Darmstädter Tagblatt 1912


11. Oktober 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerate
175.-Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23 Beſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die hentige Nummer hat 16 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Das Militärluftſchiff M. III‟, das ſeinen
Standort in Metz erhalten ſollte, iſt geſtern morgen
vor der Luftſchiffhalle in Reinickendorf, beim Nach=
füllen
von Gas durch Entſtehen einer Stichflamme ver=
brannt
. Die Luftſchiffhalle wurde zum Teil zerſtört.
2
Der frühere Reichstagsabgeordnete Müller=Sagan
iſt am Mittwoch abend in Berlin geſtorben.
I *
Das Schwurgericht in Mannheim verurteilte
die beiden Mörder des Studenten Arjes zu lebens=
länglichem
Zuchthaus.
2
In einem Gaſthof Klein=Baſels kam es am Mittwoch
abend zu einer Schießerei zwiſchen drei Gäſten
zwei Herren und einer Dame. Die beiden Herren ſind
tot, die Dame ſehr ſchwer verletzt.
12
kAm Mittwoch fand das erſte Gefecht zwiſchen Monte=
negrinern
und Türken bei Podgoritza ſtatt.

Was lehrt uns der italieniſch=türkiſche
Krieg?

C) Noch ſind die Bedingungen des italieniſchetürki=
ſichen
Friedensſchluſſes amtlich nicht veröffentlicht worden,
nöch kennt man die Formel nicht, die für das Osmanen=
reich
den Verluſt Tripolitaniens beſiegelt. Daß aber
Italien ſein Ziel erreicht, Tripolitanien erhält, ſteht außer
Frage. Es iſt daher Italien diejenige Macht, die als
Sieger aus dem Kampfe hervorgeht. Mag der Preis
wes Kampfes, die Erwerbung Tripolitaniens, manchem
wer aufgewandten Opfer nicht wert erſcheinen, ſo kann
wierüber doch erſt die Zukunft das letzte Wort ſprechen.
Und trotz der geringen Bedeutung, die der Beſitz Tripoli=
haniens
bisher für die Türkei hatte, bleibt es eine keines=
wegs
gleichgültige Tatſache, daß die Türkei nunmehr ihre
letzte Stellung auf afrikaniſchem Boden räumen muß. Das
iſſt ein Markſtein in der Geſchichte des Osmanenreiches.
Die Frage aber, weshalb dieſe Wendung eintreten konnte,
iſſt nicht nur für die unmittelbar Beteiligten von Belang.
In aller Ohren klingt noch der Jubel nach, der das
iſtalieniſche Volk erfüllte, als unter dem Donner der italie=
miſchen
Schiffsgeſchütze die alten Mauern der Tripolis=
jeſte
zuſammenſtürzten, und unter dem Schutz derſelben
Geſchütze die türkiſch=arabiſchen Streitkräfte zum Rückzug
ims Innere gezwungen wurden. Unmöglich hätten die
Staliener damit ſo leichtes Spiel gehabt, wenn die War=
rungen
redlicher Freunde der Türkei befolgt, d. h.
Tripolis rechtzeitig in einen Verteidigungs=
zuſtand
geſetzt worden wäre, der modernen Anforde=
rungen
entſpricht. Aber die wohlgemeinten Warnungen
wurden von den Türken in den Wind geſchlagen, weil
ſie darin nur einen Vorwand zur Erlangung von Be=
ſtellungen
auf Kriegsmaterial erblickten! So unterblieb
die ausreichende Rüſtung in Tripolis, und dieſe Unter=
laſſungsſünde
öffnete den Italienern den Weg zur Er=
ubberung
. Tripolitaniens.
Was die Türkei in Tripolis verſäumte, hat
ſiee auf dem Gebiet der Flottenrüſtung bis
in die jüngſten Tage hinein gleichfalls unterlaſſen.
Einé türkiſche Flotte, die imſtande wäre, den Kampf mit
Aeiner modernen Seemacht aufzunehmen, gibt es nicht.
So war der Seeweg nach Tripolitanien für die Italiener
frei. Daß aber den türkiſchen Hafenplätzen und dem tür=
kiſchen
Handel nicht ungleich mehr Schaden zugefügt wor=
den
iſt, als es tatſächlich geſchah, hat die Türkei nur den
wirtſchaftlichen Intereſſen der Großmächte zu verdanken.
Trotzdem blieb der Hauptſtadt des Osmanenreiches die
Gefahr eines Eindringens der italieniſchen Flotte in die
ardanellen nicht erſpart, und eine Reihe der ägäiſchen
Inſeln wurde von den Italienern beſetzt. Für die Be=
endigung
des Waffenganges iſt das Vordringen der
Italiener im türkiſchen Inſelgebiet um ſo wichtiger ge=
Aworden, je lebhaftere Kreiſe die Bewegung der Inſel=
griechen
zog, für alle Zukunft die türkiſche Herrſchaft ab=
zuſchütteln
. So hat ſich für das osmaniſche Reich, das
in der Seeſchlacht von Navarino i. J. 1827 den vereinig=
Atem Flotten Großbritanniens, Frankreichs und Rußlands

noch faſt 100 Kampfeinheiten gegenüberſtellen konnte, der
Varzicht auf eine rechtzeitige Flotten=
rüſtung
ſchwer gerächt.
Das ſoll uns nicht minder als der ſchlechte Verteidi=
gungszuſtand
von Tripolis eine neue Mahnung ſein, un=
ſere
Rüſtung zu Waſſer und zu Lande alle Zeit auf der
Höhe voller Leiſtungsfähigkeit zu erhalten.

Deutſches Reich.

Zur bevorſtehenden Regelung des
Luftfahrtrechts wird mitgeteilt: Die Fahrt= und
Manöverbeſtimmungen des Entwurfs eines Abkommens
betreffend den zwiſchenſtaatlichen Luftverkehr haben inſo=
fern
eine beſondere Bedeutung, als vorausſichtlich ent=
ſprechende
Beſtimmungen in den deutſchen Entwurf zur
Regelung des Luftfahrtrechtes aufgenommen werden
dürften. In den Artikeln 12 bis 15 wird ausgeführt, daß
ſich ein Motorluftfahrzeug ſtets mindeſtens in 100 Meter
Entfernung von einem anderen zu halten hat, und zwar
nach jeder Richtung hin. Ferner haben die Motorluft=
fahrzeuge
ſtets den Freiballons auszuweichen und jedes
Motorluftfahrzeug, das ſich einem andern nähert, hat im=
mer
nach rechts auszuweichen, es ſei denn, daß es einen
Abſtand von wenigſtens 300 Metern hat und behält. Wei=
ter
iſt beſtimmt worden, daß ein Luftſchiff eine deutlich
ſichtbare ſchwarze Kugel zu zeigen hat, wenn es freiwillig
geſtoppt hat. Es bleibt im übrigen auch in dieſem Falle
den Vorſchriften für in Fahrt befindliche Luftfahrzeuge
unterworfen. Wenn es infolge von Beſchädigungen nicht
mehr voll manövrierfähig iſt, ſo hat es zwei deutlich
ſichtbare ſchwarze Kugeln zu zeigen, die ſenkrecht über=
einander
angebracht ſind. In dieſem Falle iſt es wie ein
Freiballon anzuſehen. Bei Nacht zeigt ein Luftſchiff in
den beiden vorſtehenden Stellen nur ein weißes Licht
und wird den Freiballonen gleichgeachtet.
Die Sammlungen für die National=
flugſpende
ſollten eigentlich bereits zum 1. Oktober
1912 geſchloſſen werden; dringenden Wünſchen von ver=
ſchiedenen
Seiten entſprechend iſt dieſe Abſicht jedoch auf=
gegeben
worden, und die Sammlung ſoll noch während
des Oktober fortgeſetzt werden. Für Ende dieſes Monats
iſt jedoch endgültig der Abſchluß vorgeſehen.
Das ausländiſche Fleiſch auf dem
deutſchen Markte. Es wird gegenwärtig die Frage
erörtert, ob die in Ausſicht genommene teilweiſe Erſtat=
tung
des Zollbetrages an die Gemeinden, die Fleiſch aus
dem Auslande einführen, ausreicht, um das ausländiſche
Fleiſch mit dem einheimiſchen konkurrenzfähig zu machen.
Zur Beurteilung dieſer Frage ſind Berechnungen ſehr be=
achtenswert
, die der Leiter der Auslandsfleiſchbeſchau in
Köln, Tierarzt Dr. Ruſche, ſoeben angeſtellt hat. Gegen=
wärtig
iſt jedes Kilo friſches ausländiſches Fleiſch mit
einem Zoll von 27 Pf. belaſtet. Dazu tritt eine Reihe
weiterer Unkoſten, die auf dem im Inland geſchlachteten
Fleiſch nicht ruhen, in erſter Linie die Fracht, ferner die
ſtaatlichen Unterſuchungsgebühren, die Verluſte durch
Beanſtandungen, die Gebühren für Benutzung der Ver=
kaufshallen
, die Verkaufsproviſion, ſowie Auslagen für
Reiſen des ausländiſchen Exporteurs. Nach ziemlich ge=
nauen
Schätzungen, die in Köln vorgenommen ſind, ſtellt
ſich dieſe Belaſtung mindeſtens auf 11 Pf. pro Kilo. Ein=
ſchließlich
des Zolles laſten mithin 19 Pf. beſondere Un=
koſten
auf jedem Pfund ausländiſchen Fleiſches. Legt
man nun den Berechnungen als mittlere Preislage für
ausländiſches Fleiſch diejenige zugrunde, die vor der
jetzigen Teuerung die normale war, nämlich 67 Pf. pro
Pfund, ſo ſtellt ſich die Belaſtung des ausländiſchen
Fleiſches durch die 19 Pf. beſondere Unkoſten auf etwa
28 Prozent des Wertes. Da nun die Gemeinden durch
die Erſtattung tatſächlich nur einen Zollſatz von 13 Pf.
pro Kilo bezahlen, ſo iſt dieſes ausländiſche Fleiſch mit
etwa 22 Prozent ſeines Wertes durch beſondere Unkoſten
belaſtet.
Nochmals das Streikrecht der Eiſen=
bahner
. Zu der Erklärung des Süddeutſchen Eiſen=
bahner
=Verbandes, auf das Streikrecht zu verzichten, nahm
der bayeriſche Verkehrsminiſter in der letzten Ausſchuß=
ſitzung
des Reichsrats Stellung und erklärte, daß dieſer
Beſchluß zu begrüßen ſei.
Die Angelegenheit ſei aber keineswegs als beendet
zu betrachten, da die vorhandene Leidenſchaft befürchten
laſſe, daß auch in Bayern wie anderwärts die verhetzten
Gewerkſchaftler gegen den Willen der Führer zum Ar=
beitsausſtande
und Ausſchreitungen bingeriſſen werden.

Das Vorgehen der Regierung beziehe ſich auf ſämtliche
Organiſationen, gleichviel, ob ſich dieſe als freie, chriſtliche
oder ſonſtige Gewerkſchaften oder Vereinigungen dar=
ſtellen
. Beſonderen Wert ſollte man darauf legen, daß
die einzelnen nachdrücklichſt auf die Verpflichtungen hinge=
wieſen
werden, die mit dem Eintritt in den Dienſt der
Verkehrsanſtalten übernommen werden. Ein weiteres
Vorgehen müſſe ſich die Regierung vorbehalten. Sie ſtehe
nach wie vor auf dem Standpunkt, daß allen Organiſatio=
nen
, die den ſtaatlichen und dienſtlichen Intereſſen nicht
zuwiderlaufen, volle Bewegungsfreiheit gewährt werde.
Der Kongreß der chriſtlichen Gewerk=
ſchaften
in Dresden hat jetzt anerkannt, daß den
Staatsarbeitern das Streikrecht nicht zuſtehe, er hält jedoch
die Schaffung eines den eigenartigen Verhältniſſen der
Staatsbetrieben entſprechenden Staatsarbeiterrechtes für
notwendig.
Verſicherung gegen Hochwaſſer=
ſchaden
. In München verſammelten ſich am 5. Oktober
Vertreter der waſſerwirtſchaftlichen Verbände Oeſterreichs,
der Schweiz und Bayerns, um die Angelegenheit einer
allgemeinen Verſicherung gegen Hochwaſſerſchaden weiter
zu fördern. Die Konferenz beſchloß, mit dem in Betracht
kommenden Verſicherungsgeſellſchaften in Verhandlungen
einzutreten zu dem Zweck, daß gemeinſchaftliche Ver=
ſicherungsbedingungen
für die einzelnen intereſſierten
Länder vereinbart würden. Der waſſerwirtſchaftliche
Verband wird dabei gemeinſam vorgehen.
Die Neuwahlen zum württembergi=
ſchen
Landtag ſind auf Mittwoch, den 13. November,
feſtgeſetzt worden.

Ausland.

Oeſterreich=Ungarn.
Die öſterreichiſche Heeresforderung.
Schon daraus, daß der gemeinſame Miniſterrat am Mitt=
woch
, trotzdem er von 10 Uhr abends bis ½3 Uhr nachts
dauerte, zu keinem Ende kam, ſondern ſeine Beratungen
fortſetzen muß, iſt zu entnehmen, daß es große Schwie=
rigkeiten
macht, einen Beſchluß zuſtande zu bringen. Die
Heeresverwaltung verlangt tatſächlich 420 Millionen
Kronen, und zwar 250 Millionen für das Landheer und
170 Millionen für die Flotte. Aber beide Regierungen
ſträuben ſich, Kredite in dieſer Höhe gutzuheißen. Die
ungariſche Regierung iſt außerdem noch dagegen, daß die
Delegationen ein Programm für mehrere Jahre aufſtellen,
weil gegen ein ſolches Verfahren die Ungarn verfaſ=
ſungsrechtliche
Bedenken erheben würden. Eine Verſamm=
lung
ſämtlicher Delegierten des öſterreichiſchen Abgeord=
netenhauſes
, die deren Senior, der Chriſtlichſoziale Fuchs,
einberufen hatte, beſprach heute die Kreditangelegenheit.
Auch hier zeigte ſich wenig Geneigtheit, eine ſo hohe
Summe zu bewilligen.
England.
Die chineſiſche Anleihefrage. In Beand
wortung einer Anfrage über die chineſiſche Anleihe er=
klärte
Parlamentsunterſekretär Acland im Unterhauſe:
Die britiſche Regierung unterſtützte im Einvernehmen
mit der deutſchen, franzöſiſchen, ruſſiſchen, japaniſchen und
amerikaniſchen Regierung die internationale Bankarube
bei den Verhandlungen über die chineſiſche Anleihe,
erſtens, weil es ihr ſehr erwünſcht ſſchien, daß alle am
meiſten und in China direkt intereſſierten Mächte beteiligt
ſeien und nicht untereinander in Wettbewerb treten, indem
jede verſucht. für ſich politiſche Sondervorteile aus der
Lage zu ziehen. Zweitens würde ohne eine ſolche Ver=
ſtändigung
das Ergebnis eine Reihe planloſer Anleihen
ſein, die den Kredit Chinas ſchädigen und nicht im Inter=
eſſe
Chinas und ſeines auswärtigen Handels ſein würde,
an dem wir ſehr ſtark beteiligt ſind. Bisher iſt keine große
Anleihe mit der Sechsmächtegruppe abgeſchloſſen worden,
da ſich Ehina einigen Bedingungen widerſetzte Die
Hauptbedingungen, die wir als weſentlich für eine ge=
ſunde
und China vorteilhafte Anleihe halten, müſſen auf=
recht
erhalten werden. Das ſchließt aber nicht aus, daß
wir irgendwelche Vorſchläge Chinas über die urſprüng=
lich
niedergelegten Bedingungen einer billigen Erwägung
unterziehen. Aus den oben angegebenen Gründen iſt es
ſehr unerwünſcht, daß das Abkommen unter den Mächten
aufgehoben wird. Aber es beſteht nirgends die Abſicht,
es aufrecht zu erhalten, um China harte unvernünftige
Bedingungen aufzuerlegen. Einer Criſp=Anleihe wider=
ſetzen
wir uns, weil wir China, ſo lange die Verhand=
lungen
mit der Sechsmächtegruppe ſchweben, nicht berech=
tigt
hielten, anderweitig Anleihen aufzunehmen, und weil
wir die Ehrenpflicht hatten, uns jeder anderen Anleihe zu
widerſetzen. Abgeſehen davon bietet die Anleihe, ſoweit
wir ſehen können, keine entſprechende Garantien für eine
angemeſſene und nützliche Verwendung der Erträge.
Vorwürfe gegen Grey. Obwohl bisher in
England nichts davon bekannt iſt, daß irgend ein anderer
Balkanſtaat dem Beiſpiele Montenegros gefolgt iſt, gibt

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Ortober 1912.

Nummer 240.

man ſich doch keinen Augenblick der Hoffnung hin, daß die
allgemeine Feuersbrunſt auf dem Balkan vermieden wer=
den
könne. Selbſt die konſervativen Blätter, die Edward
Grey ſtets die Stange gehalten haben, können heute ein
Wort des Bedauerns über ſeine Politik nicht unterdrücken,
während das Organ ſeiner eigenen Partei, die Daily
News, ihn offen beſchuldigt, durch ſein Verhalten zum
Ausbruch des Krieges beigetragen zu haben.
Die Lage in Perſien. Auf eine Anfrage über
die Lage in Perſien führte der parlamentariſche Unter=
ſtaatsſekretär
Agland im Unterhauſe aus, im Norden und
in Teheran ſei die Lage unverändert, dagegen die Haupt=
ſtraße
des Südens noch der Schauplatz von Geſetzloſigkeit.
Der neue Generalgouverneur von Fars befindet ſich auf
der Reiſe, um ſein Amt anzutreten. England wünſche
der perſiſchen Regierung ſeinen guten Willen zu zeigen
und nicht Verwirrung anzurichten. Der Generalgouver=
neur
habe die Truppenabteilung, die bis jetzt in Iſpahan
ſtationiert geweſen wäre, zurückgezogen. Die engliſche
Regierung habe der Zentralregierung 25000 Pf. St. unter
der Bedingung vorgeſtreckt, daß dieſe Summe für die
ſüdliche Straße verwandt werde.
Belgien.
Die Heeresreform. Die Militärreform, die
von der Regierung in Ausſicht genommen iſt, ſoll die
Zahl der jährlich eintretenden Rekruten auf 30000 Mann
erhöhen. Die Mehrausgaben hierfür werden jährlich
6 Millionen Francs betragen. Man glaubt, daß die
nächſte Kammerſitzung ſich wahrſcheinlich mit dieſer Frage
beſchäftigen wird.
Spanien.
Der ſpaniſch=franzöſiſche Marokkover=
trag
ſoll dem Imparcial zufolge nicht ſofort, ſondern
erſt nach Regelung der Frage der Internationaliſierung
von Tanger unterzeichnet werden.
Anſtralien.
Das Mutterſchaftsgeſetz. Der Bundes=
ſenat
nahm in dritter Leſung das Mutterſchaftsgeſetz an,
das eine Prämie bis zu einem Maximum von 100 Mark
für jedes Kind vorſieht, das in Auſtralien von weißen
Eltern geboren wird. Die Auszahlung der Prämie wird
vom nächſten Samstag ab beginnen.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. Oktober.

Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Muſeums=Aſſiſtenten Dr. Auguſt Feigel
in Darmſtadt zum Kuſtos an dem Landesmuſeum zu
Darmſtadt. Ferner wurde ernannt der Großh. Steuer=
aufſeher
Georg Kalbfleiſch zu Butzbach vom Tage
ſeines Dienſtantritts an zum Pfandmeiſter für den
Beitreibungsbezirk Fürth.
Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
dem Lokomotivführer Adam Beſt zu Biſchofs=
heim
, dem Rangiermeiſter Karl Staudt zu Mann=
heim
=Waldhof, dem Maſchinenwärter Georg Kilian
zu Guſtavsburg, dem Weichenſteller Johann Schäfer
zu. Mainz, dem Pförtner Ludwig Roth zu Groß=
Gerau, den Bahnwärtern Heinrich Burk zu Lich und
Johannes Müller zu Darmſtadt, ſämtlich in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft, aus Anlaß
ihrer erfolgten Verſetzung in den Ruheſtand das All=
gemeine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift Für treue
Dienſte und dem Bahnunterhaltungsarbeiter und Aus=
hilfsbahnwärter
Andreas Kolb zu Goddelau=Erfelden
aus Anlaß ſeines Ausſcheidens aus dem Staatseiſen=
bahndienſt
das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift
Für treue Arbeit.
Zurückgenommen wurde durch Entſchließung
Großh. Miniſteriums der Finanzen die am 2. d. M.

vollzogene Ernennung des Großh. Steueraufſehers
Konrad Stier zu Gießen zum Pfandmeiſter für den
Beitreibungsbezirk Fürth auf ſein Nachſuchen.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Loko=
motivführer
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahn=
gemeinſchaft
Adam Beſt zu Biſchofsheim auf ſein
Nachſuchen.
Ordensverleihung. Dem Generalmajor z. D.
v. Branconi in Homburg v. d. H., bisheriger Kom=
mandeur
der 49. Infanteriebrigade (1. Großh. Heſſ.),
wurde der Rote Adlerorden 2. Klaſſe mit Eichenlaub
verliehen.
Perſonalnachrichten der Eiſenbahndirektion
Mainz. Ernannt: der kommiſſariſche Eiſenbahn=
aſſiſtent
Hoffmeiſter in Groß=Umſtadt zum Eiſenbahn=
aſſiſtenten
; die Schaffner i. Pr. Lamp, Scholl in Darm=
ſtadt
zu Schaffnern; Aushilfsrottenführer Laux zum
Rottenführer. Verſetzt: die Regierungsbaumeiſter
Berlinghoff und Paul Schmidt von Mainz nach Cleve
bezw. Münſter (Weſtfalen); Werkmeiſter=Aſſiſtent Lim=
berg
von Oberlahnſtein nach Darmſtadt; Tel.= Werk=
führer
Glunz von Oberlahnſtein nach Darmſtadt; Bahn=
hofspförtner
Muth von Darmſtadt nach Wiesbaden.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 34 vom
10. Oktober hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung,
die Anlage eines Anſchlußgleiſes des Unternehmers Leo
v. Ubiſch zu Fulda betreffend. 2. Bekanntmachung, den
zweigleiſigen Ausbau der Strecke Friedrichsdorf- Fried=
berg
betreffend. 3. Bekanntmachung, Organiſation der
Großh. Oberförſtereien betreffend. 4. Bekanntmachung,
die Aufhebung der Großh. Bezirkskaſſe Pfeddersheim
betreffend. 5. Bekanntmachung, die Ausführung des
Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte betreffend.
* Militärdienſtnachricht. Steinmann, Lazarett=
inſpektor
in Darmſtadt, zum Lazarett=Oberinſpektor
ernannt.
Vom Großh. Hoftheater. Heute Freitag findet
als 29. Abonnementsvorſtellung, Buchſt. D 7, eine Wieder=
holung
der erfolgreichen Opernnovität Wenn ich König
wäre von Adam ſtatt. An dieſem Abend gelten die
kleinen Preiſe. Herr Globerger, der vor einigen Tagen
die Partie des Zephoris am Großh. Hoftheater zu
Karlsruhe ſang und der hier dieſe Geſtalt kreierte, errang
mit ſeiner Wiedergabe durchſchlagenden Erfolg bei
Publikum und Preſſe der badiſchen Reſidenz. Für Sonntag
iſt Verdis Alda angeſetzt. Die Vorſtellung, die Kapell=
meiſter
Lert dirigiert, weiſt gegen die letzte Wiederholung
einige Veränderungen in den Beſetzungen der Haupt=
partien
auf.
g. Strafkammer. Die 20jährige Auguſte St. aus
Pfungſtadt hat ihrer Dienſtherrin ein ſilbernes Ketten=
armband
entwendet, wohl ohne den Wert des Gegen=
ſtandes
recht zu erkennen. Sie wurde zu 3 Monaten
Gefängnis verurteilt. Der Untreue und Unter=
ſchlagung
war der 34jährige Fahrradhändler Philipp
Heinz V aus Lorſch beſchuldigt. Er war als Vertreter
des Händlers Hoock mit dem Vertrieb von Fahrrädern
in Lorſch beauftragt und hat ſich hierbei in mehreren
Fällen Unregelmäßigkeiten bei der Einziehung der Gelder
zu Schulden kommen laſſen. In einem Fall hatte ſeine
Frau 56 Mark in Empfang genommen, die ſie für ſich ver=
wendete
. Zwei als Gegenwert mit in Zahlung gegebene
Fahrräder hatte er an dritte Perſonen gegeben, anſtatt
ſie dem Hoock zu ſenden. Das Gericht verurteilt den An=
geklagten
wegen Untreue und Unterſchlagung in drei
Fällen zu drei Wochen Gefängnis. In einem
weiteren Fall erfolgte Freiſpruch. Der 37jährige Fuhr=
mann
und Hundehändler Chriſtoph Jakob Schulz aus
Stockſtadt hat bei ſeinem Hundehandel in Mainz und Um=
gegend
verſchiedene Betrügereien begangen. Er wurde
deshalb ſchon in Mainz verurteilt. Geſtern wurde er
von der hieſigen Strafkammer unter Einbeziehung dieſer
Strafe wegen zwei weiteren Betrugsfällen zu einer Ge=
ſamtgefängnisſtrafe
von 2 Jahren Gefängnis ver=
urteilt
. Eine weitere in der geſtrigen Strafkammer=
ſitzung
zur Verhandlung gekommene Berufungsſache be=
trifft
die Verſchandelung des Landſchaftsbildes durch ge=
ſchmackloſe
Reklametafeln an den Eiſenbahnſtrecken. Die
Unternehmer Konrad Cahen in Frankfurt a. M. und
Hugo Detſch in Boxhagen=Rummelsburg hatten ſich vor
dem Amtsgericht Zwingenberg wegen einer Uebertretung
einer Kreisamtsverordnung inbezug auf §35 des Geſetzes

