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175. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Ueber das Befinden des Prinzregenten von
Bayern wurde ein ärztlicher Bericht
ausge=
geben, in dem es heißt, das Befinden des Pripzregenten
ſei infolge ſeines hohen Alters Schwankungen
unter=
worfen und er ſei daher genötigt, ſich mehr Schonung
aufzuerlegen. Zu ernſten Beſorgniſſen beſtehe jedoch
kein Anlaß.
Die bayeriſche Abgeordnetenkammer nahm
den Lotterievertrag mit Preußen mit
87 gegen 38 Stimmen an.
In Köln und in Merſeburg ſind je ca. 70
Per=
ſonen infolge des Genuſſes von ſchlechtem Fleiſch
erkrankt.
Der Hamburgiſche Senat beantragte bei der
Bür=
gerſchaft die Bewilligung von 8800000 Mark für die
Erweiterung des neuen Hafens in
Kux=
haven.
Die Meldungen von einer beabſichtigten Teilung
Perſiens zwiſchen Rußland und England werden
von London aus dementiert.
Infolge des durch den Taifun angerichteten Schadens
iſt Tokio ſeit 2 Tagen faſt vollkommen vom
Verkehr abgeſchloſſen.
Graf Berchtolds Delegationsrede.
— In Wien ſind die Delegationen zuſammengetreten,
um die gemeinſamen Angelegenheiten Oeſterreich=Ungarns
zu beraten. Bei dieſer Gelegenheit pflegt alljährlich der
Lei=
ter der auswärtigen Politik Oeſterreich=Ungarns ſein
ſoge=
nanntes Expoſé über die Lage zu geben, und im
Hinblick auf die Situation am Balkan mußte man
dies=
mal den Darlegungen des Grafen Berchtold mit
beſon=
derem Intereſſe entgegenſehen. Die Ausführungen des
Miniſters ſind, wie aus jeder Zeile hindurchſchaut, auf
das ſorgfältigſte und vorſichtigſte abgefaßt, kein Wort zu
viel und auch keins zu wenig, und aus dem Ganzen
klingt der tiefſte Ernſt heraus. Ja, der Miniſter ſcheute
ſich nicht, die Lage als beunruhigend zu
be=
zeichnen und beſonders die Situaſtion auf dem Balkan
hervorzuheben, indem er ſagte, ein beſtändiges
Wetter=
leuchten am Balkan gebe von einer erhöhten elektriſchen
Spannung der politiſchen Atmoſphäre Zeugnis, ohne das
Dunkel ungelöſter Probleme aufhellen zu können. Die
Diplomatie halte Wacht, um drohende Konflikte zu
ver=
hüten und die Gefahren eines Balkanbrandes im Keime
zu erſticken. Wir ſind, ſagte er weiter, durch unſere
geo=
graphiſche Stellung dem heißen Boden nahegerückt, und
große Intereſſen der Monarchie ſtehen auf dem Spiele.
Nur wenn wir auch zu Lande und zur See gerüſtet ſind,
können wir der Zukunft ruhigen Mutes entgegen ſehen.
Derart peſſimiſtiſche Worte ſind von maßgebender
Seite ſeit langem nicht gefallen und ſie zeigen die großen
Schwierigkeiten der geſamten Situation. Zwar betonte
Graf Berchtold das Zuſammengehen der Kabinette auf
dem Balkan, aber er vergaß nicht hinzuzufügen, daß
man ſich trotzdem einer bedenklichen Täuſchung hingeben
würde, wenn man infolge dieſes Zuſammengehens der
Mächte die Gefahren der gegenwärtigen Lage auf dem
Balkan als beſeitigt anſehen würde. Des weiteren ſchloß
er eine Mahnung an die leitenden Stellen der
Balkan=
ſtaaten an, indem er der Hoffnung Ausdruck gab, daß
deren ſtaatsmänniſche Einſicht und das Bewußtſein der
Verantwortung ſie abhalten werde, Impulſen
unverant=
wortlicher Elemente zu folgen. Ob man dieſe Worte in
Sofia und Cetinje verſtehen wird? Eine Mahnung
erging weiter an die türkiſche Regierung, daß man den
Ernſt der Lage nicht verkennen und den Weg finden möge,
um Komplikationen vorzubeugen.
Dieſe Balkanbetrachtungen nehmen den größten Teil
der Rede ein, daneben wird des italieniſch=türkiſchen
Krie=
ges gedacht, indem der Hoffnung auf baldige Beilegung
des Streites Ausdruck gegeben wird. Dann wird noch
die Feſtigkeit der Beziehungen des Dreibundes
hervor=
gehoben und die Begegnung mit Herrn von Bethmann
Hollweg erwähnt, wobei vollſte Uebereinſtimmung der
Anſchauungen auch hinſichtlich der Verhältniſſe auf dem
Balkan ſich ergeben habe. Auch die Worte, die Graf
Berch=
told über ſeinen bevorſtehenden Antrittsbeſuch bei dem
König von Italien gab, ſind wohl dazu beſtimmt, die
Feſtigkeit des Dreibundes darzutun. Auch nicht von
ungefähr iſt es wohl auch, daß der Miniſter die
Bezie=
hungen zu Rumänien anſchließend erwähnte und
beſon=
ders herzliche Worte fand — ſpricht man doch davon,
daß Rumänien einen beſonderen Vertrag mit
Deutſch=
land und Oeſterreich ſchon vor Jahren abgeſchloſſen habe,
der dieſem Balkanſtaate eine beſondere Rückhaltung
ge=
währt.
Abgeſehen von dieſen günſtigen Momenten wirkt die
Rede Berchtolds im allgemeinen nicht ſehr erfreulich, ſie
iſt ein Charakteriſtikum der gegenwärtigen Weltlage.
Die Beſprechung des Expoſés von Berchtold in der
Wiener Preſſe iſt nicht einheitlich. Das Deutſche
Volksblatt und die Arbeiterzeitung meinen, Graf
Berch=
told ſage nur Allgemeinheiten. Die Zeit findet einen
Widerſpruch zwiſchen der ſchönfärberiſchen Thronrede und
dem düſtermalenden Expoſé, ſieht aber in dieſer düſtern
Färbung nur eine Stimmungsmache für den Zweck der
Rüſtungsſteigerung. Die Reichspoſt meint, was die
Thrimrede nur angedeutet, habe das Expoſé offen
heraus=
geſagt, alles konzentriere ſich in dieſem auf die
Beobach=
tung der kritiſchen Bewegungen am Balkan. Für den
ernſten Stand der Dinge am Balkan macht ſie aber die
überzarte Rückſichtnahme und Aengſtlichkeit
verantwort=
lich, die die albaniſche Protektoratsmacht Oeſterreich=
Ungarn ſeit zwei Jahren gegenüber der Türkei geübt,
und die der Türkei wie Oeſterreich=Ungarn ſchlecht
be=
kommen ſei, ſo daß deſſen Diplomatie jetzt bekennen
müſſe, daß ihre Berechnungen mißraten ſeien. Das Blatt
kommt zu dem Schluſſe, daß die düſtere internationale
Lage ohne Zweiſel ihre Rückwirkung in verſtärkten
mill=
täriſchen Vorkehrungen für die Sicherheit des Staates
üben werde Die Neue Freie Preſſe meint, des Grafen
Berchtold Expoſé, das der Kriſe keine Maske vorbinde,
ſei nach Balmoral gerichtet, wo Sir Edward Grey und
Miniſter Saſonow gegenwärtig Beratungen pflegen. Sie
ſieht die Urſache der Gefahren am Balkan darin, daß
Oeſterreich=Ungarn und Rußland ſeit Reval
nebeneinan=
dergehen und nicht miteinander handeln. Die Mächte
ſeien einig in dem Wunſche, das Beſtehende zu erhalten,
aber in dem politiſchen Jenſeſts, wo dieſe ſtart
ver=
ſchliſſene Formel auſhöre, ſei keine Verſtändigung. Graf
Berchtolds Rede ſei eine Flucht in die Oeffentlichkeit, ein
Herunterreißen der Masken und Gedenkzeichen, daß nach
der Zertrümmerung des Status quo Oeſterreich=Ungarn
große Intereſſen zu verteidigen habe; im ſchottiſchen
Nor=
den würden ſie Sir Edward Grey und Her Saſonow
ſpüren wie eine Stimme, die ſich in ihre Geſpräche mengt.
Deutſches Reich.
— Die Nachfolge Marſchalls. Die Frage,
wer dazu berufen werden wird, die ſchwierige Aufgabe,
die Frhr. v. Marſchall in London hinterlaſſen hat, zu
übernehmen, beſchäftigt die politiſche Welt natürlich aufs
lebhafteſte. Wahrſcheinlich werden Verſchiebungen im
diplomatiſchen Dienſt notwendig werden, die dem
Staats=
ſekretär v. Kiderlen Anlaß zur Uebernahme eines
Bot=
ſchafterpoſtens geben könnten. Der gegebene Poſten für
ihn wäre freilich Konſtantinopel, der eben erſt durch den
Frhrn. v. Wangenheim neu beſetzt iſt. Für London nennt
man außer dem Staatsſekretär, als deſſen Nachfolger der
Dirigent der politiſchen Abteilung im Auswärtigen Amt
Frhr. v. Stumm in Frage kommt, den Botſchafter in
Waſhington Grafen Bernſtorff, den
Kolonialſtaatsſekre=
tär Dr. Solf, den früheren Generalkonſul in Kairo
Fürſten Hatzfeld=Wildenburg und auch den Feldmarſchall
Frhrn. von der Goltz.
— Lotterie und Mainkanaliſſation.
Der Köln. Ztg. wird aus Bayern gemeldet: Der
plötz=
liche Umfall des Zentrums im bayeriſchen Landtag in
der Lotteriefrage hat überall Aufſehen erregt. Noch vor
ganz kurzer Zeit hat gerade dieſe Partei den
Lotterie=
vertrag mit Preußen abgelehnt und eine eigene bayeriſche
Lotterie gefordert. Das Zuſammengehen Bayerns mit
Preußen in der Lotteriefrage wurde von der „allein echt
bayeriſchen” Zentrumspartei gewiſſermaßen als eine Art
„Landesverrat” hingeſtellt. Und nun, wenige Wochen
danach, iſt plötzlich das Gros des Zentrums für den
Lriterievertrag mit Preußen, obgleich neue ſachliche
Gründe für oder gegen ſich in keiner Weiſe zeigten. Was
ging da hinter den Kuliſſen vor? Schon bei der
Bera=
tung in der Reichsratskammer ließen die bayeriſchen
Zentrumsminiſter Hertling und Soden durchblicken, daß
„Rückſichten” auf bundesſtaatliches gutes Einvernehmen
zu beobachten ſeien. Nun ſickert immer mehr der wahre
Grund durch. Er liegt in der Frage der
Mainkanaliſa=
tion. Nach Artikel 13 des Staatsvertrages, betreffend
Uebereinkommen der Mainuferſtaaten wegen der
Kana=
liſierung des Mains von Offenbach bis Aſchaffenburg,
bleibt „der Beginn der Bauarbeiten inſolange
aufgeſcho=
ben, bis die Frage der Einführung von
Schiffahrtsab=
gaben auf dem Rhein und dem Main im Einverſtändnis
der vertragſchließenden deutſchen Staaten geregelt iſt‟.
Wohl haben nun die vertragſchließenden deutſchen
Staa=
ten ſich über die Schiffahrtsabgabenfrage geeinigt; allein
die Zuſtimmung Hollands ſteht noch aus, ſo daß die
Ab=
gaben vorläufig nicht tatſächlich eingeführt werden
kön=
nen. Preußen iſt nun, wie man hört, bereit, ſein
Ein=
verſtändnis zum ſofortigen Bauarbeitenbeginn zu geben,
wenn Bayern den Lotterievertrag mit Preußen
ge=
nehmigt.
— Zum Prozeß Borchardt=Leinert. Wie
die Schleſiſche Volkszeitung erfährt, teilte der erſte
Staatsanwalt dem Vizepräſidenten des preußiſchen
Abgeordnetenhauſes Dr. Porſch mit, daß auf ſeine Ausſage
im Prozeß Borchardt=Leinert verzichtet werde.
— Die badiſche Regierung und die
Fleiſchteuerung. In der erwähnhen Konferenz
zur Frage der Fleiſchteuerung betonte, nach dem
amt=
lichen Bericht der Karlsruher Zeitung, Miniſter Freiherr
v. Bodman, daß die Regierung es als ihre ernſte Aufgabe
betrachte, die Urſachen der Preisſteigerung zu erforſchen
und nach Mitteln zur Abhilfe zu ſuchen.
Wenn auch von einem eigentlichen Notſtand nicht
ge=
ſprochen werden könne, ſo übten doch die hohen
Fleiſch=
preiſe einen bedauerlichen Einfluß auf die Lebenshaltung
insbeſondere der minder bemittelten Bevölkerung aus.
Als Haupturſachen der hohen Preiſe würden vielfach
unfer Zollſchutz und unſere Seuchengeſetzgebung bezeichnet.
Dem ſtehe die Tatſache entgegen, daß auch in
außerdeut=
ſchen Ländern eine Preisſteigerung eingetreten ſei, ſo
daß dieſe Erſcheinung auf international wirkende Urſachen
zurückgeführt werden müſſe. Als ſolche kämen vor allen
Dingen das allgemeine Sinken des Geldwertes und die
ungünſtigen Witterungsverhältniſſe des laufenden und
der letzten zwei Jahre in Betracht. Eine Aenderung der
Zollgeſetzgebung könne jedenfalls nicht in Frage kommen,
da die inländiſche Zucht ſchon um deswillen gefördert
werden müſſe, damit die Volksernährung nicht in
Ab=
hängigkeit vom Auslande gerate, was beſonders im
Kriegsfall bedenklich ſei. Auch der Schutz der deutſchen
Landwirtſchaft gegen Einſchleppung der Viehſeuche ſei
unbedingt erforderlich. Die Einfuhr lebenden Viehs aus
Frankreich und Holland ſei daher mit Rückſicht auf die dort
herrſchende Maul= und Klauenſeuche zur Zeit nicht
an=
gängig: die Einfuhr lebenden Viehs aus Argentinien,
deren Zulaſſung 1911 von Baden beim Reichskanzler
be=
antragt worden ſei, verbiete ſich wegen der Gefahr der
Einſchleppung des Texasfiebers und der Maul= und
Klauenſeuche. Die Einfuhr ſkandinaviſchen Viehs ſei
möglich; auch friſches Fleiſch aus Skandinavien könne
eingeführt werden. Hinſichtlich der Einfuhr von
Gefrier=
fleiſch ſei die Regierung geneigt. für eine Erleichterung
der Vorſchriften des § 12 des Fleiſchbeſchaugeſetzes für
die Zeiten hoher Fleiſchpreiſe einzutreten. Als weitere
Maßnahmen zur Linderung der Teuerung kämen in
Be=
tracht: Ermäßigung der Fleiſchſteuer und der Frachtſätze
für eingeführtes Fleiſch; Einrichtung von
Schweine=
mäſtereien durch die Staatsverwaltung oder
landwiet=
ſchaftliche Verbände; andere Organiſation des
Viehab=
ſatzes; Reform des Fleiſchhandels und der Preisſtatiſtik;
Hebung der Rindvieh= und Schweinezucht. In der
Be=
ſprechung ergab ſich Uebereinſtimmung dahin, daß eine
Ermäßigung der Fleiſchpreiſe unbedingt erforderlich ſei.
Zur Fleiſchſteuerfrage wurde ſeitens des Vertreters des
Finanzminiſteriums darauf hingewieſen, daß nach der
wiederholt ausgeſprochenen Meinung des Landtags an
eine Aufhebung der 800 000 Mark einbringenden
Fleiſch=
ſteuer nicht gedacht werden könne, ſo lange ein Erſatz
hierfür nicht geſchaffen ſei, daß aber eine gnadenweiſe
Ermäßigung der Uebergangsſteuer für eingeführtes
Fleiſch auf den Betrag der Inlandſteuer von Fall zu Fall
erwogen werde. Zur Frage der Tariſermäßigung führte
der Vertreter der Eiſenbahnverwaltung aus, daß bei den
deutſchen Eiſenbahnverwaltungen kaum Neigung beſtehen
werde, die an ſich ſchon ſehr billige Fracht für lebendes
Vieh zu ermäßigen. Ein einſeitiges Vorgehen Badens
ſei nicht möglich. Auf Gefrierfleiſch könne der ſeit 1997
beſtehende günſtige Staffeltarif wohl angewendet werden.
— Erweiterung des Hafens in
Kur=
haven. Der Senat der Stadt Hamburg beantragte bei
der Bürgerſchaft die Bewilligung von 8809000 Mark für
die Erweiterung des neuen Hafens in Kuxhaven und von
360 000 Mark zur Ausführung beſonderer Anlagen für dis
Hamburg=Amerika=Linie.
Ausland.
England.
Keine Teilung Perſiens. Dem
Reuter=
ſchen Bureau wird auf eine Anfrage von autoritativer
Seite erklärt, daß die verſchiedenen Mitteilungen, die
jüngſt in der Preſſe oder ſonſtwo gemacht wurden, nach
welchen man erwarten könne, daß die gegenwärtig
zwi=
ſchen Sir Edward Grey und dem ruſſiſchen Miniſter des
Aeußern Saſonow in Balmoral ſtattfindenden Geſpräche
zu einer tatſächlichen Teilung Perfiens führen würden
jeglicher Begründung entbehren.
Türkei.
Der Aufſtandauf Samos. Die
Telegraphen=
verbindungen zwiſchen Samos und Smyrna ſind
unter=
brochen. Die Pforte erhielt optiſche Telegramme vom
Fürſten von Samos, die ſie bisher noch nicht offiziell
be=
kannt gemacht hat. Dem trotzdem bekannt gewordenen
Inhalt zufolge haben Dienstag um 2½ Uhr nachmittags
die kretiſchen und ſamiſchen Rebellen die Vathy
dominierenden Höhen angegriffen, die von türkiſchen
Truppen verteidigt wurden. Die Verluſte der
Inſurgen=
ten dürften groß ſein. Das Feuer dauerte bis zum
Abend. Auf Seiten der Türken wurde ein Sergeant
ge=
tötet und ein Soldat verwundet. Einige Samoiten von
Ober= und von Unter=Vathy ſchoſſen aus den Häuſern auf
türkiſche Soldaten, die das Feuer erwiderten. Ein
franzö=
ſiſcher Kreuzer iſt Dienstag, ein engliſcher Mittwoch in
Vathy eingetroffen. — Ein zweites Telegramm beſagt:
Die Inſurgenten ſtiegen über die Anhöhen in die Täler
hinab und griffen von neuem die Truppen an. Auch im
Innern der Stadt dauern das Feuergefecht und der
Kampf fort.
Bulgarien.
Die Lage auf dem Balkan. Die ſehr
be=
unruhigenden Gerüchte, die ſeit einigen Tagen in der
europäiſchen Preſſe über die Lage auf dem Balkan und
insbeſondere über die Abſichten Bulgariens verbreitet
werden, haben maßgebende Kreiſe zu der Erklärung
ver=
anlaßt, daß die bulgariſche Regierung zwar den Ernſt
des Augenblicks durchaus erkenne, aber noch nicht jede
Hoffnung aufgebe, daß die jetzige Kriſe eine friedliche
Löſung erfahren werde. Man fügt aber hinzu, die
un=
umgängliche Vorbedingung für die Erhaltung des
Frie=
dens ſei die Einführung wirkſamer Reformen in
Maze=
donien, welche der Bevölkerung unter Aufſicht der
Mächte geſicherte Lebensverhältniſſe verbürgten. Man
beſteht beſonders auf der Anwendung des Paragraphen
23 des Berliner Vertrages. Die von der Pforte
ver=
ſprochenen Reformen werden als gänzlich unzureichend
angeſehen. Ein Bündnis der kleineren Balkanſtaaten zu
einem Angriff auf die Türkei beſtehe nicht, dagegen habe
ſich zwiſchen Bulgarien, Serbien, Griechenland und
Montenegro eine Annäherung vollzogen, die jedoch nicht
notwendigerweiſe eine feindliche Spitze gegen die Türkei
haben müſſe.
Serbien.
Stockung im Geldverkehr. Die ſerbiſche
Regierung übermittelte der ſerbiſchen Nationalbank aus
dem ſtaatlichen Barſchatz einen Vorſchuß von 4½
Mil=
lionen Dinars zur Behebung der durch die allgemeine
Be=
unruhigung hervorgerufenen Stockung im Geldverkehr. —
Das Regierungsorgan Samouprava drückt ſein Bedauern
darüber aus, daß die für Serbien beſtimmte Munition
in der Türkei angehalten worden iſt. Das Blatt erwartet,
die Pforte werde durch die Freigabe der Munition das
an Feindſeligkeit grenzende Vorgehen der türkiſchen
Be=
hörden wieder, gut machen.
China.
Die Anleihe. Der britiſche Geſandte in Peking
Sir Jordan unterbreitete dem Präſidenten Yuanſchikai
eine detaillierte Aufſtellung der laufenden
Verbindlich=
keiten Chinas, die ſich auf faſt 10 Millionen Pfund
Ster=
ling belaufen, welche Summe innerhalb weniger Monate
aus den Erträgen jeder zuſtandekommenden Anleihe zu
zahlen ſei. Jordan riet Yuanſchikai eindringlich, die
Lage ſorgfältig zu prüfen, bevor er China veranlaſſe,
einen Schritt zu unternehmen, den die Mächte nicht
bil=
ligen würden.
* Das Befinden des Prinzregenten von Bayern.
Die Korreſpondenz Hoffmann meldet vom Hoflager in
Berchtesgaden: „Die verſchiedenartigen Gerüchte, die in
der letzten Zeit über das Befinden des Regenten kurſieren,
gaben Anlaß zur Veröffentlichung des folgenden
ärzt=
lichen Berichts: „Die Beſchwerden des Alters machen ſich
bei dem Regenten in den letzten Monaten in höherem
Maße bemerkbar. Das Befinden iſt infolgedeſſen
Schwan=
kungen unterworfen, die den Regenten nötigen, ſich mehr
Schonung aufzuerlegen. Zu einer ernſten Beſorgnis
be=
ſteht jedoch kein Anlaß. Der Regent erledigt die
Regie=
rungsgeſchäfte, macht täglich vor= und nachmittags grö
ßere Ausfahrten bis zur Dauer von zwei Stunden, muß
es ſich aber verſagen, größere Einladungen zur Tafel zu
geben. Gez. Dr. v. Angerer, gez. Dr. Caſtner.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. September.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog begaben ſich am Mittwoch früh 5 Uhr 45 Min.
in den Kranichſteiner Park auf Jagd. (Darmſt. Ztg.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberſt v. Müller,
Kommandeur des Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25, den
General=
oberarzt Dr. Thiele, Diviſionsarzt der Großh. Heſſ. (25.)
Diviſion, den Major v. Chrismar,
Abteilungskomman=
deur im 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 61,
den Hauptmann v. Kropf, Kompagniechef im Leibgarde=
Infanterie=Regiment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den
Hauptmann Frhrn. von dem Busſche=Lohe, Batteriechef
im Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=
Regiment Nr. 25, die Oberleutnants v. Moritz und
v. Groote von demſelben Regiment, die Leutnants Pfaff
und Behr vom 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment
Nr. 61, den Leutnant v. Geldern=Criſpendorf von der
Schutztruppe für Südweſtafr ka, den Leutnant v.
Schaum=
berg vom Infanterie=Regiment Nr. 136, kommandiert zur
Dienſtleiſtung beim Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25, den Aſſiſtenzarzt
Lingner vom Leibgarde=Infanterie=Regiment (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, den Kriegsgerichtsrat Dr. Koch bei der
Großh. (25.) Diviſion, die Leutnants Blumers und Frhrn.
Löw v. u. zu Steinfurth von der Reſerve des Großh.
Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment
Nr. 25, den Bildhauer Decker, den Maler Gunſchmann,
den Pfarrer Schmitt von Grünberg, den Rabbiner
Profeſſor Dr. Salfeld von Mainz, den Kammermuſiker
Diedrich, die Profeſſoren Roos und Bloch, den Direktor
der Volksbank Stein, den Profeſſor Franz von Laubach,
den Dekan Schuſter von Dudenhofen, den Kaufmann
Auguſt Euler aus Frankfurt a. M.; zum Vortrag den
Staatsminiſter Ewald, den Finanzminiſter Braun, den
Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach, den
Vor=
ſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld den
General=
direktor des Hoftheaters und der Hofmuſik Dr. Eger.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Chef der Gräflich= Gortziſchen
Hofhaltungs=
verwältung Freiherrn Heinrich von und zu
Egloffſtein das Ritterkreuz I. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen, ſowie dem Gräfl.
