Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer wird Anfang September ſeine
Schweizer Reiſe antreten, doch wird das
Reiſe=
programm einige Kürzungen erfahren.
In Dresden fand am Mittwoch abend in
Gegen=
wart des Königs feierlicher Empfang der zu
den Manövern anweſenden Fürſtlichkeiten ſtatt.
Geſtern vormittag ſind die Fürſtlichkeiten ins
Parade=
feld nach Zeithain abgereiſt.
Der Eiſenbahnzug, in dem ſich Prinz
Hein=
rich von Preußen befand, iſt hinter Irkutsk
zwi=
ſchen den Halteſtellen Gablon und Macom entgleiſt.
Verletzt iſt niemand. Prinz Heinrich ſetzte ſeine Reiſe
fort.
Die Weiterfahrt des Luftſchiffes Viktoria
Luiſe von Frankfurt nach Baden=Baden wird
vorausſichtlich am Freitag nachmittag angetreten
werden.
Friede?
— Seit einigen Wochen findet ein liebliches Frage=
und Antwortſpiel ſtatt, und zwar darüber, ob es zwiſchen
der Türkei und Italien zum Friedensſchluß
kommen werde oder nicht. Auf der einen Seite weiß man
von Vorverhandlungen zu melden, die in der Schweiz
ſtattfinden ſollen, andererſeits werden dieſe Meldungen
aus den beiderſeitigen Regierungskreiſen entſchieden
dementiert, ohne daß dieſen Ableugnungsverſuchen viel
Glauben geſchenkt wird. Ob ein derartiges Verfahren
das richtige iſt, darf zweifelhaft ſein, und nicht mit
Un=
recht ſchreibt daher ein italieniſches Blatt, der Corriere
d’Italia: Die italieniſche Regierung wolle nur die
Oeffentlichkeit über die wahre Lage in Unkenntnis laſſen;
ein ſolches Vorgehen ſei aber durchaus nicht zu billigen,
denn es habe unter der Bevölkerung große Erregung
hervorgerufen. Dann aber fügt das Blatt hinzu, eine
einflußreiche Perſönlichkeit aus der Umgebung des
Miniſterpräſidenten Giolitti habe die Erklärung
abge=
geben, daß der Friede vor der Tür ſtehe, wenn ſich die
Pforte mit den Grundbedingungen für die
Verhandlun=
gen einverſtanden erkläre.
Daß Verhandlungen ſtattgefunden haben und
ſtatt=
finden, ſteht wohl außer Zweifel, und wenn ſie in
Ab=
rede geſtellt werden, ſo hat das wohl in der Hauptſache
den Grund, daß man bei einem Scheitern der
Erörte=
rungen ſich nicht bloßſtellen möchte. Für die türkiſchen
Machthaber dürfte überdies die Erwägung in Betracht
kommen, daß man bei ungünſtigen Bedingungen
befürch=
ten muß, daß die Albaneſenunruhen umſo ſchärfer wieder
einſetzen und weitere Wirren entſtehen würden. Iſt doch
hier die Lage noch keineswegs geklärt und es iſt kaum
anzunehmen, daß die jetzige Einigung zwiſchen der
Re=
gierung und den Albaneſen von allzu langer Dauer ſein
wird. Andererſeits wird — wohl gefliſſentlich —
ver=
breitet, daß Italien gar nicht daran denke, Frieden zu
machen, im Gegenteil beabſichtigt man, zu Waſſer wie
zu Lande erneut mit aller Energie vorzugehen. Dieſes
Gerücht wird natürlich aus tekktiſchen Gründen
ausge=
ſprengt, denn niemand kann ja wiſſen, welchen Ausgang
die Vorverhandlungen nehmen werden.
Man wird alſo in Geduld warten müſſen und die
Dinge ihren Lauf gehen laſſen. Wünſchenswert wäre es
freilich, wenn dieſem fruchtloſen Kriege endlich einmal
ein Ende bereitet würde, da er auf beiden Seiten
Milli=
onen und Abermillionen verſchlingt und den Parteien
ungemeine Laſten auferlegt. Allerdings iſt eine
Eini=
gung, die die Würde der Türkei am wenigſten verletzt
und auch den Italienern wenigſtens etwas bringt,
un=
gemein ſchwer zu finden, und man wird daher vielleicht
doch mit einer mehr oder minder langen Weiterdauer
des Feldzuges zu rechnen haben, in dem man große
Ent=
ſcheidungsſchlachten wohl kaum erwarten dürfte.
Das Echo de Paris behauptet nach Auskünften, die
es von einer beſonders gut unterrichteten diplomatiſchen
Perſönlichkeit erhalten habe, daß der Friede viel
näher iſt, als die italieniſche offiziöſe Preſſe zugeber
will. Die offiziöſen Unterhändler der beiden Lände:
die ſich in Evian und in Lauſanne getroffen haber
haben in den ſchwierigſten Punkten des Friedensproblems
eine Verſtändigung erreicht. Nämlich erſtens: Italien
werde darauf verzichten, daß das italieniſche
Annexions=
dekret im Friedensvertrag erwähnt werde. Zweitens:
Die Türkei werde noch eine ſpezielle Anerkennung ihrer
Suzeränität über Tripolis verlangen. Drittens: Italien
werde darin einwilligen, daß die Türken ſich in einer
Gegend der Cyrenaika konzentrieren, wo ſie nach dem
Waffenſtillſtand bis zur definitiven Regelung der
Ange=
legenheit verbleiben können. Viertens: Italien werde
eine hohe Entſchädigung für die ſogenannten
Dominial=
länder in Tripolis bezahlen. Fünftens: Italien würde
nach Beendigung der Feindſeligkeiten die Inſeln, welche
die Italiener im Aegäiſchen Meer okkupierten, räumen,
wenn die Bedingungen für dieſe Räumung und die
Be=
dingungen betreffend die Beſetzung des Hinterlandes von
Tripolis feſtgeſtellt ſein werden.
Morriſon über die politiſchen Verhältniſſe
in China.
C) Der bekannte chineſiſche Korreſpondent der Times
Dr. Morriſon, deſſen Name ſeit ſeiner Ernennung zum
politiſchen Beirat des Präſidenten
Yuan=
ſchikai in aller Munde iſt, hat ſich in einer Unterredung
mit dem Daily Mail=Vertreter Mackenzie in höchſt
in=
tereſſanter Weiſe über ſeine Berufung und die
politi=
ſchen Verhältniſſe ausgeſprochen. Er hathe zu
Anfang des Sommers den Entſchluß gefaßt, Peking, wo
er 15 Jahre lang für ſein Blatt gewirkt und ſich als eine
Autorität in allen chineſiſchen Angelegenheiten bewährt
hatte, zu verlaſſen und nach ſeiner Heimat Auſtralien
zurückzukehren, um hier am öffentlichen Leben Anteil zu
nehmen. Als Yuanſchikai dies hörte, ſandte er dem
Korreſpondenten eine Einladung, als politiſcher Beirat
der chineſiſchen Regierung im Lande zu bleiben. Es war
eine ganz freie und unabhängige Stellung, die ihm
ange=
boten wurde und die die Möglichkeit zu einem Wirken
bietet, wie ſie wohl ſelten einem Manne gewährt wird.
Der wichtigſte Teil des Interviews enthält ein
Ur=
teil Morriſons über das Verhältnis der
Eng=
länder und Deutſchen in China. Er erklärte,
daß durchaus keine Oppoſition von deutſcher Seite gegen
ſeine Ernennung bemerkbar geweſen ſei. „In keinem
anderen Teil der Welt wirken Deutſche und Engländer
in herzlicherer Weiſe zuſammen als in China. Ihre
Handelsintereſſen ſind die gleichen. Sie ſind mit großen
Anleihen beteiligt an der Geſamtſchuldſumme von vielen
Millionen Pfund und an den großen Eiſenbahnarbeiten.
Die größte britiſche Bank hat in ihrem Direktorium vier
Deutſche. Gewiß beſteht eine Nebenbuhlerſchaft im
Han=
del zwiſchen Deutſchland und England in China. Aber
es gibt dort nicht zwei andere Völker, die in ſolcher
harmoniſcher Weiſe zuſammenarbeiten. Eine ſehr große
Anzahl von britiſchen Unternehmungen verwenden
deuk=
ſche Agenten, ſogar das Haus Armſtrong.” In
Yuan=
ſchikai ſieht Morriſon den Retter und Reorganiſator
Chinas. „Ich ſah den Präſidenten mehrere Male
während der letzten Woche, bevor ich abreiſte. Ich fand
ihn friſch, arbeitsfreudig und ſehr hoffnungsvoll für die
Zukunft, beſonders wenn er endlich die ſo notwendige
fremde Anleihe, die für die Reorganiſation des Landes
ausſchlaggebend iſt, zuſtande bringen könnte. Was man
von ſeiner Niederlage in dieſer Hinſicht erzählt hat, iſt
völlig unwahr. Er iſt wohl jetzt derjenige Mann in
Peking, der am härteſten arbeitet. Kein Chineſe hat je
einen ſo ſtarken Eindruck auf den Fremden gemacht wie er.
Er war die unerſetzliche Perſönlichkeit, die den
fried=
lichen Zurücktritt der Mandſchus vollbrachte. Der größte
Schlag, den er rmpfing, überraſchte ihn am 29. Februar,
als die Truppen der 3. Diviſion meuterten und
beträcht=
liche Teile von Peking ausplünderten. Er hat dieſen
Schlag überwunden. Der Mann, der ruhig ſeine Zigarette
weiter raucht während eines Bombenattentats, das ihn
beinahe getötet hätte und einige ſeiner Begleiter tötete,
iſt nicht der Mann, der ſich ſo leicht enttäuſchen und
entmutigen läßt.”
Deutſches Reich.
— Regierungsjubiläum des Kaiſers.
In vielen Kreiſen der Bevölkerung iſt die Abſicht
ge=
äußert, aus Anlaß des bevorſtehenden 25jährigen
Re=
gierungs=Jubiläums des Kaiſers ihrer Verehrung für
den Monarchen und ihrer Freude über dieſes Feſt durch
Geſchenke und Darbietungen verſchiedener Art Ausdruck
zu geben. Durch mehrfache Anfragen ſind dieſe Wünſche
auch zur perſönlichen Kenntnis des Kaiſers gekommen.
Wie offiziös mitgeteilt wird, möchte indeſſen der Kaiſer
bei aller Anerkennung der hierin zum Ausdruck
kommen=
den Geſinnung ſich die Annahme von perſönlichen
Ge=
ſchenken aus dem erwähnten Anlaß verſagen. Dagegen
würde es dem Allerhöchſten Wunſche entſprechen, wenn
die hierfür etwa in Ausſicht genommenen Mittel
wohl=
tätigen, gemeinnützigen oder patriotiſchen Zwecken unter
beſonderer Berückſichtigung der Bedürfniſſe der
betreffen=
den Bevölkerungskreiſe zugewendet werden.
— Die Schweizer Reiſe des Kaiſers.
Die detaillierten alarmierenden Meldungen eines
Ber=
liner Blattes, als ob der Kaiſer infolge eines ernſten
Einſpruches ſeiner Aerzte genötigt worden ſei, ſeine
ge=
plante Reiſe nach der Schweiz aufzugeben, finden an
unterrichteter Stelle keine Beſtätigung. Die Beſſerung
im Befinden des Kaiſers hat vielmehr weitere
Fort=
ſchritte gemacht, ſo daß man heute mit noch größerer
Sicherheit als geſtern ſagen kann, der Kaiſer werde aller
Vorausſicht nach an den Manövern in der Schweiz
teil=
nehmen, wenn auch vielleicht das Programm die eine
oder andere Einſchränkung erfahren wird.
— Zur Bekämpfung der Zigeunerplage.
Es haben bereits früher im Reichsamt des Innern, als
zwiſchen der Reichsregierung und den an der
Zigeuner=
plage beſonders beteiligten deutſchen Bundesſtaaten
über die Möglichkeit eines reichsgeſetzlichen Einſchreitens
gegen Zigeuner verhandelt wurde, Erwägungen
ge=
ſchwebt über eine Vereinbarung zwiſchen den
Bundes=
regierungen dahingehend, daß die Exekutivbeamten
be=
fugt ſein ſollen, auch über die Grenze ihres Staates
hinaus Zigeuner behufs Ueberwachung zu verfolgen und
auch auf dem Gebiete des benachbarten Bundesſtaates
Amtshandlungen vorzunehmen, wenn und ſo lange
Exe=
kutivbeamten dieſes Gebiets nicht zur Stelle ſind. Auf
der im nächſten Monat in Dresden ſtattfindenden
Vor=
konferenz für einen Polizeikongreß der größeren
Bun=
desſtaaten ſoll auch über dieſe Frage eine Verſtändigung
erzielt werden.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Rückgang des Deutſchtums in Böhmen
und Ungarn. Das Deutſchtum in Oeſterreich iſt in
den letzten 50 Jahren immer mehr zurückgegangen, eine
Erſcheinung, die Grund zu ernſten Betrachtungen gibt.
So hatte Prag im Jahre 1855 neben 73000 Deutſchen
nur 50000 Tſchechen; ſeit 1855 iſt das Deutſchtum immer
mehr zurückgedrängt worden; im Jahre 1900 zählte man
in Prag nur noch 20000 Deutſche, aber 180000 Tſchechen.
Genau derſelbe Rückgang iſt ebenfalls in Galizien zu
beobachten. Dort betrug die Zahl der Deutſchen im
Jahre 1880: 323 612, 1890: 227158, 1900: 212327 und
1910 nur mehr 90 416 Deutſche. Auch in Peſt wohnten
noch im Jahre 1880 33 Prozent Deutſche (120000 gegen
198000 Magyaren), 1890 waren es nur noch 25 Prozent,
1900 gar nur 14½, um im Jahre 1910 auf 9 Prozent
(78882 Deutſche gegen 756070 Magyaren)
herunterzu=
gehen. Wie aus dieſen Zahlen hervorgeht, haben ſich die
Angehörigen der anderen Nationen ungemein beſſer als
unſere Landsleute behauptet.
Der Vorſchlag Berchtolds. Nachdem alle
Mächte die Anregung des Grafen Berchtold zuſtimmend
beantwortet haben, werden gegenwärtig im Wiener
Aus=
wärtigen Amt die Vorſchläge in den Balkan=Fragen in
großen Zügen ausgearbeitet. Dieſe Vorſchläge werden
den einzelnen Kabinetten durch die öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Botſchafter übermittelt werden. Dann wird Graf
Berchtold mit den Wiener Botſchaftern der Mächte
Be=
ſprechungen aufnehmen. Die Unterhaltungen dürften in
der zweiten Hälfte des September beginnen.
Frankreich.
Die franzöſiſchsſpanſiſchen
Veerhand=
lungen. Der Miniſterpräſident, der am
Mitt=
woch abend aus Lothringen in Paris wieder
Seite 2.
Nummer 204.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 36. Auguſt 1912.
angelangt iſt, hat den franzöſiſchen
Botſchaf=
ter in Spanien empfangen und mit ihm über den Gang
der franzöſiſch=ſpaniſchen Verhandlungen geſprochen. Das
gibt den franzöſiſchen Blättern Gelegenheit, wieder die
gewohnten Drohungen gegen Spanien anzubringen. So
glaubt der Temps zu wiſſen, daß Poincaré mit dem
Botſchafter auch die Lage des ſpaniſchen Konſuls in
Mogador geprüft habe, dem die franzöſiſchen Blätter
vorwerfen, den Prätendenten El Hiba gegen die
Franzo=
ſen unterſtützt zu haben. Der Temps fügt hinzu, daß die
Haltung des Konſuls ſchon vom franzöſiſchen
Geſchäfts=
träger beim ſpaniſchen Kabinett zur Sprache gebracht
worden ſei, aber die franzöſiſche Regierung ſcheine
ent=
ſchloſſen, von der ſpaniſchen das Verſprechen zu erhalten,
daß ſie auf ihre Beamten dahin wirke, daß deren
franzo=
ſenfeindliche Tätigkeit in Marokko aufhöre.
Belgien.
Gründung einerLiga gegen den
Panger=
manismus. In Brüſſel hat ſich dieſer Tage eine
Liga gebildet, die gegen den Pangermanismus ſeinen
heftigen Kampf führen will. Die Gründung dieſer Liga
erfolgte angeblich wegen der fortgeſetzten Kundgebungen
und des Ueberhandnehmens der pangermaniſtiſchen
Bewe=
gung. Die Liga macht es ſich zur Aufgabe, die
morali=
ſchen, intellektuellen und materialiſtiſchen Intereſſen
Belgiens zu wahren, die bisher durch den
Panger=
manismus immer mehr bedroht wurden. (?) Die Liga
wird Broſchüren herausgeben, Verſammlungen
einbe=
rufen, ſtatiſtiſche Arbeiten ausführen und auch eine
Zeitung in Druck legen, die ihre Intereſſen vertritt.
Vereinigte Staaten.
Englands Proteſt gegen das
Panama=
kanalgeſetz. In einer Note, die der britiſche
Ge=
ſchäftsträger dem Staatsdepärtement überreichte, wird
feſtgeſtellt, daß, wenn keine befriedigende Verſtändigung
über das Panamageſetz erreicht werden könnte, England
an das Haager Schiedsgericht appellieren werde.
Maßnahmen gegen Nikaragua. Aus
Waſhington wird gemeldet: Das 10. Infanterie=Regiment
iſt nach Nikaragua beordert worden, nach Empfang von
Nachrichten, die die Zuſtände ſo ernſt ſchilderten, daß
man die Meldungen nicht veröffentlichte. Das Regiment
ſſoll längs der Eiſenbahnlinie Corinto=Managua
ſtatio=
niert werden. Die amerikaniſchen Seeſoldaten ſind auf
dem Dampfer „Prairie” nach dem Süden abgegangen. Die
Ermordung zweier Amerikaner hat die Aufmerkſamkeit
auf die früheren Berichte gelenkt, nach denen die
nikaraguaniſchen Soldaten ſengen und brennen, die
Re=
bellen auf Frauen und Kinder und andere am Kampf
Unbeteiligte feuern und politiſche Gefangene Hungers
ſterben. Die Mitglieder des Rebellen=Parlaments
wider=
ſprechen allerdings dieſen Berichten. Mit den unterwegs
befindlichen Infanteriſten und Seeſoldaten erhöht ſich die
Zahl der amerikaniſchen Truppen in Nikaraqua auf 3500
Mann.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Auguſt.
* Vom Hofe. Prinz Albert zu Schleswig=
Holſtein nahm am Mittwoch an der Frühſtückstafel
in Jagdſchloß Wolfsgarten teil. (Darmſt. Ztg.)
* Der Großh. Heſſiſche Geſandte und
Bevoll=
mächtigte zum Bundesrat, Geheimer Staatsrat
Dr.=Ing. Freiherr v. Biegeleben, iſt am Mittwoch
aus Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat die
Dienſt=
geſchäfte wieder übernommen.
Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den evangeliſchen Pfarrer Georg
Weicker zu Groß=Rohrheim auf ſein Nachſuchen unter
Anerkennung ſeiner mehr als 50 Jahre treu geleiſteten
Dienſte und unter Erteilung des Charakters als
Kirchen=
rat in den Ruheſtand verſetzt, den evangeliſchen Dekan
des Dekanats Gießen, Kirchenrat Karl Strack zu
Leihgeſtern auf ſein Nachſuchen, mit Wirkung vom Tag
des Dienſtantritts ſeines Nachfolgers, von dieſem Amte
enthoben, dem Pfarrverwalter Wilhelm Diebener zu
Büttelborn die evangeliſche Pfarrſtelle daſelbſt, dem
Pfarrvikar Karl Knab zu Knittelfeld in Steiermark
die evangeliſche Pfarrſtelle zu Walldorf, dem
Pfarr=
verwalter Karl Rühl zu Wingershauſen die
evan=
geliſche Pfarrſtelle daſelbſt übertragen und den von
ſämtlichen Riedeſel Freiherren zu Eiſenbach auf die
evangeliſche Pfarrſtelle zu Friſchborn präſentierten
Pfarr=
aſſiſtenten Paul Schorlemmer zu Gießen für dieſe
Stelle beſtätigt.
-g. Ferienſtrafkammer. Der 31jährige Portefeuiller
Georg Friedrich Julius Walter aus Offenbach hatte
ſich geſtern wegen einer in hinterliſtiger Weiſe verübten
ſchweren Körperverletzung mit einem gefährlichen
Gegen=
ſtande zu verantworten. Der Angeklagte wohnte bei dem
Bäckermeiſter Beſt in Offenbach im dritten Stock,
wäh=
rend der Schleifer Michael Gopp im erſten Stock wohnte.
Am 30. Juni kam der Angeklagte in vorgerückter Stunde
in angetrunkenem Zuſtande in die Backſtube, wo er ganz
ungehörig auftrat. Als er ſich ſchließlich in ſeine
Wohn=
ung begeben wollte, begleitete ihn der ebenfalls
an=
weſende Gopp nach oben und leuchtete ihm. Als beide
vor der Stube angekommen waren, verſetzte Walter dem
Gopp ohne Grund einen Stoß, den Gopp ebenſo
er=
widerte. Daraufhin wendete ſich Gopp zum Gehen. Als
er ſchon auf der Treppe war, warf ihm Walter eine
Waſſerflaſche nach, die ihm ſehr ſchwere Verletzungen
zu=
fügte. Außer einer Verletzung des Naſenbeins und
eini=
gen Hautwunden wurde die Linſe des rechten Auges
er=
heblich beſchädigt, ſo daß die Sehkraft dauernd um etwa
20 Prozent gemindert iſt. Der Angeklagte gibt an, er
habe in Notwehr gehandelt. Das Gericht kommt aber
durch die Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung, daß
von Notwehr nicht die Rede ſein kann und verurteilt den
Angeklagten zu 5 Monaten Gefängnis. — Die
24jährige Eliſe Lerch aus Bobenheim hatte bei den
Eheleuten V. hier Wohnung genommen, ohne daß ſie ſich
im Beſitze von Geldmitteln befand. Die Zeugen V.
gaben an, ſie ſeien nur durch die Aeußerungen der
Ange=
klagten, ſie habe Geld zu bekommen und auch größere
Geldmittel im Beſitz, dazu gekommen, der Angeklagten
die Wohnung zu überlaſſen. Das Schöffengericht, vor
dem ſie ſich wegen Betrugs zu verantworten hatte,
er=
kannte jedoch auf Freiſprechung, da die Angeklagte
tat=
ſächlich Geld zu bekommen hatte. Sie konnte nicht wiſſen,
daß ſie dies nicht erhalten würde. Die Strafkammer, die
ſich auf die Berufung der Staatsanwaltſchaft mit der
Sache zu befaſſen hatte, trat den Gründen des
Schöffen=
gerichts bei und ſprach die Angeklagte frei. — Der 27
jäh=
rige Kellner Guſtav Friedrich Geyer von hier war vom
Schöffengericht zu 45 Mark Geldſtrafe verurteilt
wor=
den, weil er in der Zeit vom Februar bis April den
Kaufmann Ernſt Ewertz durch Betrug und
Unterſchlag=
ung um etwa 120 Mark geſchädigt hatte. Der Angeklagte
war von dem Ewertz mit dem Sammeln von Aufträgen
betraut, wofür, er Proviſion erhielt; auch hatte er
Kun=
dengelder einzukaſſieren. Geyer war nun durch
Krank=
heit ſeiner Frau in Geldverlegenheiten geraten, die ihn
dazu veranlaßten, von eingezogenen Geldern nur einen
Teil abzuliefern und den anderen Teil für ſich zu
ver=
wenden, und auch Aufträge zu fingieren, für die er dann
die Proviſionen einſteckte. Im ganzen hat er das
Ge=
ſchäft um etwa 120 Mark geſchädigt. Der Staatsanwalt
legte gegen das ſchöffengerichtliche Urteil Berufung ein,
da die erkannte Geldſtrafe von 45 Mark in keinem
Ver=
hältnis zur veruntreuten Summe ſtehe. Die
Straf=
kammer kam jedoch unter Würdigung der mißlichen Lage,
in der ſich der Angeklagte befand, und ſeiner
Vergangen=
heit zu einer Verwerfung der Berufung.
