an Bord. Der
Zuſtand des Schiffes iſt ſehr ernſt.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 8.
Der Sieg der Demokraten in Nordamerika.
*⁎* Das Ergebnis des Wahlkampfes um das höchſte
Staatsamt der nordamerikaniſchen Union konnte im
all=
gemeinen nicht mehr überraſchen, da alle Anzeichen
dar=
auf hindeuteten, daß der Kandidat der
Demo=
kraten, Dr. Woodrow Wilſon, als Sieger aus
dem Kampfe hervorgehen würde: Wie der Ausgang
ge=
weſen wäre, wenn die Republikaner ſich nicht geſpalten,
ſondern ihre ganze Kraft auf die Wahl eines einzigen
Kandidaten konzentriert hätten, wollen wir nicht weiter
erörtern; nach der Stimmung im Lande waren die
Chancen der Demokraten von vornherein gute.
Die diesmalige Präſidentenwahl überragt an
Bedeu=
tung viele ihrer Vorgängerinnen, denn ſie iſt der
Be=
ginn eines politiſchen und
wirtſchaft=
lichen Syſtemwechſels, der für die Vereinigten
Staaten und für deren Beziehungen zum Auslande von
weittragenden Folgen ſein kann. Namentlich in
wirt=
ſchaftlicher Hinſicht. Wenn auch das demokratiſche
Pro=
gramm den Freihandel nicht will, ſo billigt es doch nur
Zölle in mäßiger Höhe als Finanzzölle und wo ſie zum
Schutze der nationalen Arbeit dringend nötig ſind.
Be=
ſonders energiſch bekämpfen die Demokraten das
Truſt=
weſen, und die Geſetzgebung gegen dasſelbe wird
ſicher=
lich bedeutend verſchärft werden, wenn die Demokraten
nicht nur im Repräſentantenhauſe, ſondern auch im Senat
die Mehrheit erhalten. Daß ſie für eine Ausdehnung der
Souveränitätsrechte der Einzelſtaaten eintreten, während
die Republikaner das Hauptgewicht auf eine weitgehende
Stärkung der Zentralgewalt legen, iſt bekannt. Man hat
alſo einſchneidende Veränderungen in der Geſetzgebung
der Vereinigten Staaten zu erwarten.
Seit dem Jahre 1897, wo an Clevelands Stelle der
Republikaner Me Kinley in das Weiße Haus einzog,
waren die Demokraten von der Regierung ausgeſchaltet.
Der erſte demokratiſche Präſident war General Jackſon,
welcher bei den Wahlen im Jahre 1828 mit großer
Mehr=
heit ſiegte und 1832 wiedergewählt wurde. Auch ſein
Nachfolger, van Buren, war ein Demokrat, während
deſſen Präſidentſchaft eine ſchwere Finanznot,
hervor=
gerufen durch übermäßige Baumwollſpekulation, das
An=
ſehen der Partei ſchwächte, ſo daß bei der Wahl 1840 der
Republikaner Henry Harriſon ſiegte. Dann wechſelten
demokratiſche und republikaniſche Präſidenten einander ab.
Der letzte demokratiſche Inhaber der höchſten Würde war,
wie ſchon geſagt, Cleveland, welcher mit Erfolg die unter
Grant und deſſen Nachfolgern eingeriſſene Korruption
ſcharf bekämpfte, aber beim Ablauf ſeiner erſten
Amts=
zeit im Jahre 1887 nicht wiedergewählt wurde, ſondern
dem Republikaner Harriſon Platz machen mußte, unter
welchem die Me Kinleybill und der Hochſchutzzoll
einge=
führt wurden. Nach Hariſon wurde Cleveland noch
ein=
mal gewählt und er zog am 4. März 1893 wieder ins
Weiße Haus ein. Die üble Finanzlage, die ſchwere
Han=
delskriſis, welche zahlreiche Banken und andere
Unter=
nehmungen zu Fall brachte, Arbeitsloſigkeit und Ausſtände
trübten ſeine Regierung, und als im Jahre 1896 die
Re=
publikaner mit einem für die innere und äußere Politik
der Union vielverſprechenden Programm in den
Wahl=
kampf traten, da unterlagen die wegen der
Währungs=
frage geſpaltenen Demokraten, und der Republikaner Me
Kinley trug den Sieg davon; auch ſeine Nachfolger
Rooſe=
welt und Taft gehörten der republikaniſchen Partei an.
Die Demokraten haben lange gebraucht, wieder ans
Ru=
der zu kommen, ihre innere Zerriſſenheit hatte ihre Kraft
gelähmt und erſt in den letzten Jahren begannen ſie ſich
zu erholen und an Boden zu gewinnen mit dem Erfolge,
daß ſie nun wieder die Oberhand erhalten haben.
Woodrow Wilſon iſt in der Weihnachtswoche
1856 geboren, iſt alſo faſt 56 Jahre alt. Seine Wiege ſtand
im Staate Virgina, der in ihm den achten Präſidenten
liefert, darunter Waſhington, Jefferſon, Madiſon und
Monroe. Von großväterlicher Seite her iſt er iriſcher
Ab=
ſtammung; ſeine Mutter, Jeanette Woodrow, war in
Car=
lisle in England geboren. Sein Vater, Joſeph Wilſon,
war zuerſt Profeſſor, ging aber ſpäter ins
Kirchenregi=
ment und wurde einer der bekannteſten presbyterianiſchen
Geiſtlichen des Südens. Woodrow Wilſon bezog mit
17 Jahren das Davidſon College in Columbia, S. C., um
1875 in die Univerſität Princeton im Staate New=Jerſey
einzutreten. Nach Abgang von der Univerſität ging er
noch an die Univerſität von Virgina, um die Rechte
wei=
ter zu ſtudieren, und dann hing er in Atlanta im Staate
Georgia ſein Anwaltsſchild vor die Tür. Aber wenige
Jahre ſpäter immatrikulierte er ſich nochmals als Student
der Geſchichte und der Volkswirtſchaft an der John
Hop=
kins=Univerſität, an der er 1885 promovierte.
Nach=
dem er in demſelben Jahre ſich mit der Pfarrerstochter
Ellen Louiſe Arſon aus Savannah vermählt hatte, trat er
als Profeſſor in das neugegründete Mädchenkollege Bryn
Mawer bei Philadelphia ein, trug drei Jahre lang
Ge=
ſchichte und Volkswirtſchaft vor und erhielt dann 1890
einen Ruf als Profeſſor der Jurisprudenz und Politik
an ſeine alte Univerſität Princeton, die ihn dann 1902
zu ihrem Präſidenten wählte. Das Jahr 1910 ſah ihn
zum Gouverneur des Staates New=Jerſey aufſteigen,
während ihm nun die Wahl den Weg ins Weiße Haus
in Waſhington geöffnet hat.
Baſſermann über die deutſche Luftflotte.
* Auf der ſchon erwähnten außerordentlichen
Mit=
gliederverſammlung des Deutſchen Luftflotten=Vereins in
Kaſſel am 3. November, welche die Umwandlung des
Ver=
eins in einen nationalen Verein beſchloß, äußerte ſich der
Reichstagsabgeordnete Baſſermann in bemerkenswerter
Weiſe über die Notwendigkeit einer ſtarken Rüſtung zur
Luft. Er führte aus:
In ernſter Zeit treten wir zu dieſer
Mitgliederver=
ſammlung zuſammen, hinten weit in der Türkei ſchlagen
die Völker aufeinander, wir wiſſen nicht ob es gelingt,
den Brand zu lokaliſieren, ſchwere Zeiten, die unſerer
Diplomatie neue Rätſel aufgeben, Zeiten, in denen
viel=
leicht die Schickſalsſtunde des Halbmonds in Europa ſich
entſcheidet. Wir leben in einer
waffengewalti=
gen und waffenſtarrenden Zeit, die auch in
unſerem Vaterland ein mächtiges Aufblühen
natio=
nalen Lebens hervorgebracht hat. Unſer
Deutſch=
land iſt mit Recht ſtolz auf ſeine Armee, die ſeit 40 Jahren,
ſeit dem großen Kriege in machtvoller Entwicklung
em=
porgewachſen iſt, ein Friedensinſtrument war dieſe ſtarke
Armee, Für die Erhaltung des Friedens hat ſie gewirkt,
aber ein ſcharfes Kriegsinſtrument ſoll ſie ſein für die
Stunden der Gefahr. Wir ſahen an der Seite der Armee
ſich eine Flotte entwickeln, die dank der Initiative Seiner
Majeſtät des Kaiſers unter dem Großadmiral v. Tirpitz
eine ſtarke Wehr zum Schutze unſerer Küſten geworden
iſt, jedem Feind Deutſchlands ein Merkzeichen der
Ge=
fährlichkeit eines Angriffs. Wir ſehen jetzt als dritte Waffe
die Luftflotte in die Erſcheinung treten. Die Geiſteskraft
und Energie eines alten Reiterführers, des Grafen
Zep=
pelin, hat eine Maſchine geſchaffen, die die Lüfte beherrſcht,
und die die Erfahrung für andere Syſteme geliefert hat.
die ſich auch glänzend entwickelt haben. Eine neue
Kriegs=
waffe iſt uns damit in die Hand gegeben, furchtbar im
An=
griff, furchtbar in der Verteidigung. Ihr zur Seite ſteht
die leichte Kavallerie der Lüfte, die im Aufklärungsdienſt
in allen Stadien eines Feldzuges, bemannt mit kühnen
Führern, die jederzeit bereit ſind, ihr Leben einzuſetzen
für ihr Vaterland, Großes leiſten kann Für dieſe neue
Waffe gilt vor allem das Bismarckſche Wort, das er trotz
Bündnispolitik und Dreibund ſprach: toujours en vedette:
bereit ſein iſt alles. Weite Kreiſe unſerer Nation ſind
von der hohen Bedeutung dieſes Wortes für die
Luftſchiff=
fahrt ſchon erfüllt, alle ſind ſie getragen von mächtigem
nationalen Empfinden. Dieſe wollen wir unter den
Fah=
nen des Deutſchen Luftflotten=Vereins ſammeln, ſie
ſol=
len uns helfen. unſer ganzes Volk zu überzeugen von
der Notwendigkeit einer ſtarken deutſchen Luftflotte,
Flot=
tenverein und Wehrverein ſind uns vorausgegangen. Wir
tragen jetzt den nationalen Gedanken in das dritte Ele=
ment hinein. Ein nationaler Verein wollen wir ſein, in
den Dienſt vaterländiſcher Ziele ſtellen wir unſere
Tätig=
keit, das wird jetzt klar in unſeren Satzungen zum
Aus=
druck gebracht. Wir wollen das Verſtändnis in alle Kreiſe
unſerer Nation tragen, wir wollen alle überzeugen, daß
es nötig iſt, dieſe neue Waffe auszubilden, wir wollen
auch offen unterſuchen, auf welchen Gebieten wir noch
manchen Vorſprung einzuholen haben. Wir wollen
da=
mit die Regierung in ihren Beſtrebungen unterſtützen,
ſo=
daß, wenn ſie mit Forderungen an die Parlamente
heran=
tritt, ſie bei allen Abgeordneten das nötige Verſtändnis
findet.
Darauf wurde die bereits mitgeteilte Reſolution
angenommen.
Deutſches Reich.
— Der Entwurf eines Geſetzes wegen
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe kommt
in der Beſchränkung der Sonntagsarbeit in ganz
außer=
ordentlichem Maße den Wünſchen der Handlungsgehilfen
entgegen, indem er die Sonntagsarbeit der Detailgeſchäfte
im allgemeinen auf drei Stunden feſtſetzt. Jedoch iſt es
der höheren Verwaltungsbehörde vorbehalten, an den
Orten mit ſtarker ländlicher Kundſchaft eine Beſchäftigung
bis zur Dauer von vier Stunden zuzulaſſen. Wie der
„Verband Deutſcher Waren= und Kaufhäuſer, e. V.”
mit=
teilt, wäre es notwendig, wenn die höhere
Verwaltungs=
behörde von dieſer Befugnis auch für größere Gebiete
Ge=
brauch machen, und die Arbeitszeit in den einzelnen
nahe=
gelegenen Städten, für die die gleiche Landkundſchaft in
Frage kommt, gleichmäßig legen würde. Denn es hat
ſich gezeigt, daß die verſchiedenartige Regelung der
Ge=
ſchäftszeit in ſolchen Orten oft zu ſtarker Benachteiligung
der Geſchäfte mit kürzerer Sonntagsarbeit geführt hat,
Eine einheitliche Handhabung für größere Bezirke wird
es den dort anſäſſigen Detailliſten viel leichter machen, ſich
mit den im Entwurfe niedergelegten ſozialpolitiſchen
Ideen zu befreunden.
— Eine Novelle zur Gewerbeordnung.
Dem Bundesrat wird demnächſt eine Novelle zur
Ge=
werbeordnung zugehen, die ſich auf die §§ 32 und 33
be=
zieht. Die Vorlage wird in zwei Teile zerfallen. Erſtens
ſoll ſie die Beſtimmung, nach der
Schauſpielunternehmun=
gen der Erlaubnis bedürfen, auch auf die
kinematographi=
ſchen Vorführungen ausdehnen. Die reichsgeſetzliche
Re=
gelung erſtreckt ſich alſo lediglich auf die Einführung der
Konzeſſionspflicht. Gänzlich unberührt bleibt die Frage
der Zenſur, die weiterhin Sache der Landesregierungen
verbleibt. Der zweite Teil der Novelle wird ſich auf den
Betrieb von Gaſtwirtſchaften mit weiblicher Bedienung
beziehen. Dieſer Gaſtwirtſchaftsbetrieb ſoll jedoch nicht
einer reichsgeſetzlichen Regelung unterſtellt werden,
ſon=
dern es ſollen lediglich die Bundesregierungen ermächtigt
werden, hierfür beſondere Vorſchriften zu erlaſſen. Dieſe
Form der Regelung trägt der Verſchiedenheit Rechnung,
die in bezug auf die weibliche Bedienung in
Schankwirt=
ſchaften zwiſchen Süddeutſchland und den übrigen Teilen
des Reichs beſteht.
— Förderung des Flugweſens in den
Kolonien. In allen unſeren Kolonien ſind
Beſtrebun=
gen zur Förderung des Flugweſens und zum Ausbau
einer Reichsluftflotte im Gange. Um nun die einzelnen
Gruppen einheitlich zuſammenzuſchließen und das
Inter=
eſſe an dem Flugweſen in allen Kolonien energiſch zu
för=
dern, hat der Südweſtafrikaniſche Luftfahrer=Verein einen
beſonderen Aufruf in ſämtlichen deutſchen Kolonien
ver=
breitet. Es iſt zu erwarten, daß in allen Kolonien Luft=.
fahrer=Vereine entſtehen, und daß alle dieſe Vereine ſich
zu einem deutſch=kolonialen Luftfahrer=Verband
zuſam=
menſchließen, deſſen Leitung nach einer Mitteilung der
Lüderitzbuchter Zeitung in Deutſch=Südweſtafrika als
dem von den meiſten deutſchen Koloniſten beſiedelten
Schutzgebiete verbleiben ſolle.
Rückgang des deutſchen
Tabakan=
baues. Während im Vorjahre 17016,9 Hektar (gegen
15 404 Hektar im Jahre 1910) in Deutſchland mit Tabak
bepflanzt waren, iſt die Fläche in dieſem Jahre auf
15776,7 Hektar zurückgegangen. Die Geſamtzahl der mit
Tabak bepflanzten Grundſtücke beträgt 147875. Hiervon
entfallen auf Kleinpflanzungen 41016 Grundſtücke und
auf Pflanzungen von 4 Ar und mehr 106 859. Den
ſtärk=
ſten Anbau weiſen, wie ſtets, Baden und Preußen auf; in
Baden betrug der Anbau 6673 Hektar (7210), in Preußen
2717 Hektar (2886). In Brandenburg allein iſt die
Anbau=
fläche um 98 Hektar zurückgegangen.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Nummer 264.
Ausland.
Italien.
Keine Anleihe. Die Agenzia Stefani
be=
zeichnet die von einem franzöſiſchen Blatt veröffentlichte
Nachricht, daß Italien eine Anleihe von 600 Millionen
mit dem Hauſe Rothſchild abgeſchloſſen habe, als
voll=
kommen falſch.
Niederlande.
Der Bericht der Budgetkommiſſion der
Zweiten Kammer weiſt auf die Anregung eines
franzöſiſchen Admirals hin, den Kanal im Kriegsfalle bei
Dover und Calais zu ſchließen und führte aus, eine ſolche
Schließung füge der holländiſchen Schiffahrt große
Nach=
teile zu. Die Regierung wird gefragt, ob ſie ſich über die
Tragweite ſolcher im Widerſpruch mit dem internationalen
Recht ſtehenden Vorſchläge klar ſei und endlich wird
ge=
fragt, ob der Miniſter bereit ſei, ſeitens Holland die Frage
der allgemeinen Abrüſtung im Intereſſe der kleinen
Staa=
ten auf die Tagesordnung der dritten Friedenskonferenz
zu ſetzen.
Norwegen.
Von den Nachwahlen zum Storthing
ſind bis jetzt 85 Reſultate von 123
Wahlkrei=
ſen bekannt, die fortgeſetzte Niederlagen der
vereinigten Regierungsparteien, der Konſervativen und
Freiſinnigen ergeben. Dieſe verloren 24 Kreiſe. Die
Linke hat jetzt 48, die jetzigen Regierungsparteien haben
20, die Sozialiſten 17 Sitze. Die noch ausſtehenden 37
Nachwahlen finden am 11. November ſtatt.
Afrika.
Unruhen in der Negerrepublik
Li=
beria. Nach den Meldungen aus Grand Baſſa vom
30. Oktober und nach Meldungen, die aus River Zedds
am 3. dieſes Monats eintrafen, iſt die Lage ſehr ernſt.
Die Nebenfaktoreien wurden geplündert. Die ſchwarzen
Angeſtellten wurden gefangen genommen und ermordet
Die Regierungstruppen ſind ungenügend. Es iſt nicht
ausgeſchloſſen, daß Europäer in Gefahr ſich befinden
Ueber die Urſachen dieſer Bewegung iſt in Ergänzung
der alarmierenden Nachrichten folgendes zu ſagen: Die
Lage der liberianiſchen Regierung iſt ſehr kritiſch. Um
aus den finanziellen Nöten herauszukommen, ſuchte ſie
vor zwei Jahren mit amerikaniſchen Finanzleuten eine
Anleihe in Höhe von 1700000 Dollar abzuſchließen. Am
1. Juli ſollte die Anleihe perfekt werden. Aber der
Ter=
min verſtrich, und die Dinge liegen noch, ſo wie am
An=
fange der Verhandlungen. Als Unterpfand ſollten die
Zolleinnahmen dienen, die unter die Aufſicht je eines
deutſchen, engliſchen, franzöſiſchen und amerikaniſchen
Kontrollbeamten geſtellt werden ſollten. Die betreffenden
Beamten befinden ſich auch bereits in Monrovia, warten
aber bis heute vergebens darauf, ihre Tätigkeit beginnen
zu können. Zum Abſchluß der Anleihe kam es bisher
des=
halb nicht, weil die Engländer auf Grund einer früheren
Anleihe die Oberhoheit über die Zolleinnahmen beſitzen,
und kein Modus gefunden wurde, um dieſes Recht
zu=
gunſten der neuen Anleihe und der damit
zuſammenhän=
genden erweiterten Finanzkontrolle abzulöſen. So iſt die
Regierung ohne Geld und damit ihres Anſehens
entklei=
det. In demſelben Maße, in welchem die Autorität der
einheimiſchen Machthaber ſchwindet und die Furcht vor
ihren Machtmitteln, um ſo mehr wagt ſich die
Verbitte=
rung gegen die Fremden hervor, denen man die Schuld
an der in der Tat nicht beneidenswerten Situation des
Landes zuſchreibt. Auch dürften ſich die Deutſchen, die
mit der Regierung in geſchäftlicher Verbindung ſtehen, als
Kaufleute eben zurückhaltender zeigen, da ſie befürchten
müſſen, daß die Republik wegen des Nichtzuſtandekom
mens der Anleihe ihren Verpflichtungen nicht wird
nach=
kommen können.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. November.
* Vom Hofe. Fürſt und Fürſtin zu Erbach=
Schön=
berg nahmen am Mittwoch an der Frühſtückstafel im
Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Samstag, den 9. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen und Vorträge
ent=
gegennehmen.
* Ordensverleihungen. Seine Königl. Hoheit der
Großherzog haben das Ritterkreuz 1. Klaſſe des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen dem
Haupt=
mann v. Henning auf Schönhoff im
General=
ſtabe der Armee, ſeither Batteriechef im 2. Großh. Heſſ.
Feld=Artillerie=Regiment Nr. 61; die Goldene Medaille
des Ludewigs=Ordens dem Garde=Vizefeldwebel a. D.
Dillemuth; ſeither in der Großh. Heſſ. Garde=
Unter=
offizier=Kompagnie; dem Poſtdirektor Emil Henricy
in Offenbach die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaſſe des
Verdtenſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* Vom Verwaltungsgerichtshof. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Kreisrat des
Kreiſes Alzey Hermann Freiherrn Schenck zu
Schweinsberg und den Oberlandesgerichtsrat Max=
Schilling=Trygophorus für die Dauer des
zurzeit von ihnen bekleideten Amtes zu Mitgliedern des
Verwaltungsgerichtshofs ernannt.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Geometer 2. Klaſſe Peter Spang aus
Gau=Bickelheim zum Kreisgeometergehilfen.
* Vom Oberverſicherungsamt. Durch Entſchließung
Großh. Miniſteriums des Innern iſt der Großh.
Kreis=
amtmann Dr. Kintſcher gen. von Köbke in
Darm=
ſtadt zum Mitglied und der Großh. Kreisamtmann
Regierungsrat Dr. Reinhart in Darmſtadt zum
ſtellvertretenden Mitglied des Großh.
Oberverſicherungs=
amts bis auf weiteres ernannt worden.
-g. Strafkammer. In der geſtrigen
Strafkammer=
ſitzung wurde das Urteil in der Verhandlung wegen
Vergehens gegen das Weingeſetz und
Nahrungsmittel=
geſetz gegen den Chemiker Dr. Hofmann, und den
Kaufmann Rößler und Hirſch verkündet. Dr.
Hof=
mann wurde mangels ausreichender Beweiſe
freige=
ſprochen, Rößler wegen Vergehens gegen das
Wein=
geſetz und das Nahrungsmittelgeſetz zu 60 Mark
Geld=
ſtrafe und Hirſch wegen Vergehens gegen das
Nahr=
ungsmittelgeſetz allein zu 30 Mark Geldſtrafe
ver=
urteilt. Es ſei die Behauptung Hofmanns, er hätte ſich
um die Proſpekte und überhaupt um die geſchäftliche
Tätigkeit der Firma nicht gekümmert, nicht zu widerlegen
geweſen, wenn auch ſtacke Zweifel in dieſe Angabe zu
ſetzen ſeien. Bei dem Angeklagten Rößler ſei feſtgeſtellt
worden, daß er das Bacitolin an Konſervenfabriken,
Bäcker uſw. verkauft hibe und auch an Apfelweinfabriken.
Da durch die Verordnung des Bundesrats der Zuſatz
von Benzoeſäure zu Apfelwein ausdrücklich unterſagt iſt,
mußte gegen ihn auch wegen Verſtoßes gegen § 26 des
Weingeſetzes erkannt werden. Als Verfälſchung von
Nahrungsmitteln gilt nach dem Nahrungsmittelgeſetz,
wenn den Waren Zuſätze beigemengt werden, die nicht
er=
forderlich oder nicht üblich ſind und es ſich demgemäß auch
der Kenntnis des Käufers entzieht, daß der Ware irgend
ein Zuſatz beigegeben iſt. Das Geſetz ſchreibt in dieſen
Fällen vor, daß der Zuſatz dem Käufer deklariert wird.
Die Angellagten hatten in ihren Proſpekten angegeben
der Zuſatz von Bacitolin ſei zuläſſig und nicht
deklara=
tionspflichtig. Deshalb ſeien auch nicht die eigentlichen
Täter ſtrafbar, ſondern die mittelbaren Täter, das ſind
die Angeklagten. Wenn auch eine geſundheitliche
Benach=
teiligung irgendwelcher Käufer nicht zur Anzeige gebracht
wurde, ſo ſei doch durch das Gutachten des
Kreisaſſiſtenz=
arztes Dr. Beſt bewieſen, daß die Geſundheit von Kindern
oder ſchwächlichen Perſonen geſchädigt werden könne.
g. Kriegsgericht. Der Schloſſer Heinrich Karp aus
Lampertheim hatte ſich geſtern vor dem Gericht der 25.
Diviſion wegen eines am Tage vor ſeiner
Dienſtent=
laſſung begangenen Vergehens zu verantworten. Am 19
September, nach Beendigung des Manövers ſollte der
beim 24. Dragoner=Regiment dienende Karp entlaſſen
werden. Am 18. September nahm er in angetrunkenem
Zuſtand, lediglich aus Uebermut, ſeinen Platz in der
Schwadron nicht ein, ſondern ſtellte ſich an einen anderen
Platz, wobei er ſich mit ſeiner Lanze Platz ſchaffte
Hier=
bei ſchlug er einem neben ihm marſchierenden
Infante=
riſten den Helm vom Kopf und verletzte einen anderen an
der Naſe. Dieſes Vergehen qualifiziert ſich als
Trunken=
heit im Dienſt, Ungehorſam, Mißbrauch der Dienſtwaffe
und Körperverletzung und wurde vom Gericht mit
22 Tagen Mittelarreſt geahndet.
Zigarettenſteuer. Im Intereſſe unſerer
zahlrei=
chen Leſer, die mit Waren Handel treiben, welche der
Zigarettenſteuer unterliegen, machen wir an
dieſer Stelle auf die einſchneidende Beſtimmung in § 15
des Zigarettenſteuergeſetzes beſonders aufmerkſam,
wo=
nach derjenige, der ſich gewerbsmäßig mit dem Verkauf
von Zigaretten, Zigarettentabal, Zigarettenhülſen und
=Blättchen befaſſen will, dies vorher der
Steuer=
behörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat
bei dem zuſtändigen Steueramt bezw. Hauptſteueramt zu
erfolgen. Die Beachtung dürfte um ſo mehr erforderlich
ſein, als Zuwiderhandlungen gegen die betreffenden
geſetzlichen Vorſchriften mit beſonders hohen Strafen
bis zu 300 Mark — geahndet werden.
Vom Großh. Hoftheater. Die für heute Freitag
angeſetzte erſte Wiederholung der erfolgreichen
Schau=
ſpielnovität „Magdalena” von Ludwig Thoma findet
als 53. Abonnementsvorſtellung, Buchſtabe A 14 ſtatt.
An dieſem Abend gelten die kleinen Preiſe, der Anfang iſt
auf 7½ Uhr angeſetzt. Samstag wird, zum erſtenmal
an einem Wochentag, Leo Falls amüſante Operette „Der
liebe Auguſtin” aufgeführt werden. Für die
Neu=
inſzenierung der Wallenſtein=Trilogie, die
Sonntag nachmittag und abend als Schillerfeier zur
Dar=
ſtellung gelangt, macht ſich ein äußerſt reges Intereſſe
geltend. In dieſer Vorſtellung wird Frl. Charlotte Pilz
vom Hoftheater in Weimar die Thekla als Gaſt ſpielen.
Der Kartenvorverkauf für den Zyklus zu den ermäßigten
Volksvorſtellungspreiſen findet bis Freitag abend im
Verkehrsbureau ſtatt.
Rh. Von der Hochſchule. Am Dienstag, den 12. d. M.,
nachmittags 5 Uhr, wird Herr Privatdozent Dr. F.
Lim=
mer im kleinen Hörſaal für Phyſik ſeine
Antrittsvor=
leſung halten über das Thema: „Farbenphotographie
durch Ausbleichverfahren” wozu die Studierenden
ein=
geladen ſind. — Die Vorleſungen und Uebungen im
„Brückenbau I” und „Brückenbau II‟, die früher von
Herrn Geh. Baurat Profeſſor Dr. Dr.=Ing.
Schmitt=
abgehalten wurden, werden in dieſem Semeſter
ver=
tretungsweiſe von den Herren Geh. Baurat Profeſſor
Wegele und Profeſſor Kayſer übernommen. Die
Vorleſung über „Ausgewählte Kapitel des ſtädtiſchen
Tiefbaus” fällt in dieſem Semeſter aus. — Die
Ein=
ſchreibungen für das Winterſemeſter endigen am
Montag, den 18. November, nach den Beſchlüſſen der
Se=
nate der Hochſchule. Diejenigen Studierenden, Hörer
und Gäſte (auch Damen), die ſich erſt nach dieſem
Ter=
mine einſchreiben laſſen, haben nach der vom Großh.
