Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Der Kaiſer hat wegen Erkältung ſeine Teilnahme
an den Manövern abgeſagt und die Reiſe nach
Merſe=
burg und Dresden aufgegeben.
Der deutſche Kaiſer ließ am Sarge des Generals
der Heilsarmee Booth einen Kranz niederlegen.
Die Königin von England iſt am Freitag von
Neuſtrelitz wieder abgereiſt und hat nach einem
mehr=
ſtündigen Aufenthalt in Berlin die Rückreiſe nach
Eng=
land angetreten.
An Pilzvergiftungen ſind in Neuſtadt a. O. drei
und in München vier Perſonen geſtorben und
meh=
rere bedenklich erkrankt.
Der Direktor des Wiener Burgtheaters,
Frhr. von Berger, iſt am Samstag geſtorben.
Der Flieger Frantz iſt bei Mons abgeſtürzt und
hat den Flug nach Berlin aufgegeben.
Im Londoner Haupttelegraphenamt brach
am Samstag abend ein großer Brand aus, der
ſehr großen Schaden an den Leitungen und dem Gebäude
angerichtet hat.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.
Die Friedensausſichten.
*⁎* Es ſcheint doch mit den Verhandlungen zwiſchen
Italien und der Türkei wegen einer Baſis für den
Frie=
densſchluß ernſt zu werden, wenn man auch noch auf
bei=
den Seiten die Einleitung offizieller Beſprechungen in
Ab=
rede ſtellt. War es ſchon auffällig, daß türkiſcherſeits die
Dislozierung der Dardanellentruppen damit begründet
wurde, von den Italienern ſei nichts mehr zu befürchten,
weil der Friede bald bevorſtehe, ſo gibt auch eine von
autoritativer Seite ſtammende Konſtantinopeler Meldung
zu denken, welche zwar die Beauftragung Tewfik Paſchas
mit der Leitung der Friedensverhandlungen dementiert,
aber doch zugeſteht, daß der den türkiſchen Thronfolger
nach der Schweiz begleitende Senator Azarian
wahrſchein=
lich in Lauſanne mit italieniſchen Delegierten
Unterhand=
lungen pflegen werde, und daran den bemerkenswerten
Zuſatz knüpft, inzwiſchen befänden ſich Italien und die
Türkei „faſt” im Waffenſtillſtande. Dieſes „faſt” iſt zwar
im Völkerrechte ein unbekannter Begriff, aber es ſoll wohl
damit geſagt ſein, daß ſtillſchweigend von größeren
Ak=
tionen vorläufig abgeſehen werde. Ein verabredeter
Waf=
fenſtillſtand beſteht nicht, wie ja auch ausdrücklich von
italieniſcher Seite betont wird.
Die Hauptſchwierigkeit für den Beginn offizieller
Friedensverhandlungen liegt darin, daß keine der beiden
kriegführenden Mächte durch erlittene Niederlagen
ge=
nötigt iſt, die andere um Frieden zu bitten. Wer ſoll nun
den Anfang machen und damit den Anſchein erwecken, der
unterlegene Teil zu ſein! Das Verlangen, dieſem
merk=
würdigſten aller Kriege bald ein Ziel geſetzt zu ſehen,
be=
ſteht auf beiden Seiten, aber weder kann Italien ſich
darauf ſtützen, die Türkei aufs Haupt geſchlagen zu haben,
noch darf man ſich in Konſtantinopel der Hoffnung
hin=
geben, jemals Erfolge über die Italiener davontragen zu
können, wie ja überhaupt von größeren Waffenerfolgen
in dieſem Kriege keine Rede war. Bei der Türkei ſowohl
wie bei Italien ſprechen wirtſchaftliche Gründe für die
Beendigung der Feindſeligkeiten, denn der türkiſche
Han=
del zur See iſt völlig lahmgelegt, und Italien kann die
Kriegskoſten ohne ſchwere Beeinträchtigung ſeiner
Finan=
zen nicht mehr lange tragen.
Wir meinen, daß auch in dieſem Falle das Wort gilt:
„Wo ein Wille iſt, da iſt auch ein Weg.” Und wenn beide
Staaten nur etwas Entgegenkommen zeigen, wenn Italien
ſeine geringen Erfolge bedenkt und die Türkei
berückſich=
tigt, daß die Italieier nicht ganz leer aus dem Kriege
hervorgehen dürfen, dann kann es an einer Verſtändigung
nicht fehlen.
Fortſchrittliche Volkspartei und
Jeſuiten=
geſetz.
* In fortſchrittlichen Kreiſen ſcheint ſich
ein Umſchwung in der Auffaſſung des Jeſuitengeſetzes
anzubahnen. Früher haben die meiſten Mitglieder der
jetzt in der Fortſchrittlichen Volkspartei vereinigten
frei=
ſinnigen Fraktionen für die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes
geſtimmt, ſo in den Jahren 1893, 1895 und 1904. Auch
in der freiſinnigen Preſſe wurde der Standpunkt
vertre=
ten, daß die linksliberalen Fraktionen gegen dieſes Geſetz
eintreten ſollten.
Das ſcheint jetzt anders zu werden. Dieſer Tage iſt
bereits die Berliner Morgenpoſt dafür eingetreten, daß
auch die Fortſchrittliche Volkspartei jetzt die Forderung
nach Aufhebung des Geſetzes ablehnen ſoll,
gewiſſerma=
ßen um der bayeriſchen Regierung zu zeigen, daß ſie mit
der Umgehung eines Reichsgeſetzes nichts erreicht. Später
laſſe ſich über die Sache wohl reden. Wird hier
grund=
ſätzlich an dem Jeſuitengeſetz als einem Ausnahmegeſetz
feſtgehalten, ſo rückt ein Artikel des fortſchrittlichen
Ber=
liner Börſen=Curiers auch dieſer Auffaſſung
zu=
leibe. Es wird dort die Frage aufgeworfen, ob die
Wertung des Jeſuitengeſetzes als
Aus=
nahmegeſetz wirklich berechtigt iſt, und zur
Be=
antwortung ausgeführt:
Rein formell betrachtet, läßt ſich dies behaupten, aber
auch nurformell. Geht man der Frage auf den Grund,
ſo liegt die Sache doch nicht ſo einfach Zunächſt handelt
es ſich hier bei der die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes
fordernden Partei um die Vertreter des politiſchen
Katholizismus. Dieſe aber pflegen ſonſt ſelbſt
keines=
wegs Gegner von Ausnahmegeſetzen zu ſein, wenn ſie
durch ſolche Geſetze Vorteile erzielen können. Man denke
nur an das Privilegium, das im Lande der allgemeinen
Dienſtpflicht die katholiſchen Thaologen vom
Militär=
dienſt befreit. Man denke weiter daran, in welchem
Um=
fang durch den § 166 des Reichsſtrafgeſetzbuchs
katho=
liſch=kirchliche Einrichtungen und Gebräuche einen
beſon=
deren Schutz des Geſetzes beſitzen, wie er keiner anderen
Kirchengemeinſchaft in gleicher Weiſe zuteil wird. Wer
ſolche Privilegien beſitzt, ſollte nicht über
Ausnahme=
geſetze ſchreien.
Aber das iſt es nicht allein, was hier in Betracht
kommt. Wie die Verhältniſſe gerade in Rückſicht auf den
eben genannten § 166 des Strafgeſetzbuchs liegen, würde
eine Aufhebung des Jeſuitengeſetzes nicht nur bedeuten,
daß dieſes „Ausnahmegeſetz” künftig fortfält, nein —
dieſer aus guten Gründen von vielen Staaten durch die
Geſetzgebung ausgeſchloſſene Orden, deſſen Eigenart ſelbſt
Päpſte in der Vergangenheit veranlaßt hat, ihn
zeitwei=
lig aufzuheben — würde, ſobald er in vollem Umfange
in Deutſchland wieder zugelaſſen iſt, unter den
religiö=
ſen Schutzparagraphen 166 fallen. Er würde nicht wie
jeder ſonſtige Verein behandelt, ſondern dieſem
Privile=
gium unterſtellt werden, daß, wer gegen ihn den geiſtigen
Kampf in voller Schärfe führt, ſich einer vom
Staats=
anwalt zu verfolgenden Straftat ſchuldig macht.
Man mag über den Jeſuitenorden denken, wie man
will, daß er wie kein anderer Orden eine ausgeſprochen
konfeſſionelle Kampforganiſation iſt, darüber
be=
ſteht kein Zweifel. Seine ganze Geſchichte bezeugt es.
Die volle Entfaltung ſeiner Macht in Deutſchland würde
den unſeligen konfeſſionellen Hader in
Deutſchland noch weit mehr ſteigern, als es jetzt der
Fall iſt. Wir haben wahrlich keinen Anlaß, einer
ſol=
chen Kampforganiſation, die ihrem Weſen und ihrer
Ten=
denz nach keinerlei Toleranz kennt und kennen kann, die
Tätigkeit in Deutſchland zu erleichtern, ja — dieſe
Tätig=
keit dann ſofort, wenn das „Ausnahmegeſetz” aufgehoben
iſt, unter das Privilegium des § 166 zu ſtellen. Dieſe
ſachlichen Geſichtspunkte ſcheinen uns entſcheidender
zu ſein, als der rein formale Geſichtspunkt, man müſſe
von liberaler Seite für die Aufhebung des
Jeſuiten=
geſetzes eintreten, weil es ein „Ausnahmegeſetz” ſei.
Wir ſtehen mit dieſer Auffaſſung innerhalb der
Volks=
partei vielleicht iſeliert da. Das kann uns nicht davon
abhalten, ſie für ſachlich richtiger zu halten. Wir könnten
uns für eine volle Aufhebung des Feſuttengeſetzes nur
entſcheiden zwvenn das Zentrum ſoinerſeits auch für
Aufhebung all der Ausnahmegeſetze eintritt die dem
Katholizismus als Privilegien dienen, alſo Zwang des
Militärdienſtes auch für die katholiſchen Theologen
(Dienſtpflicht für ſie, ehe ſie ihr Studium vollendet haben!)
und Beſchränkung des § 166 mindeſtens auf die reine
Gottesläſterung — niemals aber Unterſtellung der
Tätig=
keit der Orden unter dieſen Schutzparagraphen.
Hat man dieſe Privilegien der Strafgeſetzgebung
für die kathol. Orden aufgehoben — dann, aber auch erſt
dann iſt die Parität geſchaffen, von der aus die volle
Auf=
hebung des Jeſuitengeſetzes gefordert und gerechterweiſe
durchgeführt werden kann. Bis dahin ſind es nur
for=
male Geſichtspunkte, mit denen man die Linke zur
Auf=
hebung des Geſetzes beſtimmt, und das halten wir für
ſachlich falſch.
In der fortſchrittlichen Fraktion im Reichstage dürfte
die Mehrzahl der Abgeordneten dieſe Auffaſſung teilen,
die auch in der fortſchrittlichen Wählerſchaft allgemein iſt.
Deutſches Reich.
— Erbſchaftsſteuer. Die Norddeutſche
Allge=
meine Ztg. ſchreibt:
Die Preſſe beſchäftigt ſich auf Grund von
Aeuße=
rungen des Juſtizrats Bamberger fortwährend mit der
Behauptung, daß angeblich bei der Erbſchaftsſteuer
un=
geheure Hinterziehungen vorgekommen ſeien. In Nummer
807 der Kölniſchen Zeitung bezeichnete Bamberger es
neuerdings als richtig, daß nach ſeiner wefentlich auf
amt=
lichen Schätzungen geſtützten Berechnung die jetzige
Erb=
ſchaftsſteuer 96 Millionen anſtelle von 40 Millionen
jähr=
lich bringen müßte, und daß es ſich bei dieſen fehlenden
56 Millionen Mark um Ausfälle an der wirklich
geſchulde=
ten Steuer handle. Die Behauptung enthält einen
ſchweren Vorwurf auch gegen die Tätigkeit der
Erbſchafts=
ſteuerbehörden, die zulaſſen ſollen, daß ſich mehr als die
Hälfte der Steuererhebung entzieht. Die
Ertragsſchätzun=
gen für die Erbſchaftsſtener und für das im Jahre 1908
vorgeſchlagene erweiterte Erbrecht des Staates haben
ſämtlich zur Grundlage das jährlich in Deutſchland
vorausſichtlich ererdte Vermögen, und ſie berechnen
die=
ſes aus den in Preußen zur Ergänzungsſteuer
veranlag=
ten Vermögen. Es iſt leicht einzuſehen, daß dieſes
Ver=
mögen, wenn es zur Vererbung kommt, ſich unmöglich
der Veranlagung zur Erbſchaftsſteuer entziehen kann,
da es ja den Steuerbehörden völlig bekannnt iſt. Eing
Kritik der Bambergerſchen Zahlen im einzelnen würde
ſich erübrigen, wenn es nicht auffallend erſcheinen müßte,
daß überhaupt die amtlichen Vorausſetzungen ſo
außer=
ordentlich fehlgegriffen haben ſollten. Dies iſt indeſſen
nicht der Fall; denn die amtliche Schätzung des Ertrags
der Erbſchaftsſteuer in der Begründung zu dem
Geſetz=
entwurf von 1906 lautete nicht auf 96, ſondern auf 72
Millionen, und ein höherer Sollbetrag hätte insbeſondere
für 1907, worauf die Bambergerſchen Zahlen allein ſich
beziehen, nicht in Betracht kommen können, da im Jahre
1907 die Erbſchaftsſteuer noch durchaus nicht voll in
Er=
ſcheinung treten konnte. Zu der Summe von 96
Millio=
nen Mark iſt Bamberger gekommen, indem er aus der von
ihm angenommenen jährlichen ſteuerpflichtigen Erbmaſſe
den Steuerbetrag nach 8 Prozent dieſer Maſſe berechnete.
Nach der amtlichen Erbſchaftsſtatiſtik beträgt die Steuer
nur durchſchnitlich 55 Prozent der ſtenerpflichtigen
Erb=
maſſe, ein Satz, deſſen Anwendung annähernd auf die
frühere amtliche Ertragsſchätzung hinführt. Daß in den
amtlichen Schätzungen, wenn auch nicht in dem Umfange,
wie nach den Preſſeäußerungen vermutet werden könnte,
über die tatſächlichen Erträgniſſe der Steuer
hinausge=
gangen wurde kann nicht auffallen, da es der äußerſt
ſchwierigen Erfaſſung und der Steuerverteilung des
Volks=
vermögens im Wege des Erbgangs bei der Aufſtellung
der Schätzungen an faſt jeder ſtatiſtiſchen Unterlage fehlte.
— Abnahme der
Soldatenmißhandlun=
gen. Im Jahre 1910, über das jetzt eine
Kriminal=
ſtatiſtik des deutſchen Heeres vorliegt, iſt wieder ein
er=
heblicher Rückgang der Soldatenmißhandlungen
feſtzu=
ſtellen. In den Jahren 1901—1905 war der Durchſchnitt
der Soldatenmißhandlungen 670 geweſen, im Jahre 1907
ſank die Zahl auf 421, 1908 auf 393, 1909 auf 386, 1910
auf 340 Fälle. Daraus geht hervor, daß die Maßnahmen,
die von allen maßgebenden Stellen gegen die
Mißhand=
lung Untergebener durch Vorgeſetzte ergriffen wurden,
auf fruchtbaren Boden gefallen ſind. Sehr weſentlich iſt
die Tatſache, daß die früheren Mißbräuche, die von den
ſogenannten „alten Leuten” gegen die Rekruten
ausge=
übt wurden, infolge des energiſchen Einſchreitens der
vorgeſetzten Stellen faſt gänzlich aufgehört haben.
— Die bayeriſche Lotteriefrage. Aus
München wird der Frankf. Ztg. geſchrieben: Der
Aus=
ſchuß der Kammer der Reichsräte hat die
Regierungsvör=
lage eines preußiſch=ſüddeutſchen Lotterievertrages mit
allen Stimmen gegen die des Reichsrates Prof. v. Schanz
angenommen. Wir haben bereits im vorigen Monat,
als das Plenum des Abgeordnetenhauſes den
Lotterie=
vertrag mit großer Mehrheit verwarf, darauf
hingewieſen, daß nach Lage der Sache auch
ein zuſtimmender Beſchluß der Reichsratskammer
bedeutungslos ſein würde, da die Regierung
nach der Verfaſſung die gleiche Vorlage nicht zweimal in
derſelben Seſſion an die Volksvertretung bringen darf.
Sie könnte den Vertragsentwurf nur in veränderter
Faſ=
ſung, etwa auf Grund neuer preußiſcher Zugeſtändniſſe,
wieder vorlegen. Da dieſe Möglichkeit ſo gut wie
ausge=
ſchloſſen erſcheint und die Regierung ſich auch
anderer=
ſeits kaum entſchließen wird, das von der
Zentrumsmehr=
heit verlangte Projekt einer eigenen Staatslotterie
vor=
zulegen, weil für eine ſolche in der Reichsratskammer
abſo=
lut keine Stimmung vorhanden iſt, ſo beſteht keinerlei
Ausſicht, daß die Lotteriefrage in dieſer Seſſion ihre
Löſung findet.
— Aus dem roten Fürſtentum. Der
über=
wiegend ſozialdemokratiſche Gemeinderat zu Gera wählte
die von der Regierung nicht beſtätigten beiden
ſozial=
demokratiſchen Mitglieder Fiſcher und Rohmann wieder
zu Stadträten. Die Regierung dürfte die Stellen
nun=
mehr kommiſſariſch beſetzen.
Ausland.
Spanien.
Beſuch des Königs in Päris. Wie das
Echo de Paris aus San=Sebaſtian erfährt, hat der
ſpa=
niſche Staatsminiſter Garcia Prieto erklärt, König
Al=
fons werde nach Unterzeichnung des franzöſiſch=ſpaniſchen
Seite 2.
Dartſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.
Nummer
Vertrages dem Präſidenten Fallières einen offiziellen
Beſuch in Paris abſtatten.
Norwegen.
Verſchärfte Küſtenbewachung. Bis zur
jüngſten Zeit war der Bewachungsdienſt in den tiefen
und tief ins Land einſchneidenden norwegiſchen Fjorden
ſehr vernachläſſigt geweſen, ſo daß fremde
Kriegsfahr=
zeuge dort ganz unbehindert Tiefenmeſſungen ausführet
konnten. Unter dem Drucke der darüber aufgeregten
öffentlichen Meinung hat ſich hierin eine Wandlung
voll=
zogen. Von nun an darf kein fremdländiſches
Kriegs=
ſchiff ohne vorherige Erlaubnis der Regierung in die
Fjords einlaufen und daſelbſt Anker werfen. Ueberhaupt
wird nunmehr auf alle fremden Fahrzeuge, die ſich den
Küſten nähern, ſcharfe Aufmerkſamkeit gerichtet.
Rußland.
Kriegszuſtand und Revolution. Außer
in Kronſtadt und Sewaſtopol ſoll auch noch über andere
Hafenſtädte der Kriegs= oder wenigſtens
Ausnahmezu=
ſtand verhängt werden. Wie verlautet, iſt eine Zentral=
Revolutions=Marine=Organiſation entdeckt worden. In
Smolensk entdeckte die Unterſuchungskommiſſion des
heiligen Synod zahlreiche Revolutionäre unter den
dor=
tigen Alumnen.
Vereinigte Staaten.
Rooſevelts Verteidigung. Bei der
Unier=
ſuchung der Frage über die Zuſchüſſe zu der
Wahlkam=
pagne gab Archbold vor dem Senatskomitee zu, er habe
100000 Dollar zu der Rooſevelt=Kampagne im Jahre
1904 gezeichnet, er zahlte außerdem 25000 Dollar direkt an
Penroſe, wahrſcheinlich für die Wahlen des Staates
Pennſylvania. Archbold konnte nicht ſagen, ob
Rooſe=
velt wußte, daß jene Zuſchüſſe vom Oeltruſt kamen. In
einem Interpiew erklärte Rooſevelt, die Behauptungen
des Senators Penroſe ſeien wohlerwogene abſichtlichc
Fälſchungen. Penroſe und ſeine Genoſſen ſtellten die
Vereinigung der korrupten Boſſe in der demokratiſchen
und republikaniſchen Partei dar, die dazu beſtimmt ſei,
die fortſchrittliche Bewegung zu vernichten.