für Denkmalſchutz zu verantworten. Die Beſchuldigten
hatten an der Bergſtraße, rechts und links der Eiſenbahn,
große Reklametafeln aufſtellen laſſen, von denen nach An=
ſicht
des Amtsanwalts 9 Tafeln unter die erwähnte Ver=
ordnung
fallen. Vom Amtsgericht wurde Cahen freige=
ſprochen
und Detſch wegen Uebertretung in 4 Fällen
zu einer Geldſtrafe von 20 Mark verurteilt. Der Amts=
anwalt
legte gegen das Urteil Berufung ein, weil nuc
4 Tafeln beanſtandet wurden. Als Sachverſtändiger war
Geh. Baurat Prof. Wickop geladen. Die Anklage geht
von der Anſicht aus, daß auch die weſtlich der Bahnſtrecke
ſtehenden Tafeln mißſtändig im Sinne des Geſetzes ſind,
während in jenem Urteil nur die Tafeln beanſtandet
wurden, die ein ſchönes Landſchaftsbild mit ihren grellen
Farben zerſtören. Eine vor einem Wald ſtehende Reklame
war als zuläſſig bezeichnet worden. Von der Verteidig=
ung
wurde insbeſondere darauf hingewieſen, daß in den
Fällen, wo die Reklametafel tiefer als der Bahnkörper
liegt, von einer Beeinträchtigung des Landſchaftsbildes
nicht die Rede ſein könne, da ſie hier nicht auffalle.
Das Urteil wird am 17. Oktober verkündet werden.
Städtiſche Maßnahmen gegen die Fleiſchteuerung,
Wie wir hören, iſt mit dem Fleiſchverkauf am
8. Oktober begonnen worden. Das Fleiſch iſt beſter
Qualität. Die Verkaufspreiſe pro Pfund ſind folgende:
Rindfleiſch (alle Stücke) 82 Pfg., Schweinefleiſch 88 Pfg.
und Kotelettſtücke 90 Pfg. Augenblicklich iſt nur eine
Verkaufsſtelle in der neuen Markthalle des ſtädtiſchen
Schlachthofs in der Frankfurter Straße im Betrieb. Die
Stadtverwaltung wird aber in den nächſten Tagen noch
eine weitere Verkaufsſtelle in zentraler Lage der Stadt
einrichten. Der ſtädtiſche Fiſchmarkt (Verkaufsſtellen
Schillerplatz und Riegerplatz) erfreut ſich eines überaus
regen Zuſpruchs. Der Bedarf an guten und billigen
Fiſchen iſt ſo groß, daß die zu Markte gebrachte Ware
jeweils nach kürzeſter Friſt ſchon abgeſetzt iſt. Es wird
darauf geſehen werden, daß die Warenvorräte dem Be=
darf
Rechnung tragen. Die Beteiligung an den See=
fiſchkochkurſen
iſt eine ſehr erfreuliche. Es ſollte
niemand verſäumen, die Gelegenheit zur Erlernung der
Fiſchverwertung in der bürgerlichen Küche ſich zu Nutze
zu machen. Die Beſtellung von Ausweisſcheinen
für Kohlen zu ermäßigten Preiſen hat begonnen. Die
Anträge ſind auf Zimmer 41 des Stadthauſes vorzu=
bringen
.
Städtiſcher Fleiſchverkauf. Die weitere Ver=
kaufsſtelle
wird im Hauſe Kiesſtraße Nr. 21
(zwiſchen Hoch= und Karlſtraße) eingerichtet. Sie wird
zum erſten Male am kommenden Samstag, den
1 2. I. M., in Betrieb genommen.
* Gewerbeſchule Darmſtadt. Die dem Gewerbeſtand
angehörenden Leſer unſeres Blattes ſeien auf die in
unſerer heutigen Nummer enthaltene Anzeige der Ge=
werbeſchule
Darmſtadt aufmerkſam gemacht. Danach
werden vom kommenden Monat ab wieder die praktiſchen
Fachkurſe für Kunſtſchloſſer Schuhmacher, Schneider, Ta=
pezierer
, Friſeure und Perückenmacher, Gas= Waſſer= und
Elektriſche Inſtallation, Holz= und Marmormaler und die
Modellierklaſſe eröffnet. Der Unterricht an der Abend=
zeichenklaſſe
beginnt am 16. Oktober. Dieſer Klaſſe iſt
wieder eine Abteilung für perſpektiviſches kunſtgewerb=
liches
und Möbelzeichnen angegliedert. An dem Unter=
richt
im Modellieren können auch Damen teilnehmen
ebenſo können ſich Damen an dem Unterricht im Natur=
zeichnen
an der Wintertagsſchule beteiligen. Es wird
nochmals auf die Eröffnung der Wintertagsſchule ver=
wieſen
. Anmeldungen werden möglichſt bald erbeten.
* Wahlen zur Angeſtellten=Verſicherung. Die geſtern
vormittag erfolgte Feſtſtellung des Wahlergebniſſes für
die Wahlen der Vertrauens= und Erſatzmänner ergah
folgendes Reſultat: Von den 912 abgegebenen Stimmen
waren 901 gültig. Zu Vertrauensmännern
wurden gewählt: 1. Handlungsgehilfe Schnellbächen
(Vorſchlagsliſte D); 2. Handlungsgehilfe Ph. Caſtrie
tius (Vorſchlagsliſte C); 3. Handlungsgehilfe Schelle
(Vorſchlagsliſte A); Als Erſatzmänner ſind gewählt
worden: 1. Werkmeiſter Gieſelmann (Vorſchlagsliſte
D); 2. Ingenieur Wöbke (Vorſchlagsliſte B, Freie Vers
einigung); 3. Handlungsgehilfe Fr. Hutzler ( Vorſchlags=
liſte
C). Als ſtellvertretende Erſatzmännen
wurden gewählt: 1. Handlungsgehilfe W. Feix (Vor=

Der 500jährige Kampf Montenegros
gegen die Türkei.

** Die Kriegserklärung des kleinſten und jüngſten
europäiſchen Königreiches an die Türkei weckt die Er=
innerung
daran, daß das wilde, ſchluchtenreiche Land der
Schwarzen Berge, welches in der Geſchichte erſt nach der
Schlacht auf dem Amſelfelde (am 27. Juni 1389), wo das
alte Serbenreich ſeine Unabhängigkeit verlor, hervortritt,
im Laufe der Jahrhunderte einen ſteten, erbitterten
Kampf gegen den Halbmond geführt hat. Es rettete aus
den Trummern Serbiens ſeine Selbſtändigkeit, die es
unter dem Geſchlecht der Balſcha zu behaupten wußte.
Als dieſes 1421 ausſtarb, kam Stephan Zrnojewitſch ans
Ruder, deſſen Dynaſtie ſich durch große Tapferkeit aus=
zeichnete
und der allein über 60 Kämpfe mit den Türken
ausfocht. Auch ſein Sohn Iwan lag mit dem Halbmond
in ewiger Fehde; er war es, der 1485 das Kloſter Cetinje
gründete und es zur Reſidenz erhob. Auch als ſpäter die
weltliche Herrſchaft des Landes mit der geiſtlichen ver=
knüpft
wurde, dauerten die Kämpfe gegen die Moslims
fort.
Unter Danilo Petrowitſch Njieguſch, dem Gründer
der jetzigen Dynaſtie, der 1697 die Regierung antrat,
wurde der Islam in Montenegro mit Stumpf und Stiel
ausgerottet; Tauſende, Männer, Frauen und Kinder, die
nicht zum Chriſtentum übertreten wollten, wurden nieder=
gemetzelt
. Danilo focht mit Erfolg gegen die Türken, die
zwar mehrmals bis Cetinje vordrangen, aber wegen der
ſchwierigen Terrainverhältniſſe ſich nicht behaupten konn=
ten
. Da der ſtete Kampf aber die Kräfte des Landes auf=
rieb
, ſo wandte ſich Danilo um Unterſtützung an Peter
den Großen, welcher auch erhebliche Subſidien gewährte.
Seitdem datiert die ruſſiſch=montenegriniſche Freundſchaft.
Großen Ruhm im Kampfe gegen die Türkei erwarb
ſich auch der Wladika Peter I., welcher 1788 von Oeſterreich
und Rußland als unabhängiger Fürſt anerkannt wurde;
er ſtarb 1830, nachdem er das Gebiet ſeines Landes erheb=
lich
vergrößert hatte. Einen unglücklichen Feldzug mit
den Türken führte Danilo Petrowitſch, der die geiſtliche
Würde wieder vom Herrſcheramte trennte, 1854, und
Montenegro wäre es ohne die öſterreichiſche Intervention
ſchlecht ergangen. Mehr Erfolg hatte der Fürſt im Feld=
zuge
von 1858, der ihm einen erheblichen Gebietszuwachs
brachte: Unter ihm ward die allgemeine Miltärpflicht
eingeführt. Auch der jetzige Fürſt, König Nikita, welcher
1860 die Regierung übernahm, iſt im Kampfe gegen die
Türken erprobt. Im Jahre 1876 ging er mit Serbien
gegen ſie nor woraus ſich der ruſſiſch=türkiſche Krieg ent=

wickelte, der auf dem Berliner Kongreſſe 1878 ſein defini=
tives
Ende fand und für Montenegro eine bedeutende
Gebietserweiterung und die Verbindung mit dem Meere
zur Folge hatte. Seitdem iſt zwiſchen den beiden Staaten
kein Krieg geführt worden, wenn auch die Waffen niemals
ganz ruhten, ſondern ſich in ſteten Grenzplänkeleien Gelt=
ung
zu verſchaffen ſuchten. Wie der jetzt von Montenegro
begonnene Krieg enden wird, muß die Zukunft lehren;
irgend welcher Sympathien erfreut er ſich in Europa nicht.

Vorträge.

Am Mittwoch hielt Profeſſor Dr. Fr. W. Foer=
ſter
=Zürich den angekündigten Vortrag über Mo=
derne
Erziehungslehren in kritiſcher Be=
leuchtung
Welche Anziehungskraft ſeine Perſönlich=
keit
und das von ihm vertretene Ecziehungsideal ausübt,
war daraus zu erkennen, daß der Kaiſerſaal trotz des recht
ungünſtig gelegenen Tages von einer geſpannt folgenden
und manchmal die Rede mit Beifall unterbrechenden Ver=
ſammlung
gefüllt war. Nachdem Hauptlehrer Löſch, der
Vorſitzende des Darmſtädter Lehrervereins, den Referen=
ten
begrüßt hatte, führte dieſer folgende Gedanken aus:
Goethe hat geſagt, daß der Ehrfurcht in der Erzieh=
ung
die erſte Stelle gebühre. Dieſe Ehrfurcht muß nicht
nur der Zögling, ſondern auch der Erzieher haben Aber
uns fehlt das allſeitig anerkannte univerſelle Erziehungs=
ideal
, das dieſe allgemeine Ehrfurcht verdient. Infolge
davon laſſen wir uns leicht von den Einfällen der Tages=
meinung
oder unſerer eigenen Beſchränktheit leiten. Wir
ſollten beſonders vorſichtig ſein gegenüber den päda=
gogiſchen
Anregungen, die aus dem Auslande
kommen, beſonders gegenüber denen aus der amerikani=
ſchen
Erziehungslehre und Erziehungspraxis. Dort ſagt
man geradezu, daß das Weſen der Erziehung in der An=
paſſung
des Erziehers an den Zögling beſtehe. Dagegen
iſt das die wahre Pädagogik, die das Kind von ſeiner
eigenen Individualität frei macht. Wir wollen gegen=
über
der Mutterſöhnchen=Pädagogik an dem feſthalten,
was wir deutſche Mainneszucht nennen. Was
uns not tut, iſt das klar und ſcharf geprägte chriſtliche
Lebensideal und die ſtraffe Diſziplin. Denn ſelbſt das
Kind nimmt dem Lehrer nichts ſo übel, als wenn er es
nicht zum Gehorſam erziehen kann.
Eine zweite pädagogiſche Anregung aus Amerika iſt
die, daß man in der Fürſorge=Erziehung Erziehung
ſtatt Strafe fordert. Gewiß iſt Erziehung notwendig,
aber Strafe iſt ein Haupterziehungsmittel. Die Majeſtät
des Geſetzes kann der Jugend nur klar werden durch das
Eingreifen der Strafe, und die Strofe hat ihren Urſvruna‟

nicht in der Rachſucht, ſondern in den edelſten Inſtinkten
der Menſchheit. Darum dürfen wir der Jugend dieſen
Medizin der Seele nicht verſagen. Auch die Koeduka=
tion
, die gemeinſame Erziehung der Geſchlechter, die von
Amerika aus angeregt worden iſt, geht von einem ober=
flächlichen
Urteil über die vorliegenden Erfahrungen aus
Man vergißt, daß das Erziehungsziel nicht in der Nivel=
lierung
, ſondern in der Differenzierung der Ges
ſchlechter liegt. Der kameradſchaftliche Verkehr der
beiden Geſchlechter in dem Entwickelungsalter nimmt dem
Manne das Ritterliche, das ihn zieren ſollte, und es unter=
gräbt
den Reſpekt, den der Jüngling vor der Jungfrau
haben ſollte. Die Frau iſt die Iphigenie, die den Mann
von dem blinden Tun ſeines äußerlichen Strebens er=
löſen
ſoll; wir brauchen chriſtliche Frauen, die durch
eigene Verinnerlichung den Mann von dem rein Aeußer=
lichen
erlöſen, wohin ihn ſeine Berufsarbeit führt, das erſt
iſt das Ende der Hörigkeit der Frau.
Nicht minder bringt die phyſiſche Erziehung, ſo gut
und notwendig, ja unentbehrlich ſie iſt, ihre große Ge=
fahr
mit ſich. Das Phyſiſche ſollte in dan Dienſt der Cha=
rakterbildung
treten, und es ſollte, wie Wichern ſagt, über
allen dieſen Beſtrebungen das Evangelium walten. Wir
ſind im Begriff, eine Kniehoſenpädagogik zu bekommen.
Aber Männlichkeit entſteht erſt durch Zucht, durch die Zuchte
des harten Gewiſſſens. Wir brauchen moraliſche Ertüchtig=
ung
und Stärke des Charakters Erſt recht iſt die Sexual=
pädagogik
in Gefahr, auf falſche Bahnen zu kommen
Noch nie hat die Illuſion, daß man Dämonen durch Be=
lehrung
zwingen könne, ſolche Orgien gefeiert wie heute,
da viele das Heil von ſexueller Aufklärung erwarten.
Man vergißt, daß in dem Schamgefühl der beſte Schutz
gegen die unheimliche Gefahr liegt. Die Hauptſache iſt
vielmehr, in den kritiſchen Jahren den Blick der Jugend
naſh oben zu lenken. Nur vom Himmel her verſtehe ich
wahrhaft, wo die Hölle iſt. In unſeren Knaben ſolltel
mehr das ſoziale und caritative Element entwickelt wer=
den
, dann würden edlere Kräfte in ihnen erſtarken, durch
die ſie gegen die Leidenſchaften gewappnet wären. Nicht
das ſchwankende Subjekt kann erziehen, ſondern die
ewigen und unerſchütterlichen Wahrheiten.
Die Aufnahme dieſer anregenden, in edler Sprache
vorgetragenen Gedanken, in denen Profeſſor Foerſter ſich
rückhaltlos zur chriſtlichen Lebensauffaſſung bekanntc, zeigter
trotz des Widerſpruchs, den er bei einzelnen gefunden haben
mochte, daß der Darmſtädter Lehrerverein keinen geeig=
neteren
Redner hätte berufen können, der der Abſicht des
Vereins, die breitere Oeffentlichkeit für die Erziehungs=
aufgaben
zu intereſſieren, beſſer entſprochen hätte gls
Profeſſor Dr. Fr. W. Foerſter,

[ ][  ][ ]

Nummer 240.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Seite 3.

ſchlagsliſte D); 2. Prokuriſt K. Wilhelm ( Vorſchlags=
liſte
D); 3. Geſchäftsführer R. Böhme (Vorſchlags=
Eiſte C).
Mozart=Abend. Zum Beſten der Beſſunger
Kleinkinderſchule veranſtaltet das Gemeindeorcheſter
Der Petrusgemeinde, unterſtützt durch verſchiedene Soliſten,
am Sonntag, den 13. Oktober, abends, im Gemeinde=
ſaal
, Hofgartenſtraße 8, einen Mozart=Abend. Außer
zwei Ouvertüren wird eine Reihe von Liedern, ein
Violion=Konzert, eine Sonate und ein Streich=Konzert
ſes Meiſters zur Darbietung kommen. (Näheres ſiehe
im Anzeigenteil.)
Die Darmſtädter Jahn=Feier am Samstag, den
12. I. Mts., abends 8¼ Uhr, in dem großen Saale der
Turngemeinde am Woogsplatz, wird dadurch zu einer
beſonders intereſſanten ſich geſtalten, daß man bei der
Zuſammenſtellung des Programms mit der Mitwirkung
der hieſigen Turn=Vereinigungen rechnen kkonnte. So
verſpricht insbeſondere der ſzeniſche Prolog die Dich=
tung
eines als Verfaſſer zahlreicher Feſtſpiele bereits vor=
teilhaft
bekannten Mitbürgers einen ſchönen Erfolg.
Der Prolog ſchildert, wie das Lebenswerk Jahns Wurzel
geſchlagen hat im deutſchen Volke, wie Jung und Alt
beider Geſchlechter ſich dem Dienſte der von dem Turn=
vater
angebahnten Sache begeiſtert widmen. Die an ent=
ſprechenden
Stellen der Dichtung eingeſchobenen turne=
tiſchen
Vorführungen von Damen, Herren und Zöglingen
ſind geeignet, das Maß des in unſerer Stadt im Jahn=
ſchen
Sinne Errungenen beredt zu veranſchaulichen. Den
Reiz der Darbietungen werden die hiſtoriſchen Koſtüme
roch bedeutend erhöhen. Daß Ihre Königl. Hoheiten die
Darmſtädter Jahnfeier mit Höchſtihrem Beſuch beehren
werden, iſt ein Beweis, wie auch an höchſter Stelle den
Aufgaben der deutſchen Turnſache warmes Intereſſe ent=
gegengebracht
wird.
* Verein für Vogel= und Geflügelzucht (älterer Ver=
ein
). Die von 45 Mitgliedern beſuchte Monatsverſamm=
lung
wurde von dem 1. Vorſitzenden in gewohnter Weiſe
ſeröffnet. Die Neueintritte einiger Mitglieder, ſowie die
Einladung des Geflügelvereins Arheilgen zu ſeiner Aus=
ſtellung
wurden bekannt gegeben. Nach dem Verleſen des
Protokolls, welches genehmigt wurde, ergriff der 2. Vor=
ſctzende
das Wort, um der Silberhochzeit des 1. Vorſitzen=
ſen
zu gedenken. In ſeiner Anſprache erwähnte er das
limmer gute Einvernehmen zwiſchen dem Vorſtand und
ten Mitgliedern zu ihrem Vorſitzenden und brachte ein
Hoch aus auf das fernere Wohlergehen des Vorſitzenden
und ſeiner Familie, mit dem Wunſche, daß es noch lange
vergönnt ſein möge, den ſeitherigen Vorſitzenden in voller
Friſche zum weiteren Blühen und Gedeihen des Vereins
arn der Spitze zu ſehen. (Lebhafter Beifall.) Der 1. Vor=
ſtzende
dankte hierauf herzlich für die ihm dargebrachte
Chrung und das ihm von ſeiten des Vorſtandes über
reichte Geſchenk mit der Zuſicherung, dem Wunſche nach=
znkommen
, ſo lange ihm das ſeine Geſundheit erlaubt.
Im Anſchluß hieran gab der 1. Vorſitzende bekannt, daß
diee Loſe für die gelegentlich bei der Herbſtausſtellung ab=
zahaltende
Verloſung von Geflügel und Vögeln zur Aus=
ſabe
gelangen könnten, worauf gleich einige Hunderte an
Imtereſſenten abgegeben wurden. Nach der Wahl der
einzelnen Kommiſſionen für die Ausſtellung, ſowie der
Verloſung von 3 Peking=Enten und der üblichen Freiver=
Alrſung von 35 Paketen Weizen konnte die Verſammlung
geſchloſſen werden.
Evangeliſationsvorträge. Man ſchreibt uns:
Imn Saale der Gemeinde gläubig getaufter Chriſten,
Mauerſtraße 17, werden von Sonntag, den 13. bis
Sonntag, den 20. Oktober, Evangeliſationsvorträge ge=
halten
werden und zwar an den Sonntagen nachmittags
und abends; an allen Wochentagen, mit Ausnahme
Stamstags, nur abends. Redner iſt der blinde Prediger
Hierr Paul Reiner aus Berlin, der Vorſitzende der
de utſchen Blinden=Miſſion. Herr Reiner iſt als vorzüg=
Ulichſter Volksredner bekannt; durch ſeine friſche und
Apackende Art hat er ſchnell die Herzen ſeiner Zuhörer
iberall gewonnen. Wo auch Herr Reiner geſprochen,
Aparen die Vorträge ſehr gut beſucht. Alles nähere er=
Aſeben die Anzeigen in dieſem Blatte. Der Eintritt
Aſt frei und wird jedermann, gleich welcher Konfeſſion,
lngeladen.
* Liedertafel. Das diesjährige Herbſtkonzert
Udr Liedertafel findet Montag, den 21. Oktober,
An den neu renovierten Räumen des Kaiſerſaales unter
Uſr Leitung ihres neuen Dirigenten Herrn Hofkapell=
neiſters
Erich Kleiber ſtatt. Wie in vergangenen
Jahren, ſo werden auch diesmal große Chorwerke mit
MOrcheſter zu Gehör gebracht, ebenſo iſt auch dem Volks=
Niede Rechnung getragen. Als Solokraft iſt die neue
Atiſtin unſerer Hofbühne, Fräulein Jakobs, bereits
Wewonnen. Außer Sololiedern hat Frl. Jakobs auch
Wie Soloſtelle aus dem großen Chorwerke Rhapſodie
ſon Brahms übernommen. Der Chor wird Lieder von

Brahms, Lachner, Notz, Koſchat und Otto zu Gehör
bringen. Das Orcheſter wird von der Kapelle des
Leibgarde=Infanterie=Regiments Nr. 115 unter der
Leitung des Obermuſikmeiſters Herrn H. Hauske ge=
ſtellt
. Da bei den früheren Konzerten ein ſchöner Erfolg
erzielt wurde, ſo wird der Verein auch dieſes Jahr auf
eine ſchöne Feier hoffen können. (Näheres noch Anzeige.)
Das Infanterie=Regiment Kaiſer Wilhelm
Nr. 116 in Gießen fordert alle diejenigen Perſönlich=
keiten
vom Feldwebel abwärts, welche im Regiment
einen Feldzug mitgemacht haben, auf, bis 1. Dezember
1912 ihre Adreſſe dem Regiment mitzuteilen unter An=
gabe
der Kompagnie, in der ſie einen oder mehrere
Feldzüge mitgemacht haben. Der Angabe der Adreſſe
ſind die Militärpapiere, welche bald zurückgeſandt werden,
beizufügen.
* Neue Uniformen für die Gefangenen=Aufſeher. Vom
Großherzog wurde kürzlich ein Gefangenen=Aufſeher
empfangen, um ein Anliegen für die Schaffung einer
neuen Uniform entgegenzunehmen. Der Großherzog
ſprach ſeine Zuſtimmung aus. Die neue Uniform ſoll
mehr dem militäriſchen Charakter entſprechen, die neuen
Waffenröcke werden mit Wachtmeiſterachſelſtücken, Kragen,
Treſſen und Aermelaufſchlägen verſehen.