Mi=
niſterium des Innern genehmigten Gebührenordnung
eine Sondergebühr (außer dem Unterrichtsgelde uſw.) zu
bezahlen; dieſe beträgt für Studierende 10 Mark, für
Hörer 5 Mark und für Gäſte 2 Mark.
— Schluß der Ausſtellung „Der Menſch” Ende
No=
vember. Die Ausſtellung „Der Menſch” in Darmſtadt wird
nicht, wie verſchiedentlich mitgeteilt, am 20. Nov., ſondern
erſt Ende November geſchloſſen. Wie aus
vielen Neuanmeldungen von Vereinen und
Körperſchaf=
ten hervorgeht, wird die Ausſtellung in den letzten Wochen
noch einen beſonders ſtarken Beſuch zu erwarten haben.
Mit Rückſicht darauf, und hauptſächlich, um noch recht
vielen Schulen Gelegenheit zu geben, die Ausſtellung
eingehend zu beſichtigen, ehe ſie vorausſichtlich für immer
ihre Pforten ſchließt, iſt die Ausſtellung noch bis Ende
November geöffnet. Am 20. November wird ein
beſonders ſtarker Beſuch von auswärts erwartet, da auf
dieſen Tag der für Heſſen nicht gültige Buß= und Bettag
fällt, an dem erfahrungsgemäß auf einen großen Zuzug
von Fremden aus der Umgegend zu rechnen iſt. Um den
Beſuch von Schülern noch beſonders zu erleichtern,
hat die Ausſtellungsleitung den Preis der
Schüler=
karte auf 20 Pfennig feſtgeſetzt.
* Rekrutenvereidigung. Geſtern vormittag fand auf
dem Exerzierplatze unter heiterem, ſonnigen Himmel die
Vereidigung der Rekruten ſtatt. Der
Vereidig=
ung gingen Gottesdienſte in der evangeliſchen und
katho=
liſchen Kirche voraus. Mit klingendem Spiel der Kapelle
der 115er wurden die Fahnen und Standarten vom
Neuen Palais abgeholt, wohin ſie nach beendigter
Ver=
eidigung wieder gebracht wurden. Dem feierlichen Akt
der Vereidigung wohnte außer den Regimentschefs der
Diviſionskommandeur Exz. v. Plüskow bei.
* Lutherfeſtſpiel. Die beiden letzten
Vorſtel=
lungen finden am Samstag, 9. November, abends
7 Uhr und am Sonntag, 10 November (Luthers
Geburts=
tag), nachmittags 4 Uhr, ſtatt; die erſtere als
Volks=
vorſtellung zu halben Preiſen. Der Andrang
zu dieſen beiden Vorſtellungen iſt noch einmal ein ganz
außerordentlicher, ſo daß ſich baldigſte Beſchaffung
von Eintrittskarten dringend empfiehlt. Es wird ferner
freundlich gebeten, die in der Hofbuchhandlung von Johs.
Woodrow Wilſon über das Amt
des Präſidenten.
** Dr. Woodrow Wilſon, der demokratiſche
Kundidat, deſſen Wahl zum Präſidenten der
Vereinigten Staaten nach den letzten Nachrichten
ſicher iſt hat unbewußt ſein ganzes Leben damit
ver=
bracht, ſich auf dieſen wichtigen Poſten würdig
vorzube=
reiten. Mit ihm tritt eine ganz neue Erſcheinung in die
amerikaniſche Politik: der Schriftſteller und
Ge=
lehrte, der im Gegenſatz ſteht zu dem, was der
Ameri=
kaner einen „praktiſchen Staatsmann” nennt. Von den
55 Lebensjahren Wilſons ſind 30 im Hörſaal verfloſſen;
er begann ſeine Laufbahn als Rechtsgelehrter und hat
dann als Profeſſor an verſchiedenen Univerſitäten über
politiſche Oekonomie, Geſchichte, Jurisprudenz und Politik
vorgetragen. In ſeinen wiſſenſchaftlichen Arbeiten, die
eine große Anzahl Bände füllen, offenbart ſich ein Geiſt,
der beſonders dazu berufen zu ſein ſcheint, das erſte Amt
eines großen Staates auszufüllen; ſehr häufig kreiſen
ſeine Gedanken um das Amt des Präſidenten, um die
Pflichten und Aufgaben dieſer Stellung, die im
Mittel=
punkt des amerikaniſchen Staatsbegriffes ſteht.
In einem ſeiner bekannteſten Bücher behandelt
Wil=
ſon das Problem der „Kongreßregierung” und verſucht
darin, von den Formen und Theorien der Verfaſſung zu
ihrer tatſächlichen Verwirklichung in der Gegenwart
durchzudringen, ein anderer Band Diviſion and
Reu=
nion” ein Abriß der Geſchichte der Vereinigten Staaten
von 1829 bis 1909, wird an den höheren Schulen Amerikas
ſehr viel geleſen und iſt in zahlreichen Auflagen
erſchie=
nen; „The State” iſt ein höchſt klares und überſichtliches
Handbuch der praktiſchen Politik und Geſchichte; in einer
Reihe von Vorleſungen, die als Buch erſchienen ſind, hat
Wilſon die wichtigſten Züge des Bundesſyſtems der
Ver=
einigten Staaten packend hervorgehoben; ſein Werk über
George Waſhington zeigt dieſes dem Amerikaner ſo teure
Leben in einem ganz neuen Lichte. Das wichtigſte und
bedeutendſte Werk des neuen Präſidenten iſt ſeine
Ge=
ſchichte des amerikaniſchen Volkes in fünf Bänden, eine.
Meiſterleiſtung wiſſenſchaftlicher Unparteilichkeit und
po=
pulärer Darſtellung, die in farbigen Bildern die Geſchicke
der Vereinigten Staaten von Columbus bis zum Anfang
unſeres Jahrhunderts entrollt. All dieſe Arbeiten
ge=
winnen für uns gerade jetzt beſondere Bedeutung,
weil ſie alle geſchrieben wurden, bevor Wilſon den
leiſe=
ſten Gedanken gefaßt hatte, ſich dem öffentlichen Leben zu
widmen, als er noch nicht ahnte, daß er eines Tages das
ſtolze Amt erhalten ſollte, das ihm nun zufällt. Der
Prä=
ſident der Princeton=Univerſitäſt, der eine Zierde der
amerikaniſchen Wiſſenſchaft und einer dir bedeutendſten
Führer der geiſtigen Kultur Amerikas war, iſt ja mit
einzigartiger Schnelle zum „kommenden Mann der
Poli=
tik” geworden; erſt zwei Jahre iſt es her, daß ihn die
Demokraten von New=Yerſey zum Gouverneur wählten.
Die Werke, die der Gelehrte verfaßt hat, ſind daher der
wirkliche Ausdruck ſeiner Meinungen und Ideen,
unbe=
einflußt von iegend welchen politiſchen Hintergedanken.
Wie Theodore Stanton im Mercure de France
hervor=
hebt, ſind manche ſeiner Erklärungen und Eindrücke heute
recht beluſtigend, wenn man bedenkt, was geſchehen iſt,
ſeit ſie geſchrieben wurden. So heißt es z. B. einmal:
„Es gibt keine Vorbereitungsſchule für die Präſidentſchaft;
am wenigſten findet ſie ſich, wie wohl manche Gouverneure
geglaubt haben, in der Verwaltung der einzelnen Staaten
der Union.” Und in einem anderen Werk: „Ohne
Zwei=
fel ſind die Leute, die am ſchlechteſten für die
Präſident=
ſchaft vorbereitet ſind, die Gouverneure.” Nun, gerade
ſeine glänzende Verwaltung des Staates New=Jerſey hat
Wilſon zum ausſichtsreichſten Kandidaten gemacht.
In ſeinen letzten Büchern ſpricht Wilſon auch mit
einiger Herzlichkeit über ſeine beiden Rivallen:
beſonders für Rooſevelt hegt er eine gewiſſe
Bewun=
derung. Sich ſelbſt gibt er nicht immer eine gute
Emp=
fehlung für den Platz im Weißen Hauſe auf den Weg, ſo
wenn er, von Waſhington ſprechend, ſagt: „Niemand in
Virginien glaubte, daß die wiſſenſchaftliche Ausbildung
eine für einen Gentleman wünſchenswerte Erziehung ſein
könne. Er müßte ſich gewöhnen, mehr Menſchen und
Dinge kennen zu lernen, als Bücher. Die Bücher könnten
nur dazu dienen, die Kenntniſſe zu erweitern und zu ver=
tiefen, die der Gentleman durch die Beobachtung alles
deſſen erwerben muß, was ihn umgibt.” Ueber das Ziel
iner guten Regierung ſpricht er ſich in den letzten
Zeilen ſeines Buches „The State” aus: „Der Zweck jeder
Regierung iſt, die Ziele der Geſellſchaft zu erleichtern;
das Geſetz einer Regierungshandlung iſt die notwendige
Zuſammenarbeit und die Methode der politiſchen
Ent=
wickelung iſt eine erhaltende Anpaſſung, die die alten
Ge=
wohnheiten umformt, um neue zu ſchaffen.” Seine
Ge=
ſchichte des amerikaniſchen Volkes klingt in das
Ideal=
bild einer Regierung aus, die „verſteht, daß ihre Pflicht
iſt, die Energien des Landes zu bervielfachen, um Handel
und Induſtrie zu begünſtigen, die das Geſicht der Welt
verändern müſſen; die Arbeit zu erleichtern, das Kapital
im Intereſſe derer zu lenken, die ſeine notwendigen
Die=
ner ſind, und zu bewirken, daß das Geſetz nicht nur ein
Werkzeug der Gerechtigkeit, ſondern auch des:
Fortſchrit=
tes iſt.” Ausführlich ſpricht ſich Wilſon über die
amerika=
niſche Präſidentſchaft und den Präſidenten in ſeiner
Ar=
beit „Conſtitutional Government in the United States”
aus: „Der Poſten des Präſidenten erfordert nicht ſo ſehr
eine große Erfahrung, als vielmehr gewiſſe Eigenſchaften
des Geiſtes und Charakters, die man ebenſo gut
außer=
halb der Politiker wie unter ihnen finden kann.
Manch=
mal glaubt ein Land an eine Partei, aber am häufigſten
glaubt es an einen Mann, der zugleich der Führer ſeiner
Partei und der Nation iſt. Unſer Präſident wird in
Zu=
kunft eine der großen Kräfte der Welt ſein, deren
Be=
deutung wie Pflichten ſtetig wachſen. Menſchen von
ge=
wöhnlicher Geſundheit können nicht Präſident ſein, ohne
daß ihre körperliche und geiſtige Spannung vermindert
wird; wir müßten unſere Präſidenten unter den klugen
und wiſſenden Athleten ſuchen, einer ſehr begrenzten
Klaſſe!‟ Dieſe Worte, die einen leiſen Hinblick auf den
damaligen Präſidenten Rooſevelt enthalten, ſtellen hohe
Anforderungen an den, der ſie geſprochen. Aber Wilſon
hat, wie er ſelbſt ſagte, „ſeinen Studenten lange genug
erzählt, wie man es machen müßte”; nun wird er zeigen,
„wie es gemacht wird”.
Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. Rovember 1912.
Seite 3.
Bait vorasbeſtellen Mäßze bis ſpäteſens Freitag
nach=
mittag abzuholen, da ſonſt anderweit darüber verfügt
werden muß.
* Der Tee=Abend des Frauenvereins der
Johannes=
gemeinde vereinigte am Mittwoch wieder wie alljährlich
eine die Räume des Gemeindehauſes in der Kahlertſtraße
bis zum letzten Platz füllende froh bewegte Schar. Der
große Saal war mit gütigſt zur Verfügung geſtellten
Blu=
men, beſonders Chryſanthemen, prächtig geſchmückt und
bot ſchon in ſeinem freundlichen Bild ein feſtliches
Will=
komm an alle Erſchienenen, dem der Vorſitzende, Herr
Pfarrer Dingeldey, in begrüßenden Worten Ausdruck
gab und das in dem gemeinſam geſungenen Lied „Der
Menſch hat nichts ſo eigen” frohen Widerhall fand. Ein
in unſere Märchenwelt und ihre Entſtehung und Deutung
einführender feinſinniger Vortrag des Herrn Pfarrer
Marx eröffnete das reiche Programm des Abends. Und
nun wechſelten muſikaliſche Darbietungen, die alle auf
künſtleriſcher Höhe ſtanden. Frl. Ilſe Hallwachs
erfreute als Gaſt die Gemeinde durch Violinvorträge von
einer für ihre Jugend auffallenden künſtleriſchen Reife;
Frl. F. Kuhlmann, die geſchätzte Geſangslehrerin,
zeigte, daß ſie auch als Sängerin mit ihrem friſchen
So=
pran eine beachtenswerte Kraft iſt, und was Herr Chriſtian
Moll von hier, ein junger, mit Fleiß an ſeiner
Aus=
bildung als Sänger arbeitender Künſtler, mit ſeiner
weichen, beſonders in den höchſten Lagen herrlichen
Tenor=
ſtimme bot (Lieder von Hugo Wolf und Lohengrins
War=
nungslied aus der Brautgemachßtzene), zeugte von einer
Schulung und einem Wohllaut, bei dem faſt nur zu
be=
dauern war, daß nicht noch ein weiterer Kreis von
Sach=
verſtändigen Gelegenheit hatte, den jungen Mann zu
hören. Einige Trios, vorgetragen von Frl. Ilſe
Hall=
wachs, Juſtizrat Dr. Hallwachs (Klavier) und Herrn
Pfarrer Marx (Cello), ſowie eine Verloſung zum Beſten
der Kinderſchule beſchloſſen den wohlgelungenen Abend,
der wiederum von dem Zuſammenhalt der
Johannesge=
meindeglieder ein ſchönes Zeugnis ablegte.
* Verband Mitteldeutſcher Induſtrieller. Die
Orts=
gruppe Darmſtadt des Verbandes Mitteldeutſcher
In=
duſtrieller hat die Induſtriellen von Darmſtadt und
Um=
gegend zu einer Verſammlung auf heute Freitag, den
8. November, nach Darmſtadt, „Hotel Heß” eingeladen.
In dieſer Verſammlung wird Herr Prokuriſt Karl
Fiſcher in Offenbach einen Vortrag halten über das
Angeſtelltenvierſicherungsgeſetz unter
be=
ſonderer Berückſichtigung der Frage der
Verſicherungs=
pflicht der in der Induſtrie tätigen Angeſtelltengruppen.
Schon bei der Anmeldung zu der am 1. Januar 1913 in
Kraft tretenden Angeſtelltenverſicherung haben ſich über
die Verſicherungspflicht der kaufmänniſchen und techniſchen
Angeſtellten, wie Werkführer, Vorarbeiter, Zuſchneider,
Zeichner ꝛc. Zweifel ergeben, da bei dieſer Kategorie von
Angeſtellten die Grenzen zwiſchen den Begriffen „
Be=
triebsbeamte” und „Gewerbegehilfen” (Vorarbeiter und
Arbeiter) ſehr flüſſig ſind und die Entſcheidung über die
Verſicherungspflicht vielfach erſt unter Berückſichtigung
der beſonderen Verhältniſſe im Einzelfall erfolgen kann.
In der Diskuſſion zu dem Referat des Herrn Fiſcher
ſollen derartige Zweifel beſonders erörtert werden. Als
zweiter Referent wird Herr Aſſeſſor Meiſſinger von
der Geſchäftsführung des Verbandes Mitteldeutſcher
In=
duſtrieller darüber ſprechen, mit welchen Belaſtungen die
Induſtrie beim Inkrafttreten des neuen heſſiſchen
Gemeindeumlagengeſetzes am 1. April 1913 zu
rechnen hat. In dem neuen Gemeindeumlagengeſetz iſt
bekanntlich die Beſteuerung auf Grund fixierter
Steuer=
kapitalien verlaſſen und für die Grundſteuer der gemeine
Wert der ihr unterliegenden Gegenſtände und Rechte, für
die Gewerbeſteuer der Beſtand des in dem Betrieb
inner=
halb der Gemeinde arbeitenden Anlage= und
Betriebs=
kapitals als Beſteuerungsmaßſtab zugrunde gelegt. Für
die Gewerbetreibenden iſt dabei von einſchneidender
Be=
deutung noch die Beſtimmung, daß ein erheblicher
Zu=
ſchlag in Anſatz gebracht wird, wenn der
Ertragsgewerbe=
betrieb ſich auf mehr als 6 Prozent des rauhen Wertes
des dem Gewerbe dienenden geſamten Vermögens
be=
rechnet. In dem Referat ſoll beſonders hervorgehoben
werden, inwieweit das neue Steuergeſetz gegenüber dem
Gemeindeumlagengeſetz von 1901 für die Induſtrie
Mehrbelaſtungen bringt.
— Darmſtädter Hebammenverein. Am Montag fand
die Generalverſammlung des Hebammenvereins
von Darmſtadt und Umgegend ſtatt; dabei wurde Frau
Eliſe Weichſel zur 1. Vorſitzenden gewählt. Frl. K.
Winkler, welche ſeither 1. Vorſitzende war und jetzt 1.
Vor=
ſitzende des Heſſiſchen Hebammenverbandes iſt, wurde in
Anbetracht ihrer großen Verdienſte, welche ſie ſich um den
Verein erworben hat, einſtimmig zur
Ehrenvor=
ſitzenden ernannt.
— Stenographie. Man ſchreibt uns: In Mannheim
fand der mit einem öffentlichen Wettſchreiben
verbun=
dene Bezirkstag des Nordbezirks im Südweſtdeutſchen
Verband für National=Stenographie ſtatt. Die
Beteiligung war recht gut, denn es wurden 71 Arbeiten
abgegeben, von denen 68 preiswert waren. Es wurde
geſchrieben in den Abteilungen von 60 Silben aufwärts
bis zu der Glanzleiſtung von 360 Silben pro Minute. Von
dem hieſigen Nationalſtenographen=
Ver=
ein beteiligten ſich 4 Mitglieder, welche je einen erſten
Preis in den Abteilungen von 120, 140, 180 und 220
Sil=
ben errangen. Der hieſige National=Stenographen=
Ver=
ein, von Kunowski, eröffnet am nächſten Dienstag, den
12. ds. Mts., einen neuen Anfängerkurſus in ſeinem
Ver=
einslokal „Zur Krone”. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Der Elferfeier der Karnevalgeſellſchaft „Narrhalla”,
welche am nächſten Sonntag, den 10. November, abends
8,11 Uhr, in ſämtlichen Räumen des „Kaiſerſaales”
„Fürſtenſaales” anläßlich der Eröffnung der
Karneval=
ſaiſon 1913 abgehalten wird, wird in den weiteſten
Krei=
ſen lebhaſtes Intereſſe entgegengebracht. Die „
Narr=
halla” wird jedenfalls deshalb mit zahlreichem Beſuch
ihrer populären Feier, bei der, wie bereits gemeldet, ein
karnevaliſtiſches Konzert der Kapelle Weber und Tanz
den Grundſtock für das Amüſement des fröhlichen,
humor=
vollen Feſtes bilden, rechnen können. Von beſonderer
Be=
deutung wird aber diesmal die 12,11 Uhr erfolgende
Be=
grüßung des neuen Karnevals 1913 ſein. Gilt es doch
nicht allein, die nahende, diesmal leider nur allzu kurze
Karnevalſaiſon jubelnd zu bewillkommnen, ſondern auch
die weitere Oeffentlichkeit mit einem bedeutſamen
Vor=
gang in der Geſchichte der „Narrhalla” und des
Darm=
ſtädter karnevaliſtiſchen Lebens bekannt zu machen. In
feierlichem Pomp wird 12,11 Uhr das Komitee, die
kappengeſchmückten Elfer, einziehen, unter ihnen der
Ehren= und Alterspräſident der „Narrhalla” Herr Max
Anſpach, der ihre Geſchicke über 25 Jahre zum Beſten des
Darmſtädter Karnevals lenkte, und neben ihm der
neu=
gewählte Präſident, Herr Rechtsanwalt Kern, hier, der
hinfort berufen iſt, an der Spitze des Komitees über das
Wachſen und Blühen des Darmſtädter Karnevals zu
wachen. Und wenn Fanfarenſtöße das bedeutſame
Er=
eignis ſchmetternd verkünden und die feierliche
Ueberreich=
ung der Amtsinſignien durch den Ehrenpräſidenten an
das neue Haupt der „Narrhalla” erfolgt, dann wird der
Jubel groß unter den Getreuen des Karnevals ſein. Man
wird aber auch überzeugt ſein können, daß unter einem
guten Stern die neue Saiſon ihren Anfang nahm, und
daß ein Mann die Leitung übernommen hat, bei dem
rheinheſſiſcher Humor und Sinn für Darmſtädter
karne=
valiſtiſches Leben ſich paaren und alle ſonſtigen
erforder=
lichen Eigenſchaften ſich vereinen, um den Karneval, wie
die „Narrhalla” ihn ſtets pflegte, in Darmſtadt hoch zu
halten.
* Vortrag des Grafen von Hoensbroech. Man ſchreibt
uns: Der Akademiſche Bismarck=Bund
ver=
anſtaltet am 13. November einen Vortrag im
Kaiſer=
ſaal über das zeitgemäße Thema: „Jeſuitismus —
Jeſuitenorden — Jeſuitengeſetz” Als Redner wurde der
im Kampf gegen den Ultramontanismus ſchon viel
her=
vorgetretene einſtige Jeſuit Graf von Hoensbroech
ge=
wonnen. Das Darmſtädter Publikum hatte zum letzten
Male im Januar 1910 Gelegenheit, den Grafen als
be=
währten Vortragsredner kennen zu lernen. Wegen des
zu erwartenden großen Andranges werden Karten im
Vorverkauf ausgegeben. (Näheres ſ. Anz.)
* Pfarrer Jatho über den Fall Traub. Man ſchreibt
uns: Wohl ſelten hat eine Angelegenheit die
Oeffentlich=
keit ſo ſtark beſchäftigt, als die Entſcheidung des
Oberkir=
chenrats gegen Pfarrer Traub. Es wird deshalb in
weiten Kreiſen dankbar begrüßt werden, daß der
Goethe=
bund die Gelegenheit ergriffen hat, Herrn Pfr. Jatho
zu einem Vortrag über dieſe Frage zu gewinnen. Der
Vortrag findet am Dienstag, den 19. November, in dem
großen Saale der Turngemeinde ſtatt. Numerierte
Kar=
ken zum Saal und zu der Galerie ſind bei Buchhändler
Saeng, Kirchſtraße, einfache Saal= oder Galeriekarten im
Verkehrsbureau zu haben. Näheres iſt aus der Anzeige
erſichtlich.
* Jungliberaler Verein. Man ſchreibt uns: Der
hieſige Jungliberale Verein wird in dieſem Winter eine
Anzahl Diskuſſionsabende abhalten. Dieſe ſollen einmal
der Verbreitung und Vertiefung nationaler und liberaler
Ideen dienen; zum anderen werden ſie aber auch allen
Teilnehmern Gelegenheit bieten, ſich in längerer
zuſam=
menhängender Rede über politiſche Angelegenheiten
aus=
ſprechen zu können. Die überaus zahlreiche Beteiligung,
die die von anderen Jungliberalen Vereinen
eingerichte=
ten Diskuſſionsabende aufzuweiſen hatten, beſtärkten den
hieſigen Verein in der Annahme, daß er mit der
Einricht=
ung derſelben ebenſolche Erfahrungen machen wird wie
ſeine Brudervereine. Ganz beſonders aber erhofft er die
da es ihm gelungen iſt, eine Reihe namhafter Perſönlie
keiten zu gewinnen, die an den Diskuſſionsabenden de
einleitende Referat erſtatten werden. Es ſeien unter
a=
derem folgende Herren genannt: Max Fleiſcher, Redakter
der Köln. Zeitung und Stadtverordneter v. Laſaul=
Kaufmann, beide aus Frankfurt, Finanzrat Bangel un
Stadtverordneter Gretzſchel, Landeswohnungsinſpekte
beide aus Darmſtadt, ſowie Landtagsabgeordneter T
Koch, Oberamtsrichter, aus Mannheim. Reden ſind b.
Diplomingenieur Ritzert, Soderſtraße 39, oder bei Lehr
Germann, Frankenſteinerſtraße 57, am beſten durch Po‟
karte anzumelden. Selbſtverſtändlich iſt die Beteiligun
an den Diskuſſionsabenden für die Teilnehmer völli
koſtenfrei und es iſt ſo auch dem unbemittelten Parte
freunde gute Gelegenheit geboten, ſein politiſches Wi
ſen und Können zu erweitern.
Naturwiſſenſchaftlicher Verein. Am Diensta,
den 12. November, findet die 280. Sitzung im Fürſter
ſaal ſtatt. Geh. Hofrat Profeſſor Dr. Schenck ſprich
über „Pfropfbaſtarde” (mit Demonſtrationen).
— Der chriſtliche Verein junger Männer „War
burg” (Protektor Se. Königl. Hoheit der Großherzog
wird am kommenden Sonntag, den 10. November, da
Feſt ſeines 11=jährigen Beſtehens feiern. Der Tag wir
mit einem Feſtgruß des Poſaunenchors von dem Wah:
zeichen unſerer Stadt, dem Stadtkirchenturm, aus er
öffnet werden. Um 10 Uhr findet dann Feſtgottes
dienſt ſtatt, in dem Herr Pfarrer Beringer predigen
wird. Nach einer nm ½3 Uhr im Vereinslokal ſtat:
findenden internen Feier für die Mitglieder und Gäſt
folgt dann um 8 Uhr die Abendfeier im „
Feie=
abend”, Stiftſtraße 51. Sie wird außer Anſpracher
turneriſchen und muſikaliſchen Darbietungen verſchi
denſter Art, eine Aufführung „Die Vorſtandswahl
bringen. Der Eintritt zu dieſer Abendfeier iſt frei.
* Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht „Ornis
veranſtaltet vom 9. bis 11. d. M. in ſämtlichen Räume
der „Stadt Pfungſtadt” ſeine 14. Geflügel= un
Vogelausſtellung. Der im Druck befindliche Ke
talog enthält 36 Nummern Großgeflügel, 213 Nummer
Hühner, 136 Nummern Tauben, 17 Nummern Sing= ur
Ziervögel, ſowie 3 Nummern Geräte und Futterartik
insgeſamt 405 Nummern. Die große Zahl ausgeſtellt
Tiere legt Zeugnis ab von dem Züchterfleiß der Verein
mitglieder, da nur ſolche die Ausſtellung beſchicken dürfe
Die Ausſtellungsräume bieten durch geſchmackvolle Geſte
tung und Ausſchmückung dem Beſucher ein hübſches Bil=
Das ſo beliebte „Glücksrad” iſt wieder aufgeſtellt un
wird ſeine bekannte Anziehungskraft auf die Beſuchc
ausüben. Dies um ſo mehr, als der Verkaufspreis für ei
Los von 20 auf 10 Pfg. herabgeſetzt wurde. Zahlreick
Gewinne winken den ihr Glück Verſuchenden, hat doch de
Vorſtand eine große Zahl lebende Enten, Hähne, Hühner
Tauben, ſowie Käfige und Futterartikel angekauft. Mi
gen die züchteriſchen Beſtrebungen des rührigen
Verein=
durch einen zahlreichen Beſuch Anerkennung finden.
* Die Schützengeſellſchaft „Weidmannsheil” hält in
ihrem Vereinslokal zum „Martinsglöckchen”, Riegerplatz,
ihr diesjähriges großes Wild= und
Geflügelſchie=
ßen ab. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Adreßbuch. Der Druckoogen Nr. 8 des Adreß:
buches für 1913, enthaltend Einwohnerregiſter —
Jung=
haus, Johanna und Kathinka bis Korn, Eliſe, Witwe —
liegt im Hauptmeldebureau, Hügelſtraße 31/33, Zimmer
Nr. 13, während der Bureauſtunden (8—12 Uhr vor
mittags und 2—6 nachmittags) bis zum 11. November
vormittags zur Einſichtnahme offen.
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. In=
Monat Oktober ergaben die fortlaufenden Reviſioner
unſerer Nachtwachbeamten folgende Fälle: 377 offen=
Haustüren und Tore vorgefunden; 104 mal brannt=
Licht in Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern uni
Bodenräumen, bezw. wurde vergeſſen, dasſelbe zu
löſchen; 18 defekte Schlöſſer und Türen, ſowie ſtecken
gebliebene Schlüſſel vorgefunden; 4 offenſtehende Par
terrefenſter ermittelt: 7 Hausbewohnern, die ihre Schlüſſe
vergeſſen hatten, geöffnet.
