Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
Aeronatl, 60 Pfg. viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
Ar ärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
tieren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
t. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ſar Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Lourch eine Schlagwetter=Exploſion auf
der Zeche „Neumühl” bei Oberhauſen wurden
drei Bergleute getötet und zwei verletzt.
Miniſterpräſident Poincaré iſt geſtern in
Dünkirchen wieder eingetroffen.
Der Führer der Heilsarmee, General Booth,
iſt im 84. Lebensjahre geſtorben.
Der türkiſche Miniſterrat beſchloß, in Cetin je
energiſche Schritte zu unternehmen.
Der marokkaniſche Prätendent El Hiba iſt
in Marrakeſch eingezogen und ſoll zum Sultan
proklamiert werden.
Die Tendenz der reinen Konſumtion.
C Die Auflöſung der Familie, die ſich allerorten,
be=
ſonders aber in den Großſtädten bemerkbar macht, iſt eine
Erſcheinung, die bei allen denen ernſtliche Beſorgnis
her=
norruft, denen das Wohl der Nation am Herzen liegt. So
itt es denn auch nicht verwunderlich, daß wir eine
gewal=
tge Literatur beſitzen, die über die Urſachen dieſer
Auf=
löſung handelt. Eine höchſt beachtenswerte Ergänzung
fundet dieſe Literatur in einer Abhandlung, die der
Ber=
uner Nationalökonom, Profeſſor Dr. A. Vierkandt, unter
dem Titel „Schaffen und Genießen” in mehreren
Fortſetz=
ungen in den Grenzboten veröffentlicht. Herr Vierkandt
macht für die Auflöſung der Familie vor allen Dingen
(ine Tendenz verantwortlich, die er „Tendenz der reinen
Lonſumtion” nennt und deren Weſen es iſt, daß die
Be=
friedigung der Bedürfniſſe des Menſchen in wachſendem
Maße durch eine Tätigkeit außerhalb des Hauſes und der
Familie bewirkt wird, daß alles, was heute zum
menſch=
lichen Daſein gehört, von außen in die Familie
hinein=
getragen wird, und daß die Familiengemeinſchaft als
ſvolche an der Produktion für ihren eigenen Bedarf kaum
woch teilnimmt. Vierkandt beweiſt dieſe Behauptung im
Einzelnen durch die Darſtellung aller der techniſchen Fort=
Chritte, die, angefangen vom Webſtuhl bis zum
Einküchen=
baus, eine Erzeugung von Gegenſtänden innerhalb der
Fa=
milie überflüſſig machen. Dieſe Tendenz macht ſich auch in
der perſönlichen Seite des Familienlebens bemerkbar, in
dem Sinne, daß ſie Ehe und Familienleben innerhalb und
außerhalb lockert. Ein großer Teil des Wandels, ſagt
Vierkandt, entſpringt aus der Frauenbewegung, die
ihrer=
ſeits wieder in den ſtärkſten Kräften der Zeit wurzelt.
Dieſe hat die Frau im Prinzip ebenbürtig neben den
Mann geſtellt, während ſie ſich ihm bisher unterordnete.
Für die Kinder, und insbeſondere für die erwachſenen
Kinder, ergeben ſich daraus ähnliche Verſchiedenheiten des
ganzen Verhaltens. Die Kräfte der Unterordnung und
elutorität, die früher das ganze Familienleben
durch=
drangen und beherrſchten, haben an Macht verloren. Das
alte, patriarchaliſche Gefüge der Familie wird zunehmend
durch ein demokratiſches erſetzt. Ferner greift die wachſende
Berufstätigkeit der Frau ein, ſoweit ſie innerhalb der Ehe
ausgeübt wird. Sie wirkt in demſelben Sinne wie das
Zurücktreten der häuslichen Produktion: die Frau ſteckt
rveniger in die Familie hinein und wächſt deswegen in
hrem innerſten Gefühlsleben weniger mit ihr zuſammen.
Die Folgen aller dieſer Aenderungen ordnen ſich dem
all=
gemeinen Wandel unter, von dem hier die Rede iſt.
Die alte Familie mit ihrem autoritativ gebundenen
Weſen hatte einen objektiven Charakter: die Familie
be=
deutete eine Einheit, die ſich über die einzelnen Perſonen
erhob und ihnen gleichſam als ein ſubſtantielles Gebilde
gegenüberſtand. . Die ſtärkſten Gefühle verknüpften den
Ein=
zelnen mit dieſer Einheit, der er zugleich ſeine beſten Kräfte
rvidmete. Heute iſt die Familie zu einer von den vielen
Organiſationen geworden, durch die der Menſch ſeine
rveſentlichen Bedürfniſſe in planvoller Weiſe befriedigt.
Sie iſt eine Veranſtaltung geworden, in die die Menſchen
keils durch freie Wahl hineintreten, teils durch die Natur
hineingeſtellt ſind — immer aber wieder mit dem
ſtill=
ſchweigenden Vorbehalte, daß man aus ihr ausſcheiden
Lann, ſobald ſie ihren eigentlichen Zweck nicht mehr
hin=
reichend erfüllt. Bei den letzten Worten denken wir an die
Erleichterung der Eheſcheidung, wie ſie heute durch das
Ge=
ſetz und die veränderten wirtſchaftlichen Verhältniſſe
ge=
geben iſt. Dazu kommt die Verengung des Kreiſes,
inner=
halb deſſen ſich das Familienleben abſpielt: die
patriar=
chaliſche Zugehörigkeit des Geſindes zu ihm hat gänzlich
aufgehört, und ebenſo werden Verwandte nur ſelten noch
vom Familienleben mit umſchloſſen und dasſelbe beginnt
bereits zum Teil für die erwachſenen Söhne zu gelten.
Dieſe Verengung aber rückt beſonders den Kindern die
Ge=
fahr nahe, die Familie lediglich im Lichte einer ihrem
Egoismus dienenden Inſtitution zu erblicken. . . Die
Geſamtwirkung aller dieſer Wandlungen iſt klar. Dem
Familienleben wird heute weniger innere und äußere
Ar=
beit zugewendet, es werden in die Familie weniger
Ge=
mütswerte hineingeſteckt als in früheren Zeiten: ſie iſt
eine Stätte geworden, in der mehr als früher die Güter des
Lebens lediglich genoſſen werden.
Der türkiſch=montenegriniſche Streit.
* In einem augenſcheinlich inſpirierten Berliner
Tele=
gramm äußert ſich die Kölniſche Zeitung zu dem
tür=
kiſch=montenegriniſchen Streit und meint,
daß die Schwierigkeiten an der türkiſch=montenegriniſchen
Grenze ſeit einiger Zeit nicht aufgehört, daß es aber
ſcheine, als ob jetzt die Montenegriner über das
ortsübliche Maß hinausgegangen ſind, denn
die Beſetzung einer 5 Kilometer von der Grenze
entfern=
ten Stadt läßt ſich nicht durch die übliche Poſtenſchießerei
erklären. So wie die Dinge liegen, meint das Blatt, kann
gar kein Zweifel darüber herrſchen, daß die Türkei von
vornherein nicht das mindeſte Intereſſe hat, mit
Monte=
negro Streitigkeiten anzufangen und, wenn ſolche
Streitig=
keiten trotzdem ſeit einer Reihe von Wochen zu verzeichnen
ſind, ſo ſpricht die dringende Vermutung dafür, daß die
Schuld auf montenegriniſcher Seite liegt. Man kann
ge=
radezu ſagen, daß eine türkiſche
Kriegserklär=
ung an Montenegro für die Türkei eine Rettung
aus den ſchwierigen inneren Verhältniſſen ſein würde und,
wenn eine ſolche Kriegserklärung aus verſchiedenen
Grün=
den auch ihre ernſten Bedenken hätte, ſo ſei die Annahme
doch nicht fernliegend, daß die Türkei jetzt zu dieſem
Mit=
tel ihre Zuflucht nehmen könne. Heute gebe es keine
einzige Großmacht, die ein Intereſſe daran hätte, die
ſo=
genannte orientaliſche Frage aufzurollen, was dazu führen
könne, den Status quo im Orient umzuſtürzen. Keine
ein=
zige Macht würde damit einverſtanden ſein, daß
Monte=
negro aus eigener Hand Unruhe anſtifte und Europa würde
es einem kleinen Staate wie Montenegro nicht geſtatten,
die Löſung der orientaliſchen Frage ſelbſtändig in die
Hand zu nehmen.
Der türkiſche Miniſterrat beſchloß, in
Ce=
tinje energiſche Schritte zu unternehmen
und die Aufmerkſamkeit der Mächte auf das Vorgehen
Montenegros zu lenken, das eine kriegeriſche Haltung
ein=
genommen, Uebergriffe auf türkiſches Gebiet begangen
und unter den Chriſten in Berane Waffen verteilt habe.
Neue Konflikte in China.
* Der Korreſpondenz des Fernen Oſtens wird aus
Peking unter dem 18. telegraphiert: Wie wir vorhergeſehen
haben, tritt Juanſchikai viel nachdrücklicher auf,
ſeit=
dem er ſeinen Wohnſitz ins Kriegsminiſterium verlegt hat
und ſeit die geſetzgebende Verſammlung der Ernennung
des neuen Miniſteriums Schwierigkeiten zu bereiten
wil=
lens ſchien. Wir haben ſchon berichtet, daß in der
Pro=
vinz Hupeh eine Verſchwörung entdeckt worden
iſt. In den meiſten Städten der Provinz zählen die
Ver=
ſchwörer Anhänger. Sie wollen, wie ſie offen ſagen, eine
neue Revolution ins Werk ſetzen, die China zu einer
wirk=
lichen Republik mache, wollen darum die jetzigen
Behör=
den und vor allem Juanſchikai und Lijuanhung ſelber
ver=
jagen und an die Spitze aller Verwaltungszweige und der
Pekinger Hauptverwaltung überzeugte Republikaner ſetzen.
Vor acht Tagen ſind fünf Mitglieder des Bundes der
Ver=
ſchworenen (wir haben ſie in einem früheren Bericht
Eid=
genoſſen genannt) von Wutſchang nach Peking gekommen,
um bei den Mitgliedern der Geſetzgebenden Verſammlung
für ihre Pläne zu wirken. Lijuanhung hat Juanſchikai
von ihren Abſichten und ihrer Wühlerei in Wutſchang
ver=
ſtändigt. Dieſer hat ſie daraufhin in der Nacht aufheben
laſſen. Zwei von ihnen, Tſchang=Tſcheng und
Fang=Wei, die während der Revolution ſich den Grad
eines Generals beigelegt haben, ſind nach einem kurzen
Gerichtsverfahren erſchoſſen worden. Die anderen
drei wurden ins Gefängnis geſetzt, um nach Wutſchang
zur Aburteilung durch Lijuanhung übergeführt zu werden
Dieſes tatkräftige Durchgreifen hat Eindruck gemacht. Man
erinnert daran, daß auf Juanſchikai 16 Mordanſchläge ver=
ſucht worden ſind, ſeit ſeine Abſicht bekannt wurde, ins
Kriegsminiſterium überzuſiedeln. Er hat all dieſe
An=
ſchläge vereitelt, indem er plötzlich, viel früher, als
ange=
geben, ſeine Wohnung unter dem Schutz der Bajonette
verlegte.
Das energiſche Regiment des Präſidenten
Jnan=
ſchikai hat in den politiſchen Kreiſen Pekings
beun=
ruhigt und auch bereits ſeinen Widerhall in der chineſiſchen
Nationalverſammlung gefunden. Es ſcheint ſich dabei um
eine im Verborgenen gewachſene Gärung gegen Inanſchikat
zu handeln, dem man anſcheinend Diktatorgelüſte zutraut.
Sämtliche Zeitungen Pekings haben ſeit Freitag nichts
anderes gebracht als Einzelheiten über die militäriſchen
Hinrichtungen der Hupeh=Generale. Das Organ
Sun=
jatſens, der Republican, ſchreibt, der Präſident häufe
Schandtat auf Schandtat und ſei in ſeinem autokratiſchen
Gehaben ſchlimmer als die Mandſchus. Das Blatt
er=
wartet den Ausbruch einer gefährlichen Kriſe, für die dann
die Verantwortung auf Juanſchikai falle.
Die Nationalverſammlung erörterte die
wei=
teren Erklärungen der Regierung über das
Beweismate=
rial, auf Grund deſſen die Generale ſummariſch
hingerich=
tet wurden. Sie ſieht die Erklärungen als ungenügend
an und verlangte in einer dringenden Depeſche die
An=
weſenheit des Premierminiſters und des
Kriegsminiſters. Die Regierung zeigt gegenüber
der heftigen Feindſeligkeit, die man ihr entgegenbringt,
eine bemerkenswerte Gleichgültigkeit. Sie traf Vorſorge
für ſtrenge Maßregeln, falls ſolche ihr aufgezwungen
wer=
den ſollten. Die Anhänger der Regierung behaupten, die
Regierung beſitze Beweiſe von der Schuld der
hingerich=
teten Generale, ſowie von ihrer und mehrerer hohen
Be=
amten Teilnahme an einer geheimen Geſellſchaft, deren
Ziel geweſen ſei, die Regierung zu ſtürzen.
Deutſches Reich.
— Die Umwälzung im
landwirtſchaftz=
lichen Genoſſenſchaftsweſen. Zu der bereits
gemeldeten ſtillen Liquidation der
Reichsgenoſſenſchafts=
bank in Darmſtadt und dem Anſchluß der
Landwirtſchaft=
lichen Genoſſenſchaftsbank in Darmſtadt an die Preußiſche
Zentralgenoſſenſchaftskaſſe erfahren wir von unterrichteter
Seite, daß nunmehr auch die Verhandlungen mit der
Zen=
tralkaſſe der badiſchen landwirtſchaftlichen Ein= und
Ver=
kaufsgenoſſenſchaften in Karlsruhe, mit der
Landesgenoſ=
ſenſchaftskaſſe in Oldenburg und mit der
Landwirtſchaft=
lichen Zentralkaſſe für Elſaß=Lothringen in Straßburg zum
Abſchluß gekommen ſind. Die genannten Banken haben
die Geſamtheit der ländlichen Genoſſenſchaften der
Groß=
herzogtümer Baden, Heſſen und Oldenburg, ſowie einen
großen Teil der reichsländiſchen Genoſſenſchaften hinter
ſich. Die außerpreußiſchen Genoſſenſchaftsbanken haben der
Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe bisher fern, zum
Teil ablehnend gegenüber geſtanden. Der Gedanke, der
Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe entſprechend ihren
Mitteln im ländlichen Genoſſenſchaftsweſen eine ähnliche
Stellung zu geben, wie die Reichsbank ſie im übrigen
Bank=
weſen einnimmt, iſt damit ſeiner Verwirklichung einer
weiteren Schritt nähergekommen.
— Die Fleiſchteuerung. Mit dem Anziehen
der Fleiſchpreiſe erneuert ſich der alte Streit, wen die
Schuld daran trifft. In Berliner Blättern erließ der
Vor=
ſtand der Fleiſcherinnung Berlin eine bereits mitgeteilte
Erklärung, in der geſagt wird, daß die durchaus
ungenü=
gende Beſchickung des Schlachtviehmarktes mit
ſchlacht=
reifen Tieren zu einer großen Steigerung der Preiſe für
Schlachtvieh aller Gattungen geführt habe und daß die
Urſache dieſer ungenügenden Beſchickung allein darin zu
ſuchen ſei, daß die Landwirtſchaft nicht den erforderlichen
Bedarf an Schlachtvieh liefere. Gegenüber dieſer
Erklär=
ung bemerkt die Deutſche Tageszeitung:
Nach einer Zuſammenſtellung des früheren
ſozialdemo=
kratiſchen Abgeordneten Calwer iſt der Viehauftrieb in
den erſten 7 Monaten des laufenden Jahres ſtärker geweſen
als in der entſprechenden Zeit des Jahres vorher. In
denſelben Zeitungen, die die Erklärung des Vorſtandes
der Fleiſcherinnung brachten, wurde der Samstag=Bericht
vom Berliner Schlachtviehmarkte veröffentlicht. Danach
wurden aufgetrieben: 3617 Rinder 1103 Kälber, über
14000 Schafe und faſt 13 000 Schweine. Das
Rinder=
geſchäft wickelte ſich ruhig ab und ſchloß ganz ſchleppend;
der Kälberhandel geſtaltete ſich ruhig: bei den Schafen war
der Geſchäftsgang lanaſam; der Schweinemarkt verlief
rhig. Wie iſt dieſer Markibericht mit der Erklärung der
Fleiſcherinnung zu vereinigen?
Für das bayeriſche Poſtreſervat. Der
bayeriſche Reichsratsausſchuß beſchäftigte ſich, wie ein
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Nummer 197.
Drahtbericht aus München meldet, mit dem bayeriſchen
Poſtreſervatrecht, das jetzt auch in der
Abgeordnetenkam=
mer eine große Rolle geſpielt hat. Man war im
Reichs=
ratsausſchuß einſtimmig der Anſchauung, daß an dem
bayeriſchen Poſtreſervatrecht feſtgehalten werden ſolle.
— Der Württembergiſche Landtag wird,
wie man neuerdings aus parlamentariſchen Kreiſen
be=
ſtätigt, im Oktober zu einer kurzen Tagung einberufen,
worauf er aufgelöſt werden wird. Die Neuwahlen
wer=
den dann ſofort ausgeſchrieben, ſo daß noch vor
Weih=
nchten das ganze Wahlgeſchäft beendigt ſein wird.
Ausland.
Italien.
Die Friedensbedingungen. Ein Blatt in
Bologna erklärt, Kiamil Paſcha habe England gegen
Ge=
währleiſtung des Beſitzſtandes der Türkei die
Anglieder=
ung der Cyrenaika an Aegypten angeboten. Zwiſchen
Aegypten und Italien würde dann ein Pachtvertrag
ab=
geſchloſſen werden, ſo daß die Beſetzung der Cyrenaika
durch Italten aufrechterhalten werde.
Frankreich.
Das franzöſiſche Geſchützpulver. Der
Matin ſchreibt über die Kataſtrophen, die in der
franzöſi=
ſchen Marine durch das Geſchützpulver verurſacht worden
ſind: Die Leitung des techniſchen Dienſtes hat ſich ſtets
be=
müht, zu beweiſen, daß die Urſache dieſer Unfälle entweder
durch Böswilligkeit oder durch Nachläſſigkeit in der
Ueber=
wachung verſchuldet war. Es ſcheint aber heute, daß eine
derartige Deutung unhaltbar wird, denn ſeit dem 1.
Ja=
nuar wurden in der Landarmee nicht weniger als 63
Selbſtentzündungen von Pulver und zwar in den
Pa=
tronentaſchen der Mannſchaften gemeldet. Einer der
jüng=
ſten Unfälle ereignete ſich in einem Dragoner=Regiment,
und die Leitung der ſtaatlichen Pulverfabrikation war
ge=
nötigt, anzuerkennen, daß alle dieſem Regiment gelieferten
Löbelpatronen von mangelhafter Beſchaffenheit waren
Der Matin teilt das Urteil eines Sachverſtändigen
mit, wonach die Verwendung von geringem und unreinem
Material, namentlich an Baumwolle und Salpeterſäure,
die alleinige Schuld an der Mangelhaftigkeit des
franzö=
ſiſchen Pulvers trägt.
Bulgarien.
Zur Lage in Mazedonien. Nach Mitteilung
einer maßgebenden Perſönlichkeit iſt Bulgarien beſtrebt,
jetzt oder nie und möglichſt bald weitere Bürgſchaften für
die Beſſerung der Lage in Mazedonien zu erringen und
wird der Türkei den Krieg erklären, falls Albanien die
Autonomie in einem künſtlich albaniſierten Mazedonien
erhalten würde.
Vereinigte Staaten.