Der 33jährige Kaufmann Wilhelm Greif aus Baſel,
jetzt in Offenbach, war in dem Geſchäft von Michael
Da=
vis als Buchhalter angeſtellt und hat als ſolcher das
Ge=
ſchäft im Jahre 1911 und 1912 durch betrügeriſche
Mani=
pulationen um 5 bis 6000 Mark geſchädigt. Er legte dem
Prokuriſten Schecks zur Ausfertigung vor über
Zahlun=
gen, die entweder ſchon gemacht oder aber vom
Ange=
klagten bereits veruntreut waren. Die ſo erlangten
Be=
träge verwendete Greif, der ein Gehalt von 130 Mark
hatte, für ſich. Außerdem hatte er einer kleinen Kaſſe,
die er zu verwalten hatte, 300 Mark entnommen. Der
An=
geklagte iſt in vollem Umfange geſtändig. Das Gericht
verurteilte den Angeklagten zu 1 Jahr 6 Monaten
Gefängnis und 2 Jahren Ehrverluſt. Von der
Unter=
ſuchungshaft werden ihm 2 Monate angerechnet.
g. Kriegsgericht. Wegen Kameradendiebſtahls hatte
ſich geſtern vor dem Kriegsgericht der 25. Diviſion der
vorbeſtrafte Dragoner Georg Neuſinger aus
Schorn=
dorf (Kreis Alsfeld) von der 2. Eskadron des Dragoner=
Regiments Nr. 24 zu verantworten. Neuſinger hatte am
25. Juli geſehen, wie ſein Stubenkamerad Stier
Brief=
marken erhielt und ſie in eine Schachtel im Kleiderſpind
legte. Als dieſer einige Zeit die Stube verließ,
entwen=
dete N. die Marken, insgeſamt für 2,50 Mark, und tauſchte
ſie in der Kantine um. Der Angeklagte gibt an, er ſei in
Not geweſen, da er Hunger hatte und kein Brot mehr im
Beſitz hatte. Von Hauſe habe er nichts bekommen. Das
Spind ſei unverſchloſſen geweſen. Das Gericht erkannte
wegen einfachen Diebſtahls auf 3 Wochen ſtrengen
Arreſt und Verſetzung in die zweite Klaſſe
des Soldatenſtandes. Es ſei erwieſen, daß der
Angeklagte ſeine Kameraden nicht um Brot angegangen
habe, was ihm ſicher gegeben worden wäre. — Wegen
ſchwerer Urkundenfälſchung, begangen vor dem
Dienſt=
eintritt, hatte ſich der Musketier Chriſtian
Homrig=
hauſen von der 3. Kompagnie des Infanterie=
Regi=
ments Nr. 168 zu. verantworten. Der Angeklagte war
dem Kaufmann Krämer von Berleburg für gelieferte
Waren eine Summe von 13 Mark ſchuldig; 5 Mark hatte
er bereits gezahlt. Als Krämer mit einem
Zahlungs=
befehl drohte, ſchrieb der Angeklagte am 27. Auguſt 1911
einen Brief, in dem er um Stundung bat. Dieſen Brief
unterſchrieb er mit dem Namen ſeines Vaters Georg
Homrighauſen. Da der Angeklagte damals noch
minder=
jährig war, hätte ihm Krämer natürlich nicht weiter
Waren auf Kredit geliefert, wenn er nicht jenen Brief
erhalten hätte, den er vom Vater geſchrieben glaubte.
Der Angeklagte gibt zu, den Brief geſchrieben zu haben,
doch habe er dies im Auftrage der inzwiſchen
verſtorbe=
nen Mutter getan. Das Gericht ſpricht den
Angeklag=
ten frei da die Angabe nicht widerlegt werden kann,
daß ihm die Mutter den Rat erteilt habe, den Brief zu
ſchreiben. — Der nicht vorbeſtrafte Kanonier Paul
Klaus vom Feldartillerie=Regiment Nr. 25 hat ſich
wegen verſuchten Diebſtahls und ſchweren Diebſtahls in
zwei Fällen zu verantworten. Der Angeklagte hat ſich
in der Nacht zum 26. Juli, als er auf Wache war, in
ſeine Stube eingeſchlichen, ſich auf Strümpfen bis an die
Spinde geſchlichen und verſucht, das Spind des
Stuben=
kameraden Klemens mit einem Nachſchlüſſel zu öffnen.
Klemens hatte eine Erbſchaft von 450 Mark ausbezahlt
erhalten und hatte dem Angeklagten auch das Geld
ge=
zeigt. Er wußte, daß Klemens viel Geld in ſeinem
Spind aufbewahrte. Dieſes Geld wollte er in der Nacht
zum 26. Juli holen. Er wurde jedoch von
aufwachen=
den Kameraden verſcheucht. Gleich in der folgenden
Nacht ſchlich ſich Klaus abermals an das Spind und
ent=
wendete diesmal aus dem Portemonnaie des Klemens
ein Zehn= und ein Fünfmarkſtück. Am 10. Auguſt hatte
er vorher bei Klemens einen Hundertmarkſchein geſehen.
Deshalb ging er, als die Mannſchaften zum Appell
waren, an die Kleidung des K. und nahm aus dem in
der Drillichhoſe ſteckenden Portemonnaie den
Hundert=
markſchein. 60 Mark verſteckte der Angeklagte, in ein
Läppchen gewickelt, in der Geſchützhalle, die übrigen 40
Mark brachte er in Kellnerinnenwirtſchaften durch. Der
Angeklagte gibt alle ihm zur Laſt gelegten Straftaten
zu. Das Gericht erkennt auf eine Geſamtſtrafe von 6
Mo=
naten Gefängnis und Verſetzung in die
zweite Klaſſe des Soldatenſtandes.
* Zum Jungdeutſchlandfeſt am 8. September
d. J. hat Se. Königl. Hoheit der Großherzog ſein
Erſcheinen zugeſagt. Die ſportlichen
Veran=
ſtaltungen ſowohl, als auch der um 2 Uhr geplante
Feſtzug werden vorausſichlich kinematographiſch
auf=
genommen und ſind im Reſidenztheater hier zu ſehen.
— Das Martinsviertel und die elektriſche
Straßenbahn. Man ſchreibt uns: Jahrelang ſchon
kämpft das Martinsviertel für ſeine elektriſche
Straßenbahn. Nachdem man einmal erkannt hatte,
daß eine Straßenbahnverbindung mit dem Innern der
Stadt notwendig ſei, um das Zurückbleiben der
Ent=
wickelung des Viertels gegenüber den andern
Stadt=
teilen einigermaßen auszugleichen beziehungsweiſe einen
weiteren Rückgang aufzuhalten, ſetzte eine energiſche und
zielbewußte Agitation ein, der es nach unſäglichen
Mühen gelang, ſowohl die öffentliche Meinung, die dem
Projekte urſprünglich wenig hold war, als auch die
ſtädtiſchen Behörden umzuſtimmen. Einen Gegner
be=
ſonders galt es zu beſiegen, der, gewappnet mit dem
ſchweren Rüſtzeug der Wiſſenſchaft, auf den Plan trat,
aber auch dieſer mußte endlich die Waffen ſtrecken, und
Herr Geh. Hofrat Profeſſor Dr. Wirtz, Mitglied des
ſtädtiſchen Elektrizitäts=Ausſchuſſes, erklärte, daß einer:
Linienführung durch die Hochſchulſtraße Bedenken nicht
entgegenſtänden. Dieſe Erklärung mußte auch die letzten
Hals= und Beinbruch.
Von Hermann Kienzl, Berlin=
Die Aufklärung hat während der letzten Jahrhunderte
einen nicht ganz erfolgloſen Kampf gegen den
Aber=
glauben geführt. Doch von breiten Schichten des
min=
dergebildeten Volkes gilt heute noch das Wort Friedrichs
des Großen: „Dummheit, Fabeln, Aberglaube und
Wun=
der ſiegen über Vernunft und Wahrheit.‟ Die Gebildeten
halten einen Abergläubiſchen für lächerlich und zugleich
für bedauernswert. Jedoch — würden alle, die auf voller
Höhe der Kultur zu ſtehen meinen, einer rigoroſen
Selbſt=
prüfung fähig ſein, ſo fände wohl gar mancher in ſich
einen gelben Fleck des alten Aberglaubens, den er mit
„Pietät” oder „Kindheitsgewohnheit” vor ſich ſelbſt
ver=
deckt hatte. Voreilig warf ſich Varnhagen in die
Bruſt, indem er ausrief: „Wir haben es leicht, verſtändig
und helldenkend zu ſein, nachdem frühere Geſchlechter für
uns den Aberglauben gehabt und erſchöpft!‟ Er iſt ja
nicht erſchöpft. Es iſt ihm nur — in den Kreiſen der
Gebildeten — die Nabelſchnur abgeſchnitten worden, die
ihn mit der Bigotterie verband. Aber als ein
gewiſſer=
maßen frei in der Luft hängendes Ding verdunkelt er noch
vielen das Sonnenlicht der Vernunft.
Es fällt auf, daß beſonders häufig die Angehörigen
beſtimmter Berufe dem Aberglauben, und zwar einem
ſehr grotesken Aberglauben, verfallen ſind. Für die
aber=
gläubiſchſten Menſchen gelten die Seeleute, die Jäger
und die Künſtler, unter dieſen aber ganz hervorragend
die Schauſpieler. Zunächſt verblüfft es, die
Krank=
heit in ſo grundverſchiedenen Berufszonen auftreten zu
ſehen. Doch die Erklärung liegt nahe: Menſchen, die
dauernd einen regen Verkehr mit ihrer Phantaſie pflegen,
ſind abergläubiſchen Einbildungen am zugänglichſten;
frei=
lich aber nur dann, wenn nicht eine feſte wiſſenſchaftliche
Geiſtesbildung den Geſpenſtern einen Drudenfuß auf die
Schwelle zeichnet. Der Jäger, wie der Seemann iſt oft mit
ſich und den Elementen der Natur allein. Aus ſolcher
Ein=
ſamkeit ſind unter der Gunſt dichteriſcher Befruchtung
unſere Märchen und Sagen entſtanden. In ihr iſt aber
auch der Urſprung jenes primitiven Fabulierens das man
Jägerlatein nennt, zu ſuchen. Die Nachbarſchat von
Phantaſtik und Aberglauben weiſen u. a. auf: der einſtige
Hexenwahn und das ziemlich rohe Jägerſprüchlein, daß des
Schützen Glück verwirkt ſei, wenn er früh am Morgen einer
alten Frau begegne.
Der Schauſpieler iſt mit ſeinem Tun, ja mit
ſeinem ganzen wandlungsfähigen Weſen der Phantaſie
verſchrieben. Darin allein wäre noch nicht ein
zureichen=
der Grund zu erblicken für die Tatſache, daß ſo viele
Schau=
ſpieler, teils im Scherz, teils aber mit unerbittlichem Ernſt
dem kurioſeſten Aberglauben huldigen. Kaum Einer von
den großen Dichtern, den genialen Phantaſie=Geſtaltern,
war abergläubiſch.
Für den Aberglauben des Schauſpielers kommen
meh=
rere beſondere Gründe in Betracht: Wie der Jäger und der
Seemann den Zufällen der Natur, ſo iſt der Schauſpieler
täglich den kaum minder unberechenbaren Lannen der
Ele=
mente ausgeſetzt, die auf ihn entweder freundlichen
Bei=
fallsregen oder Sturm und Hagel niedergehen laſſen. Die
Unſicherheit des Erfolges, von dem ſein künſtleriſches und
privates Schickſal in jüngeren Lebensjahren abhängt,
ver=
führt eine gerade nicht philoſophiſch veranlagte
Künſtler=
ſeele leicht zu einem gewiſſen Fatalismus, der ſich dann
in einem wahren Fetiſchkult kundgibt. Iſt ein ſolcher
Schauſpieler ſpäter zu Ruhe und Selbſtvertrauen gelangt,
ſo unterzieht er die abergläubiſchen Gebräuche keiner
Re=
viſion mehr. Er macht ſie weiter mit — aus Gewohnheit
— aus Kollegialität, weil die anderen ſie pflegen, — oder
er zieht ſogar mit bedenklicher Logik den Schluß, daß er
eben deshalb Glück gehabt habe, weil er den Spuk gehörig
reſpektierte. Die Anſteckung durch die Allgemeinheit und in
den häufigen Schauſpieler=Dynaſtien die Vererbung von
Urahn auf Großvater, Vater und Kind ſpielt auch eine
Rolle in der Schauſpieler=Kabaliſtik, und häufig mit ihnen
im Bunde der Mangel an perſönlicher Energie und die
Bequemlichkeit der Anpaſſung. Sehr viele Schauſpieler
nehmen die Sache ſcherzhaft, ohne zu überlegen, daß die
ewige Wiederholung den ausgezeichnetſten Scherz, den je
ein Menſchenhirn erſann, öde machen müßte, und daß die
unendliche Torheit des Theateraberglaubens dem wahren
Humor beſchämend ferne ſteht.
Die Bazillen dieſes Aberglaubens könnten die
Krank=
heit nicht verſchleppen, wenn das Theater nicht als
Rein=
kultur beſonders ausgezeichnet xe. Aeben den ſchon
erwähnten Umſtänden fällt ſchließlich und entſcheidend
noch einer ins Gewicht: Die Ueberzahl der Schauſpieler
war, — und ein beträchtlicher Teil von ihnen iſt noch heute
nicht ſehr ausgerüſtet mit den Waffen, die den Aberglauben
erſchlagen: mit den Waffen der Bildung und des Wiſſens.
Gewiß, es gibt hochgebildete Männer und Frauen in
die=
ſem Stande und ihre Zahl vermehrt ſich mit den
An=
ſprüchen, die die moderne Dramatik an den geſchulten
In=
tellektualismus der Schauſpieler ſtellt. Den Ausſchlag in
dieſer Kunſt wird aber nie das Wiſſen, vielmehr das
Un=
bewußte: die Eingebung, die Natur geben. Ohne jenes
geheimnisvolle Etwas bleibt der ſchönſte Bildungsphiliſter
in der Schauſpielerei eine Mittelmäßigkeit. Dagegen
wiſſen wir von einigen der genialſten Schauſpieler (u. a.
von Sophie Schröder), daß ſie eine ſehr mangelhafte
Schul=
bildung beſaßen.
Wenn nun einzelne hervorragende Künſtler genannt
werden können, die ſehr gebildet und dennoch abergläubiſch
waren (Iffland Mitterwurzer), ſo beſtätigt das zunächſt,
daß zwiſchen Aberglauben und ſchauſpieleriſcher Intuition
ein Gegenſatz nicht beſteht. Bleibt das Rätſel zu löſen,
daß Aberglaube und Bildung mit einander auskommen
konnten. Dieſe immerhin ſeltenen Fälle erklären ſich durch
die Uebermacht phantaſtiſcher Vorſtellungen, die ſich
all=
mählich einfleiſchten. Wie ſagt doch Leſſing?
„Der Aberglaub”, in dem wir aufgewachſen,
Verliert, auch wenn wir ihn erkennen,
Doch ſeine Macht nicht über uns.”
Sehr viele Frauen, die der Bühne angehören, ſind
ſtreng im Kirchenglauben. Der Weg, der vom Theater
zum Kloſter oder zur Heilsarmee führt, iſt wiederholt
be=
treten worden. Ich kenne Schauſpielerinnen, die, ſo oft ſie
ſich anſchicken, die Bühne zu betreten, einen Bibelſpruch
murmeln. Die meiſten von jenen Schauſpielern aber, die
ſich vor ihrem Auftreten raſch zu bekreuzigen pflegen,
wollen damit nicht eine gottesdienſtliche Handlung
be=
gehen, ihnen iſt vielmehr der Aberglaube Selbſizweck und
das chriſtliche Zeichen nur eine Anleihe. Soll man denn
auch wirklich noch an die Lehre Chriſti denken können bei
den vertrakten Dummheiten, die für den abergläubiſchen
Schauſpieler heilige Geſetze ſind?! Eine Reihe von ihnen
iſt zu allaemeinen Sitten und Gebräuchen gewarden; da=
Nummer 204.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Seite 3.
Gegner des Projektes der Führung der elektriſchen
Straßenbahn durch die Hochſchulſtraße-Pankratiusſtraße
entwaffnen und in der Tat hat auch ſeit dieſer Erklärung
des Herrn Geh. Hofrats Profeſſor Dr. Wirtz von einem
Widerſtande der Bürgermeiſterei, der Stadtverordneten ꝛc.
nichts mehr verlautet. Die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=
Geſellſchaft hat in klarer Erkenntnis der Notwendigkeit
und mithin auch der Rentabilität den Plan dieſer Linie
ſofort aufgegriffen und — jetzt erſcheint plötzlich wieder
der hohe Senat der Techniſchen Hochſchule und erhebt
Einwendungen. Und zwar ganz gründlich! Nicht nur
die Linie Hochſchulſtraße-Pankratiusſtraße, ſondern
auch das eventuell nur als äußerſter Notbehelf gedachte
Projekt der Linie durch die Magdalenenſtraße wird
gleichzeitig verworfen und dagegen eine ſolche durch die
Mauerſtraße, Mühlſtraße, Teichhausſtraße nach der
Roßdörferſtraße empfohlen. Daß dieſe letztere den
In=
tereſſen des Martinsviertels in keiner Weiſe dienen kann,
iſt jedem mit den Verhältniſſen nur einigermaßen
Ver=
trauten ohne weiteres klar, denn der Wunſch der Bewohner
geht nach einer Verbindung des Zentrums des Viertels mit
dem Innern der Stadt und nach dem kürzeſten direkten
Anſchluß an die übrigen Linien, und nur die Führung
durch die Pankratiusſtraße-Hochſchulſtraße entſpricht
dieſem gerechten Verlangen. Da das, was über die
Gründe des Widerſtandes der Techniſchen Hochſchule
verlautet, uns ſo wenig ſtichhaltig erſcheint, daß es
gegenüber den wohlbegründeten Intereſſen eines großen
Stadtviertels gar nicht in Betracht kommt, ſo wird
er=
wartet, daß weder die Heſſiſche Eiſenbahn=Aktien=
Geſell=
ſchaft, noch das hohe Miniſterium ſich dadurch beirren
laſſen, ſondern an dem allein zweckmäßigen und
not=
wendigen und ſowohl dem Martinsviertel als der
ganzen Stadt zum Vorteil gereichenden Projekte
feſt=
halten, nämlich der Linie durch die
Hechſchul=
ſtraße — Pankratiusſtraße!
* Ortsgewerbeverein. Am Mittwoch nachmittag
be=
ſichtigte der Ortsgewerbeverein Darmſtadt das
Ton=
werk Heppenheim der Vereinigten Speyerer
Ziegel=
werke A.=G.; etwa 45 Teilnehmer hatten ſich eingefunden,
um ſich auch einmal einen derartigen Induſtriezweig vor
Augen führen zu laſſen. Die liebenswürdige Führung
des Direktors Herrn Körner und ausführlichen
Er=
klärungen konnten jedem ein richtiges Bild der
Ver=
arbeitung der dortigen Tonerde geben. Von der Grube
herbeigeſchafft, die etwa 1 Kilometer entfernt iſt, wird
die Erde in einer mächtigen Mengmühle vermiſcht und
Waſſer verdünnt; Pumpwerke befördern die Flüſſigkeit
in die einzelnen Klärbecken (etwa 22000 Quadratmeter
Bodenfläche), wo der Ton einem gründlichen
Schlämm=
prozeß unterworfen wird. Nachdem ſich nun der Ton
ge=
ſetzt, wird das klare Waſſer abgelaſſen und muß die
Maſſe noch weiter austrocknen, um dann in mächtigen
Hallen zur weiteren Verarbeitung aufbewahrt zu werden.
(Ein Ausfrieren verbeſſert die Maſſe.) Nunmehr wird
der Ton von Schraubenmühlen zurecht geknetet und den
einzelnen Verarbeitungsmaſchinen in entſprechenden
Kuchen (geformte Klumpen) verabreicht. Es entſtehen
dann durch ſinnreich konſtruierte Maſchinen die
verſchie=
denſten Arten von Ziegeln, Platten, Röhren uſw die
wieder durch immer tätige Transporteure (
Beförde=
rungsmaſchinen) in die Trockenhalle geſchafft werden.
Von der Unzahl von ſo weit gefertigten Ziegeln, die hier
nun zum Trocknen ſitzen, kann man ſich ein Bild machen,
wenn man bedenkt, daß allein etwa 40000
Bieber=
ſchwänze (glatte Ziegel) in einem Tag fertiggeſtellt
wer=
den. Die vollſtändig ausgetrocknete Ware wird
nun wieder durch die Transporteure in die Oefen
ge=
ſchafft, in denen ſie bis 1050 Grad Celſius gebrannt
werden. Es wäre zu viel, noch alles hier näher
zu behandeln, was dem Auge alles vorgeführt worden.
Noch eine Beſichtigung der Modellier=Abteilung, in der
reizende Nippſachen, wie Vaſen, Figuren, Blumenkübel
uſw. hergeſtellt werden, bildete den Abſchluß dieſer
hoch=
intereſſanten Beſichtigung; auch ein ſchönes Geſchenk der
hier hergeſtellten Artikel wird den Teilnehmern ein
bleibendes Andenken ſein. Der Vorſitzende der
Ausflugs=
kommiſſion, Herr Malermeiſter Georg Kraus dankte
Herrn Körner für ſeine liebenswürdige Führung und
Entgegenkommen und gali ſein Hoch dem ferneren Blühen
und Gedeihen des „Tonwerks” Nachdem man ſich in
dem neuerbauten Zum halben Mond” an Leib und
Seele geſtärkt und dieſes muſtergültige Anweſen mit ſeinen
vielſeitigen Räumen bewundert, machte man noch einen
Rundgang durch das reizende Heppenheim mit ſeinen
ſchönen alten Holzbauten (Apotheke, Rathaus uſw.); auch
die Villenkolonie mit ihren ſchönen Vorgärten wurde
beſichtigt, und als man ſich am Bahnhof im „
Starken=
burger Hof” wieder zuſammengefunden, war der nächſte
Zug immer nicht der erſte, der die Teilnehmer
hochbe=
friedigt wieder in die Heimat zurückbrachte.
Der Evangeliſche Kirchengeſangverein für die
Stadtkirche ladet bei dem Wiederbeginn ſeiner Proben,
die Dienstags 8 Uhr im Gemeindehauſe, Kiesſtraße 17,
ſtattfinden, ſtimmbegabte Damen und Herren zum
Bei=
tritt als aktive Mitglieder ein. Wie den Aufführungen
des Vereins in unſerer altehrwürdigen Stadtkirche ſtets
ein beſonderes Intereſſe entgegengebracht wird, ſo darf
wohl auch die tatkräftige Unterſtützung des Vereins
durch alle die erwartet werden, die für die Darbietungen
einer den weiteſten Kreiſen dienenden edlen Kunſt im
Gottesdienſt und bei kirchlichen Konzertaufführungen
Gabe und Verſtändnis haben. Bemerkt ſei noch, daß
auch der Beitritt von nichtaktiven Mitgliedern, denen
bei beſonderen Aufführungen reſervierte Plätze zuſtehen,
ſehr erwünſcht iſt.
— Freiwillige Sanitätskolonne. Die Freiwillige
Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Wiesbaden
die in lebhaftem dienſtlichen und kameradſchaftlichen
Verkehr mit der Darmſtädter Kolonne ſteht, beſuchte am
Sonntag mit ſämtlichen Führern und Freiwilligen die
Ausſtellung „Der Menſch” beſichtigte ſpäter die Stadt,
beſonders die Künſtlerkolonie mit Hochzeitsturm und die
Sanitätswache in der Bismarckſtraße. Die Darmſtädter
Kolonne hatte unter Führung des Herrn ſtellvertr. Kol.=
Führers Silz eine Abordnung zur Begrüßung an den
Bahnhof entſandt. Die weitere Führung übernahm dann
Herrt Abteilungsführer Vogel von hier. Vor dem
Abmarſch zur Rückfahrt nach Wiesbaden dankte der
Füh=
rer der Wiesbadener Kolonne, Herr Leutnant d. L.
