Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Bei der Unterredung, die der Kaiſer mit Herrn von
Kiderlen=Wächter und dem öſterreichiſch=ungariſchen
Botſchafter auf Wilhelmshöhe hatte, hat der Kaiſer
ſſeine rückhaltloſe Zuſtimmung zu dem
Vor=
ſchlag des Grafen Berchtold erteilt.
Der Kaiſer ſtattete geſtern der Stadt Frankfurt
einen längeren Beſuch ab. An die Beſichtigung des
Oſt=
hafens ſchloß ſich ein Frühſtück im Römer an, nach deſſen
Beendigung ſich der Kaiſer nach Schloß Friedrichshof
begab.
Der Vorſchlag des Grafen Berchtold wirkt
in Konſtantinopel ſehr verſtimmend. Trotz aller
Verwahrung wird er als ein Zeichen der Rückkehr zur
alten Interventionspolitik aufgefaßt.
Miniſterpräſident Poincaré wurde auf ſeiner
Rückfahrt nach Frankreich am Sonntag abend, nahe der
Inſel Langeland von einem deutſchen
Kriegs=
ſchiff durch 19 Salutſchüſſe begrüßt.
Die norwegiſche Barke „Inga” iſt mit ihrer
ge=
ſamten Beſatzung in Stärke von 19 Perſonen
unter=
gegangen.
Der kürzlich ernannte türkiſche Miniſter des
Innern iſt wieder zurückgetreten.
Ein Schwurzeuge für Freiherrn von Hertling.
C Man ſchreibt uns: Den verſchiedentlich in der
Preſſe aufgetauchten Gerüchten über eine Verſtimmung
zwiſchen dem Reichskanzler und dem bayeriſchen
Miniſterpräſidenten Freiherrn von Hertling tritt
die Deutſche Tageszeitung in einer Weiſe
ent=
gegen, die ein Beweis politiſcher Harmloſigkeil
iſt. Gegenüber einer ſehr verſtändigen Auslaſſung der
Münchener Neueſten Nachrichten”, daß die ſachlichen
Meinungsverſchiedenheiten über die Auslegung des
Jeſu=
itengeſetzes zwiſchen Freiherrn von Hertling und dem
Reichskanzler, denen dieſer doch in einer gewiß
einwands=
freien Weiſe Ausdruck verliehen hatte, nicht auf den
Ver=
kehrston zwiſchen den beiden Herren abgefärbt habe, daß
der Reichskanzler dagegen „einzelſtaatliche
Eigenmächtig=
keit nicht mit Scherzen bei Tiſche” erledigt haben werde,
erklärt die Deutſche Tagesztg., nicht zu wiſſen, was das
heißen ſolle. „Die einzelſtaatliche Eigenmächtigkeit des
Freiherrn von Hertling hat auch darin beſtanden, daß er
die Entſcheidung in der Angelegenheit des
Jeſuitener=
laſſes dem Bundesrat unterbreitete. Bei dieſer
Sach=
lage kann man doch wahrlich nicht von einer
einzelſtaat=
lichen Eigenmächtigkeit ſprechen‟. Die D. Tagesztg. hat
vergeſſen, daß Freiherr von Hertling ſeinen
Jeſuiten=
erlaß dem Bundesrat nicht unterbreitet hat, bevor er ihn
unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit in Kraft geſetzt hat
ſondern daß es, ganz abgeſehen von einer weitgehenden
Erregung im deutſchen Volke, erſt eines ſehr energiſchen
Winkes aus Berlin bedurft hat, um Freiherrn von
Hert=
ling nachträglich zu dem zu veranlaſſen, was er
loyaler=
weiſe — wenn er wirklich geglaubt hat, dem
Jeſuiten=
geſetz aus ſeinem Geiſte heraus eine derartige Auslegung
geben zu können — vorher hätte tun müſſen. Die „
einzel=
ſtaatliche Eigenmächtigkeit, von der die „Münchener
Neu=
eſten Nachrichten” geſchrieben haben, bezieht ſich alſo nicht
darauf, daß Freiherr von Hertling ſpät und widerſtrebend
ſeinen Jeſuitenerlaß dem Bundesrat zur Interpretation
unterbreitet hat, ſondern daß er ihn, obwohl dagegen
ge=
wichtige Bedenken ſprachen — denen ſich auch der frühere
bayeriſche Kultusminiſter von Wehner ſo wenig verſchloſſen
hat, daß auf ſeine Veranlaſſung hin bekanntlich der Erlaß
nicht in Kraft geſetzt worden iſt — unter Ausſchluß
der Oeffentlichkeit in Kraft geſetzt hat. Das
iſt und bleibt unter allen Umſtänden zum allerwenigſten
eine „bundesſtaatliche Eigenmächtigkeit”. Die D.
Tages=
zeitung, die dies nicht zu erkennen vermag, unterſcheidet
ſich in dieſer Hinſicht ſehr erheblich von der Kreuzztg., die
gegenüber dieſem gewiß nicht einwandsfreien Verhalten
des Freiherrn von Hertling ſtets ſewohl den
proteſtanti=
ſchen wie auch den Standpunkt des Reiches
hochgehal=
ten hat.
Graf Berchtolds Vorſchlag
wird in diplomatiſchen Kreiſen als eine erwünſchte
Anregung betrachtet, um die europäiſche Diplomatie
gegenüber den türkiſchen Balkanſchwierigkeiten aus ihrer
bisherigen Lethargie aufzurütteln und ſie auf ihre
dor=
tigen Pflichten hinzuweiſen, bevor es für eine friedliche
Regelung der Dinge auf dem Balkan zu ſpät iſt. Daß
Graf Berchtold mit ſeinem Vorſchlage irgendwelche
zu=
nächſt noch nicht ausgeſprochene in Oeſterreichs
Sonder=
intereſſe liegende Nebenabſichten verfolgt, hält man für
ausgeſchloſſen, da er im Verlaufe der von ihm angeregten
Ausſprache unter den Kabinetten, ſofern er dieſen
Ver=
handlungen einen poſitiven Erfolg wünſcht, genötigt ſein
würde, ſeine Karten aufzudecken. Andernfalls würden die
Verhandlungen bald im Sande verlaufen, was Graf
Berchtold, nachdem er ſie einmal angeregt hat, doch
keines=
falls wünſchen kann.
Welche Geſtalt die Anregung des Grafen Berchtold
weiterhin finden wird, hängt von den Verhandlungen ab,
doch kann darüber wohl kein Zweifel beſtehen, daß Graf
Berchtold eine Balkankonferenz nicht
an=
ſtrebt, und daß eine ſolche auch nicht zuſtande kommen
wird, da ſie auch von keiner anderen Seite angeſtrebt
wird, ganz beſonders auch nicht von Deutſchland.
Wenn die Weſtminſter Gazette in einem Artikel Deutſchland
nahelegt, die Rolle des ehrlichen Maklers auf dem
Bal=
kan zu übernehmen, ſo wird dieſe Anregung in Berlin
kaum auf einen günſtigen Boden fallen, da Deutſchland
ſchließlich den Dingen auf dem Balkan denn doch zu fern
ſteht, um Veranlaſſung zu haben, das allgemeine Odium
auf ſich zu laden, das derartigen ehrlichen Maklern, wie
wir von der Berliner Konferenz nur zu gut wiſſen,
gemein=
hin ſicher iſt.
Es verdient beſonders hervorgehoben zu werden, daß
Graf Berchtold ſeine Anregung gleichzeitig an alle Kabinette
hat gelangen laſſen und ſich nicht deswegen vorher
mit Deutſchland in Verbindung geſetzt
hat. Man wird dieſe Handlungsweiſe nur als korrekt
bezeichnen können. Denn Graf Berchtold hat den
Vor=
ſchlag als Vertreter der Großmacht Oeſtereich=Ungarn
getan, die als ſolche zu allen europäiſchen Mächten in den
gleichen Beziehungen ſteht. Es iſt daher auch falſch, wenn
die franzöſiſche Preſſe behauptet, daß die Anregung zu
dieſem Vorſchlage des Grafen Berchtold von Deutſchland
ausgegangen ſei. Daß es ſich dabei nur um eine haltloſe,
völlig aus der Luft gegriffene Behauptung handelt, ergibt
ſich am beſten daraus, daß die franzöſiſche Preſſe
gleich=
zeitig behauptet, daß man in Berlin von dem Vorſchlage
des Grafen Berchtold ſehr peinlich berührt geweſen ſei.
Zunächſt alſo regen wir eine Sache an, um dann,
nach=
dem ſie von anderer Seite auf unſere Anregung hin in die
Hand genommen iſt, davon peinlich berührt zu ſein. Die
Zeiten, wo man mit derartigen harmloſen Mittelchen
Unfrieden in Europa ſäen konnte, liegen bereits recht weit
zurück, und die franzöſiſche Preſſe wird daher gut tun,
nach neueren Methoden Umſchau zu halten.
Deutſches Reich.
— Der Kaiſerbeſuch und die Schweizer
Sozialdemokratie. Einiges Kopfzerbrechen
ver=
urſachte den Schweizern die Wahrnehmung, daß der erſte
Regierungsbeamte, der unſeren Kaiſer beim Betreten des
Schweizer Landes zu begrüßen hat, ein Sozialdemokrat
iſt. Den Münch. Neueſt. Nachr, wird darüber geſchrieben:
Es iſt ein offizieller Empfang durch die Baſeler Behörden
vorgeſehen. Eine Abordnung des Baſeler
Regierungs=
rates wird dem kaiſerlichen Gaſte hier den erſten Gruß
entbieten. Es liegt nun nahe, die Abordnung der Baſeler
Regierung aus dem Regierungspräſidenten und einigen
weitern Mitgliedern des Regierungsrates zu beſtimmen;
die Sache wird indeſſen durch den Umſtand einigermaßen
kompliziert, daß Dr. Blocher, der derzeitige
Regierungs=
präſident in Baſel, Sozialdemokrat iſt. Blocher gehört
zwar der gemäßigteren Richtung an und hat ſich, ſeitdem
er in der Regierung ſitzt, als beſonnener tüchtiger Arbeiter
ausgewieſen, dem vielfache Vorwürfe der eigenen Partei
nicht erſpart blieben. In Baſeler ſozialdemokratiſchen
Kreiſen wird ihm indeſſen jetzt ſchon zu verſtehen gegeben,
daß er dieſe Miſſion unter allen Umſtänden ablehnen
müſſe. Das Organ der Baſeler Sozialdemokraten meint,
es wäre eine bittere Ironie, wenn der Deutſche Kaiſer
beim Betreten des Schweizer Bodens zunächſt einem Sozial=
demokraten gegenüberſtehen müßte. Die Baſeler
Nach=
richten bemerken indeſſen mit Recht, daß die
Parteizuge=
hörigkeit des Herrn Blocher in dieſem Falle nicht in Frage
kommt.
„Es wäre”, ſchreibt das Blatt, „geradezu
verwunder=
lich, wenn der erſte Repräſentant unſeres Grenzkantons
bei einem internalionalen Alte von dieſer Bedentung nicht
mitwirken ſollte. Kaiſer Wilhelm kommt zu uns als
ober=
ſter Repräſentant eines uns enge befreundeten und durch
vielfache Beziehungen verbundenen Nachbarſtaates. Als
ſolcher wird er in den Mitgliedern der kankonalen
Regie=
rungen nicht die Vertreter der oder jener Partei, ſondern
lediglich die Vertreter des Schweizervolkes begrüßen.”
Der Baſeler Regierungsrat ſcheint auf dem gleichen
Standpunkt zu ſtehen; er hat, wie man vernimmt, für den
Empfang des Kaiſers eine Abordnung beſtimmt, der neben
den Herren Speiſer und Burckhardt auch Dr. Blocher
an=
gehört. Das Hauptorgan der Schweizer
Sozialdemo=
kraten, das Züricher Volksrecht, bemerkt dazu, es müſſe eine
wunderlich locker in den Bändern hängende
ſozialdemo=
kratiſche Geſinnung ſein, die ſich aus mißverſtandener
Grundſätzlichkeit fürchte, einem Gegner im Ausland guten
Tag und guten Weg zu wünſchen. Es ſei zu hoffen, daß
die fortſchreitende Demokratiſierung in Deutſchland die
dortigen Genoſſen dazu bringe, die Merkmale wahrer
Ge=
ſinnungstüchtigkeit weniger in klotzigem und taktloſem
Verhalten politiſchen Gegnern gegenüber zu ſuchen.
— Die Reiſe des Prinzen Heinrich.
Prinz Heinrich von Preußen wird erſt nach mehreren
Monaten aus Oſtaſien heimkehren. Es ailt als ganz ſicher,
daß er ſeine Oſtaſienreiſe bis zum Jahresſchluſſe
aus=
dehnen wird, um ſich davon zu übezzeugen, welche
Fort=
ſchritte das Schutzgebiet Kiautſchou in den 12 Jahren
ge=
macht hat, in denen der Prinz Deutſchchina ferngeblieben
iſt. Vorausſichtlich wird der Prinz auch einige Plätze
Oſtaſiens beſuchen, die größere deutſche Niederlaſſungen
beſitzen und mit Deutſchland lebhafte Handelsbeziehungen
pflegen.
Die Betriebseinnahmen der
Preu=
ßiſch=Heſſiſchen Staatseiſenbahnen haben
im Monat Juli 1912 gegenüber dem gleichen Monat des
Vorjahres im Perſonenverkehr 4,3 Millionen Mark, gleich
6,22 Prozent, im Güterverkehr 12,1 Millionen Mark, gleich=
10,22 Prozent, insgeſamt einſchließlich einer
Mehrein=
nahme aus ſonſtigen Quellen 16,9 Millionen Mark, gleich
8,57 Prozent, mehr betragen. Der Monat Juli des
lau=
fenden Jahres hatte einen Sonntag weniger und einen
Werktag mehr als der gleiche Monat des Vorjahres.
— Begrüßung Poincarés durch ein
deutſches Kriegsſchiff. Der „Conds” begegnete
am Sonntag abend um 5 Uhr auf der Rückfahrt nach
Frankreich am Eingange des großen Belts nahe der Inſel
Langeland einem deutſchen Kriegsſchiff von der
Braun=
ſchweig=Klaſſe. Das deutſche Schiff hißte die franzöſiſche
Flagge und begrüßte den „Condé” mit 18 Schüſſen. Der
„Condé” erwiderte durch Hiſſung der deutſchen Flagge,
indem er Schuß für Schuß den Salut zurückgab. Der
Figaro bemerkt zu dieſem Vorfall, man?müſſe ſich dazu
Glück wünſchen, daß der reine Zufall zweimal die
deut=
ſchen und franzöſiſchen Farben auf dem weiten Meere
zu=
ſammengeführt und den Seeleuten der beiden großen
Nach=
barländer geſtattet hätte, einander ein ſolches
liebens=
würdiges Entgegenkommen zu zeigen.
— Kein Gutachten des
Reichstsſtiz=
amts in der Jeſuitenfrage. Die Meldung, daß
der Juſtizausſchuß des Bundesrats vom Reichsjuſtizamt
ein Gutachten in der Jeſuitenfrage eingefordert habe, iſt,
wie man hört, unzutreffend. Der Antrag der bayeriſchen
Regierung auf authentiſche Interpretation der vom
Bun=
desrat erlaſſenen Ausführungsbeſtimmungen zum
Jeſu=
itengeſetz iſt dem Juſtizausſchuſſe des Bundesrats
über=
wieſen worden, deſſen Vorſitzender der Staatsſekretär des
Reichsjuſtizamts iſt. Aber weder der Bundesrat, noch
dementſprechend, wie behauptet wurde, der Juſtizausſchuß
kann ein Gutachten vom Reichsjuſtizamt verlangen, da
dieſe Behörde lediglich ein Organ des Reichskanzlers iſt.
Hieraus geht hervor, daß das Reichsjuſtizamt nur dem
letzteren ein Gutachten erſtatten kann. Nach
Wiederzu=
ſammentritt des Bundesrats im Herbſt wird zunächſt der
Juſtizausſchuß einen Beſchluß in dieſer Angelegenheit
herbeiführen
— Die Miſchehe in Deutſch=Oſtafrika.
Der wirtſchaftliche Verband von Deutſch=Oſtafrika hat
in ſeiner letzten Vorſtandsſitzung folgende Reſolution ge=
faßt: „Der Vorſtand des Landesverbandes und des
Ver=
bandes der Nordbezirke geben gemeinſchaftlich der
Ueber=
zeugung Ausdruck, daß die geſamte deutſche und nicht
deutſche europäiſche Bevölkerung des Schutzgebietes mit
aller Entſchiedenheit gegen die Einführung der Miſchehe
proteſtiert, daß ſie, ein jeder für ſeine Perſon, jede
geſell=
ſchaftliche, wirtſchaftliche oder politiſche Vereinigung,
ſo=
wie jedes Handels= oder ſonſtige Unternehmen, jeden
wirtſchaftlichen, geſelligen, geſchäftlichen und perſönlichen
Verkehr mit dem Europäer ablehnen wird, der eine
Miſchehe eingeht.”
Das bayeriſche Epiſkopat und die
Aufhebung des Jeſuitengeſetzes. Der
Baye=
riſche Kurier veröffentlicht eine Eingabe des bayeriſchen
Epiſkopats an den Bundesrat, die primär für die
Auf=
hebung des Jeſuitengeſetzes in kurzen Worten eintritt,
aber, falls dies nicht zu erreichen iſt, in eingehender
Dar=
legung des kirchlichen Standpunktes für den bayeriſchen
Jefuitenerlaß vom 13. März 1912, welcher mit ſeiner
Definition des Begriffes „Ordenstätigkeit” der kirchlichen
Auffaſſung nahekomme. Die Eingabe iſt vom 14. Juli
datiert und dürfte am 24. Juli an den Bundesrat gelangt
ſein.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die politiſche Lage in Ungarn.
Mini=
ſterpräſident Lukacs wird am 22. Auguſt vom König in
Iſchl empfangen werden, um über die politiſche Lage
Bericht zu erſtatten. Lukacs fährt dann nach Gaſtein,
wo er einige Wochen zu verbringen gedenkt. Man folgert
daraus, daß bis Mitte September, wo der Reichsrat
wie=
der zuſammentritt, keine Aenderung in der Lage eintreten
wird. Auf den Rechenſchaftsbericht des
Miniſterpräſiden=
ten Lukaes haben ſich von den Führern der Oppoſition
be=
reits Andraſſy, Koſſuth und Graf Karolyi geäußert, am
ſchärfſten der letztere, der erklärte, daß ſich die Oppoſition
in keinerlei Verhandlungen mit Lukaes einlaſſen und den
Kampf auch in die Agitationen hineintragen werde. Die
Oppoſition meint einmütig, daß in der Rede Lukacs’
kei=
nerlei einen Frieden ermöglichendes Entgegenkommen
ent=
halten ſei.
Italien.
Miniſter=Beſprechungen. Einer
römi=
ſchen Meldung des Eclair zufolge mißt man der
Kon=
ferenz zwiſchen dem italieniſchen Miniſter des Aeußern
di San Ginliano und dem ruſſiſchen Botſchafter in Rom
am Sonnkag eine gewiſſe Bedeutung bei. Der Botſchafter
weilt augenblicklich zur Erholung in Caſnalmoli, während
San Giuliano ſeinen Urlaub in Vallombroſa verbringt.
Am Sonntag begab ſich der Botſchafter im Automobil
zum italieniſchen Miniſter des Auswärtigen und beide
Staatsmänner konferierten bis ſpät nachmittags. Man
glanbt in Rom, daß die türkiſch=italieniſchen
Friedensver=
handlungen den Hauptinhalt der Beſprechungen gebildet
haben. Was die Inſeln im ägäiſchen Meer betrifft, ſo
wünſcht Italien dieſe unter die Oberhoheit der Mächte
zu ſtellen, beantragt für ſich jedoch eine gewiſſe
Suprema=
tie über die Inſel Rhodos. Hinſichtlich der Annexion von
Tripolis und der Cyrenaika kann es ſich nur um eine
Geldfrage handeln, um die Türkei zu bewegen, die
An=
nexion anzuerkennen.
Der italieniſch=argentiniſche
Zwiſchen=
fall iſt durch den Abſchluß einer Sanitäts=Konvention
beigelegt worden. Die Tribuna bemerkt dazu, der
Zwi=
ſchenfall ſei zur gegenſeitigen Zufriedenheit erledigt
wor=
den und Italien werde das Verbot, nach Argentinien
auszuwandern, aufheben.
Rußland.
Saſonows Reiſe ins Ausland. Aus
Petersburg wird gemeldet, daß der ruſſiſche Miniſter des
Auswärtigen Saſonow, bevor er nach London reiſt, einen
Tag in Paris zubringen wird. In London werde er eine
längere Konferenz mit Sir Edward Grey haben und auch
von König Georg in Audienz empfangen werden. Herr
Saſonow wird ungefähr zehn Tage in der engliſchen
Hauptſtadt bleiben. Auf ſeiner Rückreiſe wird er
wieder=
um Paris berühren und gedenkt dort ſechs Tage zu
ver=
weilen. Während ſeines Pariſer Aufenthaltes wird er
mit Herrn Poincaré Beſprechungen pflegen und auch vom
Präſidenten der Republik empfangen werden.
Bulgarien.
Sühne für Kotſchana. Laut Stampa hat
der bulgariſche Extarch von der türkiſchen Regierung die
Rückgabe dreier Klöſter bei Prilip gleichſam als
Entſchä=
digung für das Maſſakre von Kotſchana gefordert. Da
aber dieſe Klöſter bisher im Beſitz der Priliper Serben
geweſen ſind, ſo wehren dieſe ſich gegen die Abtretung
ihres Beſitzes an die bulgariſchen Brüder.
Vereinigte Staaten.
Die Panamakanalbill. Die Times meldet
ans Waſhington vom 18. Auguſt: Der britiſche
Geſchäfts=
träger hat bei dem Präſidenten ernſtliche und formelle
Vor=
ſtellungen gegen jeden Schritt erhoben, der bei der
Stim=
mung des amerikaniſchen Volkes ſchwer rückgängig zu
machen ſein würde. Der Präſident erwähnt ernſtlich, die
Panamakanalbill an den Kongreß zurückzuſchicken mit der
Empfehlung, gleichzeitig eine Reſolution anzunehmen,
welche erklären ſoll, daß die Bill keine Vertragsrechte
aufhebt und den Anſpruch jedes Berechtigten beſtätigt, vor
dem Oberſten Gerichtshof Schadenerſatz einzuklagen. Der
Präſident iſt überzeugt, daß die Gebührenfreiheit für die
bloße Küſtenſchiffahrt keine Verletzung des Vertrages
dar=
ſtellt. Er iſt der Meinung, daß Andersdenkende berechtigt
ſeien, die Entſcheidung des Oberſten Gerichtshofes
anzu=
rufen. Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß der Präſident
mit Rückſicht auf die zahlreichen zweckdienlichen
Beſtim=
mungen der Bill dieſe unterzeichnen wird, indem er ſich
darauf verläßt, daß er den Kongreß veranlaſſen kann, die
erwähnte Reſolution nach der Präſidentſchaftswahl aber
vor der Eröffnung des Konvents anzunehmen.
Marokko.
Der Vormarſch des Prätendenten. Die
letzten aus Marrakeſch über Mazagan eingetroffenen
Nach=
richten lauten äußerſt beunruhigend. Der Prätendent El
Hiba dringt unaufhaltſam vor und erhält von allen
Sei=
ten ſtarken Zuzug. Die Spitze ſeines Zuges iſt nur noch
40 Km. von. Marrakeſch entfernt. Da die in der Stadt
befindlichen regulären Truppen kaum 100 Mann betragen
und die nächſte franzöſiſche Truppe über 150 Km,
ent=
fernt iſt, ſo nimmt man an, daß Marrakeſch in die Hände
des Prätendenten fallen wird.
Ching.
Hinrichtung revolutionärer Offiziere.
Unmittelbar nach der Verhaftung der Generale Tſcheng,
Wu und Tſcheng=Fengwei wurde ein Standgericht in
Peking abgehalten und die Gefangenen hierauf
hingerich=
tet. Sie waren Hankauer Offiziere und ſollen beide an
einem Plane, eine neue Revolution herbeizuführen,
be=
teiligt geweſen ſein. Obwohl man ihre Schuld nicht in
Frage ſtellt, wird das angewandte Verfahren vielfach
abfällig kritiſiert. Die Angelegenheit wird von der
Nationalverſammlung aufgenommen werden und
wahr=
ſcheinlich einen Prüfſtein für die Autorität Juanſchikais
ilden. — Dr. Sunjatſen iſt nach Peking abgereiſt. General
zuangtſin Sing, der ihn begleiten wollte, weigerte ſich
im letzten Moment mitzufahren, um gegen die Hinrichtung
der Hankauer Offiziere durch Yuanſchikai zu proteſtieren.