§ Raubanfall=Verſuch. Nachdem, wie bereits mit
geteilt, am Dienstag abend an der Ecke der Wilhelminen
und Waldſtraße ein Straßenraub verübt wurde, iſt an
Mittwoch vormittag zwiſchen 11 und 12 Uhr in de=
Annaſtraße ein Raubanfall verſucht worden. Ein
Man=
überfiel daſelbſt eine Dame und ging auf deren Geger
wehr alsbald flüchtig, nachdem er noch an der Ecke de
Anna= und Wilhelminenſtraße zwei etwa 20 jährig
Mädchen anfiel. Der Täter wurde in der Perſon eine
36 Jahre alten, ſchon oft vorbeſtraften Handarbeiter
von hier ermittelt und ſofort von der Polizei
feſt=
genommen. Es wird dringend gebeten, etwaige
weitere vorgekommene Raubanfallverſuche alsbald zu
Kenntnis der Kriminalpolizei zu bringen und ins=
Feuilleton.
W-l. Großh. Hoftheater. Die Aufführung von Lortzings
beſter Oper „Zar und Zimmermann” am
Mittwoch litt unter mancherlei Ungleichheiten und
Un=
ſicherheiten, die wohl in Zufälligkeiten begründet waren.
Als Marie ſetzte Frau Beling=Schäfer ihr Gaſtſpiel
fort. Wenn ſie anfangs auch nicht ſo gut disponiert zu
ſein ſchien, wie am Dienstag und der Ton nicht immer ſo
ſchön abgerundet war, ſo rechtfertigte ſie im übrigen doch
die Erwartungen, die man an ihr erſtes Gaſtſpiel knüpfen
konnte, und wir ſind überzeugt, daß das Soubrettenfach
an unſerer Oper bei ihr gut aufgehoben ſein wird. Den
van Bett ſang erſtmalig Herr Schützendorf, der unſe
res Erachtens den Fehler beging, daß er zuviel aus der
Rolle machen wollte und den ſchwachköpfigen und
ein=
gebildeten Alten nahezu zu einem Hanswurſt machte.
Mehr Maßhalten wäre im Intereſſe der Wirkung der
ſonſt für einen ſo jungen Sänger recht reſpektablen
Leiſt=
ung anzuempfehlen, ferner müßte Herr Schützendorf, der
ſeine Stimme zu ſehr forciert und ſie dadurch der
Modu=
lationsfähigkeit beraubt, auf eine ſchönere geſangliche
Ausgeſtaltung der Partie noch mehr Gewicht legen. Die
Partie des Zaren ſang Herr Semper ſehr ſchön, im
Sprechen iſt er aber zu pathetiſch und monoton. Herr
Globerger als franzöſiſcher Geſandter war im Spiel
noch zu befangen, erfreute aber durch ſeine ſtimmliche
Friſche und ſeinen hübſchen Vortrag. Als Peter Iwanow
entwickelte Herr Bernhardt vielen Humor. Die
übrigen kleineren Rollen waren entſprechend beſetzt. Das
Publikum, das für die Lortzingſche Oper ſonſt viel übrig
hat, wollte heute nicht recht in Stimmung kommen.
* Johann Orths Nachlaß. Es liegt eine gewiſſe
Tragik in dem Willen des Schickſals, daß gerade in
die=
ſen Tagen König Ferdinand von Bulgarien die
hoch=
fliegenden Pläne ſeines Volkes auszuführen im Begriff
ſteht, wo der Nachlaß jenes fürſtlichen Komantikers unter
den Hammer kommt, der ſeine Kräfte einſt der
bul=
gariſchen Sache zu wihmen gedachte. Es war das Ver=
dienſt Johann Orths, als er noch als Erzherzog Johann
Nepomuk Salvator in öſterreichiſchen Militärdienſten
ſtand, die Delegierten Bulgariens, die für den verwaiſten
Thron ihres Landes einen Herrſcher ſuchten, zuerſt auf
den Prinzen Ferdinand von Koburg aufmerkſam gemacht
und ſich für ſeine Kandidatur eingeſetzt zu haben Er trug
hiermit ſeine eigenen Wünſche auf den bulgariſchen Thron
zu Grabe, jedoch mit der ſtillen Hoffnung, dereinſt als
Generaliſſimus der bulgariſchen Armee einen Erſatz für
ſeinen Betätigungsdrang zu finden. Aber die Vorſehung
wies ihm andere Wege.
Zurzeit füllt das Mobiliar des verſchollenen, für
tot erklärten habsburgiſchen Prinzen die fünf Stockwecke
des bekannten Berliner Auktionshauſes der Gebrüder
Heilbron. Der Zudrang beſonders von Mitgliedern der
erſten Geſellſchaftskreiſe zur Beſichtigung dieſer
Aus=
ſtellung, bevor die einzelnen Stücke in alle Winde
zer=
ſtreut werden und die letzte ſichtbare Erinnerung an eine
eigenartige Perſönlichkeit verwiſcht wird, iſt
außerordent=
lich groß. Der Katalog umfaßt 2252 Nummern. Darunter
befinden ſich unter anderem das zum Teil ſehr koſtbare
Mobiliar der toskaniſchen Schlöſſer und die
Gemälde=
ſammlung aus Schloß Valkenhayn. Ueberall empfindet
man den traditionellen vornehmen Geſchmack des
hoch=
geborenen Oeſterreichers. Die einzelnen Gegenſtände ſind
weniger mit dem Kennerblick des Sammlers
zuſammen=
getragen, als mit der Freude des Liebhabers am
Schönen und Intereſſanten. Koſtbare Stücke weiſt vor
llem die reichhaltige Waffenſammlung auf. Neben ſechs
kompletten mittelalterlichen Rüſtungen auf Puppen
ent=
hält ſie eine große Anzahl Schwerter, Degen,
Hand=
ſcharen, Hellebarden und Streitkolben, Steinſchloßgewehre
und Reiterpiſtolen, Fahnen aus den Türkenkriegen,
da=
runter manches Stück von hervorragender Seltenheit.
Der perſönliche Geſchmack kommt jedoch mehr in dem
vor=
handenen Mobiliar zur Geltung. Biedermeier und
Renaiſſance beherrſchen hier die Stilformen. Prunkvolle
Stücke ſtehen neben einfachem Hausgerät; Schlaf= und
Arbeitszimmer zeichnen ſich durch ſchlichte Vornehmheit
us. Bei der Beſichtigung der einzelaen Räume kann
man ſich oft nur ſchwer einer leiſen Wehmut erwehren,
da ſie manches perſönliche Erinnerungsſtück enthalten.
Hier ein rundes Tiſchchen mit Handmalereien einer tos
kaniſchen Prinzeſſin, dort ein Jugendbild des Erzherzogs
Jagdtrophäen an den Wänden, dann wieder Ehrer
urkunden neben Geſchenken von Mitgliedern des habe
burgiſchen Hauſes feſſeln den Beſchauer, der weniger ar
die künſtleriſche Vollendung als auf die einſtigen perſö
lichen Beziehungen des Verſchollenen zum Einzelgege.
ſtand Wert legt. Als ein Geſchenk Kaiſer Franz Joſe
iſt außerdem die in hellem Eichenholz gehaltene
Bibliotl=
zu erwähnen. Das einfache Speiſezimmer, das na
einem Entwurf Johann Orths unter Verwendung por
pejaniſcher Motive ebenfalls in hellem Eichenholz au
geführt iſt, erinnert an ſeine künſtleriſche Tätigkeit,
auch auf anderen Gebieten der Kunſt manches nit
Unbedeutende leiſtete. Ebenſo gibt die reichhaltige Pr
zellanſammlung Kenntnis von einem hervorragenden 6
ſchmack Die Erzeugniſſe von Sevres, Wien, Berl:
Meißen, Höchſt, Frankenthal u. a. m. ſind in anmutig
Auswahl vertreten. Auch die Sammlungen bäuerlich
Fayencen und alten Zinns weiſen bemerkenswerte Stü:
auf. Die Bilderſammlung iſt mit beſonderer Vorlic.
für die Werke älterer Meiſter zuſammengetragen, wol.
das Niveau der meiſten Arbeiten jedoch den künſtleriſch
Wert einer Durchſchnittsleiſtung nicht überragt. Neb.
einem Lucas Cranach und einem Teniers verdient T
zians „Venus und Bacchantin” Beachtung, während ei=
Abendlandſchaft Andreas Achenbachs und ein Kinderbil
nis Gainsboroughs die Malerei des 19. Jahrhunder
würdig vertritt.
Dem Ausſtellungskatalog ſchickt Felix Salten
geiſtvolles Vorwort voraus, worin er das Schickſal
hann, Orths einer phantaſtiſchen Ballade vergleicht,
dennoch voll moderner Wirklichkeit ſei. Den letzten T.
herber Realiſtik werden ihr die nächſten Tage bringe
wenn der Hammer des Auktionärs den Zuſchlag ertei
Es iſt zu hoffen, daß die Liebe, die einſt alles zuſamm
getragen hat, in der Pietät des Erſtehers einen Er;
Dr. Walter Georgi.
findet,
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Nummer 264.
beſondere werden die beiden Mädchen gebeten, über den
Vorfall an der Ecke der Anna= und Wilhelminenſtraße
der Polizei nähere Mitteilung zu machen.
gs. Unfälle. Geſtern früh 7 Uhr wurde in einem
Hauſe am Mathildenplatz ein dort wohnender
allein=
ſtehender Mann leblos in ſeinem Zimmer aufgefunden.
Der durch die Rettungswache herbeigerufene Arzt konnte
nur noch den durch Schlaganfall herbeigeführten
Tod feſtſtellen. — Mittwoch früh wurde in der
Kahlert=
ſtraße eine Frau von Krämpfen befallen. Sie
wurde mit dem Krankenautomobil in ihre Wohnung
gebracht. — Geſtern abend gegen 6 Uhr explodierte
einem Schloſſer in der Dreibrunnenſtraße eine
Benzin=
lampe, wobei er ſich ſchwere Brandwunden im Geſicht
zu=
zog. Der Mann wurde nach Anlegung von
Notverbän=
den durch die Rettungswache mittels Krankenkraftwagens
in das Städtiſche Krankenhaus verbracht.
-h- Auerbach, 7. Nov. Das J. Schäferſche
Geſchäfts=
haus mit Laden an der Hauptſtraße ging durch Kauf an
den Verlagsbuchhändler Schroth in Darmſtadt
(Beſitzer der hieſigen Buchdruckerei) über.
-h- Von der Bergſtraße, 6. Nov. Herr Dr. Willy
Merck in Darmſtadt, Beſitzer der Gemeindejagden in
Zwingenberg und Alsbach, läßt durch Herrn Profeſſor
Pützer in Alsbach ein hübſches Wohnhaus für
ſeinen zurzeit in Zwingenberg wohnenden Jagdaufſeher
erbauen.
Offenbach, 7. Nov. Infolge einer Gasexploſion
wurde der in der Wagenfabrik von H. Welb u. Söhne
beſchäftigte verheiratete Schmied Johann Weber im
Geſicht und an den Händen erheblich verbrannt,
ſo daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte.
Jügesheim, 7. Nov. Am 9. Dezember findet hier zum
ſiebentenmal die Bürgermeiſterwahl ſtatt. —
Zu dem Brand der Scheune des neuen Bürgermeiſters
Bruder hier haben die durch einen Vertreter der
Staatsanwaltſchaft Darmſtadt erfolgten Ermittelungen
keine Beſtätigung für die Annahme gegeben, daß
eine Brandſtiftung aus politiſchen Gründen vorliege.
Klein=Auheim, 7. Nov. Nach Blättermeldungen hat
der frühere Rechner der Spar= und Hilfskaſſe zu Klein=
Auheim, der jetzt in Bieber wohnende Lehrer i. P. W.,
Unterſchlagungen zum Nachteil der Kaſſe in Höhe
von 8000 Mark verübt.
Michelſtadt, 7. Nov. In der Kammfabrik
Rothenhäuſer brach Feuer aus, das ſo raſch
den ganzen alten Fabrikbau in Flammen ſetzte, daß die
Feuerwehr nur die angrenzenden Gebäude ſchützen konnte.
Viernheim, 7. Nov. Bei Erſtellung eines Neubaues
ſtieß man auf ſehr altes, intereſſantes
Mauer=
werk, das aus der Römerzeit ſtammen könnte. Leider
wurde wiederum nicht ſofort maßgebenden Orts Anzeige
erſtattet, ſo daß die genauere Feſtſtellung jetzt
Schwierig=
keiten veranlaßt.
Oppenheim, 7. Nov. Ein Wallot=Denkmal
ſoll dem genialen Schöpfer des Reichstagsgebäudes
er=
richtet werden. Oppenheim, die Geburtsſtätte des
be=
rühmten Baumeiſters, hat ſich darum beworben. Die
Stadt iſt bereit, bei der Errichtung weitgehendes
Ent=
gegenkommen zu zeigen. — Zwecks Gründung eines
Winzerheims für erholungsbedürftige
Weinbergs=
arbeiter wird der Weinbauverein der Provinz
Rhein=
heſſen und der Bergſtraße gegen Ende dieſes Monats
eine vorbereitende Verſammlung in
Oppen=
heim abhalten, zu der auch die Kreisräte der
weinbautrei=
benden Kreiſe eingeladen werden ſollen. Ein Freund des
genannten Vereins hat für dieſe wohltätige Einrichtung,
falls ſie zuſtande kommt, bereits 10000 Mark in Ausſicht
geſtellt.
Nierſtein, 7. Nov. Einen nächtlichen Einbruck
verübte ein Dieb bei dem Metzgermeiſter Engel. Der
Spitzbube verſchaffte ſich durch ein Hoffenſter Eingang,
nahm ſeinen Weg durch den Hausflur in den Laden und
wollte dort die Kaſſe ihres Inhaltes berauben. Dieſe
war jedoch mit einer elektriſchen Klingel verſehen, und
als der Dieb die Kaſſe öffnen wollte, klingelte es, wodurch
die Hausbewohner geweckt wurden. Der Einbrecher lie
davon.
Alzey, 7. Nov. Ein folgenſchwerer
Ueber=
fall, der jedoch noch der näheren Aufklärung bedarf,
ſcheint an dem hieſigen Vertreter der Wergerſchen
Braue=
reigeſellſchaft Franz Joſ. Koch verübt worden zu ſein.
Koch hatte, wie uns mitgeteilt wird, am Monntag
nach=
mittag der Kirchweihe zu Blödesheim einen Beſuch
abge=
ſtattet und wollte von Eppelsheim den letzten Abendzug
zur Heimfahrt nach Alzey benutzen. Koch kam jedoch nicht
nach Hauſe, ſondern man fand ihn am frühen Morgen
auf dem Wege zwiſchen Hangen=Weisheim und
Eppels=
heim bewußtlos und blutüberſtrömt in einem Graben
liegen. Der Kopf des Bewußtloſen wies mehrere ſchwere
Verletzungen, die von einem Schlagring oder ſonſt einem
Inſtrument herrühren, auf. Nach den Verletzungen zu
urteilen, muß Koch von mehreren Perſonen überfallen
und niedergeſchlagen worden ſein. Nach Anlegung eines
Notverbandes durch einen Heilgehilfen von Eppelsheim
wurde der Schwerverletzte geſtern vormittag mit einem
Fuhrwerk abgeholt und nach ſeiner Behauſung gebracht,
wo er bis heute mittag noch nicht zum vollen Bewußtſein
gekommen iſt. Die gerichtliche Unterſuchung wird
hoffent=
lich Klarheit über dieſen Fall bringen, damit die Täter
ihrer Strafe nicht entgehen. (Alz. Ztg.)
Sprendlingen (Rheinh.), 7. Nov. Die elektriſche
Ueberlandbahn Kreuznach-Sprendlingen wurde
geſtern in ihrer Teilſtrecke Kreuznach-Boſenheim-
Baden=
heim in feierlicher Weiſe eröffnet, nachdem in den
letz=
ten Tagen die behördliche Abnahme der Linie auf der
heſſiſchen und preußiſchen Teilſtrecke erfolgt war. Die
Er=
öffnungsfahrt erfolgte heute in einem geſchmückten Wagen
Die Eröffnung des vollen Betriebs erfolgte heute. Die
Fertigſtellung der ganzen Linie bis nach St. Johann
über Sprendlingen hinaus dürfte erſt im nächſten Jahre
erfolgen.
Ober=Mockſtadt, 7. Nov. Zu dem Konkurs des
Vorſchuße und Kreditvereins Ober=
Mock=
ſtadt iſt zu berichten, daß durch Entſchließung des Großh
Miniſteriums des Innern dem Hilfsverein für Ober=
Mockſtadt die Rechtsfähigkeit verliehen worden
iſt. Der Verein bezweckt, die enormen Schäden, die der
Konkurs über das Vermögen des Vorſchuß= und
Kredit=
vereins Ober=Mockſtadt über deſſen Mitglieder und
Gläu=
biger gebracht hat, zu mildern und durch geeignete
Maß=
nahmen das Entſtehen weiterer Schäden zu verhindern.
In den nächſten Tagen will der Hilfsverein die
notwen=
digen Vorbereitungen treffen, um alsbald mit den
Gläu=
bigern in Verhandlungen zu treten.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Nov. Heute vormittag
iſt Prinz Heinrich in Begleitung ſeiner Gemahlin
von ſeiner Reiſe, die ihn aus Anlaß der
Beiſetzungsfeier=
lichkeiten für den Mikado nach Cokio und dem fernen
Oſten geführt hatte, hier wieder eingetroffen. Wie bei der
Hinfahrt, ſo hatte der Prinz auch bei ſeiner Rückreiſe den
Landweg über Rußland und Sibirien gewählt. In
Mos=
kau hatte ihn ſeine Gemahlin erwartet, und das peinzliche
Paar hatte ſich bekanntlich von dort nach Spala an den
Zarenhof begeben. Die Ankunft des Prinzen und der
Prinzeſſin in Berlin erfolgte um 11 Uhr 40 Minuten mit
dem fahrplanmäßigen Zuge auf dem Schleſiſchen
Bahn=
hofe. Ein Salonwagen war für die prinzlichen
Herrſchaf=
ten und ihr Gefolge, das aus dem Hofmarſchall Freiherrn
von Seckendorff, Generalleutnant von Böhn,
Komman=
danten von Berlin, Korvettenkapitän Köhler und dem
Leibarzt Dr. von Bilfinger beſtand, eingeſtellt. Als Prinz
Heinrich dem Waggon entſtieg, begrüßte er die Herren
ſeines Kieler Hofſtaates, die ihn hier erwarteten. Der
hohe Reiſende, der Marineuniform trug, machte einen
überaus friſchen Eindruck. In den Fürſtenzimmern
ver=
abſchiedete ſich der Prinz von den Herren, die ihn nach
Japan begleitet hatten und beſtieg dann mit ſeiner
Ge=
mahlin das Automobil, das ſie nach dem Neuen Palais
führte. — Zur beſſeren Bewältigung des enormen
Ver=
kehrs auf den durch die Leipziger Straße gehenden Linien
beabſichtigt die Große Berliner, einen neuen
Wagentyp einzuführen, und zwar werden es Wagen
mit Deckplätzen ſein. Dadurch wird es möglich, beinahe
die doppelte Zahl von Fahrgäſten zu befördern, als es
jetzt der Fall iſt. Der neueſte Typ wird die Treppe, die
nach dem Verdeck führt, ſeitlich in der Mitte des Wagens
haben; ſie wird verhältnismäßig breit ſein, um das Auf=
und Abſteigen bequem zu machen. Weiter werden die
Zu=
gänge zu dem Wagen ſelbſt ſo angelegt ſein, daß die ein
und ausſteigenden Fahrgäſte ſich nicht begegnen, und
ſchließlich werden die Türen ſo breit ſein, daß zwei
Per=
ſonen bequem aneinander vorbeigehen können. Mit der
Erbauung dieſer neuen Wagen iſt bereits begonnen
wor=
den. — In einem Schuhmacherladen in Schöneberg geriet
geſtern der 26jährige Ruſſe Madeinski mit dem Inhaber
des Ladens in Streit, in deſſen Verlauf er ihm eine
Kugel in den Kopf ſchoß. Der Täter flüchtete und
verletzte auf der Flucht eine Frau Bertholdt durch einen
Schuß in den Unterleib. Hausbewohner konnten den
Flüchtling ſchließlich feſtnehmen und ihn der Polizei
über=
geben. Die beiden Schwerverletzten wurden ins
Kranken=
haus gebracht.
Frankfurt a. M., 7. Nov. Der Rieſenzirkus
der Fünfzehntaſuſend wird binnen weniger
Tage nicht mehr die Ausgeburt einer ſchön beſchwingten
Phantaſie ſein, ſondern vollendete Tatſache. In der Feſt=
halle zu Frankfurt am Main ſind Hunderte von
Arbei=
tern am Werke, um den gewaltigen Umbau des Inneren
vorzunehmen. Für den 16. November iſt die
Eröff=
nungsvorſtellung des Zirkus Sarraſani
angeſetzt, und bereits am 14. November wird Sarraſani
in Frankfurt am Main Einzug halten, um zwei Tage
un=
unterbrochen die Proben vorzunehmen, die der Regiekunſt
die Aufgabe ſtellen, im knappen Raume von drei
Stunden 200 Pferde, 200 exotiſche Tiere und 400 Menſchen
durch die Manege zu führen. Tatſächlich hat Sarraſani
für die kurze Saiſon in Frankfurt, die nur bis Mitte
De=
zember dauern wird, ein Programm zuſammengeſtellt,
das an Reichtum ein Unikum für die ganze Welt bedeutet.
Es fehlt gar nichts, was innerhalb einer Zirkusvorſtellung
überhaupt gezeigt werden kann. Es treten außer dem
Rieſenmaterial an Pferden und exotiſchen Tieren ganze
Trupps von fremdländiſchen Artiſten in die Erſcheinung,
ein ruſſiſches Hofballett iſt für ein Gaſtſpiel gewonnen,
das im Gegenſatz zu der ſonſt üblichen Zirkustanzerei den
höchſten Stil der Tanzkunſt repräſentieren ſoll; alles in
allem hat Sarraſani für die engagierten Artiſten einen
Gagenetat von mehr als achtzigtauſend Mark
ausgewor=
fen. Ein Kunſtſtück wird es ſein, dieſe Rieſenmaſſen
zu=
ſammenzufügen, aber dem bedeutenden Regietalent des
Direktors Stoſch=Sarraſani wird auch dieſe Aufgabe, an
die ſich bisher noch kein anderer herangetraut har,
zweifel=
los glücken. Auf jeden Fall werden wir Gelegenheit
ha=
ben, ein Unternehmen zu ſehen, das in ganz Europa
ein=
zigartig daſteht.
Heidelberg, 7. Nov. Das ſeit 6 Jahren viel erörterte
Projekt einer Bergbahn auf den Heiligen=Berg
iſt durch die vorbehaltlich der Genehmigung des
Bürger=
ausſchuſſes zu dieſem Zwecke nunmehr abgeſchloſſenen
Geländeankäufe am Weſtabhange des Berges auf
Neuen=
heimer Gebiet ſeiner Verwirklichung näher gerückt.
Freiburg i. Br., 6. Nov. Der Bürgerausſchuß
geneh=
migte die Errichtung eines Denkmals für die am 14.
Oktober 1713 bei dem Sturm auf Freiburg gefallenen 800
kaiſerlich=öſterreichiſchen Grenadiere. Das Denkmal ſoll
am 200. Jahrestage, am 14. Oktober 1913, enthüllt werden.
München, 7. Nov. Große Schreckensſzenen ſpielten ſich
geſtern abend in einem Hauſe an der Plinganſeſtraße ab
wo ſich in einem Keller eine Exploſion ereignete. Das
ganze Haus wurde in kurzer Zeit von Rauchwolken
ein=
gehüllt, ſo daß die Bewohner dem Erſtickungstod nahe
waren. Eine fürchterliche Panik bemächtigte ſich der
Hausbewohner. 10 Perſonen konnten durch die Fenſter
gerettet werden. Eine 52jährige Frau, namens Klarwein,
ſtürzte mit ihrem Retter in die Tiefe. Die Frau wurde
auf der Stelle getötet, während der Retter unverletzt blieb.
Alle geretteten Perſonen waren über und über
rauch=
geſchwärzt.
Stuttgart, 7. Nov. Auf Schloß Middachten bei
Arn=
heim (Holland) iſt Graf Wilhelmv. Bentinckund
Waldeck=Limpurg, Graf von Aldenberg, Herr zu
Gaildorf, im Alter von 64 Jahren entſchlafen. Er folgte
laut Familienvertrag vom 18. Dezember 1888 ſeiner
Mutter in die Standesherrſchaft Waldeck=Limpurg und
wurde dadurch erbliches Mitglied der württembergiſchen
Erſten Kammer.
Düſſeldorf, 6. Nov. Kriminalbeamte nahmen den
Einbrecher Johann Wippich aus Allenſtein feſt.
Wippich hatte am 3. Auguſt in Haſpe in Weſtfalen mit
mehreren Komplizen, von denen einer erſchoſſen wurde,
einen Geldſchrank beraubt und auf der Flucht durch das
Ennepetal einen Fabrikwächter und vier Polizeibeamte
ſchwer verletzt. Bei ſeiner Feſtnahme im Bett hatte W.
zwei geladene Revolver neben ſich liegen. Wippich hatt
zahlreiche Einbruchsdiebſtähle in Rheinland und
Weſt=
falen verübt.
Hamburg, 6. Nov. Während der Chemieſtunde
er=
eignete ſich in der Seminarſchule eine
Säureexplo=
ſion. Der unterrichtende Lehrer und 4 Seminariſten
wurden verletzt. Sie wurden nach Anlegung von
Ver=
bänden in ihre Wohnungen gebracht.
Chemnitz, 7. Nov. Der nationalliberale Abgeordnete
Schiffer hat gegen die Chemnitzer Volksſtimme
Strafantrag erhoben, welche die Behauptung
auf=
recht erhalten hatte, daß Herr Schiffer bei der
Präſiden=
tenwahl im Reichstag für den Abgeordneten Bebel
ge=
ſtimmt habe, ebenſo gegen alle Blätter, welche die
be=
treffende Notiz übernommen haben. — Iſt denn die
Be=
hauptung ſtrafbar?
Mailand, 6. Nov. In der Nähe von Bergamo wird
der Ort Dezzo von einer großen Lawine
be=
droht, die etwa 200 Meter breit und 200 Meter hoch iſt.
Vier Häuſer ſind bereits den Vorläuſern dieſer Lawine
zum Opfer gefallen, 18 andere werden von ihr zerſtört,
wenn ſie in ihrem langſamen Laufe bis zu der
betreffen=
den Stelle vorgerückt iſt. Die Regierung hat Soldaten
CK. Was die Kriegsberichterſtattung koſtet. Die
Zeitungen haben noch einen beſonderen Grund, Krieg mit
recht gemiſchten Gefühlen zu betrachten, denn die Koſten,
die ihnen dadurch erwachſen, ſind außerordentlich groß,
und ihnen ſteht kein nennenswerter Gewinn gegenüber.
Welche koloſſeſe Ausgaben die moderne
Kriegsberſcht=
erſtattung der Preſſe auferlegt, kann die einzige Tatſache
illuſtrieren, daß während des ſpaniſch=amerikaniſchen
Krie=
ges zwei New=Yorker Blätter deren Jahresgewinn
zwi=
ſchen 1½ Millionen und 3 Millionen betrug, bei
Jahres=
dauer 2½ Millionen für die Kriegsberichterſtattung
aus=
gegeben hatten. Eine engliſche Wochenſchrift berechnet die
Koſten, die die Kriegsberichterſtattung einem großen
Lon=
doner Blatt verurſacht. Die Zeitung hat ein halbes
Dutzend und mehr Berichterſtatter auf dem
Kriegsſchau=
platz, die Gehälter von 1200 bis 2000 Mark monatlich
be=
ziehen. Das iſt allein eine Ausgabe von 120000 Mark im
Jahr, die bei den größten Blättern auch auf 200000
ſtei=
gen kann. Zu den eigentlichen Kriegskorreſpondenten
kommen noch ihre Gehilfen, die ſie in ihrem ſchwierigen
Amt unterſtützen, und die ſtändigen Berichterſtatter in den
Hauptſtädten der Kriegführenden. Die Ausgaben der
Korreſpondenten ſind naturgemäß rieſig, und die Zeitung
muß zufrieden ſein, wenn der monatliche Ausgabenetat
des einzelnen Berichterſtatters 2000 Mark nicht überſteigt.