Hörtziſchen Kammerrat Friedrich Jenſch und dem
Gräfl. Görtziſchen Oberförſter Gniß das Ritterkreuz
II. Klaſſe des gleichen Ordens, dem Gräfl. Görtziſchen
Obergärtner Heinrich Frank dem Diener im Gräfl.
Görtziſchen Hauſe Wilhelm Pfaff, dem Nachtwächter
bei der Gräfl. Görtziſchen Burggüterverwaltung Georg
Eichenauer, ſämtlich zu Schlitz, das Allgemeine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue Dienſte‟,
ferner dem Oberlandesgerichtsrat Otto Jung in
Darmſtadt das Komturkreuz 2. Klaſſe des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen und dem Oberförſter
der Oberförſterei Wald=Michelbach Ludwig Strack zu
Wald=Michelbach den Charakter als Forſtmeiſter.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Lehrer an dem Lehrerſeminar zu
Fried=
berg Georg Baldauf zum Kreisſchulinſpektor bei der
Kreisſchulkommiſſion Büdingen mit Wirkung vom 16.
No=
vember 1912 an, ſowie den Sekretär Karl Schäfer in
Mainz und den Bureauaſſiſtenten Wilhelm Reimund
in Darmſtadt zu Sekretären bei dem
Oberverſicherungs=
amt in Darmſtadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an.
* Von der Landes=Univerſität. Se. Königl. Hoheit
der Großherzog haben den ordentlichen Profeſſor in
der philoſophiſchen Fakultät der Landesunioerſität für
das Fach des Sanskrit und der vergleichenden
indo=
germaniſchen Sprachwiſſenſchaft Dr. Alois Walde in
Gießen auf ſein Nachſuchen aus dem Staatsdienſt
ent=
laſſen und den außerordentlichen Profeſſor für klaſſiſche
Philologie an der Univerſität Straßburg Dr. Richard
Laqueur zum ordentlichen Profeſſor für das Fach
der alten Geſchichte in der philoſophiſchen Fakultät der
Landesuniverſität Gießen ernannt, beide mit Wirkung
vom 1. Oktober 1912 an.
* Verſetzt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Bezirkskaſſier der Bezirkskaſſe Nieder=Olm,
Rendanten Georg Hanſtein zu Nieder=Olm, vom
1. Oktober d. J. ab in gleicher Dienſteigenſchaft an die
Bezirkskaſſe Mainz II, ferner wurde verſetzt der
Pfand=
meiſter Georg Fey zu Dieburg vom Tage des
Dienſt=
antritts ſeines Nachfolgers an in gleicher Dienſteigen=
ſchaft in den Beitreibungsbezirk Darmſtadt II und der
Pfandmeiſter Wilhelm Wagner zu Alsfeld in den
Beitreibungsbezirk Darmſtadt III.
In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Oberlandesgerichtsrat
bei dem Oberlandesgericht Darmſtadt Otto Jung mit
Wirkung vom 1. Oktober 1912, ferner den
Hochbauauf=
ſeher bei dem Hochbauamt Darmſtadt Ludwig Schwarz
zu Darmſtadt mit Wirkung vom 3. Oktober d. Js. an
und ihm aus dieſem Anlaß die Krone zum Silbernen
Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen, den Hochbauaufſeher bei dem Hochbauamt
Bensheim Konrad Freymann zu Bensheim mit
Wirkung vom 1. Oktober d. Js. und ihm aus dieſem
Anlaß die Krone zum Silbernen Kreuz des
Verdienſt=
ordens Philipps des Großmütigen verliehen, ſämtlich
uf Anſuchen unter Anerkennung ihrer langjährigen
reuen Dienſte, ferner wurde in den Ruheſtand verſetzt
der Bahnwärter in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft Johannes Müller zu Darmſtadt vom
1. Ottober d. Js. an.
g. Schwurgericht. In der geſtrigen Sitzung des
Schwurgerichts wurde wegen Mordverſuchs gegen
den 23jährigen Arbeiter Emil Wandres aus Lahr in
Baden, zuletzt in Mühlheim, verhandelt. Der Angeklagte
iſt beſchuldigt, am 25. Juli in Mühlheim verſucht zu
haben, den Vorarbeiter Ernſt Duvrier zu erſchießen.
An=
klagevertreter iſt Staatsanwalt Schreiber, Verteidiger
Juſtizrat Hallwachs. Wandres, der bis jetzt nur
ge=
ringfügige Vorſtrafen erlitten hat, erhielt am 5. Mai in
den Mühlheimer Farbwerken Arbeit. Hier will er nun
fortwährend von dem Vorarbeiter Duvrier ſchikaniert
worden ſein. Am 23. Juli erhielt er von D. den Auftrag,
mit einem zweiten Arbeiter eine Arbeit noch bis zum
Abend auszuführen. Da er dieſen nicht auffinden konnte,
verzögerte ſich die Arbeit. Aus dieſem Grunde wurde W.
entlaſſen. Er verſuchte nun am 24. Juli eine neue
Arbeits=
ſtelle zu finden, was ihm jedoch nicht gelang. Dadurch
wurde ſein Haß gegen Duvrier immer größer und er
faßte den Entſchluß, ihm eins auszuwiſchen. Er kaufte
ſich für ſein letztes Geld einen Revolver für 9 Mark und
wartete an einer Straßenkreuzung, wo er wußte, daß D.
vorüberkommen mußte, wenn er mittags mit ſeinem Rad
nach Hauſe fuhr. Als Duvrier an ihm vorüberfuhr, rief
er ihm das Wort „Leuteſchinder” nach, wartete bis D., der
ſich auf den Zuruf nach dem Angeklagten umgewendet
hatte, wieder weiterfuhr und feuerte dann zwei Schüſſe
auf ihn ab. Beim dritten Schuß verſagte ſein Revolver.
Er rannte nun auf den vom Rade geſtiegenen D. zu und
ſchoß noch zweimal. Alle vier Schuſſe hatten niemanden
verletzt. Inzwiſchen waren Paſſanten auf das Schießen
aufmerkſam geworden und dem Wandres nachgeeilt. Als
dies W. bemerkte, zielte er auch auf ſeine Verfolger; der
Revolver verſagte jedoch glücklicherweiſe. W. konnte ſich
der Verfolgung entziehen, ſtellte ſich jedoch bald darauf
ſelbſt der Polizei. Hier und auch bei ſpäteren
Vernehm=
ungen hatte der Angeklagte zugegeben, daß er die Abſicht
gehabt habe, den Duvrier zu erſchießen. In der geſtrigen
Verhandlung hält er dieſes Geſtändnis nicht mehr
auf=
recht, ſondern ſagt, er wollte dem D. nur eins auswiſchen,
weil er ihn ſo ſchikaniert habe. Was er unter dieſem
Aus=
druck verſtehe, kann er nicht angeben. Er habe ſich das
auch gar nicht recht überlegt. Gezielt habe er bei dem
Schießen nicht, ſonſt hätte er ſicher getroffen. Von
Zeu=
gen wird jedoch bekundet, daß der Angeklagte beim
Schie=
ßen merklich gezielt habe; er habe hierbei ſogar die rechte
Hand mit der linken unterſtützt. Auch wird bekundet, daß
Duvrier den Angeklagten in keiner Weiſe ſchikaniert habe
Der Sachverſtändige gibt an, daß der Revolver eine gute
Durchſchlagskraft habe, nur müſſe man je nach der
Ent=
fernung ziemlich weit unter das Ziel halten. Dieſem
Um=
ſtande iſt es wohl auch zuzuſchreiben, daß kein einziger
Schuß getroffen hat.
Den Geſchworenen wurden die Fragen nach
Mord=
verſuch, Totſchlagsverſuch, ſowie bei Bejahung letzterer
Frage die Frage nach mildernden Umſtänden vorgelegt.
Die Geſchworenen bejahten die Schuldfrage nach
Mord=
verſuch. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu
4 Jahren Zuchthaus. Von der Unterſuchungshaft
wurden ihm 6 Wochen angerechnet.
Vom Großh. Hoftheater. Heute wird Molnars
Luſtſpiel „Der Gardeoffizier” als 16.
Abonne=
mentsvorſtellung, Buchſt. C 4, zum zweitenmal
wieder=
holt. Auch dieſe Vorſtellung beginnt um 7½ Uhr. Für
Samstag iſt Eugen d’Alberts tragiſche Oper „
Tief=
land” in einigen Hauptpartien neu beſetzt, als 17.
Abrmnementsvorſtellung, Buchſt. B 5, angeſetzt. Der
Sonntag bringt Offenbachs burleske Operette. „Die
ſchöne Helena‟. Es iſt ein eigenartiger Zufall,
daß im Laufe dieſer Woche zwei Vertonungen des
grie=
chiſchen Sagenkreiſes in Szene gehen, die bei aller
Ver=
ſchiedenheit der Manier doch die Hauptfiguren
gemein=
ſam haben. Die Operette, die hier ſeit 42 Jahren nicht
mehr gehört wurde, iſt tertlich moderniſiert und hat in
den letzten Monaten vom Münchener Künſtlertheater aus
ihren Siegeszug über alle großen deutſchen Bühnen
an=
getreten. In dieſer Vorſtellung wird zum erſhenmal
Kapellmeiſter Kleiber am Dirigentenpult erſcheinen.
* Alice=Frauen=Verein. Der im Jahre 1867 von der
nachmaligen Großherzogin Alice von Heſſen gegründete
Alice=Frauen=Verein für Krankenpflege vom Roten Kreuz
Exzentriſche Klubs in London.
** Vor kurzem iſt in London das neue prächtige Haus
des vor ſechs Jahren gegründeten nationalen Klubs
der Taubſtummen auf der Eaſtern Road feierlich
eröffnet worden; in der kurzen Zeit ſeines Beſtehens war
die Mitgliederzahl dieſes eigenartigen Klubs, in deſſen
Hallen nie ein Wort geſprochen wird, ſo gewaltig
ge=
wachſen, daß die Schaffung eines neuen eigenen
Klub=
hauſes eine Notwendigkeit geworden war. Bei dieſer
Ge=
legenheit wird es intereſſieren, von einigen anderen nicht
weniger ſonderbaren Klubunternehmungen zu hören, die
in London beſtehen oder beſtanden haben.
Eine der jüngſten und erfolgreichſten Gründungen iſt
der „Nobodies=Club” der in der South Molton
Street tagt; hier beherrſchten philanthropiſche Ideen die
Gründung; der Klub nimmt alle Leute auf, die in London
ohne Anſchluß ſind und an der Einſamkeit leiden. Er iſt
in dieſer Beziehung der gaſtlichſte Klub Englands, erhebt
kein Eintrittsgeld, und beanſprucht eine Sonderſtellung,
weil er auch Frauen aufnimmt. Das Unternehmen hat
ſich in kurzer Zeit über Erwarten günſtig entwickelt, heute
iſt der „Nobodies=Club” eine willkommene Heimſtätte für
Kinder aller Zonen und die bisherigen Erfahrungen haben
den Plan erſtehen laſſen, nicht nur in England, ſondern
auch in allen Ländern Ortsgruppen zu begründen, in denen
die Angehörigen aller Nationen und aller Stände einander
zwanglos geſellſchaftlich nahe treten können. Aber dieſe
Gründung feſſelt nur durch ihren Erfolg und ihre Neuheit
das Intereſſe; das Klubleben Londons beſitzt auch heute
noch eine Reihe wunderlicher Organiſationen, die
Kurioſi=
tätswert beanſpruchen dürfen. In den nächſten Wochen
wird in London ein neuer ſeltſamer Frauenklub eröffnet
werden, eine Nachbildung des New=Yorker „Clubs der
ſchwarzen Erbſe”; aufgenommen werden nur
un=
verheiratete Damen, die Maximalzahl der Mitglieder iſt
40, das Eintrittsgeld beträgt 200 Mark und nur einmal
im Jahre wird eine Sitzung abgehalten. Dabei erſcheint
auf dem Tiſche ein Kaſten mit 39 weißen und einer
ſchwarzen Bohne. Die Mitglieder ziehen; wer die ſchwarze
Bohne erhält, verpflichtet ſich, im folgenden Jahre zu
hei=
raten, die übrigen dagegen geloben. bis zur nächſten
Sitzung unbemannt zu bleiben. Der Klub aber übernimmt
die Koſten der Hochzeitsfeier für das heiratende Mitglied.
Immerhin greifen hier die Klubregeln in das praktiſche
Leben ein; ganz platoniſch dagegen iſt der „Sighing=Club”
der Seufzer=Klub; den Mitgliedern dieſes
abſon=
derlichen Vereins iſt die Liebe einziger Lebenszweck, alle
banalen Geſpräche ſind verboten, man iſt verpflichtet, in
gewiſſen Zwiſchenräumen Gedichte zu machen und im
Klubleben herrſcht die Vorſchrift, daß im Geſpräch, bei
Anrede und Antwort nur gewählte lyriſche Formen
ge=
braucht werden dürfen. Aber der Seufzer=Klub, der noch
vor einigen Jahren viele Anhänger zählte, iſt auf dem
Wege der Auflöſung. Er wird das Schickſal des Ghoſt=
Clubs teilen, der vor einigen Jahren monatlich in einem
faſhionablen Reſtaurant des Londorſer Weſtends tagte
und namhafte Gelehrte, Juriſten, Chirurgen zu ſeinen
Mit=
gliedern zählte. Man ſprach über okkultiſtiſche Dinge,
ver=
anſtaltete auch ſpiritiſtiſche Seancen, aber das Ende kam
ſchließlich doch. Einige Mitglicder, ſo berichtet Mar=
querite Coleman in der Revue, unternahmen eine
Welt=
reiſe, um ſich von ihren beängſtigenden Ideen zu befreien;
und als die heimkehrten, hatten ſie einen neuen Klub ge=, den No Neſe=Club, den Klub der Naſenloſen,
Päſident wurde ein Aegypter mit platter Naſe, die Mits
zlieder hatten ihre neuraſtheniſchen Einbildungen verloren,
man feierte Feſte und war ſeelenvergnügt. Das erbitterte
einen bekannten Herrn der Geſellſchaft, dem die Natur
eine beſonders ſtattliche Naſe verliehen hatte; und er
gründete daraufhin ſofort einen Noſe=Club, einen Naſen=
Klub, deſſen Mitglieder ſich durch ſtattlich entwickelte
Riechorgane auszeichneten. Der Klub beſteht noch heute
und hat viele Anhänger. Aber noch merkwürdiger iſt ſicher
der Surly=Club, der Klub der Grobiane, der ſich
wöchentlich in der Nähe des Fiſchmarktes von
Billings=
gate verſammelt. Dieſer ſonderliche Verein pflegt die
Grobheit und alle Mitglieder ſind verpflichtet, einander
ſo viel und ſo grob als möglich zu beſchimpfen. Wer aus
Verſehen höflich iſt, zahlt Strafe und wird im
Wieder=
holungsfalle ausgeſchloſſen. Die Verſammlungen dieſer
Grobiane ſind freilich nichts für zarte Ohren, dafür aber
ſehr amüſant und komiſch; und Sprachforſcher könnten hier
manche wunderliche Wendung hören. Friedlicher geht es
im Humdrum=Club zu im Klub der Mißvergnügten.
Die Mitglieder offenbaren ihre ſchlechte Laune durch das
trengſte Schweigen. Sie kommen zuſammen, eſitzünden
ihre Pfeife, ſitzen da und ſtarren trübſelig vor ſich hin, und
um Mitternacht verabſchiedet man ſich dann mit einem
möglichſt mißvergnügten Gute Nacht bis zur nächſten
Wochenſitzung.
(Protektor: Seine Königliche Hoheit Großherzog Ernſt
Ludwig; Präſidentin: Ihre Großh. Hoheit Frau
Prin=
zeſſin Ludwig von Battenberg, Prinzeſſin Viktoria von
Heſſen, z. Zt. vertreten durch Ihre Konigliche Hoheit die
Großherzogin Eleonore von Heſſen und bei Rhein) hat die
Aufgabe, im Kriege im Zufammenwirken mit dem
Heſſi=
ſchen Landesverein vom Roten Kreuz die
Militärverwalt=
ung in der Fürſorge für die im Felde Verwundeten und
Erkrankten zu unterſtützen, im Frieden dieſe Hilfstätigkeit
vorzubereiten und überhaupt zur Förderung einer
zweck=
mäßigen Krankenpflege in Friedenszeiten, insbeſondere im
Großherzogtum Heſſen mit Rat und Tat beizutragen.
Zur Erfüllung dieſer ſatzungsgemäßen Aufgaben bildet
der Alice=Frauen=Verein Berufskrankenpflegerinnen für
Kriegs= und Friedenszeiten aus und verwendet dieſe im
Frieden zur Ausübung der Krankenpflege iim
Mutter=
haus (dem Alice=Hoſpital zu Darmſtadt) und in anderen
Krankenhäuſern, ſowie außerhalb von ſolchen (in der
ſogenannten Privatkrankenpflege), indem er ſie dem
Staate, Kreiſen und Gemeinden, kirchlichen Verbänden,
freien Krankenpflegevereinen uſw. zur Verfügung ſtellt.
Außer im Alice=Hoſpital zu Darmſtadt wird der
Kranken=
pflegedienſt von Schweſtern des Alice=Frauen=Vereins
zurzeit verſehen: in der Mediziniſchen Klinik und der
Frauen=Klinik der Landesuniverſität Gießen, im
Kreis=
krankenhaus zu Alzey, im Kreiskrankenhaus zu Alsfeld
im Stadt=Krankenhaus zu Bad=Nauheim, in der
Lungen=
heilanſtalt der Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum
Heſſen „Eleonorenheilſtätte” bei Winterkaſten. Ferner
ſind noch an 14 verſchiedenen Orten des Großherzogtums
Alice=Schweſtern in der Privat= und
Gemeindekranken=
pflege tätig. Der Alice=Frauen=Verein iſt Mitglied des
Verbands der Deutſchen Frauen= Hilfs= und
Pflegever=
eine unter dem Roten Kreuz und des Verbands Deutſcher
Krankenpflegeanſtalten vom Roten Kreuz und ſorgt für
ſeine Schweſtern in geſunden und kranken Tagen in
aus=
kömmlicher Weiſe durch Gewährung freien Unterhalts und
eines mit den Dienſtjahren ſteigenden Gehalts, eines
all=
jährlichen 4wöchentlichen Erholungsurlanbes, ferner
ärzi=
licher Behandlung und Verpflegung während der
Erkrank=
ung und einer angemeſſenen Alters= und
Dienſtunfähig=
keitsverſorgung. Die Probezeit und Ausbildungszeit
der Schweſtern beträgt in der Regel mindeſtens ein Jahr.
Am Schluſſe derſelben müſſen ſie eine wiſſenſchaftliche und
techniſche Prüfung ablegen und werden dann als Rote=
Kreuz=Schweſtern im Dienſte des Vereins lebenslänglich
angeſtellt. Vorausſetzung für die Aufnahme in die
Schweſternſchaft, welche von der Vorſteherin des Alice=
Hoſpitals als Oberin geleitet wird, bildet völlige
Unbe=
ſcholtenheit, völlige geiſtige und körperliche Geſundheit,
ausreichende Bildung des Verſtands und Gemüts und ein
Lebensalter von nicht über 35 Jahren. Die Ausbildung
erfolgt unentgeltlich unter Gewährung von freier
Wohn=
ung und Verköſtigung im Mutterhaus, ſowie einer
ent=
ſprechenden Vergütung. Dem Alice=Frauenverein gehören
zurzeit 89 Pflegerinnen an. Da jedoch fortwährend an
den Verein Geſuche um Ueberlaſſung von Schweſtern
ge=
richtet werden, denen nicht entſprochen werden kann, da
über ſämtliche Schweſtern bereits verfügt iſt, können noch
weitere Lehrſchweſtern angenommen werden. Frauen und
Jungfrauen, welche ſich dem hohen und edlen Berufe der
Krankenpflege widmen wollen, ſeien hierauf hingewieſen.
Nähere Auskunft erteilt die Vorſteherin des Alice=
Hoſ=
pitals zu Darmſtadt.
* Das Wahlrecht zur Handwerkskammer Die
Hand=
werkskammer ſchreibt uns: In den letzten Tagen
beſchäf=
tigt man ſich mehr in Handwerkerkreiſen mit dieſer Frage,
denn aus dem Jahresbericht der Handwerkskammer
Darmſtadt will man mit aller Gewalt herausleſen, daß
das Wahlrecht der Gewerbevereine gefährdet ſei, obwohl
die Handwerkskammer in ihrem Bericht ausdrücklich das
Wahlrecht auch für die Gewerbevereine fordert, ſogar noch
mit einer Erweiterung gegen die bisherigen
Beſtimmun=
gen der Gewerbeordnung. Wenn nun die Gefährdung
des Wahlrechts etwa aus den allgemeinen Darlegungen
im Bericht, daß die reichsgeſetzliche Organiſation nur
Innungen pp. kenne, geſchloſſen werden ſollte, und man
die Forderung der Kammer — das Wahlrecht der
Ge=
werbevereine — im Jahresbericht überſieht, ſo kann die
Gefährdung doch nur von denjenigen herausgeleſen
wer=
den, die mit einer gewiſſen Voreingenommenheit den
Jahresbericht geleſen haben. Auch die Anſicht, daß die
Kammer ihren grundſätzlichen Standpunkt abſichtlich in
dieſer Schärfe dargelegt habe, kann nicht geteilt werden,
da hierfür jede Veranlaſſung fehlt, wie auch insbeſondere
nicht erſichtlich iſt, warum nicht alle deutſchen
Handwerks=
kammern auf dem Standpunkt der Darmſtädter Kammer
ſtehen ſollten, nachdem der Handwerks= und
Gewerbe=
kammertag in ſeiner Denkſchrift an den Reichstag vom
1. März 1912 ausführlich die Wahlen zur
Handwerks=
kammer behandelt hat, und darin den gleichen
Stand=
punkt einnimmt, wie er in dem Jahresbericht der
Darm=
ſtädter Kammer zum Ausdruck gebracht worden iſt.
C. 80. Geburtstag. Herr Geh. Oberrechnungsrat Dr.
Siebert feiert heute in voller Rüſtigkeit ſeinen
acht=
zigſten Geburtstag.
* Doppeljubiläum. Herr Friſeur Friedrich
Mül=
ler und Frau, Wilhelminenplatz, feiern am Sonntag,
den 29. September, das Feſt der ſilbernen Hochzeit und
zugleich 25jähriges Geſchäftsjubiläum.,
* Zum Jubiläum der Darmſtädter Volksbank. Die
Darmſtädter Volksbank begeht demnächſt die Feier ihres
fünfzigjährigen Beſtehens als eine auf Schulze=
Delitzſch’ſchen Grundſätzen ruhende Genoſſenſchaft. Aus
die=
ſem Anlaß wurde eine Denkſchrift herausgegeben, die
eine eingehende Schilderung des Werdeganges der
Volks=
bank, ihre Begründung und ſtetige Weiterentwickelung
enthält. Der Denkſchrift ſei folgendes entnommen: Als
Vorgänger der heutigen Bank wurde im Jahre 1853 ein
Darlehn=Verein für Darmſtadt und Beſſungen gegründet.
Er begann am 10. Februar 1853 ſeine Geſchäftstätigkeit.
Das Kapital für den Betrieb wurde durch Ausgabe von
Aktien zu 5 Gulden aufgebracht. Von der umfangreichen
und ſegensreichen Tätigkeit des Vereins zeugt eine
Be=
kanntmachung im „Frage= und Anzeigeblatt” vom 6.
Ok=
tober 1860, nach der der Verein bis zum Schluſſe des
Jahres 1859 850 Darlehen im Betrage von 70000 fl.
ge=
geben hat, und daß bei dieſer Summe nur ein einziger
Verluſt von 100 fl. entſtanden iſt, ein Beweis von der
Not=
wendigkeit einer derartigen Kaſſe und zugleich ein
Be=
weis von der Tüchtigkeit der leitenden Perſönlichkeiten.