Lampertheim, 9. Okt. Auf Veranlaſſung der ver=
einigten
Landwirte, die die Gründung einer eige=
nen
Viehverſicherungskaſſe beabſichtigen, ſprach hier der
juriſtiſche Beamte der Landwirtsſchaftskammer. Der
Redner verbreitete ſich zunächſt über die Höhe der vom
Staat nach dem Reichsviehſeuchengeſetz zu leiſtenden Ent=
ſchädigungen
und empfahl die Gründung einer
eigenen Verſicherungskaſſe. Allerdings müß=
ten
, um den Verein lebensfähig zu erhalten, mindeſtens
300 Tiere verſichert werden. Die Beiträge nahm Redner
mit 1,9 Prozent des Werts der Tiere an. Da die Ver=
ſammlung
verhältnismäßig ſchlecht beſucht war, wurde
weiter keine Stellung zur Sache genommen; es ſoll viel=
mehr
in einer neuen Verſammlung, in der der
Statutenentwurf vorgelegt werden ſoll, verſucht werden,
die Viehverſicherungskaſſe ins Leben zu rufen.
* Viernheim, 10. Okt. Der kürzlich wegen Wild=
dieberei
beſtrafte 27jährige Faltermann von Viern=
heim
wurde geſtern beim Wildern von dem Feldhüter
Schweickert betroffen. Als Faltermann auf den
Feldhüter anlegte, gab dieſer einen Schuß ab, der Falter=
mann
ſo ſchwer verletzte, daß er noch in der Nacht ſtarb
Mainz=Kaſtel, 10. Okt. Geſtern begannen hier einige
Bahnbeamte mit der Meſſung und Abſteckung des
neuen Eiſenbahngeländes, das zwiſchen dem
Bau des neuen Korpsbekleidungsamtes und dem Schie=
nenſtrang
nach dem Uebergang an der Koſtheimer Land=
ſtraße
gelegen iſt und ſich von dort bis an den alten ge=
ſchloſſenen
Friedhof von Koſtheim ausdehnt. Dort ſoll
nämlich die neue Güterſtation für Koſtheim
errichtet werden. Die Arbeiten ſollen ſo gefördert wer=
den
, daß die Güterſtation bereits im Frühjahr in Betrieb
genommen werden kann.
Worms, 10. Okt. Die Fahrraddiebſtähle neh=
men
in letzter Zeit wieder in ganz bedenklicher Weiſe zu.
Es vergeht faſt kein Tag, an dem nicht ein oder zwei =
der
von der Straße weg geſtohlen werden. So ſind z. B.
am Montag und Dienstag allein nicht weniger als
drei Fahrräder, die nur ganz kurze Zeit vor Häu=
ſern
aufgeſtellt waren, geſtohlen worden, ohne daß
ſie bis jetzt wieder zur Stelle gebracht werden konnten.
Zweifellos treibt wieder, wie es auch im vergangenen
Jahre der Fall war, ein Fahrradmarder ſein Unweſen.
Oppenheim, 10. Okt. Bei den Arbeiten, die ſoeben
zur Anlage einer Luftheizung in der katholiſchen Kirche
ausgeführt werden, wurden drei noch gut erhaltene
altertümliche Särge unter dem Chor gefun=
den
. Man vermutet, daß die Särge aus der Zeit des
Mittelalters, als hier ein Kloſter war, herſtammen.
Guntersblum, 10. Okt. Die Zuckerrübenernte
beginnt ſoeben. Als erſte Fabrik fängt morgen die Zucker=
fabrik
Gernsheim mit der Rübenabnahme an. Rund 800
Morgen Ackerfeld ſind in dieſem Jahre mit Zuckerrüben
hier angepflanzt worden. Der Ertrag wird auf 160000
Zentner geſchätzt mit einem Wert von etwa 175000 Mark.
(*) Gießen, 9. Okt. Nachdem das Kreisamt die Pläne
zur Errichtung der elektriſchen Straßen=
bahn
nach Wieſeck genehmigt hat, ſoll in Kürze an
die Ausführung gegangen werden. Die Gemeinde Wieſeck
zahlt an die Stadt in ſieben Jahresraten 35000 Mark,
alſo 5000 Mkl pro Jahr Die neue Bahnlinie wird faſt zwei
Kilometer lang, ſie führt von Gießen direkt die Landſtraße
entlang bis ins Innere Wieſecks. Der Fahrpreis von
Gießen nach Wieſeck beträgt nur 10 Pfennig; auch Wochen=
karten
werden ausgegeben. Die Gemeinde Krof=
dorf
hat beſchloſſen, der Stadt Gießen 50000 Mark für

Anlage der elektriſchen Bahn zu zahlen. Damit wird auch
Dorf und Burg Gleiberg angeſchloſſen.
(*) Gießen, 9. Okt. Schau= und Paſſagier=
flüge
ſollen hiec am 27. Oktober unter dem Protektorat
des Großherzogs von ſeiten der Ortsgruppe Gießen des
Heſſiſchen Luftfahrervereins abgehalten werden. Die
Schauflüge werden von Fräulein Möhring und dem
Gradeflieger Stoephaſius, die in Mainz eine Flie=
gerſchule
haben, ausgeführt. Der Zeppelinkreuzer Vik=
toria
Luiſe wird vorausſichtlich eintreffen, eine Anzahl
Reiſende landen und andere aufnehmen. Am 20. Oktober
hält der hieſige Verein vom Gaswerk aus ſeine 1. Herbſt=
fahrt
Freiballonfahrt ab. Die von Dr. Pepplerge=
leiteten
wiſſenſchaftlichen Hochfahrten werden in Zukunft in
Bitterfeld ſtattfinden. Nächſten Samstag unternimmt er
die nächſte Hochfahrt im Auftrag des preußiſchen Obſer=
vatoriums
Lindenberg.
Gießen, 10. Okt. Wie ſeit einer Reihe von Jahren.
ſo erhielt auch in dieſem Jahre Oberbürgermeiſter Mecum
von einem ungenannten Spender die Summe von 2000
Mark als Beitrag zu einem Denkmal für den Landgrafen
Ludwig V., den Stifter der Ludoviciana.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 9. Okt. Der Kaiſer wird
am Samstag, den 12. d. M., auf der Fahrt von Cadinen
nach Danzig auch der Marienburg den gewohnten Beſuch
abſtatten. Es wird das 25. Mal ſein, daß der Monarch
ſeit dem Jahre 1891 nach der Marienburg kommt, um die
fortſchreitenden Arbeiten am Schloßbau zu beſichtigen.
Von Marienburg geht die Weiterfahrt nach Langfuhr.
Von dort reiſt die kaiſerliche Familie abends nach Pots=
dam
ab; der Kaiſer begibt ſich direkt nach Hubertusſtock.
Auf Einladung der Geſellſchaft für Erdkunde zu Ber=
lin
hielt Roald Amundſen einen Vortrag über ſeine
Südpol=Expedition. Die ebenſo große wie glänzende
Verſammlung, welche die Räume der Aula der Univer=
ſität
bis auf den letzten Platz füllte, folgte den zweiſtün=
digen
, durch ſchöne Lichtbilder illuſtrierten Ausführungen
des Forſchungsreiſenden mit geſpannter Aufmerkſamkeit.
Der Vorſitzende der Geſellſchaft, Profeſſor Penck, der den
Forſcher herzlichſt begrüßt hatte, überreichte ihm nach dem
Vortrag als größte Auszeichnung, welche die Geſellſchaft
zu vergeben hat, die Goldene Humboldt=Medaille. Unter
den Anweſenden befanden ſich der Herzog von Altenburg,
der Herzog=Regent von Braunſchweig, der Kultusmini=
ſter
, der Handelsminiſter und eine große Anzahl anderer
hervorragender Perſönlichkeiten. Bei dem Bankett, das
ſich dem Vortrag anſchloß, feierte der Kultusminiſter die
Entdeckung des Südpols als eine Tat erſten Ranges und
teilte mit, daß der Kaiſer zur Anerkennung Amundſen die
Große Goldene Medaille für Kunſt und Wiſſenſchaft ver=
liehen
habe. Der Inſpektor der Königlichen Akademie
der Künſte in Berlin, Heinrich Schuppli, iſt nach grö=
ßeren
Unterſchlagungen und Urkundenfäl=
ſchungen
geflüchtet. Bereits ſeit längerer Zeit kamen
Klagen über die Geſchäftsführung des Bureauchefs der
Akademie der Künſte, ſo daß das Präſidium der Akademie
zu einer Sitzung zuſammentrat und nach längerer Unter=
redung
beſchloß, eine Unterſuchung einzuleiten und gleich=
zeitig
eine Reviſion der Kaſſe vorzunehmen. Noch vor
Abſchluß der Unterſuchung verſchwand Schuppli aus Ber=
lin
. Die Reviſionskommiſſion ſtellte vorläufig feſt, daß
in der Kaſſe 30000 Mark fehlen, die durch falſche Buchun=
gen
verſchleiert waren. Die Reviſion iſt noch nicht abge=
ſchloſſen
. Schuppli, der 60 Jahre alt iſt, war bereits 30
Jahre Angeſtellter der Akademie. Leutnant Kind=
ler
vom Feldartillerie=Regiment Nr. 18, welcher wegen
Fahnenflucht, die er vor 14 Jahren aus Liebe zu ſeiner
jetzigen Frau begangen hatte, vom Kriegsgericht der fünf=
ten
Diviſion zu neun Monaten Gefängnis und Ausſtoß=
ung
aus dem Heere verurteilt worden war, wurde heute
von dem Oberkriegsgericht des dritten Armeekorps frei=
geſprochen
. Auch die im Jahre 1899 in contumaciam
verhängte bedeutende Geldſtrafe wurde aufgehoben und
dem Ofizier anheimgeſtellt, ſoweit er Zahlung geleiſtet
habe, das Geld ſich zurückzahlen zu laſſen. Der Vorſitzende
führte in öffentlicher Sitzung zur Begründung des Urteils
aus: Das Gericht hat in der Verhandlung nicht die
Ueberzeugung gewinnen können, daß der Angeklagte ab=
ſichtlich
Fahnenflucht begangen habe. Er war nach Lage
der Dinge berechtigt anzunehmen, daß ſeine Militärver=
hältniſſe
geregelt ſeien. Auch das Gutachten der medizi=
niſchen
Sachverſtändigen ging dahin, daß der Angeklagte
weder geiſtig noch körperlich in der Lage war, früher nach
Deutſchland zurückzukehren. Deshalb mußte, wie ge=
ſchehen
, erkannt werden.
Mannheim, 9 Okt. Im Prozeß gegen die Mörder
des Studenten Hilmar Arjes wiederholte der
Tagelöhner Beutel, der am 25. Mai auf dem Katzenbuckel
den Studenten hinterrücks erſchoſſen hatte, ſein Geſtänd=

Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft.

Die Tragödie des Dr. Fauſtus.
AUnter Zugrundelegung des Textes der Quartausgabe
hon 1604 ins Deutſche übertragen von A. Morsbach und
A. Rapp.)
Die außergewöhnlich zahlreichen und erſchöpfenden
Reklame= und einführenden Notizen, in denen die Auf=
ührung
der Chriſtopher Marloweſchen Fauſt=Tragödie
In Darmſtadt angekündigt wurde, haben ihren Zweck er=
üllt
. Man brachte dem Werk ein Intereſſe entgegen, wie
s ſonſt nicht oft unſer Darmſtädter Publikum rein künſt=
leriſchen
oder literariſchen Darbietungen erweiſt. Der
ſroße Saalbauſaal war dicht beſetzt. Auch Ihre Königl.
boheiten der Großherzog und die Großherzo=
in
wohnten der Aufführung bei.
Es ſei geſtattet, vorweg zu konſtatieren, daß die Auf=
führung
bei Zugrundelegung eines kritiſchen Maßſtabes
ſen die Tatſache milder handhaben heiſcht, daß die Dar=
keller
durchweg Dilettanten waren, den Stempel künſtle=
iſchen
Vollbringens und Gelingens trug; daß die Dar=
hellung
weit den ſonſt gewohnten Durchſchnitt dilettan=
ſiſcher
Bühnenarbeit überragte. Auch daß die alte
Fauſtustragödie bei dem zum überwiegenden Teile
hrteilsreifen Publikum ſtarkes Intereſſe auslöſte. Wenn
aber bei dieſem Intereſſe blieb, wenn das Publi=
ſum
im übrigen kühl ſich verhielt, weil es eben nicht ge=
hackt
werden konnte durch die Vorgänge auf der Bühne,
biſt das durchaus verſtändlich und einfach in der Tat=
lche
begründet, daß ganz ungewollt Vergleiche gezogen
berden mit dem gigantiſchen Lebenswerk des Olympiers,
hit Goethes Fauſt. Vergleiche, zu denen man durch un=
erkennbare
Anlehnung, durch den faſt gleichen Aufbau,
ie die Tragödie Marlowes ihn zeigt, förmlich gedrängt
ſird. In Marlowes Fauſtus iſt nicht dieſes weltentiefe
ſchütternde Ringen, das Goethe aufgebaut und mit ge=
ſpaltiger
dramatiſcher Wucht durchgeführt hat, zu einem
ßejultat gebracht, das zum Kampf der Gottheiten wird,

des Lichtes und der Finſternis um die Seele Fauſtens
ſelbſt. Ihr fehlt die ſeeliſch unendlich tiefgegründete Gret=
chen
=Tragödie, fehlen die Verſuche der Löſung des Pro=
blems
der Menſchwerdung, fehlt eben all das Tiefe und
Göttliche, in dem der große Geiſt ſein eigenes Ringen
um die Gotterkenntnis, ſein Gottſuchen, gibt: die Seele
eines Genies, das die Menſchheit nur einmal hervor=
gebracht
.
Von all dem iſt in Marlowes Fauſtus nichts. Sein
Fauſt iſt der übergelehrte Menſch, dem keine Wiſſenſchaft
mehr Befriedigung gibt und der ſeine Seele der Hölle
verſchreibt, um ein großer Zauberer zu werden; nicht,
um mit Mephiſtos Hilfe nach Erkenntnis zu ringen, ſon=
dern
um ſich alle Schönheiten und Genüſſe der Erde zu
ſchaffen. Erſt die Erkenntnis, daß auch dieſe ihm keine
Zufriedenheit bringen, die Furcht vor der ewigen Ver=
dammnis
löſt in ihm die nun allerdings dramatiſch wirk=
ſam
bearbeitete Tragik ſeines Geſchicks. Aus Dr. Fauſtus
Erdenwandeln ſehen wir nur in loſe aneinandergereihten
Epiſoden einige ſeiner Zaubertaten, während im übrigen
nur ſein Monolog und der von einem Unſichtbaren ge=
ſprochene
verbindende Text über ihn Aufſchluß gibt.
Mephiſtopheles begleitet Fauſtus als Kapu=
zinermönch
. Er iſt hier nicht der große Weltverächter und
Kämpfer; er iſt ein unglücklicher Verdammter, der, ſelbſt
der Hölle Qualen ſtetig ſich erneuend fühlt, iſt Lucifers
gehorſamer Knecht. Im übrigen haben wir den Inhalt
der Tragödie bereits erſchöpfend behandelt.
Die Ausſtattung (die Dekorationen, Masken und Ko=
ſtüme
, von Profeſſor Richard Lukſch entworfen, ſind
von der Leſſing=Geſellſchaft in Hamburg zur Verfügung
geſtellt worden, die Koſtüme ſind angefertigt von Frl.
Emilie Musfeld, die Dekorationen ſind hergeſtellt von
John Chrétien=Hamburg), war ein Triumph der
Stilbühne mit all ihren auf rein künſtleriſche Wirk=
ung
herausgearbeiteten Vorzügen und Nachteilen
welch’ letztere darin beſtanden, daß der zu wenig geöffnete
Vorhang und der bis an die äußerſte Grenze verkleinerte
Bühnenausſchnitt für einen großen Teil der Beſucher alles
abſchnitt, was nicht vor dem Vorhang oder im Vorder=

grunde und in der Mitte ſpielte, und die vielleicht nur
örtlicher Natur waren. Sie erreichte ihren Höhepunkt in
der Vorführung der ſieben Todſünden durch Lucifer, die
Künſtlerhand wohl grauſam ſcharf, aber außerordentlich
wirkſam und treffend charakteriſierend geſchaffen hat.
Geſpielt wurde vorzüglich und flott. Da das Pro=
gramm
, in dem man das Praktiſche dem geſucht Künſt=
leriſchen
untergeordnet hatte ein Verfahren, das wir
nicht zur Nachahmung empfehlen möchten über die
Tätigkeit der Darſteller keinen Aufſchluß gibt, ſind wir
nicht in der Lage, ſie einzeln zu würdigen. Folgende
Namen ſind im Programm verzeichnet: Elly de Ahna,
Karl Bögel, Klara Bögel, Dietrich Dieſtelmann, F. Düvel,
Ludwig Enders, Eugen Heiner, Erika Hickler, Willy
Hutter, Ferdinand Kleinſchmidt, Theodor Kleinſchmidt,
Wilhelm Kleinſchmidt, Hans Kraft, Hedwig Lerch, Berta
Linkenheld, S. May, Rich. Ohnſorg, Ida Orloff, Karl
Schmidt, Immanuel Sauermann, Bruno Wagner, Guſtav
Waldau, Georg von Wedekind, N. Weger, Walther
Wickop, John Witt, Horſt Zedwitz und Viktoria Ziemßen.
Dazu traten noch Viktor Zobel, der den Mephiſtopheles
ganz hervorragend ſpielte, und Staatsanwalt Callmann.
Für die Spielleitung zeichnete Emanuel Stockhau=
ſen
, für die muſikaliſche Leitung Willi Schmitt.
Lilly Hickler, Ilſe Hoffmann, Walther Heinemann, Otto
Hallwachs und Adam Leichtweiß ſpielten altengliſche
Weiſen.
Der Freien literariſch=künſtleriſchen Geſellſchaft darf
für die Vermittelung der Bekanntſchaft mit dem inter=
eſſanten
Werke herzlich gedankt werden. Die Herren
E. Stockhauſen und Profeſſor Lukſch wurden vom
Großherzog in der Pauſe empfangen.
Nicht ungerügt darf bleiben, daß der Saal kurz nach
8 Uhr ganz verdunkelt wurde. Wohl hundert Perſonen,
die gezwungen waren, an der Garderobe, deren Unzu=
länglichkeit
nun einmal beſteht, zu warten, betraten den
Saal im Dunkeln und konnten ihre Plätze nicht finden
Das mußte natürlich die erſten Szenen ſehr ſtören.
A

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Nummer 240.

ktis und gab an, daß der Mitangeklagte Krebs ihn dazu
angeſtiftet habe. Der Angeklagte Krebs verſuchte dagegen
die volle Verantwortung für den Plan und die Ausführ=
ung
des Verbrechens ſeinem Kameraden zuzuſchieben. Er
beſtritt, dem Angeklagten Beutel das Zeichen zum Schuß
gegeben zu haben. Nach Schluß der Beweisaufnahme er=
gaben
ſich bei der Feſtſtellung der Fragen bedeutende
Schwierigkeiten, ſo daß keine Ausſicht beſtand, die Ver=
handlung
heute zu Ende zu führen. Die Sitzung wurde
deshalb auf Donnerstag vormittag ½9 Uhr vertagt.
München, 10. Okt. Dem Architekten Gabriel von
Seidl wurde der Um= und Erweiterungsbau des Ge=
bäudes
der Hamburg=Amerika=Linie in Hamburg über=
ſtragen
.
Bayreuth, 10. Okt. Eine Tragödie, die zwei
Offizieren das Leben koſtete, ſpielte ſich geſtern
in der Wohnung des Oberleutnants Franz Neuhuef vom
7. bayeriſchen Infanterie=Regiment ab. Neuhuef wurde
on einem befreundeten Aſſiſtenzarzt beſucht. Beide ſtan=
iden
im Begriffe, ſich zu verloben, und wollten von dem
Junggeſellentum Abſchied nehmen. Plötzlich, wie der
Burſche hörte kam das Geſpräch auf die Wirkungen
des Morphiums. Der Aſſiſtenzarzt, der Morphiniſt
iſt, erzählte dem Oberleutnant, daß man nur ein Vor=
lurteil
gegen Morphium habe. Um dieſes zu beweiſen,
nahm er ſowohl wie ſein Kamerad eine erhebliche Menge
Morphium zu ſich nicht etwa durch Einſpritzung, ſondern
kindem ſie das Gift in Getränke ſchütteten. Der Aſſiſtenz=
arzt
hatte über 5 Gramm Morphium bei ſich, und er holte
dazu noch ein Quantum aus der Apotheke. Die Wirkung
ides Morphiums bei dem Oberleutnant trat erſt ein, als
ihn ſein Freund verlaſſen hatte. Der Hauswirt fand den
Oberleutnant, als er nach Hauſe kam, in bewußtloſem
Zuſtande auf dem Fußboden liegend vor. Der herbeige=
rufene
Arzt konnte ihn, trotzdem er ihm Gegenmittel gab,
imicht mehr zum Bewußtſein bringen. Er ſtarb um vier
(Uhr morgens. Der Aſſiſtenzarzt iſt trotz des vielen Mor=
phiums
, das er zu ſich genommen hatte, mit einem Auto
nach Hauſe gefahren; dort kam er aber in bewußtloſem
Zuſtande an. Auf Veranlaſſung der Staatsanwaltſchaft
ſollte er verhaftet werden und der gerichtlichen Sektion
des Oberleutnants beiwohnen. Als man ihn verhaften
wollte, lag er aber ſchon im Sterben.
Stuttgart, 10. Okt. Am Mittwoch abend kurz nach
(6 Uhr entgleiſte bei dem Tunnel am Engliſchen Gar=
ten
, vermutlich infolge falſcher Weichenſtellung, ein Per=
ſſonenzug
auf der Strecke Stuttgart=Cannſtatt. Die
Maſſchine bohrte ſich in den Bahnkörper ein, einige Wagen
wurden ineinandergeſchoben. Zwei Fahrgäſte trugen
leichte Knieverletzungen davon. Weitere Perſonen nahmen
keinen Schaden.
Aachen, 10. Okt. Der 31jährige aus Oeſterreich ſtam=
mende
Grubenarbeiter Berger=Weißweiler bei Eſch=
weiler
wurde von einem Mitarbeiter erſtochen und um
fünf Mark beraubt. Der Täter iſt entflohen.
Leipzig, 10. Okt. Ein intereſſanter Prozeß,
den ein Berliner Künſtler zum Schutze des Rechtes
an ſeinem Werke gegen deſſen Beſitzer angeſtrengt
hat, iſt jetzt durch Urteil des Reichsgerichts entſchieden
wurden. Proſ. Hans Meyer, der bekannte Maler und Gra=
phiker
, malte ſ. Zt. auf Beſtellung einer Dame für den Trep=
penflur
ihres Hauſes ein Freskobild, ein Felſeneiland
mit ſingenden Sirenen. Später nahm die Beſtellerin an
der Nacktheit der Geſtalten Anſtoß und ließ ſie ohne Ein=
willigung
des Künſtlers mit Kleideen übermalen. Das
Landgericht hat entſchieden, die Beſitzerin müſſe Vorkehr=
jungen
treffen, das übermalte Bild dem öffentlichen An=
blick
zu entziehen in dem Hauſe wohnt außer der Be=
ſitzerin
noch eine Mietspartei. Das Kammergericht folgte
aber dem Hauptantrage Prof. Hans Meyers und verur=
teilte
die Beklagte zur Beſeitigung der Uebermalung.
Das Reichsgericht hat nun dieſes Urteil beſtätigt. Denn,
ſo führte das höchſte Gericht in ſeiner eigenen Begründ=
ung
aus, die Beſitzerin hat etwas getan, was ſie mit dem
Urheberrecht des Künſtlers in Widerſtreit brachte, ſie hat
in die künſtleriſche Eigenart des Bildes eingegriffen. Da=
mit
hat ſie das Werk des Künſtlers verändert und ſein,
trotz der Uebertragung des Eigentums fortbeſtehendes
Urheberrecht verletzt, das die Arbeit des Künſt=
llers
gegen jede ohne ſeine Einwilligung erfolgende Aen=
derung
ſchützt. Das perſönliche Intereſſe des Künſtlers
iſt verletzt worden, das mit der Ehre und dem Anſehen

des Klägers als Künſtler untrennbar verknüpft iſt, und
deshalb hat er ein Recht auf Wiederherſtellung des
Werkes.
Halberſtadt, 9. Okt. Binnen einer halben Stunde iſt
hier die Sämerei der Firma Gebrüder Dippe, ein
maſſives Gebäude mit elf Fenſtern Front, vollſtändig
abgebrannt. Der Brand iſt wahrſcheinlich durch
Selbſtentzündung der Rübenſamen entſtanden. Um 7 Uhr
erfolgte eine Exploſion, der ein rieſiges Feuer folgte. Die
anliegenden Gebäude ſind bisher durch die Feuerwehr
geſichert.
Breslau, 9. Okt. Die Schleſiſche Zeitung meldet:
Der Militärſchriftſteller Generalmajor z. D. Graf Ri=
chard
v. Pfeil iſt im Alter von 66 Jahren geſtorben.
Görlitz, 10. Okt. Die vor einigen Tagen aus der
Strafanſtalt Bautzen entſprungenen Sträflinge
Thun und Müller wurden nach zahlreichen in der Lauſitz
verübten Einbrüchen geſtern in einem Dorfe bei Görlitz
feſtgenommen. Plötzlich ſchoſſen ſie jedoch auf ihre
Transporteure und flohen. Bei der Verfolgung verletzten
ſie den Wirtſchaftsbeſitzer Rübeſam durch Revolverſchüſſe
ſchwer. Schließlich konntan die Verbrecher durch Schrot=
ſchüſſe
unſchädlich gemacht werden.
Libau, 10. Okt. Nach ſtürmiſcher Ueberfahrt von
Helſingfors gab der Berliner Hof= und Dom=
chor
in Reval und Dorpat unter großem An=
drange
des Publikums Konzerte. In Riga gab der Chor
unter gleich ſtarkem Beſuch ein Saal= und Domkonzert.
Die Kritik lobt einmütig die auf höchſter Stufe ſtehenden
Leiſtungen des Chors. Von den reichsdeutſchen Vereinen
wurden dem Dirigenten Profeſſor Rüdel Lorbeerkränze
überreicht. Die Sänger ſahen ſich mehrfach zu Zugaben
und Wiederholungen gezwungen.
Wien, 10. Okt. Der deutſche Marine=Attaché bei der
deutſchen Botſchaft in Wien, Kapitän zur See. Graf Poſa=
dowsky
=Wehner, wurde auf der Landzunge Lapad
bei Raguſa durch eine Browning=Kugel verwundet auf=
gefunden
. Die Erhebungen ergaben, daß Graf Poſa=
dowsky
ſeit Montag von Wien abweſend war. Sein Zu=
ſtand
iſt nicht hoffnungslos. Graf Poſadowsky ſagte aus,
er habe ſich durch einen Zufall verwundet.
Wien, 9 Okt. Exkönig Manuel hat ſeinen hie=
ſigen
Aufenthalt vorzeitig abgebrochen und ſich nach Mos=
kau
begeben. Als Grund der plötzlichen Abreiſe wird an=
genommen
, daß die Heiratsprojekte des Exkönigs wegen
finanzieller Schwierigkeiten geſcheitert ſind.
Baſel, 9. Okt. In einem Gaſthof Klein=Baſels
kam es heute abend zu einer Schießerei zwiſchen
zwei Herren und einer Dame. Die beiden
Herren ſind tot, die Dame ſehr ſchwer verletzt.
Die Toten ſind der etwa fünfzigjährige Baumeiſter Spei=
ſer
aus Frindingen bei Leopoldshall und ein Eiſenbahn=
ſekretär
aus Leopoldshall. Der lletztere hatte mit der
Gattin Speiſers eine Zuſammenkunft, als Speiſer uner=
wartet
im Hotel erſchien. Ueber den Hergang der Schie=
ßerei
iſt vorläufig nichts Genaues zu erfahren, da die
einzige Zeugin die ſchwerverletzte Frau Speiſer iſt.

Luftfahrt.

* Darmſtädter Flieger. Die am 1. Oktober in
Darmſtadt errichtete Fliegerſtation veranſtaltete vorgeſtern
nachmittag die zwei erſten Ueberlandflüge:
Leutnant v. Mirbach führte, mit Leutnant v. Beers als
Paſſagier, einen Ueberlandflug von Frankfurt über Mainz
nach Darmſtadt aus. Es wurde die Höhe von 2460 Meter
erreicht. Zeitdauer 1 Stunde 20 Minuten. Leutnant
Sommer führte, mit Leutnant Mudra als Paſſagier,
einen Ueberlandflug von Frankfurt nach Darmſtadt aus.
Höhe 800 Meter. Zeitdauer 50 Minuten.
* Ein Flug von Mainznach Mannheim.
Der Flieger de Waal iſt vorgeſtern abend kurz nach
5 Uhr auf einem Goedecker=Eindecker auf dem Sand auf=
geſtiegen
, um nach Mannheim zu fliegen. Bei Einbruch
der Dunkelheit landete der Flieger auf dem Wormſer
Exerzierplatz, von wo er geſtern früh 7 Uhr ſeinen Flug
fortſetzte: nach 12 Minuten traf er in Mannheim ein und
landete glatt auf dem Rennplatz, de Waal wird ſich an
den Mannheimer Schauflügen beteiligen und
Sonntag über Darmſtadt und Frankfurt nach Mainz
zurückfliegen.