Muß eine große Zeitung noch ein beſonderes Dampfſchiff
unterhalten, um die Flottenmanöver der feindlichen
Mächte zu verfolgen, dann koſtet das nicht unter 20000
Mark im Monat. Die Kriegsberichterſtatter werden mit
hohen Prämien von den Zeitungen verſichert; auch ihre
Familien erhalten eine Verſicherung im Fall ihres Todes.
Die Ausgaben dafür können leicht die Summe von 400000
Mark jährlich erreichen. Und dann die gewaltigen
De=
peſchenkoſten! Während des ruſſiſch=japaniſchen Krieges
betrug der herabgeſetzte Preis für Preſſedepeſchen 1,90
Mark, für dringende Telegramme aber pro Wort 4,80
Mark, ſodaß eine kurze Depeſche nicht unter 500 Mark, das
ausführliche Telegramm einer Schlacht 5000 Mark koſtete.
An einem Tage während des Krieges empfingen ein hal
bes Dutzend Londoner Blätter Kabeltelegramme im Werte
von 30000 Mark. Im ſüdafrikaniſchen Kriege wurde für
ein Telegramm, das die Schlacht von Elandslaagt
ſchil=
derte, die enorme Summe von 6500 Mark ausgegeben
Aber die Koſten für die gebrachten Telegramme ſind nur
ein kleiner Teil der geſamten Telegrammſpeſen, denn der
weitaus größte Teil der Depeſchen wandert in den
Pa=
pierkorb, weil ſie bereits überholt ſind oder aus
irgend=
welchen Gründen nicht mehr gebracht werden können.
Während des amerikaniſch=ſpaniſchen Krieges waren
Kabeltelegramme für 4000 Mark, die eine einzige
Zei=
tung an einem Tage erhielt, nicht das Papier mehr wert,
auf dem ſie ſtanden. Im Burenkriege ſchickte ein
Kor=
reſpondent täglich für 400 bis 600 Mark Depeſchen, die
alle ihren Ruheplatz im Papierkorb finden mußten.
* Die Kameraden. In einer Stadt am ſchönen Ufer
des Bodenſees — bekannt als Marktplatz beſonders durch
ihre großen Viehmärkte — fand kürzlich das goldene
Inbiläum der Freiwilligen Feuerwehr ſtatt. Wie man
eben ſolche Feſte feiert, wurde auch dieſes glanzvoll mit
Gäſten von nah und fern begangen. Um für jede Witterung
geſichert zu ſein, war die „Zentralviehmarkthalle” und
ihre Umgebung als Feſtplatz gewählt. Zwei Tage darauf
war Viehprämiierung für den Amtsbezick. Natürlich in
der Viehmarkthalle, dem Feſtplatz von vorgeſtern.
Sorg=
ſam bewahrt, ſtanden noch die Triumphbogen mit
Gir=
landen und Inſchriften. Kurz vor dem Eingang der
Zen=
tralviehmarkthalle prangten an den Bogen, den alle nach
Prämien ſtrebenden Farren, Kalbinnen, Kühe mit
Käl=
bern uſw. zu paſſieren hatten, die Worte:
„Herbei Kameraden,
Aus Schwaben und Baden,
Euch allen Heil!”
Karten zur Entwickelungsgeſchichte Heſſens,
bearbeitet und entworfen von Prof. Dr. Hattemer.
Darmſtadt, Kommiſſionsverlag von A. Bergſträßers
Hofbuchhandlung (W. Kleinſchmidt) 1912. Wandkarte:
28 Mark, Handausgabe 2 Mark.
Kein geſchichtliches Gebiet bedarf wohl zum
ein=
gehenderen Studium der ſtändigen Hilfe eines zuver=
läſſigen Kartenbildes ſo dringend wie die vielverzweigte
und oft ſchwer zu überblickende Territorialgeſchichte der
deutſchen Bundesſtaaten. Für unſere heſſiſchen
Verhält=
niſſe zumal lag hier ein langgehegter, ſehnlicher Wunſch
vor, der vom Geſchichtsfreund oft ausgeſprochen iſt, ganz
beſonders aber im Unterricht der höheren Schulen ſich
immer wieder aufdrängte. Unter dieſem Geſichtspunkte
bedeutet die erſte eigentliche Geſchichtskarte von Heſſen
geradezu ein Ereignis. Der Schöpfer dieſes vortrefflichen
hiſtoriſchen Anſchauungsmittels iſt Prof. Dr. Hattemer,
der ſich durch ſeine Forſchungen auf dem Gebiet unſerer
Landesgeſchichte in wiſſenſchaftlichen Kreiſen bereits einen
Namen gemacht hat. Das Bild unſeres heſſiſchen
Staats=
weſens hat er in drei charakteriſtiſchen Epochen
feſtge=
halten; die ſo entſtehenden Einzelkarten ſind in großem
Format als Wandkarte nebeneinander geſtellt und als
Handausgabe in ſchmuckem Heft vereinigt. Die erſte Karte
zeigt die Landgrafſchaft Heſſen in der 2. Hälfte des 16.
Jahrhunderts; auf der zweiten ſehen wir die
Entwick=
lung der Landgrafſchaft Heſſen=Darmſtadt vom Tode
Philipp.? des Großmütigen bis zur franzöſiſchen
Revo=
lution, auf der dritten die beiden Heſſen zurzeit ihrer
größten Ausdehnung (Großherzogtum Heſſen 1810—15,
Kurheſſen 1815). Ueberſichtlichkeit in Verbindung mit
weiſer Auswahl der Farben, Genauigkeit unter
Fern=
haltung alles verwirrenden Beiwerks, ſorgfältige
tech=
niſche Ausführung in jeder Hinſicht machen dieſe Karten zu
einem trefflichen Führer, wenn man ſich über Wachſen
und Wandel der heſſiſchen Landesgebiete raſch und ſicher
unterrichten will. So werden ſie in erſter Linie vom
landesgeſchichtlichen Unterricht der höheren Schulen aufs
dankbarſte begrüßt, wo es zumal wegen der knappen zur
Verfügung ſtehenden Zeit auf klare Orientierung und
chnelle Einprägung weſentlich ankommen muß. Bei der
erfreulichen Zunahme des hiſtoriſchen Sinnes wird aber
wohl auch in weiteren Kreiſen das überaus wertvolle
geſchichtliche Anſchauungsmittel reges Intereſſe finden.
H. H.
Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Seite 5.
in das Dorf entſandt, um ſämtliche Häuſer zu räumen
und zu rerten, wus moglich iſt.
Püris, 6. Nov. Der franzöſiſche Lenkballon
„Adjuranr Vincenot” keyrte heute ſruy nach einer kurzen
Luftjahrt in ſeinen Schuppen nach Toul zuruck.
Mann=
ſchaften des 79. Infanterie=megiments harten vereits die
Landungsſeile ergriffen, als ein Wirverſturm den Ballon
fortriß. Die Sotvaten ließen die Taue jahren, nur ein
Unteroffizier wagte nicht, das Tau loszuraſſen und
wurde in 100 Meter Hoye fortgerragen. Der Ballon
flog uber die Moſel, den Oſttanal, über die Stadt Toul,
deren Kathedrate er überflog. Zum Gluck hatten die
bei=
den in der Gondel beſindlichen Flottenoffiziere den
Vor=
gang bemerrt und ſuchten nun mit auen Mitreln, ſich der
Erde zu nahern, um zu landen. Als ſich der Bauon etwa
15 Meier uver dem Felde von Saint Monſuy beſand, ließ
der Unteroffizier, deſſen Kräfte vollig erſchopft waren,
los und ſrurzie herab. Er blieb mit ſchweren
Verletzun=
gen liegen. Der Mann hatte 22 Minuten die grauſige
Fahrt in der Luft an dem Seil hangend mitgemacht.
London, 6. Nov. In der Premier=Mine iſt nach
einer Johannesourger Depeſche ein Diamant von
1649 Karar geſunden worden; das iſt der zweitgrößte
Diamanr der Welt. Der großte, „Cullinan”, wog
3025¾ Karat, iſt aber, in zwei Stucke geſchnitten, den
bri=
tiſchen Kronjuwelen einverleibt worden. Auch der „
Cuui=
nan” wurde in der Premier=Mine gefunden. Der neue
Stein weiſt ſchwarze Streifen auf, die indeſſen nur auf
der Oberfläche zu ſein ſcheinen. Er hat die Form eines
Eies, an dem das dünnere Ende fehlt. Er wurde bei
Sprengverſuchen am Fuße der Mine gefunden. Den Wert
des geſundenen Diamanten abzuſchätzen, iſt vorläufig
un=
möglich, aber man kann ſich ungejahr vorſtellen, wie enorm
der Wert iſt, wenn man ihn mit dem Cullinan=Diamanten
vergleicht. Der Culinan wiegt erwa ein halbes Kilo, iſt
4,5 engliſche Zoll lang, 2,5 hoch und 2,5 breit. Der
Culli=
nan, der am 25. Januar 1905 von einem Aufſeher der
Premier=Mine geſunden worden iſt, wurde auf 20
Mil=
lionen Mark geſchätzt. Man muß bei der Taxierung des
neuen Diamanten erſt abwarten, ob der Stein rein weiß
ſein wird.
New=York, 6. Nov. Davidſon der ſchuldig
be=
funden wurde, Zelig, einen wichtigen Zeugen gegen den
Polizeileutnant Becker ermordet zu haben, wurde zu 20
Jahren Gefängnis verurteilt.
New=York, 7. Nov. Nach einem Telegramm aus
Quebec fuhr der Dampfer „Royal George” eine
Meile öſtlich von Point St. Laurence mit voller
Ge=
ſchwindigkeit auf einen Felſen auf. An Bord
be=
finden ſich 901 Paſſagiere. Schleppdampfer ſind zur
Hilfeleiſtung abgegangen. Die Lage des Dampfers iſt
ernſt.
Sitzung der Großh. Handelskammer Darmſtadt
vom 4. November.
Nachdem ſchon in der Sitzung vom 23. September d. J.
die Wahlkommiſſäre für die in Ausſicht ſtehenden
Er=
gänzungs= und Erſatzwahlen zur
Handels=
kammer ernannt worden waren, ſind nun noch die
Ur=
kundsperſonen gewählt worden. Die Wahlen für den
Kreis Darmſtadt finden für die Erwerbsgruppe
Klein=
handel Montag, 11. November, für die Erwerbsgruppe
Großhandel Dienstag, 12. und für die Erwerbsgruppe
Induſtrie Mittwoch, 13. November, jeweilig vormittags
von 10—12 Uhr ſtatt. Die weiter vorzunehmenden
Wahlen in den Kreiſen Bensheim, Groß=Gerau und
Hep=
penheim ſind für die zweite Hälfte des Monats November
in Ausſicht genommen.
Am 2. Oktober dieſes Jahres hat eine
Vertreter=
konferenz der Heſſiſchen Handelskammern
ſtattgefunden, auf welcher die Handelskammer durch die
Herren Kommerzienrat Frölich, Syndikus Dr. Human
und wiſſenſchaftlichen Hilfsarbeiter Dr. Kaſſel vertreten
war. Hauptſächlich gelangte die Frage der
Fortbildungs=
ſchulpflicht für gewerbliche Arbeiterinnen zur
Verhand=
lung. Der Sachverhalt wurde eingehend dargelegt. Auf
Grund der in dieſer Sitzung zutage getretenen
Geſichts=
punkte hat eine weitere Beſprechung der Angelegenheit in
einer von der Handelskammer einberufenen
Intereſſenten=
verſammlung am Donnerstag, den 31. Oktober d. J.,
ſtatt=
gefunden. Allſeitig wurde auf die außerordentlich ſtarken
Bedenken hingewieſen, welche der Durchführung einer
derartigen Fortbildungsſchulpflicht entgegenſtehen, und
beſchloſſen, eine weitere Umfrage über dieſe einſchneidende
Angelegenheit bei den in Betracht kommenden Firmen des
Bezirkes zu veranſtalten.
Auf der Generalverſammlung des
Bun=
des der Induſtriellen am 19. und 20. Oktober
dieſes Jahres in Stuttgart war die Handelskammer
durch die Herren Kommerzienrat Frölich und Syndikus
Dr. Human vertreten. Es wurde auf dieſer Verſammlung
hauptſächlich über die Stellung des Bundes zu den
Fra=
gen der Handelspolitik und der Vorbereitung künftiger
Handelsverträge verhandelt. Ferner fanden eingehende
Vorträge über „Induſtrie und Parlament”, ſowie
Han=
delshochſchule und Induſtrie” ſtatt.
Eine Beſprechung der Frage, welche Abzüge bei
den gegenwärtig zu leiſtenden
Steuer=
erklärungen bezüglich der Gewerbſteuer
möglich ſind, ergab, daß in den Kreiſen der
Gewerbſteuer=
pflichtigen noch außerordentlich viel Unklarheit hierüber
beſteht. Es wurde beſchloſſen, an die Regierung die Bitte
zu richten, ſie möchte unter Berückſichtigung der
Verhand=
lungen der Erſten Kammer der Landſtände über dieſe
An=
gelegenheit der Handelskammer eine Aeußerung darüber
zukommen laſſen, welche Poſten bei Abgabe der
Gewerb=
ſteuererklärung tatſächlich abzugsfähig ſind. Die
Handels=
kammer beabſichtigt, nach Empfang dieſes Beſcheides eine
Zuſammenſtellung aller möglichen Abſchreibungen den
Gewerbtreibenden des Bezirkes zugängig zu machen.
Am 11. und 12. Oktober war der deutſche
Handels=
ſſachverſtändige für Mexiko Herr Bruchhauſen
in Frankfurt, zugegen, um den am Handel mit dieſem
Lande intereſſierten Firmen Auskünfte zu erteilen. Durch
ein Rundſchreiben wurden die in Frage kommenden
Fir=
men des Bezirks auf dieſe Beſprechung aufmerkſam
ge=
macht. Verſchiedene Firmen haben ſich daraufhin direkt
mit dem Handelsſachverſtändigen in Verbindung geſetzt,
während andere Firmen ihre Anliegen durch die
Handels=
kammer vertreten ließen.
Die Handelskammer iſt ſeitens der
Handelskam=
merdes Königreichs Serbien über das dort
geſetzlich bewilligte Moratorium in
Kennt=
nis geſetzt worden. Gleichzeitig iſt in Ausſicht geſtellt
worden, daß, ſobald wieder normale Verhältniſſe in
Serbien eintreten werden, alle dortigen Bürger mit der
Erfüllung ihrer Verpflichtungen ihren Geſchäftsfreunden
gegenüber anfangen und dieſelben auch durchführen
wür=
den. Bis dahin möchte die deutſche Geſchäftswelt den
dortigen Einwohnern möglichſt entgegenkommen.
Nach Mitteilungen, welche der Handelskammer
zu=
gegangen ſind, haben ſich in letzter Zeit die Klagen
über Schwindelfirmen gemehrt, welchen auch oft=
mals unbemittelte Frauen zum Opfer fallen. Die
Han=
delskammer erklärte ſich bereit, die Schaffung einer
Kom=
miſſion zur Bekämpfung derartiger Schwindelfirmen
ge=
meinſam mit der Rechtsſchutzſtelle für Frauen und
Mäd=
chen in Darmſtadt, dem Rabattſparverein und
Detailliſten=
verein in die Wege zu leiten.
Seitens des Miniſteriums des Innern war der
Handelskammer ein vertraulicher Entwurf einer
neuen Tabakzollordnung zur Aeußerung
zuge=
gangen. Nach Anhören der Intereſſenten wurde dem
Miniſterium mitgeteilt, daß der Entwurf im großen und
ganzen volle Zuſtimmung gefunden habe. Lediglich der
§ 21 möchte eine weitere Faſſung erhalten, um ſo den
Fabrikanten die Möglichkeit zu geben, auch einen großen
Poſten Tabak, der für ihn unbrauchbar ſei, weiter zu
ver=
kaufen, um ſich hierdurch vor Schaden zu bewahren.
Seitens des Reichsverſicherungsamtes war gewünſcht
worden, es möchten zu der Verſammlung, die über die
Satzung der für die
Detailhandelsbe=
triebe errrichteten Berufsgenoſſenſchaft
zu beſchließen hat, die Handelskammern und
kaufmänni=
ſchen Korporationen je einen dem verſicherungspflichtigen
dem Detailhandel angehörenden Abgeordneten entſenden.
Zu dieſer Sitzung, welche am 4. November d. J. in Berlin
ſtattfindet, iſt unſererſeits Herr Wilhelm Kalbfuß
dele=
giert worden.
An die Handelskammer iſt die Aufforderung ergangen
ſie möchte auf die Beſeitigung der den
Vieh=
handel ſtark ſchädigenden
ſeuchenpolizei=
lichen Vorſchriften im Großherzogtum
hin=
wirken. Die Handelskammer erklärte ſich hierzu bereit
und beſchloß, vor weiterer Verfolgung der Angelegenheit
noch einige notwendige Ermittelungen anzuſtellen.
Gemäß Aufforderung des Großh. Landgerichts der
Provinz Starkenburg wurden dem Landgericht 14 Herren
in Vorſchlag gebracht, welche zur Uebernahme des Amtes
als Handels= bezw. Ergänzungsrichter für
die Wahlperiode vom 1. Januar 1913 bis
31. Dezember 1915 geeignet erſcheinen.
Eine Umfrage des Deutſchen Handelstages bezüglich
des Verkaufs von Zichorie in beſtimmten
Gewichtseinheiten wurde unter eingehender
Dar=
legung des Sachverhalts dahin beantwortet, es liege
ſo=
wohl vom Standpunkte der Fabrikanten, wie auch von
demjenigen der Detailhändler aus kein Bedürfnis vor,
eine derartige Verordnung des Bundesrates
herbeizu=
führen.
Seitens der Handelskammer ſind wegen der aks
mangelhaft bekannten Telephonverbindungen
Darmſtadts mit Norddeutſchland (
ausgenom=
men Berlin, welches direkte Telephonverbindung beſitzt),
mit Rheinland=Weſtfalen, Sachſen und mit
Bayern eingehende Ermittelungen angeſtellt worden.
Auf Grund des uns zugegangenen umfaſſenden Materials
iſt eine Eingabe an das Kaiſerliche Reichspoſtamt mit
ent=
ſprechender Begründung abgegangen, in welcher um die
Schaffung direkter Telephonleitungen
Darmſtadt-Hamburg, Darmſtadt-Köln,
Darmſtadt-Leipzig und Darmſtadt-
Nürn=
berg erſucht wird. Der Kaiſerlichen Oberpoſtdirektion
Darmſtadt iſt eine Abſchrift dieſer Eingabe mit der Bitte
um tatkräftige Unterſtützung unſerer Wünſche überſandt
worden.
An der Sitzung des
Bezirkseiſenbahn=
rates in Frankfurt a. M. am 24. September
dieſes Jahres hat in Vertretung der Handelskammer Herr
Kommerzienrat Jacobi teilgenommen.
Auf Wunſch der Samenhandlungen und
Klenganſtal=
ten Darmſtadts iſt der Eiſenbahnverwaltung gegenüber
beantragt worden, es möchten großräumige
Wa=
gen für Kienäpfel geſtellt werden. Dies iſt
gegen=
wärtig auf Grund der Beſtimmungen des deutſchen
Güter=
tarifes nicht möglich. Seitens der Eiſenbahndirektion
Mainz wurde daraufhin zugeſagt, es würde ein Antrag
auf Beförderung von Kienäpfeln in offenen großräumigen
Wagen bei der zuſtändigen Tarifkommiſſion geſtellt
werden.
Im Intereſſe des Großhandels unſeres Bezirkes iſt
bei der Eiſenbahndirektion Mainz beantragt worden, es
möchten Sendungen nach Braunfels, Wetzlar
uſw. ſchneller als bisher befördert werden, da die Laufzeit
von Köln dorthin trotz der größeren Entfernung kürzer
ſei. Daraufhin ſind im Benehmen mit der
Eiſenbahn=
direktion Frankfurt a. M. ſeitens der Eiſenbahndirektion
Mainz Maßnahmen angeordnet worden, durch die
ermög=
licht wird, daß Frachtſtückgüter für Braunfels, Wetzlar
uſw. von Darmſtadt ſelbſt, wie von den Odenwaldſtrecken
in der Regel am zweiten Tag nach der Auflieferung auf
ihrem Beſtimmungsort eintreffen.
Auf eine Rundfrage des Deutſchen Handelstages iſt
der Eiſenbahndirektion Ludwigshafen Auskunft darüber
erteilt worden, daß unter einem Stück im
Weinhan=
del ein Faß von 1200 Liter Inhalt und unter Fuder
ein Faß von 1000 Liter Inhalt verſtanden wird. Im
Spiritus=Großhandel iſt jedoch die Bezeichnung
Stückfaß für ein Faß von 600 Kilogramm bezw. 600 Liter
zum Handelsgebrauch geworden. In Süddeutſchland
ver=
ſteht man jedoch in neuerer Zeit nebenher unter der
Be=
zeichnung ein Gebinde 600 Liter bezw. anſtatt
der Bezeichnung Stückfaß und unter ½ Gebinde 300 Liter
oder Kilogramm anſtatt ½ Stückfaß. Dies kommt daher,
daß die Stückfaßbezeichnung leicht zu irrigen Auffaſſungen
führen kann.
Dem Deutſchen Handelstage in Berlin iſt auf Grund
einer Umfrage mitgeteilt worden, daß auch für den
Han=
delskammerbezirk eine Anzahl von Fällen von
Waren=
beraubungen beiSendungen nach Rußland
vorlägen. Das diesbezügliche Material iſt dem
Handels=
tag übergeben worden.
Auf eine diesbezügliche Anfrage des Großh.
Eiſen=
bahnverkehrsamtes Darmſtadt erklärte ſich die
Handels=
kammer damit einverſtanden, daß künftighin für die
Ueberführung der Eiſenbahnpakete und
Expreßgüter von der Stadtannahmeſtelle
zum Hauptbahnhof eine Gebühr nach einer
gewiſſen Staffelung erhoben wird. Die Pakete bis zu
7 Kilogramm, welche die Mehrzahl der Sendungen
aus=
machen, bleiben auch künftighin gebührenfrei. Es erſcheint
jedoch gerechtfertigt, für die Beförderung der übrigen
Pakete eine gewiſſe Gebühr zu verlangen, da infolge des
vermehrten Zudranges zur Stadtannahmeſtelle der
be=
treffende Unternehmer gezwungen worden iſt, ſeinen
Fuhrpark zu vermehren, wodurch ihm vermehrte
Aus=
gaben erwachſen ſind.
Eil= und Frachtgüterbeförderung
nſerbiſchen Bahnen iſt vollſtändig
einge=
haben daher Reklamationen wegen
Frachtſend=
nach Serbien gegenwärtig keine Ausſicht auf Erfolg.
ngen, welche mit der Bahn oder mit dem Schiffe
Serbien bereits unterwegs ſind, ſind unter
Benach=
richtie ung der Beſteller ſofort im Einverſtändnis mit der
hetreffenden deutſchen Aufgabeſtation nach Semlin zu
dirigieren. Noch nicht zum Verſand gebrachte Sendungen
nach Serbien ſind zweckmäßigerweiſe im Einverſtändnis
mit den Beſtellern vorläufig mit dem Beſtimmungsorte
Semlin zu verſehen.
Der auch gegenwärtig wieder herrſchende
außerordent=
liche Wagenmangel wurde beſprochen und
beſchloſ=
ſen, ſowohl ſelbſtändig, wie im Verein mit dem Deutſchen
Handelstag alle möglichen Schritte zur Behebung dieſes
nunmehr alljährlich wiederkehrenden Uebelſtandes zu
unternehmen.
Da die Gepflogenheit, Teile der
Schiffsladun=
gendurch Ausſtellungſogenannter
Konnoſ=
ſementsteilſcheine zu veräußern, gegenwärtig
leicht verſchiedene Uebelſtände im Gefolge hat, wurde
be=
ſchloſſen, in Unterſtützung der Beſtrebungen der
Handels=
kammer zu Oldenburg den Deutſchen Handelstag zu
er=
ſuchen, er möchte dahin wirken, daß der
Konnoſſementsteil=
ſchein dem Konnoſſement geſetzlich gleichgeſtellt und die
Geſtalt der im Verkehr gebräuchlichen Teilſcheinformulare
einer ſorgfältigen Prüfung unterzogen wird.
Heſſiſche Flugſtudiengeſellſchaft und
Luftflottenverein.
St. Im Saale des Hotels „Zur Traube” veranſtaltete
geſtern die Heſſiſche Flugſtudiengeſellſchaft in Verbindung
mit dem Luftflottenverein einen Vortragsabend, der die
Intereſſenten und die Oeffentlichkeit mit einem neuen
Luftſchifftyp bekannt machen ſollte. Erſter Redner war
Herr Syndikus Roer, der ſich zunächſt im allgemeinen
über die wirtſchaftliche Seite des Luftſchiffbaues
ver=
breitete. Redner ſtellte zunächſt feſt, daß die meiſten
Er=
findungen, auch die aus dem Auslande zu uns kommen, von
Deutſchen gemacht worden ſind, ſo auch das Luftſchiff,
der Flugapparat und die Turbine uſw. Er ging dann
auf ſein eigentliches Thema ein. Das Lenkluftſchiff wird
zweifellos berufen ſein, ein Verkehrsmittel zu werden,
und zwar insbeſondere zur ſchnellen Beförderung der
Briefpoſten. Seine Beſtimmung wird in der nächſten
Zu=
kunft ſicher ſein, in erſter Linie der Dampfſchiffahrt
Kon=
kurrenz zu machen, und endlich wird das Luftſchiff
be=
rufen ſein, in bekannten und unbekannten Ländern
photo=
graphiſche Aufnahmen zu machen und ein beſonders
wert=
volles Kartenmaterial zu liefern. Die geniale Erfindung
des Grafen Zeppelin iſt noch unendlich ausbaufähig,
wie jede große, neue Erfindung im Laufe der Zeit
aus=
gebaut und vollendet wurde. Das neue Luftſchiff, von
dem heute die Rede iſt, und das eine ſolche Vollendung
des Zeppelinſchiffes darſtellt, iſt gewiſſermaßen das
Ei des Kolumbus. Es ſoll ganz beſonders die
Sicher=
eit in weiteſtem Maße erhöhen, was dadurch erreicht
wird, daß das Luftſchiff anſtatt der länglich runden, eine
flache, unten platte längliche Form erhält, und ſo dem
Seitenwind, dieſem gefährlichſten Feind des Luftſchiffes,
keine Angriffsfläche bietet. Gleichzeitig kann der
Luft=
ſchiffkörper bei Unfällen auf See als Luftfloß dienen. Es
beſteht die Abſicht, in Darmſtadt eine
Luft=
ſchiffbauwerft zu errichten, die das von Herrn
Ing. Buchner erfundene Luftſchiff bauen ſoll. Um
ber dieſes Unternehmen, das finanziell ſchon
ge=
ſichert ſein ſoll, wirtſchaftlich zu geſtalten, ſoll
gleichzeitig der Bau von Flugapparaten aufgenommen
werden nach dem Syſtem „Kondor” einem
vielver=
ſprechenden Doppeldecker, deſſen erſter Apparat nächſtens
auf dem Luftweg nach Darmſtadt gebracht werden ſoll.
Hier gilt es vor allem, das ideelle Intereſſe zu erwecken,
und für den Bau einer Luftſchiffhalle zu propagieren.
Herr Zivilingenieur Vorreiter verbreitete ſich
ſo=
dann über die Technik des neuen Luftſchiffes. Es iſt das
eine Vereinigung von Starrluftſchiff mit
Prallluft=
ſchiff. Die Form iſt abgeplattet, ſieht wie ein Drachen
oder ein Fiſch aus. Der Durchſchnitt iſt linſenförmig.
Der Luftſchiffkörper hat im Innern eine Verſpannung
von Drahtſeilen, die genau ſo wirken und konſtruiert ſind,
wie die Speichen in einem Fahrrad Das Geſamtgewicht
der Hülle, die infolge ihrer einem großen Druck
ausgeſetz=
en großen Oberfläche ſehr ſtark ſein muß, iſt im
Verhält=
nis das gleiche wie bei Parſevalſchiffen. Der äußere
Rand, die Felge, hat, wie alle Verbindungen an dem
Luftſchiff, eine Dreieckform. Die Propeller können an dem
Luftſchiffkörper angebracht werden, wie beim Zeppelin,
doch können die Propeller, was beſonders bei kleinen
Luft=
ſchiffen vorteilhaft ſein wird, auch an der, Gondel
ange=
bracht werden. Daß das Luftſchiff Buchners auch in
klei=
en Dimenſionen gebaut werden kann, iſt ein beſonderer
Vorzug gegenüber dem an die Größe gebundenen
Zeppe=
lin=Luftſchiff. Alle Steuerungen ſind auch an dem Gerüſt
angebracht, ſie ſind alle doppelt vorgeſehen, die
Höhen=
ſteuer vorn und hinten. die Seitenſteuer ermöglichen auch
ein Korrigieren ſeitlicher Stellungen des Ballonkörpers.