Flottenbau. Das Repräſentantenhaus hat den
Kongreßbericht zu dem Flottenetat, der den Bau eines
Schlachtſchiffes vorſieht, angenommen.
Der demokratiſche
Präſidentſchaftskan=
didat Wilſon hielt ſeine erſte Wahlrede auf dem
plattdeutſchen Volksfeſte in New=York. Er erklärte, die
großen Induſtrieunternehmungen müßten ſich in geſetzlichen
Schranken halten. Wilſon bekannte ſich als warmen
Freund Deutſchlands und als einen Bewunderer des
deut=
ſchen Kaiſers.
Maroklo.
Aus Fez wird unter dem 17. Auguſt gemeldet:
Nach=
richten aus Marrakeſch zufolge ſoll El Hiba am 16. Auguſt
zum Sultan proklamiert worden ſein. Der ſpaniſche
Mi=
niſter des Aeußern hat aus Tanger eine Meldung erhalten
daß El Hiba in Marrakeſch eingezogen ſei.
* Kriſtiania, 20. Aug. Der König und die
Königin gaben heute abend im Reſidenzſchloß ein
Feſtmahl zu Ehren Roald Amundſens und ſeiner
Begleiter auf der Südpolarfahrt. Während des Mahles
hielt der König eine Rede auf Amundſen, worauf dieſer
dankend erwiderte. Die am Südpol gehißte ſeidene
Fahne wurde dem König von Amundſen als Geſchenk
überreicht. Der König nahm das Geſchenk dankend an
und erklärte, daß die Fahne einen Ehrenplatz im Schloß
erhalten ſoll. Amundſen, ſowie die übrigen Teilnehmer
der Südpolarfahrt trugen bei dieſer Gelegenheit die neue
Fram=Medaille in Gold mit dem Bilde des Königs auf
der einen und einer Anſicht der ſüdlichen Halbkugel auf
der anderen Seite.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 22. Auguſt.
Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzo g dem Eiſenbahn=Oberſekretär Johann
Rauſchen=
berger zu Gotha, dem Gütervorſteher Wilhelm Enck
zu Sulzbach, dem Kaſſenvorſteher Max Diez zu
Darm=
ſtadt, den Oberbahnaſſiſtenten Heinrich Herchenröder
zu Bensheim, Friedrich Lange zu Worms und Heinrich
Wingefeld zu Arheilgen, den Eiſenbahnaſſiſtenten
Wilhelm Doll zu Langen, Hermann Jung und Kurt
Zorn zu Wiesbaden, Willy Krauſe zu Dornberg=
Groß=Gerau, Jakob Leicht zu Babenhauſen, Richard
Pollmann zu Heppenheim a. d. B., Auguſt
Stichte=
noth zu Bensheim und Daniel Wilhelm zu
Ober=
weſel, dem techn. Bureauaſſiſtenten Ludwig Lohr zu
Saarlouis, dem Materialienverwalter Johann
Erd=
mann zu Darmſtadt, dem Kanzliſten Ernſt Glaſer
zu Mainz, den Lokomotivführern Jakob Braun zu
Frankfurt a. M., Ludwig Link zu Biſchofsheim,
Hein=
rich Steingötter zu Bingerbrück und Peter Weiß
zu Mainz, den Zugführern Chriſtian Hafner zu
Frankfurt a. M. und Mathäus Merk zu Simmern,
den Lademeiſtern Jakob Arnold zu Mainz, Andreas
Becker zu Biſchofsheim, Peter Erben und Heinrich
Ortſtadt zu Worms und Valentin Riſchar zu
Alzey, dem Rangiermeiſter Heinrich Flohr zu Mainz=
Kaſtel, den Eiſenbahn=Unteraſſiſtenten Peter Knobloch
zu Auerbach und Philipp Kohlbacher zu
Unterwald=
michelbach, den Weichenſtellern 1. Klaſſe Georg Hild
zu Wiebelsbach=Heubach und Johannes Mahr zu
Darmſtadt, dem Stellwerksoberſchloſſer Valentin
Helf=
mann zu Langen, dem Werkführer Lorenz Seckler
zu Darmſtadt, ſämtlich in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft, die unkündbare Anſtellung.
* Uebertragen wurde der Schulamtsaſpirantin
Chriſtine Trautwein aus Lonsheim, Kreis Alzey,
mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 an eine Lehrerinſtelle
an der höheren Bürgerſchule zu Ober=Ingelheim, Kreis
Bingen.
— Neues vom Großh. Hoftheater. Am Sonntag,
den 8. September d. Js., beginnt, wie bereits
ge=
meldet, die neue Spielzeit mit einer Aufführung
der „Iphigenia in Aulis” von Gluck. Die erſten
Schau=
ſpiel=Abende am 10. und 11. September bringen eine
Aufführung der Hebbelſchen Nibelungen=Trilogie. Schon
in dieſen erſten Vorſtellungen wird das Publikum
Ge=
legenheit haben, die neu erworbene Stilbühne (
Relief=
bühne) kennen zu lernen. Das „Deutſche Theater”
unter Max Reinhardt, ſowie das „Münchner Künſtler=
Theater” verdanken dem Prinzip der Stilbühne ihre
ſtärkſten dekorativen Erfolge. Für den Monat
Sep=
tember ſind noch zwei muſikaliſche und zwei Schauſpiel=
Novitäten feſtgeſetzt, nämlich: Adams romantiſch=komiſche
Oper „Wenn ich König wäre” und Offenbachs „Schöne
Helene” im Schauſpiel, Molnars „Gardeoffizier”, der
überall mit großem Erfolg gegeben wurde, und Moliéres
„George Dandin”, in der Bearbeitung von Vollmöller,
mit der Muſik von Einar Nilſon. Die ſeinerzeitige
Veröffentlichung des diesjährigen Spielplanes hat
all=
gemein lebhaftes Intereſſe hervorgerufen. Außer den
alten Abonnements=Anmeldungen liegt auch bereits
eine größere Anzahl von Neu=Anmeldungen vor. Die
Annahme neuer Abonnements beginnt am 23. Auguſt.
— Vorſchriften der Heſſ. Handwerkskammer über
den Lehrvertrag. Auf Beſchluß der Plenarverſammlung
1911 der Heſſ. Handwerkskammer, dem immer noch nicht
die nötige Beachtung geſchenkt wird, wollen wir hiermit
nochmals hinweiſen. Nach der neuen Vorſchrift ſind
alle Lehrverträge im Handwerk dreifach (nicht
wie bisher nur doppelt) auszufertigen. Das 3. Exemplar
iſt, ohne hierzu eine Aufforderung abzuwarten, mit der
Anmeldung an die Handwerkskammer einzureichen und
verbleibt bei deren Akten. (Bisher war der Lehrherr zur
Einreichung ſeiner Lehrverträge nur dann gehalten, wenn
die Handwerkskammer ihn ausdrücklich hierzu
auf=
forderte.) Durch dieſe neue Maßnahme wird eine beſſere
Kontrolle über die inhaltliche Richtigkeit der Lehrverträge
bezweckt.
— Der Verband der Detailliſten=Vereine im
Großherzogtum Heſſen (Sitz Darmſtadt) hält ſeine
diesjährige Hauptverſammlung am Sonntag,
den 15. September, in Bad Nauheim ab. Der Verband
hat ſich auch im letzten Jahre wieder weiter entwickelt
und zählt jetzt ca. 1100 Mitglieder. Aus der
Tages=
ordnung ſei erwähnt: „Stellungnahme zur Errichtung
von Einigungsämtern in Sachen des unlauteren
Wett=
bewerbes, ſowie ein Vortrag über die neugegründete
„Konſumvereins=Arbeitszentrale für Handel und
Ge=
werbe in Hamburg”
* Kriegerverein Darmſtadt. Die Mitglieder
werden auch an dieſer Stelle auf die Einladung zu
zahlreicher Beteiligung an der am Sonntag, den
25. Auguſt, ſtattfindenden Einweihungsfeier des
Kriegerdenkmals zu Nieder=Ramſtadt
auf=
merkſam gemacht. (Näheres ſiehe heutige Anzeige.)
— Die Angeſtelltenverſicherung. Auf Veranlaſſung des
hieſigen Ortsgruppe des Deutſchnationalen
Handlungsge=
hilfen=Verbandes, ſprach am Dienstag, den 20. Auguſt=
Herr Richard Döring, Hamburg, in der „Stadt
Pfung=
ſtadt”, über das Thema: „Wie wahrt jeder
Handlungs=
gehilfe am beſten ſeinen Nutzen in der neuen Kranken=und
Angeſtellten=Verſicherung”. Nach einem kurzen
Rückblick=
es Verſammlungsleiters auf die Tätigkeit, welche von
der hieſigen Ortsgruppe des D. H. V. für die Erkämpfung
der Angeſtelltenverſicherung entfaltet wurde, erhielt Herr=
Döring das Wort. Redner beleuchtete die wichtigſten
Punkte des Geſetzes, beſonders ausführlich ſprach er
über=
das bereits im nächſten Jahre in Wirkſamkeit tretende
Heilverfahren. Die Verſicherung hat für die erſten Jahre
ährlich etwa 8—9 Millionen Mark für Durchführung des
Heilverfahrens zugunſten ſolcher Verſicherter, die zur
dau=
ernden Wiederherſtellung der Geſundheit eine längere
Heil=
behandlung notwendig haben, vorgeſehen. Während der
Durchführung des Heilverfahrens, erhält die Familie des
Verſicherten ein tägliches Unterhaltungsgeld von
min=
deſtens Mk. 2.—. Das Unterhaltungsgeld wird aber, je
nach den in Betracht kommenden Verhältniſſen erhöht,
Die Verſicherten würden in Sanatorien und Anſtalten
untergebracht, die der beſonderen Lebenshaltung der
Pri=
vatangeſtellten angepaßt ſeien. Wenn der Verſicherte, vor
Ablauf der zehnjährigen Wartezeit, ſtirbt, dann erhält die
Familie die von dem Angeſtellten bezahlten Beträge wieder
zurück. Stirbt ein Angeſtellter im fünften
Verſicherungs=
jahre, dann würden die berechtigten Hinterbliebenen einen
Teil der Hinterbliebenenrente bekommen. Wer aus einer
verſicherungspflichtigen Stelle ausſcheidet, z. B. im Falle
der Selbſtändigmachung, und mindeſtens 6
Monatsbei=
träge bezahlt hat, kann die Verſicherung freiwillig fortſetzen,
Hat er 120 Beitragsmonate bezahlt, dann kann er die
er=
worbenen Rechte durch Zahlung einer jährlichen
Aner=
kennungsgebühr von 3 Mk. erhalten. Die wichtigſten
Träger der Verſicherung müſſen von den Angeſtellten
ge=
wählt werden. Das Wahlrecht für die
Vertrauensmänner=
wahl beginnt mit dem 21. vollendeten Lebensjahre. Es
ſei Pflicht der Verſicherten, ſich einmütig an der im Oktober
ſtattfindenden Vertrauensmännerwahl zu beteiligen. Im
zweiten Teile des Vortrages ſprach der Redner über dier
Erweiterung der Krankenverſicherungsgeſetzgebung durch
die Reichsverſicherungsordnung. Den Krankenkaſſen der
Angeſtelltenverbände ſeien durch die
Reichsverſicherungs=
ordnung großartige Entwickelungsmöglichkeiten gegeben.
Die Verſammlung dankte dem Redner durch ſtürmiſchen
Beifall. In der freien Ausſprache nahm Herr Feix das
Wort. Er dankte der hieſigen Deutſchnationalen
Orts=
gruppe für die Entſendung des hervorragenden Redners
und Sachverſtändigen, der in ſo klarer und erſchöpfender
Weiſe ein Bild von der Verſicherung entrollt habe. Herr=
Feix gab noch der Freude der Angeſtellten über das
Er=
reichte Ausdruck, und der Hoffnung, daß auch in Zukunft
alle Angeſtelltenverbände einmütig für die
Erkämpfung=
weiterer ſozialen Vorteile eintreten würden. Auch dieſem
Redner dankte die Verſammlung durch lebhaften Beifall=
Fahrplanänderungen. Mit dem 1. Oktober treten
verſchiedene Fahrplanänderungen ein, von denen im
Nachſtehenden die wichtigſten aufgeführt ſind. Die im
Winter regelmäßig eintretenden Aenderungen ſind nicht
berückſichtigt. I. Neue Züge. Perſonenzug 1347 618
von Rüſſelsheim, 636 an Mainz (Werktags, ausſchl.
Samstags, hält nicht in Biſchofsheim): Pz. 1349 611 ab
Raunheim, 616 an Rüſſelsheim (Werktags, ausſchl
Samstags), weiter bis Biſchofsheim Ankunft 6257
Triebwagen 626 1210 ab Darmſtadt, 1242 an Dieburg
T. 627 202 ab Dieburg, 234 an Darmſtadt: T. 671 1106
ab Darmſtadt, 1131 an Groß=Gerau, T. 672 1139 ab
Groß=Gerau, 1202 an Darmſtadt; Perſonenzug 907 407
ab Heppenheim, 500 an Darmſtadt (zur Herſtellung des
Anſchluſſes an Eilzug 181 nach Mainz und des
Ueber=
gangs auf D 79 in Darmſtadt). II. Wegfallende
Züge. Perſonenzug 5318 1118 ab Pfungſtadt, 1126 an
Eberſtadt, Pz. 5319 1134 ab Eberſtadt, Kr. Darmſtadt,
1140 an Pfungſtadt (beide Züge wegen zu geringer
Be=
nutzung); Pz. 909 415 ab Heppenheim, 528 an
Darm=
ſtadt (wird durch die Führung des Pz. 907 ab
Heppen=
heim entbehrlich). III. Sonſtige wichtige
Jahr=
planänderungen. Perſonenzug 221 345 ab Worms
512 an Mainz (wird im Intereſſe der Arbeiter 20 Min
ſpäter gelegt); Pz. 4721 640 ab Oſthofen, 731 an
Gunters=
blum (wird auf Antrag von Intereſſenten 70
Min=
früher gelegt, erhält mithin den Fahrplan wie vor dem
1. Mai); Pz. 2809 507 ab Worms, 632 an Darmſtadt
(wird 10 Min. früher gelegt); Pz. 2805 432 ab
Mann=
heim, 620 an Darmſtadt (wird 6 Stunden ſpäter gelegt
und täglich gefahren. Nimmt in Goddelau den
An=
ſchluß von dem Schnellzug D 97 auf); Pz. 907 522 ab.
Darmſtadt, 615 an Frankfurt a. M. (verkehrt täglich)
Pz. 909 538 ab Darmſtadt, 635 an Frankfurt a. M.
(verkehrt nur Werktags); Eilzug 10 310 ab
Frank=
furt a. M., 451 an Heidelberg (wird 15 Min. ſpäter ges
legt); T. 959 751 ab Heppenheim, 842 an Darmſtadt
(wird 80 Min. ſpater gelegt); Pz. 630 1135 ab Mainz,
Zur Pfychologie des
Schauer=
dramatikers.
C2) „Das Rückenmark iſt der Sitz, der reſervierte Sitz der
Erregungen und doppelt ſo ſchwer zu reizen wie der
Ver=
ſtand.” Aus dieſem Elementarſatz leitet einer der
be=
kannteſten Schauerdramen=Fabrikanten Amerikas, A. H.
Woods, der Schöpfer von „Der König des Opiumrings”
und Berta” die „Nähtermamſell”, die hohe Bedeutung
ſeiner Tätigkeit her In einem Aufſatz der Aſſociated
Sunday Magazines veröffentlicht er ſeine Beobachtungen
und Bekenntniſſe „über die Kunſt, aus dem
Rücken=
mark Kapital zu ſchlagen‟. Das gewöhnliche
Schauerdrama, der ſogenannte „50 Cents=Reißer” hat ſich
ſeit einigen Jahren in das „Zwei Dollar=Melodrama”
ver=
wandelt, d. h. koſtſpielige Ausſtattung und Bühnenluxus
ſpielt bei dieſen Vorführungen eine große Rolle, und das
Publikum zahlt gern einen recht beträchtlichen Preis, um
ſeine geliebten Nervenſenſationen im prächtigſten Gewande
zu erhalten. Der Schauerdramatiker pocht darauf, daß die
von ihm gepflegte Gattung ewig ſei wie die Leidenſchaften
ſelbſt und wie der Hunger nach ſpannender Unterhaltung.
„Das Melodrama verliert niemals an Geltung, mögen
auch die äußeren Formen ſich der Mode fügen. Die
Ge=
heimniſſe der Senſation, die Tricks, um auf das Rückenmark
zu wirken, bleiben dieſelben in den alten Schauerdramen
wie in den neuen Senſationsſtücken. Die Menſchennatur
gibt freudig jeden Abend in der Woche ihr gutes Geld
aus, um drei Stunden in einem Theater zu ſitzen und zu
lauern, bis es die Genugtuung hat, den Schurken um 11
Uhr beſtraft zu ſehen. Die Menſchennatur des jungen
Amerika wird die Schauhäuſer aus eben dieſem Grunde
füllen. Gebt mir eine gute ſpannende Zeitungsgeſchichte
ein Paar Lackschuße und einige Zigaretten für den Schur=
Das weſtliche Rückenmark von St. Louis bis San
Fran=
cisco braucht Handlung und inkliniert nicht für ſzeniſche
und maſchinelle Effekte. Worte ſprechen lauter als Taten
weſtlich vom Miſſiſſippi.”
Nach dieſer „Geographie der Wirbelſäule” wendet ſich
Woods der näheren Schilderung der Effekte zu, deren das
Schauerdrama bedarf, und führt dafür ein intereſſantes
Beiſpiel an. In einem ſeiner Produkte wird auf der
Szene ein Mädchen vom Dach eines brennenden Hauſes
durch einen Feuerwehrmann gerettet, der ſie an den
Tele=
phondrähten auf ein anderes Dach in Sicherheit ſchleift=
Zunächſt wurde ein dicker Draht verwendet, an dem die
Heldin hinübergezerrt wurde. Die Wirkung auf das
Rückenmark blieb aus. Man nahm dünneren Draht. Kein
Erfolg. Nun wurde die Szene höher verlegt; durch
ge=
ſchickte Dekorationen erſchien alles doppelt ſo hoch. Die
Flammen mußten um den Draht herum lodern, ſo daß die
„doppelte Gefahr von Feuer und Elektrizität” die beiden
bedrohte. „Das Rückenmark blieb kalt”. „So verbrachten
wir unſere Zeit mit beſtändigen Verſuchen, das Rätſel
des Reißers zu löſen, bis eines Tages der Regiſſeur
be=
merkte, daß wir das Hauptelement der Erregung überſehen
hatten. „Weder die Flammen noch die Elektrizität ſind die
Hauptſache” argumentierte er, „ſondern die Furcht,
daß=
der Draht unter der Laſt zerreißt und die Beiden in die
Tiefe ſtürzen.” Nun wurde eine Reihe von Drähten
herab=
geriſſen und während des Feuers mußte ein Mann noch
andere Drähte herabfallen laſſen, was durch ein
ziſchen=
des Geräuſch begleitet wurde, wie wenn das Feuer die
Drähte ergriffen hätte. Der Erfolg war ſchlagend. Das
Rückenmark verſtand, daß die noch ſchwebenden Drähte in
jedem Moment zerreißen konnten und es ließ ſeinen
ſilber=
nen Tribut in unſere Kaſſe ſtrömen.”
ken und eine blaue Arbeiterbluſe für den Helden, und ich
will euch garantieren, daß ich oder ein anderer Fabrikant
das Rückenmark der Nation in Geld verwandeln kann.
Lacht darüber, ſo viel ihr wollt! Die Liebe zum
Melo=
drama wird immer mit uns ſein.”
