Darmstädter Tagblatt 1912


26. August 1912

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Das Neueſte vom Tage.

Der Kaiſer hat wegen Erkältung ſeine Teilnahme
an den Manövern abgeſagt und die Reiſe nach Merſe=
burg
und Dresden aufgegeben.
Der deutſche Kaiſer ließ am Sarge des Generals
der Heilsarmee Booth einen Kranz niederlegen.
Die Königin von England iſt am Freitag von
Neuſtrelitz wieder abgereiſt und hat nach einem mehr=
ſtündigen
Aufenthalt in Berlin die Rückreiſe nach Eng=
land
angetreten.
An Pilzvergiftungen ſind in Neuſtadt a. O. drei
und in München vier Perſonen geſtorben und meh=
rere
bedenklich erkrankt.
Der Direktor des Wiener Burgtheaters,
Frhr. von Berger, iſt am Samstag geſtorben.
Der Flieger Frantz iſt bei Mons abgeſtürzt und
hat den Flug nach Berlin aufgegeben.
Im Londoner Haupttelegraphenamt brach
am Samstag abend ein großer Brand aus, der
ſehr großen Schaden an den Leitungen und dem Gebäude
angerichtet hat.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 5 und 6.

Die Friedensausſichten.

** Es ſcheint doch mit den Verhandlungen zwiſchen
Italien und der Türkei wegen einer Baſis für den Frie=
densſchluß
ernſt zu werden, wenn man auch noch auf bei=
den
Seiten die Einleitung offizieller Beſprechungen in Ab=
rede
ſtellt. War es ſchon auffällig, daß türkiſcherſeits die
Dislozierung der Dardanellentruppen damit begründet
wurde, von den Italienern ſei nichts mehr zu befürchten,
weil der Friede bald bevorſtehe, ſo gibt auch eine von
autoritativer Seite ſtammende Konſtantinopeler Meldung
zu denken, welche zwar die Beauftragung Tewfik Paſchas
mit der Leitung der Friedensverhandlungen dementiert,
aber doch zugeſteht, daß der den türkiſchen Thronfolger
nach der Schweiz begleitende Senator Azarian wahrſchein=
lich
in Lauſanne mit italieniſchen Delegierten Unterhand=
lungen
pflegen werde, und daran den bemerkenswerten
Zuſatz knüpft, inzwiſchen befänden ſich Italien und die
Türkei faſt im Waffenſtillſtande. Dieſes faſt iſt zwar
im Völkerrechte ein unbekannter Begriff, aber es ſoll wohl
damit geſagt ſein, daß ſtillſchweigend von größeren Ak=
tionen
vorläufig abgeſehen werde. Ein verabredeter Waf=
fenſtillſtand
beſteht nicht, wie ja auch ausdrücklich von
italieniſcher Seite betont wird.
Die Hauptſchwierigkeit für den Beginn offizieller
Friedensverhandlungen liegt darin, daß keine der beiden
kriegführenden Mächte durch erlittene Niederlagen ge=
nötigt
iſt, die andere um Frieden zu bitten. Wer ſoll nun
den Anfang machen und damit den Anſchein erwecken, der
unterlegene Teil zu ſein! Das Verlangen, dieſem merk=
würdigſten
aller Kriege bald ein Ziel geſetzt zu ſehen, be=
ſteht
auf beiden Seiten, aber weder kann Italien ſich
darauf ſtützen, die Türkei aufs Haupt geſchlagen zu haben,
noch darf man ſich in Konſtantinopel der Hoffnung hin=
geben
, jemals Erfolge über die Italiener davontragen zu
können, wie ja überhaupt von größeren Waffenerfolgen
in dieſem Kriege keine Rede war. Bei der Türkei ſowohl
wie bei Italien ſprechen wirtſchaftliche Gründe für die
Beendigung der Feindſeligkeiten, denn der türkiſche Han=
del
zur See iſt völlig lahmgelegt, und Italien kann die
Kriegskoſten ohne ſchwere Beeinträchtigung ſeiner Finan=
zen
nicht mehr lange tragen.
Wir meinen, daß auch in dieſem Falle das Wort gilt:
Wo ein Wille iſt, da iſt auch ein Weg. Und wenn beide
Staaten nur etwas Entgegenkommen zeigen, wenn Italien
ſeine geringen Erfolge bedenkt und die Türkei berückſich=
tigt
, daß die Italieier nicht ganz leer aus dem Kriege
hervorgehen dürfen, dann kann es an einer Verſtändigung
nicht fehlen.

Fortſchrittliche Volkspartei und Jeſuiten=
geſetz
.

* In fortſchrittlichen Kreiſen ſcheint ſich
ein Umſchwung in der Auffaſſung des Jeſuitengeſetzes
anzubahnen. Früher haben die meiſten Mitglieder der
jetzt in der Fortſchrittlichen Volkspartei vereinigten frei=
ſinnigen
Fraktionen für die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes
geſtimmt, ſo in den Jahren 1893, 1895 und 1904. Auch
in der freiſinnigen Preſſe wurde der Standpunkt vertre=
ten
, daß die linksliberalen Fraktionen gegen dieſes Geſetz
eintreten ſollten.
Das ſcheint jetzt anders zu werden. Dieſer Tage iſt
bereits die Berliner Morgenpoſt dafür eingetreten, daß

auch die Fortſchrittliche Volkspartei jetzt die Forderung
nach Aufhebung des Geſetzes ablehnen ſoll, gewiſſerma=
ßen
um der bayeriſchen Regierung zu zeigen, daß ſie mit
der Umgehung eines Reichsgeſetzes nichts erreicht. Später
laſſe ſich über die Sache wohl reden. Wird hier grund=
ſätzlich
an dem Jeſuitengeſetz als einem Ausnahmegeſetz
feſtgehalten, ſo rückt ein Artikel des fortſchrittlichen Ber=
liner
Börſen=Curiers auch dieſer Auffaſſung zu=
leibe
. Es wird dort die Frage aufgeworfen, ob die
Wertung des Jeſuitengeſetzes als Aus=
nahmegeſetz
wirklich berechtigt iſt, und zur Be=
antwortung
ausgeführt:
Rein formell betrachtet, läßt ſich dies behaupten, aber
auch nurformell. Geht man der Frage auf den Grund,
ſo liegt die Sache doch nicht ſo einfach Zunächſt handelt
es ſich hier bei der die Aufhebung des Jeſuitengeſetzes
fordernden Partei um die Vertreter des politiſchen
Katholizismus. Dieſe aber pflegen ſonſt ſelbſt keines=
wegs
Gegner von Ausnahmegeſetzen zu ſein, wenn ſie
durch ſolche Geſetze Vorteile erzielen können. Man denke
nur an das Privilegium, das im Lande der allgemeinen
Dienſtpflicht die katholiſchen Thaologen vom Militär=
dienſt
befreit. Man denke weiter daran, in welchem Um=
fang
durch den § 166 des Reichsſtrafgeſetzbuchs katho=
liſch
=kirchliche Einrichtungen und Gebräuche einen beſon=
deren
Schutz des Geſetzes beſitzen, wie er keiner anderen
Kirchengemeinſchaft in gleicher Weiſe zuteil wird. Wer
ſolche Privilegien beſitzt, ſollte nicht über Ausnahme=
geſetze
ſchreien.
Aber das iſt es nicht allein, was hier in Betracht
kommt. Wie die Verhältniſſe gerade in Rückſicht auf den
eben genannten § 166 des Strafgeſetzbuchs liegen, würde
eine Aufhebung des Jeſuitengeſetzes nicht nur bedeuten,
daß dieſes Ausnahmegeſetz künftig fortfält, nein
dieſer aus guten Gründen von vielen Staaten durch die
Geſetzgebung ausgeſchloſſene Orden, deſſen Eigenart ſelbſt
Päpſte in der Vergangenheit veranlaßt hat, ihn zeitwei=
lig
aufzuheben würde, ſobald er in vollem Umfange
in Deutſchland wieder zugelaſſen iſt, unter den religiö=
ſen
Schutzparagraphen 166 fallen. Er würde nicht wie
jeder ſonſtige Verein behandelt, ſondern dieſem Privile=
gium
unterſtellt werden, daß, wer gegen ihn den geiſtigen
Kampf in voller Schärfe führt, ſich einer vom Staats=
anwalt
zu verfolgenden Straftat ſchuldig macht.
Man mag über den Jeſuitenorden denken, wie man
will, daß er wie kein anderer Orden eine ausgeſprochen
konfeſſionelle Kampforganiſation iſt, darüber be=
ſteht
kein Zweifel. Seine ganze Geſchichte bezeugt es.
Die volle Entfaltung ſeiner Macht in Deutſchland würde
den unſeligen konfeſſionellen Hader in
Deutſchland noch weit mehr ſteigern, als es jetzt der
Fall iſt. Wir haben wahrlich keinen Anlaß, einer ſol=
chen
Kampforganiſation, die ihrem Weſen und ihrer Ten=
denz
nach keinerlei Toleranz kennt und kennen kann, die
Tätigkeit in Deutſchland zu erleichtern, ja dieſe Tätig=
keit
dann ſofort, wenn das Ausnahmegeſetz aufgehoben
iſt, unter das Privilegium des § 166 zu ſtellen. Dieſe
ſachlichen Geſichtspunkte ſcheinen uns entſcheidender
zu ſein, als der rein formale Geſichtspunkt, man müſſe
von liberaler Seite für die Aufhebung des Jeſuiten=
geſetzes
eintreten, weil es ein Ausnahmegeſetz ſei.
Wir ſtehen mit dieſer Auffaſſung innerhalb der Volks=
partei
vielleicht iſeliert da. Das kann uns nicht davon
abhalten, ſie für ſachlich richtiger zu halten. Wir könnten
uns für eine volle Aufhebung des Feſuttengeſetzes nur
entſcheiden zwvenn das Zentrum ſoinerſeits auch für
Aufhebung all der Ausnahmegeſetze eintritt die dem
Katholizismus als Privilegien dienen, alſo Zwang des
Militärdienſtes auch für die katholiſchen Theologen
(Dienſtpflicht für ſie, ehe ſie ihr Studium vollendet haben!)
und Beſchränkung des § 166 mindeſtens auf die reine
Gottesläſterung niemals aber Unterſtellung der Tätig=
keit
der Orden unter dieſen Schutzparagraphen.
Hat man dieſe Privilegien der Strafgeſetzgebung
für die kathol. Orden aufgehoben dann, aber auch erſt
dann iſt die Parität geſchaffen, von der aus die volle Auf=
hebung
des Jeſuitengeſetzes gefordert und gerechterweiſe
durchgeführt werden kann. Bis dahin ſind es nur for=
male
Geſichtspunkte, mit denen man die Linke zur Auf=
hebung
des Geſetzes beſtimmt, und das halten wir für
ſachlich falſch.
In der fortſchrittlichen Fraktion im Reichstage dürfte
die Mehrzahl der Abgeordneten dieſe Auffaſſung teilen,
die auch in der fortſchrittlichen Wählerſchaft allgemein iſt.

Deutſches Reich.

Erbſchaftsſteuer. Die Norddeutſche Allge=
meine
Ztg. ſchreibt:
Die Preſſe beſchäftigt ſich auf Grund von Aeuße=
rungen
des Juſtizrats Bamberger fortwährend mit der
Behauptung, daß angeblich bei der Erbſchaftsſteuer un=
geheure
Hinterziehungen vorgekommen ſeien. In Nummer
807 der Kölniſchen Zeitung bezeichnete Bamberger es
neuerdings als richtig, daß nach ſeiner wefentlich auf amt=
lichen
Schätzungen geſtützten Berechnung die jetzige Erb=
ſchaftsſteuer
96 Millionen anſtelle von 40 Millionen jähr=
lich
bringen müßte, und daß es ſich bei dieſen fehlenden

56 Millionen Mark um Ausfälle an der wirklich geſchulde=
ten
Steuer handle. Die Behauptung enthält einen
ſchweren Vorwurf auch gegen die Tätigkeit der Erbſchafts=
ſteuerbehörden
, die zulaſſen ſollen, daß ſich mehr als die
Hälfte der Steuererhebung entzieht. Die Ertragsſchätzun=
gen
für die Erbſchaftsſtener und für das im Jahre 1908
vorgeſchlagene erweiterte Erbrecht des Staates haben
ſämtlich zur Grundlage das jährlich in Deutſchland
vorausſichtlich ererdte Vermögen, und ſie berechnen die=
ſes
aus den in Preußen zur Ergänzungsſteuer veranlag=
ten
Vermögen. Es iſt leicht einzuſehen, daß dieſes Ver=
mögen
, wenn es zur Vererbung kommt, ſich unmöglich
der Veranlagung zur Erbſchaftsſteuer entziehen kann,
da es ja den Steuerbehörden völlig bekannnt iſt. Eing
Kritik der Bambergerſchen Zahlen im einzelnen würde
ſich erübrigen, wenn es nicht auffallend erſcheinen müßte,
daß überhaupt die amtlichen Vorausſetzungen ſo außer=
ordentlich
fehlgegriffen haben ſollten. Dies iſt indeſſen
nicht der Fall; denn die amtliche Schätzung des Ertrags
der Erbſchaftsſteuer in der Begründung zu dem Geſetz=
entwurf
von 1906 lautete nicht auf 96, ſondern auf 72
Millionen, und ein höherer Sollbetrag hätte insbeſondere
für 1907, worauf die Bambergerſchen Zahlen allein ſich
beziehen, nicht in Betracht kommen können, da im Jahre
1907 die Erbſchaftsſteuer noch durchaus nicht voll in Er=
ſcheinung
treten konnte. Zu der Summe von 96 Millio=
nen
Mark iſt Bamberger gekommen, indem er aus der von
ihm angenommenen jährlichen ſteuerpflichtigen Erbmaſſe
den Steuerbetrag nach 8 Prozent dieſer Maſſe berechnete.
Nach der amtlichen Erbſchaftsſtatiſtik beträgt die Steuer
nur durchſchnitlich 55 Prozent der ſtenerpflichtigen Erb=
maſſe
, ein Satz, deſſen Anwendung annähernd auf die
frühere amtliche Ertragsſchätzung hinführt. Daß in den
amtlichen Schätzungen, wenn auch nicht in dem Umfange,
wie nach den Preſſeäußerungen vermutet werden könnte,
über die tatſächlichen Erträgniſſe der Steuer hinausge=
gangen
wurde kann nicht auffallen, da es der äußerſt
ſchwierigen Erfaſſung und der Steuerverteilung des Volks=
vermögens
im Wege des Erbgangs bei der Aufſtellung
der Schätzungen an faſt jeder ſtatiſtiſchen Unterlage fehlte.
Abnahme der Soldatenmißhandlun=
gen
. Im Jahre 1910, über das jetzt eine Kriminal=
ſtatiſtik
des deutſchen Heeres vorliegt, iſt wieder ein er=
heblicher
Rückgang der Soldatenmißhandlungen feſtzu=
ſtellen
. In den Jahren 19011905 war der Durchſchnitt
der Soldatenmißhandlungen 670 geweſen, im Jahre 1907
ſank die Zahl auf 421, 1908 auf 393, 1909 auf 386, 1910
auf 340 Fälle. Daraus geht hervor, daß die Maßnahmen,
die von allen maßgebenden Stellen gegen die Mißhand=
lung
Untergebener durch Vorgeſetzte ergriffen wurden,
auf fruchtbaren Boden gefallen ſind. Sehr weſentlich iſt
die Tatſache, daß die früheren Mißbräuche, die von den
ſogenannten alten Leuten gegen die Rekruten ausge=
übt
wurden, infolge des energiſchen Einſchreitens der
vorgeſetzten Stellen faſt gänzlich aufgehört haben.
Die bayeriſche Lotteriefrage. Aus
München wird der Frankf. Ztg. geſchrieben: Der Aus=
ſchuß
der Kammer der Reichsräte hat die Regierungsvör=
lage
eines preußiſch=ſüddeutſchen Lotterievertrages mit
allen Stimmen gegen die des Reichsrates Prof. v. Schanz
angenommen. Wir haben bereits im vorigen Monat,
als das Plenum des Abgeordnetenhauſes den Lotterie=
vertrag
mit großer Mehrheit verwarf, darauf
hingewieſen, daß nach Lage der Sache auch
ein zuſtimmender Beſchluß der Reichsratskammer
bedeutungslos ſein würde, da die Regierung
nach der Verfaſſung die gleiche Vorlage nicht zweimal in
derſelben Seſſion an die Volksvertretung bringen darf.
Sie könnte den Vertragsentwurf nur in veränderter Faſ=
ſung
, etwa auf Grund neuer preußiſcher Zugeſtändniſſe,
wieder vorlegen. Da dieſe Möglichkeit ſo gut wie ausge=
ſchloſſen
erſcheint und die Regierung ſich auch anderer=
ſeits
kaum entſchließen wird, das von der Zentrumsmehr=
heit
verlangte Projekt einer eigenen Staatslotterie vor=
zulegen
, weil für eine ſolche in der Reichsratskammer abſo=
lut
keine Stimmung vorhanden iſt, ſo beſteht keinerlei
Ausſicht, daß die Lotteriefrage in dieſer Seſſion ihre
Löſung findet.
Aus dem roten Fürſtentum. Der über=
wiegend
ſozialdemokratiſche Gemeinderat zu Gera wählte
die von der Regierung nicht beſtätigten beiden ſozial=
demokratiſchen
Mitglieder Fiſcher und Rohmann wieder
zu Stadträten. Die Regierung dürfte die Stellen nun=
mehr
kommiſſariſch beſetzen.

Ausland.

Spanien.
Beſuch des Königs in Päris. Wie das
Echo de Paris aus San=Sebaſtian erfährt, hat der ſpa=
niſche
Staatsminiſter Garcia Prieto erklärt, König Al=
fons
werde nach Unterzeichnung des franzöſiſch=ſpaniſchen

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Dartſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Nummer

Vertrages dem Präſidenten Fallières einen offiziellen
Beſuch in Paris abſtatten.
Norwegen.
Verſchärfte Küſtenbewachung. Bis zur
jüngſten Zeit war der Bewachungsdienſt in den tiefen
und tief ins Land einſchneidenden norwegiſchen Fjorden
ſehr vernachläſſigt geweſen, ſo daß fremde Kriegsfahr=
zeuge
dort ganz unbehindert Tiefenmeſſungen ausführet
konnten. Unter dem Drucke der darüber aufgeregten
öffentlichen Meinung hat ſich hierin eine Wandlung voll=
zogen
. Von nun an darf kein fremdländiſches Kriegs=
ſchiff
ohne vorherige Erlaubnis der Regierung in die
Fjords einlaufen und daſelbſt Anker werfen. Ueberhaupt
wird nunmehr auf alle fremden Fahrzeuge, die ſich den
Küſten nähern, ſcharfe Aufmerkſamkeit gerichtet.
Rußland.
Kriegszuſtand und Revolution. Außer
in Kronſtadt und Sewaſtopol ſoll auch noch über andere
Hafenſtädte der Kriegs= oder wenigſtens Ausnahmezu=
ſtand
verhängt werden. Wie verlautet, iſt eine Zentral=
Revolutions=Marine=Organiſation entdeckt worden. In
Smolensk entdeckte die Unterſuchungskommiſſion des
heiligen Synod zahlreiche Revolutionäre unter den dor=
tigen
Alumnen.
Vereinigte Staaten.
Rooſevelts Verteidigung. Bei der Unier=
ſuchung
der Frage über die Zuſchüſſe zu der Wahlkam=
pagne
gab Archbold vor dem Senatskomitee zu, er habe
100000 Dollar zu der Rooſevelt=Kampagne im Jahre
1904 gezeichnet, er zahlte außerdem 25000 Dollar direkt an
Penroſe, wahrſcheinlich für die Wahlen des Staates
Pennſylvania. Archbold konnte nicht ſagen, ob Rooſe=
velt
wußte, daß jene Zuſchüſſe vom Oeltruſt kamen. In
einem Interpiew erklärte Rooſevelt, die Behauptungen
des Senators Penroſe ſeien wohlerwogene abſichtlichc
Fälſchungen. Penroſe und ſeine Genoſſen ſtellten die
Vereinigung der korrupten Boſſe in der demokratiſchen
und republikaniſchen Partei dar, die dazu beſtimmt ſei,
die fortſchrittliche Bewegung zu vernichten.
Schutz der Amerikaner in Mexiko. Das
amerikaniſche Kanonenboot Vicksburg iſt von Santiago
nach der Weſtküſte von Mexiko abgegangen, um Leben
und Eigentum der Amerikaner gegen die Rebellen zu
ſchützen. Ferner wird angeſichts der unſicheren Lage im
Südweſten Mexikos geplant, mehrere amerikaniſche Ka=
nonenboote
nach Weſtindien zu ſchicken.
Kanada.
Kanada ünd die Reichsflotte. Die Be=
wegung
zugunſten einer unpolitiſchen Löſung der Frage
der Reichsflotte nimmt immer an Umfang zu. Es wird
gegenwärtig in Kanada eine von Zehntauſenden von an=
geſehenen
Perſonen unterzeichnete Denkſchrift verbreitet
die ſich an die Parteiführer Borden und Sir Wilfrid
Laurier wendet. In dieſer Denkſchrift wird ausgeführt,
Kanada wolle nicht den militäriſchen Geiſt als ſolchen
übermäßig entwickeln. Es ſei aber beſtrebt, die Werke
der britiſchen Flotte, von der der Weltfrieden und die
Stärke der überſeeiſchen Hilfsquellen des britiſchen Rei=
ches
abhängen, auf ihrem guten Wertſtande zu erhalten.
Japan.
Der Landtag trat zu einer außerordentlichen
Sitzung zuſammen. Der Kaiſer wohnte der Sitzung nicht
bei. Der Miniſterpräſident verlas ein kaiſerliches Re=
ſkript
, in dem es heißt: Ich habe den Thron meiner
kaiſerlichen Ahnen beſtiegen. Ich gedenke den Wegen

meines verewigten Vaters zu folgen, gehorſam den Vor=
ſchriften
der Vorfahren. Hierauf wurde von der
Kammer ein Kredit von 1500000 Yen für die Beerdi=
gungsfeierlichkeiten
ausgeworfen. Die Ausgaben für die
Beerdigungsfeierlichkeiten belaufen ſich auf mehr als
zwei Millionen, wovon ein Teil vom Kaiſerhaus be=
zahlt
wird.

* Geburtenrückgang in England Die
Geburtenzahl iſt im Jahre 1911, wie jetzt feſtgeſtellt wurde,
in dem vereinigten Königreiche noch weiter herunterge=
gangen
. Sie beträgt 881 241. Dieſe Zahl entſpricht 24
Prozent der Bevölkerung und iſt um 7 Prozent kleiner
als die des Vorjahres, wo ſie bereits als die niedrigſte
der letzten 10 Jahre überhaupt feſtgeſtellt wurde. Die
Sterblichkeit hat im Jahre 1911 die Zahl 527364 erreicht,
das entſpricht 14,6 Prozent der Bevölkerung. Die Zahl
iſt etwas höher als die des Jahres 1910, jedoch niedriger
als der Durchſchnitt der letzten 10 Jahre.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Auguſt.