Durch ſeine Drachenform kann die dynamiſche
Auftrieb=
kraft aufs beſte ausgenutzt werden, und ſie ermöglicht dem
Zallon auch noch, wenn er ſchwerer iſt als die Luft, alſo
wenn ſein Gas entwichen iſt, ſich, gleich einem
Flug=
pparat, in der Luft zu halten, wenn ſeine Motoren in
Kraft ſind. Die Gondel iſt gleich der der Parſevalſchiffe,
doch weiſt ſie vielfache Verbeſſerungen auf, die die
Be=
triebs= und Exploſionsſicherheit erhöhen ſollen. Der
Luftſchiffkörper kann Ballonets aufnehmen, kann aber auch
ohne ſolche fahren. — An einem ſehr inſtruktiven Modell
zeigte Redner des näheren die Vorteile der Konſtruktion
des neuen Syſtems. Der Vortrag, dem auch Profeſſoren
und viele Offiziere beiwohnten, fand lebhaften Beifall.
Luftfahrt.
H. B. Berlin, 7 Nov. Heute vormittag 10 Uhr
30 Minuten ſtieg das Militärluftſchiff „L. 1” von
Johannisthal zu einer längeren Uebungsfahrt auf,
die ſich bis nach Magdeburg erſtrecken ſollte. Wegen
dichten Nebels in den höheren Luftſchichten ſah ſich aber
der Führer des Luftkreuzers, Kapitänleutnant Hanne,
genötigt, über Potsdam die Weiterfahrt nach Magdeburg
aufzugeben. Der „L. 1‟ kreuzte längere Zeit über
Ber=
lin und landete um 2 Uhr glatt vor der Johannisthaler
Halle.
* Heidelberg, 7. Nov. Um 2 Uhr 30 Minuten
nachmittags landete auf dem hieſigen Exerzierplatz auf
ſeinem Albatros=Zweidecker der gegenwärtig bei der
Straßburger Fliegertruppe befindliche Leutnant
Wede=
meyer, der vormittags in Straßburg aufgeſtiegen war
und in Karlsruhe eine Zwiſchenlandung vorgenommen
hatte. Der Flieger, der unterwegs mit böigen Winden
zu kämpfen hatte, gedenkt morgen früh zurückzufliegen.
* Mannheim, 7. Nov. Das Luftſchiff Schütte=
Lanz” unternahm heute nachmittag eine
Werkſtätten=
fahrt bis Heidelberg. Nach zweiſtündiger Fahrt erfolgte
um 5 Uhr 8 Minuten die glatte Landung vor der hieſigen
Luftſchiffhalle.
* Halberſtadt 6. Nov. Zu dem
Flieger=
unglück wird noch mitgeteilt: Der eine der
Abgeſtürz=
ten, Ingenieur Meyer, erlitt einen Genickbruch und
war ſofort tot. Leutnant Altrichter wurde mit
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Nummer 264.
ſchweren Verletzungen in das hieſige Krankenhaus
ge=
bracht, wo er bald darauf verſtarb. In hieſigen
Flieger=
kreiſen erzählt man, daß der Doppeldecker einen ſchlechten
Motor gehabt habe. Trotzdem ſeien die Flieger
aufge=
ſtiegen. Augenzeugen berichten, daß das Flugzeug aus
einer Höhe von 40 Meter plötzlich ſenkrecht herabſtürzte.
Andere Augenzeugen berichten, daß in dieſer Höhe eine
Rauchwolke aus dem Motor geſchlagen ſei, weshalb man
auf eine Exploſion des Motors ſchließen könne.
Schlußfeier der Eugen Bracht=Ausſtellung.
St. Darmſtadt, 8. November.
Im Hotel „Zur Traube” fand geſtern abend eine
in=
terne Feier aus Anlaß des Schluſſes der Eugen=Bracht=
Ausſtellung ſtatt, an der die Herren des Ehrenausſchuſſes,
des Arbeitsausſchuſſes, Vertreter der Stadt, der
Freien Vereinigung Darmſtädter Künſtler und Herr
Ge=
heimrat Eugen Bracht teilnahmen. Der kleine
grüne Saal des Hotels war reizvoll mit Blumen
ge=
ſchmückt. Während des Feſtmahles brachte den erſten
Trinkfpruch Herr
Bürgermeiſter Mueller
aus.
Bürgermeiſter Mueller begrüßte namens des
Ar=
beitsausſchuſſes die erſchienenen Gäſte, insbeſondere Herrn
Geheimerat Bracht, und fuhr dann fort:
Es iſt kaum drei Monate her, da wir uns im engeren
Kreiſe in dieſen Räumen vereinigt hatten, um im
An=
ſchluß an die Eröffnung der Ausſtellung einen Rückblick
zu werfen auf die mühevollen Vorbereitungen und einen
Ausblick zu tun auf den Verlauf und das Ergebnis
un=
ſeres Unternehmens. „Ausblick” iſt ein kühnes Wort.
Wer vermag mit ſicherem Blick die Zukunft zu ergründen?
Aber unſer Werk war kein Würfelſpiel, wohlgerüſtet
griffen wir es an, und ſo konnten wir auf ein Gelingen
wohl vertrauen. Wie es in ſolchen Dingen üblich und
notwendig iſt, hatten wir zwei Voranſchläge aufgeſtellt,
einen ideellen und einen realen oder zu deutſch: einen
künſtleriſchen und einen wirtſchaftlichen. An einem
künſt=
leriſchen Erfolg des Unternehmens war ja von vornherein
nicht zu zweifeln. Zum erſten Male wurde hier dank der
weitſchauenden Initiative der Freien Vereinigung
Darm=
ſtädter Künſtler und ihres verdienten Vorſitzenden,
Pro=
feſſor Beyer, der Werdegang und die ganze
Schaffens=
geſchichte eines Meiſters gezeigt, der keine Propaganda
mehr braucht, deſſen Namen und Taten längſt mit
un=
vergänglichen Lettern eingetragen ſind in dem goldenen
Buch der Geſchichte unſerer äſthetiſchen Kultur.
Daß dieſe Schau das lebhafteſte Intereſſe der
Kunſt=
freunde und der Künſtlerſchaft und bei der Popularität
des Namens Bracht auch eines weiteren Publikums wecken
mußte, war klar, und es war darum kein Leichtſinn, wenn
wir dieſe Erwägung auch in unſer wirtſchaftliches
Budget als Einnahmepoſten ſtellten und es damit
balancierten. Der glänzende Erfolg hat uns Recht
ge=
geben. Immerhin waren wir angeſichts der Kürze der
Ausſtellung und ihres ſpäten Beginns Realpolitiker
ge=
nug, um mit der Möglichkeit eines Defizits zu rechnen.
In unſerem Rundſchreiben wegen Aufbringung der
Ga=
rantieſumme iſt das auch ausdrücklich hervorgehoben
worden. Um ſo anerkennenswerter iſt die
Opferfreudig=
keit zahlreicher Mitbürger unſerer Stadt, und namentlich
diejenige der Großherzoglichen Regierung, der
Kreis=
behörde und der Stadt Darmſtadt, nicht zuletzt auch
die=
jenige des Herrn Geheimerats Bracht ſelbſt, der den hohen
Anteil von 15 Prozent der Bilderverkaufsſumme der
Ge=
ſchäftsleitung zur Verfügung geſtellt hat. Gerade er hat
damit auch einen erheblichen Anteil der Koſten der
Aus=
ſtellung ſelbſt beſtritten und ſomit dazu beigetragen, daß
die gebotenen Garantien nicht in Anſpruch genommen zu
werden brauchen. Ihm nochmals in dieſer Stunde
herz=
lichſt insbeſondere auch dafür zu danken, daß er der
Ge=
ſchichte der Darmſtädter Kunſtpflege ein ſo wertvolles
Blatt eingefügt hat, iſt der Auftrag, deſſen ich mich im
Namen des Arbeitsausſchuſſes hierdurch in freudiger
Bewegung entledige. Nicht minder aufrichtig und
herz=
lich iſt der Dank, den wir der Großherzoglichen
Regier=
ung, der Regierung des Kreiſes, der Stadt Darmſtadt und
allen Garantiezeichnern, den wir vor allem auch der Preſſe
ſchulden, die — ſelbſt von edler Begeiſterung beſeelt —
überall das Intereſſe für unſere Ausſtellung wachzurufen
und zu erhalten verſtanden hat. Ich denke dabei auch an
die Fachpreſſe, beſonders die „Deutſche Kunſt und
Deko=
ration” des Herrn Hofrat Koch, und an die Artikel des
Herrn Profeſſor Biermann. Für die Stadt
Darm=
ſtadt, die uns auch das Ausſtellungsgebäude überlaſſen
hat und die ja als der eigentliche Mittelpunkt und
Namen=
geber aller künſtleriſchen Gedanken und Beſtrebungen
er=
ſcheint, die hier verwirklicht werden, für die Stadt
Darm=
ſtadt haben wir beſchloſſen, unſerem Dank in einer
beſon=
deren Weiſe Ausdruck zu geben.
Wir haben einen nicht unerheblichen Teil des
Ueber=
ſchuſſes dazu verwandt, um eine der ſchönſten und
wert=
vollſten Schövfungen des Meiſters aus neueſter Zeit als
Geſchenk für die Stadt zu erwerben wobei uns
„Geheimerat Bracht durch einen Nachlaß in Höhe der
vollen Hälfte des Erwerbspreiſes unterſtützt hat. Ihn
leitete dabei in gleicher Weiſe wie uns das Bedürfnis,
auch ſeinerſeits der Stadt ſeinen Dank zum Ausdruck zu
bringen. Ich erlaube mir, Ihnen, hochverehrter Herr
Oberbürgermeiſter, als den Vertreter der Stadt, dieſes
Gemälde namens des Herrn Geheimerats Bracht und
namens des Arbeitsausſchuſſes hiermit zu überreichen.
Der Reſt des Ueberſchuſſes, der dann überſchläglich
noch rund 5000 Mark beträgt, ſoll die Grundlage eines
Fonds bilden, der für künftige hieſige Ausſtellungen auf
dem Gebiete der freien Kunſt in ihrem weiteſten Umfange
garantieweiſe zur Verfügung geſtellt werden und damit
ihr Zuſtandekommen erleichtern helfen ſoll. Vorzugsweiſe
ſollen dabei die Ausſtellungen der Freien Vereinigung
Darmſtädter Künſtler berückſichtigt werden, der ja die
Eugen Bracht=Ausſtellung und damit indirekt auch dieſer
Ueberſchuß zu danken iſt Zu Ehren des Meiſters haben
wir beſchloſſen, dieſem Fonds die Bezeichnung „Eugen
Bracht=Stiftung” zu geben. Ueber ſeine
Verwen=
dung ſoll jeweils ein Kuratorium entſcheiden, dem die
Herren Profeſſor Beyer, Maler Altheim. Finanzrat
Em=
merling, Buchdruckereibeſitzer Rudolf Wittich und ich
an=
gehören.
So darf ich ſchließen mit dem Wunſche, daß der Herbſt
des Jahres 1912 ein neuer Ausgangsvunkt zur Förderung
edler Kunſtbeſtrebungen in unſerer Stadt werden und
ſo=
mit dazu beitragen möge, ihren künſtleriſchen Namen aufs
Neue zu befeſtigen und zu verbreiten. Eugen Bracht aber,
dem 70jährigen Manne mit der Schaffenskraft und dem
Idealismus des himmelſtürmenden Jünglings, darf ich
Sie bitten, ein kräftiges Hoch zu weihen! (Lebhafter Beifall.)
Im Anſchluß daran wurde das im Saale inmitten
einer Pflanzendekoration aufgeſtellte Bild, das der
Stadt geſchenkt wird, enthüllt. Es iſt eine wunder=
bare, große Herbſtlandſchaft aus der Umgebung
Darm=
ſtadts, aus der Faſanerie in der Gegend des
Georgen=
brunnens.
Profeſſor Adolf Beyer
führte etwa folgendes aus: Als wir ſeinerzeit den Plan
faßten, unſerem Ehrenmitgliede eine große Ausſtellung
ſeiner Werke zu veranſtalten, waren wir uns ſehr wohl
bewußt, daß wohl ſchwerlich in Deutſchland ein zweiter
Meiſter zu finden ſei, der hier in Darmſtadt in gleicher
Weiſe die ganze Sympathie der Bevölkerung genießen
würde, wie Eugen Bracht. Es war aber weiter noch
unſer Wunſch, daß wir durch dieſe Veranſtaltung dazu
beitragen möchten, daß unſer Meiſter eine richtigere
Ein=
ſchätzung fände, als ſeither. Ich möchte beiſpielsweiſe
nur daran erinnern, daß Richard Muther in ſeiner
Ge=
ſchichte der Modernen Malerei den Meiſter nur als
Orientmaler charakteriſierte. Wie war das
mög=
lich? Hatte der Meiſter doch vor ſeiner erſten
Orientreiſe Werke geſchaffen wie die
wunder=
vollen Waldbilder (Schwanheim), die zahlreichen
Heidebilder, die Bilder von Rügen! Die Antwort auf
dieſe Frage iſt ſehr einfach, man kannte dieſe
Frühwerke nicht. Die Bilder hatten bei ihrem
erſten Erſcheinen ſtarken Erfolg und gingen gleich in
Privatbeſitz über, die jüngere Generation hatte keine
Ge=
legenheit gehabt, die Werke zu ſehen. Wenn es uns
auch nicht gelungen iſt, alle Hauptwerke aus der Frühzeit
hier zu vereinigen, ſo haben wir doch eine ſtattliche Zahl
derſelben hier ſehen können. Wenn wir uns die Frage
ſtellen, ob wir auch dieſen Teil unſerer Aufgabe gelöſt
haben, ſo hoffe ich, dieſe Frage mit Ja beantworten zu
dürfen. Aus zahlreichen Preßſtimmen aus Deutſchland
konnten wir mit Freude entnehmen, daß man gerade dieſe
frühen Bilder, die vielfach der Zeitanſchauung weit
vor=
aus waren, richtig einſchätzte und erkannte, daß wir auch
ſchon in den 60er und 70er Jahren in Eugen Bracht einen
der erſten deutſchen Landſchaftsmaler zu erkennen haben.
Der Begeiſterung des Arbeitsausſchuſſes der Ausſtellung
für den Meiſter verdankt auch der Katalog ſeine
Geſtal=
tung; er wurde zu einer Feſtſchrift erweitert und konnte
ſo ein Dokument der Kunſt des Meiſters werden.
Waren wir uns nun über die künſtleriſche Bedeutung
der Ausſtellung durchaus klar, ſo kann ich mit beſonderer
Freude konſtatieren, daß eine Reihe von günſtigen
Um=
ſtänden zuſammenkamen, die auch einen materiellen
Er=
folg der Veranſtaltung verbürgten Vor allem gedenke ich
der Stadtbehörde, die uns für die Sitzungen des
Arbeits=
ausſchuſſes nicht nur ihr Dach bot, ſondern auch das
ſtädtiſche Ausſtellungsgebäude frei zur Verfügung ſtellte
und das Unternehmen in jeder Weiſe förderte. Mit
Freude denken wir daran, daß unſer verehrter Herr
Oberbürgermeiſter, ein echter Kunſtfreund iſt.
Das=
ſelbe wiſſen wir aber auch von Herrn Bürgermeiſter
Mueller, der auch in dieſem Jahre wieder den Vorſitz des
Arbeitsausſchuſſes übernommen hat. Ich glaube nicht
fehl zu gehen, wenn ich ſage, daß wir alle vom
Arbeits=
ausſchuß den Eindruck erhalten haben, daß unſerem
ver=
ehrten Vorſitzenden die Kunſtpflege eine Herzensſache iſt.
Wie der Arbeitsausſchuß ſtets arbeitsfreudig war, ſo
muß ich hier noch beſonders eines Mannes gedenken, der
vom Anfang bis zum Schluß in gleicher Weiſe ſeine ganze
Kraft in den Dienſt der guten Sache geſtellt hatte und
ganz außerordentlich zum Gelingen des Werkes beitrug:
das iſt unſer unermüdlicher Geſchäftsführer Herr Dr.
Winkelmann. Ihm ſchulden wir großen Dank. In
außerordentlich dankenswerter Weiſe hat auch Herr
Sekretär Kraeckmann die Geſchäftsleitung unterſtützt;
wir bitten auch ihn unſeren aufrichtigen Dank
entgegen=
zunehmen.
Wir haben auch in dieſem Jahre wieder erkannt, wie
außerordentlich wertvoll für unſere Kunſt die Förderung
und das warme Intereſſe unſerer ſtädtiſchen Behörden iſt.
Wir hoffen und wünſchen, daß dies immer ſo bleiben
möge, wir hoffen, daß unſere liebe Stadt Darmſtadt auch
als Kunſtſtadt wachſe und blühe. Darauf bitte ich Sie,
mit mir anzuſtoßen. Die Stadt Darmſtadt, ſie lebe hoch
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
ſprach als nächſter Redner dem Herrn Geheimerat Bracht,
ſowie den beiden Vorrednern und dem Ausſchuß für die
wertvolle Stiftung den herzlichſten Dank der
Stadtver=
waltung aus. Wenn die Ausſtellung, deren künſtleriſches
Ergebnis niemals in Zweifel gezogen werden konnte
auch finanziell ſo vorteilhaft abſchließen konnte, ſo ſei das
in erſter Linie zu danken dem ſehr eifrigen
Arbeitsaus=
ſchuß und ganz beſonders Herrn Bürgermeiſter
Muel=
ler, der ja längſt ſeinen Befähigungsnachweis erbracht
hat, Ausſtellungen vorzubereiten und leiten zu helfen.
Auch die Hängekommiſſion hat ſich beſondere Verdienſte
erworben, und in dieſer neben Herrn Geheimerat Bracht
ſelbſt, vor allem Herr Finanzrat Emmerling, der
wochenlang emſig und unermüdlich gearbeitet hat, um
jedem Bild den Platz zu geben, den ſeine künſtleriſche
Be=
ſtimmung erfordert. Beſonders herzlich ſei natürlich zu
danken für die Stiftung des wunderbaren Gemäldes, das
den Namen Eugen Bracht, wenn dies noch nicht ohnehin
ſchon der Fall war, untrennbar mit der Stadt Darmſtadt
verbunden hat. Redner ſchloß mit einem Wohltrunk auf
die Herren Bürgermeiſter Mueller, Geheimerat Bracht
und den Arbeitsausſchuß.
Geheimerat Eugen Bracht
erinnerte zunächſt an den Abend vor dreieinhalb Monaten,
als die Ausſtellung eröffnet wurde. Er habe damals von
dem Siegeslauf geſprochen, den die neue Architektur über
die Welt angetreten, erſt von Süddeutſchland aus. Er
habe dabei den Namen Wallot erwähnt, dem man nun
heute zu gleicher Stunde in Dresden eine
Totengedächtnis=
feier veranſtaltet. Sein Gedenken ſei auch hier und in
dieſer Stunde geehrt. — Daß der wirtſchaftliche Erfolg
der Ausſtellung ſo gut war, habe niemand mehr
über=
raſcht, als ihn ſelbſt. Es iſt dieſer Erfolg einfach dem
Glücksſtern zu danken, der ſämtliche Seiten der
Vorbe=
reitungsarbeiten zum Guten ausſchlagen ließ. Das war
zuerſt die Verarbeitung eines neidloſen lieben Kollegen,
wie Profeſſor Beyer es war, dann der Wagemut des
Herrn Bürgermeiſters Mueller, und drittens, um
chronologiſch vorzugehen, die Fürſorge und das
Protek=
torat des Großherzogs. Der vierte Punkt war der
ſelten ſchöne und glänzend paſſende Ausſtellungsraum.
— Ehre ſeinem Schöpfer Olbrich. — Der fünfte Punkt
war der Arbeitsausſchuß, der geradezu mit Begeiſterung
gearbeitet hat, der ſechſte der unermüdliche Geſchäftsleiter,
der ſiebente Punkt endlich war die Aufnahme der
Aus=
ſtellung beim Publikum, das die Ausſtellung
gewiſſer=
maßen als eine eigene, eine Darmſtädter Angelegenheit,
betrachtete. Es trat weiter hinzu die Arbeit des Herrn
Profeſſor Dr. Biermann, deſſen Artikel ſtets das
Rich=
tige getroffen haben. Die weiteren Ausführungen des
Redners brachten feſſelnde und intereſſante Mitteilungen
aus ſeinem Lebensgange und aus ſeiner künſtleriſchen
Entwickelung. Er erzählte von den Kämpfen, die er durch=
zumachen hatte, mit der Erkenntnis, daß das neue, das
da mehrfach in ſeinen künſtleriſchen Modegang trat, auch
Berechtigung hatte, dann, wie er oftmals von vorn
an=
fangen mußte, um die neuen Wege zum Ziele wandeln
zu können. Seine Rede ſchloß mit herzlichen
Dankes=
worten und mit den beſten Wünſchen für die weitere
Ent=
wicklung und das fernere Blühen der Freien Vereinigung
Darmſtädter Künſtler, der er ein dreifaches Hoch brachter
Dr. Oſann:
Herr Geheimrat Bracht habe nicht nur ſeinen Dank
ausgeſprochen für die Aufnahme ſeiner Kunſt in
Darm=
ſtadt, ſondern er habe weit mehr als das, er habe einen
Blick auf den Gang ſeines Lebens und die Entwicklung
ſeiner Kunſt gegeben. Von beſonderem Intereſſe war es
dabei, zu hören, wie die Gattin des Künſtlers an ſeinem
Kunſtſchaffen ſo lebhaften und verſtändnisvollen Anteil
genommen. Gerade bei einem Künſtler kann ja die
Mitarbeit und der Einfluß der Frau von ganz
außer=
ordentlichem Wert ſein. Wenn man die Fülle der
köſt=
lichen Landſchaften geſehen hat in der Ausſtellung, in
ihrer Verſchiedenheit und in ihrem reichen Inhalt, ſo
könnte man denken, daß ein Künſtler ſeine Frau vor
ſeine Werke führt und ſie fragt, was ihr gefällt an dem
Werke und was ihr nicht gefällt. So empfindet wohl
noch mehr wie ein anderer der Künſtler den
Wert ſeiner Frau. Wenn nun die Frauen heute abend
von dieſer Schlußfeier ausgeſchloſſen ſind, vielleicht in
einem Widerſpruch der Emanzipation, ſo ſoll doch die
Ge=
legenheit nicht verpaßt ſein, der Gattin des Künſtlers,
Frau Geheimerat Bracht, zu gedenken. Auch ihr
ein dreifaches Hoch!
Die Reihe der Trinkſprüche war damit geſchloſſen. Die
Feier verlief im übrigen recht animiert und in
anregen=
dem Gedankenaustauſch.
Sport.
— Schachmeiſter Koſtrié=Peſt in Darmſtadt. Im Hotel
„Prinz Karl” woſelbſt der hieſige Schachklub ſein
Vereinslokal hat, gewann durch freundſchaftliche
Be=
ziehungen der Klub den Meiſter zu einer Simultanpartie.
Koſtrié ſpielte zu gleicher Zeit gegen 11 gute Spieler, er
gewann ſieben Partien und verlor vier. Mit welcher
Ruhe und Sicherheit der Meiſter ſpielte, war geradezu
bewunderswert. Man ſah auch, daß ſich im Darmſtädter
Schachllub ein ſehr lebhaftes Intereſſe für den Meiſter
ge=
zeigt hat dadurch, daß die Spielſtärke bedeutend
zugenom=
men und der Klub immer weitere Kreiſe für das
Schach=
ſpiel intereſſiert. Möge die Anregung des Meiſters, der
bereits in Frankfurt a. M., Hamburg und Süd=Amerika
zu weiteren Spielen verpflichtet iſt, einſchlagen, in dem
ſich dem edlen Schachſpiel (Moltkes Lieblingsſpiel) neue
Kräfte widmen, damit nach drei Jahren bei der Rückkehr
des Meiſters, ihm eine Schar geübter Spieler die Spitze
bieten. Das „Schach=Heil!” und die beſten Wünſche
mö=
gen den tüchtigen Meiſter uns geſund wieder bringen.
Erdbeben.
2. Erdbebenwarte Darmſtadt=
Jugen=
heim, 7. Nov. Heute, 7. November, früh gegen ½9 Uhr,
mitteleuropäiſche Zeit, fand auf der Halbinſel
Alaska in 9000 Kilometer Entfernung ein ſtärkeres
Erdbeben ſtatt, das hier von 8 Uhr 51 Minuten 41=
Sekunden an 2½ Stunde lang geſpürt wurde.
Nachmit=
tags gegen 6½ Uhr folgte ein ſchwaches Nachbeben.
* Heidelberg, 7. Nov. Der Seismograph der
Königſtuhlſternwarte verzeichnete heute vormittag ein
Fernbeben von etwag8000 Kilometer Herddiſtanz.
Das erſte Vorbeben ſetzte um 8,52 Uhr ein. Die
Maximal=
ausſchläge erfolgten kurz nach 9 Uhr.
* Stuttgart, 7. Nov. Heute vormittag wurde
von der Erdbebenwarte Hohenheim ein
Fern=
beben in einer Entfernung von etwa 8000 Kilometer
verzeichnet. Die erſten Aufſchläge erfolgten um 8,52 Uhr.
Die ſtärkſten Erſchütterungen kamen nach 9 Uhr.
Der Balkankrieg.
Zur Lage.
) Die Pforte hat ihrer erſten
Friedensvermittel=
ings=Aktion raſch eine zweite folgen laſſen. Sie wurde
hierzu infolge der Ablehnung genötigt, auf die ſie mit
ihrem erſten Schritt bei Frankreich geſtoßen war. Dieſe
Ablehnung erſcheint heute in milderem Licht weil es eine
Tatſache iſt, daß die Pforte, bei den verſchiedenen
Ka=
binetten ihr Vermittelungsgeſuch in verſchiedene Formen
kleidend, von Frankreich eine Art Intervention erbeten
at. Wenn ſich die Pforte verſprochen hätte, durch ein
Diplomatiſieren ſolcher Art Erfolge zu erzielen, ſo wäre
ie inzwiſchen eines Beſſeren belehrt worden. Denn ſind
uf Grund des türkiſchen Schachzuges auch in der
inter=
nationalen Preſſe Gegenſätze hervorgetreten: zu
Ungun=
ſten des Balkanbundes hat jener Schachzug nicht gewirkt.
Vielmehr iſt durch die Erklärung Sir Greys im
Unter=
hauſe, ſowie durch eine halbamtliche Berliner Mitteilung
bekannt geworden, daß die Mächte nicht daran denken,
dem Balkanbunde ihre Vermittelung aufzuzwingen.
Infolgedeſſen iſt es auch keineswegs ſicher, daß die
zweite Friedensvermittelungs=Aktion der Pforte ohne
weiteres Erfolg hat. Denn einmal muß es als
zweifel=
haft gelten, ob der Balkanbund die von der Türkei erbetene
Kollektivvermittelung der Mächte annimmt, bevor die
Schlacht an der Tſchataldſcha=Stellung geſchlagen iſt, ſowie
Adrianopel, Saloniki, Monaſtir und Skutari ſich ergeben
haben. Zum zweiten aber laſſen die über die Stimmung
des Balkanbundes vorliegenden Meldungen eckennen, daß,
abgeſehen von ſeinem Beſtreben, möglichſt viel türkiſches
Gebiet zu beſetzen, das Verlangen nach Kenntnis der
wich=
tigſten Friedensbedingungen wohl erfüllt ſein muß, ehe
der Balkanbund die Vermittelung der Mächte annimmt.
Darf alſo nach der grundſätzlichen Zuſtimmung
Frank=
reichs zu Verhandlungen über das neue türkiſche Geſuch
und nach der — wenngleich verklauſulierten —
Zuſtimm=
ung Rußlands einſtweilen angenommen werden, daß die
Mächte dem Vermittelungsgedanken auch fernerhin
wohl=
wollend gegenüberſtehen, ſo dürfte ſeine praktiſche
Durch=
führung doch noch auf ſich warten laſſen.