In Woods Schauerdramen=Fabrik iſt ſeit Jahren
eine ganze kleine Schar von Mitarbeitern beſchäftigt, aus
den Zeitungen die neueſten Senſationsgeſchichten
heraus=
zuſchneiden. Alle die großen Erfolge mit melodramatiſchen
Reißern im letzten Jahrzehnt ſind nach der Angabe des
Verfaſſers durch die Zeitungen inſpiriert worden Freilich
häufig ſind die wirklich effektvollen Geſchichten nicht; man
findet auch bei angeſtrengtem Suchen höchſtens eine im
Monat, die ſich zur Verarbeitung im Melodrama eignet.
Unſer Schauerdramatiker hat das, was er das „nationale
Rückenmark” nennt, genau ſtudiert und iſt zu der Anſicht
gekommen, daß dieſer merkwürdige Stoff in den
verſchie=
denen Teilen der Vereinigten Staaten verſchieden geartet
ſei, daß immer wieder beſondere Mittel von Nöten ſind,
um die rechte Wirkung jenes ſchrecklich ſchönen Erſchauerns,
das das Ideal all ſeiner Beſtrebungen iſt, hervorzubringen.
„Das Rückenmark in dem Teil unſeres theatraliſchen
Ge=
bietes, das zwiſchen New=York und Pittsburg liegt, iſt
das am leichteſten erregbare. Hier liegt der Schauer
gleich=
ſam an der Oberfläche und iſt ſo leicht hervorzurufen, daß
richtige Reißer wie „Die verhängnisvolle Hochzeit” und
„Die Königin der weißen Sklaven” 10= bis 11000 Dollar
pro Woche aus dieſem öſtlichen Rückenmark herausgezogen
haben. Das ſogenannte theatraliſche Rückenmark des
mitt=
leren Weſtens kann nur durch die ruhige Form des
Melo=
dramas gewonnen werden und wird richtig aufgeregt nur
durch einen ſentimentalen Reißer. Der Effekt, der erzeugt
wird durch die gewaltſame Trennung von Held und Heldin
infolge der Intrigen des Schurken, iſt derart, wie ihn
das Rückenmark von Pittsburg Eis St. Louis braucht.
Nummer 197.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Seite 3.
—28 an Aſchaffenburg (wird 6 Min. ſpäter gelegt, um in
Mainz Süd den Anſchluß vom Pz. 217 von Worms
ufzunehmen.
Poſtaliſches. Das Verſchieben von
Brie=
ſien und Poſtkarten in Druckſachenſendungen
hildet fortgeſetzt die Urſache unliebſamer
Briefverſchlepp=
ungen und Briefverluſte. Ungeachtet wiederholter
An=
mahnungen durch die Preſſe und trotz unmittelbarer
Ein=
wirkung der Poſtanſtalten auf die Abſender werden viele
Oruckſachenſendungen leider immer noch in ſo
mangel=
after Verpackung zur Poſt eingeliefert, daß ſie leicht zu
allen für kleine Sendungen werden Als beſonders
ge=
ährlich in dieſer Beziehung erweiſen ſich, wie neue
Feſt=
rellungen beſtätigen, die häufig zur Verſendung von
Druck=
achen benutzten offenen Briefumſchläge, bei denen die
Abſender die am oberen Rand oder an der Seite
vor=
andene Klappe nach innen einſchlagen. In den dadurch
mtſtehenden Spalt verſchieben ſich unbemerkt Briefe,
Poſt=
trten uſw., die damn in der Druckſache oft weitere
Irr=
rahrten machen. Im eigenſten Intereſſe des Publikums
rruß eindringlich davor gewarnt werden, die Klappe ſolcher
Amſchläge nach innen einzuſchlagen; viel beſſer iſt
s die Klappe über die Rückſeite loſe
über=
ängen zu laſſen. Als recht zweckmäßig haben ſich
Amſchläge bewährt, die an der Verſchlußklappe einen
zungenartigen Anſatz haben, der in einen äußeren Schlitz
des Umſchlags geſteckt wird. Sie ſichern den Inhalt vor
em Herausfallen und verhindern das Einſchieben anderer
Sendungen; ihre möglichſt ausgedehnte Verwendung iſt im
llgemeinen Intereſſe zu wünſchen. Verhältnismäßig
äufig verſchieben ſich auch Briefe uſw. in Zeitungen, die
unter Streifband verſchickt werden. Es iſt dringend
gaten, die Streifbänder ſo feſt wie möglich um die
Zei=
ruungen zu legen, nachdem dieſe umſchnürt worden ſind.
* Der Verein für Geflügel= und Vogelzucht
„Ornis” hielt ſeine Monatsverſammlung ab.
Der 1. Vorſitzende, Herr Schömer, begrüßte zunächſt
wie neu aufgenommenen 7 Mitglieder und gab alsdann
mehrere Einläufe bekannt. Die Niederſchriften wurden
nicht beanſtandet. In der Tagesordnung fortfahrend,
erteilte der Vorſitzende Herrn Wührer das Wort zu
zeinem Vortrag über „Schwarze Wyandottes”. Redner
ochilderte eingehend die Grundregeln, die bei
Zuſammen=
ſtellung von Zuchttieren (Hahnen= und Hennen=
Zucht=
rtamm) genau zu beachten ſind, will man Tiere von
guter Geſtalt, gelben Beinen und käfergrünem Glanz
er=
hielen. An einem ausgeſtellten Hennenzuchtſtamm
11912er Zucht) erläuterte der Vortragende nochmals die
Hauptraſſemerkmale. Lebhafter Beifall wurde ſeinen
Ausführungen zuteil. Herr Kratz zeigte ſechs 3 Tage
alte Kücken=Zwerghühner. Auf Vorſchlag des 1.
Vor=
itzenden wurde beſchloſſen, am Sonntag, den 1.
Sep=
zember, den Geflügelhof des Mitglieds Forſtwart
Schmitt auf dem Plattenhof bei Erfelden, ſowie die
oortigen Bogelſchutzanlagen zu beſichtigen, Abfahrt
1 50 Uhr: Nach einer reichhaltigen Verloſung von
leben=
den Tauben und Futterartikeln wurde die Verſammlung
neſchloſſen.
§ Schlägerei. Vorſtern abend zwiſchen 10 und
11 Uhr entſtand in der großen Ochſengaſſe nach
voraus=
gegangenem Wortwechſel zwiſchen Kellnern und einem
Gärtner eine Schlägerei, wobei ein Kellner mit
einem Meſſer im Rücken ſchwer verletzt wurde.
Machdem ihm ein Notverband im Garniſonlazarett
an=
gelegt war, wurde er in das Städtiſche Krankenhaus
werbracht.
Dieburg, 21. Aug. Heute feierte der 94jährige
Kapu=
finerpater Ingenuin ſein 70jähriges
Prieſter=
ubiläum. Zu der ſeltenen Feier war Biſchof Dr.
Kirſtein aus Mainz erſchienen, der dem Jubilar in der
Pfarrkirche ein erhebendes Feſtamt veranſtaltete. Später
wrachten ſämtliche Vereine der Stadt dem noch überaus
gegen und geiſtesfriſchen Jubelprieſter eine herzliche
Hul=
wigung dar. Pater Ingenuin, ein geborener Tiroler, weilt
wereits ſeit 47 Jahren im hieſigen Kloſter und iſt ſoweit
beſtzuſtellen war, der älteſte Prieſter der römiſch=katholiſchen
Kirche.
Offenbach, 20. Aug. Um den Gaskonſum zu heben,
weabſichtigt die Stadt die Abgabe von Gas durch
klutomaten bei Ueberlaſſung von den erforderlichen
Gebrauchsgegenſtänden für Beleuchtungs= und Kochzwecke.
Mach den bereits von der Betriebsdeputation beſchloſſenen
Bedingungen dieſer Maßnahme, die der nächſten
Don=
merstag ſtattfindenden Stadtverordnetenſitzung zur
Ge=
gehmigung unterbreitet werden, geſchieht die Herſtellung
von Automateneinrichtungen nur bei Antragſtellern, die
in Einkommen von 2600 Mark oder weniger beziehen.
Der Automatengaspreis beträgt 16 Pfg. für das Kubik=
meter. Infolge dieſer Neueinrichtungen machen ſich
ins=
geſamt 50000 Mark erforderlich.
Neckarſteinach, 20. Aug. An der unter Denkmalſchutz
ſtehenden Burgruine Hinterburg werden zur Zeit
umfangreiche Ausbeſſerungsarbeiten
vorge=
nommen. Die ſtark verfallenen äußeren
Umfaſſungs=
mauern werden teilweiſe abgetragen und neu aufgeführt,
auch wird der im inneren Burghof gelegene verſchüttete
Ziehbrunnen wieder aufgedeckt und mit einer Brüſtung
verſehen.
Mainz, 21. Aug. Ein Maſſenbeſuch der
Darm=
ſtädter Ausſtellung „Der Menſch” iſt demnächſt
von hier zu erwarten. Herr Provinzialdirektor Dr.
Brei=
dert hat die ſehr dankenswerte Anregung gegeben, die
Lehrer und Lehrerinnen des Stadt= und Landkreiſes
Mainz möchten die Ausſtellung gemeinſam an einem noch
zu vereinbarenden Tage in ſeiner Begleitung beſuchen.
Es ſoll bei genügender Beteiligung ein Extrazug von hier
aus benutzt werden. Die Beſichtigung der Ausſtellung
wird gruppenweiſe erfolgen. Die Anregung, die im
In=
tereſſe der Lehrer und der Schule überhaupt ſehr zu
be=
grüßen iſt, iſt, wie ſchon jetzt feſtſteht, auf guten Boden
gefallen. Die Beteiligung dürfte eine überaus zahlreiche
werden.
Oppenheim, 21. Aug. Eine erfreuliche Tatſache wird
aus Oppenheim berichtet. Das dortige
Gerichts=
gefängnis iſt ſchon ſeit vier Wochen ohne Gefangenen=
Inſaſſen. Das iſt jedenfalls auch eine Folge des
beding=
ten Strafaufſchubs.
Ilbenſtadt, 21. Aug. Bei Erneuerungsarbeiten in
inſerer alten, ſchönen Prämonſtratenſerkirche
wurden prächtig erhaltene Wandmalereien aus der
Mitte des 14. Jahrhunderts entdeckt. Sie ſtellen die
Mar=
ter der Zehntauſend vom Berge Ararat dar. An der Hand
der auf den Fresken vorhandenen Wappenbilder konnten
die Stifter feſtgeſtellt werden, nämlich Werner von
Hirzen=
hain, Merkele von Kebele und Albrecht von
Ehrings=
hauſen, ſämtlich Ordensleute, und Propſt Konrad von
Karben.
Reich und Ausland
Aus der Reichshauptſtadt, 20. Aug. Prinzeſſin
Viktoria Alexandra von England, die
Toch=
ter des engliſchen Königspaares, traf heute vormittag,
wie ſchon kurz gemeldet, um 11 Uhr 10 Min. mit
Begleit=
ung von Neuſtrelitz in Berlin ein. Die Prinzeſſin begab
ſich vom Stettiner Bahnhof in einem bereitſtehenden
Automobil mit dem Botſchaftsrat der engliſchen
Bot=
ſchaft, der zu ihrer Begrüßung auf dem Bahnhof
erſchie=
nen war, in die engliſche Botſchaft, wo zunächſt ein kleiner
Imbiß eingenommen wurde. Hierauf unternahmen die
Herrſchaften eine Ausfahrt die Linden entlang durch das
Brandenburger Tor bis zum Charlottenburger Schloß.
Nach der Rückkehr nahm die Prinzeſſin mehrere Einkäufe
in der Stadt vor. Auch in mehreren Geſchäften Unter den
Linden wurden Einkäufe beſorgt. Die Rückkehr der
Prin=
zeſſin nach Neuſtrelitz erfolgte heute abend mit dem
Nacht=
zuge. — Seit geſtern haben wir einen illuſtren
exo=
tiſchen Gaſt in unſeren Mauern. Sir Rajendra, der
indiſche Multimillionär, iſt mit ſeiner Gattin und
Die=
nerſchaft in Berlin eingetroffen und im Hotel Adlon, in
dem für ihn eine ganze Flucht eleganter Appartements
reſerviert wurden, abgeſtiegen. Sir Rajendra Mockerjon
iſt durch die Reiſe des Kronprinzen in Indien bekannt
geworden; zu deſſen Ehren er in Kalkutta große
Feſtlich=
keiten veranſtaltet hatte. Der indiſche Nabob iſt inoffiziell
in Berlin; er trägt zumeiſt europäiſche Kleidung, legte
aber heute vormittag zu einer Ausfahrt ſein reiches
hei=
miſches Gewand an. Seine Gattin geht halb indiſch,
halb europäiſch gekleidet. — Auf der Döberitzer
Heer=
ſtraße wurden neun junge Leute, die auf dem Rad
von einem Ausfluge nach Wannſee zurückkehrten, zum
Teil erheblich verletzt. Es kam ihnen ein Fuhrwerk
entgegen, das anſcheinend einem Pferdehändler gehörte,
deſſen Pferde beim Herannahen der Radfahrer ſcheu
wur=
den und in die Gruppe hineinraſten. Die Radfahrer
kamen ſämtlich zu Fall und erlitten Rippenbrüche und
Kopfverletzungen. Die Räder wurden ſämtlich
zertrüm=
mert. — In der Prenzlauer Straße verübte heute ein
Mann, der bisher noch nicht feſtgeſtellt werden konnte,
ein Meſſerattentat. Er trat in den Flur eines
Hauſes, in dem ein fünfjähriges Mädchen ſpielte und
brachte ihm einen fünf Zentimeter langen Stich in die
linke Wange bei. Auf das Geſchrei des Mädchens
flüch=
tete der Täter. Die Polizei nahm ſofort die Verfolgung
auf, die jedoch nicht leicht ſein dürfte, da jede
Beſchreib=
ung des Täters fehlt.
Frankfurt a. M., 21. Aug. Franzöſiſchen
Blättermel=
dungen zufolge waren zwei berüchtigte Nihiliſten am
Tage vor dem Kaiſerbeſuch nach Frankfurt abgereiſt.
Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß aus dieſem
Grunde auch die ganz außergewöhnlich ſtrengen
Ab=
ſperrmaßregeln bei Gelegenheit des geſtrigen
Kai=
ſerbeſuchs in Frankfurt verfügt wurden. In den Straßen,
die der Kaiſer mittags benutzte, war alle zwei Schritt weit
Militär mit aufgepflanztem Bajonett aufgeſtellt, eine
Er=
ſcheinung, die man bei früheren Kaiſerbeſuchen nie
beob=
achtet hatte. Auch bei Aushändigung der Durchlaßſcheine
übte die Polizei größte Zurückhaltung. Selbſt den
Preſſe=
vertretern wurden keinerlei Durchlaßſcheine zum Betreten
der geſperrten Straßen und Plätze zugeſtellt.
Kronberg, 20. Aug. Der Kaiſer machte gegen
Abend eine Ausfahrt in den Taunus und ſtattete der
Freifrau Willy v. Rothſchild auf ihrer Villa in Königſtein
einen kurzen Beſuch ab. Zur Abendtaſel waren geladen:
Landrat Ritter von Marx nebſt Gemahlin,
Oberbürger=
meiſter Adickes und Bankier Eduard von Grunelius aus
Frankfurt a. M.
Weinheim, 20. Aug. Der noch immer vermißte
Gym=
naſialprofeſſor Michael Glock aus Weinheim, der nun
ſchon ſeit nahezu ſieben Monaten verſchwunden iſt,
iſt jetzt aus dem ſtaatlichen Dienſt entlaſſen worden. Was
aus dem Vermißten geworden iſt, konnte bis heute noch
nicht aufgeklärt werden. — Profeſſor Glock hatte ſich, wie
wir ſeinerzeit meldeten, Anfang Januar dieſes Jahres
unter dem Vorgeben aus ſeiner Wohnung entfernt, einen
Spaziergang nach Viernheim bezw. Heddesheim zu
unter=
nehmen, iſt jedoch von dieſem Ausfluge nicht wieder nach
Weinheim zurückgekehrt. Die damals nach ſeinem
Ver=
bleib angeſtellten Ermittelungen haben zu einem Reſultat
nicht geführt. Profeſſor Glock ſteht im 47. Lebensjahre,
bewohnte mit ſeiner Familie eine eigene Villa und galt
als vermögend.
München, 20. Aug. Im Wallfahrtsort Maria
Eich bei München, der ſein 200jähriges Jubiläum feiert,
verurſachten geſtern Taſchendiebe unter der 15000
Perſonen zählenden Menge der Wallfahrer eine große
Panik, indem ſie plötzlich an verſchiedenen Stellen „Auto,
Auto!” riefen. In dem furchtbaren Gedränge erlitten
fünf Perſonen Nervenchoks und vierzig Perſonen wurden
bewußlos, während die Diebe eine Menge Uhren, Ketten
und Geldbörſen erbeuteten. Eine Frau wurde von
religiö=
ſem Wahnſinn befallen; ſie eilte auf die Bahnſtation, um
ſich vom Zuge überfahren zu laſſen, wurde aber noch
recht=
zeitig von den Gleiſen fortgeriſſen und in die pſychiatriſche
Klinik nach München gebracht.
Oberhauſen, 20. Aug. Auf der Zeche „Neumühl”
erfolgte eine Exploſion. Bisher ſind drei Tote und
zwei Verletzte geborgen worden. Das Unglück ereignete
ſich heute nachmittag auf Schacht 2 der genannten Zeche
in Revier 18. Wie man annimmt, hat ſich beim Abtun
eines Schuſſes angeſammelter Kohlenſtaub entzündet.
Das Unglück blieb auf den Arbeitsort beſchränkt.
Wei=
tere Arbeiter ſind nicht gefährdet.
Flensburg, 21. Aug. In einem Seitenflügel des
Strandhotel in Glücksburg brach geſtern
abend 8 Uhr ein Brand aus, der ſich über das ganze
Gebäude ausdehnte und es bis auf die Grundmauern
zerſtörte. Zahlreiche Badegäſte konnten ſich zum Teil nur
mit Mühe retten unter Zurücklaſſung ihrer Effekten.
Von der Marineſtation Mürwick waren auf Pinaſſen
mehrere Kommandos eingetroffen, die ſich an den
Ret=
tungsarbeiten beteiligten. Um 11 Uhr abends bildete das
Ganze einen einzigen Trümmerhaufen.
Paris, 21. Aug. Geſtern wurde in der Nähe der
Inſel Cueſſant der neue große Leuchtturm
ein=
geweiht, deſſen Herſtellung 7 Jahre in Anſpruch
ge=
nommen hat. Er iſt einer der größten ſeiner Art und hat
eine Höhe von 64 Metern über dem höchſten Stande des
Meeresſpiegels. Die Herſtellungskoſten betragen 850000
Francs. Er kann bei klarem Wetter auf 20 Meilen und bei
nebeligem Wetter auf 8 Meilen geſichtet werden.
Sewaſtopol, 20. Aug. Ein Militärluftballon
mit drei Offizieren wurde vom Winde auf das Meer
ab=
getrieben. Als der Ballon, dem ein Torpedoboot zu Hilfe
nachgeſandt wurde, niederging, fiel der Luftſchiffer
Leut=
nant Kuskow in das Meer nud ertrank, ebenſo ein
Ma=
troſe, der ihn retten wollte. Die übrigen Balloninſaſſen
wurden durch das Torpedoboot gerettet.
London, 20. Aug. Eine junge elegant gekleidete Dame
ſtürzte auf der Untergrundbahn auf die Schienen, wobei
der Fuß zwiſchen die Weichen eingeklemmt wurde.
Der einfahrende Zug erfaßte die Dame und verletzte ſie
ſchwer. Sie ſtarb bald darauf. Sie ſoll eine Deutſche ſein.
Feuilleton.