Schutz der Amerikaner in Mexiko. Das
amerikaniſche Kanonenboot „Vicksburg” iſt von Santiago
nach der Weſtküſte von Mexiko abgegangen, um Leben
und Eigentum der Amerikaner gegen die Rebellen zu
ſchützen. Ferner wird angeſichts der unſicheren Lage im
Südweſten Mexikos geplant, mehrere amerikaniſche
Ka=
nonenboote nach Weſtindien zu ſchicken.
Kanada.
Kanada ünd die Reichsflotte. Die
Be=
wegung zugunſten einer unpolitiſchen Löſung der Frage
der Reichsflotte nimmt immer an Umfang zu. Es wird
gegenwärtig in Kanada eine von Zehntauſenden von
an=
geſehenen Perſonen unterzeichnete Denkſchrift verbreitet
die ſich an die Parteiführer Borden und Sir Wilfrid
Laurier wendet. In dieſer Denkſchrift wird ausgeführt,
Kanada wolle nicht den militäriſchen Geiſt als ſolchen
übermäßig entwickeln. Es ſei aber beſtrebt, die Werke
der britiſchen Flotte, von der der Weltfrieden und die
Stärke der überſeeiſchen Hilfsquellen des britiſchen
Rei=
ches abhängen, auf ihrem guten Wertſtande zu erhalten.
Japan.
Der Landtag trat zu einer außerordentlichen
Sitzung zuſammen. Der Kaiſer wohnte der Sitzung nicht
bei. Der Miniſterpräſident verlas ein kaiſerliches
Re=
ſkript, in dem es heißt: „Ich habe den Thron meiner
kaiſerlichen Ahnen beſtiegen. Ich gedenke den Wegen
meines verewigten Vaters zu folgen, gehorſam den
Vor=
ſchriften der Vorfahren.” — Hierauf wurde von der
Kammer ein Kredit von 1500000 Yen für die
Beerdi=
gungsfeierlichkeiten ausgeworfen. Die Ausgaben für die
Beerdigungsfeierlichkeiten belaufen ſich auf mehr als
zwei Millionen, wovon ein Teil vom Kaiſerhaus
be=
zahlt wird.
* Geburtenrückgang in England Die
Geburtenzahl iſt im Jahre 1911, wie jetzt feſtgeſtellt wurde,
in dem vereinigten Königreiche noch weiter
herunterge=
gangen. Sie beträgt 881 241. Dieſe Zahl entſpricht 24
Prozent der Bevölkerung und iſt um 7 Prozent kleiner
als die des Vorjahres, wo ſie bereits als die niedrigſte
der letzten 10 Jahre überhaupt feſtgeſtellt wurde. Die
Sterblichkeit hat im Jahre 1911 die Zahl 527364 erreicht,
das entſpricht 14,6 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl
iſt etwas höher als die des Jahres 1910, jedoch niedriger
als der Durchſchnitt der letzten 10 Jahre.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Auguſt.
* Ordensverleihung. Der König von Preußen hat
dem Rittmeiſter Freiherrn v. Maſſenbach,
Flügel=
adjutanten des Großherzogs von Heſſen, die Erlaubnis
zur Anlegung der ihm verliehenen 2. Klaſſe des Kaiſerlich
Ruſſiſchen St. Annen=Ordens in Brillanten erteilt.
* Ernannt wurde der Vizewachtmeiſter Karl
Froböſe aus Salder (Herzogtum Braunſchweig) mit
Wirkung vom 1. September lfd. Js. an zum
Hauptſteuer=
amtsdiener bei dem Hauptſteueramt Mainz.
g. Ferienſtrafkammer. Wegen eines Diebſtahls
mittels Einſteigens zur Nachtzeit hatte ſich geſtern der
31 jährige Poſthilfsbote Adam Keller aus Ober=
Modau vor der hieſigen Ferienſtrafkammer zu
verant=
worten. Am Morgen des 10. Juli 1911 bemerkte der
Landwirt und Bürgermeiſter Rauth in Klein=Bieberau,
daß ein ihm gehöriger Drilling mit Zentralfeuerung im
Werte von 240 Mk. vom Vorplatz verſchwunden war.
Die Magd hatte die Büchſe noch am Ahend vorher
be=
ſtimmt geſehen. Sie war gegen 9 oder ½10 Uhr wieder
zur Kirmes nach Asbach gegangen und hatte das Haus
nicht verſchloſſen. Als Rauth morgens gegen 4 Uhr
aufſtand, bemerkte er den Verluſt. Der Diebſtahl mußte
alſo in der Zeit von 9 Uhr abends bis 4 Uhr morgens
geſchehen ſein. Bemerkenswert war auch, daß der auf
dem Hofe frei laufende Hühnerhund dem Diebe nichts
in den Weg legte. Trotz aller angeſtellten Recherchen
gelang es damals nicht, den Drilling aufzufinden. Am
28. Aprll 1912 ſah nun ein Gendarmerie=Wachtmeiſter
den Angeklagten mit einem bei Keller noch nie geſehenen
Drilling; auf deſſen Frage, wo er ihn her habe, ſagte
Keller, er habe ihn bei einem Waffenhändler in
Darm=
ſtadt gekauft. Da dem Wachtmeiſter nicht begreiflich
war, wie Keller dazu käme, ſich zwei Drillinge zu kaufen,
ſtellte er Ermittelungen an. Dieſe ergaben dann, daß
Kellers Angaben falſch waren und daß der Drilling
dem Bürgermeiſter Rauth geſtohlen war. Als er ihn bei
Keller beſchlagnahmen wollte, fand er ihn nicht, denn
dieſer hatte ihn verſteckt. Trotz aller dieſer
Verdachts=
momente gibt Keller den Diebſtahl nicht zu, ſondern
behauptete nunmehr, er habe ihn unter Reiſig verſteckt
gefunden. Durch Zeugenausſagen wird auch erwieſen,
daß der Angeklagte um die fragliche Zeit in der Nähe
von Klein=Bieberau geweſen iſt. Er war ebenfalls in
Asbuch auf der Kirchweihe und kann einen glaubhaften
Grund dafür nicht angeben, daß er nach Klein=Bieberau
gegangen iſt, während er nach Ober=Modau in
entgegen=
geſetzter Richtung hätte gehen müſſen. Auf Grund aller
Indizien kommt das Gericht zu der Ueberzeugung von
der Schuld des Angeklagten, verurteilte ihn aber nur wegen
einfachen Diebſtahls zu zwei Monaten Gefängnis.
-g. Kriegsgericht. Der Hilfshoboiſt Arthur Fritſch
vom Infanterie=Regiment Nr. 117 hatte ſich wegen
Un=
gehorſams und Achtungsverletzung vor dem Kriegsgericht
er 25. Diviſion zu verantworten. Er hatte von einem
Sergeanten den Befehl erhalten, ihm ein Paar Stiefel
zu wichſen. Fritſch war zwar im Recht, als er ſich
wei=
gerte, dieſem nichtdienſtlichen Befehl nachzukommen, aber
er lehnte dieſen nicht nur ab, ſondern er beſchimpfte den
Sergeantan und kam auch einer Aufforderung, ſtill zu ſein,
nicht ſofort nach. Das Standgericht hatte den
Angeklag=
ten wegen Ungehorſam und Achtungsverletzung zu 23
Tagen ſtrengem Arreſt verurteilt. Das
Kriegs=
gericht, das ſich auf die Berufung des Verurteillen mit
der Sache zu befaſſen hatte, ermäßigte die Strafe=auf eine
Geſamtſtrafe von 22 Tagen ſtrengem Arreßt. —
Wegen Veruntreuung und Ungehorſams gegen einen
dienſtlichen Befehl hatte ſich der Musketier Georg Fläth
vom Infanterie=Regiment Nr. 117 zu verantworten. Fläth
hatte für einen Mainzer Kaufmann bei ſeinen Kameraden
das Sammeln von Beſtellungen für Reſervekrüge und
Pfeifen übernommen und nahm auch das Einkaſſieren der
Ratenzahlungen vor. Für 25 Krüge löſte er 135 Mark,
wovon er jedoch nur 74 Mark an den Kaufmann
ablie=
ferte, 61 Mark unterſchlug er. Da dies Geldſammeln
ver=
boten iſt, liegt auch Ungehorſam gegen einen dienſtlichen
Befehl vor. Das Gericht erkannte mit Rückſicht auf ſeine
bisherige gute Führung und ſein offenes Geſtändnis nur
auf 24 Tage Gefängnis, auch wurde von der Verſetzung
in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes abgeſehen.
g. Feier des Ludwigsfeſtes in der Knaben=Arbeits=
Anſtalt. Nach altgewohntem, ſchönem Brauch beging die
Knaben=Arbeits=Anſtalt die Feier des Ludwigstages
durch ein Kinderfeſt im Garten der Anſtalt. Da
dies=
mal der Ludwigstag auf einen Sonntag fällt, wurde die
Feier bereits am Samstag veranſtaltet. Wohl durch den
während des ganzen Vormittags unaufhörlich fallenden
Regen und die dadurch verurſachte kühle Witterung
ver=
anlaßt, war der Beſuch des Feſtes durch Erwachſene
etwas gering, dafür war um ſo zahlreicher die goldene
Jugend, beteiligt oder unbeteiligt, am Feſtplatz erſchienen.
Der Wettergott hatte ein Einſehen gehabt, zund wenn
auch nicht die Sonne zum fröhlichen Spiele der Jugend
lächelte, ſo war doch wenigſtens der Verlauf des Feſtes
durch keinerlei Ueberraſchung von „oben” geſtört. Die
Feier trug den ſchon ſeit mehr als 80 Jahren üblichen
Charakter. Mit fröhlichem Geſang marſchierten die
Kna=
ben auf den Feſtplatz, wo zunächſt von einem
Knaben=
chor ein Lied vorgetragen wurde. Sodann begrüßte der
Vorſteher der Anſtalt, Herr Volz, die Erſchienenen.
Wenn wir auch jetzt im Zeitalter der Ueberraſchungen
und der Erfindungen leben, führte der Redner in ſeiner
Begrüßungsanſprache aus, ſo würde doch dieſes Feſtzint
der ſeit mehr als 80 Jahren üblichen Formgefeiert.„Auch
in der Erziehung der Kinder gelten nochämmer die alten
Grundſätze, die von Fröbel und=Peſtalozzi aufgeſtellt“
wurden. Nur in die Breite könntezdie Betätigung dieſer!
Grundſätze noch gehen, wozu ja erfrenlicherweiſe das
größte Beſtreben vorhanden ſei. Jetztgbei der immer
mehr zunehmenden Induſtrialiſierung=der=Städte, wo
oft auch die „Frau gezwungen iſt, für’die Unterhaltung
der Familie mitzuarbeiten, und infolgedeſſen die
Kinder=
erziehung vernachläſſigen muß, kann es nur dankbar
be=
grüßt werden, wenn immer mehr Kinderhorte gegründet!
werden. Daß in dieſen Beſtrebungen unſer
Großherzogs=
paar ſtets vorangehe, haben die Poſtkartenwoche und die
Ausſtellung „Der Menſch” bewieſen. Sein Hoch
klang=
aus in ein dreifaches Hoch=auf das Großherzogliche Haus,
das begeiſtert aufgenommen wurde. Hierauf gab Herr
Volz eine Anzahl Knaben bekannt, die für, Fleiß
ausge=
zeichnet wurden, worauf die Kinder mit densüblichen
großen Brezeln und Kaffee bewirteb wurden. Nun=
be=
gann eine bunte=Reihe luſtiger Spiele, wie Topfſchlagen,
Stangenklettern,, Sackhüpfen, Wurſt= und Apfelſchnappen
und dergleichen mehr, wobei den Knaben entſprechender
Lohn winkte. Zum Schluß erquickten ſich die Kinder an
Brot und Wurſt, welch Göttermahl natürlich mit einem
Rieſenappetit verzehrt wurde. Zu der üblichen
Verkoſ=
ung ſtanden 2100 Blumentöpfe zur Verfügung.
* Goldene Hochzeit. Geh. Baurat V.
Raupp=
konnte geſtern mit ſeiner Gemahlin das Feſt der
Goldenen Hochzeit feiern. Möge dem verehrten
Jubeſpaaxe noch eine Reihesfroher und glücklicher Jahre
beſchieden ſein.
* Die Stenographen=Vereinigung „Gabelsberger”
be=
geht, wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, am Samstag,
den 7. September, im Kaiſer= und Fürſtenſaal ihr
dies=
jähriges Stiftungsfeſt. Wie in früheren Jahren,ſo
hat der Vergnügungsausſchuß auch diesmal wieder alles
unternommen, um die Feier glanzvoll zu begehen.
Neben=
theatraliſchen Darbietungen, die von Vereinigungsmitglie=
Das elektriſche Hotel.
*Eine neue Epoche im Hotelweſen
will der bekannte franzöſiſche Elektrotechniker Georgia
Knap heraufführen, indem er in der „Lichtſtadt” Paris
das errſte elektriſche Hotel eröffnet. Wie er in
einem Interview des Strand Magazine mitteilt, ſind die
Kapitalten und Pläne für dies eigenartige Unternehmen
bereits vorhanden, und in einem halben Jahr ſoll ſich
das „Elertra=Feria”=Hotel, das Gaſthaus der Zukunft,
bereits un voller Pracht erheben als ein Wunder der
Technil. Perſonal wird auch in dieſem Hotel vorhanden
ſein müſſen, aber es wird viel weniger zahlreich ſein,
als bisher, und ſeine Arbeit iſt leichter, angenehmer und
weniger ermüdend. Den Gäſten bleibt die Mehrzahl der
Bedienſteten unſichtbar. Die größte Ruhe und eine
Stim=
uung vornehmer Zurückgezogenheit wird in dem
Rieſen=
bau herrſchen, der den an den Lärm anderer Hotels
Ge=
wöhnten höchſt erfreulich auffallen wird. Der Direktor,
der in ſeinem Bureau ſitzt, wird eine wirklich allwiſſende
Perſon ſein. Er hat „elektriſche OOhren” durch die er
über alles Wichtige unterrichtet iſt. Daß alle Apparate
ſelektriſch betrieben werden, iſt ſelbſtverſtändlich. Da gibt
* die ſtets ſich bewegende Patent=Fußmatte, die den
Staub von den Schuhen entfernt, den immer in
Beweg=
ung befindlichen Aufzug, der den Gaſt nach ſeinem
Stock=
werk führt, dann das Trottoir Roulant, das die
Be=
förderung bis zu dem Zimmer beſorgt. Jeder Raum iſt
in direkter Verbindung mit den Wirtſchafts= und
Küchen=
räumen; von da führen zu jedem Zimmer elektriſche Lifts
hinauf, die die Speiſen und ſonſtige gewünſchte Dinge
befördern.
Ein Gaſt wünſcht morgens das Frühſtück. Er drückt
auf den Knopf am Knopfende des Bettes, und ſogleich
antwortet vom Kronleuchter aus eine Stimme, was der
Herr wünſcht, denn in der Lampe iſt eins der
ſprechen=
den Telephone von Knaps Erfindung verborgen. Ohne
erſt in ein Telephon ſprechen zu müſſen, gibt der Gaſt
mit ſeiner gewöhnlichen Stimme ſeine Anordnung, die
von dem unſichtbaren Diener verſtanden wird. Er
wünſcht, daß die Vorhänge fortgezogen und die Fenſter
geöffnet werden; alles geſchieht auf elektriſchem Wege
von der Kellnerzentrale aus. Die Temperatur des
Zim=
mers ſoll niedriger oder höher ſein; der Morgenkaffee
mit Gebäck, Zeitungen und Briefe werden gefordert.
Alles geſchieht, gleich als wenn der Zauberer des
Mär=
chens von ſeinen unſichtbaren Geißery bedient würde.
Das Frühſtück z. B. kommt herauf dlc einen lche
Lift, der im Nachtiſch endigt. Nach einem Druck auf den
Knopf verſchwinden wieder Taſſen und Teller, indem der
mittlere Teil der Tiſchplatte heruntergeht. Wer im
Hotel Elektra Feria wiſſen will, wie ſpät es iſt, drückt
nur auf einen Knopf, und die Stunde wird ihm ſofort
an einer aufleuchtenden Uhr an der Decke angezeigt. Die
Privatſpeiſezimmer ſtehen ebenfalls in der direkten
Ver=
bindung mit der Küche. Um den Tiſch läuft eine kleine
Eiſenbahn, auf deren Schienenweg die Speiſen durch
einen Druck, der die elektriſche Leitung in Bewegung
ſetzt, hin und her geſchickt werden können. Der
Gaſt=
geber oder die Dame, die ihre Freunde im Hotel bei ſich
ſieht, braucht nur auf einen aus der Reihe der elektriſchen
Knöpfe zu drücken, damit ein beſtimmtes Gericht vor
einem beſtimmten Stuhl Halt macht. Die unangenehme
und indiskrete Bedienung durch Kellner iſt alſo damit
ausgeſchaltet. Die Bedienung erfolgt in der prompteſten
und einfachſten Weiſe durch eine geſchickte Behandlung
des Umſchalterbretts, die die Dirigierung aller auf dem
Tiſche befindlichen Gegenſtände in das Belieben eines
Einzelnen ſtellt.
Und nun in den großen Speiſeſaal im Hotel der
Zu=
kunft! Die Speiſen erſcheinen durch elektriſchen Aufzug
in der Mitte eines jeben der vielen kleinen Tiſche. Am
Rand eines jeden Tiſches befindet ſich ein hübſcher
Bronzeſtänder, der außer der elektriſchen Lampe und dem
Lampenſchirm ein Elektrophon und ein Mikrophon
ent=
hält. Ein elektriſcher Knopf iſt im Handbereich, man
klingelt. Sogleich hört man die Stimme des Kellners
von dem Lampenſchirm her, der nach den Befehlen fragt.
Man erklärt ſeine Wünſche in hübſch lautem Ton, und
nach 5 MMinuten öffnet ſich die Tafelmitte und die
ver=
langten Speiſen erſcheinen. Iſt man fertig, ſo
verſchwin=
den auf einen Knopfdruck hin die Schüſſeln. Wenn ein
geübtes Perſonal in der Kellner= und in der
Küchen=
zentrale arbeitet, ſo will Knap für die Schnelligkeit und
Promptheit der Bedienung garantieren. Ein Kellner
kann drei bis vier Lifts und damit auch drei bis vier
Tiſche des Hauptreſtaurants bedienen. Die Bezahlung
erfolgt ebenfalls vermittels des elektriſchen Aufzugs. Ein
beſonderes Wunder ſoll der elektriſche Wintergarten des
Hotels Elektra Feria werden. Er iſt 40 Ellen lang und
45 Ellen breit in Ausſicht genommen und ſoll die
herr=
lichſten Blumen und Pflanzen erhalten. Eine Anzahl
von Grotten umgibt den Garten; man wird natürlich
ebenfalls elektriſch bedient und elektriſches Licht flutet in
bunten Fäxbungen durch den Raum. Ein unſichtbares
Eeseer lä
Die‟Tragik des hübſchen Mädchens.
() Die Schönheit der Frau ſinkt im Werte: das iſt!
das Ergebnis der ſozialen Umwälzungen, die die letzten
Jahrzehnte eingeleitet haben. Die Zahl der
Eheſchließ=
ungen in den Induſtrie= und Kulturſtaaten geht zurück;
allein in England ſind im vergangenen Jahre rund 12000
Ehen weniger geſchloſſen worden als vor fünf Jahren.