* Ordensverleihung. Der König von Preußen hat
dem Rittmeiſter Freiherrn v. Maſſenbach, Flügel=
adjutanten
des Großherzogs von Heſſen, die Erlaubnis
zur Anlegung der ihm verliehenen 2. Klaſſe des Kaiſerlich
Ruſſiſchen St. Annen=Ordens in Brillanten erteilt.
* Ernannt wurde der Vizewachtmeiſter Karl
Froböſe aus Salder (Herzogtum Braunſchweig) mit
Wirkung vom 1. September lfd. Js. an zum Hauptſteuer=
amtsdiener
bei dem Hauptſteueramt Mainz.
g. Ferienſtrafkammer. Wegen eines Diebſtahls
mittels Einſteigens zur Nachtzeit hatte ſich geſtern der
31 jährige Poſthilfsbote Adam Keller aus Ober=
Modau vor der hieſigen Ferienſtrafkammer zu verant=
worten
. Am Morgen des 10. Juli 1911 bemerkte der
Landwirt und Bürgermeiſter Rauth in Klein=Bieberau,
daß ein ihm gehöriger Drilling mit Zentralfeuerung im
Werte von 240 Mk. vom Vorplatz verſchwunden war.
Die Magd hatte die Büchſe noch am Ahend vorher be=
ſtimmt
geſehen. Sie war gegen 9 oder ½10 Uhr wieder
zur Kirmes nach Asbach gegangen und hatte das Haus
nicht verſchloſſen. Als Rauth morgens gegen 4 Uhr
aufſtand, bemerkte er den Verluſt. Der Diebſtahl mußte
alſo in der Zeit von 9 Uhr abends bis 4 Uhr morgens
geſchehen ſein. Bemerkenswert war auch, daß der auf
dem Hofe frei laufende Hühnerhund dem Diebe nichts
in den Weg legte. Trotz aller angeſtellten Recherchen
gelang es damals nicht, den Drilling aufzufinden. Am
28. Aprll 1912 ſah nun ein Gendarmerie=Wachtmeiſter
den Angeklagten mit einem bei Keller noch nie geſehenen
Drilling; auf deſſen Frage, wo er ihn her habe, ſagte
Keller, er habe ihn bei einem Waffenhändler in Darm=
ſtadt
gekauft. Da dem Wachtmeiſter nicht begreiflich
war, wie Keller dazu käme, ſich zwei Drillinge zu kaufen,
ſtellte er Ermittelungen an. Dieſe ergaben dann, daß
Kellers Angaben falſch waren und daß der Drilling
dem Bürgermeiſter Rauth geſtohlen war. Als er ihn bei
Keller beſchlagnahmen wollte, fand er ihn nicht, denn
dieſer hatte ihn verſteckt. Trotz aller dieſer Verdachts=
momente
gibt Keller den Diebſtahl nicht zu, ſondern
behauptete nunmehr, er habe ihn unter Reiſig verſteckt
gefunden. Durch Zeugenausſagen wird auch erwieſen,
daß der Angeklagte um die fragliche Zeit in der Nähe
von Klein=Bieberau geweſen iſt. Er war ebenfalls in
Asbuch auf der Kirchweihe und kann einen glaubhaften
Grund dafür nicht angeben, daß er nach Klein=Bieberau
gegangen iſt, während er nach Ober=Modau in entgegen=
geſetzter
Richtung hätte gehen müſſen. Auf Grund aller
Indizien kommt das Gericht zu der Ueberzeugung von
der Schuld des Angeklagten, verurteilte ihn aber nur wegen
einfachen Diebſtahls zu zwei Monaten Gefängnis.
-g. Kriegsgericht. Der Hilfshoboiſt Arthur Fritſch
vom Infanterie=Regiment Nr. 117 hatte ſich wegen Un=
gehorſams
und Achtungsverletzung vor dem Kriegsgericht
er 25. Diviſion zu verantworten. Er hatte von einem
Sergeanten den Befehl erhalten, ihm ein Paar Stiefel
zu wichſen. Fritſch war zwar im Recht, als er ſich wei=
gerte
, dieſem nichtdienſtlichen Befehl nachzukommen, aber

er lehnte dieſen nicht nur ab, ſondern er beſchimpfte den
Sergeantan und kam auch einer Aufforderung, ſtill zu ſein,
nicht ſofort nach. Das Standgericht hatte den Angeklag=
ten
wegen Ungehorſam und Achtungsverletzung zu 23
Tagen ſtrengem Arreſt verurteilt. Das Kriegs=
gericht
, das ſich auf die Berufung des Verurteillen mit
der Sache zu befaſſen hatte, ermäßigte die Strafe=auf eine
Geſamtſtrafe von 22 Tagen ſtrengem Arreßt.
Wegen Veruntreuung und Ungehorſams gegen einen
dienſtlichen Befehl hatte ſich der Musketier Georg Fläth
vom Infanterie=Regiment Nr. 117 zu verantworten. Fläth
hatte für einen Mainzer Kaufmann bei ſeinen Kameraden
das Sammeln von Beſtellungen für Reſervekrüge und
Pfeifen übernommen und nahm auch das Einkaſſieren der
Ratenzahlungen vor. Für 25 Krüge löſte er 135 Mark,
wovon er jedoch nur 74 Mark an den Kaufmann ablie=
ferte
, 61 Mark unterſchlug er. Da dies Geldſammeln ver=
boten
iſt, liegt auch Ungehorſam gegen einen dienſtlichen
Befehl vor. Das Gericht erkannte mit Rückſicht auf ſeine
bisherige gute Führung und ſein offenes Geſtändnis nur
auf 24 Tage Gefängnis, auch wurde von der Verſetzung
in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes abgeſehen.
g. Feier des Ludwigsfeſtes in der Knaben=Arbeits=
Anſtalt. Nach altgewohntem, ſchönem Brauch beging die
Knaben=Arbeits=Anſtalt die Feier des Ludwigstages
durch ein Kinderfeſt im Garten der Anſtalt. Da dies=
mal
der Ludwigstag auf einen Sonntag fällt, wurde die
Feier bereits am Samstag veranſtaltet. Wohl durch den
während des ganzen Vormittags unaufhörlich fallenden
Regen und die dadurch verurſachte kühle Witterung ver=
anlaßt
, war der Beſuch des Feſtes durch Erwachſene
etwas gering, dafür war um ſo zahlreicher die goldene
Jugend, beteiligt oder unbeteiligt, am Feſtplatz erſchienen.
Der Wettergott hatte ein Einſehen gehabt, zund wenn
auch nicht die Sonne zum fröhlichen Spiele der Jugend
lächelte, ſo war doch wenigſtens der Verlauf des Feſtes
durch keinerlei Ueberraſchung von oben geſtört. Die
Feier trug den ſchon ſeit mehr als 80 Jahren üblichen
Charakter. Mit fröhlichem Geſang marſchierten die Kna=
ben
auf den Feſtplatz, wo zunächſt von einem Knaben=
chor
ein Lied vorgetragen wurde. Sodann begrüßte der
Vorſteher der Anſtalt, Herr Volz, die Erſchienenen.
Wenn wir auch jetzt im Zeitalter der Ueberraſchungen
und der Erfindungen leben, führte der Redner in ſeiner
Begrüßungsanſprache aus, ſo würde doch dieſes Feſtzint
der ſeit mehr als 80 Jahren üblichen Formgefeiert.Auch
in der Erziehung der Kinder gelten nochämmer die alten
Grundſätze, die von Fröbel und=Peſtalozzi aufgeſtellt
wurden. Nur in die Breite könntezdie Betätigung dieſer!
Grundſätze noch gehen, wozu ja erfrenlicherweiſe das
größte Beſtreben vorhanden ſei. Jetztgbei der immer
mehr zunehmenden Induſtrialiſierung=der=Städte, wo
oft auch die Frau gezwungen iſt, für’die Unterhaltung
der Familie mitzuarbeiten, und infolgedeſſen die Kinder=
erziehung
vernachläſſigen muß, kann es nur dankbar be=
grüßt
werden, wenn immer mehr Kinderhorte gegründet!
werden. Daß in dieſen Beſtrebungen unſer Großherzogs=
paar
ſtets vorangehe, haben die Poſtkartenwoche und die
Ausſtellung Der Menſch bewieſen. Sein Hoch klang=
aus
in ein dreifaches Hoch=auf das Großherzogliche Haus,
das begeiſtert aufgenommen wurde. Hierauf gab Herr
Volz eine Anzahl Knaben bekannt, die für, Fleiß ausge=
zeichnet
wurden, worauf die Kinder mit densüblichen
großen Brezeln und Kaffee bewirteb wurden. Nun= be=
gann
eine bunte=Reihe luſtiger Spiele, wie Topfſchlagen,
Stangenklettern,, Sackhüpfen, Wurſt= und Apfelſchnappen
und dergleichen mehr, wobei den Knaben entſprechender
Lohn winkte. Zum Schluß erquickten ſich die Kinder an
Brot und Wurſt, welch Göttermahl natürlich mit einem
Rieſenappetit verzehrt wurde. Zu der üblichen Verkoſ=
ung
ſtanden 2100 Blumentöpfe zur Verfügung.
* Goldene Hochzeit. Geh. Baurat V. Raupp=
konnte
geſtern mit ſeiner Gemahlin das Feſt der
Goldenen Hochzeit feiern. Möge dem verehrten
Jubeſpaaxe noch eine Reihesfroher und glücklicher Jahre
beſchieden ſein.
* Die Stenographen=Vereinigung Gabelsberger be=
geht
, wie aus dem Anzeigenteil erſichtlich, am Samstag,
den 7. September, im Kaiſer= und Fürſtenſaal ihr dies=
jähriges
Stiftungsfeſt. Wie in früheren Jahren,ſo
hat der Vergnügungsausſchuß auch diesmal wieder alles
unternommen, um die Feier glanzvoll zu begehen. Neben=
theatraliſchen
Darbietungen, die von Vereinigungsmitglie=

Das elektriſche Hotel.

*Eine neue Epoche im Hotelweſen
will der bekannte franzöſiſche Elektrotechniker Georgia
Knap heraufführen, indem er in der Lichtſtadt Paris
das errſte elektriſche Hotel eröffnet. Wie er in
einem Interview des Strand Magazine mitteilt, ſind die
Kapitalten und Pläne für dies eigenartige Unternehmen
bereits vorhanden, und in einem halben Jahr ſoll ſich
das Elertra=Feria=Hotel, das Gaſthaus der Zukunft,
bereits un voller Pracht erheben als ein Wunder der
Technil. Perſonal wird auch in dieſem Hotel vorhanden
ſein müſſen, aber es wird viel weniger zahlreich ſein,
als bisher, und ſeine Arbeit iſt leichter, angenehmer und
weniger ermüdend. Den Gäſten bleibt die Mehrzahl der
Bedienſteten unſichtbar. Die größte Ruhe und eine Stim=
uung
vornehmer Zurückgezogenheit wird in dem Rieſen=
bau
herrſchen, der den an den Lärm anderer Hotels Ge=
wöhnten
höchſt erfreulich auffallen wird. Der Direktor,
der in ſeinem Bureau ſitzt, wird eine wirklich allwiſſende
Perſon ſein. Er hat elektriſche OOhren durch die er
über alles Wichtige unterrichtet iſt. Daß alle Apparate
ſelektriſch betrieben werden, iſt ſelbſtverſtändlich. Da gibt
* die ſtets ſich bewegende Patent=Fußmatte, die den
Staub von den Schuhen entfernt, den immer in Beweg=
ung
befindlichen Aufzug, der den Gaſt nach ſeinem Stock=
werk
führt, dann das Trottoir Roulant, das die Be=
förderung
bis zu dem Zimmer beſorgt. Jeder Raum iſt
in direkter Verbindung mit den Wirtſchafts= und Küchen=
räumen
; von da führen zu jedem Zimmer elektriſche Lifts
hinauf, die die Speiſen und ſonſtige gewünſchte Dinge
befördern.
Ein Gaſt wünſcht morgens das Frühſtück. Er drückt
auf den Knopf am Knopfende des Bettes, und ſogleich
antwortet vom Kronleuchter aus eine Stimme, was der
Herr wünſcht, denn in der Lampe iſt eins der ſprechen=
den
Telephone von Knaps Erfindung verborgen. Ohne
erſt in ein Telephon ſprechen zu müſſen, gibt der Gaſt
mit ſeiner gewöhnlichen Stimme ſeine Anordnung, die
von dem unſichtbaren Diener verſtanden wird. Er
wünſcht, daß die Vorhänge fortgezogen und die Fenſter
geöffnet werden; alles geſchieht auf elektriſchem Wege
von der Kellnerzentrale aus. Die Temperatur des Zim=
mers
ſoll niedriger oder höher ſein; der Morgenkaffee
mit Gebäck, Zeitungen und Briefe werden gefordert.
Alles geſchieht, gleich als wenn der Zauberer des Mär=
chens
von ſeinen unſichtbaren Geißery bedient würde.
Das Frühſtück z. B. kommt herauf dlc einen lche

Lift, der im Nachtiſch endigt. Nach einem Druck auf den
Knopf verſchwinden wieder Taſſen und Teller, indem der
mittlere Teil der Tiſchplatte heruntergeht. Wer im
Hotel Elektra Feria wiſſen will, wie ſpät es iſt, drückt
nur auf einen Knopf, und die Stunde wird ihm ſofort
an einer aufleuchtenden Uhr an der Decke angezeigt. Die
Privatſpeiſezimmer ſtehen ebenfalls in der direkten Ver=
bindung
mit der Küche. Um den Tiſch läuft eine kleine
Eiſenbahn, auf deren Schienenweg die Speiſen durch
einen Druck, der die elektriſche Leitung in Bewegung
ſetzt, hin und her geſchickt werden können. Der Gaſt=
geber
oder die Dame, die ihre Freunde im Hotel bei ſich
ſieht, braucht nur auf einen aus der Reihe der elektriſchen
Knöpfe zu drücken, damit ein beſtimmtes Gericht vor
einem beſtimmten Stuhl Halt macht. Die unangenehme
und indiskrete Bedienung durch Kellner iſt alſo damit
ausgeſchaltet. Die Bedienung erfolgt in der prompteſten
und einfachſten Weiſe durch eine geſchickte Behandlung
des Umſchalterbretts, die die Dirigierung aller auf dem
Tiſche befindlichen Gegenſtände in das Belieben eines
Einzelnen ſtellt.
Und nun in den großen Speiſeſaal im Hotel der Zu=
kunft
! Die Speiſen erſcheinen durch elektriſchen Aufzug
in der Mitte eines jeben der vielen kleinen Tiſche. Am
Rand eines jeden Tiſches befindet ſich ein hübſcher
Bronzeſtänder, der außer der elektriſchen Lampe und dem
Lampenſchirm ein Elektrophon und ein Mikrophon ent=
hält
. Ein elektriſcher Knopf iſt im Handbereich, man
klingelt. Sogleich hört man die Stimme des Kellners
von dem Lampenſchirm her, der nach den Befehlen fragt.
Man erklärt ſeine Wünſche in hübſch lautem Ton, und
nach 5 MMinuten öffnet ſich die Tafelmitte und die ver=
langten
Speiſen erſcheinen. Iſt man fertig, ſo verſchwin=
den
auf einen Knopfdruck hin die Schüſſeln. Wenn ein
geübtes Perſonal in der Kellner= und in der Küchen=
zentrale
arbeitet, ſo will Knap für die Schnelligkeit und
Promptheit der Bedienung garantieren. Ein Kellner
kann drei bis vier Lifts und damit auch drei bis vier
Tiſche des Hauptreſtaurants bedienen. Die Bezahlung
erfolgt ebenfalls vermittels des elektriſchen Aufzugs. Ein
beſonderes Wunder ſoll der elektriſche Wintergarten des
Hotels Elektra Feria werden. Er iſt 40 Ellen lang und
45 Ellen breit in Ausſicht genommen und ſoll die herr=
lichſten
Blumen und Pflanzen erhalten. Eine Anzahl
von Grotten umgibt den Garten; man wird natürlich
ebenfalls elektriſch bedient und elektriſches Licht flutet in
bunten Fäxbungen durch den Raum. Ein unſichtbares
Eeseer

Die‟Tragik des hübſchen Mädchens.

() Die Schönheit der Frau ſinkt im Werte: das iſt!
das Ergebnis der ſozialen Umwälzungen, die die letzten
Jahrzehnte eingeleitet haben. Die Zahl der Eheſchließ=
ungen
in den Induſtrie= und Kulturſtaaten geht zurück;
allein in England ſind im vergangenen Jahre rund 12000
Ehen weniger geſchloſſen worden als vor fünf Jahren.
Und die Folge iſt, daß die Zahl der Mädchen und Frauen,
die ihren Lebensweg einſam zu Ende gehen müſſen, von
Jahr zu Jahr zunimmt. Aber dabei zeigt ſich ein merk=
würdiges
Phänomen, das ſich immer ſtärker ausprägt;
gerade unter den Mädchen, die unverheiratet bleiben,
nimmt die Zahl jener zu, die als beſonders hübſch gelten
müſſen und die daheim als der Stolz und die Schönheit
der Familie galten, während ihre weniger auffällig hüb=
ſchen
Schweſtern längſt ihren eigenen Haushalt regieren
und Kinder heranwachſen ſehen. Kein Zweifel, auf dem
Heiratsmarkte hat die Schönheit an Wert verloren. Auf
dem Heiratsmarkte; denn der Herr führt natürlich ein
beſonders hübſches Mädchen mit Vorliebe ins Theater,
und als Partnerin zum Tanze iſt ſie heißer umworben,
als ihre unauffälligeren Schweſtern. Aber als ſtete
Lebensgefährtin, als Gattin, als Mutter erhoffter Kinder
iſt gerade das ſchöne Mädchen innerhalb des Mittelſtan=
des
, wo die wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſtreng umriſſene
Grenzen ſetzen, das Aſchenbrödel geworden, das kein
verwunſchener Prinz zum Traualtar geleitet.
In einer engliſchen Zeitſchrift wird der Brief eines
biederen=Irländers veröffentlicht, der ſich mit nüchterner
Sachlichkeit damit beſchäftigt, wie er ſich die ideale Frau
vorſtellt: Ja, ich würde gerne eine ſchöne, geſunde=Frau
nehmen, gefund an Leib und Seele. Aber hübſch braucht
ſie nicht zu ſein, denn die Schönheit geht nicht tiefer als
die Haut (beſonders bei den Frauen); eine hübſche Frau
vergeudet täglich ſchrecklich viel Zeit vor dem Spiegel.
Das iſt grob und naiv geſagt, aber in den Worten dieſes
biederen Iren liegt etwas von der Art und Weiſe, die
den modernen Mann bei der Braukſchau beherrſcht. Der
junge Mann von heute ſcheut vor dem Gedanken zurück,
ſich an eine junge Dame zu binden, die Schönheit als den
wichtigſten Vorzug ihres Geſchlechts betrachtet. Er be=
wundert
das ſchöne Mädchen, flirtet, und heiratet die
Schweſter. Der wirtſchaftliche Kampf um die Exiſtenz iſt
zu hart geworden, um dem emporſtrebenden Manne in
ſeinen beſten Arbeitsjahren einen Luxus zu geſtatten.
Und die Frau, der ihre Schönheit zum Lebenszweck wird
irbehrzoder Laug durch den Zwangder Verhält=

[ ][  ][ ]

Nummer 200.

Darmſtädter Tagblatt, Momag, den 26. Nügun 1912.

n

dern ausgeführt werden, wird auch das preisgekrönte
Wilhelm Etzoldſche Männerquartett (Dirigent Herr Wilh.
Etzold) durch einige Männerchöre das Feſt verſchönen
Weiterhin haben Frl. V. Grote (Sopran), ſowie Herr F.
Sautier (Tenor) ihre Mitwirkung zugeſagt. Auch findet
an dieſem Abend im Fürſtenſaal eine ſtenographiſche Aus=
ſtellung
, beſtehend aus Stickereien, Malereien und Steno=
grammen
von Mitgliedern ſtatt, die gewiß für jeden Steno=
graphiekundigen
und Laien von ganz beſonderem Intereſſe
ſſein dürfte. Der Feier ſchließt ſich ein Feſtball an. Die Muſik
wird von der Kapelle des Leibg.=Inf.=Regts. Nr. 115 aus=
igeführt
.
* Der Ortsgewerbeverein beſichtigt am kommenden
Mittwoch nachmittag die Tonwerke Heppenheim
der Vereinigten Speyerer Ziegelwerke, A.=G. Abfahrt
1 Uhr 7 Min. Hauptbahnhof, 1 Uhr 12 Min. Südbahn=
hof
. Gäſte können durch Mitglieder eingeführt werden
und ſind dem Führer des Ausflugs vorzuſtellen. Einlaß=
karten
bei Herrn Sattlermeiſter Wallauer, Rhein=
ſtraße
37. (Siehe Anzeige.)
* Der Zitherklub Edelweiß veranſtaltet einen
Lehrkurſus für Gitarreſpiel. Um die Er=
lernung
des Gitarreſpiels möglichſt weiteren Kreiſen
zu ermöglichen, werden Lerninſtrumente gratis zur
Verfügung geſtellt. Der Kurſus beginnt am 4. Sep=
tember
. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Bilder vom Tage. In der Auslage unſerer
=Expedition (Rheinſtraße 23) ſind von heute ab folgende
Bilder neu ausgeſtellt: Der Begründer der Heilsarmee
General William Boothf; der jüngſte Ausbruch des
Aetna, von Catania aus geſehen; der alte und der
neue Sultan von Marokko; der Loreleyfelſen, aus
einem Zeppelin=Luftſchiff aufgenommen.
§ Geiſtesgeſtört. Am Freitag mittag gegen 12 Uhr
wurde ein Arbeiter wegen Gemeingefährlichkeit
in das Stadtkrankenhaus verbracht.
§ Verhaftungen. Ein 35 jähriger Beamter wurde
wegen eines an einem 13 jährigen Mädchen begangenen
Sittlichkeitsverbrechens verhaftet; des=
gleichen
zwei Taglöhner, 33 und 23 Jahre alt, wegen
Diebſtahls von Kupferdraht.
§ Diebſtahl. Einer 9 Jahre alten Schülerin wurde
am Freitag mittag in der Parcusſtraße von einem unbe=
kannten
Manne ein Geldbetrag von 4 Mark ent=
riſſen
.
§ Einbruchsdiebſtahl. In der Nacht zum Samstag
wurde in dem im Hauſe Schloßgartenſtraße Nr. 5 befind=
llichen
Zigarrenladen eingebrochen. Nach Zer=
ſtrümmern
der Erkerſcheibe wurden dann aus dem Erker
Tabak, Zigarren und Zigareten im ungefähren Werte
won 20 Mark entwendet.

Offenbach, 24. Aug. Der Ausbau des Offen=
bacher
Elektrizitätswerkes zu einer Ueber=
landzentrale
iſt nunmehr in nichtöffentlicher Sitzung
der Stadtverordneten endgültig beſchloſſen und
das damit verbundene Bahnprojekt einer elektriſchen Klein=
bahn
von Offenbach über Langen=Egelsbach, das von der
Frankfurter Aktiengeſellſchaft für Bahnbau und =Bekrieb
ausgeführt werden ſoll, genehmigt worden. In dem
Vertrag, der mit der Stadt Offenbach und der Geſellſchaft
abgeſchloſſen wurde, wurde vor allen Dingen darauf
Wert gelegt, daß die Stadt Herrin in ihren Straßen bleidt
und den Betrieb auf der Stadtſtrecke jeder=
zeit
ſelbſt übernehmen oder durch Dritte aus=
führen
laſſen kann. Es iſt auch berückſichtigt worden, daß
neben dem Perſonenverkehr auch der Stückguts= und
Marktverkehr eingeführt werden kann. Dem § 19, der den
Anſchlußvertrag auf mindeſtens 41 Jahre feſtlegt, wurde
ein Zuſatz angefügt, der beſtimmt, daß die Stadt das Recht
hat, bei Bedarf der Konzeſſion die ganze Bahnſtrecke in
eigene Regie zu übernehmen. Ferner wurde auch die elek=
triſche
Stromabgabe an die Stadt Neu=Iſenburg ge=
nehmigt
. Für den Kaſernenneubau, der durch
die Verlegung der Maſchinengewehrabteilung erforderlich
iſt, hat der Militärfiskus das am Biebererberg gelegene
erforderliche Gelände 5000 Quadratmeter, von der Stadt
zu dem durchſchnittlichen noch feſtzulegenden Taxations=
preis
erworben. Die Straßenfront des Kaſernenneubaues
wird etwa 60 bis 80 Meter lang.
Stockſtadt, 24. Aug. Zurzeit finden Unterſuch=
ungen
durch die Staatsanwaltſchaft ſtatt, um
zwei gefährliche Wilddiebe zu ermitteln. Die

beiden Burſchen wurden in dieſer Woche gegen Abend von
einem Waldheger beim Wildern ertappt. Als ſie den Be=
amten
erblickten, legten ſie ſofort mit den Gewehren auf
ihn an und ſchoſſen nach ihm, ohne zum Glück zu
treffen. Darauf entflohen die beiden. Die Spuren wieſen
nach Stockſtadt, wo eben Hausſuchungen vorgenommen
werden.
Lorſch i. Ried, 24. Aug. Der Tabak hat ſtrotz des
regneriſchen Wetters in unſerem leichten Sandboden ſo
ſchöne Fortſchritte gemacht, daß man Ende näch=
ſter
Woche mit dem Brechen beginnen kann. Die Ernte
fällt quantitativ ſehr gut aus, und wenn wir
noch acht bis zehn Tage Sonnenſchein bekommen, wird
auch die Qualität gut. Man erwartet deshalb auch wie=
der
einmal annehmbare Preiſe, um ſo mehr, da Vorver=
käufe
an der oberen Bergſtraße 3840 Mark pro Zentner
erzielten, der hieſige Tabak aber den Bergſträßer an Güte
weit übertrifft.
* Mainz, 24. Aug. Nach Abmachungen zwiſchen dem
Verein für Flugweſen und dem Grade=Piloten
Stöphaſius=Berlin wird am 1. Oktober auf dem
Mainzer Flugplatz auf dem Großen Sand eine Grade=
Fliegerſchule eröffnet.
Mainz, 24. Aug. Geſtern nachmittag zwiſchen 3 und
4 Uhr brach ein hieſiger Spengler in einem Haus
der Bonifaziusſtraße eine Manſarde auf, wobei er von
einem Dienſtmädchen überraſcht wurde und flüchtete.
Das Mädchen verfolgte ihn auf die Straße und machte
Vorübergehende auf ihn aufmerkſam, die ihn feſt=
nahmen
. Der Feſtgenommene iſt der Einbrecher, der
in der letzten Zeit viele Manſardendiebſtähle verübte.
Der Rheinwaſſerſtand hat jetzt eine für die
Schiffahrt günſtige Höhe. Nachdem in der vergangenen
Woche das Waſſer ſeinen höchſten Stand erreicht hatte,
iſt es jetzt im Fallen begriffen. Da der Bodenſee jedoch
ſchon wieder im Steigen begriffen iſt, ſo iſt erneutes
Steigen auch bei uns zu erwarten. Infolge des günſti=
gen
Waſſerſtandes können die Schiffe auf dem Rheine
mit ihrer vollen Ladung, ohne zu leichtern, die geſamte
Rheinſtrecke bis Baſel hinauf fahren. Da auch die Neben=
flüſſe
des Rheins, in erſter Linie der Main und der
Neckar, einen ſehr günſtigen Waſſerſtand aufweiſen, ſo
kamen neben den Gütern, die direkt vom Ober= und Mit=
telrhein
verladen wurden, auch ſolche von den Nebenflüſ=
ſen
zur Verfrachtung. Die Frachtſätze ſind in der letzten
Zeit etwas zurückgegangen.
Koſtheim, 24. Aug. Geſtern abend 8 Uhr wurde hier
das achtjährige Söhnchen des Taglöhners F. Schmitt
von einem Auto überfahren und erlitt einen
doppelten Bruch des linken Beines. Das Kind wollte in
der engen Straße noch ſchnell vor dem Auto vorbeilau=
fen
, wurde aber dabei von demſelben erfaßt. Der Auto=
lenker
fuhr, ohne ſich um den Ueberfahrenen zu kümmern,
weiter; ſeine Perſönlichkeit konnte bis jetzt noch nicht
feſtgeſtellt werden.
Worms, 24. Aug. Der große Erfolg des Devrient=
ſchen
Lutherfeſtſpiels, das voriges Jahr in Worms 10
Aufführungen erlebte, veranlaßte die Wormſer Spiel=
genoſſen
, nun auch das großartigſte Bühnenwerk
Devrients, Guſtav Adolf zur Darſtellung vorzu=
bereiten
. Es erfolgen im Spiel= und Feſthaus 3
Sonntagsaufführungen und 3 Wochentagsaufführungen,
und zwar am 8., 10., 11., 14., 15. und 22. September,
deren Beſuch für jedermann zu empfehlen iſt, zumal Be=
ginn
und Schluß den Eiſenbahnfahrzeiten nach größter
Möglichkeit angepaßt ſind. 280 Bürger und Bürgerinnen
der Stadt Worms haben ſich dieſer edlen Aufgabe unter=
ſtellt
. Orcheſter und Chöre wirken ebenfalls bei dem
großen Schauſpiel mit und Herr Hugo Waldeck, Hof=
ſchauſpieler
in Dresden, als Guſtav Adolf, ferner Fräu=
ſein
Frieda Ward=Berlin als Königin Marie Eleonore
werden in Worms ihren berühmten Künſtlernamen neue
Ehren einbringen. Die Oberleitung führt wieder, wie
im Vorjahre bei Luther, Herr Oberregiſſeur Karl Dal=
monico
=München.
Oppenheim, 24. Aug. Die Staatsanwaltſchaft hat die
von ihr gegen die Ehefrau Schober und den Anwalts=
gehilfen
Steffan eingelegte Reviſion zurückge=
zogen
. Die Sache wird das Reichsgericht deshalb nur
inſoweit beſchäftigen, als der Anwaltsgehilfe Steffan die
Aufhebung des ihn verurteilenden ſchwurgerichtlichen
Erkenntniſſes beantragt hat.