Die Anzahl der ausgegebenen Aktien ſcheint ſich auf 1350
Stück belaufen zu haben. Die Einrichtungen des
Dar=
lehn=Vereins wurde jedoch zuletzt ſo wenig benutzt, daß mam
ernſtlich an eine Umgeſtaltung gehen mußte, und ſo wurde
denn auch in der am 14. Auguſt 1862 abgehaltenen
Generalverſammlung einſtimmig beſchloſſen, den
Darlehn=Verein umzuwandeln in eine auf Schulze=
Delitzſch’ſchen Grundſätzen ruhende Genoſſenſchaft unter
dem Namen „Vorſchuß=Verein für Darmſtadt‟. Die neue
Genoſſenſchaft begann ihre Tätigkeit am 15. September
1862. Der Monatsbeitrag der Mitglieder betrug im erſten
Jahre für die erſten zwei Monate je 3 fl. und für die
weiteren 10 Monate je 2 fl., in den zwei folgenden
Jah=
ren 1 fl. Die Anzahl der Mitglieder bei Gründung des
Vereins belief ſich auf 46. Im Jahre 1870 traf der
Ver=
ein Vorbereitungen zur Abänderung der Statuten und
Stellung des Vereins unter das am 4. Auguſt 1869 vom
heſſiſchen Landtag beſchloſſene
Genoſſenſchafts=
geſetz. In der Generalverſammlung vom 8. Auguſt
1870 wurde die Firma des Vereins in Darmſtädter
Volksbank (Eingetragene Genoſſenſchaft) abgeändert
und 1889 erhielt die Firma den durch das Geſetz
vorge=
ſchriebenen Zuſatz „Eingetragene Genoſſenſchaft mit
un=
beſchränkter Haftpflicht”. 1898 wurde nach entſprechenden
Statutenänderungen die beſchränkte Haftpflicht beſchloſſen
mit Wirkung vom 1. Juni 1900. Dieſe Aenderung hatte
den günſtigſten Einfluß auf die Ausdehnung der geſamten
Vereinsgeſchäfte, ſo daß die Volksbank heute einen nicht
zu überſehenden Faktor in dem Wirtſchaftsleben
Darm=
ſtadts darſtellt. — Intereſſante Betrachtungen ermöglichen
die der Denkſchrift angefügten Verzeichniſſe von
ehemali=
gen und jetzigen Vorſtands= und Aufſichtsratsmitgliedern,
der Gründer des Vorſchuß=Vereins, ſowie der Perſonen,
die mehr als 30 Jahre Mitglied der Genoſſenſchaft ſind.
Eine Anzahl Tabellen veranſchaulicht die Entwickelung
der geſchäftlichen Tätigkeit und der geſamten
Finanzgebah=
ung in den vergangenen fünfzig Jahren.
Sz. Heſſiſcher Polizei= und Schutzhundeverein,
Sitz Darmſtadt. Die letzten Vorbereitungen zu der
am 28. und 29. September ſtattfindenden erſten großen
öffentlichen Polizei= und Schutzhunde=
Haupt=
prüfung ſind nunmehr getroffen. Das Programm
wickelt ſich wie folgt ab: Freitag, den 27. September,
abends: Vortrag im Saale des Reſtaurants Schützenhof,
gehalten vom erſten Vereinsvorſitzenden, Polizeikom=
miſſär Lindemann. Samstag, den 28. September,
vormittags: Naſenarbeiten der Polizei= und Schutzhunde
im Gelände des alten Schießhauſes an der Nieder=
Ramſtädterſtraße, nachmittags: Waſſerarbeiten am
Steinbrückerteich, Oberwaldhaus. Sonntag, den 29.
Sep=
tember, vormittags: Beginn der Gehorſamsübungen und
Mannarbeit der Polizeihunde, abends Preisverteilung
im Schützenhof, daran anſchließend Stiftungsfeſt mit
Konzert, Tanz und Tombola. Außerdem Verloſung
eines reinraſſigen Junghundes (Dobermann=Pinſcher).
Es ſind insgeſamt 26 Anmeldungen erfolgt, darunter
erſtklaſſige Konkurrenten aus Leipzig, Frankfurt a. M.,
Offenbach, Wetzlar und der näheren Umgebung
Darm=
ſtadts; am ſtärkſten vertreten iſt der deutſche
Schäfer=
hund. Prüfungsleiter iſt Herr Revier=Polizeikommiſſär
Lindemann, Preisrichter die Herren Polizeirat
Krämer, Darmſtadt, Redakteur Dörr Frankfurt
a. M., Schutzmann Stein, Offenbach. (Näheres ſiehe
Anzeige in dieſer Nummer, ſowie Plakate.)
— Chriſtlicher Verein junger Männer Darmſtadt,
Riegerplatz 3. Der Verein gedenkt am Sonntag, den
29. September, ſein 25jähriges
Vereinsjubi=
läum zu feiern. Er ladet zu dieſer Feier alle Kreiſe
unſerer Stadt ein, um vor der breiteſten Oeffentlichkeit
einen Ueberblick von ſeinem Wirken unter der Jugend
unſerer Stadt zu geben. Die Feſtfeier wird durch einen
Feſtgottesdienſt in der Martinskirche vormittags
einge=
leitet, wobei Herr Bundesdirektor Meyer aus Barmen
die Feſtpredigt halten wird. Am Nachmittag
findet für die Vereinsmitglieder und auswärtigen Gäſte
eine Feier im engeren Kreiſe in den Vereinsräumen
Riegerplatz 3 ſtatt. Abends wird im Kaiſerſaale eine
größere Feier ſtattfinden, welche jedermann Gelegenheit
geben wird, den Verein und ſeine Arbeit kennen zu
lernen. Es werden bei dieſer Gelegenheit Herr Paſtor
Meyer=Barmen, Herr Generalſekretär Elſäſſer=Stuttgart,
Herr Bundesſekretär Pads, Herr Lehrer Spamer u. a.
reden, daneben wird die Feier von Geſang,
Muſikvor=
trägen und Deklamationen umrahmt ſein. Bei dem
heutigen Kampf um die Jugend ſei jedermann, dem das
Wohl und Wehe derſelben am Herzen liegt, auf dieſe
wichtige Arbeit in unſerer Stadt aufmerkſam gemacht
und zu dieſer Feſtfeier eingeladen. Ueber die
abge=
laufenen 25 Vereinsjahre gibt eine Feſtſchrift einen
guten Ueberblick; dieſelbe iſt bei den Vereinsmitgliedern
und dem Verkehrsbureau zu haben und kann jedermann
empfohlen werden.
** Katholiſcher Geſellenverein. Die Vorbereitungen
zum 55jährigen Stiftungsfeſt und 25jährigen
Hausjubiläum ſind beendet. Der große geſchmackvoll
hergeſtellte Saal und die neue Bühne geben einen
paſſen=
den Rahmen für das ſehr ſorgfältig zuſammengeſtellte
Programm zur Feſtfeier. Erwähnt ſei aus dem
Pro=
gramm beſonders die Feſtrede des Herrn Pfarrers Eich=
Obertshauſen. Der unterhaltende Teil beſteht aus
Konzert, das von einer Abteilung der Pionierkapelle
aus=
geführt wird, aus gemeinſchaftlichen Liedern und zwei
köſtlichen Luſtſpielen von Heinrich Houben, „Das
Bur=
gunder Bankett” und „Onkel Oelmanns Erben”.
Mit=
glieder und Ehrenmitglieder, Freunde und Gönner des
Vereins nebſt ihren Angehörigen, ſowie alle Mitglieder
der Gemeinde ſind herzlich willkommen. (Näh. ſ. Anzeige!)
C Das neue Gemeindeumlagegeſetz vom 8. Juli 1911,
amtliche Handausgabe mit Erläuterungen und Anlagen,
bearbeitet von Geheimerat Dr. Becker iſt ſoeben im
Großh. Staatsverlag erſchienen. Das neue
Gemeindeum=
lagegeſetz, nach deſſen Grundſätzen die Gemeindeſteuern
zum erſtenmal für das Steuerjahr 1913 zu veranlagen
ſind, ſtellt, ſo heißt es in dem „Vorwort” den Behörden
wie der Bevölkerung gleich ſchwierige Aufgaben. Den
Be=
hörden wird die Erledigung der ihnen zufallenden
großen Arbeit erleichtert durch eine ausführliche
miniſteri=
elle Dienſtanweiſung zum Geſetz, die deſſen Vorſchriften
ſachlich erläutert und zugleich die erforderliche Anleitung
für die formelle Steuerveranlagung gibt. Den
Steuer=
pflichtigen vor allem und den an der Steuerveranlagung
ſelbſt nicht unmittelbar beteiligten, an ihrem Ergebnis
aber ſehr ſtark intereſſierten Gemeinde= und ſonſtigen
Be=
hörden will die vorliegende Handausgabe des Geſetzes
und der dazu bisher ergangenen Verordnungen dienen;
ſie ſucht durch kurze Erläuterungen die einzelnen
Vor=
ſchriften nach Wortlaut, Abſicht und Tragweite, ſowie in
ihrem Zuſammenhang zu einander klar zu ſtellen, und ſo
ihre praktiſche Anwendung zu fördern. Nicht einen
Fenilleton.
* Bilderſchmuck für Eiſenbahnabteile. Der Bund
deutſcher Verkehrsvereine will es jetzt unternehmen, die
Schönheiten deutſcher Städte und Landſchaften in
künſt=
leriſcher Weiſe der breiten Oeffentlichkeit vor die Augen
zu führen. Er hat ſich zu dieſem Zweck mit der
preußi=
ſchen Eiſenbahnverwaltung in Verbindung geſetzt, die
wie ſchon kurz erwähnt, in den D= und Eilzugwagen
Rah=
men für die Bilder anbringen läßt. Der Bund
veröffent=
licht nun ein Ausſchreiben zur Erlangung geeigneter
Entwürfe in Gemeinſchaft mit der königlichen Akademie
für graphiſche Künſte und Buchgewerbe und dem
Voigt=
länderſchen Verlag in Leipzig. An dem vorliegenden
Preis=
ausſchreiben ſind bisher folgende Orte mit zuſammen
58 Bildern beteiligt: Bielefeld, Binz a. Rügen, Bremen,
Breslau, Danzig, Düſſeldorf, Elberfeld, Erfurt, Grafſchaft
Glatz, Göttingen, Gummersbach, Heidelberg, Kaſſel, Köln,
Leipzig, Lübeck, Magdeburg, Mainz, Mannhzim,
Mar=
burg a. d. Lahn, Bad Oeynhauſen, Osnabrück, Potsdam
Schwerin, Solbad Segeberg, Stettin, Trier Weſterland,
Bad Wildungen, Zeitz, Zoppot und vier Marinebilder.
Außerdem beteiligen ſich außerhalb des Wettbewerbs
Flensburg, Hamburg, Halberſtadt, Weimar und Elſaß=
Lothringen mit zuſammen 16 Bildern. Zur
Vervielfäl=
tigungsart iſt die Lithographie beſtimmt.
Preisrich=
ter ſind unter anderen Prof. Franz Hein, Prof. Horſt=
Schulze, Geheimrat Prof. Max Klinger, Direktor Prof.
Max Seliger.
C) Was Kaiſerin Eugenie zu der heutigen Mode ſagt.
Die Witwe Napoleons, die Exkaiſerin Eugenie, hat zwar
ſeit den Tagen, da ihr Gatte dahinſchied, die
Trauerklei=
dung nicht mehr abgelegt, aber trotz ihres zurückgezogenen
Lebens intereſſiert ſie ſich doch für die wunderlichen
Wand=
lungen der Mode und beobachtet lächelnd den bunten
Jahrmarkt moderner Frauenkleidung. Bei ihrem letzten
Aufenthalt in Paris bat ſie, ſo erzählt der Cri de Paris,
eine ihrer älteſten treueſten Freundinnen, die Gräfin P.,
doch eine Geſellſchaft zu geben und ihre eleganteſten
Freun=
dinnen dazu zu laden, denn die Exkaiſerin hätte gerne
die neueſten Schöpfungen der Pariſer Mode an ihren
Trägerinnen kennen gelernt. Der Gedanke vor der
frühe=
ren Kaiſerin Frankreichs erſcheinen zu können, übte auf
die geladenen Damen naturgemäß ihre Wirkung; ſie
leg=
ten ihre prächtigſten und entzückendſten Toiletten an und
die Kaiſerin ſah ihren Wunſch erfüllt: vor ihren Augen
vollzog ſich wirklich eine einzigartige Parade moderner
Mode und moderner Eleganz. Die Kaiſerin war entzückt,
ſie wurde nicht müde, die koſtbaren und originellen Schöpf
ungen der Modekünſtler zu bewundern, ließ ſich alle
Ein=
zelheiten der Roben erklären und meinte lächelnd: „Ja,
Eure Schneider ſind wirklich Künſtler; wenn wir zu
meinen Zeiten ſo gekleidet geweſen wären, was hätte
Frankreich getan, welche Feſte hätte ich gegeben!‟ Dann
aber betrachtete ſie auch die praktiſche Seite der
Ange=
legenheit und erkundigte ſich nach den Preiſen dieſer
Mei=
ſterwerke der Schneiderkunſt. Als die Summen genannt
wurden, wollte die Kaiſerin ihren Ohren nicht mehr
trauen. „Aber das iſt ja furchtbar,” rief ſie ganz entſetzt.
„Als ich noch auf dem Throne war, habe ich meiner
Schnei=
derin, der Roger, für keines jener Kleider, deren Pracht
man mir ſo oft vorwarf, mehr als 600 Francs bezahlt.
Wenn ich ſo viel für eine Robe angelegt hätte, wie ſie
heute bezahlt wird, dann wäre ich bald am Ende meiner
Weisheit geweſen. . .
— Wie Kant zu Bett ging. Ueber Kant, den großen
Lehrer der Menſchheit, hat man lange Zeit Kant den
Men=
ſchen vergeſſen, deſſen Leben doch an eigentümlichen, bei
aller humoriſtiſchen Schrullenhaftigkeit ſtets intereſſanten
Zügen reich iſt. Uns die Perſönlichkeit dieſes ehrwürdigen
Sonderlings nahe zu bringen, verſucht nun ein in der
deutſchen Bibliothek von Dr. Groß herausgegebener
Neu=
druck der drei zeitgenöſſiſchen Biographien Kants, die die
Hauptquelle für unſer Wiſſen von ihm ſind. Der
Königs=
berger Philoſoph hatte jede Einzelheit ſeines täglichen
Lebens nach beſtimmten Maximen geordnet, an denen er
mit unverbrüchlicher Energie feſthielt. Auch dabei ließ er
ſeine Beobachtungs= und Kombinationsgabe walten und
hatte ſeine eigene genau ausſtudierte Methode für Dinge,
bei denen ſich der gewöhnliche Menſch nichts denkt. So
war ſeine Art des Zubettegehens ſehr ingeniös wie uns
ſein intimer jüngerer Freund, der Diakonus Waſianski,
berichtet: „Ohne ſeinen Bedienten kleidete er ſich in ſeinem
Schlafzimmer ganz allein aus, doch immer nur in der Art,
daß er in jedem Augenblicke, ohne verlegen zu werden,
oder bei ſeinem Aufſtehen andere verlegen zu machen,
er=
ſcheinen konnte. Dann legte er ſich auf ſeine Matratze und
hüllte ſich in eine Decke ein; im Sommer in eine
baum=
wollene, im Herbſt in eine wollene; beim Eintritt des
Winters bediente er ſich beider zuſammen und in der
ſtrengſten Kälte nahm er eine Federdecke von Eiderdaunen,
von welcher der Teil, der die Schultern bedeckte, nicht mit
Federn gefüllt war, ſondern aus einem Anſatz von dickem
wollenen Zeug beſtand Durch vieljährige Gewohnheit
hatte er eine beſondere Fertigkeit erlangt, ſich in die Decken
einzuhüllen. Beim Schlafengehen ſetzte er ſich erſt ins
Bett, ſchwang ſich mit Leichtigkeit hinein, zog den einen
Zipfel der Decke über die eine Schulter unter dem Rücken
durch bis zur anderen und durch eine beſondere
Geſchick=
lichkeit auch den anderen unter ſich, und dann weiter bis
auf den Leib. So emballiert und gleichſam wie ein Kokon
eingeſponnen, erwartete er den Schlaf. Oft pflegte er zu
ſeinen Tiſchfreunden zu ſagen: „Wenn ich mich ſo ins
Bett gelegt habe, ſo frage ich mich ſelbſt: „kann ein Menſch
geſunder ſein, als ich?” Im ſtrengſten Winter ſchlief er
im kalten Zimmer. Seine oben erwähnte Decke von
Eider=
daunen war alles, was ihn vor Froſt ſchützte. „Nach ſeiner
Ausſage wurden höchſtens fünf Minuten zu ſeiner völligen
Erwärmung erfordert. Wollte er im Finſtern aus irgend
einer Urſache ſein Schlafzimmer verlaſſen, welches öſters
geſchah, ſo diente ihm ein jeden Abend von neuem
ge=
zogenes Seil zum ſicheren Wegweiſer zu ſeinem Bette.
Sein Schlafzimmer war Sommer und Winter durch
fin=
ſter; bei Tage und bei Nacht waren die Fenſter durch
Läden geſchloſſen. Fünf Minuten vor fünf Uhr
mor=
gens, es mochte Sommer oder Winter ſein, trat ſein
Diener Lampe in die Stube mit dem ernſten militäriſchen
Zuruf: Es iſt Zeit! Unter keiner Bedingung, auch in
dem ſeltenen Fall einer ſchlafloſen Nacht, zögerte Kant
nur einen Augenblick, dem ſtrengen Kommando den
ſchnell=
ſten Gehorſam zu leiſten. Oft tat er bei Tiſche mit einer
Art von Stolz an ſeinen Diener die Frage: Lampe, hater
mich in dreißig Jahren nur an einem Morgen je zweimal
wecken dürfen? „Nein, hochedler Herr Profeſſor” war die
eſtimmte Antwort des ehemaligen Kriegers.”
C.K. Kino=Inſtruktionsſtunden in der Kaſerne. Die
franzöſiſche Heeresverwaltung hat den Beſchluß gefaßt,
den Kinematographen in den Dienſt der Ausbildung des
franzöſiſchen Soldaten zu ſtellen; in einer ganzen Reihe
von Regimentern ſind, wie die neue franzöſiſche
Kinemato=
graphen=Zeitung Le einéma mitteilt, Inſtruktionsſtunden
eingeführt, in denen der Kinematograph als Lehrer der
Taktik wirkt. Man will auf dieſem Wege ſowohl den
Mannſchaften als auch dem Unteroffizierkorps einen
Ein=
blick in das Weſen der militäriſchen Taktik geben, um ſo
die Truppen zum beſſeren Verſtändnis ihrer Aufgaben zu
erziehen. Es iſt eine bekannte Tatſache, daß im Manöver
der einzelne Soldat die Taktik im ſtrategiſchen
Zuſammen=
hang der Truppenbewegungen nicht erfaſſen kann.
In=
folgedeſſen ſind bei den letzten Manövern auch eine große
Anzahl Kinoaufnahmen gemacht worden, die fortan in
den Kaſernen vorgeführt werden.
förmlichen Kommentar, für den die Zeit wohl ſpäter
ein=
mal kommen mag, will die Handausgabe bieten; ſie erhebt.
vielmehr den viel beſcheideneren Anſpruch, in das
Ver=
ſtändnis des Geſetzes praktiſch einführen zu wollen, und
nach dieſer ihrer Abſicht mag ſie benutzt und gewertet
werden. — Das Büchlein enthält das vollſtändige Geſetz
mit Einleitung ꝛc. und in den Anlagen das Geſetz, die
Ablöſung der Steuerfreiheit einzelner
ge=
meindeſteuerfreier Grundſtücke betreffend, vom 8. Juli
1911, die Verordnung, den
gemeindeſteuerpflich=
tigen Wert der Waldungen betreffend, vom 11.
Mai 1912, Verordnung, Abſchätzung des gemeinen Wertes
der landwirtſchaftlich benutzten
Grund=
ſtücke für die Gemeindegrundſteuer betreffend, vom 9.
Dezember 1911, die Verordnung, den Ertragswert
landwirtſchaftlich benutzter Grundſtücke
betreffend, vom 3. Auguſt 1912 und die Verordnung, die
Gewerbeſcheine betreffend, vom 27. Juli 1912. —
Das Büchlein darf jedem Intereſſenten empfohlen werden.
C. Beſitzwechſel. Das Haus Karlſtraße 85, bisher
Frau Oberſt von Stockhauſen gehörig, iſt in den
Beſitz der Freiinnen von Bothmer übergegangen.
— Hohmanns Taſchenfahrplänchen iſt ſoeben in einem
Umſang von 64 Seiten mit Umſchlag erſchienen und in
den bekannten Verkaufsſtallen à 15 Pfg. erhältlich. Die
praktiſche überſichtliche Einteilung wird dem kleinen
Fahrplänchen immer weitere Freunde erwerben.
§ Ladendiebſtahl. Mittwoch nachmittag wurde einem
Bäckermeiſter in der Altſtadt aus der Ladenkaſſe das darin
befindliche Geld im Betrage von etwa 10 Mark geſtohlen.
Als Täter iſt ein 14 Jahre alter Arbeiter aus Oeſterreich
ermittelt und feſtgenommen worden.
S. Auerbach, 25. Sept. Bei der heute hier erfolgten
Bürgermeiſterwahl erhielt der bisherige
Polizeidiener Philipp Gölz II. 279
Stim=
men, der bisherige Bürgermeiſter Chr. Jakob Weigold
164 Stimmen. Erſterer iſt ſomit gewählt. 5 Stimmen
waren ungültig. Von 487 ſtimmberechtigten Wählern
machten nur 39 von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch.
g. Heppenheim, 26. Sept. Der Taglöhner Johannes
Franz von Viernheim, der am 19. September beim
Ar=
beiten an der Dreſchmaſchine mit dem rechten Arm in das
Getriebe der Maſchine geriet, iſt geſtern im Akademiſchen
Krankenhaus zu Heidelberg ſeinen Verletzungen
erlegen.
Offenbach, 26. Sept. Die Frage der Anſtellung eines
General=Vormundes für alle im Bereich der
Stadt Offenbach beſtehenden Vormundſchaften und
Pfleg=
ſchaften beſchäftigte den Stadtvorſtand ſchon ſeit
gerau=
mer Zeit. Die Stadtverordneten=Verſammlung hatte
ſeinerzeit die Statuten feſtgeſetzt, in denen als
General=
vormund ein Akademiker vorgeſehen wurde. Später
wurden dieſe dahin geändert, daß der Generalvormund
auch ein mittlerer Beamter ſein könne. Der
Verfaſ=
ſungsausſchuß hat ſich trotzdem in ſeiner geſtrigen
Sitz=
ung für die Anſtellung eines Akademikers als
General=
vormund ausgeſprochen. Die Perſonenfrage wird erſt
in einer der nächſten Sitzungen erledigt werden.
Offenbach, 26. Sept. Die Offb. Ztg. ſchreibt: Die
un=
erwartete Zurückhaltung der großen Mehrzahl der
Offen=
bacher Metzger bei dem Verkauf von
Teuerungs=
fleiſch trägt bereits den Charakter einer
demonſtra=
tiven Haltung (!) gegenüber den Beſtrebungen der
Stadt, der Bevölkerung in dieſen Tagen billiges Fleiſch
zu liefern. Nachdem ſich geſtern noch 10 Metzger zum
Verkauf bereit erklärt hatten und demgemäß auch in der
amtlichen Bekanntmachung veröffentlicht wurden, iſt
heute die Zahl der Metzger, die in ihren Läden däniſches
Fleiſch verkaufen, auf 4 herabgeſunken. Die 6 anderen
haben kein däniſches Fleiſch abgeholt. Der Verkauf
ge=
ſtaltete ſich daher geſtern noch ſehr langſam. Da
mittler=
weile auch die Verkaufsſtelle im Schlachthofe, zu der der
Zugang durch den Haupteingang des Schlachthofes
er=
folgt, fertig eingerichtet iſt, ſo ſteht zu erwarten, daß der
Verkauf jetzt einen lebhafteren Charakter annimmt.
Aller=
dings darf nicht unberückſichtigt bleiben, daß der Weg
zum Schlachthof für den überwiegenden Teil der
Ein=
wohnerſchaft ſo umſtändlich und beſchwerlich iſt, daß ſchon
aus dieſem Grunde ein nicht allzu großer Andrang zu
verzeichnen ſein wird, da für ſehr viele Einwohner der
in Ausſicht geſtellte Vorteil außer jedem Verhältnis zu
den erforderlichen Unbequemlichkeiten ſteht.
Mainz, 26. Sept. Ein Straßenkehrer fand heute
morgen vor 6 Uhr in einem Hausflur in der
Gartenfeld=
ſtraße ein vier Wochen altes Kind männlichen
Ge=
ſchlechts hilflos an der Erde liegend vor. Jedenfalls iſt
das Kind einige Minuten vorher dort niedergelegt
worden. Die Mutter des Kindes iſt noch nicht ermittelt
worden.