Bön=
ning für die äußerſt freundliche und kameradſchaftliche
Aufnahme und feierte das gute Einvernehmen durch ein
begeiſtert aufgenommenes Hoch.
G.A. Zöglingswetturnen und Turnwarteübung.
Der III. Gau (Main=Rhein) des 9. Kreiſes der deutſchen
Turnerſchaft macht am Sonntag, den 1. September
d. Js., zum erſtenmal einen Verſuch mit einem
volks=
tümlichen Vierkampf für Zöglinge innerhalb
ſeiner einzelnen Bezirke. Nahezu 400 Zöglinge haben
ſich zur Teilnahme gemeldet. Dieſelben werden ihre
Kräfte meſſen im Freihochſprung, Weitſprung,
Kugel=
ſtoßen und einer Freiübung. Das Turnen beginnt
nachmittags um 2 Uhr und findet ſtatt: für die Vereine
des 1. Bezirks in Sprendlingen, des 2. Bezirks in
Groß=Gerau, des 3. Bezirks in Bensheim und
des 4. Bezirks in Dieburg. Dem Wetturnen geht
eine um 9 Uhr vormittags beginnende Uebung der
Vereinsturnwarte in den Bezirken voraus. Die
Turnordnung hierzu enthält 1. Reihungen an Ort und
im Marſche, 2. Benennung der Freiübungen (
Bein=
übungen), 3. Uebungen an den Geräten Reck, Barren
und Pferd, 4. Turnſpiele.
— Perkeo. Heute findet zu Ehren des ſcheidenden
hier ſo beliebten und populären Enſembles: „Delaboré‟
ein Benefiz= und Ehren=Abend ſtatt.
Be=
ſonderen Wünſchen entſprechend gelangt an dieſem
Extra=Abend die populäre Budapeſter Poſſe: Der neue
Buchhalter, welche Rolle bekanntlich eine Glanzrolle des
beliebten Komikers Herrn Guſtav Fleiſchmann iſt,
zur Aufführung. Ferner gelangt noch einmal der
brillante Schwank: Ein Muſtergatte, welcher ſich als
Zugſtück allererſten Ranges bewährt hat und einer der
größten Schlager iſt, welche während der letzten Jahre
herausgekommen ſind, zur Darſtellung. Eine ganz
be=
ſondere Ueberraſchung bereitet Herr Paul Goldler für
ſeine zahlreichen Freunde vor: Seinen Todesritt zu
Pferde! Das rührige Enſemble, das ſich während
ſeines zweimonatlichen Gaſtſpiels die größte Mühe gab,
ſeine Darmſtädter Freunde aufs Angenehmſte zu
unter=
halten, hat in Anbetracht ſeines großen Fleißes und
ſeiner Beliebtheit von Herrn Direktor Schnauber dieſen
Ehren=Abend eingeräumt bekommen.
* Hugenſchütz’ Felſenkeller. Die ſo beliebten
Großen Konzerte finden bei günſtiger Witterung
jeden Dienstag und Freitag ſtatt. Heute, Freitag,
voll=
zählige Kapelle des Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24.
Leitung: Obermuſikmeiſter Rühlemann. (Siehe Anzeige.)
* Im Singſpielhaus „Metropole‟.
Alexander=
ſtraße 5, finden heute und morgen die letzten großen
Abſchiedsvorſtellungen der Original=Tiroler=
Truppe „D’Inntaler” ſtatt. Das allabendlich voll beſetzte
Haus ſpricht für deren gute Leiſtungen und die große
Beliebtheit, welcher ſich die Truppe während ihres
vier=
wöchigen Gaſtſpieles erfreute. Die Kapelle wird heute
und morgen noch das auserwählteſte Familienprogramm
zum Vortrag bringen. (Siehe Anzeige.)
Rüſſelsheim, 29 Aug. Die Mainflößer haben
in einer ſtark beſuchten Verſammlung beſchloſſen, die
Arbeit einzuſtellen. Von dem Ausſtand werden
14 Flößereien mit 250 Arbeitern betroffen.
Lindenfels, 28. Aug. Vom 26. d. M. bis zum 15.
September haben wir faſt ununterbrochen
Einquar=
tierung. Zurzeit ſind bei uns zwei Kompagnien des
Regiments Nr. 87 einquartiert, die übrigen Mannſchaften
liegen in den Nachbarorten. Das Regiment Nr. 88 iſt in
den Dörfern des Weſchnitztales untergebracht. Der
Bri=
gade=, ſowie der Diviſionskommandeur ſind heute
einge=
troffen und haben in Lindenfels Quartier genommen.
Eine angenehme Unterhaltung haben nun unſere
Kur=
gäſte durch die Kapelle der 87er. Dieſe konzertiert jeden
Nachmittag auf dem Lindenplatz.
Mainz, 29. Aug. Der Mainzer Sängerbund
veranſtaltet demnächſt ein großes Volkskonzert,
deſſen Ertrag zur Bildung eines Fonds verwendet wird,
aus dem die Aufſtellung eines Standbildes für
Heinrich Frauenlob dem Gründer der erſten
Meiſterſingerſchule, ermöglicht werden ſoll.
Mainz, 29. Aug. Erhängt hat ſich in der
Unter=
ſuchungshaft der 21jährige Taglöhner Sebaſtian
Krä=
mer, der früher in Zwangserziehung war. Er hatte mit
zwei andern einen Marmorarbeiter überfallen und
beraubt. Da Krämer ſchon vielfach vorbeſtraft iſt,
ſtand ihm eine ſchwere Strafe bevor, der er ſich nun
ent=
zogen hat. — Ueberfahren und ſchwer verletzt
wurde geſtern nachmittag in der Pfandhausſtraße der
21jährige Ausläufer Schmitt von hier. Schmitt war
mit ſeinem Fahrrad durch die Pfandhausgaſſe gefahren.
Hinter ihm her kam das zweiſpännige Fuhrwerk einer
Waſchanſtalt. Das Fuhrwerk holte den langſam
fahren=
den Radfahrer ein, der zu Boden geſtoßen wurde und
mit ſeinem Fahrrad unter die Pferde zu liegen kam. Die
Pferde traten ihm auf die Bruſt und ein Vorderrad des
beladenen Wagens ging dem Unglücklichen noch über
den Oberſchenkel, bevor es dem Kutſcher gelang,
den Wagen anzuhalten. Der ſchwer verletzte Schmitt
wurde von der Sanitätswache ins Rochushoſpital gebracht.
— Heute morgen wurde in der Mombacherſtraße eine
ältere Dame von einem Automobil
über=
fahren. Sie wollte hinter einem hoch beladenen
Wagen die Straße überſchreiten und wurde von dem
Automobil erfaßt; ſie erlitt einen Beinbruch und
ſchwere Quetſchungen und wurde in ihre Wohnung
gebracht.
Oppenheim, 29 Aug. Eine
Automobilverbin=
dung zwiſchen Oppenheim, Dienheim, Eimsheim und
Wald=Uelversheim, die dann weiter nach Geinsheim und
eventuell bis Darmſtadt geführt werden ſoll, wird von
den beteiligten Orten erſtrebt. Es ſind darüber
Ver=
handlungen im Gange. Gleichzeitig ſoll dann ein altes
Projekt der Oppenheimer, ein Motorbootverkehr
über den Rhein verwirklicht werden, da bei ſtarkem
Schiffsverkehr die Beförderung durch die fliegende Brücke
ſehr viel Zeitverluſt verurſacht.
Alsheim, 29 Aug. Das Oberlandesgericht fällte eine
für Weinbergbeſitzer wichtige Entſcheidung. Ein Winzer
in Alsheim in Rheinheſſen hatte ſich der kreisamtlichen
Anordnung, wonach die Bürgermeiſterei das Recht hat,
das Abbürſten der Reben zu verlangen, nicht
ge=
fügt. Der Winzer beſtritt die Berechtigung dieſer
un=
zweckmäßigen Anordnung, wurde aber heute in der
drit=
ten Inſtanz, nachdem ſich ſchon Schöffengericht, wie
Amts=
gericht für die Beſtrafung ausgeſprochen hatten,
koſten=
fällig verurteilt.
Gießen, 28. Aug. Bei der Reviſion des geſtern abend
7¼ Uhr von Koblenz eingetroffenen Perſonenzugs
wurde im Kloſett eines Zweiteklaſſe=Wagens die Leiche
eines gutgekleideten Herrn gefunden. Der
Revol=
ver lag neben der Leiche, ſo daß Selbſtmord vorliegen
muß. Die Leiche zeigte eine Schußwunde in der rechten
Schläfe und wurde nach der Leichenhalle des neuen
Fried=
hofes verbracht. Aus den vorgefundenen Papieren ging
hervor, daß es ſich um einen Herrn aus Düſſeldorf
han=
delt, welcher in Bad Ems zur Kur weilte. — Zwei mit
Aufſtellen von Maſten für die elektriſche Leitung an der
Hardt beſchäftigte Arbeiter erlitten geſtern nachmittag bei
dem Umfallen eines Maſtes ſchwere Verletzungen
und mußten durch Mannſchaften der Sanitätskolonne nach
der Klinik übergeführt werden.
Ober=Mockſtadt, 29. Aug. Vor dem Amtsgericht zu
Nidda wurde geſtern mittag in dem Konkurſe des
Vorſchuß= und Kreditvereins Ober=
Mock=
ſtadt, e. G. m. u. H., wiederum ein Termin
abgehal=
ten, bei dem es ſich um die endgültige Feſtſetzung der von
den haftpflichtigen Mitgliedern des Vereins
einzuziehen=
den weiteren (zweiten) Vorſchußzahlung handelte. Bei
der kurz nach dem Zuſammenbruch des Vereins den haft=
neben aber hat faſt jeder abergläubiſche Schauſpieler noch
ſeinen privaten Pagoden des Unſinns.
Es gilt als ernſte Regel, daß der Mime, ehe er in
einer neuen Rolle auftritt und vor Beginn einer
Pre=
miere, dreimal auszuſpucken habe. Da trotzdem ſchon
viele ſpuckende Schauſpieler und angeſpuckte Stücke
durch=
gefallen ſind, hätte die Erfahrung doch wohl gegen das
Vademekum mißtrauiſch machen ſollen? „Dem
Aber=
glauben” ſagt Jean Paul, „wachſen die Federn, der
Zufall mag ihm dienen oder ſchaden.” Gerade ſo erprobt
ſind die anderen Sympathiemittel, als da: B. ſind: das
Einlegen einer glückbringenden Schornſteinfeger=
Nippes=
figur in der Garderobe; die afrikaniſchen Bohnen als
Amuletts; das Verbergen des Rollenheftes im Strumpf (das
können ſich aber nur die langſtrümpfigen Damen leiſten)
oder irgendwo an der bloßen Haut. Zerbricht dem
Schau=
ſpieler ſein Spiegel, ſo bedeutet das Unglück. Wünſcht ihm
aber gar ein ahnungsloſes Neukind oder ein boshafter
Schurke vor Beginn der Vorſtellung Glück ſo iſt das
böſe Schickſal beſiegelt. Im Gegenteil hat ihm jeder
Wohl=
wollende aus Herzensgrund den bekannten „Hals= und
Beinbruch” zuzurufen.
All dieſer Aberwitz geht von der Annahme aus, daß
die Vorſehung oder das Weltgeſetz die
Applausbedürf=
niſſe jedes kleinen Schauſpielers der ernſthafteſten
Be=
achtung unterzieht, und daß die Vorſehung oder das
Welt=
geſetz mit ſolchen Faxen in gute Laune verſetzt werden
kann Schon der alte Römer Livius warnte davor,
die Götter in die niedrigſten Händel herabzuziehen. Wenn
der gute Livius nun erſt das „Hals= und Beinbruch”
hören könnte!
Man ſoll die Sache nicht allzu tragiſch nehmen Die
Künſtlerſeele iſt weiblichen Geſchlechts. Man hat ſie auch,
gewiß mit zärtlicher Geſinnung, dem Kinde verglichen.
Und ſchließlich: Man kann „Hals= und Beinbruch” ſchreien
und doch ein großer Schauſpieler ſein. Aber freilich: Man
kann auch ein großer Schauſpieler ſein und dem
Theater=
aberglauben den Gehorſam verweigern. Man kann ein
großer Schauſpieler und ein vorurteilsfreier Kulturmenſch
ſein.
Feuilleton.
C) Ein engliſcher Hymnus auf die deutſche Eiſenbahn.
„So weit ich nach meinen Erfahrungen in 16 oder 17
euro=
päiſchen Ländern urteilen kann, muß ich die deutſchen
Eiſenbahneinrichtungen für die beſten halten.” So beginnt
G. Ward Price ein begeiſtertes Loblied auf unſere
Eiſen=
bahn, das er in einem großen Londoner Blatte
veröffent=
licht. Wie eine gute Großmama erſcheinen ihm die
deut=
ſchen Eiſenbahnverwaltungen, die ihre Kinder und
Kin=
deskinder mit gütiger Sorgfalt bei der Hand nimmt und
glücklich durch alle Fährlichkeiten des modernen Reiſens
hindurchführt, die ſich ihrer annimmt von der
Abfahrts=
ſtation an und ſie am Ziele noch freundlich in eine Droſchke
ſetzt. Schon die Inſtitution der Gepäckaufgabe! Wie
wun=
dervoll iſt es, daß die Koffer von ungeſehenen hilfreichen
Händen ſicher von Zug zu Zug transportiert werden und
man nichts weiter zu tun braucht, als ſchließlich ſeinen
Schein einem Gepäckträger zu überantworten, der für ſeine
Mühewaltung nicht mehr verlangt, als ſein Tarif ihm
ex=
laubt und mit dem man ſich nicht um jeden Groſchen
herum=
zuſtreiten braucht. Und dann der deutſche Schaffner. Sein
engliſcher Kollege iſt ein mürriſcher, widerwilliger
Be=
amter, dem alles Menſchliche fremd zu ſein ſcheint. Der
deutſche „Kondulteur” iſt „ein Schutzengel für die
Reiſen=
den, die ſeiner Obhut überantwortet ſind” Man iſt noch
nicht lange auf ſeinem Platz, da kommt er ſchon den
Korri=
dor entlang, knipſt das Billett — eine Beſchäftigung, die
er ſehr liebt — und gibt einem ein kleines Reſumee über
alle Einzelheiten und Fineſſen der Reiſe. Und damit nicht
genug, er füllt ein kleines Dokument aus, das einem ſein
Anrecht auf den gewählten Sitz behördlich beſcheinigt, und
zeigt dieſes unſer Privileg an der Türe an, indem er
unſeren Platz für „beſetzt” erklärt.” Wenn man den
Wag=
gon verläßt, dann iſt die gütige Sorge der deutſchen
Eiſen=
bahn noch nicht zu Ende. Man braucht nicht, wie in
Eng=
land, ſich die Lunge auszuſchreien und fünf Minuten mit
dem Regenſchirm zu winken nach einem Droſchkenkutſcher,
der nicht frei iſt. Ein ſtattlicher deutſcher Schutzmann
nimmt einen in Empfang, läßt einen wählen zwiſchen
Auto und Gepäckdroſchke und auf den Zauberruf der Aum=
mer iſt der Kutſcher da, gleich als hätte man ſeine eigene
Equipage an die Bahn beſtellt. „Eine Stunde des
War=
tens auf einen Zug iſt auf einer engliſchen Bahnſtation
eines der ſchrecklichſten und trübſeligſten Erlebniſſe, die es
gibt. In Deutſchland iſt ſolch eine Warteſtunde eine
Un=
terbrechung der angenehmſten Art, eine wahre Erholung.
Deutſche Warteräume ſind nicht die häßlichſten traurigen
Speicher, die in England jedem Reiſenden einen Schauer
einjagen. Der deutſche Warteſaal, ſelbſt vierter Klaſſe, iſt
ein gemütliches kleines Reſtaurant, wo man gutes Bier
oder Kaffee und gute Speiſen zu allen Tages= und
Nacht=
zeiten bekommt.” Ja, auf größeren deutſchen Stationen
gibt es ſogar Bäder und Friſierläden, was dem in
Reiſe=
dingen nicht verwöhnten Engländer als ein beſonderer
Lurus erſcheint. Ein Beweis dafür wie wohl ſich der
Deutſche auf der Eiſenbahn fühlt, iſt der Umſtand, daß
ſelbſt die deutſchen Ariſtokraten zweiter Klaſſe fahren und
einen Luxuszug ſelten benutzen. Price hatte direkt
Schwie=
rigkeiten, ein Billett für den Luxuszug von Berlin nach
Eſſen zu erhalten. „Ich möchte ein Billett nach Eſſen,”
ſage ich. „Der letzte Zug nach Eſſen iſt ſchon fort,”
ant=
wortet der Herr am Billettſchalter. „Nein, es geht noch
einer 11.10 Uhr.” „Ja, aber das iſt ein Luxuszug,” lautet
die Antwort. „Nun, ich möchte ein Billett.” „Aber es
gibt nur erſter Klaſſe,” kommt es dringlicher zurück. „Gut‟”
ſage ich mit Würde. „Es koſtet 49 Mark,” ſtellt er mir
erregt vor. „Allright.” „Und eine Zuſchlagsgebühr von
15 Mark wird erhoben,” ſo mahnt er mich zum letzten Male
vor meiner Verſchwendung. „Ich zahle es,” rufe ich mit
Würde, „und wirklich war es mir glücklich gelungen, den
Billetteur zu überzeugen, als der Zug einlief.”
* Der Schlaf des Gerechten in der Badewanne. Ein
originelles „Abenteuer” das noch den Reiz der Neuheit
hat und unter den zahlreichen Abenteuern, die ſonſt
aus=
wärtige Beſucher in der deutſchen Reichshauptſtadt zu
er=
leben pflegen, einen Sonderplatz beanſprucht, iſt einem
Teilnehmer an der Studienfahrt des Vereins Wiener
Fleiſchſelchersſöhne paſſiert. Die Herren waren,
wie die Allgemeine Fleiſcher=Zeitung erzählt, am Freitag
abend in Berlin eingetroffen und traten am Samstag
ſchon frühzeitig den Rundgang zu den ſie beſonders inter=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Nummer 204
pflichtigen Mitgliedern auferlegten Vorſchußzahlung von
2300 Mark für das Mitglied war man von der Erwägung
ausgegangen, daß 20 Prozent der Ausſtände nicht
ein=
gehen und 25 Prozent der Vorſchußzahlungen ausfallen
würden. Leider hat ſich im Laufe des Verfahrens ergeben,
daß von den Vorſchußzahlungen 44 Prozent nicht
einge=
gangen ſind, und zwar infolge des Unvermögens einiger
Mitglieder, ſowie 40 Prozent der Ausſtände ausgefallen
ſind. Somit hat ſich ein noch ungedeckter Fehlbetrag von
363 060,20 Mark ergeben, für den die haftpflichtigen
Mit=
glieder durch eine weitere Vorſchußzahlung aufkommen
müſſen. Die Ergebniſſe der erſten Vorſchußbeitreibung,
ſowie eine vom Aufſichtsrat veranſtaltete, unter
Zuzieh=
ung von Vertrauensleuten vorgenommene Prüfung der
Vermögensverhältniſſe der einzelnen Mitglieder hat
er=
geben, daß bei der bevorſtehenden zweiten
Vorſchußein=
ziehung von den 400 Mitgliedern mindeſtens zwei Drittel
als nicht zahlungsfähig ausſcheiden werden, ſo daß nur
mit 133 zahlungsfähigen Genoſſen zu rechnen iſt, von
denen abgerundet je 2700 Mark zu erheben ſein werden.
Das Gericht erklärte die vorgelegte Vorſchußberechnung
für vollſtreckbar, womit ausgeſprochen iſt, daß die
haft=
pflichtigen Genoſſen weitere 2700 Mk. einzuzahlen haben.
Um die wirtſchaftlichen Nachteile, die für die Mitgbeder
des Vereins durch dieſe Vorſchußeinziehung entſtehen, zu
mildern, ſoll ein Hilfsverein gebildet werden.
(*) Herbſtein, 29. Aug. Der vierjährige
Kirchen=
ſtreit zwiſchen Katholiſchen und Evangeliſchen wurde
von der oberſten Verwaltungsinſtanz zu Darmſtadt dahin
entſchieden, daß die evangeliſchen Bewohner zu den
Kul=
tuskoſten der katholiſchen Kirche nicht mehr
heran=
gezogen werden dürfen. Der Gemeindevoranſchlag
ſah nämlich alljährlich eine beträchtliche Summe für die
katholiſche Kirche vor, und hierzu mußten auch
Evange=
liſche und Iſraeliten beitragen. In Zukunft müſſen die
Voranſchläge der politiſchen und der kirchlichen Gemeinden
getrennt voneinander aufgeſtellt werden.
eſſierenden Facheinrichtungen an. Unterwegs wurde ein
Teilnehmer vermißt. Man erinnerte ſich, daß er im Hotel
zurückgeblieben war, um noch ein Bad zu nehmen. Er
würde alſo ſicher noch nachkommen. Doch eine Stunde
nach der anderen verrann, man erwartete ihn überall
ver=
geblich. Bei der Rückkehr ſtellte ſich endlich heraus, daß
der Daheimgebliebene zwar wirklich das Bad genommen
— dabei aber — eingeſchlafen war und nicht weniger als
drei Stunden in der Badewanne zugebracht hatte. Von
den Sehenswürdigkeiten Berlins hat er natürlich an
die=
ſem Vormittag nicht viel geſehen, dafür hatte er aber
Ex=
fahrungen hinter ſich, die „ſich gewaſchen hatten”
* Der Hinrichtungsbefehl gegen Marie Antoinette
aufgefunden. Einer Meldung aus Waſhington zufolge iſt
dort ein äußerſt intereſſantes und hiſtoriſch wertvolles
Dokument aufgefunden worden. Es handelt ſich um den
Hinrichtungsbefehl des franzöſiſchen Revolutionskomitees
aus dem Jahre 1793 gegen die unglückliche Königin Marie
Antoinette. Das Dokument war Eigentum des
Scharf=
richters aus der großen Revolution Samſon, der es einem
ſeiner Freunde namens Laag nach ſeinem Tode hinterließ.
Dieſer Laag iſt ſpäter nach Waſhington ausgewandert, wo
jetzt ſeine Erben unter anderen alten Schriftſtücken das
wertvolle Dokument entdeckt haben.
* Bloß zwei Nationalitäten. In Falepp, einem Forſt=
und Gaſthauſe in den bayeriſchen Alpen, ſitzen — ſo
er=
zählt ein Leſer der Täglichen Rundſchau — am langen
Tiſche im Hintergrunde der Gaſtſtube die Holzfäller beim
Abendtrunk. Das Geſpräch iſt hochpolitiſch, es dreht ſich
um die Unterſchiede der öffentlichen Zuſtände in
Deutſch=
land und Oeſterreich. Der Wortführer iſt ein von der
nahen Grenze zur Arbeit herübergekommener Tiroler.
Dös kimmt aber olles doher” — ſo ſchließt er eine längere
Auseinanderſetzung, — „weil wir in Oeſterreich die vüllen
Nationalitäten haben Do is der Daitſche und der Welſche,
der Behm und der Pol, der Slowen, der Kroat, der
Un=
gar und ſo weiter. Hingegen bei eich in Daitſchland is die
Sach gonz einfach. Da gibts bloß zwei Nationalitäten,
da is halt bloß der Bayer und der Preiß!”