Guntersblum, 24. Aug. Eine außerordentliche
Generalverſammlung der hieſigen Spar= und
Darlehenskaſſe lehnte einen Antrag ab, zur
Unterſtützung der durch den Konkurs in Not geratenen
Mitglieder des Spar= und Kreditvereins in Nieder=
Modau einen Beitrag zu bewilligen; begründet wurde
die Ablehnung damit, daß die Sparkaſſe durch die Unter=
ſchlagungen
des Notars Hubert ſelbſt erhebliche Verluſte
hatte. Gleichfalls abgelehnt wurde ein Antrag zur Voll=
Einzahlung der Geſchäftsanteile.
Gießen, 24. Aug. Eine neue meteorologiſche
Beobachtungsſtelle in Oberheſſen ſoll anfangs
Oktober der Dürerſchule in Hochwaldhauſen angegliedert
werden. Es wird eine Station zweiter Ordnung und iſt
die dritte ihrer Art in Oberheſſen. Die beiden anderen
befinden ſich in Lauterbach und Schotten.
Bad Nauheim, 24. Aug. Bis zum 22. Auguſt ſind
31528 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 6526 anweſend waren. Bäder wurden bis
zum 22. Auguſt 397356 abgegeben.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 24. Aug. Die Königin
von England iſt heute nachmittag um 5,10 Uhr, von
Neuſtrelitz kommend, auf dem Stettiner Bahnhof ange=
kommen
. Sie begab ſich zunächſt nach dem Hohenzollern=
Muſeum und beſuchte dann die engliſche Botſchaft. Um
9,40 Uhr iſt die Königin wieder abgereiſt. Die Affäre
des ehemaligen Rektors Bock, der bekanntlich wegen
angeblicher Verfehlungen an Schülerinnen zu einer Ge=
fängnisſtrafe
verurteilt worden iſt und dieſe auch ver=
büßt
hat, gewinnt ein immer eigentümlicheres Ausſehen.
Von einer Zeugin, die ſchwere Beſchuldigungen gegen ihn
erhoben hatte, liegt jetzt folgender eidesſtattlicher Wider=
ruf
vor: Hiermit nehme ich die gegen Herrn Rektor Bock
erhobenen Beſchuldigungen als unwahr zurück. Ich bin
von der Polizei aufgehetzt worden. Rektor Bock iſt ein
Ehrenmann. Dieſer Widerruf befindet ſſich bei den
Akten der Staatsanwaltſchaft. Angeſichts dieſer- unge=
henerlichen
Beſchuldigung der Polizei wäre es gut, wenn
die Oeffentlichkeit erfahren würde, in welchem Stadium
ſich das von Rektor Bock beantragte Wiederaufnahme=
verfahren
befindet. Die Grundſtücke Potsdamer Straße
72 und 72a, die der Sportpalaſt==und Winter=
veledrom
=Geſ. m. b. H. gehören, gekangtencheute
vormittag vor dem Amtsgericht Berlin=Schöneberg zur
Zwangsverſteigerung. Der Antrag auf Er=
öffnung
des Konkurſes iſt ſeinerzeit wegen Mangels au
Maſſe abgelehnt worden. Auf den Gebänden ruhen an
Hypotheken 2 100000 Mark der Berkiner Hypothekenbank
und 1060000 Mark der Immobilienverkehrsbank. Die
niedrigſte gerichtliche Taxe betrug 2 400 060 Mark Hypo=
thekenübernahme
und 154022,70 Mark bare Auszahlung.
Den Zuſchlag erhielt mit 3200000 Mark, von denen
800000 Mark bar ausgezahlt werden, die neue
Theater= und Konzerthaus=A.=G.., die zu dem
Zwecke gegründet iſt, das Unternehmen fortzuführen. !
Metz, 24. Aug. In dem Lothringer Orte Kneuttin=
gen
verſchluckte ein Arbeiter beim Biertrinken eine Weſpe,
die ihm im Schlunde einen Stichverſetzte, der den Toddes
Mannes durch Erſticken infolge des Anſchwellens des
Schlundes herbeiführte.
Kaſſel, 24. Aug. Der Kaiſer hat ſich eine leicchte
Erkältung zugezogen. Aus dieſem Grunde wurde
geſtern abend der Beſuch des Kaiſerpaares im Hoftheater
kurz vor Beginn der Vorſtellung abgeſagt.
Neuſtadt a. H., 24. Aug. Hier erkrankten 6 Perſonen,
anſcheinend an Pilzvergiftung, hervorgerufen durch
den Genuß ſelbſtgeſuchter Schwämme. Von den Erkrank=
ten
ſind bis heute früh 3 Perſonen, eine Witwe, ihr neuſt=
jähriger
Enkel und ein Dienſtmädchen, geſtorben. Die
anderen liegen noch krank danieder.
Leipzig, 23. Aug. Das Reichsgericht’ver=
warf
die Reviſion des Fleiſchermeiſters Felix Katz,
der am 19. Juni vom Schwurgericht Beuthen=wegen des
gemeinſchaftlich mit dem Fleiſchergeſellen Timotheus
Kondziolka begangenen Ranbmordes an dem Handels=
mann
Cham=Chapper zum Tode verurteilltswor=
den
war. Kondziolka legte keine Reviſion ein. Das
Reichsgericht verwarf ferner die Reviſion des Fabrik=
arbeiters
WWilli Pickel, der am 3. Inni vom. Schwur=

niſſe zu einem Geſchöpfe des Luxus. Ueberall erntet ſie
als Mädchen Bewunderung; überall wird ſie hofiert und
die Folge kann nicht ausbleiben: ſelbſt der beſte Charakter
wird nach und nach umgeformt, die Schönheit und ihre
Erhaltung erſcheinen als wichtigſte Lebensaufgabe, und
dieſe Entwicklung führt unaufhaltſam zu jener maßloſen
Selbſtſucht, die wir heute bereits bei vielen vergötterten
amerikaniſchen Frauen mit ſchlimmer Klarheit ausge=
prägt
finden. Der Mann von heute ſucht eine Lebens=
gefährtin
, einen Kameraden, und daher entſcheiden We=
ſen
und Charakter mehr als das hübſche Geſicht, die
lockige Friſur und die elegante Figur. Das Leben hat
viel von ſeiner Romantik verloren. Das Heiratsalter
hat ſich verändert, man heiratet ſpäter; die Zahl der
Männer, die noch zwiſchen 20 und 30 Jahren die Lebens=
gemeinſchaft
mit einer Frau begründen, geht immer
mehr zurück. Man heiratet Mitte und Ende der dreißiger
Jahre; und man ſucht nicht mehr das kaum dem Back=
fiſchalter
entronnene Mädchen, ſondern die junge Dame
Mitte der Zwanziger, die bereits einen Blick ins Leben
getan hat und wenn möglich, die koſtſpieligen Genüſſe
ihrer erſten Tanz= und Theaterzeit ſchon hinter ſich hat.
Erſt kürzlich erklärte der Beſitzer eines großen engliſchen
Geſchäftshauſes einem Interviewer, daß er ſeine liebe
Not habe, tüchtige weibliche Mitarbeiter zu behalten.
Nur die ſchönen Mädchen harren aus. Die unauffällige=
ren
nehmen ihren Abſchied, weil ſie heiraten. Ich ver=
meide
es jetzt nach Kräften, auffällig hübſche Mädchen
anzuſtellen. Langjährige Erfahrungen haben mich ge=
lehrt
, daß wirklich hübſche Mädchen in der Regel ſchlechte
Arbeitskräfte ſind ſie ſind zu ſehr mit ſich beſchäftigt und
können ſich einer Idee nicht hingeben. Und gut arbeiten
kann man nur, wenn man ſeine Arbeit mit Phantaſie um=
faßt
und ſich ihr hingeben kann. Die beſten Arbeiterinnen
ſind Frauen, die nicht mit auffallender Schönheit belaſtet
ſind. Das ſind mir die wertvollſten Mitarbeiterinnen,
und gerade ſie verheiraten ſich am früheſten. Es ſcheint,
daß körperliche Schönheit ihre Anziehung verloren hat.
Dieſe Beobachtungen werden auch durch die Feſtſtellungen
eines franzöſiſchen Gelehrten beſtätigt, der zu dem Er=
gebnis
kam, daß ſelbſt in dem heutigen Frankreich das
einfache geſunde Mädchen auf dem Heiratsmarkt begehr=
ter
iſt, als die elegante Schönheit, die ihre Lebenspflicht
mit ihrer Schönheit erfüllt zu haben glaubt.

Feuilleton.

Miuley Hafid als Kritiker der Moden. Der Ex=
ſultan
Muley Hafid, der ſich jetzt in Frankreich gemütlich

eingerichtet hat, findet an den Frauenmoden recht wenig
Gefallen. Beſonders ärgern ihn die großen Hüte. Die
franzöſiſchen Frauen haben ſo ſchönes Haar erklärte er
mit fürchterlicher Naivität, nachdem er auf einer Auto=
fahrt
die elegante Geſellſchaft von Moulins=ſur=Allier
genau beobachtet hatte. Es iſt jammerſchade, daß ſie
dieſe Pracht unter ſolchen ungeheuren Gebäuden verber=
gen
, die auch nichts von ihren Geſichtern ſehen laſſen.
Wären die Frauen klug, dann trügen ſie gar nichts auf
den Köpfen oder doch höchſtens ſolche kleine Mützen, wie
ſie der General Moinier oder der General Liautey in
Marokko trugen. Warum ſollen nur die Männer hübſche
Kopfbedeckungen tragen? Für ſich hat Muley Hafid
einen Schlafanzug beſtellt und iſt auch dadurch der euro=
päiſchen
Kultur näher gekommen, daß er ſein erſtes Paar
Socken anlegte. Sein Kanzler und Dokmetſcher Ben
Ghabrit, hat ſich ſogar entſchloſſen, europäiſche Kleidung
anzulegen, und präſentierte ſich ſeinem Herrn in einem
fertig gekauften Anzug, der ihn ſo veränderte, daß ihn
Muley Hafid nicht wieder erkannte und über die fremde
Erſcheinung höchſt verwundert war. Des Sultans Villa
in Vichy iſt faſt immer von dichten Rauchwolken durch=
ſtrömt
, denn Muley Hafid iſt zum leidenſchaftlichen Rau=
cher
geworden und hat bereits in der kurzen Zeit für
mehr als 800 Mark Zigarren gekauft.
Wie Henri Bergſon die Reporter täuſcht. Henri
Bergſon, Frankreichs größter Philoſoph, der auch in
Deutſchland viele Anhänger zählt, pflegt die Oeffentlich=
keit
und ihre Unruhe aufs peinlichſte zu meiden. Aber
ein böſer Zufall wollte es, daß er in dieſem Jahre als
Geſchworener ausgeloſt wurde, und zwar mußte er ge=
rade
in einem großen Senſationsprozeß, der wochen=
lang
ganz Paris in Atem hielt, ſeine Bürgerpflicht er=
füllen
. Natürlich wurde die ſtille, efeuumwachſene Villa,
die der Philoſoph in Paſſy bewohnt, Tag für Tag von
einem Schwarm neugieriger Reporter belagert, die gar
zu gern Bergſons Urteil über den Fall aus ſeinem eige=
nen
Munde vernommen hätten. Aber alle ihre Bemüh=
ungen
blieben vergeblich, denn ſtets, wenn ſie den Gar=
ten
der Villa betraten, trafen ſie dort einen Arbeiter in
Pantinen, mit einer blauen Schürze und einem Stroh=
hut
, der, die Hacke in der Hand, die Roſen pflegte. Und
der Mann ſagte ſtets mit ſchüchterner Stimme den Jour=
naliſten
: Herr Bergſon iſt nicht zu Hauſe er ſteht täglich
ün der Frühe vor ſechs Uhr auf, geht dann fort und
kommt erſt ſehr ſpät am Abend wieder. Aergerlich zogen
die Reporter ab und keiner der findigen Herren iſt auf
den Gedanken gekommen, daß der beſcheidene Gärtner
kein anderer war, als Henri Bergſon ſelbſtt

C) Ein amerikaniſches Künſtlerdorf. In den durth
ihre Naturſchönheiten hervoragenden Catskill=Bergen im
Staate New=York hat ein engliſcher Künſtler, Mr, White=
head
, der früher lange in Italien gelebt hat, in Bird=
cliff
ein eigenartiges Künſtlerdorf gegründet. Er hhat
ein größeres Stück Land angekauft und darauf=über ein
Dutzend kleine Holzhäuſer errichtet, von denenseinzelne
zwei oder drei Schlafzimmer, andere dazu noch eine
Küche enthalten, alle einfach ausgeſtattet, aber mit, Bade=
einrichtung
verſehen. Für eine kleine Miete werden die
Häuſer an Künſtler abgegeben, die hier inmitten zeiner
herrlichen Natur ihren Studien obliegen wollen. In der
Mitte des Dorfes iſt ein für alle beſtimmtes Haus, in
dem man die Mahlzeiten zu ſich nehmen kann, in dem
man aber auch eine Bibliothek mit den ſchönſten alten
und neuen Büchern, mit Zeitſchriften=und Zeitungen in
den Hauptſprachen findet. Ein größerer Saal darin
dient für gymnaſtiſche Uebungen und für Vergnügen.
Auch für Knaben und Mädchen ſind Räumesvorgeſehen,
in denen ſie ſpielen und leſen können, und beſonderes
Gewicht wird auf das Modellierewän Ton gelegt. Auch
Werkſtätten für die verſchiedenen dekorntiven Künſte, für
Holz= und Webearbeiten, für Arbeiten in Kupfer uſw.
ſind vorgefehen. Das Künſtlerdorf zählt bereitssüber
100 Bewohner.
* Eine Tragikomödie auf der Lokalbahn. Ausflügker,
die in der Nacht zum Mittwoch mit dem letzten Zuge das
Müglitztal paſſierten, erlebten hinter der Station Weeſen=
ſtein
ein höchſt amüſantes Abenteuer. Die Lokomotive
des Zügle dampfte luſtig darauf los, als ſie auf einmal
einen Schreck bekam, der ihr in alle=Glieder fuhr. Vor
ihr lag quer über die Schienen ausgeſtreckt ein Munn.
Jedenfalls wollte der Lebensmüde hier hinter ſein Da=
ſein
den Schlußpunkt ſetzen. Aber die barmherzige= Loko=
motive
tat ihm den Gefallen nicht, ſondern ſtand ſofort
mit einem tüchtigen Ruck ſtill. Die Paſſagiere wurden
ſo durcheinander geſchüttelt, daß ſie ſogleich mit den
Köpfen zu den Fenſtern hinausfihren=und zitternd fragten,
was denn eigentlich Schreckliches paſſiert ſei. Einkge= Be=
herzte
hatten ſich inzwiſchen an das Hindernis herange=
macht
und entdeckten da, daß der Selbſtmordkandidat
nicht nur nicht an allen Gliedern zitterte, ſondern ſeiner
Zufriedenheit mit allen irdiſchen Dingen dadurch Aus=
druck
gab, daß er kräftig ſchnarchte. Das Staunen der
herbeigeeilten Paſſagiere wuchs aber noch mehr, als
man beim Scheine einer Laterne erkannte, daß der Sie=
benſchläfer
der Nachtwächter des benachbarten Dorfes
war.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Nummer 200.

gericht Zwickau wegen Totſchlags und verſuchten Dieb=
ſtahls
zu fünfzehnjährigem Zuchthaus verurteilt wor=
den
war.
Regensburg, 24. Aug. Auf dem proteſtantiſchen
Zentralfriedhof erſteht ein ſehr vemerkenswertes Grab=
denlmal
, das Mauſoleum des vor zehn Jahren ver=
ſtorbenen
Grafen Dörn berg. Zu oberſt des auf
einem Hügel terraſſenförmig angelegten Friedhofes
nimmt es die ganze Südfront desſelben ein und be=
herrſcht
ſo nicht nur den Friedhof, ſondern die ganze
Stadt. Das eigentliche Mauſoleum iſt ein gewaltiger
Kuppelbau von etwa 30 Meter Höhe; zu beiden Seiten
iſt es von Arkaden von je 50 Meter Länge flankiert. Die
Koſten des Grabmales belaufen ſich auf 300000 Mark.
Erbaut iſt es nach den Plänen des Architekten Beſtelmeier
in München. Die innere Ausſtattung des Mauſoleums
fehlt noch; nach ihrer Vollendung werden in dasſelbe
auch die im alten proteſtantiſchen Friedhof ruhenden Ge=
beine
der Eltern und des Bruders des Stifters über=
geführt
werden. Graf Dörnberg ſtarb unvermählt und
hatte, der Frankf. Ztg. zufolge, den größten Teil ſeines
rund 20 Millionen Mark betragenden Vermögens als
Fonds zur Errichtung eines proteſtantiſchen
Reichswaiſenhauſes in Darmſtadt beſtimmt,
mit der Beſtimmung, daß das Kapitar zuvor auf 100 Mil=
lionen
Mark angewachſen ſein muß.
Erfurt, 23. Aug. Großes Aufſehen erregten vor
einem Monat in Erfurt wiederholte Verſuche, das weit=
bekannte
Hotel Zum Ritter in Brand zu
ſtecken. Die Polizei richtete angeſichts der Gefahr dort
eine ſtändige Wache ein, und von auswärts wurden Kri=
minalbeamte
herbeigeholt, die ſich im Hotel einlogieren
mußten. Trotzdem gelang es nicht, den unbekannten
Frevler zu ermitteln. Plötzlich nahm die Sache eine
uberraſchende Wendung. Am Mittwoch hat ſich das
Zimmerfräulein Häfner, das 24 Jahre im Hotel angeſtellt
war, nach einem Verhör vor dem Unterſuchungsrichter
ertränkt. Geſtern iſt die Ehefrau des Hotelbeſitzers ſelbſt
verhaftet worden, weil ſie eine Dienſtmagd in ihren Aus=
fagen
zu beeinfluſſen verſuchte. Man hofft, daß nunmehr
die geheimnisvolle Angelegenheit bald ganz aufgeklärt
wird.
Hamburg, 24. Aug. Ein tragiſcher Unfall er=
eignete
ſich in Glöwen. Dort fanden Kinder eine Platz=
patrone
, die ſie in ein Kindergewehr ſteckten. Die Patrone
traf beim Abſchießen einen ſechsjährigen Knaben in den
Rücken und verletzte ihn ſo ſchwer, daß er trotz ſchneller
ärztlicher Hilfe bald darauf ſtarb.
Breslau, 24. Aug. Wie vor einigen Tagen in Neu=
ſtadt
an der Oder, ſo hat ſich nun am letzten Wochenmarkt
auch in der ſchleſiſchen Weinbauſtadt Grünberg eine
Revolte der Hausfrauen wegen der hohen
Butterpreiſe abgeſpielt. Den Preis von 1.65 Mark
pro Pfund wollten die Hausfrauen nicht mehr bezahlen,
und ſſie kamen überein, den Buttermarkt zu boykottieren.
Als die Verkäufer an den Preiſen feſthielten, kam es zu
erregten Szenen und zu einem regelrechten Angriff, bei
dem der gegen früher zu doppelten Preiſen angekaufte
Weichquark als Wurfgeſchoß den Handelsfrauen ins Ge=
ſicht
geſchleudert wurde. Die Erregung wurde ſo groß,
daß die Polizei einſchreiten mußte.
Neuſtrelitz, 23. Aug. Heute nachmittag 3,30 Uhr er=
folgte
im Sonderzuge die Abreiſe der Königin
von England und der Prinzeſſin Mary. Die eng=
liſchen
Herrſchaften wurden von dem Großherzog, der
Großherzogin, dem Erbgroßherzog und der Großherzo=
gin
=Witwe zum Bahnhof geleitet, wo im Fürſtenſalon
die Verabſchiedung ſtattfand.
Königsberg, 23. Aug. Der als Schriftſteller und
Ueberſetzer bekannte Geh. Juſtizrat Ludwig Paſſarge,
ein Oſtpreuße, iſt, 88jährig, in Lindenfels (Odenwald)
geſtorben.
Kattowitz, 24. Aug. Heute nacht wurde in der Bahn=
hofſtraße
der Polizeiſergeant Lorat von dem Kontoriſten
Solik erſchoſſen. Der Täter befand ſich mit mehreren
Bekannten in einem Café. Dort entſtanden Streitigkeiten,
die ſich auf der Straße fortſetzten. Als Lorat hinzukam
und Solik verhaftete tötete ihn dieſer durch einen Schuß
in das Herz. Der Täter wurde verhaftet.
Baleſtrand, 24. Aug. Der deutſche Kaiſer
ſandte dem dreijährigen Söhnchen des norwegiſchen
Malers Norrmann, den er auf ſeiner Nordlandfahrt
ſſtets zu beſuchen pflegt, ein kleines, zierliches Kriegs=
ſchiff
, das ſich mit eigener Kraft zu bewegen vermag.
Neapel, 24. Aug. In Guiliano di Campinia bei Neapel
gab der Bürgermeiſter ein kleines Eſſen, an deſſen
Schluß Eis ſerviert wurde. Bald nachher wurden alle
Teilnehmer von heftigen Schmerzen befallen. 60 mußten
ins Hoſpital gebracht werden, wo ſie unter ſchweren Ver=
giftungserſcheinungen
verſtarben. Die übrigen
ſchweben zum Teil noch in Lebensgefahr.
Paris, 24. Aug. In dem Seebad Onival=ſur=Mer
wurden vier junge Mädchen aus Paris beim Baden von
einer ungeheuren Sturzwelle überraſcht. Drei
ertranken, nur eins konnte gerettet werden.
London, 23. Aug. Am Sarge des in der Kongreß=
halle
zu Clapton aufgebahrten Generals der Heilsarmee
Booth wurde heute ein Kranz des deutſchen
Kaiſers in weißen Lilien niedergelegt. Der Kranz
wurde durch den zur deutſchen Botſchaft kommandierten
Leutnant v. Bülow überbracht, der Befehl erhalten
hatte, der Familie Booth die Teilnahme des Kaiſers
auszuſprechen.
London, 24. Aug. Ein ſchwerer Unfall ereig=
nete
ſich geſtern an Bord des Schlachtſchiffes Su=
perbe
wobei zwei Matroſen ihr Leben verloren
und 14 in Gefahr ſchwebten. Der Unfall ereignete ſich in
der Nähe von Portland. Nach Schluß der Tagesübung
ſollte ein Boot herabgelaſſen werden. Die Mannſchaft,
es waren 16 Mann, hatte bereits Platz genommen, als
ein Tau nachgab, wodurch alle 16 in die See ſtürzten.
14 von ihnen wurden gerettet, zwei ertranken. Dies iſt
im Verlaufe von einem Jahre der 15. Unfall, der ſich an
Bord dieſes Schiffes ereignete
Belgrad, 24. Aug. Der abgedankte Kronprinz
Georg von Serbien ſoll an einer Gemütskrank=
heit
leiden, die eine Unterbrechung ſeiner Studien in
Frankreich und ſeine Rückkehr in die Heimat erfordert.
Der Prinz widerſetzt ſich jedoch der Rückkehr. König Peter
habe ſeinen Leibarzt nach Frankreich geſchickt, um den
Prinzen zur Rückkehr zu bewegen.
Bukareſt, 24. Aug. In der rumäniſch=amerikaniſchen
Petroleum=Raffinerie in Plöſchti erfolgte
geſtern nachmittag infolge Platzens eines Keſſels eine
ſichwere Exploſion, bei der 13 Arbeiter auf der
Stelle getötet wurden und mehrere andere ſchwere Brand=
wunden
erlitten. Die Schuld an dem Unglück trägt der
Deſtillateur Popeseu, der einen ſchadhaften Keſſel mit
Petroleum füllte und in Betrieb ſetzen ließ. Popescu
wurde bereits verhaftet.
Konſtantinopel, 24. Aug. Seit geſtern abend 8 Uhr
wütet im mohammedaniſchen Viertel, zwiſchen Galatha
und Tophane, in der Nähe der Artillerie=Geſchoßmeiſterei

ein Brand, der anſcheinend eine beträchtliche Ausdeh=
nung
nimmt. Bisher ſind 50 Häuſer den Flammen
zum Opfer gefallen. Die geſamte Feuerwehr erſchien ſo=
fort
an der Brandſtelle, doch ſind die Löſcharbeiten durch
die kleinen Gaſſen Konſtantinopels ſehr erſchwert.

Kongreſſe und Verbandstage.

53. Deutſcher Allgemeiner Genoſſen=
ſchaftstag
.
München, 23. Aug. In den fortgeſetzten Be=
ratungen
über die Angelegenheit der Baugenoſſenſchaften
beſchäftigte ſich der Allgemeine Deutſche Genoſſenſchafts=
tag
mit dem Erbbaurecht. Hierzu lag vom Verband
der Baugenoſſenſchaften Deutſchlands folgender An=
trag
vor: Der Allgemeine Genoſſenſchaftstag erklärt:
1. Als Beſteller von Erbbaurechten werden vorausſichtlich
auch zukünftig in Deutſchland hauptſächlich nur das
Reich, die Bundesſtaaten und die Gemeinden oder Ge=
meindeverbände
in Frage kommen; private Beſitzer nur
da, wo gebundener Beſitz für die Bebauung erſchloſſen
werden ſoll. 2. Der Abſchluß eines Erbbauvertrages
wird in der Regel den Baugenoſſenſchaften keine weſent=
lichen
Vorteile bringen. Wo Erwerb zu Eigentum nötig
iſt, verdient dieſer vom Standpunkte der Baugenoſſen=
ſchaften
aus den Vorzug. 3. Vor Abſchluß eines Erbbau=
vertrages
oder durch den Erbbauvertrag hat die Beleih=
ungsfrage
ihre befriedigende Löſung zu finden. Als
Geldgeber auf Erbbaurecht werden vorausſichtlich neben
den bisherigen Erbbaubeſtellern Reich, Staat und
Gemeinden vor der Hand nur die Landesverſicherungs=
Anſtalten in Frage kommen. Der Referent legte folgende
Leitſätze vor: Die Zinspflicht des Erbbauberechtig=
ten
einerſeits und die dinglche Sicherſtellung der Hypo=
thetengläubiger
andererſeits bedarf einer geſetzlichen
Regelung. Die Zinspflicht des Erbbaunehmers muß
dinglich ſichergeſtellt werden. Das Erbbaurecht darf aber,
falls die Zinſen nicht gezahlt werden, nicht untergehen,
ſondern muß auf den Eigentümer mit der Verpflichtung
übergehen, an den Erbbauberechtigten eine Entſchädig=
ung
zu zahlen, die dem Werte der errichteten Gebäude
gleichkommt und aus der die Hypothekengläubiger Deck=
ung
ffinden. Der Grundeigentümer muß von geſetzes=
wegen
verpflichtet werden, bei Beendigung des Erbbau=
rechtes
dem Erbbauberechtigten den vollen Wert der vor=
handenen
Baulichkeiten zu vergüten, oder den Erbbau=
vertrag
zu verlängern. Die Leitſätze des Referenten
und des Verbandes fanden Annahme.
In der fortgeſetzten Beſprechung der gemeinſamen
Angelegenheiten aller Genoſſenſchaften beſchäftigte ſich
der Genoſſenſchaftstag mit der Frage des Kleinhan=
dels
. Es wurde folgender Antrag des Verbands=
anwalts
angenommen: Der Allgemeine Genoſſenſchafts=
tag
iſt der Ueberzeugung, daß das Fortbeſtehen eines
leiſtungsfähigen Kleinhandelsſtandes für das geſamte
deutſche Wirtſchaftsleben erforderlich und auch durchaus
erreichbar iſt. Vorbedingung hierfür iſt aber, daß ſich die
Kleinhändler den zeitgemäßn Wirtſchaftsformen anpaſſen,
und zwar insbeſondere dadurch, daß ſie ſich moderne
kaufmänniſche Grundſätze zu eigen machen, ungeſchulte
Kräfte aus ihren Reihen fernzuhalten ſuchen, ſich durch
Anſchluß an Kreditgenoſſenſchaften die billige Befriedig=
ung
ihres Kreditbedürfniſſes ſichern und durch Gründung
von Einkaufs=Genoſſenſchaften ſich die Vorteile des Wa=
renbezuges
im großen gegen Barzahlung zu eigen
machen, wie dies ſchon der Allgemeine Genoſſenſchaftstag
zu Hannover im Jahre 1906 empfohlen hat. Der Re=
ferent
, Gerichtsaſſeſſor Dr. Lade (Charlottenburg), kon=
ſtatierte
, daß von 243 Einkaufsgenoſſenſchaften Deutſch=
lands
die Mehrzahl den Kreiſen der Kolonialwarenhänd=
ler
angehörte. Als in der Diskuſſion Angriffe gegen die
Warenhäuſer erfolgten, bezeichnete der Verbandsanwalt
Crüger den Kampf gegen die Warenhäuſer als erfolg=
los
. Man müſſe nun einmal mit dieſen Großbetrieben
rechnen und nur dafür ſorgen, daß die kleinen Betriebe
konkurrenzfähig bleiben. Direktor Spitz=Coſel ſprach
über das Chema Kapitalismus und Genoſ=
ſenſchaften
und begründete folgenden Antrag
des Geſamtausſchuſſes: Gegenüber dem ſtetig wachſenden
Einfluß des modernen Kapitalismus betont der Allg.
Genoſſenſchaftstag aufs neue die hohe Bedeutung der
den Genoſſenſchaften von Schultze=Delitzſch überkomme=
nen
Aufgabe, durch Zuſammenfaſſung zahlreicher ſchwa=
cher
Kräfte machtvolle wirtſchaftliche Einheiten zu orga=
niſieren
und dieſe unter gewiſſenhafter Beachtung
genoſſenſchaftlicher Grundſätze ſo auszubauen, daß ſie
allen denen, die ſich unter dem bewährten Banner der
Selbſthilfe und Solidarität vereinigen, in dem Streben
nach Erhaltung der wirtſchaftlichen Selbſtändigkeit
ebenſo wirkſamen als dauernden Beiſtand zu leiſten ver=
mögen
. Auch dieſer Antrag wurde angenommen.