Und die Folge iſt, daß die Zahl der Mädchen und Frauen,
die ihren Lebensweg einſam zu Ende gehen müſſen, von
Jahr zu Jahr zunimmt. Aber dabei zeigt ſich ein
merk=
würdiges Phänomen, das ſich immer ſtärker ausprägt;
gerade unter den Mädchen, die unverheiratet bleiben,
nimmt die Zahl jener zu, die als beſonders hübſch gelten
müſſen und die daheim als der Stolz und die „Schönheit”
der Familie galten, während ihre weniger auffällig
hüb=
ſchen Schweſtern längſt ihren eigenen Haushalt regieren
und Kinder heranwachſen ſehen. Kein Zweifel, auf dem
Heiratsmarkte hat die Schönheit an Wert verloren. Auf
dem Heiratsmarkte; denn der Herr führt natürlich ein
beſonders hübſches Mädchen mit Vorliebe ins Theater,
und als Partnerin zum Tanze iſt ſie heißer umworben,
als ihre unauffälligeren Schweſtern. Aber als ſtete
Lebensgefährtin, als Gattin, als Mutter erhoffter Kinder
iſt gerade das ſchöne Mädchen innerhalb des
Mittelſtan=
des, wo die wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſtreng umriſſene
Grenzen ſetzen, das Aſchenbrödel geworden, das kein
verwunſchener Prinz zum Traualtar geleitet.
In einer engliſchen Zeitſchrift wird der Brief eines
biederen=Irländers veröffentlicht, der ſich mit nüchterner
Sachlichkeit damit beſchäftigt, wie er ſich die ideale Frau
vorſtellt: „Ja, ich würde gerne eine ſchöne, geſunde=Frau
nehmen, gefund an Leib und Seele. Aber hübſch braucht
ſie nicht zu ſein, denn die Schönheit geht nicht tiefer als
die Haut (beſonders bei den Frauen); eine hübſche Frau
vergeudet täglich ſchrecklich viel Zeit vor dem Spiegel.”
Das iſt grob und naiv geſagt, aber in den Worten dieſes
biederen Iren liegt etwas von der Art und Weiſe, die
den modernen Mann bei der Braukſchau beherrſcht. Der
junge Mann von heute ſcheut vor dem Gedanken zurück,
ſich an eine junge Dame zu binden, die Schönheit als den
wichtigſten Vorzug ihres Geſchlechts betrachtet. Er
be=
wundert das ſchöne Mädchen, flirtet, — und heiratet die
Schweſter. Der wirtſchaftliche Kampf um die Exiſtenz iſt
zu hart geworden, um dem emporſtrebenden Manne in
ſeinen beſten Arbeitsjahren einen Luxus zu geſtatten.
Und die Frau, der ihre Schönheit zum Lebenszweck wird
irbehrzoder Laug durch den Zwangder Verhält=
Nummer 200.
Darmſtädter Tagblatt, Momag, den 26. Nügun 1912.
n
dern ausgeführt werden, wird auch das preisgekrönte
„Wilhelm Etzoldſche Männerquartett” (Dirigent Herr Wilh.
Etzold) durch einige Männerchöre das Feſt verſchönen
Weiterhin haben Frl. V. Grote (Sopran), ſowie Herr F.
Sautier (Tenor) ihre Mitwirkung zugeſagt. Auch findet
an dieſem Abend im Fürſtenſaal eine ſtenographiſche
Aus=
ſtellung, beſtehend aus Stickereien, Malereien und
Steno=
grammen von Mitgliedern ſtatt, die gewiß für jeden
Steno=
graphiekundigen und Laien von ganz beſonderem Intereſſe
ſſein dürfte. Der Feier ſchließt ſich ein Feſtball an. Die Muſik
wird von der Kapelle des Leibg.=Inf.=Regts. Nr. 115
aus=
igeführt.
* Der Ortsgewerbeverein beſichtigt am kommenden
Mittwoch nachmittag die Tonwerke Heppenheim
der Vereinigten Speyerer Ziegelwerke, A.=G. Abfahrt
1 Uhr 7 Min. Hauptbahnhof, 1 Uhr 12 Min.
Südbahn=
hof. Gäſte können durch Mitglieder eingeführt werden
und ſind dem Führer des Ausflugs vorzuſtellen.
Einlaß=
karten bei Herrn Sattlermeiſter Wallauer,
Rhein=
ſtraße 37. (Siehe Anzeige.)
* Der Zitherklub Edelweiß veranſtaltet einen
Lehrkurſus für Gitarreſpiel. Um die
Er=
lernung des Gitarreſpiels möglichſt weiteren Kreiſen
zu ermöglichen, werden Lerninſtrumente gratis zur
Verfügung geſtellt. Der Kurſus beginnt am 4.
Sep=
tember. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
=Expedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Der Begründer der Heilsarmee
General William Boothf; der jüngſte Ausbruch des
Aetna, von Catania aus geſehen; der alte und der
neue Sultan von Marokko; der Loreleyfelſen, aus
einem Zeppelin=Luftſchiff aufgenommen.
§ Geiſtesgeſtört. Am Freitag mittag gegen 12 Uhr
wurde ein Arbeiter wegen Gemeingefährlichkeit
in das Stadtkrankenhaus verbracht.
§ Verhaftungen. Ein 35 jähriger Beamter wurde
wegen eines an einem 13 jährigen Mädchen begangenen
Sittlichkeitsverbrechens verhaftet;
des=
gleichen zwei Taglöhner, 33 und 23 Jahre alt, wegen
Diebſtahls von Kupferdraht.
§ Diebſtahl. Einer 9 Jahre alten Schülerin wurde
am Freitag mittag in der Parcusſtraße von einem
unbe=
kannten Manne ein Geldbetrag von 4 Mark
ent=
riſſen.
§ Einbruchsdiebſtahl. In der Nacht zum Samstag
wurde in dem im Hauſe Schloßgartenſtraße Nr. 5
befind=
llichen Zigarrenladen eingebrochen. Nach
Zer=
ſtrümmern der Erkerſcheibe wurden dann aus dem Erker
Tabak, Zigarren und Zigareten im ungefähren Werte
won 20 Mark entwendet.
Offenbach, 24. Aug. Der Ausbau des
Offen=
bacher Elektrizitätswerkes zu einer
Ueber=
landzentrale iſt nunmehr in nichtöffentlicher Sitzung
der Stadtverordneten endgültig beſchloſſen und
das damit verbundene Bahnprojekt einer elektriſchen
Klein=
bahn von Offenbach über Langen=Egelsbach, das von der
Frankfurter Aktiengeſellſchaft für Bahnbau und =Bekrieb
ausgeführt werden ſoll, genehmigt worden. In dem
Vertrag, der mit der Stadt Offenbach und der Geſellſchaft
abgeſchloſſen wurde, wurde vor allen Dingen darauf
Wert gelegt, daß die Stadt Herrin in ihren Straßen bleidt
und den Betrieb auf der Stadtſtrecke
jeder=
zeit ſelbſt übernehmen oder durch Dritte
aus=
führen laſſen kann. Es iſt auch berückſichtigt worden, daß
neben dem Perſonenverkehr auch der Stückguts= und
Marktverkehr eingeführt werden kann. Dem § 19, der den
Anſchlußvertrag auf mindeſtens 41 Jahre feſtlegt, wurde
ein Zuſatz angefügt, der beſtimmt, daß die Stadt das Recht
hat, bei Bedarf der Konzeſſion die ganze Bahnſtrecke in
eigene Regie zu übernehmen. Ferner wurde auch die
elek=
triſche Stromabgabe an die Stadt Neu=Iſenburg
ge=
nehmigt. — Für den Kaſernenneubau, der durch
die Verlegung der Maſchinengewehrabteilung erforderlich
iſt, hat der Militärfiskus das am Biebererberg gelegene
erforderliche Gelände 5000 Quadratmeter, von der Stadt
zu dem durchſchnittlichen noch feſtzulegenden
Taxations=
preis erworben. Die Straßenfront des Kaſernenneubaues
wird etwa 60 bis 80 Meter lang.
Stockſtadt, 24. Aug. Zurzeit finden
Unterſuch=
ungen durch die Staatsanwaltſchaft ſtatt, um
zwei gefährliche Wilddiebe zu ermitteln. Die
beiden Burſchen wurden in dieſer Woche gegen Abend von
einem Waldheger beim Wildern ertappt. Als ſie den
Be=
amten erblickten, legten ſie ſofort mit den Gewehren auf
ihn an und ſchoſſen nach ihm, ohne zum Glück zu
treffen. Darauf entflohen die beiden. Die Spuren wieſen
nach Stockſtadt, wo eben Hausſuchungen vorgenommen
werden.
Lorſch i. Ried, 24. Aug. Der Tabak hat ſtrotz des
regneriſchen Wetters in unſerem leichten Sandboden ſo
ſchöne Fortſchritte gemacht, daß man Ende
näch=
ſter Woche mit dem Brechen beginnen kann. Die Ernte
fällt quantitativ ſehr gut aus, und wenn wir
noch acht bis zehn Tage Sonnenſchein bekommen, wird
auch die Qualität gut. Man erwartet deshalb auch
wie=
der einmal annehmbare Preiſe, um ſo mehr, da
Vorver=
käufe an der oberen Bergſtraße 38—40 Mark pro Zentner
erzielten, der hieſige Tabak aber den Bergſträßer an Güte
weit übertrifft.
* Mainz, 24. Aug. Nach Abmachungen zwiſchen dem
Verein für Flugweſen und dem Grade=Piloten
Stöphaſius=Berlin wird am 1. Oktober auf dem
Mainzer Flugplatz auf dem „Großen Sand” eine Grade=
Fliegerſchule eröffnet.
Mainz, 24. Aug. Geſtern nachmittag zwiſchen 3 und
4 Uhr brach ein hieſiger Spengler in einem Haus
der Bonifaziusſtraße eine Manſarde auf, wobei er von
einem Dienſtmädchen überraſcht wurde und flüchtete.
Das Mädchen verfolgte ihn auf die Straße und machte
Vorübergehende auf ihn aufmerkſam, die ihn
feſt=
nahmen. Der Feſtgenommene iſt der „Einbrecher, der
in der letzten Zeit viele Manſardendiebſtähle verübte.
— Der Rheinwaſſerſtand hat jetzt eine für die
Schiffahrt günſtige Höhe. Nachdem in der vergangenen
Woche das Waſſer ſeinen höchſten Stand erreicht hatte,
iſt es jetzt im Fallen begriffen. Da der Bodenſee jedoch
ſchon wieder im Steigen begriffen iſt, ſo iſt erneutes
Steigen auch bei uns zu erwarten. Infolge des
günſti=
gen Waſſerſtandes können die Schiffe auf dem Rheine
mit ihrer vollen Ladung, ohne zu leichtern, die geſamte
Rheinſtrecke bis Baſel hinauf fahren. Da auch die
Neben=
flüſſe des Rheins, in erſter Linie der Main und der
Neckar, einen ſehr günſtigen Waſſerſtand aufweiſen, ſo
kamen neben den Gütern, die direkt vom Ober= und
Mit=
telrhein verladen wurden, auch ſolche von den
Nebenflüſ=
ſen zur Verfrachtung. Die Frachtſätze ſind in der letzten
Zeit etwas zurückgegangen.
Koſtheim, 24. Aug. Geſtern abend 8 Uhr wurde hier
das achtjährige Söhnchen des Taglöhners F. Schmitt
von einem Auto überfahren und erlitt einen
doppelten Bruch des linken Beines. Das Kind wollte in
der engen Straße noch ſchnell vor dem Auto
vorbeilau=
fen, wurde aber dabei von demſelben erfaßt. Der
Auto=
lenker fuhr, ohne ſich um den Ueberfahrenen zu kümmern,
weiter; ſeine Perſönlichkeit konnte bis jetzt noch nicht
feſtgeſtellt werden.
Worms, 24. Aug. Der große Erfolg des
Devrient=
ſchen Lutherfeſtſpiels, das voriges Jahr in Worms 10
Aufführungen erlebte, veranlaßte die Wormſer
Spiel=
genoſſen, nun auch das großartigſte Bühnenwerk
Devrients, „Guſtav Adolf” zur Darſtellung
vorzu=
bereiten. Es erfolgen im Spiel= und Feſthaus 3
Sonntagsaufführungen und 3 Wochentagsaufführungen,
und zwar am 8., 10., 11., 14., 15. und 22. September,
deren Beſuch für jedermann zu empfehlen iſt, zumal
Be=
ginn und Schluß den Eiſenbahnfahrzeiten nach größter
Möglichkeit angepaßt ſind. 280 Bürger und Bürgerinnen
der Stadt Worms haben ſich dieſer edlen Aufgabe
unter=
ſtellt. Orcheſter und Chöre wirken ebenfalls bei dem
großen Schauſpiel mit und Herr Hugo Waldeck,
Hof=
ſchauſpieler in Dresden, als Guſtav Adolf, ferner
Fräu=
ſein Frieda Ward=Berlin als Königin Marie Eleonore
werden in Worms ihren berühmten Künſtlernamen neue
Ehren einbringen. Die Oberleitung führt wieder, wie
im Vorjahre bei Luther, Herr Oberregiſſeur Karl
Dal=
monico=München.
Oppenheim, 24. Aug. Die Staatsanwaltſchaft hat die
von ihr gegen die Ehefrau Schober und den
Anwalts=
gehilfen Steffan eingelegte Reviſion
zurückge=
zogen. Die Sache wird das Reichsgericht deshalb nur
inſoweit beſchäftigen, als der Anwaltsgehilfe Steffan die
Aufhebung des ihn verurteilenden ſchwurgerichtlichen
Erkenntniſſes beantragt hat.
Guntersblum, 24. Aug. Eine außerordentliche
Generalverſammlung der hieſigen Spar= und
Darlehenskaſſe lehnte einen Antrag ab, zur
Unterſtützung der durch den Konkurs in Not geratenen
Mitglieder des Spar= und Kreditvereins in Nieder=
Modau einen Beitrag zu bewilligen; begründet wurde
die Ablehnung damit, daß die Sparkaſſe durch die
Unter=
ſchlagungen des Notars Hubert ſelbſt erhebliche Verluſte
hatte. Gleichfalls abgelehnt wurde ein Antrag zur Voll=
Einzahlung der Geſchäftsanteile.
Gießen, 24. Aug. Eine neue meteorologiſche
Beobachtungsſtelle in Oberheſſen ſoll anfangs
Oktober der Dürerſchule in Hochwaldhauſen angegliedert
werden. Es wird eine Station zweiter Ordnung und iſt
die dritte ihrer Art in Oberheſſen. Die beiden anderen
befinden ſich in Lauterbach und Schotten.
— Bad Nauheim, 24. Aug. Bis zum 22. Auguſt ſind
31528 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 6526 anweſend waren. Bäder wurden bis
zum 22. Auguſt 397356 abgegeben.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Aug. Die Königin
von England iſt heute nachmittag um 5,10 Uhr, von
Neuſtrelitz kommend, auf dem Stettiner Bahnhof
ange=
kommen. Sie begab ſich zunächſt nach dem Hohenzollern=
Muſeum und beſuchte dann die engliſche Botſchaft. Um
9,40 Uhr iſt die Königin wieder abgereiſt. — Die Affäre
des ehemaligen Rektors Bock, der bekanntlich wegen
angeblicher Verfehlungen an Schülerinnen zu einer
Ge=
fängnisſtrafe verurteilt worden iſt und dieſe auch
ver=
büßt hat, gewinnt ein immer eigentümlicheres Ausſehen.
Von einer Zeugin, die ſchwere Beſchuldigungen gegen ihn
erhoben hatte, liegt jetzt folgender eidesſtattlicher
Wider=
ruf vor: „Hiermit nehme ich die gegen Herrn Rektor Bock
erhobenen Beſchuldigungen als unwahr zurück. Ich bin
von der Polizei aufgehetzt worden. Rektor Bock iſt ein
Ehrenmann.‟ Dieſer Widerruf befindet ſſich bei den
Akten der Staatsanwaltſchaft. Angeſichts dieſer-
unge=
henerlichen Beſchuldigung der Polizei wäre es gut, wenn
die Oeffentlichkeit erfahren würde, in welchem Stadium
ſich das von Rektor Bock beantragte
Wiederaufnahme=
verfahren befindet. — Die Grundſtücke Potsdamer Straße
72 und 72a, die der Sportpalaſt==und
Winter=
veledrom=Geſ. m. b. H. gehören, gekangtencheute
vormittag vor dem Amtsgericht Berlin=Schöneberg zur
Zwangsverſteigerung. Der Antrag auf
Er=
öffnung des Konkurſes iſt ſeinerzeit wegen Mangels au
Maſſe abgelehnt worden. Auf den Gebänden ruhen an
Hypotheken 2 100000 Mark der Berkiner Hypothekenbank
und 1060000 Mark der Immobilienverkehrsbank. Die
niedrigſte gerichtliche Taxe betrug 2 400 060 Mark
Hypo=
thekenübernahme und 154022,70 Mark bare Auszahlung.
Den Zuſchlag erhielt mit 3200000 Mark, von denen
800000 Mark bar ausgezahlt werden, die neue
Theater= und Konzerthaus=A.=G.., die zu dem
Zwecke gegründet iſt, das Unternehmen fortzuführen. !
Metz, 24. Aug. In dem Lothringer Orte
Kneuttin=
gen verſchluckte ein Arbeiter beim Biertrinken eine Weſpe,
die ihm im Schlunde einen Stichverſetzte, der den Toddes
Mannes durch Erſticken infolge des Anſchwellens des
Schlundes herbeiführte.
Kaſſel, 24. Aug. Der Kaiſer hat ſich eine leicchte
Erkältung zugezogen. Aus dieſem Grunde wurde
geſtern abend der Beſuch des Kaiſerpaares im Hoftheater
kurz vor Beginn der Vorſtellung abgeſagt.
Neuſtadt a. H., 24. Aug. Hier erkrankten 6 Perſonen,
anſcheinend an Pilzvergiftung, hervorgerufen durch
den Genuß ſelbſtgeſuchter Schwämme. Von den
Erkrank=
ten ſind bis heute früh 3 Perſonen, eine Witwe, ihr
neuſt=
jähriger Enkel und ein Dienſtmädchen, geſtorben. Die
anderen liegen noch krank danieder.
Leipzig, 23. Aug. Das
Reichsgericht’ver=
warf die Reviſion des Fleiſchermeiſters Felix Katz,
der am 19. Juni vom Schwurgericht Beuthen=wegen des
gemeinſchaftlich mit dem Fleiſchergeſellen Timotheus
Kondziolka begangenen Ranbmordes an dem
Handels=
mann Cham=Chapper zum Tode
verurteilltswor=
den war. Kondziolka legte keine Reviſion ein. Das
Reichsgericht verwarf ferner die Reviſion des
Fabrik=
arbeiters WWilli Pickel, der am 3. Inni vom. Schwur=
niſſe zu einem Geſchöpfe des Luxus. Ueberall erntet ſie
als Mädchen Bewunderung; überall wird ſie hofiert und
die Folge kann nicht ausbleiben: ſelbſt der beſte Charakter
wird nach und nach umgeformt, die Schönheit und ihre
Erhaltung erſcheinen als wichtigſte Lebensaufgabe, und
dieſe Entwicklung führt unaufhaltſam zu jener maßloſen
Selbſtſucht, die wir heute bereits bei vielen vergötterten
amerikaniſchen Frauen mit ſchlimmer Klarheit
ausge=
prägt finden. Der Mann von heute ſucht eine
Lebens=
gefährtin, einen Kameraden, und daher entſcheiden
We=
ſen und Charakter mehr als das hübſche Geſicht, die
lockige Friſur und die elegante Figur. Das Leben hat
viel von ſeiner Romantik verloren. Das Heiratsalter
hat ſich verändert, man heiratet ſpäter; die Zahl der
Männer, die noch zwiſchen 20 und 30 Jahren die
Lebens=
gemeinſchaft mit einer Frau begründen, geht immer
mehr zurück. Man heiratet Mitte und Ende der dreißiger
Jahre; und man ſucht nicht mehr das kaum dem
Back=
fiſchalter entronnene Mädchen, ſondern die junge Dame
Mitte der Zwanziger, die bereits einen Blick ins Leben
getan hat und wenn möglich, die koſtſpieligen Genüſſe
ihrer erſten Tanz= und Theaterzeit ſchon hinter ſich hat.
Erſt kürzlich erklärte der Beſitzer eines großen engliſchen
Geſchäftshauſes einem Interviewer, daß er ſeine liebe
Not habe, tüchtige weibliche Mitarbeiter zu behalten.