Sunjatſen wurde ſelbſt dringend aufgefordert, die Reiſe
aufzugeben.
* Stuttgart 19. Aug. Aus Langenburg, der
Reſidenz des Oheims der deutſchen Kaiſerin, Fürſten
Hohenlohe=Langenburg, erhält die „Berl. Morgenpoſt”
Nachricht über das Befinden der Kaiſerin die
die in Hofkreiſen herrſchende Unruhe erkennen läßt. Wenn
das Befinden auch zu keinen ernſten Befürchtungen Anlaß
gibt, laſtet doch auf der kaiſerlichen Familie eine Sorge,
die ſich der ganzen Umgebung mitteilt und darin ihren.
Ausdruck findet, daß die amtlichen Stellen über den
Cha=
rakter des Krankheitszuſtandes, über den die Kaiſerin ſelbſt
nicht im Klaren zu ſein ſcheint, jede Mitteilung an die
Oeffentlichkeit verweigern. Man begnügt ſich, den
alar=
mierenden Nachrichten beſchwichtigend entgegen zu treten.
Sicher iſt, daß die Nauheimer Kur nur eine
vorüber=
gehende Beſſerung im Schwächezuſtande der Kaiſerin
her=
beigeführt und daß die durch die unregelmäßige
Herztätig=
keit hervorgerufene Nervoſität wieder einen ſtärkeren Grad
erreicht hat, der zur Fernhaltung jeder Aufregung und zur
einfachſten Lebensweiſe zwingt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 20. Auguſt.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
erzog dem Bürgermeiſter Sebaſtian Heil zu Klein=
Umſtadt das Silberne Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen.
* Ernannt wurden durch Verfügung Großh.
Mi=
niſteriums der Juſtiz die Referendare Karl Ahl und
Mar Dreyfus aus Mainz, Benno Joſeph aus
Darmſtadt, Ferdinand Kloſe, Karl Malzan und
Otto Schönhals aus Gießen, ſowie Eduard Zemſch
aus Worms zu Gerichtsaſſeſſoren.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den Niederlageverwalter
beim Hauptſteueramt Mainz Karl Weſp auf ſein
Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner treu geleiſteten
Dienſte, und ihm aus dieſem Anlaß den Charakter als
Rechnungsrat verliehen.
* Das Großh. Regierungsblatt Nr. 32 enthält:
1. Bekanntmachung, die Ausführung der
Reichsver=
ſicherungsordnung betreffend. 2. Bekanntmachung, die
Verſicherungsbehörden im Sinne der
Reichsverſicherungs=
rdnung betreffend. 3. Bekanntmachung, die Verlegung
des Sitzes des Kreisveterinäramts Nidda nach Büdingen
betreffend.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung
zur Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starken=
burg am Samstag, den 31. Auguſt, vormittags 9½ Uhr,
lautet: 1. Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch der Alex. Zerr
Ehefrau Luiſe, geborene Ehmann, in Offenbach a. M.
2. Desgleichen des Hermann Schönberger in Darmſtadt.
3. Desgleichen des Heinrich Sproß in Groß=Zimmern.
— Kinematographiſche Vorführungen in der
Ansſtellung „Der Menſch”. Mit der Ausſtellung
„Der Menſch” iſt ein Kinematograph
ver=
bunden, der gleichſam eine kleine Ergänzung zu dem
in den einzelnen Hallen Gezeigten bildet. Der
Kine=
matograph, der ſich im Saal 4 befindet, bringt
hoch=
intereſſante, zum Teil kolorierte Darſtellungen aus allen
Zweigen der Geſundheitspflege und aus verwandten
Gebieten. Das Programm, das ſtändig ergänzt und
erneuert wird, zeigt u. a.: Die Waldſchule von
Char=
lottenburg im Grunewald; den Erreger des
Rückfall=
fiebers und ſein Untergang im Blut; die
Seidenraupen=
zucht und Seidenweberei in Kambodſcha; außerdem
Vorführung einer hochintereſſanten Sportart:
Bran=
dungsreiten (Surfing), den Nationalſport der Hawaii=
Inſulaner. Die Vorführungen finden zunächſt
nachmit=
tags ſtatt. Billetts ſind in der Ausſtellung im Saal 3
bei dem dienſttuenden Unteroffizier zu haben.
— Der diesjährige (III.) Deutſche Kongreß
für Säuglingsfürſorge, veranſtaltet von der Deutſchen
Vereinigung für Säuglingsſchutz, findet unter dem
Vorſitz des Kammerherrn Dr. von Behr=Pinnow am
0.—22. September in Darmſtadt ſtatt, Für die=
Tagesordnung ſind folgende Referate vorgeſehen:
1. Einheitliche Organiſation der Ausbildung von
Säug=
ingspflegerinnen. 2. Säuglingspflege als
Lehrgegen=
ſtand in den Unterrichtsanſtalten für die weibliche
Jugend, 3. Berufsvormundſchaft, Pflegekinderaufſicht
und Mutterberatungsſtelle, 4. Geſetzliche Regelung des
Krippenweſens in Deutſchland. Die Teilnehmerkarte
koſtet 5 Mk.; Auskünfte erteilt der Sekretär des
Kon=
greſſes, Oberarzt Dr. Rott, Charlottenburg, Privatſtraße,
Kaiſerin Auguſte=Victoria=Haus.
Odenwaldklub. Nach faſt 7wöchiger Ruhepauſe
ruft die Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwaldklubs für
nächſten Sonntag, den 25. Auguſt, ſeine Getreuen wieder
zuſammen und zwar geht es diesmal in ein ganz
fremdes Gebiet, in die Wetterau. Mit dem Frühzuge
4 Uhr 24 Minuten verlaſſen die Wanderer Darmſtadt,
um nach einem ½ ſtündigen Aufenthalte in Frankfurt
gegen ½8 Uhr in Butzbach einzutreffen. Hier beginnt
die Wanderung. Durch eine neu angelegte Allee, dann
im ſchönen Walde mit den intereſſanten Limes=Graben
kommt man auf den Hausberg, wo eine große Runde
und Fernſicht iſt (prachtvoller Blick nach dem Karlsrund
bei Wetzlar, ſowie Tetzberg, Bleiberg und Schittenberg
bei Gießen, dann das „Wetterauer Tintenfaß” bei=
Die häusliche Königin.
** Königin Mary von England, die als Gaſt
des Großherzogspaares von Mecklenburg=Strelitz auf
einige Tage in Neuſtrelitz weilt, hat ſich in ihrem
Privat=
leben und in ihren Lebensanſchauungen, wie wohl kaum
eine andere Fürſtin auf einem Throne von der Atmoſphäre
höfiſchen Zeremoniells freizuhalten gewußt. Auch heute
noch, wo die Königskrone ihren Tagen manche Pflichten
der Repräſentation auferlegt, hält ſie in ihrem Heime jenes
alte patriarchaliſche Familienleben aufrecht, das von
Kindheit an auch ihr eigenes Daſein beſtimmte; ſie iſt in
erſter Linie Frau, Mutter und Hausfrau. Die ſtrenge
Ein=
fachheit ihrer Neigungen geht manchen
vergnügungsſüch=
tigen Mitgliedern der britiſchen Hofgeſellſchaft gar zu
weit, und man wird ſich erinnern, wie die Königin
un=
mittelbar nach ihrer Krönung die Hoſenröcke und die
orien=
taliſchen Turbane unerbittlich vom Parkett des engliſchen
Königshofes verbannte. Aber dieſer Hang zur Schlichtheit
und dieſe Abneigung gegen jeden Prunk entſpringt bei ihr
nicht nur einem Prinzip, ſondern auch der Gewöhnung und
der Erziehung. Denn unter der Aufſicht ihrer Mutter, der
Herzogin von Teck, hat die Königin als Kind und junges
Mädchen eine Erziehung genoſſen, die ſich in keiner Weiſe
von der einer wohlhabenderen Bürgerstochter unterſchied.
Und deutlich ſpiegelt ſich ihr eigenes Weſen wider in der
Art, wie ſie heute die Heranbildung ihrer Kinder
perſön=
lich leitet. Ihre größte Sorge iſt dabei, ihre
heranwachſen=
den Kinder von Anfang an von allen Standesvoruxteilen
frei zu halten, und manche Bürgerfamilie des
Mittel=
ſtandes würde über dieſe anſpruchsloſe Sparſamkeit
ſtaunen, die in den Kinderſtuben des engliſchen
Königs=
hauſes den oberſten Grundſatz der Erziehung bildet.
Schlicht iſt die Umgebung, ſchlicht die Kleidung, ſchlicht und
geſund iſt auch die Nahrung; das ganze Familienleben
verſchmäht es, für ſich perſönlich die äußeren
Bequemlich=
keiten des Herrſchertumes zu beanſpruchen. Die
Sparſam=
keit iſt Königin Mary zur zweiten Natur geworden; von
klein auf wurde ſie dazu erzogen, im Schenken die größte
Freude zu ſehen: und je weniger man ſelbſt braucht, je
mehr kann man verſchenken. Ein Kenner der Verhältniſſe
weiß zu berichten, daß in der Kronprinzenzeit weit über
die Hälfte aller Einkünfte des Prinzen von Wales und
ſeiner Gattin im Dienſte der Wohltätigkeit ihre letzte
Be=
ſtimmung fanden. Unbekümmert um die Gewohnheiten
der Umgebung verfolgte Königin Mary dabei ihren Weg,
ja ſie verſchmäht es ſogar nicht, ſich einen großen Teil ihrer
Hüte ſelbſt zu machen. Auch das iſt ein Erbteil ihrer
Mädchenzeit; denn damals lernte ſie es, einen Hut zu
gar=
nieren. Die Herzogin von Teck geſtattete ihrer Tochter
keinen Toilettenluxus, und ſo lemte die junge Prinzeſſin
alle Handgriffe einer geübten Modiſtin. In engliſchen
Hofkreiſen exzählt man eine reizende kleine Szene, durch
die König Georg, damals erſt neu vermählt und noch
Prinz von Wales, die Schneidertalente ſeiner Frau
ent=
deckte. Es war während der Flitterwochen in York,
un=
angemeldet trat der Prinz plötzlich in das Zimmer ſeiner
Frau. Georg V. fand Königin Mary bei eifriger Arbeit
an einem Tiſche, auf dem Bänder und Nähzeug
ausge=
breitet waren: ſie nähte gerade eine Sammetſchleife die
einen neuen Hut ſchmücken ſollte. Und ſo iſt auch die kleine
Prinzeſſin Mary erzogen worden, die jetzt ihre Mutter nach
Deutſchland begleitet hat; auch ſie weiß ihre Bluſen ſelbſt
zu ſchneidern und könnte auf die Hilfe der Modiſtin
ver=
zichten. Darin ſpricht ſich jener Drang zur
Selbſt=
ſtändigkeit und zur Unabhängigkeit aus, der Königin Mary
ſchon als Kind eigen war und von der Mutter gepflegt
wurde. Als damals die junge Prinzeſſin Mary von Teck
auf ein Jahr nach Italien zog und noch nicht ahnte, daß
ſie dereinſt Königin von Großbritannien werden würde
war es der Mutter ſtrenger Wunſch, daß die Prinzeſſin
auch bei ihren Studien von Anfang an zur Selbſtändigkeit
erzogen werde, damit ſie es lerne, unabhängig von der
Hilfe und dem Beiſtand anderer Menſchen durchs Leben zu
kommen.
Im Haſchiſch=Salon.
C) Die Behörden haben in Paris das Eindringen des
Opiumlaſters nicht zu verhindern gewußt, ſie ſind auch
ohnmächtig gegenüber der wachſenden Zahl von
An=
hängern des Haſchiſch. Dem bekannten Schriftſteller
Mon=
ſigny iſt es in dieſen Tagen gelungen Eintritt zu einem
dieſer heimlichen Heiligtümer des Haſchiſchs zu erlangen
und er gibt eine anſchauliche Schilderung ſeiner
Erfahr=
ungen. „Die Straße liegt im Herzen von Paris, eine ſtark
belebte etwas düſtere Straße. Und hier, zwiſchen hundert
anderen, ſteht auch ein hohes ſchmales Haus; der
Treppen=
raum wird durch einen Hausflur erreicht, der ſo dunkel iſt,
daß mam nur Hand in Hand mit einem Eingeweihten durch
dieſe Finſternis dahintappt: zu dem Portier, ohne deſſen
Einwilligung kein menſchliches Weſen die Treppe betritt.
„Mlle. Quiqui?” fragt mein Führer: und wir werden
vor=
beigelaſſen.‟ Die Dame, die den Anhängern des Haſchiſch
das erſehnte Gift verabfolgt, wohnt im zweiten Stockwerk.
Sie ſelbſt öffnet die Tür um ihre Gäſte zu bewillkommnen:
eine alte, weißhaarige Dame, wohlgenährt, ſorglich friſiert,
ein freundliches Lächeln um die Lippen. Im Halbdunkel
des Vorraums ſieht man an den Haken Hüte hängen; denn
man iſt hier nicht allein, faſt immer hat Mlle. Quiqui
Be=
ſuch. Die Herren werden einander vorgeſtellt; aber keine
Namen fallen. „Die Herren — meine Freunde” Aber
man wird freundlich aufgenommen, gehört bald zum
Kreiſe, die „Herren” ihrer drei, machen höflich Platz und
das Geſpräch beginnt. Ein harmloſes Geſpräch: Mlle=
Quiqui verrät dabei einen gewiſſen Grad von Kultur,
ihre Vergleiche ſind originell; und ſeltſam iſt auch das
Milieu. Ringsum, auf Etageren, auf dem Kamin, wohin
man blickt, ſieht man Hunderte von kleinen Statuetten aus
Porzellan, „nach Meißner Art” ein alter, eichener
Sekre=
tär ſteht neben einem vergoldeten Louis XV.=Seſſel, und
wunderliche alte Waffen ſchmücken die Wände.
Inzwiſchen hat Mlle. Quiquiſſich entſchloſſen, ihren
Freun=
den die Haſchiſcheigaretten zu bereiten. Sie ſeufzt dabeit
Münzenberg). Nun geht es weiter das herrliche Iſſeltal
mit der Iſſelquelle querdurch zum Forſthaus
„Hubertus” wo gefrühſtückt wird. Nach einer knappen
Stunde wird weiter marſchiert über Ziegenberg mit dem
alten Gräflich Rantzauſchen Schloſſe nach dem
Winter=
tein. Auch hier iſt eine große Fernſicht in die ganze
Wetterau, zu Füßen die beiden Städte Nauheim und
Friedberg. Dem Wunſche vieler Mitglieder nachkommend,
wird durch Bad Nauheim marſchiert und es werden die
Sehenswürdigkeiten, wie Kurhaus, Sprudelhof uſw. im
Vorübergehen beſichtigt. Gegen ½5 Uhr wird das Ziel
Friedberg erreicht, wo in dem rühmlichſt bekannten
Hotel Trapp Raſt gemacht wird. Von Friedberg hat
nnan dann ſehr ſchöne Fahrgelegenheit, entweder mit
Dem Bummel= oder Eilzug nach Darmſtadt zu gelangen.
Hoffentlich haben die beiden Führer das ſprichwörtlich
bekannte Klubwetter beſtellt.
Turngemeinde Darmſtadt. Das am Sonntag
abgehaltene Sommerfeſt erfreute ſich eines guten
Beſuches von alt und jung. Um 4 Uhr nachmittags
wurde das Feſt mit einem Kinderreigen eröffnet. Jedes
Kind erhielt zum Andenken ein Fähnchen in den deutſchen
Turnerfarben. Dann begannen die verſchiedenen
Be=
ruſtigungen. Für Unterhaltung der Kinder wie auch
der zahlreich anweſenden Damen und
Turnerzög=
linge war gut geſorgt. Gegen 6 Uhr war das
Nach=
nnittags=Programm, das noch durch die Verloſuug
manchem eine Ueberraſchung brachte, beendet. Am
Abend fand in der Hauptſache Tanz ſtatt. Die
Turn=
mannſchaft ſtellte Leiterpyramiden, die dem Leiter
der=
ſelben, Herrn Turnwart Seidel, reichen Applaus
brachten. Die ſehr ſchwierigen Stellungen wurden mit
Eleganz und Gewandtheit ausgeführt, ſo daß ſie
all=
ggemeine Bewunderung fanden. Der erſte Sprecher gab
iin beredten Worten nochmals ſeiner Freude darüber
Ausdruck, daß vom diesjäbrigen Kreisturnfeſt in
Aſchaffenburg ſämtliche Abteilungen mit Erfolg nach
Hauſe zurückkehren konnten und ſprach die Hoffnung
aus, daß dieſe Crfolge dazu beitragen würden, der
Turngemeinde recht viele neue Mitglieder zu bringen.
Ein Barrenturnen der 1. Riege zeigte, daß das Turnen
ün der Gemeinde eifrig betrieben wird. Auch die
Sing=
mannſchaft gab ihr beſtes Können und fand mit ihren
Thören uner Leitung des Dirigenten Wilh. Etzold
wollen Beifall.
* Turngeſellſchaft Darmſtadt. Das
Sommer=
feſt der Turngeſellſchaft war in gewohnter Weiſe äußerſt
Bahlreich beſucht. Die turneriſchen Veranſtaltungen, von
turneriſchem Geiſte und Gedanken getragen, üben eben
ämmer wieder ihre alte Anziehungskraft aus. Das
Ge=
botene befriedigte die erſchienenen Gäſte und Freunde
Des Vereins in vollem Maße. Das reichhaltige
Pro=
gramm wies unter anderm auf: Turnen der Zöglinge
am Barren, Muſterübungen der erſten Riege am Reck,
Vorträge der Geſangsabteilung uſw. Alles fand
reich=
lichen und wohlverdienten Beifall. Ganz beſondere
An=
erkennung fand die zum erſten Male im Kreiſe des
Wereins wirkende Damenabteilung unter Turnwart
Grün, welche in zwei Abteilungen Frei= und
Hüpf=
ſäbungen und Uebungen an zwei Barren ausführten.
Der auf die Einzelvorführungen folgende Ball hielt
Die zahlreichen Teilnehmer bis lange nach Mitternacht
zuſammen.
Der Ortsgewerbeverein bittet, in der Anzeige
Heachten zu wollen, daß außer den Karten für die
Aus=
ttellung „Der Menſch” auch ſolche zu ermäßigten Preiſen
ür die Eugen Bracht=Ausſtellung bei Herrn
Wal=
auer zu haben ſind, die jedoch beliebig benutzt werden
önnen.
D. H. V. Vortrag. Es ſei nochmals auf die vom
Deutſch=
iationalen Handlungsgehilfen=Verband, Ortsgruppe
Darmſtadt, heute abend 9 Uhr in den Saal zur Stadt
Pfungſtadt einberufene Verſammlung aufmerkſam gewacht.
Jeder Handlungsgehilfe hat Gelegenheit, von einem der
Hervorragendſten Redner der Handlungsgehilfenbewegung
zu hören, wie er am beſten ſeine Intereſſen in der neuen
Kranken= und Angeſtelltenverſicherung wahrt.
* Eine intereſſante Zinnſoldaten=Ausſtellung
Oefindet ſich ſoeben in den Eck=Schaufenſtern der Firma
D. Faix Sohne. Dieſelbe zeigt die Beteiligung der
Heſſiſchen Diviſion an der Schlacht bei Gravelotte
am 18. Auguſt 1870 und iſt genau nach den Berichten
Des Generalſtabswerkes über den Krieg von 1870/71
zu=
ammengeſtellt. Dieſe Ausſtellung dürfte wohl nicht nur
für die Jugend, ſondern auch für die Alten, und ganz
Seſonders für diejenigen, welche dieſe denkwürdigen Tage
rniterlebt haben, von großem Intereſſe ſein.
Hugenſchütz” Felſenkeller. Heute, Dienstag,
findet das am vergangenen Dienstag wegen
Regen=
wetter ausgefallene Konzert der Kapelle des Leib=
Dragoner=Regiments Nr. 24 unter Herrn
Obermuſik=
meiſter Rühlemanns Leitung ſtatt. Herr Rühle=
mann hat ein abwechslungsreiches Programm
zuſam=
mengeſtellt, ſo daß allen Wünſchen Rechnung getragen
wird. (Siehe Anzeige.)
Ein Sittlichkeitsverbrechen wurde geſtern in einem
Hauſe des Rhönrings an einem fünfjährigen Mädchen von
einem Kolporteur verübt. Er wurde verhaftet und ſieht
ſeiner verdienten Strafe entgegen.
Offenbach, 19. Aug. Geſtern abend wollte das
Auto=
mobil des Hotels Kaiſer Friedrich einem Kind
ausweichen, fuhr dabei gegen einen Randſtein und
über=
ſchlug ſich; der Chauffeur wurde
herausgeſchleu=
dert und erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß er
im Sterben liegt. Das Automobil wurde vollſtändig
zer=
trümmert. — Der Arbeiter Felix Kratz, der bei einer
Radtour auf der Straße Dudenhofen-Niederroden von
einem Bierfuhrwerk überfahren wurde, iſt ſeinen ſchweren
Verletzungen im hieſigen Krankenhaus erlegen.
Hainſtadt, 19. Aug. In der Nacht zum Sonntag,
kurz nach 12 Uhr brach in dem mehrere hundert
Quadrat=
meter umfaſſenden Back= und Kieſelſteinwerk der
Groß=
firma Holzmann u. Cie. Feuer aus, das ſich mit
unheimlicher Schnelligkeit ausdehnte. Die Feuerwehren
des Werks, von Hainſtadt, Klein=Auheim, Groß=
Krotzenburg und Groß=Steinheim taten ihr möglichſtes,
um das zerſtörende Element zu bezwingen. Mit
Sehn=
ſucht erwartete man die leider etwas ſpät herbeigerufene
Offenbacher Freiwillige Feuerwehr mit ihrer
Dampf=
ſpritze. Als dieſe endlich, mit dem
Kreisfeuerwehrinſpek=
tor Müller von Offenbach an der Spitze, um ¾4 Uhr
an=
kam, wütete das Feuer ſchon mächtig in der Fachmühle.
in den umfangreichen Trockenvorrichtungen und einem
Brennofen. Das Feuer hatte, da dieſe Gebäude
Holz=
konſtruktionen ſind, reichlich Nahrung. Zum Glück gab
der Werksbrunnen, aus dem die Keſſel und die
Stein=
fabrikation geſpeiſt werden, genügendes Waſſer, ſo daß
die anderen Gebäulichkeiten gerettet werden konnten.
Trotzdem die zerſtörten Gebäude das halbe Werk
aus=
machen, kann der Betrieb aufrecht erhalten werden. Um
11½ Uhr am Sonntag mittag konnte die Offenbacher
Wehr den Brandplatz verlaſſen. Der Schaden wird ſich
auf eine halbe Million Mark belaufen, der durch
Ver=
ſicherung gedeckt iſt. Der Brand entſtand in dem erſt im
letzten Winter erbauten Brennofen. Von hier breitete
er ſich dann auf die danebenſtehenden Trockenhallen aus,
von denen drei in Aſche gelegt wurden. Wie die
Direk=
tion annimmt, iſt die Entſtehungsurſache des
Feuers in dem Ueberſpringen eines elektriſchen
Fun=
kens an einer elektriſchen Uhr zu ſuchen.
Aſtheim, 18. Aug. Geſtern brannten hier in den
Nachmittagsſtunden drei Scheunen und mehrere
Ne=
bengebäude ab. Die Entſtehung des Brandes wird
ſpie=
lenden Kindern, die ein „Feuerchen” machen wollten,
zu=
geſchrieben. Der Feuerwehr gelang nach großer
Anſtreng=
ung die Bewältigung des Brandes. Zur Zeit des
Aus=
bruchs des Brandes waren die meiſten Einwohner auf
dem Felde beſchäftigt. — Eingebrochen wurde in den
letzten Tagen in verſchiedenen Wirtſchaften, wobei Geld
und Zigarren entwendet wurden. Vor Tagesanbruch
ver=
ſuchten die Gauner einen Einbruch ins Pfarrhaus.
Sie wurden rechtzeitig bemerkt und entfernten ſich. Auch
in der Umgegend ſollen verſchiedene Einbrüche verübt
worden ſein.