Reich nud Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. Aug. Die Berliner
Hotels und Logierhäuſer ſind gegenwärtig
nahe=
zu überfüllt. Auch in den größeren Hotels iſt der
Beſuch ſo ſtark, daß viele Logierluſtige abgewieſen
wer=
den müſſen. Der Grund zu dieſer Erſcheinung liegt in
der Hauptſache in den kommenden
Militärveranſtaltun=
gen. Die große Herbſtparade auf dem Tempelhofer Felde
zieht gewöhnlich viele Tauſende Fremde nach Berlin. In
dieſem Jahre bilden aber den Magnet der große
Feld=
gottesdienſt, der große Zapfenſtreich und ſchließlich die
Parade des Gardekorps und des dritten Armeekorps. Der
Glanz dieſer Feſtlichkeiten hat ſchon jetzt große Scharen
begüterter Provinzler und auch Ausländer nach Berlin
gezogen, die ſich ganz richtig ſagten, daß kurz vor den
Militärſchauſpielen ein Logis in Berlin nicht mehr zu
haben ſein dürfte. — Der Transport einer —
In=
ſel wurde geſtern auf der Havel von Schildhorn bei
Spandau nach Potsdam bewerkſtelligt. Das Erdſtück
bil=
dete die Spitze der hiſtoriſchen Schildhorn=Ecke und war
dem Jaczo=Denkmal vorgelagert. Gelegentlich von
Be=
feſtigungs=, Reinigungs= und Regulierungsarbeiten
mußte es aber in einer Größe von etwa einem halben
Morgen abgeſtochen werden, wobei ſich ergab, daß es nur
eine Stärke von einem Meter hatte. Die
Waſſerbauver=
waltung mußte für die Fortſchaffung ſorgen und verband
das Nützliche mit dem Unangenehmen. Der
Regierungs=
dampfer „Spandau I” erhielt nämlich Auftrag, die Inſel
in Schlepptau zu nehmen und ſie die Havel entlang nach
Potsdam zu bugſieren wo ſie unweit Caputh am
Eiſen=
bahndamm feſtgelegt wurde, um dieſen gegen
Ueber=
ſchwemmungen und Unterſpülungen zu ſchützen. Der
ſelt=
ſame Transport erregte natürlich allerwärts großes
Auf=
ſehen, denn ein derartiges, mit Strauchwerk und Gras
beſtandenes Schleppwerk paſſiert nicht alle Tage die
Waſ=
ſerſtraße. — Zwiſchen dem Halleſchen Tor und der
Mök=
kernbrücke wurde heute abend plötzlich eine Scheibe
des in voller Fahrt befindlichen Hochbahnzuges
zertrümmert. Durch das ganze Wagenabteil
zer=
ſtreute Glasſplitter, durch die niemand verletzt wurde,
ließen darauf ſchließen, daß auf den Zug geſchoſſen
wor=
den iſt. — Wegen verleumderiſcher Beleidigung hatte
ſich heute vor dem Schöffengericht Charlottenburg der
Schriftſteller A. O. Weber zu verantworten. Als
Neben=
kläger hatte ſich der Redakteur der Allenſteiner Zeitung,
Hugo Gerlach, der öffentlichen Anklage angeſchloſſen. Dieſe
iſt mittelbar noch eine Folge des Allenſteiner Schönebeck=
Prozeſſes. Bekanntlich erregte es ſeinerzeit Aufſehen,
daß der Schriftſteller Weber in öffentlichen Erklärungen
Wendungen gebraucht hatte, aus denen man den Vorwurf
der Beſtechlichkeit gegen die Preſſe herausleſen konnte.
Insbeſondere hatte er in einer Verhandlung vor dem
Charlottenburger Schöffengericht am 25. Januar v. J.
den jetzigen Nebenkläger der Beſtechlichkeit verdächtigt.
Auf Grund ſeiner damals gegen Weber bei der
Staatsan=
waltſchaft erſtatteten Strafanzeige iſt öffentliche Klage
er=
hoben worden. Der Gerichtshof vertagte die
Verhand=
lung und beſchloß, die von der Verteidigung in Vorſchlag
gebrachten Zeugen zu dem neuen Termin zu laden.
Köln, 29 Aug. Der ehemalige König
Ma=
nuel von Portugal iſt hier eingetroffen und hat
unter dem Namen eines Grafen Ourem im Hotel du Nord
Wohnung genommen.
Bielefeld, 28. Aug. Die Schöpfer des Kaiſer
Wil=
helm=Denkmals, die Architekten
Regierungsbau=
meiſter Freiherr von Tettau in Berlin und Ed. Albrecht
in Steglitz, haben an ihrem Werk wenig Freude. Die
Koloſſalfigur, hergeſtellt aus Bardigliomarmor, trocknete
im vergangenen Sommer infolge der großen Hitze
der=
art aus, daß ſie einzufallen drohte. Eine Reparatur hatte
keinen Erfolg gehabt, ſodaß das Denkmal einen recht
kläg=
lichen Eindruck macht, da es verwittert erſcheint,
ab=
bröckelt und auch in der Farbe unanſehnlich geworden iſt.
Der Bielefelder Magiſtrat hat jetzt beſchloſſen, die beiden
Schöpfer des Denkmals haftbar zu machen und ſie auf
Rückzahlung des ſeinerzeit geleiſteten Honorars von
30000 Mark zu verklagen. Der Anſpruch wird damit
begründet, daß das Denkmal in ſeiner jetzigen
Beſchaffen=
heit nicht als würdiges Monument des Heldenkaiſers zu
betrachten ſei und daß den beiden Künſtlern die geringe
Widerſtandsfähigkeit des Geſteins gegen die Witterung
bekannt geweſen ſein müſſe. Es iſt geplant ein ganz
neues Kaiſer Wilhelm=Denkmal zu errichten.
Wien, 27. Aug. Die Gattin des Bauerngutsbeſitzers
Pollantſchek aus Groß=Zdikau im Böhmerwald
voll=
führte vor einigen Tagen eine Heldentat, zu der ſie
durch die Liebe zu ihrem Kind veranlaßt wurde. Auf
ihrem Gutshof brach ein gewaltiges Feuer aus, das in
ganz kurzer Zeit infolge der großen Maſſe
aufgeſtapel=
ten Heus eine ungeheure Ausdehnung fand. Die Frau
war auf dem Felde, als ſie von dem Brand hörte. In
raſender Eile ſtürzte ſie nach Hauſe, denn im
Wohn=
zimmer ſchlief ihr kleines Kind. Als ſie vor ihrem
Hauſe ankam, ſpielte ſich eine erſchütternde Szene ab. Die
Feuerwehr war inzwiſchen angekommen und hatte die
Vorbereitungen zur Löſchung des Feuers getroffen. Das
ganze Haus ſtand ſchon in Flammen; in wahnſinniger
Angſt wollte ſich die Mutter in das Feuermeer ſtürzen
um das Leben ihres Kindes zu retten. Einige
Feuerwehr=
leute verſuchten, ſie zurückzuhalten, da ſie nur den Tod
finden könnte. Aber mit übermenſchlichen Kräften riß
ſich die Frau los und ſtürzte in das Haus durch die
Flammen hindurch. Eine ungeheure Menſchenmenge
ſtand vor dem brennenden Hauſe und wartete in Angſt
und Bangen, wie dieſer wahnwitzige Rettungsverſuch
enden würde. Plötzlich ging nach wenigen Sekunden ein
Freudenſchrei durch die Menge, denn im Rahmen des
Fenſters, das von Rauch und Brand ſchwarz gefärbt
war, erſchien die Mutter, das gerettete Kind in den
Armen haltend. Durch die Tür war ihr der Ausgang
verſperrt, da die Oeffnung des Tors durch ein
Flammen=
meer ausgefüllt war. Die Mutter, deren Geſicht ſchwarz
und deren Haare verſengt waren, hüllte nun das Kind
in die Fetzen ihrer verbrannten Schürze ſchwang ſich
auf das Fenſterbrett und ſprang, das Kind feſt in den
Armen haltend, herab. Hunderte von hilfsbereiten
Armen ſtreckten ſich ihr entgegen, um ſie aufzufangen.
Sie konnten aber nicht verhindern, daß ſich die Mutter
beim Sprung ein Bein brach. Das Kind dagegen wurde
völlig heil und unverſehrt dem Feuertod entriſſen. Als
die Menge es der Mutter fortnahm, ſchlief es noch. Die
Mutter wurde ſodann zu einem Arzt gebracht, wo ſie in
eine ſchwere Ohnmacht fiel. Aber ſie erholte ſich ſchon
nach kurzer Zeit völlig. Ihr Krankenzimmer wurde
von den Frauen des Ortes in einen Blumengarten
ver=
wandelt.
Wien, 29. Aug. In Nordtirol ſtießen auf der Straße
von Kitzbuehel nach Mitterſill zwei Automobile
in=
folge falſcher Ausweichung zuſammen. Beide Wagen
wurden vollſtändig zertrümmert. Zwei Herren und eine
Dame, deren Namen noch nicht feſtgeſtellt werden
konn=
ten, wurden ſchwer verletzt.
Görz, 29. Aug. Graf v. Calice der ehemalige
Botſchafter Oeſterreich=Ungarns in Konſtantinopel, iſt
geſtorben.
Paris, 28. Aug. Exkönig Manuel kam von
London inkognito in Paris an, wo ihn monarchiſtiſche
Parteigänger empfingen. Mit ſeinen Anhängern reiſte
der Exkönig ſodann nach der Schweiz weiter.
Paris, 28. Aug. Die durch ihre Rechtsauffaſſung
be=
rühmt gewordenen Geſchworenen des Departements Saone
et Loire haben abermals einen
bemerkenswer=
ten Freiſpruch gefällt. Es handelt ſich um den 27
Jahre alten Bildhauerſchüler Charles Lefevre, der
an=
geklagt iſt, ſeinen Vater erſchoſſen zu haben.
Die Vorgeſchichte iſt kurz folgende: Der Angeklagte
wohnte mit ſeinen Eltern zuſammen. Der Vater war
dem Trunke ergeben, und aus dieſem Grunde kam es
zwi=
ſchen den Eheleuten oft zu Streitigkeiten. In der Nacht
zum 27. April erwachte der Angeklagte aus dem Schlafe
und hörte wieder einen lebhaften Wortwechſel zwiſchen
ſeinen Eltern. Als er aus dem Bette ſprang und durch
die Tür ins Nebenzimmer ſah, gewahrte er, wie ſein
Vater ſeine Mutter ſchlug. Er holte einen Revolver und
ſchoß auf ſeinen Vater. Dieſer ſtürzte tot zu Boden. Der
Angeklagte wurde nach einer tränenreichen Rede ſeines
Verteidigers, die vom Publikum lebhaft applaudiert
wurde, von den Geſchworenen einſtimmig freigeſprochen.
Paris 29. Aug. An Bord des Paſſagierdampfers
„Verſailles” welcher die Fahrt von Saint Nazaires nach
La Martinique gemacht hat, iſt ein ſchwerer Unfall
vorgekommen. Bei der Landung vor Point d’Apitre
wur=
den die Sianalraketen losgelaſſen, dabei fiel ein Funke
in eine offen auf dem Verdeck ſtehende Munitionskiſte,
welche explodierte Ein Leutnant wurde ſchwer verletzt
und ſtarb im Hoſpital von Point d’Apitre. Man weiß
nicht, ob noch andere Verwundete an Bord ſind.
Bukareſt, 28. Aug. In der Gemeinde Colendina
wur=
den die hiſtoriſch wertvollen Kirchenglocken des ſeit
etwa 1000 Jahren dort beſtehenden Kloſters geſtohlen.
Die Täter ſind wahrſcheinlich Zigeuner; man hat von
ihnen bis jetzt noch keine Spur.
London, 29. Aug. Auf der Station Vauxhall
er=
eignete ſich heute morgen ein Eiſenbahnunfall.
Eine Maſchine ſtieß auf den Hinterteil eines Zuges auf,
der von Alderſhot gekommen war. Sechs Wagen wurden
vollſtändig zertrümmert; eine Perſon ſoll getötet, 30 bis
40 verletzt ſein.
Manövertage in Sachſen.
* Dresden, 28. Aug. Heute nachmittag trafen
ferner der Großherzog von Sachſen und die Herzöge von
Sachſen=Altenburg und Sachſen=Koburg=Gotha, abends
der Erbprinz von Sachſen=Meiningen und Prinz Sizzo zu
Schwarzburg hier ein.
* Dresden, 28. Aug. Heute nachmittag halb 6 Uhr
fand in den Feſträumen des neuen Rathauſes
feier=
licher Empfang der anweſenden
Fürſtlich=
keiten ſtatt. Die ſtädtiſchen Behörden waren im
Feſt=
ſaal verſammelt, auch die Ehrenbürger der Stadt und die
Ehrengäſte, darunter Staatsminiſter Graf Vitzthum von
Eckſtädt, Kreishauptmann v. Oppen; von den Künſtlern,
die an der Ausſchmückung des Hauſes beteiligt waren,
Prof. Klinger und Prell. Weiter fanden ſich ein der
Großherzog von Baden, Prinz Ludwig von Bayern, der
Herzog von Sachſen=Altenburg, der Kronprinz von
Sach=
ſen, Prinz Johann Georg von Sachſen und Prinz Eitel
Friedrich von Preußen. Zuletzt erſchien der König und
der deutſche Kronprinz, die bei der Vorfahrt vor
dem Rathauſe von der Galerie des Hauſes mit Fanfaren
begrüßt wurden. In dem Feſtſaal hielt
Oberbürgermei=
ſter Beutler eine Anſprache, worauf der König
er=
widerte. Hiernach beſichtigten die Fürſtlichkeiten den
Sitz=
ungsſaal der Stadtverordneten, den Empfangsſaal und
die anderen Feſträume des Hauſes. Auf den Rundgang
folgte die Rückkehr nach dem Königlichen Schloſſe. Um
7 Uhr abends fand beim König im Bankettſaal Tafel
zu 131 Gedecken ſtatt, an der die hier anweſenden
Fürſt=
lichkeiten mit Gefolge und der Ehrendienſt teilnahmen.
Einladungen waren auch an die Herren des
diplomati=
ſchen Korps, die Staatsminiſter, die hier eingetroffenen
Armeeinſpekteure, den preußiſchen Kriegsminiſter, den
Chef des Generalſtabs der Armee, ſowie an die Spitzen
der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden ergangen. Um
9 Uhr fand im Marmorſaal des Reſidenzſchloſſes
Abend=
geſellſchaft ſtatt.
* Dresden, 28. Aug. In ſeiner Anſprache
hieß Oberbürgermeiſter Beu tler den König im
Na=
men der ſtädtiſchen Kollegien und der Bürgerſchaft
Dres=
dens willkommen und begrüßte die Gäſte des Königs, an
deren Spitze den Kronprinzen des Deutſchen Reiches. Er
ſprach das lebhafte Bedauern aller darüber aus, daß der
Kaiſer durch Krankheit verhindert iſt, an dem Beſuch des
Rathauſes teilzunehmen. Der glänzende Aufſchwung und
die Blüte der Stadt Dresden ſeien nächſt der
landes=
väterlichen Fürſorge des Königs vor allem der
Zugehö=
rigkeit zum Deutſchen Reich und dem von des Kaiſers
ſtarker Hand gefeſtigten Frieden zu danken. Rat und
Stadtverordnete hätten beſchloſſen, eine Stiftung ins
Leben zu rufen, die den Namen des Kaiſers tragen ſolle,
um den Uebelſtänden der Großſtadt auf dem Gebiete des
Wohnungsweſens und der Jugendfürſorge
entgegenzu=
treten. Die Wünſche für die baldige Geneſung des
Kai=
ſers und die Verehrung und Liebe zum König faßte der
Redner in ein Hoch auf den König und den Kaiſer
zu=
ſammen.
* Dresden 29. Aug. Der König von Sachſen,
der deutſche Kronprinz und die ſächſiſchen
Prin=
zeſſinnen ſind im Sonderzug nach Zeithain abgereiſt,
wo die Ankunft um 10 Uhr 40 vormittags erfolgte. Die
hier anweſenden fürſtlichen Gäſte des Königs, nämlich
die Großherzöge von Baden und Sachſen, die Herzöge von
Sachſen=Koburg=Gotha und Altenburg, die Prinzen
Lud=
wig von Bayern, Eitel Friedrich, der Erbprinz von
Sachſen=Meiningen, Prinz Sizzo zu Schwarzburg und
Fürſt Hohenlohe=Bartenſtein ſind bereits 9 Uhr 21 Minuten
nach Zeithain abgefahren, ebenſo die ſächſiſchen Prinzen
und die zur Parade geladenen militäriſchen Gäſte, darunter
die Generalfeldmarſchälle v. Bock und Polach und von der
Goltz, Kriegsminiſter v. Heeringen und der Chef des
Generalſtabes der Armee v. Moltke, ſowie die
fremd=
ländiſchen Militärattachés uſw. Das Wetter iſt ſehr ſchön.
In Extrazügen, Wagen und Automobilen und zu Fuß
ſtrömten gewaltige Menſchenmengen auf das Paradefeld,
wo vor dem Barackenlager große Tribünen errichtet ſind.
* Zeithain, 29. Aug. Um 10 Uhr 40 Minuten
be=
ſtiegen nach der Ankunft des Königs und des
deut=
ſchen Kronprinzen am Lagerbahnhof ſämtliche
Fürſtlichkeiten die Pferde und begaben ſich zum
Trup=
penübungs latz, wo der König nunmehr die
Pa=
rade über die ſächſiſche Armee abhielt. Die Parade
be=
durfte wegen der großen Anzahl der in Parade
ſtehen=
den Truppen beſonderer Vorbereitungen. Für die auf
dem linken Elbufer liegenden Truppen waren für den
Anmarſch drei Kriegsbrücken geſchlagen, bei Moritz,
Gröba und Gohlis, die ſchon heute morgen um 7 Uhr
überſchritten wurden. Die Truppen ſtanden in zwei
Treffen öſtlich des Barackenlagers, das 12. Korps am
rechten Flügel, im erſten Treffen die Fußtruppen, im
zweiten Treffen die berittenen Waffen, Fußtruppen und
Feldartillerie in Tiefkolonne, die Kavallerie in
Regi=
mentskolonne. Die Parade befehligte der
komman=
dierende General des 19. Armeekorps, von Kirchbach.
Als der König und die Gäſte um 11 Uhr auf dem
Parade=
feld erſchienen, wurde im ganzen präſentiert und drei
Hurras ausgebracht. Hierauf wurden die Fronten
abge=
ritten, was ungefähr eine Stunde dauerte. Danach nahm
der König den Rapport der Kriegervereine und der
Sani=
tätskolonnen entgegen.
Beim Abreiten der Fronten der
Kriegerver=
eine und der Sanitätskolonnen wurden der König und
ſeine hohen Gäſte vom Publikum auf den Tribünen mit
lauten Jubelrufen begrüßt. Insbeſondere wurden auch
Kronprinz Wilhelm und Prinz Ludwig von Bayern durch
Zurufe bewillkommnet. Die Prinzeſſinnen des ſächſiſchen
Königshauſes fuhren in einem offenen Galawagen. Den
Fürſtlichkeiten ſchloß ſich eine glänzende Suite an, aus
der die mannigfachen Uniformen der fremdherrlichen
Militär=Attachés hervorſtachen. Es fand ein
Vorbei=
marſch ſtatt. Die Infanterie=Regimenter, marſchierten
in Regimentskolonnen vorüber, die Kavallerie in
Eska=
dronsfront und die Artillerie in Abteilungsfront, die
be=
rittenen Truppen des 12. Armeekorps im Schritt, die des
19. Armeekorps im Trabe. Der König, der die
Uni=
form ſeines erſten Leibgrenadier=Regiments Nr. 100 trug,
führte dieſes, ferner das Garde=Reiter=Regiment, das
erſte Huſaren=Regiment König Albert Nr. 18, das erſte
Feldartillerie=Regiment Nr. 12 und das dritte
Feld=
artillerie=Regiment Nr. 32. Der Kronprinz von
Sachſen ging mit dem Regiment Kronprinz Nr. 104
vorüber, Kronprinz Wilhelm mit dem zweiten
Grenadier=Regiment Nr. 101 Kaiſer Wilhelm und König
von Preußen. Ferner führten der Großherzog von
Baden ſein Infanterie=Regiment Nr. 103, Herzog Ernſt
von Sachſen=Altenburg ſein erſtes Jäger=Bataillon
Nr. 12, Prinz Johann Georg von Sachſen ſein 8.
Infan=
terie=Regiment Prinz Johann Georg Nr. 107, der
Groß=
herzog von Sachſen ſein Karabinier=Regiment. Prinz
Ludwig von Bayern ging mit dem Infanterie=Regiment
Nr. 102 Prinzregent Luitpold von Bayern vorüber, der
Herzog von Sachſen=Koburg und Gotha mit dem 18.
Hu=
ſaren=Regiment, Prinz Eitel Friedrich mit dem 7.
Infan=
terie=Regiment König Georg Nr. 106, Prinz Johann
Georg mit dem Schützen=Regiment Nr. 108. Der
Vorbei=
marſch war nach 1½ Uhr beendet. Nach der Kritik ritten
die Fürſtlichkeiten zum Lagerbahnhof zurück und kehrten
von dort mittels Sonderzuges nach Dresden zurück. Im
Nummer 204.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Seite 5.
Zuge wurde das Frühſtück eingenommen. — Während
der Parade kreiſte eine Fliegertaube wiederholt über dem
Platze.
Vom Kaiſer.
* Kaſſel, 28. Aug Daß die Krankheit des
Kaiſers als behoben gelten kann, geht daraus
her=
vor, daß das Kaiſerpaar heute nachmittag im Automobil
einen Ausflug nach dem Reinhardswald unternahm. Ueber
die Schweizerreiſe ſoll morgen endgültig entſchieden
werden.
* Wilhelmshöhe, 29. Aug. Geſtern nachmittag
unternahm das Kaiſerpaar mit Gefolge eine
Auto=
mobilfahrt in den Reinhardswald. Heute vormittag
ritt das Kaiſerpaar aus.
* Bern, 29. Aug. Der Bundesrat erhielt die
amtliche Mitteilung, daß der Kaiſerbeſuch beſtimmt
ſtattfindet. Mit kleinen Aenderungen und unter
Fortfall des Ausfluges in das Gebirge iſt
das Programm folgendermaßen feſtgeſetzt: Die
Anordnun=
gen für den 3. und den 4. September bleiben unverändert.
Am Donnerstag, 5 September, fährt der Kaiſer in einem
ſchweizeriſchen Sonderzuge ins Manövergelände und kehrt
mit demſelben Zug um 11 Uhr vormittags nach Zürich
zurück, anſtatt, wie vorgeſehen, ſogleich nach Bern zu
fahren. Am Donnerstag nachmittag und Freitag
vormit=
tag bleibt der Kaiſer in Zürich zur Erholung. Am Freitag
mittag um 12 Uhr erfolgt die Abfahrt im kaiſerlichen
Hof=
zuge nach Bern, wo die Ankunft um 2 Uhr 30 Min.
nach=
mittags vorgeſehen iſt. Während der Fahrt findet
Früh=
ſtückstafel im Hofzuge ſtatt. Am Freitag abend 9 Uhr
60 Min. erfolgt die Abfahrt von Bern zur Rückreiſe nach
Konſtanz über Zürich und Schaffhauſen. Die Ankunft
in Konſtanz erfolgt Samstag vormittag um 9 Uhr.
Zwiſchenfall auf der Reiſe des Prinzen
Heinrich.
* Tſchita, 29. Aug. Geſtern mittag gegen 1 Uhr
entgleiſte der ſibiriſche Expreß etwa 80 Werſt
weſtlich von Tſchita. Prinz Heinrich und ſein
Ge=
folge, ſowie ſämtliche Paſſagiere blieben unverletzt,
trotz=
dem alle Wagen bis auf einen aus den Schienen gelaufen
und die Schienen teilweiſe erheblich beſchädigt waren.
Die Unfallſtelle liegt bei einer ſcharfen Kurve, die bergab
führt und ſchnell mit dem verhältnismäßig langen Zuge
paſſiert wurde. Von beiden Seiten waren Hilfszüge mit
Arbeitern und Material bald zur Stelle. Es wurde mit
großer Umſicht und äußerſter Anſtrengung gearbeitet, ſo
daß nach ungefähr zwölf Stunden der Zug nach Tſchita
geführt und hier ſorgfältig unterſucht werden konnte.
Der Prinz, welcher ſich ſelbſt tätig an den Anordnungen
beteiligte, ließ den braven Arbeitern und ſeinen
Mitpaſſa=
gieren ſeinen Dank ausſprechen. Die Arbeiter
antworte=
ten mit einem lebhaften Hurra. Die Reiſe nach
Wladi=
woſtok iſt heute früh um 8 Uhr fortgeſetzt worden.