C. Meteorologiſches aus Heſſen. (Vgl. Nr. 170 dieſes
Blattes vom 22. Juli.) Der verfloſſene Juli war im
all=
gemeinen gegenüber dem langjährigen Mittel zu warm,
nedoch in erheblich geringerem Maße als der Juli 1911.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur ſchwanken zwiſchen
16,9 Grad in Lauterbach und 20,3 Grad in Mainz (
Darm=
ſttadt 19,4 Grad), während die Zahl der ſogen.
Sommen=
tage in Neunkirchen mit 9 am niedrigſten war. Auch hierin
ſtteht Mainz (mit 18) an der Spitze, worauf Darmſtadt mit
17 und Offenbach und Worms mit 16 folgen. Letztere
Station wies mit 32,1 Grad am 12., der faſt überall der
weißeſte Tag war, die höchſte in dieſem Monat im Lande
weobachtete Temperatur auf, wogegen in Neunkirchen am
gleichen Tag der Höchſtſtand nur 28,1 Grad betrug (
Darm=
ſſtadt 31,0 Grad). Am tiefſten ſank (am 6.) die Temperatur
mit 5,8 Grad in Lauterbach. Die Bewölkung antſprach
im allgemeinen der Jahreszeit; Mainz und Schotten
eigen mit 50 Prozent die günſtigſten Verhältniſſe (
Darm=
ſttadt 55 Prozent), gegenüber 66 Prozent in Bad=Nauheim
und Michelſtadt. Hinſichtlich der Windrichtungen verdient
die Tatſache Erwähnung, daß in Darmſtadt der ſonſt
ſel=
beſte Südoſtwind überwog. — Die Verteilung der
Nieder=
ſchlagsſummen hing wieder in der Hauptſache von den
Gewittern ab, deren Zahl ungemein ſchwankte. An einer
Alnzahl Starkenburgiſcher Stationen wurde die Zahl 10
überſchritten (Maximum 12 in Seligenſtadt) während
Mainz nur 3 notierte und Schotten mit 1 an letzter Stelle
ſteht. Die Extreme hinſichtlich der Niederſchlagsmenge
wilden Beerfelden mit 112,9 und Kirchgöns bei Butzbach
mit 25,3 Millimeter. Ueberhaupt war ein Teil
Ober=
wpeſſens abnorm trocken. So betrug z. B. in Herchenhain,
ſonſt eine der regenreichſten Stationen des Landes, die
höchſte Tagesſumme nur 7,6 und die Monatsſumme nur
40,3 Millimeter, wogegen Nieder=Saulheim in Rheinheſſen
an einem einzigen Tag die gewaltige Summe von 59,2
Millimeter aufwies. Hagel wurde nur an 7 Stationen
einmal beobachtet. Die Waſſerſtände von Rhein) und
Main blieben ziemlich erheblich hinter dem ſechzigjährigen
Durchſchnitt zurück.
— Maſſenet und ſein „Bewunderer”. In den
Lebens=
erinnerungen Maſſenets, von denen ein intereſſantes Bruch=
ſtück im Figaro veröffentlicht wird, erzählt der verſtorbene
Komponiſt ein amüſantes kleines Erlebnis aus Mailand.
Maſſenet weilte im Hotel, es war ſpät am Nachmittage,
eine Stunde ſpäter ſollte im Theater die Premiére eines
ſeiner Werke ſtattfinden. Plötzlich tritt ein fremder Herr
in das Zimmer des Meiſters; der Beſucher iſt mit der
nüchternen Eleganz eines modernen Amerikaners gekleidet,
tritt außerordentlich kühn und korrekt auf, wendet ſich an
Maſſenet und ſagt mit trockener Selbſtverſtändlichkeit in
einem ſchrecklichen amerikaniſchen Franzöſiſch: „Ich wollen
ſehen ein Autor vor der Premiére.” Maſſenet lächelt
amü=
ſiert: „Sie intereſſieren ſich alſo für Muſik?” Nein”
ver=
ſetzt der ſeltſame Gaſt lakoniſch mit dem Tonfall ſouveräner
Gleichgültigkeit. „Alſo für die Kunſt?” „Nein”. „Alſo für
Künſtler?” meint Maſſenet nun ſchon etwas beunruhigt.
„Nein”, erklärt der Fremde, „ich wollen ſehen ein Autor
vor der Premiére.” Maſſenet, der ſchon durch die
Aufre=
gung der bevorſtehenden Premiére etwas nervös iſt,
ver=
liert die Geduld, wenn auch nicht die Faſſung: er fordert
den Herrn höflich auf, ſich nun zurückzuziehen. Und der
Beſucher geht auch, anſcheinend vollkommen zufrieden und
wiederholt dabei: „Nun ich haben geſehen ein Autor vor
der Premiére‟ Den Abend gab es in der Skala heiße
Kämpfe, aber Maſſenets Werk blieb Sieger. Der Autor
iſt kaum in ſein Hotel zurückgekehrt, als der Amerikaner
plötzlich wieder vor ihm ſteht und ihm mit freundlichen
Lächeln die Hand entgegenſtreckt: „Ich wollen ſehen einen
Autor nach der erſten Aufführung!” Maſſenet nahm an,
daß der wunderliche Geſelle wohl auch im Parkett in der
Schar jener geſeſſen habe, denen die Oper gefiel und die
eifrig Beifall klatſchten; ihn intereſſiert als Komponiſten
der Eindruck, den ſein Werk auf einen Laien macht, und er
erkundigt ſich: „Welche Eindrücke haben Sie empfangen?
Glauben Sie an einen dauernden Erfolg?‟ Der
Ameri=
kaner iſt maßlos verblüfft, er ſcheint nicht zu verſtehen.
Bis Maſſenet lachend fragte: „Sie waren wohl garnicht
in der Scala?” „Ich? Nein! Ich nicht lieben die Muſik.
Ich wollen nur ſehen ein Autor nach der Premiére”. Und
er zog ſein Taſchenbuch und notierte: „Die Autoren ſind
nach der Premiére gewöhnlich vergnügter als vorher”.
* Die Kaiſer=Villa in Zürich. Die Schweiz rüſtet ſich,
den Deutſchen Kaiſer würdig zu begrüßen. Wo wird er
wohnen? Die Frage wird dahin beantwortet, daß die
Villa Rieter in Zürich den hohen Gaſt aufnehmen wird.
Die Villa befindet ſich auf einer Anhöhe am linken Ufer des
Züricher Sees und bietet einen herrlichen Ausblick auf die
Alpen. Die Beſitzerin Frau Rieter=Bodmer iſt Witwe;
ihre Schwägerin war mit dem deutſchen General von Burg
verheiratet. Die Villa, die mit allem modernen Komfort
eingerichtet iſt, hat eine intereſſante Vergangenheit. Der
um das Gemeinweſen von Zürich hochverdiente und aus
altem Züricher Geſchlecht ſtammende achtzigjährige, aber
noch jugendfriſche Dr. Conrad Eſcher erzählt die Geſchichte
dieſes ſchönen Fleckchens Erde, eines ehemaligen
Kloſter=
gutes, in einer im Verlage von Orell=Füßli in Zürich
er=
ſchienenen reizvollen Schrift. Hier hat vor hundert Jahren
der Dichter Johann Kaſper Lavater gewohnt. Vor 50
Jahren wohnte Richard Wagner als Gaſt des damaligen
Beſitzers Weſendonck auf dem grünen Hügel, wie damals
das Landhaus hieß. Dank dem großmütigen
Entgegen=
kommen ſeines Gaſtfreundes ſchaffte der Meiſter hier
un=
geſtört an ſeinen Werken. „Triſtan und Iſolde” iſt hier
erſtanden. Als der Beſitzer wieder in ſein Haus zog, fand
im geräumigen Veſtibül eine Aufführung einzelner Sätze
aus Beethovenſchen Sinfonien ſtatt. Wagner leitete das
aus dreißig Muſikern beſtehende Orcheſter. Der Bruch
Wagners mit ſeiner Frau war die Urſache, daß die ſchönen
Tage von Zürich ein Ende fanden; er wandte ſich damals
nach Venedig. Die Züricher hoffen und wünſchen, daß es
dem Kaiſer Wilhelm in dem ſchönen Landhauſe
wohlge=
fallen möge.
Die Wiederkehr des Biedermeier=Dandy. Während
die Damen im allgemeinen Maskentanz der Mode immer
tiefer in die kapriziöſen Wunderlichkeiten der Rokokowelt
hineingeraten, wendet ſich die Herrentoilette wieder jener
letzten hohen Blüte männlicher Kleidung zu, die wir vor
faſt einem Jahrhundert erlebten. Die ſehnſüchtigen Blicke
ſchweifen zurück zur Kongreßzeit und den ihr folgenden
Jahren, und als Ideal taucht das Bild des Biedermeier=
Dandys auf. Ein Beweis für dieſe völlig neue Tonart,
die in der Herrentracht anklingt, iſt die Einführung der
Bartkotelettes, die in Locken mehr und mehr „bonton”
werden. Während man früher auf dem eleganten Bummel
der Londoner vornehmen Welt nur glattraſierten Geſich=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Nummer 197.
London, 20. Aug. Vor dem Polizeigericht erſchien
ein Mann namens Thomas Pritchard, der ein
Veranſtal=
ter von Boxkämpfen iſt und geſtern unter derBeſchuldigung,
als Hehler den Reiſeſack der Prinzeſſin Friedrich
Karl inBeſitz gehabt zu haben, verhaftet worden war. Die
Polizei ſtellte feſt, daß der Koffer verbrannt wurde
und befürchtet, daß auch der Inhalt des Koffers beiſeite
gebracht worden iſt. Pritchard wurde in Haft behalten.
London, 20. Aug. Der Führer der Heilsarmee, General
Booth iſt heute abend im 84. Lebensjahre
geſtor=
ben. William Booth war am 10. April 1829 als Sohn
eines kleinen Bauunternehmers in Nottingham geboren.
Er wirkte als methodiſtiſcher Pfarrer in London, Halifax
uſw. 1861 legte er ſein Amt nieder, um als Evangeliſt für
die Schichten der Bevölkerung tätig zu ſein, die
Gottes=
häuſer überhaupt nicht beſuchten. So gründete er dann
die „Heilsarmee” die ſich jetzt über die ganze Erde erſtreckt,
und deren „General” er wurde. Im Jahre 1890
veröffent=
lichte Booth ſein Buch: „Im dunkelſten England und der
Weg heraus”, das größtes Aufſehen erregte. Im vorigen
Jahre erblindete Booth.
London, 20. Aug. Ein ſechsſtöckiges
Papierwaren=
haus in der Upper=Thames=Street an der
Themſe ſtand geſtern abend in Flammen. Eine ganze
Brigade der Feuerwehr mit 25 Dampfſpritzen und drei
ſſchwimmenden Spritzen bekämpfte das Feuer. Es herrſchte
große Aufregung.
New=York, 20. Aug. Die große Jury hat gegen den
Polizeileutnant Beeker und mehrere andere
Perſonen Anklage wegen Ermordung des
Spielhöllenbe=
ſitzers Roſenthal erhoben. Weitere Anklagen werden
erwartet. Der Spieler Schepps und der Bandenführer
Zelig haben die Geſtändniſſe des Spielers Roſe teilweiſe
beſtätigt. Zelig ſagte vor Gericht aus, er ſei das Opfer
einer polizeilichen Verſchwörung geworden und die Furcht
vor Beeker habe ihn veranlaßt, dem Spieler Roſe vier
Männer zur Ermordung Roſenthals zuzuführen. Aus
dem dem Staatsanwalt unterbreiteten Beweismaterial
geht hervor, daß Beeker in einem Zeitraum von 8 Monaten
90000 Dollars bei 12 Banken hinterlegt hat.
Kongreſſe und Verbandstage.
53. Allgemeiner Genoſſenſchaftstag.
— München, 20. Aug. Unter überaus zahlreicher
Beteiligung von Vertretern aller deutſchen Erwerbs= und
Wirtſchaftsgenoſſenſchaften begannen heute hierſelbſt die
Verhandlungen des 53. Allgemeinen
Genoſſen=
ſchaftstages der von Schultze=Delitzſch ins Leben
gerufenen, auf Selbſthilfe beruhenden deutſchen
Er=
werbs= und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften. In dem
Ver=
band, der zu den größten wirtſchaftlichen Vereinigungen
des Deutſchen Reiches gehört, ſind ſowohl die Vertreter
der Idee des Konſumvereins, als auch jene der Idee der
Produktionsgenoſſenſchaft vereinigt. Mit rund 340
Mil=
lionen Eigenkapital aller deutſchen Genoſſenſchaften und
mit über 13 Milliarden fremden Kapitals hat der
Ver=
band den größten Teil des Warenbeſitzes, der auf
genoſ=
ſſenſchaftlichem Wege in Deutſchland ſich vollzieht, in ſich
vereinigt. — Zur Tagung ſind ſowohl Vertreter der
ver=
ſchiedenen Staatsregierungen als auch der deutſchen
Bankwelt erſchienen.
An erſter Stelle der Tagesordnung ſteht der Bericht
des Anwalts, Landtagsabgeordneten Juſtizrat Dr.
Crüger=Charlottenburg, der ſich in ausführlicher
Weiſe über die Entwickelung des geſamten
genoſſenſchaft=
lichen Weſens in Deutſchland verbreitet. Es geht daraus
hervor, daß gegenwärtig 31981 eingetragene
Kredit=
genoſſenſchaften, gewerbliche und landwirtſchaftliche
Ge=
noſſenſchaften, Rohſtoffgenoſſenſchaften, Waren=
Einkaufs=
vereine, gewerbliche und landwirtſchaftliche
Werkgenoſſen=
ſchaften, Bezugsgenoſſenſchaften,
Magazinsberufsgenoſ=
ſenſchaften, gewerbliche und landwirtſchaftliche
Pro=
duktivgenoſſenſchaften, Zuchtgenoſſenſchaften,
Konſumver=
eine und Wohnungs= und Baugenoſſenſchaften beſtehen.
Die unbeſchränkte Haftpflicht, die früher die Führung
hatte, iſt an die zweite Stelle getreten, während die
be=
ſchränkte Haftpflicht in die erſte Stelle eingerückt iſt.
Intereſſant ſind vor allem die Mitteilungen des
Referen=
ten über die Zunahme der Konſumvereine.
Der Reinzuwachs von 44 Vereinen erhöht deren Beſtand
von 2311 auf 2355; unter 57 Auflöſungen befanden ſich
12 Konkursfälle, u. a. in Bitterfeld, Marburg, Aachen
und Dillingen an der Saar. Die Wohnungs= und
Bau=
genoſſenſchaften nahmen um 6 zu, während 8 Auflöſungen
ſtattfanden, ſo daß der Beſtand von 114 Genoſſenſchaften
auf 112 zurückging. Eine Zunahme erfuhren unter
ande=
rem die Waren=Einkaufsgenoſſenſchaften, die Werk=, die
Magazin=, Produktiv= und Zuchtgenoſſenſchaften. Von
den in dem Allgemeinen Verband Deutſcher Erwerbs=
und Wirtſchafts=Genoſſenſchaften zuſammengeſchloſſenen
Genoſſenſchaften ſind 977 Kredit=Genoſſenſchaften, ſieben
Aktiengeſellſchaften, eine Kommanditgeſellſchaft auf Aktien,
293 Konſumvereine, 65 Genoſſenſchaften in
Einzelerwerbs=
zweigen, 201 Baugenoſſenſchaften, 6 Baugenoſſenſchaften
als Aktiengeſellſchaften und eine Baugenoſſenſchaft als
G. m. b. H. Von den 1514 Genoſſenſchaften und
Geſell=
ſchaften ſind 1505 den 32 Unterverbänden des
Allgemei=
nen Verbandes beigetreten.
Die gegenwärtige Tagung ſoll die
Mittelſtands=
politik beherrſchen. So liegt ein Antrag des Anwalts
vor, in welchem es heißt: „Der Allgemeine
Genoſſen=
ſchaftstag iſt der Ueberzeugung, daß das Fortbeſtehen
eines leiſtungsfähigen Kleinhandelsſtandes für das
ge=
ſamte deutſche Wirtſchaftsleben erwünſcht und auch
durch=
aus erreichbar iſt. Vorbedingung hierfür iſt aber, daß
ſich die Kleinhändler den zeitgemäßen Wirtſchaftsformen
anpaſſen, und zwar insbeſondere dadurch, daß ſie
un=
geſchulte Kräfte aus ihren Reihen fernzuhalten ſuchen,
ſich durch Anſchluß an Kreditgenoſſenſchaften die billige
Befriedigung ihres Kreditbedürfniſſes ſichern und durch
Gründung von Einkaufsgenoſſenſchaften ſich die Vorteile
des Warenbezuges im großen gegen Barzahlung zu eigen
machen, wie dies ſchon der Allgemeine Genoſſenſchaftstag
zu Hannover im Jahre 1900 empfohlen hat.” Referent
hierzu iſt Gerichtsaſſeſſor Dr. Lade (Charlottenburg).
Verbandsdirektor Juſtizrat Schuler (Zweibrücken)
referiert über einen Antrag des Verbandes Pfälziſcher
Erwerbs= und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften, in welchem
mit Rückſicht auf die in Ausſicht genommene Reichs= und
Vermögensſteuer die Beſeitigung des Scheck= und
Quft=
tungsſtempels für zeitgemäß erklärt wird, da ſich der
Scheck= und Quittungsſtempel als eine drückende,
unge=
rechtfertigte Belaſtung vor allem des Mittelſtandes,
er=
wieſen habe. — Ein Antrag des Geſamtausſchuſſes
be=
ſagt: „Gegenüber dem ſtetig wachſenden Einfluß des
modernen Kapitalismus, der die Kluft zwiſchen den
aus=
einanderſtrebenden Elementen der menſchlichen
Geſell=
ſchaft — den begüterten und den beſitzloſen Klaſſen —
im=
mer mehr erweitert, die beſtehenden ſozialen Gegenſätze
verſchärft und weite Kreiſe des gewerblichen
Mittelſtan=
des in ihrer wirtſchaftlichen Exiſtenz bedroht, betont der
Allgemeine Genoſſenſchaftstag aufs neue die hohe
Be=
deutung der den deutſchen Genoſſenſchaften von Schultze=
Delitzſch überkommenen Aufgabe: Durch
Zuſammenfaſ=
ſung zahlreicher in ihrer Vereinzelung ſchwacher Kräfte
machtvolle wirtſchaftliche Einheiten zu organiſieren, und
dieſe unter gewiſſenhafter Beachtung der in mehr als 50 Praxis erprobten genoſſenſchaftlichen Grundſätze
ſo auszubauen, daß ſie allen denen, die ſich ſchutzſuchend
unter dem bewährten Banner der Selbſthilfe und
Soli=
darität vereinigen, in dem Streben nach Erhaltung ihrer
wirtſchaftlichen Selbſtändigkeit ebenſo wirkſamen als
dauernden Beiſtand zu leiſten vermögen.‟ Weitere
Ver=
handlungsgegenſtände der Tagung ſind „Der
genoſſen=
ſchaftliche Unterricht an den Hochſchulen” der „
Sparkaſ=
ſenverkehr” die „Urſachen der Verſchuldung des
ſtädti=
ſchen Haus= und Grundbeſitzes” „Die
Lebensmitteltene=
rung” ſowie in den beſonderen Verhandlungen der
Kre=
ditgenoſſenſchaften und Baugenoſſenſchaften „Der
Kre=
ditſchutz des Gläubigers” Verſicherung gegen
Verun=
treuung” „Das Erbbaurecht” „Die Anſiedelung von
Landarbeitern” u. a. m.
Die Truppenſchau anf dem Großen Sande
bei Mainz.