Für die Möglichkeit eines einmütigen
Zuſazmen=
wirkens der Mächte liegen augenblicklich einige günſtige
Anzeichen vor. Graf Berchtold hat vor den Delegationen
mit großer Mäßigung geſprochen, und beim Empfang der
Delegationen iſt ſowohl vom Kaiſer Franz Joſef wie von
den Delegationsmitgliedern jede Aeußerung vermieden
worden, die als eine Abkehr Oeſterreich=Ungarns von der
Geneigtheit, mit dem Balkanbund ein Kompromiß zu
ſchließen, gedeutet werden könnte. Andererſeits haben
die Times. vermutlich als Stimme des Londoner
Ka=
binetts, das beſondere Intereſſe der Donaumonarchie am
Balkanproblem nachdrücklich anerkannt. Dürfte hieraus
gefolgert werden, daß Großbritannien ſeinen Einfluß zur
Erfüllung berechtigter Anſprüche Oeſterreich=Ungarns mitt
Nümmer 364.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Seite 7.
in die Wagſchale werfen will, dann wäre der Herſtellung
des europäiſchen Konzerts erſprießlich vorgearbeitet.
* Paris, 7. Nov. Dem Petit Pariſien wird aus
angeblich ausgezeichneter Quelle aus Belgrad gemeldet,
der ſerbiſche Miniſterrat habe beſchloſſen, die
offi=
ziöſe Warnung der Wiener Regierung, daß
Ser=
bien ſich jeder militäriſchen Operation in Weſtalbanien
enthalten möge, nicht zu beachten. In Belgrader
diploma=
tiſchen Kreiſen ſei man der Anſicht, daß die öſterreichiſche
Regeerung ſich nicht bloß mit Serbien direkt verſtändigen
wolle, man glaubt auch, daß ſie mit Bulgarien und
Grie=
chenland Beſprechungen angeknüpft habe und man frage
ſich, ob Oeſterreich nicht verſuchen werde, die
Balkan=
ſtaaten zu trennen.
Vom öſtlichen Kriegsſchauplatze.
Türkiſche Meldungen.
* Konſtantinopel 6. Nov. Die türkiſchen
Blätter veröffentlichen Telegramme ihrer
Korreſpon=
denten aus Adrianopel über den Kampf am Gürtel
von Adrianopel. Die Bulgaren erlitten dabei
große Verluſte, namentlich in der Umgebung von
Kujunli, Ekmekiſchikoei und Kadinkoei. In dem Kampf
am 31. Oktober bei Akbunar erbeuteten die Türken 48
Wagen mit Munition. Ein bulgariſches Bataillon wurde
gänzlich vernichtet. Die türkiſche Artillerie zerſtörte einen
bulgariſchen Transport von Lebensmitteln. Am 31.
Ok=
tober warf ein bulgariſcher Flieger ein Schriftſtück in die
Stadt, in dem geſagt wurde, daß nach dem Fall von Kirk=
Kiliſſe der Widerſtand der Garniſon von Adrianopel
un=
nütz ſei. Sie ſolle kapitulieren. Der Kommandant von
Adrianopel veröffentlichte darauf eine Proklamation, in
der er ausführte, man dürfe dem bulgariſchen Schriftſtück
keinen Glauben ſchenken. Adrianopel könne ſich gegen
10000 Kanonen und Hunderttauſende von Soldaten
hal=
ten Die Regierung fordere nur die Bevölkerung auf,
Ruhe zu bewahren. — Zwei ottomaniſche Soldaten
bul=
gariſcher Nationalität wurden als Spione entlarvt. Sie
ſind gehenkt worden. — Ungefähr 300 Dörfer des Vilajets
Adrianopel ſind von ihren Bewohnern geräumt worden.
* Konſtantinopel, 7. Nov. Nach Meldſingen
türkiſcher Blätter aus Adrianopel erlitten die
Bul=
garen im Kampfe in dem Gürtel um Adrianopel große
Verluſte. Der Kommandant von Adrianopel erklärte,
die Stadt gegen 10000 Kanonen und hunderttauſende
von Soldaten halten zu können, wenn nur die
Bevölke=
rung ruhig bleibt.
Bulgariſche Meldungen.
* Sofia, 6. Nov. Dem Blatt Mir zufolge endigte
die Schlacht, welche die Türken mit ihren
Haupt=
kräften unter dem Kommando des Kriegsminiſters Nazim
Paſcha auf der Linie Sarai=Tſchorlu angenommen hatten,
mit einer vollſtändigen Niederlage der
Tür=
ken. Die bulgariſchen Truppen haben einen neuen
glän=
zenden Sieg davongetragen und dem Feinde Verluſte
zu=
gefügt, die doppelt ſo groß ſind als die bei Lüle=Burgas.
Die geſchlagene Armee befindet ſich in voller Unordnung
auf der Flucht nach Tſchataldſcha. Sie wird von den
Bul=
garen verfolgt. Die Zahl der bei Lüle=Burgas und
Tſchorlu erbeuteten Kanonen beträgt über hundert;
ebenſo ſind den Bulgaren rieſige Mengen Munition in
die Hände gefallen.
* Konſtanza, 7. Nov. Nach den Kämpfen bei
Wiſa und Lüle=Burgas haben die Türken
beim Rückzuge, wie glaubhaft verſichert wird, Rodoſto
verwüſtet und teilweiſe in Brand geſteckt. Abdullah
Paſcha iſt angeblich abgeſetzt worden, weil er
voll=
kommen verſagt habe; dafür ſei Hamdi Paſcha mit der
Führung des linken Flügels beauftragt worden. Ein
türkiſcher Offizier, der von Tſchataldſcha zurückgekehrt iſt,
behauptet, dort ſei nichts zur Verteidigung vorbereitet.
Die türkiſchen Beamten und die Pforte ſcheinen nicht
mehr an Widerſtand gegen die Bulgaren zu denken. Es
herrſcht allgemeine Mutloſigkeit.
* Sofia, 6. Nov. Die Agence Bulgare meldet: In
den fünftägigen Kämpfen um Lüle=Burgas
und Bunar=Hiſſar erbeuteten die Bulgaren 37
Schnellfeuerbatterien und machten 2000 Gefangene. Die
Verluſte der Türken betragen ungefähr 25000 Tote
und Verwundete. Die Stimmung der Türken iſt
gedrückt. Bis jetzt haben die Bulgaren auf der Linie
Adrianopel-Konſtantinopel 4 Lokomotiven und 243
Waggons mit Beſchlag belegt. Auf der Strecke Lüle=
Bur=
gas-Kirk=Kiliſſe iſt der regelmäßige Verkehr wieder
her=
geſtellt. Der Geiſt unter den bulgariſchen Truppen iſt
nach wie vor ausgezeichnet.
* Wien, 6. Nov. Der Kriegsberichterſtatter der
„Reichspoſt” bei der bulgariſchen Hauptarmee
meldet aus dem Hauptquartier der zweiten Armee vom
6. November: Der linke bulgariſche Flügel
be=
ſetzte nach heftigem Kampfe die Höhen öſtlich von
Strandza und warf den türkiſchen rechten Flügel in das
Waldgebiet weſtlich des Kosſees. Die Bulgaren ziehen
über Strandza und Jenköi ſtarke Kräfte nach, um hier
einen Stoß gegen Tſchataldſcha und die Stellung
ſüdlich des Kosſees zu führen. Das Zentrum und der
rechte Flügel der Bulgaren drangen der geſchlagenen
tür=
kiſchen Nachhut, entlang der Eiſenbahn, und über Tſchanta
energiſch nach und wollen einen Angriff auf die türkiſche
Poſition in der Nähe von Tſchataldſcha durchführen. In
den bisherigen Kämpfen unterſtützte die türkiſche
Ar=
tillerie die Infanterie nicht genügend und harrte nur
ſel=
ten bis zum letzten Augenblick aus. Die geringe
Wirk=
ung und der frühzeitige Rückzug der türkiſchen Artillerie
gab die zurückgehende türkiſche Infanterie ſchutzlos den
Angriffen der nachdrängenden Bulgaren und dem Feuer
der bulgariſchen Batterien preis, ſo daß der Rückzug faſt
ſtets in eine regelrechte Flucht ausartete. Vor Adrianopel
verſuchen die Türken den bulgariſchen Ring zu ſprengen.
Die Bulgaren unternehmen trotz der türkiſchen
Schein=
werfer häufig nächtliche Sturmangriffe. Auch bei
Kara=
gatſch auf dem rechten Maritzaufer wird faſt täglich
ge=
kämpft und das Bombardement mit großem Erfolg
fort=
geſetzt. Das Mißlingen des letzten, von zwei türkiſchen
Diviſionen mit ſtarker Artillerie und zahlreichen
Mitrailleuſen unternommenen Ausfalles, des vierten ſeit
der Zernierung, ſcheint die Widerſtandskraft der
Beſatz=
ung gebrochen zu haben. Man rechnet hier mit dem
un=
mittelbar bevorſtehenden Fall der Feſtung.
* Köln, 7. Nov. Der Köln. Ztg. iſt aus ſicherer
In=
formation die Meldung vom öſtlichen Kriegsſchauplatze
zugegangen, daß der Widerſtand der Türken nach
zweitägigem erbitterten Kampfe endgültig
gebro=
chen iſt. Die geſchlagene türkiſche Armee iſt aus ihren
Stellungen bei Tſchataldſcha geworfen worden. Eine
große Anzahl Zahnen ſoll von den Bularen erobert
worden ſein.
Vom weſtlichen und ſüdlichen Kriegsſchauplatze.
* Belgrad, 6. Nov. Ueber die Einnahme von
Prilep wird aus Uesküb gemeldet: Die bei
Kuma=
nowo und Veles geſchlagenen türkiſchen Truppen in der
Stärke von 20 Bataillonen mit Artillerie nahmen zwiſchen
Veles und Prilep eine Rückzugsſtellung ein. Obwohl
in=
folge der ſchwierigen Terrainverhältniſſe die ſerbiſche
Ar=
tillerie nicht in Tätigkeit treten konnte, gelang es der
ſer=
biſchen Infanterie, trotz des türkiſchen Artilleriefeuers
die Türken aus ihren Stellungen zu verdrängen. Das
5. ſerbiſche Infanterie=Regiment erſtürmte hierbei mit
dem Bajonett die türkiſche Artillerieſtellung. Hierauf
tra=
ten die Türken den Rückzug an und die Serben nahmen
ohne weiteren Widerſtand Prilep ein.
* Rom, 6. Nov. Der Tribuna wird aus Belgrad
gemeldet, daß ſich Monaſtir heute nachmittag 2 Uhr
den ſerbiſchen Truppen ergeben hat.
* Belgrad, 7. Nov. Der Kampf, der bei Demir
Kapu ſtattfand, war hartnäckig und endete mit der
Nie=
derlage der Türken und der Einnahme des
Paſſes durch die ſerbiſchen Truppen. Die große Brücke
über den Wardafluß iſt unbeſchädigt.
* Konſtantinopel, 6. Nov. Ein amtliches
Tele=
gramm des Kommandeurs der Weſtarmee vom 5.
No=
vember meldet: Nach zweitägigem Kampfe iſt eine
grie=
chiſche Diviſionzerſprengt worden. Wir haben
eine große Menge Kriegsmaterial erbeutet und
Soro=
viecvo wieder genommen. Ein ſerbiſches
Kavallerieregi=
ment nebſt einer Maſchinengewehrabteilung wurde bei
Drenowo, nördlich von Prilep, zerſtreut. 48 Pferde
wurden genommen. Der Kampf dauerte den ganzen Tag
und verlief günſtig für uns. Ein anderer Kampf, der
ebenfalls den ganzen Tag dauerte, ſpielte ſich in der
Gegend von dem Gute Abdi Paſcha ab, und zwar zwiſchen
einer türkiſchen Abteilung und einer aus Kruſchewo
ſtam=
menden Bande, die zerſprengt wurde. Bei Janina
er=
litt der Feind große Verluſte und wurde bis Pentepigadia
zurückgeworfen.
* Athen, 6. Nov. Admiral Kundoriotie meldet: Die
Inſel Tenedos iſt um 3 Uhr nachmittags durch ein
griechiſches Geſchwader beſetzt worden.
* Athen, 7. Nov. Der Kronprinz als
Ober=
befehlshaber telegraphierte aus Cirdzalar vom 5. I. Mts.:
Wir bereiten den Uebergang über die Warda
vor. Der Feind zieht ſich nach teilweiſer Vernichtung
der Brücken zwiſchen Jenidze und Wardari auf
Salo=
niki zurück. Wir fanden viel Munition und anderes
Kriegsmaterial.
Letzte Nachrichten.
* Sofia, 7. Nov. Die Bulgaren beſetzten am 5.
November die Stadt Drama. Die Dörfer in der
Um=
gebung ſandten an den Truppenkommandanten
Abord=
nungen, in denen Bulgaren, Griechen und Türken
ver=
treten waren, die erklärten, die Waffen niederzulegen,
in=
dem ſie ihre Unterwerfung anboten. Die Türken
zerſtreu=
ten ſich nach verſchiedenen Richtungen. Die meiſten
tür=
kiſchen Soldaten liefern freiwillig die Waffen aus und
ſuchen ihre heimatlichen Stätten auf.
In Dimotika wurde am 3. November für den
König und die bulgariſche Armee eine Meſſe zelebriert.
Die Truppen wurden mit unbeſchreiblichem
Enthuſias=
mus empfangen. Die ganze Stadt war mit Fahnen in
den bulgariſchen Farben geſchmückt. In dem ganzen Ge=
Jubiläumskonzert des Richard Wagner=
Vereins.
* Der Richard Wagner=Verein beging geſtern
ein ehrenvolles Jubiläum. Er feierte das Feſt ſeines
200. Vereinskonzertes, an dem die Meininger
Hofkapelle unter Leitung des Herrn Dr. Max
Reger konzertierte. Das Feſtkonzert, für das ſchon tags
vorher ſämtliche Plätze verkauft waren, verlief glänzend
und bildete ein muſikaliſches Ereignis der Saiſon. Auf
das Konzert ſelbſt kommen wir noch zurück.
Zu dem Jubiläumskonzert waren der Großherzog
und die Großherzogin und Prinzeſſin
Doro=
thea von SStolberg=Wernigefrode erſchierſen.
Im Gefolge befanden ſich Ehrendame Freiin von
Bellers=
heim, Hofmarſchall Frhr. von Ungern=Sternberg und
Flügeladjutant Rittmeiſter von Schroeder. Unter den
An=
weſenden waren ferner zu bemerken: Staatsminiſter Dr.
Ewald Exz., Geheimerat Römheld, Präſident des
Ver=
waltungsgerichtshofes Dr. Weber, Senatspräſident Dr.
Keller und viele andere Würdenträger. Auch der Gründer
des Vereins, Major von Selzam, war anweſend. Vom
Großh. Hoftheater waren die drei Kapellmeiſter erſchienen.
Sämtliche Darmſtädter muſikaliſchen Vereine waren durch
Vorſtandsmitglieder vertreten. Deputationen von
aus=
värts hatten entſandt: die Mainzer „Liedertafel”, der
Deſſoffſche Frauenchor, der Rühlſche Geſangverein, die
Geſellſchaft für äſthetiſche Kultur, der Richard Wagner=
Verein Hamburg und die Freie literariſche Geſellſchaft in
Frankfurt a. M. Glückwunſchſchreiben und =Telegramme
waren u. a. eingetroffen von Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſ=
ſing, von dem Darmſtädter Muſikverein und dem
Mozart=Verein, dem Deutſchen Verband für künſt
leriſche Kultur, dem Verein der Künſtler und
Kunſt=
freunde in Wiesbaden, dem Gießener Konzert=Verein,
dem Philharmoniſchen Verein in Mannheim, dem
Ver=
ein Freie Bühne in Stuttgart, von Generaldirektor Dr.
Eger, Hofrat de Haan, von Frau Suſanne Deſſoir in
Ber=
lin („Glückauf zum Ehrenweg ins dritte Hundert!”),
Chefredakteur Hans R. Fiſcher in Bamberg u. v. a.
Nach dem Konzerte fand im „Hotel Britannia” ein
Feſteſſen ſtatt, bei dem die Reihe der Reden der erſte
Vorſitzende, Herr Major v. Hahn, eröffnete. Er führte
etwa aus:
Mit Freude ſehe ich eine große Zahl von Bekannten
und Freunden heute hier verſammelt, faſt die gleichen,
die auch unſern 100ſten Abend verſchönten, alle vereint,
den ſchönen Abend unſerer 200ſten Vereinsveranſtaltung
freudig mit uns ausklingen zu laſſen. Seien Sie uns
herzlichſt willkommen und beſtens bedankt. 200
Vereins=
abende in 23 Jahren! Und die letzten 100 in nur ſechs
Jahren! Welch eine Fülle von künſtleriſchen Genüſſen
und Erlebniſſen, aber auch welch eine Leiſtung! Denn,
nicht um Amüſements handelt es ſich im Richard=Wagner=
Verein, wenn er ſeine Mitglieder ruft, ſondern um ein
wohldurchdachtes und ernſtlich durchgeführtes Programm.
Getreu unſerer Abſicht — im Sinne Richard Wagners
Förderung moderner Muſik und junger Künſtler, Pflege
alter Meiſter in ihren ſeltener gehörten Werken —
ge=
ſtalteten ſich dieſe 200 Abende in ſteigendem Maße zu
Do=
kumenten einer muſikaliſchen Erziehung, beſonders in den
letzten ſechs Jahren, die in Verbindung mit anderen
Ein=
richtungen — Leſezirkel, Bücherei, Vorträgen — zu einem
Kulturfaktor unſerer Stadt geworden iſt. Wem ſind dieſe
Erfolge zu danken? Ohne Hilfe und weſentliche Förde=
rung von Mäzenaten, in ſtändigem fröhlichem Kampf nach
allen Seiten, beruhen unſere Leiſtungen lediglich auf
der Vorſtandsarbeit. Selbſtändig und zielbewußt iſt der
Fahnenſpruch des Vorſtandes, ihm gebührt heute mein
Dank, der herzlichſte Dank des Vereins, in deſſen Namen
ich ſpreche. Erlaſſen Sie es mir, die Herren einzeln zu
rühmen, alle ſind in gleichem Sinne gemeint, denn gerade
das Gemeinſchaftliche, Vertrauensvolle, Uneigennützige iſt
in unſerem Vorſtand das wohltuend Typiſche. Nur zwei
Namen kann ich nicht unausgeſprochen laſſen: unſer erſter
Schriftführer Sonne, der ſeit zwanzig Jahren dem
Vorſtand angehörend, alle 200 Abende ausnahmslos
be=
ſucht hat, nicht nur beſucht, ſondern des weitaus größten
Teils — geiſtiger Urheber iſt, und für deſſen enorme
Leiſtungen bereits heute früh der Dank des Vereins
in beſonderer Weiſe zum Ausdruck gelangt iſt — und
unſer zweiter Vorſitzender W., ebenfalls
zwanzig Jahre im Vorſtand, deſſen Urteil, Rat und
Eintreten für alles Bedeutende, Neue der
Vereinstätig=
keit die Signatur gegeben hat. Aber ich wäre
undank=
bar, gedächte ich nicht auch unſerer Freunde und treuen
Anhänger, die anfungs zaghaft, gering an Zahl und Mut,
von Jahr zu Jahr anwuchs: ihr Vertrauen gab, und den
Mut, zu wagen, was im Verein mit unerhörtem Glück
und von Erfolg zu Erfolg führte. Nicht ſchöner und
glän=
zender nach außen konnte der 200. Abend feſtlich begangen
werden, als durch ein Orcheſterkonzert der Meininger
Hof=
kapelle, das im Programm unſere Aufgaben und Ziele
wi=
derſpiegelnd, unter Meiſter Regers Leitung, zu herrlichſter
Wirkung kam und auf uns alle den tiefſten Eindruck
machte. Die herrlichen Klänge der Eroika ſollen uns zu
neuen Taten begeiſtern. Auch ihm und ſeiner wackeren
Künſtlerſchar herzlichen Dank. Und nun ſtimmen Sie
mit mir ein in ein Hoch auf den Richard=Wagner=Verein,
daß es ihm vergönnt ſei, weiter zu ſtreben und er ſeinen
Stolz immer ſuche und finde im Kampf und in der Arbeit,
dann wird er auch weiter ſchreiten von Erfolg zu Erfolg!
Darauf laßt uns trinken! Der Richard=Wagner=Verein
und ſein Vorſtand leben hoch!
Das Hoch fand begeiſterten Widerhall. Als zweiter
Redner ſprach Großh. Rat Sonne, der die eingelaufenen
Glückwunſchſchreiben und =Telegramme bekannt gab (
in=
zwiſchen war noch ein ſehr herzlich gehaltenes Schreiben
der Ph. Schmittſchen Akademie für Tonkunſt eingelaufen)
und ſeinen Toaſt in ein Hoch auf den erſten Vorſitzenden,
Herrn Hauptmann von Hahn, ausklingen ließ. Im
An=
ſchluß daran überreichte er Herrn von Hahn eine
künſt=
leriſch ausgeführte Ehrengabe.
Freiherr von Wolzogen ließ als „Vertreter des
Darmſtädter muſikliebenden Publikums” nochmals in von
glücklichſtem Humor durchſetzter Rede die bahnbrechenden
Verdienſte des Richard Wagner=Vereins um das
Darm=
ſtädter Muſikleben Revue paſſieren. Sein Hoch galt
dem Dirigenten des Jubiläumskonzertes Dr. Mar Reger.
Nicht vergeſſen ſei, daß dem erſten Schriftführer des
Vereins, Herrn Rat Sonne, bereits am Vormittag durch
eine Deputation des Vorſtandes eine Ehrengabe
über=
reicht worden war, und ſeitens einer Reihe von
Vereins=
damen — beſonders treuen Mitgliedern — viele
präch=
tigen Blumenſpenden und Lorbeerkränze gewidmet
wor=
den waren.
Vorträge.
g. Freiburg i. B. und der Schwarzwald.
Im Gartenſaal des Städtiſchen Saalbaues hielt geſtern
abend auf Einladung der Ortsgruppe Darmſtadt
des Odenwaldklubs Herr Kaufmann Paul
Kruſe einen Lichtbildervortrag über ſeine
Wanderungen durch den Schwarzwald und die Perle des
Breisgaues: Freiburg. Herr Profeſſor Kiſſinger
begrüßte die außerordentlich zahlreich Erſchienenen und
gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Mitglieder auch im
neuen Winterhalbjahr den Veranſtaltungen des
Oden=
waldklubs dasſelbe Intereſſe entgegenbringen, wie im
vergangenen. Es ergriff ſodann Herr Kruſe das Wort,
um von Freiburg, wo er ſeine Jugend verlebte, und dem
ſüdlichen Schwarzwald ſtimmungsvolle Schilderungen, die
in wirkſamer Weiſe durch hervorragende Lichtbilder
unter=
ſtützt wurden, zu geben. Er gab zunächſt eine
Schil=
derung ſeiner zweitägigen Oſterreiſe 1911 in das Gebiet
des Feldberges und ſtellte an den Anfang ſeiner
Aus=
führungen eine intereſſante Beſchreibung der Stadt
Frei=
burg. Gegründet 1120 von Herzog Konrad von
Zährin=
gen, kam ſie nach mehrmaligem Beſitzwechſel 1806 in den
Beſitz von Baden, und von da an begann die
Entwicke=
lung der Stadt zu einer modernen, an architektoniſchen
Bauwerken reichen Stadt, die heute über 80 000 Einwohner
zählt. Einige Bilder zeigten das Wahrzeichen Freiburgs,
das vom 13. bis 16. Jahrhundert erbaute Münſter mit
ſeinem reizvollen Chor und Hochaltar, das Pfarrhaus, wo
der bekannte Volksſchriftſteller Pfarrer Hansjakob
am=
tiert, das Denkmal des bekannteſten Freiburger Bürgers,
des Mönchs Berthold Schwarz, der das Pulver erfunden
haben ſoll, ſowie viele andere Bauwerke Reich iſt
Frei=
burg an modernen Bauten, kirchlichen wie Proſanbauten.
Einige Lichtbilder zeigten herrliche Bilder aus der näheren
Umgebung Freiburgs, wie das Güntherstal u. a. Die
Oſtertour nach dem Feldberg führte zunächſt mit der
Eiſen=
bahn nach dem Kurort Titiſee, vorbei an landſchaftlichen
Schönheiten; im Bilde gezeigt wurden die Ravennaſchlucht
und der Ravennafall, dann ging es weiter über einen
kühnen Viadukt in das Höllental. Das Ende der
Eiſen=
bahnfahrt, Titiſee, mit ſeinem lieblichen Gewäſſer, bot
eine Fülle überraſchender Ausblicke. In 1400 Meter Höhe
war der Feldberger Hof, das erſte Ziel, erreicht, doch
weiter ging es dann am Feldſee und dem ſtolzen Seebruck
vorbei zum Gipfel des Feldberges, wo die Wanderer
alles verſchloſſen fanden und deshalb zur Raſt nach der
Todtnauer Hütte wandern mußten, wo ſie aber für ihre
Wanderung reich entſchädigt wurden durch einen
herz=
lichen Empfang. Der über 1400 Meter hohe Belchen war
das erſte Ziel des zweiten Wandertages und auf dem
Heimwege nach Freiburg wurde dann das liebliche
Baden=
weiler, die Perle des Markgräflerlandes, berührt. Der
zweite Teil des Vortrags führte nach dem nördlichen Teil
des ſüdlichen Schwarzwaldes, dem Gebiet des
Kaiſer=
ſtuhls und des Kandels. Von der Kandelſpitze bietet ſich
ein umfaſſender Rundblick auf Alpen und Vogeſen. Weiter
führte der Vortragende ſeine Zuhörer durch das
Glotter=
tal, um dann noch verſchiedenen Weltkurorten einen
Be=
ſuch abzuſtatten, wie Friedenweiler, St. Blaſien mit der
ehemaligen Reichsabtei, und Todtmos. Zum Schluß
ſeines Vortrages zeigte Herr Kruſe noch verſchiedene
reiz=
volle Winteraufnahmen aus dem Schwarzwald, und
er=
zählte von dem allgemeinen Gebrauch der Schneeſchuhe,
was bei den ſanften Hängen und den günſtigen
Schnee=
verhältniſſen im Schwarzwald zu verſtändlich iſt. —
Leb=
hafter Beifall folgte den intereſſanten Ausführungen,
denen auch Profeſſor Kiſſinger im Namen der Ortsgruppe
Dank zuteil werden ließ.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Nummer 264.
biet wurde eine bulgariſche Verwaltung eingerichtet.
Die bulgariſchen Armeen in Thrazien rücken
unaufhalt=
ſam vor. Geſtern wurde Rodoſto beſetzt und an den
Ufern des Marmara=Meeres die bulgariſche Fahne
ent=
faltet.
* Konſtantinopel, 7. Nov. Geſtern hier
ver=
öffentlichte Telegramme beſagen, daß der
Oberſtkomman=
dierende der Weſt=Armee, Rifa Paſcha, die
Kriegs=
operationen fortſetze und bei Sorowitſch einen Erfolg
er=
zielt habe. Es gelang, den Feind zurückzuſchlagen. Man
erbeutete außer vielen Gefangenen 5 Munitionswagen
und 3 Kanonen. Auch bei Kajalar wurden die Bulgaren
zur Flucht gezwungen. Hier wurden 4 Kanonen,
Muni=
tion und Sanitätsmaterial erbentet.
Lage die Entſendung
* Malta, 7. Nov. Wen
fes nach
Konſtan=
eines weiteren Kriegs
liſche Kreuzer „
Hamp=
tinopel erfordert, wird
er befindlichen
Panzer=
ſhire” dorthin gehen. Vier
kreuzer ſind allerdings auch nter Dampf, werden aber
nur auf dringendes Verlangen nach dem Oſten in See
gehen. Dieſer Fall iſt jedoch wenig wahrſcheinlich.
* Paris, 7. Nov. Die engliſche Regierung ließ
der franzöſiſchen mitteilen, daß ſie der
Vermitt=
lung im Prinzip zuſtimme. Man ſagt, daß
Rußland eine analoge Antwort erteilen werde. Von
Deutſchland und Oeſterreich wird behauptet, daß auch ſie
im Prinzip der Vermittlung günſtig geſinnt ſeien unter dem
Vorbehalte, daß die Modalitäten noch feſtzuſetzen ſeien.
Darmſtadt, 8. November.