Sr. Die Bombenwurf=Wettbewerbe, die
auf dem Flugfelde Döberitz im Anſchluß an die Io=
hannisthaler
Herbſtflugwoche veranſtaltet werden, brach
ten am erſten Tage drei Flieger an den Start, deren Pa=
ſagiere
fünf Bomben aus vorſchriftsmäßiger Höhe in
einen Kreis von 100 Meter Durchmeſſer zu werfen hatten.
Die beſte Leiſtung erzielte Lt. Haller, der Paſſagis
der Luftverkehrs=Geſellſchafts=Piloten Lindpaintner, de
vier Treffer erzielte. Die Begleiter der beiden anderen
Aviatiker, Krueger (Harlan) und Faller (Aviatik) ſchnit=
ten
mäßig ab. Von den gemeldeten Konkurrenten komm
jetzt nur nach Schauenburg (A. F. G.) in Betracht, ſo daß
die Konkurrenz bald beendet ſein dürfte.
M. 3 verbrannt.
* Reinickendorf bei Berlin, 10. Okt. Der M
litärluftballon M. 3, der geſtern abend eing
Fahrt unternommen hatte und heute früh zu einer neuen
Fahrt aufſteigen ſollte, wurde gegen ½7 Uhr morgens
nachgefüllt. Dabei entſtand aus noch nicht aufgeklärten
Urſache eine Stichflamme. Der Ballon epplodiertel
und wurde vollſtändig. vernichtet. Die Lufts
ſchiffhalle iſt teilweiſe zerſtört. Perſonen
wurden nicht verletzt. Das Luftſchiffer=Bataillon, ſowie
die Charlottenburger Feuerwehr hatte ſtundenlang mit
den Löſch= und Aufräumungsarbeiten zu tun. Der Bal=
lon
hat nach der heutigen Morgenſahrt Metz als ſtändigs
Station erreichen ſollen.

Handel und Verkehr.

Poſtſcheckverkehr. Im Reichs=Poſtgebiet
die Zahl der Kontoinhaber im Poſtſcheckverkehr Ende
September 1912 auf 71837 geſtiegen. (Zugang im Ms
nat September allein 1193). Auf dieſen Poſtſcheckkonten
wurden im September gebucht je 1159 Millionen Ma
Gutſchriften und Laſtſchriften. Das Geſamtguthaben de
Kontoinhaber betrug im September durchſchnittlich 139
Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspoſtſcheckämtel
mit dem Poſtſparkaſſenamt in Wien, der Poſtſparkaſſei
Budapeſt, der luxemburgiſchen und belgiſchen Poſtven
waltung, ſowie den ſchweizeriſchen Poſtſcheckbureaus wur=
den
6,4 Millionen Mark umgeſetzt und zwar auf 255
Uebertragungen in der Richtung nach und auf 121
Uebertragungen in der Richtung aus dem Auslande.

Landwirtſchaftliches.

E Die Verbeſſerung der 1912er Moſt
Die Landwirtſchaftskammer für das Großherzogtum Heſſen
hat auf Dienstag, den 15. Oktober, eine Anzahl Wein
bauern und Fachleute zu einer Beſprechung nach Darm
ſtadt eingeladen. Es ſoll über die Frage Aufklärungen
folgen, ob es dieſes Jahr möglich iſt, im Rahmendee
Weingeſetzbeſtimmungen die Moſte bezw. Weine ſoz
verbeſſern, daß dieſe eine brauchbare Handelsware
geben.

Stimmen aus dem Publikum.

(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktie
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Bisher gab es am Hauptbahnhof ſowohl als au
am Südbahnhof unter den Sonntagsfahrkarten nach deſ
Bergſtraße u. a. ſolche nach Auerbach mit dem Vermel
auch über Seeheim oder Jugenheim und zurück Se
1. Juni d. J. werden jedoch auf dem Südbahnhof folch
Karten nicht mehr verausgabt, während auf dem Haupfl
bahnhof ſolche erhältlich ſind. Wer alſo vom Südbahnholl
die Tour Jugenheim-Auerbach zurück machen will, muß
mit einer Sonntagsfahrkarte vom Südbahnhof in Bicken
bach eine beſondere Fahrkarte nach Jugenheim löſen, del
jenige mit einer am Hauptbahnhof gelöſten Fahrkarte ha
weder mit dieſer Ausgabe noch mit der Unbequemlichſeſ
in Bickenbach zu rechnen. Eine aufklärende Auskunft übe
dieſe merkwürdige Verſchiedenheit war nicht zu erlangem
Es wäre deshalb eine amtliche Aufklärung erwünſch
Jg.
Mehr Licht! Ein großer Kontraſt gegen
jetzt hier herrſchenden Verkehrsfortſchritt kann mall
Abends an den drei Eingängen zum Reſidenzſchloß

Feuilleton.

2 Die Heilwirkung der Farben. Aus der Erkenntnis,
daß die Lichtſtrahlen gewiſſer Farben fühlbaren Einfluß
auf die Pſyche vieler Patienten ausüben, iſt in den letz=
ten
Jahren eine neue, noch junge Wiſſenſchaft erſtanden,
die dieſe Erkenntnis ſyſtematiſch in den Dienſt der Heil=
kunſt
ſtellen will: die Chromotherapie. Der franzöſiſche
Mediziner Dr. Laumonier widmet in der Revue dieſen
Beſtrebungen einen intereſſanten Aufſatz, in dem er auch
den Nachweis erbringt, daß ſchon vor vielen Jahrhun=
derten
, ja vor Jahrtauſenden das Volk inſtinktiv den Ein=
fluß
gewiſſer Farben auf Menſchen und Tiere erkannte.
Viele alte Sitten und Bräuche finden nur dadurch ihre
Erklärung. So haben die Chineſen beiſpielsweiſe ſeit
älteſten Zeiten die wunderliche Sitte beibehalten, Pocken=
kranke
rot anzumalen. Und in Tonking wie auch in man=
chen
Gegenden Auſtraliens pflegen die Eingeborenen noch
heute vielfach das Geſicht der an Maſern erkrankten Kin=
dern
mit Hundeblut einzuſchmieren, bis es ganz rot iſt.
Die Rumänen auf dem Lande ziehen maſernkranken Kin=
dern
rote Hemden an und in Spanien gibt die Landbevöl=
kerung
den kleinen Patienten eine gewiſſe Marmelade
aus Granatäpfeln ein, weil man der roten Farbe eine
Heilwirkung zuſchreibt. Mit dieſen Formen ſchlichten
Aberglaubens hat naturgemäß die moderne Chromo=
therapie
nichts zu ſchaffen, wenn auch jene alten Bräuche
ſſich vielfach als Vorläufer der heutigen wiſſenſchaftlich
ſſyſtematiſierten Beſtrebungen anſprechen laſſen. Die
Farbenbehandlung gewiſſer Krankheiten wird heute durch
Lichtbeſtrahlungen ausgeführt. Nach dem franzöſiſchen
Arzte haben beiſpielsweiſe rote Beſtrahlungen in ge=
wiſſen
Fällen von Hautkrankheiten eine günſtige Wirkung
erkennen laſſen, und dem blauen Lichte ſchreibt man die
Wirkung zu, die Lebenszähigkeit mancher Bakterien zu
brechen. Dasſelbe gilt auch von dem violetten Lichte.
Die grüne Farbe hat auf ſenſitive Menſchen eine ſtarke
pſychiſche Wirkung, ſie beruhigt und fördert damit das
Einſchlafen. Pſychologiſche Experimente haben auch er=
wieſen
, daß das Rot nicht nur auf gewiſſe Tiere, ſondern
lauch auf Menſchen aufreizend wirkt, es regt die Nerven
an und weckt bei manchen feinnervigen Perſönlichkeiten
(Gefühle des Unbehagens, die ſich bis zu Erregungszuſtän=
den
ſteigern können. In primitiveren Formen können
wir ſolche Einflüſſe ja in der Tierwelt beobachten; nicht
mur der Stier reagiert ſehr ſtark auf die rote Farbe, ſon=
dern
auch der Elefant, Hund und Hahn. Und intereſſant
ſin dieſer Richtung ſind auch die Experimente, die mit In=
ſekten
und Spinnen gemacht worden ſind. Es zeigte ſich,

daß unter einer farbloſen Glasglocke eine Spinne und
eine Weſpe friedlich nebeneinander herliefen; bringt man
die beiden Tiere aber unter eine ſcharlachrote Glasglocke,
ſo ſtürzen ſie ſofort wütend aufeinander los und kämpfen,
bis der Tod eintritt. Die Zeit iſt nicht mehr fern, wo dieſe
Erkenntniſſe auf den Einfluß der Farben in der Heilkunde
wachſende Bedeutung erringen werden; ſchon heute wer=
den
in manchen Nervenheilanſtalten die Erkenntniſſe der
Chromotherapie berückſichtigt und künftig wird man
vielleicht auch bei der Farbenausſtattung der Kranken=
häuſer
die ſtarken pſychiſchen Einwirkungen gewiſſer
Farbtöne auf Menſchen in Rechnung ziehen.
C. K. Der Krieg gegen den Kuß. Der bayeriſche Eiſen=
bahnſchaffner
, der einem Manne verbot, im Coupé ſeine
Frau zu küſſen, und ſein Verhalten durch das Gericht als
pflichtgemäß beſtätigt ſah, bringt Sitten in unſer Land,
die bisher nur jenſeits des Ozeans eine begeiſterte, wenn
auch kurze Anhängerſchaft gefunden haben. Die Schäd=
lichkeit
und Gefährlichkeit des Kuſſes, durch die die ſchlim=
men
Bazillen ſo leicht übertragen werden, haben Aerzte
ſchon oft gepredigt, aber das Leben und die Liebe er=
wieſen
ſich ſtärker als das wiſſenſchaftliche Verbot. Ernſt
gemacht hat man nur in Amerika mit dem Krieg gegen den
Kuß, und es iſt noch nicht lange her, daß eine heftige
Antikußbewegung die Vereinigten Staaten in die höchſte
Aufregung verſetzte. Damals war ein bekannter ameri=
kaniſcher
Arzt mit dem Antrag hervorgetreten, daß man
durch Geſetz das Küſſen für ein Vergehen erklären und
mit Strafe belegen ſolle. Sein Vorſchlag fand beſonders
im Staate Jowa Gehör, und wenn auch das Parlament
ſich nicht zu der von ihm geforderten drakoniſchen Beſtim=
mung
entſchloß, ſo nahm man ſich doch offiziell dieſes
hygieniſch ſo wichtigen Kreuzzuges an. Hunderttauſende
von Schildern, die künſtleriſch entworfen waren und die
Worte trugen: Küſſe mich nicht wurden an die Kin=
der
verteilt, die ſie um den Hals trugen. Von Staats
wegen wurde ein Organiſator der Bewegung ernannt,
deſſen Hauptaufgabe darin beſtand, die furchtbaren Fol=
gen
des Küſſens in flammenden Vorträgen darzulegen.
Ueberall, wo er ſeine heftige Philippika gegen dieſe alt=
modiſche
Form der Liebesbezeugung ſchleuderte, fand er
neben Widerſpruch auch leidenſchaftliche Anhänger, und
bald hatte er eine Antikußliga gegründet, deren Kern
aus 2000 Schullehrerinnen beſtand. Ich bin überzeugt
ſo berichtete er damals ſtolz an die Regierung, daß die
gefährliche Praktik des Küſſens in der nächſten Genera=
tion
ausgeſtorben ſein wird. Bei allen Feſten, Pick=
nicks
uſw., die die Anhänger der Antikußliga beſuchten,
brachten ſie ein Plakat an, in dem die Gäſte beſchworen

wurden, niemanden, den Du liebſt, den Bazillen aus
zuſetzen, die in den Küſſen auf Zerſtörung lauern Abel
die ganze Bewegung erloſch wieder ſo ſchnell, wie ſie aufe
geflammt war, und ſo wird denn das Küſſen wahrſchein=
lich
auch in den nächſten Generationen trotz des Kopf
ſchüttelns der Weiſen weiter geübt werden!
* Eine Bismarck=Erinnerung. In Kiſſingeniſt
der älteſte dortige Arzt, Geh. Hofarzt Diruf, 88 Jahr=
alt
, geſtorben. Er war Bismarcks Arzt. Bei ihm hatte
Bismarck gewohnt. Bei der Auffahrt vor ſeinem Hauſe
am 13. Juli 1874, nachmittags 1 Uhr, geſchah das Atten=
tat
Kullmanns, des 21jährigen Magdeburger Böttchen
geſellen, der dem Kanzler, als er ihn ſpäter im Gefäng
nis ſelbſt verhörte, das Geſtändnis ablegte, daß er ihn
wegen der Kirchengeſetze töten wollte. Die zum Gruß
erhobene Hand Bismarcks, die des Fanatikers Kugel nun
am Knöchel ſtreifte, verbarg dem Mörder das Ziel, das
Haupt des Fürſten.
hys. Die verſchlafenſten Soldaten ſind, wenn man
der militäriſchen Zeitſchrift United Service Magazine
glauben darf, die Engländer ſelbſt. Im Frieden oder
Krieg, im Glück und Unglück, beim Regen oder Sonnen=
ſchein
, voll von Müdigkeit oder Bier, der engliſche Sol=
dat
iſt eine koloſſale Schlafmütze. Er kann in drei Minu=
ten
auf einem Steinhaufen an der Straße einſchlafen, in
einem geſteckt vollen Wagenabteil, er kann in den un=
möglichſten
Stellungen ſich dem ſüßeſten Schlummer hin=
geben
. Obengenannte engliſche Zeitſchrift gibt, dazu
noch folgende Stückchen zum beſten: Kürzlich wurde ein
Soldat mit einer wichtigen Mitteilung nach der Kom=
mandantur
geſandt; er wollte auf die Quittung warten,
da läutete das Telephon, der Ausſteller der Quittung
verließ auf acht Minuten das Zimmer; als er zurückkam,
lag der Soldat ſchlafend am Boden und mit der übrig
gebliebenen Hälfte der wichtigen Mitteilung ſpielte ein
kleiner Hund, die andere Hälfte hatte er aufgefreſſen=
Während des Eiſenbahnerſtreiks wurde ein Soldat ſchla=
fend
quer über den Gleiſen gefunden; beim Frühſtück hatte
ihn ſeine Leidenſchaft gepackt und beſiegt.
* Der Pump des Geſandten. Der Figaro erzählt, der
Geſandte eines der Balkanſtaaten in Paris habe ſich, da
er in den letzten vierzehn Tagen für 10000 Francs Depe=
ſchen
abgeſchickt habe und die Geſandtſchaftskaſfe vollſtän=
dig
leer ſei, genötigt geſehen, bei ſeinen Landsleuten
kleine Darlehen aufzunehmen, um die Fortſetzung ſeiner
telegraphiſchen Berichterſtattung wenigſtens für einige
Tage zu ermöglichen.

[ ][  ][ ]

Nummer 240.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Seite 5.

obachten, eine wahre ägyptiſche Finſternis, trotz der ange=
prachten
Laternen, welche noch nie gebrannt haben. Man
dat ſich an dieſen Zuſtand ſchon recht ſchön gewöhnt.
Eine beſſere Beleuchtung wäre gewiß keint Luxus. Beſon=
ders
bei dem ſtarken Verkehr an Theaterabenden macht
dieſe Dunkelheit einen traurigen Eindruck.

Der Krieg auf dem Balkan.

Die Türkei.
* Konſtantinopel, 10. Okt. Das Kriegs=
hiliniſterium
hat den ausländiſchen Korre=
ſpondenten
das Betreten des Kriegsſchauplatzes un=
terſagt
. Zahlreiche Korreſpondenten, namentlich engliſche,
warten vergebens. Auch die türkiſchen Korreſpondenten
ſollen nicht zugelaſſen worden ſein. Der Kriegsminiſter
hat der Preſſe eingehende Verhaltungsmaßregeln gegeben,
lum die Veröffentlichung nichtamtlicher militäriſcher Mel=
dungen
zu verhindern. Nur Telegramme die durch die
Zenſur gegangen ſind, dürfen veröffentlicht werden. Auch
die Bekanntgabe ergänzender Kriegsmeldungen in den
eitungen iſt unterſagt. Die geſamte Bekanntgabe mili=
täriſcher
Meldungen erfolgt durch ein Preſſebureau.
* Konſtantinopel, 10. Okt. Beſtimmt verlautet,
lter Finanzminiſter ſtellte an einem Tage dem
Kriegsminiſter vier Millionen Pfund als Kriegs=
koſten
zur Verfügung, die die verfügbaren Ergänzungs=
kredite
für das Heer bilden. Da die Regierung außer=
dem
über die Einnahmen aus dem Zehnten verfügt, denkt
lſie nicht daran, eine Kriegsanleihe abzuſchließen. Der
Finanzminiſter beſchloß, nur die Kriegsſteuer vorweg ein=
zaziehen
, wovon er hofft, daß ſie ungefähr 800000 Pfund
einbringe. Wie man ſagt, wären die Mächte geneigt, der
Fürkei zur Durchführung von Reformen eine finanzielle
Erleichterung zu ſchaffen.
Die Balkanſtaaten.
* Sofia, 10. Okt. Die der Regierung naheſtehen=
dn
Kreiſe ſind zwar von dem diplomatiſchen Schritt
Oeſterreich=Ungarns und Rußlands enttäuſcht, erblicken
jedoch andererſeits darin den ernſten Verſuch der Groß=
Un ächte zur friedlichen Löſung. Wie an zuſtändiger
Ettelle verlautet, werde die bulgariſche Regier=
lumg
die Forderungen, betreffend die Reformen in Ma=
tdonien
, genau formulieren und ſo den Großmächten Ge=
Alegenheit geben, dazu Stellung zu nehmen. Daraus geht
hervor, daß ſie nicht beabſichtigt, die Ereigniſſe zu über=
ſtrzen
, ſondern vor einem etwaigen folgenſchweren Git=
ſſchluſſe
alles verſuchen wird, ob eine friedliche =
ſſung
durch die Großmächte möglich iſt.
Das Reuterſche Bureau erfährt, in bulgariſchen
Kreiſen glaubt man, daß Bulgarien erſt in ein oder zwei
Aagen den Mächten antworten werde. Es wird als ſehr
Auewahrſcheinlich betrachtet, daß Bulgarien, Serbien und
ßrriechenland den Krieg erklären könnten,
bwor ſie den Mächten die Antwort zugeſtellt hätten. Der
fechiſche Geſandte antwortete auf eine Anfrage bezüg=
Iich der gerüchtweiſe gemeldeten Kriegserklärung durch
Briechenland dem Reuterſchen Bureau, daß der König erſt
ſertte abend in Athen eintreffe, und daß während ſeiner
Iil weſenheit ein ſolcher Schritt nicht unternommen wer=
ſen
könne.
* Sofia, 9. Okt. Im ganzen Königreich bildeten
lich Komitees zur Unterſtützung der Familien der Ein=
erückten
. Die Gymnaſiaſten gründen eine beſondere Le=
dien
, die dem Militär zur Verfügung geſtellt wird; zahl=
ſleiche
Schüler treten ferner in den Dienſt des Roten
reuzes.
Das erſte Gefecht.
* London, 10. Okt. Der Spezialkorreſpondent
es Reuterſchen Bureaus meldet aus Podgoritza
ſorn 9. Oktober: Die montendgriniſche Armee hat heute
lormittag den Krieg gegen die Türkei mit einem An=
Mriff auf die ſtarken türkiſchen Stel=
ungen
der Gegend von Podgoritza begonnen.
lllach einem vierſtündigen erbitterten Kampf räumten
lie Türken die Stellung bei Planimitza. Die
Montenegriner rückten zum Angriff auf Detchitſch vor.
m Nachmittag trafen türkiſche Verſtärkungen ein und es
Alttſpann ſich ein allgemeiner Kampf, der zurzeit noch an=
Wauert.
* London, 10. Okt. Ueber das geſtrige Gefecht
Podgoritza meldet das Reuterſche Bureau folgende
llinzelheiten: Um 8 Uhr morgens feuerte von der mon=
Unegriniſchen Stellung der jüngſte Sohn des Königs,
rtilleriekapitän Prinz Peter das erſte Geſchütz auf
e türkiſchen Stellungen ab. Die Muſik ſpielte die mon=
Unegriniſche Nationalhymne. Nach 21 Minuten ver=
Pieb die Artillerie die Türken aus ihrer erſten
Ptellung auf dem Berge Planimitza. Nachdem, mit=
gs
, der Berg von den türkiſchen Truppen geräumt war,
Mckten die Montenegriner unter dem Schutze ihres Ge=
ſhützfeuers
langſam gegen den ſtark befeſtigten Berg
eichitſch vor, welcher die Straße nach Skutari beherrſcht.
m 2 Uhr nachmittags landeten die Türken Truppen am
Afer des Skutariſees, unweit der montenegriniſchen
Arenze. Es entwickelte ſich ein Kampf welcher auf der
unzen Front bis abends andaſterte. Der König war
brmittags mit dem Prinzen Mirko und ſeinem
Sab auf einen bei Podgoritza gelegenen Berg geritten
ud ſpäter ins Hauptquartier zurückgekehrt, wohin mit=
lgs
auch Kronprinz Danilo, welcher der Oberbefehls=
über
iſt, und Prinz Peter zurückkehrten, um mit dem
Pter zu beraten.
Die anderen Mächte.
* Konſtantinopel, 10. Okt. Geſtern kamen die
otſchafter bei dem franzöſiſchen Botſchafter zuſam=
n
, um die Note vorzubereiten, die der Pforte über=
ben
werden wird. Sie wird wahrſcheinlich denſelben
Enn haben, wie die in Sofia überreichte. Die Vertreter
ür Balkanſtaaten, die noch ohne Inſtruktion ſind, können
Aher heute noch nicht abreiſen.
* Petersburg, 9. Okt. Die Petersburger Tele=
Gaphen=Agentur iſt zu der Erklärung ermächtigt, daß die
eldungen auswärtiger Blätter über eine angebliche
uſſiſche Mobiliſierung jeder Begründung ent=
hren
. Nicht nur findet keine Mobiliſierung ſtatt, ſon=
den
es ſei auch die Probemobiliſierung in einigen Gou=
Fnements des europäiſchen Rußland, von welcher in
cher Mitteilung vom 23. September die Rede war, nun=
fhr
beendet. Die bei dieſer Gelegenheit einberufenen
Kſerviſten würden jetzt in ihre Heimat entlaſſen.
* Wien, 10. Okt. In der heutigen Sitzung der
gariſchen Delegation hielt der Miniſter des
Außern, Graf Berchtold, folgende Rede in unga=
lcher
Sprache: Die hier verklungenen Reden ſtimmen
kein überein, daß meine Politik auch in dieſer ernſten
Stuation, deren Bedeutung ſie vollſtändig erfaßt haben,
Billigung der Delegation findet. Dieſe Billigung
ſdet nicht nur meinen Dank, die Stellungnahme der
legation beruhigt mich auch in der Richtung hin, daß