* Das Großherzogspaar traf, von Bayreuth
kommend, um 6 Uhr im Großh. Palais ein. In
Beglei=
tung des Großherzogspaares befanden ſich die
Ehren=
dame der Großherzogin, Freiin von Bellersheim,
General=
adjutant Hahn, Hofmarſchall v. Ungern=Sternberg,
dienſt=
tuender Kammerherr Freiherr von Leonhardi,
Rittmei=
ſter Frhr. v. Maſſenbach und Oberleutnant v. Schröder.
Nach einem kleinen Frühſtück fuhren die hohen
Herrſchaf=
ten zu dem Bahnwärterhaus Nr. 39 an der Gaſtellſchen
Waggonfabrik. Um 6.40 Uhr fuhr der Kaiſer mit
ſei=
ner Begleitung im Automobil über die Straßenbrücke
nach der Rheinallee zur Gaſtellſchen Waggonfabrik. Von
dem Fußartillerie=Regiment wurden von der Hochheimer
Chauſſee Salutſchüſſe abgegeben. In Begleitung des
Kaiſers befanden ſich Generaladjutant Generaloberſt
v. Pleſſen, General der Infanterie Frhr. v. Lyncker,
Ober=
ſtallmeiſter Freiherr von Reiſchach, Vertreter des
Aus=
wärtigen Amts Geſandter Freiherr v. Jeniſch,
Hofmar=
ſchall Graf v. Platen=Hallermund, Flügeladjutant
Oberſt=
leutnant v. Muteus, Flügeladjutant Major v. Caprivi,
Rittmeiſter Graf v. Weſtfalen, Hauptmann Zeyß und
Leibarzt Oberſtabsarzt Dr. Niedner.
Um 7 Uhr kam der Kaifer am Bahnwärterhaus 39
an. Der Kaiſer entſtieg dem Automobil und begrüßte
zunächſt den Großherzog mit Kuß und Handſchlag,
ſodann den kommandierenden General v. Eichhorn,
Gou=
verneur Graf von Schlieffen, Provinzialdirektor
Geheim=
rat Dr. Breidert. Der Kaiſer, welcher die Uniform ſeines
heſſ. Regiments Kaiſer Wilhelm Nr. 116 trug, begab ſich
in das dem Bahnwärterhaus gegenüber aufgeſtellte Zelt
und beſtieg hier ſein Pferd. Hierauf begrüßte der Kaiſer
die in der Uniform ihres Regiments Nr. 117 erſchienene
Großherzogin Prinz Friedrich Karl, ſeine
Schwe=
ſter die Prinzeſſin Friedrich Karl welche die Uniform
ihres Regiments Nr. 80 trug und die Kronprinzeſſin von
Griechenland.
Nach Entgegennahme mehrerer Meldungen ritt der
Kaiſer, gefolgt von einer glänzenden Suite, über den
kleinen Sand, von Hunderten Schülern, die mit ihren
Lehrern hier Aufſtellung genommen, mit jubelnden
Hoch=
rufen begrüßt, welche Ovation von dem Monarchen
dan=
kend entgegengenommen wurde. Das auf dem Großen
Sande aufgeſtellte Garde=Drag.=Regt. Nr. 23
wurde mit einem lauten „Guten Morgen, Dragoner”
be=
grüßt, wuchtig erſchallte der Gegengruß. Das Exerzieren,
bei dem einige ſchneidige Attacken geritten wurden,
dau=
erte dreiviertel Stunden. Dann begann eine
Gefechts=
übung, wozu der Kommandeur der 21. Diviſion,
Gene=
ralleutnant Scholtz, die Aufgabe geſtellt hatte. Teil
nah=
men an dem Gefecht die 41. Infanterie=Brigade, die
In=
fanterie=Regimenter Nr. 87 und 88, die 42. Infanterie=
Brigade, die Infanterie=Regimenter 80 und 81, 4
Es=
kadronen des Dragoner=Regiments 6, ſowie die 1. und
8. Batterie des Feldartillerie=Regiments Nr. 27. Das
Gefecht entwickelte ſich über den ganzen Sand hin. Auf
der Mitte des Sandes ging es mit Sturm aufeinander,
bis der Ruf des Horniſten „Das Ganze Halt” ertönte.
Nach dem Gefecht verſammelte der Kaiſer die Generäle
und Regimentskomandeure, ſowie ſämtliche bei der
Ge=
fechtsübung beteiligten berittenen Offiziere zur Kritik.
Während deſſen nahmen um 9 Uhr 15 Min. die Truppen
Aufſtellung zum Parademarſch. Es nahmen daran
teil die 41. Infanterie=Brigade, die Infanterie=Regimenter
Nr. 87 und 88, die 42. Infanterie=Brigade. die Infanterie=
Regimenter Nr. 80 und 81, die 49. Infanterie=Brigade,
die Infanterie=Regimenter Nr. 115, 116 und 168, von der
50. Infanterie=Brigade das Infanterie=Regiment Nr. 117,
ferner die Unteroffizierſchule Biebrich, 2. Pionier=
Inſpek=
tion, Fußartillerie=Regiment Nr. 3, Kommando der
Pio=
niere des 18. Armeekorps, Pionier=Bataillone Nr. 21 und
25, der Stab der 21. Kavallerie=Brigade und das
Dra=
goner=Regiment Nr. 6, der Stab der 25. Kavallerie=
Bri=
gade und das Dragoner=Regiment Nr. 23, der Stab der
21. Feldartillerie=Brigade und die Feldartillerie=
Regi=
menter Nr. 27 und Nr. 63 mit Muſik, 2 beſpannte
Batte=
rien von dem Fußartillerie=Regiment Nr. 3. Der
Parade=
marſch fand bei den Fußtruppen in Kompagniefront und
Regimentskolonne, bei der Kavallerie in Eskadronfront
und bei der Artillerie in Batteriefront ſtatt. Der Parade
wohnten viele Tauſende von Menſchen bei. Nach
der=
ſelben führten die Großherzogin und Prinzeſſin
Fried=
rich Karl dem Kaiſer ihre Regimenter vor. Um 10.30
Uhr wurden dem Kaiſer Meldungen erſtattet und wurde
ſodann wieder Kritik abgehalten. Um 10.45 Uhr begann
die Spalierbildung der Truppen.
Zur Rechten der Großherzog und zur Linken den
kommandierenden General des 18. Armeekorps General
von Eichhorn, führte der Kaiſer an der Spitze der
Fah=
nenkompagnie, der 6. Komp. Inf.=Rgts. Nr. 116, und der
Standarten=Eskadron von der 3. Eskadron des Garde=
Dragoner=Regiments Nr. 23, die Truppen unter den
Marſchklängen der Kapellen zur Stadt zurück. Die
Stra=
ßen waren dicht vom Publikum beſetzt. Im Großh,
Palais begrüßte Herr Oberbürgermeiſter Dr.
Göttel=
mann den Kaiſer namens der Stadt, worauf der Kaisn
ſer dem Oberbürgermeiſter die Hand reichte und herzlich
dankte. Frau Oberbürgermeiſter überreichte den
fürſt=
lichen Damen Blumenbuketts. Zur Frühſtückstafel waren
40 Gedecke aufgelegt. Das Eſſen trug militäriſchen
Cha=
rakter.
Die Abreiſe des Kaiſers mit Begleitung erfolgte
in Automobilen ſofort nach der Frühſtückstafel nach
Cron=
berg. Das Großherzogspaar fuhr per Extrazug
nach Schloß Romrod OOberheſſen).
Luftfahrt.
* Das Nationale Aeroplan=Turnier in
Gotha fand mit intereſſanten Manövrier=Uebungen
des Zeppelin=Kreuzers Viktoria Luiſe” und der
anweſen=
den Flieger, ſowie mit Wurfkonkurrenzen ſeinen Abſchluß,
Es handelte ſich im weſentlichen darum, daß die Flieger
das Luftſchiff anſteuern und in einer beſtimmten Höhe
überfliegen ſollten. Im Lenkballon hatten Herzog Karl
Eduard von Sachſen=Koburg=Gotha mit Gemahlin, ſowie
Prinz Albert zu Schleswig=Holſtein=Glücksburg Platz
ge=
nommen. An den Wettbewerben beteiligten ſich von den
Fliegern Lindpaintner (Ago=Doppeldecker), Schauenburg
(A. F. G.=Doppeldecker), Schlegel (Aviatik=Eindecker),
Falderbaum (Grade=Eindecker), Weyl (Lohner=
Doppel=
decker), Faller (Aviatik=Doppeldecker) und Pentz (Grade=
Eindecker). Die einzelnen Reſultate des Meetings liegen
bisher nicht vor.
* Gtha, 20. Aug. Bei dem Aeroplanturnier
wurde Lindpaintner in allen Konkurrenzen als
Sieger erkläut.
* Berlin, 20. Aug. Zu Ehren des Aviatikers
Aude=
m.ars veranſtaltete der Reichsflugverein geſtern abend
ein Feſteſſen. Bei günſtiger Witterung will der Flieger
Frantz heute früh zum Fernfluge nach Paris in Berlin
ſtarten.
Sport.
* Olympiſche Spiele des F.=C. Olympia. Zu den an
nächſten Sonntag ſtattfindenden Wettkämpfen ſind die
Meldungen ſo zahlreich eingelaufen, daß in vielen
Kon=
kurrenzen Vorkämpfe ſtattfinden müſſen. Dieſelben
werden vormittags von 10 Uhr ab ausgetragen. Der
ver=
anſtaltende Verein hat beſchloſſen, vormittags kein
Ein=
trittsgeld zu erheben, um beſonders ſeither
Fern=
gebliebene zu veranlaſſen, ſich einmal mit den
leicht=
athletiſchen Sportsarten bekannt zu machen. Da die
Nennungen nicht nur quantitativ, ſondern auch
quali=
tativ gut ausgefallen ſind wird es am Nachmittag in den
Entſcheidungen heiße Kämpfe geben. Beſonders unſere
Nachbarſtadt Frankfurt a. M. wird gut vertreten ſein,
u a. wird auch Wenſeler, der die deutſchen Farben in
Stockholm vertrat, in den kurzen Strecken an den Star
gehen. Unſere einheimiſchen bekannten Leichtathleten
haben in der letzten Zeit beſonders eifrig trainiert und
be=
finden ſich in vorzüglicher Verfaſſung, ſo daß zu hoffen iſt,
daß ein Teil der wertvollen Preiſe in Darmſtadt verbleibt,
Die Preiſe werden Ende der Woche bei der Firma
A. Sittig, Ecke Rhein= und Wilhelminenſtraße, ausgeſtellt,
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Durch die Konkurrenz der =Warenhäuſer,
Filial=
geſchäfte und Konſumvereine ſind die Exiſtenzen vieler
Ge=
ſchäftsleute zum Teil ſchon vernichtet, zum Teil ſtark
be=
droht. Es wird daher ein jeder Einſichtige mit dem
An=
trage einiger nationalliberaler Stadtverordneten einer
Sonderbeſteuerung dieſer Inſtitute, einig gehen. Eine
Ge=
werbeſteuer wird bei den Konſumvereinen wenig
fruch=
ten, da ja bei denſelben kein Nutzen erzielt wird,
des=
halb ſollten auch dieſe mit einer Umſatzſteuer belegt
wer=
den. Hoffentlich machen die Herren Stadtverordneten von
der Fortſchrittlichen Volkspartei, die ja ſo viel für den
Ge=
ſchäftsmann übrig haben wollen, keinen Strich durch die
Ein Kaufmann.
Rechnung.
In der Stadt Darmſtadt iſt in neuerer Zeit die für
jeden Tier= und Pferdefreund tieftraurige Wahrnehmung
zu machen, daß die armen, gequälten, ausgemergelten
Pferde, hauptſächlich von Milchfuhrwerken, in ſteter
Zu=
nahme begriffen ſind. Nun ſollte man meinen, die Beſitzer
ſolcher Pferde müßten ſich darüber klar ſein, daß ſie mit
Unterernährung des Tieres im eigenen Wald jagen,
Der Wert des Tieres ſinkt, iſt oft gleich Null; die
Lebens=
dauer wird verkürzt. Bei genügender Ernährung könnte
das Tier oft die Arbeit in der halben Zeit machen. Die
gewöhnlichen Ausreden ſind bekannt: „Das Pferd iſt
hartfüttrig” „will nicht freſſen‟. Einfach deshalb weil es
zu wenig bekommt. Iſt das Tier alt, ſo füttert man
Haferſchrot, freilich, Hafer bekommt das Tier wohl
über=
haupt nicht zu ſehen. Wer ein Tier nicht ernähren kann,
ſollte keins halten dürfen. Dasſelbe gilt auch oftmals von
Hunden. Der Beſitzer von ſtocklahmen oder wunden
Pferden wird von der Straßenpolizei, und zwar mit vollem
Recht, zur Anzeige gebracht. Warum wird dieſe
Tier=
quälerei geduldet? Dieſe armen Tiere ſind meiſt
Blut=
pferde, die früher beſſere Tage geſehen haben. Täglich,
auch Sonntag vormittags, muß der Milchgaul arbeiten=
Leider wird er auch oft genug noch Sonntag nachmittags
zur Spazierfahrt benützt. Wem wären dieſe Wagen, mit
ſechs und mehr Perſonen beſetzt, nicht ſchon Sonntees
tern begegnete, konnte man in den letzten Tagen ſchon hie
und da einige Nachfolger des großen Brummel erblicken,
die mit wehendem Backenbart die Burlington=Arkaden
hinunter ſchlenderten. Aber noch andere Anzeichen
ver=
ſkünden die Rückkehr zu den Tagen biedermeierlichen
Dandy=
tums. Der Kragen, der bereits wieder zu einer
beträcht=
lichen Höhe emporgeklommen war und ſich ſtarr und ſteif
in ſeiner geſtärkten Pracht präſentierte, erhält allmählich
ein beſcheideneres Ausſehen und dient nur noch als ſtiller
Rahmen für die Herrlichkeit der Krawatte, die ſich mit all
der Breite und farbigen Delikateſſe unſerer Großväter um
den Hals ſchlingt, mit koſtbarer Nadel und funkelndem
Diamanten geſchmückt. Im Anzug ſelbſt macht ſich eine
„Revolution von unten” bemerkbar. Während Rock und
Weſte ſich von den bisher üblichen Formen noch kaum
unterſcheiden, iſt der Schnitt des Beinkleides völlig
ge=
wandelt. Es wird enger und enger, ſchließt ſich eng um
die Knöchel und wird in vielen Fällen ſogar mit Strippen
unter den Stiefeln befeſtigt, ſo wie es in den zwanziger
und dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts üblich war.
Nicht lange mehr, und die Silhouette des Herrn wird
wieder jene hoch aufgeſchoſſene Schlankheit erhalten, wie
ſie uns aus den „ſtorchbeinigen” Geſtalten der
Haſemann=
ſchen Blätter vertraut iſt. Eine andere Neuerung, die
ebenfalls eine kleine Revolution bedeutet, iſt das
Verſchwin=
den der Hoſenfalte, die ſo lange den Stolz des Elegants
und die Qual ſeines Dieners bildete. Einige der Zeit
voraus eilende Schneider beginnen auch ſchon die
Weſpen=
taille einzuführen, die die Linie des Biedermeier=Dandys
vollendet.
* Die „beſſer aufbewahrte‟ Halskette. Beim Beſuch
des Oſthafens von Frankfurt a. M. erwähnte
Oberbürger=
meiſter Adickes auch die beim Bau des Hafens gemachten
Funde aus der Steinzeit und insbeſondere die aus
glatt=
geſchliffenen Kieſelſteinen hergeſtellte Halskette.
Ober=
bürgermeiſter Adickes äußerte gegenüber dem Kaiſer in
jhumoriſtiſcher Weiſe noch Zweifel, ob die Kette von einer
vorzeitlichen Dame oder von einem Bürgermeiſter
getra=
gen ſei, worauf der Kaiſer mit einer Anſpielung auf die
geſtohlene Kölner Kaiſerkette meinte: „Na, dann hat er ſie
jedenfalls beſſer aufbewahrt!”
Nummer 197.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Seite 5.
gegegnet: Die Sonniageruhe iſt für die Menſchen im
Handelsgewerbe ein wahrer Segen geworden, warum
wird dem Milchgaul nicht wenigſtens die Sonntags=
Nach=
mittagsruhe gegeben? Für den Unbeteiligten iſt es
unmög=
lich, hier Beſſerung zu ſchaffen Etwas anderes wäre es,
wenn die Ortsvorſtände und Tierfreunde in der Gemeinde
für Hilfe ſorgen wollten. Es wäre ihnen ein Leichtes, den
Pferdebeſitzer zu beſtimmen, beſſer zu füttern; außerdem
ünd derartige traurige Pferde auch keine Zierde für die
Semeinde. Deshalb: „Gedenket der hungernden Pferde‟.
Ein Tierfreund.
Aus der bayeriſchen Abgeordnetenkammer.
* München, 21. Aug. In der Sitzung der
Kam=
rner der Abgeordneten führte bei der Beratung des Etats
Des Kriegsminiſteriums der Kriegsminiſter Frhr. Kreß
Son Kreſſenſtein unter anderem aus: Die
Ein=
fführung der einjährigen Dienſtzeit würde
In die bayeriſche Armee tief einſchneiden; er ſtehe auf
Semſelben ablehnenden Standpunkt wie der preußiſche
Kriegsminiſter. Er wäre alſo nicht in der Lage, den
An=
trag des Landtages auf Einführung der einjährigen
Dienſtzeit im Bundesrat zu vertreten, obwohl er zugebe.
Daß volkswirtſchaftliche Gründe die Einführung der
ein=
jährigen Dienſtzeit wünſchenswert machten. Die
Ein=
führung dieſer Dienſtzeit komme der Einführung des
Milizheeres gleich. Ein ſolches Syſtem wäre aber
un=
brauchbar für eine Großmacht, wie das Deutſche Reich,
wwelche ein feſtgefügtes Waffenheer haben müſſe. Mit der
Einführung der einjährigen Dienſtzeit würde der
Qua=
lität und dem inneren Gehalt des Heeres der ſchwerſte
Abbruch getan und eine Verflachung müßte einſetzen. Die
Einführung der zweijährigen Dienſtzeit für berittene
Waffen könne von einem für die Schlagfertigkeit der
Armee verantwortlichen Kriegsminiſter niemals
zugelaſ=
ſſen werden. An der Aufhebung des Privilegs der
Ein=
jährig=Freiwilligen ſei die Militärverwaltung nicht in
grſter Linie intereſiert, wohl aber die betreffenden
Be=
rufskreiſe. Es ſprächen alſo manche Gründe gegen die
Be=
ſſeitigung dieſer volkstümlichen Einrichtung. Die Zahl
ider nach der Einſtellung entlaſſenen Mannſchaften ſei im
Waufe der letzten fünf Jahre geſtiegen. Dies ſei zurück=
Zuführen auf das Beſtreben, Mannſchaften aus dem Heer
zu entfernen, die den dienſtlichen Anforderungen dauernd
micht gewachſen ſeien.