A Beerfelden, 19. Aug. Geſtern nachmittag wurde
die Veteranen=Gedächtnistafel mit 159
Na=
men an unſerer Kirche eingeweiht. Sie ſchmückt den
nittleren, blinden, der drei Torbogen an der Oſtſeite,
wurde antworfen vom Leiter der Großh. Fachſchule in
Erbach, Herrn Bildhauer Burghardt und ausgeführt
von Herrn Steinhauermeiſter Jung hier.
Mainz, 19. Aug. An der Truppenſchau vor
dem Kaiſer am Mittwoch nehmen teil die Infanterie=
Regimenter Nr. 87, 88, 117, die Unteroffizierſchule von
Biebrich, die Dragonerregimenter Nr. 6 und 23, das
Fuß=
artillerie=Regiment Nr. 3 und die Pionier=Bataillone Nr.
21 und 25. Die Fahnenkompagnie wird gebildet durch eine
Kompagnie des Infanterie=Regiments Nr. 117 und eine
Schwadron des Dragoner=Regiments Nr. 6. — Für das
der Parade voraufgehende Gefecht werden vom
Gou=
vernement Karten zu 25 Pfg. und 50 Pfg. (für Wagen
1 Mk.) ausgegeben. Die Inhaber der Karten haben ſich
am Gonſenheimer Kriegerdenkmal aufzuſtellen, von dort
werden ſie durch die Abſperrung bis zur Gonſenheimer
Schonung und den Schießſtänden weitergeführt. Zur
Parade können alle Zuſchauer bis zur
Abſperrungs=
linie ziemlich nahe an die vorbeimarſchierenden Truppen
vorrücken. Das Betreten des Exerzierplatzes Großer
Sand” innerhalb der Poſtenkette iſt von 5 Uhr
vor=
mittags bis zur Beendigung verboten. Der
Zu=
gang erfolgt nur vom Gonſenheimer Eingang
her. Die Zulaſſung der Zuſchauer wird ſo rechtzeitig er=
folgen, daß dieſelben den Parademarſch aus nächſter Nähe
mit anſehen können. — Nach beendigter Truppenſchau
be=
geben ſich der Kaiſer und der Großherzog an der Spitze der
Fahnenkompagnie zum Großherzoglichen Palais und zwar
entlang der Gaſtellſchen Wagenfabrik, Mainzer Straße,
Hardenbergſtraße, Stefan Karl=Michel=Straße, Rheinallee.
Worms, 19. Aug. Zwiſchen Weſthofen und
Baden=
heim ereignete ſich geſtern abend gegen 10 Uhr ein
Auto=
mobilunfall. Auf der Heimfahrt von dem
Weſt=
hofener Markt geriet das Auto der Rheiniſchen
Schuckertgeſellſchaft, als es mehreren Perſonen
ausweichen wollte, gegen einen an der Straßenſeite
liegen=
den Erdhaufen, wodurch es ſich überſchlug und
ſämt=
liche ſechs Inſaſſen herausgeſchleudert wurden. Ein
Montageinſpektor erlitt einen Hüftknochenbruch,
ſeine Frau Verletzungen an der Hand und im Geſicht, ihr
Kind Hautabſchürfungen. Ein Ingenieur erlitt leichte
Verletzungen, während ſeine Frau eine Gehirnerſchütterung
davontrug. Der Chauffeur kam mit einem Beinbruch
da=
von. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, die übrigen
Verletzten nach ihren Wohnungen. Das Auto iſt ſtark
be=
ſchädigt und lag quer über dem Straßengraben.
Oppenheim, 19. Aug. Nach länger denn zweimonatiger
Dauer ſind die Wiederherſtellungsarbeiten
an dem in der Nähe des Marktplatzes (oberes Ende der
Krämergaſſe) befindlichen Gautor nunmehr vollſtändig
beendigt. Das Gautor, auch der „Blaue Hut” genannt,
iſt noch das einzige von den neun großen Stadttoren der
einſtigen Befeſtigung, das allen Stürmen und
Verheerun=
gen getrotzt hat. Der Bauplan hat urſprünglich nur die
ſehr nötig gewordene Neubedachung des Turmes
vor=
geſehen; obwohl das alte Wahrzeichen unter
Denkmal=
ſchutz ſteht, wurden die Herſtellungsarbeiten, um ein
beſſeres Zuſammenwirken des Aeußeren zu erzielen, auch
auf alle übrigen Teile ausgedehnt.
Bingen, 19. Aug. Das alljährlich am Sonntage nach
dem 15. Auguſt ſtattfindende Rochusfeſt wurde in
die=
ſem Jahre beſonders ſtark beſucht. An der Prozeſſion
be=
teiligten ſich eine ganze Anzahl „Rochuschen” das ſind
kleine Jungen in Pilgeranzügen, mit Pilgerſtäben,
Mu=
ſcheln uſw. Alle, auch die große Figur, die den heiligen
Rochus darſtellt und mitgeführt zu werden pflegt, hatten
an den Stäben reife Trauben befeſtigt. Das Pontifikalamt
am Außenchor wurde von dem Erzbiſchof Schuler von
Nazian in Kleinaſien zelebriert, die Feſtpredigt hielt
Biſchof Dr. Georg Heinrich Kirſtein von Mainz. Nach
der Kirche entwickelte ſich in den Wein=, Bier= und
Kaffee=
zelten, vor den Wurſtbuden uſw. das traditionelle Leben
und Treiben.
Butzbach, 19. Aug. Der Gemeinderat hat beſchloſſen,
die Bürgermeiſterei zu erſuchen, ſich unverzüglich mit
ſämtlichen heſſiſchen Gemeinden mit über 3000
Einwoh=
nern in Verbindung zu ſetzen zwecks Herbeiführung einer
gemeinſchaftlichen Eingabe an das heſſiſche Miniſterium
des Innern. Das Miniſterium ſoll gebeten werden, ſofort
im Bundesrat Anträge zur Erleichterung der
Ein=
fuhr von lebendem und geſchlachtetem Vieh,
Aufhebung des Zolles für Fleiſch aus Dänemark und auf
Milderung der Fleiſchbeſchauvorſchriften zu ſtellen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 18. Aug. Die erſten
böh=
miſchen Obſtſendungen mittels Kahnes haben
die Fahrt nach Berlin angetreten und dürften in etwa
acht Tagen an Ort und Stelle ſein. Da die Ernte an
Kern= und Steinobſt, namentlich aber an Birnen, in
die=
ſem Jahre eine ganz vorzügliche iſt, wird die Einfuhr
böhmiſchen Obſtes eine ungemein umfangreiche werden
und bald die erhofften billigen Preiſe für Obſt bringen.
Die Obſtzillen ſind durchweg nagelneu und werden nach
dem Ausverkauf nicht wieder nach Böhmen
zurückdiri=
giert, ſondern an Unternehmer verkauft, die ſie zum
Ver=
frachten der verſchiedenartigen Waren verwenden. Ein
nicht unerheblicher Teil dieſer Obſtzillen fährt auch über
Berlin hinaus bis in die nächſten größeren Städte. —
Eine ſchwere Exploſion benzinhaltiger Dämpfe
ereignete ſich im Siemens=Schuckert=Werk beim
Aus=
probieren eines Vacuum=Apparates. Vier Schloſſer
er=
litten Brandwunden. — Die Bevölkerung der Berliner
Vororte, beſonders die Bewohner Nauens, befinden ſich
durch das Attentat im Nauener Vorortzug
noch in einer großen Erregung, und ſchon iſt über einen
neuen Raubüberfall in einem Berliner
Vorort=
zuge zu berichten. Amtlich wird bekannt gegeben: Gegen
2 Uhr nachmittags verſuchte der Fahrſtuhlführer
Sieg=
mund, in Lichtenberg wohnhaft, auf einer Fahrt von
Lichtenrade nach Marienfelde im Vorortzuge 927 in
einem Abteil der zweiten Klaſſe den Gärtnereibeſitzer
Keyßner=Zoſſen und deſſen Schweſter Elſe Keyßner=
Ber=
lin, die eingeſchlafen waren zu berauben. Als er durch
„Ach, es iſt ſo ſchwer, die Drogue zu bekommen. Wenn
meine Vorräte ausgehen, habe ich immer meine liebe Not.
Denken Sie nur, ich muß mir den Haſchiſch in der
Diplo=
matentaſche aus Aegypten kommen laſſen.” Irgend ein
Kurier oder vielleicht gar ein junger Attaché hat es
über=
mommen, dem alten Fräulein die Waren einzuſchmuggeln.
Aus einem alten kleinen Holzkäſtchen nimmt ſie nun einige
Tabletten einer grünlichen Subſtanz, die faſt wie alte
ge=
bleichte Schokolade ausſieht. An der Flamme einer kleinen
Lampe wird die gehärtete Maſſe aufgeweicht; dann rollen
geübte Finger kleine Stäbchen von Streichholzgröße, und
dieſe Stäbchen ſchiebt man in gewöhnliche Zigaretten. „Ich
auche, zuerſt mit Vorſicht, dann, vertrauensvoll geworden,
ohne Bedenken. Es ſchmeckt etwas bitter, am Anfang
viel=
leicht etwas nach Kampfer, aber ich fühle nichts beſonderes
dabei. Nur will mir ſcheinen, daß wir alle plötzlich
un=
widerſtehlich geſchwätzig geworden ſind, und ich ſpüre das
Verlangen, nach Herzensluſt zu lachen. Ein Kollege ſpricht
von der orientaliſchen Frage: Man kann ſich nicht
vor=
ſtellen, wie beluſtigenid die internationalen Probleme
manchmal ſein können. Nie haben ſie mich ſo amüſiert.
Aber da: die gute Mlle. Quiqui, die ſchon ſo rundlich war,
was geſchieht mit ihr? Mir ſcheint, ſie wird plötzlich
immer dicker, nun iſt ſie ſchon eine Rieſenkugel und ich, ich
fühle mich ganz federleicht; ums Haar entſchwebe ich als
roter Ballon in die Lüfte. Und alles das ſcheint mir ganz
ſelbſtverſtändlich. Aber Mlle. Quiqui wird immer noch
dicker. Glücklicherweiſe iſt das Zimmer anſcheinend
elaſtiſch, denn es erweitert ſich nach denſelben Geſetzen.
Das iſt recht luſtig, wir alle müſſen lachen. Dann habe ich
Hunger. Artiſchockenbohnen möchte ich eſſen, nichts anderes
als Artiſchocken. Eine der Porzellanfiguren ſcheint
fort=
während mit dem Kopf zu nicken; Mlle. Quiqui muß ſie
wegpacken. Nun rauchen wir gewöhnliche Zigaretten. Die
Wirtin hat plötzlich — man weiß nicht in welchem
Augen=
blick — wieder normale Formen angenommen, die
orien=
taaliſche Frage hat wieder kein beſonderes Intereſſe, die
Umgebung wirkt deprimierend, ich habe nur den einzigen
Wunſch: fort fort! Dabei will ich ja Artiſchocken eſſen.
Mlle. Quiqui begleitet mich zur Tür: „Das erſte Mal.,
müſſen Sie wiſſen, ſpürt man nicht viel. Aber das nächſte
Mal werden wir nicht rauchen, da nehmen wir Pillen.
Sie werden ſehen, das iſt göttlich!” „Nein, Mlle. Quiqui,”
ſo ſchließt Montigny ſeinen Bericht, „ich kehre nicht
wie=
der. Es genügt mir, dieſen Vorgeſchmack des Wahnſinns
kennen gelernt zu haben.”
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft. Aus München wird
uns geſchrieben: Vom Kgl. Hof= und Nationaltheater iſt
die Aufführung des „Standhaften Prinzen”
von Calderon als Volksfeſtſpiel geplant.
Da=
durch wird die Erinnerung an die von Mendelsſohn zu
dieſem Werk geſchriebene Muſik wachgerufen.
Mendels=
ſohn ſchuf die Kompoſition für die Aufführung, die
Immer=
mann im Jahre 1834 im Verlaufe ſeiner
theatergeſchicht=
lich berühmten Muſtervorſtellungen klaſſiſcher Meiſterwerke
veranſtaltete. Das handſchriftliche Original der
Mendels=
ſohnſchen Partitur wird auf der Berliner
Staatsbiblio=
thek aufbewahrt. Sie beſteht übrigens im weſentlichen
nur aus einigen kurzen Chorſätzen und einer
Schlachten=
ſymphonie im Charakter der damaligen Oper. Für die
Münchener Aufführungen wird die Mendelsſohnſche Muſik
nicht in Betracht kommen, weil ihnen nicht die Schlegelſche
Ueberſetzung zu Grunde liegt, der Mendelsſohn ſeine
Chorterte entnommen hat, ſondern eine Neudichtung von
Georg Fuchs, die den Calderonſchen Stoff in die Form
eines Myſterienſpiels kleidet und dabei neben
Sprach=
chören auch Choräle, Prozeſſionen und andere kultiſche
Muſik, ſowie als Kontraſt mannigfaltige mauriſch=
orienta=
liſche Wirkungen verlangt. Den Auftrag, für die
Mün=
chener Feſtſpiel=Vorſtellungen die Muſik zu verfaſſen, hat
der Verein Münchener Volksfeſtſpiele dem Profeſſor
Wil=
helm Müller erteilt. Müller iſt ein ausgezeichneter
Kenner alter Kirchenmuſik. Durch ſeine Mitwirkung an
der Oberammergauer Kreuzesſchule ſtehen ihm zur Löſung
der ſich bietenden volkstümlichen Aufgaben reiche
Erfah=
rungen zu Gebote. Eine auch nur bruchſtückweiſe Verwen=
dung der Mendelsſohnſchen Muſik hat ſich als
undurch=
führbar erwieſen. Mit großer Spannung ſieht man in
München dem Feſtſpiel entgegen, beſonders da das mit
ſteigendem Erfolg gegebene alte Spiel von „Jedermann”
die entſprechende Stimmung dafür geſchaffen hat.
Der Zug der Kunſtwerke übers Meer.
Man berichtet aus London: Pierpont Morgan entführt
wieder eine Anzahl Meiſterwerke der europäiſchen Kunſt
nach Amerika. Diesmal ſind es die prächtigen „
Frago=
tards von Graſſe” die bisher ſeit dem Jahre 1898
in der reichan Sammlung von Princes Gate ausgeſtellt
waren, wo der amerikaniſche Milliardär für ſie einen
würdigen Raum ſeines prächtigen Hauſes hatte einrichten
laſſen. Jetzt ſollen ſie eines der Hauptſchmuckſtücke ſeines
New=Yorker Hauſes bilden. Seit 1793 waren die Bilder
in Graſſe, ſorglich gehütet in dem Hauſe der Nachkommen
Mauberts, des Freundes von Fragonard, zu denen ſie der
Künſtler während der Schreckensherrſchaft in Sicherheit
gebracht hatte. Man nimmt an, daß ſie von der Mme.
du Barry zur Ausſchmückung ihres Pavillons von
Lou=
veciennes beſtellt waren; aber ſie gelangten nie dorthin,
ſondern blieben zunächſt 20 Jahre lang im Atelier des
Künſtlers. Im Jahre 1898 wurden ſie auf einer Auktion
in Cannes für eine Million verkauft. Es ſind zehn
Ge=
mälde, von denen 5 gleich große Liebesſzenen behandeln:
„Die Verfolgung”, „Das Rendezvous”, „Die
Erinnerun=
gen”, „Der gekrönte Liebhaber” und „Verlaſſen”. Zugleich
kommt die Meldung, daß ein lebensgroßes Porträt John
Elds von Gainsborough an das Boſtoner
Mu=
ſeum verkauft worden iſt. Es hatte bei der Auktion im
Mai rund 85000 Mark erbracht.
Spielplan der Frankfurter Theater. 1.
Opernhaus. Dienstag, 20. Aug.: Die Meiſterſinger
von Nürnberg. Mittwoch, 21.: Die Zauberflöte.
Don=
nerstag, 22.: Der ferne Klang. Freitag, 23.:
Abſchieds=
vorſtellung des Herrn Ejnar Forchhammer, Tannhäuſer.
Samstag, 24.: Oberſt Chabert. Sonntag, 25.: Das
Glöck=
chen des Eremiten. Montag, 26.: Die luſtige Witwe.
2. Schauſpielhaus. Dienstag, 20. Aug.: Die
Kreu=
zelſchreiber. Wittwoch, 21.: Die Kreuzelſchreiber. Don=
die Geſchwiſter überraſcht wurde, ſpranger aus dem
in voller Fahrt befindlichen Zug und
ver=
letzte ſich an Kopf und Händen ganz erheblich. Der Zug
wurde durch Fräulein Keyßner durch Ziehen der
Not=
bremſe zum Stehen gebracht. Der Räuber wurde vom
Zugführer nach Marienfelde gebracht und nach Anlegung
eines Verbandes der Ortspolizei übergeben. Bezüglich
des erſtgenannten Attentats iſt die Anſicht verbreitet, daß
es von einem Geiſteskranken ausgeführt wurde. Doch
iſt es noch nicht ganz ausgeſchloſſen, daß der Täter es
auch auf einen Raub abgeſehen hatte. Es wurde
näm=
lich feſtgeſtellt, daß der Mann morgens um 11 Uhr nach
Nauen kam und ſich dort bis zur Abfahrt des Zuges auf
dem Bahnhof aufhielt. Möglich iſt es nun, daß er das
Papiergeld geſehen hat, das die Frauen bei ſich trugen,
als ſie die Fahrkarten löſten. Daß die Tat von langer
Hand vorbereitet war, iſt möglich, weil der Täter ſich zur
Ausführung des Verbrechens die Strecke zwiſchen Nauen
und Finkenkrug gewählt hat, welche die längſte
Fahr=
zeit aufweiſt. Frau Voß hat vier Stichwunden in der
Bruſtgegend und außerdem mehrere Stiche im Geſicht,
darunter einen in der Nähe des linken Auges,
davon=
getragen. Ein Stich in die Bruſt hat die Lunge
bloß=
gelegt. Frau Karſtedt hat ebenfalls mehrere Stiche in
die Bruſt erhalten, einen Stich in die linke Kopfſeite,
mehrere Stiche in den linken Arm und einen Stich in
die Leber. Die drei verletzten Frauen haben ſich ſo weit
erholt, daß keine Lebensgefahr mehr vorhanden iſt. Sie
konnten vernommen werden und gaben folgendes an: Der
Unhold iſt mit einem langen, gezückten Meſſer aus dem
Nebenabteil gekommen und hat ſich zuerſt auf Frau Voß
geſtürzt, die bei ſeinem Eintreten aufſprang. Er ſtach
blindlings zuerſt auf ſie ein und dann ebenſo auf Frau
Karſtedt, die der Frau Voß gegenüber ſaß. Dieſe verkor
das Bewußtſein und fiel mit dem Oberkörper auf die
Bank. Das alles geſchah in wenigen Sekunden.
Fräu=
lein Karſtedt zog ſogleich die Notbremſe. Als dies der
Mann ſah, verſetzte er ihr zwei Stiche in den
Ober=
ſchenkel und ſprang dann aus dem langſamer fahrenden
Zug in der rechten Seite der Fahrtrichtung. Als der
Eiſenbahnzug hielt, kamen nach einer kurzen Weile
Beamte. Daß nicht gleich jemand erſchien, erklärt ſich
da=
durch, daß zu dieſer Zeit ein D=Zug die Strecke paſſierte
und vorbeigelaſſen werden mußte. Den Beamten kam
Fräulein Karſtedt ſchon entgegen. Auf Veranlaſſung
eines höheren Eiſenbahnbeamten, der zufällig in dem
Zug war, wurde dieſer gleich wieder in Bewegung
ge=
ſetzt, um den beſinnungslos daliegenden Frauen auf der
nächſten Station die erſte Hilfe zu verſchaffen. Die
Dar=
ſtellung des Frl. Karſtedt ſtimmt mit dem Ergebnis der
Beſichtigung des Eiſenbahnwagens überein. Der ganze
Fußboden war dick mit Blut bedeckt. Auch die Plätze,
auf denen Frau Voß und Frau Karſtedt geſeſſen hatten,
waren über und über mit Blut beſudelt. Selbſt die
Scheiben und Wände wieſen Blutflecken und Spritzer
auf. An der Seite, wo Frau Voß geſeſſen, waren die
Gardinen heruntergeriſſen. Einige Teile des Wagens,
die Fingerabdrücke aufwieſen, wurden herausgenommen
und dem Erkennungsdienſt der Berliner Kriminalpolizei
übergeben.
Kaſſel, 18. Aug. Der Kaiſer und die Kaiſerin
begaben ſich heute abend von Wilhelmshöhe nach Kaſſel,
das Feſtſchmuck angelegt hatte. Im Theater war auf
allerhöchſten Befehl Théätre paré angeſetzt. Das Haus
war von der Kaſſeler Geſellſchaft gefüllt. Vom
Inten=
danten geleitet betrat das Kaiſerpaar die Hofloge. Mit
ihm trat an die Brüſtung der Loge Prinzeſſin Viktoria
Luiſe und Botſchafter Szögyeny=Marich. Das Orcheſter
ſpielte die öſterreichiſche Nationalhymne. Hierauf
brachte der Oberbürgermeiſter von Kaſſel ein dreifaches
Hoch auf den Kaiſer und die Kaiſerin aus. Gegeben
wurde Kreutzers „Nachtlager in Granada” unter
muſikali=
ſcher Leitung von Dr. Zulauf. In der Pauſe hielt das
Kaiſerpaar Cercle und es wurden Erfriſchungen gereicht.
Der Kaiſer beſichtigte auch die neuen, im Foyer
aufge=
ſtellten Hermen Schillers und Goethes. Mit dem
Kaiſer=
paar waren ſämtliche Herren und Damen der Umgebung,
Staatsſekretär von Kiderlen=Wächter und die Herren der
öſterreichiſch=ungariſchen Botſchaft anweſend.
München, 18. Aug. Die Somalineger auf der
Bayeriſchen Gewerbeſchau, die wegen der Sezierung
einer an Lungenſchwindſucht geſtorbenen Häuptlingsfrau
faſt revoltierten, in der Meinung, die Frau ſei ermordet
worden, haben ſich wieder beruhigt. Der Scheich Eſſa
und der Mullah, der Seelſorger der Neger, ſprachen beim
türkiſchen Generalkonſul in München und auch bei dem
engliſchen Konſul vor, um ſich über die Sezierung der
Leiche zu beſchweren, die ohne Erlaubnis der
Angehö=
rigen erfolgt ſei. Die beiden Herren, ſowie der türkiſche
Dragoman ſprachen ihre Mißbilligung über den Vorgang
in der mediziniſchen Klinik aus, ebenſo der Magiſtrat
der Stadt. Die Leiche der Verſtorbenen wird nach
mohammedaniſchem Ritus auf einem Münchener
Fried=
hof beerdigt werden.
Leipzig, 18. Aug. Am Fuße des
Völkerſchlachtdenk=
mals will der Deutſche Bund abſtinenter Frauen ein
großes Heim mit alkoholfreiem
Reſtaura=
tionsbetrieb errichten, das den Namen „Königin
Luiſenhaus” erhalten ſoll.
Magdeburg, 19. Aug. Bei der vom Automobilklub
ausgeſchriebenen Fernfahrt ereignete ſich ein
Un=
glücksfall. Auf der Strecke zwiſchen Gardelegen und
Salzwedel erlitt ein Automobil, in dem ſich zwei
Offi=
ziere und zwei Chauffeure befanden, einen Achſenbruch.
Der Wagen überſchlug ſich und alle vier Perſonen
wur=
den herausgeſchleudert. Die beiden Chauffeure erlitten
tödliche Verletzungen, die Offiziere kamen mit
Hautabſchürfungen davon.
Burg bei Magdeburg, 19. Aug. In der Nacht zum
Sonntag iſt die Rolandmühle bis auf die
Um=
faſſungsmauern niederge brannt. Das
Getreide=
lager wurde gerettet. Das Feuer iſt durch Kurzſchluß
entſtanden. Der Schaden beläuft ſich auf etwa 300000
Mark.
Wien, 18. Aug. Der Urheber des Attentats
auf den Weihbiſchof Pfluger, Prinz, hat ſein
Leben abwechſelnd im Kerker und im Irrenhauſe
ver=
bracht. Seit den letzten ſieben Jahren ſtand er mit
ge=
ringen Unterbrechungen in irrenärztlicher Behandlung.
Am 13. Auguſt d. J. war er aus der Irrenanſtalt „Am
Steinhof” in die er wegen Schwachſinn eingeliefert war,
als geheilt, aber moraliſch defekt, entlaſſen worden. Er
kam dann nach Wien, wo er mittellos im Aſyl lebte, da
er keine Arbeit finden konnte.