Rhein=Dürkheim, 26. Sept. Seit Sonntag
nach=
mittag iſt der Heizer Aſchinger von hier
ver=
ſchwunden. Er gab an, nach Hamm auf die
Nach=
kirchweihe zu fahren und hat ſich auch dort bis nachts
gegen 2 Uhr aufgehalten. Mit dem Arbeiter Daniel
Heß aus Eich, zurzeit in Oſthofen, hat er ſich dann auf
den Heimweg begeben und iſt ſeitdem nicht mehr geſehen
worden. Heß gibt an, er habe den Aſchinger unterwegs
verloren und wiſſe nicht, wo dieſer hingeraten ſei. Durch
die Gendarmerie wurden einige Nachforſchungen nach
dem Verbleib des Aſchinger angeſtellt, die bis jetzt zu
keinem Reſultat geführt haben. Heß wurde auf Erſuchen
des Amtsgerichts Oſthofen verhaftet. Heute nachmittag
begab ſich der Unterſuchungsrichter von Oſthofen zwecks
Einnahme richterlichen Augenſcheins an die Stelle
zwi=
ſchen Ibersheim und Hamm, von der von Heß behauptet
wird, daß er dort den Aſchinger zum letzten Male geſehen
abe.
(*) Gießen, 25. Sept. Zu einem Menſchenauflauf
kam es an der Rodheimerſtraße vor dem
Pferdemarkt=
platz. Unter einem Trupp Scherenſchleifer
erkann=
ten zwei Schutzleute einen Mann, der wegen
verſchiede=
ner Vergehen mit 10 Monaten Gefängnis beſtraft iſt. Als
ſie zur Verhaftung ſchritten, wurden ſie von Frauen und
Männern von hinten gefaßt. Ein Schutzmann ſtürzte,
worauf beide blank zogen. Zwei weitere Schutzleute
kamen ihren Kameraden zu Hilfe. Der Verhaftete mußte
fortgetragen werden, da er ſich weigerte, zu gehen. Der
Verhaftete iſt ein Schwager des berüchtigten Ebender.
Friedberg, 26. Sept. Der mit einem erheblichen
Koſtenaufwande erfolgte Bau eines zweiten
Glei=
ſes der Bahn von Homburg nach Friedberg iſt
jetzt fertiggeſtellt und wird dieſer Tage dem
Be=
triebe übergeben. Dadurch tritt eine weſentliche
Erleich=
terung im Bahnverkehr der Bäderbahn von Bad=Nauheim
über Homburg nach Wiesbaden ein.
Bad=Nauheim, 26. Sept. Trotz dem herbſtlichen
Wet=
ter erleiden der Badebetrieb und die geſellſchaftlichen
Unterhaltungen bis zum 15. Oktober keine
Einſchränk=
ungen; die letzte Woche hat noch zahlreiche Anmeldungen
gebracht. So trafen die Herzogin Paul Friedrich
zu Mecklenburg, die Gattin des ſeit einigen Wochen,
wie ſeit Jahren ſo auch jetzt wieder, hier weilenden
Her=
zogs Paul Friedrich zu Mecklenburg, mit ihren Kindern,
dem Herzog Borwin und der Herzogin Maria Antoinette,
zur Kur hier ein. Auch die Ausländer lieben es, für die
Strapazen des Winters ſich durch eine Vorbeugungskur
im Herbſt zu ſtählen. Sehr zahlreich iſt die
öſterreichiſch=
ungariſche Ariſtokratie noch vertreten. Unter ihr der
bekannte Wiener Großinduſtrielle, Mitglied des
Herren=
hauſes, Baron v Schoeller und Frau Baronin von Kiß=
Schratt, das Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters,
welche als Kathi Schratt durch wieneriſche Grazie und
Friſche alle Herzen einſt eroberte.
(*) Stockheim, 25. Sept. Zur Abſchiedsfeier
für den von Büdingen nach Offenbach verſetzten
Kreis=
ſchulinſpektor Schulrat Heinrich Scherer hatten
ſich hier 200 Lehrer aus dem Kreiſe Büdingen
eingefun=
den. Mehrere Redner, darunter Lehrer Heiſt, feierten
den Scheidenden als wohlwollenden Vorgeſetzten und
Helfer, ſowie als tüchtigen Schulmann und Pädagogen.
Schulrat Scherer dankte in bewegten Worten. Die Feier
wurde beſonders gehoben durch eine aus etwa 18 Lehrern
beſtehende Muſikkapelle.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 25. Sept. Die ſtädtiſche
Schul=Deputation richtet verſuchsweiſe Mitte Oktober in
mehreren Schulküchen unentgeltliche Seefiſch=
Koch=
kurſe für Mütter der Berliner Gemeindeſchulkinder ein.
An dem Unterricht, der an den nachgenannten
Wochen=
tagen von 6 bis 9 Uhr abends ſtattfinden ſoll, können in
jeder Küche 16 Frauen teilnehmen. Es ſoll am erſten
Tage das Kochen der Fiſche, am zweiten Tage das Braten
und Schmoren, und am dritten Tage die Zubereitung in
verſchiedener Form gelehrt werden. Die Seefiſche werden
koſtenlos vom Deutſchen Seefiſcherei=Verein geliefert. Die
Rektoren der in der Nähe der Küchen belegenen
Gemeinde=
mädchenſchulen ſind aufgefordert, die Mütter auf dieſen
Kurſus hinzuweiſen und Meldungen entgegenzunehmen. Die
zubereiteten Fiſche werden den Teilnehmerinnen am
Kur=
ſus zur Verfügung geſtellt. — Ein größerer
Brillan=
tendiebſtahl iſt heute nacht in Charlottenburg
ver=
übt worden. Bei einer Sängerin wurden Brillanten im
Werte von 10000 Mark geſtohlen. Die Einbrecher, die
unerkannt entkommen ſind, haben in der Wohnung eine
große Schneiderſchere zurückgelaſſen, mit der ſie die
Be=
hälter aufgebrochen haben. Einem bei der Sängerin
wohnenden Chambregarniſten wurden Anzüge und andere
Sachen entwendet. — In eine kritiſche Situa=
tion gerieten heute vormittag die Pferde eines
Laſt=
wagens am Nordhafen an der Fennſtraße. An einer
ab=
ſchüſſigen Stelle war das Fuhrwerk ins Rutſchen
gekom=
men und rollte mit den Tieren in den Hafen. Den ſchnelll
alarmierten Mannſchaften der Feuerwehr gelang es nach
beſchwerlichen Mühen, die faſt völlig erſchöpften Tiere
herauszubugſieren. — Ein falſcher Veteran, der am
Halleſchen Tor den Paſſanten lange Zeit aufgefallen warg
wo er, mit dem eiſernen Kreuz und Kriegsdenkmünzen
ge=
ſchmückt, von ſeinen Kriegstaten und ſeiner Notlage zu
berichten wußte, iſt nun entlarvt worden. Er nannte ſich
Wilhelm von Hanke, hat ſich aber das Adelsprädikat zu
Unrecht zugelegt, wie er auch die Ehrenzeichen zu Unrecht
trug, und iſt der Polizei ſeit Jahren als arbeitsſcheuer
Trunkenbold bekannt und wiederholt gerichtlich beſtraft,
Wiesbaben, 26. Sept. Am 6. Oktober cr. findet in
Traunſtein (Oberbayern) die feierliche Eröffnung
des erſten von der Deutſchen Geſellſchaft fürl
Kaufmanns=Erholungsheime erbauten
Hei=
mes (Ferienheim) ſtatt. Der hohe Protektor, Prinz
Lud=
wig von Bayern, wird der Eröffnung beiwohnen, ebenſon
werden die Vertreter zahlreicher Körperſchaften an der
Feier teilnehmen. Auch die öſterreichiſche
Kaufmann=
ſchaft wird eine Delegation entſenden. Das Heim iſt für
100 Betten eingerichtet und gewährt männlichen und
weiblichen Angeſtellten kaufmänniſcher und induſtrieller
Betriebe, ſowie minderbemittelten ſelbſtändigen
Kauf=
leuten und deren Familien Aufnahme. Der Preis für
die Feriengäſte beträgt pro Kopf und Tag für Wohnung
und völlige Verpflegung inkl. Trinkgeldablöſung 2,80 Mk.
Zweibrücken, 26. Sept. Die hieſige
Strafkam=
mer verurteilte geſtern den Eiſenbahnſekretär R.
Fruhmann aus Ludwigshafen und den Stellwerkswärter
Wilhelm Henkel aus Schwarzenbach zu je ſechs Wochen
Gefängnis wegen Transportgefährdung, fahrläſſiger
Tötung und fahrläſſiger Körperverletzung. Sie hatten
am 13. Juni vorigen Jahres durch falſche
Weichenſtel=
lung die Entgleiſung eines Güterzuges in der Station
Schwarzenacker veranlaßt, wobei der Lokomotivführer
und der Heizer getötet und der Zugführer ſchwer verletzt
wurden.
Krefeld, 26. Sept. Heute morgen ſtießen 2
Stra=
ßenbahnwagen auf der eingleiſigen Strecke zwiſchen
Oppum und Linn zuſammen. Einige Perſonen,
darrnter der Wagenführer wurden ſchwer, eine größere
Anzahl leicht verletzt. Die Schwerverletzten wurden ins
Krankenhaus gebracht. Der eine Wagenführer hatte nicht,
wie vorgeſchrieben war, an der Weiche gewartet und die
Geſchwindigkeit nicht ermäßigt. Dadurch erfolgte bei
dem ſtarken Nebel der Zuſammenſtoß.
Köln, 26. Sept. Die Veröffentlichungen über die
Er=
krankung einer Anzahl von Perſonen infolge des
Genuſſes von Hackfleiſch haben weitere
Meld=
ungen von Fällen, die bisher nicht zur Kenntnis gelangt
waren, veranlaßt. Bis geſtern abend ſind der
Geſund=
heitspolizei im ganzen 70 Fälle plötzlicher
Erkrankun=
gen als Vergiftungen nach Fleiſchgenuß mitgeteilt
wor=
den. Die meiſten Fälle ſind von den Aerzten, die von den
Erkrankten in Anſpruch genommen worden ſind, gemeldet
worden. Eine Reihe leichterer Erkrankungen ſind von
den Betroffenen ſelbſt der Geſundheitspolizei mitgeteilt
oder von dieſer bei ihren Ermittelungen ausfindig
ge=
macht worden. Faſt alle Erkrankten haben Hackfleiſch
genoſſen. Von wenigen (ſechs Perſonen) wird der
Ge=
nuß von Leberwurſt und Bratwurſt als Urſache der
Er=
krankungen angegeben. Als Lieferanten der
angeſchul=
digten Hackfleiſchfälle kommen vier Metzger in Frage,
von denen einer allein bei 44 Fällen, ein zweiter Metzger
bei 20 Fällen beteiligt iſt. Zwei weitere Metzger werden
in je drei Fällen als Lieferanten genannt. Die
Ermit=
telungen der beteiligten Stellen vermögen bis heute noch
kein klares Bild darüber zu geben, ob ein Zuſammenhang
der den verſchiedenen Metzgern zur Laſt gelegten Fälle
vorhanden iſt. Neue Erkrankungen ſind ſoweit der
Ge=
ſundheitspolizei bekannt geworden iſt, ſeit Dienstag nicht
mehr vorgekommen. Das endgültige Ergebnis der von
den bakteriologiſchen Aemtern des Auguſta=Hoſpitals
(Profeſſor Dr. Czaplewski) und des Schlachthofes (Dr.
Tiede) vorgenommenen Unterſuchungen liegt zurzeit noch
nicht vor. Die in Frage kommenden Metzgereien
blei=
ben einer ſcharfen ſachverſtändigen Kontrolle
unter=
worfen.
Merſeburg, 26. Sept. Hier ſind im Laufe des geſtrigen
und vorgeſtrigen Tages 40 Perſonen infolge des
Ge=
nuſſes von verdorbenem rohen Fleiſch
er=
krankt. Heute wurden ungefähr 30 weitere
Erkrank=
ungen gemeldet. Die Polizei hat die Schlächterei, aus
der das Fleiſch ſtammte, ſchließen laſſen und die Vorräte
dem Nahrungsmittel=Unterſuchungsamt in Halle geſchickt.
Das Befinden einiger Erkrankten gibt zu den
ſchlimm=
ſten Befürchtungen Anlaß.
Eine Atelier=Ausſtellung
haben drei junge hoffnungsvolle und arbeitsfreudige
Darmſtädter Künſtler in ihrer gemeinſchaftlichen „Werkſtatt”
Liebigſtraße 24 veranſtaltet, um einmal „juryfrei” Proben
ihres Könnens der breiten Oeffentlichkeit zu unterbreiten.
Und ſie haben es nach berühmtem Muſter verſtanden, nicht
nur die Oeffentlichkeit in nicht unerheblichem Maße zu
intereſſieren, ſondern auch den Großherzog, der den
Be=
ſuch ihrer Ausſtellung in Ausſicht geſtellt hat. Jedenfalls
ein Beweis dafür, daß das Künſtlerkleeblatt ſelbſt von
dem unbeſtrittenen Wert ſeiner Schaffensfrüchte überzeugt
iſt. Und wir müſſen geſtehen, es liegt etwas erfreulich
Friſches, Kraftnaturen ahnenlaſſendes in dem
ungewohn=
ten Vorgehen ſowohl, als auch in den ausgeſtellten
Ar=
beiten ſelbſt, die wenigſtens zum großen Teil eine
Recht=
fertigung dieſes Vorgehens ſind, vor deſſen Nachahmung
wir jedoch im allgemeinen warnen möchten.
Den breiteſten Raum in der Ausſtellung nimmt H
Gunſchmann, der Porträtiſt, ein. Er iſt zum größten
Teil Autodidakt, wenn auch ein Teil ſeiner Arbeiten die
Einwirkung der Schule Adolf Bayers nicht verleugnet, in
deſſen Atelier er u. W. einige Zeit malte. Zweifellos iſt
der junge Maler bedeutend talentiert. Sein Schaffen iſt
was wir immer für einen Vorzug halten, auf gutes
zeich=
neriſches Können aufgebaut, dem ſich guter Farbenſinn
in von franzöſiſchen Einflüſſen nicht freier Malweiſe eint.
Mit kühnem Vertrauen auf das eigene Können geht der
Künſtler dann in ſeinen Porträts eigene Wege, beſonders
im Kolorit, in dem ſchwierige Probleme ihn reizen, wenn
es ihm auch nicht immer gelingt, ſie reſtlos zur Löſung zu
bringen. Sehr hübſch ſind die Mädchenköpfe in Paſtell,
friſch= und kernig gemalt und mit ſicherem Blick für das
Charakteriſtiſche im Bilde feſtgehalten; das darf
beſon=
ders auch von den Bildern konſtatiert werden, die uns
Vergleiche mit dem Original ermöglichten (Frl. D.). Die
reifſte Arbeit dieſer Kollektion ſcheint uns das große
Herrnporträt auf grünem Grunde, das bildinhaltlich gut
iſt und auch fein charakteriſiert. Auch von den Selbſtpor=
träts darf das geſagt werden. Der unvollendete weibliche
Akt wäre beſſer nicht mit ausgeſtellt worden.
Mit einer Anzahl Plaſtiken iſt Fritz Decker
ver=
treten. Auch ſeine Stärke iſt das Porträt. Er hält ſich
dabei mit weiſer Vorſicht an das vollendete Vorbild der
Natur, doch nicht ſo weit, daß nicht in ſeinen Plaſtiken
ein ſtarker künſtleriſcher Zug zur Geltung kommt, der zum
Teil in ſtiliſierenden Verſuchen, zum Teil auch in
monu=
mentalen Anſätzen ſeinen Ausdruck findet. Sehr ſcharf
beobachtet iſt die etwas überlebensgroße Maske eines
ſcharf charakteriſierten Männerantlitzes, und in dem Relie
des Mädchenkopfes iſt der kindliche Ausdruck hübſch
ge=
troffen. Jedenfalls zeugen die Arbeiten Deckers von
ernſtem Naturſtudium und ſicherem Formgefühl. Von
ſeinem zeichneriſchen Können ſpricht ein hübſches Exlibris
Der dritte im Bunde dieſer merkwürdigen „
Künſtler=
vereinigung” iſt A. W. Schwindt, der luſtig erfundene
Buntſchnittarbeiten beiſteuert. Vornehmlich
Märchenbil=
der, zu deren einigen er auch das Märchen gedichtet hat,
das allerdings noch des Verlegers harrt und einſtweilen
noch als koſtbares Handſchriftenmanuſkript in ſeinem
Schreibtiſch ruht. Sicherer Blick für die künſtleriſche
Wirkung der farbigen Flächen und eigene Erfindung der
Bildgehalte heben dieſe Papierausſchnittarbeiten weit
hinaus über amüſante Spielereien. Von bemerkenswerter
Erkenntnis der Bedeutung der Linie und Wirkung des
Ornaments zeugen einige leider nur wenige Zeichnungen,
meiſt Buchſchmuck, und zwei weitere Arbeiten des
Künſt=
lers ſind in intereſſanter „Spritztechnik” ebenfalls eine
ins Künſtleriſche erhobene „Malerei” aus der Kindheit
Tagen, ausgeführt, Anſichten von Rothenburg, die durch
die Weichheit der Darſtellung feſſeln. Jedenfalls iſt ein
Beſuch der kleinen Ausſtellung von erheblichem Intereſſe
. St.
Eugen Bracht=Ausſtellung.
* Ein unerwarteter, wenn auch nicht unverdienter
Erfolg iſt unſerer diesjährigen Kunſtausſtellung, der
Jubiläumsausſtellung Eugen Brachts, beſchieden. Nicht
nur iſt in künſtleriſcher Beziehung die Ausſtellung mit
Recht als vollkommen gelungen bezeichnet worden, auch
das wirtſchaftliche Ergebnis iſt nicht nur
zu=
friedenſtellend, ſondern über Erwarten günſtig.
Selbſt das außerordentlich ungünſtige Wetter der
ver=
floſſenen Wochen hat dem ſteten Wachstum der
Beſucher=
zahl keinen Eintrag getan, die ſich ſelbſt an Werktagen
auf einer Höhe hält, die ſonſt nur an Sonntagen erreicht
zu werden pflegte. Wie aus der Mitteilung von Herrn
Bürgermeiſter Mueller in der letzten
Stadtverordneten=
verſammlung bereits bekannt, ſind die Unkoſten der
Aus=
ſtellung durch die laufenden Einnahmen bereits gedeckt,
und es kann bereits geſagt werden, daß die zahlreichen
Garantiefondszeichner, worunter ſich bekanntlich neben
vielen Privatleuten die Stadt Darmſtadt und der heſſiſche
Staat befinden, mit ihren gezeichneten Beträgen nicht
herangezogen zu werden brauchen.
Ueberraſchender noch als der immer noch ſteigende
gute Beſuch iſt das Ergebnis der Verkaufstätigkeit.
Sind=
doch bereits über 85 Werke des Meiſters
ver=
kauft worden — eine Ziffer, mit der die „Eugen
Bracht=Ausſtellung Darmſtadt 1912” in der Reihe der
Sonderausſtellungen von Werken nur eines Künſtlers
wohl einzig daſteht. Erfreulich iſt dabei, daß eine ganzer
Anzahl von Bildern in Darmſtädter Beſitz übergegangen
iſt. Aus der Zahl der letzten Verkäufe ſei nur erwähnt,
daß eines der charakteriſtiſchſten und ſympathiſchſten
Werke Brachts, „Der Schilfteich”, vor einigen Tagen von
der Städtiſchen Gemäldegalerie in Mainz erworben
wurde. Das Großh. „Landesmuſeum in Darmſtadt
er=
warb weiter eine frühe Arbeit von 1863 „Eichwald bei
Schwanheim” und ein kleines Orientbild, „Marktplatz
von Jaffa” eine zu außerordentlich ſtarker
bildermäßi=
ger Wirkung geſteigerte Skizze von 1891, in dem die neue
Technik ſich an alten Stoffen in äußerſt glücklicher Weiſe
verſucht hat. Die vom Landesmuſeum bereits vor
eini=
gen Wochen erworbene prachtvolle Skizze „Regenſchauer
in den Dünen” hat der Künſtler dem Landesmuſeum zum
Geſchenk gemacht.
Hamburg, 25. Sept. In Anbetracht des Umſtandes,
daß in der letzten Zeit fünf Mordtaten, darunter
zwei unaufgeklärte, vorgekommen ſind, beſchloß die
ham=
burgiſche Polizeibehörde, als abſchreckendes Beiſpiel
mor=
gen nach preußiſchem Muſter durch Anſchlagen an
Litfaßſäulen uſw. von der erfolgten
Hinricht=
ung des Raubmörders Meißner, der am 23. Dezember
des Vorjahres das Ehepaar Ulrich in Süderwiſch bei
Kuxhaven ermordete, Kenntnis zu geben.
Kattowitz, 26. Sept. Zu dem Raubanfall in
dem Bankgeſchäft Köhler und Janiszewsky wird
gemeldet, daß das Befinden des verletzten Kaſſierers
Calka nach der Operation ſich ſo gebeſſert hat, daß er
vor der Polizei bereits Ausſagen über den Ueberfall
machen konnte.
Wien, 26. Sept. Prinz Karl von Bourbon
von Parma, der älteſte Sohn des Prinzen Elias,
Enkel des Erzherzogs Friedrich, iſt an Kinderlähmung
geſtorben.
Rom, 25. Sept. Von neuem iſt Sizilien von einer
eigenartigen Kataſtrophe heimgeſucht worden:
Am Sonntag zog eine Waſſerhoſe über
Caſtella=
mara und zerſtörte in wenigen Minuten eine große
An=
zahl von Häuſern und Straßen. Im Nu füllte ſich das
Stadtgebiet mit Waſſer, die Fluten erreichten in den
Straßen eine Höhe von 1,20 Meter, Häuſer ſtürzten ein
und auf den Plätzen ſah man Frauen, Männer und
Kin=
der verzweifelt mit den Fluten kämpfen. Es gelang
zwar, die meiſten zu retten, aber manche fanden doch in
den Fluten ihren Tod und viele wurden von
einſtürzen=
den Häuſern unter den Trümmern begraben. Von
Tra=
pani aus ſandte man ſofort Truppen, um die Ordnung
wieder herzuſtellen und um Unterkunft für die
obdach=
los gewordene Bevölkerung zu ſchaffen. Faſt zur
glei=
chen Zeit ereignete ſich im Norden Italiens ein
gewal=
tiger Waldbrand. Das ungewöhnlich trockene Wetter,
das während der letzten Wochen in Norditalien herrſchte,
hat bereits zu zahlreichen kleineren Waldbränden geführt.
Nun haben die Flammen auch den nahezu 150
Quadrat=
kilometer großen Forſt bei Savona ergriffen.
Spezia, 25. Sept. In der benachbarten Gemeinde
Borghetto ſtieß ein von Marconi gelenktes
Auto=
mobil mit einem anderen Automobil zuſammen.
Mar=
iconi wurde am rechten Auge verletzt und mußte ins
Hoſpital gebracht werden. Seine Frau blieb unverletzt.
Paris 26. Sept. Im Wagram=Saale fand geſtern
Abend gelegentlich eines Vortrages des bekannten
Agi=
tators Hervé über das Thema: Unſer Vaterland und
ſeine Armee eine Prügelei zwiſchen Hervés
An=
hängern und eingeſchriebenen Sozialiſten ſtatt. Ueber 20
Schüſſe wurden abgegeben. Wie jetzt feſtgeſtellt iſt,
be=
trägt die Zahl der durch Schüſſe Verletzten 10, davon 5
ziemlich ſchwer. Ein junger Mann wurde ins Hoſpital
eingeliefert. Er hatte zwei Wunden am Kopf erhalten.
Schließlich gelang es Hervé, das Wort zu ergreifen.
Madrid, 25. Sept. Die
Beſtattungsfeierlich=
keiten für die Infantin Maria Thereſia fanden
in der Kapelle des Escurial ſtatt. Der Infant Don
Car=
los, Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern, der
Schwie=
igervater der Verewigten, Mitglieder der Regierung und
die höchſten Würdenträger nahmen an der Zeremonie teil.
Chöre trugen eine Meſſe des 16. Jahrhunderts vor. In
feierlichem Zuge wurde die Leiche ins königliche Pantheon
verbracht und unter militäriſchen Ehren beigeſetzt.