Luftfahrt.
* Ein neuer „Zeppelin” mit ungeheurer
Leiſtungsfähigkeit. In der Luftſchiffwerft von
Friedrichshafen befindet ſich augenblicklich ein neuer
„Zeppelin” im Bau, der nicht weniger als zwei
volle Tage in der Luft zu bleſben vermag, ohne auf
irgendwelche Verſorgung angewieſen zu ſein, während
der bisherige Zeppelin”=Rekord 37½ Stunden betrug.
Dieſe Leiſtungsfähigkeit erhält noch inſofern einen
höheren Wert, als die lange Dauer des Aufenthaltes in
der Luft von= der Höhe unabhängig iſt. Es wird eine
Höhe von mindeſtens 1500 Mtr. während der ganzen
48 Stunden eingehalten werden können. Dieſe
Eigen=
ſchaft des Luftſchiffes hat naturgemäß beſonders im
Kriege eine große Bedeutung, da es ſtändig in der Luft
bleiben und auf drahtloſem Wege die Meldungen geben
kann. Eine zweite bedeutende Steigerung der
Lei=
ſtungsfähigkeit des neuen „Zeppelin” beſteht darin, daß
die Nutzlaſt, die er mit ſich führen kann, um 3000 Kg.
erhöht wird. Dieſe geſteigerte Leiſtungsfähigkeit der
Tragkraft ergibt zuſammen mit der bedeutenden
Aus=
dehnung des Aufenthaltes in der Luft eine Kriegswaffe,
der kein anderes Volk der Welt etwas Gleichwertiges zur
Seite ſtellen kann. Es iſt dabei zu bedenken, daß dieſe
Tragkraft die Mitführung von Sprengſtoffen aller Art
ſowie die Möglichkeit einer Armierung im großen Stile
zuläßt. Ein dritter Vorzug dieſes neuen im Bau
be=
findlichen „Zeppelin” wird darin beſtehen, daß auch die
Geſchwindigkeit eine weitere Steigerung erfahren wird.
Die größte bisher erreichte Geſchwindigkeit eines
Luft=
ſchiffes beträgt 22½ Meter in der Sekunde. Das neue
Luftſchiff wird vorausſichtlich zum erſtenmal die
Ge=
ſchwindigkeit von 23 Metern in der Sekunde überſteigen.
Das Luftſchiff iſt dadurch von allen Einflüſſen des
Sturmes bei ſeinem langen Aufenthalte in der Luft
völ=
lig unabhängig und kann gegen alle feindlichen Elemente
ſeine Stellungen in der Luft behaupten. Ueber die
Fer=
tigſtellung des neuen Luftſchiffes iſt noch nichts
be=
ſtimmt.
* Frankfurt a. M., 28. Aug. Das Luftſchiff
Viktoria Luiſe” traf nach fünfſtündiger Fahrt um 7 Uhr
über Frankfurt a. M. ein. Nach einer bis zu 850
Meter Höhe ausgeführten Schleifenfahrt erfolgte um
7 Uhr 25 Min. die Landung vor der Halle, in
wel=
cher es um 7 Uhr 40 Min, geborgen war.
* Hamburg, 29. Aug. Das Luftſchiff „Hanſa”
iſt heute vormittag um 8 Uhr 10 Minuten zu einer
größe=
ren Geſellſchaftsfahrt aufgeſtiegen. Unter den
Paſſagieren befindet ſich der Herzogregent von
Braunſchweig.
* Braunſchweig, 29. Aug. Die „Hanſa” mit
dem Herzogregenten an Bord erſchien heute mittag über
Braunſchweig, überall mit großem Jubel begrüßt.
Sie ſchlug die Richtung zum Exerzierplatz ein.
* Braunſchweig, 29. Aug. Die
beabſich=
tigte Landung der „Hanſa” auf dem Großen
Exer=
zierplatz bei Braunſchweig iſt wegen widriger
Boden=
winde aufgege ben worden. Das Luftſchiff ſetzte
nach kurzem Kreuzen über der Stadt die Fahrt in der
Richtung nach Hildesheim fort.
* Paris, 29. Aug. Der Aviatiker Brindejonc,
der an dem Wettbewerb um den Pommery=Pokal
teil=
nimmt, iſt heute um 7 Uhr in Meziéres gelandet von
wo er um 7 Uhr 20 Min. weiterflog. Er beabſichtigt,
über Berlin nach Wien zu fliegen.
HB Paris, 29. Aug. Einen Flug London-
Paris führte geſtern der Engländer Aſtley mit Frl.
Davies als Paſſagierin durch. Aſtley ſtieg mit einem
Ble=
riot=Eindecker im Aerodrom Hendon morgens um 9 Uhr
auf, machte eine Zwiſchenlandung bei Boulogne ſur Mer,
ſetzte dann ſeinen Flug um 1 Uhr mittags fort und
lan=
dete um 5 Uhr nachmittags auf dem Flugfelde von
Iſſy=
les=Moulineaux.
Sport.
Internationales Lawn=Tennis=Turnier in
Hom=
burg. Unter den Spielern, ſo ſchreibt man dem Bad=
Nauheimer G.=A., welche beim Meldeſchluß zum Turnier
ſich haben eintragen laſſen, ſind auch faſt ſämtliche Spieler
des Bad=Nauheimer Turniers wieder vertreten. Es
mel=
deten ſich u. a. die Herren Oskar und Karl Kreuzer, von
Biſſing, Lindpaintner, Fitting, von Meiſter, ſowie die
Damen Frau Gardner, Frl. Salin, Frl. Stoll, Frl. Flinſch,
Frl. Ilſe, Anna und Toni Weihermann aus Frankfurt
am Main; Leiter des Turniers iſt Mr. G. M. Simond
vom Queen’s Klub in London. Im allgemeinen wird
man auf den Tennisplätzen Mitteldeutſchlands, in
Frank=
furt, Bad=Nauheim, Homburg, Wiesbaden, Kreuznach,
Baden=Baden ſtets denſelben Matadoren des
Sports begegnen, welche überall die wertvollſten
1. und 2. Preiſe, zum Teil ohne große
Anſtreng=
ung, nach Hauſe bringen. Es iſt ſehr zu bedauern, daß
die übrigen beſten Spieler der großen Tennisplätze
Deutſch=
lands, namentlich im Norden und Weſten, ſowie die
zahl=
reichen öſterreichiſchen Meiſter und die hervorragenden
erſten Spieler Englands und namentlich auch Schwedens
ſich an unſeren deutſchen Matchs nicht recht beteiligen.
Da=
durch würden unſere deutſchen Turniere nur
abwechſel=
ungsreicher und ſpannander werden und einen wirklich
internationalen Charakter erhalten.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die Verſetzung des
Landeskrieger=
denkmals betr.
Der neue Hauptbahnhof iſt nun ſchon ſeit Monaten
in Betrieb und auch die ihn umgebenden Anlagen gehen
ihrer endgültigen Geſtaltung entgegen — aber wo ſind
die Hoffnungen geblieben, die ſich vor Jahr und Tag an
dieſes Ereignis hinſichtlich der Verſetzung unſeres
Lan=
deskriegerdenkmals von ſeinem jetzigen Platze knüpften?
In allen Kreiſen unſerer Bevölkerung herrſcht nur eine
Stimme darüber, daß der jetzige Platz des Denkmals
der Würde und Bedeutung, die ihm als hiſtoriſche
Er=
innerung wie als Kunſtwert zugelegt werden muß, in
keiner Weiſe entſpricht. In dieſem Sinne entſchied ſich
auch die Zweite Kammer der Landſtände gelegentlich
eines bei derſelben eingebrachten Antrages auf
Ver=
ſetzung des Denkmals und ſie empfahl dieſen Antrag der
Regierung zur Berückſichtigung. Seitdem iſt es hiervon
wieder ganz ſtill geworden, leider aber wird inzwiſchen
das Denkmal, wie ſich jeder durch Augenſchein überzeugen
kann, mehr und mehr durch Bubenhände beſchädigt. Geht
das ſſo weiter, ſo kann man es erleben, daß bei der 50
jäh=
rigen Erinnerungsfeier an die Siege von 1870/71 das
„ſeinen heldenmütigen Kriegern vom
dankbaren Vaterland” gewidmete, heute in eine
Ecke gedrückte, von aller Welt unbeachtete Denkmal nur
noch ein Schatten iſt von dem, was es einſt in ſeiner
künſtleriſchen Schönheit zur Freude jeden Beſchauers
dar=
ſtellte. Darf das, kann das geſchehen? Wäre es
nicht eine Schmach gegen diejenigen, die ihr Leben
opfer=
ten, um jene Siege erringen zu helfen, wie auch die,
welche ebenſo bereit waren, ihr Blut für das Heil des
Vaterlandes hinzugeben? Darum vor allen Dingen
mehr Schutz für das Denkmal gegen
Zer=
ſtörung und Verſtümmelung!
Nun hat man ſeinerzeit geglaubt, ein guter Platz
für das Denkmal würde ſich am neuen Bahnhof finden
laſſen. Gewiß hätte das dort geſchehen können, leider
aber iſt es nicht geſchehen und man hat die gute
Ge=
egenheit unbenutzt vorübergehen laſſen. Der einzige
Platz daſelbſt, wo das Denkmal richtige Aufſtellung hätte
finden können, und zwar vor dem Bahnhof, iſt jetzt, da
er in Privathände übergegangen und für Bauten
vor=
geſehen iſt, nicht mehr frei, und ein anderer geeigneter
Platz dort, wie ſchon ein flüchtiger Blick zeigt, abſolut
nicht mehr vorhanden. Viele Stimmen erhoben ſich vor
einem Jahre dafür, daß der beſte Platz für das Denkmal,
das unbedingt in die Mitte der Stadt gehöre, der Platz
vor dem Hoftheater ſei. Und in der Tat, alle in
Betracht kommenden Umſtände ſprechen für dieſen Platz.
Unmittelbar in der Nähe der beiden vornehmſten
Inſti=
tute unſerer Reſidenzſtadt, des Hoftheaters und des
Mu=
ſeums, die alljährlich von Tauſenden Fremden beſucht
werden, würde hier das Denkmal, vielleicht auf etwas
erhöhtem Terrain und mit einem künſtleriſch geformten
Gitter umgeben, um es vor weiteren Beſchädigungen zu
ſchützen, wirklich einen prächtigen Stand haben. Zu
allen Jahreszeiten herrſcht hier ein lebhafter
Paſſanten=
verkehr. Der Blick der Erwachſenen wie der Jugend
fiele auf das Denkmal, allen eine lebendige Erinnerung
an die größte Zeit der deutſchen Geſchichte und
heraus=
fordernd zur Vaterlandsliebe, während zugleich das
Auge hinüberſchweift zu dem nahen Denkmal für den
unvergeßlichen Führer der auf dem Landesdenkmal
ver=
herrlichten Truppen.
Möge die Angelegenheit der im Prinzip ja längſt
beſchloſſenen Verſetzung des Denkmals nun in raſcheren
Fluß kommen und zur glücklichen Löſung gelangen.
Mitkämpfer von 1870/71.
Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing hat dieſer
Tage einen Aufruf erlaſſen, worin er durch fleißigen
Be=
ſuch um finanzielle Unterſtützung des Großh. Hoftheaters
bittet. Ein Eingeſandt vom 27. ds. Mts, macht darauf
aufmerkſam, daß dies namentlich durch den Maſſe=Beſuch
des Volkes geſchehen könne. Gut. Wir denken dabei an
die nähere Umgebung Darmſtadts, wo doch auch
kunſt=
ſinniges Publikum wohnt, das recht'gern das Theater
beſucht. Aber fragen wir, iſt dies den Bewohnern der
umliegenden Orte auch möglich und leicht gemacht?
Man=
chen ja, die bequeme Zugverbindungen haben. Vielen
aber nicht, eben durch ſchlechte Zugverbindung. Sehen
wir uns einmal den Fahrplan nach Pfungſtadt an!
Be=
ginnen die Vorſtellungen, wie letztes Jahr, wieder um
½8 Uhr, ſo iſt auf Schluß der, meiſten derſelben vor
½11 Uhr nicht zu rechnen. Der Zug in die Bergſtraße
geht um 10,41 Uhr ab. Will man die Vorſtellungen zu
Ende ſehen, ſo reicht in den meiſten Fällen dieſer Zug
nicht. Entweder man muß die Vorſtellungen vor Schluß
verlaſſen, was für jeden Beſucher ſtörend wirkt, oder man
muß, weil man den Zug 19,41 Uhr nicht mehr erreicht,
12,21 Uhr fahren. Das geht ja Sonntags, wo dieſer Zug
An=
ſchluß an Pfungſtadt hat. Aber an allen anderen Tagen
hat dieſer Zug keinen Anſchluß. Die Leute ſind dann
ge=
nötigt, den Weg von Statiſon Eberſtadt nach Pfungſtadt
zu Fuß zu machen, was im Winter durchaus kein
Ver=
gnügen iſt. Die Folge hiervon iſt, daß die Leute lieber
auf den Beſuch des Theaters verzichten. Wie könnte aber
dieſem Uebelſtande vielleicht abgeholfen werden? Einfach
dadurch, daß maßgebende Herren in Darmſtadt und der
dortige, ſonſt ſo rührige Verkehrsverein die Sacke in die
Hand nehmen und vielleicht bei der Eiſenbahndirektion
Mainz vorſtellig werden wollten in dem Sinne, daß der
Zug 10,41 Uhr ſpäter, vielleicht erſt um 11 Uhr, abgehe.
Dann wäre beſſere Zugverbindung nach der Bergſtraße
geſchaffen und den Theaterbeſuchern derſelben geholfen.
Dann kann das Theater ſicher auf beſſeren Beſuch von
auswärts rechnen.
Ein Kunſtfreund vom Lande.
— Der Herrngarten=Teich beſteht gegenwärtig aus
einer dunkelgrünen, übelriechenden Brühe. Für die
zeit=
weiſe Ausſpülung des Teiches wurde vor Jahren, von
der Frankfurterſtraße her, eine Zuleitung der Städtiſchen
Waſſerleitung verlegt. Es iſt dringend nötig, dieſelbe
ſofort in Betrieb zu ſetzen. Dieſe Zuleitung führt
aller=
dings fehlerhaft an derſelben Seite in den Teich, an der
der Zapfen gelegen iſt, ſtatt an der dem Zapfen
gegen=
überliegenden Seite, ſo daß das ſchlechte Waſſer, das
herausgedrängt werden ſoll, an der dem Zapfen
gegen=
überliegenden Seite ſich anſammelt und nicht durch den
Zapfen abläuft. Das müßte geändert werden.
Landwirtſchaftliches.
L. K. Es wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß
der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für die Provinz
Star=
lenburg, wie im vorigen Jahre, auch dieſes Jahr einen
gemeinſamen Bezug von Obſtbäumen veranſtaltet.
Ge=
mäß der in Nr. 15 der Heſſiſchen Obſt=, Wein=, Gemüſe=
und Gartenbau=Zeitung veröffentlichten Bekanntmachung
ſind Beſtellungen auf Obſtbäume bis 1. September I. J.
an den Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß in Darmſtadt,
Bismarckſtraße 52, zu richten.
Vermiſchtes.
* Ein kritiſcher Paragraph. Ein
bemer=
kenswertes Urteil hat die Breslauer Strafkammer gefällt.
Bei der letzten Reichstagswahl hatte in einem kleinen
Orte bei Breslau der Wahlkontrolleur einer Partei am
Schluß der Wahl mit den Worten: „Erlauben Sie, meine
Herren!” die Urne ergriffen und geſchüttelt. Er wurde
wegen Beleidigung und außerdem aus § 132 des
Straf=
geſetzbuchs angeklagt. Von der Anklage der Beleidigung
wurde er freigeſprochen, weil der Strafantrag zu ſpät
geſtellt war, wegen Vergehens gegen § 132 aber wurde
er zu einem Monat Gefängnis verurteilt.
Die=
ſer Paragraph lautet: „Wer unbefugt ſich mit
Aus=
übung eines öffentlichen Amtes befaßt oder
eine Handlung vornimmt, welche nur kraft eines
öffent=
lichen Amtes vorgenommen werden darf, wird mit
Ge=
fängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldſtrafe bis zu
300 Mark beſtraft.”
— Die Verbreitung der Bibel. Auch ein
Zeichen unſerer Zeit, und zwar ein erfreuliches, iſt die
raſch wachſende Verbreitung der Bibel in der Welt.
Da=
für gibt der letzte Jahresbericht der britiſchen und
aus=
ländiſchen Bibelgeſellſchaft in London, der größten ihrer
Art, einige intereſſante Anhaltspunkte. Im Jahre 1911
hat dieſelbe 7400000 Exemplare von Bibeln oder
Bibel=
teilen verkauft, 420 000 mehr als im Vorjahre. Ihre
Aus=
gaben betrugen 5½ Millionen Mark, ihre Einnahmen
haben ſich um 300000 Mark geſteigert; ein Fehlbetrag
etwa in derſelben Höhe bleibt noch zu decken. Unter den
1911 mit Schriften verſorgten Ländern ſteht an der Spitze
China mit 1650000 Exemplaren; es folgen
Großbritan=
nien mit anderthalb Millionen, Indien 900000, die
deut=
ſchen und ſlaviſchen Völker Mitteleuropas 700000 (
wo=
bei zu beachten iſt, daß das evangeliſche Deutſchland ſich
durch ſeine eigenen Bibelgeſellſchaften verſorgt), das
ruſ=
ſiſche Reich 558000, die romaniſchen Völker in Europa
450000, Süd= und Zentralafrika 270000, zuletzt kommt
Afrika mit 200000.
Literariſches.
— In der im Verlag von B. G. Teubner in Leipzig
herausgegebenen Sammlung wiſſenſchaftlich=
gemeinver=
ſtändlicher Darſtellungen aus allen Gebieten des Wiſſens
„Aus Natur und Geiſteswelt” (jeder Band
1 Mk. bezw. 1,25 Mk.) ſind weiter erſchienen: Bd. 26: Das
Zeitalter der Entdeckungen. Von Profeſſor Dr. S.
Günther in München. Mit einer Weltkarte. 3. Auflage.
— Bd. 42: Deutſches Wirtſchaftsleben. Auf
geographi=
ſcher Grundlage geſchildert von Dr. Chr. Gruber. Neu
bearbeitet von Dr. Hans Reinlein. 3. Auflage.
Bd. 78: Arbeiterſchutz und Arbeiterverſicherung. Voa
Prof. Dr. Otto von Zwiedineck=Südenhorſt. — Bd. 96:
Schulhygiene. Von Dr.Leo Burgerſtein in Wien. 3.
Auf=
lage. Mit 43 Figuken im Text. — Bd. 146: Immanuel
Kant. Darſtellung und Würdigung. Von Profeſſor
Dr. O. Külpe. Mit einem Bildniſſe Kants. 3. Auflage.
— Bd. 175: Wie ein Buch entſteht. Von Arthur W.
Unger, k. k. Profeſſor in Wien. 3. Auflage. Mit 8 Tafeln
und 26 Abbildungen im Text. — Bd. 250: Peſtalozzi.
Sein Leben und ſeine Ideen. Von Profeſſor Dr. Paul
Natorp in Marburg a. L. 2. Auflage. — Bd. 350:
Fa=
milienforſchung. Von Dr. Ernſt Devrient, erſtem
Archi=
var der Zentralſtelle für deutſche Perſonen= und
Fami=
lienforſchung in Leipzig. Mit 7 Abbildungen im Text
und 2 Tafeln. — Bd. 357: Die Sonne. Von Dr. Arthur
Krauſe, Oberlehrer am Nikolaigymnaſium zu Leipzig.
Mit 64 Abbildungen im Text und einer Tafel in
Bunt=
druck. — Bd. 358: Die Kinematographie, ihre
Grund=
lagen und ihre Anwendungen. Von Dr. H. Lehmann,
Phyſiker am Zeißwerk in Jena. Mit 69 Abbildungen.
— Bd. 360: Unſere Blumen und Pflanzen im Garten.
Von Prof. Dr. Udo Dammer, Kuſtos am Königl.
Bo=
taniſchen Garten zu Dahlem=Berlin. Mit 65
Abbildun=
gen. — Bd 371: Einleitung in die Experimentalphyſik,
Gleichgewicht und Bewegung. Gemeinverſtändlich
dar=
geſtellt von Geh. Regierungsrat Profeſſor Dr. R.
Börn=
ſtein. Mit 90 Abbildungen. — Bd. 372: Das Auge und
die Brille: Von Dr. M. von Rohr, wiſſenſchaftlichem
Mitarbeiter in der optiſchen Werkſtätte von Karl Zeiß.
Mit 84 Tertabbildungen und einer Lichtdrucktafel.
Bd. 374: Geſchichte der auswärtigen Politik
Oeſter=
reichs im 19. Jahrhundert. Von Richard Charmatz in
Wien. Teil I bis zum Sturze Metternichs.
— Die Neue Muſik=Zeitung bringt in ihrem
20. Hefte einen ausführlichen Aufſatz über die Denkmäler
der Tonkunſt in Bayern von Dr. Hugo Daffner. Des die
moderne Kunſt in weitgehendem Maße fördernden
Ber=
trand Roth und ſeines Dresdener Muſikſalons wird in
einem Artikel von Profeſſor Otto Urbach gebührend
ge=
dacht. — Sehr intereſſant iſt in Heft 21 ein unbekannter
Aufſatz von Hector Berlioz über „Gluck=Beethoven=Weber”,
den Dr. Kapp veröffentlicht. Dasſelbe Heft bringt den
Schluß der feſſelnden Briefe Konradin Kreutzers von Ernſt
Pasqué. An aktuellem Stoffe bieten die beiden Hefte
außerdem wieder ſehr viel, ſo daß die Neue Muſik=Zeitung
jedem Muſikfreunde aufs beſte empfohlen werden kann.
Probeheft koſtenlos durch den Verlag von Carl Grüninger,
Stuttgart.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Anguſt 1912.
Nummer 204.
— Techniſche Monatshefte. Zeitſchrift für
Technik, Kultur und Leben. Herausgegeben von Prof.
Dr. phil. et jur. Jul. Kollmann und Diplom=Ing. Dr.
Adolf Reitz. 3. Jahrgang. Heft 6, 7, 8. Verlag der
Tech=
niſchen Monatshefte (Franckhſche Verlagshandlung,
Stutt=
gart). Halbjährlich 3,50 Mk. (6 Hefte, 2 Buchbeilagen).
Die meiſten Aufſätze ſind reich illuſtriert, außerdem zeigen
uns hervorragende Radierungen von Joſ. Pennels neue
Bilder aus der Welt der Arbeit. Neben den Heften erhält
jeder Abonnent vierteljährlich eine Buchbeilage koſtenlos
und dies alles für den geringen Betrag von 1,75 Mk.
vierteljährlich. Ein Abonnement kann daher nur aufs
wärmſte empfohlen werden.
Ueberſchwemmung in England.
* London, 28. Aug. Heute nachmittag aus
Nor=
wich eingelaufene telephoniſche Berichte ſchildern den
furchtbaren Zuſtand der Verwüſtung und des
Elends. Der Eiſenbahnverkehr iſt vollſtändig
unter=
bunden; der Geſchäftsverkehr ſteht ſtill. Tauſende von
Obdachloſen haben ſich in Schulen und Kapellen
einquar=
tiert. Verſchiedentlich iſt das Waſſer in die Zimmer
ge=
drungen. Die Polizei rettet in Ruderbooten die
Ein=
wohner der bedrohten Häuſer. Die Beamten der
Waſſer=
werke befürchten daß Mangel in Trinkwaſſer
eintritt; ſie haben die Bevölkerung ermahnt, ſo wenig
als möglich zu verbrauchen, da die Pumpwerke durch die
Ueberſchwemmungen außer Betrieb geſetzt worden ſind.
Der Schaden in den Gemüfegärten iſt ungeheuer.
Tau=
ſende von Kanarienvögeln, derentwegen Norwich
berühmt iſt, ſind umgekommen. In Yarmouth und in
Loweſtoft ſind Scharen von Ausflüglern von der
Bahn=
verbindung abgeſchnitten.