Mailand, 18. Aug. Bei Pizzofalcone fiel ein
gro=
ßer Meteorſtein nieder und zerplatzte beim
Auf=
prallen auf den Felſengrund unter furchtbarem Getöſe.
Zehn Schafe wurden getötet.
Paris, 18. Aug. Geſtern nacht drangen zwei Diebe
in die Kirche der kleinen, 600 Einwohner zählenden
Ge=
meinde La Lubiére im Departement Aveyon, um die
Opferſtöcke auszuplündern und die goldenen Altargefäße
zu rauben. Sie ſetzten dabei aber eine verſteckt
ange=
brachte elektriſche Alarmglocke in Bewegung, die zu
der Wohnung des Abbé Brémond führte. Dieſer begab
ſich, mit einem geladenen Revolver bewaffnet, durch eine
Hintertür in die Kirche, wo er ſich hinter dem Altar
ver=
barg. Plötzlich gab er auf die ahnungsloſen Diebe
mehrere Schüſſe ab, worauf dieſe die Flucht ergriffen.
Trotzdem einer von ihnen von einer Kugel getroffen
wurde, ſind ſie beide entkommen.
Paris, 19. Aug. Aus La Rochelle wird
ge=
meldet: Auf einer Kirmes ſetzte der Mechaniker des
Flug=
künſtlers Deneau die Schraube eines Monoplans in
Be=
wegung. Es entſtand ein Gedränge unter den
Neugie=
rigen. Zwei Männer, die ſich zu nahe herangewagt hatten,
wurden von der wirbelnden Schraube getötet.
Konſtantinopel, 19. Aug. Der türkiſche Miniſterrat
erwägt augenblicklich die Ueberführung des
frü=
heren Sultans Abdul Hamid von Saloniki
nach Konſtantinopel. Wahrſcheinlich ſoll Abdul
Hamid in dem reizenden kleinen Palais von Beglerbey
am Bosporus interniert werden. Dieſe Maßnahme iſt
zweifellos die Folge des Vormarſches der Albaneſen auf
Saloniki.
New=York, 18. Aug. Die Hinrichtung der
ſechs italieniſchen Mörder in Sing Sing
hat nun in New=York ein trauriges und einzigartiges
Nachſpiel gehabt und das New=Yorker
Geſundheits=
amt zum Erlaß einer Verfügung gezwungen, die
lako=
niſch beſtimmt: „Die Körper hingerichteter Mörder
dür=
fen fortan nicht mehr zu Reklamezwecken oder für Geld
ausgeſtellt werden, ſondern müſſen ſofort zur Beſtattung
kommen.‟ Die Leichen der Hingerichteten waren zur
Be=
ſtattung einem Beerdigungsinſtitut übergeben
worden, das ſich als von den Hinterbliebenen
bevollmäch=
tigt ausgab. Allem Anſchein nach aber beſaßen die
ge=
richteten (Mörder in Amerika überhaupt keine
Ver=
wandten; das findige Beerdigungsinſtitut, das ſich zur
Beſtattung bereit erklärt hatte, kam auf die ſchwer
faß=
liche Idee, die Leichen zu Reklamezwecken
auszuſtellen. Man hoffte, dabei gleich zwei
Flie=
gen mit einer Klappe zu ſchlagen: erſtens die Reklame
für das Inſtitut, zweitens aber dieſe Reklame auch noch
koſtenlos zu geſtalten. Jedenfalls wurde eine
Aus=
ſtellung der ſechs Leichen veranſtaltet, die zwei Tage lang
eine ungeheure Menſchenmenge, vorwiegend Italiener,
in den Keller des Beerdigungsinſtituts lockte. Man
er=
hob zwar kein Eintrittsgeld, aber zu Füßen der Leichen
waren kleine Teller aufgeſtellt, die um milde Gaben
für eine würdige Beſtattung der Toten baten. Das
Ge=
dränge der Neugierigen war zeitweilig ſo groß, daß
zwei Männer nur mit Mühe die Ordnung aufrecht
er=
halten konnten; die Beſucher dieſer grauenhaften
Aus=
ſtellung mußten eine Linie bilden und oft lange harren,
ehe ſie endlich an die Reihe kamen. „Nicht drängen!
Ge=
duld! Sie kommen alle dran” rief der Teilhaber an dem
Unternehmen, der ſich nun, da das Geſundheitsamt die
Fortſetzung der Ausſtellung verboten hat, bitter über
die=
ſen Eingrif der Behörde beklagt. Dabei war das
Ge=
baren dieſes Herrn das eines Ausſtellungsbeſitzers, der
ſich zu Unrecht in ſeinen Beſtrebungen gehemmt ſieht. Die
italieniſche Kolonie, die den größten Prozentſatz der
Be=
ſucher ſtellte, ſympathiſiert mit dieſem Inſtitut, und man
weiſt darauf hin, daß ein Konkurrent vor kurzem die=
Leiche eines von der ſchwarzen Hand ermordeten
Ita=
lieners 12 Tage lang in ſeinem Etabliſſement aufſtellte,
ehe der Körper zur Beſtattung die Reiſe nach Italien
antrat.
New=York, 19. Aug. Eine Nachricht aus Tarnylown
beſagt, daß in der Nacht vom Samstag zum Sonntag
mehrere Italiener in der Nähe des Wohnhauſes
Rocke=
fellers auf ſeinem Gute in Pocanlico Hills
über=
raſcht wurden. Man glaubt, daß ſie es auf das Leben
des Multimillionärs abgeſehen hatten. Vor einigen
Tagen war von einem Agenten Rockefellers ein
italieni=
ſcher Landarbeiter entlaſſen worden, worauf Rockefeller
ein anonymes Schreiben zuging, worin ihm die Rache
der ſchwarzen Hand angekündigt wurde. Rockefeller ließ
nun ſeine Beſitzung in eine große Feſtung umwandeln
und ſtellte ein Heer von Detektivs in ſeinen Dienſt.
Trotz=
dem gelang es den Italienern, ſich in die Beſitzung
ein=
zuſchleichen und bis auf 100 Meter dem Wohnhauſe zu
nähern. Ein Wächter entdeckte ſie und verfolgte die
Fliehenden. Dieſen gelang es jedoch, zu entkommen.
Verkehrsausſchuß der Bergſtraße.
Der „Engere Ausſchuß” des Verkehrs=
Ausſchuſſes der Bergſtraße trat am
Sonn=
tag in Lindenfels im „Hotel Odenwald” zu
einer Sitzung, der letzten vor Schluß des Geſchäftsjahres
am 30. September, zuſammen, zu welcher Vertreter aus
Auerbach, Bensheim, Jugenheim, Lindenfels, Seeheim,=
Weinheim und Zwingenberg erſchienen waren. Die
Motor=Omnibus=Geſellſchaft Bensheim-Lindenfels hatte
einen Extra=Automobil=Omnibus zur Verfügung geſtellt
und ging die Fahrt in flottem Tempo glatt von ſtatten,
ſo daß der Vorſitzende, Herr Rentner Sieben=
Auer=
bach, die Sitzung um 5 Uhr eröffnen konnte. Es galt eine
Tagesordnung von 14 Punkten zu erledigen, die ſich auf
unſer Verhältnis 1. zum Bund Deutſcher Verkehrs=
Ver=
eine, 2. zum Verband Heſſiſcher Verkehrs=Vereine, 3. zum
Rheiniſchen Verkehrs=Verein bezog, 4. die Reklame des
Bildſchmucks in den Eiſenbahnwagen, 5. Verwendung
des Ueberſchuſſes aus den Einzahlungen für die
Leip=
ziger Illuſtrirte Zeitung, 6. den Haushaltsplan für das
nächſte Geſchäftsjahr, 7. die Reklame der Dioramen=
Ausſtellung in Bad Nauheim, 8. Beilegung einer
Diffe=
kenz mit einer Zeitung in Annoncen=Angelegenheit,
9. Kollektiv=Annoncen, 10. Erlangung von Zuſchüſſen,
11. gemeinſame Abgabe von Propaganda=Material an
Auskunftsſtellen, 12. Ernennung von Ehrenmitgliedern
behandelte.
Es wurde beſchloſſen, die Erledigung der
Punkte 1, 2 und 5 in das Ermeſſen des Vorſitzenden, der
das Intereſſe des V.=A. d. B. auf den diesbezüglichen
Sitzungen des Arbeitsausſchuſſes des Verbandes
Heſſi=
ſcher Verkehrs=Vereine vertreten wird, zu legen. Zu 3
gab der Vorſitzende bekannt, daß er als Vorſitzender des
V.=A. d. B. in den Geſamtvorſtand des Rheiniſchen
Ver=
kehrs=Vereins Koblenz auf deſſen kürzlicher
Hauptver=
ſammlung in Remagen gewählt worden ſei. Es wird
erwartet, daß die Intereſſen der Bergſtraße dadurch noch
mehr als bisher durch die Maßnahmen des großen
Rhei=
niſchen Verkehrs=Vereins gefördert werden möchten. Zu
4 wurden die bisherigen Beſchlüſſe aufgehoben. Es
ſollen erſt Erfahrungen geſammelt werden ob dieſe ſehr
koſtſpielige Reklame wirklich Ausſicht auf Erfolg bieten
kann. Zu 6 wurde beſchloſſen, bei Aufſtellung des
Haus=
haltsplans für 1912/13 die Jahresbeiträge in
angemeſſe=
ner Weiſe zu erhöhen, was vorausſichtlich um ſo leichter
möglich ſein wird, als jegliche Extrabeiträge, die während
der letzten beiden Jahre die Leiſtungsfähigkeit der dem
V.=A. d. B. angeſchloſſenen Kommunal= und anderen
Verbände ſehr in Anſpruch genommen haben, im
kom=
menden Jahre wegfallen werden. Es wurde hierbei
dar=
auf hingewieſen, wie wünſchenswert es ſei, immer noch
mehr Einzelmitglieder in größerer Anzahl zu gewinnenn
Die Erfolge gerade des letzten Jahres ſind in dieſer Be=
nerstag, 22.: Alt=Frankfurt. Freitag, 23.: Nathan der
Weiſe. Samstag, 24.: Clavigo. Sonntag, 25.: Der
Biber=
pelz. Montag, 26.: Die Kreuzelſchreiber. 3. Neues
Theater. Dienstag, 20. Aug.: Die fünf Frankfurter.
Mittwoch, 21.: Zum erſten Male: Der Meiſterdieb.
Don=
nerstag, 22.: Der Meiſterdieb. Freitag, 23.: Die fünf
Frankfurter. Samstag, 24.: Mandragola. Sonntag, 25.,
nachm. 3½ Uhr: Das Leutnantsmündel; 8 Uhr: Der
Mei=
ſterdieb.
Statiſtiſches vom Federſchmuck der Frau. Wie
ge=
waltig trotz aller Bemühungen der Vogelfreunde die
Mode des Federſchmuckes an den Damenhüten in den
letzten zehn Jahren zugenommen hat, zeigt Mar Dupray
in einer intereſſanten ſtatiſtiſchen Zuſammenſtellung, die er
in einer Pariſer Zeitung veröffentlicht. Die Zahlen
be=
ziehen ſich nur auf Frankreich, das tonangebende,
Mode=
land Europas; aber ſie beweiſen, daß gerade der
Ver=
brauch von Reiherfedern, Paradiesvogelfedern und
Strau=
ßenfedern fortwährend wechſelt. Im Jahre 1902 führte
Frankreich insgeſamt 703300 Kilogramm Federn ein, 1911
dagegen bereits 1039300. Beſonders bemerkenswert aber
iſt das Verhältnis, in dem ſich dieſer Mehrverbrauch auf
die einzelnen Federſorten verteilt. Die gewöhnlicheren
Federn ohne Reiher, Paradiesvogel und Strauß, ſtiegen
von 588900 Kilogramm auf 803 900, alſo um etwa 26
Pro=
zent, während die Geſamtzunahme 47 Prozent beträgt.
Die größte Zunahme entfällt damit auf die koſtbaren
Lurusfedern, auf Reiher, Strauß und Paradiesvogel. Und
in der Tat, während von dieſen Federarten 1902 114 400
Kilogramm eingeführt wurden, erreichte 1911 die Einfuhr
nicht weniger als 235 400 Kilogramm. Der Verbrauch hat
ſich alſo auf dem Gebiete der Luxusfedern mehr als
ver=
doppelt: er iſt um 105 Prozent gewachſen. Die gewaltige
Zunahme der Nachfrage iſt naturgemäß auf den Preis
dieſer Federn von ſtarkem Einfluß geweſen und hat eine
erhebliche Verteuerung mit ſich gebracht. Auch hierfür
liefert die Statiſtik ein lehrreiches Zahlenmaterial, indem
ſie über den Wert der eingeführten Federn Aufſchluß gibt.
Die Geſamteinfuhr von Federn erreichte 1902 in
Frank=
reich die ſchon ſtattliche Summe von 36650000 Francs,
die 1911 jedoch auf nicht weniger als 80345000 Francs
ſtieg. Das iſt eine Zunahme von 119 Prozent. An
dieſer Zunahme jedoch ſind die gewöhnlicheren Federn
trotz der ungleich größeren Quantität nur ganz
unweſent=
lich beteiligt; in der Tat ſtieg der Wert der Einfuhr von
11 400000 nur auf 12890000, während die Quantität in
der gleichen Zeit um 36 Prozent zunahm. Die einfacheren
Federn ſind alſo billiger geworden. Die Straußfedern
die Reiherfedern und die Paxadiesvogelbalge dagegen ſind
im Werte erheblich geſtiegen. Noch 1902 belief ſich die
Einfuhr dieſer Luxusfedern auf 25250000 Francs; 1911
wurden jedoch nicht weniger als 67 Millionen Francs
er=
reicht. Das umſchließt eine Zunahme von 168 Prozent.
Die Reiherfedern ſind daran mit 6 Millionen Francs
be=
teiligt, die Paradiesvogelfedern mit 550000. Und dieſe
Umwälzung in dem kurzen Zeitraum von 10 Jahren!
Naturgemäß iſt auch die Ausfuhr von Federn aus
Frank=
reich ins Ausland im gleichen Zeitraum entſprechend
ge=
wachſen; die anderen Länder haben von Paris im Jahre
1911 mehr als doppelt ſoviel Federn bezogen als im Jahre
1902. Dieſe Entwickelung der Federmoden bei den
Frauen=
hüten koſtet alljährlich tauſenden von Vögeln das Leben
und es ſcheint, daß dieſer Vernichtungskrieg gegen die
Vogelwelt trotz aller Beſtrebungen der Naturfreunde nicht
aufzuhalten iſt: die Mode und die Freude an einem
origi=
nellen Hutſchmuck triumphieren.
ml. Wie man geſchnittene Blumen friſch erhält. Ueber
die beſte Methode, geſchnittenen Blumen möglichſt lange
ihre Friſche zu erhalten, händelt ein Artikel im Journal
dagriculture, in dem die Profeſſoren Dourton und
Du=
come über das Ergebnis ihrer zahlreichen diesbezüglichen
Verſuche Bericht erſtatten. Sie ergeben als
bemerkens=
wertes Hauptreſultat die Feſtſtellung, daß alle bisher für
den genannten Zweck empfohlenen Subſtanzen ſich für den
Konſervierungszweck als ſchädlich erweiſen. Dagegen ſind
als der Friſcherhaltung der Blumen günſtige Mittel
fol=
gende zu nennen: Zucker, Kalkwaſſer, deſtilliertes Waſſer
ſalpeterſaures Kali, Ammoniakphosphat, Glyzerin und
Al=
kohol. Die mineraliſchen Stoffe ergeben in ſchwacher
Kon=
zentration (1 zu 10000) die beſten Wirkungen, während die
organiſchen Chemikalien in einer Doſierung von 1 bis 10
Prozent beſonders gute Dienſte leiſten. Die Experimente
der beiden Gelehrten führten weiterhin zu folgenden
Schlüſſen: erſtens daß ſich die Blume um ſo friſcher
er=
hält, je näher ſie ſich der Oberfläche der Flüſſigkeit, in der
ſie getaucht iſt, befindet, und zweitens, daß die Blumen
beſonders lange und mühelos friſch zu erhalten ſind, wenn
ſie abgeſchnitten werden, aber nicht mit der Pflanze, auf
der ſie geboren wurden.
* Das Nilpferdbaby im Berliner Zoologiſchen
Gar=
ten. Am 13. d. M. hat im Berliner Zoologiſchen Garten
ein Nilpferd das Licht der Welt erblickt. Der Vater des
Jungen hauſt jetzt ſeit 19 Jahren in Berlin. Die Mutter
kam vor 14 Jahren aus dem oberen Nilgebiet; ſie war noch
ein kleines Ding, das vorwiegend mit Milch ernährt
wer=
den mußte. Sie hat bis jetzt ſechsmal ein Junges
ge=
boren. Wie Dr. Heinroth im Berl. Lokalanz. erzählt, hat
die Mutter zwei ihrer Jungen erdrückt, zwei ſind
geſtor=
ben. Das gegenwärtige wurde unverletzt unmittelbar nach
ſeinem Erſcheinen der Alten weggenommen, es wird mit
der Flaſche aufgezogen. Zunächſt wird die Milch, etwa
auf die Hälfte mit Waſſer verdünnt, gereicht, und zwar
etwa ſechsmal am Tage, ſpäter geht man zu reiner
Kuh=
milch, der ſchließlich etwas Hafermehl oder ähnliches
zu=
geſetzt wird über. Die Erfahrung lehrt, daß Huftiere, alſo
auch das Nilpferd, die Milch der Kuh ſehr gut vertragen.
Das Wachstum ſchreitet unter günſtigen Verhältniſſen ſehr
raſch vor. Das Jufige nimmt in den erſten Monaten faſt
um ein Kilo täglich zu und erhält als etwa zwei= bis
dreimonatiges Tier bis zu acht Liter Kuhmilch täglich.
Das Gewicht dieſes Nilpferdmädchens betrug bei der
Ge=
burt 37 Kilo, ſeine Länge von der Schnauzenſpitze bis
zur Schwanzwurzel 102 Zentimeter. Es iſt etwas kleiner
als ſein Vorgänger, der mit 42 Kilo das Licht der Welt
er=
blickte. Allgemein wird in ſachunkundigen Kreifen die
Größe eines ſolchen Sprößlings beſtaunt, aber wenn man
ſich einmal das Verhältnis zum Gewicht der Mutter
klar=
macht, ſo wundert einen mehr die Kleinheit des Kindes.
Man kann ein altes Nilpferd weiblichen Geſchlechts auf
etwa 1500 Kilo veranſchlagen, das Junge wiegt alſo etwa
den 38. Teil der Alten, während ſich beim Menſchen das
Verhältnis etwa wie 1 zu 20 geſtaltet.
ziehung ſehr erfreulich geweſen. Das allgemeine
öffent=
liche Intereſſe für unſere Beſtrebungen kann dadurch nur
gefördert werden. Zu 7 wurden verſchiedene Wünſche
vorgebracht, die, nachdem die Leitung des Verbandes
Heſſiſcher Verkehrs=Vereine vom 1. April 1913 ab auf den
V.=A. d. B. übergegangen ſein wird, vielleicht
durch=
geführt werden können. Punkt 8 fand glatte und
gün=
ſtige Erledigung. Bei Punkt 9 wurde auf den Vortrag
des Vorſitzenden über Kollektiv=Annoncen hingewieſen.
Zu 10 wurde die Erledigung des Schreibens des
Vor=
ſitzenden vom 28. Mai 1912 zwecks Gewinnung der
not=
wendigen Unterlagen dringend empfohlen. Zu 11
ge=
langte die neue Art der Verſendung der Proſpekte an
Auskunftsſtellen zur Vorlage und wurde die dadurch
er=
zielte gleichmäßige und unparteiiſche Behandlung der
An=
gelegenheit anerkannt. Punkt 12 fand glatte Erledigung
und wird die Ernennung eines Ehrenmitgliedes der
Hauptverſammlung im Oktober in Seeheim in Vorſchlag
gebracht werden. Vor Schluß der Sitzung gab der
Vor=
ſitzende Kenntnis von einer vor zirka 14 Tagen in einer
Darmſtädter Hofbuchhandlung erſchienen Broſchüre „Die
wunderherrliche Bergſtraße Heſſens‟ Die Verſammlung
war einſtimmig der Anſicht, über die Broſchüre und ihren
Inhalt, ſowie den trotz ſeines Pſeudonyms
wohlbekann=
ten Autor glatt zur Tagesordnung überzugehen. Die
anregend verlaufene Sitzung legte in erfreulicher Weiſe
Zeugnis eines einmütigen Zuſammenwirkens der
Berg=
ſtraßenorte ab und iſt es dem Vorſitzenden eine
ange=
nehme Pflicht, dies öffentlich konſtatieren zu können.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Köln, 18. Aug. Heute begann im großen
Gür=
zenichſaal die 19. Jahresverſammlung des
Hauptver=
bandes deutſcher Ortskrankenkaſſen, dem
411 Unterverbände und einzelne Kaſſen angehören.
Ver=
treten ſind 339 Klaſſen, Verbände uſw. durch mehr als 900
Delegierte, die insgeſamt 4200000 Mitglieder vertreten.
Der Vorſitzende, Landtagsabgeordneter Fräßdorf=
Dres=
den, dankte der Stadt Köln für die dem Kongreß
bewie=
ſene Gaſtfreundſchaft. Zu Vorſitzenden der Tagung
wur=
den gewählt: Zoller (Köln) für die Arbeitgeber und
Witti (München) als Vertreter der Arbeitnehmer.
* Ludwigshafen, 19. Aug. Der Verband
ſüddeutſcher Fußballvereine der ſeit
Samstag hier tagt, iſt von über 200 Vereinen mit 1787
Stimmen vertreten. Den Vorſitz führt Amtsgerichtsrat
Popper=Hanau. Der Verband hat im letzten Jahre um
155 Vereine mit 9259 Mitgliedern zugenommen, ſo daß die
Geſamtzahl der Mitglieder in 424 Vereinen 45722
be=
trägt. Der Verband betrachtet es als eine ſeiner
Haupt=
aufgaben, Auswüchſen des Fußballſports mit allen
Mit=
teln zu begegnen. Eine Reihe von Anträgen und
Wün=
ſchen wurde nach lebhafter Debatte teils angenommen
rteils abgelehnt und dem Spielſyſtem 1912/13 mit 874
gegen 313 Stimmen zugeſtimmt, ebenſo der
Satzungs=
änderung. An den Protektor des Verbandes, Prinzen
Alfons von Bayern, wurde ein Huldigungstelegramm
geſandt. Die früheren Vorſtandsmitglieder wurden
wie=
dergewählt. Der nächſtjährige Verbandstag findet in
Frankfurt a. M. ſtatt. In dem im Anſchluß an die
Tag=
rung ſtattfindenden Städte=Wettſpiel Stuttgart-
Ludwigs=
lhafen ſiegten die Stuttgarter mit 5.1.
Der Kaiſer in Frankfurt.
* Frankfurt 19. Aug. Die Abreiſe des
Kaiſers von Wilhelmshöhe erfolgte heute
vor=
mittag 8.20 Uhr. Das Gefolge beſtand aus dem
Oberhof=
onarſchall Graf Eulenburg, Hofmarſchall Graf Platen=
Hallermund, Generaladjutant Generaloberſt v. Pleſſen,
Dem Flügeladjutanten Oberſtleutnant Mutius, Major
CTaprivi, dem Chef des Zivilkabinetts Wirkl. Geheimrat v.
Walentini, Geſandten Freiherrn v. Jeniſch, Oberſtallmeiſter
Freiherrn v. Reiſchach und Leibarzt Oberſtabsarzt Dr.
Miedner. Punkt 12 Uhr lief der Hofzug auf dem
Bahn=
kteig 4 ein. Auf dem Perron waren anweſend
Ober=
präſident Hengſtenberg, Regierungspräſident v. Meiſter,
Polizeipräſident Rieß v. Scheurnſchloß, Prinz Friedrich
Karl von Heſſen in Generalsuniform und
Eiſenbahn=
präſident Reuleaux. Der Kaiſer, der Feldjägeruniform trug,
gab dem Prinzen Friedrich Karl und dem Polizeipräſiden:
Die Hand und begab ſich ſodann in das Fürſtenzimmer.
Nach kurzem Aufenthalt erfolgte die Fahrt im Automobil
nach dem Hohenzollernplatz.