Tokio, 26. Sept. Wie ein Telegramm aus Oſaka
mel=
bet, iſt die Geſellſchaft für elektriſche
Unter=
ſuchungen in Saiga infolge der von dem Kaſſierer
der Filiale Misni Laiſan Kaiſha in Nagoya verübten
Be=
trügereien bankerott. Der Kaſſierer ſetzte auf den
Namen ſeiner Geſellſchaft lautende Kaſſenſcheine in einer
Geſamthöhe von 700000 Yen in Umlauf und entfloh. Die
Scheine befinden ſich in Händen lokaler Bankfirmen von
Nagoya und Oſaka.
Sitzung der Großh. Handelskammer Darmſtadt
vom 23. September.
Am 15. Sept. iſt Herr Eiſenbahndirektor a. D.
Baurat O. Wolff verſtorben, welcher der
Handels=
kammer bis zum Jahre 1911 zehn Jahre als Mitglied
an=
gehört hatte. Weiter iſt am 19. Sept. Herr Philipp
Kahlert verſchieden, welcher 24 Jahre lang bis zum
Jahre 1908 Handelskammermitglied geweſen war.
Nach=
dem an die Angehörigen dieſer beiden Herren
Kranzſpen=
den geſandt worden waren, wurde des Hinſcheidens
die=
ſer früheren verdienten Handelskammermitglieder
noch=
mals in der Sitzung ausdrücklich gedacht.
Auf Grund des Handelskammergeſetzes hat am
Schluſſe jeden zweiten Jahres der ſechsjährigen
Wahl=
periode ein Drittel der Handelskammermitglieder
auszu=
ſcheiden. Gleichzeitig findet bei dieſer regelmäßigen
zwei=
jährigen Ergänzung für die in der Zwiſchenzeit
ausge=
ſchiedenen Mitglieder eine Erſatzwahl ſtatt für den Reſt
ihrer Wahlperiode. Die Ergänzungs= und
Er=
ſatzwahlen zur Handelskammer ſollen im
Laufe des Monats November ſtattfinden. Die
Ausſchei=
denden wurden in angemeſſener Verteilung auf die
ein=
zzelnen Wahlbezirke durch das Los beſtimmt. Es gelangen
ſo zur Ausſcheidung für den Wahlkreis Darmſtadt in der
Wahlgruppe Induſtrie die Herren Kommerzienrat Ferd
Jacobi, Kommerzienrat Ludwig Frölich und Carl
Wit=
tich; in der Wahlgruppe Großhandel Herr Bankdirektor
Karl Parcus; in der Wahlgruppe Kleinhandel Herr
Lud=
wig Fiſcher. Gleichzeitig hat für den Reſt der
Wahl=
periode (zwei Jahre) des im Jahre 1911 verſtorbenen
Herrn Berthold Bodenheimer in der Wahlgruppe
Groß=
handel eine Erſatzwahl ſtattzufinden. Da Herr K. Karp
erklärt hat, er wünſche wegen zu ſtarker geſchäftlicher
In=
anſpruchnahme ſein Amt als Handelskammermitglied
niederzulegen, hat für den Reſt der Wahlperiode des
Herrn Karp (zwei Jahre) weiter eine Erſatzwahl in der
Wahlgruppe Kleinhandel ſtattzufinden. Weiter gelangen
zur Ausſcheidung für den Wahlkreis Groß=Gerau Herr
Kommerzienrat Karl Opel in Rüſſelsheim und für die
Wahlkreiſe Bensheim, Erbach und Heppenheim, welche bei
der Ausloſung zuſammengenommen worden ſind, Herr
Daniel Reiling in Bensheim. Für den Reſt der
Wahl=
periode des Herrn Franz Höhn aus Heppenheim findet
eine Erſatzwahl für vier Jahre ſtatt. — Zu
Wahlkommiſ=
ſären wurden ernannt für den Wahlkreis Darmſtadt,
Wahlgruppe Induſtrie: Herr Wilhelm Rummel;
Wahl=
gruppe Großhandel: Herr Eugen Trier, Wahlgruppe
Kleinhandel: Herr Wilhelm Kalbfuß. Für den Wahlkreis
Groß=Gerau wurden Herr Kommerzienrat H. Schlager,
für den Wahlkreis Bensheim Herr W. Euler jun. und für
den Wahlkreis Heppenheim Herr Ludwig Fiſcher als
Wahlkommiſſär beſtimmt.
In der Vollverſammlung vom 26. Auguſt d. J. war
beſchloſſen worden, die Handelskammer möchte die
Auf=
ſtellung von Arbeitgeber=Vorſchlagsliſten
für die Wahl von Vertrauensmännern und
Erſatzmännern für die Angeſtellten=
Ver=
ſicherung in den ſämtlichen ſechs Wahlkreiſen des Be=
zirks, nämlich Darmſtadt=Stadt, Darmſtadt=Land, Kreis
Bensheim, Kreis Erbach, Kreis Groß=Gerau und Kreis
Heppenheim durchführen. Nach einer Anzahl von
Be=
ſprechungen mit den einzelnen Intereſſentenkreiſen iſt es
unter gleichzeitiger Hinzuziehung der in Frage
kommen=
den wirtſchaftlichen Korporationen für Gewerbe, Handel
und Induſtrie gelungen, in dieſen ſechs Wahlkreiſen
ein=
heitliche Vorſchlagsliſten der Arbeitgeber aufzuſtellen,
wo=
durch geeignete Herren für die wichtigen Funktionen der
Vertrauens= und Erſatzmänner bei der Durchführung der
neuen Angeſtellten=Verſicherung gefunden worden ſind.
Nachdem der Handelskammer ſeitens der
Staatsan=
waltſchaft Darmſtadt die Akten über Verkauf von
Rotwein mit dem Aufdruck „Marke
Kraft=
blut” überſchickt worden waren, iſt ſeitens der
Handels=
kammer Strafantrag gemäß § 4 des Geſetzes gegen den
unlauteren Wettbewerb gegen die Verkäufer dieſes
Wei=
nes geſtellt worden. Es war durch das Großh.
Miniſte=
rium des Innern mitgeteilt worden, daß die Bezeichnung
Blutwein einen Verſtoß gegen die §§ 3 und 4 des Geſetzes
gegen den unlauteren Wettbewerb darſtelle. Im Intereſſe
des reellen Weinhandels ſei derartigen Verſtößen
ent=
gegenzutreten. Nach Anſicht der Handelskammer handelt
es ſich bei der Bezeichnung „Marke Kraftblut” lediglich
um eine Umgehung des Ausdruckes „Blutwein”
Vom Großh. Miniſterium des Innern war ein
Schrift=
wechſel zwiſchen dem Herrn Reichskanzler und dem
preu=
ßiſchen Miniſterium für Handel und Gewerbe, ſowie der
Finanzen zur Kenntnisnahme und Aeußerung überſchickt
worden, welcher ſich mit der Frage des Eigen= und
Lohnveredelungsverkehrs beſchäftigt. Die
Handelskammer äußerte ſich unter eingehender
Begründ=
ung ihres Standpunktes dahin, daß bei jedem Antrage
auf Zulaſſung des Eigenveredelungsverkehrs, durch den
die zollfreie Verarbeitung einer ausländiſchen Ware für
Rechnung eines deutſchen Fabrikanten geſchieht, welcher
hierfür den geſamten Geſchäfts= und Handelsgewinn
be=
zieht, auch die Frage der Lohnveredelung geprüft werden
müſſe, welche lediglich für ausländiſche Rechnung erfolgt,
alſo dem betreffenden deutſchen Fabrikanten nur den
Ar=
beitsgewinn bringt. Durch Zulaſſung der
Lohnveredel=
ung wird der Ausländer in den Stand geſetzt, eine völlig
gleichwertige Ware als ſeine eigene auf den Markt zu
bringen, und ſo den deutſchen Waren unter Umſtänden
eine ſehr ſcharfe Konkurrenz zu bereiten. Anträgen auf
Gewährung eines Veredelungsverkehrs ſchlechthin würde
künftighin nicht mehr ohne weiteres ſtattzugeben ſein. Es
erſcheint wünſchenswert, daß in allen wichtigeren Fragen
des Veredelungsverkehrs die Entſchließungen der
Lan=
desfinanzbehörden unter Würdigung der gewerblichen
und finanziellen Intereſſen des geſamten deutſchen
Zoll=
gebietes gefaßt werden, daß alſo alle derartigen Fragen
des Veredelungsverkehrs nicht etwa ſelbſtändig durch
einzelne Landesfinanzbehörden, ſondern durch die
Geſamt=
heit der deutſchen Bundesregierungen im Bundesrat eine
eingehende Erörterung erfahren. Im Anſchluß an dieſe
Stellungnahme wurde dem Bedenken Ausdruck verliehen,
daß möglicherweiſe ein aus wirtſchaftlichen Gründen
ver=
ſagter Lohnveredelungsverkehr im Wege des
Eigenver=
edelungsverkehrs dadurch umgangen werden könnte daß
eine Ware zollfrei nach Deutſchland eingeht, um ſcheinbar
für Rechnung eines Inländers verarbeitet zu werden,
da=
gegen tatſächlich lediglich im Auftrage eines Ausländers,
alſo im Lohnveredelungsverkehr, bearbeitet wird und
dann durch Fakturierung an eine Deckadreſſe ſcheinbar
als deutſches Erzeugnis in den’freien Verkehr des
Aus=
landes abgeſetzt wird, während die Veredelung der
be=
treffenden Ware lediglich für ausländiſche Rechnung
er=
folgt iſt und nun doch eine unerwünſchte Konkurrenz für
wirkliche deutſche Erzeugniſſe auf dem Weltmarkt bereitet.
Von einer Firma in Konſtanz iſt die Zulaſſung eines
ſtändigen aktiven Eigenveredelungsverkehrs
mit bedrucktem und unbedru cktem
auslän=
diſchem Papier zur Herſtellung von Tüten
beantragt worden. Die Handelskammer beſchloß, ſich auf
Grund der eingezogenen Erkundigungen gegen die
Ge=
währung dieſes Veredelungsverkehrs auszuſprechen, da
neben irrigen Angaben über die in Frage kommenden
Arbeitsverhältniſſe die Vorausſetzung des § 2 der
Ver=
edelungsordnung nicht vorliegen. Es würden durch die
Gewährung dieſes Veredelungsverkehrs die am Export
nach der Schweiz beteiligten Firmen geſchädigt werden.
Wie ſich aus zahlreichen Mitteilungen aus dem
Be=
zirke der Handelskammer ergibt, iſt die gegenwärtige
Telephonverbindung, mit Hamburg ſehr
mangelhaft. Es dauert einesteils oftmals ſehr lange, bis
eine Geſprächsverbindung zuſtande kommt und
andern=
teils bleiben die Geſpräche recht unverſtändlich. Es wurde
beſchloſſen, an zuſtändiger Stelle wegen Schaffung einer
direkten Telephonverbindung Darmſtadt=
Hamburg vorſtellig zu werden. Gleichzeitig ſollen auch
Vorſtellungen erhoben werden wegen der ſehr
mangel=
haften Telephonverbindung Darmſtadts
mit dem rheiniſch=weſtfäliſchen
Kohlen=
revier, dem Königreich Sachſen und mit
München.
Wie aus einem Schreiben der Eiſenbahndirektion
Mainz und dem vorliegenden endgültigen
Fahrplan=
entwurf für den 1. Oktober 1912 nebſt Berichtungsblättern
hervorgeht, iſt nur einem Teil der ſeitens der
Handels=
kammer geäußerten Wünſche für den
kommen=
den Winterfahrplan Rechnung getragen worden.
Dadurch, daß der Perſonenzug 639 Darmſtadt-Mainz
von jetzt ab Darmſtadt bereits 9,24 Uhr verlaſſen und in
Mainz 10,24 Uhr eintreffen wird, iſt ein Anſchluß an den
wichtigen D=Zug 276 Frankfurt-Mainz erreicht worden.
Leider hat ſich aber weder die Einrichtung direkter
Zug=
verbindungen Köln-Süddeutſchland über Wiesbaden-
Mainz-Darmſtadt, noch eine Beſchleunigung der auf
der Strecke Mainz-Darmſtadt-Aſchaffenburg
verkeh=
renden Züge, welche in einer Anzahl von Fällen ſehr
wünſchenswert erſcheint, erreichen laſſen. Die
Handels=
kammer wird für den nächſten Fahrplan weitere
dies=
bezügliche Anträge ſtellen. Die Reiſeverbindungen von
Darmſtadt nach Rheinheſſen und umgekehrt haben den
hierzu geſtellten Anträgen entſprechend einige
Verbeſſer=
ungen erfahren. Hoffentlich werden ſich künftighin noch
weitere derartige Verbeſſerungen erreichen laſſen. Auch
die Zugverbindungen Darmſtadt-Worms ſind durch
Ein=
legung eines neuen Zugpaares auf dieſer Strecke beſſer
geworden, aber eine Wiedereinführung der ſeinerzeit
zwiſchen Goddelau und Biblis aufgehobenen
Perſonen=
züge iſt in abſehbarer Zeit wohl leider nicht zu erwarten.
Im Intereſſe des Schülerverkehrs von Gernsheim
nach Darmſtadt wird der bisher von Stockſtadt nach
Darmſtadt verkehrende Triebwagen künftig bereits von
Gernsheim geführt werden. Einige weitere ſeitens der
Handelskammer gewünſchte Verbeſſerungen, beſonders
eine Verbeſſerung der Zugverbindungen Bensheims mit
der Riedbahn und mit den rheinheſſiſchen Bahnen hat
noch nicht erreicht werden können. Die Handelskammer
wird auf dieſe Wünſche von neuem zurückkommen und
hauvtſächlich auf eine Wiederſchaffung einer günſtigen
Vormittagsverbindung mit Stuttgart weiter bedacht ſein.
Eine Umfrage des Deutſchen Handelstages wegen
Beförderung von Expreßgut zwiſchen
allen Stationen wurde dahin beantwortet, es gehe
aus den Ermittelungen der Handelskammer hervor, daß
für den Handelskammerbezirk ein Bedürfnis für die
Ein=
führung von dringendem Expreßgut, welches mit allen
Eil= und Schnellzügen befördert wird, beſtehe. Erwünſcht
erſcheine es, daß für alle deutſchen Eiſenbahnen eine
ein=
heitliche Veröffentlichung der für den Expreßgutverkehr
freigegebenen und ausgeſchloſſenen Zugverbindungen
er=
folge und in regelmäßigen Zeitabſtänden wiederholt
werde. Die geſamte Angelegenheit dürfte ſich
hervor=
ragend dazu eignen, von der Sonderkommiſſion des
Deut=
ſchen Handelstags, betreffend Vereinheitlichung der
deut=
ſchen Eiſenbahnen, bearbeitet zu werden.
Durch die Generaldirektion der Württembergiſchen
Staatseiſenbahnen war mitgeteilt worden, es ſei bei der
ſtändigen Tarifkommiſſion der deutſchen
Eiſenbahnver=
waltungen beantragt werden, in den Spezialtarif III
eine neue Tarifſtelle „Rückſtände der
Oelbleich=
ung, fetthaltige” aufzunehmen. Die Verſetzung
dieſer Rückſtände aus der allgemeinen
Wagenladungs=
klaſſe in den billigeren Spezialtarif III iſt wegen des
ge=
ringen Wertes und im Intereſſe der nutzbringenden
Ver=
wertung der Rückſtände beantragt worden. Die
Handels=
kammer hat ſich auf Grund der angeſtellten
Ermittelun=
gen, welche die Richtigkeit der genannten Angaben
be=
ſtätigten, für die Aufnahme der neuen Tarifſtelle in den
Spezialtarif IIII ausgeſprochen.
Weiter wurde ein Antrag auf Aufhebung des
Sperrigkeitszuſchlags für
fabrikgewa=
ſchene Wolle bei Verſand in Säcken von
weniger als 100 Kilogramm im Intereſſe der
kleineren Tuchfabriken und Wollfärbereien befürwortet.
Dieſe kleineren Fabriken erhalten einen ſehr großen
Prozentſatz der zu verarbeitenden Waren in Mengen,
welche weit unter 100 Kilogramm betragen, von kleinen
Schaſzüchtern und Landwirten.
Eine Umfrage der Eiſenbahndirektion Mainz wegen
der Wirkungen der Notſtandstarife wurde
auf Grund der eingezogenen Erkundigungen dahin
beantwortet, daß beſonders der Bezug von Kartoffeln
aus Holland und Belgien während der Zeit der
Not=
ſtandstarife ein ſehr großer geweſen ſei. Nach Angabe
der Intereſſenten iſt die Frachterſparnis hauptſächlich den
Konſumenten zugute gekommen. Eine große Anzahl von
Vereinen hat Kartoffeln direkt bezogen. Weiter ſind
zahlreiche Futterartikel in größeren Mengen unter
Gelt=
ung der Notſtandstarife aus dem Auslande bezogen
wor=
den. Auch hier haben teilweiſe Preisherabſetzungen
ſtattgefunden. Im einzelnen iſt noch mitgeteilt worden,
daß die Notſtandstarife auf die Preisgeſtaltung von
Hülſenfrüchten keinen beſonderen Einfluß gehabt haben.
Es ſei jedoch der nötige Bedarf leichter und raſcher
da=
durch gedeckt worden, daß der Stückgutbezug zum
glei=
chen Frachtſatz möglich war, wie ſonſt Waggonladungen,
und infolgedeſſen der Bezug auch aus größeren
Entfern=
ungen ohne Frachtverteuerung ermöglicht wurde. Zum
Schluſſe wurde der Anſicht Ausdruck verliehen, es
dürf=
ten der Eiſenbahn durch die Frachtermäßigung keinerlei
Nachteile erwachſen, da die geringeren Frachten wohl ſehr
reichlich durch die größeren Transporte ausgeglichen
wor=
den ſind.
An der Hauptverſammlung des
Verban=
des der Detailliſtenvereine im
Großher=
zogtum Heſſen am 15. September in Bad Nauheim
haben in Vertretung der Handelskammer die Herren
Daniel Reiling und Syndikus Dr. Human teilgenommen.
Es ſind auf dieſer Verſammlung die wichtigſten, den
Detailhandel gegenwärtig intereſſierenden Fragen, wie
das neue Handelskammergeſetz, die kaufmänniſchen
Einig=
ungsämter, die Einführung der Warenhaus= und
Filial=
ſteuer, zur Beratung und Beſchlußfaſſung gelangt.
Im Jahre 1913 findet die Internationale
Baufachausſtellung in Leipzig ſtatt.
Die=
jenigen Intereſſenten, welche nähere Auskunft über dieſe
Ausſtellung wünſchen, können dieſelbe auf dem Bureau
der Handelskammer erhalten.
Der Feſtausſchuß zum 25jährigen Inbiläum
des Evangeliſchen Bundes und zur Aufführung
des Devrientſchen „Luther” in Darmſtadt
hielt geſtern ſeine erſte und einzige Sitzung im
Kaiſer=
ſaal ab, und zwar nachmittags für die auswärtigen und
abends für die hieſigen Mitglieder. Erſchienen waren
Vertreter von Oberbeerbach, Bieberau, Erbach,
Hähn=
lein, Egelsbach, Braunshardt, Roßdorf, Pfungſtadt,
Heppenheim, Groß=Umſtadt, Ober=Ramſtadt, Nieder=
Ramſtadt, Langen uſw. Den Vorſitz führte Herr Pfarrer
D Waitz, der die erfreulich zahlreich erſchienenen
Mit=
glieder herzlichſt begrüßte und darauf hinwies, daß das
Jubiläum mit der Aufführung zu einer machtvollen
Kundgebung der evangeliſchen Sache werden müſſe. Es
wird darum auf Maſſenteilnahme, beſonders auch von
auswärts, gerechnet. Es folgte dann die Vorlage
der Feſtordnung. Danach ſind vorgeſehen:
Freitag, den 25. Oktober, abends 7 Uhr: Erſte
Auf=
führung des Devrientſchen Lutherfeſtſpiels im Städtiſchen
Saalbau; Samstag, den 26. Oktober, abends 7 Uhr:
Geläute der evangeliſchen Kirchen Darmſtadts und der
Vororte: Sonntag, den 27. Oktober, vormittags
8 Uhr: Choralblaſen vom Turm der Stadtkirche;
vormit=
tags 10 Uhr: Feſtgottesdienſte, unter Mitwirkung der
Kirchengeſangvereine, in der Hofkirche. Stadtkirche,
Stadtkapelle, Martinskirche, Johanneskirche, Petruskirche,
Pauluskirche; ferner in Arheilgen, Griesheim, Nieder=
Ramſtadt und Roßdorf; vormittags 11¼ Uhr:
Jugend=
gottesdienſt in der Stadtkirche. In
ſämt=
lichen Gottesdienſten wird eine Kollekte für den
Evange=
liſchen Bund und die evangeliſche Bewegung in
Oeſter=
reich erhoben; vormittags 11¼ Uhr: Im Gemeindehauſe
der Stadtgemeinde, Kiesſtraße 17: Geſchloſſene
Mitglieder= und
Abgeordnetenverſamm=
lung des Heſſiſchen Hilfsausſchuſſes
zur Förderung der evangeliſchen Kirche
in Oeſterreich; nachmittags 3 Uhr:
Evange=
liſche Vollsvierſammlungen: 1. in der
Turnhalle am Woogsplatz unter Mitwirkung der
Kirchengeſangvereine der Johannes= und Petrusgemeinde.
Leitung: Hauptlehrer Löſch=Darmſtadt; 2. im
Kai=
ſerſaal, Grafenſtraße 18, unter Mitwirkung des
Kirchengeſangvereins der Martinsgemeinde und des
Ge=
meindegeſangvereins der Stadtgemeinde. Leitung:
Pro=
feſſor Knoll=Darmſtadt. Begrüßung: Der Vorſitzende
des Zentral=Vorſtandes, Generalleutnant v. Leſſel
Exzellenz. Vorträge: Unſer evangeliſcher Glaube und
unſere heſſiſche Heimat. 1. Die Reformation und das
Heſſenland — was verdanken beide einander?
Stadt=
pfarrer D. Dr. Diehl=Darmſtadt. 2. Der Evangeliſche
Dund und das heſiſche Voll=was haben beide einander
gegeben und was haben beide von einander zu
erwar=
ten? Pfarrer D. Waitz=Darmſtadt. Abends 7 Uhr:
Feſtaufführung des Devrientſchen
Luther=
feſtſpiels (mit vorausgehender Begrüßung) für
aus=
wärtige Feſtgäſte im Städtiſchen Saalbau. — Abends
8 Uhr: In der Turnhalle am Woogsplatz unter
Mitwir=
kung der Kirchengeſangvereine der Stadtgemeinde und
der Paulusgemeinde: Evangeliſche
Feſtver=
ſammlung. Montag, den 28. Oktober,
vormit=
tags 9 Uhr, im Fürſtenſaal: Geſchloſſene Abgeordneten=
und Mitgliederverſammlung des Heſſiſchen
Hauptver=
eins des Evangeliſchen Bundes; vormittags 11 Uhr, im
Kaiſerſaal: Hauptverſammlung. 1. Eröffnung
und Leitung: Der Vorſitzende des Hauptvereins; 2.
Vor=
trag: Der Proteſtantismus — ein Erzieher des deutſchen
Volkes zur Kraft: Univerſitätsprofeſſor D. Eck, Rektor
der Landesuniverſität Gießen; nachmittags 2 Uhr:
Ge=
meinſames Mittageſſen im Hotel Heß, Rheinſtraße 22;
nachmittags 4 Uhr: Bei günſtiger Witterung
Wald=
ſpaziergang. Zu ſämtlichen Veranſtaltungen ſind nur
Evangeliſche (auch Frauen) eingeladen. Zu den
Volksverſammlungen, zur Feſtverſammlung und zur
Hauptverſammlung ſind alle evangeliſchen
Glaubensgenoſſen willkommen. Bei der
ge=
geſchloſſenen Mitglieder= und Abgeordnetenverſammlung
des Heſſiſchen Hilfsausſchuſſes am Sonntag vormittag
und des Heſſiſchen Hauptvereins am Montag vormittag
9 Uhr haben außer den beſonders Geladenen nur
Mit=
glieder des Evangeliſchen Bundes Zutritt. Das
Pro=
gramm fand Annahme.