Die Rettungsarbeiten werden unendlich durch
den Mangel an Beleuchtung in den Straßen erſchwert.
Die Feuerwehr hat überall brennende Pochfackeln
aufge=
ſtellt, die dem dramatiſchen Bilde einen ſchauerlichen
An=
ſtrich verleihen. Sämtliche Polizeimannſchaften aus
Nor=
wich und Umgegend ſind immer noch in angeſtrengteſter
Tätigkeit beſchäftigt. Die Schulen, ſowie alle öffentlichen
Gebäude ſind zu proviſoriſchen Herbergen für die
Ob=
dachloſen eingerichtet worden. Die Lage bleibt, obwohl
das Waſſer zum Stillſtand gekommen iſt, nach wie vor
ſehr bedrohlich. Alle Eiſenbahnverbindungen in der
Graf=
ſchaft Norfolk ſind wegen Unterſpülung oder
Ueber=
ſchwemmung unterbrochen. Einige der beliebteſten
See=
bäder der Oſtküſte, wie beiſpielsweiſe Mundesley,
She=
ringham und das eleginte Cromer, ſehen ſich plötzlich von
dem Bahnverkehr mit London abgeſchnitten. In der
Grafſchaft Leiceſter ſtehen viele Quadratmeilen unter
Waſſer, und ähnliche Hiobspoſten treffen aus allen übrigen
ländlichen Diſtrikten ein, insbeſondere aus Wales. Die
Brigademanöver ſind eingeſtellt, wahrſcheinlich wird man
auch die für den kommenden Monat geplanten Manöver in
großen Verbänden abſagen müſſen.
H. B. London, 29. Aug. Die Eiſenbahn=
Ver=
bindung zwiſchen London und Norwich iſt
geſtern abend durch den Bau einer eingleiſigen Bahn, die
das Ueberſchwemmungsgebiet umgeht, wieder hergeſtellt
worden. Die Lage der Bevölkerung in den von dem
Un=
wetter am meiſten heimgeſuchten Gebieten geſtaltet ſich
äußerſt ſchwierig. 8000 Perſonen ſind ohne Obdach. Der
Lord=Mayor wird eine öffentliche Sammlung eröffnen,
um die größte Not von den Bedrängten fern zu halten.
Das Waſſer iſt um 12 Zentimeter gefallen, doch kann man
daraus keinen Schluß über eine Beſſerung der Witterungs=
Verhältniſſe herleiten, da in vielen Gegenden die
Regen=
güſſe wieder eingeſetzt haben.
Die Kriſe in der Türkei.
* Uesküb 28. Aug. Die anarchiſchen
Zu=
ſtände in Albanien greifen weiter um ſich. Auch
in Kalkandelen und Goſtiwar wurden die Kerker geöffnet.
Erſtürmungen und Plünderungen der Waffen= u. Uniformen=
Magazine ſind an der Tagesordnung. Bis jetzt fehlt
jedesEin=
greifen der Regierung zur Herſtellung geordneter
Verhält=
niſſe. Die im Bau begriffenen Schulen in Ipel und
Dſcha=
kowa wurden zerſtört. In Ipek kämpfen die Führer
ver=
ſſchiedener Parteien der Albanier mit ihrem Anhang
gegeneinander. Die Arnauten haben in Prechowa,
Ku=
manowo und Banjanovce alle Regierungsbeamten
ver=
trieben. Den dortigen Unioniſten wurde eine
Steuer=
erhöhung auferlegt In Ipek plünderten Albanier die
Magazine der deutſchen Straßenbaufirma und ſtahlen dem
Ingenieur gegen 300 türkiſche Pfund.
* Konſtantinopel, 23. Aug. Heute nacht iſt bei
den Gendarmen einiger Truppenteile, die in
Stadtteilen von Galata unter Kaſſim Paſcha garniſoniert
ſind, eine Meuterei ausgebrochen Der Verſuch
iſt jedoch vollkommen fehlgeſchlagen. Die Bewegung brach
kurz nach Mitternacht los. Einzelheiten über die
Ereig=
niſſe ſind unbekannt, da die Kommandantur alle näheren
Nachrichten verweigert. Es ſind ausgebreitete
Schutzmaß=
nahmen getroffen worden. Infanterie und Kavallerie ſind
nach den wichtigſten Punkten der Stadt entſandt Eine
Kavalleriepatrouille bewacht die Banque Ottomane, auch
alle anderen Banken werden bewacht. Heute morgen
herrſcht in der ganzen Stadt vollſtändige Ruhe. Vor dem
Kriegsminiſterium ſtehen drei Schwadronen Kavallerie.
Vom Kriegsminiſterium wurde die Auskunft erteilt, daß
ſich bei dem Zwiſchenfall die Treue der
Regierungstrup=
pen erwieſen habe. Die Meuterei iſt angeblich von der
jungtürkiſchen Partei angeſtiftet worden.
* Konſtantinopel, 29. Aug. Das Blatt Ikdam
macht in einer Sonderausgabe von dem gemeldeten
Zwiſchenfall der Gendarmerie Mitteilung
und ſagt, die Gendarmen hätten die Kundgebung gegen
die Regierung beabſichtigt. Die Regierung würde die
Schuldigen ſtreng beſtrafen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. Aug. Der Reichsanzeiger veröffentlichte
ein Merkblatt über die Verſicherungspflicht nach
dem Vierſicherungsgeſetz für Angeſtellte
vom 20. Dezember 1911
* Berlin, 29. Aug. Zwiſchen Streikenden und
Arbeitswilligen der Fabrik für chirurgiſche
In=
ſtrumente, Dewitt u. Herz, in der Georgenſtraße kam es
geſtern abend zu blutigen Zuſammenſtößen,
an denen ſich zwei= bis dreihundert Arbeiter beteiligten.
Die Arbeitswilligen wurden in großen Maſſen überfallen,
verhöhnt, beſchimpft und blutig geſchlagen. Die Polizei
verhaftete fünf Perſonen. Dieſe werden wegen
Landfrie=
densbruch und gefährlicher Körperverletzung, ſowie
Belei=
digung dem Unterſuchungsrichter vorgeführt.
* München, 29. Aug. Die Korreſpondenz Hoffmann
meldet: Der Prinzregent äußerte ſofort nach der
Verkündigung des Geſetzes vom 19. 6. 1912. eine
Aende=
rena des Strafgeſetzbuches betreffend, den Wunſch, durch
Gnadenerweis die Milderungen des Geſetzes auch
denjenigen Perſonen zuteil werden zu laſſen, die vor
dem Inkrafttreten des Geſetzes verurteilt worden ſind,
ihre Strafe aber noch nicht verbüßt haben. Auf den jetzt
erſtatteten Bericht des Juſtizminiſteriums hin begnadigte
der Prinzregent eine große Anzahl von Verurteilten.
Manchen Verurteilten hat er die Strafe völlig erlaſſen,
darunter Strafen bis zu drei Monaten Gefängnis. Bei
vielen Verurteilten hat er die Freiheitsſtrafe erheblich
ge=
mindert, bei vielen die Gefängnisſtrafe in eine mäßige
Geldſtrafe umgewandelt. Der Prinzregent tat durch
die=
ſen umfangreichen Gnadenakt dem Volke aufs neue ſeine
landesväterliche Milde und Güte kund.
* Berchtesgaden, 29. Aug. Der Reichskanzler
v. Bethmann Hollweg wird am 1. September hier
zur Nachkur eintreffen und im Grand=Hotel Wohnung
nehmen. In Begleitung des Reichskanzlers befinden ſich
außer ſeiner Gemahlin der Geſandte v Bülow und
Ge=
heimrat Pinkow.
* Mülhauſen im Elſ., 29. Aug. Der Streik der
Textilarbeiter dehnt ſich immer weiter aus.
Nach=
dem bei der Firma Kuneyl & Co, etwa 40 Arbeiter
aus=
ſtändig ſind, haben geſtern nachmittag weitere 100 Mann
der Firma Glück & Co. die Arbeit niedergelegt. Bei
Engel & Co, ſind heute morgen 80 Mann ausgeblieben.
Bei der Firma Läderich & Co, wird zur Zeit zwiſchen
Arbeiterſchaft und Fabrikleitung verhandelt.
* Celle, 29 Aug. Das Automobil des Bankiers
Cahn aus Berlin, der mit ſeiner Frau und ſeinem Sohn
von Kitzbühel nach Celle unterwegs war, ſtieß mit dem
Automobil eines Herrn Craßmann aus Trummersbach
zu=
ſammen. Beide Fahrzeuge wurden ſchwer beſchädigt.
Cahn wurde mit den Seinen aus dem Gefährt
geſchleu=
dert; er erlitt ſchwere Verletzungen am Kopfe Die
üb=
rigen Inſaſſen blieben unverletzt.
* Danzig, 29. Aug. Auf der Marineſtation Putzig
ſtürzte mit einem Albatroß der Ingenieur Löw als
Führer mit 2 Paſſagieren bei einem Waſſerflug ins
Meer. Die Paſſagiere wurden erheblich verletzt, das
Fahrzeug wurde ſchwer beſchädigt.
* Waſhington, 29. Aug. Eine beim
Staatsdeparte=
ment aus Nicaragua eingegangene Depeſche, in der
ſofortige Hilfe für die in Matagalpa lebenden Amerikaner
erbeten wird, beſtätigt die Ermordung des Deutſchen
Nielſon in Matagalpa.
* Rocheſter (New=York), 29. Aug. (Gegeben im
Son=
derzuge des Präſidenten.) Präſident Taft nahm
den Befehl, die in Panama ſtationierten Truppen nach
Nicaragua abmarſchieren zu laſſen, zurück;
anſchei=
nend, da am Dienstag 2000 amerikaniſche Marineſoldaten
in Nicaragua ſein werden, da er ein Telegramm des
Kommandeurs des Kreuzers „Denver” erhalten hat, in
dem der Kommandeur mitteilt, daß die Führer der
Auf=
ſtändigen ihn verſicherten, ſie würden die Verbindung
mit Managua und Corinto eröffnen; auch die Regierung
Nicaraguas werde an der Aufrechterhaltung der
Verbind=
ung mitwirken. — Taft verhehlt ſich nicht, daß die Lage
in Nicaragua ihm Beſorgnis einflößt. Sollte er finden,
daß die Lage den Schritt rechtfertigt, ſo werde er nicht
zögern, die amerikaniſche Armee dort in Aktion treten zu
laſſen.
R. Mainz, 29. Aug. Großes Aufſehen erregt hier die
Verhaftung eines Kapitäns und eines Matroſen von
einem Rheindampfer. Der Kapitän ſoll den Tod eines
Mädchens verſchuldet haben. Der Matroſe brachte eines
Abends ein Mädchen mit an Bord, wobei das Mädchen
auf dem Laufbrett ausglitt und ins Waſſer fiel.
Der Matroſe rettete ſie jedoch. Als beide zum zweiten
Male das Brett betraten, ſoll der Kapitän, der dem
Mäd=
chen das Betreten des Dampfers verboten hatte, ihr einen
Eimer voll Waſſer ins Geſicht geſchüttet haben, wobei die
eben Gerettete vor Schreck abermals ins Waſſer fiel und
ertrank Der Kapitän beſtreitet, daß er den Tod des
Mädchens verſchuldet habe.
H.B. Berlin, 29. Aug. Die durch das Unwetter am
Dienstag in Weſtdeutſchland hervorgerufenen
Stör=
ungen des Fernſprechverkehrs ſind ſo
um=
fangreich, daß auch heute noch ein Teil der Leitungen
unterbrochen iſt.
H. B. Berlin, 29. Aug. Ein ſchwerer Bauunfall
hat ſich heute vormittag an dem Neubau des
Schweſtern=
hauſes an der Kloſterkirche in der Waiſenſtraße ereignet.
Dort ſtürzte ein drei Stockwerk hohes Gerüſt zuſammen
und riß zwei Arbeiter mit in die Tiefe. Einer wurde
ſchwer, der andere leichter verletzt. Der Einſturz iſt
wahr=
ſcheinlich auf den letzten Sturm zurückzuführen, der das
Gerüſt ſeitlich gedrückt hatte
— Solingen, 29. Aug. Auf der Zeche Teutoburgia
bei Solingen ſtürzten 2 Bergleute in einen Kellerbau.
Beide waren ſofort tot. Auf der im Bau befindlichen
Zeche ſtürzte ein mit Steinen beladener Korb in die Tiefe.
11 Arbeiter wurden zum Teil ſchwer verletzt.
H. B. Wien, 29. Aug. Wie der Genfer Korreſpondent
der Freien Preſſe aus Territet erfährt, ſind die
Frie=
densverhandlungen durch die Abreiſe eines
italie=
niſchen Delegierten auf kurze Zeit unterbrochen worden.
Die Abreiſe wird in Verbindung gebracht mit einer in
Turin ſtattgehabten Unterredung Giolittis mit Fiſinate
und Bertolini, die offenbar als italieniſche Unterhändler
in Betracht kommen. Es gewinnt den Anſchein, daß man
über das Reſultat der Verhandlungen ſkeptiſch iſt.
Aus dem Geſchäftsleben.
Sehenswerte Schaufenſter=Dekoration!
Im Eckfenſter der Firma Gebr. Rothſchild am Markt
iſt anläßlich der von genannter Firma arrangierten
Kurzwarentage deren Geſchäftshaus aus hunderten
von Zwirnrollen, Knöpfen, Sternſeide, Fingerhüten uſw.,
alſo ausſchließlich nur aus Kurzwaren, errichtet.
Naturgetreu nachgeahmt iſt die Marktpaſſage und
ſämt=
liche Schaufenſter, in welchem ſogar elektriſche
Be=
leuchtung angebracht iſt. Die Dekoration — wirklich
ſehenswert — zeugt wiederum von der
Leiſtungsfähig=
keit der Firma und entſtammt den Händen des
Deko=
rateurs des Hauſes, Herrn L. Ruppin.
Der Sommer iſt eine Gefahr für unſeren
kleinen Nachwuchs, denn die Hitze beſchleunigt nicht nur
das Verderben der Nahrungsmittel, ſondern wirkt auch
unmittelbar ungünſtig auf die Verdauungstätigkeit der
Säuglinge ein. Brechdurchfälle und Diarrhöen ſind
dann an der Tagesordnung. Man beuge deshalb
recht=
zeitig vor und gebe der Milch einen Zuſatz von „Kufeke‟
oder „Kufeke” allein, in Waſſer gekocht. Dieſe leicht
verdauliche und nahrhafte Koſt wird ſtets beſtens
ver=
tragen, regelt die Verdauung und iſt geeignet, ſchlimme
Erkrankungen zu verhüten.
Der Stadtauflage heutiger Ausgabe liegt ein
Proſpekt bei von der Firma Anton
Braun=
warth, Reformgeſchäft „Ariſta”, Ernſt=Ludwigſtraße 3,
worauf hiermit bizgewieſez wird.
*2244
Familiennachrichten.
Heute früh verschied plötzlich
unsere liebe
(18152
Frau
Fanny Sender
geb. Levi.
Darmstadt, Frankfurt a. M.,
Ham-
burg, 29. August 1912.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Leopold Sender u. Familie,
Moriz Metzler u. Frau Frieda,
geb. Sender,
Benny Sender.
Die Beerdigung findet statt: Freitag, den
30. August nachmittags 3 Uhr vom
Sterbehause Saalbaustrasse 7.
Todes=Anzeige.
Verwandten und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß geſtern abend ¾6 Uhr nach
langem, ſchwerem Leiden unſere liebe Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter (18153
im 61. Lebensjahre ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Roth,
Familie Leißler,
Familie Roßmann.
Darmſtadt, den 29. Auguſt 1912.
Roßdörferſtr. 71.
Die Beerdigung findet Samstag nachmittag
um ¾4 Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner innigſtgeliebten
Gattin, unſerer lieben, treubeſorgten Mutter,
Groß=
mutter und Schwiegermutter
(18141
Frau Sophie Heß
geb. Ehrhardt
ſagen wir Allen unſeren aufrichtigſten Dank.
Ins=
beſondere ſagen wir Herrn Pfarrer Marx für die
troſtreichen Worte am Grabe, ſowie für die
über=
aus zahlreichen Blumenſpenden unſeren innigſten
Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Adam Heß, Lokomotivführer i. P.
Darmſtadt, den 28. Auguſt 1912.
Nummer 204.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Seite 7.
Dankſagung.
Für die aufrichtige Teilnahme anläßlich des
Heimganges unſeres lieben Vaters,
Schwieger=
vaters und Großvaters
(18164
Heinrich Weber
ſowie für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer
Kleberger, ſagen wir innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Joh. Hch. Weber, Darmſtadt,
Nieder=Ramſtädterſtr. 5½,
Wilh. Weber,
Heidelberg-Rohrbach,
nebſt Angehörigen.
Darmſtadt, 29. Auguſt 1912.
Beſichtigung des Großh.
Reſidenzſchlof=
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Einem ausgedehnten Hochdruckgebiet über dem
Feſt=
land liegen ſtarke Depreſſionen über England und
Finn=
land gegenüber. Unter dem Einfluß des hohen Drucks
iſt Aufheiterung eingetreten. Die Temperaturen liegen
in Deutſchland, von SW. nach NO. zunehmend, zwiſchen
9 und 14 C. Niederſchläge ſind in Deutſchland nur
noch in geringen Mengen, im übrigen Europa verbreitet
und reichlich gefallen. Randwirbel des über England
lagernden Tiefs werden uns heute leicht beeinfluſſen,
doch haben wir morgen keine Aenderung des Wetters zu
erwarten.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 30. Auguſt:
Ziemlich heiter und trocken, mäßig warm.
Gottesdienſt der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 30. Auguſt:
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr.
Samstag, den 31. Auguſt:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbataus=
gang 8 Uhr.
Gettesdienſt ein der Synagoge der israelitiſchen Religion;.
Samstag, den 31. Auguſt:
Vorabend 6 Uhr 40 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 5 Uhr. Sabbatausgang 8 Uhr.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 1. Sept., an:
Morgens 6 Uhr. Nachmittags 6 Uhr 45 Min.
Tageskalender.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Ausſtellung des Deutſchen Holzarbeiter=Verbandes
Grafenſtraße 30.
Ausſtell ung „Das Gas in Haus und Gewerbe” im
Saalbau (geöffnet von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhr
abends).
Bibliſcher Vortrag um 8½ Uhr im Zelt an der
Lindenhofſtraße (Thema: „Die Natur des Menſchen, der
Zuſtand nach dem Tode‟).
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. —
„Perkeo” um 8 Uhr. — Singſpielhaus „Metropol” um
8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 31. Auguſt.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Dra=
goner=Kaſerne (Regt. Nr. 23).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die „Redaktion des Tagblatts” zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind
beizu=
fügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Un=
verlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
Grossem Nachlass
Diverse Paare
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Augnſt 1912.
Nummer 204.
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zut bürgerl. kochen kann u.
Haus=
arbeit verſteht. Näheres
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4 u. 5 Uhr nachmittags. (18136fs
Zum 1. Oktober geſucht: Ein
Fräulein, welches koch. kann, als
Stütze u. Geſellſchaft. in kleinem
Haushalt. Mädchen wird
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die Expedition ds. Bl. (*4742
Per 1. Oktober wird in kleine
Familie (2 Perſonen) ein tücht.
Mädcken
geſucht, welches gut kochen kann
und etwas Hausarbeit
über=
nimmt. Zu erfragen
Heinrich=
ſtraße 158, 2. Stock. 18118fs
Tüchtige, ſaubere Frau oder
Mädchen
zur Führung eines kleinen
Haus=
halts bei einem Arzt per ſofort
geſucht. Offert. unt. L. 98 an die
Expedition.
(*4713
Ein junges Mädchen tagsüber
geſucht. — Näheres zu erfahren
Blumenthalſtr. 107, Laden. (*4758
welch. ohne Haus=
Mädchen, frau kl. Haushalt
vorſtehen kann, geſ. Herrſch. ſucht
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braves Dienſtmädchen. Aelteres
Ehepaar wünſcht Mädchen, welch.
etwas kochen kann. Frau Berta
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Frankfurt a. M.,
Klettenberg=
ſtraße 24.
(M18128
Köchinnen, erſte u. zweite
Haus=
mädchen, Alleinmädch., welch. koch.
und nicht kochen können, Mädchen
zu einzelner Dame per ſofort u.
1. Oktob. Frau Minna
Dingel=
dein, gewerbsmäßige
Stellenver=
mittlerin, Schützenſtraße 10½
aſtroße 84.
zu einzelner Dame ein
Geſuchl Mädchen mit guten
Zeugn. für Küche u. Hausarbeit.
Zu erfr. vorm. u. abends von 6 bis
8 Uhr Hochſtr. 35, I. (18160fso
Wegen Verheiratung
meines Mädchens (5 Jahre in der
Stelle, Vorgängerin 9 Jahre) ſuche
ich durchaus tücht. Alleinmädch.
oder auch unabh. Frau. Solche,
die in der bürgerlichen Küche
per=
fekt bevorzugt. Eintritt ſof., event.
15. Sept. od. 1. Okt. (*4761fso
Näh. Eliſabethenſtr. 27, im Geſch.
Ordentliches Mädch. tagsüb.
geſ. Wienersſtr. 72, 1. St. (*4751fso
Ehrl., fleiß. Frau od. Mädch. w.
geſ. viermal in d. W., vorm. 2 St. Z.
erfr. Heidelbergerſtr. 45, I. (*4749
Sauberes Mädchen verlangt
zur Aushülfe vom 31. Auguſt bis
15. September, von früh 8 Uhr
bis 4 Uhr nachmittags. Jahn,
(*4747.
Kahlertſtraße 8.
Zuverläſſiges Mädchen
das ſelbſtändig kochen kann und
Hausarbeit übernimmt, bei gutem
Lohn zum 1. Oktober geſucht
18151
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Nummer 204.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Seite 3.
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Darm=
ſtadt, Frankfurterſtraße 12 und 14.
Der
Doppelſchraubenſchnellpoſt=
dampfer „Kaiſer Wilhelm der
Große” iſt am 27. Auguſt,
nach=
mittags 5 Uhr, in New=York
an=
gekommen. — Der
Doppelſchrau=
benpoſtdampfer „Brandenburg” iſt
am 21. Auguſt in Philadelphia
und am 25. Auguſt in Baltimore
angekommen. — Der
Doppel=
ſchraubenpoſtdampfer „Neckar” iſt
am 27. Auguſt in Baltimore
an=
gekommen. — Der
Doppelſchrau=
benpoſtdampfer „Bremen” iſt am
27. Auguſt in New=York
ange=
ommen. — Der Dampfer „
Kron=
prinz Wilhelm” iſt am 27. Auguſt
in Bremen abgegangen.
Woog, am 29. Auguſt 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3,64 m.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Nummer 204.
Sport.
* Lawn=Tennis. Internationales Lawn=
Tennis=Turnier in Bad Homburg v. d. H.
Im Herren=Einzelſpiel um den Homburger
Pokal ſchlugen in der zweiten Runde Görnemann
Fit=
ting W. O., Gerbault Munday mit 6—2, 6—3, Lowe
Weill mit 6—1, 6—4, C. Kreuzer O. Bering mit 6—2,
6—1; in der dritten Runde Vanſittart Böshagen mit
6—1, 6—3 von Scheibler Lehmann W. O., O. Kreuzer
Poincilit W. O., Lowe Gerbault mit 6—1, 6—1, „Floda”
W. O. Müller W. O., Albrecht Binswanger mit 6—0,
6—0, Tatham Fleſch mit 6—6, 6—1, Prenge J. von
Meiſter mit 6—3, 6—2, Grüder Diepholz mit 5—6 7—5,
b—3, P. Grüder von Spiegl mit 6—1, 6—2, „Wolfgang”
Weihe mit 11—9, 0—6, 6—1. Im Herren=
Einzel=
ſpiel ſiegte in der zweiten Runde Carney über Graf
Cancrin mit 6—2, 6—4, Lindpaintner über Diepholz mit
6—2, 6—2; in der dritten Runde Prenge über L. Grüder
imit 1—4, 7—5, Vanſittart über „Wolfgang” mit 4—6,
6—2, 6—2, „Floda” über Macrae mit 6—1, 6—1, K.