Ausſtellung Das Gas in Haus und Gewerbe‟.

g. Im ſtädt. Saalbau wurde geſtern vormittag die
von der Zentrale für Gasverwertung in Berlin gemein=
ſam
mit dem ſtädt. Gaswerk veranſtaltete Ausſtellung
Das Gas in Haus und Gewerbe eröffnet. Herr
Baurat Jäger eröffnete im Namen der Bürgermeiſterei
die Ausſtellung und gab in ſeiner Eröffnungsrede eine
kurze Schilderung von der langſamen, aber ſtetigen Wei=
terentwicklung
des Gasverbrauchs, namentlich in Darm=
ſtadt
. Die erſte öffentlicher Straßenbeleuchtung dienende
Gaslampe ſei 1849 in der Dieburger Straße angebracht
worden. Im März 1855 brannten dann zum erſten Male
am Geburtstage der Großherzogin Mathilde 220 Gas=
lampen
und am Hoftheater war der Namenszug der
Großherzogin mit Gaslampen angebracht. Die damalige
Beleuchtung geſchah mit den Schnittbrennern, die wenig
Licht und viel Hitze gaben. Auf dieſem Standpunkt ſei
dann die Gasbeleuchtung ſtehen geblieben, bis die über=
mächtige
emporſtrebende Konkurrenz der Elektrizität auch
die Gasfachleute zu neuen Erfindungen umnd Ausnützungs=
möglichkeiten
des Gaſes drängte. Und heute ſei man
ſoweit gekommen, daß das Gas die Konkurrenz der
Elektrizität nicht mehr zu fürchten brauche. So ſei man
z. B. durch das Preßgas davon völlig abgekommen, das
Gas in der Straßenbeleuchtung als überwundenen Stand=
punkt
zu betrachten, wie man dies nach den erſten Erfol=
gen
der elektriſchen Bogenlampen angenommen hatte.
Es ſei beachtenswert, daß gerade die großen Städte wie
Berlin, Paris, London und Petersburg wieder zum Gas
für die Straßenbeleuchtung zurückgegriffen haben. Auch
in Darmſtadt habe die Bürgermeiſterei vor der Frage ge=
ſtanden
, ob ſie die Breite Allee mit elcktriſchem= oder
Gaslicht beleuchten ſolle. Man habe ſich für Gas ent=
ſchieden
und habe keinen Grund, dieſen Entſchluß zu be=
reuen
. Um nun auch dem Publikum Gelegenheit zu geben,
ſich von der vielſeitigen, vorteilhaften Verwendungsmög=
lichkeit
des Gaſes zu überzeugen, habe das Gaswerk die
Gelegenheit ergriffen, dieſe Wanderausſtellung in Darm=
ſtadt
zu arrangieren.

Es ergriff ſodann die Vortragsdame der Gaszentrale
Fräulein von Geldern=Berlin das Wort zu einem
lehrreichen Vortrag über Gasverwendung. Sie führte
etwa aus: In den letzten 25 Jahren hat die Gasinduſtrie
in Deutſchland einen gewaltigen Aufſchwung genommen,
der Konſum hat ſich verfünffacht, wir ſtehen aber immer
noch am Anfang dieſer Aufwärtsbeſtrebung. Warum ſich
das Gas noch nicht, ſo einführen will, wie es dieſe billigſte
und bequemſte Heizquelle in der Tat verdient, liegt wohl
darin, daß ſich weite Kreiſe noch durch Vorurteile vom
Gebrauch des Gaſes abhalten laſſen, aber auch weite
Kreiſe vielleicht nicht einmal wiſſen, wie vielſeitig,
namentlich auch im Haushalte ſich Gas verwenden läßt.
Die Aufſtellung hat die Aufgabe, den weiteſten Kreiſen die
Gasverwertung bekannt zu machen und jedem einzelnen
Intereſſenten das ihm zu ſagende und notwendige zu
zeigen und in Betrieb vorzuführen. So haben die Haus=
frauen
Gelegenheit die verſchiedenſten Bratröhren, Kocher,
Familiengasherde, uſw aber auch Waſchapparate, =
geleinrichtungen
, Heizöfen in größerer und kleinerer
Form, ſtehend und hängend, im Betrieb kennen zu lernen.
Dann auch die Heißwaſſerverſorgung für einzelne Räume,
aber auch Heißwaſſerzentralen, ſogenannte Heißwaſſer=
ſtrom
=Automaten welche das heiße Waſſer, überall nach
allen beliebigen Räumen des Hauſes hingeben. Be=
fönders
praktiſch verwendbar iſt das Gasglühlicht zur
Schaufenſterbeleuchtung da es dem Sonnenlicht am
ähnlichſten iſt und die Farben wirkungsvoll hebt. Um
der Gasbeleuchtung ebenfalls die Aehnlichkeit des elekt=
riſchen
Lichtes, das Zünden durch einen kleinen Schalter
zu geben, hat die moderne Gasinduſtrie verſchiedene
Fernzündungen geſchaffen. Dabei iſt beſonders auch noch
die automatiſche Treppenbeleuchtung erwähnenswert,
welche nach Einſchaltung einige Minuten anhält, alſo
normaler Weiſe für den Weg von der Haustüre bis zu
den verſchiedenen Etagen ausreicht. Faſt noch größere
Erfolge ſind dem Gaslicht auf dem Gebiet der Außenbe=
leuchtung
geworden. Hier ſind es die modernen
Preßgaslampen, welche den elektriſchen Bogenlampen in
keiner Weiſe nachſtehen, dieſe ſogar an Billigkeit bedeutend
übertreffen. Das Preßgaslicht benötigt einen höheren
Gasdruck, als das gewöhnliche =Gaslicht. Dieſer wird
durch Kompreſſoren erzeugt, die von Gasmotoren ange=
trieben
werden können.
In der Abteilung für Induſtrie ſind dann
Muffelöfen, Schmiedefeuer, Schmelzöfen, Platten für ge=
werbliche
Zwecke (Schneidereiſen) Lötkolben und anderes
ausgeſtellt In einem weiteren Raum befindet ſich eine
Einrichtung zu größerem Hotelbetrieb oder Krankenhauſe
reſp. Anſtaltsküche mit großem Gasbackofen, Suppenkeſſel,
großem Herd und eine Waſſerterme, um beſtändig kochen=
des
Waſſer zu haben. Außerdem hängt in der Abteilung
Badeöfen und Waſſerterme auch ein kleinerer Steriliſier=
Apparat für ärztliche Zwecke und ein Kleinwarmwaſſer=
erhitzer
für Friſeure. Selbſtverſtändlich kann in dem
immerhin beſchränkten Rahmen einer Wanderausſtellung
nicht alles untergebracht werden was die Gasinduſtrie ge=
ſchaffen
hat. So war es z. B. nicht möglich, ein Maſſen=
brauſebad
mit Gasbeheizung, wie dies in Schulen, Kaſer=
nen
und dergleichen vielfach Anwendung findet oder große
Steriliſierapparate für Operationszimmer, oder Apaprate
für landwirtſchaftlichen Betrieb, z. B. für Hühner=
züchtereien
, Brutkäſten und dergleichen mehr aufzuſtellen
und einzurichten. Das Bemühen der Ausſtellung wird in
dankenswerter Weiſe durch die liebenswürdige Beteilig=
ung
hieſiger Firmen unterſtützt. So ſtellt die Inſtallations=
firma
J. Nohl eine vollſtändige Zentralheizungsanlage,
ſowie das Badezimmer in den Mittelſtandswohnungen
aus, die Darmſtädter Herdfabrik und Email=
lierwerke
Gaskochherde. In der von der Firma
Stritzinger ausgeſtellten Mittelſtandswohnung, ſowie
der Arbeiterwohnküche beleuchtet das Gasglühlicht
eine feinkünſtleriſche Inndekoration, währendedie teils in
indirekter, teils direkter Weiſe angeordnete Schaufenſter=
beleuchtung
die Seidenzeuge und Kleiderſtoffe der Firma
Rothſchild die Tiſchdecken und Leinenzeuge der
Firma Becker ſowie die Konfektion der Gebrüder Hös=
lein
wirkungsvoll zur Geltung bringt. Ein Vorurteil iſt
es beſonders, das viele Damen noch gegen das Kochen mit!
Gas haben, nämlich, daß das Gas, im Vergleich zu
Kohlen zu teuer ſei In den meiſten Fällen wird wohl
die Kohlenrechnung vom Hausherrn bezahlt, während die
Gasrechnung faſt immer an die Hausfrau kommt. Unter
dieſen Umſtänden findet natürlich die Dame das Kochen
mit Kohlen weitaus billiger. Auch ſteht zu hoffen, daß es
der hieſigen Gasanſtalt bald möglich ſein möge, den Gas=
preis
etwas herabzuſetzen, dies iſt dann möglich, wenn der
Konſum immer mehr und mehr ſteigt, und die Hausfrauen
ſich immer mehr und mehr des Gasfeuers zum Kochen,
Braten und Backen bedienen.
An den beifällig aufgenommenen Vortrag ſchloß ſich
ein Rundgang durch die überſichtlich und geſchmackvoll=
arrangierte
, reichhaltige Ausſtellung, bei dem Herr In=
genieur
Puchala die ausgeſtellten Apparate des näheren
erläuterte. Die Ausſtellung enthält die verſchiedenartig=
ſten
Beleuchtungskörper zum bequemen Vergleich neben=
einander
angeordnet, Gaskochherde, Brat= und Backofen,
Röſter aller Syſteme von verſchiedenen Firmen, Heizöfen,
Warmwaſſerapparate uſw. Drei geſchmackvoll dekorierte
Schaufenſter der Firma Rothſchild, Becker und Ge=
brüder
Höslein zeigen praktiſch die vorteilhafte Schau=
fenſterbeleuchtung
durch Gas. Die Firma Nohl hat ein
modernes Badezimmer ausgeſtellt und die Firma Ludwig
Stritzinger zeigt eine vollſtändige Wohnungsein=
richtung
, beſtehend aus Schlafzimmer, Eßzimmer, Herren=
zimmer
und Küche im Geſamtpreis von 2000 Mark. Vom
Donnerstag ab ſoll eine Einrichtung, von 3000 Mark aus=
geſtellt
werden. An einem Stand der Maggi=Werke kann
man gratis die auf Gas zubereiteten Erzeugniſſe dieſer
Firma probieren. Am Nachmittag hielt Frl. von
Geldern einen Demonſtrationsvortrag, nach deſſen Schluß
ſich die Anweſenden durch Koſtproben von der Schmack=
haftigkeit
der auf Gas zubereiteten Speiſen überzeugen
konnten, beſonders davon, daß von einem Gasgeſchmack
der Speiſen überhaupt nicht die Rede ſein kann. Die
Ausſtellung iſt täglich von 10 Uhr vormittags bis 10 Uhs
abends geöffnet und iſt der Eintritt frei

Sport.

-g. Zweite Nationale Olympiſche Spiele zu Darmſtadt.
Auf dem Olympia=Sportplatz an der Heidelberger Straße
fanden geſtern, begünſtigt vom ſchönſten Wetter, die vom
Fußballklub Olympia veranſtalteten olympi=
ſchen
Spiele ſtatt. Am Vormittag wurden die bei den
außerordentlich ſtarken Meldungen erforderlichen Aus=
ſcheidungskämpfe
abgehalten. Hierbei war ſchon
erkenntlich, daß ausgezeichnete Mannſchaften ins Feld
geſchickt wurden, um olympiſche Preiſe zu erringen
(Pokale, Bowlen uſw.!!). Die Entſcheidungs=
kämpfe
am Nachmittag waren oft äußerſt ſpannend
und die Beteiligung des Publikums überraſchend lebhaft.
Der Beſuch war ziemlich gut. Im=Hauptkampfe, wo es

[ ][  ][ ]

Rummer 200.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Seite 5.

galt, den Wanderpreis des Protektors, des Großherzogs,
im 3000 Meter=Stafettenlaufen zu erringen, wurde die
ſehr gute Mannſchaft des veranſtaltenden Vereins, der
Darmſtädter Fußballklub Olympia, Sieger. Der Frank=
furter
Fußballverein, der den Wanderpreis zu verteidigen
hatte, war mit der B=Mannſchaft bereits im Ausſcheid=
ungskampf
unterlegen und die A=Mannſchaft konnte im
Entſcheidungskampfe gegen die Darmſtädter Mannſchaft
nur den zweiten Platz belegen. Die einzelnen Reſultate
waren wie folgt:
100 Meter=Junior=Laufen: 1. Neumüller
(Frankfurter Fußballverein) in 12,1 Sek., 2. Hans Fuchs
(F.=K. Frankf. 1880) in 12,2 Sek., 3. Rudi Ref (F.=K.
Frankf. 1880) in 12,3 Sek., 4. Alfred Hahn (Sportverein
1900=Gießen).
Kugelſtoßen (Rekord 12,63 Meter: J. Otto= Darm=
ſtadt
). 1. W. Major (Verein für Raſenſpiele, Mannheim)
mit 11,45 Meter, 2. Müller (Turnſportverein Frankfurt)
mit 10,40 Meter, 3. Heinrich Ackermann (Sportklub Darm=
ſtadt
) mit 10,25 Meter.
3000 Meter=Laufen (Rekord 8 Min. 59,7
Sek., Sipel=Berlin). 1. Gg. Merkel (Darmſt. Sportklub)
9:36.8, 2. Karl Haas (V. f. R., Mannheim) 9:37,8,
3. Spengler (Frankf. Fußballverein).
100 Meter=Schülerlaufen. 1. Rudolf Baier
(Kickers, Würzburg) 11,8 Sek., 2. Rudolf Wenzel ( Olym=
pia
, Darmſtadt) 12 Sek., 3. Kindermann (I. Mainzer
F.=K. Haſſia=Hermannia) 12,2 Sek.
1000 Meter=Junior=Laufen. Es ſtarteten
17 Läufer. t. v. Neufville (Olympia, Darmſtadt) 2:49,8,
2. Ed. Fuchs (I. Mainzer F.=K.) 2.52,2, 3. Georg Beu=
ſcher
(Frankfurter Turnverein 1860) 2:53, 4. Peter Vogt
(F.=K. Boruſſia, Fulda).
Hochſprung (Rekord 1 Meter 92,3 Zentimeter)
R. Paſemann, Berlin). 1. Mühl (Frankf. Fußballverein)
1,85 Meter, 2. Karl Becker (Kaſteler Fußballvereinigung)
1,60 Meter, 3. Oberndörfer (Turnſportverein Frankfurt)
1,60 Meter, berührt.
100 Meter=Senior=Laufen (Rekord 10,5
Sek., R. Rau, Charlottenburg). 1. Schwager (F.=K. Frank=
furt
1880) 11,8 Sek., 2. Schnitzſpahn (Frankf. Fußballv.)
11.9 Sek., 3. Rebenſchütz (Frankf. Fußballv.) 12 Sek.
800 Meter=Laufen (Rekord 1 Min. 54,1 Sek.)
H. Braun, München). 1. Joſ. Schröck (Olympia, Darm=
ſtadt
) 2111,4, 2. Raab (Frankf. Fußballverein) 2111,6,
3. Larſen (F.=K. Frankf. 1880) 2112.
400 Meter=Stafette. 1. A=Mannſchaft: F.=K.
Frankf. 1880, 47 Sek.; 2. Fußballverein Frankf., 47,1 Sek.;
3. B=Mannſchaft F.=K. Frankf. 1880.
400 Meter=Laufen (Rekord 48,3 Sek., H. Braun,
München). 1. Held (F.=K. Frankf. 4880) 54,8 Sek., 2. Hof=
mann
(Frankf. Fußballverein) 55 Sek., 3. Schmidt ( Turn=
ſportverein
Frankf.) 59 Sek.
Stabhochſprung (Rekord 3,70 Meter, R. Paſe=
mann
, Berlin). 1. Mühl (Frankf. Fußballverein) 3 Meter,
2. K. Becker (Kaſteler Fußballvereinigung) 2,90 Meter,
3. Oberndorfer (Turnſportv. Frankf.) 2,90 Meter (durch
Los entſchieden).
3000 Meter=Stafette (Rekord 8 Min. 7 Sek.).
Wanderpreis S. K. H. des Großherzogs. 1. Olympia=
Darmſtadt 8:38, 2. A=Mannſchaft Fußballverein Frankfurt
8:47,8, 3. F.=K. Boruſſia=Fulda.
Speerwerfen (Rekord 57,15 Meter). 1. Dieringer
(Fußballgeſellſchaft Ludwigshafen) 51,80 Meter, 2. Beh=
ringer
(Olympia Darmſtadt) 47,95 Meter, 3. Junium
(Fußballgeſellſchaft Ludwigshafen) 47,15 Meter.
1000 Meter=Stafette: 1. F.=K. Frankfurt
1880, 1 Min. 59,2 Sek, 2. Turnſportverein Frankf. 233,6.
Diskuswerfen (Rekord 41.84 Meter, Welz, Ber=
lin
). 1. Müller (Turnſportverein Frankfurt) 36,53 Meter,
2. Ackermann (Darmſt. Sportklub) 33.73 Meter, 3. Ens=
graber
(Olympia=Darmſtadt) 30,59 Meter.
1500 Meter=Laufen (Rekord 4 Min. 5 Sek.,
E. v. Sigel, Berlin). 1. Joſ. Schröck (Olympia, Darm=
ſtadt
) 4:32,8, 2. Dang (Olympia, Darmſtadt) 4:33,2, 3.
Haas (V. f. R., Mannheim).
1500 Meter=Stafette (Wanderpreis des Hrn.
Generalmajors Frhrn. v. Heyl). 1. A=Mannſchaft des
F.=K. Frankf. 1880, 3:40,8, 2. Turnſportverein Frankfurt
3:42 1. 3. Olympia Darmſtadt, 3:48.
Dreikampf (200 Meter=Lauſen, Dreiſprung und
Schleuderball). Geſamtwertung: 1. Mühl (Frankf. Fuß=
ballverein
) mit 9 Punkten, 2. Müller (Turnſportverein
Frankf.) mit 7 Punkten, 3. Kretzſchmar (Darmſt. Sport=
klub
) mit 5 Punkten.
* Lawn=Tennis. Einen auf Grund einer Wette. am
Mittwoch beim Bad Nauheimer Lawn= Ten=
nis
=Turnier veranſtalteten Exhibitions=
Match zwiſchen Kreuzer und Albrecht gewann Kreuzer
nach ſpannendem Kampf 61, 63. Am Donners=
tag
ſchlug Lindpaintner Knauer im offenen Einzelſpiel
b1, 60. Breidenbach=Rackebrandt ſiegten über Tho=
mas
=Suder 64, 61. Frl. Toni Weihermann=Blank
waren über Frl. Küppers=Weihe mit 64, 46, 63
ſiegreich. Im Herren=Einzelſpiel mit Vorgabe ſiegte
Breidenbach (½) über v. Ilſemann (15.4) 64, 64. Im
Damen=Einzelſpiel mit Vorgabe gab es einen ſpannen=
den
Kampf zwiſchen Frl. Salin (40) und Frau Freien=
ſehner
(¾), der beim Stand ein Satz beide wegen
Dunkelheit abgebrochen werden mußte und dann am
Freitag von Frl. Salin gewonnen wurde. Im Herren=
Einzelſpiel für Offiziere der Heſſiſchen Diviſion am Frei=
tag
waren ſſiegreich Leutn. Habenicht, Leutn. v. Ilſe=
mann
, Hauptm. Schwierz, Leutn. Daub. Im Herren=
Einzelſpiel ohne Vorgabe hatte Albrecht zwei ſchwere
Kämpfe gegen Gerbault (61, 46, 63) und Bolon=
garo
=Crevenna (46, 63, 95). Bering ſiegte über
Wolfgang (16, 86, 61) und hat nunmehr mit Brei=
denbach
um einen dritten Preis zu kämpfen. Ferner
ſind Lindpaintner und Ludwig Grüder bis zum Kampf
um den 3. Preis vorgerückt. Im Herren=Einzelſpiel mit
Vorgabe Klaſſe A war Bering erfolgreich, indem er Bo=
longaro
=Crevenna (62, 63) ſchlug. Im Damen=
Einzelſpiel mit Vorgabe iſt Frl. Bacher (15.2) durch
einen Sieg über Frl. A. Hermans (¾) bereits in die
Schlußrunde und damit zu einem 3. Preis gelangt. Im
Herren=Doppelſpiel mit Vorgabe ſind folgende Reſultate
zu verzeichnen: Bering=Daub (*) ſchl. Gerſtein=Böckel
((15.5) 64, 64, Grüder=Lindpaintner (*) ſchl. Lieb=
mmann
=Cron (15.4) 63, 46, 75, Fitting=v. Ilſemann
(*/) ſchl. Schwierz=v. Berchem 56, 62, 61. Knauer=
Weihe (15.2) ſchlug Elgee=Godſell (15) 62, 63. Im
Damen=Doppelſpiel waren Frl. Küppers=A. Weiher=
mann
(15) gegen Frl. J. und T. Weihermann ((¾) mit
64, 16, 61 erfolgreich. In die Zahl der Konkur=
fenzen
iſt noch ein Einzelſpiel für Senioren mit Vorgabe
eingeſchoben worden. Der 1. Preis beſteht in einem von
der hieſigen Agentur des Norddeutſchen Lloyd geſtifteten
Gutſchein für eine Fahrt auf einem Lloyddampfer von
Bremen nach Cherbourg und zurück.

Luftfahrt.

* Hamburg, 24. Aug. Das Luftſchiff Hanſa
iſt heute nachmittag 4 Uhr zu einer Paſſagierfahrt aufge=
ſtiegen
, an der zehn Perſonen teilnahmen. Die Fahrt ging
über Blankeneſe elbabwärts nach Pagenſand. Auf der Elbe
wurde ein intereſſantes Manöver ausgeführt. Das Schiff
ging auf das Waſſer nieder und fuhr zehn Minuten lang
mit der Gondel im Waſſer, wobei Waſſer aufgenommen
und abgelaſſen wurde. Die Rückfahrt erfolgte über Pinne=
berg
nach dem Flugplatz Fuhlsbüttel, wo die Hanſa um
6¼ Uhr glatt landete.
* Chartres 23. Aug. Der Flieger Frantz iſt
bei Mons abgeſtürzt und mit der Eiſenbahn hierher
zurückgekehrt, um einen Mechaniker zur Reparatur des
zerbrochenen Apparates zu holen. Vom Abſturzplatz wird
Frantz über Brüſſel nach Douai fliegen und dann ver=
ſuchen
, die Bedingungen des Pommery=Preiſes durch
einen Flug Douai-Paris-Madrid zu erfüllen.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keiner
Frantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Mit Freuden haben die hieſigen Kunſtfreunde aus
den Ankündigungen der letzten Zeit erſehen, daß die Lei=
tung
des Hoftheaters mit friſchen Kräften bemüht
iſt, das Theater zu einer neuen Blüte zu führen. Der
warme Appell, den der Herr Oberbürgermeiſter an die
Bürgerſchaft gerichtet hat, hat überall lebhaften Wider=
hall
gefunden. Bei der Erörterung der Frage, woraus
ſich der ſeitherige Rückgang des Theaterbeſuchs erklärt,
ſollte man eine Urſache nicht überſehen: die Konkurrenz
derr eiſenden Zürkusunternehmungen.
Früher galt in Darmſtadt der Grundſatz, daß auswärtige
Konkurrenzunternehmungen in Darmſtadt nur in der
theaterfreien Zeit, alſo in der Zeit von Mai bis Anfang
September zugelaſſen wurden. Dieſer Grundſatz wird
auch in anderen Städten beobachtet, und auswär=
tige
Zirkuſſe, Völkerſchauen etc. werden nur im Sommer
genehmigt. Leider hat man dieſen Grundſatz in letzter
Zeit in Darmſtadt nicht mehr beachtet. Es iſt erinnerlich,
daß im vorigen Oktober ein auswärtiger Zirkus längere
Zeit hier Vorſtellungen gab; er ſoll eine Einnahme von
60000 Mark erzielt haben! Die Folge war, daß das
Hoftheater in dieſer Zeit häufig eine gähnende Leere
aufwies, worauf auch in den Zeitungen hingewieſen
wurde. Es iſt zu hoffen, daß die zuſtändigen Behörden
künftig die auswärtigen Zirkusunternehmungen wieder
auf die theaterloſe Zeit im Sommer verweiſen,
und hierdurch dem Theater und den anderen hieſigen
Etabliſſements eine Konkurrenz zur Unzeit erſparen.
Durch den ſtärkeren Beſuch wird es dann der Leitung
des Hoftheaters ermöglicht werden, ihre ſchönen hoch=
künſtleriſchen
Pläne in die Tat umzuſetzen.