Daran ſchloß ſich eine Beſprechung der Organiſation
des Beſuchs der Landesverſammlung und der
Luther=
feſtſpiel=Aufführungen von auswärts. Da ſchon jetzt
zahlreiche Teilnehmergruppen von auswärts gemeldet
ſind, wird angeregt und beſchloſſen, um Bereitſtellung
von Extrazügen nachzuſuchen, die nach Schluß der
Feſtſpielaufführungen möglichſt nach allen Richtungen
ab=
gelaſſen werden ſollen. In ganz Heſſen ſoll zur
Agita=
tion der „Bundesbote” mit Einladung und Feſtprogramm
verteilt werden. Vorausgehende Verſammlungen in
al=
len Gemeinden ſollen über das Doppelfeſt orientieren
und die Zahl der Teilnehmer feſtſtellen. Der
Eintritts=
preis für das Feſtſpiel wird für unnumerierte Plätze auf
1 Mk. bezw. 50 Pfg. feſtgeſetzt. Von vielen Teilnehmern
wird angeregt, Nachmittagsvorſtellungen für die
aus=
wärtigen Gäſte abzuhalten. Dieſe
Nachmittagsvorſtel=
lungen ſellen an zwei Sonntagen ſtattfinden. Bei
Maſ=
ſenbeſtellungen ſollen noch Preisermäßigungen eintreten,
um den Beſuch der Aufführungen jedermann zu
ermög=
lichen.
Der Vorſitzende machte dann zum letzten Punkt der
Tagesordnung Mitteilungen über Garantiefonds
und Jubiläumsſtiftung. Dieſe
Jubiläums=
ſtiftung, die aus Anlaß des Feſtes aus eventuellen
Ueber=
ſchüſſen und Sonderbeiträgen ins Leben gerufen werden
ſoll und zu der ſchon jetzt erfreulicherweiſe ſchöne
Be=
träge gezeichnet worden ſind, ſoll gleichzeitig eine Ehrung
für den Führer der evangeliſchen Bewegung in
Oeſter=
reich, D. Meyer, bedeuten, und die Zinſen der
Stif=
tung ſollen den evangeliſchen Gemeinden Oeſterreichs
zugute kommen. Durch Zeichnungen und Legate uſw. iſt
die Jubiläumsſtiftung ſchon jetzt auf nahezu 10000
Mark gebracht worden.
Die Tagesordnung iſt damit erſchöpft. Mit dem
ſtets wirkſamen Zitat: „Der Worte ſind genug gewechſelt,
laßt uns nun endlich Taten ſehen” und mit dem
wieder=
holten Ausdruck der Hoffnung, daß die Jubelfeier eine
machtvolle Kundgebung deutſchevangeliſchen Geiſtes
werden möge, die dazu beitragen wird, den Evangeliſchen
Bund neu zu kräftigen, wurde die Verſammlung
ge=
ſchloſſen.
St.
Kongreſſe und Verbandstage.
64. Hauptverſammlung der Guſtav=Adolf=
Stiftung.
— Poſen, 25. Sept. Die erſte öffentliche
Hauptverſammlung trat mittags 12 Uhr im Saale
der Königlichen Akademie zuſammen. Sie wurde
er=
öffnet durch eine Begrüßungsanſprache des Vorſitzenden
des Zentralvorſtandes der Guſtav=Adolf=Stiftung, Geh.
Kirchenrat D. Dr. Hartung, in welcher er eingangs
die Stellung des Guſtav=Adolf=Vereins zur nationalen
und konfeſſionellen Frage beleuchtete. Nach der Rede,
welche mit großem Beifall aufgenommen wurde
erſtat=
tete der Generalſekretär, Paſtor Geißler=Leipzig,
den Jahresbericht, dem wir folgendes entnehmen:
Die Summe der Einnahmen des Geſamtvereins beträgt
2 163318 Mark. Die Schenkungen und Vermächtniſſe der
beiden letzten Jahre betragen rund ¾ Millionen Mark.
Die Ziffer der Verwendung weiſt eine erfreuliche
Stei=
gerung auf. Es konnten im Vorjahre 1913827 Mark für
Diaſporapflege ausgegeben werden. Gegenwärtig ſtehen
2257 Gemeinden in der Pflege des Vereins. Die Zahl
der Zweigvereine iſt auf 2106 geſtiegen. Die Zahl der
Frauenvereine iſt ebenfalls gewachſen und beträgt
jetzt 706. Das geſamte Vermögen der Vereine und der
Zentrale beträgt gegenwärtig 7079398 Mark. In
ſorg=
fältigſter Weiſe wird über jede Verwendung des
Ver=
einsgeldes Rechenſchaft gelegt. Seit 1832 ſind bis heute
56 Millionen für die Pflege bedürftiger evangeliſcher
Ge=
meinden verwandt worden.
Nach dem Jahresbericht folgte die Uebergabe
der Geldfeſtgaben. Es wurden, im ganzen rund
40000 Mark aus der Provinz von den
Kindergottes=
dienſten und Schulen, Jünglings= und Jungfrauen=
Ver=
einen, Frauenvereinen des Guſtav=Adolf=Vereins und
der Frauenhilfe, vom Evangeliſchen Bund und von den
Gemeinden Poſens übergeben. Die Guſtav=Adolf=
Kinder=
gabe, die von Paſtor Zauleck=Bremen vor 10 Jahren
be=
gründet iſt und welche Paſtor prim. Groscurth=Bremen
übergab, erbrachte in dieſem Jahre 26027 Mark; ſie wurde
für die Anſtalt Sampohl in Weſtpreußen überwieſen. Eine
Reihe von Anſprachen von Abgeordneten und
ausländi=
ſchen Gäſten aus Böhmen, Ungarn, Belgien, Schleſien
beſchloß die öffentliche Hauptverſammlung.
* Poſen, 26. Sept. Die diesjährige große
Lie=
besgabe des Guſtav=Adolf=Vereins von
22000 Mark iſt auf die Gemeinde Peſchendorf in
Siebenbürgen gefallen.
Luftfahrt.
* Gotha, 26. Sept. Das Luftſchiff „Z. 3"
iſt um 9 Uhr 30 Minuten hier aufgeſtiegen. Es fährt
über Bebra, Fulda, wahrſcheinlich auch über Frankfurt,
nach Metz.
* Frankfurt a. M., 26. Sept. Das Luftſchiff
„Z. 3‟ hat auf ſeiner Fahrt nach Metz gegen 12 Uhr
unſere Stadt paſſiert.
* Metz, 25. Sept. Das Luftſchiff „Z. 3” traf, von
Frankfurt kommend, kurz nach ½3 Uhr hier ein und wandte
ſich ſofort der Luftſchiffhalle zu. Das Schiff hat die zirka
400 Kilometer lange Strecke demnach in fünf
Stunden zurückgelegt. Die Landung erfolgte um 3 Uhr
10 Minuten glatt.
* Baden=Oos, 26. Sept. Das Luftſchiff
Vik=
toria Luiſe” iſt heute nachmittag 2 Uhr 50 Minuten
zur Fahrt nach Frankfurt a. M. aufgeſtiegen.
* Frankfurt a. M., 26. Sept. Nach 6 Uhr
er=
ſchien die „Viktoria Luiſe” über dem Flugplatz.
Sie führte noch eine Fahrt über die Stadt aus und
lan=
dete 6 Uhr 5 Minuten auf dem Gelände des Flugplatzes.
Kurz darauf war ſie in der Halle geborgen.
* Hamburg, 25. Sept. Das Zeppelinluftſchiff
„Hanſa” machte heute nachmittag mit 30 Paſſagieren
eine Fahrt über Bargthaide nach Lübeck und zurück.
* Turin, 25. Sept. Auf dem Flugplatze Mirafiori
ſtürzte der Flieger Oberleutnant Raggazzoni ab.
Er war ſofort tot.
ſr. Ein Weltrekord im Flug mit 4
Paſ=
ſagieren wurde von dem Chefpiloten der Deutſchen
Pright=Werke Abramowitſch, der zurzeit in Petersburg
weilt, mit einem Wright=Doppeldecker auf dem
Petersbur=
ger Militär=Flugfelde aufgeſtellt. Abramowitſch flog mit
vier Paſſagieren an Bord 45 Minuten 55 Sekunden; er
verbeſſerte damit den von dem Deutſchen Schirrmeiſter auf
einem Mars=Doppeldecker gehaltenen Rekord von 33 Min.
22 Sek. bedeutend.
Handel und Verkehr.
* Hanau, 25. Sept. Bei der heutigen Eröffnung
der Angebote auf die Uebernahme der neuen 4
pro=
zentigen Hanauer Stadtanleihe in Höhe von
½ Millionen Mark waren folgende Angebote
eingelau=
fen: Heſſiſcher Bankverein Kaſſel und Mitteldeutſche
Privatbank Magdeburg 97,63 Prozent, Bank für Handel
und Induſtrie und Nationalbank für Deutſchland Berlin
97,20 Prozent, Diskonto=Geſellſchaft, Dresdener Bank und
Mitteldeutſche Kreditbank 96,97 Prozent, Deutſche
Ver=
einsbank zu Frankfurt a. M. 96,17 Prozent. Der Zuſchlag
wird morgen nachmittag erteilt werden.
Der Lotterievertrag mit Preußen von der
bayeriſchen Kammer angenommen.
* München, 26. Sept. Die Kammer der
Abge=
ordneten beſchäftigte ſich heute zum drittenmal
nit dem Lotterievertrag mit Preußen, der
ſeinerzeit vom Plenum abgelehnt worden war. Dilg
Kammer der Reichsräte hat dem Lotterievertrag aber die
Zuſtimmung gegeben und in ſeiner Sitzung vom 23.
Sep=
tember hatte auch der Finanzausſchuß der
Abgeordneten=
kammer den vom Reichsrat vorgenommenen
Aenderun=
gen der Lotterievorlage zugeſtimmt. Mit dieſen
Aende=
rungen ſollte der Kammer der Abgeordneten die
ver=
faſſungsmäßige Möglichkeit gegeben werden, nochmal
die von ihr in dieſer Seſſion abgelehnte Materie zu
be=
raten. Im Ausſchuß hat der Referent Schmid (Soz.)
dieſes Vorgehen als verfaſſungswidrig bezeichnet. Der
Ausſchuß ſtimmte aber dieſen Aenderungen zu. Ein
An=
trag Schmid (Soz.) erſuchte, von einer neuerlichen
Be=
ratung der ganzen Materie abzuſehen, womit der
Ver=
trag abgelehnt wäre.
Nachdem der Referent Schmid (Soz.) ausführlich
über die Beratungen im Ausſchuß berichtet hatte, wies
der Abgeordnete Dr. Pichler (Zentr.) auf eine
Er=
klärung im Ausſchuß hin, daß ſeine Partei dem
Entwurfe jetzt zuſtimmen werde. Man ſtehe
jetzt vor einer völlig neuen Tatſache, und der vom Zentrum
gewünſchte Weg der Einführung einer bayeriſchen
Klaſ=
ſenlotterie ſei durch die Haltung der Staatsregierung und
den Beſchluß der Reichsratskammer jetzt verſchloſſan.
Man ſtehe jetzt vor der Wahl, auf eine Lotterie vollſtändig
zu verzichten oder die Zuſtimmung zum Anſchluß an die
preußiſche Klaſſenlotterie zu geben. Mit dieſer Tatſache
müſſe auch ſeine Partei jetzt rechnen. Schon der Abg.
Speck habe früher geſagt, daß das Zentrum kein
prin=
zipieller Gegner der Klaſſenlotterie ſei. Abg. Dr
Caſ=
ſelmann (liberal) erklärte, ſeine politiſchen Freunde
ſtünden heute noch auf dem Standpunkte wie von
An=
fang an.
Miniſterpräſident v. Hertling erklärts, daß
zwiſchen der Lotterievorlage und der
Jeſuiten=
frage kein Zuſammenhang beſtünde. Zu keiner Zeit
habe es die bayeriſche Regierung, weder direkt noch
in=
direkt, weder öffentlich noch vertraulich, unternommen,
die beiden Fragen in einen Zuſammenhang zu bringen.
Herr v. Hertling weiſt wiederholt die Unterſtellung, als
ob er den erwarteten Richterſpruch des Bundesrats in
der Jeſuitenfrage durch Erteilung von Freundlichkeiten
an Preußen zu beeinfluſſen verſucht habe, aufs
Entſchie=
denſte zurück. — Schließlich wird ein ſozialdemokratiſcher
Antrag, die Beſchlußfaſſung über den Regierungsentwurf
aus den wiederholt erörterten verfaſſungsrechtlichen
Be=
denken auszuſetzen, gegen die Stimmen der
Sozialdemo=
kraten und einiger Liberaler, abgelehnt.
Die Abſtimmung ergibt 87 Stimmen mit Ja
und 38 mit Nein. Dagegen ſtimmten ſämtliche
Sozial=
demokraten, 7 Mitglieder des Zentrums, 5 Liberale, ein
Bauernbündler und ein Wilder. Damit iſt auch die
Zu=
ſtimmung zum Vollzug des Staatsvertrages, ſoweit
da=
durch der verfaſſungsmäßige Wirkungskreis des
Land=
tags berührt wird, gegeben. Nachdem damit nun auch
Bayern den Lotterievertrag ratifiziert hat, iſt das
preußiſch=ſüddeutſche Abkommen, das ſich
gleichzeitig auf Baden und Württemberg erſtreckt,
per=
fekt geworden.
Taifun in Japan.
* Yokohama, 25. Sept. Ein außerordenklich
ſchwerer Taifun hat die Gegend von Nagoja
heim=
geſucht. Zahlreiche Unfälle haben ſich dabei ereignet;
Eiſenbahnzüge ſind entgleiſt und viele Menſchen
umge=
kommen.
* Tokio, 24. Sept. Infolge der durch den Tai= angerichteten Schäden iſt Tokio ſeit zwei Tagen
vollkommen von der Weltabgeſchnitten. 11 berall
ſind Verheerungen angerichtet worden. Einzelheiten
fehlen noch. Die Wirkungen des Taifuns ſind in der
Mitte der Südküſte am ſchwerſten. Der franzöſiſche
Pan=
zerkreuzer „Duplaix” iſt auf der Höhe von Yokohama
auf=
gelaufen. Er konnte am Montag wieder flott gemacht
werden. Bei Shimonoſeki iſt ein japaniſcher
Perſonen=
dampfer geſcheitert. Die Zahl der Opfer iſt unbekannt.
Auch japaniſche Kriegsſchiffe haben ſchweren Schaden
gelitten. Das Linienſchiff „Satſuma” und das
Schul=
ſchiff „Manju” haben die Maſte eingebüßt. Vier
Torpedo=
bootszerſtörer und fünf Torpedoboote ſind aufgelaufen.
In Magoya hat der Taifun viele Opfer gefordert. Eine
Spinnerei und ein Kloſter ſind dort eingeſtürzt. Wie ein
Telegramm aus Tſurugi vom 22. ds. meldet, iſt dort ein
Torpedoboot geſunken. Die ganze Mannſchaft ſoll
er=
trunken ſein. Zwei andere Torpedoboote ſind durch den
Taifun beſchädigt worden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Hamburg, 26. Sept. Der Dienſtknecht Meißner,
der am Weihnachtsabend 1911 die Gaſtwirtseheleute
Ulrich in Süderwiſch bei Kuxhaven ermordete und
be=
raubte und dafür vom Schwurgericht Hamburg zum
Tode verurteilt worden iſt, iſt heute früh um 6 Uhr 20
Minuten im Hofe des Unterſuchungsgefängniſſes
hin=
gerichtet worden.
* Beuthen (Oberſchl.), 26. Sept. Der Staatsanwalt
hat auf die Ergreifung der Kattowitzer Bankräuber
eine Belohnung von tauſend Mark ausgeſetzt.
* Bukareſt, 26. Sept. Andauernde Regengüſſe
haben vielfach Ueberſchwemmungen und in
Mais=
ſeldern und Weingärten großen Schaden angerichtet. Der
Kriegsminiſter ſtellte es den Korpskommandanten frei,
die kleineren Manöver einzuſtellen Die Königsmanöver
finden jedoch an dem feſtgeſetzten Termin ſtatt.
* London, 26. Sept. Wie das Reuterſche Bureau
er=
fährt, wird der Profgekt der chineſiſchen Anleihe
heute nachmittag erſcheinen und die Subſkription
ſpäte=
ſtens am Samstag geſchloſſen werden.
* Wutſchang, 26. Sept. Die Truppen, die ſich in
der Nacht zum 25. September empörten beſtanden
aus 2000 Mann Kavallerie; ihre Kaſerne liegt
außer=
halb der Stadt. Ihnen ſchloſſen ſich die Artilleriſten an,
von denen ſie jedoch nachher verlaſſen wurden. Die
Ver=
ſchwörung wurde entdeckt die Tore der Stadt geöffnet
und 50 Meuterer hineingelaſſen, die ſofort erſchoſſen
wur=
den. Liyuanhung ſandte die treu gebliebenen Truppen
ab. 200 Empörer wurden gefangen und erſchoſſen. Die
übrigen flüchteten. Die Ruhe iſt wieder hergeſtellt.
H.B. Berlin, 26. Sept. Der Vorſtand des
deut=
ſchen Städtetages hat den Antrag der badiſchen
Oberbürgermeiſter abgelehnt, den Städtetag
einzuberu=
fen, zum in Sachen der Fleiſchteuerung
Maß=
nahmen zu beraten.
H. B. München, 26. Sept. Prinzregent
Luit=
pold machte auch heute nach der Trauermeſſe für den
verſtorbenen Herzog Franz Joſeph, der er in der Kirche
von Berchtesgaden beigewohnt hatte eine
Spazier=
fahrt. Das Allgemeinbefinden des Regenten läßt auch
heute nichts zu wünſchen übrig, wenn auch das Gehen
etwas ſchwer wird.
— München, 26. Sept. Der Erfinder der Autotypie,
Meiſenbach, iſt im 72. Lebensjahre auf ſeinem
Beſitz=
tum Emmerling bei München geſtorben.
— Nauen, 26. Sept. Von den drei Opfern bei dem
Ueberfall im Vorortzuge konnte Frau Karſten
aus dem Kreiskrankenhauſe als geheilt entlaſſen werden.
Die Tochter iſt kürzlich ins Elternhaus zurückgekehrt.
Frau Voß befindet ſich noch in ärztlicher Behandlung.
Dreimal täglich
Scotts Emulſion eine Zeitlang
regelmäßig genommen, macht
zarte Rinder ſtark
und lebensluſtig.
Nur muß es die echte Scotts Emulſion
ſein, keine Nachahmung.
(320096
Der Kern zu Geſundheit und Kraft muß ſchon im
zarteſten Kindesalter im Menſchen gepflanzt
wer=
den deshalb verwende man bei unzureichender
Mutter=
bruſt Neſtle’s Kindermehl, und der Erfolg wird
ſich in kürzeſter Zeit zeigen und von nachhaltigſter
Wirkung ſein. Verſuchsdoſe koſtenlos durch Neſtle=
Geſellſchaft, Berlin W 57.
(200890
— Der Geſamtauflage heutiger Ausgabe unſeres
Blattes iſt ein Proſpekt beigefügt von der
Firma Geſchwiſter Knopf, Ludwigſtraße 14, über
Knopf’s 95 Pfg.=Woche, worauf hiermit beſonders
hingewieſen wird.
(20109
nach usner Art G
nach Münchner Art
Hell Export uuug
feinste Tafelbiere —
IanUr
Bau in Flaschen und Syphons.
Krauken=Unterſtützungsbund
der Schneider, Filiale Darmſtadt.
Unſeren Mitgliedern zur Kenntnis, daß
das Mitglied
(20106
Peter Raab
geſtorben iſt.
Die Beerdigung findet Freitag, den 27.
Sep=
tember, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus
Soderſtraße 41 aus, ſtatt.
Zuſammenkunft daſelbſt.
Um zahlreiche Beteiligung bittet
der Vorſtand.
ür die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
C) bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes,
unſeres guten, unvergeßlichen Vaters, ſagen
hier=
mit innigen Dank.
(20102
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Elisabeth Winter
und Töchter.
Darmſtadt, den 26. September 1912.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater (Ab. C), Anfang 7½ Uhr: „Der
Gardeoffizier”.
Vortrag von Revierpolizeikommiſſär Lindemann um
9 Uhr im „Schützenhof” (Polizei= und
Schutzhund=
verein).
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Samstag, 28. September.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 24=, um 11 Uhr in der
Ar=
tillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und Mitteilungen
aus dem Geſchäftsleben: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
14.50
17.50
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Darmstadt
Tel. 1809
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Drückt nicht.
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Kurſe vom 26. September 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 88,60
78,60
do.
4 Preuß. Schatzanweifg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 88,75
78,50
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 99,70
93,70
do.
3½
do.
4 Bahr. Eiſenbahnanleihe 100,00
87,40
do.
3½
77,50
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 99,70
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
87,20
do.
3½
77,00
do.
3
78,80
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 99,75
do. v. 1875 93,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 100,00
1¾ Griechen v. 1887 . . 55,50
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 89,70
do. Goldrente . . . 94,70
4 do. einheitl. Rente 86,30
3 Portug. unif. Serie I 64,20
3 do. unif. Ser. III 67,45
9,80
3 do. Spezial .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,50
do. v. 1890 . . 95,70
do. v. 1905 . . 91,00
. 90,50
4 Ruſſen v. 1880
. 90,60
do. v. 1902 .
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
3½ Schweden
Serbier amort. v. 1895
Türk. Admin. v. 1903 83,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 90,80
Ungar. Goldrente . . . 89,10
do. Staatsrente. . . 87,10
Zf.
InProt=
5 Argentinier
.101,10
4
do.
87,30
4½ Chile Gold=Anleihe.
5 Chineſ. Staatsanleihe .
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 94,50
5 Innere Mexikaner . . . 93,60
59,50
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,20
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,40
3 Buenos Aires Provinz 70,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 162,50
5 Nordd. Lloyd . . . . . 129,10
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 127,00
Aktien ausländiſcher
Trausportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 117,00
8 Baltimore und Ohio . 110,25
6½ Schantungbahn . . . 136,50
64 Luxemb. Prince Henri 161,75
O Oeſt. Südbahn (Lomb.) 21,50
6 Pennſylvania R. R.
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
69,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 538,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 650,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 354,00
10 Cement Heidelberg . . 153,00
30 Chem. Werke Albert 472,50
12½ Holzverkohlung Kon=
.352,75
ſtanz .
.125,50
4 Lahmeyer .
etzte
Iupra=
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 161,10
12 Siemens & Halske .239,00
5 Bergmann Electr. . . 138,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 167,25
0 Gummi Peter . . . . 102,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 115,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 614,00
10 Maſchinenf. Badenia 179,50
6 Wittener Stahlröhren 219,00
8 Steana Romana Petr. 153,10
15 Zellſtoff Waldhof . . 244,75
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . 214,50
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 115,80
3 Südd. Immobilien . 64,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 196,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . .242,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 188,30
10 Gelſenkirchener . . . . 213,75
8 Harpener . . . . . . . 202,75
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 284,25
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. .
. 92,50
4 Laurahütte . . . . . . 182,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 176,75
11 „ Weſteregeln 227,80
7½ South Weſt Africa 148,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 99,50
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,50
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,00
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn
3
do.
79,25
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,80
do.
78,20
4
Zupron
B.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 54,10
3 Raab=Oedenburg
. 78,00
4 Kronprinz Rudolfbahn
4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,80
do.
88,10
4 Wladichawchas . . . .
4 Rjäſan Koslow . . . . 87,80
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 77,60
do.
2¾/0 Livorneſer . .
.70,10
3 Salonique=Monaſtir . 63,60
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,30
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,80
4 Miſſouri=Pacific. . . . 74,30
4 Northern=Paciſic . . . 99,20
4 Southern=Paciſic
93,50
5 St. Louis und San
Francisco. . . . . 85,20
5 Tehuantepec . . . . . . 97,80
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 190,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 171,60
6½ Darmſtädter Bank . 123,25 4 Frankfurt
12½ Deutſche Bank . . . 258,50
6 Deutſche Vereinsbank . 122,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 117,00
10 Diskonto=Kommandit 190,40
8½ Dresdener Bank . . 157,004 Karlsruhe
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,00
6½ Mitteld. Kreditbank 119, 10
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . .135,50
7 Rhein. Kreditbank. . . 135,00
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 118,70
7½ Wiener Bankverein . 135,00 3½ Nauheim
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 21.
8.
Zußrn.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 88,50
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.52 . .
. 99,00
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 98,50
3½
87,50
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23₰
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
. 88,00
S. 3—5
87,80
S. 9—11
. 87,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1921) . . 98,80
31 do. (unk. 1914) . . 87,80
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
3½
do.
89,30
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . .
3½ do.
. 99,40
do.
31
94,80
4 Gießen .
3½ do.