Kreu=
zer über Pröbſting mit 6—0, 6—0, Bonnington über von
Spiegl mit 6—0, 6—0, Albrecht über Fitting W. O., O.
Krenzer über Tatham W. O., F. Bering über Boeshagen
mit 6—2, 6—4, Goernemann über Dreyer mit 4—6, 6—4,
6—3, von Biſſing über Weill mit 6—1, 6—0 Bernay über
P. Grüder mit 7—5, 6—3, Lowe über Lindpaintner mit
2—6, 6—2, 6—1, Krengel über Godſell mit 6—4, 6—3; in
der vierten Runde Bonnington über Albrecht mit 6—4,
1—6, 6—4, O. Kreuzer über Krengel mit 6—0, 6—3. Im
Damen=Einzelſpiel ſchlugen in der zweiten
Runde Miß Leverton Frau Levy mit 6—0, 6—0, Frl.
Vonderlinden Miß Blyth ohne Spiel, Frl. Stoll Miß
Ely ohne Spiel, Frl. von Enckevort Frl. Hiltermann und
6—4, 6—2; in der dritten Runde Frl. Pinner Miß
Mo=
lony mit 7—9, 6—3, 6—2, Frl. Flinſch Frl. Ritter mit
6—1, 6—2, Frl. J. Weihermann Frl. Wisboow mit 6—3,
6—1, Mrs. Laverton Frl. Vonderlinden ohne Spiel, Frl.
Kirchholtes Frl. C. Bacher 9—11, 6—3, 6—4, Frl. Salin
Frl. Molony=Rhode mit 6—0, 6—0, Frau D. Gardner
Fran Freienſehner mit 6—4, 7—5. Im Herren=
Doppelſpiel (Stevart=Pokal) ſchlugen „Floda”
Fitting Weihe-Crone ohne Spiel, O. Kreuzer=Lowe
und Tatham-Vanſittart gelangten durch W. O. in die
zweite Runde.
Die Lawn=Tennis=Meiſterſchaft
der Vereinigten Staaten von Amerika im
Herren=Einzelſpiel, die Hauptkonkurrenz des Turniers von
Newport, Rhode=Island, wurde von Maurice Mac
Loughlin (San Franzisko) gewonnen, der in der
Schluß=
runde über W. Johnſon (Philadelphia) nach hartem
Kampfe 3—6, 2—6, 6—3, 6—4, 6—2 triumphierte. Im
vergangenen Jahre ſiegte Loughlin ebenfalls in der
Schlußrunde über Beals Wright, unterlag aber dann in
einem Herausforderungs=Match gegen Larned.
* Das franzöſiſche Waſſerflugzeugmeeting in Saint
Malo wurde mit dem Wettflug von Saint Malo nach
der Inſel Jerſey und zurück über zirka 150 Kilometer
beendet. Obwohl das Meer ſehr bewegt war, ſtarteten
doch von 8 Uhr an nacheinander Benoiſt mit zwei
Paſſa=
gieren, Molla, Reneaux, Labouret und zuletzt Weymann.
Es erreichte als erſter Benoiſt die Inſel Jerſey, dann
Molla, Labouret, Weymann. Als erſter erreichte
Wey=
mann kurz nach 11 Uhr das Ziel, zweiter wurde Labou=
ret vor Benoiſt, Mollg und den übrigen. Das
Klaſſ=
ment für den Ueberſeeflug ſtellt ſich wie folgt: 1.
Wey=
mann 1:40:24, 2. Labouret 2111:46, 3. Benoiſt 2:49115,
4. Molla 2:53:30. Im Geſamtklaſſement gewann Labouret
mit 9 Punkten den erſten Preis von 15000 Francs vor
Benoiſt 14 Punkte 10000 Francs, Molla 16 Punkte 6000
Francs, Reneaux 21 Punkte 4000 Francs, Weymann 25
Punkte 2000 Francs und Mesguich 36 Punkte 660 Francs.
Der Geſchwindigkeitspreis St. Malo-Inſel Jerſey in
Höhe von 3000 Francs fiel an Weymann.
Vermiſchtes.
* Ueber den Verluſt der Fahne der Einundſechziger
im Feldzug 1870/71 leſen wir in dem neuen Werke „In
Wehr und Waffen”: „Von tiefem Mitgefühle und von
Ehrfurcht vor der Hingebung und dem Todesmute der
Truppe muß jedes Soldatenherz ergriffen werden durch
die Umſtände, unter denen eine Fahne der 61er in die
Hände des Feindes fiel. Das zweite Bataillon hatte
am 23. Januar eine beſonders ſchwere Aufgabe zu
be=
wältigen gehabt und hatte mit äußerſter Zähigkeit
ge=
fochten. Der Bataillonsführer war außer Gefecht geſetzt.
Im Abendangriffe der 5. Kompagnie Regiments 61 auf
die Fabrik, bei dem die Kompagnie einen wahrhaften
Löwenmut bewährte, war der Fahnenträger Sergeant
Pionke, gefallen, ebenſo Sergeant Breitenfeldt, der die
Fahne wieder erhoben hatte, und die zunächſt
befind=
lichen Unteroffiziere und Mannſchaften. Leutnant
Schultze, der eben an die Stelle des verwundeten
Kom=
pagnieführers getreten war, ergriff das Panier — auch
er ſank, zweimal getroffen, zu Boden. Im furchtbaren
Kugelregen ſpringt der Bataillonsadjutant, Leutnant
von Puttkamer vom Pferde, erfaßt die Fahne und
auch er ſinkt nieder, tödlich verwundet. Bis zum
Ein=
tritt der Nacht dauert der blutige Kampf — dann
ſam=
melt der Feldwebel die Reſte der 5. Kompagnie. Die
Fahne fehlt! Von allen, die in der Nähe des Leutnants
von Puttkamer fochten, iſt keiner zurückgekommen — alle
liegen da vorn vor den Umfaſſungsmauern der Fabrik.
Und die blieb in des übermächtigen Feindes Händen.
„Die Fahne muß gefunden werden!” „Freiwillige vor!”
Und von neuem ſtürmt eine mutvolle Schar vor, das
Panier zu ſuchen in der Nähe des toten Offiziers. Durch
die Nacht brechen ſie vor aus der Deckung. Aber nur
einer kehrt zurück — einer nur, — der Musketier
Schu=
macher, — und der blutete aus ſchweren Wunden! Die
unvergleichliche Tapferkeit der braven Truppe flößte dem
Feinde ſolche Achtung ein, daß er ausdrücklich bekannt
gab, die Fahne ſei blutdurchtränkt unter einem Haufen
von Leichen gefunden worden. Und der alte Garibaldi.
der in ſeinem bewegten Leben auf gar manchem
Schlacht=
feld geweſen war, ſchrieb am 23. Januar 1871 in ſein
Tagebuch: „An dieſem Tage ſah ich feindliche Soldaten
wie ich niemals beſſere kennen lernte. Der Mut und die
Kaltblütigkeit der Kolonnen, die auf unſere Stellungen
im Zentrum vorrückten, waren bewunderungswürdig.
Dicht geſchloſſen, langſam, mit furchtbarer Ruhe,
Ord=
nung und Gelaſſenheit kamen ſie heran. . . . Waren das
prächtige Soldaten!”
Aus dem Werke „In Wehr und Waffen”. Ein Buch
von Deutſchlands Heer und Flotte. Herausgegeben von
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CK. Raffaels ohne Arme. Die Natur, die gerecht
und gütig iſt, ſcheint manchen Krüppel für den Mangel
beſtimmter Gliedmaſſen und Fähigkeiten durch eine
beſon=
dere Begabung und Geſchicklichkeit zu entſchädigen. Es
gibt Radfahrer und Jokeis, die noch mit einem Arm oder
einem Bein Rennen gewinnen, Billardſpieler, die ohne
Arme Rekords aufſtellen uſw. Am wunderſamſten aber
iſt es, daß in der Malerei, in der doch die Arme zum
Schaffen ſo notwendig zu ſein ſcheinen, Krüppel
Bedeu=
tendes geleiſtet haben. Im Journal berichtet Dr.
Ca=
banés intereſſante Einzelheiten von dieſen „Raffgels ohne
Arme”. Von dem ohne Arme geborenen Maler
Ducor=
net, der mit den Zehen des rechten Fußes ſcheinbar
mühe=
los und ſehr geſchickt den Pinſel führte, befindet ſich im
Muſeum von Lille ein bedeutendes Gemälde, den heiligen
Ludwig als Rechtſprecher darſtellend. Der Maler
Jon=
venet wurde von einer Lähmung befallen, die ihm den
Gebrauch der ganzen rechten Körperhälfte unmöglich
machte. „Eines Tages” ſo erzählt Charles Blanc, „als
ſein Neffe und Schüler einen Kopf in einem großen Bild
malte, riß ihm Jouvenet, der zuſah, den Pinſel aus der
Hand, um ſeine Arbeit zu verbeſſern. Aber die rechte
Hand verſagte den Dienſt, und ſo nahm er den Pinſel
in die Linke und war aufs höchſte überraſcht, wie viel
Geſchicklichkeit und Kraft er darin hatte. Er malte dann
mit der linken Hand das Bild ſelbſt zu Ende, das den
Tod des heiligen Franz darſtellte und nun eine Zierde
des Muſeums von Rouen iſt.‟ Jouvenet malte ſo eine
ganze Anzahl bedeutender Werke, die er folgendermaßen
ſignierte: „Jean Jouvenet hat das mit der Linken gemalt,
da ihm die Rechte fehlte.‟ Ein armloſer Künſtler Noél
Maſſon hielt den Pinſel mit den Zähnen und beſaß in
dem Gebrauch ſeines Gebiſſes eine ſo große
Geſchicklich=
keit, daß er die Arme garnicht vermißte Der bekannte
engliſche Maler Charles Föhy bediente ſich dagegen der
Zehen. „Seine Füße” erzählt ein Biograph, „ſind mit
dünnen Strümpfen bekleidet, die die Zehen nackt und frei
laſſen. Beim Malen hält er ſich ein wenig rückwärts
ge=
beugt, wodurch er ſeinen Fuß leicht in die Höhe der
Lein=
wand heben kann. Er öffnet ſeinen Farbenkaſten mit
ſeinem linken Fuß, miſcht ſich mit dieſem ſehr geſchickt
die Farben und malt dann mit dem rechten Fuß. Sein
Pinſel eilt mit außerordentlicher Schnelligkeit über die
Leinwand und trägt die Farben mit bemerkenswerter
Geſchicklichkeit und Präziſion auf.‟ Das Muſeum von
Nimes beſitzt zwei Bronzen, die von einem blinden
Künſt=
ler Vidal geſchaffen ſind. Dieſer Bildhauer iſt ſogar vor
einigen Jahren in einen Löwenkäfig gegangen, um mit
ſeinen Händen das Fell und die Umriſſe des Tieres
ab=
zutaſten und ſeinen Körper zu ſtudieren. Das Reſultat
dieſer kühnen Studien war ſein Meiſterwerk „Der
brül=
lende Löwe‟ Das erſtaunlichſte Wunder aber iſt ein zu
Orenburg in Oſtſibirien lebender Krüppel, der ſtatt der
Armee und Beine nur vier rudimentäre Stümpfe hat und
der „Rumpfmenſch” genannt wird. Er verrichtet viele
Tä=
tigkeiten, indem er ſich ſehr geſchickt des Stummels, den
er ſtatt des rechten Armes hat, bedient. Er ſchreibt,
in=
dem er die Feder zwiſchen ſeine Backe und dieſen
Stum=
mel preßt; auf die gleiche Weiſe malt er auch recht hübſche
Bilder.
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Nummer 204.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag,
vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(18137
Bekanntmachung.
betreffend die ſchmerzloſe Tötung von Hunden und Katzen.
In dem polizeilichen Hundeaſyl, Beſſungerſtraße 56, ſind ſeit
einiger Zeit zwei Kohlenſäure=Tötungsapparate (ein größerer und
ein kleinerer) aufgeſtellt, mit denen die Tötung der polizeilich
einge=
fangenen und nicht ausgelöſten oder nicht verkauften Hunde erfolgt.
Mit dieſen Apparaten werden auch jederzeit auf Antrag der Beſitzer
Hunde und Katzen getötet. Die hierfür zu entrichtende Gebühr, die
ſeither 2 Mk. betrug, wird vom 1. k. Mts. an auf 1.50 Mk.
herab=
geſetzt. Die Bedienung der Apparate erfolgt durch den Verwalter
des Hundeaſyls, Polizeihundeaufſeher Klotz, Beſſungerſtraße 56.
Auf Wunſch werden die zu tötenden Tiere von dem Verwalter des
Hundeaſyls gegen eine beſondere Gebühr von 50 Pfg. abgeholt.
Die Körper der getöteten Tiere werden an die Kreisabdeckerei
ab=
geliefert, wodurch weitere Koſten nicht entſtehen.
Anmeldungen ſind an den Verwalter des Hundeaſyls,
Polizei=
hundeaufſeher Klotz, Beſſungerſtraße 56, direkt oder durch
Vermitt=
lung des zuſtändigen Polizeireviers zu richten.
Die Verwendung der Apparate wird von uns unter
Mitwir=
kung des Großh. Kreisveterinäramts überwacht.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
(17895od
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Oktroi für Wein.
Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und Obſtwein
anterliegt der Oktroi=Abgabe.
Wer Wein und Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
Kelterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen
unter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung
be=
gonnen und beendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine
Be=
ſcheinigung erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit
der Aufſicht beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
zu jeder Zeit bereitwillig zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteten
Moſtes, ſowohl im Kelterhaus als im Keller, feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
entfernt werden.
Nach beendigter Kelterung wird der Oktroi von dem
herge=
ſtellten Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben.
Hierbei werden von der durch die Aufnahme ermittelten
Geſamt=
menge 5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom
30. November 1903, betreffend den Oktroitarif, vorgeſehene
Erleichte=
rung für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach
An=
leitung der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in
das die Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft
ein=
zuſchreiben iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen
eigen=
händig unterſchriebenen Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung
zuzuſtellen. Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung
des Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben
vor=
geſchriebenen Kelterregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
entweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
Hinterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von 2 Mk.
(17378a
bis 30 Mk. geahndet.
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Ekert.
Grummetgras=Verſteigerung.
Dienstag, 3. September I. J., morgens 10 Uhr,
wird bei dem Pflanzgarten im Forſt Eichen das Grummetgras
von den Domanialwieſen verſteigert. Steigliebhaber wollen die
Kreszenz vorher einſehen.
(18138
Meſſeler Forſthaus, 28. Auguſt 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
Schlag.
Obſt=Verſteigerung.
Montag, den 2. September I. Js., vormittags 9 Uhr,
wird die Obſternte aus den fiskaliſchen Anlagen im Steckenborn
und Hirtenbach, Gemarkung Eberſtadt, geſchätzt zu 24 Ztr. Zwetſchen
in 10 Loſen, 44 Ztr. Aepfel und Birnen in 25 Loſen öffentlich
verſteigert.
Zuſammenkunft pünktlich 9 Uhr am Pflanzgarten im Steckenborn.
Auskunft erteilt Karl Kirſchner zu Eberſtadt, Georgſtraße 19.
Eberſtadt, den 27. Auguſt 1912.
(18124
Großherzogliche Oberförſterei Eberſtadt.
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Freitag, 20. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Witwe des Gaſtwirts
Johann Friedrich Thumm und
deren Kindern dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
XXII. 6190/100 254¾/10 Hofreite
Pallas=
wieſenſtr.
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K114/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 22. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (V18130
älteſter Gerichtsmann.
Bekanntmachung.
Freitag, 6. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Johann Schnell Witwe
und deren Kindern dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
22 51¾/100 129 Hofreite
Blu=
menthalſtr.
Nr. 91,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K34/12
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen, wird
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, 9. Auguſt 1912.
Hroßh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V17114
Dünger=Verkauf.
Samstag, den 31. Auguſt,
von 930 Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
(18055df
verſteigert.
Garde=Dragouer=Regiment
Nr. 23.
Beſichtigung
von Mietwohnungen und
Feuerſtätten.
Die Wohnungs= und
Feuer=
ſtätten=Beſichtigung findet
gegen=
wärtig im vierten Polizeirevier
ſtatt.
(18166a
Darmſtadt, 26. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
J. V.: Jaeger.
Bekanntmachung.
Freitag, 27. September I. Js.
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Ludwig Heß, dem
Georg Heß und dem Samuel
Reinheimer dahier zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
III 116¾/10 216 Grab= ) Hohler
garten Weg
III 1173½ 262 Hofreite Nr. 5,
zwecks Aufhebung der zwiſchen den
Eigentümern beſtehenden
Gemein=
ſchaft in unſerem Bureau
zwangs=
weiſeverſteigert werden. (K60/12
Darmſtadt, 13. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Müller. (V17183
Bekanntmachung.
Freitag, 20. September 1912
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß des
Pri=
vatiers Peter Wenz und deſſen
Ehefrau Luiſe, geb. Weinmann,
dahier gehörigen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
I 125 310 Hofreite Kirchſtr.
(
Beſſunger=
ſtraße 43),
126 671 Grabgarten daſ.,
XII 62 2306 Acker unter dem
blauen Stein
zwecks Aufhebung der zwiſchen
den Erben beſtehenden
Gemein=
ſchaft in unſerem
Geſchäftszim=
mer, Wittmannſtraße 1, nochmals
zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der
Ver=
ſteigerung wird auch dann erfolgen,
wennkein der Schätzung
entſprechen=
des Gebot eingelegt wird und
anderweite Hinderniſſe nicht
ent=
gegenſtehen.
Darmſtadt, den 20. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen).
Frantz. (V117184
Bekanntmachung.
Freitag, 20. September 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Förſter i. P. Jakob
Simon Eheleuten dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 853¾10 193 Hofreite Nied.=
Ramſtädter=
ſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K67/12
Darmſtadt, 9. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V17115
Bekanntmachung.
Freitag, 11. Oktober 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem 1. Karl Hindel und
2. Franz Hindel dahier
zugeſchrie=
benen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
II 154 562 Hofreite
Karl=
ſtraße 52,
II 156¾/10 219 Grabgarten
da=
ſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
verſtei=
gert werden.
Darmſtadt, 26. Auguſt 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II
(Beſſungen.)
Frantz. (VI18131
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[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
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Wiſſen Sie, lieber Herr Doktor, auch mir iſt dieſer
Tauſch recht angenehm, replizierte ſchlagſertig der alte
Jer=
ling den Ausfall Peter Geißlers, denn ich unterhalte mich
lieber mit einem vernünftigen Menſchen, als mit einem
halbverrückten Maler.
Daß Du die Motten kriegſt! lachte Peter Geißler. Er
bot Ada ſeinen Arm und ſchritt mit ihr voraus.
Joachim und Herr Jerling folgten ihnen eine Weile
ſchweigend.
In Joachim hallte das eben Erlebte in gewaltigen
Schwingungen nach. Er verwandte kein Auge von Ada.
Man war inzwiſchen in die Anlagen gekommen, die
zwiſchen dem Walde und der Stadt lagen. Hell brannten
hier ſchon die Laternen.
Mit heißer Zärtlichkeit umfingen Joachims Blicke die
kleine graziöſe Geſtalt Adas, die neben der Hünengeſtalt
Peter Geißlers doppelt zierlich und niedlich ausſah. Wie
leicht und federnd ihr Gang war, wie anmutig ſie ihr
Kleid raffte! Ab und zu ſah er das feine Profil ihres
Ge=
ſichtes, wenn ſie mit Peter Geißler ſprach, und hörte den
Klang ihrer etwas dunkel gefärbten Stimme, Und dieſe
Einne hile ihnt uech der weig Mintin Verie der
Liebe geſagt!
Wie im Traum ſchritt er dahin. Auf einmal fiel es
ihm ein, daß es ja Adas Vater war, der da, gleich ihm
ſchweigend neben ihm herging. Und Ada liebte dieſen
Vater mit der ganzen Innigkeit ihres Herzens. Das wußte
er. Er ſelbſt hatte Herrn Jerling, deſſen ſtille, feine Art
ihm von Anfang an gefallen hatte, immer gern gehabt
Jetzt wars ihm mit einem Male, als wandle ſich dieſes
Ge=
fühl in warme, verehrende Zuneigung.
Ada hatte ihm es oft erzählt, daß er ſeine Kunft
über alles geliebt habe. Aber nach dem Tode ſeiner Frau,
die aus einer der erſten Bürgerfamilien der Stadt ſtammte
und die man ihrer „Mesalliance” wegen aus der Familie
verſtoßen habe, ſei er vom Theater, deſſen erſter Solotänzer
und Ballettmeiſter er lange geweſen war, zurückgetreten
und habe ſich mit einer auskömmlichen Penſion ins
Privat=
leben zurückgezogen. Er habe nur für ſie und ihre
Er=
ziehung gelebt. Ganz freilich hatte er ſeinen Beruf nicht
an den Nagel gehängt. Durchlaucht ſelbſt hatte gewünſcht,
daß alle Reigen, Gavotten und Tänze, die bei Hofe
ge=
tanzt wurden, durch ſeinen alten lieben Jerling einſtudiert
würden. Und ſo war es gekommen, daß jeden Winter die
jüngſte Jugend derer, die ſich zur Creme der Geſellſchaft
Bellburgs rechneten, bei Herm Ballettmeißen Jexling
eeene en e
in ganz Bellburg eine geachtete und beliebte Perſönlichkeit.
Ihm aber war er fortan mehr. Ein warmer Blick flog) zu
dem alten Herrn hinüber, und dann begann Joachim ein
Geſpräch, das ihn, obwohl es ihm ſchwer fiel, ſeine
Ge=
danken zuſammenzuhalten, je länger es ſich ausſpann, doch
mehr und mehr feſſelte, denn Herr Jerling beſaß einen
guten Teil geſunden Menſchenverſtandes und hatte ſich
durch Selbſtſtudium immer weiter gebildet.
Bald ſtand man vor dem kleinen einſtöckigen Häuschen,
das zur Sommerszeit dicht umwachſen von wildem Weine
war
Nein, erklärte kategoriſch Peter Geißler, ich ſag noch
nicht Adieu! Ich armer, elender, einſamer Junggeſell,
was ſoll ich in dieſem gottverlaſſenen Neſte Bellburg mit
dem Sonntagabend anfangen? Mich in ein Reſtaurant
ſetzen, wo Philiſter verkehren, die mich anſtarren wie die
Kuh das neue Tor? Nee nicht in die Hand! In eine
Weinſtube gehen, wo die Junker und Offiziere ſich breit
machen und über mich hinwegſehen? Erſt recht nicht! Alſo,
bleibt mir der Tanzſaal übrig. Aber in dieſem Pfuhl der
Verderbnis werden Sie mich keuſchen Jüngling doch nicht
hineinſtopfen wollen, Ballettmeiſterchen! Alſo, ich bleib’
bei Ihnen! Fräulein Ada macht mir mit ihren ſchönen
Hände eine Taſſe Tee und gibt mir ein Butterhrot, das
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Nummer 204.
mir wie Mauna ſchnelen wirdt Zawohil un Sie,
Mann, er hielt Joachim am Aermel feſt, Sie bleiben
auch da!
Ja, wenn die Herren wirklich mit einem Butterbrot
zufrieden ſein wollen, ſo ſind ſie herzlich eingeladen, ſagte
freundlich Herr Jerling und öffnete die Tür des kleinen
Vorgärtchens.
Na alſo, warum haben Sie das nicht gleich geſagt.
Zitat aus Sudermanns „Ehre‟. Sehen Sie, wie fein und
gebildet ich mich benehmen kann, wenn man mich zum
Abendbrot einladet! ſchrie begeiſtert Peter Geißler.
Ada und Joachim aber wechſelten einen langen
glück=
ſeligen Blick.
Nun begann ein fröhliches Hin und Her in dem kleinen
Häuschen. Das Dienſtmädchen hatte ſeinen Ausgangstag
und war nicht da, und ſo boten Peter Geißler und Joachim
ſich als Helfer beim Decken und Zurechtmachen des
Abend=
brottiſches an. Ihre Hilfe ward auch von Ada
ange=
nommen und gab, da die Herren, beſonders Joachim, ſich
ſehr ungeſchickt dabei benahmen, zu manchem drolligen
Vorkommnis Anlaß.