der Weg, auf dem meine Politik einherſchreitet, auch den
Anſchauungen des Landes entſpricht. Alle Beſtrebungen
dieſer Politik waren auf die Aufrechterhaltung
des Friedens gerichtet und die öſterreichiſch=
ungariſche
Monarchie hat an jedem Schritt teil=
genommen
, der dieſen Zweck verfolgte. Die Monarchie
hat in der allerletzten Phaſe dieſer Politik gemeinſam mit
den Großmächten für die Aufrechterhaltung des Status
quo auf dem Balkan Stellung genommen. Unſere Poli=
tik
auf dem Balkan iſt keine Eroberungspolitik. Sie be=
deutet
aber nicht ſo viel, daß wir in den Ereigniſſen, die
ſich auf dem Balkan zutragen, nicht intereſſiert ſeien. Wit
haben auf dem Balkan wichtige Exiſtenzinter=
eſſen
und wir ſind entſchloſſen, dieſe unter allen Um=
ſtänden
zu wahren. (Lebhafte Zuſtimmung.)
Italien und die Balkankriſis.
* Paris, 10. Okt. Der hieſige italieniſche Botſchaf=
ter
Tittoni erklärte einem Berichterſtatter, die von ver=
ſchiedenen
Blättern ausgeſprochene Vermutung, daß Ita=
lien
die Balkanſtaaten zum Kriege gegen die Tür=
kei
oder Montenegro zur Kriegserklärung angeſtiftet habe
beruhe vollſtändig auf Erfindung. Die italieniſche Re=
gierung
habe, als ſie der Türkei den Krieg erklärte, gleich=
zeitig
den Balkanſtaaten mitgeteilt, daß ſie dem Grund=
ſatz
des Status quo auf der Balkanhalbinſel treu bleibe.
Bei jeder Gelegenheit habe ſie ſich den Großmächten bei
ihren Ratſchlägen zur Mäßigung und den Schritten zur
Aufrechterhaltung des Friedens angeſchloſſen. Gewiß ſei
es vorauszuſehen geweſen, daß die Haltung der Türkei,
nachdem ſie die vollendete Tatſache in Libyen nicht aner=
kennen
wollte, allmählich im Verein mit der Frage der
mazedoniſchen Reformen eine drohende Lage ſchaffen
werde, und Italien habe nicht verfehlt, darauf hinzu=
weiſen
. Aber da man mit Unrecht angenommen habe,
daß Italien dieſe Bemerkung in ſeinem und nicht im all=
gemeinen
Intereſſe Europas gemacht habe, ſo habe es
dieſelbe nicht erneuert. Es habe den Krieg fortgeſetzt
und werde ihn, falls es ſein müſſe, noch weiter fortſetzen.
Letzte Nachrichten.
* Cetinje, 10. Okt. Heute vormittag iſt die Pro=
klamation
des Königs veröffentlicht worden. Es
heißt darin, daß es unmöglich ſei, die von den unterdrück=
ten
Brüdern in Altſerbien kommenden Schmerzensſchreie
länger zu ertragen. Man ſchlachte dort nicht nur Män=
ner
, ſondern auch Frauen und Kinder ab. Die Vater=
landsliebe
gebiete, den Montenegrinern zu Hilfe zu eilen.
Die Montenegriner würden dies längſt getan haben, wenn
ſie nicht das Ergebnis der friedlichen Bemühungen des
Königs zum Schutze der Märtyrer jenſeits der Grenze
abgewartet hätten. Die Hoffnung des Königs, Mittel
zu finden, um die Serben in der Türkei ohne Blutver=
gießen
frei zu machen, habe ſich nicht erfüllt. Der König
bedauere ſehr, daß er gezwungen werde, den Frieden zu
ſtören und den Säbel aus der Scheide zu ziehen. Der
König richtet weiter an die Montenegriner den Aufruf,
ſich unter ſeiner Führung zuſammenzuſcharen und den
bedrückten Brüdern, den wackeren Maliſſoren, die ſeit
zwei Jahren wie Löwen für ihre Rechte, für ihre Frei=
heit
und für die Vereinigung mit Montenegro kämpften,
die Hand zu reichen. Montenegro ſtehe nicht allein; mit
ihm ſeien die chriſtlichen Balkan=Königreiche, mit denen
Montenegro verbündet ſei. Der König habe ſtets dieſes
Bündnis angeſtrebt, welches alle Balkanvölker ſeit der
Invaſion der Aſiaten erwartet hätten. Der König hoffe,
daß die Söhne ſeiner alten Soldaten heute mehr denn je
das Preſtige des Vaterlandes zu heben wiſſen und die
Waffen Montenegros mit neuen Lorbeeren bedecken wür=
den
. Es gehöre Mut dazu, mit einem großen Reiche zu
kämpfen, aber dies ſei der Stolz Montenegros, das ſich
ſtets freudig für ſeine Brüder geopfert habe. Die Sym=
pathien
der ziviliſierten Welt würden Montenegro be=
gleiten
, wie auch die Sympathien der geſamten ſerbiſchen
Nation und aller Slaven. Edle Hände mit gezogenem
Säbel ſtreckten ſich ihm entgegen von ſeiten der Könige
von Serbien, Bulgarien und Griechenland, deren Völker
bei dieſem Unternehmen mit Montenegro brüderlich ver=
eint
ſeien. Montenegro greife die Türkei nicht aus An=
maßung
, ſondern aus den edelſten Gefühlen an, um die
vollſtändige Vernichtung ſeiner Brüder zu verhindern.
Die Proklamation des Königs fordert zum Schluß mit
begeiſterten Worten die Montenegriner auf, im Kriege
nach Altſerbien zu ziehen, wo ſie mit ihren Brüdern aus
Serbien, die von ihrem edlen König und ſeinem geliebten
Schwiegerſohne geführt würden, zuſammentreffen wür=
den
. Dort würden die Montenegriner ihre Brüder aus
Serbien umarmen und den Bedrückten die Freiheit
bringen. Der König ruft den Segen des Himmels auf
dieſen Gang herab, von dem er ſeit ſeiner Kindheit träume
und deſſen Tag er in Gedichten herbeigerufen habe. Die
Proklamation ſchließt mit den Worten: Hoch Montenegro,
hoch der Balkanbund!
Konſtantinopel, 10. Okt. An allen Grenzen
finden kleine Scharmützel ohne größere Bedeutung
ſtatt. Die bulgariſchen Truppen und die Frei=
willigen
, die Karakol und Karlowak überfallen haben,
wurden über die Grenze zurückgetrieben. Das Blockhaus
wurde von den Türken zurückerobert.
* Konſtantinopel, 10. Okt. Die Regierung
beſchloß, die Sperrminen in den Dardanellen
gänzlich zu entfernen, um das Ausfahren der türki=
ſchen
Flotte nach dem Archipel zu ermöglichen. Der
eigentliche Truppentransport von hier begann erſt geſtern.
Außer dem zweiten, nicht, wie irrtümlich gemeldet, dem
erſten, Artillerie=Regiment wurde das aus Smyrna hier
eingetroffene Kavallerie=Regiment abgefertigt. Ein Be=
richterſtatter
des Tanin und einige Anhänger des Ko=
mitees
wurden als die Anſtifter des gemeldeten Wider=
ſtandes
der Studenten gegen die Truppen verhaftet.
* Konſtantinopel, 10. Okt. Das Kriegs=
miniſterium
hat alle verfügbaren Kohlenvorräte
requiriert, ſo daß die Schiffahrt für die ausländiſchen
Fahrzeuge beträchtlich erſchwert iſt.
* Sofia 10. Okt. Miniſterpräſident Geſchow
erklärte einem Zeitungskorreſpondenten, daß der geſtrige
Miniſterrat keine Entſcheidung getroffen
habe. Der Meinungsaustauſch mit Athen und Belgrad
dauere fort. Natürlich habe Montenegro, nachdem es mit
den Feindſeligkeiten begonnen habe, keine Stimme mehr.
Jedenfalls könne die Entſcheidung nicht länger ver=
zögert
werden. Trotzdem brauche man nicht die Hoffnung
aufzugeben, daß noch im letzten Augenblick der Friede
geſichert bleibe. Gegenüber den Gerüchten, daß Griechen=
land
heute die Feindſeligkeiten eröffnen werde, erklärte
der Miniſterpräſident, es ſei ſicher, daß eine Kriegserklä=
rung
Grichenlands heute nicht erfolgen werde.
* Athen, 10. Okt. Der König kam geſtern abend
hier an. Eine begeiſterte Volksmenge begleitete ihn zum
Palaſt. In einer Rede ſprach der Könia ſein volles Ver=
trauen
zu Volk und Regierung aus. Der Miniſterpräſi=
dent
erklärte, er hoffe noch immer auf die Erhaltung des

Friedens. Als die Menge mit Rufen: Es lebe der
Krieg! ihn unterbrach, wiederholte der Miniſterpräſident
den Satz und fügte hinzu, daß, wenn Griechenland in
ſeinen Hoffnungen getäuſcht werde, das Volk dem Heer
und der Flotte vertrauen könnte.
Wien, 10. Okt. Nach einer Meldung aus Cat=
taro
ſtehen die Dörfer nördlich von Bojana in Flam=
men
. Die Flüchtigen retten ſich nach Skutari. Nach der
Angabe Verwundeter und Bauern ſind zahlreiche Frauen
und Kinder von den Montenegrinern erſchlagen
worden. Der Lloyddampfer Skutari wurde auf der Fahrt
von Bojona nach Cattaro von den Montenegrinern eine
Stunde lang mit Gewehrfeuer beſchoſſen; auch Granaten
ſchlugen 50 Meter vor dem Dampfer ein. Skutari iſt von
den Türken befeſtigt worden.
London, 10. Okt. Nach einer Meldung der
Daily News aus Konſtantinopel ſtehen bis jetzt 250000
Mann türkiſcher Truppen an der bulgariſchen
Grenze. Die Stärke der aſiatiſchen Streitkräfte beläuft
ſich auf 250000 bis 300000 Mann, ſo daß in wenigen
Tagen 400000 bis 450000 Mann türkiſcher Truppen auf
dem öſtlichen Kriegsſchauplatze verſammelt ſein werden.

Vermiſchtes.

Haftbarkeit dies Möbeltramspon=
teurs
. Der Breslauer Zeitung vom 24. September cr.
entnehmen wir folgende Notiz: Von einem hieſigen Rechts=
anwalt
erhalten wir folgende Zuſchrift: Mit Rückſicht auf
die Nähe des Quartalsumzuges dürfte für weitere Kreiſe
der Geſchäftswelt ein Gutachten, das in einem bei dem
hieſigen Amtsgericht ſchwebenden Prozeß von der hieſigen
Handelskammer erſtattet worden iſt, von erheblichem In=
tereſſe
ſein. Ein hieſiger Geſchäftsmann, der von einem
Speditions= und Möbeltransportgeſchäft den Umzug
ſeiner Geſchäftsutenſilien und Maſchinen hatte bewirken
laſſen, hatte bei der etwa 14 Tage nach Ausführung des
Umzuges erfolgten Bezahlung einen Abzug gemacht. Er
hielt ſich hierzu berechtigt, weil er den fraglichen Betrag
für Schäden, welche von den Leuten des Spediteurs an
den Utenſilien gelegentlich des Umzuges verurſacht wor=
den
waren, fordern zu können glaubte. Der Möbeltrans=
porteur
erachtete den Abzug für ungerechtfertigt, weil die
Beſchädigung von Sachen, für die Erſatz verlangt wird,
unverzüglich nach dem Umzuge, ſpäteſtens aber innerhalb
drei Tagen, bei Verluſt aller Anſprüche gerügt werden
müſſe, was unſtreitig der andere Teil in dieſem Falle
nicht getan hatte. Auf Erſuchen des Amtsgerichts hat die
Handelskammer folgendes Gutachten erſtattet:
Bei dieſer Speditionsart beſteht ein Abſchlußſchein,
auf Grund deſſen Beſchädigungen ſofort oder ſpäteſtens
binnen drei Tagen ſchriftlich angezeigt werden müſſen.
Da dieſer Abſchlußſchein ſchon ſeit vielen Jahren und
faſt über ganz Deutſchland in Geltung iſt, ſo muß ange=
nommen
werden, daß ſeine Beſtimmungen ſich derartig
eingebürgert haben, daß ſie ſich zur Verkehrsgewohnheit
herausgebildet haben.
Es wird ſich für alle Geſchäftsleute empfehlen, vor=
kommendenfalls
dieſem Gutachten Rechnung zu tragen.

Literariſches.

Zur Pſychologie der Flimmerkiſte iſt ein außer=
ordentlich
feſſelnder, mit zahlreichen Abbildungen ge=
ſchmückter
Aufſatz von Dr. Arthur Stiehler betitelt, der
über den ungewöhnlichen Zulauf, deſſen ſich der Kine=
matograph
unſerer Zeit erfreut und über den Streit, der
zwiſchen ihm und dem Theater herrſcht, intereſſante Auf=
ſchlüſſe
gibt. Aus dem übrigen Inhalt des glänzend
ausgeſtatteten 2. Heftes der illuſtrierten Zeitſchrift Mo=
derne
Kunſt (Verlag von Rich. Bong, Berlin W. 57.
Preis des Vierzehntagsheftes 60 Pfg.) heben wir beſon=
ders
die Fortſetzung von Olga Wohlbrücks Erzählung
Der eiſerne Ring hervor, der mit lebendigen Farben in
die Konflikte einer Berliner Beamtenfamilie hineinführt.
Sonſt ſei noch die geiſtvolle Plauderei des bekannten Ber=
liner
Humoriſten Paul Schüler, Berliner Sommerfreuden,
genannt, zu der Paul Halke eine Reihe von Handzeich=
nungen
beigeſteuert hat, die gleichfalls von Humor ſpru=
deln
. Ueber die Jagd auf das Haſelhuhn berichtet Dr.
Staby in ſeinem Aufſatz, Eine ſeltene Waldſchönheit ꝛc.
Der Bilderſchmuck des reich und vornehm ausgeſtatteten
Heftes enthält Kunſtblätter, wie z. B., die prächtig ge=
lungenen
Farbenfakſimiles nach Bruno Liljefors Bildern
aus dem Leben der Waldvögel und nach Th. Rocholls dra=
matiſchem
Gemälde Tſcherkeſſenbeute‟.
Deutſche Romanzeitung und Roman=
bibliothek
. Mit dem ſoeben erſchienenen 1. Heft be=
ginnt
dieſe ebenſo vornehme wie gediegene Familien=
wochenſchriſt
ihren 50. Jahrgang. Ein halbes
Jahrhundert iſt ſie den von ihr vertretenen Idealen deut=
ſchen
Weſens und deutſcher Dichtkunſt treu geblieben, und
man kann mit Genugtuung feſtſtellen, daß ſie das geſteckte
Ziel auch erreicht hat. Wir glauben, daß dieſe ange=
ſehene
Wochenſchrift auch fernerhin ihrem bewährten
Grundſatze, nur das Beſte der deutſchen Literatur zu brin=
gen
, treu bleiben wird Das erſte Heft verſpricht dieſes
in jeder Beziehung. Gelangen doch als Hauptromane
Moſt ein Roman von der Moſel, von Lisbet Dill, der
beliebten Schriftſtellerin, und Bienenſtein, Deutſches
Sehnen und Kämpfen zum Abdruck. Im Beiblatt ſind
Aug. Joſ. Lux, Fr. W. v. Oeſteren mit kleineren Artikeln,
Walter Flex, Hermann Heſſe und Erich Janke mit rei=
zenden
Gedichten vertreten. Ferner bringt das Beiblatt
Bücherbeſprechungen, Neue Bücher, Vermiſchtes und
Briefkaſten. Ferner enthält es ein Preisausſchreiben für
die drei beſten lyriſchen Gedichte. Die ausgeſetzten Preiſe
von 75, 50 und 25 Mark dienen hauptſächlich dazu, jüngere
Talente anzuſpornen. Man ſieht, daß die Deutſche Ro=
manzeitung
weiterhin ein unentbehrlicher literariſcher
Freund, ein Berater in der deutſchen Familie ſein will.
Wenn etwas zur Empfehlung dieſer Zeitſchrift beiträgt,
ſo iſt es dieſes und kann man dieſe Beſtreßungen nur
unterſtützen. Von der Verlagsbuchhandlung Otto Janke,
Berlin SW. 11, werden auf Erſuchen Probenummern
allen Intereſſenten koſtenlos überſandt.
Schäfer, Geländeſpiele. Kleine Schrif=
ten
des Zentralausſchuſſes für Volks= und Jugendſpiele
in Deutſchland, Band 8. 3. Auflage. Kart. 80 Pfg. Ver=
lag
von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin. Daß das
treffliche und von Fachleuten einmütig anerkannte Büch=
lein
von Schäfer, Geländeſpiele, bereits in 3. Auflage
vorliegt, beweiſt, daß ſeine zahlreichen Anregungen und
Vorſchläge ſich bewährt und nicht nur für die Rochlitzer
Gegend Gültigkeit haben. Sie können in der Tat mit
großem Vorteil überall verwertet werden.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Okt. Das Schwurgericht des
Landgerichts Berlin I verurteilte den Bankier Sattle
wegen Verbrechens der Depotunterſchlagung unter

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Nummer 240.

billgung mildernder Umnſände zu drei Jahren Geſüng=
nis
, wovon vier Monate Unterſuchungshaft angerechnet
werden, und zu fünf Jahren Ehrverluſt.
* Leipzig, 10. Okt. Vor dem vereinigten zweiten
und dritten Strafſenat des Reichsgerichts begann der
Spionageprozeß gegen den früheren Marineſteuer=
mann
und jetzigen Kraftwagenführer Edmund Kagel=
mann
, zuletzt in Hamburg wohnhaft. Die Anklage ver=
tritt
Reichsanwalt Schweiger, die Verteidigung führt
Rechtsanwalt Bitter, als Zeugen ſind geladen mehrere
Kapitäne zur See. Als Sachverſtändiger fungiert Fre=
gattenkapitän
Fielitz. Nach dem Eröffnungsbeſchluß iſt
der Angeklagte des verſuchten Verrates militäriſcher Ge=
heimniſſe
verdächtig; er ſoll im März 1912 in Hamburg
verſucht haben, Zeichnungen und Pläne über die Anlage
von Seeſperrungen auf der Unterelbe, ſowie zwiſchen
Helgoland und der Küſte, die er angefertigt haben ſoll,
in Beſitz und zur Kenntnis des engliſchen Nachrichten=
bureaus
gelangen zu laſſen. Sofort nach der Verleſung
des Eröffnungsbeſchluſſes wurde die Oeffentlichkeit für
die ganze Dauer der Verhandlung ausgeſchloſſen.
* Altenburg, 10. Okt. Staatsſekretär Dr. Solf iſt
hier eingetroffen. Er wohnt im Wettiner Hof und ge=
denkt
ſich einige Tage hier aufzuhalten.
* Halberſtadt, 10. Okt. Der Brand des Gebrüder
Dippeſchen Getreideſpeichers wurde gegen Mitternacht
gelöſcht. Die Urſache des Brandes wurde in der
Exploſion des Geismotors ermittelt. Der Schaden iſt ſehr
beträchtlich, aber durch Verſicherung gedeckt.
* Cchönebeck (Elbe), 10. Okt. Die Familie des Ar=
beiters
Kandel iſt an Vergiftungserſcheinungen
erkrankt. Die Frau und der 12jährige Sohn ſind ge=
ſtorben
. Man vermutet, daß die Vergiftung durch den
Genuß von Hackfleiſch verurſacht wurde.
* Wien, 10. Okt. Die öſterreichiſche Dele=
gation
hat den Vorſchlag des gemeinſamen Finanz=
miniſteriums
angenommen
* Petersburg. 10. Okt. Der Miniſter des Aeußern,
Saſonow, iſt hier eingetroffen.
* Archangelsk, 10. Okt. Ein Zyklon beſchädigte
im Weißen Meer viele Segelſchiffe. Im Omega=Golf
treiben von der Beſatzung verlaſſene Wracks.

H. B. Berlin, 10. Okt. Der frühere Reichstags= und
Landtagsabgeordnete Dr. Müller=Sagan iſt geſtern
abend im Krankenhauſe, nachdem er ſich wegen eines in=
neren
Leidens einer Operation unterzogen hatte, ge=
ſtorben
. Er erreichte ein Alter von 55 Jahren.

I.B5. Berlin, 10. Ot. Zu der Salwinſtraße ver=
gifteten
ſich heute der vor einigen Monaten aus
Leipzig zugezogene Apotheker Linke mit ſeiner Frau. Nach
Verkauf ſeiner Apotheke verſuchte er in Berlin Stellung
zu erhalten. Seine Bemühungen waren jedoch vergeb=
lich
, ſo daß das Ehepaar in ſchwere finanzielle Not geriet.
Dies dürfte auch der Grund des Doppel=Selbſtmordes ſein.
Mannheim, 10. Okt. Heute mittag fällte das
Schwurgericht in der Anklageſache gegen den Säger
Beutel und den Steinbrecher Krebs die wegen
Mordes angeklagt waren, das Urteil. Es lautete
wegen Verbrechens im Sinne des § 214 des Strafgeſetz=
buches
(qualifizierter Totſchlag) gegen beide auf lebens=
längliches
Zuchthaus.
HB. Weimar, 10. Okt. In dem Mordprozeß
gegen den Landwirt Albert Barth und ſeine Frau, ge=
borene
Wagner die der Ermordung des Bruders der
Frau Wagner, des Landwirts Richard Wagner, angeklagt
waren, wurde heute das Urteil gefällt. Es lautete gegen
Frau Barth zum Tode. Der Ehemann wurde frei=
geſprochen
.
H. B. Hamburg, 10. Okt. Als der Hamburger Damp=
fer
Lotte Menzel, der, mit Stückgut beladen, auf der
Fahrt von Norfolk nach Kopenhagen und Danzig war, in
Horta auf Madeira landete, meuterten 21 Leute
der Beſatzung, 18 Matroſen und 3 Offiziere, wäh=
rend
ſich der Kapitän der Lotte Menzel an Land be=
fand
. Der dienſttuende erſte Offizier verſtändigte ſofort
den Kapitän und das zufällig im Hafen von Horta lie=
gende
deutſche Kriegsſchiff Hertha. Von der Hertha
aus wurden mehrere Boote mit Marineſoldaten an Bord
der Lotte Menzel geſchickt und die Meuterer gefangen
genommen.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Der Kern des Hochdruckgebiets hat ſich wieder
etwas ausgebreitet. Er liegt über der Oſtſee. Wir
haben daher vielfach in Deutſchland nordöſtliche Winde
bei heiterem bis nebeligem Wetter. Die Temperaturen
ſind wenig angeſtiegen. Nachtfroſt wird nur ſtellen=
weiſe
gemeldet. Regen iſt in Deutſchland nicht, im
übrigen Europa nur ganz vereinzelt gefallen. Unter der
Herrſchaft des Hochs iſt keine Aenderung des Wetters
zu erwarten.
Ausſichten für Freitag, den 11. Oktober: Vielfach
heiter, trocken, Temperatur wie ſeither.

ImAleer

iſt man empfindlich. Raſch iſt eine Er=
kälkung
da, und die Stimme iſt öffer
belegt und heiſer als frei. Das läſtige
Gefühl der belegken Stimme vergeht,
ſobald man ein paar Wybert=Tabletten
zu ſich nimmk, die immer zur Hand ſein
müſſen und in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark pro Schachtel
koſten. Bei Erkälkung lindern ſie den Huſtenreiz und bringen den
Kakarrh ſchnell zum Schwinden. Niederlagen in Darmſtadt: in
ſämtlichen Apotheken; Drogerie von Fr. Beckenhaub,
Kirchſtr. 27: Drogerie Gg. Liebig & Co., Louiſenſtr. 4;
Martins=Drogerie, Pankratiusſtr. 41; Drogerie Chr.
Schwinn, Rheinſtr. 8; Drog C. Watzinger, Wilhelminen=
ſtr
. 11: Central=Drogerie Eliſabethenſtr 30 (21188M

Irke Zapatero‟
Schulstr.
Dien
Tel.
o garantiert rein 5 zu. H. W. Prussen 10.

(2039a)

O
Rz ou
Gen Ml


.
Ower Olazelll aue 4!

Eine Trinkkur im Hause
mit Kasseler Hafer-Kakao (Nur echt
in blauen Kartons für 1 M., niemals
lose!) empfiehlt sich besonders für
Blutarme u. Bleichsüchtise
und zwar
zum ersten Frühstück,
zwischen 1011 Uhr Vormittags
zwischen 45 Uhr Nachmittags
vor dem Schlafengehen
also viermal täglich!

Leich Aegant haübar!

Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.

Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 11. Oktober:
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 45 Minuten.
Samstag, den 12. Oktober=
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
6 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 7 Uhr.
Abends 6 Uhr.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.

Samstag, den 12. Oktober:
Vorabend 5 Uhr 10 Min. Morgens 8 Uhr. Nach=
mittags
4 Uhr. Sabbatausgang 6 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 13. Oktober, an
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 5 Uhr.

Kannner

nach Pilsner Art u
nach Münchner Art
Hell Export GunG
feinste Tafelbiere
in Flaschen und Syphons.
16187a

Tageskalender.

Großh. Hoftheater (Ab. D), Anfang 7 Uhr: Wenn
ich König wäre‟
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert von Dr. Bülau um 8 Uhr im Hotel Zur
Traube‟.
Vortrag für Damen von Frau Dr. med. Purtſcher um
8¼ Uhr im Kaiſerſaal (Naturheilverein)=
Ausſtellung Der Menſch im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der Mathil=
denhöhe
(geöffnet von 106 Uhr).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Seitz, ſämtlich in Darmſtadt,
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaigel
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Geiskaesackekes
ſoll in erſter Linie ſchön ausgebacken, ſchmackhaft und wohlbekömmlich ſein. Das wird erreicht, wenn Sie Ihre
Kuchen mit Hefe (auch Geſt oder Bärme genannt) backen. Wenn Sie über Hefegebäcke noch nicht orientiert
ſind, laſſen Sie ſich ſofort unſere Broſchüre Der deutſchen Hausfraus kommen, die wir jedermann gratis
und franko zur Verfügung ſtellen. Sie enthält außer einer kurzen leicht faßlichen Anleitung für Hefegebäcke
199 Rezepte und bietet deshalb auch ſolchen Hausfrauen, die ihre Kuchen bereits nur mit Hefe backen,
viele neue Anregungen. Durch die neu erfundene Dauerhefe Floryline iſt es jetzt auch möglich,
beſte Brennereihefe im Haushalt vorrätig zu halten. Friſche Hefe (Verbandshefe) wie Dauerhefe Florylind
iſt bei Bäckern und in Kolonialwarengeſchäften erhältlich. Wegen der Broſchüre ſchreibe man ſofort an:
Verband Deutſcher Preßhefefabrikanten
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung, Berlin SW. 11. B 17.

(21179M

[ ][  ][ ]

Handufsoken!

Leichte
Kinderarbeiten
Uhrtaschen gez. . von 8 ₰an
Feuerzeughalter . . 10
Nadelkissen gez. . . . . 8
Zeitungshalter gez. 95

Gezeichnete Artikel

Kreuzstich, mil-
MilieUx Heur, Plastik und
Madeira . . . anfangend 95

mil-Heur, Plastik
Läufer Madeira u. Kreuz-(
stich
anfangend 98

mil-Heur, Madeira
Kissen und Kreuzstich,

anfangend 85

Büfettdecken
mil-Heur, Kreuzstich . . 2.75

Tischdecken
mil-Heur und Kreuzstich . 6.75
ca. 35/35 cm
Quadrate gross, mod.
Zeichnungen
von 18an
Küch.-Überhandtücher
Zeichn. i. neuest. Genre, von 95 an

Wandschoner Zimm.
od. Küche, i. enorm. Ausw., v.

für

95

Leichte
Kinderarbeiten
Topflappen gez. . . . . 10
Topflappentaschen gez.25
Bürstentaschen gez. . . 95
fertig
Zeitungshalter gestickt 1.25

Beachten Sie bitte unser diesbezügl. Schaufenster!

Stick-Material
D. M. C., in versch.4
Perlgarn Stärken Strang 12
Twist D. M. C. . . . . Strang 7
Plastickgarn . . Strang 20
Filo-flosseseide . Strang 8

Angefangene und fertige Artikel
angefangen, mit Material, in enormer Auswahl,
.. von 1.50
Milleux in den neuesten Zeichnungen . .
fertig, entzückende Neuheiten, in grosser Aus-
MilieuK wahl
von
2
angefangen mit Material, hübche neue
Kissenplatten Zeichnungen
. . . . . . von 2.50
Kissenplatten gertig, neueste Zeichnungen . . von 1.80

vorgearbeitete Artikel mit Material
Kelim-Kissen
. . . . . . . anfgd. 2.50
Kelim-Vorlagen schöne Muster mit Material . anfgd. 4.50
Fertige
bestickte Wandschoner Ueberhandtücher etc.

in großer Auswahl zu billigen Preisen.

Stick-Material

Kunst-Seide. . . . Strang 8
weiss, rot
Zeichen-Garn u. blau, Strg. 7
Krawatten-Seide Knl. 40

A. Z.OTMkl. 78
Gussenheim. scMarx

Keine Fleischtenerung
Braunschweiger
Cervelatwurst
in Fettdarm
Pfund Mk. 1.60
Cervelatwurst
in Rindsdarm (21203
Pfund Mk. 1.50
Wilh. Weber Nachf.
Elisabethenstr. 6.

Flinder Mann empfiehlt ſich
im Flechten von Körben und
Stühlen. Arbeit wird abgeholt.
Frensch. Eckhardtſtr. 33. (20934a

ittagstisch

Fleisch u. veg. Kost von
60 Pf. b. M. 1. im Abonn.
bendtisch
Fleisch u. veget. Kost v.
50 Pf. b. 70 Pf. im Abonn.
Auschnut des berühnten
:: Wormser Weinmostes::
Kein Trinkzwang. (114
Reform-Restaurant
A Alexanderstrasse 4, 1. Stock.

War

ist

und

bleibt

das Seste

von Kennern stets bevorzugte Getränk.
Leonhard Kaiser’s Biergrosshandlung Telekon 120.

(17698a

Viktoriastrasse 58

ie Herren Dr. Boden-
heimer
, Dr. Gros,
San.=Rat Dr. Hollän-
der
, San.=Rat Dr. Maurer,
San.=Rat Dr. Quetsch, Dr.
Sior haben die Güte, während
meiner Abweſenheit mich zu
(21194fs
vertreten.
San.-Rat Dr. Markel

Frauenarst

I

hat seine Praxis wieder:
aufgenommen. (*1092dfs
Darmstadt, Riedeselstr. 52.