Nur die ſchönen Mädchen harren aus. Die
unauffällige=
ren nehmen ihren Abſchied, weil ſie heiraten. Ich
ver=
meide es jetzt nach Kräften, auffällig hübſche Mädchen
anzuſtellen. Langjährige Erfahrungen haben mich
ge=
lehrt, daß wirklich hübſche Mädchen in der Regel ſchlechte
Arbeitskräfte ſind ſie ſind zu ſehr mit ſich beſchäftigt und
können ſich einer Idee nicht hingeben. Und gut arbeiten
kann man nur, wenn man ſeine Arbeit mit Phantaſie
um=
faßt und ſich ihr hingeben kann. Die beſten Arbeiterinnen
ſind Frauen, die nicht mit auffallender Schönheit belaſtet
ſind. Das ſind mir die wertvollſten Mitarbeiterinnen,
und gerade ſie verheiraten ſich am früheſten. Es ſcheint,
daß körperliche Schönheit ihre Anziehung verloren hat.”
Dieſe Beobachtungen werden auch durch die Feſtſtellungen
eines franzöſiſchen Gelehrten beſtätigt, der zu dem
Er=
gebnis kam, daß ſelbſt in dem heutigen Frankreich das
einfache geſunde Mädchen auf dem Heiratsmarkt
begehr=
ter iſt, als die elegante Schönheit, die ihre Lebenspflicht
mit ihrer Schönheit erfüllt zu haben glaubt.
Feuilleton.
— Miuley Hafid als Kritiker der Moden. Der
Ex=
ſultan Muley Hafid, der ſich jetzt in Frankreich gemütlich
eingerichtet hat, findet an den Frauenmoden recht wenig
Gefallen. Beſonders ärgern ihn die großen Hüte. „Die
franzöſiſchen Frauen haben ſo ſchönes Haar” erklärte er
mit fürchterlicher Naivität, nachdem er auf einer
Auto=
fahrt die elegante Geſellſchaft von Moulins=ſur=Allier
genau beobachtet hatte. „Es iſt jammerſchade, daß ſie
dieſe Pracht unter ſolchen ungeheuren Gebäuden
verber=
gen, die auch nichts von ihren Geſichtern ſehen laſſen.
Wären die Frauen klug, dann trügen ſie gar nichts auf
den Köpfen oder doch höchſtens ſolche kleine Mützen, wie
ſie der General Moinier oder der General Liautey in
Marokko trugen. Warum ſollen nur die Männer hübſche
Kopfbedeckungen tragen?” Für ſich hat Muley Hafid
einen Schlafanzug beſtellt und iſt auch dadurch der
euro=
päiſchen Kultur näher gekommen, daß er ſein erſtes Paar
Socken anlegte. Sein Kanzler und Dokmetſcher Ben
Ghabrit, hat ſich ſogar entſchloſſen, europäiſche Kleidung
anzulegen, und präſentierte ſich ſeinem Herrn in einem
fertig gekauften Anzug, der ihn ſo veränderte, daß ihn
Muley Hafid nicht wieder erkannte und über die fremde
Erſcheinung höchſt verwundert war. Des Sultans Villa
in Vichy iſt faſt immer von dichten Rauchwolken
durch=
ſtrömt, denn Muley Hafid iſt zum leidenſchaftlichen
Rau=
cher geworden und hat bereits in der kurzen Zeit für
mehr als 800 Mark Zigarren gekauft.
— Wie Henri Bergſon die Reporter täuſcht. Henri
Bergſon, Frankreichs größter Philoſoph, der auch in
Deutſchland viele Anhänger zählt, pflegt die
Oeffentlich=
keit und ihre Unruhe aufs peinlichſte zu meiden. Aber
ein böſer Zufall wollte es, daß er in dieſem Jahre als
Geſchworener ausgeloſt wurde, und zwar mußte er
ge=
rade in einem großen Senſationsprozeß, der
wochen=
lang ganz Paris in Atem hielt, ſeine Bürgerpflicht
er=
füllen. Natürlich wurde die ſtille, efeuumwachſene Villa,
die der Philoſoph in Paſſy bewohnt, Tag für Tag von
einem Schwarm neugieriger Reporter belagert, die gar
zu gern Bergſons Urteil über den Fall aus ſeinem
eige=
nen Munde vernommen hätten. Aber alle ihre
Bemüh=
ungen blieben vergeblich, denn ſtets, wenn ſie den
Gar=
ten der Villa betraten, trafen ſie dort einen Arbeiter in
Pantinen, mit einer blauen Schürze und einem
Stroh=
hut, der, die Hacke in der Hand, die Roſen pflegte. Und
der Mann ſagte ſtets mit ſchüchterner Stimme den
Jour=
naliſten: „Herr Bergſon iſt nicht zu Hauſe er ſteht täglich
ün der Frühe vor ſechs Uhr auf, geht dann fort und
kommt erſt ſehr ſpät am Abend wieder.” Aergerlich zogen
die Reporter ab und keiner der findigen Herren iſt auf
den Gedanken gekommen, daß der beſcheidene Gärtner
kein anderer war, als — Henri Bergſon ſelbſtt
C) Ein amerikaniſches Künſtlerdorf. In den durth
ihre Naturſchönheiten hervoragenden Catskill=Bergen im
Staate New=York hat ein engliſcher Künſtler, Mr,
White=
head, der früher lange in Italien gelebt hat, in
Bird=
cliff ein eigenartiges Künſtlerdorf gegründet. Er hhat
ein größeres Stück Land angekauft und darauf=über ein
Dutzend kleine Holzhäuſer errichtet, von denenseinzelne
zwei oder drei Schlafzimmer, andere dazu noch eine
Küche enthalten, alle einfach ausgeſtattet, aber mit,
Bade=
einrichtung verſehen. Für eine kleine Miete werden die
Häuſer an Künſtler abgegeben, die hier inmitten zeiner
herrlichen Natur ihren Studien obliegen wollen. In der
Mitte des Dorfes iſt ein für alle beſtimmtes Haus, in
dem man die Mahlzeiten zu ſich nehmen kann, in dem
man aber auch eine Bibliothek mit den ſchönſten alten
und neuen Büchern, mit Zeitſchriften=und Zeitungen in
den Hauptſprachen findet. Ein größerer Saal darin
dient für gymnaſtiſche Uebungen und für Vergnügen.
Auch für Knaben und Mädchen ſind Räumesvorgeſehen,
in denen ſie ſpielen und leſen können, und beſonderes
Gewicht wird auf das Modellierewän Ton gelegt. Auch
Werkſtätten für die verſchiedenen dekorntiven Künſte, für
Holz= und Webearbeiten, für Arbeiten in Kupfer uſw.
ſind vorgefehen. Das Künſtlerdorf zählt bereitssüber
100 Bewohner.
* Eine Tragikomödie auf der Lokalbahn. Ausflügker,
die in der Nacht zum Mittwoch mit dem letzten Zuge das
Müglitztal paſſierten, erlebten hinter der Station
Weeſen=
ſtein ein höchſt amüſantes Abenteuer. Die Lokomotive
des Zügle dampfte luſtig darauf los, als ſie auf einmal
einen Schreck bekam, der ihr in alle=Glieder fuhr. Vor
ihr lag quer über die Schienen ausgeſtreckt ein Munn.
Jedenfalls wollte der Lebensmüde hier hinter ſein
Da=
ſein den Schlußpunkt ſetzen. Aber die barmherzige=
Loko=
motive tat ihm den Gefallen nicht, ſondern ſtand ſofort
mit einem tüchtigen Ruck ſtill. Die Paſſagiere wurden
ſo durcheinander geſchüttelt, daß ſie ſogleich mit den
Köpfen zu den Fenſtern hinausfihren=und zitternd fragten,
was denn eigentlich Schreckliches paſſiert ſei. Einkge=
Be=
herzte hatten ſich inzwiſchen an das Hindernis
herange=
macht und entdeckten da, daß der Selbſtmordkandidat
nicht nur nicht an allen Gliedern zitterte, ſondern ſeiner
Zufriedenheit mit allen irdiſchen Dingen dadurch
Aus=
druck gab, daß er kräftig ſchnarchte. Das Staunen der
herbeigeeilten Paſſagiere wuchs aber noch mehr, als
man beim Scheine einer Laterne erkannte, daß der
Sie=
benſchläfer der — Nachtwächter des benachbarten Dorfes
war.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.
Nummer 200.
gericht Zwickau wegen Totſchlags und verſuchten
Dieb=
ſtahls zu fünfzehnjährigem Zuchthaus verurteilt
wor=
den war.
Regensburg, 24. Aug. Auf dem proteſtantiſchen
Zentralfriedhof erſteht ein ſehr vemerkenswertes
Grab=
denlmal, das Mauſoleum des vor zehn Jahren
ver=
ſtorbenen Grafen Dörn berg. Zu oberſt des auf
einem Hügel terraſſenförmig angelegten Friedhofes
nimmt es die ganze Südfront desſelben ein und
be=
herrſcht ſo nicht nur den Friedhof, ſondern die ganze
Stadt. Das eigentliche Mauſoleum iſt ein gewaltiger
Kuppelbau von etwa 30 Meter Höhe; zu beiden Seiten
iſt es von Arkaden von je 50 Meter Länge flankiert. Die
Koſten des Grabmales belaufen ſich auf 300000 Mark.
Erbaut iſt es nach den Plänen des Architekten Beſtelmeier
in München. Die innere Ausſtattung des Mauſoleums
fehlt noch; nach ihrer Vollendung werden in dasſelbe
auch die im alten proteſtantiſchen Friedhof ruhenden
Ge=
beine der Eltern und des Bruders des Stifters
über=
geführt werden. — Graf Dörnberg ſtarb unvermählt und
hatte, der Frankf. Ztg. zufolge, den größten Teil ſeines
rund 20 Millionen Mark betragenden Vermögens als
Fonds zur Errichtung eines proteſtantiſchen
Reichswaiſenhauſes in Darmſtadt beſtimmt,
mit der Beſtimmung, daß das Kapitar zuvor auf 100
Mil=
lionen Mark angewachſen ſein muß.
Erfurt, 23. Aug. Großes Aufſehen erregten vor
einem Monat in Erfurt wiederholte Verſuche, das
weit=
bekannte Hotel „Zum Ritter” in Brand zu
ſtecken. Die Polizei richtete angeſichts der Gefahr dort
eine ſtändige Wache ein, und von auswärts wurden
Kri=
minalbeamte herbeigeholt, die ſich im Hotel einlogieren
mußten. Trotzdem gelang es nicht, den unbekannten
Frevler zu ermitteln. Plötzlich nahm die Sache eine
uberraſchende Wendung. Am Mittwoch hat ſich das
Zimmerfräulein Häfner, das 24 Jahre im Hotel angeſtellt
war, nach einem Verhör vor dem Unterſuchungsrichter
ertränkt. Geſtern iſt die Ehefrau des Hotelbeſitzers ſelbſt
verhaftet worden, weil ſie eine Dienſtmagd in ihren
Aus=
fagen zu beeinfluſſen verſuchte. Man hofft, daß nunmehr
die geheimnisvolle Angelegenheit bald ganz aufgeklärt
wird.
Hamburg, 24. Aug. Ein tragiſcher Unfall
er=
eignete ſich in Glöwen. Dort fanden Kinder eine
Platz=
patrone, die ſie in ein Kindergewehr ſteckten. Die Patrone
traf beim Abſchießen einen ſechsjährigen Knaben in den
Rücken und verletzte ihn ſo ſchwer, daß er trotz ſchneller
ärztlicher Hilfe bald darauf ſtarb.
Breslau, 24. Aug. Wie vor einigen Tagen in
Neu=
ſtadt an der Oder, ſo hat ſich nun am letzten Wochenmarkt
auch in der ſchleſiſchen Weinbauſtadt Grünberg eine
Revolte der Hausfrauen wegen der hohen
Butterpreiſe abgeſpielt. Den Preis von 1.65 Mark
pro Pfund wollten die Hausfrauen nicht mehr bezahlen,
und ſſie kamen überein, den Buttermarkt zu boykottieren.
Als die Verkäufer an den Preiſen feſthielten, kam es zu
erregten Szenen und zu einem regelrechten Angriff, bei
dem der gegen früher zu doppelten Preiſen angekaufte
Weichquark als Wurfgeſchoß den Handelsfrauen ins
Ge=
ſicht geſchleudert wurde. Die Erregung wurde ſo groß,
daß die Polizei einſchreiten mußte.
Neuſtrelitz, 23. Aug. Heute nachmittag 3,30 Uhr
er=
folgte im Sonderzuge die Abreiſe der Königin
von England und der Prinzeſſin Mary. Die
eng=
liſchen Herrſchaften wurden von dem Großherzog, der
Großherzogin, dem Erbgroßherzog und der
Großherzo=
gin=Witwe zum Bahnhof geleitet, wo im Fürſtenſalon
die Verabſchiedung ſtattfand.
Königsberg, 23. Aug. Der als Schriftſteller und
Ueberſetzer bekannte Geh. Juſtizrat Ludwig Paſſarge,
ein Oſtpreuße, iſt, 88jährig, in Lindenfels (Odenwald)
geſtorben.
Kattowitz, 24. Aug. Heute nacht wurde in der
Bahn=
hofſtraße der Polizeiſergeant Lorat von dem Kontoriſten
Solik erſchoſſen. Der Täter befand ſich mit mehreren
Bekannten in einem Café. Dort entſtanden Streitigkeiten,
die ſich auf der Straße fortſetzten. Als Lorat hinzukam
und Solik verhaftete tötete ihn dieſer durch einen Schuß
in das Herz. Der Täter wurde verhaftet.
Baleſtrand, 24. Aug. Der deutſche Kaiſer
ſandte dem dreijährigen Söhnchen des norwegiſchen
Malers Norrmann, den er auf ſeiner Nordlandfahrt
ſſtets zu beſuchen pflegt, ein kleines, zierliches
Kriegs=
ſchiff, das ſich mit eigener Kraft zu bewegen vermag.
Neapel, 24. Aug. In Guiliano di Campinia bei Neapel
gab der Bürgermeiſter ein kleines Eſſen, an deſſen
Schluß Eis ſerviert wurde. Bald nachher wurden alle
Teilnehmer von heftigen Schmerzen befallen. 60 mußten
ins Hoſpital gebracht werden, wo ſie unter ſchweren
Ver=
giftungserſcheinungen verſtarben. Die übrigen
ſchweben zum Teil noch in Lebensgefahr.
Paris, 24. Aug. In dem Seebad Onival=ſur=Mer
wurden vier junge Mädchen aus Paris beim Baden von
einer ungeheuren Sturzwelle überraſcht. Drei
ertranken, nur eins konnte gerettet werden.
London, 23. Aug. Am Sarge des in der
Kongreß=
halle zu Clapton aufgebahrten Generals der Heilsarmee
Booth wurde heute ein Kranz des deutſchen
Kaiſers in weißen Lilien niedergelegt. Der Kranz
wurde durch den zur deutſchen Botſchaft kommandierten
Leutnant v. Bülow überbracht, der Befehl erhalten
hatte, der Familie Booth die Teilnahme des Kaiſers
auszuſprechen.
London, 24. Aug. Ein ſchwerer Unfall
ereig=
nete ſich geſtern an Bord des Schlachtſchiffes „
Su=
perbe” wobei zwei Matroſen ihr Leben verloren
und 14 in Gefahr ſchwebten. Der Unfall ereignete ſich in
der Nähe von Portland. Nach Schluß der Tagesübung
ſollte ein Boot herabgelaſſen werden. Die Mannſchaft,
es waren 16 Mann, hatte bereits Platz genommen, als
ein Tau nachgab, wodurch alle 16 in die See ſtürzten.
14 von ihnen wurden gerettet, zwei ertranken. Dies iſt
im Verlaufe von einem Jahre der 15. Unfall, der ſich an
Bord dieſes Schiffes ereignete
Belgrad, 24. Aug. Der abgedankte Kronprinz
Georg von Serbien ſoll an einer
Gemütskrank=
heit leiden, die eine Unterbrechung ſeiner Studien in
Frankreich und ſeine Rückkehr in die Heimat erfordert.
Der Prinz widerſetzt ſich jedoch der Rückkehr. König Peter
habe ſeinen Leibarzt nach Frankreich geſchickt, um den
Prinzen zur Rückkehr zu bewegen.
Bukareſt, 24. Aug. In der rumäniſch=amerikaniſchen
Petroleum=Raffinerie in Plöſchti erfolgte
geſtern nachmittag infolge Platzens eines Keſſels eine
ſichwere Exploſion, bei der 13 Arbeiter auf der
Stelle getötet wurden und mehrere andere ſchwere
Brand=
wunden erlitten. Die Schuld an dem Unglück trägt der
Deſtillateur Popeseu, der einen ſchadhaften Keſſel mit
Petroleum füllte und in Betrieb ſetzen ließ. Popescu
wurde bereits verhaftet.
Konſtantinopel, 24. Aug. Seit geſtern abend 8 Uhr
wütet im mohammedaniſchen Viertel, zwiſchen Galatha
und Tophane, in der Nähe der Artillerie=Geſchoßmeiſterei
ein Brand, der anſcheinend eine beträchtliche
Ausdeh=
nung nimmt. Bisher ſind 50 Häuſer den Flammen
zum Opfer gefallen. Die geſamte Feuerwehr erſchien
ſo=
fort an der Brandſtelle, doch ſind die Löſcharbeiten durch
die kleinen Gaſſen Konſtantinopels ſehr erſchwert.
Kongreſſe und Verbandstage.
53. Deutſcher Allgemeiner
Genoſſen=
ſchaftstag.
— München, 23. Aug. In den fortgeſetzten
Be=
ratungen über die Angelegenheit der Baugenoſſenſchaften
beſchäftigte ſich der Allgemeine Deutſche
Genoſſenſchafts=
tag mit dem Erbbaurecht. Hierzu lag vom Verband
der Baugenoſſenſchaften Deutſchlands folgender
An=
trag vor: Der Allgemeine Genoſſenſchaftstag erklärt:
1. Als Beſteller von Erbbaurechten werden vorausſichtlich
auch zukünftig in Deutſchland hauptſächlich nur das
Reich, die Bundesſtaaten und die Gemeinden oder
Ge=
meindeverbände in Frage kommen; private Beſitzer nur
da, wo gebundener Beſitz für die Bebauung erſchloſſen
werden ſoll. 2. Der Abſchluß eines Erbbauvertrages
wird in der Regel den Baugenoſſenſchaften keine
weſent=
lichen Vorteile bringen. Wo Erwerb zu Eigentum nötig
iſt, verdient dieſer vom Standpunkte der
Baugenoſſen=
ſchaften aus den Vorzug. 3. Vor Abſchluß eines
Erbbau=
vertrages oder durch den Erbbauvertrag hat die
Beleih=
ungsfrage ihre befriedigende Löſung zu finden. Als
Geldgeber auf Erbbaurecht werden vorausſichtlich neben
den bisherigen Erbbaubeſtellern — Reich, Staat und
Gemeinden — vor der Hand nur die Landesverſicherungs=
Anſtalten in Frage kommen. Der Referent legte folgende
Leitſätze vor: Die Zinspflicht des
Erbbauberechtig=
ten einerſeits und die dinglche Sicherſtellung der
Hypo=
thetengläubiger andererſeits bedarf einer geſetzlichen
Regelung. Die Zinspflicht des Erbbaunehmers muß
dinglich ſichergeſtellt werden. Das Erbbaurecht darf aber,
falls die Zinſen nicht gezahlt werden, nicht untergehen,
ſondern muß auf den Eigentümer mit der Verpflichtung
übergehen, an den Erbbauberechtigten eine
Entſchädig=
ung zu zahlen, die dem Werte der errichteten Gebäude
gleichkommt und aus der die Hypothekengläubiger
Deck=
ung ffinden. Der Grundeigentümer muß von
geſetzes=
wegen verpflichtet werden, bei Beendigung des
Erbbau=
rechtes dem Erbbauberechtigten den vollen Wert der
vor=
handenen Baulichkeiten zu vergüten, oder den
Erbbau=
vertrag zu verlängern. — Die Leitſätze des Referenten
und des Verbandes fanden Annahme.