Der Kaiſer traf, auf dem Wege durch die
fahnen=
geſchmückte Stadt vom Publikum und den Schulkindern
Herzlich begrüßt, mit Gefolge im Automobil um 12 Uhr
20 Minuten am Neuen Oſthafen ein; in ſeiner
Be=
gleitung befand ſich Prinz Friedrich Karl von Heſſen. Der
Kaiſer trug die Uniform der Königsjäger zu Pferde. An
der Empfangshalle hatten ſich eingefunden
Oberbürger=
rneiſter Dr. Adickes, die Miniſter v. Breitenbach und
Lentze, Oberpräſident Hengſtenberg, kommandierender
Ge=
neral v. Eichhorn, die Spitzen der Behörden, die Stadträte
und Stadtverordneten, ſoweit ſie Mitglieder der
Oſthafen=
kommiſſion ſind, u. a. In der Empfangshalle wurden dem
Kaiſer Pläne und Skizzen des Hafens gezeigt und
Ober=
bürgermeiſter Adickes hielt einen kurzen Vortrag über die
Geſchichte des Frankfurter Hafens und deſſen großzügige
Neuanlagen. Er ſchloß mit einem dreifachen Kaiſerhoch.
Auf dem Wege von der Empfangshalle zum Hafen bildeten
Krieger=, Turner= und Sport=Vereine mit ihren Fahnen
Spalier; der Kaiſer durchfuhr unter den Hurrarufen der
Mitglieder die Reihen. Am Hafenkai lag der
Regier=
ungsdampfer „Adler” für den Kaiſer bereit, zahlreiche
Boote der Frankfurter Rudervereine bedeckten das Waſſer.
Die Laſtſchiffe hatten Fahnen und Wimpeln gehißt. Um
1 Uhr 15 Min. beſtieg der Kaiſer den Regierungsdampfer
unter den Klängen einer Muſikkapelle. Der Dampfer
durchfuhr die Hafenanlagen und nahm dann den Kurs an
der Gerbermühle vorbei nach dem Fahrtor, von wo aus
der Kaiſer mittels Automobil zum Römer fuhr.
Gegen 2 Uhr traf der Kaiſer, immer in Begleitung des
Oberbürgermeiſters des Prinzen Friedrich Karl, der
Herren des Gefolges und der obengenannten
Würden=
kräger unter den Hochrufen eines zahlreichen Publikums,
der Schulkinder und der Pfadfinder vor dem Römer
ein. Hier waren Geſangvereine mit ihren Fahnen
auf=
geſtellt. In den unteren Hallen des Römers, wo alte
Jahnen von der Decke hängen und Tannengewinde ſich um
die alten Säulen ſchlingen, präſentierte die Ratswache
ihre Hellebarden. Das Frühſtück wurde im Kaiſerſaal
eingenommen. Hierbei ſaßen rechts vom Kaiſer zunächſt
Prinz Friedrich Karl von Heſſen, Generaloberſt v. Pleſſen,
Exzellenz Ehrlich, Direktor des Königlichen Inſtituts für
experimentelle Therapie, Wirklicher Geheimer Rat v.
Valentini und Regierungspräſident v. Meiſter; links
Ober=
bürgermeiſter Dr. Adickes, Oberhofmarſchall Graf
Eulen=
burg, Miniſter v. Breitenbach, Generalleutnant Scholtz
(21 Diviſion) und Oberlandesgerichtspräſident Spahn.
Gegenüber dem Kaiſer ſaß kommandierender General
w. Eichhorn, zwiſchen Oberſtallmeiſter Freiherr v. Reiſchach
und Stadtrat v. Metzler. Nach der Tafel trat der Kaiſer
auf den Balkon des Römers. Der ganze Römerberg war
von einer dichten Menſchenmenge beſetzt, auch die Fenſter
und Dächer der Häuſer waren gedrängt voll. Der Kaiſer
dankte freundlich für die jubelnden Zurufe des Publikums.
Im Bürgerſaal wurde der Kaffee gereicht. Der Kaiſer
be=
ſichtigte hier die neuen Gemälde von Profeſſor Brütt und
die Kaiſerbüſte von Profeſſor Varneſi. Der Kaiſer verlieh
dem Oberbürgermeiſter ſeine Photographie in Rahmen
mit Unterſchrift. Um vier Uhr erfolgte die Abfahrt
des Kaiſers mit Automobil nach Kronberg, wo
der Kaiſer Wohnung im Schloſſe Friedrichshof nimmt.
Luftfahrt.
* Bochum, 18. Aug. Der Flieger Audemars.
der mit einem Bleriot=Eindecker von Paris aufgeſtiegen
iſt, um einen Flug nach Berlin zu unternehmen, iſt um
3 Uhr nachmittags hier gelandet. Nachdem er ſich
orientiert hatte, flog er zum Flugplatz Wanne=Eſſen, von
wo er morgen früh weiterfliegen will.
* Bochum 19. Aug. Der franzöſiſche Flieger
Audemars, der geſtern früh in Paris zum Flug nach
Berlin aufſtieg, iſt geſtern abend halb 5 Uhr auf dem
Flugplatz Wanne glücklich gelandet. Vorher hatte er
Landungen in Bochum und Haltern vorgenommen. Die
eigentliche Flugzeit von Paris bis Wanne hat nur ſechs
Stunden gedauert. Der Flieger will heute wieder
auf=
ſteigen, um nach Johannisthal zu fliegen.
* Hannover, 19. Aug. Der geſtern in P ar is
zum Fluge nach Berlin aufgeſtiegene Flieger
Aude=
mars, der nachmittags ſeinen Flug unterbrechen mußte,
paſſierte heute morgen halb 9 Uhr mit einem Bleriot=
Eindecker Bielefeld, überflog um 9 Uhr Bad
Oeynhauſen, 9.25 Uhr Hannover in der Richtung
auf Lehrte.
* Gifhorn, 19. Aug. Der Flieger Audemars
paſſierte um 1 Uhr 45 Min. die Station Iſenbüttel und
ſetzte ſeine Fahrt längs der Bahnſtrecke fort.
Vermiſchtes.
— Von der Strafjuſtiz. Von ſachkundiger
Seite wird uns geſchrieben: Vielfach hält man den
Staats=
anwalt für einen Mann, deſſen höchſter Ehrgeiz es iſt,
möglichſt viele Menſchen auf die Anklagebank und ins
Ge=
fängnis zu bringen, und man begegnet nicht ſelten der
Anſicht, der Strafrichter fälle lieber ein verurteilendes als
ein freiſprechendes Erkenntnis. Dieſe Meinung findet in
der Tatſache, daß auf 5—7 Verurteilungen nur eine
Freiſprechung kommt, ſcheinbar ihre Beſtätigung. Aber
der Schein trügt. Ma überſieht die eine Seite der
Tätig=
keit des Staatsanwalts, die ſich in der Stille abſpielt, und
mit der ſich die Oeffentlichkeit viel weniger beſchäftigt als
mit den Verhandlungen der Strafgerichte. Der
Staats=
anwalt hat, ſobald er von dem Verdacht einer ſtrafbaren
Handlung Kenntnis erhält, den Sachverhalt zu erforſchen
und dabei nicht bloß die zur Belaſtung, ſondern auch die
zur Entlaſtung dienenden Umſtände zu ermitteln. Erſt
dann, wenn ſich der Verdacht als begründet erweiſt,
er=
hebt er die öffentliche Klage, andernfalls ſtellt er das
Ver=
fahren ein. Die Einſtellung des Verfahrens, durch die
dem Beſchuldigten die Unannehmlichkeit einer öffentlichen
Verhandlung erſpart wird, kommt viel häufiger vor als
an gewöhnlich glaubt. Nach der kürzlich erſchienenen
amtlichen Statiſtik haben die Staatsanwaltſchaften in
Darmſtadt, Gießen und Mainz im Jahre 1911 im ganzen
15 503 Strafſachen erledigt und dabei in nicht weniger wie
366 Fällen das Verfahren eingeſtellt, der beſte Beweis
dafür, mit welcher Sachlichkeit die Staatsanwaltſchaft
vor=
geht. Die Zahlen laſſen aber auch erſehen, warum der
Strafrichter ſo oft zur Verurteilung des Angeklagten
kommt. Der Staatsanwalt, der faſt in der Hälfte aller
Fälle von einer Anklage abſieht, bringt vor das Gericht
neiſt nur diejenigen Sachen, in denen an der Schuld des
Angeklagten kein oder doch faſt kein Zweifel zu ſein ſcheint
Wenn trotzdem noch auf jede fünfte bis ſiebente
Verurteil=
ung eine Freiſprechung kommt, ſo zeigt dies, mit welcher
Sorgfalt unſere Strafgerichte die Schuldfrage zu prüfen
pflegen.
— Ludwig Richter=Poſtkarten, Serie 1
Verlag Hegel u. Schade in Leipzig). Die Herausgabe
dieſer Poſtkarten iſt ein verdienſtvolles Unternehmen des
Verlages. Die beiden Serien bringen ganz vorzügliche
Reproduktionen von Richterſchen Märchen=Illuſtrationen,
wie er ſie in ſeinem bekannten Werke „Es war einmal”
dem deutſchen Volke beſchert hat. Es iſt immer ein
Ge=
nuß, dieſe herzigen Bildchen zu betrachten, in denen das
märchenhaft Phantaſtiſche uns menſchlich näher gebracht,
möglich und wahrſcheinlich dargeſtellt wird. Die Karten
erfreuen ſich daher, ſowie ihres billigen Preiſes wegen,
großer Beliebtheit.
* Kunſtſeide aus Glas. Vor einiger Zeit
wurden nach den Daily Conſular and Trade Reports
Patente für eine Kunſtſeide genommen, die infolge
Un=
verbrennbarkeit, ſowie Haltbarkeit gegenüber
Feuchtig=
keit, Säuren und Alkohol einen weſentlichen Vorſprung
gegenüber den bisherigen Kunſtſeidearten beſitzt. Sie
beſteht nämlich aus geſponnenem Glas in Fäden, die
wegen ihres geringen Durchmeſſers von etwa einem
Acht=
zehntel eines menſchlichen Haares kaum mehr vom Auge
wahrgenommen werden können. Durch Zuſatz
verſchie=
dener Chemikalien erhalten dieſe dünnen Fäden Glanz
und Geſchmeidigkeit, ſo daß ſie feſter und haltbarer ſind,
als irgend eine andere Art von Kunſtſeide. Sie können
zu Garn, zu Poſamentierwaren oder zu Webwaren ohne
alle Schwierigkeiten verarbeitet werden. Auch ſollen ihre
Herſtellungskoſten nur ungefähr 1,10 bis 1,30 Mark für
ein Kilogramm betragen. Bisher konnte die Erzeugung
von Kunſtſeide mit dem Bedarf nicht gleichen Schritt
hal=
ten. Hierbei betrugen die Selbſtkoſten angeblich 5,80 bis
7 Mark für ein Kilogramm. Dieſes iſt zwar gegenüber
dem Preis von echter Naturſeide ſehr billig, aber weit
höher als der für die Glasſeide angegebene Preis.
* „Der eiſerne Beſtand‟ Der am 26. Auguſt 1870
beginnende Rechtsabmarſch der dritten und Maasarmee
gegen Sedan erſchwerte die Verpflegung der auf engem
Raum zuſammengedrängten Heeresmaſſen in hohem
Grade, da die Proviantwagen und das mitgeführte
lebende Vieh den Truppen nicht unmittelbar folgen
durf=
ten, die Heranziehung der Kolonnen nur ſelten zu
ermög=
lichen war und weder Requiſitionen noch Ankäufe
genü=
gende Erträge lieferten. Im allgemeinen waren die
Truppen in dieſer Zeit darauf angewieſen, ihren eiſernen
Beſtand zu verzehren und denſelben, ſoweit möglich, durch
Vorziehen einiger Kolonnenfahrzeuge wieder zu
ergän=
zen. Auch im Januar 1871 ſtellten ſich bei dem Vormarſch
gegen Le Mans der Verpflegung faſt unüberwindliche
Hinderniſſe entgegen. Der noch gefüllte Teil der Kolonnen
vermochte auf den durch Schnee und Glatteis verdorbenen
Wegen nicht zu folgen, das ausgeſogene Land nichtsher=
zugeben. Die Truppen waren daher hauptſächlich auf ihren
eiſernen Beſtand angewieſen. Die Unterbringung des
eiſernen Beſtandes erfolgt bei den Fußtruppen für zwei
Portionen im Torniſter, für die dritte in den fahrbaren
Feldküchen und, ſolange ſolche noch fehlen, auf
beſonde=
ren Fahrzeugen; bei der Kavallerie für eine Portion und
ie Fleiſch= und Gemüſekonſerven in den Packtaſchen, für
die andere im Lebensmittelwagen; bei den übrigen
Trup=
pen und Formationen teils im Torniſter, teils auf den
Pferden oder Fahrzeugen. Auf die Behütung dieſes
„Notpfennigs” iſt die ganz beſondere Aufmerkſamkeit der
Vorgeſetzten hingewieſen: „Alle Offiziere haben die
Pflicht, innerhalb ihres Befehlsbereichs mit allen Mitteln
auf die Erhaltung des eiſernen Beſtandes hinzuwirken.
Den Mannſchaften muß der Wert dieſes
Verpflegungs=
vorrates für ihre Selbſterhaltung klar gemacht werden”
ſo beſtimmt die Felddienſtordnung. Der Verbrauch darf
nur im Notfalle und bei vollſtändigem Mangel anderer
Verpflegungsmittel mit Genehmigung der Vorgeſetzten
— und auch von dieſen nur für eine Portion — eintreten,
und muß darüber ſofort nach oben gemeldet und der
Be=
ſtand ſobald als möglich wieder ergänzt werden. In
gleicher Weiſe führen auch die übrigen Truppengattungen
(Kavallerie, Artillerie, Train) ihre eiſernen Rationen
für Mann und Pferd mit ſich.
Dieſer Aufſatz ſtammt aus dem neuen Werke „In
Wehr und Waffen‟. Ein Buch von Deutſchlands
Heer und Flotte. Herausgegeben von den
Generalleut=
nants z. D. v. Caemmerer und Baron v. Ardenne. Inhalt
180 Seiten Text, 510 Abbildungen und 49 Kunſtbeilagen.
In Prachtband gebunden 30 Mk. Auch in 48 Lieferungen
zum Preiſe von je 50 Pfg. zu beziehen. Union Deutſche
Verlagsgeſellſchaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig,
Literariſches.
g. Die Witzbüchſe der „Jugend” Im Ver.
lag der „Jugend”, der bekannten Münchener
humoriſtiſch=
ſatiriſchen Wochenſchrift, iſt unter vorſtehendem Titel zu
dem Preiſe von 1.50 Mk. eine Witz=Sammlung erſchienen,
die eine Auswahl der in den erſchienenen 34 Jahrgängen
der Jugend enthaltenen Witze und Wahren Geſchichtchen
enthält. Es iſt ein geſunder, herzerquickender Humor, der
aus dieſem Bändchen ſpricht, den man ohne jedes Wenn
und Aber genießen kann. Es ſind Witze, die niemand
ver=
letzen und doch, oder gerade deshalb herzlich lachen
machen. Lachen iſt die beſte Medizin, deshalb ſollte jeder,
der ſich von Aerger und Verdruß befreien will. zu dieſem
Büchlein greifen.
Das neue Bulgarien, Studien und
Streif=
züge von Paul Lindenberg. 160 Seiten, mit 60
Abbildungen. 2 Mark. Berlin. Ferd. Dümmlers Verlag.
Zum erſten Male erhalten wir hier in völlig objektiver
Darſtellung eine umfaſſende Schilderung der Entwicklung
es neuen Bulgariens während des letzten
Vierteljahr=
hunderts. Vor kurzem feierte ja König Ferdinand ſein
5jähriges Regierungsjubiläum. In überſichtlicher und
feſſelnder Weiſe wird uns eine Fülle umfaſſendſten
Mate=
rials dargeboten das auf genaueſter Kenntnis der
ein=
heimiſchen Verhältniſſe beruht und dem Verfaſſer von
be=
deutſamſter, diplomatiſcher bulgariſcher Seite zur
Ver=
fügung geſtellt wurde. Nur ſo war es möglich, ein
zuver=
läſſiges und intereſſantes Bild zu erhalten von dem, wie
es einſt in Bulgarien ausſah, und wie es heute dort iſt.
Die einzelnen Abſchnitte enthalten die Geſchichte des
Landes, Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe, Unterricht,
Finanzen, die Armee, Juſtiz, Geſellſchaft, Parteiweſen,
Sanitätsweſen, Volksdichtung und Kunſt. Dieſem erſten
Teil ſchließt ſich ein zweiter an, der in lebhafter Weiſe die
letzten Fahrten Paul Lindenbergs durch Bulgarien, das
er ſeit zwei Jahrzehnten kennt, ſchildert. Dieſe Erlebniſſe,
Eindrücke und Begegnungen, und anderes mit dem
bulgariſchen Königspaare, ſind ſehr unterhaltender Art
und vervollſtändigen in buntfarbiger Weiſe die
Darleg=
ungen des erſten Teiles. Das Buch wird jedem
unent=
ehrlich ſein der ſich mit Bulgarien und den
Balkan=
ländern beſchäftigt; ſein billiger Preis von 2 Mark wird
die Verbreitung unterſtützen, zumal das Werk glänzend
ausgeſtattet iſt.
— In der Verlagsbuchhandlung von Karl Peters,
Magdeburg, erſchien: Margarethe Strauß: Wie
Frau Coſima Wagner ſehe, (Preis 1 Mk.).
Es iſt der erſte Verſuch einer Monographie der genialen
Gattin Richard Wagners, die deren noch viel zu wenig
gekannte Bedeutung für das Schaffen des Meiſters und
die Erhaltung des Bayreuther Werkes in klaren, feinen
Worten würdigt.
— Die Wunder der Welt.” Großartige
Natur=
ſchöpfungen und ſtaunenswerte Menſchenwerke aller
Zei=
ten in Wort und Bild. Meiſt nach eigener Anſchauung
geſchildert von Ernſt von Heſſe=Wartegg.
952 Seiten Text mit über 1000 Abbildungen und 30
mehr=
farbigen Kunſtbeilagen. Vollſtändig in 34 Lieferungen zu
je 60 Pfennig. Union, Deutſche Verlagsgeſellſchaft in
Stuttgart, Berlin, Leipzig. Mit der 5. Lieferung von „Die
Wunder der Welt” von Ernſt von Heſſe=Wartegg liegt
der Afrika betreffende Teil des Werkes vollſtändig vor.
Die folgenden 6 Lieferungen werden Aſien enthalten.
Heſſe=Wartegg beginnt mit dem heiligen Lande und führt
die Leſer der Reihe nach durch Arabien, Perſien, das
Wunderland Indien, dann Siam, Birma und
Kambod=
ſcha, ſchließlich durch China und Japan. Gerade Aſien
hat Heſſe=Wartegg in allen ſeinen Teilen eingehend
be=
reiſt und dort zahlreiche photographiſche Aufnahmen
ge=
macht. Die vorliegende 5. Lieferung enthält unter
anderem eine hochintereſſante Beſchreibung von Jeruſalem.
— Dr. Juſtus Schneider: Führer durch die
Rhön. Neunte verbeſſerte und vermehrte Auflage,
be=
arbeitet von Dr. Guſtav Schneider, mit einer
Ueberſichts=
karte der Rhön (1:150000), ſechs Wegekärtchen (1:50000),
21 Abbildungen ſowie einem Verzeichnis von Reiſeplänen
für die Rhön. Preis gebd. in biegſam Leinen 2 Mark.
Verlag der Königl. Univerſitätsdruckerei H. Stürtz A.=G.
in Würzburg. Dieſe neue Auflage des beſten und
belieb=
teſten Führers aller Rhöntouriſten weiſte gegen die letzte
(8. Auflage, 1910 erſchienen) wieder bedeutende
Verbeſſer=
ungen auf. Möge auch dieſe neue Auflage recht viele
Rhönfreunde geleiten und recht viele neue Freunde zu den
alten gewinnen und begeiſtern, daß die lange verkannte
Rhön endlich zu den Ehren kommt, die ſie in reichſtem
Maße verdient.
— Die Fernphotographie nimmt unter den neueſten
Errungenſchaften der Technik eine der hervorragendſten
Stellungen ein. Seit Jahrzehnten war man beſtrebt,
auch die Uebermittelung von Photographien und
Abbild=
ungen, gleichwie in Telephonie und Telegraphie, das
ge=
ſprochene und geſchriebene Wort von räumlichen
Be=
ſchränkungen unabhängig zu machen. Aber unter den
vie=
len Syſtemen, die von genialen Köpfen erdacht waren, hat
ſich kaum eines dauernd bewährt. Neuerdings iſt nun
das Verfahren von Profeſſor Arth. Korn ſo
außerordent=
lich vervollkommnet worden
mäßziger fernpholographiſcher Dienſt zwiſchen Paris und
Monaco eingerichtet werden konnte. Ueber die ſinnreiche
Erfindung, die übrigens ſchon im Dienſte der
Kriminal=
polizei praktiſch verwendet wurde, gibt ein Artikel in dem
neueſten 27. Heft der illuſtrierten Zeitſchrift Zur Guten
Stunde (Deutſches Verlagshaus Bong u. Co.,
Ber=
lin W. 57; Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.)
ein=
gehenden Aufſchluß. In demſelben Heſt der vielgeleſenen
Familienzeitſchrift findet ſich eine Fülle anregenden
Leſe=
ſtoffes. An die vorzügliche Ausſtattung des Heftes reiht
ſich würdig der reiche künſtleriſche Bilderſchmuck.
Janus. Münchener Halbmonatsſchrift für
Lite=
ratur, Kultur und Kritik. Herausgegeben von Hanns
Bieber, Hans Friedrich und Hans Ludwig Held. Die
Münchener Halbmonatsſchrift Janus vollendet ihren erſten
Jahrgang und hat während der kurzen Zeit ihres
Be=
ſtehens in reichlichem Maße gehalten, was ſie
verſpro=
chen. Es iſt der vornehm und gediegen ausgeſtatteten
Zeitſchrift, die jeder mit Freuden immer wieder zur
Hand=
nimmt, zu wünſchen, daß ſie immer weiter in alle Kreiſe
der Gebildeten eindringt. Der Janus iſt unterhaltend
und belehrend zugleich, bringt bei ſeinem reichen Inhalt
nur wirklich Aktuelles und behandelt offen und unparteiiſch
die Vorgänge des Lebens. Er hat es ſich insbeſondere
zur Aufgabe gemacht, in unſeren politiſch bewegten Zeiten
den Leſer mit den Zielen und Richtungen der
internatio=
nalen Politik vertraut zu machen. Der Janus erſcheint
am 1. und 15. eines jeden Monats. Abonnement pro
Vierteljahr Mk. 2.75, pro Halbjahr Mk. 5.25, pro Jahr
Mk. 10.— Einzelheft 50 Pfg. Probehefte gratis und
franko vom Janusverlag G. m. b. H., München,
Teng=
ſtraße 39.
— Petrographie (Geſteinskunde). Lehre von der
Beſchaffenheit, Lagerung, Bildung und Umbildung der
Geſteine. Von J. Blaas, o. 5. Profeſſor der Geologie
an der Univerſität Innsbruck. Dritte, vermehrte Auflage.
Mit 124 Abb. In Originalleinenband 4 Mark 50 Pf.
Verlag von J. J. Weber in Leipzig. Das vorliegende,
bereits in dritter Auflage erſchienene Bändchen aus der
bewährten Sammlung von „Webers Illuſtrierten
Hand=
büchern” behandelt die Lehren der Petrographie in bündiger
Kürze und überſichtlicher Darſtellung erſchöpfend. Die
eifrigen Arbeiten der letzten Jahrzehnte auf dem Gebiete
der phyſikaliſchen und chemiſchen Geſteinsunterſuchung
haben unſere Kenntniſſe von der Bildung und Umbildung
der Geſteine bedeutend vertieft. Dieſen Fortſchritten hat
der Autor auch bei der Neuauflage gebührend Rechnung
getragen.
Darmſtadt, 20. Auguſt.