Brände.

* Charlottenburg, 25. Aug. Seit heute mittag
brennt der Dachſtuhl des Theaters des
Weſtens in der Kantſtraße. Die Charlottenburger
Feuerwehr iſt bemüht, den Brand zu löſchen.
Charlottenburg, 25. Aug. Ueber den Brand
des Theater des Weſtens wird weiter gemeldet:
Das Feuer entſtand heute Vormittag, etwa um
¾12 Uhr aus noch unbekannter Urſache und dauerte
anderthalb Stunden. Das Bühnenhaus iſt voll=
ſtändig
zerſtört. Der Zuſchauerraum wurde vom
Feuer nicht ergriffen, nahm aber durch das
Waſſer und den Rauch großen Schaden. Die
Charlottenburger Feuerwehr war mit ſechs Schlauch=
leitungen
zur Stelle; ſie wird noch mehrere Stunden
mit den Aufräumungsarbeiten zu tun haben. Der
Betrieb des Theaters dürfte vorausſichtlich dieſes Jahr
nicht mehr aufgenommen werden.
London, 24. Aug. Heute abend gegen 7 Uhr
brach in der vierten Etage des Haupttelegraphen=
amtes
ein Brand aus. In kurzer Zeit ſtanden mehr
als tauſend Drähte in Flammen. Die Angeſtellten ver=
ſuchten
vergebens das Feuer zu löſchen. Als die Feuer=
wehr
kam, war es nicht mehr möglich, des Brandes
Herr zu werden. Alle Angeſtellten mußten ſofort das
Gebäude verlaſſen. Der Schaden, der an den Leitungen
und an dem Gebäude angerichtet wurde, iſt ſehr groß.
Durch Meſſungen wurde feſtgeſtellt, daß die Verbindungen
mit der Provinz unterbrochen ſind. Sofort, nach=
dem
das Feuer aufgehört hatte, wurden die Wiederher=
ſtellungsarbeiten
aufgenommen. Die Verbindung mit
dem Kontinent iſt bereits teilweiſe wieder hergeſtellt.
* Petersburg, 24. Aug. In den Newa= Werk=
ſtätten
iſt Großfeuer ausgebrochen. Die Reparatur=
abteilung
und die Keſſelabteilung ſind vollſtändig,
die Schiffbauabteilung teilweiſe verbrannt. Der Schaden
wird auf 250000 Rubel geſchätzt.
Konſtantinopel, 24. Aug. Dem Brand in der
Vorſtadt Tophane ſind etwa ſiebzig Häuſer zum
Opfer gefallen.

Literariſches.

Aus der großen Anzahl der in den letzten Jahren
erſchienenen Reiſeliteratur geht uns das Verkehrs=
buch
für Baden zu. Nach dem Geleitwort iſt das=
ſelbe
von Bürgermeiſter J. de Pellegrini in Triberg ver=
faßt
und vom Badiſchen Landesverband zur Hebung des
Fremdenverkehrs in Karlsruhe herausgegeben worden.
Der beſchreibende Teil des Verkehrsbuches umfaßt in 10
Abſchnitten alle Gebiete des Badner Landes; etwa 200
einfarbige Bilder und 16 Seiten Dreifarbendrucke unter=
ſtützen
den textlichen Inhalt auf das glücklichſte. Außer=
dem
ſind dem Verkehrsbuch verſchiedene Stadtpläne uſw.
beigegeben. Der Verkaufspreis iſt auf 1 Mark feſtgeſetzt.

Erkrankung des Kaiſers.

* Berlin 25. Aug. Der Kaiſer iſt in Wilhelms=
höhe
an einer Erkältung erkrankt, welche mit leichtem,
aber ſehr ſchmerzhaftem Muskelrheumatismus verbunden
iſt. Der Kaiſer mußte infolgedeſſen auf ärztlichen
Rat ſeine Reiſe nach Wilhelmshöhe und
Dresden aufgeben.
* Wilhelmshöhe, 25. Aug. Die Parade des
4. Armeekorps bei Merſeburg wurde abgeſagt.
* Dresden, 25. Aug. Wie das Oberhofmarſchall=
amt
bekanntgibt, verlieh der Kaiſer in einem an den
König gerichteten Telegramm ſeinem ſchmerzlichen Be=
dauern
Ausdruck, den Feſtlichkeiten Sachſens und der
ſchönen Hauptſtadt wegen Erkrankung fernzubleiben und
auf das Wiederſehen der braven ſächſiſchen Truppen ver=
zichten
zu müſſen und den Erfolg der großartigen Vorbe=
reitungen
, die zu ſeinem Empfange getroffen, nicht ſelbſt
ſehen zu können. Gleichzeitig bat der Kaiſer den König,
die Parade in Zeithain ſelbſt abzuhalten. Der Kron=

prinz und die übrigen Fürſtlichkeiten wohnen als Gäſte
des Konigs den Feſtlichkeiten und der Parade bei.

Friedensverhandlungen.

HB Territet (Franz. Schweiz), 24. Aug. Wie
hier verlautet, haben tatſächlich die türkiſch= italie=
niſchen
Friedensverhandlungen ſeit kurzem
in Caur wieder begennen Die Delegierten ſind im Caux
Palace und im Erand=Hotel abgeſtiegen. Hotel=Direktion
ſowie Perſonal ſind angewieſen, über die Namen der
Telegierten rollkommen Stiliſchweigen zu bewahren und
alle Journaliſten fern zu halten. Die Verhandlungen
dürften noch geraume Zeit dauern. Es beſtätigt ſich
ferner, daß der den türkiſchen Thronfolger begleitende
Senator Azarian in London erwartet wird, von wo aus
er dann mit den türliſchen Unterhändlern in Verbindung
treten dürfte.
HB Paris, 24. Aug. Das Echo de Paris fügt zu
der Meldung über den Empfang des türkiſchen und
italieniſchen Geſandten bei Poſncaré hinzu, daß der tür=
kiſche
Geſandte Tewfik Paſcha das Auswärtige Amt in
dem Augenblick verließ, als Tittoni eintraf. Beide Di=
plomaten
begnügten ſich mit einem einfachen Gruß ohne
Händedruck. In diplomatiſchen Kreiſen glaubt man, daß
die offiziöſen Beſprechungen in Lauſanne
Ausſicht auf Erfolg haben. Man iſt jedoch der Anſicht,
daß Italien einen großen Fehler begangen habe, indem
es die Annexion proklamiert hat. Ein einfaches Protekto=
rat
hätte Italien eine größere Gewalt verliehen. Man
hofft nichts deſtoweniger, daß man eine Formel ausfin=
dig
machen wird, welche es den beiden kriegführenden
Mächten geſtattet, ſich zu verſtändigen. Man iſt der An=
ſicht
, daß Italien nicht darauf beſtehen wird, die Inſeln
im ägäiſchen Meere zu behalten. Dieſe werden als Tauſch=
Objekt dienen für das Hinterland von Tripolitanien.
Darmſtadt, 26. Auguſt.
Hanſa=Bund. In der am Freitag, den 23. Anguſt,
ſtattgehabten Ausſchußſitzung der Bezirksgruppe Darmſtadt
des Hanſa=Bundes wurde zunächſt ein Ueberblick gegeben
über die Tagung, welche zum dreijährigen Gedächtnis der
Gründung des Hanſa=Bundes am 12. Juni d. J. in Ber=
lin
ſtattgefunden hat. Auf Grund der inzwiſchen geſammel=
ten
Erfahrungen ſind die Richtlinien des Hanſa=Bundes
in einer Anzahl von Punkten erweitert und die Statuten
in einigen Punkten abgeändert worden. Hauptſächlich
wurde ein neues Programm der Mittelſtandpolitik des
Hanſa=Bundes zwecks tatkräftiger Förderung des Hand=
werks
des Kleingewerbes und der Angeſtellten aufgeſtellt.
Die Bezirksgruppe Darmſtadt hat die Schaffung eigner
Ausſchüſſe für das Handwerk, ſowie den Detailhandel, wie
für die Angeſtellten zum Zwecke der Durchführung der in
Berlin aufgeſtellten Forderungen ins Auge gefaßt.
Sehr eingehend wurde über das von der deutſchen Mittel=
ſtands
=Reviſions= und Buchführungsgeſellſchaft in Berlin
eingeführte Syſtem der Handwerkerbuchführung geſprochen.
Es wurde äußerſt wünſchenswert bezeichnet, daß die Be=
zirksgruppe
energiſch an der Verwirklichung des Gedankens
mitarbeitet, es möchten allen Handwerkern und Detailliſten
Mittel und Wege anhand gegeben werden, um zu einer ſach=
gemäßen
Buchführung zu gelangen. Der Geſamtausſchuß
der Bezirksgruppe Darmſtadt iſt der Ueberzeugung, daß
im gegenwärtigen Wirtſchaftsleben nur diejenigen Be=
triebe
mit Ausſicht auf Erfolg arbeiten können, welche
eine allen Anforderungen genügende Buchführung beſitzen.
Die zurzeit in Deutſchland beſtehende Fleiſchteuerung
wurde ebenfalls nach allen Richtungen erörtert. Es wurde
beſchloſſen, geeignete Schritte zu unternehmen, zur Erlang=
ung
der Aufhebung des im Jahre 1894 erlaſſenen Verbotes
der Vieheinfuhr aus Argentinien. Der Ausſchuß iſt über=
zeugt
, daß unſerem deutſchen Wirtſchaftsleben ernſtliche
Gefahr droht, wenn nicht durchgreifende Mittel gefunden
werden, um dem erwerbstätigen Bürgertum eine ange=
meſſene
Lebenshaltung zu ſichern.
Verband der Detailliſten=Vereine eim Groß=
herzogtum
Heſſen. In der Vorſt=andsſitzung am
Samstag wurden verſchiedene interne Angelegenheiten
erledigt. Herr W. Kalbfuß teilte das von dem
Detailliſten=Verein Bad Nauheim aufgeſtellte Pro=t
gramm zu dem am 15. September dort ſtattfindenden
Verbandstag mit, das gutgeheißen nurde. Die
Tagesordnung weiſt eine Reihe intereſſanter Punkte=
auf
, ſo daß ſich der Beſuch der Tagung für die heſſiſchen
Detailliſten ſehr empfiehlt. Der Vorſtand beſchloß, dem
Ausſchuß den Beitritt zum deutſchen Zentralverband
für Handel und Gewerbe in Leipzig zu empfehlen und
deſſen Tagung am 28. und 29. Auguſt 1912 in Hannover
durch einen Vertreter zu beſchicken. Sodann referierte
Herr W. Kalbfuß über die Regierungsvorlage, be=
treffend
das neue Handelskammergeſetz. Der
Geſetzentwurf ſieht eine Einſchränkung der Wahlmög=
lichkeit
vor, die eine weſentliche Behinderung der
Detailliſten, ſich an den Handelskammerwahlen zu= be=
teiligen
, im Gefolge haben kann. Nach Eingang der
Beſchlüſſe der einzelnen Verbandsvereine wird der Vor=
ſtand
zu der Frage Stellung nehmen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)

* Berlin, 24. Aug. Der Panzerkreuzer 65 kehrt heute abend nach Beendigung ſeiner
Probefahrt aus der Danziger Bucht nach Kiel zu=
rück
, um nach kurzer Ausrüſtung für die Herbſtmanöver
in den Verband der Hochſeeflotte einzutreten. Die Er=
gebniſſe
der Probefahrt, bei der das Schiff in drei=
ſtündiger
forcierter Fahrt eine Höchſtgeſchwindigkeit von
28,4 Seemeilen erreicht hat, ſind außerordentlich zufrie=
denſtellend
und haben die Konſtruktionsforderungen
in mehrfacher Hinſicht übertroffen. Beſonders hervorzu=
heben
iſt unter anderem der geringe Kohlenverbrauch,
der hinter dem Konſtruktionsvoranſchlag zurückbleibt,
desgleichen die Geſchwindigkeitsleiſtung, die trotz der
nachträglich eingebauten Schlingerkiele erreicht wurde.
Der neue Kreuzer hat damit die vorzüglichen Leiſtungen
ſeiner Vorgänger v. d. Tann und Moltke übertroffen.
* Berlin, 24. Aug. Der Reichsanzeiger meldet die
Ernennung des Pfarrers der Diakoniſſen=Anſtalt zu
Frankfurt a. M., Otto Dettmering, zum General=
ſuperintendenten
des Konſiſtorialbezirks Kaſſel.
*Berlin, 24. Aug. Die Berliner Korreſpondenz
ſchreibt: Anläßlich des Einſturzes der Landungs=
brücke
in Binz iſt dem Regierungspräſidenten der
Seebezirke eine ſchärfere Ueberwachung derartiger An=
lagen
, ſowie der Promenadenſtege und Badeanſtalten
in Bezug auf ihre Standfähigkeit und auf Vorkehrungen
zur Sicherung des Verkehrs auf und in ihnen zur
Pflicht gemacht worden. Die Vorſtände der Waſſerbau=
ämter
ſollen beauftragt werden, noch während der dies=
jährigen
Badezeit eine eingehende techniſche Prüfung
dieſer Anlagen vorzunehmen und auf die Beſeitigung
etwa gefundener Mängel hinzuwirken. Ueber die Rege=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Numriter

lung einer dauernden Ueberwachung ſind die Regierungs=
präſidenten
veranlaßt worden, der Zentralinſtanz Vor=
ſchläge
zu machen.
München, 24. Aug. Das Oberhofmarſchallamt in
Hohenſchwangau teilt mit, daß entgegen den in Berliner
Zeitungen veröffentlichten ungünſtigen Meldungen über
den Geſundheitszuſtand des Prinzregenten
dieſer ſich vollſtändig wohl befindet. Er ſtehe jeden
Morgen um 6 Uhr früh auf, erledige Regierungsgeſchäfte,
nehme die Vorträge der Reſſortminiſter entgegen und
macht nachmittags zwei= bis dreiſtündige Spazierfahrten.
* München, 24. Aug. Die Oberrangiermeiſter im
Hauptbahnhofe Möller und Schottenhammel,
ſowie deſſen Gattinnen, ſind erkrankt nach dem
Genuſſe von ſelbſtgepflückten Pilzen. Die beiden
Frauen ſind bereits geſtorben; die Männer liegen
lebensgefährlich erkrankt im Krankenhaus.
*München, 25. Aug. Geſtern abend ſtarben auch
Oberrangiermeiſter Schottenhaml und deſſen Schwieger=
ſohn
Butz an den Folgen der Pilzvergiftung. Das
Ableben des Oberrangiermeiſters Müller wird ſtündlich
erwartet. Der Zuſtand des 18jährigen Ludwig Schotten=
haml
iſt bedenklich. Bisher ſind vier Perſonen geſtorben.
* Brandenburg a. d. Havel, 24. Aug. Die Bren=
naborwerke
teilen mit: Der Streik und die dar=
auf
folgende 14tägige Ausſperrung in den Bren=
naborwerken
in Brandenburg wurden heute beendet.
Die Firma Gebrüder Reichſtein erklärte ſich be=
reit
, die von ihr ausgeſperrten Arbeiter wieder vollzäh=
lig
einzuſtellen. Sie übernahm dagegen keine Verpflich=
tung
, die 102 Streikenden von neuem zu beſchäftigen. Mit
der Arbeiterſchaft ſind Abmachungen getroffen, um Dif=
ferenzen
, wie die, die zur Schließung der Werke führten,
in Zukunft zu vermeiden.
Dresden, 24. Aug. Heute ſtarb hier Wilhelm
Heinrich v. Ompteda, Kammerherr und Hofmarſchall
a. D. weiland des Königs Georg V. von Hannover.
Er war der Vater des in Meran lebenden bekannten
Schriftſtellers.
* Wien, 24. Aug. Der Direktor des Hofburgtheaters,
Freiherr v. Berger, iſt heute morgen geſtorben.
Nur kurze Zeit hat Frhr. v. Berger das Amt des
Wiener Hofburgdirektors verwalten können. Er wurde
am 1. März 1910 der Nachfolger Paul Schlenthers.
Frhr. v. Berger war 1853 geboren, ſtudierte zuerſt die
Rechte, dann Philoſophie und habilitierte ſich 1886 an
der Wiener Univerſität, wo er 1894 zum außerordent=
lichen
Profeſſor ernannt wurde. Seine Liebe zum
Theater führte ihn aber ſchon im Jahr darauf zur
Hofburg, an der er artiſtiſcher Sekretär wurde. 1899
ging er als Direktor des neuerrichteten Deutſchen Schau=
ſpielhauſes
nach Hamburg und wirkte hier 11 Jahre
lang. Auch als geiſtvoller Schriftſteller und Aeſthetiker
hat ſich Frhr. v. Berger einen Namen gemacht. Er ver=
öffentlichte
u. a.: Dramaturgiſche Vorträge, Studien und
Kritiken, Ueber Drama und Theater, Jugenderinne=
rungen
und Geſammelte Gedichte. Der Freiherrſtand
wurde ihm 1887 nach dem Tod ſeines Vaters verliehen,
der Träger des Großkreuzes des Eiſernen Kronen=Ordens
geweſen war.
* Sinzig, 24. Aug. Zu Ehren des Grafen Berch=
told
und ſeiner Gemahlin fand heute abend Galadiner
tſtatt, an dem auch der rumäniſche Miniſter und ſonſtige
hohe Würdenträger teilnahmen. König Carol verlieh
dem Grafen Berchtold das Großkreuz des Carol=Ordens,
dem Geſandten Prinz Fürſtenberg das Großkreuz der
Krone von Rumänien, dem Grafen Hoyos das Kom=
turkreuz
des Sterns von Rumänien. Die Blätter
begrüßen einmütig den Grafen Berchtold und ſagen,
der Beſuch befeſtige noch mehr die an ſich ſchon enge
Freundſchaft, welche die beiden Souveräne und ihre
Völker verbinde.
Brüſſel, 24. Aug. Der Zug Chatehinau=Givet iſt
beider Station Romedenne entgleiſt. Mehrere Wagen
wurden zertrümmert, einige Paſſagiere verletzt.
* Chriſtiania, 24. Aug. Der 25. Kongreß des
Inſtituts für internationales Recht wurde
heute mittag 12½ Uhr im Nobelinſtitut eröffnet. An=
weſend
waren der König, das diplomatiſche Korps, Mit=
glieder
der Regierung und des Storting, Vertreter von
Wiſſenſchaft und Kunſt, von Handel und Gewerbe. Von
60 Mitgliedern des Inſtituts waren 45 erſchienen. Der
Miniſter des Aeußern, Irgens, bewillkommnete die An=
weſenden
im Namen der Regierung. Sodann hielt Mi=
niſter
Hagerup die Eröffnungsrede.
Konſtantinopel, 24. Aug. Senator Halim Bey iſt
zum Juſtizminiſter, Danich Bey zum Miniſter des

Aeußern und Ariſtidi Paſcha, der früher ſchon ein
Portefeuille hatte, zum Poſtminiſter ernannt worden.
* Konſtantinopel, 24. Aug. Von S. M. S. Lore=
ley
ſind in der durch das Erdbeben am meiſten be=
troffenen
Orten: Samos, Myriofito, Chora und Peri=
ſtaſis
von den aus Deutſchland gekommenen Spenden
Lebensmittel, Verbandszeug, Medikamente, Kleidungs=
ſtücke
u. a. verteilt worden. Die Bevölkerung nahm die
Hilfeleiſtung mit lebhafter Freude und Dankbarkeit auf.
* Waſhington, 25. Aug. Präſident Taft hat die
Panamakanal=Bill geſtern abend unterzeich=
net
. In einem Memorandum, das er an den Kongreß
richtete, empfiehlt er die Annahme einer Reſolution, in
der er erklärt, daß die Regierung die Beſtimmungen
dieſer Bill nicht als die Verletzung irgend eines Ver=
trages
betrachte.
Berlin, 25. Aug. In der Nacht zum Sonntag
entſtand, als ein Hausdiener wegen Unfugs feſtgenom=
men
wurde, in der Münzſtraße ein großer Menſchen=
auflauf
. Der Schutzmann Gabbert, der die Menſchen=
menge
zerſtreuen wollte, wurde von einem 25jährigen
Burſchen angefallen und zu Boden geworfen. Er gab
dann in der höchſten Not, als ihm der Säbel entfallen
war, auf den Angreifer einen Schuß ab. Die Menge
entfloh. Der Getroffene brach nach wenigen Schritten
tot zuſammen. Seine Perſonalien ſind noch nicht
feſtgeſtellt.
Eberswalde, 25. Aug. Am Großſchiffahrtswege
dem ſogenannten Kaiſerweg, fand ein großer Damm=
rutſch
ſtatt, wobei ein Lowren=Zug hinabgeriſſen wurde.
Den zahlreichen Arbeitern gelang es, ſich durch Ab=
ſpringen
zu retten.
Kotbus, 25. Aug. Die Strafkammer ver=
urteilte
den Redakteur von der ſozialdemokratiſchen
Märkiſchen Stimme zu zwei Monaten Gefängnis,
weil er zurzeit der Reichstagswahl in einem Artikel dem
Amtsvorſteher Granz in Drehna Mißbrauch der Amts
gewalt vorwarf. Der Angeklagte gab zu, daß es ſich
um einen Dorſklatſch gehandelt habe.
London, 25. Aug. Als von dem Kriegsſchiff
Superbe in der Nähe von Portland Bill bei Wey=
mouth
ein Boot herabgelaſſen wurde, in welchem 16 Mann
Platz genommen hatten, gab eines der Gleittaue nach.
Alle 16 Mann ſtürzten ins Waſſer. Es wurden
ihnen ſofort Taue und Rettungsringe zugeworfen. Fünf
Offiziere ſprangen ins Waſſer, um die Matroſen zu
retten. Nur den Anſtrengungen dieſer Offiziere iſt es
zu danken, daß nur zwei Mann ihr Leben verloren und
die übrigen 14 gerettet werden konnten.

von Mk. 1,10 an
per Meter
Henneberg
porto= u. zollfrei
in ſchwarz, weiß und farbig,
(1208a)
für jeden Bedarf.
Verlangen Sie Muſter. G. Henneberg, Illlich

Unbedingt keimfreie
in warmer Jahreszeit
zuverlässigste Hahrung
für kleine Kinder
Für einen Verſuch ſenden
eine Probebüchſe koſtenfrei Muffler & Cie., Freiburg i. Brg.

Verſteigerungskalender.
Dienstag, 27. Auguſt.

Hofreite=, Acker= und Werkſtätte= Verſteiger=
ung
des Jakob Weicker (Nieder=Ramſtädterſtraße 50)
um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Dra=
goner
=Kaſerne (Regt. Nr. 23) um 10 Uhr in der Ar=
tillerie
=Kaſerne (Regt. Nr. 25).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofßuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die Redaktion des Tagblatts zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind beizu=
fügen
; nachträgliche werden nicht berückſichtigt. Un=
verlangte
Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.

Familiennachrichten.

(17898

Else Katz
Arthur Plaut
VERLOBTE
Darmstadt, den 25. August 1912.

Empfangstage:
Samstag, den 31. August,
Sonntag, den 1. September.

Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute abend verſchied plötzlich infolge Herz=
ſchlags
meine liebe, teure Frau, unſere gute
Mutter, Nichte, =Schwägerin und Tante
Frau Susanne Bopp
1

geb. Zufall
im Alter von 47 Jahren.

(17869

Im Namen der Hinterbliebenen:
Karl Bopp und Söhne.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
Die Beerdigung efindet Montag, den 26. Aug.,
nachmittags um 4 Uhr, vom Sterbehauſe
Heinheimerſtraße 74 aus, ſtatt.

Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlichster Teil-
nahme
bei dem unersetzlichen Verluste un-
seres
teueren Entschlafenen sagen wir unseren
innigsten Dank.
(17889
Frau W. Stephan u. Kinder.
Darmstadt, den 24. August 1912.

Soderſtr. 90, Ecke Beckſtraße,
große 5 Zimmer=Wohnung mit
Gas, Bad u. allem Zubehör als=
bald
billig zu vermieten. Näheres
Griesheimerweg 19, Kontor. (16323t

Schützenſtraße 10½, II. St.,
4=Zimmerwohnung mit 2 großen
Bodenkammern per 1. Oktober zu
vermieten. Einzuſehen von 912
14308oms
und 27 Uhr.

mit Bal=
4 Zimmerwohnung kon, Gas
u. Waſſerleitung per 1. Okt. I. J.
zu verm. Näheres Pankratius=
(16307t
ſtraße 2¼, Laden.

Kiesſtraße 129
1. Stock, 4 Zimmer, Badez., Küche
mit Vorratsk., 2 Keller, Mädchenk.,
Veranda, zu vermieten. Näheres
Kiesſtraße 127, part. (15431oms

Zimmer
Mathildenplatz 11, Vorderh.,
Manſ., 3=Zimmerwohnung m. Zu=
behör
z. vm. Erfr. 1. Stock. (16504t

Hofstallstr. 8, I. Stoch
kleine 3=Zimmerwohn. per 1. Sept.
zu vermieten. Einzuſehen von
14 Uhr nachmittags. (16297t
Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3=Z.=Wohnung per ſofort. (148620

In herrſch. Villa ſind 23 Zim.,
unmöbl., an einz. Herrn zu verm.
Off. unt. H 75 an die Exp. (17106a

Kiesbergſtr. 6, Manſ., 2 Zim.,
per 1. Okt., monatl. 15 M. (B17498
Wienersſtr. 52, Vdh. II., 2 Z.=
Wohn., Werkſt. p. 1. Okt. (*4233so

Eliſabethenſtr. 29, Htb., 2 Zim.=
Wohn. Näh. im Laden. (17841som

Alexanderſtr. 25, Hinterbau,
Manſarde, 2 Zim. mit Küche an
ruhige Leute zu verm. (17833oms

Großes, leeres Zimmer zu ver=
mieten
3. Stock. Näh. Schützen=
(*4176fso
ſtraße 4, 1. Stock.

Everstaut u. B.
Moderne 5 Zim.=Wohnung,
Gas, Kalt= und Warmwaſſer=
leitung
, Veranda, in nächſter
Nähe der Straßenbahn, per
1. Okt. d. J. zu verm. (16742t
Darmſtädterſtr. 35.

Der von der Firma Zenner & C0.,
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
Oktober d. J. anderweit. zu vm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (15756oms

Neue Irenestrasse 12
Laden
in welchem 10 Jahre ein Kolonial=
waren
=Geſchäft betrieben wurde,
mit Wohnung ſofort. (*4289

In beſter Geſchäftslage
Laden
mit groß. Lagerräum., ca. 125
am, 2 Schaufenſtern, mit od.
ohne Kellereien, mit od. ohne
Wohnung ſof. od. ſpäter zu
vermieten. Näheres Schul=
ſtraße
6 bei Lange. (17291t

Läden
ſehr geeignet für Friſeur=Geſchäft,
per ſofort zu vermieten. (15073od
Näheres Hügelſtraße 27.