Konferenz der Miniſterial= und Kreisräte. Auf
Einladung des Großh. Miniſteriums des Innern fand
geſtern in der Zentralſtelle für die Gewerbe hierſelbſt eine
Konferenz ſtatt, an der die Miniſter, die
Miniſterial=
räte, die drei Provinzialdirektoren und ſämtliche
Kreis=
räte des Landes teilnahmen. Die Konferenz galt der
Neuorganiſation der Bauverwaltung, der
Aus=
geſtaltung des Bauarbeiterſchutzes und der
Jugendfür=
ſorge. Nach der Konferenz fand im Hotel „Zur Traube‟
ein gemeinſames Eſſen ſtatt. Heute vormittag wird die
Konferenz fortgeſetzt mit einer Beratung der
Reichsver=
ſicherungsordnung.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Berlin, 7. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung gibt bekannt: In einem eigenhändigen
Hand=
ſchreiben des Königs von Italien, das dem
Kaiſer von Marquis di San Giuliano bei der Audienz
im Neuen Palais überreicht wurde, iſt für den während
des Tripoliskrieges den Italienern gewährten deutſchen
Schutz warm gedankt. Der Kaiſer dankte noch am ſelben
Abend mit einem ſehr herzlichen Telegramm.
* Berlin, 7. Nov. Die Norddeutſche Allgemeine
Zei=
tung meldet: Prinz Heinrich von Preußen
be=
ehrte heute vormittag den Reichskanzler von Bethmann
Hollweg mit ſeinem Beſuch.
* Berlin, 7. Nov. Der Bundesrat ſtimmte der
Vorlage, betreffend den Abſchluß des Abkommens mit den
Niederlanden über die zeitweilige zollfreie Zulaſſung von
von Handlungsreiſenden mitgeführten Muſtern, zu. Zur
Annahme gelangten der Antrag auf Errichtung einer
Ab=
rechnungsſtelle im Scheckperkehr bei der Reichsbank in
Magdeburg, der Antrag, betreffend die Einführung
jähr=
licher Viehzählungen in Deutſchland, die Vorlage,
be=
treffend die Grundſätze für die Beiſtandsleiſtung in
Für=
ſorge=(Zwangs=)Erziehungsangelegenheiten und für die
Erſtattung der entſtehenden Koſten, die Vorlage, betreffend
die Feſtſtellung des Börſenpreiſes von Wertpapieren, der
Entwurf einer Verordnung über die Beaufſichtigung
bayeriſcher Verſicherungsunternehmungen, die Vorlagen
betreffend die Aenderung der Militärtarife für
Eiſen=
bahnen, und die Aenderung einiger Beſtimmungen der
Eiſenbahnbau= und Betriebsordnung.
* Berlin, 7. Nov. Der italieniſche Miniſter des
Aeu=
ßern San Giuliano iſt heute vormittag nicht
aus=
gegangen und empfing keine Beſuche. Um 1 Uhr fand in
der italieniſchen Botſchaft ein intimes Frühſtück ſtatt,
an dem der ungariſche Botſchafter und das geſamte
Per=
ſonal der italieniſchen Botſchaft teilnahmen.
* Ohrdruf, 7. Nov. In vergangener Nacht erſchoß
der 32jährige Fabrikant Beck ſeinen dreijährigen Sohn
und brachte ſich ſelbſt zwei Schüſſe bei, wodurch er ſchwer,
aber nicht lebensgefährlich, verletzt wurde.
* Peſt, 7. Nov. Der Ausſchuß für auswärtige
Ange=
legenheiten der öſterreichiſchen Delegation ſetzte heute
vormittag die Debatte über das Budget des Aeußern fort
Der Abgeordnete Koroſee wies die geſtrigen Angriffe
Dr. Ellenbogens gegen die Haltung des Thronfolgers in
politiſchen Fragen zurück und ſprach ſeine Befriedigung
aus, daß der Thronfolger in ſtarkem
Verantwortlichkeits=
gefühl ſich um die Intereſſen der Monarchie kümmere
Der Tſcheche Maſaryk erklärte, er billige es, daß die
Thronrede und das Expoſé den Statusquo aufgegeben
und die Expanſionstendenzen desavouiert hätten; es wirk
aber befremdend, daß das Verhältnis zu Italien und
Rumänien ſo ſtark betont wurde. Eine ſerbiſche
Adria=
ſtation ſei nicht gegen den Vorteil Oeſterreichs man müſſe
endlich das kulturelle Streben der Balkanvölker verſtehe
lernen. Die Türkei, die man überſchätze, liquidiere
un=
aufhaltſam, auch in Aſien. Oeſterreich habe wirtſchaftliche
Intereſſen am Balkan, aber die Loſung müſſe lauten:
Wettbewerb! nicht Krieg!
* Bukareſt, 7. Nov. Die Nationalbank hat
be=
ſchloſſen, gegen zwanzig Millionen Lei den Provinzbanken
und deren Kundſchaft zur Verfügung zu ſtellen, um dem
Geldmangel abzuhelfen, der vornehmlich als Folge der
ſtockenden Getreideausfuhr herrſcht.
* Spala, 6. Nov. Das heutige Bulletin über das
Befinden des Thronfolgers lautet:
Morgen=
temperatur 36,8, Tagestemperatur 36,5, Abendtemperatur
36,9 Grad. Puls morgens 116, am Tage und abends 112.
Da ſich in dem gegenwärtigen Stadium der Krankheit keine
beſonderen Veränderungen zeigen, werden Bulletins in
Zukunft jeden zweiten Tag ausgegeben werden.
H. B. Dresden. 7. Nov. Der Bühnenſchriftſteller
Wil=
helm Wolters, deſſen Luſtſpiele und Schwänke über die
meiſten deutſchen Bühnen gingen, iſt geiſtig ſchwer
erkrankt. Er befindet ſich in der ſächſiſchen
Landes=
heilanſtalt Sonnenſchein bei Pirna. Nach ärztlicher
An=
ſicht dürfte das Leiden unheilbar ſein.
— Gotha, 7. Nov. Der Direktor der Privatbank
Gott=
hold Völker wird ſeit geſtern vermißt. Er litt ſchon
ſeit einiger Zeit an nervöſer Ueberreizung. Die Bücher
und die Kaſſe der Bank ſind in Ordnung.
Innsbruck, 7. Nov. Bei einer zwiſchen den
deutſch=
freiheitlichen und den klerikalen Studenten entſtehenden
Keilerei wurde der Studierende der Medizin Max
Chenze, ein Mitglied der katholiſchen Verbindung,
durch Stockhiebe ſchwer verletzt. Bei der hierdurch nötig
gewordenen ärztlichen Behandlung ſtarb er.
— Marſeille, 7. Nov. Hier ſtürzte geſtern eine
junge amerikaniſche Artiſtin, Fräulein Taville, aus
dem Fenſter des Hotels auf das Straßenpflaſter und
blieb tot mit zerſchmetterten Gliedern liegen. Es iſt
un=
bekannt, ob ein Unfall oder ein Selbſtmord vorliegt.
— Kopenhagen, 7. Nov. Im nördlichen Schweden und
Norwegen iſt Froſtwetter eingetreten. Der
Schnee=
fall iſt bedeutend, die Kälte beträgt 12 Grad.
Amtlicher Wetterbericht.
Oefſentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Zwiſchen Depreſſionen über dem Nordmeere und dem
Mittelmeere lagert über dem Kontinent ein ausgedehntes
tarkes Hoch, das uns heiteres, trockenes Wetter bringt.
Die Morgentemperaturen liegen in Deutſchland, von der
Küſte nach Süden abnehmend, zwiſchen 4 und — 70 C.;
Niederſchläge fielen in Deutſchland nur vereinzelt. Wir
werden auch morgen unter dem Einfluß des hohen
Drucks ſtehen, ſo daß wir keine Aenderung des Wetters
zu erwarten haben.
Ausſichten für Freitag, den 8. November: Meiſt
heiter, trocken, kalt, Nachtfroſt.
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Trad Helriette Arkeid Woe.
geb. Diehl
im Alter von 80 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Schüler,
Familie Seelbach.
Darmſtadt, den 7. November 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 9. Nov.,
nachm. 2½ Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofes aus, ſtatt.
Kriegerverein
Darmſtadt.
Die Beerdigung unſeres
Mit=
glieds und Feldzugskameraden
Herrn Adolf Will, Handelsmann
findet am Samstag, den 9. ds. Mts., nachmittags
2 Uhr, vom Portal des Darmſtädter Friedbofs
aus, ſtatt.
(23192
Wir erſuchen die Kameraden von Ramdohr
bis Schulz, ſowie des 3. Bezirks, ſich dort
zu verſammeln.
Der Vorſtand.
Gstiesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinse.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 8. November:
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 45 Min.
Samstag, den 9. November:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt 9 Uhr
20 Min. Sabbatausgang 5 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 9. November:
Vorabend 4 Uhr 20 Min. Morgens 8 Uhr.
Nach=
mittags 4 Uhr. Sabbatausgang 5 Uhr 40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 10. November, an:
Morgens 6 Uhr 45 Min. Nachmittags 4 Uhr.
NB. Sonntag, den 10. und Montag, den 11. November;
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Vortrag von Dr. Borngräber um 8 Uhr im „
Mathil=
denhöhſaal” (Freie lit.=künſtl. Geſellſchaft).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Gefunden: 1 ſilbernes Kettenarmband mit Anhänger. 1 gold.
Halskettchen mit Herzchen. 1 Zwanzigmarkſchein. 3
Hundertmark=
ſcheine. 1 Sturmlaterne. 1 Peitſche. 1 Rolle farb. Fenſterpap. (23135
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 1 Foxterrier. 1 Pinſcher (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier
aus=
gelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(23137
Straßenſperre. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird
die Pallaswieſenſtraße zwiſchen der Gräfenhäuſer= und
Blumen=
thalſtraße vom 11. Nov. bis zum 7. Dez. ds. Js. für den
Fuhrwerks=
verkehr geſperrt.
(23136
Bekanntmachung,
die Abzahlungsgeſchäfte betreffend.
Nachſtehend bringen wir das Reichsgeſetz, betreffend die
Ab=
zahlungsgeſchäfte, vom 16. Mai 1894, wiederholt zur Kenntnis.
Darmſtadt, den 2. November 1912.
(22893im
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutſcher
Kaiſer, König von Preußen ꝛc. ꝛc.
verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zuſtimmung des
Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1. Hat bei dem Verkauf einer dem Käufer übergebenen
be=
weglichen Sache, deren Kaufpreis in Teilzahlungen berichtigt werden
ſoll, der Verkäufer ſich das Recht vorbehalten, wegen Nichterfüllung
der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen von dem Vertrage
zu=
rückzutreten, ſo iſt im Falle dieſes Rücktritts jeder Teil verpflichtet,
dem andern Teil die empfangenen Leiſtungen zurückzugewähren. Eine
entgegenſtehende Vereinbarung iſt nichtig.
Dem Vorbehalte des Rücktrittsrechts ſteht es gleich, wenn der
Verkäufer wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflich=
tungen kraft Geſetzes die Auflöſung des Vertrages verlangen kann.
§ 2. Der Käufer hat im Falle des Rücktritts dem Verkäufer
für die infolge des Vertrags gemachten Aufwendungen, ſowie für
ſolche Beſchädigungen der Sache Erſatz zu leiſten, welche durch ein
Verſchulden des Käufers oder durch einen ſonſtigen von ihm zu
ver=
tretenden Umſtand verurſacht ſind. Für die Ueberlaſſung des
Ge=
brauches oder der Benutzung iſt deren Wert zu vergüten, wohei auf
die inzwiſchen eingetretene Wertminderung der Sache Rückſicht zu
nehmen iſt. Eine entgegenſtehende Vereinbarung, insbeſondere die vor
Ausübung des Rücktrittsrechts erfolgte vertragsmäßige Feſtſetzung
einer höheren Vergütung iſt nichtig.
Auf die Feſtſetzung der Höhe der Vergütung finden die
Vor=
ſchriften des § 260, Abſ. 1 der Zivilprozeßordnung entſprechende
An=
wendung.
§ 3. Die nach den Beſtimmungen der §§ 1, 2 begründeten
gegenſeitigen Verplichtungen ſind Zug um Zug zu erfüllen.
§ 4. Eine wegen Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen verwirkte Vertragsſtrafe kann, wenn ſie
unverhältnis=
mäßig hoch iſt, auf Antrag des Käufers durch Urteil auf den
ange=
meſſenen Betrag herabgeſetzt werden. Die Herabſetzung einer
ent=
richteten Straſe iſt ausgeſchloſſen.
Die Abrede, daß die Nichterfüllung der dem Käufer obliegenden
Verpflichtungen die Fälligkeit der Reſtſchuld zur Folge haben ſollte,
kann rechtsgültig nur für den Fall getroffen werden, daß der Käufer
mit mindeſtens zwei aufeinander folgenden Teilzahlungen ganz oder
teilweiſe im Verzug iſt und der Betrag, mit deſſen Zahlung er im
Verzug iſt, mindeſtens dem zehnten Teile des Kaufpreiſes der
über=
gebenen Sache gleichkommt.
§ 5. Hat der Verkäufer auf Grund des ihm vorbehaltenen
Eigentums die verkaufte Sache wieder an ſich genommen, ſo gilt
dies als Ausübung des Rücktrittsrechts.
§ 6. Die Vorſchriften der §§ 1 bis 5 finden auf Verträge,
welche darauf abzielen, die Zwecke eines Abzahlungsgeſchäfts (§ 1)
in einer anderen Rechtsform, insbeſondere durch mietweiſe
Ueber=
laſſung der Sache zu erreichen, entſprechende Anwendung, gleichviel
ob dem Empfänger der Sache ein Recht, ſpäter deren Eigentum zu
erwerben, eingeräumt iſt oder nicht.
§ 7. Wer Lotterieloſe, Inhaberpapiere mit Prämie (Geſetz vom
8. Juni 1871, Reichs=Geſetzblatt S. 210) oder Bezugs= oder
Anteil=
ſcheine auf ſolche Loſe oder Inhaberpapiere gegen Teilzahlung
ver=
kauft oder durch ſonſtige auf die gleichen Zwecke abzielenden Verträge
veräußert, wird mit Geldſtrafe bis zu fünfhundert Mark beſtraft.
Es begründet keinen Unterſchied, ob die Uebergabe des Papiers
vor oder nach der Zahlung des Preiſes erfolgt.
§ 8. Die Beſtimmungen dieſes Geſetzes finden keine
Anwen=
dung, wenn der Empfänger der Ware als Kaufmann in das
Handels=
regiſter eingetragen iſt.
§ 9. Verträge, welche vor dem Inkrafttreten dieſes Geſetzes
abgeſchloſſen worden ſind, unterliegen den Vorſchriften desſelben nicht.
Urkundlich Unſerer Höchſteigenhändigen Unterſchrift und
bei=
gedrucktem Kaiſerlichen Inſiegel.
Gegeben Prökelwitz, den 16. Mai 1894.
(L. S.) Wilhelm.
Graf von Caprivi.
Die nachſtehende Warnung des Herrn Polizei=Präſidenten zu Berlin
bringen wir, da hier für die genannten Mittel neuerdings
wie=
der eifrig Reklame gemacht wird, zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 5. November 1912.
(23139
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Warnung.
Die Firma „Dr. Arthur Erhard, G. m. b. H.” in Berlin,
die von dem Kaufmann Ernſt Marlier und dem Schriftſteller Dr. phil.
Arthur Erhard begründet wurde, preiſt in Zeitungsinſeraten und
Broſchüren ihre Mittel „Visnervin” als „Nerventonikum” und
„Levathin” gegen Korpulenz, in aufdringlicher Reklame an. „
Vis=
nervin” wird in Geſtalt von Tabletten verkauft, die im weſentlichen
aus einem mit Vanillin und Roſenöl parfümierten Gemenge von
getrocknetem Eigelb, Kieber (Pflanzeneiweiß, Milchzucker und
Weizen=
ſtärke) beſtehen und ähnelt in der Zuſammenſetzung dem in meiner
Warnung vom 17. Juni 1907 angeführten, auf der neuen
Geheim=
mittelliſte des Bundesrates befindlichen „Antineuraſtin” der Firma
„Dr. med. Hartmann” deren Mitinhaber ebenfalls der genannte
Kauf=
mann Ernſt Marlier iſt. „Levathin” wird gleichfalls in
Tabletten=
form hergeſtellt und beſteht zum weitaus größten Teil aus Weinſtein
mit Zuſatz von kohlenſaurem Natron, Milchzucker und etwas
apfel=
ſaurem Natron; es ähnelt in ſeiner Zuſammenſetzung dem auf der
neuen Geheimmittelliſte des Bundesrats befindlichen „Antipoſitin”
der Firma „Dr. med. Wagner & Marlier” deren Mitinhaber
eben=
falls der Kaufmann Ernſt Marlier iſt. Vor dem Bezug des
wirkungs=
loſen Antipoſitin habe ich am 2. Oktober 1906 öffentlich gewarnt.
Der Kaufmann Ernſt Marlier hat ferner mit dem inzwiſchen
verſtorbenen Dr. med. Schröder die Firma „Dr. med. Schröder,
G. m. b. H.” in Berlin begründet, die in aufdringlicher, prahleriſcher
Reklame ihre „Blut=Salznahrung Renascin” ankündigt, die ein mit
Vanillin und Zitronenöl aromatiſiertes Gemiſch, verſchiedene Salze
und von Lecithin, Weinſäure, Milchzucker und Cerealienſtärke
dar=
geſtellt und in Paſtillenform verkauft wird.
Vor Bezug der drei bezeichneten, unverhältnismäßig teuren
Mittel: Visnervin, Levathin und Renascin, denen die ihnen von den
betreffenden Firmen beigelegten Wirkungen keineswegs innewohnen,
wird hiermit gewarnt.
Berlin, den 20. Februar 1908.
Der Polizei=Präſident:
.5
gez.: v. Stühenrauch.
TEittnAr. WERrHEiiI, Bankgeschaft
Telefon Nr. 1820.
Rheinstrasse 33.
An- und Verkauf von Wertpapieren zur Anlage sowie
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der Durchſchnittspreiſe von
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den Früchten und
Verbrauchsgegen=
ſtänden in der Zeit
vom 15. bis 31. Oktober 1912:
per Sack à 100 Kilo
Weizen von Mk. 21.50 bis 24.75
Korn
17.— „ 19.—
Gerſte
„ 18.50 „ 22.50
Hafer
19.75 „ 23.-
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 9 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück
Mk. 2.25
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 6.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 1.50
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, 7. November 1912.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Milchpreisermäßigung
für Minderbemittelte.
Die Dampfmolkerei Heinrich
Wolf, Großherzoglich Heſſiſcher
Hoflieferant, Darmſtadt,
Woogs=
platz Nr. 3, hat ſich in
dankens=
werter Weiſe bereit erklärt, bis auf
weiteres an Minderbemittelte
Milch zu 21 Pfg. das Liter
ab=
zugeben. Die Milch iſt im
Ge=
ſchäfts
ſchäfts=
lokal vormittags
abzuholen und wird nur an
Per=
ſonen verabfolgt, die von dem
Unterzeichneten einen
Ausweis=
ſchein erhalten haben. Die
Aus=
ſtellung des Scheins iſt in
Zim=
mer Nr. 41 des Stadthauſes,
Rheinſtraße 16/18, zu beantragen.
Darmſtadt, 6. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Mueller. (23128’s
Freitag, den 8., u. Bamstag, den 9. Non.
erhält jeder Kunde beim Einkauf von 1 Pfd. „Mello”
allerfeinſte Pflanzen=Butter=Margarine
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zu verwenden und koſtet per Pfund 90 Pfennig.
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— (friſcheſte Eier) billigſt.
Städtiſcher Fleiſchverkauf
Die Verkaufsſtunden in der
Geſchäftsſtelle Kiesſtr. Nr. 21
werden vom 11. lfd. Mts. ab auf
vormittags von 7 bis
nachmit=
tags 12½ Uhr und auf
nach=
mittags von 3½ bis 8 Uhr feſt=
(23129fs
geſetzt.
Darmſtadt, 6. November 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Mueller.
Bekanntmachung.
Auf Antrag der Erben der
Martin Darmſtädter Eheleute
da=
hier ſollen die denſelben im
Grund=
buch der Gemarkung Beſſungen
zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 395//10 274 Hofreite, das
Win=
gertsfeld im
Gäßchen (
Kies=
bergſtraße Nr. 9),
I 3737/10 86 Grabgarten
Sand=
ſtraße (
Kies=
bergſtraße),
Montag, 18. November 1912
vormittags 11 Uhr,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, freiwillig zum
drit=
ten= und letztenmal verſteigert
werden.
Darmſtadt, 6. November 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (VII23125
Bekanntmachung.
Freitag, 15. November 1912,
vormittags 10 Uhr.
ſollen die dem abweſenden Philipp
von der Schmidt im Grundbuche
für die Gemarkung Beſſungen
zu=
geſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
II 4129/10 27 Bauplatz
Martin=
ſtraße,
II 487¾/10 36 Bauplatz daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmannſtraße 1, zwangsweiſe
verſteigert werden.
Darmſtadt, 24. September 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (VI22210
Lieferung von 25 Eiern an frei ins Haus.
Darm-
Städter Hiergroßhander
Math. Rosenstock
Ludwigſtr. 18, Karlſtr. 102 u. Kaupſtr. 42 (Riegerpl.)
Telefon 490 und 602.
(23170
Städt. Ilerſch=Verkauf
Aeue Markthalle im Schlachthof
und im Hauſe Kiesſtraße 21 (zwiſchen
Hoch= und Karlſtraße)
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
Rindfleiſch (alle Stücke p. ) Pfund 82 Pfg.
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke. . per Pfund 90 Pfg.
Nur noch kurze Zeit
kommen die
Restbestände
in Damen=, Herren= und Kinderſtiefel zu
fabelhaft billigen Preiſen — im Laden
4 Schillerplatz 4
zum Verkauf.
(*11265
Bekanntmachung.
Das Konkursverfahren über das
Vermögen des Heinrich Koch II.,
Schankwirt in Eich, wird nach
er=
folgter Abhaltung des
Schlußter=
mnins hiermit aufgehoben. (23145
Darmſtadt, 2. November 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Mein Geſchäft bleibt wegen Lager=Aufnahme
heute Freitag
geſchloſſen.
J. Hachenburger jr.
7 Rheinstrasse 7.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Nummer 264.
Fortsetzung
rt
W. des grossen Schursen-verkaufes!
Dhh-hh-hnuh-hhhhSh-hSh-hGh-hUh-h-hSn-h-HA-HUHUHUHUEUHUHUHUHHUHUHHUHUHUHUHUHUHUhUhUnEGhc
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85,80
4½ Chile Gold=Anleihe. 90,50
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,70
4½
92,50
do.
4½ Japaner . .
93,00
5 Innere Mexikaner . . . 90,80
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 98,65
3 Buenos Aires Provinz 67,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 151,25
5 Nordd. Lloyd . . . . . 120,10
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 125,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60½
Einz. Mk. 408 . . 109,75
8 Baltimore und Ohio . 106,6)
6½ Shantungbahn . . . 125,20
6½ Luxemb. Prince Henri 154,90
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,00
6 Pennſylvania R. R. . 121,50
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 64,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. . 517,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
..247,00
30 Farbwerke Höchſt . . 623,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 335,60
10 Cement Heidelberg . . 148,00
30 Chem. Werke Albert 452,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
..320,10
4 Lahmeyer .
. .119,50
InProt.
Sehte
Twid.
7½ Schuchert, Nürnberg 147,00
12. Siemens & Halske .223,00
5 Veramann Electr. . . 124,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 159,00
0 Gummi Peter . . . . 103,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 108,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer .. . . 564,00
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 200,00
8 Steana Romana Petr. 143,25
15 Zellſtoff Waldhof . . 232,00
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel. . . . . . . 202,00
10 Neue Bohen=A. A.=Geſ. 104,00
3 Südd. Immobilien . 58,80
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 176,40
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 221,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 172,70
10 Gelſenkirchener . . . . 192,75
8 Harpener . . . . . . 185,40
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 274,50
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Garo..
83,50
4 Laurahütte . . . . . . 165,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 161,00
11
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7½ South Weſt Africa 130,80
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3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,20
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,00
4 Eliſabethbahn, freie . . 92,75
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,00
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 92,90
do.
77,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 97,80
do.
4
76,00
8.
InProt.
2¾/1 Oeſt. Südb. (Lomb.) 51.,80
3 Raab=Oedenburg
76,30
4 Kronprinz Rudolfbahn 92,10
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 85,40
4½ Moskau=Kaſan . . . 95,70
bo.
85,70
4 Wladichawchas . . . . 86,50
4 Rjäſan Koslow .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 74,50
do.
24 Ltvorneſer . . . . . 69,30
3 Saloniaue=Monaſtir . 62,30
4 Baadadbahn . . . . . . 80,25
4½ Anatoliſche Eiſenb. 95,00
4 Miſſouri=Paciſic.
72,80
4 Northern=Pacific . . . 100,00
4 Sputhern=Paeiſie
. 94,30
5 St. Louis und San
Francisco. .
.85,00
5 Tehuantepec .
97,00
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10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 182,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn . . . . . . . 146,00
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 164,75
6½ Darmſtädter Bank . 119,75
12½ Deutſche Bank . . . 249,10
6 Deutſche Vereinsbank . 122,30
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 114,00
10 Diskonto=Kommandit 182,70
8½ Dreshener Bank . . 152,10
9½ Frankf. Hyvoth.=B. 209,00
6½ Mitteld. Kreditbank 116,90
7 Nationalb. für Deutſchl. 120,50
7 Pfälziſche Bank . . . . 126,50
5.86 Reichsbank . . . 132,00
7 Rhein. Kreditbank. . . 133,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 117,25
Wiener Bankverein . 127,70
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . .
. 98,90
Zußre
3t.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52 . . .
. 98,50
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
do.
57.50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,70
87,80
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 99.20
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23₰
99,40
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
. 87,80
S. 3—5
. 87,60
S. 9—11
87,70
4 Meininger Hyp.=Bank 98,50
do.
87,30
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,50
3½ do. (unk. 1914) . . 87,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,50
do.
87,30
3½
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . .
3½ do.
4 Frankfurt.
99,60
do.
94,50
4 Gießen .
3½, do.
88,00
4 Heibelberg
. 97,40
3½ do.
88,00
4 Karlsruhe
97,90
3u
bos
88,50
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3½ do.
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do.
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.100,20
Nauheim
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3 Madrider . . Fs. 100 71,00
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 138,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 176,00
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. . fl. 7 35,10
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Holländiſche Noten. . . . 169,65
Italieniſche Noten . . . . 80,50
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
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Nummer 204.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Seite 14.
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gut, man wird mitſchuldig, wenn die Ehe nicht zur
Zu=
friedenheit ausfällt.
Redensart! Was weiß ſo ein zwanzigjähriges
Din=
gelchen vom Leben?
Dem Freunde gegenüber nahm Andreas Dittmark
kein Blatt vor den Mund.
Du kennſt meine Frau wohl zur Genüge. Ich aber
will auf meine alten Tage Ruhe halten, und Druck
er=
zeugt Gegendruck — auch bei Gunild.
Andreas, mach mir mein Mannchen nicht
unglück=
lich!
Dittmark zuckte die Achſeln. Mag er verſuchen, die
Wullnow auszuſtechen! Ich, tann nicht für ihn Partei
ergreifen, denn dann hätte ich eine ſcharfe Oppoſition
gegen mich und wäre Plattangen nur hinderlich.
So werde ich es tun.
Das wollte ich Dir gerade raten. — Und nun komm
in den Salon zurück, ſonſt holt uns meine Frau doch in
fünf Minuten.
Der alte Chriſtoph Sollenſtern hat der ſchönen
Gu=
nild bis zehn Minuten vor ſechs tüchtig den Hof gemacht
und ihr viel erzählt von dem ſchönen Maſuren, das ſie
ja nur von flüchtigen Beſuchen her kannte.
Die Reitpeitſche in der Hand kam Plattangen vom
Dienſt.
Morgen, Onkelchen — ausgeſchlafen?
Sollenſtern nickte und legte die Zeitung weg. Lang=
Mannchen.
Roman aus Maſuren von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
Wullnow fing an ſich ziemlich überflüſſig zu fühlen
und wollte aufbrechen. Frau von Dittmark aber bat ihn,
noch ein Viertelſtündchen zu bleiben.
Na, dann darf ich wohl meinen guten Andreas auf
ein paar Minuten entführen? meinte Sollenſtern.
Der Hausherr führte ihn in ſein Arbeitszimmer.
Kaum hatte er die Tür geſchloſſen, platzte auch ſchon
Sollenſtern heraus: Du, der junge Mann ſoll wohl mal
Dein Schwiegerſohn werden?
Dittmark zuckte die Achſeln und ſchwieg.
Alſo nicht Dein Wunſch, aber der Deiner Frau
Lieber Chriſtoph, ich laſſe Gunild freie Wahl, wenn
ich auch nicht ganz einverſtanden ſein ſollte.