In der fortgeſetzten Beſprechung der gemeinſamen
Angelegenheiten aller Genoſſenſchaften beſchäftigte ſich
der Genoſſenſchaftstag mit der Frage des
Kleinhan=
dels. Es wurde folgender Antrag des
Verbands=
anwalts angenommen: Der Allgemeine
Genoſſenſchafts=
tag iſt der Ueberzeugung, daß das Fortbeſtehen eines
leiſtungsfähigen Kleinhandelsſtandes für das geſamte
deutſche Wirtſchaftsleben erforderlich und auch durchaus
erreichbar iſt. Vorbedingung hierfür iſt aber, daß ſich die
Kleinhändler den zeitgemäßn Wirtſchaftsformen anpaſſen,
und zwar insbeſondere dadurch, daß ſie ſich moderne
kaufmänniſche Grundſätze zu eigen machen, ungeſchulte
Kräfte aus ihren Reihen fernzuhalten ſuchen, ſich durch
Anſchluß an Kreditgenoſſenſchaften die billige
Befriedig=
ung ihres Kreditbedürfniſſes ſichern und durch Gründung
von Einkaufs=Genoſſenſchaften ſich die Vorteile des
Wa=
renbezuges im großen gegen Barzahlung zu eigen
machen, wie dies ſchon der Allgemeine Genoſſenſchaftstag
zu Hannover im Jahre 1906 empfohlen hat. — Der
Re=
ferent, Gerichtsaſſeſſor Dr. Lade (Charlottenburg),
kon=
ſtatierte, daß von 243 Einkaufsgenoſſenſchaften
Deutſch=
lands die Mehrzahl den Kreiſen der
Kolonialwarenhänd=
ler angehörte. Als in der Diskuſſion Angriffe gegen die
Warenhäuſer erfolgten, bezeichnete der Verbandsanwalt
Crüger den Kampf gegen die Warenhäuſer als
erfolg=
los. Man müſſe nun einmal mit dieſen Großbetrieben
rechnen und nur dafür ſorgen, daß die kleinen Betriebe
konkurrenzfähig bleiben. Direktor Spitz=Coſel ſprach
über das Chema „Kapitalismus und
Genoſ=
ſenſchaften” und begründete folgenden Antrag
des Geſamtausſchuſſes: Gegenüber dem ſtetig wachſenden
Einfluß des modernen Kapitalismus betont der Allg.
Genoſſenſchaftstag aufs neue die hohe Bedeutung der
den Genoſſenſchaften von Schultze=Delitzſch
überkomme=
nen Aufgabe, durch Zuſammenfaſſung zahlreicher
ſchwa=
cher Kräfte machtvolle wirtſchaftliche Einheiten zu
orga=
niſieren und dieſe unter gewiſſenhafter Beachtung
genoſſenſchaftlicher Grundſätze ſo auszubauen, daß ſie
allen denen, die ſich unter dem bewährten Banner der
Selbſthilfe und Solidarität vereinigen, in dem Streben
nach Erhaltung der wirtſchaftlichen Selbſtändigkeit
ebenſo wirkſamen als dauernden Beiſtand zu leiſten
ver=
mögen. Auch dieſer Antrag wurde angenommen.
Ausſtellung „Das Gas in Haus und Gewerbe‟.
g. Im ſtädt. Saalbau wurde geſtern vormittag die
von der Zentrale für Gasverwertung in Berlin
gemein=
ſam mit dem ſtädt. Gaswerk veranſtaltete Ausſtellung
„Das Gas in Haus und Gewerbe” eröffnet. Herr
Baurat Jäger eröffnete im Namen der Bürgermeiſterei
die Ausſtellung und gab in ſeiner Eröffnungsrede eine
kurze Schilderung von der langſamen, aber ſtetigen
Wei=
terentwicklung des Gasverbrauchs, namentlich in
Darm=
ſtadt. Die erſte öffentlicher Straßenbeleuchtung dienende
Gaslampe ſei 1849 in der Dieburger Straße angebracht
worden. Im März 1855 brannten dann zum erſten Male
am Geburtstage der Großherzogin Mathilde 220
Gas=
lampen und am Hoftheater war der Namenszug der
Großherzogin mit Gaslampen angebracht. Die damalige
Beleuchtung geſchah mit den Schnittbrennern, die wenig
Licht und viel Hitze gaben. Auf dieſem Standpunkt ſei
dann die Gasbeleuchtung ſtehen geblieben, bis die
über=
mächtige emporſtrebende Konkurrenz der Elektrizität auch
die Gasfachleute zu neuen Erfindungen umnd
Ausnützungs=
möglichkeiten des Gaſes drängte. Und heute ſei man
ſoweit gekommen, daß das Gas die Konkurrenz der
Elektrizität nicht mehr zu fürchten brauche. So ſei man
z. B. durch das Preßgas davon völlig abgekommen, das
Gas in der Straßenbeleuchtung als überwundenen
Stand=
punkt zu betrachten, wie man dies nach den erſten
Erfol=
gen der elektriſchen Bogenlampen angenommen hatte.
Es ſei beachtenswert, daß gerade die großen Städte wie
Berlin, Paris, London und Petersburg wieder zum Gas
für die Straßenbeleuchtung zurückgegriffen haben. Auch
in Darmſtadt habe die Bürgermeiſterei vor der Frage
ge=
ſtanden, ob ſie die „Breite Allee” mit elcktriſchem= oder
Gaslicht beleuchten ſolle. Man habe ſich für Gas
ent=
ſchieden und habe keinen Grund, dieſen Entſchluß zu
be=
reuen. Um nun auch dem Publikum Gelegenheit zu geben,
ſich von der vielſeitigen, vorteilhaften
Verwendungsmög=
lichkeit des Gaſes zu überzeugen, habe das Gaswerk die
Gelegenheit ergriffen, dieſe Wanderausſtellung in
Darm=
ſtadt zu arrangieren.
Es ergriff ſodann die Vortragsdame der Gaszentrale
Fräulein von Geldern=Berlin das Wort zu einem
lehrreichen Vortrag über Gasverwendung. Sie führte
etwa aus: In den letzten 25 Jahren hat die Gasinduſtrie
in Deutſchland einen gewaltigen Aufſchwung genommen,
der Konſum hat ſich verfünffacht, wir ſtehen aber immer
noch am Anfang dieſer Aufwärtsbeſtrebung. Warum ſich
das Gas noch nicht, ſo einführen will, wie es dieſe billigſte
und bequemſte Heizquelle in der Tat verdient, liegt wohl
darin, daß ſich weite Kreiſe noch durch Vorurteile vom
Gebrauch des Gaſes abhalten laſſen, aber auch weite
Kreiſe vielleicht nicht einmal wiſſen, wie vielſeitig,
namentlich auch im Haushalte ſich Gas verwenden läßt.
Die Aufſtellung hat die Aufgabe, den weiteſten Kreiſen die
Gasverwertung bekannt zu machen und jedem einzelnen
Intereſſenten das ihm zu ſagende und notwendige zu
zeigen und in Betrieb vorzuführen. So haben die
Haus=
frauen Gelegenheit die verſchiedenſten Bratröhren, Kocher,
Familiengasherde, uſw aber auch Waſchapparate,
Bü=
geleinrichtungen, Heizöfen in größerer und kleinerer
Form, ſtehend und hängend, im Betrieb kennen zu lernen.
Dann auch die Heißwaſſerverſorgung für einzelne Räume,
aber auch Heißwaſſerzentralen, ſogenannte
Heißwaſſer=
ſtrom=Automaten welche das heiße Waſſer, überall nach
allen beliebigen Räumen des Hauſes hingeben.
Be=
fönders praktiſch verwendbar iſt das Gasglühlicht zur
Schaufenſterbeleuchtung — da es dem Sonnenlicht am
ähnlichſten iſt — und die Farben wirkungsvoll hebt. Um
der Gasbeleuchtung ebenfalls die Aehnlichkeit des
elekt=
riſchen Lichtes, das Zünden durch einen kleinen Schalter
zu geben, hat die moderne Gasinduſtrie verſchiedene
Fernzündungen geſchaffen. Dabei iſt beſonders auch noch
die automatiſche Treppenbeleuchtung erwähnenswert,
welche nach Einſchaltung einige Minuten anhält, alſo
normaler Weiſe für den Weg von der Haustüre bis zu
den verſchiedenen Etagen ausreicht. Faſt noch größere
Erfolge ſind dem Gaslicht auf dem Gebiet der
Außenbe=
leuchtung geworden. Hier ſind es die modernen
Preßgaslampen, welche den elektriſchen Bogenlampen in
keiner Weiſe nachſtehen, dieſe ſogar an Billigkeit bedeutend
übertreffen. Das Preßgaslicht benötigt einen höheren
Gasdruck, als das gewöhnliche =Gaslicht. Dieſer wird
durch Kompreſſoren erzeugt, die von Gasmotoren
ange=
trieben werden können.
In der Abteilung für Induſtrie ſind dann
Muffelöfen, Schmiedefeuer, Schmelzöfen, Platten für
ge=
werbliche Zwecke (Schneidereiſen) Lötkolben und anderes
ausgeſtellt In einem weiteren Raum befindet ſich eine
Einrichtung zu größerem Hotelbetrieb oder Krankenhauſe
reſp. Anſtaltsküche mit großem Gasbackofen, Suppenkeſſel,
großem Herd und eine Waſſerterme, um beſtändig
kochen=
des Waſſer zu haben. Außerdem hängt in der Abteilung
Badeöfen und Waſſerterme auch ein kleinerer Steriliſier=
Apparat für ärztliche Zwecke und ein
Kleinwarmwaſſer=
erhitzer für Friſeure. Selbſtverſtändlich kann in dem
immerhin beſchränkten Rahmen einer Wanderausſtellung
nicht alles untergebracht werden was die Gasinduſtrie
ge=
ſchaffen hat. So war es z. B. nicht möglich, ein
Maſſen=
brauſebad mit Gasbeheizung, wie dies in Schulen,
Kaſer=
nen und dergleichen vielfach Anwendung findet oder große
Steriliſierapparate für Operationszimmer, oder Apaprate
für landwirtſchaftlichen Betrieb, z. B. für
Hühner=
züchtereien, Brutkäſten und dergleichen mehr aufzuſtellen
und einzurichten. Das Bemühen der Ausſtellung wird in
dankenswerter Weiſe durch die liebenswürdige
Beteilig=
ung hieſiger Firmen unterſtützt. So ſtellt die
Inſtallations=
firma J. Nohl eine vollſtändige Zentralheizungsanlage,
ſowie das Badezimmer in den Mittelſtandswohnungen
aus, die Darmſtädter Herdfabrik und
Email=
lierwerke Gaskochherde. In der von der Firma
Stritzinger ausgeſtellten Mittelſtandswohnung, ſowie
der Arbeiterwohnküche beleuchtet das Gasglühlicht
eine feinkünſtleriſche Inndekoration, währendedie teils in
indirekter, teils direkter Weiſe angeordnete
Schaufenſter=
beleuchtung die Seidenzeuge und Kleiderſtoffe der Firma
Rothſchild die Tiſchdecken und Leinenzeuge der
Firma Becker ſowie die Konfektion der Gebrüder
Hös=
lein wirkungsvoll zur Geltung bringt. Ein Vorurteil iſt
es beſonders, das viele Damen noch gegen das Kochen mit!
Gas haben, nämlich, daß das Gas, im Vergleich zu
Kohlen zu teuer ſei In den meiſten Fällen wird wohl
die Kohlenrechnung vom Hausherrn bezahlt, während die
Gasrechnung faſt immer an die Hausfrau kommt. Unter
dieſen Umſtänden findet natürlich die Dame das Kochen
mit Kohlen weitaus billiger. Auch ſteht zu hoffen, daß es
der hieſigen Gasanſtalt bald möglich ſein möge, den
Gas=
preis etwas herabzuſetzen, dies iſt dann möglich, wenn der
Konſum immer mehr und mehr ſteigt, und die Hausfrauen
ſich immer mehr und mehr des Gasfeuers zum Kochen,
Braten und Backen bedienen.
An den beifällig aufgenommenen Vortrag ſchloß ſich
ein Rundgang durch die überſichtlich und
geſchmackvoll=
arrangierte, reichhaltige Ausſtellung, bei dem Herr
In=
genieur Puchala die ausgeſtellten Apparate des näheren
erläuterte. Die Ausſtellung enthält die
verſchiedenartig=
ſten Beleuchtungskörper zum bequemen Vergleich
neben=
einander angeordnet, Gaskochherde, Brat= und Backofen,
Röſter aller Syſteme von verſchiedenen Firmen, Heizöfen,
Warmwaſſerapparate uſw. Drei geſchmackvoll dekorierte
Schaufenſter der Firma Rothſchild, Becker und
Ge=
brüder Höslein zeigen praktiſch die vorteilhafte
Schau=
fenſterbeleuchtung durch Gas. Die Firma Nohl hat ein
modernes Badezimmer ausgeſtellt und die Firma Ludwig
Stritzinger zeigt eine vollſtändige
Wohnungsein=
richtung, beſtehend aus Schlafzimmer, Eßzimmer,
Herren=
zimmer und Küche im Geſamtpreis von 2000 Mark. Vom
Donnerstag ab ſoll eine Einrichtung, von 3000 Mark
aus=
geſtellt werden. An einem Stand der Maggi=Werke kann
man gratis die auf Gas zubereiteten Erzeugniſſe dieſer
Firma probieren. — Am Nachmittag hielt Frl. von
Geldern einen Demonſtrationsvortrag, nach deſſen Schluß
ſich die Anweſenden durch Koſtproben von der
Schmack=
haftigkeit der auf Gas zubereiteten Speiſen überzeugen
konnten, beſonders davon, daß von einem Gasgeſchmack
der Speiſen überhaupt nicht die Rede ſein kann. Die
Ausſtellung iſt täglich von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhs
abends geöffnet und iſt der Eintritt frei
Sport.
-g. Zweite Nationale Olympiſche Spiele zu Darmſtadt.
Auf dem Olympia=Sportplatz an der Heidelberger Straße
fanden geſtern, begünſtigt vom ſchönſten Wetter, die vom
Fußballklub „Olympia” veranſtalteten
olympi=
ſchen Spiele ſtatt. Am Vormittag wurden die bei den
außerordentlich ſtarken Meldungen erforderlichen
Aus=
ſcheidungskämpfe abgehalten. Hierbei war ſchon
erkenntlich, daß ausgezeichnete Mannſchaften ins Feld
geſchickt wurden, um „olympiſche” Preiſe zu erringen
(Pokale, Bowlen uſw.!!). Die
Entſcheidungs=
kämpfe am Nachmittag waren oft äußerſt ſpannend
und die Beteiligung des Publikums überraſchend lebhaft.
Der Beſuch war ziemlich gut. Im=Hauptkampfe, wo es
Rummer 200.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.
Seite 5.
galt, den Wanderpreis des Protektors, des Großherzogs,
im 3000 Meter=Stafettenlaufen zu erringen, wurde die
ſehr gute Mannſchaft des veranſtaltenden Vereins, der
Darmſtädter Fußballklub Olympia, Sieger. Der
Frank=
furter Fußballverein, der den Wanderpreis zu verteidigen
hatte, war mit der B=Mannſchaft bereits im
Ausſcheid=
ungskampf unterlegen und die A=Mannſchaft konnte im
Entſcheidungskampfe gegen die Darmſtädter Mannſchaft
nur den zweiten Platz belegen. Die einzelnen Reſultate
waren wie folgt:
100 Meter=Junior=Laufen: 1. Neumüller
(Frankfurter Fußballverein) in 12,1 Sek., 2. Hans Fuchs
(F.=K. Frankf. 1880) in 12,2 Sek., 3. Rudi Ref (F.=K.
Frankf. 1880) in 12,3 Sek., 4. Alfred Hahn (Sportverein
1900=Gießen).
Kugelſtoßen (Rekord 12,63 Meter: J. Otto=
Darm=
ſtadt). 1. W. Major (Verein für Raſenſpiele, Mannheim)
mit 11,45 Meter, 2. Müller (Turnſportverein Frankfurt)
mit 10,40 Meter, 3. Heinrich Ackermann (Sportklub
Darm=
ſtadt) mit 10,25 Meter.
3000 Meter=Laufen (Rekord 8 Min. 59,7
Sek., Sipel=Berlin). 1. Gg. Merkel (Darmſt. Sportklub)
9:36.8, 2. Karl Haas (V. f. R., Mannheim) 9:37,8,
3. Spengler (Frankf. Fußballverein).
100 Meter=Schülerlaufen. 1. Rudolf Baier
(Kickers, Würzburg) 11,8 Sek., 2. Rudolf Wenzel (
Olym=
pia, Darmſtadt) 12 Sek., 3. Kindermann (I. Mainzer
F.=K. Haſſia=Hermannia) 12,2 Sek.
1000 Meter=Junior=Laufen. Es ſtarteten
17 Läufer. t. v. Neufville (Olympia, Darmſtadt) 2:49,8,
2. Ed. Fuchs (I. Mainzer F.=K.) 2.52,2, 3. Georg
Beu=
ſcher (Frankfurter Turnverein 1860) 2:53, 4. Peter Vogt
(F.=K. Boruſſia, Fulda).
Hochſprung (Rekord 1 Meter 92,3 Zentimeter)
R. Paſemann, Berlin). 1. Mühl (Frankf. Fußballverein)
1,85 Meter, 2. Karl Becker (Kaſteler Fußballvereinigung)
1,60 Meter, 3. Oberndörfer (Turnſportverein Frankfurt)
1,60 Meter, berührt.
100 Meter=Senior=Laufen (Rekord 10,5
Sek., R. Rau, Charlottenburg). 1. Schwager (F.=K.
Frank=
furt 1880) 11,8 Sek., 2. Schnitzſpahn (Frankf. Fußballv.)
11.9 Sek., 3. Rebenſchütz (Frankf. Fußballv.) 12 Sek.
800 Meter=Laufen (Rekord 1 Min. 54,1 Sek.)
H. Braun, München). 1. Joſ. Schröck (Olympia,
Darm=
ſtadt) 2111,4, 2. Raab (Frankf. Fußballverein) 2111,6,
3. Larſen (F.=K. Frankf. 1880) 2112.
400 Meter=Stafette. 1. A=Mannſchaft: F.=K.
Frankf. 1880, 47 Sek.; 2. Fußballverein Frankf., 47,1 Sek.;
3. B=Mannſchaft F.=K. Frankf. 1880.
400 Meter=Laufen (Rekord 48,3 Sek., H. Braun,
München). 1. Held (F.=K. Frankf. 4880) 54,8 Sek., 2.
Hof=
mann (Frankf. Fußballverein) 55 Sek., 3. Schmidt (
Turn=
ſportverein Frankf.) 59 Sek.
Stabhochſprung (Rekord 3,70 Meter, R.
Paſe=
mann, Berlin). 1. Mühl (Frankf. Fußballverein) 3 Meter,
2. K. Becker (Kaſteler Fußballvereinigung) 2,90 Meter,
3. Oberndorfer (Turnſportv. Frankf.) 2,90 Meter (durch
Los entſchieden).
3000 Meter=Stafette (Rekord 8 Min. 7 Sek.).
Wanderpreis S. K. H. des Großherzogs. 1. Olympia=
Darmſtadt 8:38, 2. A=Mannſchaft Fußballverein Frankfurt
8:47,8, 3. F.=K. Boruſſia=Fulda.
Speerwerfen (Rekord 57,15 Meter). 1. Dieringer
(Fußballgeſellſchaft Ludwigshafen) 51,80 Meter, 2.
Beh=
ringer (Olympia Darmſtadt) 47,95 Meter, 3. Junium
(Fußballgeſellſchaft Ludwigshafen) 47,15 Meter.
1000 Meter=Stafette: 1. F.=K. Frankfurt
1880, 1 Min. 59,2 Sek, 2. Turnſportverein Frankf. 233,6.