Der Kriegsminiſter kam ſodann auf die
Veteranen=
ffürſorge zu ſprechen und erklärte daß für die große
Maſſe der Kriegsteilnehmer die Reichsbeihikfe in Frage
Kkomme. Das Kriegsminiſterium habe keinerlei
Einwirk=
jung auf die Zuerkennung dieſer Beihilfe. Ob dieſe
Bei=
hhilfe in Zukunft erhöht werden könne, ſei Sache der
Reichsregierung. Was die
Offizierspenſonier=
jngen anlange, ſo könne ein Vergleich mit Preußen
iden Anſchein erwecken, als ob in Bayern mehr penſioniert
wwürde als dort. Das iſt ungerechtfertigt. Die höheren
Offiziere ſeien zwar in Bayern jünger, als in Preußen;
ldabei ſei aber zu berückſichtigen, daß in Bayern in den
letzten Jahren wiederholt unerwartete Abgänge in den
Wöchſten Stellen eingetreten ſeien. In Verfolgung der
SSoldatenmißhandlungen werde der
Kriegs=
iminiſter nicht nachlaſſen. Was die Hitzſchläge beim
Kai=
ſſermanöver in Mörchingen bei der 18. Infanterie=
Bri=
ſgade betreffe, ſo ſtellte es ſich heraus, daß nicht
Gewalt=
märſche und Ueberanſtrengung die Schuld trugen, ſondern
llediglich die übergroße Hitze und Schwüle.
v. Vollmar (Soz.) gerklärte darauf, die
Sozial=
demokratie ſetze alles daran, daß der Frieden erhalten
twerde. Wenn dies nicht gelinge, ſo werden auch die So=
Zialdemokraten alles andere hinter der (Not des
Vater=
klandes zurücktreten laſſen und dem Lande ihre Dienſte
kleiſten. Sie würden nicht die ſchlechteſten Verteidiger des
Waterlandes ſein. Die Bewilligung des Militäretats ſei
zeine Vertrauensſache. Die Sozialdemokratie könne den
Wundesregierungen, die die Sozialdemokratie als den
finneren Feind bezeichnen, nicht das Vertrauen geben, daß
ſſie ihnen das Inſtrument zur Verteidigung des Landes
(anvertrauen. Redner wendet ſich ſcharf dagegen, daß
rman die Reſerveoffiziere die bei der Wahl für einen
fſozialdemokrätiſchen Kandidaten ſtimmten, entließ.
Dr. Caſſelmann (liberal) bedauert, daß der Erlaß
des früheren Kriegsminiſters v. Horn, daß
Reſerveoffi=
ziere nicht für Sozialdemokraten agitieren dürfen,
viel=
ffach Denunziationen von Offizieren zur Folge gehabt
habe. Wenn die Sozialdemokratie den Heeresetat
ab=
lehne, handele ſie allerdings ungeſetzlich. Nach den
war=
men patriotiſchen Worten v. Vollmars ſcheine die
Ab=
elehnung aber nur eine politiſche Demonſtration zu ſein,
die in dem Augenblick wegfalle, wo die Sozialdemokratie
die Mehrheit und die Verantwortung habe. Deutſchland
könne nicht abrüſten. Es wäre dies ein Niedergang des
koloſſalen wirtſchaftlichen Aufſchwunges. Die
Verhand=
lungen über den Militäretat ſeien um ſo bedeutender, als
im Auslande gewiſſe Kreiſe, beſonders jenſeits der
Vo=
geſen, glauben, der Reichsgedanke könnte ſüdlich des
Mains und des Taunus da und dort einen Stoß
bekom=
men, und Bayern ſei notgedrungen ein Glied des
Deut=
ſchen Reiches. Dieſes Märchen müſſe endgültig zerſtört
werden. Wir wollen dem Reich die Wehrmacht geben;
die es braucht, und feſthalten an dem Fundament unſerer
Heeresverfaſſung, auf dem das Deutſche Reich aufgebaut
iſt. — Abg. Gerſtenberger (Zentrum) meint.
Voll=
mar wollte in der bekannten Art als Reviſioniſt über die
Taktik der Sozialdemokratie hinwegtäuſchen und habe
dafür das Zentrum angegriffen. Wenn das Zentrum im
Reichstag den Militäretat abgelehnt habe, ſo ſei dies
lediglich geſchehen, weil es ſich nicht auf ſieben Jahre
bin=
den wollte. Das Zentrum werde mit allen Mitteln die
Beſeitigung des Duells aus dem Heer erſtreben.
Die Lage in der Türkei.
* Saloniki, 20. Aug., 9 Uhr abends. Haſſan
Bey bemühte ſich nochmals, die Arnautenführer
zur Räumung Ueskübs zu veranlaſſen, was teilweiſe
ge=
lang, doch blieben die Leute von Jeſa Boletinaz und
Riza Bey, ſowie Bairam Zor hier, deren Zahl über 15 000
betragen ſoll. Die Arnauten erfüllen die ganze Stadt. Sie
leiden bereits Mangel an Nahrungsmitteln und haben ſich
zu verſchiedenen Uebergriffen hinreißen laſſen, wodurch
ſich die Lage geſtern ſehr bedenklich geſtaltete. Die
frem=
den Konſuln ſind genötigt, bei den Behörden Einſpruch zu
erheben unf für die Fremden und ihre Angehörigen um
Schutz nachzuſuchen. Der Ausbruch von Unruhen wird
ſtünd=
lich befürchtet, weshalb die Banken geſchloſſen und ihre
Geld=
beſtände nach Saloniki in Sicherheit gebracht haben.
Ein=
heimiſche und Fremde verließen im Laufe des Tages die
Stadt in größerer Zahl. Die Stadt iſt von Truppen
be=
ſetzt. Falls dieſe ihre Pflicht erfüllen, iſt es unzweifelhaft,
daß die Arnauten in Schach gehalten werden können.
Inzwiſchen verkündeten die Arnautenführer durch
öffent=
liche Ausrufer, daß jedermann, der von den Arnauten
beläſtigt und beſtohlen worden ſei, den Führern Anzeige
erſtatten möge, worauf ſtrengſte Beſtrafung der
Schul=
digen erfolge. Die geängſtigte Bevölkerung läßt ſich
da=
durch jedoch nicht beruhigen. Wie verlautet, beabſichtigen
die Arnauten, auch die Befreiung Abdul Hamids
herbei=
zuführen. Von Ibrahim Paſcha wird berichtet, daß er
den Arnauten gegenüber ſehr feſt auftritt. Eine
Abord=
nung, welche, mit Mauſergewehren, bewafnet, in ſein
Zimmer kam, um mit ihm zu verhandeln, wies er zur Tür
hinaus. Er geſtattete den Eintritt erſt dann, als ſie die
Waffen abgelegt hatten.
H. B. Konſtantinopel, 21. Aug. Der Streit
mit Montenegro dürfte eine friedliche Löſung
fin=
den. Wie ein hieſiger Balkan=Diplomat verſichert, hat
Montenegro durch die Umzingelung von Berane nur
einen Druck auf die Türkei ausüben wollen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Flensburg, 21. Aug. Das Feuer im
Strand=
hotel zu Glücksburg wütete die ganze Nacht. Heute
früh 8 Uhr fing es nochmals an zu brennen. Das Feuer
vernichtete den Konzertſaal und die übrigen ſtehen
geblie=
benen Gebände. Unter den zehn Offizieren, die ſich
be=
ſonders an den Rettungsarbeiten beteiligten, befand ſich
Prinz Friedrich zu Holſtein=Sonderburg=Glücksburg.
* Dünkirchen, 20. Aug. Der Miniſter des
In=
nern Steeg begab ſich heute vormittag an Bord des
„Condé” und hatte dort eine lange Unterredung mit
dem Miniſterpräſidenten Poincaré. Als beide an
Land gingen, wurden ſie mit Salutſchüſſen und Hochrufen
der Menge begrüßt. Die Straßen zind beflaggt. Im
Rathaus fand ein Frühſtück zu 150 Gedecken ſtatt, dem
Poincaré beiwohnte.
* Konſtantinopel, 21. Aug. Der türkiſche
Thron=
folger Prinz Juſſuf Jzzedin iſt geſtern in
Begleitung des Senators Azarian über Conſtanza nach
der Schweiz abgereiſt. Wie es heißt, wird ſich der Prinz
inkognito drei Tage in Wien aufhalten. Die Reiſe ſoll
keine politiſche Bedeutung haben.
* Waſhington, 21. Aug. Die
Senatskommiſ=
ſion für den Panamakanal beſchloß mit acht
gegen ſechs Stimmen, über die von dem Präſidenten Taft
in der Sonderbotſchaft angeregte Reſolution nicht zu be=
rihten, Dei der Abſtimmung darüder wurde der
Mein=
ung Ausdruck gegeben, Taft werde kein Veto gegen die
Bill einlegen, wenn die Reſolution nicht durchgehe. Dieſe
Meinung beruht darauf, daß in der Sonderbotſchaft die
Bill nicht als eine Verletzung der Rechte anderer
Natio=
nen betrachtet wird.
H. B. Ingolſtadt, 21. Aug. Heute vormittag ½11 Uhr
erlitt die Familie des amerikaniſchen Botſchafters
Leiſh=
min bei Frei=Reichertshauſen in der Nähe von Ingolſtadt
einen Automobil=Unfall, wobei die zwei Töchten
des Botſchafters verletzt wurden Das Auto wurde völlig
zertrümmert.
H. B. Wien, 21. Aug. Das Gerücht, daß der
tür=
kiſche Thronfolger ſich zu den nichtamtlichen
Frie=
densbeſprechungen begibt, iſt unrichtig. Prinz Juſſuf
Izzedin wird ſich hier drei Tage inkognito aufhalten, um
einen Nervenarzt zu konſultieren. Dann begibt er ſich
nach St. Moritz.
— Bern, 21 Aug. Die vermißten Beamten der
ſchweizeriſchen Oberpoſtdirektion: Tobler und Iſcher,
ſind tot aufgefunden worden. Das Unglück geſchah in
der Nähe der Weißen Frau.
HB. Brüſſel, 21. Aug. Den Blättern zufolge iſt der
Ausbruch der Ausſtandsbewegung aller
So=
zialiſten, die beſonders in den walloniſchen
Provin=
zen einen großen Umfang angenommen hat, für Ende
November zu erwarten. Das genaue Datum iſt aber nicht
bekannt. Die Arbeiter befolgen überall mit großer
Pünkt=
lichkeit die Aufforderung ihrer Führer, Erſparniſſe zu
machen, um für den Ausſtand gerüſtet zu ſein. Die
Ar=
beiter verhalten ſich im allgemeinen ſehr ruhig und
be=
ſprechen ohne jede Aufregung den bevorſtehenden
Gene=
ralſtreik, den ſie als eine Art ſechswöchiger Ferien zu
betrachten ſcheinen. Von verſchiedenen Seiten iſt dieſer
Tage verſichert worden, der König habe interveniert, um
die Mitglieder der Regierung zu veranlaſſen, das
allge=
meine gleiche Stimmrecht einzuführen mit dem einen
Vorbehalt, daß der Familienvater eine zweite Stimme
erhalten ſoll. Eine ſolche Initiative des Königs iſt jedoch
zweifelhaft; doch iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß eine
Ver=
ſtändigung auf dieſer Grundlage im Bereich der
Möglich=
keit liegt.
H B. London, 21. Aug. Die Hinrichtung des
Generals Tſchang Tſinghu hat die
fortſchritt=
liche Partei in China in ſtarke Erregung verſetzt Man
be=
fürchtet einan neuen Bürgerkrieg. In Peking ſind
bereits Nachrichten über Kämpfe in Wutſchang eingelaufen.
Das Parlament hatte das Kabinett aufgefordert der
Dienstagsſitzung beizuwohnen. Statt deſſen jedoch ſandte
Juanſchikal einen langen Bericht, der verleſen wurde.
Tumultuariſche Szenen waren die Folge und es wurde
ein Beſchluß angenommen, der die Anweſenheit des
Kriegsminiſters während der Sitzung verlangte. Sollte
dieſer ſich weigern, ſo will die Volksvertretung ihre
Tätigkeit einſtellen, was ernſte Folgen nach ſich ziehen
könnte. Trotz der großen Feindſeligkeit, die ſich gegen
die Regierung bemerkbar macht, zeigt ſich dieſe wenig
be=
unruhigt. Sie hat jedoch alle Vorkehrungen für eine
ge=
waltſame Unterdrückung eventueller Unruhen getroffen.
Briefkaſten.
An der neu angelegten Anlage hinter dem
Großen Woog wachſen eben in unzählbaren Exemplaren
Schwämme, welche dem Geſchmack und Geruch nach
an Champignons erinnern. Kann mir jemand
Auf=
klärung geben, ob dieſelben eßbar ſind oder
M. V.
nicht?
Weter.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den
22. Auguſt: Vorübergehend aufheiternd, vereinzelt
Regen=
ſchauer, mäßig warm.
Geſundes Ausſehen, Kraft,
Energie wiedererlangt. Ich gebrauchte Bioſon zur
Stär=
kung u. Bluterneuerung bei hochgradiger Bleichſucht u.
Appetitloſigkeit. Von Beginn des Bioſontrinkens an kam bei
mir nach u. nach die geſunde rote Farbe wieder zum
Vor=
ſchein, mein Appetit wurde wieder ein regelmäßiger u. jetzt
habe ich mein früheres geſundes Ausſehen, meine frühere
Kraft u. Energie wiedererlangt. Wattenſcheid, 15. Jan. 1912.
Frl. Victoria Ratajczak. Unterſchr. begl.: Engels,
Königl. Notar. Bioſon, hergeſtellt unter Benutzung des
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Die Ausſtellung int ununterbrochen von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends geöffnet,
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ſchied unerwartet mein geliebter Mann, unſer
lieber, teurer Vater und Schwiegervater
Herr
Wilhelm Stephan
Kaufmann.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt (Mathildenplatz 10), Heidelberg,
Köln, Görlitz, den 21. Auguſt 1912. (17679
Die Einäſcherung findet in Mainz in aller
Stille ſtatt.
Blumenſpenden dankend verbeten.
Danksaqung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden
meiner unvergesslichen Schwester und lieben Tante
Frau Rechnungsrat Johanna Petri
geb. Steuernagel
sage ich Allen tiefgefühlten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Ludwig Steuernagel.
Darmstadt, Leipzig, 21. Augnst.
(17666
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es
ge=
fallen, unſere herzensgute, unvergeßliche
Mutter, Schwiegermutter u. Großmutter
Frau
Elisabeth Rühl Witwe
geb. Rodenhauser
heute mittag 4 Uhr nach kurzem
Kranken=
lager zu ſich abzurufen.
(17551
Darmſtadt, den 20. Auguſt 1912.
Nieder=Ramſtädterſtr. 35.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Kunze, geb. Rühl,
Leopold Kunze,
Cilky Kunze.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den
22. Auguſt, nachmittags 5½ Uhr, vom
Portale des Friedhöfes aus, ſtatt.
Tageskalender.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Ausſtellung des Deutſchen Holzarbeiter=Verbandes
Grafenſtraße 30.
Bibliſcher Vortrag um 8½ Uhr im Zelt an der
Lindenhofſtraße.
Dankſagung.
Darmſtadt,
Schotten,
am 20. Auguſt 1912.
Familie Theodor u. Heinrich Dilling.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23.)
Kaiſer Wilhelm in der Kolonie Altenhof aus Anlaß
der Jahrhundertfeier der Kruppſchen Werke; Porträts
vom Tage; Kaiſer Wilhelm auf der Unglücksſtätte des
Grubenunglücks auf der Zeche Lothringen; die Anges
hörigen der Verunglückten vor dem Zechengebäude;
Beſtattung der Todesopfer.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 23. Auguſt.
Obſt= und Grummetgras=Verſteigerung um
3 Uhr (Zuſammenkunft am Wieſenwärterhaus,
Weiter=
ſtädterſtraße).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurk
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die „Redaktion des Tagblatts” zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind
beizu=
fügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Un=
verlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
Kurſe vom 21. Auguſt 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,50
79,80
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
89,50
3½ do. Conſols
79,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100, 10
93,30
do.
3½
84,50
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,00
88,00
do.
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe
4 do. do. (unk. 1918) 100,30
88,00
do.
3½
77,50
do.
3
3 Sächſiſche Rente . . . . 80,10
4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,00
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,00
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 90,50
4 do. Goldrente . . . 95,80
4 do. einheitl. Rente . 87,50
3 Portug. unif. Serie I 64,30
3 do. unif. Ser. III 67,70
3 do. Spezial .
. 9,70
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 91,60
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,40
4 do. v. 1602 .
. 90,90
4½ do. v. 1905 .
. 100,50
3½ Schweden
4 Serdier amort. v. 1895 85,20
4 Törk. Admin. v. 1993 82,00
4 Türk. nnifiz. v. 1903 91,00
4 Ungar. Goldreute . . . 90,40
de. tr. . . 6,30.
f.
InProz.
5 Argentinier
.100,70
4
do.
86,20
41 Chile Gold=Anleihe . 91,80
5 Chineſ. Staatsanleihe.
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . . 94,70
5 Innere Mexikaner . . . 95,20
do.
59,00
3
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 71½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 149,20
5 Nordd. Lloyd . . . . . 123,10
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 115,75
8 Baltimore und Ohio . 108½
6½ Schantungbahn . . . 134,75
6‟ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19½
6 Pennſylvania R. R. . 123,00
etzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger . . 75,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
. 539,50
Fabrik .
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
.. 258,00
39 Farbwerke Höchſt . . 655,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 354,25
10 Cement Heidelberg . . 152,20
30 Chem. Werke Albert 478,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtonz . . . . . . . 323,75
4 Sahmege:. . . . . . .12700
Zupro.
Eente
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 159,30
12 Siemens & Halske . 240,00
5 Bergmann Electr. . . 135,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 169,90
0 Gummi Peter . . . . 120,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 122,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 558,10
10 Maſchinenf. Badenia 181,00
6 Wittener Stahlröhren 223,00
8 Steana Romana Petr. 158,00
15 Zellſtoff Waldhof . . 243,50
12½ Bad. Zucker=Wag=
. . . 227,00
häuſel.
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,00
3 Südd. Immobilien . 63,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 191,50
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 238,25
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 179,50
10 Gelſenkirchener . . . . 199,40
.198,70
8 Harpener . .
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 270,70
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro.
. 82,20
4 Laurahütte . . . . . . 178,75
10 Kaliwerke Aſchersleben 169,50
Weſteregeln 211,50
1
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 93,50
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,10
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,70
5 Oeſterr. Staatsbahn . 103,20
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,50
79.50
do.
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,60
77,10
2
do.
9.
Zußro.
2¾/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,25
3 Raab=Oedenburg
77,60
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,10
4 Ruſſ. Südweſt. .
88,20
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,90
87,80
do.
88,30
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow . . . . 87,90
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 77,40
do.
2¼/10 Livorneſer . . . . . 69,40
3 Salonique=Monaſtir . 63,30
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,60
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 97,00
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,70
4 Northern=Paciſic . . . 99,00
4 Southern=Pacific . . . 95,00
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,10
5 Tehuantepec . . . . . . 98,20
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,50
7 Bergiſch=Märkiſche
Bahn .
..149,80
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 168,00
6½ Darmſtädter Bank . 121,30
12½ Deutſche Bank . . . 254,30
6 Deutſche Vereinsbank . 123,40
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Benk . . . . . 117,10
10 Diekonto=Kommandit 187½
8½ Dresdener Bank . . 154,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 136,25
6½ Mitteld. Kreditbank 118,40
7 Nationalb. für Deutſchl. 123,00
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . 134,60
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,00
½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,00
7½ Wiener Bankverein .
Pfandbriefe.
Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 37 . . . 33.00
Zupen,
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
do.
3½
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
. 99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—
89,00
S. 3—5
. 88,80
S. 9—11
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,10
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,50
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do.
3½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . .
-
3½ do.
89,40
4 Frankfurt.
.100,00
3½ do.
95,20
4 Gießen .
½ do.
91,00
4 Heidelberg
98,20
31
do.
4 Karlsruhe
99,00
3½ do.
88,10
4 Magdeburg
99,10
3½ do.
4 Mainz
99,00
do.
90,00
4 Mannheim
. 99,20
3½ do.
89,00
4 München
.100,50
3½ Nauheim
4 Nürnberg
. 100,00
do.
88,00
4 Offenbach
-
InProt
Bf.
3½ Offenbach
7100,50
4 Wiesbaden .
94,30
3½ do.
4 Worms
98,20
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888 „ 80,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 109
3½ Cöln=Mindner , 100 134,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 108,70
3 Madrider . . Fs. 100
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,50.