91,00
4 Heidelberg
. 98,50
3½ do.
88,20
. 98,50
88,00
3½ do.
4 Magdeburg
. 99,90
3½ do.
4 Mainz .
98,50
3½ do.
4 Mannheim
. 98,80
3½ do.
88,80
4 München
. 99,80
4 Nürnberg
. 99,50
do.
88,00
99,2014 Offenbach .
In Proz.
3½ Offenbach .
4
4 Wiesbaden . 7.7. 4 99,50
3½ do.
4 Worms
97,80
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 ₰ 79,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 170,60
3½ Cöln=Mindner 100 134,00
8 Holl. Komm. . fl. 100
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 136,80
4 Oeſterr. 1860er Loſe . —
3 Oldenburger . . . .
126,60
2½ Raab=Grazer fl. 159
Unverzinsliche
Aulehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 203,20
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45 —
do.
Fs. 10 33,00
ſl. 7
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 516,00
do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 365,00
Benediger . . . . Fs. 30
Tärkiſche . . . . Fs. 400 174,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,42
20 Franks=Stücke
16,16
Amerikaniſche Noten
4,20
Engliſche Noten . . . . . 20,40
Franzöfiſche Noten. . . 80,85
Hokländiſche Noten. . . . 169,35
Italieniſche Noten . . . . 80,30
Oeſterr.=Ungariſche Roten 84,70
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,70
Reichsbank=Diskonto. . . 4
Reichsbank=Bombard 39 5½
Während der Messe
bringen wir grosse Posten vorzügliche
(20131
Hedeste Herbst- und willter Schanwaren
Wieheleder
Herensictel
ℳ 6.75, 5.50, Eisenfest 4.50
voreigleh. Aindborleder, neueste
Herrenstiefel Passons ℳ 3.50, 7.50, 6.75 u. 5.90
beste Gualiäten in Gherreaur u.
Herrenstiekel Boxcalf, hochelegante Tassons.
ℳ 15.50, 13.50, 12.—, 10.50, 9.75
Unsere bekannten stark. Wichsled.-Kinderstiefel
Grösse 24 25/26 27/28 29/30 31/33 34/35
2.50 2.75
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die Posten
Winter-Schuhe
und Pantoffeln
Kamelhaar- u. Schnallenschuhe
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schwars Gner. d. Andbeg, uit od.
ohne Lackk. . ℳ 7.50, 6.75, 5.50, 4.90
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Damenstiefel Fassons, in bestem Chepreauz und
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Grösse 25/26
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Schwarz-weisse
Rabattmarken
iten Hlameanteg
vonl
11—7 Uhr geöffnet
Markt
2
Gobrsianf
Markt
5
Schwarz-weisse
Rabattmarken
von
7 Ur geblluet
Weiblich
w. lang. Jahre an e.
Fräuiein, Büfett tätig war, ſucht
w. Beſchäftig. in Metzg. o. Bäckerei.
Off. u. 8 99 an die Exp. (*7181df
wünſcht noch
Perf. Schneideriu einige Kund.
Riedeſelſtr. 42, part. links. (*7258fs
empf. ſ. in
Tücht. Schneiderin u. außer d.
Hauſe Elisabethenstr. 49, Mth. II. (*7250
Junges Fräulein
von auswärts, welches nähen kann
u. bürgerlichen Haushalt gut
ver=
ſteht, ſucht per 1. oder 15. Oktober
Stelle i. herrſchaftl. Hauſe od. als
Stütze bei einz. Dame. Zeugniſſe
u. Photogr. ſtehen zur Verfügung.
Off unt. T 12 an die Exp. (*165df
für meine Schweſter, 17 J.
Süche alt, Stell. zu Kindern und
als Beihilfe in Haushalt. Off. u.
L 32 an die Expedition. (*728 fa
Gut empfohl. fleiß. Frau ſucht z.
1. Okt. Laufſtelle 2—3 St. Zu erfr.
Kranichſteinerſtr. 7, Stb. II. p. 12—2
Uhr u. von 4 Uhr ab. (*7254fso
ſucht Aus=
Aelt. einf. Perſon hilfe i. Koch.
und leichte Hausarbeit, würde auch
leichte Pflege übernehmen (*7268
Viktoriaſtr. 98, III., mittlere Türe.
T. .Frau ſ. ſ. n. Beſch., n. a.
Aus=
hilfe an Emilſtr. 4, 1. St. l. (*7272fs
Fraul. (auswärts) ſucht z. 1. Okt.
od. ſpäter Stell. als einf. Stütze
od. Alleinm. Gute Beh. Beding.
Schriftl. Unterh. erwünſcht. Zeugn.
u. Photographie könn. zugeſch. werd.
Gefl. Off. unt. R. S. 100 haupt=
poſtl. Darmſtadt.
(*7331
Männiien
Verherateter
Buchkhalter
rontin. Kaufmann
in allen Arbeiten durchaus
er=
fahren, empfiehlt ſich Aerzten,
Doktoren, Handwerkern, kaufm.
Firmen (allen, die keinen ſtändigen
Buchhalter halten wollen) zur
ge=
wiſſenhaften Erledigung aller
Sachen (auch Mahnweſen pp.,
Bilanzaufſtellung pp.) (*6857sif
Gefl. Anfragen unter § 18 an
die Expedition.
Ein Banernſohn., 2 Jahre alt,
ſucht Stellung als Knecht auf dem
Lande. Familienanſchl. erwünſcht.
Gefl. Offerten unter T 8 an die
Expedition ds. Blattes. (*7193df
Ofe Stelle
Weiblich
Eine
Kontoristin
mit ſchöner Handſchrift und
zuverl. im Maſchinenſchreiben
per 1. Okt. geſucht. Gefl. Off.
mit Gehaltsanſpr. und Alter
unt. T 29 a. d. Exv. 20085fs0
Aelteres tüchtiges Mädchen zum
Verkauf u. Haushalt geſucht. Näh.
(*7241fs
Riedeſelſtraße 72, I.
Suchetücht. Mädch. m. g. Zeugn.
in g. Privat= u. Geſchäftsh.
Johan-
nette Weissmantel, gewerbsmässi ge
Stel-
lenvermittlerin. Kaſinoſtr. 17. (*7328
mnlich
zur Aufſtellung einer
Steuer=Deklaration
geſucht. Offerten u. T 30
an die Expedition. (6010t
Jungere Bureaukraft
flott im Schreiben u. ſicher im
Rech=
nen, ſof. geſucht. Selbſtgeſchr. Off.
mit Lebenslauf unter T 34 an
die Expedition ds. Blattes. (*7278
zur den Packtiſch
zuverläſſiges Fräulein
(20114
für ſofort geſucht.
Philipp Hess, Darmſtadt.
Gücht Arbeiterinnen . geſucht
Konfektion,
Gerwinusſtraße 30, I. (*71924
Lehrmädchen geſucht Konfektion
Schützenſtraße 10, II (20053a
Lehrmädchen
aus beſſerer Familie geſucht. (20115.
J. Stichel, Rheinſtraße 4.
Vorzuſtellen Sonntag vormittag.
Köchinnen perf. u.bürgerl.,
Suchr. Hausmädch., Alleinmädch.,
welche koch. u. nicht koch. können, für
hier, Köchin u. Alleinmädch. nach
Worms, Stütze, welche ſelbſt. koch.
kann, nach Neuſtadt a.d. Hardt, perf.
Köchin in Herrſchaftsh. nach
Zwei=
brücken, perſeltes Hausmädch. nach
Frankfurt, gute Stelle, für ſof. u.
1. Okt. Frau Minna Dingeldein,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Eliſabethenſtr. ¾, II., Telef. 531 (*7333
Aeiterer, ſ. zuv. Mann ſ. Stelle
als Austräger, ſchriftl. Heimarbeit
od. ſonſt. Vertrauenspoſten gegen
geringe Vergütung. Näheres in
der Expedition ds. Bl. (B19994
ſucht Umſtände halber anderweit
Lehrſtelle. Offerten unter T 27
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Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
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licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Hofhund. 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können
von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden.
Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werktag, vorm. um 10 Uhr, ſtatt.
(20107
Raumungsfriſten bei der Wohnungsmiete.
Zum bevorſtehenden Vierteljahreswechſel bringe ich
nachſtehen=
des Ortsſtatut wiederholt zur Kenntnis. Wenn nicht anderes
ver=
einbart iſt, iſt für die Dauer der ſtatutariſchen Räumungsfriſten
Mietzins an den bisherigen Vermieter nicht zu entrichten.
Darmſtadt, den 20. September 1912.
(19920mdf
Der Oberbürgermeiſter
J. V.: Schmitt.
Auf Grund des Geſetzes vom 6. Januar 1906, betreffend die
Räumungsfriſten bei der Wohnungsmiete, wird auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 31. Mai 1906, ſowie nach
An=
hörung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung Großherzoglichen
Miniſteriums des Innern vom? November 1906 zu Nr. M. d. J.
37271 folgendes Ortsſtatut erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in
Kraft treten.
§ 1. Endigt das Mietverhältnis am Schluſſe eines
Kalender=
vierteljahres, ſo muß die Räumung gemieteter Wohnungsräume
durch den Mieter:
a) bei kleinen, d. h. aus höchſtens 3 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am erſten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 5 Uhr nachmittags,
b) bei mittleren, d. h. aus 4 bis 5 Zimmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am zweiten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags,
c) bei großen, d. h. aus mehr als 5 Z mmern und etwaigem
Zu=
behör beſtehenden Wohnungen am dritten Tage des folgenden
Monats, ſpäteſtens 12 Uhr mittags, beendet ſein.
§ 2. Die im § 1 beſtimmten Räumungsfriſten werden nur
mit der Beſhränkung gewährt, daß
a) bei Wohnungen, welche aus 3 bis 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, ein Zimmer,
b) bei Wohnungen, welche aus mehr als 4 Zimmern und etwaigem
Zubehör beſtehen, zwei Zimmer,
ſchon am erſten Tag des folgenden Monats, ſpäteſtens 12 Uhr
mit=
tags, vollſtändig geräumt ſind.
§ 3. Kann der Mieter ſchon mit der Beendigung des
Miet=
verhältniſſes ſeinen Ueberzug in die neue Wohnung bewerkſtelligen, ſo
finden die Vorſchriften der §§ 1, 2 keine Anwendung.
Hat der Vermieter auf Grund eines ihm geſetzlich oder
ver=
tragsmäßig zuſtehenden Rechtes das Mietverhältnis ohne Einhaltung
einer Kündigungsfriſt gekündigt, ſo ſtehen die in den §§ 1, 2
bezeich=
neten Räumungsfriſten dem Mieter nicht zu.
§ 4. Fällt der Tag, an welchem nach den §§ 1, 2 die
Räu=
mung ganz oder teilweiſe zu beendigen iſt, auf einen Sonntag oder
einen ſtaatlich anerkannten allgemeinen Feiertag, ſo tritt an die
Stelle des Sonntags oder des Feiertags der nächſtfolgende Werktag.
Darmſtadt, den 27. November 1906.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Morneweg.
Die Verſteigerungen imſtädtiſchen Pfandhaus.
Nach Ausſchreibung der Pfänderverſteigerung laufen
erfahrungs=
gemäß ſtets mündliche oder ſchriftliche Geſuche von
Pfandhausſchuld=
nern ein, teils auf Verſchiebung der Verſteigerung ihrer Pfänder,
teils auf gänzliche Ausnahme derſelben von der Verſteigerung
fge=
richtet. Um den Schuldnern zweckloſe Gänge und Mühe zu erſparen,
gebe ich hiermit bekannt, daß alle derartige Geſuche abgewieſen
wer=
den müſſen, da die Pfandhausordnung die Verſteigerung aller
ver=
fallenden Pfänder, deren Einlöſung oder Verlängerung innerhalb des
hierfür beſtimmten Zeitraums vor dem Verſteigerungstermin nicht
erfolgt, ausdrücklich vorſchreibt und Ausnahmen von dieſer Vorſchrift
nicht zuläſſig ſind.
Darmſtadt, den 21. September 1912
(20024df
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Schmitt.
Einhalten der Tauben zur Saatzeit.
Ich beſtimme hiermit, daß die Tauben vom 25. Ifd. Mts.
bis zum 20. nächſten Mts. eingeſperrt gehalten werden müſſen.
Zuwiderhandlungen werden nach Art. 39 Ziffer 2 des Feldſtrafgeſetzes
mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu einer Woche
beſtraft.
Auf die Militär=Brieftauben der Mitglieder des hieſigen
Brief=
taubenklubs findet Vorſtehendes nur inſoweit Anwendung, als dies
das Reichsgeſetz vom 28. Mai 1894, den Schutz der Brieftauben
be=
treffend, zuläßt.
Darmſtadt, den 23. September 1912.
(20081ff
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Schmitt.
Steuer=Erhebung.
Das 3. Ziel der
Gemeinde=
ſteuern für das Rechnungsjahr
1912 iſt, bei Vermeidung der
Mah=
nung, bis Ende dieſes Monats
an den Werktagen, vormittags von
8 bis 12½ Uhr, hierher zu
ent=
richten.
Im Intereſſe raſcheſter
Ab=
fertigung an den Zahlſchaltern
wird gebeten, die Gelder
abge=
zählt bereit zu halten.
Darmſtadt, 11. September 1912.
Die Stadtkaſſe.
Koch. (19111a
Bekanntmachung.
Freitag, 11. Oktober 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Heinrich Schäfer
und deſſen Ehefrau Karoline, geb.
Geiger, zu Darmſtadt gehörigen
Liegenſchaften der Gemarkung
Beſſungen:
Flur Nr. qm
VIII 699//100 510 Hofreite Hei
delberger=
ſtraße 130,
VIII 679/10 365 Hofreite
Moosberg=
ſtraße 94,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
verſtei=
gert werden.
Darmſtadt, 6. September 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (VI19610
kroßer Einmachſtänder, eichen,
el. Kleiderſchrank, Nachttiſch,
Bücherbr., Waſchbock,
Kohlen=
kaſten, Ueberzieher, Spazier=
(*7304
ſtöcke billig zu verk.
Kirchſtraße 19, 3. St.
Bekanntmachung.
Freitag, 11. Oktober 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem 1. Karl Hindel und
2. Franz Hindel dahier
zugeſchrie=
benen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
II 154 562 Hofreite
Karl=
ſtraße 52,
II 156¾/10 219 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
verſtei=
gert werden.
Darmſtadt, 26. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen.)
Frantz. (VI18131
Bekanntmachung.
Nachdem das Konkursverfahren
über das Vermögen des Georg
Kärcher I. in Griesheim durch
Zwangsvergleich beendet iſt, wird
das Verfahren aufgehoben. (20128
Darmſtadt, 20. September 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Dünger=Verkauf.
Am Samstag, den 28.
Septem=
ber ds. Js., 11 Uhr vormittags,
werden auf dem Hofe der
Artillerie=
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Haufen Matratzenſtreu meiſtbietend
(20080
verkauft.
Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25.
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84)
Julas Eltern waren nüchterne, praktiſche Menſchen.
Sie wußten durch Karl Auguſt, wie die Finanzen des
mütterlichen Hauſes beſtellt waren, und meinten, es habe
doch keinen Zweck und keinen Sinn, Geſchenke zu machen,
die unnötig ſeien. Man könnte das Geld doch lieber für
praktiſche Dinge ausgeben.
Auf Chriſtas Platz lagen neben dieſem ſchillernden
Seidenſtoff noch ein Paar Goldſtücke und ein Zettel von
Julas Hand. Darauf ſtand: Für das Macherlohn des
Kleides. Chriſta ſchoſſen die Tränen in die Augen. In
ihrem elterlichen Hauſe hatte man ſogar den Dienſtboten
Geld nur im verſchloſſenen Kuvert geſchenkt. Sie ſchämte
ſich vor den Leuten des Warburgſchen Hauſes, die
ver=
ſtohlen auch Chriſtas Gaben aus der Ferne muſterten.
Auch Frau von Leerſen und Karl Auguſt waren auf
das tiefſte verletzt und empfanden dieſe Art zu geben als
Demütigung.
Karl Auguſt aber ſagte das erſtemal ſeiner Braut
ſcharfe Worte, als dieſe ihm gegenüber behauptete, nun
ſei es erwieſen, daß Chriſta ein durch und durch neidiſcher
Charakter ſei. Anſtatt ſich zu freuen, habe ſie die Geſchenke,
die ſie erhalten habe, mit den ihrigen verglichen und
Trä=
nen der Wut vergoſſen.
Da halte Kerl Augußt die
ſo waht deß Zir heitne ir ihr Zimmer glnſen ver=
Sie kam erſt wieder zum Vorſchein, als die verblendeten
Eltern ihr alles verſprochen hatten, was ſie ſich gerade in
jenem Augenblicke gewünſcht hatte.
Frau von Leerſen und Chriſta waren bald
aufge=
brochen und nach Hauſe gegangen. Auch dieſe
Vorkomm=
niſſe bildeten mit die Urſache, daß man nicht gern des
letz=
ten Weihnachtstages gedachte.
Jula hatte nach dem Feſte infolge einer
Halsentzün=
dung längere Zeit das Zimmer hüten müſſen, und hatte
ihre Schwiegermutter noch nicht wieder aufgeſucht,
wäh=
rend dieſe, was Chriſta nicht begriff, ſchon zweimal wieder
bei Warburgs geweſen war.
Schleppend nur bewegte ſich die Unterhaltung
zwi=
ſchen beide Frauen im Erker. Frau von Leerſen fragte,
Chriſta antwortete. Die Art und Weiſe aber, in der es
geſchah, verriet nur zu deutlich, daß ſie im Innern nicht
bei dem waren, was ſie ſagten.
Ohne daß ſie es wußten, hatten aber die Gedanken
beider ein gemeinſames Ziel — Joachim!
Aus vielen Andeutungen und leicht hingeworfenen
Bemerkungen ihrer Bekannten hatte Frau von Leerſen es
angehört, daß man um den Bruch zwiſchen ihr und Joachim
wußte. Mit direkten und indirekten Anfragen, wie es
ihm eigentlich in Berlin erging, ob er zu Karl Auguſts
Hochzeit käme und dergleichen mehr, trat man an ſie heran.
Auch Jula und ihre Verwandten nahmen ſich durchaus
ſen Meit doer den Mud ud erilſlen es alng, die es
hören wollten, daß ſich Leerſens mit Joachim „nicht
ſtän=
den”, weil er ſeine juriſtiſche Laufbahn aufgegeben habe.
Sie hatten ſo wenig Zartgefühl und verſtanden ſo gar
nicht, daß es Dinge gab, über die man nicht gern ſpricht.
Ab und zu aber kam dieſer und jener der Bekannten und
erzählte, daß er in Berlin Joachim getroffen habe, dem és
in ſeiner Stellung bei der Zeitung ſehr gut gehe. Er habe
ſich ſehr zufrieden über ſeine Tätigkeit geäußert.
Mit dieſer Berufswahl hätte ſich, da ſie ja gut
auszu=
geben ſchien, Frau von Leerſen mit der Zeit wohl
abge=
funden, aber viel ſchlimmer war es, daß er dieſes
Verhält=
nis mit der Ballettmeiſterstochter offenkundig fortſetzte
und offenbar immer noch geſonnen war, dieſe Perſon
zu heiraten. Hofrat Mehner hatte Joachim vor ein paar
Tagen in Berlin mit ihr im Theater getroffen und Joachim
hatte die Dreiſtigkeit gehabt, ſie als ſeine Braut
vorzu=
ſtellen, ſogar, wie der alte Freund erzählte mit dem
Zu=
ſatze: In ein paar Wochen hoffentlich ſchon meine Frau.
Dieſer Affront, und gerade jetzt, wo die Vermählung Karl
Anguſts vor der Tür ſtand! Durchlaucht hatte gnädigſt
geruht, ſein Erſcheinen bei den Vermählungsfeierlichkeiten
in Ausſicht zu ſtellen. Wenn jetzt irgend ein Skandal
vor=
kam, irgend ein Verſtoß gegen die Etikette, ſo blieben die
hohen Herrſchaften fern und ſie, die Familie Leerſen,
waren die Blamierten
Immer raſcher flogen die Karten in den Händen der
ſich bei dieſem Gedanken immer mehr erregenden
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Lebens=
führung Reizmittel meidet und durch
Nährmittel erſetzt. Vor allem gilt es
hier, dem Kaffee den Krieg zu
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Sie achtete zuletzt überhaupt nicht mehr darauf, ob ſie die
Patience richtig legte oder nicht.
Ab und zu ſah ſie nach Chriſta hinüber. Ob ſie etwas
von den Plänen des Bruders wußte? Sie allein
korre=
ſpondierte mit ihm. Nie hatte Frau von Leerſen nach
dem Inhalt dieſer Briefe gefragt, nie die Grüße erwidert,
die er ihr anfangs regelmäßig mitgeſandt hatte. Nicht
einmal das Schreiben hatte ſie geleſen, das auf Karl
Auguſts Verlobungsanzeige an dieſen eingelaufen war.
Zögernd öffnete ſie endlich die Lippen zu einer Frage:
Chriſta, weißt Du, haſt Du erfahren, ob
Mama. Chriſta fuhr aus ihrem Sinnen empor und
blickte die Mutter an.
Nein! Nichts! Es iſt nicht nötig!
Langſam, ein wenig ſchwerfällig erhob ſich Frau von
Leerſen und ſchritt zu ihrem Schreibtiſch.
Chriſta ſaß mit dem Rücken nach dem Zimmer. Sie
hörte, wie der Schreibtiſchſeſſel gerückt wurde und die
Mutter ſich darauf niederließ. Es raſchelte wie
Brief=
papier. Dann wurde es ſtill.
Chriſta drehte ſich nicht um. Nein, ſie war froh, daß
ienden Augen der Mutter nicht mehr auf
Ohne daß ſie es bemerkte, entglitt die
ſden. In tiefem Nachdenken ſtützte ſie,
Pgebeugt, den Kopf auf ſie.
Er heute ihre Nachmittagsruhe gehalten
n Sprung bei Ada geweſen, um zu
Feſte in Berlin geweſen ſei. Mit leuch=
Pihr Ada entgegengeflogen. Chriſtel=
Poße Neuigkeit! Weißt Du, was uns
Vater zu Weihnachten geſchenkt hat? Seine Erlaubnis,
daß ich in ein paar Wochen ſchon Joachim heiraten darf!
Sie hatte nicht recht zu hören geglaubt! Immer
wie=
der fragte ſie von neuem und immer wieder von neuem
erzählte Ada. Du kennſt meinen Vater. Mit ſeinem
gro=
ßen, gütigen Herzen liegen ihm alle ſelbſtſüchtigen Wünſche
fern. Nur mir gilt ja all ſeine ſorgende Liebe. Er hat
nun eingeſehen, daß das, was er im ſtillen vielleicht immer
noch gehofft hat, nie geſchehen wird. Joachim läßt nicht
von mir und ich nicht von ihm! Und da der Segen Eurer
Mutter wohl immer unſerem Bunde verſagt bleiben wird,
ſo will er uns in doppelter Liebe nun den ſeinigen nicht
mehr vorenthalten. Als Joachim klagte, wie ſehr er ſich
in dem großen Berlin vereinſamt fühle und wie ſehr er
ſich nach einem eigenen Heim ſehne, da hat er ſelbſt unſere
Hände zuſammengefügt und geſagt: Joachim, Du haſt um
Adas willen große Opfer gebracht. Ich will nicht hinter
Dir zurückſtehen. Ich habe nichts dagegen, wenn Ihr bald
heiraten wollt. Ob Ihr jetzt heiratet oder erſt in Jahren,
bleibt ſich gleich, denn Joachims Familie wird ihm dieſen
Schritt niemals verzeihen! — Wie recht der Vater hat,
weiß ich, Chriſta, hatte Ada hinzugefügt, aber wir werden
trotzdem glücklich werden.
Und dann hatte ſie erzählt, wie überglücklich Joachim
geweſen ſei. Sie hätten ſich ſogleich auf Wohnungsſuche
gemacht und tauſend herrliche Pläne für ihr Heim
zuſam=
mengeſchmiedet. Die Möbel ſollten in Berlin gekauft
werden, ebenſo die Wäſcheausſtattung. Wir wollen von
einer öffentlichen Verlobung ganz abſehen und gleich
unſere Vermählung bekauntgeben. Denke Din, Chrisg, in
acht Wochen ſchon bin ich Joachims Frau, hatte Ada
ju=
belnd geſchloſſen. Aber Du biſt ſo ſtill, Du ſagſt gar nichts,
freuſt Du Dich nicht mit uns?