Scle
Erast-Ludwigstr. 9
iſt der 1. Stock, beſtehend aus
6 Räumen, für Bureauzwecke
oder Wohnung zu vermieten.
Näh. daſ. 1. St. (Papierhaus
Elbert).
(17380oms

Eliſabethenſtr. 43, H. 2. St. I.,
ſchönes, freundl. Zimmer mit ſep.
Eingang per 1. Septbr. (17280a

Landwehrſtr. 24, part., groß.,
ſchönes, gut möbl. Zimmer zu
vermieten.
(15986oms

Steinackerſtr. 6, part., möbl.
Zimmer zu vermieten. (B17451oms
Luiſenplatz 7, II., ſchön. möbl.
Zim. an ſol. Herrn z. vm. (17196t

Saalbauſtr. 25, III., gut möbl.
Wohn= u. Schlafz. zu vm. (17146t
Bleichſtr. 39, II., möbl. Zim
m. Penſ., a. k. ein. Herrn a. bürgl.
Mittagst. teilnehmen. (17203t

In gut. Hauſe behagliches Zim.
mit, ev. ohne Penſion. Angenehm.
Familienleben, Klavierbenutzung,
Gelegenheit zum gemeinſamen
Muſizieren. Schülern auf Wunſch
Nachhilfe. Adr. i. d. Exp. (17202t

Soderſtr. 6½, 2. St., eleg. möbl
Wohn= u. Schlafzim. in freier ge=
ſunder
Lage zu verm. (17363t

Eliſabethenſtraße 49, part., g.
möbl. Zimmer zu verm. (16668t

Saalbauſtr. 40, III., ein frdl.
möbl. Zimmer ſof. zu verm. (17492t

Heinheimerſtr. 3 möbliertes
Zimmer zu vermieten. (17505t

Karlſtr. 46, 1. St., gut möbl.
Zim. ſof. z. verm., 16 Mk. (17688t

Waldſtraße 32, möbl. Zimmer
zu vermieten.
(17423t

Wenckſtr. 9, part., ſchön möbl.
Zimmer per ſofort, 18 Mk. (*4219so

Schuchardſtr. 4, III., ſchönes
möbl. Zimmer mit Schreibtiſch u.
ſep. Eing. per ſof. zu vm. (*4193soi

Heidelbergerſtr. 29, 1. Stock,
fein möbl. Wohn= u. Schlafzim.
billig zu vermieten. (*4194soi

Roßdörferſtraße 35, 1. Etage,
ſchön möbl. Wohn= und Schlaf=
zimmer
zu vermieten. (15909od

Wohn= und Schlaßzimmer
elegant und modern eingerichtet,
ſofort zu vermieten. (17417omf
Karlſtraße 11, 2. Stock.

Magdalenenstr. 7 pt.
ſchön möbl. Wohn= u. Schlafz.
m. ſep. Eingang z. verm. (17791sod

Mühlſtr. 36, II. rechts, ſchön
möbl. Zim. zu vermieten. (17482a

Zwei große, elegant möbl.
mit beſter Verpflegung
Zimmer ſind an feinem Herrn
für 125 Mk. p. Monat abzugeben.
17839oms) Karlſtr. 11, 2. Etage.

Wilbeinſtr. 2, I. 1 hn
möbl. Zimmer zu vermieten.
Einzuſehen zwiſchen 6½8 Uhr
abends.
(B13517od

Eliſabethenſtr. 29, 1. St., 2 fein
möbl. Z., Wohn= u. Schlafz. (17862a

Nieder=Ramſtädterſtraße 5½,
3. St., ruhig., hübſch möbl. Zimmer=
mit
ſep. Eingang z. verm. (*4291som

Grafenſtraße 4, 1. St., fein
möbl. Zim., Gas, ſep. Eingang,
(*4349oi
zu vermieten.

Bismarckſtraße 82, parterre,
ein gut möbl. Zim. mit oder ohne
Penſion zu verm. (17871oms

Aliceſtraße 32, I., möbl. Zim.
mit Klavierben. ſof. z. v. (*4333

Neue Schwanenſtr. 72, II., 2
fein möbl. Zim. an ſol. H. (*4356oim

Luiſenſtr. 6, 3. St., ſchön möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (17888t

Grafenſtr. 8, II., ſchöne Schle
ſtelle an beſſ. Arbeiter. (*43

) beſſere Herren können Koſt
u. Logis erhalten. Näh. Lieb=
frauenſtr
. 59, im Metzgerl. (*4253soi

[ ][  ][ ]

Nummer 200.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Seite 7.

Dasverkadf Weger Aiddd
Wir führen nur gediegene Qua-
Gogte!
litäten; in Anbetracht dessen
sind unsere Preise riesio billig!
2
U

Hemden so weit Vorrat . .
5
1.20 1.35 1.40

Beinkleider
Untertaillen

95 1.05 1.10
85 95 1.20

Ludwigsplatz 9

Gebräder &ed

(17901

Ludwigsplatz 9

(

Weiblich

Aelt. Fräulein ſ. Stell. b. einzel.
Herrn p. 1. Okt. Lohn 15 Mk., gute
Behandl. Off. u. K. 80 Exp.(*4284so

Braves, fleißiges Mädchen
ſucht nachmittags Laufd. Offert.
u. K 86 an die Exped. (*4323so

Jg. Frau geht halbe Tage waſch.
*4342) Wendelſtadtſtr. 39, Manſ. r.

Beſſ. Hausmädch., welch. näh.
u. büg, kann, mit gut. Empfehl.,
ſucht Stelle 1. Sept. od. Okt. Frau
Eleonore Roth, gewerbsmäßige Stel enver-
mittlerin
, Schloßgartenſtr. 49. (*4345

Unabh. Frau ſ. halbe Tage Putzen
od. Waſchen Mühlſtr. 19. (*4339
Weißzeugnäherin ſucht Heim=
arbeit
. Offerten unter I, 2 an
die Erpedition ds. Bl. (*4262

Ein perfekt. älteres und jüngeres=
Hausmädchen ſuchen zum 1. Okt.
Stellung. Offerten unter L. 3 an
die Exped. ds. Bl.
(*4363

Männlich

Lageriſt Magazinier
mit la Zeugniſſen, ſucht ſich auf
1. Sept. od. 1. Okt. zu verändern.
Derſelbe beſitzt flotte Handſchrift,
Kenntniſſe der Expedit., iſt militär=
frei
(gedienter Kavalleriſt). Gefl.
Off. u. K 89 a. d. Exp. (*4335

Weiblich

Junge Mädchen könnend. Weiſt=
nähen
u. Zuſchneid. grdl. erlern.
Frau Zeitz, Schützenſtr. 7, I. (17872a
Lehrmädchen per ſofort geſucht
Fr. Hocke, Damenſchneiderin,
Martinſtraße 25, 2. Stock. (*4270s0

Tuche ein Mädchen für Küche
und Hausarbeit. Näheres
Blumenthalſtr. 69 part. (*4321so

Zum 1. Oktoßer ein tüchtiges,
jüngeres Mädchen geſucht Vir=
toriaſtraße
50, part.
(*4231so

zum Weck=
Eine ſanb. Frau tragen geſ.
Lauteſchlägerſtr. 11.
(*4332
ſofort geſucht
Servierfräul.
(*4357
Bleichſtr. 40, Reſtauration.

Stellenſuch. Mädch. jed. Art ſucht
ſtets Johanne te Woißmantel, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*4336
Mänmlich

W Hauptagentur 2
alter hochangeſehener Lebensver=
ſicherungsgeſellſchaft
ſoll in
Darmſtavt baldigſt neu beſetzt
werden. Da bedeut. Inkaſſo vorh.,
ſo wollen ſich nur kautionsfähige
Bewerber melden, die neben ihrem
Beruf gewillt u. befähigt ſind, das
beſtehende Geſchäft durch Neu=
erwerbungen
zu vergrößern. Gefl.
Oferten erbitten wir unt. Mk. 94
an die Exped. ds. Bl. (17874oi

Finanzgeſchäft
in kurz. Zeit üb. 50000 Mk. zur Aus=
zahlg
. gebracht, ſ. tücht. Vertreter.
Off. unt. K. E. 970 an Haasenstein &
Vogiler, A.-G., Köln, erbeten. (H17882

Zum Alleinvertrieb unſerer geſetzlich geſchützten
Elektriſchen Nebenuhrwecker
für Darmstadt und Umgegend ſuchen wir eine erſtklaſſige
Installationsfirma
welche gut eingeführt und kapitalkräftig iſt, da es ſich um größere
Obiekte handelt. Offerten erbeten unter 8. 1110 an die Annoneen=
Expedition Max Sprotte. Berlin W. 9.
(17876

Bichalier
erfahrener, älterer zum Führen u.
Abſchl. d. Büch. geſ. Off. m. Pr. pro
Stunde u. K 99 an die Exp. (*4348oi

oder
Mebenerwerb Suchende.
Ein noch nie dageweſener unfehl=
barer
Weg zur Selbſtändigkeit
ohne Vorkenntniſſe. Wir errichten
ſtrebſ., reellen Leuten äußerſt gang=
bares
Fabrikationsgeſchäft auf
neuer, ſolider Baſis. Jed. Familien=
mitglied
kann in eigener Wohnung
ſich daranbeteiligen. Einige Stund.
tägl. genügen, um 20 Mk. u. mehr
zu verdienen. Vertrieb ohne Reiſen,
vom eigenen Hauſe aus. Reklame
liefern wir. Sofort Kaſſaein=
nahme
. Erforderlich nur 200
bis 300 Mk. Näheres auf aus=
führliche
Angaben über bisherige
Tätigkeit unt. Df. A. 1843 an Rudolf
Mosse, Frankfurt a. M. (I117885

Jüngerer

Bäufanter
für auswärts geſucht
Krug & Finke
Architekten (*4327oi
Eliſabethenſtraße 54.

Tüchige ältere, ſelbſtändig
arbeitende
Maschinenschlosser
Reparaturſchloſſer u. Anreißer
(Vorzeichner) zum ſofortigen Ein=
tritt
geſucht. Allgemeine Elek=
trizitäts
=Geſellſchaft, Fabrik
Frankfurt a. M., Höchſter=
(17549fi
ſtraße 45161.

Me etee e
Schloſſer
die auf Eiſenkonſtruktionen
ſelbſtändig arbeiten können,
ſowie einige
tüchtige
Keſſelſchmiede
die alle vorkommend. Arbeit.,
beſonders Zuſammenbauen,
ſelbſtändig ausführen können,
für dauernd, bei guter Be=
zahlung
geſucht. (17784soi
Kosselfabrik u. Eisenbauanstalt
Michael Lavis,
Offenbach a. M.

Jung. ehrl. Fahrburſche
geſucht Grafenſtr. 33. (*4343oi

Eintüchtiger Maſchinenarbeiter
ſofort geſucht Karlſtr. 20 (*4304so
J. Germann.

Für unſer Maß= u. Aenderungs=
Atelier ſuchen wir per ſofort.
mehrere tüchtige
Damenschneider
ſowie mehrere (17870
Arbeiterinnen
Carl Schürmann & Co.

Junger Schhelder
ſofort geſucht.
Georg Benkert
Damenſchneider (*4347
Nieder=Ramſtädterſtraße 35.

Junger Mann
1617 Jahre, für leichte Arbeit
geſucht Weber & Rohde,
Kaupſtraße 37, II.
(*4296s0

Tücht. Hausbursche
ſofort geſucht, Radfahrer, ſtadtkund.
Gebrüder Nösinger,
Grafenſtraße 19. (17390

Lehrling.
Junger Mann aus guter
Familie mit höh. Schulbild.
findet ſofort oder ſpäter in
meinem Hauſe inſtruktive
Lehrſtelle. Monatliche Ver=
gütung
wird gewährt. (17116a
H. L. Schlapp
Hofbuchhandl. Antiquariat.

Banklehrling
ſofort geſucht. Off. unt. K. 669
an die Annon.-Exp. von Chr. Kull-
manp
Wilhelminenſtr. 9. (B17893

Kohlen, Holz und Brikets
empfiehlt ins Haus geliefert
V10582) J. Müller, Kiesſtr. 20.

Berlitz-School
Grösstes Sprachinstitut
Wilhelminenstrasse 19, II.
Telephon 6ts.
Für
Englisch u.
Franzögisch
beginnen am 2. Sept.
Abendkurse
für Anfänger und Vorgeschrittene
sowie
Separat-Klassen für Damen
monatlich 7 Mk.
Am 16. Sept. beginnen
Tageszirkel
monatlich 10 Mk.
Anmeldungen im Büro
von 91 u. 39 Uhr.
Jederzeit Probestunden gratis.

Spezial-
Abteilung
Schweres
Stahlrohr-H

mit bester Patent-
Matratze
in weiß, schwarz,
eichen u. ahornfarbig
am Lager

1 Polster-Schoner .
4.
1 Reform-Matratze, 3teil., in Jacquard-
Drell
,, ,
27
1 Plumeau, 130/150 cm, gefüllt mit
grauen Gänsedaunen . . . .
1 Kissen, 30/80 cm, gefüllt mit halb- 7 20
weißen Halbdaunen . . . .

zusammen

91.55

Ständiges Lager von ca. 100 Metall-Betten
in jeder Preislage.

Spezial-
Geschäft

Bei der Feier des
Ludwigsfestes
in der Knaben=Arbeits=Anſtalt
iſt infolge der ungünſtigen Witterung eine größere Anzahl Loſe nicht
zum Verkauf gelangt. Die noch vorhandenen Loſe werden am
26, und 27. ds. Mts. zum Preiſe
(17899
von 20 Pfg.
für das Stück in der Knaben=Arbeits=Anſtalt abgegeben, woſelbſt die
darauf entfallenden Gewinne (Topfpflanzen) alsbald verabfolgt werden.
Darmſtadt, den 24. Auguſt 1912.
Die Verwaltung der Knaben=Arbeits=Anſtalt.

Suchführüngs=
Unterricht
ſowie in allen käufmänniſchen
Fächern, Rund= u. Lackſchrift erteilt
Däsing, Darmstadt
Eliſabethenſtr. 42, II.
Uebernahme jeglicher Geſchäfts=
buchführungen
. Anfertigung von
Maſchinenſchreibarbeit. (17525a

ühneraugen

Aeſſeres Fräulein ſucht, am
Dliebſten in guter Familie vor=
züglichen
Mittags= ev. Abend=
tiſch
. Off. m. Pr. unt. K 90 an
die Expedition ds. Bl. (17877

Slinder Mann empfiehlt ſich
im Flechten von Körben und
Stühlen. Arbeit wird abgeholt
Gg. Freusch, Eckhardſtr. 33. (16531a

zahle ie
Die höchſten Preiſe für zu
erh. Kleider, Schuhe, Gold, Silbe
Zahngeb., Fahrräd. u. ſonſtige al
Sach. Poſtk. gen. Ph. Bocker, Groß
Bachgaſſe 3, chriſtl. Geſchäft. (*436

Dobermann

und Nageloperationen Rufname Strolch, entlaufen,
werden ſorgfält. ausgeführt mit neuem Halsband Nr. 1501.
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh., Wiederbringer Belohnung. (17894
Grafenſtr. 20, Tel. 276. (14215aleutnant-Bueck,-Landgraf Philipp-Anlage 62.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Nummer 200.

Handel und Verkehr.

patent=Anmeldungen. (Mitgeteilt von Dipl.=
Ing. Klemens Herszberg u. Co., Patent= und Ingenieur=
Bureau, Darmſtadt.) 12 o. M. 46874. Verfahren zur Dar=
ſtellung
von Halogenameiſenſäureeſtern; Zuſ. z. Anm
M. 46 773. Fa. E. Merck, Darmſtadt. 31. 1. 12. 12 o. M.
47 149. Verfahren zur Darſtellung von Urethanen tertiärer
Alkohole. Firma E. Merck, Darmſtadt. 28. 2./12. Ge=
brauchsmuſter
. 28 b. 518482. Klemmvorrichtung.
Georg Jäger, Worms. 25. 7. 12. 36 b. 518347 Haushal=
tungsherd
für Kohlen=, Holz=, Torf=Feuerung, ſowie Ein=
richtung
für Gaskochſtellen, auch als Grudeherd verwend=
bar
. Babenhauſer Eiſengießerei und Herdfabrik Brückner
u. Fuchs, Babenhauſen, Heſſen. 11. 7. 12. B. 59178 37c.
518 116. Kittloſe Oberlichtſproſſe mit auswechſelbarer
Schweißwaſſerkandel. Reinhold Rudolph, Offenbach a. M.,
Frankfurterſtraße 65. 4. 7. 12. R. 33 235. 37c. 518117.
Kittloſe Oberlichtſproſſe mit auswechſelbarer Schweiß=
waſſerkandel
. Reinhold Rudolph, Offenbach a. M., Frank=
furterſtraße
65. 4. 7. 12. R. 33 389. 63 c. 518 495 Vor=
richtung
, die das Ueberſchlagen von Automobilen u. dgl.
verhindern ſoll. Hermann Kühn, Mainz, Martinſtraße 16.
2. 7 12. K. 53 898.
H Frankfurt a. M., 24. Aug. ( Börſen=
wochenbericht
.) Die Deutſchen Börſen hatten wäh=
rend
der abgelaufenen Geſchäftswoche ein recht freundliches
Ausſehen; man war durchwegs in feſter Stimmung und
auch der Verkehr entwickelte ſich ziemlich lebhaft. Zunächſt
fand der Geldmarkt eine zuverſichtlichere Beurteilung, da
die Verhältniſſe ſich günſtiger geſtalteten. Der Ausweis
unſerer Reichsbank bot eine weitere Kräftigung im Status,
wenn er auch minder ſtark wie in der entſprechenden
Woche des Vorjahres iſt. Dabei bemerkte man auch wieder
das Hereinkommen einiger Beträge franzöſiſchen Geldes.
Der Induſtrie ſind ferner große Beſtellungen auf Loko=
motiven
für die Preußiſch=Heſſiſchen= und Reichsländiſchen
Eiſenbahnen zugegangen. Wenn man dazu die weiterhin
befriedigend lautenden Berichte vom amerikaniſchen Eiſen=
und Stahlmarkt, ſowie die anhaltend günſtige Situation
des Kupfermarktes in Betracht zieht, ſo haben die Börſen
alle Urſache zur Animierung des Geſchäfts.
Zu den Einzelheiten übergehend, bleiben Deutſche
Renten in luſtloſer Haltung. Viel bemerkt wurde eine
Auslaſſung aus Verſicherungs=Geſellſchaftskreiſen, die die
Wirkung der zwangsweiſen Anlage des Prämienfonds in
Deutſchen Anleihen als bedeutungslos für den Markt und
negativ für die Geſellſchaften bezeichnete. Von den aus=
ländiſchen
Staatsfonds waren beſonders die türkiſchen, und
darunter die Türkiſchen Loſe, lebhaft und höher; ferner ruſ=
ſiſche
Gattungen, Chineſen und Ungariſche gefragt. In
Transportaktien vollzogen ſich große Umſätze, vorwiegend
in Hamburger Paketfahrt und Norddeutſcher Lloyd, welche
beide anſehnlich avancieren konnten auf neue recht zuver=
lläſſige
Darſtellungen der Lage im Reedereigewerbe. Man

glaubt, daß der Friedensſchluß zwiſchen Italien und der
Türkei einzelne ſeither brach liegende Zweige im inter=
nationalen
Güterverkehr beleben und daß dies den Schiff=
fahrtsgeſellſchaften
ſehr zuſtatten kommen werde. Auf dieſe
Hoffnungen hin ſtiegen auch Orientbahnen bis 165 Pro=
zent
und italieniſche Meridional bis 121 Prozent, ebenſo
Lombarden (Südbahn) bis 19½. Größeres Intereſſe be=
ſtand
noch für 3prozentige Südbahn=Prioritäten, für welche
der Friedensſchluß ebenfalls von Einfluß ſein würde
durch ſchnellere Erledigung der Sanierungsverhand=
lungen
.
Am Bankenmarkt ſind geringe Veränderungen; nur
Oeſterreichiſche Kreditaktien ſchwächer. Die Veröffentlich=
ung
der Semeſtralbilanz dieſer Geſellſchaft hat die Speku=
lation
, angeſichts des geringen Mehrgewinns, enttäuſcht,
trotzdem das Inſtitut wieder anſehnliche Reſerveſtellungen
vornimmt und man vom zweiten Semeſter einen günſtigen
Abſchluß des Konſortialkontos erwartet. Elektrizitäts=
werke
lagen im Ultimoverkehr ſtiller und zum größten
Teil ſchwächer. Naphtha wurden bis 345 heraufgeſetzt,
anſcheinend für ruſſiſche Rechnung, während Steana
Romana bei bedeutenden Umſätzen ungefähr den Kurs
der Vorwoche (155¾) behaupteten; man taxiert die Divi=
dende
der letzteren auf 9 Prozent gegen vorjährige 8 Pro=
zent
.
In chineſiſchen Werten überragen dieſe Woche die Ab=
ſchwächungen
. Deutfche Gold= und Silber=Scheideanſtalt
bis 705¼, Chemiſche Albert bis 471½, Höchſter Farbwerke
bis 650, Badiſche Anilin bis 538½, Chemiſche Griesheim
bis 258½ und Rütgers bis 198,60. Nur Holzverkohlung
ſchließen feſter (324,75) und Kunſtſeide erholt bis 121¼.
Sonſt waren die Umſätze ebenfalls kleiner. Kleyer aut be=
hauptet
560, ebenſo Aluminium 251,25, Illkikchner Mühlen=
werke
125 und Hilgers 258. Von Brauereiaktien waren
Binding zu 197½ und Stern=Oberrad zu 207,75 höher.
Stark gedrückt waren Bielefelder Maſchinenfabrik bis
484 ohne nähere bekannte Gründe, ferner Fahrzeug
Eiſenach bis 119½ nachgebend. Im freien Verkehr wur=
den
Rhein. Automobilfabrik (Benz) in Erwartung eines
günſtigen Semeſtral=Abſchluſſes bis 234½ bezahlt. Mon=
tanaktien
ſchließen nach mehrfachen Schwankungen in feſter
Tendenz; für Phönix ſtimulierten Dividendenſchätzungen
bis 17 Prozent gehend, gegen 15 Prozent im Vorjahre.
Die glänzenden Ziffern des Kohlenſyndikats=Berichts
hatten auf den Kurs der Kohlenwerte nur geringen Ein=
fluß
. Zuckeraktien bleiben recht feſt, Waghäuſel 227½,
Frankenthal 434½. Erwähnenswert iſt die Feſtigkeit für
Peruaner in London (11½ und 48¾), welche auch teilweiſe
in deutſchem Beſitze ſind; ferner waren dort Diamantaktien
ſteigend (de Beers bis 21½¼, Premiers bis 11¾)
Von Loſen notieren: Augsburger 35,60, Braun=
ſchweiger
197,50, Pappenheimer 62,40, Genua 205 G.,
Türkiſche 172,50, Freiburger 75,40, Ungariſche 360,50,
Meininger 35,40, Venediger 45,, Mailänder 45=Fres.=Loſe
152,, Mailänder 10=Fres.=Loſe 32,, Raab=Grazer An=

rechtsſcheine 37,90, in Reichsmark; Gothaer Prämie II
117,70, Donau=Regulierung 145,, Madrider 74 B., in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918 un=
kündbar
) 100,75, 3½proz. Reichs 89,60 G., 3proz. Reichs
79,75, 4proz. Heſſen von 1899 99,90 B., 4proz. Heſſen von
1906 100 6 4proz. Heſſen von 1908/09 100,, 4proz.
Heſſen (unkündbar bis 1921) 100,50, 3½proz. Heſſen
88, 3proz. Heſſen 77,40, 4proz. Darmſtädter 99 G.,
3½proz. Darmſtädter 89,50, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 1823) 99,80 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 2425) 99,90 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 35) 88,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 911) 88,70 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 1012) 99,80 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 1314) 99,90, 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 13) 88,80 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr.
(Serie 4) 88,70 G., Darmſtädter Bank 121½, Südd. Eiſen=
bahn
=Geſellſchaft 129 G., Südd. Immobilien=Geſellſchaft
(Mainz) 63, Lederwerke vormals Spicharz (Offenbach
a. M.) 68 B., Schramms Lack= und Farbenfabriken ( Offen=
bach
a. M.) 271 B., Chemiſche Mühlheim a. M. 62,80,
Privatdiskonto 4¼ Prozent (in Berlin 4 Prozent),
Schantungbahn 134, South=Weſtafrika 143, Otavi=
Anteile 91,50, Otavi=Genußſcheine 70 G., 4½proz. Ruſſen
100,50 G., 4proz. 1880er Ruſſen 90,40 G., 4proz. 1902er
Ruſſen 9,95, 3/proz. Ruſſen 88,25, 3½proz. Ruſſen 83,50 G.,
3proz. Ruſſen 80,50 G., 4proz. unifizierte Türken 91 G.,
4proz. Adminiſtrations=Türken 82 G., 4proz. Bagdadbahn
83,25, 4proz. konvertierte Türken (1905/11) 80,75 G., 5proz.
Chineſen 100 G., 4½proz. Chineſen 94,75, 5proz. Chineſen
(Tientſin=Pukow) 97,10, 4½proz. Japaner 94,30, 4proz.
Japaner 88,25, 3proz. Buenos=Aires 70/a

Sport.

* Pferdeſport. Baden=Badener Woche. Preis
von der Donau, 4000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Monſ.
H. de Mumms Caſablanca IV (O'Neill), 2. Sideslip
(Schläfke), 3. Hendred (J. Lare). Tot. 42110. Preis
von Karlsruhe, 12300 Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Hrn.
R. Haniels Aſchanti (Ted Rice), 2. Abwechſelung (F. Bul=
lock
), 3. Trotz (Schläfke). Tot. 31110. Fürſtenberg=
Memorial, Ehrenpreis und 50000 Mark, Diſtanz 2000
Meter: 1. Monſ. M. Caillaults Sarraſin (O'Neill), 2. Do=
lomit
(Archibald), 3. Qui (J. Childs). Tot. 88110.
Hamilton=Stakes, 8500 Mark, Diſtanz 1000 Meter: 1. Hrn.
v. Weinbergs Donna Felice (F. Bullock), 2. Blue Darling
(Schläfke), 3. Pfirſich II (J. Lane). Tot. 37110. Mer=
kur
=Rennen, 13000 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Hrn. A.
v. Schmieders Don Ceſar (J. Lane), 2. Adjunkt (Ted
Rice), 3. Loreley (F. Bullock). Tot. 42110. Wellgunde=
Steeple=Chaſe, 6000 Mark, Diſtanz 4500 Meter: 1. Lt.
Gallos Sparkling Hock (Printen), 2. Druid Hill (Birghan),
3. Veit (Schuller). Tot. 72110.