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,20
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 —
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
fl. 7 34,10
Augsburger.
Braunſchweiger Tlr. 20 197,50
Fs. 15 —
Freiburger .
Fs. 45 —
Mailänder
Fs. 10 —
do.
fl. 7 35,40
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 519,00
do. v. 1858 fl. 100
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197.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Seite 7.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Nummer 197.
Wie Napoleon in Rußland reiſte.
C) Ehe Napoleon ſeinen Zug nach Rußland antrat,
war in St. Cloud ein genaues Reglement ausgearbeitet,
das alle Einzelheiten der Reiſe des Feldherrn beſtimmte.
Denn im Gegenſatz zu den früheren Feldzügen war für
Rußland das Gefolge Napoleons größer bemeſſen, und
man hatte auch Sorge getragen, dem gefürchteten Herrſcher
während ſeines Zuges durch das unwirtliche Land des
Feindes alle Bequemlichkeiten zu verſchaffen, die unter den
Verhältniſſen nötig waren. Girolamo Cappello, der in
der Perſeveranza der Reiſeausrüſtung und der Reiſeweiſe
Napoleons eine eingehende Studie widmet, weiſt darauf
hin, daß allein das Gefolge Napoleons in zehn Rotten
eingeteilt war, von denen jede 13 Reitpferde umfaßte. Es
wurden für den Kaiſer zum perſönlichen Gebrauch nicht
weniger als 26 Pferde mitgenommen, die nur während der
Schlacht beſtiegen werden ſollten; für den Marſch ſtanden
dem Herrſcher 13 Pferde zur Verfügung. Ueber einen
ebenſo großen Trupp verfügte der Oberſtallmeiſter. Dazu
kamen die Pferde für die dienſttuenden Stallmeiſter, für
die Pagen vom Dienſt, für Ruſtan, den berühmten
Mame=
lucken, Pferde für die Aerzte, die berittenen Kammerdiener
die Führer und die dienſttuenden Pikeure. Alle Pferde,
die dem Kaiſer zur Benutzung zur Verfügung ſtanden,
mußten ſtets mit einem paar geladener Piſtolen
ausge=
rüſtet ſein; dem Mamelucken fiel die Aufgabe zu, die
Pi=
ſtolen beim Antritt des Rittes zu laden und beim
Ab=
ſatteln wieder zu entladen. Bei den Ritten Napoleons
fiel es ſtets dem begleitenden Pagen zu, an einem Riemen
um den Hals das Fernrohr des Kaiſers zu tragen; in
ſeinen Satteltaſchen mußte der Page ſtets ein
Taſchen=
tuch, ein Paar Handſchuhe und Schreibzeug für den Kaiſer
mitführen, Papier, Feder, Tinte, Bleiſtifte, Zirkel und
Siegellack. Der begleitende Arzt war ſtreng angehalten,
ſeine Operationswerkzeuge ſtets bei ſich zu haben, um im
Falle einer Verwundung ohne Zeitverluſt die erſte Hilfe
leiſten zu können. Der Mameluck dagegen hatte die Pflicht,
den Mantel des Kaiſers und eine Erſatzuniform
mitzufüh=
ren und außerdem eine ſtets gefüllte Flaſche Aquavita.
Auch den Reitknechten war die Ausrüſtung bis in die
ge=
ringſten Einzelheiten vorgeſchrieben, ſie durften keinen Ritt
antreten, ohne gewiſſe Vorräte an Salz, Waſſer, Madeira
und beſtimmte chirurgiſche Inſtrumente mitzuführen.
Da=
bei reiſte der Kaiſer faſt ſtets im Wagen; man weiß, daß
er bereits damals im Sattel häufig von Schmerzen
über=
fallen wurde den erſten Vorboten jenes Krebsleidens, dem
er ſpäter erliegen ſollte. Das Gefolge beſtand aus einer
ganzen Schar von Generälen, Ordonnanzoffizieren und
dienſttuenden Adjutanten; wenn das kaiſerliche Feldlager
aufgeſchlagen war, zählte man acht große Zelte, zunächſt
das Kaiſerzelt, dann das Zelt der hohen Offiziere, ein
Zelt für die Adjutanten, ein weiteres für die
Ordonnanz=
offiziere und vier Zelte für das ſubalterne Gefolge und
die Bedienung. Das kaiſerliche Zelt war wirklich ein
kleines Haus; es umfaßte ein Vorzimmer, einen Salon,
ein Schlafzimmer und ein Toilettekabinett. Während der
Nacht ſchlief im Salon ſtets ein Adjutant und im
Vor=
zimmer Ordonnanzoffiziere und Pagen.
Die ſpartaniſche Anſpruchsloſigkeit Napoleons, die oft
ervorgehoben wird, trat während des ruſſiſchen
Feld=
zuges in den Hintergrund: ſein Kriegszelt war ſehr
ele=
gant ausgeſtattet, es fehlte nicht an koſtbaren Tapeten,
Wandbekleidungen und prachtvollen Möbeln. Ein großes
Büfett, das ſtets mit Speiſen, Likören und Weinen reich
verſehen war, ſtand Napoleon ſtets zur Verfügung und
in der Küche mußte zu allen Zeiten ein Fleiſchtopf auf
dem Feuer gehalten werden, damit dem Kaiſer zu jeder
Tageszeit eine heiße Bouillon auf der Stelle ſerviert
werden konnte. Während der Kämpfe ließ ſich Napoleon
ſtets nur von dem unabweisbaren notwendigen Gefolge
begleiten: alſo von Offizieren, die über die topographiſchen
Verhältniſſe ihres Geländes informiert waren. Der
aus=
gezeichnet organiſierte Hofdienſt und das Gefolge wurde
erſt nach dem denkwürdigen Tage von Malo=Jaroslaw
aufgelöſt und zerſprengt. Von wenigen Getreuen begleitet
marſchierte Napoleon damals zu Fuß durch die
Schnee=
wüſten weiter, und damals bildete ſich auch jene „heilige
Schar” die dem Kaiſer bis zum Tode ergeben war. Erſt
in Smorgoni, an einem bitterkalten Dezembertage, trennte
ſich Napoleon von dieſer kleinen Schar leichenähnlicher
Ge=
ſpenſter, die ſich nur noch mühſam weiterſchleppten: nur
vom Herzog von Vicenza begleitet, beſtieg er einen
Schlit=
ten, um der Heimat zuzuſtürmen und neue Armeen aus
der Erde zu ſtampfen.
Sport.
* Pferdeſport. Der St. Stephans=Preis, die
mit 78000 Kronen ausgeſtattete Hauptkonkurrenz des
Meetings zu Peſt, kam am Dienstag zum Austrag. Das
über 1800 Meter führende Rennen ſah 13 Pferde am Start
und endete mit einer Ueberraſchung. Herrn A. Drehers
Giergl (Schuſter) gewann leicht mit anderthalb Längen
gegen den favoriſierten Bartek (Korb) des Fürſten
Lubo=
mirski. Um die gleiche Diſtanz zurück endete Herrn von
Pechys Nandor (Saß) als Dritter. Tot. 93:10.
* Lawn=Tennis=Meiſterſchaften von Deutſchland. Die
Damen=Einzelmeiſterſchaft von Deutſchland gewann Frl.
Köring=Dresden mit 6—2 6—2 6—2 gegen Frau Lemm:
das Herren=Doppelſpiel Traſenſter=Heyden 6—1 6—3 6—3
gegen v. Müller=Schomburgk. Die Herren=Meiſterſchaft
von Hamburg im Herren=Einzelſpiel fiel an O. v. Müller,
der gegen Traſenſter mit 5—7 3—1 zurückgezogen gewann.
Vermiſchtes.
C.K. Das Examen der Verkäuferin. Den
Ameri=
kanern, deren kaufmänniſcher und organiſatoriſcher
Phan=
taſie die alte Welt bereits ſo manche fruchtbare
Anreg=
ung und ſo manches wertvolles Vorbild verdankt, bleibt
auch das Verdienſt, die Arbeit des Verkaufens mit
ziel=
bewußtem Willen zu einer Kunſt zu erheben: in einem
der größten New=Yorker Geſchäfte iſt jetzt eine regel=
rechte Prüfung der Verkäuferinnen eingeführt worden,
Man will mit dieſem Examen Elemente, deren Begabung.
nicht auf dieſem Felde liegt, ausſchalten, getreu dem
höchſten Geſetze praktiſcher amerikaniſcher
Wirtſchafts=
politik, das da lautet: Jeder arbeite nur auf dem
Ge=
biete, zu dem ſeine Perſönlichkeit und ſeine Begabung
ihn drängt, denn nur dann wird jeder Wertvolles leiſten,
Die Verkäuferin muß, wenn ſie wirklich etwas leiſten
will, nicht nur über ein ſympathiſches Aeußere und über
eine einfache und geſchmackvolle Garderobe verfügen: ſie
muß auch Talent haben, muß Initiative beſitzen,
Menſchenkenntnis, praktiſchen Blick und die Fähigkeit,
die Arbeit, die ſie nun einmal übernommen hat, als eine
Aufgabe zu empfinden, die Phantaſie erfordert, aber auch
befriedigen kann. Die Verkäuferin, die ſich mechaniſch
ſklaviſch und gedankenlos darauf beſchränkt, dem
Kun=
den mit der Gebärde ſouveräner Gleichgültigkeit die
ge=
wünſchten Waren zur Auswahl vorzulegen, iſt keine
Be=
gabung, ja nicht einmal eine Arbeitskraft, die ihren Zweck
erfüllt. Die Aufgabe der Verkäuferin heißt verkaufen;
und verkaufen iſt kein mechaniſches Handwerk, das
nötigenfalls auch von gedankenloſen Automaten erfüllt
werden könnte, ſondern eine Aufgabe, die die Hingabe
einer Perſönlichkeit erfordert. Die jungen Damen, die
ſich in New=York in jenem großen Geſchäftshauſe um
die Stellung einer Verkäuferin bewerben, werden jetzt
nicht mehr nach dem Geſichtspunkte ihres äußeren
Auf=
tretens engagiert: ſie müſſen eine regelrechte
Prüfung=
ablegen. Aber keine Prüfung in Kenntniſſen; dem
Ame=
rikaner iſt jede Theorie nur ein an ſich zweckloſes Mittel
zur Erreichung eines Zieles. Die Prüfung der New=
Yorker Verkäuferin iſt eine rein praktiſche; ſie wird ohne
weiteres in einen Verkaufsſtand geſtellt, und nun wird
beobachtet, wie ſie ſich in dieſem ihr einſtweilen noch
fremden Gebiete zurechtfindet. Die Art, wie ſie ſich über
den Lagerbeſtand informiert, die ganze Weiſe, in der ſie
ſich, zunächſt ohne jede Hilfe, in das neue Arbeitsfeld
ein=
findet, gilt ſchon als erſtes Kriterium, nachdem ſich
zweifelsfrei entſcheiden läßt, ob man es mit einer
Per=
ſönlichkeit zu tun hat, die ſich nicht von den Verhältniſſen
beherrſchen läßt, ſondern Verhältniſſe zu benutzen
ver=
ſteht: kurz, die in allen Konſtellationen inſtinktiv
ge=
ſchäftliche Möglichkeiten ſucht und zu finden weiß. Die
Hauptprüfung aber iſt dann das Verkaufen ſelbſt. Hier
zeigt eine kurze, unauffällige Beobachtung ſofort, ob die
junge Dame ein Automat oder eine wirkliche praktiſche
Geſchäftsfrau iſt: eine Künſtlerin des Verkaufens. Denn
alles kommt darauf an, aus dem ganzen Weſen des
Kunden, aus ſeinem Auftreten, ſeiner Sprache, ſeinen
Gebärden, ſeiner Kleidung und aus ſeinen oft unklar
und ſchlecht formulierten Wünſchen herauszufühlen, was
er begehrt, was er ſich vorſtellt, was ſein Beſchmack iſt.
Die ganze Prüfung währt kaum zwei Stunden, aber ſie
genügt vollkommen, um die Talente von den Automaten
zu ſcheiden. Am intereſſanteſten aber iſt die Feſtſtellung,
daß in den einzelnen Abteilungen, in denen nur auf
die=
ſem Wege geprüfte Verkäuferinnen walten, bereits nach
kurzer Zeit eine Umſatzſteigerung fühlbar wurde: und
vor allem die Menge der gegen Schluß der Saiſon ſich
zuſammenhäufenden Ladenhüter, die nur noch „
ausver=
kauft” werden können, war geringer wie je=
der Mandelmilch-Pflanzenbutter
(vegetabile Margarine)
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Nummer 197.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In polizei=
icher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ſſ den ſich: 2 Pinſcher. 1 deutſcher Schäferhund, 2 Spitzhunde (
zu=
gaufen). Die Hunde können von den Eigentümern bei dem
Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die Verſteigerung der nicht aus=
Cöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werktag, vormittags um
0 Uhr, ſtatt.
(17553
Die Feier des Ludwigsfeſtes in der
Knaben=Arbeits=Anſtalt
in det Samstag, den 24. Auguſt, nachmittags 3 Uhr, ſtatt.
Die Eltern und Lehrer der Kinder, die die Anſtalt beſuchen,
orvie alle Freunde der Anſtalt werden hierzu freundlichſt eingeladen.
Zur Unterhaltung der an dem Feſte Teilnehmenden wird, wie
n den früheren Jahren, eine Verloſung ſtattfinden. Jedes Los
ſge winnt einen Blumenſtock.
Loſe zu 20 Pfg. ſind von jetzt ab bis zum 23. d. Mts. ein=
6 ließlich im Stadthaus, Zimmer Nr. 39, zu erhalten. Am Tage des
Feſtes werden die Loſe nur in der Knaben=Arbeits=Anſtalt verabfolgt.
Damit die dem Feſte Beiwohnenden den Spielen der Knaben
ngeſtört zuſehen können, wird für beſondere Sitzplätze geſorgt werden.
Getränke, Kuchen und andere Speiſen ſind, wie in früheren
jahren, erhältlich.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1912.
(17343od
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Oktroi fur Wein.
Der in der Stadt=Gemarkung hergeſtellte Wein und Obſtwein
untterliegt der Oktroi=Abgabe.
Wer Wein und Obſtwein herſtellt, hat dies vor Beginn der
Feelterung der Oktroiverwaltung ſchriftlich oder mündlich anzuzeigen
iter gleichzeitiger Angabe, an welchen Tagen die Kelterung
be=
gonnen und beendet werden ſoll. Ueber die Anzeige wird eine
Be=
ſcheinigung erteilt, die im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit
der Aufſicht beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen iſt.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem
zu jeder Zeit bereitwillig zu geſtatten iſt, die Menge des bereiteten
Moſtes, ſowohl im Kelterhaus als im Keller, feſtzuſtellen. Vor dieſer
Feſtſtellung darf von dem gewonnenen Moſt nichts verbraucht oder
entfernt werden.
Nach beendigter Kelterung wird der Oktroi von dem
herge=
ſtellten Moſt nach den Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben.
wierbei werden von der durch die Aufnahme ermittelten
Geſamt=
renge 5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind
die Weingroßhändler, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom
35. November 1903, betreffend den Oktroitarif, vorgeſehene
Erleichte=
ring für den Weinhandel zugeſtanden iſt. Sie haben nach
An=
litung der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter zu führen, in
kaas die Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft
ein=
zuſchreiben iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen
eigen=
tändig unterſchriebenen Auszug aus dieſem Regiſter der Verwaltung
zuzuſtellen. Er dient als Grundlage für die Berechnung und Erhebung
des Oktrois.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben
vor=
geſchriebenen Kelterregiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden
fitweder nach § 15 des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als
winterziehung beſtraft oder, falls der Betrag des hinterzogenen
Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit Ordnungsſtrafen von 2 Mk.
tüs 30 Mk. geahndet.
(17378a
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter.
I. V.: Ekert.
„Angeſtelltenverſicherung”.
Für die in der nachſtehenden Bekanntmachung des Großh.
Rreisamtes unter b genannten Verſicherten werden die Aufnahme=
und Verſicherungskarten im ſtädtiſchen Bureau Waldſtraße 6,
Zimmer Nr. I vorm. 8 bis 12 Uhr und nachm. 3 bis 5 Uhr
aus=
g.egeben.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1912.
(17025a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Wir machen wiederholt auf das vorausſichtlich am 1. Januar
1913 in Kraft tretende Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte (
Reichs=
geſetzblatt von 1911 S. 989) aufmerkſam und verweiſen auf unſere
Bekanntmachung vom 5. Juni 1912 (Amtsverkündigungsblatt Nr. 69)
Ziffer 8 Abſ. 4.
Hiernach hat der zu Verſichernde die Abgabe einer Aufnahme=
und Verſicherungskarte bei der für ihn zuſtändigen Ausgabeſtelle zu
veantragen und die Aufnahmekarte ſelbſt auszufüllen.
Durch Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern vom
1.1. Juli 1912 ſind als Ausgabeſtellen beſtimmt:
a) für Verſicherte, die nach dem Vierten Buch der
Reichs=
verſicherungsordnung verſichert ſind, diejenigen Stellen,
die für die Ausſtellung der Quittungskarten zuſtändig
ſind (die zur Zeit noch beſtehenden
Gemeindekranken=
verſicherungen, Orts=, Betriebs= und Innungskrankenkaſſen),
b) für alle übrigen Verſicherten die Großh.
Bürger=
meiſtereien.
Wir fordern alle in Betracht kommenden Verſicherungspflichtige
auf, bei der für ſie zuſtändigen Ausgabeſtelle eine Aufnahmekarte,
der eine kurze Belehrung über die Ausfüllung der Aufnahme= und
Verſicherungskarte beigefügt werden wird, abzuholen und nach deren
Ausfüllung zum Zweck der Ausſtellung einer Verſicherungskarte der
Ausgabeſtelle wieder zurückzugeben.
Es empfiehlt ſich für die Verſicherten, ſich alsbald
Verſicherungs=
karten zu beſorgen, da zu den im Monat Oktober ſtattfindenden
Wahlen der Vertrauensmänner der Angeſtelltenverſicherung nur ſolche
Verſicherte zugelaſſen werden, die im Beſitz einer Verſicherungskarte ſind.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Michel.
Obſt- und Grummetgras-Verſteigerung.
Freitag, den 23. d. Mts,, nachmittags 3 Uhr, wird die
Zwetſchen= und Birnenernte von den Bäumen auf der Pallaswieſe
und hieran anſchließend das Grummetgras an Ort und Stelle
öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Die Beſichtigung der Obſtbäume hat vormittags oder kurz
wor der Verſteigerung ſtattzufinden. Es iſt ſich dieſerhalb an den
Wieſenwärter Hirſch daſelbſt zu wenden.
Zuſammenkunft am Wieſenwärterhaus, Weiterſtädterſtraße.
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Darmſtadt, den 19. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
I. V.: Jäger.
Ein noch in Betrieb befindlicher
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DahrSeuht
mit Ladefläche 110X97 cm und ca. 200 kg
Trag=
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Kanalbau.
Die Ausführung eines
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zeugrohrkanals in der
Kiesberg=
ſtraße ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
Tiefbau=
amte, Zimmer Nr. 7, zur Einſicht
offen. Auch werden dort die
An=
gebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, 24. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
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reichen.
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Darmſtadt, 20. Auguſt 1912.
Tiefbauamt.
Keller.
Die Ausführung
von 290 qm Zementſtrichfußſteig
am Schloßgraben längs des Markt=
und Schillerplatzes ſoll verdungen
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem
unter=
zeichneten Amte, Zimmer Nr. 7,
zur Einſicht offen. Auch werden
dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Dienstag, 27. Auguſt l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(17558df
Darmſtadt, 21. Auguſt 1912.
Tiefbauamt.