Von der Reiſe zurück
Dr. R. Hammer
Beſſungerſtraße 3. (B2115a

und Vermögens-
Läuser-Verwaltung. werd.
gewissenh. u. diskret übernom.
Kaution kann gestellt werden.
B. Baer, Landweh str. 18, Tel. 1145. (19629a

ärztlich ge=
Masseuse prüft, empf.
ſich den geehrten Damen. Selma
Amend, Pankratiusstr. 26, I. (20009a

Tür 3½jährig. Jungen in Darm=
ſtadt
oder nächſter Nähe beſſ.
gute Pflege geſucht.
Offerten mit näheren Angabe
unt. W 73 an die Exp. (*87

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Nummer 240.

S Angebertar Herren

Saud. ordentl. Monatsfraufür
2 Std. vormittags alsbald geſucht.
Zu erfragen in der Exped. (*8778
Köchin od. Anshilfe ſof. geſucht.
Emma Frank,
gewerbsmässige Stellenvermittlerin.
Karlſtraße 31. (*8783

Sluge

Ulsten
Paletots
Anzüge etc.
in der Preislage von:
30, 32, 34, 36, 38, 40, 42, 45, 48, 50, 54, 60, 65 dr.
Beachten Sie bitte meine Schaufenster! Bei Maßbestellung kein Aufschlag!
Nir ARerAorf
Ernst-Ludwigsplatz 1
Hoflieferant
Ernst-Ludwigsplatz 1

Einziges Spezialgeschäft erstklassiger Herren-Garderobe am Platze.

(21214

Weiblich

Schnederin
Marktplatz 10, 3.

empfiehlt ſich
Stock. (21067a

Perf. Schneiderin empfiehlt ſich
Wienersſtr. 46, part., I. (*8744df

Geb. Fräulein, muſik., mit franz.
und engl. Sprachkenntn., wünſcht
Stellung f. nachm. zu Kindern.
Off. u. W39 a. d. Exp. (*8626mdf

Tücht. Frau geht waſch. u. putzen
813
N. Lichtenbergſtr. 23, Stb., Mſ. (484

Jüngere Frau, in jeder Arbeit
erfahren, ſucht nachm. Beſchäft. in
beſſeren Häuſern. Magdalenen=
ſtraße
13, 3. St. rechts. (*8811fs

Mädchen, welches noch nicht in
Stellung war, ſucht Stelle, am
lliebſten zu Kindern in beſſerem
Privathaus. Es wird mehrauf gute
Behandlung als Lohn geſehen.
Gervinusſtr. 41, part. (*8798

Junge, ſanbere Frau ſucht zwei
Stunden Laufſtelle Lichtenberg=
ſtraße
78, Stb., 2. St. rechts. (*8824

Männlieh

Mittär=Penſionir mitt Alters,
in Büroarbeiten bewandert, ſucht
entſprechende Beſchäft. Off. unter
V89 Exped. ds. Bl. (*8402if

Geſchaftsgew. Mann m. 1aRef.
aus langj. leit. Poſ., ſucht Reiſe=od.
ſonſt. Vertrauenspoſt. Gefl. Off.
u. W 85 an die Exp. erb (*8815fi

ſucht Stellung
Jung. Saiiler als Gehilfe.
Näh. Viktoriaſtr. 96, pt. (*8786fs

M

Gen

Tichtige
Verkäuferin
und eine angehende Verkäuferin
der Schuhbranche in dauernde
Stellung geſucht. Gefl. Offerten
nebſt Zeugnisabſchrift und Ge=
haltsanſprüchen
unter W 54 an
die Expedition erbeten. (*8683dfs

Per ſofort
für Bureau und Verkauf ein
Fräulein geſucht; im Maſchinen=
ſchreiben
Bewanderte bevorzugt.
Offerten mit genauer Angabe d.
ſeitherigen Tätigkeit erbeten.
21208) Adam Karn.

Braves, tüchtiges Mädchen
zum ſofortigen Eintritt tagsüber
geſucht Wendelſtadtſtraße Nr. 31,
(*8711df
Gartenhaus.

Unparteiischer Arbeitsnachweis Darmstadt.
Grafenſtraße 30 part. (Tele=
1. Gewerbliche Abtellung, phon Nr. 371). Geſchäfts=
ſtunden
von 812½ Uhr und von 2½6 Uhr.
Allgemeiner unentgeltlicher Nachweis für Arbeitgeber
und Arbeitnehmer.
Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 6
2. Dienſtboten=Abteilung, (Telephon Nr. 371). Geſchäfts=
ſtunden
von 912 Uhr und von 36 Uhr.
(12980a
Von den Herrſchaften wird eine Einſchreibgebühr von
20 Pfg. und eine Vermittlungsgebühr von 1 Mk. erhoben.
Für Dienſtboten iſt die Benutzung der Abteilung koſtenlos.
Zentralanſtalt für Arbeits= und Wohnungsnachweis.

per ſofort geſucht
Olympia-Theater.

(*8763df
Rheinſtr. 2.

Jungerer geprüfter Heizer
zur Unterſtützung des Maſchiniſten
per ſof. geſucht. Näh. bei Wehner
& Fahr, Schokoladenfabrik. (21158dfs

Lehrfräulein gegen ſof. Vergür.
od. junge Verkäuferin alsbald ge=
ſucht
. Schriftliche oder mündliche
Angebote (letzt. mittags 2 Uhr) erb.
apierhandlung Hipfel, Karlstr. 67. (21163fs

Saubere Monatsfrau wird f.
morgens u. nachm. einig. Stund.
geſucht Moſerſtr. 15, part. (*8654df

Zites benhachten
geſucht Erbacherſtr. 5, Laden. (*8831

zum Hüte
Junges Mädchen austragen
geſucht Eliſabethenſtr. 28, I. (*8807

Braves, junges Mädchen
zum ſofortigen Eintritt tagsüber
geſucht Wendelſtadtſtraße Nr. 31,
Gartenhaus, 1. St. (21209fs

Lauffrau vor= u. nachmittags b.
1. Novemb. geſ. Näh. Exp. (*8787

Ringfrete, anf das modernſte eingerichteten
und ſehr leiſtungsfähige Brauerei
mit hervorragenden Bieren, beabſichtigt in hieſiger Gegend eine
Bierniederlage

einzurichten und wollen ſich geeignete und kautionsfähige Bewerber,
die großen Kundenanhang haben, um den
(21173M
Verwalterposten
melden unter F. H. P. 803 an die Annoncen=Expedition Rudolf
Mosse. Frankfurt a. M.

Hauptagentur
(*8804fs
erſtklaſſiger gut eingeführter Lebensverſicherungs=Geſellſchaft, mit
großem Inkaſſobeſtand, ſoll baldigſt neu beſetzt werden. Geeignete
Bewerber wollen ſich melden unter W 82 an die Exp. ds. Bl.

Kurſe vom 10. Oktober 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,80
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,70
78,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
. 88,60
3½ do. Conſols
78,60
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,90
do.
93,20
3½
82,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100, 10
87,25
do.
3½
78,00
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 99,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,90
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
do.
87,40
3½
do.
77,00
3
3 Sächſiſche Rente.
79,00
4 Württemberger v. 1907 99,70
3½
do. v. 1875 93,20
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 92,00
1¾ Griechen v. 1887 . . 49,70
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 88,70
4 do. Goldrente . . . 92,70
4 do. einheitl. Rente 85,30
3 Portug. unif. Serie I 63,10
3. do. unif. Ser. III 66,50
3 do. Spezial
5 Rumänier v. 1903
99,50
4 do. v. 1890
4 do. v. 1905 . . 89,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 88,20
. 88,50
4 do. v. 1902 .
. 100,00
4½ do. v. 1905 .
4½ Schweden.
3 Serbier amort. v. 1895 73,50
4 Türk. Admin. v. 1903 79,30
4 Türk. unifiz. v. 1903 85,00
4 Ungar. Goldrente . . . 88,40
4 do. Staatärente. . . 86,10

Zf.
In Proz=
5 Argentinier . . . . . . 101,50
4
do.
86,00
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe . 99,30
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 93,50
5 Innere Mexikaner . . . 93,40
3.
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,50
3 Buenos Aires Provinz 69,60
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . 153,10
5 Nordd. Lloyd . . . . . 121,00
6 Südd. Eiſenb.=Gef. . . 125,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 103,75
8 Baltimore und Ohio . 108,25
6½ Schantungbahn . . . 130,75
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,50
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 68,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
.. . 515,25
Fabrik .
14 Chem. Fabrik Gries=
heim

. . 252,00
30 Farbwerke Höchſt . . 616,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 349,00
10 Cement Heidelberg . . 150,00
30 Chem. Werke Albert 453,00
12½ Holzverkohlung Kon=
ſtanz
. . . . . . . 325,00
4 Lahmeyer . . . . . . .

Eeite
In Prot.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 152,00
12 Siemens & Halske .229½
5 Bergmann Electr. .
10Deutſch. Ueberſee Electr. 160,10
0 Gummi Peter . . . . 105,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 111,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 578,00
10 Maſchinenf. Badenia 174,50
6 Wittener Stahlröhren 209,00
8 Steana Romana Petr. 142,75
15 Zellſtoff Waldhof . . 236,10
12½ Bad. Zucker= Wag=
häuſel
. . . . . . . 202,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 111,00
3 Südd. Immobilien . 62,80
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 186,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 230,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
.176,70
Bergb.
10 Gelſenkirchener . . . . 196,00
8 Harpener . .
..191,10
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 273,20
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
. 82,60
4 Laurahütte . . . . . . 172,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 165,00
11 Weſteregeln 215,25
7½ South Weſt Africa 142,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,50
3 Prag=Durer . . . . . . 75,30
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,00
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,40
do.
75,75
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,00
do.

Zuhret,
8t.
2¾/10 Oeſt. Sädb. (Lomb.) 52,50
78,00
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 86,50
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,00
87,10
do.
4 Wladichawchas . . . . 87,00
4 Rjäſan Koslow . . . .
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 75,00
do.
87,00
. 69,20
2½ Livorneſer .
3 Salonique=Monaſtir . 61,20
4 Bagdadbahn . . . . . . 81,50
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,00
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 73,40
4 Northern=Paciſic . . . 99,80
4 Southern=Paciſic
. 93,40
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,20
5 Tehuantepec . . . . . . 97,60
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 182,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.149,50
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 165,50
6½ Darmſtädter Bank . 121,25
12½ Deutſche Bank . . . 250,10
6 Deutſche Vereinsbank . 122,25
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 115,70
10 Diskonto=Kommandit 183,50
8½ Dresdener Bank . 152,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 134,75
6½ Mitteld. Kreditbank 117,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . .134,40
7 Rhein. Kreditbank . . . 134,60
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,10
7½ Wiener Bankverein . 132,00
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21. . . . . . . 99,20

Zußron
(3
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 52 . . . . . . . 99,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
do.
87,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
88,00
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
1823.
. 99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 68 .
88,00
S. 35 .
87,80
S. 911
87,90
4 Meininger Hyp.=Bank 98,80
do.
87,80
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,80
3½ do. (unk. 1914) . . 87,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
3½
88,10
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt .
. 97,80
3½ do.
89,00
4 Frankfurt.
. 99,70
3½ do.
94,50
4 Gießen
3½ do.
91,00
. 98,50
4 Heidelberg
3½ do.
88,10
4 Karlsruhe
. 97,50
3½ do.
88,00
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
97,80
3½ do.
4 Mannheim
. 97,40
88,50
do.
4 München .
.100,20
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
. 99,90
3½ do.
4 Offenbach

Indren
3½ Offenbach . . . . . .
4 Wiesbaden . 753. 4 99,20
3½ do.
98,00
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109
3½ Cöln=Mindner . 100 133,75
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,00
8 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . 136,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 172,70
3 Oldenburger . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 156
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
ſl. 7
Augsburger .
Braunſchweiger Tlr. 20 205,60
Freiburger .
Fs. 15
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10
do.
fl. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 516,00
do. v. 1858fl. 100 438,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30 45,20
Tärkiſche . . . . Fs. 400 169,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
20,44
30 Franks=Stücke
16,19
4,20
Amerikaniſche Noten.
20,45
Engliſche Noten .
81,10
Franzöſiſche Noten.
169,60
Holländiſche Noten.
80,35
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,90
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80

Reichsbank=Diskonto. .
Reichshank=Lombard 33f. 5½

[ ][  ][ ]

Eine Gelegenheit
seltener
Art!

1 grosser Posten

schöne Streifen, gute Qualit., Mtr. nur

(Water) ca. 120 cm breit

(21207)

nen

S altein, hlemaen l., Latache
Cuch. Statt. Sl
Grän man haſchcnetestdl.et
Dum achlet, eb au demh
De tmma. Schlinck in Hamburg stcht!

a

L

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Seite 9.

elaus Carrrlau

nur
Wilhelminenstr. 7

empfiehlt zur beginnenden Saison
sein reichhaltig assortiertes Lager in

(20664a

Pelzwaren bis zum feinsten Genre, bei solden Preisen.
Eigene Anfertigung!
Telephon 1533 Eigene Reparaturwerkstätte!

77

injeder
Jarbe
Gusführung
Regeisonte

ingen Sie nur dieseM.
Alleinverkauf bei:
L. Svier

1. Luisenplatz 1.

(21202

geſucht (*8825fs
Schloſſergeſelle Waldſtraße 25.
gelernter
Invalide Schreiner geſucht
Orangerieſtraße 18.
(B21176
Tüchtiger energiſcher Mann
zum Kaſieren für Sonntags in
der Bergſtr. geſucht. Radfahr. u. in
nder Manufakturwarenbr. bewand.
Perſonen werden bevorz. Es wird
Wbeahſicht., denſ. ſpäter f. dieſ. Bez
ffeſt anzuſtellen. Off. u. W 53
aan die Exved ds. Bl. (*8684df

17 Jahre alb, zur
Junge
Beſorgung von Aus=
gängen
und leichter Arbeit geſucht
(21122dfs
Saalbauſtraße 12.

Jg., ſaub. Hausburſche dr
für leichte Arbeit ſofort geſucht
Eliſabethenſtr. 12, Kaffeegeschäft.

Junger Hausburſche mit guten
Zeugn. für Reſtaurant geſ. Adolf
Dingeldein, gewerbsmäßiger Stellenver-
mittier
, Eliſabethenſtr. 5, II. (*8827

Jüng., ſauberen Hausburſchen
geſucht. Hermaun Stephan,
(21169
Stiftſtraße 29.

Zuverlässig. Knecht
welcher Landwirtſchaft verſteht, ſo=
fort
oder auf Neujahr geſucht.
Georg Walter IV..
Landwirt, Königſtätten, Kreis
(*8768fs
Groß=Gerau.
für Schäter derl
oberen Klaſſen
einer höheren Lehranſtalt bietet
ſich bei uns günſtige Gelegen=
heit
zur Erlernung des literar=
iſchen
und wiſſenſchaftlichen
Buchhandels.
Dreijährige Lehrzeit, darauf
garantierte Gehilfenſtelle in
erſten Häuſern. (21210P
Müller & Rühle
Hofbuchhandlung,
Eliſabethentraße 5.

eeetet
Piano gut erhalten, für
250 Mk. ſof. zu verl. Offert. unt.
(*8509ms
W2 an die Exp.
Meyl & John, Manufaktarwaren. (14900a

Baby-Waagen

auch mietweise
für Tage und Wochen
Bett-Einlagen

Gummi-Luft- u. Wasser-
kissen
, Irrigatore und
Bettschüsseln, Gummi-
Strümpfe, Leih- und
Eennihelthinten
Verbandstoffe
empfiehlt (19627a
ern

Heinmüller
Schulstr. 1. Telefonruf 2508.
Friſche Odenwälder
Landbutter
per Pfund Mk. 1.30
M.,Greib
Schulstr. 9.
Telef. 735.

Witwer, j. Staatsd. penstonsber.
29 J., kinderlos, ſchöne Einrichtung
(ſieht nicht auf Vermögen), Witw.,
35 J., auch i. Staatsd., eig. Haus
u. Einricht. (1 Kind), Witwer, 46 J.,
a. i. Staatsd., ſch. Einricht. (1 Kind),
u. dgl. ſehr viele w. Heirat d. Frau
Luise Edeimann, Frankfurt a. M., Nidda=
ſtraße
60, I., am Hptbhf. (21175M
in guten Verhält=
Ein Witwer niſſen, mit gutgeh.
Reſtaurant und Logier=Wirtſchaft,
ſucht zwecks Heirat die Bekannt=
ſchaft
einer Witwe od. Mädchen
zwiſchen 30 und 40 Jahren mit
etwas Vermögen. Offerten unter
W64 an die Exped. (21133dfs

äufe

en kaufe
getr. Herren= u. Damen=Kleider,
auch Stiefel, Bettfedern, Gold,
Silber ꝛc. Zahle Ihnen ſtets kon=
kurrenzl
. Preiſe. Der erſte Verkauf
überzeugt Sie. Poſtkarte genügt.
Max Schnitzer, Schloßgaſſe 29,
Telefon 2097.
(20692a

u
1!
Wer dort ? (20540a
hier V. Schatz, Alexanderſtr. 15
Ich komme ſof. u. zahle Ihnen für
getrag. Kleid., Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbett. ſtets die höchſt.
Preiſe. Tel. Nr. 1924. Poſtk. genügt.
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Ge-
schäftspap
. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (14858a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompterled

Altes Gold

(20675a

Brillanten, Perlen, Platin und
Silber kauft zum höchſten Wert
A. Kurtz, Juwelengeſchäft
Telefon 1202
Pädaaogſtr. 2.
1 Federrolle (Pritſchenwag.)
ungefähr 40 Ztr. Tragkraft, in gut
erhalt. Zuſt., zu kaufen geſ. Of.
erb. unt. W 74 an die Exp. (*8769

gebr. gut erh. Sopha zu kaufen
geſucht. Oferten unt. W 83
(*3802
an die Expedition.

Zu kaufen geſucht:
ein Ladenſchrank 1,502,00m Höhe,
2,002,50m Länge und 6065 cm
Tiefe. Offerten unter W 88 an
die Expedition ds. Blattes. (21213

S
Abreiſehalber mit Freilauf.
wie neu, billig. Hotel Merz,
Zimmer 5. 1 bis 7 Uhr an=
zuſehen
.
(*8821
en. 2o0 Setr. Bakmuneg, mn
leineren und größeren Mengen
ebzugeben Arheil
1. (2111ma

Damenteiber . 3 M, inder
kleider 3,50 Mk., Bluſen 2 Mk.,
Röcke 3 Mk. an werd. angefertigt
*8816) Liebfrauenſtr. 89, part.

Heutg Freitag trift auf dem
Marktplatz, gegenüber der Schloß=
wache
, eine
Sendung Zwetſchen
ein, das Hundert 25 Pfg. (*8823

Spezialität:
Aufpolieren, Beizen, ſowie alle
vork. Schreinerarbeiten werd. beſt.
u. billigſt ausgef. von (*8788fso
Georg Meiſer, Grafenſtr. 27.

mmihaum, Prachtexeinpl., z. vk.
G*8818) Pankratiusſtr. 50.

[ ][  ][ ]

Konzert-Agentur Georg Thies Nachf. (L. Schutter).

Dr. Wolfgang Bülau
Am Klariert Hans Weisbach. (680

Heute Freitag,
11. Oktober, 3 Uhr:
Saal Hotel zur Traube.

Brahms: Sonate ADDur. Conus: Violinkonzert. Mozart:
Adagio, Gavotte. Saint-Saéns- Havanaise.- Paganini: Caprice.
Karten 4., 3., 2. u. 1. Mk. bei Georg Thies Nachf.
Leopold Schutter, Hoflieferant, Elisabethenstr. 12.

Sehlgenainh immeregränte Harnetat
Gegründet 1909
Gegründet 1909
Grosses öffentliches Preis-Schiessen
Schluß desſelben: Sonntag, 20. Oktober 1912, in dem Vereins=
Lokal Restauration Kreh‟, Schloßgartenſtraße 21.
Geſtochen wird von 15 Uhr nachmittags
Preisverteilung mit Konzert um 8 Uhr abends. (*8794
Hierzu ladet freundlichſt ein
Der Vorstand.

Zum Heſten der Behunger Kleinkinderſchule
Hozarl=Abend

(B21197

veranſtaltet von dem
Gemeindeorcheſter der Petrusgemeinde
Sonntag, 13. Oktober, abends pünktlich 8 Uhr,
im Gemeindehaus Hofgartenſtraße 8.
Karten zu 1 Mk. und zu 50 Pfg. beim Kirchendiener Kropp ebenda.

Vereinfürnaturgemäße Lebens= u. Heilweiſer. 9.
(Naturheilverein) Darmſtadt.
Am Freitag, den 11. Oktober 1912, abends 8¼ Uhr,
wird Frau Dr. med. Purtscher aus Zürich
im Kaiſerſaal Grafenſtraße, einen Vortrag für
Damen halten mit Lichtbildern über das Thema:
Gibt es eine operationsloſe Heilweiſe
bei Frauenleiden 2
Unſere weiblichen Mitglieder und die erwachſenen Töchter
der Mitglieder, ſowie neu beitretende Mitglieder haben gegen
Vorzeigung der Mitgliedskarte freien Zutritt.
Von Nichtmitgliedern werden zur teilweiſen Deckung der Un=
koſten
50 Pfennig Eintrittsgeld erhoben.
Wir laden zu recht zahlreichem Beſuche ein.
(20706sf
Der Vorstand.
Unſer Luftbad bleibt bis Mitte Oktober noch geöffnet.

Erangeliſalions=Varträge

im Saale Mauerſtraße 17
von Sonntag, den 13. bis Sonntag, den 20. Oktober
von Herrn Prediger P. Reiner-Berlin.
Thema:
Sonntag, 13. Okt., nachm. 4 Uhr: Die einfachſte Theologie‟.
13. abends8
Erlöſung‟.

Montag,

14.

Dienstag, 15.
Mittwoch, 16.
Donnerstag, 17.
Freitag, 18.

Sonntag, 20.

20.

8½ Das größte Uebelin der Welt
und ſeine Beſeitigunge.
Freiheit, die ich meine‟.
Eine gründliche Scheidung.
8½
Wie wirds Friede a. Erden 2u
, 8½
8½ Welche Ausſichten gewährt
das Chriſtentum ſeinen An=
hängern
24
Ein Brauch in alter Zeit
nachm. 4
und ſeine Bedeutung für uns.
Eine Lebensfraget.
abends 8

Jedermann iſt freundlichſt eingeladen.

Eintritt frei.

Lndwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
Kur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B514217

oſt neue 25 em doppelſ.
2530 Nadel=Schallplatten,
à 70 zu verk. Russischer Hof,
Ecke Alice= u. Wendelſtadtſtr. (*8803

Deutscher u. Gesterreichischer Aipenverein
Sektion Darmstadt (E. v. Gesründet 1670).

Sonntag, den 13. Oktober 1912:
Anſag nuet Reeieleſein.
Darmstadt-Lützelbach- Rodenstein-Reichelsheim
(Werner’s Gasthaus).
Abmarsch vom Böllenfalltor 8 Uhr vormittags.
Der Vorstand.
21172)

Kayſer Nähmaſchine
wenig gebraucht, bill. zu verkaufen
Grafenſtraße 26.
(20690a

Div. Zeichenbretter billig z. pf.
Waldſtraße 15, 2. St. (*8810

Großherzogl. Hoftheater
Freitag, den 11. Oktober 1912.
29. Ab.=Vorſtellung. D 7
Wenn ich König wäre!
Romantiſch=komiſche Oper in drei
Akten von Adolphe Adam.
Muſikal. Leiter: Richard Lert.
Spielleiter: Emil Valdek.
Perſonen;
Moſſoul, König v.
Goa . . . . . . . . Otto Semper
Prinz Kadoor, ſein
Petter ..
.. Georg Weber.
Zephoris
Aug. Globerger
Fiſcher
Piſear
. Karl Bernhardt
Zizel, Küſtenauf=
ſeher
. . . . . . . . L. Schützendorf
Atar, Kriegsmin. Auguſt Kräger
Nemsa, Kuſine d.
Königs . . . . . . Olga Kallenſee
Zelide, Schweſter
des Zephoris . . Kathar. Jüttner
Iſſalim, Leibarzt
des Königs . . . Willi André
Der Großadigar . Frz. Herrmann
Erſter
Fritz Lang
Zweiter 2
Br. Waigandt
Dritter
Vierter§ S :. . Adolf Klotz
.Ludw. Indorf
Ein Sklave .
Franz Geibel
Die Tänze im 2. Akt. von Helene
Thiele=Leonhardt einſtudiert, wer=
den
ausgeführt v. Sybille Huber,
Adelheid Eroneberg u. den Damen
des Corns de Ballet.
Nach d. 1. u. 2. Akte je läng. Pauſe.
Kleine Preiſe:
Proſzeniumsloge 5.10 M., Mittel=
loge
5.10 M. Balkonloge 4.60 M.,
I. Rang 4.10 M., II. Rang: 1.6
Reihe 2.05 M., 7. u. 8. Reihe 1.65 M.,
Sperrſitz: 1.13. Reihe 3.60 M.,
14.20. Reihe 3.10 M., Parterre:
1. 5. Reihe 2.25 M., 6.8. Reihe
1.85 M., I. Galerie 1.05 M., II. Ga=
lerie
0.55 M.
Anfang 7 U. Ende nach 10 U.
Kartenverk. v. 9½ 1½ u. v. 6 U. an.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 12. Mkt. Keine Vorſt.
Sonntag, 13 Okt. 30. Ab.=Vſt.
C8. Ald a. Rhadames . Theo=
dor
Eckert vom Stadtheater in
Brünn, als Gaſt. Gewöhnl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Dienstag, 15. Okt. 31. Ab.=Vſt.
A 8. Figaro’s Hochzeit.
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 16. Okt. 32. Ab.=Vſt.
D 8. Tannhäuſer. Tann=
häuſer
. . Theodor Eckert, a. Gaſt.
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Anmeldungen auf Neu=Abonne=i
ments, beginnend mit den Vor=
ſtellungen
A. 12, B 12, C 12 und
D 12 werden ſchon jetzt von der
Hoftheater=Hauvtkaſſe entgegen=
genommen
. Kaſſeſtunden an allen
Wochentagen, vormittags von 10
bis 12½ Uhr.

Woſt=, Gemuſe= und Martoffel=Markt
verbunden mit
(20872of
Obſt= und Gemüſe=Ausſtellung
vom 12. bis 14. Oktober in den Haal=und Gartenräumen
der Brauerei Schützenhof.
Eintrittspreis 10 Pfg.
Loſe 30 Pfg.