Herr Jerling aber ſtieg hinunter in den Keller, um
einige ſeiner Jubiläumsflaſchen heraufzuholen, die er einſt
aus dem fürſtlichen Keller als Geſchenk erhalten hatte, und
die, da ſelten Gäſte ins Haus kamen, unten in friedlicher
Eintracht ſchlummerten. Mit freudigem Stolz brachte er
ſie angeſchleppt Peter Geißler aber ſtieß, als er der
ver=
ſtaubten Flaſchen anſichtig wurde, eine Art
Triumph=
geſchrei aus. Er war gerade damit beſchäftigt, alle
Blumen, die er im ganzen Hauſe in Vaſen ſtehend fand,
auf das Tiſchtuch zu ſtreuen, olme ſich um die Vetos von
ſeien Adas zu lühndten. Sein Ahſtandige velenge
eine Tafeldekoration von Blumen, erklärte er.
Endlich war alles fertig und unter der
rotverſchleier=
ten Hängelampe ſaß man in dem kleinen behaglichen
Eß=
zimmer bei dem einfachen, aber fröhlichen Mahl zuſammen.
Herr Jerling und Peter Geißler hatten allerlei neckende
Fehden auszufechten, und ſo merkten ſie es nicht, daß
ſo=
wohl Ada und auch Joachim von Leerſen ſchweigſamer als
ſonſt waren und ſich beim Anſtoßen der Gläſer länger und
tiefer in die Augen blickten, wie es wohl bei dieſen Anläſſen
Brauch iſt. Aber der Abglanz des inneren Glückes malte
ſich immer deutlicher auf ihren Zügen. Mitten in ſeinen
luſtigen Geſchichten, die er erzählte, fiel das nun auch
Peter Geißler auf, und dämmernd ſtieg eine Ahnung in
ihm empor. Seine tolle Ausgelaſſenheit ſchien ihm auf
einmal nicht mehr ganz paſſend, nicht ganz würdig
dieſer Stunde. Unmerklich lenkte er das Geſpräch auf ein
anderes, ernſteres Gebiet hinüber. Nun beteiligten ſich
auch Ada und Joachim mit daran, und immer mehr
be=
mächtigte ſich des kleinen Kreiſes das Gefühl innerer
Har=
monie.
Da ſchrillte draußen die Klingel der Hausglocke. Noch
ehe Herr Jerling aufſtehen konnte, war Ada
aufge=
ſprungen und hinausgeeilt. Bleib ſitzen, Väterchen, ich
ſehe ſchon nach.
Man hörte, wie Ada die Haustür öffnete, hörte eine
Männerſtimme ſprechen. Dann ward die Tür wieder
ge=
ſchloſſen, aber Ada kam nicht zurück.
Je länger es dauerte, deſto unruhiger wurden die im
Zimmer Zurückgebliebenen. Endlich ſtand Herr Jerling
auf. Ich möchte ſeten, war eé war und tvo Ada bleibt.
Mein Gott, Ada, Kind, was iſt Dir? Die Stimme
des alten Herrn klang wie ein Angſtruf durch das ſtille
Haus. Erſchrocken ſprangen die beiden jungen Männer
auf und eilten in den von einer kleinen Ampel erhellten
Flur.
Da lehnte Ada Jerling ſchneebleich an der Wand, und
ihre Geſtalt bebte wie von unterdrücktem Schluchzen. Laß
mich, Vater, dringe nicht in mich, bat ſie. Nein, nein, lies
das nicht, das darfſt Du nicht leſen! flehte ſie, als Herr
Jerling ſich nach dem Briefe bückte, der geöffnet, als ſei
er ihren Händen entſunken, zu ihren Füßen lag.
Zagend und unſchlüſſig war Peter Geißler ſtehen
ge=
blieben, während Joachim von Leerſen bangend
näher=
trat. Er ſah das große verſchlungene Monogramm mit
der Krone, das den Briefkopf zierte. Die ſteile, große
Schrift war ihm wohlbekannt. Er wußte, woher der Brief
kam und — was darin ſtand.
Geben Sie mir den Brief, Herr Jerling! Etwas
Zwingendes lag in ſeiner vor Erregung heiſer klingenden
Stimme Er riß den Brief förmlich dem alten Herrn aus
der Hand. Mit zitternder Haſt glitten ſeine Augen über
das Papier, und in ſein vorhin ſo bleiches Geſicht ſtieg
dunkle Glut empor. Das — das iſt eine Infamie, rang
es ſich von ſeinen Lippen. Aber, beim allmächtigen Gott,
das ſoll nicht ſo hingehen. Laſſen Sie mich dafür ſorgen,
Herr Jerling! Und damit ich ein Recht, ein heiliges Recht
dazu habe, für die Ehre Ihrer Tochter einzutreten, ſo bitte
ich Sie heut ſchon um das, was ich erſt morgen wollte,
wenn alle Wege geebnet und glatt waren- um Adas Hand.
Sie iſt ſeit ein paar Stunden meine Braut, geben Sie uns
Ihrea Segen!
(Fortſetzung folgt.)
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Kurſe vom 29. Auguſt 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
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Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,70
79,50
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
89,50
3½ do. Conſols
79,50
do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
93,00
do.
3½
83,50
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
87,90
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
do. do. (unk. 1918) 100,25
87,80
do.
3½
77,20
do.
3
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,00
4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,00
¾ Griechen v. 1887 . . 54,80
¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,30
4 do. Goldrente . . . 95,60
3 do. einheitl. Rente 87,40
3 Portug, unif. Serie I 64,30
5 do. unif. Ser. III 67,70
4 do. Spezial . . . . 10,00
4 Rumänier v. 1903 . . 101,30
4 do. v. 1890 . . 94,80
4 do. v. 1905 . . 100,60
. 90,50
4 Ruſſen v. 1880
. 90,80
3 do. v. 1902
.100,60
4½ do. v. 1905 .
4½ Schweden
88,20
3 Serbier amort. v. 1895 84,70
4 Türk. Admin. v. 1903 82,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,70
4 Ungar. Goldrente . . . 90,30
& do. Staatsrente. . . 87.80.
Zf.
InProz.
5 Argentinier
.101,09
4
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,90
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
94,40
do.
4½
4½ Japaner . .
94,60
5 Innere Mexikaner . . . 94,70
3
do.
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 70,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 157,00
5 Nordd. Lloyd . . . . . 127,10
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 126,10
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 116,30
8 Baltimore und Ohio . 108,50
6½ Schantungbahn . . . 137,00
6½ Luxemb. Prince Henri 162½
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,80
6 Pennſylvania R. R. . 123,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik
. 539,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 651,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 356,50
10 Cement Heidelberg . . 151,50
30 Chem. Werke Albert 465,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 324,75
4 Lafmahen. .
. .127.50.
Letzte
In Proz.
Divid.
7½Schuchert, Nürnberg 161,50
12 Siemens & Halske .240,50
5 Bergmann Electr. . . 138,00
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 170,00
0 Gummi Peter . . . . 120,00
O Kunſtſeide Frankfurt 119,00
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 567,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,25
6 Wittener Stahlröhren 223,00
8 Steana Romana Petr. 156,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 243,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 226,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 123,00
3 Südd. Immobilien . 52,90
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 196,00
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 240,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 181,40
10 Gelſenkirchener . . . . 201,50
8 Harpener . . . .
.198,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 276,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . .
. 84,00
4 Laurahütte . . . . . . 179,50
10 Kaliwerke Aſchersleben 168,00
1
Weſteregeln 209,00
7½ South Weſt Africc 143,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . 94,20
4 Franz=Jofefs=Bahn 89,40
3 Prag=Duxer . . . . . . 75,60
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Stactsbahn . 93,50
do.
79,30
5 Oeſterr. Südb. (Bomb.) 99,60
do.
22,00.
In Proz.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,80 1 3½ Frankf. Hypoth.=Bank
3 Raab=Oedenburg
77,60
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,70
4 Ruſſ. Südweſt. . . .
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,90
do.
87,70
4 Wladichawchas . . . . 88,60
4 Rjäſan Koslow . . . . 87,90
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 78,40
do.
24/10 Livorneſer . . . . . 69,60
3 Salonique=Monaſtir 63,70
4 Bagdadbahn .
83,50
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 96,90
4 Miſſouri=Paciſic. . . . 71,80
4 Northern=Pacific . . . 98,40
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 85,25
5 Tehuantepec . . . . . . 98,00
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,00
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
.150,30
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 172,50
6½ Darmſtädter Bank . 123,30
12½ Deutſche Bank . 259,50
6 Deutſche Vereinsbank . 123,00
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . 117,40
10 Diskonto=Kommandit 190,20
8½ Dresdener Bank . 158,00
9½ Frankf. Hypoth.=B. 215,80
6½ Mitteld. Kreditbank 118,70
7 Nationalb. für Deutſchl. 125,60
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,25
5.86 Reichsbank . . . . . 133,70
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,20
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . 125,00
7½ Wiener Bankverein . 135,40
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
eit
S. 15 u. 18 . . 98,00
Zf.
InProz.
S. 19 . . . . . . . 89,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S.15—19, 21—26 97,20
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
3½
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
3½
do.
88,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
.88,80
S. 3—5
. 88,60
S. 9—11
. 88,70
3½
(905
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,50
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
3½
do.
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . .
½ do.
88,50
4 Frankfurt.
99,90
do.
95,00
4 Gießen
. 98,10
do.
91,00
4 Heidelberg
. 98,20
do.
87,90
. 98,50
4 Karlsruhe
88,80
do.
99,70
4 Magdeburg..
½ do.
Mainz
. 98,30
3½ do.
90,00
4 Mannheim
. 98,40
89,00
do.
4 München
.100,00
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
. 100,00
do.
88,00
4 Offenbach
98.50
Bf.
In Proz
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden
3½ do.
95,20
4 Worms .
97,50
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109 172,50
3½ Cöln=Mindner 100
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,70
3 Madrider . . Fs. 100 73,90
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,40
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,00
3 Oldenburger .
125,50
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7 34,10
Braunſchweiger Tlr. 20 201,50
Freiburger
Fs. 15 46,10
Fs. 45
Mailänder
do.
Fs. 10 31,10
Meininger
fl. 7 33,10
Jeſterreicher v. 1864 fl. 100 515,00
do. v. 1858 fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100
Benediger . . . . Fs. 30 44,10
Türkiſche . . . . Fs. 400 172,40
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Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43½
20 Franks=Stücke . . . . 16,17
Amerikaniſche Noten . . . 4,18
Engliſche Noten . . . . . 20,42
Franzöſiſche Noten. . . . 81,00
Holländiſche Noten. . . . 169,25
Italieniſche Noten . . . . 80,25
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Ruſſiſche Noten . . . .
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Reichsbank=Lombard B9k 5½
Nummer 204
Darmſtadter Tagblatt, Freitag, den 30. Auguſt 1912.
Seite 16
Theodor Heyl
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Nährsalzpräparate nach Dr. med. Schönenberger.
Der große Nährwert der Bananen ist schon lange kein Geheimnis mehr, ist es
doch eine bekannte Tatsache, daß sich die Eingeborenen der Tropen bei harter
Arbeit mit 6 bis 8 Bananen täglich tadellos ernähren. Trotzdem gelten bei uns
Dahahi
die frischen Bananen nicht als Nahrungsmittel, sondern nur als Gennißmittel, was
sich leicht durch den hohen Preis erklärt. — Durch neuere Forschungen von
be-
deutenden Autoritäten steht nun jetzt fest, daß das aus den unreif getrockneten Früchten der Bananen gewonnene
Mehl, die reifen Bananen nicht nur bei weitem an Nährwert übertrifft, sondern auch seiner bedeutend leichteren
Ver-
daulichkeit wegen diesen in der Ernährungstherapie bedeutend vorzuziehen ist. Während frische Bananen, namentlich
in den Tropen und in heißen Sommern leicht Darmstörungen durch Fäulnis etc. hervorrufen, ist dies bei dem Mehl
nicht nur nicht der Fall, sondern dieses wirkt mit geeigneten Zusätzen versehen, sogar angenehm fördernd auf
Magen und Darm, und was vielleicht von außerordentlich weiter Zukunft ist, nach den neuesten Erfahrungen sehr
vor-
teilhaft bei Nierenleiden und Tuberkulose. Erhöht werden diese Wirkungen nun durch richtige Zusätze, wie sie im
1 enthalten sind. Bananin besteht aus Bananenmehl, Trockenmilch, Zucker u. Kakao als Geschmacks-
„Dahanin korrigens, dem die durch die jahrelange Erfahrung ausprobierten Nährsalze zugesesetzt sind.
Der hohe Nährwert des Bananins geht schon aus seiner Analyse hervor,
Eiweißstoffe 11,2%, Rohſaser
3,5%/
6,2%, Kohlehydrate 67,4% (löslich 58%)
Fett
Nährsalze 3,9%, Wasser
7,8%
Bananin enthält also wenigstens 4mal soviel Nährwert als Kakao und ist gleichzeitig, da weder Miſch
noch Zucker hinzugefügt werden braucht, bedeutend billiger. Bananin sollte daher Kindern, schwächlichen oder
nervenschwachen Personen und Rekonvaleszenten stets statt Früh- und Nachmittags-Kaffee oder Tee gegeben
werden, umsomehr, da es seines angenehmen Geschmackes wegen gern getrunken wird.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Wert des Bananins liegt darin, daß es in keinem Falle stopft,
sondern vielmehr den Darm zu richtiger Funktion gelinde anregt. Da Kakao allein stets eine stopfende
Wir-
kung hat, ist es diesem also bei weitem vorzuziehen, namentlich bei Hämorrhoiden, Gallen- und Nierenleiden,
wo eine derartige Wirkung oft von weittragendsten Folgen ist.
Die Güte des Bananins beweisen folgende auf Wirklichkeit beruhende Angaben: Drei junge Damen tranken
früh und nachmittags Bananin statt Kaffee und nahm
die erste in 4 Monaten 18 Pfund zu,
die zweite in 4 Monaten 16 Pfund zu.
die dritte in 5 Monaten 25 Pfund zu.
Bananin ist daher die beste Kraftnahrung der Gegenwart.
Bananin wirkt vorzügſich bei Magen- u. Darmkatarrh,
Schwäche-
zuständen, Unterernährung und Appetitlosigkeit.
Bananin wirkt nach neueren Forschungen außerordentlich günstig
bei Tuberkulose, Nerven-, Nieren- und Gallenleiden.
Bananin wird von kleinsten Säuglingen gern genommen und
gut vertragen.
Bananin wirkt sehr stark milchbildend für stillende Mütter.
Bananin ist gleichzeitig das beste Ersatz- und das angenehmste
Frühstücksgetränk statt Kaffee, Tee, Alkohol für Gesunde
und Kranke. Auf Touren kalt getrunken wirkt es
wunder-
bar erfrischend und anregend.
Preis ¼ Bchs. (500 gr.) Mark 2,25, ½ Bchs. (300 gr.) Mark 1,50.
Masmagagt!
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Eine ganze Reihe von
Krankheiten ist, wie wir
Kalksaft „Orgas‟
durch
Forschungenbe-
deutender Autoritäten wissen (Bunge, Lahmann), auf den Mangel
an anorganischen Nährsalzen in unseren heutigen Nahrungsmitteln
zurückzuführen, und zwar sind es hauptsächlich zwei Arten von
Krankheiten, welche den Arzt häufig beschäftigen: Der Mangel an
Kalk und der Mangel an Eisen. Rachitis (engl. Krankheit),
Osteo-
malacie (Knochenerweichung) und Osteoporose (
Knochenbrüchig-
keit), das sind die Folgen der Kalkarmut. Viel ist hiergegen nun
Kind, im Alter von 1Jahr, durch Orgasbeigabe aufgezogen!
schon versucht. Man gibt Kalkwasser (enthält viel zu wenig Kalk,
Die großartigen Erfolge, die wir mit Ihrem Orgas
um zu nützen), Kuhmilch wäre besser, diese würde jedoch schon
bei unserem Kleinen erlangt haben, veranlassen
die schwangere Mutter trinken müssen, was sich wieder durch die 1 mich, Ihnen dessen Bild zuübersenden, welchesIhnen
benötigte Menge und der damit verbundenen Aussicht auf eine zu Reklamezwecken zur Verfügung steht. Wir haben
schwere Entbindung verbietet (möglichst geringe Flüssigkeitsauf- Orgas in verschiedenen Familien eingeführt und
können Orgas nur allen Leuten empfehlen.
nahme während der Schwangerschaft). Hierzu kommt auch noch
Hochachtungsvoll
die Eisenarmut der Kuhmilch. Um es nun dem Arzt zu ermög-
Martin Freyer, Dresden 19, Paul Gerhardstr. 25II.
dichen, sowohl der Mutter als auch dem Kinde während des ganzen
Jahres eine kalkreiche, vegetabile Nahrung zu geben, stellen wir ein Kalkpräparat aus Feigen und anderen
kalk-
reichen Früchten her, welches in Form eines sehr wohlschmeckenden Saftes, der keinerlei schädliche Stoffe wie Alkohol
und sonstige Konservierungsmittel enthält, in den Handel kommt. Der Kalk ist darin in seiner natürlichen Form
Postkarte.
[ ← ][ ] enthalten. Seine Menge ermöglicht es Schwangeren und Stillenden, dem Kinde, ohne am eigenen Leibe Schaden
zu erleiden, den zum Körperaufbau nötigen Kalk mit auf den Weg zu geben, ohne wie sonst Schaden an den
Zähnen zu nehmen. Es ist ja eine bekannte Tatsache, daß sich das Kind, den für sich selbst nötigen Kalk
hauptsäch-
lich aus den Zähnen der Mutter holt, und diese dann schlecht werden. Also schonet eure Zähne. Hierbei sei
es uns gleichzeitig noch vergönnt, auf einen späteren Uebelstand aufmerksam zu machen. Dies ist der
Aber-
glaube, man müsse den Kindern später unbedingt Lebertran oder Lebertranpräparate wie Scotts Emulsion etc.
geben. Warum denn? Diese Sachen enthalten auch nur phosphorsaure Kalke, dann also doch viel lieber Kalksaft
wie Lebertranpräparate, der bei mindestens gleich guter Wirkung doch sehr viel besser schmeckt und von
Kindern viel lieber genommen wird. — Aus obigem geht klar hervor, daß
1. Kalksaft „Orgas” für schwangere und stillende Mütter unentbehrlich zur Erhaltung der Zähne
und Heranbildung eines kräftigen, gesunden Kindes ist.
2. Kalksaft „Orgas” besser als jedes Lebertranpräparat ist, da es die angenehme Zugabe des
guten Geschmacks neben vorzüglicher Wirkung hat.
3. Kalksaft „Orgas” von hervorragender Wirkung sein muß bei Anlagen zu Rachitis, bei
schwer laufenden und zahnenden Kindern.
à Flasche Mark 2,—.
be
(Eisenschokolade). Wir kommen nun zu der Eisenarmut
und der dadurch veranlassten Blutarmut oder Anaemie und
Pflanzeneisen „Orgas‟
Bleichsucht oder Chlorose, und wollen die Symptome dieser
verbreitetsten aller Krankheiten beleuchten. Die Patienten haben ein bleiches Aussehen, die Schleimhäute sind
auf-
fallend blaß (innere Lippen, Augenlider und Zahnfleisch). Die Kranken klagen über Appetitlosigkeit, Mattigkeit
in den Gliedern, Herzklopfen bei der geringsten Anstrengung, neigen zu Nasenblutungen und besonders
unregel-
mäßigen und überstarken Menstruationsblutungen. Hierzu kommen abnorme Gelüste, wie Essig trinken, Kaffee
oder Kreide kauen etc. Der Grund hierfür ist nun entweder ein Mangel an Blutflüssigkeit z. B. nach starken
Blutvetlusten bei Overationen etc., oder es besteht kein Blutmangel, aber das Blut ist verdorben, d. h. es
ent-
hält zu wenig rote Blutkörperchen oder diese sind verkümmert. — Da dieselben nun die Träger einer Verbindung
von Eiweiß und Eisen sind, so muß ihnen frisches Eisen zugeführt werden, um sie wieder auf die Höhe zu bringen.
Dies kann jedoch nur durch pflanzliches Eisen geschehen, da nur dieses ohne Schaden für irgend welche Organe
gänzlich vom Körper aufgenommen und verarbeitet wird. Hier wird viel gesündigt. Man verordnet tüchtig Milch,
Milch enthält fast gar kein Eisen, oder gibt metallisches Eisen in Pillen, Pulver und Likören, die wohl den Appetit
etwas heben, sonst aber den Körper unverdaut passieren. Außerdem greifen derartige Präparate leicht Zähne
und Magen an. Wir kommen daher auf das vegetabile oder pflanzliche Eisen, da nur dieses vom Körper
ganz aufgenommen und verdaut wird und daher das einzige Eisen ist, welches wirklich nützen kann. Durch
eine richtige Diät läßt sich die Wirkung unterstützen und sind hier zu empfehlen: Hülsenfrüchte, Kirschen, Aepfel,
Kohl, Rindfleisch, Spargel, Eidotter und Spinat. Sehr stark eisenhaltig ist das Schweineblut. Da nun das
Pflan-
zeneisen sehr bitter schmeckt, bringen wir es in Schokoladetäfelchen von angenehmen Geschmack, deren jedes
eine Dosis darstellt, in den Handel. Man nehme hiervon dreimal täglich ein Stück.
Pflanzeneisen „Orgas” hat sich vorzüglich bewährt bei: Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Herzklopfen,
Nasenblutungen, Menstruationsstörungen, Nervosität u. Schwäche. à Karton 56 Portionen Mark 2.—.
Kae
Gas
„Caricin‟
Zum Schluß kommen wir nun zu einer weiteren Klasse von Krankheiten, die leider vom
Menschen wenig genug beachtet werden, und doch hängt das allgemeine Wohlbefinden
des menschlichen Körpers in so hohem Grade davon ab. Wir meinen Stuhlverstopfung,
Hartleibigkeit sowie überhaupt träge Verdauung. Es ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung, daß Magen
und Darm richtig funktionieren. Durch Vernachlässigung dieser Häuptregel ist der Mensch dann gezwungen, erst
zu starken und dann zu stärkeren Abführmitteln zu greifen, bis diese dann auch nicht mehr helfen. Uebrigens
ruſen diese Mittel meist starke Leibschmerzen, wässrigen Stuhl und Darmerschlaffung hervor. Wir kommen nun
wieder auf die uns in der Natur dargebotenen Mittel und haben aus Feigen und anderen Kräutern ein
Vorbeugungs-
mittel gegen obige Schäden, unser gesetzlich geschütztes Caricin dargestellt, welches obige Fehler unbedingt
sicher beseitigt und dabei doch keine der bereits genannten Beschwerden mit sich bringt. Es ist dadurch geeignet
für Frauen während der Schwangerschaft oder Kinder und empfindliche Personen, da es seines angenehmen
Ge-
schmackes wegen stets gern genommen wird. Es genießt anderen Präparaten gegenüber den Vorzug der Billigkeit.
Caricin à Flasche Mk. 1,25 ist ein ideales Vorbeugungsmittel bei Stuhlverstopfung etc.
Caricin ist unbegrenzt haltbar.
Caricin schmeckt ängenehm und wird selbst von
Kindern gern genommen.
Caricin ist unbedingt zuverlässig.
Caricin ruft keine Leibschmerzen hervor.
Caricin ist billiger wie die Konkurrenzpräparate.
Caricin sollte aus obigen Gründen in keinem
Haus-
halt fehlen.
Man hüte sich vor Nachahmungen.
Außerdem empfehlen wir:
Bananenmehl mit und ohne Zusatz von Nährsalzen.
Zum Kochen, Braten und Backen. Eigener Import. à Kilo Mark 1,40. Back- und Kochrezepte gratis.
Zu haben in Darmstadt im Reformgeschäft „Arista‟, Gesundheitliche Nahrungs- und Genußmittel
Anton Braunwarth, Ernst-Ludwigstr. 3, Am weissen Turm. Telephon 971.