— Der Obſtbauverband für den Kreis Darmſtadt
be=
ſichtigte, von herrlichſtem Wetter begünſtigt, am Sonntag
unter Führung des Herrn Regierungsrats v. Werner die
Obſt= und Weinbauſchule zu Geiſenheim a. Rh., im
frucht=
baren und milden Rheingau gelegen. Der ganze Betrieb
ſteht unter der Leitung des Herrn Direktors Wortmann,
Es wirken außerdem an der Anſtalt 3 Profeſſoren, 3
In=
ſpektoren und 14 Lehrer. Die Schule zählt zur Zeit über
80 Schüler. Die Wohnung des Direktors und viele
Ge=
bäude, darunter auch das Internatgebäude für die
Obſt=
bauzöglinge, befinden ſich in dem über 100 Morgen
gro=
ßen Beſitztum. Daß es da in der kurzen Zeit nicht
mög=
lich iſt, alles und iedes einer gründlichen Betrachtung zu
unterwerfen, liegt klar auf der Hand. Nur das
Meiſtinter=
eſſierende konnte genau gewürdigt werden. Durch die
Parkanlagen kommt man zu den Gewächshäuſern, in
welchen Veredlungen mit Reben uſw. vorgenommen
wer=
den. Das Roſarium und die Waſſerpflanzengruppen
bringen Abwechslung und tragen zur landſchaftlichen
Verſchönerung bei. Bei den Rebanlagen wird an vielen
Beiſpielen auf Sortenkenntnis, Zucht und gute
Erträg=
niſſe aufmerkſam gemacht. Das Laboratorium für
Wein=
chemie und die Kellereien vervollſtändigen das Ganze.
Ein anderes Bild bieten dem Beſucher die Obſtanlagen.
Hier ſind in großen Fluren die Obſtarten in den
verſchie=
denſten Sorten gepflanzt. Hier wird gezeigt wie bei
möglichſt hoher Ausnutzung des Bodens, der Sonne und
der Sorte große Erträge zu erzielen ſind. Und in der Tat
iſt auch der Behang bei Aepfeln, Birnen und Zwetſchen
ganz enorm. Die einzelnen Sorten aufzuzählen die ſich
hier ſo ausnehmend bewähren, kann nicht im Rahmen
dieſer Notiz liegen. Nur ſo viel möchte hier erwähnt
wer=
den, daß auf Rechnung der ausgiebigen Bewäſſerung in
dem ſo außergewöhnlich trockenen Vorjahre die Vollernte
zurückzuführen iſt. Vielleicht gibt Herr Kreisobſtbautech=
niter Dorſch in einem Vortrag ausführlicher Vericht
hier=
über. Die Obſtverwertungsſtation bot beſonderes
Inter=
eſſe für die zahlreich vertretene Damenwelt. Die
Ma=
ſchinen, die Art des Einkochens, die Eindünſt= und
Ein=
machgefäße, alles in großer, reicher Auswahl, zeigte auch
hier, daß man auf der Höhe der Zeit ſteht. Alles in allem:
ein Muſterwerk.
Der Anſtalt, die in liebenswürdiger Weiſe einen
Führer zur Verfügung geſtellt hatte, ſei hiermit herzlicher
Dank ausgeſprochen und die Verſicherung gegeben, daß
ein jeder an ſeinem Teile dazu beitragen wird, das Obſt=
und Weinbauideal Geiſenheim auf ſeine Boden= uſw.
Verhältniſſe zu übertragen. Die herrliche Rheinfahrt mit
der eignen Kapelle und Singmannſchaft an Bord wird
ſtets in gutem Andenken verbleiben.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 19. Aug. Im Zuſammenhang mit dem
Ueberfall im Nauener Vorortzug iſt der
geiſteskranke Guſtav Harnau ermittelt worden, auf
den zahlreiche Mitteilungen des Publikums paſſen. H.
iſt vielfach wegen Diebſtahls und Raubes vorbeſtraft.
Kriminalbeamte ſind unterwegs ihn zu ſuchen. Ob er der
Täter iſt, wird erſt die weitere Unterſuchung ergeben.
* Weißenfels, 19. Aug. Im benachbarten Dubergaſt
erkrankte nachts die Familie des Molkereiverwalters
Drewes infolge Genuſſes von Giftpilzen.
Dre=
wes und drei Kinder ſind bereits tot, die Ehefrau
und das vierte Kind liegen in hoffnungsloſem Zuſtande
danieder.
* Wien, 19. Aug. Bei dem Attentat auf
Weih=
biſchof Pfluger brach die Meſſerſpitze ab. Es iſt
nicht unmöglich, daß ſie noch in der Wunde ſteckt.
* Turin 19. Aug. Heute morgen trafen der König
von Sachſen, der Kronprinz und Prinz Alfons von
Bayern ein, begleitet von ihren Adjutanten. Zum
Emp=
fang waren erſchienen der deutſche Konſul, die Generäle
Escard Piacentini, der Kommandant der Kriegsſchule
der Generalſtabschef des erſten Armeekorps und andere
hochſtehende Perſönlichkeiten. Der König und die
Prin=
zen begaben ſich im Wagen ins Königliche Palais; auf
dem Wege wurden ſie von einer zahlreichen Menge
ehr=
urchtsvoll begrüßt.
* Rom, 19. Aug. Botſchafter v. Jagow iſt
geſtern abend nach Turin abgereiſt, um als Vertreter des
deutſchen Kaiſers der Beiſetzung der Herzogin
von Genua beizuwohnen.
* London, 19 Aug. Heute morgen erſchoß in dem
Seebade von Eaſtburne der Hauptmann a. D. Hicks
Mur=
ray ſeine beiden Kinder, eine fremde erwachſene Perſon
und ein fremdes Kind, darauf verwundete er ſeine Gattin
ſchwer und zündete das Haus an, das er ſoeben
erſt zum Sommeraufenthalt bezogen hatte. Unter den
Trümmern wurden die Leichen vorgefunden. Der
Haupt=
mann beging Selbſtmord.
* Konſtantinopel, 19. Aug. Der kürzlich ernannte
türkiſche Miniſter des Innern, Damad Scherif.
iſt zurückgetreten. Als Urſache der Demiſſion des
Miniſters des Innern werden Geſundheitsrückſichten
an=
gegeben Man glaubt indes, die Demiſſion habe
dieſel=
ben Gründe wie bei Zia Paſcha, nämlich
Meinungsver=
ſchiedenheiten im Kabinett. Der Scherif ſoll die
Abſetz=
ung einiger jungtürkiſcher Walis verlangt haben. — Die
Regierung ordnete wegen des Vorfalles in Berane eine
ſtrenge Unterſuchung an.
* Waſhington, 19. Aug. Aſſocieted Preß meldet:
Präſident Taft hatte eine längere Beſprechung mit
dem Kabinett über die Panamakanalbill.
Ob=
gleich von einer Entſcheidung noch nichts berichtet wird,
iſt Taft, wie es heißt, geneigt, der Bill zuzuſtimmen. Er
iſt aber beſtrebt, daß eine Verfügung getroffen werde
be=
züglich der geſetzlichen Prüfung der Klauſel, die den
ameri=
kaniſchen Schiffen Gebührenfreiheit gewährt. Das
Kabi=
nett ſoll, wie verlautet, mit Taft eines Sinnes ſein, daß die
Bill mit dieſer vorbehaltenen Klauſel des Hay=Pauncefote=
Vertrages nicht übereinſtimme. Man ſagt, daß für Taft
es vorausſichtlich ſchon zu ſpät ſei, die Bill abzuändern,
deshalb müſſe ein Eingreifen ſeinerſeits die Form des
Vetos annehmen, ſofern nicht die Führer der beiden
Par=
teien ſich auf einen ſpäter zu faſſenden Beſchluß einigten.
Dadurch würde gezeigt, daß die Vereinigten Staaten mit
der Annahme der Panamakanalbill nicht die Abſicht
ver=
bänden, den beſtehenden Vertrag mit Großbritannien auf=
zuheben, Ein derariger Beſchluß würde den frenden
Dampfſchiffahrtsgeſellſchaften erlauben, bezüglich der
Gül=
tigkeit der Akte die Gerichte der Vereinigten Staaten
anzu=
rufen.
— München, 19. Aug. Der General=Intendant der
Münchener Hoftheater Freiherr von Speidel iſt ſchwer
erkrankt. Morgen ſoll er an Gallenſtein operiert werden.
Dresden, 19. Aug. In die von allen Bewohnern
verlaſſene Villa des Kammerſängers Perron zu
Blaſewitz iſt in vergangener Nacht eingebrochen
worden. Die Diebe erbeuteten Bargeld und Juwelen
von großem Werte. Außerdem demolierten ſie die ganze
Ausſtattung.
— Heldburg i. S., 19. Aug. Wegen
Unterſchlag=
ung großer Summen aus der Städtiſchen Sparkaſſe iſt
der Stadtkämmerer Kaßmer verhaftet worden. Er
geſtand die Unterſchlagungen ein.
HB Hamburg, 19. Aug. Vor dem hieſigen
Haupt=
bahnhofe iſt heute vormittag auf Veranlaſſung der
ruſſi=
ſchen Behörden ein ruſſiſcher Deſerteur
ver=
haftet worden, in deſſen Beſitz ſich eine große Anzahl
von geſchliffenen, loſen Juwelen befanden. Auch hatte er
eine Reihe wertvoller Schmuckſachen bei ſich. Seine
Schlüſſel befanden ſich an einer dicken, ſchweren goldenen
Kette. Wer der Deſerteur iſt, konnte noch nicht in
Erfahr=
ung gebracht werden. Ueber die Herkunft der Schmuckſachen
und Juwelen verweigerte er jede Angabe.
— Kiel, 19. Aug. Der Student der Philologie Rogge,
der Sohn eines Eiſenbahnverwaltungsſekretärs, ſtarb
heute an den Folgen einer Menſur.
HB Graudenz, 19. Aug. Heute nacht iſt die Jäger=
Kaſerne in Kulm zum großen Teile
niederge=
brannt. Die koſtbare Geweihſammlung, 50 Gewehre
und viele Munitionsſtücke wurden vernichtet. Die Urſache
des Brandes ſoll ein ſchadhafter Schornſtein oberhalb des
Jäger=Kaſinos ſein. Zwei Kompagnien mußten in
Bür=
gerquartieren untergebracht werden.
H. B. Turin, 19. Aug. Das Blatt Stampa
veröffent=
licht ein Interview mit einem ruſſiſchen Diplomaten, der
ſich über die in letzter Zeit in Umlauf befindlichen
Be=
richte über Friedensver handlungen im
Tri=
polis=Kriege geäußert haben ſoll. Er ſei überzeugt,
daß der Friede durch Vermittelung des Petersburger
Kabinetts herbeigeführt werde. Was den Berchtoldſchen
Vermittelungs=Vorſchlag betreffe, ſo verfolge dieſer nach
ſeiner Meinung den Zweck, die Bemühungen zur
Herbei=
führung des Friedens dem Einfluſſe Berlins zu entziehen.
Die vom Berliner Kabinett ins Auge gefaßten Ziele ſeien
nämlich für niemand mehr ein Geheimnis. Deutſchland
wolle gewiſſermaßen ein Monopol der Friedens=
Verhand=
lungen beanſpruchen in der Hoffnung, den Frieden
mög=
lichſt ſchnell zum Abſchluß zu bringen, um Italien im
nächſten Jahre anläßlich der Erneuerung des Dreibundes
gefügiger zu finden.
H.B. Paris, 19. Aug. Der Temps hat nähere und
wie er behauptet, durchaus zuverläſſige Informationen
über die Deſertions=Affäre in Antwerpen
eingezogen. Auf Grund derſelben teilt er mit, daß von
dem Kreuzer „Marſeille” nur 18 Mann auf dem Lande
zurückblieben, von denen ſich 6 bei dem franzöſiſchen
Kon=
ſul ſtellten. Die übrigen 12 können auch noch nicht als
eigentliche Fahnenflüchtige behandelt werden, da ſie noch
eine Zeit von 5 Tagen hätten, in welcher ſie ſich den
fran=
zöſiſchen Behörden ſtellen müſſen, ohne daß ſie wegen uns
erlaubter Entfernung vom Schiff beſtraft werden würden.
Das Echo de Paris behauptet, daß auch die Offiziere und
Mannſchaften des in nächſter Nähe liegenden deutſchen
Kriegsſchiffes Zeugen der Maſſen=Deſertionen waren.
— Barcelona, 19. Aug. In einem Vorort ſollte das
Haus des 62jährigen Colomer zwangsweiſe verſteigert
werden. Er ſuchte den Gläubiger, einen franzöſiſchen
Fabrikanten Blanchard, in deſſen Wohnung auf und
ſtieß ihm ſein Meſſer in den Leib. Dieſer war in wenigen
Minuten tot. Hierauf ging der Mörder zu dem Notar,
der den Verkauf bewirkte und erſtach dieſen ebenfalls. Er
verſuchte dann, den Advokat, der im gerichtlichen
Ver=
fahren zu tun hatte, ebenfalls zu erſtechen, verletzte ihn
aber nur Schließlich verletzte der alte Mann noch
mehrere der Verfolger.
HB London, 19. Aug. Die internationale
Konferenz zur Beratung von Maßnahmen zur
grö=
ßeren Sicherheit von Leben und Eigentum zur See wird
entweder in London oder im Haag ſtattfinden. Die
Ini=
tiative zu der Konferenz hatte ſeinerzeit nach der „
Tita=
nie‟=Kataſtrophe Deutſchland gegeben.
Todes-Anzeige.
(Nur auf diesem Wege.)
Plötzlich und unerwartet verschied Sonntag, den 18. August, meine liebe Schwester,
unsere gute Tante
Frau Mechlundsrat Uehamnld Feuf
geb. Steuernagel
im 54. Lebensjahre.
im tiefsten Schmerze zeigt dies nur hierdurch, zugleich im Namen der übrigen
Hinterbliebenen, an
Ludwig Steuernagel.
Darmstadt, Leipzig, den 18. August 1912.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 2O. August, nachmittags ¾/4 Uhr, von Heinric
trasse 34 aus, statt.
Einsegnung ¼ Stunde vorher.
(17415
H. B. Kopenhagen, 19. Aug. Die norwegiſche
arke „Inga” iſt mit ihrer geſamten Beſatzung in
Etärke von 19 Perſonen untergegangen. Unter
n Ertrunkenen befindet ſich auch der Kapitän mit ſeiner
frau und zwei Kindern. Das Schiff war von dem
nor=
egiſchen Hafen Mandal nach Südamerika unterwegs und
hatte Stückwaren geladen.
An ſchwülen Auguſttagen, wenn der
Appetit nachläßt, iſt ein
(VI16645
natürlicher Fruchtflammeri
gekocht mit
Mokdahin
zu den Mahlzeiten ſicher ſtets willkommen.
Run denken Sie mal einen Augenblick nach
— einfach: Man nimmt den Saft von friſchen
ge=
lochten Früchten mit Zucker durchgeſeiht und dann
Mondamin, nichts weiter! Dies zuſammen
krei Minuten durchgekocht und dann abkühlen
laſſen, gibt eine erfriſchende Zwiſchenſpeiſe.
Lusführliche Rezepte gratis und franko vom Mondamin=
Kontor, Berlin C 2. Verlangen Sie das B=Büchlein.
Ein Verſuch überzeugt. Wenn Säuglinge und
Kinder im erſten Lebensalter trotz ſorgfältigſter und
liebevollſter Pflege nicht recht in der Ernährung
vor=
wärts kommen, ſo empfiehlt ſich unter allen Umſtänden
ein Verſuch mit Neſtle’s Kindermehl. Bei Magen=
und Darmſtörungen, die infolge Verabreichung ſchwer
verdaulicher Kuhmilch oder nicht geeigneter Nährmittel
entſtanden ſind, wirkt Neſtle häufig in kürzeſter Zeit
geradezu Wunder. Für einen Verſuch ſendet eine
Probedoſe gratis und franko Neſtle’s Kindermehl,
G. m. b. H., Berlin W 57.
(17392M
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber dem Feſtland iſt der Druck weiter gefallen. Die
Depreſſion, die geſtern noch weſtlich Irlands lag, iſt
oſt=
wärts vorgedrungen. In Deutſchland fielen geſtern
ſtrichweiſe leichte Regen. Die Temperaturen ſind gegen
geſtern etwas geſtiegen. Bei weſtlichen Winden herrſcht
im Süden Mitteleuropas wolkiges, im Norden ziemlich
heiteres Wetter. Die weſtliche Depreſſion wird uns
vor=
läufig nicht erheblich beeinfluſſen. Wir haben alſo mit
wenig veränderter Witterung zu rechnen.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 20. Auguſt:
Wechſelnd bewölkt, ohne erhebliche Niederſchläge, mäßig
warm.
Tageskalender.
Ausſtellung „Der Menſch” im Großh. Reſidenzſchloß
(geöffnet von 9 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends).
Eugen Bracht=Ausſtellung auf der
Mathil=
denhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
Ausſtellung des Deutſchen Holzarbeiter=Verbandes
Grafenſtraße 30.
Vortrag von Richard Döring um 9 Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt‟. (Deutſchnationaler Haudlungsgehilfen=
Verband).
Bibliſcher Vortrag um 8½ Uhr im Zelt an der
Lindenhofſtraße.
Konzerte: Hugenſchütz’ Felſenkeller um 8 Uhr. —
„Perkeo” um 8 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 21. Auguſt.
Mobiliar= uſw. Verſteigerung um 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟
Dünger=Verſteigerung um 11 Uhr im ſtädtiſchen
Schlachthof.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: i. V. Kurt
Mitſching; für den Inſeratenteil, Inſeratbeilagen und
Mitteilungen aus der Geſchäftswelt: Hans Heitz, ſämtlich
in Darmſtadt. — Für den redaktionellen Teil beſtimmte
Mitteilungen ſind an die „Redaktion des Tagblatts” zu
adreſſieren. Etwaige Honorarforderungen ſind
beizu=
fügen; nachträgliche werden nicht berückſichtigt.
Un=
verlangte Manuſkripte werden nicht zurückgeſandt.
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Ba=
varia‟”, Grafenſtraße 21.
*3941)
Eppler.
Kurſe vom 19. Auguſt 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
InProz.
Bf.
Staatspapiere.
Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 89,50
80,00
do.
1 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
89,50
3½ do. Conſols
79,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,10
93,30
do.
3½
85,25
do.
Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,30
88,00
do.
3½
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,00
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
87,70
do.
3½
77,60
do.
3
80,20
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,30
do. v. 1875 95,00
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 54,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 90,50
4 do. Goldrente . . . 96,00
4 do. einheitl. Rente 87,40
33 Portug. unif. Serie I 64,40
3 do. unif. Ser. III 67,75
3 do. Spezial . . . . 10,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,20
4 do. v. 1890 . . 94,80
4 do. v. 1905 . . 91,50
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 90,50
4 do. v. 1902 . .
90,80
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
33½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 84,90
4 Türk. Admin. v. 1903 82,00
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,00
*4 Ungar. Goldrente .
90,50
1 do. Staatsrente . . . 87,80
Zf.
InProz.
5 Argentinier
. 100,90
4
do.
86,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 91,40
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,00
4½
do.
4½ Japaner . . .
94,50
5 Innere Mexikaner . . . 95,20
do.
59,00
4 Gold=Mexikanerv. 1904 88,00
5 Gold=Mexikaner . . . . 100,00
3 Buenos Aires Provinz 70,75
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
9 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 147,10
5 Nordd. Lloyd . . . . . 122,70
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . —
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 115,25
8 Baltimore und Ohio . 1099
3½ Schantungbahn . . . 135,75
6½ Luxemb. Prince Henri
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 19,60
6 Pennſylvania R. R. . 123,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
4 Brauerei Werger
75,50
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . 540,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim . . . . . . . 260,00
30 Farbwerke Höchſt . . 655,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 354,25
10 Cement Heidelberg . . 152,60
30 Chem. Werke Albert 478,25
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz
.324,50
4 Lahmener .
. .127,00
Letzte
In Proz.
Divid.
7½ Schuchert, Nürnberg 160,50
12 Siemens & Halske .240,50
5 Bergmann Electr. . . 138,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 169,80 4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 88,00
0 Gummi Peter . . . . 120,00
0 Kunſtſeide Frankfurt 117,50
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . .560,00
10 Maſchinenf. Badenia 180,00
6 Wittener Stahlröhren 218,00
8 Steana Romana Petr. 156,50
15 Zellſtoff Waldhof . . 243,40
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 243,40
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 119,00
3 Südd. Immobilien . 62,00
Bergwerks=Aktien.
12 Aumetz=Friede . . . . 191,75
14 Bochumer Bergb. u.
Gußſt. . . . . . . 238,75
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 179,50
10 Gelſenkirchener . . . .
8 Harpener . . . . . . . 199½
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb. . . 270½
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
4 Laurahütte . . . . . . 178,00
10 Kaliwerke Aſchersleben 172,90
11
Weſteregeln 214,00
7½ South Weſt Africa
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 88,10
4½ Nordd. Lloyd=Obl.
4 Eliſabethbahn, freie . . 94,20
4 Franz=Jofefs=Bahn . . 89,10
3 Prag=Duxer . . . . . . 74,60
5 Oeſterr. Staatsbahn
4 Oeſterr. Staatsbahn . 93,60
do.
79,20
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,50
4
72al
in.
Bf.
In Proz.
29/10 Oeſt. Südb. (Lomb.) 53,40
77,60
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 93,40
4½ Moskau=Kaſan . . . 96,70
do.
88,00
4 Wlabichawchas
88,30
4 Rjäſan Koslow .
87,90
3 Portugieſ. Eiſenb.
77,10
do.
2¼/0 Livorneſer . . . . . 69,20
3 Salonique=Monaſtir . 63,20
4 Bagdadbahn . . . . . . 83,75
4½ Anatoliſche Eiſenb.. 97,00
4 Miſſouri=Pacific. . . . 71,70
4 Northern=Paciſic . . . 99,00
4 Southern=Pacific . . . 94,80
5 St. Louis und San
Francisco . . . . . 87,00
5 Tehuantepec . . . . . . 98,20
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 199,50
7 Bergiſch=Märkiſche
149,80
Bahn . . .
9½ Berlin. Handelsgeſ. . 168,20
6½ Darmſtädter Bank . 121,50
12½ Deutſche Bank . . . 254,75
Caro. . . . . . . . 82,50 6 Deutſche Vereinsbank . 123,40
6 Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 116,89
10 Diskonto=Kommandit 187,20
8½ Dresdener Bank . . 154,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 216,00
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 122,80
7 Pfälziſche Bank . . . . 127,00
5.86 Reichsbank . . . . . 135,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,20
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 124,30
7½ Wiener Bankverein . 134,69
Pfandbriefe.
4 Frankf. Hypoth.=Bank
Su
S. 16 4 42
3
In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 89,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 97,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,00
3½
do.
88,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 99,90
do.
89,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
99,40
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
99,60
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6
89,00
S. 3—5 .
88,80
S. 9—11
88,90
4 Meininger Hyp.=Bank 99,00
do.
88,00
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 97,60
3½ do. (unk. 1914) . . 88,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 99,90
do
3½
89,40
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 98,80
do.
4. Frankfurt . .
.100,20
do.
95,00
4 Gießen .
do.
91,00
4 Heidelberg
98,20
do.
4 Karlsruhe
99,00
88,80
do.
4 Magdeburg.
99,10
3½ do.
4 Mainz .
3½ do.
90,00
4 Mannheim
99,30
do.
88,10
4 München
100,50
3½ Nauheim
Nürnberg.
.100,00
3½ do.
88,00
4 Offenbacht,
Inhret,.
Bf.
3½ Offenbach
4 Wiesbaden
99,80
3½ do.
89,90
4 Worms .
98,20
3½ do.
89,40
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 134,30
3 Holl. Komm. . ſl. 100 108,70
3 Madriber . . Fs. 100 135,50
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 135,30
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 175,90
8 Oldenburger . . . . . . 126,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 112,25
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
ſl. 7 —
Augsburger .
Braunſchweiger Tlr. 20 —
Fs. 15 —
Freiburger
Mailänder
Js. 45 —
do,
Fs. 10 31,10
ſl. 7
Meininger .
Oeſterreicher v. 1864fl. 100 519,00
do. v. 1858fl. 100
Ungar. Staats . . fl. 100 360,50
Benediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 170,10
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns.
20,44
20 Franks=Stücke .
16,20
Amerikaniſche Noten.
1,18%
Engliſche Noten . . . .. 20,45
Franzöſiſche Noten.
80,90
Holländiſche Noten. . . . 169,50
Italieniſche Noten . . . . 80,15
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto . . .
24
Betten
für Dienstboten
Eisenbettstellen
von 9.75 an
Kinderbettstellen, braun von 6.50 an
weiss lack.