Baniprreintigung
für Bettfedern u. Daunen.
Beſte Einrichtung am Platz. Lager
in Köper für neue Hüllen. (6585a
J. Stritzinger, Hölgesſtr. 11, I.

zehrock=, Frack=, Smoking= An=
züge
, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (12036a

Aufruf
für Herrſchaften und
junge Leute!
Ich kaufe nur beſſere getragene
Herren=u. Damenkleider, Stiefel,
ſowie ſämtliche alte Gegenſtände.
Poſtkarte genügt.
M. Obstfeld
Kl. Bachgaſſe 7. Telef. 2085.

Mochste
Preiſe zahle ich für getragene
Herren= u. Damenkleider, Stiefel
u. Wäſche. Jeden Mittwoch hier.
Off. u. F 44 an die Exp. (17682fso

Brillanten, Perlen
Platin, Gold und Silber
kauft zum höchſten Wert (16951a
A. Kurtz, Pädagogſtraße 2.
Telephon 1202

Haare

ausgekämmte und abgeſchnittene
kauft fortwährend zu den höchſten
Preiſen
(11048a
Friedrich Tillmann,
Eliſabethenſtraße 21.

getr. Herrenkleider,
Kaufe Stiefel, Zahngebiſſe
zu höchſten Preiſen. Komme
auch auswärts.
(17677a
Levy-Sonnenstrahl,
4 Kl. Ochſengaſſe 4. Karte gen

Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierahfälle aller Art, Ge-
schäftspap
. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahleſtets die höchſt. Preiſe. (14858a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled
Nationalkasse
kauft. Offerten unter K 38 an
die Exped. ds. Bl. (*4141fso
Suche zu kaufen
jnachweisbar rentable Fabrik oder
größeres Geſchäftshaus. Ausführl.
Off. unter L. G. 40 an Haasen-
stein
& Vogler A.-G., Nürnberg. (H17880
ebr. guterh. Gasbadeofen zu
kaufen geſucht. Off. m. Preis
an Georg Koch. Riedeselstr. 48. (*4156fso

nöre Hofer allein
macht den Raffee ſo fein!
Auch als Zuſatz
zu Malz= und Rornkaſfee iſt der echte
Andre Hofer Feigenkaffee ganz vorzüglich

(2026f

Heute trifft eine große Sendung
Fichteigebirgs Preiselveeren
1 Pfund 38, bei 5 Pfund 37 Pfg.
ein. Durch perſönlichen Einkauf ſind wir in der Lage, nur prima
(*4354
Ware zu liefern.
Joh. Walther, Wienersstrasse 69
Telephon 1598
Ed. Türtmann, Grafenstrasse 19
Telephon 1425.

Leiden Sie an Rheumatismus,
Ich helfe Ihnen!) Gicht, Hexenschuss, Muskelschmer

usw., dann probieren Sie einmal
per Dose Mk. 1.20 und Mk. 1.75. Zu haben
Zahn’s Salbe, mn den Apotheken oder direkt bei
I. P. Zahn in Ober-Ingelheim a. Rh. Bestandt. d. Salbe: Ung. Vaselin 68.5,
cera. fav. 10.6. Tannin 7.4, ol. tereb. 12.0, camphorat. 3.5.
(16937a

Sanitätsrat

(17891

Dr. Gdeisch
von der Reise
zurück.

Zahnarzt Stroh
Heidelbergerstrasse 7
Ecke Riedeselstrasse
Telephon 1458
von der Reise
zurück. (17117a

Carl J. Lips
Dentiſt
von der Reise zurück.

Hittag- und Abendtisch
Privat-wienerstrase 13 II. (16727a

Uteene nchte

oder kl. Fabrikgebäude, womöglich
mit Konzeſſion für Aufſtellung e.
Dampfkeſſels, für geräuſchloſen
Betrieb zu mieten, evtl. auch zu
kaufen geſucht. Angabe mit Größe
ſowie des Preiſes unter K 91
an die Expedition ds. Bl. erbeten.

Kleine Villa oder Landhaus
in Darmſtadt od. Nähe Darmſtadts
57 Zimmer u. Zubehör, Gas, elektr.
Licht, Garten per 1. Oktober zu
mieten geſucht. Off. u. 9617 an
Haasenstein& Vogler, Wiesbaden. (II178

Zimmerwohnung in guter Lage
für ruhige Mieter per 1. Okt.
geſucht. Gefl. Offert. unter K 34
an die Exped. ds. Bl. (17699a

unges Brautpaar ſucht Mitte
d. Stadt große 2 od. kleinere
3 Zimmerwohnung. Off. unter
L 1 an die Exp. d. Bſ. (*4359

ßerr ſucht fein möbl. Zimmer
mit eig. Eingang. Offert. mit
Preisangabe an die Expedition
d. Bl. unter K 77. (*4290so

Ein gut möbl. Zimmer mit auf=
merkſ
. Bedien., in der Nähe d.
Johannesk. per ſof. zu miet. geſ
Off. u. K 98 an die Exp. (*4340

Spiegelschrank
2tür., pol., 75 Mk., Durch Erſparnis
der Ladenmiete und ſonſt. Speſen
bin ich in der Lage, nur neue beſſ.
Möbel zu denkbar billigen Preiſen
(*4355
abzugeben:
Verſchiedene Schlafzimmer,
Komplette Herrenzimmer,
Speiſezimmer und Küchen,
beſſ. Divans, Büfetts, Trumeaux=
ſpiegel
, Flurgarderob., Salonſchr.,
Vertik., Kleiderſchr., Waſchkom.,
Tiſche, Bettſtellen, Matratzen, nur
prima Arbeit, mit Garantie.
Eliſabethenſtr. 46, pt.

Pitschpine u. Kiefernholz
billig abzugeben. Liebhaber woll
Adreſſe unter K 93 an die Ex=
pedition
ds. Bl. abgeben. (*4351

Wachſamer Hofhund (Boxer) in
gute, Hände billig abzugeben
17476a) Kahlertſtraße 11.

Dinderloſes Ehepaar auf dem
R Lande wünſcht gern ein Kind
in ſehr gute Pflege zu nehmen.
Angebote unter K 92 an die
Expedition ds. Bl. (*4337oms

Helf&C
Fräulein, 28 Jahre, kath., mit
Vermögen, wünſcht mit Herrn,
Witwer nicht ausgeſchloſſen, zwecks
Heirat in Verbindung zu treten.
Nur ernſtgem. Off. unter K 55
an die Exped. erbeten. (*4201so

Verloren
1 Zwicker mit vergold. Anſteck=
roſette
am Sonntag, den 18.
Auguſt. Der Herr mit Stroh=
hut
, welcher in der oberen Hein=
heimerſtr
. den Zwicker gefunden
hat, wird erſucht, denſelben unver=
züglich
abzuliefern, andernfalls
wird Anzeige erfolgen. Fräulein
Kumpf, Im Geißenſee 1. (*4329

O Vorderplätze (Theater)

Balkonloge
von Ende Oktober bis Ende Fe=
bruar
abzugeben (auch einzein).
Näheres Expedition. (17776sc

Kasens
Pfg.
eine Zigarre von beſonderer Güte,
(16965a
iefert nur die
Ummericher Waren-Expedition
Tel. 979. Elisabethenstr. 12.
Eigene Fabrikation. Fabrikpreis

empfehle ich billigſt
Herren-, Damen- und
Kinderstiefel
in allen Größen, in nur prima
Qualitäten und guten Paßformen,
ſowie alle Größen in
Sandalen, Lederpantofeln,
Kord-, Stoff- u. Pläschpantof.
Michael Fick
Schuhmacherei
Holzſtraße 24. (17107a

Wagen u. Gewichte
geſetzlich vorſchriftsmäßig geeicht.
1866soi) Wilh. Hublitz.

eue u. gebr. Möbel aller Art:
Schlafzimmer, Küchen=, Klei=
der
=, Bücher=, Waſch= und Nacht=
ſchränke
, Tiſche, Stühle, Vertiko u.
Verſch., ſtaunend billig u. ſehr gut im
Stand, Wendelſtadtſtr. 2. (*4294so

Klavier (Schiedmayer u. S.,
1 Stuttgart) und 1 Bett von
Mahagoni mit guter Roßhaar=
matratze
preiswert zu verkaufen.
Beckſtraße 75, part. (*4330om

Zegen Auflöſung des Haush.
Möbel aller Art u. Betten
zu verkaufen Viktoriaſtraße 52,
(*4135fso
1. Stock.

endliche
Friſche
zarte, geſchmeidige Haut, erzeugt
nach langjährigen Erfahrungen u.
zahlreichen Anerkennungen Ober=
neyer’s
Herba=Seife. (17878f
Medizinal Herba=Seiſe à Stück
50 Pf., 30% ſtärk. Präp. Mk. 1.
zu hab. i. all. Apoth., Drog., Parfüm.

[ ][  ][ ]

Nummer 200.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Seite 0.

Bekanntmachung.

betreffend die ſchmerzloſe Tötung von Hunden und Katzen.
In dem polizeilichen Hundeaſyl, Beſſungerſtraße 56, ſind ſeit
einiger Zeit zwei Kohlenſäure=Tötungsapparate (ein größerer und
ein kleinerer) aufgeſtellt, mit denen die Tötung der polizeilich einge=
fangenen
und nicht ausgelöſten oder nicht verkauften Hunde erfolgt.
Mit dieſen Apparaten werden auch jederzeit auf Antrag der Beſitzer
Hunde und Katzen getötet. Die hierfür zu entrichtende Gebühr, die
ſeither 2 Mk. betrug, wird vom 1. k. Mts. an auf 1.50 Mk. herab=
geſetzt
. Die Bedienung der Apparate erfolgt durch den Verwalter
des Hundeaſyls, Polizeihundeaufſeher Klotz, Beſſungerſtraße 56.
Auf Wunſch werden die zu tötenden Tiere von dem Verwalter des
Hundeaſyls gegen eine beſondere Gebühr von 50 Pfg. abgeholt.
Die Körper der getöteten Tiere werden an die Kreisabdeckerei ab=
geliefert
, wodurch weitere Koſten nicht entſtehen.
Anmeldungen ſind an den Verwalter des Hundeaſyls, Polizei=
hundeaufſeher
Klotz, Beſſungerſtraße 56, direkt oder durch Vermitt=
lung
des zuſtändigen Polizeireviers zu richten.
Die Verwendung der Apparate wird von uns unter Mitwir=
kung
des Großh. Kreisveterinäramts überwacht.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1912.
(17895od
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.

Spülung des Waſſerrohrnetzes.

Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſer=
rohrnetzes
in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 26. zu Dienstag, den
27. Auguſt lfd. Js. werden geſpült:
Spülbezirk V.
Derſelbe wird umfaßt von der Frankfurter=Straße ( Herrngarten=
ſeite
), Odenwaldbahn, Dieburger= und Alexanderſtraße und enthält
Theaterplatz und Muſeum.
Mitgeſpült werden die außerhalb liegenden Straßenteile: Kranich
ſteiner=Straße, Hohler=Weg, Dieburger=Straße und Ringſtraße (äußere),
zwiſchen Dieburger=Straße und Seiterswieſenweg.
Spülbezirk VIII.
Derſelbe liegt ſüdlich der Heinrichsſtraße bis zur Wilhelminen=,
Karls= und Beſſunger=Straße und öſtlich der Ludwigshöhſtraße.
Mitgeſpült werden die Straßen der Mathildenhöhe.
. In der Nacht von Mittwoch, den 28. zu Donnerstag,
den 29. Auguſt lfd. Js. wird geſpült:
Spülbezirk Ix.
Derſelbe liegt weſtlich des Straßenzuges Ludwigshöhſtraße,
Beſſunger=, Karls= und Wilhelminenſtraße und wird von der Heinrichs=
und Eſchollbrücker=Straße begrenzt.
Außerdem findet in der Nacht von Donnerstag, den 29. zu
Freitag, den 30. Auguſt lfd. Js. eine Druckrohrſpülung ſtatt.
Darmſtadt, den 14. Auguſt 1912.
Städtiſche Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
(17735so

Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus.

Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 79778 bis Nr. 100000
und Nr. 1 bis einſchießlich Nr. 13888 werden aufgefordert, die
Verſatzzeit der Pfänder verlängern zu laſſen. Bis Ende Auguſt d. J.
iſt die einfache, vom 1. bis 10. September 1912 die doppelte
Verlängerungsgebühr zu entrichten.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis 10. September d. J. nicht
verlängert wurde, ſind bis ſpäteſtens Samstag, den 19. Oktober d. J.,
vormittags 11 Uhr, auszulöſen. Von Montag, den 21. Oktober d. J.
ab, werden die verfallenen Pfänder verſteigert.
(14155a
Darmſtadt, den 1. Juli 1912.
Städtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul.

Hessische Handelslehranstalt
Fernsprecher 923 Darmstadt Rheinstrasse 6
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tages-
unterricht
.
II. Halbjahrkurse zur Vorbereitung für den kaufm.
Beruf.
(17360a
Beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Das Wintersemester beginnt Dienstag, den 8. Oktober.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilhelm Siedersleben,
staatl. geprüfter Handelslehrer.

Bekanntmachung.

Die Firma Karl Ax, G. m. b. H.
in Arheilgen bei Darmſtadt, hat
ihren Sitz nach Burg bei Herborn
verlegt, die Zweigniederlaſſung in
Burg aufgehoben und iſt in
Liquidation getreten. Zu Liqui=
datoren
ſind Ingenieur Otto
Mayer in Darmſtadt und Otto
Schramm, Kaufmann in Herborn,
beſtellt, die die Firma gemeinſam
(17887
zeichnen.
Darmſtadt, 22. Auguſt 1912.
Großherzogliches Amtsgericht II.

Dünger=Verkauf.

Dienstag, den 27. Auguſt,
von 930 Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in Darm=
ſtadt
die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
(17733so
verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23.

Heiz-Dardcke
gut erhalt. (bisher Kantine) m. ab=
geteilten
Räumen, leicht anderswo
aufſtellbar, f. Lagerraum, Werk=
ſtätte
ꝛc. geeignet, billig zu verk.
Näh. Saalbauſtr. 4, Büro. (17875oi

E

ine kleine Zwerghündin zu
(*4334
verkaufen
Kiesſtraße 26, 1. Stock.

Mobel

Pianos, Kaſſenſchränke,
Einrichtung., Nachläſſe
übernehme zur Verſteigerung, zum
vorteilhaften Verkauf, auch Ankauf
F. Kurtz, Auktionator
Teleph. 1202. (17309a) Pädagogſtr. 2.

Bettſtelle mit Stroh= u. Zteil
1 Seegrasmatr. (2ſchläf. u. gut
erhalt.), bill. zu verk. Weinberg=
ſtraße
26, Hths. pt. lks. (*4331

Schwarzes Salonmöbel

beſt. in Polſtergarnitur, Silber=
ſchrank
, Nipptiſchen, Vorhänge,
Teppich, billig zu verkaufen.
Anzuſeh. v. 25 Uhr nachm.
*4213) Eliſabethenſtr. 70, II.

Jung. Klee mit Hafer auf dem
Halm, ca. 1 Morgen, zu ver=
kaufen
(neben der Rennbahn).
Näheres Landskronſtr. 79, part.,
Aug. Engel. (B17690

Kurzhaariger, raſſereiner
(Räde
Bernhardiner=
3 Jahre alt, ſch. gezeichn., umſtände=
*4260so
halber billig zu verk.

IhEInRRIz!

Stenographen-Vereinigung ,Gabelsberger

2

G

am Samstag, den 7. Sept., a. c. im Kaisersaal (Grafenstr.)

Nach

De

Vork

ab Rotterdam
via Boulogne-sur-Mer
mit der (15450a
Holland Amerika Uinie.
Erstklassige, bis 24170 Reg.-Tonnens
grosse Doppelschrauben-Dampfer.
Neuer Dreischrauben-Dampfer
von 32500 Reg.-Tonnen im Bau.
Kajüts-Billette und Auskunft durch
Aug. Cellarius, Darmstadt
Bleichstr. 53. Tel. 1440.

Bei den maſſenhaften Beſtel=
lungen
a. kleinere Quantitäten Obſt
iſt eine Ausfuhr unmöglich; bitte
daher Reflektanten ſich an Herrn
Brunnträger, Obſthandlung
Nieder=Ramſtädterſtr. 37, wo eine
Niederlage iſt, zu wenden. (17855so

Kupferne Keſſel
auch gußeiſerne, billigſt bei
Mayer & Sender
Waldſtr. 35. (16435a

Genesende,
die durch erſchöpfende Krankheiten
geſchwächt ſind, trinken mit größtem
Nutzen Altbuchhorſter Markſpru=
del
Starkquelle. Sein hoher Ge=
halt
an wertvollen Mineral= und
Nährſalzen hebt ſchnell die geſunke=
nen
Kräfte, ſteigert mächtig den
Appetit, fördert den Stoffwechſel u.
macht den Körper blutreicher und
widerſtandsfähiger. Lebensfreude,
Mut u. Energie kehren raſch wieder
u. verſcheuchen die letzten Reſte kör=
erlichen
Unbehagens. Von zahlr.
Profeſſoren und Aerzten glänzend
begutachtet. Fl. 95 Pfg. in der
Engros=Niedertage Friedr, Schaefer,
ferner in der Hof=Drogerie Chr.
Schwinn, Rheinſtr. 8. (14996E

Geehrter Herr Apotheker!
Nächſt Gott danke ich Ihnen für
die gute Rino=Salbe, die ſich an meinen
Händen, ſeit 4 Jahren naſſe, freſſende
Flechte, gut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe, be=
grüße
ich Sie
hochachtungsvoll
Wwe. H.
Bismark, 1./11. 1805.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und Haut=
leiden
angewandt, iſt in Doſen
Mk. 1.15 und Mk. 2. 25in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in Original=
vackung
weiß=grün=rot und Firma
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fäkſchungen weiſe man zurück.

en edlet. ger baeiele
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.

Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.

Für Hausbeſ., Hotels, Bäckereien,
Reſtaur. uſw. Verſicherung geg.
Ungeziefer beſond. zu empfehlen.
Aeußerſt geringe Jahresprämie.
Koſtenloſe Ausſprache an Ort und
Griesheim, Borngalſe 10. 1Stelle. Poſtkarte genügt. (14191a

Vereinigte
Kriegervereine Darmſtadts
in Verbindung mit der
Turngemeinde Darmſtadt.
Iingemeite Näaneler
Sonntag, den 1. September 1912, abends 8 Uhr,
in der Turnhalle am Woogsplatz,
beſtehend aus:
Feſtrede, Konzert, Geſang u. turneriſchen Aufführungen.
Wir laden unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen
zu zahlreichem Beſuche ein.
Eintrittskarten für unſere Mitglieder pp. werden ausgegeben
von Montag, den 26. Auguſt ab bis Samstag, den 31. Anguſt,
mittags 12 Uhr, bei den Kameraden:
1. Herrn Buchdruckereibeſitzer Bender, Beſſungerſtraße 47,
2. Herrn Kaufmann Hahn, Schwanenſtraße 20 (Ecke Schloß=
gartenplatz
) und
3. am Schalter in der Turnhalle am Woogsplatz.
Nichtmitglieder erhalten Eintrittskarten von Samstag, 31. Aug.
ab nur am Schalter in der Turnhalle am Woogsplatz.
Sämtliche Eintrittskarten werden unentgeltlich verabreicht, ohne
Eintrittskarte iſt der Zutritt nicht geſtattet.
(17886od
Orden=, Ehren= und Verbandsabzeichen ſind anzulegen.
Der Vorſtand.

OefsgenerbvereinWarmstadf.e

Mittwoch, den 28. Auguſt, nachmittags
Beſichtigung der Vereinigten Speyerer Ziegelwerke A.=G.
Tonwerk Heppen
Ie 2.
* Uhr Haupt=(Bahnhof IV. Kl. Einlaßkarten bei Herrn
Abfahll: 1 Uhr Süd= (Sattlermeiſter Wallauer, Rheinſtr. 37.

Gesellschaft Arminius‟ Darmstadt
Gegründet 1911.
(17892a
Vereinslokal: Zum Landgrafen Georg‟.
Unſer diesjähriges Stiftungsfeſt findet am Samstag, den
7. September a. c., abends 8½ Uhr, im Konkordiaſaale, Wald=
ſtraße
33, in Form einer
Abendunterhaltung mit Ball
ſtatt. U. a. gelangt zur Aufführung: Die Villa in Darmſtädter
Mundart, Geſang= und Muſikvorträge ꝛc. Die Muſik wird von einer
Abteilung des Leibgarde=Dragoner=Regiments Nr. 23 geſtellt.
Eintrittskarten im Vorverkauf à 25 Pfg., an der Abendkaſſe à 30 Pfg.
Vorverkaufsſtellen in ſämtlichen Filialen des Zigarren=Importhauſes
D. Numrich, in unſerem Vereinslokal und im Verkehrsbüro.

äufgrerkee
Varlere u. Fheatern

Alexanderstrasse 12.
Monat August täglich: (16374a
Das große Variété- und Theater-Programm!
Wally Norden, die kleine Trikot-Nymphe
Neu. = Lissi Loselly, Kinderkopistin. Neu!

Wichtig für Guitarrespieler.
Der Zitherklub Edelweiß beabſichtigt, unter Leitung ſeines
Dirigenten einen Kurſus für Guitarre=Spieler zu errichten. Um
die Erlernung möglichſt weiten Kreiſen zu ermöglichen, werden Lern=
(17868om
Inſtrumente gratis zur Verfügung geſtellt.
Der Kurſus beginnt am
4. September I. Js.
und ſind Anmeldungen an die Muſikalien= und Inſtrumentenhand=
lung
Christian Arnold, Ernſt=Ludwigſtraße 8, zu richten.
Der Vorſtand
des Zitherklub Edelweiß.

Wrachtv.eich Auszugtiſchpreisw. 1Anzus für groß. Figur
z. v. Niederramstädterstr. 16, II.I. (*4353 perk. Näh. Exp.

bil zu
(*4352

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Nummer 200.

Einheitspreis 1250
Salamander
Salamander-Luxus . . 160

In Damen-Stiefeln bringen wir die
neuesten und elegantesten Formen

(aus

SALAMANDER
EAUL-NATHAS Z.C9
Ludwigsstrasse15.

u B

(11751a

D. R. P. Patente
aller
Kaldsiris kiturstaten.
(9305a
Epochemachende Neuheit für Damen.
Idealster hygienischer Korsett-Ersatz mit allen Vorzügen, doch ohne die
Nachteile des modernen Korsetts. Gibt ohne Einschnürung in der Taille
dem Körper Halt und eine hochelegante, moderne, schlanke Figur.
Unübertroffen auch zugleich als Leibbinde für leidende Frauen.
Nenheit: Kinder- u. Backfisch-Kalasiris.
Verkaufssteltein Darmstadt: Schulstr. 12, 1. St.

wie nei, ſehr
Wanderer-Rad, billig

12024a)

Grafenſtraße 26.

(

Pfg, Kartofſen
4 Pfg. per Pfund
Hohler Weg 80

Gute Koch= u.
per Pfund 12 Pfg.
ſtraße 17, parterre.

birnen
Erbacher=
(17701fo

Miteſſer,
Pickel im Geſicht und am Körper
beſeitigt raſch und zuverläſſig
Zucker’s Patent-Medizinal-
Seife, à St. 50 Pf. (15% ig) und
1.50 M. (35% ig, ſtärkſte Form).
Nach jed. Waſchung mitZuckooh-
Creme, Tube 75 Pf. und 2 Mk.,
nachbehandeln. FrappanteWirkung
von Tauſenden beſtätigt. Bei Fr.
Schaefer, A. Logel, Ch. Schwinn,
Drog., u. Gg. Frz. Frank, Parfüm.

ATRARN-

die neueste und beste
deutsche Nähmaschine
5 Jahre Garantie. (9549a
Alleinverkauf

Rheinstr. 47
Bernhard Gans releph. 955
Kupferschmiede u. Installationsgeschäft
Kupferne Kessel, Apparate u. Kochgeschirre
: Bierdruckapparate u. Reduzier-Ventile
:: Beleuchtungskörper für Gasglühlicht
Reparaturen und Verzinnen (16530a)
Lager i. flüss. Kohlensäure u. kompr. Sauerstoff.

Millionen von Hausfrauen
verwenden nur
Pfeildreieck-Seifen.
Aeberzeugen auch Sie sich durch einen Wersuch von der grossen Waschkraft und dem spar-
samen
Verbrauch dieser Seiſen. Jie schonen wie keine andere die WWäsche, schäumen leicht
und besitzen, weil aus den reinsten Pflanzenſetfen hergestellt, einen angenehmen Feruch.

Haas & Bernhard
19 Rheinstrasse 19.

Die eine Art:
Man trinkt Kornfranck mit einer Kleinen Beimischung von
Aecht Franck-Kaffeezusatz‟. Das Getränk hat die bekannts
Kaffeefarbe, es schmeckt fein und mittelKräftig.
Die andere Art:
Man trinkt Kornfranck mit einer grösseren Beimischung van
nAscht Franck (etwa ½ Kornfranck mit ½ Aecht Franck‟k
Das Getränk ist intensiv dunkel, der
Geschmack fein, voll und Kräftig,
Die dritte Art:
Man trinkt Kornfranck als Mischung von Körnfranck und
BohnenKaffee mit einer Beigabe von Aecht Franck- Haffes-
zusatz
(etwa je ½). Das Getränk ist intensiv dunkel, den
Geschmack sehr fein, voll und Kräftig.
Milch und Zucker nach Gewohnheit.