Ob ſie ſich freute! Von ganzem Herzen tat ſie es.
Aber eine unendliche Angſt befiel ſie, denn ſie wußte, was
nun kommen würde. Die letzten loſen Fäden, die Joachim
noch mit der Mutter und Karl Auguſt verbanden, würden
für immer gelöſt werden.
Es war dunkel, ganz dunkel im Zimmer geworden.
Chriſta, zünde das Gas an!
Sie fuhr empor! War das die Mutter, die ſprach?
Ihre Stimme klang fremd und ſonderbar.
Das Gas ſollſt Du anzünden!
Sogleich, Mama.
Chriſta ſprang auf und öffnete den Hahn im Brenner
der Lampe, die über dem Ecktiſch hing. Das ausſtrömende
Gas rauſchte leiſe auf, entzündete ſich am Selbſtzünder, der
am Zylinder hing, und flammte mit hellem Schein auf.
Erſchrocken fuhr Chriſta zurück. Leichenblaß war die
Mutter, und dunkle Schatten rahmten ihre unruhig
um=
herwandernden Augen ein. Aber um ihren Mund lag
ein Zug finſterer Entſchloſſchnheit.
Langſam, ganz langſam ſtand Frau von Leerſen auf
und trug ein großes Buch, das ſie in den Händen hielt,
auf den Eßtiſch, dann holte ſie ihr Schreibzeug und ſtellte
es daneben. Durch die Bewegung flatterte ein weißes
Papier, das auf dem Schreibtiſch lag, zu Boden.
Chriſta bückte ſich und hob es auf.
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nen: 1. Saint Rules (Lt. Knel), 2. Golden Garnet (Lt.
Frhr. von Berchem), 3. Caipin Ruadh (Lt. Graf Holck).
Tot. 15:10, Pl. 11, 12:10. Unpl.: Leoville. 2—3 Lg. —
Drittes Rennen: 1. Sageſſe (Unterholzner), 2. Sajodin
(Kreiſel), 3. In Dubio (Schuller). Tot. 22:10, Pl. 11, 11,
13:10. Unpl.: Binty, Le Tonkinois, Oblat (gef.),
Habe=
bald. 4—7 Lg. — Viertes Rennen: 1. Veit (Schuller),
2. Niſſa (Kühl), 3. Bauerfänger (Unterholzner). Tot.
27110, Pl. 15, 17110. Unpl.: Dollarprinzeſſin, Kunſtſtück
(gef.), Jap. 2—6 Lg. — Fünſtes Rennen: 1. Doubtful
Lady (Beſ.), 2. Tempete IIII (Herr Purgold), 3. Red
Plume (Lt. von Schönborn). Tot. 415:10, Pl. 66, 13110.
Unpl.: Wild Nut, Aliquando, Leipzig, Hals—-¾ Lg. —
Sechſtes Reunen: — 1. Sternbild (Taranzewski),
1. Wild Girl (Kreiſel), 3. Forſt (R. Francke). Tot.
11110 (Sternbild), Tot. 9110 (Wild Girl). Drei liefen.
Tot. Rennen bis Weile.
Deſpot iſt jetzt aus dem Weinbergſchen
Stalle ausrangiert und an Dr. Rieſe verkauft
worden. Der an Klaſſe ſehr hoch ſtehende, aber wegen
ſeines unzuverläſſigen Temperaments nie zu den gehegten
Erwartungen auflaufende Vierjährige ſoll vorläufig noch
in Flachrennen ausgenutzt werden. Schon im Vorjahre
kaufte Dr. Rieſe, damals in Gemeinſchaft mit Herrn H.
Hirſch in Inamor, ein wertvolles Flachpferd aus dem
Weinbergſchen Stall, hatte aber damit nicht viel Glück, da
der Galtee=More=Sohn bisher nur dreimal und ſtets
er=
ſolglos herausgebracht werden konnte.
* Automobilſport. Das Internationale
Automobil=Meeting in Spa wurde am
Diens=
tag mit einem Bergrennen über 130 Kilometer fortgeſetzt.
Die beteiligten deutſchen Tourenwagen erzielten
wie=
derum hervorragende Erfolge, denn nach den vorläufigen
Berechnungen ſiegte Jörns auf Opel; ihm zunächſt
plazierte ſich Erle auf Benz und Baron de Crawhez auf
Mercedes. In der Rennwagen=Klaſſe konnte Eſſer=Mat=
this ſich als Zweiter hinter einem Nogeant=Wagen
pla=
zieren.
* Lawn=Tennis. Das Internationale Berliner
Herbſt=Lawn=Tennis= Turnier des Berliner
Lawn=Tennis=Klubs wurde ſoweit gefördert, daß die
meiſten Konkurrenzen vor dem Abſchluß ſtehen. Im
Da=
nen=Einzelſpiel mit Vorgabe, Klaſſe B, wurde bereits die
Schlußrunde geſpielt, die Frl. Steckardt gegen Frl. von
Eckardt mit 6—4 6—4 gewann. Im offenen Damen=
Ein=
zelſpiel ſiegte in der dritten Runde Frau Kahlbaum gegen
Frau Samek 6—4 8—6. Im offenen Herren=Einzelſpiel
ſiegte in der zweiten Runde Kreuzer gegen Karl mit 6—3
—8 6—2, in der dritten Runde v. Muller gegen v. Haugh
nit 6—0 6—4, Kreuzer gegen Dölle mit 6—2 6—3, und in
der vierten Runde v. Müller gegen Hoppe mit 6—4 8—6
und Kreuzer gegen Froitzheim ohne Spiel.
Vermiſchtes.
* Friedrich der Große und der Rübendieb. Als
Friedrich der Große im Winter 1761 mit ſeiner Armee
in und bei Strehlen an der Elbe kantonierte, ging er bei
gutem Wetter täglich mit dem General von Zieten in dem
Garten, der an ſein Quartier ſtieß, ſpazieren. Bei einem
ſolchen Gange ſah er eines Nachmittags, wie ein
preu=
ßiſcher Soldat mit einem Sack auf dem Rücken über den
Zaun ſprang und hinter ihm her fluchend und wetternd
ein Bauer jagte, der unaufhörlich rief: „Meine Rüben!
Meine Rüben! Haltet den Dieb!‟ Der König vertrat
dem Soldaten den Weg und erkundigte ſich bei dem
mittlerweile vor ihm Poſto faſſenden Bauern nach dem
Vorfall. „Der Soldat hat eben einen Sack Rüben
ge=
ſtohlen”, klagte der Bauer. „Seit geſtern haben wir
nichts zu eſſen” entſchuldigte ſich der Soldat.
Fried=
rich II. griff in die Taſche, reichte dem Soldaten einen
Auguſtd’or und ſagte: „Da nimm, kaufe Dir
Lebens=
mittel dafür und gib dem Bauer ſeine lumpigen Rüben
wieder, um die er ſo viel Geſchrei macht!‟ Der Soldat
tat, wie ihm geheißen. Der Bauer hielt zögernd den
Rübenſack in den Händen und ſagte endlich ſtolz zu dem
Soldaten: „Wenn ihm der König einen Auguſtdor
ſchen=
ken kann, ſo kann ich ihm auch die Rüben ſchenken;
bla=
mieren laſſe ich mich nicht.” Lachend blickte der König dem
ſelbſtbewußt davongehenden Bauern und dem Soldaten,
der ſeinen Sack wieder aufgeſchultert hatte, nach und
ſagte zu Zieten: „Da haben wir’s! Wenn zweie zugleich
in générosité wetteifern, dann haben die Spitzbuben den
Rutzen davon.”
* Eine Charakteriſtik Napoleons Napoleon war ein
Sohn der Fortuna. Vor Vollendung des 25. Jahres
wurde er Brigadegeneral, mit 26 Jahren Oberfeldherr,
mit 30 erſter Konſul, mit 35 Kaiſer der Franzoſen und
ſchließlich Gebieter Europas. Voller Staunen und
Be=
wunderung ſah die Welt die alles überſtrahlende
Erſchein=
ung feſten Schrittes die ſelbſtgezeichnete Bahn verfolgen,
das Alte und Veraltete ſiegreich vor ſich niederwerfend.
In ihm glaubte ſie den Mann zu erblicken, der die
Menſch=
heit von den Feſſeln, dem Schlamm und der Unnatur der
Vergangenheit befreie, mit deſſen Erſcheinen ein neues,
beſſeres Zeitalter beginne. Deshalb folgte man ihm
an=
fangs faſt blindlings, und namentlich die Gebildeten
för=
derten ſein Emporkommen. Mit dämoniſchem Zauber
feſſelte er weithin die Gemüter.
In der Tat erſcheint der Zwiugherr Europas als
ge=
borene Herrennatur von genialem, unerſättlichem Drange
nach Betätigung, unerſchütterlichem Selbſtvertrauen,
ſchrankenloſer Eigen= und Herrſchſucht. Sein geſteigertes
Selbſt geſtaltete ſich zum Mittelpunkte, dem alles
entſtrö=
men, um den alles ſich drehen ſollte. Und dieſes Ueber=Ich
beruhte auf Ueberfähigkeiten. Sein Verſtand war ſcharf,
gepaart mit unerſchöpflicher Vorſtellungsgabe und einem
Seherblick, der jede Schwierigkeit durchſchaute, den Schein
vom Weſen ſonderte und in der Gegenwart die Zukunft,
erkannte. Noch furchtbarer als ſein Verſtand erſchien ſein
Wille, der zu niederſchmetternder Wucht und Wildheit
führen konnte. Dieſer Wille war ihm Geſetz, das ihn dem
geltenden Rechte, der Sitte und Moral überhob. Jeder
und jedes ſollte vor dem Gewaltigen in den Staub ſinken,
wie vor einer Gottheit, als deren Abglanz er ſich wähnte,
Deshalb galt ihm auch der ſchweigende Gehorſam als
natürlicher Zuſtand, galt ihm das Einzelweſen nichts,
und, ohne mit der Wimper zu zucken, opferte er
Hundert=
tauſende kalt einem Ehrgeize, durch den er ſich berufen
fühlte, das Antlitz der Welt zu verändern. Dabei beſaß
er eine Arbeitskraft ohnegleichen. Jede Idee wurde ihm
Handlung, jeder Gedanke zur Tat. Achtzehn Stunden
vermochte ſich der Ruheloſe ununterbrochen in raſend
ſchneller Anſpannung zu betätigen, ſogar in der Weiſe,
daß er die verſchiedenſten Dinge zugleich dachte und doch
jedes klar und ſcharf. Gefördert wurde ſeine Titanenkraft
und =fähigkeit durch ein ſtarkes Gedächtnis. So ſah er
alles, wußte alles, konnte alles und tat alles, ſchranken=
und bedenkenlos.
Aus dem Werke: 1813—1815. Illuſtrierte
Ge=
ſchichte der Befreiungskriege. Ein
Jubiläums=
werk zur Erinnerung an die große Zeit vor 100 Jahren.
Von Proſeſſor Dr. J. von Pflugk=Harttung. 400
Seiten Text mit etwa 300 Abbildungen und 40
Kunſtbei=
lagen. Vollſtändig in 40 Lieferungen zu je 40 Pfg. Union
Deutſche Verlagsgeſellſchaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Literariſches.
Handarbeit für Knaben und
Mäd=
chen. VIIII. Handnäharbeit von Maria Strache und
Frieda Küntzel. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig.
Maria Strache tritt im einzelnen für die Forderungen
des Gedankens ein, ſelbſt erdachte, ſelbſt zugeſchriebene
Gegenſtände, wie Puppenkleider, Frühſtückstaſchen,
Nadelbücher in grobem Material und in kräftigen
Far=
en bis zu den feineren, komplizierten
Zuſammenſtellun=
gen und feineren Farben, wie ſie ſpäterhin feinfädige
Stoffe und anſpruchsvollere Gegenſtände, wie
Kinder=
hemdchen, Häubchen, Kragen u. ä. verlangen,
gebrauchs=
fertig zu machen, damit ſo das Kind von Anfang an
an=
geſpornt werde, im eigenen Intereſſe das Beſte zu leiſten.
Frieda Küntzels Beitrag zu dem Hefte behandelt
ver=
anſchaulicht durch 10 Tafeln mit Abbildungen, das
Hand=
nähen von Spitzen, in dem das Handnähen Selbſtzweck
und künſtleriſch verwertet wird.
— Die moderne Fiſchküche für
Privat=
haushalt und Reſtaurationen. 160 neue
Re=
epte für den einfachen und feinen Tiſch, herausgegeben
von Elfriede Beetz. 80 Seiten. Preis 1 Mk., Porto
10 Pfg. Verlagsanſtalt Emil Abigt, Wiesbaden.
Die=
ſes Spezialkochbuch entſpricht einem Bedürfnis. Es iſt
Tatſache, daß die richtige Zubereitung der Fiſche im
Binnenlande nicht genügend bekannt iſt, und dieſer
Um=
ſtand hat bisher die weitere Einführung der
Fiſchnahr=
ung erſchwert.
In der dümpfen, überhitzten
Atmosphäre der Grossstadt
mit ihrem nerven-erschütternden Riesenverkehr ist Eau de
Cologne das denkbar beste Beruhigungs- und Anregungs-Mittel. —
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Wohlbefindens und der Hygiene sollte
man stets einen Taschenflakon mut
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führen !— Man bediene sich indes nur
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En unlere Hürglieder.
Das 50 jährige Beſtehen unſerer Genoſſenſchaft wird am
6. Oktober d. J.
durch einen Feſtakt, an den ſich ein Feſteſſen anſchließen wird,
ge=
feiert werden. Zu beiden Veranſtaltungen, die im ſtädtiſchen
Saal=
bau ſtattfinden, laden wir unſere Mitglieder mit der Bitte um
zahl=
reiche Beteiligung ein.
Der Feſtakt beginnt um 11 Uhr, das Feſteſſen um 2 Uhr.
Pünktliches Erſcheinen iſt dringend geboten. Zur Teilnahme
am Feſtakte kommen für unſere Mitglieder und deren Ehefrauen
Eintrittskarten zur Ausgabe, die nur perſönlich gültig und auf unſerem
Büro von heute ab bis Ende dieſes Monats erhältlich ſind. Für die
Damen werden die Galerien freigehalten.
Diejenigen Mitglieder, die ſich am Feſteſſen beteiligen wollen,
werden gebeten, ſich von heute an bis ſpäteſtens 28. September
entweder in eine in unſerem Geſchäftslokale aufliegende Liſte
einzu=
tragen oder ſich ſchriftlich bei uns anzumelden. Die Karten, zum
Preiſe von Mk. 3.— das trockene Gedeck, ſind ſogleich bei der
An=
meldung zu löſen.
Wir bitten unſere Mitglieder, auch durch Schmückung ihrer
Häuſer dem Gedenktage unſerer Genoſſenſchaft einen beſonderen
feſtlichen Ausdruck verleihen zu wollen.
(19078a
Darmſtadt, 12. September 1912.
Darmſtädter Volksbank
Eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht.
Der Aufſichtsrat:
Der Vorſtand:
Ludwig Roll, Vorſitzender. Stein. L. Habicht. Thomas.
MMMn
EERERR
Vehristi. Veren. junger Maaner
Riegerplatz 3 DARMSTADT
Riegerplatz 3
Mnntainanaai!
Programm
für die
Sabeteler
äm 29. September 1912
Morgens 10 Uhr: Festgottesdienst in der
Martinskirche. Festprediger: Herr
Bun-
desdirektor Mever-Barmen.
Abends 8 Uhr pünktlich: Festversammlung
im Kaisersaal, Grafenstr. 20. Festredner:
Herr Generalsekretär Elsässer, Stuttgart.
Thema: „Der Jugend Not‟. — Herr
Bundes-
direktor Meyer, Thema: „Der Jugend Rettung‟.
Weitere Redner: Bundessekret. Paß, Lehrer
Spamer u. a.
Deklamationen, Gesang- und Musikvorträge
Jedermann ist freundlichst eingeladen!
Eintritt frei!
Eintritt frei!
(20101)
n 1887
Lnga
lst Gott für uns
wer mag wider uns sein!
1912
2
katholiſcher Geſellenverem.
onntag, den 29. Sept. 1912, abends 7 Uhr,
im neu hergeſtellten Saale des Geſellenhauſes,
Friedrichsſtraße 30
Feier des 55jährigen Stiftungsfeſtes
und des
5jährigen Beſtehens des Hoſpitiums.
Zu zahlreichem Beſuch ladet freundlichſt ein
Der Vorſtand.
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Ortsgruppe
Odenwaldklub Darmstadt.
1½ Tages-Ausflug
Samstag, 28., und Sonntag, 29. Septbr.
Vogelsberg-
Marschzeit: Samstag 2¾/ Stunden
u. Sonntag 6 Stunden.
Abfahrt Samstag 1214 Uhr Hauptbahnhof
Liste zum Einzeichnen wegen Nachtquartier und Teilnehmer-
(19890if
karten bei Herrn E. Wetzstein.
Der Vorstand.
Ludwigshöhe.
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Der Gardeoffizier.
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Der Schauſpieler . Kurt Ehrle
Die Schauſpielerin,
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Sperrſitz: 1.—13. Reihe 4.10 M.,
14.—20. Reihe 3.30 M., Parterre:
1.—5. Reihe 2.80 M., 6.—8. Reihe
2.25 M., I. Gal. 1.25 M., II. Gal
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Anf. 7½ Uhr. — Ende 10¼ Uhr.
Kartenvk. v. 9½—1½ u. v. 6½ Uhran.
Vorverkauf für die Vorſtellungen:
Samstag, 28. Sept. 17. Ab.=Vſt.
B 5. „Tiefland‟ Gewöhnliche
Preiſe. Anfang 7½ Uhr.
Sonntag, 29. Sept. 18. Ab.=Vſt
A 5. Zum erſten Male: „ Die
ſchöne Helena”. Operette in
3 Akten von Jacques Offenbach.
Gewöhnl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Dienstag, 1. Okt. 19. Ab=Vorſt
B 6. Die Nibelungen. (Erſte
Abteilung: „Der gehörnte
Siegfried” Zweite Abteil.
„Siegfrieds Lod”.) Kleine
Preiſe Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Mittwoch, 2. Okt. 20. Ab.=Vſt.
C 5. „Der Freiſchütz.” Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
1. grosse öffentliche
Fonzer u. Schutzlund
Haupt-Prüfung
in Darmstadt am 28. und 29. September a. C,
veranstaltet vom
„Hessischen Polizei- und Schutzhund-Verein‟
Sitz Darmstadt.
PROGRAMM:
Freitag, den 27. September, abends 9 Uhr: Vortrag im
Saale des Restaurant „Schützenhof”, gehalten vom
1. Vereinsvorsitz., Revierpolizeikommissär Lindemann.
Samstag, den 28. September:
Vormittags 9 Uhr: Beginn der Nasenarbeiten der
Hunde beider Klassen im Gelände des alten
Schiess-
hauses an der Nieder-Ramstädterstrasse.
Nachmittags 4 Uhr: Beginn der Wasserarbeiten im
Steinbrücker Teich (Oberwaldhaus).
Abends nach 8 Uhr: Gemütliches Beisammensein mit
Musik im Restaurant von Trautmann, Bismarckstr. 82.
Sonntag, den 29. September:
Vormittags 9 Uhr: Beginn der Gehorsamsübungen
und Mannarbeit der Schutzhunde (Klasse 2) in der
Rennbahn an der Heidelbergerstrasse.
Nachmittags 2½ Uhr: ebendaselbst Beginn der
Ge-
horsamsübungen und Mannarbeit der Polizeihunde.
Abends 9 Uhr: Preisverteilung im „Schützenhof‟, daran
anschliessend Stiftungsfest mit Konzert, Tanz u.
Tom-
bola. Ausserdem Verlosung eines reinrass. Junghundes.
Eintrittspreise zu den Vorführungen in der Rennbahn:
1. Platz 1.00 Mk., 2. Platz 50 Pfg.
(20082
Vereinsmitglieder legitimieren sich bei allen Vorführungen
mit ihrer Mitgliedskarte; für Familienangehörige sind
Karten unentgeltlich zu haben beim Vereinsvorsitzenden
Revier-Polizeikommissär Lindemann, Lagerhausstr. 5.
Zu recht zahlreichem Besuch ladet höflich ein
Der Vorstand.
Miueksverent
Protektor: Seine Königliche Hoheit der Grossherzog.
Programm für das Vereinsjahr 191213.
(81. Vereinsjahr).
Leitung der Konzerte:
Herr Hofkapellmeister Hofrat W. de Haan.
Konzerte im Städtischen Saalbau:
1. (am 21. Oktober 1912) Franciseus von E. Tinel.
Solisten: Frau Mientje Lauprecht-von Lammen,
Frank-
furt a. M. (Sopran); Herr Dr. Robert Stark,
Karlsbad (Tenor): Herr Heinrich Reinhardt,
Darmstadt (Bariton).
2. (am 9. Dez. 1912) a) Die Nonnen von M. Reger. b) Das
Alexanderfest von G. F. Händel.
Solisten: Frau Tilly Cahnbley-Hinken, Würzburg (Sopran),
Herr Georg Baldzun, Kassel (Tenor); Herr
Willy Fenten, Mannheim (Bass).
3. (am 24. Februar 1913) Frithjof von C. A. Mangold. (
Vor-
feier von Mangolds 100jähr. Geburtstag, 8. Oktbr. 1913.)
Solisten: Frau Sophie Schmidt-llling, Darmstadt (Sopran),
Fräulein Else Diefenthäler, Darmstadt (Alt): Herr
Kammersänger Paul Schmedes, Berlin (Tenor);
Herr Ludwig Guggenheim, Worms (Bariton).
Konzert in der Stadtkirche:
4. (am Karfreitag, 21. März 1913) Matthäus-Passion von
J. Seb. Bach.
Solisten: Frau Hildegard Börner, Koblenz (Sopran); Frau
Vally Fredrich-Höttges, Bremen (Alt): Herr
Franz Müller, Darmstadt (Tenor); Herr Professor
Otto Freytag, Stuttgart (Bass).
Vergnügungen:
1. Gesellige Vereinigungen im Vereinshause.
2. Herren-Ausflug (im April oder Mai 1913);
3. Ausflug mit Damen (im Mai oder Juni 1913).
Die Vergnügungen finden statt für aktive und inaktive
Mitglieder. Genaueres über diese Veranstaltungen wird durch
An-
kündigung in den Chorproben und in den hiesigen Zeitungen
ange-
geben werden. Aenderungen bleiben vorbehalten.
Der jährliche Beitrag beträgt für Aktive Mk. 18.— und
für jedes weitere, demselben häuslichen Verband angehörige
Familian-
mitglied, das dem Verein als aktives Mitglied beitritt Mk. 9—. Der
Mitgliedskarte, die jedem aktiven Mitglied eingehändigt wird, ist ein
Abschnitt beigegeben, gegen dessen Vorzeigung eine Person freien
Eintritt zu den Hauptproben der vier Konzerte hat.
Für Inaktive beträgt der jährliche Beitrag gleichfalls Mark
18.—. Dafür erhält das inaktive Mitglied zu den vier ordentlichen
Konzerten je eine Karte zur Benutzung eines numerierten Platzes,
ausserdem für die vier Hauptproben je eine Karte, die eine Person
zum freien Eintritt zu den Hauptproben berechtigt. Für jeden weiteren
Platz, den ein inaktives Mitglied etwa wünscht, ist gleicher Weise
der Beitrag von Mk. 18.— zu entrichten; auch hier werden zu den
vier Konzertkarten vier Hauptprobekarten gegeben.
Die numerierten Konzertplätze im Saalbau befinden sich
im Saalé und auf den Estraden, bezw. den Galerien (Balkon). In der
Stadtkirche sind den Mitgliedern die Plätze auf der Emporbühne,
im Mittelschiff und im Schiff gegenüber der Orgel vorbehalten. Da
die Emporbühne nur 200 Plätze hat, ist die Einrichtung
ge-
troffen, dass in dreijährigem Wechsel jedes Mitglied einmal
seinen Platz auf der Emporbühne bekommt.
Besondere Sperrsitze können Mitglieder auf Wunsch bei
einem Jahresbeitrag von Mk. 27.— sowohl im Saalbau in den vier
Balkonlogen und auf den vorderen Reihen im Saal, als auch in der
Stadtkirche auf den vorderen Reihen der Emporbühne erhalten.
Aufnahmegesuche für aktive und inaktive Mitglieder bitten
wir schriftlich an den Präsidenten des Vereins, Herrn Sanitätsrat
Dr. Maurer, Steinstrasse 32, zu richten.
(20087
Der Vorstand.
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