Diskuswerfen (Rekord 41.84 Meter, Welz,
Ber=
lin). 1. Müller (Turnſportverein Frankfurt) 36,53 Meter,
2. Ackermann (Darmſt. Sportklub) 33.73 Meter, 3.
Ens=
graber (Olympia=Darmſtadt) 30,59 Meter.
1500 Meter=Laufen (Rekord 4 Min. 5 Sek.,
E. v. Sigel, Berlin). 1. Joſ. Schröck (Olympia,
Darm=
ſtadt) 4:32,8, 2. Dang (Olympia, Darmſtadt) 4:33,2, 3.
Haas (V. f. R., Mannheim).
1500 Meter=Stafette (Wanderpreis des Hrn.
Generalmajors Frhrn. v. Heyl). 1. A=Mannſchaft des
F.=K. Frankf. 1880, 3:40,8, 2. Turnſportverein Frankfurt
3:42 1. 3. Olympia Darmſtadt, 3:48.
Dreikampf (200 Meter=Lauſen, Dreiſprung und
Schleuderball). Geſamtwertung: 1. Mühl (Frankf.
Fuß=
ballverein) mit 9 Punkten, 2. Müller (Turnſportverein
Frankf.) mit 7 Punkten, 3. Kretzſchmar (Darmſt.
Sport=
klub) mit 5 Punkten.
* Lawn=Tennis. Einen auf Grund einer Wette. am
Mittwoch beim Bad Nauheimer Lawn=
Ten=
nis=Turnier veranſtalteten „Exhibitions=
Match” zwiſchen Kreuzer und Albrecht gewann Kreuzer
nach ſpannendem Kampf 6—1, 6—3. Am
Donners=
tag ſchlug Lindpaintner Knauer im offenen Einzelſpiel
b—1, 6—0. Breidenbach=Rackebrandt ſiegten über
Tho=
mas=Suder 6—4, 6—1. Frl. Toni Weihermann=Blank
waren über Frl. Küppers=Weihe mit 6—4, 4—6, 6—3
ſiegreich. Im Herren=Einzelſpiel mit Vorgabe ſiegte
Breidenbach (½) über v. Ilſemann (15.4) 6—4, 6—4. Im
Damen=Einzelſpiel mit Vorgabe gab es einen
ſpannen=
den Kampf zwiſchen Frl. Salin (—40) und Frau
Freien=
ſehner (¾), der beim Stand „ein Satz beide” wegen
Dunkelheit abgebrochen werden mußte und dann am
Freitag von Frl. Salin gewonnen wurde. Im Herren=
Einzelſpiel für Offiziere der Heſſiſchen Diviſion am
Frei=
tag waren ſſiegreich Leutn. Habenicht, Leutn. v.
Ilſe=
mann, Hauptm. Schwierz, Leutn. Daub. Im Herren=
Einzelſpiel ohne Vorgabe hatte Albrecht zwei ſchwere
Kämpfe gegen Gerbault (6—1, 4—6, 6—3) und
Bolon=
garo=Crevenna (4—6, 6—3, 9—5). Bering ſiegte über
Wolfgang (1—6, 8—6, 6—1) und hat nunmehr mit
Brei=
denbach um einen dritten Preis zu kämpfen. Ferner
ſind Lindpaintner und Ludwig Grüder bis zum Kampf
um den 3. Preis vorgerückt. Im Herren=Einzelſpiel mit
Vorgabe Klaſſe A war Bering erfolgreich, indem er
Bo=
longaro=Crevenna (6—2, 6—3) ſchlug. Im Damen=
Einzelſpiel mit Vorgabe iſt Frl. Bacher (15.2) durch
einen Sieg über Frl. A. Hermans (¾) bereits in die
Schlußrunde und damit zu einem 3. Preis gelangt. Im
Herren=Doppelſpiel mit Vorgabe ſind folgende Reſultate
zu verzeichnen: Bering=Daub (*) ſchl. Gerſtein=Böckel
((15.5) 6—4, 6—4, Grüder=Lindpaintner (*) ſchl.
Lieb=
mmann=Cron (15.4) 6—3, 4—6, 7—5, Fitting=v. Ilſemann
(*/) ſchl. Schwierz=v. Berchem 5—6, 6—2, 6—1. Knauer=
Weihe (15.2) ſchlug Elgee=Godſell (15) 6—2, 6—3. Im
Damen=Doppelſpiel waren Frl. Küppers=A.
Weiher=
mann (15) gegen Frl. J. und T. Weihermann ((¾) mit
6—4, 1—6, 6—1 erfolgreich. In die Zahl der
Konkur=
fenzen iſt noch ein Einzelſpiel für Senioren mit Vorgabe
eingeſchoben worden. Der 1. Preis beſteht in einem von
der hieſigen Agentur des Norddeutſchen Lloyd geſtifteten
Gutſchein für eine Fahrt auf einem Lloyddampfer von
Bremen nach Cherbourg und zurück.
Luftfahrt.
* Hamburg, 24. Aug. Das Luftſchiff „Hanſa”
iſt heute nachmittag 4 Uhr zu einer Paſſagierfahrt
aufge=
ſtiegen, an der zehn Perſonen teilnahmen. Die Fahrt ging
über Blankeneſe elbabwärts nach Pagenſand. Auf der Elbe
wurde ein intereſſantes Manöver ausgeführt. Das Schiff
ging auf das Waſſer nieder und fuhr zehn Minuten lang
mit der Gondel im Waſſer, wobei Waſſer aufgenommen
und abgelaſſen wurde. Die Rückfahrt erfolgte über
Pinne=
berg nach dem Flugplatz Fuhlsbüttel, wo die „Hanſa” um
6¼ Uhr glatt landete.
* Chartres 23. Aug. Der Flieger Frantz iſt
bei Mons abgeſtürzt und mit der Eiſenbahn hierher
zurückgekehrt, um einen Mechaniker zur Reparatur des
zerbrochenen Apparates zu holen. Vom Abſturzplatz wird
Frantz über Brüſſel nach Douai fliegen und dann
ver=
ſuchen, die Bedingungen des Pommery=Preiſes durch
einen Flug Douai-Paris-Madrid zu erfüllen.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keiner
Frantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Mit Freuden haben die hieſigen Kunſtfreunde aus
den Ankündigungen der letzten Zeit erſehen, daß die
Lei=
tung des Hoftheaters mit friſchen Kräften bemüht
iſt, das Theater zu einer neuen Blüte zu führen. Der
warme Appell, den der Herr Oberbürgermeiſter an die
Bürgerſchaft gerichtet hat, hat überall lebhaften
Wider=
hall gefunden. Bei der Erörterung der Frage, woraus
ſich der ſeitherige Rückgang des Theaterbeſuchs erklärt,
ſollte man eine Urſache nicht überſehen: die Konkurrenz
derr eiſenden Zürkusunternehmungen.
Früher galt in Darmſtadt der Grundſatz, daß auswärtige
Konkurrenzunternehmungen in Darmſtadt nur in der
theaterfreien Zeit, alſo in der Zeit von Mai bis Anfang
September zugelaſſen wurden. Dieſer Grundſatz wird
auch in anderen Städten beobachtet, und
auswär=
tige Zirkuſſe, Völkerſchauen etc. werden nur im Sommer
genehmigt. Leider hat man dieſen Grundſatz in letzter
Zeit in Darmſtadt nicht mehr beachtet. Es iſt erinnerlich,
daß im vorigen Oktober ein auswärtiger Zirkus längere
Zeit hier Vorſtellungen gab; er ſoll eine Einnahme von
60000 Mark erzielt haben! Die Folge war, daß das
Hoftheater in dieſer Zeit häufig eine gähnende Leere
aufwies, worauf auch in den Zeitungen hingewieſen
wurde. Es iſt zu hoffen, daß die zuſtändigen Behörden
künftig die auswärtigen Zirkusunternehmungen wieder
auf die theaterloſe Zeit im Sommer verweiſen,
und hierdurch dem Theater und den anderen hieſigen
Etabliſſements eine Konkurrenz zur Unzeit erſparen.
Durch den ſtärkeren Beſuch wird es dann der Leitung
des Hoftheaters ermöglicht werden, ihre ſchönen
hoch=
künſtleriſchen Pläne in die Tat umzuſetzen.
Brände.
* Charlottenburg, 25. Aug. Seit heute mittag
brennt der Dachſtuhl des „Theaters des
Weſtens” in der Kantſtraße. Die Charlottenburger
Feuerwehr iſt bemüht, den Brand zu löſchen.
Charlottenburg, 25. Aug. Ueber den Brand
des „Theater des Weſtens wird weiter gemeldet:
Das Feuer entſtand heute Vormittag, etwa um
¾12 Uhr aus noch unbekannter Urſache und dauerte
anderthalb Stunden. Das Bühnenhaus iſt
voll=
ſtändig zerſtört. Der Zuſchauerraum wurde vom
Feuer nicht ergriffen, nahm aber durch das
Waſſer und den Rauch großen Schaden. Die
Charlottenburger Feuerwehr war mit ſechs
Schlauch=
leitungen zur Stelle; ſie wird noch mehrere Stunden
mit den Aufräumungsarbeiten zu tun haben. Der
Betrieb des Theaters dürfte vorausſichtlich dieſes Jahr
nicht mehr aufgenommen werden.
London, 24. Aug. Heute abend gegen 7 Uhr
brach in der vierten Etage des
Haupttelegraphen=
amtes ein Brand aus. In kurzer Zeit ſtanden mehr
als tauſend Drähte in Flammen. Die Angeſtellten
ver=
ſuchten vergebens das Feuer zu löſchen. Als die
Feuer=
wehr kam, war es nicht mehr möglich, des Brandes
Herr zu werden. Alle Angeſtellten mußten ſofort das
Gebäude verlaſſen. Der Schaden, der an den Leitungen
und an dem Gebäude angerichtet wurde, iſt ſehr groß.
Durch Meſſungen wurde feſtgeſtellt, daß die Verbindungen
mit der Provinz unterbrochen ſind. Sofort,
nach=
dem das Feuer aufgehört hatte, wurden die
Wiederher=
ſtellungsarbeiten aufgenommen. Die Verbindung mit
dem Kontinent iſt bereits teilweiſe wieder hergeſtellt.
* Petersburg, 24. Aug. In den Newa=
Werk=
ſtätten iſt Großfeuer ausgebrochen. Die
Reparatur=
abteilung und die Keſſelabteilung ſind vollſtändig,
die Schiffbauabteilung teilweiſe verbrannt. Der Schaden
wird auf 250000 Rubel geſchätzt.
Konſtantinopel, 24. Aug. Dem Brand in der
Vorſtadt Tophane ſind etwa ſiebzig Häuſer zum
Opfer gefallen.
Literariſches.
— Aus der großen Anzahl der in den letzten Jahren
erſchienenen Reiſeliteratur geht uns das „
Verkehrs=
buch für Baden” zu. Nach dem Geleitwort iſt
das=
ſelbe von Bürgermeiſter J. de Pellegrini in Triberg
ver=
faßt und vom Badiſchen Landesverband zur Hebung des
Fremdenverkehrs in Karlsruhe herausgegeben worden.
Der beſchreibende Teil des „Verkehrsbuches” umfaßt in 10
Abſchnitten alle Gebiete des Badner Landes; etwa 200
einfarbige Bilder und 16 Seiten Dreifarbendrucke
unter=
ſtützen den textlichen Inhalt auf das glücklichſte.
Außer=
dem ſind dem „Verkehrsbuch” verſchiedene Stadtpläne uſw.
beigegeben. Der Verkaufspreis iſt auf 1 Mark feſtgeſetzt.
Erkrankung des Kaiſers.
* Berlin 25. Aug. Der Kaiſer iſt in
Wilhelms=
höhe an einer Erkältung erkrankt, welche mit leichtem,
aber ſehr ſchmerzhaftem Muskelrheumatismus verbunden
iſt. Der Kaiſer mußte infolgedeſſen auf ärztlichen
Rat ſeine Reiſe nach Wilhelmshöhe und
Dresden aufgeben.
* Wilhelmshöhe, 25. Aug. Die Parade des
4. Armeekorps bei Merſeburg wurde abgeſagt.
* Dresden, 25. Aug. Wie das
Oberhofmarſchall=
amt bekanntgibt, verlieh der Kaiſer in einem an den
König gerichteten Telegramm ſeinem ſchmerzlichen
Be=
dauern Ausdruck, den Feſtlichkeiten Sachſens und der
ſchönen Hauptſtadt wegen Erkrankung fernzubleiben und
auf das Wiederſehen der braven ſächſiſchen Truppen
ver=
zichten zu müſſen und den Erfolg der großartigen
Vorbe=
reitungen, die zu ſeinem Empfange getroffen, nicht ſelbſt
ſehen zu können. Gleichzeitig bat der Kaiſer den König,
die Parade in Zeithain ſelbſt abzuhalten. Der Kron=
prinz und die übrigen Fürſtlichkeiten wohnen als Gäſte
des Konigs den Feſtlichkeiten und der Parade bei.
Friedensverhandlungen.
HB Territet (Franz. Schweiz), 24. Aug. Wie
hier verlautet, haben tatſächlich die türkiſch=
italie=
niſchen Friedensverhandlungen ſeit kurzem
in Caur wieder begennen Die Delegierten ſind im Caux
Palace und im Erand=Hotel abgeſtiegen. Hotel=Direktion
ſowie Perſonal ſind angewieſen, über die Namen der
Telegierten rollkommen Stiliſchweigen zu bewahren und
alle Journaliſten fern zu halten. Die Verhandlungen
dürften noch geraume Zeit dauern. Es beſtätigt ſich
ferner, daß der den türkiſchen Thronfolger begleitende
Senator Azarian in London erwartet wird, von wo aus
er dann mit den türliſchen Unterhändlern in Verbindung
treten dürfte.
HB Paris, 24. Aug. Das Echo de Paris fügt zu
der Meldung über den Empfang des türkiſchen und
italieniſchen Geſandten bei Poſncaré hinzu, daß der
tür=
kiſche Geſandte Tewfik Paſcha das Auswärtige Amt in
dem Augenblick verließ, als Tittoni eintraf. Beide
Di=
plomaten begnügten ſich mit einem einfachen Gruß ohne
Händedruck. In diplomatiſchen Kreiſen glaubt man, daß
die offiziöſen Beſprechungen in Lauſanne
Ausſicht auf Erfolg haben. Man iſt jedoch der Anſicht,
daß Italien einen großen Fehler begangen habe, indem
es die Annexion proklamiert hat. Ein einfaches
Protekto=
rat hätte Italien eine größere Gewalt verliehen. Man
hofft nichts deſtoweniger, daß man eine Formel
ausfin=
dig machen wird, welche es den beiden kriegführenden
Mächten geſtattet, ſich zu verſtändigen. Man iſt der
An=
ſicht, daß Italien nicht darauf beſtehen wird, die Inſeln
im ägäiſchen Meere zu behalten. Dieſe werden als Tauſch=
Objekt dienen für das Hinterland von Tripolitanien.
Darmſtadt, 26. Auguſt.
— Hanſa=Bund. In der am Freitag, den 23. Anguſt,
ſtattgehabten Ausſchußſitzung der Bezirksgruppe Darmſtadt
des Hanſa=Bundes wurde zunächſt ein Ueberblick gegeben
über die Tagung, welche zum dreijährigen Gedächtnis der
Gründung des Hanſa=Bundes am 12. Juni d. J. in
Ber=
lin ſtattgefunden hat. Auf Grund der inzwiſchen
geſammel=
ten Erfahrungen ſind die Richtlinien des Hanſa=Bundes
in einer Anzahl von Punkten erweitert und die Statuten
in einigen Punkten abgeändert worden. Hauptſächlich
wurde ein neues Programm der Mittelſtandpolitik des
Hanſa=Bundes zwecks tatkräftiger Förderung des
Hand=
werks des Kleingewerbes und der Angeſtellten aufgeſtellt.
Die Bezirksgruppe Darmſtadt hat die Schaffung eigner
Ausſchüſſe für das Handwerk, ſowie den Detailhandel, wie
für die Angeſtellten zum Zwecke der Durchführung der in
Berlin aufgeſtellten Forderungen ins Auge gefaßt. —
Sehr eingehend wurde über das von der deutſchen
Mittel=
ſtands=Reviſions= und Buchführungsgeſellſchaft in Berlin
eingeführte Syſtem der Handwerkerbuchführung geſprochen.
Es wurde äußerſt wünſchenswert bezeichnet, daß die
Be=
zirksgruppe energiſch an der Verwirklichung des Gedankens
mitarbeitet, es möchten allen Handwerkern und Detailliſten
Mittel und Wege anhand gegeben werden, um zu einer
ſach=
gemäßen Buchführung zu gelangen. Der Geſamtausſchuß
der Bezirksgruppe Darmſtadt iſt der Ueberzeugung, daß
im gegenwärtigen Wirtſchaftsleben nur diejenigen
Be=
triebe mit Ausſicht auf Erfolg arbeiten können, welche
eine allen Anforderungen genügende Buchführung beſitzen.
Die zurzeit in Deutſchland beſtehende Fleiſchteuerung
wurde ebenfalls nach allen Richtungen erörtert. Es wurde
beſchloſſen, geeignete Schritte zu unternehmen, zur
Erlang=
ung der Aufhebung des im Jahre 1894 erlaſſenen Verbotes
der Vieheinfuhr aus Argentinien. Der Ausſchuß iſt
über=
zeugt, daß unſerem deutſchen Wirtſchaftsleben ernſtliche
Gefahr droht, wenn nicht durchgreifende Mittel gefunden
werden, um dem erwerbstätigen Bürgertum eine
ange=
meſſene Lebenshaltung zu ſichern.
Verband der Detailliſten=Vereine eim
Groß=
herzogtum Heſſen. In der Vorſt=andsſitzung am
Samstag wurden verſchiedene interne Angelegenheiten
erledigt. Herr W. Kalbfuß teilte das von dem
Detailliſten=Verein Bad Nauheim aufgeſtellte Pro=t
gramm zu dem am 15. September dort ſtattfindenden
Verbandstag mit, das gutgeheißen nurde. Die
Tagesordnung weiſt eine Reihe intereſſanter
Punkte=
auf, ſo daß ſich der Beſuch der Tagung für die heſſiſchen
Detailliſten ſehr empfiehlt. Der Vorſtand beſchloß, dem
Ausſchuß den Beitritt zum deutſchen Zentralverband
für Handel und Gewerbe in Leipzig zu empfehlen und
deſſen Tagung am 28. und 29. Auguſt 1912 in Hannover
durch einen Vertreter zu beſchicken. Sodann referierte
Herr W. Kalbfuß über die Regierungsvorlage,
be=
treffend das neue Handelskammergeſetz. Der
Geſetzentwurf ſieht eine Einſchränkung der
Wahlmög=
lichkeit vor, die eine weſentliche Behinderung der
Detailliſten, ſich an den Handelskammerwahlen zu=
be=
teiligen, im Gefolge haben kann. Nach Eingang der
Beſchlüſſe der einzelnen Verbandsvereine wird der„
Vor=
ſtand zu der Frage Stellung nehmen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 24. Aug. Der Panzerkreuzer 65” kehrt heute abend nach Beendigung ſeiner
Probefahrt aus der Danziger Bucht nach Kiel
zu=
rück, um nach kurzer Ausrüſtung für die Herbſtmanöver
in den Verband der Hochſeeflotte einzutreten. Die
Er=
gebniſſe der Probefahrt, bei der das Schiff in
drei=
ſtündiger forcierter Fahrt eine Höchſtgeſchwindigkeit von
28,4 Seemeilen erreicht hat, ſind außerordentlich
zufrie=
denſtellend und haben die Konſtruktionsforderungen
in mehrfacher Hinſicht übertroffen. Beſonders
hervorzu=
heben iſt unter anderem der geringe Kohlenverbrauch,
der hinter dem Konſtruktionsvoranſchlag zurückbleibt,
desgleichen die Geſchwindigkeitsleiſtung, die trotz der
nachträglich eingebauten Schlingerkiele erreicht wurde.
Der neue Kreuzer hat damit die vorzüglichen Leiſtungen
ſeiner Vorgänger „v. d. Tann” und „Moltke” übertroffen.