Schwer ließ ſich Sollenſtern in einen Seſſel fallen. Da
haben wirs!
Was denn, Chriſtoph?
Na die Qual, wenn die Kinder die Wahl haben.
Berührt Dich alten Junggeſellen doch wenig!
Meinſt Du? — Wenn ich Dir nun ſage, daß mein
Neffe halb verrückt nach Deinem Mädel iſt, polterte er
heraus.
Ich habe im ſtillen immer gehofft, die beiden
wür=
den ein Paar, habe aber mit niemand, auch mit meiner
ſen epdie erſeiſen Kuner aſtandter ind ſiche n
in die Weſtentaſche.
Mannchen, Du haſt ja eine ungeheuere Summe auf
der Rennbahn gewonnen!
Gewiß, Onkelchen, es war eine gute Saſſon für
mich, und über die ſchönen Ehrenpreiſe, die überall in der
Wohnung herumſtehen, haſt Du Dich ja auch gefreut!
Hm — Du mußt alſo dieſes Jahr ein Heidengeld
verdient haben?
Da biß ſich Plattangen auf die Unterlippe und ſah
ſehr intereſſiert auf den Griff ſeiner Peitſche. Trotz der
vielen Unkoſten iſt allerdings ein rundes Sümmchen übrig
geblieben.
Und dennoch läßt Du zu Hauſe abholzen, als ob Dir
der Pleitegeier auf dem Dache ſäße?
Es war nötig, Onkelchen, frag, bitte, nicht weiter!
Doch! — Du weißt, ich bin der allerletzte, der die
Jugend nicht jung ſein laſſen will, aber was zu arg iſt,
iſt zu arg. Mindeſtens hunderttauſend Mark mußt Du
dieſes Jahr zum Fenſter hinausgeworfen haben!
Mehr Onkelchen, viel mehr — in einer Nacht. Die
hat mich zweihundertdreißigtauſend Mark gekoſtet.
Mannchen!
Ja, mein Privatvermögen, ſoweit es nicht als
Be=
trieskapital im Gute ſteckt, iſt futſch und Schulden habe
ich auch noch. Aber ich werde nicht gedrängt.
Da ſchnappte Onkelchen doch nach Luft, wie ein Ka
Seite 14,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Nummer 264.
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ein, das iſt ja reinweg zum Tollwerden!
Plattangen zuckt die Achſeln und ging im Zimmer
auf und ab. Es iſt nun mal geſchehen. Seitdem ſpiele
ich bloß noch Skat, wenn’s mal durchaus ſein muß.
Gott ſei Dank, dann ſtehts ja nicht allzu ſchlimm!
Mannchen, was hatte ich eben für ine Heidenangſtr
Ja, ich habe mein Lehrgeld gezahlt und mir
Vor=
würfe genug gemacht. Mir fing an vor der Heimat zu
grauen, Onkelchen, deshalb kam ich nicht nach Hauſe.
Deine Ehrlichkeit gegen mich iſt das Schönſte an der
ganzen Sache.
Sie iſt mir verdammt ſchwer geworden!
Ach was, Du ſiehſt, ich bin ja ſchon wieder ganz
ruhig. Nun mußt Du mir aber auch alles ſagen,
Mannchen!
Ich habe mich mit den Gewinnern geeinigt. Was ich
auf der Bank liegen hatte, haben ſie ſofort bekommen,
dann den Erlös des Holzes, und was ich von meinen
Reungewinnen entbehren konnte. Den Reſt trage ich nach
und nach ab und verzinſe ihn außerdem, obgleich die
Herren es nicht wollten.
Und was biſt Du ihnen noch ſchuldig.
Eine Lappalie, Onkelchen, die ich jeden Tag
aufneh=
men könnte. Aber ich wills nicht tun, ſie haben vorläufig
genug eingeſackt. Es ſind nur noch fünfzehntauſend Mark.
Da llemmte Sollenſtern wieder den Klemmer mit dem
Goldrand ganz vorn auf ſeine dicke Naſe, nahm ſein
Scheckbuch aus der Taſche und fing an zu ſchreiben.
Was machſt Du denn da, Onkelchen?
Er antwortete erſt nicht, dann gab er ihm den Scheck.
Heb das von der Deutſchen Bank ab und erledige ſofort
die Sache!
Onkelchen — nee. Das tu ich nicht; ich werde
wahr=
haftig ganz allein mit meinen Gläubigern fertig.
des ſch Soiluſen ſehnen ueſen iber die
Men=
mer weg an und ſchlug mit der Fauſt auf den
Schreib=
tiſch. Unſinn! Ob Du das Geld heute kriegſt oder in ein
paar Jahren, wenn ich meine maroden Knochen zum
letzten Male ausſtrecke — das iſt doch hölliſch einerlei! Ich
brauche mir deshalb keine Beſchränkungen aufzuerlegen,
für meinen Rotſpohn und die Berlinfahrerei langts ſchon.
Du aber ſollſt den Leuten nichts ſchuldig bleiben!
Aber Onkelchen, wir haben uns doch ganz friedlich
geeinigt!
Verflixt noch mal — Mannchen, wirſt Du parieren?
Es geht beim beſten Willen nicht. Du biſt ſowieſo
ſchon ſo ſchrecklich gut zu mir, und mich würde es
be=
drücken, ſprängſt Du auch noch mit Deinem Geldbeutel
für mich ein.
Soll wegen der lappigen paar Dreier unſere alte
Freundſchaft in die Brüche gehen? fragte Onkelchen
drohend.
Wenn mir das Meſſer bis an den Hals ſtände, ich
käme zu Dir — verlaß Dich darauf. Aber da ich ſonſt
weiter keine Schulden habe, ſo kann ichs wahrhaftig ganz
gut allein machen.
Mein allerletztes Wort, Mannchen! Nimm den
Wiſch, ſonſt packe ich meine ſieben Sachen auf der Stelle!
Da ſteckte Donatus von Plattangen mit einem
Seuf=
zer den Scheck ein. Ich danke Dir, Onkelchen! Auch daß
Du ſo vernünftig biſt und mir keine Szene machſt!
Der lachte ſchon wieder und klopfte den Neffen auf
die Schulter. Bin doch kein altes Weib, Mannchen —
und nun Schluß damit! Auf ganz Plattangen ſteht ne
einzige Hypothek von fünfzigtauſend Talern, die trägt
die Herrſchaft und auch Dich, Du Leichtgewicht, wenn Du
nicht unvernünftig biſt!
Ich werde mich ſchön hüten. Meinen Rennſtall will
ich nach und nach verkaufen und — wenn ich ein Jahr
ein Schwaden gehabt habe u veransgeſeht, man ſeit
mich nicht in ein zu dreckiges Neſt als Rittmeiſter —
meinen Abſchied nehmen. Er legte die Stirn in Falten.
Vielleicht komm’ ich aber auch ſchon eher heim.
Das ſollteſt Du, Mannchen, die Penſion als junger
Rittmeiſter macht das Kraut auch nicht fett!
Plattangen hatte ſeinen Spaziergang durchs Zimmer
wieder aufgenommen. Sollenſtern beobachtete ihn ſcharf.
Dein Entſchluß hängt natürlich mit dem Mädel, der
Gunild, zuſammen!
Die Geſchichte iſt ausſichtslos, erwiderte der Neffe
mit dumpfer Stimme.
Freilich, wenn Du die Flinte ins Korn ſchmeißt,
brummte Sollenſtern.
Ich werde mich gerade noch öffentlich blamieren —
dafür danke ich beſtens!
Auf der Rennbahn galoppierſt Du Deine Gegner in
den Dreck, und bei einem hübſchen Mädel verlierſt Du
die Courage!
Dies Rennen iſt ausſichtslos, Onkelchen!
Natürlich, wenn Du Dir ſelbſt nicht die Sporen gibſt!
Du biſt doch ſonſt nicht ſo! Auf Deine alten Tage
ſetzeſt Du Dir’s auf einmal in den Kopf, mich unter die
Haube zu bringen!
Vielleicht iſt ne tüchtige Portion Eigennutz dabei,
Maunchen! Wenn ich alter lahmer Kerl nach Plattangen
rüber fahre, ſind die Vorhänge hochgezogen, ’ne hübſche
junge Frau ſtreckt mir die Hände entgegen und unter der
alten Blutbuche ſteht ein Kinderwägelchen, ja—a, das
denke ich mir wunderſchön!
Phantaſie haſt Du, Onkelchen
Iſt doch der Welt Lauf, Mannchen!
(Fortſetzung folgt.)
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
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ichard wägher-verein Darmstadt.
Donnerstag, den 14. November 1912, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5):
Zum Besten des Testhaus-Vereins Darmstadt
KONZERT
von Frau Kammersängerin
Erika Wedekind
aus Dresden und der Klaviervirtuosin
Frau Professor Marcelle Chéridjian-Charrey
aus Genf.
Eintrittskarten: Sperrsitz im Saal zu 5 Mk., Numerierter
Balkon zu 3 Mk., Galerie zu 1.50 Mk., Studentenkarten zu 1 Mk.
und Schülerkarten (für Schüler unter 21 Jahren) zu 50 Pfg. bei
Heinrich Arnold, (Wilhelminenstr. 9), und abends an der Kasse.
— Beitrittserklärungen, die noch vor dem obigen Konzerte
er-
folgen, berechtigen zu dessen freiem Besuche. Der Beitrag für
den Rest des Jahres 1912 (5 Konzerte) beträgt 6 Mk., für einen
Sperrsitzplatz 10 Mk.
(23119
Der Vorstand.
Hossischer Goemebanu.
Am Dienstag, den 19. November 1912,
abend 8¼ Uhr, ſpricht
Herr Pfarrer Jatho aus Köln
im großen Saale der Turngemeinde am Woogsplatz
über:
den Fall Traub und die Lehrfreiheit.
Zu dieſem Vortrag iſt jedermann freundlich eingeladen.
Eintrittskarten zu 40 Pfg. im Verkehrsbüro.
Sperrſitz=
karten zu Mk. 1.— und numerierte Karten zur Galerie zu 60 Pfg.
ſind bei Herrn Buchhändler Saeng, Kirchſtraße 20, zu haben.
Die Mitglieder des Goethebundes haben gegen Vorzeigen
der Mitgliedskarten freien Zutritt; gegen Nachzahlung von 50 Pfg.
erhalten ſie bei Hrn. Buchhändler Saeng eine Sperrſitzkarte. (23115fms
Der Vorstand.
Schutzengeſeuſchaft „Weismannshen
Darmſtadt.
Samstag, 9. u. Sonntag, 10. November 1912,
findet im Vereinslokal „Zum Martinsglöckchen”
(Riegerplatz) unſer diesjähriges
Wild- u. Geflügelschiessen
ſtatt, wozu wir unſere Mitglieder, ſowie Freunde und
Gönner des Schießſports höflichſt einladen.
Der Vorſtand.
23160)
NB. Beginn des Schießens: Samstag abend
9 Uhr. Ende: Sonntag abend 9 Uhr.
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Protektor: Se. Sgl. Hoheit der Großherzog.
Samstag, den 9. November
abends 8½ Uhr
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Frl. Hede Schaub Großh. Hofopernſängerin,
Herrn V. Härtl (Violine),
G. Winter (Rezitation) und
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Zweiter Teil:
Fremdenkarten: Herren 1 Mk., Damen 50 Pfg., ſind beim
Hausmeiſter, ſowie abends an der Kaſſe erhältlich.
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Ausweis für Mitglieder: III. Quartalskarte.
Der Vergnügungs=Ausſchuß.
NB. Wir machen unſere Mitglieder darauf aufmerkſam, daß An
meldungen zum Kinderchor für die Weihnachtsfeier, Sonntag, den
10. November, vormittags ½11Uhr, im Turnhaus
entgegen=
genommen werden.
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch und Samstag
Kur-Konzert.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu Mk. 1.50
ſind zu haben im Verkehrsburegu und an der Kaſſe.
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des Geruchſinnes
verwirft Parfüms mit aufdringlichem
Charakter oder betäubendem Moſchus= und
Patſchuligeruch. Die diſtinguierte Dame
ſchmückt ſich mit dem reinen köſtlichen Hauch
friſcher Frühlingsblumen. Dralles Illuſion
im Leuchtturm iſt höchſt konzentrierter
Blütenduft von bezaubernder, unvergleichlicher
Naturtreue.
Größte Ausgiebigkeit, da ein flüchtiges
Beſtreichen mit dem Glasſtift genügt, um den
beſtrickenden, langanhaltenden Duft
hervor=
zurufen. Ein Tropfen iſt ſchon zuviel.
Bei Dralles Illuſion hat man die Garantie,
den Forderungen des gewählten Geſchmacks
(23124)
zu genügen.
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Zum erſten Male wiederholt:
Magdalena.
Ein Volksſtück in 3 Aufzügen
von Ludwig Thoma.
Spielleiter: Hans Baumeiſter.
Perſonen:
Thomas Mayr,
gen. Paulimann,
Güter
. . Ludw. Wagner
Mariann Mayr,
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ſein Weib.
Magdalena, beider
. Herta Alſen
Tochter.
Jak. Moosrainer,
Bürgermeiſter . Kt. Weſtermann
Lorenz Kaltner,
Aushilfsknecht b.
. Hs. Baumeiſter
Mayr
Benno
Köckenber=
ger, Kooperator. Frz. Schneider
Barbara Mang,
Taglöhnerin . . Minna Müller=
Rudolph
Martin Lechner,
Bauernſohn . . Paul Eisner
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Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ U. an.
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Samstag, 9. Nov. 54. Ab.=Vſt.
D 14. Derliebe Auguſtin.”
Gew. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Sonntag, 10. Nov. Außer Ab.
Zu Schillers Geburtstag. Neu
einſtudiert: Wallenſtein=Trilogie.
(Vergl. beſonderes Plakat.)
Nach=
mittags 2½ Uhr: Fünfte
Volks=
vorſtellung bei ermäßigten Preiſen.
„Wallenſtein’s Lager”.
.Die Piccolominie—
Abends 7½ Uhr: Sechſte
Volks=
vorſtellung bei ermäßigten Preiſen.
„Wallenſtein’s Tod.”
Nummer 264a
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
Seite 19.
Vorman
Weden Schnupfen
M ae
Der beiſpielloſe Erfolg des Forman hat wie
üblich zu Nachahmung des Artikels gereizt. Man
verlange ausdrücklich Forman!
(22743)
Erfolge von Blinden im Kampf ums
Daſein.
** Daß Blinde durchaus nicht immer Enterbte des
Glückes ſind und im Kampfe des Daſeins unterliegen,
beweiſen die überraſchenden Aeußerungen Blinder, die
F. G. Hodſoll im Strand Magazine mitteilt. Er hat eine
Anzahl von Leuten interviewt, die des Augenlichtes
be=
raubt ſind und doch ihren Platz im Erwerbsleben voll
ausfüllen, ja auf Erfolge der verſchiedenſten Art
zurück=
blicken. Eine originelle Spezialität hat ſich Kapitän
Periſon=Webber ausgewählt, der nach längerer Dienſtzeit
in Indien erblindete und ſich dann der Geflügelzucht
widmete. Er richtete eine große Hühnerfarm ein, auf der
er, von ſeinem treuen Hund begleitet, ſich bald ſicherer als
ein Sehender bewegte. Oft wird er zur Einrichtung von
Geflügelhöfen in ganz England berufen und findet ſich
auch im fremden Milieu ſehr ſchnell zurecht. Seine
Metho=
den der Brut= und Aufzucht ſind vorbildlich geworden.
In ganz anderen Formen, aber nicht minder glücklich, hat
H. G Hawes ſich im Kampf ums Daſein zurechtgefunden.
Er iſt Agent einer großen Teefirma. Tag aus
Tag ein beſucht er in dem Gewimmel und Gewühl der
Weltſtadt London ſeine Kunden, ohne je einen ernſtlichen
Unglücksfall erlittni zu haben. Sein beſonders fein
aus=
gebildeter Geruch und Geſchmack unterſtützen ihn bei der
Probe und Auswahl der Teeſorten; ſtets legt er ſich allein
ſeine Probepäckchen in den Muſterkoffer und weiß ſie durch
Taſt= und Geruchſinn ganz genau zu unterſcheiden. Nie
hat er ſich eines Führers bedient, ja an Nebeltagen iſt er
ſogar der Führer manches Sehenden geweſen, denn er
findet ſich in der lichtloſen Dämmerung viel beſſer zurecht
als ein normaler Menſch.
Die beiden recht verſchiedenartigen Berufe eines
Tabakhändlers und Klavierſpielers
ver=
einigt George Warman, ein Schüler der Blindenſchule
von Swiß Cottage, der eine gute Bildung genoſſen und
ſich beſonders im Klavierſpiel ausgebildet hat. Er
er=
nährte ſich zunächſt als Klavierſpieler, aber dieſer Erwerb
genügte ihm nicht, als er heiratete. Er machte ein
Tabak=
geſchäft auf, das bald reichen Zuſpruch fand. Der Blinde
weiß in ſeinem Laden ſo genau Beſcheid, daß er auf den
erſten Griff jede Zigarrenmarke alle Zigaretten= und
Tabakpakete findet, ja er hat es ſogar ſo weit gebracht,
daß er Tabak ohne jedes Gewicht, allein nach ſeinem fein
entwickelten Gefühl abwiegt und ſtets die richtige Menge
dem Käufer einhändigt. Der Erfolg des Blinden im
Leben beſteht nach ſeiner Meinung darin, daß der
Nicht=
ſehende ſein Gebrechen vergeſſen und alles tun muß, was
er nur ausführen kann. Die Sehenden aber ſollen ihn
dabei unterſtützen und ihn nicht als Unglücklichen,
Hilf=
loſen bemitleiden und in ſeiner Entwickelung hemmen.
„Die Leute wundern ſich immer, daß ich mir mein
Schau=
fenſter mit Porzellan ſelbſt arrangiere,” erklärte William
Palmer=Davis, der Beſitzer eines bekannten und viel
be=
ſuchten Geſchäftes für Japan= und China=Import. „Aber
das iſt mir etwas Leichtes. Meine Frau, die nicht blind
iſt, zerbricht viel mehr als ich.‟ Davis, der nie die
Er=
ziehung einer Blindenſchule genoſſen hat, beſorgte Jahre
lang ſein Geſchäft ganz allein, ohne je Schaden zu
erlei=
den. Ausgezeichnete Leiſtungen als Stenograph und
Schreibmaſchiniſt hat der Blinde Maurice Myers
vollbracht, der im Bureau des Birmingham=Inſtituts für
Blinde eine leitende Stellung einnimmt. Er ſchreibt
durchſchnittlich 140 Worte in der Minute. Bei einem
Blindenkongreß in Exeter nahm er mit ſeiner Maſchine,
dem von Stainsby und Waine erfundenen Shorthand
Typewriter” während neun Sitzungen von 2 bis 3
Stun=
den 125000 Worte auf. Vorteile aus ſeiner Blindheit hat
für ſeinen Beruf F. R. Marriott gezogen, der ein
viel=
beſchäftigter Maſſeur iſt. Sein hochentwickelter
Taſt=
ſinn erlaubt ihm, beſondere Feinheiten in der Maſſage
auszubilden, ſo daß die Patienten von ihm ganz entzückt
ſind. Er hat mit ſeiner Art des Maſſierens beſonders bei
Nervenkranken große Erfolge erzielt. Obgleich er überall
in London und den Vorſtädten zu tun hat und ganz allein
ſeine Wege macht, iſt ihm noch nie irgend ein Unfall
zu=
geſtoßen. In feinen Mußeſtunden macht er
Zimmer=
mannsarbeiten und arbeitet in ſeinem Garten; auch die
anderen Blinden erzählen von ihren Liebhabereien.
Handel und Verkehr.
Patent=Erteilung. (Mitgeteilt von Dipl.=
Ingenieur Klemens Herszberg & Co., Patent= und
In=
genieur=Bureau, Darmſtadt.) 31h. 253812. Verfahren
zur Gewinnung von Heilſerum gegen epileptiſche und
epileptiformen Krämpfe. Fa. E. Merck, Darmſtadt. 25. 8.
1911. M. 45 492. 67a. 253 912. Maſchine zum
ſelbſtäti=
gen Schleifen von zylindriſchen oder koniſchen Fräſern,
Gewindebohrern, Reibahlen und anderen umlaufenden
gezahnten Schneidewerkzeugen mit beliebig vielen
hinter=
drehten, gerade oder ſchraubenlinienförmig verlaufenden
Zähnen, bei der der Fräſer mit dem zu ſchleiſenden Zahn
längs eines einſtellbaren Fingers unter Anpreſſung daran
geführt wird. Erſte Offenbacher Spezialfabrik für
Schmirgelwarenfabrikation, Mayer & Schmidt, Offenbach
am Main. 2. 8. 11. E. 17 195. — Patent=
Anmeld=
ungen. 63e. Sch. 39516. Stoßdämpfer für
Kraft=
ahrzeuge, der zwiſchen den Enden je zweier
übereinander=
liegenden Tragfedern angeordnet iſt. Karl Th.
Schult=
heis, Darmſtadt, Liebigſtraße 79. 25. 10. 11. 67a.
E. 17933. Rundſchleifmaſchine mit einem Revolverkopf
ür mehrere von Riemenſcheiben angetriebene
Schleifſpin=
deln, in dem die Spindeln nacheinander vor eine Leerlauf=
Riemenſcheibe gebracht werden, um von dieſer den
Rie=
men aufzunehmen. Erſte Offenbacher Spezialfabrik für
Schmirgelwarenfabrikation, Mayer & Schmidt,
Offen=
ach a. M. 27. 3. 12. — Gebrauchsmuſter=
Ertei=
lungen. 33a. 527171. Stockſchirm, bei welchem das
Futteral beim Aufſpannen an dem Schirmſtock befeſtigt
wird. Adam Schmaus, Mainz, Goldenbrunnenſtraße 2.
7. 4. 12. Sch. 43840. 37b. 526 635. Transportable
Eiſenbetonſäule. Robert Hartig, Mainz, Münſterplatz 1.
14. 9. 12. H. .57 586. 63b. 527 292. Wagenfeder mit
Dämpfungsfeder. Joh. Ernſt, Offenbach a. M.,
Krim=
mersgaſſe 8. 4. 10. 12. E. 17978. 63 g. 526 699. Leicht
ösbare Kettenkaſtenbefeſtigung für Fahrräder. Firma
P. Schleſinger, Offenbach a. M. 21. 4. 11. Sch. 39973.
63 g. 526 700. Leicht lösbare Kettenkaſtenbefeſtigung für
Fahrräder. Fa. P. Schleſinger, Offenbach a. M. 21. 4.
1911. Sch. 45 293. 68 d. 527056. Fenſterhalter. Karl
Stautz, Darmſtadt, Gutenbergſtraße 62. 1. 10. 12. St.
70e. 526 590. Federhalter=Ruhe mit Schreibfederreiniger.
Weintraud & Co., G. m. b. H., Offenbach a. M. 27. 9. 12.
W. 37962. 72e. 526 647. Rückſchwingende Scheibe für
Schießſtandanlagen. Fa. S. Kiefer, Worms. 21. 9. 12.
K. 54 944. 81 c. 526 708. Elevatorreiniger. Peter Hübner,
Höchſt i. Odw. 25. 5. 12. H. 56 200.
Literariſches.
Ein Kampf um Gott. Roman von Heinrich
Welcker. Berlin, Otto Janke. Preis 3 Mk., geb 4 Mk.
„Ein Kampf um Gott” iſt ein Roman aus unſerer Zeit.
Er iſt aktuell geworden durch die Verhältniſſe, ohne daß
der Autor dieſe Aktualität geſucht hätte. Das Werk
be=
handelt den tiefen Riß, der durch das Herz unſerer Zeit
geht, den Kampf um die naturwiſſenſchaftliche
Weltan=
ſchauung von heute. Am fühlbarſten muß dieſer Riß in
den Herzen derer werden, die von Amts wegen berufen
ſind, dieſe älteren Anſchauungen zu pflegen, in denen die
neuen aber lebendig geworden ſind. Der Roman iſt in
ſeinen Anfängen älter als das ein ähnliches Thema
be=
handelnde Drama des Verfaſſers „Der Pfarrer von St.
Georgen”, das zumal an den Berliner Schillertheatern
ſtürmiſchen Beifall gefunden hat.
Zeiten und Völker. Monatshefte für
Ge=
ſchichte, Kulturgeſchichte, Länder= und Völkerkunde.
Jahr=
gang 1912, Heft 6/7 (Napoleonheft). Franckhſche
Ver=
lagshandlung, Stuttgart. Jährlich 12 Hefte nebſt zwei
Buchbeilagen. 4.80 Mark. In Erinnerung an die
folgen=
reiche Zeit laſſen die „Zeiten und Völker” ein vereinigtes
Heft 6/7 als Napoleonsheft erſcheinen, in dem beſonders
der Rückzug der großen Armee und die ſich anknüpfenden
Ereigniſſe behandelt werden. Andere Aufſätze, wie die
Württemberger in Rußland, ſchließen ſich an. Aus Heft
Nr. 8 ſei hervorgehoben diedarſtellung über dieBeteiligung
der Deutſchen am amerikaniſchen Bürgerkriege, ferner
die Charakterſtudie über das vormärzliche Wien von J.
Paul, zu der beſonders die Tagebücher des öſterreichiſchen
Dichters v. Bauernfeld und andere Erinnerungen benutzt
wurden.
— Meine erſte Zeitung. Herausgegeben von
Charlotte Stein. Pädagogiſcher Leiter: Oberlehrer
Joſef Glaſer. Leipzig, Verlag von Otto Spamer.
Alle 14 Tage ein Heft. Preis vierteljährlich 1,80 Mark.
Eine neue Jugendzeitſchrift für das erſte leſefähige Altet
(7 bis 11 Jahre). Neu für Deutſchland, denn in
Oeſter=
reich iſt ſie bereits ſeit zwei Jahren aufs beſte eingeführt.
Roſeggers „Heimgarten” ſagt von ihr: Zu den wenigen
Kinderzeitſchriften, die vom pädagogiſchen und
litera=
iſchen Staudpunkte aus ſich bewähren, gehört „Meine
erſte Zeitung” Sie weiß ſich in Text und Bildern dem
Vorſtellungskreis und den Meinungen unſerer Jüngſten
vortrefflich anzupaſſen. Ein Stab bewährteſter
Mit=
arbeiter umgibt die Redaktion, die mit größter Sorgfalt
bemüht iſt, ihren kleinen Leſern nur das Beſte
dar=
ubieten.‟ Die Zeitſchrift will den dem Naturkinde
an=
geborenen Geſchmack für das Einfache, Naive und Heitere
feſtigen und dem kindlichen Gemüt und Geiſt reichliche
geſunde Nahrung zuführen Alles in allem: wirklich
ein=
mal ein Blatt, das geeignet iſt, an einer geſunden
Erzieh=
ung unſerer Jugend wirkſam mitzuarbeiten. Der
näßige Preis geſtattet die weiteſte Verbreitung.
&e
AA1N!
Glome
Die Wirkung des Bades
wird ganz besonders erhöht
setzt man dem Bade- oder Wasch-Wasser regelmässig einen Schuss
Eau de Cologne zu. — Denn ist stets von
ausser-
ordentlich belebender und erfrischender Wirkung
aut leim, Flaut und Körper.
Man verwende indes nur die Marke 775 nie
andere Erzeugnisse, nie andere Eau de Cologne.
ist sehr ausgiebig im Gebrauch; im
Verhältms preiswerter als jede Nachahmung.
Aus der Serie:
"Hogiene im
Leben‟
oie Katten
pro lag zur Strecke gebracht — großartig iſt der Erfolg —
bin die Ratten los — 30 Ratten in kurzer Heit tot — findet
bei meinen Kunden großen Anklang ꝛc., ſo und ähnlich heißt es immer in den
glänzenden Heugniſſen über „Es hat geſchnappt” Wo keine Ratte mehr in die
alle geht, wo Giftbrocken nicht mehr angerührt werden, da wird das von den
ſchädlichen Nagetieren mit wahrem Heißhunger gefreſſene, für Haustiere und Geflügel
bſolut unſchädliche „Es hat geſchnappt” ſtaunend wirken. Nur echt in plombierten
Dackungen à 50 Of., 1.—, 3.— und 5.— M. Man laſſe ſich nichts anderes aufreden.
Do nicht zu haben, weiſen wir Bezugsquellen nach. Jedem Intereſſenten ſenden
wir auf Wunſch eine 32 Seiten ſtarke Broſchüre „Die Rattenplage und ihre wirkſame
Bekämpfung” umſonſt und portofrei. Wilh. Anhalt G. m. b. H., Oſtſeebad Kolberg.
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 8. November 1912.
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