Seibst gekelterten

(*8790

Mettenheimer Traubenmoſt!
Restauration Rehberger
Wein- und Apfelwein-Kelterei
Kiesstrasse 69
Ecke Niederramstädterstr.

Nur für Kenner!
Lüneburger (21184a
Scheihen-Konie
von köſtlichem Geſchmack. friſch
eingetroffen u. in jedem Quan=
tum
billigſt zu haben bei
Fr. Beckenhaub
Medizinal-Drogerie
Schulſtr. u. Wilhelwinenſtr. 11.

Eer rierer
Tafeläpfel und Birnen
billig zu verk. Helfmannſtr. 48,
an der Windmühle. (*8795fso

mit Kaſten, ſowie
1 Geige photogr. Apparate
912 u. 13: 18, billig zu verkaufen
*8793ks) Markt 10, 1. Stock.

61

ute dunkelgraue Frauenjacke,
1m lang, für 10 Mk. z. pf. (*8791
Neue Ireneſtr. 18, 1. St. links.

ovaler Tiſch 10 Mk., 1 runder
1 Tiſch 40 Mk., 1 Kleiderſchrank
14 Mk., 1 Spiegel 18 Mk. zu verk.
*8917) Lauteſchlägerſtr. 17, Werkſt.

Verloren Doppeltrauring
gez. J. F. E. H. Oſtern 97. Gegen
Belohnung abzugeben (*8784
Tannenſtraße 27, 1. St.

Verloren
golden. Gliederarmband
mit 5 kleinen Brillanten u. Sicher=
heitsketichen
(Andenken). Abzugeb.
gegen hohe Belohnung. Näheres
in der Expedition. (*8542mdf

verloren
ein gold. Ketten-Armband.
Abzugeben gegen aute Belohnung
*8757dh) Waldſtraße 8.

Freitag, 11. Oktober
abends
Hausmacher Bratwurſt
mit Rotkraut
Samstag
Metzel.

suppe
wozu freundl. einladet (B21200
Wilh. Preusch, Reſtauratenr.

Ferte eret
Orpheum set
Nur noch bis 15. Oktober:

Verlängerung ausgeschlossen

Wollen Sie

Ihren Kindern eine grosse
Freude bereiten, dann be=
Suchen Sie mit solchen am
Sonntag
Prinz

Charlu
in der
Nachmittags-Vorstellung
bei besonders kleinen Preisen.
MLetztes Sonntags-Auftreten, 13. Okt.

EnHHGHHHEHHHEHBHHHHHGBHBHHHBE
HeuEhBEBEuhEhEan
Eugen Bracht-Ausstellung Darmstadt 1912
Vom 13.20. Oktober:

(*195
GABRGBHHHEBBGHHHGRBHHHHHBHHHHHHBBBGHBHHHHBBBBGHBGHHHHHHHHHHHHBHHHHHAGHAGGEBHHEHHHRRHAH

[ ][  ][ ]

Nummer 240.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
licher
Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Pinſcher. 1 Foxterrier, 1 Hofhund (zugelaufen). Die
Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier aus=
gelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet
dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(21180

Städtiſcher Fiſchmarkt.

Beginn: 1. Oktober 1912.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Dienstag bis einſchl. Samstag jeder
Woche,
b) auf dem Riegerplatz: nach Bedarf, jedenfalls aber Don=
nerstag
und Freitag jeder Woche.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
des Oberbürgermeiſters feſtgeſetzt werden, ſind an den Verkaufs=
ſtänden
angeſchrieben.
Darmſtadt, den 28. September 1912.
(20343a
Der Oberbürgermeiſter:
J. V.: Mueller.

Städt. Fleiſch=Verkauf
Aene Markthalle im Schlachthof
alle Wochentage von vormittags 7 Uhr an
Rindfleiſch (alle Stücke) p. Pfund 82 Pfg.
Schweinefleiſch per Pfund 88 Pfg.
Kotelettſtücke . . per Pfund 90 Pfg.
Küchenlieferung.
Am 8. November 1912, 9 Uhr vormittags,
Vergebung der Küchenbedürfniſſe und Abfälle,
rausſchließlich Fleiſch= und Wurſtwaren, für die Zeit vom 1. Dezember
*1912 bis 30. November 1913 im Unteroffizier=Speiſeſaal II/117.
Verſiegelte Angebote und Proben mit Aufſchrift Küchen=
klieferung
ſind bis 25. Oktober 1912 einzuſenden.
Die Lieferungsbedingungen liegen im Bataillonsgeſchäfts=
zzimmer
offen.
(21171fmo
Küchenverwaltung II/117 Alicekaſerne Mainz.

Karlsruher
Lebensverſicherung auf Gegenſeitigkeit
vormals Allgemeine Verſorgungs=Anſtalt.

Zentenabteilung.
Die Renten für 1912 können auf Vorlage der
Rentenſcheine vom 15. Oktober ds. Js. ab in
EEmpfang genommen werden bei der Generalagentur
ſn Darmſtadt:
Generalagent Rudolf Sellwig,
Teichhausstraße 53 p.
Zahlſtunden von 9 bis 2 Uhr. (21192 ten, Champagner=Reinetten, Kaſſe=

Bekanntmachung.

Freitag, 25. Oktober 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſſollen die den 1. Georg Hof Ehe=
lleuten
in Darmſtadt, 2. dem Hugo
TTraub in Nieder=Lößnitz gehöri=
igen
, in der Gemarkung Beſſungen
gelegenen Liegenſchaften:
FFlur Nr. qm
I 405//10 444 Hofreite, das Win=
gertsfeld
im Gäß=
chen
( Moosberg=
ſtraße
52),
I 405¾/10 58 Grasgarten
Moosbergſtraße,
An unſerem Geſchäftszimmer, Witt=
mmannſtraße
1, zwangsweiſe ver=
ſſteigert
werden.
Die Genehmigung der Verſteige=
fung
kann auch dann erfolgen, falls
ein der Schätzung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, 5. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz. (V120938

Bekanntmachung.

Freitag, 18. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Gaſtwirt Jakob Petri
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 3549/100 318/10 Hofreite Ecke
der Lieb=
frauen
= und
Pankratius=
ſtraße
Nr. 58,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
(K5/12
verſteigert werden.
Falls andere rechtliche Hinder=
niſſe
nicht entgegenſtehen, wird Ge=
nehmigung
der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht er=
reicht
.
Darmſtadt, 7. Oktober 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V20958

ADLER

Schreibmaschinen
und Fahrräder
sind die besten von allen!
(1675a
Müller & Ober
Karlstrasse 30. Telefon 651.

Werſch. ſehr gut ero. Kleider, u. a.;
grauer Herrn=Ueberzieher für
mittelſtark. Herrn, 1 Smoking für
Jüngling, 1 blaues Koſtüm für
große Dame und 1 Samtjackett;
ferner noch ein Gaslüſter in
Bronce mit 3 Brenner zu verkaufen
Ludwigſtraße 20, 2. St. (21145df

roß. Warenſchrank, ca. 3 m lang,
Tiſch, 2 Stühle, weiß lack., weg.
Platzmangel billig zu verkaufen
*8543mfs) Mühlſtr. 40, 1. St.

Heplun Prelen

für Herren und Damen
in eleganter, solider Ausführung
zum Einheitspreise
von Mk.
in neuesten englischen, amerikanischen und deutschen Fassons
schwarz und farbig, in Schnür-, Schnallen-, Zug-, Knopf-, auch
in Derby-Schnitt mit und ohne Lackkappe, auch in ganz Lack.
Trotz des billigen Preises nur gute
dauerhafte und zuverlässige Ware.
Ein Blick in unsere Schaufenster sagt Ihnen alles.
Für gute Haltbarkeit unserer Schuhwaren über-
33
nehmen wir volle Garantie.
55

Jedes Paar
ohne Ausnahme!
Ein einziger Versuch macht
Sie zu dauerndem Kunden.
Schun-Haus

un

im Hause
Valentin Schropp
Marktplatz. (9515a

Filialen an allen größeren Plätzen.

Obſtzüchterei Dippelshof.

1. Tafel=Aepfel:
Baumanns Reinetten, Goldreinet=
ler
Reinetten, Ananas=Reinetten
per Ztr. 1014 Mk., Goldpar=
mänen
p. Ztr. 610 Mk., Anhalter
per Ztr. 14 Mk., roter Stettiner
grüner Stettiner per Ztr. 8 Mk.
2 Wirtſchaftsäpfel:
roter Eiſerapfel, Schafsnaſe, Win=
ter
=Streifling per Ztr. 8 Mk.
Birnen:
Hofratsbirne, Alexandrine= Douil=
lard
per Ztr. 12 Mk., Esperens=
Bergamotte, reift Weihnachten,
hält bis in den Sommer, p. Ztr.
10 Mk., Paſtorenbirne per Ztr.
10 Mk., Diehls Winterbutterbirne
(20932a
per Ztr. 12 Mk.
Das Obſt wird von hier frei ins
Haus geliefert mit unterſtempeltem
Lieferſchein. In der Stadt keine
Verkaufsſtelle.

Telefon
2554

Darmstädter Pädagogium

Martinstr. 34
(Ecke Herdweg)

Patente
Gebrauchsmuster, Warenzeichen,
erwirkt verwertet schnell u. gut
Conrad Köchling, Ing., Mainz,
Bahnhofstr. 3, Telefon 2754. Aus-
führliche
, lesenswerte Broschüre
kostenfrei. Erste Referenzen. (1993a

Kiefern=Brennholz
per Zentr. 1,40 Mk. frei Keller
(B21177
liefert
Karl Stier, Orangerie=Allee 17.

Hausfrauen
achtet auf reinſchmeckende,
gute Qualität
ff. Pflanzen=Butter Pfd. 90
80
70
Nuß=Butter . .
60
Landwurſt u. Fleiſchwaren
von der billigſten bis zur
feinſten Qualität. (19792a
Ein Verſuch überzeugt.
Oberhessische Wursthalle
Schuſtergaſſe 10. A. Jacobi.

Hammond-
Schreibmaschine
gebraucht, ſehr billig (21167fso
J. Donges & Wiest,
Grafenſtraße 26.

ſtaatlich konzeſſionierte Privatſchule mit den Klaſſen Sexta bis
Oberprima, verbunden mit Internat und Halbinternat (für
Schüler aus Darmſtadt und Umgebung).
Vorbereitung zum Einjährigen=, Primaner= und Abiturienten=
Examen. Kleine Klaſſen, individuelle Behandlung. 13 Lehrer.
B19479)
M. Eliss.
Die noch vorhandenen
Herren- und Knaben-Anzüge,
Paletots, Joppen und Capes
verkaufen wir zu jedem annehmbaren Preis.
(20580a
Gebr. Blum Markt 5.

Der ſo ſehr beliebte
Wachholder
beer-Baft
trifft am Samstag morgen
auf dem Markte ein.
Verkauf (*8781
am Marktbrunnen.

Assssssstsee
Hammelfleisch
in allen Preislagen!
Täglich friſches Kalbsgekröſe,
Lungen, Leber ꝛc.
Geh. Kalbs= 2
2 Spezialität: rottelets zum
X alten Preis. Gerollten Kalbs=
§ nierenbraten in allen Größen
(17212a 3
vorrätig bei
2 Louis Hein. Hofmetzger X
Schustergasse 19, Näh. d. Marktes.
Boreg
Sososes

Prima goldgelbe
Industrie-Kartoffeln
für den Winterbedarf, handver=
leſene
Ware, per 100 Kg 5.50 M.
rei Keller
(21183a
J. Jarrasch,
Heinheimerſtraße 35.

Drumeauſp., 2 Chaiſelong., Di=
wan
, Kinderbetten, Stühle,
Teppiche, Bett, Nähmaſchine, Gas=
üſter
u. v. billig zu verkaufen
Schwanenſtr. 12, part. (*8801

Ein ſchottiſcher Schäferhund
zu verkaufen
(*8792fs
Feldbergſtr. 69, Seitenbau.

Schluchgerlager.
Sehr große Auswahl. (*8800
Empfehle für heute wieder aus=
nahmsw
allerfeinſte j. Hahnen in
allen Größen, Suppen= Brat= u.
Frikaſſeehühner v. 1.50 M. an, dito
ſchw. Maſthühner, dieſelben ſtellen
ſich auf 8090 Pfg. das Pfund,
ind daher billiger als alles andere
Fleiſch. Verkauf nur Freitags
Karlſtraße 22 (Hof), Schröder.
Italien. Zuchtgeflügel in gr. Auswahl.

[ ][  ][ ]

Seite 12,

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Nummer 240.

Spezialität:

REFORM-Stahlrohr-Betten mit modern, hy-
gienischer
Bett-Ausstattung, bestehend aus:
REFORM-MATRATZE, REFORM-Uebermatr.,
REFORM-Leib- resp. Doppel-Decken, REFORM-
Rosshaar-Kissen, REFORM-Bettwäsche.

Metall-Bettstellen für Erwachsene und Kinder, beste deutsche Fabrikate
Polster-Matratzen nur eigener Fabrikation, daher gut und preiswert
Feder- und Daunen-Betten unter voller Garantie für Reinheit
Koltern-, Kamelhaar-, Stepp- u. Daunendecken
in grösstem Sortiment
Bett-Wäsche eigener Anfertigung und von grösster Preiswürdigkeit (21204
Spezial-
Ernst-Ludwig-
Geschäft Ludwig Schwab strasse 23.

Soderſtr. 90, Ecke Beckſtraße,
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör als=
bald
billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (20606t

4 Zim. mit
Hölgesstr. 11, pt., oder ohne
Laden od. 1 St. 5 Zim. p. Januar.
Näh. daſelbſt 1. Stock. (20964if

Mk

Erbacherſtraße 13, Manſarde,
2 Zimmer, Küche Zubehör zu
vermieten. Näheres Hinterhaus
parterre.
(*8766fs

1 Zimmer

Soderſtraße 14, II., großes,
unmöbl. Zim. zu verm. (20593t

Une Zimmerzah

Löffelgaſſe 19 kl. Manſ. z. vm.
er 15. Oktober.
(*8799

Ote teen

Everstaur D. B.
Moderne 5 Zim.=Wohnung,
Gas, Kalt= und Warmwaſſer=
leitung
, Veranda, in nächſter
Nähe der Straßenbahn, per
ſofort zu verm. (18989t
Darmſtädterſtr. 35.

Ecke Grafen= u. Waldſtr. 11
kleiner Laden, auch als Bureau,
billig zu vermieten.
(16131if

Keller zu vermieten
20592t) Soderſtraße 14, II
Merte Zimmer
Taunusſtraße 25, 1. St., ſchön
möbl. Zimmer, event. Wohn= und
Schlafzimmer, an gebildeten Herrn
in ruh. Hauſe zu verm. (18630if

Kranichſteinerſtraße 32 möbl.
Zimmer zu vermieten. (18631if

Mathildenstr 9, II.
ſchön. möbl. Zim. zu verm. (B20961

Gartenſtr. 20, III., frdl. möbl.
Zim. per ſof. zu verm. (19081omf

Wendelſtadtſtr. 35, möbl. Z. a.
anſt. Arb. od. jg Kaufm. (19980omfs

Sandſtraße 34, I., 2 gut möbl.
Zim. (Wohn= u. Schlafzim.) (19149t
Soderſtr. 6½, 2. St., eleg. möbl.
Wohn= u. Schlafzim. in freier ge=
ſunder
Lage zu verm. (19619t

Luiſenplatz 7, II., ſchön. möbl.
Zim. an ſol. Herrn z. vm. (19708t

Kahlertstr. 23, 1. St.
freundl. möbl. Zimmer m. Penſion
zu vermieten.
(20382t

Schulſtraße 1, I., gut möbliert.
Zimmer zu vermieten. (20442t

Fein möbl. Zimmer m. Gasbe=
leuchtung
ev. Klavier iſt zu ver=
mieten
. Ecke Eckhardtstr., Eingang
Liebfrauenstr. 27, I. St. links. (20676t

Saalbauſtr. 61, 3. St., ruhig.
möbl. Zimmer ſofort. (20674a

Elisabethenstrasse 30, I.
ein gut möbl. Zim. z. verm. (20965t

Ludwigstr. 17, II., 1 oder 2
gut möbl. freundl. Zimmer an sol.
Herrn billig zu verm. (21039a

Gutenbergſtr. 50, II., ſchönes,
ruh. möbl. Zim. z. verm. (21076a

Sandſtr. 4a ſchön möbl. Wohn=
u
. Schlafzimmer mit ſep. Eing.
ſofort zu vermieten.
(21071t

Riedlingerſtraße 39, 1. Etage,
ſchönes, freundlich möbl. Veranda=
zimmer
an ſolide Dame od. Herrn
n gutem Hauſe zu verm. (*8734df
Caſinoſtr. 17, Seitb. I. rechts
möbl. Zimmer billig. (*8644df

Eliſabethenſtraße 4, 2. Stock,
Penſion Mink, Wohn= u. Schlaf=
zimmer
mit 2 Betten, ſowie ein
elegantes Einzelzimmer mit guter
Penſion zu vermieten. (21159a

Waldſtraße 39, Gartenh. I.,
ſchön möbl. Zim. billig. (*8806fso

Maadalenenſtr. 13, II., b. Hahn,
sehr hübsch möbl. Zim., ev. Wohn=u.
Schlafz. i. N. d. Hochſch. bill. (*8808mdfs

Mauerſtraße 15, einfach. möbl.
Zimmer f. 12 Mk. zu verm. (*8767fo

Eliſabethenſtraße 5, II., ſchön
möbliertes Zimmer ſofort zu
vermieten.
(*8796

Mathildenpl. 6, I., 3 möbliert.
Zimmer zu vermieten. (21182ids

Ernſt Ludwigſtr. 8, II., fein
möbl. Zimmer ſofort. (*8765fsoi

Rhönring5 3, I., ſch. möbl. Wohn=
u
. Schlafz., (a. einz.), Eing. ſep., gutes
Bett für 25 Mk zu verm. (*8819

Mtag. und Abanditseh
PrIVät-wienerstrasse 73, II. (20361a

Eenrsch

Kleines Atelier
mit breitem Fenſter, ſowie ein
möbliertes Schlafzimmer geſucht.
Offert. unt. W 61 Expd. (*8700df

bis 6 Zimmer=Wohnung, prt.,
5 od. 2. Stock, per 1. Januar 1913
geſucht. Im gleich. Hauſe müſſen
aber (Hinterh. o. Seitenb.,) kleineres
Büro mit Lagerraum dazu verm.
werden. Elektr. Licht erwünſcht.
Lage zwiſchen Hügel= u. Bismarck=
ſtraße
, Neckar= und Kirchſtr. Aus=
führl
. Offert. m. Preisangab. unt.
W42 an die Expedition. (*8635mf

Kleine frdl. 2 Zimmerwohn. mit
R Küche Nähe Mathildenplatz v.
jung. kinderl. Ehepaar geſ. Off.
unter W 77 an die Exp. (*8782

Geer. Zimmer, geräumig, hell,
mit Gas, nahe der Saalbauſtr.
alsbald zu mieten geſ. Off. unter
120 M. O. postlagernd. (*8779fs

ſucht möbl.
Hofſchauſpielerin Wohnung,
23 Zim., Küche, evtl. Bad, z.
1. Nov. Offerten mit Preis u.
W60 an d. Expedition. (*8699df

Suche

für das Winterſemeſter 12
ſonnige Zimmer in der Nähe der
Hochſchule od. d. ſtädt. Schwimm=
bades
. Anerbietung. m. Preisang.
zu richten an stud. Link, Marburg
a. d. L., Schwanallee 39. (21089df

Suche für 15 jährigen Schüler
einfach.
möbl. Zimmermit Penſion
Nieder=Ramſtädterſtraße od. Nähe
bevorzugt. Off. m. Preisang. unt.
W78 an die Expedition. (21181

Einfamilienhaus
Bismarckstr. 41, komfortabel
eingerichtet, ſolid erbaut, 10 Zim=
mer
, Bad, Veranda, Balkon,
Küche, Mädchenzimmer, elektr.
Licht, Gas und kleiner Garten,
wird zu günſtigem Preis ver=
kauft
, event. auch in gute Hände
vermietet. Weiteren=Aufſchluß nur
bei der Firma Sebaſtian Eckler,
Rheinſtr. 9, Telephon 243. (21201a

Daugelande
ca. 850 Quadratmeter groß, am
Dornheimer Weg, nahe dem neuen
Güterbahnhof, ſofort preiswert
zu verkaufen.
Näheres im Immobilienbüro
von Hermann Marx, Grafenſtr. 12, II.
Telefon 1468.
(*7779mof

auf ½ Jahr
Kleines Darlehen von Selbſt=
geber
geſucht. Offert. unt. V 82
an die Exp. ds. Bl. (*8393imf

20328a)

78000 Paak
Wbchenproduktten)

Cei gaddte
sind
unübertroffen, elegant
und preiswert

Jedes Paar Damen- od.
Herr.-Stiefel Spezialmarke

O-
M.

Turut Schuhfabrik-A.-G.
Verkaufsstelle Darmstadt:
5 Schulstrasse 5

Uercht

Seminariſtin der Viktoriaſchule
(wiſſenſchaftl. gepr.) beaufſicht.
tägl. Schularb. u. ert. j. Schül. Nachh.
Off. u. V 83 an die Exp. (*8392imf

Unglisch, Franz., Konvers., Gram., Literatur
U wird erteilt (im Ausland erlernt)
21140a) Grüner Weg 17, part.

ert. gründl. Nachhilfe=
Lehrel u. Privatunterricht in
Engliſch u. Franzöſiſch. (*8797fs
Näh. in der Exp. ds. Bl.

Tanzunterricht!
An einer Privattanzſtunde können
noch einige Herren teilnehmen. Off.
u. W80 an die Exped. (*8809fso

Cahzkurs.
Geſchloſſener Tanzkurs durch Zu=
fall
zwei Damen= u. zwei Herren=
plätze
frei geworden.=Reflektanten
bitte ſich zu melden bei Hofballett-
(*8776
meisterin. Hügelſtr. 53.

Gerru

Wegzugsh. bill. zu verkaufen:
rot. Plüſchſofa, 2 do. Seſſel,
grün. Pl.=Sofa, gr. u. kl. Auszieht.,
gr. u. kl. Spieg., Nachttiſch, Bett=
ſchutzwände
, Schrank, 80 cm tief,
f. Zeichng. ꝛc., dreiarm. Gaslüſter,
2 Büſt., Großherzog u. Kaſier Wil=
helm
I., Strandkorb, Stehleitern,
kl. Ambos, 25 kg. Krokettſpiel,
Katzenfalle, kl. Gashd., Blument.,
Petrol.=Lampe u.=Kocher. Zu beſ.
vorm. 10-1, nachm. 4-7 Villa Daheim,
Schießhausſtr. 130. (B21198

Ein faſt
neuer Eisſchrank
billig abzugeben Große Ochſen=
gaſſe
12, b. Teicher. (*8826

kotes Rippsſofa 12 Mk., eintür.
Kleiderſchrank 6 Mk., Nähtiſch
2,50 Mk. z. vk. Eckhardtſtr. 2, pt. (*8829

Wegzug
einer Herrſchaft, habe 2 hocheleg.
nußb. polierte Bettſtellen mit
Sprung= und Roßhaarmatratze
um ½ des Anſchaffungspreiſes.
2Muschelbetten
mit Sprung= und Wollmatratzen
für nur 70 Mk.
(*8830
6 Kleiderschränke
eintürig, von 14 Mk. an, 2tür., in
allen Preislagen. (Darunter weiß=
lackierter
Schrank.
2 Diwans
ff. Moquette, 40 u. 48 Mk., 1 Sopha
2 Seſſel, 35 M., Vertiko, Trumeaux=
ſpiegel
, Salonſchränke, Eckſchränke.
Ducherscbraun
eichen, mod., gek. 175 M. für 125 M.
Karlstrasse 41.

Prima bayeriſche
Landbarter
bei ganzen Ballen
per Pfd. Mk. 1.20
Karlſtr. 47
Fellig Tel. 641.
(VII21212

Frisch eingetroffen:
Geräuchert. Luchs
per ½ Pfund = 30 Pfg.
Ki ler
Kieler
Sprotten Bücklinge
in diversen
bel. Heringe Saucen
per Dose 85 Pfg. u. 1.35 M.
Oelsardinen
besonders reiche Auswahl,
per Dose von 40 Pfg. an.
Zismarckheringel Stück
10 Pfg.
Rollmopse
nur beste Marken
Heringe in Rahmsaure
per Stück 20 Pfg.
Kaiser-Malossol
das feinste in Caviar, was
geboten werden kann.
Beluga-Malossol
Stör-Malossol
Astrachaner ½ Pfd. 1.50
1912er
Kronen-Hummer
Aal in Gelee
Salm in Gelee
Gr. Heringe in Gelee
per Stück = 12 Pfg.
Filet-Heringe
in Remoul-, oder Cumberland-
sauce
per Dose 65 u. M. 1.

in Tuben

Anchoby-Paste sewie in
kleinen
sardellenbufter) rohfen
à 60 Pfg.
Stavang. Appetit-Sild
per Dose 50 u. 75 Pfg.
in Remoul.
Krabben: Sauce
¼ Pfd. 45. Pfg.
Täglicher Eingang diverser
feiner
Fisch-Konserven
in Dosen und Gläser
Neue Salzgurken
Neue Essiggurken
Neue Senfgurken
Neue Roterüben
im Anbruch,
sowie alle Artikel der feinen
Tafel und Küche
Hoflieferant
Breiner
Telefon Nr. 76.
NB. Versand aller Delika-
tessen
, Konserven u. Ko-
lonialwaren
nach allen Stadt-
teilen
und auswärts. (21189

Gebr. Möbel aller Art
ſow. nußb. pol. u. eich. Dipl.= Schreib=
tiſche
, Bücherſchr. ſtaunend billig
*8814) Wendelſtadtſtraße 2.