* Berlin, 24. Aug. Der „Reichsanzeiger” meldet die
Ernennung des Pfarrers der Diakoniſſen=Anſtalt zu
Frankfurt a. M., Otto Dettmering, zum
General=
ſuperintendenten des Konſiſtorialbezirks Kaſſel.
*Berlin, 24. Aug. Die „Berliner Korreſpondenz”
ſchreibt: Anläßlich des Einſturzes der
Landungs=
brücke in Binz iſt dem Regierungspräſidenten der
Seebezirke eine ſchärfere Ueberwachung derartiger
An=
lagen, ſowie der Promenadenſtege und Badeanſtalten
in Bezug auf ihre Standfähigkeit und auf Vorkehrungen
zur Sicherung des Verkehrs auf und in ihnen zur
Pflicht gemacht worden. Die Vorſtände der
Waſſerbau=
ämter ſollen beauftragt werden, noch während der
dies=
jährigen Badezeit eine eingehende techniſche Prüfung
dieſer Anlagen vorzunehmen und auf die Beſeitigung
etwa gefundener Mängel hinzuwirken. Ueber die Rege=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.
Numriter
lung einer dauernden Ueberwachung ſind die
Regierungs=
präſidenten veranlaßt worden, der Zentralinſtanz
Vor=
ſchläge zu machen.
München, 24. Aug. Das Oberhofmarſchallamt in
Hohenſchwangau teilt mit, daß entgegen den in Berliner
Zeitungen veröffentlichten ungünſtigen Meldungen über
den Geſundheitszuſtand des Prinzregenten
dieſer ſich vollſtändig wohl befindet. Er ſtehe jeden
Morgen um 6 Uhr früh auf, erledige Regierungsgeſchäfte,
nehme die Vorträge der Reſſortminiſter entgegen und
macht nachmittags zwei= bis dreiſtündige Spazierfahrten.
* München, 24. Aug. Die Oberrangiermeiſter im
Hauptbahnhofe Möller und Schottenhammel,
ſowie deſſen Gattinnen, ſind erkrankt nach dem
Genuſſe von ſelbſtgepflückten Pilzen. Die beiden
Frauen ſind bereits geſtorben; die Männer liegen
lebensgefährlich erkrankt im Krankenhaus.
*München, 25. Aug. Geſtern abend ſtarben auch
Oberrangiermeiſter Schottenhaml und deſſen
Schwieger=
ſohn Butz an den Folgen der Pilzvergiftung. Das
Ableben des Oberrangiermeiſters Müller wird ſtündlich
erwartet. Der Zuſtand des 18jährigen Ludwig
Schotten=
haml iſt bedenklich. Bisher ſind vier Perſonen geſtorben.
* Brandenburg a. d. Havel, 24. Aug. Die
Bren=
naborwerke teilen mit: Der Streik und die
dar=
auf folgende 14tägige Ausſperrung in den
Bren=
naborwerken in Brandenburg wurden heute beendet.
Die Firma Gebrüder Reichſtein erklärte ſich
be=
reit, die von ihr ausgeſperrten Arbeiter wieder
vollzäh=
lig einzuſtellen. Sie übernahm dagegen keine
Verpflich=
tung, die 102 Streikenden von neuem zu beſchäftigen. Mit
der Arbeiterſchaft ſind Abmachungen getroffen, um
Dif=
ferenzen, wie die, die zur Schließung der Werke führten,
in Zukunft zu vermeiden.
Dresden, 24. Aug. Heute ſtarb hier Wilhelm
Heinrich v. Ompteda, Kammerherr und Hofmarſchall
a. D. weiland des Königs Georg V. von Hannover.
Er war der Vater des in Meran lebenden bekannten
Schriftſtellers.
* Wien, 24. Aug. Der Direktor des Hofburgtheaters,
Freiherr v. Berger, iſt heute morgen geſtorben.
Nur kurze Zeit hat Frhr. v. Berger das Amt des
Wiener Hofburgdirektors verwalten können. Er wurde
am 1. März 1910 der Nachfolger Paul Schlenthers.
Frhr. v. Berger war 1853 geboren, ſtudierte zuerſt die
Rechte, dann Philoſophie und habilitierte ſich 1886 an
der Wiener Univerſität, wo er 1894 zum
außerordent=
lichen Profeſſor ernannt wurde. Seine Liebe zum
Theater führte ihn aber ſchon im Jahr darauf zur
Hofburg, an der er artiſtiſcher Sekretär wurde. 1899
ging er als Direktor des neuerrichteten Deutſchen
Schau=
ſpielhauſes nach Hamburg und wirkte hier 11 Jahre
lang. Auch als geiſtvoller Schriftſteller und Aeſthetiker
hat ſich Frhr. v. Berger einen Namen gemacht. Er
ver=
öffentlichte u. a.: Dramaturgiſche Vorträge, Studien und
Kritiken, Ueber Drama und Theater,
Jugenderinne=
rungen und Geſammelte Gedichte. Der Freiherrſtand
wurde ihm 1887 nach dem Tod ſeines Vaters verliehen,
der Träger des Großkreuzes des Eiſernen Kronen=Ordens
geweſen war.
* Sinzig, 24. Aug. Zu Ehren des Grafen
Berch=
told und ſeiner Gemahlin fand heute abend Galadiner
tſtatt, an dem auch der rumäniſche Miniſter und ſonſtige
hohe Würdenträger teilnahmen. König Carol verlieh
dem Grafen Berchtold das Großkreuz des Carol=Ordens,
dem Geſandten Prinz Fürſtenberg das Großkreuz der
Krone von Rumänien, dem Grafen Hoyos das
Kom=
turkreuz des Sterns von Rumänien. — Die Blätter
begrüßen einmütig den Grafen Berchtold und ſagen,
der Beſuch befeſtige noch mehr die an ſich ſchon enge
Freundſchaft, welche die beiden Souveräne und ihre
Völker verbinde.
Brüſſel, 24. Aug. Der Zug Chatehinau=Givet iſt
beider Station Romedenne entgleiſt. Mehrere Wagen
wurden zertrümmert, einige Paſſagiere verletzt.
* Chriſtiania, 24. Aug. Der 25. Kongreß des
Inſtituts für internationales Recht wurde
heute mittag 12½ Uhr im Nobelinſtitut eröffnet.
An=
weſend waren der König, das diplomatiſche Korps,
Mit=
glieder der Regierung und des Storting, Vertreter von
Wiſſenſchaft und Kunſt, von Handel und Gewerbe. Von
60 Mitgliedern des Inſtituts waren 45 erſchienen. Der
Miniſter des Aeußern, Irgens, bewillkommnete die
An=
weſenden im Namen der Regierung. Sodann hielt
Mi=
niſter Hagerup die Eröffnungsrede.
Konſtantinopel, 24. Aug. Senator Halim Bey iſt
zum Juſtizminiſter, Danich Bey zum Miniſter des
Aeußern und Ariſtidi Paſcha, der früher ſchon ein
Portefeuille hatte, zum Poſtminiſter ernannt worden.
* Konſtantinopel, 24. Aug. Von S. M. S.
Lore=
ley” ſind in der durch das Erdbeben am meiſten
be=
troffenen Orten: Samos, Myriofito, Chora und
Peri=
ſtaſis von den aus Deutſchland gekommenen Spenden
Lebensmittel, Verbandszeug, Medikamente,
Kleidungs=
ſtücke u. a. verteilt worden. Die Bevölkerung nahm die
Hilfeleiſtung mit lebhafter Freude und Dankbarkeit auf.
* Waſhington, 25. Aug. Präſident Taft hat die
Panamakanal=Bill geſtern abend
unterzeich=
net. In einem Memorandum, das er an den Kongreß
richtete, empfiehlt er die Annahme einer Reſolution, in
der er erklärt, daß die Regierung die Beſtimmungen
dieſer Bill nicht als die Verletzung irgend eines
Ver=
trages betrachte.
— Berlin, 25. Aug. In der Nacht zum Sonntag
entſtand, als ein Hausdiener wegen Unfugs
feſtgenom=
men wurde, in der Münzſtraße ein großer
Menſchen=
auflauf. Der Schutzmann Gabbert, der die
Menſchen=
menge zerſtreuen wollte, wurde von einem 25jährigen
Burſchen angefallen und zu Boden geworfen. Er gab
dann in der höchſten Not, als ihm der Säbel entfallen
war, auf den Angreifer einen Schuß ab. Die Menge
entfloh. Der Getroffene brach nach wenigen Schritten
tot zuſammen. Seine Perſonalien ſind noch nicht
feſtgeſtellt.
— Eberswalde, 25. Aug. Am Großſchiffahrtswege
dem ſogenannten Kaiſerweg, fand ein großer
Damm=
rutſch ſtatt, wobei ein Lowren=Zug hinabgeriſſen wurde.
Den zahlreichen Arbeitern gelang es, ſich durch
Ab=
ſpringen zu retten.
— Kotbus, 25. Aug. Die Strafkammer
ver=
urteilte den Redakteur von der ſozialdemokratiſchen
„Märkiſchen Stimme” zu zwei Monaten Gefängnis,
weil er zurzeit der Reichstagswahl in einem Artikel dem
Amtsvorſteher Granz in Drehna Mißbrauch der Amts
gewalt vorwarf. Der Angeklagte gab zu, daß es ſich
um einen Dorſklatſch gehandelt habe.
— London, 25. Aug. Als von dem Kriegsſchiff
„Superbe” in der Nähe von Portland Bill bei
Wey=
mouth ein Boot herabgelaſſen wurde, in welchem 16 Mann
Platz genommen hatten, gab eines der Gleittaue nach.
Alle 16 Mann ſtürzten ins Waſſer. Es wurden
ihnen ſofort Taue und Rettungsringe zugeworfen. Fünf
Offiziere ſprangen ins Waſſer, um die Matroſen zu
retten. Nur den Anſtrengungen dieſer Offiziere iſt es
zu danken, daß nur zwei Mann ihr Leben verloren und
die übrigen 14 gerettet werden konnten.
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tillerie=Kaſerne (Regt. Nr. 25).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofßuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die „Redaktion des Tagblatts” zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind
beizu=
fügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Un=
verlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
Familiennachrichten.
(17898
Else Katz
Arthur Plaut
VERLOBTE
Darmstadt, den 25. August 1912.
Empfangstage:
Samstag, den 31. August,
Sonntag, den 1. September.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute abend verſchied plötzlich infolge
Herz=
ſchlags meine liebe, teure Frau, unſere gute
Mutter, Nichte, =Schwägerin und Tante
Frau Susanne Bopp
1
geb. Zufall
im Alter von 47 Jahren.
(17869
Im Namen der Hinterbliebenen:
Karl Bopp und Söhne.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
Die Beerdigung efindet Montag, den 26. Aug.,
nachmittags um 4 Uhr, vom Sterbehauſe
Heinheimerſtraße 74 aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlichster
Teil-
nahme bei dem unersetzlichen Verluste
un-
seres teueren Entschlafenen sagen wir unseren
innigsten Dank.
(17889
Frau W. Stephan u. Kinder.
Darmstadt, den 24. August 1912.
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.
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darauf entfallenden Gewinne (Topfpflanzen) alsbald verabfolgt werden.
Darmſtadt, den 24. Auguſt 1912.
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.
Nummer 200.
Handel und Verkehr.
— patent=Anmeldungen. (Mitgeteilt von Dipl.=
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Bureau, Darmſtadt.) 12 o. M. 46874. Verfahren zur
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bar. Babenhauſer Eiſengießerei und Herdfabrik Brückner
u. Fuchs, Babenhauſen, Heſſen. 11. 7. 12. B. 59178 37c.
518 116. Kittloſe Oberlichtſproſſe mit auswechſelbarer
Schweißwaſſerkandel. Reinhold Rudolph, Offenbach a. M.,
Frankfurterſtraße 65. 4. 7. 12. R. 33 235. 37c. 518117.
Kittloſe Oberlichtſproſſe mit auswechſelbarer
Schweiß=
waſſerkandel. Reinhold Rudolph, Offenbach a. M.,
Frank=
furterſtraße 65. 4. 7. 12. R. 33 389. 63 c. 518 495
Vor=
richtung, die das Ueberſchlagen von Automobilen u. dgl.
verhindern ſoll. Hermann Kühn, Mainz, Martinſtraße 16.
2. 7 12. K. 53 898.
H Frankfurt a. M., 24. Aug. (
Börſen=
wochenbericht.) Die Deutſchen Börſen hatten
wäh=
rend der abgelaufenen Geſchäftswoche ein recht freundliches
Ausſehen; man war durchwegs in feſter Stimmung und
auch der Verkehr entwickelte ſich ziemlich lebhaft. Zunächſt
fand der Geldmarkt eine zuverſichtlichere Beurteilung, da
die Verhältniſſe ſich günſtiger geſtalteten. Der Ausweis
unſerer Reichsbank bot eine weitere Kräftigung im Status,
wenn er auch minder ſtark wie in der entſprechenden
Woche des Vorjahres iſt. Dabei bemerkte man auch wieder
das Hereinkommen einiger Beträge franzöſiſchen Geldes.
Der Induſtrie ſind ferner große Beſtellungen auf
Loko=
motiven für die Preußiſch=Heſſiſchen= und Reichsländiſchen
Eiſenbahnen zugegangen. Wenn man dazu die weiterhin
befriedigend lautenden Berichte vom amerikaniſchen Eiſen=
und Stahlmarkt, ſowie die anhaltend günſtige Situation
des Kupfermarktes in Betracht zieht, ſo haben die Börſen
alle Urſache zur Animierung des Geſchäfts.
Zu den Einzelheiten übergehend, bleiben Deutſche
Renten in luſtloſer Haltung. Viel bemerkt wurde eine
Auslaſſung aus Verſicherungs=Geſellſchaftskreiſen, die die
Wirkung der zwangsweiſen Anlage des Prämienfonds in
Deutſchen Anleihen als bedeutungslos für den Markt und
negativ für die Geſellſchaften bezeichnete. Von den
aus=
ländiſchen Staatsfonds waren beſonders die türkiſchen, und
darunter die Türkiſchen Loſe, lebhaft und höher; ferner
ruſ=
ſiſche Gattungen, Chineſen und Ungariſche gefragt. In
Transportaktien vollzogen ſich große Umſätze, vorwiegend
in Hamburger Paketfahrt und Norddeutſcher Lloyd, welche
beide anſehnlich avancieren konnten auf neue recht
zuver=
lläſſige Darſtellungen der Lage im Reedereigewerbe. Man
glaubt, daß der Friedensſchluß zwiſchen Italien und der
Türkei einzelne ſeither brach liegende Zweige im
inter=
nationalen Güterverkehr beleben und daß dies den
Schiff=
fahrtsgeſellſchaften ſehr zuſtatten kommen werde. Auf dieſe
Hoffnungen hin ſtiegen auch Orientbahnen bis 165
Pro=
zent und italieniſche Meridional bis 121 Prozent, ebenſo
Lombarden (Südbahn) bis 19½. Größeres Intereſſe
be=
ſtand noch für 3prozentige Südbahn=Prioritäten, für welche
der Friedensſchluß ebenfalls von Einfluß ſein würde
durch ſchnellere Erledigung der
Sanierungsverhand=
lungen.
Am Bankenmarkt ſind geringe Veränderungen; nur
Oeſterreichiſche Kreditaktien ſchwächer. Die
Veröffentlich=
ung der Semeſtralbilanz dieſer Geſellſchaft hat die
Speku=
lation, angeſichts des geringen Mehrgewinns, enttäuſcht,
trotzdem das Inſtitut wieder anſehnliche Reſerveſtellungen
vornimmt und man vom zweiten Semeſter einen günſtigen
Abſchluß des Konſortialkontos erwartet.
Elektrizitäts=
werke lagen im Ultimoverkehr ſtiller und zum größten
Teil ſchwächer. Naphtha wurden bis 345 heraufgeſetzt,
anſcheinend für ruſſiſche Rechnung, während Steana
Romana bei bedeutenden Umſätzen ungefähr den Kurs
der Vorwoche (155¾) behaupteten; man taxiert die
Divi=
dende der letzteren auf 9 Prozent gegen vorjährige 8
Pro=
zent.
In chineſiſchen Werten überragen dieſe Woche die
Ab=
ſchwächungen. Deutfche Gold= und Silber=Scheideanſtalt
bis 705¼, Chemiſche Albert bis 471½, Höchſter Farbwerke
bis 650, Badiſche Anilin bis 538½, Chemiſche Griesheim
bis 258½ und Rütgers bis 198,60. Nur Holzverkohlung
ſchließen feſter (324,75) und Kunſtſeide erholt bis 121¼.
Sonſt waren die Umſätze ebenfalls kleiner. Kleyer aut
be=
hauptet 560, ebenſo Aluminium 251,25, Illkikchner
Mühlen=
werke 125 und Hilgers 258. Von Brauereiaktien waren
Binding zu 197½ und Stern=Oberrad zu 207,75 höher.
Stark gedrückt waren Bielefelder Maſchinenfabrik bis
484 ohne nähere bekannte Gründe, ferner Fahrzeug
Eiſenach bis 119½ nachgebend. Im freien Verkehr
wur=
den Rhein. Automobilfabrik (Benz) in Erwartung eines
günſtigen Semeſtral=Abſchluſſes bis 234½ bezahlt.
Mon=
tanaktien ſchließen nach mehrfachen Schwankungen in feſter
Tendenz; für Phönix ſtimulierten Dividendenſchätzungen
bis 17 Prozent gehend, gegen 15 Prozent im Vorjahre.
Die glänzenden Ziffern des Kohlenſyndikats=Berichts
hatten auf den Kurs der Kohlenwerte nur geringen
Ein=
fluß. Zuckeraktien bleiben recht feſt, Waghäuſel 227½,
Frankenthal 434½. Erwähnenswert iſt die Feſtigkeit für
Peruaner in London (11½ und 48¾), welche auch teilweiſe
in deutſchem Beſitze ſind; ferner waren dort Diamantaktien
ſteigend (de Beers bis 21½¼, Premiers bis 11¾)
Von Loſen notieren: Augsburger 35,60,
Braun=
ſchweiger 197,50, Pappenheimer 62,40, Genua 205 G.,
Türkiſche 172,50, Freiburger 75,40, Ungariſche 360,50,
Meininger 35,40, Venediger 45,—, Mailänder 45=Fres.=Loſe
152,—, Mailänder 10=Fres.=Loſe 32,—, Raab=Grazer An=
rechtsſcheine 37,90, in Reichsmark; Gothaer Prämie II
117,70, Donau=Regulierung 145,—, Madrider 74 B., in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918
un=
kündbar) 100,75, 3½proz. Reichs 89,60 G., 3proz. Reichs
79,75, 4proz. Heſſen von 1899 99,90 B., 4proz. Heſſen von
1906 100 6 4proz. Heſſen von 1908/09 100,—, 4proz.
Heſſen (unkündbar bis 1921) 100,50, 3½proz. Heſſen
88,— 3proz. Heſſen 77,40, 4proz. Darmſtädter 99 G.,
3½proz. Darmſtädter 89,50, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 18—23) 99,80 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 24—25) 99,90 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 3—5) 88,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 9—11) 88,70 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 10—12) 99,80 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 13—14) 99,90, 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 1—3) 88,80 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 4) 88,70 G., Darmſtädter Bank 121½, Südd.
Eiſen=
bahn=Geſellſchaft 129 G., Südd. Immobilien=Geſellſchaft
(Mainz) 63,— Lederwerke vormals Spicharz (Offenbach
a. M.) 68 B., Schramms Lack= und Farbenfabriken (
Offen=
bach a. M.) 271 B., Chemiſche Mühlheim a. M. 62,80,
Privatdiskonto 4¼ Prozent (in Berlin 4 Prozent),
Schantungbahn 134,— South=Weſtafrika 143,— Otavi=
Anteile 91,50, Otavi=Genußſcheine 70 G., 4½proz. Ruſſen
100,50 G., 4proz. 1880er Ruſſen 90,40 G., 4proz. 1902er
Ruſſen 9,95, 3/proz. Ruſſen 88,25, 3½proz. Ruſſen 83,50 G.,
3proz. Ruſſen 80,50 G., 4proz. unifizierte Türken 91 G.,
4proz. Adminiſtrations=Türken 82 G., 4proz. Bagdadbahn
83,25, 4proz. konvertierte Türken (1905/11) 80,75 G., 5proz.