(III17883

Jamilie Seerſen.
Roman von Sidonie Judeich=Mierswa.
(Nachdruck vervoten.)
3)

Ach, das iſt ja Ada! Erfreut winkte Chriſta mit der
Hand hinüber. Dann wurde ſie rot. Kam dort nicht
Peter Geißler? Ja, er war es. Sie erkannte die blonde
Hünengeſtalt des jungen Malers. Ei, deſſen Gruß mußte
ſie abſangen. Sie beugte ſich etwas aus dem Fenſter.
Ada, was für ne Ada? fragte intereſſiert Karl Auguſt
den Bruder. Ein äußerſt pikantes Geſchöpfchen. Wie kam’s
denn, daß die geſtern abend nicht mit auf dem Ball war?
Das war nicht möglich Sie iſt die Tochter des Bal=
lettmeiſters
Jerling. Ganz ruhig und ſchlicht ſagte es
Joachim, und doch klopfte ihm ſein Herz dabei.
Was! Ach nee! Hätte ich für was Hochfeudales ge=
halten
. Wohl gar Ballettratte? Karl Auguſt ließ ent=
täuſcht
das Glas aus ſeinem Auge gleiten.
Fräulein Jerling iſt eine hochanſtändige Dame Es
denkt kein Menſch daran, daß ſie jemals einen Fuß auf
die Bühne geſetzt hätte. Ueberhaupt
Langſam und umſtändlich kniff Karl Auguſt wieder
ſein Monokel ins Auge.
Sieh, ſieh, woher weißt denn Du, daß ſie eine hoch=
anſtändige
junge Dame iſt? Hat ſie Dich vielleicht ab=
blitzen
laſſen? Oder , er pfiff leiſe durch die Zähne.
O, jetzt wird mir manches klar, was mir geſtern dunkel
war. Ja, dem Vater einer ſo ſchönen Tochter drückt man
ſchon gelegentlich mal die Hand, ſelbſt wenn man einten
Fehlgriff damit begeht. Was? Haſt übrigens keinen
Uhlen Geſchmack entwickelt, Kleiner. Das muß Dir der

ſetd inſen. Shein Scſt nd ehane zu habet, die
kleine ſchwarze Perſon!
Da fuhr Joachim empor.
Ich verbiete Dir, in dieſem Ton von der jungen Dame
zu ſprechen! Sie gibt Chriſta übrigens Malſtunde, und
wenn Mama das geſtattet, wirſt Du wohl einſehen, daß
auch nicht das gerinſte gegen den guten Ruf Fräulein
Jerlings einzuwenden iſt.
Mein Gott, was will das beſagen! Mama in ihrer
erhabenen Weltanſchauung wird ſich nicht um die Tugend
von jemanden bekümmern, der ihrer Anſicht nach beinah
mit den Dienſtboten auf einer Stufe ſteht Immerhin
finde ich einen direkten Verkehr dieſer Perſon mit Chriſta
ganz unpaſſend und ich werde nicht verſäumen, Mama
darauf aufmerkſam zu machen!
Auf was? Welchen Verkehr hält mein Herr Bruder
nicht für paſſend für mich? Chriſta war vom Fenſter zu=
rückgetreten
. Sie ſah enttäuſcht aus. Peter Geißler war
vorübergegangen, ohne ſie zu ſehen. Er hatte es augen=
ſcheinlich
ſehr eilig gehabt, Ada Jerling zu grüßen, die er
von Karlsruhe her kannte.
Karl Auguſt hält Deinen Umgang mit Fräulein Jer=
ling
für unpaſſend! erklärte Joachim. Er war blaß und
ſtrich nervös über ſein Schnurrbärtchen.
Iſt er auch, ſagte Chriſta gereizt und hochmütig. Sie
ärgerte ſich, daß Peter Geißler ſie um Adas willen nicht
geſehen hatte. Da traf ihr Blick Joachim. Er tat ihr
leid und raſch ſetzte ſie hinzu: nach der Meinung, die in
unſeren Kreiſen herrſcht, denn Ada iſt keine geborene.
Sie kann kein von, zu oder auf vor ihren Namen ſetzen.
Aber ich kann Euch ſagen, an Bildung ſteckt ſie alle meine
hochgeborenen Freundinnen in die Taſche. Geradezu ein

Gons ſind ur de Siuden, die ich uit hr delhangen
kann. Chriſta hatte ihren Aerger überwunden. Ihre ge=
ſunde
, verſtändige Denkungsweiſe ließ es nicht zu, daß
jemand die, die ſie wirklich lieb hatte, angriff
Denkt nur, ſetzte ſie, als ihre Brüder fortgeſetzt ſchwie=
gen
, hinzu: Peter Geißler ſagt, Ada hätte immenſes Ta=
lent
, aber ſie müßte hinaus, müßte in Paris, München
und anderen Kunſtſtädten noch ſtudieren. Dann würde ſie
Großes erreichen. Aber ſie bleibt hier in Bellburg, ihrem
Vater zuliebe, und könnte doch draußen in der Welt Ruhm,
Ehre und einen großen Namen erlangen.
Na, vielleicht gelingt es ihr auch hier und zwar auf
einfachere und bequemere Weiſe, einen großen Namen
zu erjagen. In leiſem Spott ſagte es Karl Auguſt und
verwendete kein Auge von Joachim, der ſich augenſchein=
lich
mühte, ſeine Faſſung wieder zu erlangen. Er wür=
digte
den Bruder aber keiner weiteren Antwort, und das
ärgerte Karl Auguſt erſt recht. Langſam ſagte er:
Dein oſtentatives Schweigen, mein Lieber, iſt augen=
blicklich
etwas geſucht und unangebracht! Zum Diplo=
meten
haſt Du, das verrät Dein Benehmen, übrigens
wenig Talent!
Vielleicht bin ich mir deſſen bewußter, als Du glaubſt,
Karl Auguſt. Aber wenn ich mich einmal dazu entſchließe,
dieſe Erkenntnis in eine befreiende Tat umzuwandeln,
werde ich Dir dankbar ſein, daß Du in brüderlicher Liebe
Verſtändnis dafür bezeigteſt.
Betreten blickte Karl Auguſt von Joachim zu Chriſta.
Was ſollte denn das heißen? Aber die ſtand auch mit
einer ſonderbar abweiſenden Miene da. Einfach unge=
mütlich
dieſe beiden! Er hatte ſich den Urlaub wirklich
amüſanter vorgeſtellt.

[ ][  ][ ]

Nummer 200.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912.

Seite 11.

Patente
Musterschutz
Warenzeichen
Entstaubungsanlagen
8701a)

Patent- und ingenieur-Büro
Darmstadt
Telephon 1695 Rheinstr. 19, I.

Luschheide-Lehristiiue
von C. Schacht Wwe.
Karlſtraße 56, I.
Damen=Konfektion.
Habe neben meiner Damen=Konfektion einen Unterricht im
Zuſchneiden und Kleidermachen eingerichtet. Derſelbe ſteht unter
der gewiſſenhaften Leitung meiner Tochter.
(B17810
Syſtem erſter Akademie. Modernſter Schnitt.

Karami

ist ein Zahnpulver von hervorragender Qualität. Karami
macht die Zähne blendend weiss. Karami dient zur Er-
haltung
der Gesundheit und zur Förderung der Schönheit.
Karami ist erhältlich in Dosen zu 25 Pfg. bei (17797a
Robert Scholl, Soderstr. 44.

Angef. Handarbeiten
bedeutend reduziert.
PORTUNE
Bleichstr. Ic.
Pert 2 1 Sse .e

Schwerhörige
erhalten das Otophone‟
15 Tage zur Probe
Persönlicher Besuch erbeten.
Broschüre Nr. 20 kostenlos.
Deutsche Otophone Co.
Frankfurt am Main (16923M
Bockenheimer Anlage 50, part.

Euterh. Trübrig Hdandwagen bit
Gzu verk., ebendaſelbſt großer,
ſtarker Hofhund. Zu erfragen
Ludwigshöhſtraße 36. (*4218so

Jochfeines Pianino (kreuzſait.)
Owird unter ſechsjähriger Ga=
rantie
billig abgegeben. Teilzahl.
geſtattet. Nied.=Ramſtädterſtr. 31,
1. Stock rechts.
(*4071do

Ludwig Kling SCo.
Installationsgeschäft u. Bauspenglerei
Rheinstr. 17, Ecke der Grafenstr.
Telephonruf 636. (16950a
Musterlager aller ein-
schlägigen
Artikel.

Günſt. Gelegenh. f. Wirte etr.
Aus dem Nachlaſſe von
E. Pallmann werden billigſt
abgegeben:
1 komplett. Büfett in pitſch=pine,
3 Meter lang, davon 2,10 Mtr.
Nikolin= und 0.90 Meter mit
Marmorbelag, Holzplatte zum
Herausziehen, Granitſockel m.
Majolika=Schankſäule, Figur
Gambrinus u. 3 Hähnen, nebſt
allen dazu gehör. Montierung.
1 Gläſerſchrank, 5 Marmortiſche,
rund, 1 Sofa, 1 Doppel=Sofa,
4 Hocker, 1 Lüſter, 1 Meſſing=
ſtange
mit Vorhang.
Näh. im Eisengeschäft Pallmann,
Nachf., Kirchstrasse 21. (16936a

Taperon

zum Reinigen und Auffriſchen von
Tapeten, Zimmerdecken, Gemälden ete,
hat ſich glänzend bewährt.
Alleinverkauf für Darmſtadt
und Umgebung
Kdolf Zachmann
Bleichstr. 46 Telefon 188.
Ferner bringe in empfehlende
Erinnerung:
Bernstein-Fussbodenlacke
per 1kg=Doſe 1,30 u. 1,80 Mk.,
Linoleum-Fussbodenlacke
per 1 kg=Doſe 1,25 Mk., offen
per Pfd. 50 Pf.,
Parkeitboden- und Linoleumwichse
in Doſen und ofſn,
Stahlspähne, Terpentinöl (rein),
Sangajol (Terpentinerſatz), Cröme=
farben
, Stoff- u. Blusenfarben, Oxyd-
fussbodenfarben
, ſtreichfertig, per
Pfd. 40 Pf.
(6714a

Majolika=Röderherd a
gut erhalten, 80X160, 2 Bratöfen,
desgl. 1 Waſſer=Reſervoir,
½, chm, zu verkaufen. Zu er=
fragen
in der Exped. (17807som

wie neu,
Hessen-Rad ſehr bill.

Grafenſtraße 26.

(11832a

Für l. Schlaſſrneriſtällel
1 ältere Drehbank billig zu verk.
Landskronſtr. 79, part. (B17689

Eine Partie guterhaltene eiſerne
Oefen, Treppe, Handwagen,
Sackkarren, Dezimalwage und
Verſchiedenes billig zu verkaufen
4288so) Heerdweg 12.

inder=Lieg= und Sitzwagen
§ wie neu, billig zu verk. (17859a
Mauerſtr. 27, pt. I.

Das
sind
sie!

Die

Union-Brikets

welche

billiger und besser sind als Steinkohle.
Machen Sie einen Versuch!

Erhältlich in den Kohlenhandlungen!
(17879f)

Katuf wente

191ler von 80 Pfg. an per Flasche
sowie rote u. weisse Qualitätsweine
empfiehlt
(17361a
Gg. Sauerwein, Landwehrstr. 7.

chem. Reinigen unt.
Garantie
und Desinfizieren
per Kilo 40 Pfg.
Zupfen nicht mehr er-
forderlich
. (16718a
Hoffärberei
C. & G. Reich.

Nächste Verlosungen.
Künstler-Wohlf.-Lotterie, Los 1 Mk.
Zieh. 11. u. 12. Sept. 1912.
Alsfelder Geldlotterie, Los 1 Mk.
Zieh. 11. u. 12. Sept. 1912.
Heidelberger Lettarie, Los 1 Mk.
Zieh. 14. Sept. 1912. (17544a
empfiehlt und verſendet
Philipp J. Schmidt,
Kgl. Preuß Lott.=Einnehmer,
Darmſt., Rheinſtr. 33, Tel. 127.

Aus Herrſchaftshäuſern
faſt kaum getrag. Kleider kaufen
Sie am beſten (17370a
10 Ballonplatz 10
Kein Laden. Kein Laden.

Maardiseiten Sinu verrauenssdoler

bevor Sie eine Arbeit anfertigen laſſen, verlangen Sie Aufklärung über Qualität der Haare. Sämtliche Haare, welche in meinem Spezial=Atelier für Kunst=
haararbeiten
verarbeitet werden, ſind von mir ſelbſt präparierte Schnitthaare.
50
Ernst Köhler,
Damenfriseur und Perrückenmacher
22 Ernst-Ludwigstrasse 22.
Kein Laden.
Telephon 1682.
Kein Laden.
(16167a

erie

Der Gong rief im Leerſenſchen Hauſe zum Mittags=
mahl
.
Geräuſchlos Uffnete Jakob, der alte Diener, die Tür
zum Arbeitszimmer des Miniſters.
Exzellenz, es iſt ſo weit, meldete er mit devoter
Stimme. Er war es ſo gewöhnt, denn oft hutte ſein
Herr, in ſeine Arbeiten vertieft, am Schreibtiſch dieſen
Mahnruf zur Mahlzeit vergeſſen.
Gewöhnlich nickte ihm Exzellenz freundlich zu, zum
Zeichen, daß er verſtanden habe, und war ihm dann bald
nach dem ſaalartigen Speiſezimmer gefolgt.
Heute nichts von alledem. Geiſtesabweſend ſtarrte
der alte Herr vor ſich hin und nannte leiſe murmelnd Zah=
len
und Worte.
Dreimal wiederholte in kurzen Zwiſchenräumen Jakob
ſeine Meldung; dann erſt erfolgte das gewohnte Kopf=
nicken
und er war entlaſſen.
Leiſe und unhörbar entfernte ſich Jakob, im Gehen
nachſinnend, was wohl der Herr haben könnte Er ſah ſo
ſchlecht aus, ſo blaß und verſtört. Aber da hörte er ſchon
das Rauſchen der Schleppe der gnädigen Frau. Da kam
ſie mit dem Herrn Oberleutnant. Jakob riß den Herrſchaf=
ten
die Tür zum Eßzimmer auf.
Frau von Leerſen war nachdenklich. Ein ärgerlicher
Bug lag auf ihrem Geſicht. Karl Auguſt aber ſah verlegen
und etwas indigniert aus. Mama ſchien ungehalten zu
ſein, ernſtlich ungehalten über die hohe Summe, um die
er ſie gebeten hatte, da er ſie dringend zur Begleichung
ſeiner Verbindlichkeiten brauchte. Sie hatte allerlei ihm
unverſtändliche Andeutungen gemacht, daß Papa gerade

eit heit menen gan enernich eintet dabe, e munſch=
daß
man ſich, ſoweit es irgend gehe, im Haushalt ein=
ſchränke
, und ferner verlange er, daß die Herren Söhne
von nun an mit dem reichlich bemeſſenen Wechſel aus=
kämen
. Bei Joachim ſei das auch der Fall, hatte Mama
vorwurfsvoll hinzugefügt, aber er verſtände es, wie es
ſchien, nicht, richtig zu wirtſchaften! So ein Unſinn! Er,
der in einem teueren Kavallerieregiment ſtand, durfte ſich
doch wahrhaftig als Sohn des Miniſters nicht lumpen
laſſen! Pah, Joachim mit ſeinen ſpießbürgerlichen Be=
dürfniſſen
! Ueberhaupt, Joachim war nur ſchuld an Ma=
mas
Laune! Aber warum hatte er ihr auch nur die alberne
Geſchichte von dieſer Ballettmeiſterstochter erzählt! Damit
hatte er ſich ſelbſt alles verdorben. Was ging es ihn im
Grunde an, ob ſich Joachim verplemperte oder nicht? Um
Joachims willen hatte er es auch ſchließlich nicht geſagt,
ſondern Chriſtas wegen. Er hielt es direkt für ſeine
Pflicht, Chriſta dieſen ſchädlichen Einflüſſen zu entziehen.
Es war ganz offenkundig, ſie nahm durch dieſen Umgang
ſchlechte Manieren an. Woher hätte ſie ſonſt dieſe freie
ungezwungene Art und Weiſe, die ihn ſchon mehrfach be=
leidigt
hatte, annehmen ſollen?
ſand geur nicht eneden zu worten, des ſene oribernige
Liebe vorſorgend nur das Beſte für ſie wollte. Sie hatte
ihn geradezu verächtlich von Kopf bis zu Füßen angeſehen,
als Mama ſie zu ſich hatte rufen laſſen und ihr erklärt
hatte, daß von heute an ihre Malſtunden bei Fräulein
Jerling eingeſtellt würden, aus Gründen, die ſie nicht für
nötig erachte, der Tochter milzuteilen.
Chriſta hatte ohne ein Wort der Erwiderung das

Sunen eieſte, Mer des frientie genchen hr e,
ausgeſchüttet hatte, ſah man an der Zurückhaltung, mit
der die beiden ihn jetzt begrüßten.
Frau von Leerſen aber hielt es für überflüſſig und
inkorrekt, Joachim etwas von dem zu ſagen, was ihr Karl
Auguſt im Vertrauen vorhin mitgeteilt hatte. Er war ja
klug genug, aus ihren Maßregeln zu entnehmen, daß die=
ſes
Mädchen nicht in ihr Haus gehöre. Damit war dieſer
dummen, die ganze Familie entwürdigende Liebelei mit
einemmal ein Ende gemacht. Ihres Dafürhaltens war
doch Joachim dieſer Perſon, die ihr die Oberhofmeiſterin
von Recken ſelbſt als ſehr vortreffliche Mallehrerin für
Chriſta empfohlen hatte, nur ab und zu mal auf dem Flur
oder auf der Treppe begegnet. Karl Auguſt hatte in ſeiner
vornehmen, allem Gemeinen abholden Geſinnung ſicher zu
ſchwarz geſehen.
In gedrückter Stimmung verfloß das Mittagsmahl.
Nur mühſam ſchleppte ſich die Unterhaltung hin, an der
innerlich kein einziger teilnahm.
Am ſonderbarſten aber benahm ſich Miniſter Leerſen
ſelbſt, ohne daß das indeſſen von ſeinen Angehörigen be=
ſonders
beachtet wurde. Die Gedanken, des alten Herrn
eir chen es er ait en er äcre
lebhaft, ſich überſtürzend, als müſſe er irgend jemand mit
ſeinen Reden und Erzählungen zum Schweigen bringen.
Dabei lag eine flackernde Röte auf ſeinem eingefallenen
Geſicht und ſeine Augen gingen unruhig hin und her. Er
befahl dem Diener, Sekt zu ſervieren, und immer wieder
ermahnte er ſeine Kinder, luſtig zu ſein=und ihm Beſcheid
zu tun!
(Fortſetzung folgt.

[ ][  ]

Seite 12.)

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 26. Auguſt 1912,

Nummer 200.

Praktische

Hodonsehatzkioldufd

für Herren und Damen, in sehr grosser Auswahl.
Loden-Raglans für Herren uhd Damen
aus Secht -Tiroler Loden, in ganz neuen Farben.

Schüler-
Loden-Capes
Mk. 8, 10, 12, 14.

Schöler-
Loden-Mänte

Dndd

Loden-Capes
Mark 12, 16, 22, 25, 30, 85

Schüler-
Gummi-Cäpes
Mk. 5.50, b, 6.50, I.

DI0

Schüler-
Gummi-Mäntel

D10I

Loden-Mäntel
Mark 18, 22, 25, 30, 36, 40

Sport-Ulster
Mark 20, 25, 80, 36, 42, 48
Gummi-Mäntel
Mark 18, 22, 26.50, 30, 86, 40, 48, 54

Gummiol-Cäpes Mark 8.50
Gummiol-Joppen Mark 9.75
Gummiol-Mäntel Mark 12.50

Senkus

Ludwigsplatz
Ecke Schuistr!

Herrſchaftshaus
zu verkaufen.
In der Eichbergſtraße iſt ein
2½ſtöck., elegant ausgeſtattetes
Herrſchaftshaus zu dem äußerſt
günſtigen Preis von 50000 Mk.
zu verkaufen. Dasſelbe enthält
in jeder Etage 5 ſehr große Wohn=
räume
, Küche, Speiſekammer, Bad,
Gas u. elektr. Licht, im Dachſtock
4 weitere Zimmer nebſt mehreren
Kammern und Trockenboden, Vor=
und kleinerer Hintergarten vor=
handen
. Ernſten Reflektanten ert.
weiteren Aufſchl. Sebastian Eckler,
Rheinſtr. 9, Teleph. 243. (14153a

Vinid

Ohlyſtraße30, freiſtehend,
m. 12 Zimmern, reichlichem
Zubehör, Zentralheizung,
elektr. Licht, Balkon und
Garten iſt per 1. Oktober,
bezw. 1. November d. Js.
oder per 1. April 1913 zu
vermieten oder zu ver=
kaufen
. Näheres Roqueite=
weg
3 oder bei Sebastian
Eckler, Rheinſtraße 9,
(B15455
Tel. 243.

Hausverkauf.
In ff. ſüdöſtl. freier Höhenlage
iſt ein neues 3X6 Zimmerhaus
m. ſchönem Garten (prima Mieter
enthaltend) zu denkbar günſt. Be=
dingungen
zu verkaufen. Ernſte
Reflekt. wollen unt. K. 84 bei d.
Expedition anfragen. (17861a

Kurz vor Arheilgen mehrere ab=
geteilte
Bauplätze billig zu ver=
kaufen
durch Ludwig Kilian II.,
(17843a
Arheilgen.

Cotonim= Marrelui=
u
. Eiſenwarengeſchäft, in renom=
miertem
Luftkurort, nicht weit von
Frankfurt a. M., iſt ſehr günſtig
zu kaufen. la Exiſtenz. Anzahlung
1015 Mille. Anfragen befördert
int. F. M. F. 601 Rudolf
Moſſe, Frankfurt a. M. (M17884

an den durch das früher E. Merck=
ſche
Fabrikviertel ziehenden Stra=
Ißen gelegen, wird in beliebigen
Größen zu ſehr günſtigen Beding=
ungen
verkauft. Planeinſicht und
weiterer Aufſchluß bei Seb. Eckler,
Rheinſtr. 9, od. im Büro von Harres
& Barth, Saalbauſtr. 79. (17358a

(17900

Günstiges Tauschangebot
Keerl.
1

Vertauſche mein freiſt. Landhäuschen mit hübſchem großen
Garten, 10 Minuten von Darmſtadt gelegen, gegen ein älteres kleines
Objekt in oder bei Darmſtadt. Mehrbetrag wird herausbezahlt. Off.
(17478a
unter I. 99 an die Expedition d. Bl.

105 Heidelberger-
strasse
105
Einfamilien-
wohnhaus

zweiſtöckig mit Manſarde,
Dampfheizung Warmwaſſer=
anlage
, Gas, Bad, großem
Obſtgarten unter günſtigſten Be=
dingungen
zu verkaufen oder zu
vermieten. Näheres Roßdörfer=
ſtraße
9, 1. Stotk. (17813a

Hausverkauf.
In der Nähe der Hochſchule
iſt ein 2½ſtöckiges 4 Zimmerhaus
mit Bleichplatz, Holzſtall u. Gar=
ten
zu dem ſehr billigen, aber
feſten Preis von 25000 Mk. zu
verkaufen. Weiteren Aufſchluß er=
teilt
die Firma Sebastian Eckler,
Rheinſtr. 9, Teleph. 243. (14152a

Das Anweſen

Mathildenſtraße28
neu hergerichtetes 2½ ſtöckiges
5 Zimmerhaus mit hübſchem
Garten wird zu dem ſehr billigen
aber feſten Preiſe von M. 35000
verkauft. Weiteren Aufſchluß nur
bei der Firma Sebastian Eckler,
Rheinſtr. 9, Telefon 243. (17873a

Verkauf.
Das Einfamilienhaus, im Gei=
ſenſee
11, Ecke Schießhausſtr.,
nach den Plänen des Herrn Prof.
Pützer ſolid u. prakt. erbaut, mit
8 Zim., 4 Manſ., Bad, elektr. Licht,
ſchön. Wirtſchaftsräumen im Sou=
terrain
u. Zentr.=Heiz., iſt ſofort
zu verkaufen oder zu vermieten.
Geſamtfläch.=Geh. einſchl. des Gar=
tens
711 qm. Die Bedingungen
ſind günſt. geſtellt. Weiteren Auf=
ſchluß
erteilt das Immobilien=
geſchäft
Sebastian Eckler, Rheinſtr.9,
Telephon 243.
(17359a

Bas Einfamilienhaus
Schießhausſtr. 130, neuzeitl.
einger. mit 12 Zim., Zentral=
heizg
., elektr. Licht, Gas, Balk.,
Logg., viele Nebenr., groß.
Garten zu verkauf. od. z. vm.
Näh. daſelbſt od. b. Seb. Eckler,
Rheinſtr. 3
(B15323
Wirtſchaft und Metzgerei
in kl. Garniſonſtadt, gegenüber der
Kaſerne, beſtes Geſchäft am Platze,
krankheitshalber zu verkaufen.
Liebhaber wollen Offert. u. K 96
a. d. Exped. ds. Bl. einr. (*4341oim

ſ284 Zimmer und
Wohnhaus Manſarde, Hof=
raum
, größer Garten, Gas, Waſſer=
leitung
, iſt erbteilungshalber zu ver=
kaufen
. Lage: Kiesſtraße nächſt der
Hochſtraße. Näh. Auskunft erteilt
P. Luft, Liebfrauenſtr. 70. (54a

Wegen Geschäftsänder. w. d. Haus
Karlstrasse 106
unter günſtigen Bedingung d.
Verkaufe unterſtellt. Das
Anweſen beſteht aus einem
zweiſtöckigen Wohnhauſe m.
angrenzendem Bauplatze, gr.
Magazin=Hinterbau nebſt
Kontorräumen u. eign. ſich zu
jedem Geſchäftshetriebe. Der
Flächeninhalt d. Grundſtücks
beträgt 1040 qm. Evt. w.
d. Lager=u. Kontorräume auch
mietweiſe abgegeb. Näh. Aus=
kunft
ert. Intreſſenten bereit=
willigſt
die Firma Julius
Kahn, Schulſtraße 15,
Telefon Nr. 135. K14188

Geterah

Gutgehende Fabrik
ſucht Anleihe
gegen la. Sicherheiten. Ausführ=
liche
Offerten unter K 82 an die
Exped. d. Bl. erbeten. (*4300so

zu leihen geſ.
100 Mk. gegen hohe
Zinſen und gute Sicherheit, nur
von Selbſtgeber. Offerten unter
K 88 an die Exped. (*4328

Ca 20000 Mk.
I. Hypothek auf Oktober auszu=
leihen
. Offert. erb. unt. K 2 an
die Expedition ds. Bl. (*3985mso

a. Möb., Wechſ, Schuld=
Darlehel ſchein, Erbſch., Effekten d.
Huber, Karlſtr. 41, I. Sprechſt. 91u.
38 Uhr. Str. Diskret. (*4346oi

Groß=Brauerei
mietet hier und außerhalb Lokale,
gibt Darlehen zu billigem Zins=
fuß
. Off. u. K 97 an die Exp.
(*4344oim
ds. Blattes.

Kleines Kolonialwarengeſchäft
ſof. zu vermieten. Off. unter
K 95 an die Exped. (*4350

Doſtüme, Mäntel und Kleider
3 werd. zu mäß. Preiſe angefert.
*4038di) Dieburgerſtr. 17, 1. St.

Schiffsnachrichten d. Holland=
Amerika=Linie. Mitgeteilt durch
Aug. Cellarius, Darmſtadt,
Bleichſtraße 53.
Dampfer Rotterdam 22. Aug.
6 Uhr vormittags von Boulogne
abgegangen. Dampfer Nieuw
Amſterdam, 19. Auguſt vormit=
tags
in New=York eingetroffen.
Dampfer Ryndam‟ 19. Auguſt
nachmittags in Rotterdam einge=
troffen
. Dampfer Potsdam,
20. Auguſt vormittags von New=
York abgegangen.