Kinderbettstellen, von 13.50 an
braun mit Spiral-
Bettstellen, federmatratze von 9.50 an
Deckbetten, 11.75a-Kissen, 3.10 an
Sardinen
Scheibengardinen Meter von 12 2a
Breite Gardinen
Meter von 45 an
für Scheibengar-
Congress-Stoff digen, Meter von 10 za
115 cm breit,
Gardinen-Mulle
Meter von 35 an
2 Flügel
Abgepasste Gardinen, von 2.75 an
Rouleauf, einteilig . . . von 1.85 an
Rouleaul, zweiteilig . . von 2.50 an
Damten-Woaschte
von 95 ₰ an
Damen-Hemden . .
von 1.25 an
Damen-Beinkleider . .
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jährend meiner Abweſenheit
haben folgende Herren die
Güte, mich zu vertreten:
Dr. Dietz, Karlſtr. 83,
Dr. Gros, Riedeſelſtr. 21,
Dr. Heyer, Hügelſtr. 57,
Dr. Hof, Roßdörferſtr. 19 (nach
ſeiner Rückkehr),
San.=Rat Dr. Kolb,
Riedeſel=
ſtraße 23,
Dr. Machenhauer,
Riedeſel=
ſtraße 52, (K17369
Dr. Schneider, Wenckſtr. 10.
San.-Rat Dr. Schefers.
Während meiner
Abweſen=
heit werden die Herren.
Dr. Draudt, Heinrichſtraße 17,
Dr. Langsdorf, Hügelſtraße 11,
Dr. OrthIV., Landwehrſtraße 12,
Dr. Schiffer, Hoftheaterplatz 2,
Dr. Schneider, Wenckſtraße 10,
Dr. Vidal, Stiftſtraße 11 (*2836oim
die Güte haben, mich in meiner
ärztlichen Praxis zu vertreten.
Dr. Wissmann.
Während mein. Abweſenh.
vom 19. d. M. ab werden die Herren
S.=R. Dr. Barthel, Frankfurterſtr. 16,
Dr. Gros, Riedeſelſtr. 21,
Dr. Heyer, Hügelſtr. 57,
S.=R. Dr. Hoffmann, Annaſtr. 40,
Dr. Koepke, Kiesſtr. 90,
r. Moellner, Hölgesſtr. 12,
Dr. Schiffer, Hoftheaterplatz 2,
Dr. Sior, Hochſtraße 60
die Güte haben, mich ärztlich zu
vertreten (17383oi
S.-R. Dr. Habicht.
Während meiner
Abwesenheit
werde ich vertreten durch die Herren:
Dr. Draudt, Heinrichſtr. 17,
Dr. Heyer, Hügelſtr. 57,
Dr. Hof, Roßdörferſtr. 19 (nach
ſeiner Rückkehr), (17036mfi
S.=R. Dr. Kolb, Riedeſelſtr. 23,
Dr. Nöllner, Hölgesſtr. 12,
Dr. Schiffer, Hoftheaterplatz 2,
Dr. Staudinger, Heinrichſtr. 94.
Dr. Söring.
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Georg-
straße, Eckesackgasse 20-II.
„Angeſtelltenverſicherung”.
Für die in der nachſtehenden Bekanntmachung des Großh.
Kreisamtes unter b genannten Verſicherten werden die Aufnahme=
und Verſicherungskarten im ſtädtiſchen Bureau Waldſtraße 6,
Zimmer Nr. I vorm. 8 bis 12 Uhr und nachm. 3 bis 5 Uhr
aus=
gegeben.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1912.
(17025a
Der Oberbürgermeiſter:
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Wir machen wiederholt auf das vorausſichtlich am 1. Januar
1913 in Kraft tretende Verſicherungsgeſetz für Angeſtellte (
Reichs=
geſetzblatt von 1911 S. 989) aufmerkſam und verweiſen auf unſere
Bekanntmachung vom 5. Juni 1912 (Amtsverkündigungsblatt Nr. 69)
Ziffer 8 Abſ. 4.
Hiernach hat der zu Verſichernde die Abgabe einer Aufnahme=
und Verſicherungskarte bei der für ihn zuſtändigen Ausgabeſtelle zu
eantragen und die Aufnahmekarte ſelbſt auszufüllen.
Durch Bekanntmachung Großh. Miniſteriums des Innern vom
11. Juli 1912 ſind als Ausgabeſtellen beſtimmt:
a) für Verſicherte, die nach dem Vierten Buch der
Reichs=
verſicherungsordnung verſichert ſind, diejenigen Stellen,
die für die Ausſtellung der Quittungskarten zuſtändig
ſind (die zur Zeit noch beſtehenden
Gemeindekranken=
verſicherungen, Orts=, Betriebs= und Innungskrankenkaſſen),
b) für alle übrigen Verſicherten die Großh.
Bürger=
meiſtereien.
Wir fordern alle in Betracht kommenden Verſicherungspflichtige
auf, bei der für ſie zuſtändigen Ausgabeſtelle eine Aufnahmekarte,
der eine kurze Belehrung über die Ausfüllung der Aufnahme= und
Verſicherungskarte beigefügt werden wird, abzuholen und nach deren
Ausfüllung zum Zweck der Ausſtellung einer Verſicherungskarte der
Ausgabeſtelle wieder zurückzugeben.
Es empfiehlt ſich für die Verſicherten, ſich alsbald
Verſicherungs=
karten zu beſorgen, da zu den im Monat Oktober ſtattfindenden
Wahlen der Vertrauensmänner der Angeſtelltenverſicherung nur ſolche
Verſicherte zugelaſſen werden, die im Beſitz einer Verſicherungskarte ſind.
Darmſtadt, den 7. Auguſt 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Michel.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 21. Auguſt 1912, nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” (
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Eine Partie Spezereiwaren, zirka 10000 Stück
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ſichts= und Phantaſiekarten, ein Vertiko, einen
Spiegel=
ſchrank, einen Diwan, einen Trumeau mit Siegel, einen
großen Spiegel, ein eich. Büfett, einen Schreibtiſch u. a. m.
Ferner hieran anſchließend nachm. 5 Uhr an Ort u. Stelle;
zirka 5000 Stück Bierflaſchen.
Zuſammenkunft der Steigerer im obigen Lokal.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände
findet vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, 19. Auguſt 1912.
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Kapp, Gerichtsvollzieher
zu Darmſtadt, Friedrichſtraße 24, I.
Darmstädter Sprach- u. Handelsschule
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Leiter: Emil Held und Hierom. Schneider.
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Bekanntmachung,
betreffend die Wahl der Vertrauensmänner und Erſatzmänner (§§ 145 ff. des
Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte).
Die Wahl der Vertrauensmänner und Erſatzmänner für die
Angeſtellten=
verſicherung findet ſtatt:
a) für die Arbeitgeber
am Sonntag, den 6. Oktober 1912, von 9 Uhr vormittags bis 11 Uhr
vor=
mittags,
b) für die Angeſtellten
am Sonntag, den 6. Oktober 1912, von 11¼ Uhr vormittags bis 12½ Uhr
mittags,
für den Wahlkreis Darmſtadt Land, umfaſſend ſämtliche Landgemeinden des Kreiſes
Darmſtadt.
Gewählt wird in Darmſtadt im Sitzungsſaal des Kreisausſchuſſes, Neckarſtraße 3.
Es ſind zu wählen 6 Vertrauensmänner und 12 Erſatzmänner.
Die Vertrauens= und Erſatzmänner werden je zur Hälfte aus den verſicherten
Angeſtellten, die nicht Arbeitgeber ſind, und aus den Arbeitgebern der verſicherten
Angeſtellten gewählt. Es wählen alſo die verſicherten Angeſtellten 3
Vertrauens=
männer und 6 Erſatzmänner und ebenſoviel Vertrauens= und Erſatzmänner die
Arbeit=
geber der verſicherten Angeſtellten.
Die Vertrauens= und Erſatzmänner aus den Arbeitgebern werden von den
Arbeitgebern der verſicherten Angeſtellten, die übrigen von den verſicherten Angeſtellten
gewählt.
Wahlberechtigt ſind volljährige Deutſche, männlichen und weiblichen Geſchlechts,
rofern ſie zu den verſicherten Angeſtellten oder deren Arbeitgebern gehören und im
Bezirke der Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt wohnen.
Wahlberechtigt als Arbeitgeber ſind — wenn ſie nicht als Angeſtellte
wahl=
nerechtigt ſind — auch:
1. die geſetzlichen Vertreter geſchäftsunfähiger und beſchränkt geſchäftsfähiger
natürlicher Perſonen,
2. bei juriſtiſchen Perſonen die Mitglieder des Vorſtandes, bei Geſellſchaften mit
beſchränkter Haftung die Geſchäftsführer, bei anderen Handelsgeſellſchaften
die perſönlich haftenden Geſellſchafter, ſoweit ſie nicht von der Vertretung
ausgeſchloſſen ſind. Sind hiernach für eine juriſtiſche Perſon oder Geſellſchaft
mehrere wahlberechtigte Perſonen vorhanden, ſo darf nur eine von ihnen das
Wahlrecht ausüben.
Wählbar ſind nur Verſicherte, die nicht Arbeitgeber ſind, und Arbeitgeber der
verſicherten Angeſtellten, die im Bezirke der Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt
wohnen oder beſchäftigt werden oder ihren Betriebsſitz haben.
Wählbar als Arbeitgeber ſind — wenn ſie nicht als Angeſtellte wählbar
ünd — auch:
1. die geſetzlichen Vertreter geſchäftsunfähiger und beſchränkt geſchäftsfähiger
natürlicher Perſonen,
2. die Mitglieder des Vorſtandes einer juriſtiſchen Perſon die Geſchäftsführer
einer Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung, die perſönlich haftenden
Geſell=
ſchafter bei anderen Handelsgeſellſchaften, ſoweit ſie nicht von der Vertretung
ausgeſchloſſen ſind,
3. die bevollmächtigten Betriebsleiter.
Weder wahlberechtigt noch wählbar iſt, wer:
1. infolge ſtrafgerichtlicher Verurteilung die Fähigkeit zur Bekleidung
öffent=
licher Aemter verloren hat oder wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das
den Verluſt dieſer Fähigkeiten zur Folge haben kann, verfolgt wird, falls gegen
ihn das Hauptverfahren eröffnet iſt,
2. infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ſein Vermögen
beſchränkt iſt.
Angeſtellte, die nach § 390 des Verſicherungsgeſetzes für Angeſtellte von der
Beitragsleiſtung befreit ſind, ſind ſowohl wahlberechtigt als auch wählbar.
Gewählt wird ſchriftlich nach den Grundſätzen der Verhältniswahl.
Die Wahlberechtigten werden aufgefordert, Vorſchlagsliſten für die Wahl bis
päteſtens drei Wochen vor dem Wahltag (Sonntag, den 15. September 1912) bei dem
unterzeichneten Wahlleiter, Kreisamtmann Dr. Michel in Darmſtadt, einzureichen.
Die Vorſchlagsliſten ſind für die Arbeitgeber und die verſicherten Angeſtellten
getrennt aufzuſtellen. Jede Vorſchlagsliſte ſoll mindeſtens ſo viel Namen enthalten,
als Vertrauensmänner und Erſatzmänner zu wählen ſind; ſie darf höchſtens die
Hoppelte Zahl ſolcher Namen aufweiſen.
Die Vorgeſchlagenen ſind nach Vor= und Zunamen, Stand oder Beruf und
Wohnort zu bezeichnen und in erkennbarer Reihenfolge aufzuführen. Mangels anderer
nusdrücklicher Erklärung wird angenommen, daß die an erſter Stelle Aufgeführten
arls Vertrauensmänner vorgeſchlagen werden.
Die Vorſchlagsliſten müſſen von mindeſtens fünf Wahlberechtigten unter Be=
für weitere Verhandlungen bevolnuichtigten Vertrekrs
unter=
ſchrieben ſein.
Die Vorſchlagsliſte ſoll die Wählervereinigung, von der ſie ausgeht, nach
unter=
ſcheidenden Merkmalen kenntlich machen.
Hat ein Wähler mehrere Vorſchlagsliſten unterzeichnet, ſo wird ſeine
Unter=
ſchrift auf allen Vorſchlagsliſten geſtrichen.
Die Vorſchlagsliſten ſind ungültig, wenn ſie verſpätet eingereicht werden oder
wenn ſie nicht vorſchriftsmäßig unterſchrieben ſind und der Mangel nicht rechtzeitig
behoben wird.
Zwei oder mehr Vorſchlagsliſten können in der Weiſe miteinander verbunden
werden, daß ſie den Vorſchlagsliſten anderer Wählervereinigungen gegenüber als eine
einzige Vorſchlagsliſte gelten. In dieſem Falle müſſen die Unterzeichner der
Vorſchlags=
liſten oder die bevollmächtigten Vertreter übereinſtimmend ſpäteſtens bis zum Ablauf
des elften Tages vor dem Wahltag die Erklärung abgeben, daß die Vorſchlagsliſten
miteinander verbunden ſein ſollen. Andernfalls iſt die Erkläxung über die Verbindung
ungültig.
Wird von den Arbeitgebern oder von den verſicherten Angeſtellten bis zum
15. September 1912 nur eine Vorſchlagsliſte eingereicht, ſo findet für die betreffende
Gruppe keine Wahl ſtatt. Die in der Vorſchlagsliſte gültig verzeichneten Perſonen
gelten dann in der für den Wahlbezirk erforderlichen Zahl in der Reihenfolgel des
Vorſchlags als von dieſer Gruppe gewählt.
Die Wähler haben ſich über ihre Wahlberechtigung auszuweiſen. Für die
ver=
ſicherten Angeſtellten dient die Verſicherungskarte als Ausweis, für die Arbeitgeber
eine von der Großh. Bürgermeiſterei des Betriebsſitzes ausgeſtellte Beſcheinigung.
Die Arbeitgeber werden aufgefordert, ſich die Beſcheinigung ausſtellen zu laſſen. Ein
Muſter hierfür iſt unten abgedruckt.
Das Wahlrecht wird in Perſon und durch Abgabe eines Stimmzettels ausgeübt.
Die Stimmzettel dürfen nicht unterſchrieben ſein und keinen Proteſt oder Vorbehalt
enthalten. Sie ſind außerhalb des Wahlraums handſchriftlich oder im Wege der
Ver=
vielfältigung herzuſtellen.
Den Arbeitgebern iſt es geſtattet, an Stelle der perſönlichen Stimmabgabe ihren
Stimmzettel dem Wahlleiter unter Beifügung des Ausweiſes über ihre
Wahlberech=
tigung brieflich rinzuſenden. Die erforderlichen Umſchläge erhalten die Arbeitgeber
auf Verlangen von dem Vorſteher der Wahl in dem Wahllokal ausgehändigt. Der
Brief muß ſpäteſtens am 3. Oktober 1912 bei dem unterzeichneten Wahlleiter
ein=
gegangen ſein. Nachträglich eingehende Stimmzettel ſind ungültig.
Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme. Arbeitgeber, die mehr als fünfzig, aber
nicht mehr als hundert verſicherte Angeſtellte beſchäftigen, haben zwei Stimmen. Für
je weitere angefangene hundert verſicherte Angeſtellte erhöht ſich die Zahl um eine
Stimme. Kein Arbeitgeber hat mehr als zwanzig Stimmen.
Hat ein Arbeitgeber mehrere Stimmen, ſo hat er jeden Stimmzettel in einem
beſonderen Umſchlag zu verſchließen.
Enthält ein Umſchlag mehrere Stimmzettel, ſo gelten ſie als ein Stimmzettel,
wenn ſie gleichlautend find; andernfalls ſind ſie ungültig:
Der Wahlberechtigte darf ſein Wahlrecht nur in dem Wahlkreis, in dem er wohnt,
ausüben.
Es kann nur für unveränderte Vorſchlagsliſten geſtimmt werden; auch die
Reihenfolge der Vorgeſchlagenen in der Vorſchlagsliſte darf nicht geändert werden.
Ungültig iſt die Wahl einer Perſon, die zurzeit der Wahl nicht wählbar war.
Ungültig iſt ferner die Wahl einer Perſon, von der oder zu deren Gunſten von
Dritten die Wahl rechtswidrig (§§ 107 bis 109, 240, 339 des Reichsſtrafgeſetzbuchs) oder
durch Gewährung oder Verſprechung von Geſchenken beeinflußt worden iſt, es ſei denn,
daß dadurch das Wahlergebnis nicht verändert worden iſt.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1912.
Der Wahlleiter.
Dr. Michel.
(17116dsi
Muſter
für die Beſcheinigung der Arbeitgeber gemäß § 149 des Verſicherungsgeſetzes
für Angeſtellte.
Dem
. . . . zu
, . „
Der (Name des Arbeitgebers)
er=
regelmäßig mindeſtens einen (mehr als . .
wird beſcheinigt, daß
V.
ſie
.) verſicherteln) Angeſtellteln) nach dem
Verſicherungs=
aber nicht mehr als
geſetze für Angeſtellte vom 20. Dezember 1911 beſchäftigt.
., den
19
, „ ,
, ,
(L. 8.)
(Unterſchrift der Gr. Bürgermeiſterei.)
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde: In
polizei=
leicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Dobermann. 1 Spitzhund, 1 Foxterrier,
deutſcher Schäferhund (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(17403
rag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung
über die Dauer des Geſindedienſtverhältniſſes.
Nach den Beſtimmungen der Artikel 6 und 7 des Geſetzes, die
Geſindeordnung betreffend, vom 28. April 1877 in der Faſſung vom
3. Auguſt 1899 und des Ortsſtatuts für die Stadt Darmſtadt, vom
12. Februar 1900, gelten ſämtliche Dienſtbotenverträge, für welche
micht ausdrücklich eine beſtimmte Dienſtdauer vereinbart oder aus
zen Umſtänden zweifellos zu entnehmen iſt, als auf die Dauer
eines Kalendervierteljahres abgeſchloſſen.
Wird ein ſolcher Dienſtvertrag nicht vier Wochen vor dem
Ablauf des Kalendervierteljahres aufgekündigt, ſo iſt er
ſtill=
ſchweigend auf ein weiteres Kalendervierteljahr als erneut
anzuſehen.
Es ergibt ſich hieraus, daß in der Stadt Darmſtadt
Dienſt=
botenverträge nur auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und
I. Oktober aufgekündigt werden können, und daß die Kündigung
ſpäteſtens vier Wochen vor dem jeweiligen Termin erfolgt ſein
nuſt, es ſei denn, daß ausdrücklich etwas anderes zwiſchen den
Parteien vereinbart oder mit Sicherheit aus den obwaltenden
Um=
ſtänden zu entnehmen iſt.
Dies gilt auch dann, wenn der Lohn nach Monaten
be=
meſſen iſt, da der von monatlicher Lohnzahlung handelnde Abſ. 4
des Art. 6 der Geſindeordnung mit den übrigen Beſtimmungen des
Art. 6 durch das erwähnte Ortsſtatut außer Kraft geſetzt iſt.
Ebenſo macht es keinen Unterſchied, ob ein Dienſtverhältnis
am Anfang oder erſt im Laufe eines Kalendervierteljahres
ein=
gegangen worden iſt, da ein im Laufe des Kalendervierteljahres
eingegangenes Dienſtverhältnis zunächſt bis zum Ende des
Kalender=
vierteljahres und dann in der oben bezeichneten Weiſe von
Viertel=
jahr zu Vierteljahr weiterläuft.
Das Kalendervierteljahr beginnt mit dem erſten Werktag eines
Vierteljahres und endigt mit dem Beginn des folgenden
Kalender=
vierteljahres (Ortsſtatut vom 12. Februar 1900, Abſatz 2).
(17385oi
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1912.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Das Beſchneiden der Hecken.
Nachſtehende Polizeiverordnung bringe ich zur Kenntnis der
Beteiligten. Das Feldſchutzperſonal iſt angewieſen, diejenigen, die
ſich der fraglichen Arbeit bis Ende Auguſt d. Js. nicht unterzogen
Haben, zur Anzeige zu bringen worauf Beſtrafung der Säumigen
enet und rsſchung de Zuntſchteitens auf dem
Koſten von Amtswegen eintritt.
(17411ii
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1912.
Der Oberbürgermeiſter:
J V.: Jager.
Polizeiverordnung.
Auf Grund des Art. 43 Abſ. 2 des Feldſtrafgeſetzbuchs vom
13. Juli 1904, der Artikel 78 und 48, V, 2 der Kreis= und
Pro=
vinzial=Ordnung vom 12. Juni 1874 wird mit Zuſtimmung des
Kreis=
ausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des
Innern vom 10. Februar 1905 zu Nr. M. d. J. III. 1336 für den Kreis
Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, die auf
dem Grundſtück befindlichen Hecken und Sträuche, ſoweit ſie an
öffent=
liche Fahr= und Fußwege oder Plätze angrenzen, alljährlich, und
zwar in der Zeit zwiſchen dem 1. Auguſt des einen und dem 1. März
des folgenden Jahres ſoweit zurückzuſchneiden und jederzeit ſoweit
zurückzubinden, daß ſie nicht über die Nachbar= und Weggrenze
hin=
ausragen.
§ 2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten,
die zu demſelben gehörigen Garten=Einfriedigungen, ſoweit ſie an
öffentliche Wege oder Plätze angrenzen, ſtets in ordnungsmäßigem
Zuſtande zu erhalten und etwaige Lücken in ihnen auszubeſſern.
§ 3. Zuwiderhandlungen unterliegen einer Geldſtrafe von einer
bis dreißig Mark, außerdem wird das Zurückſchneiden der Hecken und
Sträuche, Zurückbinden der Schößlinge und die Ergänzung der
mangelhaften Garteneinfriedigung erforderlichenfalls auf Koſten der
Säumigen von Amts wegen ausgeführt.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
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43)
Vierzehntes Kapitel.
Ungeduldig lief zwei Tage ſpäter Hans von Bagewitz
bei ſtürmiſchem Wind in Dagebühl umher, um ſich die Zeit
bis zum Abgang des Dampfbootes nach Wyk auf Föhr
zu vertreiben. So nahe am Ziel wurde er nervös. Welche
Situation würde er vorfinden? Hatte Suſanne nicht zu
ſchwarz geſehen, ihrer Strenge erſchien ſchon jedes
Ko=
kettieren ſtrafbar.
Aus allem, was er von dem alten Herrn erfahren hatte,
ging nur zu deutlich hervor, daß Anna ſeinen Bruder
noch immer leidenſchaftlich liebte, und aus Suſannes
Worten, daß ſie von Friedrich Wilhelm traurig
vernach=
läſſigt wurde. Der Kammerherr erwähnte nichts hiervon,
nur betonte er, daß der Vater von ſeinem Buben
unzer=
trennlich ſei, ja, daß er ſelbſt bei ihm ſchlafe. Darin gipfelte
ja auch Suſannes Triumph, daß für Friedrich Wilhelm
das Kind die Welt geworden war, in der er lebte.
Wenn er doch erſt drüben wäre! Er hätte Mutter
und Kind zu gern noch heute aufgeſpürt und als Dritten
im Bunde vielleicht — Hachfeld.
Ob dieſer ihn wiedererkennen würde? Sicherlich nicht.
Bagewitz hatte ihn ja nur einmal im Klub getroffen, als
er ein friſchgebackener Referendar war. Damals ſollte
Hachfeld der Begünſtigte bei einer Bühnengröße, einer
berühmten Schönheit ſein, was ihm vielſach geneidet
wurde. Ihn ſelber hatte mehr die Kaltblütigkeit
impo=
niert, mit der der Graf mit unbewegtem Geſicht große
Summen ſetzte und verlor. Es hieß, ſein großes
Ver=
mögen rolle ihm durch die Hände, wie eine Schüſſel
Erbſen, da aber noch bedeutende Erbſchaften in
Aus=
ſicht waren, ſo konnte er es ſich ja leiſten. Gealtert mußte
er nach Suſannes und des Kammerherrn Beſchreibung
kaum haben.
Brr! Nun regnete es noch in Strömen, und die
Wol=
ken jagten am Weſthimmel heran, als ſei die wilde Jagd
losgelaſſen. Eine Bö folgte der anderen. Er flüchtete
von dem Landungsſteg wieder hinter den ſchützenden
Deich und ſuchte das Wirtshaus auf. Heute würde er ſich
damit begnügen müſſen, das Terrain drüben
aufzu=
klären.