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Nummer 200.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.
Seite 0.
Bekanntmachung.
betreffend die ſchmerzloſe Tötung von Hunden und Katzen.
In dem polizeilichen Hundeaſyl, Beſſungerſtraße 56, ſind ſeit
einiger Zeit zwei Kohlenſäure=Tötungsapparate (ein größerer und
ein kleinerer) aufgeſtellt, mit denen die Tötung der polizeilich
einge=
fangenen und nicht ausgelöſten oder nicht verkauften Hunde erfolgt.
Mit dieſen Apparaten werden auch jederzeit auf Antrag der Beſitzer
Hunde und Katzen getötet. Die hierfür zu entrichtende Gebühr, die
ſeither 2 Mk. betrug, wird vom 1. k. Mts. an auf 1.50 Mk.
herab=
geſetzt. Die Bedienung der Apparate erfolgt durch den Verwalter
des Hundeaſyls, Polizeihundeaufſeher Klotz, Beſſungerſtraße 56.
Auf Wunſch werden die zu tötenden Tiere von dem Verwalter des
Hundeaſyls gegen eine beſondere Gebühr von 50 Pfg. abgeholt.
Die Körper der getöteten Tiere werden an die Kreisabdeckerei
ab=
geliefert, wodurch weitere Koſten nicht entſtehen.
Anmeldungen ſind an den Verwalter des Hundeaſyls,
Polizei=
hundeaufſeher Klotz, Beſſungerſtraße 56, direkt oder durch
Vermitt=
lung des zuſtändigen Polizeireviers zu richten.
Die Verwendung der Apparate wird von uns unter
Mitwir=
kung des Großh. Kreisveterinäramts überwacht.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
(17895od
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des
Waſſer=
rohrnetzes in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 26. zu Dienstag, den
27. Auguſt lfd. Js. werden geſpült:
Spülbezirk V.
Derſelbe wird umfaßt von der Frankfurter=Straße (
Herrngarten=
ſeite), Odenwaldbahn, Dieburger= und Alexanderſtraße und enthält
Theaterplatz und Muſeum.
Mitgeſpült werden die außerhalb liegenden Straßenteile: Kranich
ſteiner=Straße, Hohler=Weg, Dieburger=Straße und Ringſtraße (äußere),
zwiſchen Dieburger=Straße und Seiterswieſenweg.
Spülbezirk VIII.
Derſelbe liegt ſüdlich der Heinrichsſtraße bis zur Wilhelminen=,
Karls= und Beſſunger=Straße und öſtlich der Ludwigshöhſtraße.
Mitgeſpült werden die Straßen der Mathildenhöhe.
. In der Nacht von Mittwoch, den 28. zu Donnerstag,
den 29. Auguſt lfd. Js. wird geſpült:
Spülbezirk Ix.
Derſelbe liegt weſtlich des Straßenzuges Ludwigshöhſtraße,
Beſſunger=, Karls= und Wilhelminenſtraße und wird von der Heinrichs=
und Eſchollbrücker=Straße begrenzt.
Außerdem findet in der Nacht von Donnerstag, den 29. zu
Freitag, den 30. Auguſt lfd. Js. eine Druckrohrſpülung ſtatt.
Darmſtadt, den 14. Auguſt 1912.
Städtiſche Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
(17735so
Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 79778 bis Nr. 100000
und Nr. 1 bis einſchießlich Nr. 13888 werden aufgefordert, die
Verſatzzeit der Pfänder verlängern zu laſſen. Bis Ende Auguſt d. J.
iſt die einfache, vom 1. bis 10. September 1912 die doppelte
Verlängerungsgebühr zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis 10. September d. J. nicht
verlängert wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 19. Oktober d. J.,
vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 21. Oktober d. J.
ab, werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
(14155a
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.
Städtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
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unterricht.
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Das Wintersemester beginnt Dienstag, den 8. Oktober.
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Die Firma Karl Ax, G. m. b. H.
in Arheilgen bei Darmſtadt, hat
ihren Sitz nach Burg bei Herborn
verlegt, die Zweigniederlaſſung in
Burg aufgehoben und iſt in
Liquidation getreten. Zu
Liqui=
datoren ſind Ingenieur Otto
Mayer in Darmſtadt und Otto
Schramm, Kaufmann in Herborn,
beſtellt, die die Firma gemeinſam
(17887
zeichnen.
Darmſtadt, 22. Auguſt 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.
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Flechte, gut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe,
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in der Turnhalle am Woogsplatz,
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Feſtrede, Konzert, Geſang u. turneriſchen Aufführungen.
Wir laden unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen
zu zahlreichem Beſuche ein.
Eintrittskarten für unſere Mitglieder pp. werden ausgegeben
von Montag, den 26. Auguſt ab bis Samstag, den 31. Anguſt,
mittags 12 Uhr, bei den Kameraden:
1. Herrn Buchdruckereibeſitzer Bender, Beſſungerſtraße 47,
2. Herrn Kaufmann Hahn, Schwanenſtraße 20 (Ecke
Schloß=
gartenplatz) und
3. am Schalter in der Turnhalle am Woogsplatz.
Nichtmitglieder erhalten Eintrittskarten von Samstag, 31. Aug.
ab nur am Schalter in der Turnhalle am Woogsplatz.
Sämtliche Eintrittskarten werden unentgeltlich verabreicht, ohne
Eintrittskarte iſt der Zutritt nicht geſtattet.
(17886od
Orden=, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand.
OefsgenerbvereinWarmstadf.e
Mittwoch, den 28. Auguſt, nachmittags
Beſichtigung der Vereinigten Speyerer Ziegelwerke A.=G.
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Gesellschaft „Arminius‟ Darmstadt
Gegründet 1911.
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Vereinslokal: „Zum Landgrafen Georg‟.
Unſer diesjähriges Stiftungsfeſt findet am Samstag, den
7. September a. c., abends 8½ Uhr, im Konkordiaſaale,
Wald=
ſtraße 33, in Form einer
Abendunterhaltung mit Ball
ſtatt. U. a. gelangt zur Aufführung: „Die Villa” in Darmſtädter
Mundart, Geſang= und Muſikvorträge ꝛc. Die Muſik wird von einer
Abteilung des Leibgarde=Dragoner=Regiments Nr. 23 geſtellt. —
Eintrittskarten im Vorverkauf à 25 Pfg., an der Abendkaſſe à 30 Pfg.
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Dirigenten einen Kurſus für Guitarre=Spieler zu errichten. Um
die Erlernung möglichſt weiten Kreiſen zu ermöglichen, werden Lern=
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Inſtrumente gratis zur Verfügung geſtellt.
Der Kurſus beginnt am
4. September I. Js.
und ſind Anmeldungen an die Muſikalien= und
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Man trinkt „Kornfranck” mit einer Kleinen Beimischung von
Aecht Franck-Kaffeezusatz‟. Das Getränk hat die bekannts
Kaffeefarbe, es schmeckt fein und mittelKräftig.
Die andere Art:
Man trinkt „Kornfranck” mit einer grösseren Beimischung van
nAscht Franck” (etwa ½ „Kornfranck” mit ½ „Aecht Franck‟k
Das Getränk ist intensiv dunkel, der
Geschmack fein, voll und Kräftig,
Die dritte Art:
Man trinkt „Kornfranck” als Mischung von „Körnfranck” und
BohnenKaffee mit einer Beigabe von „Aecht Franck-
Haffes-
zusatz” (etwa je ½). Das Getränk ist intensiv dunkel, den
Geschmack sehr fein, voll und Kräftig.
Milch und Zucker nach Gewohnheit.
(III17883
Jamilie Seerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck vervoten.)
3)
Ach, das iſt ja Ada! Erfreut winkte Chriſta mit der
Hand hinüber. Dann wurde ſie rot. Kam dort nicht
Peter Geißler? Ja, er war es. Sie erkannte die blonde
Hünengeſtalt des jungen Malers. Ei, deſſen Gruß mußte
ſie abſangen. Sie beugte ſich etwas aus dem Fenſter.
Ada, was für ne Ada? fragte intereſſiert Karl Auguſt
den Bruder. Ein äußerſt pikantes Geſchöpfchen. Wie kam’s
denn, daß die geſtern abend nicht mit auf dem Ball war?
Das war nicht möglich Sie iſt die Tochter des
Bal=
lettmeiſters Jerling. Ganz ruhig und ſchlicht ſagte es
Joachim, und doch klopfte ihm ſein Herz dabei.
Was! Ach nee! Hätte ich für was Hochfeudales
ge=
halten. Wohl gar Ballettratte? Karl Auguſt ließ
ent=
täuſcht das Glas aus ſeinem Auge gleiten.
Fräulein Jerling iſt eine hochanſtändige Dame Es
denkt kein Menſch daran, daß ſie jemals einen Fuß auf
die Bühne geſetzt hätte. Ueberhaupt—
Langſam und umſtändlich kniff Karl Auguſt wieder
ſein Monokel ins Auge.
Sieh, ſieh, woher weißt denn Du, daß ſie eine
hoch=
anſtändige junge Dame iſt? Hat ſie Dich vielleicht
ab=
blitzen laſſen? Oder —, er pfiff leiſe durch die Zähne.
O, jetzt wird mir manches klar, was mir geſtern dunkel
war. Ja, dem Vater einer ſo ſchönen Tochter drückt man
ſchon gelegentlich mal die Hand, ſelbſt wenn man einten
Fehlgriff damit begeht. Was? Haſt übrigens keinen
Uhlen Geſchmack entwickelt, Kleiner. Das muß Dir der
ſetd inſen. Shein Scſt nd ehane zu habet, die
kleine ſchwarze Perſon!
Da fuhr Joachim empor.
Ich verbiete Dir, in dieſem Ton von der jungen Dame
zu ſprechen! Sie gibt Chriſta übrigens Malſtunde, und
wenn Mama das geſtattet, wirſt Du wohl einſehen, daß
auch nicht das gerinſte gegen den guten Ruf Fräulein
Jerlings einzuwenden iſt.
Mein Gott, was will das beſagen! Mama in ihrer
erhabenen Weltanſchauung wird ſich nicht um die Tugend
von jemanden bekümmern, der ihrer Anſicht nach beinah
mit den Dienſtboten auf einer Stufe ſteht Immerhin
finde ich einen direkten Verkehr dieſer Perſon mit Chriſta
ganz unpaſſend und ich werde nicht verſäumen, Mama
darauf aufmerkſam zu machen!
Auf was? Welchen Verkehr hält mein Herr Bruder
nicht für paſſend für mich? Chriſta war vom Fenſter
zu=
rückgetreten. Sie ſah enttäuſcht aus. Peter Geißler war
vorübergegangen, ohne ſie zu ſehen. Er hatte es
augen=
ſcheinlich ſehr eilig gehabt, Ada Jerling zu grüßen, die er
von Karlsruhe her kannte.
Karl Auguſt hält Deinen Umgang mit Fräulein
Jer=
ling für unpaſſend! erklärte Joachim. Er war blaß und
ſtrich nervös über ſein Schnurrbärtchen.
Iſt er auch, ſagte Chriſta gereizt und hochmütig. Sie
ärgerte ſich, daß Peter Geißler ſie um Adas willen nicht
geſehen hatte. Da traf ihr Blick Joachim. Er tat ihr
leid und raſch ſetzte ſie hinzu: nach der Meinung, die in
unſeren Kreiſen herrſcht, denn Ada iſt keine „geborene”.
Sie kann kein von, zu oder auf vor ihren Namen ſetzen.
Aber ich kann Euch ſagen, an Bildung ſteckt ſie alle meine
hochgeborenen Freundinnen in die Taſche. Geradezu ein
Gons ſind ur de Siuden, die ich uit hr delhangen
kann. Chriſta hatte ihren Aerger überwunden. Ihre
ge=
ſunde, verſtändige Denkungsweiſe ließ es nicht zu, daß
jemand die, die ſie wirklich lieb hatte, angriff
Denkt nur, ſetzte ſie, als ihre Brüder fortgeſetzt
ſchwie=
gen, hinzu: Peter Geißler ſagt, Ada hätte immenſes
Ta=
lent, aber ſie müßte hinaus, müßte in Paris, München
und anderen Kunſtſtädten noch ſtudieren. Dann würde ſie
Großes erreichen. Aber ſie bleibt hier in Bellburg, ihrem
Vater zuliebe, und könnte doch draußen in der Welt Ruhm,
Ehre und einen großen Namen erlangen.
Na, vielleicht gelingt es ihr auch hier und zwar auf
einfachere und bequemere Weiſe, einen „großen Namen”
zu erjagen. In leiſem Spott ſagte es Karl Auguſt und
verwendete kein Auge von Joachim, der ſich
augenſchein=
lich mühte, ſeine Faſſung wieder zu erlangen. Er
wür=
digte den Bruder aber keiner weiteren Antwort, und das
ärgerte Karl Auguſt erſt recht. Langſam ſagte er:
Dein oſtentatives Schweigen, mein Lieber, iſt
augen=
blicklich etwas geſucht und — unangebracht! Zum
Diplo=
meten haſt Du, das verrät Dein Benehmen, übrigens
wenig Talent!
Vielleicht bin ich mir deſſen bewußter, als Du glaubſt,
Karl Auguſt. Aber wenn ich mich einmal dazu entſchließe,
dieſe Erkenntnis in eine befreiende Tat umzuwandeln,
werde ich Dir dankbar ſein, daß Du in brüderlicher Liebe
Verſtändnis dafür bezeigteſt.
Betreten blickte Karl Auguſt von Joachim zu Chriſta.
Was ſollte denn das heißen? Aber die ſtand auch mit
einer ſonderbar abweiſenden Miene da. Einfach
unge=
mütlich dieſe beiden! Er hatte ſich den Urlaub wirklich
amüſanter vorgeſtellt.
Nummer 200.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.
Seite 11.
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Der Gong rief im Leerſenſchen Hauſe zum
Mittags=
mahl.
Geräuſchlos Uffnete Jakob, der alte Diener, die Tür
zum Arbeitszimmer des Miniſters.
Exzellenz, es iſt ſo weit, meldete er mit devoter
Stimme. Er war es ſo gewöhnt, denn oft hutte ſein
Herr, in ſeine Arbeiten vertieft, am Schreibtiſch dieſen
Mahnruf zur Mahlzeit vergeſſen.
Gewöhnlich nickte ihm Exzellenz freundlich zu, zum
Zeichen, daß er verſtanden habe, und war ihm dann bald
nach dem ſaalartigen Speiſezimmer gefolgt.
Heute nichts von alledem. Geiſtesabweſend ſtarrte
der alte Herr vor ſich hin und nannte leiſe murmelnd
Zah=
len und Worte.
Dreimal wiederholte in kurzen Zwiſchenräumen Jakob
ſeine Meldung; dann erſt erfolgte das gewohnte
Kopf=
nicken und er war entlaſſen.
Leiſe und unhörbar entfernte ſich Jakob, im Gehen
nachſinnend, was wohl der Herr haben könnte Er ſah ſo
ſchlecht aus, ſo blaß und verſtört. Aber da hörte er ſchon
das Rauſchen der Schleppe der gnädigen Frau. Da kam
ſie mit dem Herrn Oberleutnant. Jakob riß den
Herrſchaf=
ten die Tür zum Eßzimmer auf.
Frau von Leerſen war nachdenklich. Ein ärgerlicher
Bug lag auf ihrem Geſicht. Karl Auguſt aber ſah verlegen
und etwas indigniert aus. Mama ſchien ungehalten zu
ſein, ernſtlich ungehalten über die hohe Summe, um die
er ſie gebeten hatte, da er ſie dringend zur Begleichung
ſeiner Verbindlichkeiten brauchte. Sie hatte allerlei ihm
unverſtändliche Andeutungen gemacht, daß Papa gerade
eit heit menen gan enernich eintet dabe, e
munſch=
daß man ſich, ſoweit es irgend gehe, im Haushalt
ein=
ſchränke, und ferner verlange er, daß die Herren Söhne
von nun an mit dem reichlich bemeſſenen Wechſel
aus=
kämen. Bei Joachim ſei das auch der Fall, hatte Mama
vorwurfsvoll hinzugefügt, aber er verſtände es, wie es
ſchien, nicht, richtig zu wirtſchaften! So ein Unſinn! Er,
der in einem teueren Kavallerieregiment ſtand, durfte ſich
doch wahrhaftig als Sohn des Miniſters nicht lumpen
laſſen! Pah, Joachim mit ſeinen ſpießbürgerlichen
Be=
dürfniſſen! Ueberhaupt, Joachim war nur ſchuld an
Ma=
mas Laune! Aber warum hatte er ihr auch nur die alberne
Geſchichte von dieſer Ballettmeiſterstochter erzählt! Damit
hatte er ſich ſelbſt alles verdorben. Was ging es ihn im
Grunde an, ob ſich Joachim verplemperte oder nicht? Um
Joachims willen hatte er es auch ſchließlich nicht geſagt,
ſondern Chriſtas wegen. Er hielt es direkt für ſeine
Pflicht, Chriſta dieſen ſchädlichen Einflüſſen zu entziehen.
Es war ganz offenkundig, ſie nahm durch dieſen Umgang
ſchlechte Manieren an. Woher hätte ſie ſonſt dieſe freie
ungezwungene Art und Weiſe, die ihn ſchon mehrfach
be=
leidigt hatte, annehmen ſollen?
ſand geur nicht eneden zu worten, des ſene oribernige
Liebe vorſorgend nur das Beſte für ſie wollte. Sie hatte
ihn geradezu verächtlich von Kopf bis zu Füßen angeſehen,
als Mama ſie zu ſich hatte rufen laſſen und ihr erklärt
hatte, daß von heute an ihre Malſtunden bei Fräulein
Jerling eingeſtellt würden, aus Gründen, die ſie nicht für
nötig erachte, der Tochter milzuteilen.
Chriſta hatte ohne ein Wort der Erwiderung das
Sunen eieſte, Mer des frientie genchen hr e,
ausgeſchüttet hatte, ſah man an der Zurückhaltung, mit
der die beiden ihn jetzt begrüßten.
Frau von Leerſen aber hielt es für überflüſſig und
inkorrekt, Joachim etwas von dem zu ſagen, was ihr Karl
Auguſt im Vertrauen vorhin mitgeteilt hatte. Er war ja
klug genug, aus ihren Maßregeln zu entnehmen, daß
die=
ſes Mädchen nicht in ihr Haus gehöre. Damit war dieſer
dummen, die ganze Familie entwürdigende Liebelei mit
einemmal ein Ende gemacht. Ihres Dafürhaltens war
doch Joachim dieſer Perſon, die ihr die Oberhofmeiſterin
von Recken ſelbſt als ſehr vortreffliche Mallehrerin für
Chriſta empfohlen hatte, nur ab und zu mal auf dem Flur
oder auf der Treppe begegnet. Karl Auguſt hatte in ſeiner
vornehmen, allem Gemeinen abholden Geſinnung ſicher zu
ſchwarz geſehen.
In gedrückter Stimmung verfloß das Mittagsmahl.
Nur mühſam ſchleppte ſich die Unterhaltung hin, an der
innerlich kein einziger teilnahm.
Am ſonderbarſten aber benahm ſich Miniſter Leerſen
ſelbſt, ohne daß das indeſſen von ſeinen Angehörigen
be=
ſonders beachtet wurde. Die Gedanken, des alten Herrn
eir chen es er ait en er äcre
lebhaft, ſich überſtürzend, als müſſe er irgend jemand mit
ſeinen Reden und Erzählungen zum Schweigen bringen.
Dabei lag eine flackernde Röte auf ſeinem eingefallenen
Geſicht und ſeine Augen gingen unruhig hin und her. Er
befahl dem Diener, Sekt zu ſervieren, und immer wieder
ermahnte er ſeine Kinder, luſtig zu ſein=und ihm Beſcheid
zu tun!
(Fortſetzung folgt.
Seite 12.)
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