Vogel=Hecken ſpottbill. zu verk.
*8812) Neue Ireneſtr. 12, part.
Gut erh. eiſerner Ofen
weg. Platzmangel zu verk. (*8822
Drogerie, Pankratiusſtr. 6

[ ][  ][ ]

Alleinige Fabrikanten:
Van den Bergh’s Margarine-Ges.
m. b. H. Cleve

Stets frisch erhäftlich
in allen einschlägigen Geschäften

Vitello ist feinster Naturbutter
ebenbürtig

Nummer 240.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Bilige gebr. Möbel:
Straussfedern, Pleureusen, Reiher, Boas

Bekannt enorme, nicht zu übertreffende Auswahl.
Einzelverkauf zu Engrospreisen

Straussfedern-Engroshaus

(21185a

Rudolf Wolff
55 Bismarckstrasse 55
Spezialhaus allerersten Ranges.
Moderne Strauss-Halsrüschen in allen Preislagen.

helleichen Schlafzimmer, Spiegel=
ſchrank
, ein= u. zweitür. Kleider=
ſchränke
, Waſch=, Nacht= u. Pfeiler=
ſchränke
, Vertilos, Diwan, Flur=
garderoben
, vollſt. Betten, Bett=
teile
, Tiſche, Stühle, Spiegel, Gas=
herd
u. verſch. Andere ſpottbillig
abzug. Alexanderſtr. 3. pt. (*8629mf
Rundſchiff=
Kayser Nähmaſchine
für Schneider, wenig gebraucht
ſehr billig zu verkaufen
Grafenſtraße 26.
(20689a
gut gearb., Roß=
Chaiselongue, haar=Aufl., 20 M.
P. Friese, Tapeziermeiſter,
(*8625mf) Pankratiusſtr. 69.

Einheitspreis 12
Salamander
Luxus-Ausführung . . . 16.50

Schlanke wie breite Formen

führen wir in gleich grosser Auswahl.

11714a)

SALAMANDER
EAUL-ATHAS 8. C2

Luchwigsstrasseih.

Trauringe
ohne Lötfuge 11500a
das Paar von Mark 10.
bis zu Mark 60.
Gravierung gratis.
Uhren
K. Jäger, und Goldwaren
Rheinstr. 33 Telephon 2579.
Schagpfeifen
Tabakspfeifen
aller Art u. Preislagen
ſämtlicheErsatzteile
Zigarren, Zigaretten,
Tabake, Etuis, Meer-
schaum
- und Bernstein-
waren
, Rauchartikel,
Spazierstöcke etc. (19680g
Gr. Ausw. Bill. Preiſe
Pfeifenspezialist
Fr. Marguth
Ecke Gr. Ochseng., Darm-
stadt
, Filiale: Marktstr. 3.

Gichtpausapparat,53/73, Koſten=
anſchlagformulare
, bau=
techniſche
Bücher ꝛc. zu verk.
20643a) Gervinusſtr. 55, part.

noch neue geſtr. l. Damenjacke
1 (Handarb.) für 10 Mk. zu verk.
(*8506mfs) Arheilgerſtr. 48, Laden.
Eleg. Mant., gr. Jackenkl., Plüſchl. u.
and. zu vk. Luiſenſtr. 30, III. (*df.

Beseitigen Sie das
Zeichen des Alters
diskret, ohne dass es Ihre Um-
gebung
merkt, mit Fr. Tillmann’s
:: Haarfarbe-Wiederhersteller ::

GLORIA‟

Preis per Flacon 2.50 Mk.,
für mehrere Monate reichend.
Fr. Tillmann,
Elisabethenstrasse 21.
(10839a

Jamilie Heerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck verboten.)
43)

Jula wandte, während ſolche Gedanken in tollem
Durcheinander hinter ihrer weißen Stirn jagten, keinen
Blick von ihrem Gatten. Wie ſchön er doch eigentlich war!
Dieſes feine raſſige Geſicht, der edle Schnitt ſeiner Züge!
Der Mund, der, wann er lächelte, ſo beſtricken konnte; jetzt
Awar er im Aerger zuſammengepreßt, und dieſer Aerger,
dieſe verhaltene Wut galt ihr! Jula ſeufzte tief auf.
Ach, eigentlich war ſie eine recht unglückliche Frau
Tränen traten ihr in die Augen und rollten über ihre
Wangen. Sie gruben in die dicke Puderſchicht, die ſie ſich
auf ihren nicht allzu blühenden Teint geſtreut hatte, tiefe
Furchen. Wie war ſie zu beklagen!
Da öffnete ſich die Tür. Frau von Leerſen trat herein.
Karl Auguſt ſprang auf und ging ſeiner Mutter ent=
ſtegen
. Jula wiſchte haſtig mit ihrem Taſchentüchelchen
ie Spuren ihrer Tränen ab.
Mama, ſo früh! Das iſt ja eine freudige Ueberraſch=
ung
. Du ſtehſt doch ſonſt viel ſpäter auf und nimmſt Dein
Frühſtück immer allein!
Karl Auguſt hatte ſeiner Mutter den Arm gereicht
und führte ſie an den Frühſtückstiſch. Frau von Leerſen
ging langſam und etwas nach vorn gebeugt. Auf dem
weißen Haar ſaß ein weißes Spitzenhäubchen. Ich wußte,
daaß Du heut’ ſpäter Dienſt haſt, mein Sohn, ſagte ſie mit
ernem beinahe milden Ausdruck in ihrer Stimme. Schla=
fen
kann ich ja immer nur ein paar Stunden des Nachts,
Das lange Wachliegen aber iſt entſetzlich. Da kommen
einem ſo Gedanken Gedanken Frau von Leerſen

machte eine Bewegung mit der Hand, als müſſe ſie dieſe
Gedanken verſcheuchen. Da bin ich eben aufgeſtanden,
habe mich ohne Mariens Hilfe allein angezogen, und hier
bin ich nun! Guten Morgen, mein Töchterchen! Gibſt Du
mir eine Taſſe Tee ab? Ja, aber was iſt denn, haſt Du
geweint?
Frau von Leerſens Blick flog ängſtlich und beſorgt
zwiſchen ihrem Sohne und Jula hin und her.
Nein! Warum ſollte ich denn, Mama? Ich bin doch
ſo eine beneidenswerte und glückliche Frau! Schneidend
ſcharf klang Julas Stimme bei dieſen Worten, den
Schnupfen hab’ ich! Bitte! Sie reichte mit zitternden Hän=
den
ihrer Schwiegermutter die feine chineſiſche Teeſchale
hin, ſchob das ſilberne Körbchen mit dem Gebäck näher
und bot ihr die Platten mit kaltem Fleiſch an.
Danke, Jula! Frau von Leerſen fühlte die Mißſtim=
mung
, die zwiſchen dem Ehepaar herrſchte und der Wunſch,
Frieden zu ſtiften, ſtieg in ihr empor. Sie tat es mit
Worten, von denen ſie wußte, daß ſie ſowohl Karl Auguſt
wie Jula gern hörten, ſie lobte die Toilette und das Aus=
ſehen
Julas am geſtrigen Abend.
Dein Kleid geſtern war äußerſt ſchick und vornehm.
Es ſtand Dir vorzüglich, Jula!
Ja? Fandeſt Du das, Mama? Jula war maßlos
eitel und nichts konnte ſie ſeliger machen, als ein Lob,
das ihrem Aeußeren galt.
Triumphierend blitzten ihre Augen Karl Auguſt an.
Der hatte natürlich erſt wieder getadelt und gefunden, daß
es für eine kleine Abandgeſellſchaft zu tief dekolletiert ſei.
Fandeſt Du wirklich, daß ich gut ausſah, Mama?
fragte Jula noch einmal. Beſſer beſſer wie die Dah=
lem
, die wirklich gar nichts anderes anzuziehen zu haben

ſcheint, als das ewige blaßblaue Kleid, das ihr zu dem
blaſſen Geſicht und dem faden, blonden Haar gar nicht ſteht.
Man kann Euch gar nicht miteinander vergleichen.
Du biſt ein ganz anderes Genre, wich vorſichtig Frau von
Leerſen aus. Dieſe Frau hat ſo etwas Aetheriſches an ſich.
Ja, aus Mondſchein und Blumenduft zuſammenge=
haucht
, ſpöttelte Jula, und mager iſt ſie wie ein Wind=
hund
. Nicht? Du findeſt es doch auch nicht ſchön, Mama,
wenn Frauen ſo mager ſind.
Nein, eine gewiſſe Fülle, die die Formen weich und
ſchmiegſam machen, müſſen ſie ſchon haben. Indeſſen,
meine ich, Frau von Dahlem hätte . . . Ein warnender
Blick Karl Auguſts hieß ſie ſchweigen. Ach ſo, ſie verſtand!
Jula war wieder einmal eiferſüchtig geweſen. Raſch gab
ſie dem gefährlichen Thema eine andere Wendung, und es
kehrte allmählich eine etwas beſſere Stimmung ein.
Als Karl Auguſt nach einer Stunde in den Dienſt
ging, ließ er Jula mit der Mutter in beſtem Einverſtänd=
nis
zurück. Das geſchah ſo ſelten! Vom Pferde aus
unten winkte er noch einmal hinauf nach dem Fenſter, von
dem beide nachblickten.
Jula war ſchon längſt vom Fenſter zurückgetreten,
während Frau von Leerſen dem Davonreitenden nach=
ſchaute
, ſo lange ſie noch etwas von ihm ſah. Dann wandte
ſie ſich zu Jula, die ſich in einen Schaukelſtuhl geworfen
hatte und ganz ungeniert, trotz der Gegenwart ihree
Schwiegermutter, in einem franzöſiſchen Roman zu leſen
begann. Dieſes Nachſtarren ärgerte ſie, ſie wußte ſelbſt
nicht, warum.
Na, Du biſt ja ordentlich ganz verklärt, Mama! Ich
kann gar nicht finden, daß Karl Auguſt ſo ſchön zu Pferde.
ausſieht. Er iſt viel zu lang und zu mager.

[ ][  ][ ]

Selte 14.

Darmſtädter Tagblatt, Freſtag, den 11. Okteber 1912.

Nummer 240.

Er ſieht tadellos aus, entgegnete ruhig Frau von
Leerſen. Auf ihrem kühlen Geſicht, das jetzt meiſt blaß
und müde ausſah, lag ein ganz leiſes Rot. Es verſchönte
und belebte ihre Züge.
Mütterliche Eitelkeit!
Sage lieber Mutterglück, Jula. Ich lerne es jetzt erſt
ſchätzen. Aber glaube mir, es iſt das beſte und ſchönſte
Gefühl, das wir Frauen haben. Sie ſeufzte leiſe und
dann nach einer Pauſe ſagte ſie: Es iſt ſchade, Jula, daß
Ihr kein Kind habt.
Nein, ich will überhaupt kein Kind! rief Jula, denn
ich würde mich höchſtens ſorgen und ängſtigen müſſen, daß
es einmal mißrät und entartet wie Joachim oder Chriſta,
Alle Nichtachtung, deren ſie fähig war, legte ſie bei
dieſen Worten in den Ton ihrer Stimme, und, beinahe
haßerfüllt, gellten die Namen, die ſeit der Abreiſe Chriſtas
in dieſem Hauſe nicht wieder genannt worden waren, von
ihren Lippen. Wie eine Waffe gebrauchte ſie ſie, eine
Waffe, von der ſie wußte, daß ſie den Gegner ſicher treffen
mußte.
So ſchlug die unerwartete Nennung dieſer Namen
auch auf die ihr gegenüberſtehende alte Frau ein.
Schwankend bebte Frau von Leerſen zurück, und ein
leiſes Stöhnen wahrer Qual kam aus ihrem Munde.
Seit Jahren nicht gehört, ſeit Jahren nicht genannt,
und nun von unwürdigen Lippen ſo ausgeſprochen, be=
rührten
ſie dieſe Namen geradezu niederſchmetternd.
Ihre Züge veränderten ſich. Sie wurden fahl und
blaß, und tappend ſuchten ihre Hände nach eiver Stütze.

Sie fanden ſie in der Lehne des Stuhles, neben dem ſie
ſtand. Ein langer, ſeltſamer, beinahe toter Blick aus er=
loſchenen
Augen traf Jula, die ſich erſchrocken davor zu=
ſammenduckte
. Das Gefühl des Triumphes verwandelte
ſich bei Jula in Angſt. Sie ſah, wie die bleichen Lippen
nach einer Antwort rangen, aber die Worte doch nicht
formen konnten
Schuldbewußt ſenkte ſie die Augen vor dieſem Blicke,
und ſie hob ſie erſt wieder, als ſie ungleichmäßig haſtende
Schritte, leiſes Rauſchen von Gewändern auf dem Parkett
und dann das Oeffnen und Schließen der Tür hörte.
Seit dieſer Stunde mieden ſich Frau von Leerſen und
Jula. Nur, wenn Karl Auguſt zugegen war, erſchien die
Mutter in den Zimmern des jungen Paares. Die kurzen
Geſpräche zwiſchen ihr und Jula beſchränkten ſich auf das
allernötigſte, und trotz ſeiner flehenden Bitten erfuhr Karl
Auguſt von keiner, was es eigentlich zwiſchen ihnen ge=
geben
. Julas Lügen, daß es ſich um eine Nichtigkeit, eine
Kampelei handele, glaubte er nicht, und ſeine Mutter
noch einmal zu befragen, wagte er nicht. Sie war, als
er das das erſtemal getan hatte, in bittere Tränen aus=
gebrochen
und hatte ihn gebeten, ſie nicht zu quälen.
Die Mutter machte ihm überhaupt ſeit längerer Zeit
Sorgen. Sie verfiel von Tag zu Tag zweifellos ſichtlich
mehr. Still und apathiſch wurde ſie; allen Geſprächen
hörte ſie zu, ohne ſelbſt teil daran zu nehmen. Oft ſaß
ſie ſtundenlang da, ohne zu ſprechen, und ihre Gedanken
waren irgendwo anders. Etwas Suchendes, Lauſchendes,
als höre ſie auf etwas Fernes, Nichtgegenwärtiges, kam,
in ihr Weſen. Das Harte, Herbe, unbeugſam Stolze

ſchwand ucht und uahr une ion, und enes Rores
Reſigniertes trat an ſeine Stelle.
Auch ihre Geſundheit fing an ſchwankend zu werden.
Sie klagte über dies und das und zog ſich immer mehr
in ihre Räume zurück. An der Geſelligkeit des Hauſes
nahm ſie überhaupt nicht mehr teil, ſondern lebte ſtill für
ſich. Karl Auguſt war über dieſe Wandlung ſehr außer
ſich, aber Jula war ſie ſehr recht. Es vergingen oft Tage,
ohne daß ſie ihre Schwiegermutter ſah.
Es war zum Ausgang des Winters, und in wenigen
Tagen ſollte im Leerſenſchen Hauſe die letzte große Geſell=
ſchaft
ſtattfinden. Dann wollten Karl Auguſt und Jula,
wie alljährlich, nach dem Süden gehen, um Oſtern in Rom
zu verleben
Zur Abwechſelung ſollte dieſer letzte Ball ein Koſtüm=
feſt
ſein. Fieberhaft arbeiteten Dekorateure und Tapezie=
rer
, den alle Geſellſchaftsräume des Hauſes ſollten ums
geſtaltet und in ein Märchenland verwandelt werden.
Ein Sommernachtstraum nannte ſich das Feſt, und Frau
Jula wollte an dieſem Abend als Titania ihren Gäſten
die Honneurs machen. Weder Mühe, Anſtrengungen noch
Geldausgaben wurden geſcheut, um dieſem Feſt, von dem
bereits die ganze Reſidenz ſprach auch der Hof hatte
bereits ſein Erſcheinen zugeſagt einen äußerſt glanz=
vollen
Anſtrich zu geben.
Jula war ſo vollſtändig gefangen genommen von den
Vorbereitungen und wiegte ſich ſchon ſo in der Vorfreude
der Triumphe, die ſie zu feiern gedachte, daß ſie überhaupt
für nichts mehr Intereſſe hatte, was nicht mit dieſem Feſte
zuſammenhing.
(Fortſetzung folgt.

e

Bebr. Höslein.
Ludwigsplatz
Telefon 790
Sammt die grosse Mode
Sammtkleider: M. 29,50. M. 45.-. M.70.-. M. 85.-.M. 90.-und höher.
Sammtmäntel in jeder Preislage in nur pa. Qualitäten.
Seal-Plüsch-Mäntel in jeder Preislage nur pa. Qualitaten.
Sammt vom Stück schwarz u. farbio in vielen Qualitäten.

(21191

I
DCacus=Tate!

Ich gestatte mir allen Freunden einer guten Tasse
Cacao mitzuteilen, dass vom

8. 12. Oktober 1912

in meinem Geschäft Ernst-Ludwigstrasse 6 eine Zubereitung
sowie kostenlose Verabreichung des berühmten
Blockers Daalders-Cacao
stattfindet, wozu ich hierzu ergebenst einlade

Kein
Kaufzwang!

Chocoladenhaus
Fritz Eichberg
Hoflieferant.

(21077mfs

Siegerin

Fabrikate von unerreichier Feinheit und Güte
sind die millionenfach gebrauchten altbe-.
währten Spezialitäten:
allerfeinste Sahnen-Margarine, in Qualität der
Molkerei-Butter am nächsten kommend unc

beliebteste unerreicht ſeinste vorzügſich halt-
Nalmato bare Pflanzenbutter-Margarine.
Unbestritten beste Butter-Ersatzmittel!
Ueberall erhältlich!
Rleinige Fabrikanten: A. L. Mohr, G. m. b. H., Altona-Bahrenfeld.

Biliige Tapeten
Größ. Poſten zurückgeſetzte Sachen ſowie eine große Partie
SRestes
gebe zu jedem annehmbaren Preis ab.
Eine Partie Inlaid-Linoleum zu Mk. 3.75 per Dlltr.
Ferner empfehle:
Leisten, Linerusta, Wachstuche, Buntglas-Imitation etc.
Willenn Enrharur
Darmstädter Tapeten-Versandhaus
Telefon 486. Verkaufsſtelle: Telefon 2143.
Ernſt=Ludwigſtraße 4 (am weißen Turm).
Eigene Ladengeſchäfte in:
(20691a
Darmſtadt
Mannheim
Mainz
Ernſt=Ludwigſtr. 4. P, 4, 10. Flachsmarktſtr. 19.

Pelzwaren
zu ändern, modernisieren, reparieren und reinigen
empfiehlt sich jetzt schon vornehmen zu lassen. Neu-
heiten
und alle gangbaren Formen stehen in meinen
Schaufenstern und Laden zur gefl. Ansicht bereit
Kürschnermeister
Gottlieb Lorz, und Hoflieferant
Darmstadt (19329a) Eschollbrückerstr. 3.
Haltestelle der Elektrischen: Ecke Heinrich- und Heidelbergerstrasse,

Gelegenheitskauf
eines vorzüglichen Motorrades
*8671dfs) Mauerſtr. 14, part.

od. Kücheneinrichtung, kompl. m.
MAblaufbr. u. Garsherdtisch bill. zu
verk. Näh. Expedition. (20932a

ehrock=, Frack=, Smoking= An=
züge
, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (18320a.
üte werd. jed. Geſchmack entſpr.
ſchick u. fein garn., ält. Hüte wie
neu umgearb. in u. auß. dem Hauſe
21087a) Ludwigspl. 8, Vordh. III.

[ ][  ][ ]

Nummer 240.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Man überzeuge sich!

Tanzschuhe zu ganz besonders billigen Preisen!

ſchnſerntaſe leite ui Peſtener
Gänse (auch im Ausschnitt)
Prima fette Enten, junge Hahnen und Tauben
Frikassee-Hühner
Französische und steyerische Kapaunen
. und Poularden, Perlhühner ..
Feiste Tasanen von Mark 1.50 an
Feldhühner, Rheinwildenten
Hasen, auch geteilt
Lapins, Rehbraten, Frischling (21170
Dam- und Edelhirsch im Ausschnitt
Heinrich Grimm, Hoflieferant.

Neu!
Baumschul-
Katalog
4.
Sehr interessant!

172 Seiten, viele Abbildungen, meist
photograph. Pflanzen-Aufnahmen

zu beziehen von
Dahs, Reuter & Co.
Jüngsfelder Baumschulen
Post Oberpleis, Bez. Köln.
(Areal: 250 pr. Morgen.)
(21030H)

Manck’s
goldblanker Medizinal-
Dorsch-Lebertran
frisch eingetroffen
Hubertus-Drogerie
Ballonplatz 5.
Telephon 1451.
Sen

Wähhe
DARMSTADT
Kirchstr 19
en der Stadtkicche.

von der Bahnſteighalle der ehemaligen Main=Neckar=
Bahn in Tafeln 70X70 cm hat preiswert abzugeben
Lippmann May, Weiterſtädterſtr. 70
Teleſon 154a
(21017mfs
Teisſon 152

(20415a)

la handverleſene
Winterkartoffeln
gelbfleiſch., auf Lehmbod. gewachſ.,
per 100 kg 6 Mk. fr. Keller (20636a
Gottfried Bundschuh,

Gottfr. Proeser
Damenmasschneiderei
Mozart-
Schulstrasse 8 haus):
Fernruf 1553.

Jackenkleider

ae
NeSchan.

Facon tailleur

Gutsbeſitzer, Lengfeld, Heſſen.

Mäntel

Schöne alte Waffen u. Flinten
billig abzugeben (*8657
Wendelſtadtſtraße 9.

Chem Jabr. Düſſelborf. Akt. Gel.

(20099a)

gut erh. Jünglings=Paletots
u. 2 Herren Ueberzieher bill.

Herbſt= und 2 Winterjacken

ein ſchwarzer

billig zu verkaufen (*8764
Viktoriaſtraße 58, 1. Stock r.

aufen Kimono (*87
Frankenſteinſtraße 66.

abzug. Liebigſtraße 31. (*880s

Geetr e ce

ſchle eee

Herren-Stiefel
gute Quatität
Mk. 5.95 6.50 7.50
und höher Damen-Stiefel
gute Qualität
Mkr. 4.95 5.95 6.50
und höher Kinder-Box-Stiefel
gute Qualität
23/24
25126 27/30 31/35
Mt. 2.75 3.25 3.50 3.95
und höher Win
Herren-Kamelhaarschuhe und
Schnallenstiefel
m. 2.25 2.75 2.95
und höher ter-Hausschuhe
Damen-Kamelhaarschuhe und
Schnalienstiefel
Mstz. 1.75 1.95 2.25
und höher Kinder-Kamell
Schnall
und haarschuhe und
enstiefel
95 ptg. 1.25 1.50 m.
höher [ ][  ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 11. Oktober 1912.

Nummer 240.

8

Moderne Zeichnungen:

Ausstellung
im großen Eckfenster u. Lichthofe.
Knötchen-
Rotdorn u. Weißdorn‟ Stieh.
1.95
Schoner . . 75 Läufer
Kissenplatte . 1.35 Nähtischdecke 2.75
Milieux . . 1.80 Kaffeewärmer 1.65
Stuhlkissen, montiert 1.95

AAusderguten alten Leit
SOFA-KISSEN
mit Anfang, Vorlage
und Material . . . . 4.75
Stoff dazu, 170 cm breit
. . . 4.80
Meter
Vorlagen in großer Auswahl
in demselben Genre:
Vorgewebte Arbeiten
STUHI-KISSEN . . 75
dasselbe angefangen,
mit Material . 2.75

Glockenblume‟
Kreuzstich-Zeichnung

68
Schoner
1.35
Kissen . .
1.60
Milieux
1.90
Läufer .
Nähtischdecke . . . . 2.20

reiz. Vergißmeinicht-
Schlafzimmer-Garnitur Zeichnung
1.15
Nachttischdeckchen . .
3.00
Wäschebeutel . . . .
3.25
Ueberhandtuch . . .
3.25
Wandschoner . . .
4.25
Waschtischdecke . .
5.75
Bettwandschoner . . . . .

. Margueritten-Zeichn.
Wohnzimmer-Garnitur Spannstich
80
Sofaschoner
. , .
1.65
Sofakissen . . . . . . . . . . . .
1.95
Milieux . .
2.25
Läufer
2.40
Nähtischdecke . . . . . .

Sonstige neu erschienene Zeichnungen: Palmkätzchen, Chrysanthemum, Schneeballen,
eee effektvolle moderne Rosenzeichnungen, stilisierte Blumen etc.-Zeichnungen. eee

Kelim-Arbeiten:
Decken und Läufer
Kissen etc.
Vorgespanntes und an-
gefangenes
Kissen mit
Material

Neu zugelegt:
DAMASKUS-
ARBEIT

,passend für
Garnitüf Esszimmer.
Blumenzeichn. in Gobelin-Genre,
auf Kochelleinen.
1.90
gez. Kissen .
gez. Kissen 50/70 . . 2.95
1.90
gez. Milieux
gez. Milieux rund . 3,40
3.40
gez. Läufer
gez. Stoladecke . . 11.50
gez. Portiere 3teilig . 24.00

Material:

Strang 12
D. M. C.-Perlgarn . . . . .

D. M. C.-Twist . . . . . . . . . Strang 7 D M.S. Glangan . . . . .. . . Stange 8 D. M. C.-Häkelgarn . . . . . . . Knäuel 18 D. M. C.-Knüpfgarn . . . . . . . Poiad 205 D. M. C.-Kordelgarn . . . . .. . . Stang 285

usw. usw.

Kunstseide Strang 10
Stickseide . Strang 8
Häkelseide, Knäuel 42
Stickgold, waschecht,
Strang 10
Cordonnet, Seide,
Strang 18
Stickgold, auf Rollen
Rolle 75

sonstige Zutaten
geknüpfte und gewebte
::FRANSEIV ::
KORDELN: EINFASS-
BORDEN : STIck-
BUcHER: VORL.AGEIV
für Häkelarbeit, Macramé,
Hedebo, 1 Stich, Plattstich
usw. usw.

Weisse u. graue
Artikel:
von 58 an
Milieux .
von 75 an
Läufer . .
Wandschoner . . von 95 an
usw. usw.
Quadrate . . . von 195 an
Klammerschürzen von 65 an
Klammerbeutel . von 95 an
Wäschebeutel . . von 95 an
Überhandtücher . von 48 an
Deckenstoffe
Meter von 1.90 Mark an.
Nord. Wollstoffe
Leinenstoffe
170 cm breit, Meter 3.50 Mk.

Diverses:
Pompadours u. Taschen
Sachets für Taschentücher etc.
Serviettentaschen
in allen
Tablett-Deckchen Größen.
ELEGANTE KISSEN
in Seide, Gold-Stoffen,
Chenille-Stickereien etc.
Hedebo-Arbeiten
in schöner, reicher Auswahl.
Richelieux- und Madeira-
Zeichnungen
auf Kissen, Mileux, Läufer,
Taschen usw.
*§ 25 A N6 2.6 M0 N 5f NF 2.f 28 N 20f M 970 M
Fertig gefüllte
Kapok-Kissen von 35 an

Markt 2.
Mitglied des Rabatt

Fernspr. 2551.
Sparvereins.