Wunderliches Wetter! Als das Dampfboot einige
Stunden ſpäter anlegte, und die abreiſenden Badegäſte
den Ankommenden auf Deck Platz machten, ſchien wieder
die Sonne. Nun drehten ſich die Räder, es ging in das
von der Flut gefüllte Wattenmeer hinaus, an den
San=
den vorbei, vom kundigen Kapitän geführt, der grünen
Inſel zu, auf der die Häuſer von Wyk Hans ſchon von
weitem grüßten. In der Ferne tauchte Amrum auf, die
Hotels lagen hoch über dem Waſſerſpiegel, die Dünen
ſahen niedrigen Hügelketten gleich. Die See färbte ſich
blau wie der Himmel, der lachend darüber lag, der
Wind war umgeſprungen. Er jagte das dunkle Gewölk
dorthin, von wo es gekommen war. Es war doch noch
möglich, daß er heute ſchon zum Ziel kam.
Wo liegt der Südſtrand, fragte er einen
Einge=
borenen, der mit ſeiner kurzen Pfeife wortkarg auf einer
Bank ſaß. Das ſcharf geſchnittene ſchöne Frieſengeſicht
wandte ſich ihm langſam zu, die hellen Augen ſahen ihn
prüfend an, dann zeigte der Schiffer mit dem
Pfeifen=
ſtummel nach links.
Wie weit geht man von der Angelbrücke bis dahin
Bis wohin wollen Sie denn, Herr? Zu Broderſen?
Hans bejahte auf gut Glück.
Na, das ſind am Strand gute zwanzig Minuten
Wegs, wenn Sie ſich dazuhalten, Herr.
Gibt es noch einen kürzeren Weg?
Ja, Herr, quer durch. Sie können ſich ja befragen.
Die Pfeife qualmte wieder, von dem mundfaulen
Schiffer war nichts mehr zu erfahren. Nun wandte ſich
Hans an eine hübſche Frieſin, die noch das maleriſche
Kopftuch trug und das ſilbergeſchmückte Mieder. Was
hatten dieſe Leute für feingeſchnittene Geſichter und eine
vornehme Art ſich zu geben.
Friedrich Wilhelm hatte Glück, die Frau war ſelbſt am
Südſtrand daheim und war auf dem Feſtland geweſen,
eine verheiratete Tochter zu beſuchen.
Sie wollen dort Quartier nehmen?
Ja.
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Bagewitz nahm es mit Dank an, die Frau gefiel
ihm. Aber wie wollte er ſie ausfragen? Namen durfte er
nicht nennen. Ach was, er wollte vorläufig alles dem
Zu=
fall überlaſſen. Die Adreſſe hatte er ſich nicht notiert, es
klang nach Broderſen, aber da er aus ſeiner Reiſe ein
Ge=
heimnis machte, wollte er Suſanne nicht noch einmal
fragen.
Das Boot war gelandet, Bagewitz ordnete an, daß ſein
Gepäck aufbewahrt würde, hing ſich ſeinen Ruckſack mit
dem Notwendigſten um und ging neben ſeiner neuen
Be=
kannten her. Sie wählte in ſtummem Einverſtändnis den
Weg, den Strand entlang.
Der Regen hatte die Hitze des Tages gekühlt, die
Sonne ſtand ſchon dem Horizont ſo nahe, daß ſie ſich damit
begnügte, ihr abendliches Farbenſpiel zu beginnen. Läſtig
wwurde ihre Glut nicht mehr. Alles trieb ſich am Strande
herum, es war ein Gewimmel von Kindern und Eltern,
die erſteren hatten natürlich die Oberhand.
Bagewitz beluſtigte ſich an mancherlei intimen
Freu=
den des Familienlebens, war aber doch froh, als der
Strand, je weiter ſie kamen, um ſo einſamer wurde. Die
meiſten Spaziergänger, die ihm auf dem Promenadenweg,
dder auf der Deichkrone lief, entgegenkamen, ſtrebten eilig
ähren Wohnungen zu, um den Abendimbiß zu nehmen.
Zuletzt waren ſie ganz allein, ſie ſchritten ſtumm
nebenein=
ander her. Ein feines Taktgefühl hielt die Gefährtin
da=
won ab. in zu Hören, aber zuletzt ſagte ſie doch: Ich ſehe
es Ihnen an, daß Sie es herunterzieht an den Strand.
Drüben ſehen Sie unſer Haus, es dauert ohnehin eine
kleine Weile, bis ich alles für Sie geordnet habe. Das
Abendeſſen will auch noch beſorgt ſein, alſo haben Sie noch
ein Stündchen für ſich, wenn es Ihnen ſo recht iſt.
Sie erraten meine Wünſche. Ja, es zieht mich
hin=
unter.
So geben Sie mir auch den Ruckſack.
Aber ich kann Sie doch nicht ſo bemühen, Frau
Federſen.
Es ſind doch nur ein paar Schritt, Herr
Bagwitz, fiel Hans ein, eine kleine Entſtellung ſeines
Namens erſchien ihm geboten.
Bagwitz! — Bagwitz! Frau Federſen überlegte. Herr
von Bagewitz?
Nein — nein, nur Bagwitz,
So ſo.
Warum fragen Sie?
Ach, es iſt nur, daß eine Frau von Bagewitz mit Kind
und Jungfer in der Villa neben der unſrigen wohnt. Ich
glaube — Frau Federſen blickte ſuchend nach dem Strand
— da unten iſt die Jette ja noch mit dem Jungen. Ich
habe nie ein ſchöneres und lieberes Kind geſehen.
So, ſagte Hans und folgte der deutenden Hand ſeiner
Hauswirtin.
Die Mutter iſt nicht dabei.
Auf Wiederſehen in einer Stunde, Frau Federſen,
rief Hans und ſprang in großen Sätzen den Deich
hin=
unter.
Ja, ja, die Neuen müſſen immer ſo nahe ans Waſſer
wie möglich, ſagte Frau Federſen lächelnd vor ſich hin
und ſchritt ihrem Hauſe zu. Wäre ſie noch ſtehen geblieben,
ſo hätte ſie beobachten können, daß ihr Mieter gar keinen
Blick auf die heranrauſchenden Waſſer der Hochflut warf,
ſondern, den Strand entlangſchlendernd, ſich Wilhelm
näherte, der emſig an ſeinem Sandberg weitergrub,
wäh=
rend Jette gelangweilt daneben ſtand und nach anderer
Unterhaltung ausſah. Ihre hübſchen Augen leuchteten auf,
als Bagewitz dicht auf ſie losſteuerte.
Bubi ſtand jetzt inmitten ſeiner Burg, aufjauchzend
begrüßte er die erſte Welle, die ſeine Gräben mit Waſſer
füllte. Jette, Jette, ſieh doch, der Burggraben iſt ſchon voll.
Gib mir mal die Schaufel, kleiner Mann, rief Hans,
ich will Dir noch einen See graben.
Ach ja, oder lieber einen Fluß, wie wir zu Hauſe
haben.
Wo iſt denn Dein Zuhauſe? fragte Hans und begann
eifrig zu graben, von Jette unterſtützt, für die das Spiel
plötzlich an Reiz gewann.
Altenwerder!
Es iſt ein großes Schloß, erklärte Jette und warf
Bagewitz, während ſie weiter erzählte, verliebte Blicke zu,
wie ſie es bei ihrer Herrin nur zu gut gelernt hatte.
So iſt Frau von Bagewitz gar nicht hier?
Nein. Jette wurde auf einmal wortkarg.
Mutti iſt geſtern verreiſt, rief Wilhelm. Ich glaube
ſie holt Vaterchen.
Das glaube ich auch, mein Kerlchen. Doch ſieh mal,
wie lang der Fluß geworden iſt, bald iſt die Flut heran.
Klatſch, machte eine große Welle, die den Fuß des
Sandkegels, auf dem der Knabe ſtand, ſchon erreicht hatte.
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R. Haniels Einſicht (Rice), 2. Rahana (Evans), 3.
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Grace (Leutn. Zeltmann), 2. Cherry Bob (Leutn.
Streſe=
mann), 3. Mir (Herr Purgold). Tot. 124:10. —
Land=
grafen=Rennen; 15500 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Hrn.
A. und C. v. Weinbergs Metaſtaſio (Fox), 2. Furka (F.
Bullock), 3. Lord Dunlin (Spear). Tot. 18:10. —
Ver=
kaufs=Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Graf
E. Treubergs Nimble Field (Liſter), 2. Kis Betyar (
Ar=
chibald), 3. Revanche (Fox). Tot. 187110. —
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lern=Jagdrennen; Ehrenpreis und 6500 Mark, Diſt. 4000
Meter: 1. Herrn K. v. Tepper=Laskis Erla (Herr
Pur=
gold), 2. Kohinoor II (Leutn. Krauſe), 3. Plutarch (Lt.
Streſemann). Tot. 15:10. — Preis vom Main; 10000
Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Herrn U. v. Oertzens Saint
Clond (Spear), 2. Rex II (Rice), 3. Octopus (W.
Bul=
lock). Tot. 36:10.
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Rennen; 3000 Mark, Diſtanz 2700 Meter: 1. Herrn R. A.
Waughs La Turbie (H. Teichmann), 2. Mixed Pickles
(Torke), 3. Südpol (E. Weber). Tot. 43:10. — Mars la
Tour=Jagd=Rennen; Ehrenpreis und 3500 Mark, Diſtanz
4200 Mark: 1. Hptm. Schönbergs Tory Hill II (Beſ.), 2.
Miß Fife (Beſ.), 3. Bulawayo (Leutn. Frhr. v.
Dörn=
berg). Tot. 91:10. — Berliner Hürden=Rennen; 5000 Mk.,
Diſtanz 2700 Meter: 1. Herrn J. Neumanns Grace (H.
Teichmann), 2. Grasmücke (Sandmann), 3. Steinau
(Edler). Tot. 89110. — Kronen=Preis; Ehrenpreis und
17000 Mark, Diſtanz 6500 Meter: 1. Herrn O. Brekows
Fair King (Scholz), 2. Moſes (Torke), 3. Dame des
Prés (Martin). Tot. 32110. — Preis von Paulsborn;
Ehrenpreis und 4800 Mark, Diſtanz 3400 Meter: 1. Hrn.
E. F. Gütſchows Grandezza (Lt. Wittmack), 2. Mainau II
(Herr v. Simpſon), 3. Imker (Beſ.). Tot. 91110. —
Friſchlings=Preis; 4500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1.
Ritt=
meiſter v. Stauffenbergs Catalonier (Streit), 2. Mimik
(Adolph), 3. Prompt (H. Brown). Tot. 19110. — Preis
von Neuenhagen; 3300 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Hrn.
W. Biſchoffs Räppe (Torke), 2. Delila (H. Teichmann),
Jeune Fille (Printen). Tot. 64:10.
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valliere (Raſtenberger). Tot. 24:10. — Preis von
Wald=
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Bilbao (Gehrke). Tot. 19110. — Großes Hürden=Rennen;
10000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hrn. L. Peſchs
Blu=
menflor (V. Roſak), 2. Flittergold (E. Francke), 3. Clou
(Jentzſch). Tot. 15:10. — Roi Negre=Handikap; 5000 Mk.,
Diſtanz 3000 Meter: 1. Hrn. A. Hungers Florimond Ro=
bertet (Kühl), 2. Literature (Raſtenberger), 3. Sharper
(Gehrke). Tot. 57110. — Emſcherbruch=Jagd=Rennen;
2000 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Hrn. Wepes Onorio
(Gehrke), 2. Bezzentö (W. Winkler), 3. Aladin (
Char=
vat). Tot. 67110. — Epona=Jagd=Rennen; 4000 Mark,
Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn P. Schröders La
Faridon=
daine (R. Francke), 2. Eſto (Gehrke), 3. Hareſtock (Mew).
Tot. 28:10.
Rennen zu Magdeburg. Panduren=Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 3500 Meter:
1. Hrn. O. Trauns Fetiſch (Leutn. v. Berchem), 2. Rittm.
Graf Hardenbergs Spaniſh Galleon (Beſ.), 3. Promyſed
Luck (Leutn. v. Egan=Krieger). Tot. 19:10.− Hunters=
Flach=Rennen; Ehrenpreis und 2800 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Herren J. und G. Reimanns Lichtenſtein (Lt.
Frhr. v. Berchem), 2. Cymbal (Leutn. v. Egan=Krieger),
3. Exkluſive (Beſ.). Tot. 34:10. — Kronprinzen=Preis;
Ehrenpreis und 60000 Mark, Diſtanz 5000 Meter: 1. Hrn.
Dr. Rieſes Maßlieb (Beſ.), 2. Freifahrt (Leutn. v.
Witz=
leben), 3. Doppelgänger (Leutn. Sichler). Tot. 146:10.
— Preis von Heinrichshorſt; Ehrenpreis und 4000 Mk.,
Diſtanz 4000 Meter: 1. Rittm. v. Löbbeckes Perſian Gate
(Leutn. v. Witzleben), 2. Wolf Dog (Leutn. Graf
Bau=
diſſin), 3. St. Mihiel (Beſ.). — Fürſt zu Stolberg=
Wernigerode=Steeple=Chaſe; Ehrenpreis und 7000 Mark.
Diſtanz 4500 Meter: 1. Hrn. Dr. Rieſes Rutland Arms II
(Beſ.), 2. Kilmallock (Leutn. Graf Strachwitz), 3. Fleche
(Leutn. Graf Holck). Tot. 38110. — Verkaufs=Jagd=
Rennen; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 3200 Meter:
1. Leutn. v. Schmidt=Paulis Edda (Leutn. Frhr. v.
Ber=
chem), 2. Diamond Hill (Beſ.), 3. Wilkina (Leutn.
Sich=
ler). Tot. 25:10. — Magdeburger Jagd=Rennen; 1800
Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Hrn. W. v. Kellers Barfield
Laß (Leutn. Frhr. v. Berchem), 2. Medee II (Leutn.
Sich=
ler), 3. Blondel (Beſ.). Tot. 34:10.
Grand=Prix de Deauville. Für das 100000
Francs=Rennen wurden 16 Pferde geſattelt, von denen
Amoureux III und Baſſe Pointe die Favoriten=Stellung
einnahmen, doch hatten beide nichts mit dem Ausgange
des Rennens zu tun. In der Diſtanz ſonderte ſich Monſ.
J. San Miquels Gorgorito (Sharpe) von den übrigen ab
und gewann ſehr ſicher mit anderthalb Längen. Um das
zweite Geld entſpann ſich ein ſcharfer Kampf, den Gayoffe
(Ch. Childs) gegen Shannon um einen Kopf zu ſeinen
Gunſten entſchied. Tot. 157110.
* Radſport. Rennen zu Dresden. Der
Fran=
zoſe Leon Didier gewann im Goldenen Rad von
Dres=
den in der ausgezeichneten Zeit von 1 Stunde 10 Min.
15 Sekunden mit drei Runden Vorſprung vor Arthur
Vanderſtuyft, der für den erkrankten Stellbrink
einge=
ſprungen war. Dritter wurde der Amerikaner Walthour,
ſieben Runden zurück. Dickentmann und Ryſer, die
voll=
ſtändig verſagten, endeten weit zurück. Der Sommer=
Preis über 25 und 30 Kilometer brachte im
Geſamtklaſſe=
ment dem Kölner Zeißler mit 54,770 Kilometer einen
Sieg vor Schön=München. 53,950 Kilometer; 3. Schloſſer=
Dresden 48,860 Kilometer; 4. Jahn=Leipzig.
Radrennen zu Leipzig. Herbſtmeſſe=Steher=
Preis; Geſamtklaſſement: 1. Scheuermann, 2. Ebert, 3.
Hall, 4. Vanneck, 5. Saldow, 6. Janke, 7. Thomas, 8.
Huy=
brechts, 9. Demke, 10. Bäumler.
Radrennen in Straßburg i. Elſ.
Guten=
berg=Preis; 15 Kilometer: 1. Nagel 14 Min. 16 Sek., 2.
Dubielczik 200 Meter, 3. Schmidt 3600 Meter zurück.
Orangerie=Preis; 10 Kilometer: 1. Dubielczik 9119, 2.
Na=
gel 170 Meter, 3. Schmidt weit zurück. — Görneberg=
Preis: 20 Kilometer: 1. Dubielczik 18 Min., 2. Nagel 200
Meter, 3. Schmidt 3200 Meter zurück. — Hauptfahren:
1. P. Didier, 2. Appelhans, 3. Hofmann. —
Prämienfah=
ren: 1. P. Didier, 2. Appelhans, 3. Tſchumperli. —
Vor=
gabefahren: 1. P. Didier (0), 2. F. Stellbrink (60 Meter)
Reifenſtärke zurück.
* Die deutſchen Athletik=Meiſterſchaften, die von der
Wahlverſammlung der Deutſchen Sportbehörde für
Ath=
letik dem Weſtdeutſchen Spielverband zur Austragung
übergeben waren, fanden auf dem Platze des Sportklubs
Preußen in Duisburg ſtatt. 100=Meter=Laufen:
1. Rau=Charlottenburg, 11,2 Sekunden; 2. Fiſcher=
Ham=
burg, ¾ Meter, 3. Hermann=Berlin, 1 Meter zurück. 200=
Meter=Lauf: 1. Rau=Charlottenburg, 23,6 Sek.; 2.
Her=
mann=Berlin, 1,5 Meter, 3. Fiſcher=Hamburg, Bruſtbreite
zurück. 400=Meter=Laufen: 1. Braun=München, 51,6 Sek.;
2. Heinz=Saarbrücken, 20 Meter zurück; 3. Traber=
Duis=
burg, dicht auf. 800=Meter=Laufen: 1. Lehmann=
Char=
lottenburg, 2 Min. 0,9 Sek; 2. Heinz=Saarbrücken, 15
Meter zurück; 3. Noll=Düſſeldorf. 1500=Meter=Laufen:
1. v. Sigel=Berlin, 4 Min. 8,8 Sek.; 2. Mickler=
Charlot=
enburg, 3 Meter, 3. Günther=Eſſen, 30 Meter zurück.
3000 Meter=Hindernislaufen: 1. Seyffert=Charlottenburg,
10 Min. 15,7 Sek.; 2. Pauly=Düſſeldorf, Handbreite, 3.
Neyka=Duisburg, 500 Meter zurück. 7500=Meter=Laufen:
1. Vietz=Charlottenburg, 25 Min. 4,4 Sek.; 2. Kaſtenholz=
Köln, 20 Meter, 3. Buſch=München, 150 Meter zurück.
110=Meter=Hürdenlaufen: 1. Martin=Leipzig, 15,8 Sek.
(deutſcher Rekord): 2. Rau=Charlottenburg, 4 Meter
zu=
rück; 3. Schöltz=Charlottenburg. 3000=Meter=Gehen: 1.
Gunia=Berlin, 13 Min. 11,6 Sek.; 2. Schmidt=Nürnberg.
10 Meter, 3. Buckow=Berlin, 100 Meter zurück. 400=
Me=
ter=Stafette um den Wanderpreis der Stadt Duisburg:
1. Sportklub Charlottenburg, 45,2 Sek.; 2. Berliner
Sportklub, 1 Meter zurück; 3. Kölner Ballſpielklub.
Ku=
gelſtoßen: 1. Buchholz (Sp.=Kl. Charlottenburg) 11,72
Meter; 2. Willführ=Charlottenburg, 11,38 Meter; 3.
Wirminghaus=Eſſen, 11115. Diskuswerfen: 1. Kerker=
Seegeberg, 40,78 Meter: 2. Buchgeiſter=München, 39,36
Meter; 3. Willführ=Berlin, 38,08. Speerwerfen: 1.
Zim=
mermann=Braunſchweig, 50,97 Meter: 2. Herbſt=Berlin,
50,22 Meter; 3. Olaf=Münſter, 47,69 Meter. Hochſprung:
1. Lieſche=Hamburg, 1,87 Meter; 2. Förſter=Magdeburg,
1,73 Meter; 3. Röhr=Charlottenburg, 1,38 Meter; 4. Olaf=
Münſter, 1,68 Meter. (Durch Los entſchieden.)
Weit=
ſprung: 1. Paſemann=Berlin, 6,42 Meter; 2. Hagen=
Charlottenburg, 6,40 Meter: 3. v. Bönninghauſen=
Mün=
chen, 6,31 Meter. Stabhochſprung: 1. Olaf=Münſter, 3 48
Meter; 2. Paſemann=Berlin, 3,48 Meter (durch einen
Stichſprung entſchieden).
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(*3909ifi
Glatthaar. Bernhardiner
als Zughund geeignet, ſehr
folg=
ſam, preiswert zu verk. (17414ids
Griesheim, Frankfurterſtr. 34.
Uunge Beigter
Rieſen, Prachttiere, ſind abzug. (*
Hausmeiſter, Wilhelmſtr. 16.
Schöne ſtubenreine Kätzchen
an gute Leute zu verſchenken
*3898)
Hinkelsgaſſe 8.
„Ein ſolch gutes Mittel gegen
Wundens=
wie Zucker’s „Saluderma” habe
ich noch nie kennen gelernt. Mein
Arm war ſtark vereitert. Nur
zwei=
malige Anwendung von „
Salu=
derma” beſeitigte ſofort die
Ent=
zündung und Eiterung. Helene
Stöhr.‟ Doſe 50 Pfg. u. 1 Mark
(ſtärkſte Form). Bei F. Schaefer,
Ludwigsplatz 7, Chr. Schwinn,
Rheinſtraße 8, A. Logel,
Eliſa=
bethenſtr. u. Gg. F. Frank, Parf.
Schiffsbericht. Hamburg=
Ame=
rika=Linie. Mitgeteilt von dem
Vertreter Hrn. Adolf Rady,
Darm=
ſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Kaiſerin Auguſte Vik
toria”, nach New=York, 16. Auguſt
8 Uhr 30 Minuten abends von
Cherbourg. — Dampfer „
Preto=
ria” von Philadelphia kommend,
16. Auguſt 7 Uhr morgens auf der
Elbe. — Dampfer „König
Wil=
helm II.” nach dem La Plata,
15. Auguſt 10 Uhr abends von
Liſſabon. — Vergnügungsdampfer
„Meteor” von der ſiebenten
Nord=
landfahrt kommend, 16. Auguſt
3 Uhr 45 Minuten nachmittags in
Hamburg. — Dampfer „Victoria
Luiſe” ſechſte Nordlandfahrt,
16. Auguſt 5 Uhr nachmittags von
Tromſö.
Woog, am 19. Auguſt 1912.
Waſſerhöhe am Pegel 3,53 m.
Luftwärme 16 C.
Waſſerwärme vorm. 7 Uhr 17½% C.
Weog=Polizei=Wache.
Vortrag
mit Lichtbilder
an der Lindenhofstrasse.
Heute, 8½ Uhr abends,
Thema:
„Chriſtus, wie wir ihn heute ſehen.”
Donnerstag, den 22. Auguſt, abends 8½ Uhr:
Was lehren uns die Naturereigniſſe der Vergangenheit u. Gegenwart?
Freitag, den 23. Auguſt, abends 8½ Uhr:
Die ſoziale und religiöſe Frage unſerer Zeit.
(B17409
Jedermann eingeladen. Eintritt frei.
Lutherfeſtſpiel Darmſtadt1912.
Mittwoch, 21. Auguſt, abends 8 Uhr, im Gemeindehauſe,
Kiesſtraße Nr. 17:
(17413
Probe für den Nonnenchor.
Vollzähliges Erſcheinen ſämtlicher Damen iſt dringend erwünſcht.
Im Verhinderungsfalle wird um rechtzeitige Benachrichtigung an den
Dirigenten, Herrn Lehrer W. Borngäſſer, Grüner Weg 9, gebeten.
Der Festspielausschuss.
Hagenschutz Feisenkener
(Telephon 1445)
Das wegen Regenwetters ausgefallene
Konzert am vergangenen Dienstag,
ausgeführt von der ganzen Kapelle des
Leib-Dragoner-Rgts. Nr. 24, Leitung:
Obermusikmeister Rühlemann, findet
nunmehr heute Dienstag statt.
Eintritt mit Programm 10 Pfg.
Hans Tod, Restaurateur.
*3942)
Ludwigshöhe.
Jeden Mittwoch u. Samstag
ur-Konzer t.
Eintritt 25 Pfg. 10 Abonnementskarten zu
Mk. 1.50 ſind zu haben im Verkehrsbureau und an der Kaſſe. (B14217
Wiauo (geſpielt) billig abzugeben
Mollerſtr. 9, part. (*3920
Fleiderſchrank, Tiſchplatte,
Gas=
herd und Bettſtelle zu verk.
*3927) Rhönring 53, 1. St.
Lahrrad, gut erh, bill. zu verk.
2 *3915) Waldſtr. 30, Hth. III.
rößere Partie gut erh. Stück= u.
Halbſtückfäſſer verkäuflich
17394a) Eliſabethenſtraße 52.