Bekanntmachung.
Dienstag, 27. Auguſt 1912,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Jakob Weicker
Ehe=
leuten zu Darmſtadt, in der
Ge=
markung Beſſungen gelegenen
Lie=
genſchaften:
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IV 52¾10 1306 Acker im
Soder,
IV 285/100 393 Werkſtätte m.
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in unſerem Geſchäftszimmer,
Witt=
mannſtraße 1, zwangsweiſe
ver=
ſteigert werden.
Die Genehmigung der
Verſteige=
rung wird auch dann erfolgen, falls
ein der Schätzung entſprechendes
Gebot nicht eingelegt wird und
andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 13. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
Frantz. (V16570
Bekanntmachung.
Dienstag, 27. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Steinmetzmeiſter Jakob
Weicker Eheleuten dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 949//10 304//10 Hofreite Nied.=
Ramſtädter=
ſtraße Nr. 50,
in unſerem Bureau zwangsweiſe
verſteigert werden. (K142/11
Falls andere rechtliche
Hinder=
niſſe nichtentgegenſtehen, kann
Ge=
nehmigung der Verſteigerung auch
dann erfolgen, wenn das eingelegte
Meiſtgebot die Schätzung nicht
er=
reicht.
Darmſtadt, den 12. Juli 1912.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (V16569
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über
das Vermögen des Gottlob
Schöllkopf zu Darmſtadt iſt infolge
eines von dem Gemeinſchuldner
gemachten Vorſchlags zu einem
Zwangsvergleiche Vergleichstermin
auf
Dienstag, 17. September 1912,
vormittags 11 Uhr,
vor dem Großherzoglichen
Amts=
gericht I in Darmſtadt, Zimmer
Nr. 209, anberaumt. (17671
Der Vergleichsvorſchlag iſt auf
der Gerichtsſchreiberei des
Kon=
kursgerichts zur Einſicht der
Be=
teiligten niedergelegt.
Darmſtadt, 19. Auguſt 1912.
Der Gerichtsſchreiber des
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Dünger=Verkauf.
Samstag, den 24. Auguſt,
von 9" Uhr vormittags ab,
wird auf dem vorderen Hofe der
alten Kavallerie=Kaſerne in
Darm=
ſtadt die Matratzenſtreu von einer
Eskadron öffentlich meiſtbietend
(17536df
verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
Nr. 23.
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Zieh. 11. u. 12. Sept. 1912.
Alsfelder Geldlotterie, Los 1 Mk.
Zieh. 11. u. 12. Sept. 1912.
Heidelberger Lotterie, Los 1 Mk.
Zieh. 14. Sept. 1912. (17544a
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Bekannte Tatſache iſt, daß Brucheinklemmungen oft tötlichen
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band anzuſchaffen, wozu ſich meine Erfindung eines Bruchbandes
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mit Recht als Spezialität erſten Ranges und als wahre Wohltat für
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
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Der gerade Weg.
Roman von Julia Jobſt.
(Nachdruck verboten.)
45.
Hans fürchtete ſich ein wenig davor, allein die Reiſe
mit einem Kinde zu machen, aber es ging über alles
Er=
warten gut, und binnen kurzer Zeit war er dem Zauber des
liebenswürdigen Knaben ebenſo verfallen wie die anderen.
Er verſpottete ſich ſelbſt, aber er vermochte es nicht zu
leugnen, daß er ſeines Bruders törichte Handlungsweiſe
mit anderen) Augen zu betrachten begann, ſo wie die
Suſannes.
In Berlin wurden ſie von Friedrich Wilhelm
emp=
fangen, der an demſelben Tage ſeine Dienſtleiſtung
be=
endet hatte und von Hans telegraphiſch von ſeiner Ankunft
verſtändigt worden war.
Junge — mein Goldjunge, wo kommſt Du denn auf
einmal her? rief der überraſchte Vater und ſah voller
Unruhe umher, ob Anna nicht irgendwie auftauchen
würde.
Anna iſt noch in Helgoland zurückgeblieben, erklärte
Hans, da nahm ich den Kleinen auf meine eigene
Verant=
wortung ſchon heim. Aber er iſt müde. Wohnſt Du in
einem Hotel?
Nein, doch iſt in meiner Penſion das Zimmer neben
dem meinigen gerade heute frei geworden.
Gut, ſo ſteigen wir dort ab.
Friedrich Wilhelm fragte nichts, er wartete ruhig ab,
bis der Bruder ſprechen würde. Daß er in Altenwerder
geweſen war, hatte er durch einen Brief des Kammerherrn
erfahren, auch, daß er in einer diplomatiſchen
Angelegen=
heit hatte verreiſen müſſen.
Nun ſchlief der Kleine in Vaterchens Bett, und die
Brüder ſaßen plaudernd im Nebenzimmer zuſammen.
Ernihie, diu ſchſt daß ig ich der Angedild aun
zu laſſen weiß.
Und Hans berichtete. Er war zum Diplomat geboren.
Ganz allmählich erfuhr der Bruder das Geſchehene.
Zu=
letzt reichte er ihm das Dokument, das er, im
entſcheiden=
den Augenblick Anna abgerungen hatte und ſetzte etwas
zaghaft hinzu: „Ich habe mich der Wronka für eine
Ent=
ſchädigungsſumme von zweimal hunderttauſend Mark
verbürgen müſſen, ſonſt hätte ſie nicht unterſchrieben. Der
Knabe gehört Euch, ſie hat aller Rechte entſagt.
Friedrich Wilhelm ließ die Höhe der Summe völlig
gleichgültig, was Hans voller Freude bei ſich konſtatierte.
Stumm ſaß er da und ſtarrte vor ſich hin, als könne er das
Gehörte nicht faſſen, dann aber ſprang er auf: „Frei! —
Herr Gott im Himmel, ich danke Dir.
Hans wurden die Augen feucht, es duldete ihn nicht
mehr auf ſeinem Platz. Er umſchlang Friedrich Wilhelm
und fragte zärtlich: Habe ich meine Sache gut gemacht?
Du zürnſt mir nicht, daß ich in Deinem Namen ſo
eigen=
mächtig gehandelt habe?
Ich kann es Dir nie danken, was Du für mich getan
haſt. Aber wie biſt Du nur auf den Gedanken gekommen?
Als ich Deiner Suſanne in die ſchönen ſtolzen Augen
geſehen hatte.
Meiner Suſanne! Friedrich Wilhelm weinte plötzlich
laut.
Hans ſagte kein weiteres Wort, ſondern führte ihn in
ſein Zimmer und ſchloß die Tür hinter ihm zu. Mit ſeinem
Knaben allein, würde er am erſten ſein Gleichgewicht
wiederfinden. Was geſagt werden mußte, war geſagt. —
Am anderen Morgen beſchloſſen die Brüder zum Jubel
des Knaben, die Fahrt nach Altenwerder mit einem Auto
anzutreten. — Sie wollten und mußten überraſchen.
Friedrich Wilhelm wußte wohl warum. Es galt, die
Ab=
reiſe Suſannes zu verhindern, die ſofort erfolgt wäre, wenn
ſe denr ſehnen onner erſthe Aber gernhe des mi
ihm ein Beweis, daß ſie noch nicht vergeſſen hatte.
Früh morgens waren ſie aufgebrochen und bei guter
Fahrt ſchon um acht Uhr am Ziel, wozu das Häuschen
von Andreas auserſehen war. Von dort konnten ſie, wenn
ihnen das Glück günſtig war, das Schloß ungeſehen
er=
reichen.
Andreas war zu Hauſe und nahm das Gepäck bei ſich
auf, er freute ſich ſichtlich, daß ſein kleiner Junker wieder
zu Hauſe war. Dann ſchritten die Brüder mit dem Knaben
durch den Park.
Da war’s, ſagte Hans und deutete zu den
Buchen=
hecken hin.
Ja, Hans, eine wunderbare Fügung, die Suſanne
dorthin führen mußte.
Fügung! Andreas hat dabei ein wenig die
Vor=
ſehung geſpielt, er iſt im Grunde derjenige, der die Sache
ins Rollen brachte.
Schweigend gingen ſie weiter und bogen in die
Waſſer=
allee ein.
Suſanne! rief Hans und deutete nach vorn. Da geht
ſie ihren geraden Weg. Ich werde den Kleinen mit mit
nehmen, damit Ihr Euch ungeſtört ausſprechen könnt.
Nein, nein!
Hans blickte den Bruder an, der leichenblaß geworden
war. Fürchteſt Du Dich vor der Entſcheidung?
Hans, ich kann all das Häßliche nicht mit ihr
beſpre=
chen, es würde wie ein Mehlrau auf das kommende Glück
fallen. Und erfahren muß ſie alles.
Du haſt recht. Weißt Du was, Du gehſt mit Wilhelm
zum Turm und übergibſt ihn der Dörthe, Du aber gehſt
in Suſannes Reich und erwarteſt ſie dort. Ich führe die
Ahnungsloſe Dir zu, Du ſollſt nicht lange zu warten habeng
Friedrich Wilhelm nickte, ſprechen konnte er nicht.
Er=
nahm des Kleinen Hand, der ſchon die Tante erſpäht hattg
Nummer 197.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Seite 13.
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und zu ihr hinlaufen wollte. Komm, wir gehen zum
Groß=
vater. Sie verſchwanden in einem Nebenweg, während
Hans mit großen Schritten das junge Mädchen zu
er=
reichen ſuchte.
Da wäre ich wieder, Suſanne.
Sie wandte ſich ihm in jäher Ueberraſchung zu: Du
biſt wieder da, Hans, wie mich das freut.
Mich auch, da Dein Auftrag erledigt iſt.
Mein Auftrag?
Ja, ich ſollte doch in Wyk ein wenig inſpizieren.
Ach, rief Suſanne erfreut, das haſt Du wirklich getan?
Und ich ſehe es Dir an, Du haſt alles nach Wunſch
ge=
funden.
Gewiß, Suſanne, es konnte gar nicht beſſer ſein.
Wil=
helm fand ich bei Jette wohl aufgehoben, und die Wronka
ekenſo in Sylt in der Geſellſchaft von Hachfeld.
Ach, du lieber Gott! Suſanne trugen die Füße nicht
mehr, ſie mußte ſich auf eine Bank ſetzen, und Hans faßte,
neben ihr Platz nehmend, eine ihrer Hände mit feſtem
Druck, ſo, als wolle er ſeinen Worten beſonderen
Nach=
druck geben.
Ja, Suſanne, Gott hat alles wohl geführt, er hat
Altenwerder für immer von dieſem Weib befreit. Erlaß
mir die Details, ſie ſind ſehr häßlich, und doch hat auch
das ſein Gutes, denn es bedeutet die baldige Scheidung
von der, die nicht an die Seite eines Friedrich Wilhelm
gehörte. Alles wird ſich ohne Skandal vollziehen.
Und Wilhelm! ſchrie Suſanne auf.
Verbleibt Euch, während die Wronka allen Rechten
entſagt. Sie bekommt ein Kapital und iſt damit
abge=
funden.
Ich kann dies alles nicht faſſen.
Du wirſt es ſchon raſch genug begreifen lernen.
Ich ſoll ſie nie wiederſehen.
Nein, wie ein Schatten iſt die ſchöne Frau durch Euer
Leben gelitten, Ihr werdet ſie raſch genug vergeſſen, ſo
wie ſie Euch in den Armen des Grafen, den ſie wohl
hei=
raten wird.
Noch iſt die Scheidung nicht eingeleitet und Du ſprichſt
ſchon von ihrer Heirat.
Ja, Suſanne, bei mir geht alles mit Dampf, einem
beſſeren Helfer hätteſt Du Dich gar nicht anvertrauen
können. Doch nun komm, ich muß Onkel erzählen, daß ich
meine Miſſion beſſer erfüllt habe wie ſeine Enkelin. Gieb
zu, daß die Deine kläglich geſcheitert iſt.
Weil Anna eine Unwürdige war, aber denke an das
Kind, ich habe ihm einen zweiten Vater gegeben.
Hans zog zur Antwort nur Suſannes Hand
ehrfurchts=
voll an ſeine Lippen und ſchwieg. Sie ſchritten langſam
dem Schloß zu, beide in tiefen Gedanken. Hans überlegte,
ob er ihr verraten ſollte, daß Friedrich Wilhelm ſie
er=
warte, und Suſanne ſuchte mit ganzer Seele den, den ſie
fern glaubte.
Der gerade Weg, Suſanne? rief auf einmal Hans
lachend und deutete zurück. Jetzt wirſt Du zugeben, daß
man auf krummen auch zu ſeinem Ziel gelangen kann, es
dauert nur ein wenig länger.
Ich gebe alles zu, Hans, meinen Irrtum, mein
Beſſer=
wiſſenwollen, meinen krankhaften Stolz. Ich werde
ver=
ſuchen, mich zu beſſern.
Das iſt ein gutes Wort, und wenn Du in Zukunft
wieder einmal vor einem Scheideweg ſtehſt, ſo wähle nicht
den geraden Weg, ſondern den krummen gleich dieſem hier.
Lachend ſchlug Hans den Seitenweg ein, der, wie er
wußte, direkt zum Turm führte, und Suſanne ging
ahn=
ungslos neben ihm her.
Und nun wirſt Du wohl gern ein wenig mit Dir allein
ſein wollen. Laß Dir ruhig Zeit, ich gehe derweil zu
Onkel, denn er muß alles erfahren.
Er ließ ſie eintreten und ſah die ſchwere Eichentür
zufallen. Jetzt ſtieg ſie die Wendeltreppe hinauf und
dann — — Hans trat feſter auf, als er allein ſeines Weges
davonſchritt an dem ſtillen, tiefen Waſſer entlang. Ein
Aufſchrei verklang zu ihm hin, der trieb ihn fort, wozu
ſollte er Zeuge ſein des Glückes, das er den beiden ſelber
geſchmiedet hatte.
Droben im Turm lag ein ſchluchzendes, bebendes Weib
in den Armen des geliebten Mannes.
Suſanne, willſt Du die Meine werden, wenn alles
Traurige hinter mir liegt?
Ich will, Friedrich Wilhelm.
Und willſt Du die Mutter meines Sohnes werden,
für den Du ſo tapfer gekämpft haſt?
Ich will, Friedrich Wilhelm. Und in Zukunft ſoll
Dein Wille auch ſtets der meine ſein. Ob gerade oder
krumme Wege, wir beide gehen ſie Hand in Hand.
Sie ſtanden am Fenſter des Turmez und blickten in
das Land hinaus, das ihre Heimat war. In reifer
ſom=
merlicher Schönheit lag es vor ihnen in heißer
Saunen=
ſtille. Und Stille war in ihnen, das war die ſüße
Sicher=
heit eines kommenden großen Glückes — das braucht keine
Worte.
Ende.
[ ← ][ ][ → ]Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Auguſt 1912.
Nummer 197.
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Georg August May, Küfer und Weinhändler, das
Wein= u. Spirituoſengeſchäft
keine Unterbrechung erleidet, dasſelbe wie ſeither in gleicher Firma
unverändert weitergeführt wird. Gut erhaltene Weinfäſſer in allen
Größen werden jederzeit abgegeben. — Da das 1830 von unſerem ſel.
Herrn Vater in Firma Georg Adam May gegründete
Küfer-
geschäft, verbunden mit Kellerarbeit, durch Ableben ſeiner
beiden Söhne jetzt in Auflöſung gekommen iſt, ſo danken wir unſerer
ſtets treuen Kundſchaft für das entgegenkommende Vertrauen, welches
ſie uns ſeither bewieſen und bitten ihre ferneren geſchähten Aufträge
Herrn Friedrich Fey, Küfermeiſter,
Tannenſtraße 8
gütigſt übertragen zu wollen. Beſtellungen nehmen wir noch gerne
Hochachtungsvollſt zeichnen
jederzeit entgegen.
Geſchwiſter May.
Darmſtadt, den 21. Auguſt 1912.
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Auf obiges bezugnehmend, daß ich neben meinem Küfergeſchäft
die altbewährte treue Kundſchaft der Firma Georg Adam May,
Küfermeiſter, gerne übernehme, halte mich einem hohen Adel und
verehrlichem Publikum durch Uebernahme aller Holz- und
Keller-
arbelt mit der Zuſicherung prompter und reeller Bedienung beſtens
Hochachtungsvollſt zeichnet
empfohlen.
Friedrich Fey, Küfermeiſter,
Tannenſtraße 8.
Darmſtadt, den 21. Augufr 1512.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 22. Augnſt 1912.
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Ehrenausschuß: Rechtsanwalt Dr. Bopp, Finanzminister Dr. Brann, Exz., Stadtbaurat Buxbaum, Direktor Daub, Geh. Schulrat Dr. Dersch, Ober-Real-
Schuldirektor Dr. Dorfeld, Beigeordneter Ekert, Staats- u. Justizminister Dr. Ewald, Exz., Provinzialdirektor Fey, Geh. Schulrat Dr. Forbach,
Schlachthof-
direktor Veterinärrat Dr. Garth. Oberbürgermeister Dr. Glässing, Generalmajor Hahn, Generalmajor Frhr. von Heyl, Kommerzienrat Hickler, Minister des
Innern von Hombergk zu Vach, Exz. Oberjägerm eister u. Kammerherr van der Hoop, Königl. Preussischer Gesandter Freiherr von Jenisch, Beigeordneter
Baurat Jaeger, Kreisschulinspektor, Prof. Kissinger, Geheimerat Prof. Dr. Kittler Fabrikbesitzer Klönne, Direktor Koch, Geh. Schulrat Dr. Mangold, Fabrikant
Dr. Willv Merck. Oberpostdirektor Milkau, Bürgermeister Mueller, Kammerherr Major von Neufville, Baron August von Oetinger, Oberstleutna nt von Oheimb,
Landtagsabgeordneter Justizrat Dr. Osann, Amtsgerichtsrat Dr. Popper, Stadtkommandant Oberst von Randow, Oberstallmeister Frhr. Riedesel zu
Eisen-
bach, Exz., Geheimerat Römheld, Geh. Hofrat Professor Dr. Schenk, Beigeordneter Schmitt, Turninspektor Schulrat Schmuck, Hofmarschall Frhr. v. Ungern-
Sternberg, Geh. Baurat Professor Dr. Walbe, Geh. Baurat Professor Dr. Wirtz, Diplom-Ingenieur Witterstätter.
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Die Anforderungen an die Leiſtungsfähigkeit der
Haus=
öſſitzer dauern unvermindert fort; ſie haben zum Teil ſogar eine
Verſchärfung erfahren. Es muß auf Mittel zur Abhilfe geſonnen
userden, wenn die Hausbeſitzer nicht unter den Laſten
zuſammen=
birechen ſollen. Ueber eine Reihe wichtiger Fragen iſt in der nächſten
Leit zu verhandeln und ſo zu erledigen, daß die Intereſſen der
Haus=
öiſitzer nicht vernachläſſigt werden. Das kann nur erreicht werden,
ugenn ſich alle Hausbeſitzer zuſammenſchließen. In dem
Darm=
ſtädter Hausbeſitzer=Verein e. V., deſſen über 900 Mitglieder ſeit
Jahren für die Verbeſſerung der Lage eintreten, iſt der Grundſtock
gur Organiſation gegeben. Es wird jeder Hausbeſitzer, der noch nicht
Witglied iſt. eingeladen, dieſem Verein alsbald beizutreten.
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Wilhelminenſtraße 19, I. Stock.
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Am Sonntag, den 25. Auguſt 1912
findet die Einweihungsfeier des
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denkmals zu Nieder=Ramſtadt ſtatt.
Auf Erſuchen des Kriegervereins Nieder=Ramſtadt iſt beſchloſſen,
daß ſich unſer Verein an dem Feſtzug beteiligen wird, und bitten wir
urſere Mitglieder, zahlreich zu erſcheinen.
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